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Full text of "Natur und Museum"

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40. BERICHT 

der 

SENCKENBERGISCHEN NATÜRPOßSCHENDEN 
GESELLSCHAFT 

in 

FRANKFURT AM MAIN 



Mit 2 Tafeln, 3 Porträts und H Texttiguren 




Frankfurt am Main 

Selbstverlag der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 

1909 



Druck von Gebrüder Knauer in Frankfurt a. M. 



Die Direktion der Senckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft beehrt sich hiermit, statutengemäß ihren Bericht 
über das verflossene Jalir zu überreichen. 

Frankfurt a. M., im Juni 1909. 



Die Direktion: 

Sanitätsrat Dr. Ernst Roediger, I. Direktor 
Stabsarzt Prof. Dr. Ernst Marx, II. Direktor 
Dipl. Ing. Paul Prior, I. Sekretär 
Friedrich W. Winter, II. Sekretär. 



I. Teil 



Geschäftliche Mitteilungen 



Frankfurt a. M., den 9. Dezember 1908. 



An unsere Mitglieder! 



Der Jahresbeitrag als Mitglied der Senckenbergischen 
Naturforschenden Gesellschaft ist in § 6 der Statuten vom 
15. Oktober 1819 auf 1 Karolin = fl. 11.— (M. 18.70) fest- 
gesetzt. Mit Einführung der Reichswährung im Jahre 1873 ist 
dieser Betrag auf M. 20. — abgerundet worden. Eine Erhijhuug 
des Mitgliedbeitrags hat seit 1819, also seit 90 Jahren, nicht 
stattgefunden, obwohl die Gesellschaft in ihrem neuen Museum 
mit seiner wesentlich lehrreicheren, aber auch kostspieligeren 
Aufstellung der Sammlungen, seinen modernen Hörsälen und 
Laboratorien, und durch die Vermehrung der Vorträge, Vor- 
lesungen und Kurse und schließlich durch die jedem Mitglied 
jälirlich überreichten wertvollen, aber teuren wissenschaftlichen 
„Berichte" unvergleichlich mehr bietet als in den ersten Jahr- 
zehnten ihres Bestehens. Entsprechend diesen beträchtlichen 
Mehrleistungen sind die jährlichen Betriebskosten z. B. von 
M. 11530.— im Jahre 1870 auf M. 85 487.— im laufenden Jahr 
angestiegen, wovon die infolge der allgemeinen Teuerung not- 
wendiger Weise erhöhten Gehälter und Löhne der Beamten und 
Angestellten des Museums allein M. 24 990.— gegen M. 1870.— 
betragen. 

Wenn trotzdem unsere Verwaltung in ihrer heutigen Sitzung 
beschlossen hat, von einer Erhöhung des Mitgliedbeitrags ab- 
zusehen, so ist dies geschehen, weil sie es für ihre Pflicht hält, 
tunlichst weite Kreise der Frankfurter Bürgerschaft 
an den gemeinnützigen und auf große Ziele gerichteten 
Bestrebungen der Gesellschaft werktätigen Anteil 
nehmen zu lassen. 

Um jedoch in Zukunft den Betrieb des neuen Museums, 
das in dem ersten Jahr seit seiner Eröfinung von 83 464 Personen 
besucht worden ist. in dem seitherigen Umfange aufrecht er- 
halten zu können, ist eine Steigerung der laufenden 



— 8* — 

Einnahmen unerläßlich. Zahlreiche Mitglieder der Verwaltung 
haben sich deshalb entschlossen, freiwillig ihren Jahresbeitrag 
zu erhöhen, in der zuversichtlichen Hoffnung, daß ihr Beispiel 
in dem großen Kreis unserer Mitglieder Nachahmung finden 
werde. Sie haben es sich außerdem zur Pflicht gemacht, der 
Gesellschaft mijglichst viel neue Mitglieder zuzuführen. 

Indem wir Sie hiervon in Kenntnis setzen, erlauben wir 
uns, eine Karte beizufügen , um dei'en gefl. Ausfüllung und 
Rücksendung wir höflichst bitten, falls auch Sie geneigt sein 
sollten, Ihren Jahresbeitrag zu erhöhen. 

Hochachtungsvoll und ergebenst 

Die Direktion 
der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 

u. i. (1. N. 

Prof. Dr. A. Knoblauch. Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx. 

San.- Rat Dr. E. Roe (liger. 



— 9* 



Jahresfeier 

der 

Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 

am 6. Juni 1909. 



Im Festsaal des Museums ist das mit frischem Grün ge- 
schmückte Porträt des Prof. Dr. Fritz Römer aufgestellt, das 
die Künstlerin Fräulein B. Sondheim gemalt und der Gesell- 
schaft zur Erinnerung an den Verstorbenen geschenkt hat. 

Der I. Direktor, Sanitätsrat Dr. Ernst Roediger begrüßt 
zunächst die Gäste, die Vertreter der benachbarten Vereine 
und die zahlreich erschienenen IVOtglieder und macht in kurzen 
Worten auf die Bedeutung des Tages aufmerksam. Während 
sonst die Jahresfeier ein Fest der Freude für die Gesellschaft 
war, ist sie diesmal ein Tag der Trauer, der Erinnerung 
an den verstorbenen Museurasdirektor Prof. Dr. Fritz Römer 
geweiht. 

Der I. Direktor erteilt sodann Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx 
das Wort zu der Gedächtnisrede 

„Fritz Römer, sein Leben und sein Wirken" 

Hochverehrte Anwesende! 

„Am 20. März ds. Jrs. entriß ein unerbittliches Geschick 
unserer Gesellschaft den Direktor ihres Museums, Prof. Dr. 
Fritz Römer. Mitten in der Vollkraft des Schaffens, an- 
scheinend aus voller Gesundheit, wurde er durch eine Infektion 
dahingerafft. Wahrlich mitten im vollen Schaffen, denn das 
Werk, das er begonnen, die Einrichtung unseres Museums, ist 
noch lange nicht vollendet, und für viele Jahre hinaus waren 
seine Pläne angelegt, um unser stolzes Museum zu einem 



— 10* — 

möglichst vollkommenen zu machen. Unser Haus und unsere 
Sammlungen in ihrer Anordnung und Einteilung, sie verdanken 
wir zwei Männern, die mit unermüdlicher Hingabe Hand in 
Hand arbeitend dies Werk geschaffen. Als unser genialer Bau- 
meister, Baurat Neher, voll Befriedigung seinen Teil des 
Werkes der Gesellschaft übergeben konnte, begann erst recht 
die Arbeit unseres Römer. Was geplant, das mußte begonnen, 
was begonnen, das mußte ausgebaut werden. Noch stand er 
im Beginn seines Wirkens, von vielem sind nur die Anfänge 
geschaffen, da mußte er uns und sein Werk für immer verlassen. 
Aber nicht deshalb allein ist unsere Trauer so tief und unser 
Verlust so groß, weil wir in ihm eine ganz außergewöhnliche 
Kraft verloren haben; nein, der Mensch vor allem war es, der 
ihm die Herzen aller im Sturme eroberte, und der ihn auch 
das vollenden ließ, was einer vielleicht ebenso tüchtigen, aber 
nicht so herzensguten Persönlichkeit nicht gelungen sein würde. 
Fürwahr, er war eine glückliche Natur, wie sie nicht oft 
zu finden ist. Tiefes Wissen, rastloser Fleiß, größte Auf- 
opferungsfähigkeit, höchstes Pflichtgefühl verbanden sich in 
harmonischster Weise mit einem kindlich frohen Gemüt, einem 
stets heiteren Sinn, dem selbst das Schwerste leicht wurde, und 
mit einer unerschöpflichen Liebenswürdigkeit. Eine jede dieser 
Herzens- und Charaktereigenschaften, die ihm allüberall Freunde 
gewonnen haben, sie trug wiederum ihre Früchte für sein 
Wirken, für unser Museum. 

So sei nun Hinen, die Sie den Entschlafenen ja alle kannten 
und schätzten, in wenig Worten ein Bild seines kurzen Erden- 
wallens entrollt. 

Fritz Römer wurde am 10. April 1866 zu Mors geboren. 
In diesem kleinen Städtchen wuchs er in innigster Fühlung 
mit der Natur auf. Die Liebe zur Natur, die Lust am Be- 
obachten, sie wurde in ihm durch seinen Vater und durch seine 
Heimat geweckt. Oft zog es ihn auch später nach dort, nicht 
nur, um in seinem Elternhause zu weilen und die Erinnerung 
der Kindheit wieder neu erstehen zu lassen, sondern auch um 
Interessantes aus der Tierwelt der Gräben und Teiche von 
Mors zu erbeuten. Manch wertvolles Präparat unserer Sammlung 
hat er von dort mitgebracht. Sein Onkel, ein Bergrat, verstand 
es, die Neigung des Knaben für die Natur durch verständnisvolle 



— 11* — 

Belehrung- zu fördern. Die ersten Schuljahre verbrachte er in 
Mors. Es tut ilim wohl keinen Abbruch, wenn ich erwähne, 
daß er nach seinen Erzählungen kein Musterschüler gewesen 
ist, ja, daß er oft sogar Konflikte mit der Schule hatte, die 
wiederum aus seiner Liebe zur Natur entsprangen. In Mürs 
herrschte damals ein strenges Regiment, und jeder Schüler 
war Sonntags zum Kirchgang verpflichtet. Aber da der Sonntag 
doch der beste Tag war, um hinaus zu wandern über Berg und 
Tal, um zu fangen und zu fischen, was es an Getier zu erbeuten 
gab, wurde oft das Schulgebot übertreten. So kam es denn, 
daß Römer die letzten Jahre seiner Schulzeit auf dem Gj'mnasium 
zu Herfurt zubrachte, und daß er sich auch dort 1888 das 
Zeugnis der akademischen Reife holte. 

Es war selbstverständlich, daß er sich dem Studium der 
Naturwissenschaften und zwar hauptsächlich der Zoologie zu- 
wandte. Über seine Studienzeit, die er in Berlin und Jena 
verlebte, ist nichts besonders zu berichten. 1888/89 diente er 
als Einjährig-Freiwilliger im Kaiser Franz Garde-Grenadier- 
regiment Nr. 2, dessen Offizierkorps er später als Reserveoffizier, 
zuletzt als Oberleutnant, angehört hat. 1889 kam er als Student 
nach Jena. Der Einfluß Ha eckeis war es, der auf Römers 
zoologische Richtung bestimmend einwirkte, und der zur 
Entwickelung brachte, was in ihm schlummerte. Kein Wunder, 
daß Römer an seinem Meister mit größter Liebe und Ver- 
ehrung hing. 

Nachdem er in der Jenenser philosophischen Fakultät 
auf Grund der Arbeit „Über den Bau und die Entwickelung 
des Panzers der Gürteltiere" zum Doktor promoviert worden 
war, wurde er Assistent von Haeckel. Er verblieb in dieser 
Stellung am Zoologischen Institut der Universität Jena vom 
1. Oktober 1892 bis 20. April 1898. Was er Haeckel gewesen, 
das wissen wir aus Ha eck eis Munde selbst. Noch einmal 
kam es zum schönsten Ausdruck, als uns der Altmeister nach 
dem Tode seines Schülers in tiefster Trauer schrieb: „Viele 
Jahre hindurch war er mir ein ausgezeichneter 
Schüler und treuer Freund, der beste, fähigste und 
gewissenhafteste von allen Assistenten, die ich je- 
mals gehabt. Ich war glücklich, ihn bei der Neu- 
gründung Ihres herrlichen Museums in einer hohen 



— 12* — 

Stellung zu wissen, die seinen seltenen Fähigkeiten 
und seinen idealen Neigungen ganz angemessen war." 

Aus seiner Jeneuser Zeit stammt eine Reihe von Arbeiten, 
die sich vorwiegend mit dem Problem beschäftigen, das er zu- 
erst in seiner Inauguraldissertation bearbeitet hat. Es handelte 
sich um die Beziehungen von Haar und Schuppe zu einander, 
die vom phylogenetischen Standpunkt von großer Bedeutung sind. 
Römer bekannte sich auf Grund seiner Studien zu der An- 
sicht, daß die Haare zu den Schuppen, wie solche durchweg 
alle Vorläufer der Säugetiere trugen, nur in einem topographi- 
schen Verhältnis stehen, und daß keine Rede davon sei, daß 
das Haar als umgewandelte Schuppe aufgefaßt werden könne. 
Diese schwierige Materie hat er uns gelegentlich des Jahresfestes 
am 15. Mai 1904 im Festvortrag in einer ebenso anziehenden 
wie allgemein verständlichen Weise vorgetragen. Im Jahresbe- 
richt 1904 ünden Sie diesen Vortrag im Wortlaut. 

Wenn so die Jenenser Zeit ihm reiche Anregung zu rein 
wissenschaftlichen Forschungsarbeiten gegeben hatte, so wurde 
sie für seine zukünftige Entwicklung aber noch nach zwei Seiten 
hin bedeutungsvoll Als Assistent hatte er Kurse zu geben, und 
so konnte sich das ihm angeborene Lehrtalent weiter bilden; 
dann aber brachte der Betrieb am Institut es mit sich, daß er 
durch seine Mitarbeit die ersten Grundlagen für die Museums- 
technik erhielt. Es gibt viele bedeutende Zoologen, die weder die 
Kenntnisse noch die Fähigkeit dieser Spezialität haben ; denn eine 
Spezialität ist es. Die rein wissenschaftliche Bedeutung eines 
Mannes qualifiziert ihn noch keineswegs zum Museumsbeamten 
oder gar zum Museumsleiter. Zu der wissenschaftlichen Bedeu- 
tung muß die Kenntnis der Museumsarbeiten und der Museuras- 
technik und beim Leiter ein großes organisatorisches Talent hin- 
zukommen. Hier in Jena aber lernte unser Römer neben der 
rein wissenschaftlichen Zoologie auch diese Technik. Reisen 
nach Helgoland (1894) und nach Messina (1896) gaben ihm 
Gelegenheit, sich im Sammeln und Konservieren mariner Lebe- 
wesen auszubilden. Diese Reisen waren es wohl, welche die 
schon immer in ihm schlummernde Sammelliebe, die ihm in 
in seiner Laufbahn den Weg wies, weiter entwickelten. 

So sehen wir ihn denn 1898 als Assistent am Königl. Zoo- 
logischen Museum in Berlin angestellt, und zwar verwaltete er 



— 13* — 

die Krustazeenabteilung. Vom 21. April 1898 bis 31. März 1899 
blieb er dort. 

In seine Berliner Zeit fällt ein für sein Leben außerordent- 
lich bedeutungsvolles Ereignis: Seine im Auftrage des Zoologi- 
schen Museums zu Berlin gemeinsam im Anschluß an ein Privat- 
unternehmen mit Fritz Seh au d inn 1898 in das nördliche 
Eismeer ausgeführte Forschungsreise. 

Fritz Römer und Fritz Schaudinn, zwei Namen von 
gewichtigem Klang, zwei IMänner von gleichem Wesen und 
gleichem Sinn, zwei hohe und stattliche Gestalten, ein Freundes- 
paar, wie man es harmonischer selten findet, und beide in der 
Blüte der Jahre, auf der Höhe ihres Wirkens und Schaffens 
lange vor Vollendung ihres Werkes dahingerafft! „Es ist", so 
schrieb nach Römers Tod unser Freund Prof. Boveri, „als 
ob der Tod unter den Zoologen diejenigen auswähle, die nach 
iliren körperlichen und geistigen Eigenschaften das meiste An- 
recht zu haben scheinen, noch Jalirzehnte zu leben und fruchtbar 
zu wirken." 

Über diese Forschungsreise wissen wir vieles aus Römers 
eigenem Mund, der uns in der Sitzung am 7. November 1900 einen 
Gesamtbericht seiner Erlebnisse im nördlichen Eismeer erstattete. 
Noch zwei weitere Vorträge, am 2. November 1901 und 21. No- 
vember 1903 über „Meeresfauna bei Spitzbergen" und über „An- 
passung der Wale an das Leben im Wasser", waren Früchte 
der Reise für unsere Gesellschaft. 

Reich war die zoologische Ausbeute der Expedition; die 
Fauna der Meeresoberfläche, das Plankton, wurde in gleicher 
Weise erforscht, wie die Fauna der Tiefsee. Wertvolles Material 
wurde aus der Tierwelt der Bäreninsel und aus Spitzbergen 
heimgebracht. Ein Ring von über 50 Dredge- und ca. 150 
Planktonstationen konnte um ganz Spitzbergen gelegt werden; 
war doch das Expeditionsschiff, die „Helgoland", das erste 
deutsche Schiff, dem es gelungen ist, ganz Spitzbergen zu 
umsegeln. Von besonderer Bedeutung war, um nur eins zu er- 
wähnen, die echte Tief seefauna, die die beiden Forscher auf 
81" 32' fanden, eine Tiefseefauna, wie sie bisher aus der Arktis 
überhaupt noch nicht bekannt war. Von den Anstrengungen, 
die solche Arbeiten, noch dazu am Rande des ewigen Eises, 
mit sich bringen, von den hohen Anforderungen, die sie an die 



— 14* — 

physische und geistige Spannkraft der Forscher stellen, können 
sich wohl nur wenige eine Vorstellung machen. 

Neben diesen zoologischen Forschungen wurden auch ozeano- 
graphische und geographische Probleme durch die Expedition 
gelöst. So war es ihr vorbehalten, König-Karls-Land endgültig 
geographisch zu erforschen und kartographisch festzulegen, und 
es zeigte sich, daß statt der früher angenommenen fünf Inseln 
nur drei vorhanden sind, deren Lage nunmehr genau bekannt ist. 
Als sich später nach der Rückkehr während des Aus- 
packens und Sortierens des mitgebrachten Materiales ein Über- 
blick über den Umfang und den Wert desselben gewinnen ließ, 
sahen Römer und Schau dinn, daß dieses so mannigfach 
und so reichhaltig war, daß die Kraft der beiden Männer nicht 
ausreichte, um alles zu bearbeiten. Da entstand denn der Plan, 
diese Sammlungen zum Ausgangspunkt eines groß angelegten 
Werkes zu machen, das eine Übersicht über die gesamte ark- 
tische Fauna geben sollte. Über sechzig Gelehrte traten mit 
Freuden zur Bearbeitung dieses großzügigen Werkes zusammen, 
das zu einer der gewaltigsten Monographien über die Fauna 
eines geographischen Gebietes sich auswachsen mußte, da alle 
einzelnen Arbeiten von folgenden drei, von Römer und Schau- 
dinn geforderten Gesichtspunkten auszugehen hatten: 
„l. eine Anführung aller bisher aus arktischen Gebieten be- 
kannten Tierformen, der von den einzelnen Gelehrten über- 
nommenen Gruppen mit Literaturnachweis; 

2. eine Vergleichung der Form innerhalb der verschiedenen 
arktischen Gebiete (für die Frage der Zirkumpolarität) ; 

3. ein Vergleich der arktischen Formen mit den antarktischen." 
Vier Bände dieser Fauna arctica liegen nun bereits vor; 

viele müssen noch erscheinen, um das Werk zu vollenden. 

Die ganze Anlage des Planes zeigt uns so recht die Denk- 
und Forschungsweise unseres Römer. Mit unermüdlichem Fleiß 
sammelnd, ist ihm nimmer das Sammeln Selbstzweck, sondern 
jedes Objekt muß durch Vergleich mit anderen, durch das Stu- 
dium seines Vorkommens, seiner Lebensbedingungen, seiner Fort- 
pflanzung und Entwickelung uns wieder zu anderen Wesen führen, 
muß die Fäden zeigen, die die organische Welt verknüpfen, 
die Wege, die die einzelnen Formen bis zu ihrer gegenwärtigen 
Gestalt gegangen sind ; kurz , es muß weiteres Eindringen in 



— 15* — 

das Rätsel der Phylogeuie und Entwickelung ermöglichen. Dieser 
Entwickelungsgedanke muß der Leitstern sein für jedes wissen- 
schaftliche Arbeiten; er muß auch den Grundgedanken für das 
Aufstellen einer Sammlung bilden, die nicht nur mit dem Formen- 
reichtum und der Formenpracht, sondern mit dem Geiste der 
Natur bekannt machen will. Nur ein solches Schauen kann von 
nachhaltiger Wirkung sein und muß auch den Laien über die 
oft schwindelnde Zahl der Arten zu dem Gedanken des inneren 
Zusammenhanges der Formen und der Entwickelung führen, 
die alles in der Natur beherrscht. Und er wird an der Hand 
des hier Erkannten einsehen, daß nicht nur die Entstehung der 
Lebewesen, sondern alles und alles, wie z. B, die Nation, 
der Staat oder die Kunst, diesem Entwickelungsprinzip unter- 
worfen ist. So mußte dieser Leitstern seines Denkens Römer 
zu dem Pädagogen machen, der er, wie wir noch sehen werden, 
tatsächlich gewesen ist. 

Lange sollte nun sein Verbleiben in Berlin nicht mehr sein. 
Am 1. April 1899 wurde er auf Antrag von Prof. Dr. Küken- 
thal an das Königliche Zoologische Institut der Universität 
Breslau versetzt. Dort wirkte er als erster Assistent, bis er am 
1. November 1900 einem Ruf als Kustos am Museum unserer 
Gesellschaft folgte. 

So kurz wie seine Tätigkeit in Breslau war, so erfolgreich 
ist sie auch gewesen. Prof. Küken thai hatte Römers Ver- 
setzung nach Breslau erwirkt, da er für die Neuordnung der 
umfangreichen Sammlungen des Instituts und die Neuschaffung 
eines Schaumuseums einer hervorragenden Kraft bedurfte. Es 
war natürlich, daß Prof. Kükenthal Versuche machte, Römer 
durch Schaffung einer Stelle am- Breslauer Museum, die der ihm 
hier gebotenen gleichwertig war, zu halten. Uns schrieb er da- 
mals: „Kann ich Römer hier nicht halten, so seien Sie ver- 
sichert, daß ich ihn nirgendwo lieber weiß als in Frankfurt. 
Sie werden ihre helle Freude an ihm haben, und das 
Senckenbergische Museum kann sich keinen besseren und für 
die speziellen Verhältnisse geeigneteren Kustos wünschen". 

In seine Breslauer Assistentenzeit fällt eine 1900 in die 
nördliche Adria ausgefürte Sammelreise, aus der er reiches 
Material für das Breslauer Museum heimbrachte. 



— 16* — 

Doch ich muß nun zunächst auf Vorgänge in unserer Ge- 
sellschaft zurückgreifen. Aus kleinen Anfängen hervorgegangen, 
erhielt unser Museum durch die Reisen R ü p p e 11 s und die ihm 
daraus zutließendeu Schätze, und zwar nicht nur durch deren 
Reichhaltigkeit, sondern dadurch, daß diese vor allem als Ori- 
ginale, d. h. als erste Vertreter einer neu erkannten Art. 
gewissermaßen einen Standardwert hatten, bald große Bedeutung. 
Diese Tatsache, sowie die Opferwilligkeit und Opferfreudigkeit 
der Frankfurter Bürger und die x'Vnhänglichkeit der Söhne unserer 
Vaterstadt, die in die Weite gezogen waren, brachten in den 
nächsten Jahrzehnten einen Strom von Neuerwerbungen in unser 
Museum, das durch Rüppells Arbeit zu einem Institut ge- 
worden war, an dem kein Mann der Wissenschaft achtlos als 
an einem Museum, wie es so viele gab, vorbeigehen konnte. 
Von jeher hatte es aber die Gesellschaft bezweckt, nicht nur 
der Wissenschaft zu dienen, sondern vor allem für Aufklärung 
und Belehrung aller, die nur zu ihr kommen wollen, zu sorgen. 
Da mußte denn alles präpariert und aufgestellt werden, so 
daß auch der Laie an den Objekten etwas lernen konnte. 
So lange das Museum klein war, ging die Vermengung beider 
Zwecke, Wissenschaft und Lehrtätigkeit, noch ganz gut, so 
groß war die Fülle des Vorhandenen anfangs doch nicht, und 
Raum genug bot unser altes, allerdings zweimal erweitertes 
Heim. Viele tüchtige Männer opferten in geradezu bewunders- 
werter Weise unserer Gesellschaft ihre Zeit, indem sie die Auf- 
stellung, Einordnung und Erhaltung des Vorhandenen und stets 
Neuhinzukommendeu aus freien Stücken, aus Liebe zur Sache, 
besorgten. Aber die Verhältnisse änderten sich doch sehr im 
Laufe der Jahre. Zunächst das Haus ; es wurde trotz An- und 
Umbauten zu klein, die Aufstellung wurde infolgedessen mehr 
magazinartig, es war nicht mehr möglich, so zu ordnen, wie es 
die Zweckmäßigkeit erfordert hätte ; nur der vorhandene Raum 
war bestimmend. Dazu kam, daß in den letzten Jahrzehnten 
des vorigen Jahrhunderts bei dem Aufschwung der Natur- 
wissenschaften, der ständigen besseren Verbindung unserer Heimat 
mit dem Auslande, der relativen Leichtigkeit, mit der selbst 
weite Reisen und Expeditionen ausgeführt werden konnten, der 
Materialzufluß ein ungeheuerer wurde. Der Stamm von Männern, 
der Jahrzehntelang in selbstlosester Weise für uns gewirkt, 



— 17* — 

wurde allmählich kleiner und kleiner, der Tod raffte gar viele 
von ihnen dahin. Die veränderten wirtschaftlichen Verhält- 
nisse, die Zunahme des Konkurrenzkampfes auf allen Gebieten 
des Lebens, sie gestatteten denen, die später in die Lücke 
traten, nicht so völlig, ihre Zeit unserer Gesellschaft zu opfern ; 
der Beruf stellte größere Anforderungen. So entstand immer 
dringender der Wunsch, einen Museumsbeamten anzustellen. 
Dieser Wunsch wurde allmählich zu einer Notwendigkeit, wenn 
nicht unsere Sammlungen der Gefahr des Zugrundegehens aus- 
gesetzt werden sollten. 

Wenn man sich bei dieser Sachlage schon seit Jahren darüber 
einig war, daß die Schaffung einer solchen Stelle notwendig sei, 
so resignierte man sich, da die Gesellschaft, wie so oft, auch 
zu diesem Schritt nicht die Mittel hatte. Aber wie stets in 
der Geschichte unserer Gesellschaft wurde auch hier geholfen. 
Ein Mann war es vor allem, der unablässig auf die Anstellung 
eines Beamten drang, und der uns schließlich auch die Mittel 
für dieselbe zur Verfügung gestellt hat. Am 20. Mai 1900 
konnte am Jahresfest der Gesellschaft verkündet werden : „Durch 
die Munifizens eines ungenannt gebliebenen hochherzigen Gönners 
ist die Gesellschaft in die glückliche Lage versetzt worden, 
einen seit Jahren gehegten Wunsch zu verwirklichen, und da- 
mit einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen. Es ist dies die 
Anstellung eines besoldeten Museumsbeamten, der als wissen- 
schaftlicher Kustos unsere beständig sich mehrenden Sammlungen 
wissenschaftlich einordnen und aufstellen soll, so daß die jetzt 
in Schränken verborgenen Schätze dadurch der Wissenschaft 
dienstbar gemacht werden. Diese neu zu erwerbende Kraft, 
über die wir voraussichtlich vom 1. Oktober d. J. ab verfügen 
werden, wird der Gesellschaft auch bei Einräumung der Samm- 
lungen in das neue Museum schätzbare Dienste leisten können." 

Wenn damals der Mann, der uns dies ermöglicht hat, in 
seiner rührenden Bescheidenheit im Dunkel bleiben wollte, so 
können wir doch wohl jetzt, vier Jahre nach seinem Tode, dankbar 
verkünden, daß es Albert von Rein ach gewesen ist. Dem 
stillen Gelehrten und Forscher, dem Förderer unseres Museums, 
der wie wenige uns ideell und materiell in steter Arbeit geholfen 
hat, ihm gebührt auch für die Vollendung dieses bedeutsamen 
Schrittes unser herzlicher Dank. So ist denn die Entwickelung, 

2 



— 18* — 

die dadurch unsere Gesellschaft in den letzten Jahren genommen 
hat, mit ein Blatt in dem Ruhraeskranz dieses Mannes, dessen 
Name in den Annalen der Senckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft mit ehernen Lettern für alle Zeiten eingeschrieben 
ist, und dessen Verehrung in den Herzen derer, die ihn gekannt 
haben, und denen es vergönnt war, mit ihm zu arbeiten, niemals 
erlöschen wird. 

Nun galt es aber den rechten Mann an die rechte Stelle 
zu setzen. Ich habe ja bereits vorhin ausgeführt, daß die An- 
forderungen, die an den Leiter eines Institutes, wie es das 
unsere ist, gestellt werden, große sind, und wieviel größer waren 
sie damals, als es galt, unsere ganzen Sammlungen umzugestalten, 
denn wenn man auch noch nicht an den Neubau an der Viktoria- 
Allee dachte, so bereitete man doch den anfangs geplanten 
Neubau unseres Museums am Eschenheimer Turm und die da- 
durch bedingte Neuordnung der Sammlungen vor. 

Aber wir mußten schließlich noch mehr haben. Neben 
dem Gelehrten, dem Techniker und Organisator, mußten wir 
eine Persönlichkeit finden, die in den Rahmen unserer Gesell- 
schaft, einem Sproß des freien Bürgertums, hineinpaßte. Wir 
konnten da keinen rücksichtslosen Stürmer und Draufgänger 
gebrauchen; denn Altes, historisch Berechtigtes mußte geschont 
werden. Es ist wahrlich leichter, sich einem einzigen Chef an- 
zupassen, wie es sonst nur vom Museumsbeamten verlangt wird, 
oder als Leiter mit einer Behörde, die schließlich fern sitzt und 
nicht alles verfolgen will und kann, zu rechnen, als mit einer 
vielköpfigen Verwaltung, wie es die unsere ist. „Soviel Köpfe, 
soviel Sinne" heißt es im Sprichwort, und doch werden viele 
Köpfe nur einen Sinn haben, wenn die Person, die Neues schaffen 
und schöpfen soll, es verstellt, das, was sie will, klar und logisch 
zu entwickeln und zu zeigen, daß es nur einen richtigen Weg 
gibt. Wer es da versteht, keinen Einwand als gering zu er- 
achten, sondern alles liebevoll beachtet und sich die Zeit und 
Mühe nimmt, seine neuen Ideen vorzutragen, ohne die Anhänger 
des Alten, die es ja schließlich nur aus Gewohnheit und aus 
Unkenntnis des Neuen sind, zu kränken, dem wird es leicht 
werden, zu überzeugen und fruchtbar zu wirken. Das kann 
aber nur ein Mann tun mit vollendeter Herzensbildung, dem 
es mit der Schätzung des Verdienstes anderer wirklich Ernst 



— 19* — 

ist, und der weitherzig genug- ist, anzuerkennen, daß auch das, 
was seinen in modernen Anstalten gewonnenen Gesichtspunkten 
entgegenläuft, seine Berechtigung hat. Nur eine solche Person, 
die all diese Eigenschaften in sich vereinigte, konnte erfolgreich 
wirken, nur sie konnte sich die Liebe und das Vertrauen aller 
gewinnen und damit, ich möchte fast sagen, eine Gemeinde 
schaffen, die zwar prüft, aber mit der Überzeugung prüft, daß 
nur das Beste und aufrichtigst Gemeinte ihr geboten wird. Daß 
Römer ein solcher Mann war, ist der tiefste Grund seines 
Erfolges, und es ist das Geheimnis für die Liebe und Verehrung, 
die er bei allen gefunden hat. 

Wie uns Römer von seinem letzten Chef, Prof. Küken- 
thal, geschildert worden war, haben Sie bereits gehört. Wo 
wir aber auch sonst anfragten, die Stimmen waren alle gleich: 
ein bedeutender Gelehrter, ein vorzüglicher Museumsbeamter, 
ein Organisator und ein Gentleman. 

So trat Römer am 1. November 1900 seine Stelle als 
Kustos unseres Museums an. In der wissenschaftlichen Sitzung 
am 17. November 1900, in der er uns seinen ersten Vortrag 
hielt, wurde er von dem damaligen I. Direktor, Prof. Knoblauch, 
der Gesellschaft vorgestellt. Alle, die dieser Sitzung beigewohnt 
haben, werden sich des tiefen Eindruckes entsinnen, den Römer 
auf uns gemacht hat. Er hatte durch die Art, wie er vortrng, 
durch seine Haltung und sein Wesen die Herzen aller erobert. 
Wir wußten, er ist der rechte Mann an der rechten Stelle, auch 
der Mann, der in Frankfurt selbst festen Fuß fassen würde. 

Welchen Aufgaben sah sich nun Römer gegenübergestellt, 
und wie hat er sie gelöst? 

In erster Linie war es die mit dem geplanten Neubau 
notwendig werdende Neuordnung der Sammlungen, die ihn be- 
schäftigen mußte. Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahr- 
hunderts war man zu der Überzeugung gekommen, daß die 
Räume des Museums zu klein werden. Man begann diese Frage 
zu behandeln, Geld für Umbau und Erweiterung zu sammeln, 
und war 1899 so weit gelangt, daß man sich an die Architekten 
wandte, um Pläne zu einem Neubau resp. Umbaai an Ort und 
Stelle des alten Museums zu erhalten. 

Im Jahre der Berufung Römers, am 28. April 1900, 
wurde auf Grund des Gutachtens des Geh. Rat Prof. Paul 

2* 



— 20* — 

Wallot Baurat L. Neher mit der Ausarbeitung des endgültigen 
Planes und der späteren Bauausführung beauftragt. So trat 
Römer in eine Zeit des Werdens und Neuentstehens hinein, 
ein Umstand, der ihm zwar viel Arbeit von vornherein verhieß, 
der ihm aber auch in seiner Schaffens- und Arbeitsfreudigkeit 
dem Ruf um so lieber nachkommen ließ. Es ist hier nicht der 
Ort, die Geschichte unseres Neubaues zu erörtern ; aber Sie 
werden wohl fast alle wissen, wie dann sofort damit begonnen 
wurde, den Flügel in der Bleichstraße durch eine bis zum Dach 
durchgeführte Wand in zwei Teile für den Abbruch, der nach 
und nach erfolgen sollte, zu zerlegen, und wie dadurch das 
Museum in der schwierigsten Weise zerrissen wurde. Sie wissen, 
wie die Verhandlungen stockten, so daß schließlich aus dem 
Provisorium ein fast dauernder Zustand zu werden drohte. Ich 
erinnere Sie dann, daß erst am 21. Februar 1903 die General- 
versammlung den Beschluß der Verlegung des Museums nach 
der Viktoria- Allee faßte, und daß nach der am 15. Mai 1904 
erfolgten Grundsteinlegung erst im Februar 1907 mit dem Umzug 
begonnen werden konnte. Also vom November 1900 bis zum 
Februar 1907 arbeitete Römer in einem Haus, das zum Ab- 
bruch fertig gemacht war und der Bewegung nach jeder Seite 
hin Schwierigkeiten über Schwierigkeiten entgegenstellte. Das 
war der Rahmen, in dem sich seine Tätigkeit abspielte. 

Römer war noch rechtzeitig genug berufen worden, um 
auf die Pläne für den Neubau unseres Museums Einfluß aus- 
üben zu können. In schönster harmonischster Weise hat dann 
hier der Baumeister mit dem Gelehrten Hand in Hand gearbeitet, 
um etwas durch und durch Zweckmäßiges und den Plänen, die 
Römer hegte, völlig Angepaßtes zu schaffen. Wie Römer 
sich ein Museum wie das unsere wünschte, welche Grundsätze 
für ihn die leitenden waren, das hat er bei der Einweihung 
unseres Hauses am 13. Oktober 1907 in seiner Rede im Lichthof 
eingehend dargelegt. 

Es war Zeit, daß bei uns mit dem früher überall durch- 
geführten Grundsatz, möglichst den ganzen Besitz zur Schau 
zu stellen, gebrochen wurde. Ein Grundsatz, den beizubehalten 
uns, wie so manches Museum, die Raumverhältnisse im alten 
Haus genötigt hatten. Aber mit der Erkenntnis, daß die Be- 
lehrung des großen Publikums und die Gewährung der Arbeits- 



— 21* — 

moglichkeit für den Gelehrten zwei ganz verschiedene Dinge 
seien, war es noch nicht getan ; es mußte dieser Grundsatz auch 
in zweckmäßiger Weise durchgeführt werden, damit die eine 
Aufgabe unter der anderen nicht zu leiden hatte. So war es 
die erste große Arbeit, die an Rome r herantrat, das vorhandene 
Material durchzuarbeiten, zu trennen und zu sondern. 

Für die Neuaufstellung der Schausammlung galt es, heraus- 
zugreifen, was zum Verständnis der Entwickelung notwendig 
war, und was das System der Tierwelt möglichst lückenlos vor 
Augen führte. Die Zeiten sind ja vorbei, wo der Systematiker 
eine fast komische Figur geworden war; denn das tiefere Ein- 
dringen in das Wesen und die Entwickelung der Dinge, oder 
um es kurz zu sagen, die uns durch Darwin gewordene Er- 
kenntnis ließ die Systematik als eine der wichtigsten Zweige 
der biologischen Wissenschaft wieder zu Ehren kommen. Das 
Bestreben Römers war es, in der Schausammlung uns die 
Tierwelt in ihren biologischen Zusammenhängen vorzuführen. 
Aber für die Erkenntnis der Tiere ist ihr Leben und Weben 
von größter Bedeutung, und mit größtem Eifer hat sich die 
Naturwissenschaft in den letzten Jahren auch dem Erforschen 
der Tierwelt in ihren Lebensvorgängen zugewandt. Durch 
unsere Konservatoren waren bei uns mit der biologischen Auf- 
stellung von Tieren in ihrem Milieu und ihrem Treiben schöne 
Anfänge geschaffen. Das neue Museum sollte zu einer derartigen 
Aufstellung in biologischen Gruppen im Großen Gelegenheit 
geben. So entstanden die Kojen, von denen eine noch unter 
Römers Leitung mit den Tieren Ostafrikas bevölkert worden 
ist. Ein Herzenswunsch von ihm, die Aufstellung einer bio- 
logischen Gruppe, die uns das Leben im Eismeer vor Augen 
führt, wird jetzt, zum Teil noch nach Römers Plänen, dank 
der Großmut des Freiherrn Rudolf von Goldschmidt- 
Rothschild in Erfüllung gehen. 

Auch die Sammlung für die Gelehrten, die wissenschaft- 
liche Sammlung, mußte weiter ausgebaut werden. Während 
man sich früher gerne der Doubletten entledigte, ist man jetzt 
vorsichtiger geworden, da das Problem der Entstehung der 
Varietäten und Arten Vergleichsreihen erfordert. So galt 
es nicht nur Vorhandenes in die wissenschaftliche Sammlung 
einzureihen, sondern diese immer und immer wieder zu vermehren. 



— 22* — 

Zahlreiche Beziehungen, die Eömer schon hatte, und neue, 
die er von hier aus anknüpfte, rastlose Bemühungen, für Wert- 
volles, das käuflich zu erwerben war, Grönner zu finden, die es 
der Gesellschaft schenkten, ließen beide Sammlungen unter 
Römers Leitung ganz bedeutenden Zuwachs erfahren. 

Aber mit diesen zwei Sammlungen war es nicht genug. 
Römer hat es von vornherein als notwendig bezeichnet, für 
die Lehrzwecke des Institutes eine eigene Sammlung zusammen- 
zustellen und die Anfänge, die bereits bestanden, weiter aus- 
zubauen. In rastloser Arbeit hat Römer auch dies vollführt, 
trotzdem er erst 1904 an die Erweiterung dieser Sammlung 
herangehen konnte. Vieles hat er selbst herbeigeschafft, und 
so umfaßt denn heute unsere Lehrsammlung 2430 Präparate. 

Eine große Lücke war in unseren Sammlungen vor Römers 
Zeit vorhanden. Es fehlte nämlich fast vollständig eine Ab- 
teilung, die die Tatsachen der Entwicklungsgeschichte und ver- 
gleichenden Anatomie vor Augen führte. Wir haben ja gesehen, 
daß Römer als moderner Zoologe und als Schüler Haeckels 
die Entwickelungsgeschichte für eins der wichtigsten Kapitel 
der Zoologie halten mußte, da doch sie erst den vollen Schlüssel 
zum Verständnis alles Werdens in der Tierwelt geben kann. 
So begann denn 1902 Römer, unterstützt von seinen z. T, 
freiwilligen Hilfskräften, die Schaffung einer vergleichend -ana- 
tomischen und entwickeluugsgeschichtlichen Sammlung. Heute 
sind 450 solcher Objekte in zwei Schränken des Museums auf- 
gestellt. 

Fast gänzlich fehlten auch mikroskopische Präparate. In 
emsiger, mühevoller Arbeit wurden nun tausende von Schnitten 
und Präparaten für die mikroskopische Betrachtung hergerichtet, 
sodaß heute unser Museum über eine Sammlung verfügt, die 
wohl allen Ansprüchen genügt. 

Aber nicht nur im Haus wirkte er mehrend und schaffend ; 
nein, auch in weiter Ferne arbeitete er, um wertvolles Material 
für alle Teile der Sammlungen zu erlangen. So begab er sich 
1902 im Auftrage unserer Gesellschaft nach der nördlichen 
Adria und 1904 an die norwegische Küste. Mit einer reichen 
Ausbeute an Tieren und interessanten und lehrreichen biologischen 
Objekten kehrte er zu uns zurück. 1906 reiste er nach England, 
um auch die dortigen Museen zu studieren, nachdem er bereits 



— 23* — 

vorher die wichtigsten deutschen Anstalten besucht hatte. Mit 
diesen Kenntnissen ausgerüstet, ging- er sodann an die Riesen- 
arbeit des Umzuges, den er in bewunderungswürdiger Weise 
bewerkstelligt hat, gleichzeitig die Trennung der drei Samm- 
lungen durchführend. 

Wie aus dem, was Römer mit der Aufstellung der Samm- 
lungen bezweckte, hervorgeht, gehörte er nicht zu den Gelehrten, 
die ihre Schätze ängstlich vor profanen Augen hüten, sondern 
in erster Linie stand ihm das Ziel vor Augen, die Kenntnis der 
Natur in immer weitere Kreise zu tragen, immer mehr dazu zu 
erziehen, die Natur als ein organisches Ganze zu betrachten, 
bei dem jedes Stück im Zusammenhang mit seiner Umgebung 
steht, und eins das andere erklärt und ergänzt. Erst wer das 
geheimste Wesen der Natur verstehen gelernt hat, wird von 
der Natur den richtigen Genuß haben, nicht nur als Aesthet 
wird er sich an ihr erfreuen und erbauen, sondern auch das 
Bedürfnis des Denkenden nach dem Erkennen des ursächlichen 
Zusammenhanges der Dinge und das Verstehen, das doch erst 
die reinste Freude und den höchsten Genuß gewährt, wird be- 
friedigt werden. So machte denn dies Streben, Wissen und 
Erkenntnis zu verbreiten, Römer zu dem Museumsschöpfer und 
Leiter, der er gewesen. 

Doch sein Wirken ist damit noch lange nicht erschöpft. 
Seit Jahrzehnten hatte unsere Gesellschaft neben den Samstags- 
vorträgen, die sich an ein breiteres Publikum wandten, besondere 
Vorlesungen über Zoologie, Mineralogie, Geologie und in Ver- 
bindung mit der Dr. Senckenb ergischen Stiftung über 
Botanik eingeführt. Da war es denen möglich, die in diese 
Fächer der Naturwissenschaft weiter eindringen wollten, sich 
Belehrung und Anregung zu holen. Aber eine Gelegenheit, durch 
eigenes Arbeiten unter sachgemäßer Anleitung sich zoologische 
Kenntnisse zu erwerben, fehlte. Da begann Römer am 28. April 
1902 zum ersten Male ein zoologisches Praktikum in dem höchst 
primitiven Molluskensaal des alten Museums abzuhalten. Schon 
das erste Mal war der Andrang so groß, daß selbst das Zimmer 
des Kustos hinzugenommen werden mußte, und so Römer tat- 
sächlich doppelt zu lesen hatte. Es ist selbstverständlich, daß 
das Rüstzeug für diese Kurse, wie Mikroskope, Mikrotom usw., 
erst beschafft werden mußte, was durch Überweisung eines an- 



- 24* — 

sehnlichen Betrages aus der Speyerschen Studienstiftung ermög- 
licht wurde. Dieses erste Praktikum war so erfolgreich, daß es 
schon 1908 nicht möglich war, alle Anmeldungen zu berück- 
sichtigen. 1904 hielt Römer einen Kurs über Anleitung zum 
Sammeln und Konservieren einheimischer Tiere. 1905 und 1906 
mußten die Kurse unterbleiben. 1 907 wurde dann zum letzten Male 
im alten Haus während des Umzugs ein zoologisches Praktikum 
abgehalten, dem dann 1908 das erste in dem schönen Kurssaal 
des neuen Heims und ein Seminar für Vorgeschrittene folgte. 
Gleichzeitig hatte Römer veranlaßt, daß auch zoologische 
Exkursionen zur Erforschung des Süßwassers mit nachfolgenden 
Besprechungen des Materials eingerichtet wurden. Auch für 
diesen Sommer hatte Römer wieder ein zoologisches Praktikum 
angekündigt und schon die Vorbereitungen getroffen, als der Tod 
ihn uns so jäh entriß. 

Aber es verging auch kein Winter, in dem er nicht auch 
die Allgemeinheit unserer Mitglieder aus der Fülle seines Wissens 
mit interessanten und lehrreichen Mitteilungen erfreute. Für 
ihn war es selbstverständlich, daß er jedes Jahr auf der Vor- 
tragsliste für die Samstagssitzungen stand. 

Wer arbeiten will, muß das nötige Handwerkzeug besitzen, 
Für den Gelehrten ist dies die Literatur. Von jeher hat unsere 
Gesellschaft große Opfer gebracht, um unseren Teil an der 
Senckenbergischen Bibliothek möglichst umfangreich und reich- 
haltig zu gestalten. Da half nun Römer in ausgezeichneter 
Weise mit, indem er immer neue Verbindungen anknüpfte, um 
durch Tausch oder Schenkung unsere Sammlung zu vergrößern. 
Für ein so großes Institut wie das unsere ist aber auch eine 
Handbibliothek unbedingt notwendig. R ö m e r verstand es, 
diese so zu vermehren, daß im neuen Haus ein eigener Raum 
für diese Bücherei eingerichtet werden mußte. Jetzt enthält 
sie neben den grundlegenden Handbüchern als wichtigsten und 
schwerst zu beschaffendsten Teil vor allen Dingen mehr als 
4000 geordnete und katalogisierte Sonderabdrücke. 

Ich würde eine der bedeutendsten Fähigkeiten Römers 
unerwähnt lassen, wenn ich nicht sein außerordentliches Verwal- 
tungstalent hervorheben wollte. Die Erweiterung des Museums 
und des Museumsbetriebes, die Zunahme der Mitglieder, kurz das 
Herauswachsen der Gesellschaft aus dem, ich möchte sagen, 



- 25* — 

familiären Milieu, in dem sie so lange gelebt hat, und in dem 
sie groß geworden war, brachte es mit sich, daß die Verwaltung 
eine immer schwierigere wurde. Da war es wieder Römer, 
der ein Bureau organisierte, und der der Direktion und Ver- 
waltung ihre Amtsgeschäfte so erleichterte, daß diese Organe 
der Gesellschaft es jetzt im Großbetriebe leichter hatten als 
früher. Wenn sich dieser Teil seines Wirkens auch im Hinter- 
grunde abspielte, so w^eiß jeder, der der Verwaltung nahe ge- 
standen hat , wie vorbildlich und erzieheriscli hier Römer 
gewirkt hat. So war es denn auch aus diesem Grunde nur 
recht und billig und eine Anerkennung seiner großen Verdienste, 
daß 1907 bei der Gründung der Stelle eines Museumsdirektors 
ihm das Amt übertragen worden ist. 

Wo wir nur hinblicken, in welchen Winkel unseres Hauses, 
in welchen Teil des Betriebes, allüberall erkennen wir Römers 
Tätigkeit. Er war die Seele unseres Hauses, überall anordnend 
oder ratend und helfend. Nichts entging seinen Augen, nichts 
konnte ohne ihn geschehen, alles prüfte er, und alle, die hier 
im Hause arbeiteten, sie kamen freudig zu ihm, um ihn um Rat 
zu fragen, um mit ihm die Angelegenheiten ihres Ressorts zu 
besprechen, auch dann, wenn es sich um Dinge handelte, bei 
denen geschäftsmäßig seine Mitwirkung nicht nötig gewesen 
wäre; denn jeder wußte, daß er ein feines Empfinden für das 
Nützliche und Schöne hatte. Diese beiden Dinge miteinander 
zu vereinen, war stets sein Grundsatz, und es gereicht unserem 
Museum zum großen Vorteil, daß sein Auge künstlerisch sehen 
konnte, und daß eine Unschönheit ihm wohl kaum je entging. 

Aber das allein war es schließlich nicht, was ihn das 
unbedingte Vertrauen seiner Untergebenen finden ließ. War er 
doch ein Chef, der ein warmes Herz für jeden hatte, der unter 
ihm arbeitete, und der sich unablässig mühte, die wirtschaftliche 
Stellung der Museumsangestellten zu heben und zu sichern. 
So verdanken die Beamten seiner Initiative das Pensionsstatut 
der Gesellschaft, er war die treibende Kraft für die Gehalts- 
aufbesserungen der letzten Jahre, die er, oft unter Hintan- 
setzung von ihm dringend am Herzen liegenden Museumswünschen, 
vertrat und durchsetzte. Daß dem Mann, der zwar streng in 
den Anforderungen an die Arbeitsleistung war, der aber allen 
als leuchtendes Beispiel treuester Pflichterfüllung vorausging, 



— 26* — 

dem Mann, der niemals mit Anerkennung kargte, und der Sinn 
und Herz für alle Angelegenheiten und Sorgen seiner Unter- 
gebenen hatte, das Vertrauen und die Liebe aller zuteil wurde, 
das kann nicht wundernehmen. 

So war sein Wirken in unserer Gesellschaft und im Museum. 
Ich würde aber einen guten Teil seiner Tätigkeit nicht erwähnen, 
wenn ich nicht versuchen wollte, auch seine Beziehungen nach 
außen hin, soweit sie durch seine Stellung bedingt waren, zu 
schildern. 

Wie ich schon mehrfach ausführte, war sein Streben ein 
ausgesprochen pädagogisches. So ist es denn natürlich, daß er 
mit den Lehrern Frankfurts nahe Beziehungen anknüpfte; konnte 
er doch durch diese dann wieder auf die Jugend einwirken und 
mit dazu helfen, diese zu einen verständigen Schauen der Natur 
und zu einer Würdigung idealer Güte, wie sie die Wissenschaft 
ist, zu erziehen. Nicht nur dadurch wurden seine Beziehungen 
zu den Lehrern so innige, daß er seine Kurse in erster Linie 
für diese hielt, und daß den Lehren andere, die hören wollten, 
nachstehen mußten, nein in Verbindung mit der Schulbehörde 
unserer Stadt führte er den großen Plan aus, im Laufe der 
Zeit gruppenweise Lehrer und Lehrerinnen durch unser Museum 
zu führen und führen zu lassen, um ihnen so nicht nur die 
Anregung zu geben, ihre Schüler und Schülerinnen uns zu 
bringen, sondern ihnen auch zu helfen, die Schätze unserer Samm- 
lungen der Jugend in richtiger Weise vor Augen zu führen. 

Wie Römer auch sonst in allen Kreisen Frankfurts festen 
Fuß gefaßt hatte, wie er sich allüberall Freude gewonnen, das 
wissen Sie ja alle. Überall war der kenntnisreiche, dabei stets 
so liebenswürdige und hilfsbereite Mann geschätzt und geliebt. 
Daß er die nächsten Freunde in den naturwissenschaftlich ge- 
bildeten Kreisen, unter den Naturwissenschaftlern und Ärzten 
unserer Stadt, gefunden hat, das ist ja selbstverständlich; denn 
diese bedurften alle mal seines Rates, den er nie versagte, wenn 
auch die Arbeitslast, besonders in den Zeiten des Umzuges, oft 
so groß war, daß sie wohl eine andere Natur hätte verdrießlich 
machen können. 

Eng waren seine Beziehungen zu den naturwissenschaft- 
lichen Vereinen Frankfurts und in seiner näheren und weiteren 
Umgebung, und überall war er hochgeschätzt als ein Mann, der 



— 27* — 

gerne von seinem Wissen abgab, und der stets durch Mitteilung- 
und Anregung belebte. So hielt er, bereits schwer leidend am 
Tage, an dem die tückische Krankheit ihn auf sein Sterbelager 
warf, trotz des dringenden Abratens seiner Freunde hier im 
Verein für Geographie und Statistik seinen letzten Vortrag, den 
er ohne Zaudern übernommen hatte, um für einen plötzlich 
verhinderten Eedner einzutreten. Für alle diese Gesellschaften 
und Vereine war sein Tod ein unersetzlicher Verlust, nicht zum 
mindesten auch für die Deutsche Zoologische Gesell- 
schaft, der er im vorigen Jahr die Einladung nach Frankfurt 
überbrachte, für deren Zusammenkunft er schon vieles vor- 
bereitet hatte, und die nun dieser Tage ohne ihn tagen mußte 
und nur sein Andenken durch treues Gedenken ehren konnte. 

Will ich versuchen, sein Bild Ihnen ganz vor Augen zu 
bringen, so muß ich auch seiner als Bruder, Gatten, Vater und 
Freund gedenken. Er war das Haupt seiner Familie, bei ihm 
fanden seine Schwestern Rat und Stütze. Wahrlich, er war 
ihnen mehr als ein Bruder; er hat ihnen, wie sie in tiefer 
Trauer schrieben, ihr Leben reich gemacht. Mit hingehendster 
Liebe hing er an seinen Geschwistern, und war seine Zeit 
auch noch so sehr in Anspruch genommen, nie war ihm eine 
Mühe für seine Schwestern zu viel. 

Am 7. September 1905 schloß er seinen nur zu kurzen 
Ehebund, dem 1906 ein Töchterchen entsproß. Rührend war 
seine Liebe und sein Glück. Wie leuchtete sein Auge auf, 
wenn Frau und Kind ihn al)ends nach getaner Arbeit aus dem 
Museum abholten, und wie glücklich spielte er mit seinem 
Töcliterchen ! Bei seinem Charakter war es selbstverständlich 
daß alle Kinderherzen ihm zutlogen. Wo Römer nur verkehrte 
und mit Kindern zusammengekommen war, da hingen die Kinder 
an ihm mit zärtlichster Liebe. Und der große Mann, er konnte 
die Herzen der Kleinen erfreuen wie wenige. Er konnte mit 
ihnen spielen wie ein Kind, denn sein Herz war so treu und 
rein wie das eines Kindes. 

Das weiß wohl niemand besser als die, die ihm in enger 
Freundschaft — und einen treueren Freund gab es nicht — 
nahe gestanden, die mit ihm Freud und Leid, Kummer und 
Sorge, die ja an jeden einmal herantritt, geteilt hatten. Mochte 
es aber sein was es wollte, der Glaube an den Sieg des Guten 



— 28* — 

und Wahren verließ ihn nie, konnte ihn auch nicht verlassen, 
da er sonst an sich selbst hätte zweifeln müssen, denn seine 
Natur war Güte und Wahrheit. Und wäre er nicht so gewesen, 
wie er war, all seine Tüchtigkeit, all sein Wissen, es hätte 
unserer Gesellschaft nicht den reiclien Segen gebracht, der von 
ihm ausgegangen ist. Er arbeitete nicht nur mit dem Ver- 
stand sondern mit dem Herzen und wäre bereit gewesen, 
sein Herzblut für die Sache zu opfern, der er sicli ganz hin- 
geben hatte. 

So hat denn sein Tod uns alle aufs tiefste erschüttert, 
und wer, wie so viele hier, viele Jahre mit ihm zusammen- 
gearbeitet hat, wer sein Werk hat entstehen und wachsen 
sehen, der kann dies Haus nicht betreten, ohne seine hohe 
ritterliche Gestalt zu suchen. Wir haben einen der besten 
und edelsten Menschen in ihm verloren, den die Gesellschaft 
je ihr eigen genannt. Doch die Zeit wird dahin rauschen; wir, 
die wir ihn kannten, wir werden wie er, der eine früher, der 
andere später, ins Grab sinken, und es wird die Zeit kommen, 
wo keiner von denen, die dann liier im Saale sitzen, ihn je 
gesehen hat. Aber kennen werden sie ihn alle, denn sein Werk 
wird bestehen bleiben, so lange unser Haus steht, und in seinem 
Werk wird sein Wirken und sein Sinnen als ein unvergäng- 
liches Denkmal weiterleben. 

Wissenschaftliche Veröffentlichungen Römers. 

1. Über den Bau und die Entwickelung des Panzers der 
Gürteltiere. Jenaische Zeitschrift, 27. Band 1893 (auch als 
Dissertation erschienen). 

2. Zur Frage nach dem Ursprünge der Schuppen der 
Säugetiere. Anatomischer Anzeiger, 8. Band 1893. 

3. Voriicella vaga^ eine neue ungestielte Vorticelle. Biol. 
Zentralblatt, 13. Band 1893. 

4. Mojioiremala und Marsupialia. Semon, Forschungsreisen 
in Australien, 5. Band 1894. 

5. Drei neue Gordiiden von Borneo und Halmahera. Zool. 
Anzeiger, 18. Band 1895. 

6. Die Gordiiden des Naturhistorischen Museums in Ham- 
burg. Zool. Jahrb. Abt. für Systematik, 8. Band 1895. 



— 29* - 

7. Über das Vorkommen von Heteropleuron cidtellum bei 
Ternate. Zool. Anzeiger, 19. Band 1896. 

8. Beitrag zur Systematik der Gordiiden. Abhandl. der 
Senckenbergisclien Natiirforschenden Gesellschaft, 23. Band 1897. 

9. Studien über das Integument der Säugetiere. Jenaische 
Zeitschrift, 30. Band 1896. 

10. Dasselbe II. Semon, Forschungsreise in Australien, 
3. Band 1898. 

11. Dasselbe III. Jeuaische Zeitschrift, 31. Band 1898. 

12. Fauna arctica, eine Zusammenstellung der arktischen 
Tierformen (gemeinsam mit Dr. F. Schaudinu) Gustav Fischer, 
Jena 1900, bisher erschienen Band 1 — 4. 

13. Die arktischen Siphonophoren. Fauna arctica. Band 2 
1901. 

14. Die arktischen Ctenophoren. Ebenda Band 3 1903. 

15. Die Haut der Säugetiere. Bericht der Senckenbergischen 
Naturforschenden Gesellschaft 1904. 

16. Die Tierwelt des nördlichen Eismeeres. Jahrb. d. 
Nassauischen Vereins für Naturkunde, Wiesbaden 1905. 

17. Die Feuersgefahr in den Naturhistorischen Museen. 
Museumskunde, 2. Band 1906. 

18. Die Entwicklung der Naturhistorischen Museen. 
Museumskunde, 3. Band 1907. 

19. Die Abnahme der Tierarten mit der Zunahme der 
geographischen Breite. Bericht der Senckenbergischen Natur- 
forschenden Gesellschaft 1907. 



Der I. Direktor, Sanitätsrat Dr. Ernst Roediger, dankt 
dem Vorredner, der es verstanden hat, das Leben und Wirken 
des Entschlafenen in einer dem Herzen nahe gehenden Weise 
zu schildern; er dankt ferner Fräulein Sondheim für die 
Überreichung des Porträts, das im Sitzungszimmer der Ver- 
waltung seineu Platz finden wird, und begrüßt mit Freuden die 
Absicht der Freunde Römers, die der Gesellschaft eine Büste 
des Verstorbenen zur Aufstellung im Museum schenken wollen. 
Der Vorsitzende bittet die Anwesenden, sich zu Ehren des Ver- 
storbenen von ihren Sitzen zu erheben. 



— 30* — 

Hierauf erstattet der II. Direktor, Stabsarzt Professor 
Dr. E. Marx, den 

Jahresbericht. 

Hochansehüliclie Versammlung! 

Wie in früheren Jaliren sind uns auch im verliossenen Jahre 
in hodilierziger' Weise von Freunden und Gönnern große und 
reiche Geschenke an Naturalien überwiesen worden, über die in 
den betreffenden Sektionsberichten ausführlich berichtet wird. Eine 
ganz außergewöhnliche Vermehrung erfuhr die Hauptsammlung 
der Schmetterlinge dadurch, daß die Herren Geheimrat 0. Braun- 
fels und Dr. P. Stern die Semp ersehe Schmetterlingssamm- 
liing erworben und dem Museum als Geschenk überwiesen haben. 
Die Sammlung besteht nur aus Schmetterlingen der Philip- 
pinen, die der verstorbene Würzburger Zoolog Karl Semper 
gesammelt und sein Bruder Georg Semper in Altona im V. und 
VI. Band der „Reisen im Archipel der Philippinen" von K. Seraper 
bearbeitet hat. Die Sammlung ist reich an Originalen und Typen 
und bildet für unser Museum ein würdiges Seitenstück zu der vor 
einigen Jahren erworbenen Original-Konchyliensammlung des ver- 
storbenen Konsuls Dr. von M ö 11 e n d o r f f , die ebenfalls nur Philip- 
pinenschnecken enthält. Kein anderes Museum kann einen solchen 
Bestand an Tieren von dem Archipel der Philippinen aufweisen. 

Die Schausammlung der mineralogischen Al)teilung hat wie- 
derum eine ganz hervorragende Bereicherung durch große pracht- 
volle Stufen eihalten, die Herr Bankdirektor Arthur von 
G winner in reicher Zahl schenkte. 

Auch Herr Karl Ditter, der schon in früheren Jahren 
erheblich an der Vermehrung der Schausammlung der minera- 
logischen Abteilung mitgearbeitet hat, überwies dem Museum 
wiederum eine große Kollektion von skandinavischen und eng- 
lischen Gesteinen, schönen geschliffenen und polierten Platten 
von Graniten, Diabasen usw. 

Ein äußerst wertvolles Schaustück als Gegenstück zu 
unseren großen Meteorplatten verdanken wir Herrn Dr. Hein- 
rich Lotz, Berlin, der auf Anregung der Metallurgischen 
Gesellschaft unserem Museum einen 228 Kilogramm schweren 
Eisenmeteoriten aus der Gegend von Gibeon (Deutsch- S. -W.- 
Afrika) überwies. 



— 31* — 

Die Zoologische Sammlung hat ebenfalls reiche Geschenke 
erhalten, die im Sektionsbericht einzeln aufgeführt werden. In 
erster Linie ist hier die Fertigstellung der biologischen Gruppe 
der Säugetiere Deutsch-Ostafrikas zu erwähnen, die am 13. Ok- 
tober, am Jahrestag der Einweihung des Museums, vor geladenen 
Gästen zuerst gezeigt wurde. Nach siebenmonatlicher Arbeit ist 
unter der sachgemäßen Leitung des Prof. Dr. Römer ein Werk 
zustande gekommen, auf das die Konservatoren des Museums, 
Adam Koch und August Koch, sowie der Frankfurter Maler 
Karl Nebel, dem die künstlerischen Arbeiten übertragen waren, 
stolz sein können. Das Bild ist an den drei Wänden der Koje 
vollständig durch einen panoramaartig gemalten Prospekt ein- 
gerahmt, der nicht nur die Illusion steigert und ungemein male- 
risch wirkt, sondern auch den tektonischen Aufbau der ost- 
afrikanischen Steppenlandschaft und ihre Vegetation kennen 
lehrt. Der Blick des Beschauers schweift über endlose, von 
Baumgruppen durchsetzte Grasfluren und über Sandflächen bis 
zu den schneebedeckten Kuppen des Kilimandscharo. Diese Land- 
schaftsschilderung ist eine Wiedergabe der Bilder aus Schil- 
lings Photographiewerk „Im Zauber des Elelescho". Die Art, 
wie die Tiere in diesem Raum aufgestellt sind, motiviert sich 
für den Beschauer am besten, wenn er annimmt, daß es sich 
um eine Ansammlung der Steppenbewohner an einem der seltenen 
Wasserläufe zur Tränke handelt. So erscheint die bei Vorfüh- 
rung eines Faunen1)ildes nicht zu umgehende große Anzahl von 
Tieren auf einem Raum natürlich begründet. Die Tiersammlung 
ist dadurch glaubhaft gemacht, daß kein Raubtier den idyllischen 
Frieden der Grasfresser stört. Die meisten in dieser biologischen 
Gruppe aufgestellten Tiere entstammen der Ausbeute des Frei- 
herrn Carlo von Erlanger und des Prof. 0. G. Schillings. 

Die Sammlung der Menschenaffen wurde durch eine lebens- 
wahre Gruppe der langarmigen Gibbons bereichert, die Herr 
Arthur von Weinberg zur Ergänzung seiner früher ge- 
schenkten Gorillafamilie dem Museum verehrte. 

Schaustücke von besonderem Wert sind namentlich auch in 
der paläontologischen Abteilung neu aufgestellt worden. Im Licht- 
hof wurden zwei große Skelette fossiler Tiere, eines Plesiosaurus 
und eines Ichthyosaurus, beides Geschenke des Sir Julius 
Wem her in London, in exakt gearbeiteten, eisernen Schränken 



— 32* — 

rait großen Spiegelscheiben höchst geschmackvoll aufgestellt. 
Eine derartige Montierung, deren sämtliche Arbeiten von den 
Beamten des Museums selbst erledigt werden, erfordert viel 
Mühe und Zeit, und so kommt es, daß erst allmählich die im 
Museum teilweise schon länger vorhandenen großen Skelette zur 
Aufstellung gelangten. Neu montiert wurden in der paläonto- 
logischen Abteilung im verflossenen Jahre ferner die Skelette 
der Riesenstrauße von Neuseeland, ein von Dr. Hugo M er ton 
geschenkter Mammutzahn von SVa Meter Länge, ein von Bank- 
direktor von Gwiuner geschenkter Originalschädel von Titha- 
notherium robustmn, eines fossilen Nashorns aus Nordamerika, 
und ein Original-Ei des Riesenstraußes von Madagaskar, Apy- 
ornis, von 80 cm Länge, ein Geschenk des Geh. Kommerzien- 
rates Dr. L. Gans. Die Herren Dr. Du Bois, Kommerzienrat 
Ellinger, Dr. Jassoy und Prof. Neißer ermöglichten den 
Ankauf der schön erhaltenen wertvollen Originalplatte des Ptero- 
dadylus Kochii Wagner, die 1837 von A. Wagner in den „Ab- 
handlungen der Kgl. Bayer. Akademie der Wissenschaften" be- 
schrieben und abgebildet worden ist, dann in Vergessenheit 
geriet und erst vor kurzem wieder zum Vorschein kam. Ein 
glücklicher Zufall spielte sie unserem Museum in die Hände. 
Weitere hervorragende Schaustücke verdankt die paläontologische 
Abteilung Herrn Otto Hauck- v. Metzler, der die 2,70m 
lange Platte eines gut erhaltenen Nothosaurns hartithicus Geißler 
aus dem Muschelkalk von Bayreuth schenkte, und Prof. Edinger 
durch die Schenkung herrlicher versteinerter Platten mit Massen- 
ansammlungen niederer Tiere, wie Spongien, Brachiopoden, Tri- 
lobiten und Muscheln. 

Über die weiteren reichen Geschenke, die im Laufe des 
Jahres 1908^) eingegangen sind, geben die Berichte der ein- 
zelnen Sektionen nähere Auskunft; doch sei schon an dieser 
Stelle allen Spendern der herzlichste Dank der Direktion aus- 
gesprochen. 

Wir gedenken nunmehr der schmerzlichen Verluste, die 
wir im letzten Jahre erlitten haben. 



*) Da unser Bericht von jetzt an die Zeit vom 1. Januar — 31. De- 
zember umfaßt, werden die Mitteilungen der Sektionen in dem vorliegenden 
Bericht nur die bis zum 31. Dezember 1908 eingelaufenen Spenden aufführen. 
Spätere Schenkungen werden im nächstjährigen Bericht mitgeteilt werden. 



— 33* — 

Außer dem schweren Verlust, den die Gesellschaft durcli 
den Tod ihres verdienten Direktors des Museums, ihres Freundes 
und Mitarbeiters, Prof. Dr. Fritz Römer erlitten hat, beklagt 
sie den Tod ihres außerordentlichen Ehrenmitgliedes Dr. jur. 
Wilhelm Freiherrn von Erlanger in Niederingelheim, 
ihrer arbeitenden Mitglieder Prof. Dr. Eugen Alb recht, Direk- 
tor des Senckenbergischen pathologischen Instituts, Geh. Sani- 
tätsrat Dr. med. Jakob Bockenheimer und Geh. Kommer- 
zienrat Eduard (Dehler, sowie der beitragenden Mitglieder 
Kommerzienrat J. L. Beer, August Bender, Karl Bolon- 
garo, Bruno Boettger, Ignaz Creizenach, Isaak 
Dreyfuß, Dr. jur. Jakob Feist, Ludwig Goltermann, 
Hermann Kahn, Theodor Kayßer, Heinrich Lotichius, 
Stadtrat J. D. Mouson, J. Müller-Knatz, Prof. Kur- 
Netto, Samuel Neustadt, Lazarus Posen, Frau Ma- 
rianne Sabarly, Henry Seligman, Willy Schuene- 
mann und Konsul Jean Strömsdörfer, 

Auch unter den korrespondierenden Mitgliedern haben wir 
wiederum bedeutende Gelehrte verloren. 

Am 20. Juni starb in Halle der Professor der Botanik 
Dr. Fritz Noll. Er war am 27. August 1858 in Frankfurt 
geboren und ein Sohn des bekannten Frankfurter Naturforschers 
Friedrich Noll, Professor am städtischen Gymnasium, der 
nicht nur in der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 
ein sehr tätiges und verdienstvolles Mitglied war, sondern bei 
allen, die ihn als Lehrer oder in anderen Beziehungen kennen 
gelernt haben, noch in bestem Angedenken steht. Der Sohn war 
dem Vater sowohl äußerlich, in Gestalt und Gesichtsbildung, als 
auch innerlich in seinem vortreSlichen Charakter und liebens- 
würdigen Wesen sehr ähnlich. Er war wegen dieser Eigen- 
schaften bei seinen Kollegen ebenso beliebt, wie er wegen seiner 
wissenschaftlichen Tätigkeit geachtet war. Jedenfalls ist in 
Noll schon frühzeitig durch seinen Vater die Liebe zu den 
Naturwissenschaften geweckt worden, deren Studium er sich 
widmete, nachdem er die hiesige Musterschule absolviert hatte. 
1877 bezog er die Universität Würzburg und wurde hier durch 
Julius Sachs für die Pflanzenphysiologie begeistert. Von 
1879 bis 1881 studierte er in Marburg, promovierte daselbst 
1882 bei dem Botaniker Wig and mit einer Dissertation liber 

3 



— 34* — 

die Entwickelung der Vernonica-Blüte und bestand sein Ober- 
lehrerexamen. Im Herbst 1882 kam er als Assistent von 
Pfitzner an das botanische Institut in Heidelberg, wo er bis 
1887 tätig war. Dieser Aufenthalt wurde durch einen längeren 
Besuch der zoologischen Station zu Neapel unterbrochen, den er 
benutzte, um an Meeresalgen Studien über das Wachstum der 
pflanzlichen Zellhaut zu machen. Die sinnreich erdachte Uuter- 
suchungsmethode führte zu höchst wichtigen Ergebnissen, und 
damit trat Noll in die Reihe der bedeutenden Physiologen ein. 
Auch veröffentlichte er schon in Heidelberg interessante Be- 
obachtungen über Richtungsbewegungen an Blüten. Um sich 
zu habilitieren, begab er sich 1887 nach Würzburg, wo er zu- 
gleich die Assistentenstelle bei Sachs übernahm. 1889 siedelte 
er nach Bonn über, war Assistent bei Straß bürg er und Privat- 
dozent und wurde 1898 zum Professor an der landwirtschaft- 
lichen Akademie in Bonn -Poppeisdorf ernannt. Hier konnte 
er sich ein physiologisches Laboratorium seinen Wünschen ent- 
sprechend einrichten und ersprießliche Tätigkeit entfalten. Zahl- 
reiche Arbeiten hatte er während seiner Tätigkeit in Würzburg 
und Bonn aus den Gebieten der Physiologie, Morphologie und 
Pflanzenverbreitung veröffentlicht ; ganz besonders aber studierte 
er die Reizbewegungen der Pflanzen, wie den Einfluß der Schwer- 
kraft auf das Wachstum und die Erscheinungen bei windenden 
Pflanzen. Zuletzt beschäftigte er sich auch mit dem interessanten 
Kapitel der Befruchtung im Pflanzenreiche und stellte Beobach- 
tungen über die Fruchtbildung ohne Befruchtung bei Gurken 
und über Bastardierungen an. Sehr bekannt ist er auch da- 
durch geworden, daß er in Gemeinschaft mit Straßburger, 
Schenk und Schi m per ein Lehrbuch der Botanik für Hoch- 
schulen herausgab, das zahlreiche Auflagen erlebte. 

1907 wurde er als Nachfolger des berühmten Physiologen 
Klebs nach Halle berufen, und nun sollte er seine Tätigkeit 
in einem größeren Wirkungskreis zu entfalten Gelegenheit er- 
halten ; allein bereits zu Ostern des folgenden Jahres erkrankte 
er und starb plötzlich im Sommer. Die Ursache seines Todes 
ist nicht ganz sicher. Noll war immer herzleidend und in 
dieser Beziehung schonungsbedürftig. Die Veranlassung der letz- 
ten Erkrankung scheint eine Vergiftung, die er sich beim Genuß 
von Muscheln an der Riviera zuzog, gewesen zu sein ; er erholte 



— 35* — 

sich nie ganz davon, war aber vor seinem Tode nur wenige 
Tage an das Krankenbett gefesselt. Seine Leiche wurde nach 
St. Goar übergeführt, wo seine verwitwete Mutter nach dem 
Tode der beiden Brüder Nolls lebt. 

Noll war seit 1893 korrespondierendes Mitglied unserer 
Gesellschaft und hat ihr sein besonderes Interesse dadurch be- 
wiesen, daß er 1896 beim Jahresfest der Gesellschaft einen 
Vortrag über das Sinnesleben der Pflanzen hielt. Die Bedeutung 
dieses Vortrags wurde erst später recht gewürdigt, als Haber- 
landt 1904 das Vorhandensein wirklicher Sinnesorgane bei den 
Pflanzen nachwies. Auch an der Einweihung des neuen Sencken- 
bergischen Museums hat sich Noll beteiligt, gerade als er im 
Begriff war, nach Halle überzusiedeln, ein Jahr vor seinem leider 
viel zu frühen Tode. (M. Mob ins.) 

Am 29. Januar 1909 starb in London der Professor für 
Geologie am King's College, Harrey G. Seeley, seit 1895 
korrespondierendes Mitglied unserer Gesellschaft. Seine Bedeu- 
tung geht allein schon daraus hervor, daß er den Lehrstuhl 
Charles Lyells inne hatte, und daß fast alle jüngeren Geo- 
logen Englands seine Schüler gewesen sind. Aber nicht nur 
die Geologie, und zwar vornehmlich die praktische Seite der 
Wissenschaft, sondern auch die Paläontologie war sein Arbeits- 
gebiet. Die Reptilien des Mesozoicums und unter diesen speziell 
die eigenartigen Formen der russischen und südafrikanischen 
Trias erfuhren durch ihn eine grundlegende Bearbeitung. Die 
Fülle der prachtvollen Schädel und das Skelett des Pariasaurus 
im British Museum sind von Seeley in der Karrooformation 
Südafrikas gesammelt und in mühevoller Arbeit präpariert und 
beschrieben worden. Die ausgezeichnete Neubearbeitung der 
Reptilienreste aus dem uralischen Kupfersandstein, die unser 
Museum von H. von Meyer erhielt, und die schon von diesem 
beschrieben worden waren, gaben unserer Gesellschaft will- 
kommene Vei-anlassung, ihn durch Ernennung zum korrespon- 
dierenden Mitglied zu ehren. 

Am 16. April 1909 starb in Guhrau Polizeirat a. D. 
M. Kuschel, den unsere Gesellschaft im Jahre 1905 durch 
Ernennung zum korrespondierenden Mitglied geehrt hatte. Er 

3* 



— 36* — 

war geboren am 12. März 1851 als Solin des G3^mnasiallehrers 
Dr. J. Kuschel zu Breslau. Nachdem er das dortige St. Mathias- 
Gymnasium absolviert und zwei Jahre Hauslehrer in Polen war, 
widmete er sich 1872 dem Studium der Rechtswissenschaft an 
der Universität Breslau. 1876 wurde er Referendar, kurz dar- 
auf Hilfsarbeiter beim Kgl. Polizeipräsidium in Breslau, 1881 
Polizeiassessor, und 1882 wurde er zum Polizeirat ernannt. Er 
nahm 1902 seinen Abschied aus dem Staatsdienst, siedelte nach 
dem kleinen Landstädtchen Guhrau über und lebte nun ganz 
seiner Lieblingswissenschaft, der Ornithologie und ganz besonders 
der Oologie. Schon während seiner Amtszeit widmete er sich 
eifrig diesem Studium, und seine Sammeltätigkeit erstreckte sich 
auf die gesamte Vogelwelt. Er war vor seinem Wegzug von 
Breslau im Besitz einer umfangreichen und instruktiven Eier- 
sammlung, die das Dresdener Museum erworben hat. In Guhrau 
fing Kuschel von neuem zu sammeln an und hatte bald wieder 
eine ganz bedeutende Eiersammlung zusammen, die heute 2889 
Arten, darunter manche Seltenheit enthält. 

Unserer Gesellschaft hat er mit seinem reichen Wissen 
auf dem Gebiete der Oologie ganz besondere Dienste erwiesen, 
indem er im vorigen Jahr, einer Einladung der Verwaltung 
folgend, in liebenswürdigster Weise das Auspacken, Revidieren 
und Katalogisieren unserer großen Homey er sehen Eiersamm- 
lung übernahm. Auch sonst verdankt ihm unser Museum in der 
Vogel- und Eiersammlung manch wertvolles Stück. 

Am 17. Mai 1909 starb in Nürnberg Erich Span del. 
Er wurde geboren am 5. Dezember 1855 in Pößneck, Thüringen, 
und entstammt einer kinderreichen Fabrikantenfamilie; seine 
Erziehung verdankt er seinen Großeltern. Vor allem war es 
sein Großvater, der seine Freude am Naturbeobachten anregte 
und förderte; es zog ihn besonders zum Sammeln von Petre- 
fakten und Mineralien. Nach Absolvierung einer zweijährigen 
Selekta trat er in ein Bankgeschäft, danach in ein Fabrik- 
geschäft ein. Sein intensives Sammeln von Petrefakten im Zech- 
stein der dortigen Gegend brachte ihn in Verbindung mit den 
Professoren H. B. Geinitz in Dresden und K. Th. Liebe in 
Gera. Seinen Eintritt als Generalbevollmächtigter in der Schrift- 
gießerei Huck in Ofienbach nützte er nicht nur durch Fort- 



— 37* — 

Setzung seiner Zechsteinstudien in der südöstlichen Wetterau, 
sondern widmete sich auch in seiner freien Zeit geologischen 
Begehungen der Umgebung Offenbachs. So wurde er alsbald ein 
tätiges Mitglied des Offenbacher Vereins für Naturkunde und 
trat mit den naturwissenschaftlichen Kreisen Frankfurts, beson- 
ders mit 0. Böttger und F. Kinkelin, in Verkehr. In der 
Offenbacher Zeit veröffentlichte er eine vorläufige Mitteilung 
über die Foraminiferen des deutschen Zechsteins; eine umfas- 
sende Bearbeitung derselben sollte folgen, blieb aber unvollendet; 
dann publizierte er über die Echinodermen im deutschen Zech- 
stein; auch die Foraminiferen aus dem Permo-Carbon hatte er 
bearbeitet. So wurde er ein anerkannter Kenner dieser Klein- 
welt, die in der Folge sein SpezialStudium blieb. Eine wichtige 
Abhandlung schrieb Spandel über die Gliederung des Rupel- 
tons bei Offenbach, vorderhand nach lithologischen Charakteren. 
Der Offenbacher Verein ehrte seine wissenschaftliche Tätigkeit 
durch die Ernennung zum Ehrenmitglied, die Senckenbergische 
Naturforschende Gesellschaft durch die Ernennung zum kor- 
respondierenden Mitglied im Jahre 1900. Sein Interesse zu ihr 
bewies er dadurch, daß er die paläontologische Sammlung des 
Senckenbergischen Museums mit wertvollen Stücken (Meduse) 
und zahlreichen Foraminiferen bereicherte. 

1891 ging Spandel im Auftrag Hucks zwecks Verwal- 
tung des Generalanzeigers nach Nürnberg. 1897 übernahm er 
denselben als alleiniger Eigentümer, wodurch er in bedeutenden 
Aufschwung kam. Bei der Übernahme von Zeitungs Verlagen 
außerhalb Nürnbergs hatte er nicht überall denselben Erfolg. 
An sich von ziemlich schwächlicher Konstitution, nötigte ihn 
die aufreibende Geschäftslast und ein mehrfach wiederkehrendes 
Gallenleiden jährlich zu einer Ausspannung. Immer waren seine 
geologischen Studien mitbestimmend in der Wahl des Erholungs- 
ortes am Nord- und Südfuß der Alpen (Adelboden und Gardasee). 

Seine umfangsreichste und bedeutsamste Arbeit erschien 
kurz vor seinem Tode. In derselben bestätigte er auch durch 
Untersuchung der Foraminiferen des Rupeltons aus dem Gesamt- 
gebiet des Mainzer Beckens das Zutreffende seiner Rupelton- 
gliederung und bringt es zur vollen Evidenz, daß Rupelton und 
Meeressand gleichaltrige Facies der mitteloligocäen Zeit sind. 
Seinen mikroskopischen Studien danken wir jetzt die Kenntnis 



— 38* — 

der gesamten Foraminiferenwelt des Mainzer-Beckens, auch die 
einer Holothurie. Von entwickeliingsgescMchtlicher Bedeutung 
ist seine Arbeit über die Spiroplecten. Von seinen geologischen 
Studien in der weiteren Umgebung von Nürnberg sei die über 
die Binghöhle erwähnt, die über die Vorgeschichte der dortigen 
Landschaft mancherlei aufklärte. 

Ein schweres Mißgeschick traf sein Unternehmen in Nürn- 
berg durch die Überschwemmung der Pegnitz im letzten Winter. 
Wohl werden diese Umstände beigetragen haben, daß sein Ohren- 
leiden rezidiv wurde und zusammen mit dem alten Gallenleiden 
den Tod herbeigeführt hat. 

Ein seltener Mann, der trotz gewaltiger Gescbäftslast doch 
in unermüdlicher wissenschaftlicher Arbeit seine höchste Freude 
und Befriedigung fand, ein Meister in der Erforschung der Klein- 
welt ist uns durch seinen Hingang verloren. (F. Kinkelin). 

Am 20. Mai 1909 verschied in Berlin unser korrespondie- 
rendes Mitglied der Geh. Medizinalrat Professor Dr. med. et leg. 
Theodor Wilhelm Engel mann. Er war der Nachfolger 
du Bois-Reymonds an der Universität Berlin. 

Ein umfassender Geist ist mit ihm dahingegangen, ein 
hervorragender Forscher, der den Blick stets auf das Allgemeine 
gerichtet, die Wissenschaft um bedeutende Erkenntnisse bereichert 
hat. Engelmann wurde als Sohn des bekannten Buchhändlers 
Wilhelm Engelmann in Leipzig am 14, November 1843 
geboren, besuchte mit 18 Jahren die Universität Jena und setzte 
das Studium in Heidelberg, Güttingen und Leipzig fort. Seine 
zoologische Ausbildung und die Einführung in die vergleichende 
Anatomie empfing er von Gegenbaur, und seine meisterhafte 
physiologische Technik war die Frucht seiner Arbeit bei 
V. Bezold. Engelmann promovierte 1867 mit einer Arbeit 
über die Hornhaut des Auges und ging dann als Assistent zu 
Donders nach Utrecht. 1871 erhielt er in Utrecht den Lehr- 
stuhl für Biologie und Histologie, 1889 wurde er Nachfolger von 
Donders. 1897 folgte er dem ehrenvollen Rufe nach Berlin. 

Engel manns Arbeiten liegen auf dem Gebiete der all- 
gemeinen Physiologie. Eine eingehende Aufzählung seiner Werke 
soll hier nicht versucht werden; es seien nur die Hauptergeb- 
nisse seiner Arbeit hervorgehoben. 



— 39* — 

Wir verdanken ihm die Aufklärung iiber den feineren Bau 
der quergestreiften Muskelfaser und der anderen faserig-differen- 
zierten kontraktilen Substanzen und iiber die Vorgänge bei der 
Kontraktion. In der Arbeit über den Ursprung der Muskelkraft 
begründete er seine thermodynamische Theorie der Kontraktions- 
erscheinungen, die eine Umwandlung der chemischen Energie 
bei der Muskelkontraktion auf dem Umweg der Wärme in 
mechanische Energie zu beweisen sucht. Er entdeckte die Er- 
scheinung der Chemotaxis und verwandte seine darauf gegründete 
Bakterienmethode zum Nachweis der Kohlensäurespaltung durch 
das Licht in den grünen Pflanzenzellen. Er beobachtete, wie 
Arcellen und Difflugien sich mit Hilfe einer Kohlensäureblase 
vom Boden eines Teiches an die Wasseroberfläche begeben. 
Andere Arbeiten beschäftigen sich mit dem Einfluß chemischer 
Reize auf die Flimmerbewegung, mit der Wirkung des Lichts 
auf einzellige Wesen (Phototaxis); er entdeckte das Bacterium 
photometricum. 

Weitere Arbeiten Engel manns behandeln die Wirkung 
des Lichts auf die Zapfen der Netzhaut und die feinere Beziehung 
zwischen Nerven- und Muskelfaser. Von weittragender Bedeu- 
tung waren vor allem seine Arbeiten über das Entstehen der 
Herzreize, die Koordination der Bewegungen der einzelnen Herz- 
abteilungen und die Beziehungen des Nervs zum Herzmuskel. 
Seine myogene Theorie der Herztätigkeit führte zu völlig neuen 
Anschauungen in der Herzphysiologie und übte einen entscheiden- 
den Einfluß auf die Klinik aus. 

Weiteren Kreisen wurde Engelmann durch seine Gedächt- 
nisreden auf du Bois-Reymond und Helmholtz bekannt. 
Sonst trat er aus seiner stillen Forschertätigkeit nicht heraus. 
Nach dem Tode seiner ersten Gattin, einer Tochter von Bonders, 
fand er zum zweiten Male ein glückliches Heim durch seine Ehe 
mit der Meisterin des Klavierspiels Emma Brandes. Wer 
Engel mann kannte oder sein Schüler war, wird sich dem 
Zauber seiner abgeklärten vornehmen Persönlichkeit nicht haben 
entziehen können. Eine tiefe Güte sprach aus seinem Wesen; 
er besaß einen feinen Humor, der zu vernichtendem Spott werden 
konnte, wenn ihm krasse Ignoranz entgegentrat. Ein leiden- 
schaftlicher Liebhaber der Musik war er der Freund eines 
Brahms und Joachim; gehört er doch zu den Wenigen, denen 



— 40* — 

Brahms eins seiner Werke gewidmet hat. Aus Anlaß der 
Zweihundertjahrfeier der Kgl. Preußischen Akademie der Wissen- 
schaften ist Engel mann im Jahre 1900 zu unserem korre- 
spondierenden Mitglied ernannt worden. (J. Wirth.) 

In Neustadt a. d. Haardt starb am 25. Mai d. Js. der 
Wirkliche Geheime Admiralitätsrat Professor Dr. Georg von 
Neumayer im 83. Lebensjahre, den unsere Gesellschaft an- 
läßlich seines 80. Geburtstages im Jahre 1906 zu ihrem korre- 
spondierenden Mitglied ernannt hat. Neumayer wurde am 
21. Juni 1826 in dem pfälzischen Orte Kirchheimbolanden ge- 
boren. Von 1845 bis 1849 besuchte er die Schule in Franken- 
thal, später das Gymnasium und das Lyceum in Speyer und 
legte 1849 in München das theoretische Examen ab. Schon 
während seiner Studienzeit in München zeigte er besonderes 
Interesse für die geophysikalischen Arbeiten der Nautik und 
studierte eifrig die Werke der Hydrographen Maurys und 
Rümker, die einen tiefen Eindruck auf ihn machten. Der 
hochverdiente Direktor der Hamburger Sternwarte und Navi- 
gationsschule Dr. Rümker ermutigte ihn, auf dem betretenen 
Wege zu verharren. So besuchte Neumayer zunächst 1851 
bis 1852 die Hamburger Navigationsschule und bestand das 
Seeschifferexamen. Um wirklich mit dem Seeleben innig ver- 
traut zu werden, hat er es nicht gescheut, nach Vollendung 
seiner Studien als Matrose zur See zu gehen. Er brachte es 
bis zum Besitz des Schiflferpatentes und sah während seiner 
fünfjährigen Seemannszeit einen großen Teil der Welt. Bestim- 
mend für sein ferneres Leben war der Aufenthalt in Australien, 
wo er die Goldfelder und den Murrayfluß bereiste. 

1854 verließ Neumayer Australien mit dem Entschluß, 
sich in Europa die Unterstützung einflußreicher Männer zu 
verschaffen, um in Melbourne ein Observatorium zu errichten. 
Mit Unterstützung des Königs Maximilian II. von Bayern 
war es ihm vergönnt, auf der südlichen Halbkugel, der er seiner 
geophysikalischen Forschung halber ein besonderes Interesse 
zuwendete, eine Anstalt für Geophysik, das Flagstaff-Observa- 
torium in Melbourne zu gründen, dem er von 1857 bis 1864 
vorgestanden hat. Aus dieser Zeit sind seine bedeutungsvollen 
Vorträge über die antarktische Forschung hervorzuheben. Von 



— 41* — 

Melbourne aus unternahm Neumayer mehrere Reisen in das 
Innere .Australiens und durchquerte 1859 den ganzen Kontinent 
von Süden nach Norden. Nachdem er die magnetische Landes- 
aufnahme von Viktoria erledigt hatte, entschloß er sich, nach 
Deutschland zurückzukehren, was für ihn nach seinen eigenen 
Worten ein Akt der Resignation war, den er aus Vaterlands- 
liebe vollbrachte. 

Im Oktober 1864 betrat Neumayer wieder deutschen 
Boden. Im Juli 1865 trug er dem Ersten Deutschen Geographen- 
tage seine Pläne für die Gründung einer deutschen Seewarte 
und die Ausführung einer Südpolarexpedition vor, 1866 bis 1868 
arbeitete er in der Heimat die Ergebnisse der australischen 
Beobachtungen aus, und 1871 verfaßte er gemeinsam mit 
W. von Freeden, der 1868 die Norddeutsche Seewarte ins 
Leben gerufen hatte, den Plan für die Errichtung einer Reichs- 
See warte, die dann im Jahre 1875 durch kaiserliche Verordnug 
ins Leben gerufen wurde. Der von Neumayer hierfür ent- 
worfene Organisationsplan ist ein getreues Abbild der wissen- 
schaftlichen Vielseitigkeit seines Geistes. Während Neumayer 
in der ersten Zeit die Leitung der Deutschen Seewarte in Ham- 
burg zugleich mit den Arbeiten des hydrographischen Bureaus 
in Berlin besorgte, konnte er, am 13. Januar 1876 zum Direk- 
tor der Deutschen Seewarte ernannt, im März des gleichen 
Jahres dauernd nach Hamburg übersiedeln. 

Es entwickelte sich nun in rascher Folge die Organisation 
des vielseitigen Dienstes der Deutschen Seewarte, die Errichtung 
des Wetterdienstes, die Konferenz über Kompaß-Deviation und 
Kompaß-Konstruktion und die Vereinbarungen mit den Instituten 
in Utrecht und Kopenhagen bezüglich der Verwertung der 
meteorologischen Beobachtungen zu Land und zur See. 1879 
wurde auf der Seewarte unter Neumayer die internationale 
Polarkommission konstituiert, deren erster Vorsitzender er ge- 
wesen ist, und die in den Jahren 1882 und 1883 die Kultur- 
völker zur Durchführung der großen Polarexpeditionen veran- 
laßt hat. Bekannt ist Neumayers unermüdliche Tätigkeit für 
die antarktische Forschung, der er ein Menschenleben eifriger 
Arbeit gewidmet hat. 

Mit bewunderungswürdiger Rüstigkeit hat der greise Ge- 
lehrte bis fast zu seinem 78. Geburtstage an der Spitze der 



— 42* — 

Deutschen Seewavte gestanden. Die letzten Jahre seines Lebens 
verbrachte er in Neustadt a. d. Haardt, immer rastlos tätig, bis 
eine wiederholte Erkrankung an Bronchitis seinem erfolgreichen 
Leben ein Ende gemacht hat. 

Wir werden allen Dahingeschiedenen ein treues Andenken 
bewahren. 

Aus der Reihe der beitragenden Mitglieder sind ferner 
ausgeschieden durch Wegzug: Diplom-Ingenieur Karl Cu- 
dell, Dr. Hans Fischer, Oberarzt Dr. Hans Hüb n er, 
Dr. phil. K. Kratz, Tierarzt Dr. Lenz, Dr. Eduard Loeb, 
Prof. Dr. Hugo Lüthje, Stadtrat a. D. Dr. phil. Ph. Pauli, 
Prof. Dr. med. G. Port, Diplom. Ingenieur Gurt Patzschke, 
Amtsgerichtsrat F. Riedel, M. Wallenstein und Gerichts- 
assessor Dr. Benno Wolf; durch Austritt: H. E. Acken- 
hausen, Ludwig Braunfels, Dr. med. Ferdinand Ber- 
mann, Franz Brofft, Hermann Dietze, Max Eichhoff 
Konsistorialrat Robert Falke, Bernhard Flinsch, Sani- 
tätsrat Dr. A, Gloeckler, Dr. G. von Guaita, Freiburg i. B., 
W.E.August Heimpel-Manskopf , Kunstmaler Heinrich 
Olsen, Ingenieur Otto Sauermann, Heinrich Schu- 
macher, 

Durch Übertritt zu den ewigen Mitgliedern : Justizrat Dr. 
Paul Reiss und A. H. Wen dt in St. Goar. 

Im Berichtsjahr sind insgesamt ausgeschieden 52 bei- 
tragende Mitglieder, während die nachstehenden 113 neu ein- 
getreten sind: 

Herr Kgl. Bayer. Zollinspektor Wilhelm Adam, 

„ Paul S. Ad eisberger, 

„ Richard And reae jr., 

„ Joh. Heinr. de Bary-Osterrieth , 

„ stud. med. Gustav Beer, 

„ Emil Beer, 
Frau Kommerzienrat I. L. Beer, 
Herr Louis Bernus (zugleich ewiges Mitglied), 

„ Otto Besthorn, 

„ H. M. Beyer, 

„ Theodor Binding, 

„ Oskar Blank, 

„ Viktor B. B 1 U ni 1 e i n , 



— 43* — 

Herr Gerichtsassessor Dr. Hermann Bode, 
Frau Pauline B rönner, 
Herr Dr. jur. Adolf Cnyrim, 

„ Prof. Dr. C. Deguisne, 

„ Oberingenieur Ernst Eichengrün, 

„ Dr. phil. Heinrich Eurich, 

„ Prof. Dr. Bernhard Fischer, Direktor des Dr 
Senckenbergischen Pathologischen Instituts, 

„ Ernst Fünfgeld, 

„ Dipl.-Ing. F. Gloger, 

„ Dr. med. Edgar Gold seh raidt, 

„ Regierungsassessor Dr. Allan Haarmann. 

„ Justizrat Adolf Haeuser, 

„ Kgl. Baurat 0. Hahn, 
Frau Justizrat Dr. Hertz og, 
Herr Dr. med. Ulrich Herzog, 

„ Albert Hirse hfeld, 

„ Oberarzt Dr. Höhne, 

„ August Holz, 
E'rau Dr. August Jassoy, 
Herr Max Käßbacher, 

„ cand. geol. Franz Kling har dt, 
Frau Prof. Dr. August Knoblauch, 
Herr Georg Knodt, 

„ Direktor Carl K o h n , 

„ Heinrich Koßmann, 

„ Dr. Markus Lange, 

„ Prokurist Jean Lauch, 

„ Dr. W. Lauter, 

„ Geheimer San. Rat Prof. Dr. Edmund Leser, 

„ Dr. Franz Linke, 

„ Zahnarzt Siegfried Loew, 

„ Oberlehrer H. Löwe, 
Frau Dr. E. Lucius, 
Herr Dr. Ernst Maier -Livingston, 

„ Adam May, 

„ Fabrikant Hans May, 

„ Martin May juu., 

-Norbert Mayer, 



- 44* — 

Herr Dr. jiir. Richard Meyer, 
Eduard Michels, 

„ Oberstabsveterinär Georg Moricinski, 

„ Eduard Müller, 

„ Direktor Max Müller, 
Frau Dr. Max Nassauer, 
Herr Dr. med. vet. Josef Neubauer, 
Frau Lincoln Menny Oppenheimer, 
Herr Dr. med. Ernst Osann, 

„ Direktor Julius Przyrembel, 

„ Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Heinrich Quinke, 

„ Friedrich Wilhelm Reidenbach, 
Fräulein Ella Rein, 
Herr Dipl.-Ing. Karl Reinartz, 
Frau Direktor Martha Reinert, 
Herr Oberlehrer Dr. Rudolf Richter, 
Fräulein Anna Roediger, 
Herr Werner Rolfes, 

„ Dr. med. Paul Roth ig, 

„ August Rover, 

, Prof. Dr. S. Ruppel, 

„ Druckereibesitzer Alfred Seh a üb, 

„ Geh. Justizrat Wilhelm Sehe nermann, 

„ Bergingenieur Max Schiechel, 

„ Fabrikbesitzer Eduard Schmidt-Benecke, 

„ Dr. med. Ernst Schmitz, 
Heinrich Schrauth, 

„ Theodor Schuenemann, 

Dr. med. Bernhard Schuster, 

„ Dr. med. Paul Schuster, 

„ stud. phil. Ernst Schwarz, 

„ Rudolf Seligmann, 

„ Oberlehrer Dr. phil. Alexander Sendler, 

„ Dr. med. Fritz Sexauer, 

„ Oberlehrer Dr. Friedrich Simon, 
Frau Franziska Speyer, 
Herr Julius Stavenhagen, 
Frau Baronin Caroline von Stein, Pröbstin. 
Herr Georg Stoecker, 



— 45* — 

Herr Tierarzt August Sturm, 

„ Julius Trier, 

„ Theodor Trier, 

„ Wilhelm Trommsdorff, 

„ Heinrich Vetter, 

„ Privatdozent Dr. med. H. Vogt, 

„ Prof. Dr. med. Max Walt hard, 

„ Philipp Weinrich, 
sämtliche in Frankfurt a. M., sowie: 

Herr Otto Engelhardt, Hofheim i. T., 

„ Dr. phil. F. Flaecher, Höchst, 

„ Stadtschulrat August Hahne, Hanau, 

„ Erwin Heintzenberg, OSenbach a. M., 

„ Dr. phil. Arnold Heß, Höchst, 

„ Dr. phil. C. Jenisch, Mainkur, 
Frau Charlotte Istel, Paris, 
Herr Dr. Ernst König, Höchst, 

„ Heinrich von Marx, Falkenhof bei Bensheim, 

„ Gutsbesitzer Eduard Me r ton, Rittnerthaus, 

„ Oberstabsarzt Dr. Heinrich P u s t , Offenbach a. M., 

„ Dr. phil. Franz Scholl, Höchst, 

„ Prof. Dr. Walter Voigt, Bonn, 
Frau Gertrud Winter-von Moellendorff , Buch- 
schlag, 
Herr Prof. Dr. med. W. 0. Weintraud, Wiesbaden. 
Die Zahl der beitragenden Mitglieder beträgt somit am 
6. Juni 1909 1073 gegen 1012 am 24. Mai 1908. 

Im Jahre 1908 wurden folgende Ernennungen beschlossen: 
zu außerordentljchen Ehrenmitgliedern: 
L. H. Reiß, 
Stadtrat Dr. Julius Ziehen; 

zu arbeitenden Mitgliedern : 

Prof. Dr. Beruhard Fischer, 

Dr. phil. Hugo Merton, 

Berginspektor Karl Müller, 

Geh. Kommerzienrat Eduard Oehler, 

Dr. jur. Paul Stern; 



- 46* - 

zu korrespondierenden Mitgliedern: 

Sanitätsrat Dr. Lucanus, Hanau, 
Oberlehrer Prof. Dr. A. Nies, Mainz, 
Prof. Dr. Gustav Klemm, Darmstadt, 
Prof. Dr. L. S. Schultze, Jena, 
Dr. Paul Kam merer, Wien. 

In die Reihe der ewigen Mitglieder wurden eingetragen: 

Geheimer Sanitätsrat Dr. J. Bocken heim er, 

Ignaz Creizenach, 

Charles L. Hallgarten, 

Direktor Wilhelm Seefrid, 

Justizrat Dr. Paul Reiß, 

A. H. Wendt, 

Jakob Wilhelm Rohmer, 

Henry Seligman, 

Hermann Kahn, 

Deutsche Gold- und Silber -Scheideanstalt, 

Heinrich Lotichius. 
Die Zahl der ewigen Mitglieder beträgt somit heute 145- 
Viele der ewigen Mitglieder sind bis zu ihrem Tode Jahre 
und Jahrzehnte lang beitragende Mitglieder unserer Gesellschaft 
gewesen und zu ihrem bleibenden Gedächtnis haben die Hinter- 
bliebenen in pietätvoller Gesinnung die Namen der Verstorbenen 
in die Reihe unserer ewigen Mitglieder eintragen lassen. In 
anderen Fällen sind die Frauen und Söhne verstorbener Mit- 
glieder unserer Gesellschaft beigetreten. Erfreulicher Weise 
haben sich auch mehrere Frankfurter, die schon lange im Aus- 
lande leben, als ewige Mitglieder aufnehmen lassen. Es zeigt 
sich hierin deutlich die treue Anhänglichkeit und das tiefe 
Interesse an unserer Gesellschaft, der von ihrer Gründung im 
Jahre 1817 an zahlreiche Frankfurter Familien nunmehr durch 
mehrere Generationen als Mitglied angehören. 

Mit Ablauf des Jahres 1908 hatten satzungsgemäß nach 
zweijähriger Amtsführung aus der Direktion auszuscheiden: 
der I. Direktor Prof. Dr. August Knoblauch und der 
I. Sekretär Oberlehrer Dr. P. Sack. An ihre Stelle wurden 
für die Jahre 1909 und 1910 gewählt Sanitätsrat Dr. med. 
Ernst Roediger und Diplom-Ingenieur Paul Prior. 



— 47* — 

Am 24. Februar fand die diesjährige Generalversammlung 
statt. Sie genehmigte entsprechend dem Antrag der Revisions- 
kommission die Rechnungsablage für 1908 und erteilte dem 
I.Kassierer, A. Andreae-von Grunelius, Entlastung, Der 
vorgelegte Voranschlag für 1909, der in Einnahmen und Aus- 
gaben mit M. 88 045. — balanciert, wurde ebenfalls genehmigt. 
Nach dem Dienstalter schieden aus der Kommission aus Konsul 
E. Roques Metten heimer und August Ladenburg. An 
ihre Stelle wurden gewählt Charles A. Schar ff und Moritz 
von Metzler. Vorsitzender der Revisionskommission für 1909 
ist Arthur Andreae. 

Laut Beschluß der Verwaltungssitzung vom 22. Februar 
1908 wurde der seit 1. Oktober 1864 angestellte Museums- 
diener Christian F a h 1 b e r g unter Anerkennung seiner lang- 
jährigen Dienste am 1. Juli 1908 pensioniert. 

Dr. Hugo M er ton, der Ende Oktober 1907 im Auftrage 
der Gesellschaft eine Forschungsreise nach den Aroe- und Key- 
Inseln zur Erforschung der Tiergeographie des Indisch-Malai- 
ischen und Australischen Archipels angetreten hat, ist mit reichen 
Ergebnissen im August 1908 glücklich zurückgekehrt. Die wert- 
volle zoologische Ausbeute, die jetzt zum Bearbeiten unter 
etwa 50 Spezialforschern verteilt ist, wird nach der wissen- 
schaftlichen Bearbeitung dem Seuckenbergischen Museum ein- 
verleibt werden, 

Dr. E. Wolf, bisher Assistent am Seuckenbergischen Mu- 
seum, wurde durch Beschluß der Verwaltungssitzung vom 20. Fe- 
bruar 1909 zum Kustos ernannt. Dr. Wolf ist am 25. Februar 
von Genua abgereist, um sich im Auftrage der Gesellschaft an 
einer Südsee-Expedition zur Erforschung der Tier- und Pflanzen- 
welt der Koralleninseln zu beteiligen. Von dieser Expedition, 
deren Dauer auf circa 8 Monate bemessen ist, wird Dr. Wolf 
voraussichtlich wertvolles Material und reiche Erfahrungen heim- 
bringen. 

Prof. Dr. M. Möbius brachte reiches botanisches Material 
von seiner Reise nach Algier mit, die er im April und Mai 
ds. Jahres aus den Mitteln der Askenasy-Stiftung unter- 
nommen hatte. 

Der Hochherzigkeit des Herrn Arthur von G winner 
verdankt Dr. F. Drevermann einen längeren Aufenthalt in 



— 48* - 

Spanien, von dem er reiches und wertvolles Material an Ver- 
steinerungen aus der Sierra Morena heimbrachte, mit deren 
Bearbeitung er zurzeit beschäftigt ist. 

Die wissenschaftlichen Sitzungen, sowie die regelmäßigen 
Vorlesungen der Dozenten im Wintersemester 1908/1909 erfreuten 
sich einer überaus regen Teilnahme. Es wurden 20 wissenschaft- 
liche Sitzungen abgehalten, und zwar sprachen: 
17. Oktober 1908: Prof. Dr. R. Jung: „Senckenberg und 

seine Stiftungen". 
24. Oktober 1908: Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx: „Trinkwasser 

und Trinkwasserversorgung" . 
31. Oktober 1908: Prof. Dr. F. R öm er: „Die Wanderungen 
der Fische". 
7. November 1908: Dr. E. Wolf: „Der Wanderzug der Vögel". 
14. November 1908: M. Freiherr von Wendland; Schloß Bern- 
ried: „Costa Rica". 
21. November 1908: Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. P. Ehrlich: 

„Die Trypanosomen und ihre Bekämpfung". 
28. November 1908: Privatdozent Dr. H. Vogt: „Die Entstehung 
der kindlichen Sprache". 

5. Dezember 1908: Privatdozent Dr. Gr. Embden: „Über vitale 

Wechselbeziehungen tierischer Organe". 

12. Dezember 1908: Sanitätsrat Dr. L. Laquer: „Vererbung 

und Entartung". 
9. Januar 1909: Prof. Dr. R. Be necke, Marburg: „Die Ent- 
wickelung des Menschen in der frühesten Periode seines 
embryonalen Lebens". 

16. Januar 1909: Gartenbaudirektor A. Sieb er t: „Die Deutsche 
dendrologische Gesellschaft, ihre Ziele und Erfolge". 

23. Januar 1909: Privatdozent Dr. H. Bluntschli-Bavier, 
Zürich: „Das menschliche Antlitz im Lichte der ver- 
gleichenden Anatomie und Entwickeluugsgeschichte". 

30. Januar 1909: Dr. H. Merton: „Eine zoologische Forschungs- 
reise nach den Aroe- und Key-Inseln". 

6. Februar 1909: Prof. Dr. B. Fischer: „Über den Tod". 
20. Februar 1909: Dr. 0. Kohnstamm, Köuigstein: „Wesen 

und Ursprung der Gefühle". 



— 49* — 

27. Februar 1909: Gericlitscliemiker Dr. G. Popp: „Das Haiit- 
leistensystem der Haud- und Fußflächen in anthropo- 
logischer und kriminalistischer Hinsicht". 
6. März 1909: Dr. F. Drev ermann: „Das Aussterben der 
Tiere in der Vorzeit". 

13. März 1909: Prof. Dr. L. S. Schultze, Jena: „Die Sprache 
und Literatur der Namaqua". 

Folgende Vorlesungen wurden im Wintersemester 1908/1909 
abgehalten : 

Prof. Dr. H. Reichenbach: „Bau und Leben der Insekten, 
Tausendfüßler, Spinnen und Krebse". (1. Einleitung: 
Der Flußkrebs. 2. Die Insekten, a) Biologie der Ameisen, 
Bienen und Wespen, b) Die übrigen Hautflügler und 
Insektenordnungen.) 

Prof. Dr. F. Römer: „Zoologisches Seminar für Fort- 
geschrittene". 

Prof. Dr. W. Schauf : „Allgemeine Gesteinskunde". (I.Eruptiv- 
gesteine : Vulkanische Erscheinungen der Gegenwart. Die 
Natur der geförderten Massen. Mineralogische Zusammen- 
setzung heutiger und älterer Ergußgesteine; ihre chemi- 
schen Eigenschaften; Gesteinssynthese. Ergußgesteine 
als Bestandteile der Erdkruste. Tiefengesteine. Gesteins- 
reihen und Ursachen der Faciesverschiedenheiten. Gang- 
gesteine. Magmatische Spaltung. Kontaktmetamorphismus. 
2. Sedimente: Verwitterung und Abtragung. Natur und 
Entstehung der Schiefergesteine.) 

Dr. F. Drevermann: „Der Taunus und sein Vorland". 

Prof. Dr. M. Möbius (Im Auftrage des Dr. Senckenbergischen 
Medizinischen Instituts) : „Morphologie und Anatomie der 
Pflanzen". 

Für den Sommer sind folgende Vorlesungen und Kurse 
angekündigt : 

Prof. Dr. H. Reichenbach: „Bau und Leben der Insekten, 
Tausendfüßler, Spinnen und Krebse". 

Dr. H. M ertön und Frau M. Sondheim: „Zoologisches 
Praktikum" (mikroskopisch -zootomischer Übungskursus). 

Oberlehrer Dr. P. Sack: „Zoologische Exkursionen mit nach- 
folgender Besprechung des Materiales". 



— 50* — 

Prof. Dr. W. Seh auf: „Die wichtigsten Gesteinsartert und 

deren Entstehung". 
Dr. F. Drevermann: „Der Taunus und sein Vorland" 

(mit Exkursionen). 

Prof. Dr. M. Mob ins: (Im Auftrage des Dr. Sencken- 

bergischen Medizinischen Instituts) „Eruähruugsphysiologie 

der Pflanzen". 

Prof. Dr. M. Mübius: „Mikroskopiscli-botanisches Praktikum". 

In dem mit frischem Grün, der Büste und Bildern von 

Darwin geschmückten Festsaal wurde am 13. Februar 1909 

eine Darwinfeier zu Ehren des hundersten Geburtstages des 

großen britischen Forschers veranstaltet, in der Geheimrat Prof. 

Dr. Richard Her twig den Festvortrag hielt. (II. Teil. S. 49.) 

Die diesjährige Sömmerring-Preisverteilung fand am 

7. April statt. Der Preis wurde Dr. Paul Kammerer, Assistent 

der zoologischen Abteilung der Biologischen Versuchsanstalt in 

Wien für seine Arbeiten über: „Vererbung erzwungener Fort- 

pflanzungs Anpassungen" (Biologische Versuchsanstalt. Archiv 

für Entwickelungsmechanik, Band XXV 1908, Seite 7) zuerkannt. 

Von den Publikationen sind im Berichtsjahr erschienen: 
Band XXIX, Heft 3 der „Abhandlungen", das die mit dem 
Rein ach- Preis gekrönte Arbeit: H. Engelhardt und 
F. Kinkelin, I. „Oberpliozäne Flora und Fauna des Unter- 
maintales, insbesondere des Frankfurter Klärbeckens" und IL 
„Unterdiluviale Flora von Hainstadt am Main", mit 15 Tafeln 
und zwei Textfiguren, enthält, ferner Band XXX, Heft 4, das 
eine Arbeit von Dr. P. Sack: „Die paläarktischen Spongosty- 
linen" mit 4 Doppeltafeln, 18 Tafeln, 9 Karten und 8 Figuren 
im Text enthält, sowie der Bericht 1908, 208 und 150 Seiten 
stark, mit 3 Tafeln, 2 Porträts und 1 Textfigur. 

Besonders rege war auch in diesem Jahr der Verkehr mit 
auswärtigen Gesellschaften und einzelnen Gelehrten. In neuen 
Tauschverkehr ist die Gesellschaft getreten: gegen ,, Abhand- 
lungen" und „Bericht" mit 8 Gesellschaften, gegen den „Be- 
richt" allein ebenfalls mit 8 Gesellschaften, die im Bibliotheks- 
bericht namentlich aufgeführt sind. 

Besondere Erwähnung verdient die Handbibliothek des 
Museums, die jetzt außer einer Reihe von unentbehrlichen Hand- 



— 51* — 

büchern weit über 4000 Separaten von Arbeiten aus allen Ge- 
bieten der Zoologie, Paläontologie und Botanik umfaßt. Daß 
diese, erst im Jahre 1907 begonnene Bibliothek in der kurzen 
Zeit einen solchen Umfang annehmen konnte, verdanken wir 
der unermüdlichen Tätigkeit von Prof. Römer, der es so 
ausgezeichnet verstand, seine vielseitigen Beziehungen zu In- 
stituten, Gesellschaften und Gelehrten in den Dienst seiner für 
Sektionäre und Beamten des Museums gleich wertvollen Schöp- 
fung zu stellen. 

Das Museum wurde im Jahre 1908 von 79243 Personen 
besucht, darunter von zahlreichen hiesigen und auswärtigen 
Schulen, die klassenweise von ihren Lehrern geführt wurden, 
von Vereinen, von Professoren der umliegenden Universitäten 
und Hochschulen mit ihren Hörern, sowie von namhaften Ge- 
lehrten aus der ganzen Welt. 

Auf Wunsch der städtischen Schuldeputation fanden im 
Laufe des Winters am Mittwoch und Samstag nachmittag und 
Sonntag vormittag Führungen von Lehrern und Lehrerinnen 
der hiesigen Volks- und Mittelschulen in kleinen Gruppen statt, 
wodurch diese durch Prof. Römer und Dr. Wolf auf den 
Besuch des Museums mit ilrren Schulklassen vorbereitet werden 
sollten. Die Teilnahme an diesen Führungen, zu denen sich 
590 Lehrer und Lehrerinnen auf eine von der Schuldeputation 
erlassene Umfrage gemeldet haben, erfolgte nach einem von 
der Schuldeputation ausgearbeiteten Plan. 

Neben der stets unermüdlichen Tätigkeit der Sektionäre 
verdanken wir erfolgreiches Wirken im Museum mehreren frei- 
willigen Mitarbeitern in den verschiedenen Abteilungen, von 
denen besonders zu erwähnen sind Fräulein E. Fellner, 
E. Pf äff, B. Turk, sowie die Herren Dr. H. Merton, Berg- 
inspektor K. Müller und Lehrer H. Stridde, denen die 
Direktion auch an dieser Stelle den herzlichsten Dank aus- 
spricht. 

Das Jahr 1908, das erste Betriebsjahr im neuen Museum, 
hat uns ein gutes Stück weiter gebracht, aber es hat uns auch die 
bedeutend höheren Betriebskosten im Neubau gezeigt. Während 
der Betrieb im alten Museum z. B. im Jahre 1907 M. 72855.— 
erforderte, mußten wir für das Jahr 1909 M. 88054.— im 

4* 



— 52* - 

Voranschlag ansetzen. Um diese bedeutenden Mehrkosten auf- 
zubringen, die für den Betrieb eines Museums notwendig sind, 
das eine Volksbildungsstätte in des Wortes edelster Bedeutung 
sein soll, mußte man auf eine Steigerung der laufenden Ein- 
nahmen bedacht sein. Zahlreiche Mitglieder der Verwaltung 
haben sich deshalb entschlossen, freiwillig ihren Jahresbeitrag 
zu erhöhen. Um tunlichst weite Kreise der Frankfurter Bürger- 
schaft an den gemeinnützigen und auf große Ziele gerichteten 
Bestrebungen der Gesellschaft werktätigen Anteil nehmen zu 
lassen, wurde von einer obligatorischen Erhöhung des Mitglied- 
beitrages abgesehen. Doch wurde Ende 1908 an alle Mitglieder 
ein Rundschreiben gesandt, mit der Bitte, durch freiwillige 
Erhöhung des Beitrages die Gesellschaft zu unterstützen. Darauf- 
hin haben 136 Mitglieder ihren Jahresbeitrag um zusammen 
2105 M. erhöht, was wir dankbar und gerne erwähnen möchten, 
als einen neuen Beweis für das dauernde Wohlwollen, dessen 
sich die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft in allen 
Kreisen der Frankfurter Bürgerschaft erfreut. 

Wer immer unsere Gesellschaft in ihren Bestrebungen 
unterstützt, der handelt nach dem leuchtenden, nacheiferungs- 
werten Vorbild jener edlen, hochherzigen Frau, deren geseg- 
netes Andenken in unserer schnellebigen und rasch vergessen- 
den Zeit immer und immer wieder zu beleben, eine Ehrenpflicht 
unserer Gesellschaft ist. Frau Gräfin Louise Böse, geb. 
Gräfin von Reichenbach-Lessonitz hat durch ihre 
im Jahre 1880 errichtete, ausschließlich Unter- 
richts- und wissenschaftlichen Zwecken dienende, 
großartige Stiftung, deren reiche Erträgnisse 
größtenteils unserer Gesellschaft zugute kommen, 
unsere Finanzen auf eine gesicherte Grundlage ge- 
stellt. Diese Stiftung ist einer besonderen Verwaltung unter- 
stellt, zu der unsererseits unsere beiden Kassierer abgeordnet 
sind. Der auf unsere Gesellschaft fallende Anteil aus den 
Stiftungserträgnissen ist in den letzten Jahren, nachdem eine 
Reihe von Lasten den testamentarischen Bestimmungen gemäß 
abgetragen ist, stetig im Wachsen begriSen und hat es uns bis 
jetzt in erster Linie ermöglicht, unseren Aufgaben gerecht zu 
werden. 





21. Juni 1872 — 18. Juni 1908 



53* — 



Eugen Albreclit. 



Abend, o du meines Lebens Abend : 
So früh schon bist du gekommen: 
Da noch die leuchtende Sonne im Mittag stand, 
Kamst du über den blauen Himmel mit schweren Schatten, 
Und meine Schultern, die aufrechten, umflog 
Das schwarze Verhängnis. 

Bleiern auf meiner Seele ruht sie. 
Die unabwerfbar lastende Bürde : 
Und meine Augen, die gestern noch den Erdkreis 
Mit freiem Blick erobernsdurstig maßen, 
Sie suchen rund um mich im grünen Boden 
Die enge Pforte, durch die sie eingeh'n werden 
Ins Reich der Schatten. 

Abend, o du schöner, stiller Abend: 
Ich danke dir, daß du des Nachmittags 
Vernüchtert Harren mir ersparen willst. 
Ich danke dir, daß du so süß das Licht 
Mich aus den Wolken noch begrüßen lassest, 
Eh es verlischt auf immer *) 

Wohl stand die leuchtende Sonne seines genialen Geistes 
noch im hellen Mittag, noch hatte sie den Zenit seines reichen 
schöpferischen Wirkens nicht überschritten, als Eugen Albrecht, 
erst 36 Jahre alt, am 18. Juni 1908 unerwartet schnell den Folgen 
einer Lungenblutung erlegen ist. Unerwartet schnell für seine 
Freunde, die ihn wenige Wochen zuvor körperlich gekräftigt, 
mit neuen Hoffnungen und frischem Schaffensmut aus dem Süden 
hatten zurückkehren sehen; nicht für ihn selbst, der, sich des 
Wesens seines unheilbaren Leidens vollbewußt, mit philosophi- 



*) Anfang eines Gedichts aus dem Nachlaß Albrechts. Süddeutsche 
Monatshefte, 5. Jahrg., Heft 12, S. 621. München 1908. 



— 54* — 

schem Gleichmut dem erlösenden Tode entgegensah und durch 
ihn vor einem langen Siechtum und der gefürchteteu Untätigkeit 
bewahrt zu bleiben hoffte: 

Noch fecht ich mit dein Feind, der in mir brütet — 
Doch harr ich rahig, ob mich das Schicksal fällt. 

Kein Drängen mehr, kein ringend heißes Streiten : 
Des Lebens volle Schale, sie war mein — 
In Lust und Leid. — Noch winkt manch schöner Tag: 
Doch darum hoSen, ängsten, jammern? — Nein.*) 

Als im Herbst 1904 die Neubesetzung des Lehrstuhls der 
pathologischen Anatomie am Medizinischen Institut der Dr. 
Senckenbergischen Stiftung nach Weigerts Tod not- 
wendig wurde, hat sich der Blick der Stiftungsadministration 
auf einen der jüngsten seiner Fachgenossen gerichtet, auf 
Eugen Albrecht. Seine vielseitigen wissenschaftlichen Lei- 
stungen und sein eigenartiger Bildungsgang boten die sichere 
Gewähr, daß er — frei von engherziger Einseitigkeit in seinem 
Fach und in erster Linie Biolog — berufen sei, wie sein un- 
vergeßlicher Vorgänger das pathologische Institut der Stiftung 
im Kranze der medizinisch - naturwissenschaftlichen Anstalten 
Frankfurts in voller Blüte zu erhalten. 

Eugen Alb recht war am 2L Juni 1872 zu Sonthofen 
im Algäu geboren als Sohn des jetzigen Direktors der Münchener 
tierärztlichen Hochschule, Hof rat Prof. Dr. Michael Alb recht. 
In seinem neunten Lebensjahre siedelten seine Eltern nach 
Freising über; hier besuchte er das Gymnasium und verlebte 
in patriarchalischer Einfachheit und unter strenger Erziehung 
seine Jugend im Kreise zahlreicher jüngerer Geschwister, geleitet 
von einer geistig hochstehenden Mutter, deren treue Liebe er 
sein Leben lang durch die höchste Verehrung und innigste 
Hingabe vergolten hat. 

Nach glänzender Absolvierung des Gymnasiums widmete 
sich Alb recht anfangs der Philologie; sehr bald aber wandte 
er sich dem Studium der Medizin zu, dem er von 1890—1896 



*) Aus Alb rechts nachgelassenem Gedicht „Abschluß". Süddeutsche 
Monatshefte, 5. Jahrg., Heft 12, S. 622. München 1908. 



— 55* — 

ausschließlich an der Universität München oblag. Daneben gab 
er sich mit großem Eifer philosophischen und Sprachstudien 
hin und verwandte seine Mußestunden zu weiterer Ausbildung 
in der Musik — er spielte selbst vorzüglich Klavier und Cello 
— und zu intensiver Beschäftigung mit Kunst und Literatur. 

Von seinen Universitätslehrern war es besonders v. Kupf f er, 
der geniale Embryolog und Histolog, der einen maßgebenden 
Einfluß auf den jungen Mediziner gewonnen hat. Albrecht 
verehrte in ihm den unvergleichlichen Lehrer, den großen Forscher, 
Menschen und Philosophen zugleich, und v. Kupffer nahm 
bald ein besonderes Interesse au dem ungewöhnlich begabten 
Schüler. Dem herzlichen Freundschaftsverhältnis, das sich damals 
aus der gegenseitigen Wertschätzung des Meisters und Schülers 
entwickelte, hat Albrecht in der Widmung seiner „Vorfragen 
der Biologie" zum 70. Geburtstage v. Kupffers dankbaren Aus- 
druck verliehen. Die Grundlage seiner erkenntnistheoretischen 
und psychologischen Bildung legten seine frühen und ausgiebigen 
Studien unter dem jetzigen Professor für Psychologie zu Berlin, 
Stumpf, und dessen Nachfolger in München, Lipps. Schon 
als Student beschäftigte sich A 1 b r e c h t auch eingehend mit 
Pathologie als Koassistent seines Lehrers und späteren Freundes 
und Mitarbeiters Schmaus, mit dem er schon als cand. med. 
eine Arbeit über „Karyorrhexis" und anderes gemeinsam ver- 
öffentlicht hat. 

Im Jahre 1895 promovierte Albrecht in München mit 
der Inauguraldissertation „Über den Untergang der Kerne in 
den Erythroblasten der Säugetiere". Durch sorgfältige Unter- 
suchungen, die ein glänzendes Zeugnis für seine scharfe Beobach- 
tungsgabe ablegen, hat er in dieser Arbeit den Nachweis er- 
bracht, daß nicht eine Auflösung des Kerns, sondern eine Aus- 
stoßung desselben den Kernverlust der roten Blutkörperchen 
bedingt. 

Unmittelbar nach dem mit der Note 1 bestandenen Staats- 
examen wurde Albrecht am I.März 1896 Assistent am ana- 
tomischen Institut zu Halle, wo er bis 1. Oktober 1897 verblieb. 
Hier war es Roux, dessen „Entwickelungsmechanik" von nach- 
haltigem Einfluß auf Alb rechts weitere Tätigkeit geblieben 
ist. Roux' Lehre hat in ihm einen beredten und äußerst 
kritischen Vertreter gewonnen und ist die Basis für seine 



— 56* — 

späteren Studien zur Geschwulstlehre und für seine eigene Ge- 
schwulsttheorie geworden. 

Ein Stipendium des Kgl. Bayerischen Unterrichtsministe- 
riums hat es Albrecht ermöglicht, vom 1. November 1897 bis 
1. April 1898 an der Zoologischen Station zu Neapel zu arbeiten. 
Hier hat er den Grund zu seinen Studien über den physikali- 
schen Aggregatzustand der Zelle gelegt, denen er sich weiter- 
hin in seinem ganzen Leben mit besonderer Liebe gewidmet 
hat. Seine dortigen Untersuchungen über das Seeigelei brachten 
ihm die volle Überzeugung von der flüssigen Natur aller Be- 
standteile desselben. Nach seiner Rückkehr aus Neapel trat 
Albrecht als Assistent an der biologischen Station des zoologi- 
schen Instituts zu München ein und entdeckte gemeinsam mit 
Hof er den Bazillus der Krebspest. 

1898 wurde Albrecht Assistent Bollingers am patho- 
logischen Institut der Universität München und 1900 Prosektor 
am dortigen Krankenhause rechts der Isar, wo unter seiner 
Leitung der prachtvolle Neubau der Prosektur entstanden ist. 
Die scharfsinnige Übertragung der aus seinen zytologischen und 
entwickelungsmechanischen Studien gewonnenen Anschauungen 
auf pathologische Fragen führte ihn zum Nachweis der myelin- 
haltigen Zellsubstanzen und zur Klärung mancher unsicherer 
Vorstellungen über pathologische Vorgänge an den Zellen im 
Sinne des physikalischen Geschehens. 

Bahnbrechend und fruchtbringend sind auch Albrechts 
Arbeiten zur Geschwulstlehre und zum Problem der Malignität 
geworden. Seine allgemein -biologische und entwickelungs- 
mechanische Denkweise mußte ihn dahin führen, für die Ent- 
stehung der Geschwülste die gleichen entwickelungsmechanischen 
Bedingungen heranzuziehen wie für die Bildung der normalen 
Organe, und so waren die Geschwülste für ihn nichts anderes 
als „organoide Fehlbilduugen", bedingt durch Störungen in der 
Entwickelung. Von diesem Gesichtspunkte aus ist Albrecht 
ein entschiedener Gegner der Auffassung gewesen, daß das 
Karzinom auf der Anwesenheit eines Parasiten beruhe. Noch 
auf dem Kongreß der Deutschen Derraatologischen Gesellschaft 
zu Frankfurt a. M. am 8. Juni 1908 ist Albrecht für seine 
Theorie der Geschwülste mit den begeisterten Worten eingetreten, 
daß er nicht ruhen wolle, bis seine Anschauungen 



— 57* — 

zum Gemeingut der Fachgenossen geworden seien. 
Zehn Tage später hat der Tod seinem rastlosen Wirken ein 
vorzeitiges Ziel gesetzt. 

Zahlreiche kleinere Arbeiten und kasuistische Mitteilungen, 
wie über „Die Bedeutung des Wurmfortsatzes und der lympha- 
tischen Apparate des Darmtraktus", über „Ätiologie und patho- 
logische Anatomie der Arteriosklerose", über „Tuberkulöse Ge- 
websveränderungen", bekunden die Vielseitigkeit und Gründ- 
lichkeit Alb rechts auf pathologischem Gebiete. Andere, wie 
seine erkenntnistheoretischen Schriften, die „Vorfragen der 
Biologie", „Darwinismus von heute", „Neuer Vitalismus", „Teleo- 
logie und Pathologie" u. a. haben ihn hoch emporgehoben über 
seine Fachwissenschaft und ihn in die erste Reihe der 
allermodernsten Naturforscher gestellt. 

Knapp vier Jahre ist Alb recht am pathologischen In- 
stitut der Dr. Senckenb ergischen Stiftung tätig gewe- 
sen. In dieser kurzen Zeit seines Wirkens hat er den glänzenden 
Ruf, der ihm vorausgegangen war, in reichstem Maße verwirk- 
licht und sich erwiesen als der geniale Forscher, den die 
Wissenschaft in ihm bewundert hat, und als der hervorragende 
Lehrer der Frankfurter Ärzte, dessen Rat und liebens- 
würdige Mitarbeit in allen wissenschaftlichen Fragen jedem 
einzelnen stets zur Verfügung stand. In einem freien Wirkungs- 
kreise, den Albrecht selbst dem eines Universitätslehrers vor- 
gezogen hat — vier ehrenvolle Berufungen hat er abgelehnt — , 
sind seine Frankfurter Jahre der Gipfelpunkt seines Schaffens 
und zugleich, nach seinem eigenen Ausspruch, die glücklichste 
Zeit seines Lebens gewesen, trotzdem ihm die Ahnung seines 
herannahenden Todes immer klarer vor Augen getreten ist. 
Mit eiserner Willenskraft hat er dem schweren Leiden zu trotzen 
gesucht, das er sich im Jahre 1903 in Ausübung seines Berufes 
zugezogen hatte, und hat sich ganz der hohen Aufgabe gewidmet, 
die ihm durch die Neugestaltung der Senckenbergi- 
schen Anatomie gestellt gewesen ist. Sie ist seine ureigenste 
Schöpfung, bei der er seine früher bei Erbauung der Prosektur 
am Krankenhause München rechts der Isar gesammelten und 
seitdem erweiterten Erfahrungen bis ins Kleinste fruchtbringend 
verwerten konnte. 



— 58* — 

In Mimchen hat sich Albrecht neben seiner Tätigkeit als 
Prosektor auch der ärztlichen Praxis in vollem Umfang 
gewidmet. Er ist ein angesehener, beschäftigter und beliebter 
Arzt gewesen, dessen frühere Klientel am 20. Juni 1908 voll 
Dankbarkeit und Trauer sein offenes Grab auf dem Schwabinger 
Friedhof umstanden hat. Auch in Frankfurt ist es ihm ein 
Bedürfnis gewesen, gemeinsam mit den Direktoren der klinischen 
Anstalten Kranke zu sehen und zu untersuchen. Und wenn 
Albrecht später die Obduktion solcher Fälle vornahm, die er 
in ihrem klinischen Verlaufe genau gekannt hatte, so war es 
sein Bestreben, nicht nur jede der beobachteten Krankheitser- 
scheinungen durch den pathologischen Befund zu erklären, sondern 
auch zu ergründen, weshalb die aufgefundenen anatomischen 
Verändei'ungen zu keinen prägnanten klinischen Erscheinungen 
geführt hatten oder diese nicht erkannt worden waren. So ist 
Albrechts Tätigkeit als Ob duzen t zu einer ständigen Quelle 
reicher und fruchtbringender Belehrung für den Kliniker ge- 
worden. 

Die Überzeugung, daß „der Kontakt zwischen patholo- 
gischer Anatomie und praktischer Medizin so eng als möglich 
gehalten" werden müsse, wenn nicht die führende Stellung der 
Pathologie in der Eeihe der medizinischen Wissenschaften ver- 
loren gehen soll, ist für Albrecht auch von entscheidendem 
Einfluß bei Gründung seiner „Frankfurter Zeitschrift für 
Pathologie" gewesen. Daneben wollte er seine Wissenschaft 
davor bewahren, „zu einer reinen Morphologie zu erstarren"; 
er wollte sie vielmehr in lebendigem Zusammenhang mit der 
Physiologie, Normalanatomie, Entwickelungsgeschichte und Ent- 
wickelungsraechanik erhalten und in seiner Zeitschrift wichtige 
Fragen aus dem Gesamtgebiet der Biologie und Pathologie zur 
Diskussion stellen. Nur fünf Hefte sind unter seiner Redaktion 
erschienen. In ihnen ist Albrecht dem klar vorgezeichneten 
Programm treu geblieben, und in einer Fülle eigener Arbeiten 
hat er die Berechtigung des Erscheinens seiner Zeitschrift er- 
wiesen. In seinem Nachlaß fanden sich noch die Überschriften 
weiterer Abhandlungen „Analyse von Geschwülsten" und 
„Zur Analyse von organoiden Geschwülsten" vor, die 
für die nächsten Hefte seiner Zeitschrift bestimmt gewesen sein 
mögen. Sie sollten als spezieller Teil seiner Geschwulstlehre 



— 59* — 

diese im einzelnen an den verschiedenen Geschwulstformen er- 
läutern. Weiteres über den Inhalt dieser geplanten Arbeiten 
wissen wir nicht. Die schöpferische, überquellende Fülle seiner 
Gedanken ist mit Eugen Albrecht ins Grab gesunken, und 
nächst dem unersetzlichen Verlust, den uns sein früher Tod 
unmittelbar gebracht hat, ist es der schmerzlichste Gedanke, 
unwiederbringlich verloren zu wissen, was der gewaltige Geist 
dieses jugendlichen Forschers der Wissenschaft noch erschlossen 
haben würde. 

Kurze Zeit nach seiner Berufung an Weigerts Stelle 
wurde Albrecht am 28. Januar 1905 als arbeitendes Mit- 
glied in die Senckenbergische Natur forsch ende Ge- 
sellschaft aufgenommen, und wenn es ihm bei seiner ange- 
strengten Tätigkeit am pathologischen Institut auch nicht möglich 
gewesen ist, an den Verwaltungsarbeiten der Gesellschaft regel- 
mäßig teilzunehmen, so hat er doch in den wissenschaftlichen 
Kommissionen zur Erteilung des v. Soemmerring- und Tiede- 
mann-Preises ein ersprießliches Wirken entfaltet und durch 
sein hervorragendes Organisationstalent und durch seine museums- 
technische Erfahrung die Direktion in vielen Fragen vortrefflich 
zu beraten verstanden. In der wissenschaftlichen Sitzung am 
10. Dezember 1904 hat Alb recht einen glänzenden Vortrag 
über die „Ziele und Wege der Entwickeluugsmechanik" gehalten 
und mit der ihm eigenen klaren Kritik die Grenzen der Biologie 
charakterisiert, deren „Aufgabe nur die Feststellung aller auf- 
tindbaren Gesetzmäßigkeiten und ihre Zurückführung auf all- 
gemeinere Gesetzlichkeiten sein kann, während uns der letzte 
Grund und die Zweckmäßigkeit des Organischen 
unerklärbar sind und bleiben müssen." 

Nicht Albrechts ungewöhnliche wissenschaftliche Bedeu- 
tung allein sichert ihm ein bleibendes Gedenken; auch der edle 
Charakter des Entschlafenen wird unvergessen bleiben. Albrecht 
wurde überall verehrt und neidlos bewundert. Wer ihm in das 
klare, treue, blaue Auge geblickt hat, der hat sich wundersam 
zu ihm hingezogen gefühlt. Und wer das Glück gehabt hat, 
zu seinen nächsten Freunden zu zählen, dem hat er sich mit 
uneingeschränkter Offenheit erschlossen; der konnte ahnen, welche 



— 60* — 

tiefe Innigkeit und wahre Kindlichkeit des Gemüts ihn ausge- 
zeichnet hat; der hat es empfunden, daß mit Eugen Alb recht 
der Liebling und der Stolz seiner tiefgebeugten Eltern und 
Geschwister dahin gegangen ist. Wunderbar hat er es ver- 
standen, sein edles Denken und Fühlen in poetische Form zu 
kleiden. Tief ergriffen und erfüllt von der Charaktergröße dieses 
Mannes, den die Senckenbergische Gesellschaft mit freu- 
digem Stolze zu ihren Besten zählt, lesen wir aus seinen nachge- 
lassenen Gedichten*) 

D a s U r t e i 1. 

Des Tages denk ich, da zum erstenmal 
Mein Schicksal kündete der spiegelnde Kristall — 
Mit fremder Stimme sprach mein eigner Mund : 
„Nun wirst du nimmer, nimmermehr gesund . ." 

Um Lipp und Aug der hippokrat'sche Zug — 
Ein starres Lächeln drin — ich schaute weg: „Genug." 
Stark schlug mein Herz, als ob das treue wüßt, 
Daß es zu schwerer Arbeit rüsten müßt . . 

Ein tiefer Atemzug: „Nun wirst du frei." 
Des Leides Kerkermauern krachen jäh entzwei, 
Endloser blauer Himmel hüllt mich ein : 
Vergessen darf ich, und vergessen sein . . 

August Knoblauch. 



*) Süddeutsche Monatshefte, 5. Jahrg., Heft 12, S. 622. München 1908. 




^^^^y^^< 



-/ 



13. Juni 1837 — 30. Mai 1909 



61* 




Eduard Oeliler. 

Eduard eh 1er war bescheiden-bürgerlicher Herkunft. 
Sein Vater war erst Theologe, dann Lehrer, dann Färber, zuletzt 
Fabrikant, kleiner chemischer Fabrikant. Seine Mutter war 
Schweizerin, von resolutem klarem Wesen. Wenn man die ihm 
eigenen Charakterzüge bei den Eltern wiederzuerkennen sucht, 
wird man sagen, daß seine klare Tatkraft von der Mutter, sein 
edler Hochsinn von dem Vater stammt. 

Er wurde geboren (1837) und erzogen in Aarau in der 
Schweiz, wohin der Vater, ein geborener Frankfurter, als junger 
Lehrer ausgewandert und wo er heimisch geworden war. Seinen 
ersten Unterricht empfing er auf der Kantonschule in Aarau, 
seine chemische Ausbildung auf dem Polytechnikum in Zürich. 
Dann kamen die Wanderjahre. In Paris bildete er sich technisch 
und wissenschaftlich weiter. Dort lernte er die Teerfarben 
kennen, deren Darstellung er später in das väterliche Geschäft 
einführte. Sein Vater war nämlich inzwischen von der Schweiz 
nach Deutschland zurückgewandert und hatte in Ofienbach eine 
kleine chemische Fabrik — oder besser gesagt Werkstätte — 
übernommen, in der mit sehr ungleichem Glück Ruß, Wagen- 
schmiere, Kreosot und sonstige Teerprodukte erzeugt wurden. 
Hier trat Eduard Oehler ein. Gern wäre er noch draußen 
geblieben, um sich weiter auszubilden oder draußen sein Glück 
zu suchen. Aber der Vater brauchte ihn, und so folgte er. 
Mit ganzer Jugendkraft und vollem Eifer warf er sich in die 
Arbeit. Er schonte sich nicht. Der Betrieb war klein, arm 
und unvollkommen. Fabrikbrände waren an der Tagesordnung ; 
Überschwemmungen eine immer wiederkehrende Kalamität. Bei 
einem solchen Brand, als es galt die Benzolballons aus dem 
überschwemmten Keller herauszuholen, um gewaltiges Unheil 
zu verhüten, trug er schwere, schier lebensgefährliche Ver- 



- 62* — 

brennungen davon. Nur weil er bis zum Gürtel im Wasser 
stand, wurde er weniger befallen. Doch auch so behielt er 
die Narben des Unfalls zeitlebens im Gesicht. Ende der 
60 er Jahre und nach 1870 wurde das Geschäft groß und größer. 
Sein Bruder Karl brachte großzügige kaufmännische Intelligenz 
hinein; tüchtige chemische Hilfskräfte konnten zugezogen werden; 
es folgte der Aufschwung, die schwere Jugendzeit war über- 
wunden. 

1870 trat der Vater aus dem Geschäft; 1878 zog sich auch 
der Bruder zurück, so daß Eduard Oehler nunmehr alleiniger 
Inhaber und Leiter blieb. Als er 1904 das Werk an die 
chemische Fabrik Griesheim verkaufte, beschäftigte er über 
500 Arbeiter und etwa 100 technische und kaufmännische 
Angestellte. 

Eduard Oehler war zweimal verheiratet. Die erste Frau 
starb ihm 1892. Von ihr hatte er 7 Kinder. 1903 heiratete 
er zum zweitenmal, und auch dieser Ehe entsproß ein Kind, 
das er nun V2 jährig zurückließ. 

Seine Wesensart war ausgezeichnet durch unablässigen 
Betätigungsdrang, durch unbedingtes Streben nach Ordnung, 
Wahrhaftigkeit und Klarheit. Jede Phautastik, alle mystische 
und rein schöngeistige und empfiudungsschwelgerische Kegung 
war ihm fremd. Damit mag zusammenhängen, daß er schwer- 
fällig im gesprochenen Wort war, und daß er sein inneres 
Fühlen und Denken nur äußerst schwer erschloß. Man kann 
sagen, daß den Schlüssel zu seinem innersten Gemüt wohl nur 
ganz wenige Menschen besessen haben. 

Er forderte Leistungen von jedermann, vor allem aber 
von sich selber. Pflichtgefühl durchdrang sein ganzes Denken 
und Handeln. Nicht daß impulsive Entschließungen ihm fremd 
gewesen wären. Er hat in der Erregung manchen harten, 
heftigen Schritt getan ; aber im Grund seines Wesens arbeitete 
dann seine Selbstkritik so lange, bis er den Weg zur Gerechtig- 
keit und Billigkeit wiedergefunden hatte. Als er sich bei der 
Aufgabe des Geschäftes in Offenbach von den Arbeitern verab- 
schiedete, sagte er: „Ich war ein strenger Herr; aber ich 
bemühte mich immer, ein gerechter Herr zu sein." 

Er war mehr als das. Er war auch ein wohlwollender 
Herr. Ließ er auch in seinem Betriebe keine Regungen auf- 



— 63* — 

kommen als die, welche er völlig billigte, so war doch sein 
Wesen nicht auf Ausnützung der ihm unterstellten Kräfte ge- 
richtet. Nach seinen Ideen sollten die Dinge in seinem Wirkungs- 
kreise geführt werden, aber nicht zu seinem alleinigen Nutzen. 
Immer betrachtete er sich als eine Art Statthalter der Allge- 
meinheit, immer nahm er seine Stellung als eine solche, die 
gemäß dem hohen Einfluß auch hohe Verpflichtungen gegen die 
andern einschließt. Daher seine reiche Fürsorge und Wohlfahrts- 
tätigkeit, daher seine stille, planvolle und weitreichende Unter- 
stützungswirksamkeit. Der Mann, der über allen Kleinigkeiten 
in seiner Fabrik und Haushaltung so peinlich wachte, vergaß 
darum nicht die großen allgemeinen Zusammenhänge der Dinge. 
Daher hat er nie ob seiner speziellen Technik die allgemeine 
Wissenschaft und die allgemeinen Kulturinteressen aus dem 
Auge verloren. Und er empfand es als ein Glück seiner 
letzten, geschäftsfreien Jahre, all den neusten Errungenschaften 
und Gedanken moderner Wissenschaft und Kunst mehr als früher 
nachgehen zu können. Und wenn auch schöpferische wissen- 
schaftliche Tätigkeit ihm versagt blieb, so stützte er doch mit 
den ihm gegebenen Mitteln künstlerische und wissenschaftliche 
Betriebe in reichem Maße. Zeugnis davon legt ab sein Testa- 
ment, das er drei Tage vor seinem Tode niedergeschrieben hat, 
in dem er der Kantonschule in Aarau und dem Polytechnikum 
in Zürich oder den Stätten, wo er in Wissen und Können ein- 
geführt wurde, große Summen für Lehrmittel ausgeworfen hat. 
Und dieses Gedenken der alten Schweizer Heimat führt noch 
zu einem letzten : Er hat seine Heimat und seine Herkunft nie 
vergessen. Bürgerlich war sein Sinn ; freiheitlich bei aller Ord- 
nungsstrenge seine Denkweise. Mit wahrem Freudenruf begrüßte 
er seinerzeit bei der Feier der Senckenbergischen Gesellschaft 
die Rede von Prof, Jellineck, wo deren Unabhängigkeit von 
Staat und Fürst gerühmt wurde. Wenn etwas ihn dieser Gesell- 
schaft nahe gebracht hat, so ist es der bürgerliche Ursprung 
derselben. 

Sein Interesse für die Senckenbergische Naturforschende 
Gesellschaft war ein äußerst reges, und mit Rat und Tat unter- 
stützte er sie. So wurde er denn, obgleich er erst seit dem 
1. April 1906 der Gesellschaft angehörte, am 19, Dezember 1908 
als arbeitendes Mitglied in die Verwaltung gewählt. Gerne folgte 



— 64* — 

er diesem Ruf und gab der Zuversicht Ausdruck, daß es ihm 
vergönnt sein würde, noch manches Jahr in erfolgreichster Weise 
an der Entwickelung der Gesellschaft mitarbeiten zu können. 
Leider sollte sich dies nicht erfüllen , denn am 30. Mai 1909 
starb er in Bern an einem Schlaganfall. Das Schicksal war ihm 
gnädig. Es schenkte ihm ein erfolgreiches Leben und ein schmerz- 
loses rasches Ende. 

R. 0. 



— 65* — 

Verteilung der Ämter im Jahre 1909 



Direktion : 

San. Rat Dr. med. E. Roedigrer, I. Dir. ; A. Andreae-roii Gruiielius, Kassier 
Stabsarzt Prof. Dr. E, Marx, IL Dir. Generalkonsul Stadtrat A. vou 
Dipl. leg. P. Prior, I. Sekretär Metzler, Kassier 

F. W. Winter, II. Sekretär Dr. jur. F. Berg, Konsulent 

ReTisions-Kommission : 

A. Andreae, Vorsitzender I A. Ton Neufvllle 

M. V. Metzler Ch. A. Scharff 

H. Nestle | W. Stock 

Abgeordn. für die Kommission der vereinigten Bibliotheken : 

Prof. Dr. H. Reichenbach 

Bücher-Kommission : 

Prof. Dr. F. Richters, Vorsitzender | Prof. Dr. F. Römer f 
Prof. Dr. M. Möbins Prof. Dr. W. Schauf 

Prof. Dr. H. Reichenbach | Dr. G. Wahl 

Redaktion der Abhandlangen: 



W. Melber, Vorsitzender 
Prof. Dr. 0. Boettger 
Prof. Dr. L. yon Heyden 



Prof. Dr. M. Möbins 
Prof. Dr. H. Reichenbach 
Prof. Dr. F. Römer f 



Redaktion des Berichts: 

Prof. Dr. med. A. Knoblauch, Vorsitzender 
Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx 
Dipl. Ing. P. Prior 
F. W. Winter 

Baa-Kommlssion : 



Prof. Dr. med. A. Knoblauch, Vors. 
A. Andreae-yon Crrunelins 
Prof. Dr. L. Yon Heyden 
Dr. phil. A. Jassoy 
Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx 



Kommerzienrat R. de Neufville 
Prof. Dr. H. Reichenbach 
San. -Rat Dr. E. Roediger 
Dr. med. 0. Schnaudigel 
Prof. Dr. phil. F. Römer f 



Finanz-Kommission : 

Direktor H. Andreae, Vorsitzender Dr. phil. A. Jassoy 



A. Andreae-von Grunelins 
Kommerzienrat L. Ellinger 
0. HÖchberg 



Prof. Dr. med. A. Knoblauch 
Kommerzienrat E. Ladenbnrg 
Kommerzienrat R. de Neufville 



— 66=" 



Dozenten : 

( Prof. Dr. H. Reiclieubach, 

Zoologie l Prof. Dr. F. Römer f und 

l Dr. E. Wolf 

Botanik Prof. Dr. M. Möbins 

Mineralogie Prof. Dr. TV. Scliauf 

i Prof. Dr. F. Kinkellii und 



Geologie und Paläontologie 



Dr. F. Dreverniann 

Museuins-Kommission : 
Die Sektionäre und der II. Direktor 



Sektionäre : 

Vergleichende Anatomie und Skelette .... 

Säugetiere 

Vögel 

Reptilien und Batrachier 

Fische 

Arthropoden mit Ausschluß der Krustaceen 

Krustaceen 

Mollusken 

Wirbellose Tiere mit Ausschluß der Arthro- 
poden und Mollusken 



Botanik 

Mineralogie 

Geologie und Paläontologie 



( Prof. Dr. H. Reicheubacli 

\ Frau M. Sondheim 
Prof. Dr. W. Kobelt 
Komm. -Rat R. de Neufvillc 
Prof. Dr. 0. Boettger 
A. H. Wendt 

[ Prof. Dr. L. von Heyden, 
A. Weis, Dr. J. Guide und 

l Dr. P. Sack 
Prof. Dr. F. Richters 
Prof. Dr. W. Kobelt 

Prof. Dr. H. Reichenbach 
Prof. Dr. M, Möbins und 
M. Dürer 

Prof. Dr. W. Schauf 
Prof. Dr. F. Kinkelin und 
Prof. Dr. 0. Boettger 



Direktor des Museums: 

Prof. Dr. phil. F. Römer f 

Kustos : Oeologiscli-paläont. Assistent : 

Dr. phil. E. Wolf Dr. phil. Fr. Drevermaun 

Bibliothekar: | Bibliotheksekretär: 

Dr. phil. a. Wahl Th. Hassler 

Konservatoren: | Techniker: 
Adam Koch Rudolf Moll 

Handwerker : 
Markus Burkhard 



August Koch 
Christian Strunz 



Lehrlinge : 
Christian Kopp 
Joseph Leiigle 



Bureau : 

Frl. M. Pixis, Vorsteherin 
„ M. (Jöbel 
, M. Ender 



Hausmeister 



B. Diegel 



— 67* — 



Verzeichnis der Stifter 

der 

Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. 



Becker, Johannes, Stiftsgärtner am Dr. Senckenbergischen med. Institut 1817. 

t 24. November 1833 
*r. Bethniann, Simon Moritz, Staatsrat 1818. f 28. Dezember 1826 
Bögner, Joh. Willi. Jos., Dr. med., Mineralog (1817 zweiter Sekretär) 1817. 

t 16. Juni 1868 
Bloss, Joh. Georg, Glasermeister, Entomolog 1817. f 29. Februar 1820 
Bach, Joh. Jak. Kasimir, Dr. med. und phil., Mineralog 1817. f 13.März 1851 
Cretzschmar, Pliil. Jak., Dr. med., Lehrer der Anatomie am Dr. Sencken- 
bergischen med. Institut, Lehrer der Zoologie von 1826 bis Ende 1844, 
Physikus und Administrator der Dr. Senckenbergischen Stiftung (1817 
zweiter Direktor) 1817. f 4. Mai 1845 
■^Ehrmann, Joh. Christian, Dr. med., Medizinalrat 1818. f 13. August 1827 
Fritz, Joh. Christoph, Schneidermeister, Entomolog 1817. f 21. August 1835 
*Freyreiss,(xeorgWiIh., Prof. der Zoologie in Rio Janeiro 1818. f I.April 1825 
*y. Gerning, Joh. Isaak, Geheimrat, Entomolog 1818. f 21. Februar 1837 
♦Gtrunelius, Joachim Andreas, Bankier 1818. f '^- Dezember 1852 
von Heyden, Karl Heinr. Georg, Dr. phil., Oberleutnant, nachmals Schöff und 
Bürgermeister, Entomolog (1817 erster Sekretär) 1817. f 7. Jan. 1866 
Helm, Joh. Friedr. Ant., Verwalter der adeligen uralten Gesellschaft des 

Hauses Frauenstein, Konchyliolog 1817. f 5. März 1829 
^Jassoy, Lndw. Daniel, Dr. jur. 1818. f 5. Oktober 1831 
Kloss, Joh. Georg Burkhard Franz, Dr. med., Medizinalrat, Prof. 1818. 

t 10. Februar 1854 
♦Löhrl, Johann Konrad Kaspar, Dr. med., Geheimrat, Stabsarzt 1818. 

t 2. September 1828 
*Metzler, Friedr., Bankier, Geheimer Kommerzienrat 1818. f 11. März 1825 
Meyer, Bernhard, Dr. med., Hofrat, Ornitholog 1817. f 1. Januar 1836 
Miltenberg, Wilh. Adolf, Dr. phil., Prof., Mineralog 1817. f 31. Mai 1824 
*Melber, Joh. Georg David, Dr. med. 1818. f 11. August 1824 



Anmerkung: Die 1818 eingetretenen Mitglieder, die nachträglich 
unter die Reihe der Stifter aufgenommen wurden, sind mit * bezeichnet. 



— 68* — 

Neeff, Christian Ernst, Dr. med., Prof., Lehrer der Botanili, Stifts- und Hospi- 
talarzt am Dr. Sencltenbergischen Bürgerhospital 1817. f 15. Juli 1849 

Neubnrg', Job. Georg', Dr. med. , Administrator der Dr.Senckenbergischen Stiftung 
Mineralog und Ornitholog (1817 erster Direktor) 1817. f 25. Mai 18.30 

de Neufville, Mathias Wilh., Dr. med. 1817. f 31. Juli 1842 

Renss, Joh. Wilh., Hospitalmeister am Dr. Senckenbergischen Bürgerhospital 
1817. t 21- Oktober 1848 

♦Rüppell, Wilh. Peter Eduard Simon, Dr. med., Zoolog und Mineralog 1818. 
t 10. Dezember 1884 

*v. Soemmerring, Samuel Thomas, Dr. med., Geheimrat, Professor 1818. 
t 2. März 1830 

Stein, Joh. Kaspar, Apotheker, Botaniker 1817. f 16. April 1834 

Stiebel, Salomo Friedrich, Dr. med.. Geheimer Hofrat, Zoolog 1817. 
t 20. Mai 1868 

♦Varrentrapp, Joh. Konr., Dr. med., Prof., Physikus und Administrator der 
Dr. Senckenbergischen Stiftung 1818. f H- März 1860 

Völcker, Georg Adolf, Handelsmann, Entomolog 1817. f 19. Juli 1826 

♦Wenzel, Heinr. Karl, Dr. med., Geheimrat, Prof., Direktor der Primatischen 
medizinisch-chirurgischen Spezialschule 1818. f 18. Oktober 1827 

^1. Wiesenhütten, Heinrich Karl, Freiherr, Königl. bayr. Oberstleutnant, 
Mineralog 1818. f 8. November 1826 



— 69* - 



Verzeichnis der Mitglieder 

I. Ewige Mitglieder*) 

An Stelle der Entrichtung eines Jahresbeitrages haben 
manche Mitglieder vorgezogen, der Gesellschaft ein Kapital 
zu schenken, dessen Zinsen dem Jahresbeitrag min- 
destens gleichkommen, mit der Bestimmung, daß dieses 
Kapital verzinslich angelegt werden müsse und nur die Zinsen 
für die Zwecke der Gesellschaft zur Verwendung kommen dürfen. 

Solche Mitglieder entrichten demnach auch über den Tod 
hinaus einen Jahresbeitrag und werden nach einem alten Sprach- 
gebrauch als „Ewige Mitglieder" der Gesellschaft bezeichnet. 

Vielfach wird diese altehrwürdige Einrichtung, die der 
Gesellschaft einen dauernden Mitglieder stamm sichert 
und daher für sie von hohem Werte ist, von den Angehörigen 
verstorbener Mitglieder benützt, um das Andenken an ihre Toten 
bleibend in dem Senckenbergischen Museum wach zu 
halten, zumal die Namen sämtlicher „ewigen Mitglieder" nicht 
nur den jedesmaligen Jahresbericht zieren, sondern auch auf 
Marmor tafeln in dem Treppenhause des Museums mit goldenen 
Buchstaben eingegraben sind, 

Simon Moritz v. Betiimauu 1827 ! G. H. Haucli-Steeg 1848 
Geor^ Heinr. Schwendel 1828 j Dr. J. J. K. Bucli 1851 

Joh. Friedr. Ant. Helm 1829 | G. y. St. George 1853 

Georg Ludwig Goutard 1830 J. A. Grnnelius 1853 

Frau Susanna Elisabeth Bethmann- P. F. Chr. Kroger 1854 
Holweg 1831 Alexander Gonlard 1854 

M. Frhr. v. Bethmann 1854 

Dr. Eduard Rüppell 1857 

Dr. Th. Ad. Jak. Em. MüUer 1858 



Heinrich Mylius sen. 1844 
Georg Melchior Mylius 1844 
Baron Amschel Mayer v. Roth- 
schild 1845 I Julius Nestle 1860 
Joh. Georg Schmidborn 1845 Eduard Finger 1860 
Johann Daniel Souchay 1845 Dr. jur. Eduard Souchay 1862 
Alexander v. Bethmann 1846 J. N. Gräflfendeich 1864 
Heinrich v. Bethmann 1846 E. F. K. Büttner 1865 
Dr. jur. Rat Fr. Schlosser 1847 K. F. Krepp 1866 
Stephan t. Guaita 1847 Jonas Mylius 1866 
H. L. Döbel in Batavia 1847 1 Konstantin Fellner 1867 



*) 1 — V nach dem Mitgliederbestand am 1. Juni 1909. 
Anmerkung: Die arbeitenden Mitglieder sind mit * bezeichnet. 



— 10* — 



Dr. Hermann v. Meyer 1869 
W. D. Soemmerring 1871 
J. G. H. Petsch 1871 
Bernhard Dondorf 1872 
Friedrich Karl Rüclcer 1874 
Dr. Friedrich Hessenberg 1875 
Ferdinand Lanrin 1876 
Jaliob Bernhard RiltofT 1878 
Joh. Heinr. Roth 1878 
J. Ph. Nikol. Manskopf 1878 
Jean Noe du Fay 1878 
dg. Friedr. Metzler 1878 
Frau Louise Wilhelmine Eniilie 
Gräfin Böse, geb. Gräfin von 
Reiclienbacli-Lessonitz 1880 
Karl August Graf Böse 1880 
Gust. Ad. de Neufville 1881 
Adolf Metzler 1883 
Joh. Friedr. Koch 1883 
Joh. Wilh. Roose 1884 
Adolf Soemmerring 1886 
Jacques Reiss 1887 
Dr. Albert Yon Reinach 1889 
Wilhelm Metzler 1890 
♦Albert von Metzler 1891 
L. S. Moritz Frhr. v. Bethmann 1891 
Victor Moessinger 1891 
Dr. Ph. Jak. Cretzschmar 1891 
Theodor Erckel 1891 
(^eorg Albert Keyl 1891 
Michael Hey 1892 
Dr. Otto Ponflck 1892 
Prof. Dr. Gg. H. v. Meyer 1892 
Fritz Neumüller 1893 
Tli. K. Soemmerring 1894 
Dr. med. P. H. Pfefferkorn 1896 
Baron L. A. v. Löwenstein 1896 
Louis Bernus 1896 
Frau Ad. von Brüning 1896 
Friedr. Jaennicke 1896 
Dr. phil. Wilh. Jaennicke 1896 
P. A. Kesselmeyer 1897 
Chr. G. Ludw. Vogt 1897 
Anton L. A. Hahn 1897 
Moritz L. A. Hahn 1897 
Julius Lejeune 1897 
Frl. Elisabeth Schultz 1898 



Karl Ebenau 1898 

Max von Guaita 1899 

Walther vom Rath 1899 

*Prof. D. Dr. Moritz Schmidt 1899 

Karl von Grunelius 1900 

Dr. jur. Friedrich Hoerle 1900 

Alfred von Neufville 1900 

Wilh. K. Frhr. v. Rothschild 1901 

Marcus M. Goldschmidt 1902 

Paul Siegm. Hertzog 1902 

Prof. Dr. Julius Ziegler 1902 

Moritz von Metzler 1903 

Georg Speyer 1903 

Arthur von Gwinner 1903 

Isaak Blum 1903 

Eugen Grumbach-Mallebrein 1903 

*Robert de Neufville 1903 

Dr. phil. Eugen Lucius 1904 

Carlo Frhr. v. Erlanger 1904 

Oskar Dyckerhoff 1904 

Rudolph Sulzbach 1904 

Johann Karl Majer 1904 

Prof. Dr. Eugen Askenasy 1904 

D. F. Heynemann 1904 

Frau Amalie Kobelt 1904 

*Prof. Dr. Wilhelm Kobelt 1904 

P. Hermann v. Mumm 1904 

Philipp Holzmann 1904 

Prof. Dr. Achill Andreae 1905 

Frau Luise Volkert 1905 

Karl Hoff 1905 

Sir Julius Wernher Bart. 1905 

Sir Edgar Speyer Bart. 1905 

J. A. Weiller 1905 

Karl Schaub 1905 

W. de Neufville 1905 

Arthur Sondheimer 1905 

Dr. med. E. Kirberger 1906 

Dr. W. Schöller 1906 

Bened. M. Goldschmidt 1906 

A. Wittekind 1906 

Alexander Hauck 1906 

Dr. med. J. Guttenplan 1906 

Gustav Stellwag 1907 

Christian Kuauer 1907 

Jean Joh. Val. Andreae 1907 

Hans Bode 1907 



— 71* — 



Karl von Metzler 1907 
Moritz Ad. Ellisseii 1907 
Adolf von Grunelius 1907 
Conrad Binding 1908 
Line. M. Oppenheimer 1908 
W. Seefried 1908 
Ch. L. Hallgarten 1908 
Gustav Schiller 1908 
Rosette Merton 1908 
Carl E. Klotz 1908 
Julius von Arand 1908 



Georg Frhr. v. Holzhausen 190Ö 
J. H. Bockenheimer 1908 
J. Creizenach 1908 
Paul Reiss 1909 
Hermann Kahn 1909 
Henry Seligman 1909 
Wilhelm Jacob Rohmer 1909 
Deutsche Gold- und Silber-Scheide- 
Anstalt 1909 
Heinrich Lotichius 1909 



II. Beitragende Mitglieder 

a) ansässige beitragende Mitglieder: 



Abraham, Siegmund, Dr., med. 1904 

Abt, Jean 1908 

Adam, Wilhelm, Kgl. Bayer. Zoll- 
inspektor 1909 

Adelsberger, Paul S. 1908 

Adler, Arthur, Dr. jur. 1905 

Adler, Franz, Dr. phil. 1901 

Albert, August 1905 

Albrecht, Julius, Dr., Zahnarzt 1904 

Alexander, Franz, Dr. med. 1904 

Alexander, Theodor 1904 

Alt, Friedrich, Buchhändler 1894 

Almeroth, Hans, stud. rer. nat. 1905 

♦Alten, Heinrich 1891 

Frl. Amschel, Emy 1905 

Amson, L. S., Dr. jur. 1907 

Andre, C. A. 1904 

Andreae, Albert 1891 

Frau Andreae, Alharda 1905 

Andreae, Arthur 1882 

Andreae, Heinrich Ludwig 1904 

*Andreae, Hermann. Bankdir. 1873 

Andreae, J. M. 1891 

Andreae, Richard 1891 

Andreae, Richard, jr. 1908 

Andreae, Rudolf 1878 

Andreae, Viktor 1899 

*Andreae-v. Grunelius, Alhard 1899 

Frau Andreae-Lemme, Karoline Elise 
1891 

Andreas, Gottfried 1908 



Andresen, Job. Karl, Bergwerkdirek- 
tor, Kgl. norweg. Konsul 1906 
Antz, Georg, Zahnarzt 1908 
Apfel, Eduard 1908 
Apolant, Hugo, Prof. Dr. med. 1903 
Armbrüster, Gebr. 1905 
Askenasy, Alex., Ingenieur 1891 
Auerbach, L., Dr. San. -Rat 1886 
Auerbach, M., Dr., Amtsgerichtsrat 

1905 
♦Auerbach, S., Dr. San.-Rat 1895 
Auffarthsche Buchhandlung 1874 
Aurnhammer, Julius 1903 
Avellis, Georg, Dr. med., 1904 
Bacher, Karl 1904 
Baer, Jos. Moritz, Stadtrat 1873 
Baer, Max, Generalkonsul 1897 
Baer, M. H., Dr. Justizrat 1891 
Baer , Simon Leop., Buchhändler 1860 
Baer, Theodor, Dr. med. 1902 
Baerwald, A., Dr. med. 1901 
Baerwindt, Franz, Dr. San.-Rat 1901 
Bangel, Rudolf 1904 
Bansa, Julius 1860 
V. Bardeleben, Fr., Generalmajor z. D. 

1900 
*Bardorff, Karl, Dr. San.-Rat 1864 
Barndt, W., Generalagent 1902 
de Bary, Aug., Dr. med. 1903 
de Bary, Jakob, Dr. med.. Geh. San.- 
Rat 1866 



Anmerkung: Die arbeitenden Mitglieder sind mit * bezeichnet. 



72* — 



de Bary, Karl Friedr. 1891 

de Bary-Jeanrenaud, S. H. 1891 

de Bary-Osterrieth, Job. Heinr. 1909 

♦Bastler, Friedrich 1892 

V. Baumgarten, A. , Kalserl. Ru8S. 
Kammerherr u. Generalkonsul, 
Wirkl. Staatsrat, Exzell. 1904 

Bauer, Moritz Tob. 1908 

Bauer- Weber, Friedrieb, Oberingenieur 
1907 

Bauer, Max 1906 

Baunach, Robert 1900 

Baur, Karl, Dr. med. 1904 

Becbhold, J. H., Dr. pbil. 1885 

Beck, Carl, Dr. med. 1905 

Becker, H., Dr. pbil., Prof. 1903 

Becker, F. Ph., Dr. med. 1905 

Beer, Gustav, stud. med. 1908 

Beer, Emil 1908 

Frau Beer, J. L., Kommerzienrat 1908 

Behrends, Robert, Ingenieur 1896 

Bebrends-Schmidt, Karl, Konsul 1896 

Behringer, Gustav 1905 

Beit, Eduard, Kommerzienrat 1897 

Benario, Jacques, Dr. med. 1897 

Frau Berend, Paula, Dr. 1905 

Berg, Alexander, Dr. jur., Rechts- 
anwalt 1900 

*Berg, Fritz, Dr. jur., Rechtsanwalt 
und Notar 1897 

Berghaus, Dr. med., Stabsarzt 1907 

Berlizheiraer, Sigmund, Dr. med. 1904 

Berner, Wilhelm 1907 

Bernus, Louis 1909 

Frl. Berthold, Bertha 1903 

Bertina, Karl 1904 

Besthorn, Otto 1908 

V. Bethmann, S. Moritz, Frhr. 1905 

Beyer, H. M. 1908 

Beyfuß, Leo 1907 

Binding, Gustav 1904 

Binding, Karl 1897 

Binding, Theodor 1908 

Bing, Albert 1905 

Bingel, Adolf, Dr. med., Oberarzt 1907 

Bischheim, Bernhard 1907 

Bittel-Böhm, Theodor 1905 



Bittelmann, Karl 1887 
Blank, Oskar 1909 
Bleibtreu, Ludwig 1907 
Bleicher, H., Stadtrat Prof. Dr. 1903 
♦Blum, Ferd., Dr. med., Prof. 1893 
Frau Blum, Lea 1903 
Blumenthal, Adolf 1883 
*Blumenthal, E., Dr. med., San.-Rat 

1870 
Blümlein, Viktor B. 1909 
Bode, Hermann, Gerichtsassessor Dr. 

1908 
Bode, Paul, Dr. pbil, Direktor der 

Klingeroberrealschule 1895 
Boeckh, August, Generaloberarzt, Dr. 

med. 1906 
♦Boettger, Oskar, Dr. pbil., Prof. 1874 
Böhm, Henry, Dr. med. 1904 
Böhm, Wilhelm, Oberlandesgerichts- 
rat, Geh. Justizrat 1908 
Böhme, John, Zahnarzt 1904 
Boller, Wilhelm, Dr. pbil., Oberlehrer 

Professor 1903 
von Boltog, Hans 1908 
Bonn, Sally 1891 
Bonn, William B. 1886 
Borchardt, Heinrich, Zahnarzt 1904 
Borgnis, Alfred Franz 1891 
Borgnis, Karl 1900 
Frau Brach, Natalie 1907 
Braun, Franz, Dr. pbil. 1904 
Braun, Leonhard, Dr. pbil. 1904 
Braun , Wunibald , Kommerzienrat 

1903 
Braunfels, Otto, Geh. Kommerzienrat, 

Konsul 1877 
Brechenmacher, Franz 1906 
Breitenstein, Walter, Ingenieur 1908 
Brendel, Martin, Prof. Dr. 1908 
Brendel, Wilhelm 1906 
Brentano-Brentano, Josef 1906 
Briel, Heinrich 1906 
Brodnitz, Siegfried, Dr. med. 1897 
Frau Brönner, Pauline 1909 
Brück, Richard, Rechtsanwalt 1906 
Brückmann, Karl 1903 
Budge, Siegfried 1905 



73* — 



Bücheier, Anton, Dr. med. 1897 

Bucher, Franz, Dentist 1906 

Buecking, Wilhelm 1908 

T. Büsing-Orville, Adolf, Frhr. 1903 

Bütschly, Wilhelm 1891 

Büttel, Wilhelm 1878 

BuUnheimer, Fritz, Dr. phil. 1904 

Burchard, Kurt, Dr. jur., Prof. 1904 

Burchard, Bergassessor 1908 

Burgheim, Gustav, Justizrat Dr. 1905 

Cahen-Brach, Eugen, Dr. med. 1897 

Cahn, Albert 1905 

Cahn, Heinrich 1878 

Cahn, Paul 1903 

Cahn, S., Konsul 1908 

Frau Canne, Anna 1905 

Canne, Ernst, Dr. med. 1897 

Cante, Cornelius 1906 

*Carl, August, Dr. med., San. -Rat 

1880 
Cassel, B. B. 1905 
Cassian, Heinrich 1908 
Cayard, Carl 1907 
V. Chappuis , Hermann , General - 

leutnant z. D., Exzellenz 1904 
Christ, Fritz 1905 
Cnyrim, Adolf, Dr. jur. 1909 
Cnyrim, Ernst 1904 
Creizenach, Ernst 1906 
Cohen, Eduard 1900 
Cullmann, Rudolf 1905 
Cunze, D., Dr. phil. 1891 
Curti, Theodor 1905 
Curtis, F., Dr. phil., Prof. 1903 
Dambitsch, Arthur 1907 
Daube, Curt, Dr., Sanitätsrat 1906 
Daube, G. L. 1891 
Deckert, Emil, Dr. phil., Prof. 1907 
Degener-Böning, Emil 1906 
Deguisne C, Prof., Dr. phil. 1908 
Delkeskamp, Rudolf, Dr. phil. 1904 
Delliehausen, Theodor 1904 
Delosea, S. R., Dr. med. 1878 
Demmer, Theodor, Dr. San.-Rat 1897 
Deutsch, Adolf, Dr. med. 1904 
Diekmann, Adolf 1908 
Diener, Richard 1905 



Diesterweg, Moritz 1883 
Dietze, Karl, Kunstmaler 1870 
Ditmar, Karl Theodor 1891 
Ditter, Karl 1903 
Doctor, Ferdinand 1892 
Dondorf, Karl 1878 
Dondorf, Otto 1905 
Donner, Karl Philipp 1873 
Dreves, Erich, Dr., Justizrat 1903 
Drory, William, Direktor 1897 
Drory, William, Dr. phil. 1904 
Du Bois, Georg, Dr. phil. 1906 
*Dürer, Martin 1904 
Ebeling, Hugo, Dr. med. 1897 
Ebenau, Fr., Dr. med. 1899 
Eberstadt, Albert 1906 
V. Eckartsberg, Emanuel, Major 1908 
Frau Eckert, Marie 1906 
Eckhardt, Karl, Bankdirektor 1904 
*Edinger, L., Dr. med., Prof. 1884 
Egan, William 1891 
♦Ehrlich, P., Dr. med., Prof., Geh. 

Ober-Med.-Rat 1887 
Eichengrün, Ernst, Oberingenieur 1908 
V. Eichhorn, Hermann, Generalleutnant 
und Kommandierender General 
d. XVIII. Armeekorps, Exzellenz 
1905 
Eiermann, Arnold, Dr. med. 1897 
♦Ellinger, Leo, Kommerzienrat 1891 
EUinger, Philipp, stud. rer. nat. 1907 
Ellinger, Rudolf, Dr. jur., Rechts- 
anwalt 1907 
Embden, Gustav, Dr. med. 1907 
Emmerich, Friedrich H., Rentner 1907 
Emmerich, Jakob 1907 
Emmerich, Otto 1905 
Enders, M. Otto 1891 
Engelhard, Karl Phil. 1873 
Engert, Heinrich, Ingenieur 1907 
Epstein, Jak. Herrn., Fabrikant 1906 
Epstein, J., Dr. phil, Prof. 1890 
Epstein, Wilhelm, Dr. phil. 1907 
Eschelbach, Jean 1904 
Ettlinger, Albert, Dr. med. 1904 
Euler, Rudolf, Direktor 1904 
Eurich, Heinrich, Dr. phil. 1909 



— 74=' 



Ewald, Walter, Dr. med., Privatdozent 

an der Akademie 1907 
Eyssen, Remigius Alex. 1882 
V. Fabricius, Ph., Dr. med., Geh. San.- 

ßat 1907 
Fade, Louis, Direktor 1906 
Fay, 0. F. 1904 
Feis, Oswald, Dr. med. 1903 
Feist, Louis 1906 
Fellner, Johann Christian 1905 
Fellner, Otto, Dr. jur. 1903 
Fester, August, Bankdirektor 1897 
*Fischer, Bernhardt, Prof., Dr. med., 

Direktor des Dr. Senckenbergi- 

schen Patholog. Instituts 1908 
Fischer, Karl 1902 
Fischer, Ludwig 1902 
Fleck, Otto, Oberförster 1903 
Fleisch, Karl 1891 
Flersheim, Albert 1891 
Flersheim, Martin 1898 
Flersheim, Robert 1872 
Flesch, Karl Ferd. Moritz, Dr. jur., 

Stadtrat 1907 
*Flesch, Max, Dr. med., Prof. 1889 
Flinsch, Heinrich, Stadtrat 1866 
Flinsch, W., Kommerzienrat 1869 
Flörsheim, Gustav 1904 
von Flotow, Theodor, Kgl. Preuß. 

Kammerherr, Freiherr 1907 
de la Fontaine, Ernst, Regierungsrat 

1907 
Forchheimer, Arthur 1908 
Frau Forchheimer, Hugo 1903 
Forst, Carl, Dr. phil. 1905 
*Franck, E., Direktor 1899 
Frank, Franz, Dr. phil. 1906 
Frank, Hch., Apotheker 1891 
Fresenius, Eduard, Dr. phil. 1906 
Fresenius, Phil., Dr. phil., Apotheker 

1873 
*Freund, Mart., Dr. phil., Prof. 1896 
Freyeisen, Willy 1900 
,^Fridberg, R., Dr. med., San -Rat 1873 
Fries, Heinrich 1905 
Fries Sohn, J. S. 1889 
Fries, Wilhelm, stud. rer. nat. 1907 



Fries-Dondorf, Jakob 1906 
Fritzmann, Ernst, Dr. phil. 1905 
Frohmann, Herbert 1905 
Fromberg, Leopold 1904 
Fuld, Adolf, Dr.jur., Rechtsanwalt 1907 
Fulda, Heinrich, Dr. med. 1907 
Fulda, Karl Herm. 1877 
Fulda, Paul 1897 
Fünfgeld, Ernst 1909 
*Gäbler, Bruno, Landger.- Direkt. 1900 
Gans, Adolf 1897 
Gans, Fritz, Fabrikbesitzer 1891 
Gans, L., Dr. phil.. Geh. Kommerzien- 
rat 1891 
Gans, Ludwig, W. 1907 
Geelvink, P., Dr. med. 1908 
Geiger, B., Dr. jur., Justizrat 1878 
Geisow, Hans, Dr. phil. 1904 
Geist, George, Dr. med. dent. 1905 
Frau Gräfin v. Geldern, Friederica, 

Dr. med. 1904 
*Gerlach, Karl, Dr. med. 1869 
Gerlach, K., Oberlehrer 1903 
Gerth, H., Dr. phil. 1905 
Getz, Moritz 1904 
Gillhausen, Karl 1905 
Gins, Karl 1906 

Glogau, Emil August, Zahnarzt 1904 
Gloger, F., Dipl. -Ingenieur 1908 
Goering, Viktor, Direktor des Zoolog. 

Gartens 1898 
V. Goldammer, F. 1903 
Goldschmidt, Edgar, Dr. med. 1908 
Goldschmid, J. E. 1901 
Goldschmidt, Julius 1905 
Goldschmidt, M. S. 1905 
von Goldschmidt - Rothschild , Max , 

Frhr., Generalkonsul 1891 
von Goldschmidt - Rothschild, Rudolf, 

Freiherr 1907 
Goll, Richard 1905 
Gombel, Wilhelm 1904 
V. Gordon, R., Hauptmann a. D. 1908 
Gottschalk, Joseph, Dr. San.-Rat 1903 
Graebe, Carl, Dr. Prof. 1907 
Grandhomme, Fr., Dr. med. 1903 
Gräntz, Fritz, Dr.phil., Oberlehrer 1904 



— 75* — 



Greef, Ernst 1905 

Greb, Louis 1903 

Greiff, Jakob, Rektor 1880 

Grieser, Ernst 1904 

Grimm, Otto, Bürgermeister, Geh. 

Reg.-Rat 1907 
Grosse, Gottfried, Rentner 1907 
Großmann, Emil, Dr. med. 1906 
Grüder, Paul, Referendar 1906 
Grünewald, August, Dr. med. 1897 
V. Grunelius, Max 1903 
V. Grunelius, M. Ed. 1869 
Grüters, A., Prof., Kgl. Musikdir. 1907 
V. Günderrode, Waldemar, Frhr. 1905 
Günther, Oskar 1907 
Günzburg, Alfred, Dr. med. 1897 
*Gulde, Johann, Dr. phil. 1898 
Frau Guttenplan, Lily 1907 
Haack, Karl Philipp 1905 
Haag, Ferdinand 1891 
Haarmann, Allan, Dr. jur., Regierungs- 
assessor 1908 
Haas, F , stud. rer. nat. 1906 
Haas, Ludwig, Dr. 1906 
Häberlin, E. J., Dr. jur., Justizrat 1871 
Haeckel, Georg, Militär-Intendantur- 
rat 1907 
Haeffner, Adolf, Direktor 1904 
Haeuser, Adolf, Justizrat 1909 
*Hagen, B., Dr. med., Hofrat 1895 
Hagens, K., Dr., Wirkl. Geh. Ober- 
Justizrat u. Oberlandesgerichts- 
Präsident, Exzellenz 1900 
Hahn, Julius 1906 
Frau Hahn-Opificius, M. Dr. med. 1907 
Hahn, 0., Kgl. Baurat 1908 
Hallgarten, Fritz, Dr. phil. 1893 
Hamburger, K., Dr. jur.. Geh. Justiz- 
rat 1891 
Happel, Fritz 1906 
Harbers, Adolf, Direktor 1903 
v.Harnier, E., Dr., Geh. Justizr. 1866 
Hartmann, Eugen, Professor 1891 
Hartmann, Johann Georg 1905 
Hartmann, Karl 1905 
Hartmann-Bender, Georg 1906 
Hartmann-Kempf, Rob , Dr. phil. 1906 



Haßlacher, Franz, Patentanwalt 1905 
Hauck, Fritz 1905 
Hauck, Georg 1898 
Hauck, Max 1905 
Hauck, Otto 1896 
Haurand, A., Geh. Kommerzienrat 1891 
Haus, Rudolf, Dr. med. 1907 
Hausmann, Franz, Dr. med. 1904 
Hausmann, Friedrich, Prof. 1907 
Hausmann, Julius, Dr phil. 1906 
Heerdt, Rudolf, Direktor 1906 
Heichelheim, Sigmund, Dr. med. 1904 
Heicke, Karl, Stadtgartendirektor 1903 
Heilbrunn, Ludwig, Dr. jur., Rechts- 
anwalt 1906 
Heilmann, Heinrich 1906 
Heinz, Philipp 1907 
Frau Heinz-Jung, Emmy 1907 
Heister, Oh. L. 1898 
Hemmerich, Wilhelm, Hauptmann und 

Kompagniechef 1907 
Henrich, K. F., Geh. Kommerzienrat 

1873 
Henrich, Ludwig 1900 
Henrich, Rudolf 1905 
*Hergenhahn, Eugen, Dr. med. 1897 
Hertzog, Adolf, Gerichtsassessor 1907 
Hertzog, Georg 1905 
Frau Hertzog, Justizrat, Dr. 1908 
Frau flerxheimer, Fanny 1900 
*Herxheimer, Karl, Prof., Dr. med., 
Direktor am städt. Kranken- 
hause 1898 
Herz, Alphonse J. 1906 
Herz-Mills, Ph. Jac, Direktor 1903 
Herzberg, Karl, Konsul, Bankdir. 1897 
Herzog, Ulrich, Dr. med. 1908 
Hesdörffer, Julius, Dr. med. 1903 
Hesse, Hermann 1900 
V. Hessen, Prinz Friedrich Carl, 

Hoheit, Oberst 1907 
Hessenberg, Fried. W. 1908 
Heuer & Schoen 1891 
Heußenstamm, Karl, Dr. jur., Bürger- 
meister a. D. 1891 
*v. Heyden, Lukas, Dr. phil., Prof., 
Major a. D. 1860 



76" 



V. Heyder, Georg 1891 
Hinkel, August 1906 
Hirsch, Ferdinand 1897 
Hirsch, Raphael, Dr. med. 1907 
Frau Hirsch, Lina, Dr. 1907 
Hirschberg, Max, Dr. San.-Rat 1892 
Hirschfeld, Albert 1909 
Hirschfeld, Otto H. 1897 
Hirschhorn, Fritz 1905 
Hirschler, Leopold 1903 
Fräulein Hobrecht, Annemarie 1907 
Hochschild, Leo 1908 
Hochschild, Philipp, Dr. 1907 
Hochschild, Salomon 1906 
Hochschild, Zachary, Direktor 1897 
Höchberg, Otto 1877 
Hock, Fritz, Architekt 1907 
Fräulein Hoerle, Cecile 1907 
Hoerle, Eugene 1907 
Hoerle, Julius 1907 
Hoff, Alfred, Konsul 1903 
HoSmann, Paul 1908 
Hofmann, Otto 1905 
Frau Hohenemser, Mathilde 1908 
Hohenemser, Moritz W. 1905 
Hohenemser, Otto, Dr. med. 1904 
Hohenemser, Robert, Dr. jur. 1905 
Höhne, Oberarzt, Dr. med. 1908 
HoU, Joseph, & Co. 1905 
Frau Holland, Dora 1908 
Holz, August 1909 
Holz, Wilhelm 1907 
Holzmann, Eduard, Ingenieur 1905 
Homberger, Ernst, Dr. med. 1904 
Homburger, Michael 1897 
Homm, Nikolaus 1906 
Horkheimer, Anton, Stadtrat a.D. 1906 
Horkheimer, Fritz 1892 
Horn, Hans, Lehrer 1906 
Frau Horstmann, Elise 1903 
Horstmann, Georg 1897 
Huck, August 1900 
V. Hoven, Franz, Baurat 1897 
*Hübner, Emil, Dr. med. 1895 
Hüttenbach, Adolf 1903 
Hupertz, Eduard, Dr. jur., Oberstaats- 
anwalt, Geh. Ober-Justizrat 1905 



Jacquet, Hermann 1891 
Jaffe, Gustav, Rechtsanwalt 1905 
Jaffe, Theophil, Dr. med., San.-Rat 1905 
Jäger, Alfred, Dr., Veterinärarzt 1903 
Jaeger-Manskopf, Fritz 1897 
*Jassoy, Aug., Dr. phil., Apotheker 1891 
Frau Jassoy, August, Dr. 19Ü8 
Jassoy, Julius 1905 
Jassoy, Ludwig Wilhelm 1905 
Frau Jay, Louis 1903 
Jelkmann, Fr., Dr. phil. 1893 
Hlig, Hans, Direktor 1906 
Job, Wolfgang, Konsul 1907 
Frau Jordan - de Rouville, L. M. 1903 
Josephthal, Carl 1908 
Frau Jung, Emilie 1907 
Junge, Bernhard 1907 
Jungmann, Eduard 1897 
Junior, Karl 1903 
Jureit, J. C. 1892 
Kahn, Bernhard 1897 
Kahn, Ernst, Dr. med. 1897 
Kahn, Julius 1906 
Kalb, Moritz 1891 
Kalberlah, Fritz, Dr. med. 1907 
*Kallmorgen, Wilh., Dr. med. 1897 
Katzenellenbogen, Albert, Dr. jur. 1905 
Katzenstein, Edgar 1906 
Kaulen, Ernst, Amtsrichter 1908 
Kayser, Heinr., Dr. med. 1903 
Kayser, Carl 1906 
Kayßer, Fritz, Architekt 1899 
Käßbacher, Max 1909 
Keller, Adolf 1878 
Keller, Ernst, Direktor der Elisa- 
bethenschule 1907 
Keller, Otto 1885 
Kessler, Hugo 1906 
Kindervatter, Gottfried 1906 
*Kinkelin, Friedrich, Dr. phil., Prof. 

1873 
Kirchheim, S., Stadtrat, Dr. med. 1873 
Kissner, Heinrich 1904 
Klein, Walter, Amtsgerichtsrat 1906 
Kleyer, Heinr., Kommerzienrat 1903 
Kliewer , Johannes , kgl. Gewerberat 
1907 



— 77* — 



Klinghardt, Franz, cand. geol. 1908 
Klimsch, Eugen 1906 
Klitscher, F. Aug. 1878 
Knauer, Jean Paul 1906 
Knickenberg, Ernst, Dr. med. 1897 
♦Knoblauch, Aug., Prof., Dr. med., Di- 
rektor des städtischen Siechen- 
hauses 1892 
Frau Knoblauch, Aug., Prof. Dr. 1908 
Knoblauch, Paul, Dr. med. 1905 
Knodt, Georg 1909 
Frau Koch, geb. von St. George 1891 
Koch, Karl 1902 
Koch, Louis 1903 
Köhler, Hermann, Kom.-Rat 1891 
Kohn, Karl, Direktor 1909 
Kölle, Karl, Stadtrat 1905 
Kömpel, Eduard, Dr. med. 1897 
König, Albert, Sanitätsrat, Dr. med., 

Stadtarzt 1905 
König, Karl, Dr. med. 1904 
Kgl. Lehranstalt für Zollbeamte der 
Provinz Hessen-Nassau 1907 
V. Königswarter, H., Baron 1891 
Königswerther, Heinrich 1906 
Könitzers Buchhandlung 1893 
Frau Könitzer-Jucho, Lisa 1907 
Könitzer, Oskar 1906 
Kohn, Karl, Direktor 1909 
Kohn, Julius, Dr. med. 1904 
Körner, Erich, Prof. 1907 
Koßmann, Alfred, Bankdirektor 1897 
Koßraann, Heinrich 1908 
Köster, E. W., Direktor 1908 
Kotzenberg. Karl, Konsul 1903 
Kowarzik, Jos., Bildhauer 1898 
Kraemer-Wüst, Julius 1908 
Frau Kramer, Emma 1908 
Kramer, Robert, Dr. med. 1897 
Kremski, Maximilian, Major 1908 
Kreuscher, Jakob 1880 
Kreuzberg, August 1905 
Küchler, Ed. 1886. 
Küchler, Fr. Karl 1900 
Künkele, H. 1903 
Kugler, Adolf 1882 
Kuhlmann, Ludwig 1905 



Kulimann, Karl 1904 
Kutz, Arthur, Dr. med. 1904 
Labes, Philipp, Dr. jur , Direktor 1905 
♦Lachmann, Beruh., Dr., San. -Rat 1885 
Ladenburg, August 1897 
Ladenburg,Ernst, Kommerzienrat 1897 
Larabert, Richard, Prof. 1903 
Lampe, Ed., Dr., San.-Rat 1897 
Lampe, J. D. W. 1900 
Landauer, Fredy 1905 
Landauer, Max 1907 
Lange, Markus, Dr. 1908 
Lapp, Wilhelm, Dr. med. 1904 
♦Laquer, Leop. Dr. med., San.-Rat 1897 
Lauch, Jean, Prokurist 1909 
Lauter, W., Dr. 1908 
Lauterbach, Ludwig 1903 
Lehmann, Leo 1903 
Leisewitz, Gilbert 1903 
Leitz, Ernst 1908 
Lejeune, A., Dr. med. 1900 
Lejeune, Alfred 1903 
Lejeune, Ernst 1905 
Leser, Wilhelm, Dr. jur., Oberlandes- 
gerichtsrat 1907 
Leser, Edmund, Geh. San.-Rat. Prof. 

Dr. 1908 
Leuchs-Mack, Ferdinand 1905 
Levi, Adolf 1907 

♦Levy, Max, Dr. phil, Oberlehrer 1893 
♦Libbertz, A., Dr., Geh. San.-Rat 1897 
Liebmann, Jakob, Dr. jur., Justizrat 

1897 
Liebmann, Louis, Dr. phil. 1888 
Liermann, Otto, Dr. phil., Direktor des 
Wöhler-Realgymnasiums 1907 
Lilienfeld, Sidney, Dr. med. 1907 
Lindheimer, Dr., Justizrat 1905 
Lindley, William, Baurat 1904 
Linke, Franz, Dr. phil. 1909 
Lipstein, Alfred, Dr. med. 1908 
Lismann, Karl, Dr. phil., Zahnarzt 1902 
Lismann, Rudolf 1908 
Frau Livingston, Emma 1897 
Frl. Livingston, Rose 1903 
Löwe, H., Oberlehrer 1908 
Loew, Siegfried, Zahnarzt 1908 



— 78* — 



*Loretz,Wilh., Dr. med., San.-Kat 1877 
Lotichius, Alfred, Dr. jur. 1908 
Löwenstein, Simon 1907 
Frl. Lucae, Emma 1908 
Frau Lucius, E., Dr. 1909 
Liischer, Karl 1905 
Lußmann, Konrad 1907 
Lust, Heinrich Frdr. 1905 
Maier, Herrn. Heinr., Direktor 1900 
Maier-Livingston, Ernst, Dr. 1909 
Majer, Alexander 1889 
Manskopf, Nicolas 1903 
Mappes, Heinrich, Generalkonsul 1905 
Marx, Eduard 1907 
*Marx, Ernst, Dr. med., Prof., Stabs- 
arzt 1900 
Marx, Hermann, Dr., Chemiker 1908 
Marx, Josef 1907 
Marx, Karl, Dr. med. 1897 
Frau von Marx, Mathilde 1897 
Matthes, Alexander 1904 
Matti, Alex., Dr. jur., Stadtrat 1878 
May, Adam 1908 
May, Franz L., Dr. phil. 1891 
May, Hans Robert, Fabrikant 1909 
May, Martin 1866 
May, Martin, jun. 1908 
May, Robert 1891 
V. Mayer, Adolf, Freiherr 1903 
V. Mayer, Eduard, Buchhändler 1891 
V. Mayer, Hugo, Freiherr 1897 
Mayer, Ludo, Geh. Kommerzienrat 1903 
Mayer, Martin, Dr. jur., Justizrat 1908 
Mayer, Norbert 1908 
Mayer-Dinkel, Leonhard 1906 
Meinefeld, Wilhelm 1908 
Melber, Friedrich, Konsul 1903 
*Melber, Walter 1901 
Merton, Alfred 1905 
*Merton, Hugo, Dr. phil. 1901 
Merton, W., Dr. phil. h. c. 1878 
Merton, Walter, Direktor 1906 
Mettenheimer, Beruh., Dr. jur. 1902 
*von Mettenheimer, H., Dr. med. 1898 
Metzger, L., Dr. med. 1901 
Metzler, Hugo 1892 
Meyer, Otto, Rechtsanwalt 1907 



Meyer, P., Dr. jur., Ober-Reg.-Rat 

1903 
*v. Meyer, Edw., Dr. med. 1893 
Meyer, Richard, Dr. jur. 1909 
Meyer-Petsch, Eduard 1906 
Michels, Eduard 1909 
Minjon, Hermann 1907 
Frau Minjon, Sophie 1898 
Minoprio, Heinrich 1907 
Minoprio, Karl Gg. 1869 
*Möbius, M., Dr. phil, Prof. 1894 
Moessinger, W. 1891 
Morf, F. H., Dr. phil , Prof. 1903 
Moricinski, Georg, Oberstabsveterinär 

1909 
Mosessohn, Sally, Dr. phil. 1904 
Mouson, Jacques 1891 
Müller, Eduard 1909 
^Müller, Karl, Berginspektor 1903 
Müller, Max, Fabrikdirektor 1909 
Müller, O.Victor, Dr. med. 1907 
Müller, Paul 1878 
Müller Sohn, A. 1891 
Mumm V. Schwarzenstein, A. 1869 
Mumm V. Schwarzenstein, Fr. 1905 
Nassauer, Max, Dr. phil. 1905 
Frau Nassauer, Max, Dr. 1909 
Nathan, S. 1891 

♦Naumann, Edmund, Dr. phil. 1900 
Nebel, August, Dr. med. 1896 
Neher, Ludwig, Baurat 1900 
Frau Neisser, Emma 1901 
*Neisser, Max, Dr. med., Prof. 1900 
Nestle, Hermann 1900 
Nestle, Richard 1891 
Nestle, Wilhelm 1903 
Neubauer, Josef, Dr. med. vet. 1908 
Neuberger, Julius, Dr. med. 1903 
Neubürger, Otto, Dr. med. 1891 
Neubürger, Theod., Dr. med.. Geh. 

San.-Rat 1860 
de Neufville, Eduard 1900 
*de Neufville, Robert, Kom-.Rat 1891 
de Neufville, Rud., Dr. phil. 1900 
V. Neufville, Adolf 1896 
V. Neufville, G., Adolf 1896 
V. Neufville, Gurt 1905 



— 79* — 



V. Neufville, Karl, 1900 
Neumann, Paul, Dr. jur. 1905 
Neumann, Theodor, Dr. phil., Ober- 
lehrer 1906 
Neustadt, Adolf 1903 
Niederhofheim, Heinr. A., Direktor 1891 
Nies, L. W. 1904 
V. Obernberg, Ad., Dr. jur., Stadtrat 

a. D. 1870 
Obernzenner, Julius 1905 
Ochs, Hermann 1873 
Ochs, Richard, Direktor 1905 
Oehler, Rud., Dr. med. 1900 
Oehraichen, Hans, Dipl. Berging. 1906 
Ohl, Philipp 1906 
Oelsner, Hermann, Dr., Justizrat 1906 
Oppenheim, Eduard, Bankdirekt. 1905 
Oppenheim, Moritz 1887 
Oppenheim, Paul, Dr. phil. 1907 
Oppenheimer, Benny 1903 
Oppenheimer, Joe, Dr. jur. 1905 
Frau Oppenheimer, Lincoln Menny 

1909 
Oppenheimer, 0., Dr. med. 1892 
Oppenheimer, Oskar F. 1905 
d'Orville, Eduard 1905 
Osann, Ernst, Dr. med. 1908 
Osterrieth - du Fay, Robert 1897 
Oswalt, H., Dr., Justizrat 1873 
Pabst, Gotthard 1904 
Pachten, Ferd., Dr. jur. 1900 
Paehler, Franz, Dr. phil., Oberlehrer 

1906 
V. Panhuys, Henry, Generalkonsul 1907 
Parrisius, Alfred, Dr. phil., Bank- 
direktor 1904 
von Passavant, G. Herrn. 1903 
Passavant, Philipp 1905 
Passavant, Rudy 1905 
von Passavant-Gontard, R., Geh. Kom- 

merzienrat 1891 
Peipers, August 1905 
Peters, Hans, Zahnarzt 1904 
Petersen, E., Dr. med. 1903 
♦Petersen, K. Th., Dr. phil, Professor 

1873 
Frau Pfaff, Oskar 1906 



Pfeffel, Aug. 1869 
Pfeiffer, Ludw. 1901 
Pfeiffer-Belli, C.W. 1903 
Pfungst, Arthur, Dr. phil. 1900 
Fräulein Philippsohn, Paula, Dr. med. 

1907 
Picard, Lucien 1905 
Pinner, Oskar, Dr. med., San.-Rat 1903 
Plieninger, Theod., Direktor 1897 
Pohle, L., Dr. phil, Prof. 1903 
Ponlick, Wilhelm, Dr. med. 1905 
Popp, Georg, Dr. phil. 1891 
Poppelbaum, Hartwig. 1905 
Posen, Eduard, Dr. phil. 1905 
Posen, Sidney 1898 
Priemel, Gurt, Dr., Direktor des Zoo- 
logischen Gartens 1907 
*Prior, Paul, Hütteningenieur 1902 
Propach, Robert 1880 
Prösler, J. Wilhelm 1906 
Przyrembel, Julius, Direktor 1908 
Quincke, Heinrich, Geh. Med.-Rat, Prof. 

Dr. 1908 
Quincke, Hermann , Oberlandesgerichts- 
rat 1903 
Raab, A., Dr. phil, Apotheker 1891 
RansohoS, Moritz, Dr., San.-Rat 1907 
Ratazzi, Karl 1905 
Ravenstein, Simon 1873 
Rawitscher, Ludwig, Dr. jur., Land- 
gerichtsrat 1904 
Frau Regnier, Emma, geb. Fischer 1900 
Reh, Robert 1902 
*Rehn, J. H., Dr. med., Geh. San.-Rat 

1880 
Rehn, Louis, Dr. med., Prof., Direktor 
am Stadt. Krankenhause 1893 
Fräulein Reichard, E. 1907 
Reichard-d'Orville, Georg 1905 
Frau Gräfin v. Reichenbach-Lessonitz, 
geb. Freiin Göler V.Ravensburg 
1903 
*Reichenbach, Heinrich, Dr. phil, Prof. 

1872 
Reidenbach, Friedr. Wilh. 1908 
Fräulein Rein, Ella 1908 
Frau Baron von Reinach 1905 



80* — 



Reinartz, Karl, Dipl.-Ing. 1908 
Frau Reinert, Martha, Direktor 1909 
Reiss, Adolf, Dr.jur., Gerichtsassessor 

1906 
Reiss, Emil, Dr. med. 1907 
Fräulein Reiss, Sophie 1907 
Rennau, Otto 1901 
Reutlinger, Jakob 1891 
Richter, Johannes 1898 
Richter, Rudolf, Dr., Oberlehrer 1908 
♦Richters, Ferdinand, Dr. phil., Prof. 

1877 
Frau Riese, Karl 1897 
Riese, Otto, Baurat 1900 
Riesser, Eduard 1891 
Rintelen, Franz, Dr. 1904 
Ritsert, Eduard, Dr. phil., Fabrik- 
direktor 1897 
Ritter, Hermann, Baurat 1903 
Fräulein Roediger, Anna 1908 
*Roediger, Ernst, Dr., San.-Rat 1888 
Roediger, Paul, Dr.jur., Justizrat 1891 
Rolfes, Werner 1908 
Rollmann, Ludwig 1906 
*Rörig, Ad., Dr. med., Forstmeister 

a. D. 1897 
Fräulein Rößler, Charlotte 1907 
Rößler, Friedrich, Dr.phil., Direkt. 1900 
Rößler, Heinrich, Dr. phil. 1884 
Rößler, Hektor 1878 
Rover, August 1909 
Roger, Karl, Bankdirektor 1897 
Rohmer, Wilhelm 1901 
Ronnefeld, Adolf 1905 
Ronnefeld, Friedrich 1905 
Roos, Heinrich 1899 
Roos, Israel, Dr. phil. 1905 
Rose, Christian 1905 
Roques, Adolf., Dr. phil. 1900 
Roques-Mettenheimer, Etienne 1897 
Rosenbaum, E., Dr. San.-Rat 1891 
Frau Rosenbaum-Canne, Marie 1907 
Rosenbusch, Eduard 1907 
Rosengart, Jos., Dr. med. 1899 
Rosenhaupt, Heinrich, Dr. med. 1907 
Rosenthal, Rudolf, Dr. jur., Rechts- 
anwalt 1897 



Roth, Karl, Dr. med., Medizinalrat 1903 
Rother, August 1903 
Röthig, Paul, Dr. med. 1908 
Rothschild, Otto, Dr. med. 1904 
Rühle, Karl, Lehrer a. d. Elisabethen- 
schule 1908 
Rumpf, Gustav Andreas, Dr. phil. 1905 
Ruppel, Sigwart, Prof. 1908 
Sabarly, Albert 1897 
Sachs, Hans, Dr. med., Prof. 1903 
♦Sack, Pius, Dr. phil. 1901 
Salomon, Bernhard, Prof., General- 
direktor 1900 
Sandhagen, Wilhelm 1873 
Sarg, Francis C. A., Konsul 1906 
♦Sattler, Wilhelm, Stadtbauinspektor 

1892 
Sauerländer, Robert 1904 
♦Schäffer- Stuckert, Fritz, Dr. dent. 

surg. 1892 
Scharff, Charles A. 1897 
Scharff, Julius, Bankdirektor 1900 
Schaub, Alfred, Druckereibesitzer 1909 
♦Schauf, Wilh., Dr. phil., Prof. 1881 
Schaumann, Gustav, Stadtrat 1904 
Scheib, Adam 1905 
Scheller, Karl, Buchhändler 1897 
Schepeler, Hermann 1891 
Scherenberg, Fritz, Polizei-Präsident 

1905 
Scherlenzky, Karl August 1905 
Scheuermann, Wilhelm, Geh. Justiz- 
rat 1909 
Scheven, Otto, Dr. med. 1907 
Schiechel, Max, Bergingenieur 1909 
Schiermann - Steinbrenk, Fritz 1903 
Schifi, Ludwig 1905 
Schild, Eduard 1904 
Schild, Rudolf, Dr. med. 1903 
Schleich, Wilhelm 1908 
Schlesinger, Theodor Heinrich 1907 
Schleußner, Friedr., Direktor 1900 
Schleußner, Karl, Dr. phil. 1898 
Schloßmacher, Karl, jun. 1906 
Schlund, Georg 1891 
Schmidt, Job. Julius, Dr. med., Sani- 
tätsrat 1907 



— 81* - 



Frau Schmidt, Rudolf 1904 
Schmidt -Benecke, Eduard, Fabrik- 
besitzer 1908 
Schmidt-Diehler, W., Architekt 1908 
Schmidt- de Neufville, Willy, Dr. med. 

1907 
Schmidt-Polex, Anton 1897 
*Schmidt-Polex, Fritz, Dr. jur. 1884 
Schmidt-Polex, Karl, Dr. jur., Justiz- 
rat 1897 
Schmidt-Scharff, Eugen 1905 
Schmiedicke, Generalarzt, Dr. 1906 
Schmitz, Ernst, Dr. med. 1908 
Schmölder, P. A. 1873 
*Schnaudigel, Otto, Dr. med. 1900 
Schneider, Gustav M. 1906 
Scholz, Bernhard, Dr. med. 1904 
Schott, Alfred, Direktor 1897 
Schott, Sigmund 1906 
Schott, Theod., Dr. med., Prof. 1903 
Schrauth, Heinrich 1908 
Schrey, Max 1905 
Schuenemann, Theodor 1908 
Schüler, Max 1908 
Schürmann, Adolf 1891 
Schulz, Karl 1905 
Schulze-Hein, Hans 1891 
Schulz-Euler, Karl Fr. 1906 
Schumacher, Peter, Dr. phil. 1905 
Schuster, Bernhard 1891 
Schuster, Bernhard, Dr. med. 1908 
Schuster, Paul, Dr. med. 1908 
Schuster-Kabl, F. W., Bankier 1905 
Schwartze, Erich, Oberlehrer, Dr, 

1907 
Schwarz, Ernst, stud. phil. 1908 
Schwarz, Georg Ph. A. 1878 
Frau Schwarz, Otto 1907 
Schwarzschild, Martin 1866 
Schwarzschild-Ochs, David 1891 
Scriba, Eugen, Dr. med. 1897 
Seeger, G., Architekt 1893 
Seeger, Oskar 1904 
Seeger, Willy 1904 
Seitz, Heinrich 1905 
Seligman, Milton, Dr. jur., Amts- 
richter 1905 



Seligmann, Rudolf 1908 

Sendler, Alexander, Oberlehrer, 
Dr. phil. 1909 

Seuffert, Theod., Dr. med., Sanitäts- 
rat 1900 

Sexauer, Fritz, Dr. med. 1908 

Sichel, Ignaz 1905 

Sidler, Karl 1905 

*Siebert, August, Kgl. Gartenbau- 
direktor 1897 

Siebert, Arthur, Bankdirektor u. Kgl. 
Württemberg. Konsul 1900 

Siegel, Ernst, Dr. med. 1900 

Siesmayer, Philipp 1897 

Silbermann, M. 1908 

Simon, Friedrich, Oberlehrer, Dr. 1908 

Simon, Julius, Dr., Geh. Justizrat, 
Oberlandesgerichtsrat 1907 

Simonis, Eduard 1907 

Simons, Walter, Major und Bezirks- 
offizier 1907 

Simrock, Karl, Dr. med. 1907 

Sioli, Emil, Dr. med., Prof., Direktor 
der Irrenanstalt 1893 

Sippel, Albert, Dr. med., Prof. 1896 

Sittig, Edmund, Prof., Oberlehrer 
1900 

Solm, Richard, Dr. med. 1903 

Sommer, Julius, Direktor 1906 

Sommerhoff, Louis 1891 

Sommerlad, Friedrich 1904 

*Frau Sondheim, Maria 1907 

Sondheim, Moritz 1897 

Sonnemann, Leopold 1873 

Frau Speyer, Franziska 1909 

Spieß, Gustav, Dr. med., Prof. 1897 

Stavenhagen, Julius 1909 

v. Steiger, Louis, Baron 1905 

Frau von Stein, Caroline, Baronin, 
Pröbstin 1909 

Stern, Adolf 1906 

Stern, Mayer 1905 

*Stern, Paul, Dr. phil. 1905 

Stern, Richard, Dr. med. 1893 

Frau Stern, Theodor 1901 

Stern, Willy 1901 

Sternberg, Paul 1905 

6 



— 82=" 



Stettheimer, Eugen, Rentner 19Ü6 
Frau V. Stiebel, H., Konsul 1903 
Stiebel, Karl Friedrich 1903 
Stock, Wilhelm 1882 
Stoecker, Georg 1909 
Stoeckicht, Karl 1905 
Frl. Stolzenhayn, Margarethe 1907 
Strauß, Eduard, Dr. phil. 1906 
Strauß, Ernst 1898 
Straus, F., Dr. med. 1904 
Frau Strauß-Ellinger, Emma 1908 
Streng, Wilhelm, Dr. med. 1897 
Stroof, Ignatz, Dr. phil. 1903 
Strupp, Louis, Geh. Korn. -Rat 1908 
Sturm, August, Tierarzt 1908 
Sturm, Otto, Architekt 1907 
Sulzbach, Emil 1878 
Sulzbach, Karl, Dr. jur. 1891 
Szamatölski, Dagobert, Apotheken- 
besitzer 1905 
Tecklenburg, Wilhelm, Assessor 1907 
*Teichmann, Ernst, Dr. phil. 1903 
„Tellus", Aktiengesellschaft für Berg- 
bau und Hüttenindustrie 1907 
Textor, Carl, W. 1908 
Thebesius, Louis, Dr. jur., General- 
konsul 1900 
Theiß, Wilhelm, Regierungs-Baumstr. 

1907 
Thoma, Phil. 1893 
Thoms, Heinrich, Dr. phil., Kreis- 
tierarzt 1904 
Trauner, August, Architekt 1908 
Treupel, Gustav, Dr. med., Prof. 1903 
Trier, Julius 1908 
Frau Trier, Theodor 1908 
Trommsdorff, Wilhelm 1909 
Trost, Fritz 1897 
UUmann, Albert 1905 
Ullmann, Karl, Dr. phil. 1906 
Ulrich, Otto, Direktor 1902 
Varrentrapp, Adolf, Dr. jur. , Geh. 
Reg.-Rat, Bürgermeister a. D. 
1900 
Velde, August, Dr. Prof. 1908 
Frl. Velde, Julie, Oberlehrerin 1902 
V. d. Velden, Wilh., Bankdirektor 1901 



Vetter, Heinrich 1909 

Vogt, H., Prof., Dr. med. 1908 

Vogler, Karl, Dr. phil., Oberlehrer 

1903 
*Vohsen, Karl, Dr., San.-Rat 1886 
VoUmar, Otto, Baumeister 1907 
Vorster, Carl, Rentner 1907 
Voß, Otto, Dr. med., Prof. 1907 
Vowinckel, M., Direktor 1891 
Wachsmuth, Hans, Dr. med. 1907 
Wachsmuth, Richard, Dr. Prof. 1907 
Wagener, Alex 1904 
Wagner, Gottfried 1905 
*Wahl, Gustav, Dr. phil. 1907 
Walthard, Max, Dr. med., Prof. 1908 
Frau Gräfin v. Wartensleben, Gabriele, 

Dr. phil. 1902 
Weber, Eduard, Direktor 1907 
Weber, Heinrich, Dr. med. 1897 
Weiller, Emil 1906 
Weiller, Jakob H. 1891 
Weiller, Lionel 1905 
Weidmann, Hans, Direktor 1905 
v. Weinberg, Arthur, Dr. phil. 1897 
V. Weinberg, Karl, Gen. -Konsul 1897 
Weinrich, Philipp 1908 
Weinschenk, Alfred 1903 
Weinsperger, Friedrich 1906 
*Weis, Albrecht 1882 
Weisbrod, Aug., Druckerei 1891 
i Weismann, Daniel 1902 
Weismantel, 0., Dr. phil., Prof. 1892 
Weller, Albert, Dr. phil. 1891 
Wernecke, Paul, Baiuat 1908 
Werner, Felix 1902 
Wertheim, Karl, Justizrat 1904 
Wertheim, Max, Privatier 1907 
Wertheimber, Julius 1891 
W^ertheimber-de Bary, Ernst 1897 
Wertheimer, Otto, Dr. phil. 1905 
Wetzlar-Fries, Emil 1903 
Wiesbader, Julius 1906 
*v. Wild, Rudolf, Dr. med. 1896 
Wilhelmi, Adolf 1905 
Wilhelmi -Winkel, Gustav 1907 
Willemer, Karl, Dr. med. 1905 
*Winter, Friedr. W. 1900 



I 



- 83* — 



Frau Winter von Moellendorff, Gertrud 

1908 
Frl. Winterhalter, E., Dr. med. 1908 
Winterwerb, Eud. , Dr. jur., Bank- 
direktor 1900 
Witebsky, Michael, Dr. med. 1907 
Wirth, Richard, Dr. 1905 
Wolff, Ludwig, Dr. med. 1904 
Wollstätter, Karl jun. 1907 
Wormser, Siegmund H., Bankdirektor 
1905 



Wronker, Hermann 1905 

Wurmbach, Julius 1905 

Wnrmbach, P., Landgerichtsrat 1908 

Wüst, Georg 1908 

Wüst, Hermann 1908 

Zeiß -Bender, Louis, Konsul 1907 

Zeltmann, Theod. 1899 

Zerban, Eugen, Fabrikant 1908 

Ziegler, Karl 1905 

Zimmer, J. Wilh., Stadtrat 1907 



I)) auswärtige beitragende Mitglieder 



♦Alzheimer, Alois, Dr. med., München 

1896 
Andreae, Konrad, Rapallo 1906 
Baumstark, Robert, Dr. med., Hom- 
burg V. d. H. 1907 
Becker, J., Dr. phil., Direktor des städt. 

Schlachthofes, Hanau 1904 
Bender, Otto, Dr. med., München 1908 
Bibliothek, Königl., Berlin 1882 
Brugger, R, Dr. med., Generalober- 
arzt, Cassel 1907 
V. Brüning, Gustav, Dr. phil.. Höchst 

a. M. 1903 
Cammert, Paul, Dr. med., Oberstabs- 
arzt, Altenburg 1907 
Drüner, Leo, Dr. med.. Stabsarzt, 

Trier 1904 
Duden, P., Prof. Dr., Höchst 1906 
Eichmeyer, Hermann, Direktor, Benz- 
berg 1907 
Engelhardt, Otto, Hofheim, T. 1908 
Feist, Fr., Dr. phil., Prof., Kiel 1887 
Flaecher, F., Dr. phil., Höchst 1908 
Flügel, Josef, Limburg a. d. Lahn 1907 
Fresenius, Ant., Dr. med., San.-Rat, 

Jugenheim 1893 
Gaum, Fritz, Halle a. S. 1905 
Goldschmidt, Rieh., Dr. phil., Privat- 
dozent d. Zoologie, München 
1901 
Graubner, Karl 1905 
Grosch, K., Dr. med., Offenbach a. M. 
1904 



Hahne, August, Stadtschulrat, Hanau 

1908 
Fräulein Hamburger, Clara, Dr. phil., 

Heidelberg 1906 
von Harling, Kgl. Oberförster Rod 

a. d. Weil 1906 
Hartmann, Moritz, Dr. med., San.-Rat, 

Hanau 
Hauck, Moritz, Darmstadt 1874 
Heintzenberg, Erwin, Offenbach a. M. 

1908 
Heraus, Heinrich, Hanau 1889 
Hess, Arnold, Dr. phil.. Höchst 1908 
Herxheimer, G., Dr. med., Professor, 

Wiesbaden 1901 
Homburger, August, Dr. med., Neuen- 
heim-Heidelberg 1899 
Jenisch, C, Dr. phil., Mainkur 1908 
Frau Istel, Charlotte, Paris 1908 
Fräulein Köhler, Emilie, Hofheim i. T. 

1907 
Kohnstamm, Oscar, Dr. med., König- 
stein i. T. 1907 
König, Ernst, Dr. phil., Höchst a. M. 

1908 
Kratz, K., Dr. phil., Mainkur 1906 
Krekel, E., Forstmeister, Hofheim i. T. 

1904 
Laurenze, Ad., Großkarben 1903 
V. Leonhardi, Moritz, Freiherr, Groß- 
karben 1904 
*Lepsius, B., Dr. phil., Prof., Fabrik- 
direktor, Griesheim a. M. 1883 



84* — 



V. Lindequist, Oskar, General - Oberst 
und Generaladjutant Sr. Maje- 
stät des Kaisers und Königs, 
Generalinspekteur der III. 
Armeeinspektion, Exzellenz, 
Berlin 1900 

Lorentz, Guido, Dr. phil., Höchst a. M. 
1907 

zu Löwenstein -Wertheim - Rosenberg, 
Prinz Johannes, Kleinheubach 
1908 

Fräulein Luraschi, Ernesta, Hoiheim 
i. T. 1906 

von Marx, Heinrich, Falkenhof 1908 

Frl. Mayer, Josephine, Langenschwal- 
bach 1897 

von Meister, Herbert, Dr. phil., Sind- 
lingen 1900 

von Meister, Wilhelm, Dr., Regierungs- 
präsident, Wiesbaden 1905 

Merton, Eduard, Gutsbesitzer, Ritt- 
nerthaus 1909 

Müller, Adolf, Isenburg 1907 

Neubronner, Julius, Dr. phil., Apo- 
theker, Cronberg i. T. 1907 

Frau Ostreich, Anna,Dr., Utrecht 1901 

Oppermann, Erich, Dr., Höchst a, M. 
1907 

Frl. Osterberg, D., Königstein i.T. 1908 

Pust, Oberstabsarzt, Dr., Offenbach 
a. M. 1908 

Reichard, Adolf, Dr. phil., Helgoland 
1901 

Reiss, Eduard, Dr. med., München 
1903 



Rothschild, David, Dr. med., Bad Soden 

1901 
Ruland, Karl, Offenbach a. M. 1908 
Ruppel, W., Prof., Dr. phil., Höchst 

a. M. 1903 
Schaffnit, Karl, Dr. phil., Apotheker, 

Rödelheim 1903 
Schmick, Rudolf, Geh. Oberbaurat, 

Darmstadt 1900 
Schmidt, H., Lehrer, Kloppenheim 1908 
Schmitt, H., Dr. med , Arheiligen bei 

Darmstadt 1904 
Scholl, Franz, Dr. phil., Höchst a. M. 

1908. 
Scriba, L., Höchst a. M. 1890 
Seidler, August, Hanau 1906 
*Seitz, A., Prof., Dr., Darmstadt 1893 
Singer, Fritz, Dr., Offenbach a M. 1908 
Sporleder, Oskar, Buchschlag 1905 
Strauß, Jakob, Tierarzt, Offenbach a. M. 

1908 
Thilenius, Otto, Dr. med., Geh. San.- 

Rat, Bad Süden 1907 
Uth, Franz, Justizrat, Hanau 1907 
Voigt, Walter, Dr., Prof., Bonn 1908 
Weintraud, W. 0., Dr. med., Prof., 

Wiesbaden 1909 
Weiß, Jul., Montigny b. Metz 1897 
Wetzel, Heinr., Bensheim 1864 
Wiederhold, Gurt, Dr. phil., Mainkur 

1904 
Wittich, Ernst, Dr. phil., Darmstadt 

1898 
Wolfskehl, Eduard, Regierungsbau- 
meister, Darmstadt 1908 



— 85* — 
111. Außerordentliche Ehrenmitglieder 

1900 Wallot, Paul, Prof., Dr. phil., Geh. Hof- und Baurat in Dresden 

19Ü7 Adickes, Franz, Dr. med., Oberbürgermeister in Frankfurt a. M. 

1907 von Erlanger, Caroline, Freifrau in Nieder-Ingelheim 

1907 von Grunelius, Adolf in Frankfurt a. M. 

1907 Holle, Ludwig, Dr. phil, Staatsminister und Minister der geistlichen 

Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten in Berlin 

1907 von Metzler, Albert, Stadtrat in Frankfurt a. M. 

1907 Schiff, Jakob H, in New York 

1909 Reis, L. H. in Frankfurt a. M. 

1909 Ziehen, Julius, Stadtrat, Dr. in Frankfurt a M. 



IV. Korrespondierendes Ehrenmitglied 

1866 Rein, J. J., Dr. phil., Geh. Regierungsrat, Professor der Geographie an 
der Universität Bonn 



Y. Korrespondierende Mitglieder*) 

1850 Scheidel, Sebastian Alexander, Privatier in Bad Weilbach 

1860 Weinland, Christ. Dav. Friedr., Dr. phil. in Hohen-Wittlingen bei Urach. 

Württemberg 
1860 Weismann, August, Dr. phil, Wirkl Geh. Rat, Exzellenz, Prof. der 

Zoologie und Direktor des zool Instituts der Universität Freiburg i. B. 

(von hier) 
1862 Steffan, Phil, Dr. med. San.-Rat, in Marburg i. H. (von hier) 
1862 Deiehler, J. Christ., Dr. med. in Jugenheim (von hier) 
1868 Hornstein, F., Dr. phil, Prof. in Kassel 
1872 Westerlund, Karl Agardh, Dr. phil. in Ronneby, Schweden 

1872 Hooker, Jos. Dalton, Dr., früher Direktor des botanischen Gartens in 

Kew bei London 

1873 Günther, Albert, Dr., früher Keeper of the Department of Zoology am 

British Museum (N. H.) in London 
1873 Sclater, Phil. Lutley, Secretary of the Zoological Society in London 
1873 Schwendener, Simon, Dr., Geh. Reg.-Rat, Prof, der Botanik und Direktor 

des bot. Instituts der Universität Berlin 
1873 Fries, Th., Dr. Prof. in Upsala 

1873 Schweinfurth, Georg, Prof., Dr. in Berlin 

1874 Gasser, Emil, Dr. med.. Geh. Med. -Rat, Prof. der Anatomie und Direk- 

tor des anat. Instituts der Universität Marburg (von hier) 



*) Die verehrl Korrespondierenden Mitglieder werden höflichst gebeten, 
eine Veränderung des Wohnortes oder des Titels der Direktion der Sencken- 
bergischen Naturforschenden Gesellschaft anzuzeigen. 



— 86* — 

1875 Bütschli, Johann Adam Otto, Dr. phil., Geh. Hofrat, Prof. der Zoologie 

und Direktor des zool. Instituts der Universität Heidelberg (von hier) 

1876 Liversidge, Archibald, Dr., Prof. der Chemie und Mineralogie an der 

Universität Sidney, Australien 
1876 Meyer, Adolf Bernhard, Dr. med.. Geh. Hofrat in Berlin 

1876 Wetterhan, J. D. in Freiburg i. Br. (von hier) 

1877 Becker, L., Oberingenieur in Wandsbek b. Hamburg 

1878 Chun, Karl, Dr., Geh. Rat, Prof. der Zoologie und Direktor des zool. 

Instituts der Universität Leipzig (von hier) 

1880 Jickeli, Karl, Dr. phil. in Hermannstadt 

1881 Todaro, A., Prof. Dr., Direktor des botanischen Gartens in Palermo 

1881 Snellen, P. C. F. in Rotterdam 

1882 Retowski, Otto, k. Staatsrat, Konservator an der Kaiserl. Eremitage 

in St. -Petersburg 
1882 Retzius, Magnus Gustav, Dr. med., Prof. emer. in Stockholm 

1882 Russ, Ludwig, Dr. in Jassy 

1883 Koch, Robert, Prof., Dr. med.. Geh. Med. -Rat, Generalarzt I. Kl. ä la 

suite des Sanitätskorps, o. Mitglied des K. Gesundheitsamts in Berlin 
1883 Loretz, Mart. Friedr. Heinr. Herm., Dr. phil.. Geh. Bergrat in Berlin 
1883 Ranke, Johannes, Dr., Prof. der Anthropologie an der Universität 

München, Generalsekretär der Deutschen anthropol. Gesellschaft 
1883 Jung, Karl, Kaufmann, hier 

1883 Boulenger, George Albert, F. R. S., I. Class Assistant am British Museum 

(N. H.), Department of Zoology, in London 

1884 Lortet, Louis, Dr., Professeur de Parasitologie et de Microbiologie. 

ä la Faculte de Medecine in Lyon 
1884 Se. Königliche Hoheit Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, Dr. med. 

in Nymphenburg 
1884 von Koenen, Adolf, Dr., Geh. Bergrat, emer. Prof. der Geologie und 

Paläontologie in Göttingen 
1884 Knoblauch, Ferdinand, früher Konsul des Deutschen Reiches in Noumea, 

Neukaledonien (von hier) 
1886 von Bedriaga, Jacques, Dr. in Florenz 

1886 Koerner, Otto, Dr. med., Prof. der Ohrenheilkunde an der Universität 

Rostock (von hier) 

1887 Schinz, Hans, Dr. phil., Prof. der Botanik und Direktor des botan. 

Gartens der Universität Zürich 
1887 Stratz, C. H., Dr. med. im Haag, Holland 
1887 Breuer, H., Dr., Prof., Direktor des Realgymnasiums in Wiesbaden 

1887 Hesse, Paul, Kaufmann in Venedig 

1888 von Kimakowicz, Mauritius, Kustos der zool. Abteilung des Museums 

des Siebenbürgischen Vereins für Naturw. in Hermannstadt 
1888 Rzehak, Anton, Prof. der Paläontologie und Geologie an der tech- 
nischen Hochschule in Brunn 

1888 Reuss, Johann Leonhard, Kaufmann in Kalkutta (von hier) 

1889 Roux, Wilhelm, Dr. med.. Geh. Medizinalrat, Prof. der Anatomie und 

Direktor des anat. Instituts der Universität Halle a. S. 



— 87* — 

1890 von Berlepsch, Hans, Graf auf Schloß Berlepsch, Hessen-Nassau 
1890 Fritsch, Anton Johann, Dr., Prof. der Zoologie und Kustos der zool. 
und paläont. Abteilung- des Museums der Universität Prag 

1890 Haacke, Joh. Wilh., Dr. phil., Oberlehrer in Lingen am Emskanal 

1891 Engelhardt, Hermann, Hof rat, emer. Prof. in Dresden 

1891 Fischer, Emil, Dr. phil., Geh. Regierungsrat, Prof. der Chemie und 
Direktor des chemischen Instituts der Universität Berlin 

1891 Hartert, Ernst, Dr. phil., Curator in charge of the Zoological Museum 
in Tring, Herts 

1891 Strubell, Adolf, Prof., Dr. phil., Privatdozent der Zoologie an der 

Universität Bonn 

1892 Beccari, Eduard, Prof. emer. Florenz 

1892 van Beneden, Eduard, Dr., Prof. der Zoologie an der Universität Lüttich 
1892 Dohrn, Anton, Prof., Dr., Geh. Rat und Direktor der zoologischen 

Station in Neapel 
1892 Engler, Heinrich Gustav Adolf, Dr., Geh. Reg. -Rat, Professor der Botanik 

und Direktor des bot. Gartens und des bot. Museums der Universität 

Berlin 
1892 Haeckel, Ernst, Dr., Wirkl. Geh. Rat, Exzellenz, Prof. der Zoologie 

und Direktor des zoologischen Instituts der Universität Jena 
1892 Nansen, Fridtjof, Prof. der Ozeanographie, Dr. in Kristiania 
1892 Schulze, Franz Eilhard, Dr., Geh. Reg.-Rat, Professor der Zoologie und 

Direktor des zoologischen Instituts der Universität Berlin 
1892 Straßburger, Eduard, Dr. phil., Geh. Reg.-Rat, Prof. der Botanik und 

Direktor des bot. Gartens der Universität Bonn 
1892 Sueß, Eduard, Dr., Prof. der Geologie und Direktor des geologischen 

Museums der Universität Wien 
1892 Waldeyer, Heinrich Wilhelm Gottfried, Dr. med.. Geh. Med.-Rat, Prof. 

der Anatomie und Direktor des anatomischen Instituts der Universi- 
tät Berlin 
1892 Fleischmann, Karl, Konsul, Kaufmann in Guatemala 
1892 Bail, Karl Adolf Emmo Theodor, Prof, Dr., Gymnasial - Oberlehrer 

a. D. in Danzig 

1892 Conwentz, Hugo Wilhelm, Prof., Dr., Direktor des westpreuss. Provinzial- 

Museuras in Danzig ; staatlicher Kommissar für Naturdenkmalpflege 

1893 Verworn, Max, Dr. med., Prof. der Physiologie und Direktor des physiol. 

Instituts der Universität Göttingen 
1893 Koenig, Alexander Ferd., Prof., Dr. phil., Privatdozent der Zoologie 
an der Universität Bonn 

1893 Liermann, Wilh., Prof., Dr. med., Leibarzt Seiner Hoheit des Herzogs 
von Anhalt, Direktor des Kreiskrankenhauses in Dessau (von hier) 

1894 Urich, F. W., Secretary of the Trinidad Field Naturalists' Club in 

Port of Spain, Trinidad 

1894 Douglas, James, President of the Copper Queen Company ,, Arizona" in 
New York 

1894 Pagenstecher, Arnold, Dr. med., Geh. San. -Rat, Inspektor des natur- 
historischen Museums in Wiesbaden 



— 88* — 

1894 Dreyer, Ludwig, Dr. phil. in Wiesbaden 

1894 Dyckerhoff, Rudolf, Dr. ing., Fabrikbesitzer in Biebrich a. Eh. 

1895 Kraepelin, Karl Mathias Friedrich, Prof., Dr., Direktor des natur- 

historischen Museums in Hamburg 
1895 Bolau, Heinrich, Dr., Direktor des zoologischen Gartens in Hamburg 
1895 Kükenthal, Willy, Dr. phil., Prof. der Zoologie und Direktor des zool. 

Instituts und Museums der Universität Breslau 
1895 V. Behring, Emil, Dr. med., Wirkl. Geh. Rat, Exzellenz, Prof. der 

Hygiene an der Universität Marburg i. H. 

1895 Murray, John, Dr. phil.. Director of the Challenger Expedition Publi- 

cations Office in Edinburgh 

1896 Scharff, Robert, Dr. phil., Keeper of the Science and Art Museum in 

Dublin (von hier) 

1896 Bucking, Hugo, Dr. phil.. Prof, der Mineralogie an der Universität 
Straßburg i. E. 

1896 Greim, Georg, Dr. phil., Prof. der Geographie an der technischen Hoch- 
schule in Darmstadt 

1896 Möller, Alfred, Dr. phil, Prof., Oberforstmeister und Direktor der Forst- 
akademie Eberswalde 

1896 Lepsius, Richard, Dr. phil., Geh. Oberbergrat, Prof. der Geologie und 
Mineralogie an der technischen Hochschule und Direktor der geolo- 
gischen Landesanstalt für das Großherzogtum Hessen in Darmstadt 

1896 von Mehely, Lajos, Prof., Kustos des Nationalmuseums in Budapest 

1897 Verbeek, Rogier Diederik Marius, Dr. phil., Ing. im Haag, Holland 
1897 Voeltzkow, Alfred, Prof., Dr. phil. in Berlin 

1897 Rüst, David, Dr. med. in Hannover 

1897 Kaiser, Heinr., Dr., Geh. Reg.-Rat, Prof. an der tierärztlichen Hoch- 
schule in Hannover 

1898 V. Ihering, H., Prof., Dr., Direktor des Museums in Säo Paulo 
1898 Forel, A., Dr. med., Prof. in Chigny bei Morges, Kanton Waadt 
1898 Sarasin, Fritz, Dr. in Basel 

1898 Sarasin, Paul, Dr. in Basel 

1898 Schmiedeknecht, Otto, Prof., Dr., Blankenburg in Thüringen 

1899 Kossei, Albrecht, Dr. med.. Geh. Hof rat, Prof. der Physiologie und 

Direktor des physiologischen Instituts der Universität Heidelberg 
1899 Stirling, James, Government Geologist of Victoria in Melbourne 
1899 Le Souef, Dudley, Director of the Acclimatisation Society, Royal Park 

in Melbourne 
1899 Martin, Charles James, Dr., Director of the Lister Institute of Preventive 

Medicine in London 
1899 Strahl, H., Dr. med., Prof, der Anatomie und Direktor des anat. In- 
stituts der Universität Gießen 
1899 Fischer, Emil, Dr. med. in Zürich 
1899 Lenz, H., Prof., Dr. phil., Direktor des naturhistor. Museums in Lübeck 

1899 Schenck, H., Dr. phil, Prof. der Botanik und Direktor des bot. Gartens 

in Darmstadt 

1900 Dönitz, Wilhelm, Prof., Dr. med., Geh. Med.-Rat in Charlottenburg 



- 89* — 

1900 Ludwig, H., Dr. phil., Geh. Reg.-Rat, Prof. der Zoologie und Direktor 
des zool. Instituts und Museums der Universität Bonn 

1900 Munk, Herrn. , Dr. med., Prof. der Physiologie an der Uni- 
versität Berlin 

1900 Fresenius, Heinrich, Dr. phil., Geh. Regierungsrat, Prof. in Wiesbaden 

1900 Zinndorf, Jakob in Offenbach a. M. 

1900 Montelius, Oskar, Dr., Prof. in Stockholm 

1900 Becker, Jage, Direktor in Valencia (Spanien) 

1901 Thilo, Otto, Dr. med. in Riga 

1901 Nissl, Franz, Dr. med., Prof. der Psychiatrie und Direktor der psychia- 
trischen Klinik der Universität Heidelberg 

1901 von Wettstein, Rieh., Dr., Prof. der Botanik in Wien 

1901 Steindachner , Franz, Dr. phil.. Geh. Hofrat, Intendant des K. K_ 
naturhist. Hofmuseums in Wien 

1901 V. Graff, Ludw., Dr., Hofrat, Prof. der Zoologie und Direktor des 
zool. Instituts der Universität Graz 

1901 Döderlein, Ludw., Dr., Prof. der Zoologie in Straßburg i. Eis. 

1901 Simroth, Heinr., Dr., Prof. in Leipzig 

1901 Schillings, C. G., Prof. in Berlin 

1901 Lampert, Kurt, Prof., Dr., Oberstudienrat und Vorstand des kgl. Natu- 
ralien-Kabinetts in Stuttgart 

1901 Friese, Heinrich, Dr. phil. in Schwerin (Mecklenburg) 

1902 Treboul, E., President de la Societe nationale des sciences naturelles 

et raathematiques, Cherbourg 

1902 Schneider, Jakob Sparre, Direktor des Museums in Tromsö 

1902 Kayser, E., Dr., Geh. Reg.-Rat, Prof. der Geologie und Paläontologie 
und Direktor des geol. Instituts der Universität Marburg 

1902 Spengel, J. W., Dr., Geh. Rat, Prof. der Zoologie und Direktor des 
zool. Instituts der Universität Gießen 

1902 Credner, Herrn., Dr., Prof., Geh. ßergrat in Leipzig 

1902 Reis, Otto M., Landesgeolog in München 

1902 Notzny, Albert, Bergwerksdirektor und Bergassessor auf Heinitzgrube 
in Beuthen, Oberschlesien 

1902 Beyschlag, Franz, Prof., Dr., Geh. Bergrat, Direktor der geol. Landes- 
anstalt in Berlin 

1902 Schmeisser, K., Berghauptmann und Oberbergamts-Direktor in Breslau 

1902 de Man, J. G., Dr. in lerseke, Holland 

1902 Boveri, Theod., Dr., Prof. der Zoologie und Direktor des zool. Instituts 
der Universität Würzburg 

1902 Weidmann, Karl, Kgl. Torfverwalter in Carolinenhorst, Pommern 

1902 Oestreich, Karl, Dr., Professor a. d. Universität Utrecht (von hier) 

1902 Preiss, Paul, Geometer in Ludwigshafen 

1903 Weber, Max, Dr., Prof. der Zoologie und Direktor des zool. Instituts 

in Amsterdam 
1903 Fürbringer, Max, Dr., Geh. Hofrat, Prof. der Anatomie und Direktor 

des anatomischen Instituts der Universität Heidelberg 
1903 de Vries, Hugo, Dr., Prof. der Botanik in Amsterdam 



— 90* — 

1903 Schlosser, Max, Dr., II. Konservator der paläont. Sammlung- in München 
1903 Klunzinger, B., Dr., Prof. emer. in Stuttgart 

1903 V. Schröter, Guido, Konsul des deutschen Reiches in San Jose, 

Costa-Rica 

1904 Vigener, Anton, Apotheker in Wiesbaden 

1904 Wolterstorff, W., Dr., Kustos des naturhistor. Museums in Magdeburg 

1904 Vicomte du Buysson, Robert in Paris 

1904 Seine Durchlaucht Fürst Albert von Monaco in Monte Carlo 

1904 Brauer, August, Prof., Dr., Direktor des königl. zool. Museums in 

Berlin 

1905 Hauthal, Rudolf, Prof., Dr., Direktor des Römermuseums in Hildesheim 
1905 Hagenbeck, Karl in Stellingen bei Hamburg 

1905 V. Linstow, Otto, Dr. med., Generaloberarzt a. D. in Göttingen 
1905 Langley, J. N., Prof., Dr. in Cambridge 
1905 Lob, Jacques, Prof., Dr. in San Francisco 

1905 Haberlandt, Gottlieb, Dr., Prof. der Botanik und Direktor des Bot. 
Gartens der Universität Graz 

1905 Ehlers, E., Dr., Geh. Rat, Prof. der Zoologie und Direktor des Zool. 

Instituts der Universität Göttingen 

1906 Witzel, Louis, Rittergutspächter in Comuna Prundu Judetul Jefov, 

Rumänien (von hier) 
1906 di Monterosato, Tom. All., Marchese in Palermo 

1906 Dewitz, J., Dr. in Metz 

1907 Buchner, E., Prof , Dr. phil. in Berlin 
1907 Barrois, Charles, Dr., Prof. in Lille 

1907 Bumpus, Hermon, C. Dr., Prof., Direktor des Amercian Museum <iJ 

Natural History in New York 
1907 Fischer, Gustav, Dr. phil. et med., Verlagsbuchhändler in Jena 
1907 von Groth, Paul, Dr, phil., Geh. Hofrat, Prof. der Mineralogie und 

Direktor des Mineralogischen Instituts der Universität München 
1907 Hertwig, Oskar, Dr. med., Geh. Med. -Rat, Prof. der vergl. Anatomie und 

Direktor des Anatomisch-biologischen Instituts der Universität Berlin 
1907 Hertwig, Richard, Dr. phil., Geh. Hofrat, Prof. der Zoologie und 

Direktor des Zoologischen Instituts in München 
1907 Lankester, Sir Edwin Ray, K. C. B., F. R. S., London 

British Museum of Natural History in London 
1907 Pfeffer, Wilhelm, Dr. phil., Geh. Rat, Prof. der Botanik und Direktor 

des Botanischen Instituts und Gartens der Universität Leipzig 
1907 Steinmann, Gustav, Dr. phil.. Geh. Bergrat, Prof. der Geologie und 

Direktor des Geologisch-Paläontologischen Instituts der Universität 

Bonn 
1907 Treub, Melchior, Dr. phil. Prof., Direktor des Botanischen Landes- 
instituts in Buitenzorg auf Java 
1907 Wiesner, Julius, Dr. phil., Geh. Hofrat, Prof. der Botanik und Direktor 

des Pllanzenphysiologischen Instituts der Universität Wien 
1907 Zirkel, Ferdinand, Dr. phil. Geh. Rat, Prof. der Mineralogie und Direktor 

des Mineralogischen Instituts der Universität Leipzig 



— 91* — 

1908 Sterzel, J. T. Dr., Prof., Direktor des Naturhistorischen Museums der 
Stadt Chemnitz 

1908 Stromer-von Reichenbach, E., Dr., Prof., Privatdozenr der Geologie und 

Paläontologie an der Universität llünchen 

1909 Lucanus, L., Sanitätsrat, Dr. in Hanau 

1909 Nies, August, Oberlehrer, Dr. phii., Prof. in Mainz 

1909 Schnitze, Leonhard Siegmund, Dr. phil., Prof. d. Geographie an der 

Universität Jena 
1909 Klemm, Gustav, Dr. phil., Prof. der Geologie, Großh. Hess. Landesgeologe 

in Darmstadt 
1909 Kammerer. Paul, Dr. phil., Assistent der zoolog. Abteilung der Biolog. 

Versuchsanstalt in Wien 



— 92=" 



Rechte der Mitglieder 



Durch die Mitgliedschaft werden folgende Rechte 
erworben : 

1. Das Naturhistorische Museum zu allen Öffnungszeiten ohne 
Zahlung von Eintrittsgeld zu besuchen und Familien- 
angehörige einzuführen. 

Das Museum ist geöffnet: 

Sonntag von 11 — 1, sowie an jedem ersten Sonntag im 
Monat auch von 2 — 5 Uhr (im Winter von 2 — 4 Uhr), 

Dienstag von 10 — 1 Uhr, 

Mittwoch von 3 — 5 (im Winter von 2 — 4 Uhr), 

Donnerstag von 10 — 1 Uhr, 

Freitag von 11 — 1 Uhr, 

Samstag von 3 — 5 (im Winter von 2 — 4 Uhr). 
Von Nichtmitgliedern werden am Dienstag, Donnerstag 
und Samstag 50 Pf. Eintrittsgeld erhoben. 

2. Alle von der Gesellschaft veranstalteten Vorlesungen, 
wissenschaftliche Sitzungen und Vorträge zu besuchen. 

3. Die vereinigte Senckenbergische Bibliothek zu benützen. 

4. Den alljährlich erscheinenden Bericht kostenlos zu beziehen. 

5. Andere Publikationen der Gesellschaft, die „Abhandlungen", 
sowie einzelne Arbeiten aus den Abhandlungen, Kataloge 
über die wissenschaftlichen Sammlungen etc gegen er- 
mäßigten Preis zu beziehen. 



— 93* — 

Auszug MUS der Bibliotliekordmmg; 

1. Die Senckenbergische Bibliothek ist au allen Werktagen 
vormittags von 10 — 1 Uhr und — Samstags ausgenommen 
— von 5 — 8 Uhr geöffnet. Während dieser Standen siud 
sowohl die Leseräume, wie auch das Ausleihzimmer der 
Benutzung zugänglich. In der Zeit vom 1. Juli bis 
15. August sind Lese- und Ausleihzimmer nur von 10—1 Uhr 
geöffnet. In der Pflngstwoche bleibt die Bibliothek ebenso 
wie an den Feiertagen geschlossen. 

2. Die im Lesezimmer aufgestellten Handbücher, sowie die 
im Zeitschriftenzimmer aufliegenden ungebundenen Hefte 
der Zeitschriften, können ohne weiteres benutzt werden. 
Alle anderen, nicht zur Handbibliothek gehörigen Büchei', 
deren Einsichtnahme im Lesezimmer gewünscht wird, sind 
durch rote, den Aufdruck „Lesesaal" tragende Zettel zu 
bestellen. 

3. Zur Entleihung nach Hause gewünschter Bücher sind die 
Mitgliedei' der beteiligten Vereine und deren Dozenten 
berechtigt. Alle zur Eutleihung gewünschten Bücher 
müssen durch weiße Zettel im voraus bestellt werden. 
Für jedes Werk ist ein besonderer Zettel auszustellen 
und mit Tinte zu schreiben. 

Auf Verlangen werden die nach Hause gewünschten 
Bücher gegen eine Vergütung von 20 Pf. für jede Sendung 
durch den Bibliotheksdiener in die Wohnung gebracht. 
Gegen die gleiche Vergütung werden sie von da auf 
schriftlich geäußerten Wunsch auch wieder abgeholt. Für 
umfangreichere Sendungen kann außer der Gebühr von 
20 Pf. auch der Ersatz etwaiger Trausportkosten ver- 
langt werden. 

4. An auswärtige Mitglieder können Bücher verliehen werden, 
wenn sie die Vermittlung einer an ihrem Wohnort befind- 
lichen öffentlichen Bibliothek in Anspruch nehmen. Befindet 
sich daselbst keine öffentliche Bibliothek, so erfolgt die 
Büchersendung direkt gegen Erstattung der Kosten der 
Versendung zuzüglich einer Packgebühr von 20 Pf. 

5. Die Leihfrist beträgt im allgemeinen 6 Wochen. Doch 
kann die Rückgabe entliehener Bücher aus dienstlichen 



— 94* — 

Grriinden jederzeit audi vor Ablauf dieser Frist angeoidiiet 
werden. Auf Autrag kann die Leihfrist nach Ablauf von 
6 Wochen jedesmal um 4 Wochen verlängert werden, 
solange das betreffende Werk nicht von anderer Seite 
gewünscht wird. Die Dozenten genießen ein Vorzugsrecht 
beim Bezug der Bücher. 

6. Die Bibliothek kann durch besondere Bekanntmachung 
alle entliehenen Bücher zur Vornahme einer Bestands- 
prüfung zurückfordern. 

7. Wer ein Buch auf wiederholte Aufforderung nicht zurück- 
liefert, erhält zunächst keine weiteren Bücher mehr und 
wird von der Administration der Dr. Senckenbeigischen 
Stiftung ev. von der weiteren Benutzung der Bibliothek 
gänzlich ausgeschlossen. 



— 95" 



Bilanz 

und 

Übersiclit der Eiiiiialimeii und Ausgaben. 



— 96* — 






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Protokolle der wissenscliaftliclien Sitzungen. 

I. Sitzung vom 17. Oktober 1908. 

Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch. 

Mit einem interessanten Vortrag über Johann Christian 
Öenckenberg, aus dessen bescheidenem Naturalienkabinett 
das heutige, prächtige Museum an der Viktoria- Allee hervor- 
gegangen ist, hat die Senckenbergische Naturforschende 
Gesellschaft die stattliche Reihe ihrer für den kommenden 
Winter vorgesehenen wissenschaftlichen Sitzungen eröffnet. 
Zunächst begrüßte der Vorsitzende die im großen Festsaal des 
Museums zahlreich versammelten Mitglieder und ihre Damen 
und wies auf die reichhaltigen und interessanten Neu- 
erwerbungen und Geschenke hin, die im Laufe des 
Sommers in die Schausammlung eingereiht werden konnten. 

Hierauf sprach Archivdirektor Prof. Dr. R. Jung über 
„Senckenberg und seine Stiftung" 
(Siehe Teil II, Seite 3) 

II. Sitzung vom 24. Oktober 1908. 

Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch. 

Im Vestibül des Museums ist seit dem 22. Oktober die 
Marmorbüste Goethes aufgestellt , ein Geschenk der 
Deutschen Kaiserin an die Senckenbergische Natur- 
forschende Gesellschaft. Als sich E'rankfurt im August 1899 
zur Feier von Goethes 150. Geburtstage rüstete, hat auch 
die Senckenbergische Gesellschaft eine Festsitzung veranstaltet, 
in der Professor Reichenbach in glänzendem Vortrag über 
„Goethe und die Biologie" gesprochen hat. In der Be- 
geisterung jener Stunde hat die Gesellschaft beschlossen, in 
Würdigung der Verdienste Goethes um die Entwicklungslehre 
und ihrer hohen Bedeutung für die biologischen Wissenschaften 



— 99* — 

seine Marmorbüste in dem damals erst geplanten Museums- 
neubau aufzustellen. Als die Kaiserin Friedrich, die bei- 
tragendes Mitglied der Seuckeubergischen Naturforschenden 
Gesellschaft gewesen ist, von diesem Vorhaben Kenntnis erhielt, 
hat sie, eine begeisterte Verehrerin Goethes, die Schenkung 
seiner Büste zum Einzug in das neue Museum in Aussicht 
gestellt. Sie hat indessen die Errichtung des Neubaues nicht 
mehr erlebt; knapp zwei Jahre später, am 5. August 1901, ist 
sie aus dem Leben geschieden. In pietätvollem Gedenken hat 
nun jetzt die Kaiserin Auguste Viktoria das Versprechen 
der verewigten Kaiserin Friedrich eingelöst und hat der 
Gesellschaft bei der feierlichen Eröffnung des Museums am 
13. Oktober 1907 die Kolossalbüste Goethes — damals den 
Entwurf — übergeben lassen. 

In diesen Tagen ist das Geschenk der Deutschen Kaiserin 
in Frankfurt eingetroffen. Die Büste, in edelstem griechischem 
Marmor ausgeführt, ist ein Werk des Berliner Bildhauers Ernst 
Freese. Sie stellt den Dichter etwa aus der Zeit dar, zu der 
er — am 16. Mai 1821 — zum korrespondierenden Mitglied 
der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft erwählt 
worden ist. So ist das Museum in Goethes Vaterstadt das 
erste unter den naturhistorischen Museen Deutschlands, in dem 
die Büste des unsterblichen Dichterfürsten aufgestellt ist, dem 
wie jedes menschliche Können, so auch die Naturwissenschaft 
ewigen Dank schuldet. Das hervorragende Kunstwerk wird in 
der monumentalen Eingangshalle des Museums eine bleibende 
Aufstellung finden und wird in allen nachkommenden Ge- 
schlechtern die Erinnerung an den maßgebenden Einfluß wach- 
halten, den der große Sohn unserer Vaterstadt bekanntlich auf 
die Gründung und Entwicklung der Senckenbergischen Natur- 
forschenden Gesellschaft ausgeübt hat. 

Nachdem der Vorsitzende in seinen einleitenden Worten noch 
kurz auf Goethes besondere Verdienste um die vergleichende 
Anatomie des Wirbeltierskeletts hingewiesen hat, sprach der 
II.DirektorderGesellschaft, Stabsarzt Professor Dr. E.Marx über 

„Trinkwasser und Trinkwasserversorgung". 

Vortragender führte aus, daß an ein gutes Trinkwasser 
nicht nur die selbstverständliche Beorderung zu stellen sei, daß 



— 100* — 

es frei ist von Krankheitserregern und Giften, sondern daß es 
auch Eigenschaften besitzt, die zu seinem Genuß anregen. Es 
muß daher auch frei sein von Trübungen und Gerüchen und 
eine niedrige Temperatur besitzen. Ist ein solches Wasser vom 
Wasserhygieniker und -Techniker gefunden, so tritt an ihn die 
wichtige Forderung heran, das Wasser so zu fassen und zu 
fördern, daß es seine guten Eigenschaften nicht verliert. Nach- 
dem an dem Beispiel von Hamburg und Gelsenkirchen die 
Gefährlichkeit unzweckmäßiger resp. geradezu strafbarer Wasser- 
versorgungen gezeigt worden ist, wird dargelegt, daß die Anlage 
von Wasserwerken leider in erster Linie mit eine Frage des 
Geldbeutels ist. So betrug zum Beispiel das von Frankfurt 
bis zum 31. März 1908 in den Wasserwerken angelegte Kapital 
31,6 Millionen Mark, nach Vollendung des Wasserwerkes bei 
Hattersheim wird sich diese Summe auf über 35 Millionen Mark 
erhöhen. 

Die Anforderungen, die an ein Wasserwerk gestellt werden, 
sind sehr verschieden, da eine große Reihe von Faktoren hier 
mitspricht. Man rechnet im allgemeinen 100 — 150 Liter pro 
Tag und Kopf der Bevölkerung. Ganz außerordentlich ist der 
Wasserverbrauch in Frankfurt. Dieser beträgt im Durchschnitt 
181 Liter (161 Liter Trink- und 20 Liter Nutzwasser). Der 
Höchstverbrauch ist 272 Liter (220 Liter Trink- und 52 Liter 
Nutzwasser) gewesen. Es ist dieser Verbrauch ein Zeichen, 
daß hier in vielen Kreisen ganz unverantwortlich mit dem 
Wasser umgegangen wird. 

Es wird ferner dargelegt, wie die Grund- und Quellwässer 
verschiedener Herkunft einen ganz verschiedenen Charakter 
tragen müssen, da die Eigenart eines Wassers ein Produkt der 
gelösten Substanzen ist. Die Lösung selbst ist wieder abhängig 
von der geologischen Zusammensetzung der Schichten, die das 
Wasser durchflössen hat, und von den Lösungsbedingungen. 

Nutzbar kann fast jedes Wasser gemacht werden; doch 
sind oberirdische Wässer, auch die der Talsperren, nur nach 
vorheriger Behandlung (die Methoden werden erörtert) zum 
Genuß zuzulassen. Das beste Wasser ist Grundwasser, wenn 
die Untersuchung ergibt, daß es keimfrei ist, und wenn die 
örtlichen Bedingungen eine spätere Verunreinigung ausschließen. 
Nach kurzer Besprechung der Bedingungen der Erschließung 



— 101* — 

von Grundwasser schloß der Vortragende mit der Besprechung 
der verschiedenen Quellarten und der Verfahren, die es er- 
möglichen, geeignete Quellen in hygienisch einwandfreier Weise 
zu fassen, 

III. Sitzung Yom 31. Oktober 1908. 

Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch. 

Der Direktor des Senckenbergischen Museums Professor 
Dr. F. Römer sprach über 

„Die Wanderungen der Fische". 

Im wirtschaftlichen Leben spielen die Wanderungen der 
Fische eine weit wichtigere Rolle als die Wanderzüge der 
Vögel, da Tausende von Menschen in der Fischerei ihren Lebens- 
unterhalt finden. So hat z. B. vor einigen Jahren das Aus- 
bleiben der Sardinen seh wärme an der französischen Küste großes 
Elend unter den dortigen Fischern hervorgerufen. Von den in 
unsere Flüsse einwandernden Fischen werden Lachs, Maifisch 
und Finte besprochen, die alljährlich aus dem Meere aufsteigen 
und das ganze Flußnetz des Rheines mit allen seinen kleinen 
Nebenfiüssen bevölkern ; der Lachs findet sich in den Alpenseen 
und -Flüssen sogar bis auf 1300 Meter Höhe. Nach der Ei- 
ablage streben die Fische wieder dem Meere zu, um sich dort 
zu mästen; denn während der ganzen Laichwauderungen nehmen 
sie keine Nahrung auf. Auch die jungen Fische eilen bald dem 
Meere zu. Man nimmt an, daß die jungen Tiere zum Laichen 
die Flüsse wieder aufsuchen, in denen sie geboren wurden, 
woraus hervorgeht, daß einerseits ein schonungsloses Wegfaugen 
der alten Fische vor dem Laichen den Bestand eines Flusses 
gefährden wird, während andererseits ein Fluß durch Aussetzen 
von Eiern neu bevölkert werden kann. 

Dem Problem der Wanderungen der Fische des Nord- 
meeres hat man schon lange große Aufmerksamkeit gewidmet; 
aber bei der Größe des in Betracht kommenden Gebietes, den 
Tiefen und den Witterungsverhältnisseu ist diese Arbeit für 
einen einzelnen Forscher oder selbst für eine Nation viel zu 
groß, und daher haben sich seit dem Jahre 1902 die an das 
Nordmeer grenzenden Staaten Deutschland, Holland, England, 
Norwegen, Schweden, Dänemark und Rußland zu einer inter- 
nationalen Vereinigung zur Erforschung der nördlichen Meere 



~ 102* — 

zusammengetan, und eine der Hauptaufgaben dieser gemein- 
samen Arbeit ist das Studium der Fischwanderungen. Will 
man ein vollständiges Bild von den Wandeiuugen, namentlich 
von ihrer Herkunft und ihren Ursachen haben, so muß sich die 
Erforschung auch auf die Eier, die Larven und die Jungfische 
erstrecken. Große Schwierigkeiten bot die Unterscheidung der 
Fischeier und erst durch die langjährigen Arbeiten von Prof. 
Ehrenbaum in Helgoland sind wir jetzt imstande, die Eier 
und Larven der hauptsächlichsten Nordseefische unterscheiden zu 
können. Die Fänge der Eier und Larven müssen quantitativ 
sein, d. h. es muß durch geeignete Methoden ermittelt werden, 
wie viel Eier einer bestimmten Fischart zu den verschiedenen 
Zeiten auf einem Quadratmeter Wasserfläche vorkommen. Wir 
erhalten dadurch auch Aufschluß über die Hauptlaichzeit und 
das Hauptlaichgebiet eines Fisches. Die Fische laichen meist in 
größerer Tiefe in salzreicherera und kälterem Wasser, während 
die Larven ihre Entwicklungserfordernisse in dem wärmeren 
und nahrungsreicheren Küstenwasser finden und daher alsbald 
nach dem Ausschlüpfen den Küsten zustreben. 

Um über die Wanderungen der laichreifen Fische genaue 
Aufschlüsse zu erhalten, hat man Markierungsversuche an ver- 
schiedenen Fischen vorgenommen. Eine in der nötigen Weise 
gezeichnete manschettenknopfähnliche Marke von Hartgummi 
wird dem Fisch in die Muskulatur eingedrückt und auf die 
Abheferung solcher gezeichneter Fische ist eine Belohnung 
ausgesetzt. Messungen und Wiegungen der gezeichneten Fische 
geben dann gleichzeitig Aufschluß über das Wachstum und die 
Gewichtszunahme. Die Markierungen der Helgoländer biologischen 
Anstalt an Flundern, von denen im Durchschnitt 8,5 Prozent 
wieder gefangen wurden, haben ergeben, daß die in den Fluß- 
mündungen lebenden Flundern zum Laichen die tieferen Stellen 
der südwestlichen Nordsee im Kanal aufsuchen und nach dem 
Laichen nicht alle wieder in den vorher bewohnten Fluß zurück- 
kehren. Auch die Flunder nimmt während dieser Laich- 
wanderungen keine Nahrung auf, sondern verliert im Mittel 
58 Gramm = 21 Prozent ihres Gewichtes. Von den durch die 
Helgoländer Anstalt bezeichneten Schollen sind 19,2 Prozent 
wieder gefangen worden und es zeigte sich, daß die Schollen 
keine großen Wanderungen unternehmen, wie denn auch die 



— 103* — 

nördliche und südliche Nordsee, das Kattegat und die Ostsee 
ihren eigenen Bestand an wohlunterscheidbaren Schollenrassen 
haben. Die jungen Schollen ziehen bald zur Küste, um dort 
ihre Verwandlungen zum Plattfisch durchzumachen, und suchen 
dann erst wieder die tiefere See auf. Je älter die Schollen 
sind, um so größer ist die Tiefe, auf der sie gefangen werden. 
Die Kliesche, der in der Nordsee häufigste Plattfisch, ist, 
ebenso wie der Dorsch unter den Gadiden, kein Wanderfisch, 
da Eier, Jungfische und erwachsene Fische fast gleichmäßig 
über die ganze Nordsee verteilt sind. Die Larven und Jung- 
fische des Dorsches vollbringen ihre erste Lebenszeit im 
Flach Wasser und in den Flußmündungen. Der Schellfisch 
dagegen ist ein echter Wanderfisch, der weite Reisen unter- 
nimmt. Seine Geburtsstätte ist die nördliche Nordsee, von der 
Doggerbank bis zum 61. Grad nördl. Breite, überall da, wo 
die Tiefe mehr als 100 Meter beträgt. Die im Frühjahr aus- 
schlüpfenden Larven leben zwei Jahre lang pelagisch auf hohem 
Meere und kommen erst im 3. Jahre in die südliche Nordsee. 
Im 4. und 5. Lebensjahre ziehen sie dann in großen Scharen 
wieder nach den nördlich gelegenen Laichplätzen. 

Über die Wanderungen des Herings sind wir jetzt durch 
die vortreffliche Arbeit von Professor Dr. F. Heincke, dem 
Direktor der biologischen Anstalt auf Helgoland, hinreichend 
unterrichtet. Die wichtigste Vorarbeit dieser langjährigen 
Forschungen war das Ausarbeiten einer absolut sicheren Methode 
der Messung, um die Vertreter der verschiedenen Herings- 
sch wärme in allen Altersstufen jederzeit wieder zu erkennen. 
In dem ungeheuren Gebiet der Nordsee sind nämlich zahllose 
Heringsschwärme vorhanden, von denen jeder seinen Ausgangs- 
punkt von einem der zahlreichen über das Gebiet zerstreuten 
Laichplätze nimmt. Die Schwärme mischen sich, nachdem sie, 
jeder an einem bestimmten Orte, entstanden sind, nicht planlos 
zu einer unterschiedslosen Masse; vielmehr sind die Schicksale 
jedes einzelnen Schwarmes von strengen Gesetzen geregelt und 
die Schwärme bilden in einem engen Heimatgebiet eine körperlich 
wohl charakterisierte und unterscheidbare Rasse, deren Lebens- 
vorgänge jahraus, jahrein mit immer wiederkehrender Regel- 
mäßigkeit verlaufen. Jedes Individuum trägt den Stempel seiner 
Rasse in allen Eigenschaften und auf allen Stadien der 



— 104* — 

Entwicklung. Die einzelnen Schwärme laichen in ganz ver- 
schiedenen Gebieten und zu anderen Zeiten, haben sogar ver- 
schiedene Hauptfraßzeiteu und sind an verschiedene Nahrungs- 
tiere angepaßt. Heinckes Resultate sind von großem Wert für 
die praktische Fischerei und haben auch die widersprechenden 
Angaben der Forscher über die Laichzeit und Lebensweise des 
Herings aufgeklärt. 

Das wichtigste Resultat, das die internationale Meeres- 
forschung zu verzeichnen hat, ist wohl die Feststellung von 
Johannes Schmidt auf dem dänischen Forschungsdampfer 
„Thor" über die Laichstätte des Flußaales. Die Eiablage 
und erste Entwicklung des Aales vollzieht sich in einer Tiefe 
über lOüO Meter bei einer Temperatur von wenigstens -|- 7° C. 
Diese Bedingungen sind in den nördlichen Meeren nur in einer 
tiefen Rinne gegeben, die westlich von Europa von der Höhe 
Llands bis zur spanischen Küste verläuft. Und alle Aale 
wandern aus den Flüssen Nordeuropas, sobald sie geschlechts- 
reif geworden sind, nach dieser Tiefe, um dort zu laichen. Die 
Larven des Aales leben als schmale Bandfische pelagisch, im 
Juni erreichen sie den Höhepunkt der Entwicklung mit 7^2 cm 
Länge und alsdann beginnt die Umwandlung zu jungen Aalen 
und die Wanderung an die Küsten. Alle jungen Aale, sowohl 
der Ströme Frankreichs, Englands und Deutschlands, wie der- 
jenigen Norwegens, Islands und Grönlands, kommen aus dieser 
genannten Tiefe, und daher erklärt es sich auch, daß die jungen 
Aale an den Westküsten Europas bereits im Dezember und 
Januar, in Deutschland im Mai und in der Ostsee erst im Juli 
eintreffen und auch um so größer sind, je weiter sie nach Osten 
kommen. Die Ergebnisse Schmidts, die man als einen 
Triumph der wissenschaftlichen Fischerei bezeichnen muß, haben 
auch große Bedeutung für die praktische Fischerei. Sie sagen uns 
einmal, daß die Aale unserer deutschen Ströme bei dem weiten 
Weg, den sie bis zum Laichplatz zurückzulegen haben, für die 
Vermehrung des Bestandes keine große Rolle spielen und eine 
intensivere Fischerei auf Aale keine Gefahr für die Ver- 
minderung des Bestandes bietet. Die Fischereisachverständigen 
empfehlen sogar für die Ostsee einen viel stärkeren Aalfang, 
womöglich den Wegfang aller zum Laichen wandernder Silber- 
aale. Andererseits sind die reichen Schätze der westeuropäischen 



- 105* — 

Flüsse an einwandernden jungen Aalen für uns nutzbar zu 
maclien. Im Bristolkanal z. B. bilden die jungen Aale solche 
Schwärme, daß sie als Viehfutter benutzt werden. Ein Fischer 
kann bequem in einer Nacht 500 Pfund junger Aale fangen 
und das Pfund (zirka 1000 Stück) wird mit 10 Pfennig bezahlt. 
Da die jungen Aale in diesem Stadium keine Nahrung aufnehmen 
und leicht transportfähig sind, so hat der Deutsche Fischerei- 
verein in diesem Jahre schon solche Transporte eingeführt und in 
die Flüsse von Hannover, Ostpreußen und Pommern ausgesetzt. 

Bei den Ursachen der Fischwanderungen muß man jeden- 
falls zwei Unterscheidungen machen: Laichwanderungen und 
die übrigen Wanderungen. Die Laich Wanderungen sind sicher 
keine Nahrungswanderuugen ; denn die Fische nehmen während 
dieser Zeit keinerlei Nahrung auf, sondern zehren von Reserve- 
stoffen. Die Sorge für die Brut regelt diese Züge nach den 
tieferen, salzreicheren und kälteren Stellen der Nordsee, wo 
sich verschiedene Arten und große Mengen von Fischen zu- 
sammenscharen. Die Larvenwanderungen nach dem flachen 
Küstenwasser sind Nahrungswanderuugen, ebenso wie die Rück- 
wanderungen alter Fische von den Laichplätzen, da die ab- 
gemagerten Tiere zum Heranmästen gute Nahrungsverhältnisse 
nötig haben. Ein direkter Einfluß der Strömungen auf die 
Wanderungen ist nicht nachgewiesen. 

Die Wichtigkeit der genauen Kenntnisse der Fisch- 
wanderungen für die praktische Fischerei besteht einmal darin, 
daß die in ihren Verläufen genau bekannten Schwärme besser 
ausgenutzt werden können, und daß andererseits nach genauer 
Feststellung der biologischen Verhältnisse erst die Unterlagen 
für wirksame Schongesetze gefunden sind. Über die Wan- 
derungsinstinkte der Fische sind wir freilich noch völlig im un- 
klaren ; hier liegen noch viele Rätsel und unbeantwortete Fragen. 

IV. Sitzuug vom 7. November 1908. 

Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch. 

Dr. E. Wolf sprach über: 

„Der Wanderzug der Vögel". 

Obwohl bei diesem Problem für uns bei weitem nicht diese 
materiellen Interessen in Frage kommen wie bei den Wande- 
rungen der Fische, so spielt doch die Vogelwelt im Dasein des 



— 106* — 

Menschen in vieler Hinsicht eine überaus wichtige Rolle, so 
(laß es uns nicht wundern darf, wenn diese Frage schon vor 
vielen Jahrhunderten den Menschengeist beschäftigte. 

Von Aristoteles wissen wir, daß er die Herbst- und 
Frühjahrswanderungen vieler Vögel kannte, aber mit gleichem 
Eifer vertrat er die Ansicht, daß eine größere Anzahl dieser 
Tiere sich zu einem Winterschlaf zurückzieht, und dieses sonder- 
bare Märchen hat sich bis zu den Zeiten Linnes erhalten, um 
erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts endgültig über Bord ge- 
worfen zu werden. Nun ging man auch an die Lösung der 
beiden Kardinalfragen: „Wie zieht der Vogel?" und „Warum 
unternimmt er diese Wauderzüge?" Bei der ersten Frage sind 
bis heute die Ansichten geteilt. Namentlich durch Gätke, den 
Helgoländer Vogelwärter, dem wir eine Menge von Aufschlüssen 
über das Phänomen des Vogelzugs verdanken, wurde die Auf- 
fassung vertreten, daß die Vögel in breiter Front von ihrem 
Geburtsort nach den Winterquartieren zögen; die weitaus 
aussichtsvollere und durch ausgedehnte Beobachtungen ge- 
stützte Meinung der übrigen geht dahin, daß die Vögel be- 
sondere Zug- oder Wanderstraßen haben, die ihren Lebens- 
verhältnissen am meisten zusagen, was mit der Erfahruugs- 
tatsache im Einklang steht, daß jeder Vogel am liebsten solche 
Wege zieht, die sich von seinem Geburtsorte so wenig als 
möglich unterscheiden. Hochgebirge und Wüsten sind für 
unsere Zugvögel nahezu unüberwindliche Hindernisse. Deshalb 
überqueren auch nur wenige Vögel die Alpen direkt, vielmehr 
wendet sich ein Teil vom Rhein in das Rhonetal, um dann das 
Mittelmeer zu überfliegen, die anderen gehen der Donau nach, 
um ihre Winterquartiere in Kleinasien aufzuschlagen. Viele 
unserer bekanntesten Vögel führt ihr Zug dem Nil entlang tief 
ins Innere von Afrika, sie überschreiten sogar den Äquator. 
Bei ihrem Zuge übertreffen sie sowohl an Ausdauer als an 
Schnelligkeit unsere Tauben bei weitem. 

Noch schwerer ist die Frage zu beantworten, warum 
unsere Vögel diese Wanderzüge unternehmen. Sicher ist, daß 
ein großer Teil uns erst verläßt, wenn Kälte und Nahrungs- 
mangel sie dazu nötigen. Sie werden in neuerer Zeit als die 
ursprünglich bei uns beheimateten Vögel angesehen und mit 
dem Namen Winterflüchter von den sogenannten Sommer- 



— 107* — 

frischlern unterschieden, die nur während der Brutzeit bei uns 
weilen, um schon im Laufe des August wieder zurückzuwandern, 
die also wohl nur deshalb ihr Heimatland, den Süden, auf kurze 
Zeit verlassen, weil sie für sich und ihre Brut nicht genug 
Nahrung finden würden. 

Alle diese Fragen bedürfen noch weiterer Klärung und 
deshalb ist es sehr zu begrüßen, daß mit Hilfe der Regierung in 
Rositten auf der Kurischen Nehrung eine Vogelwarte errichtet 
wurde, die nicht nur durch Aufzeichnungen über den dortigen 
Vogelzug unsere Kenntnisse zu fördern sucht, sondern die 
jährlich Tausende eingefangene und wieder freigelassene Vögel 
mit einem Aluminiumring am Fuße zeichnet, der dem gleichen 
Zwecke dient, wie die bekannte Wildmarke, wodurch diese 
Station in den wenigen Jahren ihres Bestehens schon sehr 
interessante Ergebnisse erzielt hat. 

Y. Sitzung vom 14. November 1908. 

Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch. 

M. Freiherr v. Wen dl and - Schloß Bernried sprach über 
„Costa Rica". 

Der Vortragende gab zuerst eine kurze geographische 
Orientierung über dieses Land. Er streifte die geologischen 
Verhältnisse der mittelamerikanischen Republik, berührte die 
Bodengestaltung des Landes, seine politische Einteilung und 
teilte einiges über die Bevölkerung mit. Nach dieser allgemeinen 
Einleitung ging er zur Besprechung der Eindrücke, Beobach- 
tungen, Erfahrungen und Studien seiner Reise in Costa Rica, 
während des Monats Juli 1907, über und begann mit der Fahrt 
längs dessen Ostküste am Karaibischen Meere. Die Landung 
erfolgte in Limon. Mit der Schilderung dieser wichtigsten 
Hafenstadt Costa Ricas gab der Vortragende gleichzeitig einen 
Überblick über Export und Import, sowie über den Handel des 
Landes im allgemeinen. Die Eisenbahnfahrt von Limön nach 
der Hauptstadt San Jose bot viel Interessantes. Besonders 
wurde der Vegetationsreichtum des Urwaldes anschaulich ge- 
schildert und die Sehenswürdigkeiten von San Jose eingehend 
beschrieben. 

Der Vertragende verweilte besonders bei den reichen 
Schätzen des dortigen Museums. Bei der Besprechung der 



— 108* — 

indianischen Altertümer, die entschieden der Glanzpunkt der 
Sammlung sind, beschrieb er mehrere der überaus wertvollen 
Gegenstände und gab dabei zugleich Ausblick auf die Anthro- 
pologie, Ethnologie und Kulturgeschichte der Indianer. Bei 
der Erwähnung einzelner Staatsbauten wurden staatliche Ein- 
richtungen und geschichtliche Ereignisse in das Reich der Be- 
trachtung gezogen. Seiner Besteigung der bedeutendsten 
Vulkane des Landes, des Turialba und Poäs, widmet der Vor- 
tragende einen namhaften Teil seiner Ausführungen. Die 
Beschaffenheit dieser Vulkane wurde nach verschiedenen Rich- 
tungen hin untersucht und beleuchtet. Ebenso bot sich bei 
diesen Touren Gelegenheit zu Beobachtungen über Fauna und 
Flora, landwirtschaftliche Zustände, Verkehr- und Wege- 
verhältnisse zu macheu. Die Schilderung der landschaftlichen 
Schönheiten Costa Ricas kam dabei ebenfalls zu ihrem Recht. 

Aus dem Vulkangebiet nach San Jose zurückgekehrt, 
berichtet der Reisende über einen weiteren kurzen Aufenthalt 
in der Hauptstadt und seinen Empfang beim Präsidenten der 
Republik. 

Den Schluß des Vortrages bildete die Reise von San Jose 
nach Punta Arenas, dem Hafen Costa Ricas am Stillen Ozean, 
wobei über die durch einen fünfstündigen Ritt und den schon 
früher erfolgten Einsturz einer Eisenbahnbrücke unterbrochene 
Bahnfahrt kurz berichtet wird. 

VI. Sitzung: vom 21. November 1908. 

Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch. 

Geheimer Obermedizinalrat Professor Dr. P. Ehrlich 
sprach über 

„Die Trypanosomen und ihre Bekämpfung". 

In den letzten Jahren hat sich die allgemeine Aufmerk- 
samkeit den Trypanosomenkrankheiten zugewandt, da 
die Trypanosomen weitverbreitete Tierseuchen hervorrufen und 
auch die Ursache der menschlichen Schlafkrankheit sind. Die 
Parasiten gehören zu den Protozoen; sie haben eine längliche, 
fischähnliche Gestalt und schlängeln sich dank einer Art 
Schwimmhaut zwischen den Blutkörperchen lebliaft hin und her. 

Der Vortragende geht des näheren auf die verschiedenen 
Tierseuchen ein, die durch die differenten Arten von Trypano- 



— 109* — 

somen bedingt werden, insbesondere Nagana, Mal de Caderas, 
Douriue, Surra usw. Am wichtigsten aber ist die afrikanische 
Schlafkrankheit des Menschen, deren Ausbreitung für 
die Bevölkerung Zentralafrikas die größten Gefahren bietet. 
So sind auf den Inseln des Viktoria-Nyansa-Sees von 30 000 
Bewohnern schon 20 000 weggestorben, und von den Über- 
lebenden war schon über die Hälfte iuliziert und dem sicheren 
Tode verfallen. 

Bei der Schlafkrankheit handelt es sich um einen chro- 
nischen, sich durch Jahre hinziehenden Kraukheitsverlauf. Nach 
einem unscheinbaren Beginn entwickeln sich immer zahlreichere 
Symptome, die auf eine Affektion des Nervensystems hinweisen 
und zuletzt zu einer Lethargie führen, der der Tod folgt. Die 
Krankheit wird verursacht durch eine besondere Abart der 
Trypanosomen, das sogenannte Trypanosoma Gambiense, das 
von Castellani und Bruce als Krankheitserreger erkannt 
worden ist. Die Übertragung von Mensch zu Mensch geschieht, 
wie durch Bruce festgestellt worden ist, durch eine bestimmte 
Fliegenart, und zwar durch die sogenannte Glossina palpalis. 
Durch die letzte Expedition zur Erforschung der Schlafkrankheit 
ist die ausschließliche Bedeutung dieser Fliege für die Ver- 
breitung der Erkrankung in klarer Weise nachgewiesen worden. 
So fand Robert Koch in Kisiba, wo die Glossina palpalis 
vollständig fehlt, dagegen andere blutsaugende Schmarotzer in 
großer Zahl vorhanden sind, daß Einheimische die anderwärts 
sich infiziert hatten, ihre Umgebung nicht gefährdeten, daß 
somit eine direkte Übertragung der Schlafkrankheit von Mensch 
zu Mensch ohne Vermittlung der Glossinen nicht stattfindet. 

Diese Beobachtungen sind für die Prophylaxe der Schlaf- 
krankheit von ausschlaggebender Bedeutung geworden, und es 
war wieder Robert Koch, der die hier maßgebenden Prin- 
zipien in klarer Weise darlegte. Die Glossinen leben nämlich 
in allernächster Nähe der Flüsse, während die etwas weiter 
von Strömen und Seen entfernten Gebiete fliegenfrei sind. Um 
Neuinfektionen zu verhüten, ist es daher in erster Linie er- 
forderlich, in den verseuchten Gebieten alle Leute genau auf 
Trypanosomen zu untersuchen, die infizierten herauszugreifen, 
diese Kranken alsdann in sogenannte Konzentrationslager über- 
zuführen und den Zuzug von Kranken nach den seuchenfreien 



~ no* - 

Orten zu verhindern. In den Konzentrationslagern können eben 
durch die Abwesenheit der Krankheitsübertrager keine Neu- 
infektionen stattfinden. Die daselbst befindlichen Patienten 
werden, soweit dies möglich ist, geheilt, oder verfallen dem 
Siechtum, scheiden also auf jeden Fall auch für später als 
Verbreiter der Krankheit aus. Nebenher schlägt Koch vor, als 
Hilfsmaßregeln einerseits die von Glossiueu belebten Uferpartien, 
insbesondere in der Nähe von Stelleu, die beim Wasserholen oder 
beim Anlegen von Boten viel von Menschen frequentiert werden, 
durch eine gründliche Abholzung glossineufrei zu machen, und 
andererseits einen energischen Kampf gegen die Krokodile und 
deren Eier vorzunehmen, da gerade von dieser Tierspezies - 
wie Koch auf sehr sinnreiche Weise nachgewiesen hat — die 
Glossineu hauptsächlich ihre Nahrung beziehen. 

Aber nicht nur in der Prophj^laxe, sondern auch in der 
Behandlung der Schlafkrankeit selbst sind große Fortschritte 
gemacht worden. Es hat sich hierbei gezeigt, daß gewisse 
Arsenikalien, vor allem das Atoxyl = Paramidophenylarsinsaures 
Natrium, imstande ist, besonders bei frühzeitiger Anwendung, 
einen Teil der schlafkranken Fälle der Heilung zuzuführen. 
Injiziert man eine kleine Menge dieser Substanz einem schlaf- 
kranken Individuum, so findet man, daß nach 5—6 Stunden 
die Parasiten aus dem Blute verschwunden sind. Werden solche 
Injektionen systematisch längere Zeit, 1 — 2 Monate lang, durch- 
geführt, so gelingt es, einen guten Teil der Erkrankten zu heilen. 

Die experimentelle Therapie hat sich in den letzten Jahren 
intensiv mit diesen Parasiten und ihrer Bekämpfung beschäftigt. 
An vielen Orten — so in London, Liverpool, Paris und hier 
in Frankfurt in dem unter Leitung des Vortragenden stehenden 
Greorg Speyer hause — sind ausgedehnte therapeutische 
Versuche mit einer sehr großen Zahl von chemischen Substanzen 
ausgeführt worden, die auf die Heilwirkung der in Betracht 
kommenden Stoffe ein helles Licht werfen und die Hoffnung 
nahelegen, daß es auf diesem Wege gelingen wird, noch zu 
therapeutisch wirksameren Substanzen zu gelangen. 

Diese experimentell-therapeutischen Studien müssen natür- 
lich zunächst an kleinen Versuchstieren ausgeführt werden, auf 
die eine Reihe von Trypanosomeuarten leicht übertragbar ist. Es 
handelt sich dabei darum, an den infizierten Tieren die Beziehungen 



— Ill* — 

der Heilstoffe zu deu Trypanosomen einerseits, zu den Geweben 
und den Organen andererseits zu untersuchen. Das Bestreben 
muß dahin gehen, auf chemiscliem Wege solche Stoffe zu ge- 
winnen, die bei maximaler Einwirkung auf die Trypanosomen 
den Wirtsorgauismus möglichst unbeeinflußt lassen. So ist es 
bereits im Georg Speyerhause gelungen, zwei Abkömmlinge des 
Atoxyls, das Arsacetin und das Arsenopheuylglycin, die zunächst 
im Tierversuche der idealen Forderung erheblich näherkommen 
als das Atoxyl, zu erhalten. 

Reicher Beifall lohnt den Redner für seinen außerordentlich 
interessanten, durch zahlreiche Lichtbilder erläuterten Vortrag 
und für seine für die Entwicklung unserer Kolonien besonders 
wichtigen, eine weite Perspektive eröffnenden Darlegungen. 

VII. Sitzung vom 28. November 1908. 

Vorsitzender: Direktor Prof. Dr. August Knoblauch. 

Privatdozent Dr. H. Vogt sprach über: 

„Die Entwicklung der kindlichen Sprache". 

Der Vortragende setzt in der Einleitung zunächst das Ver- 
hältnis der Sprache zur Psyche auseinander. Menschliche Psyche 
und Sprache sind nicht nebeneinander vorhanden, sondern diese ist 
die lebendige Betätigung jener, ihr getreuer Abdruck und ihr unent- 
behrliches Ausdrucksmittel. Aus den Ausdrucksbewegungen her- 
vorgegangen, die in einfacher Form weit in das Tierreich hinab- 
reichen, mußte sie die gesetzmäßige Gliederung und den organischen 
Aufbau annehmen, den sie in der Kultursprache vor allem zeigt, 
da sie durch die reiche Entfaltung des menschlichen Geistes zur 
Trägerin und Vermittlerin dieses selbst geworden war. 

Ist die Sprache nur denkbar als ein der psychischen Ent- 
wicklungshöhe der Menschheit adäquater Besitz, so ist nichts 
natürlicher, als daß der Mensch im Laufe seiner eignen Kind- 
heitsentwicklung die Sprache erst allmählich erwirbt. Freilich 
wirken hier wie überall in der psychischen Entfaltung vererbte 
und erworbene Komplexe enge ineinander. Die Fähigkeit und 
der Drang zu sprechen ist dem Kinde angeboren, die Sprache 
aber muß es erlernen. So ist das dem Kinde von außen Dar- 
gebotene nur bei dem Vorhandensein innerer Fähigkeiten von 
Wert und Nutzen, und anderseits kann nur die Nahrung, die 
der Sprachdrang von außen (durch die Sprache der Erwachsenen) 



— 112^^ - 

erhält, die iuueien Keime zur Blüte und Eutfaltuug- bringeu. 
Nirgends besser als in der Sprachentwickluug zeigt sich diese 
Konvergenz innerer und äußerer Faktoren. 

Der Vortragende erweitert dann unter Hinweis auf die 
kinderpsychologischen Forschungen und sprachwissenschaftlichen 
Studien, besonders der neueren Zeit (Wuudt, Ament, Meu- 
maun, C. und W. Stern u. a.) den Werdegang der Sprache im 
einzelnen an der Hand der Phasen, die das Kind in spracli- 
genetischer Beziehung und in den ersten Jahren seines Lebens 
durchmacht. Die ersten Äußerungen des Kindes sind unmittel- 
bare Ausdrucksmittel psychischer Zustände ; nicht der objektive, 
sondern der subjektive Wert dieser Äußerungen ist der primäre. 
Erst viel später erfolgt die Objektivierung oder, wie man auch 
sagen könnte, die Intellektualisieruug der Sprache; aber auch 
zu dieser Zeit herrschen noch immer subjektive Gefühlslaute vor. 
So geht der Weg in der menschlichen individuellen Sprachgenese 
vom „emotionell- volitionalen" zum „assoziativ-reproduktiven". 
Alles ist nur verständlich aus der gleichzeitigen Beachtung des 
Gefühls- und Vorstellungslebens des Kindes. Diese Bildungen 
lassen sich größtenteils sprachgenetisch analysieren uud sind 
ihrerseits wieder eine wertvolle Handhabe zum Verständnis der 
Kindesseele. So ergibt ja gerade das Studium der kindlichen 
Sprache den Eltern, Erziehern, dem Arzte und Lehrer Anhalts- 
punkte für ein Eindringen in die kindliche Individualität, denn 
hier spiegelt sich jene wieder. Eine Reihe von Erfahrungen 
werden auf diesem praktisch wichtigen Gebiete der Frage vom 
Vortragenden aufgezählt. Gerade pathologischen Fällen verdanken 
wir ja einen wesentlichen Teil der Vertiefung unserers prachge- 
netischen Kenntnisse : Laura Bridgemau und Helen Keller. 

Zum Schluß erörterte der Vortragende in kurzem die Paral- 
lele zwischen der Sprachentwicklung des Individuums uud der 
Menschheit. 

Till. Sitzung vom 5. Dezember 1908. 

Vorsitzender: Stabsarzt Professor Dr. E. Marx. 

Privatdozent Dr. G. Em b den sprach über: 
„Vitale Wechselbeziehungen tierischer Organe". 

Es gibt kaum eine Tätigkeit eines Organes, die nicht auf an- 
dere Organe und damit auch auf den Gesamtorgauismus einwirkte, 



— 113* — 

so daß strenggenommen alles, was wir über Organtätigkeit über- 
haupt wissen, d.h. das gesamte Tatsachenmaterial der Physiologie, 
in das Gebiet der vitalen Wechselbeziehungen der Organe fällt. 

Die Einwirkungen, die ein Organ auf ein anderes, davon 
entfernt gelegenes ausübt, können auf sehr verschiedenen Wegen 
fortgeleitet werden. Im Prinzip handelt es sich um dreierlei 
Arten von Fortleitungen. 

Erstens kann der Weg von dem beeinflussenden zum be- 
einflußten Organ über Nervenfasern, die zum Zentralnerven- 
system hinführen (zentripetale Nervenfasern), über das Zentral- 
nervensystem, und wiederum auf dem Wege vom Zentralnerven- 
system fortleitenden (zentrifugalen) Nervenfasern zu dem Organ, 
in dem der ReizefEekt erzielt werden soll, führen. Erblickt man 
zum Beispiel einen Bekannten auf der Straße, den man grüßt, 
so wird vom Auge aus über die zentripetalen Fasern des 
Sehnerven, über das Gehirn und Rückenmark, und schließlich 
über die vom Rückenmark ausgehenden zentrifugalen Nerven- 
fasern die vom Auge entfernt gelegene Armmuskulatur zur Voll- 
ziehung einer Grußbewegung veranlaßt. 

Der zweite der drei angedeuteten Wege führt von dem beein- 
flussenden Organ aus durch den Blutstrom, dem das beeinflus- 
sende Organ, nämlich das Zentralnervensystem, reizende Sub- 
stanzen mitgibt, zum Zentralnervensystem und von hier aus 
wiederum auf dem Wege zentrifugaler Nervenfasern zu dem 
Organ, in dem eine Veränderung der E^inktion erzielt werden soll. 
Als Beispiel hierfür werden die Reizung des Atemzentrums 
durch den bei der Muskeltätigkeit vermehrten Kohlensäuregehalt 
des Blutes und die Reizung des die Zuckerbildungen in der Leber 
beherrschenden Zentrums durch den bei der muskulären Arbeit 
verminderten Gehalt des Blutes an Zucker aufgeführt. 

Der dritte Weg schließlich berührt überhaupt das Zentral- 
nervensystem nicht, sondern das eine Organ sendet dem anderen 
direkt auf dem Blutwege besondere Reizsubstanzen (Hormone) 
zu, die dieses Organ in einen Zustand veränderter Tätigkeit zu 
setzen vermögen. So wird unter dem Einfluß der Salzsäure des 
Magens von der Dünndarmschleimhaut ein Hormon an das Blut 
abgegeben, das mit dem Blute in die Bauchspeicheldrüse gelangt 
und diese zur Ausscheidungstätigkeit veranlaßt. Wegen seiner 
Beziehungen zur Ausscheidung heißt dieses Hormon Sekretin. 



— 114* — 

Eine hervorragende Bedeutung hat das Hormon der Neben- 
niere, das Adrenalin. In das Blut gelaugt, bewirkt es eiue 
Zusammenziehung der Gefäße und dadurch eine Steigerung des 
Blutdruckes. Der millionste Teil eines Grammes ist noch wirksam. 
Das Adrenalin findet in der praktischen Medizin zum Zwecke 
der Blutstillung und zur Erzeugung lokaler Unempfindlichkeit bei 
Operationen vielfache Verwendung. Andere wichtige Hormone 
werden z. B. von der Bauchspeicheldrüse und von der Schild- 
drüse an das Blut abgegeben. 

Die Stoffwechselerkrankungen beruhen zum Teil auf Stö- 
rungen der Hormonbildung. Es steht zu hoffen, daß sie durch künst- 
liche Einführung ven Hormonen heilsam beeinflußt werden können. 

IX. Sitzung vom 12. Dezeml>er 1908. 

Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knoblauch. 

Zu Beginn der letzten Sitzung im alten Jahre teilt der 
Vorsitzende mit, daß am 31. Dezember satzungsgemäß nach 
zweijähriger Amtsführung der I. Sekretär Oberlehrer Dr. phil. 
P. Sack mit ihm aus der Direktion ausscheiden wird. Durch 
Beschluß der Verwaltung vom 9. dieses Monats sind für 
die Jahre 1909 und 1910 Sanitätsrat Dr. Ernst Roediger 
zum I. Direktor und Diplom - Ingenieur Paul Prior zum 
I. Sekretär gewählt worden. Es ist seit einem halben Jahr- 
hundert das erste Mal, daß das Amt des geschäftsführenden 
I. Direktors dem Vorsitzenden der Dr. Senckenberg- 
ischen Stiftungsadministration übertragen worden ist. 
In früheren Zeiten ist dies zweimal der Fall gewesen. Joh. 
Michael Mappes (1849 und 1850) und Hermann Kloß 
(1857 und 1858) haben den Vorsitz in beiden Körperschaften 
geführt. In der diesmaligen, bedeutungsvollen Wahl kommt 
nicht nur der Dank der Gesellschaft für alle Förderung durch die 
Stiftung und das volle Einvernehmen ihrer Verwaltung mit der 
Administration zum Ausdruck, sondern auch die Gemeinsam- 
keit idealer Interessen, die es beiden Korporationen zur 
Pflicht macht, eingedenk der Bestimmungen Senckenbergs 
und der Tradition der Naturforschenden Gesellschaft ihre 
Selbständigkeit und Unabhängigkeit gemeinsam zu wahren. 

Als der mit Ablauf des Jahres aus dem Amte scheidende 
I. Direktor im Jahre 1899 zum erstenmal die Direktion über- 



— 115* — 

nahm, hat die Gesellschaft 476 Mitglieder gezählt; heute ist 
ihre Zahl auf 1042 angestiegen. Damals betrugen die jährlichen 
Betriebsunkosten 52 070 Mark, heute 85 487 Mark. Diese vier 
Zahlen sprechen schon allein für die Entwicklung der Sencken- 
bergischen Naturforschenden Gesellschaft im abgelaufenen Jahr- 
zehnt. Damals standen im bescheidenen alten Museum am 
Eschenheimer Tor nur die beiden Präparatoren Adam Koch 
und August Koch der Direktion und den Sektionären zur 
Seite; heute in dem prachtvollen Museumsneubau sind sie von 
einem ganzen Stab von wissenschaftlichen und technischen Be- 
amten, Handwerkern aller Art und Lehrlingen umgeben. 

Daß diese glänzende Entwicklung in den letzten Jahren 
überhaupt möglich gewesen ist, und daß die Gesellschaft die in 
kurzer Zeit auf mehr als das anderthalbfache angestiegenen 
ßetriebsunkosten für ihr Museum seither aus eigenen Mitteln 
zu bestreiten vermochte, ist in erster Linie der regen Mitarbeit 
ihrer Mitglieder, der wachsenden Mitgliederzahl und den hoch- 
herzigen Schenkungen zu danken, die ihr aus der Frankfurter 
Bürgerschaft zugeflossen sind. 

Voraussichtlich wird die Entwicklung der Ge- 
sellschaft im kommenden Jahrzehnt in gleicher 
Weise voranschreiten. Möge ihr auch das seitherige 
Wohlwollen unserer Mitbürger erhalten bleiben, 
damit sie bei ihrer hundertjährigen Jubelfeier am 
2 2. November 1917 mit der gleichen Befriedigung 
wie heute auf Vergangenheit und Gegenwart zurück- 
blicken kann. 

Hierauf spricht Sanitätsrat Dr. L. L aquer über 
„Ärztliche Vererbungsprobleme". 

Ein schwerer Betrugsfall, der jüngst das öSentliche Inter- 
esse in Frankfurt erregt und einen „Degenerierten" betroffen 
hat, dient dem Vortragenden zum Ausgangspunkt seiner Dar- 
legungen über den neuesten Stand der Vererbungslehre in 
medizinischer Theorie und Praxis. Durch die Arbeiten von 
Weißmann, Ziegler, 0. Lorenz, Martins, Kekule 
von Stradonitz, Strohmayer, Sommer u. a. sind nicht 
bloß die alten biologischen Grundsätze von der Kontinuität des 
Keimplasmas und von der Nichtvererbbarkeit erworbener Eigen- 

8* 



— 116* — 

Schäften, von der Amphimixis und von den Vererbungsträgern, 
den Chromosomen, sondern auch die neuesten genealogischen 
Forschungen zur Grundlage ärztlicher Betrachtungen über 
Vererbung und Entartung gemacht worden. Die Furcht vor 
Degeneration in der Laienwelt, die Übertreibung und Ver- 
wirrung des Begriffs „erbliche Belastung" in der modernen 
belletristischen und dramatischen Literatur und seine vielfach 
schädliche Verwendung in der Rechtspflege müssen eine ernste 
Mahnung für den Arzt sein, bei der Sichtung des vorhandenen 
wissenschaflichen Tatsachen-Materials mitzuhelfen. Streng zu 
unterscheiden ist vor allem zwischen dem, was angeboren, das 
heißt, zur Zeit der Geburt dem Individuum schon eigen, und 
dem, was ererbt, das heißt, was durch die Keimstoffe (Keim- 
zellen usw.) von den Erzeugern und ihren Ahnen den Nach- 
kommen mit auf den Weg der Entwicklung gegeben worden 
ist. Die Habsburger Unterlippe und die Nase der Orleans sind 
echtes Erbteil; Einarmigkeit ist die Folge intrauteriner Ab- 
schnürung, also angeboren. Krankheiten wie Tuberkulose und 
Lues sind nicht ererbt, sondern werden erworben; denn für 
ihre Entstehung ist die Einwirkung des Tuberkulose- und Lues- 
Erregers notwendig. Doch ist die Vererbung gewisser Krank- 
heitsanlagen vom Keim aus möglich. Das Alkoholgift z. B. 
wirkt darum so ungemein verheerend auf die Nachkommenschaft 
und hier und da verschlechternd auf ganze Rassen, weil es 
unter Umständen das Keimplasma direkt schädigen kann. 

Der Redner betont sodann die Notwendigkeit, in der Erb- 
lichkeitsforschung mit der bisherigen Methode der Massen- 
statistik, die sich als ganz unsicher erwiesen hat, zu brechen, 
auch nicht Stammbäume aufzustellen, sondern vor allem 
„Ahnentafeln", d. h. von einem gegebenen Individuum aus 
die Ahnenreihe rückwärts zu verfolgen. Von diesem Gesichts- 
punkte aus bespricht er die Familien der „Bluter" (Hämophilen), 
die Geschichte der Geschlechter, in denen Hyperdaktylie (Sechs- 
fingerigkeit) , Daltonismus (Rot - Grün - Blindheit) , Otosklerose 
(Verknöcherung am inneren Ohre mit fortschreitender Schwer- 
hörigkeit), die Thomsensche Krankheit, angeborene Organ- 
schwäche des Rückenmarks, der Nieren usw. vorkommen. 

Am ausführlichsten werden die Nerven- und Geistes- 
störungen behandelt, deren Erblichkeit ein weitgehendes prak- 



— 117* — 

tisches Interesse für den Arzt bedeutet. Denn das Publikum 
scheut so häufig die rechtzeitige Unterbringung von Kranken 
in Anstalten, verschweigt nicht selten auch Erkrankungen und 
sonderbare Charaktere (Sonderlinge) aus früheren Generationen 
aus allerlei Familienrücksichten und in schlimmer Verkennung 
dieser Unterlassungssünden. Der Vortragende hält es für not- 
wendig, auf die Umstände hinzuweisen, unter denen Geistes- 
krankheiten sich vererben können, aber sich nicht vererben 
müssen; er hebt besonders hervor, wie viele geisteskranke 
Ahnen in ganz gesund gebliebenen Geschlechtern zu finden sind 
(Arbeiten der Schweizer Ärztin Jenny Koller). Recht be- 
deutsam in dieser Hinsicht ist auch die Art der nervösen Erb- 
lichkeit: direkte, indirekte gleichartige, konvergierende (von 
Vaters oder Mutters Seite) gehäufte Vererbung. 

Die Bedeutung der Regeneration, die Frage der Inzucht 
(des Ahnenverlustes) und der Blutsverwandtschaft werden durch 
die Geschichte der Habsburger und der VVittelsbacher beleuchtet. 
Ein trauriges Beispiel schwerster Entartung zeigt der Stamm- 
baum einer Schweizer Familie — der psychiatrische Beobachter 
Dr. Jo erger nennt sie „Zero" — , die einem engen Gebirgs- 
tale entstammend, seit mehr als drei Jahrhunderten ein hohes 
Kontingent zu den Vaganten, Verbrechern, Geisteskranken, 
Dirnen und Bettlern der Schweiz und Italiens stellt. Die Fort- 
erbung von besonderen Talenten und künstlerisch-literarischen, 
bezw. reformatorischen Neigungen wird andererseits durch die 
Geschichte einer bürgerlichen Familie Soldan dargetan, die jetzt 
noch in Hessen vielfach vertreten ist und jüngst von Sommer, 
dem Gießener Irrenarzt, bis zu ihrem Stammvater, einem Türken- 
obersten, verfolgt wurde, der als Gefangener nach Deutschland 
kam, die Taufe empfing und im 14. Jalirhundert im württem- 
bergischen Brackenheim ansässig wurde. 

Der Redner warnt vor allen voreiligen Schlüssen in der 
Voraussage der Vererbung und faßt zum Schlüsse noch einmal 
die gangbaren Wege zur Erreichung bestimmter wissenschaft- 
licher und praktischer Ziele im Studium der erblichen nervösen 
Krankheitsanlagen zusammen. Wenn von Vererbungsgesetzen 
in der menschlichen Pathologie die Rede sei, so werde meist 
an praktische Regeln gedacht, aus denen mit einer an Sicherheit 
grenzenden Wahrscheinlichkeit hervorgehen soll, wie man unter 



— 118* — 

allen Umständen eine bestimmte Krankheit in der Deszendenz 
wenn möglich mit Hilfe von die Eheschließung einschränkenden 
staatlichen Maßnahmen vermeiden könne. Derartige empirische 
Regeln, die etwa zur Züchtung vollkommener Menschen- 
geschlechter führen könnten, gibt es nicht. Noch viel weniger 
besteht schon irgend ein Gesetz, aus dem sich der Einzelfall 
ableiten ließe, dessen Eintreffen trotz aller Gesetzmäßigkeit im 
großen ganzen dem Zufall unterläge. Eine pessimistische 
Stimmung kann und darf aber den biologisch denkenden Arzt dabei 
nimmermehr beherrschen; denn er muß, wie Martins sagt, 
„die kleine Summe vererbten Elends immer wieder dem großen, 
gewaltigen Strome gesunden, kräftigen Lebens gegenüberstellen, 
der das eigene Volk, die ganze Menschheit durchflutet" — ja, 
die gesamte organische Welt immer wieder erstarken läßt, dank 
der unendlichen, sich uns täglich offenbarenden Mannigfaltigkeit 
der allmächtigen Mutter Natur. 

X. Sitzung vom 9. Januar 1909. 

Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. med. Ernst Roediger. 

Der Vorsitzende begrüßt die zahlreich erschienenen Mit- 
glieder und den Vortragenden Prof. Dr. R. Beneke aus Mar- 
burg, dessen Vortrag lautet: 
„Die Entwicklung des Menschen in der frühesten 
Periode seines embryonalen Lebens". 

Die frühesten Vorgänge der embryonalen Entwicklung sind 
bei einer Reihe von Säugetieren durch die intensive Arbeit zahl- 
reicher Forscher in den letzten Jahren aufgeklärt worden. Das 
Resultat dieser Forschung besteht in der allgemeinen Ei'keunt- 
nis, daß trotz aller inneren Verwandtschaft der Vorgänge doch 
gerade in den jüngsten Perioden so viele den einzelnen Gattungen 
und Arten eigenartige Variationen auftreten, daß von hypothe- 
tischen Analogieschlüssen von Art zu Art wenig zu erwarten ist. 
Dies gilt vor allem auch für die Geschichte des Menschen, über 
dessen erste Entwicklung noch vollkommenes Dunkel herrscht. 
Nur durch Zufall kann ja hier gelegentlich einmal ein wissen- 
schaftlich brauchbares Objekt aus den frühesten Stadien gewon- 
nen werden. Die ersten beiden bekannt gewordenen Entwick- 
lungsstadien haben etwa das Alter von zwei Wochen. In dieser 
Zeit ist der Keim bereits in der Schleimhaut des Uterus tief 



— 119* — 

eingewachsen und bildet ein ovales Säckclien von etwa zwei 
Millimeter Länge des ßinnenrauraes und etwa sechs Millimeter 
Länge der äußeren Wand. Diese relativ dicke Wand hat die 
Aufgabe, die Wurzeln zu bilden, mit welchen die gesamte Eianlage 
sich in die mütterlichen ernährenden Gewebe einsenkt, ähnlich 
wie die Pflanze ihre Wurzelsprossen in den ernährenden Boden 
vorschiebt. Diese Funktion der EihüUe wird durch den Ausdruck 
„Trophoblast" gekennzeichnet. Man unterscheidet zwei innig mit- 
einander in Verbindung stehende Schichten, eine äußere, welche 
sich mit einer Energie, wie sie bei keinem Wachstumsvorgang 
des menschlichen Organismus jemals wieder erreicht wird, das 
mütterliche Gewebe erobert und zu brauchbarer Nährsubstanz 
verarbeitet, das sogenannte Syncytium, und eine innere, deren 
Hauptaufgabe in einer rapiden Vermehrung der Zellen zu liegen 
scheint, die sogenannte Zellschicht. Das Innere des Keimes 
verwandelt sich allmählich in eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase, 
und in diese Flüssigkeit taucht nun der eigentliche Embryo ein ; 
das vollkommene Eintauchen gewährt offenbar den größten Schutz 
gegen irgendwelche äußere schädigende Einwirkungen, wie Druck, 
Stoß usw. Leider sind solche allerfrühesten Stadien nicht gut 
erhalten und gewöhnlich schon stark verändert. Der Vortragende 
gelangte durch einen Zufall in den Besitz eines frischen, tadel- 
los erhaltenen Präparates, welches alle Einzelheiten auf das 
schönste erkennen ließ und in Projektionsbildern demonstriert 
wurde. Dies war für die Aufklärung der ersten Entwicklungs- 
vorgänge von allergrößter Bedeutung, die der Vortragende aus- 
führlich klarlegt. Auch ergaben sich daraus ziemlich genaue 
Unterlagen für die Altersbestimmung. 

Der Vortrag war durch eine Reihe von Lichtbildern und 
Tafeln erläutert. 

XI. Sitzung vom 16. Januar 1909. 

Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. Ernst Roediger. 
Gartenbaudirektor A. Siebert sprach über: 
„Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, 
ihre Ziele und Erfolge". 
Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, die 1892 in Karls- 
ruhe (Baden) gegründet wurde, hat den Zweck, die Kenntnis 
aller für Deutschland wichtigen und brauchbaren Bäume und 



— 120* — 

Gehölze zu verbreiten und besonders zur Einführung von aus- 
ländischen Nutzhölzern oder auch nur zum Schmuck des Gartens 
dienenden Pflanzen beizutragen. Beziehungen zu Männern der 
Wissenschaft und Praxis beinahe auf der ganzen Erde ermög- 
lichen dieses Beginnen und geben den deutschen Gärtnern und 
Forstmännern die Gewähr, daß sie ein reelles, unseren klimatischen 
und Bodenverhältnissen angepaßtes Saatgut erhalten. Durch in 
den verschiedensten Höhen- und Bodenlagen verteilte Versuchs- 
stationen werden diese Neueinführungen geprüft und dann den 
Mitgliedern der Gesellschaft zugängig gemacht. 

Seitdem die Einfuhr von Samen ausländischer Bäume, so- 
wohl Nadelhölzer wie Laubhölzer, nach wissenschaftlichen Ge- 
sichtspunkten geregelt ist, ist auch der Nutzen für die Allgemein- 
heit größer geworden. Die Prüfung und Einbürgerung wertvoller 
ausländischer Holzarten ist auch deshalb wichtig, weil für einige 
unserer einheimischen Hölzer, die teilweise einen Zurückgang 
zeigen, im Laufe der Jahre vollwertiger Ersatz geschaffen werden 
kann. Diese Bestrebungen hat die Reichsregieruiig in ihrer 
ganzen Bedeutung erkannt und unterstützt sie durch eine nam- 
hafte Subvention. 

Die Dendrologische Gesellschaft fördert aber ihre Ziele 
weiter durch Veranstaltungen belehrender Art und durch Heraus- 
gabe eines Jahrbuches, das eine der wertvollsten Veröffentlich- 
ungen auf dem Gebiete der Laub- und Nadelholzkunde darstellt. 
Von praktischem und gartentechnischem Nutzen sind die Jahr- 
ausflüge, und es dürfte von Interesse sein, über den Ausflug im 
Jahre 1907, der über Rügen nach Schweden und Dänemark 
führte, zu hören. Die mit diesen Ausflügen verbundenen Ver- 
handlungen fanden in Stralsund statt und brachten Mitteilungen 
über neue Gehölze, Forst- und Parkbäume, über die Douglas- 
Tanne u. a. m. 

Groß war die Zahl der Teilnehmer an den Besichtigungen, 
deren erste dem achtzigjährigen Forstgarten in Jägerhof (Vorpom- 
mern) galt, wo zwei Nadelholzarten, die 1842 als vierjährige Pflan- 
zen gesetzt worden waren, besonderes Interesse beanspruchten. 
Die eine, Pseudotsuga Douglasü, hatte z. B. im Jahre 1891 eine 
Höhe von 26V2m bei 62,2 cm Durchmesser, im Jahre 1907 eine 
Höhe von 36,5 m bei 83,5cm Durchmesser; die andere, Picea 
sikhensis^ im Jahre 1891 eine Höhe von 27,5 m bei 52,8 cm 



— 121* — 

Durchmesser und 1907 eine Höhe von 36 m bei 65,5 cm Durch- 
messer. In dem großen Park des Grafen Douglas bei Ralswiek 
auf Rügen waren besonders zirka 300jährige weibliche Eiben- 
bäume {Taxus haccata) bemerkenswert ; der fürstliche Hofgarten 
zu Putbus (Rügen) enthält prachtvolle Bestände alter Bäume, 
was nicht wundernehmen kann, wenn man weiß, daß in diesem 
milden Seeklima die südchilenische Araucaria imhricata im Freien 
fortkommt und fruktifiziert. 

Von Saßnitz wurde die Dampferfahrt nach Trelleborg an- 
getreten, Malmö mit der Bahn erreicht und von dort das Arbo- 
retum der landwirtschaftlichen Hochschule in Alnarp besucht. 
Von dem nächsten Reiseziel, Kopenhagen, wurde ein Abstecher 
nach dem exotischen Forstarboretum in Häsede, dem Grafen 
Daneskold gehörig, gemacht; es enthält eine reiche Sammlung 
ausländischer Laub- und Nadelhölzer und ist musterhaft unter- 
halten. Wie auch an anderen Plätzen wurde hier den Teilneh- 
mern ein Verzeichnis der bemerkenswerten Baumarten überreicht, 
in dem die wichtigsten Angaben über Alter, Höhe usw. enthalten 
waren. Von dem vielen Schönen sei hier nur auf eine tadellose, 
6 m hohe Fichtenhecke hingewiesen, die als Unikum gelten darf. 
Gärtnerisch lohnend war die Besichtigung des Schloßparkes zu 
Gisselfeld, der vorzüglich imstande ist und auf stark bewegtem 
Terrain prachtvolle Szenerien bietet. Große Exemplare der euro- 
päischen Linde, der Silberlinde, der gemeinen Esche und der 
Stieleiche erfreuten das Auge, ebenso eine 3 m hohe Pflanze von 
Taxus haccata var. Dovastonii von 22 m Umfang. Der schönste 
Park, den die Reisegesellschaft sah, war der dem Grafen Moltke 
gehörende in Bregentved, wo u. a. eine Pyramideneiche von 20 m 
Höhe die Aufmerksamkeit erregte. 

In dem Botanischen Garten zu Kopenhagen imponiert neben 
den gut gehaltenen und zusammengestellten Darbietungen im 
freien Lande die im Terrassenstil gebaute Gewächshausanlage. 
Der Forstgarten in Charlottenlund weist schöne und seltene Be- 
stände auf, wie japanische Zedern von 10m Höhe und Thuja 
glgantea von 20 m Höhe. In dem Park zu Nässet, der 1780 an- 
gelegt ist, findet man das Schönste von alten exotischen Bäu- 
men, die meist einzeln auf einer vom Buchenforst umschlossenen 
ausgedehnten Lichtung stehen; man sieht dort die virginische 
Zeder^ Bleistiftholz {Juniperus virginiana), 15 m hoch, die Hem- 



— 122* - 

lockstaune (Tsuga canadensis), 129 Jahre alt und 16 m hoch, 
die edle Kastanie, 19 ra hoch, den Tulpenbaum {Liriodendron 
tuUpifera), 18 m hoch. 

Auf solchen Reisen beobachtet man, wie hier nur kurz aus- 
geführt werden konnte, manche Seltenheiten, und nicht nur der 
Gartenfreund, sondern auch der Gärtner und Forstmann kann 
seine Kenntnisse und Erfahrungen erweitern. 

XII. Sitzung vom 23. Januar 1909. 

Vorsitzender: Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx. 

Privatdozent Dr. H. Bluntschli-Bavier, Zürich , 
sprach über 

„Das menschliche Antlitz im Lichte der vergleichen- 
den Anatomie und Entwicklungsgeschichte". 

An die „vergleichende Physiognomik" anknüpfend, welche 
von Aristoteles bis auf Lavater und dessen Nachfolger 
reich kultiviert wurde, ohne im übrigen ersprießliche Resultate 
zu zeitigen, faßte der Vortragende zunächst die Gesichtspunkte 
zusammen, unter denen eine moderne Betrachtungsweise das 
menschliche Antlitz in seiner wechselnden Erscheinungsform zu 
verstehen sucht. Von besonderem Interesse erscheint es, der 
Frage nachzugehen, was sich aus dem Gesicht des Menschen 
bezüglich seiner Stammesgeschichte herauslesen läßt. Eine 
genaue Analyse der einzelnen Komponenten, die das Antlitz 
aufbauen, ist dabei unerläßlich. Vor allem der Schädelbau ist 
von grundlegender Bedeutung, in zweiter Linie erst die Weich- 
teile, vor allem die Muskulatur und die Haut. 

Als Wege zum Verständnis kommen vergleichende Ent- 
wicklungsgeschichte, vergleichende Anatomie und Variations- 
forschung in Betracht. Gerade die letztere, bisher meist nur 
oberflächlich in Angriff genommen, verspricht reiche Ernte, denn 
der Wechsel in der Erscheinungsform der einzelnen Organe, so 
wenig er bei oberflächlicher Betrachtungsweise auch in die 
Augen springt, unterliegt gesetzmäßigem Verhalten und kann 
zum Studium der stammesgeschichtlichen Wandlungsprozesse mit 
großem Erfolg herangezogen werden. Gewisse Variationen 
wiederholen Stadien, die in der Stammesentwicklung, die durch- 
laufen wurde, und in der Einzelentwicklung normalerweise über- 
wunden werden. Andere Variationen deuten mehr oder weniger 



— 123* — 

bestimmt die Richtung fortschrittlicher Wandlungen im Körper- 
bau an. 

Im einzelnen wurden eine Reihe spezieller Fragen heraus- 
gegriffen, so zuerst an Hand zahlreicher bildlicher Darstellungen 
die vergleichweise Entwicklung der Kopf- und Gesichtsform beim 
Menschen und den ihm nächstverwandten Säugetieren besprochen 
und dabei betont, daß für die wissenschaftliche Welt viel 
wichtiger als die Ähnlichkeit der Bilder bei Menschen- und 
Affenembryonen die prinzipielle Gleichartigkeit der Ausbildungs- 
prozesse erscheine. Die gleichen Entwicklungsgesetze gelten 
hier wie dort; das zeigt besonders schön auch die Ausbildungs- 
weise der Geschlechtsunterschiede im Antlitz, die auf Unter- 
schieden im Schädelbau beruht. Dieselben Wandlungsvorgänge 
und dieselben charakteristischen Merkmale, welche den männlichen 
Affenschädel vom weiblichen unterscheiden lassen, gelten, nur 
graduell gemildert, auch für die menschlichen Verhältnisse. 
Die auffallendste Differenz in der Gesichtsbilduug bei Mensch 
und AEe besteht in der gewaltigen Ausbildung des Kiefer- 
apparates bei letzterem, der stärkeren Entfaltung des Gehirn- 
schädels bei ersterem. Das menschliche Verhalten ist nur die 
maximalste Steigerung eines in der ganzen Säugetierreihe nach- 
weisbaren Verkürzungsprozesses der Kiefer und speziell bei den 
Primaten einer hochgradigen Gehirnentfaltung. Der Kiefer- 
verkürzungsprozeß ist beim Menschen noch nicht zum Stillstand 
gekommen, die nicht seltenen Gebißvariationen, das Fehlen der 
Weisheitszähne und der oberen, seitlichen Schneidezähne sind 
Dokumente für den ganzen Vorgang. Auch die Gesichts- 
muskulatur, welche ja beim Menschen eine einzigartige Aus- 
bildung gefunden hat, mit der die Vielseitigkeit des Ausdruckes 
und die geistige Durchdringung der Gesichtszüge in Zusammen- 
hang steht, bietet in zahlreichen Variationsbildern deutliche 
Hinweise auf fortschrittliche respektive rückschrittliche Prozesse. 
Die Muskulatur des äußeren Ohres ist zweifellos der allmählichen 
Rückbildung geweiht, wie ja heute schon die meisten Menschen 
die willkürliche Herrschaft über diese Muskelgruppe verloren 
haben. Demgegenüber spielen sich in der Wangenregion Vor- 
gänge des Neuerwerbes von Muskulatur ab. Von verschiedenen 
Nachbarmuskeln spalten sich Bündel ab, welche in sehr ver- 
schiedener Weise eine größere und feinere Beweglichkeit der 



— 124* — 

darüber liegenden Hautpartien hervorgehen lassen. DieseVorgänge, 
mit denen das bei Kindern bisweilen so deutliche Wangengrübchen 
inBeziehungsteht, haben in der Primatenreihe keine Parallele. Auch 
der Vergleich der Gesichtshaut bei Mensch und Affe bietet keine 
Schwierigkeiten, dieselben Grenzfalten um Mund-, Nasen- und 
Augenöffnung treten hier wie dort auf und ebenso sind die Alters- 
runzeln, welche als eigentliche Stauungsfalten der Haut, verursacht 
durch besondere Muskelgruppen, gelten müssen, im großen ganzen 
dieselben. Die Nacktheit der menschlichen Gesichtshaut ist nur 
eine scheinbare, der Verbreitungsbezirk der Wollhärchen, Bart- 
und Augenbrauenhaare im Gesicht deckt sich vollkommen mit 
dem Behaarungsbezirk bei den Menschenaffen. Der Unterschied 
besteht nur darin, daß beim Menschen die erste Haargeneration 
(Wollhaare) in der Regel nicht mehr durch einen zweiten 
stärkeren Haar-Nachschub (Dauerhaare) ersetzt wird. Die 
Gründe für diese Unterschiedlichkeit in der Entwicklung sind 
zurzeit noch nicht genügend erschlossen. Im körperlichen nimmt 
also bei genauerer Betrachtung das menschliche Antlitz nicht die 
Ausnahmestellung ein, die man ihm gemeinhin zuzubilligen geneigt 
ist ; was es auszeichnet, ist die geistige Durchdringung. Wenn es uns 
von Gemüts- und Geistesgaben, von Leidenschaften und Lebens- 
schicksalen erzählt, so berichtet es von Menscheugeschichte, in 
seinem Bauplan aber lesen wir Stammesgeschichte der Menschheit. 

XIII. Sitzung vom 30. Januar 1909. 

Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. med. Ernst Roediger. 

Der Vorsitzende begrüßt Herrn Dr. M e r t o n im Namen der G e- 
sellschaftund spricht seine Freude darüber aus, daß dieselbe wieder 
einmal einen Sohn unserer Vaterstadt nach einer größeren wissen- 
schaftlichen Forschungsreise beglückwünschen darf. Er dankt ihm 
aufs wärmste für den Bericht, den er uns über diese Reise abstatten 
will und für die außerordentlich wertvollen Zuwendungen, die er 
der Gesellschaft in der reichen wissenschaftlichen Ausbeute 
zugewendet hat. 

Hierauf sprach Dr. Hugo M er ton über 

„Eine zoologische Forschungsreise in den 
Aroe- und Keyinseln". 

Zwischen Asien und Australien dehnt sich der indo- 
australische Archipel aus, dessen interessante Tierwelt durch 



— 125* — 

die Forschungsreise von A. R. Wallace in der Mitte des 
vorigen Jahrhunderts zuerst in weiteren Kreisen bekannt ge- 
worden ist. Viele Inseln des Archipels haben in früheren Erd- 
perioden dem asiatischen oder dem australischen Festland ange- 
hört; vorübergehend hat eine feste Landverbindung zwischen 
beiden Erdteilen bestanden, auf der die Vorfahren der jetzigen 
Beuteltiere von Asien nach Australien gewandert sind. Diese 
Landbrücke wurde bald wieder unterbrochen, Säugetiere, die 
in späteren Erdperioden aufgetreten sind, konnten nicht mehr 
bis nach Australien gelangen. So erklärt sich die große Ver- 
schiedenheit in der Fauna dieser beiden Kontinente und zwischen 
den Inseln des westlichen und östlichen Archipels. Die Inseln 
des mittleren Archipels sind von asiatischen und australischen 
Tierarten bewohnt; je weiter man nach Osten geht, um so 
mehr verschwinden die asiatischen Formen und um so mehr 
prävalieren die australischen, das Umgekehrte gilt für den 
westlichen Teil dieses Überganggebietes. 

Zusammen mit Dr. J. Roux aus Basel bereiste der Vor- 
tragende die Aroe- und Keyinseln, zwei Inselgruppen im öst- 
lichen, indo-australischen Archipel, um ihre Tierwelt zu er- 
forschen und außerdem die dortige Meeresfauna näher zu 
untersuchen. Die Fahrt ging über Singapore nach Java und 
von da durch den Archipel nach Dobo auf den Aroeinsein, wo 
die beiden Zoologen ihr Hauptquartier aufschlugen. In Dobo 
kommt ein buntes Völkergemisch zusammen, angezogen durch 
die Perlausternfischerei, die auf der Ostseite der Aroeinsein von 
Australiern und Arabern in großem Maßstabe betrieben wird. 
Von Dobo wurden verschiedene mehrwöchentliche Touren unter- 
nommen, deren Ausführung durch das große Entgegenkommen 
der holländischen Regierung sehr erleichtert wurde. Ein 
holländischer Regierungsdampfer stand den Reisenden vorüber- 
gehend zur Verfügung, und auf Inlandtouren begleitete sie ein 
Detachement Soldaten. So war es möglich, trotz zeitweise 
ungünstiger Witterungsverhältnisse, eine reiche Ausbeute zu 
machen. Besonders reichhaltig ist die Vogelwelt der Aroeinsein, 
der Paradiesvogel {Paradisea apoda) ist hier besonders auf- 
fallend. Schon seit Jahrhunderten wird er von hier aus, ebenso 
wie von Neu-Guinea, in großen Mengen in den Handel gebracht 
und der Bestand ist schon beträchtlich dezimiert worden. Das 



— 126* — 

Hauptland der Aroeiuseln wird von eigenartigen Seewasser- 
kanälen durchzogen, die ganz das Aussehen von Flüssen haben, 
von ihnen gehen Seitenkanäle aus, in die Süßwasserläufe ein- 
münden. Die Kanäle sind befahrbar, und so ist es möglich, 
tief in das Inland vorzudringen. Die Bewohner der Aroeinsein 
stehen auf einer sehr niederen Kulturstufe; sie sind mit den 
Bewohnern von Neu-Guinea nahe verwandt. Die Aroenesen 
wohnen in Pfahlbauten, die sie jedoch nicht ins Wasser liinein- 
baueu. Die Bevölkerung der Aroeinsein hat durch verschiedene 
Epidemien in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. 

Nach einem Aufenthalt von vier Monaten auf den Aroe- 
inseln wurden die Keyinseln besucht, deren Hauptinsel im 
Gegensatz zu den flachen Aroeinsein von einem langgezogenen 
Gebirgsrücken gebildet wird. Auch faunistisch besteht ein be- 
trächtlicher Unterschied zwischen der Tierwelt dieser beiden 
Inselgruppen. Die Übereinstimmung der Fauna der Aroeinsein 
und der von Neu-Guinea ist recht bedeutend. Auf den Key- 
inseln ist dagegen die Tierwelt von Neu-Guinea schwächer 
vertreten und Tierarten des westlichen Archipels sind hier schon 
viel häufiger. Die Annahme scheint daher berechtigt, daß 
die Keyinselu in einer früheren Erdperiode sich von Neu- 
Guinea losgetrennt haben, während die Aroeinsein noch in den 
jüngsten Erdperioden mit Neu-Guinea eine einheitliche Land* 
masse bildeten. 

Prachtvolle Lichtbilder erläuterten den inhaltreichen Reise- 
bericht des Vortragenden, der seine Zuhörer in feinster Weise 
mit dem Reiz der tropischen Landschaft bekannt zu machen 
verstand, sie aber auch Einblick nehmen ließ in die großen 
tiergeographischen und erdgeschichtlichen Fragen, die eine 
solche Forschungsreise beherrschen, und die gewaltigen Mühen 
und Strapazen, welche die zoologischen Arbeiten mit sich bringen. 
Die Ausbeute, die später dem Senckenbergischen Museum ein- 
verleibt wird, ist zunächst unter mehr als 50 Spezialforschern 
verteilt, deren wissenschaftliche Bearbeitung nebst den allge- 
meinen Reiseergebnissen des Vortragenden mehrere Bände der 
„Abhandlungen" der Senckenbergischen Naturforscbenden Ge- 
sellschaft füllen werden. Die bedeutende ethnographische 
Sammlung hat Dr. Merton bereits dem städtischen Völker- 
museum als Geschenk überwiesen. 



— 127* — 

XIV. Sitzuug vom 6. Februar 1909. 

Vorsitzender; Sanitätsrat Dr. med. Ernst Roediger. 

Professor Dr. B. Fischer sprach: 
„Über den Tod". 

Die einzelligen Wesen sind potential unsterblich, da ihre 
Fortpflanzung einfach in der Teilung des Muttertieres besteht. 
Mit der Encystierung tritt auch bei den Einzelligen schon ein 
Aualogon des natürlichen Todes auf, indem eine Kapsel zum 
Schutze der jungen Zellen gebildet wird, die dann abgestoßen 
wird und zerfällt. Bei den vielzelligen Wesen tritt mit der 
Scheidung in Keimzellen und Körperzellen der physiologische Tod, 
der Tod aus Altersschwäche auf, da die Natur nur ein Interesse 
an der Erhaltung der Art hat und, sobald diese gesichert ist, 
das Individuum opfert. Bei den vielzelligen Wesen haben also 
allein die Fortpflanzungszellen die Unsterblichkeit der Einzelligen 
beibehalten. Die Körperzellen gehen stets zugrunde. Die Dauer 
des Individuallebens ist bei den einzelnen Arten sehr verschieden. 
Weder die Körpergröße, noch die Schnelligkeit des Stoffwechsels, 
noch die Komplikation des Baues haben bei den einzelnen Arten 
einen wesentlichen Einfluß auf die Normierung der Lebensdauer. 
Ausschlaggebenden Einfluß hat nur die Rücksicht auf die Er- 
haltung der Art; daher fällt bei den niederen Formen und In- 
sekten Tod und Fortpflanzung vielfach zusammen. Verlängert 
wird die Lebensdauer, wenn sich die Fortpflanzung über einen 
langen Zeitraum erstreckt, wenn die Fruchtbarkeit sehr gering, 
der Verlust an Jungen sehr groß oder Brutpflege nötig 
ist. Wenn die Erhaltung der Art gesichert ist, fallen die In- 
dividuen wie reife Blätter vom Stammbaume der Art, der 
Familie ab. 

Der Tod selbst erfolgt auch bei den höchsten Organismen 
nicht plötzlich, sondern entwickelt sich langsam aus dem Leben. 
Das herausgenommene Herz eines Hingerichteten kann man noch 
24 Stunden nach der Hinrichtung zum regelmäßigen Schlagen 
bringen, wenn man es mit sauerstoffhaltigem Blut durchströmt. 
In vielen Zellen erlischt erst wochenlang nach dem Tode das 
letzte Leben. Als Tod bezeichnen wir den Moment, von dem aus 
eine Rückkehr zum Leben des Gesamtorganismus unmöglich ist. 
Dieser Moment tritt ein, sobald der Kreislauf aufhört, d. h. so- 



- 128* — 

bald das Herz unwiderruflich seine Tätigkeit einstellt. Dies 
erfolgt durch Zerstörung lebenswichtiger Orgaue (Herz, Ge- 
hirn, Lunge, Niere, Leber) ; in letzter Liuie ist jeder Tod ein 
Herztod. 

Die dauernde Abnutzung des Organismus durch den Lebens- 
prozeß muß zum Tode führen. Dieser Abnutzung steuert der 
Körper durch die Teilung, d. h. Verjüngung der Zellen. Da aber 
gerade die für den Bestand des Lebens wichtigsten Zellen, die 
Ganglienzellen des Gehirns und die Herzmuskelzellen, schon in 
frühester Jugend die Fähigkeit der Teilung verlieren, so kann 
der Körper die Abnutzung dieser Zellen und die schädliche Ab- 
lagerung von Stoffwechselschlacken in ihnen auf die Dauer nicht 
verhindern. Tatsächlich können wir auch an allen lebenswich- 
tigen Organen, vor allem am Gehirn und Herzen, anatomisch und 
mikroskopisch ausnahmslos im Alter dauernde Veränderungen 
(Verkleinerungen, Körncheneinlagerungen) nachweisen, die uns 
das Erlöschen des Lebens sehr wohl verständlich macheu. Der 
Tod aus Altersschwäche ist also eine physiologische Notwendig- 
keit, die sich nicht nur aus der Entwicklungsgeschichte 
aller Lebewesen mit zwingender Logik ergibt, sondern die 
auch in der Organisation des Körpers begründet ist. Die 
verschieden festgelegte Lebensdauer der verschiedenen Arten 
muß in der verschiedenen Organisation ihrer Zellen be- 
gründet sein. 

Versuche, die natürliche Lebensdauer der Menschen (etwa 
hundert Jahre) zu verlängern, müssen in das Gebiet leerer Phan- 
tasie verwiesen werden. Die naturwissenschaftlich denkende und 
arbeitende Medizin hat heute andere Aufgaben, als das Leben 
der Hundertjährigen künstlich zu verlängern. 

XV. Sitzung vom 13. Februar 1909. 

Festsitzung zur Feier des hundertsten Geburtstages von 
Charles Darwin. 

Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. med. Ernst Roediger. 

Der Vorsitzende begrüßt Herrn Geheimrat Professor Hert- 
wig in dem Festsaal des Museums, in dem die Büste Darwins, 
umgeben von Blattpflanzen, und zwei große Porträts des briti- 
schen Naturforschers aufgestellt sind, macht auf die Bedeutung 



— 129* — 

des Tages aufmerksam und erwähnt, daß Charles Darwin 
vom Jahre 1873 an korrespondierendes Mitglied der Sencken- 
bergischen Naturforschenden Gesellschaft gewesen ist. 

Hierauf hält Herr Geh. Hofrat Professor Dr. Richard 
Her twig aus München den 

Festvortrag. 
(Siehe Teil II, Seite 49.) 

XVI. Sitzung vom 20. Februar 1909. 

Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. med. Ernst Roe d ige r. 
Dr. 0. Kohnstamm, Königstein (Taunus), sprach über: 
„Wesen und Ursprung der Gefühle". 

Gefühle sind wie alles andere seelische Geschehen eigen- 
artige Lebensvorgänge, die sich von den körperlichen Lebens- 
vorgängen dadurch unterscheiden , daß man selbst am bloß- 
gelegten Organ, dem Gehirn, mit unseren heutigen Hilfsmitteln 
nichts davon bemerken würde. Das Gefühl als seelischer Lebens- 
vorgang und damit als naturwissenschaftliches Objekt genommen, 
bedarf vor allem der syraptomischen Abgrenzung gegen die mit 
ihr nächstverwandte Empfindung. Empfindungen sind solche Sen- 
sationen , die uns von objektiven Eigenschaften und von der 
Angriffsstelle der Reize Kunde und zu entsprechenden Reaktionen 
(Reizverwertungen) Veranlassung geben. Gefühle sind die psy- 
chischen Ursachen der Ausdruckstätigkeiten, in denen die des 
subjektiven Afiiziertseins an den Tag tritt. Es gibt reine Emp- 
findungen, etwa wissenschaftlich beobachtete Töne oder Farben, 
und reine Gefühle, wie das einen schrillen Ton begleitende 
Unlustgefühl, in dem nichts Objektivierbares enthalten ist. Da- 
zwischen gibt es gemischte Sensationen, wie die des Bitteren, 
die zugleich als Empfindung auf eine chemische Eigenschaft des 
reizenden Körpers hinweist und zugleich als Gefühl den typischen 
Gesichtsausdruck erzeugt, der zum „einfühlenden" Miterleben 
zwingt. Auch die sogenannten Organsensationen gehören hierher. 
Ihr Gefühlscharakter geht daraus hervor, daß sie sich mit Ge- 
fühlen zu einem einheitlichen Produkt, den Affekten, verschmelzen 
und sich selbst verstärkend neues Herzklopfen ausdrucksmäßig 

9 



— 130* — 

hervorrufen. Als Empfindung geben sie uns Kunde von einem 
objektiven Geschehen in unserem Körper. Die Theorie von James 
und Lange hat die Organisationen für den einzigen Inhalt der 
Affekte erklärt. Wenn ein plötzlich ertönender Schuß mich vor 
Schreck zusammenfahren läßt, so soll nach dieser Theorie der 
Schreck erst nach dem Zusammenfahren entstehen als AVahr- 
nehmung dieser Bewegung. Die Ausdrucksbewegungen wären 
nicht die Folgen, sondern die ursächliche Grundlage der Gefühle 
und Affekte. Nach der Auffassung des Vortragenden hingegen 
löst ein starker Reiz zuerst ein Gefühl aus, und dieses — neben 
der Zweckreaktion — die Ausdruckstätigkeit. Die Wahrnehmung 
dieser expressiven Organtätigkeit schließlich ist die expressive 
Organsensation, die sich zu dem primären Gefühl addiert und 
daraus den Affekt entstehen läßt. Jedenfalls ist für die Färbung 
der Affekte die Art der Ausdruckstätigkeit von größter Bedeu- 
tung. Dasselbe Prinzip, das die Form der Ausdruckstätigkeit 
bestimmt, muß auch die Töne der Affekte bestimmen. Ein Bei- 
spiel soll das Prinzip erläutern. Wenn ich mich tief bücke, 
entsteht in mir ein beklommenes, heruntergestimmtes Gefühl. 
Wenn ich seelisch heruntergestimmt bin, nimmt umgekehrt der 
Körper eine gebückte, zusammengedrückte Haltung als Ausdrucks- 
tätigkeit au. Daher spricht man von gedrückter, deprimierter 
Stimmung. Jede einfache Aktion des Körpers ist von charakte- 
ristischen Elementargefühlen begleitet. Treten ähnliche Gefühle 
in seelischem Zusammenhang primär auf, so wird jene Körper- 
aktion als Ausdrucksbewegung wachgerufen. Gefühlsassoziation 
hat gewissermaßen eine Taste des Ausdrucksklaviers angeschlagen. 
Das nennt der Vortragende die Klavier theorie der Affekte. Die 
Körpergefühle, auf welche die Gefühlsassoziation zurückgreift, 
sind nur zum Teil individuell erlebt, zum Teil gehören sie dem 
Erleben der Ahnenreihe an, deren Solidarität mit dem die Af- 
fekte erlebenden Individuum dadurch an den Tag tritt. Die 
Ausdruckstätigkeit in ihrer selbständigen Stellung neben dem 
Zweckgescheheu weist darauf hin, daß es im Leben etwas 
gibt, was außer und über den Zwecken steht. So, jenseits der 
Zwecke stehend, erscheint uns die Kunst als die Krone der 
Ausdruckstätigkeit, indem sie aus dem Gefühl erzeugt ist und 
ihrerseits wiederum „wecket der dunkeln Gefühle Gewalt, die 
im Herzen wunderbar schliefen". 



— 131* — 

XVII. Sitzimg vom 27. Februar 1909. 

Vorsitzeuder : Sauitätsrat Dr. med. E. Roediger. 

Geiichtschemiker Dr. G. Popp sprach über: 
„Das Hautleistensystem der Hand- und Fußfläche in 
anthropologischer und kriminalistischer Hinsicht". 

Die Daktyloskopie ist in den letzten Jahren zu einer für 
die Anthropologie, Ethnologie und Kriminalistik bedeutenden 
Hilfswissenschaft ausgebildet worden und beginnt auch im 
europäisciien Verkehrsleben ein wichtiger Paktor zu werden. 
Es ist deshalb von allgemeinem Interesse, die Grundzüge dieser 
Wissenschaft und ihrer Anwendung kennen zu lernen. 

Die Innenfläche unserer Hand zeigt ein eigentümliches 
Liniensystem, nicht nur bezüglich der Beuguugsfalten, sondern 
besonders bezüglich der Hautleisten. Auch die Fußfläche zeigt 
ein entsprechendes Hautleistensystem. 

Schon die Chinesen und Japaner wußten vor mehreren 
Jahrhunderten, daß die Linien bei verschiedenen Individuen der- 
artige Unterschiede aufweisen, daß daraufhin die Identifizierung 
von Personen möglich sei. 

In Europa ist die Wissenschaft der Hautleisten zuerst 
vor drei Dezennien durch die Engländer aus Indien eingeführt 
worden und hat dann hauptsächlich durch Kriminalisten einen 
weiteren Ausbau gefunden. 

Die Hautleisten bilden sich, wie an Mikrophotographien 
gezeigt wird, nicht durch Faltung der Haut von außen nach 
innen, sondern sie wachsen beim Embryo von innen heraus, 
indem die Papillen und die Drüsenausgänge sich reihenweise 
anordnen. 

Eine Zerstörung der äußeren Hautschichten verhindert 
demnach in der Regel nicht ein Nachwachsen der Hautleisten 
in der früheren Anordnung. 

Die Hautleistenbildung können wir auch entwicklungs- 
geschichtlich verfolgen. 

Die Halbaffen zeigen auf den Tastballen inmitten eines 
Höckerfeldes nur wenige parallele Leisten, und erst bei den 
höher stehenden Affenarten finden wir Liniensysteme, welche 
bei den Anthropoiden denjenigen der menschlichen Haut nahe- 
stehen. 

9* 



— 132» - 

Die Liniensysteme der menschlichen Haut zeigen an der Hand- 
fläche eine für den vielseitigen Gebrauch zweckmäßige Anordnung, 
indem sie hauptsächlich die Aufgabe erfüllen, als Gleitschutz zu 
wirken. Dementsprechend zeigen die Fußsohlen in dem hinteren 
Teil Querleisten und nur in dem vorderen Teil runde Figuren. 

Während bei den Affen die Tastballen der Hand fast 
durchweg konzentrische Hautleisten aufweisen, zeigt die mensch- 
liche Haut mehr lange Liuiensysteme. 

Die auf den Fingerbeeren vorkommenden Figuren, nämlich 
Bögen, Schleifen, Wirbel und zusammengesetzte Formen, ermög- 
lichten G a 1 1 n ein System aufzustellen, das durch Henry 
verbessert wurde, und die Grundlage der heutigen Daktylo- 
skopie bildet. 

Der Vortragende erläutert die Entwicklungsgeschichte der 
Hautleisten und die vorkommenden Figuren an einer Reihe von 
Lichtbildern, darunter auch an den Handabdrücken des Orangs 
aus dem Frankfurter Zoologischen Garten. 

Ferner hat der Vortragende eine Sammlung von Hand- 
und Fußabdrücken verschiedener Völkerrassen angelegt, die er 
bezüglich der Tastballen-Figuren in Parallele stellt. Darunter 
befindet sich eine von Hofrat Hagen mitgebrachte Sammlung 
von Handabdrücken der Urmalayen (Kubu) auf Sumatra, sowie 
eine Sammlung der Handabdrücke der Somali-Truppe, welche 
in vergangenem Sommer durch die Firma Hagenbeck in 
Frankfurt gezeigt wurde. 

Das Studium dieser ethnologischen Sammlung ergibt einen 
deutlichen Beweis für die Richtigkeit der Theorie von der Einheit 
des Menschengeschlechts. 

Der Vortragende ging sodann zu der Anwendung der 
Daktyloskopie in der Kriminalistik über und schilderte die 
Aufstellung der Meßkarten zur Identifizierung von Verbrechern, 

Der Berliner Erkennungsdienst besitzt zurzeit etwa 70 000 
Fingerabdruckkarten, welche im Vorjahr zur Feststellung der 
Identität von 5403 bestraften Personen dienlich waren. 

Der Vortragende wandte sich sodann zur Vorfülirung prak- 
tischer Anwendungen der Daktyloskopie im Kriminal-Fall. Es 
wurden mit Lichtbildern Fingerabdrücke auf Glas, Möbeln, Pflan- 
zenteilen gezeigt und der Vergleich mit den Originalabdrücken 
Beschuldigter gezogen, der zum Teil zur Überführung, teilweise 



— 133* — 

zur Entlastung diente. Es wurde in einzelnen Fällen gezeigt, 
wie auch recht mangelhafte und nur wenige Einzelheiten 
bietende Fingerabdrücke zur Überführung dienlich sein können, 
wenn die Lage der betreffenden Stelle der Hand erkannt werden 
kann. Es wurden auch Bilder von Spuren aus bekannten 
Mordprozessen vorgeführt, die zur Überführung bezw. Ent- 
lastung dienlich waren. 

Der Beweis der Identität kann bei scheinbarer Ähnlichkeit 
der Zeichnung im Zweifelsfalle sicher dadurch erbracht werden, 
daß der fragliche Abdruck als Diapositiv gefärbt und mit einem 
gleich großen anders gefärbten Diapositiv des Originalabdruckes 
überdeckt wird. Im Projektionsapparat ist die Coincidenz der 
Linien eventl. deutlich erkennbar. Die Darstellung kann auch 
zweckmäßig durch farbigen Überdruck geschehen. Dabei muß 
natürlich die Fläche, auf welcher der Fingerabdruck bewirkt 
wurde, entsprechende Berücksichtigung finden. 

Auch die Abdrücke der Hautporen unterhalb der Leisten 
verdienen hierbei Beachtung. 

Zum Schluß wies der Vortragende darauf hin, daß die 
Anwendung der Daktyloskopie nicht nur im Kriminalfall von 
großer Bedeutung sei, sondern daß sie auch berufen sei zur 
Identifizierung der Persönlichkeit im bürgerlichen Leben eine 
Rolle zu spielen. Sie ist anwendbar bei der Legalisierung 
von Dokumenten, als Handzeichen bei der Unterschrift, auf 
Quittungen, Schecks, Attesten, Kontrakten, Gemälden usw. 

Zur Herbeiführung der Fingerabdrücke braucht man nicht 
nur an das Färben der Hände mit Druckerschwärze zu denken, 
sondern der Abdruck kann auch leicht auf einer präparierten 
Stelle des Papiers ohne Beschmutzung der Finger erzielt werden, 
wozu verschiedene Verfahren dienlich sind. 

Die Kenntnis der Grundzüge der Daktyloskopie und ihre 
Verwertung sollte bald bei jedem Gebildeten vorauszusetzen sein. 

XVIII. Sitzung vom 6. März 1909. 

Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. med. E. Roe dig er. 
Dr. F. Drevermann spricht über : 
„Das Aussterben der Tiere in der Vorzeit". 
Es ist eine bekannte Tatsache, daß in der Vorzeit eine 
große Zahl von Tieren ausgestorben ist, und zwar handelt es 



— 134* — 

sich gerade um gewaltige Formen, von denen man am ersten 
erwarten könnte, daß sie für den Kampf ums Dasein gerüstet 
wären. Einige Beispiele seien hervorgehoben: die riesigen 
Dinosaurier, die Herrscher auf dem festen Lande im Mittelalter 
der Erdgeschichte, die Meeressaurier, die gleichzeitig das Welt- 
meer beherrschten, das Mammut und so viele andere. Der 
Redner geht auf einzelne Gruppen ein und zeigt, daß bei vielen 
Tieren ein Größenwachstum zu konstatieren ist, und daß gerade 
die riesigen Formen nicht mehr die Anpassungsfähigkeit besaßen, 
um bei Klimaschwankungen und anderen äußeren Umwälzungen 
existenzfähig zu bleiben. Die großen pflanzenfressenden Dino- 
saurier sind ebenso wie die großen Säugetiere auf eine reiche 
Vegetation angewiesen ; sobald diese durch eine Veränderung 
der Temperatur abnimmt, müssen sie an Futtermangel zugrunde 
gehen. Dadurch werden die Raubtiere, da ihre Nahrungsquelle 
versiegt, ebenfalls verschwinden müssen. Außerdem aber bringen 
große Formen immer nur wenige Junge zur Welt; hier birgt 
also das Absterben einer Generation viel größere Gefahren in 
sich, als bei den wesentlich fruchtbareren kleinen Tieren. Es 
treten aber noch andere Gründe hinzu: man sieht z. B. bei 
den Ammoniten, die in so gewaltiger Fülle in den Meeren der 
Jura- und Kreidezeit lebten, deutlich, wie sich Degenerations- 
vorgänge geltend machen, wie die praktische geschlossene 
Spiralform der Schale verlassen wird und weniger günstige 
Gestalten auftreten — kurze Zeit nachher sind die Ammoniten 
verschwunden. 

Es ist nicht nötig, Katastrophen in der Erdgeschichte 
anzunehmen, die mit einem Schlage alles menschliche Leben 
vernichten, wie es Cu vi er tat und wie auch Darwin sie noch 
nicht entbehren zu können glaubte. Alle Katastrophen sind 
lokal und selbst die gewaltige Explosion des Krakatau, die 
einen großen Teil der Erdkugel in Mitleidenschaft zog, hat 
nur auf einigen wenigen ozeanischen Inseln das Leben ver- 
nichten können. 

In der Jetztzeit ist die hauptsächliche Kraft, die das Leben 
vernichtet, die eine Riesenform nach der anderen hinsterben 
läßt, der Mensch. Wo die Zivilisation einsetzt, da verschwinden 
die Riesen der Tierwelt: es ist nur nötig, auf Afrika zu ver- 
weisen, auf die Bison-Herden Nordamerikas, auf die Wale und 



— 135* — 

vieles andere. Anders in der Vorzeit: da ist noch vieles auf- 
zuklären ; aber diese Frage ist eines der interessantesten Gebiete 
für den Forscher, und es wäre wohl eine dankbare Aufgabe 
für diejenigen, die jetzt Elefanten und Giraffen jagen, einmal 
den Riesen der Vorzeit nachzuspüren. Eine „Jagd" auf das 
Mammut, auf den Höhleubären, auf mächtige Dinosaurier ist 
gewiß etwas Packendes, und vielleicht ist die Zeit nicht mehr 
fern, wo sich auch in Deutschland Expeditionen aufmachen, die 
gewaltigen Zeugen der Vorzeit zu sammeln und den feindlichen 
Kräften der Verwitterung ihre Reste zu entreißen. 

XIX. Sitzung vom 13. März 1909. 

Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. med. Ernst Roediger. 
Professor Dr. L. S, Schnitze aus Jena sprach über: 
„Die Sprache und Literatur der Namaqua." 

Der Vortragende, der mehrere Jahre unter den Namaqua, 
den Hottentotten des Groß - Namalandes, in Deutsch-Südwest- 
Afrika zugebracht hat, sprach zunächst von dem merkwürdigen 
Eindruck, den die Sprache dieses Volkes auf alle Reisenden 
gemacht hat, die mit ihm in erste Berührung kamen. Zu den 
uns geläufigen Konsonanten (nur das L und F fehlen) und Vo- 
kalen kommen vier Schnalzlaute oder Klixe, die dadurch 
entstehen, daß die Zunge fest gegen Zähne oder Gaumendach 
gepreßt und so schnell abgezogen wird, daß die Luft in das 
entstehende Vacuum mit lautem Geräusch hineinfährt. Von der 
Form, dem Ansatz und der Art des Abzugs der Zunge und der 
Gestaltung des Resouanzraumes hängt, wie eine tabellarische 
Zusammenstellung der hier in Betracht kommenden Momente 
erläuterte, der resultierende Schnalzlaut ab. Die Frage, welche 
Völker außer den Namaqua und den Buschmännern noch Schnal- 
zer in ihrem Lautschatze besitzen, wurde kurz behandelt, eben- 
so auf eine Notiz im Herodot über aethiopische Troglodyten 
und ihre sonderbare Sprache verwiesen. Als weitere phonetische 
Eigentümlichkeiten des Naraa wurden die musikalischen Modi- 
fikationen der Laute hervorgehoben. Je nach der Höhe, in der 
die Stimme einsetzt, je nach der Richtung, in der sie ausklingt, 
und je nach dem Steigen oder Fallen der Silbenfolgen können 
Worte gleicher Buchstabenzusamraensetzung einen ganz verschie- 



— 136* — 

denen Sinn annehmen, wie der Versammlung an modnlations- 
und schnalzreichen Beispielen zu Gehör gebracht wurde. 

Aus der Formenlehre des Nama wurden die Bezeichnungen 
für männliches und weibliches Geschlecht ausführlicher erörtert 
und auf die Fundamentalunterschiede aufmerksam gemacht, die 
in diesem Punkt das Hottentottische von den Sprachen der be- 
nachbarten Bantu-Neger unterscheidet, die statt der Genusunter- 
schiede eine Einteilung der Dinge nach verschiedenen, auf 
äußerer Gleichheit oder Wesensverwandtschaft begründeten Klas- 
sen grammatikalisch zum Ausdruck bringen. An einigen drasti- 
schen Beispielen wurde gezeigt, wie die Namaqua in bewußtem 
Vergleich mit den Geschlechtsunterschieden von Mann und Weib 
das Geschlecht der Dinge, lebendiger und lebloser, in der Formen- 
lehre ihrer Sprache bestimmen. Ein farbiges Schema, eine zehn- 
köpfige Hottentottengesellschaft darstellend, erläuterte, mit welcher 
peinlichen Schärfe die Namaqua Zahl und Geschlecht und ein- 
oder ausschließenden Sinn in der Bezeichnung für „Wir'' zum Aus- 
druck bringen, indem sie für diesen uns so eindeutig erscheinenden 
Begriff nicht weniger als 12 verschiedene Bezeichnungen, 12 ver- 
schiedenen Situationen entsprechend, in ihrer Sprache besitzen. 

Der Vorsitzende ging dann dazu über, den Inhalt dessen, 
was uns die Sprache der Namaqua vermittelt, zu charakteri- 
sieren. Er wies zunächst darauf hin, daß es einer nur lang- 
sam zu gewinnenden Intimität mit dem scheuen Volk bedarf, 
um ihnen die Sagen und Märchen, Lieder, Sinnsprüche und 
Rätsel zu entlocken, die keine Schrift aufgezeichnet, nur die 
Tradition durch Geschlechter hindurch erhalten hat. Aus dem 
Material, das der Vortragende während seiner Studien im Na- 
malande gesammelt hat, konnten nur einige Stichproben ge- 
geben werden. Es wurde gezeigt, welch scharfe Beobachtungs- 
gabe und satirische Urteilskraft dem Hottentotten eigen ist, 
wie er die Schwächen der weißen Eindringlinge erkennt und 
verspottet. Im Zusammenleben mit seinesgleichen leiten ihn 
Sorgen, Pietätspflichten, Gemütsbewegungen und Anstandsregeln, 
die man bei diesem primitiven Volk nicht erwartet hatte. 
Die Sagen, ein treuer Spiegel der im Volke herrschenden Vor- 
stellungen, erheben sich zum Werte rassen- psychologischer 
Dokumente, deren Bedeutung in dem Maße wächst, als das Volk, 
dem sie entstammen, rapide seinem Untergang entgegengeht. 



— 137* — 

XX. Sitzuug vom 7. April 1909. 

Festsitzung zur Erteilung des Soemmerring-Preises. 

Vorsitzender- Sanitätsrat Dr. Ernst Eoediger. 

In dem mit der Büste Soemmer rings und mit frischem 
Grün geschmückten Saale eröffnet der Vorsitzende die Sitzung, 
die der Erteilung des Soemmerring-Preises gewidmet ist, 
mit einem kurzen geschichtlichen Überblick. Der Preis wurde 
zu Ehren des großen Gelehrten Samuel Thomas von 
Soemm erring im Jahre 1837 zum ersten Male vergeben und 
wird zum Andenken Soemm er rings alle vier Jahre demjenigen 
deutschen Naturforscher zuerkannt, der „die Physiologie im 
weitesten Sinne des Wortes" in diesem Zeitraum am be- 
deutendsten gefördert hat. 

Die bisherigen Preisträger sind folgende Gelehrte: Ehren- 
berg, Schwann, Bischoff, Rudolf Wagner, Kölliker, 
Johannes Müller, Helmholtz, Ludwig, de Bary, von 
Siebold, Voit, Sachs, Flemming, Roux, Verworn, 
Born, Nißl und Haberland t. Die für die diesjährige 
Preisverteilung ernannte Kommission bestand aus den Herren 
Edinger, Lepsius. Marx, Möbius und Reichenbach; 
Prof. Fischer und Dr. Embden traten noch bei. 

Der Vorsitzende dankt der Preiskommission für die un- 
eigennützige Mühewaltung und erteilt nun das Wort dem 
heutigen Referenten, Professor Dr. H. Reichenbach, der 
folgenden Bericht erstattet: 

Die Kommission hat in einer Reihe von Sitzungen eine 
größere Anzahl von Arbeiten aus dem Gebiet der allgemeinen 
Biologie und Physiologie eingehend besprochen und alsdann 
beschlossen, für den Soemmerring-Preis folgende Abhand- 
lung vorzuschlagen: 

„Vererbung erzwungener Fortpflanzungs- 
anpassungen" 

von Dr. Paul Kammerer in Wien, Biologische Versuchs- 
anstalt. Archiv für Entwicklungsmechanik, Band XXV, 1908. 
Seite 7. 

Diese Arbeit ist auf die Lösung des Problems der Ver- 
erbung erworbener Eigenschaften gerichtet und ist das Resultat 
jahrelanger Studien. Die Versuchstiere waren: der Feuer- 



— 138* — 

Salamander, Salamandra maculosa, und der Mohren- oder Alpen- 
salamander, S. atra, die sich u. a. durch die Art ihrer Fort- 
pflanzung unterscheiden. Der erste lebt vorzugsweise im 
Tiefland und bringt bei jeder Geburt 14 — 72 lebende Larven 
zur Welt, die er im Wasser absetzt; diese sind mit Kiemen 
versehen, leben noch monatelang im Wasser und haben einen 
flachen Ruderschwanz. Bei der Verwandlung verlieren sie die 
Kiemen, bekommen einen drehrunden Schwanz und gehen aufs 
Trockene. Der Alpensalamander dagegen findet sich im Gebirge 
von 800 Meter aufwärts und wirft jedesmal zwei fertig ent- 
wickelte Junge, die weder Kiemen noch Flossensaum haben, 
gleich auf dem Lande leben und mit fast drehrundem Schwanz 
versehen sind. Kammer er zwang nun den Feuersalamander 
immer auf dem Lande zu sein, wogegen er den Alpensalamander 
im Wasser hielt; auch änderte er entsprechend die Tempe- 
raturen. Nach jahrelangem Bemühen gelang es, dem Feuer- 
salamander die Gebär- und Entwicklungseigentümlichkeiten des 
Alpensalamanders aufzuprägen und umgekehrt. Dies wichtige 
Ergebnis ist bereits 1904 veröffentlicht worden. Der Referent 
schilderte nun ausführlicher, wie diese Anpassungen bei dieser 
ersten Generation allmählich entstanden ; er erörterte, daß man 
bei den verschiedenen Geburten vier Anpassungsstufen unter- 
scheiden kann, bis endlich die Veränderungen in der Fort- 
pflanzung habituell geworden waren, d. h. immer wieder auf- 
traten. Es zeigten sich dabei auch an den Larven wichtige 
Verschiedenheiten in der Färbung, in der Gewebsbeschaffenheit, 
in den histologischen Vorgängen bei der Entwicklung und Rück- 
bildung der Kiemen u. a. Aber auch bei den Instinkthandlungen, 
wie Austreten aus der Eihülle, Schwimmbewegungen, Nahrungs- 
erwerb traten Veränderungen auf. 

Es galt nun die Hauptfrage der Lösung näher zu bringen : 
Sind diese Anpassungen auf die Nachkommen übergegangen? 
SinddieerworbenenEigenschaftenvererbtworden? 

Bei den nun folgenden Züchtungsversuchen mußten vor 
allem Lebensbedingungen hergestellt werden, die in der freien 
Natur sich finden, denn das allgemeine biologische Gesetz, daß 
bequemer Nahrungserwerb, Überfütterung, Fettbildung, Bewe- 
gungsbeschränkung zur Fortpflanzung unfähig machen, herrschte 
auch hier und hinderte anfangs den Erfolg. Die Konstruktion 



— 139* — 

von vier großen Freilandterrarien mit sinnreichen Einrichtungen 
ermöglichten es aber, die natürlichen Verhältnisse zu bieten, 
und bald kamen die Enkel der ersten Versuchstiere in genü- 
gender Zahl zur Welt, so daß wichtige Tatsachen festgestellt 
werden konnten. Die spätgeboreneu Feuersalamander brachten 
bei den verschiedenen Geburten nur fünf, vier, drei oder zwei, 
statt 14 bis 72 Junge zur Welt; diese wurden z. T. auf dem 
Lande geboren (Instinktvariation), waren größer als die nor- 
malen, hatten entweder Kiemen, die bald verloren gingen, oder 
die Kiemen waren gleich rudimentär, so daß die Tiere im Wasser 
nicht lebensfähig waren. Der Rumpf war bei der Geburt dreh- 
rund, und in einem Fall wurden zwei Vollsalamander gleich auf 
dem Lande geboren, die bereits in einer Woche ausgefärbt 
waren. Es war also erreicht. Dementsprechend wurden die 
Nachkommen der frühgeborenen Alpensalamander in größerer 
Zahl als zwei geboren. Sie waren echte Larven mit stark ent- 
wickelten Kiemen und einem Flossensaum. Sie bewegten sich 
geschickt im Wasser, und in einem Fall erinnerte das fertige 
Tier sogar auch in der Färbung an den Feuersalamander; es 
hatte gelbe Zeichnungen. 

Wenn nun auch der von einem Teil der Zoologen erhobene 
Einwand, es handele sich hier nicht um Vererbung neuerwor- 
bener Eigenschaften, sondern um ein durch die veränderten 
Lebensbedingungen hervorgerufenes Freiwerden von solchen 
Eigentümlichkeiten, die von alters her in dem Keimplasma latent 
vorhanden sind, zutreffend wäre, so glaubte die Kommission sich 
doch nicht nach den augenblicklich herrschenden Lehrmeinungen 
richten zu sollen, sondern sie hielt die von Kam merer fest- 
gestellten biologischen Tatsachen an sich für die Physiologie im 
weitesten Sinne des Wortes von so großer Bedeutung, daß es 
gleichgültig erscheint, wie die Vertreter der gegenwärtig mehr 
oder weniger herrschenden biologischen Theorien den Wert der 
Ergebnisse der Kam merer sehen Untersuchungen einschätzen. 
Die Kommission hat daher diese Arbeit zur Krönung vorge- 
schlagen, und der Soemmerring-Preis wurde auch von der 
Direktion der Kamm er er sehen Abhandlung zuerkannt. 



Museumsbericlit. 



Da es zweckmäßiger ist, den Museumsbericht alljährlich 
gleich unserem Rechnungsjahr mit dem 31. Dezember abzu- 
schließen, so sind in dem diesjährigen Bericht nur diejenigen 
Geschenke und Neueingänge berücksichtigt, die bis zum 31. Dez. 
1908 eingegangen sind. Die vielen und wertvollen später über- 
wiesenen Geschenke werden in dem nächsten Bericht einzeln 
aufgeführt werden. 

I. Zoologische Sammliing. 

1. Sängetiere. 

Hier ist besonders die Vollendung der biologischen Auf- 
stellung einer ostafrikanischen Tiergruppe hervorzuheben, mit 
der das Museum den ersten Versuch gemacht hat, die Tierwelt 
eines Faunengebietes in ihrer heimatlichen Umgebung möglichst 
naturgetreu zur Darstellung zu bringen. Die Landschaft zeigt 
ein Bild der Steppe Deutsch - Ostafrikas mit den höchsten 
Gipfeln des Kilimandscharo, dem Kibo und Mawenzi, im Hinter- 
grund. Die Tiere der Gruppe, Giraffen, Antilopen, Paviane, 
Guereza-Affen und Nashorn, sind von Mitgliedern der Gesell- 
schaft, dem Freiherrn Carlo von Erlanger und Professor 
C. G. Schillings, in der ostafrikanischen Wildnis erbeutet und 
dem Museum zum Geschenk überwiesen worden. 

Geschenke: A. von Grunelius: Ornithorhynchus ana- 
tinus Shaw, N. S. Wales. 

Lehrer Rohrbach, Unterliederbach : Gricettis crketus (L. ) 
(?, $ und Junge aus einem Bau. 

Julius Amschel, Melbourne (durch gütige Vermittelung 
des Herrn Kommerzienrat L. E Hing er): Ornithorhynchus ana- 



— 141* — 

tinus Shaw, schöne Bälge von c? und $ und die dazu gehörigen 
Körper in Formol konserviert. 

Dr. A. Wagner, Graz: Putorius erminea (L.) im Sommer- 
kleid; Ärvicola terrestris; Ä. arvalis L. ; Flecotus auritus (L.) 

August Koch: Mus musculus L. 

Von der Königlichen Oberförster ei Haste: Ca- 
preolus capreolus (L.) var. nigra. 

Prof. Dr. 0. Körner, Rostock: Eine größere Anzahl von 
Geweihen mit Schädeldecke von Capreolus capreolus (L.) ; Cervus 
elaphus L. Schädel. 

Kammerherr von B ü 1 o w , Doberan i. Meckl. : Mehrere 
Geweihe mit Schädeldecke von Capreolus capreolus (L.). 

Freiherr M. von Leonhardi, Großkarben: Dingoschädel. 

Freiherr Rudolf v. Goldschmidt-Rothschild: Schädel 
von Ovibos moschatus Blainv. und von Lepus variabilis Pall. 

Dr. A. Wagner: Putorius putorius (L.). 

Kauf: Neue Zoologische Gesellschaft: Gebus 
hypoleucus Humboldt (?, S. -Amerika; Saimiris sciureus (L.) <?, 
Guiana; Fiber sibethicus L. Cuv. c?, Canada; Mus minutus L. $ 
mit 6 Jungen, Umgebung von Frankfurt a. M. ; Tragulus tneminna 
Erxl. $, Ceylon ; Hemitragus jemlaicus H. Smith $, Himalaya ; 
Saiga tatarica L. $, Mittelasien; Tatusia hybrida Desm., Süd- 
Amerika. 

Förster G. Knodt, Großgerau: Vespertilio bechsteini Leisl. 

Wilh. Ehrbar dt, St. Katharina (Brasilien): Mycetes 
seniculus L. (?, $ und juv. ; Cebus fatuellus (L.) c?, $ und juv. ; 
Schädel von Cebus fatuellus (L.) ; Mycetes seniculus L, ; Nasua 
solitaria Wied ; Felis tigrina Schreb. ; Dasyprocta aguti L., 
Guiana ; Coelogenys paca L. ; Tapirus americanus Briss. ; Dico- 
tyles labiatus L.; Tatusia novemcincta L.; Dasypus tredecimcinctus; 
Tamandua tetradactyla L.; Didelphys marsupialis L. 

Die Lokalsammlung. 
Wie in früheren Jahren hat die Geweihsammlung auch in 
diesem Jahre wiederum in Herrn Professor Dr. 0. Körner, 
Rostock, einen tatkräftigen Förderer gefunden. Durch seine 
gütige Vermittelung erhielten wir zahlreiche schädelechte Ge- 
weihe von Rehen aller Altersstufen aus Mecklenburg zum 
Geschenk. 



— 142* — 

Unsere jagdausübendeu Mitglieder und E'reunde bitten wir 
um ihre weitere Mithilfe bei der Vermehrung der Geweih- und 
Hörnersammlung. 

Geschenke: Kunstmaler K. Nebel: Leims ciiropmus 
Pali. juv. 

Lehrer Rohrbach, Höchst: Crkehis cricehis (L.) J', $ 
mit Jungen, 

Seh er er sen., Langen: Crossopus fodiens (Pali.) ad. u. juv. 

Prof. Dr. W. Kobelt, Schwanheim: Sorex vulgaris L. 

H. Jacquet: Mus stjlvaücus L, juv. 

0. Engel hardt, Hof heim i. T. : Putorius erminea L. $. 

Wissenschaftliche Benützung: Prof. Dr. P. Matschie, 
Berlin, studierte am 27. und 28. September die Gorillagruppe, 
sowie deren Schädel zur Benutzung in einer Monographie über 
Gorillas. 

Stud. zool. E. Schwarz studierte im August 1908 in der 
Säugetiersammlung und begann mit der Durcharbeitung der 
Raubtiere, hauptsächlich der Viverriden. 

II. Vögel. 

In der Vogelsammlung waren wir hauptsächlich darauf 
bedacht, die Schausamralung zu ergänzen, weniger gute Exem- 
plare möglichst durch neue bessere zu ersetzen und die Auf- 
stellung in einzelnen Schränken durch Gruppen zu veranschau- 
lichen. So wurde je ein Schrank mit Paradies- und Reihervögeln 
vollständig neu gruppiert. Die eingegangenen reichen Geschenke, 
hauptsächlich von Kommerzienrat R. de Neufville, wurden 
montiert und eingereiht. 

Auf eine Bitte der Direktion hin hat unser leider in- 
zwischen verstorbenes korrespondierendes Mitglied, Polizeirat 
a. D. M. Kuschel in Guhrau, im vergangenen Sommer hier das 
Auspacken, Revidieren und Katalogisieren der Homey er sehen 
Eiersammlung in liebenswürdiger Weise übernommen und durch- 
geführt. 

Geschenke: Kommerzienrat R. de Neufville: Monticola 
cyanea L. <? und $ ad., Schweiz; Locustella fluviatilis Wolf c? 
ad., Ungarn; Podoces panderi Fischer c? ad., Repetek; Syniium 
uralense Pali., Pillau; Columba ^roca^ Heiueken <? ad. Madeira; 
Bonasa umbella L. $ ad., Williamport; Ortygometra parva Scop. 



— 143* — 

<? ad., Neurode; Charadrkis duhius Scop. = cwromcMs Reh w., Pill- 
koppen ; Sterna minuta L. Buchara ; Acredula caudata L. ; Acan- 
this cannabina L. ; Cnculiis canorus L. ; Ärchibiäeo lagopus L. $ ; 
Tringa subarcuata Güldenst. ; Totanus Uttoreus L. juv. ; Nu- 
menius arcuatus L. juv. ; Anas boschas L. $ ; Clangula (Harelda) 
hiemalis (L.) c? juv. ; Anas querquediüa L. ^ juv. ; Urinafor lumme 
Gunn. $; ^?crt torda L. $; Ster cor arius parasiticus (L.); Charadrius 
morinellus L. c? ; CA. hiaticida L. ; CA. dubius Scop. = minor 
Wolf & Meyer; Üalidris arenaria (L.); Limicola platyrhyncha 
(Temm.) ; Tringa minuta Leisl. ; T. canutush. ; Limosa lapponica L. ; 
Totanus ochropus L. <? ; T. fuscus L, $ ; Hydrochelidon nigra (L.) 
c? und ad. ; Sterna hirundo L. juv. ; Colytnbus nigricollis Brehm J* 
ad. und pullus. 

Freiherr Rudolf von Goldschmidt-Rothschild: 
Gavia alba Gunn. ; Xema sabinei (Sab.) von Ost-Grönland. 

Hermann Jacquet: Milvus migrans (Bodd . ) J* ; Athene 
noctua (Retz.) J* ; Accipiter nisus (L.) $; Liülula arborea (L.) 
$, Oberhessen; Lagopus scoticus L., Oxford; Gavia alba Gmüh., 
nördl. Eismeer ; Stercorarius parasiticus (L ) ; iJna lomvia L. ; 
f/. rhingvia Brunn. ; ü. bruennichi Sab. ; ?7. grylle L. ; J.?ca ^or(?a 
L. ; Fratercula arctica (L.) ; Mergulus alle L., Bäreninsel. 

Ferdinand Haag: Phasiamis colchicus L. cT (part. 
Albino), Oberhessen. 

Seine Durchlaucht Fürst Hohenlohe - Öhringen, 
Herzog von Ujest, Slavenitz (durch gütige Vermittlung des 
Herrn R. Seeligmann): Phasiamis reevesi Gray cJ. 

Adlerflychtschüler Roos (durch Prof. Dr. W. Schauf): 
Dendroeca aestiva Gm. ; Calliste flaviventris Vieill, ; Bhamphocoelus 
Jacupa (L.) ; Tariagra episcopus L. ; Phoenicothraupis rubica 
Vieill. ; Calliste desmaresti Gray ; Icterus xanthornis Gm. ; Pipra 
auricapilla Licht. ; Ghiromachaeris manacus (L.); Thamnophilus sp.; 
Chrysolampis moschitus L., Süd-Amerika. 

Neue Zoologische Gesellschaft: Chloropis aurifrons 
(Temm.) J", Indien; Pastor roseus (L.), S.O. -Europa; Colymbus 
fluviatilis Tunst. <?. 

Direktor W. Drory: Lanius senator L. juv. 

F. R. Bütschly: Cacatua galerita (Lath.) J*, Australien. 

Landgerichtsdirektor H. Quincke: Glaucidium passer inum 
(L.) <?, N. -Europa. 



— 144* — 

Dr. med. E. Grossmann: Auerhenne, Tetrao uroyallus L. $. 

Stud. rer. nat. F. Haas: Castuirius salvadorii Oust. Ei 
im hiesigen Zoologischen Garten 1905 gelegt. 

Vr. Sommerlad: Acanthis cannabina (L.), Nest mit Eiern; 
Perdix perdix (L.). 

Karl Kullmann: Aeyilhalus pendulinus (L.) Nest ; 
Anorthura troglodytes (L.) Nest; Sylvia sylvia (L.) Nest. 

Koramerzienrat R. de Neufville: Chrysolampis moschitus 
(L.), Nest mit Eiern. 

Tausch: Anton Fischer, Augsburg : Vanellus vanellus (L.) 
Gelege mit Eiern ; Totanus calidris L. Gelege mit Eiern ; Sterna 
nilotica Hasselqu. Gelege; St. hirundo L. Gelege; Larus ridi- 
bundus L. Gelege. 

Kauf: Prof. Dr. W. Förster, Bretten: Paradisea 
augustae-victoriae Cab. ^, Neuguinea. 

Otto Bamberg, Weimar: Saxicola melanoleiica Güldenst.; 
Otocorys dlpestris L. c? und ad. ; Melanocorypha calandra (L.) c? 
und $; M. sibirka Gm. c? und ^; Emberiza sclioeniclus L. (S 
und $; E. melanocephala Scop. d" ad. und juv., Sarpasteppe, 
untere Wolga; E. da L. (? Kripi; Fastor roseus (L.) c? ad., med. 
und $, Lantus minor L. </ und $; Muscicapa grisola L. c? und 
^ ad. ; Nydale tenymalnii Gm. $; Cerchneis vespertinus (L.) c? und 
^; C. cenchris (Naum.) c? ad., juv. und $; Archibuteo layopus 
Brunn. <? ad.; Circus macrurus Gm. c? ad.; Circus cyanetis'h. ^\ 
C. pygargtts (L.) ; Ortygometra porsana (L.) <? ad. ; GalUnago 
major (L.) J* und $ ad. ; Hydrochelidon leucoptera Schinz c? und 
$ ad. ; Sterna nilotica Hasselqu. (^ und $, Sarpasteppe, untere 
Wolga; Tadorna tadorna (L.) cT, Kaukasus. 

Neue Zoologische Gesellschaft: Ploceus {Hyphant- 
ornis) cucullatus (St. Müll.), W. -Afrika; Cyanocorax cyanopogon 
Pr. Max $, N.-Brasilien ; Trichoglossus chlorolepidotus Kühl <?, 
Australien; Palaeornis rosa (BoM.) ^ ju.\., Nepal; Harpyhaliaetus 
coronatus ha,h., S.- Amerika; Chalcospelia chalcospilos (Wdigl.) ^; 
Tympanistr ia tympanistria {Temm.) d*, S.- Afrika; Carpophaya aenea 
(L.) c?, Molukken; Charadrius hiaticula L. c?, Holland. 

Lokalsammlung. 
In der Lokalsammlung konnten diesmal eine ganze Reihe 
schöne Nester mit Eiern und Duneujungen von Lachmöwen, 



— 145* — 

Seescliwalben, Kiebitzen, Wasseriäufern etc. aufgestellt werden, 
die Herr Anton Fischer, Augsburg, in den Lecbkiesbänken 
bei Augsburg für unser Museum in reicher Anzahl sammelte, 
wofür wir ihm verbindlichsten Dank schulden. 

Geschenke: Richard Wirsing: Stercorarms para- 
siticus (L.) (erlegt in der Gemarkung Rathmühl bei Birstein). 

Prof. Dr. W.Kobe It, Schwanheim: Sitta euro2mea Wo\i^. 

August Koch: Totanus ochropus Bechst. 

Tausch: J.Michel, Bodenbach -Böhmen: Perdix perdix 
(L.) juv. albino. 

Anton Fischer, Augsburg : Charadrius duhius Scop. ; 
Vanellus vanellus (L.) Nest mit Jungen ; Totanus calidris L. Nest 
mit Jungen; Sterna nilotica Hasselqu. c? ad. und Nest mit Jungen; 
St. hirundo L. Junge; Larus ridihundus L. Junge in verschiede- 
nen Altersstadien. 

Wissenschaftliche Benützung: Prof. Dr. Reichenow, 
Berlin, erhielt zur Revision Poeocephalus (Psittacus) meyeri 
Rüppell. Bereits zurückgesandt. 

Prof. Dr. W. F ö h n e r , Mannheim , benutzte im August 
die Vogelsammlung zum Studium und Vergleich verschiedener 
Vogelarten. 

3. Reptilien und Batracliier. 

Wegen Erkrankung des Sektionärs konnte nur ein Teil 
der Eingänge aufgearbeitet werden. 

Für unsere deutsche Fauna von Interesse ist das Vor- 
kommen von Bufo calamita Laur. auf der Rheininsel „Kühkopf 
bei Oppenheim und von Rana arvalis Nilss. bei Lingen a. Ems 
(leg. stud. Erw. Detmers). 

Zu unserem Kataloge sei bemerkt, daß nach Untersuchungen 
J. C. Thompsons (Proc. Calif. Acad. Scie. Ser. 4, Vol. 3, 
1908 p. 47) unsre Seeschlange No. 9281,1a nicht zu Hydrophis 
fasciatus gehört, sondern zu einer nahe verwandten, neuen 
Art Distira cincinnatü Van D. Th. Einer der Autoren hat unsre 
Schlange, die nur noch in den Museen von San Francisco und 
London vertreten ist, persönlich geprüft. 

Geschenke: L. Witzel in Barca (Rumänien): 4 Hyla 
arhorea (L.) Cernica und Prundu und Emys orbicularis (L.) 
Prundu, Rumänien. 

10 



— 146* — 

Zahnarzt A. Schulze-Hein hier: Goronella austriaca Laur. 

California Acad. Scie. in St. Francisco durch 
J. C. Thompson daselbst: Anolis toivnsendi Thomps. von Cocos 
Isl., O.-Pacific. 

Neue Zoologische Gesellschaft hier: Anolis chlor o- 
cyanus (D, B.) $, Scincus scincus (L.) ; Zamenis diadema (Schlg.), 
Tarbophis fallax Fleischm. und Vipera herus (L.). 

Freih. M. von Leonhardi, Großkarben: 13 Limnodyna- 
stes ornatus (Gray) u. 4 Larven, Chiroleptes platycephalus Gthr. 
u. 2 Gh. hrevipes Pts., Hyla rubella Gray u. H. gilleni Luc. Frost; 
Diplodactylus spiniger Gray (nur der abgebrochene Schwanz), 

2 Nephrurus laevis De Vis, 4 Gehyra variegata (D. B.), 7 Tym- 
panocryptis cephalus (Gthr.), 8 Diporophora winneckei Luc. Frost, 
4 Amphibolurus maculatus (Gray), 5 A. caudicinctus (Gthr.), 
4 A. barbatus (Cuv.) und 4 A. reticulatus (Gray), 6 Physignathus 
longirostris Blgr., Moloch horridus Gray, 4 Lialis burtoni, Delma 
fraseri Gray, 5 Egernia whitei (Lacep.) typ. und 1 n. var. mit 
Squ. 36 und Ozellenfleckung, 4 Tiliqua occipitalis (Pts.), 6 Lygo- 
sonia (Hinulia) lesueuri D. B., 3 L. {Hinulia) fasciolatum Gthr., 

3 L. {Homolepida) casuarinae (D. B.) und L. (Rhodona) gerrardi 
Gray var., 2 Varanus goiddi (Gray) und 4 Eier, 2 V. punctatus 
(Gray), 5 V. gilleni Luc. Frost und 4 V. eremius Luc. Frost; 
Liasis childreni Gray var., Typhlops bifuberculatus (Pts.), 2 Dieme- 
nia nuchalis (Gthr.) und D. modesta (Gthr.) und 2 Rhynchelaps 
bertholdi (Jan), sämtlich vom Finke River, Zentr.-Australien. 

Farbwerke Carl Flesch jun. : Coluber laetus (B. Gir.) 
halbw. mit einer Ladung Zedernholz aus Mexiko in Frank- 
furt a. M. lebend eingeschleppt. 

Prof. Dr. 0. Boettger: Rana arvalis Nilss. Lingen (Ems) 
und Bufo cdlamüa Laur. halbw. Rheininsel „Kühkopf" bei Op- 
penheim. 

Dr. Franz Rintelen in Swakopmund (Hereroland): 
Rhamphiophis midtimaculatus (Smith) halbw. u. jung und Den- 
draspis angusticeps (Smith) Kopf von dort. 

K. Schliemann, Klein- Windhuk (Deutsch-Südwestafi'ika) : 
Pachydactylus bibroni (Smith), Agama aculeata Merr. $, 4 A. plani- 
ceps Pts., 2 Chamaeleon dilepis Leach var. quilensis Boc. $; Boodon 
lineatus D. B. halbw., Bastjpeltis scabra (L.) typ. und Bitis cau- 
dalis (Smith) $, sämtlich vom Regenstein bei Klein-Windhuk. 



— 147* — 

4. Fische. 

Durch Herrn Dr. Biederraann-Imhoof , Eutin, hat die 
Fischsaramlung diesmal eine bedeutende Bereicherung erfahren, 
indem Herr Dr. Biedermann dem Museum eine Kollektion aus- 
gewählter, seltener Tiefseefische verehrte. 

Geschenke: Dr. R. Biedermann-Irahoof , Eutin: Chla- 
mydoselachm angtdneus Gi-arm. ; Meter od ontus japonic us ; Crosso- 
rhinus barhatus ; 3IUsu]mrina owstoni ; S(piatma Japan ica; Dasyatis 
okajei; Fteroplatea japonka ; Rhinochimaera jMcifica GM'm.; Coelo- 
rhynchus Japan ic US ; Cephalacanthus spinardla adult, et juv.; PlaUj- 
cephalus crocodUus ; Alepisaurus aesculapü; Raja japonka\ Astrape 
japonka; sämtlich aus der Sagami-Bai; ferner drei Haie von 
Bombay und von Madagaskar. 

Dr. Franz Rintelen, Swakopmund : Ttigla spec, von 
Swakopmund und 15 kleine Fische aus dem Otjikoto-See bei 
Tsuraeb in Deutsch- Süd westafrika. 

Kunstmaler F. Hauck: FerwpJdhalmus koehlrcuteri von 
Samoa, 

Fräulein E. Pf äff: Cottus scorpius L. 

Cons tantin Franz, Breslau: Geophayus yymnogenys 
Cichl. $. 

5. Tnuikaten. 

Dr. H. M er ton sammelte auf den Aroe- und Key-Inseln 
eine stattliche Anzahl Manteltiere, vorwiegend Ascidien, mit 
deren Bestimmung Dr. R. Hartmeyer, Berlin, beschäftigt ist. 

6. Mollnsken. 

Die Conchologische Sektion hat im Jahre 1908 ein sehr 
wichtiges Unternehmen in die Hand genommen, die Aufstellung 
einer Zentralsammlung von Na jaden als Grundlage eines ver- 
gleichenden Studiums des Vorkommens dieser Familie in den 
mitteleuropäischen Gewässern. An der Ausführung dieses von 
dem Sektionär angeregten großartigen Planes werden sich die 
meisten deutschen Fachgenossen und Dilettanten beteiligen, für 
das Rheingebiet besonders die Nieder rheinische Gesell- 
schaft in Bonn in Verbindung mit sämtlichen kleineren Vereinen 
von Rheinland und Westfalen. Zu der Grundlage, welche aus 
dem kolossalen Material der Roßmäßlerschen Sammlung und 
der bereits dem Museum übergebenen Sammlung des Sektionärs 

10* 



— 148* — 

besteht und die Originale so ziemlich aller in der Ikonographie 
abgebildeten Arten enthält, ist trotz des im vorigen Jahre dem 
Sammeln sehr ungünstigen Wetters bereits ein sehr erheblicher 
Zuwachs gekommen. Namentlich hat Herr Stud. Fritz Haas 
die Zuflüsse des Mains, des Mittelrheins und des Neckars in 
gründlichster Weise durchsucht und ist bereits zu sehr inter- 
essanten Resultaten gekommen. Derselbe hat auch die Sichtung 
und Aufstellung des vorhandenen Materials übernommen und 
bereits ziemlich weit gefördert. Die einzelnen Arten werden 
nach Flußgebieten und deren wichtigeren Unterabteilungen ge- 
ordnet. Für den Niederrhein hat Herr Professor Dr. Walter 
Voigt in Bonn die Leitung der Materialbeschaffung über- 
nommen. 

Von den lang ersehnten Schränken für die Konchylien- 
sammlung sind endlich drei Stück eingetroffen; sie sind in 
jeder Beziehung musterhaft ausgeführt. Ein Anfang mit dem 
Einordnen ist bereits gemacht. Ebenso sind in den alten 
Glaspulten die Familien BuUminidae und Achaünidae wieder 
aufgestellt. 

Der Sektionär hat die wissenschaftliche Durcharbeitung 
der Familie Viviparklae nahezu beendigt und die der Gydo- 
phoridae erheblich gefördert. Durch beide Arbeiten erfährt die 
Zahl der in unsrer Sammlung vorhandenen abgebildeten Exem- 
plare eine sehr erhebliche Vermehrung. 

Geschenke: Dr. Franz Rintelen, Swakopmund: Eine 
Anzahl Landschnecken aus der Gegend von Swakopmund in 
Deutsch-Südwestafrika. 

D. Geyer, Stuttgart: Unio consentaneus Zgl. aus dem 
Rhein bei Stein und dem Untersee; Unio requienii Mich, aus 
dem Doubs bei St. Ursanne. 

W. Jüngst, Battenberg: Unio battonensis Kob. und Unio 
crassus Retz., eine Suite aus dem Mühlgraben seiner Spinnerei 
in Battenberg. 

Sanitätsrat Dr. med. E. Roediger: Helix aspersa Müll.; 
Limax spec, und Arion spec, lebend aus Kenmare, County Kerry, 
Irland; Helix nemoralis var. hihernica West, von Bundoran, 
County of Donegal, Irland; Clausilia spec, aus Glengarif, Irland. 

Kunstmaler Fritz Hauck: Meeresschnecken aus Deutsch- 
Ostafrika. 



— 149* — 

Wolfgang Freiherr von Buddenbrock, Weimar: 
Unio crassus Retz., eine Suite aus Wendisch-Tycbow bei Schlawe 
in Pommern. 

Prof. Dr. R. Lauterborn, Ludwigshafen : Unio sinuatus 
Lam. aus einer Rheinkiesgrube bei Ludwigshafen. 

Stud, rer nat. F. Haas: Eine Reihe skandinavischer Na- 
jaden aus der berühmten Sammlung von Kinberg in Lund 
stammend, obeiitalienische Najaden aus der Zittelschen Ausbeute 
und Najaden aus dem Gebiet des Mittelrheins. 

B. Haas, Croydon : Eine Suite von Najaden aus der Themse 
bei Surbiton. 

Tausch: Dr. E. Andresen, Kopenhagen: 112 Arten 
Meeres- und Landmollusken aus W.-Grönland, Island, Dänemark 
und dem Kattegat. 

S. Clessin, Regensburg: Najaden aus der Donau, darunter 
Cotypen neuer von ihm beschriebenen Arten. 

Carl Natermann, Hann.-Münden : Buccinum (Gominella) 
alveolatum Kien, und B. adelaidense Crosse von Süd-Australien ; 
B. niaculatum Mart, von N. Zealand; B. maculatum papyraceum 
Brug. von Swakopmund; Monoceros calcar Martyn und Solen 
macha Oken von Punta Arenas, Patagonien; Neptunea (Chryso- 
domus) berniciensis King (= sahinei Gray) von der Doggerbank (?) ; 
Helix (Tachea) tchihatscheffi Kob. (aus der Original-Ausbeute 
von Pfarrer G. Nägele), sowie diverse Baianus aus Patagonien. 

Indian Museum, Kalkutta: Eine Serie der vorder- 
indischen Vivipariden. 

Kauf: P. Pallary, Oran: Eine vollständige Formenkette 
von dem typischen Iberus gualterianus L. bis zum typischen 
Iberus campesinus. 

Sower by & Fulton, London : Eine größere Anzahl von 
uns fehlenden Cyclophoriden zur Abbildung in Martini -Chemnitz, 

7. Insekten. 
Die Tätigkeit der unterzeichneten Sektionäre erstreckte 
sich im abgelaufenen Berichtsjahre neben der Erledigung der 
laufenden Eingänge und der Durchsicht der Sammlungen be- 
sonders auf die Präparation der reichen Ausbeute, die Herr 
Dr. H. Merton von seiner Reise nach den Aroe- und Key- 
Inseln mitbrachte, sowie deren Verteilung und Versendung an 



— 150* — 

die einzelnen Spezialisten, welche die Bearbeitung des reichen 
Materials freundlichst übernommen haben. Von der Aufstellung 
einer neuen Schausaramlung mußte leider auch in diesem Jahre 
abgesehen werden, da die nötigen Mittel zur Anschaffung neuer 
Schränke fehlten und die alten Holzschräuke sich als vollständig 
ungeeignet erwiesen. Infolgedessen konnten die reichen Schätze 
an Insekten nicht ausgestellt werden, doch soll im Laufe des 
Jahres durch provisorische Aufstellung von Schaukästen für In- 
sekten in den bis jetzt leeren Museumsräumen der Nach- 
frage der Besucher des Museums tunlichst Rechnung getragen 
werden. 

Die Coleopterensammlung (Paläarkten) wurde in den Cara- 
bidae nach dem neuen System durchbestimmt, geordnet und 
etikettiert. Die Dr. Merton'sche Coleopterenausbeute von den 
Aroe- und Key- Inseln wurde präpariert und zum größten Teil 
von dem Sektionär bestimmt. Der Rest wurde einer Anzahl 
von Spezialisten eingesandt: Hei 1er- Dresden, Weise- Berlin, 
Gestro-Genova, Bourgeois-Markirch, G e b i e n - Hamburg, 
Lesne-Asnieres, Olivier-Moulins, Pic-Digoin, Strohmeyer- 
Münster i. E., Raff ray -Rom, Grouvelle-Issy les Mouliuaux. 

Die von Dr. H. M er ton auf den Aroe- und Key-Inseln 
gefangenen Hymenopteren wurden präpariert und nebst Apidae 
und Vesjndae aus Australien, Deutsch-Ostafrika usw. zum 
Bestimmen an Spezialisten gesandt. 

Die Dipterensammlung wurde durch Ankauf einer Kollektion 
ungarischer Dipteren, sowie duich den Erwerb von Vertretern 
biologisch merkwürdiger Gruppen exotischer Zweiflügler ver- 
mehrt. Die Sammlung paläarktischer Syrphiden wurde in neue 
Kästen überführt und die calyptereu Museiden nach dem Katalog 
der paläarktischen Dipteren von Kertesz umgeordnet. Die auf 
den Aroe- und Key-Inseln von Dr. H. Merton gesammelten 
Dipteren wurden präpariert und geordnet. 

Neu aufgestellt wurde die Sammlung der Mantiden des 
Museums nach Kirby, Catalogue of Orthoptera I. Dieselbe 
umfaßt 12 Kästen. Die meisten Stücke wurden von Dr. Franz 
Werner, Wien, freundlichst revidiert und determiniert. (Siehe 
Jahresbericht der Senckeubergischen Naturforschenden Gesell- 
schaft 1908, II. Teil, S. 31: F.Werner: „Zur Kenntnis afri- 
kanischer Mantodeen".) Zu ihrer Vervollständigung wurden 



— 151* — 

27 Arten exotischer Mantiden von der Firma Staudinger & 
Bang-Haas, Blasewitz, angekauft. Ferner wurden die von 
E. Rüppell in Abessinien gesammelten Libellen auf präpariert, 
geordnet und von Dr. F. Ris, Rheinau, freundlichst bearbeitet. 
(Siehe diesen Jahresbericht, Teil II, F. Ris: Abessinische Libellen, 
gesammelt von Dr. Eduard Rüppell.) 

Geschenke: Prof. Dr.L. von Heyden: 361 Insekten aller 
Ordnungen aus Falkenstein im Taunus, im Sommer 1908 von ihm 
selbst gesammelt; 55 Insekten aller Ordnungen aus dem süd- 
lichen Schwarzwald, 1908 selbst gesammelt; eine frische Galle von 
Rhodites rosae L. aus Königstein im Taunus; ferner schenkte 
Herr Prof. V. Heyden aus seiner Sammlung die Jaennickeschen 
Typen zu der Arbeit: „Jaennicke, Neue exotische Dipteren aus 
den Museen zu Frankfurt a. M. und Darmstadt", und zwar: 
Gynoplista fusca Jaenn., Chile; Mydas gracilis Jaenn., Australia; 
Asiliis sundaicus Jaenn., Java; Hirtnoneura heydeni Jaenn., 
Australia; Bibio elegans Jaenn., Australia; Pangonia jucunda 
Jaenn., Chile; P. crocata Jaenn., Chile; Hirmoneura nemestri- 
woides Jaenn., Chile; Anthrax bipartitus Jsiejin., Chile; Ostentator 
pundipennis Jsienn., Chile; Cyllenia unicolor Jdienn., Chile; Lasia 
cyaniventris Jaenn., Chile; Leptogasfer ramoni Jaenn., Cuba; 
Saropogon hicolor Jaenn., Panama; Mallophora nigriventris Jaenn., 
Paraguay; Dioctria luguhris Jaenn., Cuba; Psecas fasciata Jaenn., 
Australia; Comptosia rufoscuteUafa Jaenn., Australia; Eristalis 
ursinus Jaenn.. Java; Cyphops fasciatus Jaenn,, Java; Chrysogaster 
luguhris Jaenn., Chile; Cynomyia desvoidyi Jaenn., Java; Elasma 
acanthinoides Jaenn., Java; Ornithomyia javana Jaenn., Java; 
Hippobosca ivahlenbergiana Jaenn., Cafiraria; sowie 40 exotische 
von Jaennicke bestimmte Dipteren. 

A. Weis : 70 Dipteren, Orthopteren und Archipteren, von ihm 
selbst in Bozen, Seis und Atzwang gesammelt, sowie 11 Käfer 
aus Chile. 

Prof. Dr. E. Marx: Wespennest an einen Baumzweig ange- 
baut von St. Goar; Sirex gigas L. $ Riesenholzwespe, Heidelberg. 

Dr. Franz Rintelen, Swakopmund: 40 trockene Käfer 
aus dem Swakoptale bei Swakopmund und vom Chuos-Berge, 
120 km landeinwärts von Swakopmund. 

Prof. Dr. A. Borgert, Bonn: eine kleine Kollektion von 
Heuschrecken aus Deutsch - Ostafrika, von Amani, Entebbe, 



— 152* — 

Mombo und West-Usambara, gesammelt 1904 und in Alkohol 
konserviert, mit der Bestimmung, sie bearbeiten zu lassen und 
in den Zoologischen Jahrbüchern zu publizieren. 

K. Schliemann, Klein- Windhuk (Deutsch-Südwestafrika): 
zahlreiche Orthopteren in 5, Coleopteren in 8, Hymenopteren 
in 4, Hemipteren in 3 und Dipteren in 2 Arten, in Alkohol 
konserviert. 

Dr. M. Nassauer: 3 Kästchen mit genadelten Insekten 
aller Ordnungen aus Falkenstein im Taunus, dem südlichen 
Schwarzwald und der Schweiz. 

Sanitätsrat Dr. E. Roediger: Forficuliden aus Irland. 

Freiherr M. von Leonhardi, Großkarben: 243 ge- 
nadelte Insekten aller Ordnungen vom Finke River, Zentral- 
Australien. 

Dr. Feist: Fraß -Stück von Lasius niger L. aus dem 
Odenwald. 

Hauptmann L. von Ploennies (durch Ingenieur A. Aske- 
nasy): 6 Käfer aus Buitenzorg, Java. 

Stud. med. H. Kays er, Nürnberg: 14 Vanessa urticae L., 
Züchtungen bei verschiedener Temperatur, die den Übergang 
zur ab. atrehatensis und ab. coerulescens zeigen. 

Kunstmaler FritzHauck: 50 Käfer aus Windhuk, Deutsch- 
Südwestafrika, gesammelt von Oberfeuerwerker Krause; 21 Käfer 
und 12 Hemipteren aus W.-Usambara in Deutsch-Ostafrika. 

Geh. Sanitätsrat Dr. A. Pagenstecher, Wiesbaden : 
24 Schmetterlinge, teilweise bestimmt, von Dr. F. Ris bei 
Santos auf dem Dampfer in der Nähe des Landes gefangen. 

H. North: ein Blaues Ordensband {Catocala fraxini L.), 
in der Stadt gefangen. 

Stud. rer. nat. F. Haas: Äphelochirus aestivalis L., Wasser- 
wanze, von ihm selbst im Neckar bei Heidelberg gefangen ; ferner 
9 Orthopteren-Arten. 

Tausch: Dr. F. Oh aus, Steglitz: Phanaeus lunaris 
Taschenberg <S und $ aus Südecuador, Loja und Sigiro ; Pinotus 
cotopaxü Gunin c? und $ aus dem Hochland von Ecuador, Rio- 
bamba und Loja. 

Wissenschaftliche Benutzung: Geh. Sanitätsrat Dr, 
A. Pagenstecher, Wiesbaden, erhielt Exemplare von Parnassins 
mnemosy?ie L. aus dem Vogelsberg zum Vergleich. 



— 153* — 

Dr. F. Oh aus, Hamburg, benutzte die Käfersammlung 
zum Vergleich von Cetoniiden etc. und entlieh 10 Käfer (Rute- 
linen) zur Revision. 

Dr. H. Karny, Wien, erhielt 15 Orthopteren, die von 
Prof. Dr. A. Borgert in Bonn im Jahre 1904 in Deutsch- 
Ostafrika bei Amani usw. gesammelt wurden, zur wissenschaft- 
lichen Bearbeitung und sandte sie determiniert zurück. 

Dr. F. Piepers, Haag (Holland), benutzte am 6. und 
7. August die Schmetterlingssammlung, speziell die Pieriden, zum 
Vergleich und zur Unterlage für eine Monographie. 

Dr. du Buy SS on, Paris, erhielt zum Vergleich Chrysis 
miiuitissima Rad. aus Abessinien (Rüppell S.) und Chr. accepta- 
bilis Rad. und sandte beide v^ieder zurück. 

Oberförster von Harnier, Rod a. d. Weil, benutzte im 
Juli und August mehrfach die Käfersammlung zum Vergleich 
und zur Bestimmung seiner Käfer, namentlich der Wasserkäfer. 

Dr. R. Shelf or d, Oxford, erhielt auf Wunsch 2 Blatta 
difflcilis Saussure und Oyno lurica Sauss. von Madagaskar, 
sowie 281 exotische Blattideu zur Bearbeitung. 

Dr. La Jos Biro, Budapest, studierte am 5., 6. und 7. 
November 19U8 die Dipteren- und Hymenopterensammlung. 

Prof. Dr. 0. Schmiedeknecht, Blankenburg, erhielt 
mehrmals Hymenopteren und Ichneumoniden und sandte sie 
determiniert zurück. 

Dr. H. Friese, Schwerin, bestimmte eine größere Anzahl 
Insekten. 

A. L. Moutandon, Bukarest, bestimmte 97 Hydrocorisae. 

Prof. Hermann, Erlangen, erhielt die Wiedemann sehen 
Typen der Asilidensammlung für eine monographische Bear- 
beitung dieser Gruppe. 
Prof. Dr. L.v. Hey den. A. Weis. Dr. J. Guide. Dr. P. Sack. 

8. Crustaceen. 

Dr. E. Wolf setzte unter Mitwirkung von Fräulein E. 
Pf äff seine Studien über Bmnchipus- und Apus-kvian fort, die 
durch zahlreiche Zusendungen von Material aus den verschie- 
densten Gegenden in erfreulicher Weise unterstützt wurden. 

Geschenke: Zoologischer Garten: Cardiosoma qua- 
dratum Saussure aus Venezuela. 



— 154* — 

Kunstmaler F. Hauck: Zahlreiche Krabben in drei Arten 
von Samoa. 

Sauitätsrat Dr. E. Roe dig er: Zahlreiche Isopoden, Amphi- 
poden und Paguriden aus Irland. 

Fräulein E. Pf äff sammelte bei Yport, Seine: Cancer 
pagurus L. , Carcinus maenas L., Pagurus leonhardiis L. und 
Porlunus spec. 

Dr. H. M ertön: Verschiedene Planktonproben. 

Tausch: Prof. Dr. Da day, Budapest: Polyartemia forci- 
pata S. Fisch., Insel Kildin; Artemia salina (L.) var. milhauseri 
G. Fisch., Ungarn; A. salina y-är. arietina G. Fisch., Ungarn; 
Branchinecia salina Daday, Algerien; B. paludosa (0. F. M.), 
Sibirien ; B. orientalis Wolf, Budapest ; Chirocephalus diaphanus 
Prevost, Ungarn; Bra7ichipus pisciformis Schäffer, Ungarn; 
Slreptocephalus tornicornis (Waga) Ungarn ; St. lamelliferus Thiele, 
N. -Afrika, St. rothschildi Daday. 

9. Arachnoideen und Myriopodeu. 

Geschenke: K. Schliemann, Klein-Windhuk (Deutsch- 
Südwestafrika): Myriopoden in 1, Skorpione in 2, Sulifugen in 1 
und Spumenien in 2 Arten, in Alkohol konserviert. 

Sanitätsrat Dr. E. Roediger: Diplopoden und Chilopoden 
aus Irland. 

Kunstmaler Fritz Hauck: Ein großer Scolopender von 
Samoa. 

Prof. Dr. F. Richters: 34 mikroskopische Präparate von 
Cheruetiden (11 Arten aus 7 Gattungen, meist in der Umgebung 
von Frankfurt gesammelt): Blathrus spelaeus Schiödte, aus der 
Adelsberger Grotte ; Chthonius rayi L. Koch, Hyeres ; Oarypus 
spec, Algier; Olpium pallijjes h., Rsiii-d.; Cherties reussi C.Koch, 
Neuenahr ; Ch. cyrneus L. Koch, Frankfurt und Cronthal ; Ch. 
cimicoides Fabr., Groß-Gerau, Saal bei Kissingen und Köpperner 
Tal; Cheäfer cancroides L., Frankfurt u. Hamburg; Ch. schaefferi 
C. Koch, Enkheim und Frankfurt; Obisium muscorum C. Koch, 
Cronberg, Schwanheim, Köpperner Tal; 0. sylvaticum C. Koch, 
Gießen, Frankfurt, Thüringer Wald, Enkheim etc. 

Wissenschaftliche Benützung: Dr. E. P. Merian, 
Basel, entlieh zum Vergleich Aranea adianta japonica (bereits 
zurückgeliefert). 



— 155* — 

Prof. Dr. C. Kraepelin, Hamburg, übernahm die Deter- 
minierung von 27 Gläsern mit Skorpionen und Pedipalpen (be- 
reits determiniert und zurückgeliefert). 

Prof. Dr. F. Richters erhielt fünf mikroskopische Prä- 
parate von Cheruetiden zur Bestimmung (bereits zurückgeliefert). 

10. Würmer. 

Geschenke: Sanitätsrat Dr. E. Roediger: Echiurus 
von der irischen Küste. 

Karl Hopf, Niederhöchstadt : Äscaris spec, aus Pferd und 
Hund ; Strongylus spec, aus der Lunge des Hundes ; Bistomum 
lanceolatum aus der Leber des Schafes; D. spec, aus dem Rind; 
Taenia cuctimerina aus dem Hund. 

Fräulein E. Pf äff sammelte bei Yport, Seine, im August 
1908: Arenicola niarina (L.), Nereiden, Terebelliden u. Gephyreen. 

Wissenschaftliche Benützung: Prof. Dr. A. Looß 
revidierte und korrigierte die Bestimmung einiger Trematoden. 

11. Ecliinodermen. 

Geschenke: Professor Dr. R. Hartmeyer, Berlin: 
Ophioderma appressum Sey. ; Lhikia guildingi (Gray) Kometenform 
von den Tortugas, R. Hartmeyer S. 1907. 

Kunstmaler Fritz Hauck: Ophiuren von Samoa. 

Dr. H. Me r ton: Echinus microtuberculatus Blv. 

Fräulein E. Pf äff sammelte bei Yport, Seine, im August 
1908 Echinus escidentus L. ; Ästerias ruhens Müll. 

Tausch: W. Webb, Rochester: eine größere Kollektion 
Echinodermen, leider alle getrocknet, aus verschiedenen Meeres- 
teilen und zwar Asteroidea: 31 Arten aus 18 Gattungen; Ophiu- 
roidea 11 Arten aus 8 Gattungen, Echinoidea 37 Arten aus 25 
Gattungen. 

12. Coelenteraten. 

Geschenke: G.Schneider, Basel : Oculina valenciensis 
Edw. Hairae, Castle Harbor, Bermudas ; 0. varicosa Les. und 
Plexaura flexnosa Lara., kleine Ästchen, Harrington Sound, 
Bermudas. 

Prof. Dr. F. Richters: Cladonema radiatum im Aquarium 
mit Füllung aus Helgoland gezüchtet, mikroskopische Präparate. 



~ 156* — 

Fräulein E. Pf äff sammelte bei Yport, Seine, im August 
1908 : Diverse Spongien, Sertularien, Actinia equina L. und Tealia 
crassicornis (Müll.)- 

Dr. H. Merton: Tiara pileata (Forsk.); Pelagia nocüluca 
Per. Les. 

Tausch: W. Webb, Rochester: eine größere Kollektion 
Gorgoniiden, schöne Stöcke, aber leider getrocknet, und zwar: 
Eugorgia excelsa Verrill, Costa Rica ; Eunicea lugubris^ Bahamas ; 
Eunicella palma (Pallas), Algoa-Bai; Oorgonia americana 
Gmelin, Bahamas; Junoella juncea Val., Japan; Leptogorgia 
adamsi Verr., Peare Islands; L. alba Verr. und L. flexüis 
Verr., Bahamas; L. ramulus Val., Panama; L. rigida Verr. 
var. laevis Verr., Bahamas; L. virgulata Ehrbg. , Florida; 
Lilhogorgia florea Verr. und L. ramulata Val., Panama ; Lopho- 
gorgia flammeaY&l., Airicsi; L. palmaiaFaW., Algoa-Bai; Melita 
ochracea Lam., Tonga-Inseln ; Muricea appressa Verr. ; M. ausiera 
Verr., La Paz; M. elegans, Charleston; M. fruticosa Verr.; At. 
lima E. H., Fresh Creek Anders; M. purpurea Verr., Panama 
und Pear Islands; M. squamosa Verr., Panama; Pterogorgia 
acerosa Ehr., Bahamas; Prirmioa reseda Verr., Georgia Bank; 
Psammogorgia arhuscula Verr., Panama; Plexaura flexuosaYa].., 
PL salicornioides E. H. und PI. vermiculata Val., Bahamas; 
PL spicifera Verr., Aspinwall; Renilla peltata Verr.; Villogorgia 
niaurit'iensis'Rid.., Mauritius; Xiphogorgia ancejjs Yerr., Bahamas. 

13. Protozoen. 

Zahlreiche trockene Schlammproben aus Madagaskar, die 
wir der Güte des Herrn Dr. A. Voeltzkow, Berlin, verdanken, 
wurden während des Winters im erwärmten Aquariumzimmer 
mit Wasser angesetzt und lieferten sehr willkommenes Material 
zu Studien an verschiedenen, bei uns nicht häufig vorkommenden 
Protozoen. Es fanden sich darunter die röhrenbauende 
Hypotriche Sttjchotrkha socialis Grub. , sehr zahlreich ver- 
schiedene Suctorien und die seltene Diplogromia gemma P6nard. 
Die Beobachtung und systematische Durcharbeitung der Proto- 
zoenfauna von Frankfurt und Umgebung wurde auch in diesem 
Jahr von Frau M. Sondheim und Dr. E. Wolf fortgesetzt. 
Reiches Material lieferte dazu in dankenswerter Weise Herr 
H. Kossmann. 



— 157* ~ 

Geschenke: Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx: Spirochaeta 
pallida Schaud., mikroskopische Präparate. 

14. Vergleichende Anatomie. 

Frau M. Sondheim und Dr. E. Wolf fertigten im Laufe 
des Jahres eine große Anzahl vergleichend-anatomischer Präpa- 
rate an, sodaß diese Abteilung jetzt eine Reihe abgeschlossener 
Serien enthält. Herr Lehrer H. S t r i d d e fertigte zahlreiche 
mikroskopische Präparate für unsere histologische Sammlung, 
die sich in den letzten Jahren ganz bedeutend vergrößert hat. 
Sie ist jetzt in drei Schränken untergebracht, von denen einer 
niedere Tiere, der zweite Arthropoden und Wirbeltiere und 
der dritte histologische Präparate enthält. Sehr zu Dank 
verpflichtet sind wir Herrn stud. med. W. v. Moellendorff , 
der das Etikettieren und Einordnen der Präparate in die 
Schränke übernommen hat. Dem Verwalter des hiesigen 
Schlachthofes, Herrn Direktor Moricinski, sind wir für die 
Überlassung zahlreicher Schlachttier-Embryonen in allen Ent- 
wicklungsstadien zu besonderem Dank verpflichtet. Herr Tier- 
arzt Lang hatte die Freundlichkeit verschiedene Serien von 
Rinder- und Pferdegebissen für uns anzufertigen. Die nach 
einer neuen, von ihm selbst erprobten Methode gearbeiteten 
Präparate sind von ganz besonderer Schönheit und füllen eine 
längst empfundene Lücke in unserer Sammlung. Weiter ver- 
danken wir dem Zoologischen Garten wiederum reiches 
Material für die vergleichend-anatomische Sammlung. 

Geschenke: Kunstmaler F. Hauck: ein Satz Hippopo- 
tamus-Zdi\)M% vom Viktoria-Nyanza. 

Stud, rer nat. F. Haas: Homo sapiens L. Säugling, 
Schädel. 

Den Ankauf von über 20 Schädeln und über 60 Paar 
Gehörnen von: Flußpferd, ASen, Leoparden, Büffel, Gnu, Anti- 
lopen, Wasserbock etc. aus dem Rovumagebiet, südl. D.-O. -Afrika, 
gesammelt von Leutnant a. D. B. C. E w e r b e c k - Jugenheim, 
ermöglichten uns die Herren : Carl Hermann Fulda, 
Kommerzienrat Heinrich Ellinger, Viktor Moessinger 
und Wilhelm Moessinger. 

M. von Gosen: abgeriebener Bast vom Reh aus dem 
Odenwald. 



— 158* — 

Dr. Walter Hein, München: fertig montiertes Skelett 
einer rassereinen Dentschen Dogge, 1905 auf der Ausstellung 
in Fürth mit dem I. Preis gekrönt. 

Dr. H. Merton: Homo sapiens L. juv. Schädel; Canis 
t7M/pes L. Schädel, Anser domesticus L. Schädel; 20 mikroskopische 
Präparate. 

Karl Hopf, Niederhöchstadt: eine Anzahl Embryoneu 
rassereiner Hunde ; Schädel von folgenden rassereinen Hunden : 
Bernhardiner, Boxer, Bulldogge, Nackter chinesischer Hund, 
Dobermaonpinscher, Deutsche Dogge, Deutscher Jagdhund, Prinz 
Charles Hündin, Schottischer Schäferhund; Spitz, Terrier, 
Zwergpinscher, Russischer Windhund; ferner Schädel von Canis 
vulpes L. ; Cavia cohaya Schreb. ; Felis domestica L. ; Talpa 
europaea L. 

Wissenschaftliche Benützung: Stud. Richard N. 
Wegner, Breslau, untersuchte die Anthropoidenschädel und fand 
bei einem Orangschädel ein Paar überzähliger Molaren. 

Dr. med. Th. MoUison, Zürich, studierte am 7. und 
8. August die Anthropoidenschädel des Museums und maß die 
Extremitäten zur Eruieruug von Proportiouszahlen. 

Pater Capistran Rom eis, Prof. der Theologie, Fulda, 
studierte im August 1908 mehrfach die anatomischen und ent- 
wicklungsgeschichtlichen Präparate. 

Dr. Staudinger, Halle a. d. S., studierte im Oktober 1908 
mehrfach die Schädelsammlung zur Benutzung verschiedener 
Arten in einer Monographie. Er entlieh ferner zum genaueren 
Studium Schädel von Poephagus grunniens L. Asien, Ostindische 
Compagnie 1853; Bos tauriis L. NM'.javanica Java, Döbel S. 

Dr. V. Franz, Helgoland, lieferte eine Serie mikro- 
skopischer Präparate von Vogelaugen, die er aus unserem Museum 
zum Studium entliehen hatte. 



Wissenschaftliche Auskunft wurde 45mal erteilt, und zwar 
handelte es sich fünfmal um Säugetiere, zweimal um Vögel, 
zweimal um Fische, einmal um Crustaceen, achtmal um Insekten, 
zweimal um Würmer, neunmal um museumstechnische Fragen, 
dreimal um Museumsschränke, siebenmal um Bau und Einrich- 
tung, dreimal um Literaturangaben und dreimal um Diverses. 



— 159* — 

Der Museurasbesiich war im Jahre 1908, wie schon im 
Bericht des zweiten Direktors bemerkt, ein außerordentlich 
starker. Das Museum wurde von 79243 Personen besichtigt. 
Viele auswärtige Gelehrte und Kollegen, die besonders geführt 
wurden, erhielten dabei Auskunft über allerhand Fragen. Am 
Mittwoch und Samstag Nachmittag und am Sonntag Vormittag 
fanden im Herbst 24 Führungen statt, bei denen Lehrer und 
Lehrerinnen der hiesigen Volks- und Mittelschulen in Gruppen 
geführt und auf den Besuch des Museums mit ihren Schulklassen 
vorbereitet wurden. Der Besuch an Wochentagen durch einzelne 
Schulen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen war besonders 
Donnerstags und Freitags ein recht bedeutender. Auf Wunsch 
des Ausschusses für Volksvorlesungen fanden sehr häufig Sonn- 
tags Vormittag Führungen von Vereinen und Gewerkschaften 
durch das Museum statt. 

Eine ganz besonders hervorragende Vermehrung hat im 
verflossenen Jahre die Handbibliothek des Museums erfahren, 
und zwar hauptsächlich durch Herrn Prof. Römer, der es 
verstand, seine vielseitigen Beziehungen zu Instituten, Gesell- 
schaften und Gelehrten dieser wertvollen Schöpfung nutzbar zu 
machen. Die Bibliothek umfaßt jetzt außer den notwendigsten 
Lehrbüchern über 4000 Nummern an Separaten. 

Es schenkten Bücher, Separata und kleinere Schriften 
für diese Bibliothek u. a. : Akademie für Sozial- und 
Handelswissenschaften; Dr. J. Becker, Hanau; Dr. R. 
Biedermann-Imhoof, Eutin; Prof. Dr. Borggreve, Wies- 
baden; Dr. J. Dewitz, Metz; Prof. Dr. C. Eckstein, 
Eberswalde; Prof. Dr. A. Fischer, Zürich; Dr. G. Fischer, 
Jena; Dr. 0. Fuhrmann, Neuchätel; Prof. Dr. E. Gaupp, 
Freiburg; Dr. R. G on der, Hamburg; Prof. Dr. Grub er, 
Freiburg; Prof. Dr. R. Hartmeyer, Berlin; Stud. F.Haas; 
Dr. Häberle, Eberswalde; Prof. Dr. L. von Heyden; Dr. 
Ch. Janet, Beauvais; Prof. Dr. C. Kraepelin, Hamburg; 
Prof. Dr. L. Keilhack, Berlin; Prof. Dr. A. Knoblauch; 
Prof. Dr. W. Kobelt, Schwanheim; Prof. Dr. A. Lang, Zürich; 
Oberstudienrat Dr. C. Lampert, Stuttgart; Kgl. Lyceum 
Hosianum, Braunsberg; Dr. I. G. de Man, Jerseke; Dr. E. 
Mangold, Greifswald; Dr. H. Merton; Prof. Dr. Michaelsen, 
Hamburg; Prof. Dr. Plate, Berlin; Prof. Dr. Pütter, Göttingen; 



— 160* — 

Prof. Dr. Retzius, Stockholm; Prof. Dr. Fr. Römer; Dr. L. E. 
Russ, Jassy; Dr. 0. Schnaudigel; Dr. W. Schürmanu, 
Düsseldorf; Dr. P. C. T. Snellen, Rotterdam; Dr. R. Streiff, 
Greifswald; Dr. 0. Thilo, Riga; Stadtbauiuspektor H. Uhl- 
felder; Dr. G. Wahl; A. Weis; F. W. Winter. 

Im Austausch: Dr. P. Adloff, Königsbei'g i. Pr. ; Dr. E. 
Breßlau, Straßburg; Prof. Dr. E. Gaupp, Freiburg i. B.; Di-. V. 
Hacker, Stuttgart; Prof. Dr. R. Hesse, Berlin; Prof. Bi. A. 
Jacobi, Dresden; Prof. Dr. E. Marenzeller, Wien; Dr. G. 
Marktanner-Turneretscher, Graz; Prof. Dr. J. Meisen - 
heim er, Marburg; Dr. 0. Schmidtgen, Mainz; Prof. Dr. 
Spemaun, Rostock; Dr. Adolf Steuer, Innsbruck; Prof. 
Dr. W.Voigt, Bonn; Prof. Dr. F. Zschokke, Basel. 

Für die Bildersammlung erwarben wir Porträts von Th. 
Eimer und K. Claus. 

Bildhauer Karl Mi lies, Stockholm, schenkte durch gütige 
Vermittlung des Herrn Bildhauer J. K. Körper dahier: Photo- 
graphie einer von ihm für das Stockholmer Museum modellierten 
Gruppe von Plesiosauriern. 

Heinrich Zeiß schenkte wiederholt Registerkarten für 
die Kataloge der wissenschaftlichen Sammlung. 

Die Redaktion des Intelligenzblattes gewährte 
auch im verflossenen Jahre für das Bureau ein Freiexemplar 
der Frankfurter Nachrichten mit Beilagen. 

II. Botanische Samiuluug. 

In der Schausammliing wurde mit der Verbesserung der 
Aufstellung fortgefahren : es wurde eine kleine biologische Samm- 
lung eingerichtet, die Schränke mit den Gallen und Abnormi- 
täten und im systematischen Teil die mit den Monokotylen fertig- 
gestellt. Wiederum hat Herr Karl Koch dabei eifrig und fleißig 
mitgeholfen, und für seine uns so wertvolle Tätigkeit sei ihm 
auch an dieser Stelle der verbindlichste Dank ausgesprochen. 
Ferner hat Herr G. Leisewitz teils im Museum, teils zu Haus 
eine große Anzahl mikroskopischer Präparate für den Gebrauch 
in den Vorlesungen hergestellt und sich uns dadurch zu Danke 
verpflichtet. Im Herbarium wurden die durch Kauf, Tausch und 
eigenes Sammeln neu erworbenen Pflanzen eingereiht und da- 



— 161* — 

diircli die Sammlung vergrößert. Auch wurde mit der Anlegung 
eines besonderen neuen Herbariums der Frankfurter Flora be- 
gonnen. 

Den Sammlungen, sowie der Handbibliothek ist in diesem 
Jahre reiches Material für die Aufbewahrung, Ausstellung und 
wissenschaftliche Verwertung zugegangen. Den freundlichen 
Gebern, deren Namen wir hier folgen lassen, sei der verbind- 
lichste Dank ausgesprochen. Es haben uns Greschenke gemacht : 
Herr Dr. Albersheim, Dr. Bechhold, Botanischer Gar- 
ten hier, Herr Prof. Dr. Correns in Leipzig, Lehrer Cron- 
b erg er, Botanischer Garten in Dahlem bei Berlin, Herr 
J. Debus, Eurich, Fr. Fischer, Oberförster Fleck, 
H. Forchheimer, Dr. J. Guide, Frau Justizrat Haeberlin, 
Herr F. Hauck, Lehrer Her born, G. Hetzel, Prof. Dr. 
L. von Hey den, H. Jacquet, E. Jungmann, Prof. Dr. 
F. Kinkelin, C.Koch, Baron v. Leonhardi in Großkarben, 
E. Merck in Darmstadt, Dr. H.M ertön, H. Möbius, J. Müller- 
Knatz, Blumenhändler Müller, Postsekretär Neuburg in 
Höchst a. M., Oberförster 0hl in Nauheim, der Palmengarten, 
Frau Geheimrat Passavaut, Herr M. Plaut in Marburg, Lehrer 
Reil, Sauitätsrat Dr. E. Roediger, Prof. Dr. L. Schnitze 
in Jena, Verwaltungsdirektor Seeligmüller in Cronberg, 
Smithsonian Institution in Washington, Stadtgärtne- 
rei hier, Stadtförsterei hier, Herr Lehrer A. Vie weg in 
Dresden, Walch, C. Wichmann, Dr. E. Wolf. 

Von den Geschenken sei, als von allgemeinerem Interesse, 
besonders hervorgehoben : 

Bastardkolben von Mais nebst den Kolben der Elternsorten 

(durch Prof. Dr. C. Correns in Leipzig). 
Ein großes Exemplar von Welwitschia mirahilis mit Früchten 

(durch Prof. Dr. Schnitze in Jena). 
Ein 10 m hoher Stamm der Palme Caryota Cumingii (durch 

den Palmen garten). 
Ein vollständiges Exemplar einer Myrmecodia spec, (durch 

Dr. H. Merton). 
Interessante Früchte aus Zentralaustralien (durch Baron 

V. Leonhardi in Großkarben). 
Eine Kollektion einheimischer und ausländischer Hölzer (durch 
H. Forchheimer). 

11 



— 162* — 

Eine große vollständige Frucht der Leguminose Afzelia afri- 

cana (durch C. Koch). 

Eine Kollektion von Koniferenzapfen und ca. 20 Bücher für 

die Handbibliothek (durch Frau Geheimrat Passavant). 

Durch Kauf erwarben v^^ir zwei prächtige Exemplare der 

Schmarotzerpflanze Lophophytum Leandri von Herrn Ehrhardt 

in Joinville, Brasilien. 

Herr Dr. J. Guide übergab 7 Faszikel seines Herbariums 
zu beliebiger Benutzung. 

Von Herrn Prof. Dr. H. Schinz in Zürich erhielten wir 
in diesem Jahre wieder ca. 130 Arten von Herbarpflanzen im 
Austausch. 

Nach auswärts wurde zu wissenschaftlicher Benutzung ge- 
liehen: an Herrn Prof. Dr. Gilg in Berlin einige Resedaceen 
aus dem allgemeinen Herbarium und an Herrn Dr. F. Brand 
in München ein Teil der Cladophoraceen aus dem Askenasyschen 
Algenherbariura. 

M. Möbius. M. Dürer. 



III. Mineralogisch -petrographische Sammlung. 

Im vorigen Bericht wurde erwähnt, daß Herr Berginspektor 
K. Müller und der Sektionär mit den in den Schrankschubladen 
unterzubringenden Mineralien bis zu den Sulfaten gekommen seien, 
und die Hoffnung ausgesprochen, daß die noch rückständigen 
Phosphate, Arseniate, Silikate u. a. bis Ende 1908 erledigt würden. 
Wir freuen uns, mitteilen zu können, daß wir unser Versprechen 
halten konnten. In der Schausamralung können noch viele Stücke 
durch bessere ersetzt werden, auch dies soll demnächst geschehen. 
Bezüglich der geplanten Erzlagerstättensammlung sei auf den 
vorigen Bericht S. 144 verwiesen. 

Die vier neuen Pulte mit Glasaufsätzen wurden wegen 
einiger Konstruktionsfehler umgebaut. Herrn Dr. Drevermann 
und Herrn K. Müller dankt der Unterzeichnete für die beim 
Ausräumen und Neuordnen freundlichst geleistete Hilfe. 

Zahlreiche, durch den Umzug beschädigte Etiketten der 
Schausammlung wurden durch neue ersetzt. Auch der Gesteins- 
pult ist jetzt mit gedruckten Etiketten versehen. 



— 163* — 

Geschenke: Dr. Albrecht: „Marmorplatten" von 
Carrara, Namur und Soignies ; von Namur schwarzer devonischer 
Kalkstein, von Soignies sog. belg. Granit (fossilreicher unterer 
Kohlenkalk). 

Basaltaktiengesellschaft in Linz s. Schulze-Hein. 

Direktor Dr. B lumen au: Flächenreiche Fahlerz-Kri- 
stalle, »0 und ^ vorherrschend, von Maskara in Bosnien. 

Das Fahlerz, begleitet von Eisenspat, enthält 7,8 °/o Hg, 0,15 °/o Ag 
und 0,005% Au. 

Direktoi Bonhote, 0. -Rosbach: Eine vorzügliche Stufe 
von Kakoxen auf Brauueisen von 0. -Rosbach bei Friedberg. 

Ernst Creizenach: Staurolithzwilling nach sPl 
aus der Bretagne. 

J. Dewitz durch Prof. Kinkelin: Eine Serie von Blei- 
glanzstufen von Silberberg bei Winningen an der Mosel. 

C. Ditter: 4 große angeschliffene Achatplatten, eine 
prachtvolle Calcitstufe von Pallaflate in Cumberland, eine 
skalenoedr. Calcitstufe aus Griechenland, Bleiglanz von 
Matlock, 29 geschliffene und polierte Gesteinsplatten aus 
Norwegen, Schwaben, Sachsen, Bayern, Belgien, England und 
Griechenland, ferner 86 Gesteinshandstücke aus England, 
Schottland und Irland, die für die petrographische Sammlung 
meist neu sind. Die schöne Kollektion der geschliffenen Ge- 
steine und Achate wurde zum größten Teil in einem der Glas- 
schränke an der Südwand aufgestellt. 

Dr. F. Drevermaun: Zirkon und Hauyn in Nieder- 
mendiger Lava ; ausgezeichneter Einschluß von gefaltetem 
Devongestein in derselben Lava; Wickelbombe vom 
Gmündener Maar. 

K. Fischer: Sandstein von BoU-Grübingen (Murchi- 
sonaestufe), der sich bei Wasseralfingen zu verhüttbarem Erz 
anreichert; Eisenoolith der Murchisonaestufe (Personaten- 
sandstein) von Wasseralfingen, mit Peden deniissus. 

Bankdirektor A. von Gwinner, Berlin. Wir verdanken 
Herrn von Gwinner auch in diesem Jahr wieder eine große Serie 
hervorragender Schaustücke, die zum größten Teil im Wand- 
schrank an der Hinterseite des Mineraliensaales aufgestellt 
wurden. Auch hat er für seine Geschenke geschmackvolle 

11* 



— 164* — 

schwarze Etiketten mit Golddruck, die einen vorzüglichen Ein- 
druck machen, zur Verfügung gestellt. Wir erwähnen als neu: 
großes Phenakitprisma in Quarz von Krageröe; Mikro- 
klin mit Rauchquarz von El Paso, Colorado; 2 Desmine, 
1 Heulandit und 1 Skolezit vom Bernfjord, Island; große 
Nephritplatte aus Neuseeland; Kupferkies und Quarz 
von St. Goar, Grube Prinzenstein; durch Wasser gefurchtes 
Steinsalz und Salzstalaktit vonCordona; Calcit mit vor- 
herrschendem R von Joplin, Missouri; angeschliffene Variolit- 
platte von Asbach, Odenwald; Antimon it von Shikoku, Japan; 
Adular aus dem Berner Oberland; stalaktitische Calcit- 
gruppe (xiR. — iR) mit Dolomit von Markirch, Elsaß; brauner 
G 1 a s k p f von Egremont ; große Cippoliu platte von Euböa, 
an der Vorderwand des Saales stehend ; Apatit, zum Teil zer- 
setzt, von Ontario; Gipsplatte von Girgenti; Schwefel- 
sphenoide von ebendaher; wasserklare Dolomite (oR. R) 
vom Binnental; Zinkblende von Northead, Cumberland; 
Orthoklas, Rauchquarz, Fluorit, Beryll auf einer 
Fichtelgebirgsstuf e ; Gruppe von Fluorit würfeln mit Quarz- 
krusten von Durham. 

F. Haas, stud. rer. nat. : Kalkspatdruse mit Gips- 
kriställchen aus Litorinellenkalk bei Wiesbaden; stalaktitischer 
Chalcedon mit Quarzriude, angeschliffen. 

Prof. Dr. L. von Heyden: Quarzite vom Döngesberg 
(Taunus) mit Brauneiseninfiltrationen. 

Dr. Hoch Schild: Sandsteineinschluß in Niedermendiger 
Lava. 

Prof. Dr. Hornstein, Kassel: Magnetischer Basalt aus 
der Gegend von Fürstenwald, nw. Kassel. Herrn Prof. Horn- 
stein wurde Sillimanit vom Finkenberg bei Bonn und Magnetfels 
vom Frankenstein geschickt. Ein Stück der hochinteressanten 
Kasseler Eisenbasalte (ähnlich Uifak) steht in Aussicht. 

Prof. Dr. G. Klemm, Darmstadt: Eine ca. 1,25m lange 
und 80 cm breite Granit platte mit einem eingeschlossenen 
großen Kalksilikathornfelsbrocken und vielen kleineren, zum Teil 
resorbierten Schieferfragmenten von Webern im Odenwald. Die 
auf Kosten der Gesellschaft geschhffene und polierte herrliche 
Platte bildet eine Zierde der Schausammlung; sie wurde eben- 
falls an der Vorderwand des Saales aufgestellt. 



— 165* — 

A.Levi durch Dr. Drevermann : Pyrit aus Ungarn. 

Adam May durch Dr. Drevermann: 14 Diamanten 
vorherrschend »0.0) von der Grube Du Toits Pan, Kimber- 
ley, zahlreiche Diamantsplitter und ein Stückchen „Blue ground" 
von demselben Fundort; Talk von Mautern, Steiermark. 

Dr. H. Merton durch Dr. Drevermann: graue und röt- 
liche Vesuvasche, die im April 1906 auf das Dach des Neapeler 
Aquariums gefallen war; am S.April kamen 10 kg auf Iqm. 

Ingenieur Xaver Meyer, Wilhelmshaven: Gangstufe mit 
zahlreichen großen Bleiglanzkristallen und eine kleinere 
Stufe mit einem Kristall von 10 cm Kantenlänge von der Grube 
Wohlfahrt bei Rescheid, Eifel. 

Berginspektor K. Müller: Schlieriger Hornblende- 
granit von Neustadt bei Höchst, Odenw. und ein Granitgang- 
stück daraus; Eisenspat mit Eisenglanz von der Grube Neue 
Haardt bei Siegen; prachtvolle Steinsalzstufe mit zahl- 
reichen Würfeln von Wieliczka ; G i s m o n d i n vom Schiffenberg 
und Burkhardts, Gießen; Eleonorit in sehr guten Kristallen, 
Kakoxen, Kraurit (?) und Wawellit (?) von der Grube Rot- 
läufchen bei Waldgirmes (Wetzlar). 

M. N. Oppenheim: Zwei Diamanten aus Deutsch-Süd- 
west-Afrika (0 und 3cO). 

L. Pfeiffer, Darmstadt: Eine Serie von Erzstufen 
aus dem Holzappeier Gangzug, sehr instruktive Stücke; große 
„B hn er z" -Stufe mit Calcit von Ilsede bei Peine, Hannover, 
— Durch Herrn Pfeiffers Vermittlung erhielten wir ferner von 
der Rhein.-Nass. Bergwerks- und Hüttenaktiengesell- 
schaft Alt-Nassau in Laurenberg a. d. Lahn als weiteren 
wertvollen Beitrag für die Erzsammlung 10 große, ausgezeichnete 
Gangstufen von Holzappel, mit Bleiglanz, Blende, Fahlerz, 
Kupferkies und Eisenspat. 

Dipl. Ingenieur P. Prior: Graphit in Calcit von Swakop- 
mund; Martitkristall, großes Oktaeder mit glänzenden Flächen, 
aber rotem Strich, von Otjozonjati, Deutsch-S.W.- Afrika, ge- 
sammelt von Dr. F. Riutelen; von demselben Fundort und 
ebenfalls von Dr. Rintelen gesammelt ein Molybdänglanz- 
kristall von pj^amidalem Habitus mit oP, P und oP in 
oszillierender Kombination; eine große Serie künstlicher Blei- 
glanzkristalle, ausgezeichneter Skelette nach dem Typus 



^ 166* -~ 

der Koclisalzwürfel mit treppenfürmigen Vertiefungen ausge- 
bildet. Die Subindividuen sind bald würfelförmig, bald prisma- 
tisch gestreckt und zeigen meist selbst wieder Skelettbau ; viele 
sind weiß durch Bleisulfatüberzug; sie sind ein Claustaler 
Hüttenröstungsprodukt. Ein Teil der Kristalle wurde Herrn 
von Gwinner überlassen. Herrn Prior verdanken wir auch ein 
Glasmodell des Cullinandiamanten. 

Landgerichtsdirektor Dr. H. Quincke: Granat (x)0) in 
Schiefer von Bodo, Norw. und drei Geschiebe von Spitzbergen, 
Adventsberg. 

Rhein. -Nass. Bergwerks- und Hütten- Aktien- 
Gesellschaft Alt-Nassau s. L. Pfeiffer. 

Prof. Dr. F. Richters: Feuerstein mit Vivianit- 
überzug. 

Dr. F. Rinteln n s. P. Prior. 

Sanitätsrat Dr. Roediger: Natrolith, Analcim, kri- 
stallisierter Kalkstein von Giants-Causeway, Grafschaft Antrim 
(Irland); Jaspis und poröse Lava, 

Dr. Schulze-Hein: Vier Basaltsäulen, bis IV« m 
lang und 20 cm dick, die er von der Basaltaktiengesellschaft 
in Linz erhielt; auch diese schmucken Säulen erhielten ihren 
Platz an der Vorderwand des Saales. 

Tausch: H, Weigand, Cöln-Deutz: Pyromorphit, Mecher- 
nich ; Manganspat, Käusersteimel, Westerw. und Herdorf, Rhein- 
provinz ; Anglesit mit Schwefel, Littfeld bei Siegen ; Bleiglanz 
Braubach; Lievrite, Herborn. 

Steiger K. Müller, Mansfeld: 8 wasserklare nach c langge- 
streckte Gipskristalle, meist Zwillinge nach » P x, aber zum Teil 
mit xPx miteinander verwachsen, ähnlich den Karlsbader Ortho- 
klasen ; einige führen Wassereinschlüsse, zwei sehr große. Diese 
Gipse wurden von Dr. Drevermann gegen Fossilien eingetauscht. 

Kauf. Phenakit von Minas Geraes ; Granatfels mit guten 
Granaten von der Hohen Waid bei Schriesheim ; die von Brauns 
1906 beschriebenen Pseudomorphosen von Quarz nach Eisenkiesel. 

Von italienischen Gesteinen wurden 18 Präparate an- 
gefertigt. 

In obigem Bericht vermißte Notizen erfolgen im nächsten 
Jahre. 

Prof. Dr. W. Schauf. 



^ 167* _ 

IV. Geologisch-paläontologische Sammlung. 
1. Sän^etiere und Vogel. 

Mit besonderem Danke muß die stets liebenswürdige Bereit- 
willigkeit hervorgehoben werden, mit welcher der Konservator 
des Paläontologischen Museums des bayerischen Staates, Prof. 
Dr. M. Schlosser, uns unterstützte. Er bestimmte nicht allein 
wie in früheren Jahren unsere Neueingänge an Wirbeltieren, 
sondern stellte auch das erworbene Höhlenbärenskelett für uns 
zusammen und lieh (im Einverständnis mit Prof. Dr. Rothpletz) 
uns seinen geübten Präparator Reitter, der in den Ferien 
2V2 Wochen im Museum arbeitete. Er präparierte in dieser Zeit 
den von Bankdirektor A. v. G w i n n e r im Vorjahre geschenkten 
prachtvollen Titanotherium-SchMQ], stellte unsere Neuseeländer 
Straußenvögel neu auf und begann mit der Ummontierung des 
Halitherium-Skeletts, welche von R. Moll zu Ende geführt wurde. 
Im neuen Jahre konnten wir mit der tatkräftigen Unterstützung 
unseres bewährten Gönners A. v. G winner den Wunsch der 
geologisch - paläontologischen Abteilung nach einem geübten 
Präparator erfüllen. Als solcher wird C. Strunz aus Bayreuth 
probeweise beschäftigt. 

Durch 0. Emmerich erhielt unser Museum wie in den 
letzten Jahren sehr zahlreiche Wirbeltierreste aus der Um- 
gebung, die der Geber auf seinen Exkursionen teils sammelte, 
teils erwarb. Besonders hervorzuheben durch Seltenheit und 
prachtvolle Erhaltung ist das Oberkiefergebiß eines Anthra- 
cotherium aus dem Meeressand von Weinheim bei Alzey (man 
kennt bisher zwei abgerollte Zähne von dort, die im Darmstädter 
Museum liegen). — Besondere Erwähnung verdienen weiter die 
Geschenke der Herren Dr. H. Merton und Geh. Kommerzienrat 
Dr. L. Gans wegen ihres hervorragenden Wertes als Schaustücke. 

Geschenke. 0. Emmerich: Fast sämtliche Oberkiefer- 
zähne von Antkracotherimn magnum Cuvier aus dem Meeressand 
von Weinheim ; von gleichem Fundort zahlreiche Reste (Wirbel, 
Schädelreste, Einzelzähne und Rippen) von Halitherium. Ferner: 
Zwei fast komplette Füße und zahlreiche Längsknochen von 
Acerathermm (zu einem Exemplar gehörig); ausgezeichnet er- 
haltene Zähne, Längsknochen, Fußknochen, Rücken- u. Schwanz- 
wirbel eines großen Amphicyon (gleichfalls einem Exemplar 



— 168* ~ 

angehörig); zahlreiche Zähne und Längsknochen von Acera- 
therium, Dremotherium, Tapirus, Palaeochoerus etc. ; einen präch- 
tigen Kiefer sowie Einzelmolaren von Psendaelurus^ und endlich 
zahlreiche Vogelknochen ans dem Untermiocän des Mainzer 
Beckens. 

Dr. H. Merton: Stoßzahn von Elephas antiquvs FdAconeY, 
3,35 Meter lang, aus dem Altdiluvium von Steinheim, Wttbg., 
durch Prof. Dr. E. Fraas, Stuttgart. 

Geh. Kommerzienrat Dr. L. Grans: Fossiles Aepyor7iis-¥A 
aus dem Alluvium von Madagaskar. Das Ei ist tadellos erhalten 
und läßt die Oberflächenskulptur sehr deutlich erkennen ; es ist 
erst kürzlich auf Madagaskar gesammelt. 

Apotheker M. Geißler, Rees a. Rh. : Drei Backenzähne 
von Elephas primigemiis Blumeubach, sowie mehrere Knochen- 
reste, aus dem Rhein gebaggert. (Eine größere Anzahl von Knochen 
und Zähnen wurde auf den Wunsch des Gebers mit Bestim- 
mungen zurückgesandt.) 

Bürgermeister Hedde, Rödelheim: Schädelfragmente von 
Equus aus dem Löß von Rödelheim. 

K. Fischer: Wirbel und Zahn von Rhinoceros aus dem 
Untermiocän vom Hessler bei Wiesbaden. 

Dr. K. Wieder hold, Mainkur: Einige Reste von Equus 
aus dem Diluvium von Mainkur. 

Gebr. Dyckerhoff, Biebrich: Hornzapfen und andere 
Reste von Bison, sowie Wirbel von Elephas aus dem Mosbacher 
Sand, kleines Raubtiergebiß aus dem Untermiocän vom Hessler 
bei Wiesbaden. 

Prof. Dr. 0. Boettger: Oberkieferzahn von Bos aus 
dem Main. 

Direktor E. Franck: Fragmentäre Längsknochen und 
Schulterblatt von Equus aus dem Löß. 

Bankdirektor A. v. G w i n n e r , Berlin : Höhlenbärenzähne 
aus der Muggendorfer Höhle in Franken. 

Consul W. Job: Schädelfragment mit Geweihansatz eines 
großen Cerviden, aus diluvialen Sauden von Marbach am Bodensee. 

Tausch: Paläont. Museum des bayr. Staates, 
München (durch Konservator Prof. Dr. M. Schlosser): Atlas, 
Epistropheus, Kreuzbein und vier andere Wirbel, Unterkiefer- 
Bruchstück mit zwei Molaren, sechs Einzelzähne, Schulterblatt, 



— 169* — 

Unterarm, Oberarm, Tibia und Femur von Hippopotamus mada- 
gascariensis Falconer. 

E. S. Ward, Rocliester (N. Y.): Papiermache-Abguß des 
ganzen Skeletts von Uintatheriiim mirabüe (Marsh), fertig 
montiert. 

Kauf: Museums verein, Kuf stein (durch Prof. Dr. M. 
Schlosser, München): Vollständiges Skelett eines Höhlenbären 
( Ursus spelaeus Blumenbach) aus der Tischofer Höhle bei Kufstein. 

Dr. J. Dewitz, Scy Moulin, Elsaß: Eine große Zahl 
Säugetiei'reste aus dem Alttertiär des Quercy. 

D, Blatz, Heidelberg: Unterkieferast mit drei Molaren 
und Oberkieferbruchstück mit zwei Molaren von Plagiolophus 
anneciens Owen aus dem Eocän von Euzet, Dep. Gard. 

Wissenschaftliche Benutzung: Dr. W. Freuden- 
berg, Tübingen, sah unser großes Material an Elefantenzähnen 
durch und bestimmte einen Backenzahn von Mosbach als zu 
Elephas meridio)ialis Nesti gehörig. 

Prof. Dr. M. Schlosser, München, bestimmte wieder in 
freundlicher Weise unsere Neueingänge an Wirbeltieren aus dem 
Quercy; bereits zurückgesandt. 

Prof. Dr. E. Stromer -v. Reichenbach, München, 
schickte nach Abschluß der wissenschaftlichen Bearbeitung den 
Rest seiner ägyptischen Sammelausbeute ein. Er erhielt die 
Reste von Ancodus, Creodontiern etc. aus dem Fajum (Ägypten). 

2. Reptilien und Batrachier. 

Die Reptiliensammlung ist auch in diesem Jahre wieder 
um zwei ungemein wertvolle Stücke gewachsen. Das erste ist 
das Originalexemplar von Nothosaurus baruthicus Geißler aus 
dem Muschelkalk von Bayreuth, das dem Museum von Bankier 
0. Hauck geschenkt wurde. Der Hauptwert des Stückes liegt 
einmal darin, daß es der Typus einer Art ist; zugleich ist es 
aber der besterhaltene und vollständigste Nothosaurierfund, der 
je gemacht wurde, und gibt im Verein mit unserem prachtvollen, 
von J. Wernher geschenkten Plesiosaurier ein vorzügliches 
Bild der Entwickelung dieser eigenartigen Reptiliengruppe. 

Von besonderem Wert ist weiter die Erwerbung des Ori- 
ginalexemplares von Fterodactylus kochi (Wagner). Das Stück 
wurde anfangs der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts 



— 170* -^ 

gefunden und von A. Wagner beschrieben, war aber nachher 
verschollen, so daß H. v. Meyer bei seiner umfassenden Bearbei- 
tung der Flugsaurier es nicht benutzen konnte. 1856 wurde 
die Gegenplatte des Stückes bei Kelheim gefunden, wo sie 
wohl fünfundzwanzig Jahre unbeachtet gelegen hatte ; diese hat 
H. V. Meyer vorgelegen und befindet sich jetzt im Münchener 
Museum. Unser wertvolles Stück ist ein Geschenk von Dr. C. G. 
Du Bois, Kommerzienrat L. E Hing er, Dr. A. Jassoy und 
Prof. Dr. M. Neißer. ^) 

Geschenke: J.Petri, Gronau (Westfalen): Plesiosaurus- 
Wirbel aus der Kreide von Gronau in Westfalen. 

0. Emmerich: Schildkrütenplatten aus dem Meeressand 
von Weinheim und dem Untermiocän von Budenheim ; vom letz- 
ten Fundorte auch Krokodilreste. 

Bankdirektor A. v. G w i n n e r , Berlin : Eine größere Zahl 
Nothosaur^is-KwQQ\\%n und Placodus-7Ji\vi\% aus dem Muschelkalk 
von Bayreuth. 

Bildhauer J. C. Cöper: Photographie einer Gruppe von 
vier rekonstruierten Plesiosauriern, angefeitigt von Bildhauer 
Karl Milles in Kopenhagen. 

Frau H. v. Schauroth: Schöne Platte mit Chirotherium- 
Fährte aus dem Buntsandstein vom Heßberg bei Hildburghausen. 

Bildhauer R. Pallenberg, Köln: Gipsmodelle von Diplo- 
doeus, Iguanodion und Plesiosaurus. 

Kauf: Fast vollständiger Schildkrötenpanzer, sowie zwei 
Unterkiefer einer mittelgroßen und kleinen Eidechse aus dem 
Rupelton von Flörsheim. 

Wissenschaftliche Benützung: Privatdozent Dr. 
F. Broili, München, bestimmte den von J. Petri geschenkten 



*) Literatur über Nothosaurus haruthicus Geißler: 

Zeitschrift der Deutschen Geolog. Gesellschaft 1895, XLVII, S. 331, 
Taf. XIII, XIV. 
Desgl. über Pterodactylus kocht (Wagner) : 

1837. A. Wagner, Beschreibung eines neuentdeckten Ornithocepha- 
lus. Abh. math. phys. Klasse Kgl. Bayr. Akademie d. Wiss., 
II (1831—1836), S. 165, Taf. I. 
1856. H. V. Meyer, Neues Jahrbuch f. Mineralogie 1856, S. 826. 
1860. H. V. Meyer, Zur Fauna der Vorwelt. Reptilien aus dem litho- 
graphischen Schiefer. Frankfurt am Main, Verlag von Heinrich 
Keller. S. 35, Taf. III, Fig. 1. 



— 171* — 

Wirbel als Plesiosmirus cf. drqejüiardti Koken ; bereits zurück- 
gesandt. 

Bildhauer R. P a 1 1 e n b e r g , Köln, studierte Biplodocus und 
Plesiosaurus zum Zweck der Herstellung von Modellen für den 
Hagenbeckschen Tierpark Stellingen. 

3. Fische. 

Das wertvolle Geschenk von A. H. Wendt bringt dem 
Museum eine prächtige Suite von gut erhaltenen Fischen aus 
der oberen Kreide des Libanon und damit die ersten Fische 
aus der Kreide überhaupt, abgesehen von einzelnen wenigen 
Stücken. 

Geschenke: Bankdirektor A. v. G winner, Berlin: Oberer 
Kreidekalk vom Libanon mit mehreren kleinen Fischabdrücken. 

A.H. Wendt: Scapanorhynchns sp., Xenopholis carmatiis 
Davis, Spam'odon hIonrIeH Bietet, S. Intus Agassiz, S. elongaUis 
Bietet, S. sp., Lrptosomus mncronrns Bietet et Humbert, L. sp., 
Diplomystns brevissim?is (Blainville), Nematonohis bottae (Bietet), 
Osmeroides sardinoides? (Bietet), 0. sp., Enchodiis lotigidens (Fict.), 
Leptotrachehis grnciUs Davis, L. sp., Pycnostcrinx sp., Acro- 
gaster sp., Rhinellus fiircaius Agassiz, sämtlich aus der oberen 
Kreide von Sahel Alma und Hakel im Libanon. Von mehreren 
Arten sind sehr zahlreiche Exemplare vorhanden, von Diplo- 
mystns brevissimus auch eine prächtige Blatte mit über zwanzig 
Exemplaren. 

Tausch: Lehrer H.Menge, Alfeld a.d. Leine: Mehrere 
Byenodonten- Gebisse aus dem oberen weißen Jura Nord- 
deutschlands. 

Steiger K. Müller, Kloster Mansfeld: Platysomns aus dem 
Kupferschiefer von Mansfeld. 

Museum des Bayrischen Staates, München: Gutes 
Exemplar von Caturus furcatus Agassiz und Blatte mit vier 
Leptolepis sprattiformis Ag. aus dem weißen Jura von Solnhofen. 
Kauf: Zahlreiche Fische, unter anderem ein fast voll- 
ständiges Exemplar eines großen Raubfisches von 60 — 70 cm 
Länge (Schädel 16 cm lang), dessen Magen vollständig mit 
Meletten erfüllt ist, die ganze Schwanzflosse eines Thun-artigen 
Fisches, zwei prachtvolle Myliobaies-Z'dhTi\}ü?iSter , viele Hai- 
zähne usw. aus dem Rupelton von Flörsheim. 



— 172* — 

Fräulein E. Blot hu er zeichnete Rekonstruktionsbilder von 
Pterichthys und Coccosteus für die Schausammlung. 

4. Arthropoden. 

Geschenke: Bankdirektor A. v. G winner, Berlin: 430 
Bernsteinstücke mit Insekten- (etc.) Einschlüssen von der Ostsee. 
Diese Schenkung bildet eine ungemein schätzbare Bereicherung 
unseres nicht bedeutenden Materials. 

A. H. Wendt, St. G-oar: Penaeus septemspinatus Dames, 
P. libanensis ? Brocchi, Pseudastacus hakele?isis 0. Fraas und 
Protowea hilgendorß Dames aus der oberen Kreide des Libanon 
(Hakel und Sahel Alma). 

Tausch: Museum des bayer. Staates, München: 
Mecoohirns longimanus (Schlotheim) von Solnhofen, gutes Stück 
für die Schausammlung; Gipsabguß eines Limulus von Soln- 
hofen, der eine Strecke weit auf dem Kalkschlamm gelaufen und 
dann verendet ist, für die Schausammlung. 

Prof. Alm era, Barcelona: Eine Anzahl Trilobiten aus 
dem Silur und Devon der Gegend von Barcelona. 

N. Y. State Museum, Albany, N. Y. : Vollständiges 
Exemplar von Eurypterus lacustris Harlan aus dem Obersilur 
von Buffalo, N. Y., für die Schausaramlung. 

Lehrer A. Franke, Dortmund: Eine Anzahl Ostracoden 
aus der Kreide Norddeutschlands. 

Kauf: Bei verschiedenen Händlern in Gerolstein: Einige 
kleine Trilobitenreste aus dem Mitteldevon, darunter ein Schwanz- 
schild einer neuen Gattung. 

Lehrer W. Peters, Oberstadtfeld: Zwei Sendungen von 
Trilobiten aus dem Unterdevon der Eifel, darunter ein voll- 
ständiges Exemplar einer neuen Art, sowie mehrere andere sehr 
gute Stücke. 

Wassermeister H. Kr ober, Winningen a.d. Mosel: Cry- 
l?Äams-Schwanzschild aus den Obercoblenzschichten von Win- 
ningen. 

Wissenschaftliche Benützung: Oberlehrer Dr. R. 
Richter, Marburg, erhielt zur Bearbeitung unser Material 
an Trilobiten aus dem normalen Unter- und Mitteldevon des 
rheinischen Gebirges (ausgenommen die Gattung Ilomalonotus), 
insgesamt 43 Stücke aus dem Unterdevon und 118 Stücke aus 



- 173* — 

dem Mitteldevon. Mittlerweile wurde der Genannte hier als 
Oberlehrer angestellt und bearbeitet diese Fauna im Museum 
weiter, wobei auch das ausländische Vergleichsmaterial des 
Museums herangezogen und durchgearbeitet wird. 

Prof. Dr. J. Loren they, Budapest, schickte die Krabben 
des ägyptischen Eocäns mit Bestimmungen versehen zurück. 

5. Mollusken. 

Hervorzuheben sind das riesige Ancyloceras, das Bank- 
direktor A. V. Gwinner schenkte, Cerithiurngiganteumh'dm'drck, 
ein Geschenk von Frau Ch. Istel, Paris und E. Creizenach, 
die prächtige Exogyren-Platte von E. Kühnscherf wegen 
ihres hervorragenden Wertes für die Schausammlung; wegen 
des großen wissenschaftlichen Wertes die von Sanitätsrat 
Dr. E. Rödiger geschenkten Fossilien aus dem irischen 
Kohlenkalk. 

Geschenke: Bankdirektor A. v. Gwinner, Berlin : An- 
geschliffene Kalkplatte mit Orthoceras aus dem Devon von Torquay 
(England) ; Ancylüceras cf. matheroni d'Orbigny aus der unteren 
Kreide von La Palud, Dep. Basses Alpes (der äußere Durch- 
messer des Stücks beträgt fast Im!); großer durchschnittener 
Arietites aus dem schwäbischen Lias. 

F. Gaum: Ceratites nodosus Schlotheim, Pecten laevigatus 
Schi., P. discites Schi., Myophoria orbicularis Schi., M. vulgaris 
Schi., Lima costata Münster, L. lineata Goldfuß, Oervilleia so- 
cialis Schi, aus dem Muschelkalk von Baden. 

Berginspektor K. Müller: Pecten (verschiedene Arten), 
Venericardia, Astarte, Turritella und Dentalium sp. aus dem 
Oberoligocän des Dobergs bei Bünde ; Pterinea lineata Goldfuß 
aus dem Unterdevon von Winningen a. d. Mosel. 

Apotheker M. Geißler, Rees a. Rhein: 5 große Cardien, 
stark abgerollt, aus dem Rhein gebaggert. 

E. Creizenach: Prachtplatte mit zahlreichen Pecten- 
Schalen aus dem Pliocän Frankreichs, sehr großer Amaltheus 
margaritatus Montfort aus dem Lias von Ohmenhausen, Nucula sp. 
aus dem Gault von Folkestone und (zusammen mit Frau Ch. 
Istel, Paris) schönes Exemplar von Cerithinm giganteuni La- 
marck (mit vollständiger Mündung, 53 cm lang), aus dem Eocän 
von Paris, sämtlich für die Schausammlung. 



— 174* — 

Lehrer A. Kahler, Hanau: Eine Anzahl Fossilreste aus 
dem Ballersbacher Kalk des Dillenburgischen (Mitteldevon) und 
dem schwarzen Kalk von Bicken (Oberdevou), darunter ein 
großes MatiHcocera^ intnmescens Beyrich. 

Rektor A. Henze: Große Pnrpurina subnodosa Roemer 
aus dem Korallenoolith von Ahlem bei Hannover, für die Schau- 
saramlung. 

E. Kühnscherf, Dresden: Prachtvolle große Platte mit 
vielen Exogyra columba Lamarck aus dem Quadersandstein von 
Dippoldiswalde in Sachsen, sowie mehrere Einzelexemplare der 
gleichen Art. 

Stud. rer. nat. F. Haas: ünio piclorum L., ü. hatavvs La- 
marck, Valvata piscinalis Müller, Bijthinia tentaculata Leach, 
Helix sp. aus den altdiluvialen Sauden von Mauer a. d. Elsenz ; 
Unio eseri Krauß aus dem Miocän von Kirchberg; großer Arieti- 
tcs, drei Lima gigantea Sowerby, sowie zahlreiche kleine Am- 
moniten und Belemniten aus dem Lias von Diesdorf, Loth- 
ringen, 

Regierungsbaumeister 0. Voll mar: Zahlreiche Mollusken 
aus dem Oberoligocän des Doberges bei Bünde (Westfalen), dar- 
unter besonders wohlerhaltene Pecten, Cyprina, Panopaea usw. 

Sanitätsrat Dr. E. Roediger: Perisphinctes sp. aus dem 
weißen Jura von Baden (Schweiz); ferner folgende, meist aus- 
gezeichnet erhalteue Arten aus dem Kohlenkalk von Irland: 
Nalicopfiis phillipsi M'Coy, N. plicistria Phillips, Bellerophon tau- 
gentialis Phill., B. Jii/dcuH Sowerby, B. costat/is Sow., Straparollus 
dionysi Goldfuß, Eiiompliabis crotalostomus M'Coy, E. penlangu- 
latus Sow., E. pilßopsideus Phill., Platyschisma helicoides Phill., 
Tiirritella megaspira M'Coy, Capulns vetiistus Sow., Pleurotomarin 
vittata Phill., P. abdi.ta Phill., P. parallela Phill., Dentalium in- 
gots Koninck, Conocardi/im alifonne Sow., Syncyc/onema sower- 
byi M'Coy, Cardiomorplin oblonga Sow., Aviciilopecten pUcatus 
Phill., Orthoceras sanrti-d/dagki Foord, 0. m/dlisiriatum Foord, 
Asymptoceras foordi Hyatt, A. crassilabrum Foord, Vestinautilus 
pingtds Kon., V. pancicarinaltis Foord, F. crassemarginatus 
Foord, Planetocer'as globaium Sow., Coelonautilus planetergatus 
M'Coy, Apheleceras mntabile M'Coy, Thrinoceras hyatti Foord, 
Discitoceras ivrighti Foord, D. UreilUannm Kon., Solenocheilus 
clausus Foord, Glyphioceras cordatum Crick, 0. obhisn/m Phill., 



— 175* — 

O. tnmcatum Phill., Pericyclus bailyi Crick. Weiter eine größere 
Sammlung von Conchylien aus den Kjökenmöddingen von Dun- 
doonan Lower bei der Tranarossan-Bay, Rossquill- Halbinsel, 
County of Donegal in Irland. 

Kustos Dr. R. Scharff, Dublin (durch Sanitätsrat Dr. E, 
Roediger): Euomphalus pentnngiilabis Sowerby. Capubis vetn- 
stus Sow., Cnrdioynorpha oblonga Sow. und Conocardium hiber- 
nicum M'Coy aus dem Kolilenkalk von Irland. 

Landgerichtsdirektor H. Quincke: Platte mit Inocera- 
m.ns? sp. und Ammonitenresten aus dem Jura der Adventbai 
(Südseite) auf Spitzbergen. 

Frau Florence Marx, Folkestone (durch Prof. Dr. E. 
Marx): Zwei wertvolle Sendungen Fossilien {Ammomtef^^ An- 
cyloceras, Belemnites, Zweischaler, Schnecken) aus dem Gault 
von Folkestone (sowohl an der Küste wie au einem mehr land- 
einwärts gelegenen Punkte gelegentlich einer Brunnengrabung 
gesammelt). 

K. Fischer: Platte mit Planorbis multiform^ (Bronn), 
aus dem tiefsten Horizont des Süßwasserkalks von Steinheim, 
Oberschwaben. 

C. Ditter: Jereofo-BohrlÖcher in verkieseltem Holz, so- 
wie Cerithium sp. in einer Septarie aus dem eocänen Londonton 
von Hampstead (London N.AV.) ; großer Ammonit aus dem ober- 
sten Jura (Portland) von Hartwell, Buckinghamshire. 

H. W. D r e V e r m a n n sen., Vogelsang, Westfalen : Monotis 
salinaria (Schlotheim) aus dem Hallstätter Kalk von Berchtes- 
gaden. 

Dr. G. D a h m e r , Höchst a. M. : Prosocoelus priscus (Roe- 
mer), P. vefustus (Roem.), P. sp., ScJmodus carinatus (Roem.), 
S. transversals Beushausen, S. kefersteini Beush., S. elongcdus Beush., 
S. ohrundatus Beush., Cyrtodonta dedivis (Roem.), C. Jcayseri 
Beush., Ctenodonta occtdta Beush., C. sp., Cncidlella solenoides 
Goldfuß, Nucida kracJdae Roemer, N. kahlebergensis Beush., Le- 
dopsis trigona Beush., Pterinea concentrica Roemer, Bucaniella 
tumida (Sandberger), B. bisulcata (Roemer) und DentaUum arena- 
ceum Roem. aus dem Kahleberg-Sandstein (Unterdevon) des 
Harzes. 

L. Pfeiffer, Darmstadt: Großer Ammonit aus dem oolithi- 
schen Eisenstein von Ilsede bei Peine (Kreide) ; eine Anzahl von 



— 176* — 

Ammoniten, Zweischalern und Gastropoden aus dem schwäbi- 
schen Jura, sowie mehrere Cephalopoden aus dem Mitteklevon 
von Villmar a. d. Lahn. 

A. May: Durchschnittener Cladiscites aus dem Hallstätter 
Kalk; Ammonit aus dem braunen Jura von Aalen. 

Tausch: Lehrer H.Menge, AlfeW a. d. Leine : Einige 
Ammoniten aus dem norddeutschen Jura. 

Prof. J. Almera, Barcelona: Pereiraia gervaisi (Vezian) 
aus dem Miocän von San Pan d'Ordal bei Barcelona. 

Polytechnikum, Cöthen, Anhalt: Die Molluskenfauna 
des B,upeltons von Cöthen. 

Kauf: Wassermeister H. Kröber, Winningen a. d. Mosel : 
Fleurotomaria sp. aus dem Unterdevon von Winningen. 

D. Blatz, Heidelberg: Scliulp von Sepia caralitana Parona 
aus dem Miocän von Bingia bei Cagliari, Sardinien. 

Lehrer W. Peters, Oberstadtfeld, Eifel : Mehrere gut er- 
haltene, zum Teil neue Zweischaler aus dem Unterdevon von 
Oberstadtfeld. 

Grebel, Wendler & Co., Genf: Natica leviathan Pictet, 
sehr großes Exemplar aus der unteren Kreide des Mont Saleve, 
für die Schausaramlung. 

Wissenschaftliche Benützung: Verleger E. Spandel, 
Nürnberg, erhielt 5 Stücke mit „Tentacidites" maximus Ludwig 
aus dem Rupelton von Nierstein und Bodenheim ; bereits zurück- 
gesandt. 

Prof. Dr. J. F. Pompecki, Göttingen, erhielt das von 
Landgerichtsdirektor H. Quincke geschenkte, oben erwähnte 
Stück zur wissenschaftlichen Bearbeitung. 

6. Brachiopodeii (einschl. Bryozoen und Würmer). 

Geschenke: F. Gaum: Terehratula vulgaris Schlotheim 
aus dem Muschelkalk von Nußloch, Baden. 

Berginspektor K. Müller: Mehrere Bryozoen-Arten aus 
dem Oberoligocän des Doberges bei Bünde, Westfalen. 

Sanitätsrat Dr. E. Roediger: Orthis resiqnnata Martin, 
Streptorhynchus crenistria Phillips, Strophoniena analoga Phillips, 
Produdus striatus Fischer, P. pimdatus Mart., P. semireücidatus 
Mart., Diela'^'ma hastata Sowerby, Rhynchonella acuminata MsbVi., 
R. mesogona Phill., R. pugnus Mart., R. pleurodon Phill., Athyris 



— 177* — 

royssi I'Eveille, Spirifer striatus Mart., ^S*. rotundatus Sowerby, 
S. pingiiis Sow., S. J meatus Mart., S. glaher Mart, und andere 
Brachiopoden, sowie FenesteUa membranacea aus dem Kohlenkalk 
von Irland. 

Zahnarzt S. Strauß: Stringocephalus hurt'mi Defrance aus 
den Crinoidenschichten zwischen Gondelsheim und Schwirzheim. 

Lehrer P. K nip per, Isenburg: Xudeospira Jens Schnur 
aus dem Mitteldevon von der Auburg bei Gerolstein. 

Lehrer F. Kühne: Spirifer prumiensis Drevermann aus 
dem Unterdevon von Prüm. 

Dr. phil. H. Gerth: Bryozoenkalk aus dem braunen Jura 
von Luc sur Mer (Normandie). 

E. Creizenach: Spirifer verneuili Murchison aus dem 
Oberdevon von Barveaux, Belgien. 

Dr. G. D ah mer. Höchst: Spirifer curvatus (Schlotheim) 
und S. äff. hystericus (Schi.) aus dem Unterdevon des Harzes; 
FenesteUa sp. aus dem Mitteldevon des Harzes. 

Lehrer A. Kahler, Hanau: Spirifer sp. aus dem ünter- 
devon von Prüm, Eifel ; mehrere Brachiopoden aus dem Ballers- 
bacher Kalk (Mitteldevon) von Bicken bei Herborn. 

L. Pfeiffer, Darmstadt: Zahlreiche Brachiopoden aus 
dem Unterdevon von Seelbach. 

A. M ay : Mehrere Brachiopoden a. d. Unterdevon von Ems. 

Redakteur H. K ö nig, Heidelberg (durch F. Gaum): Hübsche 
Platte mit zahlreichen Terebratula vulgaris Schlotheim aus dem 
Muschelkalk von Riehen bei Sinsheim. 

Kauf: Lehrer W. Peters, Oberstadtfeld: Eine Anzahl 
gut erhaltener Brachiopoden, sowie ein vollständiger Stock von 
FenesteUa aus dem Unterdevon von Oberstadtfeld bei Dann, Eifel. 

7. Echinodermen. 

Geschenke: Hütteningenieur P. Prior: GaUrites sp. 
aus der oberen Kreide des Aachener Waldes. 

F. Gaum: iwcrMiits-Stielglieder aus dem Muschelkalk von 
Alt-Wieslocb, Baden. 

Berginspektor K. Müller: Echinanthus sp. aus dem Oli- 
gocän des Dobergs bei Bünde. 

E. Creizenach: Prachtvoller Kelch von Cupressocrinus 
ahhreviatus Goldfuß aus dem Mitteldevou der Eifel. 

12 



— 178* - 

Regiei'Uiigsbauraeister 0. V o 1 1 m a r : Mehrere gute Exem- 
plare von Hemipatagus hofmanni Goldfuß und Echinolampas Ideinl 
Goldf. aus dem Oberoligocän vom Doberg bei Bünde, Westfalen. 

C. Ditter: Echmocorijs vulgaris (Leske) in Feuerstein aus 
der oberen Kreide Süd-Englands. 

A. Wagener: Prachtstück aus dem Unterdevon vom 
Nerother Kopf bei Oberstadtfeld, mit vier ausgezeichnet erhal- 
tenen Seesternen Aspidosoma n. sp. 

L. Pfeiffer, Darmstadt: Einige ausgezeichnet erhaltene 
Seeigel aus dem weißen Jura Schwabens. 

Tausch: Lehrer H. Menge, Alfeld a. d. Leine: Zwei 
gute Micraster coranguimmi Lamarck aus der oberen Kreide von 
Misburg, Hannover. 

Kauf: P. Scholz, Gerolstein: Eine größere Anzahl wohl- 
erhaltener Crinoidenkelche aus dem Mitteldevon der Eifel. 

Wissenschaftliche Benützung: Dr. F. Schöndorf, 
Hannover, erhielt die noch nicht bearbeiteten Seesternreste von 
Miellen a. d. Lahn (F. Drevermann S. 1907), sowie das von 
A. Wag euer geschenkte Stück zur Bearbeitung. 

M. Mich ale t, Toulon, erhielt zur Bestimmung unser ge- 
samtes Material an Seeigeln aus dem braunen und weißen Jura; 
bereits zurückgesandt. 

8. Coelenteraten. 

Geschenke: Bankdirektor A. v. Gwinner, Berlin: Großer 
Korallenstock aus der Trias der Dolomiten (Brentagruppe, 
Grostepass). 

Lehrer A. Kahler, Hanau: Graptolith aus dem Obersilur 
des Kellerwaldes. 

Schüler A. Schulze- Hein: Kleiner wohlerhaltener Ko- 
rallenstock von Gondelsheim in der Eifel, Mitteldevon. 

C. Ditter : Vier Raplüdonema farringdonensis (Sharpe) aus 
der Kreide von Farringdon, Berkshire, sowie mehrere verkieselte 
Kreidespongien. 

Sanitätsrat Dr. E. Roediger : Ampkxus coralloides Sowerby 
und andere Korallen aus dem Kohlenkalk von Irland. 

Lehrer A. Kahler, Hanau: 2 Pleurodidyuni. problemaficum 
Goldfuß von Oberstadtfeld, Eifel (Unterdevon). 

Kauf: Grebel, Wendler & Co., Genf : Cyathophyllum 



— 179* — 

planum Ludwig, Riesenstock von 50 era Durchmesser, aus dem 
Mitteldevon der Eifel, für die Schausammlung. 

9. Protozoen. 

Wie in den Vorjahren beruht die Bereicherung und Durch- 
arbeitung dieser Gruppe im wesentlichen auf den freundlichen 
Schenkungen E. Span dels. 

Geschenke: Verleger E. S p a n d e 1 , Nürnberg : 73 Num- 
mern von oligocänen Foraminiferen, exakt bestimmt und mit 
gedruckten Etiketten versehen. Folgende Fundorte sind ver- 
treten: Doberg bei Bünde (19 Nummern), Priabona (6), Monte 
S. Feiice bei Verona (6), Nago (6), Brioneberg am Gardasee (23) 
und Häring in Tirol (13). 

Dr. phil. H. G e r t h : Sand mit Nummulites planulata Lamarck 
und Alveolina ohlonga d'Orbigny aus dem Eocän von Gisor. 

Tausch: Lehrer A. Franke, Dortmund: Sehr zahl- 
reiche exakt bestimmte und etikettierte Protozoen aus der 
norddeutschen Kreide. 

Wissenschaftliche Benützung: Verleger E. Span- 
del, Nürnberg, sandte die ihm zur Revision geschickten Kreide- 
protozoen (A. Franke S. T. 1907) zurück ; er erhielt eine Anzahl 
Rupeltonproben zur Untersuchung auf Protozoen. 

Lehrer Ä. Franke, Dortmund, schickte die zur Durch- 
sicht ihm übersandten Foraminiferen der alten Sammlung be- 
stimmt zurück; seine Bestimmungen wurden von E. Span del, 
Nürnberg, mit gewohnter Freundlichkeit geprüft. 

Durch unsere Vermittelung erhielt E. Spandel eine Probe 
protozoenführenden eocänen Loudontons vom British Museum, 
London; die Gegensendung bestand in einem protozoenreichen 
Rupeltonstück, das J. Zinn do rf, Offenbach, uns freundlich 
besorgte. 

10. Pflanzen. 

Die oft bewährte Freundlichkeit von Professor H. Engel- 
hardt, Dresden, muß auch in diesem Jahre wieder hervor- 
gehoben werden. Er bestimmte nicht allein unsere Oligocän- 
floren von Wieseck und Flörsheim, von denen namentlich die 
letztgenannte in ständigem Wachstum begriffen ist, sondern auch 
die unten erwähnten, von Landgerichtsdirektor H. Quincke 

12* 



— 180* — 

geschenkten Pfianzenreste von Spitzbergen und schickte alles 
bestimmte stets prompt zurück. 

Geschenke: Ingenieur A. Askenasy und Baron E. 
Wolf, Bonn: Oberpliocäne Flora des Bohrloches 3. W bei 
Hattersheim, sehr zahlreiche Präparate. 

Bankdirektor A. v. Gw in n e r, Berlin -.Laurus sp. und Sequoia sp. 
aus dem oligocänen Tonschiefer eines Braunkohlenflötzes von 
Kür Agatsch, westlich von Kutahia, Kleinasien. 

E. C reizen ach: Verkieselter Coniferenzapfen, durch- 
schnitten und poliert aus dem Eocän von Verona. 

C. Ditter: Verkieselte Hölzer von verschiedenen Fund- 
orten aus dem Tertiär Englands. 

Landgerichtsdirektor H. Quincke: Prachtvoll erhaltene 
miocäne Pflanzenreste von der Adventbay (Südseite, amerikan. 
Kohlenbergwerk) auf Spitzbergen und zwar folgende Arten: 
Taxodium distichum miocenum Heer, Iris latifolia Heei', BetuJa 
prisca Ettingh., B. brongniarti Ett,, Älnus kefersteini Goeppert, 
Corylus macquarri Heer, Fagus macrophijlla Unger, Popidus ardica 
Heer, P. halsamoides Goeppert, Viburnum nordenshjöldi Heer und 
Sorbus grandifoUa Heer ; Kohlenprobe vom gleichen Ort. 

A. May: Carbonpflanzen und Blätter aus dem Blätter- 
sandstein von Münzenberg. 

Tausch: Prof. A 1 m e r a , Barcelona : Eine größere Zahl 
von pliocänen Pflanzeuresten aus der Gegend von Barcelona. 

Kauf: F. Drescher: Calamites sp. von ca. 1 m Länge 
aus dem Triassandstein von Gundelsheim am Neckar. 

E. Reinhard, Nürnberg: Nilssonia ? {Ptilophyllum ?) s\)., 
Widdringtonites cf. keuperianus Heer und Thinnfeldia cf. incisa 
Saporta aus dem Keuper von Nürnberg. 

Sehr zahlreiche Blätter aus dem Rupelton von Flörsheim. 

Wissenschaftliche Benützung: G. Leisewitz er- 
hielt eine größere Zahl von Braunkohlen und Steinkohlen zu 
Präparationsversuchen (Microtom-Schnitten etc.) 

Prof. Dr. E. Stromer- V. Reichen bach, München, erhielt 
zwei Sendungen verkieselter Stamrareste {Nicolia ?) aus dem 
ägyptischen Tertiär (E. Rüppell, A. Andreae und E. Stromer S.), 
zur wissenschaftlichen Bearbeitung. 

Dr. Leuthardt, Liestal, bestimmte die von E. Reinhard, 
Nürnberg, gekauften Keuperpflanzen und schickte sie zurück. 



— 181* — 

11. Lokalsammlung. 

(Wirbeltiere und Pflanzen vergleiche unter den betreffenden Abteilungen.) 

Geschenke: K. Fischer: Helix suhsoluta Sandberger 
von Bieber, Gorhicula faujasi Deshayes von Bergen, Dreissensien- 
kalk von Budenheim, Helix jungi Boettger von Münzenberg, 
Helix suhsoluta Sandb. von Ockenheim b. Biugen (am Fuß der 
14 Nothelfer-Kapelle), Potamides galeotti-papillatmn und P. la- 
marcki aus dem Cyrenenmergel der Ockenheimer Hölle ; pliocäner 
Sandstein mit Blattabdrücken aus einem Bohrloch von Praun- 
heim; Schlammrückstand aus der Bohrung 3, Pumpwerk 1, 
Praunheim aus 30 — 45 m Tiefe; ebendaher Gypris-kvt^n^ Hy- 
drobia sp. und Älhurnus miocenicus Kinkelin. 

Oberstabsarzt Dr. Behrendsen, Berlin : Land- und Süß- 
wasserkonchylien aus dem Mosbacher Sand, aus Sandlöß und Löß. 

Ingenieur Weber: Sandsteinplatte, durch Eisenkarbonat 
verkittet, mit Blattabdrücken und einem Buchenfrüchtchen aus 
dem Oberpliocän von Praunheim (Bohrloch F). 

Stadt. Tief bauamt (durch Ingenieur D aab) : Sandstein- 
knauer aus pflanzenführendem Oberpliocän, aus zwei Bohrlöchern 
bei Praunheim. 

Stud. rer. nat. F. Haas: Unio tumidus Retzius, ü. hinkelini 
Haas, U. pidorum L., U. pidorum grandis A. Braun, U. hatavus 
Lamarck, U. hatavus hassiae Haas, Zwischeuform zwischen ü. 
hassiae Haas und U. ponderosus, Helix sylvatica Draparnaud, 
Trichia striolata E. Pfeiffer, Bijthinia tentaculata L., Bythinta ? sp., 
Valvata piscinalis (Müller), Limnaeus truncatulus Müll., L. pa- 
lustris Müll. typ. und var. ?, Planorhis marginatus Draparnaud, 
P. contortus L., Ancylus fluviatilis Müll., Succinea pfeiff'eri Roß- 
mäßler und *S'. pidris L. aus dem Mainsand, Unio pidorum L., 
Anodonta piscinalis, Pseudanodonta elongata, Sphaerium rivi- 
cola Leach, Paludina fasciata Müll., P. contexta Müll., Helix 
sylvatica Drap., H. terrena Clessin und Planorhis corneus L. aus 
dem Rheinsand, sowie eingeschwemmte Cyrena convexa Brongniart, 
sämtlich aus den Mosbacher Sauden der Elisabethenhöhe bei 
Biebrich; Block mit zahlreichen Mytilus socialis Faujas vom 
Kühkopf bei Oppenheim. 

0. Emmerich: Fossilien aus den Cerithienschichten der 
Beethovenstraße. 

F. Gaum: Rupelton-Schlämmprobe von Flonheim. 



— 182* - 

Kauf: Zahlreiche Fossilien aus dem Rupelton von Flörsheim. 

Durch die Firma Voigt & Hochgesang, Göttingen, 
wurden eine Anzahl Dünnschliffe von einem Handstück Zech- 
steinkalk von Götzenhain angefertigt (A. v. Rein ach S. G.), welche 
die oolithische Struktur deutlich erkennen lassen. 

Stud. rer. nat. F. Haas revidierte die Bestimmungen sämt- 
licher Mollusken aus den Mosbacher Sauden des Hessler. 

K, Fischer schenkte ein von ihm entworfenes und in 
Wasserfarben ausgeführtes Profil des Untergrundes unseres 
Museums. 

12. Allgemeine Geologie. 

Die allgemein-geologische Sammlung wurde von Prof. Dr. 
F. Kiukelin neu geordnet, wobei Fräulein B. Turk behilf- 
lich war. 

Geschenke: A. Levi: Typische Bilder eines kleinen 
Verwerfungstales (eigene Aufnahmen der Gorge de chaudron 
bei Montreux). 

Apotheker G. Frey, Worth a. d. Sauer (durch stud. geol. 
Schloßmacher): Eine Flasche Rohöl aus den Pechelbronner 
Ölbergwerken von Biblisheim. 

Frau G. EM seh er: Trockeurisse im verhärteten Kalk- 
schlamm von Flörsheim. 

Redakteur Meister bern dt: Lößkindel, ähnlich einem 
Mastodonzahn, von Heppenheim. 

L. Nies: Gesteinsproben aus dem Lötschbergtunnel, ein 
Stück mit deutlichen Faltungs- und Zerreißungserscheinungen. 

Prof. Dr. F. Richters: Holsteinisches Gestein als er- 
ratisches Geschiebe, mit verkieseltem Holz und Quarzgeröllen 
(mit Dendriten) aus der Sandgrube von Eggert Wiese bei 
Laboe; Geschiebe von Faxoekalk voll Crinoidenstiele aus dem 
Geschiebelehm einer Kiesgrube zwischen Holtenau und Fried- 
richsort. 

Dr. H. Morton: Kuglige und ringförmige Feuersteine von 
Theben, Nummulitenkalk von Mokattam, verkieselte Hölzer aus 
dem versteinerten Wald von Mokattam, zu Quarzit verkieselter 
Sandstein (von der Oberfläche des Sandes von Mokattam). 

Kustos Dr. R. F. Schar ff, Dublin (durch Sanitätsrat Dr. 
E. Rödiger): Oldhamia radiata und 0. antiqua aus dem Cambrium 
von Irland. 



— 183* — 

Rektor A. Henze: Block von Asphaltkalk mit zahlreichen 
Fossilien, dazu ein Handstück des gleichen Kalkes ohne Asphalt- 
imprägnation, aus dem weißen Jura (Coralrag) von Limmer bei 
Hannover. 

Außerdem erhielten wir eine große Zahl vortrefflicher Stein- 
salz -Pseudomorphosen von der Grenze der Röttone und der 
Plattensandsteine von Reichenbach bei Müunerstadt. 

Für die Sektionsbibliothek wurde der zweite Gastro- 
podeuband des großen Barrande'schen Werkes „Systeme silurien 
du Centre de la Boheme" (fortgesetzt von J. Perner) gegen eine 
Anzahl Mineralien eingetauscht, die Prof. W. Seh auf auswählte. 
Als Geschenke erhielten wir mehrere Abhandlungen von Prof. 
Dr. E. Stromer über seine ägyptischen Forschungen, Murchi- 
sons Siluria (7. Auflage) von Sanitätsrat Dr. E. Roediger, 
das große Werk von Engelhardt und Kiukelin über die ober- 
pliocäne Flora und Fauna des üutermaintales und die unter- 
diluviale Flora von Haiustadt von Prof. Dr. F. Kinkel in, so- 
wie kleinere Separata vom Assistenten. Angekauft wurden 
mehrere neuere Lehr-bücher und die geologischen Aufnahmen des 
Taunus im Maßstab 1 : 25 000 für die Vorlesungen, wobei durch 
das Entgegenkommen der Direktion der Geologischen Landes- 
anstalt zu Berlin auch die Erwerbung einiger im Buchhandel 
vergriifener Blätter möglich war. 

In der Schausammlung nahm die Arbeit ihren Fortgang. 
Eine große Zahl der Milchglasplättchen wurde fertiggestellt, 
so daß einzelne Schränke schon fertig durchgearbeitet sind. 
Leider mehren sich die großen Schaustücke nicht im gleichen 
Maße, so daß die Aufsätze der Pultschränke recht leer bleiben. 
Es fehlt besonders bei den Crustaceeu, Schnecken, Zweischalern 
und Brachiopoden au großen Platten, die das gesellige Vor- 
kommen demonstrieren und gleichzeitig durch die Schönheit der 
Erhaltung Anziehungspunkte darbieten sollen. Wir möchten 
unsere Mitglieder und Freunde bitten, bei ihren Reisen auf 
solche Stücke zu achten, da sie recht selten vorkommen und 
(wegen der Frachtkosten) nur wenig von Händlern geführt 
werden. 

An der Katalogisierung der Sammlung wurde nur wenig 
gearbeitet. Zwar rückten die Gastropoden ansehnlich weiter, 
vor allem durch die andauernde fleißige Arbeit von Fräulein 



— 184* — 

B. Turk, und auch in anderen Abteilungen sind Serien durch- 
gearbeitet worden, aber im allgemeinen wird nicht eher an 
durchgreifende Fortschritte zu denken sein, bis die Schau- 
sammlung ihrer Fertigstellung näher gerückt ist. 

Das im Vorjahre erwähnte sehr große Material von Miellen 
an der Lahn wurde von Frau R. Dr ever mann durclipräpa- 
riert. Im laufenden Jahre soll die Durcharbeitung und Vertei- 
lung zu Tauschzwecken erfolgen und eine Liste der Arten im 
nächsten Bericht gegeben werden. 

Einen neuen Mitarbeiter haben wir in Rektor A. Henze 
gewonnen, der, durch jahrelange Arbeiten am Geologischen In- 
stitut der Technischen Hochschule Hannover wohl vorbereitet, 
sich an die Durchsicht des norddeutschen Mesozoicums gemacht 
hat. Oberlehrer Dr. R. Richter setzt seine umfassenden Tri- 
lobitenstudien, die er (z. T. auch an unserem Material) in Mar- 
burg begonnen hatte, im Museum fort. 

Im Anschluß an die Vorlesung über Erdgeschichte unter- 
nahm Dr. Drevermann eine fünftägige Pfingstexkursion, die 
hauptsächlich in die Vulkangebiete des Laacher Sees und von 
Dann, sowie in die fossilreichen Devonschichten von Gerolstein 
und Prüm führte. Es beteiligten sich 23 Herren und 8 Damen. 
Am ersten Tage führte der Steinbruchbesitzer F. X. M i c h e 1 s, 
Andernach, mit großer Freundlichkeit in einen seiner großartigen 
Brüche bei Niedermendig und legte die interessantesten der zahl- 
reichen Funde vor, die er während seiner Tätigkeit dort gemacht 
hat; an zwei weiteren Tagen übernahm Oberlehrer Dr. Richter 
bereitwillig die Führung in seinem speziellen Arbeitsgebiet bei 
Prüm. Sehr willkommen war die wenige Tage vorher erfolgte 
Erbohruug eines gewaltigen neuen Sprudels bei Gerolstein, der 
aus 165 m Tiefe seine Wasser über 30 Meter hoch schleuderte 
und den Bohrturm schon beim ersten Anprall zerstört hatte. 
In der Nähe waren die vom abfließenden Wasser überrieselten 
Blätter von einer in fünf Tagen entstandenen 2 — 3 mm dicken 
Kalksinterschicht bedeckt. 

Im September und Oktober weilte Dr. Drevermann in 
Spanien. Der Hauptzweck der Reise war, das Devon der Sierra 
Morena kennen zu lernen und Anhaltspunkte zu einer Ver- 
gleichuug mit dem deutschen Devon zu gewinnen. Zu diesem 
Zweck wurden zahlreiche Ausflüge in der Umgegend von 



— 185* — 

Almaden ausgeführt, die ein reiches Material an Versteinerungen 
lieferten, Welches nach und nach bearbeitet werden soll. 
Es handelt sich in der Hauptsache um sehr trilobitenreiches 
Untersilur, weiter um Unterdevon mit durchaus rheinischem 
Charakter und um Oberdevon, das durch seinen Reichtum an 
Zweischaleru und Brachiopoden besonders interessant ist und 
sich nur mit belgischen und nordamerikanischen Vorkommen 
vergleichen läßt. Auf der Heimreise wurde ein Abstecher in 
das Juragebiet von Cabra (zwischen Cordoba und Granada) ge- 
macht und trotz strömenden Regens und knapper Zeit ein ziem- 
lich großes Material an Ammoniten und Brachiopoden aus den 
Tithonschichten zusammengebracht, dessen Bestimmung Prof. 
Kilian, Grenoble, freundlichst übernommen hat. Unterstützt 
wurde der Assistent durch seine Frau, dann besonders durch 
Herrn Quintin Fernandez aus Almaden, dem er zu großem 
Dank verpflichtet ist. Auf der Hin- und Rückreise wurden die 
Museen von München, Stuttgart, Straßburg, Lyon, Barcelona, 
Madrid, Bordeaux und Paris besucht. Die Kosten der Reise 
hat in freigebigster Weise Bankdirektor A. von G winner, 
Berlin, getragen, der auch durch Empfehlungsbriefe an den 
meisten Orten zur Erleichterung des Erfolgs sehr wesentlich 
beitrug. Ausführliche Listen des gesammelten Materials, welches 
acht große Kisten füllt, können erst nach und nach mit dem 
Fortschreiten der Präparation und Durcharbeitung in späteren 
Berichten gegeben werden. 

Es erübrigt noch, dem städtischen Tiefbau amte 
auch in diesem Jahre den besten Dank für die freundliche Mit- 
teilung von Erdarbeiten in Frankfurt und Umgebung auszu- 
sprechen. 

Im Auftrage der Sektionäre: 

Dr. Fr. Drevermann. 



186* 



Bibli otli eksberielit. 



Vorwort. 

Der vorliegende Bericht der Senckenbergisclien Bibliothek 
erscheint an derselben Stelle, an der viele Jahre hindurch über 
die Bibliothek der Senckenbergischen Naturforschenden Gesell- 
schaft Bericht erstattet worden ist. Seit Jahrzehnten ist die 
Senckenbergische Bibliothek eine Einheit in räumlicher Beziehung 
und in ihrem Verhältnis zum Publikum ; gleichwohl wurde all- 
jährlich über die fünf Bibliotheksauteile an fünf verschiedenen 
Stellen berichtet ; ein zusammenfassender Bericht fehlte. Dank 
dem Entgegenkommen der Senckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft ist es möglich, einen solchen Bericht über die 
Benutzung, Vermehrung und Verwaltung der Senckenbergischen 
Bibliothek vorzulegen. Hierfür hat die Gesellschaft die Spalten 
ihres Berichtes zur Verfügung gestellt, nachdem die Biblio- 
theksdelegierten der Vereine ihre Zustimmung zu der Veröffent- 
lichung der den einzelnen Verein betreffenden Angaben erteilt 
haben. Auch sonst weist der vorliegende Bericht gegenüber 
seinem letztjährigen und seinen früheren Vorgängern mehrfach 
Veränderungen auf. Die früher alle zwei Jahre zum Abdruck 
gelangte, nach Ortsnamen angeordnete Liste der Tausch- 
eingänge für die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, 
sowie die verschiedenen, nach mannigfachen Gesichtspunkten zu- 
sammengestellten Zeitschriftenlisten sind in Fortfall gekommen. 
An ihre Stelle tritt ein einziges, nach Titeln geordnetes Ver- 
zeichnis, das alle laufenden Zeitschriften und Lief erungs werke, 
die für die beteiligten Vereine auf der Senckenbergischen Biblio- 
thek eingehen, aufzählt und hoffentlich als Orientierungsmittel 
Nutzen stiftet. Auch das Verzeichnis der Geschenkgeber führt 
außer den Zuwendungen für die Senckenbergische Naturfor- 



— 187* — 

sehende Gesellschaft die durch und für die anderen Vereine ein- 
gelieferten Zugänge auf. Es wäre zu wünschen, daß in Zukunft 
dieses Geschenkgeberverzeichnis in Verbindung mit der Liste 
der durch Kauf erworbeneu Werke sich zu einem systematisch 
angeordneten Zugangsverzeichnis entwickelte. 

Zur Richtigstellung eines Versehens im vorjährigen Bericht 
sei bemerkt, daß das dort auf S. 195* aufgeführte Journal of 
Physiology, Vol. 1 — 15, ein Geschenk von Professor Dr. Lang- 
ley, nicht von Professor Dr. Foster-Cambridge ist. 



Das abgelaufene Jahr hat der Senckenbergischen Biblio- 
thek einen schweren Verlust gebracht: durch den jähen Tod 
des Direktors des Senckenbergischen Naturhistorischen Museums, 
Professors Dr. Fritz Römer, hat sie einen ihrer treuesten 
und erfolgreichsten Förderer verloren. Mit der Senckenbergi- 
schen Bibliothek in langjähriger Arbeitsgemeinschaft verbunden, 
war Professor Römer unablässig bestrebt, seine reichen Sach- 
kenntnisse und seine weitverzweigten Verbindungen mit aus- 
wärtigen Gelehrten, gelehrten Körperschaften und Verlegern in 
ihren Dienst zu stellen. Seit dem Jahre 1903 gehörte er der 
Bücherkommission der Senckenbergischen Naturforschenden Ge- 
sellschaft an. Seinen persönlichen Bemühungen verdankt die 
Bibliothek nicht nur eine wesentliche Ausdehnung des Tausch- 
verkehrs und damit die Erwerbung höchst wertvoller Aka- 
demie- und Gesellscliaftsschriften, ihm dankt sie auch die 
Zuweisung großartiger Schenkungen, von denen hier nur 
folgendes hervorgehoben sei : reichhaltige Kollektionen der 
Werke von Ernst Haeckel und Gustaf Retzius, über- 
wiesen durch die Verfasser; die Forschungsergebnisse der bel- 
gischen Südpolar-Expedition 1897 — 1900, überwiesen durch die 
Commission de la „Belgica" in Antwerpen; die vollständige Reihe 
der Jahresberichte über die Fortschritte der Anatomie und 
Entwicklungsgeschichte, hrsg. von Schwalbe, N. F. Band 1 — 11, 
geschenkt durch den Verleger, Geh. Kommerzienrat Dr. phil. 
et med. Gustav Fischer in Jena, und vieles andere mehr. 
Sein Andenken wird, wie an den anderen Stätten seiner rast- 
losen Tätigkeit, so auch auf der Senckenbergischen Bibliothek 
in hohen Ehren gehalten werden. 



— 188* — 

I. Allgemeines. 

In die Kommission der Senckenbergischen Biblio- 
thek ist im Laufe des Berichtsjahres Herr Dr. Eben au als 
Delegierter des Ärztlichen Vereins eingetreten ; die Kommission 
bestand demnach aus folgenden Herren: 

Sanitätsrat Dr. Rödiger, Vorsitzender, als Vertreter der 

Stiftuugsadministration ; 
Professor Dr. Reichenbach, als Vertreter der Sencken- 
bergischen Naturforschenden Gesellschaft ; 
Dr. Eben au, als Vertreter des Ärztlichen Vereins; 
Professor Dr. Petersen, als Vertreter des Physikalischen 

Vereins ; 
Geheimrat Professor Dr. Ebrard, Direktor der Stadtbiblio- 
thek, als Vertreter des Vereins für Geographie und 
Statistik ; 
Bibliothekar Dr. Wahl, als ständiges Mitglied und Schrift- 
führer. 

Neben der Kommission der Senckenbergischen Bibliothek, 
der lediglich die Vorberatung und Begutachtung allgemeiner 
Verwaltungsmaßnahmen des Bibliotheksganzen obliegt, bestehen 
— von ihr getrennt und auch untereinander ohne Verbindung — 
Bibliothekskommissionen im Kreise der Senckenbergischen Natur- 
forscheüden Gesellschaft und des Ärztlichen Vereins, deren Auf- 
gabe die Pestsetzung des Etats für den Bibliotheksanteil des 
betreffenden Vereins und die Verwendung der vom Plenum be- 
willigten Geldmittel ist. Der Bücherkommission der Senckenber- 
gischen Naturforschenden Gesellschaft gehörten an: die Herren 
Professor Dr. Richters, Professor Dr. Mob ins, Professor 
Dr. Reichenbach, Professor Dr. Römer, Professor Dr. 
Seh auf, Bibliothekar Dr. Wahl; derjenigen des Ärztlichen 
Vereins: die Herren Dr. Ebenau, Sanitätsrat Dr. Rödiger, 
Professor Dr. E dinger, Professor Dr. Alb recht, und nach 
dessen Tode Professor Dr. Fischer, Dr. Günzburg, Biblio- 
thekar Dr. Wahl. Gegen Ende des Berichtsjahres wurde auch 
innerhalb des Physikalischen Vereins eine Bibliothekskommission 
errichtet, als deren Mitglieder gewählt wurden: die Herren 
Professor Hartraann, Professor Dr. Petersen, Professor 
Dr. Wachsmuth, Bibliothekar Dr. Wahl. 



— 189* — 

Die Kommission der Senckeubergischen Bibliothek hatte 
bereits im Vorjahre auf Wunsch der Akademie für Sozial- und 
Handelswissenschaften beschlossen, daß die Senckenbergische 
Bibliothek für die naturwissenschaftlichen Fächer die Funktionen 
einer Ausleihbibliothek der Akademie übernehmen sollte. Im 
Juni 1908 wurde demgemäß mit dem Verwaltungsausschuß der 
Akademie ein Abkommen getroffen, nach welchem die immatri- 
kulierten Studierenden der Akademie gegen Vorzeigung ihrer 
Legitiraationskarte berechtigt sind, die Bibliothek ohne weitere 
Formalitäten zu benutzen. Dafür übernimmt die Akademie die 
Bürgschaft für die ordnungsmäßige Rückgabe der Bücher und 
die Erstattung etwaiger Auslagen. Die Bücherkommission der 
Senckeubergischen Naturforschenden Gesellschaft beschloß ihrer 
Verwaltung zu empfehlen, die Portokosten für die im Leihverkehr 
mit auswärtigen Bibliotheken auf Verlangen der Sektionäre, 
Dozenten und Beamten der Gesellschaft beschafften Bücher auf 
die Kasse der Gesellschaft zu übernehmen; ebenso beschloß die 
Bibliothekskommission des Ärztlichen Vereins, bei dem Plenum 
die Übernahme dieser Portokosten auf die Vereinskasse für 
sämtliche Mitglieder zu beantragen. In beiden Fällen erfolgte 
die Zustimmung der betreffenden Gremien. Diese Maßnahmen 
vermehrten natürlich den Leihverkehr mit auswärtigen Biblio- 
theken: es wurden in 150 Sendungen 300 Bände besorgt. 
Folgende Anstalten halfen uns bereitwilligst mit ihren Beständen 
aus: Berlin, Königliche Bibliothek, Bibliothek der Geologischen 
Landesanstalt, Bibliothek der Tierärztlichen Hochschule; Berlin- 
Wilmersdorf, Bibliothek des Vereins für Luftschiffahrt ; Bonn, 
Kgl. Universitäts-Bibliothek; Breslau, Kgl. und Universitäts- 
Bibliothek; Darmstadt, Großh. Hofbibliothek, Allg. Bibliothek 
der Technischen Hochschule; Freiburg i. Br., Großh. Univer- 
sitäts- Bibliothek; Gießen, Großh. Universitäts - Bibliothek ; 
Göttingen, Kgl. Universitäts-Bibliothek; Halle, Kgl. Univer- 
sitäts-Bibliothek, Bibliothek der Kais. Leopoldinisch-Carolinischen 
Deutschen Akademie der Naturforscher, Bibliothek des Land- 
wirtschaftlichen Instituts; Hamburg, Bibliothek der Deutschen 
Seewarte; Hannover, Bibliothek der Tierärztlichen Hochschule; 
Heidelberg, Großh. Universitäts -Bibliothek; Höchst a. M,, 
Bibliothek der Farbwerke; Leipzig, Universitäts-Bibliothek; 
Marburg, Kgl. Universitäts-Bibliothek; München, Kgl. Hof- 



— 190* — 

und Staatsbibliothek; Straßburg i. E., Kais. TJuiversitäts- und 
Landesbibliotliek; Stuttgart, Kgl. Laudesbibliothek ; Tübingen, 
Kgl.Uuiversitäts-Bibliothek; Wiesbaden, Nassauische Landes- 
bibliothek; Würzburg, Kgl. Universitätsbibliothek. Es ist 
von gruudsätzlicher Bedeutung bei den erwähnten Beschlüssen, 
daß hier die Gesamtheit für den einzelnen eintritt, und der 
Segen der Freizügigkeit der deutschen Bibliotheksbestände auch 
unsern Benutzern, ohne ihnen Kosten zu verursachen, zugute 
kommt. Ist so auch für die Senckenbergische Bibliothek die 
Heranziehung fremder Bücherschätze und damit eine eminente 
Vergrößerung ihrer Leistungsfähigkeit für besonders zahlreiche 
Beuützerkategorien erreicht — allerdings unter Belastung des 
Budgets der Vereine — so bedarf gerade diese Frage als eine 
der wichtigsten der deutschen Bibliothekspolitik einer einheit- 
lichen, alle Bundesstaaten und alle öffentlichen wissenschaftlichen 
Bibliotheken umfassenden Regelung. Das Bedürfnis nach gegen- 
seitiger Aushilfe besteht jedenfalls auf den meisten deutschen 
Bibliotheken und hat bereits in verschiedenen Bundesstaaten 
zu provinziellen und einzelstaatlichen Lösungen der Frage geführt. 
Daß die kleineren Bibliotheken hierbei nicht immer nur die 
empfangenden sind, zeigen die Fundortsangaben des Auskunfts- 
bureaus der deutschen Bibliotheken, das vielleicht in dieser 
ganzen Frage eine entscheidende Rolle zu spielen berufen ist. 
Die Senckenbergische Bibliothek hat ihrerseits an fremde Biblio- 
theken und Institute in 22 Sendungen 50 Bände verliehen, und 
zwar an: Darmstadt, Allgemeine Bibliothek der Technischen 
Hochschule, Bibliothek der Geologischen Laudesanstalt; Elber- 
f e 1 d , Stadtbücherei ; Gießen, Großh. Universitäts-Bibliothek ; 
Hanau, Stadtbibliothek; Heidelberg, Großh. Universitäts- 
bibliothek; Leipzig, Universitätsbibliothek; Mühlhausen i. Th., 
Städtische Bibliothek; Wiesbaden, Nassauische Landesbiblio- 
thek, Naturhistorisches Museum. Der Verkehr mit auswärtigen 
Bibliotheken bot der Senckenbergischen Bibliothek Veranlassung 
zu einer Vorarbeit für einen künftigen Führer durch die deutschen 
Bibliotheken, der hoffentlich bald einmal vom Verein deutscher 
Bibliothekare in die Hand genommen wird; mit Hilfe des Aus- 
kuuftsbureaus und durch direkte Anfragen versucht sie eine Liste 
der Fundorte derjenigen in ihre Fächer schlagenden Zeit- 
schriften aufzustellen, auf deren Anschaffung sie verzichten 



— 191* — 

muß, die aber häufig verlangt werden. Das ist von besonderer 
Bedeutung für diejenigen, die nicht im Zeitschriftenverzeichnis 
der Kgl. Bibliothek zu Berlin stehen, deren Nachweisung mithin 
in dem genannten Führer von besonderem praktischen Nutzen 
für den Leihverkehr der Bibliotheken wäre. 

Die Tätigkeit der Bibliothekskommission des Ärztlichen 
Vereins galt weiterhin der Neuregelung seines Tauschverkehrs, 
der nach dem Vorschlag der Bibliothek dieser gegen ein Pausch- 
(juantum übertragen wurde. Gleichzeitig wurde beschlossen, um 
auch solche Zeitschriften im Tauscii zu erhalten, für welche dei- 
Jahresbericht des Ärztlichen Vereins nicht als angemessene 
Gegengabe erachtet wird, die Frankfurter Zeitschrift 
für Pathologie, zunächst in 10 Exemplaren, zu erwerben. 
Über das Ergebnis der Tauschverhandlnngen, die im vollen 
Gange sind, wird im nächsten Bericht Mitteilung gemacht werden, 
hier sei nur kurz erwähnt, daß bis jetzt 23 Korporationen, 
Statistische Ämter etc., die bisher den Jahresbericht des Ärzt- 
lichen Vereins erhalten haben, ohne eine Gegengabe zu leisten, 
sich zur Sendung eines entsprechenden Äquivalents bereit er- 
klärt haben. 

Vom 6. — 14. Juni 1908 fand in den oberen Räumen unseres 
Bibliotheksgebäudes die mit dem Ersten Internationalen Kongreß 
für Rettungswesen verbundene wissenschaftliche Ausstellung 
statt, an der sich die Bibliothek mit Schriften, Mandaten und 
Tafeln über die erste Hilfe bei Unglücksfällen usw. beteiligte. 
Die Pflngstwoche, in welcher die Bibliothek für das Publikum 
geschlossen ist, wurde zu einer Zählung des Bücherbestandes 
benutzt. Die Zählung ergab 74 836 bibliographische Bände in 
68505 Buchbinderbänden und 7234 kleine Schriften. 

Im B e a m t e n k ö r p e r der Bibliothek traten folgende Ver- 
änderungen ein. Die ständige Zunahme der Geschäfte machte 
die Errichtung einer Stelle für eine weitere, bibliothekarisch 
vorgebildete Hilfskraft notwendig. Leider konnte die Stelle nur 
provisorisch geschaffen werden. Als bibliothekarisch vorgebildete 
Hilfsarbeiterin war tätig: Frl. M. Rüben Strunk von hier vom 
1. Juli bis 31. Dezember 1908; an ihre Stelle trat am 20. Januar 
1909 Frl. H. Michaelis aus Dresden. Als Volontärinnen für 
den mittleren Dienst wurden angenommen: am 6. April 1908 
Frl. L. Mayer; am 15. März 1909 Frl. M. Lorch, beide von 



— 192* — 

liier. Außerdem absolvierte auf der Bibliothek Frl. H. Wohl- 
fahrt aus Hanau vor ihrem Eintritt in die Wolfstiegsche 
Bibliothekarinnenschule in Berlin einige Monate praktischer 
Bibliotheksarbeit. 

Die wichtigste Frage, die alle Kommissionen und die Plenar- 
versammlungen der Vereine wiederholt beschäftigt hat, ja eine 
Lebensfrage für die gesunde Fortentwickelung der Senckenber- 
gischen Bibliothek und damit auch eine Angelegenheit von öffent- 
lichem Interesse, ist die Frage der Gewährung einer städti- 
schen Subvention. Bereits vor zwei Jahren wurde eine 
offizielle Bitte von selten der beteiligten Vereine an den Magi- 
strat um Gewährung einer Beihilfe aus städtischen Mitteln ge- 
richtet. Die Aufwendungen der Vereine allein für Bücher- 
kauf und Bucheinband betrugen im Berichtsjahre 1908/09, 
wie aus den unten gegebenen Nachweisungen hervorgeht, rund 
M. 13100.—. Eine Steigerung der Bibliotheksbeiträge ist ihnen 
aus eigener Kraft nicht mehr möglich. Die Frequenz der Biblio- 
thek ist von 6677 Bänden im Jahre 1905/06 auf 12152 Bände 
im Jahre 1908/09, also um 5475 Bände = 81*^/0 gestiegen, eine 
Vermehrung, die nicht zum wenigsten auf die Erklärung zur 
öffentlichen Bibliothek zurückzuführen ist. Was die Sencken- 
bergische Bibliothek schon jetzt trotz ihrer beschränkten Mittel 
durch die Ausdehnung des Tauschverkehrs — rund 800 Publi- 
kationen gehen auf diesem Wege ein — und die zahlreichen 
lückenlosen Serien wertvoller medizinischer und naturwissen- 
schaftlicher Zeitschriften leistet, ist so beträchtlich, daß sie 
den Vergleich mit gleichartigen Anstalten wohl aushalten kann. 
Im Verlauf der Unterhandlungen mit dem Magistrat, die auf 
Grund jener ersten und einer Ende 1908 wiederholten Bitte um 
Subvention gepflogen worden sind, erstattete die Bibliothek auf 
Wunsch der Anstaltsdeputation ein Gutachten über die voraus- 
sichtlichen Aufwendungen, die die Beschaffung der von den 
städtischen Krankenhausärzten desiderierten Zeitschriften not- 
wendig machen würden, und die sehr beträchtlichen Ersparnisse, 
welche bei einem Zusammengehen mit der Senckenbergischen 
Bibliothek erzielt werden könnten. Eine weitere, ebenfalls auf 
Wunsch der Anstaltsdeputation vorgenommene Zusammenstellung 
wies die von den Vereinen für die Bibliothek gemachten Auf- 
wendungen sowie den überaus hohen Geldwert der im Jahre 1908 



— 195* — 

der Bibliothek (lurch den Tausch verkehr zugeführten Werke nach. 
So wichtig und unentbehrlich auch diese Tauschschriften sind, 
so wertvoll es für die wissenschaftliche Forschung ist, wenn 
es eine öffentliche Bibliothek gibt, die die Akademie- und Gesell- 
schaftspublikationen aller Länder auf den Gebieten der Natur- 
wissenschaft und Medizin in möglichster Reichhaltigkeit sam- 
melt, so wenig darf darüber die nur im Buchhandel erhältliche 
Literatur vernachlässigt werden. Die Geschichte und die augen- 
blicklich geltende komplizierte Verfassung der Senckenbergischen 
Bibliothek erklären es, daß manche Disziplin gar nicht gepflegt 
worden ist, daß Lücken und Ungleichheiten aller Art bestehen. 
Zum Beispiel wirkt der beklagenswerte Mangel an bibliographi- 
schen und Nachschlagewerken lähmend auf den ganzen Betrieb. 
Bei dem Verkehr mit auswärtigen Bibliotheken ist es erforder- 
lich — die Königliche Bibliothek Berlin verlangt es direkt, 
und zwar mit vollem Recht — daß die Bestellungen genau 
bibliographiert sind. Wie soll man aber diese Forderung erfüllen, 
wenn das notwendigste Handwerkszeug fehlt? Alle Versuche, 
hier Wandel zu schaffen, sind bisher leider vergeblich gewesen. 
Ebenso zu beklagen ist das Fehlen eines eigenen Bücheranschaf- 
fungsfonds für die Bibliothek, aus dem Werke zur allgemeinen 
Orientierung, Lexika und dergleichen beschafft werden könnten, 
d. h. Werke, die allen Bibliothekbenutzern und den Beamten bei 
ihrer Arbeit unentbehrlich sind. Diese Bedürfnisse bleiben jetzt 
größtenteils unbefriedigt, da die Vereine ihre Geldmittel aus- 
schließlich für den Aasbau der von ihnen gepflegten Spezial- 
diszipliuen verwenden. Neben einer Vermehrung des Bücher- 
fonds bedarf es aber ganz besonders größerer Mittel für Ver- 
waltungszwecke, soll anders die Bibliothek den an sie gestellten, 
ständig wachsenden Anforderungen genügen. Es ist unumgäng- 
lich nötig, die Zahl der Beamten zu vermehren, damit die bis- 
her unzulänglichen Katalogeinrichtungen die Umgestaltung und 
Verbesserang erfahren, die sie dieses Namens wert macht. Die 
Senckenbergische Stiftung und die ihr angeschlossenen Vereine, 
die seit achtzig Jahren allein das Büchermaterial für alle natur- 
wissenschaftlichen und medizinischen Studien in Frankfurt be- 
schafft haben, sind am Ende ihrer Kraft. Wie erwähnt, sind 
Verhandlungen wegen einer städtischen Subvention im Gange, 
die hoffentlich bald zu einem erfreulichen Ergebnis führen 

13 



— 194* — 

werden. Es liegt so durchaus im Interesse der akademisch ge- 
bildeten und naturwissenschaftlich interessierten Kreise unserer 
Stadt, eine große naturwissenschaftliche Bibliothek zur Ver- 
fügung zu haben, daß es sehr bedauert werden würde, wenn man 
der Senckenbergischen Bibliothek die verhältnismäßig geringen 
Mittel verweigern wollte, um ihre Bestände einheitlich auszu- 
bauen und das literarische Material für den Arzt und den Natur- 
forscher auf dieselbe Höhe zu bringen, die der Jurist, Theologe 
oder Philologe als etwas Selbstverständliches von selten der 
Stadt entgegennimmt. In gerechter Wüi'digung dieser Gesichts- 
punkte hat auch der Magistrat der Stadt bereits prinzipiell 
der Gewährung einer Subvention zugestimmt. 



II. Vermehrung. 

Die für Bücherkauf und Bucheinband aufgewendeten Sum- 
men erreichten eine Höhe von M. 13 143.63. Sie verteilen sich 
auf die einzelnen Vereine folgendermaßen: 

Bücher. 





Fori- 
setzungett. 


Neuanschaf- 
fung. 


Buch- 
binder. 


Oesamtzahl. 


Medizinisches Institut . . 


M. 1287.80 


M. 490.50 


M. 324.04 


M. 2102.34 


Senckenbergische Naturfor- 










schende Gesellschaft . 


„ 4022.84 


„ 585.35 


„ 1846.50 


„ 6454.69 


Ärztlicher Verein . . . 


„ 2550.58 


„ 127.30 


„ 462.- 


„ 3139.88 


Physikalischer Verein . . 


„ 930.12 


» 47.— 


„ 288.85 


„ 1265.97 


Verein für Geographie und 










Statistik 


67.80 


» • 


„ 112.95 


„ 180.75 



Summa . M. 8859.14 M. 1250.15 M. 3034.34 M. 13143.63 

Hierunter befand sich eine Extrabewilligung des Medizinischen 
Institutes für die Beschaffung botanischer Werke von M. 300. — . 
Nicht eingerechnet in obige Zahlen sind M. 630. - , die von der 
Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft alljährlich für 
die Unterhaltung der Bibliothek von Hey den aufgewendet werden. 

Der Zuwachs an bibliographischen Bänden betrug : durch 
Kauf 498 Bände, durch Tausch oder Geschenk 1981 Bände 
und 969 kleine Schriften, zusammen 2479 Bände und 969 kleine 
Schriften. 

Die Vermehrung der Bibliothek an Buch bind er bänden 
belief sich auf 1598 Bände, die sich folgendermaßen auf die 
Vereine verteilen: Es führten der Bibliothek zu 



— 195* — 

das Medizinische Institut 221 Bände — 13,81 > 

die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft 910 „ == 56,95 % 

der Ärztliche Verein 257 „ = 16,09 "/o 

der Physikalische Verein 156 , == 9,77 "/o 

der Verein für Geographie und Statistik . . . 54 „ —. 3,38 *'/'* 

zusammen . . 1598 Bände. 

Nach wissenschaftlichen (iiuppen geordnet fallen auf 

Geographie 127 Bände = 7,95 »/o 

Exakte Naturwissenschaften 186 „ = 11,64 "/o 

Beschreibende Naturwissenschaften 546 „ = 34,17 "/o 

Medizin 385 „ = 24,09% 

Allgemeines und Akademie-Schriften . . . . . 354 = 22,15 "/o 

zusammen . . 1598 Bände. 

1. Durch Kauf wurden folgende Einzelwerke und Serien 
erworben : ^) 
*Beiträg-e zur Geophysik. Hrsg. von Gerland. Bd. 1. 2. Stuttgart 1887. 

1895. Bd. 3—9. Erg.-Heft 1—3. Leipzig 1898—1908. 
Bibliographie der deutschen naturwissenschaftlichen Literatur. 3 Abteilungen. 

Bd. 1—4. Jena 1902-4. Bd. 5-11. Berlin 1904— 08. 
♦Carta topografica del M. Vesuvio. 1: 10000. 1908. 
♦Chevalier, A., Mission Chari-Lac Tschad 1902—04. L'Afrique centrale 

fran(^aise. Paris 1907. 
Christeuseu, C, Index filicum. Hafniae 1906. 
Czapek, F., Biochemie der Pflanzen. Bd. 1. 2. Jena 1905. 
Dörfler, J., Botaniker-Adreßbuch. 3. Auflage. Wien 1909. 
♦Ergebnisse der Anatomie und Entwickelungsgeschichte. Hrsg. von Merkel 

und Bonnet. Bd. 1—16. Wiesbaden 1892—1907. 
*The Fauna of British India, including Ceylon and Burma. Rynchota. By 

W. L. Distant. Vol. 1. 2. 3. London 1902—06. 
Festschrift Ludwig Boltzmann gewidmet zum 60. Geburtstage 20. Februar 

1904. Leipzig 1904. 
♦Grönland-Expedition der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin 1891—1893. 

Unter Leitung von Erich von Drygalski. Bd. 1. 2. Berlin 1897. 
Hallier, Hans, Über Juliana, eine Terebinthaceen-Gattung mit Cupula und 

die wahren Stammeltern der Kätzchenblütler. Dresden 1908. 
Handbuch der Physiologie in 4 Bänden. Hrsg. von W. Nagel. Bd. 1. 2. 3. 

Braunschweig 1909. 1907. 1905. 
Honard, C, Les zoocecidies des plantes de l'Europe et du bassin de la Medi- 

terranee. Tome 1er. Paris 1908. 
Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der preußischen Bibliotheken 

vom 10. Mai 1899. 2. Ausgabe in der Fassung vom 10. August 1908. 

Berlin 1909. 

^) Das Eigentum der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 
in diesem Verzeichnis sowie in den folgenden ist durch ein * gekennzeichnet. 

13* 



— 196* — 

*Johiist,oii-Lavis, Geological map of Monte Somma and Vesuvius. 1880—88. 

1: 10UÜU. London. 
Jost, Ludwig, Vorlesungen über Pflanzenphysiologie. 2. Auflage. Jena 1908. 
Kiiutli, Paul, Handbuch der Blütenbiologie. Bd. 1. 2. 'S. Leipzig 1898—1905. 
Kohl, F.- (i., Über die Organisation und Physiologie der Cyanophyceenzelle. 

Jena 1903. 
*Lacroix, A., La montagne Pelee et ses eruptions. Paris 1904. 
Lotsy, J. P., Vorträge über botanische Stammesgeschichte. Bd. 1. Jena 1907. 
*Micliaelseii, W., Die geographische Verbreitung der Oligochaeten. Berlin 1903. 
Molisch, Hans, Die Pflanze in ihren Beziehungen zum Eisen. Jena 1892. 

— — Untersuchungen über das Erfrieren der Pflanzen. Jena 1897. 
*Montessus de Bailore, F. Comte de, La science seismologique. Les tremble- 

ments de terra. Paris 1907. 

— — Les tremblements de terre. Geographie seismologique. Paris 1906. 
*Plate, Ludwig, Selectionsprinzip und Probleme der Artbildung. 3. Auflage. 

Leipzig 1908. 
*Senion, Richard. Die Mneme als erhaltendes Prinzip im Wechsel des 

organischen Geschehens. 2. Auflage. Leipzig 1908. 
Solereder, Hans, Systematische Anatomie der Dicotyledonen. Stuttgart 1899. 

— — dasselbe. Ergänzungsband. Stuttgart 1908. 

Sorauer, Paul, Handbuch der Pflanzenkrankheiten. 3. Auflage. Bd. 1. 2. 

Berlin 1909. 1908. 
Strasbnrger, Eduard, Streifzüge an der Riviera. 2. Auflage. Jena 1904. 
Strasburger, Eduard, Fritz Neil, Heinrich Schenck und George Karsten, 

Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 9. Auflage. Jena 1908. 
Königliche Bibliothek zu Berlin. Alphabetisches Verzeichuis der laufenden 

Zeitschriften. März 1908. Berlin. 

— — Systematisches Verzeichnis der laufenden Zeitschriften. Juli 1908. 
Berlin. 

Verzeichuis der periodischen Schriften medizinischen und naturwissenschaft- 
lichen Inhalts in der Bibliothek, den medizinischen und naturwissen- 
schaftlichen Instituten der Universität Leipzig. Begründet von W. Spalte- 
holz. 3. Auflage. Leipzig 1907. 

Wiesner-Festschrift. Red. von K. Linsbauer. Wien 1908. 

An neuen Zeitschriften wird von jetzt ab folgendes käuflich 
erworben und fortlaufend gehalten: 

Archiv für Kinderheilkunde. 

Beiträge zur Geophysik. 

Bibliographie der deutschen naturwissenschaftlichen Literatur. 

Ergebnisse der Anatomie und Entwickelungsgeschichte. 

Die Fortschritte der Physik. 

Internationale Revue der gesamten Hydrobiologie und Hydrographie. 

Zeitschrift für Botanik. 

Literarisches Zentralblatt für Deutschland, 



— 197* — 

2. Viele wertvolle Publikationen wurden der Bibliothek als 
Geschenk dargeboten. Als Gescheukgeber seien besonders dank- 
bar genannt: die Herren Bas tier -Frankfurt a. M. ; Prof. Dr. 
Ediuger-Frankfurt a. M. ; Prof. Dr. Retzius-Stockhohn; San. - 
Rat Dr. Ro e dig e r- Frankfurt a. M. ; Dr. Steffan-Mar- 
burg a. L.; die Redaktionen der „Frankfurter Zeitung" und 
der „Umschau" ; die Verwaltung der Rothschild-Bibliothek- 
Frankf urt a. M. ; die Kgl. Schwedische Gesellschaft der Wissen- 
schaften in Uppsala. Allen Geschenkgebern sei auch an dieser 
Stelle der aufrichtigste Dank der Senckenbergischen Bibliothek 
für ihre Gaben ausgesprochen. 

Es gingen Geschenke ein von folgenden Personen und 
Körperschaften : 

Askenasy, A., Ingenieur, Frankfurt a. M. : 

Dippe, A., Naturphilosophie. München 1907. 
Aussig, Städtische Gesundheits-Kommission : 

Bericht über die Tätigkeit der städtischen Gesundheits-Kommission 

in Aussig. 1902—06. Aussig 1907. 
Baer & Co., Buchhändler und Antiquare, Frankfurt a. M.: 

Frankfurter Bücherfreund. Bd. 6. 1907—08. 
*Bamberg, Verein zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen: 
Bericht. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Bamberg 1903. 04. 05. 06. 07. 08. 
*Bindel, C, Bericht über die Entstehung der Idee der Schaffung eines 

Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen. Wien 1900. 
*üalla Torre, K. W. v., Die Alpenpflanzen im Wissensschatze der 

deutschen Alpenbewohner. Festschrift anläßlich der V. ord. 

Generalversammlung des Vereins zum Schutze und zur Pflege 

der Alpenpflanzen zu Bamberg 1905. 
B a s t i er , Lehrer, Frankfurt a. M. : 

Auerswald, B., Botanische Unterhaltungen zum Verständnis der heimat- 
lichen Flora. 3. Aufl. von C. Luerssen. Leipzig 1877. 
*Aus der Heimat. Herausgegeben von E. A. Roßmäßler. Jahrg. 1859 

bis 1865. Glogau und Leipzig. 
*AYe-Lallemant, R., Wanderungen durch die Pflanzenwelt der Tropen. 

Breslau 1880. 
*Beruardin de St. -Pierre, J. H., (Euvres completes. Par L. Aime- 

Martin. Tome 1—8. Bruxelles 1820. 
*Duboi8, Marcel, Geographie economique de l'Afrique, l'Asie, l'Oceanie 

et l'Amerique. Paris 1889. 

— Geographie economique de FEurope. Paris 1889. 

— Geographie economique de la France. Paris 1889. 
Janseu, A., Jeaa-Jacques Rousseau als Botaniker. Berlin 1885. 

Le ittaout, Emm., Lemons element, de botanique. 3e edit. Paris o. J. 



— 198* — 

Bas tier, Lehrer, Frankfurt a. M. : 

*Löl)e, W., Hand-Lexikon der gesamten Landwirtschaft. 2. Aufl. 
Bd. 1—2. Berlin 1878. 

*Maly, J. C, Anleitung zur Bestimmung der Gattungen der in Deutsch- 
land wildwachsenden und allgemein kultivierten Pflanzen. Wien 
1846. 

*Petermaiin, W. L., Das Pflanzenreich in vollständigen Beschreibungen 
aller wichtigen Gewächse dargestellt. 2. Ausg. Mit Kupferbd. 
282 Tafeln Abbildungen enthaltend. Leipzig 1847. 

* — Deutschlands Flora mit Abbildungen sämtlicher Gattungen auf 
100 Tafeln. Leipzig 1849. 

* — Handbuch der Gewächskunde. Leipzig 1836. 

*Roeiuer, F. A., Synopsis der Mineralogie u. Geognosie. Hannover 1853. 

Rousseau, J.-J., La botanique. Paris 1802. 

*Schnizleiii, A., Übersichten zum Studium der systematischen und 
angewandten, besonders der medizinisch - pharmazeutischen 
Botanik. Erlangen 1860. 

*Spreugel, C. K., Das entdeckte Geheimnis der Natur im Bau und in 
der Befruchtung der Blumen. Berlin 1793. = Wiss. Klassiker 
in Facsiinile-Drucken. Bd. 7. Berlin 1893. 

*Strantz, M. v., Die Blumen in Sage und Geschichte. Berlin 1875. 

— Unsere Gemüse. Mit Anschluß der Kastanie, Olive, Kaper, der 
Wein- und Hopfenrebe. Berlin 1877. 

*Vaucher, J. P., Histoire physiologique des plantes d'Europe. Vol. 1. 
2. 3. 4. Paris 1841. 
Bechhold, Dr., Frankfurt a. M., Redaktion der „Umschau": 

Correus, C, Die Bestimmung und Vererbung des Geschlechts nach 
neuen Versuchen mit höheren Pflanzen. Berlin 1907. 

Gfreeff, K., Briefe von Albrecht von Graefe an seinen Jugendfreund 
Adolf Waldau. Aus dem Nachlaß Waldaus. Wiesbaden 1907. 

Hecker, 0., Seismometrische Beobachtungen in Potsdam 1907. = Ver- 
öffentlichungen des Kgl. preuß. Geodät. Instituts. N. F. Nr. 35. 
Berlin 1908. 

Klein, F., Wendland, P., Brandl, A., Harnack, A., Universität und 
Schule. Vorträge. Leipzig 1907. 

Lodge, 0., Leben und Materie. Haeckels Welträtsel kritisiert. Berlin li)08. 

Meriau, E. P., Mars und Erde. Eine vergleichende planetographische 
Studie. Basel 1908. 

Forstbotanisches Merkbuch. Provinz Hannover. Hannover 1907. 

Nölke, F., Das Problem der Entwicklung unseres Planetensystems. 
Berlin 1908. 

Prüibram, H., Anwendung element. Mathematik auf biolog. Probleme- 
= Vorträge und Aufsätze über Entwicklungsmechanik der Orga- 
nismen. Hrsg. von W. Roux. Heft 3. Leipzig 1908. 

Ruska, J., Geologische Streifzüge in Heidelbergs Umgebung. Leipzig 1908. 

Semon, R., Die Mnerae als erhaltendes Prinzip im Wechsel des or- 
ganischen Geschehens. 2. Aufl. Leipzig 1908. 



— 199* — 

Bechhold, Dr., Frankfurt a. M., Redaktion der „Umschau": 

Tobler, F., Kolonialbotanik. Leipzig 1907. 

*Die Umschau. Jahrg. 12. 1908. 
*Bellinzona, Societä Ticinese di scienze natural! : 

Bollettino. Anno 1. 2. 3. 4. 1904—08. 
Berlin, Büchersammlung der Kaiser Wilhelms-Akademie: 

Verzeichnis der Büchersammlung der Kaiser Wilhelms-Akademie für 
das Militärärztliche Bildungswesen. (3. Ausg.) Berlin 1906. 

— Geschäftsausschuß der Berliner ärztlichen Standesvereine: 
Berliner Aerzte-Correspoudenz. Jahrg. 13. 1908. 

*— Gesellschaft naturforschender Freunde : 
Archiv für Biontologie. 1. 1906-07. 

Verzeichnis der Zeitschriften aus der Bibliothek der Gesellschaft. 
Berlin 1908. 
* — Kgl. Preußische Geologische Landesanstalt : 

Verzeichnis der im Jahre 1906 über das Aufnahmegebiet der Geo- 
logischen Landesanstalt erschienenen geologischen Literatur. 
Als Ms. gedruckt. Berlin 1908. 

— Kgl. Preußisches meteorologisches Institut: 

Hellmaun, G., Die Niederschläge in den norddeutschen Stromgebieten. 
Bd. 1. 2. 3. Berlin 1906. 

— Motorluftschiff-Studiengesellschaft m. b. H. : 
Jahrbuch 1907—1908. 

— Reichs-Marine-Amt : 

Beschreibung der wichtigsten deutschen Seefischerei - Fanggeräte in 
der Nord- und Ostsee. 7. Aufl. Berlin 1908. 

— Verzeichnis der Winterseezeichen in den deutschen Küstengewässern 

für 1908/09. 
Bockenheim er, Geh. Rat Dr., Frankfurt a. M. : 

Bockeuheimer, Ph., Atlas chirurgischer Krankheitsbilder. Berlin- 
Wien 1908. 
♦Böttcher, Georg, Dr. med., Arzt, Wiesbaden : 

Böttcher, G., Wiesbaden. Wiesbaden 1908. 
♦Brüssel, Musee royal d'histoire naturelle : 

Catalogue systematique et descriptif [des] collections zoologiques du 
Baron E. de Selys Longchamps. Fase. 6. 8. 18. 32. 1907 1908. 
Cahen-Brach, Dr. med., Frankfurt a. M. : 

Internationale Monatsschrift zur Erforschung des Alkoholismus. 
17. 1907. 18. 1908. 
* Canada, Ministere des Mines. Commission Geologique: 

Mc. Counell, Rapport sur les teneurs en or des hauts-graviers du 
Klondike. Ottawa 1907. 
♦Colombo, Colombo Museum-Ceylon : 

Spolia Zeylanica. Bd. 1. 2. 3. 4. 1904—1907. 
Darmstadt, Großherzoglich Technische Hochschule: 

Die Großherzoglich technische Hochschule zu Darmstadt 1896 — 1908. 
Festschrift am 23. Juli 1908. Darmstadt 1908. 



~ 200* — 

♦Delft, Bibliotheek d. technische Hoogeschool: 

4 Dissertationen aus dem Jahre 1908. 
*Dorpat, Redaktion des „Bulletin biologique" : 

Bulletin biologique. Annee 1. 1907 und Beilage 1907. 
~-*Dürck, H., Professor, München: 

Dürck, H., Untersuchungen über die pathologische Anatomie der Beri- 
Beri. ^= Beiträge zur pathologischen Anatomie und zur allge- 
meinen Pathologie. 8. Suppl. Jena 1908. 
Edinger, Professor Dr., Frankfurt a. M. : 

Archiv für physikalische Medizin und medizinische Technik. Bd. 3. 1908. 
Day OS. Ein Handbuch für Ärzte und Laien. Bearbeitet von Hauri, 
Jessen, Mühle u. a. Red. von K. Turban. 2. Aufl. Daves 1908. 
Ediüg'er, L., Der Anteil der Funktion an der Entstehung von Nerven- 
krankheiten. Wiesbaden 1908. 
— Vorlesungen über den Bau der nervösen Zentralorgane. II. 7. Aufl. 

Leipzig 1908. 
Einhorn, M., Die Krankheiten des Darms. Berlin 1901. 
Haeckel, E., Freie Wissenschaft und freie Lehre. Frankfurt a. M. o. J. 
Gesunde Jugend. Jahrg. 7 u. Erg.-Heft 1907. Erg.-Heft 1908. 
Mäßi^keits-Blätter. Jahrg. 24. 1907. 25. 1908. 
Nonne, M., Syphilis und Nervensystem. Berlin 1902. 
* Pagenstecher, H. A., Trematodenlarven und Trematoden. Heidel- 
berg 1857. 
Uieder, R., Für die Türkei. Selbstgelebtes und Gewolltes. Bd. 1. 2. 

Jena 1903. 1904. 

*To(laro, F., Sulla struttura intima della pelle de' rettili. Roma 1878. 

Verhandlungen der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte. 

79. Versammlung zu Dresden. Sept. 1907. Teil 2. Leipzig 1908. 

Verliundhiugen des Kongresses für innere Medizin. 25. Kongreß 

Wien. April 1908. 
Frankfurter Zeitschrift für Pathologie. Bd. 1. 2. 19Ü7— 1909. 
72 medizinische und naturwissenschaftliche Dissertationen der Uni- 
versität Berlin aus den Jahren 1907,08. 
Eisner, (ieorg von, Observator am Kgl. preuß. meteorolog. Institut: 

Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition Filchner nach China 
und Tibet. 1903—05. Bd. 9 : Eisner, ü. v., Barometr. Höhen- 
messungen und meteorologische Beobachtungen. Berlin 1908. 
* Essen a. R., Redaktion des „Glückauf: 

(«lückaHf, Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift. 42. 43. 44. 
1906—1908. 
*Fi scher, Gustav, Verlag. Jena: 

Jahresberichte der Anatomie und Entwicklungsgeschichte. Gesamt- 
register 1892—1901. Bearbeitet von E. Schwalbe. I. Namensreg. 
II. Sachreg. Jena. 1904. 1906. 
Flesch, Max, Professor Dr., Frankfurt a, M. : 

Flesch, ]\I., Die Beziehungen zwischen 3Iann und Frau in der Ent- 
wicklung des Menschengeschlechtes, o. 0. und J. 



— 201* — 

Flesch, Max, Professor Dr., Frankfurt a. M. : 

Moebius, P, J., Über die Behandlung von Nervenkranken und die 
Errichtung von Nervenheilstätten. Berlin 1896. 
Frankfurt a. M., Aerztlicher Verein: 

Das Deutsche Reicli in gesundheitlicher und demographischer Be- 
ziehung. Festschrift zum 14. Int. Kongreß für Hygiene und 
Demogr. 1907. 

— Elektrotechnische Gesellschaft : 

Bücher - Verzeichnis der Elektrotechnischen Cxesellschaft (Frank- 
furt a. M.), abgeschlossen am 31. Dezember 1908. 

— Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek: 
Herglioeifer, Chr. W., Führer durch die Freiherrl. Carl von Roth- 
schild'sche öffentliche Bibliothek. Frankfurt a. M. 1908. 

55 naturv^issenschaftliche und technische Dissertationen aus den Jahren 
1899. 1901. 1905. 1906. 1907. 
* — Handelskammer : 

(»escliichte der Handelskammer zu Frankfurt a. M. (1707 — 1908)- 
Frankfurt a. M. 1908. 
* — Museum der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft: 

Bezzenberger, A., Die Kurische Nehrung und ihre Bewohner. Stutt- 
gart 1889. 

— Neuer Frankfurter Verlag : 

Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie. Jahrg. 3. 1906. 4. 1907. 

— Physikalischer Verein : 

Der Neubau des Physikalischen Vereins und seine Eröfinungsfeier am 
11. Januar 1908. Frankfurt a. M. 1908 

— Redaktion der „Frankfurter Zeitung" : 

Aigiier, E., Die Wahrheit über die Wunderheilung von Lourdes. 
Frankfurt a. M. 1908. 

Aiitou, G., Vier Vorträge über Entwicklungsstörungen beim Kinde. 
Berlin 1908. 

de la Camp, Die ärztliche und soziale Bekämpfung der Säuglings- 
sterblichkeit. Freiburg i. B. 1908. 

Dornblüth, ()., Gesunde Nerven. Ärztliche Belehrungen für Nerven- 
kranke und Nervenschwache. 4. Aufl. Würzburg 1908. 

Forel, A., Die Gehirnhygiene der Schüler. Vortrag. Wien 1908. 

Hellpach, W., Die Naturgesetze der menschlichen Arbeit. Pforz- 
heim 1908. 

Hiller, W., Hygienische Winke für Bergtouren. 2. Aufl. Stuttgart 1908. 

His, W., Medizin und Überkultur. Vortrag. S.-A. aus der Deutschen 
medizinischen Wochenschrift. 1908, 15. Leipzig 1908. 

Sajö, K., Krieg und Frieden im Ameisenstaat. Stuttgart o. J. [1908]. 

Schanz, A., Über Krüppelnot und Krüppelhilfe. Dresden 1908. 

Walser, Die Nervosität, die Modekrankheit unserer Zeit. 4. Aufl. 
Leipzig 1908. 

Wihnauns, K., Über Gefängnispsychosen. Halle 1908. 



— 202* — 

Frankfurt a. M., Stadtbibliothek: 

Katalog der neueren Bestände [der] Stadtbibliothek Frankfurt a. M. 
Bd. 1. 2. Frankfurt a. M. 1908. li>09. 

— Stadtkämmerei : 

Traut, H., Der Römer und die neuen ßathausbauten zu Frankfurt a. M. 
Frankfurt a. M. [1908.] 

— Städtisches Völkerinuseum: 

Veröffeutlichangen aus dem städtischen Völkernmseum. Frank- 
furt a. M. Teil 1. 2. Frankfurt a. M. 1907. 1908. 

— Statistisches Amt: 

Statistisches Haudbuch der Stadt Frankfurt a. M. 1. Ausg. enthaltend 
die Statistik bis 1905-06. Frankfurt a. M. 1907. 

— Tiefbauamt : 

Das städtische Tiefbauweseu in Frankfurt a. M. Hrsg. vom Städtischen 
Tiefbauamt. Frankfurt a. M, 1903. 

— Verein für Geographie und Statistik : 

Beiträg^e zur Statistik der freien Stadt Frankfurt, hrsg. von der statist. 
Abteilung des Frankfurter Vereins für Geographie und Statistik. 
Bd. 1—5. 1858-63—1890. 
* — Zoologischer Garten : 

Goering-, V., Die Entvpicklung des Zoologischen Gartens zu Frank- 
furt a. M. von 1858—1908. Frankfurt a. M. 1908. 
Fresenius, Ph., Dr., Frankfurt a. M. : 

Apotheker-Zeitung-, Jahrg. 23. 1908. 
*Freiburg (Schweiz), Societe Fribourgeoise des sciences naturelles: 
Bulletin. Vol. 2—15. 1880-81—1906-07. 
Memoire«. Botanique vol. 1. 1901-1904. 
„ Chimie vol. 1. 2. 1901. 1903-07. 

„ Geologie et Geographie vol. 1. 2. 1900. 1901-02. 

*Friedenthal, Hans, Dr., Nicolassee bei Berlin: 

Friedeuthal, H., Beiträge zur Naturgeschichte des Menschen. Lfg. 1. 
2. 3. 4. Jena 1908. 
*Friedländer & Sohn, Verlag. Berlin : 
Naturae Novitates. Jahrg. 29. 1907. 
Gießen, Großherzoglich Hessische Universitäts- Bibliothek : 

H. Ch. von Senckenbergs's Grabstein. Kupferstich fecit F. Messer- 

schmid. sculp. J. E. Mansfeld. 
Kvinoel, C. T., Christ. Ren. Leop. C. de Senckenberg. Gießen [1802]. 
*Göttingen, Kgl. Üniversitäts-Bibliothek : 

73 medizinische und naturwissenschaftliche Dissertationen aus den 
Jahren 1907—1908. 
Graz, Zoologisches Institut der Universität: 

*Da Hois-Reymond, E., La Mettrie. Rede. Berlin 1875. 
*Bruch, C, Untersuchungen zur Kenntnis des körnigen Pigments der 
Wirbeltiere in physiologischer und pathologischer Hinsiebt. 
Zürich 1844. 



— 203* — 

Graz, Zoologisches Institut der Universität: 

*Cavoliiii, Ph., Abhandlungen über Pflanzen-Tiere des Mittelmeers. 

übers, von W. Sprengel. Hrsg. von K. Sprengel. Nürnberg 1813. 
*Geiger, Ph. L., Pharmaceutische Zoologie. 2. Aufl. von C. Marquart. 

Heidelberg 1889. 
*Kaltenbacli, J. H., Die Pflanzenfeinde aus der Klasse der Insekten. 

Stuttgart 1874. 
*Ninni, A. P., Cenni sui pesci d. provincia di Treviso. Venezia 1863. 
*Ohlert, E., Die Araneiden oder echten Spinnen der Provinz Preußen. 

Leipzig 1867. 
^Ratzeburg-, J. T. C, Die Waldverderber und ihre Feinde. 4. Aufl. 

Berlin 1856. 
Groedel, F. M., Dr., Bad Nauheim: 

(iroedel, F. M., Die Orthoröntgenographie. München 1908. 
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Lang, A., Über die Bastarde von Helix hortensis Müller und Helix 
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* — und Fürst, C. M., Anthropologia suecica. Beiträge zur Anthro- 
pologie der Schweden. Stockholm 1902. 

* — Albert von Kölliker f. [Nekrolog.] S. - A. a. Hygiea. 1905. 
[Stockholm 1905.] 

* — Cerebra Simiarum illustrata. Das Affenhirn in bildlicher Dar- 
stellung. Stockholm und Jena 1906. 

* — Über die Spermien der Fucaceen. S.-A. a. Arkiv för Botanik. 
Bd. 5, Nr. 10. Stockholm 1906. 
*Stiftelseii Lars Hiertas Minne. Berättelse öfver Stifteisens Verksam- 
het under cless förtta 25-Ars-Period, fran 1877 — 1902. Utarbet. 
af dess Sekreterare [G. Retzius]. Stockholm 1903. 

* Biologische Untersuchuugen. Hrsg. von Retzius. Jahrg. 1881.1882. 

* Verzeichnis der veröffentlichten Werke und Schriften von Gustaf 

Retzius 1864—1906. Stockholm 1906. 
Roediger, San.-Rat Dr., Frankfurt a. M. : 

Albert, H., Medizin. Literatur- und Schriftsteller -Vademecum 1907 

bis 1908. Hamburg 1908. 
Behring', Die praktischen Ziele der Blutserumtherapie. Leipzig 1892. 
Catal08:us et taxatio medicamentorum ad usum pauperum. Argen- 
torati 1832. 

14* 



— 212* — 

Roediger, San.-Rat Dr., Frankfurt a. M. : 

Cervello, V., Du traitement de la tuberculose pulmon. Paris 1899. 

Denkschrift über den gegenwärtigen Stand der Irrenfürsorge in 
Baden und deren künftige Gestaltung, o. 0. u. .J. [Karlsruhe]. 

Esinarch, Rathschläge für die Eltern skrophulöser Kinder. Kiel 1880. 

Eulenburg', A., Sadismus und Masochismus. (Grenzfragen des Nerven- 
und Seelenlebens Heft 19). Wiesbaden 1902, 

Fries, J. F., über den optischen Mittelpunkt im menschlichen Auge. 
Jena 1839. 

Crlaevecke, L., Körperliche und geistige Veränderungen im weiblichen 
Körper nach künstlichem Verluste der Ovarien einerseits und 
des Uterus andererseits. Kieler Dissertation. Leipzig 1889. 

Grroneman, Die Behandlung der Cholera. Hamburg 1892. 

Gruttstadt, A., Krankenhaus-Lexikon für das Deutsche Reich. Berlin 
1900. 

Heidenhain, R., Der sogenannte tierische Magnetismus. 4. Aufl. 
Leipzig 1880. 

Hume, D., Eine Untersuchung in Betreff des menschlichen Verstandes. 
Übersetzt von J. H. von Kirchmann. Berlin 1869. 

Instruction popul. sur le Cholera-morbus, et rapport fait ä l'intendance 
sanit. du departement du Bas-Rhin par son comite med. Stras- 
bourg 1832. 

Klebs, E., Die Behandlung der Tuberkulose mit Tuberkulocidin. 3. Aufl. 
Hamburg 1892. 

Kittel, M., Die gichtischen harnsauren Ablagerungen im menschlichen 
Körper. 4. Aufl. Franzensbad 1903. 

Kisch, E. H., Das Mastfettherz. Prag 1894. 
— dasselbe. 2. Aufl. Prag 1903. 

Krull, E., Eine neue Methode zur Heilung chronischer Krankheiten, 
insbesondere der Tuberkulose, der chronischen Nierenentzündung 
und des Krebses mittels subkutaner Injektionen einer sehr ver- 
dünnten wässerigen Lösung der offizin. Ameisensäure. 4. Aufl. 
München 1906. 

Therapeutische Monatsberichte. 1—4. 1904—1907. 

Müller, C. W., Zur Einleitung in die Elektrotherapie. Wiesbaden 188ö. 

*The irish Naturalist. Vol. 17. 1908. 

Neuschäfer, A., Diphtheritis durch ihr specifisches Mittel Mercurius 
cyanatus hypodermatisch heilbar. Berlin 1894. 

Oppenheim, H., Die traumat. Neurosen. Berlin 1889. 

Proceedings of the Royal Zoological Society of Ireland 1840 — 1860. 

Rochas d'Aiglun, Les etats profonds de I'hypnose. Paris 1892. 

Schreiber, J., Über das Wesen klimatischer Kuren bei Lungen- 
kranken. Wien 1876. 

Spengler, A., Indicationen für und gegen Davos bei chronisch. Lungen- 
erkrank. Davos 1881. 

Stetter, Compendium der Lehre von den frischen traumat. Luxationen. 
Berlin 1886. 



— 213* — 

Roediger, San. -Rat Dr., Frankfurt a. M. ; 

Terrillon, Lemons de clinique Chirurg. Paris 1887. 

Teschemacher, H,, 1500 Fälle von Diabetes mellitus. Ahrweiler 1901. 

Vierordt, H., Kurzer Abriß der Percussion und Auscultation. 

Tübingen 1884. 
Wildberg'er, J., Neue Orthopäd. Behandlungsweise veralteter spontaner 

Luxationen im Hüftgelenke. Würzburg 1855. 
Zöllner, F., Über den wissenschaftlichen Mißbrauch der Vivisektion 

mit historischen Documenten über die Vivisektion v. Menseben. 

Leipzig 1880. 
Zopfy, S., Heilkunde. Ergebnisse einer 60 jährigen Erfahrung. 

Schwanden 1889. 
Römer, Professor Dr.. Frankfurt a. M. : 

*Bericlit [des] Naturhistorischen Museums in Hamburg. 1900. 1902. 

1901. 1905. 1906. 
*Bericht des Naturhistorischen Museums in Lübeck. 1900. 1902. 1903. 

1901. 1906. 1907. 

♦Bericht über das Zoologische Museum zu Berlin. 1903. 1901. 1907. 
♦Beiträge zur Naturdenkmalpflege. Hrsg. von H. Conwentz. Bd. 1 • 

Bericht über die Staatliche Naturdenkmalpflege in Preußen im 

Jahre 1906. Berlin 1907. 
♦Festschrift zur Eröffnung des Altonaer Museums von Lehmann und 

Heering. Altona 1901. 
♦Annual Report of the Royal Zoological Society of Ireland. No. 74. 

1905. 
♦Die naturwissenschaftlichen Sammlungen der Stadt Magdeburg. 

S.-A. aus dem Verwaltungsbericht 1901/02—1904/05. 
♦Schoetensack, 0., Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis aus 

den Sauden von Mauer bei Heidelberg. Leipzig 1908. 
♦Das Schulzimmer. Jahrg. 6. 1908. 

♦B. G. Teubners Verlag auf dem Gebiete der Mathematik, Naturwissen- 
schaften, Technik etc. Leipzig und Berlin 1908. 
♦Allgemeiner Verwaltungsbericht des Museums in Lübeck. 1900. 

1902. 1903. 1904. 1907. 
Rothschild, J., Dr. med., Frankfurt a. M. : 

Monatsschrift für Ohrenheilkunde. Jahrg. 42. 1908. 
♦Schaeffer, Heinrich. Frankfurt a. M. : 

♦Bllz' Hausschatz der Bildung und des Wissens. Neueste Auflage. 
Bd. 1. 2. 3. 4. 5. Leipzig 1901. 

♦ Die Buren und der Südafrikanische Krieg. Hrsg. von Joseph Kürschner. 

Charlottenburg 1902. 
♦Delitzsch, Fr., Wo lag das Paradies? Eine biblisch-assyriologische 

Studie. Leipzig 1881. 
♦Hübner, Alex. Frhr. v.. Ein Spaziergang um die Welt. Teil 1. 2. 3. 

Leipzig 1889. 

♦ Jedina, Leopold von, An Asiens Küsten und Fürstenböfen. Tagebuch- 

blätter. Wien und Olmütz 1891. 



- 214* — 

*Schaeffer, Heinrich, Frankfurt a. M. : 

* Kaden, Wold., und Nestel, Herrn., Die Riviera. Berlin und Stuttgart. 

* Kollbach, Karl, Die deutschen Alpen. 2. Aufl. (= Wanderungen durch 

die deutschen Gebirge I). Cöln a. Rh. o. J. (1895). 
— Von der Tatra bis zur Sächsischen Schweiz (= Wanderungen 
durch die deutschen Gebirge II). Cöln a. Rh. 1897. 

* Stefan, S., Hundert Jahre in Wort und Bild. Berlin 1899. 

* Wilkinson, J. Gardner, A popular account of the ancient Egyptians. 

New ed. Vol. 1. 2. London 1871. 

* Wyl, W., Spaziergänge in Neapel usw. 2. Aufl. Volksausgabe. Zürich 

1897. 

* Zabel, Rudolf, Durch die Mandschurei und Sibirien. Leipzig 1902. 
Scharff, R. J., Dr., Dublin: 

Annual Report of the Royal Zoological Society of Ireland. No. 46 — 53. 
55-57. 61—72. 74—76. 1877—1907. 
Seh ei del, S. A., Bad Weilbach: 

Stenographischer Bericht über die Verhandlungen des Münchener Archi- 
tekten- und Ingenieur- Vereins i. Betr. Reinhaltung des Bodens, 
Canalisation, Wasserversorgung und Verbesserung der Gesund- 
heitsverhältnisse überhaupt. Beilage zur Zeitschrift des Bayri- 
schen Architekten- und Ingenieur- Vereins 1876, 1. 

Beuss, A., Oflicielle Berichte von Staats- und Stadtbehörden über das 
Liernur'sche Canalisationssystem. Heilbronn 1877. 

Volmer, 0., Der Kanal- oder Sielbau in der Stadt Frankfurt a. M. 
Frankfurt a. M. 1869. 
* S c h n e i d e r , Fritz, Frankfurt a. M. : 

Bierkowski, L. J. v., Anatonnsch-chirurgische Abbildungen mit einer 
Vorrede von J. N. Rust. Berlin 1827. 

Coopers chirurgische Kupfertafeln. Bd. 1. 2. 3. 4. 5. 6. o. ü., Titelbl., Jahr. 

Heister, Laur., Chirurgie. 2. Aufl. Nürnberg 1724. 

Linne, Des Ritlers Carl von, Vollständiges Natursystem. Ausgef. von 
Müller. Teil 1. 2. 3. Nürnberg 1773. 74. 
Schön dörffer, Otto: 

Arnold, E., Gesammelte Schriften. Bd. 4: Kritische Exkurse im Ge- 
biet der Kantforschung. Teil 1. Berlin 1908. 
Schwarz, C. W., Vizekonsul, Frankfurt a. M. : 

Ryan, C. E., With an ambulance during the franco - german war 
1870—71. London 1896. 
Steffan, Dr. med., Marburg a. L. : 

Aunales d'oculistique. Tome 139. 140. 1908. 

A. V. Grade's Archiv für Ophthalmologic. Bd. 67. 68. 1908. 69. 1909. 

Archiv für Augenheilkunde. Bd. 59. 60. 61. 1908. 

Der praktische Arzt. 48. Jahrg. 1908. 

Bericht über die 35. Versammlung der ophthalmologischen Gesellschaft. 
Heidelberg 1908. 

Jahresbericht über die Leistungen und Fortschritte im Gebiete der 
Ophthalmologie. Jahrg. 38. 1907. 



— 215* — 

Steffan, Dr. med., Marburg a. L. : 

ittitteiluiiareii aus der Augenklinik des Carolinischen Medico-chi- 
rurgischen Instituts zu Stockholm. Heft 9. 

Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde. Jahrg. 46. 1908. 

Keichs-lIedizinal-Kalender für Deutschland. 1908. Teil II. 

Ärztliches Vereinsblatt für Deutschland. Bd. 37. 1908. 

Ceutralblatt für praktische Augenheilkunde. Jahrg. 31. 1907. 32. 1908. 
Straßburg i. E., Kaiserl. Universitäts- und Landes-Bibliothek : 

41 medizinische Dissertationen aus den Jahren 1904. 1906—1908. 

*30 naturwissenschaftliche Dissertationen aus den Jahren 1906 — 1907. 
*Strauß, Dr. E., Frankfurt a. M. : 

Bericht [über den] V. internationalen Kongreß für angewandte Chemie 
Berlin 2.-8. Juni 1903 erstattet von 0. N. Witt und G. Pulver- 
macher. Bd. 1. 2. 3. 4. Berlin 1904. 
Stuttgart, Kgl. Württembergisches statistisches Landesamt : 

Re^elmann, C, Geologische Übersichtskarte von Württemberg und 
Baden, dem Elsaß, der Pfalz. Gezeichnet von J. Steinbronn 
und C. Regelmann. 7. Aufl. mit Erläuterungen bearbeitet von 
C. Regelmann. Stuttgart 1907. 
*Teubner, B. G., Verlag. Leipzig: 

Morgan, C. L , Instinkt und Gewohnheit. Deutsche Übersetzung von 
M. Semon. Leipzig und Berlin 1909. 
Tübingen, Kgl. Universitätsbiliothek : 

Mediziualbericht von Württemberg für 1905. 1906. 1907. 

*50 medizinische und naturwissenschaftliche Dissertationen aus den 
Jahren 1906—1908. 
*Uhlfelder, Stadtbau-Inspektor, Frankfurt a. M. : 

Denkschrift über die Erbauung eines neuen Handels- und ludustrie- 
hafens im Osten der Stadt Frankfurt a. M. Bearbeitet vom 
städtischen Tiefbauamt mit Nachtrag 1. und 2. Frankfurt a. M. 
1907. 1908. 
*üppsala, Kgl. Schwedische Gesellschaft der Wissenschaften: 

Ahleuius, K., Angermanälfvens Üodomräde. En geomorfolog.-antropo- 
geograf. undersökning. Uppsala 1903. 

Arnell, H. W., De Skandinaviska Löfmossornas Kalendarium. = Upsala 
Universitets Ärsskrift 1875: Mathematik och Naturvetenskap. IV. 
Upsala 1875. 

Botanisk Charta omkring Upsala 1820. 

Cleve, P. T., A treatise on the phytoplankton of the atlantic and its 
tributaries and on the period, changes of the plankton of Skagerak. 
Upsala 1897. 

Coufereuce iuternationale pour I'exploration de la mer, reunie ä Stock- 
holm 1899. Stockholm 1899. 

Enauder, S. J., Studier öfver salices i Linnes herbarium. Uppsala 1907. 

Hogbom, A. G., Norrland. Naturbeskrifning. Uppsala und Stockholm 
1906. 



— 216* — 

*Uppsala, Kgl. Schwedische Gesellschaft der Wissenschaften: 

Linne, C. von, Bief och skrifvelser af och tili Carl von Linne. Afd. I, 
Del. I. Utgifna af T. M. Fries. Stockholm 1907. 

Medtlelanden frän Upsala Universitets mineralog.-geolog. Institution 
1—11. 13. 26—30. 1891-1894. 1904—1906. 

Observations meteorologiques suedoises. Vol. 48 , Appendice. 1906. 
Upsala. 

Schwedisches Panorama. Hrsg. v. Svenska Turistföreningen. = Weg- 
weiser des schwedischen Touristen Vereins Nr. 36. Stockholm 1907. 

Ramslröm, M., Untersuchungen und Studien über die Innervation des 
Peritoneum der vorderen Bauchwand. S.-A. aus den Anatomischen 
Heften. Heft 89. Wiesbaden 1905. 

Schweden. Ein kurzer Führer durch Schwedens Geschichte, Wirt- 
schaftsgebiete usw. Hrsg. vom Verein zur Förderung des Fremden- 
verkehrs. Stockholm 1906. 

Botaniska Studier. Tillägnade F. R. Kjellman den 4. Nov. 1906. 
Uppsala 1906. 

Zoologiska Studier. Festskrift W. Lilijeborg tillegnad pä hans ättionde 
födelsedag af Svenska Zoologer. Upsala 1896. 

Zoologiska Studier. Tillägnade Prof. T. TuUberg pa hans 65-ärsdag. 
Utgifna af naturvetenskapl. stadentsällskapets i Uppsala Zoolog. 
Sektion. Uppsala 1907. 

Suede. Expose de ITndustrie miniere et metallurgique de la Suede. 
Red. p. C. G. Dahlems. Stockholm 1905. 

Tullberg, T., Linneporträtt vid Uppsala Universitets Minnesfest pä 
tvähundraärsdagen af Carl v. Linnes födelse. Stockholm 1907. 

44 Dissertationen und Programme aus den Jahren 1872 — 1907. 

— Kgl. Universitätsbibliothek: 

*Bulletin of the geological Institution. Vol. 1—8. 1892—1907. 
*Nathorst, A. G., J. M. Hulth, G. de Geer, Swedish explorations in 

Spitzbergen. 1758 — 1908. Stockholm 1909. Repr. from Ymer 

1909, H. 1. 

— Svenska Turistföreningen : 

Schwedisches Panorama. Hrsg. v. Svenska Turistföreningen. 1907, 
Utrecht, Centrale Gezondheidsraad : 

Jaarverslag van het Staatstoezicht op de Volksgezondheid over 1907. 
* — Universitäts-Bibliothek : 

10 Dissertationen aus dem Jahre 1907/1908. 
*Verbeek, R. D. M., Dr. phil., Haag, Holland: 

Verbeek, R. D. M., Rapport sur les Moluques u. Atlas. Batavia 1908. 
*Weis, A., Frankfurt a. M. : 

Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpeuvereins. Bd. 39. 1908. 
*Wien, Verein zur Förderung der naturwissenschaftlichen Erforschung der 
Adria : 

Jahresbericht. Jahrg. 1—5. 1903—1907. 
*Wolterstorff, Dr. W., Museumskustos, Magdeburg: 

Wocheuschrifl für Aquarien- und Terrarienkunde. 5. Jahrg. 1908. 



— 217* - 

Außerdem bedachten folgende Personen etc. die Bibliothek 
mit ZiiwenduDgen : 

Aachen, Köuigl. Technische Hochschule. * A rend, Gerhard van 
den, Rotterdam. Baerwind, San.-Rat Dr. F., Frankfurt a. M. *Bastier, F., 
Frankfurt a. M. Berg, Dr. Georg, Frankfurt a. M. Berlin, Berufsgenossen- 
schaft der Feinmechanik. Berlin, Ministerium für Landwirtschaft. *Bieder- 
mann-Imhoof, Dr. Eich., Eutin. *Brandstetter, Renw., Prof. Dr., 
Luzern. *Braunsberg, Botanisches Institut des K. Lyceum Hosianum. 
Bremen, Institut für niedico-manuelle schwed. Bewegungskuren. Brendel, 
Prof. Dr. M., Frankfurt a. M. *Buchner, Prof. Dr. Ed., Berlin. Breslau, 
Königl. und Universitäts-Bibliothek. Budapest, Städtisches Statistisches 
Bureau. Bukarest, Institutul Meteorologie din Romania Cahn, Konsul S., 
Frankfurt a. M. C alker, F. J. P. van, Groningen. *Cincinnati, Museum 
association. * Dublin, Royal Dublin Society. Ebeling, H., Lüneburg. 
E dinger, Prof. Dr., Frankfurt a. M. Elberfeld, Farbenfabriken vorm. 
Friedrich Bayer & Co. Elberfeld, Stadtbücherei. Fock, Gustav, Buch- 
handluug, Leipzig. *Frankfurt a. M., Akademie für Sozial- und Handels* 
Wissenschaften ; Dampfkessel - Überwachungsverein ; Deutscher und öster- 
reichischer Alpenverein: Sektion Frankfurt a. M. ; Dr. ßockenheimersche 
Chirurgische Klinik; *Dr. Hoch's Conservatorium; Freibibliothek und Lesehallen ; 
*Institut für Gemeinwohl; *Königl. Kaiser Friedrichs-Gymnasium; Konsulat 
von Uruguay; *Mitteldeutscher Kunst-Gewerbe- Verein ; *Musterschule ; Neuer 
Frankfurter Verlag; Redaktion der Frankfurter Zeitung; Redaktion der „Kleinen 
Presse"; Stadtbibliothek; Stadel'sches Kunstinstitut ; Statistisches Amt der Stadt; 
*Taunns-Klub, Stamin-KIub; Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung ; 
Volksbibliothek. Frankfurt a. M. -Sachsenhausen, Versuchsgarten- Verein. 
♦Frentzen, August, Leipzig-Gohlis. *Geheeb, Adalbert, Apotheker, 
Freibarg i. Br. G e r 1 a c h , Dr. phil. Alfred, Frankfurt a. M. G o e 1 1 i n g e n, 
Georg - August - Universität. *Goldschmid, Dr. Edgar, Frankfurt a. M. 
* G r a z , Zoologisches Institut der Universität. Greifswald, Königl. 
Universitäts-Bibliothek. Hanauer, Dr. med. W., Frankfurt a. M. Hann, J., 
Wien. *Hartmann, Gustav, Eiserfeld a. d. Sieg. Hassler, Bibliotheks- 
Sekretär Th., Frankfurt a. M. Heidelberg, Astrophysikalisches Institut 
Königstuhl. *Helsingfors, Zoologisches Museum. Hey den, Prof. Dr. 
L. V., Frankfurt a. M. Hoepli, U., Buchhandlung, Mailand. Hosseus, 
Dr. C. C, Schöneberg. *J anet, Charles, Beauvais. *Karlsruhe, Zentral- 
bureau für Meteorologie und Hydrographie. *Knoblauch, Prof. Dr. Aug., 
Frankfurt a. M. *Kobelt, Prof. Dr. W., Schwanheim a. M. Kromphardt, 
G. Fred, New -York. *Lang, Prof. Dr. Arnold, Zürich. La Plata, 
Biblioteca de la Universidad Nacional, Argentinien. Laupp'sche Buch- 
handlung, (Dr. Paul Siebeck), Tübingen. ^Liermann, Dr. 0., Direktor 
des Wühler - Realgymnasiums, Frankfurt a. M. Lindley, Baurat W. H., 
Frankfurt a. ]\I. *Lissabonn, Sociedade de Geographia. London, German 
Hospital, Dalton. Lund, Universitäts - Bibliothek. Mailand, Istituto 
tecnico superiore. *Man, Dr. J G. de, Jerseke (Holland). Marburg, 
Königl. Universitäts-Bibliothek. Marx, Stabsarzt Prof. Dr., Frankfurt a, M. 



— 218* — 

Melbourne, Commonwealth Bureau of Meteorology. * M i s s o u 1 a , University 
of Montana. * M ö b i u s , Prof. Dr. M , Frankfurt a. M. * M ü n d e n , Dr. Max, 
Hamburg. Neisser, Prof. Max, Frankfurt a. M. New-York, New- York 
Academy of Medicine. Nürnberg, Wetterwarte. *Obern dorfer. Dr., Pro- 
sektor am städtischen Krankenhaus, München. Offergeid, Dr. H., Frank- 
furt a. M. Oppenheim er, Francis, Kgl. Großbrit. Generalkonsul, Frank- 
furt aM. *Ottawa, Geological Survey of Canada; *Minister of the Interior. 
*St. Petersburg, Expedition scientifique pour I'exploration des pecheries 
de la cote Mourmane. Posen, Kaiser - Wilhelm - Bibliothek. Prag, K. K. 
Sternwarte. Roediger , San.-Rat Dr., Frankfurt a. M. Rosenmey er , Dr. 
Ludwig, Frankfurt a. M. Sauvageau, Prof. C, Bordeaux, *Schaeberle, 
J. M., Ann Arbor, Michigan. S che i del, S. A., Bad Weilbach. Scherk, Dr., 
San.-Rat, Bad Homburg. *Schütz, Prof. Dr. H., Frankfurt a. M. Simon, 
H. Th., Göttingen. S i p p e 1 , Prof. Dr., Frankfurt a. M. *Sydney, Geological 
Survey of New South W^ ales. (Department of mines.) Wahl, Bibliothekar 
Dr., Frankfurt a. M. *Weis, Albrecht, Frankfurt a. M. Wernigerode, 
Fürstlicbe Bibliothek. Wilser, Dr. Ludwig, Heidelberg. *Teubn er, B. G., 
Verlag, Leipzig. T obi er, Dr. Maria, Frankfurt a. M. *Tokyo, Imperial 
Museum. *Uppsala, Bibliotheque de I'Universite royale; *Königl. Schwedische 
Gesellschaft der Wissenschaften. 

3. Im Tausch verkehr traten folgende Äßderungen ein: 
Es wurden von der Senckenbergischen Naturforschenden Ge- 
sellschaft neue Tauschbeziehungeu mit folgenden Körperschaften 

und Redaktionen augeknüpft bezw. schon bestehende erweitert: 

Bamberg. Verein zum Schutze und zur Pflege der Alpenflanzen, 

Berlin. Deutsche entomologische Gesellschaft. 

Berlin. Gesellschaft naturforschender Freunde. 

Colombo, Ceylon. The Colombo Museum. 

Colorado Springs. Colorado College. 

Dorpat. Redaktion des „Bulletin Biologique". 

Essen. Redaktion des , Glückauf. 

Genf. Musee d'histoire naturelle. 

Genua. Redaktion der „Malpighia". 

Groningen. Universitäts-Bibliothek. 

Hannover. Provinzial-Museum. 

Kopenhagen. Dansk Botanisk Forening. 

Kopenhagen. Kgl. Dänische Gesellschaft der Wissenschaften. 

Leipzig. Kgl. Sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. Math. -Physische 
Klasse. 

Magdeburg. Museum für Natur- und Heimatkunde. 

Mailand. Societä Italiana di scienze naturali e del Museo civico di storia 
naturale. 

Nancy. Societe des sciences. 

Parä. Museu Goeldi de historia natural e ethnographia. 

Praetori a. Transvaal Museum. 



— 219* — 

Der Senckenbergischen Bibliothek werden auf diesem Wege 
folgende Publikationen fortlaufend zugeführt: 

Abhandlungen der Kgl. Sächsischen Gesellschaft der Wissen- 
schaften zu Leipzig. Math. -Physische Klasse. Leipzig. 

Museum für Natur- und Heimatkunde zu Magdeburg. Abhand- 
lungen und Berichte. Magdeburg. 

A n n a 1 3 of the Transvaal Museum. Praetoria. 

Archiv für Biontologie. Berlin. 

Bericht des Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen. 
Bamberg. 

Boletim do Museu Goeldi de historia natural e ethnographia. Parä. 

Bulletin biologique. Feuille des renseignements pour biologistes. 
Auskunftsblatt für Biologen. Dorpat. 

Bulletin des seances de la Societe des sciences de Nancy. 

Dissertationen medizinischen und naturwissenschaftlichen Inhalts 
der Universität Groningen. 

Glückauf, Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift. Essen. 

Jaarboek der Eijks-Universiteit te Groningen. 

Jahrbuch des Provinzial-Museums zu Hannover. 

Malpighia. Rassegna mensuale di botanica. Genua. 

Memorie della Societä Italiana di scienze naiurali e del Museo civico 
di storia naturale. Mailand. 

versigt over det Kong. Danske Videnskabernes Selskabs Forhand- 
linger. Bulletin de l'Academie royale des sciences et lettre^ 
de Dänemark. Kopenhagen. 

Colorado College Publications. Colorado Springs. 

Revue Suisse de Zoologie et Annales de la Societe zoologique Suisse 
et du Musee d'histoire naturelle. Genf. 

Det Kong. Danske Videnskabernes Selskabs Skrifter. Naturvidens- 
kab. og math, afdeling. Memoires de l'Academie royale des 
sciences et des lettres de Danemark. Kopenhagen. 

Spolia Zeylanica. Colombo. 

Botanisk T i d s s k r i f t. Kopenhagen. 

Deutsche entomologische Zeitschrift. Berlin. 



III. Benutzung. 

Die Bibliothek war an 295 Tagen geöffnet. Die Lesezimmer 
wurden von 3861 Personen besucht. Die Zahl der Entleiher 
betrug 2077. Im Lesezimmer wurden nach vorheriger Bestellung 
5819 Bände benutzt; die Bücher der Handbibliothek, die Zeit- 
scliriftenhefte und die im Lesezimmer ausgestellten Neuerwer- 
bungen sind hierbei nicht mitgerechnet. Verliehen wurden 6333 
Bände. Demnach belief sich 



— 220* — 

die Gesamtzahl der Benutzer auf 5938 gegen 5511 im 

Jahre 1905/06, und 
die Gesamtzahl der benutzten Bände auf 12152 gegen 

6677 Bände im Jahre 1905/06. 

Es hat also 

die Zahl der Benutzer um 427 = 7,7 »^/o, 

die Zahl der benutzten Bände um 5475 = 81 "/o 

zugenommen. 

Von auswärtigen Bibliotheken (vgl. oben) wurden in 150 

Sendungen rund 300 Bände besorgt; nach auswärts gingen 

an Bibliotheken und Institute in 22 Sendungen 50 Bände, 

„ Privatpersonen direkt . . . . 53 „ 350 „ 

zusammen ... in 75 Sendungen 400 Bände. 

In die Wohnung unserer Entleiher bezw. von dort zur 
Bibliothek wurden durch den Bibliotheksdiener 283 Bücherpakete 
befördert. 

Stand der Benutzer: 

Außer an die 2077 Entleiher wurden an 1135 Lesesaal- 
besucher auf Bestellung Bücher verabfolgt. Diese 3212 Per- 
sonen verteilen sich auf die nachgenannten Berufskategorien 
wie folgt: 

Studierende 361 Personen = 11,8 "/o der Gesamtzahl, 

Chemiker 151 „ = 5,2''/o , 

Ärzte 930 „ = 30,7 o/o „ 

Beamte wissenschaftlicher Institute, 

Sektionäre der Senckenbergischen 

Naturforschenden Gesellschaft . 506 „ = 14,5 °/o „ „ 

Geistliche und Lehrer 350 „ = 10,1 ^lo „ 

Physiker, Techniker, Geologen . 163 „ = 5,2% „ 

Kaufmännische Berufe .... 205 „ == 6,2 "/o „ , 

Sonstige Berufe .546 , = 16,3% , 

zusammen . . 3212 Personen. 

Das Verhältnis der Vereinsmitglieder zu den Nichtvereins- 
mitgliedern unter diesen 3212 Benutzern war folgendes: 

Leseximmer Ausleihe Insgesamt 

Vereinsmitglieder . . 579 = 51% 1313 = 63,2% 1892 = 57,1% 

Nichtvereinsmitglieder . 556 = 49 »;o 764 = 36,8% 1320 = 42,90/0 

1135 2077 3212 



— 221* — 
BeuutzuDg der Bibliothek nach Fächern: 

Leseximmer Ausleihe Insgesamt 

Bände Bände Bände 

Geographie 144= 2,5% 292= 4,6 "/o 436= 3,6% 

Exakte Naturvvissenschftn. . 870 = 15,0% 886 = 14,0»/o 1756 = 14,5% 
Beschreibende Naturwissen- 
schaften 1266 = 21,7% 2729 = 43,1% 3995 = 32,4% 

Medizin 2957 = 50,8% 1852 = 29,2% 4809 = 40,0% 

Allgemeines und Akademie- 

schriften . . . . . 582 = 10,0% 574= 9,1% 1156= 9,5% 

zusammen . . 5819 6333 12152 

IV. Verschiedenes. 

Der Katalogisierungsdienst trat aus Mangel an geschultem 
Personal leider hinter den übrigen Arbeiten zurück. Eine Besse- 
rung ist bei den augenblicklichen Verhältnissen nicht abzusehen, 
so besserungsbedürftig vieles wäre. Das Schleiermachersche biblio- 
graphische System der Wisseuschaftskunde, das dem Katalog 
zugrunde liegt, ist besonders für Naturwissenschaft und Medizin 
heute recht veraltet. Die in den Katalogen vorliegenden Titel- 
aufnahmen sind vielfach so mangelhaft, daß eine nahezu voll- 
ständige Revision bezw. Erneuerung kaum zu umgehen sein wird. 
Von dem neu anzulegenden Katalog soll vor allem auch der 
systematisch geordnete Teil dem Publikum zugänglich gemacht 
werden. Von großer Wichtigkeit wäre es, wenn gedruckte Titel 
zur Verfügung ständen. Die Berliner Titel drucke kom- 
men leider vorläufig für uns nicht in Betracht. Hoifeutlich ist 
aber die Zeit nicht fern, wo es den Bemühungen der leitenden 
Männer gelingt, die der Einzelabgabe der Titel und ihrer Aus- 
dehnung auf die älteren Bestände, wenigstens auf die des 19. 
Jahrhunderts, entgegenstehenden Schwierigkeiten zu beseitigen. 
In den Beuutzungseinrichtungen der Bibliothek traten keine 
Änderungen ein. An der sofortigen Erledigung jeder Bestellung 
für die Leseräume oder Entleihung nach Hause, wie an der 
gleichmäßigen Verteilung der Öffnungsstunden auf Vormittag 
und Spätnachmittag wurde festgehalten. Ohne Zweifel würde 
auch auf manchen Staats- und Universitätsbibliotheken eine 
größere Berücksichtigung der Wünsche des Publikums auf Ver- 
abfolgung von Büchern ohne stundenlange Vorherbestellung 
möglich sein, wenn die Bücherausgabe nicht vielfach auf ver- 



— 222* — 

hältiiismäßig wenige Stunden zusammengedrängt wäre; und 
gewiß würde es von zalilreichen Benutzern dieser Biblio- 
theken den Verwaltungen herzlich gedankt werden, wenn der 
heute fast allgemein übliche Sechs-Uhr-Schluß beseitigt würde. 
Es gibt doch zu denken, daß diejenigen Studenten, die aus 
unseren Universitätsbibliotheken Bücher entleihen, im Durch- 
schnitt noch nicht 45 "/o der Gesamtzahl der immatrikulierten 
Studenten ausmachen.*) Vielfach kollidieren die Ausleihstunden 
der Bibliothek mit den wichtigsten Kollegs ; für viele fällt der 
Abschluß der praktischen Tätigkeit in Laboratorium, Institut, 
Klinik um fünf, sechs Uhr des Nachmittags genau mit dem Schluß 
der Bibliothek zusammen. Das gilt nicht nur für Studenten, 
das gilt auch für die Dozenten der medizinischen und natur- 
wissenschaftlichen Fächer und gilt noch viel mehr für die An- 
gehörigen gelehrter Berufe, die wissenschaftlichen Studien gewisser- 
maßen nur im Nebenamt obliegen können. 

Zur besseren Orientierung des Publikums über die Neu- 
erwerbungen der Senckenbergischen Bibliothek werden diese, 
sobald sie ausleihreif sind, in ständig wechselnder Ausstellung 
im Lesezimmer ausgelegt, natürlich nur in Auswahl, wobei von 
Zeitschriften besonders diejenigen berücksichtigt werden, die 
nicht vorher im Zeitschriftenzimmer ausgelegen haben. Im Zeit- 
schriftenzimmer ist durch Ziffern- und Buchstabenbezeichnung 
der Horizontal- und Vertikalreihen für die leichte Auffindbarkeit 
eines jeden der über 650 Fächer gesorgt. Die Zeitschriftentitel 
sind mit Rundschrift auf bewegliche Pappunterlagen nach Gießener 
Muster geschrieben. Als Verzeichnis ist ein Albumkatalog ver- 
wendet, dessen Blätter nebeneinander je einen Ausschnitt für 
Titel und Fachnummer jeder Zeitschrift enthalten und daher 
die Möglichkeit bieten, beides nach Bedarf zu verschieben. 

Von der Einrichtung, das Entleihrecht durch Hinterlegung 
einer Kaution bei einer Bank zu erlangen, wurde nur in wenigen 
Fällen Gebrauch gemacht. 

Im Verkehr mit den Buchbindern wurde schon vor längerer 
Zeit die kürzlich von anderer Seite empfohlene Einrichtung ge- 
trolfen, daß an Stelle der sogenannten Musterbände bei Serien 

*) Vgl. Jahrbuch der Deutschen Bibliotheken. Jahrg. 7. Leipzig 
1909. S. 165. — Der Anteil der Mediziner bleibt noch erheblich hinter 
diesem Prozentsatz zurück. 



— 223* — 

und Zeitschriften genau nach Vorschrift gearbeitete Pappdeckel 
das Muster für die neu einzubindenden Bände abgeben. 

Von der im Lesezimmer aufgestellten Handbibliothek wurde 
ein alphabetisches Verzeichnis angefertigt und in einer Lipmann- 
schen Kapsel dem Publikum zur Verfügung gestellt; das ent- 
sprechende systematische Verzeichnis, das die laufenden Zeit- 
schiiften und Lieferangswerke mit umfassen soll, geht seiner 
Fertigstellung entgegen. 

Verzeichnis 

der laufenden Zeitschriften und Lieferungswerke 
der Senckenbergischen Bibliothek. 

Vorbemerkung. 

Das nachfolgende, in mancher Beziehung sehr verbesserungs- 
bedürftige Verzeichnis führt die Titel in streng alphabetischer 
Reihenfolge nach sachlichen Ordnungswörtern auf. Für die An- 
ordnung der zahlreichen Titel mit gleichem Ordnungswort ist 
versuchsweise ein anderes Prinzip als sonst üblich verwendet 
worden. Die genannten Schriften werden in zwei Gruppen ge- 
schieden, die Gruppe der Akademie- und Gesellschaftsschriften 
im weitesten Sinn und die Gruppe der übrigen Schriften. In 
dieser letzteren Gruppe, die der erstgenannten folgt, sind die 
Titel alphabetisch unter Berücksichtigung ihres Gesaratwortlauts 
angeordnet; in der Gruppe der Akademie- und Gesellschafts- 
schriften dagegen erfolgt die Anordnung nach dem Alphabet 
der Orte, an denen die Akademien usw. dauernd ihren Sitz 
haben; bei gleichem Ort entscheidet wieder die streng alpha- 
betische Reihenfolge über die Anordnung. Schriften von Gesell- 
schaften ohne festen Sitz etc. konnten nach dem zu Grunde 
liegenden Prinzip nicht der Gruppe der Akademie- und Gesell- 
schaftsschriften zugewiesen werden. Über die Ausdehnung dieses 
Begriffes wird sich in nicht wenigen Fällen streiten lassen. 
Aus Zweckmäßigkeitsgründen ist die Grenze eher zu weit als 
zu eng gezogen worden. Sowohl die Artikel als auch die Namen 
von Herausgebern oder Begründern von Zeitschriften finden, wenn 
sie in den Titel einbezogen sind, bei der alphabetischen An- 
ordnung Berücksichtigung. Die sachlichen Ordnungswörter sind 



— 224* — 

durch Fettdruck, die Namen der Akademie- uud Gesellschafts- 
sitze durch Sperrdruck, die zweiten Ordnuugs Wörter durch 
Kursivdruck hervorgehoben. Zur weiteren Kennzeichnung von 
Orduungswörtern ist für deren Anfangsbuchstaben — nach dem 
Muster des Zeitschriftenverzeichnisses der Königlichen Bibliothek 
zu Berlin — ebenfalls Fettdruck verwendet. Die im Tausch 
erworbenen Publikationen sind durch f, die für und durch 
die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft eingehenden 
Schriften außerdem, wie schon in deu oben gegebenen Verzeich- 
nissen, durch * bezeichnet. 

*t Bergens Museums Aarbog. Afhandlinger og aarsberetning. Beigen. 

*f Bergens Museum. Aarsberetning. Siehe Bergens Museums A a r b o g. 
Bergen. 

*t Det Kongelige Videnskabers Selskabs Aarsberetning. Drontheim. 

*f Tromsö Museums Aarsberetning. T r o m s ö. 
t Stavanger Museums Aarshefte. Stavanger. 

*f Tromsö Museums Aarshefter. Tromsö. 

*t Abhandlungen der Kgl. Preuß. Geologischen Landesanstalt. Berlin. 

*| — dts Deutschen Seefischereivereins. Berlin. 

*t Mathematische Abhandlungen der Kgl. Preuß. Akademie der Wissen- 
schaften. Berlin. 

*f Physikalische k\i\vA.iiA\\iii^tn der Kgl. Preuß. Akademie d. Wissenschaften 
Berlin. 
f Wissenschaftliche Abhandlungen der Physikalisch -Technischen ßeichs- 
anstalt. Berlin. 

*t Abhandlangen, herausgegeben vom Naturwissenschaftl. Verein. Bremen. 

*t — und Bericht des Vereins für Naturkunde. Gas sei. 

*t — der üroßh. Hessischen Geologischen Landesanstalt. D a r m s t a d t. 

* — herausgegeben von der Senckenbergischen Naturforschenden Gesell- 

schaft. Frankfurt a. M. 

* — der Schweizerischen paläontologischen Gesellschaft. Memoires de la 

Societe paleontologique Suisse. Genf. 

*t — der Naturforschenden Gesellschaft. Görlitz. 

"•"t — und Berichte des Vereins der Naturfreunde. Greiz. 

— der Kaiserlichen Leopoldinisch- Carolinischen Deutschen Akademie 
der Naturforscher. Halle. Siehe Nova Acta. 

*t — aus dem Gebiete der Naturwissenschaften hrsg. v. Naturwissen- 
schaftlichen Verein. Hamburg. 

*t — der Kgl. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften. Mathemat.- 
phys. Klasse. Leipzig. 

*t Museum für Natur- und Heimatkunde. Magdeburg. Abhandlungen und 
Berichte. 

*t Abhandlungen der Mathemat.-Physikal. Klasse der Kgl. Bayerischen Aka- 
demie der Wissenschaften. München. 

*t — der Naturhistorischen Gesellschaft. Nürnberg. 



— 225* - 

t Abliandhingen der K. K. Geographischen Gesellschaft. Wien. 
*t — der K. K. Geologischen Eeichsanstalt. Wien. 
*t — f/er K. K. Zoolog.-Botan. Gesellschaft. Wien. 

* Geologische und paläontologische Abhandlnngfen. 

Abliaudlung-eu xur Didaktik und Philosophie der Naturwissenschaft. Siehe 
Zeitschrift für den physikalischen und chemischen Unterricht. 
Sonderhefte. 
t Ablesungen der meteorologischen Station. Greifswald. 

*t Sveriges Offentliga Bibliotek : Stockholm, Upsala, Lund, Göteborg. Acces- 
sions-Katalog'. Stockholm. 

*t Nova Acta Academiae Oaesareae Leopoldino-Carolinae Germanicae naturae 
curiosorum. Abhandlungen der K. Leopold.-Carolin. Deutschen Aka- 
demie der Naturforscher. Halle a. S. 

*t Acta Societatis pro fauna et flora Fennica. Helsingfors. 

*t — Societatis Scientiarum Fennicae. Helsingfors. 

*t — Universitatis Lundensis. Nova Series. Lunds Universitets Irsskrift. 
Andra Afdelningen: Medicin samt Matematiska och Naturvetenskap- 
liga Aemnen. Lund. 

*t — horti Petropolitani. St. Petersburg. 

*t Nova Acta ßegiae Societatis Scientiarum. Uppsala. 

*t Actes de la Societe Linneenne. Bordeaux. 

*t — de la Societe scientifique du Chili. Santiago. 

*t Actes de la Societe Helvetique des sciences naturelles. Verhandlungen 
der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft. 
Berliner Aerzte-Correspondenz. 

* Die Altertümer unserer heidnischen Vorzeit. 

t Aualele Institutului Meteorologie al Romäniei. Bukarest. 
*t Anales del Ministerio de agricultura. Secciön geologia, mineralogia y 

mineria. Buenos Aires. 
*t — del Museo Nacional. Buenos Aires, 
*t — del Museo de La Plata. La Plata. 
*t — del Museo Nacional. Montevideo. 
t Kaiserliche Marine. Deutsche Seewarte. Annaleu der Hydrographie und 
maritimen Meteorologie. ( H a m b u r g.) 
*t Auualen des K. K. Naturhistorischen Hofmuseuuis. Wien. 

— der Physik. Dazu Beiblätter. 
Justus Liebig's Annaleu der Chemie. 

* Zoologische Annalen. 

*t Anuales de la Societe entomologique de Belgique. Brüssel. 

*t — de la Societe royale des sciences raedicales et naturelles. Brüssel. 

*t — de la Societe royale zoologique et malacologique deBelgique. Brüssel. 

— de l'Observatoire royal de Belgiqae. Brüssel. 
*t Nouv. Serie : Annales astronomiques. 

t Nouv. Serie : Annales meteorologiques. 

*t Nouv. Serie : Physique du Globe. 

*t — historico-naturales Musei Nationalis Hungarici. Budapest. 

* — du Jardin botaniqae. Buitenzorg. 

15 



— 226* — 

*f Aniiales de la Societe geologique du Nord. Lille. 

*f — de la Societe geologique de Belgique. L ii 1 1 i c h. 

♦f — de la Socifete d'agriculture, sciences et industrie &c. Lyon. 

*f — de la Societe Linneenne. Lyon. 

*f — de I'Universite de Lyon. Nouv. Serie. I: Sciences, Medicine. Lyon. 

*f — de la Faculte des sciences. Marseille. 

*f — du Musee d'histoire naturelle. Marseille. 

* — de la Societe entomologique de la France. Paris. 

f — de rObservatoire physique central Nicolas. St. Petersburg. 

— des sciences naturelles. Botanique. 

* — des sciences naturelles. Zoologie. 

— d'ocidistiqiie. 

*t Anuali del Museo civico di storia naturale. Genua. 
*f — della facolta di medicina. Universitä di Perugia. 
*t Annals of the Queensland Museum. Brisbane. 
*f — of the South African Museum. Capstadt. 
*f — of the New York Academy of sciences. New York. 
*-j- — of the Natal Government Museum. Pietermaritzburg. 
*f — of the Transvaal Museum. Praetoria. 

*f — of the Astrophysical Observatory of the Smithsonian Institution. 
Washington. 

* The Annals and magazine of natural history. 

*t Annotationes zoologicae Japonenses. Publ. by the Tokyo Zoological 
Society. Tokyo. 
t Annnaire astronomique de I'Observatoire royal de Belgique. Brüssel. 
*f — de I'Academie royale des sciences, des lettres et des beaux-arts de 
Belgique. Brüssel. 
f — meteorologique de I'observatoire royal. Brüssel. 
*f — du Conservatoire et du jardin botaniques. Genf. 
*f — du Musöe zoologique de I'Academie imperiale des sciences. St Pe- 
tersburg. 
*f Annnario del Museo zoologico della R. Universita. Neapel. 
t — publ. pelo Observatorio do Rio de Janeiro. 
t Aunurio del Observatorio astronömico nacional de T a cub ay a. 
*t Anzeiger der Akademie der Wissenschaften in Kr a kau. Siehe Bul- 
letin International de I'Academie des sciences. 
*f — der K. K. Akademie der Wissenschaften. Mathemat.-naturwiss. 
Klasse. Wien. 

* Anatomischer Anzeiger. Und Ergänzungsheft : Verhandlungen der Ana- 

tomischen Gesellschaft. 

* Zoologischer Anzeiger. Und Beiblatt : Bibliographia zoologica. 
Apotheker-Zeitung. 

*t Aquila. Zeitschrift für Ornithologie. 

Arbeiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Berlin. Siehe Ver- 
öffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes. Beihefte. 
*f — des Naturforscher- Vereins zu Riga. 



— 227* — 

t Ästronomisch-geo^läiischti Arbeiten des K. K. Militärgeographischen In- 
stituts. Wien. 

* Arbeiten ans den zoologischen Instituten der Universität Wien und der 

Zoologischen Station in Triest. Wien. 
*t Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Hrsg. von dem Vereine 

für Geschichte und Altertumskunde. Frankfurt a. M. 
*t — des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 
Güstrow. 
t — des Vereines für Siehenbürgische Landeskunde. Hermannstadt. 
Deutsches Arcliir für klinische Medizin. 
*t Archiv for Mathematik og Naturvidenskab. Christiania. 

* — für Anatomie und Physiologie. 

* — für Anthropologie. 

— für Augenheilkunde. 
*t — für Biontologie. 

— füv Dermatologie und Syphilis. 

— für die gesamte Physiologie. 

* — für Entwicklungsmechanik der Organismen. 

— für experimentelle Pathologie und Pharmakologie. 

— für Gynäkologie. 

* — für Hydrobiologie und Planktonkunde. 

— für Hygiene. 

— für Kinderheilkunde. 

— für klinische Chirurgie. 

* — für mikroskopische Anatomie und Entwicklungsgeschichte. 

* — für Naturgeschichte. 

— für Ohrenheilkunde. 

— für physikalische Medizin und medizinische Technik. 

* — für Protistenkunde. 

— für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. 

* — für Rassen- und Gesellschafts-Biologie. 

für Verdauungskrankheiten. 

* — für Zellforschung. 

Albrecht v. Graefes Arcliiv für Ophthalmologie. 

Archiv mid Atlas der normalen und pathologischen Anatomie in typischen 
Röntgenbildern. Siehe Fortschritte auf dem Gebiete der 
Röntgenstrahlen. Erg.-Bände. 
Virchows Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für 
klinische Medizin. 
*t Archives du Musee Teyler. Haarlem. 

*t — neerlandaises de la Societe holland. des sciences exactes et natu- 
relles. Haarlem. 
*t — trimestrielles de Plnstitut Grand-Ducal. Luxemburg. 
*t — du Museum d'histoire naturelle. Lyon. 
*t — des sciences biologiques. Publ. p. l'Institut imperial de medecine 

experiment. St. Petersburg. 
t — bohemes de medecine clinique. [Tschechisch.] Prag. 

15* 



— 228* — 

* Archives de biologie. 

* — de Zoologie experimentale. 
— italiennes de biologie. 

*t Archiros do Museu nacional. Rio de Janeiro. 

*f Arkiy f'ör Botanik. Utg. af K. Svenska Vetenskapsakad. Stockholm. 

*f — för Kemi, Mineralogi och üeologi. Utg. af K. Svenska Veten- 
skapsakad. Stockholm. 

*| — för Matematik, Astronomi och Fysik. Utg. af K. Svenska Veten- 
skapsakad. Stockholm. 

*-j- — för Zoologi. Utg. af K. Svenska Vetenskapsakad. Stockholm. 

*t Kgl. Svenska Vetenskapsakademiens Arsbok. S t o c k h o 1 m. 

*t Lands Universitets Arsskrift. Ny Följd. Lund. Siehe Acta Uni- 
versitatis Lundensis. Nova Series. 
t Svenska Turistföreningens Arsskrift. Stockholm. 
Der praktische Arzt. 
Aschersoii, P., und P. Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. 

*t Atti della Accademia Gioenia di scienze naturali. Catania. 

*f — della Societä, Ligustica di scienze naturali e geografiche. "Ltenua. 

*f — della Societä italiana di scienze naturali e del Museo civico di 
storia naturale. Mailand. 

*t — della Societä dei naturalisti e matematici. Modena. 

*f — della Reale Accademia delle scienze fisiche e matematiche. 
Neapel. 

*t — della Accademia scientif. Veneto-Trentino-Istriana. Olasse di scienze 
naturali. Padua. 

*t — della Societä Toscana di scienze naturali. — Processi verbali. — 
Memorie. — Pisa. 

*t — della Reale Accademia dei Lincei. Rom. 

Rendiconti. Olasse di scienze fis., matem. e naturali. — Rendiconto 
deir adunanza sollene. 

*t — della J. R. Accademia di scienze, lettere ed arti degli Agiati. 
Rover eto. 

*t — della R. Accademia dei Fisiocritici. Siena. 

*t — del Museo civico di storia naturale. Triest. 

*t — della Reale Accademia delle scienze. Turin. 
t Aus dem Archiv der deutschen Seewarte. Hamburg. 
t Aus der Heimat. Organ des Deutschen Lehrervereins für Naturkunde. 
Stuttgart. 

*t Aus der Heimat — für die Heimat. Beiträge zur Naturkunde Nordwest- 
Deutschlands. 
Auszüge aus gerichtlichen Entscheidungen betr. den Verkehr mit Nah- 
rungsmitteln etc. Siehe Veröffentlichungen des Kaiserlichen 
Gesundheitsamtes. Beilage. 
Beiblätter zu den Annalen der Physik. 
Beihefte xum botanischen Zentralblatt. 

— xum. Zentralblatt für Bibliothekswesen. 

— xur Medizinischen Klinik. 



— 229* — 

f Beiträge zur Hydrographie des Großherzogtums Baden. Hrsg. v. Zentral- 
bureau für Meteorologie und Hydrographie. Karlsruhe. 

* — %ur Geophysili. 

— xur Klinik der Tuberkulose. 

— xur klinischen Chirurgie. 

— xur pathologischen Anatomie und zur allgemeinen Pathologie. 

*t Zoologischer Beobachter. Der zoologische Garten. Hrsg. von der Neuen 
zoologischen Gesellschaft. Frankfurt a. M. 
t Meteorologische Beobachtung'en, angestellt in D o r p a t. 
f Deutsche überseeische meteorologische Beobachtuug'eii. Hrsg. von der 

deutschen Seewarte. H a m b u r g. 
f Magnetische und meteorologische Beobachtungen der K. K. Sternwarte. 

Prag. 
*t Bericht über den Annaberg-Buchholzer Verein f. Naturkunde. Annaberg. 
*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben und Neuburg. 

Augsburg. 
*t — der Naturforschenden Gesellschaft. Bamberg. 
*t — f/es Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen. Bamberg 
*t — über das Zoologische Museum. Berlin. 

*t — der Museums-Kommission des Naturhistorischen Museums. Bern. 
*t — der meteorologischen Commission des Naturforschenden Vereins. 

Brunn. 
*t — der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft. Chemnitz. 
f — über die Ergebnisse der Beobachtungen an den Regenstationen des 

Liv-, Est-, Kurländischen Netzes. Dorpat. 
t — der Sektion Frankfurt a. M. des deutschen und österreichischen 
Alpenvereins. Frankfurt a. M. 

* — der Senckenbergisehen Naturforschenden Gesellschaft in Frank- 

furt a. M. 

— über die Verwaltung der Stadtbibliothek zu Frankfurt a. M. 
*t — des Vereins für Naturkunde. Fulda. 

*t ^ 'ier Kgl. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau. G e i s e n - 
heim. 

*t — der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- nnd Heilkunde. Medizi- 
nische Abteilung. — Naturwissenschaftl. Abteilung. Gießen. 

* — des Naturwissenschaftlichen Vereins für Sachsen und Thüringen. 

Halle a. S. 
*t ^ <ier Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkunde. 
Hanau. 

— über die Versammlungen der Ophthalmologischen Gesellschaft. 
Heidelberg. 

*t — des Museumsvereins oder Vereins für Kunde der Natur und der 
Kunst im Fürstentum Hildesheim und in der Stadt Goslar. Hil- 
desheim. 

*t — des nordoberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landes- 
kunde. H f. 

*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins. L a n d s h u t. 



— 230* — 

*t Bericht des Naturhistorischen Museums. Lübeck. 

f — der wissenschaftlichen Gesellschaft Philomathie. Neiße. 

f — über die Gesundheitsverhältnisse und Gesundheitsanstalten in Nürn- 
berg. Hrsg. vom Verein f. öffentl. Gesundheitspflege. Nürnberg. 
*t ^ über die Tätigkeit d. Off enb. Vereins f. Naturkunde. f f e n b a c h a. M . 
*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins. Pas sau. 
*t — der Lese- und ßedehalle der deutschen Studenten. Prag. 
*t — der Kgl. Technischen Hochschule. Stuttgart. 

t — des Vereins der Geographen an der Universität Wien. 

* — über die Verlagstätigkeit von R. Friedländer & Sohn, Berlin. 

*t Berichte über Land- und Forstwirtschaft in Deutsch-Ostafrika, hrsg. v. 
K. Gouvernement von Deutsch-Ostafrika. Biologisch-landwirtschaft- 
liches Institut. Amani. 
f — der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Berlin. 
*t — der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft. Bern. 
*t — über die Versammlungen des Botanischen und Zoologischen Vereins 

für Rheinland-Westfalen. Bonn. 
*t — der Naturforschenden Gesellschaft. F r e i b u r g i. B r. 
*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins. Innsbruck, 
t — über die Verhandlungen der Kgl. Sächsischen Gesellschaft der Wissen- 
schaften. Mathem.-phys. Klasse. Leipzig. 
*f — der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der 

heimischen Flora. München. 
*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins. Regensburg, 
f Mathematisehe und naturwissenschaftliche Berichte aus Ungarn. 
*t Bcriclite über die Versammlungen d. oberrheinischen geologischen Vereins. 
Bibliographia phonetica. Von G. Panconcelli-Calzia. = S.-A. aus Medi- 
cinisch-pädagogische Monatsschrift f. d. ges. Sprachheilkunde. 
— physiologica. Siehe Zentralblatt für Physiologie. Beiblatt. 

* — xoolo(jica. Siehe Zoologischer Anzeiger. Beiblatt. 
Bibliographie der deutschen naturwissenschaftlichen Literatur. 
Bibliothek von Coler. 

*t Bidi-ag tili Kännedom af Finlands Natur och Folk. Utgifna af Finska 

Vetenskaps - Societeten. Helsingfors. 
*t Bijdrag-en tot de dierkunde. Hrsg. von der Zoologischen Gesellschaft. 
Amsterdam. 
t — tot de taal-, land- en volkenkunde van Nederlandsch - Indie. 
s' G r a V e n h a g e. 
Allgemeine deutsche Biographie. 
t Deutsche geographische Blätter. Hrsg. von der Geographischen Gesell- 
schaft. Bremen. 
*t Boletim da Sociedade de geographia. Lissabon. 
*t — do Museu Goeldi de historia natural e ethnographia. P a r ä. 

t — raensal do Observatorio. Rio de Janeiro. 
*t Boletin de la Academia nacional de ciencias. Cordoba (Republica 
Argentina). 
1 — (k la Sociedad geogräfica. Lima. 



— 231* — 

t Boletiii del Cuerpo de ingenieros de minas del Peru. Lima. 
f — de la Real Sociedad geogräfica. Madrid. 
*t — del Instituto geolögico. Mexiko. 
*t Bollettino delle sedute della Accademia Gioenia di science naturali. 

Catania. 
*f — delle pubblicazioni italiane della Biblioteca nazionale centrale. 

Florenz. 
f — della Societä italiana di esplorazione geografiche e commerciale. 

Mailand. 
f — della Societa africana d' Italia. Neapel. 
*f — del Laboratorio di zoologia generale e agraria della R. Scuola 

superiore d' agricoltura. Portici. 
*t — del R. Comitato geologico d'ltalia. Rom. 

f — della Societa geografica italiana. R o m. 
*f — della Societa zoologica italiana. Rom. 
t Brefeld, Oscar, Untersuchungen aus dem Gesamtgebiete der Mykologie. 
t Bronn, Klassen und Ordnungen des Tierreichs. 

Frankfurter Büclierfrenud. Mitteilungen aus dem Antiquariate von 
Josef Baer & Co. Frankfurt a. M. 
f Societatea geografica Romäna. Buletin. Bukarest, 
t fiuletiiiul lunar al Observatiunilor meteorologice din Romania. Bukarest. 
*t Balletin of the University of New Mexico. Albuquerque. 
*t — de la Societe Linneenne du Nord de la France. Amiens. 
*t — de la Societe d'etudes scientifiques. Angers. 
*t — of agricultural experiment Station of the college of agriculture of 

the University of California. Berkeley. 
*t — of the Department of geology of the University of California. 
Berkeley. University of California Publications, 
t — de la Societe de geographie commerciale. Bordeaux. 
f — de I'Acaderaie royale de medecine de Belgique. Brüssel. 
*t — de la classe des sciences de I'Academie royale de Belgique. Brüssel, 
*f — de la Societe beige de geologie, de paleontologie et d'hydrologie. — 

Proces verbaux. — Meinoires. Brüssel. 
*t — de la Societe royale de botanique de Belgique. Brüssel. 
*t — de la Societe royale des sciences raedicales et naturelles. Brüssel 
t — de la Societe hongroise de geographie. Budapest. 
*t — of the Society of natural sciences. Buffalo. 

t — de la Societe des sciences. Bukarest. 
*t — de la Societe Linneenne de Normandie. Caen. 
*t — de rinstitut Egyptien. Cairo. 
t — hebdomadaire de I'Administration des services sanitaires et d'hygiene 

publique. Cairo. 
*t — of the Maseum of comparative zoology at Harvard College. Cam- 
bridge, Mass. 
*t — of the Chicago Academy of sciences. Chicago. 
*t — of the natural history Survey of the Chicago Academy of sciences. 
Chicago. 



— 232* — 

*f Bulletill of the Lloyd library of botany, pharmacy a. materia medica. Cin- 
cinnati. 
*t The Teachers Bulletin. Published by the University of Cincinnati. 
t Bulletin d'Union geographique du nord de la France. Douai. 
f — de la Societe de geographie. D u n k e r q u e. 
*f — de la Societe Fribourgeoise des sciences naturelles. Compte rendu. 

Freiburg i. d. Schw. 
*f — of the scientific laboratories of Denison University. Granville. 

f — de la Societe de geographie commerciale du Havre. 
*f — de la Commission geologique de la Finlande. Helsingfors. 
*+ — de TAcademie Royale des sciences et des lettres de Danemark. 
Kopenhagen. Siehe versigt over det Kgl. Danske Viden- 
skabernes Selskabs Forhandlinger. 
*t — statistiq/fc des peches maritimes des pays du nord de TEurope. 
Piibl. par le bureau du Conseil permanent intern, pour l'explnration 
de la mer. Kopenhagen. 
*f — triinestriel des resultats acquis pendant les croisieres periodiques 
et dans les periodes intermediaires. Publ. par le bureau du Conseil 
perman. etc. Kopenhagen. 
*f — International de FAcademie des sciences. Classe des sciences mathe- 
matiques et naturelles. Anzeiger der Akademie der Wissenschaften 
in Krakau. Math.-naturwiss. Klasse. Kr a kau. 
*f — de la Societe Vaudoise des sciences naturelles. Lausanne. 
*f — of the University of Kansas. Science bulletin. Lawrence. 
*t — de la Societe Portugaise des sciences naturelles. Lissabon. 
*t — of the geological and natural history Survey. Madison. 
t — de la Societe de geographie. Marseille. 
*t — of the Wisconsin natural history Society. Milwaukee. 
*t — of the University of Montana. Missoula. 
*t — de I'Institut oceanographique. Monaco. 

t — de la Societe Languedocienne de geographie. Montpellier. 
*t — de la Societe imperiale des naturalistes. Moskau. 
t — de la Societe de geographie de I'Est. Nancy. 
*t — des seances de la Societe des sciences. Nancy. 
*t -^ '^e la Societe des sciences naturelles de I'Ouest de laFrance. Nantes. 
*t — de la Societe des sciences naturelles. Neuchatel. 
t — de la Societe Neuchateloise de geographie. Neuchatel. 
t — of the American Geographical Society. New York. 
*t — of the American Museum of natural history. New York. 
*t — of the New York Botanical Garden. New York. 
* — G?e la Societe Entomologique de France. Paris. 
*t — de la Societe Geologique de France. Paris. 
*t — de la Societe Philomatique. Paris. 
*t — de la Societe Zoologique de France. Paris. 
*t — du Museum national d'histoire naturelle. Paris. 
*t — de I'Academie imperiale des sciences. [Eussisch.] St. Peter sbu rg. 
t The Bulletin of the Geographical Society. Philadelphia. 



— 233* — 

t Bulletin de la Societe Normande de geographie. Rouen. 
*t — de la Murithienne. Societe valaisanne des sciences naturelles. 

Sitten. 
:^t — of the College of agriculture. Imperial Universitj-. Tokj^o. 
*t — of the Geological Institution of the University. Up sal a. 
*t — of the Illinois state laboratory of natural history. Urban a. 
*t — of the Philosophical Society. Washington. 
*t — of the Smithsonian Institution of United States National Museum. 

Washington. 
'^'t — of the United States geological Survey. W a s h i n g t o n. 
*t — biologique. Auskunftsblatt für Biologen. Dorpat. 
*t Bulletins du Comite Geologique. St. Petersburg. 
*t Bullettino della Societa entomologica italiana. Florenz. 
*t Imperial University of Tokyo. The Calendar. Tokyo. 
t Carinthia II. Mitteilungen des naturhistorischen Landesmuseums für 

Kärnten. Klagenfurt. 
t Casopis pro pestoväni mathematiky a fisiky. [Tschechisch.] Prag. 
Internatioval Catalog^ne of scientific Literature. London. 
*t Catalogue of polish scientific literature. Krakau. 

* — of scientific papers 1800—1900. I. Authors. II. Subject Index. London. 

* Collections zoologiques du Baron Edm. de Selys Longchamps. Catalogue 

systematique et descriptif. 
*t La Cellule. Recueil de cytologic et d'histologie generale. Löwen. 
Charite-Auualeu. 
Deutsche Chirurgie. 
*t The University of California Cliroiiicle. Berkeley, 
t Chronik der ukrainischen Sevcenko- Gesellschaft der Wissenschaften. 
Lembe rg. 
*t Smithsonian miscellaneous Collections. Washington. 
*t Communicactöes da Commissäo do Servi^o geologico de Portugal. Lis- 

s abon. 
t Compte rendu des travaux presentes ä la session de la Societe helvetique 

des Sciences naturelles. 
t Societe des Naturalistes luxembourgeois (Fauna). Comptes-Rendus des 
seances. Verein Luxemburger Naturfreunde. Jilitteilttngen aus den 
Vereinssitzangen. L u x e m b u r g. 
Comptes reudus hehdomadaircs des seances de l'Academie des sciences. 
Paris. 
*t — hebdomadaires des seances et memoires de la Societe de biologic. 

Paris. 
*t Smithsonian Contributions to knowledge. Pabl. by the Smithsonian In- 
stitution. Washington. 
t Dekaden -Monatsberichte der Kgl. Sächsischen Landeswetter warte. 
Dresden. 
*t Denkschriften der medizin.-naturwiss. Gesellschaft. Jena. 
*t — der K. K. Akademie der Wissenschaften. Mathemat. -naturwiss. 
Klasse. Wien. 



— 234* — 

*f Neue Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft. 

Nouveaux Memoires de la Societe helvetique des sciences naturelles. 
f Erg-ebnisse der Gewitterbeobachtungen. Berlin. 
■f — der magnetischen Beobachtungen in Potsdam. 
■j- — der Triangulierungen des K. K. militärgeographischen Instituts. 

Wien. 

— (kr allgemeinen Pathologie und patholog. Anatomie des Menschen 
und der Tiere. 

* — der Anatomie nnd Entwickelungsgeschichte = Anatomische Hefte II. 

* — der Plankton-Expedition der Humboldtstiftung. 

* — tmd Fortschritte der Zoologie. 

* Wissenschaftliche Ergebnisse der deutschen Tiefsee-Expedition auf dem 

Dampfer „Valdivia" 1898 99. 

— — der Expedition Filchner nach China und Tibet 1903—1905. 

* — — einer zoologischen Expedition nach dem Baikalsee unter Leitung 

des Prof. A. Korotneff in den Jahren 1900—1902. 
*t Erläuteruug"en zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten 
Bundesstaaten. Berlin. 

t Mathematikai es Termeszettudomänyi Ertesitö. Budapest. (^Mathema- 
tischer und naturwissenschaftlicher Anzeiger.) 

t Ertesitö az Erdelyi Müzeum-Egyesület Orvostudonulnyi Szakosztälyäbol. 
Sitzungsberichte der Medizinischen Sektion des Erdelyi Mnzeum- 
Egyesület (Erdelyer [Siebenbürgischer] Museum- Verein.) Klausen- 
burg. 
*t National antarctic Expedition 1901—1904. 

* Fauna arctica. 

*f North American Fauna. Washington. 

* Fauna nnd Flora des Golfes von Neapel, 

t Fenuia. Bulletin de la Societe de geographic de Finlande. Helsingfors. 
*f La Feuille des jeunes naturalistes. Paris. 
*t Allgemeine Fiscliereizeituug'. München. 

* Flora oder allgemeine botanische Zeitung. 

t llpsala Läkarefürenings Förhandliuger. Upsala. 

t Det Kjobenhavnske medicinske Selskabs Foi-handliag-ar. Kopenhagen. 
Fortscliritte auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen. Und Erg. -Bände: 

Archiv und Atlas der normalen und pathologischen Anatomie in 

typischen Röntgenbildern. 

— der Elektrotechnik. 

— der Medizin. 

Die Fortschritte der Physik, 
*t Friedentlial, H., Beiträge zur Naturgeschichte des Menschen. 
*f Der zoologische Grarten. Siehe Zoolog. Beol) ach ter. Fr an kf ur t a.lil. 
*f Der botanische Uarten und das botanische Museum der Universität Zürich. 
■j- Ueneralbericht über die Sanitätsverwaltung im Kgr. Bayern. München. 
(Geschäftsbericht der Gesellschaft zur Beförderung nützlicher Künste 
und deren Hilfswissenschaften (Polytechn. Gesellschaft). Frank- 
furt a. M. 



— 235* — 

t Le Globe. Journal geographique. Organe de la Societe de Geographie. 

Geneve. 
*t (Tllttckauf, Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift. Essen- Ruhr. 
*t (ruide Leaflet Series of the American Museum of natural history. N ewYork. 
t Statistisches Handbuch für das Königreich Württemberg. Hrsg. vom 
Kgl. Statist. Landesamt. Stuttgart. 
Handbxich der Physiologie des Menschen. Hrsg. von W. Nagel. 
■•'•f Göteborgs Kungl. Vetenskaps- och Vitterhets Samhälles Haudlingar. 

Göteborg. 
*t Kungliga Svenska Vetenskapsakademiens Haiidliugar. Stockholm. 

* Anatomische Hefte II. Siehe Ergebnisse der Anatomie u. Entwickelungs- 

geschichte. 
*t Helios. Abhandlungen und Mitteilungen aus dem Gesamtgebiete der 
Naturwissenschaften. Organ des naturw. Vereins des Regierungs- 
bezirks Frankfurt a. 0. 

* Hintze, C, Handbuch der Mineralogie. 

*f Horae Societatis entomologicae Rossicae. St. Petersburg. 
*t Hultli, J. M., Bibliographia Linnaeana. 

*t Jaarboek van de Koninkl. Akademie van Wetenschappen. Amsterdam. 
*f — der Rijksuniversiteit. Groningen. 
*f — der Rijksuniversiteit. Utrecht. 

*f — van het mijnwezen in Nederlandsch Oost-Indie. Batavia. 
*| Jaarverslag van het staatstoezicht op de volksgezondheid. Utrecht. 
*t Jahrbuch der Kgl. Preuli. Geologischen Landesanstalt un<l Bergakaileraie. 
Berlin. 

t Statistisches Jahrbncli für das Deutsche Reich. Hrsg. vom Kais. Statist. 
Amt. Berlin. 
Statistisches Jahrbuch der Haupt- und Residenzstadt Budapest. 
*t Jahrbuch des Norwegischen meteorologischen Instituts Christi ana. 
*f — des Freien I)eutschen Hochstifts. Frankfurt a. M. 
*t — der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten. 2. Beiheft: Mit- 
teilungen aus dem Naturhistorischen Museum. Hamburg. 
*t — des Provinzial-Museums. Hannover. 

I — des Siebenbürgischen Karpathenvereins. H er m ann s t ad t. 

t — des Ungarischen Karpathenvereins. Iglo. 
*t — der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft. St. Gallen. 
*t — der K. K. Geologischen Reichsanstalt. Wien. 

* — der Wiener K. K. Krankenanstalten. Wien. 
Berliner astronomisches Jahrbuch. 

Jahrbncli der Deutschen Bibliotheken. 

— der Elektrochemie. 

t Deutsches meteorologisches Jahrbncli. Aachen —Baden — Bremen — Elsaß- 
Lothringen — Deutsche Seewarte Hamburg — Großherzogtum Hessen 
— Preußen und benachbarte Staaten — Königreich Sachsen — 
Württemberg. 

— fiir Kinderheilkunde. 
Klinisches Jahrbuch. 



— 236* — 

( 

* Morpholofjisches Jalirbucli. 

* Netics Jahrbuch für Mineralogie. 1 
t Jahrbücher der Hamburgischen Staatskrankenanstalten. Hamburg:. j 
t Württeniljergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde. Stutt- | 

g- art. 1 

f Jalirbücher der K. K. Zentralanstalt für Meteorologie und üeodynamik. \ 

Wien. i 

*f — des Nassauischen Vereins für Naturkunde. Wiesbaden. 
Botanische Jahrbücher. Hrsg. von Engler. 
Enxyklnpädisclic Jahrbücher der gesaraten Heilkunde. Neue Folge. Siehe 

ßealenzj'klopädie der gesannuten Heilkunde. 
Pringsheims Jalirbücber für wissenschaftliche Botanik. 
Schmidt's Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin. 

* Zoolocjische Jahrbücher. 

t Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft. Bern. 

*t — der Gewerbelehrlingssehule. Bistritz. i 

*t — des Vereins für Naturwissenschaft. B r a u n s c h w e i g. ] 

*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins. Bremen. 

''f — der Landwirtschaftskammer für die Provinz Schlesien. Breslau. 

*t — der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. Breslau. 

*t — der Kgl. Ungar. Geologischen Anstalt. Budapest. 

t — der technischen Staatslehranstalten. Chemnitz. 

*t — der Naturforschenden Gesellschaft Graubündens. Chur. 

f — des Naturwissenschaftlichen Vereins. Darmstadt. 

f — des Vereins hessischer Aerzte. Darmstadt. 

t — der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Dresden. 

f - des Kgl. Landes-]\[edizinalkollegiums. Dresden. 

t — der Naturforscbenden Gesellschaft. Emden. 

*t — r/er Gartenbau-Gesellschaft. Fr ankf u rt a. M. 

— der Musterschule (Realgymnasium). Frankfurt a. M. 
*t — des Aerztlichen Vereins. Frankfurt a. M. 

*t — rZfs Frankfurter Vereins für Geographie u. Statistik. Frankfurt a.M. 

*t — f^'^s Kgl. Kaiser- Friedrichs-Gymnasiums. Frankfurt a.M. 

*t — r/es Physikalischen Vereins. Fr a nkf ur t a. M. 

*t ~ des Taunus-Klubs. Frankfurt a.M. 

t — des Technischen Vereins. Frankfurt a. M. 

— über das Dr. Christsche Kinderhospital. Frankfurt a.M. 
*t — des Vereins für Naturkunde an der Unterweser. G e e s t e m ü n d e. 

t — der Geographischen Gesellschaft. Greifswald. 

t — über die Tätigkeit der deutschen Seewarte. Hamburg. 

t — der Geographischen Gesellschaft. Hannover. 

*t — der Naturhistorischen Gesellschaft. Hannover. 

t — des Zentral bureaus für Meteorologie und Hydrographie im Groß- 
herzogtum Baden. Karlsruhe. 

t — der Gesellschaft für Erdkunde. Köln. 

*t — des Museum Francisco-Carolinum. Linz. 

*t — (l«'s Vereins für Naturkunde in Österreich ob der Eons. Linz. 



— 237* — 

*t Jahresbericht und Abhandlungen des Naturwissenschaft!. Vereins. 

Magdeburg. 
*t — des Vereins für Naturliunde. Mannheim. 
*f — des Vereins für Erdliunde. Metz. 
*f — des Westfälischen Provinzialvereins für Wissenschaft und Kunst. 

Münster. 
*f — der Naturhistorischen Gesellschaft. Nürnberg. 
*f — des Naturwissenschaftlichen Vereins. Osnabrück. 
*t — der Kaiser-Wilhelm-Bibliothek. Posen. 
f — der Kgl. Bf3hmischen Gesellschaft der Wissenschaften. Prag. 
t — des K. K. allgemeinen Krankenhauses. Prag. 
f — des Vereins für Erdkunde. Stettin. 

t Medizinisch-statistischer Jahresbericht über die Stadt Stuttgart. 
t Jahresbericht des Sonnblickvereins. W i e n. 
*f — des Wiener Entomologischen Vereins. W i e n. 
f — des Wissenschaftlichen Klubs. Wien. 
f — der Meteorologischen Station. Worms. 
t — der Geographisch-ethnographischen Gesellschaft. Zürich. 
*t — des Vereins für Naturkunde. Zwickau. 
JiisVs botanischer Jahresbericht. 
Jahresbericht über die Fortschritte auf dem Gebiete der Geburtshilfe 

und Gynaekologie. 
Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie. 

* — über die Fortschritte der Physiologie. 

— über die Fortschritte in der Lehre von den pathogenen Mikro- 
organismen. 

— über die Fortschritte und Leistungen auf dem Gebiete der Hygiene. 

— über die Leistungen der chemischen Technologie. 

— über die Leistungen und Fortschritte im Gebiete der Ophthalmologie. 

— über die Leistungen und Fortschritte in der gesamten Medizin. 

* — Zoologischer Jahresbericht. 

*t Jahresberichte des Naturwissenschaftl. Vereins. Eiber f eld- Barmen. 

* — über die Fortschritte der Anatomie und Entwicklungsgeschichte. 

*t Jahresheft des Naturwissenschaftlichen Vereins des Trencsiner Comitates. 

Tr en cse n. 
*t Jahresliefte des Naturwissenschaftlichen Vereins für das Fürstentum 

Lüneburg. 
*t Geognostische Jahreshefte. Hrsg. von der geognostischen Abteilung des 

Kgl. bayer. Oberbergamts. München. 
*t Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg. 

S t u 1 1 g a r t. 
t Statistische Jahresübei'sichteu der Stadt Frankfurt a. M. 
*t Jornal de sciencias mathematicas, physicas e naturaes. Publ. sob os 

auspic. da Academia Real das sciencias. Lissabon. 
t Queensland geographical Journal. Including the Proceedings of the 

Eoyal geographical Society of Austral-Asia. Brisbane. 
*t Journal and Proceedings of the Asiatic Society of Bengal. Calcutta. 



— 238* — 

*t Jonrnal of the Elisba Mitchell scientiHc Society. Chapel Hill. 

— of the institution of electrical engineers. London. 
*f — o/' the Royal microscopical Society. London. 

f The Geographical Jonrnal, including the Proceedings of the Royal geo- 
graphical Society. London. 

*f The Journal of the Linnean Society. Botany. Zoology. London. 

*t The quarterly Journal of the geological Society. London. 
t The Journal of the Manchester geographical Society. Manchester. 

*f The Philippine Journal of science. A : General science. — R : Medical 
science. — C: Botany. Manila. 

*t The American Museum Journal. New York. 

*t Journal of the Academy of natural sciences. Philadelphia. 

*f — of the Marine biological Association of the United Kingdom. 
Plymouth. 

*f — and Proceedings of the Royal Society of New South Wales. Sydney. 

*f The Journal of the College of science. Imperial University. Tokyo. 

* Journal de I'anatomie et de la physiologic. 
Bingler^s polytechnisches Journal. 

* Jonrnal für Ornithologie. 

— für praktische Chemie. 

* 'The American Jonrnal of science. 
The British medical Journal. 

* The Jonrnal of conchology. 
Gesunde Jugend. 

*t Isvestja muzejskeja drustva za Kranjsko. Lai bach. 
t Katalog' der Bibliothek der Deutschen Seewarte. Hamburg. 

Kirchner, 0., E. Loew, C. Schröter, Lebensgeschichte der BlütenpÜanzen 
Mitteleuropas. 
t Das Klima des Königreichs Sachsen. Chemnitz. 
Medizinische Klinik und Beihefte. 

* Kobelt, W., Iconographie der schalentragenden europäischen Meeres- 

conchylien. 
Mathematikai es Termeszettudomänyi Közlemeuyek. Budapest. (Mathe- 
matische und naturwissenschaftliche Mitteilungen.) 
*f Földtani Közlöny . . . (Geologische Mitteilungen). Zeitschrift der Ungari- 
schen Geologischen Gesellschaft, zugleich Amtliches Organ der 
Ungarischen Geologischen Gesellschaft. Budapest. 
f Deutsches Kolonialblatt. Wissenschaftliche Beihefte: Mitteilungen aus 
den Deutschen Schutzgebieten. 
*t Korrespondenzblatt des Naturforscher -Vereins. Riga. 

* — der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und 

Urgeschichte. 
f — für die Ärzte der Provinz Hessen-Nassau. 

— für Schweizer Ärzte. 

— für Zahnärzte. 
The Lancet. 

*t Rovartani Lapok. Budapest. 



— 239* — 

*t Leopoldina. Halle a. S. 

* Lepsins, Geologie von Deutschland. 
Lethaea geognostica. 

*t Library Bulletin of the University of California. Berkeley. 

t Listy chemicke. Prag. 
*t Literatur der Landes- und Volkskunde der Provinz Schlesien. Breslau. 
*t Geological Literature, added to the Geological Society's Library. London. 
*t Lloyd, C. G., Mycological Notes. Cincinnati. 
t Lotos. Naturwissenschaftliche Zeitschrift. Hrsg. vom deutschen naturw.- 
med. Verein für Böhmen „Lotos". Prag. 
Mäßig-keits-Blätter. 
*t The Botanical Magazine. Publ. by the Tokyo Botanical Society. Tokyo. 

* The Geological Magazine. 

The London, Edinburgh, Dublin philosophical Magazine and journal of 
Science. 
*t Malpigliia. Rassegna mensuale dl botanica. Genua. 

* Manual of coiichology. Found by G. Try on. 

* Martini und Chemnitz, Systematisches Conchylienkabinet. 

*t 3Iaterialien zur Geologie Rußlands. Hrsg. von der K. Mineralogischen 
Gesellschaft. [Russisch.] St. Petersburg. 
Deutsche Mechaniker-Zeitung. Siehe Zeitschri ft für Instrumentenkunde. 
t Meddelandeu «/ geografiska Föreningen i Finland. Helsingfors. 

*t — af Societas pro fauna et flora Fennica. Mit einer deutschen Über- 
sicht. Helsingfors. 

*t Videnskabelige Meddelelser fra den naturhistoriske Forening. Kopen- 
hagen. 

*t Meeresfauna von Bergen. Bergens Museum. 

*t Wissenschaftliche Meeresuntersuchuugen. Hrsg. von der Kommission 
zur wissenschaftlichen Untersuchung der deutschen Meere in Kiel 
und der biologischen Anstalt auf Helgoland. — Abteilung Helgo- 
land. — Abteilung Kiel. 

*t Lancashire Sea-Fisheries Memoir. Liverpool. 

*t Memoires de la Societe des sciences physiques et naturelles. Bordeaux. 
t — couronncs et autres memoires. Publ. par l'Academie royale de 
medecine de Belgique. Collection in 8°. Brüssel. 

*t — de la classe des sciences de l'Academie royale de Belgique. Collection 
in 8°. Brüssel. 

*t — — Collection in 4^. Brüssel. 

*t — de la Societe Entomologique de Belgique. Brüssel. 

*t — du Musee royal d'histoire naturelle de Belgique. Brüssel. 

*t — lie la Societe Linneenne de Normandie. Caen. 

*t — presentes ä l'Institut Egyptien. Cairo. 

*t — de la Societe des sciences naturelles. Cherbourg. 

*t — de la Societe Fribourgeoise des sciences naturelles. Mitteilungen 
der Naturforschenden Gesellschaft. — Bacteriologie. — Botanique. — 
Chimie. — Geologie et Geographie. — Mathematiques et Physique. 
— Zoologie. Fr ei bürg i. Schw. 



_ 240* — 

*t Memoire» de la Societe de Physique et d'Histoire naturelle. Genf. 
*-|- — cle la Societe paleontologique Suisse. Abhandlungen der Schweizer- 
ischen paläontologischen Gesellschaft. Genf. 
*f — de rAcademie royale des sciences et des lettres de Danemark. 

Kopenhagen. Siehe Det Kong. Danske Videnskabernes Selskabs 

S k r i f t e r. 
:i=| — de la Societe royale des sciences. Lüttich. 
*f — de TAcademie des sciences, belles lettres et arts. Lyon. 
f — de la Societe Scientifique „Antonio Alzate". Mexiko. Siehe 

Mem or las de la Sociedad Cientifica „Antonio Alzate". 
*f — de la section des sciences de TAcadenne des sciences et lettres. 

Montpellier. 
*t — de la Societe imperiale des naturalistes. Moskau. 
f — de la Societe des naturalistes de la nouvelle Russie. d e s s a. 

— de l'Academie de medecine. Paris. 
* — (7e la Societe geologique de France. Paris. 
*f — de la Societe zoologique de France. Paris. 
*t — de l'Academie imperiale des sciences. St. Petersburg. 
*f — du Comite geologique. St. Petersburg. 
*f Nouveaux Meiuoires de la Societe helvetique des sciences naturelles. 

Neue Denkschriften der Schweizerischen Naturforsch. Gesellschaft. 
*t Memoirs o/' the American Academy of arts and sciences. Boston. 
*f — o/' the Boston Society of natural history. Boston. 
*f — of the Asiatic Society of Bengal. Calcutta. 
*f — of the Indian Museum. (Natural history Section.) Calcutta. 
*f — of the Museum of comparative zoology at Harward College. Cam- 

b r i d g e. 
*f — and proceedings of the Manchester literary and philosophical Society. 

Manchester. 
*f — of the American Museum of Natural History. New York. 
*f — of the New York Academy of sciences. New York. 
*f — of the California Academy of sciences. San Francisco. 
*t — of the geological Survey of New South Wales. Sydney. 
t Memorias de la Sociedad Cientifica „Antonio Alzate". Memoires de la 

Societe Scientifique „Antonio Alzate". Mexiko. 
*t Memorie delle session! della R. Accademia delle scienze dell' Istituto. 

Bologna. 
*f — del R. Istituto Lombarde di scienze e lettere. Mailand. 
*f — della Societa italiana di scienze naturali e del Museo civico di storia 

naturale. Mailand. 
*f — della R. Accademia dei Liucei. R o m. 
*t — della R. Accademia delle scienze. Turin. 

Der Militärarzt. Siehe Wiener medizinische Wochenschrift. 
*t Mitteiluug'en der Naturforschenden Gesellschaft. Aar au. 
*f — aus dem Osterlande. Hrsg. von der Naturforschenden Gesellschaft 

des Osterlandes. A 1 1 e n b u r g. 
*f — aas dem Zoologischen Museum. Berlin. 



— 241* — 

*t Mitteilung'en aus der Kgl. Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und 

Abwässerbeseitigung. Berlin. 
*t — des Deutschen Seefischereivereins. Berlin. 

Medixinal - statistische Mitteilungen aus dem Kaiserl. Gesundheitsamte. 
Berlin. Siehe Veröffentlichungen des Kaiserl. Gesundheits- 
amtes. Beihefte. 
*t Mitteilung'en der Naturforschenden Gesellschaft. Bern. 
*t — des Nordböhmischen Exkursionsklubs. Böhmisch L e i p a. 
*t — aus dem Jahrbuche der Kgl. ungarischen Geologischen Anstalt- 
Budapest. 
*t Geologische Mitteilungen. Zeitschrift der ungarischen geologischen Gesell- 
schaft. Budapest. Siehe Földtani Közlöny. 
t Mitteilungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft. Colmar. 
t — des Vereins für Erdkunde. Dresden. 
*t — der Pollichia, eines naturwissenschaftlichen Vereins der Rheinpfalz. 

Dür khe im. 
*t — der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft. Frauenfeld. 
*t — der Naturforschenden Gesellschaft. F r e i b u r g i. Schw. Siehe 
Memoir es de la Societe Fribourgeoise des sciences naturelles. 
Geschäftliche Mitteilungen der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Göttingen. 
Dr. A. Petermanns Mitteilungen aus Justus Perthes' geographischer An- 
stalt. Und Ergänzungshefte. Gotha. 
*t Mitteilungen des Naturhistorischen Vereins für Steiermark. Graz. 
t — des Vereins der Aerzte in Steiermark. Graz. 
*t — aus dem Naturwissenschaftlichen Verein für Neuvorpommern und 

Bügen. Greifswald. 
*t — des sächsisch-thüringischen Vereins für Erdkunde. Halle a. S. 
*t — aus dem Naturhistorischen Museum. Hamburg. Siehe Jahr- 
buch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten. 2. Beiheft. 
f — der Geographischen Gesellschaft. H a m b u r g. 
t — der Geographischen Gesellschaft für Thüringen. Jena. 
*t — des Badischen Zoologischen Vereins. Karlsruhe. 
*t — des Musealvereins für Krain. Laib ach. 
*f — des Vereins für Erdkunde. Leipzig. 
t — der Geographischen Gesellschaft und des Naturhistorischen Museums. 

Lübeck. 
t Verein Luxemburger Naturfreunde. (Fauna.) Mitteilungen aus den Vereins- 
sitzungen. Societe des Naturalistes luxemburgeois. Comptes-Rendus 
des seances. Luxemburg. 
*t Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft. Luzern. 
*f — der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der hei- 
mischen Flora. München. 
f — der Geographischen Gesellschaft. München. 
*\ — aus der Zoologischen Station. Neapel. 
f — aus dem Gebiete des Seewesens, Hrsg. v. K. u. K. marinetechnischen 
Komitee. Marinebibliothek. P o 1 a. 

16 



— 242* — 

*t Mitteilungen aus dem Verein der Naturfreunde. Reichenberg. 
*t Wissenschaftliche Mitteilungen aus Bosnien und der Herzegowina. Sara- 
jevo. 
Mitteilungen aus der Augenklinik des Carolin, medico-chirurg. Instituts. 
Stockholm. 
*f — der Geolog. Landesanstalt von Elsaß -Lothringen. Straßburg i. E. 
*f — aus dem Kgl. Naturalienkabinett. Stuttgart. 

f — des Coppernicusvereins für Wissenschaft und Kunst. Thorn. 
*f — des Kaukasischen Museums. [Russisch und Deutsch.] Tiflis. 
*t — aus der medizin. Fakultät der K. japanischen Universität Tokyo. 
*t — der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens. 

Tokyo. 
*t — der Erdbebenkommission der K. K. Akademie der Wissenschaften. 
Wien. 
t — der K. K. Geographischen Gesellschaft. Wien. 
f — der Sektion für Naturkunde des Österreich. Touristenklubs. Wien. 
t — des K. K. technologischen Gewerbemuseums. Wien. 
f — des K. und K. Militärgeographischen Instituts. Wien. 
*f — des Naturwissenschaftlichen Vereins an der Universität. Wien. 
*t — der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft. Winterthur. 
t — der Physikalischen Gesellschaft. Zürich. 

f — aus den Deutschen Schutzgebieten. Siehe Deutsches Kolonial- 
blatt. Wissenschaftliche Beihefte. 

— aus den Grenzgebieten der Medizin und Chirurgie. 

— der Verlagsbuchhandlung B. G. Teubner, Leipzig. 

* Tschermaks raineralogische und petrographische Mitteilungen. 
f Monatsblätter des Wissenschaftlichen Klub. Wien. 

Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde. 

Monatsblatt für öffentliche Gesundheitspflege. 

Monatshefte für praktische Dermatologie. 

Therapeutische Monatshefte. 

Monatsschrift für Ohrenheilkunde. 

Internationale Monatsschrift zur Erforschung des Alkoholismus und 
Bekämpfung der Trinksitten. 
*t Monographs of the United States geological survey. Washington. 

Nacliricht von dem Fortgang und Anwachs der Dr. Senckenbergi sehen 
Stiftung zum Besten der Arzneikunde und Krankenpflege. Frank- 
furt a. M. 
f Reichs -Marineamt. Naclirichten für Seefahrer. Berlin. 
t Nachrichten von der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften. Mathematisch- 
physikalische Klasse. Göttingen. 

Astronomische Nachrichten. 

* Nachrichtsblatt der deutschen malakozoologischen Gesellschaft. 

* The Irish Naturalist. Organ of the Royal zoological Society of Ireland 

Dublin. 

* The American Naturalist. 

* Nature. London. 



— 243* — 

t Nenjahrsblatt der Natnrforschenden Gesellschaft. Zürich. 

t Niedersclilag-sbeobachtung-en an den meteorologischen Stationen im 

Großherzogtum Hessen. Darmstadt. 
t — der meteorologischen Stationen im Großh. Baden. Karlsruhe. 
*t Les prix Nobel. Utg. af Kgl. Svenska Vetenskapsakademien. Stock- 
holm. 
*f La nuova Notarisia. Modena. 

* Notes from the Leyden Museum. Ley den. 

*t Botaniska Notiser. Utg. af C. F. 0. Nordstedt. Lund. 
t Notizblatt des Vereins für Erdkunde und der Großherzogl. geologischen 
Landesanstalt. D a r m s t a d t. 
*t Novltates zoologicae. T r i n g Museum. 

* Naturae Novltates. 

*t Observations pluviometriques et thermometriqaes faites dans le Departe- 
ment de la Gironde. Bordeaux. 

*f — meteorologiques, publ. p. l'Institut meteorolog. de la Societe des 
Sciences en Finlande. Helsingfors. 

*t — meteorologiques Suedoises. Publ. par l'Academie royale des sciences 
de Suede. Stockholm. 

*t Oefversigt af Finska Vetenskaps-SocietetensFörhandlingar. Helsingfors. 

*t Oiulerzoeking-en, gedaan in het Physiologisch Laburatoriuin der Utrechtsche 
Hoogeschool. Utrecht. 

*t Osbanin, B., Verzeichnis der palaearkt. Hemipteren. Beilage zum Aniiu- 
aire du Musee Zoologiiiue de l'Academie Imperiale des Sciences. 
St. Petersburg. 

*t Osservazioni meteorologiche fatte all osservatorio della K. Universitii. 
T u r i n. 

*t Oversigt over det K. Danske Videnskabernes Selskabs Forhandlinger. 
Bulletin de l'Academie Royale des sciences et des lettres de Dane- 
mark. Kopenhagen. 

* Palaeontographia italica. Pisa. 

* Palaeontograpbica. 

* Palaeontolog-ia universalis. 

*t Professional Paper of the United States geological survey. Washington. 
*f Water - Supply and irrigation Paper of the LTnited States geological 

survey. Washington. 
*f Anthropological Papers of the American Museum of natural history. 

New York. 
*t Parerg-ones del Instituto geolugico. Mexico. 
Das Pflanzeureich. Hrsg. von Engler. 

* Nordisches Plankton. Hrsg. von Brandt und Apstein. 

*t Potoule, H., Abbildungen und Beschreibungen fossiler Pflanzenreste der 

palaeozoischen und mesozoischen Formationen. 
*t Proceedings of the American Academy of arts and sciences. Boston. 
*t — o/" the Boston Society of natural history. Boston. 
*t — of the Royal Society of Queensland. Brisbane. 
*f Economic Proceedings of the Royal Dublin Society. Dublin. 

16* 



- 244* — 

*t Proceeding's of the Royal Irish Academy. A : Mathematical, astronomical 
and physical science. — B : Biological, geological and chemical 
science. — (': Archaeology, Linguistic and Litterature. Dublin. 

*t Scientific Proceeding's of the Royal Dublin Society. Dublin. 

*t Proceeding's of the Royal Physical Society. Edinburgh. 

*t — o/" the Royal Society. Edinburgh. 

*f — and transactions of the Nova Scotian Institute of science. Halifax. 

*t — and transactions of the Biological Society. Liverpool. 

*t — of the Linnean Society. London. 

*t — of the Royal Society. A : Mathematical and physical sciences. — 
B : Biological sciences. London. 

*t — o/" the Zoological Society. London. 

*t — of the Royal Society of Victoria. Melbourne. 

*t — of the Society for experimental biology and medicine. New York. 

*t — and transactions of the Royal Society of Canada. Ottawa. 

*t — of the Academy of natural sciences. Philadelphia. 

*f — of the American philosophical Society. Philadelphia. 

*t — of the Rochester Academy of science. Rochester. 

*t — of the California Academy of sciences. San Francisco. 

*t — of the Linnean Society of New South Wales. Sydney. 

*t — of the Canadian Institute. Toronto. 

*t — of the United States National Museum. Washington. 

*t Proces-Verbaux de la Societe des sciences physiques et naturelles. Bor- 
deaux. 
Progrramm des Wöhler-Realgymnasiums. Frankfurt a, M. 
t Progi-amma del R. Istituto tecnico superiore. Mailand. 
Progrressus rei botanicae. 

*t University of California Publications. — Botany. — Pathology. — Physio- 
logy. — Zoology. Berkeley. 
— — Geology. Siehe Bulletin of the Department of geology. 
Berkeley. 

*t Publications of the Field Columbian Museum. Botanical Series. — Geo- 
logical Series. — Report Series. Chicago. 

*t Special Publications of the Chicago Academy of sciences. Chicago. 

*t Publications de circonstance du Conseil permanent pour I'exploration de 
lamer. Kopenhagen. 

*t Ethnological Survey Publications. Manila. 

*t Previous Publications of the bureau of government laboratories in the 
Philippine Islands. Manila. 
Publikationen des statistischen Bureaus der Haupt- und Residenzstadt 
Budapest. 
— des astrophysikalischen Institutes. Heidelberg. 
Rabeuhorst's Kryptogamen-Flora von Deutschland, Oesterreich und der 
Schweiz. 2. Auflage. 

*t Rapports et proces-verbaux des reunions. Publ. par le bureau du 
Conseil permanent Internat, pour Pexploration de la mer. Kopen- 
hagen. 



— 245* - 

Realenzyltlopädie der gesammten Heilkunde. 3. Aufl. Hrsg. v. A. Eulen- 
burg. Von Bd. 27 ab auch unter dem Titel : Enzyklopädische Jahr- 
bücher der gesamten Heilkunde. Neue Folge. 
*t Unwersity Record of Cincinnati. 

* Zoological Record. London. 
*t Records of the Indian Museum. Calcutta. 
*t Records of the Albany Museum, (irahamstown. 
*t — of the Australian Museum. Sydney. 
*t — of the geological survey of New South Wales. Sydney. 
t Recueil des memoires et des travaux, publ. par la Societe G.-D. de Bota- 
niqne du Grand-Duche. Luxemburg. 
*t Redia. Giornale di entomologia. Pubbl. dalla R. Stazione di entomologia 
agraria. Florenz. 
Medizinische Reform. 

Reicheubach, Icones florae germanicae et helveticae. 
Reichs-Medizinal-Kaleuder. Teil IL 
*t Rendicouti del R. Istituto Lombardo di scienze e lettere. Mailand. 
*t Reudiconto delle sessioni della R. Accademia delle scienze dell' Istituto. 

Bologna. 
*t — deir Accademia delle scienze lisiche e mathematiche. Neapel. 

Repertoriuiii novarum specierum regni vegetabilis. 
*t Annual Report and proceedings of the Naturalist's Field Club. Belfast. 
*t — — of the curator of the Museum of comparative zoology at Har- 

ward College. Cambridge. 
*t Report of the South African Museum. Capstadt. 

t Annual Report of the John Crerar Library. Chicago. 
*t Report on the Lancashire Sea-Fisheries Laboratory at the University. 
Liverpool. 
Annual Report of the local government board. London. 
— — Suppl. : Report of the medical officer. London. 
*t Report of the meeting of the British Association for the advancement 
of science. London, 
t — of the meteorological Committee to the Lords commissioners of his 
Majesty's treasury. London. 
*t — of the Superintendent of the bureau of Government laboratories in 

the Philippine Islands. Manila. 
*t Annual Report of the secretary for mines to the minister of mines and 

forests for Victoria. Melbourne. 
*t Report of the trustees of the public library, museums, and national gallery 

of Victoria. Melbourne. 
*t — of the board of trustees of the public museum of the city. Mil- 
waukee. 
*t Annual Report of the American Museum. New York. 
*t — — of the geological survey of Canada. Ottawa. 
*t Report of the Natal Government Museum. Pieter m ar itzbur g. 
*t Annual Report of the Missouri Botanical Garden. St. Louis. 
*t Annual Report of the Department of mines. New South Wales. Sydney. 



— 246* — 

*t Annual Report of the trustees of Australian Museum. Sydney. 

*-j- — — of the board of regents of the Smithsonian institution. Washington. 

*f — — of the U. St. geological survey. Washington. 

*f — — of the U. St. National Museum. Washington, 

Cruy^s Hospital Reports. London. 
*t Reports of the commission for the investigation of Mediterranean fever. 

Royal Society. London. 
*f — to the evolution committee. (Royal Society.) London. 
*t Mineral Resources of the United States geological survey. Washington. 
f Resultate der wissenschaftl. Erforschung des Balaton-Sees. 
*t Resultats des campagnes scientifiques accomplies sur son yacht par 

Albert ler de Monaco. 

* — du voyage du S. Y. Belgica en 1897—98—99. Rapports scienti- 

fiques. Expedition antarctique beige. 

* Retzius, Gustaf, Biologische Untersuchungen. Neue Folge. 
*t Revista del Museo de La Plata. La Plata. 

t Real sociedad geogräfica. Reyista de geograiia colonial y mercantil. 
Madrid. 
*f Revista do Museu Paulista. Sao Paulo. 

*t Revue Suisse de Zoologie. Annales de la Societe zoologique Suisse et dn 

musee d'histoire naturelle. Genf. 

t Revue über den Inhalt des „Ertesitö", Sitzungsberichte der Medizinischen 

Sektion des Erdelyi Müzeum - Egyesület (Erdelyer Museumverein). 

Kl au sen bürg. In: Ertesitö az Erdelyi Mi'izeum-Egyesület. 

— generale de botanique. 

* Internationale Revue der gesamten Hydrobiologie und Hydrographie. 

* Rossmässler's Iconographie der Europäischen Land- und Süßwasser - 

Mollusken. Fortges. von W. Kobelt. N. F. 

Elektrotechnische Rundschau. 

Hygienische Riindscliau. 

Aerztliche Sacliverstäudig-en-Zeitung-. 
t Samiuelsclirift der mathemat. - naturwissenschaftlich - ärztlichen Section 
der Sevcenko-Gesellschaft der Wissenschaften. Lemberg. 

Sammlung' gerichtlicher Entscheidungen aus dem Gebiete der öffentlichen 
Gesundheitspflege. Siehe Veröffentlichungen des Kaiser- 
lichen Gesundheitsamtes. Beilage. 

— klinischer Vorträge. Chirurgie. — Gynaekologie. — Innere Medizin. 
*t Schriften der Naturforschenden Gesellschaft. Danzig. 

*f — des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar und der 
angrenzenden Landesteile. Donau eschingen. 

*t — der Naturforschenden Gesellschaft. D o r p a t 

*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein. Kiel. 

*f — der Physikalisch-ökonomischen Gesellschaft. Königsberg. 

*f — der Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften 
Marburg. 

*t — des Vereins zur Verbreitung naturwissenschaftl. Kenntnisse. Wien. 

* Das Scliulziuimer. 



— 247* — 

*t Science Bulletin of the Museum of the Brooklyn Institute of arts and 
sciences. Brooklyn. 

*t Scripta botanica horti Universitatis imperialis Petropolitanae. St. Peters- 
bur g. 

*t Deutscher Seoflscherei-Almanach. Hrsg. v. deutschen Seelischereiverein. 
Berlin. 

* Selenka, Studien zur Entwicklungsgeschichte der Tiere. 
Semaine medicale. 

* Semper, C, Reisen im Archipel der Philippinen. II : Wissenschaftliche 

Resultate. 

* Sibojja-Expeditie. üitg. d. M. Weber. 

*t Sitzuiig'sberichte und Abhandlungen der Naturwissenschaftlichen Gesell- 
schaft „Isis". Bautzen. 
*t — der Gesellschaft naturforschender Freunde. Berlin. 
*t — der Kgl. Preußischen Akademie der Wissenschaften. Berlin. 
*t — der niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Bonn. 
*t — der Naturforschenden Gesellschaft. Dor pat. 
*t — und Abhandlungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis". 

Dresden. 
*t — der physikalisch-medizinischen Societät. Erlangen. 
t — der Medizinischen Sektion des Erdelyi Müzeum-Egyesület (Erdelyer 
[Siebenbürgischer] Museum-Verein.) Klausenburg. Siehe Ertesitö 
az Erdelyi Müzeum-Egyesület. 
*t — der Naturforschenden Gesellschaft. Leipzig. 
*t — der Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften, 

Marburg. 
*t — der Gesellschaft für Morphologie und Physiologie. München. 
*t — der matheraat.-physikalischen Klasse der k. b. Akademie der Wissen- 
schaften. München. 
f — des Aerztlichen Vereins. München. 
t — des Aerztlichen Vereins. Nürnberg. 

t — der Kgl. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. Prag. 
t — der K.K.Akademie der Wissenschaften. Wien. 

Abtlg. I : Mineralogie, Krystallographie, Botanik, Zoologie, Paläonto- 
logie. Geologie. 
Abtlg. IIa: Mathematik, Astronomie, Physik, Meteorologie, Mechanik. 
Abtlg. IIb: Chemie. 

Abtlg. III: Anatomie und Physiologie, Theoretische Medizin. 
*t — (lei* physikalisch-medizinischen Gesellschaft. Würzburg. 
*t Det Kongelige Norske Videnskabers Selskabs Skrifter. Drontheim. 
*t Det Kong. Danske Videnskabernes Selskabs Skrifter. Memoires de l'Aca- 
demie Royale des sciences et des lettres de Danemark. Naturvid. 
og matem. Afdeling. Kopenhagen, 
t Svenska hydrografisk biologiska Kommissionens Skrifter. Stockholm. 

* Palaeontographical Society. London. 

Sorauer, P., Handbuch der Pflanzenkrankheiten. 3. Auflage. 
*t Spolia Zeylanica. Issued by the Colombo Museum. Colombo. 



— 248* — 

*t University of Toronto Studies. Anatomical — Biological — Geological — 

Pathological — Physiological — Psychological Series. Toronto. 
*t Tufts College Stadies. (Scientific Series.) Tufts College. 

t Deutsche Südpolarexpedition. Hrsg. v. Dry gal ski. 
♦f Maryland geological Survey. Baltimore. 

t Die Tätigkeit der physikalisch-technischen ßeichsanstalt. Berlin. 
*t Botanisk Tidsskrift. Kopenhagen. 
*t Entomologisk Tidsskrift. Stockholm. 

* Das Tierreicli. Hrsg. v. Schulze. 

t Tijdschrift van het K. Nederlandsch Aardrijkskundig Genootschap. 
Amsterdam. 

*t Natuurkundig Tijdsclirift voor Nederlandsch-Indie. B ata via. 

*t Tijdschrift der Nederlandsche Dierkundige Vereeniging. Ley den. 

*t Transactions of the Royal Irish Academy. Dublin. Section A: Mathe- 
matical, astronomical and physical science. — Section B : Biological, 
geological and chemical science. — Section C : Archaeology, Lin- 
guistic and litterature, 

*t Scientific Transactions of the Royal Dublin Society. Dublin. 

*t Transactions and proceedings of the Botanical Society. Edinburgh. 

*t — of the Royal Society. Edinburgh. 

*t — of the natural history Society. Glasgow. 

*t — of the Entomological Society. London. 

*t — of the Linnean Society. — Botany. — Zoology. London. 
— of the Obstetrical Society. London. 

*t — of the Zoological Society. London. 

*t Philosophical Transactions of the Royal Society. Serie A : Mathematical 
and physical sciences. Serie B: Biological sciences. London. 

*t Transactions of the Wisconsin Academy of sciences, arts and letters. 
Madison. 

*t — of the natural Society of Northumberland. Newcastle-Upon-Tyne. 

*t — of Connecticut Academy of arts and sciences. New Haven. 

*t — of the Academy of sciences. St. Louis. 

*t — of the Canadian Institute. Toronto. 

*t — and proceedings of the New Zealand Institute. (Colonial Museum.) 
Wellington. 
Medico-chirurgical Transactions. 

*t Travaux des laboratoires de la Societe scientifique. Ar each on. 

*t — de la Societe des uaturalistes. — Comptes rendus des seances. — 
Section de zoologie et de physiologic. — Section de botanique. — 
Section de geologie et de mineralogie. St. Petersburg. 

*t — rf« Musee botanique de I'Academie imperiale des sciences. [Russisch.] 
St. Petersburg. 

*t — scientifiques de I'Universite. Renn es. 
t Tabellarische Uebersicliten, betr. den Zivilstand der Stadt F r a n k f u r t a. M. 

* Die Umschau. 

*t Sveriges geologiska Uudersökniug. Stockholm. 
Die Vegetation der Erde. Hrsg. v. Engler u. Drude. 



— 249* - 

Aerztliches Vereinsblatt für Deutschland. 
*t Verhandeliugeu der K. Akademie vau Wetenschappen. Amsterdam, 
♦f Natuurkundige Verhaudeling-eu van de Hollandsche Maatschappij der 
Wetenschappen. Haarlem. 
t Nieuwe Verhandelingen van het Bataafsch Genootschap. Rotterdam, 
*t Verhandlungen der Naturforschenden Oesellschait. Basel. 

t — der Berliner medizinischen Gesellschaft. Berlin. 
*f — des botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg. Berlin. 
*-j- — des naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und West- 
falens. Bonn. 
*f — des Naturforschenden Vereins. Brunn. 
*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins. Hamburg. 
*f — des Vereins für naturwissenschaftliche Unterhaltung. Hamburg. 
*t — des naturhistorisch-medizinischen Vereins. Heidelberg. 
*t — und Mitteilungen des Siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaft. 

H e r m a n n s t a d t. 
*t — des Naturwissenschaftlichen Vereins. Karlsruhe. 
t — der Medizinischen Gesellschaft. Leipzig. 
*t — der Ornithologischen Gesellschaft. München. 
*t — der Russisch-Kaiserlichen Mineralogischen Gesellschaft. St. Peters- 
burg. 
t — des Vereins für Natur- und Heilkunde. Pres bürg. 
*t — des deutschen wissenschaftlichen Vereins. Santiago de Chile. 
*t — der K. K. geologischen Reichsanstalt. Wien. 
*t — d^r K' K. Zoologisch-botanischen Gesellschaft. Wien'. 
*t — der Physikalisch-medizinischen Gesellschaft. Würzburg. 
f — der Anatomischen Gesellschaft. Siehe Anatomischer Anzeiger. 
Erg.-Heft. 

— der deutschen Pathologischen Geseilschaft. Siehe Zentralblatt 
für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie. Erg.-Heft. 

* — der Deutschen zoologischen Gesellschaft. 

* — der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte. 

*t — der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft. Actes de la 
Societe Helvetique des sciences naturelles. 
t — des deutschen Geographentages. 

— des Kongresses für innere Medizin. 
Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes. Berlin. 

— — Beihefte: Arbeiten a. d. Kaiserlichen Gesundheitsamte; Medizinal- 

statistische Mitteilungen. 

— — Beilage : Auszüge aus gerichtlichen Entscheidungen usw. ; Samm- 

lung gerichtlicher Entscheidungen usw. 
— aus dem städtischen Völkermuseum. Frankfurt a. M. 
*t Verslag van de gewoue vergaderingen der Natuurkundige Afdeeling der 
K. Akademie van Wetenschappen. Amsterdam. 
t Verslagen der algemeene vergaderingen van het Indisch Genootschap. Haag. 

* Wöchentliches Verzeichnis der erschienenen und vorbereiteten Neuigkeiten 

des deutschen Buchhandels. 



— 250* — 

*t Vierteljahrsschrift der Naturforschenden CJesellschaft. Zürich. 

— für gerichtliche Medizin und öSentliches Sanitätswesen. 

— für öfientliche Gesundheitspflege. 
Das Wetter. 

f Davoser Wetterkarte. Hrsg. v. Kurverein D a v o s. 
Berliner klinische Wochenschrift. 
Berliner tierärztliche Wochenschrift. 
Deutsche medizinische Wochenschrift. 
Deutsche zahnärztliche Wochenschrift. 

* Wochenschrift für Aquarien- und Terrarienkunde. 
Münchener medizinische Wochenschrift. 

* Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 
Wiener klinische Wochenschrift. 

Wiener medizinische Wochenschrift. Und Beiblatt: Der Militärarzt. 

* Zoologisches Wörterbach. Hrsg. von Ziegler. 

*t Yearbooli of the U. St. Department of agriculture. Washington. 

*f Berliner entomologische Zeitsclirift. Hrsg. von dem Entomologischen 
Verein. Berlin. 

*t Zeitschrift der deutschen Geologischen Gesellschaft. Berlin. 
t — der Gesellschaft für Erdkunde. Berlin. 

*f Deutsche entomologische Zeitsclirift. Hrsg. von der deutschen Entomo- 
logischen Gesellschaft. Berlin. 

*f Zeitsclirift für Fischerei. Hrsg. im Auftrage des Deutschen Fischerei- 
Vereins. Berlin. 

*f — des Mährischen Landesmuseums. Brunn. 

*t Jenaische Zeitschrift für Naturwissenschaft. Hrsg. von der medizinisch- 
naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Jena. 

*t Zeitschrift der naiurwissenschaftl. Abteilung der deutschen Gesellschaft 
für Kunst und Wissenschaft. Posen. 

*t Landwirtschaftliche Zeitschrift für Üsterreichisch-Schlesien. Organ des 
naturwissenschaftlichen Vereins. T r o p p a u. 

* Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins. 
Deutsche Zeitschrift für Chirurgie. 

Elektrotechnische Zeitsclirift. 
Frankfurter Zeitschrift für Pathologie. 
Zeitsclirift für aerztliche Fortbildung. 

— für analytische Chemie. 

— für Biologie. 

— für Botanik. 

— für den physikalischen und chemischen Unterricht. Und Sonder- 
hefte: Abhandlungen zur Didaktik und Philosophie der Natur- 
wissenschaft. 

— für Elektrochemie. 

* — für Ethnologie. 

— für Geburtshilfe und Gynaekologie. 

* — für Gletscherkunde, für Eiszeitforschung und Geschichte des Klimas. 

— für Instrumentenkunde. Und Beiblatt: Deutsche Mechaniker-Zeitung. 



- 251* — 

Zeitschrift für klinische Medizin. 

— für Krebsforschung. 

* — für Krystallographie. 

* — für Naturwissenschaften. 

— für physikalische Chemie. 

* — für praktische Geologie. 

— für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane. I. II. 

— für Tiermedizin 

— für Urologie. 

— für Versicherungsmedizin. 

* — für 'wissenschaftliche Zoologie. 
Meteorologische Zeitschrift . 
Physikalische Zeitschrift. 

•'t Entomologische Zeitimg. Hrsg. v. Entomologischen Verein. Stettin. 
Botanische Zeitung. 

* Biologisches Zentralblatt. 
Botanisches Zentralhlatt. Dazu Beihefte. 
Chemisches Zentralblatt. 

Zentralblatt für allgemeine Gesundheitspflege. 

— für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie. Und Erg.- 
Heft : Verhandlungen der deutschen pathologischen Gesellschaft. 

— für Bakteriologie. I. Abtlg. 

— für Bibliothekswesen und Beihefte. 

— für Chirurgie. 

— für Gynaekologie. 

— für innere Medizin. 

* — für Mineralogie. 

— für Physiologie, Und Beiblatt : Bibliographia physiologica. 

— für praktische Augenheilkunde. 
Literarisches Zeiitralblatt für Deutschland. 
Neurologisches Zentralblatt. 

* Zoologisches Zeutralblatt. 

* Zoolog-ica. Hrsg. v. C. Chun. 

Statistische Zusaniinenstelhmgen über Blei. Kupfer, Zink, Zinn, Alumi- 
nium, Nickel, Quecksilber und Silber. Hrsg. von der Metallgesellschaft 
und der Metallurgischen Gesellschaft A.-G. Frankfurt a. M. 



'^m- 



II. Teil 



Wissenschaftliche Mitteil ungen 



Senckenberg und seine Stiftung. 

Vortrag, gehalten in der wissenschaftlichen Sitzung der Sencken- 
bergischen Naturforschenden Gesellschaft am 17. Oktober 1908 

von 

Archivdirektor Professor Dr. Rudolf Jung. 



Das Andenken an unseren großen Stifter Senckenberg 
ist gerade in den letzten Jahren, mit denen eine neue, lioffnuugs- 
volle Epoche in der Geschichte seiner Stiftung eingetreten ist, 
öfters in festlichen Versammlungen wachgerufen worden ; uns 
allen stehen noch die Feier des zweihundertsten Geburtstags 
und die Einweihung des Bibliothekgebäudes, die B^'eier der Er- 
öffnung des nach Senckenberg genannten naturgeschichtlicheu 
Museums in lebendiger Erinnerung. Als der Vorstand zu Beginn 
dieses Winters, da das letzte Senckenbergische Institut, die Ana- 
tomie, seinen Neubau bezieht, den ersten Vortragsabend der 
dankbaren Erinnerung an den Stifter zu widmen beschloß, bin 
ich gern dem ehrenvollen Rufe gefolgt, in diesem mir sonst 
fremden Kreise über unseren Senckenberg zusprechen; denn 
nicht den Ärzten, nicht den Naturforschern allein gehört sein 
uns allen teurer Name an; Frankfurts berühmtester Stifter ist 
eine eminent historische Persönlichkeit für unsere Stadt ge- 
worden ~ die Geschichte ihres geistigen Lebens verdankt ihm 
und den Anregungen, die von seiner Stiftung ausgegangen sind, 
unendlich viel, 

Sie hat es herrlich weit gebracht in den letzten Jahren. Die 
beidenTeile, das Wissenschaftlicheinstitut mit seinen verschiedenen 
Anstalten und das Krankenhaus haben die von dem Stifter mit 
so großer Liebe und mit so reicher Zukunftshoffnung errichteten 
Räume am Eschenheimer Tor verlassen, um an gesonderten 
Stellen ihre humanen und wissenschaftlichen Aufgaben fernerhin 

X* 



_ 4 — 

zu erfüllen. In das alte Stiftungsgebäude, das gottlob erhalten 
bleibt und in seiner schlicht vornehmen Erscheinung noch lange 
Jahre an den Bürgersinn des Stifters erinnern wird, sind In- 
stitute und Vereine eingezogen, deren Wirken auch ein gemein- 
nütziges ist, wie es das Wirken seines Erbauers war. Das neue 
große Krankenhaus am Friedhof, das neue Bürgerspital, wird 
in umfassenderer Weise als bisher seiner humanitären Bestim- 
mung gerecht werden können ; die wissenschaftliche Tätigkeit der 
Stiftung aber wird in den neuen, prachtvollen Räumen an der 
Viktoria-Allee im Westen der Stadt einer neuen Blüte entgegen- 
gehen in der Zusammenarbeit mit der Akademie und den er- 
weiterten medizinischen Anstalten unserer Stadt. Seuckenbergs 
irdische Überreste sind von der verödeten Stätte am Eschen- 
heimer Tor nach dem neuen Krankenhaus verbracht worden, 
und auch der Zeitgenosse des Stifters, der alte Eibenbaum, in 
dessen Schatten er sich wohl oft seines fortschreitenden Baues 
gefreut haben mag, ist mit der Wissenschaft nach AVesten ge- 
wandert. Wenn heute der Geist des Stifters herniederstiege, 
er würde dankbar anerkennen, daß die Nachkommen in anderer, 
großartigerer Weise, als er gehofft hatte, seine Stiftung aus- 
gebaut haben. 

Kaum länger als ein Jahrhundert hat Senckenbergs Familie 
unserer Stadt angehört, eigentlich nur in zwei Generationen. 
Im siebzehnten Jahrhundert ist sie aus Troppau nach Friedberg 
eingewandert. Johann Hartmann Senckenberg, der Vater 
des Stifters, Physikus und Ratsherr in Friedberg, war in erster 
Ehe mit einer Tochter des Frankfurter Arztes vandenBirghden 
verheiratet; er ließ sich 1688 in der Heimat seiner Frau nieder 
und brachte es hier in seinem ärztlichen Berufe zu den höch- 
sten Ehren; er ist 1730 als Physicus primarius gestorben. 
1703 hatte er in zweiter Ehe die Tochter des Ratsschreibers 
Raum bürg er geheiratet, und aus dieser Ehe sind die drei so 
bedeutenden, aber in ganz verschiedenen Richtungen hervor- 
ragenden Brüder Senckenberg hervorgegangen. Der Vater war 
ein hochgebildeter, hochachtbarer Mann, mild und friedliebend 
bis zur Schwäche. Gern würden wir auch in der Mutter die 
liebenswerten Züge unseres Senckenberg wiederfinden ; aber nach 
den Aufzeichnungen des sanften Ehegatten, der schon nach 
wenigen Monaten des ehelichen Zusammenlebens glaubte, von 



— 5 — 

Gott dem Satan übergeben zu sein, und nach den Mitteilungen 
des Sohnes, der es am längsten bei dieser Mutter aushielt, 
unseres Stifters, muß diese Frau geradezu eine Megäre gewesen 
sein. So hatten die drei Brüder eine traurige Jugend im ewigen 
Streite des Elternhauses; der älteste kam nach auswärts zur 
Erziehung; der zweite, unser Senckenberg, war der Liebling 
des Vaters, aber für die Mutter ein Gegenstand des Hasses — 
und daraus sind so manche Eigenheiten seines Wesens verständ- 
lich — der dritte war der verzogene Liebling der Mutter und 
er hat der Erziehung dieser Furie in seinem späteren Leben 
volle Ehre gemacht. 

Der älteste, 1704 geborene Sohn, Heinrich Christian, wurde 
einer der berühmtesten Rechtsgelehrten des achtzehnten Jahr- 
hunderts. Schon frühe wurde er den widrigen Eindrücken des 
Elternhauses und bald auch seiner Vaterstadt entrückt ; er gehört 
weniger Frankfurt, als der großen deutschen Welt seiner Zeit an. 
Er studierte die Rechte, übte aber die Praxis als Advokat nur 
kurze Zeit in Frankfurt aus. Hier aber begann er seine rechts- 
geschichtlichen und verfassuugsgeschichtlichen Studien; der Um- 
gang mit Orth, dem gelehrten Erklärer des Frankfurter Rechtes, 
die Bibliothek des Patriziers Zacharias Konrad von Uffen- 
bach, das Studium der Lersuerschen Chronik gaben ihm reiche 
Anregung und Gelegenheit zum Studium der heimischen Rechts- 
geschichte ; ihm verdankt man die erste wissenschaftlich-kritische 
Urkundenveröffeutlichung zur Geschichte seiner Vaterstadt, die 
Seiecta juris et historiae, in denen er 1734 eine Reihe wichtiger, 
auch von Lersner nicht gekannter oder nicht beachteter 
Quellen zur Frankfurter Geschichte veröffentlichte. 1735 wurde 
er an die neugegrüudete Universität Göttingen berufen, 1738 
kam er nach Gießen ; an beiden Hochschulen war er eine Zierde 
des Professorenkollegiums. 1744 folgte er einem Rufe als Mit- 
glied des Reichshofrates nach Wien; es war die kaiserliche 
Behörde, welche die Angelegenheiten der Reichsstände zu be- 
arbeiten hatte und die eigentliche Regierung des Reiches bildete. 
In dieser hohen, einflußreichen Stellung verblieb er bis zu sei- 
nem Tode 1768; so hoch er auch stieg, er hat seiner Vaterstadt 
und seiner Familie stets eine treue Anhänglichkeit bewahrt. 

Diesem hochachtbaren Charakter, dieser sympathischen 
Persönlichkeit stelle ich gleich den jüngsten Bruder, den 17J7 



— 6 -- 

geboreneu Johann Erasmus, gegenüber. Nur für Frankfurt 
ist er von Bedeutung — aber von welcher Bedeutung! Auch er 
wurde wie der älteste Bruder Jurist, Advokat und, noch nicht 
dreißig Jahre alt, Senator; der Eintluß des Bruders bei den 
herrschenden Patriziern hat ihm früh zu dieser Stellung ver- 
holfen. Er war ein scharfer juristischer Kopf — und das ist 
das einzig Grute an ilim gewesen; denn sein privates Leben 
war ein Schand- und Luderleben sondergleichen, seine öffent- 
liche Tätigkeit eine Kette der größten Gemeinheiten und Ver- 
brechen. Am meisten hatten die darunter zu leiden, die ihn 
gerufen liatten: schonungslos deckte er die Mißbräuche der 
Verwaltung auf, welche die herrschenden Geschlechter und ihr 
Anhang unter den Beamten sich zu Schulden kommen ließen ; in 
manchen Dingen war seine Kritik berechtigt und von Nutzen, 
in den meisten Anklagen aber schoß er weit über das Ziel hinaus, 
und in seinen Mitteln war er oft von infernalischer Bosheit. 
Als Kriegk im Jahre 1869, also kurz nach der so schmerzlich 
von der alteingesessenen Bürgerschaft empfundenen Einverlei- 
bung unserer Stadt in die Preußische Monarchie, seine Lebens- 
beschreibung der Brüder Senckenberg herausgab und zum ersten 
Male die Polemik des Senators Senckenberg gegen seine Rats- 
genossen ausführlich schilderte, waren viele Altfrankfurter 
höchst unangenehm davon berührt, daß er die gute alte Zeit 
der Reichsstadt in ihren Schattenseiten, in ihrer Korruption so 
schonungslos aufgedeckt hätte zur Freude aller derer, die sie 
mit anderen, mit weniger günstigen Augen betrachteten als die 
Einheimischen. Mit Unrecht, Kriegk hat Senckenberg durchaus 
nicht als die typische Persönlichkeit eines Frankfurter Rats- 
herrn hingestellt, er hat auch an seinen Angaben hinreichende 
Kritik geübt; die damalige Verwaltung war gewiß keine ideale, 
in mancher Hinsicht eine Mißwirtschaft, aber es wäre ganz 
falsch, sie nach den Aussagen dieses Senckenberg beurteilen zu 
wollen: sie war nicht schlechter, freilich auch nicht besser als 
die der anderen Reichsstädte. Erst 1761 wagte man, den Senator 
Senckenberg von seinem Amte zu suspendieren: man mußte 
Rücksicht nehmen auf seinen Bruder Reichshofrat, der ja Mit- 
glied der Behörde war, welche von Wien aus scharfe Aufsicht 
über die Stadt übte, der Behörde, welche gar leicht geneigt war, 
in den fortw^ährenden Streitigkeiten zwischen dem Rate und den 



_ 7 — 

neuen bürgerlichen Vertretungen zu deren Gunsten einzugreifen. 
Mehrere Jahre nach der Suspension erfolgte die Gefangensetzung 
Senckenbergs, um den Gegner endlich mundtot zu macheu : von 
1769 bis an sein Lebensende, sechsuudzwanzig lange Jahre, ver- 
brachte er auf der Hauptwache : Erasmus Senckenberg ist der 
dauerhafteste und interessanteste Gefangene unserer kleinen 
Frankfurter Bastille gewesen. 

Zwischen den beiden so verschiedenen juristischen Brüdern 
steht der Arzt, unser im Jahre 1707 geborener Johann Chri- 
stian Senckenberg. Der äußere Gang seines Lebens ist rasch 
erzählt. Von Jugend auf unter dem Einflüsse des Vaters war 
das Interesse für die Naturwissenschaften vorherrschend ; er hat 
die Heilkunde studiert, mehr als Autodidakt wie auf Hochschulen. 
Der Rückgang des väterlichen Vermögens und der Tod des 
Vaters waren der regelmäßigen Ausbildung auf der Universität 
hinderlich. Er promovierte 1737 in Göttingen; er ist der erste 
medizinische Doktor der Georgia Augusta gewesen. Es war nicht 
sein Streben, rasch zu einer Praxis zu kommen, so sehr ihn 
die geldbedürftige Mutter auch dazu drängte. Mit heißem Be- 
mühen suchte er die gesamten Naturwissenschaften der Zeit 
kennen zu lernen und mit nicht geringerem Eifer suchte er 
sich mit den religiösen Fragen auseinanderzusetzen, welche seine 
Zeit bewegten. Die Frankfurter Gesellschaft etwa der Jahre 
1730 — 1740, die entscheidend für die Ausbildung der Persön- 
lichkeit unseres Senckenberg gewesen sind, war eine geistig 
sehr regsame, und gerade das Studium der Natur wurde damals 
in den besseren Kreisen eifrig betrieben ; aber auch die Be- 
schäftigung mit den göttlichen Dingen war als Nachwirkung 
von Speners Tätigkeit sehr lebhaft; es war eine der Absonde- 
rung von der offiziellen Kirche, der Sektenbildung geneigte Zeit: 
auch in unserer Gegend hat damals Graf Ziuzendorf zahl- 
reiche Anhänger geworben. So wurde Senckenberg durch sein 
Studium ein Arzt von umfassenden Kenntnissen, durch seine 
Beschäftigung mit religiösen Fragen ein frommer, edler Mensch, 
allerdings nicht im Sinne des Kircheuglaubens seiner Mit- 
bürger, denn diesem stand er in wesentlichen Dingen ablehnend 
gegenüber. 

„Ich bete Gott an, keinen Pfaffen, auch mich selbst nicht, 
bete auch keine ungerechte Obrigkeit an, sage den Leuten: 



— 8 — 

wollen sie zurecht kommen, müssen sie sich von den Pfaffen 
zu Gott bekehren und ihre Glückseligkeit in sich selbst suchen, 
den lebendigen Gott ohne Kirchengötzen anbeten." Oder auch: 
„Man zankt um den Glauben, der nicht Gottes Glauben, sondern 
ein Pfaffengedichte ist .... ist der Glaube gut und Gottes- 
werk, so ist er nie ohne Liebe, welche ist basis christianismi". 
In solchen und noch schärferen Wendungen bekämpfte er die 
Autorität der Geistlichkeit und der herrschenden Kirche. 

In Senckenbergs Tagebüchern liegt seine wissenschaftliche 
und seine seelische Entwickelung offen vor uns: wir lernen an 
dieser Aussprache der innersten Gedanken vor sich selbst das 
Suchen der Zeit, das Ringen nach Ausbildung der Persönlich- 
keit, nach einer Weltanschauung kennen an einem hochgebilde- 
ten, im besten Sinne human denkenden Manne, der innerlich 
vereinsamt die öffentliche Betätigung scheute und als Eigen- 
brödler seine besonderen Wege wandelte. Sie haben ihn, der 
für keine Angehörigen zu sorgen hatte — seine drei Frauen 
und zwei Kinder sind vor ihm gestorben — mau möchte sagen 
mit Notwendigkeit zu seiner Stiftung geführt : klar erkannte er 
die Mängel der ärztlichen Bildung seiner Zeit und die Notwen- 
digkeit, ihnen im Interesse der öffentlichen Wohlfahrt abzu- 
helfen; den Willen zum Helfen aber schuf ihm seine religiöse, 
humane Gesinnung und die Mittel der glänzende Erfolg seiner 
ärztlichen Praxis; an ihm hat sich das alte Wort als wahr er- 
wiesen: dat Galenus opes. 

Es darf nicht verschwiegen werden, daß dem lichten Bilde 
des Mannes auch reichliche Schatten nicht fehlten. Die scharfe 
kritische Betrachtung seiner Zeit und seiner Zeitgenossen hat 
ihn oft zu ungerechten Urteilen geführt: die Duldsamkeit gegen 
andere Ansichten war nicht seine starke Seite, und seinen 
Feinden war er ein ehrlicher, dauerhafter Hasser. Besonders 
verdächtig waren ihm Leute in hoher amtlicher Stellung, und 
leicht war er geneigt, wenn ihm ihr Verhalten nicht gefiel, un- 
lautere Beweggründe zu suchen. Männer wie Goethes mütter- 
lichen Großvater, den Stadtschultheißen Textor, konnte er nicht 
verstehen, wenn sie nicht mit fester Hand, sondern schwankend 
und sich windend zwischen den Anforderungen der politischen 
Mächte das Staatsschiff lenkten; rasch war er bei der Hand, 
ihnen Verrat und Bestechung vorzuwerfen. Mit ätzendem Spotte 



— 9 — 

bedachte er die herrschenden Patrizier, deren Übermut in kei- 
nem Verhältnis zu ihren geistigen Fähigkeiten und praktischen 
Leistungen stand; aber auch für den selbstbewußten Stolz des 
seif made man, der aus niederem Stande sich emporgearbeitet 
hatte, wie Goethes väterlicher Großvater, der Weidenhof wir t, 
fehlte ihm das Verständnis; ebenso wenig hat er sich in der 
Bewertung der politischen Emanzipationsbestrebungen der nicht- 
gleichberechtigten Einwohner, der Reformierten, Katholiken und 
Juden, über das Durchschnittsmaß seiner Zeit- und Bildungs- 
genossen erhoben; von der Verwaltung seines Instituts hat er 
die Katholiken und Juden, von der Aufnahme in sein Kranken- 
haus die Juden ausgeschlossen und damit durchaus in den An- 
schauungen seiner Zeit gehandelt. 

Bei seinen Mitbürgern war Senckenberg geachtet, aber 
nicht beliebt; man bespöttelte seine Eigenheiten, man fürchtete 
seine scharfe Zunge. Wenn er wirklich so gesprochen hat, wie 
er schrieb, dann haben die Zeitgenossen mit Recht seinen bit- 
tern Spott gescheut. Zur kritischen Veranlagung, zur freudlosen 
Jugend kamen noch üble Erfahrungen, kam auch der Schmerz 
über seinen jüngeren Bruder Erasmus: wenn er auch im Grund 
seines Herzens dessen Kampf gegen patrizische Mißwirtschaft 
gebilligt haben mag, so mußte er doch seine skrupellose Kampfes- 
weise und besonders sein liederliches Leben verabscheuen. In 
seinen täglichen Aufzeichnungen hat Senckenberg der Verbitte- 
rung und der Verachtung vieler seiner Mitmenschen freiesten 
Lauf gelassen und somit eine unglaubliche Chronique scandaleuse 
des Frankfurt aus Goethes Jugendzeit zusammengeschrieben; 
eine Reihe von Moment- und Stimmungsbildern, die gar er- 
götzlich zu lesen, aber nur mit vorsichtigster Kritik zu ver- 
werten sind. Ihre erfreulichste Seite ist entschieden der stach- 
liche Witz und Humor, der alle Blätter durchweht; ihn lassen 
ja auch so manche der Bestimmungen erkennen, die er bis in 
geringfügige Einzelheiten für seine Stiftung niederschrieb; wir 
finden ihn sogar auf dem Stock in seinem Schlafzimmer, in den er 
die Inschrift eingegraben hatte : Instrumentum pacis domesticae. 

Sein äußerer Mensch ist uns allen aus der Schilderung 
Goethes bekannt: „Er war immer sehr nett gekleidet, und man 
sah ihn nie anders auf der Straße als in Schuh und Strümpfen 
und einer wohlgepuderten Lockenperü-cke, den Hut unterm Arm ; 



— 10 — 

so ging er schnell, doch mit einem seltsamen Schwanken vor 
sich hin, so daß er bald auf dieser, bald auf jener Seite der 
Straße sich befand und im Gehen ein Zickzack bildete. Spott- 
vögel sagten, er suche durch diesen abweichenden Schritt den 
abgeschiedenen Seelen aus dem Wege zu gehen, die ihn in 
gerader Linie wohl verfolgen möchten". Nach dieser Schilderung 
ist er von Stein hau sen auf der Schillerstraßen-Fassade des 
Cafe Bauer abgebildet. Scherz und Spott seien verstummt und 
haben sich in Ehrfurcht verwandelt, so schließt Goethe seine 
Schilderung-, als er die Stiftung machte, „deren keine Akademie 
sich hätte schämen dürfen". 

Es hat aber doch länger gedauert, bis diese Ehrfurcht 
allgemein wurde. Als die Absicht seiner Stiftung schon bekannt 
war, hatte Senckenberg häutig Gelegenheit, über mangelndes 
Verständnis, ja über Anfeindung deshalb zu klagen. Er ließ 
sich nicht beirren: „Der Gute muß sich genügen lassen, gut 
gehandelt zu haben, und nicht darnach fragen, ob die Menschen 
dankbar oder undankbar sind", oder auch: „In meiner Vater- 
stadt ist mir Böses widerfahren, die Wissenschaft wird dort 
nicht geachtet, die Guten sind gehaßt und die Bösen geschützt : 
aber weil Gott geboten hat, den Feinden Gutes zu tun, so will 
ich meinen Mitbürgern und ihren Nachkommen mich so erweisen, 
daß ich Böses mit Gutem vergelte". Für diese Ethik Sencken- 
bergs hatten die Frankfurter Zeitgenossen kein Verständnis, 
und ebenso wenig für seinen Idealismus, der sich durch keine 
üble Erfahrung abschrecken ließ ; sie spotteten über seine Stif- 
tung, sie bezichtigten ihn der Eitelkeit : es mag allerdings sein, 
daß der Stifter von seinem Lebenswerk mehr sprach, als viel- 
leicht notwendig und gut war. Verfolgt man in den städtischen 
Akten die Vorgänge nach dem Tode des Stifters, die Aufstel- 
lung seines Nachlasses und die Verhandlungen der ersten Ad- 
ministratoren mit der Stadt, so wird mau peinlich berührt von 
dem Mißtrauen, welches die Behörden bei diesen Geschäften 
zeigten. Daß sie gerade die Schriftstücke Senckenbergs beschlag- 
nahmten, die sich am schärfsten über die Politik des Rates im 
Siebenjährigen Kriege aussprachen, ist noch am ehesten ver- 
ständlich. 

Die Stiftung bestand aus zwei verschiedenen Teilen, dem 
Medizinischen Institut und dem Kraukenhause. Das Institut lag 



— 11 — 

dem Stifter am meisten am Herzen; der Stiftlingsbrief vom 
18. August 1763 bestimmte ihm zwei Drittel und nur ein Drittel 
zur Verteilung au arme Kranke. Erst der Zusatzbrief vom 
16. Dezember 1765 ordnete die Verwendung dieses Drittels für 
die Errichtung eines Spitales für Bürger und Beisassen an: 
ein solches fehlte damals noch in der Stadt; denn das alte 
Hospital zum Heiligen Geist diente nur der Aufnahme fremder 
Kranker. Dem Institut blieb seine Hauptsorge zugewendet; 
seine Entstehung und Zukunft zu sichern, war sein fortwäh- 
rendes Mühen und Sorgen, denn er zweifelte nicht daran, daß 
sein Krankenhaus durch weitere Stiftungen seiner Mitbürger 
gedeihen werde; er war dieser Hoffnung so sicher, daß er an 
dem Gebäude die lateinische Inschrift mit den Worten schloß: 
civium muuiticentia ampliflcatum. 1770 ließ er den Stiftungs- 
brief und die Zusätze für die Öffentlichkeit drucken; es darf 
bemerkt werden, daß der Stifter der Öffentlichkeit, d. h. der 
Gesamtheit der Bürgerschaft im Gegensatze zur Administration 
und auch zur Regierungsbehörde, eine weitgehende Kontrolle 
gewahrt wissen wollte. Die Vorrede des Stifters und die Begleit- 
worte des Neffen sind ein schönes Denkmal der Liebe des Stif- 
ters zu seiner Vaterstadt und den Mitmenschen — er wolle sich 
dankbar erweisen für alle Wohltaten, die er in seiner Vater- 
stadt genossen habe, so sagt er in der Vorrede — aber auch 
ein schönes Denkmal der hohen uneigennützigen Gesinnung dessen, 
dem nach dem üblichen Erbgang das Vermögen hätte zufallen 
müssen, des Freiherrn Eenatus von Senckenberg, des 
würdigen Sohnes des Reichshofrats. 

Ursprünglich war das Senckenbergische Haus in der Hasen- 
gasse als Stiftungsgebäude in. Aussicht genommen; als aber der 
Zweck der Stiftung durch das Krankenhaus erweitert wurde, 
kaufte Senckenberg im Jahre 1766 das große Gelände am 
Eschenheimer Tor au. Zunächst baute er die Anatomie, das 
Laboratorium und das Gewächshaus; er legte den Botanischen 
Garten an und ordnete seine Bibliothek und seine Sammlungen 
— alles zugunsten seines Instituts; erst dann begann er den 
Bau des Hauptgebäudes, des Spitals. Seine Vollendung sollte er 
nicht mehr erleben; am 15. November 1772 nachmittags vier Uhr 
stürzte er bei der Besichtigung des gerade fertig gewordenen 
Spitaltürmchens ab und brach das Genick. Seine Leiche war 



— 12 — 

die erste, die in der Anatomie der Stiftung seziert wurde; sei- 
nem Wunsche gemäß wurde sie im Stiftsgarten bestattet. Das 
Spital konnte erst am 21. März 1779 eingeweiht werden. 

Keine Akademie hätte sich der Senckenbergischen Anstalten 
zu schämen brauchen, hat Goethe gerühmt. Mit welchen Mitteln 
hat dies der Stifter zuwege gebracht ? Wenn wir sie vergleichen 
mit den Mitteln, die heute auf große Stiftungen verwendet 
werden, dann springt der Wandel der Zeiten im Wert des 
Geldes, im Wachstum der Erfordernisse der Wissenschaft in 
die Augen. Als Senckenberg sein der gesamten medizinisch- 
naturwissenschaftlichen Forschung dienendes Institut gründete, 
standen ihm sein Haus in der Hasengasse und 95000 Gulden 
Kapital zur Verfügung ; von diesem Kapital sollte noch ein 
Drittel für die Krankenpflege abgehen. Immerhin machte das 
Vermächtnis nach dem Wert der gestifteten Summe auf die 
Mitbürger den Eindruck wie etwa heute eine mehrfache Mil- 
lionen-Stiftung. Zehn Jahre später, kurz nach dem Ableben 
des Stifters, ergab die erste Aufnahme- des Stiftungsvermögens 
ein Kapital von 116 555 Gulden 46 Kreuzern und das Gelände 
vom Eschenheimer Tor an bis zur Radgasse mit den Gebäuden. 
1789 belief sich das Kapital schon auf 273000 Gulden: dem 
Hospital waren inzwischen 142000 Gulden, dem Institut aber 
nur 7000 Gulden aus der Bürgerschaft zugewendet worden. 
Mit anderen Worten: je mehr das Interesse am Spital zunahm, 
um so geringer erzeigte sich das für das Institut; Senckenberg 
hatte dies richtig vorausgesehen. 

Ich möchte hier nicht die Geschichte des Krankenhauses 
schildern; ich beschränke mich darauf, festzustellen, daß es mit 
Hilfe der Bürgerschaft, deren Kranke es ja aufnehmen sollte, 
erfreulich gedieh, daß eine große Anzahl hervorragender Frank- 
furter Ärzte dort ihre praktische Ausbildung erfahren hat. 
Ein Jahrhundert hat das alte, von Senckenberg erbaute Haus 
dem Bedürfnis genügt; erst 1871 — 1875 entstand mit städ- 
tischer Beihilfe das neue Gebäude auf dem östlichen Teil des 
Geländes, das die Stiftung in der ersten Hälfte des neun- 
zehnten Jahrhunderts nach und nach hinzugekauft hatte. Nach 
drei Jahrzehnten schon waren auch diese Räume zu eng 
und den Anforderungen der heutigen Wissenschaft nicht mehr 
genügend. 



— 13 — 

Werfen wir eiiieu Blick auf die Eutwickelung des Insti- 
tuts und betrachten wir einige Episoden seiner Geschichte näher, 
die seinen Anteil am geistigen Leben der Stadt beleuchten. 

Wie in ganz Deutschland, so hat auch in unserer Stadt 
gegen das Ende des siebzehnten Jahrhunderts das geistige Leben 
einen mächtigen Aufschwung genommen ; es ist das Zeitalter von . 
Leibniz, der in seiner enzyklopädischen Allseitigkeit der her- 
vorragendste Vertreter der öelehrsamkeit jeuer Zeit ist. Die meist 
lateinisch geschriebenen Werke der damaligen Gelehrten sind 
freilich nicht tief tu das Volk eingedrungen; aber für die ge- 
bildeten Kreise sind sie doch fruchtbar gewesen. Auch unsere 
Stadt hat um die Wende des siebzehnten und achtzehnten Jahr- 
hunderts eine Anzahl von Gelehrten aufzuweisen, von denen 
reiche Anregungen auf die geistige Betätigung ihrer Mitbürger 
ausgegangen sind. Der Theolog Speuer, der Sprachforscher 
und Historiker Hiob Ludolf, der Chronist Achilles August 
von Lersner und der Bücher- und Handschriften -Sammler 
Zach arias Konrad von Uffenbach gehören dieser Zeit an. 
Auch die Naturforschung im weitesten Sinne fand damals einige 
hervorragende Vertreter. Schon Ende des siebzehnten Jahrhun- 
derts verlangte Jakob Bender von Bienenthal einen bota- 
nischen Garten für Frankfurt, teils zur Förderung der Heil- 
kunde, teils als Erholungsort für die Bürgerschaft — eine 
Forderung, der erst nach zwei Jahrhunderten in unserem 
Palmengarten volle Befriedigung geworden ist; gegen 1700 legte 
der naturwissenschaftlich gebildete Bibliothekar Waldschmidt 
die Sammlungen der Stadtbibliothek an, die sich auch auf 
naturwissenschaftlich interessante Gegenstände erstreckten ; und 
etwas später entstand die große Privatsammlung Johann 
Friedrichs von Uffenbach von Naturalien und physika- 
lischen Instrumenten. Derselbe Uffenbach, ein Bruder des Bücher- 
sammlers, vereinigte gleichstrebende Freunde in einem Kränz- 
chen, welches sich vorzugsweise mit naturwissenschaftlichen 
Forschungen befaßte. Verbreitete sich auch so das Interesse 
an der Naturkunde in weiteren Kreisen, das Interesse an der 
Wissenschaft, deren praktische Bedeutung jedermann begriff, 
da ihre Förderung zugleich Förderung der Heilkunde war, so 
fehlte doch hier wie auf anderen Gebieten die zielbewußt ge- 
leitete Zusammenarbeit. Ihr nun wollte Senckenberg für den 



— 14 - 

engen beruflichen Kreis seiner Kollegen, der Ärzte, in seinem 
Institut ein eigenes Organ schaffen, der „Wissenschaft einen 
Tempel" errichten, wie seine eigenen Worte lauteten. Das Kol- 
legium der Frankfurter Ärzte sollte seine Anstalten und Samm- 
lungen verwalten und verwenden zur Verbesserung der Gesund- 
heitspflege in der Stadt, zur Ausbildung und Hebung des ärzt- 
lichen Standes — so etwa hat Senckenberg die teils praktische, 
teils wissenschaftliche Arbeit seines Institutes bestimmt. Seine 
Entwickelung hat die Erwartung des Stifters nicht erfüllt: es 
hat die Teilnahme der Bürgerschaft nicht gefunden, und seine 
Mitglieder haben nicht im Sinne Senckenbergs zusammengear- 
beitet. Es bedarf noch der näheren Aufklärung, wie weit die 
Schuld liegt an ungünstigen Zeitverhältnissen, zumal an den 
Kriegsjahren zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts, wie weit 
an Personen, wie weit an ungeeigneter Verwendung der Geld- 
mittel und auch an den allzu engen Bestimmungen, die der 
Stifter getroffen hatte. Kurz, die Entwickelung war eine un- 
befriedigende, ungleiche. Auf den Verlust der reichsstädttschen 
Unabhängigkeit im Jahre 1806 folgte die Herrschaft des Für- 
sten Primas Karl von Dal b erg. So peinlich die Erinnerung 
an die politische Tätigkeit dieses Fürsten ist, so erfreulich ist 
die Erinnerung an seine Maßnahmen und Versuche, der Stadt 
ein neues geistiges Leben einzuhauchen; das sind Säkularfeiern, 
die wir mit bestem Gewissen begehen können, ohne daß wir 
alles zu billigen brauchen, womit der Fürst unsere Urgroßväter 
beglücken und geistig heben wollte. In allen darauf abzielenden 
Erwägungen jener Zeit, nicht nur in denen des Landesherrn, 
spielte das Institut Senckenbergs als Kiistallisationspuukt für 
ihm verwandte Bestrebungen eine große Rolle. Die beste Gelegen- 
heit, aus ihm ein wirksames Organ für die Pflege von Heil- 
kunde und Naturwissenschaft zu machen, bot sich, als der Fürst 
Primas oder vielmehr der Großherzog von Frankfurt 1812 be- 
schloß, in Frankflirt eine medizinisch-chirurgische Schule als die 
medizinische Fakultät der Landesuniversität zu schaffen; gerade 
in Rücksicht auf Senckenbergs Anatomie und den botanischen 
Garten war Frankfurt als ihr Sitz ausersehen. Gegen diesen 
Plan erhob sich aber ein scharfer Widerspruch aus der Bürger- 
schaft: der Departementrat, in dem die Vertreter der Intelli- 
genz und der Großkauf mannschaft saßen, bekämpfte das fran- 



— 15 — 

zösische System der Spezialschulen im allgemeinen und gab der 
deutschen Universitätsorganisation, die alle Wissenschaften in 
einer Hochschule vereinigte, den Vorzug; die Herren bestritten 
insbesondere, daß Frankfurt als Groß- und Handelsstadt ein 
geeigneter Ort für eine Hochschule irgendwelcher Art sei und 
daß die Hilfsmittel der Senckenberg-Stiftung zum Unterricht für 
Studierende passen; weit besser seien sie geeignet zur Fort- 
bildung von Studierten — hier erscheint zum ersten Male der 
Gedanke, daß Institut und Krankenhaus zu einer Anstalt ver- 
wendet werden können, deren Zweck die Weiterbildung der 
Ärzte ist. Anders dachte die Regierung, denn die Verhältnisse 
lagen zu günstig für die Staatskasse: sie brauchte nur die 
Kosten für ein chemisches Laboratorium und für die Gehälter 
der Dozenten zu bestreiten. Am 9. November 1812 wurde die 
medizinisch-chirurgische Schule eröffnet ; die Administration der 
Stiftung kam der Regierung entgegen, und das rege wissen- 
schaftliche Leben, von dem Senckenberg einst geträumt hatte, 
zog jetzt in das Stiftungsgebäude ein. Die Zahl der Studierenden 
betrug freilich nur 42, aber es war immerhin ein Anfang für 
das kleine Land. An der Spitze der Schule stand der Gynäkolog 
Wenzel; unter ihm lehrten acht Professoren und ein Dozent. 
Aber nur zwei Semester blühte diese Teilhochschule; als das 
dritte begann, im Herbst 1813, hatten die verbündeten Armeen 
die Stadt besetzt, und die praktische Arbeit in den Lazaretten 
ließ es nicht zum theoretischen Unterricht kommen ; es ist ein 
Ruhm der kleinen Hochschule, daß mehrere ihi-er Lehrer und 
Schüler sich bei der Pflege der Verwundeten und Krauken den 
Tod holten. Als Frankfurt gegen Ende des Jahres aus dem 
Verbände des Großherzogturas entlassen wurde, da wurde auch die 
Schule durch einen Erlaß des von den verbündeten Monarchen 
eingesetzten General-Gouverneurs aufgehoben, weil mit der Auf- 
hebung des Großherzogtums auch die Mittel zur Unterhaltung 
fehlten. Nun rief Geheimrat \\'enzel die Vermittelung des Chefs 
der Zentralverwaltung der von den Verbündeten besetzten Länder 
an, des Staatsministers Freiherrn vom Stein, dem das damalige 
Frankfurt seine wiedergewonnene Unabhängigkeit verdankte; 
er legte denn auch sein gewichtiges Wort für den Fortbestand 
der Schule ein: es sei unbegreiflich, daß man gerade jetzt die 
Anstalt aufheben wolle, wo man sie am notwendigsten brauche. 



— 16 — 

sie erfordere ja nur das geringe Opfer von etwa zwölftauseud 
Gulden an jährlichen Unterhaltungskosten, alles andere, die 
nötigen Institute, seien in der Senckenberg-Stiftuug vorhanden. 
Mit aller Schärfe aber trat der wiederhergestellte Senat der 
Stadt für die Aufhebung der Schule ein: sie sei die Nachahmung 
einer französischen Institution und passe nicht auf deutsche 
Verhältnisse, da sie nur einseitige Bildung für ein bestimmtes 
Fach gewähre ; die vorhandenen Anstalten , auf die man sich 
berufe, könnten sich nicht vergleichen mit denen, die auf Uni- 
versitäten vorhanden seien; insbesondere werde der Wert der 
Senckenbergischen Anstalten überschätzt, zu ihrer dringend not- 
wendigen Ausgestaltung und zur Besoldung der Dozenten sei 
kein Geld voi'hauden, zumal es au Studierenden fehlen werde, 
da die Schule fortan keine Landeshochschule, sondern auf 
Frankfurt beschränkt sei und die Groß- und Handelsstadt sich 
für eine solche Anstalt nicht eigne. So wurden alte und neue 
Gründe und ScheingrUnde geltend gemacht, die vorhandenen 
Institute, auf die man sonst so stolz tat, in ihrem Werte herab- 
gesetzt, um diese Teiluniversität nicht wieder erstehen zu lassen. 
Der Senat ist damit durchgedrungen, aber schwerlich zum Vor- 
teil der Stadt und gewiß nicht zum Vorteil des Senckenbergi- 
schen Instituts. Denn zweifellos war der Gedanke, auf ihm 
eine höhere ärztliche Lehranstalt aufzubauen, praktisch durch- 
führbar; es brauchte ja gerade nicht die Spezialschule fort- 
gesetzt zu werden, man konnte ja an eine Anstalt zur prak- 
tischen Fortbildung junger, von der Universität entlassener Ärzte 
denken. Die Stadt hat es damals nicht versucht und nicht ver- 
standen, die medizinische Spezialschule zu einer solchen Anstalt 
zu entwickeln und damit Senckenbergs Institut zu größerer, 
fruchtbringender Wirksamkeit zu berufen; sie hat es gerade so 
wenig verstanden, eine andere von Dalberg errichtete, vielver- 
sprechende Anstalt, die großherzogliche Architekturschule, zu 
einer Baugewerkschule aus wachsen zu lassen. Beide Anstalten 
helen unter dem Beifall der Altfrankfurter, die sich damals in 
einem urteutonischen Haß gegen alles Fremdländische gefielen 
und in solchen Spezialschulen nichts sahen als die Nachahmung 
französischer Vorbilder. Es ist bedauerlich und unerklärlich, daß 
in der Bürgerschaft, die sich jetzt nach dem Kriege, wie wir 
gleich sehen werden, auch auf dem Gebiete des geistigen Lebens 



— 17 — 

höhere Ziele steckte, sich keine gewichtige Stimme für die Er- 
haltung der beiden höheren Bildungsanstalten des Großherzog- 
turas aussprach. 

Nicht alle standen auf diesem beschränkten Standpunkt; 
bezeichnenderweise sind es gerade die Freunde des Sencken- 
bergischen Instituts gewesen, die das Eingehen der Hochschule 
bedauert haben. Um so schmerzlicher empfanden die Leiter der 
Stiftung die scharfe Kritik, die Goethe 1816 in seinen Kunst- 
schätzen am Rhein und Main an ihrer Tätigkeit oder besser 
an ihrer Untätigkeit übte, eine Kritik, die sich nicht an die 
richtige Adresse gewendet hatte, denn die Leitung des Stiftes 
war gewiß nicht daran schuld, daß mau durch die Aufhebung 
der Hochschule den Zufluß wissenschaftlichen Lebens abgegraben 
hatte. 

Der längere Aufenthalt, den Goethe in den Jahren 1814 
und 1815 in seiner Vaterstadt genommen hatte, diese neue und 
letzte Berührung mit dem heimatlichen Boden, ist für ihn und 
seine hiesigen Freunde von der größten Bedeutung gewesen: 
Marianne Willemer und der Westöstliche Diwan! Aber nicht 
nur der Dichter, auch der Freund von Kunst und Wissenschaft 
gab und empfing reiche Anregung bei diesem Besuche. Es war 
die Zeit nach der Vertreibung der französischen Fremdherrschaft 
— der Staat des Fürsten Primas und das Großherzogtum Frank- 
furt waren ja beinahe nur französische Provinzen — es war 
die Zeit, da die Bürgerschaft ihre politische Verfassung neu 
schuf, aber in frischem Mut auch an die Erneuerung ihres 
geistigen Lebens ging: Studiis libertati reddita civitas, den 
Wissenschaften die der Freiheit wiedergegebene Bürgerschaft, 
so lautet die Inschrift auf der Stadtbibliothek, und sie darf als 
Kennwort der damaligen Renaissance auf geistigem Gebiet 
gelten: ihr Grundzug, die Zusammenarbeit der Bürgerschaft, 
ist eine neue, erfreuliche Erscheinung in der städtischen Ge- 
schichte; die Gründung der Polytechnischen Gesellschaft, die 
Inangriffnahme des Neubaues der Stadtbibliothek sind die ersten 
Früchte gewesen. 

Während Goethe den politischen Bestrebungen seiner 
Mitbürger kühl oder gar ablehnend gegenüberstand, nahm er um 
so größeren Anteil an den wissenschaftlichen und künstlerischen. 
Er hat den Frankfurtern von damals verschiedene angenehme 

2 



— 18 — 

lind auch einige iiuangeneiime Dinge gesagt; die letzteren be- 
sonders bei der Aufforderung, besser für die Stiftung Sencken- 
bergs zu sorgen. So viel er auch zu loben wußte, über den 
Zustand des Instituts war er recht ungehalten; er warf den 
Leitern Lauheit in der Betreibung der Stiftsangelegenheiten 
vor und den Frankfurtern im allgemeinen wenig Sinn für die 
Pflege der medizinischen Wissenschaft. Er verlangte die Ver- 
besserung der Bibliothek und des botanischen Gartens, die Ein- 
richtung von chemischen, physikalischen, anatomischen Vor- 
lesungen und Übungen, um das Institut zu einer medizinisch- 
naturwissenschaftlichen Lehranstalt auszugestalten ; die Mittel 
solle das Spital liefern, das, wie er meinte, im Überfluß schwelge. 
Die Kritik Goethes erregte peinliches Aufsehen in Frankfurt, 
und das um so mehr, als die Leiter des Instituts bereits vor 
dem Erscheinen der Goetheschen Bemerkungen an der Arbeit 
waren, das Interesse der Allgemeinheit für die wissenschaft- 
liche Stiftung wachzurufen. In ihrem Auftrage erschien 1817 eine 
in würdigstem Tone von dem Stiftsarzt Neeff verfaßte Gegen- 
schrift; ihr Vorwort wandte sich scharf gegen Goethe oder 
vielmehr seine Gewährsmänner; ohne auf seine Kritik einzu- 
gehen, forderte die Schrift die Bürgerschaft auf, dem Institut 
ihre Teilnahme zuzuwenden. 

Und dieser Mahnruf ist nicht ungehört verhallt. Im Sep- 
tember 1817 begannen auf Anregung des Lektors an der Ana- 
tomie Dr. Cretzschmar die Verhandlungen, welche im November 
bereits zur Gründung der nach Senckenberg genannten Natur- 
forschenden Gesellschaft führten. Damit beginnt eine neue 
Epoche in der Geschichte des Senckenbergischen Instituts, die 
Zeit des Zusammenarbeitens seiner Mitglieder mit den natur- 
wissenschaftlich tätigen oder interessierten Mitgliedern der 
Bürgerschaft. 

Es war aber der Segen der guten Tat Senckenbergs, daß 
sie fortzeugend Neues, Gutes hervorbrachte, daß sich im An- 
schluß an das Institut und die Naturforschende Gesellschaft 
Vereine für besondere Zweige der Heil- und Naturkunde bilde- 
ten, so 1824 der Physikalische, 1836 der Geographische, 1845 
der Ärztliche Verein. Die Geschichte des Senckenbergianums 
und die Sondergeschichten aller dieser Gesellschaften und Ver- 
eine wäre die Geschichte aller der Anregung, die von Sencken- 



— 19 — 

berg ausgegaugeu ist. Es wäre eine schöne Aufgabe fiu' die 
Stiftung, die im Jalive 1913, im Jubeljahre der glücklich be- 
endeten Befreiungskriege und auch der Entstehung des neuzeit- 
lichen E'rankfurt, die Feier ihres hundertundfünfzigjährigen Be- 
stehens begehen darf, wenn sie bei diesem Anlaß eine Biographie 
Senckenbergs und eine Geschichte seiner Stiftung und der mit 
ihr in Zusammenhang stehenden Vereinigungen veröffentlichen 
wollte. Mit einem solchen Werk, zu dem ein reicher und interes- 
santer Stoff vorliegt, würde nicht nur eine Ehrenpflicht gegen 
das Andenken des Stifters erfüllt; es könnte, wenn die Aufzeich- 
nungen Senckenbergs selbst und das übrige Material ausgiebig 
benutzt werden, ein höchst wertvoller Beitrag zur Geschichte 
unserer Stadt und ihrer geistigen Arbeit werden. ^) 

In der langen Reihe der Frankfurter Bürger, die ihr Ver- 
mögen gemeinnützigen Zwecken gewidmet haben, ragt die Per- 
sönlichkeit Senckenbergs weit hervor, nicht nur weil er der 
erste Stifter für wissenschaftliche, für ideale Zwecke geworden 
ist, vor allem, weil er, den Anschauungen seiner Zeit weit 
vorauseilend, nur in einer großen Stiftung die Möglichkeit er- 
kannte, die gesamte Naturkunde und damit die Heilkunde, die 
irdische Wohlfahrt seiner Mitbürger zu fördern. Sein Beispiel 
hat Schule gemacht: die nächste größere Stiftung zu idealen 
Zwecken, Stadels Institut, ist wieder mit einem ganzen, großen 
Vermögen errichtet worden ; es war zehnmal so groß als die 
Mittel Senckenbergs, und seine Widmung für die Pflege der 
Kunst hat auf die Zeitgenossen gewirkt wie etwa heute die 
gewaltigen Stiftungen amerikanischer Milliardäre. An innerer 
Bedeutung aber, an gemeinnütziger Wirksamkeit ist die ältere 



') Das fleißige Werk Kriegks (Die Brüder Senckenberg, Frankfurt 1869) 
bat (las vorbandene reiche Material weder für die Lebensbeschreibung des 
Stifters noch für die Anfänge seiner Stiftung und noch weniger für die poli- 
tische und geistige Geschichte Frankfurts um die Mitte des 18. Jahrhunderts 
ausschöpfen können und wollen, so sehr der Verfasser auch bemüht war, 
Senckenberg aus der Mitte seiner Zeit und seiner Zeitgenossen hervortreten 
zu lassen. Die vorstehenden Ausführungen haben sich nicht die Aufgabe 
gestellt, Kriegk zu berichtigen und zu ergänzen, wenn sie sich auch mehr- 
fach auf ein von Kriegk nicht verwertetes Material und auf eigene Forschung 
stützen ; sie konnten im liahmen eines einstündigen Vortrages kaum mehr 
als eine Zusammenfassung in großen und groben Zügen geben. Auf nähere 
Quellen- und Literaturnachweise darf hier verzichtet werden. 

2* 



- 20 — 

Stiftung von der jüngeren nicht übertroffen worden. Wenn die 
alte, seit Luther gültige Bewertung unserer Stadt als Stadt des 
Geldes und Gelderwerbs, in der die geistigen Interessen nicht 
geachtet werden, längst überwunden ist, so gebührt das Ver- 
dienst in erster Linie den großen Stiftern Senckenberg und 
Stadel. Senckenberg aber ist mit dem schönsten Beispiel voran- 
gegangen. Die Anerkennung, die ihm die Zeitgenossen nicht im 
gebührenden Maße gaben, hat er je länger um so mehr bei der 
Nachwelt gefunden. Sein Name ist im schönsten Sinne populär 
geworden; er erinnert die Gebildeten an alle wissenschaftliche 
Arbeit, die sich an sein Institut angeknüpft hat, er erinnert 
den Mann aus dem Volke an den Segen, der von seinem Kranken- 
hause ausgegangen ist, er erinnert uns alle an die Verbreitung 
naturwissenschaftlicher Kenntnis und Anschauung, die wir sei- 
ner Stiftung mittelbar und unmittelbar verdanken. In seinem 
Leben und Lebenswerk aber hat Senckenberg in vorbildlicher 
Weise die Mahnung Goethes verwirklicht: Edel sei der Mensch, 
hilfreich und gut! 



Aljessinische Libellen, 
gesammelt von Dr. Eduard Rüppell. 



Von 
Dr. F. Ris 

in Rheinau (Schweiz). 



Aus dem Museum der Senckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft sandte mir Herr Dr. F. Römer mit anderem Mate- 
rial eine Serie Libellen, die sich seit etwa achtzig Jahren im 
Museum befinden dürften, da sie zu dem reichen zoologischen 
Material gehören, das Eduard Rüppell von seinen abessini- 
schen Reisen mitbrachte. Dem Andenken des großen Reisenden 
glaubte ich eine kleine Notiz über dieses Material schuldig zu 
sein, auch wenn es nicht mehr etwas für die Wissenschaft 
eigentlich Neues bieten kann. — Die Libellen sind im ganzen 
noch recht ordentlich erhalten, nur sind die größern in den 
Farben stark verblichen, wie mir scheint, weil sie längere Zeit 
am Licht gestanden haben dürften. — Das vollständige Ver- 
zeichnis der kleinen Sammlung soll hier folgen : 

L Libellago caligata Selys, 2 d', Schoa. — Die Exemplare 
sind von de Selys etikettiert und finden sich erwähnt in Monogr. 
Calopt. p. 233 (1854). 

2. Ischnura senegalensis Ramb., 13 <?, 1 $ der grünen, 12 $ 
der orange Form. 

3. Enallagma suhfurcatum Selys, 1 <?, Agama. — Näheres 
über diese Art siehe: Ris, Jenaische Denkschr. XIII, pag. 313, 
314 (1908). 

4. Pseudagrion Kerstmi Gerst. 11 c?, 6 $, Agama. — Die 
Synonymie dieser Art völlig zu entwirren, ist mir einstweilen 



— 22 — 

nicht gelungen. Siehe darüber: Ris, Jenaische Denkschr. XIII, 
pag. 315 f. -— An der zitierten Stelle sind die Arten Gerstäckers, 
Kersteni und Declceni, noch getrennt aufgeführt. Ihr Haupt- 
unterschied wäre das Fehlen (bei Kersteni) oder Vorhandensein 
(bei Decheni) eines dunkeln Streifs auf der hintern Thoraxseiten- 
naht. — Die Rüppellsche Serie läßt diesen Unterschied als hin- 
fällig erscheinen und gestattet die Annahme, daß es sich nur 
um Ausfärbungsformen handelt. — Die Appendices der ^ sind 
bei allen Exemplaren gleich und übereinstimmend mit meiner 
1. c. gegebenen Figur (nach einer Selj^s'schen Kotype seines 
P. spernatum). — Alle $ haben völlig helle Thoraxseiten bis 
auf höchstens ein kleines dunkles Komma au jeder Naht. Ebenso 
sind die c? juv.; etwas mehr adulte c? haben kräftigen dunkeln 
Streif auf der hintern, kleinern auf der vordem Seitennaht; 
bei völlig adulten c? findet sich ein kompletter dunkler Seiten- 
streif zwischen beiden Nähten, der die vordere noch beträcht- 
lich überschreitet und über die hintere bis etwa auf die Mitte 
des Metepimeron übergreift. Gleichzeitig verdüstert sich der 
helle Antehumeralstreif bis zum Verschwinden. 

Wenn unsere Anschauung richtig ist, würden also unter 
P. Kersteni, dem von allen in Frage kommenden Namen die 
absolute Priorität zufällt, folgende Synonyma zu vereinigen sein : 
A.Deckeni Gerst. (1869), P. praetextatum Selys (1876) und P. sper- 
natum Selys (1881). — Doch ist dies noch durch erneutes Stu- 
dium der Typen festzustellen. 

5. Pseudagrion torridmn Selys, 4 c?, 4 $. — Die kleine Serie, 
die recht gut erhalten ist, stimmt so genau zu de Selys' Be- 
schreibung (Synops. Agrion. pag. 210, 1876), daß auch ohne 
Vergleichung der Typen die Identität sicher erscheint. Die noch 
nirgends abgebildeten Appendices des c? gibt unsere Fig. 1 
nach einem der Rüppell'schen Exemplare. 

6. Pseudagrion acaciac Förster (Jahresber. Mannheim 71—72, 
pag. 56 sep., c? $, Komatipoort — 1906). — 6 J* (nur 3 mit er- 
halteneu Appendices), 21 $ (eins mit falsch angesetztem Abd.- 
Ende eines <^). — Ich identifiziere diese Serie mit der Förster- 
schen Art trotz einer Abweichung in der Beschreibung, den 
Ursprung der Sektoren Rs und Ms betreffend. Bei unseru Exem- 
plaren ist dieser der für die ganze große Gruppe reguläre : 
Rs am Nodus, Ms eine kurze Strecke proximal. Die abweichende 



— 23 — 

Angabe Försters für sein P. acaciae möchte ich für einen 
Lapsus calami halten. — Im übrigen stimmt die Beschreibung 
recht gut, auch für die eigenartige Bildung des Prothorax- 
randes des $. — Immerhin will ich eine Beschreibung auch 
unserer Serie noch beifügen : 





Fig. 1 : Pseudagrion torridum Selys J. 
Vergr. 28. 





Fig. 2 : l'seudagrion acaciae Forst. ^ 
Vergr. 28. 

c? ad. Unterlippe weißlich; Oberlippe, Gesicht und Stirn 
bis an den vordem Ocellus ziegelrot, dann eine sehr feine 
dunkle Linie und der Rest der Oberseite des Kopfes trüb röt- 
lichbraun mit gelblichen (lebend blauen ?), etwas eckigen, mittel- 
großen Postokularflecken ; hinterer Rand und Hinterseite trüb 
grauweiß. — Prothorax gelbbraun, in den vertieften Linien fein 
dunkel, hinterer Rand schmal aufgerichtet in einfachem Kreis- 



— 24 — 

bogen. — Thorax vorn hell rötlichbraun, die Mittelnaht und die 
Schulternähte fein glänzend schwarz, die schwarze Linie der 
Schulternaht im obern Fünftel etwas medianwärts erweitert. 
Seiten drei ungefähr gleich breite Felder: das vordere bis zum 
Stigma und das hintere, Metepimeron, weißlichgelb, das mittlere 
hell gelbbraun. Unterseite und Beine weißlichgelb. — Abdomen 
Sgm. 1 — 6 trüb grünlichblau. Auf Sgm. 1 schmaler dunkler Basis- 
fleck, 2 schwarzer U-Fleck, 3 — 6 schwarze Dorsallinie, nahe 
dem Ende rundlich erweitert, mit dem Ende nicht verbunden, 
von 3 — 6 allmählich ein wenig breiter. Sgm. 7 dorsal ganz 
schwarz bis auf schmalen terminalen Ring. 8 — 10 hellblau, 
10 mit schmaler schwarzer Dorsallinie. (Ein besonders adultes <? 
hat den Thorax zu trüb rostrot verdüstert, seitlich und unten 
weiß bereift, Sgm. 8 — 10 ebenfalls stark verdüstert.) — Appen- 
dices siehe Fig. 2. 

$ ad. Gesicht und Stirn gelbbraun. Abdomen sand- oder 
lehmgelb, die Zeichnung von Sgm. 2 — 6 auf eine sehr feine Dor- 
sallinie reduziert, von 4—6 deren End Verbreiterung in geringerm 
Maße vorhanden; Sgm. 7 etwas stärkere Dorsallinie, 8 diese 
wieder feiner, 9 zwei dunkle Punkte, 10 ganz hell. — Appen- 
dices sehr klein, gelblich. — Prothoraxhinterrand mit zwei kurzen 
stumpfen Fortsätzen, die frei am Rande stehen und nicht auf 
die Fläche des Prothorax niedergelegt sind (Fig. 3). 

<?$. Der Ursprung von Cu2 beider Flügel liegt ein wenig 
proximal von der cubito-analen Querader, doch nicht ganz so 
weit wie diese laug ist. Ursprung von M2 im Vfl. an der fünften, 
im Hfl. an der vierten, ausnahmsweise an der fünften Postnodal- 
querader. 

^ Abd. 29, Hfl. 20 mm — $ 28, 20. 

Die Art fällt etwas von den typischen Pseudagriou ab 
durch den Ursprung von Cu2 ein wenig proximal von der cubito- 
analen Querader. Auch die Prothoraxbilduug des $ zeigt sich 
gewissermaßen als Vorstufe der für die Pseudagrion-$ charak- 
teristischen Form mit zwei griffeiförmigen, auf die Fläche des 
Prothorax niedergelegten Fortsätzen des hintern Randes. — 
Doch scheint mir kein genügender Grund vorzuliegen, sie des- 
wegen von der Gattung abzutrennen. 

7. Notogomphus RueppelU Selys 1 (?. Die Type der Selys'- 
schen Beschreibung und bis heute das einzige bekannte Exem- 



— 25 — 



plar der Art. — Die Gattung Notogomphus findet sich nirgends 
genauer charakterisiert und durch wirklich generisch wichtige 
Mei'kmale abgegrenzt. Ich bin dazu auch nicht in der Lage, 
da mir genügendes Material fehlt und die Beschreibungen un- 
vollständig sind. 

Als Notogomphus finden sich bis heute erwähnt: 
N. RueppelU Selys-Hagen, Monogr. Goniph. pag. 379, 422, 
pl. 9, fig. 4 (1857), 1 <^, Museum Senckenberg-Fraukfurt, unser 
Exemplar. 





Fig. 8: Pseiidagrion acaciae Forst $ Prothorax, lateral und dorsal. 

Vergr. 28. 

N. (lorsalis Selys-Hagen, ibid. pag. 379, 424. pl. 9, fig. 5 
(1857), 1 $, Abissiuia, Museum Paris. 

Alle spätem Erwähnungen dieser beiden Arten sind nur 
Zitate, niemand scheint sie sonst wieder gefunden zu haben. 

N. Stuhlmanni Karsch, Entom. Nachr. 25, pag. 376 (1899) 
— 1 $, Südostküste Afrikas, Museum Berlin. 

N. nyasskus Grünberg, Sitzgsber. Ges. Naturf. Fr. Berlin, 
1902, pag. 234, — id. Zool, Jahrb. Syst. 18, pag. 713 (1903) — 
1 $, Langenburg, Museum Berlin. 

N. agilis Martin, Annal. Mus. civ. Genova 43, pag. 654 
(1908), —- 1 c?, Portugiesisch Guinea, Museo civico, Genova. 

Sämtliche Arten sind also nach Unika beschrieben! — Ob 
sie alle kongenerisch sind, ist durchaus fraglich und nach den 
Beschreibungen zu urteilen sogar recht unwahrscheinlich. — Ich 
habe außer RueppelU nur die Type von agilis gesehen, und zwar 
ehe ich RueppelU gesehen hatte. Mein lieber Freund R. Martin 



— 26 — 

hat die Art sogar auf meine Veranlassung in die Gattung Noto- 
gomphus gestellt, was ich heute bedauere, da ich sie nach einer 
Photographie der Flügeladeruug, die mir noch vorliegt, mit 
liiieppelU nicht für kougenerisch halten kann; auch die Kopf- 
bilduug der beiden ist eine verschiedene. Heute liegt die Sache 
so, daß die Gattung Notogomphus mit BueppeUi als Tj^pe erst 
zu definieren wäre. Dafür wären umfassende vergleichende Stu- 
dien zu macheu. In erster Linie wird zu prüfen sein, wodurch 









Fig. 4 : Noloffomplms BueppeUi S (Type). 
Vergr. 3. 



sie sich gegen Gomphus sens. str. abgrenzt; ohne weiteres ist 
dies nicht ersichtlich. — Künftigen Untersuchungen hoffe ich 
einen wesentlichen Dienst zu leisten durch weitere Illustrierung 
der Type mit einer photographischeu Vergrößerung der Flügel- 
aderuug (Fig. 4) und einer Reproduktion der Thoraxzeichnung 
nach dem Williamson'schen Schema (Fig. 5) : siehe darüber E. B. 
Williamson, Proc. U. S. Nat. Museum 83, pag. 267—317 (1907), 
woselbst auch äußerst wichtiges Material für die vergleichende 
Untersuchung der Aderung bei den Gomphiden zu finden ist. 

N. RueppelU hat die Kopfbilduug der Onychogomphus etc., 
d. h. der vordere Rand der Stirn ist als Kante ausgebildet, der 
Abfall der vordem gegen die obere Fläche im rechten Winkel, 




— 27 - 

der Mund von oben nicht sichtbar. (Bei N. agilis ist die Stirn 
ohne scharfe Vorderkante, Gesicht und Oberlippe vorspringend, 
von oben sichtbar — eine sehr wichtige Differenz.) — Beine 
robust, Fem. 3 lang, das Ende von Sgm. 2 etwas überragend. 
— Basale Subkostalquerader (Karsch) in allen Flügeln vor= 
banden (in der Figur sehr schlecht zu sehen). — Die Beschrei- 
bung der Monogr. ist sonst sehr genau, und die Hagenschen 
Figuren der Grenitalorgane und Appendices in gewohnter Weise 
meisterhaft. — Den Namen schrieb de 
Selys ^PiuppeW^ ; ich habe ihn nach 
der richtigen Schreibweise des Namens, 
dem die Art gewidmet ist, korrigiert. 
8. Mesogomphus pumilio Rarab. 2 c^. 
Die Exemplare sind erwähnt bei Selys- 
Hagen, Monogr. Gomphin. pag. 316. — 
Über die Gattung Mesogomphus, die ich 
für gut begründet halte, die aber außer 

gegen Onuchoqomphus noch gegen die '^' ^ ' „/',^'^!!1'"^'"* 

., ■ \ r^\, i. f u Jiueppem ^ (Tyiie). 

amerikanische Gattung Erpetogomphus (Schema) 

abzugrenzen sein wird, siehe Förster, 

Jahrbuch Nassau 59, pag. 323 (1906). — Pumilio ist ganz sicher 
von 0. Hageni Selys, von dem ich eritreische Exemplare ver- 
gleichen konnte, spezifisch verschieden. Die Darstellung der 
Genitalorgane und Appendices in den Hagenschen Figuren (1. c, 
pl. 3, fig. 5) ist auch hier wieder eine ganz vorzügliche. 

9. Orthetrum trinacria Selys. 5 c?, 6 $. — Eine homogene Serie 
großer Exemplare von durchschnittlich recht guter Erhaltung. 

10. Orthetrum farinosum Förster. 1 c?, 2 $. — Heute von 
Natal bis Kairo und von Sansibar bis Nigeria bekannt. Eine 
kurze Definition des bisher nicht beschriebenen $ sielie Ris, 
Jenaische Denkschr. XIII, p. 329 (1908). 

11. Crocothemis erythraea Brülle. 7 J', 2 $. — Alles gleich- 
mäßig große Exemplare. 

12. Brachythemis leucosticta Burm. 5 c?, 3 $. — Alle $ mit 
völlig hyalinen Flügeln. 

13. Trithemis annulata Beauv. {riihrinervis Selys et auct.) — 
8 c?, 5 $. — Eine homogene Serie ohne Besonderheiten. Über 
den Namen siehe Ris, 1. c. pag. 338 (1908). 



— 28 — 



Tardigraden - Studien. 

Von 

Professor Dr. Ferd. Richters. 

(Mit Tafel I und IL) 



1 . Süßwasser-Makrobioten. 

Die drei ältesten Autoren, welclie über Tardigraden schreiben, 
Goetze, Eichhorn und 0. F. Müller, 1773—1785, berichten 
über Süßwasser bewohnende Tiere; sie reden vom „Wasser- 
bären", eine Bezeichnung, die noch heute für Bärtierchen im 
allgemeinen im Englischen üblich ist, water-bears. Dann findet 
man sie in Dachrinnen und Moospolstern. D 03^ ere, der 1839 
die grundlegende Arbeit über Tardigraden schreibt, kennt den 
Wasserbären aus eigner Anschauung nicht, sondern beschreibt 
nur Landformen. 1849 wird der erste marine Tardigrad bekannt. 
Erst Dujardin unterscheidet 1851 in den Anuales des sciences 
nat. III. ser. Bd. 15 deutlich zwei Süßwasserformen und benennt 
sie zum erstenmal mit wissenschaftlichen Namen als Makrohioiu^ 
Laciistris und M. makronijx. 

Greeff (Max Schultzes Archiv für mikroskop. Anatomie 
2. Bd. 1866) glaubte, sich dieser Unterscheidung nicht anschließen 
zu können; er hielt M. lacnstris für die Jugendforra des M. 
mah-otiiix, und Plate schloß sich ihm, Zool. Jahrb. Bd. III an; 
pg. 536 heißt es : „ Makrobiotus niakro?iyx, einzige Süßwasser- 
forni." Diese Behauptnng hat viele — mich inbegriffen — irre- 
geführt. Das Photogramm eines Makrobioten-Geleges aus dem 
Köpperner Bach im Taunus, welches ich im „Mikrokosmos" 
1908 Heft 7 als das des makronyx veröö'entlichte und auch in 
anderen Arbeiten bei Anfertigung der Abbildungen benutzt wurde 



— 29 — 

(Prometheus 1904, Eier der Tardigradeu, Bericht des S. N. G. 
1904), gehört sicher nicht dieser Art, sondern dem Makrobiotus 
lacustris an. Der von Vanhöffen auf Grönland gesammelte 
Makrobiot ist nicht Makrob. makronyx. Vanhöffen hatte die 
Freundlichkeit, mir die noch vorhandenen Präparate zum Geschenk 
zu machen. Ein 368 [x groJ^es Weibchen dieser Form ist schon 
eierträchtig, seine längsten Krallen messen 10 (j, und sind nur an 
der Basis verwachsen ; das sind Befunde, die nicht zu M. makronyx 
passen. Eine genaue Definition dieser grönländischen Art gestattet 
das Material leider nicht mehr. Ebenso ist der Makrobiot, den 
Schau dinn von Storö, Spitzbergen, Fauna arctica, Bd. II, 
beschrieb — das Originalmaterial ist mir durch die Güte meines 
Freundes Römer zur Verfügung gewesen — nicht M. makronyx, 
siehe Seite 32. Zschokke hat M. mah-onyx von vielen hoch- 
alpinen Fundstellen angegeben. (Neue Denkschriften der allg. 
Schweiz. Gesellschaft etc. IV. Dekade, Bd. VII, pg. 192), aber 
ich glaube, auch er hat sich von Greeff und Plate beein- 
flussen lassen, als von ihm „die unbestimmten Tardigradeu, von 
denen einige der (6) genannten Autoren berichten, ebenfalls zur 
Spezies M. makronyx gezogen wurden". Voeltzkow bezeichnet 
seinen Makrobioten von Madagascar nur als eine „dem M. ma- 
kronyx nahestehende" Art. Die mehrfach behauptete kosmo- 
politische Verbreitung des M. makro?iyx scheint mir daher durch- 
aus nicht erwiesen. 

Dujardin beschrieb den M. makronyx von Rennes, Greeff 
von Bonn; von Erlangers Material (Morpholog. Jahrb. 1895) 
stammte von Mannheim und Heidelberg. Ich kenne ihn aus 
dem Aquarium meines hiesigen, verstorbenen Freundes Joh. 
Schneider und habe eine augenlose Varietät in Landmoosen, 
im Bereich des Sprühregens der Wasserfälle von Trollhättan in 
zwei Exemplaren gesammelt. 

Makrobiotus makronyx ist am besten durch seine Krallen 
charakterisiert; die in Tai II, Fig. 4 dargestellten eines nur 720 [ji 
langen Exemplares (er erreicht 1 mm) messen von der Basis bis 
zur höchsten Krümmung 27 [x. Die beiden Krallenpaare eines 
Beines sind, untereinander verglichen, von derselben Größe; 
sehr häufig ist bei anderen Makrobiotus -Arten das eine Paar 
größer als das andere. Die kleinere Kralle eines Kralleupaares 
ist ein gutes Stück oberhalb der Basis mit der großen Kralle 



— 30 — 

verwachsen ; wenn wir nicht zahh*eiche Makrobioten als 
deutlich vierkrallig kennten, so würden wir sicherlich von ihr 
nur als von einem Zahn der großen Kralle reden ; sie liegt mit 
der großen Kralle in einer Ebene und ist mit ihr gleich ge- 
richtet, während bei anderen llakrobiotus- Arten die beiden 
Krallen eines Paares einen Winkel miteinander bilden und ihre 
Spitzen fast entgegengesetzt gerichtet sind, was bei Präparaten 
allerdings zum Teil auf den Deckglasdruck zurückzuführen ist. 
Die große Kralle hat eine kräftig entwickelte, rückenständige 
Borste. 

Dujardin (op. cit. pl.3, Fig. 8) und Greeff (op. cit.Taf.VI, 
Fig. 4) haben die Krallen des M. makronyx sehr gut abgebildet : 
allerdings hat Dujardin die rückenständige Borste nicht be- 
achtet. Auch von dem Schlundkopf mit seinen drei schmalen Chitin- 
stäben gibt er (op. cit. Taf. 3, Fig. 7) eine gute Abbildung. Einem 
so guten Zeichner und Beobachter dürfte man von vornherein 
nicht zutrauen, daß die in den Annales des sc. nat. IL ser. t. X, 
1838, pl. 2, flg. 4—7 von ihm gegebenen Zeichnungen dasselbe 
Objekt darstellen sollten. Diese Zeichnungen sind Abbildungen 
des M. lacustris (op. cit. HI. ser. t. 15 pg. 163, „comme je les 
[zunächst auf die Stilette bezüglich] avais representees dans 
mon memoire de 1838"), den Dujardin allerdings in seiner 
Beschreibung, 1851, schärfer von M. makronyx hätte trennen 
können. 

Ich besitze aus dem Köpperner Bach im Taunus, aus einem 
Aquarium der Frau Sondheira dahier, aus dem Zoologischen In- 
stitut zu Marburg, aus Pfützen am Dammeisberg, aus Schau- 
dinns Material von Storö eine ganze Anzahl von Makrobioten 
und deren Gelege, die Dujardins Zeichnungen und seiner 
Beschreibung so genau entsprechen, daß ich nicht im Zweifel bin, 
daß Dujardins M. lacustris vollständig zu Recht bestellt. 

Makrobiotus lacustris (Taf. I, Fig. 1) ist, nach Dujardins Dar- 
stellung, eine zierlichere Form als M. makronyx, der 1mm Körper- 
länge erreicht ; er ist allerdings nicht nur 0,22—0,25 mm groß, 
wie Dujardin 1851 angibt, sondern dürfte, wie er 1838 sagt, 
bis 0,5 mm lang werden ; ich beobachtete Exemplare bis 0,416 mm. 
Seine Krallen sind viel kleiner als die des M. makronyx; die 
beiden Krallenpaare eines Beines sind ungleich, besonders am 
Beinpaar IV; die Krallen sind nur an der Basis verwachsen; 



— 31 - 

die des äußeren Paares sind gleich groß, die des iuuern un- 
gleich, die äußere Kralle desselben größer, bis 17 {x. 

Das Mundrohr ist eng, ca. 2 jx, der Schlundkopf 25 — 32ji,; 
außer kleinen Apophysen am Mundrohr sind, nach Dujardins 
Abbildung, im Schlundkopf zwei Stäbchen in jeder Reihe der 
Chitineinlagerungen vorhanden. Die glatten Eier, von 65— 75[ji 
größtem Durchmesser, werden, nach meinen Beobachtungen, zu 
10 — 19 in einem Gelege abgelegt. 

Als Frau S o n d h e i m mir im Beginn dieses Jahres Schlamm 
aus ihrem Aquarium, der reich an Makrobiotus lacustris war, 
schickte, überzeugte ich mich noch spät abends von der Richtig- 
keit dieser Angabe und konservierte zwei Exemplare. Am näch- 
sten Morgen war nicht ein einziger Makrobiot vorhanden; da- 
gegen fanden sich Gebilde von der Form der Fig. 2, Taf. I: alle 
Makrobioten hatten sich über Nacht encystiert. Die Cysteo 
hatten 140 — 176 jjl größten Durchmesser, ein Zeichen, daß die 
Bärtierchen sich in verschiedenstem Alter encystieren können, 
und ihre äußere Hülle bestand aus der abgestoßenen Körperhaut ; 
innen erkannte man nach einigem Aufhellen Augen, Zähne und 
Schlundkopf des Tardigraden. Leider fehlte es mir damals an 
Zeit, die weiteren Vorgänge in den Cysten, die nun wahr- 
scheinlich vorsichgehende Reduktion des Tardigraden, weiter zu 
verfolgen. 

Makrobiotus lacustris kommt im Taunus auch in feuchten 
Landmoosen, z. B. am Lipstempel, in Gesellschaft von Moraria 
muscicola vor, ') 

Das von Schaudinn auf Storö, Spitzbergen, gesammelte 
Material enthält außer dem M. lacustris eine zweite, viel ro- 



*) Während des Druckes dieser Zeilen erhielt ich von Herrn E. Reukauf 
in Weimar lebende Makrobioten aus dem Belvedere-Park daselbst. Die Stücke 
messen meistens 640 |x, haben Gelege von 20—30 glatten Eiern, einen Schiund- 
kopf, genau wie Murray ihn von seinem 3/. aufiiisti abbildet, sind augenlos 
wie dieser; die Krallen sind vom Echinogenitus-Typus. Trotzdem die Wei- 
maraner Makrobioten die Grobe von awjiisH, Ibl p., nicht erreichen, und 
dieser nur „4 bis 6 oder mehr" Eier im Gelege haben soll, bin ich zunächst 
noch geneigt, sie für M. awnisti zu halten. Andererseits kann ich nicht 
leugnen, daß mir durch diese Weimaraner Exemplare die Frage aufgedrängt 
ist, ob nicht M. augusti nur eine besonders stattliche Form des lacustris ist. 
Dujardin bildet bei lacustris^ in jeder Keihe von Chitineinlagerungen zwei 
Stäbe ab, aber man sieht es seiner Zeichnung an, daß er die Stäbe nicht 



— 32 — 

bustere Form, die an den M. Äjjpellöß erinnert ; icli möchte sie 
benennen : 

Makrobiotus Sckaudinni n. sp. Körperlänge bis 368 [i; ein 
Gelege von drei glatten Eiern von 72 |x Länge mißt etwa 320 \i ; 
Augen vorhanden ; Mundrohr 3 (i, ; Schlundkopf kuglig ; Durch- 
messer 45 (x; Apophysen des Mundrohrs deutlich, im Schlundkopf 
(Taf. I, Fig. 3) drei, von vorn nach hinten an Größe zunehmende, 
abgerundete Körnchen (M. Äppellöfi hat Stäbchen) und ein kleines 
Komma. Krallen (Taf. I Fig. 4) paarweise, an der Basis ver- 
wachsen ; die Paare von etwas ungleicher Größe ; die große 
Kralle des größeren Paares ziemlich gracil, am vierten Beinpaar 
ca. 20 [1 lang. Eine rlickenständige Borste konnte ich nicht an 
der großen Kralle bemerken. 

Aus einem Bach bei San Bernhardino in Paraguay sandte 
mir im August d. J. Hauptmann a. D. A. Fischer Makrobioten 
und Gelege, die sich als eine unbeschriebene Art erwiesen: 

Makrobiotus paraguayensis u. sp. Körperlänge etwa 432 |x: 
augenlos, sehr hyalin, glatt, Mundrohr weit, bis 6 {ji, Schluud- 
kopf länglich, 33:42[x; Chitineinlagerungeu im Schlundkopf 
schmale Stäbe ; ihre Abgrenzung gegeneinander war an den vor- 
liegenden Stücken schwer mit Sicherheit zu erkennen ; meistens 
scheinen es zwei zu sein, die sich in der Länge wie 2:1 ver- 
halten. Die Krallen sind paarweise an der Basis verwachsen, 
ungleich; Krallen des äußeren, kleineren Paares ziemlich gleich, 
von der Basis an gekrümmt, größere, äußere Kralle des inneren 
Paares am vierten Beinpaar bis 15 \i lang, anfangs gestreckt, 
erst an der Spitze gekrümmt; es scheint keine rückenständige 
Borste vorhanden zu sein. Drei Gelege enthalten drei, vier 
resp. fünf glatte Eier von 80 [x. Auch ein Simplex-Exemplar 
mit reduzierten Mundwerkzeugen wurde beobachtet. 

Aus dem Aquarium des hiesigen Lehrers P. J. Schneider 
erhielt ich einen Makrobioten, der von den bekannten Arten so 
weit abweicht, daß ich ihn nicht identifizieren kann. 

scharf begrenzt gesehen hat. Nach Aufhellen mit Natronlauge treten, zumal 
bei jungen Exemplaren, gelegentlich drei Stäbe hervor. Andererseits bildet 
31urray von einem M. augnsti im Ei zwei Stäbe ab. Nach allem diesem 
erscheint die Unterscheidung von lacustris und augusti sehr schwierig ; jeden- 
falls bedarf die Sache noch eines längeren Studiums. Außer diesem Makro- 
bioten rindet sich in dem betreffenden Teich noch M. dispar Murray, 



— 33 — 

Körperlänge 352 [x ; Mundrohr 5 |x ; Schluudkopf 30 : 36 {x ; 
drei Gelege zu 4, 6, resp. 8 Eiern. Wegen Mangels au Material 
vermag ich über die Ausrüstung des Schlundkopfes nicht so 
ausreichende Angaben zu machen, um die Art hinreichend be- 
schreiben zu können. 

Ich erwähne diese Form hier nur, um anzudeuten, daß 
unsere Süßgewässer wahrscheinlich noch weitere, bis jetzt nicht 
bekannt gewordene Formen enthalten. Aus dem Toma-See, 
dem Quellsee des Rheines, legte cand. pliil. Heinis-Basel mir 
Makrobioten vor, die weder M. lacustris noch makronyx sind; 
es steht zu hoffen, daß die Süßwasser-Makrobioten der Schweiz 
in dem jungen, strebsamen Forscher, dem war bereits eine Zu- 
sammenstellung der Schweizer Landtardigraden danken (Zool. An- 
zeiger 1908) in nicht allzu ferner Zeit einen Bearbeiter finden. 

Die Gewässer der Grotten des Karstes beherbergen eben- 
falls Tardigraden. Es sind zwei Arten: Makrobiotus micro7iy- 
chius und Arctiscon stygium von Gustav Joseph kurz und 
ohne Abbildungen in der Berliner Entomologischen Zeitschrift 
1882 S. 17 beschrieben worden. 

Im übrigen hat uns James Murray mit mehreren Süß- 
wasserformen aus den schottischen Lochs bekannt gemacht ; vgl. 
Transactions of the Royal society of Edinburgh, Vol. XLI, XLV. 

Gelegentlich treffen wir, zumal in regnerischen Perioden, 
auch Landtardigraden vorübergehend in Wassertümpeln und 
Regenpfützen an. So habe ich M. Hufelandi in der Limnetis- 
Pfütze bei Mainkur, M. Oberhäuseri in Regenpfützen der Pfalz 
angetroffen. Sven Ekman fand den M. fiircatus im Boeckella- 
See auf Grahamsland. Meine Vermutung, daß er sich auch in den 
dortigen Landmoosen finden würde, bestätigte sich. Häufig zei- 
gen diese in flachen Gewässern, wo sie starker Belichtung aus- 
gesetzt sind , erwachsenen Exemplare lebhafte Pigmentierung in 
Form von braunen Farbbändern, während die im Schatten der 
Moosrasen hausenden mehr oder weniger hyalin sind. 

2. Tetrakentron synaptae Cueiiot, 

ein mariner, parasitisch lebender Tardigrad. 

In meiner Zusammenstellung der marinen Tardigraden 
(Zool. Anzeiger 1908) fehlt die von Prof. Cueno t- Nancy 1892 

3 



— 34 — 

in der Revue biologique du Nord de la B>ance, Bd. V, veröffent- 
lichte neue Gattung und Art Tetrakenlron synaptae^ die durch 
ihre Lebensweise an den Mundtentakeln der Synapta inhaerens 
von hohem Interesse ist. 

Prof. Cue not hatte die Freundlichkeit, mich auf die, leider 
auch vom Zoological Record übersehene Veröffentlichung auf- 
merksam zu macheu. Da das oben zitierte Werk auf den öffent- 
lichen deutschen Bibliotheken selten zu sein scheint, möchte 
ich Cuenots Entdeckung nach seinen Angaben hier zur Sprache 
bringen. 

Das merkwürdige Tierchen (Taf. I, Fig. 5) findet sich bei 
Roseoff auf jedem Stück der Synapta inhaerens in 1—3 Exem- 
plaren; es ist mit seinen Krallen fest den Mundtentakeln an- 
geheftet und bewegt sich nur sehr langsam. Löst man es von 
seiner Anheftungsstelle, so sucht es den Tentakel wieder auf. 
An anderen Körperteilen der Holothurie wurde es nicht be- 
obachtet. 

Der Körper ist länglich, abgeplattet, mit viereckigem Kopf- 
stück; Körperlänge 100 — 180 {x; ohne Segmentierung oder Panzer- 
ung der Cuticula. Ein medianer und je ein seitlicher Tastzapfen 
(reduzierte Girren) am Vorderrande, ein zweites Zapfenpaar 
etwas weiter nach hinten, in dorsaler Lage; am Vorderraude 
jedes Beines ebenfalls ein kurzer Zapfen ; auf dem vierten Bein- 
paar außerdem eine ziemlich lange Cirre. Jedes Bein trägt vier 
gleichartige, nicht verwachsene dreizähnige Krallen. Keine Zahn- 
träger; Stilette gerade, am proximalen Ende gegabelt; Schlund- 
kopf fast kugelig, ohne Chitineinlagerungen; Magen mit vier 
Paaren Divertikel ; nicht sehr transparent. Eierträchtige Weib- 
chen enthalten zwei große Eier. 

Cue not fand diesen Tardigraden nur an Synapten von 
Roseoff, nicht au denen von Arcachon. Er nimmt an, daß 
Tetrakentron ein echter Parasit ist, der mit seinen Stiletten die 
Mundtentakel seines Wirts anbohrt; der erste bei Tardigraden 
bekannt gewordene Fall von Parasitismus.^) 



') Durch die Güte des Herrn ProL Delage in Paris erhielt ich 
während des Druckes dieser Zeilen eine Anzahl Synapta inhaerens von Roseoff, 
die sich als mit Tetrakentron synaftae besetzt erwiesen. 



— 35 — 



3. Die Tardigraden der Kieler Bucht. 

Zahlreiche Makrobioten, welche ich im vergangenen Sommer 
in der Kieler Bucht an verschiedenen Stellen : in seichtem Wasser 
bei Dähnkathe, in größerer Tiefe bei Strande, auf dem Klewer- 
(d. i. Tang-) Berg, unweit Bulk, und auf dem Stoller Grund (bis 
20 m) , teils selbst sammelte , teils in Material , welches ich der 
Güte der Herren Prof. K. Brandt und Dr. Br eckner ver- 
dankte, fand, gehören der von mir im vergangenen Jahre (Zool. 
Anzeiger 1908) von IndreöpoUen bei Bergen beschriebenen neuen 
Art M. Appellöfi an. 

Juli 1904 übergab mir cand. med. Ob erg 6 Makrobioten 
in Spiritus aus einem Gefäß mit Seewasser im zoologischen 
Institut zu Kiel. Ihre Herkunft war nicht genau bekannt. Da- 
mals galt für mich noch Greeff s Wort: M. makronyx — einzige 
Süßwasserform; von marinen Tardigraden kannte man damals 
nur die verscholleneu Gattungen Lydella und Echitiiscoides, 
und so hielt ich denn die mir vorgelegten Stücke, zumal sie 
auch recht große Krallen hatten — im übrigen waren sie fast 
schwarz, so daß man vom Schlundkopf nichts erkennen konnte — 
für Exemplare des M. makro^njx (Prometheus 1904), die etwa 
durch die Schwentiue oder durch den Nord-Ostsee-Kanal in den 
Kieler Hafen gelangt sein mochten. Die Auffindung des M. Äp- 
pellöfi bei Bergen veranlaßte mich 1907 diese Kieler Makrobioten 
noch einmal genauer anzusehen. Ich öffnete die Präparate, 
erwärmte die Tiere ziemlich kräftig in verdünnter Natronlauge 
und sah nunmehr, daß sie sich durch ein nur 1 {x weites Mund- 
rohr auszeichneten und daß ihr sehr gestreckter Schlundkopf 
keine Chitinkörner oder deutlich ausgeprägte Stäbe enthielt. 
Ich nahm an, mit einer besonderen Art zu tun zu haben und 
war daher erstaunt, in diesem Jahre anfangs nur Makrobioten 
mit den Charakteren des M. Appellöfi in dem Untersuchungs- 
material aus der Föhrde zu finden. Nur in einem Punkte 
schienen zahlreiche Stücke von dem M. Appellöfi abzuweichen, 
insofern nämlich außer den Apophyseu am Mundrohr und den 
drei Chitinstäben im Schluudkopf noch ein deutliches „Komma" 
differenziert war. (Taf. I, Fig. 6.) Bei genauerer Durchsicht der 
Exemplare von IndreöpoUen, die im Laufe der Zeit besser auf- 

3* 



— 36 — 

gehellt waren, fand ich unter diesen aber ebenfalls Exemplare 
mit deutlichem „Komma," während letzteres bei der Mehrzahl 
mit dem letzten Chitinstab mehr oder weniger in Zusammenhang 
standen, so daß dieser, wie ich mich in meiner Beschreibung im 
Zoolog. Anzeiger ausdrückte, gleichsam korrodiert erschien. Daß 
hier in der Tat kein Artunterschied vorliegt, ist am besten aus 
Gelegen des M. Appellöfi (Taf. I, Fig. 8) zu ersehen, von denen 
ich zwei bei Strande, eins auf Stoller Grund fand. Die zum 
Ausschlüpfen fertigen Embryonen, deren Schlundkopfbau aufs 
deutlichste zu erkennen ist, zeigen teils völlig getrennte Kom- 
mata, während bei anderen Komma und letzter Stab nicht deut- 
lich geschieden sind. 

Außer den typischen Exemplaren des M. Appellöfi fand ich 
bei Dähnkathe ein (bei Bergen 5) Simplex-Exemplar, d. h. also 
ein Tier mit reduzierten Mundwerkzeugen. Wie bei vielen anderen 
Makrobiotus-Arten sind bei den Simplex-Exemplaren des M. 
Appellöfi die Stilette viel kleiner, so daß sie nicht mehr funktio- 
nieren können, und der Schlundkopf ist kugelig und entbehrt 
der Chitinkörner resp. -stäbe, ja, bei zwei Bergener Exemplaren 
konnte ich, trotzdem die Präparate an Durchsichtigkeit nichts 
zu wünschen ließen, überhaupt keine Spur von Mundrohr und 
Schlundkopf feststellen. Ähnliche Beobachtungen hat bereits 
Doyere bei anderen Makrobioten gemacht. Wie diese Tiere, 
die ebenso wohlgenährt sind wie normale, Nahrung aufnehmen, 
ist durchaus ein Eätsel. 

In der Kieler Föhrde traf ich nun, bei Dähnkathe und 
Strande, neben dem M. Appellöfi, noch die bisher nur aus dem 
Instituts-Aquarium bekannte Form mit dem 1 |ji weiten Mund- 
rohr, den kleinen, geraden Stiletten und dem gestreckten, 
stäbchenlosen Schlundkopf an, die ich vergangenes Jahr als 
M. stenostonms beschrieb. Unter 52 montierten Stücken zähle 
ich 12 von letzterer Form. Es ist mir jetzt bis zu einem ge- 
wissen Grade zweifelhaft geworden, ob dieselbe als selbständige 
Art aufzufassen ist; die reduzierten Stilette, das Fehlen der 
Chitineinlagerungen im Schlundkopf, die Übereinstimmung im 
Bau der Krallen lassen die Deutung dieser Form als Simplex- 
Exemplare des M. Appellöfi zu ; gegen diese Auffassung spricht 
aber die gestreckte Gestalt des Schlundkopfes ; der Schlundkopf 
der Simplex-Exemplare ist, soweit bekannt, stets kuglig. Unter 



— 37 — 

den 28 montierten Exemplaren des M. Äppellöfi von Indreöpollen 
fand ich kein Exemplar der Varietät (?) stenostomus. 

Auch die Makrobioten, welche sich in von Prof. Apstein 
im November 1908 auf Stoller Grund bei 19 m, im kleinen Belt 
bei 25,5 m und bei Fakkebjerg, Südfeuer von Langeland, bei 
23,5 m gedredschtem Material fanden, zeigten die Merkmale des 
M. stenostomus. 

Da marine Makrobioten von der Lebensweise des M. Äppellöfi 
sich sicherlich leichter in der Gefangenschaft beobachten lassen 
als Landformen, so möchte ich M. Äppellöfi vielleicht für die 
geeignetste Art halten, durch die Licht in die noch völlig dunkle 
Frage der Simplex-Exemplare der Makrobioten gebracht werden 
könnte. Es lohnt sich gewiß der Mühe, Gelege zu sammeln, die- 
selbe in Uhrgläsern zu isolieren und die ausgeschlüpften Jungen 
zu mustern ; möglicherweise würde sich auch zunächst so leicht 
feststellen lassen, ob M. stenostomus eine selbständige Art ist. 

Der M. Äppellöfi ist in der Kieler Föhrde durchaus kein 
seltenes Tier. Die Kieler Exemplare sind durchweg kleiner 
als die Bergener ; der größte, den ich in der Föhrde fand, maß 
480 [JL, während in Indreöpollen oft solche von 550 jx vorkommen. 
In den der Brandung ausgesetzten Tangen an Holzwerk scheint 
Makrob. Äppellöfi resp. stenostomus sich nicht halten zu können ; 
in Laboe gelang es mir nicht, sie an der genannten Örtlichkeit 
aufzutinden, während Echiniscoides sich, offenbar wegen seiner 
stärkeren Bekrallung, in Helgoland, Ostende, Scheveningen in 
der heftigen Brandung an den Pfählen oder Uferbauten be- 
haupten kann. 

Batillipes n, gen. mirus n. sp. 
Taf. II, Fig. 1, 2, 3. 

Im August 1908 hatte ich Gelegenheit, mich an einer 
Exkursion des zoologischen Instituts zu Kiel mit dem Dampferchen 
„Frida" unter Leitung der Herren Professoren Apstein und 
Dr. Reibisch zu beteiligen. Unter anderem wurde auf Stoller 
Grund bei Boje 2 in einer Tiefe von 20 m gedredscht und Steine 
mit Fucus vesiculosus und serratus bewachsen, heraufbefördert. 
Diesen Tang ließ ich einige Zeit in 5^0 Formollösung stehen, 
schwenkte ihn dann kräftig in der Lösung ab, schüttete letztere 



m — 



durch eiu ziemlich englöcheriges Sieb, ließ die trübe, durch- 
gelaufene Flüssigkeit absetzen und sammelte nur die feinen 
Sedimente, welche meistens aus den mikroskopischen Epizoen 
und Epiphyten des Tangs bestanden. 

Unter diesen fand ich bei der im Oktober vorgenommenen 
Untersuchung drei Exemplare eines neuen, sehr merkwürdigen 
Tardigraden (Taf. II, Fig. 1), den ich als Batillipes mirus in die 
Wissenschaft einführen möchte. Auf der Terminfahrt des „Posei- 
don", Ende November 1908, dredschte Prof. Apstein nochmals 
an derselben Stelle; während etwa dreiwöchentlichen Suchens 
gelang es mir, in dem Material noch zwei Exemplare aufzutreiben. 
Mithin scheint Batillipes auch auf Stolier Grund ziemlich selten 
zu sein. In Material aus ähnlicher Tiefe aus dem kleinen Belt, 
von Fakkebjerg und von der Oderbank, das ich auch Professor 
Apstein verdanke, fand sich nicht ein einziges Stück. 

Körperlänge 304 |jl ; von sehr plumper Gestalt ; hyalin ; der 
Magen enthält gelegentlich brauneu Inhalt, so daß anzunehmen 
ist, daß auch dieser Tardigrad Chlorophyllfresser ist. 

Der Körperbau erinnert mehr an Echiniscus als an Makro- 
bioten. Eine Segmentierung des Panzers wie bei Echiniscus 

konnte zwar nicht beobachtet 
werden, wohl aber eine 
scharf ausgeprägte , sehr 
feine Körnelung derCuticula, 
wie sie keinem Makrobiotns 
eigen ist. Echiniscusartig 
sind auch die Kopf- und 
Mundeirren, die der Schnauze 
ein, man möchte sagen, wels- 
artiges Aussehen geben, resp. 
an die Kopfcirren mancher 
Anneliden erinnern. Am 
Vorderrande der Schnauze 
stehen jederseits auf kräf- 
tigen Basalteilen je zwei 
spitzendende Girren von etwa 80 [ji; weiter zurück, in mehr 
dorsaler Lage, auf gemeinschaftlicher Basis, eine ca. 40 [jt 
lange, spitzendende, hyaline Girre und ein abgerundet enden- 
der Sinneskolben mit trübem Inhalt, von 24 p, Länge. Wir 




Kopfcirren von Batillipes. 



— 39 — 

haben es hier, wie bei vielen Anneliden, mit einer zweiästigen 
Kopfcirre zu tun. Die betreffenden Organe sind bei Halechmis- 
ciis von gleicher Bildung. Bei Echmiscus ist der Sinneskolben 
nur durch eine kurze Sinnespapille vertreten, die neben der 
Girre, aber nicht, meines Wissens, mit derselben auf einem 
gemeinschaftlichen Basalteil steht. Augen scheinen nicht vor- 
handen zu sein. Das Mundrohr ist 3 fx weit; die Stilette sind 
sehr klein; der Schlundkopf, ohne Chitinkörner oder -stäbe, 
mißt 24 : 30 [x. 

Am eigenartigsten ist die Ausrüstung der Beine. An diesen 
unterscheidet man einen Basalabschnitt, die unmittelbare, para- 
podiale Ausstülpung der Leibeswand und den die modifizierten 
Krallen (Taf. II, Fig. 2 u. 3) tragenden Endabschnitt, der 
in der Weise wie bei Halechinisciis weit ausgestülpt werden 
kann. Während letzterer vier bekrallte Gebilde an jedem Bein 
trägt, die ich, Zool. Anzeiger 1908, — natürlich durchaus pro- 
visorisch — als „Zehen" bezeichnete, finden wir bei Batülijjes 
fünf Gebilde, die auf den ersten Blick zunächst einen Vergleich 
mit der F'orm der Früchte von Capsella bursa pastoris heraus- 
fordern. Die Fünfzahl ist an sich schon etwas sehr Bemerkens- 
wertes; denn außer bei jungen Echmiscoides kommt diese Zahl 
an den Beinen der bis jetzt bekannten Tardigraden nicht vor. 
Die in Rede stehenden Gebilde bestehen aus einem kräftigen 
Chitinstab, dessen Länge bei den Krallen eines Beines von 
10 — 27 {ji variiert; an seinem vorderen Ende ist er knopfartig 
verdickt und trägt auf seiner Rückenseite eine trapezförmige 
Platte mit einer kräftigen Mittelrippe. Die Platte hat am Vorder- 
rande, wie mir erst am photographischen Negativ auffiel, eine 
leichte Fältelung in der Richtung der Mittelrippe. Die beiden 
Abschnitte nehmen eine Stellung zu einander ein, wie sie bei 
Fläche und Stiel einer Schaufel oder eines Löffels üblich ist. 
Zweifellos haben wir es hier mit Haftapparaten zu tun; der 
flächenhaft erweiterte Endabschnitt mißt 9 |x. Das vierte Bein- 
paar trägt eine 25 [x lange Cirre mit 3 jx messender Basis, wäh- 
rend am hintern Körperende zwei kräftige Dornen stehen, die 
von 8 [X breiter Basis sich 26 |x erheben. 

Wir kennen nunmehr sechs Genera mariner Tardigraden: 
Lydella, Echmiscoides, Tetrakentron. Makrobiotus, Halechiniscus, 
Batillipes. Mit der Auffindung jeder neuen marinen Gattung 



— 40 — 

wächst die Wahrscheinlichkeit, daß die Tardigraden nicht von 
luftatmenden Arthropoden, sondern von marinen Ahnen ab- 
stammen. 

4. Über die systematische Stellung der Tardigraden. 

In den Lehrbüchern der Zoologie finden wir fast allgemein 
noch immer die Tardigraden den Spinnen, also den Arthropoden, 
augegliedert. Hierfür spricht nur die bei den Makrobioten 
lediglich im Bau des Nerven- und Muskelsystems, bei den Echi- 
niscen auch im Bau des Panzers ausgeprägte Gliederung in 
Segmente und die vier Beiupaare. Dagegen vermißt mau bei 
den Tardigraden gegliederte Beine und aus modifizierten Bein- 
paaren hervorgegangene Mundwerkzeuge und deshalb allein schon 
ist es unzulässig, sie den Arthropoden zuzurechnen. Die Beine 
der Tardigraden sind Parapodien; wo eine Gliederung auftritt, 
wie bei Halechiniscus und Batüliyes, da sind diese Abschnitte 
teleskopartig in einander einschiebbar, wie bei den Hinterleibs- 
Abschnitten mancher Rotatorien, mit denen ja Doyere und 
Duj ardin die Bärtierchen bereits in nahe verwandtschaftliche 
Beziehungen zu bringen versuchten. 

Ich will an dieser Stelle nicht alles rekapitulieren, was 
je über die vielumstrittene Stellung der Tardigraden im System 
geschrieben worden ist, sondern nur hervorheben, daß von 
Graff 1877 in seiner Arbeit: „Das Genus Mijxostomum'^ vor- 
schlug, die Tardigraden, Myzostomiden und Linguatuliden in die 
Klasse der Stelechopoden oder Stummelfüßler zu vereinen und 
diese zwischen die Arthropoden und Würmer einzureihen. 
Ha e ekel akzeptierte diese Gruppe und stellte sie in seiner 
systematischen Phylogenie Bd. II, § 343, 347 als Verwandte der 
Anneliden hin. 

Ich glaube, eine nicht unwesentliche Stütze für diese Auf- 
fassung der Tardigraden als Anneliden in dem Bau der Krallen 
von Mahrobiotus, Diphasco9i, Halechiniscus und Batülipes und 
in den Kopf-, Rücken- und Aftercirren, die bei vielen Tardi- 
graden auftreten, gefunden zu haben. 

Plate meint, Zool. Jahrb. Bd. III: ^Die Krallen der 
Bärtierchen sind echte Arthropoden-Klauen" ; das scheint mir 
nicht zutreffend. 



— 41 — 

Schon die Zahl der Krallen muß uns stutzig machen: die 
Larven der Echiniscen haben zwei, die Mehrzahl der Tardi- 
graden vier, die bald getrennt, bald paarweise miteinander ver- 
wachsen sind, Batillipes aber hat fünf und Echiniscoides 5—9 
Krallen. Dieser weite Spielraum entspricht nicht den Verhält- 
nissen bei den Arthropoden, wohl aber denen der Borsten an 
den Parapodien der Anneliden. 

Vor allem aber sind, nach meiner Meinung, Tardigraden- 
Kralle und Anneliden-Borste durchaus nach demselben Grund- 
plan gebaut. 

Den älteren Autoren ist es, offenbar weil sie keine hin- 
reichenden Vergrößerungen verwendeten, entgangen, daß die 
meisten Makrobioten auf dem Rücken der größeren Kralle eines 
Krallenpaares eine (Taf . II, Fig. 4), gelegentlich auch zwei Borsten 
nebeneinander fiihren; man vergleiche zumal James Murray's 
zahlreiche Abbildungen von Makrobio tenkrallen. Ähnliche Gebilde 
kommen bei Arthropoden, meines Wissens, nie vor. Blättern 
wir aber einmal in den Tafeln zu Ehlers, Borsteuwürmer, so 
werden wir bald sehen, daß die Borsten der Polychaeten aus 
einem Stamm mit einer rückenständigen Borste bestehen. 
Taf. II, Fig. 7 zeigt dies an einem Photograram eines jungen 
Anneliden von Villefranche mit nur zwei Leibessegmenten. 
Fassen wir die Tardigradenkrallen als modifizierte Anneliden- 
borsten auf, dann erklären sich die vier „Zehen" des Hale- 
chiniscus (Taf. II, Fig. 5) und die fünf(!) Schaufeln an den Beinen 
des Batillipes völlig zwanglos. Weder die Kralle des Halechi- 
niscus noch die Schaufel des Batillipes sind endständig, son- 
dern rückenständig; sie stehen auf dem fast knopfartig ange- 
schwollenen Ende des Basalteils der Kralle. Man vergleiche u. a. 
die frappante Ähnlichkeit mit Ehlers' Fig. 4 Taf. VII. Die 
plattenförmige Verbreiterung der Kralle des Batillipes ist ledig- 
lich eine sekundäre Anpassung, die um so weniger aufzufallen 
braucht, als, nach Ehlers, bei den Polychaeten auch Borsten 
von „Meißel "-(Schaufel-) Form vorkommen (Taf. XIV, Fig. 14, 
XVI, Fig. 20). 

Bei den genannten Tardigraden bildet bald der Stamm 
der Borste die Kralle, und die rückenständige Borste ist 
nur Appendix {Makrobiotus, Diphascon), oder der Stamm endet, 
wie bei vielen Anneliden, verdickt und abgerundet, und die 



- 42 — 

rückenständi^e Borste wird zur Kralle {Halechinisctis) oder zu 
jener schaufeiförmigen Platte des Batülijjes. Ohne diese Auf- 
fassung der Tardigradenkrallen dürfte es schwer sein, die merk- 
würdigen Gebilde am Bein des Halechiniscus und BatiUipes 
unserem Verständnis nahe zu bringen. 

Echiniscus und Echiniseoides (Taf. II, Fig. 6) haben ein- 
fache Krallen ohne rückenständige Borsten. Die am unteren 
Rande bei vielen Echiniscus-Arten auftretenden Dorne, die bald 
nach oben bald nach unten gerichtet sind, halte ich, zumal weil 
Murray bei Echiniscus granulatus, Transact, of the Roy. Soc. 
of Edinburgh Vol. XLI PL II Fig. 6d, drei solcher Dorne hinter- 
einander beobachtet hat, ebenso wie die komplizierter gebauten 
Steighaken von Milnesium, vgl. meine Beschreibung derselben 
in: Deutsche Südpolar-Expedition, Bd. 9 S. 293, für sekundäre 
Bildungen. 

Bei einem Vergleich der Figg. 4 und 7 der Taf. II wird 
es zunächst auffallen, daß der Stamm der Kralle des M. makro- 
nyx von Grunde auf sichelförmig gekrümmt und der Stamm der 
Annelidenborste nach unten durchgebogen ist. Dieser Unter- 
schied ist nicht von Belang; denn eine große Zahl von Makro- 
bioten und Echiniscen, man vergleiche Figg. 3 und 7 Taf. I, haben 
solche durchgebogene Krallen, eine Form, die schwer ver- 
ständlich wäre, wenn sie sich eben nicht durch die Be- 
ziehung zur Annelidenborste zwanglos erklären ließe. Die 
Form der Makronyx-Kralle, die Verwachsung der Krallen bei 
der Hufelandi-Gruppe. der gelegentliche Mangel der Borste 
an der größeren Kralle eines Krallenpaares, das regelmäßige 
Fehlen derselben an der kleineren Kralle, die Teilung der 
rückenständigen Borste sind als sekundäre Erscheinungen auf- 
zufassen. 

In dem Bau der Makrobiotenkralle erblicke ich auch einen 
vortrefflichen Beweis für die nahe Verwandtschaft der Lingua- 
tuliden mit den Tardigraden. Die Ähnlichkeit zwischen unserer 
Fig. 4 Taf. II und Fig. 11 auf Taf. VI in Leuckart, Bau und 
Entwicklungsgeschichte der Pentastomeen, die den Klammer- 
haken der Jugendform von Pentasiom.urn heterodontis darstellt 
(Taf II, Fig. 8), läßt nichts zu wünschen und bedarf keines 
Kommentars. Die Myzostomumkrallen sind einfacherer Art und 
teilen mit den Krallen vieler Tardigraden die Retraktabilität 



— 43 — 

insofern, daß der ganze die Krallen tragende Endabschnitt bei 
vielen Tardigraden in den Basalabsclinitt zurückgezogen werden 
kann. Was die Gestalt anlangt, sind die Myzostonmm-KraWew 
den einfachsten Echiniscus- und den Echiniscoides-KvdiW^M in 
hohem Grade ähnlich. 

Nicht minder als die Ähnlichkeit im Bau der Anneliden - 
Borste und Tardigraden -KraWe spricht die Ähnlichkeit in 
den Kopf-, Rumpf- und Aftercirren für die enge Verwandt- 
schaft dieser beiden Gruppen. Makrobiotus^ Diphascon und 
Echiniscus imberbis Richters entfernen sich in diesem Punkte 
am meisten von den Anneliden ; die beiden ersten Genera haben 
überhaupt keine Girren, letztere keine Mundeirren. Die Andeut- 
ung einer medianen Cirre, die sich bei vielen Anneliden findet, 
kommt nur, nach Cuenots Beschreibung, bei Tetrakentron vor. 
Milnesium hat sechs ganz kurze Mundeirren und zwei winzige 
Kopfcirren. Echiniscus hat meistens ein Paar Mundeirren jeder- 
seits und zwischen diesen eine Sinnespapille und außerdem ein 
Paar Kopfcirren, neben denen kurze Sinnespapillen stehen. Hal- 
echiniscus und Batillipes aber besitzen ein Paar zweiästiger 
Kopfcirren wie die Anneliden. Die verschiedenen Echiniscus- 
Spezies sind nach Art der Anneliden mit lateralen Girren aus- 
gestattet, die sehr verschiedenartig ausgebildet sein können. 
Bald sind es nur kurze Papillen {Eck. conifer Richters), bald 
biegsame Girren, oft von auffälliger Länge {Eck. testudo Doy, 
Blumi Richters, Oihonnae Richters, Wendti Richters usw.), bald 
starre Dornen {E. spinulosus Doj-, spiniger Richters, islandiciis 
Richters usw.). Bei E. cornutus Richters ist ein Paar Kopfcirren 
blattartig verbreitert; bei Phyllodoce unter den Anneliden sind 
alle Girren ebenfalls blattförmig. Während bei letzteren die Zahl 
der Girrenpaare der der Körpersegmente entspricht, kommen 
bei Echiniscus höchstens fünf Paar laterale (einige haben auch 
noch dorsale) entsprechend der Zahl der Leibessegmente vor; 
häufig entbehren aber einige Segmente die Girren bei gewissen 
Arten ; Kopfcirren haben alle. Ebenso auffällig wie bei manchen 
Anneliden zwei Aftercirren auftreten, vgl. Taf. II, Fig. 7, eben- 
so auffällig ist deren Ausbildung bei vielen Tardigraden. Bei 
Echiniscoides, Batillipes und Eck. islandicus Richters sind sie als 
Dorne vorhanden, während sie bei Lydella und Halechiniscus als 
feine borstenformige Gebilde auftreten. 



— 44 — 

Die merkwürdigen Anhänge der Tardigraden sind jeden- 
falls unserem Verständnis ein ganzes Stück näher gerückt, wenn 
wir sie als von den Anneliden ererbt auffassen. 

Wenn auch von Erlanger, Morphol. Jahrb. 1895 pag. 509, 
schon auf den „nematodenartigen Schlundkopf der Tardigraden 
hingewiesen hat, ist es vielleicht nicht unangebracht, nach dem 
Erscheinen von Basse's Arbeit: Beiträge zur Kenntnis des 
Baues der Tardigraden, Zeitschrift f. w. Zool. LXXX, und Max 
Rauther, Zool. Jahrbücher 1907. XXIII, Heft IV: Über den 
Bau des Ösophagus etc. der freilebenden Nematoden, auf die 
merkwürdigen Konvergenzerscheinungen im Bau des Schlund- 
kopfes der Tardigraden und der Mundhöhle z. B. eines 
Enophis hinzuweisen. Beide Organe zeigen ein dreistrahliges 
Lumen und an den Stellen, wo die sechs Zähne der Kiefer 
des Enoplus hervortreten, Rauther, Tal 38 Fig. 3, liegen die 
sechs Körner resp. Stäbe je eines horizontalen Ringes der Chitin- 
einlagerungen im Schlundkopf der Makrobioten, Basse, Taf. XV, 
Fig. 5. Sollten die Chitinkörner und -Stäbchen der Tardigraden 
Reste einer früheren Schlundkopfbewaffnung sein? 

Auf alle Fälle, meine ich, haben wir volle Veranlassung, 
die Tardigraden nicht mehr zu den Arthropoden zu zählen, 
sondern sie, unter Anerkennung gewisser Anklänge an die 
Nematoden, die als Reminiszenzen an gemeinsame Stammformen 
gelten dürfen, als nächste Verwandte der Anneliden aufzufassen. 



46 



Figureiierklärung. 

Tafel I. 

Fig. 1. Makrobiotus lactistris Duj. Storö. 

Fig. 2. Cyste desselben. Frankfurt a. M. 

Fig. 3. Makrobiotus Schaudinni n. sp. Storö, Spitzbergen. Schlundkopf. 

Fig. 4. Krallen desselben. 

Fig. 5. Tetrakentron synaptae Cuenot. (Nach Cuenot.) Roseoff. 

Fig. 6. Makrobiotus Appellöfi Richters; Indreöpollen. Schlundkopf. 

Fig. 7. Krallen desselben. 

Fig. 8. Gelege desselben Stoller Grund. 



Ben d. Senckenh. Naüu-f. Ges. IQOQ. 



Taf.l. 




Werner i Wmrer Fratikfurt 'K 



— 48 — 



Figurenerkläruiig, 

Tafel II. 

Fig. 1. Batillipes nov. gen. viirns n. sp. Stoller Grund. 304 |x. 

Fig. 2. Kralle desselben ; von unten. 

Fig. 3. Dieselbe von der Seite. 

Fig. 4. Makrobiotus makronyx Duj. Frankfurt a. M. Krallen. 

Fig. 5. Halechiniscus Guiteli Richters, Cancale. Bein. 

Fig. 6. Echiniscoides Sigisniundi M. Schnitze, Scheveningen. Bein. 

Fig. 7. Junger Annelide. Villefranche. 

Fig. 8. flakenapparat von Pentastomum heterodontis Jugendform. 
(Nach Leuckart.) 



Ben d Senckenb. NaturF. Ges. IQOQ. 



Taf.ll. 





:i J, 






,/'• 






Werner i Winter, Frankfurt 'K 



— 49 



Zum Gedächtnis 

des 

100jährigen Geburtstages Charles Darwins. 

Vortrag, gehalten bei der Darwinfeier der Senckenbergischen 
Natui forschenden Gesellschaft am 13. Februar 1909 

von 

Professor Richard Hertwig- München. 



H c h a n s e h n 1 i c li e Versammlung! 
Wir sind hier zusaramengekommeD, um das Andenken eines 
Mannes zu feiern, der mit unauslöschlichen Lettern seinen Namen 
in die Geschichte der Wissenschaften geschrieben hat, und der 
durch die Eigenart seines Wesens für alle Zeiten auch als Charakter 
vorbildlich wirken wird. Charles Darwin, dessen hundertster 
Geburtstag Veranlassung unserer heutigen Festfeier ist, war 
eine zurückgezogene, in sich gekehrte Gelehrtennatur, er hat 
sich in seinen Schriften immer nur au seine Fachgenosseu ge- 
wandt, sein Leben spielte sich, nachdem er von seiner für ihn 
und die Wissenschaft so bedeutungsvoll gewordenen Weltreise 
zurückgekehrt war, im engsten Kreise des Familienlebens und 
des Verkehrs mit einer auserlesenen Zahl von Freunden ab. 
Das hat nicht gehindert, daß seine Werke nicht nur einen 
Markstein in der Geschichte der Wissenschaften bilden, sondern 
auch eine mächtige literarische Flut hervorgerufen haben, an 
welcher Theologie und Sozialismus, Philosophie und empirische 
Naturkunde Anteil nahmen, daß seine Ideen sowohl auf die 
wissenschaftlichen als auch die ethischen und religiösen An- 
schauungen der Menschen einen gewaltigen Einfluß gewannen, 

4 



— 50 — 

und daß sein Name in die weitesten Kreise gedrungen ist, auch 
in Kreise, welche mit der Wissenschaft und ihren Vertretern 
sonst in keine Berührung kommen. 

Es ist bekannt, welchen Sturm von Feindseligkeit und 
unwürdiger gehässiger Bekämpfung Darwins epochemachendes 
Werk „Über den Ursprung der Arten" entfesselt hat, wie dann 
aber, ausgehend von einem kleinen Häuflein begeisterter An- 
hänger, eine mächtig anschwellende geistige Bewegung entstand, 
welche zu einem glorreichen Siegeszug der Darwinschen Theorie 
führte. Es wird Ihnen ferner bekannt sein, daß in der Neuzeit 
die Beurteilung in ruhigere Bahnen eingelenkt ist, daß die 
meisten Biologen, an den Grundzügen der Deszendenztheorie 
festhaltend, mit einer kritischen Durcharbeitung der Einzelfragen, 
vor allem der Variations- und Vererbungslehren, beschäftigt 
sind. In dieser Zeit dringen besonders laut Stimmen in die 
Öffentlichkeit, welche gegen das Gesamte der Darwinschen 
Theorie oder gegen einzelne Seiten derselben eine leidenschaft- 
liche Fehde eröffnen. Und so werden Sie, hochverehrte An- 
wesende, vielleicht von mir erwarten, daß ich, wenn ich heute 
zu Ihnen zum Gedächtnis Darwins rede, zu den Tagesfragen 
Stellung nehmen und auf eine kritische Beurteilung des Dar- 
winismus und seiner Gegner eingehen werde. Das liegt nicht 
in meiner Absicht. Sie würden damit meine eigene Auffassung 
der Sachlage kennen lernen, d. h. eine der vielen Auffassungen, 
wie sie zurzeit mit mehr oder weniger Glück vertreten werden. 
Das würde, scheint mir, keine würdige Feier des heutigen Tages 
sein. Wir wollen heute den großen Menschen und 
Naturforscher Darwin feiern. Bei einer solchen Feier 
muß das Wesen des Mannes in den Mittelpunkt der Betrachtung 
gestellt werden, wie es sich entwickelt hat, und wie es Quelle 
der großartigen Leistungen wurde, deren Wert auch seine Gegner 
nicht werden in Abrede stellen können, sofern sie nicht durch 
Leidenschaftlichkeit oder unhistorischen Sinn verblendet sind. 



Charles Darwin stammte aus einer Familie, in welcher 
wissenschaftliches Interesse seit längerem zur Tradition gewor- 
den war. Vater und Großvater waren hervorragende Ärzte, 
welche auch außerhalb des Kreises ihrer Wirksamkeit sich 



— 51 — 

großen Ansehens erfreuten. Ganz besonders war der Großvater 
Erasmus Darwin von vielseitigster Begabung, ein eifriger Bo- 
taniker und bei seinen Lebzeiten hochgeschätzter Poet, welcher 
mehrere Lehrgedichte über Pflanzenkunde verfaßte. In der 
Geschichte der biologischen Wissenschaft nimmt er einen Ehren- 
platz als Verfasser der „Zoonomia" ein, eines Werkes, welches 
fünfzehn Jahre vor Lamarcks „Philosophie zoologique" erschien 
und in ähnlicher Weise und von ähnlichen Gesichtspunkten aus 
wie diese die Grundzüge der Deszendenztheorie entwickelte. 

In der Familie herrschte ein angestammter Wohlstand, 
welcher es Darwin ermöglichte, seinen Studien in Muße obzu- 
liegen, ohne den Zwang, sich bald auf eigene Füße stellen zu 
müssen. Diese Gunst der äußeren Lebensbedingungen erhöhte 
sich, als er seine Cousine Wedgwood als Gattin heimführte, 
die Tochter des Großindustriellen Wedgwood und Enkelin von 
Josiah Wedgwood, des Begründers der berühmten Etruria-Werke 
und Erfinders des Wedgwood-Porzellans. So konnte Darwin, ohne 
einen bestimmten Beruf zu ergreifen, sein ganzes Leben lang sich 
ausschließlich der Eigenart seiner Begabung gemäß entwickeln. 

Zunächst führte diese freie Entfaltung seiner Persönlichkeit 
freilich zu keinen guten Resultaten. Auf der fast ausschließlich 
dem Unterricht der klassischen Sprachen dienenden Schule des 
Dr. Buttler in Shrewsbury, in welche er mit neun Jahren ein- 
trat, tat er schlecht und recht seine Pflicht, doch mit so ge- 
ringem geistigem Interesse, daß sein Vater in verständiger 
Würdigung der Verhältnisse ihn mit 16 Jahren aus der Schule 
herausnahm und mit seinem älteren Bruder Erasmus zum Studium 
der Medizin nach Edinburgh sandte. Aber auch für dieses neue 
Lerngebiet vermochte sich Darwin nicht zu erwärmen ; besonders 
konnte er es nicht über sich gewinnen, an den Übungen in der 
menschlichen Anatomie teilzunehmen und schweren chirurgischen 
Operationen bis zu Ende beizuwohnen. So verließ er Edinburgh 
nach zweijährigem Aufenthalt, um sich in Cambridge dem Studium 
der Theologie zu widmen. Seine Kenntnisse in den klassischen 
Sprachen hatte er, wie er selbst sagte, bis auf einige griechische 
Buchstaben so gründlich vergessen, daß er in Cambridge von 
Anfang an beginnen mußte. Nach dreijährigem Aufenthalt 
brachte er seine Studien mit dem Baccalaureus-Examen zu 
einem gewissen Abschluß, 

4* 



— 52 — 

Während der in Edinburgh und Cambridge verbrachten 
Zeit planlosen Herumtastens entwickelte sich bei Darwin der 
ihm von früher Jugend an eigene Trieb zum Sammeln und vor 
allem das warme Interesse für die belebte Natur. Schon in 
Shrewsbury hatte er angefangen, Mineralien und Pflanzen, In- 
sekten und Muscheln, dazu auch Siegel und Münzen zu sammeln. 
Sein Interesse für Vögel machte ihn zu einem leidenschaftlichen 
Jäger und guten Schützen. In Edinburgh und Cambridge fand 
die Neigung zu den Naturwissenschaften weitere Nahrung durch 
lebhaften Verkehr mit jungen Zoologen und Botanikern. Seine 
Leidenschaft für das Sammeln von Käfern trat für ihn so sehr 
in den Vordergrund, daß nach seinem eigenen Geständnis die 
lebhaftesten Erinnerungen aus seiner Cambridger Zeit mit diesem 
Teil seiner Tätigkeit verknüpft waren, daß die Erinnerung an 
einen seltenen Fund ihm noch als altem Manu das Bild der 
gesamten Umgebung in lebhaften Farben hervorzauberte. 

Vor allem maßgebend war aber in Cambridge für sein 
ganzes späteres Leben der Einfluß, welchen der Professor der 
Botanik Henslow auf ihn gewann. Dieser von allen seinen 
Schülern, nicht am wenigsten von Darwin, mit Begeisterung 
verehrte Mann forderte den jungen Freund zu häufigen Spazier- 
gängen auf, welche Darwin Gelegenheit gaben, von des Lehrers 
umfassendem Wissen auf den verschiedensten Gebieten der 
Naturwissenschaften reichen Nutzen zu ziehen. Henslow ver- 
mittelte auch den Verkehr mit dem angesehenen Geologen 
Sedgwick, welcher den jungen Darwin auf eine seiner Ex- 
kursionen zur geologischen Durchforschung von Nordwales mit- 
nahm und dabei in die praktische Tätigkeit des Geologen ein- 
führte. Und noch eines dritten Mannes muß ich hier gedenken : 
des Altmeisters der Naturwissenschaften Alexanders v. Hum- 
boldt, welcher, wenn auch nicht durch persönliche Bekannt- 
schaft, so doch durch seine Werke einen nachhaltigen Einfluß 
ausübte. Durch Humboldts Schilderung der Insel Teneriffa 
wurde Darwin so sehr begeistert, daß er gemeinsam mit Freun- 
den eine Reise nach den Kanarischen Inseln plante, zu deren 
Ausfühl uug schon die vorbereitenden Schritte getan waren, als 
Darwins Leben durch anderweitige Pläne in ganz neue Wege 
geleitet wurde. 

Es ist merkwürdig, daß trotz dieser vielfältigen natur- 



— 53 — 

wissenschaftlichen Anregungen und Sympathien es Darwin nicht 
in den Sinn gekommen ist, sich ganz der Biologie zu widmen ; 
er blieb bei der Absicht, Geistlicher zu werden, ein Zeichen, 
daß die Beschäftigung mit Geologie, Botanik und besonders mit 
Zoologie, bei aller Lebhaftigkeit, mit welcher sie betrieben 
wurde, nicht aus dem Rahmen von Liebhabereien heraustrat, 
welche sogar hinter anderen Liebhabereien, wie Reiten, Fahren 
und vor allem Jagen zurücktreten mußte. Nach Darwins 
eigenem Geständnis „würde er sich damals für verrückt ge- 
halten haben, wenn er in den ersten Tagen nach Eröffnung 
der Rebhuhnjagd zugunsten von Geologie oder einer anderen 
Wissenschaft auf die Jagd hätte verzichten wollen". 

Die geschilderte Zeit unsicherer Lebensführung fand ihren 
Abschluß durch das große Ereignis, welches berufen war, 
Darwins Leben einen ernsten Inhalt zu verleihen und 
aus dem froh mutigen, die Natur in vollen Zügen ge- 
nießenden Jüngling den besonnenen, nach Natur- 
erkenntnis ringendenMannundForscherzu machen. 
Es war die fünfjährige Weltumsegelung des englischen Kriegs- 
schiffes „Beagle", an welcher Darwin als Naturforscher teilnahm. 
Er hebt selbst in der für seine Kinder geschriebenen Autobio- 
graphie dankbar hervor, daß er dieser Reise „die erste wirk- 
liche Zucht oder Erziehung seines Geistes verdanke". Und 
merkwürdig wenig hätte gefehlt, so wäre der Plan der Betei- 
ligung an der Reise gescheitert. Die von Kapitän Fitzroy 
kommandierte Expedition hatte in erster Linie die Aufgabe, 
die schon früher begonnene Aufnahme von Patagonien und dem 
Feuerland zu vollenden, die Küste von Chile, Peru und einigen 
Südseeinseln aufzunehmen und eine Reihe von chronometrischen 
Zeitbestimmungen rund um die Erde auszuführen. Ein Natur- 
forscher sollte der Expedition beigegeben werden, um sie auch 
für Zoologie, Botanik und Geologie nutzbar zu machen. Darwins 
väterlicher Freund, Professor Henslow, welcher gebeten worden 
war, eine geeignete Persönlichkeit für diese Stelle in Vorschlag 
zu bringen, hatte Darwin aufs wärmste empfohlen. Der Vater 
Darwin jedoch hatte kein rechtes Vertrauen zur Ernsthaftigkeit 
seines Sohnes, auch war er der Meinung, die Reise schicke sich 
nicht für einen angehenden Theologen. Darwin, obgleich selbst 
begeistert für den Gedanken der Reise, welche ihn in die 



— 54 — 

Wunderländer der Tropen führen sollte, hatte sich den Wünschen 
des Vaters gefügt und seinen Absagebrief schon abgesandt, als 
ein zufälliges Zusammentrefien mit seinem Onkel und späteren 
Schwiegervater Wedgwood und eine Besprechung mit demselben 
noch in letzter Stunde eine Umstimmung des Vaters herbei- 
führten. 

Wenn man Darwins Urteile in seiner Autobiographie und 
seinen Briefen aus der damaligen Zeit liest, so erhält man den 
Eindruck, daß er das Maß seines Wissens bei Beginn der Reise 
sehr gering einschätzte; er scheint dabei gegen sich ungerecht 
gewesen zu sein; denn die Urteile der Männer, mit denen er 
in nahe Berührung gekommen ist, und unter denen Henslow 
in erster Linie steht, lauten wesentlich günstiger. Auch hatte 
er schon durch die Entdeckung der Flimmerlarven der Moos- 
tierchen und des Keimens der Pollenschläuche Beweise selbst- 
ständiger Beobachtungsfähigkeit erbracht. Immerhin kann man 
wohl sagen, daß er in keiner der vier Wissenschaften, auf 
welche er während der Reise hauptsächlich sein Augenmerk 
zu richten hatte : Zoologie, Botanik, Geologie und Paläontologie, 
ein abgerundetes Schulwissen besaß. Aber er hatte einen großen 
Vorteil; er war in engster Fühlung mit der Natur aufgewachsen, 
besaß einen freien, durch keine Lehrmeinungen beeinträchtigten 
Blick für die Erscheinungen der Umgebung und hatte sicli 
nicht unbedeutende praktische Erfahrungen, z. B. im Sammeln 
von Naturobjekten, Schießen und Ausstopfen von Vögeln, Aus- 
führung geologischer Aufnahmen angeeignet. Es war somit 
mehr eine Ausbildung seiner Fälligkeiten als seiner Kenntnisse 
vorausgegangen. Ich glaube, man kann diesen Umstand nicht 
hoch genug einschätzen. Denn was ihm an Wissen ermangelte, 
konnte Darwin mit Hilfe eines auf die Reise mitgenommenen 
Schatzes guter Bücher und unter Benutzung des reichen ihm 
zufließenden Untersuchuugsmaterials in den Mußestunden der 
Seefahrt durch Selbststudium nachholen. Dabei wurde ihm 
Mutter Natur selbst zur großen Lehrmeisterin, an deren Hand 
er lernte, frei von jeder Schulweisheit sich in eigenartiger Weise 
mit den Erscheinungen der Umgebung auseinanderzusetzen. 

Aber noch nach ganz anderer Richtung hin erwiesen sich 
die Folgen der langjährigen Seereise für Darwin bedeutungsvoll. 
Der „Beagle" war eine Brigg von 242 Tonnen, für unsere 



— 55 — 

modernen Begriffe eine jämmerliche Nußschale. Er gehörte zu 
einer Kategorie von Schiffen, welchen man in England den nicht 
sehr schmeichelhaften Beinamen „Särge" gegeben hatte, weil 
sie bei schlimmem Wetter leicht kenterten. In diesem kleinen 
Fahrzeug waren außer dem Kommandeur, zwei Seeoffizieren 
und zwei Ärzten noch sechzig Menschen, teils Matrosen, teils 
Soldaten, teils Beamte, untergebracht. Es herrschte daher ein 
derartiger Mangel an Platz, daß Darwin seine Kabine mit dem 
die Vermessungsarbeiten leitenden Offizier teilen mußte. In 
derselben befand sich ein großer, für alle Arbeiten bestimmter 
Tisch, über dem die zum Schlafen dienenden Hängematten auf- 
gemacht waren. 

Diese ungünstigen Raumverhältnisse wurden für Darwin 
eine ausgezeichnete Schule der Ordnung. Er lernte auf kleinem 
Raum alle seine Arbeitsmaterialien, seine Instrumente, Notizen, 
Briefe u. s. w. in übersichtlicher Weise unterzubringen und so 
die Methoden auszubilden, welche es ihm später bei seinen 
umfangreichen Studien ermöglichten, ein riesiges Material an 
eigenen Untersuchungen, brieflichen Mitteilungen, Auszügen aus 
wissenschaftlichen und halbpopulären Werken in einer Weise 
einzuordnen, daß ein jedes Stück zu jeder Zeit der Benützung 
zugänglich war. 

Die geringe Größe des Schiffes brachte noch weitere Übel- 
stände mit sich, welche für Darwin verhängnisvoll wurden. 
Darwin litt sehr unter der Seekrankheit, welche ihn um so 
schlimmer anpackte, als das Schiff den größten Teil der Zeit 
in Regionen verbrachte, welche wegen ihrer furchtbaren Stürme 
übel berüchtigt sind. Sein Kajütengenosse, der spätere Admiral 
Stokes, berichtet denn auch: „Es war deprimierend, dieses 
frühe Aufopfern von Mr. Darwins Gesundheit mitanzusehen, 
welcher die ganze Zeit nachher die üblen Wirkungen der Reise 
des „Beagle" fühlen mußte." Wie wenig Darwin sich an das 
Seeleben gewöhnen konnte, lehrt ein Brief aus dem letzten 
Jahr der Reise (vom 3. Juni 1836), in dem er schreibt: „Es 
ist ein wahres Glück für mich, daß die Reise nun bald zu Ende 
geht. Denn ich leide jetzt tatsächlich mehr von der Seekrank- 
heit als vor drei Jahren." 

Nach den Berichten seiner Reisegenossen ließ er sich 
durch sein körperliches Leiden gleichwohl nicht von ange- 



— 56 — 

strengtester Arbeit zurückhalteu, sondern nahm, wenn er sich 
durch Liegen etwas erholt hatte, seine Tätigkeit von neuem 
auf, freilich, um bei unruhiger See bald wieder die Hängematte 
aufsuchen zu müssen. Dieser aufreibenden Lebensweise sowie 
einer wochenlang dauernden schweren Erkrankung während 
des Aufenthaltes in Valparaiso ist es zuzuschreiben, daß der 
von Haus aus kräftige, körperlichen Strapazen außergewöhnlich 
gewachsene, sechs Fuß große Mann von der Reise eine schwere 
und dauernde Schädigung seiner Gesundheit mit nach Hause 
brachte. Kaum ein Jahr nach der Rückkehr trägt er Bedenken, 
das Ehrenamt eines Sekretärs der Geologischen Gesellschaft 
anzunehmen, da er zweifelt, „ob seine Gesundheit ausreiche, 
um ihm die Bewältigung seiner Arbeiten auch ohne Übernahme 
neuer Verpflichtungen zu ermöglichen". Nach weiteren vier 
Jahren hat sich der Zustand so sehr verschlimmert, daß er an 
den ihm befreundeten Geologen Lyell schreibt: „Mein Vater 
scheint kaum zu erwarten, daß ich für mehrere Jahre wieder 
kräftig werde. Es hat mich eine bittere Entsagung gekostet, 
die Überzeugung zu gewinnen, daß der , Wettlauf nur für die 
Starken ist', und daß ich wahrscheinlich nichts weiter werde 
.tun können, als mich damit zu bescheiden, die Fortschritte, 
welche andere in der Wissenschaft machen, zu bewundern." 

Dieser beklagenswerte Gesundheitszustand ließ das Er- 
greifen eines mit Verpflichtungen verbundenen Berufes aus- 
geschlossen erscheiuen. Darwin mußte sich sogar überzeugen, 
daß er der Unruhe des Londoner Großstadtlebens nicht gewachsen 
war, und so entschloß er sich 1842, ein Landhaus in dem 
kleinen Dorfe Down zu kaufen und sich ganz dahin zurück- 
zuziehen. Sein Plan fand lebhafte Unterstützung bei seinei- 
Frau, welche er drei Jahre vorher heimgeführt hatte. 

Mit der Übersiedlung nach Down begann für Darwin ein 
Leben der Entsagung und Arbeit, dessen Gleichmaß erst durch 
den im Jahre 1882 erfolgten Tod sein Ende fluden sollte. Da 
er von Jugend auf ein Freund heiteren und geistig anregenden 
Verkehrs gewesen war, suchte er zwar zunächst noch gesell- 
schaftliche Beziehungen aufrecht zu erhalten, doch zwangen 
schwere Verdauungsstörungen, welche sich jedesmal einstellten, 
Schlaflosigkeit und hochgradige Nervosität ihn bald, gänzlicli 
auf gesellige Zerstreuungen zu verzichten. Um sich arbeitsfähig 



— 57 — 

zu erhalten, war er genötigt, eine strenge, nach Stunden ein- 
geteilte Regelung seines täglichen Lebens durchzuführen, seine 
geistige Tätigkeit auf drei bis vier Stunden täglich einzuschränken 
und durch intensive, auch die Minuten bewertende Ausnützung 
dieser Zeit die Einbuße wieder auszugleichen. Nur selten hat 
der einst so wanderfrohe Mann sein stilles Heim verlassen, 
meist nur, um Verwandte zu besuchen oder am Meere oder in 
einer Kaltwasserheilanstalt seinem leidenden Körper wieder 
aufzuhelfen. Darwins Briefe an seine intimeren Freunde ge- 
währen einen Einblick in den ununterbrochenen Kampf, den 
er gegen den übermächtigen Feind auszufechten hatte. Sein 
Sohn Francis Darwin schreibt darüber: „Will man den Charakter 
des Lebens meines Vaters in seiner Arbeit verstehen, so muß 
man beständig die durch seine Kränklichkeit geschaffenen Ver- 
hältnisse, unter denen er arbeitete, vor Augen haben. Niemand 
außer meiner Mutter kennt den vollen Umfang des Leidens, 
das er ertrug, und den vollen Umfang seiner Geduld." Nach- 
dem er dann die lebenslange Hingebung geschildert hat, mit 
welcher Darwins Frau Tag und Nacht für ihn gesorgt und 
seineu Lebenslauf vor Störungen so gut als möglich bewahrt 
hatte, schließt Francis Darwin: „Ich wiederhole es, es ist ein 
hervortretender Zug in seinem Leben, daß er für nahezu 40 
Jahre nicht einen Tag gekannt hat, an dem er gesund wie ein 
gewöhnlicher Mensch gewesen wäre, und daß sein Leben da- 
durch ein langer Kampf gegen das Abspannende und Drückende 
des Krankseins war. Und dies kann nicht erwähnt werden, 
ohne der einzigen Bedingung zu gedenken — gemeint ist die 
liebevolle, aufopfernde Pflege seiner Frau — , welche ihn be- 
fähigte, bis zum Ende den Druck zu ertragen und den Kampf 

auszukämpfen." 

* 

Wenn wir den Verlauf überblicken, welchen Darwins Leben 
genommen hat, gewinnen wir Verständnis für den wichtigsten 
Grundzug seines Wesens. Ich möchte ihn als Naturwüchsigkeit 
im besten und ureigensten Sinne des Wortes bezeichnen. Wohl 
selten hat sich ein Gelehrter so unabhängig vom Einfluß seiner 
Mitmenschen, dagegen im innigsten Zusammenhang mit der 
Natur entwickelt wie Darwin. Er hat ja in einer ausgedehnten 
Korrespondenz viele Freunde und Fachkollegen um Rat gefragt. 



— 58 — 

aber es handelte sich dabei immer nur um Informationen über 
einzelne Punkte, nicht um Einflüsse, welche bestimmend auf 
den Gang seiner Untersuchungen gewesen wären. Alle be- 
stimmenden Einflüsse flössen ihm aus dem Studium der Natur 
zu. Wie ihm die Natur schon in seiner Jugend die große 
Lehrmeisterin gewesen war, so ist sie es ihm bis zu seinem 
Lebensende geblieben. Das zurückgezogene Leben in Down 
war ganz dazu angetan, das innige Band nur noch enger zu 
schlingen. Aus dieser Naturwüchsigkeit heraus erklärt sich 
uns Darwins gesamtes Wesen, sein ästhetisches Empfinden so- 
wohl wie die Art seines wissenschaftlichen Forschens. 

Wie die meisten jungen Leute, so hat auch Darwin in 
seiner Jugend für Kunst, sei es Musik, Malerei oder Literatur, 
geschwärmt. Gleichwohl scheint dieser sich auf die Werke der 
Menschen beziehende Teil des ästhetischen Empfindens bei ihm 
zu keiner Zeit sehr kräftig entwickelt gewesen zu sein, schon 
deshalb nicht, weil ihm die Ausdrucksmittel dieser Künste ent- 
weder fremd waren oder nur in untergeordneter Weise zu 
Gebote standen. Auch hatte keine methodische Schulung diesem 
Mangel in Darwins Beanlagung in irgendwelcher Weise ab- 
geholfen. Sein musikalisches Gehör war so schlecht entwickelt, 
daß er die einfachsten Melodien nicht herauserkannte, wenn 
seine Freunde sich den Scherz machten und sie in einem fal- 
schen Rhythmus sangen. Schmerzlich mußte er es bei seinen 
zoologischen Arbeiten beklagen, daß ihm jede Fähigkeit des 
Zeichnens fehlte; und was die Kunst des Ausdrucks anlangt, 
so möchte man fast meinen, daß es sich an ihm gerächt hat, 
daß er in seiner Jugend von dem hohen erzieherischen Wert 
der klassischen Sprachen so wenig Vorteil gezogen hatte. Darwin 
gehörte nicht zu den glücklichen Naturen, denen die Gedanken 
leicht und in schöner Form aus der Feder flössen. Ihm war 
das Abfassen seiner Werke eine schwere Aufgabe. In seiner 
Autobiographie klagt er: „Ich habe noch ebenso große Schwierig- 
keiten, mich klar und bestimmt auszudrücken, wie jemals." 
„Eine eigentümliche Art von Schicksal scheint meinen Geist zu 
veranlassen, daß ich eine Angabe oder Behauptung zuerst in 
einer unrechten oder ungeschickten Form vorbringe." Oft lachte 
er oder war auch unmutig wegen der Schwierigkeit, sich in 
seiner Muttersprache auszudrücken; „dieselbe sei so groß, daß. 



— 59 - 

wenn eine schlechte Anordnung eines Satzes möglich sei, er 
sicherlich dieselbe wählen würde." 

Die Jahre schweren körperlichen Leidens und ernster, 
mit Konzentration aller geistigen Kräfte verbrachter wissen- 
schaftlicher Arbeit waren nicht dazu angetan, die goldenen 
Fäden künstlerischen Empfindens neu anzuknüpfen. Darwin 
hat diesen Mangel mit der ihm so eigentümlichen Freimütigkeit 
anerkannt. „Jetzt kann ich," schreibt er in seiner Autobio- 
graphie, „schon seit vielen Jahren nicht ertragen, eine Zeile 
Poesie zu lesen; ich habe vor kurzem wieder versucht, Shake- 
speare zu lesen; ich fand ihn aber so unerträglich langweilig, 
daß es mir Unbehagen verursachte. Ich habe auch meinen 
Geschmack für Gemälde und Musik vollkommen verloreü." Wie 
sehr er unter diesem Mangel litt, geht aus einer Stelle in einem 
Brief an Hooker hervor: „Ich freue mich, zu hören, daß Sie 
im , Messias' waren; das ist das einzige Werk, welches ich 
wieder einmal hören möchte; aber ich bin überzeugt, ich würde 
mein Gemüt zu vertrocknet finden, um es so schätzen zu können 
wie in alten Zeiten; und dann würde ich mich sehr nieder- 
gedrückt fühlen, denn es ist eine entsetzlich bohrende Empfin- 
dung, beständig zu fühlen, daß ich ein verdorrtes Blatt bin für 
jedes Ding ausgenommen Wissenschaft." Aus dieser Stimmung 
heraus wird es verständlich, wenn er sagt: „Wenn ich mein 
Leben noch einmal zu leben hätte, würde ich es mir zur Regel 
machen, wenigstens alle Woche einmal etwas Poetisches zu 
lesen und etwas Musik anzuhören. Denn dann würden vielleicht 
die jetzt atrophischen Teile meines Gehirns durch Gebrauch 
tätig erhalten worden sein. Der Verlust der Empfänglichkeit 
für derartige Dinge ist ein Verlust an Glück und dürfte mög- 
licherweise nachteilig für den Intellekt sein, noch wahrschein- 
licher für den moralischen Charakter, da es den gemütlich er- 
regbaren Teil unserer Natur schwächt." 

Letzteres ist bei Darwin, dessen kindlich reinen und weichen 
Sinn wir noch zur Genüge kennen lernen werden, nicht der 
Fall gewesen. Ihn schützte vor der Verödung des Gemütslebens 
sein warmes Naturempfinden. Ich muß es leider mit Rücksicht 
auf die Zeit mir versagen, Ihnen an Beispielen zu erläutern, 
welche Kraft der Begeisterung und welchen poetischen Schwung 
seine Worte bekunden, wenn er den Schönheiten der Natur 



— 60 — 

gegenüberstand, sei es inmitten der üppigen Pracht des tropischen 
Urwaldes oder der erhabenen Bergeinsamkeit der Kordilleren 
oder der von dunklen Wäldern umrahmten Gletscherszeiierie 
des Feuerlandes. Bis in sein hohes Alter bewahrte sich Darwin 
dieses warme Gemütsverhältnis zu den Objekten der Natur. 
Mochten es Pflanzen, Tiere oder auch nur unbelebte Mineralien 
sein, über welche er arbeitete, sie traten alle, sowie sie Objekte 
seiner Studien wurden, in den Kreis seiner gemütlichen Sym- 
pathien. 

Eigenschaften, wie ich sie hier schilderte, bilden den 
fruchtbaren Boden für intuitive Forschung, jenes durch keine 
vorgefaßten Meinungen getrübten, das AVesen der Dinge un- 
mittelbar erkennenden Schauens, welches Darwin in ganz un- 
gewöhnlicher Weise zu Gebote stand. Welche beredte Sprache 
zu seinem empfänglichen Geist die Natur redete, das lehrt fast 
jedes Kapitel aus dem herrlichen Buch, in welchem Darwin den 
Verlauf seiner großen Reise schilderte, und das seinen Namen 
zum erstenmale in weiteren Kreisen berühmt machte. Welche 
Fülle neuer, oft zu wichtigen Theorien führender Beobachtungen 
ist nicht in diesem Buche enthalten! Es ist staunenswert, mit 
welch sicherem Blick der jugendliche, in der ersten Hälfte der 
zwanziger Jahre stehende Naturforscher aus der bunten Mannig- 
faltigkeit der Erscheinungen die großen Probleme herauszu- 
schälen verstand, wie er, obwohl noch ein Anfänger in den 
Naturwissenschaften, die Einzelbefunde auf ihre Bedeutung hin 
richtig abschätzte und in geistigen Zusammenhang zu bringen 
wußte. Daher die überraschende Fülle neuer Anschauungen 
und Theorien, welche Darwin von der Reise mit nach Hause 
brachte. Bei den meisten derselben handelte es sich um Fragen, 
zu deren Beantwortung Berücksichtigung der verschiedensten 
Forschungsgebiete, vor allem das Zusammenwirken paläonto- 
logischer, geologischer und zoologischer Erfahrungen nötig war. 
Musterbeispiele hierfür sind seine Theorie der Korallenriffe und 
die Deszendenztheorie. Denn auch die ersten Anfänge der letz- 
teren sind auf die Eindrücke der Reise zurückzuführen. Dieses 
seltene Maß von Intuition ist Darwin bis in sein hohes Alter 
treu geblieben und findet seinen Ausdruck in den vielen Schriften, 
welche sich seinen deszendenztheoretischen Werken anschließen 



— 61 - 

und mit dem Abstammungsproblem in mehr oder minder engerem 
Zusammenhang stehen. (Über Kreuz- und Selbstbefruchtung im 
Pflanzenreich, Über die Befruchtung der Orchideen, Über klet- 
ternde Pflanzen, Über insektenfressende Pflanzen, Über die 
Tätigkeit des Regenwurms.) 

Das intuitive Erkennen des Problems und des zu seiner 
Lösung führenden Weges ist der Ausgangspunkt jeder empiri- 
schen Forschung. Zu ihrem Fortgang ist es nötig, das Problem 
nach allen Richtungen zu durchdenken, alle ihm zugrunde 
liegenden Voraussetzungen und aus ihm sich ergebenden Kon- 
sequenzen klar zu erkennen und zu prüfen, wie sich hierzu die 
Tatsachen in der Natur verhalten. Damit beginnt der mühsame 
Weg des Sammeins von Beweismaterialieu. Welch ein Meister 
auf diesem Gebiete empirischer Forschung Darwin gewesen ist, 
das zeigt vor allem die Gründlichkeit, mit welcher er seine 
Theorie von der Entstehung der Arten bis in alle Einzelheiten 
ausgestaltet hat. Seine Autobiographie, die Aufzeichnungen 
seines Sohnes Francis, vor allem seine zahlreichen, jetzt der 
Öffentlichkeit vorliegenden Briefe erlauben tiefe Einblicke in 
diesen interessantesten Teil seiner wissenschaftlichen Tätigkeit 
und damit in das Wesen seiner Forschung. 

Die paläontologische Erfahrung, daß den in Südamerika 
lebenden Faultieren und Gürteltieren während der Diluvialzeit 
am gleichen Ort andere, nahe verwandte Arten, die riesigen 
Megatherien und Glyptodonten, vorausgegangen sind, die tier- 
geographischen Erscheinungen, daß jenseits der Anden andere, 
aber nahe verwandte Nagetiere vorkommen als diesseits, und 
daß fast jede der Galapagos -Inseln ihre eigenen Arten der 
Vögel, Schildkröten, Eidechsen und Pflanzen besitzt, von denen 
viele wiederum südamerikanischen Formen ähnlich sind, die 
historisch beglaubigte Tatsache, daß unter den in Südamerika 
eingeführten Rindern eine neue Form, das Niassarind, sich 
entwickelt hat, und zahlreiche andere Beobachtungen haben 
während seiner Reise in Darwin Zweifel an der herrschenden 
Lehre wachgerufen, daß die Arten der Tiere und Pflanzen, so 
wie sie jetzt existieren, einst geschaffen worden sind. Nach 
England zurückgekehrt, fühlt er sich veranlaßt, der Frage nach- 
zugehen und zu prüfen, ob nicht vielmehr die Arten veränderlich 
seien und durch allmähliche Umbildung aus früheren Arten 



— 62 — 

hervorgegangen sein könnten. Um sich hierüber eine feste 
Ansicht zu bilden, sammelt er Tatsachen, welche sich auf die 
Umbildungsfähigkeit, die Variabilität der Formen beziehen. Da 
die Variabilität bei unseren Haustierrassen am größten ist, 
stellte er ausgedehnte historische und zoologische Untersuchungen 
an, ob die Rassen unserer Haustiere von einer einzigen gemein- 
samen Art oder durch Kreuzung mehrerer Arten entstanden 
sind. Das führt wieder auf die Frage, ob sich Arten überhaupt 
kreuzen lassen, auf die Frage der Fruchtbarkeit der Bastarde, 
weiterhin auf die Frage nach den Gesetzen, welche die Frucht- 
barkeit der Kreuzungen regulieren. Letzteres wurde zu einem 
Lieblingsgebiet seiner Forschungen ; die umfangreichen Werke : 
„Über Kreuzbefruchtung" und „Über Befruchtung der Orchideen" 
handeln darüber. 

Nachdem einmal die Vorstellung von der Umbildungsfähig- 
keit der Arten ihm zur Gewißheit geworden war und er die 
Überzeugung gewonnen hatte, daß zwischen Varietäten und 
Arten keine prinzipiellen Unterschiede bestehen, tritt die weitere 
Frage in den Vordergrund, was ist die Ursache, daß die Arten 
variieren? Sein genaues Studium der Haustierrassen hat ihn 
mit dem umbildenden Einfluß der künstlichen Zuchtwahl bekannt 
gemacht. Das Studium von Mal thus' Bevölkerungslehre zeigt 
ihm den Weg zur Erkenntnis, daß in der Natur der Kampf 
ums Dasein eine ähnliche züchtende Wirkung ausübt. So stellt 
er der künstlichen Zuchtwahl des Menschen die na- 
türliche Zuchtwahl des Kampfs ums Dasein gegenüber. 
Damit übernimmt er die Verpflichtung, die Existenz des Kampfs 
ums Dasein und seine Voraussetzung, die Überproduktion der 
Keime, nachzuweisen, ferner Erscheinungen aufzufinden, welche 
die Wirkungsweise des Kampfes ums Dasein erläutern. 

Die Erweiterung der Lehre von der Umbildung der Arten 
zur Deszendenztheorie führt zu neuen Problemen. Es gilt die 
Beweiskraft der paläontologischen Urkunden zu prüfen und ihre 
UnVollständigkeit darzutuu. Die Tatsachen der vergleichenden 
Anatomie und Entwicklungsgeschichte, die Entstehung der In- 
stinkte und anderer Erscheinungen des psychischen Lebens 
werden erörtert; vor allem aber liefern ihm, dem Systematiker 
und Geologen, die geographische Verbreitung der Tiere und 
Pflanzen und die Art ihrer systematischen Anordnung in ver- 



— 63 — 

schieden abgestuften Verwandtschaftsgraden reiches Beweis- 
material. Bei Annahme der Deszendenztheorie ist die jetzige 
Verbreitung der Tiere ein Produkt des Zusammenwirkens zweier 
Faktoren, einmal der Umbildung der Formen, zweitens der 
geologischen Umgestaltung der Erdoberfläche. Die Umbildung 
der Formen setzt voraus, daß die Arten an bestimmten Stellen 
entstanden sein müssen, und daß sie von diesen Entstehungs- 
zentren sich allmählich über die Oberfläche der Erde ausgebreitet 
haben, soweit ihnen die Möglichkeit hierzu gegeben war. Die 
geologische Umgestaltung der Erde wiederum bedingt die zeit- 
liche und räumliche Verteilung von Wasser und Land, wüster 
Steppen und unwirtlicher Schneeflächen, hoher und niederer 
Gebirge, also der Faktoren, von denen wiederum die Verbrei- 
tungsmöglichkeit der einzelnen Arten bestimmt wird. Will man 
die Tragweite dieser Faktoren richtig einschätzen, so ist es 
nötig, die Verbreitungsmittel der Tiere und Pflanzen aufs ge- 
naueste zu erforschen. 

Und auch den Schlußstein zum gewaltigen Gebäude seiner 
Theorie zögerte Darwin nicht zu legen, indem er sie auf den 
Menschen übertrug. Damit sah er sich vor die schwierigsten 
Probleme der Menschheit gestellt : die Entstehung der geistigen 
und moralischen Fähigkeiten des Menschen und ihrer Ausdrucks- 
formen. 

Ich habe hier nur in den gröbsten Zügen die Fülle der Frage- 
stellungen auseinandergesetzt, zu denen Darwin durch metho- 
disches Durchdenken des Deszeudenzproblems geführt wurde. 
Die Art, in welcher er die meisten derselben zu klären ver- 
suchte, stellt abermals Darwins Arbeitsweise in das hellste Licht. 
Es ist die Methode strengster, gewissenhaftester empirischer 
Forschung. 

Mit einer in der Geschichte der Wissenschaften vielleicht 
einzig dastehenden Ausdauer hat Darwin jahrzehntelang die 
Materialien, welche für und gegen seine Auffassungen sprechen, 
gesammelt und gesichtet. Im Laufe der Jahre hat er eine ganz 
ungeheuere Literatur durchgearbeitet, aus derselben Tausende 
von Belegstellen ausgezogen und nach einem wohldurchdachten 
System so übersichtlich angeordnet, daß er jederzeit alle Daten 
zur Hand hatte; so hatte er im Laufe der Jahre, wie er selbst 
mitteilt, 30 bis 40 große, in Schränken mit etikettierten Fächern 



— 64 — 

stehende Mappen mit gut geordneten Notizen gefüllt. Wo sich 
ihm die Möglichkeit eröffnete, sich guten Rat zu erholen, scheute 
er keine Mühe; zu dem Zweck setzte er sich mit den ver- 
schiedensten Tierzüchtern in Verbindung, trat ihren Vereinigungen 
bei und besuchte ihre Ausstellungen. Vor allem aber suchte 
und fand er Rat bei seinen Freunden, unter denen in erster 
Linie die Zierden der geologischen und botanischen Wissenschaft 
in England, Lyell und Hooker, stehen. 

Darwin war aber zu sehr Freund der lebenden Natur, 
als daß er sich mit Auskünften hätte begnügen und nicht selbst 
zu den Quellen der Erkenntnis hätte steigen sollen. In den 
Zeiten angestrengtester geistiger Tätigkeit waren es für ihn 
Stunden der Erholung, wenn er zur Natur zurückkehren und 
durch Beobachtung und Experiment den Kreis seiner Erfah- 
rungen erweitern konnte. Alle Fragestellungen, welche ich 
genannt habe, durch eigene Untersuchung klären zu wollen, 
wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, denn sie umfassen 
fast das ganze Gebiet der Botanik, Zoologie, Paläontologie und 
eines großen Teils der Geologie. Daher konzentrierte sich seine 
eigene Arbeit auf gewisse Gebiete, deren Auswahl für seine 
Geistesrichtung bezeichnend ist. Durch seinen Studiengang waren 
ihm vergleichende Anatomie und Eutwickeluugsgeschichte, was 
er selbst aufs lebhafteste bedauerte, fremd geblieben. Auch 
lag hier ein überreiches Beobachtungsmaterial vor, so daß er 
auf eigene Untersuchungen verzichten konnte. Umsomehr lockten 
ihn, der aus der systematischen Zoologie hervorgegangen war, 
alle sich auf das Artproblem beziehenden Arbeiten. So züchtete 
er selbst Taubenrassen, studierte an ihnen die Fragen der 
Erblichkeit und Variabilität und untersuchte aufs eingehendste 
die bei den einzelnen Rassen auftretenden Unterschiede in der 
äußeren Erscheinung und im inneren Bau. Als ein interessantes 
Beispiel für die Eigenartigkeit seiner Untersuchungsweise und 
seine, fast möchte ich sagen, pedantische Gewissenhaftigkeit 
nenne ich seine Untersuchungeu über die Ausbreitungsmöglich- 
keiten der Tiere und Pflanzen. So prüfte er lange Zeit die 
Schwimmfähigkeit von Pflanzensamen im Meerwasser und sah 
nach, wie lange sie im Wasser verbleiben konnten, ohne ihre 
Keimfähigkeit zu verlieren. Diese peinliche Gewissenhaftigkeit 
in der möglichst exakten Feststellung der Tatsachen, auf welche 



— Go- 
er seine Schlußfolgerungen aufbaut, ist ein ganz hervoi'ragender, 
uns auf Schritt und Tritt entgegentretender Charakterzug Darwins. 
Mit ihr geht Hand in Hand das eifrige Bestreben, etwa be- 
gangene Fehler bereitwilligst zu korrigieren, worüber Wallace 
so schön geurteilt hat. „Wenn irgend etwas besonders hervor- 
zuheben ist," sagt derselbe, „wodurch Darwin vor modernen 
Männern der Literatur und Wissenschaft hervorleuchtet, so ist 
es seine vollkommene literarische Ehrlichkeit, seine Selbstver- 
leugnung im Eingestehen von Unrecht und seine eifrige Eile, 
mit der er kleine Irrtümer in seinen Werken bekannt macht 
und sogar übertreibt, meist Irrtümer, auf welche er selbst auf- 
merksam geworden war." 

* 

Wenn Sie, hochverehrte Anwesende, das Wenige, was ich 
über Darwins Forschungsweise gesagt habe, überblicken, so 
wird Ihnen zum Bewußtsein kommen, wie in dem großen bri- 
tischen Forscher zwei scheinbar gegensätzliche Begabungen in 
harmonischer Weise vereint waren. Auf der einen Seite der 
kühne Gedankenflug, welcher ein großes Problem zu erfassen, 
zu gestalten und bis zu seinen letzten Konsequenzen zu ver- 
folgen weiß, auf der anderen Seite die denkbar größte Exaktheit 
der Forschung und damit zusammenhängend eine auf tiefster 
Wahrheitsliebe beruhende Furcht, irrtümliche Ideen in die 
Wissenschaft einzuführen. Diese Furcht war es, welche ihn 
veranlaßte, den Zeitpunkt der Veröffentlichung seiner Anschau- 
ungen immer wieder aufs neue hinauszuschieben trotz aller 
Bitten seiner Freunde Lyell und Hooker. Sie machte sich be- 
sonders fühlbar, als er durch Ereignisse, auf die ich noch 
zurückkommen werde, im Jahre 1858, also nach zwanzigjähriger 
Arbeit, nach seiner Ansicht freilich viel zu früh, gezwungen 
wurde, endlich doch vor die Öffentlichkeit zu treten. „Wenn 
ich an die vielen Fälle denke," schreibt er um diese Zeit an 
den Zoologen Carpenter, „wo Menschen einen Gegenstand jahre- 
lang studiert und sich von der Wahrheit der törichtsten Theorien 
überzeugt haben, so fühle ich zuweilen einen geringen Schreck, 
ob ich nicht einer von diesen Monomanisten bin." In ähnlicher 
Weise äußert er sich gegenüber Lyell, „daß er oft einen kalten 
Schauer empfunden und sich gefragt habe, ob er nicht etwa 
sein Leben einer Phantasie gewidmet habe," und an Hooker : 

5 



— 66 — 

„Ich bilde mir ein, in der letzten Zeit viele große, meinen 
Anschauungen entgegenstehende Schwierigkeiten beseitigt zu 
haben ; aber Grott weiß es, es ist vielleicht alles eine Halluzination. " 

Es liegt nahe, die beiden großen Begründer der Deszendenz- 
theorie, Lamarck und Darwin, miteinander zu vergleichen. 
Welch ein Unterschied der Begabungen und der Methoden! 
Lamarck geistreich, kühn, siegesgewiß, entwickelt in wohl- 
geordneter Form ein zusammenhängendes Bild von der Um- 
wandlung der Arten und den Ursachen, welche sie veranlaßt 
haben; er begründet seine Anschauung nur in großen Grund- 
zügen, ohne auf Einzelheiten einzugehen oder besondere auf 
die Lösung des Deszendenzproblems gerichtete Untersuchungen 
anzustellen. Für ihn liegen (50 Jahre vor dem Erscheinen des 
Darwinschen Werks) alle Verhältnisse so klar und eindeutig, 
daß es für ihn nur des kühnen Griffs bedurfte. Ihm gegenüber 
steht Darwin, im Besitz eines riesigen Materials, wie es in- 
zwischen die geistige Arbeit eines halben Jahrhunderts ange- 
häuft hatte, welches er selbst durch methodische, über Jahrzehnte 
fortgesetzte Untersuchungen vermehrt hatte, zögernd unter dem 
Drucke der auf ihm lastenden Verantwortlichkeit, bereit, auf 
jeden ihm gemachten Einwand einzugehen und mit erneuten 
Untersuchungen zu prüfen, ob er nicht irgendwie irre geleitet 
worden sei, und doch wieder innerlich voller Überzeugungstreue, 
daß schließlich der von ihm betretene Weg zur Lösung des 
größten Problems der Orgauismenwelt führen werde. 

Wer sich diesen Gegensatz der beiden großen Männer 
zum Bewußtsein bringt, der wird Darwins Stellung seinem Vor- 
gänger Lamarck gegenüber verstehen. Wiederholt kommt Darwin 
in seinen Werken und Briefen, zum erstenraale in seiner Reise- 
beschreibung, also lange vor dem Erscheinen seines Werkes 
über den Ursprung der Arten, auf Lamarck zu sprechen, immer 
mit demselben ungünstigen Urteil. Er nennt die „Philosophie 
zoologique" ein wertloses Buch, aus dem er nicht eine Tatsache 
und nicht eine Idee entnommen habe, und an einer anderen 
Stelle sagt er, Lamarck habe mit seinem widersinnigen, wenn 
auch geschickten Buch dem Gegenstand — gemeint ist die 
Abstammungslehre — mehr geschadet. In ähnlicher Weise urteilt 
er über die Zoonomie seines Großvaters Erasmus. In der Zeit 
seines Edinburgher Aufenthaltes hatte Darwin das Werk hoch 



— 67 — 

bewundert; als er es „aber nach einem Zeitraum von zehn oder 
fünfzehn Jahren aufs neue las, war er sehr enttäuscht". Für 
ihn, den nach Beweisen suchenden Forscher, „war das Miß- 
verhältnis zwischen der Spekulation und den mitgeteilten Tat- 
sachen zu groß". 

Bei dem neidlosen Charakter Darwins, der sich in seinem 
Verhalten zum Mitbegründer der Selektionslehre Wallace aufs 
glänzendste bewährt hat, ist auch der leiseste Verdacht irgend- 
welcher eifersüchtiger Gesinnung ausgeschlossen. Auch erheb- 
lichere Gegensätze in den Anschauungen kommen nicht in Betracht. 
In der Neuzeit ist bekanntlich zwischen Neo-Lamarckisten und 
Neo-Darwinisten eine bittere Fehde rücksichtlich der Ursachen 
der Artumwandlung entbrannt, weil die einen die Erblichkeit 
erworbener Eigenschaften annehmen, die anderen sie in Abrede 
stellen. Dieser Stein des Anstoßes war damals noch nicht ge- 
geben. Denn Darwin stimmte mit Lamarck überein, daß er- 
worbene Eigenschaften erblich seien, und daß die Lamarckistischen 
Faktoren, der verändernde Einfluß der äußeren Existenzbeding- 
ungen und der verschiedene Gebrauch der Organe, an der Um- 
gestaltung der Lebewesen beteiligt seien. Die Gegensätze beider 
Männer liegen tiefer; sie sind, wie ich schon angedeutet habe, 
in ihrer gesamten Forschungsmethode begründet. Darwin ist 
Empiriker durch und durch, wie er sich selbst einmal scherzhaft 
nannte, „ein Millionär von wunderbaren und merkwürdigen 
kleinen Tatsachen"; demgemäß war er auch ein begeisterter 
Verehrer streng induktiver Forschungsmethode. Mag er sich 
noch so hoch zum Flug verallgemeinernder Schlußfolgerungen 
erheben, er kehrt immer wieder zum Boden der Tatsachen bald 
zurück, in dem er die Wurzeln seiner Kraft hat, wie Antaeus 
auf dem Boden der Mutter Erde. „Ich finde," sagt er ge- 
legentlich in seinem 65. Lebensjahr, „mein Verstand ist so 
sehr durch die induktive Methode fixiert worden, daß ich de- 
duktives Raisonnement nicht würdigen kann. Ich muß mit einer 
ordentlichen Menge von Tatsachen anfangen und nicht mit einem 
Prinzip, hinter dem ich immer eine Täuschung vermute, und 
dann so viel Deduktion, als es beliebt. " Was Darwin ungünstig 
über Lamarck urteilen ließ, wird durch die oben schon zitierten 
Worte ausgedrückt; es war das Mißverhältnis zwischen Speku- 
lation und den mitgeteilten Tatsachen. 

5* 



— 68 — 

In dem überwältigenden Reichtum an Beweismaterial und 
in der streng induktiven Methode der Darstellung ist wohl auch 
der Grund zu suchen, weshalb Darwins Werk über den Ursprung 
der Arten in kurzer Zeit den für ein naturwissenschaftliches 
Werk beispiellosen Erfolg gehabt und eine nach Zehntausenden 
von Exemplaren zählende Verbreitung gefunden hat, während 
Lamarcks „Philosophie zoologique" trotz ihres Erscheinens in 
einem naturphilosophischen Zeitalter fast unbeachtet geblieben ist. 

Wir Menschen sind in unseren moralisierenden Empfin- 
dungen geneigt, die Größe einer Leistung nicht nur nach ihren 
Erfolgen, sondern auch nach dem Maß der ihr vorausgegangenen 
Arbeit zu beurteilen. Auch in dieser Hiu sieht ist wohl selten 
ein großartiger Erfolg so sehr verdient worden wie der Erfolg 
Darwins. Darwin gehörte nicht zu den Sonnennaturen, denen 
die Früchte ihrer Arbeit spielend in den Schoß fielen. Ich habe 
schon früher von der beispiellosen Ausdauer erzählt, mit welcher 
er an seinem Lebenswerk gearbeitet hat, von der Aufopferung, 
mit welcher er all sein Dichten und Trachten in den Dienst 
einer großen Idee stellte. Was er geleistet hat, wurde durch 
harte, ernste Arbeit dem Schicksal abgerungen. Auf Schritt 
und Tritt begegnet man in seinen Briefen den Klagen, was er 
für ein langsamer Arbeiter sei. In der Selbstbeurteilung, welche 
er in seiner Autobiographie gegeben hat, finden sich die Sätze: 
„Ich besitze keine große Schnelligkeit der Auffassung und des 
Urteils." „Meine Fähigkeit, einem langen und abstrakten Ge- 
dankengang zu folgen, ist sehr beschränkt; daher ist es mir 
auch mit der Metaphysik und der Mathematik nie recht geglückt." 
Noch bestimmter drückte er sich in einem Briefe an den ameri- 
kanischen Gelehrten Abbott aus: „Zu keiner Zeit bin ich ein 
schneller Denker und Schreiber gewesen. Was ich auch immer 
in der Wissenschaft geleistet haben mag, es ist nur durch langes 
Überlegen, durch Geduld und Fleiß geschehen," So ist es denn 
ganz begreiflich, wenn er in einem Briefe an Hooker klagt : 
„Heute Morgen ist es mit meiner Arbeit schlecht gegangen und 
ich bin sehr niedergedrückt. Mein Gott, wie hasse ich Spezies 
und Varietäten." 

Wenn wir bedenken, welche großartige Leistungen Darwin 
trotz der außerordentlich ungünstigen Bedingungen seines leiden- 
den Körpers und mancher Mängel in seiner geistigen Begabung 



— 69 — 

erzielt hat, dann gewinnen wir erst den rechten Maßstab für 
die sittliche Größe des Mannes; dann lernen wir so recht ver- 
stehen, wie uns aus dem Mund der Männer, welche das Glück 
hatten, dem großen Reformator der Biologie als Freunde näher 
zn treten, immer wieder der Satz entgegentönt: Nicht weniger 
groß, ja sogar größer als sein wundervoller Geist war der 
herrliche Charakter des Mannes. 



Ich muß fürchten, hochverehrte Anwesende, Ihre Geduld 
ungebührlich in Anspruch zu nehmen; aber ich kann es mir 
nicht versagen, nachdem ich Ihnen den Forscher geschildert 
habe, Ihnen Darwin auch menschlich näher zu bringen. Sie 
werden zwar ohnehin schon empfunden haben, wie das lichte 
Wesen des Mannes überall durch seine wissenschaftlichen Leis- 
tungen hindurchschimmert. Aber ich würde das Gefühl haben, 
meine Pflicht zu verletzen, wenn ich Ihnen nicht tieferen Ein- 
blick in die sittliche Größe und kindliche Einfalt des seltenen 
Mannes geben wollte. Hört man doch immer noch von Zeit 
zu Zeit gegen den warmherzigen, mild und liebevoll urteilenden 
Verkünder der Lehre vom Kampf ums Dasein den Vorwurf der 
Unsitthchkeit seiner Anschauungen erheben, und das nicht selten 
aus dem Munde von Männern, die in unedler Durchführung 
des Kampfes ums Dasein sittlich tief unter dem Angegriffenen 
stehen. 

Ich möchte dabei mit einer ihrem äußeren Verlauf nach 
in weitesten Kreisen bekannten Episode aus Darwins Leben 
beginnen, über deren Einzelheiten der Briefwechsel mit Freunden 
uns vollen Aufschluß verschafft hat. Es war im Jahre 1858. 
Seit 21 Jahren hatte Darwin neben seinen anderen Arbeiten 
begonnen, Tatsachen zur Lösung des Artproblems zu sammeln, 
vor 20 Jahren war ihm durch Lesen des Malthus'schen Buches 
der Gedanke von der großen Bedeutung der natürlichen Zucht- 
wahl gekommen. Seit 1844 ruhte in seinem Pulte ein 230 
Seiten umfassendes Manuskript, in welchem er zum erstenmal 
eine genaue Darstellung seiner Theorie gegeben hatte, ohne 
daß es seinem Freunde Hooker gelungen wäre, ihn zur Ver- 
öffentlichung zu überreden. Nachdem mit dem letzten Band der 
Monographie der Cirripedien im Jahre 1854 die Bearbeitung 



— To- 
des „Beagle "-Materials abgeschlossen war, hatte Darwin alle 
seine Zeit ausschließlich auf methodische Durcharbeitung seiner 
Theorie verwandt. Da schickt ihm der Forschungsreisende 
Wallace aus der weiten Ferne des malayischen Archipels 
einen Aufsatz, welcher ebenfalls die Lehre von der Umbildung 
der Arten mittelst natürlicher Zuchtwahl enthält ; er bittet, den 
Aufsatz zu prüfen und an Lyell weiter zu senden, ohne etwas 
über Veröffentlichung zu sagen. Um die Situation genau zu 
charakterisieren, muß ich noch hervorheben, daß Darwin, so 
frei er auch von jeglicher Eitelkeit war, wie sie das Bild großer 
Männer leider nicht selten trübt, seinen gesunden Ehrgeiz besaß, 
den Ehrgeiz, an der Kulturarbeit der Menschen mitzuarbeiten 
und seinem Namen den gebührenden Anteil am Verdienst zu 
sichern. Er sagt selbst darüber, daß „seine Liebe zur Natur- 
wissenschaft beständig und heiß gewesen sei, daß diese Liebe 
indessen bedeutend durch den Ehrgeiz unterstützt worden sei, 
von seinen Mitarbeitern auf dem Gebiet der Naturwissenschaften 
anerkannt zu werden." Gleichwohl war es Darwins erster Ent- 
schluß, den ihm zugesandten Aufsatz zu veröffentlichen, selbst 
zu schweigen und damit Wallace die volle Priorität zu über- 
lassen. Und so sandte er das Manuskript an Lyell mit einem 
Begleitbrief, welcher schließt: „Ich werde Wallace natürlich 
sofort schreiben und ihm anbieten, das Manuskript an irgend 
ein Journal zu senden. Es wird damit meine ganze Originalität, 
welchen Umfang sie auch haben mag, vernichtet werden." Gegen 
dieses Verfahren legte Lyell und später auch Hooker Verwah- 
rung ein; sie setzten es durch, daß beide Aufsätze, der von 
Wallace und Darwin, gleichzeitig veröffentlicht wurden nebst 
einer einleitenden, von Lyell und Hooker verfaßten orientierenden 
Erklärung. Niemand ist über die hierdurch herbeigeführte Lösung 
der Schwierigkeiten glücklicher gewesen als der grundehrliche 
Wallace, welcher zu allen Zeiten Darwins größeres Verdienst 
neidlos bewundert hat. 

Darwin freilich ist es nicht leicht gefallen, zu dem durch- 
aus billigen Verfahren seine Zustimmung zu geben. In die ihn 
damals beherrschende Seelenstimmung geben die mit Lyell und 
Hooker gewechselten Briefe vollen Einblick. Ich teile aus ihnen 
die wichtigsten Stellen mit. An Lyell schreibt er: „Da ich 
nicht beabsichtigt hatte, irgend eine Skizze zu veröffentlichen. 



— 71 — 

kann ich es da tun, weil Wallace mir die Umrisse seiner Theorie 
geschickt hat? Ich würde lieber mein ganzes Buch — von 
demselben lag damals schon ein großer Teil in erster Nieder- 
schrift vor — verbrennen, als daß er oder irgend jemand an- 
deres denken sollte, ich hätte mich in elender Weise benommen. 
Glauben Sie nicht, daß mir dadurch, daß er mir diese Skizze 
geschickt hat, die Hände gebunden sind?" Und weiter: „Ich 
kann nicht sagen, ob es nicht niedrig und armselig ist, wenn 
ich jetzt etwas herausgebe. Dies war mein erster Eindruck, 
und ich würde ihm entsprechend auch gehandelt haben, wäre 
nicht Ihr Brief gekommen." In einem späteren Briefe heißt es: 
„Es ist hart für mich, daß ich dadurch gezwungen werde, meine 
Priorität von vielen Jahren zu verlieren ; ich bin aber durchaus 
noch nicht darüber klar, ob dies die rechtliche Seite des Falles 
ändert. Erste Eindrücke sind meist die rechten, und ich dachte 
zuerst, es sei unehrenhaft von mii-, jetzt zu veröffentlichen." 
In einem Brief an Hooker tadelt er sich, daß er sich durch die 
Angelegenheit habe tiefer berühren lassen: „Es ist erbärmlich 
von mir, mich überhaupt um Priorität zu kümmern." Nach 
Verlauf eines Monats kommt er noch einmal auf die Angelegen- 
heit zurück. „Ich habe es immer für sehr möglich gehalten, 
daß man mir zuvorkommen würde. Ich bildete mii" aber ein, 
ich hätte einen Geist, groß genug, um mich nicht darum zu 
kümmern ; ich finde aber, daß ich mich geirrt habe und bestraft 
werde ; ich war übrigens selbst vollständig resigniert und hatte 
schon einen Brief an Wallace halb fertig geschrieben, um ihm 
alle Priorität zu überlassen ; ich würde auch sicherlich meine 
Meinung nicht geändert haben, wäre es nicht wegen Lyells 
und Ihrer ganz außerordentlichen Freundlichkeit gewesen. Ich 
versichere Ihnen, ich fühle es und werde es nie vergessen." 
Es würde den Worten Darwins Abbruch tun, wenn ich irgend 
etwas ihnen zufügen wollte. Ich begnüge mich daher, hier 
festzustellen, daß Darwin die gleiche hochherzige und uneigen- 
nützige Gesinnung in allen Lebenslagen bewahrt hat, sowohl 
im Streit mit seinen Gegnern als auch im geschäftlichen Verkehr 
mit seinem Verleger. Wundervoll war auch die Opferfreudigkeit, 
mit welcher er gemeinnützige Unternehmungen unterstützte. 
Wenn er dabei besonders Unternehmungen aus dem Gebiet der 
Geologie und Biologie berücksichtigte, wie zum Beispiel das 



— 72 — 

allein durch seine Freigebigkeit ermöglichte großartige Werk 
des „Nomenciator botanicus Darwinianus", so war dies ein Aus- 
druck seiner tiefen Dankbarkeit gegenüber den Wissenschaften, 
denen er, wie er sich selbst ausdrückte, so viel Glück und Trost 
in seinem schmerzensvoUen Dasein verdankte. 

Ein weiterer Grundzug in Darwins Charakter ist die 
große Herzenswärme und Tiefe des Gemüts, welche 
die jahrelange angestrengteste Verstandestätigkeit ihm nicht hat 
verkümmern können ; sie hat ihm schon in der Jugend die 
dauernde Sympathie seiner Freunde gesichert. Es ist rührend 
zu sehen, welche Anhänglichkeit ihm seine Studiengenossen und 
Reisebegleiter dauernd bewahrt haben. Einer seiner ältesten 
Freunde, der Grafschaftsrichter Herbert, hat diesen Empfindungen 
Ausdruck verliehen mit dem Urteil, daß Darwin der gemütvollste, 
warmherzigste, edelmütigste Freund gewesen sei; seine Sym- 
pathien hätten allem, was gut und recht war, gegolten, er habe 
einen ehrlichen Haß gegen alles Falsche, Niedrige oder Grau- 
same, Gemeine und Unehrenhafte gehabt. In ähnlichem Sinne 
spricht sich der Zoologe und Psychologe Romanes aus, dem 
das Glück zuteil wurde, als junger Mann dem ehrwürdigen 
Einsiedler von Down näher zu treten als irgend einer seiner 
Altersgenossen. „Seine Herzensgüte sei vielleicht der hervor- 
stechendste Charakterzug seiner so außerordentlichen Persönlich- 
keit gewesen. Die ehrliche Freude, welche er empfand, einem 
jeden bei seiner Arbeit zu helfen, selbst unter persönlicher Auf- 
opferung, zahllose Anregungen an andere auszustreuen und den 
Enthusiasmus des geringsten Jüngers der Wissenschaft anzu- 
feuern, sei ebensowohl der Ausfluß eines großen und edlen 
Herzens gewesen wie des Wunsches, der Wissenschaft zu helfen." 
Welch ein Herzensbedürfnis ihm selbst treue Freundschaft ge- 
wesen ist, davon hat Darwin in Briefen an seinen intimsten 
Freund Hooker Zeugnis abgelegt: „Es ist eine herrliche Sache für 
mich, einen so guten, treuen und alten Freund zu haben wie Sie." 
Und an einer anderen Stelle schreibt er: „Ihre Freundlichkeit 
und Zuneigung brachte mir Tränen in die Augen. Sprecht von 
Ruhm, Ehre. Vergnügen, Wohlhabenheit, alles ist Dreck im 
Vergleich zu herzlicher Zuneigung." 

Es ist begreiflich, daß die Tiefe seines Gemüts am schönsten 
sich im Kreise seiner Familie offenbarte, in der Art, wie er, 



— 73 — 

der ernste Mann, an den Spieleu seiner Kinder teilnahm, in 
der Milde, mit der er sie auf den rechten Weg zu leiten suchte, 
und in der Trauer, die er empfand, als eine Tochter ihm durch 
den Tod entrissen wurde. Noch zwölf Jahre später schrieb er 
in einem teilnehmenden Brief an einen Freund, den ein gleicher 
Verlust betroffen hatte: „Wie gut erinnere ich mich Ihrer Empfin- 
dungen, als wir Annie verloren hatten. Mein größter Trost war 
es, daß ich niemals ein rauhes Wort zu ihr gesprochen hatte. 
Ihr Kummer ließ mich einige Tränen über unsern armen Lieb- 
ling vergießen; aber glauben Sie mir," fügte er tröstend hinzu, 
„daß diese Tränen die nicht auszusprechende Bitterkeit jener 
Tage verloren haben." 

Es hat ein ganz besonderes Interesse, nachzuforschen, in 
welcher Weise ein Mann, welchem ein hohes Maß von Natur- 
erkenntnis, besonders eine tiefe Kenntnis der Welt der Organismen 
und ihrer Zusammenhänge zu Gebote stand, und der mit dieser 
Wissenschaft eine nur selten erreichte Innigkeit des Gemüts- 
lebens verband, sich mit den Glaubensfragen der Religion abfand. 
Bei seiner Ausnahmestellung als Mensch und Forscher und bei 
den vielfältigen Beziehungen seiner Lehren zu religiösen Vor- 
stellungen ist Darwin denn auch häufig brieflich und mündlich 
über seine religiösen Anschauungen befragt worden. Aus den 
Antworten, welche er gegeben hat, kann man entnehmen, wie 
ungern er sich über diese letzten Probleme menschlicher Speku- 
lation äußerte. Die ausführlichsten Angaben sind in einer sechs 
Jahre vor seinem Tode abgefaßten, für seine Familie bestimmten 
Niederschrift enthalten, in welcher er sich über den allmählich 
erfolgten Wandel seiner religiösen Überzeugungen ausspricht. 
Zur Zeit der Weltumsegelung war er noch ein strenggläubige)' 
Christ, welcher „von den Offizieren des , Beagle', obwohl sie 
selbst orthodox waren, herzlich ausgelacht wurde, wenn er die 
Bibel als eine unwiderlegbare Autorität über irgend einen Punkt 
der Moral zitierte." Was ihn zunächst in seinem Glauben irre 
machte, war der Zweifel an der Existenz von Wundern und 
von Offenbarung. Ihm folgten Zweifel an der Existenz eines 
persönlichen Gottes und an der Unsterblichkeit der Seele. 
Genährt wurden die ersteren durch die Erkenntnis, wie viel 
Elend in der Welt existiert, und daß diesem Elend auch die 
Tiere unterworfen sind, für welche Darwin stets ein warmes 



— 74 — 

Empfinden besessen hat, bei denen doch an eine erzieherische 
Bedeutung des Unglücks nicht gedacht werden kann. Über 
dieses letzte Stadium des Zweifeins hinaus hat Darwin sich 
nicht zu einer bestimmten Weltauffassung hindurchgeruugen. 
Er schließt somit seine Aufzeichnungen mit den Worten: „Das 
Geheimnis des Anfangs aller Dinge ist für uns unlösbar; und 
ich für meinen Teil muß mich bescheiden, ein Agnostiker zu 
bleiben." 

Mir ist nicht das Glück zuteil geworden, den ehrwürdigen 
Einsiedler von Down bei Lebzeiten zu sehen oder gar ihn näher 
kennen zu lernen. Als ich zum erstenmal nach England kam, 
ruhte der lebensmüde Mann schon im Grabe, Ich kann Ihnen 
daher keine Schilderung seines Wesens aus eigner Anschauung 
geben ; ich muß das umsomehr bedauern, als alle, welche ihn 
kennen gelernt haben, darin übereinstimmen, daß Darwin durch 
die seltene Mischung von rührender Bescheidenheit und innerer 
Seelengröße, ernster Lebensauffassung und heiterer Liebens- 
würdigkeit, tiefer Gedankenfülle und wohltuenden Scherzes einen 
Zauber auf seine Umgebung ausübte, wie er wenigen Menschen 
gegeben ist. Ich möchte daher einen Berufeneren über diese 
Dinge zu Ihnen reden lassen, einen Freund Darwins, welcher 
ihm besonders nahe gestanden ist. Derselbe schreibt in einem 
kurz nach dem Tode Darwins erschienenen Nekrolog: 

„Eine feurige Jugendlichkeit des Empfindens durchdrang 
Darwins Geist und verlieh im Zusammenhang mit seinem enormen 
Wissen und der durchdringenden Schärfe seines Urteils seinem 
Wesen und seiner Unterhaltung einen unbeschreiblichen Reiz. 
Lebhaft und voll Humor hatte sein Witz etwas merkwürdig 
Fesselndes, nicht nur, weil er immer glänzend und unterhaltend 
war, sondern mehr noch wegen seines stets herzlichen und gut- 
mütigen Charakters. Er war so außerordentlich empfindsam in 
seinen Gefühlen und peinlich sensibel gegenüber jeder Äußerung 
von zweifelhaftem Geschmack bei anderen, daß er nicht umhin 
konnte, in seiner Stimmung, in dem Grundgewebe seines ge- 
samten Wesens zum Ausdruck zu bringen, daß in ihm der 
Gentleman mächtiger war als der Philosoph und der Manu der 
Wissenschaft. Ebenso war aber auch seine höfliche Achtung 
vor anderen, welche weit über das Maß gesellschaftlichen Her- 



— 75 — 

kommens hinausging, eine instinktive und unmittelbare Äußerung 
seines gütigen Herzens." „Was es nur an Schönem und Gutem 
in der menschlichen Natur gibt, fand in Darwin eine so üppige 
Entfaltung, daß keine Möglichkeit zu einer weiteren Steigerung 
gegeben war, und im Endresultat hatten wir eine sittliche 
Größe vor uns, welche wir uns kaum hätten vorstellen können." 

Hochverehrte Anwesende ! Ich habe versucht, Ihnen einen 
tiefereu Einblick in das Wesen Darwins zu gewähren, nicht 
nur in die Eigenart seiner wissenschaftlichen Begabung, sondern 
auch in die Hoheit seines Charakters. Es ist ein Fehler, die 
Fortschritte in der Wissenschaft ausschließlich auf den Intellekt 
zurückführen zu wollen. Zu den großen wissenschaftlichen Leis- 
tungen, welche die weithin sichtbaren Marksteine in der Geschichte 
der Menschheit bilden, genügen nicht die Gaben des scharfen 
kritischen Urteils und der neue Bahnen einschlagenden schöpferi- 
schen Intelligenz ; sie erfordern vielmehr auch einen wissenschaft- 
lichen Charakter, sie erfordern die aus dem innersten Herzen 
strömende, vor keinen Schwierigkeiten zurückschreckende Arbeits- 
freudigkeit und die Fälligkeit der Aufopferung, welche die ganze 
Persönlichkeit in den Dienst einer großen Idee stellt. Dieser 
glücklichen Vereinigung von Eigenschaften des Geistes und des 
Charakters ist es zuzuschreiben, daß Darwin zu den großen 
Reformatoren gehört, deren Wirken den Anfang einer neuen 
Periode wissenschaftlicher Forschung bezeichnet. Das englische 
Volk hat die historische Stellung Darwins anerkannt, indem es 
ihm eine Ruhestätte unter den großen Männern britischer Natio- 
nalität in der Westminsterabtei nahe dem Grabe Newtons ein- 
räumte. Ein noch schöneres Denkmal, zugleich ein Denkmal, welches 
mehr als äußere Ehren dem innersten Wesen des Mannes ent- 
spricht, ist die bewundernde Anerkennung, welche die biologische 
Wissenschaft dem Genius Darwins zoUt und dauernd bewahren 
wird. Ist doch schon der gewaltige Aufschwung, welchen die 
Biologie im Laufe der verflossenen fünfzig Jahre zum größten 
Teil unter dem Einfluß der Werke Darwins genommen hat, ein 
Denkmal für alle Zeiten, ein Monumentum aere perennius. 



- 76 



Paläozoische Notizen. 

Von 

Dr. Fr. Drevermann. 



2. Über Unter- iiiid Oberdevoii bei Alniaden in Spanien. 

Aus dem Devon der Gegend von Almadeu beschrieben 
de Verneuil und Bar ran de eine größere Zahl von Fossilien 
(Bull. SOG. geol. France, ser. 2, Bd. XII, S. 59, Taf. 28 und 29), 
die auf den ersten Blick den Eindruck machen, als ob sie aus 
recht verschiedenen Horizonten stammten. Die Mehrzahl deutet 
auf Unterdevon von rheinischer Fazies, einzelne Formen jedoch 
(wie besonders PhiUipsastraea Taf. 29, Fig. 10) scheinen das Vor- 
kommen oberdevonischer Schichten zu beweisen. Noch mehr ist 
dies von der Fossilienliste S. 76 zu sagen: neben vorwiegend 
unterdevonischen sind eine ganze Anzahl mitteldevonischer (z. B. 
Stri.ngocephalus hiirUni) und oberdevonischer (z. B. Spirifcr ver- 
neuili) aufgeführt. Es erschien mir bei meinem Aufenthalt in 
Almaden') besonders wichtig, die einzelneu Faunen möglichst 
genau zu studieren und zu versuchen, die Horizonte scharf zu 
trennen. Ich habe daher die ganze verfügbare Zeit darauf ver- 
wandt, Versteinerungen zu sammeln und den Versuch einer 
Kartenskizze sehr bald fallen gelassen. Die kartographischen 
Grundlagen sind nur zum kleineu Teil vorhanden , sie fehlen 
gerade von den besten Fandorten, und eine eigene topogra- 
phische, wenn auch nur ganz einfache Aufnahme zu ver- 
suchen war bei der kurzen Zeit ausgeschlossen. Es wurden 
daher vornehmlich die Fundorte ausgebeutet, die sich in der 
oben genannten Arbeit als Guadalperal, Chillon, Casa de la 
Vega uud Puerto del Ciervo bezeichnet finden. 



') Vgl. Teil I S. 145. 



— 77 — 

Guadalperal ist ein Höhenzug, der aus quarzitischen Sand- 
steinen besteht, die überall in wirren Blockmassen herumliegen. 
Das Gestein ist einem stark verwitterten Taunusquarzit, etwa 
dem Gestein vom Idartal im Hunsrück, überaus ähnlich. Graue 
und rötliche Farben herrschen vor ; gelegentlich finden sich fast 
rein weiße Bänke; jede Spur von Kalk ist verschwunden. Die 
Fauna ist typisch unterdevonisch; es genügt, einige Haupt- 
fossilien aufzuzählen, um diese Tatsache zu belegen. Spirifer 
äff.') carinatus Schnur, S. äff. hystericus Schloth, Megalanteris, 
Trigeria (sehr ähnlich der Oberstadtfelder Form), Stropheodonta äff. 
nmrchisoni A. V. und S. aö\ sedgwicki A. V., Ävictila äff. pseudo- 
laevis Oehlert, Limoptera äff. circiüaris Oehl., Grammysia, Homalo- 
notus, Pleurodidyum und andere mehr sind nicht selten; es ist 
also eine durchaus rheinische Fauna. Über das genaue Alter 
möchte ich nichts sagen ; ein einzelnes Exemplar von Spirifer 
•dE. paradoxus Schi, scheint jünger zu sein als die übrige Fauna. 
Die durchgreifende Bearbeitung wird hier wohl Klarheit bringen. 

Die übrigen drei Fundorte haben eine Oberdevonfauna von 
großem Reichtum geliefert, und zwar schließt sie sich derjenigen 
der belgischen Famenneschichten und der amerikanischen Che- 
mung-Sandsteine in jeder Hinsicht nahe an. Ich muß sagen, daß 
diese Tatsache eine Überraschung für mich bildete und daß ich 
zunächst einen Sandstein, der aus Haufwerken der großen schö- 
nen „Terehratula" mariana Barr. Vern. (Taf. 29, Fig. 9) besteht, 
nicht recht unterbringen konnte. Bald fand sich aber der erste 
Spirifer verneuili Murch. in diesem Gestein, und nun folgte ein 
Fund dem andern : Sandsteinbänke mit gelegentlichen Resten des 
ursprünglichen Kalkgehalts, die nur aus Spirifer verneuili (und 
zwar stets nur einer Ausbilduugsweise dieser variablen Form) 
bestehen, andere, deren Schichtflächen mit einer Unzahl von 
kleinen Zweischalern bedeckt sind, wieder andere mit kleinen 
Famenne - Brachiopodeu, Trilobiten (Cri/phaeus) , Gastropoden 
(sehr selten) und eigenartigen Zweischalern, dazwischen feine, 
tonige, fossilleere Schieferschichten, deren Mächtigkeit sich zu 
derjenigen der Fossilbänke wie 10 oder 20 : 1 verhält. Das 
schönste Gestein ist das zuerst erwähnte Konglomerat der 
Rhynchonella mariana, das in mächtigen Blöcken den ganzen 



^) äff. soll sagen, daß äußere Ähnlichkeit vorhanden ist, daß aber zu 
eingehendem Studium bisher die Zeit fehlte. 



— 78 — 

Abhang bei der Casa de la Vega überschottert und mit seiner 
Fülle von großen prachtvoll erhaltenen, unverdrückteu Ver- 
steinerungen eine unerschöpfliche Fundgrube bildet. 

Es sei besonders hervorgehoben, daß die Cryphaeen der 
Tafel 28 des zitierten Werkes nicht unter-, sondern oberdevo- 
nisch sind und recht selten vorkommen. 

Die Bearbeitung dieser Fauna wird sich nacheinander mit 
den einzelnen Fossilien zu beschäftigen haben, und so möchte 
ich die Trilobiten, Gastropoden und Brachiopoden in Einzel- 
studien nach und nach bringen. Anders ist es mit den Zwei- 
schalern, die an Zahl weitaus überwiegen: hier würden die 
Schwierigkeiten fast unüberwindlich sein, da die Fauna der 
belgischen Famenneschichten nicht durchgearbeitet ist und ihrer 
Bedeutung nach vorher studiert werden sollte. Ich habe den 
Wunsch, diese Bearbeitung selbst vorzunehmen, einigen belgi- 
schen Fachgenossen mitgeteilt und fast allenthalben das größte 
Entgegenkommen gefunden. Besonders stehen mir die reichen 
Schätze des Brüsseler Museums, sowie diejenigen derDewalque- 
schen Sammlung in Lüttich, dank der Liebenswürdigkeit der Herren 
Direktor Dupont, Mourlon und Prof. Fraipont, zur Verfügung, 
und da weiterhin Herr Prof. Holzapfel (unter Verzicht auf 
eigene Pläne) seine eigene und Herr Prof. Dannenberg die 
Sammlungen der Aachener Hochschule mir in freundlichster Weise 
anboten, so glaube ich eine Bearbeitung der Zweischaler der 
belgisch-spanischen Famenneschichten im Laufe der Zeit in An- 
griff nehmen zu können. Das Interesse, welches diese Faunen 
bieten, ist besonders durch die große Ähnlichkeit vieler Arten 
mit solchen der Chemungschichten Nordamerikas recht bedeutend. 
Hoffentlich gelingt es mir, durch ausreichendes Vergleichsmaterial 
aus diesen Schichten die Bearbeitung so durchzuführen, wie es 
der frühverstorbene L. Beushausen beabsichtigt hatte. 



— 79 — 



Inhalt. 

I. Teil: Geschäftliche Mitteilung:en. 

Seite 
Jahresfeier der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 

am 6. Juni 1909 9* 

Fritz Römer, sein Leben und sein Wirken (mit Porträt). 

Gedächtnisrede von Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx 9* 

Jahresbericht des IL Direktors Stabsarztes Prof. Dr. E. Marx 30* 
Nekrologe: 

Eugen Albrecht (mit Porträt) von Prof. Dr. med. August 

Knoblauch 53* 

Eduard e h 1 e r (mit Porträt) von K. 61* 

Verteilung der Ämter im Jahre 1909 65* 

Stifter der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft . . . 67* 
Verzeichnis der Mitglieder: 

I. Ewige Mitglieder 69* 

IL Beitragende Mitglieder 71* 

III. und IV. Außerordentliche und korrespondierende 

Ehrenmitglieder 85* 

V. Korrespondierende Mitglieder 85* 

Rechte derMitglieder 92* 

Auszug aus der Bibliotheksordnung 93* 

Bilanz per 31. Dezember 1908 96* 

Übersicht der Einnahmen und Ausgaben im Jahre 1908 . 97* 
Protokolle der wissenschaftlichen Sitzungen: 

Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx: Trinkwasser und Trinkwasser- 
versorgung 99* 

Prof. Dr. F. Römer: Die Wanderungen der Fische .... 101* 

Dr. E. Wolf: Der Wanderzug der Vögel 105* 

M. Freiherr von Wendland, Schloß Bernried: Costa Rica 107* 
Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. P. Ehrlich: Die Trypano- 
somen und ihre Bekämpfung 108* 

Privatdozent Dr. H. Vogt: Die Entwickelung der kindlichen 

Sprache 111* 

Privatdozent Dr. G. Embden: Über vitale Wechselbeziehungen 

tierischer Organe 112* 

Sanitätsrat Dr. L. L aquer: Ärztliche Vererbungsprobleme . 115* 
Prof. Dr. R. B e n e k e , Marburg : Die Entwickelung des Men- 
schen in der frühesten Periode seines embryonalen Lebens . 118* 
Gartenbaudirektor A. Siebert: Die deutsche dendrologische 

Gesellschaft, ihre Ziele und Erfolge 119* 



0I/IO3 



— 80 — 

Seite 
Privatdozent Dr. H. Bluntschli-Bavier, Zürich: Das 
menschliche Antlitz im Lichte der vergleichenden Anatomie 

und Entwickelungsgeschichte 122* 

Dr. H. Merton: Eine zoologische Forschungsreise in den 

Aroe- und Key-Inseln 124* 

Prof. Dr. B. Fischer: Über den Tod 127* 

Dr. 0. Kohn stamm, K()nigstein: Wesen und Ursprung der 

Gefühle 129* 

üerichtschemiker Dr. G. Popp: Das Hautleisteusystem der 
Hand- und Fußfläche in anthropologischer und kriminalisti- 
scher Hinsicht 131* 

Dr. F. D r e V e r m a n n : Das Aussterben der Tiere in der Vorzeit 133* 
Prof. Dr. L. S. Schultze, Jena: Die Sprache und Literatur 

der Namaqua 135* 

Festsitzung zur Erteilung des Soemmerring-Preises . . . 137* 
Museumsb^richt: 

I. Zoologische Sammlung 140* 

IL Botanische Sammlung 160* 

III. Mineralogisch-petrographische Sammlung 162* 

IV. Geologisch paläontologische Sammlung 167* 

Bibliotheksbericht 186* 



II. Teil: Wissenschaftliche Mitteilnngeu. 

1. Senckenberg und seine Stiftung. Von Ar chi v d irektor Prof. Dr. 

ßudolfjung 3 

2. Abessinische Libellen, gesammelt von Dr. Eduard Rüppell. Von 

Dr. F. Ris-ßheinau (Schweiz) 21 

3. Tardigraden-Studien. Von Prof. Dr. F er d. Rieh t er s . . . . 28 

(Mit Tafel I und IL) 

4. Zum Gedächtnis des IGOjährigen Geburtstages Charles Darwins. 

Vortrag, gehalten bei der Darwinfeier der Senckenbergischeu 
Naturforschenden Gesellschaft am 13. Februar 1909. Von 
Prof. Richard Her twig- München 49 

5. Paläozoische Notizen. Von Dr. Fr. Drevermann 76 



-XX- 



Druck von (lebrüder Knauer in Frankfurt a.-M. 



40. Bericlit 



der 



Senckenbergischen 
Naturforschenden Gesellschaft 



in 



Frankfurt am Main 



1909 



Mit 2 Tafeln, 3 Portraits und 6 Textfiguren 



Frankfurt a. M. 

Selbstverlag der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 

1909 



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