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Full text of "Neues allgemeines künstler-lexicon; oder, Nachrichten von dem leben und den werken der maler, bildhauer, baumeister, kupferstecher, etc"

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600036876Z 




I 






Neues allgemeines 

Kttnstler-Lexicon 

oder ' 

Nachrichten 

von dem 

Leben und den Werken 

der 

Maler^ BUdhauer^ Baumeister^ Kupferstecher^ 

Formschneider ^ Lithographen^ Zeichner^ Me-- 

dailleure^ Elfenbeinarbeiter^ etc» 



B e arb 6 i te't 



von 



Dr. G. K. Na gl er. 



Achtzehnter Band. 
Surugue, P. L. — * Torre^ G. 



Manchen^ 1848* 
Verlag von £• A. Fleischmann. 

/ V r - // y 



Vorwort. 



Beim Schlüsse ^e$ vorhc^rgebeiiden Bandes hatte wohl Nie- 
mand gedacht, dass dieser neue Band unter deutschem Frei- 
heitsgetümmel und slavischem Kanonendonner beendet würde» 
Allein die Waffengewalt wird die Musen nicht zni ewigen 
Scliweigen verdammen» denn die süsse Gewohnheit der Kunst 
liebt ja nur Sittlichkeit und Frie^/en. Jam satis Pater rubenti 
deztera sacras jaculatus arces terruit urbem! Die Kunst und 
Wissenschaft kann uns keine Ifacht mehr rauben, und ich 
möchte es daher nur auf das Jahr 1848 angewendet wissen, 
wenn der Dichter sagt: Haec saecula sunt ingrata et dura Ca- 
moenis. Wir wollen daher einer baldigen glücklichen Wen- 
dung der Dinge entgegen sehen, und uns mit den Musen freuen, 
die von nun an von jenem Schwärme der Unberufenen befreit 
seyn werden, deren Produkte ihren Tempel nicht zieren. Die 
ynirte Kunst vrird inimer siegreich hervorgehen. 

und somit übergebe ich diesen Band getrost dem kunst- 
liebenden Publikum, mit der Bitte, mir die fernere Theil- 
nahme nicht zu versagen, da das Werk in kurzer Zeit vollen, 
det seyn wird. Ich stehe, wie immer, auf neutralem Boden, 
und umfasse nach Verdienst mit gleicher Liebe den Demokra- 
ten und den Republikaner, so wie die Verfechter des con* 
stitutioneD- monarchischen Prinzips. Nur darf man der Kunst 



ihre Mecänaten nicht rauben, und dieselbe, wie Zeus den 
Dichter, nicht in den Olymp verweisen. Sie ist zur Staats- 
bürgerin geworden, und fordert eine würdige Stelle im gros- 
sen Vaterlande« 

lieber Inhalt und Tendenz dieses Bandes will ich nichts 
erwähnen y und nur so viel bemerken, dass mich die politi* 
sehen Wirren nicht hinderten, den gewohnten Fleiss auf die 
Ausarbeitung des Werkes zu verwenden. Meine competenten 
Bichter mögen diese Aussäe prüfen» und ich werde mich 
glücklich fühlen, wenn meine Mühe nicht vergebens war. 

München im November 1848« 



Ür* O. K« IVttgler« 



s. 



Surugue, Pierre Louis, Kupferstecher, der Sohn und. Scküler 
des Louis Suru^e, wurde 1717 zu Paris geboren, und lieferte 
ebenfalls viele fflätter, die iu der Manier )enen Aes Vaters glei- 
chen , so dass sie ohne genaue Beseicknung verwechselt werden 
könnten, was wohl zuweilen geschehen ist. im Jahre I74l wurde 
er der Akademie %u. Paris aggregiit, und 1747 wirkUdies Mit- 
glied derselben. Die Bildnisse des Bildhauers Guillain und des 
Malers Fremin waren seine Receptionsstücke. Im Jahre 1771 starb 
dieser Künstler. Kurz zuvor erhielt er den Titel eines Cavalicro 
Romano. 

Das Verzeickniss der Blätter der beiden Surugue ist schwer 
kerzastellen, da sich auch der Sohn #L. Surugue« und geradeweg 
»Surugue«« nannte, ohne nähere Bezeichnung. In Catalogen und 

anderen Werken ist daher wenig - auf Vater und Sokn Kücksickt 

genommen» 

1) Rene Fremin, Ecuyer du Roy, Auteur de l*Academie de 
Peinture, halbe Figur nach de Latour I74t , vorzügliches 
Blatt, bei der Aufnahme in der Akademie überreicht, gr. fol. 

2 ) Herman Gerritz , Rembrandt's Vater , ganze sitzende Figur, 
nach Rembrandt's Bild im Cabi^et Vence 1759» ^^^' 

3) Simon Guillain, Bildhauer» nach N. A. Coypel, Receptions- 
stück, 1747. Oval gr. fol. 

4) Madame de ** (Moucky) in Ballkleidung, nach C. Coypel. 
Einige halten die Dame für die Mme. de Pompadour, fol. 

5) Die Geburt Christi, das unter dem Namen der Nacht be- 
kannte Bild Correggio's in Dresden, nach Hutin's Zeich- 
nung fiir das Galleriewerk gestochen, gr. roy. fol. 

L Heine Aetzdrücke. 
IL Vollendete Abdrücke. 

6) Die heil. Jungfrau mit den Heiligen Hieronymus, Crispin 
und Crispinian, nach G. fleni's Bild in der Gallerie zu 
Dresden, und für das erwähnte Galleriewerk, s. gr. fol. 

7) La France rend grace au ciel de la guerison du Roy, nach 
Coypel 1744 t gr. fol. 

8) Das Urthetl des Paris, nach H* Gtolzius» fol. f. 

9) Blätter zu der im Artikel des Vaters erwähnten Folge ,mit 
Darstellungen aus dem Don Quixotte. 

IQ) Roland eriährt von den Hirten die Treulosigkeit der^Anze- 
lica und ihre Flucht mit Medor, nach C. Coypel, gr. fol. 

11 ) Der Tod des Adonis, nach F. Boucker, fol. 

12} L* Antiquaire et le peintre. Der Maler und der Alterthiim' 
1er als Affen, nach J. B. Chardin 1743» foU 



ITagZ^'« Künstler' Lex. Bd. XVIII. 



2 Surugue, Pierre Louis« — Siisemihr, Joh. Conr. 

13) L'instatfi de la meditation » lesende Dane in halber Figur, 

nach J. B. Chardtn , kl. fol. 
|4) Les amusement de la vie privce, lesende Dame imFauteuil, 

nach Chardin, hl. fol. 

15) Le jeu de Toye, Kinder heim Gänsespiel, nach Chardin, 
.. hl. fol. 

16) Les tours de cartes, Kinder heim Kartenspiel, nach Char- 
din , kl. fol. 

17) L*aveugle. Ein Blinder mit dem Hunde an der Thüre, nach 
Chardin. Vorzügliches Blatt, kl. fol. 

18) Inclination de Tage, nach Chardin 1748, fol. 

19) L'amour nageur, schöne Kindergruppe nach F. Boucher, 
mit F. Aveline ausgeführt, kl. fol. 

20) Eine. grosse These, nach F. Bouclier, s. gr. fol. 

21) L'amour du vin. 

22) L'amour de la'chasse, beide nach £. Jeaurat sd&on- gesto- 
chen, gr. qu. fol. 

23) Le Carneval. Die Narrheit mit der Eule, nnd eine lachende 
Frau, nach J. Jordaens und Copie nach P. de Jode 1731* 
Gutes Blatt, fol. 

24) Le roy hoit, nach D. Teniers 1751» fol. 

25 ) Divertissemens de paysans hollandais. Ein Tanz von Bauern 
und dabei ein Narr, nach D. Tenier's BUd aus dem Cabi- 
net IVIainville I748f gr- qu. fol. 

26) Delassement de paysans hollandais, nach D. Tentert, kl. 
qu. fol. 

27) Fetit lendemain de noce flamtnde, nach demselben, und 
Gegenstück, beide Bilder aus dem Cabinet Mainville. 

28) La glaneuse flamande. Landschaft't mit drei Hütten und ei- 
nem Baume, nach dem Bilde von Teniers aus dem Cabinet 
Yence, kl. qu. fol. 

29) Paysans hollandais revenant des champs, nach Teniers und ' 
Gegenstück. 

30) Jeu de mail flamand, Gruppe von zehn Bauern im Dorfe, ' 
nach Teniers» qu. fol. _ ' 

31 ) La iileuse flamande. Die Spinnerin ist in der Küche, in der ' 
Stube sieht man eine Gruppe von, Zechern und Rauchern. ' 
Nach Teniers Bild aus dem Cabinet Mainville 174o» gr. qu. fol. ' 

32) L'entretien. Zwei Bauern am Dorfwege in Unterhaltung, 
nach Teniers* Bild aus dem Cabinet Hubert 1748 » gr. fol. ' 

33) La Bohemienne en couche, nach Teniers 1748» fol. 

34) Die vier Jahreszeiten, nach Teniers 1749» fol. ' 

35 ) Le roy a la chasse , nach A. Watteau , gr. qu. fbl. < 

36) Premier et deuzicme paysage flamand, nach Teniers 1755» ^ 
qu. fol. ' 

37) Drei Darstellungen aus dem Roman comique Tc/n-dcarron, ^ 
nach J. B. Pater, qu. fol. ^ 

Dieses Werk haben wir im Artikel des Vaters näher er- | 
wähnt. • 

5 

Susemihly Johann Conrad y Zeichner und Kupferstecher, ee- ^ 
boren zu Rainrod im Grossherzogthum Hessen 1767* musste das | 
Schneiderhandwerk erlernen , und trieb dasselbe bis zu seinem ' 
achtzehnten Jahre. Mit Widerwillen in dieses Geschält gexWän^, 
machte Suscmihl heimlich, ohne alle Anleitung, Versuche im ' 
Zeichnen nach Gegenständen aus der Natur, und malte diesel- 
ben mit selbst gefertigten Pinseln und Farben aus , wofür ihn der 
Vater gewöhnlich züchtigte. Aber Alles' dieses konnte ihn nicht 



. Suiemihl, Johadn C#iirad« 3 

ehtmuthigen , n&d endlich gelang e« üun, auf Zuredea seines 
früheren Lehrers., des Rectors Mimch in Alsfeld » dem ^chnoider- 
handwerk enUagpen su dürfen. Jetzt ging er nach Cassel» wo 
ihn der Kupferstecher Müller in die Lehre nahm, welcher aber 
nur im Schriftstechen und im Kupferdrucken erfahren vrar. Da- 
mit musste sich auch Susemihl beschäftigen , und nur mit Mühe 
konnte er von seinem Lehrherrn die Erlaubniss erhalten, wöchent- 
lich zweimal auf der Akademie zeichnen 7Mk dürfen. Diese Zeit 
benutzte er aber so fleissig , dass er zweimal die silberne Freisme- 
daille erhielt. In dieser Periode kam der in der Kunst- und Li- 
teraturgeschichte bekannte Kriegsrath Merk nach Cassel, um einige 
junge n.ünstler für sqine artistischen Unternehmungen zu gewin- 
nen. Der Direktor J. H. Tischbein sen. empfahl ihm auch unsern 
Susemihl, und dieser ging daher t789 nach Darmstadt, wo Merk 
ein Kunst - Institut gegründet hatte, aus welchem mehrere Blätter 
hervorgingen. In dieser Zeit stach Susemihl den Oötz von Ber- 
lichingen nach H. Tischbein dem Neapolitaner in Aquatinta, nach 
dem 1701 erfolgten Tod jenes Mannes war aber der Künstler wie- 
der auf sich selbst angewiesen. Das Bildniss der Landfi^räfin Louise, 
der Gemahlin des nachherigen Grossherzogs Ludwig L, erwarb 
ihm aber die Unterstützung dieser Fürstin, so dass er zwei Jahre ' 
in Weimar und Dresden seinen Studien obliegen konnte. In 
letzterer Stadt fertigte er einige Zeichnungen nach den bessten 
Gemälden der Gallerte. 'Nach seiner 1795 erfolgten Rückkehr nach 
Darmstadt fand er im Hause der Gebrüder Bekker Aufnahme und 
Unterstützung. Sie beschlossen mit Borckhausen-, Lichthammer 
und Lembecke die Heransgabe eines naturhistorischen Werkes, 
welches, durch die «Oiseaux d'Afrique« von Levaillant hervorgeru- 
fen, unter dem Namen der DarmstSidter bmithologie* bekannt isl, 
und die Abbildungen der deutschen Vögel in fol. enthält. Durch 
die Stiche zu diesem Werke gründete der Künstler seinen Ruf, 
so dass ihn Grossherzog Ludwie I. igOO zuib Hofkupferstecher er- 
nannte. Diese Ornithologie, welche heftweise erschien, und die Na- 
turgeschichte des Thierreiches der russischen Provinzen Cur^, Lief- 
und Estland von Drümpelmann und ' Friebe beschäftigte ihn meh- 
rere Jahre, und Susemihl leistete in desem Fache Ausgezeichnetes. 
Seine Mussestunden brachte er mit der Jagd und mit Ausstopfen 
von Vögeln zu, die er in Gouache malte, und deren 'Originalge- 
mälde im Besitze des grossherzoglichen Museums zn Darmstadt 
sind. Im Jahre i80ß ernannte ihn die Wetterauer Gesellschaft für 
die gesammte Naturkunde als Anerkennung seiner Verdienste um 
die deutsche Ornithologie zu ihrem correspondirenden Mttgliede. 
•Die Napoleon ischen Kriege hemmten jedoch alle Kunstunterneh- 
mungen , und die beiden genannten Werke geriethen gänzlich ins 
Stocken. Susemihl musste jetzt seine Zuflucht zu kleineren Arbei- 
ten für Buchhändler ' nehmen , bis nach hergestelltem Frieden der 
berühmte Architekt Moller die Herausgabe, seiner Denkmäler der 
deutschen Batfkuhst unternahm, wcizü er nnt seinem Sohne Bduard 
und seiner Tochter Emilie den grössten Theil der Platten lieferte. 
Binen anderen architektonischen Stich führte er für das Dr. Bois- 
seree'sche Werk über den Cölner Dom aus, Platte Nr. 11. mit 
Compositionen der Glasfenster. 

Als der Zeitpunkt eingetreten war, in welchem der Stahlstich 
der Rüpferstecherkunst einen Theil ihres Terrains abgewann, jud- 
terzog sich auch Susemihl von 1830 — 39 der Besorgung ausge- 
führter Stahlstiche , die unter dem Namen Susemihl und . Sonn 
(Eduard) in verschiedenen Werken zerstreut sind. Zu End« des 
Jahres 1839^ unternahmen beide Künstler die Herausgabe der Vögel 

1* 



J.l 



SuBiiäirniiaDS y auch Subtci*maDs u. Siittcraions ^ JiisU 

l fVaterland zurückkehrte. Er malte hietoriBcIie Darstellungen und 
Bildnisse, und leistete in beiden Fächern Vorzügliches. Im Pur-, 
traite nähert er sich dem A. van Dyck, welcher ihn sehr scliutzte, 
und ihm sein Bilduiss schenkte, mit der Bitte, er mochte ihm da- 
gegen das Seinige zuschicken. Auch Rubens ehrte diesen Meister, 
und malte ihm ein grosses Bild, welches den Mars vorstellt, der 
den offenen Janustempcl verlässt, und mit Schild und Schwert 
forteilt^ um den Völkern den Krieg zu bringen. Venus hält ihn 
Vergehens zurück. Sustermaiis richtete desswegen ein Schreiben 
an: Rubens, weichet bei Baldinucci und in den Lettere pittoricho 
IlL 360» abgedruckt ist. Baldinucci war der mehrjährige Freund 
dieses 'Meisters. In der Gallerie zu Florenz ist ein grosses Ge- 
. mälde von Sustermans, welches die Huldigung der toskanischen 

. Stände: an Grossherzog Ferdinand IL von Medici vorstellt. Die 
Hmip.tfiguren sind Fortraite, iind auch der Künstler führte sicli bei 
dieser Feier ein. Die Lebendigkeit und Wahrheit' dieser ^Darstel- 
lung, und die meisterhafte Durchführung derselben erregte allger 
meitie, Bewunderung. 'Ein anderes Bild dieses Künstlers, Welches 

. er i'ic den Palast in iVenodif ausführte, stellt die Königin Catha- 
, i:ina Cornaro vor, wie si^ die Insel Cypern an Venedig schenkt. 
Die grössere Anzahl seioer Werke bestand aber in Bildnisse«. Er 
malte die genannten Grossherzoge; Ferdinand II. einmal mit seineni 
Schutzheiligen. Dann malte er auch das Bildniss des Kaisers Fer- 
dinand II. , wofür ihn dieser mit einem Adclsbrief beehrte. Ferner 
make er die Erzherzogin Claudia de' Medici, Gemahlin des Erz- 
herzogs Leopold von Oesterreich und Grafen von Tirol am Tische 

. .sjtQhend) wors^uf ihr* -Schoosshündchen sikzt, ein schönes Bild in 
der k. k. Gallerie zu Wien. In der Florentinischen Gallerie ist 
'ausser, dem Bildnisse .des liecühmten Galileo Galilei jenes des Prin» 

, zea von Dänemark, des Sohaes Friedrieh*s IJI. . Dann malte er auch 
den Herzog Heinrich von Guise, den Cardinal Leopold da''Me* 
dici, und mehrere andere Portraite berühmter Personen, die sich 

. ;>^i ^ italienischen Sammlungen finden • müssen. -Im Auslande sind 

,, seine, {Werke selten. In der Gallerie des Museums zu Berlin sind 

^>«Y^ei Bilder von ihm. .Das eine stellt die .Grahlegun^^ vor, und 
zeichnet sich durch die edle, harmodisch -gerundete Conipositioia 
und durch den Ausdruck eines einfach natürlichen Gefühls sehr 

' vorth'eilhaft aus. : Das zweite, grosse und' figiirenr^iehe Gemälde 

' ^chthält den Tod des Sokrates. Hier ist nach'Kugler, ßeschr. d. 
M.'237'» das Ganze minder bedeutsam gehalten, doch manches 
Treffliche im Einzelnen, welches das sehr achtbare Streben dieses 
Künstlers nicht minde^ erkennen lässt. In der Gallerie zu Pom- 
mers^lden ist ein mytliologisches Bild, Mars mit Venus iind Aniör 
vorstellend. 

^' ' " Sustermans erteichtö ^in hohes Alter. Im Jahre 167:^ machte 

et sein, Tiestameat, weldies in Gaye's Carteggto III. 557. abge- 

*' dhiikt iit' Er nennt sich da Bürjger von Florenz, und bestimmt 

in 'St.'F)er Martire sein Bcfgräbniss. In einem weiteren' .Codicill 

vom 12. Jänner l675' setzte er seinen Sohn Francesco MaH^ zum 

' Haüpterben ein. In ' diesem Docuinente sagt der Künstler auch» 

dass er aus Antwerpen gebürtig sei, und' schon frühe seine Lauf- 

' hßhn in Florenz betreten habe. Im Jahre iddl starb er. 

... A. van Dyck m^te sein Bildniss und radirte es selbst in Ku- 
pfer. Er nennt den Künstler J.odocus Ci^rn^ans. Wenigstens steht 
auf den ersten .Ahdrücken dieser NamSf späte^r wurde J. Suter- 
mans , auf die Platte g,esetzt. Das ei^enhändif^ Bildniss dieses 
Meisters in^-der Tribüne zu Florenz ist nach !>• FerettiJs Zeich« 



Sustermaoft» Job« -^ Sustris, Friedrich, 7 

nung Von Francia gestodien, fol^ Auch Travalloni stach d48 Bild- 
niss dieses Meisters. Dann kommt es in Fazzi*s Serie etc.» und 
im Museo fioreniino vor. 

Stiche nach den Werken dieses Meisters. 

Ferdinand 11. Grossherzog von Toscana, gest. von F. Spterre. 

Derselbe Orössherzog mit seinem Schutzheiligen, gest. von C. 
Mogalli. Der Maler heisst hier M. Giusto. 

Henry de Lorraine Duc de Guise, gest. von J. Morin. Auf die- 
sem Blatte. heisst der Maler Citermans. 

Cardinal Leopold de Medici, gest. von A. Clouet, mit der 
fehlerhaften Orthographie des Namens: Sertermanm. 

Der Prinz von Dänemark, Sohn FHedrich*s III. , gest. v. Fedi. 

Galileo Galilei, gest. von F. Allegriui. 

'Die Huldigung der toskanischcn Grossen an Ferdinand II., 
gest. von C. Mogalli, tu 3 Blättern. 

Catharina Cornaro, letzte Königin von C^pern, wie sie die 
Insel an Venedig scheäkt, gest. von C. Mogalli. 

SuStermanS, Johann^ Maler, der Bruder des obigen Künstlers, 
wird von Descamps ohne Taufnameu erwähnt, una als Bildniss« 
maier gerühmt. Er soll den Putz der Damen besonders schön ge- 
malt haben. Der genannte Schriftsteller vermuthet unte^ diesem 
Sustermans einen Ferdinand Lombardo, dessen Existenz als Künst- 
ler nicht erwiesen ist. 

Von Johann Sustermans ist in der k. k. Gallerie zu Wien der 
Kopf einer Matrone mit goldgestickter Uaube, etwas unter Le-^ 
liensgrösse. 

Sustermans y Lambert | s. L. Suterman« 

SuStris^ Friedrich, auch SusUr, Süstris undZustris genannt, Ma- 
ler und Architekt, wucde nach der gewöhnlichen ^nahme 1S26 
zu Amsterdam geboren, wo auch sein Vater Lambert die Malerei 
übte, wahrscheinlich jener Lamberto d*Amsterdamo , dessen Vasari 
erwähnt.. Friedrich begab sich zur Vollendung seiner Studien nach 
Italien, und arbeitete melurere Jahre in Florenz, wo er sich an 
Vasari hielt, welcher dieses Künstlers in seiner zweiten Ausgabe 
der Vite de* Pittori etc. Firenze 15^8 mit Ehren erwähnt, unter 
dem Nameu Federigo di Lamberto Fiamingho. Er war auch Mit- 
glied der Akademie in Florenz, und als solches 1564 unter der 
Zahl derjenigen Künstler, welche unter Vasari's Leitung da« Trauer- 
gerüst des Michel Angelo mit Malereien zierten. Wie lange sich 
der Künstler in Italien aufgehalten habe, ist nicht bekannt; eben- 
so finden wir kein Verzeichniss der Werke, welche er in diesem 
Lande hinterlassen hat. Den weM«ren Kreis seiner Thätigkeit 
hatte er in München gezogen, wo der Künstler als Hofmaler 
und Architekt des Herzogs Vvilhelm V. erscheint. Dieser Fürst ge- 
langte 1570 zur Regierung, und nahm* mehrere Künstler in Sold, 
unter welcnen Sustris in einem undatirten , im k. Reichsarchivs- 
Conservatorium liegenden Verzeichnisse der Ausgaben für dieselben 
oben ansteht. Aus diesem Verzeichnisse eeht hervor, dass Meister 
Sustris alle Quartale 150 Gulden bezog, die höchste B^oldung, da 
F. Candito nur 125 Gulden erhielt. Christoph Schwarz steht noch 
nicht auf der Liste. 

Sustris malte nach seiner Ankunft in München die Bildnisse 
des Herzogs Wilhelm und seiner Gemahlin Renata in Lebens- 



Siisti*is, Friedrich» 

grosse» ffahrtcheintich }tae Bilder, %felehe noek Tor eimgen Jali- 
ren im oberen Gangö des ehemaligen Jesuitenklosters hingen , und 
da dem Verderben Preis gegeben waren , besonders jenes der Her- 
zogin. Seit einiger Zeit sind sie von der Stelle genommen, und 
füllea wahrscheinlich eine Rüstkammer. Die herzoglichen Hohei- 
ten besasscn von ihm auch einige religiöse^ Gemälde, die entweder 
zu Grunde gegangen oder unbekannt sind* Im Stiche sind jedoch 
mehrere seiner Compositionen vorhanden* 

Sustris fertigte aller Wahrscheinlichkeit nach auch den Flau zur 
Jesuitenkirche in München, welche Herzog Wilhelm erbaute; denn er 
stand von jeher a^ der Spitze des Unternehmens. Dass er: den Plan 
und das Modell zu dem nach dem Einstürze des Thurm^ erweiter- 
ten Chore ffefertiget habe, ist aktenmässig, und dieser ist (in seinen 
Theilen vollkommen dem früheren Baue entsprechend* Zur Bera- 
thung des ursprünglichen Planes wurde Wendel Dietrich *) berufen, 
und erhielt dalür ein Honorar von 12 Gulden. Der Grundstein der 
Hirche wurde den l8. April 1583 gelegt, nachdem Woll'gang Müller, 
auch Wolf Maurer genannt, mit seine9 Leuten im Furgöding den 
Platz vereiniget und den Grund gegraben hatte. Dieser W. Müller 
stand bis zu dem 15Q0 erfolgten Einstürze des Thurmes dem Baue 
als Werkmeister vor , wurde aber dann entfernt, wie wir schon im 
.Artikel desselben nachgewiesen haben , wo wir ihn aus der Reihe 
der eigentlichen Künstler strichen, da er nur als Maurermeister im 
l'aglohn arbeitete* Per Herzog war untröstlich über dieses Un- 
glück, worüber die Gegner der Jesuiten frohlockten. Allein nach 
kurzer Zeit war dei; Ausbau der Kirche unwiderruflich beschlossen, 
und um des Werkes sicher zu seyn, sollte ein italienischer Bau- 
meister berufen werden, was aber unterblieb* F. Sustris erbielt 
den Auftrag , den Plan zum neuen vergrösserten Chor zu machen, 
der sich da ausbreitet , wo der Thurm sich erhob. Dieser Plan 
liegt noch im Jesuitenakte des k. Reichsarchivs • Cohsertatorium, 
das Modell aber, welches Sustris vom Langhause in Verbindung 
mit dem Chore hefstellen musste, ist zu Grunde gegangen. Nach 
diesem Plane wurde die Kirche vollendet, aber der neue Thurm 
sieht in einiger Entfernung noch zur Zeit der Vollendung entge- 
gen. Im Jahre 15^7 wurde die Kirche und* das CoUegium vollendet, 
letzteres unter Leitung des Meisters Wendel Dietrich. Wolf Mül* 
ler war seit dem Einstürze des Thurmes nicht mehr beim Baue* 
Die Aufschrift seines' Bildnisses , ehedem in der Sakristei, jetzt in 
der Gallerie zu Schieissheim: )»1585 hat Wolfgang Müller, ein 
Steinmetz, seines Alters 48 Jahr, die Kirche und das Collegium 
erbawet,«i ist daher sicher night gleichzeitig mit dem Bilde, oder 
beides' ist spateres Machwerk. Die Kirche der Jesuiten hat eine 
styl- und geschmacklose Fa9ade, bietet aber in ihrem Inneren 
grossartige Räume, und mit Kühnheit ist das Gewölbe des Schiffes 
gespannt. Der leichte Sprung, welcher sich vom Chore abwärts 
zeigt, entstand beim Abbruche der durdh den Einsturz des Thur- 



*) Diess ist nicht der berühmte Wendel Dietterlein von' Strasa- 
bürg, sondern ein Baumeister und Kistler von Augsburg, 
der 1584 im Dieäste des Herzogs tt'ai, und das neue Schni- 
haus der Jesuiten baute, da der frühere Baumeister, Wil- 
helm Oekhel, als Jesuitenfeind in Ungnade gerieth* Später 
erscheint Dietrich neben Sustris als Mitglied der Kirchen bau- 
Commission. Nach seiner Zeichnung wurde der Choraltar, 
der Tabernakel u. s. w. gefertiget. Er hattt in München 
auch eine Kistlerwerkstätte. 



Dies beftohadtglea Malier» an fteldie sich dai Gerrolbe lehnte. Der 
Thurm stürzte zwar in sich zusammen, übte aber doch einen 
starken Druck aus, da er schon eine bedeutende Höhe erreicht 
hatte. Sustris könnte auch den Plan zum Wilhelminischen Palaste 
gefertiffet haben, zu welchem 1579 der Grundstein geleg;t wurde. 
Ausserdem könnte nur der oben in der Note erwähnte Wilhelm 
Oekhl, der bei seiner 1584 erl'oleten Un^ade bereits 34 Jahre 
Hofbaumeister war, und somit auf Leonhard Halder folgte, auf 
diese Ehre Anspruch machen. Wenigstens dürtte Sustris den Bau 
fortgeführt haben. Die Capelle dieser jetzt unter dem Namen der 
Herzog -Mazburgbekannteii Residenz wurde erst den 13* Juli 159? 
eingeweiht. Die Pläne Aum KjÖsterchen und der Capelle des heil. 
Ignaz von Loyola, und dann zu den Claosen in Schieissheim 
l^nn Sustris kaum mehr . gefertieet haben. Der Bau der älteren» 
den Heiligen Renatus und Wilhelm geweihten Gellen» begann 15Q0r 
wo Sushis .nach der gewöhnlichen Angabe starb, was aber nicht 
möglich ist, wenn er mit Tb,. Maurer die Zeichnungen zu den 
unten erwähnten Augsburger Heiligen von 1020 geliefert hat* Dass 
er sich aber als Architekt eijiien rTam^n gemacht habe,, beweiset 
auch der Umstand, dass er sic)^ %vif Stiche.n ni|ch steinen Gemälden 
Maler und Architekt des Herzogs Wilhelm nennt; Den Jesui- 
tenbau hatte er vielleicht auch in einem Gemälde sich zugeschrie- 
ben, welches auf einem der oberen Gänge der Utrphe. «ich befin- 
det, und den Kiinstler vorstellt, wie er dem Herzoge und der her- 
zoglichen Familie den Plan überreicht. Die Kirche und das Col- 
legium sind bereits im Gemälde vollendet, nur ein Paar Arbeiter 
deuten auf den Neubau. Dieses Gemälde ist in einem verwahrlos- 
ten Zustande, aber selbst als Malerei nicht ohne Interesse. Dann 
findet sich ein durch J. Sadcler's Stich bekanntes • Bild , welches 
die heil. Familie, und die im Bau begriffene Kirche vorstellt, zu 
welcher Engel Materialien herbeischleppen. Wo sich dieses Bild 
befinde» oder ob Sustris nur einö Zeichnung geliefert habe, kön- 
nen wir nicht bestimmen. Es finden sich überhaupt wenige Ge- 
mälde von ihm angegeben.' Für'' die ehemalige Kapuzinerkirche au 
Landshut malte er die Himmelfahrt Maria, in der Gallerie zu Göt- 
tingen ist von ihm eine Verkündigung Maria, vielleicht das von 
J. Sadeler gestochene BihL In der Sammlung des Assessors Schmidt 
in Kiel war noch ifiOQ ein Gemälde mit Ser Magdalena in der 
Hi^le. In der Sammlung des Erzherzogs Carl zu Wien sind einige 
Zeichnungen von diesem Meister. In der k. Pinakothek zu Mün- 
chen ist das Bildniss desselben, wie er unter .der Gestalt des heil. 
Lucas vor seiner Staffelei die Madonna mit diem Kinde »alt. 
Stiche nach Werken dieses 3|WeJsters 

Der ewige Vater befiehlt dem Engel » . der IVtaria das Geheim* 
niss der Menschwerdung Christi zu verkünden. Sie ist im Zimmer 
mit Näheii beschäftiget. 'Qest. von Joh« Sadeler. Mit Dedication 
an den Herzog Wilhelm von Baysi^n. 

Die Verkündigung Maria. ; Just. Sadeler excud.' 

Christus am Oelberge. betend. L. K. tKiUän) .£« D. Custos exe. 

Christus ßm Oelberg,^'^ gest. von D. Quitos^. . 

Die Kreua^tragung , g^sU rvpn D. Custos. -X>val, 

Christus am Kreuze,, -daneben das alte piid -neue Testament, 
gest. von J. Sadeler. 

Christus erscheint der Magdalena: Noli me tangere, gest. von 
J. Sadeler. . 

Das IfCiden Christi, kleine Darstellungen in der Forip des Kreu- 
zes» gest* von Salmon Müller für seinen eigenen Verlag, 1693. 



jl9 Siiter, Clasx« ^^ Siplet, lofeph. 

entdeckt wird. Sutat*» Bild ^ar ffdu^gen «u njbükieii« und e$ seugt« 
von eigenlhümlich^m Streben ; dock gewann et den Preis, nicht. 

Suter, Glaux (d. i. Claus )i Bildhauer, einer der herühmtesten 
niederländischen Künstler des |6* Jahrhunderts» wurde frst in neue» 
ster Zeit bekannt, und zwar durch die Bemühunffen des Mr. Di* 
dron atne (Annales archeologiques. II. Paris iSiSh Dieser Claus 
war der Meister des Michael Colomb oder Coulombe (t430 — 1511) 
in Tours, des Schöpfers des prachtvollen Denkmals Franz IL von 
Bretagne im Dome zu Nantes, welcher in Didron*s Monument 
des bords de la Loire seibat gesteht, das« er i^u^ seinen Reisen bei 
Mestre AnUioinet und bei Mestre Claus gelernt habe. Das Todes« 
jähr des letzteren ist nicht bekannt. 

Suter^ Johann Georg, Kupferstecher von Arbon im Canton Thur- 
gau, war Schüler von Preissler in Nürnberg. Es finden sich Bild- 
nisse von ihm , die aber von geringem Werthe sind. Zu seinen \ 
bessten gehören jene der Bischöfe Casimir, Anton und Franz Con- , 
rad von Constanz. Starb 1800 in hohem Alter.; ' 

Suter, Jakob 9 Zeichner, Maler und Kupferstecher von Hottingen 
in der Schweiz, wurde um |795 geboren, und in Zürich zum Künst- 
ler herangebildet« Er widmete sich dem Landschaftsfache, ist aber 
mehr durch seine Zeichnungen in Aj[uarell bekannt, als durch 
Gemälde in Oel. Seine Aquarellbilder sind getreu und flcissig nach 
der Natur ausgeführt, und sehr kräftig in der Färbung. Sie schiK 
dern landschattliche Parthien , geben auch Afisichten von Städten, 
Landhäusern , Seen u. s. w. In der Yedutenmalerei leistete Suter 
in jener Hinsicht Vorzügliches. £r bereiste die Schweiz nach al- 
len Richtungeut und auch in Italien sah der Künstler sich um. Um 
1838 verweilte er in Venedig« Suter lebt jetzt wieder in Zürich. 
Dann haben wir von Suter auch Blätter in Aquatinta,. theils 
nach fremden, theils nach eigenen Zeichnungen. Sie erschienen 
colorirt. 

1 ) Passage de Wen^ernalp. J. Suter ad nat. del. et sculp. qü. foL 
Z) Naefäs et Mollis. Canton Glarus. Id, deh et sc. qu. fol. 
' 3) Le Bains de Stachelberg et Linthal. Id. etc. qu. fol. 

4) Die St. Gotthard- Strasse; in 27 Ansithten' Von Fluelen bis 
Lugano, nach der Natur gezeichnet xlM in- Aquatinta geätzt 
von M. Kälin und J« Sutetw Mit Text :von Efcr^ Lusser. 
Zürich 1834» qu. fol. 

5) Ansicht von Zürich,, mit l6 Randbildern. Gezeichnet von 
'Arter, und in Aquatinta, qu. foL 

6) Voyages pittoresques auz lacs de la Suisse.WSammlung von 
137 Ansichten derSdiweia und Italiens, nach «der Natur ge« 
zeichnet von J. Wetzel, und in Aquatinta von J. Suter, C. 
Rordorf und F. Hegi. Zürich 1820 — 28, fol; 

Suter t Joseph f Zeichner und Maler von Utter in der Schweiz, be- 

Sann seine Studien in Zürich, und begab sich dann zur weiteren 
nsbildung nach München, wo er eine bedeutende Anzahl von 
Zeichnungen in Aquarell ausführte, die zu den schönsten ihrer Art 
gehören. Er zeichnet Bildnisse, Costümfiguren , Genrestücke und 
religiöse Darstellungen. Darunter sind auch Copien nach gössen 
Meistern mit grosser Zartheit in Aquarell ausgeführt. Suter be- 
suchte auch Italien, hielt sich ciniffe Zeit in Rom und in Neapel 
auf, und fertigte da, sowie in anaeren Städten des Landes eine 



Suter, Wihdm. -^ Suiennan-, Lambert 13 

;- bedeutende Amähl von Copieii und Zeidmun^en nach der Natur, 
die meistens in Bildnissen und Costümfij^uren bestehen. Doch ist 
Suter auch, 'in eigener Composttion tüchtig, seine Bilder ent- 
halten aber nnr wenige Figuren. Bine Anzahl von Madonnen 
und Heiligen ist theils gestochen, theils lidieeraglurt« J. Leudnei* 
stach 1844 nach ihin die Engelweihe der Capelle m Einsiedeln, mit 
der Legende des heil. Meiurad in der Einlassung, fol. Die mei- 
sten dieser Blätter erschienen in der Kunsthandlung der Gebrüder 
Benziger in Einsiedeln » wo der Künstler gegenwärtig lebt. 

Suter 9 Wilhelm^ Kupferstecher zu Prag, machte seine Studien an 
der Akademie daselbst, ging dann zur weitem Ausbildung nach 
Dresden , und Hess sich zuletzt in Prag nieder , wo der Kunstler 
mehrere schöne Blätter ausführte. Darunter sind auch Stahlstiche 
nach Bildern der religiösen Schule Deutschlands, wie nach J. Füh- 
rieh u. a. 

1) Der Tod, die Himmelfahrt und die Krönung Maria, nach 
dem grossen Plafondgemälde von C. Vogel von Vogelstein 
in der Schlosskapelle zu Pillnitz, 1830. Imp. fol. 

2) Der Gruss des Engels an Maria, nach C Vogel von Vo- 

felstein, 4. 
>ie Taufe Christi, nach demselben, 4- 
4) Religiöse Bilder nach J. Fürich, Stahlstiche» 4« 

Saterman f Lambert f genannt Lombardus , Zeichner und Maler, 
einer der vorzüglichsten niederländischen Meister des f6. Jahr- 
hunderts, der in Italien seine heimische Richtung mit solchem 
Gliicke verliess, dass sich seine Werke von nun an durch eine 
schlichte und edle Sinnesweise auszeichnen, und wenige andere 
seiner Landsleute ein so reines Gepräge der römischen Schule tra- 
gen. Allein die Nachrichten über diesen Meister sind etwas ver- 
worren» wenn man sich nicht streng an Lampsonius halten will. 
Auch wir haben uns im Artikel i>Lambert Lombardus« durch Vasari 
und Sandrart zu Annahmen verleiten lassen, welche wir jetzt da- 
hingestellt wissen möchten, da sich der Knoten auf einfachere Weise 
lösen kann. Vasari kennt einen Lamberto d'Amsterdam und einen 
Lamberto Suave da Liege, zwei verschiedene Personen, welche 
Sandrart in Eine vereinigt. Den Lamberto d* Amsterdam hielt man 
für L. Suterman, genannt Lombardus, welcher in Titian's und 
Tintoretto's Schule verweilt, und diesen Meistern landschaftliche 
Parthien in ihre Bilder gemalt habe; allein Vasari versteht unter 
seinem Lamberto d' Amsterdam eher den Lambert Sustris sen., und 
seinen Lamberto Suave de Liege scheint er mit L. Lombardus 
aufzufassen, da er den Kupferstecher L. Suavius auch als treffli- 
chen Architekten bezeichnet, während nur Lambert Lombardus 
Suterman sich mit der Baukunst befasst zu haben scheint. Um 
Tt, Suavius mit L. Lombardus zu vereinigen, musste dann letzterer 
auf Kupferstichen seinen Namen Suterman in Suavius latinisirt 
haben , wogegen . schon Heinecke Zweifel erhob. Wir nelunen 
daher nicht ohne Grund den Lambert Lombardus Suterman, den 
Lambert Suavius und den Lambert Sustris für eben so viele Per- 
sonen. Die Werke des letzteren tragen das Gepräge der venetia- 
nischen' Schule ,~ unid er ist wahrscheinlich der Lamberto d'Amster- 
dam des Vasari, und jener Lamberto, welcher in Bildern Ti- 
tian*s und Tintoretto's Landschaften gemalt hat , und überdiess ein 
tüchttger Historienmaler war. Lambert Suavius ist der Zeit- und 
Stadtgenosse des Lambert Suterman, dessen Kunstweise von jener 
Suterman's verschieden ist, die zwar Vasari schön fand, aber sie 



16 Snterman , Lambert. 

MoMft tchlägC Wasser aus dein Felsen. '.Llu&k iMÜnbardus 
inT. H. CöUaert sc, qu. fol. ' 

Christus im Gespräche mit Martha und Maria, sehr r^che 

' CompositioB, uttten hnks: H. Cock pictor excud. 1556. Auf* diesem 

• Blatte ist ein Monogramm, welches aus den Buchstaben ATE. mit 

einem P. 'daniber bestehe^ Der Zeichner nennt sich nicht. Binige 

vermuthen den Franz Floiris darunter. Die Con^osition stimmt 

abar mehr für Lombaxdus, gr«..qu. Ibl. 

Christus berufet den Petrus «um Apostelamte. Simon Petrus — 
dominus est. Mit dem Monogramme des P* Mirecynus aU des 
Stechers, und mit der Adresse von Goltzius, gr. qu. fol. 

Christus erxühlt die Parabel vom Samanne. Christus para- 
bola — — . L. Lombardus inv. üarolus i'ec, qu. fol. 

Die Erwdckung des Lazarus. Lazarum quatriduanum — .. — 
auscitavit. Lamb. Lombardus inv. H. Cock exe, gr. qu. foL 

L. Suavius hat ebenfalls eine solche Darstellung gestochen, 
aber in kleinecem Formate. Bine solche lobt Vasari.' 

Christus erweckt den Sohn der Wittwe von Nain , ohne Na- 
men der Künstle», qu. fol. 

Der wunderbare Fischzug, reiche Compositton. Lambertus Lomb. 
inventor. H. Cock excud. 1556* Mit dem Monogramme des P. Mi- 
recynus , gr. qu. fol. 

Christus an der Tafel des Pharisäers Simon. L« Lombardus 
inv. H. Cock excudebat 15S1 » qu. ibU 

Das Abendmahl des Herrn. Fe. admirandae mansuetudinis — 
Joan. de Ram. excud., gr. qu. £d1... 

Das Abendmihl des Herrn, andere Composition. Paocatoris 
amor etc., fol. 

Die Fusswaschunjr. L. Lombardus inv. Collaert. sc. , qu. fol. 

Die Kreuzigung Christi, im Yorgrunde die trauernden Freunde. 
Mihi — «— nostras. Cock excud. 1557» qu. fol. 

Christus am Kifeuze. Oben weint der ewige Vater, unten ste- 
hen Maria und Johannes. In einer aus den Marter - Instrumenten 
gebildeten Einfassung. Oben: Ecce agnus Dei etc., unten:. Sic Deus 
dilexit etc. Lamb. Lombardus inv. H. Cock exe. 1503* Der unge- 
nannte Stecher ist P. Miricenys, fol. 

Die Kreuzabnebmung. Lamb. Lombardus inv. Dit. Volkaert. 
Coornhart sc. H. Cock excud. 1556. In zwei Blättern, imp. qu. fol. 

Christus mit beiden Jüngern auf dem Wege nachEmaus. Quid- 
quid — -— explicat. L. Lombardus inv. , kl. qu. fol. 

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde« Vier ähnliche Darstellun- 

, alle ohne Zeichen, aber wie man glaubt, n*ch -Lombardo's 
eichnung, oder aus dessen Schule, 4« 

Die vier Evangelisten sitzend .dargestellt, schön gezeichnete 
Figuren, ohne Namen der Künstler, kl. fol. 

Die zwölf Apostel, stehende Figuren, mit Attributen, ohne 
Namen des Zeichners und Stechers. Einige Blätter sind bezeich- 
net: L. L. inv., gr. 8. 

L. Suavius stach ebenfalls eine Folge von Aposteln, an wel- 
chen Lombardus Theil hat. Die bestimmte und feine 'Zeichnung 
deutet auf ihn. 

Glaube, Liebe und Hoffnung, schöne Composition. Cock exe. 
1558-, fol. 

Die 12 Sibyllen, stehende Figuren in Nischen mit Attributen. 
Lamb. Lombardus inv. L. S. (L. Suavius) gr. 8« 

Die Tugenden y 8 Blätter mit weiblichen Figuren als Statuen. 
L. L. inv. Codi exe. 1557« Gest« von J. CoUaert, mit lateinischer 
Aufschrift, 12. 



l 



Sutb«rlaiid» Thomad« Sutter, Joseph«, 17 

Das Opfer des Priap, reiche Composition , gest. von C. Bos 
1553« kl. qu. tbl. 

Die 4 Jahreszeiten. Goch. exe. 1568. hl. fbl. 
Eigenhändige Blätter des Meisters. 

Lampsonius sagt nicht, dass dieser Künstler selbst in Kupfer 
radirt und gestochen habe, C. van Mander bemerkt aber, dass 
sich von ihm geätzte Blätter finden. Zu seinen Arbeiten in Kupfer 
könnten folgende Blätter gehören. 

1 ) Die Charttas, stehend auf einer Erhöhung Ton Kindergruppen 
umgeben. Lambertus Lombardus inventor. Radirtes und 

festochenes Blatt, wahrscheinlich von Lombardus selbst, 
.ambert Suavius hat ebenfalls eine Charitas gestochen, aber 
in kleinerem Formate. Unser Blatt ist in gr. fol. 

2) Das Opfer des Friap, reiche Composition, frei in Perrier*s 
Manier radirt, mit der Adresse von Fet. de Nobilibus und 
Rttbeis , qu. fol. 

3) Das Opfer von einer Ziege und von Früchten. Ohne Na- 
men, nach Frenzel (Catalog Sternberg Nr. 246) sicher Lom- 
bardus Arbeit, kl. qu. fol. 

4) Zwei Stiere zum Opfer geführt, in Friesform. L. Lomb. 
Dieses Blatt könnte ebenlalls von Lombardus scyA. qu. foL 

Satherland 9 Thomas ^ Kupferstecher zu London, wurde um 1785 
geboren. Er ist durch mehrere Blätter in Aquatinta und in Far- 
ben bekannt, worunter wir folgende erwähnt fanden. 

1 ) Die Hauptmomente der Fuchsjagd, 4 Blätter nach H. Alken 
qu. fol. 

2 ) Zwei andere Blätter mit Fuchsjagden , nach R. B. Davis , 
qu. roy. fol. 

3) Vier Blätter mit Jagdstücken, nach Gardal, qu. fol. 

4) Ansicht von Dower, sehr schön in Aquatiuta und colorirt, 
qu. fol. 

5) Ansicht von Calais, in derselben Manier, qu. fol. 

6 ) Nord country at the Peakock, Islin^tun, nach FoUard, qu. fol. 

•7) Ansichten von Rheingegenden, nach Schütz, für das Ge- 
dicht »Taunus» von Geruing, welches 1820 zu London bei 
Ackermann erschien. Einige Blätter sind von Havell. . 

SutiuSf 8. Soye. 

Sotmany s. Soutman. 

Satner 9 Philipp 9 Maler, geboren zu München 18 14» war an der 
Akademie daselbst Schüler von Schlothauer, und widmete sich der 
Historienmalerei. Von 1830 — 4o arbeitete er mit £. Steinle im 
Schlosse Rheineck , und nach seiner Rückkehr unter Leitung ftes 
Professors H. Hess in der Basilika zu München. Später wurde 
er an der k. Glasmalerei - Anstalt daselbst angestellt, wo er i842 
an den gemalten Fenstern der neueu Kirche in der Au Theil nahm. 
Sutner ist ein geschickter Künstler seines Faches. 

Satter 9 Joseph, Maler, geb. zu Linz 1782t begann seine Studien 
unter Füger*s Leitung an der Akademie in Wien, und widmete 
sich mit Glück der Histoiienmalerei. unter seinen früheren, in 
Wien ausgeführten Bildern rühmte man 18O9 seinen Tod des Ma- 
tathias. Später begab sich der Künstler nach Rom, wo er eben- 
falls einige historische Compositicjnen lieferte, und ein Gemälde 

Nagler'i Künatler • Lex. BdL XVltL 2 



18 ^ Sutter^ Baniel. -*- Suv^e» Josepli Benoit. 

in Oel, welches Kaiser Albreoht's HnncI vorstellt, erwarb 18?0 die 
Kaiserin von Oesterreich. Von Rom aus begab sich der Künstler 
nach München, wo mittlerweile P. v, Cornelius einen merkwürdigen 
Umschwung der Kunst bewirkt hatte. Sutter schloss sich an diesen 
Meister an, da er ihn schon in Rom kennen gelernt hatte. Er war 
einer der Gehilfen desselben in der k. Glyptothek, und dann bei 
den Arbeiten in der k. Pinakothek. Sein Werk ist die Geburt der 
Venus nach der Idee des Direktors Cornelius componirt. Später 
malte Sutter unter H. Hess in der Allerheiligen Kirche, und dann 
in der Basilica des heil. Bonifacius zu München, wo H. Hess eben- 
falls einen grossartigen Cyclus von Bildern schuf, zu deren Aus- 
führung er mehrere Gehüli'en nöthig hatte. Er malte die Berufung 
des heu. Bonifaz nach Rom, nach einem Carton von J. Schrau- 
dolf , .die Ertheilung des Palliums nach B. Müller's Carton , die 
Transportirung des Leichnahms des Heiligen nach H. Hess, und 
nach Sutter*s Entwurf ist die Marter des heil. Gereon und seiner 
Gefährten von Sutter jun. gemalt. Auch das Wunder während 
der heil. Messe St. Kunibert's ist von unserm Künstler ausgeführt. 
Von Sutter Vater und Sohn rühren zwei Darstellungen her: die 
Marter St. Florian's zu Laureacum, und die Sachsen, wie sie die 
von St.. Bonifaz geweihte Eiche verbrennen. 

Sutter 9 Daniel, der Sohn des obigen Künstlers, wurde 1810 xu 
Wien geboren , kam aber mit seinem Vater nach München , und 
machte da an der k. Akademie unter Professor H. Hess seine Stu- 
dien. Er widmete sich dem historischen Fache, lieferte abec bis- 
her wenige Bilder in Oel. In der Basilica des heil. Boni£azius zu 
München stand er dem Meister als Gehilfe zur Seite, wie wir 
oben im Artikel seines Vaters angegeben haben. 

Sutter 9 Landschaftsmaler, war um l845 in Lyon thätig. Auf der 
Kunstausstellung zu Paris sah man in dem bjßzeichneten Jahre zwei 
landschaftliche Bilder von ihm; eine Ansicht von Castellamare , 
und eine Waldparthie mit Thieren. Er ist wahrscheinlich j6ner Sut- 
ter, von welchem R. Weigel (CatalogNr. l6l06) eine radirte Land- 
schaft mit Landstrasse kennt, ein Blatt in qu. 8* 

Sutter^ 6. auch Suter. 

Sutterel^ der Maler, dessen Füssly erwähnt, ist wahrscheinlitöh K. 
Lutterei. 

SuttOn^ Baptist 9 nennt Fiorillo einen englischen Glasmaler, von 
welchem sich in der* Kirche St. Leonard zu Schoderitsch zwei Bil- 
der von 1634 befinden. 

SuttOn» John 9 Bildschnitzer, lebte unter Richard II. in England. 
Fiorillo sa^, er habe im Auftrage des Grafen Beauchamp von 
Warwick die Statue des- berühmten Grai'en Guy von Warwick im 
Chore daselbst ändern und die Wappen der altern Grafen hinzu- 
fügen müssen. 

SuvÖe^ Joseph Benoit, Maler, ^eb. zu Brügge 1743, war Schüler 
von M. de Visch an der Akademie daselbst, und hatte schon einige 
Proben eines glücklichen Talentes geliefert, als er zur weitem 
Ausbildung nach Paris sich begab, wo Suvee unter Bachelier's 
Leitung stand. Er gewann nach und nach mehrere Preise, und 
1771 denjenigen, der ihm einen mehrjährigen Aufenthalt in Rom 



Suvee, Joseph. Beooit. i^ 

sicherte» wo er unter Yien's Leitung grosse Fortschritte machte. 
Unter den Gemälden, "welche er in dieser Stadt ausführte, rühmte 
man besonders zwei Altarbilder in einer Kirche zu Ypern, die 
Darstellung im Tempel und die Anbetuns der Könige vorstellend. 
Im Jahre t7öO kehrte der Künstler nach Paris zurück, wo ihn 
jetzt die Akademie zum Mitgliede, und 1782 zum Professor der 
Malerei ernannte. Aus dieser Zeit stammen mehrere Bilder reli- 
giösen und geschichtlichen Inhalts. Für die ,Capelle des Temple 
malte er im Auftrage des Königs die Geburt der Maria, welche 
später in die Kirche de TAssomption gebracht wurde. Für die 
Manufaktur der Gobelins malte er das Fest der Piles, um darnach 
einen Teppich auszuführen. Andere Bilder kamen in den Besitz 
des Königs, wie der Tod des Admirals Coligny, eine Vestalin, 
die Rückkehr des Tobias u. a. Für St. Donat in Brügge malte 
er die Auferstehung und für die Akademie daselbst ein Nacht- 
stück, welches den Ursprung der Malerei vorstellt. In die Gallerie 
zu Versailles kam sein Bild des heil. Franz von Sales, wie er die 
Ordensregel der Madame de Chantal bestättiget. Dieses Gemälde 
und der Tod Coligny*s, gehören ebenfalls zu den Hauptwerken 
des Meisters, da sie auch in der Färbung Vorzüge besitzen, worin 
Su^ce nichts Ausserordentliches leistete. Beim Ausbruch der Re- 
volution wurde die Thätigkeit des Künstlers unterbrochen, und 
den 7. Termidor des Jahres II. wurde er ins Gefängniss geworfen, 
wo er in Lebensgefahr schwebte. In dieser Lage malte er das 
Büdniss seines Mitgefangenen und Freundes Troudaine Montigny, 
der aus seinen Armen gerissen, und zum Schaffbt geführt wurde. 
Gleiches Schicksal hatten Trudaine de Sablicre und Courbeton, 
deren Bildnisse er im Kerker begonnen hatte. Später vollendete 
er sie aus dem Gedächtnisse für die Familien der unglücklichen 
Opfer. Ein historisches Werk aus jener Schreckenszeit stellt die 
Cornelia vor, wie sie die Kinder als den schönsten Scpmuck des 
Weibes erklärt. 

Unter dem Consulate war Suvce einer der Administratoren des 
Central - Museums zu Paris, und 1794 wurde er zum Direktor der 
französischen Akademie in Rom ernannt, wohin er sich aber erst 
1801 begeben konnte, da die vorhergegangenen Wirren die Auf- 
nahme von Zöglingen in die Länge zogen. Während seiner Ver- 
waltung wurde er Mitglied des Institutes und Ritter der Ehrenle- 
gion. Mit seinen Schülern in Rom angelangt fand er die Akade- 
mie im grössten Verfalle, und er hatte daher die Aufgabe einer 
neuen Organisirung, welche er mit Eifer und Einsicht durchführte. 
Er verlegte die Anstalt in die Villa Medici, und bildete zugleich 
eine der schönsten Sammlungen von plastischen Werken aller Art. 
Zugleich widmete er mit gewissenhafter Treue den ihm anvertrau- 
ten Zöglingen seine Aufmerksamkeit, und alljährlich gingen de- 
taillirte Berichte über die Fortschritte derselben nach Paris ab. 
Suvce erwarb sich sowohl als Lehrer und als Direktor entschie- 
dene Verdienste. Aus der Zeit seiner Administration und seiner 
akademischen Leitung in Rom sind wenige Bilder von ihm vor- 
handen. Zu den früheren gehört der Prophet Simeou, welchen 
J. de Meulemeester unter Bervic*s Leitung gestochen hat. Dann 
malte er eine Allegorie auf die den Künsten wiedergeschenkte 
Freiheit, ein unter dem Namen des gegensei i ;en Geschenkes ha- 
kanntes Bild, und das Portrait des H. van Outrye in ganzer Fi- 
gur. In der Akademie zu Gent ist von ihm ein Bild des heiligen 
Sebastian, welches der frühere Besitzer, M. van Saceghem, dahin 

feschenkt hatte. Dieses Gemälde wurde auf Veranlassung dessel- 
en von Massau nach der Zeichnung des altern de Cauwer in 

'2 • 



22 Siiyderhoef» Jonas. 

14) Jacobu» Crucius. V. D. M. Delphensis. Ohne Namen de» 
Malers. J. Suyderhoef sc. Oval fol. 

I. Mit der Adresse von Pa Goos. 

15) Johannes C o c c e j u s, S. Thcol. Prof. in Accad. Lugd. Batav. 
J. de Vos. pinx. J. Suyderhoef sc. C. Banheynisch exe. 
1052, fol. 

Dieses Blatt kommt auch mit dei Adresse von Hugo AI- 
lardt vor. 

16) Ludüvicus de Dien, V. D. M. in Eccles. Lugd. Bat. P. 
Dubordieu ,pinx. J. Suyderhoef sc. Com. Banheynnigh exe. 
Oval gr. fol. 

17) Claas van Dalen, Chirurg, nach Zyyelt, Suyderhoef sc. P. 

18) Renatus Descartes, Mathematicus et Philosophus. F. Hals 
pinx. J. Suyderhoef sc. fol. 

I. Mit der Adresse von Pieter Goos, sehr selten. 
II. Alit jener nach Clement de Jonghe. 

19) Ferdinandus III. D. G. Imperator, halbe Figur in rei- 
, eher Kleidung. P. Soutman effig. et exe. J. Suyderhoef sc. 

Oval mit Lorbeer und Früchten, gr. fol. 

20) Francis Guilelmus Episc. Osnabrug. Ohne Namen des 
Künstlers. Oval, mit vier lateinischen Versen im Cartouche, 4. 

2J ) Gilles de Gl arges, Vryherr tot Eslens in Hennegau, Raet. 
pens. van Harlem. M. Mirevelt pinx. J. Suyderhoef sculp. 
1643. Vorzügliches Blatt, gr. fol. 

I. Mit der Adresse von Michel Segerman. 

II. Mit jener von Clement de Jongne. 

III. Dankerts excudit. 

IV. Joan de Ram exe, 

22) Henricus Goltz ius, Büste in Oval mit reicher Einfassung 
von Kindern und Früchten. J. Suyderhoef sc. P. Soutman 
exe. c. p. Ein Hauptblatt, gr. fol. 

Ein anderer Abdruck hat die Adresse Visscher's. 

23) Henrietta Maria Caroli I. Uxor. Büste in reicher Bw- 
meneinfassunff , das Gegenstück zum Bildnisse Carl L voo 
England, und zu derselnen Folge gehörig, gr. fol. 

24) Georg Christophorus ab Haslang, Legatus plenipot. Bava- 
riae ad pacem Monast. (A. v. Hufie pinx.) J. Suyderhoef sc« 
Schönes Blättchen , 8> 

25 ) Adrianus Heereboord, Philosophiae Prof. in Accad. Lug- 
duno- Batav. P. Dubordieu pini^, J. Suyderhoef sc. Ova» 
gr. fol. 

Im ersten Drucke vor der Adresse. 

26) Adrianus Heerebord. Philosophus in Accad. Lugd. Batav. 
halbe Figur am Tische schreibend. J. Suyderhoef sc. 4*^ 

27) Rudolphus Hegger US. J. D, Vos pinx. J. Suyderhoef sc, 
Oval fol. 

I. Mit der Adresse von Banheynigh. 

II. Mit jener von H. AUardt. . 

28) Daniel Heins ius, Historicus, Politicus etc. Grosses Oval- 
J. Merck pinx. J. Suyderhoef sc. J. Banheining exe. gr. i^*' 

I. Vor der Adresse. 

II. Mit obiger Adresse. 

III. Mit der Adresse von H. Allardt. 

29) Abrahamus Heydanus, Prof. et Pastor EccL Leydensis* 
J. van Schooten pinx. J. Suyderhoef sc. fol. 

I. Mit der Adresse: Corneas Banheining excudit. 

II. Mit anderer Adresse. 



Siiyderhoef, Jonas. * 23 

30) Jacobus Holbeck. Theol. Amsterd. J. SuyderhoM' uu Pieter 
Goos excud. Seltenes Blatt, gr. f'ol. 

31) Franciscu8 Uoorman, Büste mit Krause. V. de Geest pinx. 
J. Suyderhoef sc, fbl. 

32) Johannes Hoornbcck, Prof. Theol. ac Eccl. Leydensis 
Pastor. Ohne Namen des Malers ( F. Hals). J. Suyderhoef 
sc. fol. 

I. Mit der Adresse von P. Goos. 
II. Mit jener von Cl. de Jonghe. 

III. Mit jener vou J. Tangena. Oben: Piae memoriae. 
Retouchirt. 

33) Isabella Clara Eugenia, Con jux Albciti Hisp. Infant. Büste 
in Blumeneinfassung , nach Rubens , das Gegenstück zum 
Bildnisse des Erzherzogs Albert, gr. fol. 

54 ) Johanna Uxor Philippi I. Regina Castilliae, Büste in Blu- 
meneinl'assung. F. Soutman eißff. J. Suyderhoef sc et exe. 
Vorzügliches Blatt , zu einer Folge , gr. fol. 

35) Johannjes, dictus Intrepidus, Dux Burgundiae, Büste in 
einem Fruchtgewinde. P. Soutman effig. et exe. J. Suyder- 
hoef sc. c. p. S. C. M. Vorzügliches Blatt, zu einer Folge, 
gr. fol. 

36) Johannes Koetzius, mit dem Crucifix. J. Suyderhoef sc. 
Oval, unten lateinische Verse, fol. 

57) Job. Polyander a Kerkhoven, S. Theol. Dr. et Prof. Acad. 

Leydensis. Baudrighcn pinxit. J. Suyderhoef sc. Lauwick 

exe. 15 n. Schönes Blatt. Oval fol. 
38 ) Hendrik de K e y s e r, Beeldt en Steenhouvver , halbe Figur 

in Oval. T. de Keyser del. i621. J. Suyderhoef sc. fol. 

39) Albertus Kyperus, Phil, et Med. Dr. Prof. in Accad. Lei- 
densi. D. Bailly pinx. J. Suyderhoef sc« C. Banheynning 
exe. Oval fol. 

40) Petrus Lac eher, Fastor. J. Suyderhoef sc. Sehr seltenes 
Blatt, fol. 

4l ) Constantinus TEmpereur ab Onpyck. S. Theol. Professor. 
Baudrighen pinx. J. Suyderhoef sc. Meisterhaftes Blatt, 
Oval fol. 

I. Mit der Adresse von J. Lauwick. 
II. Mit jener von Carolus Allan. 

42) JacobJMaestertius, Jurisc. Belga. N. van Negre pinx. 
J. Suyderhoef sc. Vorzügliches Blatt, gr. fol. 

I. Mit der Adresse von J. Luywyck. 
II. Mit jener von Dankerts. 

43) Maria Conjux Maximilian! Imperatoris, Büste in Blumen- 
einfassung. F. Soutman effigiavit. J. Suyflerhoef sc. et exe. 
Zu einer Folge gehörig, gr. fol. 

44) Maximilianus I. D. G. Imperator, Büste in Blumenein- 
fassung. L. V. Leyden pinx. J. Suyderhoef sc' P. Soutman 
exe. Zu einer Folse von 12 Blättern gehörig, und vorzüg- 
liches Blatt, gr. fol. 

45) Maximilianus Archidux Aust. Dux Burg^undiae , Teuto- 
nici Ordinis Supremus etc. Büste in Fruchteinfassun^. P. P. 
Rubens pinx. J. Suyderhoef sc. F. Soutman e^Hgiavit c. p. 
ffr. fol. Zu einer Folge gehörig. 

46) Franciscus de Moncada, Marchio d*Aytona. Büste in 
Fruchteinfassung. A. v. Dyck pinx. J. Suyderhoef sc Sout- 
man effig. et exe. Zu einer Folge » gr. f^I. . 



'M Siiyderboef , Jonas. 

47) Frederik Hend. de Nas«au^ Princeps Auriacas, ^roftae Büste 
im Oval mit Kindergruppen. G. Honthorst pinx. J. Suyder- 
hoef sc. F. Soutman etÜg. et exe. s. gr. tbl. 

48) Joanne» Comes Nassavius Catzeuell, Büste in Fnicht- 
eini'assung. A. v. Dyck pinx. J. Suyderhuef sc. F. Soutman 
efßg. et exe. Zu einer Folge» gr. i'ol. 

49 ) Mauritius Nassovius Priuc. Auriacus , grosse Büste in 
Oval mit Kindergnippen. P. Soutman inv. etlig. et exe. J. 
Suyderhoef sc. Zu einer Folge, gr. ibl. 

50 ) Renatus Nassovius de Chalon , Pr. Auriacus. Frofilbüste 
in Oval mit Kindergruppen und Waffen. P. Soutman eiÜg. 
et exe. J. Suyderhoef sc. Zu einer Folge, gr. fol. 

5l)6uilelmus D. G. Princeps Auraciae Comes Nassaviae, 
Büste in Rüstung, das Oval von Kindermippen umgeben. 
P. Soutman eilig. J. Su^devhoef sc. Zu einer Folge, gr« fol. 

52) Derselbe, jugendliche Büste mit Federhut und Krause. Oval 
mit Kindergruppen. G. Honthorst pinx. J. Soutman exe. J. 
Suyderhoei sc. Zu einer Folge gehörig, gr« fol. 

53) Zacharias de Mez, Suyderhoef sc. 8« 

54) David Nuyts. J. Suyderhoef sc. Schönes, tiber selten» 
Bildniss, gr. fol. 

Im ersten Drucke vor Sam- Legat*s Namen* 

55) Joannes de Mey, Ecclesiasticus. W. Eversdyck pinx. J 
Suyderhoef sc. Oval fol. 

56) R- Neuhusius, J. C. Gymnasii Alcm. Rector. V. Bergh 
del. J. Suyderhoef sc. Seltenes Blatt, 8^ 

57) Philipp US I., dictus pulcher, Rex Castiliae, Archidux Au- 
Striae etc. Büste in reicher Fruchteinfassung. P. Soutman 
effig. Suyderhoef sc. et exe. c. P. Zu einer Folge gehörig» 
und vorzügliches Blatt , gr. foL 

58) Philipp US II. Catholicus Uisp. et Indiarum Rex, Büste in 
Fruchteinfassune. A. Moro pinx. J. Suyderhoef sc. Sout» 
man exe. Zu einer Folge gehörig« gr. fol. 

59) Philip p III. Catholicus Htsp. Rex. Büste in reicher Frucht- 
einfassung, nach Rubens* Bild im Museum zu Madrid. J« 
Suyderhoef sc- Soutman cxc. Zu einer Folge, gr. fol. 

60) Don Octavio Piccolomini, Herzog von Amalfi etc« F* 
Lucx. V. Lucxenstein pinx. J. Suydernoef sc. fol. 

6() Franciscus Plante, dichter und Historiker, halbe Figur* 
D. Santvoort pinx. J. Suyderhoef sc. fol. 

Dieses Bildniss gehört zu Francisci Plante Mauritiados, 
Libri XII. Lugd. Bat. 164? , fol. 

62) Franciscus Post.' Pictor, sitzend, fast en face. Nach F. Hall« 
J. Suyderhoef sc. fol. 

I. Vor der Schrift, sehr selten. Galt in J. L. van der 

Dussen*s Auction 28 Gulden« 
IL Mit der Schrift. 

63) Godoardus a Rede, Dominus Nedorhorstii, legat ad nacem 
Monast. J. Suyderhoef sc. Waesb. exe. Schönes Blatt. Oval gr. 8« 

Im frühen Drucke ohne Adresse. 

64) Jacobus Revius, S. Theol. Dr. et coUeg« theoU Praefectus« 
F« Hals pinx. J. Suyderhoef sc. fol. 

I. Vor der Adresse von D. Heinsius. 

II. Mit dieser. 

66) Andreas Rivetus, Prof. S. Theo!, in Accad« Lugd. Bat. 
N. T. Negre pinx« J. Suyderhoef sc. fol« 



Suydevhoef , Jonas« 25 

66) Andreas Rtvetus, TheoL Doctor. P. Dubordieu pinx. J* 
Suyderhoef sc Oval fuL 
I. Ohne Adresse. 
IL Mit Banheynning eicudit« 
6?) Johann van Rouberg« Bürgermeister. W. Eversdycb pinx« 
J. Suydcrhoei* bc.'4- 

68) Claudias a Salmasia, Brustbild. N. van Negrt pinx. Suy 
derhoef sc. Lugd. Bat. Excud. J. Maire i64l » gr. fol. 

69) Claudius a Salmasia, stehend in halber Figur, die Linke 
an ein Architekturstück gelehnt: Regum aequabat opes ani- 
mis. J. Suyderhoef sc. gr. 4* 

70) Joannes Schade» S. Theol. licent, im Sessel vor dem Pulte, 
H. V. Vliet pinx. J. Suyderhoef sc. gr. fol. 

71 ) Theodorus Schrevelius, Gymnasiarcha Harlemensis. F. 
Hals pinx. J. Suyderhoef sc. C. Banheinning ekc. Oval kl. fol. 

Eine andere Adresse deutet auf späteren Druck. 

72) Anna Maria a Schurman, berühmte Malerin, sitzend am 
Tische vor dem Buche. J. Livius pinx« J. Suyderhoef sc 

gr. fol. 
,^, asparus Sibelius S. S. Ministerio functus Randoradi, Ju- 
liaci et Daventriae. F. Hals pinx. J. Suyderhoef sc l637. fol. 
Dieses Bildniss kommt auch in kleinerem Formate vor» 
und von der Gegenseite* Unten sind sechs lateinische Verse. 

74) Sigismundus HI. Foloniae et Sueciae Rex, Büste in ei* 
nem Fruclitgeivinde. F. Soutman ettig.- et exe. J* Suyder- 
hoef sc Zu einer Folge, gr. fol. 

75) Noach S malt ins, Chirurg und Operateur der Sudt Har- 
lem. W. V. Hemskerk pinx. J. Suyderhoef sc. l668- fol* 

76) Amalia de Solms, Fried. Henr. Fr. Araus. Uxor, jugend- 
liche Büste. G. Honthorst pinx. J. Suyderhoef sc P« Sout- 
man effig. et exe. Zu einer Folge. Oval gr. fol. 

77 ) F^ridericus Spanhemius, Theol. Dr. et Prof. Mit dem 
Sp>uche : Semper faciendnm, quid factum vellemus novissime. 
Dubordieu pinx. J. Suyderhoef sc. Banheinning exe fol. 

Im späteren Drucke mit anderer Adresse. 

78) Eleazar Sualmius, Eccles. Amst. Ref. Pastor, Halbfigur 
im Lehnstuhl, mit der linken Hand an der Brust. Remlivandt 
pinx. J. Suyderhoef sc. F. Goos excud. et H. Gedorpius. 
Von diesem sind die Verse. Vorzügliches Blatt. H. 12 Z. 
2 L. , Br. 9 Z. 6 L. 

Eine andere Adresse deutet auf späteren Druck. Es gibt 
drei gec'enseitige Copien: Von J. Brouwer in der Grösse des 
Originals , von A. Conradius, und eine solche aus dem Ver- 
lage von P. Goos, beide kleiner als das Original. 

79) Derselbe, sitzend in halber Figur nach links, mit dem Btt- 
che in der rechten Hand, unten acht holländische Verse. 
F. Hals pinx. J. Suyderhoef sc Vorzügliches Blatt, gr. fol. 

80) G. Suerendonck. M. Mirevelt pinx. J. Suyderhoef sculp. 
l643. Michiel Segerman excud. fol, 

Sl) Tegulariu 8, Geistlicher zu Harlem. F.Hals pinx. J. Suy- 
derhoef sc R. Tinncken exe Seltenes und schönes Blatt, 
gr. fol. 

82) Cornelius Triglandius, Theol. Dr. et Eccles. Hagcnsis 
Pastor. J. Mytens pinx. J. Suyderhoef sc. H. Hondius exe. 
Oval gr. fol. 

83) Martinus Trompius, HoUandiae et Frisiae rerum marili- 



26 Siiyderhoef, Jonas« 

marum praefectus. H. Fol pinx. J. Suyderhoef sc. ÜTal mit 
Lorbeer, gr. fol. 

84) Conradus Victor van Alien: Den prenter --- — erven. F. 
Hals pinx. J. Suyderhoef sc. 1057. fbl. 

85) Adolphus Visscher. J. Suyderhoef sculp. Zach. Webber 
exe. fbl. 

86) Vladislaus VI. Poloniae et Sueciae Rex, grosse Büste in 
Fruchteinfassung. P. Soutman cffig. et pinx. J. Suyderhoef 
sc. Vorzügliches Blatt, zu einer Folge gehörig, gr. Fol. 

87) Gisbertus Voetius, Theol. Prof. Troyen pinx. J. Suyder- 
hoef sc. kl. fol. 

88 ) Job. Jac. van Wassenaer, Ritmeester ' en Colonel etc. 
Honthorst pinx. J. Suyderhoef sc F. V. Bosch exe. Sehr 
schönes Blatt, gr. fol. 

I. Vor der Schriil. Galt in der Auktion J. L. van der 

Dussen 32 Gulden. 
II. Mit Schrift und Adresse. 

89) Arn. Wickenburg» sitzend in halber Figur. (F. Hah 
pinx.) J. Suyderhoef sc. Vorzügliches Blatt, s. gr. fol. 

Im ersten Drucke ohne Namen der Künstler. 

90) Pierius Winsemius, Historiographus et Eloq. Prof. J. 
Suyderhoef sc. C. Fontanus exe. Brustbild in Oval, fol. 

Obige Adresse ist die erste. . 

91) Marcus Zuerius Boxhornius, Eloquentiae Prof. in Accad. 
Leidana. Dibordiui pinx. J. Suyderhoef sc. J. Lauwyck exe. 
Oval gr. fol. 

92) Bildniss einer Negerin, nach G. Flink, 4« 

93 ) Bildniss eines Mannes mit griechischer und lateinischer In- 
schrift: Non hie sitam habemus etc. Dubprdieu pinx. J< 
Suyderhoef sc, fol. 

94) Die vier Bürgermeister von Amsterdam: Ant. Oettgens van 
Waweren, Alb. Conrad Burgh, Petrus Hasselaer und Abra- 
ham Boom, erhalten durch Cornelius v. Davelaer die Nach- 
richt von der Ankunft der Königin Maria de* Medici, Gruppe 
von fünf Figuren. T. D. Reyscr pinx. J. Suyderhoef »c. 
Seltenes Hauptblatt, gr. fol. 

L Vor den Namen des Malers und Stechers, sehr selten. 

II. Mit dem Namen von Th. de Keyser. 

III. Mit den beiden Künstlernamen. 

Bei Weigel ein beschnittenes Exemplar 10 Thlr. Bei der 
Versteigerung der Sammlung des J. L. van der Dussen 1774 
. vrurde ein alter Abdruck mit 80 Gulden bezahlt. 

95) Der Friedensschluss zu Münster. Composition von mehr 
als 80 Figuren. Icon exactissima qua ad vivum exprimitur 
solennis cpnventus Legatorum Flenipotentiorum .... Mo- 
nasterii i648. Geraert ter Borch (Terburg) pinx. J. Suyder- 
hoef sc. Seltenes Hauptblatt, gr. roj. fol. 

Die Platte wurde vergoldet, 1807 wieder aufgefunden, un« 
um 1820 suchte man sie in Paris zu retouchiren. Die Ab- 
drücke, welche gemacht wurden, sind hart und trocken. 
Die alten , sehr seltenen Abdrücke wurden schon vor 50 
Jahren sehr theuer bezahlt. So ging 1774 bei der Auktion 
der Sammlung des J. L. van der Dussen ein 'alter Abdruck 
vor der Schritt zu 100 G. 10 K. weg. Ein Abdruck mit der 
Schrift galt 30 Gulden. R. Weigel wcrthet einen schönen, 
alten Druck auf 20 Tbl. 



Siiyderhoef , Jooai. 27 

0) Die heil. Jungfrau mit dem sie umarmenden Kinde « nach 
P. P. Rubens. Cum mea mens — — kl. tbl. 
Diese Darstellung hat auch Bolsifvert gestochen. 

97) Die Begrübniss Christi, von Rubens nach einem Gemälda 
des M. A. da Caravaggio gezeichnet. J. S. sc. kl. fol. 

Dieses Blatt ist von der Gegenseite copirt. 

I. Vor aller SchrU't, im reinen Aetzdruck. 

II. Mit der Schrift und ohne Adresse. 
III. Mit der Adresse von C. Allardt. 

98) Der Sturz der Verdammten, nach dem berühmten Bilde von 
Rubens in der Fiuakothek zu München. Superbiae ergo de- 
pulsi. . . • devovet Petrus Soutman. C. P. Jou. Suyderhoef 
sculp. anno i642. Mit Dedication an Constantin Hugens» 
In zwei Platten, gr. roy. fol * 

I. Mit Soutman's Adresse. 

II. Mit der Adresse von F. de Wit. 

III. Die retouchirten Abdrucke, hart und steif« 

99) Bacchus von einem Satyr und von einem juncea ihn anbli« 
ckenden Faun geführt, rechts zwei Bacchantinnen und ein 

Tiger, nach Rubens. Visus habet J. S. sculp. F. 

Soutman excud. qu. fol. 

100) Der trunkene Silen von einem Satyr und einem Mohren un- 
terstützt, welcher einen Becher hält, halbe Figuren. P. P. 
Rubens pinx. J. Suyderhoef sc. gr. 4*. 

I. Vor aller Schrift und vor der Andeutung dea HimmeU» 

Sehr selten. 
IL Vor der Draperie, auf dem Schenkel des Silen » und mit 
* C. de Jonghe*s Adresse. Selten. 

III. Mit der Adresse von Soutman, und ohne Namen de» 
Stechers. 

101) Die Familie des Satyr in einer Wildniss mit Tigern und 
Panthern scherzend, merkwürdige Composition von P. de 
Laer. Hie Satyri Satyroque — — J. Suyderhoef sc. Ro- 
bert de Tinnecken excud. gr. qu. fol. 

I. Mit obiger Adresse. 

II. Mit der Adresse von N. Visscher; 

III. Mit der Adresse von F. de Wit. 

IV. Mit jener von Schenk. 

102 ) Die Nacht, geflügelte Frau mit Mohnkranz bei zwei schla- 
fenden Kindern, nach J. v, Sandrart, fol. 

Als Gegenstück dient ein Bild des Tages von J. Falk. 

103) Die mit Messern in der Schenke fechtenden Bauern (De 
Messenvegters. ) Rechts im Vorgrunde ein Bauer, welcher 
eine Feuerzange holt. Nach Ostade's berühmtem Bilde in 
der k. Gallene zu London ( Snic and Snee ) , das Gegen- 
stück zum Ball im Wirthshaus, gr. qu. fol. 

I. Vor der Schrift. Galt in der Auktion der Sammlung 

van der Dussen 25 Gulden. 
II. Mit den weissen Streifen t)ben an den Planken der 
Treppe und mit der Adresse von Cl. de Jonghe. Bei 
Weigel 8 Tbl. 
III. Mit der Adresse von F. de Wit. 
104).Der Bauernstreit in der Schenke oder der Messerstich (Ccmp 
de couteau), nach G. Terburg. Drei Bauern streiten beim 



2§ Siiyderhoef , Jonas. 

Spiele, und ein vierter eilt zu Hülfe. Liber alit, Cythcrca 
juvat etc. Gr. qu. ibl. 
I. Probedruck vor der Schrift, nur mit dem Namen der 

Künstler. Von grüsster Seltenheit. Bei Weisel 20 Tbl. 

Auch im Cabinet Faignon Dijonval war ein Abdruck vor 

der Schrift. 

II. (Vielmehr erste Drücke) Vor den Versen im Rande und 
vor der Adresse C. de Jonghe*s. 

III. Mit der Adresse von Cl. de Jonghe. 

IV. Mit der Adresse von F. de Wit. 

105) De Boeren Dans. Der Ball im Wirthshause. Im Vorgrunde 
links die sitzenden Bauern, in der Mitte das tanzende Paar, i 
rechts ein Hund. Composition von 13 Figuren. A. Osta- ! 
den pinxit. J. Suyderhoef sculpsit. gr. qu. fol. | 

I. Mit der Adresse von P. de Goos. Bei Weigel 5 Thl. 

II. Mit der Adresse von Just. Dankerts , und retouchirt. 

106) Die Tric-Trac-Spieler (De Verkeerbordspelders), schöne Com- 
position von 7 Figuren, nach Ostade, fol. 

I. Mit dem weissen Pfeifenkopf und vor der Adresse. 

II. G. Valk excud. cum priv. Retouchirt. ' 

107) Unterhaltung vor der Schenke; rechts im Vorgrunde zwei 
rauchende üauern, links eine Frau, die zu trinken ein- 
schenkt, Composition von 7 Figuren. A. v. Ostade pini. 
J. Suyderhoef sculp. Sehr schönes Blatt, s. jgr. fol. 

I. Vor der Schrift^ sehr selten. Galt 1774 m der Auction 

J. L. van der Dussen 28 O. 10 K. 
II. Mit der Adresse von G. de Jonghe. Selten. 

108) Die Bauern unter der Weinlaube, das Wirthshaus mit^eiuer 
alten Wirthin, ein auch unter dem Namen des grossen Besen 
bekanntes Blatt nach Ostade, gr. fol. 3ei Weigel 4 Tbl 

109) Der Bauer, welcher seiner rechts sitzenden Frau einschen- 
ken will, Gruppe in halben Figuren, n^ok Ostade, aber 
ohne dessen Namen. In C. Visscher*s Manier radirt und 
gestochen. Ni pateat fundus etc., qu. 4« 

I. Mit der Adresse von C. de Jonghe. 

II. Die retottchirten Abdrücke: F. de Wit excudit. 

110) Zwei trinkende Bauern, der zur Linken mit erhobenem Glas, 
der andere mit der Pfeife. Im Grunde sieht man die Baue* 
rin vom Rücken. Halbe Figuren, nach Ostade, aber ohne 
Namen. Vivamus Bacchi plenos, gr. 4« 

111 ) Die drei alten Gevatterinnen (les trois Commeres, de Ha- 
spelaarsiers. ) Die zur Linken mit der Flasche, jene rechts 
mit dem Napf, in welchen die dritte Suppe giesst, halbe 
Figuren nach Ostade. Oben rechts: Suyderhoef sc. Oval 
k. fol. 

I Der Raum in den Ecken ausser dem Oval weiss , uud 

mit der Adresse von Nie. Visscher. 
II. Derselbe schattirt, und mit der Adresse von P. Schenk. 
HL Die retouchirten Abdrücke, links SchcnVs Adresse her- 
ausgenommen. 

112) Die Sänger am Fenster bei Licht, Gruppe von 7 Figuren 
nach Ostade. Mopso nisi data est — — . Ohne Namen tl<»s 
Stechers, aber in SuydcrhoGf's Manier. Cl. de Jonghe cxc. 
Vurzügliches Blutt, fol. 



Suyderhoef» Jonas. — Snys^ Tilman Franz« 29 

113) Drei Bauern am Tbche, woyon jener reehts vom die Pfeife 
anzündet, und ein anderer geigt. Von dem holländischen 
Verse: Als Jan de Moff doet speien etc. ist dieses Blatt un- 
ter dem Namen 9»Jan de MofiW bekannt. Tabificum frustra 
— — juvant. A. Brouwer pinx. 3. Suyderhoef sc. qu. fol. 

I. Vor der Schrift, sehr selten. Galt in der Auktion von 

J. L. van der Dussen 20 Gulden, 
n. Mit der Adresse: Edewaart de Bot» Excudit. 
^III. Mit der Adresse von C. Yisscher. 

114) Die grosse LiSwenjagd. Ein Lowe packt einen Orientalen, 
links ist ein erlegter Tieer, und über ihn flieht die Löwin 
mit den Jungen , nach Rubens. In affectus et venerationis 
P. Soutman editor. D. D. D. (an v. d. Grolt) J. Suy- 
derhoef sculp. P. Soutman exe. gr. qu. lol. 

Dieses Blatt gehört zur Folse der Rubens*schen Jagden» 
es ist aber in gutem Drucke schwer zu finden. 

!t5) Die 12 Monate in halben Figuren und Scenen des ländli- 
chen und städtischen Lebens, nach J. v. Sandrart. Suyder- 
hoef stach zu dieser Folge 4 Blätter: April, Mai, Juni und 
August, die anderen sind von C. v. Dalen, Persyn, Hal- 
wegh und J. Falk. fol. 

Ii6) Die Rückkehr vom Feld (Le retour de Champ.) Eine Hoch« 

febirgslaudschaft mit Kühen, Schafen, einem Esel und deni 
ührcr; rechts ein pissender Hund. C. Berghem pinz. Jo- 
nas Suyderhoef sculpsit. Eines der Hauptblätter, gr. fol. 
L Mit der Adresse von P. Goos. 
IL Die retouchirten Abdrücke, ohne Adresse von Gcxis. 

Soys, Tilman Tranz, Architekt, geb. zu Ostende 1783, begann 
seine Studien an der Akademie in Brügge , und gieng dann zur 
weiteren Ausbildung nach Paris, wo sich Percier seiner annahm« 
Er besuchte auch die k. Akademie, jgewann unter mehreren Bewer^ 
bern t8i2 den grossen Preis der Architektur mit dem Entwürfe einei 
Stadtthores, welches im «»Recueil de Grands prix d*Architecturei» 
abgebildet ist, und sah sich in Rom schon drei Jahre im Besitze 
einer Pension, als ihm als Ausländer 1815 dieselbe entzogen wurde. 
Jetzt bewilligte ihm der König der Niederlande zu i^leichem Zwecke 
eine Unterstützung, so dass der Künstler bis i8l7 m Rom den Stu- 
dien obliegen kounte. Während seines italienischen Aufenthaltes 
fertigte er in Rom, uüd dann auch in Neapel, Calabrien und Si- 
cilien , eine grosse Anzahl von Zeichnungen nach den schönsten 
antiken Bauwerken, und gelangte zuletzt zur genauesten Kenntuiss 
der classischen Architektur der Alten. Auf seiner Rückkehr durch- 
forschte er auch Ober -Italien und Frankreich, und wählte vorerst 
Paris zu seinem Standorte. Hier stach er. nach genauen Zeichnun- 
gen und Messungen den Palast Massimi in Kupfer, und fügte 
alle Deuils dieses Prachtbaues hinzu, so dass dieses Werk an Cor- 
rektheit und Eleganz Jen Stichen des Werkes von Ch. Normand 
nicht nachsteht. Nach seiner Rückkehr in's Vaterland wurde ihm 
zu Brüssel der Bau der i» Porte Guillaume» übertragen, welche 
im 15. Hefte der Choix des monumens les plus remar^uables du 
Royaume des Pays-bas abgebildet ist. Im Jahre 1820 erhielt er die 
Stelle eines Professors der Baukunst an der Akademie in Amster- 
dam, \To er jetzt seine Lehre nach den Regeln der classischen Bau- 
l»unst einrichtete und eine grosse Anzahl von tüchtigen Schülern 
bildete. Als früherer Beweis seiner Meisterschatt in der schönen 
Ardiitektur dient der Entwurf zu einem Palast der schönen Künste 



30 Sitylhoff, Cornel. — S wagers «,Fraiii:. 

und Wissenschaften, weldien die k. Gesellschaft in Gent pröjek- 
tirte. Es ist diess ein Frachtbau im romisch -corinthischcn Style, 
welcher in de Basfs Annalcs du Salon de Gand 1825 auf 5 Blät- 
tern von C. Normand gestochen ist. Dieser Plan erwarb ihm 1821 
den Preis der Gesellschaft der schönen Künste daselbst, und er 
gibt eine hohe Meinung von der classischen Tüchtigkeit dieses 
Meisters. Sein Werk ist auch die neue evangelische Kirche in Am- 
sterdam, welche im Innern als Muster der modernen Baukunst im 
römischen Slyle gelten kann. Ferner baute er die Palais des Kö- 
nigs und des Kronprinzen in Brüssel , welche ebenfalls zu den 
schönsten Werken der niodernen Palastarchitektur gehören. Im 
Jahre i825 erhielt, er die Stelle eines Architekten des Königs tür 
die südlichen Provinzen des Reiches. 

Suythofi; Carnel, Maler aus Holland, übte seine Kunst auf Rei- 
sen, ^nd fertigte zahlreiche Bildnisse. Um l68l lebte er in Bata- 
via. J. A. Boener stach nach ihm das Bildniss des Artztes Otto' 
Hellwig, bezeichnet: C. Suythoif piuxit Hataviae in India orien- 
tali i6dl. 

SuZ&Hy genannt Rey, Edelsteinschneider und Medailleur, lebte um 
1700. VVir haben von ihm eine Sekular-Mcdaille , mit dem Brust- 
bilde des Cardinais von Bouillon, und im Revers dargestellt, wie 
er die heilige Ptorte öffnet. Im Tresor de Numismatique et glyp- 
tique, Medailles fran9. III. p. 51., ist eine andere Medaille dieses 
Meisters abgebildet. 

Sweicart^ s. Schweikart 

Swaby s. Schwab. 

pwaen, D. V. D-y Kupferstecher, ist durch ein Bildniss des Kö- 
nigs Georg I. von England bekannt. Dieses erscheint in einer 
Einfassung von Trophäen, welche J, van der Leeuw ätzte. Der 
Verleger ist Isaac Houwens, kl. toi. 

SwHgerS» Franz, Landschaftsmaler, geb. zu Utrecht 1756» begann 
seine Studien an der Akademie daselbst, und hatte schon mehrere 
schöne Bilder geliefert, als er |7g3 nach Paris sich begab, wo er eine 
Reihe von Jahren thätig war. In dem bezeichneten Jahre brachte 
er einige Marinen, und eine holländische Ansicht mit Staffage von 
W. R. van der Wall ziur Ausstellung. Dieser Meister malte ihm 
öfters Figuren und Thiere in seine Landschatten , so wie er selbst 
dem Maler J. J. van Straaten die landschaftlichen Parthien in seine 
■ Bilder malte. Um den Inhalt seiner Gemälde zu bezeichnen, nen- 
nen wir einige jener Bilder , welche ven 170Ö an auf den Salons 
zu Paris ersoliienen. Von diesem Jahre ist «ine Ansicht von Mou- 
voord und eine Ansicht der Umgehung von Dortrecht. Weiter 
folgten die Ansichten der Umgebung von Rotterdam, Adrecht löOO, 
Utrecht 1801 , eine Ansicht von Antwerpen 1802, eine solche von 
Rotterdam bei Sonnenuntergang I8ü4, der Wasserpassage von Swa- 
lem i806, Ansichten von Utrecht I8l4, von Fontainebleau, Flissingen 
und dem Walde von Harlem 1819, von Ordrecht mit der See, und 
des Waldes bei Utrecht, 1824. Inzwischen brachte er auch viele 
andere holländische und seeländische Ansichten und Marinen zur 
Ausstellung, welche durch die Ankäufe der Societe des ami« des 
Arts in verschiedene Hände übergingen. Seine Bilder sind von 
feiner Färbung und mit Sicherheit behandelt, in der Weise der 



Swagers, Elisa. ^ Swanenburg/Iiaak Kliiasseii. St 

alteren Meiscer seiüe« Faches. Landen (Paysages III. 6) f^ibt eines 
seiner Seestäcke im Umrisse. Um 1S35 starb dieser Künstler. 

Swagers^ Elisa, Miniaturmalerin und die Gattin des obigen Kunst« 
lers, genoss den ersten Unterricht im Pajou^s Atelier, und trat 
dann unter Leitung der Mme. Guiard-Vincent. Ilire weitere Aus- 
bildung verdankt sie dem berühmten. Miniaturmaler J, J. Augustin. 
Sie malte Portraite und andere Darstellungen in Miniatur, auch 
einige kleine Landschaften und Architekturbilder in Oel und Wi(s- 
serl'arben, die mit grossem Fleisse ausgeführt sind. Diese Künstle- 
rin war einige Zeit Lehrerin der Zeichenkunst im Schlüsse Eeouen, 
und daher nennt sie Füssly nach Landon Mme^ Swagers von 
Ecouen. Sie war noch 1834 thätig. 

Swa^^erS, Caroline , Malerin, die Tochter der Obigen, bildete 
sich unter Leitung der Mutter zur Künstlerin heran. Sie malt 
Portraite und Genrebilder in Oel, deren sie auf die Salons in Pa- 
ris brachte. Auf jenem von i837 sah man das Bild eines Mäd- 
chens im Nachdenken. Ihre Gemälde enthalten gewöhnlich nur 
^wenige Figuren. 

Swahn, s. Schwan und Swaen. 

SwaiaCy Francis ^ Seemaler zu London, geboren um 1730» wurde 
zu einer Zeit herangebildet, in welcher D. Serres bereits Ruf ge- 
noss, und Swaine eiterte diesem mit Glück nach. Einige seiner 
Ansichten von Küstengegenden bei Mondschein fanden um 17Q0 
besonderen Beifall. Dann malte er auch Seeschlachten, die weni- 
ger Verdienst haben, «Is seine einfachen Marinen. Mehrere sei- 
ner Bilder wurden gestochen. 

Gefecht des Capitains Tyrell mit drei franzotfiSchen Kriegschif- 
fen f gest. von P« F. Benazech , mit weitläufiger Beschreibung in 
französischer und englischer Sprache, gr. qu. fol. 

Der Landungsplatz bei Quebeck, gest. von P. C. Canot 1759 1 
gr. qu. fol. 

Eine Folge von 12 Blättern, welche den Morgen und Abend 
zur See , Schiffe bei Mondschein, Schiffe zur Nachtzeit, im Sturme 
und bei ruhiger See, und Schlachten und Angriffe zur See vor- 
stellen, gest. von Fai>« Parr, qu. fol. 

Swaine 9 Xf Kupferstecher, arbeitete um 1820« In Ottley*s Inquiry 
etc. 2 Voll. London 18 1 6» sind Blätter von ihm, Copien nach Niel- 
len und das Seeungeheuer von Mantegna. 

Swan^ ^iy*9 abgekürzter Name von Willem Swanenburg. 

Swan^ Abraham y Architekt, war um die Mitte des 17* Jahrhun- 
derts in London thätig. Er fertigte viele Zeichnunsen, die er in 
einem Werke bekannt machte, welches unter fcHgendem Titel 
erschien: Collection of designs in Architecture. London 1757* 
2 voll. fol. 

Swanenburg 9 Isaak KlaaSSen^ Zeichner und Maler von Ley- 
den , stammte aus einem angesehenen Geschlechte , und scheint 
in der Jugend nur zu seinem Vergnügen die Zeichenkunst und 
Malerei erlernt zu haben. Doch ist er keineswegs unter die Di- 
lettanten zu setzen, obgleich ihm C. van Mander keine Lebens- 



32 . Swaaeoburg, Jak. Is?pk9L. — Swanenburg» Willem. 

beschreibung gönnt. Er nennt ihn nur im Leben des O. van Yeeo, 
und zwar als Meister desselben. Uoubracken erwähnt seiner eben- 
falls nur kurz , unter dem Namen Isaak Nicolai , weil C. v. Man- 
der Isaac Klaaszen ihn heisst, dl i. isaak der Sohn des Claas (Ni- 
colaus). Dieser Swanenburg war Mitglied des Ratbes zu Le^en, 
und wurde zu wiederholten Malen zum Bürgermeister gewählt. 
£r war es im Jahre 1596« und auch noch später; denn auf einem 
von Cornelis Clock l603 nach Swanenburg*s Carlo n gemalten Fen- 
ster in der St. Jobanniskirche zu Gouda liest man: Le Bourgues- 
mestre Schwanenbourg inv. et fig. Leyden. Dieses Fenster ist eine 
Stillung der Bürgermeister in Deltt, und stellt die Aufhebung der 
Belagerung von Leyden dar , mit den angränzenden Dörfern , mit 
Magazinen und Schiffen. Ein anderes grosses Fenster daselbst, 
1601 von C.Klock nach Swanenburg's Zeichnung gemalt, stellt den 
Entsatz von Samaria dar. Im Gerichtssaal und in der ZunCthalle 
der Gerber , so wie in verschiedenen Bürgerhäusern zu Leyden 1 
findet man schöne Malereien von diesem Bürgermerster, wie J. | 
de Jongh in Het Leven der Schilders door C, v. Mander II. l85 
Nota, versichert. Das Todesjahr dieses Künstlers ist nidit be-' 
kannt. Die drei folgenden Künstler sind seine Söhne, die er selbst 
herangebildet bat. 

Swanenburgy Jakob laaaksz, Maler von Leyden, der ältere Sohn 
des Obigen, genoss den Unterricht seines Vaters, unb begab sick 
dann nach Italien, wo er mehrere Jahre verweilte. Die letztere 
Zeit brachte er in Neapel zu, bis er nach Leyden zurücl^kehrte, 
um da sein weiteres Glück zu versuchen. Er hatte den Ruf eines 
tüc^itigen Künstlers , scheint aber nach seinen Wjrken wenig be- 
kannt zu seyn. Starb zu Utrecht 1639. 

Swanenbur^y Klaas, Maler von Leyden, der zweite Sohn des 
Bürgermeisters Swanenbur^ und Schüler desselben, ist nach seinen 
Le|)ensverhältnis6en unbcliannt. Der im Artikel des Vaters er- 
wähnte Schriftsteller J. de Jongh sagt, dass er im Haae^ die Kunst 
mit Lob geübt, und viele Verehrer gefunden habe. Sein Todes- 
jahr kennt man nicht. 

Swanenburg, Willem, Zeichner und Kupferstecher, wurde nach 
der gewöhnlichen Angabe 1581 (sicher früher) zu Leyden geboren, 
und von Isaak Klaaszen Swanenburg unterrichtet, bis er unter 
J. iSaenredam's Leitune sich der Kupt'erstecherkunst widmete. £r 
war der jüngste Sohn desselben, und machte sieh durch eine grosse 
Anzahl von sauber gestochenen Blättern nach verschiedenen Mei- 
stern und nach eigenen Zeichnun|;en bekannt. Willem radirte 
^ sehr schön und führte den Grabstichel mit Sicherheit, erscheint 
aber in der Zeichnung manierirt, besonders in den Extremitäten 
seiner Figuren uncorrekt. Dieser Künstler Hess sich in Delft nie- 
der und starb daselbst l6l2. 

Die Blätter dieses Künstlers werden geschätzt, besonders die 
guten alten Abdrücke. Die schlechteren sind jene aus einer Samm' 
lung, welche F. de Wit veranstaltete, unter dem Titel: Lumen 
picturae et delineationis , divisum in VI. Partes etc. Amst« es off* 
fr. de Wit. fol. Diese Sammlung enthält neue Abdrücke von 
Platten von Swanenburg, Goltzius, C. de Pass etc. 

1) P. Mauritius nat. Auraciae Pr. Com. Nass. etc. Moriti 
Prinz von Oranien-Nassau stehend im Vorgrunde, in dei 
Ferne drei Kriegsscenen , durch eben so viele Platten gc' 
druckt. W. Swanenbnrg sc. fol. 



Swanenbur^« Willem. 33 

2) Emestus Casiminis Comes Nasscyriae, KniestücK in Rü- 
- stung, P. Morelse ad viv. ping. W. Swaneaburg incid. 

Lugd. Bat. 161 2. Crisp. Passaeus exe. Ultrajecti, gr. M. 

3) Johann Wilhelm, Herzog von Clcve und Jülich, Swaneburg 
sc. fol. 

4) Wilhelm Herzog von Cleve« Id. sc, beide Blätter nach J. 
Matham, toi. • 

5) Daniel Heinsius, halbe Figur im Oval, mit fünf lateinischen 
Versen. W. Swan. fec. I0o7. Hh. exe. kl. fol. 

6) Johannes Heurnius, halbe Figur im Oval, mit zehn lateini- 
schen Versen. W. Swancnburch fee. 1Ö07, hl. fol. 

7) Petrus Jeanniuf , nach J. M. Mirevelt. VVilh. Swanenburg 
sc. Oval fol. 

8 ) Abraham Bloemaert, mit allegorischer Umgebung, i;inten vier 
lateinische Verse. W. Swanenburg sc. Oval fol. 

9) Franciscus Gomarus, nach H. Hondius. Ovai fol. 

10) Esau verkauft das Recht der Erstgeburt um ein Linsenge- 
richt. P. Morelse invent. lÖÖQ* W. Swanenburg sculp. Jan- 
sonius excud. Schönes Blatt in Matham*s Mauier, qu. fol. 

tl) Loth mit seinen Töchtern. Quid vetiti pariant etc. P. P. Ru- 
bens pinxit. W. Swanenburg seulp. Anno i6l2. Glänzend 
gestochenes Blatt in Saenrcdam's Manier, gr. qu. fol. 
1. Wie oben, oder vor der Adresse. Selten. 
H. Mit der Adresse von J. Janssen, 
ni. Mit jener von C. de Jonghe. 

Die gegenseitige Copie (das Mädchen, welches Wein 
einschenkt, rechts) hat die Adresse: P. Daret excud. Im spä- 
teren Drucke liest man: Dankerts exe. 

12) Die Anbetung der Hirten. (Nach Bloemaert). Et peperit 
filium suum etc. Wilh. Schvran sculpsit, fol. 

13) Die Auferstehung Christi mit den fliehenden Wächtern. Am 
Grabsteine: Paulus Moreeles (Morelse) Inuent« W. Swaen- 
bürg sculp. et exe. 1610, gr. fol. 

l4 ) Christus am Tische bei den Jüngern in Emaus. Si quis Apel- 
les etc. P. P. Rubens pinx. Vv. Swanienburg sc. et excud. 
461 1 , gr. qu. fol. 
I. Wie oben. 

II. Mit J. Janssens Adresse. 
III. Mit jener von C. de Jonghe, retouchirt. 

Die Copie von Ad. Lommelin hat G. Huberti*s Adresse* 
Van Lochom und Picart haben dieses Blatt ebenfalls copirt. 

15) Die 12 Apostel, nach A. Bloemaert, kl. fol. 

16) St. Hierouymus sitzend in einer Höhle, nach A. Bloemaert* 
Sanctus in obscuro etc. W. Swanenburg sc. et exe. l6tO» 
kl. fol. 

17 ) Darstellungen aus dem Leben des heil. Thomas von Aquin 
nach Otto Venius in folgendem Werke: Vita D. Thomae Aqui- 
natis etc. Antverpiae 1010, 4, 

18) Die Sünder aus dem Evangelio: l) Petrus, 2) Paulus, 3) 
Zacchäus, 4) Magdalena, 5) Saul, 6) Judas. 6 Blätter nach 
A. Bloemaert. W. Swanenburg sc. et exe. 1609» 11. Schöne 
Grabstichelblätter , kl. fol. 

Die Abdrücke mit anderer Adresse, als jener des S!:echers, 
sind aus späterer Zeit. Wenn das Blatt mit Zacchäus die 
Nr. 77, und jenes mit Judas Isehariot die Nr. 76 trägt, so 

Nagler's Künstler-Lex. Bd. XVIII. 3 



34 Swnnenburg, Willem van. 

sind dieielben aus dem Zeichenbuche von G. Lairesse ge- 
nommen. 

Dann hemmen auch die alten Abdrücke einzeln vor. Als 
solche bezeichnet sie die Adresse des Stechers. Wenn man 
darauf liest: J. Razet divulgavit, so deutet diess auf den 
späteren Druck. 

19) Thronus Justitiac, 13 biblische Compositionen, drei aus dem 
~ alten und zehn aus dem neuen Testamente. Die Darstellun- 
gen beginnen mit der Kreuztragung und enden mit dem 
jüngsten Gerichte. Das i4te Blatt bildet den Titel. J. Wte- 
rrall inve. G. Swanenburg sculp. ao. i605* C. v. Sichern edi- 
tor et excud. , gr. qu. fol. 

20) Der Mensch in der Versuchung des Glücks und des Reich- 
thums vom Tode überrascht, 4 Blütter nach C. van Mander, 
unten holländische und deutsche Verse. W. v. Swanenburg 
sc. et eiLcudit, kl. fol. 

21) Reichthum und Wollust vom Tode unterbrochen, vier nu- 
merirte emblematische Blätter nach A. Bloemaert, jedes mit 
zwei lateinischen und holländischen Versen. Das erste be- 
zeichnet: W. Swanenburg fec. et eiLoud. , fol. 

22) Die Religion, welche über die Leidenschaften siegt. Nach 
Ab. Bloemaert. W. Swanenburg sc. et excud. fol. 

23) Die Frömmigkeit. Id. pinx. Id. sc. et exe. fol. 

24) Die Eitelkeit und Vergänglichkeit der irdischen Güter, si- 
zteude junge Frau bei Frachtgefässen , nach A. Bloemaert. 
Swanenburg fec. et excud. 161I9 fol. 

25) Der Reichmum. Id. p. et sc. fol. 

26) Paris und die drei Göttinnen, welchen der Preis der Schön- 
heit zuerkannt werden sollte, 4 uumerirte Blätter mit ein- 
zelnen Figuren und Landschaften, nach M. IVIirevelt. W. 
V. Swanenburg sc. et excud. kl. fol. 

Im späteren Drucke mit der Adresse von Valck. 

27) Andromeda am Felsen rechts dem Ungeheuer ausgesetzt. J. 
Saenredam invent. W. Swanenburg sc. H. 9 Z. mit 10 L. 
Rand, Br. 7 Z.. 

I. Ohne Adresse. , 

II. Mit jener von R.' Baudous. 1 

III. Mit der Adresse von Jansonius. | 

28) Der Satyr, welcher ein Bild malt. Neben ihm steht ein 
junger Mann im Staunen, und ein Mädchen fasst ihn aO 
Beine. Kleines Blatt ohne Namen. 

29) Landschaft nach A. Bloemaert: Jusserat irrtguas Carithi tor 
rentis ad undas etc. W. Swanenburg sc. l6o4 . qu. fol. 

32) Ein ländliches Fest mit Männern zu Pferd. Eine Gans 
der Preis ihrer Bemühung. Nach D. Vinkenbooms. G. Sv 
nenburg sc. de Witt exe. qu. fol. 

31 ) Die Weinlese , nach Vinckenbooms. W. Swanenburg s^ 

S. qu. fol. i 
er Eingang in ein Dorf, nach demselben , qu. fol. | 

Swanenburg, WiUem van, auch Swaaneburg, Maler, ist mei 
als Dichter bekannt, besonders durch sein Werk: Parnas of i 
Zanggodinnen van een Schilder. Amsterd. 1724. Seine Lebensv^ 
hältuisse sind unbekannt, aus seinen Dichtungen geht aber h^ 
vor, dass er ein wissentschaftlich gebildeter Mann, und Hofmeist^ 
des Baron van Laar, Herrn von den Ligtenberg war. Amsterdaf 
s<^lieint sein Geburts- und Wohnort gewesen zu seyn, er düiil 



Swanenburgy Willem. — SvraneTelt, Herman raD. Sft 

aber hier alt Maler kein Glück gemacht haben.. In einem seiner 
Gedichte beschreibt er zwei Landschaften mit mythologischen Fi-* 
guren, und am Schlüsse lügt er bei; 

Het loon der Kunst is mecst klein geld en groot verdriet. 
Nach einem der nachgelassenen Gedichte von Sybrand Fei- 
tama scheint Swanenburg i728 gestorben zu seyn. 

Swanevelty Herman Vao, auch Swaneuelt und Suaneyelt geschrie- 
ben, Landschaftsmaler und Radirer, vnirde l620 zu Woerden ge- 
boren, und äusserte schon als Kind grosse Vorliebe zur Zeichen- 
kunst. R. van Eynden (Geschiedenis der vad. Schilderkunst I. i3q) 
versichert, dass die Familie Swanevelt von ihm noch ein Buch 
mit Zeichnungen aus jener Zeit besitze. Mit den Anfangsgründen 
der Malerei soll ihn G. Dow bekannt gemacht haben, in dessen 
Weise er vor seiner Abreise nach Italien noch einige Bilder malte, 
die aber verschollen seyn müssen, da nirgend ein Werk dieser 
Art angegeben wird. Swanevelt kam also schon als ausübender 
Künstler nach Rom, wo er sich anfangs mit allem Fleisse im Fi- 
gurenzeichnen übte, bis er endlich mit Claude Lorrain bekannt 
wurde , dem er fortan nacheiferte , und w^ie behauptet wird , nicht 
ohne Neid dieses Meisters, welcher aber das freundschaftliche Yer- 
hältniss beider Künstler nicht störte. SWaneveftt malte jetzt Land- 
schaften, wie jener, und wenn er hierin demselben gerade nicht 
fleichkam, so haben wenigstens seine Staffagen höheres Interesse, 
a er Figuren und Thiere besser zeichnete , C. Loprain hingegeu 
üur in der Landschaft excellirte und seine Staffage als Dareingabe 
betrachtet wissen wollte. In seinen Bildern herrscht ebenfalls das 
Element des Lothringer, welcher die grossartigen Ponssin^schen 
Formen mit dem Glanz der Lüfte verschmolz. Wie Claude, so 
strebte auch Swanevelt auf eine ideale Wirkung hin, suchte abßr 
diese durch erkünstelte Mittel zu erreichen. Letztere smd von jenen 
seines Meisters verschieden, geben sich auf ganz andere Weise 
kund. Swanevelt erreichte dadurch das warme Leben, di(? Frische 
und Weichheit eines C. Lorrain nicht, obgleich auch mehrere sei- 
ner Werke von Seite des Culorits und in charakteristischer Durch- 
bildung der Naturformen nichts zu wünschen übrig lassen. In 
glänzender Behandlung der Luft, im Zauber des ätherischen Licl- 
tes steht aber Claude Gelee über ihm. Einige seiner Bilder ha- 
ben einen etwas kaltgrünen . Ton , oder sie sind in Nebel ge- 
hüllt, besonders bei sinkender Sonne. Die wenigsten seiner 
Werke haben eine Ausdehnung von drei bis vier Schuh- Eines 
seiner grössten ist in Xutonhouse. Jenes in Dresden gehört eben- 
falls zu den grösseren. 

Swanevelt machte in Rom die eifrigsten Studien. Er zog ^anz 
allein in der Umgebung der Stadt herum, betrachtete die Scnön- 
heiten der Natur, oder studirte die Denkmäler der alten Kunst. 
Diese einsame/i Spaziergänge erwarben ihm den Beinamen des Ein- 
siedlers, und auch in vielen seiner Werke athmet der Geist stil- 
ler Einsamkeit. Er blieb sein Lebelang in Rom, so dass er bei 
vielen unter dem Namen des «Ermano dltaliau bekannt war. Von 
Rom aus verbreiteten sich seine Gemälde und Radirungen; die er- 
steren sind aber selten, obgleich der Künstler ein Aller von 70 
Jahren erreichte. Er starb i6'<^0 in Rom. 

Im Musee royal zu Paris sind vier Gemälde von diesem 
Meister. Das eine stellt bei untergehender Sonne eine weit aus- 
gedehnte Gegend in | grünlichem Hauptton 'dar. Der Hirt weidet 
die Heerde und im Yorgrunde ist ein Mann und ein Weib mit 

3* 



16 SwancTelty Herman Tan. 

dem Bündel auf dem Kopfe. In einer anderen Landschaft erschei- 
nen zwei Reisende und ein Weih auf dem Esel sitzend. Ein drit- 
tes Bild zeigt einen Ziegenhirten, dann zwei andere Personen und 
'ein Weih mit dem Korbe auf dem Kopfe. Das vierte Gemälde 
hietct eine waldige Landschaft mit Fluss und weiter Ferne, nebu- 
listisch geleckt. Auf dem Flusse erscheinen Fahrzeuge. In Lu- 
tonhouse zu London ist ein grosses Bild von besonderer 
Schönheit der Composition und dabei sehr klar in der Farbe. 
In der Gallerie zu Dresden ist eine reizende Landschaft mit 
grossen schönen Baummassen, wie wir sie in seinen Hadirun- 
gen finden. Unter diesen Bäumen schlängelt sich der Spiegelflä- 
che eines schönen Stromes entlang ein Weg, und die Ferne be- 
gränzen ,blaue Gebirffe. Die die Landschat t belebenden Figuren 
und Thiere kommen lei4er der ausserordentlich schönen , harmo- 
nievollen und fleissig vollendeten Landschaft nicht gleich. Auch 
in der Pinakothek zu München ist ein meisterhaftes Bild dieses 
Künstlers, eine italienische Landschaft beim Untergänge der glü- 
henden Sonne. Im Mittelgrunde führt eine steinerne Treppe über 
den Fluss, und der Weg ist von Maullhiercn und ihren Führern 
belebt. In der Gallerie des k. Museums zu ßerlin sieht mau 
eine Landschaft, deren Hintergrund von Bergen gebildet wird. Im 
IMIittelgrunde breitet sich ein klares Wasser aus, und auf dem 
Wege über die mit edlen Kastanien besetzte Anhöhe erscheinen 
Figuren. In der k. k. Gallerie zu Wien ist eine kleine Land- 
schaft mit Mauleseln, die im Yorgrunde durch einen Hohlweg ge- 
trieben werden. Im Städerschen Institute zu Frankfurt a. M. be- 
wahrt man eine waldige Landschaft mit St. Anton und einem Bauer. 
Auch in Privatsammlungen kommen Bilder unter dem Namen Swa- 
nevelt's vor. So war in der ^Sammlung des Dekan Yeith in Schaff- 
hausen bis l835 ein vorzügliches Bildchen, welches zwei Heiter 
und einen Bettler .mit hölzernem Beine vorstellt, in einer schö- 
nen, von der Abendsonne beleuchteten Landschaft. 

Stiche nach Werken dieses Meisters. 

Hagar directed by the Angel to the well, gest. von J. Pye, 

ju. fol. 

Im.Cabinet Spengler zu Copenhagen war bis 1839 ^^^ diesem 
Gegenstande eine zart vollendete Zeichnung in Tusch. 

Die Landschaft mit der grossen Ruine und Eliesar mit Re- 
becca, radirt von G. Primavesi, gr. fol. 

Morning. Landschaft mit Sonnenaufgang, gest. von Woollet 
und Pouncy 1787, gr. fol. 

Evening. Landschaft mit Sonnenuntergang, gest. von Woollet 
und Sinith, gr. qu. fol. 

Landschaft mit Schafheerde und Figuren, nach dem Bilde im 
Musce fran9ais, gest. von M. Eichler, fol, 

Le petit lac, Landschaft mit See, Figuren und Gebäuden. Ha- 
san exe. qu. fol. 

Les beanx Environs, gest. von C. A. Richter", qu. ro^. fol. 

Reiche Landschaft mit dem Raub des Adonis, gest. von J. 
Volpato, qu. imp. fol. 

Zwei Landschaften mit F/guren und Thieren. Herman Vans- 
▼tl pinx. a Paris chez Fran9ois. Nach den Bildern aus dem Ca- 
binet Ferrand Fermier, gr. qu. fol. • 

Grosse Landschaft mit Yiehheerde, gest. von Duparc, für das 
Musce Napoleon. 

Ein Mönch rettet durch ein Wunder einen vom Baume ge- 
troffenen Manu, radirt von H. Mauperchc, 4* 



gr. qu. 
Im 



Swanevelt^ Herman van. 37 

The bappy peaiant, Landschaft mit läadlichem Tanz, gest. 
von J. Mason, gr. qu. fol. 

Vier grosse Landsrhaften , gest. von J. Foucquieres. 

Italienische Landschaft mit Figuren , Imitation einer Tusch- 
zeichnang, von C. Brou^ver, in Floos van Amstel*» Werk, qu. fol. 

Eigenhändige Radirungen. 

Wir verdanken diesem Meister eine bedeutende Anzahl von 
radirten Blattern, die hinsichtlich der Wahl der Gegenden, der 
Grossartigkeit der Baumlormen und ihrer Beblätterung , der Ab- 
wechslung der Linien, der Yertheilunff des Hell und Dunkels, Mei- 
sterstücke sind, und in ihrer Art als wahre Gemälde betrachtet 
werden können. Swanevelt's Manier ist cigenthümlich , so dass 
sich seine Blätter leicht von jenen des C. Goyrand unterscheiden 
lassen, der bekanntlich die Zeichnungen dieses Meisters sehr gut 
nachgeahmt hat. Swancvelt drückte das BlättevWerk durch kleine 
horizontale, etwas gebogene Züge aus, womit er ihre natürliche 
Lage auf dem Aste sehr geschickt nachzuahmen wusste. Bestimm- 
tere Umrisse gab er nur dann , wenn eine deutliche Auseinander- 
setzung der Theile es erforderte. Der kalten Nadel und noch mehr 
des Grabstichels bediente er sich, um Harmonie über das Ganze 
zu verbreiten. Er arbeitete aber alles mit Strichelchen und funk- 
ten , nicht mit eigentlichen Schrat firun gen. Sein Vortrag kann da- 
her etwas einförmig genannt werden. Bartsch, P. gr. II. 251 ff*» 
beschreibt ll6 Blätter von diesem Meister, und im Anhange zwei 
andere, welche dem Cl. Goyrand augehören. R. Weigel gab einen 
Supplementband zu Bartsch heraus ( Suppl. au Peintre graveur I. 
Lpz. 1845), dessen Zusätze p. 85 ff* beginnen. Wir bedienten uns 
hier des Verzeichnisses von Bartsch, und fügten die Nachträge von 
Weigel hinzu, welcher besonders, über die Verschiedenheit der Ab- 
drücKe wichtige Aufschlüsse gibt. Die römischen Zahlen beziehen 
sich auf Weigel, und wo nothwendig, ist auch auf Bartsch hinge- 
wiesen. Die Angaben der Preise sind grösslentheils aus Weigä's 
Kunstkatalog genommen, aber noch immer nicht massgebend, da 
Irische und scharfe alte Abdrücke, besonders mit breiterem Rande 
als gewöhnlich, noch höher zu stehen kommen. Die Güte der 
Abdrücke nimmt mit den Adressen von Bonnart, Mondhare und 
Vanheck immer mehr ab, und zuletzt wurden die Platten ganz ab- 
genutzt. Die Abdrücke mit ausgeschliffener Adresse sind* gar keiner 
Beachtung werth. 

1 — 24) Variae campest rum Fantasiae, die kleinen 
ovalen Landschaften, in einer Folge von 2\ Blättern. H. 1 Z. 
9 L. , Br. 2 Z. 8 — 9 L. 

R. Weigel werthet diese Folge auf 22 Tbl. 

1 ) Der Titel. Links stehen zwei vom Rücken gesehene Män- 
ner vor dem viereckigen Steine, auf welchem steht: Variae 
campestrum fantasiae a Hermano van Suanevelt inventae et 
in lucem editae. Cum privileg. Regis. 

2) Zwei Männer unter dem grossen Baume links am Hügel. 
In der Ferne sieht man eine Gruppe anderer grossen Bäume* 

3 ) Zwei Männer auf dem kahlen Hügel. Links im Mittelgründe 
sind Bäume und Gesträuche, und in der Ferne erhebt sich 
ein anderer Hügel, auf welchem man eine kleine Figur un- 
tferscheidet. 

4) Der runde Thurm mit einer Arkade von zwei Bögen rechts 
auf dem Hügel. Am Fusse des Hügels geht ein Mann und 
hinter ihm ein Weib mit dem Kinde nach rechts hin. 



38 Swaottrelt^ Herman >iin. 

5 ) Per mit Wald bewachsene Hügel. Vom in der Mitte sitzen 
zwei Figuren am Wejife, im Grunde rechts trägt ei^ Manu 
den Stock auf der Achsel und weiter zurück sind Bäume 
und Berge. 

6) Die steinerne Brücke. Links auf dem Hü?el ist ein Haus 
mit vier Figuren, und eine fünfte steht recnts vorn aut der 
Brücke. *^ 

7) Die Grotte, rechts des Blattes. Gegenüber ist ein Mann im 
Gespräche mit einem sitzenden Weibe. 

6) Der Felsen links des Biates, und fünf Bäume im Mittel- 
gründe. Rechts sind ebentails' Steine, und in Mitte des 
Grundes geht ein Mann nach rechts. 

9) Der Felsen zur Linken mit einer Durchsicht auf zwei Fi- 
guren, welche im Grunde am Steine sitzen. In der Mitte 
vorn geht ein Mann mh dem Stocke auf der Achsel. 

10) Die zwei Figuren am Fusse des grossen dichtbelaubten Bau- 
mes, der sich rechts erhebt. Links ist eine Gruppe von drei 
anderen Bäumen. 

1 1 ) Der^ grosse Baum in der Mitte des Vorgrundes , in dessen 
Nähe ein Mann vor einem sitzenden Manne steht. Im Mit- 
telgrunde zieht sich eine Strasse nach rechts hin, und ge- 
gen den Hintererund zu Erhebt si'^h ein Berg, der oben 
mit Bäumen und Gesträuchen besetzt ist. 

12) Der Hirt mit vier Kühen auf dem Hügel links. Vom Grunde 
her kommt ei» Fluss nach rechts bis au den Vor^rund. 

13) Der Mann mit dem Srocke auf der Achsel unter einem dich- 
ten Baume auf der Erhöhung liuks des Blattes. Gegenüber 
auf gleicher Erhöhung liegt ein Baumstamm. Den Hinter- 
grund bildet ein I3erg, der unten mit Bäumen besetzt iat. 

14) Die kleine Brücke von Stein, welche die Felden des Vor- 
grundes mit einander verbindet. Auf dem letzteren stehen 
zwei Bäume, unter welchen man eine Figur bemerkt, und 
rechts am Wege geht ein Mann und <ein Weib. 

15) Das Haus auf dem Felsen, der $ich dem Wasser gegenüber 
erhebt. Links vorn sind zwei Bäume am Wege , auf >Fel- 
chem zwei Figuren erscheinen. 

16) Der grosse zweistämmige Baum, der sich im Mittelminde 
erhebt, Links ist ein oben mit Gesträuchen bewacnsener 
Felsen, und zwischen, diesem und dem Baume bemerkt man 
einen Mann. Im Mittelgrunde gehen zwei kleine Figuren, 
und in der Ferne bemerkt man ein Dorf am Flusse. 

17) Die zwei Bäume mit sich kreuzenden Gipfeln in Mitte des 
Blattes. Auf dem Wege, der an diesen vorbei rechts den 
Bergen zu führt, gehen zwei Figuren. In der Ferne links 
sind dichte Bäume. ^ 

18 ) Der mit Bäumen und Gesträuchen besetzte Felsen rechts 
des Blattes. In der Mitte bemerkt man eine Figur, links 
ist Gebüsch und in dar Ferne eine Bergkette. 

19) Der über den Felsen zur Rechten herabführende Weg. Oben 
bemerkt man einen Mann mit dem Stock auf der Achsel, 
und weiter unten geht ein zweiter mit dem Stocke in der 

. Hand. Am Fusse des Felsens sind einige grosse Bäume und 
in der Ferne breitet sich am Berge ein Dorf aus. 

20) Der Fluss, welcher links vom Grunde her nach vorne sich 
hin schlängelt. Hechts am Ufer stehen zwei Männer mit 
langen Stöcke«, und auf der Lamdzunge» w«lch« der Fluss 



Swaneveit, Herman Tan. 39 

im Mittelgriinde bildet, bemerkt man ebenfalU eimt klaiat 
Figur. Im Grande sind Bäume und ein Berg. 

21 ) Die rechts in der Nähe zweier Bäume sitzenden Männer. 
Sie sind beide vom Rüchen gesehen, und der eine deutet 
nach den Gebäuden, welche am Berge im Hintergrunde stehen. 

22) Die zwei Männer mit Stöcken am Ufer des Flusses in Mitte 
des Vorgrundes. Links des Flusses ist ein kleines Schloss 
auf dem Berge, an dessen Fuss Bäume stehen. In der Ferne 
rechts sind andere Bäume. 

. 23) Die zwei in Mitte des Vorcrundes vom Rücken gesehenen 
Männer, wovon der eine den Siock auf der Achsel trägt. 
Sie gehen rechts am durchbrochenen Felsen, dessen Oeff- 
nung eine Fernsicht gewährt, wo ein anderer Mann mit dem 
Stocke auf der Achsel erscheint. Im Mittelgrunds erhebt 
sich eine Gruppe dichtbelaubter Bäume, und den Horizont 
begränzen leicht gezeichnete Berge. 

24) Der rechts im Grunde nach dem linken Yorgrunde sich 
schlängelnde Fluss. Rechts vorn ist ein platter Felsen mit 
dicht belaubten Bäumen, und zwei Figuren Huhteu ihre 
Schritte nach links dem Vorgrunde zu. In der Ferne bildet 
der Fluss eine Erdzunge, und er geht am Berge hin, der 
rechts in der Ferne steh erhebt. 



25 ) Die Gruppe von zwei Satyren und einem Kinde links unter 

Bäumen am Ufer des Flusses, welcher die rechte Seite ein- 
nimmt. Links erheben sich am Fusse des Hügels mehrere 
Bäume, und einige stehen auf demselben. Diese Darstellung 
erscheint in einem Oval, es finden sich aber selten alte Ab« 
drücke. H. 2 Z. 5 L., Br. 3 Z. i L. 

Die Platte wurde lange in der römischen Druckerei auf- 
bewahrt, ging aber zur Zeit der französischen Invasion zu 
Grunde. Man hatte neue Abdrücke auf dickes Papier ver- 
anstaltet, die fast eben so selten sind als die alten, da 
überhaupt nnr eine geringe Anzahl von Abdrücken gemacht 
wurde. R. Weigel werlhet einen neuen Druck auf 3 Tbl. 

26 — 32) Eine Folge von 7 Blättern mit verschiedenen Thieren 

H. 2 Z. 10 L., Br. 4 Z. 

!• Vor der Schrift. Solche Abdrücke beschreibt Bartsch, 
die zweiten Abdrücke bestimmt Weigel, wie unten. Die 
ersten werthet er auf l4 Tbl. 

II. Jedes Blatt hat unten links im Rande folgende Schrift : 
Herman Swanevelt fecit. Rechts steht : a Paris chez Audran. 
Weigel setzt eine solche Folge auf 10 Tbl. 
Claude Goyrand hat diese Folge in grösserem Formate 
copirt. 

26) 1* Das Cameel, im Profil nach links. Rechts von diesem 
bemerkt man den Ko^f eines ähnlichen Thieres, im Mittel- 
gründe zur Linken leitet ein Orientale ein drittes nach dem 
Grunde zu. Voraus gehen zwei Figuren, und in der Ferne 
erscheinen an der Gebirgskette zwei Pyramiden und andere 
Gebäude. 

27) 2. Die Ochsen. Rechts vorn sitzt der Hirt am Fusse des 
Baumes mit der Flöte. Gegenüber liegt ein Ochs, und ein 
zweiter -steht , letzterer im Profil nach rechts. 



40 Swanevelt^ Hennan van. 

28) 3« Die Esel. In der Mitte des Blattes Hegt ein solcher vom 
Rücken gesehen, gegenüber steht einer, und links am Rande 
zeigt sich der Kopf eines dritten. Rechts im Mittelgründe 
siezt der Treiber. 

29) 4. Die Schafe. Links vorn stehen vier solcher Thiere, und 
ein fünftes liegt vom Rücken gesehen. Im Grunde liebko- 
set die Hirtin ein Lamm, und vor ihr steht der Hirt mit 
einem Blumengewinde. 

30) 5. Die Ziegen. Rechts liegt ein solches Thier im Profil 
nach links, und hinter ihm steht ein anderes en face. Von 
den zwei Ziegen zur Linken erhebt sich die eine, um Blät- 
ter abzufressen. Im Grunde sitzt der Hirt, und hinter ihm 
steht ein Weib. 

31) 6. Die An gora- Zielen. Zwei derselben stehen vom im Pro- 
fil nach links gerichtet, eine dritte liegt vom Rücken ge- 
sehen, und im Grund? geht der Hirt mit seinem Weibc 
nach rechts hin. 

32) 7. Die Schweine. Zwei solcher Thiere liegen links, das 
eine im Profil, das andere en face. Hinter ihnen erhebt 
sich das Mutterschwein , und ein zweites . im Mittelgrunde 
steht im Profil nach links. Im Grunde ist eine Ruine, durch 
deren Thore ein Knabe Schweine treibt. 

Im Cataloge der Sammlung des Grafen Sternberg-Man- 
derscheid wird eine Copie dieses Blattes angegeben, qu. 12* 

33) Die Satyren, Rechts kniet einer vor der Vase mit Trauben, 
welche er mit beiden Händen hält. Ein junger Satyr neigt 
sich neben ihm über diese Vase. Links sitzt ein halb nacktes 
Weib mit der erhobenen Schale, und hinter ihr trägt ein 
anderes Weib ein Gefass. Rechts im Grunde ist die Termc 
des Pan und ein grosses Fass. Das Ganze ist sehr leicht 
radirt. H. 3 Z. 1 L. , Br. 4 Z. 

I. Mit der Schrift: Swanevelt fcc. chez Audran. Bartsch kennt 
nur diesen Abdruck, den andern nicht. 

II. Als Titel zu irgend einer Folge. Am Fasse steht: Cayer 
d'animaux etc. 

34) St. Johannes in der Wüste. Er sitzt links auf einer kleinen 
Erhöhung, den Kopf nach dem Kreuze gewendet, welehes 
links neben ihm auf dem Boden ist. Hinter «ihm ist Wald, 
und links vorn wird der Stamm eines Baumes sichtbar. In 
der Ferne verliert sich in Windungen der Fluss. Rechts 
vorn am Steine ist das Monogramm HVS. H. 3 Z. 2 Z. 
ohne Rand, Br. 4 Z. 2 L. 

I. Vor der Adresse des G. B. Rossi. 

II. Mit der Adresse: Apresso Gio. Batta. de Rossi in P. 
Nauona. Bartsch kennt nur diesen Abdruck. Bei R. Wei- 
gel 2 Tbl. 

III. Mit der Adresse: In Roma presso Carlo Losi 1773. 

IV. Die Adresse Losi's ist ausgekratzt, die Abdrücke sind aber 
schlecht. Die Platte besitzt der Buchhändler Heubel zu 
Hamburg. 

36) Christus vom Teufel versucht. Letzterer, mit dem Stelrjuss» 
steht rechts vorn vor dem Erlöser, welclier mit der Linken 
nach dem Himmel deutet» Im Grunde sind Bäume, und 
links unten das Monogramm HVS. Das Gegenstück zum 
obigen Blatte und von gleicher Grösse. 



SwaneTdt, Herman van, 4t 

I. Vor der Adresse Rossi*s. 

II. Apresso Gio. Batta deRosst in F. Nauona. Bei Wcigel 2 Thl. 

III. In Roma presso Carlo Losi 1773« 

IV. Die Adresse Losi's ausgekratzt. Diese Abdrücke sind schlecht. 

Die Platte besitzt der Buchhändler Heubel von Hamburg. 

36— 48) Verschiedene Ansichten aus Rom, Folge von 13 Blät- 
tern mit Titel. H. 3 Z. 2 — 3 L., Br. 5 Z. 2 — 3 L. 
I. Vor der Adresse Bonnart*s. Von Bartsch erwähnt. Bei 
Weigel i4 Thl. 
IL Mit der Adresse H. Bonnart's auf jedem Blatte« 
III. Diese Adresse weggenommen. 

36 ) 1 • Der Titel mit zwei Filastern von einer Arkade. Am Pfei- 
ler rechts steht die lyialerei mit Pinsel und Palette, am lin- 
ken Pfeiler eine andere w^eibliche Figur mit einer Tafel. In 
der Mitte vorn liegen Bücher, Portefeuilles, Rollen, Instru- 
mente etc. An dem herunterhängenden Tuche steht: Illu- 
strissimo viro Gedeoni Tallemont Galliarum Regis a secretis 
consiliis etc. Im unteren Rande: Diverses veues desseignccs 
cn la ville de Rome par Herman van Swanevelt et gravees 
par iceluy avec privilcge du Roy. 

37) 2. Die Herberge in der Ruine. Vor dem Thore ist eine 
Weinlaube, unter welcher einige Personen am Tische sitzen. 
Rechts vorn geht ein Weib mit dem Korbe am Arme neben 
dem Manne, der das Packet am Stocke auf dem Rücken 
trägt, beide nach links gehend. 

38) 3- Bin verfallenes Gebäude mit einer schief hinlaufenden Ar- 
kade zur Rechten. Am ersten Pfeiler derselben liegt ein 
Steinhaufen, und am Fusse dessen steht ein Mann im Mantel 
vor der auf dem Boden sitzenden Frau. Im Mittelgrunde 
gehen zwei andere Figuren nach links. 

39) 4. Eine Ruine rechts des Blattes, und links vorn ein Mann 
und eine Frau sitzend vom Rücken gesehen. Auf dem Wege 
reitet ein Bauer auf dem Esel mit dem Sacke vor sich nach 
rechts hin. 

40) 5* Das Haus mit der Gartenmauer am Hügel.- Rechts vorn 
an der Ecke der Mauer gehen zwei Geistliche, und links 
vorn auf dem Hügel sitzen zwei Männer bei einein Weibe 
mit dem Kinde auf dem Schoosse. 

41 ) 6« Das Haus links auf einer Erhöhung, unter dessen Schop- 
pen man eine sitzende und eine stehende Figur bemerkt. 
Links vor dem Hause sind einige l^hiere, und rechts vorn 
auf dem Wege geht ein Weib mit dem Bündel auf dem 
Kopfe, neben einem Manne, welcher den seinigen auf dem 
Rücken trägt. Links vorn spiegelt sich das Haus im Wasser. 

42 ) 7* Ein verfallenes Gebäude mit einer Art Thurm , theils mit 
einem Zaune umgeben. Unter einem Vordache steht ein 
Weib und betrachtet ein anderes, welches draussen auf einer 
Erhöhung ist, und die Haare kämmt. Rechts vorn geht eine 
Dame mit dem Fächer und einem Hündchen, und hinter ihr 
eine Alte mit dem Rosenkranz, Sie wenden sich nach links 
hin , wo man ein Haus sieht , auf welchem eine Vase an- 
gebracht ist. 

43) 8. Landschaft mit einem Flusse, der vom Grunde recht» 
nach dem linken Vorgrunde kommt. Am Fusse eines mit 
Bäumen besetzten Berges steht ein Haus mit einem runden 



42 SwaneveU, Henoan ran. 

Thurme und von einer Mauer umgeben. Auf der Terasse, 
vFclche rechts vorn das Ufer des Flusses bildet, gehen zwei 
in Mäntel gehüllte Männer. 

44 ) Q* Das Haus auf dem Hügel mit einem viereckigen Thurme. 
Letzterer zeigt vier Spitzen und ragt aus Bäumen empor. 
In der Mitte vorn steht ein Mann vor einem anderen, der 
bei dem Weibe auf dem Boden sitzt. «Links im Grunde be- 
merkt man einen Reiter- 

45) 10. Die beiden Bettler, welche zwei Männer von Stand um 
Almosen bitten. Letztere tragen^ kurze Mäntel und sind 
vom Rücken zu sehen. Rechts ist eine Schlossruine. 

46) 11. Der Mann im Mantel, welcher vor dem Kloster mit 
einer alten Frau im langen Gewände spricht. Neben ihm 
sitzt eine Frau auf dem Boden. Links unter der Thüre des 
Klosters bemerkt man einen Mönch4 

4?) 12. Zwei Mönche vor einem Madonnenbilde links im Vor- 
gründe an der alten Mauer. Nach rechts gehen zwei Capu- 
ziner, und an dem mit Bäumen umgebenen Schlosse be- 
merkt man zwei kleine Figuren. Das Schloss nimmt die 
dritte Plane ein. 

4d) 13. Der Mann, welcher rechts vorn an der Seite eines 
Weibes geht, das den Korb am Arme trägt. Beide sieht 
man vom Rücken auf dem Wege, der nach dem Mittcl- 

f runde führt. Rechts auf dem Berge sieht man ein grosses 
[aus, an welchem zwei Männer im kurzen Mantel vorbei- 
gehen. Links erhebt sich ein isolirter Baum, und' in der 
Ferne sieht man ein Haus und einen Berg. 

49 -— 52-) Die Landschaften mit den Satyren, Folge von 4 Blät- 
tern. H. 4 Z. 1 L. , Br. 6 Z. 
I. Vor der Adresse, oder wie unten, mit dem Namen Swanet 
velt's und dem Cum priv. Regis. Bei Weigel 10 Tbl. \l gr. 
Ein einzelnes Blatt 2 Tbl. 
IL Mit der Adresse: H. Bounart ex. au coq. 
in. Diese Adresse ausgekratzt. 

49) 1. Zwei Satyren die Ziegenheerde nach links hintreibend, 
wo ein mit Bäumen und Gesträuchen besetzter Felsen sich 
ausbreitet. Vom sitzen drei Figuren auf dem Boden. Im 
untern Rande: Herman van Swanevelt Inventor et fecit 
Cum privüegio Regis. 

50) 2. Der liegende Satyr mit der Flöte von einer Dryade über 
rascht, welche ihn auf den Rücken schlagen will. Eine si 
tzende Nymphe betrachtet den tanzenden Satyr im Mittel 
gründe der Landschaft. Rechts im Grunde erhebt sich eil 
hoher Felsen, wo mati bei Bäimen einen zweiten Satyi 
sieht, der am Teich hingeht. Auf dem Felsen weiden Zie 
gen, und links* in der Ferne zieht sich eine gebirgige Land 
fichaft hin. Die Schrift wie oben Nr. 4c« 

51) 3. Der Satyr, welcher sich an dem Baumast aufschwingl 
und einer Nymphe Früchte reicht, welche diese im aufgc 
hobenen Kleide empfängt. Eine andere hat einen kleinei 
Satyr auf dem Arme, und gegen die Mitte zu trägt ei 
alter Satyr einen Sack auf dem Rücken. Der Grund zei{ 
Landschaft mit Bäumen und Felsen. Die Schrift wie Nr. 4( 

52) 4. Der Satyr bei einem Weibe in der Grotte, wie er Feu< 
anbläst, in der Mitte vorn sitzt ein Weib mit dem Kind< 



Swanerelt, Herman van» 43 

welches sie einem andern Satyr entgegen laufen lässt. Hin- 
ter dieisem spricht ein Satyr mit der Nymphe. Im Grunde 
rechts breitet sich ein Fluss aus. Dite Schrift wie Nr. 49- 

53) — 65) Verschiedene Ansichten von Rom, Folge von 15 Blät- 
tern. H. 4 Z., Br. 6 Z. 8 t.. 
I. Mit der Adresse des Meisters, wie Bartsch sie beschreibt. 
Bei Weigel i4 Tbl. Ausgezeichnet schcSne Abdrücke finden 
wir anderwärts auf 44 Gulden gewerthet. 
II. Mit der Adresse: H. Bonnart ex. au coq, auf jeden der 
Blätter links unten im Rande. Die Adresse Swanevelt's ist 
ausgekratzt. i 

III. Die Adresse Bonnart's weggenommen. 

53) 1- Der Titel, mit Ruinen links vorn, und der Ansicht von 
.Rom in der Ferne. Am Piedestal, an welchem Minerva 

sitzt, liest man: Diverses veues dedans et dehors de Rome» 
dessinee par Herman van Swanevelt. Dedice aux Yertueux. 
Auec Friuil. du Roy l653- 

54) 2. Vitiia Mamsrona for della porta pinctana. HS. fe. et ex. 
Cum i>r. Re. Ein Grosses Gebäude von Büumen umsehen » 
und mit Figuren, links vorn ein Mann mit dem Stocke 
vom Rücken gesehen. 

55) 3. Parte dclle terme Antoniano. Herman van Swanevelt 
fecit et Excudit. Cum priuiligio Regis l652« Die Bäder 
des Antonin, nach der ganzen Breite des Blattes dargestellt. 

56) 4. Yeduto daqua assutosa (acetosa) for di Roma, H. S^ fe. 
et ex. cum pr. Re. Rechts des Blattes bemerkt man ein 
Fahrzeug auf dem Flusse, und im Grunde erhebt sich ein 
Schloss aus dichten Bäumen. 

57) 5. Sepultura in Yieia apia. H. S. fe. et ex. Cum |»r. Re. 
Das antike Grabmal an der Apischen Strasse, an einem 
alten Gebäude mit rundem Thurm. Links im Grunde sieht 
man drei Figuren , die bei einem Wirthshause am Tische 
stehen. Von der Mitte des Vo'rgrundes aus geht ein M^nn 
und ein Weib nach rechts hin. 

58) 6« Hosteria a priema porta. H. S. fe. et ex Cum pr. Re. 
Das Wirthshaus erscheint in Mitte des* Blattes, bei einem 
viereckigen Thurme, auf welchen eine offene Treppe führt« 
An der Thüre der Osteria schöpft eine Frau Wasser, und 
der Wirth steht vor zwei Cavalieren. 

59) 7. S. Adriano in Via flaminia. H. S. fe. et ex. cum pr. Re. 
S. Adriano, an der von links herführenden Strasse, zeigt 
sich am Fusse eines Berges zwischen Baumgruppen. 

60) 8* Casa Rustico for della porta del populo. H. S. fe. et 
ex. Cum pr. Re. Das Landhaus ist von mehreren Baum- 
fruppen umgeben , und nimmt den Mittelgrund ein. Links 
Kommen zwei Männer von der Anhöhe herab, und auf dem 
Hügel weidet die Schafheerde. 

61 ) 9. Vinnia Papa Julio in Via flaminia. H. S. fe. et ex. Cum 
pr. Re. Der Weinberg des Pabstes Julius II. an der flami- 
nischen Strasse, Letztere nimmt den Vorgrund ein, und der 
Weingarten breitet -sich in der Ferne am Berge aus. In der 
Mitte vorn stehen xwei Figuren mit Stöcken. 

62) 10. Veduta dal Zugro. H. S. fe. et ex. cum pr. Re. Links 
geht ein Mann und ein Weib auf dem Wege, auf einem 



44 Swanevelt, Hennan van« 

' der Hügel sieht man drei Kühe, und auf dem zweiten den 
Hirten mit einer Kuh. I n Grunde breitet sich ein breiter 
Fluss aus^ lind diesseits desselben , rechts des Blattes , geht 
ein Mann mit dem Steche auf der Achsel, 

63) 11. Allro Veduto dal Zugro. HS. fe. et ex. Cum pr. Rc. 
Rechts im Mittel gründe sieht man einen grossen Baum auf 
dem Felsen, und am Fusse des letzteren bemerkt man zuvei 
kleine Figuren. Links vom ist ein Eseltreiber, und der 
Grund gibt die Aussicht auf ein Schloss zwischen Bäumen. 

64) 12. Altro Vedutin dal Zugro. HS. fe. et ex. Cum pr. Re. 
Links kommen zwei Männer vom Grunde her, und ein gros- 
ser Baum reicht bis zum oberen Rande der Platte. Rechts 
auf dem Wege nach dem Grunde hin , sieht man zwei Fi- 
guren am Hügel. Der Horizont wird von Bergen begränzt. 

65) lo* For dalla portapiea. RS. fe. et ex. Cumpr. Re. Links 
im Mittelgründe ist ein Haus mit einer vorragenden Mauer. 
An dieser gehen zw^ei Manner, und in der Ferne breitet 
•ich eine Gebirgslandschaft mit Gebäuden aus. 

66^-69) Folge von 4 Landschaften mit Darstellungen aus dem 
alten Testamente. H. 4 Z. 6 — 7,L., Br. 7 Z. 4 — 5 L. 

Bartsch gibt keine genaue Anzeige der Abdrücke, er ver- 
mischt die ersten und zweiten. 

L Vor der Adresse, nur mit dem Namen des Radirers. 
IL Mit der Adresse: K. Audran esAudit, nach dem Nameo 

Swanevelt*s. 
HI. Mit der Adresse von F. Marietle und mit den Numcrn. 

Bei Weigel 3 Tbl. 
IV. Die Adresse ausgeschliffen. 

66) 1* Abraham und die drei Engel. Er kommt recht vorn vom 
Hause her den Engeln entgegen. Im Mittelgrunde erscheint 
ein Mann mit dem beladenen Esel, und links ist eine Ruine. 

67) 2. Hagar und der Engel. Er macht sie auf das Wasser auf' 
merksam, welches rechts sich zeigt. Der Platz ist mit Bäu- 
men und Gesträuchen bewachsen , die Landschaft ist nur 
links offen und dehnt sich weit aus. 

68) 3* Der jt^nge Tobias, wie er in Gegenwart des Engels den 
Fisch ergreitt, der ihn verschlingen will. Der Hund bellt 
ihn an. Links im Grunde sieht- man die Stadt Rages. 

69) 4. Elias iiK der Wüste. Er sitzt links vorn am Felsen und 
wendet sich gegen den Engel, der mit einem firode vor ihm 
steht. Der Fluss bildet eine Cascade, an welcher sich meh- 
rere Baume erheben. Gegenüber ist ein Hirsch mit der 
Hiodinn. 

70) Fan und Syrinx. Letztere flieht mit erhobenen Armen nach 
dem Schilfe am linken Ufer des Flusses. Das rechte Ufer 
ist ebenfalls mit Bäumen und Schilf besetzt, und im Grunde 
erhebt sich ein Berg. Rechts vorn am Steine ist das Mono- 
gramm HS. H. 5 Z. 9 L. mit 4 L. Rand, Br. 7 Z. 9 L. 

I. Vor aller Schrift. Nach Weigel fast einzig , • und somit 

als Probedruck zu betrachten. 
II. Mit der Adresse : Apresso. Gib. Batta de Rossi in F. Nauona. 
Diesen Abdruck kennt auch Bartsch. 

III. Mit der Adresse: In Roma presso Carlo Losi^l775' 

IV. Diese Adresse ausgeschliffen. Schlechte Abdrücke dieser 



Swanevelt» Herman vao. 4i 

Art Hess in neuerer Zeit der Buchhändler Heubel von 
Hamburg machen. 

71 ) Salmacis'und Hermaphrodit, das Gegenstück zu obigem Blatte. 
Die Nymphe belauscht linlis unter einem Baume den Her- 
maphrodit im Bade. Die Ufer des Flusses sind mit Bäumen 
besetzt, rechts unten im Wasser bemerkt man das Mono- 
gramm > H S. 

In Hinsicht auf die Priorität der Abdrücke verhält es sich 
wie oben Nr. 70- Bartsch kennt nur jene mit der Adresse 
von Rossi und die schlechten mit ausgeschliffener Adresse. 
Einer der ersteren bei Weigel 2 Tbl. lO gr. 
72 — 75) Ansichlen aus Frankreich, Folge von 4 Blättern mit Israel 
Silvestre ausgeführt. Von letzterem sind die Gebäude. 
I.'Mit der Schrift: Israel Silvestre delin. et fec, oder de- 

lineavit et fecit. Israel exe. cum priuil. Regis, und wohl 

auch a Paris chez Israel Henriet. 
II. Ohne Silvestre*s Namen. 

72) 1. Veue de l'IsleLouvier et d^unepartie de Tlsle nostre Dame. 
Die Seine dehnt sich der Breite nach aus, und rechts in 
der Fer4ie sieht man die St. Michael's Brücke. H. 5 Z. 2 L. 
mit dem Rande, Br. Q Z. 1 L. 

73) 2. Veue du Palais d'Orlcans du costo des Chartreux etc. Der 
Palast nimmt die ganze Breite ein, H. 5 Z. mit dem Rande, 
Br. 9 Z. 1 L. Bei Weigel 3 Tbl. 

74) 3* Veue de Gon^y maison de plaisance de Messire Jean Fran- 

^ois de Gondy Premier Archeuesque du Paris. Im Grundo 
rechts erhebt sich das Schloss, und zur Allee tührt eine 
Treppe. Ueberdiess ist die Ansicht durch mehrere Fieuren 
belebr. H. 5' Z. mit dem Rand, Br. 9 Z. 1 L. Bei VVeigel 
2 Thl. lö gr. 

75) 4. X. es ri vieres d*Oyse et de Marne etc. Die Nymphe der Seine, 
sitzend den linken Arm an die Urne gelehnt, wie sie nach 
dem Wappen Frankreich deutet. Auch drei andere Nym- 
phen erscheinen auf Felsenpartien. Der Grund bietet eine 
Aussicht auf die Seine und das Louvre. H. 5 Z. mit 7 L. 
Rand, Br^ 9 Z. 2 L. Bei Weigel im ersten Drucke 3 Tbl. 8 gr. 

76) Die Ansicht von Rom: Voicy un petit racourcy de t:ette 

frande ville etc. Im Vorgrunde links sitzt der Tiber am 
eisen , und rechts ist ein anderer Flussgott. Im Grunde 
breitet sich Rom aus, von J. Silvestre gezeichnet und gesto- 
chen, alles Uebrige von Swanevelt. Rechts unten ist die 
Jahrzahl l654. H. 5 Z. 8 L. mit dem Rande , Br. 9 Z. 
I. Mit der Schrift: Israel Silvestre delin. et fecit, a Paris, 

chez Israel Henriet. 
II. Der Name Silvestre*s ausgeschliffen. 

77 .. 80 ) Folge von 4 Landschaften. H. 6 Z. 4 L* mit dem 
Rande, Br. 10 Z. 

I. Vor aller Schrift mit unvollendetem Himmel. Nach Wei- 
gel fast einzig. 
II. Mit der Aresse: Herman van Swanevelt in. fe. et ex. 
Cum pr. Re. 

III. Mit der Adresse von H. Bonnart. 

IV. Bonnart*s Adresse ausgeschliffen, die schlechten Abdrücke. 

77) l. Die Fischer. Der Fluss kommt links vom Grunde her, 
und bildet in der Mitte einen kleineu Wasserfall. Linlis 



46 SwaneveU, Hermaii van. 

vorn sieht man » auf defti Felsen zwei Männer, wovon der 
eine ein Fortei'euille unter dem Arme trägt. Rechts bemerkt 
man drei andere Figuren auf dem Wege, und im Vorgrunde 
steht ein Fischer mit dem Eimer neben einem zweiten, dem 
die Fische aus der Reuse fallen. 

78) 2. Die Spinnerin und die vier Ochsen. In Mitte des Blat- 
tes sieht man ein Haus unter Bäumen, in deren Schatten 
zwei Figuren am Tische sitzen. Links auf einer Erhöhung 
sitzt die Spinnerin in der Nähe der vier sitzenden und 
eines stehenden Ochsens, der nach dem Wasser zu sich be- 
wegt. Rechts auf dem Felsen sieht man einen Mann mit 
dem Stocke, wie er eine Frau betrachtet, die mit dem Kinde 
unter Bäumen am Hause sitzt. 

79) 3* Die zwei Reiter. Sie reiten an den Felsen h^n, welche 
rechts sich ausbreiten, und zwei Fussgänger folgen ihnen 
nach. Von dem Mittelgrunde her kommt ein Fluss, und am 
Fusse des fernen Berges stehen Gebäude. Links vorn sitzen 
zwei Männer vom Rücken gesehen. 

80) 4. Der kleine Wasserfall, welchen der Fluss bildet, der von 
der Mitte des Hintergrundes her kommt und an Felsen ab- 
fällt. Rechts nach dem Grunde zu ist ein Hügel , auf Trel- 
ehem. ein von Bäumen umgebenes Haus steht. Im Vorgrunde 
erheben sich zwei Bäume, und rechts sitzt ein Zeichner aut 
dem Boden am Felsen. H. 6 Z. 5 L. ohne 5 L. Rand, 
Br. 10 Z. 

81) Der Abend, Landschaft mit untergehender Sonne. Recht! 
vorn gehen zwei Männer auf dem Wege, der zu einem 
Hügel führt» auf welchem eine Gruppe von fünf Bäumea 
steht. Links des Flusses weiden Schafe auf dem Berge, und 
auf dem Wege nach dem Hause gehen vier Personen. D16 
Ferne begränzeu Berge. H. S. te. et ex. Cum pr. Re. H> 
6 Z, 4 L., Br. 10 Z. 2 L. 

I. Vor aller Schrift. 
' II. Mit obiger Schrift, 
in. Mit der Adresse von Mondhare. 
IV. Diese Adresse ausgeschliffen. Schlechte Abdrücke. 

82 ) Die kleine Brücke von Holz , auf welche zwei Mäiiner zu 
kommen. Sie führt über einen Fluss , der den Felsen be- 
netzt, und sich links bis zum Vorgrunde ausbreitet. Neben 
der Brücke erhebt sich ein Berg mit Wald, und rechts vorn 
sitzt ein Mann und ein Weib. Links unten im Rande steht: 
H. S. fe. et ez. Cum pr. Re. H. 6 Z. 5 L. mit 3 L. Rand, 
Br. 10 Z. 2 L. 

I. Vor aller Schrift. 

II. Mit obiger Schrift, 

III. Mit Mondhare's Adresse. 

IV. Diese ausgeschliffen. Schlechte Abdrücke. 

83) — 94) Eine Folge von 12 Landschaften mit Gebäuden und 
Figuren, H. Ö Z. 7 — 11 L. mit 4 L. Rand, Br. 10 Z. 
1 — 3 L. 

Von dieser Folge, welche zu den Hauptwerken des Mei- 
sters gehört, gibt es vier verschiedene Abdrücke. 
I. Mit der Adresse des Meisters» auf jedem der Blätter 

wie unten Nr. 83* Bei Weigel 30 Tbl. 
IL Mit der Adresse: H. Bqnnart ex. au eoq. 



! 
Swanerelt, Herman van. 47 i 



III. Mit jener: a Paru dies Monudhare nie Su Jaques. 
ly. Die Adresse ausgeschliffen. 

83 ) 1 • Der Cardinal. Dieser geht in Mitte des Blattes im Buche 
lesend an einer Ruine, und zwei Diener folgen. Rechts 
vorn sitzt ein halb nackter Bettler» und links ist eine Te- 
rasse mit zwei Bäumen. Links unten: Herman van Suane- 
velt Inventor fecit et excudit. Cum privilegio Regis. 

84) 2« Das Amphitheater^ oder vielmehr Ruinen antiker Gebäude, 
die sich wie ein Amphitheater den Berg hinanziehen. Links 
vorn sitzen zwei Männer unter dem Baume , wpvon der 
eine auf zwei andere Figuren im Freien deutet. Ein Weib 
mit dem Bündel auf dem Kopfe geht dem Thore zu, wel- 
ches rechts durch die Mauer am Berge führt. 

85 ) 3* Die Dame mit dem Sjonnenschirm. Sie geht in Mitte 
des Blattes untQr dem Schirme, welchen der Diener trägt; 
die Magd und eine alte Bettlerin folsen. Sie gehen an 
einer Ruine hin. Im Yorgrunde weidet der Hict die Ziegen. 

86 ) 4* Der die Damen grüssende Herr (le salut).J Diese Figuren 
erscheinen links an einer Ruine, und vorn links sitzt der 
Zeichner, neben einem Manne, der ihm zur Linken steht« 

87) 5* Das Hospital, in der Ruine eines antiken Gebäudes rechts 
des Blattes. Zwei Männer tragen einen Kranken hinein, 
und vier arme Weiber folgen nach. Links vorn ist eine 
Gruppe von drei Figuren, welche die Scene betrachten, und 
zwei Männer sind stehend in Unterredung. 

88 ) 6* Die Reisenden. Links vorn sitzt ein Weib auf dem Esel, 
und zwei Männer gehen ihr zur Seite. Ein Bauer mit einem 
beladenen Esel kommt ihnen entgegen. Ueber den Fluss 
führt eine steinerne Brücke, und auf dem Berge steht ein 
Schlqss. 

Dieses Blatt hat Conrad Homy copirt. 

89 ) 7» Der Wald am Wasser, welches sich gegen den Vorgrund 
zu ausbreitet. Im Grunde links ist ein Berg, an dessen 
Fuss ein breiter Fluss, sowie Bäume und Gebäude sidi zei- 
gen. Links vorn ist ein Alter mit dem Bündel auf dem 
Rücken und eine Bäuerin mit dem Korbe. 

90) 8. Die Wäscherinnen. Im Grunde rechts steht ein kleines 
Haus am Berge, und in der Nähe gehen zwei Figuren über 
eine kleine steinerne Brücke. Ein Bauer tränkt das Pferd im 

• Bache, an welchem zwei Weiber waschen, während eine 
dritte auf dem Boden Wäsche trocknet. Im Grunde drei 
grosse Berge. 

91) 9. Die Grotte der Nymphe Egeria. In Mitte des Vorgrun- 
des sitzen drei Männer und drei Weiber beim Schmause, 
und in einiger Entfernung deutet ein Mann auf die Statue 
der Nymphe Egeria, welche in einer Ruine sitzt. Im Mittel- 
grunde' rechts sind sieben tanzende Figuren. 

92) 10. Das Stadtthor. Dieses erscheint an einem grossen Ge- 
bäude, welches sich durch zwei viereckige Thürme bemerk- 
lich macht. Vom Thore an dehnt sich nach rechts vom 
eine Mauer aus, an welcher zwei Männer das Spiel von 
vier Knaben betrachten. Der Mauer gegenüber gehen am 
Zaune zwei Männer in Mäntel gehüllt dem Thore zu. 

93) !!• Die Brodvertheilung an die Armen. Sie erhalten ihre 
Gabe an dem Thore einer grossen Ruine von zwei Möncher . 



48 Swanevelt, Hcrman van. 

Im Vorffrunde nach rechts l^ommt ein Mann im Mantel her- 
an, links liefen Säulentrümmer. 
94 ) 12. Das Schioss auf dem Felsen. Dieser erheht sich links 
und gegenüber ein zweiter, auf "welchem eine Gruppe von 
Bäumen steht. Auf dem Wege treibt ein Mann den bela- 
denen Esel, und im Mittelgründe gehen zwei Männer nach 
links hin. In der Ferne rechts sind Hügel, Bäume und 
Gebäude. , 

95 ) Merkur und Battus. Letzterer geht in der Mitte vorn nach 
rechts hinter dem Ochsen, und blickt nach Merkur, der 
ihm Schweigen auferlegt über den Raub der Sonnenpferdc. 
Diese vier Pferde stehen links im Schatten des Waldes. 
Links unten im Rande: H. swaneuelt fecit Rome. J. Yaldor 
excu. cum priuil. Regis. H. 7 Z. 2. L., Br. 9 Z. 6 L. 
I. Vor aller Schrift, und unvollendet. Als fast einziger 

Probedruck zu betrachten. 
IT* Mit J. Yaldor's Adresse, wie oben von Bartsch erwähnt. 
III, Mit Mariette's Adresse, aber ohne Numer. Bei Wei- 



gel l Tbl. 
Mit d 



IV. Mit derselben , und mit der Nr. 4* links unten. Ohne 

Namen des Meisters. 
V. Mariette's Adresse ausgeschliffen, aber mit Nr. 4. Diese 

Abdrücke gehören zu einer Folge mit holländischem 

Titel, deren wir unten erwähnen. 

96) Battus in einen Stein verwandelt. Er steht in der Mitte 
des Vorgrundes die Rechte auf den Ochsen gestützt, und 
deutet mit der linken Hand nach dem Walde, w^ährend i;ia 
Merkur durch Berührung mit dem Caduceus verwandelt. 
H. swaneuelt fecit Rome. J. Valdor excu. cum priuil. Regis. 
H. 7 Z. 2 L., Br. 9 Z. 6 L. 

I. Ohne Schrift, und unvollendet^ fast einzig. 

II. Mit der oben auch von Bartsch erwähnten Schrift und 
mit Yaldor's Adresse. 

III. Mit Mariettc's Adresse aber vor der Nr. l. 

IV. Mit dieser Adresse, und mit der Nr. l links unten. 

V. Mariette's Adresse ausgeschliffen, bis auf die Numer. 
Diese. Abdrücke gehören zu der oben genannten Folge. 

97 — 100) Die Flucht in Aegypten in verschiedenen Darstellun- 
gen. Folge von 4 Blättern. H. 7 Z. 9 L. mit 3 L. Rand, 
Br. 10 Z. 
I. Vor aller Schrift, unvollendet, als einzelne Probedrü- 
cke zu betrachten. 
IT. Mit der Adresse im Rande: Herman van Suanevelt In- 
ventor fecit et exöudit. Cum privileglo Regis. Diesß Schritt 
steht auf jedem der vier Blätter. 

III. Mit der Adresse von H. Bonnart. 

IV. Diese Adresse ausgeschliffen. 

97) 1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in ein Gewand ge- 
hüllt auf dem Esel sitzend. Joseph leitet letzteren an der 
mit grossen Bäumen besetzten Hügelreihe nach links hin. 
Auf einer leichten Wolke schweben drei Cherubim, welche 
die Richtung des Weges anzudeuten scheinen. Im Grunde 
rechts öffnet sich die Aussicht auf einen hohen Berg mit 
Bäumen. 

98) 2« Maria im Begriffe vom Esel zu steigen. Der Engel hält 
den Esel am Kopfe, und Joseph nach links vorn vom Rü- 



Swaneyelty Herman van. 49 

ckto gesehen, unterstützt die heil. Jungfrau heim Herah- 
steigen. Ein anderer Engel Kniet in einiger Entfernung 
vor dem auf dem Boden sitzenden Kinde. Die gebirgige 
und mit Bäumen versehene Landschaft ist sehr schon. 

99) 3> Maria mit dem Kinde auf dem Boden sitzend und von 
zwei Engeln angebetet. Ditsse Gruppe erscheint links vorn ' 
am Fusse der mit Bäumen und Gesträuchen besetzten Fel- 
sen, und im Mittelgründe führt Joseph den Esel zum Bache» 

100) 4* Maria mit dem Kinde im Sclioosse am Fusse eines gros- 
sen Baumes sitzend, während hinter ihr zwei Engel dasselbe 
anbeten. Im Mittelgrunde ruht Joseph mit dem Buche in 
der Hand, und ucben ihm am Wege weidet der Esel« 

Dieses Blatt hat Conrad Horny von der Gegenseite copirt» 

101 — 106) Die Geschichte des Adonis, Folge von 6 numerirten 

Blättern. H. 9 Z. 3 L. mit 8 L. Rand, Br. 12 Z. 2 — . 3 L. 

I. Mit der Schrift: Herman van Suaneuelt fccit et Escudit 

Cum priuilegio Rcgis i654 aut' allen Blättern. Bartsch 

heuut nur solche Abdrucke. Sie sind in vorzüglichem 

Zustande nicht unter 50 Gulden zu erhalten. 

n. JMit der Adresse: chez H. Bonuart, rue St. Jaqucs au 

coq, auF jedem Blatte. 
ni. Ohne diese Adresse, sehr schlechte Abdrücke. 

101) 1. Diana nimmt den kleinen Adonis, welqhen Myrrha, in 
eine Myrthe verwandelt, geboren hatte. Zwei Nymphen 
leisten ihr dabei Dienste, und drei eilen herbei. Die Hand- 
lung geht an einem Flusse vor, und links ist ein Wald, 
wo man eine Hindinn sieht. Im Rande steht: Adonis naist 
de Mira etc. ' ' 

102) 2. Venus entführt den kleinen Adonis, während Diana und 
ihre Nymphen dem Schlafe sich ergeben. Venus erscheint 
links auf dem von Tauben gezogenen Wagen, und rechts 
sieht man die Schläfer in verschiedenen Stellungen. Im Rande: 
Venus trouuent Diane Endormye etc. 

103) 0. Venus stellt der Diana den Amor und dien Adonis vor, 
und lässt ihr die Wahl zwischen einem- dieser beiden Knaben« 
Diana steht in Mitte des Blattes und ist mit eiuem Spiesse 
bewaffnet, s«. wie jede ihrer sechs Nymphen. Im Rande: 
Diane trouue VenusI Venus ne pouuant echapper fcic. 

104) 4. Venus, in Begleitung des Amor links im Vorgruivde, 
eifert den Adonis zur kleinen Ja^d an. Ihre Hunde holen 
zu diesem Zwecke einige Hasen ein. Im Rande: Venus ex- 
erse Adanis a chose>de peu etc. 

105) 5. Der Tod des Adonis. Er liegt todt in Mitte des Vor- 
grundes am Baume, und zu seiner Seite sind zwei Hunde, 
die dem Eber die Zähne zeigen. Im Rande:' Adonis Ren* 
contre le sanglier et fut tue etc. 

106) 6* Venus beweint den Tod des Adonis. Sie erscheint links 
und eilt im Schmerz aus dem Wagen dem Leichname zu, 
bei welchem die beiden Hunde wachen. Amor in der Luft 
zerbricht den Bogen. Im Rande: Venus pleure son Ado* 
nis etc* 

Es gibt eine seltene, alte Copie von der Gegenseite, wo 
die Figuren rechts erscheinen. 

107) •— 110) Die Büssenden, Folge ^ von 4 Blättern. H. 8 Z. 
8 ^ 10 L., Br. 12 Z. 

Naglci"» KünstUr • Lm. Bd. XVIIL 4 



90 Svranevelt, Herman van. 

r 
I. Mit der Adresse des Meisters: Herman van Swanevelt 
Inventur fecit et excudit cum privilegio Regis. R. Weigel 
werthet diese Capitali'ulge auf 20 Thl. Einzelne Blät- 
ter auf 3 Thl. 
IL Mit H. Bonnart*s Adresse. 

III. Mit der Adresse: ä Paris chez Vanheck. 

IV. Die Adresse ausgeschliffen, schlechte Abdrücke. 

107) 1* Die büssende Magdalena. Sie liegt am Eingange einer 
Höhle auf der Matte und liest im Buche. Ucber der Grotte 
erscheinen zwei En^el, wovon der eiu,e die Harfe,' der an- 
dere die Violine spielt. In der Ferne bemerkt man einen 
breiten Fluss. 

108 ) 2. St. Anton der Eremit. Er steht im Mittelgründe am 
UTer des Flusses im Walde, und weis't die Früchte zurück, 
welche ihm der Teufel (als Satyr) bringt. Hinter dem Hei- 
ligen ist das Schwein. 

109) ?• St. Hieronymus in der Wüst^, Er sitzt vor einem gros- 
sen Steine im Begriffe zu schreiben. Am Eingange der Höhle 
am Berge rechts bemerkt man ein Kreuz , und auf demsel- 
ben zwei Löwen. ( 

110) 4. St. Faul der Eremit und St. Anton mit dem Schweine. 
Sie sitzen unter dem Vordache einer Grotte sich gegenüber. 
Zwischen ihnen dient ein grosser Stein zum Tische , auf 
welchem ein Todtcnkopf und ein offenes Buch liegt. In 
der' Luft bemerkt man den Vogel, welcher dem heiligen 
Paul Brod bringt. 

Bei Weigel im ersten Drucke 3 Thl, 

111) Balaam, Links vorn auf dem Wege stellt sich der Enge/ 
des Herrn dem auf dem Esel sitzenden Balaam mit dem 
Schwerte entgegen. Rechts vorn liegt ein Stamm am Was- 
ser, und der Hintergrund derselben Seite ist nicht vollen- 
det. H. 8 Z. 6 L., ßr. 11 Z. 6 L. 

L Vor der Einfassung , und dem Namen des Meister^;. 

Vielleicht einzig. 
II. Mit der Einfassung, aber vor dem Namen des Meisters. 
III. Mit dem Namen des Radirers und der Adresse oben 
rechts unter einander: H. Swanevclt fecit Rom. K. Au- 
dran excudit. Diesen Abdruck nimmt Bartsch als den 
ersten. Bei Weigel 1 Thl. 8 gr. 
, IV Statt obiger Adresse im Rande: a Paris chez Pierre Ma* 

riette rue St. Jaques, a l'esperance. Avec Privil. du Roy« 
Einen solchen Abdruck nimmt Bartsch als den zweiten. 
y« Mit derselben Adresse, aber rechts im Rande Nr. 2. 
VI« Mariette*s Adresse ausgeschliffen , und über der Nr. 2« 

Püilly excudit. 
VIT« Ohne alle Adresse, Ganz schlecht. 

112) — 115) Die vier Landschaften in die Höhe, von Bartsch 
u. a. ohne Maass angegeben. 

I« Vor aller Schrift und unvollendet, aber wohl nur als ein- 
zelne Probedrücke zu betrachten. Im Cataloge der Samm- 
lung des Baron de la Motte Fouquet, Cologne 1847, 
ist von Nr, ii2 ein solcher Druck angegeben: vor meh- 
reren Ueberarbeitungen mit der kalten Nadel auf dem 
linken Felde, an den Gebäuden im Mittelgrunde, und 
vor den Punkten in der Nadelarbeit an Wolken reclkts 
im Grunde. R. Weigel kennt von Nr. 115 einen uu- 



SwaneYeltf HcmiAO van« Sl 

yoUendeten Probedruck vor einigen Ueberarbeitangen » 
besonders an den grossen Bäumen aui' dem Felsen. Ab- 
drücke dieser Art sind wohl nur als einzig zu betrachten, 

IL Mit der von fiartsch bestimmten Adresse: Hcrman van 
Swanevelt Inventor iecit et cxcudit cum privilcgio Re- 
gis. Höchst selten« 
III. Mit der Adresse: H. Bonnart ex. au coq. 

Wir finden Abdrücke dieser Art auf 8 Gulden 6 Kreu- 
zer taxirt. 

IV* Die Adresse ausgeschliffen. Schlechte Abdrücke. 

112) 1. Der Eseltreiber. Er sitzt auf einem beladenen Esel und 
treibt einen zweiten vor sich her. Links vorn sitzt eine 
Gruppe von drei Figuren unter Bäumen, im Mittelgrunde 
sieht man am Fusse des Berges einige Häuser von Bäumen 
umgeben, und gegenüber, rechts des Blattes, ist der Hirt 
mit der Schafbeerae. 

113) 2' Der Berg. Er erhebt sich rechts bis gegen den oberen 
Rand der Platte, ist mit Bäumen und Gesträuchen besetzt, 
und in halber Höhe treibt ein Mann den Esel. Den Berg 
bespielt ein Fluss, der rechts vorn einen kleinen Fall bil- 
det. Links stehen zwei Männer mit Stöcken. 

1 14 ) 3* Der grosse Wasserfall. Dieser fällt im Grunde von dem 
hohen Berge ab. Links vorn ^eht ein junger Bauer mit sei- 
nem Weibe, in einiger Entfernung ein Bauer mit dem 
Bündel den entgegengesettten Weg, und rechts treibt ein 
Mann den Esel. 

115) 4« Die Baumgruppe. Sfe besteht in drei Bäumen, die auf 
dem Felsen am Berge sich erhebend die Mitte des Blattes 
einnehmen. Am Felsen sitzen zwei Männer, wovon der eine 
zu zeichnen scheint. Rechts vorn hat ein Reisender mit dem 
Hute Wasser aus dem Brunnen geschöpft, um zu trinken. 
Links stehen zwei Männer in Mänteln, und im Grunde 
treiben zwei andere einen beladenen Esel. 

116) Der Ziegenhirt am Ufer des Flusses. In Mitte des Vor- 
grundes weiden acht Ziegen am Ufer des Flusses, und links 
vorn sitzt der Hirt. Vor ihm steht ein Mann mit dem Sto- 
cke und rechts geht ein Weib nach der Stiege eines Hauses 
zu. An diesem steht ein dichtbcTaubter Baum. Dieses sehr 
seltene Blatt ist leicht geätzt, und weder mit der Nadel noch 
mit dem Stichel vollendet. H. 3 Z. 3 L. mit 3 L. Rand , 
Br. 6 Z. 1 L. 



Zweifelhafte Blätter, und solche, die mit 
Unrecht dem Swanevelt zugeschrieben werden. 

Bartsch beschreibt nur zwei Blätter, welche dem Swane- 
velt mit Unrecht beigelegt werden, R. Weisel, Suppl. p. 88* 
fügt aber noch mehrere andere bei» die rnenr oder weniger 
an Swanevelt erinnern. 

I .. 7 ) Folge von verschiedenen Landschaften mit Figuren und 
Gebäuden, bezeichnet mit den Buchstaben A — G, mit punk- 
tirten Linien und mit anderen Zeichen der Perspektive. H. 
3 Z. 8 L., Br. 6 Z. 3 L. 

Diese sieben Blätter findet man im Traktate über die 
Malerei von L. da Vinci mit Zeichnungen von N. Poussin 
und Ch. Errard; dann in der italienischen Ausgabe von R. 
Trichet du Fresne, und in der französischen Ausgabe von R. 

4* 



SS Swanevelt« Herman van. 

Freart de CHambray, die beide 1 651 «« Pari^ bei J, Lang- 
lois erschienen, fol. Die Blätter haben Einfassungen, von 
R. Lochon gestochen , der auch Himmel und Wolken an- 
brachte. 

1 ) Eine alte Mauer , hinter welcher sich eine Kirche , ein 
Thurm und , ein Obelisk erheben. 

2) Ein alter Thurm, vor welchem drei Figuren zu bsmerken 
sind. Links im Grunde sieht man Gebüsche, Berge und 
zwei Figuren. 

3) Ein Thurm und ein Wirthshaus mit drei Figuren. Rechts 
ist Wasser. 

4 ) Eine alte Mauer mit Thürmen, hinter welcher sich die Stadt 
ausbreitet. Rechts ist das Thor mit l'iini" Figuren, 

5) Ein Gebäude mit einem hohen Thurme; rechts zwei Pyra- 
miden, Gebüsche, Wasser und drei Figuren. 

6) Gebirgsgegend mit alten Gebäuden, vorn Wasser und zv^ei i 
Figuren. 

7) Hohes Gebirgsland; links Wasser, nach rechts drei Figuren 
auf dem Wege. 

R. Weigel glaubt in Nr. 2., 3-, 4., (B. C. D.) die Feinheit 
und Weichheit Swanevelt's zu erkennen. In der Behandlung 
der Bäume und Figuren, in der Lichtwirkung u. s, w, möchte 
Weigel ebenfalls diesen Meister vermuthen. 

8) Die Landschaft mit dem antiken Sarkophage, der mit Fi- 
guren und Basreliefs geziert ist. Links erhebt sich ein Baum» 
an dessen Fusse ein Mann sitzt, und rechts betrachten drei 
Männer das Denkmal. Unter demselben kommen zwei Fi- 
guren aus einer Hohle hervor. Rechts vorn erhebt sich ein 
grosser Baum, links, liegt ein Stamm. Rechts unten im 
Rande: H. Swarievelt inu, et sculp. se vendent a Paris chex 
Pierre Mariette etc. H. 5 Z. ohne 9 L. Rand, Br. 9 Z. 

g) Die zwei Fischer am Ufer des Fiusses in Mitte des Vor- 
grundes. Jenseits desselben erhebt sich ein Berg, an wel- 
chem sich im Grunde Gebäude zeigen. Links vorn bei zwei 
grossen Bäumen geht ein Mann und ein Weib. Rechts un- 
ten im Rande : . H. Swanevclt inu. et sculp. se vendent a 
Paris chez Pierre Mariette etc. Diess ist das Gegenstück 
zu obigem Blatte. Der muthmassliche Verfertiger beider Blät- 
ter ist C. Goyraiid. Beide werden von Bartsch erwähnt. 

I. Mit der Adresse von Mariette, wie oben, 
n. Die Adresse ausgeschliffen, aber links unten im Rande 
die Nr. 3* und 2* Beide Blätter bilden in diesem Zu- 
stande Bestandtheile einer Folge mit Nr. 95. und q6« IV« V. 

10) Hagar in der Wüste vom Engel getröstet. Links ist der 
kleine Ismael. H. Swanevelt fcc. Mit 12 lateinischen Ver- 
sen und der Dedication an Magd. Fabry vom Stecher J. 
Valdor. P. Mariette exe. C, Goyrand soll die Aetzung nach 
Swanevelt's Zeichnung geliefert haben. 

I. Vor der Schrift. 
IL Mit obiger Schrift, 

11) Die Flucht der heil. Familie in Aegypten. Herrn, inv. Jo. 
Valdor exe. l644* Mit 8 lateinischen Versen und mit der 
Dedication ,. qu. fol. 

Dieses Blatt soll von demselben Künstler herrühren, wie 
Nr. 10. 

12) Landschaft mit einem steilen Felsen zur Rechten, an wel- 



Swanevelt, Herman van« IS 

chem Bäume stehen. Am Fusse derselben sieht sich ein 
Fluss bis zum Yorgrunde hin, und unter einem der drei 
Bäume des Yorgrundes säugt ein V^Teib das Kind. Daneben 
steht ein IVlann mit dem Stocke. Links unten im Rande: 
Herman van Swanevelt Inventor. H. 6 Z. 2 L* mit 2 L* 
Hand, Br. 8 Z. 8 L. 

I. Mit obiger Schrift. 

IL Mit der Schritt: Herman van Swanevelt Inventor Fecit 

et excudit. 
HL Mit der Adresse rechts unten: Le Roux ex. 

iS ) Landschaft mit einem YVasserfall rechts im Yorgrunde. Links 
sieht man zWei Männer, ein YYeib und einen Hund, und 
in der Mitte kommt ein Fischer zum Fluss heran. Mit der- 
selben Schrift, wie das obige Blatt. H. 6Z. 6L., Br.8Z. 7L. 
In Hupprecht's Catalog der Sammlung des Baron Stephan 
von Stengel gilt das Blatt Nr. 12 als eine vollkommen im ' 
Geschmäclie Swanevelt*s behandelte Radirung, und anschein- 
lick nahm es Rupprecht für Original. Auch Nr, 13. wurde 
für Swanevelt's Arbeit genommen, und in W^alker's Fainters 
Etchings als solche copirt. Waigel kennt aber noch einige 
andere Blätter in Swanevelt*s Manier, und nach Zeichnun- 
gen desselben. Im zweiten Drucke wurde dann noch Her- 
man van Swanevelt Inventor: fecit et exe, und im dritten 
Drucke die Adresse von Le Roux hinzugesetzt. Diese Blät« 
tcr werden , manchmal einem C. Horny beigelegt, worunter 
einige den Conrad Horny verstehen wollen, welcher aber 
gegen Ende des 18* Jahrhunderts arbeitete, während die ge- 
genannten Blätter einer früheren Periode angehören. 

14) Landschaft bei Sonnenbeleuchtung. Links am YYege sind 
Figuren und Thiere, im Yorgrunde geht ein Weib mit dem 
Kinde an der Seite eines Mannes, der durch einen Son- 
nenstrahl beleuchtet ist. Rechts sind Gebäude, Berge und 
ein Wasserfall, qu. fol. * 

Dieses Blatt ist wahrscheinlich von C. Goyrand nach ei- 
ner Zeichnung oder nach einem Gemälde Swanevelt's. In 
Walker*s Fainters Etchings ist eine Copic. 

15) Malerische Landschaft mit Wald. In der Mitte vorn sind 
zwei Bauern auf dem Wege nach einem Hügel zur Linken, 
wo ein Lastträger herabkömmt. Rechts sind drei Enten im 
Wasser. Links unten im Rande: H. Swanevelt Inuentor. 
Ein solches Blatt war in der Sammlung des Dr. B. Fetzold. 
Bermann (Catalogue de cette collcction, Yienne 1844) sagt» 
es sei vollkommen im Geschmacke unsers Meisters behan- 
delt. H. 5 Z. 6 L., Br. 7 Z. 2 L. 

16) Kleine Landscliaft. Rechts am Gebüsche ist Wasser, wel* 
ches sich nach links ausbreitet. Man bemerkt einen Satyr 
und vor ihm eine weibliche Figur. Nach Elzheimer. Ohne 
Namen. H. 2 Z, 3 L., Br. 3 Z. 8 L. 

17) Kleine Landschaft. Im Yorgrunde, wo links ein bewachse- 
ner Baumstamm ist, sitzt em Ziegenhirt. Rechts am Was- 
ser erhebt sich ein grösserer Baum, und in der Ferne rechts " 
ein Gebäude. Ohne Namen. U. 2 Z. 3 L. , Br, 3 Z. 8 L. 

Diese beiden Blättcheu, welclie in Frenzel's Catalog der 
Sammlung des Baron von llumohry Lübeck 1S469 erwähnt 
werden, sind ganz im Geiste SwancvclVs, aber im Actzen 
n^ißslungen, wohor die Seltenheit derselben kommt. 



M Swaoerelt, Hermaii van* -<- Swart, Jan. 

tZ) Verscheyde Aerlife Landschappen geteekent doar H. V. Swa- 
nevelty N. Visscner exe. qu. 8« 

Diese F(>l|;e enthalt 12 numerirte Blatter, Copien mit ei- 
nigen Veränderungen nach Nr. 77 — 80» 88 — 90, 94, Q?» 
09 und 100. Man legt diese Copien bald dem C. Goyrand, 
bald dem H. Mauperche zu, sie dürften aber keinem von 
beiden angehören« 

Swarty Jan^ auch Swarte Jan und J. Schwärs genannt, Maler Tun 
Groningen in Ost -Friesland, ist durch C. Tan Mander bekannt, 
fvekher ihn für einen Schüler «les Jan Schoorel zu halten scheint, 
wenn er säet, dass Swart jenen Meister aufgesucht habe, als die- 
ser nach seiner Rückkehr aus Italien (1522) m Breda neuen Rahm 
emdtete. Das Geburt<(jahr des Künstlers war ihm unbekannt, W» 
glauben es aber bestimmen zu können, und zwar aus einer alten 
handschriftlichen Notiz auf der Rückseite der Zeichnung des Jan 
Swart, welche A. G. Weigel in Leipzig besass, und sie in der 
Aehrenlese auf dem Felde der Kunst Nr. 2t 77 beschreibt. Diese 
Zeichnung, in Bister ausgeführt und mit Weiss gehöht, stellt den 
Besuch der Maria bei Elisabeth dar, wie sich beide Frauen um- 
armen, während Joseph aus einem Gebäude mit Säulen heraus- 
tritt. Auf der Rückseite steht, dass Swart i469 geboren und 1535 
gestorben sei ,. während er nach der gewöhnlichen Annahme um 
l480 geboren und is4l gestorben seyn soll. Wenn nun die cr- 
-stcre Angabe sich so verhält, ^so war Swart schon ein Mann bei 
Jahren, als er sich an Schoorel anschloss, um von ihm zu lernen. 
Er nahm sich Jetzt diesen Meister zum Vorbilde, da ihm des^^en 
italienisirende Manier besonders gefiel. Später reiste er selbst nach 
Italien, und er ist jener Gio. di Frisia da Gramingie des Lü- 
mazzo , welcher nach der Behauptung dieses SchrifUtellers zu Ve* 
nedifi; die von Schoorel angenommene Kunstweise verbesserte. Auch 
Ridolfi (Maravi^ie etc. I. 204) weiss von einem Nordländer Schwan, 
dass er in Venedig die. weniger gute Manier mit den Vorzügen 
der venetianischen Schule vertauscht habe. Darunter kann inrie- 
der nur J. Swart von Groningen gemeint seyn; nicht Christoph 
Schwarz, wie man auch geglaubt hat. Ob indessen unser Friese 
den Beinamen Vredeman geführt habe, lassen wir dahingestellt 
seyn, da uns aus C. van Mander nur ein Hans Fredeman de Vries 
bekannt ist, welcher nicht aus Friesland stammte , sondern in Leu- 
warden geboren wurde, und jünger ist als unser Künstler. 

Ueber seinen Aufenthalt in Italien ist wenig b( kannt, nur Tl- 
cozzi will wissen, dass er in Venedig drei Jahre die Werke des 
Gio, und Gentile Bellini, jene Titian's und Giorgione*s studirt 
habe, und dass er dann nach Holland zurückgekehrt sei, wo er 
Werke im modernen italienischen Style hinterlassen habe, welche 
aber äusserst selten geworden seyen. Die Gemälde dieses Meisters 
sind allerdings nicht häufig, und selbst von diesen, welche ihm 
zugeschrieben werden, dürften ihm nicht alle angehören. Ver- 
muthlich sind noch mehrere unerkannt, oder sie werden anderen 
Meistern zugeschrieben. So wird in der Sammlung zu Corsham- 
house eine Anbetung der Könige dem A. Dürer beigelegt. In der 
Weise dieses Meisters könnten also mehrere seiner früheren Werke 
behandelt seyn. Dann brachte er auch landschaftliche Hinter- 
gründe in der Manier Schoorel's an. Im k. Museum zu Brüssel 
sieht man von diesem Meister eine Anbetung der Könige mit z^ei 
Flügelbildern. In der k. Pinakothek zu München ist eine Anbe- 
tung und Opferung der heil, drei Könige, ein schönes, naturge- 
uus« und sorgfältig behandeltes Bild mit vielen 'kleinen Figuren 



Swart, Jan* «— Swart oder Schwarz , J. 55 

und mit schöner Architektur. Es stammt aus der Buisseree'scheu 
Sammlung, und wurde 1822 von J. Bcrgmaun lithocraphirt, •• j^r. 
roy. tbl. In der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist ein Ge- 
mälde mit Flügeln, w 'Iches ebenfalls die Anbetung der Könige vor- 
stellt, mit einer reichen Landschalt im Hintergründe. Das Mittel- 
bild mit der das Kind auf dem Schoosse haltenden Maria ist 3 F. 
4 Z. hoch, und 2 F. 4 Z. breit. Das Gemälde in München ist nur 
um 4 Z. niederer, und um l Z. 6 L* breiter, mit dem Unterschiede, 
das« die ganze Sceue ftni' einer Tafel erscheint. Dann vrird ihm 
in Berlin muthmasslich ein Gemälde zugeschrieben, welches unter 
italienischem Einflüsse entstand. Es stellt den vom Kreuze abge- 
nommenen Leichnam Christi von den Freunden umgeben dar, mit 
der Grabeshöhle im landschaftlichen Hintergrunde. Die Composi- 
tion ist von Rafacl. In der Gallerie der St. Morizkapellc zu r^ürn- 
berg ist ebenfalls eine Anbetung der heil, drei Könige in der Art 
des J. Swart, aber nach Waagen (Kunstwerke und Künstler in 
Deutschland I. i78) das Werk eines besseren Meisters, welcher 
sich noch mehr dem Bernhard van Orley anschliesst. In den Kö- 
pfen herrscht ein Bestreben nach Feinheit und Schönheit der For- 
men, welche sich indess zu einförmig wiederholen. Der Fleischton 
ist zart und kühl und sanft vertrieben im Vortrage, alles andere 
dagegen sehr bestimmt und prucise. lu den Gebäuden ist der ita- 
lienische Geschmack nachgeahmt, die Landschaft erinnert an den 
Meister des Todes der Maria zu Müncheu, ist indess minder aus- 
geführt. In der Gallerie zu Prag ist ein Bild des heil. Nicolaus, 
wie er die Mädchen mit vergoldeten Eyern beschenkt, in der Ma- 
nier Swart's ausgeführt. Dann findet man auch zierliche Frauen- 
portraite in der Weise dieses Künstlers, oder von ihm ausgeführt. 
Einige dürften für Bernhard von Orley gelialten werden. Ausser 
der üben erwähnten Zeichnung in WeigePs Sammlung erwähnen 
wir noch einer anderen im Cahinettc des Erzherzogs' Carl von 
Oesterreich, welche den Kindermord vorstellt, bezeichnet: Swarte 
Jan 1526. 

C. van Mander erwähnt summarisch auch zweier Formschnitte, 
welche nach Gemälden oder Zeichnungen dieses Meisters ausgeführt 
sind. Der genannte Sehr iilstel 1er bezeichnet sie nicht als eigenhän- 
dige Werke, Gori, Malpc, der Herausgeber der neuen Ausgabe des 
Werkes van Mander*s u. a. nehmen sie aber für Originalholz- 
schnitte. Wir kennen folgendes Blatt. • 

1 ) Christus im Nachen dem Volke predigend, welches in Menge 
am Ufer des Sees versammelt ist. Eine Gruppe von vier 
Orientalen , , wovon einer nach dem im Grunde rechts pre- 
digenden Heiland deutet , macht sich besonders bemerklich. 
Fast in der Mitte unten ist das Monogramm J. S. H. 8 Z. 
10 L., Br. 13 Z. 7 L. 

Bartsch , F. gr. VII. p. 492 legt dieses Blatt einem ano- 
nymen Meister bei« 

Swart^ Jan 9 Bildhauer, geb. zu Amsterdam 1753t v?ar Schüler von 
A. Ziesenis , und ein geschickter Künstler seines Faches. Er ver- 
zierte das Gebäude der Gesellschaft «»Felix Meritis^ mit schonen 
Bildwerken, sowohl im Runden, als in halberhobener Arbeit. Auch 
im Stadthause zu Amsterdam und in Teyler*s Museum zu Harlem 
sind Frohen seiner Kunst. Starb 1793. 

Swart od«r Schwarz, J.^ Kupferstecher, arbeitete um 1750 in 
Rom. Füssly schreibt ihm ein Blatt nach Rafael su, welches Moses 



56 Swait, Bruder. — &vebac, Jacques« 

vorstellt, wie er Wasser aus dem tdsen schlägt, und Heiaccke 
ein anderes, die Findung Mosis, ebenfalls nach Rai'ael. 
Dieser J. Swart ist wohl unser J. Stuart. 

Swart, Bruder, s. Schwarz. 

Swartenbrock/G., Maler zu Brüssel , ein jetzt lebender Kunst- 
ler, ist durch religiöse Darstellungen und durch Genrebilder be» 
bannt. Auf der Brüssler Kunstausstellung 1845 «ah man von ihin 
ein Bild , welches die Erziehung der heil. Jungfrau darstellt. 

Swarts und Swarz^ 5. Sch^arz. 

SwebaC, Jacques^ genannt J. desFontaines, Maler von Metz, 
machte zu Paris unter C. M. A. Duplessis seine Studien, und 
wählte dann besonders den van der Meulen zum Vorbilde, wel- 
chen er in zahlreichen Schlachtbildern und anderen militärischen 
Scenen nachahmte. Besonderen Beifall erwarb er sich durch seine 
Pferdestücke, wobei er aber auf die strenge Bezeichnung der Ra^en 
nicht sehr genau Rücksicht nahm. Er liebte schlanke Fornien und 
wusste diese Thiere lebendig und gefällig zu gruppiren. Seine Bilder 
sind im Allgemeinen sehr geistreich aufgcfasst und mit Geschmacli 
durchgeführt. Im Colorite haben aber nicht alle gleiche Vorzüge. 
Die Färbung ist öfter schwer und eintönig, wofür aber die geist* 
reiche Auffassung, die freie und doch fleissige Behandlung meistens 
einen schönen Ersatz leisten. Von t800 an sah man auf den Salons 
zu Paris zahlreiche Gemälde in Gel von ihm, welche in Schlachtbil- 
dern , militärischen Scenen, Jagdstücken, und in Landschattea 
bestehen. Uebcrdiess arbeitete er auch für die Porzellan - Manu- 
faktur in Sevres, und führte Zeichnungen zum Stiche aus, beson- 
ders für das Musee franfais. Im Jahre i833 starb dieser geschicke 
Künstler. 

Couche jun. und Beauvinet stachen nach ihm die Schlachten 
bei Jena und Austerlitz« J. D. Bertaux radirte zwei Bilder, wovon 
das eine einen Fferdemarkt, das andere mehrere Pferde auf der 
Weide vorstellt, kl. qu. fol. Duplessis und Dupreel stachen nach 
seiner Zeichnung einen Cavallerie-Angri£F von Wouvermans ; Mal- 
bete und Laurent eine Reitschule in freier Gegend von ebendem- 
selben, und dann Malbete und Daudet eine grosse Hirschjaed 
von Wouvermans , alle drei Blätter für das Musee Napoleon. L. 
Garreau stach für dasselbe den Charlatan nach C. Dujardin und 
Dequcvauviller eine Landschaft nach Wynants für das genannte 
Musce. Reville und Caquel führten für dieses Galleriewerk nach 
Swcbac*s Zeichnung ein Blatt aus, welches den Chor der Kirche 
von DelfFt nach de Witte vorstellt. 

Dann hat Swebac selbst in Rupfer gestochen. Wir haben vott 
ihm eine Encyclopcdie pittoresque mit 468 Blättern, meistens in 
Umrisse, dann auch in Crayonmanier und in Aquatinta ausge< 
führt. Diese Blätter, welche vier Bände in 4 bilden, enthaltei 
verschiedene Compositionen , Capricen und Studien. 

Ferner haben wir lithographirte Blätter von ihm» schwarz un« 
colorirt. 

1 ) Les Macjuignons , qu. fol* 

2) Album lithographiquc , i2 Blätter mit militärischen Scencx 
und Pferdegruppen, 1831» fol. • 

5)6 Blätter mit vier kleinen Pferdegruppen, gr. 4« 
4j Delassemeut du soldat , 3 Blätter, gr. fol. 



Swebac, Eduivd; — Sweelrls. MicheL 87 

5) Les petites Macedoine»» 5 Blitter mit Jagden, milttäriichen 
Scenen u, a., gr. foL 

6 ) Scenes du Carnaval» mit 15 Darstellangen auf einem Blatte, 
gr. ibl. 

7) iSTouvelles Macedoines , 10 Blätter mit Pferden, und militä- 
. rische Stücke, fol. 

8) Macedoineft Busses, 10 Blätter mit russischen Gruppen, gr.foL 

Swebac, Eduard, Maler, der Sohn des Obigen, wurde um 1796 
in Paris geboren, und von seinem Vater unterrichtet, dessen Bahn 
er mit solchem Glücke betrat, dass er noch zu Lebzeiten dessel- 
ben mit Ehren genannt wurde. Seine Bilder sind sehr geistreich 
und lebendig aufgefasst, und dann mit grosser Delicatesse behan- 
delt. Sie bestehen in militärischen Scenen, in Pi'erde- und Jagd- 
stücken und in Landschaften. Einige der letzteren sieht man im 
Museum zu Lyon. Mehrere seiner früheren Bilder sind auf einer 
Reise in Russland entworfen, die er dann zu Paris in Oel aus- 
führte. Auf dem Salon von l822 sadi man einen Pferdemarkt in 
der Umgegend von Moskau, dann zwei russische Reisebilder zur 
Sommer- und zur Winterszeit, etc. Besonders lebendig sind seine 
Marktstüclie, so wie die Jagden. Eine solche brachte er 1838 
auch zur Kunstausstellung in Berlin. 

Ferner haben wir von Swebac ein Album lithographique, wel- 
ches 1831 bei Engelmann in Mülilhausen erschien. Es enthält in 
12 Blättern militärische Scenen und Pferdegruppen. H. 12 Z., Br. 
18 Z. In 12 anderen lithographirten Blättern gab er «»Souvenirs 
de la Russie««, welche ebcnfalis in Pferdestücken bestehen. 

oWdbSLCbf H. 9 Kupferstecher , ist durch einige schone Blätter in 
Aquatinta und in schwarzer Manier bekannt, letztere nach der 
neuen englischen Weise behandelt. 

1 ) M. Lambton, nach dem berühmten Bilde des Th. Lawrence, 4« 

2) Miss Peel, nach Th. Lawrence, das Gegenstück. 

3) La petite Mendiante, nach Masse, fol, 

4 ) La bouquet de Fete , nach* Fragonard , gr. fol. 

5 ) Fourberie de Don Juan , nach demselben , gr. fol. 
6) La fuite, zwei Frauen in einer Landschaft, nach A. De- 
veria, fol. 

SweertS oder SwertS, HieronymuS, Kupferstecher, arbeitete um 
1650 in Amserdam, ist aber nach seinen Verhältnissen unbekannt. 
Füssly nennt von ihm das Bildniss des Gottesgelehrten Johann 
Labadie, ohne Namen des Malers. 

SweertS, Micbel, Maler und Radirer, ist nach seinen Lebensver- 
hältnissen unbekannt. Basan nennt willkürlich l649 als Geburts- 
Jahr des Künstlers, und auch die Angabe im Cabinet Paignon Di- 
jonval, dass Sweerts um 1705 geblüht habe, ist nicht mehr begrün- 
det. Er arbeitete in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, 
und wie weit er in das folgende Jahrhundert hineinreiche, ist noch 
zu ermitteln. Er malte Bildnisse, und wahrscheinlich auch reli- 
giöse Darstellungen und Genrebilder. J. Troyen stach nach ihm 
das Bild des Knaben Jesus, unter dem Titel: Jesus admirabilis. 

Sweerts ist durch mehrere Blätter bekannt, die in einer un- 
gewöhnlichen Manier ausgeiülirt sind, aber zu den grössten Selten- 
neiten gehören- Er stellte die Schattenmassen mit geraden Linien 
dar , die er meistens^ mit dcm| Lineal Zog , und bald mit einer , 



£0 SweerU« Kmanud. — Swelink, Jan« 

RigaPschen Cataloge wird dieses Blatt dem Sweerts zuge 
scnrieben, Wcigel möchte es aber lieber dem J. van Cam 
pen zuschreiben. H. 6 Z. 8 L. mit 2 L. Rand « Br. 5 Z. 
In Walker* s Fainters Etchings ist eine Copie. 
19) Ein Wilder mit Bogen und Pfeil, vom Rückpn gesehen 
Michael Sweerts Eq. in. et ioc. 

Dieses Blatt nennt Weigel und bemerkt, das« sich nocl 
etliche andere Blätter von Sweerts finden , die aber nocl 
eine nähere Beschreibung erwarten. So wie alle Blätter dj 
Meisters, gehören auch diese zu den Seltenheiten 

Sweerts oder Sweertius5 Emanuel, Zeichner und Kupfersid 

eher zu Amsterdam, war in der ersten Halde des 17. Jahrhunderti 
thätiff. Er ist wahrscheinlich jener Em. Swersio, dessen Gandellim 
erwännt, und welchem er ein Blumenbuch in HO Blättern za 
schreibt. Ein solches gab Sweertius unter folgendem Titel: Flor^ 
legium amplissimum et selectissimum, quo florum genera imo et Iii< 
dicarum plantarum formae oiferuntur. Amst. l64l , fol« 

Sweerts 9 Cornel, Kupferstecher und Kunstverleger, war ein Zeit- 
genosse des F. van Gunst. Seine Adresse trägt ein von diesem gci 
stochenes Bildniss des Dr. Hieronymus Sweerts nach B. VaillanU 

Sweerts und Sporck, Joseph Graf ron, Kunstliebhaber, ^ 

in der Zeichenkunst erfahren. Er zeichnete ITQS und 95 die Schlos- 
ser Schlisselburg und Lissa , welche W. Berger in Kupfer ge* 
stochen hat. 

Sweerts, s. auch Swerts. 

Sweinen oder Sweynen , Evert van , Kupferstecher , arbeitete 
zu Anfang des 18. Jahrhunderts, wahrscheinlich zu Amsterdami 
und hatte auch einen Kunstverlag. Es finden sich Blätter in schwarJ 
zer Manier von seiner Hand, die aber selten zu seyn scheinen^ 
Das Bildniss des Jakob Taurynus hat H. Bary für seinen Verlag 
gestochen. 

1) Eine Frau im seidenen Kleide am Tische die Geige spie- 
lend. Rechts unten: E. van Sweinen fec. et exe. Sehr gutes 
Blatt, fol. 

2) Vier Männer und ein Weib singend und trinkend um ein 
Fass gelagert im Innern einer Bauernstube. Nach C. BegJ 
E. van Sweinen fec. et exe. Copie nach Ph. Bouttats. H 
13 Z. 7 L., Br. 11 Z. 4 L. 

Swelink f Jan , Zeichner und Kupferstecher zu Amsterdam, ist nacl 
seinen Lebensverhältnissen unbekannt. Er war schon vor lOJ 
thätig , und sofort in der ersten Ilälfte dieses Jahrhunderts. ^ 
finden sich Blätter von ihm, c'ie geätzt und mit dem Grabstiche! 
vollendet sind. 

1 ) Bildniss des Arztes J. de Grave. J. Swelink sc. 4» 

2) Maria mit dem Kinde und der kleine Johannes in eine* 
Laube, nach Parmeggiano. Oval 8» 

3) Scenen aus dem Leben der Maria. Ovale mit Einfassung vof 
Arabesken, mit P. B. {P. v. Borcht) bezeichnet, eines auch 
mit J, S. , was sich auf Swelink bezieht. Diese Scenen bil- 
den eine Folge von 7 — 8 Blättern , und gehören vermutn- 
lieh in ein Andaohtsbuch , da auf der Uückseite lateinisch*^' 
Text ist. U. 1 Z. 11^ L., Br. l Z. 5 L. 



Swersio, Emanuel. — Swidde« Willem. Ol* 

4) Die heil. Maria von Montserrat, mit Wundern, Ansichten 
und Umgebungen. Jan Swelink fec. Messager .exe Seltenes 
Blatt, gr. fol. 

5) Die Erweckun^ des Lazarus, Oval mit Arabesken, zur obi- 
gen Folge gehörig. 

6) Der Evangelist Johannes« Oval mit Arabesken , zur Folge 
Nr. 3 gehörig. 

7) Das Leben der Einsiedler und Anachoreten, Compositionen 
von M. de Yos, aber Copien nach G. und R. Sadeler. Le 
Clerc exe. 4* 

8) Eine Sammlung von EmblemeUi welche 1024 zu Amsterdam 
erschien, 4- 

iwersiO) Emanuel^ s. £. Swcerts. 

>vertner, Johannes ^ Zeichner und Radirer, wurde 1738 zu Har- 
lern geboren, widmete sich da in seiner Jugend der Zeichenkunst» 
und später der Theologie , aber ohne die Kunst aufzugeben. Er 
kam als Prediger nach England, wo er um I8lö starb. 

Swertner zeichnete Schiffe und verschiedene Ansichten, und 
radirte dann einige in Kupfer« Auch sein eigenes Bildniss radirte er« 

1) Das Bildniss des Künstlers, 1764 von ihm selbst gezeichnet« 

2) Eine Folge von sechs Ansichten von Uarlcm, 17Ö3 gezeich- 
net und radirt. 

3) A view of the Citys of London and Westminstcr etc. Von 

ihm selbst gezeichnet und radirt, qu. fol. 

Swertner, Georg Peter, Maler, war um 1743 Prediger der Mc- 
floniten zu Harlcm. Später wendete er sich zu den Herrnhuthern. 
Der Obige könnte sein Sohn seyn. 

SwertS, Jan, Maler 3KU Antwerpen, war Schüler von de Kevser, 
und entwickelte unter Leitung dieses Meisters ein schönes Talent. 
Es finden sich historische Darstellungen und Genrebilder von sei- 
ner Hand. Auf der Kunstausstellung zu Brüssel 1845 sah man* 
zwei Gemälde von Swerts , den Tod Koosje's , nach einer Ballade 
von Bellamy , und den Tod des Gilles de Bretagne , der von sei- 
nem Vater zum Hungertod verurtlieilt, von einer Frau ernährt, 
und dann erdrosselt wurde. 



8> s. auch Sweerts. 
Swetink, g. Sw«link. 

Sireynen, E. ran, s. E. v. Sweinen. 

iWldde, Willem, Zeichner und Kupferstecher, wurde oöi 1660 in, 
Holland geboren, und untbr unbekannten Vcrliältnissen zum Künst- 
ler herangebildet. Es finden sich aber mehrere schätzbare Blatter 
Von seiner Hand , die meistens radirt und dann mit dem Grabsti- 
chel vollendet sind. Später begab sich der Künstler nach Schwe- 
den. Er fand um 1690 in Stockholm Beschäftigung, wo damals^ 
die Suecia antiqua et moderna , 2 Voll. gr. fol. erschien. Dieses 
Werk, und die feeschichte des Königs Carl Gustavs von Schwe- 
den von S. Puffendorf, lateinisch und deutsch, Nürnberff lÖg?» 
enthalten Blätter von ihm. Das Todesjahr dieses Künstlers ist 
unbekmnt. 



62 Swies. — Swinin. 

1 ) Verscheyde Landschappjes seer aartig gctekcnt door D. van 
Dalcusy geets door W. Swidde cn uytgegeven door N. Vis- 
schcr. 6 reiche Landschat'ten mit weiten Fernen und mit 
Figuren und Thieren , schön radirte Blätter , qu. i'ol. 

2 ) Yoornaamste Gebauten van der tegenwoordige Stadt Romcn. 
Will. Swidden fec. N. Yisscher exe. 8 Ansichten mit vielen 
Figuren und schön radirt, kl. qu. fol. 

3) Sieg und Entsetzung derVestungNarva durch Könie Carl XII. 
von Schweden. W« Swidde sc. Stöckholm , qu. i'ol, 

4) Joodse Oudheden » door W. Goere. Utrecht by A« Schoutcn 
et H. Ribbius 1700. 2 Voll. fol. 

Dieses seltene Werk enthält mehr als 100 grosse Blätter 
von J. V, Avelen, W. Swidde und G. van Guuven, 

' 5) Caroli Gustavi Suecorum, Gothorum et Yandalorum Regit 
vita et res sestae. Die Thaten des Königs Carl Gustav von 
Schweden, das schon oben erwähnte Werk von S. v. Puien- 
dorf, Nürnberg lÖQ?« Dieses Werk enthält eine ffrossc 
Anzahl von Kupfern von W. Swidde, Perelle» N, Co- 
chin, Boulanger etc. Viele nach Zeichnungen des Grafen 
£• J. von Dahlber^. Widde stach Schlachten zu Land und 
zu See, Festlichkeiten u. s. w. 

6) Ansichten von Versailles und von den Gärten daselbst, mit 
vielen Figuren. De TEspine et Valck exe. 92 Blätter, gr. 
qu. fol. 

7) Ansichten Vrieslätidischer Städte, 12 Blätter, qu. fol* 

8) Eine Folge schwedischer Prospekte , iail anderen gestochen,* 

wahrscheinlich in der Suecia antica.et moderna. 

SwieSy Medailleur, lebte zur Zeit Napoleon*s in Paris, scheint aber 
wenig bekannt zu seyn. Im Xrcsor de Numismatique et elyptique, 
Emp. fran9. pl. 42* Nr. 12 ist eiue seiner Denkmünzen abgebildet. 

S^^SS^^®' ^' ^*> Bildhauer zu Brüssel, ein jetzt lebender Künst- 
ler , ist durch verschiedene Bildwerke bekannt, besonders in Gyps. 
Auf der Kunstausstellung zu Brüssel 1845 sah man von ihm l?or- 
traite und eine Statue des heil. Johannes. 

Swinderen^ Nicolaus ran 9 Medailleur » arbeitete in der ersten 
Hälfte des 18. Jahrhunderts im Haag. Er hatte den Ruf eines vor- 
züglichen Künstlers, und wirklich verdienen seine Werke vor vie- 
len anderen damaliger Zeit genannt zu werden. Im Jafare l74o 
fertigte er im Auftrage der Stadt Haag eine Denkmünze auf das 
dritte Säculum der Buchdruckerkünst , mit dem Bildnisse de» Lo- 
renz Coster. 

Swmgre^ Zeichner zu Paris,, ist uns durch ein lithographirtes Album 
bekannt, welches ^ mit Ballan herausgab. Es enthält 12 Blätter 
mit verschiedenen Ansichten. Es erschien |828 bei Ardit in Parir« | 

Swijodregt; s. Swyndreght. 

Swinill; Kupferstecher und Lithograph zu St. Petersburg, ist durch ' 
landschaftliehe und architektonische Ansichten bekannt. Von ihnx 
sind die lithographirten Blätter in einem Wegweiser von St. Peters- 1 
bürg, welchen Swinin 1821 herausgab. | 



Swintham. — Swyndregt« Franz Montaiiban van. G3 

Swintham» Maier, ein geschtokter en(rlisciier Känitler, lag 1842 in 
Rom den Studien ob, und entwickelte besonderet Talent für das 
Portrait; / 

Switil) Joseph 9 Maler von Rothoi>otschna in Böhmen, war um 
1780 in Brunn thätig, und erwarb sich als Theatermaler Ruf. Doch 
führte er auch üilder in Oel aus. Unter diesen nennt man seinen 
heil. Wenzel im Dome zu Brunn, und St. Petrus und Magdalena 
als Reuige in der Kirche der Cartliäuser xu liönigsfcld bei Brunn. 
Dann malte er auch Genrebilder in Dietrich's Manier. Starb um 1812» 

Switser, Beiname von J. Heintz. 

Swoboda, Eduard, Maler aus Ungarn, übt in Wien seine Kunst, 
und behauptet da seit mehreren Jahren den Ruf eines vorzüg- 
lichen Meisters. Seine Werke bestehen in charaktervollen Dar- 
stellungen aus dem Volksleben und der eleganten Welt. Auch 
Bilder aus der neueren Geschichte finden sich von ihm, die, so wie 
alle seine Gemälde, glückliche Ideen und Leichtigkeit der Behand- 
lung kund geben. Unter letzteren nennen wir sein Bild des Mön- ' 
ches Joachim Hospinger, der mit Kreuz und De^en die Tiroler 
zum Kampfe anfeuert. Zu seinen bessten Genrebildern gehört die. 
Auffindung eines werthv'ollen Bildes in der Auktion einer Verlas* 
senschait, mit höchst charakteristischen Figuren und Köpfen 1844« 
die Winkelbörse, die Galanterie i84ö u. s. w. In der l833 ver- 
kauften Viczay*schen Sammlung in Presburg waren Landschaften 
von einem Swoboda, wahrscheinlich von unserm Künstler. 

Dann erwähnen wir noch folgende Lithographien: 

1) Bildniss des Mönches Joachim Hospinger, mit den Gedächt«' 
nissmedaillen unten, gr. fol. 

2) Derselbe Mönch mit dem Grucifix und Degen die Tiroler 
zum Kampfe anfeuernd, roy. fol. 

Swoboda^ Rudolph, Maler, geb. zu Wien I819, der Sohn eines' 
Privatier, machte an der Akademie der genannten Stadt seine Stu- 
dien, und begab sich 1844 zur weiteren Ausbildung nach Mün- 
chen. Er machte sich hier durch Genrebilder bekannt« Auch Land» 
Schäften mit Figuren und Thieren findet man von diesem Kunst* 
1er, im Allgemeinen schätzbare Bilder. 

Swoboda, Cj Maler in Prag, bildete sich an der Akademie da- 
selbst unter Rüben zum Künstler heran , und* entwickelte in kur- 
zer Zeit ein glückliches Talent. Als Werk eines Jünglings, aber 
bedeutend in Auffassung und Durchbildung, ist eine geschichtliche 
Darstellung zu nennen, welche den Fenstersturz aus dem Prager- 
Schlosse 1018 vorstellt. Dieses Gemälde brachte der Künstler i844 
zur Ausstellung , und hierauf malte er den Tod des Königs Wen- 
zel IV., ein sehr geistreich geordnetes Bild und von sehr lobens- 
werther Technik. Swoboda erregt durch seine Werke grosse 
Uoffhungen« 

Swyndregt^ A. ran, Maler, lebte im 17. Jahrhunderte in Hol- 
land. Es iindcn sich Landschaften und Seestücke von seiner Hand. 

Swyndregt, Franz Montauban van, Maler von Rotterdam, 

wurde, um 1775 geboren und von Nicolas Muijs unterrichtet. Er 
ist aber nur als Dilettant zu betrachten, da er das Geschäft eines 



W Sy, Louis. — Syder, Danid. 

Mäcklers. übernahm. Ueb^pdiessfinden »ich Z^ichnutig«!! und Co- 
pien nach guten holländischen Meutern von ihm, so wie eigene 
Compositionen. Auf der Brüsseler Ausstellung von iMS waren 
zwei Bilder von ihm': der Segen des Sterbenden, und die Rück- 
, hehr vom Spa^iiqrgang«. 

Sj> Louis, Maler, geb. zu Stargard um i8t6, machte seine Stu- 
dien zu Berlin unter Leitung des Professors Remy, und widmete 
sich der Historienmalerei. Im Jahre 1845 befand sich der Künst- 
ler in Danzig. Eines seiner neuesten Bilder stellt das Fest des 
Balsazar vor. 

oyadras, Erzgiesser aus Lakedämon » wird neben Chartas genannt. 
Sie lebten um Ol. 6o , und konnten vielleicht di« Vcrfertiger des 
grossen , am Rande mit Figuren gezierten Kessels seyn , welchen 
. Sparta Ol. 88. an den König Krösus schickte, wie Herodot erzälilt. 
I. 70. Dameas von Croton und Eucheiros von Corinth waren ihre 
Schüler, und ihnen zunächst, vielleicht ebenfalls durch sie gehil- 
det, steht nachThiersch Gitiadas, der Zeitgenosse des Canachus. Im 
dritten Kumstgeschlechte ^ing aus ihrer Werkstätte einer der gioss- 
ten Meister der alten Zeit, Pythagoras von Hhegium, hervor. 

SybeSy Kupferstecher, ist nach seinen Lebensverhältnissen unbe- 
kannt. Er stach das Bildniss des Gottesgelehrtcn Saudius» nach 
W. de Oisest. 

SybrechtS, s. Siebrechts. 

SycarduSy A. von, Architekt zu Wien, gehört zu den vorzüglidi- 
sten jetzt lebenden Meistern seines Faches' in jener Stadt. Im 
Jahre 1844 wurde er Professor der Baukunst an der A'ka^cmie in 
Wien. 

Syder, Daniel, auch Saiter» Sayter und Saiter, Cavaliere Daüiclle 

fenannt, wurde l647 (nach anderen 1 642 oder l649) zu Wien ge- 
oren , und kam in früher Jugend nach Venedig, wo sich Carl 
Loth seiner annahm. Später ging er nach Rom, um unter C. Ma- 
ratti seine Ausbildung zu erlangen , und er blieb etliche Jahre ia 
dieser Stadt, bekannt unter dem Namen Avonstcr, welchen ihm 
die Schilderbent gab. Von Maratti an den Hof nach Turin em-i 

{»fohlen, gründete er in dieser Stadt jden Ruf eines 'grossen Kunst*' 
ers , welcnen ihm die Werke erwarben, welche e'r im R. Schlosse 
und in den Kirchen der Stadt ausführte. In einem Saale des Sclilos- 
• scs malte er an der Decke die Apotheose eines Helden, nach wel' 
eher der Saal den Namen der Gallerie DanieVs erhielt, weil da' 
selbst auch noch andere Bilder von ihm waren. Besonders ge^ 
rühmt wurde eine Pieta, die in der Schule der Carracci gcdachl 
zu seyn schien. Seine Malereien an der Cuppel des grossen Spi' 
tals wurden zu den Hauptwerken der Stadt gezahlt. Auch die Em* 
pfangniss Maria am Hauptaltare der Kirche des heil. Philipp wur(l< 
gerühmt. Dann malte er auch das Bildniss seines Fürsten, so ^i 
andere Mitglieder des Hofes. Als er eines Tages «am Portraitc de 
Herzogs malen sollte, und keinen Malstock zur Hand hatte« gftl 
ihm derselbe seinen Stock, und schenkte ihn zuletzt dem Küns 
Icr, obgleich der Knopf von Gold und mit Edelsteinen besetzt ^ai 
Der Herzog erhob ihn auch in den Adelstand , und erthcilte^ ihn 
den Orden des heil. Mauritius. Später ging der Künstler wied^ 
nach Rom zurück , und führte auch da noch mehrere Bilder aiu 



Sjdowi Fritt von. — Sylm, Friedrich Wilhelm« d 

die mit jeaen in 4«n piemontesuchen Palästen und Villen den 
Vergleich aushalten. In S. Filippo Neri bewunderte man ein 
Abendmal und den Mannaregen. Er malte viele ktstoritche» re- 
ligiöse und mythologische Darstellungen, sowohl in Fresco als 
in Oel. Einige der letzteren Bilder sind genau durchdacht, und 
schön in der Färbung , in anderen findet aber Pascoli die Zeich- 
nung nicht ganz correkt. Im Colorite lassen ihm aber die Ita- 
' liener immer Ehre wiederfahren, mit Ausnahme weniger Bilder, 
die er in der Weise des C. Loth behandelte. Seine Werke waren 
sehr zahlreich und ausser Turin und der Umgebung auch in Pa- 
lästen zu Rom, Venedig, und anderwärts zu finden. Auch in 
der Gallerie zu Schieissheim sind drei Gemälde von ihm: die 
Marter des heil. Erasmus, der Selbstmord der Lucretia, und der 
barmherzige Samariter. Von zwei anderen Bildern, welche ehe- 
dem in der Gallerie zu München waren, stellte das eine den 
Joseph und Putiphars Frau, das andere Venus, Bacchus, Ceres 
J>nd Amor beim Mahle vor. Diese Gemälde sind jetzt zurückge- 
itellt. Auch das kleine Bild der Dresdner Gallerie, welches den 
hell. Hieronymus vorstellt, ist nicht aufgestellt. In der Gallerie 
zu Pommersi'cldcn sind neun Gemälde von Syder, meistens le- 
bensgtosse Figuren: Cimon von der Tochter gesäugt, Aurora und 
Cephalus, Venus und Adonis, Herkules mit Lorbeer bekränzt, 
Bacchus bei Venus und Ceres, Venus im Schlafe vom datyr be-. 
lauscht etc. Die Gallerie in Salzdahlen bewahrte vier lebens- 
^osse Bilder: Cain*s Brudermord, Dädalus und Icarus, die Ver- 
^uidluug der Daphne und St. Hieronymus. Auch Zeichnungen 
finden sich von ihm, meistens in Tusch und Bister mit auige- 
setzten Lichtern. Syder starb zu Rom 1705. 

Folgende Werke sind im Stiche bekannt. 

Der heil. Hieronymus, nach einer Zeichnung für das Cabinet 
Crozat von Caylus raJirt und von N. le Sueur in Helldunkel aus- 
geführt. Auch zwei leichte Skizzen sind im Stiche nachgeahmt, 
fol. und 4. 

Salmacis und Hermaphrodit, von J. A. Schweickart nach ei- 
ner Zeichnung in Lavismanier c^estochcu, i'ol. 

Apollo und Marsias, von demselben und in gleicher Manier 
gestochen, fol. 

Prometheus an den Caucasus geschmiedet, nach einer Tasch- 
Zeichnung von einem Ungenannten gestochen,, qu. fol* 

^dow, Frau von. Kunstliebhaberin zu Berlin, die Gattin emesu 
k. preussischen Offiziers, übte um 1799 die Malerei, und war auch 
Ehrenmitglied der Akademie* Sie malte Bildnisse in Pastell und 
zeichnete solche in Kreide. Auch Copien nach guten Malwer- 
^n sah man von ihr. 

Um 1812 lieferte ein k. sächsischer Premierlieutenant Sydow 
verschiedene Zeichnungen in schwarzer Kreide. Die Gegenstände 
wählte er aus Schillers Wallenstein, aus dessen Jungfrau von 
Orleans u. s. w. 

yckes, Maler, arbeitete um 1750 in London» Er malte Bildnisse 
in Rneller'S und Richardson*s Manier , lieferte aber nur gewöhn- 
liche Arbeiten. 

Etwas älter ist ein Rupferstecher Syckes, der nach Hogarth 
gestochen hat« 

ylm, Friedrich Wilhelm, Medailleur, trat 1756 in Dien- 
ste des Königs von Polen und Sachsen, und bekleidete bis 1707 

^agWs KünM^r-Lex. Bd. XVIIL 5 



66 Sylrans« Baltasar. — Sympson, Joae^. 

die Stelle eines k. Münzmeiftters in Dresden. Auf seinen Oeprä- 
gen stehen die Buckstaben F. S. Im Jahre 1768 folgte ihm sein 
Verwandter oder Sohn Johann Wilhelm ids Münzmeuter» wel- 
cher seine Werke mit I. S. bezeichnete. 

Sylran«, Baltasar, s. b. Solvyns. 
Sylvelt; A. van, . zyUeit. 

SjIveStrC, ». Silvestrc. 

Sylvestro da Ravenna, », Marco da Ravenna. 

Sylvius,« Antonianus, s. A. Silvias. 

Syl?ius Wilhelm, nennt Christ einen Kupferstecher^ und gibt 
ihm den Beinamen «»Buscensis« und «Yulgo Bolduc«. Auf cineia 
Blatte von Rene Boivin , welches Christus mit der Weltkugel io 
einer Nische vorstellt, steht: Gulielm. Sylvius exe. 

Sylvius^ Maler, ist nur alfl^ Lehrer des Oluf Pilo bekannt, 

SyinacbuSy Architekt oder Bauverständiger, stand in Diensten 
des ostgothischen Königs Theodorich m Ravenna. Er übertrug 
ihm in Rom die Restauration alter Gebäude, und Hess auch neue 
Gebäude unter seiner Leitung entstehen. In den Schriften du 
Symachus, die 1698 in Mainz gedruckt uvurden, finden wir aucli 
mehrere Nachrichten über Werke der Malerei. Unter andern sagl 
er, dass Lucullus sein Haus verziert habe. .Es ist indessen noon 
ungewiss , ob dieser Symachus wirklicher Künstler gewesen , odcl 
ob er nicht vielmehr zu dem Dilettanten zu zählen ist. In dies« 
Beziehung ist er von jenem Architekten Symachus, welchen Theo 
dorich 520 hinrichten Hess, zu unterscheiden. 

Symbom, Dom Joao^ Architekt, stand in Diensten des König 
^ Dionis L von Portugal, der von 1279 — • 1525 regierte. Er f^ 
tigte den Plan zu den Vestungswerken des Schlosses von Arra^j 
los. Graf Raczynski (Dict. bist, artistique du Portugal Paris i84 
ersah diess aus einem Documente, durch welches sich der lUv 
von Arrayolos verpflichtet , eine 207 Klafter lange Mauer um a 
Stadt zu ziehen , wofür der König die Summe von 2000 Liv. vi 
setzte. 

Symeily Feter ^ Maler von Brüssel, ist nach seinen luehensvj 
hältnissen unbekannt, scheint aber ein tüchtiger Meister gewefl 
zu seyn, da A. van Dyck sein^ Bildniss malte. Dieses hat Loi 
melin gestochen, kommt aber im Drucke vor der Schrift äusse 
selten vor. Sümen blühte um l620. 

Symetfa^ Maler, war um 1510 in München thätig, damals ber< 
als zünftiger Meister. Im Jahre 1511 nahm er den Gilg Machin 
in die Lehre. 

Symon^ Thomas 9 &. Th. Simon. 

Sympol} s. Simpel, 

SympSOn^ Jones ^ Kupferstecher, arbeitete um 172S in Lond 
und nannte sich Sympson jun.> was einen älteren Künstler dii 



Sympson« John. — Syri, Leonbard. 67 

Namens VDraussetzt, welchen wir nicht kennen» Graf Labof>dt 
(Hist. de la gravure en manicre noire p. 333 ) nennt einen J. 
Sympson als Schwarzkunststecher, kennt ihn aber nnr dem Na«> 
mea nach, Dieser Meister könnte der ältere seyn, wenn er nicht 
mit dem folgenden J. Sympson Eine Person ist. 

f ) Das Bildniss von Gio. Bonancini. Sympson jun. fec. fol. 

2) Mars und Venus, nach N. del Abbate. J. Sympson Jun. 
sculp. Londi. 1728» qu. fol. 

Dieses Blatt ist sehr selten. 

3) Die Schönheit unter den Thieren. Fern. Imperiali pinx. 
Sympson fec. fol, 

4) Ein Bacchanal, nach E. Cheron, qu. fol. 

üJinpSOII; John 9 Kupferstecher zu London, wurde um 1740 ge- 
boren. Er arbeitete mit der Nadel und in schwarzer Manier« 
nach eigenen und nach fremden Zeichnungen. 

1 ) Die englische Taufe, Aquatinta und grün gedruckt, qu. fol. 
2} Die Vorbereitung zum Pferderennen, nach P. Tilemans, 
radirt in zwei Blättern, mit Dedication an den Herzog von 
Devonshire. 

3) Die Pferde /um Absprengen bereit, die Preise vom Könige 
gegeben, nach demselben, das Gegenstück zu obigem Blatte» 
mit Dedication an den Grafen von Darby. 

4) Eine Folge von Pferdeportraiten , mit ihren Namen und 
jenen der Besitzer, 23 Blätter nach J. Wooltdn, 4« 

5) Ein Pferderennen, nach J. Woolton, gr. qu. fol. 

6 ) Zwei Bildnisse schöner Hunde , nach demselben , 4« 

7) Vier Jagdslücke nach Woolton und Tillemans, grün ge- 
druckt , q b fol. 

8) Eine Hirsciijagd, nach J. Wick, qu. fol. * 

9) Sechs Marinen, nach van de Velde und Monamy, Mezzo- 
tinto und grün gedruckt, qu. fol. ' 



er, Abraham, Maler zu Augsburg, arbeitete für die Kir- 
che der Stadt, in Gel und in Fresco. Starb 1735 im 75. Jahre. 

Synops, s. Sysang, den Prager, Nr. 3. 

*^ynnoon, Erzgiesser von Aegina, war Schüler des Aristokles von 
Sikyon, und blühte um Gl. 72. Er hatte einen berühmten Na- 
men, wie Pausanias versichert,, aber ohne Angabe von Werken des 

Meisters. 

Sypea, s. Vander«ypen. 

.eu8> F« H.y Maler zu Harlem, wurde um ifiOO geboren, 
und in Amsterdam zum Künstler herangebildet. Seine Werke 
bestehen in Landschaften mit Staffage und in Marinen. Diese 
Bilder sind sehr effektvoll, gewöhnlich sehr breit und meisterhaft 
behandelt. Auf der Brüsseler Kunstausstellung i845 sah man von 
ibm eine Ansicht aus der Umgegend von Harlem. 

^n, Leonhardy heisst im Wegweiser von Bergamo (U servitore 
di Piazza della citta di Bergamo, 1825 p. 15) ein Bildhauer aus 
Nürnberg, der die Reiterstatue des Bartolomeo Colleoni in dessen 
Gapelle in S. Gio. Battista gefertiget hat. Im Index wird aber 
der Künstler Sisto Syri genannt, der l4öO in Nürnberg geboren 
wurde, und 1500 in Italien arbeitete* 

5^ 



16 Syriacoi Josi Ga^tan. -* Syrlin oder SUriin« 

8yriaC99 Jode Gaetan^ Maler, war Schüler von Ant Joachim 
Fadrao, und führte mehrere Gemälde für Kirchen aus. Ueberdiets 
malte er auch Landschaften und Ornamente. Starb xu Lissabon 
2800 im 60* Jahre. 

Syrlin oder Sürlin, der Name einer Berühmten Künstlerfamilie la 
Ulm, die im l5. Jahrhunderte, und noch in den beiden ersten 
Decennien des folgenden sich auszeichnete. Der älteste dieses Na- 
mens, Georg Syrlin, war i4l3 Zimmermann in Söflingen, und 
liess sich später, in Ulm nieder, wo er noch 1 430 in den Bürger- 
Büchern vorkommt. Im Jahre l442 erscheint ein Ludwig Syr- 
lin, und 144? ein Hans Syrlin. Derjenige Meister aber, viel- 
eher der Ulmerschule den höchsten Ruhm bereitete, ist Jörg Syr- 
lin der Aeltere, an welchen sich der Jüngere mit gleicheml 
Lobe reiht. Jörg Syrlin sen. tritt i468 im Bürgerbuche als Scbrei- 
ner und Bildhauer auf, war aber schon früher thatig. Der Jün- 
gere kommt von l484-^ 1512 als Meister vor, und lebte ylelleicU 
noch 1517; denn unter diesem Jahre erscheint in einer Hütten- 
rechnung noch ein Jörg Syrlin. Auch unser Leouhard Syri könnt» 
zu dieser Familie gehören. Ueber diese Meister und ihre Leislun- 
sßn gibt besonders folgendes Werk Aufschluss: Ulms Kunstlebeq 
im Mittelalter von C. v. Grüneisen und E. Manch. Ulm i84o. Zuffl 
Gegenstande der mittelalterlichen Kunst machen es sich auch die 
Verhandlungen des Vereines für Kunst und Alterthum in Ulffl 
und Oberschwaben 1 — 4- Ulm i843 —46. Von besonderer Wich- 
tigkeit sind die Beiträge zur Architektur und Ornamentik des Mit- 
telalters aus dem Münster in Ulm von Eduard Manch, welchem 
wir genaue Forschungen über die Werke der beiden Syrlin ver- 
danken. Er hat sie grösstentheils auch gezeicbnet, und ein besofl- 
deret Augenmerk auf die eingeschnitteneu ^amcn gerichtet, tu» 
deren Charakteren sich mit vieler Sicherheit auf die Acchthcit 
schliesseu lässt. Auch Heideloff weis*t in seiner Ornamentik de* 
Mittelalters auf die Werke der beiden Syrlin hin , Heft l — * 
Nürnberg 1843. gr. 4- . ' 

Das älteste bekannte Werk des Jörg Syrlin sen., oder weni^j 
»tens eines Syrlin, ist ein 4 F. 8^ Z. hohes Singpult von Eichen 
holz, welches 1844 der Werkmeister Heuss in Göppingen dei^ 
Vereine in Ulm überschickte. Der Stamm des Ständers ist je 
flechtartig verziert, und ruht auf einem Fusse, welcher in viel 
durchbrochenen Armen aussprin^t. Den eigentlichen Untersati 
des Pultes bilden die vier Evangelisten, runde Gestalten in alte 
symbolischer Weise. Der eingeschnitzte Name Syrlin und die Jahi 
zahl i458 besaßt den Meister und die Zeit der Entstehung. Dc 
Bauinspektor F. Thrän hat dieses Pult perspektivisch gezeichnö 
und Federer für den zweiten Vereinsbericht es lithographiil 
Ein beglaubigtes Werk des älteren Syrlin sind die grossen Stühj 
;m Chore und am Rücken des Kreuzaltares im Münster zu Uls 
Die letzteren sind die frühesten Arbeiten dieser Art , und von b< 
•onderer Schönheit, besonders in den Arabesken. Oben erschsil 
der Heiland als Richter mit dem Schwerte , unter ihm in den ad 
Giebelfeldern sind Brustbilder von Heiligen , und am Pulte xvf 
Sibyllen. Dann schnitt' der Meister auch Jahrzahl und Nam« 
ein: i468. Jörg Syrien. In Ulms Kunstleben S. 72 ist ciJ 
Abbildung im Stahlstiche. Die Stühle des Chores fertigte d 
Künstler von 1469 — l474 aus Eichenholz, den Stuhl zu t 
rheinischen Gulden. An der Nordseite sind 46» und an di 
Südseite 43 Sitze je in doppelter Reihe, Die Tordere Reihe fa 



Syrlin oder SUrlin. 60 

die Betschemmel oder Pulte der hinteren Reihe zur Lehno , und 
die hintere Bankreihe, zwei Stufen höher als jene, hat eine mit Ni- 
schen, Giehcln und Ornamenten reich verzierte 17 F. hohe Rück- 
'wand, an welcher die Sitze durch durchbrochene Scheidewand« 
getrennt sind. Jede Abtheilunff ist zu beiden Seiten auf den Pul- 
ten mit runden Brustbildern m etwas mehr als LebensffrÖsse mit 
Sprüchen darunter seziert. Deren sind acht auf jeder Seite , auf 
der nördlichen die sieben Weisen und Dichter nebst dem lorbeer- 
bekrönten Brustbild des Meisters vorn auf der Ecke, auf der süd- 
lichen Seite die Sibyllen, und dem Meister gegenüber die Frau 
desselben. In den Nischen der hinteren Sitzreihen sind halberho- 
bene Brustbilder , auf der einen Seite biblische Heilige und Leh- 
rer, auf der anderen biblische Frauen, mit Spruchbändern unter 
jedem Bilde. In den Nischen des mittleren Stuhles jeder Seite 
sind dafür die Wappen der Stadt mit dem Reichsadler. In den 
durchbrochenen Giebelfeldern des Baldachins sind auf der nördli- 
chen Seite die runden Brustbilder von Aposteln und Heiligen, und 
gegenüber solche von heiligen Frauen, Jungfrauen und Martyrin- 
nen. Die Wahl und die Anordnung dieser Bilder beweisen einen 
religiösen und grossartigen Sinn, so wie eine kunstgeubte Hand. 
Fast alle Köpfe sind schön, besonders die weiblichen, welche uAt 
Liebe und Anmuth behandelt sind. Die Ornamentik ist ausseror- 
dentlich reich und mannigfaltig, besonders in den Füllungen der 
Seiten- und in den Durchbrechungen der Scheidewände m den 
hinteren Sitzen. Nicht ohne bittere Anspielung auf das damalige 
Treiben der höheren Stände sind die Fratzen und Figuren in Form 
der Bank- Cunsolen und der Knöpfe auf den Banklehnen. Syrlin 
Jtat seinen Namen dreimal eingeschnitten. Auf der nördlichen Seite 
«teht in der Nische des ersten Stuhles, hinter seiner Büste : Georg 
Syrlin t469 incepit hoc opus, und am Ende dieser Seite in 
gleicher Höhe: Jörg Syrlin t474 complevit hoc opus. Ge- 
genüber an der südlichen Seite liest man dasselbe. Dieses sel- 
tene Kunstwerk ist zu reich, als dass durch eine blosse Beschrei- 
bung desselben zu befriedigen wäre. Der Verein für Kunst und 
Alterthum in Ulm und Oberschwaben Hess daher dasselbe in Kupfer 
stechen. E. Manch fertigte mit grösster Genauigkeit die Zeichnun- 
gen, und der Siecher Wilh. Müller in Weimar gab diese genau ' 
wieder. Dieses Werk erschien 1844 unter folgendem Titel: Zur 
Architektur und Ornamentik des deutschen Mittelalters aus dem 
Münster zu Ulm. Ver(?ffentlichung des Vereines für Kunst und 
Alterthum. in Ulm und Oberschwaben, qu. fol. Sechs Blätter sind 
den Chorstühlen gewidmet, und ein siebentes enthält den Weih- 
nasserkessel, wahrscheinlich nach der Erfindung des jüngeren Syr- 
lin. Der Text ist ebenfalls von E. Mauch. 

Inzwischen würden dem Künstler auch noch andere Arbeiten über- 
tragen; so ein Stuhl, welchen er i473 bei der Ankunft des Kaisers in 
Ulm für diesen auszierte. Im Jahre l474 wurde ihm eine Tafel .ver- 
dangen, deren Inhalt nicht bekannt ist. Er wird auch für den Ver- 
fertiger des an allegorischen Figuren reichen und zierlich durchbro- 
chenen QO F. hohen Sakramenthäuschens im Münster gehalten ; al- 
lein dieses kühne Monument wurde i469 begonnen, aber kaum von 
Syrlin, der damals an den Ghorstühlen arbeitete. Der Verfasser des 
VVerkes über Ulms Kunstleben etc. hält daher den Adam Krafift 
für den Meister desselben , zunächst wegen der grossen Aehnlich- 
^eit in der Construktion mit dessen Sakramenthaus in Nürnberg, 
und dann, weil Ad. Krafft, der Sohn eines Ulmer Büchsenmachers» 
Ulrich Krafft, sich zu jener Zeit nicht in Nürnberg aufhielt. Dann 
soll Syrlin i470 auch den Taufstein des Münsters entworfen und aus* 



70 Syrlin oder SUrUn. 

geführt haben. Dieser ruht unter einem von drei Säulen getrage» 
nen Baldachin auf vier Löwen , über welchen die Brustbilder voa 
acht Propheten mit Wappen angebracht sind. ^Ein sichei^s Werk 
dieses Meisters , und das einzige in Stein , ist aber der Brunnen 
auf dem Marhte in Ulm, welcher t84l unter Leitung des Archi- 
tekten Thrän restaurirt wurde. In Mitte des Kastens erhebt sich 
ein dreiseitiger Aufbau mit drei Nischen und einer Figur in jeder 
derselben. Diese Figuren stehen in einer Höhe von 8 F., und 
darüber erhebt sich eiti zierlicher Baldachin , aus welchem in 
schlanker Verjüngung ein gewundener Aufbau mit Blumen und 
Blättern zu meiner Hübe von 27 F. emporsteigt. Die Ritterfiguren 
in don Nischen sind von Sandstein, vortrefflich gedacht und aus- 
geführt. Das eingehauene Monogramm mit dem Namen: Jerg 
Syrlin i482, macht den Meister unzweifelhaft. Von dem älteren 
Syrlin, nicht von Jörg dem Sohne, könnten duch im Kloster Lorch 
jene Werke gewesen seyn, deren in einer Handschrift des Klosters 
erwähnt wird, und wovon E. Manch (Zur Architektur und Orna- 
mentik etc.) Kunde erhielt. In dieser Pergamenthandschrift steht: 
^\i^\ ist gemacht worden die Tafel vfF den Fronaltar von Meister 
Jerg Steinhawer zu Ulm, vmb 250 Gulden vnd 3 Fuder Wein etc.* 
Ferner steht in dem angehängten Necrologium: Obiit Jörg d«! 
Ulma, der die Tafel vfF den Fronaltar hat gemacht, vnd, darnach 
pro remedio anime suae vnd seiner Hausfrawen das Crucifix in 
dem Capitel bey dem Stul des Abts vmsonst,« Das Todesjahr ist 
nicht angegeben , es kann sich aber das »»obiit«» nicht auf Syrlin 
jun. beziehen, wenn die Handschrift, wie angegeben, gegen Ende 
des 15. Jahrhunderts gefertiget wurde. Tafel und Crucifix soll 
1525 mit der Kirche zef stört worden seyn. 

Mit dem Jahre l482 oder l484 schliesst sich nach dem der- 
maligen Standpunkt der Forschung die Thätigkeit des älteren Syr- 
lin, es mag aber im Privatbesitze noch manches Werk des einen 
oder des andern Syrlin vorhanden seyn. So besitzt Decan Dr« 
Dursch in Wurmlingen neben vielen anderen Werken mittelallcti 
lieber Schnitzelei eine Kreuzigung in beinahe halb Icbensgrossed 
Figuren , welche zu dem TrefHichsten gehören dürften, was diese^ 
Meister geschaffen hat, und dessen Erhaltung bis auf den reichen 
Farbenschmuck nichts zu wünschen übrig lässt« Professor E. Maud 
in Ulm besitzt zwei Büsten in halber Lebensgrössey welche ohn^ 
Zweifel von einem Syrlin nach dem Leben in Holz geschnitzt sin^ 
Die eingeschnittene Schrift bezeichnet eine als: Simon von "VVa^ 
deck, die andere als : Anna von Witzleben. Am Rücken sind ihti 
Wappenschilder angesetzt. Die Thätigkeit des Vereines von Uli 
und Oberschwaben lässt noch manchen Zuwachs hoffen« 

' Das Todesjahr des älteren Jörg S^rrlin ist unbekannt, tf gel 
aber die Sage, dass er unzufrieden mit dem Rathe von Ulm, M 
ihm das erbetene Leibgedinff abschlug, nach Wien gegangen ui^ 



dort, oder kurz nach der Rückkehr in die Heimath, im Eleq 

festorben sei. Nach einer vielverbreiteten Annahme fertigte ab^ 
yrlin in Wien die alten Chorstühle in der St. Stepkanskirch^ 
denn am Buche einer Mönchsstatue ist das Monogramm J. S. eii 
geschnitten. Sie breiten sich zu beiden Seiten der mittleren Ffe 
ler aus, und jede Seite enthält 20 Vorder* und 23 Rücksitze. Jj 
der Sits ist von dem anderen durch eine reich verzierte Säule, ai 
der immer eine Heiligenstatue unter einem durchbrochenen Däcl 
lein steht, getrennt. Die Lehnen theilen sich in drei Felder, i 
welchen dem Sitzenden zunächst Halbrundbogen mit Laubverxi 
rungen , dann über diesen viereckige Tafeln mit Jialb erhoben« 



Syrien oder SUrlin* 7t 

Darslelluiigeii der Leidensgeschichte, und gans oben fensterihnli* 
che Oeffnungen mit Spitzbogen angebracht sind. U eberall herrscht 
die sinnreichste und geschmackvollste Maanigl'altigkeit. Dass Syr» 
ÜB diese Arbeiten gelielert habe, vermuthete man auch aus der 
Aehnlichkeit mit den Chorstühlen im Münster zu Ulm, allein nach 
jüngst aufgefundenen Akten der Stadt Wien von l4s4 nennt sich 
der Meister: «»Wilhalm Rollinger pildsniczer.« Es war 
ja ohnehin auffallend , dass Syrlin nach Vollendung dieser Arbeit 
hülflos im Spital zu Wien gestorben sei. Auch da% Vaterland nird 
den Künstler nicht undankbar von sich gewiesen haben, und wenn 
er je im Spitale gestorben ist, so kann diess nicht gerade in Fol^e 
der Annuth geschehen seyn, indem zu jener Zeit mehrere bemit- 
telte Männer das Leben in Ruhe in einem Hospitale beschlossen. 
Das Elei^d des Vaters würde auch den Sohn anklagen. — Sein 
Bildniss auf einem der Chorstühle im Münster zu Ulm ist in dem 
oben genannten ^upFcrwerke von E. Manch gestochen. Auch in 
der Umfassung des Titelblattes . von Ulms Kunstleben etc. ist es 
gestochen. Sein Monogramm befindet sich ebenfalls auf diesem 
Titelblatte. 

Der jüngere Jörg Sürlin tritt mit dem Jahre l484 urkund- 
lich auf den Schauplatz, und er behauptet sich mit gleicher Kunst- 
vortrefflichkeit , wie der Vater. Auffallend ist die Orthographie 
des Namens , da er immer, mit dem ü seinen Namen einschnitt , 
der Vater aber fast immer des y sich bediente. Zur Linken des 
Choraltars im Münster zu Ulm soll ein dreifacher Stuhl gestan- 
den haben, an welchem eingeschnitten war? Georgii Sürlin 
junior is opus completum l484* Später übernahm der Künst- 
ler für die Klosterkirche in Blaubeuern mehrere Arbeiten , worin 
er sich auf eine eigenthühmliche Weise auszeichnet , sowie über- 
haupt die beiden Syrlin in ihrer Art als einzig dastehen. Er fer- 
tigte die reich verzierten Chorstühle, laut Inscnrift: Anno Domini 
1495 elaborata sunt subsellia a Georgio Sürlin de Ulma hu jus ar- 
tis peritissimo. Wie Syrlin sen. am Gestühle im Dome zu Ulm , 
so brachte auch der jüngere Sürlin hier sein Bildniss an. Daselbst 
ist auch em berühmter Altar von 1496 , welcher als Werk dieses 
Meisters erklärt wird. Am Fusse des Altarschreines befinden sich 
in prächtigen Nischen die lebensgrossen Brustbilder der Apostel 
mit Christus in der Mitte , zur Seite die Ffalzgrafen von Tübin- 
gen als Wappenhalter. Ueber diesen in Mitte des Altares, steht 
Maria von Engeln gekrönt, in Lebeusgrüsse mit dem Kinde aut* 
dem Arme, welches einen Apfel hält. Rechts vor Maria steht Jo- 
hannes der Täufer mit Buch und Lamm, und neben ihm erscheint 
S. Benedikt mit Buch und Krummstab. Gegenüber steht die heil» 
Scholastica, St. Benedikt's Schwester, mit der Taube auf dem Bu- 
che. Alle diese Figuren sind bemalt und vergoldet, sowie auch 
die Nischen reich vergoldet und damascirt sind. An den sechs 
Lesenen, welche das Ganze in fünf Abtheilungen durchschneiden» 
fehlen am Altare zehn herrliche Figuren, welche entwendet wor- 
den sind. Auf dem rechten Altarflügel sieht man in halberho- 
hener Arbeit die Geburt Christi im Stalle zU Bethlehem, und 
oben an einer schmalen Verlängerung des Flügels erscheint der 
Meister Sürlin mit dem Rosenkranze auf einem Kissen knieend* 
Der zweite Flügel, zur Rechten des Beschauers, enthält die 
Weisen aus dem Morgenlande, we7che das Kind anbeten. Oben 
auf der Erhöhung^ ist das Portrait des Bischofs Otto von Constanze 
Die M « lereien sind von B. Zeitblom und M. Schaffner. Diesen 
prach ^ollen Altar haben in neuester Zeit Carl und Manfred Hei* 
deloff gezeichnet, und Friedrich Wagner und Philipp Walther den- 



f% S>Tltn oder Sifdiid. 

telben' gestochen*) Die Erhliirung ist von Reis und C. HcideloiF, 
gr. 8« Auf dem ^rossen Blatte erscheint der Altar ergänzt. Es 
sind die Figuren der Lesenen von HeidelöfF coniponirt. 

. Werke dieses Meisters dürften na:ch Eduard Maucli (Verhand- 
lungen des Vereines für Kunst und Alterthum in Ulm II. S. 19) 
auch die 7 grossen Hochreliefs seyn, welche unter dem Porticui 
der Kirche in Oberdischingen eingesetzt sind, Sie kamen der 
Sage nach 18 10 aus .Blaubeucrn dorthin, zur Zeit als man die ge- 
nannte Kirche baute. Damals wurde die Klosterlurche zu Blau- 
beucrn in einen Fruchtkasten umgewandelt, und somit ist es 
«ehr wahrscheinlich, dass sie von da entnommen, und "Werke 
Syrlin's oder seiner Schule sind, da der Meister für jenes Klo- 
ster viele Arbeiten geliefert hat. Die erste dieser Tafeln zeigt 
Christus am Oelberge, die zweite und dritte die Kreuztragung und 
Verspottung , und weiter sieht man einen Christus am Kreuw 
' zwischen den Schachern, die Himmelfahrt, die Grablegung und 
die Auferstehung dargestellt. Die Figuren mögen J Lebensgrösse 
haben. Diese reichen Darstellungen sind von edler Anordnung, 
und in den Bewegungen der Figuren herrscht Würde und Ruhe. 
Die Kopfe sind voll Ausdruck, ,und in einigen Darstellunffen, 
wie in der Kreuztragung und Grablegung, sind auch die nacKten 
Tlieile richtig und flleissig behandelt. Der Faltenwurf ist noch 
nicht so eckig und knitterig, wie diess in spUteren Arbeiten he- 
merkt wird, so dass diese Sculpturen zu den schönsten des Mit- 
telalters gehören. 

Im Jahre 1505 schnitzte Sürlin drei Stühle für die Neidhart'sche 
Capelle im Münster xu Ulm, welche noch vorhanden sind. Hie- 
rauf schnitzte er das Chorgestühl zu Ennetach in Oberschw>- 
ben, welches zwar nicht so reich an Bildwerken ist, wie jenes 
im Münster, aber doch zu den vorzüglichsten Werken des Mc'v- 
sters gehört. Die sogenannten Levitenstühle links am Hochaltare 
sind laut Inschrift 1506> und die zwei grossen Sitzreihen linl^^ 
und rechts des Chores 1509 gefertiget. Im vierten Hefte des Ver- 
eins in Ulm S. 20 u. 42 wird auf dieses Werk hingewiesen und da- 
bei das Bedauern ausgedrückt, dass die Sitze in jüngster Zeit neiss 
ausgestrichen wurden. Mit dem Namen des Meisters uqd der 
Jalirzahl l5tO bezeichnet ist ferner der aus Lindenholz geschnitzt« 
Kanzeldeckel im Münster zu Ulm, und 1512 schnitzte er das mit 
den Bildern der Propheten gezierte Chorgestühl in der Kirche m 
Geislingen , welches leider verdorben ist. Die Chorstühle von 
Ochsenhausen sollen gleichfalls 15 1 4 von Sürlin gefertiget scyn. 
Ausser diesen Werken nennt die Geschichte noch einen Altar d« 
4en Wengen in Ulm, und einen anderen in der Kirche zu Zwie- 
falten. Auch die in Holz geschnitzten Reliefs, welch« aus dtm 
Armenhause zu Tigerfeld in die Kunstschule zu Stuttgart gebracht 
wurden, hält E. Manch für Werke dieses Meisters, so wie den 
Weihwasserkessel im Münster, welcher nach Ergebniss der Akten 
1507 von den Meistern Lienhart Aeltlin und Bernhard Winkler 
an der Säule neben der Sakristei angebracht wurde. Das Blatt VH« 
bei E. Manch gibt den Aufriss und zweierlei Querschnitte. Aus dem 
achteckigen , mit Laubwerk verzierten Kessel steigt die 70 F« hohe 
Säule empor. 



•) Der Stich ist 26 Zoll hoch, und 16 Z. breit. Ein gemalt»» 
Abdruck auf Pergament kostet 50 Gulden , ein scnwarxer 
Druck vor der Schrift lO Gulden 30 Kreuzer. 



Syropensa« — *> SyMuig. TB 

Wahrend die Sage den alten Jörg Syrlin im Elend sterben 
läsit, so sollen die Mönche von Blaubeuern den jüngeren nach 
Vollendung der Chorstühle und ihres Altares geblendet haben, 
damit er kein ähnliches Meisterwerk mehr susammenbringe ; allein 
diese Legende fällt zur Ehre des Conyents in Nichts zusammen» 
vrenn man weiss, dass Sürlin jun. noch 1517 in Hüttenrechnun- 
gen vorkommt. Der Altar von Blaubeuern ist von 1496« Sürlin 
batce aber später noch mehrere Werke geliefert, welche seine un- 
eeschwächte Thätigkeit verbürgen, selbst dann noch, wenn der 
Jörg Sürlin von .i 5 17 ein jüngerer Meister wäre. Der Legenden 
von Hass und Verfolgung edler Meister sind viele, doch beruhen 
ivahrscheinlich nur wenige auf Wahrheit. 

ojropensa^ ein Geistlicher, war nach der Angabe im Compendium 
hist. von Cedrenus, Paris 10579 Hofmaler des Kaisers Athanasius, 
für welchen er Bilder ausführen musste, deren Inhalt seinem Stande 
Unehre machte. . Er zog sich desswegen den Hasir des Volkes zu« 

Sysang, Johann Christoph , Kupferstecher, geb. 1703, war der 
Sohn des Andreas Sysang, eines geschickten Kunstdrcchslers in 
Leipzig, der auch in Metall und Elfenbein schöne Arbeiten lie* . 
fertCy und 1751 im 82. Jahre starb. Der Sohn erlernte bei Berni* 
gerodi die Kupferstecherkunst, arbeitete um 1720 in Halle, von 
1724 — 31 in Dresden, und den Rest seiner Jahre in Leipzig, wo 
er 1754 starb. Es Anden sich an die 4oo Bildnisse von ihm, theils 
ichlcchtc, theils mittclmüssigc Arbeit, die gewöhnlich als Titelku- 
pfer benutzt wurden. Viele sind ohne Namen des Zeichnen und 
Malers« 

Zu seinen Hauptblättern gehören folgende: 

1) Don Carlos Infant von Spanien, 8. 

2) Franz Josias, Herzog von Sachsen * Coburg , 8« 

3) Moritz Adolph, Herzog von Sachsen, Bischoi zu Leitmeriti« 8« 

4) Anna von Oranien, 8« 

5) Le Frince Sangusco, Grande - Marechal de Lithavle, 8« 

6) Maurice Comte de Saze, 8« 

7) Andreas Heinrich Cardinal Fleury, kl. fol. 

8) Andreas Zalusky, Episc. et Cancell. supr. Fol. 8* 
Q) Johann Dreier HofFmann, dänischer llath. 

10) Christian Burkart Graf von Münnich, russischer Feldmar* 
schall, 8* 

11 ) J. L. Gleditsch, Buchhändler, nach R. Mengs, 8* 

12) Die Blätter zu Schönaich's Hermann, 8« 



^9 Kupferstecher, arbeitete von 1720 — 38 in Frag» und ist 
mit*dem Obigen kaum Eine Ferson. Dlabacz verzeichnet mehrere 
HeUigcnbilder von ihm. Er verdient den Vorzug vor Job* Chr.' 
Sysang. 

1) Graf Anton von Spork, im 6o. Jahre seines Alters, 8* 

2) Petrus Canisius, Soc. Jesu Theologus, Collegii Societatis 
Fragae ad S. Clementem lapis fundamentalis. Sysang sc 
Fragae, 4. 

3) Die Statue des heil* Johann von Nepomuk im Wunschwi- 
tzischen Hause zu Frag, bezeichnet: Synops sc. Fragae , 
Anno 1731 » M. 

4) Der heil. Johannes von Nepomuk. Sysang sc. Fragae 1720,8* 

5) Die Madonna, für das Werk eines Minoriten: Fozehnana 
nezy zcnemi Fanna. Frag 1731 > 4« 



Z4 Sysang, Job. Dorothea. -» SKytowsky» J. Aß de. 

6) St. FramciscuB Seraphicus. Sysanf^ te. 4^ 
^) St. Anton von Fadua. Sysang sc. 4* 

8 ) St. Fran« von Assis und St. Dominicus. Sysang sc t735i 4» 

9) St. Ignax von Loyola. Sysang sc« Pragae, 8« 

10) St. Petrus de Alcantara. Sysang sc. Frag, 12. 

1 1 ) St. Francisctts Xaverius, mit einem gräflichen Wappen. Id. sc8« | 

12) Ein Marienbild. Sysang sc 8« 

13) St. Johannes von Nepomuk wie er der Madonna die Zun^ 
opfert. Sysang sc. Pragae, i^. ' 1 

14) Das Wappen des Bischofs Moritz Carl von Leitmeritx, 4* 

15) Mehrere Sinnbilder, 8. 

Sysang 5 Johanna Dorothea , Kupferstecherin, die Tochter dei 
Job. Ch. Sysang, war an J. D. Fhilippin verehelicht. Ihre Blät- 
ter sind von geringem Werthe. 

1 ) Das Büdniss des Artztes B. L. Tralle«, 8. 

2 ) Die biblischen Kupfer zu Klopstok's Messias. Halle 1756 
bis 1760. 

SytiaS^ s. Soye. 

Szmeiehewiez ^ nennt Bemoulli m seinen Reisen einen polnischen 
Maler, der um 1775 in Rom thäti^ war. Der Graf Fototzky er* 
hielt von ihm ein grosses Bild, welches den Tod Hannibal*s vor- 
stellt. 

Auch ein Bruder dieses Meisters war Maler. 

Ssoon, Michael, Seemaler, ist nach seinen LebensverhältnisieD 
unbekannt. Er arbeitete in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderti 
in Holland. F. van Doort hat Marinen nach ihm gestochen. 

Szwedhowskiy Maler aus Folen, war um 1837 zu Faris thitig. 
Seine Werke bestehen in Bildnissen und in Darstellungen auf der 
polnischen Geschichte. 

Szymonowitz, Georg 9 Maler und Kupferstecher, ein Pole ton 
Geburt, war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts thätig. E« 
finden sich gut radirte Blätter von ihm, besonders nach DecKen* 
Malereien von Lazaro Baldi, welcher 1?03 starb. Sie sind mei' 
stens mit dem abgekürztenSNamen G. Szymon. bezeichnet 

1) Kine Allegorie, die römische ^ Kirche vorstellend, wie sie 
über dem Erdball schwebend einen Fürsten empfängt, in 
fünf Blättern, vier derselben s. gr. qu, fol., eines fol. Georg 
Szymon. del. et sc. 

2) Apollo auf dem Sonnenwagen. -^ Die Jungfrau in dem 
Thierkreise. ^ Laz. Baldi inv. et ]^inx. Georg Szymon. del. 
et sculp. Triangelförmig, aus zwei Platten bestehend, qu. fol* 

3 ) Einige andere m jtholagische und symbolische Darstelluagen 
nach diesem Meister, qu. fol. 

Szyt0W8ky, J. A. de, nennt Füssly einen Künstler, der «iwi 
Blätter mit Hunden gestochen haben soll, der eine i»Superbes der 
andere «Fapillon« getauft, 4« 



Tabaccbetti, Job. Bapt — Tahorda, ioti da Gnnlui. fS 



T. 



Tabacchetti^ Johann Baptist, nennt Banofi iOpp. mor. I. 2.) 

einen niederländischen Bildhauer, ohne seine Lehenszeit zu be- 
stimmen. In der Kirche ü. L. F. zu Creo ( Montlerrat ) stellte er 
in vierzig kleinen Capellen die Geschichte der heil. Jungfrau , de» 
Heilandes uüd einiger Binsidler dar. Auch in Yarallo arbeitete 

er vieles. 

TabacCOy Bernardo» Bildhautr und Architekt von Bassano, lie- 
ferte viele Arbeiten für Kirchen , meistens Altäre und Denksteine. 
Zu seinen Hauptvrerken gfehört das Grabmal der Lucretia Cornaro 
Piscopia in S. Antonio zu Fadua. Nach Vcrci starb dieser Künst- 
ler 1729» Frandolese lässt ihn 1727 sterben. 

Tabaries de Grandsaigne, Adolph, Zeichner und Maler. 

wurde um 1785 *u Fetit-Andely (Eure) geboren, und in Fan» 
zum Künstler herangebildet. Er widmete sich dem Unterrichte > 
fertigte aber überdiess viele Zeichnungen , welche historische^ f '' 
Stellungen, Thiere und Landschäften enthalten. Sie sind mit der 
Kreide oder in Wischmanier (a Testompe) behandelt. 

Tabcrit, Hans und Wilhelm, Formschneider, arbeiteten xu 
Nürnberg in der Werkstätte des Hans Äurgkmair , als dieser die 
beiden Prachtwerke des Thriumphwagens des Kaisers Maximilian 
und der Oesterreichbchtn Heiligen unternommen hatte. Auf der 
Rückseite einer der auf der k. k. Bibliothek in Wien aulbewahr- 
ten Holzplatten des ersteren steht der Name Hans Taberit. Von 
ihm könnte auch ein mit H. T. bezeichneter Holzschnitt seyn, 
welcher die Anbetung der Könige vorstellt. Das Zeichen ste|it 
liaks am Steine. H. Z. 3 L, , B|?. l4 Z. 8 L. . ^ « i 

Christ sagt in seinem Monogrammen-Lexicon, dass sich How- 
»chaitte mit diesen Initialen finden, welche i588,inFari8 gedruckt 
sind. Damals hat Taberith wohl nicht mehr gelebt. 

Tabert, Lucas , Medailleur von Stettin, arbeitete in der ersten 
Hälfte bes 1?. Jahrhunderts, hatte aber ebenso wenig Geschmack 
als Fertigkeit. Er schnitt Denkmünzen für den Churfürstcn von 
Brandenburg. " 

Tabor, AlonSO Migliel de^ Maler zu Madrid, hatte den Ruf 
eiues tüchtigen Künstlers. Er ahmte die Natur mit grosser Treue 
nach, und lieferte schätzbare Bilder in der Weise Murillo's. Starb 
1758 im 80. Jahre. 

Taborda, Jose da Gunha^ Maler, wurde 1766 «u Villa di Fun- 
dao in Portugal geboren , und von Joaquim Manoel da Rocha in 
der Zeichenkunst, so wie in der Malerei unterrichtet, worauf er 
unter Jose da Costa y Silva die Architektur zum Studium machte. 
AU Künstler von Talent wurde er 1788 «ur weiteren Ausbildung 
nach Rom geschickt, wo er jetzt in, der Schule des Antonio Ca- 
valucci alle jene Vorzüge erlangte, welche zu semer Zeit einem 



76 Tabovda. Jose da Ctmh'a. — Tabordcy» Job« 

Künstler nothwendig waren, um sein Glück zu machen. Ein gros- 
ses Gemälde, welches den Ruf des Cincinnatus zur Dictatur zum 
> Gegenstande hat, machte ihn auch in Rom vortheilhaft hekannt. 
Beim Einzüge der Franzosen in Rom kehrte er nach Portugal zu- 
rück, und trat in Lissabon als ausübender Künstler auf. Im Jahre 
1799 wnrde er Professor der neu errichteten Schule der Malerei» 
der Academia do Nu , an welcher er mehrere Schüler heranbildete, 
worunter Leonor Pilar Perpigna, und seine Schwester Si;sana Mar- 
garlda, Timodeo Verdier jun. , Norberto Jose Ribeiro, Maximo 
raulino de Reis, Antonio Jose Santos u. a. genannt werden müs- 
sen. Im Jahre 1803 wurde Taborda auch Maler des Königs, als 
welcher er für die k. Paläste, so wie für öffentliche Gebäude Werke 
ausführte. Sie bestehen in Bildnissen und in historischen Darstel- 
lun^n. Mit Foschini verzierte er den Plafond des Schlafzimmer» 
im Palast d'Aujuda, wo Figu^n und Arabesken wechseln. Im 
Saale do Stado daselbst, ist die Darstellung der Proclamation des 
Königs Johann IV. sein Werk, ein in Composition, Durchbildung 
und Gesammtwirkung gelungenes Werk, eines der bessten des 
Meisters. Im Saaale der Cortes ist die Decke von ihm gemalt, wo 
man zwar gutgeordnete Gruppen und Figuren, aber Nachlässigkeit 
der Zeichnung bemerkt. Die harmonische Färbung entschädiget 
dafür nicht vollkommen. Taborda ist mit unseren Landsleuten 
Weitsch und Fritsch zu vergleichen, und steht nach Graf Raczynski 
(Les ^rts en Portugal, Paris 1846) wohl noch über ihnen. Er 
nennt von ihm auch folgendes Werk : Regras da arte da pintura. 
( Üebersetzung des Werkes von M. A. örunetti) Lisboa 1815. 
In Handschriit hinterliess er: -Noticia de todos es pintores que 
com proteccao regia foram estudar em Roma no fimo do seculo 
XVIII. In dem ersteren dieser Werke gibt er auch Nachrichten 
über ältere .portugiesische Künstler und äte Malwerke. Die Quel- 
len, aus weichen er dabei schöpfte, gibt Graf Raczynski in einem 
neueren Werke (Dict. bist, artistique du Portugal. Paris 184?) an, 
und bemerkt, dass Taborda für die ältere Periode der Kunst in 
Portugal, wo die Künste in diesem Lande blühten, viel mehr ge- 
leistet hat, als Cyrillo Volkmar Machado in seinem Colleccao de 
memorias relativas as vidas dos pintores etc. Lisboa 1823« Beson* 
ders reich sind darin die Nachrichten über die spätere Zeit des 
Verfalls der Kunst. Auch unserm Taborda widmet er einen Ab- 
schnitt, p. l46 — l48. 

Taborsky^ Johann , Maler und Mechaniker von Klokotska Hora 
( Fimpernusberg ) in Böhmen, hatte als Künstler Ruf. Im Jahre 
15Ö3 schrieb er ein grosses mit Noten und Gemälden verziertes 
böhmisches Gesangbuch für die Stadtkirche inLaun , wo es sich 
aber nicht mehr befindet. Im Jahre 18OO war dieses Buch im Be- 
sitze des Launer Bürgers Franz Drtina, bei welchem es Dlabacz 
sah. Dieser Schriftsteller bemerkt in seinem Künstlerlexicon für 
Böhmen etc., dass von Taborsky auch die schönen Gesangbücher 
in der Teplitzer- und Böhmischbroder-Kirche herrühren. Er scheint 
einen Verlag solcher Bücher gehabt zu haben, für welchen auch 
andere Schreiber beschäftiget wurden. 

Dann ist von ihm das astronomische Uhrwerk auf dem Rath- 
hausthurm der Altstadt Prag. Er hinterliess eine Beschreibung des- 
selben. In Riegffer*8 Statistik von Böhmen ist eine andere Be- 
schreibung von Ant. Strnads. Job. Berca hat das Bildniss dieses 
Mannes gestochen, mit der Aufschrift: Jan Taborsky Knihpisarz 
Zprawcze Orloge prazsköh« , weku twöyo Leta LXX. I.. T. 



Taboutins, Wilhelm. ** Taoea, Fietro* Tf 

TaboutklS, Wilhelm^ Formtchneider, arbeitete id der sweiten 
Hültle des l6- Jahrhunderts in Frankreich. Man schreibt ihoi 
ein Bildniss des Dichters J* Ant. Baif zu« Yidleicht gehört ihm 
ein Theil der Holzschnitte lu« welche sidi mit T. W« bezeidinet 

finden. 

Taca^ Antonio 9 Glasmaler, drei Künstler dieses Namens, waren 
zu Batalha in Portugal thätig. Von ihnen rühren gemalte Fen- 
ster des Domes her. Graf Raczynski (Les arts en Portugal. Paris 
1846 p. 227) fand den älteren A. Taca in Documenten von tS32» 
35) 36 und 38 erwähnt, und 1543 ^ar er bereits todt. Sein 
gleichnamiger Sohn kommt von 1566 — 1596 Tor, und starb im letz* 
ten Jahre. Er hatte den Titel eines königlichen Glasmalers, und 
eines Meisters der Kirchenfenster. Im letzteren Amte folgte ihm 
ein anderer Ant. Taca , vielleicht sein Sohn, der in einer Urkunde 
von 1608 erscheint. 

Tacca, Francisco^ Maler, arbeitete für die Cathedrale in Batalha, 
und erscheint da in einem Documente von 1566«- 

lACa, FerOy Bildschnitzer, arbeitete für dieselbe Kirche, wie der obige 
Künstler. Er erscheint in Documenten von 1549 und 6l* Graf 
Raczynski, Les arts en Portugal p. 229. 

Tacca^ Pietro^ Bildhauer von Carrara, war der Sohn einet rei- 
chen und in den Wissenschaften erfahrnen Mannes, welcher ihn 
ebenfalls zu den Studien bestimmte; allein Tacca fand sich mit 
aller Gewalt zur Kunst gezogen , so dass der Vater zuletzt seiner 
Nei^ng nachgab, und ihn mit Empfehlung des Prinzen Alder^o 
Cibo von Massa und Carrara zu Gio. da Bologna nach Florens 
schickte. Der gebildete und lernbegierige Jüngline fand bald das 
vollste Zutrauen des Meisters, und als Francavilla als Bildhauer 
an den Hof Heinrich lY. von Frankreich berufen ward, nahn 
Tacca die erste Stelle der Schule ein. Er hatte grossen Antheil 
an der von Gio. da Bologna gefertigten Reiterstatue Ferdinand's I» 
von Medici, welche von l603 -* 1605 in Brz gegossen und dann 
nach dem Tode des Meisters von Tacca auf .der Piazza della Nun- 
ziats aufgestellt wurde. Das Erz ist von türkischen Canoncn, wel- 
che die Ritter des heil. Stephan erbeuteten« Die Inschrift am 
Bauche besagt, das Metall sei dem wilden Thracier abgenommen. 
Er folgte dem G. da Bologna in der Stelle eines grossherzog- 
lichen Hofbildhauers, und wurde in dieser Eigenschaft von Co- 
timo II., Ferdinando II. und der Grossherzogin Cristana, der Mut- 
ter Cosimo's, mit bedeutenden ^Aufträgen beehrt. Vorerst vollendete 
er die von Gio. da Bologna hinterlassenen Werke. Dahin gebort 
das Pferd; welches die Statue Heinrich lY. von Frankreich trafen' 
sollte. G. da Bologna begann die Arbeit im, Jahre 16O8, vollendet» 
aber nicht einmal das Modell zum Gusse , da er noch in demsel- 
ben Jahre starb. Jetzt ging Tacca ans Werk, und 16 13 wurde 
in Paris Pferd und Reiter in Erz gegossen. Diese Reiterstatue 
iTurde auf dem Pont-neuf aufgestellt, ging aber 1792 zu Grunde. 
Schon 1612 drohte dem Modelle Gefahr, indem das Schiff mit dem- 
selben bei Havre auf einer Sandbank scheiterte, und die Kiste nur 
mit Nothi wijcder aufgefischt wurde. Hierauf vollendete Tacca die 
von Gio. da Bologna oegonnene Rciterstatue Philipp*s III. von Spa- 
nien, wobei ein Gemälde von Pontoja zu Grunde lag. Dieses 
VTcpk wurde 1616 im Palaste del Qampo bei Madrid aufgestellt. 



80 Tsehmann« F. ^ Tadda, Fraiioe«cö* 

mäUen ^ und brachte sie in seinem Schlosse su Yersaillet an. Ti- 
cheront's Hauptwerke sind aber die gemalten Fenster im Convento 
, der Minoriten zu Soissons. Lenoir brachte Proben der Kunst die- 
ses. Meisters ita das Musee des monuments fran^ais , deren er in 
seinem Werke p. 50 erwähnt. 

Tachmann, F., Maler, war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhun- 
derts thätig. J. M. Bernigeroth stach nach ihm das Bildnis» dei 
Arztes D. W. Pauli, und Wolfgang jenes von Ch. von Helwig. 

Tachone, s. Taccone. 

Tack, Friederich, Maler zu Berlin, wurde um 1805 geboren, und 
an der Akademie der genannten Stadt herangebildet« Er malte 
Landschaften und Genrebilder. / 

TaCObber, Blumenmaler zu Paris, wird im Kunstblatte 1839 erwalint, 
unter den Künstlern, deren Werke damals mit goldenen Medail- 
len beehrt wurden. Tacobber's Bild, welches Blumen und Früchte 
vorstellt, wurde von der Civilliste angekauft. 

TaCOnides^ (Saconides), Zeichner für Vasen aus der Fabrik von 
Tlepolemos. Bei den von Candelori unternommenen Aufgrabun- 
gen in Volci (Gerhard, Ilappurt. Volcent. K. l80. 720. 729) ^*" 
eine Schale mit seinem Namen in alten Charakteren zum Vor- 
schein, .es steht aber darauf nicht Taconides, sondern Saconides: 
SAKONIJEZ ^IPA^hZEN. 

Tacquesi^ VlCent, Bildhauer und Stuccatorer, ein Schweizer von 
Geburt, war um l805 iu Rom Schüler von Canova, und wurde 
da* besonders vom portugiesischen Staats - Sekretär Soares beg[ün- 
stiget, der ihn mit sich nach Lissabon nahm. Er erwarb auch 
einige Basreliefs von Tacquesi, darunter solche, welche die vier 
WeUtheile vorstellen. Ein Basrelief in Wachs schildert den Ein- 
zug Junot's in Lissabon, wobei der Genius der Revolution dea 
Zug eröffnet, wie er zu Raub und Gewaltthat aneifert. Dann fer* 
tigte Tacquesi auch viele Ornamente nach der Weise des Gio. ds 
Udine. Nach der Restauration kam der Künstler zweimal in Hsfti 
und ]8lO musste er Portugal verlassen. 

Tacuino, GlOranm, Buchdrucker und wahrscheinlich auch Form- 
Schneider, von Tridino gebürtig, war in Venedig thätig. Er druckte 
1511 die Werke des Vitruvius, uiid zierte sie mit 135 Holzscknit" 
ten, die von ihm selbst herrühren konnten. 

Tadda, Francesco dely Bildhauer von Fiesole, aus der Familie 
d<^r Ferrucci, wird von Ticozzi (Dict. degli artisti) und Valery 
(Yoy. bist, et lit IIL 122 ) Battista genannt. Br arbeitete gewöhn- 
lich in Porphyr, und erregte desswesen selbst die Bewunderung 
des Michel Angelo , welcher wegen der Härte dieses Gesteins di« 
schöne Porphyr- Schale in der Sala rotunda des Museo Pio-Cle- 
mentino nicht restauriren konnte. Das Mittel zur Bearbeitung des 
Porphyr soll ihm 1555 der Grossherzoff Cosmus I. von Toscana 
mitgetheilt haben, welcher ein aus Krautern destillirtes Wasier 
erfand, welches dem Eisen die zur völligen Bezwingung diesei 
Gesteins nbthige Kraft ertheilte. Auf diese Erfindung macht Va- 
sari (Vite etc. Introd'. I. 4o) aufmerksam, und auch einige neuere 
Schrü'tstcller (Fiorillo L 460, dessen Kl. Sehr. IL il6> Beschrei- 



'jRida^e. -^ Taddei» Antonio. 8t 

bunj? Roms von Bünden etc. I. 354) geben Nachricliten davon. 
WinKelmann ist. aber in der zweiten Ausgabe seiner Kuostgescbichte 
(7. Buch 1, 25) im Irrtbum, wenn er meint, Yasari habe yon der 
Erfindung eines Wassers xur Erweichung des Porphyrs gewusst. 
Abgesehen davon ist es aber immer noch zf^eif'elhait , ob Herzog 
Cosinus jenes Destillat erfunden habe, oder ob nicht vielmehr der 
Künstler selbst auf diese Erfindung gekommen sei. Baldinucci (Vo- 
cab. del disegno p. 127) macht auf das Testament desselben 
aufmerksam, in welchem er i»Sculptor porfidi et ipse inventor seu 
renovator talis sculpturae et artis porhdorum incidendiu genannt 
wird. Auf seinem Grabsteine steht ebenfalls, dass er derjenige 
sei, y>qui statuariam in porphyritico lapide multos annos unicus 
exerceret, eaque singulari virtule Cosmi Medices et Francisci filii, 
magnorum Etruriae Ducum, stipcudiis auctus esset.« 

Tadda fertigte die Bildnisse des Grossherzogs Cosmus und sei- 
ner Gemahlin Leonora in Medaillons von Porphyr , die man im 
Paläste Piiti sieht,' und einen Christuskopf aus einer solchen Masse, 
der nach Rom kam. Dann mcisselte er auch eine grosse Schale 
für einen Brunnen im Palazzo vecchio zu Florenz. Auf der Säule 
vor der Kirche 3t. Trinita daselbst ist die colossale Statue der Ge- 
rechtigkeit von ihm gefertiget, ebenfalls aus Porphyr, und von 
Cosmus I. zum Andenhen an den Sieg von Montemurlu errichtet. 
Die Säule kommt aus den Thermen des Caracalla, und ist ein Ge- 
schenk Pabst Pius IV. Die Statue erschien an Ort und Stelle zu 
schlank, und daher erhielt sie eine Draperie von Bronze, welche 
TOD der Schulter herabiällt. Tadda starb zu Florenz i585> und 
Tererbte das Geheimniss in Porphyr zu arbeiten auf seinen Sohn 
Aomulus Ferucci, welcher gewöhnlich Thiere darstellte. Dieser 
theilte das Geheimniss dem Rafael Curradi mit. S. auch Pier Maria 
del Tagliacarne. 

Der oben erwähnte Battista del Tadda des Ticozzi war Stu- 
catorer. Er zierte 1566 bei der Vermählung des Grossherzogs Fran- 
cesco mit Johanna von Oesterreich die Säulen des Hofes im Pa- 
lazzo Vecchio mit schönen Stukarbeiten. 

Taddee, «. T. Zucchero. 

Taddei, Antonio, Kupferstecher, arbeitete um 1695 in Florenz, 
und ist durch einige Blätter in schwarzer Manier bekannt, die 
zwar nur von mitteimässigem Kunstwerthe , aber von der grössteu 
Seltenheit sind, wie jene der wenigen anderen italienischen Mei- 
ster, die in diesem Fache gearbeitet haben. Graf Laborde, Hist. 
de la grav. en manicre noire p. 320 > erwähnt nur die Portraite 
Nr. 1. 2, der heil. Franz de Paula ist in R. WeigeFs Kunstkata- 
log Nr. G438 angegeben, und Rimena's Madre addolorata zählen wir 
zu den Seltenheiten. Dadurch wird die Zeit l6p7 festgesetzt. Die 
Blätter sub Nr. 11 und 12 nnd im Gataloge der Stemberg'schen 
Sammlung I. 6879 angegeben, und wahrscheinlich Grabstichel«« 
Arbeiten. 

1) Violante Beatrice di Bavaria et9^ principessa di Toscana. 
Nicolo Gassane pinx. Antonio Taddei sculps. Medail]on von 
Früchten und Blumen. H. 10 Z. 7 L.> Br. 7 Z. 9 L. 

X) Ferdinand, Prinz von Etrurien. Nicola Cassana pinz. An- 
tonio Taddei scup. Oval, unten mit dem Wappen. H. 9 Z. 
1 L. » Br. 6 Z. 8 L. 

3) Der betende St. Franz de Paula. AU* A. S. di Ferdinado III. 
Gran Principe di Toscana consacra questa mia fatica del S« 

VagWs KürusOer-Lcx. Bd. XVIII. 6 



M Taodiser, fanristian. — Tafi, Andrea. 

1) Eitt Mann, welciier bei Lidit die Feder sduieideU N. Ve 
iMilie In. J. Y. Taierliii^ fe. 4- 

Dieses Blatt ist seiir schpii geaobeitet, und Tielleicht nie! 
das etnxige. 

Taesdmer, Christian, BOdhauer, lebte in der ersten Hälfte d 
13. Jabrbiinderts in Dresden. 

Taeober, Johann Martin , s. Teuber. 

Taeobert^ Carl^ Zeldmer und Radirer, pb. zu Dresden l783t^T! 
5diuler Ton Zin^g, und widmete sieb dem Landscbai'tsfache. l 
zeicbnete Tiele säclu^iscbe und böbmiscbe Gegenden, deren er auc 
in Kupfer mdirte. Seine Tbätigkeit reicbt bis i820. 

1) Yne de la Vüle de Pirna et du cbateau Sonnenstein. ( 
Taenbert fec, er. qu. fol. 

2) Der Neumarkt m Dresden, cpi. fol. 

5) Die Ansicht, des Bastei in Dresden, qa. fol. | 

4) Ansicht eines Dorfes bei Dresden, qu. fol. 

5) Ansicht von Sachsenbur(^, qu. fuL 

6) Ansicht Ton Töplitz, qu. fol. 

Taenbert 9 Franz ^ Zeichner und Radirer, der Bruder des Obigen 
wurde 1780 in Dresden geboren, und ebenfalls von Zingg uutei 
richtet. Er fertigte eine grosse Anzahl von Zeichnungen, die mei 
stens Landschaften und Ansichten enthalten, theils in Tusch, theil 
in Aquarell ausgeführt. Dann hat er auch verschiedene Blattei 
radirt. Dieser beiden Künstler erwähnt Lindner in seinem Ta- 
schenbuche für Kunst und Literatur im Königreich Sachsen. Dres- 
den 1828. 

i ) Der Palfystein bei SUmpfen , nach einer Skizze des Haup^ 
manns Witzleben, schwarz und colorirt, qu. fol. 

2) Das Felsenschloss Theben an der Donau , nach demselbeii 
qu. fol. 

3) Verschiedene sächsische Ansichten, qu. fol. 

Taeubert^ GuStay, Zeichner, wahrscheinlich der Sohn des obige 
Künstlers , ist durch verschiedene Prospekte von Dresden und M 
Umgebung bekannt. Er gab eine Sammlung solcher Blätter herafl{ 
an welchen auch der Vater Theü hat. | 

Taffinger, D., Maler zu Wien, wird im Auktionskataloge des] 
A. Ziegler von Rupprecht, Bamberg 1827, erwähnt. Decker lij 
eraphirte nach ihm das Bildniss des Fürsten Alexander von Holj 
lohe, 4« Wir vermuthen darunter den älteren Daffinger. 

Tafi, Andrea 9 Musivarbeiter von Florenz, ist als derjenige zu 
trachten, der die byzantinische Kunstweise in Toscana emfuhi 
und selbst in diesem Style Arbeiten lieferte, die ihn in cr>nz 
lien berühmt machten, ohne eigenthümlichen Kunstwcrtn *« 
sitzen. Er war nicht Cimabue's Schüler, wie Baldinucci bebt 
tet, sondern gins in jungen Jahren nach Venedig, wo um t 
der Grieche Teophaues eine Schule e^egründet hatte, aus wei( 
mehrere Künstler hervorgingen, die dann zur Verzierung 
St. Markuskirche beitrugen. Andrea arbeitete selbst mit ibd 
und schloss sich besonders an Apollonius an , welchen er o* 
Geld und Versprechungen nach Florenz zu gehen bewog 



Tagbret — Tagliaearne, Pier Maria deL tS 

beide Bebrere Jahre arbeiteten. Sie zierten (Lm Gewölbe des Bat- 
tisteriums mtt verschiedenen biblischen Darstel Innigen , die in ein- 
zelnen Feldern erscheinen, und nach (griechischer Weise ansge- 
führt sind. Von Tafi ist di^ sieben Ellen hohe Figur des Heilan- 
des, eine starre byzantinische Gestalt. Bei d^Agincourt, Feint, 
p. ]8* Nr. "12 ist sie abgebildet. Die Bilder genannter Kirche sind 
indessen nicht alle yon Apollonius und Tafi; sie begannen nur 
diesen Cyclus. J. da Turrita, T. Gaddi, A. Baldovinetti D. Ghir- 
landajo u. a. haben ebenfalls Theil an diesen Bildern. Der Pa- 
ter Richa zählt in seiner Beschreibung des Battisterio di S. Gio- 
Tanni die Bilder auf, und nennt eine Reihe von Künstlern, die 
in der Kirche gearbeitet hatten. Ipnatz Hugford entdeckte auch 
ein Gemälde, welches er für Arbeit in Tempera und für Tafi's 
Werk faiek. Später kam es in den Besitz des Malers Lamb. Gori, 
und dann in die Abtei Yallombrosa. Dieses angebliche Tempera- 
bild wurde von M. Carboni für Lastri's Etruria pittrice Nr. IV. 
gestochen. Riepenhausen machte es im Umrisse bekannt Nr. 10 
seines Werkes. 

A. Tafi starb 1294 ^^ 81 . Jahre, wie Vasari^ deutsche Aus- 
gabe von Sehern I. lo6 * . versichert. Er meint» Ajidrea und seine 
Consorten hätten es für ein grosses Glück zu achten, dass sie zu 
einer Zeit lebten , in welcher die allerschlechtesten Werke der 
Kumt nicht allein sehr hoch geachtet, sondern auch mit ausser- 
ordentlicher Freigebif;keit belohnt wurden. Erst der um 27 Jahre 
jüngere Cimabue sucnte in die Knust Leben einzuführen. 

Vasari nennt auch einen /Antonio d'Andrea Tafi, wel- 
cher ein Sohn oder Bruder unseres Künstlers und ein ziemlich 
^er Maler war, von welchem aber schon Vasari kein Werk 
mehr sah. Die Angabe im Almanach aus Rom l8M ist daher 
ohne sicheren Grund, wenn es heisst, dass sich in den Kirchen 
und Klöstern von Florenz noch verschiedene Arbeiten finden sol- 
len. Der lustige Maler Buffalmaco war ein Schüler von Andrea. 
Vasari gibt das Bildniss des letzteren , und nach ihm Bottari. 

Tagbret, s. Tagpret. 

I^aglang, Johann Heinrich, Medailleur, war vermuthlich der 
Sohn des Jakob Taglaag von Augsburg , welcher ISQI Münz- 
meister des Herzogs von rl'alz - Zweibrücken wurde , und noch 
l6l1 in dessen Diensten stand. Heinrich wurde ]621 als Münz- 
meister desselben Hofes bestellt, und war fortan mit kurzer 
Unterbrechung mehrere Jahre als solcher thätig. Auf seinen Ge- 
prägen stehen die Buchstaben H. T. oder ein Monogramm. In 
Exter's Pfälzischen Münzen U. 57. 66- sind S(>lche erwähnt. 

^i'Sliacarne, Giacomo, Edelsteinschneider von Genua, arbeitete 
mehrere Jsdire in Rom, während des Fontificates Innocenz VIII.« 
Sixtns IV., Alexander VI. , Julius II., und noch unter Leo X., 
so dass seine Blüthezeit bis um 1510 auszudehnen ist. Er schnitt 
viele l^rtraite und Figuren in Edelsteine, in Metall, in Holz 
und Elfenbein , und doch soll man kein sicheres VVerk von ihm 
l^ennen. Arbeiten dieser Art sind in vielen italienischen Samm- 
lungen, wo vielleicht diejenigen des Tagliacarne einen berühmteren 
Namen tragen. Camillo Leonardo da Fesaro rühmt ihn in seinem 
«Speculnm Lapidum«^» und auch Soprani erwähnt seiner mit Lob. 

■fagliacarne, Pier Maria del, Bildhauer von Pescia, ein Zeit- 
genosse des Fabstes Leo X.> wird in A. 2&obi*s Notizie storidie 



M Tagliacozza., GiöV. da. — Ts^iapietrar'DiU»* 

ngiiardanti il imp. et reale stabiltmetito ilei lavori dt cominetto id 
> pietre dure die Firense. Fir. f S4l.' erwähnt. Im Cabinete zu Flo- 
renz ist von ihm eine Venus mit dem Amor von deif Höhe eincf 
Palms in Porphyr gearheitet, Al3 der Erfinder der Hunst in Por« 
phyr zu arbeiten gilt Francesco del Tadda, di& Venus unsenj 
Künstlers ist aber nicht mit dem Meissel, wie die. < .Werke Tad^ 
da's, sondern mit dem Schleifrad gearbeitet, dessen sich die Edel* 
• Steinschneider bedienen. Dieser Tagliacarne kommt mit dem g^ 
. - nannten Künstler in keine Bczi^ung. Er ist eine Person- mit un- 
serm Piermaria da Pescia, dessen Familienname .Tagliacaroe. ist, 
wenn er nicht den • Namen »del Tagliarne» von dfem. obigea Gia* 
como Taglicame als seinem Meister führt 

TagliacOZZa, Gioranni da^ Maler , mit seinem Fräsili^aamea 
Lupi, arbeitete in der zweiten Hälfte des j6- Jahrhunderts in Rom. 
Titi schreibt ihm das Altarblatt = in der Capelle Cesarini in Sl 

**' Maria in Aracelisu, nennt aber de» Künstler Vincenzo Lupi oü^ 
dem Beinamen Gio. da Tagliacozza« ' . 

TagliaficO, Andrea , Architekt, geboreii zu Genua um 1745, 
machte seine Studien in Rom nach- den U^erresteo der Uasfi^ 
' sehen Baukunst, und suchte die Formen derselben atitoh. in eige- 
nen Bauten zu vereinigen. Er eriindete in Genua! «len Ruf einei 

' '' vorzüglichen Künstlers, obgleich ec 'voxi dem Getstie der älteren 
Kunst noch nicht vollkommen durcKdrungen wdr« Tagliafico fe* 
hört noch der Uebergangsperiode an. In oenua sind mehrere 6e^ 
häude von ihm. Er errichtete auch die grosse Treppe von ^eif 
sem Marmor im Palast Durazzo.' Später wurde er Professor der 
Baukunst und 1605 corresj^ondirendes Mitglied des. iVanzösItcheo 
Instituts. In det letzteren Zeit arbeitete er an esnem: Werke über 
' ' die berühmtesten Gebäude von Genua, die er selbst gueithn^^ 

und gemessen hatte. 

Tagliani, Domenico, s. D. Tagliavini. 

Tagliani; Ludorico^ Maler, machte sein^, Studio ^an der A);* 
demie in l'lorenk, und gehörte dh in kürzer Zeit zadej^'vonü? 
' liebsten Zöglingen der Anstalt. In der Akademie^ sind einige Freis 
stücke von ihm, worunter eine Zeichnung, welche Roland und ßo 
domont vorstellt, zu den frühesten gehört. Ein Bild in Qel x«i| 
Pyramus und Thisbe, und ein grösseres Gemälde hat eine Episo<^' 
aus dem Leben Alexanders des Grossen zum Gegenstande. B 
stellt den König dar, wie er sich den Pfeil aus der Wunde siehei 
lässt, von welchem er bei der Belagerung der Stadt der Ot] 
draker getrofi^n wurde. Dieses Bild erwarb dem Künstler ei> 
Pension , um in Rom seine Studien zu vollenden« Hier malt 
er 1831 ein schönes Crucifix, welches ebenso wurdevoll io ^< 
Auffassung, als gediegen in der Behandlung befunden ^^^ 
Tagliani malte noch mehrere andere Bilder religiösen und his^^ 
Tischen Inhalts, die zu den bessten Erzeugnissen der neuereo ^ 
' lienischen Schule gehören. 

Tagliapietra , Ambrogio, Bildhauer und ArchiteKt von Mode» 
wird von Vedriani erwähnt. Er rühmt besonders die Decoratio 
der öffentlichen Uhr der genannten Stadt, woran Figuren ttn 
Zierwerke von Probierstein gefertiget sind. Lebte um l54o. 

Tagliapietra, Duca, nennt Vasari einen Bildhauer von Bologn 



Tagliapietra» Giac^.imd Faolo*. ^ Tagliolioi, Fil. SF 

« der sich im Fache der Omanienttk auszeichnete. Er stand mit 
Ercole da Ferrara in Verbindung, und wurde von Fürsten be- 
schäftiget. Blühte um 1520« 

TagliapiBtra, Giacomo und Faolo» Bildhaner und Baumei- 
meister, hatten in Modena Ruf,. und wurden von Ercole II. hoch 
geachtet. Sie fertigten alle Basreliefs, welche den Palast Rangone 
zieren, und lieferten auch viele Werke ins Ausland, wie Vedriani 
versichert. Diese Künstler blühten um 1550* 

TagUapietra,. Luigi und Carlo, Vater und Sohn, Bildhauer 
von Venedig, waren in der letzten Zeit des ]6* Jahrhunderts thä- 
tig, und der jüngere reichte auch noch in die beiden ersten ]6e- 
cennien ties folgenden hinein. In der retchen Capelle del Rosario 
in S. Giovaiini e Paolo .zu Venedig sind Statuen utid Basreliefs 
von ihnen, die aber bereits. das Gejträge des Verfalle» der Kunst 
tragen. Man £ndet auch in anderen Kirchen Venedigs Werke 
von ihnen, welche weniptens su den bessten Arbeiten damalig 
Zeit gehören, jenen einer früheren Periode aber nicht gleidi 
kommen. 

TagUapietra, Giovanni, Maler eu Venedig, wurde um 1806 ge- 
boren, und an der Akademie der benannten Stadt herangebildet. 
Er widmete sich der Historienmalerei, ohne das Genre auszuschlies- 
sen , und erwarb sich den Ruf eines der vorzüglichsten Künstler 
seines Vaterlandes. Seine Bilder beurkunden ein glückliches Ta- 
lent für die Erfindung, Und sind auch mit Sicherheit durchgeiührt. 

Tagliasachi, Giambattista, Maler von Borgo San Donino, war 
Schüler von G. dal Sole, und ein Künstler, dessen Talent zu 
grossen Leistungen berufen war. Er hatte Sinn für Schönheit 
und Grazie, und fand sich desswegen besonders zu Correggio ge- 
zogen. Auch Parmigiano und Guido boten ihm Vorbilder, nur 
fand er nicht Gelegenheit Rafael zu studiren , da ihm seine Eltern 
die Reise nach Rom nicht gestatteten. In Piacenza findet man 
mehrere Bilder von ihm, und im Dome eine heil. Familie, in 
welcher die schönen Köpfe und die Färbung sehr anziehend sind. 
Auch in Parma sind Werke von diesem Künstler, der unter der 
Zahl seiner Mitgenossen Auszeichnung verdient, aber vom Glücke 
nicht begünstiget war. Er starb 1737 im hohen. Alter. Orsolint 
stach nach ihm den heil. Ambrosius vor der heil. Jungfrau. 

TagliaTini, Domenico, Maler zu Bologna, hatte um 1722 de» 
Huf eines geschickten Decorateurs, In dem bezeichneten Jahre 
malte er die Decorationen beim Feste Porcheta, welche Francia 
gestochen h&t. 

Im Jahre 1729 melte ein Domenico Tagliani ähnliche Deco- 
rationen. Dieser Künstler wird mit dem Obigen wohl nicht eine 
Person seyn. Beide werden in der Filsina pittrice erwähnt. 

Tagliente, Giovanni Antonio » ist durch ein Schriftenbuch be- 
kannt^ welches 1545 zu Venedig in 28 Blättern erschien, unter 
dem Titel: Lo presente libro disegna la vera arte de lo excellents 
scrivere 'de diverse varie sorti di lettere etc. 4. Von diesen Blät- 
tern sind 22 in Holzschnitten, vielleicht von Tagliente« 

Tagliolini, Filippo, Bildhauer zu Neapel, war daselbst Direk- 
tor der Modelliranstalt an der k. Porzellan-Manufaktur. Er fertigte 



«8 Tagpret', Pete», I 

selbtt verschiedene Modelle zu Gefassen, besonders imr griechischcii 
Style. Starb. um iBl2. 

Tagpret; Peter, Maler von Ravensburg, ein bedeutender Meister, 
der erst vor kurzer Zeit in die Geschichte eingeführt "wurde, 50 
wie sein Landsmann , der • Bildhauer Schramm. Tagpret blühte 
um i489 > und hinterliess Werke , die zwar )enen des Bart. Zeit* 
blom nicht gleichkommen , aber doch einen diesem Meister ver* 
wandten Geist aussprechen. Die anerkannten Bilder Tagpret's sind 
nicht zahlreich, bei der regen liunstt'orschung .unserer Zeit Tiird 
aber noch manches vergessene Werk desselben zu Tag treten. 

Vor allen erwähnen ^r zweier Gemälde in der Sammlung dei 
Obertribunal - Frocurators v. Abel in Stuttgart, welcher Bilder xp- 
eammenbrachte , in denen namentlich die schwäbische Schule u 
ihrer höchsten Anmuth und tiefsten Innigkeit sich zu erkenoes 
gibt. Von Tagpret sind hier zwei Tafeln , welche der um die Ge* , 
schichte der deutschen Kunst hochverdiente k. Würtembergisch« 
Ober - Consistorialrath C. v. Grüneisen im Kunstblatt l84o S. 4lOi 
beschreibt. Diese Bilder gehörten zusammen , da in der Mitte eia 
Kreuzesstamm war, wesshalb ein diesen Stamm umfassender Engd 
mit dem Obertheil auf dem einen, mit dem nachwallenden Gewandt| 
auf dem andern Bilde gesehen wird. Gregor der Grösse mit der 
symbolischen Taube auf seiner rechten Schulter, Joseph von An-: 
mathea mit dem Salbengetäss und die betende heilige Jungtras! 
sind auf dem einen, Johannes der Evangelist mit dem Buche, 
Nicodemus mit der Arzneibüchse» und ein Bischof mit Krummstab, 
und Kirchenmodell auf dem auideren Flügel dargestellt. Durt i&t 
der Donator mit seinem Sohne, hier die Frau desselben mit^^vvn 
Töchtern , sämmtlich in kleinjBn Figuren , betend und knieend in 
den Vordergrund gerückt, per jetzt störende dunkle Grund de» 
Gemäldes war unstreitig früher vergoldet. Nach Waasen (Kunst- 
werke und Künstler in Deutschland II. 218) spricht sich im Aiu* 
druck der Köpfe ein edles, dem Zeitblom verwandtes Gefühl aas, 
ohne dass es indess zu so schönem und vollendetem Ausdruck 
durchgebildet ist, als bei diesem; denn die Formen sind mager, 
die Hände steif, das Oval und die Nasen der Köpfe länglich und 
einförmig, die sonst kühle Harmonie der übrigens stark gebroch^ 
neu Färbung durch den Gebrauch des Zinoberroths zerstört^ dei 
Vortrag etwas derb. Die Falten zeigen indess einen tehr richtige» 
Geschmack« 

Im Oratorium des Schlosses des Erbprinzen Carl zu Hoheozol 
lern in Sigmaringen sind 7 altdeutsche Tafeln , welche nach dei 
Ansicht E. Mauch's (Verhandlungen des Vereins für Kunst und M 
terthum in Ulm TV. S. 24) Werke der Ravensburger Schule seyi 
mö^en, deren Meister Tagpret war. Jede dieser Tafeln ist 2jF 
hoch, und 2j F. breit, und sie enthalten folgende Gegenstände: I 
die Zusammenkunft der Maria mit Elisabeth, 2) die Vermählung de 
heil. Jungfrau, 3) die Geburt Christi, 4) die Beschneidung, 5 
die Anbetung der Könige, 6) die Darstellung im Tempel, 7) de 
' Tod der Maria. Sämmtliche Bilder sind auf Goldgrund. Die Um 
risse sind sehr sichtbar, Composition und Ausführung tragen eine 
schwerfalligen Charakter. Das Colorit ist nicht klar. Auch di 
Bilder der Sammlung des H. v. Abel unterscheiden sich in ihre 
dunkleren Färbung von anderen schwäbischen Malereien. 

In der Sammlung des Professors Hassler in Ulm sind zw( 
Gemälde, welche früher der Antiquitätenhändler Herrich in R« 
vensburg besass, und die als Werke Tagpret's gelten. Die em 



Tagpret, Peter« -s- TeäOmon, J. J. 99 

dieser AltftfUifelii snigt auf Jeder Seite eine ganze Figur iii ^ Le- 
benserosse , auf der einen den Erzengel mit der Lanze auf dem 
Drachen, und die heil. Rosa mit dem Blumenkörbchen,, auf der 
anderen den heil. Yitus mit dem Kessel und die heil. Ursula, alle 
auf Goldgrund gemalt. Nach der Angabe E. Mauch's (Verhandlun- 
gen des ulmer Vereines II. 1844 > S. 30) ist die Zeichnung der 
Hände und Füsse etwas mager und :Steif , die Draperie ziemlich 
einfach. Die Umrisse sind sehr kräftig, die Farben saftig und leb- 
haft, und die goldigen Ornamente schwarz schrafiflrt. 

Auch in der Sanunlung dea i843 yer^orbenen Kaplan B«ck 
in Weingarten sollen mehrere Tafeln von Tagpret seyn. Diese 
Sammlung kam durch Vermächtniss in den Besitz der Gemeinde 
Altdorf. Weingarten und, sollte veräussert yrerden. Verhandlungen 
etc. Ulm 1843, S. 30. 

y Sebastian, Maler van NördUngen» war^der Sohn des Glas- 
malers Martin Taig von Lauingen, der aber nach Ueinem seiner 
Werke bekannt ist. Sebastian malte 151 6 mit F. Herlen und 
Hans SchaeufTelin den mit fünf Tafeln gezierten Hochaltar der 
Pfarrkirche in der genannten Stadt, und 1544 die Flügel der alten 
Orgel daselbst. Brolliot IL 2533 deutet die Buchstaben ST, wel- 
che sich auf Qemälden mit biblischen Darstellungen finden sollen.» 
auf diesen Meister; allein das angebliche T. scheint eher ein C 
mit überlegtem Messerohen der Formschneider oder Schnitaer zu 
seyn. Tai^ acheint auch Bildschnitzer. gewesen zu seyn; dean.Fio- 
tIIIo (Deutschland I.. 333) sagt, dass dieser Künstler den Altar in 
Kürdlingen gefasst habe, was wir von der bemalten Holzarbeit ver- 
stehen. Dann kann Taig kaum ein Schüler des Michael Wohl- 
gemuth gewesen seyn, wenn er, wie wir angegeben finden , noch 
156o thätig war, 

Taig, Martin 9 s. .den obigen Artikel. 

Taillasson, Jean Joseph^ Maler, geb. z« Blaye 1 745, sollte Kauf, 
mann werden, oder deü gelehrten Studien sich widmen, fand aber 
2ur Theologie eben so wenig Lust, wie zur Jurisprupenz. Er 
schrieb an jede Mauer mit grossen Buchstaben: Ich will Maler 
werden oder sterben, diess schwöre ich bei Rafael! Endlich durfte 
er Maler wcyrden. Er trat zu Paris in Vien's Schule, wo er mit 
solchem Eifer der Kunst sich hingab, dass seine schwache Ge- 
sundheit litt. Dennoch konnte er keinen Preis erlangen, und ging 
daher mit Unterstützung der Seinigen nach Rom, wo er jetzt im 
Verlaufe von vier Jahren die Antike und die Werke Rafaers stu- 
dirte, aber doch kein Rafael wurde. Nach seiner Rückkehr über- 
reichte er der Akademie in Paris eine allegorische Darstellung auf die 
Geburt Ludwig's XIII. , welche ihm den Titel eines Agrce erwarb, 
und 1777 wurde er Ehrenmitglied der Akademie , wobei er das 
Bild überreichte , welches den rhiloktet vorstellt , wie ihm Herku- 
les den Pfeil aus der Wunde zieht. Von dieser Zeit an lieferte er 
eine Anzahl von Gemälden, welche theilweise groisse Vorzüge be- 
sitzen, besonders in Hinsicht auf die "VVabl der Gegenstände und 
auf das Streben nach Wahrheit des Ausdruckes. Wenn sich seine 
übrigens gut gezeichneten Figu^eh etwas theatralisch geberden, so 
ist diess der Erbfehler der französischen Schule. In der Technik 
steht er den besseren Meistern seiner Zeit nach, da er ängst- 
lich war, und nicht alle Theile seiner' Bilder mit gleicher Krat\ 
und Sicherheit vollendete. Er machte auch wenig Glück, da der 



d0 IDOIküoif, feini Soiefhi 

' ^eiyAltige David alleh< Rühm' behauptete; imd viele gute Rümtlerl 
in Schatten stellte. ! 

An die oben genannten Bilder retht $ich das Gemälde, wel- 
ches den Virgil vorstellt, vvje er dem Augiistus ans der Aeneide 
j die Stelle vom Tode des Marcellus vorliest, ein verständig geord- 
netes Bild. Besonderen Beifall erwarb ihm ein« Scene aus dem 
fünften Ahte von Corneille's Rodogune, wo Olympias der Wutk 
der zum Morde bestellten Soldaten gegenüber erscheint. Von die- 
sem Werke spricht* auch Ducis in der Epistel an Vien und setzt es 
hochf an. In den Kopien* herrscht Leben und Ausdruck, nur er-i 
scheinen die Mörder der Bühne entnommen. Von edler und ein-l 
f acher Composition ist dagegen sein Bild von Hero und Leander, 
in lebebsgrossen Figuren, uieraui malte er die Bercnice, wie sie 
dem Ftolomäus Vorwürfe macht, dass er spiele, während die Rich- 
ter das Todesurtheil sprechen, eine reiche und angeblich vortreff- 
lidi^ Co^^dsition mit' Figuren in einer Höhe von 2 Ftiss. Landon 
'^eisst dieses Bild in den Nouvellcs des «rts II. il. vor allen die- 
" ' s es* 'Meisters , und rühmt auch die moralische Tendenz, welche 
• fast in allen Werken : desselben vorherrsche. Alle diese Werke 
'* -gibt Landon in seinen Annalen im Umrisse, so wie den Timoleon 
zu 'Syracus , den Herkules, wie er dem Admet die AJceste aus der 
Upterwelt aeurückbrinfft'lOOS« ein Bild in lebensgrossen Figuren, 
dann das' Gemälde mit Rhadamtst und Zenobia, die letzte Scene 
von- Grebillon's Tragödie 18069 uttd die Psyche in Trauer über 
•die Treulosigkeit des Amor, lebensgrosse Gestalten. Dann malte 
• ' (dieser Künstler auch den Tod des Seneca, Andromache am Grabe 

• des Hector, Eponina und Sabimis 1803> Sappho's Sturz vom Leu- 
cadrschen Felsen und den rasenden Hercule». Diese beiden letzten 

^JBildep erwarb die Gesellschaft der Kunstfreunde, und .man zählte 
sie zu den Hauptwerken TaiUasson*s. Die Besitzer der Werke 

• dieses Meisters stnd uns unbekannt. Einige erwarb der Fürst von 
ISTeufchatel, welchen Taillasson früher in der Zeichenkunst unter- 
richtet hatte. Dieser Fürst fand mehrere Arbeiten im Atelier des 

1 Meisters vor, und kaufte deren nach und nach zu höheren Sum- 
men , als der Künstler gefordert hatte. Dadurch floss ihm auf 
schoncDde Weise eine Unterstützung zu. Eines der letzteren Werke 
stellt den Tod der Dido vor. Einige andere Bilder waren noch 
beim Tode des Meisters vorhanden, die vielleicht unbeachtet w 
rückgestellt sind, so wie es vielen Malwerken aus jener Periode 
erging, besonders solchen von Künstlern zweiten Bfanges, wozu 
man den Taillasson gezählt zu haben scheint. Er war aber einer 
der edelsten, und von streng wissenschaftlicher Bildung. . Für viele 
Leiden und Entbehrungen entschädigte ihn die Kunst, die Wissen- 
Schaft und Freundschaft. Er war Mitglied mehrerer gelehrten Ge- 
sellschaften. *Auch hinterliess er eine Sammlung von Gedichten, da- 
runter eines unter dem Titel : Le Danger des regles des arts, und 
eine Elegie an die Nacht. Im Moniteur und im Journal des arts 
erschienen mehrere interessante Abhandlungen über ältere Meister 
und ihre Verdienste, die dann vollständig in folgendem Werke 
erschienen : Observations sur Quelques grands peintres , dans les- 
qnelles on cherche .a fixer les cnaractcres distinctifs de leur taient. 
Avec un prccis de leur vie. Far Taillasson. Paris 1807, 8» ^ 
Jahre 1809 starb der Künstler. 

Demarteau stach nach ihm eine grosse Büste der heil. The- 
resia mit erhobenen Händen, und mit aufgerichtetem Blick* Dieses 
schöne Blatt ist in) Hreidemanier ausgeführt, roth und schwarx 
gedruckt, gr. roy. fol. Wilicmin staä das BrMBtbild eines Gc- 



to|Mie|i, nh ^r Untenckrift: BiAaB\ ii jeuae encore ftloi :Um- 
risse nach seinen Wecken t. Landon, Aanales IV. Nr. 30. Olym- 
pia , Nr. 54 Herp; yi., iß B^renice, DC« 76 Timoleon; XV. 34. 
Herkules iLi^dl.Adinet» 17. Zenpbia« • i . 

Tailler, ^ TcyUi^ . ..-. 

Taillier, le, $. le Teliicr. ' ' \ .... • 

Tftilor, -,, Taylor. ,..'.. ... . :*!:'!' 

Talämi,,.Ol^zio., Maler YoaReg(po, war Schüler von P. D«6ani. 

nahm aber dann die Carraicci-suin Vorbilde ^ und machte sich die 

HiisstTveise derselbeftiTbllkommen su- eigen. Er machte in: Rom 

^t^igft^tttdi^n, sonoN nach vorhandeaeh Gemälden, als nach: den 

Ueb^rifestent der alten. Blaifctik- und Afchitphtar. . Axd solche Weise 

) läipM inr iseiiken .Gseaekaack, dec .vonwhmlt^ anF das Zai*^' und 

I £al^«)0ilig»- Zut.setoeiK ^fsü^liehsten Werken zählt Lansi zwei 
gieolseLjiind .figurenreiohe ^eraälde im Preisbyterinm des Dom« zu 
Hjiggiov DftUn findet man auch in mehreren hinderen Städten BU- 

( ieff^n;ih»t sowohl > in Frc^cti ab ili Oel, in welchen ermei- 
»\6m Ar<diit6kti4r anbmchfte. . Starb 1706^ Sl« Jidire. 

Talaoi^ 'THereSe, Edeistensohneideria zu: Neapel, w«r die Gattin 
eines .Kunsthändlers» und erwarb si<4i- Ünreh ihre Arbeiten »Ruf. 
Blühte um; 1790* • •- .-*•' '* 

Talayfira, Juan de, Zeichner und Seidensticker zu Toledo, Itand 
im Ruf e grosser G^chicklichkeit. Er fertigte I5l4 im Auftrage 
des: Gardinais CisnAos einen, prächtigen Kirohenomat für dtls Ca- 
Ündral* der genannten QtadU Fiorillo ist mit der 'Lebenszeit die- 
ses Meisters im Iqrthum. , 

• » »«t 

Talbort, Thomas, Zeidiner zu London, löÜle in der zweiten Hälfte 
des t6. Jahrhunderts. Nach seiner Zeichnung von 1580 stach Ju-» 
docus Hundius den Stammbaum der Häuser York und Lan.qaslmr 
münden Wappen der^ Ritter vom Hosenbandorden. \ 

lalbot^ J. MrS., Maletin ±u London, ist durch mehrere s(jiöne 
Goxfipositionen' bekannt', deren sie in Qel' und in Aquarell* aus- 
führte. Von ihr erfunden und gezeichnet sind die Vignetten in 
Gray*s berühmtem Gedichte: The Bard, welches 1837 bei Bentl^ 
in London erschien. Sie führte die Zeichnungen auf- Holz|^latfeh 
aus, welche dann yo^ den berühmtesten englischen Kiinstlern ge«' 
schnitten wurden. 

Die Künstlerin steht vielleicht mit dem Gelehrten TalljtPt in 
Verwandtschaft, welcher 1839 dem Maler Daguerre die Priorität 
der Erfindung der Lich^il^er streitig machen wollt?. S. darübff 
Kunstblatt 1839 Nr. .a3., 

Talec, FrangOlS, Maler zu Paris, ein jetzt lebender Künstler, 
welcher zur jüngeren Generation gehört. Er malt geschichtliche 
Darstellungen und Genifebilder. ,' ' 

•laleides, Vasenmaler^ l?t Aurch eine Vase bekannt, welche, im al- 
ten Style bemalt, Iha^eus mit dem Minotaurus Vorstellt, und in 
^gT.igpnt ausgegraben, wurde. Dieses Geschirr hat die Inschriit.in 



M Tadenli^ Fi« Itwpo* ^ I^bIümii« WilKnn. 

alten Qiaraktiferen t TAAEtjiES SIIOtRZBN. Bei Mülili, Tasei 
ant. II. tab. 6l, Ut eine Abbildung. Das Original befindet sich im 
Museum zu Berlin, wo es Gerhard (Antil^c Bildwerke, Nr. 685 
bekannt machte. Zu Millin^« Zeit war et in Hope's Sammlung 
zu London. 

Derselbe Name kommt auch auf einer neuerlich rn Griechen- 
land aufget'undenep Platte von Silber vor. Bullet, arcb. Ni^oUt 
1843, Nr. XIV. p. 109. 

Talent! 9 Fra JacOpO, Architekt von Nepozzano, getortc dem Do- 
minikaner Orden an, und gilt in ' früheren Schriften als. der Er- 
bauer von St. Maria Novella in Florenz, was noch Ticozzi, der 
Verfasser des Dizionario degli archttetti etc. III. Milano 1833 wie- 
derholt. Cicognara, Storia deila scultura I. 54, setzt ihn eleich- 
zeitiff mit Sisto und Rtstoro» welche wir durch MarcltffcM^ Memo- 
Yie dei piu insigni piltori •— — Domenieani I. S7. -ff.'l<'aU die 
Baumeister der genannten. Kirche^keniien; allein Fta fiBMepb tritt 
erst nach dem Tode (1289) des Fra distn auf den SdiiiQ|>latz, und 
gehört mit seiner Thätigkeit der ersten Hälfte de* t4v Ja^hun- 
derts an. Er führte mit Fra Gio. da Campi den Bau von '*^- Ma- 
ria Novella zu Ende, ..und daher ist es gekommen*, '<t^*"^ "^^ 
wirklicher BaiuiWQister «genommen wurde, wodurch die' genannten 
ehrwürdigen Brüder der Vergessenheit anheim gefallen waren. J« 
da Talenti und G. da- Cainpi bauten auch das 'neue Kloster. Die 
elegante und grosse Capelle der Spanier im Chiostro verde list das 
Werk des Fra Jacopo, und mit Fresken von der Hand des Tad- 
deo Gaddi und Simone Memmi geziert. Ferner bauten sie die 
Brücke alla Qarraja, welche ursprühglfch ein Werk «des Arnoliu 
di Lapo war, aber 1333 bei einet UebeHdiwemmung einstürzte. In 
d^r Storia del Duomo di Orvieto.Roma 1791 p. 271,' erscheint eio 
. Bildhauer Francesco Talenti von Florenz, der 1325 im' Donie ge* 
arbeitet hat. .:::..;. :♦ 

Tali, Vincenzo, soll das Titelkupfer von Ph. Marchione';B. Bellum 
divinum i633 gestochen haben, fol. 

Taliaiy Giovanni^ Bildschnitzer und Zimmermann jlvl Orvieto, 
war daselbst im Dome thätig. Unter seiner Leitung wurden um 
5331 die eingelec^ten 'Holzarbeiten \m Chore der Kirche gefertiget 
Der Architekt Gio. Ammanati war damals der Haup^eister. blo- 

f ria del duomo, p. 275« 

T'allipger, s. Dallinger, 

Tauet , Jakob , heisst in L. von Winkelmann*s Malerlexlcon ein 
Maler, von welchem sich biblische Darstellungen finden. Es ^^ 
' . wahrscheinlich J. Callot darunter zu verstehen. 

Talman, William, Ardiilektvon West-Lavington (Wiltshire), 
stand in Diensten Wilhelm III. von England , widmete aber seine 
Kunst auch den englischen Grossen, die Faläste und Landhäuser 
durch ihn erbauen fiessen. Sein Werk ist der herrliche PÄlast des 
Herzogs von Devonshire in Chatsworth. Die schone Fa9ade w 
in denrdaihals üblichen iulienischcn Style erbaut, und hat einen 
von Filastersäulen getragenen Giebel Das Stiegenhaus ist präcli- 
tig und beqmem , so dass Kent dasselbe beim Bau von HolKham 
' nachahmte. Talman begann den Bau WBl, und lieferte darin eines 
der schönsten Muster der reichen * englischen Palastarchitcktur. 



T!sllgti, Bavtolg. — .TaniMinAi» SduisliiiM. OS 

Froher, im Jahre ifiTt» bautp er den Falaft des Herzdgt von 
Kingston zu Thoresby in Nottinghs^mshirie , welcher nach einigen 
Jahren ein Raub der Flammen wurde. Auch die Faläite Dyn- 
hamhouse ( Gloucestershire ) und Swallowfield (Berkshire) und 
sein Werk, von welchen der erstere beionderi gepriesen wurde. 

Dieser berühmte Kiinstler starb um lÖQO* A. Bannerman hat 
sein Bildniss gestochen. 

Sein Sohn John Talman war Dilettant, und besäst eine vor- 
zügliche Kunstsammlung. 

Talpa^ Bartolo, Medailleur, blühte im letzten Viertel des 15. 
Jahrhunderts, ist aber nach seinen Lebensverhältnissen unbekannt. 
Es finden sich indessen zwei schöne Schaumünzen von ihm , die 
seinen Namen tragen, und lebensvolle Bildnisse der Markgrafen 
FeUerico und Frances.cQ Gonzaga von Mantua enthalten. Im 
Revers der einen mit dßm Bildnisse Federico's befindet sich eine 
mit Henkeln in form des Dreieckes versehene Tai'el mit den 
Buchstaben EFO., und unten steht der Name des Künstlers : BAR- 
TYLYS TALFA. Auf der anderen Denkmünze, mit dem For- 
traite Francesco*s, zeigt sich im Revers der Sturz des Curtins in 
den Abgrund, mit der Utoschrift; VNIVERSAE ITALIAE LIBERA 
TORI. Seiner erwähnt Bolzenthal in den Skizzen zur Kunstge- 
schichte S. 65* 

TalpinOy Beiname von E. Salmeggia. 

'laluchii Architekt zu Turin, baute mit Juvara die Kirche S. Fi* 
lippo daselbst, welche 1806 der Vollendung entgegen ging. 

Tambour^ Beiname von J. van der Does. 



[f Antonio I Bildhauer, einer der Künstler, welche um 
l473 an der Verzierung der Fa9ade der Carthause von Favia Theil 
hatten, man kann aber nicht bestimmen, was er zu diesem reichen 
Bilderschmucke geliefert hat. Sicher kann man annehmen, dass 
nur die tüchtigsten Meister der Lombardei berufen wurden. 

Tamagniy VlncenzO^ soll der Familienname des Vincenzo da 
San Gemignano seyn. 

Tamburin! I Giovanni Maria ^ Maler von Bologna, wurde um 
1590 geboren, und von F. Faccini unterrichtet, bis er sich an 
G. Reni anschloss , dessen Kunstweise ihm fortan zur Richtschnur 
diente. Im Porticus der Conventualen und in der Nunziata della 
Vita zu Bologna sind Frescobilder von ihm, welche Sinn für An- 
muth verrathen. Dann stellte Tamburini auf 20 Blättern die Künste 
und Handwerke dar, welche in Bologna geübt wurden. Diese Bliit- 
ter hat F. Gurti in Kupfer gestochen, unter einem eigenen Titel, 
auf welchem man liest: Nulla sine labore virtus, qu. fol. 

Dann soll Tamburini selbst Landschalten und Ansichten aus 
der Umgegend von Rom radirt haben. Malpc ^agt, dass auf die- 
sen Blättern: Gio. Ma. T.' stehe. Auf ähnliche Weise sind einige 
der obengenannten Folge bezeichnet. Malpc will wissen, däst 
der Künsüer zu Rom in hohem Alter gestorben sei. Im Jahre 
1660 war er noch thätig. 

Tambttrinii SebaStianO^ Ciseleur, arbeitete um 1692 in Pisa, 
lu diesem Jahre fertigte er nadi der Zeichnung von G. B. Fog» 



M Taifitii» FVanx Werner« -^ Tittichäj Nicbfams. 

das praehtTolle sHbem« CtboHuni'itti (Dome zu Piia. Es' wird i 
n drei Engeln getragen , und am Gradino sind die Leid^nssU- 1 
-•'* tionen des Erlösers in Basreliefs dargestellt. Dieses Werk kostete j 
2400O Scudi. I 

{Tamm, Franz Wemer, genannt Dapper, Maler, wurde i65ft 
/ in Hamburg geboren, und von Th. van Sosten und J. Pfeiffer unter- 

• riehtet« Anfangs wollte er sich der Historienmalerei widmen, zog 
aber später ein leichteres Fach vor, und gründete damit seines 

' Ruf. Er malte Blumen und Früchte, die in Gefassen von edlem 
Metall oder von Crystall erscheinen, wobei er auch Vögel und 
Insekten anbrachte. Dann malte er auch Thiere in Landschaf- 
ten, oder brachte Kinder und andere jugendliche Figuren in diesen 
an, welche mit Blumen und Früchten, oder mit Thieren sich zu | 
schaffen machen« - Der grössere Theil seiner Werke besteht in I 
sogenannten Stillleben. Seine früheren Werke sind sehr leicht und 
pastos behandelt, später verwendete er aber auf die Ausführunggrös* 
seren Fleiss , nach dem • Vorbilde niederländischer Meister. Tamm , 

• hielt sich einige Zeit in Rom auf, wo er den Beinamen Dapper er- 
hielt. Später wurde er an den Hof nach Wien berufen, wo er 

' xahlreiche Bilder malte , deren auch ins Ausland gingen. In der 

- . k. k. Gallerie des Belvedere sind vier Blumen- und Fruchtstücke 

von ihm, und drei Gemälde mit Darstellungen in Naturgrösse: ein 

todtes Reh und Geflügel von Hunden bewacht ( fr. v. tarn. fe. A> 

1706); Hausgeflügel mit landschaftlichem Grunde; todtes Geflüed 

und der Jäger mit einem Hasen in den Händen. Auch in der 

' Gallerie zu Dresden sind zwei Bilder: ein paar Tauben, und die 

Henne mit den Köchlein. In der Gallerie Lichtenstein zu Wien 

X sind vier Stillleben, und zwei Kinder mit einem Blumenstrausi« 

in der Landschaft. 

Dieser Künstler starb zu Wien 1724* Pascoli nennt ihn Vsi* 
nertam , und Dapper verwandelt er in Däprait« 

Tamm, Caspar und Franz ^ die Söhne d6s Obigen, übten die 
Kunst des Vaters, scheinen aber weniger bekannt zu seyn. 

Tamniy oder Damm^ P., Maler, war zu Anfang de? 17. Jah^ 
hunderts tliäti^. Hier. David stach nach ihm das BHdniss de» 
Cäsar Cremonius, 4* 

Tamm ^ Maler zu Wien , wird in der Geschichte der 'neueren deut- 
schen Kunst von Graf Raczynski unter den um 1^36 thätigeD 
Künstlera erwähnt. 

TamyruS^ s. Thamyrus. 

Tana, Maler, wird von Bartoli erwähnt, ohne Zeitbestimmung. In 
der Sakristey der Kirche Consolata zu Turin sind einige Bilder 
von ihm. ^ • 

Tanayi s. Tannay und Tatuiay« 

Tanche» Nicolaus ^ Maler und Radirer, irrig Tinekee und Tinckei 

genannt, wurde um 174o in Frankreich geboren. Er malte Gcnre- 
ilder, ist aber weniger bekannt, als er es verdient. Mlle Gtonicr 
stach nach Ihm zwei Blätter, unter dem Titel: L'Ours, und U 
MnrnuJtto, gr. fol. Das erstere stellt einen Tanzbär vor der Hau«- 
thüre vor, das andere einen Jungen mit dem Momelthier. Le Bcsu 



Taner«4i< Füippo. — Tasdkr » . Cbrislopli. OS 

stach €199 Elame mit dem Vogal, un4 alA.GegtiutückTeine itolche 

mit der Scfilange» 

Von grösserer. Bedeutung sind die radirten Blätter dieses Mei- 
sters, die aber feiten vorkommea« Inder Sammlung, des. Grafen 
Sternberg -Manderscheid waren vier solcher Blätter, im Cabinet 
Faignon Dijonval sind aber summarisch deren sechs. aa|[egeben. ' 

1 ) Eine wandernde Dorfcomödianten-Pamilie. Der Alte mit der 
Laterna Magica, vor ihm die schwangere Frau mit drei Kin- 
dern, wovon sie zwei an der Hand fuhrt. Links im Platten- 
raude: N. Tauche in. et sculp. 1769» ^^^chts die Adresse von 
Martinet. Gut radirt» und seitenes Blatt. iL 4 Z. 8 L^ Br. 
5 Z. 4 L. 

Von grosser Seltenheit sind die Abdrücke vor der Adresse 
Martiners, da dieses Blatt ursprünglich nicht in daa Kunst- 
haudel kam. 

2) Ein lahmer Bettler mit der Krücke und seinem Hunde war 
dem Landhause, wo Kindergruppen zu bemerken sind. Un- 
ten links im Rande: N. Tauche mv. et, sc. 1771 • Gut radirt 
und selten. H. 4 Z. 11 L., Br. 4 Z. 2 L. 

3) Häusliche Scene beim Lichte. Ein Mann und drei Frauken 
sitzen am Tische, und links reiniget ein Weib das Kind. 
Unten links im Flattenrande : N. T. sc, recht die Adresse 
von Martinet. Vorzüglich schon radirt und von vieler Wir- 
kung , aber selten zu finden. H. 4 Z. Ö L. , Br. 5 Z. 5 L. 

In Hinsicht auf die Adresse verhält es sich wie oben Nr. i« 

4 ) Eine Gruppe von Bauern vor einem Wirthshause. Nach C. 
P. Derois malerisch radirt. N. Tanchö f'ec. kl. 4* 

5) Eine Frau auf dem bepackten Esel mit deVn Kinde auf dem 
Schoosse. Hinter ihr deutet ein Mann auf eine Gruppe von 
zwei Mannen/ zur Rechten , wovon der eine auf dem Esel ^ 
sitzt. Ohne Namen, kl. 4* 

Tancredi, Fili{)p09 Maler, geb. zu Messina l655, begann in Nea- 
pel seine Studien, und begab sich dann nach Rom, um unter C. 
Maratti's Leitung seine Ausbildung zu vollenden. Er hinterliess 
Tiele Werke , w^che eine reiche Erfindungsgabe beurkunden, und 
durch schöne Färbung sich empfelilen« In Messina und in Palermo 
findet man viele Bilder von ihm. In dA: Kirche S. Giuseppe dei 
Teatini zu Palermo malte er das Gewölbe in Fresco , so wie jenes | 

der Jesuitenkirche daselbst. Tancredi lebte viele Jahre in Palermo I 

und surb 1725. 

iandino , Maler von Bevagna bei Assisi, ist durch ein Bild bekannt, 
welches sich in der Kirche des heil. Jacob zu Spallo befindet. Es 
stellt die Heiligen Jacob und Catharina vor der Madonna dar, un(^ 
ist nach TicozzV bezeichnet: Tandini Benvenuti 1580. Füssly liest 
Tandini Mevanatis. . Dieses Gemälde ist das Werk eines bedeu- 
tenden Meisters. 

•I^andler, Gbristophi Architekt, stand in Diensten des Churfür- 
sten Christian I. von Sachsen, und des Administrators Friedrich 
Wilhelm. Er war beim . Baue der churf ürstlichen Lustschlösser 
Annaberg und Lichtenberg thütig, und machte sich einen solchen 
Huf, dass er zu wiederholten Malen von auswärtigen Höfen be- 
gehrt wurde. So berief ihn 1$86 der Herzog von Braunschweig, 
um das neue Residenzschloss und die liirche in Groningen zu 
bauen, welche sich auf dem Grunde von älteren Gebäuden erho- 



06 • Tan • Ghel -^iia. — Tmji , Ketör. 

beil. Es mirden ihm dabei jShrlloh 150 GnMcn, ein Kleid und 
Yerpfle^nff zugesichert. Sein fester Wohnsitz war in Torgau, m 
l6l7 seine Wittwe lebte. Diese Nachricht fliesst aus der Leichen-I 
rede seines Sohnes, des Arztes Tobias Tandtfer. Quedlinburg 1727.I 

Tan-Chet-CJua, Maler, ein Chinese, wurde 1773 Mitelied der 
Akademie in London. G. Zoffani malte damals alle Mitglieder auf 
einer Tafel, und darunter auch den Chinesen. Dieses Bild hat 
/ Earlom geschabt. 

Tanella^ Maler, lebte im 17. Jahrhunderte zu Venodig. Er malte 
Genrebilder, und hinterliess auch Zeichnungen. 

Tanella, Ottavio,fi. o. Janella. 

Tangena^ J.^ Kupferstecher und Kunstverleger, war um l68oinden 
Niederlanden thätig. Es findet sich seine Adresse aut Blätteru vod 
Suyderhoef, G. ValK, u. a. Das Bildniss des Hermann Langelius 
soll von ihm .selbst gestochen seyn , Copie nach H. Goltzius. 

Tangermann^ Christian, Fortraitmaler aus Westphalen, wurde Ulli 
1760 geboren , und stand als Künstler in Ruf. Er malte Bildnisse io 
Oel, und besonders in Miniatur und Pastell. Seine Köpfe sind spre- 
chend und meisterhaft behandelt. Er lebte viele Jahre m Berlin, ^0 
Professor Vogel von Vogelstein l8l2 sein Bildniss zeichnete, um es 
seiner Portraitsammlung einzuverleiben. Starb um l824« 

In Dresden lebte ein Architekt Namens Tangcrmann. Er baute 
wahrscheinlich das Real- und Armenschulhaus in Friedrichsstadt' 
Dresden, da der Plan und der Aufriss desselben unter seinem >'* 
ihen 1787 gestochen wurde. Starb 1808« 

Tan je 9 Fieter^ Kupferstecher, geboren zu Bolswart 1706» ^M 
schon in jungen Jahren Lust zur Zefchenkunst , konnte aber alj 
Knecht des Rangschiffers von Bolswart nur in Nebenstunden sieb 
mit der Kunst abgeben. Er stach Zierathen für Tabaksdosen, um 
hatte schon einige Fertigkeit erlangt, als Jakob Folkema den H 
und zwanzig jährigen Schiffsknecht beredete, sich ausschliesslid 
der Kupfer Stecherkunst zu widmen. Tanje blieb jetzt in Amster 
dam , besuchte mit Eifer die Akademie , um sich im Zeichnen zj 
üben, und da er schon früher in Handhabung des GrabsticheU 
Fertigkeit erlangt hatte , so galt er in kurzer Zeit als geschickt« 
Künstler. Im Jahre 1734 und 1737 erhielten seine zwei prossa 
Platten nach Malereien von Parmesano allgemeinen Beifall, uw 
man betrachtete ihn bereits als einen der vorzüglichsten nlede^ 
ländischen Kupferstecher. Tanje lieferte zahlreiche Portraite, ^ 
runter jene Friedrichs II. von Preussen, der Fürsten aus dei 
Hause Oranien und Nassau , die Blätter In J. van Gool's W«» 
und mehrere andere Bildnisse nach berühmten Meistern mit Loj 
genannt werden müssen. Dann fanden auch die von Tirion be^ 
ausgegebenen biblischen Darstellungen, die Blätter nach C. Troo^ 
u. a. grossen Beifall. Er musste auch vieles für den Buchhandj 
arbeiten, aber selbst diese kleinen Blattet sind geschmackvoj 
Seine letzte Arbeit war das Familienbildniss des Baron von Erlad 
welches er aber nicht mehr vollenden konnte. Er starb I76l< 

Die Blätter dieses Nachahmers von Houbracken sind s^ 
reich, und schätzbar, selbst die kleinen Titel und Vignetten, M 
jene zu den Theatern Scaron's, zur Ausgabe von Ri&elais We| 
kcn 3 B. Amsterdam 174l« etc. 



1) Pister Tmai^t balbe Fifur «tfi TUche, auf welfbem ein 
Abdruck seines Stiches tür das Dresdner Gallenewerk liegt 
Quinkhard pins. P. Taniö sc. 1700. 

Auf dem folgenden Blatte ist der Künstler ^n jüngeren 
Jahren dargestellt. 

2) J. M. QuinKhard sitzend vor der Staffelei, auf weldier das 
Bildni^s Tanjc*s steht. (Tatije by te plank), nach Quink- 

• hard', gr. fol. 

3) Kaiser Carl V. vom Genius des Ruhms gekrönt, nach dem 
> schönen Bilde von Rubens in der Gauerie zu Dresden» 

gr. fol. 
I. Vor der Schrift, 
n. Mit derselben. 

4) Willem I. Prins van Oranje, der Befreier der Niederlande , 
genannt der. Schweigsame. Nach M. Mirevelt , fol. 

6) Willem II., Prins von Öranje, nach G. Honthorst» fol. 

6) König Friedrich III. von Preussen, nach A. Pesnc. Oval fol. 

7) Wilhelm V. Prins van Oranje, Erbsiadihouder, Gapitein- 
General etc., nach P. de la Croix 1755* Schön gestochenes 
Blatt, gr. fol. 

8) Prinz Eugen von Savoyen, General, Büste nach J. van 
Schuppen. Oval von Trophäen umgeben, gr. fol. 

9) Herkog von Marlborough, General, nach A. van der Werff» 
Oval' mit Trophäen gr. tbl. 

10) Willem Friso Prinz von Oranien, General, nach Yelders. 
Oval mit Trophäen, gr. lol. 

U ) Willem Carel Hendrick Friso , Prinz von Ofanien Nassau, 
Kniestück mit dem Commandostabe, nach J. Foumiet 1733» 
gr. fol. • 

Im ersten Drucke vor der Schrift. 

12) Willem Carel Hendrik Friso, Oval von Amoretten getragen, 
nadi G. Sanders 1750, ioh 

13) Derselbe Prinz, auf landschaftlichem Grunde, nach G. San- 
der, gr. 4* 

t4).Anna von Braunschweig-Lüneburg, Gattin des Prinzen Friso ^ 
Gegenstück zu obigem Blatte. 
- 15) Christina Königin von Schweden, in einem Lorbeirkranze, 
Nach S. Bourdon, fol. 

16) Johann^ Jacob Mauritius, General-Gouverneur von Surinam, 
.nach A. Schuman 1753 t foh. . ^ 

17) Das Familienbild des Baron von Erlach, nach A. Pesne» 
Grave a Teau-forte par P» Tanje 1700 fini, chez D. Berger, 
gr. qu. fol. t . 

18 ) Willem van Haren , halbe Figur in ovaler Einfassung, nach 
Akkema, fol. " ^ 

IQ) Martinus Lutlverus. L. Cranach pinx. Id. sc* 1754« 4» 

20) Gustav Wilhelm Baron Von Imhof, als Gouverneur von Nic^ 
derländisch - Indien , mit dem Commandostabe, 1795 1 nacli 
Ph. van Dyck, gr. fol. 

Im ersten Drucke vor der Schrift» 

21 ) Thomas Fhilipfus , Presbyter Cardinalis de Alsatia » sitzend 
in seinem Cabtnete, nach Egidius Smeyer«, fol. 

22) Gerard Callenbiirg, Lieutenant* Admiral, mit dem Commando- 
stabe, in der Ferne KriegschiCTe. Nach J. YoUevens 175Ö» fol« 

237 Sür John Ligonier, Colonel of oue of bis Majesty*» Re«i. 
ments of horse, etc. Zu Pferd auf hmdschaftlichem Grünau* 
in der ferne eine Schlacht. Nach J* Fouruier 1747» gr. icA, 

KagUr's KünstUr-Lex. Bd. XVIIL 7 



0S Tss]^, PieCer. 

t4) Carotus LinnSus. Ohne Namen de» Aden, fbl. 

2S ) Johannes a Mark Frisius, nach 'D^ M. L. Court 174S» (M fol. 

26) Petrus Noordbeck» Fredihant te Amsteldam» nach QuinK- 
hard» fol« 

27) Johannes Flantinus, nach demselben, fol. 

28) Guilielmus Jrhovius, nach Quinkhard, fol» ' 

29) Joannes Esgers, Theologiae Doctor, nach J. M. QuinUuml 
174l, gr. foh 

30) Albertus Voget, nach Quinkhard, fol. 

31) Petrus Wesseling, Professor in Utrecht, In ovaler Einfas- 
sung mit allegorischen Figuren. Nach Quinkhard l74l» toi« 

32) Jacobus Boon, nach Quinkhard 1752» Oval fol. 

33) J« Oosterdyrck Schacht, mit einem Buche, nach QuinKhard 
1753, fol. 

Im ersten Drucke vor der Schrift. 

34) Josephus de Longas, nach Quinkhard, fol. 

35) Fagelius, sitzend mit dem Buche in seiner Bibliothek, nach 
G. J. Xavery 1747, fol. 

36 ) Wilhelmus Vink, Med. Dr. , nach G. Backhuysen. Oval fol. 
, 37) Benjamin de Arissac nach L. F. du Bourg 1795. Oval toL 

38 ) John Locke , nach G. Kneller , gr. 4* 

39) Franfois Rabelais. Ohne Namen des Malers, 1730» gf* 4* 

40 ) Cornclis van Oeveren , nach ^G. Bakhuyzen , gr. 4« 

41) Louis Racine. Oval 8. 

42) Jacob de Groot, nach Quinkhard, fol. 
) Charles RoUin, Geschichtschreiber, nach- C. Coypel, 8. 
) Johann Beukelman, Bedienaar der goddelycken Woordiift 

t'Gravenhage , nach P. M. Brasscr 1751. fol. 
Im ersten Drucke vor der Schrift. 

45 ) Samuel Barovius , Pastor Venendalensis , nach J. B^pi ^^^ 

46) Johann Gustav Reinbeck, nach A. Pesne 1747. Oval i'ol 

47) ßartolomäus Deichmann. Ohne Namen des Malers SW 
Oval fol. 

48) Jacob Johannes Eliza Capitain, Y. D. M. op d'Elmina, eii 
mauritanischer Geistlicher, nach Ph. van Dyck, fol. 

49) Jacobus Kreits, sitzend im Kniestück, mit der Feder in ^^ 
Hand, fol. 

Im ersten Drucke vor aller Schrift. 

60) GeorgJWalchius. Ohne Namen des Malers 1739, gr. 4* 
51 i Paul Desforges Maillard. Oval 8* 
52) Gabriel Dumond. Oval 8* 

S) T. G. van den Wyngaard. Oval 8« 
) Lambertus Klaasz Acker. Oval 8* 

55) Aldert Volkerts. Oval 8- 

56) Smitius, Mönch, nach Quinkhard« Oval gr. 8« 

57) N. van Effen. Oval 8* 

58) Solnizius, Musikmeister, nach H. van der Aly. Ovalgr.i 

59) Wigboldus Muilman, nach H. J. Serin. Oval 4* 1 
dO) Dr. L. Heister, und Dr. H. Alhoorn, zwei berülimte Aerfl 

von allegorischen Figuren umgeben, nach Quinkhard, to{ 

61) Geriiardus de Wim, foU 
42) Bildntss eines Gelehrten, nach F. van Dyck. Oval gr. 8* 



63) Joseph und Putiphav^s Weib, halbe Figuren nach C* Cign« 
tur das Dresdner Galleriewerk. Octögon, fol. 
Im ersten Drucke vor der Schrift. 



IbQlö, Pietcr. ^M 

(O.Dio G«iiiul Qlrali. Maria luflat die Decke des Rindei, 
linlis Joseph, in der Ferne diß Vorküiidigunfi: La Nativitö« 
De Geboorte. Nach A* Bloemaet, gr« IqI. 

Im frühen Drucke vor der Adres&e Tpn Fouquet jun. 

65) Jesui, Maria und Joieph, foU 

06) Der Leichnam Jesu am Grabe Ton drei Enireln teweinr, 
nach Gius* Salviati^s Bild i'ür das Ocesdner Galleriewerk ge- 
stochen« gr. £ül. 

67) St. Cäcilia, die Orgel spielend von Engeln umgeben, nach 
F. Parmegiano 1727, fo*. 

68) Die büsscnde Magdalena, nach F. Fagani für das Dresdncr- 
Galleriewerk, gr« qu. fol. 

69) Reich verzierter biblischer Tilcl, zu Leyden radivt, kl. fol. 

70) Eine Folge von 7 Blättern nach den Gemälden von Lairesse 
im Rathsaale im Haag, iju. ful. 

71) Die Fensterccmälde in der Kirche des heil. Johannes zu 
Gouda, 8 Blatter, gr. fol. 

72) Tarquinius und Lucretia, nach L. Giurdano, für.d^ JP^cesd*' 
ner Galleriewerk 1752, gr. qu. !ul. 

73) Venus mit den Waßfeu des Mars, nach Th. van .Tlnddenfs 
Bild im Oranier Saal , gr. ful. 

?4) Die Cyclopen in der Schmiede des Vulkan, nach dema^lJt^em 
beide Blätter schön gestochen . gr. fol. " ' 

75) Der Raub der Proserpina und ein Tanz von Amoretten, 
nach F.Albaui für das Dresdner Galleriewerk, s. gr. qu. fol. 

76) Venus und Adonis, nach N. Poussin, qu. 4» 

~ Im ersten Drucke vor Basan's Adresse. 

77) Flora, nach F. Parmegiano 1734» fol. 

78) Der Arzt des Corrc^gio, Bildniss eines Mannes, nach Cor- 
reggio für die Dresdner Gallerie gestochen 1754 » gr. fol. 

79) Ein sitzender bärtiger Greis mit Bcircl, nach Kcmbrandt's 
Bild in der Dresdner Gallerie» und für das Galleriewerk 
derselben, fol. ' ' 

' Im ersten Drucke vor der Schrift. 

80) Eine bejahrte Frau, halbe Figur nach Rubens* Bild in der 
Gallerie zu Dresden» von C. Hutin gezeichnet. Unten das 
Wappen, und: Quadro e%c^ ful. 

Im ersten Drucke vor der Bchrifit» 

81 ) Le petit concert. Gruppe von zwei Frauen und Männern 
vor einem Hause, nach Ochlerveldt, fol. 

82) De Beeren Rechtbank te Pnitervcen. Le Barreau des pay- 
Sans etc. Der holländische Gerichtshof. Links ein weinen- 
der Bauer unter dem Geweih eines Hirschkopfes, rechts 
seine Braut, nach C. Troost, gr. qu. fol. 

Im frühen Drucke vor der Adresse des Fouquet jun. 

8a) La n^echänte cabaretiere a Puiterveen» nach C. Troost» 

fr. qu. fol. 
roposition de mariage aus parens de Sarotte. Gruppe von 
vier Figuren in komischem Charakter, nach C. Troost.' Punt 
et Tanje scul^serunt 1754* Das Seitenstück zu A. |iadigues' 
L'amant deguise, gt. fol. 

Im ersten Drucke vor der Schrift. 

85) Eerste en tmeede Corps de Gardes van hoUa&d'sche OfficierS« 
Holländisch« Wachtim»e. mit Gruppen von mehntr^n Figu« 

7* 



MM Tanjena. — Tank» Heinrich. 

reo, nach C. Tvoost Punt et Taa.)^ senl^senint'lTM* Zw« 
Hanptblätter»^. qü* fol. 

Im eriten Drucke Tor der Schrift. 

86 ) Chambre d*accouchee hollandaise , nach C. Troost , ». gr. 

qu. fol. 
67) Lb6 phüosophes ou la fiUe echappee» Gruppe Ton siebeo 

Figuren, nach C. Trooit, $. gr. qu. fol. 
fi8) Lc noce de Clorus et de Rosette, nach demselben, s. gr. 

qu. fol. 

89) L'amoureuse Brigide , nach C* Trooit, foL 

90) L*amant peintre, nach demselben, fol. 

91 ) La fausse vertu, nach demselben, fol. 

92) La fillc rusce, nach demselben, fol. 

95) Die drei Kartenspieler, halbe Figuren, nach M. A. da Carrip 
vaggio, für das Dresdner Gallerie^erk gestochen, gr. qu. fol 

94) Einige Darstellungen aus dem Don Quisotte, nach Boucher 
Cochin, Tremolieres , qu. fol. 

Tanjenä, s. Tangena. 

TamÖre, s. Tasnürc. 

TdnlCy Heinrich 9 Maler, einer der vorzüglichsten jetzt Uhenh 
lyieister, wurde 1 808 «u Hamburg geboren, gebort aber Däne 
.' mark' an , da er von Jugend auf in Copenhagen lebte , no seil 
Vater* Kaufmann ist. Er besuchte die Akademie der Künste ij 
jener Stadt, und hatte bereits grosse Fertigkeit im Malen, als ei 
t835 sich nach München begab, wo er m kurzer Zeit, seineD 
Ruf gründete. Der Gegenstand seiner Gemälde ist das Leb«" 
xur See in mannigfaltigem Treiben. Er stellt Häfen und Küsten 

fegenden dar , mit Figuren beim täglichen Betriebe , oder lä« 
chifi^e auf der ofiFenen See den Blick vorübergleiten, wobei aus» 
den mächtigen SchifiFsformen auch mannigfaltige Scenen das Iij 
teresse des Beschauers erregen. In kleineren Seebildem erseht 
nen Fischerboote, oder es rudert ein einzelner Schiffer oder ein 
SchiSerin auf dem klaren Spiogel des Wassers hin, theils in iruM 
«er, theils in andächtiger Stimmung' bei abendlicher Beleuchtuu 
Seine Gemälde sind von ausserordentlicher Klarheit und Reim 
der Färbung. Das Wasser, die SchilTe, die Figurenstafiage, Allj 
ist mit Meisterschalt behandelt. Seine Bilder sind sehr gescbätj 
', und weit verbreitet, einige von bedeutender Ausdehnung, aade 
in kleinem Formate. Unter seinen Bildern nennen wir folgesi 
in chronologischer Ordnung: zwei scliiffbrüchige Matrosen t 
.einem umgestürzten Boote, Strandscene an der Nordsee tSS 
Strand an der Nordsee bei Winterzeit 1808 ; ein Fischermädch« 
das Ave Maria betend, Lootsen zur Fregatte segelnd, das Ei 
leben an einer dänischen Küste, ein reiches Bild mit Schlittschu 
läufem , Lastfahrern , mit ankommenden Fischern und Fiscberi 
^ ' nen, im Besitz des Fräulein Medicus l838, Ave Maria auf d< 
. , See, ein Fischerboot l83y; zurückkommende Fischer vom HäriD| 
'. ' , fange, Seestrand bei Sonnenuntergang, kleines Bildchen l84o; Sd 
. * nenuntergang am Meeresstrand, Strandscdne an der dänischen Kü^ 
"W Besitz des Freiherrn von Schweizer i84l ; Schiffe im Hafen, < 
nische Strandpartie, der überstandene Sturm 1842; zwei Marii^ 
1843; Strandpa^tiä 1845; ein Firatenschiff mit reicher Scaffsi 
"*' eines der grössten ' und meisterhaften Bilder |845 u. •• w. Aus i 
. sen Bildern ist det Inhalt der Werke dieaes Meistert zu ersebi 



Tann« Pettr von der. — Tanneuri Philipp. iOi 

TanOy Peter TOn deri Maler, war um]ll628 zu Freiburg in Sach- 
sen thätig. Scheint wenig bekannt zu seyn. 

Taanaji 6. Taunay. 

Tanner ^ Augaat Heinrich , Maler, lebte in der^ ersten mme 

des 18> Jahrhunderts in Nürnberg« Er malte Fortraite. Ein sol- 
ches des David Dothe ist von ihm, oder nadi ihm gestochen, 8* 

Tanncr, Johann » Zeichner und Maler, wurde um 1770 zu Rich- 
terschweil am Zürichersee geboren, und übte in Uerisau seine 
Kunst. Er malte Fortraite in Oel und «Aquarell. Auch Genre- 
bilder finden sich von ihm, gewöhnlich in Wasserfarben gemalt« 
Starb um 1820. 

Tanner, Johann Jakob 5 Zeichner und Kupferstecher zu Mainz, 
wurde um tSOO geboren. Er zeichnete verschiedene Ansichten, 
besonders von malerischen Gegenden am Rhein. Eine Anzahl der 
selben hat er in Aquatinta gestochen, unter folgendem Titel: Vier 
und zwanzig l^hcinansichten von Mainz bis Cöln, gez. und in 
Aquatinta ausgeführt von J. J. Tanner, qu. 4« Es gibt Abdrücke 
auf farbigem Papier , welche zu den' schönsten gehören. 

Tanner y Johann Christoph , Medailleur aus Sachsen -Gotha, 

kam um 1733 nach London, und wurde später an Crocker*s Stelle 
Obergraveur an der k. Münz^. Er schnitt als solcher Stempel zu 
Münzen und Medaillen. 

Taoner, Johann Sigmund^ Medailleur, arbeitete in London, 
QQd wurde 4o Jahre an der k. Münze beschäftiget. Starb ^1773, 

iaflner, Leonhard^ Portraitmaler, geb. zu Lützelflüh im Canton 
Bern um 1810, hat als Künstler Ruf. Seine Bildnisse sind charakte« 
ristisch aufgefasst und trefflich gemalt. Im Jahre 1844 wurde jenes 
des Professors Scheitlin gerühmt. 

Wnner, Rudolph , Maler, geb. zu Richterschweil um 1775, musste 
sich in seiner Jugend dem Schwertfeger Handwerk widmen , übte 
sich aber nebenbei auch im Zeichnen, so dass er zuletzt das 
Handwerk mit der Kunst vertauschte. Im Jahre I806 erregte ein 
Aquarellbild Aufmerksamkeit, welches den Abschied eines Rekru- 
ten von seiner Familie vorstellt, und in Chodowiecki's Weise auf- 
jefasst ist Er war in Allem sein eigener Lehrer, brachte es aher 

\ aurch fleissiges Studium der Natur, und durch verständige Uebung 
im Technischen zum Ruf eines tüchtigen Malers. Anfaugs malte 
er Bildnisse und Landschaften nach der Natur, und in Aquhrelf- 
leichnunjven fasste er mit Glück Scenen aus dem Leben auf. Auck 
m historischen Darstellungen wollte er sein Glück versuchen, wo- 
zu er den Stoff aus der alten römischen Geschichte , dann aus 
RlopstocVs Messiade und aus Ossian's Gesängen entlehnte ; allein 
seinem Talente war das Genre angemessener , und zuletzt pflegte 

[ cf dasselbe ausschliesslich. Es finden sich von ihm einige gelungene 
Charakterbilder, und überdiess schöne Copien nach guten Mei- 
stern. Solche malte er in München, wo der Künstler I8l4 seiner 
weiteren Ausbildung oblag. Starb um 1830. 

"anuert, David, Maler, arbeitete um 1760 in Sachsen. J. de 
Sysang stach nach ihm das Bildniss des Predigers L. Döring. 

oüneur, Fhlllppf Seemaler zu Paris, einer der berühmtesten 
franzosischen Künstler des 19. Jahrhunderts, der mit Gudin und 



ilOar . Taiinievot, Jeaa. ^ Tatat^to, Oüiifrio. 

. : Vozin auf gleicher Hphe steht Er wijviefiB ^»eh anfan^ der ffi- 
storicäfmalerei , und' zierte einige Landschaften mit historischer 
Staifage, die zu seinen früheren Werken gehören und eines gros- 
sen Beifalls sich erfreuten. Hierauf malte er mehrere -See- und 
Hafenstücke , die nicht geringeres Lob erhielten, und bald zahlte 

' • man ihn zu dati ausgezeichnetsten Seemalern Frankreichs; ' Er h^ 
reiste dieses Land nach allen Richtungen , . und machte auch in 
Italien zahlreiche Studien , so dass jetzt seine Werke eine grosse 
Abwechslung bieten.^ Es zeigt sich in diesen ein Streben nach 
brillanter Wirkung, in der Behandlung sollen aber mehrere seiner 
Bilder gläsern erscheinen.' Andere sind dagegen von ausgezeich* 
neter Schönheit ; so *das Bild des Mondscheines im Palast Luxem- 
bourg, und die herrliche Ansicht der Küsten der Normandie, nach 
Graf A. I^aczynski (Geschichte der neuei^en deutschen Kunst L| 
vielleicht das schönste Werk dieser Art. Andere Werke dieses 
Meisters sind im Besitze des Kaisers von Rtissland. Er erhielt 
nämlich 1835 den Auftrag, die russischen Seehäfen zu malen, und 
es ifvurden ihm 150000 Rubel bedungen. Der Hünstier hielt sich 
zur Begründung seiner Arbeit zwanzig Monate in Rucsland auf. 
Im Jahre 1837 malte er auch eine grosse Ansicht von St. Petersburg. 
Die Gemälde dieses Meisters sind bereits zahlreich und dati-| 
ren ungefähr von 1826 an. Wir nennen noch folgende als die | 
vorzüglichsten :, Den Kampf des Yengeur 1827; Ansiäit der Rhede| 
von Marseille, Ansicht der Stadt Marseille, Ansicht des Lazarett 
dieser Stadt l83l ; Mondschein auf der Rhede mit Sdiiffen l835l 
Ansicht des grossen Canals in Venedig, die französische Fregatte 
Belle «-Poule 1844; viele kleinere Seestücke von geistreicher Auffas* 
süng und Behandlung. 

Tannevoty Jean, Architekt, wurde um 1685 in Paris geboren,] 
wo er in der Folge den Ruf eines verständigen Künstlers griindcie. 
Er wurde 1717 zum Mitglied^der Akademie ernannt, und halte| 
dann als königlicher Baumeister mehrere Bauten zu leiten. Uebe^ 
diess fertigte er' viele Pläne zu Privatgebäuden, die namentlickj 
wegen der Zweckmässigkeit der inneren JBintheilung gerühmt ^ 
den. Starb um 1760. j 

Täntaritli^ GarlahtOlrio ^ Bildhauer, wird vonBartoli erwähnt li 

' der Augustinerkirche zu Turin ist das Grabmal des Cardinais voi 

Tournon sein Werk. Seine Lebenszeit bestimmt Bartoli nicht nähA 

Ttote» Maler zu Paris, einer der jüngeren französischen KümtlA 
ist durch Bilder in Oel und Gouache bekannt, Aul' der Aosfl' 
lung von 1842 sah man deren. 

Taiiteriy Valerio, Maler von Florenz, war Schüler von Cristofon 
AHori, aber von keiner grossen Bedeutung. Die Copien nach da 
Werken seines Meisters sind das Besste , da sie Allori öfter rf 
touchirte« In eigenen Compositionen leistete er wenig; in S. Ai 
tonio zu Pisa ist ein schwaches Bild yon l6o6» die Heimsuchul 
Maria vorstellend. Baldinucci saigt, dass dieser Tanteri Garderobii 
des Herzogs von Toscana gewesen sei. 

Tantiy Domenico ^ Kupferstecher zu Rom» stach mehrere Sutue 
für das Mused Pio - Clementino. 

Tantillo, Onufrio^ Maler, soll durch das Bildnis» eines Fhilad« 
phus Mugos, welches Joseph Niger gestochen hat, bakannt sef 



Tantbi Piatro, Maler su Venedig, war Schüler Ton Lud. Gallina, 
und widmete sich der Historienmalerei. Er ist seit i830 Castot 
der AJ ^ a d emie in Venedig« 

TaaU, Victor I Maler, erscheint 1537 als MitgUed der Bruderschaft 
des heil. Lukas in Antwerpen. Das Bniderschaf tsbueh , welches 
l454 beginnt) ist noch vorbände», und in dieses ist auch Tantx 

eingetragen. 

TaouSi Peter 9 Bildhauer, arbeitete in Rom, und starb daselbst f6$7. 
Sein Sohn Hess ihm in St« Maria della Scala eine Grabschrift se« 
tien, welche iü früheren Reisewerken erwähnt wird. 

TanziOi Antonio ^ Maler von Alagna im Gebiete von Novara, wird 
von Bartoli und Länzi gerühmt. Er malte zu Mailand mit Car* 
loni im Wetteifer, und hinterliess in Varallo rühmliche Werke, 
tvorunter die Fresken gehören, welche er in einigen Cap eilen aus* 
führte. In S. Gaudenzio zu Novara ist ein Gemälde, welches die 
Schlacht des Senacherib vorstellt, eine lebendige Composition. Dana 
fertigte er auch viele Staffeleibilder, welche in Gallerien aufbewahrt 
werden, und die in Zeichnung und Färbung Vorzüge besitzen. 
Ausser den historischen Bildern malte er auch Architekturstücke« 
Dieser Künsder starb l644t ungefähr 70 Jahre alt. 

TmiOy Giovanni Melchiore^ Maler und Bruder des Obigen» 
hinterliess ebenfalls mehrere Werke, die aber an Verdienst jenen 
des Antonio nicht gleichkommen. Nur in der Färbung sprechen 
fie an. Man findet deren in Kirchen. 

Taperit, s. Taberith. 

Tapia, D. IsidorO de, Maler, geb. su Valencia 1720. war Schü* 
Icr des Evaristo Munnoz, und machte sich durch schätzbare Werke 
hckannt, dio sich besonders von Seite einer angenbhmen Färbung 
empfehlen, wie die Bilder eines Altares in S. Bartolumeo, und jene 
eines Oratoriums in Carmen Descalzado zu Valencia mit der heil« 

I Theresia und den Kirchenvätern. Im Jahre 1743 wurde er Professor 
der Akademie in Madrid, und. verblieb daselbst nach einem kur» 
zen Aufenthalte in Portugal bis an seinen 1755 erfolgten Tod. In 
der Akademie von S. Fernando ist ein Gemälde von ihm, welches 
das Opfer Abrahams vorstellt, wie Bermudez nach Orellana angibt« 

Tapia I Pedro Jaan de^ Maler, blühte um 1580 in Madrid, und 
stand daselbst alrMann von Erfahrung in Ansehen. Im Jahre 1586 
erhielt er vom Hofe den Auftrag, mit Geronimo Estevan einen von- 
Franc, de Ayala und Jose Gonzalez ausg'^ tührtcs Altarwerk in der 
Kirche zu Andilla zu taxiren. Sie setzten die Forderung von 
617,899 Realen auf dio Hälfte herab. Tapia selbst malte kleine 
Pferdestücke. 

Tapinois, Kupferstecher, arbeitete um 1^90 — 1810 in Paris. Es 
finden sich Bildnisso von ihm, wie jenes von Bonaparte, nach 
Oucrin, von Pichcgru, nach Rodigues u. a. Sie sind punktirt. 

Tappe, Wilhelm y Architekt von Lüdenheid in Wesiphalen, begann 
seine Studien in Casscl , und begab sich dann zur weiteren Aus- 
bildung nach Berlin» wo 6r an der k. Akademie seinen Cursus 



tot Tappe« /MUe« Annainie« -«* twnrnl, Hiigues. 

Tollendele. Später trat er als Conducteiir tu dkik preusskehen 
Staatsdienst» war aber zugleich auch Lehrer an dem Erziehung»- 
Institute in Lüdenscheid. Da gab er i805 Uebungen im freien j 
Zeichnen heraus, ein Werk, welches lOO. Blätter mit Text enthält, 
und in kleinem Formate erschien, 4. Aufl. l831* Hierauf folgten 
Vorübungen im Schreiben und Zeichnen, welche sich auf 12 Blät- 
ter belaufen , und Blumen und Früchte zur Uebung im Zeichnen j 
2« Ausg^ Essen , s. a. Dann wendete Tappe auch sMne Sorge den | 
Denkmalern der deutschen Baukunst zu, besonders in Soest AU 
Resultat dieser Studien üt folgendes Werk zu betrachten : die Alte^ 
thümer der deutschen Baukunst in der Stadt Soest. Mit 6 Steinseidi- 
nungen« Essen 1823 und 24* 4- Auch zur Begründung eines neuen 
Baustyls arbeitete er Blätter aus, die von l8l7 an heftweise erschei- \ 
nen sollten. Tappe lebte auch einige Zeit in Detmold, wo er in 
seinen historisch-architektonischen Studien fortfuhr, und sich auch 
durch eine Schrift über die Hermanns Schlacht bekannt machte. 
Die letzte Zeit seines Lebens hielt er sich iu Dortmund auf, wo 
der Künstler 1823 im 77. Jahre starb. 

Tappes^ Mlle. Armande, Malerin, übte in Paris ihre Kunst Auf 
dem Salon von 1845 sah man ihr eigenes fiildniss. 

Taraboti, Gatarina^ Malerin von Venedig, Schülerin der Chiari 
Yarotari, malte schöne Bildnisse, die aber unbezeichnet 4^yn müs- 
sen, da man keines ihrer Werke kennt. Boschini rühmt diese Mei- 
sterin» Sie war in der ersten Hälfte des 17* Jahrhunderts thätig. 

Taracchi, s. Taraschi. 

Taracini, Girolatno, Kupferstecher, arbeitete um l6lO inFloreni. 
Er soll nach Giulio Parigi's Zeichnungen Festivitäten gestochen 
haben. 

Taragnola*, Maler, war um 1806 in Hamburg thUtig. Er fertigte 
damaU ein Panorama der genannten Stadt, welches ein französi* 
scher Emigrc Gr. de Y. kaufte , um es sehen zu lassen. £s i>&^ 
geringen Seif all. 

Taraschi ^ Giulio ^ Maler von Modena, war Schüler von Pellepiiw 
da Modena und Nachahmer desselben. In der Kirche <^S. Pwö« 
der genannten Stadt sind Bilder von ihm, welche Pellegrinoi 
Kunstweise verrathen. Dann bemalte er mit seinen beiden Brü- 
dern auch mehrere Fa^aden von Häusern in Modena, allein diese' 
Gemälde haben der Zeit nicht getrotzt. Blühte um 1546- 

Taravaly Jean Hugues, Maler, geh, zu Paris 1728 • machte seine 
Studien an der Akademie der genannten Stadt, und begab sich dann 
xur weiteren Ausbildung nach Italien, wo er längere Zeit ver- 
weilte. Nach seiner RücliKehr trat er in Paris als ausübender Künst- 
ler auf, wo ihm. das Bildniss Ludwiff's XV. grossen Beifall erwarb. 
Später unternahm er eine Reise nach Dänemark, und dann nach 
Schweden, indem sein Yater Thomas Rafael Hofmaler in StocH- 
holm war, und daselbst 1750 starb. Unser Künstler ging ^y 
wieder nach Paris zurück, wo ihn jetzt die Akademie unter oi« 
Zahl ihrer lyiitglieder aufnahm. Er war auch einige Zeit Profcsjof 
an derselben , fand aber zuletzt in der Manufaktur der Oobflm* 
üine vortheiihaftere Anstellung, und starb daselbst 1785* 

Taraval malte BUdnisse, historische Darstellungen uHcl G^^^^' 



Taranl» Louis Gustav. ^^ Tardiesitts. tOi 

«licke im GeschauMki seiner Zeh. Br «vttr «in Künstler von Ta- 
lent. Einige seiner Werke sind gestochen. 

Die heil* Familie, gest. von J. F. Clemens, fol. 

Une Bacchante se proparant a un sacrificc, gest. von C* G« 
Schultz* Oval. 
• Üne jeoue ouvriere accablie de »ommeil, gest* von demsdbcn* 

Eigenhändige Radirung. 
Eine Ballscenc in Venedig, nach Tintoretto, schönes Blatt» 
tvelches aber selten vorkommt. 

Tararal, Lonis Gnstar, Architekt und Kupferstecher, wurde IT37 
in Stockholm geboren , kehrte aber nach dem Tode seines Vaters 
' Thomas Raf aef nach Paris zurück, wo sein Bruder Hugo als Künst- 
ler Ruf behauptete , und er selbst unter Boullc's Leitung seine 
Studien begann. Auch der jüngere Taraval erwarb sich öeifall, 
besonders durch seine arclutektonischcn Stiche, Ueberdiess lieferte 
er mehrere Pläne zu Gebäuden und Denkmälern. 

J. M. Moreau stach nach ihm: Vue de la place neuve de 
Louis XV. Von seinen Blättern erwähnen wir folgende: 

1} La source des arts, eine Font£Üne, von Taraval erfanden f 
und radirt, fol. 

2) Grue de Tecole de Chirurgie, nach eigener Zeichnung, fol« 

3) Der Plan und Aufriss zu einer Charito, die an der Rne 

St* Jacques erbaut werden sollte, nach dem Entwürfe von 
Boullö« fol. 

4) Der Entwurf eines Monumentes, welches zu Ehren Lud- 
wigs XV. errichtet werden sollte, fol. 

5) Fortails et Portes composös 'et gravcs par L« O. Tarayi^l» 
6 Blätter, 4. 

6) Die Blätter in des Grafen Cassas* Voyage de la Syrie etc* 
gr. fol. 

Tararal, Thomaa Rafael, Maler, der Vater der beiden vorher- 
gehenden Kunstler, machte seine Studien in Paris, und hatte da 
schon als Fo^raitmaler Ruf, als er nach Stockholm sich be^b, 
wo ihn der König zum Hofmaler ernannte* Er malte da viele 
Bildnisse, und staä 1750* 

Taraval, Loilia« Maler, stand in Paris unter Brenet's Leitung, und 
begab sich 1785 xur weiteren Ausbildung nach Rom, wo er durch 
historische Kompositionen seinen Beruf zum Kunstler beurkundete, 
aber in der Blüthe der Jahre starb. 

Tarbetans, John, Bildhauer, arbeitete um 1500 in England. Er 
fertigte das Grabmal des Grafen Heinrich von Westmoreland nnd 
seiner beiden Gemahlinnen in der Kirche zu Staindrop in York- 
shire. Dieses Werk ist von 1563. wie Fiorillo versichert, V. 254» 

TarchesiuS, Architekt, wird von Vitrnvius IV. 3- 1. erwähnt, und zu 
den Künstlern ffezählt , die man schon zu seiner Zeit dem Alter- 
thume zuwies. Er schrieb ein Werk über Architektur, und bekau^)- 
tete, der dorische Styl passe nicht zum Tempjelbau. Er empfahl die 
jonische und corinthische Bauweise. Auch Pilhcus und Hermogene» 
erklärten sich gegen den dorischen Styl. Milizzia behauptet, Tar« 
chesius vnd Argelius hätteh der corinthischcn Ordnung ihr Ebcn- 
^^^ gegeben, ohne die alte Quelle zu nennen» welche diess be- 
stättigct. . 



Tarohiy VincenZOf Zeichiler «nd Kupferttwdier %n FloMnt, ist 
nach seinen Lebeniverliältiitssen unbekannt« FümIy nennt drei 
kleine Blattei von ihm: die EmpCängnbs Manä» St Theresia und 
S« Diacrfl. 

Tarchiani» Antonio i Medailleur zu Floren», war in der ersten | 
Hälfte des 17. Jahrhunderts thätifi^. Er wurde zuletzt grossherzog- 1 
licher Münzdirektor, als welcher Oim sein unbekannter Sohn folgte. ' 

Tarchtani^ Filippo, Maler, der Bruder des Obigen, war Schiiler 
von Agostino Ciambelli. Er ist vermuthlich von geringer Bedeutung. 

iTardieu^ Alexandre ^ $. Pierro Alexandre Tardieu. 

Tardien, Ambroisey Kupferstecher, wurde um ITQO au Paris g^ i 
boren, und widmete sich nach dem Beispiele seiner Verwandten | 
und Vorgänger *) dem topographischen Fache, entwickelte aber auch 
gleiche nunst im Stiche von rortraiten und für Architektur. Wir 
verdanken ihm einen Atlass zur Voyage du jeune Anacharsis en 
Grece; einen solchen für die Oeuvres de Rollin; les plans duFrecis 
des övönemens militaires par G^nöral Mathieu Dumas und andere 
Werke dieser Art, i 

Dann stach er die Pläne und Portraite in einem Prachtwerke I 
über die Siege und Eroberungen der Franzosen (Victoires et con* 

2uMes ) ; L^conographie universelle , ancienne et moderne , oa ! 
lollection de portraits des hommes celcbres de tous les pavs et de 
touies les epoques; Monument nationale, ou portraits des D^ 
putcs, Savans et Fairs constitutionaux; La colonne de la grande 
armoe, d'Austerlitz ou de la victoire, monument triomphaf erige 



*) Zur Familie der Tardieu gehören ausserdem noch drei be- ] 
rühmte Landchartenstechcr. Jean Batiste Pierre Tar- 
dieu, geb. zu Paris 1746 > gest. l8l6> stach im Aufträge 
der Kaiserin Maria Theresia einen grossen Atlas der Nie- 
derlande in 53 Blättern, Les cartes des chasses du roi soas 
les ordres de Louis XVI. , die Karten zur Voyage de M. de 
Sonnini en Grece et en Turquie, 25 Karten des Herzog- 
thums Sachsen -Gotha, etc. 

Antoine Franko is Tardieu, der Bruder des be- 
rühmten Pierre Alexandre Tardieu, geb. zu Paris 1757» f^^^ 
1822, stach die Seekarten zum Atlas du Commerce, die Pläne 
der Hauptstädte Europa's, B Karten zum Atlas von Meo- 
telle, mehrere Pläne zu Choiseul - Gouffier*s Voyage pitto- 
resqae en Grece, Les palatinats de Ctacovie (Plaek, Lublin. 
Sandomir), der Folio -Atlas zur Voyage du jeune Anachar- 
sis, eine Karte vom Hartz, den Atlas du Voyage aux terres 
australes, jenen zur Histoire des guerres des Fran^ais en 
Italic, nach Lapie, eine grosse Karte vom europäischen 
Russland in 6 Blättern etc. 

Sein Sohn Pierre Tardieu, geb. zu Paris l784t stach 
mehrere Karten und Pläne für die Werke von Humboldt, 
Buch , Bronstedt u. a. , den Atlas zur Histoire ancienne psr 
M. de Sögu^, mehrere Platten zur Karte der Grafschaft 
Mayo in Irland, La Carte des routcs de poste de l'empire, 
]8ll siuf Befehl Napoleons herausgegeben, La Carte matrice 
du nouveau tarif des lettrcs pour la dircction des postei etc. 



«n bnmce tur la .place VendAme de Ptm» Deserii»tioii aoconpagnöe 
de 36 plonches repro», la vue g^orale» les medailloiu» piedesteaux 
etc., dunt se compofe ce monument. 

A. Tardieu haUe den Titel eines Graveur - ff^ogvfUpHe du dep6t 
de la marine et du depM des fortifications de radininiitration des 
fbr^ts et du Journal des Savans. Femer war er Mitglied der geo- 
graphisch-mathematischen Gesellschaft. Starb 1837* 

Tardieu 9 C, Kupferstecher, wahrscheinlich der ältere Künstler 
dieser Familie» ist nach seinen Lebensverhältnissen unbeikannt« 
So glaubt Füssly, es könnte aber auch die Gattin des Kupferste- 
chers Nicolaus Henry Tardieu unter diesem Namen erscheinen, die 
Ciaire Tournay, dereo Blätter meistens mit E. C. Toumay be* 
zeichnet sind. 

Folgendes Blatt wird unserm C. Tardieu beigelegt. 

Die Geisslung Christi, nach C. le Brun. Flagellis subdito. 
C. Tardieu sc. J. Audran e%c> kl. fol. 

Tardiea» EUsabethe Ciaire ^. gcbome Toumay, die Gattin des 

' Nicolas Henry Tardieu, stach ebenfalls in Kupfer. Die meisten 
ihrer Blätter sind mit ihrem Familiennamen bezeichlieU S. daher 
E. C. Tournay, . . 

* 
Tardieu, Jacques Nicolas , genannt Cochin, Zeichner und Ku- 
pferstecher, der Sohn des Nicolas Henry Tardieu, wurde 1718 
zu Paris geboren, und von seinem Vater unterrichtet, mit wel- 
chem er an ihehreren grossen Werken arbeitete , welche damals 
erschienen, wie für das Werk der Gallerie in Versailles ,theil. 
weise in Gemeirischaft mit Aveline , Dupuis und RaVenet «?"»« 
stach er in seiner Jugend auch mehrere Bildnisse für eme Folge 
von solchen , welche Odieuvre herausgab. Dann stach e' J»»«^» " 
viele andere Bildnisse, historische Darstellungen, Genrebüder 
und Landschaften. Er bediente sich dabei mehr des Stichels als 
der Nadel, da etf auf Glanz und Zierlichkeil der Arbeit sah, 
während sein Vater auf malerbche Wirkung ginj^, uöd zur Er- 
reichung derselben die Nadel zu Hülfe nahm. Er war Mitglied 
der Akademie in Paris und Hofkupferstecher des Chürfursten von 
Cöln. Starb um 1795* 

j) Heinrich IV. als Rind, gsöwe Ftgurw toaei fmx. Tardieu 
sc Gallerie Orleans, kl. fol« 

2) Louis XVm Roi de France, Kniestück nach M. Vanloo. 

irr f nl 

3) Marie,' Princesse de Pologne, feelnd de Trance, Kniestück 
»ach J. M. Nattier, fol. 

4) Mme. l^nriette dö France, mit dem Attribute des Elemen- 
tes des Feuers, nach Nattier, kl. qu. fol. 

Dieses Blatt gehört zu einer Folge von vier Blattern, 
welche die Elemente vorstellen, jedes derselben eine fraii- 
züsische Prinzessin, die Schwestern der Heinriette. Jj Beau- 
varlet stach das Bildniss der Mme. Adelaide, IV. Gaillard 
jenes der Mme Marie Louise. Therese Vicloire, und Balc- 
• cliou das der Mme. Louise Elisabeth de France. 
6) Fran9ois Louis de Bourboui trince de Conti, nach H. Ri- 

faud, für die Sammlung von Odieuvre, 8« 
ran9ois de Montmorency, Duo de Luxembourg, nach Ri- 
gaud für Odieuvre, 8. 



HW Tlirdieii, laeques Nieolat. 

7) Renö de Tpoulay, Comic de Teste, MarMkftl de Fnmce, 

Bfieh Riffaud für Odieuvre, 8- 
6) Loüis Jacqaes d' Audibert de Lmsan, Arch^cqu«; de Bor- 

deaux, nach J. Restout, gr. foL 
9) Dimitry Prince de Gallitzin, k. pussUchcr Gesandter in Wien 

1762. . DrouaiÄ pinx. J. Tardicu »c. Schönes Grabttidiel- 

blatt, gr. ioh 

Das Bildniss der Princessin Catharina von . Gallitzin von 

R. Gaillard bildet das Gegenstück. 

10 ) Joseph Clemens, Herzog von Pfalzbayern und Churßint 
von Cöln, nach C. Eisen, Medaillon. Tardieu sc. 8* 

1 1 ) Pierre de Langle, Evdque de BouWne, nach H. Rigaud, fol. 

12) Charles Duc.de Bourgogne, nach Hi Rigaud. Für Odieuvre*s 
Folge, 8. 

13) Gedeon Baron.de Laudon, k. k. Feldmarschall, Büste. X 
Tardieu sc, fol. 

14 ) Mme. du Boccage , nach m. Lotr , fol. 

'^15) Mme. de Yillars, mit den Attributen der heil. Genovefa, 
• in einer Bordüre und mit vier französischen Versen: Ah, 
c'est en vain etc. gr. fol. 

16) Sophie Louise Wilhelmine de la Font, nach N. B. de la 
Pierre. Ohne Namen des Stechers, foL 

Im ersten Drucke vor der Schrift. 

17) Robert le Lorrain, Bildhauer, nach Nonotte, Receptionsblatt 
• 1749. Oval, gr. fol. 

18) Bon de Boulogne, Maler, nach G.Allou. Receptionsblatt 
von 174g, gr. fol. 

19) J. B. le Sesne de Menille d'Etumare , Geistlicher. Nach 
C. L. M. Belle , fol. 

20) Simon Alexis Belle, Maler, für die Folge von Odieuvre, 8. 

21) Nicolas Itenry Tardieu, Kupferstecher. Für die Folge von 
Odieuvre, 8* 

22) P. C. F. Aunillon, Abbe de Launay, fol. 

23) Poullain de St. Foix, nach F. de St. Aubin, 8- 

24) Jean Bapt. Oudrv, Oval mit den Attributen der schönes 
Künste. Nach N. de Largillicre, gr. fol. 

25) Ch. Fr. de Lorme, nach Duplessis, fol. 

Im ersten Drucke vor der Schrift. 

26) Amedee de Lullin, nach N. Largillicre, 4* 



27) Christus erscheint der Magdalena, nach G, Reni, für das 

Dresdner Galleriewerk , gr. fol. 
28 ) Die büssende Ms^dalena in der Wüste , nach ^. Fagsni , 

für die Dresdner Gallerie gestochen, gr. qu. fol. 

29) Christus heilt den Gichtbrüchigen, nach Restout sen., gr* 
qu. fol. •* 

30) Jesus bei Maria und Martha, nach C. Sympol, oben 
rund, 4* 

3t) Der barmherzige Samariter, nach F. Boucher, 12« 

32 ) Die Wahrheit von der Zeit entdeckt, nach F. Roettiers, fol. 

33) L*Gtude au village. Lesendes Mädchen, nach G. Don, 
kl. fol. 

Im ersten Drucke vor der Adresse: Basan et Poignant. 

34) Les miseres de la ^erre. Soldaten plündern in einer Stube 
und bemächtigen sich der Küche, nach David Teniers. Ei- 
nes der Hauptblättcr , gr. qu. roy. foh 



L Mil der Adresse des Stediers. 

II. Mit einer späteren Adresse. 

35) Le Medecin empirique. Stube ^eines Dorlbaders» der den 
Urin betrachtet, naeh Teniers» kl» qu. i'oL • 

36) Le Docteur alcbimiste. Er liest in Buche und hinter ihm 
sind drei Gesellen , nach Teniers , qu» ibl. 

37) Le Dejeuner flamand. Junfper Mann mit einer Frau trin* 
kend, nach demselben, gr. fol. 

38) L'estaminet tranqutllc, nach Tepiers fol. 

39) Le bon fumeur, nach Teniers. fol. 

40 ) Le berger ind6cis, nach N. Lancret. N. Tardteu direx. fol« 

41) L*aimable entrevue, nach J* B. Pater, fol. 

42) Premier et deuxicme livres du Figures pour les manufac* 
tures de porcelaine, nach F. Boucher, fol. 

43) Vier Blätter mit Kinderspielen, nach F. Pevrotte. Rund» 
kl. fol. 

) La balaycusc, nach Cochin qu, fol. 

5) Les fruits de l'Autome, nach demselben, qu. fol. 

') Blätter zu einer Ausgabe des Don Quixottc, nach Zeich- 
nungen von C. Coypcl, im Ganzen 25 Blätter von Tardieu, 
Juuliin , Rovenet und Surugue. Im Rande Erklärungen » 
qu. fol. 

4?) Darstellungen aus den Fabeln von la Mothe, nach Zeich- 
' nungen von C. Coypel, mit Cochin gestochen, 17 Blätter, 4* 

TirdieOy Jean Charles ^ genannt Cochin, Maler, geboren xu 
Paris 4766 9 "v^ar der Sohn des Jean Nicolas Tardieu, genoss aber 
den Unterricht des Malers Reguault, welcher ihn in kurser Zeit 
XU seinen bessten Schülern zählte. Dennoch wurde ihn\ der grossiO 
Preis nicht su Theil, obgleich er zu wiedd^holten Malen cdlj- 
curfirtCk Die Schüler David's wurden bevorzugt, und Tardieu 
musste es sich daher 1700 zu grossem Glücke rechnen, den zwei- 
ten grossen Preis der Malerei erlangt zu haben. Von dieser Zeit 
an brachte er in einer Reihe von Jahren eine grosse Anzahl vom 
Gemälden zur Ausstellung, wovon die meisten das Gouvernement 
bestellte oder erwarb. Sie wurden in den Gallerien des Luxem- 
bourg, zu Versailles, St. Cloud, Fontainebleau und Compiegne^ 
in den Museen zu Ronen, Besan^on, und in den Cathedralen su 
Reuen, Ntsme und Lons-le-Saulnier aufgestellt. Darunter sind 
such mehrere Copien nach Ph. de Champaigne und anderen äl- 
teren franzosischen Meistern, welche das Mmisterium anfertigen 
Hess. Für einige Präfecturcn malte er das Bildniss des Königs 
Carl'X. Ueberdiess sind auch im Privatbesitze mehrere Gemälda 
dieses Meisters, sowohl historische Darstellungen als Genrebilder« 
Gäbet (Dict. des artistes p. 647) zählt die Hauptweske dieses Mei« 
sters auf, die aber durchbin keineswegs der Critik entgingen » 
besonders jdie früheren. Zu diesen gebort der Tod des Correggio» 
i^relchen Tardieu ]8o6 malte, aber in Abweseiiheit der Oracien, 
^ie es im Pausanias fran^is p. 455 heisst. Auch einige Unrich- 
tigkeit in der Zeichnung und Verstösse gegen das Costum werden 
gerügt. In der Hauptfigur erkennt diesisr Pausanias eher einen 
schweizerischen Alpenbcwohner, als einen Italiener, und überdiess 
ist die Färbung schwer« , und undurchsichtig. Talent wird aber 
dem Künstler nicht abgesprochen, der sicher Besseres leisten 
könnte. Zu den Hauptwerken zählt dann Gäbet auch die Episode 
aus dem' Lehen Napoleon^s, wie dieser in Tilsit die Königin von 
Preussen empfängt. Dieses Bild wird im Morgenblatte 18O8 S. 



S9) J««UA erscheint der Magdalena «!& QSrtner, oder das Noü 

me taneere, nach N. Bertin, qja. fol. , 
30) Jesus als Gärtner vor der Magdalena» nadi Titian*s Bild j 

ai^ der Gallerte Orleans. Cob. Crozat, gr. fol. I 

' 31) Die Verklärung Christi» nach J. Restout, fo!.' 

32 ) Die Himmelfahrt Maria , nach P. J. Cazes. Oben mnd 8« 

33) Die Himmelfahrt der Maria, nach Rubens, fol. 

34) Mehrere Blätter zu folgendem Werke: Recueil de CX. t^tei 
tircs de 7 Gartens (de Raphael) Dessin, par Chev. N. Dorigny 
et grav. par les meilleurs graveurs London 1722» qu* lol« 

35 ) Die Marter des heil. Petrus « nach dem Gemälde des Sebi* 
. stian Bourdon in Notre - Dame zu Paris » 'gr. fol. 

36) Der heil. Carolus Borromäus unter den Pestkranken» nach 
P. Dulin, gr. fol. 

37) Der heil. Sebastian, nach A. Carracci, fol. 

38) St. Ambrosius, nach Bon Boulogne, g. 

39) pei* ETangelist Johannes» naeh C. G. Halle, 8. 

40) Die Enthauptung des heil. Paulus, nach L. de Boulogne, ful. 

- . 1 .^11 

41) Die Geschichte des Constantin, Folge von 12 Blättern nach 
den Gemälden von Rubens aus der Gallerie Orleans» s. gr. 
fol. und qu. fol. 

1. Die Doppelheirath de^ Constantius Chlonis und des Mas. 
Galerus. ' 

2* Die Erscheinung des Kreuzes. 

3. Constantin lässt sich die Fahne mit diesem Zieichen bringeo« 

4* Die Schlacht gegen MaiLentius. 

5« Die Niederlage des Maxentius. 

6. Die Stadt Rom erhält beim Einzüge Constantin*« vom Siegt 
die Krone. 

?. Die Huldigung der Senatoren. 

8. Die Trophäe zum Ruhme Constantin's. 

g» Die Zusammenkunft des Kaisers mit Crispus in Byinnx. 
10* Pi9 Gründung Constantinopels. 
lt. 8t. Helena überreicht das nreuz Christi« 
12* Die Taufe des Constantin. 

42) Romulus und Remus im Walde bei der Wölfin geAmden« 
nach N. VI eugheis, hl. fol. 

43) Die Familie des Coriolan, vor diesem knieend, nach eioeffl 
Fries des Giulio Romano, Cabinet Crozat, gr. qu« fol. 

44) Die Einnahme yon Carthago durch Scipio, fries vcn G. Ro- 
mano. Cab. Crozat, gr. qu. fol. 

46 ) Die Enthaltsamkeit des Scipio , nach G. Romano , in Fries* 
form. Scipio belohnt seine Soldaten und behandelt cUe ge- 
fangenen Carthager. mit Güte, Fries- yon G. Romapo« 

Diese beiden reichen Compositionen , nach Bildern fp 
der Gallerie Orleans, erscheinen auf einem Blatte, und siod 
für das Cabinet Crozat gestochen , s. gr. roy. qu« ,fol* 

46) Der Zorn des Achilles» nach A. Coypel, eines der Haupt- 
blätter, s. gr. qu. fol. 

47) Der Abschied des Hector von der Andromache, nach i* 
Coypel , eines der Hauptblätter, das' Gegenstück 2u obigeo 
Blatte. 

48) Die Einnahme von Carthago, nach A. Dieu« Sehr nett« 
ßlättchen, gr. 12. 



Indien, Nicolas Henry/ • ll) 

49) Die Niederlage der Türken« nach C. le Bran, füf die Gall. 

de Versailles. Medillon« fol. 
$0) Le Conseil , le Secret, la Valeur et la Prudence, die Eigen- 
schaften eines voilkommenen Ministers, nach £. le Sueur. 
Seheifes Blatt, fol. 

51) Die Krönungs- Feier der nranzösisehen Könige, seltene Vi- 
gnette, qu. Q. 

52) Holland, von Lehrun im Salon de Guerre in Versailles ge- 
malt, fol. 

53) Die Blätter für das Prachtwerk : Le Sacre de Louis XV. Roy 
de France etc. le dimanche 15. Oct. 1727- Nach Zeichnun- 
gen D'ülin's, von Tardieu, Larmessin, Cochin, Desplaces, 
N. Edelink etc. gestochen, roy. fol. 

54) Jupiter und Alcmene, nach einem Carton von G. Romano, 
Gab. Crozat, gr. qu. fol. 

55) Vulkan zeigt der Venus die Waffen des Eneas, nach A. 
Coypel's Plafond im Palais Royal, gr. roy. qu. f'ol- 

56) Venus bittet in der Versammlung der Götter zu Gunsten des 
Eneas , na«h A. Coypel , gr. roy. qu. Ibl. 

57) Juno bittet den Eölus, zum Untergange der Flotte des Eneas 
einen Sturm zu erregen, nach A. Coypel, gr. roy. fol. 

Diese drei Blätter gehören zu den 12 blättern mit der 
Geschichte des Bneas, welche A. Coypel im Palais royal ge- 
malt hatte. 

58) Venus stellt den Göttern des Olymps den Eneas vor, nach 
Nattier, fol. 

59) Apollo und Daphne, nach* einem Gemälde von A. CoypeF 
fiir das Cabinet du Roy 1719, Schön gestochenes Haupt- 
hlatt, qu. roy. fol. 

60) Psyche im Begriffe den Amor zu ermorden, nach A. Coy- 
pers Gemälde aus dem Schlosse Mcudon, Oval Fol. 

61 ) Amor verlässt die Psyche, nach demselben, ' das Gegenstück. 

62) Mars rächt selbst die Schmach, welche er dem Amor ange« 
than, nach A. Coypel', fol. 

63) Anton Watteau und' N. H. Tardieu in einer Landschaft si- 
tzend, letzterer das Violonccll spielend: Assis, aupr66 de toy, 
sous ses charmans ombrages etc. Nach A. VVatteau, gr, fol. 

64) L'embarquement pour Tisle de Cythere, figurenreiches Bild 
von A. Watteau im Cabinet Julienne, und eines der schön- 

' sten Blätter des Stechers, s. gr. qu. fol. 

Die reinen Aezdrückc sind selten, und auch die vollen* 
deten Abdrücke nicht häufig. 

65) La Proposition embarassante , nach A. Watteau*s Bild aus 
dem Cabinet Brühl, gr. qu. fol. 

66) l^es plaisirs pastorales» nach A. Watteau*s Bild aus dem Ca- 
binet Mariette, gr. qu. fol. 

67) Les champs Elisee, nach A. Watteau's Gemälde aus dem 
Cabinet Julienne, gr. qu. fol, ' 

68) Spielende Kinder, nach Watteau, qu. 12* 

69) Tanzende Kinder, nach demselben, qu. 12. 

70) La chatte metamorphosce en femme, Fabel von Lafontaine, 
componirt von J. B. Oudry, fol. ^ 

71) Die Tric-Trac -Spieler, kleine Vignette. 

72) Blätter für eine Ausgabe der Fabeln von H. de la Mothe, 
12 Blätter nach Zeichnungen von J. Ranc, mit Edelink ge-\ 

' stechen, 8* 

73) Blätter zur -Reitschule von Ch. Parrocel: Ecolc de Cavaliers 
par M. de Guerinicre, ecuyer du Roy. Paris 1736. 8. 

Nagbi'« Yiün&tUr - L«. Bd. XVIIL 8 



il4 Tardieu» Pierre AlexaaAre. 

Tardieu^ Fierre Alexandre« Kupferstecher, wurde i75# ta Faro 
geboren, und von seinem Onkel Jakob Nicolaus Tardieu untenich- 
tet. Auch Nicolaus Heinrich Tardieu, der Grossonkel des Kiänstleni 
hatte Einfluss auf ihn, bis endlich J« G. Wille seine Richtung lom 
Besseren bestimmte, v Er erscheint in mehreren seiner Blätter ils 

S^ückl icher Nachahmer desselben, so wie überhaupt F. A. Tardieu 
s der vorzüglichste Meister dieses Namens erscheint. Er lieterte | 
in einer langen Reihe von Jahren viele schätzbare Blätter, un- 
ter welchen der Erzengel nach Rafael , Ruth und Boas nach dem 
lieblichen Bilde von Hersent, Ludwig XIII. und SuUy nach Mme. 
Hersent , und die Communion des heil. Hieronymus nach Domi- 
nichiuo als seine Hauptwerke zu betrachten sind. An diesem letx- 
leren Stiche arbeitete er 15 Jahre. Er beabsichtigte dabei ein G^ 
genstück zu Morghen's Transfisurationf Die Platte mit Ludwig XIIL 
war 1843 noch nicht abgedrucKt« 

Alexander Tardieu wurde 1822 an Bervic*s Stelle Mitglied des 
Instituts, und 1825 Ritter der Ehrenlegion. Er lebte bis in sein 
spatestes Alter der Kunst, und besuchte noch kurz vor seinem lü^ 
erfolgten Tod die. Sitzungen des Instituts. Der berühmte Des- 
noyers, Bertonier und Aubert sind seine Schüler. 

1) Heinrich lY. von Frankreich» in seiner Jugend, nach F. 
^ Janet. Kniestück, kl. i'ol. 

2) Heinrich IV. von Frankreich, im Alter, nach Porbus, Knie« 
stück. Gel. du palais royal, kl. fol. 

3) Die Büste desselben, nach Porbus, fol. 

' Diese Portraite geboren ebenfalls zu den Haupt^erkei 
des Meisters. 

4) Die Reiterstatue Ludwig XIV., nach F. Girardon. Roth 
gedruckt, fol. 

5) Napoleon als Kaiser im Krönungsornate», Kniestuck nad^ 
Isabey i808» gr* fol* 

6) Napoleon, nach einer Miniatur von Muneret, fol. | 

7) Napoleon Bonaparte ler Consul, nach Isabey. Medaillon. 

8) Marie Antoinette, Königin von Frankreich, nach F. Dumogl 
I8l4, gr. foL 

9) Friedrich Wilhelm, König von Preussen, nach J. M. Mo- 
reau, fol. 

10) Louise Königin von Preussen, nach Mme. le Brun, fol* 

11) Stanislaus Augustus Rex Polouiae , nach Fran^ois , 8* 

12 ) Alexander I. Kaiser von Russland, nach G. Kügelgen» IBG^M 
. Im ersten Drucke vor der Schrift. 

13) Christine Königin von Schweden, halbe Figur nach S. BouC' 

/ ^o»» 4. . ^ . 

14) Carl XII. König von Schweden. Oeuvre de Voltaire, rar« 
1817, 8.. . ' 

15) A. Voltaire, Büste nach Houdon. Ibidem. 

16) Graf von Arunde], im Sessel sitzend» nach A. van Dp 
sehr schön gestochen« fol. 

17) Alexander der Grosse. Medaillon. 

18) Peter Fedrowitz III. Kaiser von Russland» Büste nach Mey 
Oval 8. 

19) Catharina Alexiewna II. Kaiserin von Russland» nach Mcy 
Oval 8. 

20) General Washington, nach einer Zeichnung von Houdtf 
In Basan*s Dictionnaire. Oval 12* 

Das Gegenstück ist Napoleon als erster Consul. 

21) Marschall Ney, Büste nach^Gcrard, kl. fol. 

22) P. Barras, nach U. Ledru» ganze Figur im Ornate, roy. f< 



TanUeiif Pierre Alexandre. ll& 

23) Colbert, Minister, nach Ph. de Champagne» k]. foL 

Im ersten Drucke vor der Schrift. 

24) J. Blauw» Minister der yereinigten Staaten, nach L. David, 4* 

25) Charles de Montesquieu, kl. i'ol. 

26) Gerhard Dow mit der Palette unter dem Fenster: L*anuiteur 
des arts et des sciences» foL* 

Im ersten Drucke vor der Adresse von Basan und Poignant. 

27) Michael Huber, nach A. Graff. 4. 

28) Die Erschaffung der Thiere, nach RafaePs Bild in den va- 
tikanischen Logffien, &• 

29) Gutt führt dem Adam die Eva su, nach RafaePs Bild in 
den Loggien, 8* 

30) Die Eva reicht dem Adam die verbotene Frucht. Eben- 
daher, '8* 

51) Moses zeigt dem Volke die Gesetxtafeln, nach RafaePs Bild 
in den Loggien, 8^^ 

32) Josua's Sieg über die Aaoniter, nach Rafael's Bild in den 
Loggien, 8. 

33 ) Ruth und Boas, nach Hersent's schönem Gemälde, die Com- 

Sosition nach Moses 11. 22»» und eines der Hauptblätter 
es Meisters, gr. qu« tbl. 
L Vor der Schrift. 
II. Mit derselben. 

31) Die Königin von Saba bringt dem Salomon Geschenke » 
nach RafaePs Bild in den Loggien, 8« 

35) Der Triumph der Judith, nach A. Allori. Gal. de Florenoe» 
qu.'fol. 

36) Der wundeibare Fischzug, nach RafaePs Tapete, 8« 

37) Christus auf dem Meere sandelnd, nach A« Carracci, für 
ein Breviarium gestochen, 8* 

38) Die Transfiguration , nach Rafael, oder vielmehr Copie 
nach dem Blatte von Murghen, 8* 

39) Die Steinigung des heil. Stephan, nach Ph. de Champagne, 8* 

40) Der Erzengel Michael, nach RafaePs berühmtem Bilae im 
französischen Museum, eines der Hauptblätter äe§ Meistert 
von 1806* Musee Napoleon, fol. 

I. Vor aller Schrift. 
II. Mit derselben. 

41) Die Communion des heil. Hieronymus, nach Dominichino's 
berühmtem Bilde, und eines der HauPtblätter des Stechers 
1821. Imp. fol. 

I. Vor der Schrift. 
IL Mit der Schrift. 

42) Psyche abandonnce, nach Gerard, fol«| 

43) Marie de Medicis mit dem Jungen Ludwig XIII. » wie sie^ 
ihn nach dem Tode Heinrich's iV. dem SuUy anvertraut, 
nach Mme. Hersent, gr. qu. fol. 

44) L*espoir du retour, nach Kimly. P. A« Tardieu sc. Bazan 
et Poignant exe. , gr. fol. 

45) Eia Soldat der ahen Garde, nach Gharlet, kl. fol. 

45) Collection de t^tes gravees a la maniere du crayon d*apres 

les calques pris sur les fresques de Raphael etc. p. C. M. 

A. Belle. Paris 1805* 

Tardieu leitete den Stich dieses Werkes, und lieferte 

selbst Blätter dazu. 
4?) Die Blätter zu den Reisewerken von Nöarque und^Wan- 

couver, im Auftrage des Ministeriums der Marine gestochen. 

8» 



116 Tardieu» Pierre FnaqoU» 

TardieUi Pierre Frangois^ Kupferstecher, wurde 1?20 m Far» 
geboren » und von J. N. und N. H. Tardieu unterrichtet , in des- 
sen Weise er eine bedeutende Anzahl von Blättern lieferte. Al- 
lein es hält schwer die Arbeiten der Tardieu genau zu scheiden, 
da oft nur einfach «Tardieu sc.« auf denselben steht. Im Jahre 
1772 starb der Künstler. « 

1 ) Das Urtheil des Paris, nach Rubens und Oesec^s Zeichnunir, 
mit P. E. Moitte iiir das Dresdner Gallericwerk gestocheD, 
qu. roy. fol. 

I. Vor der Schrift. 
II. Mit derselben. 

2) Perseus und Andromeda, nach Rubens, gr. fol. 

3) Diana und Aktäon, nach F. Boucher schön gestochen, II. 
qu* fol. 

I. Vor der Schrift. 
IL Mit derselben. 

4) Les'enfans bien avise^, nach G. de St. Aubin, fol. 

I. Vor der Schrift. 

II. Mit derselben. 

5) La vie sans chagrin, nach Teniers, 4. 

6) La vieillesse rajcunie, nach Teniers, 4< 

7) Le petit donneur d''avis» nach C. Eisen» qu. fol. 

8 ) La gageure des trois cohimeres , nach demselben , qu. foL 

9) Le cas de conscience, nach Eisen, qu. fol, 

10) Le gascon, nach Eisen, qu. fol. 

11 ) Les vivandiers, nach Eisen, qu. 4* 

12) Les vivandieres, nach demselben« qu. 4« 

13 ) Einige Blätter zur grossen Ausgabe von Lafontaine's Fabeln, 
nach J* B. Oudry, fol. 1 

14) Einige Vignetten zu einer Ausgabe des Boccaccio. I 

15) Der Effendi Tetterdar mit langer Pfeife auf der Ottomane, 
nach J. E. Liotard 1752» hl. fol. 

16) Eine türkische Dame auf der Ottojnane, nach demselbeo, 
kl. foU 

17) Grosser Triumphbogen zu Ehren Ludwigs XV, nach dtf 
Zeichnung von le Grand 1746 gestochen, s. gr* roy. fol. 

18) Grosser Brunnen bei Ruinen, im Vorgrunde viele Fieuieik 
Nach S. Ricci. Fratta del. Tardieu sc* s. gr. roy. foh 

19) Grosses römisches Gebäude mit der Krönung eines Förttea, 
Balestra, Valeriani et Cimaroli pinx. Tardieu sculp-, s. gr< 
roy. fol. 

20) Naufrage aux environs de Nieupprt» nach L. Backhuyseoi 
qu. fol. 

21 ) Un Naufragef Ein Weib mit dem Kinde rettet sich. Nsc| 
J. Vernet, qu. fol. 

I. Aetzdrücke. ^ 

II. Vollendete Abdrücke vor der Schrift« 

III. Mit der Schrift. 

22) Le rocher dängereux» nach demselben 1775» ^* fol* 

I, Vor der Schrift. 
IL Mit derselben. 

23) Les ruines de VAttique. 

24) Le> ruines du Peloponncse, beide nach J. P. Pannini, mi 
J. B. de Lqrraine gestochen, qu. fol. 

'^ 25) Vue de TAbbaye royale de Poissy du cote de St* GermaiB 
nach J. B. Oudry, qu. fol. 
, 26) Der Eingang in den Hafen von Smyma» nach F. R. de 1 
Rue, qu. fol. 



Tardif, Henry« -*- Taricco, Sebastiano. 117 

27) Ansicht you Pirna, nach Canaletto, qu. f'ol. 

28) Ansicht der Stedt und des Schlosses Meisseu, nach A. Thiele, 
qu. fol. 

29) Ansicht der Veste Ronigstetn, nach demselben, qu. fol. 

Tardif I Henrjr, Landschaftsmaler zu Paris, wurde um 1805 ge- 
boren, und ist durch verschiedene Ansichten bekannt, die mei- 
stens in Oel ausgeführt sind. Er hereiste zu diesem Zwecke Frank- 
reich, Holland und Belgien. Auf den Salons in Paris sah man 
viele Bilder Yon ihm. 

Tardo^ PompeO» warl Goldarbeiter des Grossherzogs Cosmus L 
von Florenz. In Gaye*s Cartesgio inedito d'artisti etc. handeln 
die Oocumente Nr. 203 und 264 von Tardo und einem Goldschmid 
Domenico« ' 

Tare, 5. Tarre. 

Tariga, Giovanni Garegari| Maler, geb. zu Verona lögo, war 
Schäler von A. Balestra, und lieferte Vverke, welche Talent ver- 
hethen, scheint aber unbekannt geblieben zu seyu« 

Targone, Fompeo^ Goldschmid und Architekt von Rom, war zu 
seiner Zeit ein Mann von Ruf. Er fertigte das schöne Sakra« 
menthUuschen in S. Gio. in Laterano, und den reichen Altar 
der paulinischen Capelle in St. ^Maria Maggiore. Später diente 
er in Frankreich als Kriegbaumeister, und War auch in Blendung 
verschie^ner Maschinen berühmt. Starb zu Mailand tun 153$* 

Targuini, Giuseppe ^ Architekt von Rom, war Schüler von" C. 
Marchioni. Er baute das neue Theater in Tordinone, worüber 
folgendes Werk erschien: Descrizione bist, del Tcatro di Tordi- 
none, di F. Giorgi in Roma ITQS* Targuini selbst gab eine Schrift 
über dieses Theater heraus, mit einer Abbildung von Casaletti. 

Taricco» Sebastiano^ Maler, geb. zu Cherasco l645» war ein 
verständiger Nachahmer der Werke G. Reni's und Dominichino*s, 
und lieferte in ihrer Weise schätzbare Bilder, wenn er auch etwas 
fluchtiger arbeitete als jene. In St. Trinita zu Turin ist neben 
anderen Oelbildern ein gerühmtes Gemälde der Dreieinigkeit von 
ihm, und in St. Maria Maggiore eine Tafel mit Joachim und 
Anna. Der grössere Theil seiner Werke findet sich aber in Che- 
rasco, wo im Hause seiner Familie noch mehrere Bilder vorhan« 
den sind. Besonders gerühmt wurden die Fresken in ^inem Saale 
des Palastes Gotti, welche Darstellungen aus dem alten Testa- 
mente endialten. Im Stadthause daselbst sind vier historische Land- 
schaften, welche an Poussin's Manier erinnern. An der Decke 
der Kirche der Bruderschaft des heil. Augustin malte er das Pa- 
radies, in der Cuppel die heil. Jungfi;au mit Heiligen zur Seite» 
und in den Nischen anmuthige Engel. In S. Franeesco daselbst 
ist ein Bild der Stigmatisation dieses Heiligen, und St. Petrus von 
Alcantara von ihm gemalt, zwei schöne ausdrucksvolle Bilder. Bei 
den Carmelitern sind sieben Bilder von ihm. Dann findet man 
auch in den Palästen und Privathäusern zu Cherasco mehrere schöne 
Gemälde von Taricca« In der Dreieinigkeitskirche zu PoUenza 
sind ebenfalls sehenswerthe Gemälde von ihm. Im Hause des Gra- 
fen Matis daselbst ist ein schönes Bild der Susanna, und eine 
Steinirung des heil. Stephan. Lanzi und Ticozzi fertigen diesen 
schätzbaren Meister zu kurz ab« Er starb 1710» - 



118 Tarillio» Giov- Batt — TartagKa» Niccolo. 

Tarillio, Giovanni Battiata, Maler von Mailaud, blühte in der 
sweiten Hälfte des i6. JahrhunderU. In der l78o zerstörten Rir- 
fche S. Martino in Campito zu Mailand waren Bilder von ihm, 
welche die heil. Junfff'rau und andere Heilige vorstellten, wovon 
das eine mit der Jahrzahl 1675 bezeichnet war. So benaclirichtet 
Latuada. und die Jahrzahl t376 bei Ticoszt ist wahncheudich als 
Druckfehler zu nehmen. 

Tarirali .. Tiraval. 

Tarniörey s. Tasniere. 

l'arocchi, Rlattiai Maler zu Pisa, ein neuerer Künsüer. lieferte 
die Zeichnungen zur Restauration von St. Apollonia daselbst, und 
malte dann auch die Architektur des Hauptidtares der Kirche. 

Tarot^ B., «. Thoro. 

Tarouillj, L. le, Architekt von Paris, machte daselbst sciac Stu- 
dien y und begab sich dann nach Rom^ wo er mehrere Jahre tbätig 
war. Hier arbeitete er ein Werk aus» welches 1825 unter folgen- 
dem Titel erschien: Les Edifices de Rome moderne, dessines et 
publies par L. le Tarouilly, fol. 

Tarre oder Tare, Maler, arbeitete um 1790 — 1810 in Paris. Et 
malte Bildnisse , und war Zeichenmeister an der Centralschule lu 
Paris. ^ 

TarricelH, Edelsteinschneider, arbeitete in der ersten Hälfte des 17. 
Jahrhunderts in Neapel. Seiner erwähnt Oöthe tmLebenHackert's. 

Tarsia^ AntOniQ, Bildhauer zu Venedig, arbeitete daselbst für Kir- 
chen. In der Annunziata ist die Verkündigung Maria am Haupte 
«Iure sein Werk. Starb 1730 im 77* Jahre. 

Tarsia^ Giovanni Battiata» Maler von Venedig, wahrscheinliA 
der Sohn des Obigen , und jener gleichnamige nünstler,^ von ^ 
chem Bassaplia in S.. Giovanni DecoUato zu Venedig eine Anbe^ 
tung der Könige erwähnt. Später erscheint unser Tarria in Di^ 
sten Peters des Grossen in St. Petersburg, wo er in den kaisen 
eben Palästen und in den Häusern der russischen Grossen Flafono 
bilder malte. Nach dem Tode des Czaar kehrte er nach Itali« 
zurück, wurde aber 1735 von der Kaiserin Anna zum zweiten Mu 
nach St. Petersburg berufen , um Säle und Zimmer zu verziere! 
- Seine Gemälde waren daselbst sehr zahlreich, die Zeit und di 
Mode hat sie aber alle zerstört, was gerade kein grosser Nacl 
theil für die Kunst seyn wird, da der grössere Theu in frostig^ 
und unverständlichen Allegorien bestand. Er gehört zu den id< 
nierirten Schnellmalern. Tarsia starb zu St. Petersburg 1?65 d 
hohen Alter. < 

Das Titelblatt zu Schuhmacher*s Beschreibung des k« Aka^ 
miegebäudes der genannten Stadt ist nach seiner Zeidurang td 
P. u. Matemovy l74l gestochen, gr« fol. I 

Tartagliaf Niccolo^ Kriegsbaumeister und Mathematiker von BK 
cia, war ein älterer Zeitgenosse des berühmten Daniel SpeCkli 
Er schrieb ein Werk über rortification und Artillerie. Das sechl 
Buch, welches über die Befestigung der Städte handeit, wofl 
zu Rheims ins französische übersetzt. Tartaglia war in je^ 



TartaUai.— Tasniere» G. 11» 

Beziehung ein Mann von Bedeutang. Er ist der italienische 
FroDsperger, dessen Kriegsbuch berühmt ist. Starb zu Venedig 
1557 oder I660. 

Tartalinii nennt Tschischka in seinem Werke über Kunst und Al- 
terthum in den Oesterreichtschen Staaten 1936 einen Bildhauer, 
von welchem in der Sammlung des Fürsten Esterhazy zu Wien 
eine mit dem Amor spielende Venus in Marmor sich findet« Er 
ist yielleicht mit Tadolini i|i Verbindung zu bringen. 

Tarafii, Emilio, Maler, geboren zu Bologna l633, war Schuler 
von F. Albani , und anfangs mehrere Jahre Gehülie Cignani's , 
dessen Kunstweise er sich vollkommen zu eigen machte- Er konnte 
auch jeden älteren Meister nachahmen, so wie Taruffi überhaupt 
als einer der begabtesten Künstler seiner Zeit zu betrachten ist« 
Es finden sich nistorische Darstellungen » Bildnisse und Land- 
schaften von ihm. Unter den ersteren gehört das Bild des heil« 
Pier Celestino in der Kirche des Heiligen in Bologna zu den best* 
ten Arbeiten der Zbit des Künstlers. In S. Andrea 4ella Valle in 
Rom malte er Darstellungen aus dem Leben St. Andreas', welche 
ebenfalls grossen Beifall fanden. Seine meisten Werke hinterliess 
er aber in Bologna, wo der Künstler eine Schule gründete und 
in grossem Bufe stand. In der Felsina pittrice von Malvasia wird 
das Talent dieses Meisters hoch angeschlagen. Er starb 1696 in 
Folffe meuchlerischer Verwundung. A. Fazzi stach sein Portrait 
nach Campiglia*s Zeichnung, welche dieser nach dem eigenhändi- 
gen Bilde desselben in der florentinischen Gallerie gefertiget hatte« 
Dieses Blatt ist im Museo Fiorentino zu finden. Malvasia gibt 
ebenfalls Taruflß's Bildniss. Giovannini sUch ein Bild der Flucht 
nach Aegypten von diescfm Meister. 

Als eigenhändige lladirung finden wir das Bildniss des Lu- 
dovico Carracci, angegeben. 

Tarviso, Dario , s. D. Trevigi. 

Tasca, GristoforOi Maler von Bergamo» übte anfangs seine 
Kunst in Venedig, wo man in St. Martha Altarbilder von ihm 
findet, welche die Geburt und Taufe Christi, und den Laurentius 
vorstellen. Später arbeitete er in Padua, wo sich in der Minori- 
tenkirche S; Francesco di Paolo zwei grosse Gemälde von ihm 
finden: Christus der den Zachäus vom Baume ruft, und der Tod 
des heil. Christoph, 1720 semalt. Brandolese, Pitture — di Pa- 
doa 1795 f beschreibt dieselben. 

Tasca starb zu Venedig nm 1737, ungefähr 70 Jahre alt. 

Tasche, 6.,. Maler zu DarmsUdt» ist durch schöne Genrebilder 
bekannt. Im Jahre 1838 rühmte man das Bild des alten Jägers 
mit seinem Töchterchen. 

^aselll, nennt Ticcozzi irrige die Maler Casella. 

lasi, Giuseppe f Malei^ aus Piemont, war in Bom Schüler von 
C. Maratti, und begab sich um 1720 mit A. Proccaccino nach 
Spanien. Sie arbeiteten für den Hof in Madrid, wie Pascoli ver- 
sichert, 

Tasnierey G. » Zeichner und Kupferstecher, soll nach Basan's An- 
gabe 1632 zu Turin geboren worden seyn; allein der Künstler 
nennt sich auf einem der Bildnisse in Priorato*s Vite e azzibni 



t2Q Tasenert, Joli. PeU -^ TawieH, Job. Pet. AnCon. 

di personaggi militari etc. Vienna 1674» G, Tastiiere Bourguodtis. 
Er arbeitete i^ber in Turin,, und slarb daselbst 17o4. £r hinter- 
Hess viele Blätter, die nicht ohne Interesse sind* 

1 ) Die Bildnisse der Grafen und Herzoge von Savoyen» nach 
• Zeichnungen von F. J, de f*Ange, fol. 

2) Margareth^ von Parma, Herzoffio von Savoycn zu Pferd j 
auf der Jogd, nach Monsu t>pirito's Bild in La Veneria 
bei Turin, fol. 

Andere legen das Urbild dem G. B. Brambil bei« 

3) Jean Jacques Comte del Bclgiojoso« Tasniere sc. 8« 

4) J. B. Mamero, Oval kl. fol. 

5) Hippolith Durazzo, Jesuit, nach D. Piola, schönes Blatt, fol.* 

6) Einige Bildnisse in Priorato's Yite e azzioni di personaggi 
militari e politici. Yienna l674ff fol. 

7) Allegorisches Bildniss. Die römische Kirche von zwei alle- 

Sorischen Figuren begleitet überreicht dem Bildnisse eines 
bbc durch einen Jüngling eine Krone, nach A. Besutius, fol. 

8) Das Titelblatt zu Soprani's Leben der genuesischen Maler, 
nach D. Piola, 4* 

9) Jenes zu dem Werke: Pensieri diversi delieneati ed intag* 
liate d*Annib. Carracci, nach demselben, 4* 

lO) Die Chafitas, nach Badaracco, fol. 

It) Eine These mit reicher Allegorie, nach D. Piola, fol. 

12 ) Verschiedene Jagden und Scenen aus der Fabel der Diana, 
sehr reiche Compositionen von J. Miel im Palaste La. Ve- 
neria bei Turin gemalt, 15 Blätter in einem Werke mit 
, der Architektur des Palastes. Torino l674* Im Ganzen 21 

Blätter, fol. 

Tassaerty Johann Peter, Maler aus Flandern, war 170! Vorste- 
her der Akademie von St« Lucas in Antwerpen, und begab sich 
1717 nach München, wo er mehrere Portraite ausführte. Später 
kehrte er ins Vaterland zurück, und starb 1725* Im Museum zu 
Antwerpen ist von ihm eine Versammlung von Philosophen. 

Dieses Künstlers erwähnt Balkema (Biographie des peintres fla* 
mands et hollandais. Gand 1844)» und er ist somit der ältere der 
uns bekannten Meister dieses Namens. Füssly sagt, dass L. He- 
ckenauer nach einem P. F. Tassaert das Bildniss des Grafen Frie* 
drich von Hohenlohe, und J. A. Boener ein solches von J. B. 
VVinterbach gestochen habe« Der Maler dieser Bilder könnte unser 
Künstler seyn. 

Tassaert, P. F«, «. den obigen Artikel. 

Tassaert, Johann Peter Anton, Bildhauer, wurde 1729 zu Ant- 

werpen geboren *), und daselbst in den Anfangsgründen der Kunst 
unterrichtet. Hierauf trat er eine Reise nach jBngland an, und 
dann ging er nach Paris, wo seine Arbeiten Aufsehen erregten, 
namentlicn die Statue Ludwig's XY. , welche im Saale der chirur 

fischen Schule aufgestellt wurde. Die Aufträge » welche ihm de« 
rinz Heinrich, Bruder des Königs von Preussen ertheilte, macK 
ten ihn auch in Berlin bekannt, und somit wurde er 1774 mit Ge 



*) Diess ist die gwöhnliche Angabe, der Künstler scheint abci 
früher geboren zu seyn, da aer oben ^erwähnte Johann Tas 
saert sein Vater seyn dürfte. 



Taisdcrt, Hear. FdIciUs. --* Tassaerl» Aotonia. ttl 

lialt m k. pjreusfiische Dienste berufen« _£ilft^ seiner ersten Arbelr 

ten war die'Büste Friedrich*s des Grossen in Marmor» welche jetxt 
in der Kunstkammer zu Berlin aufbewahrt wird, aber ohne höhe- 
ren Kunstwerth ist, wie Kug^ler (Beschr. der liunsthammer S. 284) 
bemerkt. Von anderen Büsten nennen wir jene des Moses Men- 
delssohn, welche J. J. Tassacrt gestochen hat. Und dann jene dy 
Abbe Raynal, welche beide als vorzüeliche Werke gepriesen wu^ 
den. Inzwischen vollendete er auch die schon in Paris begonnenen 
Bildwerke für den Prinzen Heinrich , welche in Marmorffruppen 
bestehen, und den Palast desselben zierten, die jetzige Univer- 
sitäts-Aula. Der Prinz besass mehrere Statuen und Gruppen von 
ihm, sämmtlich allegorisch • mythologischer Richtune und unter 
halber Lebcnsgrösse. Vier dieser Werke wurden 1842 i» Berlin 
zum Verkauf« ausseboten, und als würdige Repräsentanten der 
Kimstpertode des Meisters anempfohlen« Sie stellen die Genien 
des Krieges und der Freundschaft, das Opfer der Freundschaft 
und Liebe , und die Liebe von der Hoffnung genährt dar. Die 
beiden letzteren sind Gruppen. Dann fertigte Tassaert auch. vier 
Statuen für den Saal des Cavalierhauses bei Sanssoucy, das Monu- 
ment der Frau von Blumenthal in der katholischen Kirche zu Ber- 
lin, verschiedene hioine Gruppen, Figuren, Vasen u. s, w. Zu seinen •. 
späteren Hauptwerken geboren die Statuen des General Seidlitx 
und des Feldmarschall Keith auf dem Wilhelmsplatze. Unter diesen 
Standbildern , welche im Costume. der Zeit erscheinen , wurde das 
erstere als besonders charakteristisch gerühmt. D. Berger hat diese 
Statue nach einer Zeichnung von J. C. Fritscb 1781 gestochen, gr. 
i'ol, Tassaert fing auch das Grabmal des Grfifen voh der Mark 
An, welches aber Schadow nach seinem Tode ganz umgestaltete. 

Tassaert war Oberaufseher über alle Sculpturwerke in Berlin, 
undR^ctor der Akademie daselbst. Er starb 1788* Schadow wurde 
sßia Nachfolger, und dieser berühmte Künstler lebt noch zur 
Stunde (i843r. Henriette Fclicitas Tassaert hat das Bildniss un- 
sers Künstlers gemalt und geschabt. 

Tassaert, Henriette Felicitaa, die älteste Tochter des obigen 
Bildhauers, erwarb sich durch ihre Pastellmalereien Ruhm. Sie 
malte Bildnisse berühmter und hoher Personen, selbst solche des 
Königs und der königlichen Familie. D. Berger stach 1789 nach 
ilir das Bildniss des Ministers Wöllner für die Berliner Wochen- 
schrift, J. J. Tassaert das Bildniss Friedrich's des Grossen und ein 
solches von Philipp Sidney, und Halle 1788 jenes des Freiherrn 
von Heinitz, Curators der Akademie in Berlin. Dann malte sie 
auch das Bildniss ihres Vaters und stellte es noch kurz vor dessen 
Tode in einem Schwarzkunstblatte dar, fol. Sie war Ehrenmit- 
glied der k. Akademie. Später trat sie ,mit dem Justizrath Robert 
m ein eheliches Verbündniss, und dieser schenkte 184l die hin* 
terlassenen Pastellbilder derselben dem k. Museum in Berlin. Die 
Künstlerin war damals schon lange todt. 

t) Das Bildniss des Bildhauers J. P.A. Tassaert. H. F. Tassaert 
sc. In Schab kunst, gr. fol. 

Tassaert, AntOnia, Kupferstecherin, dife jüngere Schwester der 
Pelicitas, erlernte von ihrem Vater die Zeichenkunst» und arbeitete 
dann einige Blätter in Puuktirmanier aus. Sie starb i787 in Berlin. 

1 ) Das Bildniss des Königs von. Preussen , kl. fol. 

2) Lamia, ein mit Kosen bekränztes Mädchen, welches die 
I llieorbe spielt, nach Cipriani« kl* fol. 

1 3) Einige Vignetten. 



IM Tafitfafcrt« J« J. Frmz. ^ Tassaert, Pet. Jos« 

TaSMOrty Johann Joseph Franz ^ Zeichner und Kupferstecher, 
der Sohn des Bildhauers J. F. A. Tassaert, wurde um 1705 zu Paris 

Sehoren, und von seinem Vater unterrichtet. Kurz vor dem Tode 
esselben unternahm er eine Reise nach England, um unter Bar- 
tolozzi sich weiter auszuhilden, und führte in London auch einige i 
% Blätter aus. Später begab er sich nach Fari^, wo der Künstler 
seinen Heerd gründete, und um 1812 starb. 

Es finden sich verschiedene Blätter von ihm , wovon die frii- 
^ heren meistens in Funktir^nanier ausgeführt sind. 

1) Friedrich der Grosse, nach U. F. Tassaert, schwarz und 
colorirt, fbl. 

2) Richard Cromwell, nach A. van Dyck, fol. 

3) General Brone zu Pferd« nach Harrtet, gr. fol. 

4) Napoleon xu Pferde» General en Ch^f, nach Heitnequio, 

1805, fol. 

5) Kaiser Napoleon» nach G. Ponti, schwarz und colorirt, fol. 

6) Giulio Romand, nach einer Zeichnung von Trezel inCrayon- 
Manier, fol. 

7 ) Moses Mendelssohn, nach der von seinem Vater gefertigten 
Büste, fol. 

8) Carteaux, nach Boze, fol. 

9) Philipp Sidney, nach H. F. Tassaert, foL 

10 ) Young, der seine Toditer begräbt, in Punktirmanier IdOlifol« 

11) Die mütterliche Liebe, nach Vanloo punktirt 1787» fol. 

12) Die Blätter zur Götterlehre von Moritz, nach Zeichnungen 
von J. Carstens im Umriss geätzt, Berlin 17^1, 8* 

13) Des passions et de leur expression, collection des t&tes, 
tircs des plus beaux tableaux du Musee de Paris, 18 Blätter 
mit Text von Gault-d-St. Germain, 4« 

V 14) Journce du 31. Mai, nach Harriet punktirt, gr. fol. 
15) Le 9. Thermidor, nach demselben, gr. fol. 

Tassaert 9 Peter Joseph, Maler und Kupferstecher» wurde 1736 
zu Antwerpen ( nach andern zu Brüssel ) geboren , und unte^ um 
unbekannten Verhältnissen zum Künstler herangebildet. Er wid- 
mete sich der Historienmalerei, malte auch Bildnisse, lieferte aber 
wenig Werke in Oel» da er auch auf die Radir- und Schabkunst 
viele Zeit verwendete.' Tassaert hielt sich einige Jahre in London 
auf, und wurde dann Hofmaler des Prinzen Carl von Lothringen 
in Brüssel. Im Cataloge der Sammlung des Prinzen C. de Ligne 
von A. Bartsch ist eine Zeichnung von ihm beschrieben, welche, 
mit dem Stifte ausgeführt und in Bister getuscht, in lebensvollen 
Gruppen den Sabinerraub vorstellt« |Im Gabinet de Grünling, 
Vienne 1823» ist eine figurenreiche Zeichnung von 1702 angege- 
ben, welche den Moses vorstellt, wie er Wasser aus dem Felseq 
schlägt» in Bister ausgeführt* Das Todesjahr des Künstlers findei^ 
wir nirgends angegeben. 

Hier lassen wir ein Verzeichniss seiner Blätter folgen. Sie sind 
theils radirt , und auch mit dem Grabstichel übergangen» theüs in 
schwarzer Manier ausgeführt. 

1 ) John Harrison, Inventor of the Gomjpound Pendulum, nack 
F. Hinff in schwarzer Manier ausgeführt, fol. 

2) Ruhens^ Family. Drei Kinder mit dem Hunde spielend^ 
Nach einer Miniatur von Fruytiers im Besitze des Rubens« 
Schwarzkunstblatt, gr. qu. fol. 

Im ersten Drucke vor der Schrift« Es gibt auch h^' 
drücke in Farben. 



TaMaeri* Peter Joieph. — Tiwaerl. ttl 

3) Rubeiis*s Family. Die Kinder des Rubens anf dem Spasierw 
gange,, nach Rubens. Tassaert l'e. 1768« Meaezötintoblatt , 

Im ersten Drucke vor der Schrift.' 

4) Jonas ins Meer geworfen» nach Rubens radirt» und eines 
der Bauptblätter des Meisters, welches sehr selten vor- 
kommt, gr. qu. fol. 

5 ) The Virgin teaching the infant Jesus. Maria in einer Land- 
schaft, welche den Jesusknaben lesen lehrt, nach C. Ma- 
ratti, in schwarser Manier ausgeführt. Aus BoydelVs Ver- 
lan, roy. fol. 

Im ersten Drucke vor der ScbHfU 

6) Madonna mit dem Kinde, nach C. Dolce*s BUd aus dem 
Cabinet Clive geschabt, fol. 

7) Die hell. Familie, nach A. van Dyck, in schwarzer Ma- 
nier, fol. 

8) Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Schoosset wi^ 
dieses die Hand nach dem kleinen Johannes ausstreckt , 
welchen Elisabeth auf dem Arme trägt. Nach Rubens, mit 
Dedication an den Herzog Carl von Lothringen, welcher 
das Gemälde besass, 1700. 

Sehr seltenes radirtes Blatt, besonders im ersten Drucke 
vor der Schrift, fol. 

9) Die Ehebrecherin vor Christus, halbe Figuren nach Rubens 
radirt, qu. fol. ^ 

Im ersten Drucke vor der Schrift. * 

10) Die Marter des heil. Stephan, nach Rubens* Gemälde aus 
der Gallerie des Grafen von Cobenzl radirt, gr. Toi.- 

11 ) Die Marter des heil. Lorenz, nach Rubens radirt, fol. 

12) Venus, welche den Adonis von der JojSd zuriickhaltdn will, 
nach dem Bilde von Rubens aus der Sammlung des Grafeii 
von Cobenzl in Brüssel, und 'mit Dedication an diesen. 
Schön radirt in Souiman's Manier, roy. qu. fol. 

13 ) Ein Bacchanale. Der Satyr tragt eine Bacchantin auf dem 
Rücken. Nach N. Poussin geschabt. Boydell exe 1769. 
gr. fol. 

Im ersten Drucke vor der Schrift. ' 

14) Kinder, welche mit Weintrauben und mit einem Lamme 
spielen, nach Rubens, ohne Namen des Radirers. Wenig- 
stens in Tassae^*s Manier ausgeführt, gr. qu. 8« 

15) Zwei Gonversationsstücke, nach eigener Trfin4ung geschabt, 
qu. fol. 

16) Die vier Alter des Lebens, in halben Figuren. J. Tassaert 
inv. et fec. published by J. Boydell 1708« Schwarzkunst- 
blätter, fol. 

1) Infancy. 

2) Youth. 

3) Middle Age. 

4) Cid Ag^. 

Im ersten Drucke vor der Schrift. 

17) Studien von Köpfen, geistreich in Rembrandt's Manier 
radirt, 8 Blätter, darunter ein Kopf im Umriss. 12. 

Tassaert y Zeichncrin, erscheint um 1812 in Berlin als Madame 
Beer, wir wissen aber nicht, welche Stelle ihr in der Familie der 
obigen Künstler einzuräumen ist. In dem bezeichneten Jahre 
brachte sie Zeichnungen zur Ausstellung in Bei^in. 



Wt Tassa^t, Nie. Fr. Oetav, ^ tasai, Agoalina 
Tasaaert^ 'Nicolaua Franz Octar, Maler zu Paris, waiirschein. 

lieh der Sohn des Joh. Franz Tassaert, machte seine Studien in 
der genannten Stadt« Er malt historische Darstellungiin und 
Oenrehilder. Unter den ersteren fanden wir 1834 den Tod Cor- 
reegio's erwähnt. Auf dem Salon 1845 sah man von ihm eine 
Madonna , welche das Kind säu^. Dann finden sich auch Genre* 
bilder von seiner Hand. Vier solcher Bilder erschienen 1831 in 
lithographischer Nachbildung: La corbeille» Tanneau nuptiale, le 
piano und Ic Domino betitelt. 

TaSSara, Giovanni Battista, ein adeliger Genueser, erlernte 
^ von G. A. Ferrari die Malerei, und fertigte einige schätzbare Bil- 
der für seine Verwandte. Im Jahre 1057 wurde er in jungen 
Jahren ein Opi'er der Pest. Soprani spricht mit Achtung von den 
Talente dieses Mannes. 

Taasare^ und 

lassart^ werden irrig die obigen Künstler Tassaert genannt. 

TaSSettl^ Kupferstecher in Rom, arbeitete um 1824. Wir finden 
von ihm ein Blatt erwähnt, welches RafaeVs Madonna di S. Sisto 
vorstellt. 

Taasi 9 AgOStino $ Maler von Perugia, genannt Buonamtco oder 
Agost. Perugino, wdr Schüler von P. Brill , wollte aber in 
der Folge aus Eitelheit als jener der Carracci gelten. Er widmete 
sich' der Landschaftsmalerei , und hatte schon Proben eines be- 
deutenden Talentes geliefert, als er eines Verbrechens wegen zur 
Galeere verurtheilt wurde. Doch durfte er aus Gnade d|is Ruder i 
nicht führen, und somit konnte er sich seine Lage durch die 
Kunst erträglicher machen. Er zeichnete Schiffe, die Erscheinun-j 
gen zur See, und verschiedene Scenen und Gruppen, so wie sich 
solche seinem Auge darboten. Diese Zeichnungen sind sehr geist- 
reich und p&annigfaltig, meistens Bilder ^us dem Leben in Schran- 
ken gehaltener Verbrecher. Auch Fischerscenen sind darunter, 
und den Rest machen die "Eigentlichen Marinen aus. Die Schat- 
tenseite seines Lebens deckt uns Passen auf, und auch Salvator 
Rosa empfiehlt ihn in seiner Satira della pittura nicht sehr er- 
baulich. 

Tassi war aber ein Künstler von Bedeutung. Nach erlangter 
Freiheit führte er im Ouirinal, in den Palästen Lanzelotti und 
Rospigliosi zu Rom, und dann in Palästen zu Livorno und Genua 
viele Werke aus , meistens in Fresko, wobei ihm die auf der Ga- 
leere gemachten Zeichnungen und Skizzen Dienste leisteten. In 
Genua waren Salimbcne, Gentileschi , Sorri und G. B. Primi seine 
Gehülfen. Auch viele Junge Künstler waren in seinem Hause, die 
er unterrichtete, und die ihm arbeiten halfen, wofür er ihnen freie 
Tafel hü». Der berühmte Claude Lorrain war sein Koch und 
Farbenreiber. Seine Werke bestehen in Landschaften und See- 
stücken. Dann war er einer der ersten, welche die Felder mit 
Arabesken einfassten. Er copirte zu diesem Zwecke solche an 
alten Triumphbögen und anderen Gebäudeiit malte sie in Hell- 
dunkel und brachte leichte Vergoldungen an« Dadurch erhieUen 
- seine Arbeiten ein freundliches Ansehen und sie boten grosse Ab- 
wechslung. Viele dieser Werke sind zu Grunde gegangen; di« 
Landsahailcn und Märinen in Oel waren nie zahlreich. Seine 



Tasü. ~ Tossot Marco Domeiiico uiid Ginliano. ttt 

Znehnungen sind meistens mit der Feder entworfen, andere leicht 
ausgetuscht and mit Farben gehöht. Starb zu Rom i644 in 76* 
Jahre. 

Tassi» 8. auch Tasso. 

TaSSie» James 9 Bildhauer und Stempelschneider von Glasgow, 
machte in London seine Studien, und trat daselbst als ausiiben- 
der fiünstler auf« Er machte sich vornehmlich durch Pasten be- 
lumnt, wobei er einer emaillartigcn Masse sich bediente, die zum 
Abformen und Poliren vorzüglich war, und selbst die Farbe de^ 
Bdelsteine annahm. Diese Pasten wurden in Ringe und andere 
SchmuGksachen gefasst, und der Grösse nach stieg der Preis einer 
einzelnen von einem ScluIUng bis zu einem Pf. St. Die Samm- 
lung belief sich zuletzt auf 15000 Stütke, welche alle berühmten 
Gemmen nachahmen. R. E. Raspe gab 1786 eine französische, 
und 1791 eine englische Beschreibung derselben heraus. Nach 
dem 1799 erfolgten Tod des Künstlers fiel der ganze Vorrath dem 
William Tassie zu, der die Sammlung schon früher auf 15800 
Stücke gebracht hatte. Früher suchte man vollständige Werke 
zu verkauien,, später gingen sie einzeln weg. 

TaSSlDy Zeichner, und wahrscheinlich auch Kupferstecher, ist durch 
folgendes Werk bekannt : Plans et profils des yilles et lieux con^ 
siderables de France , avec les cartes gcnerales et particulicres de 
chaque gouvernement, 2 tom. Paris 10o4> 430 BI. 4*i Paris l638. 
436 El. 

Tassinari, Giovanni Battista, Maler, wird unter die Schüler 
von C. A. Rossi gezählt. Er fertigte Altarbilder, deren sich in 
seiner Geburtsstadt Pavla finden, wie Bartoli behauptet. Blühte 
um 1610 — i3> 

Tassini 9 Marcöf Edelsteinschneider, arbeitete um 1496 zu Floreuz. 
Er scheint nur nach seinem Grabsteine in St. Maria Novella be- 
kannt zu seyn, Giulianelli weiss wenigstens nur von einem solchen. 

TasSOi AgOStinO, s. A. Tassi. 

TaSSOy GiordanOi Architekt und Mathematiker von Perugia, trat 
daselbst in den Servitenorden, ist aber nur durch die Restauration 
der kleinen Kirche Madonna de Monturreno bekannt, welcher dess- 
wegen pabst Paul III. einen Ablass verlieh, wovon Pascali erzählt. 
Tasso starb um 1590» mehr als tOO Jahre alt. 

TaSSOy Leonardo del^ Bildhauer von Florenz, war Sohüler von 
A. Sansovino. Im Kloster St. Cbiara daselbst ist ein Basrelief von 
ihm, welches zu einem Altarschmucke dient. In S. Ambruogio 
sieht man eine Statue des heil Sebastian von Holz, welche die 
Grabstatte des Künstlers bezeichnet« Bottari setzt seine Blütl^zeit 
um 1550* 

Vasso, Bfarco Damenico und Giultano, hatten um i4ao in 

Florenz als Holsschnitzer Ruf. Sie verzierten zwei Zimmer des 
Stadthauses mit schönen Schnitzwerken. Giuliano war aber noch 
15tZ thätig. Bei der Anwesenheit des Pabstes Leo X« in jenem 
Jahre erriditete er einen Triumphbogen und stellte auf demselben 
die Statue des Lorenzo il Magnifico auf, mit der Inschrift: Htc 



1S6 Taisa, Bernardino. — Tatoraci V« 

est 3U mem dilectus. Aus dieser Familie sind auch noch zwei an- 
dere Holzbildhauer zu nennen , Namens Gio. BattisUi und Dome* 
ntco 9 Vater und Sohn. Der eine von diesen arbeitete um ISSO 
nach Zeichnungen von Michel Angelo* 

TaSSOy BernardinOy Architeht, blühte um l54o in Floreia. Er 
bau|e die neue Bör.^e und das Portal von S. Romolo« Diese Bau- 
werke sind in F. Rugiperi's Studio d*Architettura. Firenze 1722. 
gr. ibl. abgebildet« Dann war er auch bei der Anlegung des aeuen 
Marktes in Florenz thätig. 

TaSSOn^ F«^ Maler zu Brüssel, stand um 1836 unter Leitung Fae- 
linVsy und widmete sich dem historischen Fache« Er wählte an* 
fangs Darstellungen aus der alt^n Geschichte, zog aber dann auch 
das Genre in seinen Kreis« 

TaSSOne, Giuseppe i Maler von Rom, übte in Neapel seine Kunst, 
und htnterliess da viele Werke. Sie bestehen in Landschaften mit 
Thieren, meistens mit Schafen, die er gut darstellte. Einige seiner 
Bilder sind von bedeutender Grösse« Domenici rühmt diesen Hünst* 
1er, und bemerkt« dass er mit Nicolo Rossi bestandig um den Vo^ 
>^ gestritten habe. Starb 1737 im S4* Jahre. 

TllSSOnef Carlo j» Maler, wurde 1650 zu Cremona geboren, und 
von G. B. Natali unterrichtet Hierauf studierte er £e Werke dei 
B. Luini, und malte in der Weise desselben einige Bilder in Fresco. 
In den Kirchen der Heiligen Marcellin und Peter ^u Cremoni 
sind die Malereien der Cuppel und der Capelle des heiL Ludwil 
von ihm. Später malte er am Hofe in "turin Bildnisse , und aucK 
anderwärts malte er solche. Sie wurden sehr ähnlich befunden* 
Der Künstler erreichte ein Alter von 70 Jahren. 

TaSSOni ^ nennt Malvasia einen Maler von Modena , dar mit Ouid^ 
Reni im Briefwechsel stand , und zuletzt die Kunst aufgab , da et 
durch eine reiche Heirath gesichert war« 

Tata« Michaeli Maler, war Schüler von B. Barbatelli. Baldinucd 
sagt, dass er den Namen Tata von seinem Stammeln erhalten habe 

Täte 9 nennt Fiorilio V, 872 einen englischen Maler» der 1787 tv^ 
Kunstausstellung in Manchester Werke lieferte« Er war Ehrennut 
gUed der dortigen Akademie« 

TathanHi Charles Heathcotei Architekt, machte seine Studie! 
in Italien, und hielt sich mehrere Jahre in Rom und Bologna aul 
Er zeichnete die schönsten antiken Ornamente, und veranstaltet 
nach diesen ein Prachtwerk, dessen Platten er selbst radirte. E 
erschien unter folgendem Titel: Btchings represented the bei 
«exemples of ancient> omamental architecture , drawn from the ori 
gtnals in Rome and other parts of Italic etc« London 1803« ^' 
102 Blättern, gr. fol. Von 1805 — 6 erschien zu Weimar et 
Nachstich, nebst Uebersetzung des Textes, gr, fol. Im JaW 
1806 gab er Muster su geschmackvollen Silberservicen und G( 
fassen heraus: Desings for ornamental Pate, 4l radirte Blätter 
roy. fol. Tatham leistete im Verzierungsfache Ausgezeichnetes. 

Tatorac 9 V. » Formschiieider zu Paris , arbeitete um 1760»^ 



Tatsnd» Johanir Miebael. -^ Tatti, Jacopo. ttf 

Tatsrad, Johmn Michael , Biiahauer, ^eb/zu Witinten im g«- 

bietJB Ton Trier 1705» durchxo^ als Geselle ranz Deutschland, und 
Hess sich dann in Frankfurt nieder, wo er die Tochter des Malers 
W. Roschach heimthete. Er hinterliess da eine Menge yon Wer- 
ken: Statuen, Epitaphien und Basreliefs in Marmor und Alabaster, 
Bildwerke in Elfenbein, Speckstein, Wachs u. s. w. Er fenigte 
Figuren und Thiere aus diesem Materiale, ernsthaften und lau- 
nigen Inhalts. Hüsgen zählt mehrere auf. Der Künstler war his 
an seinem 1782 erfolgten Tod unetmudet thätig. 

Tattdy Lasaro I Beiname von L. Tavaron«. 

Tattersally R.| Architekt zu Manchester, gebort zu den bersten 
neueren englischen Künstlern seines Faches. Er machte seine 
Studien in Italien, und bewies dann in allen seinen Werken die 
gründlichsten Kenntnisse« Er baute idoO die gothische Capelle 
zu Dukinfield (Cheshire), ein sdhones und im reinen Style durch- 
geführtes Gebäude. Tattersall ist aber auch in der alten klassi- 
schen Baukunst erfahren. 

Tatti 5 JacÖpD $ genannt Sansovino, Architekt und Bildhauer , 
wurde i479 zu rlorenz geboren , und zeigte schon in frühester 
Jugend entschiedene Anlaee zur Kunst, die sich namentlich in 
kleinen Modellen aussprach. Der Vater unterstützte diese glück- 
liche Anlage auf mögliche Weise, und übergab ihn dem Andrea 
Contucci Sansovino, welcher mit väterlicher Sorgfalt dai Tklent 
des Schülers pflegte. Diess erzeugte zwischen diesem und • dem 
Meister eine wechselseitige Anhänglichkeit, und zuletzt ging der 
Zuname Andrea's selbst auf Jacopo über, der von nun an allge« 
mein Jacopo Sansovino genannt wurde. Er widmete sich anfai^ga 
ausschliesslich der Bildhauerkunst, und übte sich mit Aadrea del 
Sarto , der mit Jacopo innise , Freundschait schloss » mit solchem 
Eifer im Zeichnen, dass beiide Künstler es hierin zu seltener Voll- 
kommenheit brachten. Ihr Streben war zwar ein verschiedenes» 
aber einer lernte vom anderen» da sie auch i|ire Gedanken über 
Kunst und deren Schwierigkeiten austauschten. Ihr Vorbild war 
Michel Angelo. Unter denjenigen y welche nach den berühmten 
Cartons desselben zeichneten, finden wir namentlich 4iase beiden 
Künstler erwähnt. 

Von Florenz aus beeab sich Sansovino mit Giuliano da San 
Gallo nach Rom, wo ihn Raphael und andere grosse Künstler 
hoch schätzten, nur der neidsüchtige Michel Angelo ihm grolhe, 
weil er einen Nebenbuhler fürchtete. Bnonarotti erkannte m den 
Werimi des jungen Künstlers ein eminentes Talent, das unermü- 
det nach Vollkommenheit strebte. Tatti studirte mit Eifer die anti- 
ken Bildwerke, deren er mehrere meisterhaft restaurirte. Auch ei- 
nige Statuen und Gruppen modellirte er, und nebenbei richtete 
er nach dem Vorbilde San Gallo's das Augenmerk auf die antike 
Baukunst, die fortan seine Zeit theilte, bis er zuletzt in Venedig 
fast ausschliesslich der Architektur den Vorzug gab. Der rastlose 
Fleiss und die Sucht nach sinnlichem Vergnügen verursachten ihm 
aber eine Krankeit , welche ihn nöthigte , zur Herstellung seiner 
Gesundheit nach Florenz zurückzukehren. Hier bot t5t5 aer Ein- 
zug des Fabstes Leo X. den Künstlern Gelegenheit zu einer 
Menge von Verzierungsarbeiten , und Sansovino konnte jetzt in 
architektonischen Erfindungen sein Talent zeigen. Er erhielt den 
Auftrag, Zeichnungen für Triumphbögen zu entwerfen, zu de 



. Tatli, Jaeopo« 

ren Ausschmückung die Plastik diu Ihrige l>eitrug^ Biioaderen 
Beifall erndtete er durch die Decoration der, Fa^ade vpn Santa 
Maria del Fiore, wo auch A« del Sarto Thcil nahm. Aut einem 
mächtigen Untersatz erhoben sich gekuppelte Corinthische Säulen, 
und in den Nischen zwischen diesen standen die Statuen der 
Apostel in Sti^cco. Die übrigen .Flächen waren mit Ornamen- 
ten und Basreliefs geziert und das Ganze von so ausgezeichneter 
Schönheit, dass der Papst die Fa9ade lieber von Jrlarmor ak 
von Holz erblickt hatte« Leo X. trug ihm zugleich auf, einen 
Aufriss zur Fa9ade von S. Lurenzo zu fertigen , welchen er aus- 

Seführt wissen wollte ; allein Michel Angelo ninterlrieh den Baa, 
a er selbst einen Entwurf gefertiget hatte , und zuletzt kam das 
Werk nicht zu Stande. Von Florenz aus begab sich Tatti nach 
Bologna, wo der Pabst ebenfalls einen feierlichen Einzug hielt. 
Bei £e8er Gelegenheit errichtete Sansovino an der Porta di San 
Gallo einen Triumphbogen, welcher wieder zu den grossartig- 
sten Decorationen der Stadt gehörte. Endlich kehrte der Künst- 
ler nach Hom zurück , wo Jetzt der Neid Michel Angelds aufi 
Neue rege wurde. Er führte hier anfangs einige Statuen aus, und 
1521 gewann er durch sein Modell des Laokoon, welches er in 
Bronze goss, zu wiederholtem Male den Preis. Von dieser Zeil 
an schuf Sansovino viele Werke, bis er endlich 1527 bei der Plün- 
derung Rom's die Flucht ergriff, und In Venedig sich niederÜcs^ 
wo sein Ruhm unsterblich ist. ' 

Wir .beginnen mit der Auf/ählung seiner architektoniscbei 
Werke, in welchen er in eigenthümlicher Grösse erscheint, £] 
schliesst sich an Michele San Micheli an, erscheint aber nüchterneri 
ah dieser Meister. Unter seinen Palästen, die er in Venedig ausi 
führte, ist namentlich das Gebäude der alten Bibliothek an de 
Fiazetta als ein Werk von edler und gei^reicher Behandlung v 
nennen » welches seiner gepriesenen Zecca weit vorzuziehen ist. 
Ztt seinen ersten Werken dieser Art in Rom gehören di 
Zeichnungen und Modelle der Servitenkirehe S. Marcello, derd 
Bau aber ins Stocken gerieth. Dann haute er im Auftrage M 
Marco Coscia die schöne Loggia vor der Porta del Fopolo an di 
ilaminischen Strasse. Unter den Palästen steht jener der Fsmili 
Gaddi an der Strada de' Bianchi oben an, und auch das Haus M 
Luigi Leoni -zeichnet sich durch zweckmässige Eintheilung ^^ 
Die Villa des Cardinais de Monte begann er zu bauen« vollende! 
aber dieselbe nicht. Sein Haujptwerk m Rom ist aber die liirche d( 
Florentiner, zu welcher auch Rafael» San Gallo und B. Ferofl 
Pläne lieferte, denen aber Leo X. jenen des Sansovino vorxoi 
Durch die Tiber beschränkt kam der Künstler, um R^m zu d 
winnen , auf den Einfall , in den Fluss einzugreifen , Aind euä 
Theil der Substruktion in das Wasser zu führen, welches m 
Schwierigkeiten und Kosten verbunden war, so dass Vasari s^ 
man hätte damit die halbe Kirche gebaut Ein Fall « welchen m 
Architekt beim Baue that, rettete diesen aus der Verlegenhef 
Er begab sich zur Herstellung seiner Gesundheit nach. Floren 
und Antonio San Gallo hatte die Ehre, alle Schwierigkeiten zu b| 
siegen« Inzwischen traten aber Unfälle ein ; Leo X. starb« Adrian I 
baute nichts, nnd unter Clemens VII» wurde Rom geplü»4!J 
Damals entging Sansovino der Gefkhr , und in Venedig ffing w 
ein neuer Glücksstem auf, wo jetzt sein Talent nnbeschränkU 
Spielraum fand« Er erfreute sich der Protektion des Dogen Or^ 
welcher ihn verhinderte, an den Hof Franz I. nach FranUrw 
zu gehen« Den grössten Einflus« auf das Schicksal seines Lsbei 



Tatti, Jncopo* 189 

hatte leine Verbindung mit Fietro Aretino und Titian, aus deren 
Freundschaft jenes für die Kunst so wichtige Triumvirat entstand, 
welches nur der Tod äu trennen vermochte. Inzwischen starb Mei- 
ster Buono, Architekt der alten Frocuratien und Sansovino vrurde 
mit einem Gehalte von achtzig Dukaten tind einem eigenen Hause 
zu seinem Nachfolger ernannt. Als solcher hatte er die Oberauf- 
sicht der St. Markuskirche , des Glocken thurmcs und der angrän« 
zenden Gebäude, mit Ausnahme des herzoglichen Palastes. 

Seine erste Arbeit in Venedig war die Wegräumung der Läden 
und hölzernen Gebäude, welche die grossen Granitsäulen des Haupt- 
platzes versperrten, und die Aussicht auf den grossen Canal entzo- 
gen. Von viel grösserer Bedeutung war aber die Restauration der 
Cuppein der St. Marcuskirche , welche- durch ihr Alter und durch 
eine hundert Jahre vorher ausgebrochene Feuersbrunst stark gelit- 
ten hatten. Vor allem galt es, das Vordringen der Sprünge derHaupt- 
kuppel zu beseitigen, welches er durch einen aus mehreren Schie- 
nen bestehenden, durch Schrauben müttern und Keilen von Bronze 
zusammengezogenen Reif von Eisen bewerkstelligte. Man nennt 
diesen Reif noch heut zu Tage »il cerchio del Sansovino««, zum 
IJnterschiede von zwei anderen Ringen, die in der Folge ange- 
leg^t wurden. Dann restaurirte er auch das Innere der Cuppein 
und vollendete die Arbeit mit solcher Einsicht, dass sein Ruf weit- 
hin sich verbreitete. Auch erhöhte die Republik seinen Gehalt 
auf 180 Dukaten. 

Im Jahre 1532 übernahm Saosovino den Ausbau des schon 
1508 von F. und T. Lombardo begonnenen Gebäudes der Scuola 
della Misericordia , welches in dieser Gestalt von einigen als sein 
ausschliessliches Werk betrachtet wird, während andere nur eine 
Nachahmung des Styls des Sansovino erkennen wollten. Das Gp- 
bäude ist auch nicht ganz vollendet. Der obere Saal ist ohne 
alle Verzierung, gegen die gewöhnliche Anordnung des Künstlers, 
der nie in einer solchen Einfachheit componirte. Die schöne 
Treppe, das Gastzimmer (Albergo), der prächtige Saal im Erdge- 
schosse und ein zweiter über demselben verrathen Sausovino's 
Erfindung. Der erstere ist durch zwei Reihen Säulen compo^iter 
Ordnung in drei Schiffa gethcilt. Zur nämlichen Zeit begann* 
Sansovino auf Befehl des Dogen Gritti den Bau von S. Francesco 
della Vigna, ein Werk von edler Einfachheit, welches aber Pallaw 
dio vollendete. Der Dom und die Fa^ade wird für das Werk dieses 
Meisters gehalten. Den Aufriss, welchen Sansovino der Kirche 
geben wollte, zeigt eine Schaumünze, welche zum Andenken ge- 
prägt wurde. Ein anderes gepriesenes^ Bauwerk des Künstlers, 
dessen Ausfuhrung 1335 der Rath der Zehn demselben übertrug, 
ist der Palast der Münze (la Zecca), welcher von einigen als Mei- 
sterstück gepriesen wird, während in Hinsicht auf den Styl des 
Gebäudes dieser mehr widrig als schön erscheint, dasselbe der 
Eleganz entbehret, und durch die Anwendung der Bossagen von 
Istrischem Gesteine eher einem festen Schlosse als einem freund- 
lichen Paläste gleicht* Mit Inbegriff des Erdgeschosses , welches 
aus netrn Bogen von Bossagen besteht, erhebt sich die Masse in 
drei Stockwerken, wovon das mittlere mit dorischen Pilasteru geziert 
ist, aber durchschnitten durch Vorsetzsteinc. Die oberite Etage 
enthält eine jonische Säulenordnung, die ein mit Kragsteiuon ge- 
ziertes Gesims trägt. Die Verzierung nimmt mit den Stockwar- 
eken zu. Im Innern des Hofes ist im Allgemeinen dieselbe An- 
ordnung, die nämliche Säulenordnung, und dasselbe Höhenmass. 
E» unterscheidet sich bloss durch eine grösser« Lauge und durch 

Kagler'j Künstler- Lex. Bd. XVIIL 9 



130 Tatti^ Jacopo. 

die Etage über den Bogen des Erdgeschosses» die selbst wieder 
Bogen statt der Fenster' zeigt und einen ofiPenen Gang bildet. 

Im Jahre 1536 beschloss der Senat den Bau einer Bibliothek, 
und Sansovino erhielt den Auftrag ein Modell zu fertigen, welches 
sogleich genehmiget wurde. Diese Bibliothek an der Piazetta bil- 
det in ihren 21 Bögen eine Fortsetzung der Gallerien des St. Mar- 
husplatzes. Die Säulenordnung des Erdgeschosses ist dorisch, die 
der oberen Etage jonisch, und die obersten Arkaden sind gebogene 
Fenster, welche selbst durch kleinere jonische Säulen verengt 
sind. Beim Baue dieser Bibliothek richtete sich Sansovino nach 
der Hohe der beiden Etagen des älteren Flügels, und er dathte 
sich den linken Flügel als vollendet, welcher eine Fortsetzung der 
Bogen seiner Bibliothek bilden sollte. Allein Scamozzi nahm da- 
raui keine Riicksicht, wie wir im Artikel desselben bemerkt haben. 
Aus dieser Voraussicht erklärt sich die Höhe der beiden Gesimse 
seiner Säulenordnungen, wovon das dorische das Drittel einer 
Säule, und das jonische mehr als die Hälfte einnimmt. Die Ba- 
lustrade über dem letzteren bestimmt den Höhenpunkt, zu 'wel- 
chem der neue Flügel hätte steigen sollen. Die Verhältnisse der 
Bibliothek sind daher ungewöhnlich, der Künstler wnisste aber 
durch die Schönheit und Mannigfaltigkeit der Verzierungen diesen 
Zwang unmerklich zu machen. Die Archivolten bestehen in li- 

füren von Bildhauerarbeit. Nichts ist aber reicher als die beiden 
riese, besonders jener über dem jonischen Architrav, der bei- 
nahe die Gesammthöhe des Architravcs und des Karnisses hat. 
Die mit Statuen gezierte Balustrade verbirgt von' unten den An- 
blick eines sehr nohen Daches. Der mittlere Bogen der Fa^adc 
führt zu einer sehr schönen Treppe mit reich verzierten Gewölben 
von A. Vittoria. Oben gelangt man in einen herrlichen Saal, 
welchen Scamozzi für eine Sammlung alter Sculpturen einrichtete. 
Von hier kommt man in das Lokal der Bibliothek selbst. Sie 
nimmt sieben Arkaden des Gebäudes in der Länge, und drei 
in der Breite ein, und enthält ein prächtig mit Feldern gezier- 
tes Gewölbe, Der andere Theil des Gebäudes, zu welchem eine 
Treppe führt, die mit der erwähnten in Verbindung steht, geht 
auf die Fescheria und ist iür die Geschäfts - Burcaux bestimmt 
Die grossen Arbeiten an der Bibliothek sollten um 154$ ihre» Vol- 
lendung finden, denn es war nur noch der Theil zu wölben, wel 
eher für die drei Bureaux bestimmt war ;, allein kaum war das G^ 
wölbe vollendet, so stürzte es ein. Man schrieb diesen Unfall ver 
schiedenen Ursachen zu, die der Architekt nicht verhindern konnte; 
allein es war auch die Sprache von Fahrlässigkeit und von zu 
grossem Wagniss des Architekten, der sich wahrscheinlich z\ 
viel auf seine Bänder und Klammern verliess. Sansovino *wurdi 
trotz aller Ausreden ins Gefängniss geführt, der Stelle eines Obeij 
Architekten entsetzt und zu einem Ersatz von lOOO Dukaten ver 
urtheilt. Mittlerweile erhoben sich aber zahlreiche Freunde un^ 
Aretino an der Spitze, welche zu Gunsten des Künstlers schriebei^ 
' Mendozza, der Gesandte Carl V. J)ei der Republik, fprwirkte sein! 
Freiheit, und zuletzt scheint der Künstler sich gerechtfertiget zi 
haben, da ihm die erwähnte Summe zurückbezahlt, ,jUnd er wica 
der in sein Amt eingesetzt wurde. Er stellte jetzt ein neues Gd 
wölbe her, welches aber von Zimmerwerk ist. Mit Rohr «benagel 
erhielt es einen Bewurf, der die Decoration desselben bildet. Uebe 
die Lösung eines vermeintlichen Problems an diesem Gebäude t 
Q. de Ouatremcre's Leben der berühmtesten Architekten, deutsc] 
.yon Heldenmann L S. 266, oder dessen Dictionnairc d'Architectur^ 
Im Jahre 1532 zerstörte eine Feuersbrunst eipea grossei 



Tatti, Jacopo, 131 

Theil des Palastes Cornaro am ^^rosscn Canal bei 8« XVIaurixiu » 
und der Procurator Giurgio Cornaro übei*trug den well ppaghti-. 
geren Kcubau dem Sausovino. Dieser gekort zu den grössten, 
scbönsten und merkwürdigsten Gebäuden der Stadt. In drei Stock* 
vferkeu sich erhebend benerrscht er die ganze Umgebung. Man 
findet' aber das Gesims der oberen Etage etwas zu hoch, die Mauer 
derselben nicht hinlänglich geschützt. Der Architekt soll sich diess 
gegen die Solidität erlaubt haben, um einen Theil der Eckpila- 
ster sehen zu lassen , die mit den Vorsprüngen der Bogen in ge- 
rader Linie fortlaufen. Uebrigens ist die Säule'uorduung sehr 
regelmässig, und die Eintheilung erscheint bei grosser Mannig- 
faltigkeit höchst zweckmassig. Bald darauf baute er auf der einea 
Seite des Glockenthurms von S. Marco eine Loggia, wo sich die 
Nobili versammelten. Mittelst einiger Stufen gelangt man auf 
eine von drei Seiten mit einer Balustrade umgebene Tcrasse» 
auf ivelcher sich die Fa^ade erhebt. Sie ist mit aclit halben Wand- 
säulen geziert, die ein fortlaufendes Gesims tragen. In den drei 
grössten Saulenwciten öffnen sich drei grosse Bogen , durch die 
man in den grossen Saal gelangt. Die vier anderen Säulcnweiteu 
sind enger, und enthalten reich verzierte Nischen. Uebcr den Bo- 
gen erhebt sich eine mit Basreliefs gezierte Attika, deren Felder 
genau auf die Abtheilungen der unteren Etage treffen. Die Krö- 
nung des Gebäudes bildet eine mit Staiuen und Basreliefs gezierte 
Balustrade. Es sollten auch die drei anderen Seiten des Tfiurmes 
mit solchen Loggien umgeben werden, was aber unterblieb. Ge- 
gen 1542 wurde Sansovino mit der Wiederherstellung der Kirche 
$. Spirito beauftragt. Die Arbeiten im Chore und an der Fa9ade 
sind sein Werk. Gleichzeitig ist der Palast des Giovanni Delfino. 
am grossen Canal bei S. Salvatore. Dieses schöne G.ebäude ist we- 
gen der glücklichen Eintheilung merkwürdig. Der Ilof und die . 
Treppe sind reich verziert. Sansovino*s Name knüpft sich auch an 
die Kirche S. Fautino, welche, obwohl schon 1501 durch testamen- 
tarische Verfügung des Cardinais Zeno gegründet, wegen Man- 
gel an Fonds 1553 noch weit zur Vollendung hatte. Er führte 
den Bau zu Ende , und fügte den Chor hinzu , welcher allgemein 
bewundert wurde. Hierauf ereignete sich das Unglück des Ein- 
sturzes des Gewölbes der Bibliothek, wovon wir oben bcnachrich- 
tet haben« 

Nach dieesr Zeit entstand ein grosses Gebäude am grossen 
Canal, welches dem Handel bestimmt war. Es sind diess die so* 
genannten Fabriche nuove di llialto. In drei Stockwerken sich 
erhebend enthält dieses Gebäude im Erdgeschosse 25 Arkaden für 
die Kaufläden, und diesen entsprechen die Fenster der beiden obe- 
ren Etagen. Im Inneren treffen aber durch fehlerhafte Anordnung 
die Maueril nicht auf einander, wodurch häufige Reparaturen ver- 
anlasst wurden. Es vereiniget sich daher nicht Solidität mit der 
Schönheit der äusseren Anlage. Sansovino entwarf auch einen 
Plan für die Rialto-Brücke, welcher nicht genehmiget wurde, weil 
man die Kosten zu hoch erachtete, in einer Zeit , wo die Republik 
ia einen Krieg mit den Türken verwickelt war. Im Jahre 1556 
vollendete er den Bau der Kirche San Gemignano, eines der merk- 
würdigsten Gebäude dieser Art, welches erst vor ein Paar Decon- 
nien abgebrochen wurde, um die durch dasselbe unterbrochene 
Verbindung der alten und neuen Procuratien zu bewerkstelligen. 
Der Grund zur Kirche wurde schon i505 gelogt, und die HaUpl- 
l^apelle nach dem Modelle des Architekten Cristoforo del Legname 
aufgeführt. Seine erste Sorge war, den Bogen der. 'vorhandenen 
Capelle, deren Gesims und alles Uebrigc in harmonische Verbin- 

9* 



1» Tatti, Jacopo. 

• düng EU bringen, tras er mit eben so Tiel Gescbtcklicbkeit ils 
j Geschmack bewerkstelligte. Der Plan ist ein vollkommenes in drei 
■ Schiffe getheiltes Viereck, in dessen Mitte sich eine Cuppel er« 
hebt. Die Fa9ade bietet nichts Merkwürdiges dar, ausser dasi 
hier eines der ersten Beispiele von Vorderseiten mit mehreren Ord« 
nungen von Wandsäulen sich findet, die man im folgenden Jahr- 
hunderte mit zu viel Eintönigkeit wiederholt hatte. Hinsichtlich der 
Höhe gab die alte Procuratie das Maass an, welches aber Sca- 
mozzi zum Kachtheile des Ganzen missachtete. 

Die Zahl der Bauwerke dieses Künstlers ist gross, und daher 
finden sich über einige nur kurze JSotizen, aber ohne dass sie 
nicht den Ruf eines Architekten gründen könnten. Hicher gehö- 
ren in Venedig die Kirche S. Martino am Arsenal , jene der Ln- j 
heilbaren , deren Bau ursprünglich für ein musikalisches Cuuser- ! 
vatorium bestimmt war, die Scuola di S. Giovanni dei Schiavoiii, 
der. Chor der von einem Meister det Schule der Lombardi begon- 
nenen Kirche Mater Domiui, die Fa9ade von S. Giuliauo, au wel- 
cher auch Vittoria Theil hatte, u. s. w. 

Es sind aber wohl nicht alle Gebäude nach seinem Plane, die 
ihm zugeschrieben werden; denn Sausovino hatte Nachahmer und 
\ Copisten. So wird von einigen die Kirche S. Giovanni Maggiore in 
Verona dem J. Tatti, von anderen dem Michele San Micheli zuge- 
schrieben. Jedenfalls ist sie eines der schönsten Werke der Re- 
naissance - Zeit. Als sein Werk gilt auCh der Peristyl des Univer- 
sitätsgebäudes in Padua, obgleich er in den Nachträgen zu Palla- 
dio dem letzteren zugeschrieben wird. In dem jetzigen Zustande 
würde aber Sansovino dagegen protestiren. Die reiche Capelle des 
heil. Anton daselbst soll er mit G. M. Falconetto gebaut haben. 
Auch die Kirche des Campo santo in Ferrara wird ihm zugeschrie« 
ben, für welche er aber wahrscheinlich nur Sculpturen lieferte. 
Abbildungen venetianischer Bauten s. Fabriche e Monumeilti co- 
spicui di Venezia, illust* da L. Cicognara, A. Diedo e G. A. Selva, 
2. Ediz. con notabili aggiunti e note. 259 ^^^' ^^ ^^^' ^^^ ^ Bogen 
Text, 8* Venezia l84o. Scamozzi sagt, dass Sansovino selbst eii 
Werk über Baukunst geschrieben habe. Wo sich dieses, befinde, 
ist unbekannt. 

Die zweite Abtheilung der Werke dieses Meisters bilden dii 
Sculpturen. Durch diese verbreitete er die Richtung Michel An 
gelo*s nach Venedig, wo auch eine bedeutende Anzsdil von Schü 
lern seinen Styl nachahmten, da er bis. zu seinem Tod den grösf 
ten Eittfluss auf die^ Künste ausübte. Indessen gehört Sansovin 
keineswegs zu jenen einseitigen Nachahmern Michel Angelo't, wi 
deren in der zweiten Hälfte des l6« Jahrhunderts so viele anftaucfc 
ten, die nur in der Uebörtreibung der Einseitigkeiten des Meistei 
das Heil für die Kunst zu finden wählten; im Gegentheil ist ii 
seinen Arbeiten häufig eine zartere Formen^ebung , eine eigei 
thümliche Liebenswürdigkeit zu bemerken, die eben so sehr, wi 
dem eigenen Sinne des Künstlers, eines Theiles wohl den N^acl 
Wirkungen seines ursprünglichen Meisters , andern Theils denti al 
gemeinen künstlerischen Streben , in welches er zu Venedig ei« 
trat, zugeschrieben werden muss. Unter seinen Schülern und gleicl 
strcbenacn Zeitgenossen' zu Venedig, mit denen er mehrfacK gi 
mein schaftlich arbeitete, sind besonders Danese Cataneo, Girolani 
*Campagna, Alessandro Vittoria, Giulio del Moro, Tiziano Aspet< 
Francesco Scgala, Tiziano Minio u. s. w. zu nennen. Vgl. Kuglei 
Handbuch S. 60. 



Tatti, JacopQ. .133 

Zuerst erwälineD wir die Werke Beiner Hand, welch« Venedig 
besitzt, als Meisterstücke im Allgemeinen besonders ^ene. in St. 
Marco, Da steht die reiche Bronzethiire der Sacristet hinter dem 
Altare pben an. Es ist diess ein Werk von zwanzig Jahren, in 
welchem er sich selbst, so wie dem Aretino und Titian ein Denk- 
mal setzte. Sie erscheinen darauf in einer lebensvollen Gruppe« 
In zwei grossen Bildern mit überreicher Einfassung sieht man die 
Grablegung und die Auferstehung. Auch die Evangelisten, drei 
Propheten, viele Engel und Brustbilder sind angebracht. Mehrere 
Gestalten treten ganz heraus. Im Jahre 1556 wurde das Werk vol- 
lendet, und es bildet ein würdiges Gegenstück zu Ghiberti's Thü- 
reu. In der herzoglichen Capelle daselbst ist eine Gruppe von Er», 
welche St. Marcus vorstellt, wie er die bösen Geister vertreibt. Im 
Chore sieht man die vier Evangelisten von Bronze, und hinte^r dem 
Hauptaltare ist ein Altar mit Basreliefs in Marmor und vergoldeter 
Bronze. Sehr sehenswerth sind die sechs Erztal'eln mit Darstel- 
langen aus dem Leben des heil. Marcos. Ucber dem Portale der 
Kirche ist eine Madonna von seiner Hand. Sodann sind die theils 
von ihm, theils von seinen Schülern Tiziano Minio und Girolam« 
Lombardo gefertigten Sculpturen der H^lle am Glockenthurm zu 
nennen. Arbeiten der Schüler sind die Ornamente, und von ihm 
die Bronzestatuen des Apollo, der Pallas, des Friedens und des 
Merkur. Auch Üle BasreiioFs in Marmor sind vortrefflich, beson- 
ders die Entführung der Helle und ^qs Phryxus auf dem geflügel- 
ten Widder, und Alei^ander und Thetis. Im Inneren ist eme sehr 
schöne Madonua. Ein Meisterstück Sansovino's ist auch die kleine 
Statue des Täufers Johannes über dem Weihwasserbecken von St, 
Maria Mater Dbmini (dei Frari), so wie die Brouzcstatue des Philo- 
logen Rangone da Ravenna über dem Portal von S. Giulia. Auf 
der breiten Marmortreppe des Dogen -Palastes stehen die colossa- 
len Bildsäulen des Neptun und des Mars , in alten Tagen gefer- 
tiget, welche aber nicht zu seinen Hauptwerken gerechnet werden. 
Auf dem Altare der Capelle des Palastes ist die Statue der heil. Jung- 
frau, eines der schönsten Bildwerke des Meisters. Die goldene 
Stiege daselbst ist von ihm prächtig decorirt. Die Sluccos sind 
von A. Vittoria. Auch die Decorationsarbeiten in einem Saale des 
Palastes Grimani sind ihres Reichthumcs wegen zu nennen. Die 
Sculpturen des Portals des Arsenals sind von seineu Schülern,. bis ' 
auf die Statue der heil, Justina, die von Girolamo Campagna her- 
rührt. In S. Trovaso ist das majestätische, reich verzierte Mau- 
soleum des Erzbischofs Livio Podocatore von Cypern, eines der 
schönsten Werke dieser Art. Diess ist auch von dem Grabmale 
des Dogen Francesco Yeniero in S. Salvatore zu rühmen, dem 
Winckelmann entgegen ,. welcher in seiner Geschichte der Kunst 
in Sansovino's Grabmälern Einförmigkeit findet, die Figuren bei 
aller Energie .nur ^Is mittelmässig erklärt, und nur in den Ver- 
zierungen einen Vergleich mit den Antiken machen möchte. 

In S. Agostino zu Rom ist von ihm eine Statue der heil. Jung- 
frau, und in 8. Jacopo degli Spagnuoli die Statue des heil. Jacob, 
in edlem und strengem Style behandelt. In St. Maria del Popolo 
Eieht man zwei Grabmäler von Sansovino, die zu den besseren 
Werken dieser Art in jener Zeit gehören. 

In Florenz sind ebenfalls Sculpturen von ihm. In der Sacri- 
stei von S. Spirito ist eine Holzstatue des heil. Nicolaus. Für das 
Oratorium am neuen Markte fertigte er eine Statue der heil. Jung- 
frau, womit er über B. Bandinelli siegte , und in St. Maria de^ 
Fiori ist eine Statue des heil. Jacobus major. Die Taufe Christi 



134 Talti, Jacopo. 

' in Marmor über dem Haupteingange des Battistcrlums hintcriiess 

' er unvollendet. V. Danti vollendete das Werk. Für Giovauni Bar- 

tolini führte er die Statue eines jungen Bacchus aus; die später 

in das florcntinische Museum gebracht wurde, wo sie 1702 clurcli 

" Brand zu Grunde ging. Im dritten Bande des Mus. Fior» p. 54| 

. ist sie gestochen. 

Auch in Ferrara hinterliess Sansovino Werke der BUdUaucrev 
Für den Herzog führte er die Statue des Hercules aus, und in der, 
Kirche des Campo santo sind einige der schönen Sculpturen von 
ihm. In der Capelle des heil. Anton in S. Petronio zu Bologna 
ist die Statue des heil. Antonius von seiner Hand. 

In S. Antonio za Padua ^v^urde von ihm und seinen Schülern 
der reiche Helietschmuck der Capelle del Santo gefertiget Als ei- 
genhändiges Werk gut das Basrelief, vvclches die Erweckung eines 
Mädchens durch St. Anton vorstellt. Auch ein zweites Werk die- 
ser Art in der Gapelle, Mucius Scävola vor Forsenna, wird ihm 
zugeschrieben. 

In der Cathedrale zu Verona wird ihm der Tradition nach das 
Monument des Bisjchofs Nich^sola zugeschrieben. Es wurde auf 
Kosten des Canonicus Fran^ois Gervais errichtet« 

Dann war Sansovino auch bei der Ausschmückung von St 
Maria di Lorctto in der Mark Ancbu» tUalig. Die Wände sioJl 
'sehr reich in Stucco verziert. Maggi und Vincent haben die ar« 
cliitektonischen Ansichten und die Ornamente gestochen. 

Im Museum zu Berlin werden diesem Künstler eben^lls z^^i 
• Werke zugeschrieben. Das eine ist ein Altaraufsatz aus emer Kir- 
che in Venedig, mit Maria in der Mitte, welche das Kind stehend 
auf einer Brüstung hält, rechts St. Jacobus und eine Heilige, Des 
Hintergrund bildet reiche Architektur im Geschmacke des Cinque» 
ccnto. Das Edle und Erhabene in der Madonna erinnert auffal 
, Icnd an Michel Angelo , und die durchgängig sehr fleissige Aus- 
führung erstreckt sich mit sanz besonderer Sorgfalt auf die Ge 
wäuder, welche bis zu den kleinsten Falten, einen höchst jg^eirähl 
ten Geschmack zeigen. Dann ist daselbst ein Hochrelief m wei» 
scm Marmor, welches in dem mehr malerischen als plastische! 
Styl der Aufifassung den .Einfluss des Michel Angelo kund gibt 
Manche Motive erinnern an dessen durch einen alten Stich bq 
kannte Composition desselben Gegenstandes. 

Im zweiten Bande der Storia della Scultura vom Grafen Ci 
cognara sind mehrere plastische Werke dieses Meisters abgebildet 

Sansovino starb zu Venedig 1570, und wurde in S. Gemignam 
begraben. Hier wurde ihm ein Mausoleum errichtet, mit der voj 
A. Vittoria gefertigten Büste des Meisters. Im Jahre 1807 '^ff 
diese Kirche demolirt, und das Monument wurde in jene des hei 
Mauritius gebracht. Seit dem Jahre 1822 sieht man dasselbe! 
der Capelle della Salute im Seminar des Patriarchen , von wo a« 
CS später wieder nach S. Maurizio gebracht werden sollte. T' 
manza schrieb das Lehen dieses Künstlers: Vita di J. Sansoviac 
Venezia 1752. 

Das von Titian gemalte Bildniss dieses Künstlers hat P* M« 
naco eestoclicn. R. Tozzi stach das von S. di Tito gemalte Po 
trait desselben. Von Cechi haben wir ein kleines Bildniss Sai 
sovino*s. Auch bei Vasari und Bottari kommt os vor. In der »' 
rcntinischen Serie de'ritratti. IV. 125 ißt eine Medaille mit seine 
Bildnisse gestochen. 



Tatze, Melchior. — Taiibert, Gustav, 135 

• 

Tatze, Melchior, Bildhauer, arbeitete um 1566 in Zeitz. Er fer- 
tigte die Kanzel der Klosterlurche daselbst aus Thüu, deren Wände 
mit Basreliefs geziert waren. Das Ganze wurde gebrannt und 
nach Alabasterart bemalt. Als Träger der Kanzel wählte Tatze 
die Statue des Moses in Holz , zu dessen Füssen folgende Sclurift 
eingeschnitten war: Geschnitzt und gemalet von Melchior Tatzen 
I im Jahre 1566. Diess benachrichtiget Fiissly aus einer haudsdirit't* 
liehen Chronik von den Stiften Naumburg und Zeitz. 

In Strehla war eine 'ähnliche Kanzel, aber von einem Bild- 
schnitzer und Töpfer Michael Melchior Tatze gefertiget, der l644 
Seboten wurde. Der Künstler brachte ebenfalls Basreliefs an, 
ie bemalt wurden, die Figuren in mehreren Farben und mit Gold. 
Des Ehebruches überführt soll dieses Kunstwerk den Künstler von 
der Todesstrafe gerettet haben. VäI. sächsisches CuriositUten Ca- 
binct 1734 S. 50Ö. 

Tauber, Georg Michael, Maler, war in der ersten Hälfte de» 
18. Jahrhunderts in Nürnberg thätig. G. P. Nusbiegcl stach nach 
ihm das Bildniss des Buchhändlers Joli. Albrecht, fol. 

Auch sein eigenes Bildniss findet sich, ohne Namen des Ste* 
chers, 4. 

Tauber, s. auch den folgenden Artikel. 

Taubert, Gustav, Zeichner und Maler, geb. tu Berlin 1754, war 
der Sohn eines uns unbekannten Malers, und zum Unterschiede 
von diesem soll er sich auf seinen früheren Werken Tauber 
filius genannt haben, wie Füssly behauptet, so dass demnach 
»Tauber« der Familienname des Küi^stlers seyn müsste. Er ist 
aber unter dem Namen Taubert bekannt. Später begab sich der 
Künstler zur weiteren Ausbildung nach Dresden, wo er einige 
Malwerke der li. Gallerie copirte, wie die Danaö von Titian, die 
Magdalena von Battoui, den Amor von Mengs u. a. Hierauf 
ging Taubert nach Warschau, wo er von 1785 — ^4 thätig war^ 
und grossen Beifall fand. Er malte Bildnisse in Pastell, auch hi« 
storische Darstellungen und Genrebilder in Oel. Das Bildniss 
des Königs Stanislaus August von Polen stellte er zu wiederholten 
Malen dar. Auch ein allegorisches Bild auf diesen König fand 
Beifall, so dass ihm dieser die goldene Medaille verlieh, mit der 
Bewilligung sie am Halse zu tragen. Der Genius des Friedens 
trägt von Genien begleitet das Budniss des Königs zum Tempel 
'des Ruhms, während im Grunde das Volk um den Altar des Va- 
terlandes versammelt ist. Die Zeit befiehlt dem Monat Mai fol- 
gende Worte an dem Felsen einzugraben: Exegi monumentum 
aerie perenniuir. Dann malte er auch die^ Reichs Versammlung vom 
3« Mai 1705» wahrscheinlich jenes Bild, welches F. Bolt , gesto- 
chen hat, unter dem Tite) der Beschwörung der polnischen Con- 
stitution. V«n Warschau begab sich der Künstler nach Wien» 
und dann nach Berlin, wo er l8(H Vorsteher der Figurenmaleret 
an der k. Porzellan -Manufaktur wurde. In dieser Eigenschaft 
malte er selbst mehrere Bilder auf Porzellan , welche damals aus- 
gezeichnet befunden wurden. Dann malte er auch viele Bildnisse 
in Pastell, Miniatur und in Oel, darunter mehrere ganze Figuren 
in landschaftlicher Umgehung. D. Berger stach nach ihm die 
Bildnisse des Königs Friedrich Wilhelm II., von F. W. Tarrach, 
F. G. Michaelis u. a. Einen anderen Theil seiner Werke bilden 
die historischen und allegorischen Darstellungen , und dann die 



13fB Taiibert. — Xannay, ISicobs Ax^oio«. 

• 

Genrebilder, welche er ausführte. Dazu kommen viele Zciclinun. 
gen in Sepia, Tusch uud Aquarell verschiedenen Inhalt^. Viele 
seiner Bilder in Oel und Aquarell sind comisqhen Inhalts, sehr 
geistreich behandelt. So sah man 1836 auf der Kunstausstellung 
*u Berlin eine ^quarcllzeichnung, \velcho den Sabinerraub in 
Krähwinhel vorstellt. Im Jahre t838 übermachte er der akade- 
mischen Sammlung eine Anzahl seiner geistreichen Arbeitea. 

Taubert wurde i802 k. preussischer Hofrath, und 50 Jahre 
sählte ihn die Akademie unter ihre Mitglieder. Im Jahre iS59 
ctarb er. 

Tauberty Bildhauer zu Berlin, war um 1836 Schüler von L. Wich- 
mann. Seiner erwähnt Grat' Raczynski im dritten Bande der Ge- 
schichte der neueren Kunst. 

Taucher oder Dauger, Hans, Glasmaler zu Nürnberg, ^Ird 
von Fiorillo erwähnt, mit der Bemerkung, dass er seinen Yorgäu- | 

fern an Kunst weit nachstehe. Er scheint zu Anfang des 17. Jahr« i 
underts gelebt zu haben. ! 

Taunay, Nicolas Antoine, Maler, geb. zu Paris i758, ^« , 

Schüler von Casanova , und ein vielseitiger Künstler. Er malte 
zahlreiche Landschaften mitsind ohne Staffage, welche gleichsam 
die Mitte bilden zwischen seinen historischen Werken, und den 
Schlacht- und Genrebildern, da sich vx)n seiner früheren bis lu 
seiner späteren Zeit solche finden. Zu mehreren anderen sei- 
ner Gemälde- wählte er den StoflP aus dem thatenreichen Leben 
Napoleon's, deren jetzt einige in der historischen Gallerie zu Ver- 
sailles aufbewahrt werden, und die in GavardV Gall. bist, de Ver- 
saiUes gestochen sind, wie die* Erstürmung des Schlosses Cossaria 
bei Milesimo 1796 (gest. von Schroeder), die Schlacht zu Naza- 1 
reth 1709 (g^^t. von Aubert), der Ueberg&ng der französischen 
Armee über den St. Bernhard 1800 (gest. von Aubert), die Armee 
im Engpass von Guadarama 1808 (gest. von Huot). Es finden 
sich aber noch mehrere audere Werke dieser Art, worunter 18OI 

vorstellt, wie er auf dem Schlacht- 
:, den Aufmuntenin^spreis von 1500 

— „ I im Luxembourg aufgestellt. Weit« 

folgte der Uebergang Napoleon's über die Alpen und der Angriff 
auf das Fort Bard, Kaiser Napoleon zu München 1808« die Schlacht 
von Ebersberg 18 10, der Einzug der kaiserlichen Garde durch 
den Triumphbogen an der Barriere Fantin , die Schlacht bei Lodi 
1810 (im Besitze des Fürsten von Neufchlitel) , und verschiedtoe 
militärische Genrestücke aus den französischen Kriegen der Kai- 
serzcit. Andere Darstellungen wählte Taunay aus dem Leben 
Heinrich*5 IV. von Frankreich. Im Jahre l8o4 malte er die Ge- 
schichte mit dem Bauer, und 1824 wiederholte er die Scene. Em 
anderes Bild stellt den König vor, wie er den venvundelen Sully 
in die Arme schliesst. In dem damals sogenannten Fache der 
Anekdotenmalerei leistete Taunay von jeher Interessantes. Auch 
streng historische Darstellungen, oder vielmehr schöne historische 
Skizzen hat man von seiner Hand: Moses als Knabe aus dem 
Wasser errottet, Eliezar und Rebecca, Jabobs Ankunft in Meso- 
potamien, »Samson und seine heirathsfähigc Tochter, der verschwen- 
derische Solin, wie er trotz aller Bitten d%r Angehörigen das vä- 
terliche Haus verlässt, der barmherzige Samariter, Moses Wasser 
aus dem Felsen schlagend, die Fredigt des Täufers Johanues, die 
Messe in der Capelle des heil* Kochuft etc. An diese Werke schlief- 



Taunay^ Nicolas Antoiue. VST 

Bcn aich mehrere Darstellunffen » welche in das Gebiet dec roman- 
tischen Genre gehören , viele andere Gattungsstücke von ernster 
und humoristischer Auffassung, die ^heihveisc xu den vorzüglich- 
sten Arbeiten des Meisters geliürcu. 

Darunter werden folgende Bilder genannt: Vafrin, der Knappe 
Tancred's im Heere der Sarazenen, wie ihn Herminia erhcnnt» 
die Hirten Theocrits mit der -Ueerde auf* der Weide, die Hirtin 
der Alpen , Mönche , welche kranke Soldaten in ihr Kloster brin- 
^m, ein Eremit, welcher einer bunten Versammlung Worte des 
Heils prediget, der Bau der grossen Carthause in Grenoble (Um- 
riss im Pausanias fran^ais 454)« die Hochzeit mit fröhlichen und 
tanzenden Gästen, die Rückkehr von der Hochzeit, ein Knabe, 
welcher zwei seiner Kamaraden aus den Wellen rettet (im Lu- 
xemboarg), ein Mädchen von einem Bären überrascht, das Aeus* 
sere eines Militärliospitales , ein Gharjatan beim Zahnausreissen , 
der reisende Musikant, Halte von militärischen Bagagewägen, ein 
Jahrmarkt, der Brand am Seehafen, das Glück und das Kind» 
ein Greis mit seinen Enkeln , die Gänse des Frater Philipp , meh- 
rere Fastoralen, u, s. w. Auch einige Bildnisse malte der Künst- 
ler. Besonders schön wurde jenes von Ducis befunden. 

Im Jahre 1816 be^b sich Taunay auf Veranlassung des Gra- 
fen von Abarca nach Rio Janeiro , da König Johann IV. d^iselbst 
eine Akademie der Künste zu gründen beschlossen hatte. Er nahm 
zu diesem Ende seinen Bruder August mit sich, und mehrere sei- 
ner Söhne sollten dort ihre Laufbahn beginnen. Ausserdem ging 
der Historienmaler Debret, der Architekt Grandjean de Montigny, 
der Kupferstecher Simon Fradier, die beiden Medailleurs Ferrer und 
der Bildhauer Fr. Bonrepos mit ihm. Allein das neue Instit\|l fand 
l^ein günstiges Gedeihen, und als endlich Josö de Silva zum Direk- 
tor ernannt, und August Taunoy gestorben war, kehrte der Künst- 
ler nach Frankreich zurück, wo er auch einige der oben genannten 
Bilder ausführte, wozu ein Theil der historischen gehört. Grand- 
jean blieb aller Hindernisse,^ zum Trotz in Brasilien, und nadi 
Silva*6 Tod wurde Felix Taunay Direktor der Akademie in Rio 
Janeiro, wo auch F«lix Emil Taunay lebt, beide Söhne unsers Künst- 
lers. In Brasilien malte dieser meistens Landschaften, schmückte 
sie aber mit einer geistreichei^ Staffage aus. So erscheint der oben 
genannte Prediger Johannes in einer brasilianischen Landschaft, 
Im Jahre t822 malte er eine Ansicht des Stadttheiles Matta-Ga- 
vallo in Rio, den Eingang in die Bucht daselbst, die Ansicht der 
Kirche St. Maria de la Gkiria ti. s. w .Er war Mitglied des fran- 
zösischen Instituts und Ritter der Ehrenlegion. Im Jahre 1830 
starb der Künstler. 

Die Werke Taunay*s tragen das Gepräge eines geistreichen 
und originellen Meisters. Seine Compositionen sind meistens 
reich und glücklich durchgeführt. Er war ein ausgezeichneter 
Praktiker, der, ohne strenge Studien nach der Natur zu machen, 
ein sehr effektvolles Bild hervorzubringen wusstc. lu der Fär- 
bung verfiel er zuweilen in's Grauliche, da er viel Weiss anbrachte. 
Doch lassen auch viele seiner Gemälde in dieser Hinsicht weni^ 
zu wünschen übrig , besonders seine späteren Arbeiten , die sich 
audi durch Farbentrische cmpldilcn. Mehrere seiner Werke sind 
durch den Stich und die Lithographie bekannt. Im Jahre l802 
>vurden einige seiner Zeichnungen für die Prachtausgabe von B. 
de St. Pierre's Paul und Virginie gestochen. In jener von Ra- 
cine*s Werken l8o4 ist le Plmdeur nach ihm gestochen. Bocquct 
stach nach ihm ein grosses Blatt in Lavismanier: Rentree du mi- 



138 Taunay. Charles Aug. — TatiDiiy, Felix Emil. 

litaire dans sa famille. Descourtis stach einige Volksscenen nach 
seinen Gemälden , die schwarz und colurirt erschienen. Auf dem 
Blatte mit dem Titel: Foirc de Village, steht: Tannay pinx., stall 
Taunay. 

Dann hahen wir auch eine Landschaft mit der Schrift: Tan- 
nay pinx. , ohne Namen des Stechers. Links zeigt sich eine Brii- 
che , über welche ^s auf dem Pferde sitzende Weib die Werne 
Heerde führt. Auf dem Berge rechts ist eine Windmühle. Im 
Bande steht: Du Cabinet de Mr. Poullin, qu. 4. 

Taunay 9 Charles August» Bildhauer, der Bruder des obiffe« 
Künstlers, wurde 1768 zu Paris geboren, und in einer gefahrvollesi 
Zeit zum Künstler herangebildet. Er wurde mit dem grossen! 
Preise bpschenkt, fand aber nicht Gelegei^heit , die damit Terbun« 
dene Pension in Rom zu gemessen. Die Werke dieses Meistei^ 
beurkunden ein ausgezeichnetes Taleiit. Am Triumphbogen de»| 
^ Carrouselplatzes ist von ihm die Figur eines Cuirassier, und l8l0 
führte er mit Gueyrard eine Gruppe aus , welche unter der Ge- 
stalt Napoleon's den Herkules vorstellt, wie er das Verbrecheii| 
zu Boden drückt und die Unschuld unter den Schutz des Code 
Napoleon stellt. Im Jahre l8lO fertigte er das Standbild des G^ 
neral Lasalle für den Pont de la Concorde. Dann nennt mu 
unter seinen geschätzten Werken auch eine Büst« des Dicbt«! 
und Malers L. Ducis, und das Grabmahl des Sohnes des Mat' 
schal Duroc. 

Im Jahre l8l6 begab er sich mit N. A. Taunay nach Rio I* 
. neiro , wie wir im Artikel desselben bereits bemerkt haben. Er 
wurde Professor der Bildhauerei aü der daselbst errichteten AU 
demie, und führte auch einige Werke aus, die meistens in Büstet 
bestehen. Die Statue des Dichters Camoes gehört zu den besstff 
Arbeiten, welche er in Brasilien hinterlassen hat. Er starb zu Kit 
Janeiro 1824*. 

Taunay, Felix, Maler, der Sohn des N. A. Taunav,, wurde ut 
1790 in Paris geboren, und von seinem Vater zum Künstler her 
an^ebildct. Er wählte die Landschaftsmalerei zu seinem Haupt' 
fache, welche in ihm einen der bessten neueren Meister zählt 
Die Früchte seiner Kunst erntet aber Brasilien, da er 1816 n>| 
seinem Vater nach Bio Janeiro sich beeab, wo er durch zshlre» 
che Bilder einen rühmlichen Namen sich erwarb. Nach dem Todi 
des Jose da Silva wurde er Direktor der Akademie jener StaA 
welche jetzt, wie im Artikel des N. A. Taunay bemerkt, in scho 
ner Blüthe steht, und bereits viele talentvolle Schüler herangi 
zogen hat. Mehrere der von unserm Künstler ausgeführten braj 
lianischen Ansichten wurden auch in Frankreich bewundert, » 
Taunay zu Zeiten Werke zur Ausstellung nach Paris sandte. B 
nes seiner neuesten ist die Ansicht des grossen Wasserfalles voi 
Tejuco, 

Taunay, Felix Emil, Bildhauer, der Bruder des obigen Run* 
lers, begann i820 in Rio Janeiro seine Laufhahn, da er mit« 
nem Vater N. A. Taunay nach Brasilien sich begab. Ueber die* 
Verhältnisse haben wir im Artikel desselben bcnachricKtet, ua 
fügen hier nur bei, dass Emil Taunay von seinem Onkel Ch. A« 
gust Taunay zum Künstler herangebildet wurde. Er fertigte zahl 
reiche Büsten, worunter auch jene des Kaisers Don Pedro u« 
der Kaiserin Auialia sich befinden. Dann war er auch bei dj 
Ausschmückung des von Grandjean de Montigny erbauten p"" 



Taunay, B. F '^aiirip, Mmci Lconie. 13» 

ti^en Börsengebaudes und des Palastes der neuen Akademie thätig, 
deren Mitglied Taunay ist. 

launaji n.>E.y Kupferstecherjn zu Paris, war Schülerin von Du- 
puis, und blühte um 1770. Sie radirte einige Blätter und vollen- 
dete dieselben mit dem Grabstichel. 

1 ) Sechs Blätter mit Kindern , in Form von Arabesken » nach 
Zeichnungen von C. N. Cochin }iin, 4. 

2) Vue des euvirons de Rome, nach Widenjiavcr. R. F. Taunay 
sc. qu. fol. 

3) Vue des euvirons de Florence, nach demselben, qu, foL 

Taunay, Schmelzmaler, arbeitete um 1700 in Paris. Er könnte der 
Vater des N. A. Taunay seyn. 

Taupin, Maurice Hippolyte Edouard, Maler, geb. zu Paris 

17959 war Schüler von C. van ßpacndonk und von Budelot« Er 
malte Blumenstiicke in der Weise des ersteren, und Budelot gab 
ihm Unterricht in der Landschaftsmalerei. Seine Gemälde dieser 
Art gingen in den Besitz von Privaten über. In der letzteren Zeit 
betasste er sich gewohnlich mit der Restauration alter Gemälde* 

Taurel, Jacques, Landschafts, und Seemaler, wurde um 176O *u 
Toulon geboren, und in Paris zum Künstler herangebildet. Später 
begab er sich nach Italieu, wo Taurel mehrere Jahre thätig war, 
und eine srosse Anzahl von Zeichnungen fertigte, deren er meh- 
rere in Oei ausführte, welch« man um 18OO auf den Kunstausstel- 
lungen zu Paris sah. Er lieferte auch einige Zeichuungeu zum Sti- 
che für das Musce Napoleon. Paris und Dequeväuvillers stachen 
nach solchen eiuen Seehafen und einen Schiffbruch von J. Vernet. 
Zu seinen vorzüglichsten Gemälden gehört die Ansicht des Hafens 
und der Rhede von T,oulon zur Zeit der Einschiffung Napolcoms 
nach Aegypten lÖOI , Matrosen, welche ein Fahrzeug in die See 
herablassen, die Seeschlacht bei Boulogne, Virginie todt am Ufer 
des Meeres, die Ansicht des Colisseums, verlassene Seeleute auf 
offener 3be , ein Sturm u. s, w. Die meisten seiner Bilder haben 
^ eine reiche Staffage. 

Taurel starb um 1820. 

•laurel, B. , Kupferstecher zu Amsterdam, wurde um ITQO geborea 
und in Paris zum Künstler herangebildet. Später begab er sich 
nach Rom, wo der Künstler 1820 die Statue deff Pompeius in Ru- 
pfer stach. Ins Vaterland zurüchgehehrt gründete er als Bildniss- 
^ Stecher seinen Ruf, und noch zur Zeit ist der Künstler in Amster- 
dam tliätig. 

' i) Willem L Koning der Nederlanden, gr. fol, 

2 ) Willem II. Koning der Nederlanden, Groot Hertog van Lu- 
xemburg, Brustbild nach J, A. Kn^seman, gr. fol. 

3) Anna Faulowna, Grossfürstiu von Russland und Konigin 
der Niederlande, nach J. B. van der Hülst. Das Gegenstück 
zu obigem Blatte. 

4) Nicolaus I. Kaiser von Russland, gr. fol. 

Taurin, Mme. Leonie, Malerin zu Paris, wurde um IBIÖ gebo- 
ren , und geniesst bereits als Künstlerin Ruf. Sic malt Geurestü- 
cke , welche mit grossem Beifalle gesehen wurden , wie der ster- 
bende Dichter, ein Gemälde von 1842. 



1^ Taiwini, Hicbard. — Tauriscus«. 

Taiirloii Bichard^ Bildhauet und Formschneider ton Reuen, Wd 
unter die Schüler des Albert Düi^cr. eezählt, ist aber im Yaterlaudi 
fast unbehaunt, da er in Italien arbeitete. Im Dome zu Mailand 
xierte er nach Brambilla's Zeichnungen 25 Chorstühle mit Basreliefi 

. in Holz , welche da^ Leben des heiK Ambrosius und anderer Ea 
bischüf'e von Mailand vorstellen. Diese Stühle , welche der heil, 
Caroius Borromäus ausführen liess, rühmt Cicognara (Storia dellt 

. Scult. V. 530) der trefflichen Arbeit wegen. Dann fertigte er auch 
die Chorstühle in St. Giustina zi| Padua, und verzierte sie aoj 
ähnliche Weise. Die Darstellungen der Basreliefs sind aber den 
neuen Testamente entnommen. Die Modelle lieferte And. Campa^^ 
nola, und bei der Ausführung der Arbeit verflossen 22 Jahre. 
Sein wildes Temperament sog ihm aber viele Unannehmlichkeiteu 
zu. - Der Pater Butichius Cordes von Antwerpen , eineir' der Yätei 
auf dem Concilium* eu Trident , führte viele Klagen über ihn. 

Auf der Bibliothek des Klosters St. Giustina wird eine hand< 
schriftliche Biographie dieses ungewöhnlichen Mannes aufbewahrt^ 
zugleich mit der Beschreibung der neutestamentlichen Darstelluuj 
gen an d6n genannten Chorstühlen von D. Gironimo da Potenxaj 
worauf Brandolcse in seinen Pitture, Sculture etc. di Padoyap.30^ 
aufmerksam macht. 

Taurini malte auch in Ocl. Lomazzo weiss von einem Er» 
enge], welchen er für St. Maria secreta in Mailand malte. Hob 
schnitte dieses Meisters finden wir nicht beschrieben. Es könntei 
aber deren in alten Druckwerken vorkommen, deren viele mit 
Formschnitten sich finden. In dieser Hinsicht sind die Leistongei 
der Paduaner Schule noch genauer zu erforschen. 

Sein Sohn Johann Taurini arbeitete in gleicher Kunst. L» 
mazzo schreibt ihm die Chorstühle von S. Celso in Maüand m 
Das Todesjahr dieses Künstler ist unbekannt. | 

Taurini 9 Giovanni, «. den obigen Artikel. ! 

TauriscUS, Bildhauer aus Tralles in Lydien, Schüler des Menecri 
.( tes, einer der berühmtesten Meister der Rhodischen &:hule, knüpM 
seinen Namen an ein grosses Werk, welches er mit seinem Bmi 
der Apollonius ausführte. Es ist 4iess die unter dem Namen del 
Farnesischen Stieres bekannte colossale Gruppe, welche Ampbiofl 
und Zethus vorstellt, wie sie, um ihre Mutter Antiopc zu rächen 
die Dirce , welche Lycus nach der Verstossung derselben zur Eh( 

fenommea. hatte , an einen wilden Ochsen binden. Die Künstlfl 
rächten an diesem Werke eine Inschrift an , in welcher sie sid 
als Verfertiger nannten, und zugleich den Namen ilires Meisten 
Menekratos hinzufügten. Diese Inschrift ist aber nicht mehr vor 
handen, da der grösste Theil der Gruppe neu ist. Sie ^urde öad 
Flinius aus Rhodus nach Rom gebracht, er bestimmt aber die Zeil 
nicht, in welcher dieses geschah. Plinius sagt nur, dass diese aus Kineo 
Steine (ex eodem lapide) gefertigte Gruppe neben a&deren Werkei 
im Museum des Asinius Pollio war (quae omnia in Asinii PuliioQÜ 
monum cutis erant). Zur Zeit des Kaisers Augustus, dessen Freuwi 
A. Pollio war, scheint also dies Werk noch unversehrt gewesen 
zu seyn, mit der Inschrift, aus welcher er nicht herausGndeO 
konnte, ob die Künstler Söhne des Artemidorus oder des Mcnccri« 
tes gewesen seyen, während man in dem letzteren den RunstvaW 
erkannte. Später wurde diese Gruppe in den Bädern des Carl* 
calla aufgestellt; wenigstens wurde sie in den Ruinen derselbe» 
aufgefunden , und man glaubte ursprünglich den Herkules zu v- 



Taiiriscilff« 141 

kennen, wie tr den marathonischen Stier erlegt. Vasar), im Le* 
ben des Michel A'n^elo VI. 2ö4, bemerkt, das Werk sei au» 
einem Blocke und ohne Stücke (un sasso solo e sen^a pezzi) ge« 
arbeitet Diese Stelle gab zu der Meinung Veranlassung, dass die 
in den Badern s^efundene Mapmorgruppe eine andere seyn müsse, 
als jene aus dem Hause Farnesc, weil diese in dem« jetzigen Zu- 
stande aus mehreren Stücken besteht; allein Vasari hatte wahr* 
scheinlich dem Flinius nachgeschrieben, ohne zu bedenken, dass 
das Werk durch neue Stücke ergänzt worden sei', oder er hatte 
das Bildwerk ' genommen , wie er es in der alten Anlage sah. 
Es konnte indessen schon zur Zeit des Caracalla restaurirt wor- 
den seyn, denn die Köpfe der Brüder sind nach einer Büste die- 
ses Kaisers ergänzt. Im i6« Jahrhunderte rcstaurirte es Guglielmo 
della Porta, und später fügte Gio. Bat. Bianchi einige Thcile hinzu. 
Dieser Restaurationen wegen wurde früher das Werk missachtet» 
und dasselbe als eines griechischen Künstlers unwürdig befunden. 
An der Figur der Dirke sind nach Winckelmann der Kopf und die- 
Brust bis auf den Nabel und die beiden Arme neu*), sowie der 
Kopf und die Arme der Anliope, welche indessen 0. Müller- (Ar»' 
chäologie S. 153) als ungehörige Figur erklärt. Von den Sta- 
tuen des Amphion und Zethus ist bloss der Rumpf alt, und an 
beiden nur ein Bein. Am Stiere erklart der genannte Schrittstel- 
ler nur die Beine und den Strick als neue Arbeit. AU ist aucb 
der sitzende Knabe , welcher über den Vorgang in Schrecken ist» 
und der mit Epheu umgebene Deckelkorb, welcher unter der Dirke 
steht, um sie als Bacchantin zu kennzeichnen. Der Styl dieser 
antiken Theile , sowie die schöne und kühne Behandlung dersel- 
ben erinnert an das griechische Alterthum, und Winckelmann tritt, 
daher denjenigen entgegen, welche diese Gruppe als ein Werk 
der riSmischcn Schule erklären. Die Darstellung der Scene war 
damals in Kleinasien beliebt, und genau dieselbe, wie am Tem- 
pel der ApoUonis zu Kyzikos , welchen Atalos II. Ol. 125. I. er- 
baute. Sie erscheintauf einer Münze von Thyateira (Eckhel i5. t.) 
Dieselbe beschreiben die Epigrammen auf den Kyzikenischen Re« 
liefs. ( Anthol. Pal. III. ) Die Rhodische Schule , welche von der 
Lysippi&chen zu Sikyon ausging, hatte ihre Blüthe von der Zeit 
der Belagerung durch Demetnos (Ol. 119. I.) bis zur Verheerung 
durch Cassius, der 42 Jahre v. Ch. seinen Tod fand. In die Blüthe- 
zeit der Rhodischen Kunst gebort wohl auch die Gruppe der Dirce. 
Näher lässt sich die Zeit ihrer Entstehung nicht bestimmen. Ueber 
die ältere Literatur dieses Werkes s. Heyne^s antiquarische Aufsä- 
tze II. 182 ff« Neuer ist das Werk von F. Paganuzzi, Sopra lamole 
scultoria volg. den. il toro Farnese. 

Im Jahre 1786 wurde dieses Denkmal der Pietät der Söhne 
gegen ihre Mutter von Rom nach Neapel gebracht, und daselbst 
auf einem öffentlichen Platz aufgestellt. Jetzt ist es im königl. 
Museum. Es ist von alten anonymen Meistern gestochen , gr. 8 
und fol., dann von Diana Ghisi Mantuana 1581« gr. fol., von F. 
Perrier, fol., von Caspar Reverdinus ( C. R. f.) gr. fol., von R. 
V. Audenaerd (Maffei, Racc. 4ö) gr. fol., von Gius. Vasi t772, 
gr. fol. , von Piranesi (Statue etc.^ gr. fol., von Collin (Sandrarts 
Akademie), fol. 



•) So sagt et in der neuen Ausgabe seiner Kunstgeschichte, 
in der ersten Ausgabe dehnt er die Ergänzung bis auf die 
Schenkel aus. Auch den Kopf des Stieres erklärt er lür neu. 



144 Tarerne, Amiüe* j— . Tavertiier^ Jean Baptist. I 

altitalieniichen Meister von Rafael zuriSck bis auf Giotto. Dkl 
Grablegung von Penigino war das erste Blatt, und dann folgt» 
der Erzengel von Rafael im Falazza PiltL 

Tarerne, Amedee, Maler zu Paris, wurde um t8!5 geboren. 
und unter H. Vernet's Einfluss zum Künstler herangebildet. Er 
• malt Darstellungen aus der modernen Geschichte, und Genrebilder. 
Im Jahre l84i sah man auf dem Salon in Paris den Tod des G^ 
neral Bonchamps, und auf jenem von |845 ein figurenreich« 
Werk , welches er mit August Moynier ausführte. Es stellt die 
Einweihung des Monuments des Grafen von Boaujolais in Malu 
den 5. Dezember 1845 dar. Die Handlung geht in der Kirck 
des heil. Johannes in Gegenwart aller Civil- und Militärautori- 
täten vor. '^ 

Taverner, Jeremies, Maler, war in der ersten Hälfte des ij. 
Jahrhunderts thätig. Er malte Bildnisse. J. Smith stach jenes d« 
Mr. Wm. Woodwart In schwarzer Manier, fol. 

Taverner, John William, Landschaftsmaler, der.Sohn des obi. 
gen Künstlers, erwarb sich durch seine Werke Ruf. Er nialti 
im Geschmacke des C. Poussin, und ahmte diesen täuschend nach 
wie Fiorillo V. 570 bemerkt. Der Graf von Harcourt, F. Fau 
quier und James Stuart besasscn ' Bilder von ihm , welche selbs 
Kenner täuschen. Taverner starb um 1790* 

Einige seiner Bilder wurden gestochen. 

Diana mit ihren Nymphen , gest. von Th. Gaugain , in Aqui 
tinta und in Farben I78p. 

Die Hirten Arkadiens, in Punktirmanier von Lerpiniere. 

Der Morgen und der Abend, zwei Landschiften von J. PeH 
für Boydell gestochen 1778, g«*. qu. fol. 

Tavernier, FranCOIS, Maler zu Paris, machte sich durch histori 
sehe Darstellungen bekannt, die damals sehr geachtet wurden. U 
Jahre tÖOQ fertigte er für Notre Dame zu Paris ein sogenannt« 
Maigemälde, weiches die Verläugnung Petri darstellt. Tardieu slad 
nach ihm ein kleines Blatt, welches wir unter dem Namen M 
reuigen Petrus erwähnt fanden , und obige Darstellung nicht en 
halten kann« Es könnte indessen ein Irrthum obwalten. 

Tavernier wurde l7o4 Mitglied der AK^deuue zu Paris, Ml 
Sekretär dieser Anstalt, und 1725 starb er. 

Tavernier, Hendrik, Zeichner und Maler, geb. 2u Harlem iTs] 
wurde von Johann Augustiui unterriclitet , und arbeitete anfau^ 
in dessen Tapetenfabrik, Später trat er als selbstständiger Künfi 
1er auf und lieferte namentlich landschaftliche Zeichnungen, » 
wohl in Aquarell als in Tusch. Er copirte mehrere Bilder M 
rühmter Meister, deren Manier er dann auch in eigenen Zeid 
nungen auf verständige Weise fest zu halten wus&te. So fub^ 
er mehrere Zeichnungen im Geschmacke von Moucheron, Proa 
de Haan u. a. aus. Seinen Standpunkt wählte er öfters in di 
Umgegend von Harlem. Auch sein eigenes fiildniss zeichnete < 
Staxb zu Harlem 1807« 

Tavernier, Gabriel, «. Melchior Tavernier. 

Tavernier, Jean Baptist, Zeichner, wurde |604 zu Paris gel^ 
' leiii und von seinem Vater Melchior in der Zeichenkunst unu 



Tavei*Dier» Jean Bapt. -« Tavemlier» Melchioiu 145 

richtet, dfe sich aber bei ihm ^rösstemheiU auf das topo^ai>hische 
Fach bezog. Darauf iührten tlin die Bemüh«ngon &£iucs Vaters, 
welcher eine Menge vo^ Landkarteu herausgab, die im .Sphne 
jene Reiselust erweckten , ^Teiche ihn berühmt machte. Er ergriff 
schon im zwei und zwanzigsten Jalire den Wauderstab, und durch- 
zog in sieben Zeitabschnitten ganz Europa, auch die Türkey, Ost- 
indien und Persien, wo er mit Edelsteinen handelte. Dieser Han- 
del war für ihn so einträglich , dass er zuletzt die Herrschaft Ar- 
bonne in der Schweiz kauten konnte; allein Verwandte, Freunde 
und Feinde missbrauchten ihn dergestalt, dass er i6ö7 sein Gut 
verkaufen musstq. Als Greis unternahm er die siebente lleisc nach 
Kussland, starb aber 1689 in Moskau. 

Tavernier sammelte auf seinen Wanderungen Jn ferne Länder 
eine Menge von geographischen und topographischen Notizen und 
Zeichnungen, deren sich der Vater bei der Bearbeitung seiner 
Karten bediente. Seine interessanten Berichte stellten S. Chappu- 
geau und la Chapelle zusammen, und gabqu sie zu Paris 1077 bis 
1679 in den Druck. In Nürnberg erschien eine deutsche Üebcr- 
setzung. Johann Hainzehnann stach 1079 sein Bildniss, und J. 
C. Böcklin dasselbe i631* # 

Tavernier, Melchior^ Kupferstecher und Geograph, wurde 15U 
in Antwerpen geboren, wo sein Vater Gabriel einen Kunsthandel 
trieb, und selbst im Stiche erfahren war. Melchior studirte unter 
Leitung des J. B. Marinus Mathematik, ^nd Ab. Ortelius erregte 
seine Liebe zur Geographie, nach dessen Vorbilde er den Plan 
zur Herausgabe von Landkarten fasste , welche in ganz Europa 
Staunen erregten. Sohon sein Vater befasste sich mit der Topo- 
graphie und trieb einen Handel mit Karten, welchen er von 1575 
an in Paris fortsetzte, und wo er der erste gewesen seyu soll, der 
daselbst Karten in Kupfer stach, wobei ihn^ier Sohn Hilfe lei- 
stete. Er legte auch eine Druckerei au, we^PI Melchior in vor- 
züglichen Stand setzte, so dass dadurch in Parn die Kupferste- 
cherkunst grossen Umschwung erlangte. Im Jahre 16 18 wurde er 
Kupferstecher und Kupferdrucker des königlichen Hauses, als wel- 
cher er einen Handel mit Kupferstichen, Landkarten und Büchern 
trieb. An seinem Hause am Quay de TEspy d'or befestigte er eine 
Sphäre von Messing, und brachte diese Figur selbst auf seinen 

1 Verlagswerken an, mit der Firma: Sub insigno Sphaerae. Lud- 

r ^'ig aIIL beschützte dieses Unternehmen nach Kräften, und be- 
zahlte die Arbeiten des Künstlers königlich. Anfangs lieferte er 
Karten in gewbhnlichem Fa(^mate , später aber arbeitete er solche 

, im grössteH Formate au& , zu drei Ellen im Quadrate.^ Seine gros- 
sen Plane und Karten ^ind jetzt sehr selten, und werden, als zu 
den ältesten französischen Werken dieser Art gehörig, von dep. 
Kunstfreunden gesucht. Er war bis in sein höchstes Alter thätig. 
Zu seinen letzten Arbeiten gehört der Belagerungsplan von Ko- 
chelle, welchen er zu Ehren des Cardinais Richelieu zeichnete. 
Ueber der neuen verbesserten Karta von England überraschte ihn 
l64l der Tod. Der Küns^tler war damals 97 Jahre alt. Der be- 
rühmte Geograph Nicolaus Sanson brachte die Zeichnungen dieses 
, Meisters an sich, und konnte erst nach Tavernier's Tod zu An- 
sehen gelangen. 

Ueberdiess findet man auch kleine Portraite vop seiner 
Hand, die von keinem ffrossen Werthe sind, aber selten vor- 
Kommen. Dann finden sich auch alte Stiche und Formschuitte mit 
den Buchstaben MT. , welche auf M. Tavernier bezogen werden, 

JSagWs Künstler- £»• Bd. XVIIL 10 



146 Tavemier« Melchior« 

und ali dessen Verlagsartikel zu betrachl!en seyn dürften. Dann 
sagt Basan, dass der Künstler mehrere kleine Darstellungen nach 
D. Rabel's Zeichnungen gestochen habe, bestimmt aber den Inhalt 
derselben nicht. Uebrigens ist bekannt, dass er eine Menge von 
Blättern mit Darstellungen aus der Zeitgeschichte , besonders mit 
Kriegsvoriallen gestochen habe, welche in historischen Werken 
vorkommen, und thells nach Rabel's Zeichnungen ausgeführt seyn 
könnten, da dieser für solche Werke viele Zeichnungen geliefert 
hatte. Ferner soll er nach Malpc mehrere Blätter zu folgendem 
Werke gestochen haben: Les peiutures sacrces de la Bible, par 
F. Gcrard. Paris 1Ö56» fol., allein ge^en diese Angabe streitet 
das Datum des Buehcs. Es herrschen überhaupt irrige Angaben 
über diesen Meister. So Idsst ihn der genannte Schriftsteller, Nu- 
tices sur les graveurs qui nous ont laissc des estampes marquces 
des monogrammes. Be9anson 1807 — 8> 1594 geboren werden und 
nennt ihn als denjenigen, der die Kupferstecher* und Kupt'erdni' 
ckerkunst in Frankreich eingeführt habe» Allein dieses könnte 
höchstens vom Landkartenstich behauptet werden, und bezieht 
sich zunächst auf Gabriel Tavernier, welcher im figürlichen Fache 
sch^ Vorgänger hatte. Durch die Druckerei , so wie durch die 
Kunst- und Landkartenhandlung der Tavernier wurde aber dieser 
. Zweig sehr gehoben« Der erste Atlas im Kupferstiche ist von ei- 
nem alten unbekannten italienischen Meister, jener zu dem geü- 
Sraphischen Weii(e des Ftolomäus , welcl^er in Bologna bei Dum« 
e Lapis l472 gedruckt wurde, gr# qu, fol. S. besonders v. lU« 
mohr*s Untersuchungen der Gründe für die Annahme, dass Maso 
di Finiguera Erfinder des Handgriffs sei, gestochene Metallplatten 
auf genetztes Papier abzudrucken. Leipzig l84lt S. 4o* ff« 

1 ) Duc d*Alen9on , mit Lorbeer bekränzt. Unten vier frsnio« 
sische Verse, 8. 

2) FrancisG^M^ardinal Barbennus. Das Fleisch punktirt, ii 
O. LbiinVIanier, Büste, 4. 

3) Fran^ois de Loberan de Montigny. Öbiit 12« Maii l6l9<i 

4) Alexander Francini Florent Ludovici XIII. Reg. Christ. 1» 
geniosus l63l. Melchior Tavernier sc. l631 , gr. fol. 

Diest,es seltene Blatt wird ihm im vierten Bande des Stern 
berg'schen Cataloges beigelegt, es ist aber von Abrahai 
Bosse, und dient als Titelkupfer zu dem unten fulgeuile 
Werke von Francini. , 

5) Die Reiterstatue Heinrich*s IV. von Frankreich, mit (1< 
Schrift: Melchior Tavernier a Paris , gi^veur et imprimei 
de Roi ponr les tailles - touces , demeurant l'Isle du Fala 
sur le Quay de l'espy d'or 1027, gr. fol. 

6) Die Ritter vom Orden des heil. Geistes, welche l633 crei 
wurden« Folge von 57 Blättern» kl. f»l. 



7) Christus am Kreuze, Holzschnitt von zwei Platten, mit d( 

Initialen M. T. , gr. fol. 
B) St. Petrus mit den Schlüsseln, von Füssly erwähnt. 
9) Figures au natural tanC des vestiments que de postures <i 

gardes fran9obes du Roy -^ 8 BL A« Paris chez M. Taui 

nier etc. kl. fol. 



10} Livre d*architecture contenani plnsieurs porti^es de dif 
rente» inventions sur les cinq ordres de colonnes , psr Ai 



• xaadre FtMicifii. Pari»» ehes' M« Taverai», Idrograplie. 
grayeur et imprimeur du Hoy pour le$ tailleft<*dottceft* Folge 
von 4o Blättern, mit dfem obea erwäKnten Büdniile A. Fran- 
cini*6, und mit 3 Blättern Text« Seltene» Werk, gr« foL 

11 ) Les Plans et profilz de tontes les principalles Yilles et lieuz 
considerables de France , ensemble les cartes generalles de 
ehascune Province* Faictes. par 8r. Tassin Geographe ordi- 
naire de Sa Majeste. Paris l638* Folge von ^7 Blättern, 
welche in Karten , Plänen und Ansichten bestehen : Picardie 

45 Bl*» Champa^e 52 BL, Lorraine 27 Bl. , Bretagne 28 Bl.» 
Nqrmandie 27 Bl*» Isle de France 18 Bl., darunter zwei An- 
sichten von Paris, Brie l6 Bl., Bourgogne 22 Bl. , Dan« 
phine 4o Bl. , Provence 18 Bl., Oranges 5 BL, Languedoc 

46 Bl. , Foix et Böarn 7 Bl. , Guyenne 23 Bl. » Foictn 26 Bl.» 
Loire 17 Bl., Beaucle 20 Bl., gr. qu. 4« 

Der Text füllt 83 Seiten. Sehr selten. 

12) Cartes generalles de toutes les Provinoes de France, Folge 
von 68 Blättern, l6o3i gi** qu- 4* 

13) Cartes generalles des Hoyaumes et Provinces de la haulte 
et hasse Alemaigne, 52 Blätter, l632, gr. qu. 4* 

|4) Deseriptiöns de Tous les Cantons, villes, bovrgs, villaffes 
et autres particvlaritez du pays des Svisses. Paris i639* Folge 
von 37 Blättern mit 32 Blättern Text, gr. qu. 4« 
15) Cartes generalles des Boyanmes de Tltalie, 32 BKitteri gr* qu« 4* 
l6)'Das alte und neue Rom, in grösstem Formate. 

17) Der Plan von Venedig, in erösstem Formate. 

18) Der Plan von Paris, m ähnlichem Formate. 
Der Plan von London, in grdsstem Formate. 
Plan der Inseln St. Honorat und St. Marguerithe » nach St« 

^ Clairs* Zeichnungen, gr. roy. fol. 

21 ) Die Karte von Orleans, gr. roy. fol. 

22) Die Karte von Spanien 1Ü38, gr. imp. fol. 

N. Sanson gab diese Karte i643 vermehrt und verbessert 
heraus. ^ ^ • 

23) Die Karte von Deutschland l638f gr« tmo. foL 

24) Die Karte von England ]^38, gr. imp. fol. 

Xarernier de Janquier» N. 9 Zeichner, wap Schulet von lePrince 
in Paris, und machte sich daselbst um 1780 bekannt. Er ist in- 
dessen nur als geschicUter Dilettant zu betrachten. Es finden sich 

■ Zeidmungen von ihm, die mit der Feder und in Aquarell ausge- 
fökrt sind, meistens landschaftliche Darstellungen nach eigener 
Gomposition. Früher copirte er Zeichnungen von Robert und Fra* 
gonard* Einige hat er in Kupfer geätzt. 

ITaremieri Pierre Joseph , Kupferstecher, wurde 1787 im Depar- 
tement des Ardennes geboren, und hatte keinen Lehrer in der 
Kunst, was aber nicht hindert » ihn zu den bessten neueren fran« 
zösischen Stechern zu zählen. Anfangs lieferte er ^verschiedene 
kleine Blätter für den Buchhandel, von i8lO an wagtet er sich aber 
an grossere Arbeiten , deren man auf den Salons in Paris sah, wo 
der Künstler noch gegenwärtig thätig ist. 

1) Das Bildniss Titian*s, nach dessen Gemälde in der Gallerie 
zu Florenz. Für Wicar^s GaU de Florenee^ fol. 

2) Bildniss der Königin Victoria rott England« 1845 > fol. 

10* 



17; 

18) 
19) 
20) 



14i^ Tavemerj^Mme. — taivora, p. F. u. D^H.- 

3)' St. Gilles devant le Pape, niach Murillo. ^Galerie Aguado. 

Paris 1843» gr. fol. 
• 4.) Die Statue der Venus, nach dem Bildwerke von Dupaty ia 
. der Gallerie Luxembour^. Galerie de Sculpturc de Tecole 
fran^aise mpderne I. 1824, fol. r 

5 ) Narcisse. Der schöne Jüngling an der Quelle im Thale, nach 
einem schonen Bilde von Albrier, 1822, gr. fol. 

6) La Circassienne au bain, nach Blondcl 1819, gr. fol. 

7) Jean Jacques (Rousseau) und die Kirschen, nach Roque- 
plan , fol. . 

8 ) La Cuisine ; la Musique, zwei Affendarstellfingen nach De- 
camps von Z. Prevost und Tavernier gestochen, qu. fol. 

Tävernier, Mme., Malerin zu Paris, vielleicht die Gattin des übi- 
gen, ist durch Genrebilder bekannt. Im Cataloge des Sabni {857 
finden wir folgendes Gemälde angezeigt: Le mödecin malgrc lui. 

. Tävira, Don Juan Caro de, Maler von Carmona, stand in Dien- 
sten Philipp's IV. von Spanien, und wurde von diesem. Fürsten io 
hoch geachtet, dass er ihn zum Ritter von S. Jago erliub. Sciue 
Malereien gehören nach Fiorillo IV. 269 zu den grossten Selten- 
hehen. Sie verrathen einen Schüler von F. Zurbaran. 



I 



Tayolini, Richard^ Maler, war der Sohn eines Deutschen, dei 
Bildhauers Jakob Tavolini, welcher sich in Mailand niederlicss, 
wo ihm Richard geboren wurde. Letzterer erlernte die Malerei 
bei C. Procaccini, und erhielt einen ^uf an den Hof des Kaisers 
Ferdinand II. in Wien. Hier führte er viele Werke aus, deren; 
aber keines den Weg ins Belvedere gefunden hat. Er blieb lange 
in Wien , geliebt von allen , da er ein Mann von grösstei- Be- 
scheidenheit war, und fremde Verdienste über die. seinigen erhobt 
Mit Glücksgütern überhäuft kelirte er nach Mailand zurück und 
'starb daselbst i678« 

TdVolini^ PetroniuS, Bildhauer, machte seine Studien in Bologna, 
und wurde daselbst Mitglied der Clementina. Man findet iu dies» 
Stadt auch Werke von seiner Hand, 

Dieser Künstler könnte der Bruder des Obigen s£yn. i 

Tayora, Dom Fernandez und Dom Enrico de, znei D» 

minikaner Mönche und Brüder von äantarem, erlernten von Fraj, 
Bartolomeo dos Martyres die Malere^ und beide sollen schätiban 
Werke hinterlassen haben. Fray Enrico de S. Jeronimo y»'^ 
Bischof von Cochim und Hrzbischof zu Goa , und in seifiem Kl<* 
«ter zu Evora sollen treflfliche Werke von ihm seyn, unter wa 
eben in Echardi Bibliotheca Scriptorum Ordinis Praedicatorum k 
Transfiguration , eine Madonna, der Täufer Johannes und eii 
^cce homo besonders gerühmt werden. Allein Fray Enrico malt 
nur die Köpfe, das Uebrige soll von Morales ausgeführt seyn, de 
zu jener Zeit in Badajos lebte, wie in der Hist. de S. Domemc^ 
Lib. II. C. 12 angegeben ist. Jedenfalls ist die Angabe im Dictioo 
naire von R. de Verloys unrichtig, welcher den liünstlcr um 153 
arbeiten lässt, während Morales 1586 starb, so dass er an iie< 
Werken Tävora's nicht hätte Theil haben können. Ecliard \^ 
aber den Erzbischof 1582 in ^ Goa sterbent 

Fernapdcz de Tavora lebte im Kloster zu Bemfica, wo sx^ 
- 1'^' Werke von ihm befinden sollen. Als Beichtvater des liunigs S< 



Taxü, Thad. Graf t. — Tayler, Jahn Fred. 14» 

< 

bas^ian von Tortugal ernannte ihn dieser zum Bischof von Funchal. 
Allein er trat seine Sjelle nicht an, und bekleidete fortan das Amt 
eines königlichen Gross - Almoseniers. Gegen Ende seines Lebens 
zog er sich in das Kloster von Azeitao ;turüpli, und starb daselbst 
1577. Er schrieb einigö Commentare über die Evangelien. 

Taxis, ThaddäuS Graf von, k. k. Hauptmann von Inpsbruck, 
zeichnete viele Ansichten von Gegenden nach der Natur, und malte 
solche in Aquarell und Pastell. Starb zu Innsbruck iTgg. 

Taioff, Andreas j Modellirer, stand um 1558 in Diensten des Chur- 
fürston von Sachsen. Er fertigte Bildwerke in Thon, und hatte 
auch eine Töpferei, aus welcher der Hof Geschirre bezog.. 

Tayler 5e J. M-, Landschaftsmaler, erhielt in Xiondon seine Ausbil- 
dung, und bereiste dann die interessantesten Gegenden seines Va- 
terlandes, welche er zeichnete, und in Gemälden darstellte. Spä- 
ter besuchte er auch den Continent, und hielt sich um 1,837 in 
' Faris auf. Auf dem Salon desselben Jahres sah man von ilim An- 
sichten von Bcachy-Read (Sussex), ßorrowdale ( Westmoreland ) 
und des Wasserfalls von Lowdcb, ebenfalls in der Herrschaft West- 
moreland. Im Cataloge des Salons hcisst der Küpstier Tayler» 
nicht Taylor. 

Tayler, John Frederick, Zeichner und Maler, auch Taylor ge- 
6chrieben, wurde um 1800 in London geboren, und mit glüclui- 
chem Talente begabt, gelangte er in kurzer Zeit zum Rute eines 
der ausgezeichnetsten maler der neuen englischen Schule. Die 
Mehrzahl seiner Werke bestehen in Aquarell bildern, die mit Mei- 
sterschaft behandelt sind, und an Wirkung den Oelgemälden wenig 
weichen. Diese Werke sind sehr mannigfaltig, da Tayler ein viel- 
seitig gebildeter Künstler ist, der mit gleicher Geschicklichkeit Figu- 
ren, Tniere, Architektur und Landschaften malt. Seine Scenen smä 
sehr lebendig und geistreich aufgefasst, und alles Ucbrige kommt 
diesen gleich. Er ist eines der ausgezeichnetsten Mitglieder der 
Society of Painters in Water colours , deren Ausstelluuffen in Pall- 

' Mall East seit Jahven 4i9 Aquarellmalerei auf der höctisten Stufe 

' zeigen. 

Mehrere seiner Bilder sind durdh den Stich und den Form- 
schnit]t bekannt, andere ha\ er selbst radirt. Zu den neuesten 
Leistungen gehört ein Stich von H. T. Ryall : The morning of the 
chasse. HaddonHall in Days of York, mit Architektur und lebens- 
voller Staffage.' Holjfschuitte nach seinen Zeichnungea findet man 
in The poetical Woyks of O. Goldsmith illust. with Wood Engra- 

' vings hrom the dfesigns by the merabres of the Etching club. Edited . 
by Bolton Gorney. London 1845) 8» Dann in Thomsun's Seasons, 
mit Holzschnitten nach Zeichnungen der Mitglieder des Etching 
Club (s. C. W. Cope, J. CreswicH, J. C. Horsley, R. Redgrave, 
C. Stonhouse, F; Tayler, H. !• Towsend und Th. Webster). 

I Eigenhändige Radirungen des Künstlers findet man. in folgen- 

I den Werken: 

Etched Thougts, By the membres of th^ Etching Club. Lon- 
don 1844» roy. 4. . . * 

Dieses "yVerk kommt selten vor, denn es wurden nur 220 Exem- 
plare gedruckt. 

Gray's Elegy written in a country churcKjard. Illustrated with 
28 Orig. ptchings, by.the Etching Club. London 184?» roy. Ö. 



14i^ Tavemieri'Mme. — tatrora^ p. F. u. D;F / 

/' / 
3) St. Gilles devant le Pape, nach Murillo. -»Q ^ j 

Paris 1843, gr. fol. J jf '» ^J ^^" 

• 4)- Die Statue der Venus, nach dem Bildw^^ ^ ' 

. der Gallerie Luxembour^. Galerie de^-|^ > the Mem 

fran^aise moderne I. 1824» i'ol. //I / 

6 ) Narcisse. Der scheine Jüngling an de|i^|/ v 

einem schönen Bilde von Albrier, Ai^y i» les|8.Jahi 

6) La Circassienne au bain» nach Q'/Z^i ^ i "* ^^^ ^"^ 

7) Jean Jacques (Rousseau) und '?//-J^ ' 
plan, fol. , ''/;'-;f^ . 

8 ) La Cuisine ; la Musique, zwev ' i ' ' " " * .st darch ei 
camps von Z» Prevost und T;// ' zu Londo 

f Tavernier, Mme,, Malerin zu P *;V* ersetzt, 
gen, ist durch Genrebilder beif./ , ' ^ 

finden wir folgendes Gemälde vi ' .' , .on 1748» war Schi 

^ . _, - ^ i / • ' desselben nicht W 

, Tävira, Don Juan Caro de / • ; .ca Kaufmann, wie folgi 

stcn Philipp's IV. von Sor . jf i aglischen Versen. Oval lo 

hoch geachtet, dass er P- /> ' vjegenstück. 

Malereien geboren nar; ^ ^ j^ J^^ jye2^h, fol. 

herten. Sie verrathen / • ^^^ „^j^ ^tj^^I^ ^^^^ .^^^^ ^^^^ 

Tayolini, Richard. /^ ^'^ «P"^*^^^' *^^ 

Bildhauers Jakob ^ ' 

wo ihm Richar^' 

bei C. Procacc! , ^ . 

Ferdinand II. M ^""^ 

aber keines ' 

in Wien, A, 

scheidenh' Ur^ « 

Mit Glü i^^i^*'» •• ^- '^•Tl*r* ,^*^ find«! diesen R«»«^; 

starb ' ' * ' ' * " '^— ' 

Tävolir^ - 

un ^ OeOff^ ^-«•f Architekt wurde um 1780 in London f 

5' £// yeftraut mit den Grundsätzen seiner Kunst begab er nc 

fiCf^'u^Weny wo -der Künsüer die eifrigsten Studien iSachte, sj 

0^1 n^c\t den Ueberresten der alten classischen Zeit, als nac 

T it^^^onvjütnvtjk d^r späteren Perioden, besonders des Mitte 

^^r9* Al^ Resultat seiner Bemühungen sind folgende Werke ^ 

^^„eo, welche er mit Edward Cresy herausgab: Architekt) 

^1 jVntiquities of Home. London \h%U 2 Voll, toi.» The revivj 

^hitekture .of Jtaly, London 1821» roy. fol.; Architecture ^ 

^0 middle in ages luly, London 1829» 4* 



c* ^^a^oKt^T^ty namentlich in den Ausstellungs-Catalogen M. 
y/if^y faUlei» w Water Colours» deren Mitglied Tayler if 



Dann finden wir n<»ch folgendes W^rfc erwähnt: Desij^ 
f^t Shop-Fronts and Door-€ases. Printed for L. et J. TayM| 
27 Blätter« London fol. j 

G. L. Taylor ist Mitglied des Royal Institute of british A 
chitects in London» Auch ein John Henry Taylor ersdieint um 
diesent I 

S^lor, Johlli linpferstecher, Arbeitete um 1020 in London,« 
Fiissly sen. angibt Dieser Schriftsteller sagt, dass Taylor diejtfii' 
nisse der Könige Ton Englantd geilodien habe. V¥ir höoiM 
nichts Unsufiigen« n 

Taylor, John Hemry, ,. Oeorg Taylor.: 



Taylor, Jolin« — Taylor, Ifiaak. l&t 

"^V "^f^ Landschaftsmaler, geb. zn Bath um 1745, machto 

^i *n London, und gelangte da zu grossem Rufe. Seine 

^ j^ ** in Marinen und Landschaften bestehen , sind 

\ ' \ '^^hieren staf'firt. Sie zierten die Paläste der eng- 

y^^ ^ ^ *®^^ starb der Künstler. 

> ^ ^ ^ ''^^r sind im Stiche bekannt, und dann hat 

>. C ^^ ^^ u der Wüste, von J. Goupy radirt, 4» 

^ %%^V^W ^^ **!** diö Hand über die Flamme hal« 

X \9 "v ^^T^ ^ ''echts am Wasser im Vorgrunde 

, \ ^^^^^%^ ^ sculp, Boydell exe. 17Ö9. Ca- 

' ' "^ - . ^^ 

'^ ^ \ ^ Landschaft mit einer grossen Halle, 

^ *• , ^ xJ. Lerpiniore sculp. Boydell publ. 1789. 

*•, "^ ^enstücl^ 

>^ ^ .iid der Abend, zwei Landschaften mit Gebau- 

. , gest. von W. Smith , mit einem Blatte, welches 

Erklärung enthält. Taylor exe. 1770, gr. qu. fol, 

» jilard hat diese Darstellungen 1789 wiederholt. Es gibt 

.e und colorirte Abdrücke. 

Der Morgen und der Abend, gestochen von Duttenhofer, 
wahrscheinlich Copien nach W. Smith. 

Eigenhändige Radirungen. 

1) Eine bergige Landschaft mit weidenden Schafen, in wel- 
cher der Morgen dargestellt ist. J. Taylor of Bath sc. 1773» 

• gr. qu. fol. 

2) Eine Märine mit Gebäuden, der Abend, und Gegenstück 
zum obigen Blatte, gr. qu. fol. 

■löylor, ISdQC^ Kupferstecl^er, wurde um 174o in London geboren, 
und. von Bartolozzi zum Kunstler herangebildet. Er ist durch 
mehrere Blätter bekannt, welche er für das von J.' Boydell unter- 
nommene Frachtwerk ausführte, welches, unter dem Namen der 
Shakespeare Gallery bekannt, die Kräfte der vorzüglichsten eng- 
lischen Künstler in Anspruch nahm, und worüber wir im Artikel 
des Malers R, Smirke Nachricht gegeben haben. I. Taylor stach 
aber noch mehrere andere Blätter, da er ein hohes Alter erreichte 
und bis in dasselbe thätig war. Er starb um I8l8« 

^ 1) Illustrations of the.holy Bible» naöh den Zeichnungen von 

Isaae Taylor jun. roy. 8« 

2) BoydeU's Illustrations of the holy Writ. roy. 4* 

3) The murder of David Rizzio, reiche Composition von J. 
9pie • Hauptblatt des Meisters aus BoydelFs Verlag 179 1 1 
gr. qu. fol. 

4) Democritus and Frotagoras, nach S. Rosa*s Bild aus Houg- 
tonhall für Boydell's Verlag, gr. qu, fol. 

5) Merry Wives of Windsor, Act, V. S. 5* Scene aus Shakes- 
peare. Nach R. Smirke, für Boydell's Shakespeare -Gallery, 

fol. 
^ Henry VUL Act. I. S. 4« Na,ch Th. Stocbard, für die 
ShaKespeare Gallery, fol. 
7) Taming of thr Shrew. Act. IV. S. 5* Nach J. J. IbbeUon» 
f^r die ShaKespeare Gallery , fol. 



6) Üng'' 



112 Taylor rkaak. — Taylitr, Isidor J.Sev. Baron. 

8) Kin^ John Act. IV. S. 3* Nflch R. K Porter, für die Sha- 
kespeare Gallery, fol. 

9 ) First pari of Hing Jicnry VI. Act II. S. 6. Najdi' W. lla- 
miiton für die Shaliespenre Gallery, ibl. 

JO) Second part of liiug Henry VI. Act. II. S. 2. Nach W. 

Hamilton, für die Siiakcspeare Gallery, tbl. 
II) Timon of Athens. Act. IV. S. 1. Nach W. Howard, für 

dassclb'e Werk, l'ol. 
12).A Flcmish Collation, lustige Gesellschaft im Wirthshause, 

nach G« ▼an Harp, gr. t'ol. 
13) The happy Family, eine f'röhlige Familienscene nach dem- i 

sehen, gr. iol. 

An dem letzteren Blatte hat auch W. Walker Theil. 

Taylori Isaac» Zeichner und Kupferstecher, der Jüngere dieses 
Namens, ^wurde um 1750 geboren, und ist wahrscheinlich der Sulin 
des Kupferstechers und liunsthäitdlers Ch. Taylor. Er lieferte 
eine bedeutende Anzahl von Zeichnungen, deren Gegenstände aus 
der Bibel , odef aus der Geschichte entnommen sind. Auch ver- 
schiedene Genrebilder componirte er, gewöhnlich in kleinem Tor- 
mate. Zu seihen Hauptwerken gehören die Ulustrations of tlie 
holy Biblc, von 1812 an von J. Taylor sen. gestochen, roy. 8i 
und Boydeirs Ulustrations of holy Writ. 1821* ruy. 4- 

Seine Kupferstiche scheinen aus' der früheren Zeit herzurüh« 
ron , wir gestehen aber , dass die Nachrichten über die beiden 
Isaac Taylor dürftig sind. 

1 ) The Ficture, sitzende Dame, welche, das Bildniss des Gelieb- 
ten betrachtet, schon punktirt. I. Taylor jun. fec. C. Tay- 
lor exe. 1787 t kl. fol. 

2 ) Die vier Taffszeiten , vier Blätter nach R. Smirke , mit 
Versen aus Shakespeare und Gray. Isaac Taylor jun. sc 
Kund ibl. , 

Taylor 9 Isidor Justin Severin, Baron, Zeichner, wurde 1789 

zu Brüssel geboren, stammt aber aus einer französischen Familie, 
. welche in glücklichen Verhältnissen lebt, so dass Taylor nur aus 
Liebe der Kunst sich ersah. Suvce ertheilte ihm zu Paris Unter* 
rieht im Zeichnen, und als wissenschaftlich gebildeter junger Mann 
unternahm er mehrere Reisen, als deren Resultat einige Werke 
vorliegen , welche zu den interessantesten Erscheinungen der Rci- 
seliteratur gehören. Er leitete mit Ch. Nodier und A. de Caillcai 
die Herausgabe der Voyage pittoresque dans l'ancienne France, 
wel<ihe_ 3000 Abbildungen entliält und mit erklürendem Texte ver- 
sehen ist, Paris 1820, gr. fol. Dann pv^blicirte er die Voyage en 
Espagne, cn Portugal et sur la c6te d'Afrique. Paris 1827; ferner die 
Voyage en Suisse, en Italic, en Sicilc, en Angleterre, cu Ecosse« 
en Allcmagne, enGrcce, dans l'Asie mineure; enSyrie, en Palestine, 
en Egypte eten Nubie, Paris 1839^ ^ ^"^'' ^* ^* ^'"^ Menge yuQ 
Stichen dienen zur Illustration, und die meisten Zeichnungen rüli- 
rcu von ihm selbst her. Auch noch viele andere seiner Zeichnun- 

fen sind durch die Lithographie und durch den Stich von Cook, 
ye, Tompson, Reynolds, Jazet u. a. bekannt. Taylor malt auch 
schöne Bilder in Oel. J. M. P. Jazet jstach eines derselben in 
Mezzotinto: La BohemieBne. Auch S. W* Reynolds hat dieses Bild 
gestochen. 

Baron Taylor ist Mitglied der Commission der schönen Kün« 
st« im Ministerium des Innern und des königlichen Hauses, wei* 



Taylor, P. M. _ Taylor^ Thomas. ISS 

che» io eben vernichtet wurde. König Louis Pliilipp Hess durch 
ihn in Spanien eine Anzahl vun Gemälden der alten spanischen 
Scliule anliaufen , welche, ein höchst interessantes Museum bilden« 
Dann ist er Rilter der Ehrenlegion, Mitglied mehrerer Akademien 
u. s. w. 

Taylor y F« M. ein englischer Capitün, fand seine LauFbahn in 
Indien, und fertigte viele ZeichjQungen, wdche in verschiedenen 
Ansichten bestehen, besonders aus dem DeUkau. Eine Anzahl der» 
selben wurde 1838 von W. Taylor, Ed.. Warion. und D. Childs 

litliographirt. * - 

Taylor 9 Robert» Bildhauer und Architekt su London, genoss in 
der zweiten Hälfte des 18* Jahrhunderts einen grossen Huf. Die 
Bildhauerei betrieb er aber nur in frülieren Jahren. Im Fronton des 
Mansionluouse ist ein Basrelief von ihm, und im Bankgebäude 
sah man früher die Statue der Britannia von seiner Hand geferti* 
get. Seine plastischen Arbeiten fanden indessen keinen grossen 
Beifall, und er versuchte daher als Architekt sein Heil, was ihm 
in dem Grado gelang , dass er ein Vermögen von 180OOO Ff. St. 
erwarb. Im Jahre 1777 setzte er den von Samson begonnenen 
Bau des Bankgebäudes in Londen fort, dessen Vollendung durch 
John Soane erreicht wurde, welcher die Fehler Seiner Vorgänger 
biissen musste, wie wir im Artikel desselben bemerkt haben. Dann 
baute er auch Lincoln's • Inn , die Villa Asgill zu Kichmond, u. 
5. w. Letzteres Gebäude gilt für sein schönstes Werk, allein 
selbst dieses verräth wenig Geschmack. Der Künstler starb 1769« 

Taylor. Richard ^ Maler, wurde um i680 geboren, y und übte in 
London seine Kunst. Er malte Bildnisse. J. Faber stach nach 
ihm das Bildniss des J. Dolbeni eines Geistlichen von Durham« 

Taylor, Thomas , Kupferstecher, wahrscheinlich der Vater des 
Uaac Taylor,, weil letzterer auch der Jüngere genannt wifd. Im 
Cataloge der Verlagsartikel Boydell's werden ihm die unten fol- 

§ enden Blätter beigelegt. Andere tragen seine Adresse. Seine Blü- 
tezeit fallt um 1700 — 80. 

1) The King (Georg III.) crowned by Apollo als Promoter and 
' Protector of the arts, nach J. Gwyn, fol. 

2) The Graces instructing Painting to represend bis Majesty, 
nach demselben, fol. 

3) Henry VIII. Act. I. S. 4. Nach J. Opie, für Boydell's Sha- 
kespeare Gallery, fql. 

Taylor^ T., «.den obigen Artikel. 

Taylor, SC, Kupferstecher, wird von H. Bromley (A calalogue öf 
engraved british portraits. London 17Q3) erwähnt. Seine Lebens- 
veäältnisse sind unbekannt, nur folgendes Schwarzkunstblatt spricht 
von ihm: 

Fr. Grant de Cullen, nach J. Smibert. 

G. Laborde, (Hist. de la manicre noire) sagt im Index, dass 
der Künstler S. oderT. Taylor heisse, an seiner Stelle nennt er ihn 
aber S. Taylor. Ob er mit unserm Thomas Taylor in Beziehung 
stehe, ist nicht zu bestimmen. 

laylor, Thomas, Kupferstecher und Kunsthändler xu London, 
^ar um 168O •— 1720 thätig, und gehört somit su dei% ältere« 



IM Taylor, WiBiam B«Sar«fielil, ^ Taylor, W. D. 

Hjleisteni dieses Namens. 8«iie und Robert Hulto&'s Adresse träet 
eine Ansicht von Portsmouth in mehreren Blättern» welche H. 
Hulshergh nach J. Liffhthody's 2;eichnun^ geätzt hatte. Von ihm 
selbst könnten folgenoe filätter scyn ; ;^enigsten8 tragen sie seinen 
Namen* 

1 ) Di« grosse Säule zur Erinnerung an den Brand ia Londoa 
1667. von Ch, Wren errichtet, gr, roy. fbl. 

2) Die Börse von London« Th, Taylor exe, gr. fol, 

Taylor I William B. Sarsfield, Maler zu London, gehänw 

den bessten Jetzt lebenden Künstlern seines Vaterlandes. Mas 
hat schöne Genrebilder von seiner Hand, darunter militärische 
Darstellunj^en. Taylor ist an der Akademie der Künste in Lon- 
don bethätigety wo er die Studien nach dem lebenden Vorbilde 
leitet. 

Dann ist Taylor au^h Schriftsteller. Im Jahre I84l gab f 
folgendes Werk heraus: The origin, progress and present condi* 
tion of the fine arts in Great-B ritain. Ferner haben wir .von ihm 
▲ Manuel of iresco and encaustic Fainting containing ample in- 
structions for executing Works irom the earliest pertods. Lod-' 
don 1843« 

Taylor, Weld, Maler zu London, machte seine Studien an der 
Academie daselbst, und widmete sich mit Vorliebe der Historien-: 
maierei , ohne jedoch das Genre auszuschliossen. Er ist ein viet 
ceitig gebildeter Künstler, wohl erfahren in Theorie und Praxi»^ 
Im Jahre SB44 'wat er unter denjenigen englischen Meistern, trel'i 
che zur Ausschmückung der neuen Parlamentshäuser concurrirtiBii 
und stellte zu diesem Zwecke in Westminster Hall einen Carton 
nus , welcher sich auf die Erklärung der englischen Marine f^egcn 



das Duell bezieht, aber niclit preiswürdig befunden wurde. I>\f^ 
Composition, welche der Künstler später in Ocl ausführte, ist eiof 
Duellscene in sonderbarer symbolisch - religiöser Auffassung' p^ 
iG%richtsdiener steht mit Ketten neben dem Erschlagenen, und übet; 
crsteren sieht man einen Engel, der auf den Schuldigen deutet. 
Im Hintergründe sind Wittwen und Waisen, und im VordergruM 
brachte der Künstler einen Todtenkopf, ein Buch, mehrere Schrift*] 
rollen und «in Fistol an. Dai^A malte Taylor auch Darstellongeii 
«US der Geschichte seiner Zeit, und Bildnisse. 

Den Inhalt einer eigenhändigen Lithographie besagt fokend^ 
Unterschrift: Major-General George Pollok, Commanding the Forcen 
|n Afghanistan. Drawn on stone by Weld Taylor, fol, 1 

Er ist wahrscheinlich auch jener W. Tajrlor, welcher ncbel 
anderen die Skizzen aus dem Dekkan des Capitän P. M. Taylor k 
thographirt hat. ' 

Taylor, W. D., Kupferstecher zu London, ein jetzt lebender Kunst 
Jer , ist lins nur durch folgende zwei Stiche bekannt , welche u 
R. Weigel's Kunstkatolog erwähnt werden. Es könnte aber seyiJ 
dass ihm auch noch das eine oder das andere Blatt im Verteub 
nisse der Werke des folgenden Künstlers angehöre» und Stahlsij 
che, welche in Tombleson^s Ansichten der Tnemse» in A. Fug"»' 
Ansichten von Paris u. s. w. vorkommen. 

l)Field Marshai Duke of Wellington, nach Th. Lawrence 

fr. fol. 
, unrise, aus MiltoB*s Paradies « nach IL Howard l833i ¥^ 
roy. fol. 



Taylor, W. J. — Tdiemesow, E. IftI 

TBylOTf W. J. y Kupferstecher zu London, ein Zeitgenosse des 
obigen Künstlers, ist duich mehrere treffliche Blätter hekannt. 
Auch Stahlstiche finden sich von einem W, Taylor, worunter un- 
ser Taylor, oder der vorhergenannte Meister zu verstehen bt, wenn 
nicht gar ein dritter Künstler dieses Namens. 

1) Philipp haptizing ihe Eunuch, nach J. u« A. Both« In the 
Royal Galfery ot Pictures, being a Selection of the Cabinet 
Painting^in Her Majesty^s Private CoUection at Buckingham 
Palace. Xondon J839 ff, roy, 4» 

2) Landscape with iruins oi' an old tower, foresters and dogs» 
nach A. Cnyp, Für dasselbe Werk. 

3) The shooting ponies» nach P. Potter. Für dasselbe Pracht- 
werk. 

4) View on theThames near Battersea, nach Ch, Dean9^u.foI. 

5) Rover, a favorite dog, nach Ward, qu. fol. 

Taylor, Zaeluirias, Bildhauer, wird von Fiorillo V. 39? erwähnt. 
Br nennt ihn einen nicht unberühmten Künstler , und Zeitgenosr 
sen des Hubert la Soeur. Letzterer ist unser H. le Sueur. 

layloft der von Füssly erwähnte englische Ingenieur in Diensten 
Friedrichs des Grossen von Brandenburg, ist Johannes Teyler, 
über welchen wir an seiner Stelle Nachricht gaben. 

lajinaos, LoiliS) Maler zu Brüssel, ein jetzt lebender Künstler, 
ist durch Bildnisse bekannt. Man sah deren auf der Brüsseler 
Aasstellung von 1845» 

Tazon, Josef j (Bildhauer in Madrid, bewarb sich 1(573 um eine 
Stelle an der Akademie daselbst. Er ist weiter nicht bekannt« 



_^Ifl» Medailleur, arbeitete in der ersten Hälfte des 18* Jahr* 
hunderts« Er fertigte em Schaustück zu Ehren des röniischen Se- 
nators Ab. Rezzoilico, mit der Minerva im Revers. 

9 ParrasiOy «. Preziado. 

Tchekalcvsky, Feter, vice- Präsident der Akademie von St. Pe- 
tersburg, war, wenn nicht selbst Künstler, doch sicher Kunstver* 
ständiger« besonders was den Gnss von Erzwerken anbelangt. Im 
Jahre i8|0 gab er folgendes Werk darüber heraus i Essai sur lef 
Operations pratiouoes lors de la fusion en bronze cl^ statues colos- 
sales d'un seul jet. Mit französischem und russischem Text, i4 
Blätter und ein Titelkupfer, welches die colossale Statue des heil« 
Johannes vorstellt. 

Tchemesow (TscheineSCm) , E. , oder Jewaraff , Kupferstecher 
2uSt Peter^urg, wurde um, t730 geboren, und yonO. f. Schmidt 
2um Künstler herangebildet. Er ist wahrscheinlich' jener E. Tscher- 
nischeff odei^ Tschemeskow, von welchem es in Meusers Misoellen 
^I* 272 heisst, dass er ein russischer Edelmann und anfangs Un- 
^rofEzier bei der kaiserlichen Garde gewesen sei, bis er unter 
Schmidt der Kupferstecherkunst sich widmete, der in ihm einen 
seiner bessten Schüler zählte. Dann sehreibt Mensel seinem Tscher- 
nischeflF die Bildnisse der Kaiserinnen Elisabeth und Katharina zu, 
^^elche anderwärts als Werke des akademischen 'KupferstedKrs 
ichiiiLesow gelten. Mensel lässt seinen TschemischefiF i?6S sterben. 



1S$ .Tcherning. — Tedesco, F^dericd. 

Tchemeso^v stach mehrere portraite, die in HinM<;|it auf Rein- 
heit und Schönheit der Arheit grosse Beachtung verdienen. An 
einigen hat Schmidt vielleicht den grössten Theil, hesonders an 
den Bildnissen der Baiserinnen* Dann war er auch ein tüclitiffer 
Zeichner. Nach seiner Federzeichnung stach Pauin das Prolllbild* 
niss Peter des Grossen von Kussland. 

1 ) Elisahetha prima Imperatrix et AutocratriK omnium Russia- 
rum, mit Diadem und Hermelinmantel. L. Tocquc pinx. 
£. Tchemesow Sculps. Fetropoli in Caesarea academla Kt- 
tium I76l. Oval foK 
* 2) Das Bildnlss derselben Kaiserin, nach L. Tocquc, gr« fol. 

Sehr schönes und seltenes Blatt. 
o) Catharina IL Kaiserin von Bussland, im Pelzlilpide mit fn*' 
eirtem Kopfe, nach Botari. Oval fol. 

Die russische Unterschrift nennt den Tchemesow als Ste- 
cher, man halt aber den G. F. Schmid Tür diesen. 

4) Gregorowitsch Graf von Orlow, nach J. de V«Ily,.fol, 

5 ) Das Bildniss desselben in allegorischer Auffassung , auf die 
Unruhcq von 176^ »ich beziehend. Nach Botari» das gerin- 
gere Blatt dieses Meisters, da die Allegorie ohne Bedeutung 
ist, fol. ^ ; , . 

6) Burchard Christoph Graf von Miinich, nach J» deVelly, fol. 

7) Carl Graf von Sievers, nach Botari. toh 

S) Iwan Schouwaloff, nach Botari. Sehr schönes Blatt, 8. 
9) FeodorValkow, russischer Hofßchauspieler, uaoli Losencof, 4- 

Tcherning, s. Tscherning. 

TectäuSi s. Angelion. 

Tcdeschiy GregOrio, Bildhauer von Florenz, scheint in selnei 
Vaterstadt wenig behannt zu seyi| , da er. in Palermo seine Kuoit 
übte. Sein Werk ist die marmorne Statue der heil. Bosalia, in 
der Grotte ihrer Kirche zu Mootegrino zwei Milien von Palermo, 
In dieser Kirche wurden 1024 die Gebeine der Heiligen beigesetzt 
Sie liegt im Momente des beginnenden Todesschlafes auf demAl' 
tare, und stützt das schöne Haupt auf die Hand, während sie ii 
der anderen das Ccucifix hält* , . . . '. 

TcdeSCOi AdamOy 5. Adam Alzheimer. 

TedeSCO » CristoiorO » Bildhauer au« Freyburg , war heim Dom 
baue in Orvieto thätig, wohin er l4o4 gekommen zu seyii scheint 
da der;Capo Maestro Pietro Giovanni ihn als Gehülten beriet 
Letzterer ist unser Johannes Petrus Fernach, und Christoph Itonnti 
sein Bruder gewesen sqj^n. Die Anwesenheit beider Künstler fl 
Orvieto bezeugt die. Storifi del Duomo di Orvieto. Borna 179^ 

p. 293. 382. I 

Vielleicht gehört auch der Bildhauer Jacopo Tedesco, welche 

l4l2 iu <lem genannten Dome arbeitete, zu dieser Familie« I 

rTedescp, Egidioi s. Egid Scbor. 

Tedesco , Emanuello 1 s. Nicolaus Manuel. 

Tedesco I FedericO, nennt Bosetti einen Maler, der |395 ^a« C^°* 
der D<»minikanerkirche S. Agostino in Padua gemalt habe, vfon« 



Tedesco-, Gäbrielo. — Tedeseo, Pietrö ßiov. ttt 

er an Giotto erinnere. Diete Gemälde onHtanden in Folee Testa^ 
ments des Francesco Novelle , des leisten Herrn von Fadua, wel- 
cher aber nach Brandolese (Pittare etc. di Padova 1795 p. 156) su 
Äniang des i5* Jahrhundert« starb » so dass Rosetü's Angabe äa 
Zweifei gezogen wird« 

TedeSCO, Gabrielo^ wurde in Italien der Edelsteinschnetder Gab. 
Graaft genannt. 

TedesCOy Giovailniy oder Gto. da Alemagna, erscheint als Gehülfe 
des Antonio Yivarini da Muranb , und wir kommen daher unter 
Yivarini weiter auf ihn zurück. Vgl. auch Gio. da Alemagna. 

TedeSCO) ßioFanniy Bildhauer, arbeitete um t600 in Bologna für 
verschiedene^ Kirchen der Stadt in JVIarmor, Staeco und' gebrann- 
ter Erde. Seiner erwähnt Ascoso. 

TedescOy Giovanni ^ Maler von Verona« war Schüler von Andrea 
Voltolino und Ludovico Dorigny. Pozzo sagt, dass in den Kirchen 
zu Veroiia mehrere Gemälde von ihm seyen« welche einen geschick- 
ten Meister verrathen. Er starb 1725 im Hause des Grafen Torri 
zu Costermaneu. 

Füssly behauptet, dass A. Scacciati nach ihm die Predigt des 
heil. Johannas gestochen habe. Wir kennen dieses Blatt, glauben 
aber, dass die Zeichnung, welche xlurch Scacciati nachgeahmt ist, 
^on Johann Paul Schor herrühre, der in Italien ebenfalls Giovanni 
Tedeseo genannt wurde. Links unten steht: Joannes Tedesco inv. 
edel., rechts: Scacciati in. Helldunkel von drei Platten, qu. foU 

Tedesco, GIoTandi^ Bildhauer, s. Cristoforo Tedesco. 

Tedesco Gioranm» oder Giovanni Paolo, wurde Joh. Paul 

Schor in Italien genannt. S. auch den obigen Artikel. 

Tedesco, Giovanni FietrO, s. Cristoforo T^desco^ und Joh. Pet. 

Fernach. 

Tedesco, JacOpO^ &• Jakob, und dann Arnolfo di Lapo. 

Tedesco, JacopO del, Maler zu Florenz, war Schüler von Do- 
menico Ghirlanda)o, und vermuthlich der Sohn eines Deutschen. 
Bottari sagt, dass dieser Künstler l480 mit F. Granacci und B. 
Ghirlandajo in St» Maria Novella zu Florenz gearbeitet habe. 

Tedesco, Lamberto, s. Lamb. Sustris. 

Tedesco , LorenZO , Bildhauer, wird von Tili erwähnt, ohne Zeit- 
heslimmung. In S f Spirito in Sassia zu Rom sind von Uim in Holz 
geschnitzte Engel. 

Tedesco, Martino, s^ M. de Vos. 

Tedesco', Faolo, s. Paul Schor. 



, Fietro Giovanni, auch Tedesco de Bramante , nennt 
Baldinucci einen Bildhauer, der um J3Ö7 für die Kirche St. Rc 
parata in Florenz verschiedene Statuen in Marmor verfertigte. Er 



t» Tedesco, Pietro. — Tecrlitok, Abraham. 

tn wahrscheinlich mit unserm Johannes Petrus Tentonieut, oder 
de Bramantia, desnen wir im Artikel des Fietro di GioYanni er- 
wähnt haben / Eine Person. $• auch Joh« Peter FernacL 

TedeSCO, Fietro, heisst in Maffei's Verona illust, III. 339 «« B'^. 
hauer, der in jener Stadt gearbeitet hat. Nähere Angaben finden 
sich nicht. 

TedesCO, ROCCO, nennt Sansovino (Venezia citta nobilissima l6oi, 
fol.) einen Maler, von welchem in der Schule des heiL Evaiieelh 
•ten Johanpes daselbst ein Gt^mälde war , welches wegen der Jleis- 
sigen und schonen Behandlung sehr werth gdialten wurde. 

TedeSCOy GugUelmo, Architekt, der Erbauer des Glockenthuroei 
in Pisa, findet unter »Wilhelm der Deutsche«, seine Stelle. 

TedeSCOi Guglidmo, Bildhauer^ . auch Oltramontano genannt, 
war Schüler von Guglielmu della Port«. Quarienti sagt, du» er 
Statuetten, Basreliefs und Ornamente nach der Antike get'ertiget 
habe. 

Man glaubt, es sei darunter Wilh. Paludanus oder Wilh. Duicb 
zu vetstehen. 

Tedrag f Franz f Zeichner, arbeitete um l74o in Paris. Im Cabi- 
net Paignon-Dijonval war eine getuschte Zeichnung, welche Bett^ 
1er vorstellt. 

Teerlinky Arnold, Maler, ist als Meister von J. A. Blankhof be- 
kannt, scheint aber von keiner grossen Bedeutung gewesen xti 
seyn. 

Teerlillky Abraham i Landschaftsmaler, ^eb. zu Dortrecht )7?Ti 
fand schon in früher Jugend Lust am Zeichnen, und daher jEabCfl! 
ihn seine Angeliürigen dem W. Yersteegh in die Lehre. Späterj 
übte er sich unter J* Kelderman im Zeichnen nach Malereien 
grosser Meister,' deren er mehrere in Saflfarben nachbildete, cDd» 
fich aber ging er unter Leitung des Malers A. Lamme an eigen« 
Compositiuneu im Landschaits- und Thierfache, und führte nac» 
und nach viele solcher Bilder in Gel aus. König Ludwij^ von 
Holland) welcher eine Landschaft mit Vieh Von diesem Küosü« 
erwarb, verlieh ihm l8o8 eine Pension zur Fortsetfidng seine^ 
Studien in Paris, und da fand er bei DaVid eine gute Aufnahmt 
Er übte sich jetzt wieder eifrig im Zeichnen nac/h dem Modelle 
und nach Werken des k. Museums, welches damals rdchcrKuns^ 
schätze bewahrte. Eine schöne Copie nach Hobbema aus jend 
Zeit, sowie mehrere Zeichnungen und Skizzen kamen in den Be* 
sitz des Herrn Baien in Dortrecht. Die Zeichnungen dieses M«' 
sters, theils in Aquarell, theila in Tusch ausgefunrt, sind ttber< 
haupt zahlreich , und werden in den vornehmsten Cabineten auf 
bewahrt. Seine Gemälde gehören zu den vorzüglichsten Erzeuj^ 
nissen der neueren Malerei ihrer Art. Sie bestehen meistens in 
Landschalten mit Thieren, nur wenige enthalten Darstellungei] 
aus dem Militär- und Volksleben^ und gehören in das eigentlicb< 
Gebiet des Genres. Eine bedeutende Anzahl erinnert an lulieo, 
da der Künstler viele Jahre in Rom verlebte« Von da aus gingst 
seine Werke nach allen Richtungen hin ins Ausland, sowohlXaDd 
schalten mifThieren, .als Ansiditen interessanter Gebenden uoii 
Gebäude, welche überdtess durch eine geistreiche Staffage da 



Teetzmann, C. — Teichel, Franz. fSO 

Auge fesseln. Unter die schönsten WerlM des Kunstlers gehört 
eine Ansicht von CamaldoU auf die Küsten von BajU und Mt^enet 
1842 gemalt. 

W. F. Gmelin stach eines seiner Gemälde für die Prachtaus- 
gabe der Uebersetzung der Aeneide Virffil*s von A. Caro , welche * 
die Herzogin von Devonshire veranstaltete. Die 24 Stiche sind 
nach Zeichnungen , von J. W. Gell , M. Eastlahe , F. Catel « M« 
Montgomery , Voogt etc. Von Teerlink ist die charahteristisch» 
Darstellung »Sokrates« gr. qu. fol. 

Teetzmann ^ G. f Zeichner und Maler zu Dresden, wurde um 1760 

geboren, und scheint den Joh. Georg Wagner zum Vorbilde |^e* 

nommen zu haben. Er malte Landschaften mit Figuren und Thie* 

reo, und zeichnete solche in Sepia, meistens im grossen Formate; 

Dann radirte der Künstler auch in Kupfer. • 

l) Landschaft mit Ruinen, Wasser und Viehheerde, in J. G. 

Wagner*s Manier , und selten, qu. fol. 

TefrazCT, Franz, Maler von Schlanders in Tyrol, lag um S 786 
an der Akademie in München seiner Ausbildung ob , und copirte 
da einige Malwerke der oflcntlichen Gallerie. Dann malte er 
aach Genrebilder nach eigener Erfindung, fand abq^ in seinetft 
Vaterlande keine Aufmunterung, und gcrieth in dürftige Vedialt- 
nisse. Seiü Todesjahr ist uns unbekannt. 

TCcgler, Christian , s. Degler. 

TegleP, Wilhelm, Maler von Detmold (Lippe), machte um 1820 
an der Akademie in München seine Studien. Er copirte da einige 
antike Bildwerke grau in Grau, und später malte er Bildnisse. 

l'CgIcWy Semen 5 Maler, vrar um tTQQ Schüler der Akademie in 
St. Petersburg, und erhielt 1794 die goldene Medaille. Er malte 
Bildnisse und historische Darstellungen. 

Tegnizzi^ JacOpO Maria, Bildhauer von'Cremona, Mrd von Ti- 
Cüzzi erwähnt , ohne einen Gewährsmann zu stellen. Er sagt, dass 
Tegntzzi 1378 die Statuen der heil. Egidio und Omobona an der 
Fa^ade der Kirche derselben gefertiget habe. ' • 

Tejada, Juan MorenO de, Kupferstecher, arbeitete in der zwei- 
ten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Madrid , und war Cammer-Ku- 
pFerstecher des Königs. Blätter von seiner Hand findet man in 
einer Ausgabe des Don Quixotte, welche 1787 zu Madrid m secb» 
Theilen erschien, 8. Dann haben wir von ihm: 

Excelencias del pincel y de puril, que en quatro silvas can- 
taba D. Juan Moreno de Tejada Grabador de oamera de S« JMU 
etc. Con Stampe. Madrid 18o4. 8« 

Teibner^ N,^ Medailleur, war um l621 Münzmeister des Herzog« 
von Liegnitz und Bricg. In Dewerdeck*s Silesia P^umismatic« 
1711 S. 338 ist eines seiner Gepräge beschrieben. 

Teicek, Martin^ s. M. Teiczek. 

Teichel, Franz, Maler zu Berlin, ^eb. UTO 181 6, war Schüler von 
Hosemann und eiferte diesem Meister mit Glück nach. Er ist 
durch Genrebilder in Gel bekannt, welche mit viel Laune aufge- 



ICO '^' Teichel, A. — Teichs, Friedri<ai Adolph. 

fwt sind. Auf den liunstau^stelltingen zu Berlin sah man. deren 
mit Beifall , »o nie die Aquarellen , welche ähuUclicn Inhalls iiiid. 

aeicnel^ A., Kupferstecher zu Berlin, geb. um I8l5, stand unter! 
Leitung*vop G. Lüderitz, und ist durch einige schöne Blätter in 
Linienmanier bekannt, worunter die Monna Lisa zu seinen trii- 
heren Arbeiten gehört. ' . . j 

j) Monna Lisa,, nach Leonardo da Vinci, fol. 
2) Die Mutter. Uömerin mit dem Kinde auf dem' SchoossrJ 
£. Daege pins. Nach dem Gemälde in der Sammlung de« 
Grai^n A. von Raczynski, qu. fol. 
Im. ersten Drucke vor de? Schrift. 
3). Les Couronnes de fleurs. Italienische. Landmädchen, die 

sich bekränzen, nach C. Roqueplan, fol. i 

4) Die Frocidanerinnen. Mädchen am Meere, nach L. ßo* 
bert, für den Verein der Kunstfreunde in den preussischeo 
Staaten 1842, kl. fol. 

Teicher 9 $. Teichert, und Teucher. 

Teicherty Johann Ferdinand , Landschaftsmaler von Dresden, 
kam i'fS6 iu Dienste des Churfürstcn von Saclisen, und wurdf 
dann Malervorsteher an der Porzellan -Manufaktur in Meissco 
Er malte meistens Landschaften in Gouache, und später solclu 
auf Forzellain. Starb zu Meissen 1789. 

Teichert, Michael^ Maier zu Dresden, vielleicht der Bruder de 
Obigen. £r malte ebenfalls Landschaften, und war noch um tS(X 
thätig. 

Teichert 9 Wilhelm, Maler, besuchte um 1822 die Akademie ii 
y Berlin, und maohte da glückliche Studien. Anfangs copirte er ei 
nige Malwerke vorzüglicher älterer Meister, dann aber fing er ai 
in eigenen Co'mpositioncn sich zu versuchen. Diese Jbestehen ü 
historischen uucl mythologischen Darstellungisn in Oel , so wie ii 
Landschailen nach 'der Natur. Später Hess sich der Künstler ii 
Potsdam nieder, wo er um l£30 thätig war. 

Teichlein , Anton» Maler, geb. zu München 1820, begann dasclbi 
seine Studien an der Akademie der Künste , und benützte mit £ 
fer jedes Mittel, welches ihm zu seiner Ausbildung geboten ^urdc 
Er widmete sich der Historienmalerei, zog aber dann auch da 
Genre in seinen Bereich. Ein Bild von bedeutender Ausdehnunj 
welches der Vollendung entgegen geht, ist einer Ballade von Güthi 
dessen Rattenfänger, entnommen. 

Teichmann, E., Maler zu Berlin, machte sich um 1824 durch lao^ 
schaftliche Darstellungen bekannt. 

Teichs, Friedrich Adolph, Maler, geb. zu Braunschwelg 181 
musste sich nach dem Willen i^eines Vaters, eines Finanzralh« 
den gelehrten Studien widmen, und bezog im neunzehnten 'Jahj 
die Universität Göttingen , um die Rechtswissenschaft zu stud^ 
ren. Nach Verlauf einiger Semester begab er sich zu gleiche 
Zwecke nach München, allein da erregten die grossartigcu KüdsI 
Schöpfungen die lange unterdrückte Neigung zur Kunst in dct 
Grade, dass er zuletzt die Jurisprudenz vernachlässigte, uuu cl 






Teiätf , Friedmli Adojfdi« t6t 

mmitert TOB Professor von Gärtner mit rastlosem Bifer Arcbitek- 
tur. £r entvmrf Fläoe zu Gdtiäaden , und schmückte die Aufrisse 
mit geschmackvollen Ornamenten und im Friese mit Cumpositio« 
nen verschiedener Art. Aber bei aller Liebe für die Architektur 
zog er zuletzt doch die Malerei vor, da sie seinem Drangb zur 
künstlerischen Produktion schnellere Befriedigung versprach. Drei 
Jahre waren bereits in München unter mannigfaUiger Uebung ver- 
flossen, als er eine Reise nach Ungarn, Ober- Italien und Tirol 
unterDahm, um Studien zu sammeln. Bndlich kehrte er über 
Dresden nach Braunschweig zurück, wo er jetzt, um den mit sei- 
nen Kunstbestrebungen unzufriedenen Vater zu versöhnen, die ju- 
ristische Prüfung bestand« Indessen führte er während eines halb- 
jährigen Aufenthaltes in der Vaterstadt auch ein Gemälde aus: 
Auerbach's Keller in Leipzig, wie Mephistopheles und Faust den 
Studenten die Gesditchte vom grossen Floh erzählen. Dieses Bild 
wurde' allenthalben mit Beii'all aufgenommen und in öflfeutlichen 
Blattern gerühmt, und von nun an war der Vat^r mit der Kunst 
einverstanden. N«chdem Teichs noch .einige Compositionen aus 
Göthe's Faust und anderen deutschen Dichtern volleudet hatHe, be- 
gab er sich nach Dusseldorf, wo er 1 855 d^n Ritter auf dts Burg- 
zinne malte, wie er zweien Jungfrau)^ mit Begleitung der Leyer 
ein Lied singt^ Dieses fröhliche Bild, das zweite des Meisters 
in Oel, fand wieder entschiedenen Beifall. Hierauf ging er an 
ein grosses Gemälde, welches das Studium der Werke B endemann 's 
kund gab , und seinen Namen weithin bekannt machte. Es stellt 
eefangene Thessalonier von Mameluken bewacht vor , sieben le- 
oensgrosse Gestalten in schön geordneten Gruppen. Hierauf unter- 
nahm er einen Ausflug nach Amsterdam» und begann 1856 ein 
grosses Bild iür den Herzog von Brauntchweig, welches denPfak- 
grafen Heinrich den Langen vorste&t, wie er Berythus in Brand 
i aufgehen lässt und den gefangenen Christen die Freiheit schenkt. 
Dieses Gemälde Fand allgemeinen Beifall, sowohl wegen der schö- 
I nen Anordnung des Ganzen und der einzelnen Gruppen mit ihren 
charakteristischen Gestalten, als wegen der treuliche n Farbenge- 
bung und musterhaften Durchführung, Man erkannte ein unge- 
wöhnliches Talent für reiche Composition, für dramatische Hand- 
lung, und einen reinen Farbensinn. Gleichzeitig führte er für den 
Römersaal in Frankfurt das Bildniss des Kaisers Otto IL aus, wo- 
mit er seine Tüehtlskeit für das: historische Portrait beurkundete« 
Teichs versuchte sich in allen Zweiten der Maleret; s« führte er 
auf einer Reise nach Paris auch einige kleine Architekturbilder 
au§, und an diese reihten sich dann später mehrere ' kleine Genre- 
büder. 

Im Jahre i84o verweilte Teichs wieder in München, und das 
erste Bild, welches er malte /stellt aus Shakespeare's Hamlet die 
Ophelia vor^ die Unglückliche! im stillen Wahnsinne, phantastisch 
niit Blumen und Aehren geschmüekt, wie sie Blumen streuend 
auf der Terasse des Schlosses daherwandelt. Hinter ihr sieht mau 
den König und die Königin in inniger Theilnahm» , während der 
Burgwächter ungerührt die Scene betrachtet. Im ähnlichen lyri- 
schen Geiste, ohne Hascl^n nach malerischem Effekt, ist auch' das 
grosse Bild ausgeführt, welches den Abschied Heinrichs des Lö- 
wen von seiner Gattin Clementine vorstellt« eine Scene, die sich 
ohne Commentar klar und bestimmt ausspricht, wenn auch der 
Bitter ohne bestinunten Namen als solcher genommen wird. Wir 
finden daher dieses Bild als Abschied des Ritters von seiuer Gat- 
tin nach Th. Körner bezeichnet. Ein anderes, in seiner Auffassung 
höchst lebendiges und charaktervolles Bild von l&4o, zeigt in um- 

naglcr'4 Künstler' Lex. Bd. XVIIL \\ 



163 Teiczehr Martin. «^ Teisder« Job. Georg. 

fassender Composition den Richard Löwepherz , nie er die auf ei- 
nem überwundenen Seeräuberschiff gefangenen Christen befreit 
Dieses Gemälde enthält ausgezeichnet schone Gruppen, und ein- 
zelne Figuren. Im Jahre 1842 malte er eine Küstenlandschait mit 
Arabern, welche gefangene Griechen bewachen, ein Bild von mas- 
sigem Umfange. 

Von München aus begab sich der Künstler 1844 wieder nach 
Braunschweig, wo er jetzt das ziemlich grosse GemSlde ausführte, 
welches Kaiser Carl V. vorstellt, wie er nach der Schlacht bei 
Mühlberg 154? dem Herzog von Alba die Ausgrabung und Ver- 
brennung der Leiche Luther's verweigert. Die Scene ^eht in der 
Schlosshirche zu Wittenberg vor, wo die GVuft bereits geöffnet 
ist, der Kaiser aber die Profanatton verhindert, indem er sagt: 
Lasst ihn .ruhen , ich führe nur Krieg mit den Lebenden , dieser 
Luther steht bereits vor seinem Richter. Daraus ist der Eindruck 
der Figuren ästf; erklären, welcher sich auf verschiedene Weise mo- 
tivirt. Das Bild hat viele Schönheiten , die Critik wollte es aber 
keineswegs zu den gelungensten Werken des Meisters zählen. 

Teiczeky Martini Maler von Prag, erhielt den ersten ünterricbt 
an der Kunstschule im Clementinum zu Frag, und gewann da um 
1802 mehrere Preise. Später nahm sich J. Bergler seiner an, un- 
ter dessen Leitung Teiczek in der Malerei grosse Fortschritte 
machte. Es finden sich historische Darstellungen und Landschal* 
ten von seiner Hand, Bilder, welche mit Beifall belohnt wurden. 
Dieser Künstler war noch um 1830 thätig. 

Teinturiery Jean Frederic , Zeichner und Maler von Roues,^ 
machte seine Studien an- der Kunstschule in Chalons, und erhiel 
da 1809 den Preis im Figurenzeidinen. Später malte er Bildnisse 

TejOf Juan 9 Maler zu Madrid 9 reifte unter den Stürmen des Bü( 
gerkrieges zum Künstler heran , und entwickelte ein bedeuten^ 
Talent. Er malte Portraite, einige zu Pferde, dann historisd 
Darstellungen. Im Jahre 1835 brachte er ein Gemälde zur Aw 
Stellung, welches den Kampf der Centauren* und Lapithen vd 
stellt, und 1836 fanden wir ein Bild des heil. Sebastian erw'M 

TeisSy Caspar, Architekt» stand in Diensten des Ghurfürsten Joa 
chim von Brandenburg, und scheint ein Künstler von Bcdeutua 
gewesen zu seyn, welchen aber die Nachwelt der Vergessenhf 
anheimgab. Er baute das Schloss Grunewalde« Im Jahre l842 H 
der Ober-Regicrungsrath v. Raumer in Berlin im Vereine iür ml 
kische Geschichte einen Vortrag darüber* 

Teissier^ Jean, Kupferstecher zu Paris, war Schiller von Fb« 
Bas, und um 1770 thätig. Folgende Blätter stach er mit Garan 
1 ) Les mangeurs d'huitres ». nach Benard, qu. fol. 
2 ) Le marchand de poissons de Dieppe« nach demselben, qu. ft 

Teissier, Joh3hn George Maler» geb. im Haag 1750, war Seit 
1er von B. Bolomey, und erhielt 1781 den grossen akademischi 
Preis. Er malte Darstellungen aus dem gewöhnlichen Leben, F< 
traite und Landschaften« Dann besass er auch grosse Xescbic 
lichkeit im Copiren alter Meister, so wie in der Restauration. ^ 
ter seinen vorzüglichsten Schülern nennt man Besanger, \9lo 
Harry, Carbenthus u. a. Starb 1821 als zweiter Direktor des 31 
seums im Haag. 



leMieSi Soulange. «- T^eira Barreta, Josjä. 163 

T&BÜet, Soulange Eoiamiely Lithograph «a Pam, Ist &rch 
mehrere schöne Blätter bekannt, welche meistens dem Fache des 
Genre's angehören. Er könnte xum obigen Künstler in Verwandt- 
schaft stehen. 

1 ) Enfance de la Vierge. St. Anne lui enseigne la pricre, nach 
E. Cibot, gr. fol. 

2) Dcvouement, nach Jules Duval le Camus 1843» Fol. 

3) Charitö, nach Oscar Guc, fol. 

4) Commb Tesprit vient aux garfons (Blindekuhspiel), nach H. 
Schlesinger, qu* foL 

5) Les dangers partagös, nach. Beaume, qu. fol. 

6) Les honneurs partages, nach demselben, das Gegenstück. 

7) L'entrce au couvent, nach Flor. Houze, fol. 

8) Le dernler de Ccsar, nach Ch. Bazin 184?, fol. 

9) La retraite au dcsert, nach JYE. £. de Lansac 1847 fol. 

Teiasier, ». auch Tcssier. 

f^lÜf Bildhauer, arbeitete in der zweiten Hälfte des i8. Jahrhunderts 
m Linz. In der Landhauskirche daselbst sind Schnitzarbeiten von 
ihm. Auf dem Gottesacker in Wartberg sieht man ein Epitaphium 
?ou ihm, welches zum Angedenken an die beiden Frauen des Pfle- 
gers von Haus, des Philipp Tichatscheek, gesetzt vnirde. Im Jahre 
1789 ^krte er die Bildhauerarbeiten in der Kirche zu Pellstein aus. 

Toxeira, Diego» Maler, stand in Diensten des Königs Emanue 
von Portugal, vielleicht im ersten Decennium des i6. Jahrhunderts 
Seiner wird in einem handschriftlichen Werke des Malers Fe*' 
lix da Costa erwähnt, welches V. Cyrillo Machado (ColleccAo de 
Memorias etc. Lisboa 1823» P* 83) benützte, aber Gral A. Raczynski 

» (DicL bist. art. du Portugal, Paris 1847 1 p* 57) nicht vorfand. 

( Seine Werke sind sehr selten. 

feixeirai Francesco GomeZp s. Jeronimo Gomez Teizeira. 



kix( 



ieira^ JagO^ Maler, wird von dem oben erwähnten Canonicus 
, Cpllo erwähnt. Er soll unter der Regierung des Königs Seba- 
I stian von Portugal (1557—^78) gelebt und treflFliche Bilder gemalt 
I hahen, man scheint aber kemes seiner Werke bestimmen zu können. 

[eixeira Barreta, Domingo, Maler, Bruder des folgenden Kunst- 
lers, scheint wenig bekannt zu seyn, da Graf Raczynski (Dict. 
htst. art. du Portugal 1847) nur seinen Namen kennt. 

fdxeira Barreta, Jose, Maler und Kupferstecher, wurde 1767 
in Porto geboren, und trat als Jüngling von fünfzehn Jahren in 

I den Benediktiner - Orden zu Tibaes, wo er den Namen Jozö de 
la Presentacion erhielt. Nach vier Jahren kam er nach Ltsabon, 
um unter Rocha sich der Zeichenkunst zu widmen, da der Prälat 
das Talent dieses Mannes erkannte. Im Jahre 1790 schickte er 
ihn nach Rom, um unter Leitung des Joseph Cades und M. Gag- 
neraux der Malerei sich zu widmen, und er scheint es hierin zu 
einiger Vollkommenheit gebracht. zu haben, obgleich der Künstler 
mehr als Kupferstecher bekannt ist. D. Francisco Bispo Conde 
(der Patriarch Dom F. de S. Luiz), in seinem Verzeichnisse por- 
tugiesischer Kunstler, Lisboa 1839> ^^^y ^^^^ *^^^ ^^ ^^^ Klöstern 
zu Tibaes und S. Tirso viele Gemälde von ihm finden, und der ^ 



164 Teixeira/Josö Joaquim. — Teixeira Pinto, Joao. 

Patriarch selbst besass ein Bild der Erweckung des Laxanu. Im 
Jahre 179? kehrte er nach Portugal zurück, und nach acht Jahren 
^mirde er an Vieira's Stelle Direktor der Akademie in Lissabon, wo- 
bei ihm Raimond zur Seite stand. Er starb 1810 zu Taborda. Y. 
Cyrillo Machado , CoUefilo de memorias etc. Lisboa 1823 p> 2981 
giot Nachricht über diesen Meister. 

Folgende Blätter sind von seiner Hand, das Verzeichniss der- 
selben scheint aber nicht complet zu seyn. Sie sind radirt und 
mit dem Stichel vollendet« 

1 ) Moses als Kind auf dem Nile ausgesetzt , und von der Kö- 
nigstochter errettet , qu. f bl. - 

2) Die Ruhe der heil. F^imilie auf der Flucht in Aegypten, qu.fol. 

3) Das Zelt des Darius, mit dem Tode der Gattm desselbeo 
und dem eintretenden Alexander. Radirt in Rom 1797t uod 
roth gedruckt, gr. qu. fol. 

4) Venus mit ihren Nymphen, qu. fol. 

5 ) Die Blätter in folgendem Werke : Scherzt Poetid et Titto- 
rici. A Sua Excell. il Sig. D. Aless. de Souza e Holsteb- 
di Gio. Gher. de Rossi Direttore della R. Acad. dellc B. V 
di Portugallo in Roma. Mit 4o allegorischen Kupl'ero, ge; 
zeichnet und radirt von Giuseppe Teizeira. Parma, Boduoi 
1795, roy. 4. ' 

Dieses Werk kommt selten vor, da es nur zu GescheO' 
ken bestimmt war. Bei Weigel 6 Tbl. 

Teixeira^ Jose Joaquim, g. Jeronimo Teixeira. 

Teixeira, Jeronimo Gomez^ Maler von Lissabon , war Scliülcj 
von Jose Bemardes , welcher Blumen malte. Auch Teixeira vnl 
mete sich anfäufflich^ diesem Fache, zog es aber zuletzt vor, 0^ 
namente, architektonische Darstellungen und Landschaften zu n» 
len. Die Z^l seiner Werke für öffentliche und PrivatgebäuJi 
besonders für Schaubühnen, ist gross, da der Hünstier eine Scbj 
hatte, in welcher mehrere Gehülfen arbeiteten. Unter seinen Sein 
lern nennen wir den Jos« Joaquim Gomez, den Sohn Jeronim4 
welcher geringeres Talent besass, und in jungen Jahren staa 
Auch Francisco Gomez Teixeira, wahrscheinlich Bruder ututi 
Künstlers und dessen Mitschüler bei Jose Bernardes, arbeitete il 
seinem Atelier. Vicente Paulo da Rocha, ein anderer Schüler, ü« 
ferte verdienstvolle Arbeiten. Eugenio Joaquim Alves war Tel» 
ra's Gehülfe bei dessen Decorationsarbeiten für Bühnen. Ein 4 
derer Schüler, Felix Jösö Femandes, malte 18O6 und 7 mit d^ 
Meister in den Theatern do Salitre und da Boa hora in BeM 
starb aber schon i8ll» 

Teixeira, Fray Manoel, Büdhauer, war im 18. Jahrhunderte! 
Lissabon tibätig. Er genoss den Unterricht des Antonio Ferreil 
und wie dieser , so fertigte auch Manoel Bildwerke in Thon, H 
eher gebrannt wurde. In der Kirche des Klosters St. Trinitä i 
Santarem sind Statuen von ihm. Teixeira war ein Mönch 4 
Trinitarier- Ordens. Vgl. Les arts en Portugal , par A. Comte 
Raczynski p. 243* 

Teixeira Pinto 9 Joao 9 Maler und BUdhauer von Lissabon, off« 
harte schon in früher Jugend ein entschiedenes Kunsttalent, hont 
sich aber nur nach Kupferstichen im Zeichnen üben, die ihm >•! 
bei seinen ModelUrarbeiten zum Yorbalde dienten. Er zeichoi 



Teixeira de Matfof . .—- Telesarchides. IM 

aber auch fleissig nach der Natur, meisselte in Stein, anderlangte 
60 in kurzer Zeit den Ruf eines geschickten Künstlers. Man 
übertrug ihm mehrere Arbeiten für das königUche Haus , und 
darunter zwei Statuen in Silber, jene des heil. Petrus von Alcan« 
tara und des heil. Michael, welche als Weihgeschenhe bei der 
Taufe des Prinzen Piedro d'Alcantara und des Infanten Don Mi- 
^el zu betrachten sind. Dann hatte er auch Theil an der Aus- 
führung des prächtigen Betstuhles Ihrer Majestäten. Andere Wer- 
ke dieses Meisters sind im Palast von Queluz. Im Jahre 1846 
führte er für den Palast von Ajuda einige Werke aus. Teixeira 
Piüto war einige Zeit Assistent des Professors Jaquim Machado de 
Castro, welcher 1822 starb. Er selbst ist jetzt an der Academie 
zu Lissabon bedienstet. 

Teixeira de MattOS, Maler, begann seine Studien in Lissabon, 
und begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach Holland« Er 
stand um 1855 in Amsterdam unter Leitung des Malers C, Cru- 
semann, in dessen Weise er einige Bilder ausführte« 

Pelzeck, 8. Teiczeck. 

I^ekeira^ Giuseppe, s. Jose Teixeira. 

fela, Pio, Kupferstecher von Turin , Schüler von Gio. Rami, ar- 
beitete im naturhistorischen Fache. Blätter von seiner Hand sind 
in J. A. Scopoli's Deliciae florae et fkunae Insubricae. Ticini 
1786—88. gr. fol. 

Mbach finden wir im Kunstblatt ISIQ einen trefflichen Blumenma- 
ler in Dresden erwähnt. Diess ist wohl der sächsische Hofmaler 
> Moriz Tettelbach. 

f 

blekleSy s. Theodoms. 

blephanes, Maler von Sikyon, wird von Flinius unter die ältc-^ 
sten Meister gexählt , zugleich mit Ardikes von Corinth. Sie gin- 
gen um einen Schritt weiter, als der Corinther Rleanthes, der 
Erfinder der ümrisszeichnung (Linearis pictura), indem sie die 
inneren Theile der Körper andeutfeten , aber monochrom (sine 

I ullo etiamnum colore , jam tamen spargentes Ibeas intus) . 

I Ein Telephanes aus Phökis war um Ol. 80 Erzgiesser. Flinius 

i sart, dass die alten Biographen seiner mit grossem Lobe erwähnt 
halten der Künstler aber dennoch unbekannt sei , weil seine Ar- 

I heilen in Thessalien versteckt blieben. Nach anderen Nachrichten 

i zur Zeit des Plinius war die Ursache seines geringen Rufes, dass 
er für Xerxes und Darius arbeitete. Altein Flinius stellt ihn mit 
Polyclcs, Myron und Fythagoras rusammen, so dass er später 
als die ffenannten Könige gelebt haben muss. ^ Unter den Werken 

I des Telephanes nennt Plinius eine Larissa, einen Apollo und die 
Statue eines Spintharos, der in fünf verschiedenen Kämpfen siegte 
(Pentathlon). 

desarchideS, Bildner aus der Zeit des griechischen Alterthums, 
wird einzig von EusUthius (ad Iliad. XXIV. 335) erwähnt. Im 
Kerameikos xu Athen war ein vierköpfiger Hermes m Stein von 
ihm gefertiget. Solche Hermen waren lange Zeit das Hauptwerk 



fÖC Telesias. — TeUier/ Charles Frangois. 

der Sculptur in Stein , 6o dass Telesarchides nicht gerade zu den 
ältesten griechischen Künstlern zu zählen ist. 

TeleSiaSf Bildhauer von Athen, ist durch Clemens von Alexandrien 
bekannt, welcher aber die Lebenszeit des Künstlers nicht be 
stimmt« Kr fertigte eine neun Fuss hohe Gruppe des Neptun und 
der Amphitrite, welche zu Tenos verehrt wurde. 

lelestaSi Bildhauer aus Lahedämon, fertigte mit seinem Bruder 
Ariston eine colossale Statue des Zeus , die als Weihgescheali der i 
Klitorier in Delphi aufgestellt wurde. Fausanias gibt einen Thcil 
des Epigramms am Piadestal. Es war schon zu seiner Zeit nicht 
mehr vollkommen zu lesen. Die Lebenszeit dieses Meisters ist 
unbekannt. 

Telbelin, Abraham, Maler, arbeitete um 16»5 in Deutschland, 
wie Benard im Cabinet Paignon E^jonval angibt, wo aher der 
Künstler Telheim genannt wird. L. Kiliau stach nach ihm das 
Bildniss des Canonicus Christoph Kellner zu Zinnendorf. Auch 
das Bildniss eines Grafen von Zinzendorf scheint er gestochen zu 
haben. 

leimig rietrOy Bildhauer von Cormons, übte seine Kunst in Udi- 
ne 9 und war bereits zwanzig Jahre in dieser Stadt, als l6o6 die 
, dortigen Maler eine Akademie zu gründen beschlossen hatten, Ton 
welcher aber Telini als Fremder fern bleiben sollte , wesswegca 
sich dieser mit einer Beschwerde an den Statthalter wandte. Wer- 
ke des Künstlers kann man nicht mit Sicherheit bestimmen. Aus 
Akten geht hervor, dass er 1597 das Battisterium des Doms ini^ 
Statuen verzieren sollte, und lÖlQ wurde er vom Capitel in Cih 
vidale verwendet. Vgl. Stör, delle belle arti Friulane d^ Conte 
F. di Maniago. Udine 1823* p* 16O. 

Teller, Charles ^ Maler, arbeitete um 184? zu Paris. Er vaä 
Genrebilder. 

Teilet, Claude 9 nennt FussH jun. einen Künstler , der nach elp 
ner Erfindung eine Marine gestochen haben soll. Claude Gelee' 

Tellgroann, Maler in Cassel, ein Taubstummer von Geburt, is 
durch mehrere Gemälde bekannt, denen verdienter Beifall « 
Theil ^urde. Sie bestehen in Portraiten und in Genrebildetfl 
Unter letztern fanden wir i834 das Maleratelier erwähnt. 

Tellier, Charles Fran9ois le, Maler und Kupferstecher, wai4 
1743 in Paris geboren , und von F. Boucher zum Künstler hei 
angebildet. Er maflte Bildnisse, Genrebilder und Landschaftei 
A. Romanet stach nach ihm das Bildniss des Prinzen F. L. ^ 
Conti und jenes des J, Etienne Bernard de Clugny. Oval kl. f'o 
Von Elluin haben wir ein schönes Blatt unter dem Titel : Le bo 
menage, welches eine Alte vorstellt, die spinnt, während dt 
Mann yreift. Die Composition ist in Tillburg*s Wöise. fol. 1 
Tellier starb um 1800. 

Dann haben wir von ihm selbst mehrere Blätter , welche < 
radirte. Andere sind mit dem Grabstichel vollendet* Wir könnt 
indessen nicht verbürgen, dass alle diese Blätter von unserm Küns 
1er herrühren. Wir finden auch einen C. L. Letellier genannt, we 
chem die Halte vor der Schenke nach G. Metzu beigelegt win 
Auf mehreren steht nur: Le Tellier sc. 



Tellisr, Jean le. ~ Tellier, N. le. 167 

1 ) Anna Vallayer Coster, Malerin, nach der eigeahiiidigen 
Zeichnung derselben. Büste im Medaillon, 4> 

2) Louis Petit Pretre de TOratoire. C. F. le Tellier del. et sc. 
3} C. Bourgelaty nach N. Lavreince. Oval. fol. 

4) La Nymphe au hain , nach Bounieu, 4. 

5 ) La Nymphe sortant du bain , nach demselben , 4* 

6) Ein Mädchen beim Kerzenlichte, wie es einfädelt, nach G» 
Schalken. Halbe Fi^r, kl. 4- 

7) La fille grondee, die ausgesctioltcne Tochter, nach Greu* 
ze, 4. 

Das Gegenstück: La petite Jeannette, ist von Guertn 
gestochen. 

8 ) Le Studieux , nach Dun^esnil , fol. 

9 ) La Faineante , nach demselben , fol. 

10) L'Amour en gaete, nach J. B. Renaud, gr. fol. 
. 11 ) Le Sommetl agreable, nach demselben, gr. fol. 

12) La Nourrice, nach N. B. Lepicic« 

13) L'Education, nach demselben. 

Von diesen beiden kleinen Blättern gibt es Aezdrücke, 
und vollendete Drücke vor der Schrift. 

14) Halte vor der Weinschenke, nach G. Metzu, fol. 

15) Allegorie auf die Erhebung des Mr. d*Ormesson zur Wür- 
de eines ersten Präsidenten, nach Brion de la Tour*s Zeich- 
nung, fol. • 

16) Kleibe Vignetten nach G. de St. Aubin. 

17) Waldige Landschaft mit weiter Ferne, im Vordiergrunde 
Wasser und Jäger. Unten links : F. le Tellier in aqua forti 
1778, kl. qu. fol. 

18) Die Löwenjagd von Rubens, Copie des Blattes von S. a 
Bolswert. 

ig) Die Liöwen- und Tigerjagd von Rubens, Copie des Blat- 
tes vou J. Suyderhoef. 
^ 20) Zwei Pferdekbpfe. Expression de leur joie, et expression 
de Tamour, nach A. F. Yincent, qu. fol. 
21 ) Zwei Ansichten des Gehölzes von Villers Coterets , nach 
' Kloss. Yictoire Chenu et le Tellier sc. qu. 8* 

Tellier, Jean le, Musaicist, war an der Manufaktur der Gobe- 
i lins in Paris angestellt, und in jener Kunstweise berühmt, welche 
dem ^erdinando Melchiori Ruhm erwarb. Er war ein Schüler 
dieses grossen Meisters, auf dessen Artikel wir verweisen. Le 
Tellier lebte unter der Regierung Ludwigs XIV. Ueber die ge- 
nannte Kunstweise s. Melchiori. 

Tellier, Fierre le, Kupferstecher, arbeitete um i64o in Paris. 
Er stach Bildnisse. Ein solches des Ottavio Gratiani ist in dem 
Werke: Glorie degli incogniti, 

Tellier, G* le, Medailleur, war zu Anfang unsers Jahrhunderts 
in Paris thätia Im Tresor de Numismatique et Glyptique, Med. 
de la Revolution pl. 54« S. 69» ist eines seiner Werke abgebildet. 

Tellier, N. le, Architekt, war um 1760 in Paris thatig. Er fer- 
tigte den Plan zum Innern Theile des Klosters St. Martin des 
Cnamps. Ein Plan des Schlosses und Gartens von Gaillon wurde 
17S0 unter dem Nam«n eines Le Tellier gestochen. Die AuTnah- 
me diese« Gebäudes geschah auf Veranlassung des Erzbischofs voU 
Rotten. 



1IS8 «TeAiei*> le« — Temi»i, Alessaadro. 

Tel her 9 le, Formscbueider zu Paris, ist durch meürere illustriite 
Werke bekannt, zu welchen er neben anderen Formschnitte lie-, 
ferte. Solche sind in der Ausgabe von Bemardin de St Fierre'sJ 
Faul et Virginie. Edition Miniature. Fiaris 1838» in' der illustrir*' 
ten Bibel, welche 1856 zu Leipzig bei Baumgärtner auch mit deut-| 
schem Test erschien etc* 

Tellier-Beldarae, Desire Francois Joseph le^ Maler m 

Amiens, ist durch Fortraite und Genrebilder nekannt. Von 18M 
an sah man auch auf den Salons zu Paris Bilder von ihn. 

TelJloby Kupferstecher, lieferte um 1795 mehrere kleine* bunte Blät- 
ter, reine Fabrik waaren« 

Telmaii van Wesel, $, Wesel. 

Telrho, Wllhetro, Maler, war um 1587 thätig, ist aber nach sei- 
nen Lebensverhältnissen unbekannt. Abbe maroUes behauptet, 
dass er historische Darstellungen und Thiere gemalt habe, ohne 
Werke dieser Art anzugeben. Seine Exbtenz beweiset aber eip 
schönes und seltenes Blatt, welches eine runde Scbaale oder ei» 
nen Schild mit Neptun von Nereiden und Tritonen umgeben dar* 
stellt. Man liest auf diesem Blatte : Güillelmus Telrho muent. ft 
Goltzius excud. an. 1587. Jacques de Gheyn sculp. fol. Dil 
Adresse von- C. J. Vischer deutet auf einen späteren £)ruck. Die 
Darstellung ist reich, und diente vermuthlich zu einer getriebena 
Arbeit von Silber. 

Temanza^ Toromaso^ Architekt und Schriftsteller von Venedig 
wurde von Marchese Gio. Foleni in der Kunst unterrichtet, und 
trat dann als Civil - und Rriegsbaumeister in Dienste der Repub* 
lik Venedig. Er baute die Kirche St. Maria Magdalena zu Ven«^ 
dig im Style der neueren Renaissance. Dann restaurirte er dii 
Fa^ade von St. Margaretha su Padua und die Brücke über dil 
Brenta zu Dolo. \ 

Ferner verdanken wir diesem {;elehrten Künstler m^l^eve 8ehal^ 
bare literarische Werke: Vita di Jacopo Tatti, detto Sansovino* 
Venezia 1752; Vita d'Andrea Palladio. Architetto Vicentino. Ve* 
nezia 1702; Vite dei piü celebri Architetti e Scultori Veneziaal 
che fiorirono nel secolo XVI. 2 Libri. Venezia 1778. gr. 4*; Aoi 
tichita di Rimino; 'Antica pianta della citta di Venezia delineal 
circa la meta del XII. secolo, illustrata 1781« 



Temanza starb 1789 ^^ ^* ^a^^^* 



, 



Temini, Alessandro, Zeichner und Radirer, ist nach seinen lJ 
bensverhältnissen unbekannt, und wurde selbst von «einen Lands 
leuten der Vergessenheit anheimeegeben. Er scheint in der erstei 
Hälfte des 17. Jahrhunderts gelebt zu haben, vielleicht als Deco 
rationsmaler, weil die von ihm radirten Blätter die Friesform h» 
ben, und Darstellungen enthalten, welche von der Verzierung' 
maierei -benützt werden konnten. Der Verleger seiner Blättert) 
Stefano Scolari, der um 1050 in Venedig eine Kunsthandlung g^ 
gründet hatte. Einige dieser kräftigen Hadirungen haben nar dei 
Namen: Alessandro Temini f., welche als die früheren« anscbeiD' 
lieh schon um i630 entstandenen AJidrücke su betrachten scvn 
dürften. Auf andern Blättern ste)it daneben noch die Adcess'^ 



Stefano Scolari forma in venetia, 00 datt dieser später in den Be* 
sitx der Platten gekommen se^n konnte. Etliche Blätter sind ohne 
Namen» und scheinen, wie die anderen, selten zu seyn. 

1) Der Triumph des Bacchus, langer Fries von 6 BlSttemv 

schmal qu. Fol. 
2 ) Der Triumph der Ceres, langer Fries von 6 Blättern , schmal 

qu. fol. 

3) Der Triumph der Thetis, Fries in 3 Blättern. Alessandro 
temini f. Stefano Scolari forma in Yenetia. H. l4 Z. 2 L.» 
Er. L. 4 Z. 6 L. 

4) Ein Seegott mit einer nackten Nymphe entfliehend; links 
zwei Tntonen mit Stöcken , welche ihm folgen. Ohne Na* 
men. Fries, schmal qu. fol. 

5) Ein nackter Mann, welcher ein Seeun^eheuer am Barte 
hält, rechts des Blattes. Hinter ihm sieht man drei Seestiere. 
Ohne Name. Fries, schmal qu. fol. 

6) Zwei mit Blättern und Trauben bekränzte Knaben im Schilfe, 
welche die Geige und Zitter spielen, links drei Seepferde. 
Ohne Namen. Fries, schmal qu. Col. 

7) Bacchus auf dem Meere von Amoretten bedient. Der eine 
reicht ihm das Trinkgefäss , und einer der drei Genien zur 
Linken trägt einen Korb mit Früchten , während ein zwei- 
ter die Trompette bläst. Links unten: Alessandro Temini 
L Fries, schmal qu. foL 

Wir möchten glauben , dass dieses Blatt^ nicht zur Folge 
Nr. 1 gehöre. 

Temini y Giorannit Kupferstecher, arbeitete in der ersten Hälfte 
des 17. Jahrhunderts in Venedig, und könnte mit dem Obigen 
in Verwandtschaft stehen. Der alte Fussly sagt, dass er nach F. 
Ca^liari, J. Robusti u. a* radirt habe. Wir haben von folgenden 
Blättern Kunde, wovon das erste die Jahrzahl l643 festsetzt. 

r j ) Serenistfinms Franciscus Estensis Mutinae , Regii etc. Duz 

k MDCXXXXUI. Air Ulo. Conte Raimondo Monte- 

cucoli colonello etc. Gio. Temini DDD. fol. 
2 ) Vero Ritratto del Ser»». Principe Mattias , Fratello di Gran 
Duca di Toscana. Ganze Figur zu. Pferd. Mit Dedication 
an F. M. Zati. Gio. Temini Da Dona e Dedica ff. <pi. fol. 

8) Carlo Gonzales Herzog von Mantua, geätzt und mit dem 
Stichel vollendet. G. Temini f. foL 

4 ) Christus vom Kreuze abgenommen liegt im Schosse der ohn- 
' mächtigen Mutter, von J. von Arimathia und von zwei 

Frauen betrauert. Nach Tintoretto's Bild in der k. k. Gal- 
lerie zu Wien. foL 

Bemmely August ^ Maler aus Schlesien, machte seine Studien an 
der Akademie in Berlin, und ging dann 1820 zur weitern Ausbil- 
dung nach Rom. Hier entwarf Temmel mehrere historische Com* 
Positionen, die er in Gel ausführte, sa wie Scenen aus dem 
italienischen Volksleben. Ueberdiess copirte er im Verlaufe vun 
JaUren eine Anzahl von berühmten Malwerken, wie Rafaers 
Madanna di Foligno, dessen Transfiguration, und mehrere Sibyl- 
len nach Fresken desselben. Ferner copirte er G. Reni's Aurora, 
und die Diana mit den Nymphen von Dominichino. Alle diese 
Bilder sind mit Fleiss und Gesdiicklichkeit nachgeahmt, im Cha- 
rakter des Urbildes. Sein le»tztes Werk war die Copie von Ra* 
iaeVs Dispute, welche A. Kaselowski vollendete. Dieses BHd kam 



170 TenuMrnuiii, Frant. — Tempritci, FvMMk lulius. 

mit anderen in den Besitz des Königs Ton Preussen. Tenunel, 
anderwärts auch Tömmel geschrieben» starb zu Rom ]84k 

Temmenminy Franz , Bildhauer, wurde um t724 zu Gent gebo- 
ren, und trat daselbst als ausübender Küns^cr auf. Ueber seine 
Leistungen ist uns indessen nichts bekannt;, wirwissen nur, dass 

^ er an seinem Neffen/ Jan de Yaere, einen tüchtigen Schüler her- 
angebildet hatte. 

Temromk, Leonard ^ Miniaturmaler» geb. im Haag 1746, hatte 
den Ruf' eines vorzüglichen Künstlers, besonders als Bildnissma- 
ler. Er war einer der Direktoren der Gesellschaft „Fictura** im 
Haag, und ^tarb I8l3 in Amsterdam. 

Der berühmte Ornitholog und Zeichner C« S, Temminck ist 
wahrscheinlich sein Sohn. Er hat Theil an der technischen Aus- 
führung seines Manuel d*Ornithologie , 4 Bde. in zweiter Aufl. 
Paris 1820, 1835, 1839» ^^^ neuer ' Abdruck i84o. Dann haben 
wir von ihm: Nouveau recueil de planches colorices d*oiseaux. 
120 Lieferungen. Paris l820-r-394 gr. 4.; ferner: histoire natu- 
relle de pigeons et de gallinacees. 3 Voll. 4« I. Amsterdam l&lS« 
n. Leyden i837, III. l€43. 

Tempel , Abraham van den, Maler, geb. zu Leyden 1618, 

. war Schüler von Georg van Schooten , und ein Meister von Ta- 
lent. Es finden sich Bildnisse von ihm, sowohl einzelne Figu- 
ren 9 als Familienstücke , die zu den schönsten Werken dieser Art 
gezählt werden müssen, und deswegen in guten Preisen stch^' 
Dann malte v. d. Tempel auch historische Darstellungen, besonder» 
in Leyden. In der Gouverneurs*Kammer von Lakenhai sind drei 
Bilder mit lebensgrossen Figuren: Allegorien auf den Krieg und 
auf den Handel. Im Jahre 1072 starb dieser Meister, 

L, Cossin stach nach ihm das Bildniss des Arztes J. A. van 
der Linden für dessen Ausgabe des Hippocrates. Lugduni l665*8< 

Tempelman^ Olar Samuel, Architekt zu Stockholm, übte in 
seiner früheren Zeit die Bildhauerkunst, zog aber zuletzt die Ar- 
chitektur vor, und brachte es hierin zu keiner unbedeutenden 
Stufe. Er wurde um 1796 Hofbaumeister und Professor an der 
Akademie in Stockholm, als welcher er viele Plan« zu Gebäuden 
und Palästen entwarf. Starb l8l6« 

Tempeltej, Friedrich Julius , Zeichner, Maler und Lithograph 
zu Berlin, machte seine Studien an der Akademie daselbst, und 
widmete sich anfänglich der Kupferstecherkunst. Seine Neigung 
zog ihn zum Landschaftsfache, welches er aber in der weitesten 
Ausdehnung pflegt, da Tempeltei auch als Figuren - und Archi- 
tekturzeichner geübt ist, und daher seine landschaftlichen Bilder 
mit mannigfaltiger Sta£Page ziert. Seine Gemälde in Oel sind aber 
nicht zahlreich, da der Künstler die meiste Zeit auf die Lithographie 
verwendet. Seine Zeichnungen sind in Sepia, oder in Aquarell 
ausgeführt und von grosser Schönheit. Auch seine lithographir- 
ten Blätter gehören zu den bessten Erzeugnissen dieser Art. Im 
Jahre iB44 wurde er zum ausserordentlichen Mitglied der Akade- 
mie in Berlin ernannt. Ueberdies bekleidet er die Stelle eines 
Zeichuungslehrers am Friedrichs- Werder*schen Gymnasium daselbst. 
Ueber seihe ünterrichtswerke s* unten am Schlüsse des Verzeich- 
nisses der Blätter. Von diesen gibt es ausser dc^ Abdrücken auf 



Tempelleiy Friedrich Julius. )7l 

gewöhnliches Papier solche {auf chinesisches Papier vor und mit 
der Schrii^. 

1) Die heil. Veronica, nach C. Begas, mit J. Jentzen lithogra» 
phirt, gr. fol. 

2) Christus und die Samariterin, nach W. Hensers Bild im Be- 
sitze des Königs von Freussen, mit Olderman lithographirt» 
roy. fol. 

3) Rheinisches Wirthshauslehen , nach A. Schrödter^s Bild in 
der Sammlung des Cousuls Wagener, mit Fischer lithogra«- 
phirt, 1836, gr. roy. fol. 

4) Mädchen im Park, mit dem Eichhörnchen spielend, nach 
C. Begas,qu. fol. 

5 ) Das Rothkäppchen , nach £. Steinhrück, mit C. Lange aus- 
geführt , gr. fol. 

6) Der Gefangene, nach L. Elshok, mit Fischer Uthograplurt« 

gr. qu. fol. 
^er lustige Wanderer, nach B. F. Meyerheim, mit Fischer 
lithographirt , gr. fol. 

8) Marienburg an der Nogat, nach D. Quaglio, gr. qu. fol. 

9) Der Spitalhof zu Ulm, nach D. Quaglio, qu. fol. 

10) Das Schloss Eppenstein in Bayern, nach demselben, qu. 
fol. 

11 ) Landschaft nach Schirmer, für das Knnstbuch der Düssel- 
dorfer Malerschule. L Heit. Berlin 1835* qn« fol. 

12) Die Villa d'Este in Tivoli bei Rom, nach Schirmer , qu. fol. 

13) Der Klosterkirchhof, nach C. F. Lessing's Bild bei Reimer 
in Berlin, gr. fol« 

14) Badende Kinder, nach Steinbrück*s Gemälde in der Samm- 
hing des Consuls Wagener, von C. Wildt und J. Tempe)- 
tei lithographirt, roy. fol. 

15) Das erlegte Reh, nach C. Schultz, mit Remy lithographirt, 
roy. fol. 

s6) Der angeschossene Rehbock, nach Zick, qu. roy. fol. 

17) Die Treibjagd, nach demselben, mit Remy lithographirt, 

qu. roy. fol. 

18) Regen und Sonnenschein* Ansicht einer Fabrikstadt in de^ 
^Normandie, nach Watelet, roy. fbl. 

19)*Dorf im Gewitter, nach Watelet, qu. roy. fol. 

20) Mühle in der Normandie , naeh demselben , qu. roy. fol. 

21) Winterlandschaft, nach van der Eyken, gr. qu. fol. 

22) Seesturm nach Backhuysen, für die Gemälde-Gallerie des k. 
Museums in Berlin. Berlin 1842, roy. fol. 

2i) Winterlandschaft, nach Koekoek's Bild im Besitze des Gra- 
f n von Redern, qu. roy. fol. 

24) Friede in der Natur, nach einem Bilde von Blechen, im 
Besitze des Kunsthändlers Sachse, roy. fol. 

25) Sonnenblick nach einem Gewitter, nach einem Bilde von 
Teniers im Besitze des Grafen von Redern, 1832, qu. fol. 

26) Das Palmenhaus auf deir Pfauen-Insel, nach Blechen für 
den Verein der Kunstfreunde in Preussen lithographirt, 1844* 
roy. fol. 

27 ) Ansicht von Nemt , nach Ahlborn , qu. fol. 
Der Palast des Grafen Redern in Berlin, gr. qu. fol. 
Ein Blick aus der Mooslaube .im Garten des Herrn von 
Flemming auf Bukow , nach der Natur , qu. fol. 

30) Partie im Elysium bei Bukow, nach der Natur, qu. fol. 



28) Do 

29) Ein 



171 Tempeltei« Caspar. — Tempesta, Pearce. 

it ) Malerische Ansichten von Schlesieti , nach der Natar auf- 
genommen von C. S. Rösel. Dieses Werk erschien in Lie- 
Terungen. 4- 
3^ ) Blätter Hir Fürst Pückler's Werk üher Landschaftsgärtnerei. ' 
53) Der Landschaftsmaler von Julius Tempeltei. Eine Reihen- 
folge von Yorlegcblättern vom Umriss bis zur vollendeten 
Ausführung. 6 Hei'te. Berlin 1839. 4o. qu. fol. 

Tempeltei y Caspar » Kupferstecher zu Berlin, ist durch architck. 
tonische Blätter nach Schinkel , durch Landschaften nach Bier- 
mann u. a. bekannt. War noch 1835 thätig. 1 

tTeinpemanil ^ ». Tempelman. 

fTemperello 9 Cristoforo, Maier aus der Familie der Caselli, 
lebte in Parma, und hafte da um 1500 — 1510 verdienten Ruf. 
Im Saale der Priester- Con^regätion »Veneranda Consorzio« daselbst 
. ist ein treßdches Bild von ihm, welches die heil. Jungfrau mit 
dem Kinde auf dem Throne vorstellt, rechts St. Hilano im bi- 
schöflichen Ornate, links St. Johannes der Täufer. Oben erscheint 
Gott Vat€t mit lein er Menge von Cherubim. Dieses Bild war früher 
im Dome in der Capelle der Congregation. Im alten Kloster von 
St« Paul, in einem Zimmer neben der Cammer des Correggio, wel> 
che die Äbtissin Johanna ausmalen Hess, sind Arabesken und kleine 
Gemälde mit religiösen Darstellungen 9 welche von einigen dem 
Araldiy von anderen dem Temperello zugeschrieben werden« l^ 
Grunde des Gartens sind zwei merkwürdige Frescobilder, welche 
von dem einen oder dem anderen herrimren sollen. Das er^te 
stellt die heil. Catharina von Alexandrien dar, wie sie ah Jungfri^ 
Von achtzehn Jahren auf Befehl des Kaisers Maximin fünfzig Phi- 
losophen zu ihrer Ueberzeugung bringt , das andere, beschädigte 
Bild, schildert den Besuch der Heiligen bei St« Hieronymus in 
der Grotte. 

Diesie beiden genannten Künstler gehören der Schule Bei- 
lini*s an. 

Tempest oder Tempesta^ Fearce, Kupferstedhier zu London, 

Schüler von W. Hollar, arbÄtete um l670— 1705* Er hatte auch 
eine Kunsthandlung und eine Buchdruckerei. Folgende Blätter 
sind theils eigenhän4ige Arbeiten, theils Verlagsartikeh 

I ) Bildniss Tei^pest*s, mit dem Mptto: Cavete vobis Principes. 
In schwarzerv Manier. 

2) Das Bildniss desselben in der Kleidung eines Non-Confor 
misten. In derselben Manier. 

3) König Jakob II. von England , ohne Namen des Malers 
(Lely). P. Tempest. exe 

4) Maria Hyde, Gemahlin des Obigen. Ohne Namen dfs Ma- 
lers. P. Tempest exe. 

5 ) Catharina , Königin von Eneland , Gemahlin Carl IL. Tem* 
pesta exe. Seltenes Schwarz Kunstblatt, fol. 

6) Maria, Königin von England, ohne Namen des Malers 
P. Tempest ex. 

7 ) Sttsanna und die beiden Alten , nach Comelis Camelistsi 
oder H. Goltzius. Unten rechts im Rande^: P. Tempest es 
kl. 4. Bei Weig«! 1 Thl. 16 gr. 

8) Andromeda., nach An. Carracct. P. Tempeste exe. 8* 



Tentpesta, Antonio^ 173 

9) Titel mit allegoriftcheti Figuren für die Sonetten ion Nicolo 
Cosimi. Lond. 1702* Johu Smith fec. Tempest exe. Seltenes 
Schwarzkunstblatt, gr. t'ol. 

Tempesta, Antonio, Maler und Kupferstecher, fturde 1555 m 
Florenz geboren, und von Santo di Titi unterrichtet, welchem er 
aber weniger verdankt , als dem Stradanus , der in ihm einen ge- 
fahrlichen Nebenbuhler heranwachsen sah. Auch Ludovico Cardi 
hatte Einfluss aut ihn, da Tempesta oft in Gemeinschalt desselben 
arbeitete. Im Allgemeinen steht er aber in grosser Selbstständigkeit 
da, welche ihm ein reiches Talent bereitete. Schade nur, dass ihn 
die Fülle seiner künstlerischen Kraft zu Ausschweifungen verlei- 
tete, welche jedoch selbst wieder das Gepräge einer geistreichen 
Originalität tragen. Nur gestaltete ihm seine rege Phantasie nicht 
die gehörige Ruhe zur vollkommenen Qurchbildung, und er er- 
scheint desswegen oft manierirt. 

Tempesta war in Italien einer der ersten, der sich in^ Land- 
schafts- und Schlachtenfach einen Namen machte. Seine Gemälde 
sind aber nicht häufig, da der Künstler eine Unzahl von Zeich- 
nungen fertigte, die er grossentheils selbst radirte. Mehrere sei- 
ner Compositiunen führte er auch in Cartons für Tapetenwirker 
aus. Der Marchese Niccolini, die F. P. dell* Annunziata u. a. be- 
sassen Schlachtbilder auf Alabaster von ihm, worin er sich als 
Vorgünger des Bourguignon zeigt, welcher die Wei4ie unsers Mei- 
sters studirt haben soll. Im dritten Stockwerke der vatikanischen 
Loggien zu Rom sind Frescobilder von ihm, welche die feierliche 
Frocession vorstellen, in welcher im Pontificate Gregorys XIII. die 
Ueberreste des heil. Gregor vdn Nazianz nach der St. Pete^skir- 
che gebracht wurden. Im* Schlosse Caprarola sieht man schöne 
Arabesken von seiner Hand gemalt, in welcher Pferde vorkom- 
men, die in weibliche Körper ausgehen. ' Besonders schön sind 
jene am Gewölbe ^er Treppe. Zu Tivoli, in der Villa d*£ste und 
in anderen Palästen findet man ähnliche Arbeiten mit Landschal- 
ten, architektonischen Darstellungen u. s. w. vermischt, die mei- 
sten hat aber die Zeit verzehrt. 

Den grössten Reichthum seiner Erfindungen haben uns aber 
seine radirten Blätter erhalten. Er arbeitete in Kupfer, auch in 
weicheres Metall, und offenbaret in Führung der Nadel grosse 
Uebung. • Diese Platten sind stark vorgeätzt , wodurch die Abdrü- 
cke ein rohes Ansehen erhielten , welches keinen gefälligen Ein- 
druck macht, wofür aber die Sicherheit der Umrisse und die Leb- 
haftigkeit der Touche entschädigen. In der Zeichnung ist er nicht 
immer correkt , in der Anordnung und Durchführung lassen aber 
seine Blätter immer eine geistreiche Leichtigkeit erkennen.' Zu 
seineA Hauptwerken dieser Art gehören die Blätter mit Schlachteni» 
Reiterscharmützeln. Zügen und Jagden. Die Pferde sind zwar int 
Allgemeinen zu beleibt, -es herrscht aber in ihren Stellungen und 
Bewegungen mannigfaltiges Leben, und die Köpfe sind edel und 
ausdrucksvoll. Die Zahl dieser Blätter ist sehr bedeutend. Bartsch 
P. gr. XVII. 127 ff. beschreibt deren l460, und glaubt damit ein 
vollständiges Yerzeichikiss geliefert zu haben , währendx Gori das 
Werk des Meisters auf 1519 Blätter schätzt. Jedenfalls sind dem 
Verfasser des Peinträ graveur mehrere entgangen. Die unt^ fol- 
genden Numern sind ]ene bei Bartsch, mit etlichen Zusätzen, und 
am Schluss folgt ein Anhang von Blättern , welche dem genann- 
ten Schriftsteller entgingen. Die Blätter dieses Meisters sind theds 
mit dem Namen des Ra4icers, theils mit dessen Monogramm be*- 
keichnet^- 



iT4 T^mpesjta« Antonio, 

Ausser di«s*n vielea eigeuhindigen Blättern ^ibt es dann noch 
über 500 andere , welche nach Tempesta's Zeichnungen gesto- 
chen wurden. Bei der grossen Menge von Zeichnungen, die der 
Künstler lieferte, sind doch nicht sehr viele auf unsere Zeit* ge- 
kommen. Die meisten sind mit der Feder ausgeführt, und diese 
Entwürfe wurden für ein Wunder seiner Zeit gehalten. Andere 
Zeichnungen sind in Bister oder mit schwarrer Kreide behandelt 
Tempesta scheint lan£^e in Rom gelebt zu haben , da viele seiner 
Blätter römische Adressen tragen. Im Jahre i630 starb er im Va- 
terlande. O. Lioni stach sein Bildniss. Auch in der Serie de Rl* 
tratti YIII. 9» kommt es vor. 

Zu den vorzüglichsten Stichen und Holzschnitten nach Zeich- 
nnngen dieses Meisters zählt man folgende, welche theilweise nur 
alsCopien zu betrachten sind, wie die Blätter von *M^ Merian u. A. 

Moses am Felsen. C. Lasinto fec. Nach einem Gemälde auf 
Schiefer in der Sammlung Niccolini zu Florenz. In Marco Lastri's 
Ettruria Pittrice, gr. fol. 

Testamentum novum, arabice et latine. Romae in Typographia 
Medicea ISQI* Dieses typographische Prachtwerk enthält 150 schöne 
Holzschnitte von Lionardo Norsini Parassole, nach A. Tcmpesta*i 
Zeichnungen. Die erste Ausgabe von iSQl hat die 8 Seiten starke 
Vorrede nicht, und fängt gleich mit pag. g, mit dem Evangelisten 
Matthäus' und aem Worte: Incipit an. 

j Das Abendmahl des Herrn, gest. von F. Villamena, fol* 

St. Eustach, gest. von M. de Bye, 8. 

Die Arbeiten des Hercules, gestochen von S. Frisius, Copieo 
Bach Tempesta, Nr. 788 — 709 1 qu. 8- 

Die Thaten Kaiser Carl V. A. Tempesta tnv. J. de Gbeys 
und C. Boel sc« 9 Blätter, gr. qu. foL 

Die Alexanderschlacht. A., Tempesta inv. F. Villamena sc, 
gr. qu. foK 

Die Grossthaten des Scipio Africanus. Tempesta Inventor, Pe- 
trus de Jode exe. 8 Blätter, gr» qu. fol. 

Die Grossthaten des Paulus Aemilius, 9 Blätter von IVI. Me< 
rian l622« Nach Tempesta Nr. 828;— 847» qu. foL 

Die zwölf ersten römischen Kaiser zu Pferde, i^ Blatter voi 
Merian. Copien nach Tempesta Nr, 595 — 607 1 fol. 

Folffe von .10 Blättern mit ächlacmen, von M. Merlan, c» 
pirt nach Tempesta, Nr. 828 — - 837* 

Folge von 1} Blättern mit Jagden, Copien von Mt Merian 
die Folge Nr. 1121 -^ 1132. 

Die Eroberung einer Stadt, wo die Belagerer eine Schildkröti 
j. : bilden, und die Belagerten Bienenkörbe entgegen werfen, vräb 
rend in der Luft ein Heros für die Stadt kämpit» (^st. von f 
; Villamena, gr. qu. fol. 

Schlacht gegen die Türken, gest. von F. Villamena, gr. qn. fol 
Dieses Blatt wurde auch copirt. 

Schlacht des Königs Alphons gegen die Mauren 1212« Gts^ 
von Villamena, grt au. fol. 

Dieselbe Darstellung kleiner. Georg Fenntzel sc kl. qu. fo 

Die Schlacht der Centauren und Lapithen, schöner Holzsdmi 
von H. Parasole, gr. qu. fol. 

Grosses Gefecht. Dankerts exe. Friedrich Greuther fec s. gi 
qu. fol. 

Grosse Jagd auf verschiedene Thiere» gest. von M. Moriai 
gr. qu. fol. 

Grosse Eberjagd, gest. von Merian, gr. qu. fol. 



Tempesta» Antoiiio« %Tk 

Grosse liaiid«chaft mit FigurMi und Gebäuden« 8adeler exe. 
Landschaft mit Ruinen und einer Jagd. Sadeler fec« gr. 4* 
Die 12 Monate. Tempesta inv. iL Uondius exe 
Jachtboeck ghctegkent door Antoni Tempest ende gedruckt 

by Claas Janss. Visscber l624. U Copien nach Nr. lOtS— 7 1026« 
Yenationes Ferarum, Avium etc« 4o Blätter» wahrsc^ieinlieh von 

J. C. Yisscher , nach anderen von Merian , qu. Q. 

Icones Yenantium Specie$ etc. Egb. Janss. » J« Th. -de Bry^ et 

Israel de Bry excud, 1598« Folge von 12 Blättern, schöne Copien 

aach Tempesta, qu» 12- 

Eigenhändige Rftdiru*ngen. 

Altes-Testament. .. 

1) Gott als Schöpfer derXhiere. Ant« tempest. flore fe: H. 12 Z. 

6 L., Br. 16 Z. 9 L. 
2-^15) Die Weltschöpfung, Folge von 12 Blätterd« H. 3 Z.. 

10 L., Br. 4 Z. 41'. 

U Der Schöpfer des HifluneU und der Erde. Tempest — — 
in Roma* 

2. Gott scheidet 'das Wasser von der Erde. Mit derselben 
Inschrift. 

3. Die Schöpfong der Pflantett und Bäume. 

4. Die Schöpfung der Sonne, des Mondes und der Sterne. 

5. Die Erschaffung dei* Fische und Yögel. 

6* Die Erschaffung der anderen Thiere. ' ^ 

7* Die Erschaffung der ersten Menschen. 
8* Gott weis't dem ersten Menschenpoare das Paradies an. 
9. Die Yerführung durch die Schlange. 
10« Das Yerbot vom Baume des Lebens Früchte zu nehmen. 
11. Gott fordert Rechenschaft von Adam und Eva. 
12* Adam und Eva aus dem Paradiese vertrieben. 
l4 — 233 ) Die Geschichte des alten Testamentes , ' Folge von 
220 Blättern. H. 2 Z. 2 L. mit 4 L. Rand, Br. 2 Z. 6 L. 
234) Die Schlacht der Israeliten gegen die Amalekiter. Hebrae- 
orum Yictoria ab Amalechitis reportata. Mit der Dedication* 
Tempesta's an Pomponio Targoni. In zwei Blättern. H 
18 Z. 8 L., Br. 29 Z. 
235 — 259 ) Yerschiedene geschichtliche Darstellungen aus dem 
alten Testamente. Folge von 25 Blättern mit Titel, auf wel- 
chem das Wappen des Grossherzogs Cosmüs II. mit vier al- 
legorischen Figuren sich zeigt. Die Gestalt des Ruhmes und 
der Freiheit tragen ein Cartouche mit der Dedication an 
den Grosshet^dg. J^des Blatt hat in Mitte des Randes die 
Bezeichnung des Gegenstandes und zu beiden Seiten sind 
lateinisdie Distichen. H. 7Z. mit 5 — 8 L. Rand, Br. 10Z.6L. 
I. Mit der Adresse ai)f dem Titel: Nieolaus van Aelst 

formis l6l3, 

II. Mit der Adresse: Steffano Scolari forma inVenetia 1660. 
Es gibt auch eine gute Copie von diesen Blättern. 
1. Der Tod des Abel. 

2« Abraham schlägt die Armee der Feinde in die JElucht, wel- 
che den Loth als Gefangenen fortführen. 
3* Loth und seine Familie liebren ins Yaterland zurück» 
4* Moses zieht mit seiner Armee gegen die Aethiopier. 

5. Die Niederlage der Aethiopier. 

6. Die Cananeer besiegen die Juden, welche sich gegen den 
Befehl des Moses mit ihnen in den Kiimpf einhessen. 



i76 Tempeita, Aotottio. 

7. Die Israeliten voll PiMrao't H^er Terfolct. 
6. Der Üt^tereang des Heeres im rothen Meere, 
g. Der Sieg der Israditen ober die Amalekiter. 
10* Die Bümahme von Jericho. 

11. Josuah gebietet der Sonne Stillstand. 

12. Josuah verbrennt die Wagen and Terstümmelt dt« Pferde 
der Feinde. 

13. Gedeon wählt unter seinen Soldaten. 

14. Gedeon verbreitet Schrecken unter den Feinden. 

15. Der Tod des Abimelech. 

16. David und Goliath. 

17. Der Triumph David*s über Goliath. 
18< Saul gibt sich den Tod. 

ig. Jakob tödtet den Absalon« 

20* Elisäus fiihrt den König der S^r Vor den Thron hrael's. 
2i. Der Würgengel über ^nacherib's Heer. 
22. Josaphat^s Dankopfer über diesen Sieg. 
23« Hblof'emes von Judith getodtet« • 
24) Die Juden b^uen Jerusalem wieder auf. 
Neues Testament. 

260 — 275 ) Darstellungen aus dem neuen Testamente mit den 
vier Evangelisten y Folse von 16 Blattern, mit dem Mono- 
gramme des Meisters. H. 2 Z. 6 L«f Br. 1 Z. 9 L. 
1. Die unbefleckte Empfängnis» von vier Engeln umgeben. 
2« Die Verkündigung. 

3. Die Heimsuchung der Elisabeth. 

4. Die Geburt Christi. 

5. Die Darstellung im Tempel« 

6. Die Anbetung der Könige« 
7« Pie Beschneidung. 

fi. Die Flucht in Aegypten. 

9. Die Erweckung des Lazarus. 
10« Die Kreuzigung. 
|1. Die Erscheinung des heil. Geistes. 

12. Der Prophet David. 

13. St. Matthäus. 

14. St. Marcus. 
' 15. St. Lucas. 

l6* St. Johannes. 
276 -* 290) Die Mysterien des Rosenkranzes» Fol^e von 15 Blät- 
tern» ohne Namen, nur ein lateinisches Distighon im Rands 
jedes Blattes. H. 2 Z. 4 L. mit 7 L» Rand, Br. 2 Z« 8 L* 

1. Die Verkündigung. ^ 

2« Die Heimsuchung der Elisabeth. 

3. Die Geburt Christi. 

4- Die Darstellung im Tempel* 

5« Jesus als Knabe unter den Schriftgelehrten* 

6* Das Gebet im Garten am Oelberg^. 

7. Die Geisslung ChristL 
5« Die Dornenkrönung. 
<^. Die Kreuzigung. 

10. Die Kreuzschleppung« 
It« Die Auferstehung. 
12« Die Himmelfahrt. 

13. Das P£ngsfest. 

14. Die Himmelfahrt Maria. 

15. Ihi» Krönung im Himmel. 



Tempeste Antonio.^ 177. 

Obige Besckretbung gibt , Bartsch , er hatte aber nur ein 

zerschnittenes Exemplar, von welchem Nr. 323 dem 

mittleren Theil bildet. Die 15* Itleinen Darstellungen 

umgeben die Madonna mit St. Dominicus und St. Ca- 

tharina von Siena. Sie beginnen links unten mit der 

Verkündigung, und enden rechls mit der Krönung 

Maria. Die Kreuztragung ist vor der Kreuzigung zu 

setzen. Grösse des ganzen Blattes; H. 18 Z. 6 L.» 

Br. 15 Z. 1 L. 

291-— 324) Verschiedene Vorstellungen aus dem Leben Jesu, Ovale 

mit Umrissen. Folge von 34 Blättern. H. 2 Z« 10 L. » Br. 

2 Z. 2 L. 

325) Die Flucht in Aegypten« Joseph führt den Esel am Zaume. 

Links unten das Zeichen. H. Z. 3 L., Br, 7 Z. 2 L. 
526) Chrisus am Kreuze zwischen den Räubern. Unten Maria, 
Johannes und Magdalena. Antoni 'tcmpesta inuen. et Fecit 
f6l2. Im Rande aie Dedication des Verlegers Pietro Ste- 
phanoni an Enriquez de Herrera. H. 17 Z. 2 L. mit 7 L. 
Rand, Br. 13 Z. 8 L. 
Die Abdrücke vor der Adresse und vojr den Distichen sind 
sehr selten. 

Madonnen. 

327) Die heil. Jungfrau auf dem Halbmonde stehend, von Che- 
rubim umgeben. Sie legt die Rechte an die Brust. Ohne 
Zeichen. H, 3 Z. 3 L. mit 5 L. Rand, Br. 5 Z. 2 L. 

328) Die hL Jungfrau auf dem Throne sitzend zwischen St. Do- 
minicus un ot. Katharina von Siena, welcher sie den Ro* 

I senkrans reicht. Im Rande sind *zwei lateinische Distichen 

mit der Adresse an Curtio Cinquiuo. Ant, Tempest. fe. H. 

11 Z; mit 4 L. Rand, Br. 7 Z. 6 L. 

^ So bestimmt Bartsch das Blatt, die Darstellung gehört 

aber zu Nr. 276 — 290. Näheres s. daselbst. 

329) Ein wunderthätiges MadoUnenbild , halbe Figur von zwei 
I Engeln gekrönt. Links unten: Natalis Bou«-, rechts das Mo- 
I nogramm. H. 11 Z. 6 L., Br. g Z. 4 L. 

^ Heilige beiderlei Geschlechts. 

330 — 343 ) Christus sitzend mit der Weltkugel und segnend , die 

12 Apostel, dabei St. Paulus, im Ganzen i4 Blätter ,\ jedes 
mit dem Namen des Heiligen, mit dem Monogramm und 

' mit der Numero. H. 7 Z. 2 L. mit 3~*4 L. Rand, Br. 7 

I 2i. 2 L. 

Die spätem Abdrücke sind schwach. 

I 344-^57) Christus, die hl. Jungfrau und die 12 Apostel mit St. 
Paulus. Folge von l4 Blätterii mit dem Zeichen oder mit 
dem Namen, dann mit der Adresse vod Nie. van Aekt. Im 
Grunde sieht man' zwei DarstellungeU aus dem Leben eines 
jeden der Dargestellten, oben liest man auf jedem Blatte 
mit den Aposteln einen Satz aus dem Glaubensbekenntnisse, 
auf den Blättern mit Christus' und Maria den Anfang des 
Vaterunsers und des Ave Maria, und untbn ' steht der Name 
des Heiligen. H. 19 Z. 3 L., Br. 13 Z. 9 L. 
358 — 374) Verschiedene Heilige in Umrissen, wie Nr. 29! —324, 

Folge vou 17 Blätterh. H. 2 Z. 10 L., Br. 2 2. ? L. 
375-^389) Das Leben des hl. Philippus Benizzl, Gründers des 
Servitenordens. Folge von 15 numerirten Blättern mit la- 
teinischer Erklärung, unter dem Titel: Vita B. Philippi, 

SagUrU KüMtUr - Lp». Bd. XVIIL 1 2 



176 Tempesta » * Antonio. 

Benicii — ad alendam pietatem universt sui ordinU CI^. 
loXC. H. 3 Z. 8. L. mit 7 L. Rand, Br. 2 Z. 10—11 L. 
5Q0«^02 ) Die römischen Jungfrauen , welche den Martertod er- 
litten. Folge von 73 Blättern mit dem. Titel : Imagini di 
molte S. S. Yirgini Rome. nel martirio, intagliate da Anto- 
nio Tempesta in Rom. — Gib. Ant. de Paoli form. — Sup. 
Per. Jede Darstellung erscheint im Qyal mit dem Namen 
der Heiligen und dem Datum des Marterthums* H. 2 Z. 
9 L.. Br. 4 Z. 4 L. 
Die ersten Abdrücke, und ohne Schrift, sind in 'folgen- 
dem Werke: Historie delle sante vergini Romane 
etc. Opera di Antonio Gallonio. Roma ISQl* 
463—489) Das Leben des heil. Anton, des Patriarchen der Ere- 
miten im Oriente, Folge von 27 numerirten Blättern, mit 
einem Titel, auf welchem das Wappen des Cardinais Cin- 
thio Aldobrandini mit den allegorischen Gestalten der Tu- 
gend und des Rufqs erscheint, unten ist Tempcsta's Dedica- 
tion an den' genannten Cardinal von 1597* Lateinischer und 
italienischer Text gibt die Erklärung des Gegenstandes. BciD 
spätem Drucke wurde die Adresse an C. Aldobrandini aus- 
geschliffen, und folgende Inschrift eingesetzt: Vita S. An- 
tonii Abbatis — — • Antonius Tempesta fecit. Si stampaoo 
in Roma alle Pace — ' — del Som. Ponteiici. H. 7 Z. mi( 
1 Z. 5 L. Rand , Br. 6 Z. 

490) Der seclige Johannes Capistran, mit zwölf Darstellun?et 
ai\s seinem Leben umher. In der Mitte unten ist die De* 
dication an den Cadinal Carlo de Medici l623- H. 18 Z. 
Br. 12 Z. 10 L. 

491) St. Dominicus, Gründer der Prödiger - Mönche , nach B. 
Spranger. Cesar Caprianicus formae Romae. H. 18 Z. mii 
4 L. Rand, Br. i4 Z. 

492)^ St. Eustach auf der Jagd, wie sich ihm der Hirsch mit de« 
Crucifixe zeigt. H. 6 Z. 6 L. mit 4 L. Rand, Br. 9 Z. 8 1* 

493) Der hl. Hieronymus in der Wüste* In gleicher Grösse. 

494) St. Franz erhält die Wundmale. In der Grösse wie Nr 41)2 

495) St. Hieronymus in der Wüste, über das jüngste Geridi 
nachsinnend.. Ant. tempesti inu. et fecit. — Baptista Far 
mensis Formis Romae 1590* H. 16 Z. 10 L. mit 7 L. Rand 
Br. 13 Z. 6 L, 

496) Die Bekehrung des Saulus, Rechts unten: Anto. tempe^ 
inuenit et incidit. Im Rande die Adresse an Luca Cav» 
cante. H. 13 Z. 4 L. mit 3 L. Rand, Br. 17 Z. 9 L. 

497) St. Francisca Romana mit einem Engel, umher in l\e\^ 
Bildern die Feierlichkeiten bei der Canonisation der Hein 
gen. Links unten : Ant.' Temp.n* incidit. H. l4 Z. 6 I« 
Br. 19 Z. 6 L. 

498—544) I>ie Marter der Christen, in 47. Blättern dar^estclll 
für folgendes Werk: Tratatto de gli instrumenti di m^ 
rio — — usate da gentili contro Christian! , descritte t 
intagliate in rame. Opera di Antonio Gallonio. In Ro* 
1501* 4* Die ersten Abdrücke, wozu jene zu diesem Bud 
gehören, haben die Zahl der Pagina, wo sie einsebund« 
werden sollen. In den zweiten, schwachen Abdrücleo, sj' 
diese Zahlen ausgeschliffen. Sie finden sich in der Iatei< 
sehen Ausgabe: Der Martyrum cruciatibus Antonii G<''* 
nii Rom. — über, cum figuris Romae in aere incisis r 
Antonium Tempestaia.. Parisiis M*D*CXIX. H. 7 Z. 1" 
L., Br. S Z. 



Tenpefta,. Antonio. ird 

Geichichtltohe Darstellungen. 

545 -~ 556. Die Thaten Alesanders de^ Grossen , Folge von 12 
Blättern, mit Titel. Dieser zeigt rechts die Abundantia und 
links die Bellona. Oben ist das Wappen des Herzogs Carl 
▼on Croyo, und unten sieht man verschiedene Waffen. Im 
Cartonche steht: Alexandri Magni praecipue res gestae 
ab Antonio Tempesta Florentino aeneis formis expressae, 
CI3.l9C.yiIL H. 7 Z. 6L« mit 8 L. Rand, Br. 10Z.6L. 
I. Nur mit der Dedication an den Herzog C. von Croyo 

von Nicolaus Joannes Yisscherius CIDIDCVin, ohne 

Adresse, und in der untarn Ecke t9chu mit arabischen 

Ziffern bezeichnet. 
II, Mit der Adresse) Venduntur Antverpiae apud J. Bapt. 

Vrintium, und von I. «-^ XII. numerirt. 
III« Mit der Adresse: Apud Carolum de Mallery, statt jener 
von Vrint. 

557) Die beiden Colosse auf Monte Cavallo in Rom: Alexander 
den Bucephalus bändigend. An. tempest. fec. H* 15 Z. 5 L.| 
Br. 18 Z. 

558) Die Reiterstatue des MateAurel imCapitol. Mit der Adresse 
des Verlegers Nie. von Aeht an den Cardinal Odoardo Far« 
nese. H. 17 Z. 3 L., Br. 12 Z. 6 L. 

559) Der Tod des Camillus in der Schlacht der Latiner gegen 
die Troyer. In swei Blättern : Ant. Tempesti fecit. Cesar. de. 
or. in« Sta« Fo. Ro. ISQl* Im Rande acht lateinische Hexa- 
meter. IL 10 Z. 10 L. mit 1 Z. 5 L. Rand, Br. 31 Z* 6 L. 

I. Wie oben. 
IL Mit der Adresse: Joannes Orlandi excudit. 

SOO — 595 ) Der Hrieff der Römer gegen die Bataver , Folge von 
36 numerirten Blattern, unter dem Titel: Batavorum cum 
Romanis bellum a Cor. Tacito lib. IV. et Y. Hist. olim de- 
scriptum, figuris nunc aeneis expressum Auetore Othone 
Vaenio etc. Antverpiae i6l2t qu« 4* Auf dem Titelblatte 
reichen sich die Batavia und die Roma die Hand , und um 
das Rund, in welchem sie sich befinden, liest man: Roma- 
norum etBatavorum Societas. Unten steht: Ant. Tempesta f. 
H. 5 Z. 5 L. mit 8 L. Rand, Br« 7 Z. 9 L* 

596 •— 607 ) Die zwölf ersten römischen Kaiser zu Pferd , Nr. I« 
bis XII. Auf dem Titel ist ein Cartouche mit dem Wapp.en 
des Jacopo Bosio und mit Trophäen, und in demselben 
steht: Xu. Caesares in e^uestri forma elegantissime efficti 
Antonio Tempesta Florentino inventore atque incisore. Mit 
der Dedication an J. Bosio 1596. Unten steht die Adresse: 
Battista Panzera Farmen, formis. Romae 1597. H. 11 Z., 
Br. 8 Z. 5 L. 

(i08.^6l6) Vier der vornehmsten romischen Heroen und fünf 
Heroinnen zu Pferde. Folge von 9 Blättern, mit dem Na« 
men der Personen und Tempesta's Monogramm. Nur auf 
einem Blatte steht die Adresse: Joannis Orlandi a Pasquino 
formis Romae 1597. H. 5 Z.? Br. 3 Z. 9 L« 

$17) Ein Fries mit einem Kampfe von römischen Rittern, nach 
Art eines Basreliefs. Rechts stürzt ein Pferd mit dem Ritter 
und daneben ist ein Trompeter. Ohne Namen und Zeichen. 
H. l4 Z. 1 li. mit 5 L. Rand, Br. 15 Z. 7 L. 
618 ) Triumph eines römischen Kaisers, nach einem antiken Mo- 
numente gezeichnet« in zwei Blättern^ Rechts oben: -Quem* 

12* 



iip Tempeila «^ Antonio.^ 

admodum magnetts illi — — Antonii Tempeste Florentim 
inventoris opus. Romae anno salutis l603* In der Mitte 
unten ist das Wappen des Raymond Turre, Grafen von Val- 
sassino , links die Dedication an diesen, und rechts die Er- 
klärung. H. 17 Z. 9 L., Br. 27 Z. 8 L. 
6t9 — 627 ) Historisch-merkwürdige Züge von Armeen über Flüsse, 
Folge von Q Blättern , welche in ein Druckwerk gehöreu, 
da sie mit Buchstaben bezeichnet sind« Im Rande der Blät* 
ter ist erklärender italienischer Text. H. 5 Z. 6 L» mit iOL. 
Rand , Br. 10 Z. 3 L. 

1. Xenophon's Zug über den Fluss Centrino. 

2* Der Zug Alexanders über den Ister. 

5. Dessen Zug über den Grantcus. 

4. Alexanders Fassage über den Tanais. 

5. Dessen Zug über den Hidaspes. 

6. Hannibals Zug über den Rhodanus. 

.7« Der Zug der Elephanten desselben durch den fiUdaspe». 

8* Der Zug des Alexander Farnese. 

9* Der Uebergang des Francesco Sforza über die Tiber. 
628 — • 653 ) Das Leben der Margaretha von Oesterreich, Gbmah> 
lin Philipp*s III. von Spanien , 26 Blätter von Tempesta, J. 
Callot und R. Sciaminossi. Von unserm Künstler rührea 
6 Blätter her. H. 4 Z. 8 L. , Br. 6 Z.. 6 L. 

634) Dar Schlachtplan der Armee des Königs von Polen und 
jener des Herzogs Carl von Südermanland f605. Unten 
steht: Romae cum Frivilegio Summi Pontificis Jacobus Lau- 1 
rus Romanus f. et excudit. Superiorum permissu i6o6' " 
Antonius Tempesta sculpsit.. H. 9 Z. 6 L., Br; 12 Z. 6 L* 

635) Die Reiterstatue Heinrich II. von Frankreich» von D. Ric- 
cio da Yolterra gegossen, im Palaste Ruccelli zu Rom. Rechts 
unten ist die Dedication des Nie van Aelst au den Cardi« 
nal Carl von Lothringen. H. 17 Z., Br. 12 Z« 5 L. 

636) Heinrich IV. von Frankreich zu Pferde. Anton. Tempcst. 
iec. Nicolo van Aelst formis. Romae 1593. H. 18 Z>» Br. 
13 Z. 3 L. 

I. Vor der Adresse des N. van Aelst , alles geätzt. 
II, Mit der obigen Adresse , und der Kopf des Königs von 
Pieter de Jode mit dem Stichel vollendet. 

637) Die Reiterstatue Co'smus I. von Toscana, von Gio. da Bo- 
logna. Mit Tempesta's Dedication an Gio. Nicolini, und 
mit der Adresse: Andrea Vaccario forma in Roma l6o8* ^ 
18 Z. 3 L., Br. l4 Z- 

Mythologische Darstellungen. 

618—* 787) Die Metamorphosen des Ovid, Folge von 150 num«* 
rirten Blättern mit kurzer lateinischer Erklärung im Rande* 
Auf dem Titel zeigt sich die Büate des Dichters im Me- 
daillon, auf dem Piedestale, zu dessen Seiten zwei grotteske 
Weiber stehen. Am Piedestale steht; Metamorphoseon siva 
tranjsformationum — —. a Petro de Jode Antverpiano in i^' 
cem editi •— . Petrus de Jode excudit. Ao. l600* H* 5 2** 
Br. 4 Z. 

Im späteren Drucke liest man : Wilhclmus Janssonius ex- 
cudit. Amsterodami. Die Adresse de Jode's ist wegg^i^^^' 
men. Bei Weigel 5 Thl. 

788—799. Die Arbeiten >deB Herkulet» Folge von 12 ßlüttem, 



Tempesta» Antonio. 181 

unter einem Titel, welcher das Wappen des Cardinais Fran* 
cesco Maria de Monte und swei grotteske Weibergestalten 
zeigt. Im Cartouche ist die Dedication des Nie. van Aelst 
an den genannten Cardinal von l60Ö« Ohne Namen und 
Zeichen des Stechers. U. 3 Z. 7 L,, Br. 5 Z. 3 L. 

800 — 803 ) Die vier Elemente : Juno , Sol , Cibele , Thetis , mit 
den Thieren, welche in den Elementen leben. Folge von 
4 Blättern. Daman excud. H. 4 Z* 11 L., Br. 7 Z. 2 L. 

Die schönen Copien haben die Adresse: Janson escud. 
qu. 8. 

804 -7 807 ) Die vier Jahreszeiten , unter den Göttern » welche 
ihnen vorstehen. Folge von 4 numerirten Blättern, 19&2 ^ 
in Rom gestochen. Im Rande sind zwei lateinische Hexa- 
meter. H. 5 Z. 4 L. mit 2 L. Rand, Br. 7 Z. loL. 

808'— '811) Aehnliche Darstellungen in Einfassungen mit Figu- 
ren, und mit den Thieren des Thierhreises in Medaillons» 
Folge von vier Blättern 1592. H. 5 Z. 6 L. , Br. 7 Z. 10 L. 

812 — 821) Lfandschaftcn mit mythologischen Darstellungen. Folge 
von 10 Blättern, ohne ^amen und Zeichen« H* 5 Z. 1 L. 
mit 4 L. Rand, Br. 7 Z. 1 L. 

1. Der Sturz des Fhacton. 
2* Narcissus an der Quelle. 

3. Der Raub der Froserpina. 

4. Aktäon in einen Hirsch verwandelt. 

5. Der Tod des Adonis. 

6* Der Raub des Ganymed. 
7* Der fliegende Dädalus. 
8. Die Entführung der Europa. 
9« Die Verwandlung der Syrinx» 
10. Neptun und Ceyz. 

822) Diana mit ihren Nymphen im Bade, wie sie die Sshwanger^ 
Schaft der Callisto entdeckt. Ant. temp. F. Petr. de Jode 
excud^ Q. 8 Z. 5 L. mit 5 L. Rand, Br. 12 Z. 

823) Aktäon in einen Hirsch verwandelt. Ant. temp. Petr. de 
Jode excud. Das Gegenstück zu obigem Blatte. 

824) Kinder bei der Weinlese und dem Priap opfernd, in Fries- 
form. In der Mitte unten ist das Zeichen. H. 2 Z. 11 L. 
mit 4 L. Rand, Br. i4 Z. 

825) Die Amazonehschlacht. Antonius Tempesta Inuentor et fec. 
Anno Jubilei 1600. Im Rande ist die Dedication an Giu- 
seppe Cesario, und die Adresse: Joannes Orlandi formis. 
Superior. permissu. H. 10 Z. 6 L* mit 8 L. Rond, Br. l4 Z. 9 L. 

826) Orpheus bezähmt durch die Töne seiner Lyra die Thiere. 
Ant. temp est. fiorent. Romae Joan. Antonius de Pauli formis. 
Im Rande sind vier lateinische Disticha und die Dedication : 
nr D. D* Jaoobo Sannesio --* ** Antonius Tempesta D.D. 
H. 12 Z. mit 6 L. Rand» Br. tö Z. 2 L. 

827) Ein Kampf der Centauren gegen mehrere Thiere. Antoninus 
• Tempesta inuentor e fecit. -.• -— Joannes Orlandi formis Ro- 
mae cum privilegio. Im Rande ist die Adresse von Gio. Or- 
landi au den Grafen Fortunato Cesi. H. 13 Z. 3 L. mit 3 L. 
Rand, Br. 17 Z. 4 L. 

Yerschiedene Schlachten. 

828 — i37) Verschiedene Schlachten. Folge von 9 numerirten 
Bltttterli, mit einem Titelkupfer, welches zwei gefesselte Scla- 



182 TempettA, Antonio. 

ytn Tontellt, und im Cartouche die Dedication TempciU*i 
an Fietro Strozzi* enthälu H. 3 Z« 5 L. mit 3 L. RaDd, 
Br. 7 Z. 9 L. 

£38 — 847) Verschiedene Schlachtscenen. Folge von lO numerir- 
ten Blättern. Auf dem ersten sind Trophäen und eine breite 
Bandrolle, mit Tempesta's Dedication an Teofilo Torri \h(j^ 
H. 3 Z. 6 L., Br. lo Z. 

848 — 835) Verschiedene Schlachtbilder, Fol^e von 4} BUttern 
mit einem Frontispice» vrelches im Cartouche die Dedica* 
ion an An^elo Altem|^s enthält. Darob er ist dessen Wap- 
pen Von vier allegorischen Figuren umgeben. Im Rande 
von xwfi Blättern liest man: Jacobo Kinig Germano, artis 
in aes incidendi studioso , atque promotori Nicolaus van 
Aelst Belsa hoc Antonii Tempestae opus lubens dedicavit 
Romae SOOI. Die übrigen Blätter haben nur TempesU'i 
Namen. H. 8 Z. 3 L. mit 4 L. Rand, Br, 12 Z. 3 L. 
Einzüge und Ceremonien« 

856) Der Catafalk des Grossherzogs von Toseana« Zu den Sei- 
ten sind zwei grosse Candelaber und an der IVIauer zwei 
Leuchter. Ohne Namen. H. 8 Z.» Br. 6* 

857) Die Cavalcade beim Einzug eines Gesandten in Rom, is 
vier mit romischen Zahlen numerirten Blättern. Das Blatt 
Nr. IUI. enthält im Rande die Sohsifl: Ordine che si tient 
— > — Ant. Tempest. cum privilegio summi Pontificis et su* 
perior. licentia. Diese vier Darstellungen sind auf Einef 
Platte gestochen. Im Rande ist die Adiesse an Giuseppe de 
Rossi a VaiovaL H. der Darstellungen 1 Z. 9 L.» Br. i6 Z> 
6 L* . 

858) Die Cavalcade beiiAZuge des 3ultan aus dem Serail, Friei 
von 5 Blättern, mit den römischen Zahlen I. -— V. Auf dei^ 

^ dritten Blatte steht : Ordine que tiene il gran Turco quandd 

caualca — — Ant. Temp. cum priuilegio Summi Pontificis« 
H. 2 Z. )0 L. mit 6 h. Rand, Br.'fö Z. qL. 

Die spätem Abdrucke haben die Adresse von CUrtre« 

859) Die Cavalcade beim Zuge des neugewählten Fabstes nacl 
dem Lateran. La cavalcatura con le .sue ceremonie et« 
Ohne Namen. H. 13 Z. 9 L. mit 3 L. Rand» Br. 16 Z. 

860) Dieselbe Ceremonie, Fries von 7 Blättern» von L — Vu 
numerirt. Auf dem vierten steht: Ordine della cavalcat 
etc. Ant. TempestL H. 3 Z. 4 L. , Br. i6 Z. 

Die späteren Abdrücke haben die Adresse von Ciartrei 

861) Der Einzug Papst Clemens VIII. in Ferrara 1598» in iiv( 
Blättern, Yero. disegno. dell' ordine etc. Cum privilegi 
summi Pontificis. Antonius Tempesta in. et seulp« Roma 
1 598* Joseph de Rubeis junior formis. H. i4 Z. 8 L 
Br. 20 Z. 

862) Die Ausstellung des heil. Schweistuches vor dem Sclilosi 
in Turin. Cum privilegio 8um. Pont. — • superiorum P« 
missu -^ Antonius Tempesta fecit. Im Rande: Ecce il 1 
tratto del santissimo swiurio etc. H. 15 Z» 6 I«* viix 6 ^ 
Rand, Br. 23 Z. 

Im ersten Drucke ist das Chrislusbild f uf dem Scbwei 
tuche in Holz geschnitten. 
' Verschieden« Thiere. 

863 -— 886 ) Pferde in verschiedenen Stellungen , Felge yon 
Blättern, Ohne Namen. U, t Z. 9 L. , 6r. 2 Z. 5 — 6 



Tempefta, Antonio. ISS 

687 — 9l4) Verschiedene Thiere» 28 Blätter ohne Namen* H. 
1 Z. 9 L., Br. 2 Z. 5 L. 

915 *-* 94o ) Verschiedene Kämpfe von Thieren , 26 Blätter mit 
Titel. Im Cartouche des letzteren ist Tempesta*s Adresse 
an Neri Dragomanno 1600. H. 3 Z. 1 L.» Br. 4 Z. 9 L. 

94i •— 968 ) Pferde verschiedener Länder , 28 numerirte Blätter 
mit lateinischer Erklärung, unter einem Titel, auf welchem 
die Minerva mit dem Wappen des Duca Orsino auf dem 
Wagen erscheint. Um eines des Räder steht: Anto. Tempe. 
Florent. invcnt. et incidit an. 1590. Im Rande: His duci- 
hus princeps celehraberis etc. Auf einem Beiblatte steht 
eine Epistel von Julius Roscius Hortinus an den Herzog 
Virginio Ursinö von Bracciano 1590. H. 4 Z. 6 L. mit 7 L 
Rand, Br. 6 Z. 

Es gibt Copien von der Gege;iseite. 

969 —.990) Verschiedene Vögel, 22 Blätter zu einer Folge ge- 
hörig, welche in 71 Blättern besteht. F. Villamena stach 
38* J. Maggi hat einige geätzt, alle nach Tempesta's Zeich- 
nungen. H. 6 Z. 9 L., Br. circa 5 Z. 

Ijiese Blätter gehören zu den geringsten Arbeiten des 
Meisters. S. auch folgendes Werk. 

Jagden. 

991 — tot 4) Verschiedene Arten des Vogelfanges und der Atzung. 
44 Blätter, nach Bartsch anscheinlich ein Theil der obigen 
Folge. Ohne Namen. H. 7 Z. 6 L. , Br. 5 Z. 8 L. 

Öieses und des obigen Werkes erwähnt Bartsch getrennt, 
sie zieren aber folgendes Buch : Vcceliera overo discorso 
della natura e proprieta di diversi vccelli e in particolare 
di che cantano, con il modo di prendergli. £ con le figure 
cauate dal vero e düigentemente intagliate in rame dal 1 em- 
pesta e dal Villamena. Opera di G. F. Olino, Dedicata al 
Sig. Cav. dial Pozzo. Roma app. A- Fei 1022 mit 66 Ku- 
pfertafeln, die. Vögel grösstentheils von Villamena, die Vo- 
. gelfänge von Tempesta radirt. 

Die zweite Ausgabe: Romapresso M. Ang. de Rossi l684. 

i0l5 — 1026) Jagden auf verschiedene Thiere, 12 Blätter mit 

Titel, auf welchem die Pallas und der Ruf zu den Seiten 

des Cartouches stehen. In diesem letzeren ist Tempesta's 

Adresse an Neri Dragomanno. H. 3 Z. , Br. 4 Z. 6 L. 

1027 -— 1074) Verschiedene Jagden auf Thiere, 48 Blätter mit 
Titel, auf welchem mehrere Thiere erscheinen: Primo libro 
di Caccie varie, intagliate per mano di Antonio Vaccario. 
CoU lizenza d^* Superiori. Das zweite Blatt, welches zwei 
Jagdhunde zeigt, enthält die Dedication von Oio. Orlandi 
an Cesariotes. H. 3 Z. 7 L., Br. 5 Z. 1 L. 
Diese Folge wurde auch schön copirt 

107S *^ 1104) Verschiedene Jagden, Thierkämpfe und Fbchereien, 
30 Blätter mit Titel: Venationes ferarum. Avium, Piscium 
etc. Dann folgt die Dedication Tempesta's an Antonio 
Ubertino, und ganz unten die Adresse: Joannes Orlandus 
formis Romae 1002* Jedes Blatt hat zwei erklärende latei- 
nische Disticha. H. 3 Z. 3 — 5 L* mit 3 L» Rand» Br. 
5 Z. 3 — 6 L, 

1105) Eine Jagd auf verschiedene Thiere, nach einer antiken 
Gemme im Cabmet des P. Stephaaoni. Oval, unten: Gar- 



184 TeiApesta Antonio. 

neolaJiaec eximte etc. Ohne Namen. H. 3 Z. 5 L. mit 
5 L.? Rand, Br. 5 Z. 4 L. ^ 

1|06 — 11 20)/ Verschiedene Jagden auf wilde Thiere. Folge von 
15 numerirten Blättern mit Titel, auf inreichem ein Löwe 
und ein Tiger das Wappen des Neri Dragomanno halten. 
An-4iesen richtete Tempesta 1598 die Dedication. H. 3 Z. 
7 L., Br. 5 Z. 1 L. 

112! -^ 1132) Verschiedene Jagden auf Thiere, Folge von 12 Blät- 
tern mit Titel, auf welchem eine Löwenhaut ausgespannt 
ist. Auf dieser steht die Dedicbtion Tempesta's an Jacobo 
Senesio 1508. Links unten : Cesari Capranica forme in Roma 
H. 4 Z. 9 L., Br. 7 Z. 3 L. 

1133 — 1139) Verschiedene Jagden, Folge von 7 numerirten Blät- 
tern, wozu nach Bartsch ein Titel gehören dürfte. Auf 
jedem Blatte steht : AnL Tempesta invent. et sculp. F. L. 
b. H. Ciartres excudit cum Frivilegio regis Ciuristianij. 
H. 6 Z. 3 L. mit 5 — 6 L. Rand, Br.. 9 Z. 8 L. 
Es gibt auch Abdrücke phne Numei'n, 

ll4o -* ll47) Verschiedene Jagden auf Thiere, nach Bartsch Fol- 
ge von 8 numerirten Blattern mit einem Titel, auf iwel- 
chem zwei Jäger mit ihren Pferden sitzen. Im Cartouche 
ist Tempesta's Dedication an Gio. Leoncini , und unten die 
Adresse Callistus ferrante for. Superior. permissu. H. 6 Z. 
10 ^ 11 L. und 4 — 5 L. Rand, Br. 10 Z. 4 — 5 L. 

Die späteren Abdrücke haben die Adresse von Dom. de 
Rossi. Bartsch hatte kein completes Exemplar vor sieb. 
Die Folge besteht in 10 Blättern, die von L — X. nume- 
rirt sind. Nr. IX. steUt eine Löwenjagd und Nr, X. eine 
Büffeljagd vor. 
.Il47 -^ 1157) Verschiedene Jagden, Folge von 10 Blättern mit 
Titel, welcher Thiere vorstellt und im Cartouche die De> 
dication Vivot's an Herzog Carl von Valois enthält 1621* 
H. 7 Z. mit 4 L. Rand, Br. 10 Z. 4 -- 5 L. 

Auf den späteren schlechten Drücken liest man : Invento 
et gravö par A. Tempesta «^ •« A Paris chez N, Bonnart 
a l'Aigle. 

1158 — 1161) Verschiedene Jagden, Folge von 4 Blättern. H. 
8 Z. 7 — 10 L., Br. 12 Z. 

1) Die Bärenjagd, Antonio Tempesta inven. et f. 1590* . ^^ 
Rande Tempesta's Dedication an Jacobo Sannesi und jene 
des Andrea Vaccario. 

2) Die Gemsenjagd* Mit der Dedication an J. Sannesi. 
5 ) Die Rückkehr von der Jagd , mit derselben Adresse. 
4) Die Hirschjagd. Anto. Tem. 

1162) Die Hirsch jagd, mit einer em Flusse sitzenden ^^™%^J1j 
che den Zuschauer macht. Ant. Temp. invent. et inciti. 1« 
Rande ein lateinisches Distichon und die Dedication an Neri 
Dragomanno. H. 9 Z. 8 L* mit 3 L. Rand, Br. l4 Z* ^ ^' 

1163) Die Jagd auf Bären und im Grunde eine solche auf ^^^ 

Hirsch. Ebenso bezeichnet und Gegenstück« 

1164) Die Vogeljagd. In der Mitte des Falkonier und ein M«»i* 
mit der Armbnut. Links unten: Ant. Te. F. H. 13 2* ^^" 
Br. 17 2. 4 L. 

1165) Die Schweinsjagd. Im Grunde links Jagd auf Hirscb u"«^ 



Tempesta« Antonio. l8( 

f 
Bären. Antoni. temp^st. feci, Nlcolo vAti Aelst. formis Ro- 
mae 1599. ^* <3 Z. 5 L. mit 5 L. Rand, Br. 17 Z. 4 L. 

Die späteren Abdrücke haben die Adresse s Joseph de 
Rubeis junior formis Romae. 

1166) Der Fischfang. Links vorn zwei Männer beim Pferde. In 
der Mitte unten ein leeres Oval. Ohne Namen. H. 13 Z. 
4 L. mit 5 L. Rand, Er. 17 Z. 4 L. 

1167) Zwei Reiter, welche links vorn einen Hirsch verfolgen- 
Rechts ist eine Eberjagd, in der Feme Jagd auf Bären etc. 
Antoni tempest. tecit. Mit dem Grabstichel retouchirt. H. 
13 Z. 6 L., Br. 17 L. 3 L. 

1168) Die Jagd auf Hirsche und Schweine. Links vorn ist ein 
Reiter y welcher den Jäger auf den von Hunden gehetxten 
Hirsch aufmerksam macnL Ohne Namen und InschrifL H. 
13 Z. 6 L. mit 5 L. Rand, Br. 17 Z. 4 L. 

1169) Zwei Jäger verfolgen zwei Hirsche und ein Schwein durch 

den Fluss. Ant. tempest. inu. et fecit Romae, Joseph 

de Rubeis iunior formis. Unten die Adresse an Lucas Ca- 
valcante H. 15 Z., Br. IQ Z. 8 L. 

Die ersten Abdrücke kaben die Adresse von Nicolaus 
van Aelst. 

1170) Die Jagd mit einem Reiter, der den Falken auf der Faust 
trägt , in Begleitung einer Dame. Mit Tempesta's Dedica- 
tion an Perenotto Granvellano. H.15Z. 8L., Br. 20Z«4L. 

it7l) Eine Löwenjagd. Ant. tempest. in. et feciu Mit Dedication 
an Marcello Buontempi. H. 15 Z. |0 L., Br. 20 Z. 4 L. 
Im späteren Drucke mit Andrea Vaccario*s Adresse. 

Landschaften. 

1172—* tl8l) Verschiedene Landschaften mit Figuren, Folge^ von 
10 numerirten Blättern 1592- Mit der Adresse: S. F. R. 
(Statu Formis Romae). H. 4 Z. 7 L., Br. 6 Z. 5 L. 

1. Der Mann und zwei Frauen am Felsen beim Fauer. 
2* Der Reiter und drei Ochsen« 

3. Die Fontaine im Hofe des Palastes : Joannis Orlandi for. 1598« 

4. Der mit Fässern heladene Wagen von zwei Pferden ge* 
zogen, 1592« ,. ^ 

5* Der Reiter und der Jäger mit dem Hasen auf dem Rücken. 
6- Der Hirsch und die Hindinn am Flusse. 
7. Die beiden Yogelsteller, 1692. 
8« Der Bauer mit dem Esel. 
9. Die zwei Capuziner mit dem Esel« 
10. Die Stadt am Flusse. Antonius tempest. in et fecit. 

1183) Landschaft mit zwei Hirten, wovon der eine die Pfeife 
bläst und dier andere schläft. Links unten: Anton.- Tem- 
pesta Invent. fecit. CnsU Blanco For. H. 6 Z. ö L.| Br. 
9 Z. 6 L. 

1183) Landschaft mit einem Mann zu Pferd, der im Galopp das 
Hörn bläst. Antonius Tempesta innen t. fecit« Cristoforo blanco 
Formis Romae. In gleicher Grösse« 

1184) Landschaft, wo ein Bauer den mit einem Sack beladcnen 
Esel treibt. Antonj Tempesta inu. fec. Ch. Bla. For. Romae. 
H. 6 Z. 2 L., Br. 8 Z« 3 L. 

II8&) Landschaft mit Mann und Weib, im Yorgrunde sitzend. 
Anton. Tempesta iuuant« fecit. Cristof. blanco formis. In 
gleicher Grösse. 



liC ''' Tempeita, Ant^o. 

StlMi) X^andtchaft mit einem Herra und einer Dame anf der Jagd. 

AnU Tempesta fecit. Crist« blanco For. In derselben Gross« 

wie Nr. .1184. 
1187) Landschaft mit einem Manne, der das Pferd trankt. Anton.i 

TempesU inu. fecit. C. B. (lanco) formis Romae. H. 6 Z* 

6 L.» Br. 9 Z. 

Verschiedene andere Darstellungen. 

1188 — 1207) Zwanzig Darstellungen aus T. Tasso's befreitem Je* 
rusalem, mit einem Titel, auf welchem über dem Cartouche 
die Büste des Dichters von swei Genien getragen sich zeiet, 
und unten ein Wappenschild angebracht ist. Im Cartouche 
liest man: II Goffredo overo Gerusalemme liberata del Sij?. 
Torquato Tasso — — - In Roma appresso Gio. Angel. Rum- 
nelli 1627. Das Titelblatt ist von anderer Hand. H. 3 Z. 
4 L. , Br. 1 Z. 8 L. 

Eine spätere, Bartsch unbekannte Ausgabe ist folgende: 
n Goffredo »- ^. In Roma per Filippo de Rossi l'anno 1057 
con lic. de Sup. 12. 

1208 ** 1227) Zwanzig andere Darstellungen aus Tasso's befreitem 
Jerusalem, von I. — XX. numerirt, mit dem Titel, anf wel- 
chem zwischen zwei allegorischen Figuren das Wappen der 
Barbarini erscheint. Im Cartouche ut Tempesta's Dedica- 
tion an Taddeo Barberini. Im untern Rande der Blätter 
sind acht lateinische Verse, nur Nr. 3 hat diese Verse im 
oberen Rande. H. 4 Z. 9 L. mit 6 L. Rand , Br. 6 Z. 8 L. 
Die Platten wurden später zu folgender Ausgabe benutzt: 
La Gerusalemme liberata, con annotazioni. Urbino 1735» 
gr. fol. 

1228 "~~ 1247) Zwanzig Darstellungen aus demselben Gedichte, der 
Composition nach verschieden von den obigen, und von 
I. — XX. numerirt. Jedes Bild erscheint in Einfassung mit 
einem Cartouche von Grottesken, in welchem acht italieni- 
sche Verse stehen. 

1248—^ 1267) Eine Folge von 20 religiösen Emblemen mit Titel, 
welcher einen Cherubim auf dem Piedestal zeigt: Emblemata 
Sacra S. Stephani Caelii montis inter coluniis a£Fi&a — 
Studio et opera Julii Roscii Hortini. Ant. Temp. incidit 
Crj.ID.XXCIX. H. 3 Z. 7 L,, Br. 2 Z. n L. 

1268 — 1328) Eine Folge von 61 Devisen auf das Haus Borghese. 
H. 2 Z. 6 L., Br. 3 Z. 6 L. 

1329«- 1332) Die vier Weltalter, Folge von 4 Blättern, jedes mit 
drei lateinischen Distichen und mit Tempesta's Namen. Das 
Blatt mit der Schrift: Aetas aurea, hat die Adresse: Nicolo 
van Aelst formis. Romae, 1590« H. 7 Z. 8L. mit 5 L. Rand, 
Br. 12 Z, 6 L- 

1333*. 1344) Die zwölf Monate, durch Arbeiten vorgestellt, wel« 
che in jedem derselben vorgenommen werden. Das drei- 
zehnte Blatt bildet den Titel mit dem Wappen des Cardi- 
nal Aldobrandini, und im Cartouche liest man: Ülustriss. 
et reverendiss, D. D. Petro Cardinali Aldobrandini menses 
XII* anni solaris — — Antonius Tempesta etc. Dedicat. 
Zwischen vier lateinischen Distichen stehen die Namen der 
Monate. H. 7 Z. mit 4 L. Rand, Br. 10 Z. 1 ^ 3 L. 

1346 »^ 13&7) Die zwölf Monate, nach anderen Zeichnungen, 
oben das Zeichen des Thierkreiies und der Name des Mo- 



Tempesta, Antonio. Itf 

natt. Unten steht der Name Tempeftta*^» oder desten Zei* 
eben. H. 4 Z. 8 L.» Br. 6 Z. 7 L. 
1558— 1369) ^^^ vorzüglichsten Heroen und Heroinnen der Ro- 
mer m Grottesken. Halbe Figuren in Einfassungen« Folg« 
von f2 Blättern. H. 5 Z. 6 L., Br. 4 Z. 

1370) Die YermäHlungsfeier der Reimer mit dem dabei stattfinden- 
den Opfer. Ohne Tempesta^s Namen. H« 4 Z« 6 L., Br* 
13 Z. 10 L. 

1371) Büste eines Schauspielers, im Profil nach links: Canossiao 
familiae nobilissimo stipiti Michaelangelus Bonaro tus deli* 
neabat. ..-. Ant. T. ine. i6l3. H. 7 Z« 6 L* mit 5 L* Rand, 
Br. 5 Z. 5 L. 

1372) Büste einer Schauspielerin, im Profil nach reehU» eben so 
bezeichnet und Gegenstück« 

1373) Männer und Weiber in einem Keller trinkend. An den 
Fässern liest man die Namen der berühmtesten Weine. Er* 
funden und gestochen von Tempesta, mit der Adresse Ton 
N. van Aelst. H. 9 Z. 1 L. mit 6 L. Rand, Br. 7 Z. 3 L. 

1374 — 1377) Eine Folge von 4 Blätter mit grottesken Figuren» 
ohne Namen Tempesta*s« H. 5 Z. S L. » Br. 4 Z. 3 C« 

1. Ein Instrumental - Concerti ^' 

2. Ein Tanz. 

3. Ein Vocal-Concert. 

4. Ein« Ruhe. 

1378 — 1387) Verschiedene Ornamente in Form von Grottesken» 
Foljg;e von tO Blättern mit dem Zeichen und I. - X. numerirt. 
Auf dem Titel erscheint das Wappen des Prinzen Marc An- 
ton Colonna, und im. CartouChe steht: Esemplare del Di- 
. segno «^ jposto in luce novamente da Gio. Ortandi Romano 
a rasquino 1609« Mit dessen Dedication an den Principe 
Colonna. H. 6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 7 L. 

1388 — l427) Die Geschichte der sieben Kinder des Lara, Folge 
von 4o numerirten^ Blättern» nach den Zeichnungen des Otto 
van Yeen. Die Figuren sind mit Numern bezeichnet, die 
sich auf die im Rande stehende lateinische und spanische 
Erklärung beziehen, H. 5 Z. 6 L. mit l Z. 4 L« Rand, Br« 
7 Z« 6 L. 

l428^ l442) Die Geschichte des militärischen Ordens Constan* 
tin's des Grossen, unter dem Schutze des heil. Georg. Folge 
von 15 Blättern, mit einem Titel, in dessen von Wa^pen« 
schilden umgebenen Cartoi:^che steht t Isajpogica histona de 
Constantino max. imperatore instatuta militiae aneelicae au- 
reatae constantinianae sub titulo m?igni martyris S. Georgtt« 
H. 6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 9 L« 

U Das Ordens -Collier von einem Engel getragen« 
2* St« Michael bekämpft den Drachen. 
3* Die Reiterstatue des Kaisers. 

4« Das Bildniss des Kaisers in seiner Jugend^ und im vorge- 
rückten Alter. 
5« Jenes der Kaiserin Helena. ^ 

6. Das Wappen der Flavier zwischen zwei Statuen ConstantiD'i. 

7. Das Costume der Ordensritter. 

8* Die Erscheinung des Kreuzes. Prima visio etc. 
9« Dieselbe Erscheinung. Secunda viiio etc. 
10. Die dritte Erscheinung des 'Kreuzes. Tertia visio etc. 



itt Tetnpesta» Antoniol 

11, Constantin wählt die ersten Ritter. 

12. Die Aufnndung des Kreuzes Christi, 

13* Heraclius mit dem wahren Kreuze Christi. 
l4. St. Georg den Drachen bekämpfend. 

j443 -^ l451 ) Die neun Haupthirchen von Rom, Folge Ton oeun 
Blättern 160O. H. l4 Z. 6 L., Qr. 19 Z. 4L. 
1 . S. Pietro in Vaticano. Norem ecclesiae urbis una cum prio* 
cipalibus reliquiis. 
*^ 2* San (jiovanni Laterano. ßasilica. i 

3. S. iVlaria Maggiore. BasiKca* I 

k* S. • Maria. Santi Vincantio et Ana^tasio alle tre fontaoe, 

overo all* aqua Salvia. 
5« S. Paolo Basilica. 
6. S. Lorenzo i'uor delle mura. 
' 7« S. Sebastiano. Nella via Appia« 

I. Mit der Adresse von Nie. van Aelst. 
II. Mit einer von J. J. Rossi l650* 
8* S. Crocc in Hierusalem. 

9. (Das neunte Blatt kam dem Verfasser des Peintre-gra- 
veur nie vor. 

l452) Der Weinberg des Grossherzogs von Toscana auf Monte 
Fincio: Disegno et sito del sunlüoso giardino et palazzo - 
del Ser.mo gran duca di Toscana nel monte pincio. H. l4Z. 
mit 10 L. Rand, Br. 1,9 Z. 8 L. 

l453 — l459 ) Die sieben Wunderwerke der Welt. Folge von 7 
numerirten Blättern, jedes mit zwei lateinischen DisticheL 
Auf dem Titel erscheinen zwei Königinnen zu den Seiten 
des Cartouche mit folgender Schrift: Septem orbis admi« 

randa Romae anno Clo.IdC. IIX. Venduntur Antvw« 

piae apud Jo. Bap.tam Yrintium. Mit Dedication J. B. de 
Vrittt's an Duc Charles de Croy. H. 7 Z. 6 L. mit 8 L» 
Rand, Br. 10 Z. 6 L. 
I. Mit obiger Adresse. 
II. Mit jener von Franc, van den Wyngaerde. 

t« Die Statue des Olympischen Jupiter. 
' 2. Der Coloss von Rhodus. 

3. Der Tempel der DiaUazu Ephesus. 

4« Die Mauern von Babylon. 

5* Das Grabmal des Mausolus. | 

6* Der Pharus zu Alexandria. 

7* Die Pyramiden Aegyptens. | 

|460) Der Plan der Stadt Rom in 12 Blättern. Im Rande steht; 
Reccns prout hodie jacet almae urbis Romae cum omnibiiii 
viis aedificiisque prospectus accuratissime delineatur. ImCu* 
touche : Antonius Tetnpesta florentinus invenit delineavit et 
•incidit. Anno M.DCVI. — Romae cum privtlegijs etc. A« 
der Bandrolle steht die Dedication des Gio. Dom. de Rubeii 
an den Cardinal Camillo Pamphili. Grösse der einzelnes 
Blätter: H. 19 Z. 6 L., Br. l4 Z. to L. 

t46l ) Der Plan von Jerusalem zur Zeit des Heilandes, in viel 
Blättern. Oben steht: L'antichissima citta di Gerusalemnie 
come era nel tempo di N. S. Giesu Christo con sue deduS' 
fationi. Unten :. Antonius Tempesta fecit >^ — Andrea Vac< 
eario stampa in Roma alla Zeccha vecchia. Grösse der Blst< 
tcr: H. \h Z. 9 L., Br. 21 Z. 



Tempesla« CayaUere« — Tempesti« Dpneqic9< IM 

Anhang 'f ' ' •. 

▼on Blättern, welche Bartsch nicht aufzählt. ^ 

1) Die hleil. Jungfrau mit deiu Kinde 1583* qu. foU 

2) Die Flucht der heil. Familie in Aegypten. lin Vorgrunde 
links sind hohe Bäume, und im Mittelgrunde hreitet sich 
auf der Anhohe eine Stadt aus. Ohne , Zeichen. H. 6 Z. 
10 L. , Br. 8 Z. 6 ]L.. / 

5) Der Heiland mit der Dornenkrone und im "^ schlichten« Ge* 
wände auf dem Esel reitend, während der Papst mit der 
dreifachen Krone xaid im reichen Ornate mit stola^er Miene < 
zu Pferde sitzt und segnet. Ohne Zeichen. H.^4 Z. 1^' L. , 
Br. 7 Z. 2 L. . 

Diese beiden Seltenen Blätter werden in Ruppredhf S- Gak' 
lalog der Sajpmlung des Baron St. voii Stengel als sichere 
Arbeiten Tempesta's erklart. 

4 *— 15) Die Büsten der römischen Kaiser, in jLehensgrÖsse. 
Folge von 12 Blättern, gr. fol. 

l6 *— 58) Antike Masken tragischer und comkchc^ Xharakterej 
nach vatikaiiischen und andern Vorbildern, tolge von 23 
Blätterif mit Titel, 8. Selten. ' . 

39) Descrizione del Regale apparato fatto nella nobile Citta di 
Firenee per la Tennta e per le nozze della Ser. Madonna 
Cristina di Loreno, moglie del Ser. Dom. Ferdinando Me- 
dici terzo Granduca di Toscana. Descrittp. e di ägu^e ador- 
nato da Raffael Gualterotti. Alla Sereniss. Mad. Cristiua 
Granduchessa di Toscana. Firenze app^esso Ant, Padovani 
MDLXXXIX. kl. fol. 

An diesem Werk , welches von florentinischen Malerra- 
dirungen ganz angefüllt ist, hat auch Tempesta Theil. B..' 
Y. Rumohr (die k, Kupferstichsammhing. in Copenhagen» 
^- 99) glaubt, dass er das Aetzen sämmtlicher Platten be- 
sorgt habe, da eine gewisse Gleichmässigkeit in der .Wir- 
kung des Aetzwassers zu erkennen ist, während man nach 
Massgabe' der einzelnen Meister eine eigene Führung der 
Nadel bemerkt. .Von ihm selbst radirt sind sichtlich nur 
die eigenen Erfindungen. Die Erfinder der verschiedenen 
Bilder und Allegorien sind bei jedem Blatte im Text be- 
merkt. 

Tempesta 9 Caraliere^ ». Peter de Moiyn^ 
Tempesta, Pearce, s. p. Tempest. 

Tempesta y Fietro, s. Peter de Molyn (Mulier oder de Mulieri- 
bus), sftnior und jui^Qr« ... 

TempeSti) Domenico , ist Eine Person mit Dom.de Marchis» 
and wenn man au£ Gemäldaik oder Stichen »Tempesti inv.«i Hest\ 
so könnte auch Peter de Molyn darunter, verstanden werden. Do* 
menico malte meistens Bildnisse, und stach deren in Kupfer, auf 
welchen man eiwöhnliok Donu Tempesti. del. et sculp. liest.' 

Dann wird auchainJLandschaftsmaler.Dom. Tempesti erwähnt» 
der von einem Römer unterschieden werden muss, und auch den 
Beinamen Tempestano fiihr,te. Er ^«ar .Schüler und Schwager dea 
Obigen, und malte Landschaften im Geschmaclve Poussin*s. Blüht» 
nm |660* 



190 Tetnpeflti, Gio^ Battista, •— Tencsd«, Carpoforo. 

Es scheint aber noch ein «weiter Tempestino gelebt zu hi* 
beh, dessen Pasculi erwähnt nnd welchen er keam mit Peter dt 
Molyn verwechselt. Dieser Schriftsteller nennt ihn Schüler do 
letzteren , er bestimmt aber nicht , ob der ältere oder der jün 

Sere Molyn darunter zu verstehen sei. Wahrscheinlich ist es F 
lolyn }un. , da auch Pascoli^s . Tempestino Landschaften ud( 
Thiere malte, wie jener. 

Jener Tempesti, dessen BruUiot Dict des monofpr. III. Nr. il8^ 
erwähnt» und nach dessen Erfindung John Smith t?03 eb Titel 
blatt gestochen hat, ist Fearce Tempest oder Tempesta* 

F. A. Fazzi stach das Bildniss des Dom. de Marchis, genans 
Tempesti. 

Tenipesti oder Tempesta, Gioranni Battbia> Maler ra 

Pisa) hatte in der zweiten Hälfte des 18* Jahrhunderts Ruf. E 
malte historische Darstellungen und Allegorien. Starb zu Fi» 
l8o4 im 72« Jahre. Rossi sUch nach ihm ein allegorisches Titel 
blatU 

Tempestmiy Enrico ^ Maler von Florenz, wurde um I8t0 e< 
boren, und an der Akademie der genannten S^adt zum KüdsU« 
herangebildet. Er wtdmete sich der Historienmalerei^ lieferte ibj 
auch Genrebilder. In der Akademie zu Florenz ist ein Freisbi! 
von ihm, welches Christus in Gethsemane vorstellt. 

Tempestino» s. Domenico Tempesti. 

Terople, Lady, wird von Fiorillo V.822. unter die Riinstlerin« 

gezählt, die um 180Ö thätig waren. Ueber ihre Leistungen b 
^immt er nichts Näheres. 

.Temple, Sir G. T., Zeichner von London, widmete sich d< 
Landschaftsfache, und fand auf seinen Reisen vielfache Anw« 
düng seiner Kunst. Als Frucht einer Reise nach Algier ut ft 
gendes Werk zu betrachten : The shores and islands of the ■ 
diterranean, von den bessten englischen Künstlern gestoche 
London i838 ff. Mit Text von G. N, Wright. 

Templelony George, Bildhauer i^u London, wurde um 1810 1 
boren, und an der Akademie der genannten Stadt %nm Kunst 
herangebildet. Er ist durch schöne Werke bekannt, welche 
Statuen, Basreliefs und Büsten bestehen. 

Im Jahre |844 concurrirte er xur Ausschmückung der nei 
Parlamentshäuser, und brachte daher ein Bildwerk «ttr Ausri 
lung in Westminster Hall, welche zu diesem Zwecke vcranstai 
wuÄe. Templeton wählte seinen Gegenstand aus der Offenbart 
des Johannes XI. 1, diesen Vorläufer ak göttlidien Sebcr, 
rang aber keinen Preis. 

Templeton 9 Lithograph TU London, ist uns bisher nur durch 1 

gendes Blatt bekannt, welches aber «u den schönsten Bneii^ 

sev der englischen Lithographie gehört. ..,11; 

1 ) La Fleur's Abreise, nach einem fein humoristischen 1» 

von E. M. Ward, für den Londoner Runstverein 1845 1 w** 

Tencala> CarpoforO, Maler von Bissone, ^hört der mjfl»^ 
sehen Schule an, übte aber auch iü Verona »«««? R«°*« "JVJ 
Un^er in Bergamo, wo sich viele Werke von dun «adca. wm 



Teacal«, — >TencMM, Pietro Car. I*t 

Er bereiste auch Deutschland, Mähren» Un^rn, und KcM sich 
zuletzt in Wien nieder, wo er die Kunst in Fresko xu malen 
wieder emporbrachte. Tencala hatte den Ruf eines theoretisch 
und praktisch gebildeten Künstlers. Starh i685 im 63. Jahre. 
M. Küsell stach nach ihm die Passion, |0 Blatter» S» 

Tencala 5 Stuccatorer s. C. Mazzetti. 

Ten Gate 9 s. Gate, wo aber eine wettere Ausführung des Artikels 

nothwendig ist. 

Tencbalai s. Tencala« 

Ten Gompe, s. Compe. 

Tenerani^ Pietro CäT., Bildhauer von Torano bei Carrara, be- 
gann seine höheren Studien in Rom unter Canova's Leitung , und 
hatte bereits ein ausgezeichnetes Talent entwickelt, als ei* sich an 
Thorwaldsen anschlofs, der in ihm einen Gehülfen zählte, wel- 
cher seihst hohe Meisterschaft errungen hatte. Er führte mehrere 
gepriesene Werke desselben ins Grosse aus, sowie denn überhaupt 
Thorwaldsen zu vielen nur die Skizzen und kleinen Modelle 
machte, nach welchen dann seine Schüler und Gehülfen die wet- 
teren Arbeiten begannen. Unter letzteren steht Tenerani als Len- 
ker und Meister oben an, stand aber nie in dem Verhältnisse, dass 
sein Ruhm in jenem des gepriesenen Thorwaldsen aufging. Als ur- 
kräftiges Talent und durchdrungen von dem Geiste der Antike, 
welcher seinen Meister beseelte, steht er von jeher selhstschö- 
pierisch da, und lieferte Werke, die an Schönheit und Tiefe 
jenen Thorwaldsen's nicht nachstehen. Tenerani erscheint diesem 
Meister gegenüber an der Spitze der italienischen Künstler, wel- 
che, zum Theil noch unter Canova's, zum Theil unter Thor- 
waldsen's Einfluss, |die Bildhauerei auf eine Höhe gebracht, wel- 
che sie seit langer Zeit nicht zu erreichen im Stand war. Seit 
Thorwaldsen's Tod hat Tenerani in Rom keinen Nebenbuhler 
mehr. In seinem Atelier herrscht seit Jahren grosse Thätigkeit, 
da er nicht allein auf die Kunstliebe der Fremden angewiesen 
I ist, sonder» von seinem eigenen Vaterlande AufmuntÄung und 
Unterstützung fand. Er ist auch Professor der Sculptur an der 
Akademie von S. Luca, sowie Mitglied mehrerer auswärtigen Aka- 
demien. Im Jahre l84o überschickte ihm das • irafttzösische In- 
stitut das Ehrend^lom, die Akademien in Wien, Berlin, Mün- 
chen u. s. w. folgten nach. Im Jahre iUAz gab ihm Köni^ Lud- 
I me von Bavem das Ritterkreuz des Ordens vom heil. Michael« 
1 und auch italienische Fürsten zierten seine Brust. Eine Zierde des 
^ ausgezeichneten Meisters ist auch die ihm eijgcflnthümliche Liehens- 
mirdigkeit und seine Bescheidenheit, die jedes wahre Verdienst 
amt^kennt. 

1>aerani's Werke sind zahlreich und mannigfaltig, da er sieh 
mit gleicher Ivunst i^uf dem Gebiete der Mythe, wie auf jenem 
der christlichen Kunst bewegt. Eines der frühesten Werke , wel- 
ches ihn bereits als würdigen Nachfolger Thorwaldsen's beurkun- 
det, ist das liebliche Bild der Psyche mit Pandoren's Büchse tQ\^ 
Diese Statue, eines der anmuthigsten Werke der neueren italieni- 
scheu Sculptur, ist im Palaste Lönzoni zu Florenz, und Eigen- 
thuto der Donna CarlottaLenzoniMedici. Der geistreiche Giordani 
hat es auf poetische Weise beschrieben. In der Aotologia di Fi- 



Wk Teae^ani« Pietco Gar. 

rrenie ld26 ist das Bild von Zignani gestochen. Um diese Zeit fer* 
tigte er auch eine Gruppe, %velche Psyche und Venus vorstellt, 
i und 1821 eine liegende Venus, welcher Amor den Dorn aus dem 
l^usse zieht, letztere im Museum des Fürsten von Esterhazy, ein 
liehliphes Bildwerk in carrarischem Marmor. Dieselbe Darstellung, 
sehr ileissig in Marhiur ausgeführt, ist auch in der Sammlung zu 
Chatswort. Gleichzeitig ist ein schönes Bild aus dem B^ochischen 
Kreise, ein junger Faun, der die Flöte bläst^ Im Jahre i823 fand 
ein Christus amlireuze allgemeinen Beifall, eine Jebensgrosse aus- 
drucksvolle Gestalt, welche <nacKmals von Giovacchino Belli als 
Geschenk des Grussherzogs Ferdinando III. für die Kirche des mi- 
litärischen Ordens S. Stefano zu Pisa in Silber getrieben wurde, 
und daselbst aufgestellt ist. 

Inzwischen arbeitete Tenerani im Atelier Thorwaldsen's in 
Werken dieses Meisters. Sein Werk sind neben anderen die Ge- 

' nien des Todes und der Unsterblichkeit, so wie die Muse der Ge- 
schichte am Monumente des Herzogs Eugen von Leuchtenberg in 
der St. Michaelskirchc zu München, ausgezeichnet schöbe Gestal- 

.,ten von feinstem Ebenmasse. Ein anderes Grabdenkmal von Te- 
nerani, welches 1830 die Sieneser setzen Hessen, ist jenes des Gou- 
verneurs Giulio Biaiichi von Siena. Im Jahre 1834 vmrden ihm 
xwei colossale Statuen zur Ausführung übertragen, wovon jeue 
des Evangelisten Johannes 1809 in S. Francesco di Paolo zu Ne.1- 

, pel, und die des heil. Ligorius ab Geschenk der Kedemptoristen 
in der Basilica Vaticana zu Rom. aufgestellt wurde. Im Jahre 1839 
führte er für die Basilica de^ heil. Paulus daselbst die Statue des 
heil. Benedikt in Marmor aus. Der Heilige ist ebenfalls in colos- 
salen Verhältnissen und sitzend dargestellt. Im Jahre 1842 vollen« 
dete er eine Statue des heil. Bernhard, deren Standort uns unbe- 
kannt ist. In Messina ist ein grosses monumentales Werk in Erz, 
wozu Tenerani i84l das Modell vollendete. Es ist diess die co- 
lossale Stalue des Königs Ferdinand II. von Neapel, welche in der 
k. Erzgiesserei zu München gegossen, und 1845 aufgestellt wurde. 
Ein zweites Werk. dieser Art ist die Stalue Bolivar's, welche i843 
zum Gusse nach München geschickt wurde, welchen Inspektor 
Miller leitete. Diese Statue wurde in Columbia aufgestellt. In dem- 
selben Jahre fertigte er auch eine lebensgrosse Statue der Gross- 
türstin von Leuchtenberg , welche nach St. Petersburg kam, wo 
auch Tenerani^s Statue des Grafen von Orloff sich befindet , wel- 
cher sitzend dargestellt ist. 

Diese monumentalen Arbeiten nahmen aber die Zeit, des Künst- 
lers nicht allein in Anspruch, er fertigte inzwischen auch viele 
andere Bildwerke, unter welche wir vornehpalich z^yel Werke christ- 
licher Richtung nennen, da sie zu den herrlichsten Erzeugnisseo 
Tenerani's gehören. Das eine dieser Werke ist ein gjross«» Mar- 
• morrelief der Kreuzabnahme in der Capelle Torlonia im Late- 
ran, 1842 vollendet, ui^d das andere dient als Grabmal der Her- 
zogin Lante in St. Maria sopra Minerva zu Rom. . Der Bote des 
Weltgerichtes sit^t mit der Posaune auf dem Schoosse und har- 
rend des Momentes, Das Antlitz ist voll grossartiger Schönheit, 
Ruhe und Wchmuth zSgleich sind ausgegossen über die Majestät 
dieser Züse, In langen Locken wallt das Haar um die Stirne 
und fällt herab über Nacken und Schulteh Im Kunstblatt 1845 
Nr. 73 lesen wir, es gebe keine edlere Gestalt, keine wahrere Dar- 
stellung des Gegenstandes, und Tenerani habe kein schöneres 
Werk geschaffen. Im Palaste Torlonia sind mehrere mythologi- 
sche Figuren von ihm. Dieses Gebäude ist reich an plastischen 



Teneram, Giambattnta, -^ Teiiier«, Oarid. 193 

'Schmaekwerfcen » wornnter ieae vciir Teneraiii und Troschel su 
den schöpsten. gehören. Ucoerdiess sind eine Menge von Wer- 
ken dieses Künstlers in den Händen fremder und einheimischer 
Privatpersonen» darunter auch meisterhafte Büsten. Unter letzte- 
ren nennen urir jene des Herzugs von Bordeaux i84o, des Cardi- 
nais Rivarola in der Sakristei von St. Maria degli Angeli zu As- 
sisi I84f» des berühmten Meislers Thorwaldsen, ein Denkmal der 
Pietät Tenerani*s in der Akademie von St. Luca, und besonders 
die des Papstes Pius IX., ifelche in Marmor ausgeführt, in zahl- 
reichen Abeüssea vorhanden ist. Von seinen Werken mytholo- 
gischer Hichtung sind « üge in Wiederholungen zu finden, wie 
seine Psyche und die liegende Venus mit Amor. Letztere führte 
er 1842 zum drillen Male in Marmor aus, und i846 bestellte sie 
der Kaiser von Russland aufs neue» 

Teaeram, GlambattlSta, BUdhauer, der Sohn des Obigen»^ stand 
anter Leitung Thorwaldsen's und gab schon in )ungen Jahren 
Proben eines glücklichen Talentes« Unter diesen fanden wir 1838 
ein Basrelief geriUimt, welches die letzte Scene von €hateaubriaiid*s 
Martyres vorstellt, Tenerani jun. steht dem Vater bei seinen zahl- 
reichen Arbeiten als Gehülte zur Seite. 

Tengnagel, F. Fakritius de, Maler und k. dänischer Kriegs- 
rath , wurde t803 zu Copenhagen geboren , und daselbst übte er 
aach seine Kunst« Es finden sich Landschaften und architektoni- 
sche Darstellungen von seiner Hand. Besonderen Beifall erwar- 
ben ihm seine Winter- und Mondscheinlandschaften. 

TenierSy Abrahaniy Maler, geh« zu Antwerpen l608> war Schü- 
ler seines Vaters David Teniers sen. , und malte w^ie dieser Volks- 
feste, Kirmessen, Tabagien, Spieler» Raucher, Zecher, Ghemisten 
u. 8. w. , st^t aber dem älteren D. Teniers nach, und wird von 
dem Jüngeren weit übertroffen , welchem er auch seine Stelle als 
Hofmaler des Herzog Leopold übeHassen musste. Seine Färbung 
geht ins Graue und in der Behandlung erscheint ^ schwerfällig , 
so dass man nicht leicht versucht werden kann, seine Bilder mit 
jenen des Jüngeren D. Teniers zu verwechseln. Dennoch mo- 
^en seine Bilder unter anderem Namen gehen, denn wir finden 
Keine Angabe darüber. Der Prinz Carl von Lothringen besass 
1754 ein Conversationsstück. Er malte auch sein eigenes Bildniss» 
welches G. Edelink gestochen hat.* In seinem Verlage erschienen 
die Stiche nach Werken italienischer Meister in der Brüsseler 
Gallerie, welche dann David Teniers in seinem Thcatmm pietori- 
cum vereinigle. Ut*ber dieses Werk geben wir im Artikel dessel- 
ben weitere Nachrichten. A. Teniers starb zu Antwerpen t67t* 

•TcmerSy David ^ Maler» der Aeltere dieses Namens, geb. zu Ant- 
werpen 1582, war Schüler von Rubens, und ging dann nach Rom, 
wo er sich an A. Elzh<nmer anschloss, unter dessen Leitung Te- 
niers 10 Jahre Üiätig war. Er malte biblische, historische und^ 
mythologische Darstellungen, meistens in Lan^chaften, zu wie- 
derholten Malen die Versuchung des heil. Antonius, Dorfi'este mit 
^elen kleinen Figuren, Tabagien, Marktschreier, Chimisten, und 
^ele andere Darstellungen, welche in das Gebiet des Genre gehö- 
ren, und den Einfiuss des P« P« Rubens erkennen lassen, er er- 
scheint bereits selbständig in diesem Fache, wird aber von seinem 
deichnamigen Sohne übertroffen, wek^em wahrscheinlich viele Bil- 
der zugeschrieben werden, die dem älteren Teniers angehören. 

Ragler'« KünMer^ Les. Bd. XVIIL 13 



IM teniers, DaTidi 

Alle seine Bilder sind flebsig gemftlt und von warmer Färbung. 
In der St. Faulskirche zu Antwerpen sind die sieben Werke der 
Barmherzigkeit von ihm gemalt« Als eines seiner Hauptbilder er- 
. klärt Descamps eine Bauernhochzeit, welche zu seiner Zeit in der 1 
Sammlung eines H. de Gaignat sich 'befand. Aehnlic^e Bilder hatte 
auch D. Teniers jun« gemalt, und es sind deren gestochen* In 
der k. k. Akademie zu Wien sind einige Bilder von ihm, darun- 
ter- sechs kleine Landschaften auf Kupfer , mit D. Teniers F, be- 
. zeichnet. Das eine dieser Bilder zeigt Tobias mit dem Engel, ein 
ein anderes Juno, wie sie die von Jupiter in eine Kuh verwan- 
delte Jo verlangt, mit Namen und Jah « hl l638« Bine dfitte Land- 
schaft zeigt den Merkur, wie er durcu sein Flötenspiel den Argus 
einschläfert, um die Jo zu befreien, l658 dadirt. Ein anderes 
Gemälde von l638 stellt den Fan und eine Nymphe dar, welche 
tanzen, während Satyren und Nymphen bei einander sitzen. Ein 
weiteres Bild zeigt Yertumnus und Fdmöna im Garten, mit dem 
Namen und der Jahrzahl 1638» klein und auf Kupfer. In der Gal- 
lerie Lichtenstein zu Wien sind ebenfalls sechs Bilder von Te- 
niers sen., zwei kleine Landschaften, und vier Genregemälde. In 
der Gallerie zu' Schieissheim wurden ihm früher iünfzehn Bil* 
der zugeschrieben, wovoA aber später G. Dillis die meisten auf 
Rechnung des jüngeren Teniers setzte. In Schieissheim gelten jetzt 
nur zwei Bauern mit dem Kruse, ein tanzender Narr mit dec 
Fuppe, und eine Rauchgesellschatt von acht Bauern als Werke die- 
ses Meisters. Auch in den älteren Verzeichnissen der k. Gallerie 
in Dresden werden mehrere Bilder dem älteren Teniers zugeschrie- 
ben, in jenem von F. IVIatthäi sind aber nur zwei, und als zwei- 
felhaft angegeben. Das eine schildert ein fröhliches Mahl am Ti- 
sche vor der Schenke. Der Geiger und der Violoncellist spielen 
zum Tanze auf, welchen ein Bauer mit seiner Schönen bereits 
begonnen hat. H. 5 F. , Br. 6 F. 4^ Z. Das andere kleine BiU; 
stellt eine Marine dar, mit alten Thürmen auf den Bergen. Anl 
den Bäumen im Mittelgrunde lasern zwei Hirten mit den Heer- 
den« In Salzdahlen waren i4 Bilder, die als Werke des älteren Te- 
niers galten, welche aber bei der Transferiruug nach Braunschweig 
Srösslentheils dem jüngeren Teniers anheimgegeben -wurdeu. I0 
er Gallerie des k. Museums zu Berlin ist von am die Versuchung 
des heil. Antonius, ein kleines Bild auf Kupfer. Der Heilige sitil 
in der Höhle , umgeben von Teufeln und Missgestalten. ^ In det 
gräflich Schönborn'schen Sammlung zu Fommersfelden ist eint 
niederländische Bauernstube, in welcher zwei Bauern Karten spie 
len. Im Hintergrunde steht ein Mann, anscheinlich Bildniss de 
Meisters. Die ßilder, welche Füssly jun. nach Landon's Faysagei 
et tableaux de Genre dem älteren Teniers zuschreibt, gelten jeti^ 
als Werke des Jüngeren. Es dürfte demnach schwer seja , di 
Werke beider Meister strenge zu scheiden, wenn nicht die Jahr 
zal^l und untrügliche Kennzeichen entscheiden. Ueberdiess fände 
die Teniers auch Nachahmer. Gilles van Tilburg und G. van Har 
malten namentlich in der Weise derselben. Eben so schwer ist e 
die Blätter zu scheiden, welche nach den beiden Teniers gestoche 
wurden. Die Mehrzahl ist sicher nach den Gemälden des Jung 
ren gefertiget, und daher zählen -wir die vorzüglichsten im Artik« 
desselben auf, obgleich im Winckler*schen Cataloge eine Anzai 
der Erfindunjf nach dem älteren Teniers beigelegt wird. Dies 
Verzeichniss ist nicht genau. Auch unter den Kadirungen, welcl 
dem Teniers jun. zugeschrieben werden, dürften Versuche voo T 
niers sen. seyn. 



Tenierg» David. 195 

D. Teniers sen. starb xa Antwerpen l649« ?• Tan Mol malte 
^ sein Bildniss , und P« Lisibeten hat es gestochen. 

TenierSi Dayid, Maler, der Jüngere, geb. xu Antwerpen 1610, war 
anfangs Schüler seines Vaters, und bereits im Stande, in der Weise 
desselben ein Bild zu coinponiren und zu malen, als er sich an 
A. Brouwer anschloss, in dessen Kunstweise er vollkommen einzu- 
gehen im Stande war. Teniers konnte aber in Folge seines Stu- 
diums der classischen Werke der Kunst auch die Manieren aller 
grossen Meister nachahmen, ohne zum Nachahmer geschaffen zu 
seyn, und mit Unrecht wurde er daher von neidischen Zunftge- 
nossen der Affe der Natur genannt. Bei aller Yurtrefflichkeit 
lebte er dennoch geraume Zeit im unverdienten Dunkel, und 
er sah die weit geringeren Arbeiten eines Tilborg, van Heil, Ar« 
tois u. a. den seini^en . vorgezogen. Die Ursache dieser Zurück- 
setzung scheint theilweise auch in der Wahl seiner Gegenstände 
zu suchen zu seyn, da er die Bauernwelt in künstlerischer Vollen- 
dung vorzuführen suchte, wobei er in leichter und geistreicher 
Touche von keinem andern übevtroffen wurde. Teniers musste 
lungere Zeit seine Erzeugnisse nach Brüssel und Antwerpen zu 
Markte bringen^ da er im Dorfe Berk zwischen Antwerpen und 
Mecheln lebte, dessen landschaftliche Umgebung ihm gewöhn- 
lich die Hintergrün^le zu seinen Gemälden bot, woher sich die 
Einförmigkeit derselben erklart. Seine ländliche Wohnung war 
voll von eigenhändigen Bildern, die Niemand kaufte , so dass er 
zuletzt nach Antwerpen xog, um sie leichter au Mann zu brin- 
gen. Allein selbst seine bessten Werke wurden schlecht bezahlt , 
und zuletzt kam der Künstler auf den Einfall , sich für todt aus- 
geben zu lassen. Seine Frau und seine Kinder mussten Trauer- 
kleider anziehen. Jetzt strömten die. Kenner von allen Seiten 
zu seiner Wohnung, rissen sich seine Gemälde aus den Händen 
und bezahlten sie mit grossen Summen. Nach einiger Zeit er- 
schien Teniers wieder unter den Lebenden, und man' freute sich 
seiner Kunst, die noch reiche Früchte versprach. Sein Ruf war 
jetzt ein europäischer, und die Bestellungen waren kaum zu be- 
friedigen, obgleich Teniers mit ausserordentlicher Fertigkeit ar- 
beitete. Seine Bilder gingen in königliche und fürstliche Samm- 
lungen über, und jeder reiche Kunstfreund beeiferte sich, ein Werk 
von ihm zu besitzen. Der Kdnig von Spanien richtete eine eigene 
Gallerie für seind Gemälde ein, die Königin Christina von Schwe- 
den fand ebenfalls Freude an den Bildern dieses Meisters, und 
sie überreichte demselben eine goldene Kette mit ihrem Bildnisse. < 
Nur der König von Frankreich wollte nichts von ihm wissen. Am 
französischen Hofe scheinen seine Bilder noch später Anerkennung 
gefunden zu haben als im Vaterlande, denn Ludwig XIV. rief beim 
Anblick eines der Bilder dieses Meisters mit Abscheu: Qu'on m*6te 
ces magots! und jetzt gehören diese ATTen im Musee fran9ais zu den 
Sehenswürdigkeiten. Die französischen Grossen geitzten aber bald 
nach Bildern von ihm und mancher Kunstfreund glaubte schon einen 
Schatz zu besitzen, wenn er ein sogenanntes Apres-diner von ihm 
aufweisen könnte. Teniers malte nähmlich in einem Nachmittage 
ein Bildchen zusammen, und mit solchen geistreichen, aus wenig 
Figuren bestehenden Skizzen befriedigte er die vielen Liebhaber, die 
kein ausgeführtes Werk von ihm erhalten konnten. In kleinem For- 
mate sind auch meistens die sogenannten y^Fastiches« , Bilder in 
täuschender Nachahmung der Manieren grosser Meister, wie einac 
Rubens, Lang r Jan, G. Coquez » H. Zorg u* s» w.« wovon abar 



l9ß Teniers « David« 

seine früheren Gopten nadi Rubens u« a«, wieder xn unterschei- 
' den sind. Das Wort »Pastiches« gebraucht vornehmlich d^Argens- 
ville von Teniers Gopten der Werke in der Brüsseler Gallerte. Der 
genannte französische Schriftsteller will solche Copien im Schlosse 
des Herzogs von Marlborough zu Blenheim gesehen haben , und 
andere haoen geglaubt , es sei diess eine ^ Reihe von einzelnen 
Gemälden; allein darunter sind wohl nur die Bilder zu verstehen, 
welche den Saal der Gallerie des Erzherzogs Leopold von Oester- 
reich in Brüssel vorstellen, wo Teniers die einzelnen Gemälde 
ikachbildete, und sich selbst als Gallerie - Inspektor einführte. Die- 
ser Fürst übertrug ihm nämlich an der Stelle seines Bruders 
Abraham die Aufsteht über seine Gallerie» deren Schätze später 
mit jenen der h. k. Gallerie in Wien vereinigt wurden. Von die- 
ser Zeit an war die Anwesenheit des Künstlers in Brüssel noth- 
wendig , während er früher auf seinem Schlosse zu den drei Thür- 
men in Berk lebte, von wo aus seine Werke in alle Welt aus- 
giengen, und die so zahlreich sind, dass der Künstler behauptete, 
zur Aufstellung derselben sei eine zwei französische Meilen lange 
Gallerie nöthig, wozu frätlich auch die zahllosen Skizzen gehören. 

Teniers malte keine streng historischen Darstellungen, sondern 
beherrschte mit seinem Pinsel die Bauernwelt mit einem Geiste und 
mit einer Virtuosität, wie kein anderer Meister seiner Zeit. Er 
durchstreifte das Land, um die Sitten und Gebrauche des Volkes 
kennen zu lernen, wohnte den Festen, Tänzen, Spielen, Gela- 
gen desselben bei, und beobachtete es in allen Situationen« Als 
Mann von Geist und Geschmack vennied er aber alles Unschöne 
und Abstossende. Er sah mehr auf das Einfache, Naive und 



Unschuldige , als auf Ausprägung heftiger Leidenschaften. Selbst 
bei stürmischen Scenen, wenn der Zorn das Gemüth beherrscht, 
beabsichtigte er nur die Wirkung des Moments festzuhalten. Das 
Laster druckt sich in seinen nopfen nie aus, er schreckt nie 
ab, gibt nur Sceiien stürmischer Freude und den Zustand länd- 
licher Sitte, und wenn es ja zu leidenschaftlichen Auftritten 
kommt, so stellen sich seine Helden so dar, dass sie die näch- 
ste Stunde wieder besänftiget werden können. Selbst- die Werke 
der Barmherzigkeit lässt er durch Bauern ausüben, und wie 
es scheint gefiel diese Darstellung, da sie zu wiederholten Malen 
vorkommt, wie im Louvre, bei Lord Ashburton in London u. s. w. 
Auch der Heiland feiert mit den Bauern die Hochzeit in Cana, oder 
er sitzt in der Wachtstube verspottet. Seine Trinker sind nur von 
der Liebe zum Trünke beseelt und von der Lust des Wirthshausle- 
bens , wobei die Pfeife eine Rolle spielt. Dann malte er auch Sol- 
datenscenen, mit Vorliebe Wachtstuben , seltener nahm er die trau- 
rigen Folgen des Krieges und der Plünderung zum Gegenstand seiner 
Darstellung. Mit Vorliebe malte er Höllen- und Gespenstererschei- 
nungen , so wie er deren bei Breughel jg^sehen hatte« Die Versu- 
chung des heil. Antonius sagte seiner Phantasie besonders zu, und 
dabei geht es gewöhnlich launig her. In anderen Gemälden führt 
er den Beschauer in alchemistische Laboratorien, in Küchen u. s. 
w., wo allerlei buntes Geräth zusammengehäuft ist. Eine Gallerie 
von allen Werken Teniers würde eine unglaubliche Mannigfaltigkeit 
bieten. Seine Leichtigkeit und Fertigkeit war so gross, dass er 
jeden Meister nachahmen konnte. Er bezeichnete aber die bess- 
ten Bilder dieser Art, worunter die oben erwähnten vPastiches« 

fehören, mit dem Namen, denn er wollte nicht täuschen. Ausser 
en eigentlichen Genrebildern finden sich dann auch Landsdialten 
von seiner Hiind, die er mijt verschiedener Staffage ausstattete. 



temen, David. 197 

welche eigenUtch die Hauptsache bildet, da tetne Landechafteii 
gewöhnlicn einförmig sind , der Umgebung von Berk entnommen, 
aber mit gewohnter Meisterschailt durchgeführt. Desto höhere 
Vorzüge bieten aber die Landschaften anderer berühmten Meister» 
welchen er die Staffage malte, wie einem J. Mom^er u. a. Die 
kleineren Landschaften sind den grösseren ^vorzuziehen, wo die 
Figuren meist etwas roh behandelt sind« Auch sind jene von 
klyem Tone zu unterscheiden , welcher auf anderen Bildern ins 
Bräunliche übergeht und schwer erscheint. 

Die frühesten Werke dieses Meisters sind in der Weise seines 
Vaters behandelt, von kräftiger, warmer und frischer Färbung, so wie 
• sie der Rubens'schen Schule eigen ist. In seiner mittleren Periode 
liebte er einen hellen , klaren, aber warmen Ton. Einige sind im 
vollsten Tagslic};it gehalten, und so schön durchgeführt, dass dieses 
selbst neuen Glanz ,zu erhalten schien. Seine Touche ist immer fein 
und geistreich, so wie sie nur ein kecker und leichter Pinsel zu ge- 
ben vermag. Die Bilder im leuchtenden Tone und von zarter Be- 
handlung gehören zu den Kostbarkeiten. Die dritte Gattung von 
BUdern ist jene, in-welchener den Brouwcr nachahmte, und die von 
schwerem Tone sind, so dass sie neben den Gemälden von wun- 
derbar klarer Harmonie nicht bestehen können. Jene silberne 
Klarheit des Helldunkels, welche ihm in seiner bessten Zeit eisen 
ist, vermisst man in diesen Werken. Auf diesen Irrweg soll ihn 
die Critik seiner Feinde gebracht haben, welche behaupteten, Te* 
niers Bilder hätten keine Dauer, und wären mit Oelfarbe bloss 
ausgetuscht« Von dieser Zeit an soll er die Bilder mehrmals über- 
malt haben, wodurch sie an Wärme und Klarheit verloren, und 
einen graulichen oder röthlichen Ton erhielten. Rubens war der«- 
jenige, welcher ihn wieder auf besseren Weg leitete. Er rieth 
ihm, die Lichter nach Beliebeii stark aufzutragen, aber in den 
Schatten stets die Grundirui^g durchscheinen zu lassen. Daher 
sind in seinen bessten Werken die Gegenstände selbst im völligen 
Dunkel nocb sichtbar^ Zum Schwarz bediente er sich des gebrann- 
ten Elfeiibeins, was wi|? aus seinen eigenen Worten wissen. Als er 
eines seiner letzten Bilder, das Portrait eines Anwaltes malte, sagte 
er zu diesem, er hätte in Ermanglung der Elfenbeinasche seinen 
letzten Zahn zur Kohle brennen müssen. 

Teniers war zweimal verheirathet. Der Tod seiner ersten Gat- 
tin, der Anna Catharina Breughel, brachte ihn aber in grosse 
Verlegenheit, da er den erössten Theil seines Vermögens, welches 
auf dem Schlosse Berk riuite« den Kindern herausgeben musste. 
Die zweite Ehe schloss er mit Isabella, de Freue, der Tochter eines 
brabantischen Käthes. Das. Schloss %ji den drei Thürmen war sein 
LieblingsAuf enthalt, und nur noth^edrungen kam er nach Ant- 
werpen und Brüssel. In Bevk war immer eine Anzahl von Schü- 
lern, worunter Abshoven, Heljemont, de Hont und Ertebout zu 
den vorzüglichsten gehören^ Mehrere ihrex Bilder dürften für jene 
von Teniers gelten. G. van Tillburg und van Harp arbeiteten 
ebenfalls in der Weise dieses Meisters. In Berk besuchten ihn 
Hohe und Niedere, Einheimische undFremdc, selbst Fürsten. Te- 
niers war nicht allein als Künstler hochgeehrt, sondern auch als 
Mann von Charakter und angenehmen Sitten. Seine unbehülfliche 
bäuerische Welt hatte ihn nicht auch zum gemeinen Bauer ge- 
macht. Der Prinz Juan d'Austria wohnte oft bei ihm. Er nahm 
Unterricht in der Malerei, und malte eines Tages sogar das Bild- 
niss des Sohnes unsers Meisters. Teniers malte dagegen das Bild- 
mss dieses Fürsten, welcbes in der Brüsseler Gallerie war und 



198 Teniers» David.. 

Ton J. Troyen ffcstocheo« wurde. Nach Brüssel führten ihn nur 
ffcine Dienstverhaluiisse b'eim Erzherzog Leopold, und nach Aut- 
Tverpen kam er noch seltener, obgleich er den 6« J"li l663 die i 
dortige Akademie gründete. « Er konnte daher den Sitzungen nur | 
selten beiwohnen. Iin Jahre l8lo beschloss der König von Bel- 
gien zum Andenken des Künstlers die Reorganisation dieser Aka- 
demie als National - Institut, Ueber die Gallerie in Brüssel veran- i 
staltete Teniers ein Werk, zu welchen er aber nur einig« Zeich- 
nungen lieferte. Indesseh trägt es seinen Namen an der Spitze, wo- 
zu er sich als Inspektor der Sammlung berechtiget fand. Er wollte 
alle Bilder derselben stechen lassen, es blieb aber zuletzt bei der | 
italienischen Schule. Die Stiche nach derselben erschienen l658 
bei Abraham Teniers in Antwerpen einzeln und ohne Numero. 
Nach zwei Jahren gab sie David Teniers gesammelt unter folgen- 
dem Titel heraus: Davidis Teniers, Antwerpiensis Pic- 
toris et a Cubiculis Ser. Princ Leopoldo Guil. Arclii- 
duci et Joanni Austri'aco, Theatrum Pictorum, in 
quibus exhibentur ipsius manu delineata ejusque cura in aes in* 
cisae picturae archetipae italicae, quas ipse Ser. Archidux in Fi- | 
nacothecam suam Bruxellis collect Eidem Principi ab autore di- 
. catum. Sumptibus autoris. C. Priv« Reg. Antwerpiae apad Henri- 
cum Aertsens Typoffraphum l66o, fol. Es finden sich auch Exem- 
plare mit französischem Titel: Theatre de peintures de David Te- 1 
niers etc., theils mit spanischer , theils mit franzosischer Vorrede. 
Bruxelles aux depens de l'autheur Anno l6öO. Auch unter fol- 
gender Adresse: A Anvers chez la veufve de Abr. Teniers l66o (?)• 
Die Blätter dieser ersten vollständigen Ausgabe belaufen sich mit 
Einschluss des Bildnisses von D« Teniers und des Titelblattes auf 
246. Sie sind von L. Vorsterman, W. Hollar, van Hoy, J. Po- 
pels, Ossenbeck, A. Boel, D. Claassens, R. Eynhouets, T. van 
Kessel, Lauwers, Lisebetius, J. Troyen, F. van Steen gestochen.! 
Die heil. Jungfrau mit dem Leichname des Heilandes auf dem' 
Schoosse, nach Carracci, kommt zweimal vor, von Lisebetius, und 
grösser von Steen gestochen. Die Nume|*n sind noch nicht beige- 
lügt. Bei der zweiten Ausgabe wurden die Platten numerirt, und 
unter demselben Titel ausgegeben: Antvcrpiae apud Jac. Feters 
l673« Die dritte Ausgabe ist aus anderem Verlage, und betitelt: 
Theatrum pictorium Davidis Teniers, Antverpiensis Pict. Ser. Princ. 
Leopoldi Guil. Archid.* Aust. etc. Antverp. ap. H. et C. Verdussen 
l684» Die Abdrücke sind noch sehr gut. Das in der ersten Aus- 
gabe erwähnte Blatt von van Steen fehlt in den beiden letzten. 
Die vierte Ausgabe ist von 1755, mit französischem Titel: Le grand 
Cabinet des tableaux de TArchidüc Leopold Guillaume, peint par 
des mattres italiens et dessines par David Teniers, dit le vieux. 
Dass das Werk vom älteren Teniers herrühre, ist ein Irrthum. 
Teniers starb zu Brüssel 1690. üeber sein Todesjahr herr- 
schen verschiedene Angaben. Nach d'Argensville starb er löQO» 
nach anderen 168O» 1694 oder i6q6. Von Brüssel wurde seine Lei- 
che nach Berk gebracht und in der Frauenkirche beigesetzt. ' 

Dem Brüsseler Gallerie Werke ist das Bildniss des Meisters im 
Kniestück beigegeben, nach P. Thys von L. Vorsterman gesto- 
chen. P. de Jode stach es im Kleinen nach einem eigenhändigen 
Gemälde, so wie Ph. le Bas das Familienbildniss desselben. J. B. 
Michel stach als Gegenstück zu Teniers' Bildniss auch jenes dci 
Catharina Breughel, seiner Frai^. Auch von Chenu haben wii 
sein Bildniss. Dann kommt es in den Werken von HoubracKen, 
d'Argensville, Descamps und ia der Sammlung der fiorentinisclieM 
MaUrbildnisse vor. 






Tesiers« David. 199 

Gemälde von David Tentert. 

Die Scheidung der Werke der beiden D, Teniers ist, wie be- 
kannt, n^it grosser Schwierigkeit verbunden. Die schönsten sind j^ne 
des Jüngern Teniers, und ihm wird die grösste Anzahl beigelegt. 
Wir lassen Hier ein Verzeichniss der vorzüglichsten folgen, nach 
den Ländern und nach den Cabineten, in welchen »ich dieselben 
befinden. Die Werke des Privatbesitzes waren von jeher dem 
Wechsel unterworfen. 

England. 

Eine grosse Anzahl von Werken dieses. Meisters ist in eng- 
lischen Sammlungen zu finden, welche Waagen im I. und IL Bande 
seines Werkes über Kunstwerke und Künstfer Englands beschreibt 
uud beurtheilt. 

Einen Schatz von Gemälden Teniers besitzt die Privat Samm- 
lung des Königs Georg IV. 1) Vier Bauern um einen Tisch, 
von denen zwei Karten spielen , in einem , hellen , klaren , aber 
warmen Ton, und von der feinsten, geisCreichsten Touche. Waa- 
gen hält dieses aus der besten Zeit des Künstlers stammende Bild 
ür das vortrefflichste yon allen. Ungefähr 8 Z. hoch und i F. 
breit. 2) Der Tanz von Bauern in der Nähe der Mauern einet 
Schlosses, von welchem aus der Herr mit seiner Familie zusieht. 
£Ine Composition von ungefähr 30 Personen, mit dem Namen und 
der Jahrzahl t645* Iu diesem fleissigen Bilde, von wahrhaft leuch- 
tendem Tone, hat Teniers im Herrn und seiner Familie sehr glück- 
lich dem Gonzales C(^uez sich genähert. Es war ursprünglich der 
Deckel eines Claviers. H. 2 F. ö Z. , Br. 4 F. 3 ) Eine Gesell- 
schaft von ungefähr. 50 Pei^sonen im Hofe der Schenke bei Tanz» 
Getränk und Speise, 1649. In Anordnung, Zeichnung und fleissi- 
ger Ausführung zu seinen bessten Arbeiten gehörig, aber im Ton 
etwas schwer. 4 ) Dorfbewohner, welche sich auf verschiedene 
Weise lustig machen, während ein. junger Mann milde Gaben für 
die Armen sammelt. Aus der bessten Zeit, vortr^eiflich in Beobach- 
tung der Luftperspektive, fein im Ton, zart in der Ausführung. 
H. 1 F. 8 Z. , Br. 2 F. 3 Z. 5) Eine Dortkirmess. Sechzehn Per- 
sonen zechen noch am Tische, zwei Männer werden von ihren 
Weibern weggebracht, und drei Paare tanzen nach der Sackpfeife. 
Durch die reiche und lustige Composition sehr ausgezeichnet und 
War in der Farbe. H. 2 F. 6 Z. , Br. 3 F. 3 Z. 6) Eine Gesell- 
schaft von 30 Personen beim Tanze, beim Trünke und in Unter- 
haltung im Hofe der Schenke. Die Composition ist zerstreut, die 
meist 1 F. hohen Figuren sind decorationsmässig behandelt, der 
Ton schwer, wie ihn Teniers allmählich annahm, als er den Brou- 
wer nachahmte. H. 4 F. l Z., Br. 6 F. 2 Z.W) Das Lager einer 
Burgerwache, welche auf den Ruf der Trommel unter das Gewehr 
tritt, bezeichnet l657. Ein reiches Bild von jener Saftigkeit der 
Farbe, jener kühlen Harmonie, jenem treflFlichen Impasto, welche 
mehrere der Wachtstuben von Teniers so anziehend machen. H. 
1 F. 8 Z. , Br. 2 F. 4 Z. 8 ) Eine geräumige Küche mit der Ru- 
hen schälenden liÖchin, ein an Verdienst dem obigen gleiches 
Bild, welches zeigt, dass die Kunst auch solchem Gegenstande 
Reiz zu verleihen weiss. H. 1 F. 10 Z. ,.Br. 2 F. 2 Z. g) Eine 
Landschaft mit steilen Felsen, die Ferne von zartem, hellem Tone, 
der Vorgrund kräftig, braun im tüchtigsten Impasto. Uuffefähr 
ip Z. hoch und i F. 2 Z. breit, 4) Vier Fischer an der SeeKÜste, 
ein treflfliches Bild von grosser Wahrheit. H. 2 F. 10| Z. , Br. 
3 F. 04 Z. il) Der Gutsherr vor einem grossen Bauernhofe und 
Äwei F ranen mit den Bewohnern im Gespräche. Jenseits des Was- 



aOO Teoicrs. David. 

»er» hl das Schlots« Dieses Bild trinaert in der Compösttiou an 
ein' anderes in der Grosvenor-Gallerie. H* 3 F.* Br. 6 F. 
In der Sammlung des Robert Peel sind zwei treffliche Bil- 

der. Das eine stellt einen bejahrten Bauer dar, wie er das die 
Schüssel scheuernde Mädchen liebkoset, während seine bejahrte 
Hälfte unerwartet zur Thüre hereintritt« Dieses Bild ist sehr fleis- 
sig und geistreich behandelt« Die Wirkung des einfallenden Lidt- 
tcs ist wunderbar hell und doch warm, der Hintergrund Ton sel- 
tener Klarheit des Helldunkels. H. 1 F. 4^ Z., Br. i F. Das 
zweite Bild stellt einen Zauberer vor, der vor den höllischen Gei- 
stern , die er heraufbeschworen, selbst erschrickt« Dieses Gemälde 
ist reich an abentheuerlichen Gestalten, von grosser Wirkung, in 
ei^em kräftigen Goldton meisterlich impastirt. Ein Hauptbilu die- 
ser Art auf Holz. H. 1 F. 5| Z. , Br. 2 F. 1^ Z. 

In «verschiedenen Manieren lernt man ihn in der Bridge^ 
water-Gallerie kennen, i | Kegelspiel in einem Hofe, neun 
Figuren voll Leben, aus der früheren Zeit, wie der sehr braune 
Ton der Gesichter beweiset. 2) Der Alchymist bläst das Feuer 
unter dem Schmelztiegel an, neben ihm ein Jüngling und rück- 
wärts zwei Arbeiter, oezeichnet l649* Dieses höchst geistreiche 
Bild stammt aus der Gallerie Orleans , und ist aus Teniers besster 
Art und Zeit. In der Zusammenstellung der Töne aus der kalten 
Farbenleiter herrscht seltene Klarheit und Feinheit dA Abtönung. 
Hl 1 F. 4 Z. , Br. 1 F. 84 Z. 3) Spielende Bauern, flüchtiger be- 
handelt, doch aus der Zeit des vorigen. 4) Vorn zwei Raucher 
und im Hintergrunde vier Bauern beim •Kartenspiel. Dieses nur 
dj^ Z, hohe und 8 Z. breite Bildehen ans derselben Zeit, ist von 
der seltensten Feinheit des Tons in der kühlen Harmonie. 5) Ein 
Bauer mit einem Korbe nähert sich einer Frau yov der Hansthüre. 
Dieses flüchtige Bild zieht uuffemein durch eine schlagende Be- 
leuchtung an, -und wird irrig dem alten Teniers beigelegt. 6) Biae I 
Dorfkirmess , in der Ferne das Landhaus von Teniers und eine 
Gesellschaft von Herren u^d Damen. Der lebendige und mannig- 
fache Ausdruck ländlicher Fröhlichkeit, die bequeme Anordnung, 
die feine Touche, die helle, heitere Harmonie des Ganzen, der 
vortre£FIiche Luflton in der landschaftlichen Ferne machen dieses 
Hauptbild sehr anziehend. H. 2 F. l Z«, Br. 2 F. 4^ Z. 7) Eine 
Bauernhochzeit, welche von uneefahr 54 Personen in einem Dorfe 
gefeiert wird. Vortrefflich in den Motiven und sehr fieissig aus- j 
geführt, doch glatter und minder geistreich in der Touche, und 
etwas .schwer in der Farbe, besonders in dem fahlen Himmel und 
der Landschaft. 

In der Sammlung im Staffordhouse zu London ist ein 

ausgezeichnetes Bild, welches eine Hexe vor dem Zauberkessel die 

Geister beschwörend vorstellt. Ein zweites Gemälde zeigt eine Ge- 

> Seilschaft von Enten , von grosser Wahrheit und dabei in einem 

saftigen, kräftigen Ton fieissig ausgeführt« 

In Dulwichcollege bei London ist ein Bild, welches einen 
Mann vorstellt, der vor dem Bauernhöfe Hädkel schneidet, ne- 
ben ihm ein Schimmel und Federvieh« Von vieler Wahrheit und 
Haltung. 

LordDudleyin London besitzt ein besonders reiches und 
ileissiges Bild, welches einen Alchimisten vorstellt. 

In Lutonhouse, dem Sitze des Marquis von Bute , ist ein 
Gemälde von der feinsten Qualität, in einem lichten Goldton wun- 
derbar klar» harmqnisch und fieissig durchgeführt. Drei Karten- 



Teiiiers, David. 9M 

Spieler und zwei Zuichauer biMen die Hauptgruppe« Mehr im 
Hintergruade ißt eine Gruppe von lünf Figuren am Kamin. H. 
I F. 91 Z. , Br. 2 F. 1 Z. Ein aweites Bild stellt Nachzügler vor, 
"welche ein Bauernhaus plündern. Eine Frau eilt durch Hinrei- 
chen des Geldbeutels ihren Mann zu retten^ den ein Soldat zu 
erschiessen droht. Sehr ansprechend durch lebendige und dramfi- 
tische Motive, doch in Ton und Touche minder fein. H. 1 F. 7Z.« 
Br. 2 F. 1 Z. Ein drittes Gemälde zeigt #ine hügeliche Landschait 
mit Landleuten vor dem Hause, die, wie meist auf den grossen 
Landschallen, etwas roh behandelt sind« Uebrigens von besonders 
klarem Ton. H. 5 F. 1 Z. , Br. 6 F. 7 Z. 

^In Burleighouse, dem Sitze des Lord Winchelsea, ist das 
Bild eines Schälers mit seinem Hunde und seiner Heerde» leicht 
im hellen Tone touchirt* 

Die Gemäldesammlung zu Althorp, dem Sitze des Grafen 
Spencer, besitzt von Tenters* eigener Manier zwei Kleine, artige. 
Bauemstüfcke, und sieben ausgezeichnete Gemälde, in welcher er 
die Schule der Carracci nachiuimtef Triumphe des Neptun, der 
Venus und Galatea, Perseus und Andromeda, der Rauo der Eu* 
ropa, und zweimal der Tod des Leander, worunter sich die gros* 
6ere Darstellung besonders auszeichnet« 

In der Sammlung zu Woburn-Abbey, dem Landsitze des 
Herzog von Bedford, ist eines der Werke« welches Teniers als 
de» grössten Meister seines Faches zeigt. Im Vorgrunde sieht 
man die Vorbereitung zu einem ländlichen Feste, mit mächtigen 
Kesseln, Fässern und Lebensmitteln. In der Landschaft haben 
sich die zahlreichen Gäste bereits in viele malerische Gruppen ge- 
lagert, und sind beschäftiget die Morgensuppe einzunehmen. In 
dem Ganzen herrscht eine ausserordentliche Heiterkeit und Frische, 
die Anordnung zeugt von der grössten künstlerischen Einsicht. 
Ungeachtet der Manni^altigkeit und Wärme der einzelnen Local» 
färben ist das Ganze in einem höchst zarten und harmonischen 
Silberton durchjgefiihrt , und von einer Feinheit der Luftperspek- 
live in der Abtönung, einer Leichtigkeit und einem Geist in der 
Touche« wie sie selbst bei Teniers nicht häufig sind. Die Jahr- 
zahl l646 beweiset, dass es aus der bessten Zeit des Meisters sei. 

In der Sammlung des Lord Ashburton zu LondoU sind 
ftinf Gemälde von Teniers« l ) Die sieben Werke der Barndier- 
zigkeit, Composilion von 16 Figuren. Das Speisen der Hungerigen 
und das Tränken der Durstigen spielt die Hauptrolle, und aUes 
ist im Gebiete der Landleute gehalten. H. 1 F. 11 Z. , Br. 2 F« 

äF« Dieses Bild stammt aus der Sammlung der Herzoge von 
ba, kommt zuletzt aus der Sammlung Talleyrand, und ist unter 
den fünf bekannteren Bildern dieses Gegenstandes eines der vor- 
züglichsten« Wenn es an Helle des Tones, an Feinheit der Aus- 
führung, dem berühmten Bilde im Louvre nicht gleichkommt, so 
übertrint es jenes in der freien und geistreichen Webe, wie alles 
im solidesten Impasto hingeschrieben ist, und in der allgemeinen 
Wärme des Tons. 2) Das unter d<slb Namen »le MancnoUi be- 
rühmte Bild, welches sich durch sechs bel^nnte Cabinete verfol- 
gen lässt, bis auf den letzten Besita&er, den Fürsten Talleyrand. 
In einem grossen Raum sitzt ein alter, einarmiger Mann, dem 
eine Frau für ein Geldstück ein Glas Wein reicnt, worüber ein 
aus dem Fenster sehender Mann die Faust zu ballen scheint* Am 
Stumpfe des Armen sind zwei Hunde befestiget. 5) Das Bildniss 
des Meisters, ganze Figur in schwarzer spanischer Tracht, höchst 
elegant und im soliden Impasto zart verschmolzen, aus Talley- 



*»2 Teniers, David. 

rand*f Samtnlung. H. 1 F. | Z. , Br. g Z. 4 ) Tanz und ändert 
Belusti^ng im Hofe der Dorfschenke, Composition von 24 Figuren, 
mit grosser Feinheit ' im hellen SilbertoU durchgeführt. U. i F. 
5jt Z., Br. 2 F. I Z. 5) Landschaft mit Kühen und Schafen von 
zwei Hirten bewacht, mit sehr malerischem Geist componirt und 
von echt idyllischem Reiz; dabei in einem warmen Ton und heller 
Beleuchtung klar und fleissig beendigt. H. 1 F. 4i Z., Br. 2 F. 
t Z. Dieses Bild stammt aus Talleyrand's Sammlung. 

In der Sammlung des tterzogs von Wellington zu Apsley- 
Kouse ist eine Bauernhochzeit, welche in dem lueinen Raum von 
6 Z. Höhe und 7 Z. Breite an 30 Personen, von einer miniaturartig 
delicaten und dabei sehr geistreichen Touche enthält, mit l655 
l>ezeichnet. Im Jahre 1817 wurden in der Versteigerung von La- 
peyricre dafiir 5550 Frs. bezahlt. 

In der Grosvenor-Gallerie ist eine Landschaft, in wel- 
cher Teniers und seine Frau mit dem Gärtner im Gespräche sind. 
Jenseits des Wassers, worauf Schwäne und ein Boot, ist ^as Land- 
haus des Künstlers. Mit dem Monogramme und lö49 bezeichnet. 
H. 4 F., Br. 8 F. 3 L. Ein zweites Bild stellt eine Bauernfami- 
lie beim Tischgebet VQr» in einem warmen goldenen Ton trefflich 
gemalt. 

In der Gemäldesammlung des Herrrn H. T. Hofie zu Lon> 
don sind ebenfalls zwei Gemälde, die Gegenstücke bilden. Das 
eine stellt vier rauchende Soldaten, und sechs Personen in einem 
anderen Gemache vor, das andere zwei Soldaten beim Trictrac* 
spiel, welchem zwei andere zusehen. In eii^em aUstossenden Ge- 
mache sind noch zwei Gruppen. Jedes der Bilder ist von i647t 
ui^d sie haben den vollen ReiZ jener kühlen, harmonischen Far- 
l^enzusammenstellung , jener leichten , geistreichen Touche , worin 
er so einzig ist. H. l F. 3| Z.., Br. i F. 8 Z. 

In Warwickcastle, dem Sitze des Grafen von Warwick, 
ist eine Wachtstube, in geistreichem Vortrag, Impasto, Reiz der 
kühlen Harmonie eines der schönsten Werke dieser Art. Im 
Vorgrunde sind zwei Raucher, mehr rückwärts sephs Männer 
beim Spiel. 

In der berühmten Sammlung des Mr. Harmanin Lon- 
don, welche 1844 zum Verkaufe kam, war das uliter dem Na- 
men )*Le bonnet vert«i bekannte Bild. Es wurde von Mr. Mafv- 
son um 66o Guineen erkauft. 

Sir William Clarke in London besass ein schönes Bild , 
welches die fleissige Wirthin betitelt ist. Ehedem war es int Be-| 
aitz des Grafen Conti« Aus Clarke's Sammlung wurde das Bild 
1840 um 270 FiV St. gekauft. ' 

Der Gemäldehändler C. J. Nieuwenhuys in London be- 
, 'sass ein schönes Bild christlicher Richtung: Christus und die Sa- 
mariterin am Bruunen. 

Frankreich. 

In der Galle rie des Louvre sind Werke ersten Ranges 
von Teniers, welche von Waagen K. und H. III. 576 gewürdiget 
werden. Da sieht man die sieben Werke der Barmherzigkeit, 
welche in der dem Meister geläufigen Bauemwelt ausgeübt wer- 
den. Von den vier vortrefflicnen Bildern dieses Gegenstandes ist 
dieses eines der reichsten , und in der Lebendigkeit der Köpfe, 
in der Klarheit und Helligkeit des warmen Tons, der höchst fleis- 
•igen Vollendung ausgezeichnet. H. Om. 56 c» Br. Cm. 78 ^* 



Tenim, David. ttItS 

Ein ZTreites BiU stellt den verlornen Sohn >dar, swisehen den 
Freuden der Liebe und der Tafel gethcilt. Composition von 10 
Figuren, in der Ferne dessen reuige Wiederkekr, i644* In den 
eleganteren Costumen seiner Zeit genommen, ist dieses fitld in 
Composition, in Haltung, im geistreichen und doch sorgsamen 
Vortrag eines seiner schönsten Werhe im feinen, hellen Goldton. 
H. Om. 70 c, Br. Om. 88 c. Von seltener Feinheit und trefQicher 
Lichtwirkung, im ähnlichen Ton, ist auch eine Schenke, in welcher 
ein Trinker und eine Frau im Yorgrunde, und im Hintergrunde Rau • 
chende am Kamine sind. H. w* 28 c, Br. ni. 6o c. Ein Mei- 
sterstück von feiner und geistreicher Tokkirung in kleinen Figuren 
ist ein Baueimtanz mit ^ anderen Belustigungen im Freien. H. m« 
13 c. Br. om. 26 c. Ein Reiher, welcher sich gegen zwei Falken 
vertheidiget, während im Hintergrunde Erzherzog Leopold mit sei- 
nem Falkonier und einem anderen Herrn zu Pferde erscheint. Die 
Handlung in den Vögeln ist ungemein lebendig, die Landschaft im 
leichten Goldton sehr anziehend, das Ganze höchst ei^enthümlich* 
H. m. 81 c. Br. 1 m^ 18 c. Die Versuchung des heil. Antonius« 
welcher vor dem Crucifixe kniet, i^inder launig und reich, als an- 
dere Bilder dieser Art , doch fleissig im Goldton ausgeliihrt. H. 
O m. 62 c. Br. 49 c. Eine Schehke mit fünf Personen um den 
Tisch, und neun andere im HÜitergrunde. Anziehend durch die 
Harmonie kühlerer Farben seiner bessten Zeit, doch minder stark 
im Impasto, als andere Bilder aus derselben. H. m. 62 c. Br« 
m. 88 c. Petrus, welcher Christus gegen die Magd verlaufet, 
als Episode einer der Wachtstuben im Costum der Zeit des Kunst- 
lers behandelt, mit Namen und Jahrzahl l646. Eines der schönsten 
Bilder Teniers im kühlen Silberton , sehr dclicat behandelt und 
trefiTlich impastirt« Es wurde schon 1784 in der Sammlung des 
Grafen Merle mit 10320 Fn bezahlt. H. m. 39 c., Br. m. 53 c. 
Bauern tanz . und andere Freuden in einem Hofraum, wobei Te* 
niers mit seiner Tochter und anderer Gesellschaft einen Zuschauer 
abgibt, 1652. Obgleich besonders reich und sehr fleissig im Gold- 
ton ausgeführt , ist die Composition verworren, der Eindruck 
weniger harmonisch als sonst. Früher war dieses Bild in den 
Sammlungen Verrue und de la Live Jullv. . H. m. 79 c. Br. 1 nu 
7 c» Eine Liandschaft mit Fischern, welche ihre Netze aufziehen, 
und Bauern bei der Mahlzeit vor einer Schenke. Eines der vor- 
züglichsten unter den grossen, im Ganzen minder geschätzten 
Bildern dieses Meisters. Obgleich etwas breit behandelt ist es im 

foldenen "jj^on klarer als meist, und die Wirkung von Regen und 
onne der Landschaft ist vortrefiflich. H. 1 m< 20 c Br. 2 m* 3 c. 
Ein Schccrenschleif'er, gut im Impasto, Ton Und Ausführung» 
doch minder bedeutendes Bild , sowie der Kopf eines alten Man- 
nes. Das Bild eines Dudelsackpfeifers ist etwas trocken, jenes 
eines Rauchers schwer im Ton des Hintergrundes, obgleich übri- 
gens von Verdienst. Im Museum des Louvre war auch das un- 
ter dem Namen «Visite a la ^ourrice« bekannte Bild, welches 
Longueil gestochen hat« 

In der Sammlung des Marschais Soult sind einige äusserst 
feine kleine Bilder. 

Ausserdem waren in Privatsammlungen viele Bilder von Te- 
niers, die schon zu wiederholten Malen den Besitz geändert ha- 
ben. Als die vorzüglichsten nennen wir folgende: 

In der Sammlung des Marquis de Lassy ehedcxn tin<t 
heil. Famüie, eine Seltenheit dieser Art. 



20t Teoiers, David* 

In.dftr Samnluiig des Fürsten too Monaco ehedem die 
Versuchung des heil. Anton, ein grosses Bild« 

Bei Mr» de JuUenne ein ländlicher Tanz mit 9'' hohes 
Figuren« 

Bei Mr. Blondel de Gagny der verlorne Sohn, ein Haupt- 
bild, auf welchem der Künstler selpst mit seiner Familie erscheint, 
und welches hei einer AL^ktion um 29000 Lvr. verkauft wurde. 
Eine Kirchweihe aus demselben Cabinet ging l?65 zu 18059 Lvr. 
Weg. Es ist wahrscheinlich jenes Bild, welches H. von Heh- 
leutner zu Amsterdam besass, und 18OI zu Paris tiir l6550 Fr. 
losgeschlagen wurde. 

Mr. Pasquier in Rouen besass zu Anfang unsers Jahrhun- 
derts ebenfalls ein grosses Bild der Versuchung des lieil. Anton. 

Die Bestandtheile dieser Gabinete sind längst zerstreut, sowie 
jene der Sammlungen von Vence, die meistens gestochen sind, 
. de la Live de July, le Noir, de Yaux, TEmpereur, Figeon , Yer- 
rue, Silvestre, etc. Mehrere Werke kamen ms Musee du Louvre 
oder gingen nach England, sowi^ solche aus neuerlich gegründe- 
ten Cabineten, wie jene des Fürsten Talleyrand, des Herzogs von 
Berry und theilwebe aus ilblgenden Sammlungen« 

Bei der Auktion der Sammlung im Palais de TBlisce 
Bourbon in Paris wurde 1838 ein ländliches Concert um 6050 
Frs., eine Kirmess um 886O Frs., La foire de Gand zu 15900 Frs^ 
und ein Dejeuner^ de jambon zu 24500 Frs« bezahlt. 

In der Versteigerung der Gallerie Aßuado zu Paris ging 
1842 eine Wachtstube ( Corps- de »ga^de) mit 8 Figuren zu 15300 
Frs. weg, ^ 

Auch die Sammlung des Mr. Bonnefons de la Yialle 
wurde i84o zu Paris versteigert. Da waren zwei Bilder aus des 
Sammlung des Mr. Casimir rerrier. Ein ländlicher Tanz wurde 
mit ]0400 Fr. und das Bild der Schnitter mit 3050 Frs. bezalilt 

Im Jahre 1835 wurde die Gallerie Lafitle zertrümmert. Da 
war die Versuchung des hl. Antonius , aus Lapeyriore's Sammlung, 
welche für 8000 Fr. wegging. 

Die Sammlung des Baron RothschiId*schen Cassiers Martini 
kam 1844 zur Auktion. Da waren zwei Bildchen von feinem 
Ton und von delikater Touche: Rauchende Bauern vor einem 
umgestülpten Fasse, und ein Raucher am Camin, der sich die 
Pfeife anzündet i660. Das erstere ging zu 2550 Frs., das ander« 
S6U 1887 Frs. weg. 

In der Sammlung des Herzogs von Berjry waren eben- 
falls treffliche Bilder von Teniers. Der Bauerntanz vor der Dorf- 
schenke ist zu den kostbarsten Bildern dieser Art zu zählen. Eine 
Landschaft zeigt Schniiter auf dem Felde. Ein drittes Gemälde 
war unter dem Namen «»rHomme a la chemise blanche« berühmt, 
nach einer in wunderbarem Lichte gehaltenen Figur der Gruppe. 

Einen rühmlichen Namen hatte die Gallerie des Fürsten Tal- 
leyrand, denn sie zählte Bilder erster Art, besonders aus der 
niederländischsn Schule. Diese Sammlung ist jetzt zerstreut, und 
was der Fürst von Teniers Vorzügliches besass, gegenwärtig in 
England zu suchen. Wir haben darauf bei der Aufzählung der 
in englischen Sammlungen befindlichen Werke dieses Meisters 
hingewiesen (s. Ashburton.). 

Es wäre indessen eine schwierige Aufgabe, alle in Frankreich 



Teiners« Ikmi* MS 

noch vorhaadetie Werke dteses Meisters aofoasahlen. Mehrere 
sind im Privatbesitze nur von wei&igen gelüinnt, andere vielleicht 
auch als zweifelhait anzusehen. 

Die Niederlande« 

Im Museum zu Amsterdam sind vier Bilder von Teniers, 
darunter eine berühmte Waehtstube mit dem Trommler* Ebenso 
meisterhaft gemalt ist der verwundete Bauer, wie er das Pflaster 
von der Hand hebt, in Miene und Haltung den Schmerz ausdru- 
ckend. ' 

Im Museum zu Antwerpen sieht man ein grosses Gemälde, 
bekannt unter dem Namen des Entsatzes von \alencienaes« Im 
Jahre 1823 schenkte es der König dem Museum* 

Das Museum in Haag besitzt zwei berühmte Bilder: La Cui- 
sine grasse, und einen Alchymisten. Das erstere stellt das In- 
nere einer reichen Küche vor, und es bt von l644« 

Im Museum zu Brüssel ist eine Ansicht aus Flandern, 
welche l840 von dem k. Ministerium der öfiFentlichen Arbeit aus 
der Sammlung des Mr. Scham^ d'Aveschoot in Gent um l4O0O Frs. 
angekauft wurde. Dieses kleine Bildchen hat Le Bas unter dem 
Titel: Ylene vue de Flandre gestochen« Vor der Schenke trinken 
und rauchen Männer um ein Fass , während die Wirthin auf der 
Thürschwelle steht. Ein Fluss scheidet den vorderen Theil des 
Gemäldes von der wunderschönen Landschaft. Eine andere Land- 
schaft zeigt ein ländliches Haus mit zwei Bauern und einer Bäue- 
rin, welche Gemüse abladen. Die Landschaft ist von van Hutter 
gemalt. 

In der Barfüsser Kirche zu MecheJn sind die ip Märtyrer 
von Gorcum ^ auf Bitten seines Sohnes gemalt, der Mönch dieses 
Ordens war. 

In der Dorfkirche zu Me erb eck bei Mecheln ist ein Altar- 
blatt mit der Versuchung des heiL Anton von %666* Diese ist das 
berühmteste Bild dieser Art im Gross^i. Zur Zeit Napoleons zierte 
es das Central - Museum in Paris. 

In der Sammlung des Mr. Stier d'Aertselaer zu Ant- 
werpen waren bis lB22 folgende trefflidie Bilder. Winterland- 
schaft mit Bauern auf dem Eise in verschiedener Unterhaltung, 
ausserordentlich klar im Ton, und eines der bessten Werke dieser 
Art. Die Landschaft isj voo van Heyl. H. 19 2. iL., Br. 26 Z. 
10 L. Landschaft mit einer Zigeunerin, wie sie einem Bauer wahr- 
sagt. Am See erheben sich Berge und Gebäude, Alles breit und 
ge^treich behandelt. H. l4 Z. l L., Br. 18 Z. 6 L. Gebirgsland- 
schaft. Am Felsen der flötende Hirt mit der Heerde, in dem so 
beliebten Silberton hehandplt. H. l4 Z., Br. 18 Z. 6 L. Land- 
schaft im Geschmacke Rembranilt's. Yorir am Wege ein Mann 
mit dem Korbe ruhend. H. 8 Z. 3 L., Br. 10 Z. 7 L. 

In der Sammlung des M. Schamp d'Aveschoot zu Gent 
waren bis l84o folgende schöne Bilder : 1) Die flandrische Ansicht 
mit Zechern vor der Schenke, jetzt im Museum zu Brüssel. 2) 
Eine Winterlandschaft mit einem plumpen Bauer, der zwei Schweine 
leitet, eines der kleinen Bilder, weiche unter dem Namen der 
»Apres diners«c von Teniers bekannt sind. 3) Die beiden Trictrac- 
Spieler, deren Treiben zwei Männer beobachten^ während andere 
Personen ivk Gsuude des Zimmers sich beschäftigen. Dieses geist- 



relifio «Ulli feiaft Bild b«««!is tiriiteer Lucai Sohttap, H. \^ Z., 
Br. 25 Z, 4) Dio Affen beim Mfthle. Rochts is- der bedeckte Tiich, 
auf welchem ein Korb mit Friichten steht. Ein Affe isst Austern, 
und ein anderer in der Jacke zieht Wein aus dem Fasse. Dieses 
geisti^eiche Bild ist von der feinsten Touche. Auf Kupfer. H.69Z. 
Br. 14^ Z. 

Der Canonicus Baut in Gent hatte da^ reiche CooTcr' 
tationsbild, wo der Kiinstler die Tochter des Hauses liebkoset 

In van Steengracht*s Sammlung'im Haag ist ein Bild 
der sieben Werke der Barmherzigkeit von l64l« 

In der l84t erfolgten Versteigerung der Sammlung des Bilder- 
händlcrs Lerov aus Brüssel ging das Bild der Wahrsagerin 
aus Dubois* CaSinet um 4ooO Frs. , und eine Kirmess, aus dersel- 
ben Sammlung um ÖQSO Frs. tveg. 

Italien. 
" h^ der Sammlung des Cardinais Fesch, welche 1844 zerstreut 
wurde, waren mehrere Bilder von Teniers, welche den ersten 
Hang behaupteten. Zuerst erwähnen wir eine Landschaft von Te- 
niers sen. Ls erheben sich Fclsenmassen und Bäume , und ein 
Wasserfall stürzt ab. Am Fasse der Felsenwölbung ruhen iwel Jä- 
ger» und ein Bauer mit einem Hunde spricht zu ihucn. In der berz- 
und baumreichen Landschaft breitet sich ein Fluss aus. H. 3 1^ 
. Q Z. 2 L. , Br. 5 T, i Z. 9 L. Vom jüngeren Teniers finden vrir 
folgende Werke angegeben: Die Dornenkronung. Der Heiland sitzt 
bis auf den Gürtel entklei«iet mit jgebundenen Händen auf einen 
Steine in einem Wachthause. " Fünf Soldaten beeifern sich, das 
göttliche Schlachtopfcr zu misshandeln. Diesen brutalen Soldaten 
gegenüber bemerkt man zwei Männer mit ängstlicher Miene. Am 
Gewölbe hängt «ine grosse Laterne. Durch -einen grossen steiner* 
nen Bogen sieht man vier Bauernsoldaten um den Hock des Uci* 
Itodes. Jener mit dem Rücken am Feuer hat die Pfeife im Munde. 
Dieses Gemälde gehört zu den Hauptwerken des Mebters, uni 
kann mit dem veuornen.Sohn im Louvre und mit dem Bilde dd, 
Mannes mit dem weissen Hemde aus der Gallerie- des Herzogs vüi 
Berry verglichen werden. Zeichnung, Ausdruck, Färbung, Hell* 
dunkel y Touche, alles ist gleich meisterhaft und studirt ois zum 
kleinsten Detail. Es ist eines jener Bilder im Silbertone, aber voai 
uügeifvöhnUcher Wärme und. von wündcrbiarer Harmonie. D»*] 
Licht kommt von der Seite, trifft' den 'Mann im weissen Hemdei| 
streift dUe Seite des Heilandes , Und lässt alle anderen Figuren im 
Halbdunkel. Teniers malte dieses Bild l64l* H. t F. Z. 9 LJ 
Br. 2 F. 3 ,Z. 5 L. Ein zweites Gemälde dieser Sammlung sielW 
, Jesus mit fünf seiner Jünger vor, wie er einem Pharisäer die Schrijt| 
erklärt, und mit der Linken nach dem Himmel deutet. Halbe Fi* , 
guren. H. il Z. 3 L. , Br. g Z. 5 L. Um zwei Linien grösser i^t 
ein anderes Gemälde, welches Christus bei den Jüngern m Emaut 
vorstellt. Er sitzt dem Cleophas gegenüber, und blickt das BroJ 
brechend deinen alten Schüler an. Diese beiden Bildchen sind toUj 
kommen in der Manier des Rubens gemalt, und gehören zu dd 
sogenannten i^Fastiches«. Die Nachahmung ist höchst taäschend, so* 
wohl in der Charakteristik, als in der Färbung und Behandluof 
Ein viertes Bild stellt einen Viehhof vor, täuschend in der Weis« 
des H. Zorg gemalt, aber mit dem Monogramme unsers Künstler 
bezeichnet. Auf der Schwelle der halboffenen Thiire steht A 
Weib , und ein Alter mit weissem Barte schiebt den tCarren 01 
Gemüse. Geräthe aller Art liegt umher, der grosse Milchtopf it^M 



Temen, David. | SftZ 

tnf dem Fasse, swei Enten, ein Hund, swet Ziegen und t ein 
Schaaf bilden die weitere lebendij^e Bevölkerung, ll. t F. | Z. 
6 L., Bn 2 F. 2 Z. 3 L* Ueberdiess waren in dieser Sammlung 
drei Bilder au& der Schule Teniers\ die ebenfalls für Original ge« 
nommen werden könnten. 

In der Gallerto zu Florenz ist Ton Teniert sen. ein Arzt 
mit dem MedicinglasiSy und ein Alchymist in seinem Laboratorium. 
Dem jüngeren Meister dieses Namens wird die halbe Figur, des 
heil. Petras in Thranen zugeschrieben, und ein Bild mit zwei- AI* 
ten, die sich liebkosen.. 

In der Gallerie zu Turin sieht man eine Taverne mit Kar* 
tenspielem, eines der schötnsten Werke des Meistert von l650« 
E 1 F. 5 Z. , Br. 2 Z. 

Im Palaste Doria zu Rom ist ein treflfliches Bild, weichet 
eine ländliche Hochzeit vorstellt. 

Spanien« 

Auch im Museum zu Madrid sind Bilder von Teniers,i die 
zu den schönsten Erzeugnissen dieser Art gehören. Da sieht man 
die Versuchung des heil. Antonius , welche viele Aehnlichkeit mit 
dem Bilde im Museum zu Berlin hat; ferner Zig^euner in einer 
Landschaft, elfte interessante Situdie zu dem schönen Bilde des 
Meisters in der Sammlung des Consuls Claus zu Leipzig; Tabak- 
raucher in der Schenke; eine Bauemoperation | Landschaft - mit 
Vieh und Hirten; Dorfkirmess mit reicher Landschaft. Alle diese 
Bilder sind in der Colleceion Htographica de Guadros del Rey de 
Espanna etc. lithographirt« 

Russland.^ 

In der k. Eremitage zu St. Fetertburg ist das berühmte 
fiild der Anti^erpner Schützenprozession, welches ehedem in der 
Gallerie zu Cassel w^r. Diess ist das Hauptwerk d^s Meisters» 
welches wir unter »Ga^sel« näher erwähnen. Auch kleinere Bil- 
der sind in der Eremitage, welche diesem Meister zugeschrieben 
werden. 

OeutStthland« 

Sehr reich an Werken dieses Meisters ist auch Deutschland ,. 
wo man In den Galleriea wahre Schätze aus dem Nachlasse 
desselben findet., 

In der Pinakothek su München ist ein grosser Jahrmarkt» 
eine Seltenheit der vortrefflichsten Art in dieser Ausdehnung. Vor 
der Kirche St. Maria della Imprunata im Flörentinischen bewegt 
sich das zahlreich versammelte Volk mit seinen Lastthieren und 
Verkaufswaaren. H. 8 F. 5 Z., Br. 12 F. 4 Z. Kleiner sind fol- 
gende Werke. Eine Bürgerwachstuhe mit Waffengcräthen , wo 
Soldaten rauchen und Würfel spielen. H. 2 F. , Br. 2 F. 6 Z. 8 L. 
Bine Rauch- und Trinkgcsellschaft von zehn Bauern in der Schenke* 
Jener am Tische im Vorgründe hält einen steinernen Krug und 
fünf andere sitzen am Gamin: H« i F. 1 Z. 3 L., Br. 1 F. 6 Z« 
6 L. Affen in der Küche, welche Speise bereiten, während andere 
am Tische auf dem Boden essen. H. 10 Z. , Br. 1 F. l Z. 5 L. 
Bin Katzen - und Affenconcert , dabei die Eule als Capellmeister 
mit dem Notenbuch. H. Q Z. 6 L., Br. 11 Z. 6 L. Eine lustige 
Oesellschaft von acht Bauern in der Schenke, der vordere mit Krug 
und Pfeife. H. 1 F. 1 Z. 8 L., Br. i F. 6 Z. 6 L. Ein Bauer 
heim Bierkruge die Geige spielend , im Grunde . zwei andere ata 
Camin. H. 9 Z. 6 L.» Br. 1 F. i Zi 5 L. Tanzende und spie* 



208 Tcniers,* Dairid, 

' lendc Bftuern in der Wirthsslube. H. 1F.9Z.61L., Bh 2F. fi Z. 
Eine Bauernhochzeit. Die Uochzeitsgäste tanzen und zechen vor 
der Schenke unter freiem Himmel. II. 2 F. l Z. « Br. 2 F. 8 Z. 
Eine Zechstube mit rauchenden Bauern am Tische. H. 1 F. 8 Z. 
6 L. , Br. 2 F. 3 Z. Ein Bai^r in der Stube, wie ihm sein Weib 
die Pfeife anzündet. H. f F. l Zl 4 L., Br. | F. 7 Z. 6 L. Ein 
rauchender Bauer an der Seite seines Wetbee, im Grunde der 
Stube ein anderer Bauer. H. 10 Z., Br. 8 Z. 4 L. Das Innere 
einer Bauernstube mit trinkenden und rauchenden Bauern am Ca- 
mtnfeuer. H. 1 1 Z. , Br. l F. l Z. 3 L. Die meisten dieser Bilder 
stammen aus der bessten Zeit des Meisters, und sind ¥<m ausser- 
ordentlicher Klarheit des Tons und von delikater Touche. 

Noch reicher an Werken dieses Meislers ist die Gallerte in 
Dresden, worunter^ einige aus det Brässeler Gallerte stammeD. 
Es ist da eine merkuvürdtj^e Reihe von Bildern im Silberton und 
in jener wunderbaren kühlen Farbenhannonie, Ein gewölbtes 
!^immer,,in welchem ein Greis am Fuhe schreibt. Ein Knabe bringt 
ihm einen Brief, die Alte in der geöftieten Th&re, und der Hund 

' springt nach dem Affen. Dieses ausgteeichnet schöne Bild ist 
11^ Z. hoch, und 8i Z. breit. Eine holländische Bleiche auf 
freiem Platze vor dem Dorfe, wo Menschen auf mancherlei Art 
beschältet sind. H. 2 F. 54 Z., Br. 1 F. Q Z. Mehrere Bau- 
em mit mren Weibern vor der Dorfschenke in. Unterhaltung, im 
Grunde die Ansicht einer Stadt. In der Grösse des vorigen Bil- 
des. Bauern bei einem Kruge Harlemer rauchend, während an-j 
dere am Camin Karten spielen. H. 2 F. t L., Br« 2 F. 7 Z. Ein 
Alchymist mit seinem Handblasbalg vor dem Schmelzofen umge- 
ben von wunderlichem Geräthe, während im Grunde vornehme 
Leute am Tische sitzen, denen der Adept zu beweisen scheint, 
dass ihm nur noch einige Pfunde Gold fehlen,, um die Tinktur 
zu finden. H. 2 F. H 2., Br. 1 F. 4^ Z. Ein Platx vor der 
Schenke, mit einem lustigen Volke bei Trank und Tanz, mit; 
grosster Wahrheit dargesteilt. H. 4 F. 8 Z., Br. 7 F. 8 Z. Ein 
alter Zahnarzt mit einer Straussenfeder auf der Pelzmütse siut 
in Ruhe vor dem Tische, und hält auf einem Instrumente den 
Zahn, welchen er dem hinter ihm stehenden Burschen ausgenom- 

* men hat* H. i F. 3 J^.f Br. 1 F. t Z. Männer und Frauen 
mit ihren Kindern an der Tafel vor dem Wirthshausel>eim Mahle. 
Daneben am Fasse steht der Geifer und der Violoncellist beglei- 
tet sein Spiel. Ein Bauer mit seiner Schönen hat den Tanz be- 
gonnen , und hie und da wurde dem Glase bereits gut zugespro- 
chen. In einiger Entfernung sieht man herrschaftliäe WTofaunge- 
bäude und Leute höheren Standes. Dieses Gemälde konnte von 
D. Teniers sen. herrühren. H. 5 F., Br. 6 F. 4i Z. Ein Dorf- 
platz mit mancherlei Gruppen bei Tanz und Schmaus. Im Vor« 
gründe sind herrschaftliche Personen, welche das frohe Volk be- 
obachten. H. 2 F. 11 Z., Br..4 F. 5 Z. Eine kleine gebirgig« 
Landschaft mit einem Fluss. Rechts vor dem Hause hängt die 
Frau Wäsche auf, und im Vorgrunde ist Vieh mit zwei Hirten. 
H. iF. 4 Z. , Br. 1 F. llj Z, Eine kleine Landschaft mit Fl 

ren, darunter ein Mann, der efine Angel und einen Fisch tragt. 
6} Z. , Br. 9 Z. Eine ähnliche (Landschaft mit Männern tm 
Vorgrunde.' ^ In gleicher Grösse. Eine Wachtstube mit mehreren 
Solilaten beim Kartenspiel , und zwei andere vor dem Camin. U. 
j F. 4 Z. , Br. 1 F. 8 Z. Bauern am Tische die Zeche berediaend, 
andere stehen im Grunde um ein Caminfeuer bei der kochenden 
Frau. H. 1 F. 8| Z. , Br. 2 F. 5 Z. Die Versuchung des faeü. 
Auton. Fr sitzt in einer Hohle, in welche von zwei Seiten Licht 



Teniers» David. 209 

einföUt. Unter ihm steht ein altes hasenahnliches Weibehen und 
deutet auf ein schönes Weib mit Habichtsiüssen, welches sich mit 
dem Zaubertrank nähert« Umher sind viele phantastische Gebilde, 
ein scheuslicher und wüster Traum, IL 11 j Z., Br. i F. 4Z. Bau- 
ern beim Kartenspiele in der Schenke. H. 1 F. 3 Z.» Br. i F. lOZ. 
Zwei Bauern beim Brettspiele und ein Zuschauer. H. l F. I Z.» 
Br. 1 F. 5 Z. Eine Wachtstube, in welcher die Soldaten ihre 
Harnische und WaiFen abgelegt haben, und theilweise schon mit 
dem Würfelspiel beschäftiget sine). Im Hintergrunde wird St. Fe* 
trus von einem Engel aus dem Gefangniss betreit. H. 2 F., Br. 
2 F. 87 Z. Ansicht des Dorfes Schevelingen mit einem Theile der 
See, auf welcher Schiffe und Kähne erscheinen. Im Grunde ist 
ein Fischmarkt. H. 3 F. , Br. 4 F. 5 L. Ein Bauer mit dem Kruge 
auf dem Fasse, während sich der neben ihm stehende Bauer cue 
Pfeife stopft. Im Hintergrunde sitsen Bauern um den Tisch. H. 
1 F. 6 Z., Br. 1 F. 1|4 Z. Bauern in der Stube, einige dersel- 
ben am Tische beim Würfelspiel. H. 2 F., Br. 2 F. 8i L. Eine 
holländische Dorfschenke. Zwei wohlgenährte Bauern schmauchen 
ihr Pfeifchen; der hinter ihnen t^ut ein Gleiches, zwei andere bal- 

gen sich, und die Wirthin bringt Speise zur Thüre herein. Im 
runde sitzen mehrere am Tiscke beim Kartenspiel. H. l F. 3 Z7, 
Br. 1 F. 9^ Z. Eine Hexenscene. Die Alte sitzt vor einem Tische 
und rührt das Elixir, und ein grinzender Vampir sieht ihr dabei 
zu. Im Grunde kniet vor der Esse eine zweite Hexe mit dem Bu- 
che, und dabei reitet ein nacktes Weib auf dem Besen. Ein schwar- 
zes Schwein fahrt in die Esse hinein. H* 9 Z. , Br. 1 F. Die Ver- 
suchung St Antons. Er kniet vor dem Grucifixe in der Grotte 
umgeben von einer Menge komisch gestalteter Gespenster. H. 2 F. 
5-1 Z. , Br. 3 F« Eine Stube mit Bauern am Tische , auf welchem 
Schinken, Brod und Bier vorgesetzt sind. Der Fiedler spielt ei» 
nem tanzenden Paar auf. H. 2 F. 2 Z. , Br. 3 F. 2 Z. Elias und 
St. Anton in einer Landschaft, jeder mit einem Buche, von L« 
▼an Udcn und Teniers gemalt. H. i F. 10 Z., Br. 3 F. 1| Z. 

In der Gallerie des k. ][VIuseums in Berlin sind vier Bilder 
von Teniers. Eine Kneipe, in welcher ein Paar Bauern Puff spie- 
len, während drei andere zusehen. Im Vorgrunde schreibt der 
Wirth, und die Wirthin bedient am Camin zwei andere Bauern. 
Mit dem Namen. H. l F. 6^ Z. , Br. 2 F. 3 Z. Die Werkstatt 
eines sehr prosaischen Alchymisten. Er sitzt am Heerde und rührt 
nach .dem Recepte eine Mixtur zusammen, umgeben von aller- 
lei buntem Geräthe. Im Grunde sind drei Laboranten. Mit dem 
Namen. H. 1 F. 84 L* » Br. 2 F. 2 Z. Auf einem dritten Gemälde 
erseheint der KünsUcr selbst vor der Thüre seines Landhauses, wie 
er mit grossen Reitstiefeln die Bassgei^e spielt, während seine Frau 
und sein Sohn nach Noten singen. Ein Page präsentirt Wein, und 
innerhalb der Hausthüre steht ein Mann im Mantel. Mit dem 
Monogramm. H. l F. 3| Z. , Br. l F. 3i Z. Das vierte Bild stellt 
die Versuchung des heil. Antonius dar, und wie Kugler (Besch. 
d. M. S. 251 ) liemerkt, in so abentheuerlicher Grossartigkeit und 
genialer Tollheit, dass kein anderes Bild dieser Art dem in Rede 
stehenden gleichkommt. Der Einsiedler kauert angstvoll in der 
Grotte, und sieht sich mit blödem Entsetzen um. Eine Dame in 
reicher brabantischer Kleidung, unter deren Gewänder eine Vogel- 
luralle hervorschaut, bietet ihm einen WeinrÖmer,^ dessen Inhalt 
ihm die alte zweigehörnte Kupplerin empfiehlt. Die Ecken seines 
Felsenaltares schiessen als fabelhafte Thierfratzen heraus, und al- 
lerhand wüstes TeulelSvolk zerrt ihn an Mantel und. Schultern. 
Vorn in der Ecke sitzen ein Paar Bauern mit Krall enfin gern, von ' 

JSagler's Künstler' Lex. Bd. XVIIL U 



S10 Teuiers, David. 

denen der eine singt« der andere ein brennendes LichUtümpfchen 
auf dem Besen trä^. Gegenüber sitzt ein anderes Unthier mit der 
Clarinette in der hoblen Nase. Auf einer Felsenzacke sitzt ein ge- 
rupfter Geier , der unsinnigste Lärm aber wird in der Luft voll- 
führt. Hier sieht man zwei Ritter, die auf Fischen reiten, mit ein- 
ander tourniren. Der eine , ein Vogel , hat als Panzer einen thö- 
nernen Krug angezogen, und einen Leuchter mit brennendem 
Lichte statt des Helms aufgesetzt. Er spiesst eben den anderea 
mit einer Hopfenstange, eine Art zusammengetrockneter Frosch, 
der graulich schreit und die Arme emporschlägt» Der humoristi- 
sche Wahnsinn des Bildes dürfte nicht bloss für den KÜDstler, 
sondern auch für seine Zeit bezeichnend seyn. Mit dem Namen 
und der Jahrzahl i647. H. 2 F. 7} Z., Br. 3 F. Qi Z. 

In der k. k. Gallerie zu Wien sind Hauptwerke dieses 
IVIeisters, wovon die meisten aus der Gallerie des Erzherzogs Leo- 
pold in Brüssel stammen. Bildniss eines jungen Mannes mit gros- 
sem Hute und Krause, wie er die Handschuhe in der Linken nält. 
Halbe Fisur. H. 2 F. 8 Z. , Br. 2 F. Bildniss einer Dame, in der 
Rechten die Handschuhe, in der Linken den Muff haltend. Halb* 
flgur. H. 2 F. 7 Z. , Br. 1 F. 10 Z. Ein alter Mann mit vveissem 
Haar und Bart. Er trägt einen grauen Rock und eine graue Mii* 
tze. H. 1 F. 8 Z., Br. l F. 6 Z. Die Bauernhochzeit, wobei ge- 
zecht uud getanzt wird. Das Brautpaar steht im Yorsrunde und 
wird von einem alten Sackpfeifer belauscht. Mit dem Namen und 
der Jahrzahl l648- H. 2 F. 4 Z., Br. 3 F. 6 Z. Abraham kniet 
mit Isaak vor dem Altare, auf welchem der Widder lieg;t lo 
Hintergrunde die Knechte, mit dem Esel. Mit dem Namen und der 
Jahrzahl l6S3. Halbe Figuren. H. 4 F. i Z. , Br. 3 F. 3 Z. Eise 
Räuberbande, welche ein Dorf plündert und die Einwohner miss- 
handelt. Im Yorgrunde bedroht ein Soldat einen alten Mann und 
ein Weib mit der Pistole. Mit dem Namen und der Jahrzahl l6i8' 
H. 2 F. 4 Z., Br. 3 F. 6 Z. Eine Küche, in welcher ein Karren 
mit Gemüse und allerlei Geschirr herumsteht. Die Magd scheuert 
den Kessel, und der Alte sitzt scherzend neben ihr, von seineo 
Weibe durch's Fenster beobachtet. ' David Teniers 1077. H. 1 F« 
5^ Z. , Br. 2 F. 3 Z. Die Wurstmacherin. An der Wand hängt 
ein ausgespanntes Schwein und das Eingeweide davon an eines 
Hacken darüber. Vier Bauern und eine Alte sind am Camine ver- 
sammelt. D. Teniers F. H. l F. 6 Z. , Br. 2 F. Die Dorfkirme«. 
Vor dem Wirthshause sitzen rechts an der Tafel mehrere Bauero, 
in der Mitte wird getanzt, und zur Linken kommen einige Städter 
herbei, in denen man Teniers und seine Familie erkennt. David 
Teniers Fe. H. 3 F. 6 Z., Br. 2 F. 5 Z. Eine Winterlandschaft 
mit Dorf, vorn ein Bauer zwei Schweine treibend. Im Grunde 
breitet sich die Stadt aus. H. 1 F. 10 Z., Br, 2 F. 8 Z. Vertun- 
nus und f omona in der Laube des prächtigen Ziergartens. D. Te- 
niers Fecit i638. H. 1 F. 6 Z., Br. i F. ii Z. Das Innere dei 
Saales der Bildergallerie des Erzherzogs Leopold in Brüssel i mit 
50 kleinen Copien von Gemälden. Teniers selbst zeigt dem En- 
herzoee einige auf dem Boden stehende Gemälde. Rechts am Fenn 
ster sind die Begleiter des Sutthalters, und auf dem Tische steht 
die Reiterstatue desselben. H. 5 F. i Z., Br. 3 F. 10 Z* ^3 
Bauern beim Bogenschiessen vor dem Dorfe D. Teniers Fee. H. 
2 F. 85 Z., Br. i F. lO Z. Landschaft mit einer Menge tanicni 
der Bauern und Bäuerinnen aus&erhalb des Dorfes. Sie bildefl 
einen langen Reihen. D. Teniers F. H. i F. 8 Z., Br. 3 F. Z'»^ 
Bauernjungen vor dem Dorfe, und ein dritter wirft dem Hund^ 
eine Kugel vor. D. Teniers F. H. 1 F. l Z., Br. I F. 72. Z»*^' 



, Teniers, David. 21t 

Bauern in der Stube, von denen der eine die 2(eitung liest , der 
andere sich am Camine war . t und raucht. Im Grunde swei Män- 
ner bei der Köchin. D. Teniers Fee. 1Ö75. H. 94 Z. , Br. l F. 1 Z. 
Eine Bauernstube mit mehreren Männern, welchen ein Weib Ta- 
bak vorschneidet. Im Grunde hommt ein anderes Weib zur Thüre 
herein. D. Teniers i671. H. 9| Z., Br. l F. Eine Bauernstube, 
in welcher die Magd kupfernes Geschirr reiniget. Rechts sind 
Ziegen und Geflügel, im Grunde wärmt sich die Alte und ein 
Knabe am Camine. H. 1 F. S Z. , Br. 1 F. 9 Z. Das Yogelschies* 
sen zu Brüssel a\tf dem Platze »des Sablons« l652» als Erzherzog 
Leopold auf einer vor der Kirche St. Gudula errichteten Bühne 
von der Schützengesellschaft eine Ehren-Armbrust empfing. Un- 
ter der Menge des Volkes sind viele Bildnisse, und im Vorgrunde 
steht Teniers selbst mit seiner Familie. David Teniers Fee. Ao. 
l652. H. 4 F. 5 Z., Br. 7 F. 9 Z. Ein Kuhstall, in welchem 
eine Bäuerin die Kuh melkt, und mit dem Hirten spricht, dessen 
Schafe rechts stehen. Im Grunde kommt ein Alter durch die Thüre 
herein. D. Teniers F. H 2 F. 2 Z , Br. 3 F. 1 Z. Ein Stall mit 
Ziegen zur Rechten und einem Knaben, der die Flöte bläst. Liukt 
ist Geflügel und im Grunde kommt ein Weib mit dem Kruge zur 
Thüre herein. D. Teniers F. H. 2 F. 2 Z. , Br. 3 F. | Z. 

In der Gallerie Lichtenstein zu Wien sind mehrere Bil- 
der von Teniers, unter welchen die Versuchung des heil. Anton 
und der Pferdehändler die vorzüglichsten sind. Dann sieht man 
daselbst ein Gemälde, welches eine Gruppe von drei lustigen Bau- 
ern mit einem Lautenspieler vorstellt. J. G. Schwab hat dieses 
Bild gestochen. 

In der Gallerie zu P o mm er s fei den ist ein Gemälde, wel- 
ches die Gallerie des Erzherzogs Leopold Wilhelm, seines Gön- 
ners vorstellt« Er selbst erscheint als Inspektor der Sammlung 
mit zwei anderen Personen. Dieses Bild ist in dem bei ihm so be- 
wunderten kühlen Ton gemalt, so wie ein zweites Bild, welches 
Tom Raucher, hinten eine ^Gesellschaft am Kamine vorstellt. Ein 
drittes Gemälde, sehr zart in einer sanften Harmonie^ stellt den 
heil. Hieronymus dar, und ist mit dem Namen versehen. 

In der Gallerie zu Braun schweig^ ehedem in Salzdah- 
len, werden beiden Teniers mehrere Bilder zugeschrieben: Die 
Barbierstube der Affen und Katzen, die Junge Dame in der Woh- 
nung der alten Zauberin mit Erscheinungen, die Gesellschaft im Gar- 
ten, die Erndte, das Schlittschuhlaufen, das Schweinschlachten, zwei 
Bildnisse eines Greises und einer Matrone, Zecher in der Schenke, 
die Plünderung eines Dorfes, Landschaft mit Vieh, die vier Jah- 
reszeiten, zwei grosse Landschaften. 

In der Gallerie zu C a s s e 1 war das Capitalbild des Meisters, 
die Ansicht des Rathhauses und des grossen Platzes in Antwer- 
pen, auf welchem alle Innungen und Bruderschaften in Prozession 
erscheinen. Dieses Bild malte der Künstler l645 für die Armbrust- 
Kchützen- Gesellschaft in Antwerpen, und 1750 erstand es der Hof 
in Cassel mit einem Gemälde von Rubens ( Mars und Venus ) um 
5000 holländische Gulden. Unter Napoleon wurde dieses Gemäl- 
de nach Paris gebracht, später in Malmaison aufgestellt, und 
jetzt ist es in der k. Eremitage zu St. Petersburg. 

In der Sammlung des Consuls Claus zu Leipzig ist ein 
treffliches Gemälde, welches Zigeuner in einer Landsduft vorstellt. 
Die SÜzze findet man im Museum zu Madrid. 

14 • 



312 Tenier«, David. 

Stiche und Lithographien nach Gemälden dieses 

Meisters. 

Die Zahl der nach ihm gestochenen Blätter ist sel^ gross, . 
und das folgende Verzeichniss noch um so reicher, da mehrere 
der Erfindung nach dem älteren Teniers angehören dürften. Eine 
vollkommene Scheidung ist nicht möglich, da sie gevröhnlich nur 
als Compositionen David Teniers angegeben werden, ohne Rück- 
sicht auf den älteren und jüngeren Meister dieses Namens. Zu des 
nach D. Teniers sen. gestochenen Blättern rechnete man früher 

J*ene von Alzenbach, CBoel, van Bruggen,Deiros,F« Deroy, Earlom, 
f'ürst (Verleger), Gole, Goubau, Greenvrood, Kauperz, C. Küssel, de 
Lange, Lisebetius, Mayr, van Panderen, Sarrahat, van Sommer, 
van Steen, Yaillant, Vorsterman, Willemsen und Wyngaerde. 
Dieses Verzeichniss dient zugleich als Supplement zum Veneich- 
nisse der Gemälde, da mehrere Bilder aus älteren Cabineten an^ 
geben werden, deren jetzige Besitzer uns unbekannt sind. Eine 
sichere Classification der jBlätter nach diesem Meister ist nicht 
wohl möglich, da der Einfluss seines Bauernelements selbst in bib- 
lischen und geschichtlichen Darstellungen herrschend ist. Das 
Verzeichniss der folgenden Blätter ist sehr bedeutend, es ^ären 
aber noch viele beizufügen. Die interessantesten sind jedentallt 
aufgezählt, und es dürften davon wenige fehlen. 

Portraite, 

Das Bildniss des Künstlers, s. oben am Schlüsse der Bio* 
graphie. 

Prinz Juan d*Austria, nach einem Gemälde aus der Galleiii 
in Brüssel von J. Troyen gestochen i656* 

Leopold Wilhelm Erzherzog von Oesterreich. Oval amPiede- 
stal von allegorischen Figuren umgeben. Gest. von J. Troyen, foi* 

Louis de Bourbon, Prinz de Condc. Oval von Palmen. Li«! 
sebetius sc. , fol. 

Brustbild eines bärtigen Mannes mit Pelzkleid und Mütze«, 
Chery del. Gandolfi sc. (Musee Napoleon), fol. 

Portrait eines Mannes mit einem kleinem Buche in der Haoi 
halbe Figur. Radirt von Denon, 4* 

Bildniss eines bärtigen Mannes mit Pelzmütze in einem o^ 
Pelz verbrämten Rocke, halbe Figur. Gest. von Boutrois, Ul 

Portrait eines Mannes in | Ansicht nach links, mit KrauMi 
und Mantel. Halbe Figur, radirt von J. J. de Boissieu, kl. 4„ 

Hendrick Akattchiau und Dambremez , zwei Bettler von ^i' 
velles. 2 Blätter von Ferand gestochen, 4. 

Biblische Darstellungen, Legende, Geschichte 
und Mythologie. 

Das Opfer Abrahams. Isaac auf den Knieen vor dem Altar« 
And. Altamonte del. et ine. Nach Teniers sen«, fol. 

Die Verkündigung der Hirtenl C. Galle sc* Schönes und set 
tenes Blatt, fol. 

Die Geburt Christi mit der Erscheinung der Engel« P. Chet« 
sc, fol. 

Das von den Eltern angebetete Jesuskind , gestochen von ^ 
Galle, fol. 

Die Flucht in Aegypten , radirt von Weisbrodt und gest. voi 
Daudet, fol. 



TenievB, David. 213 

The miracaloiu Orauflit of Fishes* Der fvunderbare Fisch- 
xug. Th. Major sc.» qu. Fol. 

Das Abendmahl des Herrn • nach D*. Teniers sen« « ^e$U von 
£. van Fanderen , qu. fol. 

Le Reniement de St. Pierre. Die Verläugnunff des heil. Fe* 
tras, reiche Composition , in das Gebiet seiner Wachtstuben ge- 
hörig. Marchais del. R. Delaunay sculp. (Musoe Napoleon) 
roy. fol. 

Der reuige Fetrus. Radirt und gestochen von D. Berteaux 
und Langlois, 4. 

Die Marter des hl. Stephan» gest. von £. van Pauderen« fol. 

St Hieronymus im Budie lesend, mit dem Löwen zur Seite. 
G. Altzenbach cxc. , fol. 

St Ambrosius im bischöflichen Ornate. G. Altzenbach exe. foL 

St Gregor im päpstlichen Ornate. G. Altzenbach exe, fol. 

Jede dieser Figuren erscheint auf landschaftlichem Grunde, und 
im Rande ist eine kurze Beschreibung ihres Lebens. 

St. Franz von Assisi. J. P. le Bals sc, kl. fol. 

Eine Folge von weiblichen Heiligen, 12 Blätter von C. Galle, 
M. fol. 

,St Georg befreit die Prinzessin vom Drachen. J. C. le Vas- 
»eur sc. , ffr. qu. fol. 

Dieselbe, oder eine ähnliche Darstellong, gest. von Sullivan fol. 

Die Werke der Barmherzigkeit. Nach dem Bilde im fran- 
zösischen Museum gest. von J. Ph. le Bas, s. gr. fol. (Kleiner 
radirt und gestochen von Chataigner und Niquet, 4). 

Der verlorne Sohn, gest. von J. Ph. le Bas, das Gegenstück 
zu obigem Blatt« s. gr. qu. fol. (Kleiner radirt und gestochen von 
Malapeau und Lienard, 4). 

Die Versuchung des* heil. Anton , nach dem Bilde im franzö- 
sischen Museum gest von J. Hoermann von Gutenberg, roy» foL 

Die Versuchung des heil. Anton. Links der Teufel als Postil- 
Ion. Beatus vir qui suffert etc. F. v. d. Wyngaerde fecit., kl. 
qu. fol. 

Die Versuchung St. Anton*s. S. Willemans fec. Abr. Teniers 
exe, ^u. foL 

Die Versuchung des heil. Anton , reithe Composition. Der 
Heilige links auf einer Erhöhung, rechts eine junge Frau, welche 
üun den Becher reicht* Nach dem Bilde aus dem U6tel Matignon 
oder Valentinois gestochen von J. Ph. le Bas, gr. qu. fol. 

Eine ähnliche Darstellung, von demselben gestochen, hoch foL 

La Tentation de St. Antoine. Der Heilige Rechts von Un- 
geheuern umgeben. Ohne Namen des Stechers, qu. fol. 

St. Antonyms Temptadon. L. Sullivan sc. Baron exe. 1731 1 
roy. qn, fol. 

Eine ähnliche Darstellung. R. Houston sc, fol. 

Le mauvais riebe. Ein alter Wollüstling in orientalischer 
Kleidung an der reich besetzten Tafel, mit einem geputzten Mäd- 
chen zur Seite. Ein Mohr und ein Edelknabe bedienen. ^Ue. 
Riollet sc. s. gr. qu. fol. 

Achille reconnu par Ulysse, im Geschmacke des Rubens ge« 
malt. Radirt von Martini und mit dem Stichel vollendet von J. 
Ph. le Bas 1772, qu. fol.. 

Latone vengee. Latona verwandelt die spottenden Bauern in 
Frösche. N. le Mire sc. (Cabinet V«nce), gr. qu. fol. 



2H Tenieri, David, 

Scenen ausser dem bäuerlichen D uns tl(r ei sß, Spuck- 

und Hexengeschichten, Philosophen, Einsiedler, 

Wahrsager, AI chy misten, Quacksalber, Oeizige, 

alte Männer und Frauen. 

David Teniers^und seine Familie, das Bild im Museum zu 
Berlin, lithographirt von Fischer. Imp. foL 

David Teniers et sa famille. Der Maler vor seinem Hau»! 
den Bass spielend, dabei Frau und Sohn. J. P* le Bas sc, qu. 
roy, fol. ' 

Teniers the Gardener. Teniers und seine Familie. Gest. von 
Le Petit nach dem Bilde in der Buckingham Gallerie. (Engli' 
sches Gallericwerk i , roy. 4* 

Die Söhne Teniers imit Seifenblasen beschäftiget. Auri sacra 
fames etc. J. van Brugja;en f'ecit. Schwarzkunstblatt, fol. 

Les fils de D. Teniers. Punktirt von L. A. Ciaessens, fol. 

David Teniers fait bonue aventure ä sa femme. L. Surugue 
sc. et exe. , fol. 

La visite a la Nourrice, gest. von Longueil (Musee du Lonvre), 
gr. qu. fol. 

Les francs ma9ons flamands en löge. B. Lepicie sculp., gr. 
<{u. fol. 

La Dnpe de la Chicane. Satyrische Darstellung. A Paris 
chez Bligny, qu. fol. 

Die vier Elemente, durch charakteristische Figuren dargestellt, 
in landschaftlicher Umgebung. Jedes der vier Blätter mit vier fran- 
zösischen Versen. J. r. le Bas sc. 4' 

Die vier Jahreszeiten« in charakteristischen Figuren, gest von 
C. Le Vasseur, qu. 4. 

Aehnliche Darstellungen, gest. von P. L. Surugue nig, qu.fol. 
' Die fünf Sinne, durch Figuren von Männern dargestellt, uBd 
mit französischem Titel. J. P. le Bas sc. 4* 

Teniers Witsh. Teniers Hexe, am Eingange der Hölle mit 
dem Schwerte vor Cerberus, und von einem Heer von Teufeln 
umschwirrt. Quid non mortalia ätc. R. Earlom sc. roy. qu- fol- 

Arrivee au SabaL Ein Hexentanz. J, Aliamet sc. fol. 

Depart pour le Sabbat. Die Hexe braut den Trank, und rechti 
beginnt die Ausfahrt. 3. Aliamet sc. Nach dem berühmten hUt 
aus dem Cabinet Yence, sr, fol. 

Depart pour le Sabat. Uoermann de et ad Guttenberg sc. qu. fuL 

Dieselbe Darstellung, radirt von Denon, qu. fol. 

Eine Hexen Versammlung. Saint Non sc. fol. 

La lecture diabolique. Lesende Bauern mit Hexen. F. Basan 
sc. fol. 

L*In^6tant critique, ähnliche Darstellung. Id. sc. fol. 

Ein Bauer, der sich von einer Zigeunerin wahrsagen lässt 
Marie Czernin fec. Leicht radirt, qu. 8* 

The Chymist. Ein bärtiger Adept am Ofen« Th. Major ic^ 
(Cabinet des Dr. Mead ) , gr. fol. 

Le Laborateur du Chymiste. Dieselbe Darstellung von ^^ 
Gegenseite. T. Major sc. fol. 

Le Chymiste. EinAlchymist vor dem Ofen. Michou fec. aqua 
forti. Loricux term. Aus der Gallerie Orleans. 

Le^ Chimiste. J. P. le Bas sc. er. qu. fol. 

Fhilosopher Longhrig et Magick, painted by Teniers öfter the 
fluflnner of Rembrandt. Ein Alchymist von Ungeheuern umgeb^B' 
Schwarzkunstblatt ohne Namen des Mei^teri i Printed by H. Say<^' 
London, fol. 



Teniers, David. 115 

Det Alchymist, in der Gallerte zu Dresden, lith. von Hanf- 

sfangl, roy. fol.^ 

Der AJchymist im Laboratorium. Le Fort del. Feree sc« Rei- 
ches Bild, für das Musce Napoleon gestochen, fol. 

Le Distilateur. C. F. BoÖdus sc. fol. 

L'Alchymiste dans son laboratoire, radirt und gestochen von 
Chataigner und Langlois, kl. 4* 

Der Alchymist beim Lampenlichte» radirt von Watelet, qu. foL 

Le Chirurgien de Gampaiffne. T. Major sc. gr« gu« fol. 

Le Chirurgien flamand. fl Daollö sc. qu. fol. 

La Vessie. J. F. le Bas sc. fol. 

Ein Bauer, der sich vom Bader an der Schulter operiren lässt. 
J. Coelemans sc. (Gab. Aiguilles) kl. fol. 

Le docteur alchimiste. Er liest im Buche, und hinter ihm sind 
drei Oehülfen. J. Tardieu filius sc. (Cahinet Yence) gr. fol. 

Der Dorfchirurg. D. T. P. J. V. B. F. (J. ▼. d. Bniggen). In 
schwarzer Manier, fol. • 

Der Dorfbarbier i^nd Wundarzt. C. Boel sc. Radirtes Blatt, 
gr. qu. fol. 

Die Alte beim Arzt, welcher den Urin beobachtet, rechts im 
Grunde drei Gehülfen. Coryn Boel fec. Teaiers exe. gr. qu. fol. 

Le dentiste. Der Zahnarzt am Tische \ mit dam Zahne, wel- 
chen er dem Knaben ausgezogen» Le Basse« (Gab. Ghoiseal). 
U. qu. fol. 

Le Medecin empyri^ue. Ein alter Arzt betrachtet den Urin 
einer Kranken. J. Tardieu sc. (Gab. Vence) kl. qu. fol. 

L'Avare. M, sc. fol. 

L'Usuriere. M. sc. fol. 

Die Alte mit der Goldwaage, halbe Figur. Coryn Boel fec gr. 8t 

Ein geiziger Alter neben der Goldwägerin. F. v. d. Steen fec. 
Für das Wiener Galleriewerk, fol. 

Ein Alter und seine Frau beim Geldzahlen. F. van Steen sc. 
Abr. Teniers exe. fol. 

Le plaisir de vieillards. Ein alter Goldwäger und sein Weib, 
halbe Figuren. Cabinet Vence. kl. fol. 

Die geizigen Alten. Tod und Teufel gucken zum Fenster her- 
ein. J. van B rüg. F. In schwarzer Manier fol. 

Le vieux Gonteur de menteries. F. Basan exe. fol. 

L^hiver. Der sich wärmende Ake. F. L. Surugue sc, foK 
Eine Alte, welche Gold zählt. Haussard sc, fol. 

Le menage octogenaire. Zwei Alte am Tische. Ge vieux 
epoux etc. J. Beauvarlet sc, kl. qu. fol. 

Ein kniender Alter mit dem Hute, nach links gericbtet. Wa- 
telet fec. Geistreich radirt. (Gab. Yence), gr. 8. ^ 

Ein älter bärtiger Bauer mit dem Hute und mit Schlüsseln am 
Oürtel. Marie C/ernin fec. Leicht radirt, 8. 

Ein alter Fhilosopb lesend. H. Tischbein fec. , radirt, kl. fol. 

Der Schleifer am Karren. Radirt von demselben, kl. fol. 

Zwei Brustbilder alter Bauern , J. L. Kraft fec , 4« 

Ein Greis im Sessel. Haussard sc. «fol. 

Die fünf Sinne . Folge von 5 Blättern. J. F. le Qas sc. , 4. 

Le grimpire d*Hippocrate. F. Basen sc«, fol. 

Le marchand de ratafiat. F. E. Motte st;. , fol. 

Le marchand de mort aux rats. Id. sc, 4* 



216 Teniers, Darid. 

Militärische Scenen. 

Soldatcnwachtstube. Drei spielen, drei sehen zu und einer 
geht rechts ab. In le Duc*s Manier radirt, ohne Namen, qu. fol. 

Les apprets militaires. Wachtstube, im Yoigrunde der Tam- 
bour, F. ßasan sc. gr. fol. 

Le forgeron militaire. Ein Waffenschmid in der Werhstatt. 
Zß Chenu sc. (Cab, Vence), fol. 

Chambre de Soldats. E. Sprüyt sc. 1Ö62, qu. foL 

Les miscres de la guerre« Soldaten plündern und bringen 
einen Priester, den sie tödten wollen. J. P« le Bas sc, qu. fol. 

Les miseres de la guerre. Plündernde Soldaten in einem 
Hause, Bauern bitten um Schonung, rechts ein Stall. J. Tardiea 
sc. Ehedem im Cabinet Vence, jetzt in Lutonhouse, roy. qu. fol. 

Tric-trac. Soldaten beim Bretspiel in der Wachtstube, gest. , 
von Raddon, qu. fol. 

Die Plünderung, gest. Ton G. Döbler für das Wiener Gal« 
leriewerk von S. von Perger, kl. fol. 

Rauchende und zechende Bauern in und ausser der 
Schenl^e, einzelne Figuren und Gruppen, Karten-, 
Kegel- und Bretspieler, Handwerker, und andere 
Beschäftigungen. 

Drei Bauern am Kamin. La NuicU F. v. d. Wyngaerde fec. 
et exe. ,4. 

Drei Bauern beim Kamin. Le Soir. Id. fec. 4* 

Bauerngruppen in halben Figuren, 3 Blätter aus dem Wie- 
ner Galleriewerke. F. v. d. Steen sc. Tenicrs exe. ,8* 

Drei trinkende und spielende Bauern, rechts ein Pissender. 
Rechts steht: D. T. Grabstichelblatt, kl. qu. fol. 

Ein Bauer mit dem Krug und ein anderer, der zu ihm spricht, 
radirt von J. Heenk, kl. 4« 

Le fumeur. Geätzt und gestochen von Le Rouge und Lang- 
lois, kl. 4« 

Bauern an der Scheibe, und Kegelspieler, Gopten alterer 
Blätter, gr. qu. 8* 

Folge von vier Blättern, jedes mit zwei Trinkern. F. van 
Steen fe. Abr. Teniers exe. , 8. 

Zwei stehende Bauern, einer mit dem Stock, der andere mit 
dem Topfe, radirt in Vtsscher's Manier, 8« 

Ein Trinker mit dem Kruge in der Linken , und neben ihm 
der Knabe. Yisscher exe. ,8. 

Le fumeur. J. V. Kauperz sc, fol. 

Les fumeurs hoUandais. Drei Raucher beim Fasse« P. C. Canot 
sc. London 1757'» gr. qu. fol. 

L'amoureux buveur. Id. sc, gr. qu. fol. 

Le plaisir du Flamand, Ein rauchender Bauer beim Camin, 
links ein Pissender. Ferandini sc, kl. fol. 

Fünf rauchende Bauern. Fumus gloria mundi. A. D. fecit 
I75f , fol. 

Ein Bauer mit dem Kruge^ Büste. Coryn Boel fecit. Teniers 
exe, gr. 8. 

Der lustige Trinker mit dem Kruge neben dem Raacher, halbe 
Figuren. Coryn Boel fec. Teniers exe, 4« 

Der Alte mit Krug und Glas. Coryn Boel fecit. Teniers 
exe, 4* 

Der sitzende Raucher mit Pfeife und Krug, links im Grunde 
fünf Spieler. Coryn Boel fec. D. Teniers exe , gr. qu. 8« 



Teoters, David. 217 

Zwei fröhliche Bauern, ecst von A# Gouhau, fol. 

Büste eines Bauern mit aer Pfeife aaf dem Hute. M*. (Mor* 
genstem) fec. Gut radirt» i6* 

Zwei Bauern , der eine mit dem Kru^^e » der andere mit der 
Pfeife. R. Earlom sc. In schwarzer Manier» kl. foL 

Ein Mann mit gekreuzten Händen im Mantel mit Krause. 
Halbe Figur in } Ansicht nach links, wo man an der Mauer drei 
Büsten Ton Bauern sieht. I. I. D. B. (Boissieux) 1802* D« Te- 
niers p., 8- 

Zwei stehende Bauern, der eine mit dem Stocke, der andere 
mit dem Topf, halbe Figuren. F. v. Wyngaerde sc, 12* 

Ein Bauer mit dem Hrug, halbe Fieur. C. Boel sc, 8« 

Les philosophes bacchi^es.. Rauchende Bauern. J. F. le Bas 
8C, gr. qu. fol. 

£e philosophe flamand. Rauchender Bauer, hinter ihm einer 
mit dem Kruse, haihe Figur« Lepidö sc. 1744»- kl. fol. 

Dieses Blatt wurde auch copirt« Es kommt im Aezdruck und 
vor der Schrift vor. 

Ein sitzender Bauer mit der Pfeife. Balzer sc. Fragae, kl. fol. 

Ein Alter mit Krug und Glas. J. Sarrabat fe. et. exe. « fol. 

L'Olandese in ozio. Ein Raucher auf der Bank. F. Pedro 
incis. apud N. Cavalli YeneL, kl. fol. 

Ein Tahakschnupfer in Gesellschaft eines Trinkers und Rau- 
chers, halbe Figuren. Y. B. (van Bruggen) fec. Seltenes Schwarz- 
kunstblatt, kl. qu. fol. 

The Smoakers. Zwei Raucher, halbe Figuren. R. Earlom 
fec Boydell exe. publ. ^768* Schwarzkunstblatt, kl. fol. 

The Topers. Ein lustiger Bauer mit dem Kruge neben sei- 
nem Weibe. Yon demselben und Gegenstück. 

Drei Bauern in einer Schenkstube am Fenster. Links hält 
einer die Flasche bei der Schüssel, der zweite sitzt im Fasse und 
stopft die Pfeife. Greenwood fecit. Parker exe Schwarzkunst- 
blatt, fol. 

Yier trinkende Bauern vor dem Hofe einer Schenke, rechts 
im Hause eine Alte , im Yorgninde Krüge und ein Fass. Links 
zwei Hirtenknaben und ein Fass. In der Mitte vorn verkehrt: 
G. Janssens 1718. Seltenes Sch^rzkunslblatt , ft. qu. fol. 

Trinkende, rauchende und spielende Bauern in aer Schenke* 
J« Y. B. F. (J. V. d. Bruggen). In schwarzer Manier , ffr. fol. 
The Cards players. Die nartenspieler, Gruppe von fünf Figuren, 
einer rechts mit rundem Hute , links zwei am Camin. B. oaron 
sc. publ. London 1751« (Gab. des Dr. Mead), gr. qu. fol. 

Bauern in der Schenke und ein Weib, welches die Flöte 
bläst. L'Oreille m'est charmee etc J. van der Bruggen fecit et 
excudit. In schwarzer Manier, fol. 

Zwei Bauern mit Stab und Henkeltopf, halbe Figuren. Mit 
dem Zeichen J. v. d. Bruggen's. Schwarzkunstblatt, 4. 

L'Estaminet tranquille. Gesellschaft von Rauchern. J. Tar- 
dieu sc., fol. 

Interieur d*un EstamineL Radirt und gestodien von Cha- 
taigner und Langlois , kl. 4« 

L'Estaminet« Radirt und gestochen von Chataigner und Bou- 
*roi», kl. fol. 

Holländische Wirthsstube , nach dem Bilde in der Pinakothek 
zu München lithographirt von J. WölflFle, gr. fol. 

Eine Rauchgesellschaft, von demselben lithographirt, gr. fol. 

Holländische Bauernstube mit Rauchern und Spielern , gest. 
^on J. Kovatech, iiir das Taschenbuch »Immergrün« 1843» S[u. 12* 



218 Tenieis, David. 

Taverne mit Spielern, gett. von G. Silvani (6al. di Torino), 
gr. fol. 

Die RauchgesellscKafc in der Gallerie su Dresden» litL von 
Hanfstangel, roy. fol. 

Le )oueur des Cartes. Gest. von Guttenberg fiir das Müsse 
Napoleon, fol. 

Zwei Karten spielende Bauern und ein Trinker am Tische, 
hinter ihm, zwei Raucher. F. V..W. exe., qu* 4- 

Gruppe von drei Bauern vor einem Hause. F. V. W. ex& 
qu. 4- 

Stube mit neun Bauern » in schwarzer Manier von W. Bail- 
He, gr. fol. 

£in sitzender Bauer in halber Figur nach rechts , wie er ein 
Blatt in beiden Händen hält. Neben ihm das Weib mit dem i 
Kruge die Rechte auf seine Schulter legend. Unten links: lAN. 
V. B. Geistreich in N.' v. Heften's Manier radirt, vielleicht Jan 
van Breda, kl. 8. 

The contented boor. Ohne Namen, <|u. fol. 

Le vrai Flamand» Basan sc? qu. fol. 

Le Tric-Trac. Vier Bretspieler in der Stube. J. P. le Bas 
sc., gr. qu. fol. 

Ein ähnliches Spiel. W. Vaillant fe. . In schwarzer Manier, 
qu. foL 

Ein Bauer und ein Weib am Tische, ersterer lesend. W. 
Vaillant sc. Schwarzkunstblatt, fol. 

Stube mit mehreren Rauchern. J. Gole fee. et esc. In Met- 
zotinto, fol. 

Ein trinkender Bauer und sein Weib. Auf dem Fasse liegen 
kleine Brode. J. Sarrabat fe. et exe. , fol. 

Stube mit Bauern. Am Tische bläst das Weib die Flöte. J. 
Sarrabat fe. et (bxc. ^ fol. 

Les deli'ces de la Tabasiei D. Somigue sc, qu. fol. 

Vier Bauern in der Säienke. In Mezzotinto von C. Spoo- 
ner, fol. 

Zwei Tahagien, gest. von V. Green, fol. 

Die beiden Raucher, gest. von du Preel. (Musee Napoleon), foL 

Die Schenke, iresto<£en von Garreau, für das Musee FUbol, 
. kl. fol. ^ 

Le buveur flamand. Id. sc, fol. 

Vier Bauern in der Sdienke am Tische, im Grunde ein Mann, 
welcher Wein trinkt. Von P. M. radirt, qu. fol. 

Ein Bauer mit dem Kruge bei einem Fasse. Pichon sculp. 
1695» fol. 

Buveurs £amands. B. Spruyt sc l663- > qu. fol. 

The flemish Topers. Raucher und Trinker. Vivares sculp.» 

qu. 4. 

Le gazetier flamand (gazetio flament). Gruppe von vier Bau- 
ern am Kamin, rechu der Zeitungsträger. Peletier sc Fouqoet 
excud., gr. qu. fol. 

Le jeu de quilles. Kegelspieler. A. Laurent sc. (Gab. Gagny) 
gr. qu. fol. 

Sechs Bauern beim Kegelspiel. Radirt von Denon, kl. qo. fol. 

Die Kegelspieler. N. li. fec. ]671. Seltene Radirung, kl. 
qu. fol. 

Die Kegelschieber, Gruppe von 7 Figuren. H. Tischbein fec* 
Radirtes Blatt, kl. qu. fol. 

Bauern beim Kegelspiel. C. Boel sc Radirt, gr. 8. 



Teniers» David. 219 

La promte obcissance. J. Beauvarlet sc, fol. 
Le bon mari. J. P. le Bas sc, fol. 

L'ccole du bon ^out. Gruppe von 7 Fi^ren. J. P. leBfts sc,, fol. 

La bonne intelligence, gest. von F. ßeauvarlet, foL 

Le bon Pcre. Fröhliche Banernfamilie am Tische beim Tranke« 
(Gab. du Duc de Valentinois). J. P. le Bas sc, fol. 

Le Yieillard content. Ein Altor mit einem grossen Krug, 
wie er einem jungen Mann das Glas reicht. Letzterer stopft la- 
chend die Pfeife. J. P. le Bas sc. (Gab. Valentinois), fol. 

Zechende und rauchende Bauern in der Schenke, nach dem 
Bilde im Belvedere von Feudi lithographirt,' fol. 

Divertissement flamajid. Die Tric - Tracspieler. J. C. Ragin 
sc, qu. fol. 

Les joueurs de Cartes. Radirt und gest von Chataigner und 
Niquet, kl. 4** 

Le joueurs de Cartes« Gruppe von fünf Figuren, deren zwei 
links am Camin. F. Basan sc. (Cab. Boulbons), gr. qu. fol. 

The flemish Topers. Eine Frau fuhrt den betrunkenen Mann 
aus der Schenke, rechts ein trinkender Bauer. Yjvares excud. qu. foL 

Guinguette flamande. Schenkscene. Links führt die Frau 
den betrunkenen Mann fort, rechts ein pissender Bauer. J. P. 
le Bas sc, gr. qu. Fol. 

Le Retour de Guingette. Id. sc, gr. qu. fol. 

Les joueurs. Die K artenspiel er , nftch dem Bilde im Musee 
fran9ais, gesi. von Guttenberg, qu. fol. 

L*apres diner flamand. P. Gaucher sc , fol. 

Le Cabaret flamand. P. Hutin sc. (Gall. Brühl), gr. qu. fol. 

Le dejeuner flamand. Junger Mann mit einer jungen Frau 
trinkend. J. Tardieu filius sc. (Cab. Yence), gr. fol. 

Amüsement flamand. Vier Raucher um den Tisch, links ein 
Pissender. F. Basan sc Gegenstück zum Concert flamand, gr. fol. 

Amusemens flamands. Gesellschaft von Rauchern und Trin- 
kern. L. Lempereur sc. roy. fol. 

Delices fiamands. Gesellschaft von Rauchern und Trinkern. 
L. Lempereur sc roy. qu. fol. 

Les Coippagnons. Spieler und Raucher in der Stube. P. E. 
Moitte sc. roy. qu. fol. 

Le Roi boit. Grosse Trinkgesellschaft. L. Surugue sc gr. fol. 

Eine ähnliche Darstellung. M. Pitteri sc. fol. 

La fileuse flamande. Schenke mit Rauchern und Trinkern, und 
in der Küche die alte Spinnerin. L. Surugue sc. Cab. Mainville, 
roy. qu. fol. 

La boudiniere. Die Wurstmacherin. J- P. le Bas sc. er, qu. fol. 

Les compagnons menuissiers. P. E. Moitte sc. qu. fol« 

L'ecole flamande. J. S. Müller sc, fol. 

Le riebe laboureur. L. Htlbon sc , qu. fol. 

piner flamand. J. B. R. (Rigaud) sc, qu. fol. 

Divertissement flamand. Id. sc, qu. fol. 

Bauernbelustigungen *), ländliche Concerte, Hoch- 
zeiten, Märkte, Musikanten, Handwerker etc. 

Le lendemain des noces, eine der reichsten Compositionen des 
Meisters, Tanzende Bauern im Hofe der Schenke, links siebcai 



*) Solche Darstellungen kommen auch unter den Landschal'7en 
vor, die wir unten aufzählen, da «ie als Ansichten über- 
schrieben äind. 



820 ^ Teniers, David« 

rigttren am Tische. Martiny fec. acpia forti« X P. le Bas term. 
1775* (Cabinet Branoy), gr. qu. f'ol. 

Les accords flainands. Aehnliche Darstellung» rechts an der 
l'afel Gaste» in der Mitte ein Geiger auf dem Fasse. Von densel- 
ben Meistern ausgeführt 1775* (Gab. Brunoy), gr. qu. fol. 

Divertissements de paysans hoUandais. Ein Tanz rechts vor 
dem Hause und dabei der Narr mit der Happe. C. Surugue sc. 
1748. (Cabinet Majenrille), gr. qu. fol. 

Delassement de paysans hoUandois. L. Surugue sc. , hl. qu. fol. 

Petit lendemain de noce flamande. L. Surugue sc. (Gab. Main* 
Tille), hl. qu. fol. 

Retour de Guinguette. Inneres eines Schenhhof es, linhs Bauern 
beim Tische, rechts Trunhene zum Thorwege hinausgebracht. Le 
Bas sc, gr. qu. fol. 

Schenkhof zum Mond mit lustigen Bauen^ Mann ndd Frau 
tanzend am Hause, nach rechts der Ley ermann. Goryn Boel i'ec. 
F. V. de Wyngaerde exe, gr. qu. fol. 

Noces de village. Tanz vor dem Wirthshause. J. F. le Bas 
«c, kl. qu. fol. 

Recreation flamande. Gruppe von drei Figuren, ein Bauer 
spielt die Laute, nach dem Bude der Gallerie Lichtenstein gest. 
von J. G. Schwab, gr. fol. 

L^ concert flamand. Gruppe von 5 Figuren mit einem Zither- 
«pieler. Ohne Namen des Steckers (Basan), gr. qu. fol. 

Jeu de mail £amand. Gruppe von 10 Bauern im Dorfe. L. 
Surugue fec, qu. fol. 

Les joueurs de boule. J. Fosie sc. Radirtes Blatt, qu. fol. 

Eine ähnliche Darstellung in Mezzotinto. Ohne Namen. 

Les joueurs de boule. Gruppe von 5 Bauern beim Spiel. J. 
F. le Bas sc, kl. qu. 4* 

Le berger amoureux. Ein Hirt spielt bei seiner Heerde. Das 
Gegenstück. 

F4te de Village. Tanz vor einem Wirthshause. Daudet sc, 
qu. fol. 

Ein Bauer mit der Zither und ein junges Weib mit der Pfeife . 
Van Somer fec F. de Wit exe Schwarzkunstblatt, fol. 

Der Zitherspieler und seine Frau, nach deni Bilde im Belve- 
dere lithographirt von Kinninger» fol. 

Ein alter Bauer, der sich beim Zitherspiel erlustiget, hinter 
ihm eine Sängerin« V. B. fec (van Brnggen). Seltenes Schwarz- 
kunstblatt, kl. fol. 

Le joueur de commuse. J. Beauvarlet sc, gr. qu. fol. 

Der junge Mann mit der Schalmei, und hinter ihm der Sän- 
ger» halbe Figuren. Goryn Boel fec, ct. 8- 

Le vielleur. Leiermann mit einem Knaben. J. F. le Bas sc, 
qu. fol. 

Le joueur de musette. Ein Dudelsackpfeifer» halbe Figur. 
F. S. Ravenet sc, kl. foL 

Die Bauernhochzeit, in deii Pinakothek zu München, litho- 
giaphirt für das Galleriewerk , roy. fol. 

Die Braut, ländliche Hochzeit, gestochen von G. Döbler für 
das Wiener Galleriewerk, kl. fol. 

A Conversations Piece. Bauern in Unterhaltung, gest* von 
Laurent, aus BoydeH's Verlag, fol. 

A Winter Scene. Bauern im Dorfe in Unterhaltung, gest. von 
demselben, und Gegenstück. 

Le retour de vespres. Tanzende Bauern bei einer ScheDl^e* 
Sanba (Basan) exe, kl. qu. fol. 



Teniers , David. 21t 

Lustiffe Bauern und Bäuerinnen, gest. von P. de Mare, qa. fol. 
Ä Village Festival. £. Thelot sc. (Pinakothek in München), 
qa, roy. fpL 

Ein Bauemconcert in der Schenke. W« Fether sc 1764» nach 
D. Teniers sen., er, qu. fol. 

Der Lautenspieler auf einem Block sitzfend nach links ^ewen» 
det. Hinter ihm sitzt sein Weib mit dem Glase in der Linken, 
und stützt den EUenboeen auf die rechts stehende Bank, auf wel- 
cher ein Krttff steht. Unten rechts: Teniers In. Höchst seltenes 
Blatt von C. Bega , gr« qu. $• 

Le remouleur. Der Schleifer. J. F» le Bas sc., fol. 

Le remouler. Geätzt und gestochen von Le Rouge und. Lang* 
lois, kl. 4. 

Der Schleifer» nach dem Bilde im Musöe fran^ais, gestochen 
von Guttenberg, fol. 

Der Scherenschleifer und der Schuster , 2 Blätter von M* Fit- 
teriy fol. 

Le Marche a falte, 3, P. le Bas sc. , qu. fol. 

Le Marcho conclus. Martini et J. F. le Bas sc, qu. fol. 

La cuisine. Radirt und gestochen von Chataigner und Ni* 
quet, kl. 4. 

Dieselbe Darstellung, gestochen von Goumas« (Musee Filhol) 
M. fol. 

La cuisine de Teniers. J. B. Michel sc, gr. qu. fol. 

La cuisiniere. N. Tardieu sc, fol. 

Les cutsinieres fiamandes. R. B. M. Lepicio sc.» qo, fol» 

Les bons Villageois. F. Basan exe, qu* fol. 

Le Villageois gaillard. Id. exe, qu. fol. 

Spielende und singende Bauern. Hormann de Gattenberg sc. , 4« 

La Guitare. J. de Launayjun. sc, fol. 

Le Sufleur.de Linote. J. F. le Bas sc, gr. fol. 

Kegelschieber bei einem Hause. Rechts vier Manner, links 
swei uidere, welche Kugel ausschieben. Unten links verkehrt: 
G. V. Janssen fecit. Seltenes Schwarzkunstblatt, qu. 4. 

Die Bogenschützen, Gruppe von 7 Figuren.'' Links ist die 
Scheibe, im Hintergrunde sind bäume mit zwei Häusern. G. J. fec 
I7l8. Seltenes Schwarzkunstblatt in der Grösse des Obigen. 

Fdte de village. Tanzende Bauern vor dem Gasthofe bei der 
Linde, im Yorgrunde Teniers selbst, wie er von Bauern umgeben 
eine junge Frau liebkoset. (Vormals im Cabinet des Marquis Voyer 
d'Argenson, dann bei Comtesse Yerrue, jetzt in England). J. F. 
le Bas sc, gr. roy. qu. fol. 

Rejouissances Flamandes. Tanzende Bauern bei einer Linde 
vor dem Wirthshause, und der Geiger auf dem Fasse. Rechts Te- 
niers mit drei Damen, und ein Bedienter hält sein Fferd. (Eben- 
daher). Id. sc, gr. roy. qu. fol. 

Troisieme fftte Flamandc Grosse Rirmess, rechts beim Wirths» 
hause Gäste an der Tafel, im Mittelgrunde rechts beim Gehölze 
Tanz und scherzende Bauern. Auf dem Fasse steht der Dudelsack-> 
pfeifen J. F. le Bas sc (Cabinet Choiseul), s. gr. roy. qu. fol. 

Quatrieme fite Flamande. Lustige Bauern vor dem grossen 
Wirthshause unter Bäumen, im Yorgrunde ein Rundtanz undscher- 
\ zen'He Bauern. In der Ferne links das Schloss mit clem kaiserli- 
chen Adler, und Spiele am Teiche. J. F. le Bas sc (Gab. Choi- 
seul), s. gr. roy. qu. fol. 

The musicai Boors. W. Fether sc. In Schabkunst, gr. qu. fol. 



124 Teniers, David. 

4 

Bauern bei Häasevo, cwei Blatter: D. Teniers inv. F. t. 
Wyngaerde exe. Mit dem Monogramme des Radiretn F. A. Im* 
menraet, kl. qu. %. 

Zwei Bauern am' fusse des Berges , und Hütten tof demsel- 
ben. F. de Roy fec.» kl. foL 

Tänxer in der Landschaft, alte Copie nach Bloemaert, qa. 8. 

Les deux amis. Landschaft mit Battemhiitten. J. F. le Bat 
sc.» kl. fol. 

La petit laitiere» Landschaft mit Hütten. Id« sc, kL fol. 

Yue de Flandre. Dorfansicht mit Kirehthurm, links eine Gruppe 
Ton 4 Landleuten. Le Bas sc » (Gab. Lorangere) kl. qu. fol 

Le couchant, vue de Flandre. Rechts die untergehende Sonne 
und Hatten. Basan exe (Gab. Ressand), kl. qu. fol. 

Zwei ländliche Gegenden mit Bauerngruppen im Vorgrande. 
F. Ghenu sc (Cabinet Eisen), kl. ou. fol. 

Landschaft mit drei Bauern in Unterhaltung, radirt von Corja 
Boel, qu. 4« 

Le montagne de sable. Landschaft mit ländlichen Figorer. 
Jorma sc, kl. qu. fol. 

Le gravier. Id. sc. Das Gegenstück, kl. qu. fol. 

L'hyver. Inneres eines Flecken mit Bauern, welche ein Schwein 
schlachten. Jorma sc Sanba exe, gr« qu. fol. 

* L'hiver. Dieselbe Darstellung von der Gegenseite. A* Lau- 
rent sc, qu. fol. 

L*etang du chiteau de Teniers» Landschaft mit ländlichen Fi- 
guren. Noel le Mire sc, kl. fol. 

Les nottvellistes flamands, schöne Land^aft mit ländlichen 
Figuren. Id sc Beide Bilder aus L'£mpereur*s Gabinet, kl. fol. 

Yue de Flandre. Landschaft mit Figuren. C. Testolin sc. 

F^te flamande. Landschalt mit Figuren. Id. sc. Beide Bil- 
der aus dem Gabinet des Herzogs von Gosse, kl. qu. fol. 

Einige Hütten mit Bäumen. Vom Fürsten Gharles de Ligne 
radirt, l6« 

Yue et port de mer en Flandre. Schone Marine, rechts xi^ei 
grosse Schiffe, links die Thürme des Hafens. J. P. le Bas sculp. 
(Gab. L*£mpereur) , s.* gr. roy. qu. fol. 

V Rocky Landscape with figures, das Bild in der Buckhingham- 
Oallerv zu London, gest. von Le Petit, roy. 4« 

Die vier Tagszeiten, vier Landschaften. Bened. Winckler sc, 
gr. qu. fol. 

Die vier Jahreszeiten, gest von P. Delfos 1756, fol. 

La Gonversation £amande. Landschaft mit Figuren. De lai 
Barthe sc. 1778> Radirt. qu. fol. I 

La conversation. A. Laurent sc. ; qu. roy. fol. I 

. La Gonversation. Grosse Landschaft. Jorma sc, et, qu. fol*! 

The Mountain Fass, gestochen von Le Petit (Gall. des Ba* 
ckinghamhouse ) , roy. 4- 

The Gravel Pits. Tb« Major sc, qu. fol. ,| 

The Sand - Hill. Id. sc. , qu. fol. 

Sonnenblick nach einem Gewitter, lith. von Tempeltei (Cab. ^ 
des Grafen von Redern), qu. fol. 

Landschaft mit Regenbogen. J. Wagner sc, qu. fol. 

Landschaft mit Figuren. Opgedragen van de MaatschappT 
etc. A. L. Zeelander sc, qu. fol. 

I^La chasse aux oiseaux, vue de Flandre. Tb. Major sd 1747» 
qu. fol. 

Ghassc du heron. Waldlandschaft. Gotteau del. Pülemeot et 
Duparc sc. (Musee Napoleon), gr. fol. 



Teoiers, David. 225 

Aacians Bains de VaudUe. Landschaft mit Nymphen. J. P. 
le Bas 8c.y qu. fol. 

Le Printemps. Yue cle Rhone. J. Major sc. , qu. roy. fol. 

L'Antomne. Rückkehr von der Weinlese. Id. 8C., qm roy. fol. 

A View in Holland. G. M. Prestel ^sc. Aqaatinta. Mit der 
Adresse von Molteno Golnaghi in London, gr. qu. fol. 

La Bohemienne en couche. F. L. Surugue sc. , fol. 

Le jour naissant. Landschaft mit Figuren. J. P. le Bas sc., 
qu. fol. 

Le fin du jour. Id. sc , qu. fol. 

Le berger r^veur. J. P. le Bas sc, gr. fol. 

Le berger content. J. Ingram sc. , gr. fol. 

Leg discuses de bonne aventure. r. Chenu sc, gr. qu. fol. 

Petite vue de Flandres. J. P. le Bas sc, qu. fol. 

Felsige Landschaft mit Figuren. B. de la Barthe sc Selte*- 
nes Blatt, qu. fol. 

La chaumicre. Geatzt und gestochen von Ghataigner und 
Niquet, kl. 4. . . r ^ 

, Landschaft mit einem Schiifer im Kahn, der einen Mann und 
ein Weib nach dem Bauernhause fahrt V. L. Krafit F. Radirt» 
W. qu. fol. 

Landschaft mit einer Bäuerin, vrelche von einem Manne Aepfel 
kauft. Radirt von J. Le Masurier, gr^ qu. fol. 

Landschaft mit einem Manue und einem Weibe im Gespräche, 
Im Grunde links auf dem Berge eine Kirche. Id. fec. , 4* 

Landschaft mit drei Bauern in Unterredung, rechts das Weib 
unter der Hausthiire. F. de Roy fec, kl. fol. . 

Landschaft mit vier Bauern in Unterhaltung. F. Y. Wyngaerde 
«xc., qu. fol. 

Landschaft mit einem Ganal und einer Mühle rechts im Grunde* 
Id. exe, qu. fol. 

La Menagere flamande. J. Daulle sc. 

Vue des environs de Nieupoort. J. P. le Bas sc. , kl. qu, fol, 

Vue des environs de Bruges. Id. sc. , kl. qu. foL 

Environs de Dijon. J. P. le Bas sc, kl. qu. fol. 

Environs de Gaudebec. Id. sc, qu, fol« 

La ferme. Id. sc. , ibl. 

La maison rusti^ue. J. P. le Bas sc. , gr« fol. ^ 

The friendly Invitation', kleine Landschaft, Th. Major sc 

Landschaft mit Bauern am Tische vor der Schenke. Th« Ma« 
jor sc, qu. fol, 

Ansicht eines Dorfes mit einer Früchtenhändlerin. L« M* 
se., au. fol. 

Yue de Maltraotl Trading sc, qu. fol. 

La naiasante Aurore, Ghedel sc, qu. fol. 

Eine Marine mit Stürm. Links rettet sich Mannschaft, indem 
>ie einen Berg ersteigt% J. L. Kraft sc. 1702 a Bruxelles, qu. fol, 

Le 2«* hameau de Flandre. Schone Landschaft in Van Uden's 
Charakter, in der Ferne ein Kirchthurm, links fünf Bauern. J. 
le Veau sc, gr. au. fol. 

Hameau de Flandre. F. Basan exe, gr. qu. fol. 

Premiere et deuxieme paysage flamand. L. P. Surugde sculp. 
1745 > qu. fol. 

Premiere et seconde vue de Flandre. J. L. Kraft sc, fol. 

I. Paysage flamand. P. L. Surugue sc. , qu. fol. 

L*arc en ciel. IL Yue de Flandre. Links Bäume, rechts 

vorn zwei Bauern. Le Bas sc. (Gab. La Rogue), qu. fol, 

Naglcf^s Künstler - Lex. Bd. JCVIII. 1 5 



226 Teniers, Dai4d. 

La Moisson ou III. Yue de Flandre. Im Vorgninde Schnit- 
ter beim Mahl, Gruppe von 7 Figuren. Le Bas sc. (Gab. La 
Rogue), gr. qu. fol. 

Jeu de boule ou IV. Yue de Flandre. Rechts eine Gruppe 
von Kegelspielern. jLe Bas sc«, gr. qu. fol. 

VI. Vue de Flandre. Links Hochgebirge rechts 6 Bauern vor 
der Schenke. J. Fh. le Bas sc, (Museum zu Brüssel), gr. qu.iol. 

VII. Vue de Flandre. Landschaft mit Regen und Figuren. 
Le Bas sc, qu..4. 

VIII. Vue de Flandre. Landschaft mit Mondlicht und mit 
Figuren. Le Bas sc, qu. 4. 

Vue d'Anvers ou IX. Vue de Flandre. Schone Landschaft mit 
nveiter. Ferne, rechts ein Wirthshaus, vorn ein Brunnen. J. P. le 
Bas sc. , gr. qu. fol. 

Blancnisserie. X. Vue de Flandre. Inneres eines -fiämisclien 
Dorfes mit einer Bleiche , rechts am Baume Frauen beim Essen. 
J. P. le Bas sc (Gall. in Dresden) s. gr. roy.qu. fol. 

Vue d'Anvers ou XI. vue de Flandre. Rechts an der Linde 
das Wirthshaus mit zechenden und fröhlichen Bauern , und ein 
Leyermann, in der Ferne Antwerpen. J. P. le Bas sc. (Call, in 
Dresden), s. gr. roy. qu. fol. ' 

Le couchant. XIII. Vue de Flandre. Feradini sc. , gt. qu. tul. 

Les pScheurs flamands. Gruppe von fünf Figuren an der Se^ 
küste. J. P. le Bas sc. (Gab. Vence), gr. qu. fol. 

Les pScheurs. Drei Fischer , einer im Kahn , zwei im Was- 
ser. J. P. le Bas sc. (Gab. Vence), fol. 

La FSche. Fünf Fischer an der Seeküste. J. P. le Bas sc, \ 
kl. qu. fol. 

La Vente de la pSche. Links Teniers Schloss mit drei Thür- 
men. J. P. le Bas sc, kl. qu. fol. 

Les marchands des ^oissons. Gruppe von Fischern und Käu- 
fern am Meere. ^Martini et le Bas sc. 1772. (Cabinet Praslin), 
kl. qu. foh 

Le p6cheurs flamands. J. Hoermann de et ad Guttenberg sc, 
qu. fol. \ 

Thierscenen. 

Barbierstube von AflFen und Katzen , lithoerraphirt von J. Ar- 
nold, qu. fol. ^ ^ 

Die Affenbarbierstube, witzige und lebendige Gomposition. Co- 
ryn Boel fec Teniers esic, qu. fol. 

Die Barbierstube der Affen. Gest. von F. Bretschneider* (M"»* 
seum in Braunschweig), qu. fol. 

Das Katzen- und Affenconcert. Coryn Boel fec. D. Tenic» 
exe, qu. fol. 

Nach der Angabe im RtgaPschen Cataloge hat Coryn Bod 
7 Blätter mit Affendarstellungen gestochen. Auf dem Titel sieht 
man zwei Affen bei einer Sphäre, und andere überlassen sich ibi« 
Lust. Unter der Sphäre: Franc Vanden Wyngaerde exe. H. 3 T» 
10 — 1 1 L. , Br. 5 Z. 3 — 4 L. Die anderen Blätter sind links un- 
ten bezeichnet: D. Teniers In. et Excud. Cum Privileffio. Coryn 
Boel fec. ^ 

Le plaisir des Dames. Der Affe als Barbier mit der Spriöc« 
F. Basan exe, kl. fol. 

Le plaisir des fous. Ein Affe als Alchymist vor dem Öfen- 
Das Gegenstück. 

Les hommes en migniature. Affen im Wirthshause rauchend, 
trinkend und spielend. P. Chenu sc. et exe, gr. qu. e« 



Teniers, David. 127 

Le bronee« Orup^e von tanx^ideii AfFen mit Hüten und 
Wamsen, nach einer Zeichnung. J» Guelard sc. et exe, gr. qu. 8* 

AfFen in verschiedener Verdchtiing. Ohne Namen des Ste- 
chers, unten vier holländieehe Verse. Auf einnigen Abdrüchen 
steht M. Pool exe«, gr. qu» i'ol. 

La Singerie» Spielende Affen. Moncornet exe, gr. qu. fol, 
Le concert miaulique. F. Basan sc. , ,gr. Fol. 
Divertissement flamand« Eine Gruppe von Affen. Math« Pool 
exe. Amst., gr. qu* Fol* 

Ein stehender und ein liegender Windhund, nach links« Ra- 
dirt von F. van Reysshoot, hl. qu, Fol. 

Zwei ähnliche Hunde, nach rechts* Id Fee, kh qu* Fol. 

Ein Jäger mit drei Hunden , dabei ein Bauer mit dem Sto ck 
Id. Fee, 4«^ 

Eigenhändige Radirungen der beiden D. Teniers. 

Es ist zwar Thatsache, dass beide David Teniers in KupFer 
radirt haben, aber der Beweis der Originalität der Blätter dürfte 
schwer zu führen seyn; denn C. Boel und F. van den Wyngaerde 
haben täuschend ihre Blätter copirt und nach Zeichnungen der 
Meister- geätzt. Ihre Cupien tragen auch gewöhnlich die AufschriF- 
tcn der Originale » welche, sowie die Copicn, in Wyngaerde's 
Verlag erschienen« Letzterer dürfte nach Weigel (Kunstkatalog 
Nr» 15120) den beiden Teniers beim Aetzen ihrer Originalplatten 
2ur Hand gewesen seyn, und dann scheinen bei späteren Drucken 
die Originalplatten mehrFache Ueberarbeitungen von Fremder Hand, 
erfahren zu haben» Die Scheidung der Blätter des älteren und 
jüngeren Teniers' ist wohl nicht unmöglich, aber mit Schwierig- 
keit verbunden. UnzweiFelhaft sind indessen nur wenige von Blät- 
tern, welche ihnen zugeschrieben werden. Beim Vergleiche mit Ori- 
mualzeichnungen stellt sich die Aechtheit am sichersten heraus^ denn 
Originalradirungen sind Nachahmungen solcher Zeichnungen. Die 
meisten zählt der RigaPsche Catalog auF, verwechselt aber mehr- 
fach Originale mit Nachahmungen von Boel und Wyngaerde, und 
führt einigemal nur Copien an , wie R. Weigel behauptet. Allein 
nur in t^enigen Fällen sind Berichtigungen erfolgt, und somit ist 
das Yerzeichniss der Blätter Teniers' noch immer nicht genau. Die 
Mehrzahl dieser -glätter ist mit einem Monogramm bezeichnet, 
welches den Buchstaben T im D enthält, zuweilen mit beigefügt 
tem F« Die nachFolgenden Nrs. sind jene des Catalog Rigal, mit 
Zusätzen und einigen Berichtigungen. Die Numern in diesem Ca- 
taloge reichen aber nur von i -*» 4o. 

l) Ein flamändischer Tanz im HoFe einer Schenke. Gcfi^en die 
Mitte zu tanzt ein Bauernpaar, und der Dudelsackpfeifer 
steht auF dem Fasse, welches nach rechts am Hause steht. 
Der grössere Theil der Fröhlichen Gesellschail ist am langen 
Tische links an ^ der Wand. Rechts vorn sitzt ein Bauer 
auF dem Zuber, und lehnt sich schlafend an das Fass, und 
daneben steht ein Mann mit dem Glase in der Hand. Com- 
position von 34 Figuren. Am Boden steht t D. Teniers Fee. , 
und Fast in der Mitte: Abraham Teniers excudit. H. 7 Z. 
Z L, , Br. 8 Z. 3 L. 

Dieses treffliche und seltene Blatt ist sicher Original, und 
vielleicht Hauptwerk dieser Art* 

I. Vor den Linien am Himmel, und vor der Retouche 
mit dem Grabstichel. Acusserst selten. 

15* 



22S Teniers, David. 

IL Mit starken Linien in der Luft, und mit dem Grab« 
Stichel übergangen. Die Adresse ist dieselbe. 

2-^5) Bauernscenen, nach dem Catalog Rigal eine Folge von 
4 Blättern, ohne Namen und Numem. Es kommen aber 
auch Abdrücke, mit der Schrift vor, wie wir Nr. 3 und 5 
bemerken, uncl zwar nach der Angabe im Cataloge der 
Sammlung des Baron v. Rumohr. H. 2 Z. 8 — 9 L* > Br. 
2 Z. 1 L. 

2 ) Ein auf dem Zuber sitzender Raucher mit Krug und Pfeife, 
wie er den rechten Ellbogen auf den Tisch lehnt, aui' wel- 
chen sich auch ein Bauer stützt. Dieser blickt nach dem 
Weibe in der Thüre ß.es Zimmers. 

3) Zwei Raucher am Camin, der eine sitzend, der andere lioks 
stehend. D. T. in. exe c priv. Sehr selten. . 

4) Der' auf einer Bank vor dem Feuer sitzende Bauer, wie er 
Rauch aus dem Munde bläst. Hinter Ihm ist ein Pissender. 

5 ) Der auf einer kleinen Bank sitzende Bauer die Zither spie- 
lend. Links hinter ihm sitzt ein altes Weib mit einem Pa- 
pier in der Linken. Gegenüber steht ein Fass und ein Krug. 
D. T. in. et es. c. priv. Sehr selten. 

6 «-9) Figuren von Pilgern, seltene Folge von 4 Blättern ebne 
Numern. Diese Zahl bestimmt der Rigarsche Catalog, wir 
finden aber in einem Auctions - Catalog noch ein lünfles 
Blatt angegeben, doch ohne nähere Beschreibung. Auch 
in Weigel's Runstkatalog Nr. 12098. sind 5 Blätter gejwhlt. 
U. 3 Z. 5 — 6 L., Br. i Z. 11 L. •« 2 Z. 3 L. 
7;. 6) Ein stehender Pilger ohne Hut, mit Stock und Rosenkrani 

nach links gewendet« Links das Monogramm. 

7) Ein stehender Pilger mit der Kirbisflasche am Gürtel, mit 
Stock und Hut in der Hand , nach links gerichtet. Rechts 
das Monogramm. , . 

S) Ein stehender Pilfger ohne Hut, Rosenkranz und Hirbislla* 
sehe am Gürtel, und mit dem Stocke in der Hand nacb 
rechts gerichtet. Links das Monogramm. 

9) Ein stehender Pilger mit dem Hute, wie er Stock und Ro- 
senkranz in beiden Händen hält, nach rechts gewendet. 
Rechts das Monogranun. 

10) Halbe Figur eines bärtigen Alten in 2 Ansicht nach rechts- 
Er trägt einen Hut mit schmalem Rande, einen mit Pelz ver- 
brämten Rock und steckt die Hände in die Aermel. ^n 
der Nische des Grundes ist eine Sanduhr und eine Art rU- 
sehe. D. T. F. H. 6 Z. 3 L., Br. 4 Z. 

Dieses schöne und sehr seltene Blättchen ist in Livess 
und Yliet's Charakter radirt, aber theilweise von anderer 
Hand vollendet. Wir finden es auf 4 Gulden gewerthet 

11) Die Versuchung des heil. Anton. Er sitzt mit dem Buche 
auf den Knieen in einer Art Grotte nach rechts gesendet, 
und umschwärmende Teufelsgestalten suchen ihn von der 
Andacht abzuhalten. Links unten , wo der Teufel mit deffl 
Rosenkranx sitzt, ist das Zeichen D, T. H. 5 Z. 2 L.i ^r* 

*Z. 4L. ^ , ^as 

So bestimmt der Verfasser des Rifi^aPschen Cataloges »« 
Blatt, Brulliot (v. Aretin'scher Catalog Nr. 4086) sag^ yj; 
das Monogramm stehe rechts unten beim Teufel ■'***>, ^j^ 
Rosenkranz, so dass das eine oder das andere Blatt top 



TenierSf David. 229 

seyn könnte. Das Format des v. Aretin'sehen Exemplars 
ist kl. Fol. 

12) Der auf einer hölzernen Bank sitzende Bauer mit der Geiffe* 
Links im Grunde sieht man drei Bauern vor dem Camme 
und vom steht: D. T. in. et excud. cum priuilegio. H* 
2 Z. 7 L. Br. 3 Z. jo L. 

Die gute Copie ist von der Gegenseite; die Bauern am 
^ Camine rechts. 
(13) Bin Bauer mit dem Glase am Tische schlingt den rechten ' 
Arm um den Hals eines Weihes. In der Nische im Grunde 
ist eine Bouteille und eine Flasche. Unten am Zuber, auf 
Tvelchem die Frau sitzt, ist das Zeichen D. T. H. 4 Z. 6 L* » 
Br. 6 Z. 5 L. 

14) Der Fleischhauer. Das Innere einer Küche mit einem an 
Stricken aufgehängten Ochsen. Der Bauer steht neben dem 
Weibe, welcnes am Camin den Topf an den Hacken hängt. 
Fässer, Utensilien und Gemüse nimmt rechts vorn den Raum 
ein, Rechts oben im Grunde: D. T* inuent., und unter 
den Flaschen undeutlich die Jahrzahl l650« H. 5 Z. 5 L. , 
Br. 7 Z. 5 L. 

I. Aetzdruck vor dem Zeichen, aber mit der Jahrzahl 
1050, verkehrt geschrieben. Sehr selten. 

II. Wie oben bezeichnet, und mit dem Grabstichel über- 
gangen. 

15 — 19) Die fünf Sinne des Menschen. Folge von 5 Blättern 
mit halben Figuren ohne Numern. H. 2 Z. 4 L., Br. 1 Z« 
11 L. *- 2 Z. 

Die Copien dieser Folffe sind von der Gegenseite. 

15) La Tue. Ein Bauer mit dem Hute, welcher rechts in den 
Spiegel blickt. Am Rahmen des Spiegels das Zeichen. 

16) L*Ouie. Ein alter Hirt in blossem Kopfe mit der Pfeife. 
Rechts oben das Zeichen. 

17) L'Odorat. Ein junges Mädchen mit Locken nach rechts, 
den Blumenstrauss m der Hand haltend. Rechts oben das 
Zeichen. 

13) Le Toucher. Ein Bauer mit dem Messer, wie er den 
Schmerz ausdrückt, welchen er von der Wunde an einem 
Finger der linken Hand fühlt. Rechts oben das Monogramm. 

19), L^ Gout. Ein bärtiger Alter in blossem Kopfe, mit dem 
Glase in der Hand nach links. Rechts oben das Zeichen. 

20) Eine Stube mit^wei Kartenspielern am Tische neben einem 
trinkenden Bauer, hinter welchem zwei rauchende Bauern 
stehen. Links im Grunde sitzt ein Mann auf der Bank vor 
dem Camin, upd neben ihm steht ein anderer mit dem Glase 
in der Hand. An der Kiste, auf welcher einer der Spieler 
sitzt, stehen die Buchstaben D. T. 

Dieses Blatt wird von einigen dem C. Boel, von anderen 
dem F. v. d. Wyngaerde beigelegt. Es ist in Yisscher't Ma- 
nier radirt H. 5 Z. 6 L., Br. 7 Z. 11 L. 

I. Vor den Buchstaben D. T. 

IL Mit denselben, und etwas übergangen, so dasss der 
angenehme Ton der früheren. Abdrücke yermisst wird. 

21 «9« 24) Folge von 4 Bauemscenen, ohne Numern. , H. 3 Z. 
9 ^ 10 L., Br. 4 Z. 11 L. — 5 Z. 2 L. 

21) Die Kugelspieler. Dieses Blatt lässt der Cataleg Rigal un- 
beschrieben. - 



232 Tenieas, Darid. 

Kniibe und ein Mädchen tanzen, und rechts vor der Banli ist 
der Dudelsackpicit'er. Composilion von neun Figuren. Nach 
rechts hin breitet sich das Dorf aus. D« Teniers in. et ei. 
privilegio. 

Die Abdrücke wie oben. 

40) Die fünf Trinker vor der Schenke um das Fass gelagert. 
Rechts tritt die Frau aus der Thüre des Hofes mit der Schüs- 
sel und dem Kruge. Links zeigt sich Landschaft mit Hii- 

feln und Bäumeii, und neben der Hütte ist ein Schlagblum, 
lechts vorn stehen Krüge, eine Bank und ein Zuber. D. 
Teniers in. et excud. cum priuilegio. Eines der Hauptblät- 
ter des Meisters. Bei Weigel 3 Tbl. 
I. Mit' obiger Adresse. Sehr selten. 
II. Mit der Adresse: Franc, v. Wyn. exo» Bei Weigel 

3 Tbl. 
Die Copie ist von der Gegeilseite. 

41 ) Der Hexensabat. Links sitzen zwei Weiber vor dem Ti 
sehe im Zauberkreise , umgeben von verschiedenen Unge- 
heuern« Rechts sieht man Hexen am Schornsteine. Unten 
links am Gesims, wo das Geripp eines Thierkopfes ist, steht 
kaum lesbar: D. Teniers. Höchst geistreich radirtes und 
seltenes Blatt. H. 8 Z. 6 L., Br. lo /• 5 L* 

42) Eine im Buche lesende Alte, halbe Figur ohne Zeichen. 
Dieses schöne und sdtene Blatt finden wir als Orig;ioai 
angegeben, aber nicht genauer beschrieben. H. 2- ^'9^ 
Br. 2 Z. 8 L. 

43) Der verwundete Bauer, sitzend nach rechts gewendet, irie 
er mit der linken Hand das Pflaster von der Hand nimmt, 
ui)d in Miene und Haltung Schmerz ausdruckt. Oben im 
Grunde links das T in D und F verkehrt. Nach R. Wei- 
gel unbezweifelt von Teniers jun. Im Museum zu Amster- 
dam ist das Gemälde. H. 4 Z. iL., Br. 3 Z. 5 L. Bei 
Weiffei 9 Tbl. 

44) Bin )unger Bauer, mit der Rechten das Glas tind mit der 
anderen den Krug erhebend. Ohne Zeichen, 8* 

45) Der Angler, nach rechts gehend. Unten das aus den Buch- 
staben T>. T. F. bestehende Monogramm. Seltenes Blätt- 

^ eben, schmal qu. 12* 

46) Halbfigur eines grinzend lachenden Bauers, mit schiefer Mü' 
tze und aufgelegtem Arm. £r blickt nach rechts. Oben 
links de% Zeichen D T und F verschlungen. H. 3 Z. 6 L« 
Br. 2 Z. 

Dieses Blatt könnte von Teniers radirt seyn , die kräf- 
tige Grabstichelarbeit erinnert aber hier und da an C. Boel. 
Ein allenfalls vorkommender Aetzdruck würde eDtscheideod 
»eyn. 
4?) Ein Bauer mit der Pfeife sitzend nach links. Unten ebendi 
D« T. in., qu. 12. 

Eine solche Darstellung hat Teniers wahrscheinlich selbst 
radirt* Es gibt auch eine gegenseitige Copie. 

48) Brustbild eines alten Bauers mit Bart und Mütze im Profil 
gegen rechts. Oben links das Zeichen D T, mit F. v^'* 
scnlungen, 8« »• 

49) Ein alter Bettler mit Krücken, im Schritte nach ^otO' 
Wenn nicht von Teniers doch in seiner Manier« Ohne Zei- 
chen. H. 5 Z. 5 L.» Br. 2 Z. 6 L. 



Tenaant, John. »- Tennieh 233 

I. lo der angeffebenen Grosse und selten. 
IL Von der verKleinerten Platte. Br. 2 Z. 2 L. 

50) Eine Frau mit einer Blume, halbe Figur. IL 3 Z> 5 L., 
Br. 2 Z. 

51) Ein gehender Bauer mit einem Fische auf^der Schulter, 12* 

52) Landschail mit einem Weibe, welches nach rechts vorn am 
Baumstamme sitzt. In der Mitte spricht ein Mann mit ei- 
nem Weibe , und links im Grunde liegt ein Dorf kuf der 
Anhöhe. Mit dem Zeichen des Künstlers, hl. 4* 



Schwarzkunstblätter. 
Es gibt auch Schwarzkunstblätter mit dem Kamen Teniers; 
allein es ^findet sich keid historischer Nachweis, dass die Schab- 
kunst von ihm geübt wurde. Sie sind mit Verstand und Gefühl, 
durchhin in einer eigenthünlichen Weise behandelt, und eines 
Teniers würdig. 

53) Bauern in einer Stube. Vorn sitzt ein rauchender Bauer, 
rechts pisst ein solcher und links im Hintergrunde spielen 
drei Bauern Karten, während ein anderer raucht. Im Un- 
terrande steht: Pour chasser ma melancholie, }e veux fumer 
toute ma vie. Links:. Teniers fecit. R. Weigel (Kunstka- 
talo^ Nr, 5983) beschreibt ein Exemplar, welches rechts band* 
schriftlich bezeichnet ist: Voogd Sculpsit Anvers. Dieser 
Voogd ist in der Kunstgeschichte unbekannt. H. 9 Z. 4: L.^ 
Br. Z. 5 L. Sehr selten. 

54 ) Ein Weib mit einem Kessel , im Grunde drei Bauern. Im 
Unterrande steht in zwei Zeilen: Si j'ecure proprement ces 
chaudrons, c*est pour plairc aus bons garfons. Dann liest 
man wie oben: Teniers fecit, fol. 

Dieses Blatt , wie das obige , erwähnt Graf Laborde in 
der Uistoire de la gravure en manicre noire, p. 257. 

iennanty John ^ Maler zu London, machte sich durch Genre- 
bilder bekannt, die einen Künstler Ton Talent verrathen, und 
grosse technische Fertigkeit beurkunden. Seine Werke sind man- 
nigfaltig und bereits zahlreich« Graf A. Aaczvnski rühmt im drit« 
ten Bande seiner Geschichte der neueren deutschen Kunst vor* 
nehmlich ein Bild, welches Schleichhändler vorstellt, welche Waa-^ 
rcn auf die Küste von Torkshire bringen, 1833. Ein Gemälde 
von 1842, stellt den Meg Merillies vor, mit dem Feuerbrande vor 
der Höhle , in welche Dirk Hatterich sich geflüchtet hatte. Dieses 
Bild zeichnet sich durch den schlagenden Lichteffekt aus. Ein 
anderes Gemälde aus jener ^Zeit stellt einen alten Förster dar, wie 
er beim Bier am Fenster die Zeitung liest , und an diese Werke 
reihen sich noch mehrere andere, die an AuffiEkssung und Durch- 
fuhrung grosse Beachtung verdienen. Philipps stach 1833 nach 
ihm: Smugglers repose, qu. fol. 

lenniCly Maler zu London , begann seine Studien an der Akademie 
der genannten Stadt, und lieferte in kurzer Zeit Proben eines 
glücklichen Talentes. Er widmete sich der Historienmalerei, aber 
ohne das Genre auszuschliessen. Im Jahre l845 erhielt er mit 
einer allegorischen Darstellung der Rechtspflege den Preis, und 
1846 wurde ihm der Auftrag zu Thcil, im Wartsaale des neuen 
Parlamentshauses ein Gemälde in Fresko auszuführen. 



234 Tensini, Francesco. — < Teodoüi Jean. 



Tensiniy Francesco» Kriegsbaumeieter von Crema, trat als In- 
genieur in Dienste des Churiürsten Maximilian h von Bayern, 
• und bekleidete zuletzt die Stelle eines General -Lieutenant der 
Artillerie. Er wobnte als solcher mehreren Feldzügen und Bela» 
gerungen bei« Auch haben wir ein interessantes Werk über For- 
tification von ihm, unter dem Titel: La tortificatione guardia di- 
fesa et espugnatione delle fbrtezze esperimentdta in diverse guerre 
dal Cav. Francesco Tensini etc. etc. Mit Titelkupfer, Portrait 
und 48 materisch radirten Blätter von O. Fialetti, welche Bartsch 
im Peintre graveur übergeht. In Venetia l624. App. Evangelista 
Deuchinoi fol. Eine spätere Auflage ist von l630. 

Tentiniy Giovanm» Maler, war um l400 in Bologna thätig. As- 
coso sah voi^ ihm an einem Portikus in einer Strasse der Stadt 
schöne perspektivische 'Darstellungen', welche einem litinstler die» 
ses Namens beigclegt| wurden. Vedriani «agt, Tentini sei seiner 
Erfindung wegen und als Colorist berühmt gewese^. 

TentOrettO, b. Tintoretto. 

Tenzel^ oder Denzel^ Anton» Maler, lebte im 16. Jahrhundertc 
^in Ulm. Brulliot gibt durch Mittheilung des Pfarrers und Schrilt- 
stellers Weyermann ein Monogramm, welches diesem Künstler 
angehören soll. 

Tenzel^ s, auch Taenzel. 

Teodolly GirolamO) ein römischer Marehese, befliess sich aus 
Neigung der Baukunst, und genügte hierin vollkommen dem Ge- 
schmacke seiner 'Zeit. Er fertigte die Plane zur Kirche und dem 
Kloster der Nonnen S. S. Pietro e Marcelliuo in Rom. Erstere 
hat die Form des griechischen Kreuzes und ist mit einer Kuppel 
versehen, übrigens aber überladen, besonders mit Pilastern, so- 
wohl im Innern, wie im Aeusseren. Dann baute er auch die 
Kirche der S. S. Coronati , jene de Yicovaro , die Gasa della Ma- 
donna de* Miracoli im Corso, und das Theatro d*Argentina, wel- 
chem er die Hufeisenform gab. Seine Bauten sind in ihren Haupt- 
formen meistens plump, und mit geschmackloser Zierde versehen. 
Starb zu Rom 1764 oder 1766 im 89. Jahre. 

Teodoni Jean^ Bildhauer, machte seine Studien in Paris, und 
begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach Rom, wo er meh- 
rere Jahre verweilte und Beifall erndtete. Seine Statue des heil. 
Johannes im Lateran wurde eines Bernini würdig gehalten, vras 
in jener Zeit viel zu sagen hatte, und jetzt den Meister charak- 
terisirt. Dann fertigte er für den Altar der Jesuitenkirche die 
Gruppe von fünf Figuren, welche den Glauben vorstellt, wie er 
die Häresie zu Boden schleudert. Den gegenüber stehenden Altar 
zierte le Gros mit einer Gruppe. Auf Monte di Pieta ist eiu Bas- 
relief von ihm, die Söhne Jakob*s vorstellend, wie sie. des Beclier* 
rauhes beschuldiget, vor Joseph geführt werden. Auch am Grab* 
male der Königin Christine von Schweden in der St. Peters- 
kirche ist ein Basrelief von ihm. In Frankreich sind wenige 
Werke von diesem Künstler. Im Garten zu Versailles sind die 
beiden Figuren, welche Sommer (Ceres) und Winter vorstellen, 
gestochen in Thomassin's Versailles imortalisce. Im Garten der 
Tuilerien zu Paris wurde seine Gruppe von Arria und Pätus auf- 



TcodoDQ, Mantuano. ^ Tcoscopoli, Dotnenico. 235 

gestellt, welche bereits in Rom begonnen, nachwärts von Ic Pantre 
vollendet wurde* Teodon war Mitglied der Akademie in Paris und 
starb daselbst, nach einigen um 1080 > nach anderen 1713» 

Teodoro,. Mantuano^ s. T. Ghisi. 

Teodoro, MonSU^ ». T. Helmbrecker und Theodore. ' 

Teoscopoli oder Theotocopuli , Domenico» genannt il 

Gre CO, Maler, Bildhauer und. Architekt, soll nach der gewöhn- 
teben Angabe 1548 in Griechenland geboren, und von Titian un- 
terrichtet worden seyn , während es m den Lettere pittoriche VI. 
ol4 heisst, dss Dumenico voii Kindheit auf in Spanien erzogen 
wurde, so dass der Künstler Vielleicht nur durch die griechische 
Ableitung seines Familiennamens , oder durch eine willkürlich 
angenommene griechische Tracht den Beinamen t^el Griego«i er- v 
halten haben konnte« Dass auf einer satyrischen Darstellung im 
spanischen Museum zu Paris griechische Inschriften stehen, wird 
wohl nicht so hoch anzuschlagen seyn, um die griechische Ab- 
kunft des Künstlers heraus zu demonstriren. . Auen sein Aufent- 
lialt bei Titian in Venedig ist nicht streng nachzuweisen , und 
die Sage könnte vielleicht auf der Verwechslung mit dem Vene- 
tianer Domen ico dalle Greche bestehen, der von mehreren 
Schriftstellern mit Teoscopoli iür ' Eine Person gehalten wurde, 
worauf wir unten bei der Erwähnung eines Formschnittwetkes zu- 
rückkommen. In jedem Falle hatte Teoscopoli die Werke Titian's 
studirt, und sich die Weise desselben so zu eigen gemacht, dass 
seine Arbeiten mit )enen dieses Meisters verwechselt wurden. Viele 
seiner Bilder haben die Vorzüge der Titian*schen Schule, bis er 
endlich in einem missverstandcnen Streben nach Originalität in 
eine ausschweifende Manier verfiel, und kaum mehr dem Scheine- 
nach den Principien ächter Kunst entsprach. Diess ist um so auf- 
fallender von einem Manne, der über das Wesen derselben so ileis- 
ßig nachgedacht, und durch Wort und Schrift in wahrem Sinne sich 
ausgesprochen hatte. Seine Liebe zur Kunst, und die grosse Ach- 
tung für ihre Heiligkeit verwickelte ihn in viele Streitigkeiten, in 
welchen er jedoch immer den Sieg behauptet haben soll. Seine 
spätere Kunstrichtung' dürfte ihn aber in manchen Widerstreit ge- 
bracht haben, der nicht immer zu seinen Gunsten ausfiel« Er war 
bis in sein hohes Alter thätig. Pacheco sagt, dass er l6ll bei ei- 
nem Besuche im Hause des Künstlers einen grossen Saal voll Ent- 
würfe zu Gemälden und eine zahllose Menge von Thonmodellcn 
gefunden habe. Teoscopoli starb aber erst 1025 ia Toledo. Die 
berühmtesten Sehriftsteller und Dichter der Zeit ergossen sicK jetzt 
in Lobeserhebungen. Seine vorzüglichsten Schulet sind J. B. Mayno, 
L. Tristan, F. Orrente und J. M. Teoscopoli, der Sohn uusers 
Künstlers. 

Die Werke dieses Meisters sind in Spanien sehr zahlreich, in 
den letzten Jahren dürften aber mehrere verschwunden seyn« da 
französische und englische Kunstliebhaber einen Titian-Teoscopoli 
nicht verschmähten* Mehrere Bilder erwarb 1837 der König Louis 
Philipp, und darunter sind auch die schon von Oberst Scheppeler 
(Beiträge zur spanischen Kunstgeschichte. Aachen 1828 « S. \\Q) 
erwähnten Meisterwerke. Das eine stellt die Tochter des Meisters 
dar, eine abgemagerte, krankhafte Gestalt, das andere ist eine 
Skizze zu einem figurenr^ichen satyrischen Gemälde auf Carl V. 
iQit griechischen Unterschriften. In Deutschland sind die Werke die- 



236 Teoscopoli, Domenico. 

S6S Meisters höchst selten. In der Gollerie zu Wien ist das Bild- 
niss eines jungen rothbartigen Mannes, wie er die Linke auf den 
Tisch legt, und in der Rechten die Handschuhe halt, lebensgrosse 
halbe Figur, bezeichnet: Teoscopoli f. Der Name des Vorgestell- 
ten ist undeutlich: Stephanus anno MDC. Desto zahlrei* 

eher sind seine Bilder in Spanien. Im Jahre 1577 malte er für 
die Sakristei des Domes in Toledo die Kreuzschleppung mit vie- 
len Figuren, ganz im Geschmacke Titians^ und an dieses Gemälde 
reihen sich mehrere andere Werke dieser Art in ToledoT In S. 
Dominffo el antiguö malte er die Bilder des Hauptaltares, die 
Himmelfahrt der ^aria mit den Aposteln, zu den Seiten St. Feter 
und der Evangelist Johanne^, und dann die Darstellungen aus 
dem Leben und Leiden Christi. Diese Malereien gehören zu den 
frühesten Werken des Meisters, denn sie kommen in einer Bech- 
nung von 1577 vor. Bei den Mercenarios calzados ist eine Kreu- 
zigung« im Hospital a Fuera die Taufe Christi am Hochaltar, in 
St. Clara der* Hochaltar mit sechs Darstellungen aus dem Leben 
Jesu, in S. Marco eine Kreuzigung, bei den Nonnen von S. Tor- 
quato eine Darstellung des heil. Mauritius wie im Escurial, bei 
den Nonnen de' la Rcyna eine Kreu?:igung in halben Fi^ren, im 
Refectorium des Klosters de la Sisla ein Bild mit Eremiten , und 
besonders schön findet man das jüngste Gericht, ein^ kleinere 
Da^-stellung, als jene in der Frauenkapelle im Escurial. In der 
' Casa -de Ayuntamiento sieht man eine Ansicht von Toledo, im Ho- 
spital de la Caridad das Bild des St. Udefonso und Darstellungen 
aus dem Leben der heil. Jungfrau, in einer Capelle und am Hoch- 
altäre der Frauciskanerkirehe ist das schöne Bild der heil. Jung- 
frau von ihm gemalt. Das berühmteste Werk, welches Toledo 
von Teoscopoli besitzt, ist in S. Tomo. Es stellt in einem gros- 
sen Gemälde die Beerdigung des Don Gonzalo Ruiz de Toledo, 
Grafen von Orgaz vor, mit den Heiligen Augustin und Stephan. 
Dieses Werk wurde allgemein bewundert, namentlich auch wegen 
der vielen Fortraite von berühmten Personen und Rittern. In der 
Akademie zu Madrid ist der Entwurf dazu. 

Im Escorial sieht man eine heil. Familie mit der Vermahlung 
der heil. Catharina^ Copie nach Correggio ; die Bilder der Heili- 
gen Petrus und Eugenius in der seltsamen zweiten Manier des 
, Meisters , die Marter des heil. Lorenz , und eine Darstellung des 
jüngsten Gerichtes mit dem Fegfeuer und der Hölle, und mit vie- 
len Figuren, welche den Heiland in der Glorie umgeben, darun- 
ter auch Philipjp II. von Spanien. Ein anderes Gemälde in diesem 
Kloster, stellt den heil. Mauritiift mit seinen Soldaten vor; ISTQ 
im Auftrat Philipp's IL gemalt, ebenfalls in jener steifen, aus- 
schweifenden Manier. 

In der Pfarrldrche St. Claudius zu Leon ist eine Kreuzigung 
aus seiner bessten Zeit, in der Pfarrkirche zu Mostoles das Antliu 
Christi auf dem Schweisstuche, in derselben Manier, im CoUegium 
des heil. Anton zu Si^enza ein St. Franz von Assisi, im Colle- 

Sium von Corpus Christi zu Valencia die Geburt Christi » und in 
er Pfarrkirche zu La Guardia das grosse Altarbild mit der Drei- 
einigkeit. Eines seiner Meisterwerke ist die Auferstehune Christi 
im Collegium zu Atocha. In der Pfarrkirche zu Bayona stellte er am 
Hauptaltare das Leben der heil. Magdalena dar, welches dem Car- 
dinal Portocarrero so wohl gefiel, dass er der Kirche für dasselbe 
5000 Pesos, und an dessen Stelle ein Gemälde von L. Giordano 
bot. In der Capelle «des Palastes des Marquis de Villena zu Esca- 



Teoscopoli, Domenico. 197 

nioa sind mehrere Gemälde von ilim, die beiden Johannes » und 

Heilige aus dem Franciskaner - Orden vorstellend« 

In Madrid hinterliess der Künstler ebenfalls viele Werke« In 
der k. Akademie wird die Skizze zum Letchenbegän^isse des Gra- 
fen von Orgaz in S. Tomo zu Toledo auil>eiivahrt. . Bei den Re- 
colletos ist eine Ansicht von Toledo,' in S. Sebastian sieht man 
Darstellungen aus dem Leben Christi, in S. Basilio das Bild eines 
heil. Bischofs, in la Merced jenes des heil. Martin, wie er den 
Mantel theilt, und in Buonretiro Bildnisse von Königen und be- 
rühmten Personen. Berühmt ist sein Altar des Collegium Donna 
Mara de Aragona, an welchem die Malereien, die Schnitzarbeiten 
und die ganze Anordnung von ihm herrührt. Die Gemälde gehö- 
ren aber in die unerquickliche Zeit des Meisters. 

Auch mehrere Bildhauerarbeiten in Marmor fertigte der Mei- 
ster. Im Hospital la Caridad zu Toledo sind die Altäre und Sta- 
tuen von ihm, dann der Hauptaltar der Franciskaner Von Illescas» 
und die Altäre in S. Juan Baptista zu Toledo. Ob daselbst die 
Kanzel, die Altäre und die Statuen in S. Domingo el antiguo von 
ihm herrühren; wie Pacheco behauptet, ist ungewiss. Die Gemälde 
des Altares sind von Xeoscopoli. Auch bei den Mercenarios cal- 
zados ist ein Altar von ihm, und bei den Franciskanem zu To- 
ledo die Denkmäler des Gedeon de Hinojosa und seiner Gemah- 
lin, der Stitter der Kirche. Reich an Sculpturen von der Hand 
dieses Meisters ist die Kirche des Collegiums der Doni^a Maria de 
Araffon in Madrid. £r fertigte den Riss zum Altare, die Schnitz- 
werke und die ganze übrige Einrichtung. 

Auch den Plan zum Bau des genannten Collegiums fertigte 
er, Milizzia erklärt es aber als ein geschmackloses Gebäude. In 
Toledo baute er die Casa de Ayunlamiento, und das Convent und 
die Kirche der Dominicaner, ferner das Spital und die Kirche de 
la Caridad zu lUescas, und die Kirche und das Kloster S. Domingo 
zu Silos, in welcher auch Malereien und Sculpturen von ihm sind. 
Teoscopoli componirte im Style der Renaissance, und offenbarte 
Sinn für grossartige Formen, blieb aber nicht frei von dem Ein« 
flnsse, welchen der Verfall der italienischen Baukunst in der zwei- 
ten Hälfte des l6« Jahrhunderts übte. In seiner Ornamentik herrscht 
das malerische Princip vor. 

Das reichste Yerzeichniss seiner Werke gibt C. Bermudez, 
Diccionario bist, de los mas illustres professores etq, Madrid S800« 
Auch Facheco und Palomino, die in unserm Künstler -Lexikon 
ihre Stelle haben» sind zu Rathe zu ziehen. 

Dann wird Teodoscopuli auch unter die Formschneider ge- 
zählt, wie von rHeller (Gesch. der Formschneidekunst S. i8l) und 
auch von früheren und späteren Schriftstellern. Allein Teosco- 
poli wird von diesen mit dem venetianischen Maler und Verleger 
Domenico dalle Greche, dem Schüler Titian*s verwechselt, wel- 
chen der Meister auf den Formschnitt gebracht haben soll. Von 
diesem Venetianer, und nicht von Teodoscopuli il Gre,co, haben 
yvir einen vortrefflichen und berühmten Schnitt nach Titian, welcher 
äusserst selten vorkommt. Nur in sehr wenigen Sammlungen ist 
dieses Formschnittwerk vollständig, da es aus zwölf Blättern be- 
steht, welche zusammmengefügt werden müssen, und wo diess 
nicht geschehen, gingen Blätter verloren. Sie stellen den Unter- 
gang des Phar^onischen Heeres im rothen Meere dar, nach einer 
Handzeichnung von Titian, mit der Schrift: La crudel persecu- 
tione del ostinato Re, contro il populo tanto da Dio amato, con 



iZi Teoscopoli, Jorge Manuel. ^-- Tcrasse. 

la 6ommorst<^ne /di csso' Phamone, goloso del inocente languc. 
Diseg^nata par mano dilarande ( grande) e immortal Titiano. In 
venetia p«duiixeneco dall^ Spreche depcBto reVenitiano 
MDXLIX. H. 4& Z.» Br. 80 2. 6 L* Bei Weisel 17 Thl. 

Teoscopoliy oder Teodoscopulij Jorge Manuel, Bildhauer 

und Architel&t, not Schüler seines Vaters Domeoico, und stand 
diesem mehrere Jahre als Gehüll'e zur Seite* Im Jahre 1025 ^urde 
er an die Stelle des Vaters zutu Architekteti und Bildhauer der 
Cathedrale in Toledo ernannt. Bald darauf begann er den Bau 
der Cuppel der Capilla muzarabe in dem genannten Dome, und 
vollendete das Werk löol* Ein anderer Bau daselbst ist unter 
dem Namen Qcliavo bekannt. Starb l631* 

Tepada, MoretlOi Kupferstecher, arbeitete in der zweiten Hälfte 
des 18, Jahrhunderts in Madrid, meistens für Buchhändler. Blät- 
ter von seiner Hand finden sich in einer Ausgabe des Don Qui- 
xotte, welche Ant. Fellicer zu Madrid 1798 — 99 besorgte* 

TüepQf J. J* Lithograph, übte in Berlin seine Kunst, und zwar in 
der früheren Zeit der Erfindung derselben. Unter seinen Blättern 
erwähnen wir folgendes: Porcia, Gattin des Brutus, nach G. Ile> 
nrs Bild aus dem Museum zu Berlin, gr. fol. 

Teperelli^ oder Tepere, Francesco Mario; Medailleur von 

Treviso, war in der ersten Hallte des l6* Jahrhunderts tfiäiig. 
Seine VV'erke scheinen selten zu seyn. Folgende Medaille ist im 
Tresor de Numismatique et Gliyptique^ Med« coul. en Italie, pl« 20 
abgebildet. 

Schaumünze auf Pontico Virunio, mit dessdn Bildniss im 
Avers , und auf der Rückseite der Name des Künstlers : Opus 
Francisci Marii Teperelii Pvervli. 

Diese Medaille entstand um 1515. 

Tepper, J. D., Maler, war von 173t — 17öO in Prag thätig, und 
lebte um 1760 in Saar. Er malte historische Darstellungen, die 
gut gezeichnet und von warmer Färbung sind. 

, Auch eigenhändige Blätter finden sich von ihm, die radirt 
und mit der Roulette übergangen sind. 

Tepper, Martin, Maler, war um 1078 in Prag Schüler von Job. 
Bart. Klosse, und konnte der^Vater des Obigen seyti« Seine wei- 
teren Verhältnisse sind unbekannt. 

Tepplar, Formschneider in Wien, st^nd um 1834 unter Leitung 
des berühmten B. Höfel, und arbeitete längere Zeit im Atelier 
desselben. Blätter von seiner Hand findet man in religiösen und 
belletristischen Werken. 

Tepplar, Anton, Kupferstecher, ein jetzt lebender Künstler. 

1) Bernhard Galura, Fürstbischof von firixen^ nach G. Fiats 
1839 f ^1- ^°^* 

Teran, Juan Antonio, Maler, lebte um 1673 in SeTÜla, und 
war IVOtglied der Akademie daselbst. Er gehört zu den geringeren 
Meistern seines Landes. 

Tcrasse, s. Thcrasse. 



TerassoD, H. — Terbnrg«, Gerhard. 239 

TeraSSOn^ H., Kuprerste<^cr, arbeitete um I7l4 in London. Eb 
finden sich Landschaften und Prospekte von seiner Hand. Sol- 
che sind im Xheatre.de la Gr^nd-Bretain, ibl. 

Terband, M. A, Kupferstecher» arbeitete um 1775. 

1) Les danfi^ers de la mer, nach J. Yemet, qn« fol. 

Es gibt Abdrücke vor der Schrift. 

2) L'Orage impetueux, mfch demselben, qu« fol. 

Terbruggen , Heinrich^ Maler, «rird von Sandrart und de Bie 
Verbrnggen genannt. Sie nennen Utrecht als| seinen Geburts- 
ort, wotim sein Vater aus Siebenbürgen gekommen seyn soll, was^ 
alles noch der Bestattigung bedarf. Er war Schulter von Abra- 
ham Bloemaert, und hielt sich zehn Jahre theils m Rom; theils 
in Neapel auf. Ticozzi behauptet, Terbrugffen habe in Italien 
einige schöne Bilder hinterlassen, was wohl glaublich ist, wir fin- 
den aber nur angegeben, dass sich in einer der Hauptkirchen 
Neapels ein schönes Gemälde von ihm befinde. Descamps sah 
1753 bei H. van der Streng zu Middelburg ein Gemälde mit le- 
bensgrossen Figuren, welches ein Sänket vorstellt. Dieses Bild 
kannte auch Rubens, .und er behauptete bei Betrachtung dessel- 
ben, Terbruggen sei einer der vorzüglichsten flandrischen Maler. 
Eine ähnliche Darstellung besass zu Descan^ps Zeit der Goldar- 
beiter Yerbruggen zu Delfft» der in dem Meister einen seiner 
Vorfahren erkennen wollte. Terbruggen starb zu Utrecht 1629 im 
4l. Jahre. 

W. de Fasse stach nach ihm« deA heil. Hieronymus , auf dem 
Blatte steht aber irrig U. Terbur^, qu. fol. Von Th. Matham 
haben wir einen Stich, welcher einen Musikanten vorstellt, wie 
er mit der Linken das Glas emporhebT: L*homme de bonne hu- 
meur, betitelt, 4« 

Terbeersty Julien Joos de, Maler, geb. zu Brügge um 1806, 

bildete sich unter Navez zum Künstler, und erfreute sich schon 
um 1830 einer ehrenvollen Anerkennung* Er malte historisch« 
Darstellungen und Genrebilder mit technischer Fertigkeit, man 
wollte aber dem Künstler wenig Geschmack zutrauen. In den 
letzteren Jahren haben wir nichts mehr von ihm vernommen« 

Terburg , Gerhard, auch G. Ter Borch oder G. T. Borch geschrie- 
ben, Maler, stammte aus einer alten und angesehenen Familie in 
Zwoll, tjnd auch sein Vater (Heinrich?) war ein geschickter Künst- 
ler , der mehrere Jahre in Rom die Malerei übte , aber nach sei- 
neii Werken unbekannt zu seyn scheint. Dieser ertheilte unserm 
Gerhard wahrscheinlich den ersten Unterricht, denn man weiss 
nur, dsss ein Anonymus in Harlem sein zweiter Meister war, dem 
er aber wenig verdankt haben dürfte \ denn Terburg war zu jener 
Zeit schon ein tüchtiger Künstler, dessen Arbeiten grossen Beifall 
fanden. Hierauf trat er eine Reise nach Deutschland und nach 
Italien an, um in Rom weitere Studien zu machen; allein die rö- 
mische Schule übte keinen Einfluss auf ihn, und er bewahrte fort- 
an seine Eigenthümllchkeit. Im Jahre l648 finden wir ihn in Mün- 
ster, wo damals eine grosse Anzahl von Gesandten versammelt 
war, deren er viele nach dem Leben malte, so wie denn Terburg 
selbst mit einem gewissen Glänze auftrat. Zuletzt stellte er die- 
selben in einem einzelnen Gemälde dar, welches unter dem Namen 
des westphalischen Friedenschlusses bekannt ist, aber nur die in 



240 Terbiirg, Gerhard. 

Münster am 15. Mai t648 stattgefundene Beschwörung des Frie- 
dens zwischen Spanien und den freien Niederlanden vorstcUl, 
indem d^r Eiidabschluss des allgemeinen Friedens in den Woh- 
nungen der Hauptgesandten einzeln unterzeichnet wurde , alsu 
lieine Öffentliche Beschwörung auf dem Rathhause stattfand. Es 
Kommen aber auf diesem Gemälde 69 Bildnisse von Gesandten 
europäischer Mächte vor, bezeichnet GT (verschlungen) Borch F. 
Monstery l648- H. l F. 5 Z., Br. t F. 10 Z. Terburg wollte die- 
ses Bild nicht unter 6000 Gulden ablassen, und man fand es auch 
noch in seinem Nachlasse. Houbracken (gest. 1780) sah- dasselbe im 
Hause des Renteneinnehmers Terburg in Deventer. Fürst Talleyrand 
erwarb dieses Bild aus der Sammlung des Herrn van Leyden, und 
1817 kaufte Hr. Buchanan die Gemäldesammlung des Fürsten. Spä- 
ter ging dieses Gemälde in die Gallerie des Herzogs von Berry über, 
und i8o7 erkaufte es Graf Demidoff bei «der Versteigerung im Palais 
de l'Elisce Bourbon um 45000 Frs. Dieselbe, ein wenig grössere 
Darstellung im Museum zu Amsterdam, soll nach Smit£ IV. 115. 
die Skizze seyn. 

Von Münster beffab sich der Künstler auf Veranlassung des 
«panischen Bevollmächtigten, Grafen Figoranda, nach Madrid, wo 
ihii der König und alle Grossen des Reiches auszeichneten. Er- 
sterer emantite ihn zum Ritter, und mehrere Damen erkoren ilui 
im Geheim zum Geliebten, da Terburg sie nicht nur in geßUigeu 
Bildern darstellte, sondern selbst ein Mann von grosser männli* 
eher Schönheit war. Die Eifersucht, welche er erregte, zwang ilui 
luletzttzur Flucht aus Madrid. Jetzt ging der Künstler nach Lon- 
don, wo er ebenfalls viele Bildnisse malte, und grosse Summen 
erwarb* Eben so glücklich war er in Paris, so dass er nach seiner 
Rückkehr ins Vaterland zu Deventer auf vornehmem Fasse sich 
einrichtete. Er wurde Bürgermeister der Stadt, und malte jetzt 
Conversationsstücke, welche gegenwärtig zu den Zierden der Gal- 
lerien gehören. Terburg ist als der eigentliche Schöpfer der so- 
genannten Conversations - Malerei zu betrachten, und zugleich der 
vorzüglichste IVIeister 4cf ^Attung. Er bewegte sich gewöhnlich 
nur in einem engen Kreise, aber mit solcher Feinheit und Grazie, 
dass seine Bilder einen höchst angenehmen Eindruck verursachen. 
Häufig Erscheint eine Blondine in weissem Atlaskleide und in- gelb- 
oder rothseidener, mit Hermelin verbrämter Jacke. Sie spielt ent» 
weder die Theorbe, oder der Musikmeister ertheilt ihr Unterricht 
im Gesang und Spiel. Ein anderes Mal ist sie in Begleitung eines 
Offiziers oder eines anderen Herrn. Zuweilen brinfft ein Trom- 
peter Depeschen oder Liebesbriefe. Selbst viele seiner Portraiie 
sind als höhere Genrebilder zu betrachten, da dte Umgebung der 
dargestellten Person und die allgemeine Auffassung diesen Begriff 
zulässt. In das Leben der niederen Stände ging Terburg nur sel- 
ten ein. Seine immer wohl gezeichneten Personen haben etwas un- 
gemein Anständiges, und sind .oft selbst sehr graziös in ihren Be- 
wegungen. An Delicatesse der Ausführung steht er keinem seiner 
Zeitgenossen nach, und in einem gewissen zarten Schmelz über- 
trifft er alle. Keiner ist ihm aber im Zauber der Harmonie im 
Silberton, in der Beobachtung der Luftperspektive durch die fein- 
ste Abtönung zu vergleichen. Die Bilder dieses Meisters sind da- 
her im Preise sehr gestiegen. So galt ein berühmtes, jetzt in der 
Sammlung des Sir R. Peel in London befindliches Bilds welches ein 
Mädchen im Atlaskleide vorstellt, wie es am Tische sitzend die 
Theorbe spielt, während gegenüber der Musikmeister singend den 
Takt gibt, 1767 in der Auktion Julienne 2800 Frs., bei Herzog 
von Choiseul (1772) 3000 Frs., bei Prinz von Conti (1774) 4806Frs., 



hei Mar^oii tron Ptejgefmt. 58SS F«»«. bei Beriwig VA» VrMlia 
l8oa» 13000 Ffft.r bei> vea 3erev|]|e 1812» 15000 Frs., bei Eiirtt 
Galitxin 1826» 24300- Et«. % und der jeKzig^e BestUer bezahlte 6000 
Rthl. Terburi; starb «a^Devepter k6Bi im 71. oder 73« Jahre« G. 
Dow » Mieris und NeUeto» vecehrteo ihn ab üiren Meister^ M. 
SweerU hat sein» Bttdnisa radirt» wobei wir auf Nr. 2 des Werkes 
dieses Meisters verweisen« Aueh A* Bartsch hat es radirt. Faraer 
kommt das Bildnis« Terburg*« bei G. Weyerman, Houbracketi, dTAr- 

Sensville und Descämpe .Tor. Bin. eigenhäwiif^s Gemälde , i$% im 
lueeum im Haag« 

Gemälde und Zeieh^ungen dieses Meisters. . ' 

Die vorzüj^lichsten Bilder dieses Meisters sind jetzt grosstoi- 
theils in ständigei^ Gallerien. Die .wenigsten findet man in seinem 
Yaterlande. Auch Zeichnungen finden sidi von diesem Meister. 
Sie sind mit rother und schwarzer Kreide ausgeführt, weiss ge* 
höht oder mit Tifsch vollendet. Andere sind mit der Feder ent- 
worfen und aquarellirt. Ein Verzeichniss solcher Zeichnungen 
können wir nicht geben. Einige sind in R. Weigel's Knnstkata- 
log angezeigte Eine grössere Anzahl sind im Cataloge der Samm- 
lung des B, V. Rumohr Nr. 750 -^ 77? beschrieben. 

Im Museum. zu Amsterdam ist das Bild der Friedensbe- 
schwörung in Münster f^ili^zze?), dessen wir* schon oben im Leben 
des Meisters erwähnt haben. Ein zweites Bild ist unter dem NaYneVi 
der väterlichen Ermahnung bekannt, ähnlich dem Gemälde im ])fltt<» 
seum zu Berlin^ aber mit einem Hunde, ehedem in Lormier*8 Sammlung. 

Das Museum im Haag bewahrt 4^^ eigenhändige Bildhiss 
des Meisters, in der Tracht eines Bürgermeisters. Em anderes 
Gemälde stellt einen Offizier dar, wie f^r einer Dame den Brief 
vorliest» welchen ein Trompeter gebrächt.. 

Eiaiffe der schönsten Bilder Terburg*s findet man jetzt in Eng- 
land, theilweise ahs holländischen Sammlungen stammend. Waa- 
gen gibt in seinem Werke über Kunstwerke und Künstler England's 
Nachricht darüber, was nm so interessanter ist, da man über' die 
Runstschätse jenes Landes lange keine genügende Auskunft hätte. 

In der Sammlung im Staffordhouse zu London ist, ein 
Bild jener beliebten Blondine im ^weissen Atlasskleide, wie ihr ein 
Herr seine Verbeugung macht. Im Hintergrunde sind drei Perso- 
nen mit musikaliscnen Instrumenten. H. 2 F^ 6 Z. , Br. 2 F. 2 Z* 

Lord Asihburton in Limdon besttat ebeafalla ein Mädchen 
in 0elbseidener,.mit Hermelin verbrämter Jacke uifd wei&seidenem 
Kleide, sitaend mit. der Laute. Gegenüber am Tische betraqhtet 
sie ein Herr mit Wohlgefallen« und ein anderer steht hinter ihm* 
Ztt Descamps Zek war dieses herrliche Bild in der Sammlung Lor- 
mier im Haag» ^nd . zuletzt besass es Fürst Talleyrand, H. i F. 
10 2., fir. 1 F. ^ Z. 

Herr H. T. H<>pe in London besitat das Bild einer Dame in 
rodMr, mit Hermelin verbrämter Pelzfacke, wie sie zur Laute singt, 
wozn- der Musikmeister mit der Hand den Takt angibt» Das> Mäd- 
chen ist von seltener Schönheit (ät Terburg« alles vom gewählte- 
sten Geschmacke und der aartesten YoUendung. Das Monogramm 
ist verwaschen. H« 2 F. 2 Z,, Br. t f « Q Z. Ein anderes sehr ge- 
wähltes Baemplar dieses BHdes sah Waagen beim Bilderhändler 
Peacocfc in Loflidon* Dann besitat Herr Hope auch das jSild 
eines Kriegsmannes , gemächlich neben dem üamin sitaend, wie 
er ein Glas Champagner leert. . Neben ihm versucht sich ein. fun- 
ger Trompeter auf seinem Instrument , worauf ein dritter Soldet- 
zu kareu seheint. .In Composkian, Tücht^eit una Lebendigkeit 

tfugUr'4 KümtUnLex. Bd.XVW. t6 



2tt T^ghxag, Gerkard. 

^cf toMatetkea (^aralctere» Tiefe und Sattfgheh dM Tons, mel 
sterlicher Breite des Behandhmg eines dec Torzü^idksteQ.Werki 
• des Meisters« H. 2 F« 1 Zm Br. 1 F« 7 Z* Ein. drittes Gemäld 
stellt ebenfalls einen 0£Eisier vor» wie er an einem mit einem Tep 
pich bedeckten Tisch .schreibt* N«ben ihm steht ein wartende 
Trompeter« Diese Composition kommt mit Yeränderuni^en öf\e 
▼or. Hope*s Bild , vr^lches mit dem Dresdner Bilde sehr nah« 
übereinstimmt» Michnet sich dnrch ungemeine Vollendung um 
Lebendigkeit der Köpfe aus. H. t F. 10 Z« « Br. i F. 5 Z* 

In der Privatsammlung |des Königs Georg IV. von E n ^ 
1 a n d ist eine stehende Blondine im vreissen Atlaskleide , wie m 
der am Tische sitzenden, in einer blauen, mit Hermelin verbrämtei 
Felzjacke gekleideten Matter einen Brief vorliest. Ein Page m 
hert sich der Tochter mit goldener Schüssel und Giesskannc. Mi 
der gewöhnlichen Naivetät des Gefühls und Eleganz, welche alle; 
athmet, verbindet dieses Bild eine Feinheit der Zeichnung, eine 
Tiefe des Helldunkels, eine Wärme des Tons, eine Solidität des 
Impasto, eine Freiheit der Behandlung, wie sie nur sehr selten 
bei Terburg vorkommt« Dabei ist die Erfindung bcwnnderanp' 
würdig. H. 2 F. 7i Z., Br. 2 F. 2i Z. Ein weiteres Gemälde stellt ein 
am Tische sitzendes Mädchen in rothsammtner, mit Hermelin ver 
brämter Jacke vor, wie ihr der neben ihr sitzende Herr ein Glas 
Chimpagner reicht. Dieses Bild hat leKler mehrere Retouchen. 

In Lutonhousc, dem Sitze des Grafen Bute, sind Fortraite 
▼on Terburg. Der Herr, in schwarz - seidenem Anzüge, erscheint 
in seiner Bibliothek , und die junge Frau in reicher Kleidung io 
Ankleidezimmer, ganze Figuren. Die feine Auffassung, und die 
grosse Eleganz der IJehandlung beweisen, wie vortrefflich Terburj 
in dieser Gattung war. H. 2 F. 5 Z., Br. 1 F. ii Z. 

In der Sammlung des Ministers Robert Peel zu Londos 
ist das berühmte Bild, dessen wir oben erwähnt, als Beweis, me 
von Periode zu Periode der Preis der Bilder dieses Meisters ^ 
stiegen ist. Es stellt ein in einer mit Hermelin verbrämten gelben 
Jacke und mit weissem Atlaskleide am Tische sitzendes Mädchen 
dar, wie es die Theorbe spielt, während der Lehrer gegenüber 
singend den Takt gibt« 

Aus der Sammlung des Sir Wm. Clarke in London iror^ 
l84o das Bild einer jungen Dame, welche einen Brief liest, ^ 
4l5 Pf. St. gekauft. 

Lord Whamkliffe zu London besttst ein unter, dem Kamen de| 
Täterlichen Ermahnung berühmtes Btldr'i^e im Museum 2uBerIii| 
und ohne Hund. Es gieng durch die Smnmlung Beaujon (178l| 
Proley (|787) und Christie (1820)« .1 

Im Museum des Louvre sind einige TortrefHiche BiUef ^ 
$e8 Meisters « die Waagen K« tuid K. lll. 591 genau wördig 
JBin Offizier bietet einem sehr fein gekleideten Mädchen« mit ^ 
chem er in einem Gemache am Tische sitstf :6eld an. Durch l 
Lebendigkeit in Ausdruck der Köpfe f die gute Zeiofanvn^« ^ 
zarten, harmoxiischen Silberton, die grosse« aber dodb freie Af 
führung, eines der sehönsten Bilder des Meisters. Früher in d 
Sammlungen van der Vugt und vaa SUngelandt« H. m^ÖQ 
Br. m. 56 c^ Ein- fein gekleideter junger Herr spielt sitzend 1 
der Laute, und vor ihm kdit ein MÜdchea in weissem Atia^^^ 
mit dem Notenbuche. Fein dramatisdi, und durch eine tiele m 
Harmonie von reisender Wirkung, die Behandlung mcisterw 
H. m. 82 c. , Br. m. 72 c. . Ein Mädchen be^itet steh« 
mit der Laute den Gesang einer andern sitzenden Dame, ^« 
ein Page ein Glas mit Getränk präseatirt. Sehr sart und toip« 



I 



J 



Tevftttrg, QevÜMrl* H% 

etwaAt Ait fciOe^ lii«MliMig«t. H. d «• 4? ev> Bv^« m« 43 c 
Em» RathtvcrMoBmliitig » treülieb« SÜiae su einem ^MMeii Bilde, 
nit reittveichcn Köpfen« Q. e «« 2i c. , Br. m. 8S e. 

Ans der Sammlung de& CardittAl Fesch kautte 1846 Mr. 
Dutuit Ton Rotten um 5855 Fr», ein Bild, welches einen hollän- 
dischen Offizier vorstellt» welcher der Oame ein Glas Wein an- 
bietet, während der Sullmeister ihm den Präsentirteller mit der 
Flasche hält. Di« Begleiterin der D^tne betrachtet beide. 

In der Gidlerie 4et Her«o# von Berry war ein herrli« 
ches Gemälde, welches unter dem JN^amen des Testaments bekannt 
ist« Es wurde t8S6 bei der Auktion mit 2$200 Fr«« bezahlt. 

In der GaHerie su Florenz ein trinkendes Frftuensimmer » 
während der Mann am Tische schl^« Wicai^s Gall. d. Fl. Gab» XXIV . 

In der k. Eremitage zu St. Petersburg ist ein treffli- 
ches Bild, welches eine stehende Dame im Atlaskleide vorstellt, 
wie sie den Brief liest, den ihr ein Bote gebracht. 

In der Sammlung 4es Grafen Demidoff daselbst der Mütt<> 
ster'sche Friedenss<Muss , wor&ber S. 24o t^ IdSen ist. 

In der Gallerie des Musenms zu Berlin ist ein Bild, weU 
ches vornehmlich in Be2ug auf das poetische Element seiner 
Darstellung und auf die edle gemes^^ne Haltung sich auszeich* 
net. Es ist unter dem Namen der väterlichen Ermahnung be- 
kannt, kommt mit wenig Veränderungen im Museum zu Amsterdam 
und bei Lord Wharncliffe vor, und ist, in Gölhe's Wahlverwandtschal- 
ten beschriebien. Der edle ritterliche Vater sit«t einen Fuss über den 
andern geschlagen, und scheint seiner vor ihm stehenden Tochter 
ins Gewissen zu reden. Diese, eine herrliche Gestalt, imfaltenrei* 
dien weiten Atlaskieide wird zwar nur von hinten gesehen^ aber ihr 
«rn^es Wesen «cheint anzudeuten, dass sie sich zusammennimmt« 
Daas jedoch die Ermahnung nicht heftig beschämend s^i, sieht man 
ans der Miene und Geberde des Vaters , und wds die Mütter be» 
trifft, so scheint diese eine kleine Verlegenheit zu verbergen, in« 
dem sie in ein Giae Wein blickt. Das Büd ist 2 F 2i 2,. hoch. 
Behr ahweidiend hievon Ist ein «weites Gemälde, indem dieses, 
als eine seltene Ausnahme, auf humoristtsdie Weise in das Leben 
der- niederen Stände eingeht. In c^inem ehemaligen Klosterhol'e 
sieht taatf' eine Schleifmühle , die durch ein Pferd getrieben wird« 
Der Schleifrar schärft das Instrumem, während der Besitzer dessel- 
ben in ergötzlicher Geduld auf d(e Vollendung der Arbeit wartet. 
Vor dem äiti^ehen Haus«f skzt «ine Frau « welche einem Kinde 
dae UAgej^iefer ^absiuslM:. Die Ch^^toi^iwmxk in den üöpfcn lässt 
die grosse Freiheit seinem Talentes erkennen, und Alles Uebrige ist 
ebenso geistreich geordnet, als meisterhaft gemalt« Dieses mit dem 
Monogramme des Meisters verscheide Bild wurde aus dfer Gallerie 
des Herzogs von Berry erworben« H« 2 F. 4 2. , Br« i F. u Z. 
In dem älteren Verzeichnisse der Werke der Gallerie in Sanssouci 
wird ein Gemälde erwähnt, weiche$ den Grafen Hörn beim Bretspiel 
vorstellt, und aus dem Cabinet H. de l'Ormie im Haag stammt. 

In der Gallerie des 3elved(re zu Wien sind ÄW6i kleine 
Bilder im Kniestück von Terl)urg. Das eine stellt eine junge Frau 
vor , im Begriffe dem neben ^ stehenden liinde den Apfel zu 
schälen. Auf dem Tische steht eine SchÜMel mit Aepfeln und ein 
Leuchter. Das asweite Bild »eigt ein am Tische schreibendes Mäd* 
chen. Im Grunde ist das Himmelbett. 

Die Pinakothek zu Manchen bewahrt drei Gemälde ton 
Terburg, darunter zwei Genriibilder aus dem niederen Kreise des 
Yolkes. Das Hauptwerk der Sammlung ( H. l F. 8 Z. 6 L-, Br. 
i F. 5 Z.) ift aber d«s liebliche Bild, welches ein in weissen At* 



%i4 Tetiiivg« CjreriterC 

lai und, in einen rothea Pelcrock bekleidetet FMuenximmet vor- 
■teilt» die bekannte Lieblingsgeetalt des Mebters, noch anent- 
sdilofsen« den ihr Totti Feldtrompeter überbrachten Brief anzu- 
nehmen. Am Putztische ist das Kammermädchen beschiftiget. 
Eines der Genrebilder stellt das Innere einer Bauernstube dar, 
W90 drei Männer am Kamin sitzen , und ein vierter mit der Mü* 
Ue in der Uand steht (H. 3 F. Q Z., Br. 2 F. fi Z.K Du 
zweite Bild dieser Art zeigt ebenfalls eine Stube, in weichet ein 
sitzender Knabe den Hund vom Ungeziefer reiniget. (H. i F. 
it Z., Br. 10 Z. 3 L. 

In der Gallerie zu Dresden sind drei Gemälde, welche das 
bekannte blonde niederländische Fräulein im weissen Atiaskleide 
zeigen* Einmal steht es vom- Rücken gesehen vor dem Himmel' 
bette am Tische. H. l Fi 4 Z., Br. ti^ Z. Auf dem zweitea 
Gemälde hat sich das Mädchen zur Fronlansicht herumgedreht 
und wäscht sich die Hände im Becken , . welches die Zofe ihr Tor- 
hält. H. 1 F. 4 Z., Br. i F« 8 Z. Auf dem dritten Bilde spielt 
diese Dame am Tische die Laute , und hinter ihr sieht man des 
Musikmeister. Kniestück.. H. l F. 3 Z.» Br. l F. i Z. Das vierte 
Gemälde stellt einen jungen Offizier hinter dem Tische vor, vrel- 
chem der Trompeter lachend die Aufforderung sich zu ergeben 
bringt. Dem Helden ist im Schrecken die Thonpfeife aus dem 
Munde und das Herz im Coeur -As vor die Füsse gefaUen* H. 
1 F. 8 Z., Br. 6 Z. 

In der Gallerie zu Pommersfelden ist ein schönes Bild, 
welches zwei Offiziere am Tische vorstellt , wie der eine einen 
Brief schreibt« auf welchen der Tromi»eter wartet. 

In der Gallerie zu Gotha ist ein ausgezeichnetes Gemälde 
mit der bekannten Blondine im gelblichen ßamisol» welcher ein 
alter Bote im Schlafzimmer den Brief überreicht hat, während die j 
Magd ihre Neugierde, offenbaret. Dieses Bild stammt aus der Ssmio- 
bing des Herzogs von Choiseul. Eine Wiederholung Hess le Brun 
1777 durdi A. Komanet stechen. 1822 besass M. de Victor dieseti 
Bild. Eine andere Wiederholung besass 1816 -General Yerdier. I 

Die Gallerie in CarUruhe bewahrt ebenfalls ein treffliche« 
Gemälde von Terburg, welches ein Frauenzimmer ih Morgenaa- 
dacht vorstellt. Sie scheint erst die WittwentrauA abgelef[tiaj 
haben , da das Bett noch ^ine schwarze Spitze ziert« Der Freier 
leimt aber schon die Hand auf ihren Arm, und erwartet die münd- 
liche Antwort auf. den auf dem Tische liegenden Brief. 1 
Stiche und Lithographien nach Terburg^s Gemälden.' 

Prinz Wilhelm von Oranien zu Pferd , nebst Begleiter» ge^ 
von W. Baillie, fol. 1 

', D. Jacob V. d. Burchius» Legat« ßelg. Conv. Monaiter. G^ 
ter Burch pinx. P. Holstyti sc. Oval./ kl. fol. 

Adrian Pauw: Eques etc. Terburg pinx. Holstein sc. 8* 

Voptscus FortunatUE Plembius, Prof. publ. Leyd. Gest. vo^ 
P. Pontius. Oval , fol. 

Bildniss eines Gelehrten vor dem Tische , auf welchem ei> 
Buch und ein Globus steht. AnderwarU der Astronom geosoot^ 
Geschabt von W. Baillie, fol. 

Portrait eines Mannes, nach dem Bilde in der Gallerie zu Co* 
penhagen von A. F. Hunaeus lithograghirt , fol. 

Die Büsten des Täufers Johannes und des heil. PaulttS. i^ 
schwarzer Manier gestochen von G. A. Wolfgang i67ö. Der M* 
leV wird Sarburg genannt , fol. 

Der Tod der Cleopatra , gest. von Wille , fol. 



Ttttiirg, Gerhard. UM 

Die Beschwörung des Friedens in Münster l648» dts pben 
im Leben Terburg's erwähnte beriihnkte Gemälde» gest. von 6uy* 
derhoef, roy« qu. fol. 

Der Trompeter, nach dem Bilde in Dresden, lithograiphirt Ton 
Hsnfstangl im Dresdner Galleriewerk , gr. Ibl. 

Die musicirenden Damen, nach dem Bilde in Louvre gest. 
▼on J. de Mare, -unter dem Titel: The Rehearsal, 1832» fol. 

Die Lautenspielerin und der Takt schlagende Lehrer, in schwär« 
xer Manier yon J. Stoiker, foh 

Eine stehende Dame den Brief lesend , welcher ihr der' Bote 
gebracht, nach dem Bilde in St. Petersburg gest. von B. L. Hen* 
riguez, gr. roy. toi. 

Die väterliche Ermahnung, nach dem Bilde in Berlin, litho- 
graphirt von Heine für dos Galleriew«rk des Musenms. Imp.' fol. 

Instruction paternelle, berühmtes Blatt von J. G. Wille, nach 
einem Bilde im Besitze des Herrn, de Peeters, gr. fol. 

Das Bild im Museum zu Amsterdam ist von Vaillant in Metzo- 
linto gestochen, fol. 

Der Liebesbrief, nach dem Bilde in München für das Galle- 
riewerk von Piloty und Löhle lithogräphirt, roy. fol. 

Der CaTalier, welcher der Dame von einem Pagen das Trink* 

{[las reichen lässt, nach einer später bei Ploos van Amstel befind* 
ichen Zeichnung von W. Vaillant in schwarzer Manier gesto- 
chen, fol. 

Der Cavalier und die trinkende Dame, Zeichnungs • Imitation 
von Pioos yan Amstel , fol. 

Eine sich die Hände waschende Dame, nach dem Bilde in. 
Dresden, lithogr. in Hanfstängrs Galleriewerk , gr. fol. 

Eine am Schreibtisch sitzende Dame. P. Schenk fec. et exe. 
l684. Treffliches Schwarzkunstblatt, gr. fol. 

Ein Trompeter, welcher einer Dame den Brief überreicht. 
W,. Vaillant fec. 1668 et exe. SchönSs und seltenes Blatt in schwar- 
zer Manier, gr. fol. \ 1 

Derselbe Gegenstand von der Gegenseite (der Trompeter links) 
W. Vaillant exe. , gr, fol. 

Ein junger Mann' bei einer Dame am' Tische, rechts zwei an» 
dere Damen, wovon die .eine den Brief liest. Gerars pinx. P, 
Schenk fec. et exe. SehwarzkunstblatUi gr. fol. 

Ein junger Mann auf dem Schoesse eines Mädchens schlafend» 
rechts eine andere Gruppe mit einem die Seither spielenden Mäd- 
cheBi Gerars pinxt Id, sc, qu. fol. 

Ob der Maler Gerars Unser G« Terburg sei, bleibt dahin ge- 
stellt. Es lebte auc^h.ein Maler Gerard. i- 

Zwei Männer am Tische beim Kruge in Unterhaltung» hinter 
ihnen ein Knabe. Van Somer fec, • 

Ein sitzender Mann mit der Pfeife,' wie er das Mädchen an- 
blickt, welches' ihm Wein reicht* Hinter Ihr' steht die Magd mit 
dem Teller. Id. sc, fol. 

Ein Offizier, welcher einen! MSSdchett' ^Geld anbietet. Radirt 
und ffestochen von Chataigner und' Dambrun. für das Musee 
Filhol, kl. 4. 

Dieselbe Darstellung, gest. von P; Audoin, föl. 

Ein Trompeter wartet auf die Ordre. Radirt und gestochen 
ton Lerouge und Villerey , Musöe Filhol , kl. 4* ' ' 

Eine Dame an der Toilette. Radirt und gestoche^ vosXhv 
taigner und Haina, Musee Filhol, kl. 4. / 

La musicienne , gest. von Heina» Musöe Filhol,. kl. 4* 

Das Innere eines Stalles. Links an der Tfhüre ein Weib^ 



vrekhet auf den Mana blwKt» der «in Ffer4 putxt. Gest. tob 
}/Ijii^ (once,, tt»€h dam Bil4e ams dem Cabinet PouUain, 4. 

Die Musikstunde, »ach dem Bilde im Louvre gestochen tob 
IV^or^ll und La Vallee» Musöe Napoleon, fol. 

La Femme ^ui hoiu (fe«tochen io Wicar*« Gallerte de Flo- 
reQQe, fol. 

Eine sits^ende Frau^ tTck)i* den Brief lie»t, den ihr der Bot« 
überbracbt hat. A, Romanet sc, Cabinet le Brnn, 4. 

Gazetticre hoUandoise, sit^^endes Mädphen mit einer Zeifong 
IQ der Hand, ([e*t. von WBle« gr, fol, 

La sante portoe* Sine trinl^eiide Dame, gestochen von Ch^ 
villet, gr, fol. 

La sant9 rendue» Bitie trinhend« Dam^ neben einem icUa- 
fenden Elitär, gest, von Chevillet, gr, fol, ' 

Piese beiden Blätter eind trefflicn geetochen, 

Eipe hranke Frau mit der Wärterio • wie iltf der AnX Med!« 
ein reidit. A, Romanet sc»» gr. 4« 

Le Medecin hollandois, £in Arzt fnKlt dem Kranken den 
Puls, Basan eko«, fol« 

Le Magistre hollandois, F. Basan sow, fol« 

Eine junge Dame sitzend mit Federn auf dem Hute. H. Barj 
sculp», (ol, 

La Soucieuse hoUandoise* B. Gaillard sc, gr« fol. 

Le Coup reflechif Lucas sc. ,, fol. 

Ein lachender junger Mann mit Federn auf dem Hute, mit 
der Geige und mit dem Glase in der Hand, Theod, Mathan 
sc, gr. 4, 

The suspicous Lover , rati Ficot punktirt , foL 

Der Bauernstreit beim Kartenspiel, oder der Messerstich, geit. 
von J. 3uyderhoef, rc* qu. fol. 

Der Knabe, wekher dem Hunde Flöhe sucht, nach dem BiMi 
in Münchcuy für das GalTeriewerk von Pi{oty imd Löhle, roy. fol« 

Dasselbe Bild, gest. von K. Vereist» fol; ^ 

Les >oueurs de Trictrae, fesir vo» eemT^iflety fol^ 

Twburg, Heinricll^ Maler, an^blich der Vater des phigenKümt. 
lers, hielt sich m^lbf^re Jahre m Rom auf, ist aber nach s^^^ 
Werken uubekapnt« BrulUotv Dict, des monogr, I, 1005 > l>riD(t 
ein aus HTB, bestehende« Monogramm mit der Jahnabi l627 
hei , welches er iit einem Maaascnpte vdn {{amrd auf H« Ter* 
bürg gedeutet fand. B« «oU sich auf Gemälden befinden» usl 
könnte wohl aUf eineb Küntftler dieses Namens bezo^geft werdeD« 
]ß8 vrürde aber auch auf Heinrich Terhni^gen pa^seut 

Terburg^ Gezinai Malerin» di« Schwester des Gerhard Terbur^ 
soll in der Weise desselheii Dsirstellungem aus dem bürgerlichen 
Leben gemalt haben* Zeichnungen mit ^Icbef» Scenen iosf 
men vor, > 

Fus«ly safft nach Des^j^nps-r 4ass Gerhard s^no Tochter Mi* 
ria in der Maierei unterW;iesen, und dass sie dessen Bilder unter« 
malt habe, allein Houbracl&en behauptet, Terburg habe |eio( 
Kinder gehabt, updj. somil^ JiQnnte Maffia eine ander« Schwfstei 
gewesen seyn, Bs ist auch pekannt, dass er Schwester» Sü Küo<(' 
ferinnen herangebildet kad>e. 

7«rblirgf Maria, s. den obigen Artikel, 

TerbMch, oder Therbuscb, Anna Dorothea | s,a« D.Li*' 

csnskv. 



Terebenieff^ Male/ zu St. Petersburg, bildete rieh an der Aka- 
demie daselbst 'eüm Künstler, und hatte als solcher schon um 
J820 entschiedenen Ruf. Er malte Darstellungen aus dem russi- 
schen Yolksleben, mit Geschmack und edler Wahl, und mit grosser 
technischer Fertigkeit. 

Terempel, $. A. Ter Himpel. 

Ter^lZlf Maler, genannt il Rondolino oder Terenzio da Urbino, 
wurde 1570 zu Pesaro geboren, und in der Schule Baroccta*s heran- 
gebildet. Zu Pesaro und in der Umgebung fand man Werke von 
Uun. Andere hinterHess er in Rom, worunter zu & Süvestro in 
Capite eine Madonna mit Heiligen gerühmt wurde. UebrigenB 
ruhet auf seinem Namen die Schuld der Fälschung. £r kaufte 
alte Bilder, verkleisterte sie, malte Figuren hinein, und setzte 
diese Machwerke dem Rauche und 'dem Staube aus, un» sie dann 
als Werke alter Meister zu verkaufen. So verkaufte er einmal 
an seinen Gönner, den Cardinal Peretti (nach anderen Mon- 
talto) , einen auf solche Weise fabricirten Rafael , wofür ihn der 
Cardinal, vom Betrüge überzeugt, vom Hofe jagte. Diess ytsCs für 
den Künstler eine Lebensfrage, welche um l6l5 der Tod löste. 

Terenzo di Maestro Matteo, Majolikamaler, arbeitete zur Zeit 
des Herzogs Guidobaldo (1538 — 74) in Urbino, und zwar nach 
Vorbildern Rafael's und seiner Schule. Dieser Kunstzweig blühte 
damals in Urbino, und Terenzo galt neben anderen als 'vorzüg- 
licher Meister* 

Terettl^ Bildhauer und Stuccatorer, war um 1723 bei der Ausschmü« 
ckung des Klosters Ottobeuern thätig. Br lieferte für den grossen 
Saal l6 Statuen und ^o Kindergguren. Dann fertigte er die Sta« 
tuen des Julius Cäsar und des Kaisers Augustus im Fürstenzim- 
mer , so wie drei Basreliefs. Diese Bildwerke sind noch vorhan* 
den , aber von geringem Kunstwertbe. 

Ter IBCmpeli s. Himpel und Tenm^eL s 

Terülij Francesco^ Bildhauer von Feltro, arbeitete um l6lO in 
Venedig. In S. Salvatore allaGuidecca sind von ihm zweiErzfigu- 
rcn^ welche Weihvras$ergefösse tragen, 

Terimpely del. steht auf einem Blatte, welches in zwei Rundungen 
Landschaften mit ländlichen Figuren und Architektur enthält* Der 
Stecher Paris ist nicht genannt« wenigstens in früheren Abdrücken 
Kl. qu. fol. 

Dieser Terimpel ist At ter Himpel. 

Terlee^ DroSt yän ^ M«ler von Dbrtrecht, wird unter die ScÄit- 
1er Rcmbrant's gezählt, und von Houbracken mit Lob erwähnt. 
Nach der Angabe dieses Schriftstellers malte D. v. Terlee histori- 
sche Darstellungen, und zwar in besserem Gesohttacke als der 
Meister. Unter diesen nennt er besonders eine Entführung der Eu- 
ropa. Auch Descamps kennt diesen Künstler, und hält ein Oemälde 
mit der Predigt des Täufers Johannes eines grossen Met^lers würdig. 
Dieser Schüler Kembrandt's könntet von einem W. Droit zu 
unterscheiden seyn. Wir haben eines solchen unter i»Drost* 
erwähnt, und wahrscheinlich das Bildntss desselben angegeben. 
J. J. de Frey radirle nach einem Drost 170 da» Bild eine« 
Krieg«», tmd R. WilÜams tta(^ dar Bild ekttt ivthenden Knv 



ben 'into erhobener iVe^hten in schwarMr Manier. -AiM^ di«$wi'Blatt« 
«tehtc Droftt pinxit Robert Williams fectt. Sold by W. Herberti 
$« ist indessen immei^ nocb die Frage, ob dieser Meister jener W. 
' ]t>i>08t» oder der Drost van Terloe sei. Letzterer starb zu Dort- 
recht 1687 im 51* Jahre. 

TerllDy Anton» Maler, war um i680 thätie. J. F. Cars stach nach 
ihm das Bildniss des Fran^oi^ St« Priest, Markts de Saint-Etienne. 

Termisaniy Decib^ Maier, bildete sich zu Neapel in der Schule 
der Criscuolo zum Künstler, schloss sich aber dann noch mehr 
an M. Fino an, in dessen Weise er mehrere historische Darstel- 
lungen malte. In St Maria a Chiazza zu Neapel ist ein Abend- 
malu von ihm. Dieses Bild malte er 159?» iti der letzteren Zeit 
•eines Ziehens, wie Domenici behauptet. 

Temer oder Tömer» G. J. ^ Maler und Radirer, wurde um i74o 
in Braunschweig geboren, und stand in Dresdeu unter Leitung 
des Malers J. G. Wagner, in dessen Fussstapfen er zu treten 
suchte. Wie dieser, so malte auch Terner meistens Landschaften 
in Gouache, und staifirte sie mit Figuren und Thieren aus. Üieie 
Bilder wurden hoch geachtet, und in ansehnlicheii Sammlungen 

^ iiufbewahrtf Die BUder in Oel machen den geringeren Theil sei» 
per Werke aus. Ueberdiess findet man auch schone Radirungen 
von seiner Hand, deren jetzt nicht häufig vorkommen. Um 1790 
«tarb der Künstler. 

5 ) Das Bildniss des Bischofs Heinrich von Hildesheim » 8* 
2) Büste eines Frauenzimmers, 12« 

3)' Landschaft mit Figuren im Yorgrunde, und einer Ruine 
auf dem Hügel, C. J« Toemer S770, kl. qu. fol. 

4) Landschaft mit Figuren im Yorgrunde und einem Bauern- 
hause im Mittelgrunde. Id, fec. 1771 , kl. qu. fo). 

6 ) . Landschaft mit einem kleinen Wasserfalle. Ohne Namen, ^u. O« 

6) Landschaft mit Ber«^n, nach links die Ruine eines schönen 
Gebäudes mit Gewölben. Im Yorgrunde nach rechts sitit 
eine Bäurin auf dem Pftfrde Und leitet* die Heerde. C.J. 
Terner |772. fol. , . 

7) Eine Landschaft mit Yieh. C. J. Terner fec. qu. fol. 

8) Eine ähnliche Landschaft, qu. 4* 

9) Landschaft mit einem Manne, der das Pfetd am WAgeii lei* 
tet 1708« Es gibt Abdrücke auf blaues Papier und weist fc* 
höht, qu. fol. 

|0) Eine Landschaft mit zwei Schaafen 1769, kl. qu., fol. 
11) Landschaft mit einem Bauer» der den Esel belastet 1770 1 
kl. qu. fol« 

Teraite^ Wilhelm, Maler und k. preussUchar Hofrath, reB. stt 
Neustrelitz 1786, widmete sich schon in früher Zeit mit Vorliebe 
der Zeichenkunst, fand aber zuletzt durch die Hriegsjahre einen 
anderen Beruf, und trat als Ofifizier in die Reihen der Vaterlands* 
vertheidiger. Er griCF aber noch vor dem hergestellten Frieden in 
Paris seine unterbrochenen Kunststudien wieder auf, und übte 
f ich/ unter Leitung des Baron Gros mit Eifer in der Malerei, wo- 
rin er }edoch schon vor seiner Ankunft in jener Stadt Vortheile 
erlangt hatte. Aus dieser Zeit stammt eine schöne Copie des unter 
der Last des Kreuzes sinkenden Heilandes au« Rafaers berühmteD 
Spasima di Sicilia, und als Gegenstück malte er den jungen Tätt* 
lor Juhasntft mii dam KrjBWMs an der Brust, ein schön auraigeliibr' 



Teniite; W^ifaBlm. . Mt 

te^fiiUL Audi eiM tr#ff]lKliii.Gnpio.v9DlUlael'«8tMttluifl bn Mu- 
seum de$ Louvre fertigte er« wobei der Künstler von Originale 
eine Kalke nahm, una sie mit durchsichtigen Farben Musmalte* 
Dann verdanlien wir seinem Aufenthalte in Paris auch ein Werk 
über Angelico da Fiesole. Er fertigte nach dessen Krönung Maria 
aus S. Üomenico in Fiesole 15 Zeichnungen* welche von Profes- 
sor Forsell gestochen« unter folgendem Titel erschienen: Meria 
Krönung und die Wunder des heil. Dominicus» nach Johann von 
Fiesole. Nebst einer Nachricht vom Leben des Malers und Erklä* 
rung des Gemäldes von A. W. Schlegel. Paris t8i7» gr. foK 

Die genannten Werke erwarben dem Künstler Ruf, und die 
Gnade seines Königs» so dass er i823 durch, diesen in den Sumtf 
gesetzt wurde, in Italien seine weiteren Studien fortzusetzen* Kurs 
vor seiner Ankunft in Rom wurden Frescogemälde Mantegna*s 
entdeckt, welche von der Kuppel der Kirche de* S. S. Apostoli 
. beim Abbruche derselben ( nacn anderen in der ,alten Basilica des 
|ieil. Petrus) ausgesägt, und in der neuen Su Feterskirche in Yer* 
gessenheit ge/athen waren *)• Ternite erhielt durch besondere Ver- 
günstigung Gelegenheit, fünf grosse Bilder zeichnen zu düffen» 
welche er sofort m treflTlichen Kreidezeichuiigen darstellte. Ein an* 
deres Werk dieser Art unternahm Ternite in Portici. Er copirte 
die Wandgemälde aus Pompeji und Herculanupi in Gouache, um 
sie durch di6 Lithographie .bekannt zu machen. Das Werk war 
nrsprüngUch auf 24 Hefte berechnet, und 1827 hatte der Künstler 
selbst 9 Blätter lithogra^hirt , wi^ wir aus der beilälligen Anzeige 
des Unternehmens in G6the*s Kunst uud Alterthum tö27 VI. 169, 
ersehen. Die Herausgabe seines Prachtwerkes ^rfplgie .aber Mst 
von 1839 «n, unter dem Titel: Wandgemälde aus Pompeji und 
Herculanum. Nach den Zeichnungen und Nachbildungen in Far- 
ben von W. Ternite. Mit einem erläuternden Texte von €• O. Mül* 
1er. Berlin 18369 roy.fol. Das I. Hell enthält Q Blätter von H. As- 
mas lithographirt r und ^um Theil prächtig in Farben • gedruckt^ 
Nach Müller^ Tod schrieb F. ö. Welker den' Text, Im Jahre 
1845 erschien das vierte. Heft mit 8 Blättern. ' , . . 

Im Jahre 1826 kehrte 7«nnte nach Deutschland auruckyund 
wurde Inspektor der k. Gallerie in Potsdam, wo er die Herausgabe 
der antiken Wandgemälde bespvgte. -Als wettere Anerjcennung teU 
ner Verdienste ertheilte ihm der König den Rai^j^ eines Hofrathes. 
Nach sein^ IjLäckkehr aus Italien malte der 'Künstler auch meh- 
rere Portraitor, welche sich durch Charakter und Leben» sa wie 
durch Wärme der Färbung auszeichnen. Im Jahre 1827 fftnd ein 
lebensgrosses ßildniss der verstorbenen Konigin von Preussen 

gössen Beifall y so wie später jenes des Königs, das lebensgrosse 
niestück des Herzogs von Mecklenburg - Streiitz, des Grafen von 
Ingenhetm u. a. Im Jahre 1852 malte er das Portrait des GenerajV 
Stabs- und Leibarztes Dr. von Wiebel für dfis k, medicinische 
Friedrich • Wilhelms - Institut in Berlin, ganze lebensgrosse Figur, 
im Hintergründe das Bildniss des Stifters der Anst^t, des Qene- 
rals • Stäbsarztes Dr. Goerike. Im Auttrage des Königs maUe er 
1837 für ein Zimmer des k. Schlosses das lebensgrosse Portrait des 
Kaisers Franz I. von Oesterreich in Oesterreichischer Fel^mar^dtaÜB^ 
Uniform* Gleichzeitig ist ein sehr schönes Kniestück des Prinzen 
Wilhelm von Preussen nach der ^alur. An diese BUdnis^. reil^eA 



■ *- ■ ' < ■ V 

* ) Cav. V. Gamuccini erklärte sie als Werke Mantegna's, Hof- 
rath Hirt hielt sie ab^r für Bilder des Mtchelouo da Forli, 
•inel Zeitgenossen des genannten Künstlers. . 



2t0 Twnley. ^ Terreni, Ant. und Giuseppe Maria. 

•Ich noch einige andere von Mitgltedem der k« t^amilte, tind von 
Notabtlitüten. Besonders zeichnet sich das Bildtes Spontini's aus, 
welche« xu den t'riiheren Werken dieser Art gehört. Jenes deb be- 
rühmten Professors Ottfried Müller hat C Wimt nach einer Kreid«- 
seichming von Ternite lithographirt , gr. fol. 

Auch eigenhändige Lithographien haben ^ir von diesem Künst- 
ler, äusserst sorgfältige Blätter nach antiken Bildwerken und nach 
Wandgemälden aus Herculanum und Pompeji. 

Temleyi s.* Feamley. 

TernOQth^ John^ Bildhauer zu London, tnlrde um t805 geboren» 
machte seine Studien an der Akademie daselbst, und emarb 
•ich in kurzer Zeit ehrenvolle Anerkennung, besonders durch Ba- 
sten und Fortraitstatuen. Dann wählte er auch Darstellungen aas 
dem Kreise der Mythe. Unter den Werken dieser Art fanden wt i 
1837 im Kunstblatte eine ruhende Nymphe als verdienstlich er- I 
wähnt, so wie ein zweites Werk, welches dem plastischen Genre 
angehört. Es stellt eine Mutter dar , welche sich über ihr Kind 
• beugt. Im Jahre 1844 concurrirte Ternouth tnr Auschmückung 
der neuen Parlamentshäuser, und brachte zur Ausstellung in West- 
minster-Hall eine Büste des Colonel Couway. Ein zweites Bild- 
werk stellt einen Büssenden dar, eine ausdrucksvolle' Gestalt Spa- 
ter fertigte er eines der Basreliefs am Monumente Nelson's auf 
Trafalgar- Square, welches i846 vollendet dastand. 

Terol , Ja Jtne 9 Maler von Valencia, war Schüler von Nicolaus Bor- 
ras, ist aber wenig bekannt. Im Jahre t607 malte er mit Gero- 
nimo Rodriguez am Hauptaltare -in Muro» wie C* Bermudez in 
Archivalien angegeben fand. 

iTerracanej^ Fra Pietro di, war um 1330 bei der Ausschmückung 
des Domes iif Orvieto thätig. Im Jahre 129O arbeitete daselbst eia 
Bildhauer Yanne di Terracina. Beider Künstler wird in der Storia 

' • . dei duomo di Orvieto, Roma 169S» erwähnt. 

Terracina^ Yanne di, s. den obigen Artikel. 

Tevrali Pierre Ijonia Alexander Abel^ Maler zu Paris, ein 

jetzt lebender Künstler, ist durch htstoriache Darstellungen be- { 
kannt. Auf dem Salon 1845 sah man von ihm die Marter des 
heil. Stephan, und ein zweites Bild, welches den Genius derMu- | 
•ik vorstellt» ebenfalls in religiöser Auffassung, 

Terrani, Carlo , Maler, ein fetzt lebender italienischer Künstler. ^ 
In Frenzel's Catalog der Sammlung des Baron Run^ohr ist eine 
Federzeichnung von ihm angegeben, welche sechs verschiedene 
Studienköpfe enthält, bezeichnet: di Carlo Terrani. Allererster 
Versuch mit der Feder l84l» 

Terrasson^ s, Terasson. 

Terreni, Antonio und Gktaeppe Maria, Zeichner und Ka 

pferstecher, waren in der zweiten Hälfte des tSt Jahrhunderts m 
("lorenz thätig. Sie lieferten Zeichnungen und Blätter in Aqua^ 
tittU «ar Viaggio pittorico della Toscana di Abbate FonUmni. J 
Voll. Firenze i80l*3. fol. Dann nennt Fiorülo 1.447 einen «0 



Terrihilia, Franjcesco. -^ Terwe«feQ# Angifllili»« il^t' 

renÜniKheii Bfaler« welcher d^n Auftrag erhielt, die groMlierzo^ 
liehen ViUeb mit Gemälden zu zieren. Dieser Künstler könnte mit 
uuserm Giuseppe Eine Person seyn« Von letzterem finden tnr Aoch 
folgende radirte Blätter erwähnt: 

1) Maria mit dem Kinde, nach eigener Zeichnung, foT. 

2) Das Jesusfttnd in Windeln» in einefti Kranze von Blumen 
und Palmhlättern , 12. 

3) Zwei mythologische DarstellungeUi in dem Gedichtet Venere 
placata. Livomo 1760« 

Terribilia oder Trebilia, Francedco, Architekt voa Bologna, 

gehört zu den herühmtesten Künstlern seiner Zeit, ist aber dennoch 
wenig bekannt. Temanza sagt, er habe um 1620 Pläne zum Bau 
von S. Petronio in Bologna geftertiget, und glaubt, damit alle Schuld 
abgetragen zu haben« Allein diese prächtige Kirche wurde gegen 
Ende des i4. Jahrhunderts von Antonio Yincenzi gebaut, nur die 
Fa^ade war zu Terribilia*» Zeit noch unvollendet. Zur Vollen- 
dang derselben lieferten die ausgezeichnetsten Architekten Pläne» 
die noch gegenwärtig in der Residenza della Rev. fabbrica auihe« 
wahrt werden. Darunter ist auch jener unsers Künstlers, welcher 
15tO vom Senate der Stadt genehmiget wurde, aber nicht zur Aus- 
führung kam. Graf Cicognara, Storia della Scultura V. pl. 3* hat 
Terribilia's Plan bekannt gemacht. 

Dieser Künstler baute die prächtige Kapelle des heil. Domi- 
nicas in der Kirche dieses Heiligen zu Bologna, und G« Rest, A* 
Tiarini, Mastelleta und L. Spada zierten ,sie mit Frescobildem 
ans. Im Kloster de* Servi legte er die grandiose Treppe an, vrel- 
che zu den Sehenswürdigkeiten gehört. Im Grunde eines Hofes 
des Ton Bramante erbauten PAlazzo del Pubbltco baute er eine 
schone Cisterne. Seid Werk ist auch das Armenschulhaus (Scuole)» 
emes der schönsten Gebäude der Stadt. 

Das Todesjahr dieses Kunstlers ist unbekannt Nach 1020 
dürfte er xtieht lange mehr gelebt haben. 

Terroux, Elisabeth, Malerin, geh» an Genf I759f hatte als Künst- 
lerin Ruf« Sie malte in EmaU. 

Tersan, Gampton de, s. Campion. 

Tcrd, F., s, Ter». 

Tersonnieri Zeichner und Maler, lebte um 1775 in Frankreich. 
Delatre stach nach ihm ein Genrebild: Lc surveillant malin« 

VerweUf Jan AaartSZ«, Bildhauer von Dortreeht, war e(n ge- 
schickter Künstler, besonders als Schnitzer, Einen Beweis liefern 
die von ihm mit Basreliefs ^ gezierten Stühle in der Groote Kerk 
zu Portreoht» Starb 1589 ^^ 79« Jahre. . 

renrest^n, AogttSttn, genannt Snip, Maler, wurde 1649 im 
Haag geboren f und übte ois in sein zwanzigstes Jahr die Ciselir- 
kunst, bis endlich seihe Liebe zur Malerei die Oberhand erhielt* 
Hierin ertheilten Ihm 'Wiermg und W. Doudyns Unterricht, denen 
er aber nur im Praktischen Tortheile verdankte. Seine Hauplstu- 
dien machte er in Rom, wo Terwesten Jlrei Jahre verweilte und 
in der Schilderbent den Namen Snip eritielt. Von Rom aus ging 
er nach Frankreich und England, und brachte in diesen Ländern 



wehere dfei Jfhte su. Im lahrft |6?8 kehrte er endlich ins Va- 
terland zurück, und gründete da den Ruf eines tüchtigen Mei- 
sters* Sein erstes bedeutendes Werk sind die Darstellungen aus 
Ovid's Metamorphosen, welche er in einem .Salwa des H. Baart» 
hout van Slingelandt zu Dort in Freske malte» deren uns einigt 
in den radirten Blättern des Meisters erhalten zu seyn scheinen. 
Auch im Haag zierte er auf ähnliche Weise Säle und Zimmer aus, 
die aber ihren Schmuck längst der Mode preisgaben. Er hatte 
auch Verdienste um die Reorganisation der dortigen Akademie, 
die bereits in V-rfall gerathen war. Im Jahre 1690 berief ihn der 
Churfüsst von Brandenburg nach Berlin »wo er viele Aofträge 
erhielt. &r zierte die Residenz und die churfurstlichen Lustschlös- 
ser mit Frescomalereien und mit Bildern, meistens mythologischen 
Inhalts. In Charlottenburg sind drei Plafonds von ihm gemalt, 
wobei er seine Darstellungen aus der Fabel der Psyche enuehnte. 
Temvesten hatte ausserordentliche technische Fertigkeit, wovon 
Descamps III. 244 mit Bewunderung erzählt. Im Js^re 1690 grün- 
dete er auf Befehl des Königs di6 Akademie der schönen AÜnste 
in Berlin, wobei ihm Schlüter zur Seite stand. Diese beiden 
Künstler wählten auch geschickte Lehrer aus , und namentlich 
brachte Terwesten als Direktor einen guten Geist in die neuge- 
gründete Anstalt. Er war überhaupt ein Mann von . feiner Bil- 
dung und' von trefflichem Charakter, dessen Sanftmuth und Be« 
scheidenheit alle Herzen gewann. 

Er starb zu Berlin i7ii. Bei Descamps, Weyermann und 
Houbracken findet man das Bildniss dieses Meisters. 

Wir haben von Terwesten auch einige geistreiche Radimngen, 
die selten vorkommen. E. F. Biesendorf stach nach ihm das alle- 
gorische Titelblatt zu Beger*s Thesaurus. Es stellt die preussische 
Cresch^chte vor , wie sie an der Seite der Wahrheit ihre Bücher 
auf die Flügel der Zeit legt, fol. Ein anderes Blatt nach der 
Zseichnung dieses Meisters stellt Jupiter auf einem Piedestale si- 
tzend vor, fol. Auch ein Zeichenbuch in 24 Blättern soll er 
herausgegeben haben. 

Eigenhändige ftadirungen. 

1 ) Der Tod des Adam. A. Terwesten fec, 12* 

2) Moses als Kind im Nil gefunden. Nach Paolo Veronese. 

3) Venus findet den todten Adonis. A. Terwesten inv. et fec. 
Romae, qu. 8* 

4) Narcissus sieht sich in der Quelle. A. Tet Westen in. et 
fec. fi Roma, gr. qu*. 8* 

5) Diana belauscht den Endymion, Id. fec«, qu«. 8* 

6) Pyramus ersticht sich am Brunnen. Id. fec, gr. qu. 8. 

7) Venus und Adonis. A. Terwesten fec. i|l. 12« 

8) Jupiter*s Adler und eine Nymphe. A. Terweste<i. fec, S> 

9) Bacchus mit Weinlaub bekränzt einen Bebher in beiden 
Händen haltend, halbe Figur nach rechts. Links unten 
verkehrt: TW. H. 3 Z. 4X<*^» Br. 3 2. l L. 

10) Eine Folge von Landschaften. Eine.solch« nennt Füssly, 
ohne nähere Angabe. 

Terwestehf AugUStillf Maler, der Jüngere genannt, wurde 1 711 
im Haag geboren , und von seinem Vater Matthä^is unterrichtet. 
Er malte Bildnisse und historische ' Darstellungen. Von ihm sind 
wahrscheinlich die zwei Bilder aus der Gallerie in Salzdahlum, 
welche jetzt in Brauaschweig aufbewahrt werden. Das eine stellt 



Terwesten, Eli^s. •-« T^rwesfien'. Mattlaiw. 5IS3 

Anikomsda «o» EelMii dar» tne Lxebeu^tter sU fosmich^n , das 
andere die halbe Figur der Fornona. Daan malte er aueh Tape* 
teo. wie sein Vater. Das Todesjakr dieses Meisters ist unbeluiDnl. 
Descamps lY. l47 setzte ihn 1753 unter die Künstler, von wel- 
chen Bedeutendes' zu hoifcn.sei. 

J. Schelhamer stach nach seiner Zeichnung das Grabmal des 
F. van Bleyswyck für J. de Riemer*s Beschryvmg van s*öraven- 
Hage. Deirt 1730, fol. 

Temresten, Elias^ Maler, genannt Faradisvo^el, wurde 1 651 im 
Haag geboren, und von seinem Bi^uder Augustin (Snip) unterrich- 
tet. Er war ein Künstler von Talent, dessen Werke gesucht wur- 
den. Der' Prinz Statthalter ' war sein besonderer Oönner und 
auch andere Staatspersonen fanden Gefallen an seinen Werken« 
Diese bestehen meistens in Blumen- und Fruchtstücken, und in 
einigen Genrebildern , scheinen aber -wenig bekannt oder yerges 
sen zu seyn. Später begab sich der Künstler nach Rom , wo die 
leichtfertige Schilderbent den sonst so liebenswürdigen Mann in 
einen elenden Wicht- verwandelte, so dass nach Üescamps Be- 
hauptung ihn sein Bruder Matthäus l666 kauni mehr kannte. 
In dieser Beut erhielt er den Beinamen Faradisyogel , weil er die- 
sen Vogel gern in seinen Gemälden anbrachte. Er verheiralhete 
sich in Rom^ gerieth aber durch sein unordentliches Leben in 
Dürftigkeit y und starb 1724 im Elende. 

Es finden steh auch ratdirte Bi&tler von seiner Hand, dio sel- 
ten vorkommen. Christ sa^t , dass er Blätter in der Manier von 
Rembrandt und Ostade ffeliefert,« und- seH>e mit Tw. bezeichnet 
habe, ohne eines derselben zu nennen. Aul' Blumenstücken fin- 
det sich jenes Zetcheil. 

1) Eine Gesellschaft fröhlicher Bauern bei italienischen Ge- 
bäudeu. E. Terwesten. kl. C[u. foL \ 

Bei Weiffei .2 Thl. 8 gr. 

2) Blätter mit Blumen oud Früchteil, mit Tw. bezeichnet« 

^erYr68tei|y Matthäu^y genannt Arents«. ^eb* im Haag iöTQr 
Wurde von seinem Bruder. AU^st^ft (Snip) in den Anfangsgrün- 
den der Kunst unterrichteft, fand aber dann 'an W. Doudyns und 
D. Mytetts weitere Meister. Später begab er* sich , nach Begrün , 
^o Augustin Terwesten sen. bereits thätig war, utid sich der Hülfe 
des Bruders bediente. Matthäus erlangte aber schon früh Selbst- 
ständigkeit, und ein Dianenbad, welches er im Hat^se des künig- 
lichen Günstlings ti» von ^Schul'enburg malte , machte ihm einen 
rühmlichen Namen. Hierauf ging er nach Italien, um zu Venedig 
unter Carl Loth seine weitere Ausbildung zu erlangen. Im Jahre 
1Öq6 traf er in"Äom ein, wo er den Bruder Elias in ^eihelr' Ver- 
wilderung kaum mehr erkannte, und von diesem, in die Schildere 
beut eingeführt wurde. Allein in derselben Nacht ergfn|f ein Ver- 
haftsbefehl an die Mitglieder derselben, und Matthäus theilte viee 
und zwanzig Stunden das GefängUiss. Man hatte den Verdacht, 
dass dieses wilde Corps sich zur Versammlunff von Wiedertäu- 
fern gestempelt habe ^ was theil weise Richtigkeit hatte, da jedes 
MitgRed einen eigenen Namen ^tliieltL So wurde unser Terwe- 
sten Arents genannt. Er malte in Rom nur wenige B^dcr, won 
von er drei semer Schwägerin schenkte, die sich in grosser Noth 
befand. Das Leben des Bruders trieb ihn bald wieder von dan- 
nen. Seine Rückreise nahm er durch Deutsehland, und hielt sich 
einige Zeit in Berlin auf#- Im Mire Ii699 get«ngte er wieder im 



SM Tervf^stM, P. ^ T^ii, CriHolbro. 



fend 



an» wo bald kdtii gtostet Haue mehr ftar« das iiifiht ir- 

'eni ein Denkmal seiner Kunst zierte» Besonderen Betfall fan- 

ien «eine Bilder in den Hotels Fagol und van den Boetselaer» 

Tvorip er Htrt<eastücke malte. Aach auf dem Rathhause sind grosse 

Flafondsbilder von ihm, deren zwei von J* C. Philips für J. de 

Hiemer's Beschryving van s'Orayenha^e. Delft 1730» radirt sind, 

^ Hgurenreiche Compositionen mit Architektur. In der Jansenisten- 
kirche ist ein Altarblatt von ihm, vrelches Christus am Oelberge vor- 
stellt. Im Museum zu Amsterdam sieht man das Bildniss der Anna 
von England, der Gemahlin Wilhelm IV. Per liiin^ller besuchte 

' vom Haag aus auch noch einmal Berlin, vielleicht nach dem 
Tode des Bruders, da er die von jenem begonnenen Arbeiten 
vollendete. Vielleicht stammen aus dieser Zeit auch die vier Rund- 

* bilder mit Kinderspielen, welche im Gallerie - Saale des Landgra- 
fen von Cassel sich von ihm finden. Nach seiner Heimhehr wurde 

^ er Direktor der Akaden^ie im. Haag t an welcher er schon früher 
als Professor gewirkt hatte. 

^ . Tqrwestcn war ein Künftler von Talent, der in einer besse- 

ren Zeit Vorzügliches geleistet hätte. Für die seinige befriedigte 
er vollkommen, und Deseamps sagt sogar, seine Werke seyen eben 
so viele Muster für die Künstler; man fihde darin Geist, richtige 
Zeichnung, ein gutes Colorit und grosse Leichtigkeit der Behand- 
juilg* Aueh Männlich spricht ihm in aeinem Qatahoge der Ge- 
mälde - Gallerie in Schieissheim Verdienste zu und sagt, Terwe- 
aten habe «aiuf eine 6eissige gesdunobtene Art eine Menge gros- 
ser .u^d kleiner histonsehea Stüdke gemalt, .welche man in hol- 
ländiscKen Siuv^nlungen und Frivathäusem antreffe.« In der ge- 
naontei) Gallerie ist von ihm eine schlalende Nymphe vom Saiyr 
entblösst, ganze Figuren auf Kupfer. Ein zweites Bild stellt den 
Frühling vor, unter Kindern» welche mit Blumen spielen. Ein 
drittes Gemälde enthält eine Allegorie auf die Blüthe des Handels 
und Feldbaues nach errungenem Frieden. Der Künstler starb im 
Haag 1751 » nach van Gool in einem Alter von ^0 Jahren. Bei 
Deseamps ist sein Bildniss. 

Ten/tCSteo , P- f Maier, wahrscheinlich der Sohn des oiigen Kunst- 
/ lers und somit Bruder Au|^ustin's des Jüngeren, ist als Künstler 
wenig bekannt. Er gab mit dem Maler G. Hoet folgendes Werk 
j heraus: Catalo^s of Naamjvst vao^ schildery^n mit der zeWer 
pryzen zedert een langen reeks van jear^n zoo in Holland als op 
andre plaatzei^ in hat opei)bar verkogt, Benevens een verzame- 
lin van lysten van verscheyäen nog m wezen zypde cabinetten, 
catalogus van *t vorstelyk Kabinet schilderten yan Z* D. H. den 
Prince van Orange en Kassau etc. Uytgegeven door G. Hoet en 
F. Terwesten. 3 JPeelen, met {legittem. In s'Graveiihage 1772.80- 

TertiuSy Fränciscus, t. f. Terzo. 

Terziy Anclrea, Maler, scheint ia, Bres^ia gelebt zu haben. Ave- 
roldo (Scelte pitture di Brescia. Ibidem |600) «a^, dass sich in 
6. Faiistino ein Bild des heil. Hieroaymua von ihm finde. Die 
Lebenszeit bestimmt er nicht* 

'JlCTZI, CrlstoforOi Mal^ von Bologna, war Schüler vpn A. Mi- 
Is^i und G. M. Crespi» und nach Pozzi einer der bessten Künst- 
ler seiner Zei|. Et malte ausser einigen Altarbildern meistens hslbe 
Figuren und alte Köpfe , denen er mit wenigan Zügeit Leben 



und Autdruflk zu TerleaieD imtite. D&eie Bi14er »itid «thr breit 
behandelt^ und müssen von andern unterschieden werden» welche 
er fleissi£;er vollendete, die aber dadurch an Werth verloren« Terzi 
lebte mehrere Jahre in Rom» kehrte aber dann nach Bolona zu* 
rück, vro sich in Kirchen und Sammlungen Bilder .von inm fin* 
den. Seine kleineren Gemälde mit Büsten und halben Figuren 
wurden hier und da mit jenen von Lana verwechselt. Starb 1743 
oder 1745 im 53« Jahre. Pazzi !!• 37« hat daa Bildniss dieses Kunst« 
lers gestochen* 

Terzi oder TerzOy Francesco» Maler und Kupferstecher voii 
Bergamo »wujrde um 1520 geboren. Er gehört keiner bestiamiten 
Schule an, scheint sich aber nach Vorbildern grosser Meister gebildet 
zu h^en.» und, gelangte auf diese Weise selbst zu Ansehen* hd' 
Sanctuarium von S. Simpliciano zu Mailand sind zwfi Eroese Ge- 
mälde von ihm, welche Chrtstus und die Apostel vorstetten» etwas 

. steif in der Zeichnung aber von warmer Fäicbung. Auch in der 
Karmelitenkirqhe zu Bergamo ist ein schönes. Bild von ihm» die 

: Geburt Christi vorstellend. Nach der. Aufhebung 4es Klosters wurde 
diese Kirche zur Pfarre erhoben und s^be der heil. Agatha ge* 
weiht. In der Sala del Scrutinio zu Venedig sind ebentalls Pro- 
ben seiner Kunst* 

Später erhielt Terzo einen- Huf an den Hof- des Kaiser» Ma* 
ximilian II. nach Wien, begab sich aber nach einiger Zeit nach 
Innsbruck, da ihn Erzherzoge Ferdinand zum Hofmaler ernannte. 
Hier zeichnete er die Bildnisse der Fürsten des Erzhauses Oes (er- 
reich in ihren Frachtharnischen und gab diesen Bildern archi- 
tektonische Einfassungen mit Ornamenten. Caspar ab Avibus Pa« 
tavinus stach diese Zeichnungen in Kupfer, welche von 1569 — « 
73 in 66 Blättern zu Innsbruck unter dem Titel; Austriacae gen- 
tis imaginum partes manu Fratic. Tertii Bergomatis. , erschienen » 
und das Hauptwerk des Meisters bilden, gt. fol. Näheres über 
dieses Werk s. Zeitschrift für Tirol YII. 28l und VIII 3l6. 

Von Innsbruck aus begab sich der Künstler nach Florenz, 
we er 1589 bei der Vermählung der Prinzessin Christina von Loth- 
ringen eine Festdecoration zeichnete, welche im Stiche bekannt 
ist. Auf demselben grossen Blatte erscheint auch eine . Allegorie 
auf den Prinzen Carl Emanuel und seine Gemahlin Catharina von 
SpSmien. Terzi starb zu Rom um l600« 

Terzo I nennt Behvenuto Cellini in seinem Pamphlete über den 
Wettstreit der Sculptur und Malerei einen Krämer von Ferrara, 
der als solcher mit Vorliebe die Architektur studirte , mehrere Ge- 
bäude aufführte, und zuletzt nur Bramante und San Gallo über 
sich anerkannte. Diese Anmassung zog ihm den Spitznamen Terzo 
zu, d. h. des Dritten nach den genannten Meistern. Das Fac- 
tum «scheint nicht geläuffnet worden zu seyn, man nennt Aber 
kein Gebäude, welches Terzo errichtet hat. Cellini sagt nur, er 
habe mehrere bedeutende Männer überredet« nach seinen Flänei|> 
bauen zU lassen. 

TesaurO) PippO, Mder, wurd« um 1260 in NeapM geboren, und 
von Tomaso degK Stefani unterrichtet, dessen wir unter wStefanii» 
erwähnt haben. Domenici I« 27 sagt, dass Fippo vielen anderen 
Meistern vorgezogen worden s%i, was die trefflichen Werke zu be- 
weisen scheinen, me von ihm fhetls noch vorhanden, theils von Un- 
wissenden übertüncht seyen. Noch mdir rühmt ihn Grotsi (Le belle 



SH^ TciMPOt ifoo. od« Andr. -« Tec^nco. Bjimo Epif. 

urti etc. Ul 38)* welcher cerade sü b^auptet, daii Itclk seine Ge- 
mälde in Hinsicht auf Schönheit der Cumposltion ^ Auf Genauig- 
keit der Umrisse und auf Graft der Färbung vor allen anderen 
Werken seiner Zeitgenossen auszeichnen. Auch glaubt er das 
Bestreben hervorheben zu müssen, steh der gothischen- Manier 
zu entschlagen » an welcher unser Schriftsteller durchaus kein Oe- 
fallen findet. Proben seiner Kunst findet man noch in der Ca- 
pelle des Beato Niecola in St* Restitnta zu Neapel, «m> Tesauro 
das Leben dieses heiligen Einsiedlers gemalt hatte. Auch eine 
Madonna mit dem Kinde ist von ihm in dieser Kirche, welche 
I aber sehr gelitten hat. Nach Gross! starb ^eser Künstler 1310, 
Domenici setzt vielleicht richtiger seinen Tod um 1920» 

Tesauro f Jacopo oder Andrea^ auch Bernardo und Te- 
sauro IL genannt y wurde um i44o xu Neapel geboren, und von 
Stlrestro Buono unterrichtet. Die Natur hatte ihm ein reiehei 
Talent verliehen, es sind aber nur wenige Werke mehr übrig, 
naeh welchen dasselbe beurtheilt werden kann. Die vateriändi- 
schen Schrittsteller rühmen ihn unbedingt, besonders Rossi (Le 
belle arti in Napoli II. 58) 1 welcher behauptet, Tesauro, auf wel- 
chen durch Buono die Lehre Zingaro*s übergegangen sei, habe 
alle seine Zeitgenossen verdunkelt, keiner habe so. Schönes, cr- 

. fundea, so sdidne Tinten , zu. g^ben gewnsst, und mit grösserer 
Le&ditigkeit und Freiheit gearbeitet. Auch Lanzi sagt, Tesauro 
•bähere sich der neuepren Manier mehr, als irgend einer seiner 

. Zeitgenossen, keiner habe verständiger componirt, und in Stel- 
lung und Faltenwurf mehr die Natur zu Ratne gezogen. Er. be- 

^wundert die ausdrucksvollen Kppfe, die harmonische Färbung, 
die geschickte Yertheilung von Li^ht und Schatten, und beaoa- 
ders 'das Relief bei einem Künstler, der, soviel bekannt, keine an- 
dere Schule als die scinige kannte^ Auch Luca Gjordano gestand 
' bei der Betrachtung von Tesauro*s Fresken in S. Giovanni dePap- 
pacpda, 4ass er es nicht besser macl^en könne. Hier stellte. der 
Künstler die sieben Sakramente dar. welche Domenici ausführ« 
lieh beschreibt. Im Salirauient der £he schlie'ssen Alfonsd II. und 
Hippolita Sforza den feierlichen Akt, woraus auf die 2eit der 
Entstehung des Werkes geschlossen werden kann. In der Capella 
di S. Aspremo im Dome zu Neapel malte er Darstellungen ans 
dem Leben des heil. Aspremus in Fresco, allein diese Bilder wur- 
1730 von einem Schüler Sölimenä's, der sie im Auftrage des Prin- 
zen Montemileto restauriren sollte, unglücklicher Weise fast ganz 
^ übermalt. In der Sakristei Von St. Maria Maggiore ist eide Bim- 
melfahrt der heil. Jungfrau von Tesauro , wid Grossi behauptet. 
Mehrere andere Malereien dieses Meisters wurden im Verlaufe der 
Zeit übertüncht, ohne vorher eine Zeichnung davon zu nehmen. 

Das Todesjahr dieses Meisters ist unbekannt. Seine Blüthe- 
.. . ^eit reicht nicht weit über l4dO herab. Grossi behauptet» iM er 
> nach 1500 gestorben sei, was wir dahin gestellt seyn lassea« 

Tesauro^ Raitno Epifanio; Maler von Neapel, der Sohn oder 
der Neffe des Obigen, war Schüler des Silvestro Buono, wie Te- 
. sauro IL, «md ein Künstler von Bedeutung, yon des^9 Werken 
aber nur Reste auf unsere Zeit ffeko^unen sind* Marco da Siena 
^^ und aiddere Geschichtschreiber Neapels gedenke;n seiner mit gros- 
sem Lobe. Der Maler Massimo Stanzioni « welcher Nachriäten 
über die Künstlef dieses Landes ti^nmelte» die dann Domenici bei 
f 4er Herausgabe der Vite de' pittori .Neapolitani benütjcte» erlui|»ate 



Teschler, Johann. ~ T«si, Mauro. 207 

iB seinen 'wohl 'dnlrchdificHteri uiid'»ehon o6lorirteji Bildern noch 
ganz die Principien des Ziu^ro. Er malte mehrere Bildnisse, wo- 
runter jenes des Gran Capitano Gonsalvo de Cordova bewundert 
wurde. Fiorillo II. 766 erwähnt von ihm ein Bild des heil. Eu- 
stachins in der Kirche. von Monte Vergine, mit der Jahrzahl l494, 
und ein zweite» Bild dieses Heiligen von 1501 in derselt^en Kir- 
che. Im Capttelzimmer von St. Maria la nuova waren zu Fiorillo's 
Zeit noch Reste von Frescomalereien. Hinter dem Hauptaltare von 
S. Lorenzo ist einOemÜlde mit der heil. Jungfrau von Heiligen um- 
eeken. Ttcoi«! behauptet in seinem Dizionario degli artisti, Mi- 
lane 16339 dass sich von seinen Fresken nichts mehr erhalten habe. 

Dann war Tesauro auch in der Architektur erfahren. Er baute 
die Kirdie S. Giacomo della Marca in Neapel. Grossi, le belle 
arti. etc. II. p. 60. setzt sein Todesjahr um 151 1* 

iescbier^ Johann^ Bildhauer und Stempelschneidbr von Nürnberg, 
ist uns namentlich durch J. Neudörffer bekannt, der in seinen 
Nachrichten von den vornehmsten Künstlern etc. sagt: »»Er war 
nicht weniger künstlich geübt und erfahren als P. Flötner, seine 
Lust war in Marmelstein zu schneiden, daraus machtö er ganze 
Bildnuss Von solcher lieblichen und gerechten Proportion, daas es 
wunderlich zu sehen war. In Coutcrfaiten war er sehr fleissig und 
bei den Erzherzog Maximilian fast angenehm, er zog auch auf 
den Reichstag darauf er grosse Herten conterfeyt.«i Teschler hielt 
sich auch zwei Jahre in Italien auf, besonders in Venedig. Mit 
einem Schatz Von Kunstwerken und Zeichnungen kehrte er in die 
Ueimath zurück« wo er 1546 starb. 

Teschner^ Alexander ^ Maler zu Berlin, stand um 1836 unter Lei- 
tung des Professors Wach, und arbeitete einige Jahre im Atelier 
desselben. Er ist durch gut gewählte (jenrebilder bekannt, welche 
einen tüchtigen Meister verrathen. Mehrere^ seiner Darstellungen 
sind dem solideren Volksleben entnomitien, andere gehören in das 
Gebiet des romantischen Gcnre^s, wie die beiden Eaelfräulcins im 
Besitze' des 'ehemaligen Ministers Flottwell, Franz I. von Frank- 
reich mit seiner Geliebten La belle Feronicre, beide Bilder von 1844- 

feseo oder TeSlO, LudoriCO, Zeichner und Maler von T^urin, 
stand in Rom unter Leitung des berühmten R. Mengs, und er- 
langte den Ruf eines tüchtigen Künstlers. In Turin finden sich 
Bilder von. fhm, so wie im Lustschlosse Moncalieri. Volpato stach 
1774 nach seinen Zeichnungen die Arabesken in den Vatikanischen 
Loggten , Worauf wir im Artikel Volpato's weiter zurückkommen. 
Starb ünoL 1790. 

CSl, MaurOy Zeichner und Maler > wurde 1750 ku Mofttalblanc 
im Modenesischcn geboren, und hatte das Glück, an dem Graj'en 
Algarotti einen Gönner zu finden, der mit väterlicher Sorgfall seine 
Ausbildung übernahm. Er wies ihn auf das Studium älterer Vor- 
bilder hin, ausser der Antike besonders der Werke Vignola's, Mi- 
telli's, Colonna's und Dentone*s, und somit gewahrt man in sei- 
nen Werken einen Viel reineren Geschmack, als diess in jenen 
seiner Zeitgenossen der Fall ist. Sein Hauptfach v^ar die Orna- 
ment - und Ärchitekturmalerei , worin er Ausgezeichnetes leistete, 
und einen grossen Reichthufn der Phantasie entwiclielte , da er 
auch geistrewjhe Figuren malte. Letztere, so wie seine Masl^en, 
Vasen, Reliefs u, dgl. gefielen besonders. Zuweilen malte .Tiopolo 

tfagUr's KünUUr-L09. Bd. XVIII. \7 



SSft Tesi, Mfiaro« 

4ie* Figuren» womit seine Arabesken lielebt sind. Graf Al^arotü 
spricht in seinen Werken bei jeder Gelegenheit von M. Tesi, und 
nennt ihn geradeweg den Wiederhersteller des edlen und reinen 
Geschmackes in der Architekturmalerei und selbst der Architektor, 
auf vrelche indessen sein Einfluss eben nicht sehr entscheidend 
war, wenn auch ein besseres Streben für seine Zeit ToUe Aner 
kennung verdient. Das erste Werk, welches dem IVL Tesi einen 
bedeutenden Ruf erwarb, sind Arabesken an einer Thiire im Hause 
der Familie Savini zu Bologna, welche Algarotti bezaubernd schön 
fand. Mit F. Minozzi malte er das Gewölbe der grossen Capelle 
in la Mascarella, und von ihm allein sind die schÖiien Decoratioos- 
arbeiten in der Capelle del Sacramento in S. Martjüao Mag^ore der 

Benannten Stadt, nach Algarotti das Besste, was Tesi geleistet hat. 
^ie Malereien der Mascarella sind neuerlich von Gaetano Caponeri 
restaurirt worden. Auch in Palästen hinterliess er Proben seiner 
Kunst. Besonders gerühmt wurden seine Decorationen in der Call» 
rie des Marchese Zambeccari zu Bologna, in welcher er Arabesken, 
Figuren, Cameen, Reliefs u. s* w. malte. Beachtenswerth sind auch 
seine Malereien am Gewölbe von S. Spirito zu Pistoja , und der 
Bilderschmuck eines Saales des Marchese Gerini zu Florenz. U eher- 
diess wurden nach seinen Zeichnungen mehrere Trauergerüste e^ 
richtet, worüber jenes der Madonna del Baracano besonders merk- 
würdig inrar. Seihe Malereien in Oel scheinen sehr selten zu seyn* 
Zwei solcher Bilder besass Graf Algarotti. Eines derselben, welchei 
Lanzi bei den Erben des Grafen sah, stellte nach Algarotti's Erfin- 
dung einen Tempel des Serapis mit Basreliefs im ägyptischen Style 
dar, und als weiterer Zugehör dienen Pyramiden und Ruinen. Die 
Figuren hat Zuccharelli gemalt. Algarotti besass auch viele Zeich- 
nungen von Tesi. Das letzte Werk des JKünsUers sind die Zeich- 
nungen zum Grabmale seines Gönners im Campo santo xu Fist* 
Die Kosten zu diesem Denkmale deckte Algarotti durch testamen- 
tarische Verfügung, und übertrug den Entwurf unserm Tesi. Spä- 
ter übernahm aber Friedrich II. von Preussen die Kosten nnd 
behielt ebenfalls den Plan Tesi's bei, welcher aber das Werli nicht 
mehr vollendet sah. Bianconi führte es zu Ende, und modellirts 
die Statue der Minerva auf dem Sarcophage. M. Tesi starb \w 
zu Bologna an der Schwindsucht, die er sich durch seinen uoer- 
müdeten Fleiss und durch die zärtlichste Pflege seines an gleich« 
Krankheit leidenden Gönners zugezogen haben dürfte. Er Kam la 
den Bädern zu Pisa nicht von der Seite Algarotti's, und nach 
zwei Jahren war er hingewelkt und eine Leiuie« Seine Freunde 
setzten ihm in S. Pctronip zu Mailand ein Denkmal und stellten 
an demselben sein Brustbild auf, mit der Inschrift: Mauro Tesi» 
elegantiae veteris in pingendo ornatu e^ archit'ec- 
turae restitutori. ^ 

C. M. Gini stach nach ihm zwei innere Ansichten grossere! 
Gebäude in Ac[uatinU, 4« Ein anderes BlaU ohne Namen, ebeuj 
falls in AquaUnta, stellt ein reiches Monument dar, unter de« 
Titel: Idea d'una machina Funebre, Mauro Tesi inventore, toh 
Das Grabmal des Grafen Algarotti hat Yolpato gestochen. 

Eigenhändige Radirungen. 
Die Aetzarbeiten dieses Meisters feinden grossen Beifall i «nj 
•ie verdienen der geistreichen Behandlung wiegen auch wirUich 
das Lob , welclves ihnen gezollt wurde. Folgende Blätter ünäea 
urir ihm beigelegt, aber nicht genau beschrieben. 

1) Das Bildniss des Grafen Algarotti» im Profil, ohne ffuatB^ 



Ten« Teretau — * Tefselschadet Maria. 859 

Ein solches Blatt wird dem Künttler xugeschriebett, welcheft 
demnacht wenn die An^l^e richtig ist» von den von G. Fr. 
Schmidt radirten Bildnisse dieses Grafen xu unterscheiden 
ist. K. L. XY. S. 302. 

2) Das Titelkupl'erzu A^arotti's Werken, mit den drei Grazien. 

3) Du Leichengeräst» welches bei dem Tode des Kaisecs Franz I. 
errichtet wurde. 

4) Abbildung einer Münze von Syracus, welche der Prior Bi- 
anci durch eine selehrte Abhandlung erläutert hat« 

5) Bine Folge von Blättern mit Vasen, Copien nach St. della 
Bella, mit Tesi*s Monogramm, qu. 8. 

6) Eine Folge von Vasen nach Entwürfen des*Grafen Algarotti. 
Diese Blatter sollen mit dem Namen «MaurinoM bezeiohnet 
seyn* 

Test 9 Teresa, Malerin, lebte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhun- 
derts in Bologna, und war Mitglied der Akademie daselbst. Sie 
malte Bilder m Encaustik« Sie könnte die Schwester des Mauro 
icyn. 

Tesieri i. Tessler. 

TeSnieTi $. Teniers.' 

Tessaertf Maler, ist uns nach seinen Lebensverhältnissen unbe« 
kannt. In der historischen Gallerie zu Versailles Ist. von ihm 
das Bisdniss des 1505 verstorbenen Philipp de Comines, welches 
Massard für Gavard^s Galleries historiques gestochen hat« Tessaert 
ist wahrscheinlich ein neuerer Künstler. (Tassaert?) 

T6SSaIä| Anna^ nennt Barläus in seinen Briefen eine geschickte 
KüniUerint ^^^ '^ Alcmaer lebte, wahrscheinlich im 17. Jahrhun* 
derte* 9ie malte in Oel und fertigte Schnitzarbeilen. 

TeSSart, «. Teslard. * 

Tessarti t. Tassaert. 

Tessauery G^l» Zeichner oder Maler, ist naoh teinen Lebens- 
verhältnbsen unbekannt. Augustin Neureuter stach nach ihm das 
Bild des heil, l^hilippus Benizzt. 

Tesselsobadei Maria I und ihre Schwester Anna, waren Töch- 
ter des Kaufmanns Roemer Visscher in Amsterdam, und erhielten 
die sorgfältigste Erziehung. Öer Vater war einer der eifrigsten 
Kunstfreunde, und die Töchter ausübende Künsüerinnen. Sie zeich- 
neten sehr sdiön und gravirten mit Diamant auf Glas, so dass 
die von ihnen verzierten Trinkgläser als wahre Kunstwerke be- 
trachtet wurden. Vornehmlich gefielen die von ihnen gezeichne- 
ten Bordüren und Arabesken. Von- einer dieser ^ Schwestern sind 
wahrscheinlich die schönen Blätter in Roemer Visschar's i»Zinne^ 

Seppen«« gezeichnet. Visscher sagt indessen in der Vorrede nur, 
ass er die Sinnbilder auf Papier habe zeichnen und malen las- 
sen, ohne den Namen des Verfertigers zu bestimmen. Scheltema 
gab eine Denkschrift über diese Künstlerinnen heraus: Verbände- 
fing over Anna en Maria Tesselschadew Amsterdam ISOS» und 
sagt, dass sie Cuafxig Jahre die Lust ihrer Zeit,> der Ruhm ihres 

17» 



260 Tessier, Louis* — Tessiü, Nicod. Graf von. 

Geschlechts und die Zierde ihres Vaterlandes gewesen seyen. Sie 
standen mit den henihmtesten Gelehrten und Dichtem in Verbin- 
dung. HooftyVoondel, Barleus, Huygens legen ein rühmliches 
Zcusniss Ton ihnen ab. H. Ooltzius hat ihre Bildnisse gezeichnet, 
welche sich in der Sammlung von J. de Vos zu Amsterdam be- 
finden. Beide sind gestochen, nebst Facsimile der Handschrill 
Auch das Btldniss des Roemer ist durch den Stich bekannt« 

Anna heirathete in Dortrecht den Mr. Dominicus Booth ran 
Wezel, und bildete da die Margeretha Godewijck zur Künstlerin 
heran. Als Wittwe Hess sie sich mit ihren Söhnen in Leyden nie- 
der und starb daselbst l651 im 67« Jahre. 

Maria lebte mit ihrem Gatten AUard van ürombalg in Alk- 
maar, und starb daselbst i649 im 55« Jahre. 

Tessier, Louise Zeichner und Blumenmaler, wurde I7l6 oderl?2i 
gehören, und brachte es in Paris zum Rufe. Er hatte den Titel ei- 
nes Peintre du Roi pour les fleurs. Folgende Werke, wurden nach 
seinen Zeichnungen gestochen: 

Livre de principes de £eurs, dedie aus Dames, dess. pari. 
Tessier a Paris. Chevillet sc. Nr. 1^50« Schöne Blätter^ U ful 

Livre de Fleurs, dess. d'apres natura etc. pour s^rvir de prin- 
cipes dans ce genre« Avril Taina sculp. fol. 

Livre de Fleurs, dediö a Mr. Bu£Fon. 6 Blätter, gest. von 
Demarteau sen., tbl. 

Tessier, Jean, Maler, war in der zweiten Hälfte des 18* ^^ 
hunderts in Amiens thätig. L. Guyot stach 17S6 eines seiner Preis- 
bilder, eine Scene heldenmiithiger Aufopferung* 1 

Tessier, Hippolyte, Maler zu Paris, ein jetzt Iahender Kiiait- 
1er , ist durch Genrebilder bekannt. Mehrere seiner Gemälde ent- 
halten ainzelna Costümfiguren in landschaftlicher Umgebung. 

TesAl, NicodemuS, Architekt, geb. zu Stralsund 1619, stammt 
aus einer adeligen Familie, und trat als Kriegsbaumeis^r in Kö- 
nigliche Dienste. Nach einigen Feldzügen , zu welchen ihn «eise 
Stelle rief, fand er es gerathener als Civilal'chitekt eine Anstelluog 
zu suchen, da er als solcheir nicht geringere Ausbildung erlsogt 
hatte. Eine Reise nach Italien machte ihn mit den Werken ^^ 
früheren italienischen Schule vertraut, und er hielt fortan an dem 
besseren Style der Architektur fest, namentlich an jenem des W 
Jahrhunderts, so. dass sich seine Bauten im Vergleiche mit jeo«i>l 
seiner späteren Nachfolger auszeichnen. Im Jahre l645 ^^ 
er Hofarchitekt und von der Königen Christine mit Ehren ober- 
häuft. Seine früheren Werke sind m Nykoepine zu suchen. Spr 
ter baute er in Stokholm den Palast de la Gardi und den Sloi- 
loster. Sein Werk ist auch das Gustavtanum in Upsala und oiß 
Domkirche in Calmar. Dann fertigte er auch Zeichnungeo x** 
Decorationsarbeiten und zu Schaugerusten. Das Grabmal des Kö- 
nigs Carl Gustav in Stockholm wurde nach jenem Entwürfe erricb' 
tat. Sandrart scheint ihn theilweise mit dem jüngeren NicodeiBiK| 
Tessin,/ seinem Sohne, zu verwechseln, da er Bauten au&siu^' 
welche idetn letzteren angehören. Starb zu Stockholm l6fe* 

TeSSin, 'NicodemuS Graf von, Architekt, geb. zu Nykoepio« 
1054 , begann seine Studien unter Leitung des Vaters, des ältrt«*i 
Künstlers dieses Namens, und begab sich dann nach Italien^ <*' 



Tessin, Ni«. Gr. v. ~ Teasin, Carl Gust Gr. r, CCi- 

unter Bernini und Fontana seine Ausbildune xu vollenden» 4^ren 
Werke er aber nicht einzig berücksichtigte, Sa sich in seinen Bau- 
ten eine lobenswerthe Hinneigung zu den Meistern des 15* Jahr- 
hunderts kund gibft, so dass er als der Verbreiter eines besseren 
Geschmackes der Baukunst in Schweden zu betrachten ist. König 
Carl XI. ernannte ihn zum Reichsbaron und zum General - Inten- 
danten des Bauwesens in Schweden» Er übertrug ihm den Bau 
eines neuen Residenzschlosses, der aber noch nicht vollendet war, 
als eine Feuersbrunst das ganze Schloss in Asche legte. Damit 
war aber sein Plan nicht vernichtet, denn Carl Gustav von Tessin, 
der Sohn unsers Künstlers, baute später das Schloss nach dem 
früheren Entwürfe wieder auf. Wir Kommen im Artikel des Gra-* 
fen C. G. Tessin darauf wieder zurück, so wie auf die herrschen- 
den Kunstansichten, und auf das Streben des Königs Carl XI., der 
Baukunst eine bessere Richtung zu geben. Nicodemus Tessin 
jun. baute dann unter der Minoerjährigkeit Carl XII. das Lust- 
schloss Drottingholm und jenes von Stroemsholm, wodurch er 
sich in solche Gunst setzte, dass ihn der junge König in den Gra- 
fenstand erhob und zum Reichsrath ernannte. Ausser den ge- 
nannten Schlössern %nirden noch mehrere andere Gebäude nach 
seinen Plänen errichtet «^ so wie auch Decorationen und Schauge- 
rüste nach seinen Zeichnungen zur Ausfuhrung kamen. Unter 
seinen Bauten nennen wir schliesslich noch das PaUis des Künst- 
lers in Stockholm, welches zu den stattlichsten Gebäuden dieser 
Art gehört, jetzt unter dem Namen des Oberstatthalterhauscs' be- 
kannt. Graf Tessin starb i729 als Kanzler der Universität Lund. 
Hedlinger hat zum Andenken dieses ausgezeichneten Mannes eine 
Medame gefertiget, und J. E. Haid hat sein Bildniss gestochen. 
Ueber sein Leben und Wirken gab 1826 H. Ton Ehrenstroem ein 
Werk in französischer Sprache heraus. Der folgende Künstler 
war sein Sohn. 

'S; ie Clerc stach 16^4 nach seiner Zeichnung die Hauptfa9ade 
des k. Schlosses in Stockholm, und l6p6 den Catafalk des Kö- 
nigs Carl XI. in der Kirche zu Riddersholm, fol. Dann finden 
sich noch Blätter mit reich varzierten Schau ger ästen in Pyrami- 
dalffu'm von lÖQo» bezeichnet: K. Lib. Baro de Tessin Sup.M Ae- 
dificiorum 8«m ^.m M.^ Sueciae P^acfectus delin, P. le Pautre 
seulp. foh 

Fessin^ Carl Gustav Graf von, Architekt und Staatsmann, 
geb. zu Stocldiolm l694, trat als Künstler in die Fussstapfen sei- 
nes Vaters Nicodemus jun. , machte überdiess auch gelehrte Stu- 
dien, und erlangte zuletzt nicht allein den Ruhm eines ausge- 
zeichneten KünsUers, sondern stand auch als Staatsmann iu ho- 
hem Ansehen. Er leitete den Bau des grossen Schlosses in Stock- 
holm, welchen schon sein Vater begonnen hatte, der aber nach 
dem Brande des Gebäudes ins Stocken gerieth. Der Pl^^n» dessen 
er sich bediente , war jener seines Vaters , im reinen italienischen 
Style des |4. Jahrhunderts, welcher aber damals dem französischen 
Baustyle gegenüber bereits der verdorbene genannt wurde, was 
eher auf den neueren Styl passte. Graf Tessin hielt aber an der 
klassischen Bauweise fest, und schuf somit eine Zierde der Resi- 
denzstadt« Leider ging es mit dem Baue sehr langsam, so dass 
ausser dem Grafen C. G. Tessin auch noch drei andere Oberin- 
tendanten: Die Barone Hoaelemans^ Croustedt und Adlercrantz 
daran gearbeitet hatten. 

2ur Zeit unsers Künstlers war in Scl^weden ein beständiges 



ißi Testa, GioT. Fr. n. Pasquale. --* Testa, Pietro. 

' Schwanken im Baustyle, und eine formliche Modesucht. Man blieb 
vredcr dem verdorbenen italienischen, noch dem sogenannten bar- 
barischen gothischen Style treu , und schämte sich nicht, auf die 
gothischen Dome von Upsala und Linköping franzosische Thürme 
zu setzen. Carl XI. war der erste Regent m Schweden, welcher 
den Uebelstand der Baukunst einsah, und zur Erweckung eines 
guten Geschmackes eine eigene Behörde einsetzte, unter dem Na- 
men : Oberintendenz Contor. Der erste Chef war Graf Nicodemus 
von Tessin jun., der Vater unsers Künstlers« , 

Carl Gustav von Tessin suchte im Geiste desselben eine wei- 
tere Regeneration der Kunsi zu bewirken, da er die Mänifel uod 
die Abwege derselben erkannte. Er gab desswegen 1733 ^^ ^^' 
anlassung zur Gründung der Akademie in Stockiiolm, es Ferfloi- 
sen aber noch viele Jahre, bis eine neue Morgenröthe am Knnst- 
himmel erschien. Inzwischen wurde er diesem Gebiete immer wei- 
ter entrückt. Er bereiste in diplomatischen Sendungen Deutsch- 
land, Frankreich und Italien , und entschied dann den Sieg der 
Partei der Hüte, hu Jahre 1728 zum Reichsmarschal ernannt ver* 
anlasste er den Anschluss Schwedens an Frankreich, befestigte 
ihn als Gesandter in Paris, leitete von 1747'— 52 die auswärti- 
gen Angelegenheiten und war zugleich Erzieher des-Mnsen <Gu- 
stav III.). An diesen richtete er seine Briefe eines alten Mannes 
an einen jungen Prinzen. Er starb 1770 zu Akeroe (in dürftigen 
Umständen, da er bei seinen Gesandtschaften alles Vermögen zu- 
gesetzt hatte. Reich war er aber an Ruhm und wahrer Ehre. 
Hedliuger fertigte eine Medaille zu seinem Andenken, mit der 
Legende im Revers : Consciu^ Reoti. Ein Jelton hat auf der 
liückseite die Devise s Constanter et sineere, und ein zweiter: 
Arctos ubique scopus. 5 Oct. 1751* In diesem Jahre wurde Graf 
Tessin in den Ruhestand versetzt, und es letf ihm nur noch die 
Erziehung des Prinzen ob. Sysang stach sein Bildniis für den 
europäischen Staatssecretär» 

Testa, Giovanni Francesco und Fasquale. Architekten und 

Bildhauer, arbeiteten im l6« Jahrhunderte zu Parma* Sie fertig- 
ten mit Maria Antonio Zucchi die Chorstühle in S. Giovanni Evan- 
gelista, welche mit schönen Schnitzwerken versehen sind« Meh- 
reres s. M. A. Zucchi. 

TeSta y Fietro $ Maler und Radirer, genannt Lucchesinb, wurde 
nach Baldinucci l6ll zu Lucca geboren, nach Lanzi*s Aiigabe er- 
blickte er aber l6l7 das Licht der Welt. Mit den Anfangsgründen 
der Zeichenkunst vertraut ging er nach Rom, um die Schule Do- 
minichino's zu besuchen, schloss sich aber später an Pietro da Cor» 
tona an, mit dessen Kunsjtveeise er indessen wenig gemein hat. 
Teste strebte nach Originalität, welche er in seltsamen, th^ils phanta- 
stischen Erfindungen zur Scjiau trug. Auch trug sich sein Hang 
zur Melancholie auf seine Binder üSer, und es spricht sich na- 
mentlich in seinen männlichen. figuren ein düsterer Charakter aus. 
Selbst im Grässlichen gefiel er sich« Belege hiezu liefern seiae 
Darstellungen der Marter^ des heil. Erasmus und des Todas des 
Cato von Utica« In ruhigen Momenten machte sich aber auch 
wieder eine gewisse Weichheit des GeiiUils geltend« In diesen eot- 
warf er sehr gefällige Bilder, in welchen würdige Franengestalten 
und Kinderfiguren den ernsten Männern gegeniwer einen schönen 
Gegensatz bilden. Die Kinder zeichnete ausser ihm Niemand bes- 
ser als Fi«miBgh6» .mit dem er überiiaupt im Stiidium des N«ck- 



Teste, Pietro. SfiS 

tett wetteiferte. Testa wftr ein Kümller von Talent, er conyonirte 
mit Geist und Leichtigkeit , hatte Sinn ftir das Grosse und Erha- 
bene in der Kunst, hess sich aber zu oft von seiner regellosen 
Phantasie hinrei^sen, die in einer auffallenden Verwirrung waltete, 
aber nicht jeden Funken ächter Poesie vertilgte. Besonders un- 
Uar, wie im TrAume componirt, sind seine Allegorien, an deren 
Erklärung der Commentator Hogarth*s scheitern würde. Mola, 
welcher diesen nelancholischen Sonderling kannte, hat daher nur 
theilweise rech:, wenn er behauptet, Testa habe nie etwas ge* 
zeichnet und ^malt, das er nicht vorher in der Natur gesehen 
hatte. Solche Allegorien , wie sich von ihm finden , sieht man 
nur im böienTraum, sicher ist aber, dass er eifrig Studien nach der 
Natur gemadt, diese und die Antike für das Höchste gehalten 
habe. Es faiden sich in Rom wenige antiker Ueberreste , sowohl 
von Plastik ils von Architektur , die er nicht gezeichnet hatte* 
Der Cav. P>zzo, der Gönner des Künstlers, besass allein fünf 
grosse Bändb mit solchen Zeichnungen von ihm. Sandrart, der 
damals in Ibm war, traf den Künstler eines Tages in schlechter 
Kleidung uiter Ruinen sitzend , wo er Basreliefs zeichnete , und 
er hatte spches Mitleiden mit Testa , dass er ihn mit sich nach 
Hause 'naha, und vom Hopfe bis zu den Füssen neu kleidete« 
Testa korkte aber nie sein Glück finden, da er bei grosser Schüch-' 
ternheit :nd seinem abschreckenden Wesen eine ungemessene 
Einbildifg von sich selbst hatte, und Jedem andern misstraute. 
Er erhie! demnach nur selten Aufträge zu Gemälden, und lebte 
zuletzt .int kümmerlich vom Erlose seiner Zeichnungen und Ra- 
dirunge* Erstere sind sehr schön behandelt, theils mit der Fe- 
der, thils in Kreide ausf^eführt, auch in Bister getuscht oder 
acjuareirt. Tiü und Lanzi rühmen auch ein Gemälde in ß, Mar- 
tine d Monte zu Rom, welches den sei. Carmeliter An^iolo vor- 
stellt. In der Gapitqlinischen Gallerie ist ein Gemälde mit Joseph» 
wie ih die Brüder an die Ismaeliten verkaufen, nach Fiorillo ein 
bewu^crungswürdtges Bild. Fü^r S. Croce de* Lucchesi in Rom 
maltesr die Darstellung Maria im Tempel, ebenfalls ein gerühm- 
tes V^rk, welches später der Cardinal* Yalenti Gonzasa zum Ge- 
sehene erhielt. Eine solche Darstellung ist jetzt in der k. Ere- 
mltaV zu St. Petersburg. Der Monsignore Muti lioss in Rom 
sein rartenhaus von ihm verzieren. Im Palaste Spada daselbst 
war ne Darstellung des liindermordes von ihm gemalt, wie Gan- 
dellÜ behauptet. Baldinucci erwähnt ein Bild der Iphigenia in 
denvlben Hause, und nennt es ein sehenswerthes Gemälde. In 
S.-^meo zu Lucca ist ein Altarbild von ihm, im Hause Lippi da- 
selb malte er eine kleine Kuppel, und im StadthauJe eine allegori- 
soh^Darstellung der Freiheit in Fresco. Auch in S. Paolino und 
in «r Gallerie Buonvisi zu I^ucca sah Lanzi Werke von ihm. In 
derrallerie zu SchUissheim ist ein Bild des heil. Hieronymus von 
TeS} in der Gallerie Liichtenstein zu Wien die Geburt des Aeneas, 
naifehed«m in Düsseldorf eine Allegorie, welche die Morgen- 
rot] vorstellt , wie sie zum Stndiren anreizt , während Hercules 
diei'einde der Kunst verjagt. Sein letztes Werk stellt den Selbst- 
md des Cato von Utica dar» und dann ging er s^bst einem 
tra'igen Ende entgegen. Er verbrannte alle seine Papiere, nahm 
imiöchsten Trübsinne Absphied von seinen Freunden, und wurde 
nuals Leiche von ihnen wieder gesehen. Ratti behauptet in ei- 
ne Briefe an Baldinncci, der Künstler habe i650 in den Wellen 
de Tiber einen freiwilligen Tod gesucht, und erklärt die Angabe 
laiombe's , als sei der nünstler durch Unglück iils Wasser ge- 
stat» für eine firfittdtfng* Man fand leinen Leichnam bei S» 



aC4 Tesla ; Pieti*o. 

Romualdo alla Lunga^a in der Tiber, und beerdigte ihn mit Zei- 
chen des Mitleides und der Achtung für s«in. Talent in S, Biagio 
zu Rom. Allein als Selbstmörder fväre er lu jener Zeit kaum in 
ge-weihtes Erdreich begraben Trordcn. In dex Sammlung der Ma- 
lerbildnisse in der Trtbune zu Florenz ist seia eigenhändiges Bild- 
niss. Auch in der Gallerie zu Leopoldskron ymr ein solches. Dann 
hat er es selbst radirt, und Gb C. Testa eiA solches gestochen. 
Auch J. Waesbcrgen hat Testa's Bildniss gestochen, sotvie B. Eredi. 
Ferner fügte Sandrart das Portrait dieses IVIeis'^rs seiuem Werke 
bei , und in der Serie de ritratti ist das floreitinische Biid ge- 
stochen. 

Dann wurden auch mehrere Zeichnungen tnd Gemälde die- 
ses Künstlers gestochen. Die Blätter von G. C. "^esta sind im Ar- 
tikel desselben verzeichnet. 

St. Michael stürzt den Dämon. Ohne Namei, 

Abraham bedient die drei Engel , nach einer Zeichnung von 
Calmc gestochen, gr. 4. 

Die Anbetung der Hirten, nachgeahmte Fcdezeichnung. F. 
Collignon formis, kl. qu. fol. 

Die Anbetung der Hirten, von einem Ungen^nten radirt» 
kl. qu. fol. * 

Die Darstellung im Tempel, gestochen von G. FSchmidt, fol. 

Die Flucht in Aegypten, gestochen von A. Scac<ati, foL 

Die heil. Familie in einer Landschait, gestocheiyon Barto- 
luzzi , fol. 

Die lireuzabnehmung» nach einer Skizze von B. Yialart ge- 
stochen, kl. qu. fpl. 

Die Kreuzabnehmung , gest. von P. del Po, fol. 

«Der Leichnam des 'Herrn von einem Engel bew«it, nach 
einer Skizze von B. Yialart gest. , kl. qu. fol. 

St. Petrus vor dem Heilande knieend. F. Colligno exend., 
kl. fol. 

Die Marter des heil. Angiolo, aus dem Carmelite- Orden , 
in Helldunkel von Caylus und N. le Sueur, für Crozat Werk, 
gr. fol. ' 

Die Marter des heil. Erasmus, gest. von P. Aquila.Tu. fol. 

Jupiter und Jo , rechts drei Amoretten , der eine auft^m Ad- 
ler, Gest. von P. S. Bartoli, gr. qu. fol. 

Das Opfer der Iphigenia, gest. von Picart, qu. fol. 
Satyren und Nymphen. B. Picart fec. Aus dessen lAostures 
innocentes, gr. qu. 8, 

Der Kopf einer Frau, von Fran^b gestochen. 

Eui Pastoral , gest. von A. Westerhout. 

Eine Anzahl geistreicher Compositionen und Studienon Fi- 

furen, nach Zeichnungen und Skizzen leicht pädirl, mehre als 
acRimiles. In der Gräflich $ternberg*schen Sammlung Ten 23 
solcher Blätter, mit Vincenzo Billi*s Adresse. Füssly nennt n Heft 
unter dem Titel : Pensieri diversi, darunter könnten die gönnten 
Radirungen zu verstehen seyn, 4« und qu. fol. 

Eigenhändige Radirungen. 
Die Blatter dieses Meisters ^wurden früher den KünstU xum 
Studium eujptühlen, aber zu diesem Zwecke sucht sie imand 
mehr, er miisste denn an den langem und mageren Figua und 
an den manierirten Draperien derselben Geschmack findeniicher 
ist, dass Testa's Blätter theuer bezahlt wurden, mehrere mitoigen 
Dukaten. Sie sind leicht radirt» manchmal sogar nachliss U» 



Schatten deulieite er durch ^rade 8tri4)he «n, «v^he sar Darstel- 
lung der FleUcktheilc^ nicht passen. Stellenweise ist mit der kal- 
ten Nadel und mit dem Stichel nachg^olfen. Bartsch»- P« gr. XX« 
215 ff. beschreibt 39 Blätter von Testa. Frühere SchriftsteUtr zäh- 
len mehr, da sie auch die Radirungen von G. C, Testa und anderen 
Meistern dazu rechnen« G* A« Wolfgang hat einige schön copirt. 
Die guten Abdrücke haben keine Adresse, dann folgen sie 
mit Adressen v^n Gio. Jac Rossi und G. Rossi« Die Abdrüi^e mit 
der Adresse des letzteren sind schwach. Auch A. van Westerhout 
hat einige Blätter debutirt. Die meisten Platten sind Eigenthum 
der Calcografiisi Romana , aus welcher noch immer schlechte Ab- 
drucke bezogen werden können. 

1 ) Ritratto di Pietro Testa Fictore eccel. deltneavit et sculpsit 
Qomae etc. Halbe Figur mit einem Gemälde in der Linken 
und dem Crayon in der. Rechten. Oval. H. 8 Z. 3 I«* » Br. 
6 Z. 2 L. 

Die späteren Abdrücke haben die Adresse von Frahoo 
ColligUon» und dann jene von A. Westerhout. 

2 ) Ahraham im Begriffe den Isaac zu opfern. Links ohen Gott 
Vater in der Glorie von Engeln. H.^ 10 Z. 7 L« » Br. 8 Z. 7 L. 

3) Die Anbetung ,der Könige. Unten nach links das Mono- 
gramm miti Pinxit et scul{>. Im Rande: Vt morti rerum Do- 
minus etc. Dieses Blatt ist dcta Geronimo Bonaisio dedi- 
cirt und eines der bessten Blätter des Meisters. H. 15 Z. 
4 L. mit 8 L. Rand, Br. 15 Z. 2 L. 

N. Cochin hat es im Kleinen copirt. 

4) Die heil. Jungfrau kniend bei dem Jesuskinde, welches das 
vom Hinunel gesendete Kreuz umarmt. Im Grunde rechts 
weckt ein Engel den Joseph aus dem Schlafe und befiehlt 
ihm nach Aegypten zu fliehen. Unten die Dedication an 

. Cassiano dal Pozzo und im Rande : Fuggendo il benedetto 
etc. H. 12 Z. 10 L. mit 7 L. Rand, Br. 10 Z. 10 L. 
£s gibt eine verkleinerte Copie. 

5 -«• 8 ) Die Geschichte des verlornen Sohnes , Folge von vier 
Blättern. H. 7 Z. 8 L., Br. 11 Z. 

G. A. Wolfgang hat diese Folge copirt. 

5) Seine Abreise vom väterlichen Hause. jLinks unten: L* Hi- 
storie del fi^liolo prodigo. P. Testa in. et fecit Romae. J* 
R. cum nrivillegio Regis. 

6) Er verschwendet sein Vermögen. Links unten x P. Testa in. 
et fec. Romae. 

7) Er hütet die Schweine. Mit derselben Schrift. 

8) Die Rückkehr zum Vater und die Aufnahme des Reuigen. 
Mit derselben Schrift, wie Nr. 6. 

9) pie Madonna mit dem säugenden Kinde. Sie streckt die 
rechte Hand nach dem kleinen Johannes aus, welcher einen 
Apfel hält. Links im Grunde liest Joseph im Buche. Rtehts 
unten das Zeichen. H. 6 Z« 6 L., Br. 4 Z. 7 L. 

.10) Die heil. Jungfrau an einem Portal sitzend und auf das Je- 
suskind blickend, welches von Johannes ein kleines Kreuz 
erhält. Links sitzt Joseph bei der Maria. Eines der frühe- 
sten* und seltensten Blätter des Meisters, ohne Zeichen. H. 
4 Z. 6 L., Br. 6 Z. 5 L. 

11) Die heil. Familie. Maria sit£t mit deni schlafenden Kinde 
auf dem Schoosse an der Säule, und zieht den Schleier von 
demselben, um es dem Johannes zu zeigen. Im Grunde 



SM- TMta,:Pietn^ 

unkt sitot Jo#ei^ mit dem Buche in €er Linkeiif und itätzt 
den Kopf auf die Rechte.' Ohne Zeichen und selten za fin- 
den« H* 7 Z. 7 L.» Br. 5 Z. 2 L. 

13 ) Maria und Joseph am Baume sitzend von drei Engeln be- 

gleitet, wovon aer eine dem Kinde ,Wasser reicht, die bet- 
en anderen Früchte bieten« Links unten am Steine Testa's 
Name, H« 8 Z. 8 L«, Br. li Z. 

13) St« Rochus und St. Nicolaus flehen um den Schutz der 
heil. Jungfrau y welche rechts vo^ Engeln umgeben auf 
Wolken steht« Links unten das Zeichen. H. 10 Z. 2 L., 
Br. 7 Z. 2 L. 

Es ^ibt eine Copie von der Gegenseite, Maria linb. 
Geistreich radirt von J. M. Faichtmair l6gu 

l4} Die Marter des heil« Erasmus. Im Rande: S. Erasme ora 
pro nobis •— — AHo spirito nobile 'etc. ; Rechts unten dai 
Zeichen« U. Q Z« mit 1 Z. 2 Z« Rand» Br. 6 Z. 10 L. 
Die ersten Abdrücke sind ohne alle Schrift, dann fol- 

Sen jene mit obiser Schrift , und die letzten sind die mit 
er Adresse Von J« J. Rossi« 
Auf der gegenseitigen Copie ist das Monogramm linlu. 

15) St« Hieronymus in der Wüste, im Profil nach rechts. Za 
seinen Füssen rechts ist der Löwe, und zwei Engel halten 
den Cardinalshut« Links unten das Zeichen, rechts: Calisto 
ferranti for« H. 11 Z. 3 L., Br. 8 Z. 5 L. 

Dieses zart radirte Blatt ist von der Gegenseite copirt 

16) St. Magdalena mit dem Todtenkopf in der Wüste sitzend. 
Sie betrachtet das Kreuz , welches rechts oben zwei Engel 
halten. Ohne Zeichen. H« 7 Z« 8 L., Br. 5 Z« 

17) Die Marter des heil« Sebastian« Zwei Henker binden ihn 
an den Baumstamm, zwei Bogenschützen sitzen .links aaf 
dem Boden und im Grunde erscheint ein Orientale an der 
Spitze der Soldaten. Links unten: Fietro Testa Inu. e fece. 
Im Rande^ die Dedication von Fedrtgnani an Tomaso Ghi- 
silieri. Dieses Blatt ist aus der früheren Zeit des Meisters, 
oben rund. H« 13 Z. 7 L., Br. 8 Z« 



18) Die sieben Weisen Griechenlands am Tische in Unterre* 

düng. Links in halber Höhe s Vina , dapes , onerant animos , 

,6apientia nutrit. Unten steht i tllustrissimo atque omatiss. — 

additissimus FeUus Testa l648* H. 9 2^ 8 L«» Br. l4 Z. 

iL. 

19) Sinorix im Tempel der Diana von Camma vergiftet« Die 
Diener bringen ihn in seinen Wagen« Rechts unten das 
Zeichen. H. 10 Z. mit 7 L. Rand, Br« 15 Z. 

20) Der Tod des Cato von Ütica« Rechts unten: Sic fortitudi- 
nis Cato ^ in tuto est F. TesU i648« H« 10 Z. 3 L.» 
Br« 15 Z. 6 L. . 

21) Thetis taucht den jungen Achilles in das Wasser des Stix, 
um ihn unverwundbar zu machen« Rechts unten: F« Testa 
fecit« H. Z. 10 L., Br. 15 Z. 4 L* 

22) Achilles schleppt den Hektor um die Mauern von Trojs« 
Unten gegen die Mitte zu: F« Testa fedt« H. 9 Z. 10 L., 
Br. 15 Z« 3 L. 

23) Das Opfer der Iphijgenia, figurenreiche Composition« Unten 
nach links. F. T. Finiit et scolp. U« 13 Z* 5 L«t Br* 
16 Z. la L. 



Tesia, Pietro. S6f 

f. In der Mitte onteii dat Wappen einet t^ordinals» und 

die DedicatioD* ( 

II. Ohne Wappen und Dedieation. 

24) Venus auf dem Wagen in der Lnft an einer ^ Baumgmppe 
Torbeifabrend bringt dem Aeneas die Waffen* Links im 
Rande: Pietro TesU Itt.«r et fecit. H. 13. Z. 2 L.» Bu 
l4 z* i L. 

O. A. Wolfgang hat dieses Blatt copirt 

25) Venus und Adonis auf einem Hügel sitxend von Amoretten 
umgeben. Im Vorgrunde liegen awei Eber und xwei Aehe 
als Jagdbeute« Im Eande steht s AI Molto UK*« Sig. etc. 
H. 12 Z. 5 L. mit lO L. Rand, Br. i6 Z. 8 L« 

26) Venus in einem Garten ruhend in Mitte von Liebesgöttern» 
welche die Terme des Silvan mit Blumen und Guirlanden 
xieren. Rechts unten das Zeichen* H. 12 Z. 5 L. » Br. 13 Z. 4 L« . 

I. Ohne Monogramm. 
IL Mit demselben. 

27) Eine junge Frau in Ohnmacht von Liebesgöttern umgeben» 
' wovon einer ein brennendes Herx trägt» In der Mitte hie» 

tet ein Amor dem andern die Sehale xum Trinken, und 
von den xWet Amoretten sur Linken hat der eine den Korb 
mit Blumen vor st6h« Reckte imten das Zeicktn. Dieses 
Blatt ist sehr selten. U. 6 Z. 3 L..« Br. 9 Z. 2 L. 

28) Dieselbe Darstellung von der Gegenseite und mit einigen 
Veränderungen. Die Frau lehnt sich an den Baumstamm » 
lind der Ltehcigott hat kein brennendes Hers. Im Rande 
unten: Ilh»« el. R.iM> D. Hjeronimo Bonuissi D« C. P. 
Test« D. D» H. t3 Z. mit l 'ü 5 L. Rand» Br. 9 Z« 10 L. 

29 ) Die Malerei in Mitte der berühmtesten Meister sitzend » 
wie sie ihre Schüler xum Studium der Natur abffordert, 
Rechts liegt Saturn auf der Erde« Im Rande: All. Emi- 
nent.»» et Reu.ao Sig.r« etc. H. 9 Z. 8 L. mit 8 L. Rand» 
Br. 12 Z. 4 L« 

Die gleichseitige Coi>ie hat ^gen die Mitte unten di« 
Adresse: Colignon formis. 

Eine andei^e Copie ist von Ov A« Wotf^ang. 

30) Alleg^ie au^ Innocenz^ X« Glfmba» lloffnupg und Liebe 
auf einer VVolke dem Greife fplj^end^ der nacb dem Pie* 
destal zi|. fliegt, äp d^SH^n Fuss die Gerecktigkeit, die Stärke 
die Mässi^ng und die Klugheit stehen. Diese Gestalten 
und das Piedestal erscheinen link»- Etwas tiefer «teht man 
den Tiber mit vier Nymphen, unA Mu Vorgrund« Amoret«> 
ten mit der römischen vVolßn* Am Fiedestale steht: AU* 
apparir delP indicio Fastpre ^tc. Ohne Zeichen« H. 13 Z. 
6 L. mit 1 Z. 5 L. ^d» Br^ ^ Z» 2 L. 

Dieses Blatt ist sehr aekeci» besonders vor der Adresse« 
Es gibt eine gegenseitige Ciopie» vieUeichl von F. Co«* 
lignon. 

3t ) Der Friede malt mit den Fiurben der Iris das Bildniss de» 
Papstes innocenz X. am Piedestale. Rechts vorn bekränzem 
Amoretten den Tiber, und die Nymphen im Wasser streuen 
Blumen. Unten nach rechts: Dno. Stephane Garbesi No«- 
bili Vtro etc. H» l4 Z. 6 L., Br» 18 Z. 4 L. ^ 

32) Ein junger Mann hält sich an die. Tugend und die Liebe 



96» Testa« Pietro. 

stt ^en Wlssemdbafteo, und blickt nnt Veraclitang auf die 
Satyrn« welche ihn verleiten wollen, an den sinnlichen Freu- 
den Theil zu nehmen, welchen sich Weiber und junge | 
Männer ergeben. Auf dem Schilde des links stehenden Hei- \ 
^en steht: Altro diletto ch' imparar no trovo. Unten: Te- 
6ta pinx. et sculp. H. i4 Z. 3 L., Br. 19 Z« 

0. A. Wolfgang hat dieses Blatt coptrt« 

S5) Ein junger Mann gelangt auf dem Wege der Tugend zum 
Farhass, während die Weisheit mit ihrer Fackel die Unwis- 
senheit , den Neid und andere Laster vertreibt. Der Far- 
oass erhebt sich links. H. 15 Z. mit 7 L. Rand, Br. 21 Z.2L. 

1. XVIit Dedicatioh an Jean Minard. 
II. Mit jener an Tummaso Rondenino. 
G. A. Wolfgang hat dieses Blatt copirt« 

34 ) Die Akademie der Malerei , grosse Allegorie , durch wel- 
' che der Künstler ,auf sonderbare Weise den Weg zu he- 

zeichnen sucht, welchen die Kunstjünger zU durchlaufen 
haben, um die Theorie mit der Praxis, das Herkommen mit 
der Intelligenz zu vereinigen. In der Mitte oben steht: 11 
Liceo della pittura, und unten in einem Rund: Intelligenza 
et Vso. Links unten auf einer Tafel: La Teorica e per se 
stessa, rechts: All Ill.w» e R.mo Sig.M Monsig.n Girolamo 
Bonvisio etc. Am Steine daneben ist das Zeichen. H. 17 Z* 
6 L., Br. 27 Z. 

Die Copie von Wolfgang ist von der Gegenseite; der 
Mann mit den Schlangen rechts. 

35) Der Triumph der Malerei auf dem Pamass. Die Gefeierte 
sitzt auf dem Wa^en und wird von den Musen empfangen, 
während die Grazien sie bekrönen. Weiber und Männer in 
ihrem Gefolge drücken die verschiedenen Seelenzustände aus, 
welche die Malerei auszudrücken im Stande ist. Links un- 
ten steht: Aflectus exprimit, in der Mitte:. Ar cum meretur, 
rechts: Parnaso triumphat. Dieses Rlatt i^ dem Geronimo 
Bonvisio dedicirt. H. 17 Z. 6 L«, Br. 26 Z. 8 L. 

36) Der Frühling auf poetische Weise darffestellt, .Im oberen 
Theil beginnt die Sonne ihren Lauf, und vor ihr zertheilen 
Flora und Zef^iir die Wolken, die Gewitter und den Ha- 
gel. Unten ersdieint Amor den Sterblichen mit neuen Flam- 
men, während Nymphen Blumen sammeln. Rechts vorn 
gähnt ein Mann vor Laneeweile* H. 18 Z., Br. 26 Z. 

Auf der gegenseitigen Copie hält Amor die Fackel in der 
Rechten. 

37) Der Sommer, auf ähnliche Weise dargestellt. Rechts vom 
erscheint Cybele auf der ausgedorrten JBrde , und ist nicht 
mehr im Stande ihre Kinder zu ernähren. Die Flntsgotter 
und die Nayaden liegen mit ihren leeren Urnen auf dem 
Boden und flehen zur Juno um Reeen. Links steht Geres 
und bestimmt der Malerei ihre Gaben, wogegen sich die 
Unwissenheit sträubt. In der Mitte unten steht: AI Sigr. 
Giovanni della Bornia Pietro Testa. — Sfiortta la primauera 
etc. H. 18 Z., Br. 26 Z. 

I. Ohne obige Schrift» der Raum für dieselbe weiss. 

II. Mit der Schrtfl. 

G* A. Wolfgang hat dieses Blatt coptrt, 

38) Der Herbst, oder die Rückkehr des Bacchus aus Indien. 
Silen, Faune und Satyren und Bacchantinnen begleiten iho. 



Testa, Pietfo. — * Testa» Giov. Cesare. M9 

Im oberen Theile eneheial die Scillae im Zeidiett dfts Sehü- 
tzen. Der Zue des Bacchu» geht naoh rechts* Ohne Zet* 
chea und Ittsclirift H. 18 Z.» Br. 26 Z« 

Die mit der Feder und tu Tusch, ausgeführte Zeichnung 
besass U. Weigel. Hunstkatalog » Kr. 1072« 

DieCopie v)onWol%ang ist Ton der Gegenseite | derZng 
geht nach links. 

39) Der Winter <»der Allegorie auf dt« Nacht Die Sonne senkt 
links sich ins Meer und der Mond nimmt ihre Stelle ein« 
Die Gottheiten der Regenwolken trinken mit Oierde daa 
Wasser der Flüssei und «wei Männer wärmen sich am Feuer. 
Rechts entreisst sich die Tugend mit Hülle der Zeit den Hän- 
den des Neides, um die Krone der Unsterblichkeit su win« 
den. Rechts unten: Petrus Testa Pinxtt et sculpsit itet« 
H. 18 Z. 3 L. , Br. 26 Z. 

G. A. Wolfgang hat dieses Blatt toq der Gegenseite co- 
piH, die Sonne rechts. 

Anhang. 

. 1) Eine hetU Familie in halben Figuren. Die heil. Jungfrau 
ist links , ' und betet mit gefalteten Händen das Jesusnind 
^ an, welches auf einem Kissen sitzt und von Engeln. umge- 
ben. ist. Rechts steht Joseph, und oben m der JVfitte er- 
scheint in einer Glorie der heil. Geist. Zwei Engel halten 
das Kreuz. Ohne Namen und Zeichen. Dieses Blatt er- 
wähnt Brulliot im B. v. Aretin*schen Cataloge. H. 6 2* 3 L. , 
Br. 5 Z. 

2) Die Anbetung der Könige« Bine solche Darstellung wird im 
Cataloge der ^anunlttng des Kunsthändlers F. Stqtkel (Wien» 
Artaria 1838) ^^ «in dem Bartsch unbekanntes Blatt ge- 
nannt, aber nicht näher beschrieben. 

3) Der h^« Petrus «us d«m Gefangniase befreit, rechts unten 
bezeichnet: Pietro Testa Inu* et fece* Oben r^nd• H* ll Z. 
6 L., Br. 7 Z. 6 L« 

Dieses Blatt tragt mit Unrecht den Namen Testa*s, wor- 
auf schon Bartsdi 1. c. 229 aufmerksam macht. Er glaubt, 
dass sich der unbekannte, mittelmässige Stecher, einer Zeich- 
nung Testa*s bedient habe. Doch auch dieses scheint nicht 
der Fall. %a seyn, dmu es finden sich spätere Abdrücke, 
welche unten recht«, nyie fplgt bezeichnet sind: Hieronimus 
Pedrignanus inventor et t*., links: Giacomo Rossi ezc. 

4) Der Raub der Proserptna. P. Testa inv. et fecit. Eine sol- 
die Darstellung wird im Cataloge. der Sammlung des Gra- 
fen Renesse'^Breidbach als Arbeit Testa's angegeben, wovon 

. .Bartsch keine Kunde habe, ist aber Ton G. C. Testa. 

5) Kleine Landschaft mit einem Wald. Höchst seltenes Blatt, 
welches ixi^ Cataloge des Grafen Renesse • Breidbach als eine 
dem Bartsch unbekannte Radi^ng Testa's erklärt wird. 12. 

Testa I GiovBnnI GosarOf Maler und.Radirer, der Bruder oder 
Neffe Pietro*s, ist durch mehrere Blätter bekannt, welche in der 
Weise desselben ausgeführt sind. Einige radirte er nach Com- 
positionan^de^ P. Testa. Er brachte sein Leben nur auf wenige 
Jahre» und sturb l6&6> wie Fascoli versicherU 



SW. Tetto» Oiov. Gebare. -— Teito» Angelo. 

l) Fetru4 TmUi Lucenüs Pidor ac looiKir ceM>emmus, CetM 

^ Te5t« M. 4« 
3) Die Communion dei heiL Hiefonymuf « nach dem berühm- 
ten Gemälde DomiQichino's sehr geistreich und malensch 
radirt« Joh. Cesar Testa del« et incis. roy. foh 
Die Abdrücl&e mit Billy*s Adresse sind ntatt. 

3 ) Maria mit dem Kinde, welches auf den Drachen tritt, Land- 
schaft nach P. Testa. Jo. Cesar TeiU Inc. Mr q«. fol. 

4 ) Ruhe auf der Flucht in Aegypten. Encel be^i^nen das Kind. 
Nach P. Testa« Jo. Cesar TesU iec. M. qu« i'oL 

5) Der Leichnam des Uarm yon awrei Engeln beweint. IJiach 
P. Testa. Jo. Cesar Tesla Inc.» kl. qu. loh 

Im ersten Dmohe vor G^ J. Rossi^ Adresse. 

6} Die Charitas mit «wei Kiadem von der Justitia begleitet 
Ces. Testa sc. fol. 

7 ) Kaiser Titus befreit auf einem Zttge nach JerusaUm den Pro- 
pheten Basilides, welchem der Leiciinam Christi erscheint, rei- 
che Composition von F. Testa. Cesar Testa fec, roy. qu. loh 

8) Studium mehrerer Figuren aus derselbeft Darstellung, qu. fol. 

9) Die Entehrung der Proserpina. P. Testa inven. et fecit. 
qu. fol. 

Dieses Blatt wird von einigen f8r Arbeit des Fietro ge- 
halten , es trägt aber irrig den Namen desselben* 

10) Der Centaur Chiron lehrt den Achilles die Leyer spielen 
und den Wurfspiess werfen. P, Testa inv. Gio. Ces. Testa 
incy gr. qu. fol. 

11) Dido auf dem Scheiterhaufen» wie ihr Iris das Haar ab- 
söhäeidet. F. Testa inv. G. Ces. Testa. ine.« gr. qu. fol. 

12) Allegorische Frauengestalten, nach Zeichnungen von Fietro 
Testa, wahrtfdhieiiflich su Fireecobildem , da die Figuren in 
Winhclo stehen. Cesar sc Rooiae , fol. 

ToStfty Angelo 9 Küpfersteeher 2u Rom, wurde um 1775 g(*boren. 
Es feiden sich mehrere schöne Blütter von ihm, von woläen wir 
Mgende erwähnt üanden. • ' i 

i) Angelica Kauffmann« Fittrice, fot. 

2) David, welchem drei Ktfteger Wasser aus der Cisteme von 
Bethldiete bringen, Landschaft nach C. Lorrain, gr. qu. fol 
' 3) Christus ilnd die Jünger in Bmasi, nach M. A. Amerifi 
da Caravaggio, gr. wk fol. 

Die Platte ist itn Besiia der rölttbdken Chalkographie. 

4) Das Urtheil des Paris, Landschaft nach C. Lorrain » roj. 
qu. fol. 

5) Diogenes, Landschaft nach N. Ppuaisn, qu. foL 

6) i^tis an deU Baum gestützt,, Sutue vom Rüchen gesehen, 
als Gegenstücli xum Blatte von G. A. Balestra» welcher die 
Figur, von vom gibt, s. gr. foL 

7) Der Kampf der Centauren mit den Lapithen, nach bernhm- 
ten antihen Basreliefs aus der Elgin^schien Sammlung, jetst 
im brittischen Museum. 23 Blättefr. Angelo TesU et Ant. 
Banza. ine. In^ schonen Umrissen, qti. fol. 

S) Der Zug des Alexander, sehr reicher Fries nadi den Bas- 
reliefs von Thorwaldifen. 18 BHttör mit 20 I>ttrstellun(fen 
von A. TesU und Banaa gestochen , qii. fol. 

O) Mehrere Darstellungen nach Betreliefs von Thorwaldsea. 
einige von GrabmSlem» tart fcslochdn, 12 Blatter, qu. 
•fol. und 4* 



^ TeAa. FeKoe. «^ Testow. Oiiuepjpe Maria; irt 

10) Die BlMar su B. von Staclwlberg'a Werk» Coetamet et 

usages de» peuplet de la Grece moderne« Rome I8269 gr. 4« 

11) RaccoUa delie Vedute pittotesche di Roma e de suoi con- 
. .lornL L VoL L part. Ansichten von Tivoli und der Umge- 
bung. Roma 1^5« G^estochen von P- M. Gtuntotardi und 
A. TesU, mi^ Text von Nibby, i'ol. 

Testa I Felic6 1 Bildbauer von Turi», begann an der Akademie 
daselbst seine Studien , und widmete sich mit so glücklichem Er- 
folee der Malerei» dass ihn der König als Pensionär nach Rom 
schickte. Er -malte hier einige Bilder « entschied aber suletst iur 
die Bildhauerei, worin er seinen Ruf gründete« Anlangs cojpirte 
der Künstler antike Bildwerke, und' führte «udi übnliche Büsten 
nach dem Leben aus. Zu seinen berühmtesten Ortginalwerken 
gehören die Statuen des Perseus,.der Leda und des Gupido. Dann 
rühmt man die Monnmente des Grafen Morieno und des Herzogs 
von Moni'errato, der Brüder des Königs von Sardinien, wovon 
das eine xu Cagliari« das andere in Sassari ierrichtet wurde« In 
dem einen dieser Grabmaler brachte er das Bild der Ceres an» 
ah Zeichen der Fruchtbarkeit Siciliens« Diese Statue gefiel so 
wohl, dass die Akademie von S. Luca in Rom <ms freiem Antriebe 
einen Abguss davon nahm.- Ein drittes Werk dieser Art ist das 
Grabmahl des Königs Carl Emanuel von Sardinien« Testa war 
Professor der Akademie von S« Luca. in Rom» und starb daselbst 
1826 in hohem Alter« 

Testana y Giovanni BattlStai Kupferstecher^ geh« zo Genua um 
16)89 arbeitete mehrere Jahre in Rom, und hinterliess viele Blät- 
ter, in denen sich das Studiiim des C« mtellan kfuid gibt. Auf 
mehreren steht nur: Testana sc,,, so wie auf solchen des folgen- 
den Künstlers, die demnach verwechselt werden könnten« 

1) Einige Bildnisse nacK antiken Münzen und Gemmen für 
G« A« Cantni*s Icon^graphia« cioc dtsegni d*imagini dfi fa«^ 

\^ mosissimi monardii | liegt etc. Roma 1000» ibl« Die Köpfe 

von Sükrates, Alexander, Aspasia und Cleopatra » kl« 4* 

2) Berenice 6higi della Ciaya, fol. 

3) Bildnisse von Cardinälen zu der im folgen4aA Artikel jg^^ 
nannten Sammlung« 

4) Der Schutzengel, nach Pietro da Cortona, gr. foU 

6) Die Taufe Constantin!« des Grossen » nach An. Carracci» 
gr« foL 

TeStanai Giuseppe KCaria^ Zeichner und Kupferstecher/ geb. 
zu 6enua.um 1050» m>11 ein Verwandter des Gio. Battista gewesen 
seyn. £r arbeitete ebenfalls in Rom und aus der Stichweise mochte 
man auf gleiche Studiep n^it dem Obigen schliessen. Von den unten 
erwähnten Bildnissen der Cardinale dürften einige dem Giovanni 
Testana angehören« Si^ erschienen unter dem Titel: Portraits des 
Cardinauz de nouvelle creation. Rossi stach nach seiner Zeich- 
nung den Einzug der Bünigin Christina von Schweden in Rom, 
wobei er sie als Amaion^ darstellte. 

l)'Fabst Alezander VlII; nach J. IVI. Morandr. In ovaler Ein- 
fassung, 4* ' 

2) Marius Ghisius, S. R. E. Capit. Generalis, nach Morandt« 
Jos. T^slänä sc. Geistreich raairt und selten. Oval fol. 

3) FraUöisCüs CardiiTal Albl^. Morandi pinx. Testana sc. 4« 

4) Cardinal Alencastus Lujsitan. Testana sc. foU 

5) Cardinal Cärpinacu^» gr. 9« 



trs TesUiM, GirQlamo. ~ Testava» Franc. Mut. 

6) Flaemis Cardinal Chigtus. ^ J. M. MoMiidi pimu Tesiana 
sc, gf. 8. 

7) Carohif Cardinal Cicnis» Tefttana sc. gr. ^ 

8) Aldranus Cardinal Ctbo de Massa. TeaUna sc gr. 8. 

9) Girolamo Cardinal Colunna 1ÖÖ6« Testana sc gr. 8- 
10) Marcellus de S. Cruce, Cardinal. Testana sc B. 

It) Aloisius Homodeus, Cardinal. J. TeStana del. et fec. Oyal j. 
12) Josephus Rene Cardinal Iiwpriali. Testana sc 8* 
13 X Carolas Cardinal Medicis.- Testana sc 8« 
l4)t}amillus Cardinal Mellins. TesUnus sc 8« 
15 ) Vincentius Cardinal Orsini. Testana sc. 8* 

16 ) Cardinal Raggt. Testana sc 8* 

17) Cardinal Reynaldus, 4« 

18) Cardinal Julins, 4« 

19) Cardinal Stephanus* 4* 

20) Cardinal Joannes Oualterins Slusius, 4. 

21 ) Die heil. Margaretha yon Cortona vor dem Crucifixe knienil. 
Nach Pielro da Cortona. Alexandro VII. P, 0. M. EfFigia 
exhibetur. Joseph TesUna sculp. gr. fol. 

' 22) Der Möndi Hieronymus de Comitibus, nach P. da Cor* 
tona, fei. * 

23) Pater Joseph a Matre Dei,:^ olim Calasantins. Joseph T^' 
stana scnlp. Romae, fol. > 

24) Eine Thesis mit dem Bildnisse des Päbstes Alexanders TU J 
mrelches die in der Luft schiebende Religion trägt. Unten; 
sieht man die Hydra. Auf einem 8chriitbande: Accedite et' 

' JUnminamini. Nach P. da Cortona, fol. 

TeStana^ Girolamo^ nennt Soprani im Leben des LuciaBo Bot- 
xone einen Maler , welcher sich einen Kamen gemacht habe« Wir 
finden heine weiteren Nachrichten* 

TeStanOVd ^ Bildhauer zu Rom , war Schüler ron Canova , iind a^ 
beitete lange im Atelier desselben. Im Kunstblatt tSlQ ^^^^^ 
rrit ihn als ersten Schüler des genannten Meisters erwähnt. 

Testard 9 Jean^ Zeichner und Kupferstecher, wurde tun 174o i» 
Paris geboren , und übte daselbst seine Kunst. Bf zeichnete vei* 
schiedene Gebäude der Stadt die in Kupfer gestochen wurden und 
. colorirt erschienen. Testard beabsichtigte die Herausgabe derselben 
in mehreren Heften , es scheint aber beim ersten geblieben 1^ 
seyn. Dieses erschien un^r fplgendem.Titel 1 Parts et la Frovioc0 
ou choix des |>his beaux Monuments d'ärchitecture anctens <( 
modernes en France dess« par Testard et grav. par J. A. Campion 
de Tersan. Dieses Heft enthält in t2 Blattern Ansichten des Fü* 
lais royal, der Halle au ble» des Palais Luxembourg, das Tbeatre 
Italien, des Münzhauses etc., 4^ 

Von ihm selbst gestochen oder radirt finden wir folgende B»t' 

> ter angegeben: 

1 ) Le Genie def la France dclivre TAmerique du joug de TADg- 
leterre. Nach C. N. Cochin jun. Testard sc. , lol. 

2) S'il vous plait» nach L. L. Boilly« 

Testard, Frangois Martin, Kupferstecher von Paris, wdrSchii- 
yon Suvee, und widmete sich unter diesem der Malerei , wdc'*^ 
er auch in der Folge nicht aufgab , obgleich die Kupferstecher* 
kunst seine Hauptaufgabe war. Von l8oa — 1B15 stach er mehrere 



t TectJtrd, Jacquea'AlpAoaie. -^ Testelin, Louis. 273 

'• filatter' mit Ümrts»^ füi* das grbi»e Werlt über Aegyptetk, dann 
Köpt^ für die Werke von Visconli. Auch verschiedene Aquatinta- 
blätter führte er atns^ welche im Verlane von Bulla und fiasset 
erschienen. Fiir dad MiKÖe Frlhöl staoh et das Portrait des Phi- 
lipp de Champagne, kl. 4. ' 

Seine Gemälde sind architektonischen Inhalts. Eines dersel- 
ben, welches er 1810 zur Ausstellung brachte, stellt den Tempel 
in Dhenderah vor. Testard lebte noch 1830« 

Testard, Jacqu6s Alphonse^ Maler zu Paris, vielleicht der Sohn 
des obigen Künstlers, ist durch Portraite nnd Landschaften be- 
kannt. Lietztere sind mit Figuren und Thieren staifirt. Bei der 

- Ausstelinurgim Mus^e Natioifral 1848 »ah man Bilder von ihm. 

Im Kunstjournal »PArtiste« sind radirte Blätter von ihm zu 
finden. 

i) Zwei wilde Thiere mit Raub, nach den Bronzen von P, J. 

Mehe, foh 
2) Panthere e^ Chevreuil, nach demselben, 1842, qvL* fol. 
, 3) Cheval attaquc par un loup, nach demselben l84o, fol. 

,f6Stey Alired ^ Landschaftsmaler, machte seine Studien in Paris, 
und unternahm dann Reisen in t^rankreich und Italien, um Stu- 
dien und Zeichnungen zu Gemälden zu sammeln, deren er später 
in Oel ausführte. Die^e Bilder bestehen in landschaftlichen Dar- 
stellungen und in archftektonischen Ansichten. Auf der Ausstellung 
im National -IViuftAum zu Paris 1848 sah man von ihm die Ansicht 
der Brücke von St; Benazet zu Avignon , und eine Monds ch ein - 
land^chaft, als Andenken an Italien. 

teste I Jean^ Maler »u Nantes, wurde um 1810 gehören, und- an 
der Kunftachule der genannten Stadt herangebildet. Später be- 
fiudue er zur nveiteren Ausbildung Paris, wo er schon mehrere ge- 
• lun^ene Werke igeljeiert hatte, als er aich in Nantes niederliess. 
Teste malt Genrebilder und Landschaften, oder bringt vielmehr 
seine Scenen gewohnlich in landschaiUicher Umgebung an. Auch 
sogenannte Interioren finden sich von ihm. 

Teste^ BergOgnohe dalle^ Beiname von. Joachim Gonzales^ * 
^Teste^ s. auch Testa* 

'^estelin oder Tetteliii, Louis» Maler., geb. zu Paris i6i5, trat 

in S. Vouet'« Sehnl« , und - gab schon friJhe Beweise eines tüchti- 
gen Talentes. Später madige .er die Werke der italienisehen Mei- 
ster in FoiMKueäeau znni' Gegenstände semes Studiums, ward aber 
zuletzt gendtl^et, an & le Brun' sich ailzu*oMiessen, welcher be- 
kanatlich dds Schicksal der damalige« französischeii Kunst leitete. 
TesteUn hatte nicht Energie genwg, um seinen eigenen Wes zu 
verfolgen» u.id zu vielBeseheidenhait,um sieh geltend zu machen. 
Er bedurfte daher des SchuUes des mächtigen Kunsttyrannen le 
Brun, der die Originalität TesteUn*s der seinigen unterordnete. 
Dieser Meister fand auch an dato geistreichen Umgangs seines 
fügsamen Schütjlin« Gefallen, was Hihi von einer Seite Neid, von 
anderer Seite ZurückseUung bereitete^ Eines seiner vorai^glichsten 
Werke ist die Erweckung der Tabitha in der Cathedrale zu Paris, 
ein gerühmtes Gemälde von l652, in welchem der Idee und Aus- 
führung nach der Einfluss le Brun's zu erkennen ist. Ein anderes 

Nag/Ler's Künstler- Lex. Bd. XVIIL 18 



274 TestelU, Loui«. 

Gf niälde stellt die Getstelung des Paulus und Klas vor » hon vor 
keinem Tode vollendet. In der Charite malte er in einem Saale 
den heil. Ludwig « wie er Kranke heilt , und auch noch andere 
Gemälde hinterliess er» deren Besitzer wir nicht genannt finden. 
Es geben sich in seinen Werken die Fehler und Vonuif e der le 
Brun^schen Schule kund, nnd namentlich ein glücl^licher Sinn 
für irische und warme Färbung. £r componirte im grossen Style, 
wie die trüberen iranzösischen Schriftsteller sagen, und sein Stre- 
ben nach theatralischem Effekte theilte er mit jenem aller seiner 
Zeitgenossen« Mehrere seiner Gemälde und Zeichnungen sind ge-* 
stochen. 

Testelin war eines der zwölf Mitglieder der s648 gegriindeteo 
Akademie zu Paris» und wurde l6S0 Professor an dieser Anstalt. 
Im Jahre i655 starb er. 

Stiche nach diesem Meister« . 

Das Bildniss des Künstlers. G. C. Kilian sc. Auch bei d'Ar- 
gensville kommt es vor« 

Die Erweckung der Tabitha» gest. von A. Bosse, qo. fol. 

Dieselbe Darstellung» gest. von Etienne Picard le Romain, 
gr. fol. 

Christus am Kreuze» unten am FuJsse desselben die Schlange 
mit Apfel und Todtenkopf» in drei Blättern, gest. von B. Kilian, 
s« gr. roy. fol. 

Der gekreuzigte Heiland» gest« von M. Mou/yn» fol. 

Mehrere Folgen von Kinderspielen, nach der Angabe von 
d*Argensville im Ganzen 50 Blättern» die er unserm Künstler selbst 
zuschreibt, mraihrend sie nach seinen Zeichnungen von L. Ferdi- 
nand radirt sind. Wir finden folgende Abtheilungen erwähnt. 

Les Vertus innocentes ou leurs symboles sous des figures d*en* 
fans necessaires aux amateurs de la peinture parlante. A Paris 
l654* Ferdinand sc. Van Merlen exe. 9 Blätter mit Titel » von 
Testelin nach G. van Opstal gezeichnet» rund in 4« Auch mit! 
Mariette*s Adresse. I 

Folge von Kindergruppen mit Gutrlanden und Festons, in 
Friesen zu Stuckarbeiten« L. Ferdinand fec. 6 seltene Blatter» 
qu. fol. 

Eine ähnliche Folge. F. Mariette exe.» fol* 

Gomichen mit Kindergruppen. 6 Blätter« Ferdinand fec ef 
exe. » kl. fol. 

Eine Folge von Kinderspielen in gut gestellten Gruppen. L« 
Ferdmand exe 6 Blätter» U. qu« fol» 

Der Erfolg der Jagd» durim Kinder vorgestellt., L. Ferdinand 
sc. Mariette esc Fries, gr« qn« fol. 

Inventiones von Kindlein» 15 Blätter» Gopten nach Testelifl 
und L. Ferdinand. Wolff et Leopold excud. Aug. Vind. fol. G^ 
V. Murr» Bibliotheque etc. p« 480» legt dieses Werk dem Henry Te 
stelin bei. Es erschien audi unter französischem Titel : Les vertm 
innocens etc » wie die oben genannte Folge. 

Bei J. Wolff in Augsburg erschienen noch mehrere ändert 
Gopten nach Testelin. 

Eigenhändige Radirung. 

Die heil. Familie. Maria sitzt mit dem vor ihr stehenden Rindcf 

Links betrachtet Anna das Kind» und rechts im Grunde steht Jo- 



TesteUn» Xoiiw. — Testehni, Hrary. 275 

seph. Links an der Tertfsle st^ht: L. Tettelin in. etfe. H. 6 Z.» 
Br. 7 Z. 3 L. 

I. Wie oben beschrieben. Bei Weigel 2 Tbl. 
11. Von der verkleinerten Platte. Das Jesuskind erscheint im 
Kniestück und der Name des Künstlers fehlt. H. 4 Z. 7 L., 
Br. 6 Z. 

Testelin^ Henry , Maler, der Bruder des Obigen, wurde l6l6 in 
Paris geboren, und von S. Touet unterrichtet. Er huldigte aber 
später dem C. le Brun, und malte unter dessen Leitung einen 
grossen Theil der bekannten Schlachten Alexanders des Urossen. 
Im Jahre 1050 wurde er Sefcretfir der Akademie, und i655 an der 
Stelle seines firudera JProfeasor- dieser Anstalt. Dann war er auch 
in der Manufaktur der Gobelins thätig, und hatte eine Wohnung 
daselbst. Die Kunstgeschichte nennt von ihm nur Bildnisse, wel- 
che gut gemalt sind. Nach ihm , und nicht nach seinem Bruder, 
hat Bdelink wahrscheinlich das Biidniss des Bibliothekars Pierre 
de Caücavy gestochen, da es. die, Jahrzahl l67ö trägt. Oval fol. 

Dann haben wir von ihm ein Jetzt seltenes Werk über Pro* 
portion, über den Ausdruck der Köjpfe, über Zeichenkunst und 
die Anordnung eines Gemäldes. Es sind ^iess Vorträge, welche er 
von |667 r-- 1079 in der Akademie. gehalten hatte. Ste erschienen 
unter dem Titel: Sentimens des plus habiles peintres sur la pra. 
tique de la peinture et de la sculpture, mis en täbles de preceptes' 
avec plusieurs discours academiques, ou Conferences tenues en 
VAcademie rojale des dits arts etc. 4o Seiten Text mit 6 eigen- 
händigen Radurungen , welche d'Argensville u. a. dem Louis Te- 
stelin beilegen^ der beim. Erscheinen dieses Werkes längst todt* 
war. Es ist 1696 zu Paris gedruckt , mit der Adresse: Y.e Marbre- 
Cramoisy« Die Exemplare m grossem Formate, und mit den vor-' 
züglichsten Abdrücken sind äusserst selten, gr. fol. Robert -Du- 
mesQÜ, P. gr. fr. IIL 103. kennt nur. die Ausgabe von 16969 G. 
V. fifurr, Bibliothe(|ue de peinture L l85t nennt aber auch .eine 
von 168O» welche nicht zu existiren scheint, da eine der Vignet- 
ten die Jfdirzahl 166I trägt. Mr. d*Argensville lässt diesen Künst- 
ler 1695 sterben, nnd zwar in Holland, wohin sich Testelin nach 
der Aufhebung des Ediktes von Nantes begeben hatte. 

Die Radirungen in dem qhen genannten Werke des 
Meisters. 

Diese Blätter beschreibt Robert^Dumesnil 1. c. io5 — 107, und 
legt sie d'Argetttville entgegen unserem Künstler bei. Eines der 
Blätter tragt die Jährzahi 168I » und auch die andeceif Blätter 
dürften um diese Zeit gefertiget seyn, während Louis Testelin 1055, 
starb. Keines der unten folgenden Blätter hat den Namen d6s* 
Radirers« 

1 ) Studien von Köpfen , als Beispiel seiner Lehre v&ta Aus- 
druck. Unter einer Vignette m Friesform , gestochen von-, 
einem der Audran, anscheinlich nach Louis Testelin, sieht 
man Me Nase, einen Mund, eine Büste en-face, und neun 
Köpfei^elche die Freude, die Bewunderung, das Staunen,. 
den Schmerz, das Lachen etc. versinnlichen. Mit Dedica- 
tion an die Liebhaber der Malerei* H. 12 Z. , Br. 16 Z. 3 L. 

2) Studien nach den antiken Statuen des Herkules Commodus, 
des famesischen Herkules, des Faun, des Apollo von Bei- 
vedere und des Ganymed, in Hinsicht auf Proportion. Links 
oben: Excmple touchant les Proportions et les Contburs. 

18* 



278 Tettelbadi, Patil Clcmess Alexander. 

(1771) begab er mich nach Berlio, wohin seine meisten Axbeiteu 
.' gekommen waren, allein Tettelbach fand keine Anfträge und 
kehrte daher wieder nach Dresden zurück, wo er sieben Jahre 
fiir Goldarbeiter und Galanteriehändler arbeitete , sowie Wappen 
und, Fetschaiten schnitt. Endlich wurde er mit dem Professor Lip- 
pert bekannt, dessen Daktiliothek ihn mit den Werken des Alter« 
thums bekannt machte , und wenn er sich des Taees müde gear- 
beitet hatte, war des Nachts die Lektüre seine Erholunff. Von die- 
ser Zeit an ahmte er die Antike nach • und lieferte Werke, die 
an Geschmack und Reinheit des Styls sich vor vielen anderen Ar- 
beiten bekannterer Meister auszeichnen. Ein Stein , womit ein 
Bracelet der Churfiirstin von Sachsen geschmückt wurde, erregte 
endlich Aufmerksamkeit » und man entdeckte den Namen desYer* 
fertigers darauf. Jetzt erhielt er von Standespersonen Aufträge, 
besonders vom Fürsten Beloselski , welcher mehrere Gemmen fcfn 
^ ihm besass, deren einige den Antiken gleich geachtet wurdea. 
Ein böhmischer Graf bot dem Fürsten iür eine Mänade vier schöne 
alte Steine. Den Namen setzte er selten auf seine Werke, usd 
daher wurden mehrere von Händlern für antik verkauft. Br ar- 
beitete vertieft und erhaben , nach Art altgriechischer Gemmen, 
und führte auch schone Basreliefs in Edelsteine aus. In seinio 
bessten Werken sind die Figuren sehr correkt und mit grosser 
Weichheit behandelt. Auch die hohe Politur der Alten wussteer 
• zu geben, wenn man eine so zarte Vollendung verlangte. Daher 
nun mag es gekommen seyn , dass sich einige Kunsttreunde tau* 
sehen Hessen^ Zu seinen vorzüglichsten Gemmei^ gehört eine Co- 
pie des berühmten Siegelringes des Michelangelo , der lanp ßr 
antik gehalten wurde, aber von Gio. Maria da Pescia berrühret. 
Ein Opfer der Flora in sieben Figuren bezeichnete er mit dem 
Namen ASHNISIN. Ein Opfer der Vesta in acht Figuren hit 
den Namen : 27/7^ QBPIAB, Auch diese Gemme gehört zu den 
Hauptwerken des Meisters , sowie ein Oedipus im Elende,^ 
Leda mit dem Schwane , weiss auf schwarzem Grunde ah Riog* 
stein, Herkules den Cerberus erwürgend» Thetis und Feleot, 
Herkules, wie er dem Admet die Alceste zurückgibt in Carneoh 
eine Muse in Chaicedon, beide mit dem Namen des Künstlers id 
griechischer Schrift, ein Kopf des Achilles, Achilles mit der Le^er 
als Cameen , Melpomene als Intaglio , u. s. w. Die Werke die- 
ses Künstlers könnten auch mit jenen seines Sohnes verwechselt 
werden. Irrig ist es , wenn wir angegeben finden , dass er auch 
in Glas und Schmelzwerk gearbeitet habe. Er bediente sich lof 
Ausarbeitung immer nur edler Steine/ nie des Stahls oder de* 
' MessingSi 

Tettelbach sen. wurde 1795 an Hlett's Stelle churfiiratlicber 
Hof- und Cabinetssteinschneider, 1806 Mitglied der Akademie m 
Berlin, und starb zu Dresden 18t3* 

Tettelbach, Paul Clemens Alexanderi Edelsteinschneldsr, p^ 

zu Dresden 1776» war Schüler seines oben erwähnten Vaters» uod 
trat mit Ruhm in dessen Fussstapfen. Er folgte der Richtung d^< 
klassischen Alterthums, und fand mit seineu Werken die ▼olli» 
Anerkennung, besonders in Russland, wo viele schöne ^^^ 
wbd Intaglios von ihm zu finden sind. Erstere wurden nocb hoher 
' J^eachtet als die Arbfeiten in der Tiefe, obgleich er auch hi^^V^'j 
,«üffliches leistete. Dann gravirte Tettelbach auch in Metall n** 
lieferte erhobene Bildwerke in Elfenbein. Wir verdanken die«e» 
Künstler mehrere Bildnisse in Edelsteine und Elfenbein i so^' 
derholten Malen jenes des Königs von Sachsen. Dtnn sduutt er 



Tetlelba€h , Gari Fe^k« ~ Tetterdil« V19 

auch das Bildniss des Czart Feter i^»% Grossen, der Kaiserin Gatha- 
rina II., des Kaisers Alesanders I. von Russland, als Cameen von 
beträchUicher Grösse. Von zwei anderen Cameen in Onyx stellt die 
eine den Merkur, die andere die Minerva dar, in glücklicher 
Nachahmung der Antike. Ein Intaglio in Cameol stellt den Ga- 
nymed vor, wie er den Adler füttert. Die drei Grazien schnitt er 
erhaben in Onyx, bo wie ein Medusenhaapt, beide von trefflicher 
Arbeit. Die Muse Melpomene schnitt er vertieft in Stein. An 
diese zahlreichen Werke in edle Steine reihen sich dann die er- 
habenen Arbeiten in Elfenbein, nach Art der Oameen, sowohl 
Köpfe als einzelne Figi :en und ^össere Gompositionen. Tettel- 
bach war Mit§[lied der Akademie in Dresden und St. Petersburg, 
wo er sich einige Jahre aufhielt. 

Tettelbachf GarlFelix^ Edelsteinschneider, geb. zu Dresden 17S8, 
war Schüler seines Vaters Gottfried Benjamin, und stand diesem, 
so wie später seinem Bruder Clemens als Gcliolfe zur Seite. Er 
hatte ebenfalls den Ruf eines geschickten tiiünstlers« 

Tettell>ach9 Ernst Moriz GustaiV^lumenmaler, der Sohn des 
Edelsteinschneiders Gottfried Benjamin, wurde iTO^i zu Dresden 
geboren, und wählte nach dem Beispiele seiner Schwester Augu- 
8ta ein Kunstfach, weiches ihm Ruhm erwarb.^ Er ist durch liebli- 
che Blumen- und Fruchtstücke bekannt, die in aller Farben- 
pracht und in reizender Mannigfaltigkeit dargestellt sind, sowohl 
in Oel als in Wasserfarben. Seine Gemälde gehören zu den vor- 
züglichsten Leistungen dieses Faches. Er ist Hofmaler in Dresden 
und Mitglied der Akademie daselbst. C. Vogel von Vogelstein hat 
das Bildniss dieses Meisters gezeichnet und dasselbe seiner be- 
kannten Portraitsammlung einverleibt. 

Tettelbachf AugUSta, Blumenmalerin,' die Schwester des obigen 
Künstlers, wurde 1785 in Dresden geboren, und von Carolina 
Friedrich unterrichtet, Sie entwickelte schon in früher Jugend ein 
bedeutendes Talent zur Darstellung der lieblichen Kinder Florens. 
Später hei'rathete sie den Maler J^ Gottlieb Larius. 

TetteUD) Louis 9 s. L. Testelin. Letzteres ist. der Familienname 
des Meisters, er scheint aber die Schreibart Tettelin oder Tetelin 
vorgezogen tu haben, während der jüngere Künstler dieses Na- 
mens »Testelintf schrieb. 

) 

•lettery Wilhelm 9 Formsehneider oder Zeichner, war zu Anfang 
des 17, Jahrhunderts in Holland thatig. Er soll die Bildnisse im 
zweiten Theile von F. Opmeer's Opus chronographicum orbis uni- 
versi. Antverpiae u6ll , geschnitten haben. 

•tCtterdil) Kupferstecher» ist nach seinen Lebensverhältnissen unbe- 
kannt, scheint aber um 1570 in Cöln gearbeitet zu haben. Wir 
finden ihm in dem Verzeichnisse der liupferstichsammlung des 
Hofrathes BÖttiger (Dresden 1837) zwei Blätter nach Sculpturen 
des Bildhauers Wilhelm Tetrode oder Tedrodius beigelegt, welche 
w im Artikel desselben erwähnt haben. ' £s müssen aber nicht 
alle Abdrücke den Namen des Stechers tragen , denn auf dem er- 
sten Blatte soll man nur lesen: GuL Tetro4ius Delfinus Batavus 
Sculptor Colonia formulis Petri Conradi Colot 1574. Aug. 24- Al- 
lein wir sind noch keineswegs im Reinen. Die fraglichen Blätter 
vrerden in FrenzeFs Cataleg der Sammlung des Grafen Sternberg 



1^80 Tefte»d€l, G. — '$eii|ier. 

I. S« 135 einem G» Tett?sdet «ueesdirieben » uod die Bildvrirke, 
vrelche sie vorstollen, werden dem Adrian de Weert' beigelegt. 
Wir kennen diese Blätter nicht nach eigener Anschauupg , und 
bemerken daher nur mutnmasslich , dass der Maler A. de W?erdt 
die Zeichnungen zum Stiche geliefert haben könnte, S. auch 
Tettesdet. 

1 ) Venus und Amor vom Satyr belauscht, Gruppe von W. Te- 
trodius. Tetterdil sc, gr* qu. fol. 

2) Venus, Jupiter und Merkur, Gruppe von W. Tetrodiuf, 
. Tetterdil sc s. gr. qu. fol. 

Diese beiden Blätter sind in Jan Müller's Manier aus- 
geführt , allein unser Künstler ist älter* als dieser. • 

Tettesdet 9 (jr,, Kupferstecher, der schon oben erwähnte Künstler, 
welcher einem Tetterdil gegenüber steht, könnte um 1570 i& CöId 
gearbeitet haben. Die Angaben über diese beiden Künstler sind 
nicht ohne Bedenken hinzunehmen, und wir geben daher diesen 
und den obigen Artikel einer weiteren Berichtigung aaheim«* Im 
Catalog Sternbere-Mander scheid I. Nr. i459 — l4öl werden ihm 
folgende Blätter beigelegt, angeblich nach Sculpturen von AdriaA 
de Weerdt, welcher nur als Zeichner und Maler bekannt ist, und 
um 1570 zu Cöln in jungen Jahren starb. Wir mochten die nacb* 
gebildeten plastischen Werke dem Will^ Danielsz Tetcode bei* 
legen, in dessen Artikel zwei der folgenden Blätter erwähnt sind. 

1) Venus, Jupiter und Merkur, grosse Figuren am Hause des 
Peter Therlayn in Cöln, gr. qu.' fol. / 

2 ) Venus , Amor und Satyr , ebendaselbst , gr. qu. fol. 

3) Merkur und Minerya, Figuren an der nibliothek zu Cöln, 
gr. fol. 

Tetzmanily s. Teetzmann« 

Teubely Johann, », j. Tevfei. k 

Tauber^ der Name einer KMastdrechsler Familie von Recensbarg, 
welche in ihrer Art Vorzügliches leistete. Martin Teuoer stand 
um 1654 in solchem Rufe,^da8S ihn Kaiser Ferdinand III. oft in 
seiner Werkstatt besuchte, um sich unter seiner Leitung im Kunst- 
drehen zu üben. Sein Sohn Martin Christoph brachte die 
Kunst, Portraite zu drehen, zu glücklichem Resultate, und lie- 
ferte auch viele andere künstliche Arbeiten, deren m^ in der 
Kunstkammer zu Wien bewunderte. 

Noch grösseren Ruf erlangte aber sein Sohn Johann Mar- 
tin, welcher in allen Hauptstädten Deutschlands Werke hinler- 
liess. Er erfand eine Maschine, mittelst welcher er Portraite er- 
haben und vertieft, Landschaften, Jagden, Viehstücke und Schrif- 
ten drehen konnte. Auf ^het anderen Maschine verfertigte er 
runde und halberhabene P&ur^ri- in verschiedener Stellung, R»ö* 
men, Säulen, Gesimse una viele andere architektonisqhe Theile, 
dann künstliche Augen , O^ren , Microscope , Sphären von Elfen- 
bein, astronomisdiie und Brd-Fernröhre u. s. w." Er druckte Äuch 
Wappen und Figuren in Glas, verstand die Kunst in edle Steine 
Figuren und andere Darstellungen zu ätzen, selbe zu schneideD, 
und war überhaupt ein tausendkünstler seiner Zeit. Er schrieb 
auch ein Werk über Drehkunsti welches Chr. Drexel 1730 <" 
Regensburg herausgab» 4- 



Teitcev. ~ Teufel, ancb Teiibel, Jokaof. ff»% 

Teucer^ (Teukrös), Toreut, lebte '^egen Ende der Republik in Rom. 
Plioius xählt Um zu den berühmten Künstlern seines Faches* Seine 
Werke bestanden in Ciselir<f und Gravtrarbeiten von Gold und 
Silber. 

Verschieden von diesem Toreuten ist wahrscheinlich der Gem- 
menschneider Teucer (Teukros), dessen Name auf ein^m Amethist 
im florentinis<iMn Museum vorkommt. Diese berulunte Gemme 
stellt Herkules und J<ile |?) dar, und war ft'ruher impesitze eines 
adelichen Florentiners, Namens Pierantonto Andreini. Der Name 
TETtiPOT erkläre sie aU Arbeit des Teukros» welcher unter der 
Regierung des Kaisers Augustus gelebt haben soll. Abgebildet ist 
dieses Werk bei Winkelmann, moilum. inediti, tratt. prel. XIV*; 
Bracci IL tab. it2.; Mus. Florent. 11. S*! Gal. di Fir. V. 26. !•; 
Miliin, GalL mythol. 465« Grat' Carlble in London besass ^nen 
Glasflnss aus dem Gabinet des Baron v. Stosch , mit dem Namen , 
TETf^POT. Er stellt einen Faun vor, wie er einen Epheukranx 
windet« J. A. Schweickhart hat diese faste gestocheii. Winckel- 
mann nennt dann auch noch ein drittes Werk von Teucer» wel- 
ches nach der Ansicht des genannten Schriilstellers den über Ai^a- 
memaon , zürnenden Achill vorstellt, oder wie Murr glaubt, den 
Feieiden , welcher die ihm von der Mutter gesendeten WaflFen be- 
schaut. Dieser Stein war früher in der Sammlung des Baron Stosch» 
später besass ihn der sächsische Leibarzt Hofrath Hannel su Dresden. 

TcucheTi Jobano Ghristophi Kupfentecher von Dresden« wurde 
um 1715 geboren, und in Färb zum Künstler herangebildet, wo 
er viele Jahre thätig war und starb« Es finden sich mcinirere schätz- 
bare Blatter von ihm. 

1 ) Herzog Adolph Friedrich IIL^ nach Th. Huber, 173S» fbl. 

2) Paul Galluccio L'tlopital, Mar<{uis de Ghateauneaf , Lieu- 
tenant-General etc. Büste nach Tocquö, gr* fol. 

3) Hendrik Steenwyck, Maler, nach C. Eisen's Zeichnuns, 4. 

4) J« G. Michaelis« Kunsthändler, nach A. M. Werner, toi. 

5 ) Die Madonna mit dem Kinde, welches eine Rose hält, halbe 
Figur, nach dem Gemälde von F. Parmeggiano in der Gal- 
lene zu Dresden, bekannt unter dem iNamen: Madonna 
della Rosa. Dresdener Galleriewerk , gr^ tbl. 

Im ersten prucke vor der Schi^ilV 
ty Der Tod des beiU Joseph, nach Spa^olet von Tof^lU ge- 
zeichnet. Gallerie des Grafen vox) prühl, gr* ibl« 
7) Die vier Jahreszeiten, in halben Figuren in, Qvaler Ein- 
fassung. Nach A. Kern. Teucher sc Paris. 4 Blätter» fol. 
Diese Darstellungen ha)L auch I^. ^u/Bchi gfUitpobeOt Teu- 
cher von der Gegenseite«, 

Teucher 9 Johann Carl« Maler, geb. zu Dresden 1792» besnchte 
die Akademie daselbst « gelangte sfber zu keinem Rufe. Sein Bru- 
der Johann Georg August , ^eb. 1796 » widmete Wh'ebenfalls der 
Malerei. 

Teufel 9 auch Teubel oder Thfifel^ Johann» Formschneider, 

arbeitete nach der gewöhnlichi^n AfgaJI^e um l54o— »-TO in Witten« 
berg, und hinterliess viele Blätter. Darunter sollen jBildnisse säch- 
sischer Fürsten und Herren, und eine erosse Anzahl von bibli- 
schen Darstellungen seyn, wie in der Bibel Von Dr. M. Luther, 
welche 1572 zu Wittenberg von Hans Lufl godruckt| und 15Q4 ^ic- 



28S Teufel t Johann. — Teufel, auch Teubel. 

der aufj^iegt wurde, foL In dieser Bibel sind Blatter, welche mit 
den Initialen J. T. oder mit einem aus diesen Buchstaben beste- 
henden Monogramme yersehen sind. Zwischen den Initialen ist 
manchmal ein Schlüssel gesetzt» oder dieser erscheint auf dem Tä- 
felchen als figürlidies Zeichen. In Verbindone mit diesem Mei- 
ster, arbeitete ein Formschneider, der ein Kleeblatt mit dem Mes- 
serchen aftf die Platten schnitt, und der desswegen Kiemann (Cle- 
man) genaimt wurde. Die Buchstaben J. T* , oder das Monogramm 
erklären Christ und Malpe auf Johann Teufel oderThüfel. Ein 
solcher hat auch wirklich gelebt, aber es ist anscheinlich nur seto 
Name auf unsere Zeit gekommen. Dieser wird in der Vorrede 
eines Werkes genannt, welches unter folgendem Titel erschien: 
Newe Künstliche, Wohlgerissene, und in Hols geschnittene Fi- 
guren, dergleichen niemahlen gesehen worden etc. Gedruckt sn 
r rankhirt a. M. In Verlegung Vtncentii Steinmejers Ao. MDXX. j 
qu. 4« Die Vorrede nennt ' mehrere deutsche Künstler , die seit 1 
100 und mehr Jahren geblüht haben, und darunter ist auch eb | 
Jcdiann Teuffei erwähnt. Dass aber der obgenannte Monogrammist 
J. T. darunter xu verstehen sey, will Bmlliot im Dictionnaire des 
monommmes I. 272) nicht zugeben, indem er glaubt, dass derselbe 
Künstler sick auch, der Buchstaben J L C und J L C T. bedient 
habe, was Jacob Lucius Corona Transilvanus bedeutet, d. h. Ja- 
.kob. Lucius von Cronstadt. in Siebenbürgen. Manchmal nennt er 
sich auch geradeweg Jakob Siebenbürgen. Von diesem Jakob 
•Transilvanus dürften nun nach Bmlliot die Bildnisse sächsischer 
Fürsten und Herren , und die biblischen Darstellungen seyn. 

Nach der obigen Erkläruns bliebe dem Johann Teufel kein 
Blatt übrie. Allein ^ ^''^jS^ ^^^* ob der Monogrammist J. T., 
der aneh der Initialen J. T. zur Beaeichnung seiner Blätter sich 
bediente, wirklich dieselbe Person sey mit dem Formschneider J. 
L. C, oder J. L. C. T. bei Bmlliot II. Nr. 1570, und dem Mo- 
nogrammisten IV C und JLC bei Bmlliot L 1342* AnffaHend 
wäre die verschiedenartige Bezeichnung des einen und desselben 
Meisters. Es mag allerdmgs ein Lucius Cronstadensis Transylvs- 
nus unter den genannten Buchstaben zu vermuthen seyn, aber 
dieser nennt sich nach Bmlliot IL 1570 auch Jacob Siebenbürgen, 
und somit könnte auch der fragliche Johann Teufel in dem Mo- 
nogrammisten J. T. seine Erklärung finden, auf welchen sich dann 
auch die Initialen J. T. beziehen. Dieses Zeichen kommt auf meh- 
reren Blattern der Bibel Luther*s vor, dann auf den Bildnissen 
der Fürsten, und auf Blattern der sächsischen Chronik ,von E 
Bunting, Magdeburg t556- Ein einzelnes Blatt, eines der größ- 
ten des Meisters, stellt ein Fest vor, welches in Rom gefeiert wird. 
Die99$ Blatt ist von 1558 • qu. fol. 

Die Existenz des Johann Teufel ist nicht zu läugnen, und so- 
mit könnten die genannten V^erke groben seiner Kunst enthalten. 
Christ und Malpc sind ^ch nicht vollkommen widerlest. Es sind > 
aber auch die Verhältnisse der spätereh sächsischen Sdiule, wel- 
cher die genannten Bilderwerke angehören, noch nicht erforscht 
Dass eine Künstlerfamilie Namens Teufel gelebt habe, beweiset 
auch der folgende Artikel« 

Teufel y auch Teubel und Teuffei ^ nannten sich ausser dem 
obigen Johann auch noch andere Künstler. Merten war I5l4 
beim Bau der St. Annakirche in Annaberg Werkmeister. Ma- 
thias war um 15Ö7 Architekt in Wittenberg, vielleicht der Sohn 
des Johann Teufel. Hermann war Goldschmid daselbst und 



Teuffel. «- TeuDissen, Corndis. ' 283 

«torb 1S64, Georg lebte um }580 als SeidensticKer in Leipzig« 
Der Bildhauer Nicolau 6 war um 162O in Nürnberg thätig. & 
ist durch sein Bildniss bet&mnt, weldies in dem genannten Jahre 
ohne Namen des Stechers erschien, fö. Wenzel Teuf fei lebte 
um 1746 als Maler und Staffirer in Prag. 

Teaffely ,. den obigen ArUkeL 

Teukroa, s. Teucer. 

Teule, Jakob 9 Maler und Zeichner von Castel-Naudary, arbeitete 
um 1750 in Paris. 

Teunissen, Gornelis» Maler, Formschneider und Kupferstecher, 
wird auch Cornelts Antoinsze und Antoniszoon genannt, d. h« Cor. 
Sohn des Antonius. Dieselbe Bedeutung hat auch Teunissen oder 
Teuntsse, was im Volksdialekt Sohn des Teunis (Antonius) bedeu- 
tet. 'Den letzteren hält Sotzmann (Ueber des Anton von Worms 
Abbildung von Cöln l$5l. Cöln tSlO, S. 53) für den Formschnei- 
der Anton von Worms, welcher in Cöln arbeitete, Unser Comelis 
durfte aber in Amsterdam seine Kunst geübt haben, da er die 
Ansicht dieser Stadt gemalt hatte, und mehrere Formschnitte daselbst 
von ihm erschienet. In der Kunstkammer zu Amsterdam ist ein 
Gemälde, welches Amsterdam vorstellt, wie es 1536 aussah, von 
Houbracken I. 23 dem Komelis Antonisze von Amsterdam zuge- 
schrieben, welchen wir mit unsenn Teunissen für Eine Persdn hal- 
ten. Auch ein grosses Formschnittwerk erwähnen wir unten, wel- 
ches die Ansicht dieser Stadt gibt, und das Zeichen trägt, wel- 
ches auf Cor. Teunissen erklärt wird. Dieses Monogramm (Brulliot 
n. 2319) kommt auf mehreren Holzschnitten vor, und besteht aus 
den Buchstaben C. T., zwischen welchen das Zeichen de^ heil. An- 
tonius angebracht ist. Dieses Zeichen nahmen einige wahrschein-* 
lieh für die alte Form des Buchstaben A., und somit lesen wir 
bei Füssly (Lesicon, unter Franz Floris) und bei Heller (Gesch.^ 
d. Holzsch. S. 170), dass auf einem Blatte in Helldunkel nach F. 
Floris, welches das Urtheil Salomons (das Abendmahl?) vorstellt, 
die Buchstaben C. A. T. stehen. Aus dem Namen C. Teunissen 
scheinen dann Orlandi, Gandellini, Marolles, Chrut und Florent 
le Qomte die falsche Lesart Hevissen undHemsen gebildet zu 
haben, so dass zuweilen der Künstler auch unter diesem Namen er 
scheint. Marolles ging noch weiter. Er besass, wie Heinecke be- 
merkt, ein Blatt (Nr. 5?), auf welchem das deutsche Wort «»Kennt- 
niss« stand. Daraus fabricirte er einen Heuntssen oder H e r i s- 
sen. Comelis Teunissen bekleidete von 1544 — 1550 in Amster- 
dam die Stelle eines Schöffen. Im Jahre 1548 war er auch Mit- 
glied des Käthes. 

Holzschnitte mit dem Kelchen dieses Heisters. 

1) Johannes Rex Portugal le: Arabiet Persie: In die. Er reitet 
nach links. Unten das Zeichen, und im Rande: Imprime 
en Anuers par moy Siluestre de Paris Taillieur de Figures. 

2) Das Abendmahl des Herrn. Links unten das Zeichen. In 
zwei Blättern. H. 11 Z. ÖL.» Br. 29 Z. 20 L. Bartsch 
IX. p. 152 Nr. 1. 

I. Abdrücke von einer Platte. 
' II. Helldunkel von zwei Platten. 

3) Mutius^ Scaevola, wie et die Hand über das Feuer hält 



SM Teunbfien» Comelif. 

' * Rechts oben das Zeichen .und die Jahrz^hl f 53$« H. 20 Z. , 
Br. 13 Z. IQ L. Bartsch 1. c. p. 153 Nr* 2. 
4) Eine geflügelte Frau auf der Schlange stehend, mit der Kö- 
. nigskrone auf dem Haupte. Sie trägt mit .der Linhen den 
Scepter, und. in der anderen ein flammendes Herz. Im 
Grunde breitet sich eine Stadt aus. Links unten am Steine 
das Zeichen. H. 8 Z. 10 L.« fir« 6 Z. 2 L« Barteck L 
c. p* 153* Nr. 3« 
5) Allegorie auf di« Vergänglichkeit des Lebens. Links zeigt 
der Tod einem alten Manne die Worte : Nascendo morimur. 
Oer Greis ist in halber Figur dargestellt « und vor ihm ist 
ein Kind mit der Sanduhr, an welcher steht s Yelöcitas tem- 
poris. Rechts im offenen Buche liest man: Cugnitio dei et 
liaturae rational» etc. Rtehts oben ist das 'Zeichen und 
die Jahrzahl 1537« H. l6 Z. 5 L., Br. 12 Z. 4 L. BartKb 
I. «. p. 154. Nr. 4. 

6) piligentia, allegorisch durch ein geflügeltes Weib, fol. R. 
Weigel's Kunstkatalo^ Nr. 8245. 

7) Rycdon, reich geschmückte weibliche Figur mit einer Perle 
in der Hand» toi. Weigel's Kunstkatalog Nr. 8246« 

8) Reiche Allegorie. Links hält ein Mann das Pferd am Zaume, 
und auf der Linken trägt er den Falken. Darunter steht: 
Icks mach rijden, vlieghen of gaen etc. Weiter nach rechts 
«eiflt sich ein Mann mit Flügeln, deren Federn ausfallen, 
und neben ihm ist ein Jagdhund. Dann kommt ein Mann 
mit der Krücke, zu dessen Füssen eine Eule sitzt. In der 
Nähe ist di|s Zeichen. Die Füsse des hierauf folgenden 
Mannes sind mit Ringen und einem Schlosse belastet, und 
über letBteoem steht t Ongeluck. Hinter ihm und über ihm 
bläst ein Engel Todtenköpfe aus dem Munde, und man liest: 
Gnade, fortuin. Zuleixt, noch weiter rechts, steht ein in 
Pelz gekleideter Mann mit Barett» und die hier befindli 
che Unterschrift lautet: Die vlieghen wil eer dat hy vloge- 
len beeil ete. Die Adresse des Druckers lautet : Gheprent 
tot Aemstelredam , aen Sie oude side in die Kerkstraet, By 
nd Jan Ewoutsoon Ftguersnijd^r wonende inden vcrgulden 
Paster. G. Rathgeber*s Annalen der niederländischen Kunst 
S. 157. 

q) Ein Frauenaimmer, welches links auf einem Esel reitet, mit 
einem Schweine und einer Katze. Unten am Boden ist das 
Mono|{ramm, und links sehr viele Schrift. Ganz unten 
rechts ist «die obige Adresse. Rathgeber* 1. c, 

10) Der Tk'iumph des Esels in vier Blättern zum Zusammen- 
fugen. Auf dem zweiten Blatte steht das Monogranun und 
die Jahrzahl 1544. H. 8 Z. 3 L., Br. 54 Z. 

Dieses Formsdinittes erwähnt Bartsch IX* p. 154. Nr. S. 

11 ) Die Ansicht von Amsterdam» in 12 grossen Blättern, mit 
Dedication au Kaiser Carl V. , und dem Zeichen des Künst- 
lers. Dieses seltene Formschnittwerk erschien um 1544* 

12) Abbildung des Grabsteines des Mainzer Erzbischofs Willi- 
gisius von t450. Das Ganze hat eine Umschrift und links 
steht: millesimo ccccL. Rechts ist das bekannte Zeichen 
von Teunissen und unter diesem steht der Buchstabe M. 

Heller hält dieses Blatt für das trügerische Machwerk 
' eines nederen Formschneiders, was wir dahingestellt seya 



't^imisseQ / Jan. — Tevim, Akxander. - 2K 

lissen. Die Jahrzahl t450 bestimmt Wahrscheinlich nur das 
Todesjahr des Bischofs oder die Zeit der Errichtung des 
Monuments, so dass Teunissen hundert Jahr später dasselbe 
in Holz hätte schneiden können^ Es mag aber immerhin ein 
neuerer Meister C. T. das Grabmal abgebildet haben » der 
vielleicht in Mainz lebte , wohin das M. deutet, 

Kupferstiche. 
Brulliot (Dict. d. Monogr. 55 IQ) sagt, dasii er auch zwei 
Kupferstiche mit dem genannten Zeichen gefunden habe, 
er beschreibt sie aber nicht genau. 

13) Das Bildniss des Kaisers Carl V. ^ ^ 

14) Eine allegorische Darstellung mit einer Frau, welche ein 
Kind in den Armen trägt» und das Füllhorii häU. 

TeuQissea^ Jan» s. j. BianMiof. 

Teuringy Zeichner, lebte um 1750 in Hainbui»g. Pingeling stach 
I Tignetten nach ihm. 

TeusiadeS» s. Zeuxiodes. 

Teutschy Nikolaus MailMly »..N. Manuel. 

Teutsch, Philipp Peter,. Mal«r von Edenkob«» im bayerischen 
Rheinhreise, betuchte lÄao die Akademie in IVIunchen. und lag 
da einige Jahre den Studieii ob. Es finden sich Portraite Von ihm. 
In der letsteren Zeit befasste er sich namentlich mit Bereitung von 
Lichtbildern, welche ihm in hohem Grade gelangen. Teutsch un- 
ternahm mehrere Reisen, und starb 1848 m Nürnberg. 

Teutscher, Christian, Formschneider, lebte von 1738 — 1753 
' in Leipzig. Er nennt sich Form- und Figurenschneider, 

Teutschold. Hartmann, Miniaturmaler und Wappenherold zur 
Zeit des Kaisers Carl V. Er.hinterliess ein Werji über dievor- 
1 nehmsten Reichsstände, und iierte es mit den ^^\^«£«2^ .Wap- 
pen aus. Üieser Codex befindet sich m der hörroglich Gotha sehen 
Büchersammlung. • « - ^ 

TeutOtticÜS, Johannes, s. ^letro di'ÖioVänni. • " 

Te?ini, Alemider, Maler und tiUiogräphi geb.-*« Tftfent 1785, 
> . widmete steh ohne Anleitung der Kunst , und malte ^»«gg/S!' 
' traite In Miniatur. Zur Zrft der ^i^^^'±^,^^^^^ 

rol kam er nach München, erwarb da das 10%«*^ imd wurde 
^ dann a^ der königlichen ^ Steuet^cataster - Cömmfsrton ^»Litho- 
graph angestellt. Er war m dieser Lage der erste , welcher Fi- 
i; TO in E gravirte, und gab diesen ATbeiten eme «u ,ener 
. ^eit nie gesehen" Vollendung. Doch kennte jr nur f^^^J^^J^r^ 
( stunden fiesen Kunstversüchen weihen, ^da er «j^^f^^^^S^^»"^*» 
in anderer Weise BeschäftfgW: y^. Nebenher malt* er auch Por- 

traite in Miniatur und AqSarell ^^^"^'.I^P."^^"' ^lÄ 
in Wachs, und schnitt auch kleine Bilder m ElfenbÄtn. Der 
König Maiimüian I. erhielt ein Blumenbouquet ,. welches äusserst 
fein fn Öfenbein geschnitten ist. I>ann sehöitt ei; aubh die yer. 
bunden-en fcbpfe des Königs und der Königin Carolin^ vwtieft 



3M Tewfwbcck, Heinridu — Temv, Charles» 

in Solenhofer Steili, luid ungab dieselben mit etaier omamenür- 
• ten Einfassung im Quadrate. Von diesem Steine vriirde eine grosse 
Anzahl von Aogüssen gemacht« so dass die Köpfe entweder erha- 
ben anf Papier geklebt oder das Ganze in feiner Masse abgeformt 
erschien. Der Schnitt^ des Steines hat die Feinheit und Glätte 
des Elfenbeins. Tevint ist noch gegenwärtig an der, genannten 
Anstalt thätig, befasst sich aber schon einige Jahre nicht mehr mit 
Kunstarbeiten der genannten Art. 

Folgende Blätter sind von Tevini auf Stein gravirt. und ge- 
hören in ihrer Weise zu den beachtenswerthesten fimeognissen 
der Lithographie. 

•l) Das Brustbild Deutens mit dem Lorbeerhranze nach, rechts, 
das neueste Blatt des Künstlers und ohne Namen. Es kam 
bisher nicht in den Handel, wäre aber als Beigabe einer 
Ausgabe des Dante in 8* oder gr. 8 zu verwenden» 

2) Die Madonna mit dem schlafenden Kinde» wie sie mit der 
rechten Hand das Tuch unter dem Kopfe erfasst, und mit 
der Unken dasselbe gegcai den. Schenkel hinzieht. Die Haare 
der Heiligen fallen auf die Schultern herab und der nach 
links geneigte Kopf ist mit einer Strahlen Glorie umgeben. 
Halbe Figur im Oval , ohne Na^ien « gr. 8« 

3) Diana mit dem Pfeile am , Felsen ruhend, wie sie mit der 
Linken den einen der beiden vor ihr stehenden Hunde am 
Halse erfasst. Rechts unten zwischen den beiden Einfas- 
sungslinien t Tevini fec, qu. 4* 

4) Eine nackte schlafende Nymphe oder Schnitterin, als wel- 
clie sie die zu ihren Füssen liegende Sichel und die Aeh- 
ren kund geben. Sie schläft sitzend^ mit übersdilagenen 
Beinen auf einem faltenreichen Tuche, und stützt den Kopf 
auf die linke Hand. Rechts zu ihren Füssen ist efne Quelle 
und oben wird ein Theil des durch eine Draperie verdeckten 
Baumes sichtbar; Links unten i F. Boucher gemalt, rechts: 
Aleicander Tevini grav. fol. 

Die Abdrücke sind äusserst selten, da der Stein beim 
Drucke zu Grunde ging. 

5) Die Engelsburg in Rom mit der Tiberbrticke , und weiter- 
hin in Perspektive die S. Peterskirche mit anderen Gebäu- 
den. Die Burg erhebt sich rechts. Ohne Namen, gr. <pi. 4* 

^ Tewfenbeckf^ Heinrich, Decan des Stiftes Schliersee in Ober- 
bayem gegen Ende des 15* Jahrhunderts, hatte Kenntnisse in 
der Ban^nst. Er baute die dortige Capelle des hl. Georg. 

Tewfili 9^7» Maler von Constantinopel, machte seine Stuctien in 

. Jfaris, und ging dann* in die Heimath zurück. Im Jahre 1842 

melte er in Constantinopel das Bildniss des Grossherrn in Lebens- 

grösse» welches 1843 nach Paris gesandt wurde,. und gegenwärtig 

w der GaUeH^ zu Versailles aufgestellt ist. 

Texada f Don Jeronimo de^ Maler zu Sevnia, hatte als Künst- 
ler einigen Rnf. Er war i66o Mitglied der genannten Sudt 

Texeira^ s. Teixeira. 

Tcxier 9 Charles , Architekt, begann seine Studien in Paris, uii^ 
betrieb dieselben ndt einer solchen Ausdehnung, dass er schon sls 



Texter« Cbaries. - 

juDfier 9f ann den Ruf eines gelehrten Künstlers hatte. Die Werke 
der Klassischen Kunst und ihre Geschichte waren äer Gegenstand 
seiner höchsten Verehrung, und dieser verdanken wir jetst die Kunde 
einer grossen Ansahl von Monumenten, die in Kleinasien die Zeit 
und die Barbarei mit Vergessenheit bedeckt hatte« Nachdem Te* 
xier als Pensionnär des Königs in Italien seine Studien vollendet 
hatte, trat er auf Kosten der Regierung seine Reise an, und kam 
1854 in Constantinopel an, wo es ihm gelang, die Gunst des Se- 
raskier-Pascha in dem Grade zu gewinnen, dass ihm die Pforten 
sämmtlicher Moscheen, darunter auch jene der ehemaligen So- 
phienkirche geöffnet wurden, in welche noch wenige Europäer 
fedrangen sind. Es ward ihm auch gegönnt, diese Denkmäler der 
yzantinischen und arabischen Kunst zu zeichnen, zu messen und 
zu beschreiben , und somit bereicherte er schon am Anfange sei- 
ner Heise die Geschichte der Baukunst mit einer {;rossen Anzahl 
Ton Zeichnungen und Rissen, welche die Kenntniss dieser Style, 
erweiterten« Ausserdem zeichnete er die Obelisken Constantinopels, 
und in jenem des Theodosius fand er die Balgorgel wieder auf, 
deren Erfindung man den Arabern zuschreibt, und die im Abend- 
lande erst zur Zeit CarPs des Grossen bekannt wurde. Im Mai 
des genannten Jahres reiste er von Constantinopel nach Asien ab» 
no er diie merkwürdigsten Entdeckungen machte, und einetf rei- 
chen Schatz von Zeichnungen sammelte; Er zeichnete die Rui* 
nen und Inschriften von Mtcäa, Nicomedia, Prusa ad Olympum 
( Brussa ) in 'Bythinien , und in der alten phrygischen Stadt Azan 
fand er noch last alle antiken Gebäude vorhanden, daruiiter einen 
prachtvollen Tempel mk jonisehem Säulenumgange von grossler. 
Reinheit des Styls. Er ist noch wohl erhalten, so wie das Thea- 
ter. Neben diesem steht ein grosser Portikus, wahrscheinlich 
Ueberrest des Gymnasiums. Texier hat diese Stadt gleichsam wie- 
der entdeckt« und die Wunder ihrer alten Kunst in genauen Zeicb* 
nungcn festgehalten. Er hatte auch das Glück, das alte Pessinus 
in Galatien aufzufinden, eine wegen des Tempeldienstes der Cy- 
bele berühmte StadU In der Nähe derselben ist die alte Necro- 
polis der phrygischen Könige. Zwei ''der merkwürdigsten dieser 
Gräber zeicknete der Künstler« Auf dem Wege nach Neo - Cäsa- 
rea, der Hauptstadt Kapadociens, zehn Stunden vom Flusse Halys» 
fand er eine ungemein wichtige Stadt auf, die er für Xavia halten 
möchte, wenn nicht die alten Geographen diese Stadt an den Ha- 
lys setzten« Da sind noch wohl erhaltene Gebäude cyclopiscker 
Art, und ein gewaltig erosser Tempel« Von diesen Denkmälern 
nahm Texier detailliru Zeichnungen , so yfie von einem anderen 
im Gebirge , welches Alles übertrifft. Da ist eine Ringmauer von 
natürlicJien , durch Kunst geglätteten Felsen, die mit Sculpturen 
aus den Zeiten der Perser bedeckt sind, mit theilweise colossalen 
Figuren« Weiter hin besuchtester Künstler Adramisium*, Assos» 
Per^amum, Teos, den Tempel 4e8 Didimäischen Apollo, Kos» 
Kmdos, Smyma, Tralles, Nysa;, Philadelphia, ^ardts und.d^a 
Tmolus« Im Jahre lS36 untersi^hte er die Küsten des schwar- 
zen Meeres, ging dann nach Kurdistan, und durchwanderte so- 
mit Rleinasien nach seiner ganzen Breite. Ein Gegenstand ge- 
nauer Untersuchung waren ihm die Denkmäler Kariens , das Grab- 
mal des Mausolus zu Halicarnass, Aphrodisias (Gunra) mit seinem 
noch vollständig erhaltenen Tempel der Venus, dem Stadium, dem 
Theater und der Basilica. Dann ging er nach Lycien, wo Tel- 
missus eigenthümliche Monumente bietet, in dem grossen in eine 
Bergwand gehauenen Theater, der Necropolis etc. In Patara fand 
er noch viele ziemlich erhaltene Monumente mit einem von Ha- 



289 Texier, Victor. — Texior, G. 

drian erbautem Theater und einem Triumphbogen. In der Küho 
sind die Trümmer von Xanthos, wo alle Bauwerlie vcrschwunJen 
' sind. In Antiphellos sah er die grbsste Necropole von lileinasien 
uftd Trümmer anderer Gebäude. Von da aus besuchte er die Kui- 
Äen dds berühmten Myra, wo ein Theater aus gewaltigen Qua- 
dern uiid zahlreiche Gräber zu finden sind. In Aperlä sind Häa- 
ser von pelasgtscher Bauart und eine Necropole. Die Stellen der 
alten Städte Kyanus und Phaseiis bezeichnen nur noch wenige 
Ruinen, Gegenstand der wetteren Untersuchung waren die Mo- 
numente Pamphiliens im hellenischen Style. Ganz erhalten fand 
Texier das Theater von Aspendus» welches die Eingebornen ai» 
Werli der Geister betrachte. Viele andere ahe Plätze waren ge- 
ränmt, oder es waren nur noch geringe Redte vorhanden. Die 
Zahl der Zeichnungen, welche er auf dieser Reise fertigte, ist je- 
doch ausserordentlich gross, und sie geben die interessantesten 
Aufschlüsse über die Blüthe jener alten Länder. Texter berück- 
sichtigte aber auch die nenen Bauwerke, und als wettere interes- 
sante Zugabe sind die Zeichnungen zu betrachten, welche da» 
Costume» die Sitten und die Gebräuche der Bewohner behandelD. 

\ Nach seiner Rückkehr bereitete Texier ein Prachtwerk vor, 

weldies auf Kosten des Ministeripms in 50 Lieferungen mit Ku- 
pfern und mit 3 Bänden Text erschien, unter dem. Titel : Descrip- 
tioa de TAsie mineure. Im Jahre 1Q3§ überreiclite er dem hij- 
nige die erste Lieferung, woiur dieser ihm den Orden der Ehren- 

] legion zustellte. Im Jahre l84o wurde er an Huyot's Stelle Mit* 
ghed des Instituts, l84l übernahm er die archäologischen Vorle- 
sungen, des Mr. Letronne am College de France als Suppleaut, 
uad 1843' wurde er Commissär bei den Anstalten der schuoeD 
Künste* 

Texiety VidtOr^ Kupferstecher, wurde um 1785 in Paris geboren 
und von den beiden Laurent in seiner Kunst unierrichtet. Wir 
haben von ihm mehrere schone Blätter, welche aber grüssteo- 
Üieils in PrachtWerken vereiniget sind, so dass sie einzeln selten 
vorkommen. 

1) Der Dreifuss des Apnlh) und der Altar des Mars, beide 
' auf einem Blatte. Musee fran^ais par Laurent et RobiUard. 

2) Bin Candelaber und eine Fontaine, für dasselbe Werk. 

3 ) Das Cabinet der Königin in der Alhambra* zu Granada. 

4) Ansicht eiüef maurischen CapeTIe zu Cordova, ISIO. 

5) Der Saal der Justiz in der Alharabra, idl2. 

6) Ein Alchymist in seinem Laborattriium , f822. 

7) Das Innere eines chemischen Laboratoriums » nach Tb. 
Wick, 1624. 

8) Eine grosse Anzahl von UmVisseh füt €hirao*s Mosce ät 
sculpture antique et moderne. 

Texief^ 6*9 Kupferstecher zu Paris', ^eb. uln 1750» War Schüler 
von Ph. le Bas, und hinterltess eiAe bedeutende Anzahl von Blit- 
lern , deren mehrere in literarischeil Wetken vorkommen , wie in 
den Tableaux pittoresques de la Suisse, wofür er Bildnisse und 
Ansichten stach. In anderen Werken sind Vignetten nach Msril- 
Her u. a. von seiner Hand. 

1) Die Ankunft Friedrich II. im Elysiuth, wie er sich durch 
Ycrmittelung Heinrich's IV. mit Voltaire aussöhnt. 

Diese erbauliche Darstellung kennt Füssly. 

2) Les Vivandiers, Reiter vor dem Markatender - Zelte , nsch 
Wouvermans» kl. qu. fol. 



Texier. ~ Textor, Franz Joseph. 989 

3) Enmons de Contentin, 2 Blätter. Micho (Miclriiiid) p^ kl. 
qu. fol. ^ 

An diesen Blättern hatte auöh Malbdte Theil. 

Texier, Modelleur in Paris, ist durch verschiedene kleine Bildwerko 
bekannt, die aus einer von ihm erfundenen Steinmässe geaossen 
sind. Diese Masse widersteht dem Wetter, wie der Sandstein. 
Texier*s Erfindung fällt um i84o> 

Textor I Peter ^ Architekt, ein Italiener von Geburt, wurde um dia 
Mitte des l6« Jahrhunderts berufen, um den Bau der Hauptkirche 
m Brescta zu leiten. Er verunglückte dabei und starb. 

Textor ^EVans Joseph , Maler, stammte aus einer schwäbischei^ 
Familie, Namens Weber, und machte seine Studien an der k. k. 
Akademie in Wien. Später be^ab er sich nach Innsbruck, wo 
der Künstler eine grosse Anzahl von Werken hinterliess, welche 
ihn als ausgezeichneten und vielseitigen Meister beurkunden. Er 
nahm die ^ Werke älterer niederländischer Maler zum Vorbilde, 
und wusste dieselben täuschend nachzuahmen. So befindet sich 
im Schlosse zu Amras eine Anbetung der Könige, welche so voll- 
kommen im Geschmacke Breughel's gemalt ist, dass selbst geübte 
Kenner dieses Bild für Original gehalten haben. Es ist indessen 
nur Copie nach jenem Meister. Graf von Enzenberg in Innsbruck 
besitzt von diesem Meister zwei Gemälde, wovon das eine, wel- 
ches die Werke der Barmherzigkeit durch Bauern ausgeübt vor- 
stellt, Vollkommen an D. Teniers erinnert. Das zweite dieser 
Gemälde stellt die Heilung des Lahmen im Geschmacke Rembrandt*s 
vor, bezeichnet t Franz Joseph Weber fec. Den Namen Weber 
latinisirte der Künstler später zum Unterschiede von den^ vielen 
anderen Malern dieses Namens in «Textor, und nur wenige der 
Gemälde aus seiner früheren Zeit tragen den Familiennamen des 
Meisters. Er malte mit ausserordentlicher Fertigkeit, aber keines- 
weas flüchtig, sondern erfreut gewöhnlich durch eine sorgföltige 
Vollendung. Seine meisten Bilder haben das Format dßv kleinen 
Staffcleigemälde , es finden sich aber auch Thierstücke In Lebens* 
grosse und historische und mythologische Darstellungen mit grossen 
Figuren, in welchen er zuweilen den Ribera nachahmte. Seine vor- 
züglichsten Gemälde stellen indessen Bauernbelustiffuneen , Jahr- 
märkte und sogenannte Bambocciaden im GeschmacKe oer nieder- 
ländischen Meister dar. Zu wiederholten Malen stellte er die 
Werke der Barmherzigkeit und Bauern auf dem Markte vor. In 
den ersterenist ebenialls das Bauernelement vorherrschend. Zu 
seinen Hauptwerken gehören dann auch die kleineren Thierstücke, 
besonders seine Affenconversationen. Eine andere Art bildeu die 
Kuchenstücke mit todtem Wild und Geflügel. Solche Darstellun- 
gen wurden öfters für Bilder von Fyt jf enommön , und besonders 
m Italien als solche verkauft* In der Gallerie des Ferdinandeums 
zu Innsbruck ist eine bedeutende Anzahl von Werken dieses Mei- 
sters, deren mehrere Gegenstücke bilden. Auch in den Sammlun- 
gen tirolischer Kunstfreunde findet man Bilder von diesem glück- 
lichen Nachahmer der Niederländer. Seine Werke wurden von je- 
. her gesucht, und obgleich der Künstler ausserordentlich viel pro- 
ducirte, konnte er doch zu keinem sorgenfreien Leben gelangen. 
Er musste oft die Bäcker und Metzger mit Bildern bezahlen, wo- 
bei dieselben freilich sehr gering taxirt wurden. 

Die Gattin des Meisters, ein Fräulein von Harant, malte in 
der letzteren Zeit ebenfalls Bilder im Geschmacke desselben , 

Nagler's Künstler -Lex. Bd. XVIII. 19i 



MO Tcyeck. — Tcylcr, Johannes. 

welche lobenswerth sind, aber von den Kennern leicht unter- 
schieden werden. Textor starb xu Innsbruck l74l« 

Für ein anatomisches Werk , welches in Innsbruck erschien, 
stach er die Kupi'ertafelh. 

TeyGcIC^ Lithograph zu Wien, ist uns durch folgendes Blatt b^ 
kannt : 

Die heil. Jungfrau in Betrachtung» nach R. Mengs. Oval, 
gr. qu. fol. 

Teyerle^ Maler zu Augsburg"^ ein jetzt lebender Eünstler. Es fin* 
den sich Bildnisse von ihm. 

Teyler, Johannes^ Maler, Zeichner und Kupferstecher von Ny 
megen, wird von Houbracken unter jene niederländische Maler 
gezählt, welche in Rom Mitglieder der Schilderbent waren, wo 
Teyler den Beinamen Speculatie füh^e, und im Leben des 
Jakob de Heus sagt er, dass der Künstler, welchen er jetzt Ta3- 
1er, anders Speculatie nennt, vorher Professor an der Hochschule 
zu Nymegen gewesen, und zuletzt Kriegsbaumeister des Königs 
Friedrich I. von Freussen geworden sei. Weyerman fügt «noch 
bei, dass N. Tailler, ein wahrhaft kunstreicher Herr U!i4 ehema- 
liger Hochlehrer in Nymegen, der Erfinder der Manier, Kupfer- 
stiche in verschiedenen Farben zu drucken sei. Auch Weyerman 
behauptet, dass Teyler später Ingenieur des Königs von Freussen 

geworden, bestimmt aber eben so wenig die Zeit, als Houbracken. 
»eide kennen den Meister nicht weiter, und führen ihn sogar un- 
ter zweierlei Namen auf. 

Dass Teyler Frof essor der Mathematik an der Akademie in 
Nymegen war , lesen wir^ in den Annales Noviomaei von Johann 
in de Betouw p. 212, es ist aber die Zeit der Anstellung nicht be- 
etimmt« Unter den ersten Mitgliedern von l654 scheint er nicht 
gewesen zu seyn, gehört aber wahrscheinlich zu den späteren Pro- 
fessoren , wovon l671 Gerard Noodt der letzte waY. Dieses ver- 
muthet R. van Eynden, Geschiedenis der vad. Schilderk. S. 175) ^ 
wie auch, dass Teyler als Professor die Kunst nur nebenbei b^ 
^rieben, dass er sie aber nach dem Verfall der Akademie zur Haupt- 
sache gewählt habe. Sein Erfindungsseist dürfte ihm in Rom den 
Bentnamen »Speculatietc erworben haben. Nach seiner Rückkehr 
gründete er in Nymegen eine Kunstschule mit einem Institute, io 
welcher Kupferstiche m Farben gedruckt, und wahrscheinlich aacb 
Tapeten gefertiget wurden ; denn van Eynden sagt , er habe bei 
dem Bürgerhauptmanne Bakker in Nyijpegen eine auf Leinwand 
gedruckte Tapete gesehen. Dann vernachlässigte Teyler auch die 
Wissenschaft nicht. Wir haben von ihm eine i>Architectura 
militaris;« welche 169? zu Rotterdam mit4l Blättern und einem 
von B. Stop«ndaal gestochenen Titel in 4 erschien« Wolf sagt in 
den Anfangsgründen det mathematischen Wissenschaften • dass m 
diesem Werke der Vestungsbau durch die Algebra gelehrt werde. 
Was die Erfindung des Druckes von Kupferplatten mit Fa^ 
ben anbelangt, glaubt R. van Eynden, dass Teyler früher auf dies^ 
Behandlung gekommen sei, als F. Schenk, welchem A. Fokke Si- 
monsz. diese Erfindung zuschreibt. Schenk trug seine Farbe nur 
auf eine Flatte auf, aie auch schwarz gedruckt werden konntef 
Teyler fertige aber für die Farben eine eigene Flatte , und setxte 
dann die Lichter und andere Fartien mit dem Finsel auf, da diese 
Stellen ausgespart waren. £r druckte auf Papier und auf Leiflco- 



Teylingent Jan van. •*- Thaddeo, Giovanni. 291 

seng, theils um Bilder in Rahmen» theilt um Tapeten zu ersielen. 
Man musft indessen den eigentlichen Farhendrück unterscheiden, 
der schon früher erfunden» und von Le Blon vervollkommnet 
wurde. Teyler druckte nur mit Einer geatzten oder gestochenen 
Platte» Le Blon bediente sich aber mehrorer Platten. 

Die Werke dieses Meisters sind ausser seiner Vaterstadt we- 
nig bekannt» Oelmalereien finden sich nach R. v. Eynden gi|r 
nicht. In Kunstsammlungen findet man wohl noch ein grosses 
Blatt, welches eine Ansicht des Y gibt, mit grossen und l^einen 
Fahrzeugen auf woff^der See, anscheinlich nach Backhuizen von 
Teyler selbst gestochen und farbig gedruckt. Auch einige farbig 
gedruckte Ansichten von Nymegen, Cleef und de^ Umgegend diari'* 
ten noch vorhanden seyn. Was von ihm selbst herrührt, ist schwer 
zu bestimmen , da er keinen Namen auf die Platten setzte. Dann 
finden sich auch grosse Zeichnungen von ihm, welche GenrebiU 
der, Vögel, Blumen und Ornamente enthalten, mit Tusch und 
schwarzer Kreide meisterhaft behandelt, und fast nur im Umriss. 
In der Sammlung des Herrn von Leyden zu Amsterdam war von 
ihm eine Ansicht von Paris, welche gestochen ist und farbig aus- 
gegeben wurde« Den Namen des Steckers tragen die Blätter nicht. 
Von Teyler selbst rühren nur die Aetzungen her« 

Teylingen, Jan ran, Maler» arbeitete in der zweiten Hälfte des 
17. Jahrhunderts. Er malte Bildnisse» wahrscheinlich in Leyden« 
Jenes des Leydner Professors Jacob Triglandius ist durch den 
Stich bekannt. Man liest darauf: J. V. Teylingen pinxit. J» du 
Pro excudit. C. V. Dalen sculp. fol. Aus dieser Schrift erklärt 
sich der Irrthum bei Füssly« Letzterer führt ihn auch unter Thei- 
lin^en und Theylingen als verschiedene Künstler auf« Einmal hat 
obiges Blatt C. AUard'« Adresse. 

TeymanQi Caspar ^ s« Theymann« 

TejDi Johann VOn^ auch J4nz Tyna, Maler, lebte um 1348 in 
Prag. Er kommt in einem Malerprotokolle von diesem Jahre vor, 
abgedruckt in Riegger's Statistik von Böhmen i35« 
Um 1732 lebte ein Bildhauer Georg Teyn in Prag« 

Tejtardy Alphonse^ Landschaftsmaler zu Paris, wurde um 1815 
geboren, und in der genannten Stadt zum Künstler herangebildet« 
Er ist durch zahlreiche Bilder bekannt, in welchen sich ein über* 
massiges Streben nach Effekt kund gibt. Seine La^dschatten sind 
auch mit Figuren staffirt , so dass mehrere mit roi^antischen und 
idyllischen Scenen versehen sind. Doch auch in diesen herrscht 
Extravaganz. Wir finden den Künstler auch Teytaud genannt* 

Teytaudi A., $. den obigen Artikel. 

Thacker, Robert, Zeichner und Kupferstecher, arbeitete um !66o 
bis 70 in London, ist aber wenig bekannt.^ Er hatte den Titel 
eines Zeichners des Königs. Man hat von ihm eine Ansicht der 
Cathedrale von Salisbury in mehreren Blättern» und einen Plan 
von London. 

Thaddeo, Giovanni, Maler, wird unter die Schüler des Giotto 
gezählt. In der unteren Kirche des heil. Franciscus zu Asslsi ist 
em schönes Freskobild: der gekreuzigte Heiland und die trauernde 



292 Thaadeus. — Thaeter, Julius Caesar. 

Maria« Diese Maleret wurde 1798 entdeckt, wie wir in Vakry's 
Yoyages hist. !¥• 1317 lesen. Die IHllder sind wahrscheinlich von 
Taddeo Gaddi. 

Thaddcus, $. T. Gaddi. 
Thaenerty M-, $. m. Thoenert. 

^VhaenSy C, Kupferstecher zu Berlin, war um 1834 Schüler von 
Professor Buchhorn. Er arbeitete für Buchhändler. Wir findeo 
ein Blatt erwähnt, welches den |Kopf eines alten Mannes vorstellt. 

Thaer, s. Theer. 

Thaeter, Julius Caesar, Kupferstecher, geb. su Dresden 1804, 
verlebte seine Knabenjahre in drückender Lage der ArmuthyUod 
musste sich mancherlei Dienstleistungen unterziehen, wofür er ge- 
ringen Lohn erhielt. Im Jahre 18 17 nahm ihn endlich der Hofku- 
pferstecher Schulze in sein Haus auf, gab ihm Kleidung und Rost 
und ertheilte ihm auch Unterricht im Zeichnen ; allein das mürri- 
sche Wesen des Mannes und die vielen Aufträge , die Thäter für 
ihn und dessen Söhne zu besorgen hatte, hinderten jeden Fort- 
schritt in der ihm lieb gewordenen Kunst, und er verliess nach 
einem halben Jahr das Haus. Nun lag er seiner Mutter bestän- 
dig an , Zeichnen und Kupferstechen zu lernen , doch erst nach 
vielen vergeblichen Bemühungen fand sie den Weg zum Direktor 
der Akademie, der ihn im Oktober 181 8 als Zögling aufnahm. 
Aber um zu leben musste er ausser den Unterrichtsstunden durch 
Abschreiben sich Einie^es verdienen, und zur Weihmaditszeit ganze 
Nächte hindurch Bilderbogen ooloriren. Nach zweijährigem Stu- 
dium auf der Akademie verschaiFte ihm der Hofrath Böttiger, für 
den er Mehreres aus kostbaren englischen Werken durchzeichnetet , 
eine kleine Unterstützung aus der Freimaurerloge; bald nahmen 
sich auch andere Männer seiner an, so dass er statt der bbheri- 

fen Nebenbeschäftigungen seine Uebung im Stechen fortsetzen 
onnte. Ge^en Ende des Jahres t820 begann er seine Versuche 
bei dem Professor Seiffert, und brachte es in kurzer Zei^ dahin» 
für eine Zeitschrift Conturen nach Bildern der Dresdner Gallerie 
zu stechen, und dadurch wieder einiges zu verdienen. Auch der 
Prinz Friedrich (jetzt König von Sachsen) sagte ihm eine kleine 
Unterstützung zu, um mit grösserer Müsse den akademischen Sta- 
dien sich widmen zu können ; aber im Kupferstechen machte er 
keine Fortschritte, und schien alle Lust daran zu verlieren, da 
er von SeifFert nur immer auf die Stichweise hingewiesen wurdet 
in welcher er keine Bedeutung finden konnte. Nach dem i82i 
erfolgten Tode dieses Meisters stand er wieder allein und ohne 
Rath, und wusste nicht, wie er es dahin bringe, in der Stecher* 
kunst etwas zu leisten. Da sah er eines Tages in von Quandt's 
Sammlung eine Federzeichnung von Cornelius: Faast's Spazier- 
gang am Ostertage. Dieses Bild mit seinen schönen charakteri- 
stischen Formen schien ihm ein trefflicher Stoff zu einer Grabsti* 
chelübung, und er erhielt die Erlaubniss es in Kupfer nachzu- 
bilden. Er unternahm die Arbeit mit lebhaftem Interesse, nod 
vollendete sie 1825 neben seinen akademischen Studien, nicht ohne 
Sorge für den Broderwerb. Quandt nahm den Stich mit Beifall 
auf, und empfahl ihn einem Kunsthändler, der die Platte kaufte' 
Diese nach dem jetzt gereiften Urtheile des Künstlers ganz tavi- 



Thaeter, Julius Caescir. 893 

gelhafte, obwohl nach richtigen Ansichten unternommene Arbeit 
hatte ihn zum Nachdenken,' un^ zur Erkenntniss gebracht, da^t 
er von den technischen Mitteln der Kupferstecherei noch gat we« 
nig wisse, und er sehnte sich desswegen um so inniger nach dem 
Unterrichte eines tüchtigen Meisters.' Durch die Verwendung des 
Buchhändlers Barth in Leipzig und des kunstverständigen Pro- 
clamators Weigel daselbst erhielt er jetzt eine Unterstützung von 
160 Thalern, um zwei Jahre lang zu Nürnberg in Reinders Schule 
sich zu bilden; allein der Meister hatte nur Platz für solche, die 
zahlten oder für ihn arbeiteten, und da Thäter Beides nicht konnte, 
so war der Bescheid sehr kurz. Sich wieder allein überlassen stach 
er in Nürnberg die allegorische Figur der Baukunst nach einem 
Gemälde von Vogel von Vogelstein. Rauch in Berlin sah dieses 
platt und übertrug ihm den Stich des Franke'schen Denkmals in 
Halle, M^lcher dem Künstler, der noch nie plastische Gegenstände 
behandelt hatte, so wohl gelang, dass ihn Rauch nach Berlin ein- 
lud, wo er ihm dauernde Beschäftigung geben wolle. Er verliess 
1828 unfern Nürnberg, und begab sich nach Berlin, wo sich jetzt 
der Meister des Fraoke'schen Mqpumentes seines Versprechens 
nicht mehr erinnerte. Thäter blieb ohne Beschäf^gung und musste 
um geringen Lohn Buchhändler -Arbeiten übernehmen,, die ihn 
in seiner Kunst nicht förderten. Der Auftrag, für den Kunst* 
verein den Stich mehrerer Conti^ren nach ziemlich grossen Bildern 
zu unternehmen , gab ihn derselben wieder zurück, half ihm aus 
drückender Verlegenheit, und setzte ihn in den Stand, nach Mün- 
chen zu gehen, wo sich Professor Amsler seiner annahm, und 
durch Rath und That den jungen Künstler den Weff leitete, auf 
welchem er in der Folge zum Ruhme gelangte. Er kam mit Auf- 
trägen von Rauch nach München , erledigte aber dieselben gröss- 
tentheils in Dresden, wo 1831 die kranke Mutter seine Hülfe in 
Anspruch nahm. Er kehrte nur zur Zeichnung des Monumentes 
des Königs Maximilian auf einige Zeit nach München zurück, 
und führte dann den Stich in Dresden aus. Nach dem Tode der 
Mutter begab er sich nach Berlin, um mehrere plastische Werke 
von Rauch zu zeichnen. Nach Vollendung dieser Arbeiten schritt 
der Künstler in Dresden unter wenig gunstigen Aussichten zur 
Ehe, und somit kam ihm ein Ruf nach München um so erwünsch- 
ter. Er erhielt 1834 auf Veranlassung des Professors v. Schnorr 
den Auftrag, für das Prachtwerk des Grafen A. Raczynski über 
neuere deutsche Kunst mehrere Zeichnungen in Kupfer zu ste- 
chen, bevor er aber ans Werk ging, führte er noch einige Blätter 
für F. 01ivier*s Volksbilderbibel aus. Hierauf ging er an die jgpros- 
sen Stiche, welche ihm einen in der Geschichte der Kunst rühm- 
lichen Namen sichern: Chriemhilde beim Leichname Siegfried's, 
nach Schnorr; die Demüthigüns der Mailänder, nach Mücke; die 
Hunnenschlacht, nach Kaulbach; die Deckenbilder nach Corne- 
lius; die Nacht und die Parzen, nach Carstens; der Beginn der 
Kunst, pach Schinkel, u. s. w. Alle diese Blätter zeichnen sich 
hei einer einfachen und klaren Behandlungsweise des Stichs durch 
strenges Festhalten des Charakters der Urbilder aus. An diese 
Werke, welche alle i84o vollendet, waren, reihen sich, dann noch 
mehrere andere, als eben so viele Beweise eines ausgezeichneten 
Talentes, welches bei unsäglichen Hindernissen durch sic^ selbst 
siegreich emporstieg. Ausser den Blättern nach Schnorr für den 
Münchner Kunstverein, nennen wir besonders jene für den säch- 
sischen Kunstverein: die Sachsen Schlacht nach Kaulbach, Und die 
Einführung des Landfriedens durch Rudolph I. nach Schnorr. In 
die letztere Zeit des Meisters gehören die Blätter nach Zeicii- 



294 Thaeter, Jidius Ckesar« 

nungen von Carstens im grosshenoglichen Musenm zu Weimar, 
so wie die Entwürfe xu den Fresken im Campo santo zu Berlin. 

Thaeter bekleidet jetzt die Stelle eines Professors der Kupfer- 
stecherkunst in Dresden. 

1 ) Das Sundbild des PrediiC^ers Franke» des Woblthäters der 
Armen und Waisen der Stadt Halle» mit einer Gruppe von 
zwei Kindern. Nach dem Monumente desselben von CL 
Rauch, fol. 

2) Dr. L. von Schorn. Nach B. Neher*6 Zeichnung, fol. 

3) General CanikofF, russischer Gesandter am sächsischen Hofe 
in Dresden», nach dem Gemälde von Vogel von Vogel- 
stein, fol. 

' 4) Einige Bildnisse neuerer deutschen Künstler, radirt, 8* 

5) Der Traum des Agamemnon, und Venus von Diomedes 
verwundet , nach den Deckenbildern von Cornelius in der 
Glyptothek zu München, für die Geschichte der neueren 
Kunst von Grafen Raczynski II. 1840, gr. qu. fol. 

6) Die Hunnenschlacht, nach W. Kaulbach. Für die Geschichte 
der neueren Kunst von A. Raczynski, gr. c^u. fol. 

Es gibt Abdrücke auf chinesisches und auf weisses Papier. 

7 ) Siegfried*s Tod, nach J. v. Schnorr*s Frescobild im Königs- 
bau zu München, für dasselbe Werk, gr. qu. fol. 

8 ) Rudolf von Habsburg wahret den Landfrieden. Nach den 
Carton von J. Schnorr zu dem enkaustischen Gemälde im 
Saalbaue der Residenz zu München. Für den sächsischen 
Kunstverein i844t roy. qu. fol. 

g) Kampf zwischen Sachsen und Franken aus den Krieffen 
Karl's des Grossen« nach W. Kaulbach. Für den sächsi- 
schen Runstverein l84o, roy. qu. fol. 

10) Die Mailänder von Friedrich Barbarossa bezwungen, nach 
H. Muckers Freskobild im Schlosse des Grafen von Spee in 
Heltdorf , für das oben genannte VSTerk des Grafen A Rac- 
zynski, gr. qu. fol. 

11 ) Friedrich Barbarossa*s Zusammenkunft mit Papst Alesan- 
der IIL in Venedig , nach Schnorr's Carton zu dem Ge- [ 
mälde im Saalbaue zu München. Der Kunstverein in Mün- 
chen seinen Mitgliedern 1844 a gr* roy. fol. 

12) Friedrich Barbarossa's Einzug in Mailand, nach Schnon's 
Carton zum Gemälde in demselben Saale. Der Münchner 
Kunstverein seinen Mitgliedern 1842, gr. roy. fol. 

15) Faust's Spaziergang am Ostertage, wo alles zum Thore 
hinaus lustwandelt, nach einer Zeichnung von Comdias, 
qu. fol. 

14) Episode aus Göthe's Götz von Berlichingen : Es kommen 
die Zeiten des Betrugs etc. Gezeichnet voÄ E. Rietschel' 
Fast nur Umriss, gr. fol. 

15) Der Becher, nach einem Gedicht vom Grafen Löwen von 
Retzsch componirt, und für die Chronik des Dresdner Kunst- 
Vereins gestochen, qu. fol. 

16) Die Beschneidung des Johannes, nach G.Jäger, für ^i^ 
BUderchronik des Dresdner Kunstvereins, qu. foL 

17) Christus erscheint den Jüngern, nach A. L. Richter für das- 
selbe Werk gestochen, qu. fol. 

18) St« Stephan vor dem hohen Priester, nach Fetchel. 



Thalamus, P. Lucriniüs« — Thaler » Fr. Christ 29S 

19) Der Evangelist Johannes, nach dem Freskobilde von Cor* 
oielius in der Ludwigskirche zu München, 8* 

20) Die christlichen Tugenden, nach W. Wach, für den dritten 
Band der Geschichte der Kunst von Grafen A» Raczynski^ 
er. qn. fol. 

21) Die Entstehung der Malerei, nach Schinkel, für dasselbe 
Werk, gr. qu. fol. 

22) Nemesis, die Nacht, die Parzen und das Schicksal, nach 
Carstens , für dasselbe Werk , gr. qu. fol. 

23) Die Architektur, nach dem Deckengemälde von Vogel von 
Yogelstein im Schlosse zu Pillnitz, gr. fol. 

24) Die Zurückbringung des entflohenen Megapenthes, nach 
Lucian's Erzählung: die Ueberfahrt. Nach einer Zeich- 
nung von Carstens im Museum zu Weimar, i844« H. 11$ Z., 
Br. 174 Z. 

Thaeter beabsichtigte eine Folge von Sttichen nach sol- 
chen Zeichnungen. Das zweite Blatt, welches noch nicht 
'angezeigt ist, stellt die Geburt des Lichtes nach Sanchu- 
niaton vor. 

I. Vor aller Schrift, auf chines. Papier. 9 Tbl. 
IL Vor der Unterschrift, blos mit den Künstlernamen, auf 
chines. Papier, 6 Tbl. 
IIL Mit der Unterschrift und den Namen, 3 Tbl. 

25) Die Entwürfe zu 4en Fresken des Campo santo in Berlin, 
• nach Cornelius. Dieses Werk ist auf 11 Blätter berechnet, 

und begann 1845« H. 22^ Z., Br. 34 Z. 

26) Die Blätter nach den plastischen Werken von Ch. Rauch, 
gr. foJ. 

27) Die Blätter zur Volks -Bilderbibel von F. Olivier, kl. fol, 

28) Teutsche Trachten aus deii^ 16. Jahrhunderte (nach alten . 
Holzschnitten von Nürnberger Meistern), bearbeitet von 
J. Thaeter. Heft von 6 radirten Blättern 1827 > 4^ 

Thalamus, P. LucriniuS, Bildhauer, wird in einer oft publicir 
ten Inschrift genannt, zuletzt bei Orelli, Nr. 4l8l. Er heisst da 
Yerfertiger von Vasen aus Corinth (A Corinthis faber). 

ThalatiOf Gf JumuSy Bronzegiesser, ein Freigelassener des Mä- 
cenas,wird in einer Inschrift bei Gruter p. DCXXXVIII. 6., und 
beiMuifatorilL CMLXL 4. genannt: FLATVARIVS SIGILARIA- 
RIVS. Als solcher fertigte er Modelle von kleinen Figuren und 
goss sie in Bronze. 

Auch ein S. Julius Panoctus Sygillariarius und ein Pompejns 
Euphemus Sygil. de vico Sygillar. kommt vor. Raoul - Rochette , 
Lettre a M. Schorn, p. 4i4. 

Thaler, Simon, Bildhauer, arbeitete in der ersten Hälfte des 17. 
Jahrhunderts in Prag» Jakob Eberle war sein Schüler. 

Thaler, Franz Christian, Bildhauer, geb. zu Wörgl in Tirol 
1750, 'war Schüler von F. Nissl in Fügen, und ging dann 1782 
nach Augsburg, wo er unter Verhelst arbeitete / und an der Aka- 
demie die ersten Preise gewann. Nach einem zweijährigen Aufent- 
halte in München kehrte er nach Fügen zurück, um Nissl bei 
»Milien Arbeiten für die Kirche in Viecht hülf reiche Hand zu lei- 
'sten. Im Jahre 1786 ging er nach Wien, um an der Akademie 



SM Thaies. ^ Thalhofer. 

seine Studien zu vollendeUf wo er jl794 den pressen Preis. ^eifsan 
und den Ruf eines geschickten Künstlers gründete. Im Schlosse 
zu Schönbrunn ist ein grosses Relief in Marmor von ihm, iprelchet 
die Konigin von Neapel und ihre Kinder darstellt. Am EcVhause 
der Wiener Rathhauskirche gegenüber ist eine Statue des heü. 
Georg von Thaler's Hand. Beim Congresse I8t4 modellirte er 16 
lebensgrosse Büsten von damals anwesenden Monarchen und an- 
dern hohen Personen, welche der Kaiser im Sommerpalaste in der 
Ungargasse aufstellen Hess. Im Landschaftsgehäude zu Innsbruck 
iieht man von ihm die lebensgrossen Portraite des Kaisers Frani I. 
und des Erzherzogs Carl. Auch das Portrait des landschaftlichen 
General - Reierenten Baron von Reinhart ist von ihm geformt 
Ueberdiess bossirte er auch viele Bildnisse in Wachs , welche 
sehr ähnlich befunden wurden. Thal er starb zu Wien 1817« 
Der Bote von Tirol 1823 Nr. 8 gibtNachHcht über diesen Meister. 

Thaies» nennt Sillis, Cat. Artif. Yet., nach Diogenes Laerdus ei- , 
nen Maler von Sikyon, und glaubt ihn von einem anderen Konst- 
1er dieses Namens unterscheiden zu müssen » welchen Dio^nes aat 
einem Buche von Duris i»xcpi ^otypa^iaiiti kennt. Eine dntte Stelle 
kommt bei Boissonade, Anecdota graeca I. 156 vor, wo Theodoros 
Hyrtakenos, ein Geschtchtschreiber aus der byzantinischen Zeh, 
von einem Thaies spricht, der mit Phidias und Apelles in Ver- 
bindung stand, und in plastischen Arbeiten sich auszeichnete. 
Osann, Kunstblatt 1832 S. 205, unterscheidet diese Künstler tos 
einander, Raoul Rochette., Lettre a Mr. Schom, p. 4t 5 > g^^^^ 
aber, es konnte von einem und demselben die Rede seyn, da nicht 
selten Maler sich mit der Plastik beschäftiget hatten. 

Thalheimer, Arbogast^ Maler von Ottenbeuem, hatte in der 
ersten Hälfte des 18* Jahrtiunderts Ruf. Er malte verschiedene 
Andachtsbilder, die in Kirchen zu finden sind. Im Jahre 1723 
war er im Kloster zu Ottenbeuem thätig, in welchem Abt Ruprecht 
viele Künstler beschäftigte. Er copirte für das Capitelzimmer la 
Passionsstücke, und zwar nach Gemälden von Heiss in Ochsen- 
hausen. Bei der Herstellung des Theaters malte er Decorationen. 
Diese Arbeiten unternahm er 1726» und wird da bereits der alte 
Thalheimer genannt. Ueber die Ausschmückung des berühmten 
Ottenbeurer Klosters geben Feyerabend*s Jahrbüdier Nachricht 

Thalheimer, Franz Andreas , Maler von Ottenbeuem, wahr- 
scheinlich ein Nachkömmling des Obigen, v/ar um 1759 in Wün* 
bürg thätig. 

Thalhofer 9 Zeichner und Fechtmeister, war zu Anfang des t6*J^' 
hunderts thätig, und einer der berühmtesten Männer seines Fa- 
ches. Auf der herzoglichen Bibliothek zu Gotha wird ein Fecbt- 
buch von ihm aufbewahrt , welches mit Zeichnungen versehen ist, 
und von Dr. Schlichte^oU : Thalhofer, oder Beitrag zur Literatur 
der gerichtlichen Zweikämpfe l8l7» ausführlich .beschrieben i^t« 
Ein zweites Werk dieses Fechtmeisters findet sich im Manuscripte 
Inder gräflichen Bibliothek zu Aulendorf in Würtemberg, ein 
Tumierbuch mit vielen Handzeichnungen, welches den Unterridit 
enthält, den Thalhofer einem Luitold von Kinigseck im RinpSi 
Fechten mit dem Dolch, Schwert, der Lanze u. s. w. ertheilte- 
S. Verhandlungen des Vereins für Kunst und Altertbttm UkUla» ^ 
Oberschwaben IV. S. 44- 



Thalhofcr» Johann Baptist. ~ Thanner, B. S9f 

Thalhofer, Johann Baptist^ IVUI^r zu Würzburg, entwiekdie 
schon in früher Zeit entochiedenefr Talent zur Kunst , und da- 
her schickte iha 1735 der Fürstbischof Friedrich Carl mit andern 
jungen Künstlern nach Wien, um an der Akademie daselbst seine 
Studien zu vollenden. Der Bischof verwendete diese Künstler zur 
Ausschmückung seiner Residenz und der Kirche« Thalhofe^ und 
sein Kunstgenosse A. Höeler arbeiteten neben dem Hofmaler Bys 
am Plafond der Kirche. Auch in den Zimmern der Residenz sind 
Gemälde von ihnen» wie im sogenannten Spiegelzimmer, in welchem 
sich niedliche und zum Theil burleske Ruder von den genannten 
Meistern finden« Ueber den Bau des Schlosses und dessen Aus- 
schmückung 8. ScharoldV Wiirzburgund seine Umgebungen S.lOl fL 
Der berühmteste Maler, welcher in dieser Residenz gearbeitet hat, 
ist Tiepolo , der an seiner Stelle erwähnt wird« 

Thalhofer starb 1777 in Würzburg ali fürstbischoflicher Hof- 
maler« 

Thallcr, Johann» Zeichner, arbeitete zu Anfang iles 17. Jahr- 
hunderts in Frankfurt am Main. Seinen Namen trägt ein radir» 
tes Titelblatt der Werke des Ulysses Aldrovandini , die in der ge- 
nannten Stadt erschienen, fol. Man liest darauf: Job. Thaller 
l601* Vielleicht hat Thaller dieses Blatt auch geätzt. 

Thaller, ». auch Thaler. 

Thallas, P. Cornelius, Architekt aus der römischen Raiserzait, 
kommt in einer Inschrift bei Gruter 99. 9«, und bei Bracd, L 
265 vor. Diese Insdurift bezieht sich aber zunächst auf seinen 
gleichnamigen Sohn, der Magister Quinquennalis genannt wii^ 

Thamasch, Andreas, Bildhauer, war in Tyrol thatig. Er fertigte 
l684 für die Gruft in Stams die Statuen von Holz, welche die Fürs- 
ten und Prinzen vorstellen, welche daselbst ihr Begräbniss fanden« 

Thamassin, s. Thomassin. 

ThamyroS, Edelsteinschneider, ist durch eine Gemme bekannt, wel- 
che die Sphinx vorstellt, an welcher die Flügel besonders schön 
ausgearbeitet sind, und grösser als sie dieses Ungeheuer auf Gem- 
men von Tryphon, Solon u. a. hat. In Zeichnung und Stellung 
der Figur kommt er aber anderen Edelsteinschneidern nicht gleich* 
Dieser Carneol befindet sich im k« k. Antiken -Cabinet zu Wien, 
und trägt den Namen: OAMTFOT. Bracci II. tab« llS.» Stosch 
Nr. i66« Den Meister hält man für einen Schüler oder Zeit^ 
flössen des Dioscorides. Auch im Cabinet zu St. Petessburg ist 
eine Gemme mit dem Namen des Thamyros, welcher aber von ei- 
nem neueren Meister angenommen wurde« Dieser Stein stellt einen 
zu Pferde steigenden Helden dar« Stosch, p« 93» 95« 

rhamyruS, L. Manlius L« L«, heisst in einer Inschrift (Gruter 
644; Stosch, Gemm. tab. 69. ?• Q2) ein römisdier Vascularius, d. h. 
Veriertiger von Vasen, wahrscheinlich in Metall« 

J^lianer, g. Thai^ner« 

•Thanncr, B«, Zeichner, arbeitete um 1775 in Kempten. Er verfer* 
tigte die Zeichnungen zu J. Zorn's Icones plantarum medicinalium. 
Norimbergae J779 ff. 8. 



298 Thanner, J. — Theer» Robert. 

ThOllner oder Thaner, J., heisst im O«taloge der Birkenstocki. 
sehen Sammlung ein älter Maler, welcher einen gläsernen Pokal 
mit Gemälden geziert hatte. Dieser Pokal stellt den Kaiser auf 
dem Throne mit den sieben Churiürsten dar. 

Thatam, s. Tatham. 

j.liatier^ Oarl^ Medailleur» war um i653 churhrandenburgischer 
Mü&^wardein. Seine Werke sind ohne Geschmack und beurkun- 
den wenig Fertigkeit. ♦ 

Theaulon, g. Theoion. 

J.heed| Bildhauer, begann in London seine Studien, und begab 
sich dann zur weiteren Ausbildung nach Rom. Im Jahre 1858 sab 
man daselbst eine liebliche Statue von seiner Hand, welche die 
Unschuld vorstellt, wie sie den Tod einer Taube beweint, 

Theemann, s. Themann. 

Theer, Adolph , Maler zu Wien, ist durch liebliche Bilder bc- 
kannt, besonders von Frauen, die in Aquarell oder in Miniatur 
ausgeführt sind. Mehrere sind in Almanachen gestochen , wie in 
jenem von Castelli; Huldigung der Frauen, im Taschenbuche Ge- 
denke Mein, u. s. w. Im Jahrgange 1845 des letzteren Almanacbs 
ist von C. Kotterba ein solches Bild unter dem Namen »Yictorine« 
gestochen. 

Dann malte Theer auch Fortraite in seiner bekannten ange- 
nehmen Weise. 

Theer 9 Robert ^ Maler und Lithograph zu Wien, der Bruder des 
obigen Künstlers, wurde um 1806 geboren, und an der Akademie 
der genannten Stadt zum Künstler herangebildet. Er ist durch 
schöne Bilder in Aquarell bekannt, so wie durch Fortraite in Mi- 
niatur, die zu den vorzüglichsten Erzeugnissen dieser Art gebo- 
ren. Er malte mehrere Mitglieder des luiiserlichen Hauses, und 
andere Notabilitäten. J. Steinmüller stach 1832 das Bildniss des 
Kronprinzen Ferdinand von Oesterreich, des jetzigen Kaisers, Brust- 
bild in fol., dann dessen Bildniss im kaiserlichen Ornate i835i 
fol. , ebenfalls nach dem Gemälde von Theer, fol. . 

1) Peter Paul Rubens. Nach Rubens und Pontius l84o, fol- 

2 ) A. Tri est Episcopus Gandaviensis etc. Kniestück nach A. 
van Dyck, roy. fol. 

3) J« Chr. Freiherr von Zedlitz, sitzend im Lehnstuhle. Nacb 
der Natur gemalt und lith. von R. Theer 1836» roy. foL 

4) W. Sedlaczek, k. k. Hofprediger in Wien, 1830, gr. fbl. I 

5 ) Der Triumph des christlichen Glaubens, nach A. Andreani's 
Holzschnitt, Bartsch XII. p. 91. Nr. g. Folge von 8 Blät- 
tern , Wien 1836 , fol. 

6) Christus von seinen Jüngern in Emaus erkannt, nach L. 
Schulz, für das Werk: Christliches Kunststreben in den 
österreichischen Staaten, 12* Lieferung, Prag i84l» roy. fol. 

7) Maria*s Gang nach dem Gebirge und der Stadt in Juda. 
Lucas I. 39* Nach J. Führich's Gemälde bei R. Arthaber 
in Döbling. Für die 13* Lieferung desselben Werkes. Prag 
1842» gr. roy. fol. 1 



Theerbiisch. ~ Thcill, Johann Gottfrieil Benedikt 299 

8) Mater Dolorosa, nach C. Dolce*s Gemälde im Besitse des 
k. k. Medailleuffs v. Böhm in Wien,, fol. 

9) Die badende Italienerin, nach Riedel, t'oL 

Theerbusch, s, Therbusch. 

Theil, 8. Theill. 

Theiler, Friedrich ^ Bildhauer von Ebermannstadt, war Schüler 
von Martin Mutschelle in Bamberg, und Hess sich dann in seinem 
Geburtsorte nieder, wo er verschiedene Bildwerke ausführte. Von 
ihm ist das Grabmahl des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seins- 
heim in Bamberg. Starb um 1830« 

Theilefy Kunstliebhaber in Neisse, bekleidete um 1820 die Stelle 
eines Justitiar. Er malte Landschaften, welche sowohl in der An- 
ordnung als in der Ausführung Lob verdienen» 

Theilingen, s. Teylingen. 

Theill I Johann Benedikt ^ Maler, wahrscheinlich der Vater des 
folgenden Künstlers, starb zu Dresden 1763 im 44* Jahre. 

Theill 9 Johann GottfiriedyBenedikt^ Decorationsmaler, fiebe- 
ren zu Dresden 1745 9 begann seine Studien an der Akademie in 
Bayreuth, und setzte dieselben zu Dresden unter Leitung des 
Hoftheatenniders Müller fort. Im Jahre t779 ^^g^^ ®^ sich nach 
Italien, "um sich in der Decorationsmalerei weiter auszubilden p 
wobei er auch die Werke der italienischen Architektur zu Rathe 
zog und landschaftliche Studien machte. In Bologna ernannte 
ihn die Akademie zum Professor honorarius, was indessen gerade 
kein Beweis seiner grossen Tüchtigkeit ist; denn Theill huldigte 
in der Architektur dem schlechten Geschmacke seiner Zeit, und 
blieb in der Zeichnung stets manierirt. Dennoch fanden seine 
architektonischen Entwürfe grossen Beifall, und die Decorationen» 
welche er malte, galten für das Schönste, was man bis dahin in 
Dresden gesehen hatte. Nach seiner I78l erfolgten Rückkehr aus 
Italien wurde er Hoftheatermaler, ^nd dann auch Professor an der 
ehurfürstlichen Akademie zu Dresden. Später besuchte er noch 
zweimal Italien, wo er jetzt mehrere Zeichnungen ausführte, die in 
Landschaften und architektonischen Ansichten bestehen, theils ge- 
tuscht, theils in Aquarell behandelt. An diesen Zeichnungen fand 
der Churfürst erosses Wohlgefallen ; er erwarb mehrere itajUenische 
Ansichten, und Hess dann durch diesen Künstler auch eine Anzahl 
von Gegenden um Dresden und Fillnite perspektivisch aufneh- 
men. Andere Zeichnungen besass der Graf Marcolini,. und auch 
in meheren Sammlungen waren solche zu finden. Die Oelge- 
mälde dieses Meisters sind selten , und auch . nur als gewöhnli- 
che Dilettantenarbeiten zu betrachten. Zu seinen Hauptwerken 
gehören die Deckenbilder der Kreuzkapelle in der katholischen 
nirche, wo er frostige religiöse Allegorien anbrachte. Diesen Pla- 
fond hatte schon friiher Hutin gemalt; allein das Gemälde dieses 
Meisters hatte sicljL abgebröckelt. Zu seinen bessten Werken, wel- 
che er hinterlassen hat, gehören immerhin noch die Zeichnungen, 
deren auf Auktionen vorkommen. Sie stellten meistens Prachtge- 
bäude mit Gärten und Springbrunnen, Kirchen, Stadtthore, Was- 
serleitungen, Ruinen und Landschaften mit Gebäuden und Figu- 



9M Xbemagerf Lorenz. — Thelott, Erost 

ten dar« Eiaiee sind sdur hnJKch in Tusch und Bi&ler, andere 
in Tnsdi und Wasserfarben, oder in schwarser Kreide , mit farbi- 
gen Stiften, und mit Deckfarben ansgeüUirt. Das Format ist ge- 
wöhnlich gross. Der Konstler starb xa Dresden I797- 

Tbeül hat auch mehrere Blatter radirt, meistens im Umrisie 
mm ooloriien« Die Aosmainng besorgten seine Schüler. C. G* 
Geyser stach nach seiner Zeichnung das Festmahl bei der Vermah- 
lung des Prinzen Anton von Sachsen mit der Prinzessin Caroline 
▼on Savoyen in Turin 1783* Die Zeichnung in Tusch und 'Was- 
serfarben kam 1830 in einer von Weigel in Leipzig TeranstalteteD 
Auktion vor, roy. fol. H. F« Laurin stach zwei Ansichten von Fano, 
qn« foL Von ilim selbst radirt sind folgende Blatter. 

1) Eine Colonnade von dorischer Ordnung, rechts ein ^osses 
Gebäude von modemer Architektur, und zwischen beiden 
eine gothische Kirche. Mit Staffiige von kleinen Figuren. 
J. B. Theill fec. 1777. Geistreich radirtes und malerisch 
aufgefasstes Blatt, welches seltenT vorkommt, kl. qu. fol. 

2) Das sogenannte Frau Mutter -Haus in Dresden, im Um- 
riss zum coloriren, fol« 

3) Der königlidie Marstall mit der Rdtbahn in Dresden. Eben- 
so , fol.^ 

4) Die Brücke zu Fossombrone im Herzogthum Urbino. Eben 
so, fol. 

5) Die Zwinger- Allee in Dresden. Ebenso, lol. 

6) Zwei Ansichten von Gärten 1777* Ebenso, fol. 

Theisinger» Lorenz, s. Daisinger. 
TheisSy Caspar, s. c. Thiess. 

ThelecleS , $. Teledes. 

Thelott, Carl, Maler, geb. zu Düsseldorf 1703» war der Sohn des 
Kupferstechers Ernst Carl Thelott, und wurde _yon diesem in den 
Anfangsgründen der Kunst unterrichtet, bis er 18 14 sich nach 
München begab, um unter Langer sein^^öheren Studien zu be- 

g innen. Er beschloss der Historienmalerei, sich zu widmen , und 
atte zu diesem Zwecke schon einige Compositionen entworfen, 
welche grosse Hoffnungen erregten, zog aber zuletzt die Bildniss- 
maJerei vor. Er malte schon als Zögling der Akademie in Mün- 
chen -^iele Portraitc, welche sich durch grosse Aehnlichkeit und 
solide Behandlung auszeichnen. Hieran! besuchte der Künstler 
einige Städte Deutschlands, wo er überall Bildnisse von hohen 
und fürstlichen Personen malte. Bei seiner Rückkehr nach Mün- 
chen wurden ihm gleiche Aufträge zu Theil, und der Künstler 
war auf dem Wege zu grosser Vollkommenheit, als ihn 1830 su 
Augsburg in der Blüthe der Jahre der Tod überraschte. 

Thelott lithoeraphirte das Bildniss des Grafen Carl von Pap- 
penheim, JBrustbud mit Tonplatte, s. gr. fol. 

Thelott, Ernst, Maler, der Bruder des Obigen, wurde 1802 lu 
Düsseldorf geboren, und von seinem Vater E. C. G. Thelott unter- 
richtet. Er besuchte auch die Akademie in Düsseldorf, wo damals 
P. v. Cornelius einen neuen Umschwung bewirkte, und als dieser 
Meister die Anstalt verlassen hatte, ging auch ITielolt nach Mün- 
chen. Er übte sich Ja mit Eiler an det> Akademie, und hatte bala 



Thelott, Ernst Carl Gottlieb. SM 

den Raf eines tüchtigen Portraitmalers. Seine Bildnisse halieh Cha« 
. raKter und Ausdruck, und sind von warmer Färbung; der^Künst- 
1er würde aber eine noch höhere Stufe erreicht haben, wenn ihm 
ein längeres Leb#n zu Theil geworden wäre« Er starb zu Augs- 
burg 1Ö35. 

Thelott, Ernst Carl Gottlieb ^ Kupferstecher, geboren zu Augs- 
burg 1700, machte seine Studien an der Akademie dasdbst, und 
begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach München, wo er 
aber nur kurze Zeit verweilte, da der Künstler in Düsseldorf eine 
vortheilhaftere Aussicht sich eröffnet sah. In seiner früheren Zeit 
musste er vieles für Buchhändler arbeiten und theilweise mit gerin- 
gen Aufträgen sich begnügen. In Düsseldorf stach er einige Blät- 
ter für das Werk der dortigen Gallericf, deren Schätze später der Gal- 
lerie in München einverleibt wurden. Die Zahl seiner grösseren 
Blätter ist aber bei weitem die kleinere, da er auch für Almanache 
und für literarische Werke arbeitete, und viele kleine Portraite 
stach., Thelott war Professor der Kupferstecherkunst an der Aka- 
demie in Düsseldorf, und storb 1834* 

1) Maximilian König von Bayern, nach M. Kellerhoven, fol« 

2) Caroline, Königin von Bayern, nach demselben, fol. 

3) Wilhelm, Herzog von Bayern, nach M. Kellerhoven. Halbe 
Figur, fol. 

4) Die Bildnisse des Prinzen Friedrich von Preussen und sei- 
ner Gemahlin, in Grabstichelmanier 1822, kl. foL 

5) Dr. M. Luther, für P. H. Holtaus' Leben desselben, 8* 

6) Jean Arnold de Clermond, Nc 24* Mars 1728« mort $. Dec. 
1795. *Nach J. P. Langer, in schwarzer Manier ausgeführt, fol. 

7) Mme, H. S. F. J^*, nee de Clermond, Kniestück im Sessel, 
nach Langer, in schwarzer Manier ausgeführt, fol. 

Im ersten Drucke vor der Schrift. 

8) Das Bildniss des Dichters von Sonnenberg, nach Vagedes, 
für den Almanach Mimigardia. Münster, 18IO, 12* 

9) Friedrich Adolph Krummacher, Dichter, 8« 

10) Friedrich Heinrich Jacobi, Philosoph, 8- 

11) Maria mit dem Kinde, nach C. Dolce punktirt I8IO, kl. foL^ 

12) Die Anbetung der Könige, nach einem alten Meister der 
Cölnischen Schule , fol. 

13 ) Die Marter des heiLjAndreas, nach Rubens , in Stidunanier 
1816, fol. ^ 

14) La mort de Sene^ue. Carlo Lotty pinx. £. €. Thelott sculp. 
Schmitz direx. Für das Düsseldorfer Galleriewerk, gr. qu. fol. 
\ Im ersten Drucke vor der Schrift. 

15) La Dormeuse. Anton Amorosi pin. £• C. Thelott sculp^ 
Schmitz direct. Für das Düsseldorfer Galleriewerk , 011. fol. 

Die Aetzdrücke kommen selten vor, so wie die voUende- 
ten Abdrücke vor der obigen Schrift im Rande. 

16) La fSte des Rois. Metzu pinx. Id. sc. Für das Düsseldor- 
fer Galleriewerk, qu. fol. 

Es gibt seltene Abdrücke vor der gänzlichen Vollendung, 
und vollendete Abdrücke vor der Scisrift. 

17) A Village festival. Une fÄte de Village. Painted by David 
Teniers. Engraved by E., Thelott. V.Green excud. Für das 
Düsseldorfer Galleriewerk, roy. qu. fol. 

I. Mit dem Wappen , und mit offener Schrift. 

II. Mit der ausgefüllten Schrift. 



302 Tlielott, Jak, Gottlieb. — Thelott, Joh. Andr. 

18) La Malade imaginaire, nach J. van Steen*« Bild aus der 
Düsseldorter Gailerie, jetzt in der Pinakothek zu München. 
Eines der bessten Blätter des Meisters , ioL 

Thelott, Jakob Gottlieb, Kupferstecher, geb. zu Augsburg 1708, 
war Schüler seines Vaters Johann Andreas» begab sich aber dann 
unter Leitung von J. D. Herz, und lieferte eine grosse Anzahl 
von Blättern, die aber grösstentheils nur zu den mittelmässigea 
Arbeiten dieser Art gehören. Darunter sind viele Andachtsbilder 
nach J. W. Baumgärtner, D. Herz u. a. In Schmutzer's Bibel sind 
mehrere Blätter von ihm. Mit D. Herz gab er auch ein Zeichen- 
buch heraus. Eine Mu^erkarte von anderen Blättern dieses Mei- 
sters folfft unten y es könnte aber auch Joh. Gottfried Thelott ei- 
nigen Tneil daran haben. Er starb zu Augsburg 1760« 

i) Samuel Widemann, nach J. J. Haid, 4. 

2) Andreas Gnüge, Diacon. Francof. Thelott sc. 4* 

3) N. J. G« Essich, Geistlicher, nach G. Spitzel. 

4) Das Abendmahl des Herrn, nach F. Heel. 

5) Die Hochzeit zu Cana, fol. 

6) Die Kreuzabnehmun^ , reiche Cpmposition von B. M. Puu 
in Frag» 174l für eine These bestimmt. Thelott sc. Dan. 
Hertz exe. s. gr. roy. fol. 

7) Die Erweckung des Lazarus, reiche Composition von J. Jou- 
venet, zur These von Godlroy Rollepatz verwendet» s. gr. 
roy. qa, fol. 

8) Christus und die Samariterin am Brunnen» nach Bemmel» fol. 

9) Die Jünger in Emaus, nach demselben, fol. 

10) Die Heilung des Lahmen an der Pforte des Tempels von 
Jerusalem, nach J. J. Freisler. 

St. Andreas , imitirte Zeichnung von C. Maratti » kl. fol. 
Eine Gruppe von Genien, ebenfalls, 4* 
Der Tod des heil. Joseph, nach A. Marchesini, qu. fol. 
Christus umgeben von Maria und vielen Heiligen erscheint 
einem Kranken, nach A« Marchesini, gr. fol. 

15) Das wunderthätige Madonnenbild zu Eldiingen, nach J. 
Wannmacher. ^ 

16) Das wunderthätige Jesusbild in Salzburg» nach F. J« A. 

17) Das geistliche Uhrwerk, nach Zingg. 

18) Die Malerei, nach F. Albani, fol. 

10 ) Chasseur qui se repose. Statue aus dem Garten zu Versailles. 

Nr. 5. J. G. Th. sc. fol. 
20) Verschiedene Statuen für das Werk; Recueil des marbres 

antiques de la Gallerie de Dresde, gr. fol. 

Thelott 9 Johann Andreas» Zeichner und Goldschmid» geb. XU 
Augsburg 1654» war vermuthlich der Sohn des Goldschmids Joh. 
Fhuipp Thelott, der um i667 daselbst thätig war. Er hatte als 
Künstler Ruf, und seine in Silber getriebenen Arbeiten galten als 
Meisterstücke. Darunter rühmt man vornehmlich einen Becher 
mit Deckel, an welchem er die Fabel der Sphinx in erhabener 
Arbeit darstellte. Diess ist wahrscheinlich jener Becher, welcher 
im Besitze der Familie des geheimen Raths Paul von $tetten sich 
. befindet, an welchem die Geschichte des Oedipus, des Jason uod 
**^niges aus der Fabel des Herkules getrieben erscheint. Thelott 
verfertigte dieses Meisterwerk 1689» in der kurzen Zeit von rief 
Wochen. In der k. Residenz zu München- sieht man von ih|D 
einen vortrefBich gearbeiteten Schreibtisch mit getriebener Arbeit* 



12) 
») 

14) 



Thelott, Johann Gottfried. JOS 

Für den Bbchof von Würzburg fertigte er einen Altar, woran die 
Geschichte des heil. Kilian mit äusserstem Fleifise erhaben.>aarge- 
stellt ist. Dann nennt man auch einen -41 F. hohen Altar» der 
mit Schildplat eingelegt, mit Laubwerk, Engelsköpf'en , grossen 
und kleinen Bildsäulen, Altarbildern u. s. w. von feinstem Silber 
geziert ist. Dieser Altar kam 1710 nach Frankreich, in der Folge 
nach Rom und Neapel, und wänrend des französischen Krieges 
wieder nach Augsburg. - Da kaufte ihn 18C3 ein russischer Kauf- 
mann um 2475 Gulden. Er nahm ihn als Geschenk iiir die Je- 
suiten mit sich nach St. Petersburg. 

Ueberdiess finden sich auch Zeichnungen von- ihm, mit der 
Feder ausgeführt und getuscht. In der Sammlung des Grafen 
Sternherg war eine solche von l675* Sie stellt das Innere eines 
rund6n mit Statuen gezierten Saales vor. Im Yorgrunde ist ein 
Krieffer vor der Statue eines Kaisers, qu. fol. Mehrere seiner 
Zeichnungen wurden gestochen; so von P. L. Leidenhoffer eine 
Folge von allegorischen Darstellungen. Auch J. U. Kraus, Gw- 
Ehinger, L. Heckenaüer, G. A. und A. M. Wolfgang, W. Sper» 
lins und Reinhardt haben nach seinen Zeichnungen gestochen. 
Setletzky stach grosse Thesen und Almanachs nach ihm, die bei 
Ffeffel erschienen. In dem Werke: Neu eröffnete Ottomanische 
Pforte 2 Th. in fol. Augsburg 1094 — 1701, sind ebenfalls Stiche 
nach seinem Zeichnungen, von J. G. Wolfgbng haben wir ein 
grosses Blatt, welches ein Monument auf einer architektonischen 
nasis darstellt, umgeben von allegorischen Figuren und kleinen 
Genien, mit der Scnrift: J. A. Thelot del. Job. Georg Wolfgang 
sc, A. y. 1702 gr. foL Ein anderes Blatt enthält eine Allegorie 
auf die Niederlage der Türken« Jupiter schleudert den Blitz auf 
das Heer, und Herkules vernichtet die Ungeheuer.. In der L*ui^ 
schwebt die Fama, und die Inschrift lautet: Yivat Leöpoldus. Tur> 
carum Victor et Triumphator« J. A. Thelot del. Gab« Ehinger sc 
s. gr. fol. 

Thelott starb zu Augsburg 1734 im 80« Jahre* 
Eigenhändige Radirungen. 

1) Eine Allegorie mit der Inschrift: Nosce te ip$um,, fol. 

2) Scenen aus der Aeneide, unten deutsche Verse eingedruckt, 
24 gut radirte Blätter in Luycken*s und Hoogstraaten's Ma- 
nier. Thelott inv. et fec. , qu.^ 8« , 

3) Eine Folge von Blättern mit Darstellungen aus der Fa» 
bei der Fsvehe. Mit deutschen Unterschrülen« Job. And. 
Thelott del. et fec, qu. 8* 

4) Eine Folge von Soldatenstücken, 6 Blätter. J. And. The- 
lott del. et fec, kl. qu. fol. 

5) Eine Folge von Vier mythologischen Darstellungen in klei 
nen Runden, 12. ^ ^ 

6) Die vier Jahreszeiten, reiche Compositionen. J. A. Thelott 
sc, kl. qu. fol. 

7) Die Leidenschaften. Solche Darstellungen sollen nach Füssly 
in folgendem Werke seyn, welches aber erst nach dem Tode 
des Künstlers erschienen ist: Ch. Hallmann das von der 
Liebe handelnde Pastorellgedicht, zum Nutzen und Ver- 
gnügen derer, die da lieben und sich verheirathen , mit 
von Job. Andreas Thelot gestochenen Kupfern, die Leiden- 
schaften vorstellend. Augsburg 1750, 4« 

nielottf Johann Gottfried 9 Kupferstecher, geb. zu Augsburg 
17 14» der Sohn des Johann Andreas , hintecliess verschiedene Blätv 



SM . Thelo^, Johann Philipp. 

ter, die theiU mit setaem Namen, thetls mit dem Bochstoben J. 
0. T. bezeichnet sind. Er konnte aber mit Joh. Gotdieb Tlielott 
verwecbselt werden, da sich jene Initialen auch auf diesen Meister 
beziehen; Es sind indessen beide Meister von keiner so grossen Be- 
deutung, dass es sich der Mühe lohnte, genaue Untersuchungea 
anzusteuen. Unser Künstler starb 1773« 

1) Ein Crucifix, nach J, D. Herz, fol. 

2) Die Kreuztragung, nach Mignard, fol. 

3) Der Kindermord, nach Rubens, fol. 

4) Die Marter des heÜ. Sebastian, nach Dominichino, fol. 

5) Die Tagszeiten, unter den Figuren der Evangelisten vor- 
gestellt, nach Baumgärtner. 

6) Die Jahreszeiten, unter Heiligen dargestellt, nach Baum- 

Sartner. 
ie fünf Sinne , unter den klugen Jungfrauen vorgestellt» 
, ' nach Baumgärtner. 

8) Herkules und Omphale, nach Cazes, qu. fol. 

9) Die Hirschjagd, nach J. C. Weyerman, gr. qu. fol. 
IQ) Die Reigeroettze , nach demselben, gr. qu. fol. 

11) Eine Folge von Landschaften mit Bäumen, nach den radir- 
ten Blättern von A. Waterloo frei copirt. Bartsch Nr. 113 
bis 118* Mit dem Namen oder J. G. T. sc. J. D. Hertz 
exe«, qu. fol. 

12) Merkmriirdige Thiere aller Art aus der Menagerie von Schon- 
brunn, in guten malerischen Zusammenstellungen, zum Theil 
mit Umgebungen des Pflanzen- und Thiergartens, 12^ gute 
Blätter nach Sal. Kleiner. Thelott et Probst sc. qu. foL 

Thelotty Johann FhiHpp, Goldschmied, arbeitete um l667 <u 
Augsburg. Er scheint auch in Kupfer gestodiea zu haben. Seinen \ 
Namen trägt ein Bildniss des Theologen G. Weinrich» und das 
Titelblatt zum »deutschen Adler, d. i. sämmtiicher deutscher Kai- 
ser L^ben.u Frankfurt l666* 8* Auch das Bil4niss des Arztes Tho- 
mas Bartolinus, nach C. van Mander, hat den Namen: J. P. The- 
lott se. Hafniae. ' Der Stecher lebte damals zu Cop'enhagen. Auch i 
ein Bildniss des berühmten Arztes Patin jfindet sich von einem Joh* 
Philipp Thelott. 

Thelott 9 Johann Philippe Kupferstecher, geb. zu Augsburg I7f4 
wurde an der Akademie daselbst zum Künstler herangebildeL Er 
arbeitete an den Copien nach den grossen Stichen mit chinesi- ; 
sehen Schlachten und Feierlichkeiten, welche nach den Gemäldea 
von Attiret u. a. in Paris erschienen. Diese Copien erschienen in 
Verlage der genannten Akademie, wie Füssly angibt. Sie müssea 
demnadi von jenen von Helman unterschieden werden* Die Augs- 
burger Copien erschienen nach 1770* 

Thelott, Johann Philipp , Kupferstecher von Augsburg, machte 
um 1790 in Paris seine Studien , und führte daselbst auch etliche 
Blätter aus. Jene nach Zeichnungen von C. W. White sind ge- 
ätzt und erschienen colorirt, sind aber längst vergessen. Spätei; Uess 
> sich der Künstler in Düsseldorf nieder. Zu seinen Hauptwerhea 
gehören folgende Blätter: 

Vincentius Steinmayer, Büste, kl. 4. 
Das Testament des Eudamidas, Poussin pinx. Thelott, Düs- 
seldorf scttlp« qu, 8« 



51 



nelotl, JoIhoid Paul. ^ Th^ot« Jen Pterre^ lU 

S) Spielende Bnoem, nach A. Broawer*» Bild in der Gatlerie 
zu Mündien, mit deutsober Und französischer Unterschrift: 
Feint pat A. Brouwer. Giave par J. ?• Thelott, gr. 4* 

4) Bin Hurich und eine Hindinn« J. P. Thelott sc» 8. 

Thelott, Johann Paul , Kupferstecher von Augshurg, betrat seine 
Lautbahn an der Akademie daselbst, und be^ab sich dann nach 
Düsseldorf, ' wo sein Bruder Ernst Carl thatig war. Später Hess 
er sich in Augsburg nieder, und wurde Lehrer an der dortigen 
Kunstschule. - £r ertheäte Unterricht im Landschaftsfaebe , und 
stach auch eine bedeutende Anzaihl von Blättern verschiedeiien 
Inhalts t 8ow(^ Landschaften» als Figuren, Bildnisse und Thiere. 
Für ein We^k über die Mission der Heiden lieferte er den gross-- 
ten Theil der Stiche. 

Dieser üünstler starb zu Augsburg l84o. 

ThcmanH; Garl^ Zeichner und Maler zu Berlin, bildete sich um 
1834 unter Leh^ng des Professors Franz Brüge^, und arbeitete 
längere Zeit im Atelier desselben. Et* malt- Bildnisse in Oel, zeich- 
net solche mit Reissfolei und mit farbigen Stiften, und machte sich 
besonders d^rdi Pferdestücke bekannt» in Oel und Aquarell ge- 
malt. Diese Thiere sind sehr lebeivdig aufgefasst und trefflich ge- 
malt Themann malte auch Scenen 'aus dem Volksleben , und ist 
selbst in Behandlung geschichtlicher Gegenstände tüchtig. Auf 
der Kunstausstellung zu Berlin l84o sah man von ihm*^ eine grosse 
Sttitzeichnung zum Stiche, welche einzelne entsprediende Ereig- 
nisse und Personen aus der Geschichte der Reformation, eine 
Allegorie ihrer geistigen Bedeutung, ihre Folgen bis in die neue- 
ste Zeit, und Uire Verklärung unter dem Segen des HimoEiels 
darstellt. 
' Dann haben wir von diesem Künstler auch lithographirte 

. Blätter. 

1 ) Der Abschied auf dem Schlachtfelde« nach L. Eisholz, gr. fol. 

2) Der erzählende Fuhrmann, nach C. Schulz, qu. foL 

Themery Willem, Maler zu Brüssel, ein jetzt lebender Kunst« 
1er, ist durch verschiedene landschafÜicbe Bilder bekanot. Auf 
der Kunstausstellung zu Brüssel 184S sah man von ihm eine Land*» 
Schaft, welche den Abend vorstellt. 

•tflCne, HanSf Architekt, war in der ersten Hälfte des i4. Jahr- 
Kunderts thätig. Im Jahre 1334 restaurirte er mit ^eter Armknecht 
die Stiftskirche zu Heiligenstadt. J. WolfTs Gesch. derselben. 
Oöttingen t80(K S. 129. 

Aenon-Nargeot, Mme. Glaire, Malerin zu ParU, eine jetzt 

lebende Künstlerin. Sie malt Portraite und Genrebilder. 

Hienot, Jean Pierre, Zeichner und Maler, geb. zu Paris )803, 
machte seine Studien an der Schule der schonen Künste daselbst, 
und widmete sich unter Thibault mit solchem Eifer der Perspektive, 
dass er, i824 mit dem ersten Preise beehrt, die Anwartschaft zum 
Nachfolger desselben als Professor der Perspektive erhielt. Thcnot 
ist aber auch als Maler und Zeichner von Bedeutung. Seine Ge- 
mälde bestehen in architektonischen Ansichten, in Jagden und in 
Landschaften mit Figuren und Thieren. Aehnliche Darstellungen 
zeichnete er in Aquarell und in Sepia, theilweise in sehr grossem 
Formate. Einige seiner schönsten früheren Zeichnungen sind in 

IfaglerU Kürtstler-Lex. Bd.XVIII. 20 



3M Thmfaald , Daniel«» ~ Theoeosmus* 

ftinem Alhuin der tier|cogtt ron Btiry » und in einem ähnlichen 
Werke» welches zu Gunsten der Griechen angefertiffet und von der 
Herzogin von Orleans gekauft wurde. Andere Zeichnungen bieten 
Ansichten von interessanten Orten und Gegenden in Frankreich, 
Italien und der Schweiz, und mehrere derselben führte er auch h 
Gel aus. 

Dann vordanken wir diesem Künstler einen «Essai de per- 
spective pratique.« Paris 192Ö9 8*t einen Cours de per- 
spective pratique. Paris 1829) Edit. 2«">^ 1850»^ 4«; einen 
»Cours eomplet de lithographie,« welcher von 1836 an 
in 10 Lieferungen erschien, und einen Cours eomplet de 
Hessin lineaire et perspectif« in Lieferungen, Paris 1838« 
Morphographie, ou Part de representer toutes les 
formes etc. Paris l838> 8«; Traitc de peinture a TAqua- 
relle et de La vis, 6 Liv. Paris 1836» 8* deu^ch. Leipig i837> 

Für diese Werke lithographirte der Künstler selbst einen Theil 
der Blätteiu Es finden sich aber noch viele andere Lithographiea 
von seiner Hand. Darunter ist eine Folge von Thiereu. Auch 
in dem Werke: La Chine, sind lithographirte Blätter von ihm. 
Die Arbeiten dieser Art gehören zu denjenigen Erzeugnissen de» 
Steindrucks, welche man jetzt Originallithographien nennt, da 
sie auf Stein ausgeführte Handzeichnungen sind. 

Thenot hat auch in Kupfer radirt. In R. WeigePs Hnnstka- 
talog.Nr. 16110 ist eine felsige Landschaft angegeben, qu. foL 

Theobaldy Daniel ^ nennt Füssly einen Kupferstecher, von ivel- 
chem man ein Bildniss des Theologen Ph. H. Widers kenne. 

TheochotOSf nennt sich der Fabrikant einer schönen Vase mit weis* 
sen und violeten Ziertheilen, die zu Volci gefunden wurde, nnd ia 
das Cabinet Durand (Nr. 884 p* 281 ed. Campanari) kam. Der Künst- 
ler nennt sich in alten Schriftzeichen: QE0X0T02; MEIJOEZB. 

TheOcleSy der Sohn des Hegylos, Holzschnitzer und Toreut am 
Lakedämon, war Schüler von Dipoenus und Scyllis, und blüht^ 
um Ol. 55* Er fertigte Götterbilder von Holz, mit Elfenbein uolj 
GokL überzogen (^pu^^c^ai^ti^a ctyaXfnocra.) Im Sdiatzhause da 
Epidamier zu. Olympia sah Pausanias von ihm eine grosse Ti^ 
rengruppe aus Cedernholz: Atlas mit dem Himmelsglobus, He^, 
cules mit den Aepfeln der Hesperiden und der sich um denBaufl| 
windende Drache. Im Tempel der Juno zu Olympia waren dii3 
Statuen der fünf Hesperiden. Diese Bilder waren von BruDM* 
und Gold, ebenfalls Werke der Toreutik. S. darüber Müller'^ 
Archäologie §. 82. 1 

Theocosmus Erzgiesser und Toreut von Me^ara, war SchüM 
des Phidias. Er begann mit diesem Meister die Ausführung ein« 
Statue des Jupiter mit Elfenbein und Gold überzogen, der Am 
bruch des peloponnesischen Krieges Ol. 87* 2 unterbrach aber U 
Werk , so dass es Pausanias noch unvollendet im Olympieioo ^ 
Megara sah. Nur das Gesicht war von Elfenbein und Gold, di 
Uebrige von Thon und Gyps. Ueber dem Haupte ragten dicHore«[ 
und die Schicksalsgöttinnen. Das Holzwerk zum Körper lag halb b^ 
arbeitet im Tempelraume. Dann erwähnt dieser Reisende auch eintf 
Statue des Hermon, der bei Aegospotamoi das Adibiralschiff des Lj* 1 
Sander geführt hatte. Diese Statue weihten die Lacedamonier m^ I 
Zeichen des Dankes iür den erfochtenen Sieg iii Delphi Ol« XCIH «• 
Theocosmus war der Vater des Callicles. 



TheoderiGh vxw Prag« *— Theodore. 9D7 

rheodarioh von Prag, s. präg, Th, von. 
rbeodomar^ b. Thiemo. ' 

rheodOQy 8. Teodoii. 

Theodor, Pfaizg^raf und Herzog zu SuUbach» beTasste sich pflt der 
Baukunst, und führte mehrere architektonische Zeichnungen aus. 
Nach einer derselben wurde, der Hochaltar der Pfarrkirche zu Sulz- 
bach ausgeführt. Pfalzgraf Theodor starb 1732* 

Theodor, Landschaftsmaler^ war um iQ24 in Rom thätig, und hatte 
da den Ruf eines vorzüglichen Künstlers» Er wird im Kunstblatt 
des genannten Jahres erwähnt. 

iheodor, Miniaturmaler zu Lissabon, war Schüler des I80t ver- 
storbenen Pedro Alexandrino, und ein geschickter Künstler. Er 
starb in jungen Jahren. 

uieodore, Radirer» is^ aU Schüler des Francisque, Millet bekannt 
und durch die Blätter, welche er nach diesem radirt hat. Basan 
behauptet, er sei auch Maler gewesen und habe 42 Blätter nach 
Millet i^adirt; allein diese Angabe ist in beider Hinsicht unbegrün* 
det. Die Zsdil der Blätter belauft sich nur auf acht und zwanzig, 
welche Robert -Dumesnil, P. ffr. fraufois L 248 ff« beschreibt. 
Nr. 7 — 22 schreiben Houbrackenund P. Mariette dem Gcrard 
Hoet zu, allein sie tragen alle das Gepräge des Theodore; und 
so hat Robert Dumesnil l^ein Bedenken, sie diesem Meister zn vin* 
diciren. Aucli Bartsch stimmt damit überein. XJeber den vollen 
Namen dieses Radirers stehen, noch Aufschlüsse in Erwartung, 
nämlich in Bezug auf den Familiettnamen , da Theodore wahr- 
scheinlich nur der Tailfname ist. Seine Blätter sind leicht radirt, 
und haben einige Aehnlichkeit mit jenen von van der Gabel. 

1 -»^ 6 Landschaften in runder Form. 

1) Die Fischer. Uebcr den Fluss, der einen Wasserfall bildet, 
führt eine steinerne Brücke zu einem Gebäude links am 
Fusse des Berges. Im Vorgrunde spricht das Weib liiit dem 
Korbe cum Fischer, neben weldiiein ein anderer knieend 
Fische aufhebt. Franc, pinxit, Simon exe, cum pri. regis. 
Rechts unten in der Ecke Nr. i. . Durpbmess^r der Hohe 
6 Z. 10 L-, jener der Breite 6 Z. li. L» 

I. Wie ooen« . , 

II, Ohne Siraon's Adresse. 

2) Der doppelte Wasserfall» Diesen bildet der Fluss neben 
' dem dichtet! Wald, .und gegenüber sind zwei Männer in 

Unterredung am Wege, auf welchem ein Mann nach den 
Gebäuden am Felsen hingeht, franc. pinxit Simon excudit 
cum priuilegio regis. Rechts unten in der £ck^ Nr. 2. Durch- 
messer 7 Z. t L» . . 
I. Wie oben. 
II. Ohne Adresse Simonis* 

3) Das junge Weib mit dem Bündel auf dam Kopfe. D^r Fluss 
durchschneidet die Breite des Blattes, und die Gegend bietet 
Hügel und Berge. In der Mitte vorn geht das Weib nach 
rechts hin. Francisque Pinxit, Simon excudit cum priuilegio 
regis* Rechu unten in der EcUe Nr, 3« Durdunj^sset 7 Z. 

20« 



308 Theodore. 

I. Der viereckige Thurm neben den Oebäuden auf d^m 
Hügel links im Grunde ist weiss , während er in den 
späteren Abdrücken durch perpendiculäre lanien be- 
schattet ist. Die Schrift ist die obige« 
n. Mit dem schattirten Thurme , und mit obi^ ^chiift 
UI« Ohne Simon*s Adresse.^ 
^4) Das kleine Fahrzeug auf dem Flusse, dessen Ufer mit gros- 
se^t Bäumen besetzt sind. Links unter diesen bemerkt man 
drei kleine Figuren. Der Fluss bespült im Grunde den Fuss 
eines hohen Felsen. Links unten: t'rancisque pinxit, rechu: 
Simon excudit cum priuilegio regis. Ohne Numer. Durch- 
messer 6 Z. 10 L. 

I. Wie oben. 

IL Ohne Simon*s Adresse. 

5) Der Sarkophi^ff auf zwei steinernen Sockeln, unter wekheD 
Wasser hervorKommt, über welches links vom eine Weine 
Brücke geht. In Mitte des Grundes treibt der Hirt die 
Heerde nach links hin, und rechts in der Feme bespült 
der Fluss den Fuss des Ferges. Francisc|[ue Finxtt. Simon 
excudit cum priuilegio regis. Ohne Numer. Durchmesser 
6 Z. II L. 

• I. Wie oben«, 

II. «Ohne Simon*8 Adresse. 

6) Die Bucht.. Gebirgslandschaft im Geschmacke Millet's, aber< 
vielleicht von Theodore selbst coqiponirt , welcher hier die; 
Aetzarbeit mit dem Stichel vollendet hat Links vorn am 
Abhänge des Hügels steht ein Weib und spricbt mit einet 
sitzenden Frau* Im Mittelgrunde bildet der Fluss einen 
Wasserfall , rechts sind Gebäude auf dem Hügel , links ziH 
hen sich kahle Berge hin und bilden eine Bucht, in vvel-^ 
eher Barken mit Segeln sind. Ohne Schrift und Numer* 
Durchmesser 7 Z. 7 L. ^ 

Die guten Abdrücke zeigen im Mittelgrunde die leichte^ 

Nadelarbeit, welche später durch den Druck Verschwand 

• . Sie sind selten. * 

T— l6) Landschaften in die Breite. 

Folge von 10 Blättern, wovon aber nur die beiden ersteti 
numenrt sind. H. 7 Z. 5 L. — 7 Z. 7 L», Br* tO Z. lOl») 
bis u Z. 2 L. 

7) Die bei der Vase sitzende Frau. Man bemerkt am Weg^ 
der sich nach rechts in. den Yorgrand zieht, eine Tero^ 
und ein junger Mann mit dem Stocke blickt nach eia(< 

■ Weibe, welches mit dem Bündel auf dem Kopfe nach recM 

hin geht. Vor ihr treibt der Hirt die Heerde am Hügel hi> 
In der Mitte vom sitzt das Weib am Steine , auf vvelchei 
die Vase steht. Links breitet sich Landschaft mit Hügeli 
aus. Rechts an der Terasse: Franc, pin, Simon ezc, cid 
pri, regis. Im Rande Nr. l. 
I. Wie oben beschrieben. 

II. Ohne Adresse Simon's. 

S) Der Fischer im Kahn. Fast in Mitte des Vorgrundes sitft 

ein Mann mit einer phrygischen Mütze am Ufer des Fla^ 

ses, über wdcKen links eine Brücke führt Unt^ den f^ 

' sen Bäumen sieht man drei Figuren, wovon die eine >* 

Brunnen die Hände wäscht. Links yn Grunde geht (i< 



Theodore. Zf^ 

Mann neben einem Reiter,^ und in der Ferne breitet sich 
am Meere die Stadt aus. An der Terasse: francisque pin, 
Simon ex, cum pri, regis. Im Rande die Ziffer^ 2* 

I. Wie oben. 

II. Ohne Simon*s Adresse. 

^> Moses als Kind aus dem Nile errettet. Am Ufer steht Pha- 
rao's Tochter mit vier Frauen und zwei Dienerinnen vor 
dem Kinde, welches auf dem Boden liee^. Links vom ist 
ein Mausoleum mit einer Sphinx unter Bäumen, Im Grunde 
sieht man die Stadt mit einem ObelisKen und einer Pyra- 
mide. Im Rande links: Francisque Pinxit, rechts: äimon 

• excudit cum priuilegio regis. 

I. Vor der Schritt. 

II. Wie oben beschrieben. 

10) Die Flucht in Aegvpten. Gebir^Iandschaft mit Gebäuden 
•unter Bäumen, und links eine römische Ruine, an welcher 
man eine Cascade bemerkt. Ueber die Brücke zieht die heil. 
Familie , welche ein Bettler um Almosen anspricht. An der 
7erasse: francisque Pinxit ,. Simon excudit Cum Priaüegio 
Regis. : ' 

1. Vor der Söhrift. 
. . II. Wie oben beschrieben. 

11) lesus mit sechs Jüngern, vor der Cananäerin; welche fcnieend 
um seine Hülfe bittet. In Mitte des Grundes bemerkt man 
zwei Baumgruppen und^ auf dem Wege gehen einige Firu- ' 
ren nach der femew Stadt. An der Terasse: A Paris chez 
Mr. Simon terra de Cambray an Lion d*or Aoec PriuUege 
du Ro,y ; rechts ^ Frahcisque PiAxit. 

I. Wie oben beschrieben. 

IL Mit der einfachen Schrift: Avec Priuilege du Roy. 

Francisque Pinxit. 
tu. Mit der Adresse: A Paris chez Crepy nie 5t. Jacques. 

U) X)ie Töchter des Cecrops. Im Grunde der Landschaft brei- 
tet sich an der Bergkette die Stadt aus. Im Vore^runde tra* 
gen zwei der Töchter Blumenkörbe auf dem Kopfe, qnd 
von der anderen Seite blickt die eine nach dem in der Luft 
schwebendep' Merkur. Im Rande links: Francisque Pinxit 
Simon exciidit cum Priuilegio regis. 
I. Wie oben beschrieben. 
II.' Ohne Adresse vdn Simon* 

13) Die Landschaft mit den Lapins. Am Ufer des Flusses sind 
Gebäude unter Bäumen am Fusse eines grossen Felsen, der 
sich im Grunde links erhebt. Auf dem Wege im Mittel- 
gründe gehen drei Frauen, wovon die eine mit dem Manne 
spricht, aer auf dem Hüger sitzt, an dessen Fusse man die 
beiden Has'en sieht. Im Rande links: francisque pinxit, 
rechts: Simon ex cum pri. regis. 

I. Mit. obiger Schrift. 

II. Ohne Simon*s Adresse« 

14) Der Sturm. Im Grunde der "Landschaft ist eine hohe Berg- 
kette, und im Mittelgrunde führt eine Brücke über den 
Fluss zu den Häusern. Vorn sit^t ein Mann und eine Frau 
im Schrecken über den Blitzstrahl , links in einiger Entfer^ 
nung geht ein Weib mit dem Rinde, und vorn^ läuft ein 
Mann ninter dem Reiter. Im Rande links: Francisque Pin. 
Simon ex. C. p. R. 



31Ö Theödoi'c. 

I. Wie obe^ beschrieben, i 
IL Ohne Simonis Adresse. 

15) Die Fontaine am Wege, welcher vom Mittelgrund nach 
links in den .Vorgrund führt. An derselben steht ein Weib 
vor einem sitzenden Manne, und im Schatten der Baum- 
gruppe sitzt pin änderer Mann vom Rucken gesehen. Im 
Grunde Gebäude. Im Rande linkst Ftattcisijue Pinxit, recku: 
Simoii jexcudit cum priuilegio regis« 

L Wie oben. 

n. Ohne Simon's Adresse. 
' III. Mit der Adresse i A Paris chez Crepy« . 

16) Die Badenden, Hechts des Blattes breitet sich der Flusj 
aus, und auf einem freien Platze im Mittelgrunde sitzeo 
zwei Männe^ , wovon der eine entkleidet ist. £)er dritte ist 
im Wasser. Links hinter dem Oebüsehe sammelt ein Weib 
Früchte. Im Grunde erscheint das Meer und eine Bergkette. 
Links im {lande! Francis^ue pinxit, rechts: Simon eic. 
cum priUi,<o regis« 

17 — 22) Folge von 6 Blättern ohne Numern, weicht 
nicht im Verlage Simon's erschienen« H» 7 Z. 5 •— 8 L. 
Br. 6 Z. 8 — 1 1 L. . 

17) Cephalus und Procris. Ein lichter Wald gibt die lussicli 
auf eine Landschaft, welche ein kleiner Fluss durchschDet 
det. Rechts schleudert Cephalus mit dem Hunde den Spi4 
auf die Procris hinter dem Geb(üsche. Im Rande rechtsi 
Fi^aneisque Pinxift Avec Priuilege du ijiioy« 

L Vor der Adaresse von Crepy. 

II. Mit derselben. 

18) Die kleine Familie^ Der Mahn.sitsi am Hügel neben detf 
Weibe, welches das Kind hält, und links g^t ein andenj 
Weib auf dem Wege mit dem Bündel auf dem Ropfe. RecbÜ 
aip Felsen sind grosse Bäume,. und im Grunde scheideteil 
Fluss die Ebene, auf welcher Gebäude erscheinen. linRai4 
rechts: Francisse Pinxit Auec Priuilege du Roy. J 

I. Die Gebäude im Grunde rechts sind nicht schatli 

Name des Meisters wie oben. 
II. Die Gebäude sind schattirt. Ohne Adresse. 

III. Mit Crepy's Adresse. 

19) Dfe Heerde am Flusse mit zwei «it^enden Hirten. Das| 
genüber liegeipde Ufer ist mit Bäumen besetzt, durch « 
che sich eine Aussicht öffnet. In der Mitte vom gehti 
Weib mit den) Kinde auf dem Arme vpr dem am Wege 
tzenden Alten. Nach dem Grunde zu geht links ein janf 
Mann und ein Weib im Gespräche. An der Terasse: Frt 
dsque Pinxit Auec Priuilege du Roy.' ^ 

' I. Vor der Adresse von Crepy. 
IL Mit derselben. 

20 ) Die zwei Männer auf dem We^e , beide in der Mitte Td 
vom Rücken, gesehen. Rechts im Grunde sind Gebäude 
9wei Obelisken, und links mehrere BauiAffruppen. Ge 
den Grund zu ist ein Weib mit dem Bvnoel auf dem 
pfe im Gespräche mit einem am Ufer des Flusses sitzendi 
Manne* Rechts, vorn sind ^oss6 Baume. Ao der Teiat" 
Francisque Pinxit Auec Priuilege du Roy« 

L Vor Crepy's Adresse. 
IL Mit derselben. 



. Theodor«. Sil 

21 ) Die Cascado, welche links vorn der Flues bildet, in einer 
waldigen und mit Gebäudea yersehenen Gegctnd». Linhs vorn 
sitzt ein Mann , welcher zu einem Weibe sp^iicht,, das auf 
dem 'Wege längs dem Flusse herkommt. Zwei andere Per- 
sonen sitzen am Wege nach rechts, und eine dritte sieht 
man vom Rücken bei zwei Bäumen in Mitte des Blattes. 
An der Terasse: Fräncis^ue Pinxit. 

I. Vor der Adresse von Crepy. 
II. Mit derselben. 

22) Der Angelfischer. Er sitzt fn der Mitte vorn am Ufer des 
Flusses. Nach rechts geht ein Weib, und richtet den Blick 
nach einer anderen Frau, welche im Schatten einer Baum- 
gruppe ruht. ^ Im Grunde rechts bemerkt man eine Wald- 
spitze , und in der Ferne links breitet sich waldige, Land- 
schaft aus. Im Rande: Francisque Pinxit Auec rriuilege 
du Roy. 

][. Vor Crepy's Adresse. 
II. Mit derselben. 

23) Die beiden Hirten. Landschaft mit vielen Bont^ttppen, 
nach links von einer hohen Bergkette geschlossen* In der 
Mitte des Yorgnindes . spricht ein junger Mann, mit dem 
Stocke zu einem alten Hirten , der am Wege sitzt , S.chal- 
mei und Stock zur Seite. Im Rande: Francisque Finxit, 
Simon escudit cum priuilegio regis. H. 12 Z. mit 6 L. Rand, 

. Br. 17. Z. .,v :: : . 

, I.. Wie oben beschrieben. 
II. Ohne Simon's Adress/s. .,.».. 

24) Die Frau mit Fruchten in zwei Körben, den 'einen auf dem 
Kopfe, den andern am Arme, vor zwei Männern gehend. 
Einer .derselben sitzt am Wege , und lehnt • sieh an den H;u- 
gel , auf welchem der andere sitzt. Rechts isttein Denk- 
mal unter Bäumen, und von da ans wht siofar durch die. 
ganze Breite eine Mauer hin. Auf dem Berge M .Gzunde 
liegt eine Stadt. Ohne Namen und andere Schrifl. H.'l3Z. 
2 L. mit 6 L* Rand, Br. 17Z* 2 L* • •■■■'"' 

25 — ^8 Landschaften in die Höhe.; ' , 
Folge von 4 Blättern ohne Numem. H. J3 ^L i — 3 L. 
mit 3 L. Rand» Br. lO 2. 2.^- 5 L* 
25 ) Det Mann im weiten Mantel auf dem Wege in. Mitte des 
Blattes.' Er spricht zu eineia anderen Manne, der am Wege 
sitzt. In einiger Entfernung nach rechts sitzt ein junger 
Mann mit dem.*Stöcke neben seinem* Bündel, und im Mit- 
telgrunde links .treibt der Hirt seine Heerde. Gegenüber 
ist ein Grabmahl von vier Bäumen umgeben. In der Ferne 
Landschaft ^mit Gebäuden ufid Bergen. Im Rande links; 
Francisque PiSnxit, rechts: Simon ex^udit cum priuilegio re- 
gis. Die Ziffer 2 leicht geritzt. 

I. Wie oben. . • 

II. Mit Crepy's Adresse, statt jenc;r von Simon. 
26) Der Mann mit dem grossen Stocke. £r sitzt in Mitte des 
Blattes und zu ihm spricht eine f^au mit Früchten- im Korbe 
auf dem Kopfe. Neben ihm sdiläft ein anderer auf dem 
. Bauche liegend.* Die Ufer des Flusses sind tnit Bäumen 
besetzt. Im Rande links: francisque pinxit simon excudit 
cum privilegio regis , rechts : die Ziffer 2 verkehrt. 



312 Theodore. — Thoodori, Cari. 

I. Wie oben. 
' 11. Mit der Adresse von Crepy. 

27) Die Melancholische. Sie sitzt rechts vorn am Fasse eines 
Bdumes , und am Wasserfalle gegen den Grund zu treibt 
der Hirt seine Heerde. Auf dem Berge » von welchem das 
Wasser abfällt, ist eine Stadt. Im Rapde links: Franciscitte 
pinxit Simon excudit cum priuilegio regis, rechts die Ziffer 
3 verhehrt. 

23) Die Pferde an der Tränke. Der Flufs f^eht an den am Berge 
liegenden Häusern vorbei und zieht sich nach zweimaligem 
Falle rechts nach dem Vorgrunde. In Mitte des Blattes tränkt 
ein Mann seine zwei Pferde in demselben • ein zweiter rei- 
tet mit den scinigen im Galop davon. Links vorn sitzen zwei 
Frauen am Fusse des grossen Baumes. Im Rande lipKs: 
Francisc[ue pinzit, rechts: Simon ezc. cum pri«i<> regis. 

I. Wie oben. 
II. Mit Crepy's Adresse 

SiieodorVy LandschAfts • und Genremaler, mächte seine Studien in 
Italien, und begab sich dann nach England. Graycs stach nach 
ihm 3830 ein Blatt unter dem Titel: Hie EnthoUstast. Ein ander 
Gicht leidender Liebhaber vom Fischen ^götzt sich dadurch, dass 
er Fische aus der Cufe angelt, 

Theodor! , Carl , Dr., Zeichner und Maler, einer derjenigen Kunst- 
1er, deren Talent der Stand zum Dilettantismus stempelt, obgleich 
sie auf einer Stufe der Kunstentwicklun? stehen, welche Männer 

. verm J^oobe auszeichnet, Theodori wurde- 1788 zu Landshut ge- 
boren, und trat nach. vollendeten UniVersitätsstudien als Sekretär ^ 
in: Dienste* des Herzogs Wilhelin von Biriienfeld in Banz. Schon 
•sein ValB» war. Kanzler dieses durch Hunstliebe und Wo^äiig'l 
.• isilsbiah «usgeseickiieten Fürsten. Nach 4em Tode des Herzog), 
tHtt Sheodori in gleicher. Eigensdiaft ta Dienste Seinet k. Hoheit ' 
deet Bervogs Maximilian in Bayern , und gegenwärtig ist er in 
München geheimer. Sekretär. uad Canileiralh desielben. 

C. Theodori widmete Fon jeher seine Mussestunden mit Vor* 
liebe der Kunst , und brächte es im Fache der landschaftlichen 
DarsteAiing tu einer bedeutenden Stufe. Er malt Landschaften 
in Gel und in Aquarell , welche sich durch sch5ne Wahl der Ge- 
. geilftände., durch liebliche Färbung und durch trefflidie Behsnil- 
nmg auiizeichnen. Auch naturhistoriseha Zeichnungen fertigte er, 
worunter seine Abbildungen der merkwürdigsteu Banzer Fossilien 
in Aquarell und Gouache iür ein lithographisches Werk bestimmt 
waren. Mach seinen Zeichnungen wurdeti auch einige Ansichten | 
des Schlosses Banz und van Yierzenheiligen in Kupfer gestochen. 
J. Foppel stach nach Zeichnungen vo* Theodori, F. C. Hupprecht» 
A« Klein, L. Lange und £• Gerhardt ti Blätter in Stahl, unter 
dem Titel: Erinnerung an Bamberg. Bamberg (18&)» gr. qO' 8* 
Dann l^aben wir von diesem geistreichen Künstler auch eifeo- 
händige Liüiographien und radirte Blätter, Welche in Landschif- 
ten bestehen. Sie sind, wie seine Zeichnui^en, theils mit dem 
Name», theils mit denk Monogramme . C T , oder den griechischen 

• BuchetiJien /£. 6. beceychnet. Letztere Initialen tn^en zwei ra- 
dirte Blätter nach Zeichanngen des Grafen A. von Semsheim, wel- 

.£he Bauernmädchen vorstellen. Bamb. 1825' 26* Zu seinen Haupt- 
werken dieser Art gehört die Ansicht des Grabmals des M< FUu* 



Theodoiich. — Theodoro$. 313 

tiiii bei Tivoli, links unten bezeichnet: Carl Theodori'atfua forti 
f. 1B25» rechts: Nach einer Sepiaaejichtiiuig von VerschaiFelt. Sehr 
schön radirt, qu. fol. 

Theodoriok , g. Theoderich. 

rhcodoricuS, Leonhatd, nennt Füssly einen Künstfcr, der ein 
Buch mit Grottesken herausgegeben habe. Darunter könnte Leon- 
hard Thiry verstanden werden. 

rheodoricus, der dreizehnte Abt des Klosters Notre Dame des 
Dunes in Flandern, war Architekt, Er vollendete 1262 den Bau 
>c]cr Htrche seines Stiftes, welche der Abt Salomon von Gent, 
der zehnte desselben, zu bauen begann. 

Dieses Kloster zählte von jeher viele- Künstler. 

IheodoroS, der Sohn des Rhökos {'PotKot) aus Samos, und Bru- 
der des.Telekles, wird bereits von den Alten mit einem späteren 
Theodoros, einem Sohne des jüngeren Telekles verwechselt, so 
dass Ein Theodoros «chon lange vor OU 30, und bis Ol. 64 herab 
gearbeitet haben müsste, wozu mehrere Menschenalter gehörten. 
Diogenes Lctertius 2» §. 103* » «welcher zwanzig berühmte Männer 
dieses Namens kennt, nennt ihn Sohn des Rhökos au» Samos, so 
wie Hesichius Milesiut de viris illnst. s. ▼. OUSopos a^XoSf und 
Diodor Siculus I. QS« nebeln ihm auch noch den Tdecles, beide 
als Söhne des Rhökos. Diese Künstkr unterscheiden Thiersch» 
Epochen S. 1&2, Silli^. Cat. artificum vet. p. 439» O. Mülle», Ar- 
chäologie S. 4o. von zwei gleichilamigen' jüngeren Künstlern, und 
ersterer fuhrt gegen Hirt, der in der Amalthea I. 266 ff.» iu den 
Jahrbüchern der wissenschaitlichen Critik 1827 Nr. 29 ff-i und 
dann auch noch, in seiner Geschichte d. b. K. bei den Alten S. 85« 
sich hartnäckig gegen eine solche- Scheidung ausspricht, eine 
scharfe Polemik, da Hirt unbedingt dem Pausanias i'olgt, welcher 
(Arkadica VIIL i4. 5) sagt, die Saraier Rhgikos, l»hileofi' (Piiileas ) 
Sohn, und. Theodoros, Telekles* Sohn, hätten zuerst das Erz ge- 
schmolsen und Bildsäulen daraus gegossen; dann Phokica X. 38* 3« 
wiederholt, die. genannten Künstler seien die Erfinder der Kunst» 
das Eisen <aai' das genaueste zu schmelzen und Bilder zu giessen* 
An der ersieren Stelle fügt «dann Pausanias noch, hiazu, dieser 
Theodoros y' des Telekles , Sohn • habe das Siegel des Polycrates 
aus Smarittd ffeleitiget. Auch Herodot 3- 42> behai^tet dieses» 
und bena^fMÄohtet noch überdiiess, dass Theddoros, der Sohn des 
Telekles dem Krösus einen silbemeoi Mischkrug für den Delphi- 
schen Gott :gegosf en habe. Alles dieses vereiniget Üixi unter Theo- 
dor dem Sohne des Jlhökos und »einem Bruder Telekles, und dehnt 
die LebeBsaeit dieser Künstler auf seine aken Autoritäten hin 
übermi^g ails» 

Allein es sind nach Thiersch in jenen Nachrichten offenbar 
zwei Künstler dieses Namens zu unterscheiden» von denen die 
Nachrichten sidi verwirrt haben. Der ältere Theodoros, der Sohn 
des Rhökos, und ein jüngerer, der Sohn des Thelekles. Der äl- 
tere ist ZogHng ägyptischer Meister» dem Däddus- und Epeius 
kunstverwandt, neben welche ihn Plato (Jon* Opp. I. 533) nennt. 
Der ältere Theodoms besuchte mit seinem Bruder Telekles Aegyp- 
*cn, wie Diodor versichert. Sie fertigten das Bild des* Pythiscnen 
Apollo auf Samos von Holz, und wie man erlaubt, nach einem 
leuen ägyptischen Canon. Diodor erzählt, di3 eine HäUte habe 
Icleklcs auf Samo^, die andere Theodoros in Ephesus gefertiget. 



814 Theodoi^of, 

undtlia landen Stücke hatten to jnit an einander gepasit, dast 
.iman glauben jollte,» die ganze Budsäule w^ire das Werk Eines 
IVIeisters. Der genannte Schriftsteller sagt« diese Gattung der 
Bildhauerei sei bei den Griechen gar nicht üblich, die Aegypter 
hingegen haben es darin zur höchsten YolIkpminenHeit gebracKl 
Diese, sagt er, schätzen nämlich bei den Bildsäulen die Verhält* 
niftse ntcht nach dem Augenmasse, wie die Griechen, sondern, 
sobald sie. den Stein gebrochen, bestimmen sie schon das gehörige 
Mass für alle einzelnen Theile des Bildes von den kleinsten bis zu 
den grössten. Die Hohe des ganzen Körpers theile man in ai^TheOe, 
und messe darnach ^ VerhäUnisse aller Glieder ab, Wennsich 
daher die, Künstler nur über die Grösse der Bildsäule verabredet 
haben , so führen sie , getrennt von einander , die Arbeit so votl* 
kommen gleichförmig aus, dass man erstaune über die eigenthüm* 
liehe Geschicklichkeit« Das Bild auf Samos nun sei , nach der 
Weise der ägyptischen Kunst, vom Scheitel an durch die Mitte 
der Figur bis zum Unterleib in zwei Theile gespalten , , die einan- 
der dur^aus gleich und äl^nlich seyen. Auch sonst komme es mit 
den ägyptischen Bildern fast ganz überein, .denn die Hände seyeo 
ausgestreckt, und die Füsse fortschreitend* So erzählt Diodor, 
. und anscheinlich nach Autopsie. 

Theodoros und Rhökos waren ferner , wie oben bemerkt, di« 
Erfinder der Kunst des Erzgusses, auf welche sie, wie Flinius 
erfuhr, schon lange vor der Vertreibung der Bacchiaden aus Co* 
riuth kamen (sunt qui in Samiö primos. omnium plasticen inve- 
nisse Rhöecum et Theodorum tradant mtilto ante Bacchiadas Co*l 
rintho pulsos). Unter dem Worte »Piasticen«^ verstand Hirt di« 
Plastik, und somit müsste Theodoros und sein Vater der altei^ 
Zunft der Töpfer einverleibt werden ; allein unter xXaariKii muji 
der Erzguss, die Kunst in Formen au giessen, verstanden vrer^ 
den, wie VVelker, Philostrati Imag. p. 196, nachgewiesen, unl 
schon Thiersch bemerkt hat. • Frühere Schriftsteller setzen die EK 
findung des Erzgusses zu Anfang der • Olympiaden , nach FHnio^ 
ialll sie ^ aber vor* Ol. 29. 2.» wo die Bacchiaden vertrieben wuri 
den. Wenn wir indessen den Atkenagoras (Legat, pro Christ, ii 
p. 6o> befragen, so müsste Theodorus von Samos neben Dädalitf 
mit einem Theodorus von Milet die Erfindung des Erzgusses unJ 
der Kunst Bildsäulen darzustellen ( avSpiayronor^iK^v lun JtXm 
Kfji/) theilen; allein wahrscheinlich ist nur dur<^ Irrthum aus den 
Samter Theodorus ein Milesier entstanden. IVEit Theodoros £r 
findung des Erzgusses hängt auch, die VerbesseruF^ von Werk 
zeugen oder die Erfindung neuer Instrumente zusammen. FÜniui 
nennt. sie wNormam, libeilam, tornum et clavem.« Von Gussap 
betten des Künstlers erhielt Paiisanias keine Kunde , Plinios Sii 
8* 19* erwähnt aber das eigenhändige Bildnias des Meisters, ^e*^ 
<5hes in Präneste war. Die Figur hie)t in der.- Rechten eine Feild 
und in der Linken zwischen dr^i Fingern eine Quadri^, so kleiOr 
dass eine Fliege mit den Flügeln den Wagenfühsrer nut dem Wa- 
gen zugleich überdeckte« Flinius nennt den Meister ausdrüc« 
»Theodorus , qui labyrinthum fecit« , und sätzt bei, da^s er dieses 
Bildniss zu Samos in Erz gegossen habe. Hirt, U c. 85- findet m* 
Feinheit der Ax4)eit {ganz begreiflich, da er diesen» Theodoros aucb 
im Schniue Von Gemmen ^eübt hält; allein der Verfertiger df« 
Siegelringes des PolyCrates lebte, wie bemerkt, viel später. Auw 
der alte Theodoros von Samos wurde von Flinius wahrschewY 
nur atjs Missverstand unter die Kleinkünstler gezählt Solei« 
Quadrigen von Eisen, die eine Fliege bedecken konnte» daflO 



Xlie«^4oros. MS 

Elfejtbeinsu^eiK^, weiüKo nur fichtbiir wurden, tvenn map «cbwanBo 
Bonten* daranhielt , wurden zur Zeit der. IVlakedo^iUchen Herr- 
schaft hewundeit. Vgl. .0. Müller's Archäologie..^ tSQ.. 

Thebdoros der altere war tauch Architekt. Kr baute mit sei- 
nem Vater Rhoikos am LaByrinthe auf Lemnös. Dieses' Gebäude 
hatte 150 Säulen, rrekhe Bei der Bearbeitung auf einer so günsti- 
gen Vorrichtung ruhten , dass sie ehi Knabe drehen konnte. Pli- 
nius 36. "'iS« 19 nennt als Architekten der Reihe nacht Smilis, 
Rhoecus et Theodorus indigena. Aus dem letzteren Worte müsste 
man glauben, dieser Theodorus sei ein Lemnier gewesen, allein 
der Irrthum erklärt sich aus der oben angezogenen Stelle des Pli- 
nius. Dann war Theocloru« auch öiner dfer ersteb Architekten« 
beim Baue des Tempels der Artemis in Ephesus, wozu nach dem 
Zeugnisse von Herodot, Livius, Plinius und Dionysius Grösus und 
andere Kpnige Kleinasiens contribuirten. Der alte .Thedoro^ legte 
Ol. 45 die Fundamente und füllte alter Ueberlieferung nach den 
Sumpffiy^und mit Kohlen, worunter vielleicht ein Rost von ange- 
branntetn Holze zu verstehen ist. Wie weit er den Bau geführt • 
ist nicht bekannt; man weiss aber, dass Chersiphron noch unter 
Crösus die 60 Fuss hohep jonislchen Säulen aufgestellt habe» Sein 
Sohn Metagenes legte die Architrave darüber, ein anderer Archi- 
tekt vergrösserte den Tempel, nnd Demetrios nnd. Päonios von 
Ephesus führten ihn etwa Ol. 90 *t 00 zuEnde^ Der Bau erhob sich ' 
auf 10 Stufen in einer Länge von 425 F. und einer Breite von 
220 F., Octastylos, dipteros, diastylos, hypaethros. Bei der An- 
lage hatte Theodoros Theil, und vielleicht war auch der alt« Plan 
von ihm gefertiget. Er musste damals als ein berühmter Baükünst- 
1er gelten, dessen Name sich nicht allein an den Bau des Laby- 
rinths in Lemnos knüpfte, sondern auch an f^nen de^ Heräon in 
Samos, Er stand da um Ol. 4o seinem Vater Rhökus zur Seite, wie 
wir ittiArtiliel desselben bemerkt haben. Pausanias, Laeon. 1II.8m 
nennt. ihn der Sage nach auch -den Erbauer der kuppelförmiffen 
Skias 'in. Sparta, in Welcher hoch zur Zeit diesfes Reisenden Volks- 
versammlungen gehalten wurden. Die Zeit der Entstehung dieses 
Gebäudes nennt er nicht, Ottf, Müller bringt es aber mit dem 
Schatzhause des Sikyonischen Tyrannen Myron zu Olympia in 
Verbindung. Dieser Thfesauros wurde bald nach Ol, 33. gebaut, 
in der Zeit der Anfange der ionischen Architektur. Der eine der 
Thalamoi in demselben war aorisch, der andere jonisch gebaut« 

Ferner wurde einem alten Theodoros oder dem Philon, 
Nua notj^^ii zugeschrieben', welche nach einem Fragment bei P^ 
lux X. 52. id8 (vgl. Hemsterhuis) eine allgemeine Unterweisung 
im Tempelbaue enthielt. Vitmvius, Praef. VIl. 12» Schreibt diesem 
Theodöroß*, oder vielleicht nur irgend ein^m fepat-erön Künstler 
oder Runstvörständigen dieses* Namens, auch ein Werfe über den 
Tempel der Juno (Heräon) in Samos zu: (Edidit volumen de 
aede Jknipnis qa&e est Sami do»ica> Theodems)» : Auf «Mese Stelle 
hin nahiniman.an (O. Müller, S. 34; Kuskr, Handbuch S. 188)» 
dass das Heräon ein Bau diß» «Iterthümli^nen donsehen Styls ge- 
wesen sei,; womit aber di« gegenwärtigen RestA des Tempels (Jo- 
nian Amif. L «li« 5 » Bedfonk bei Leake , Asia min. fa 348) nicht 
übereinstimmen. Sie zeigen dw Formen de« Jonischeii Architek- 
tur in- hophalterthümlicher Gestaltung, welche gege» Vitruvius 
sprechen. ^Man glaubte daher ;» dass der Temp^ t»%tt} Zeit des Po- 
lycralesv der mehrere bedeutende architektonische Unternehmun- 
gen auf Samos ausführte-« "aeu 'gebaut wurde." Allein .Herodot U. 
l4d« UI. 60, welcher diesen Tempel für den grössten.iQrklärte» den 



3M Tfaeodorös. 

'er katanfe , wdM nichts von eiBom Nenba«,^ «ad TKiersdi (tu sei- 
ner Abh; über hellenisch bemalte Vasen in den Abhandlangea 
der k. bayr. Akademie IV,- München 1844« S« 12), tagt daher, 

' dasft Thepdprus über einen dori&chen. Tempd der Hera auf Samos 

. nicht habe ^schreiben können, weil es weder dorV noch überhaupt 
in Jonien einen solchen gegeben habe. Nach seiner Ansicht be- 

. ruht die .alle geschichtliche Entwicklung .der griechischen Archi- 
tektur gleich vom Anfang authebende JBehauptung von einem do- 
rächen. luno- Tempel auf der falschen Leseart 4es Vitruvius do- 
rica statt ionica. . Damit ist aber nieht gesagt,, dass auch kein 
Werk über das Heräon vorhanden gevyesen. Vitruvius mag dariiber 
gegründete Nachricht gehabt haben» immerhin aber bleibt die 
Y«prmuthung,^ dass dieses Werk später entstanden sei* . Der Verfasser 

- möge cbenudls Theodofos gehenssen haben, welcher mit usserm 
Künstler für Eine Person dürfte gehalten worden seyn, weil er mit 
seinem Vater Rhökus am Baue tkätig war. Hirt ( Gesch. d« b. K 
S. 86) ist seiner Sache gar zu gewiss, wenn er behauptet, Rhö- 
kus. habe den Tempel gebaut, und sein Sohn TheodArus ihn be- 
schrieben, unbeachtet der scharfsinnigen Einwurfe ThierscVs (Hpo» 
chen, 2. Aufl. S. ISQ*) Hirt« jAn^ahhea 1. A.^ meint, das Buch habe 
über die dorischen Verhältnisse des Tempels gehandelt, es sei also 
ein rein architek^pnisches , und in der Absi(Uit geschrieben getve- 
sen» die Lehre, nach welcher das, Gebäude aufgeführt war, ^el- 
1 , tend zu machen und «u empfehlen » und diess könnte nur von { 

• ../ Theodoros dem. Sohne des Rnökos geschehen seyn, da nach seiner 
j. . Ansicht kein späterer Künstler über die dorischen Verhältniwe ei- 1 

nes Tempels geschrieben haben durfte, welche der früheren Zeit 

-/ eemäss, ijoch sehr schwerfällig aussehen müssten. Allein Hirt he- 

{. . denkt nich^,. dass zur Zeit des Polycrates, in welche er seines 

Theodoms ^tzt, diess keineswegs der Fall war, abgesehen davon, 

dass die Reste einen Bau altjontscher Art beurkunden.' Der Ruhm 

• dieses grössten aller Tempel, wie Herodot ihn nennte da zur Zeit 
dieses Geschichtsschreibers des Artemisioi^ seine volle Ausdehnung 
noch nich^ erreicht zu haben scheint, könnte iodimerhin auch eioea 

.• . Späteren angereizt haben, den Tempel zum Gegenstamd antiqua- 
rischer Untersuchungen zu wählen,. m welchen me Geschichte sei- 
ner. Erbauung und seine Architel^tur einen Hauptabschnitt bilde- 
-ij. ten, wie Xhiersch der unhfdtba^en Hypothese Hirt's gegenüber 
.' verm^th/Qt* , ., > 

.OCheodoroSi der Sohn des felekles von Samos, gab schon in obi- 
y>r. gem Artikel einen Grvnd zur historischen Untersuchung, da er 
mit dem Soh^e, des Rhökus veriyechselt wurde, d^r um menr denn 
'I , iünf IVEen^chenalter älter ist ^jLs^ der Sohn des Tel ekles. Letzterer 
i> ist d^na^ch. wieder von dem Bruder des alten Theodoros zu unter- 
scheiden. ., . , . . ' . 

Theodoros >der jüngere wJW «Metallarbeiter und* von ilun ist 
wahrs4^ein}K>h dds Bildniss mit der Quadriga, «redohe eine Fliege 
mit ihroln FlügflAn bedecken konnte, dessen wir.. xnüobisren Artikel 
erwähnt haben« da es dem älteren Theodoros. vof^eschii^n wurde. 
^ ' Der >ifoigm theodoros arbeitete zwischen <o£ ^$s^ und 58« ^ 
Crösus und^ Polyerates. Er göss fiir den eraleren einen grossen 
silbernen Mischkrug für 'den delphischen Gott^>;taadi Herodot 
lU. 42 eiin Werk von eiffenthümlicher Schönh^, welche Pausa- 
nias den Arbeiten des RhöKns und des älteren Theodoms abspricht, 
die indessen nieht zu den Kleinmeistern gehörftev^ eondern al^ 
Architekten und Bildner in Erz und Eisen' zu . betrachten sind' 



Theodoros. 31 f 

Dieser MbchlUHg wurde Ol. 58* !• (548 v. Chr.>.gewieikt. Bm- gol- 
dener Mischkrug war . im Paläste der periischeo liÖDige, welchen 
Charu aus Mitilene bei Atkenüus Xlh &l4« F. ein Werk des Theo- 
dor von Sainofi nennt, worunter ebenfalls unser Künstler zu^verste- 
hen seyn dürfte, nicht der. alte Theodoro&y der SobA.des RJiökos. 
Dann fertigte Theodoro« ^uch den Siegelring des Polykrates, wel- 
cher dem Tyrannen so'wotnl gefiel 9 dass er ihn beständig trug. 
Ob der Stein geschnitten gewesen , ist zweifelhaft* Nadh Plinius 
war der Stein ein Sardonix, den man noch spät in JElom sab# Lavia, 
die Gemahlin des Augustus, Hess ihn in ein goldenes Hörn fassen, 
und weihte ihn im Tempel der Conoordia« jDass in diesem Stein 
ein Siegel oder eine Figur geschnitten sei, sagt nireder ^Plinius, 
noch Herodot; sie sprechen nur von einer Fassung in Gold, die 
vermuthlich schön gearbeitet war. Pausanias scheint von einem 
Sieg^ in Stein Kunde gehabt zu haben. Auch Stridbo und 'Gle^' 
mens Protr« deuten auf einen geschnittenen Stein* Neuere Ar- 
chäologen, wie O. Müller, S. 77« 2* wollen dem Theodorus nur 
die Fassung zueignen. Bfi gab im Alterhume eigene Siegelschnei- 
der, die auch andere Steine in Ringe schnitten; 'fheodoros wird 
aber nur Arbeiter in Metall genannt. Polykrates starb Ol. 64* 3» 
zu einer Zeit, wo Theodoros wahrscheinlich schon lange nicht 
mehr lebte. 

Theodoros 9 Architekt von Fhokäa, ist au» Vitruvius Piaef. VH.IgV 
bekannt, ßr schrieb ein Werk über den Tholus in Delphi. Diese 
Art von Gebäuden sind nach ihrer innern Einrichtung wenig be- 
kannt. Sie waren wahrscheinlich Rundgebäude, so wie die Skias 
des alten Theodoros in Sparta. Der Tholos vpn At|ieB hiess el^env 
falls Skias. Ob dieser Thplos in Delphi das Buleuterion oder der 
Thesauro^ daselbst war, ist unbekannt. Reisende sprechen von 
einen Rundbau in jener Gegend. 

Theodoros^ Mosaikarbeiter» Bildhauer oder Modelleur, blühte ge- 
gen Ol. 120» wahrscheinlich in Rom. Plinius sagt, dass er den 
^trojaniscben Krieg in mehreren Tafeln dargestellt habe. Dieser 
Mytbenkreis war damals beliebt, und wurde an Fussböden, an 
Pokalen, Waffen, und später auf Relieftafeln dargestellt. Er wird 
iür den Verfertiger der berühmten Tabula Iliaca im Mus. Capi- 
tolino gebalten. Sie enthält im Relief die Begebenheiten der Uias 
und die folgenden bis zur Auswanderung' des Aeneas, in Bezug 
auf Rom afi Neu-Troja. Auf einem Fragmente stehen naph O; 
Jahn*& Lesung ( Gerhard's arch. Zeitung S. 302. IS*) die Worte : 
BEO^SIPHOS HITEXNH. Abgebildet ist diese Iliscbe Tafel: 
Mus. Gap. lY. tB'f Tisdibein YII. 2» MontCaucon, Antiq. expl. 
Supp. IV. 38. , Miliin 558. 

Plinius '35« 4o» 4o sagt iü^dessen nicht, d|Eiss das Werk diese» 
Meisters: Bellum Iliacum pluribus tabulis, cpiod est Romae in 
Philippi porticibus, eine |>lastische Arbeit sei; er nennt den' Mei- 
ster einen Maler, Welcher ein anderer Künstler dieses Namens 
seyn dürfte, der auf mehreren Tafeln Gegenstände aus der Iliade 
in Gemälden behandelte. Dann zählt er noch andere Gemälde 
auf: das Bild eines Mannes, der sich mit Oel einreibt, den Tod 
des Eghisthus und der Glytemnestra durch Orestes, das, Bild der 
Cassandria im Tempel der Concordia, jenes der Leontium im Nach- 
denken, und ein solches des Königs Demetrius. ' * 

Theodoros 9 der Sohn des Porös, Bildhauer von Argos, ist durch 
eine Inschrift bei Boeokh (Corp. tnsc. gr. Nr. 1197) bekannt, aus 



320 Theöphaacs. — Theophilüs. 

lygnot ttellte denselben in Aer Letche su Delphi d«. Ein drittel 
Gemälde des^Theon beschreibt Aelian. Es stellt einen Krieger in 
Rästung dar, wie er im schnelkten Schritte zu Hätte eilt Auch 
Aelian nennt dieses Bild ^ayra^ia, 

Kur Zeit dieses Künstlers blühte im Peloponnes die Sikyoni 
sehe Schule, deren Hauptauszeichnung wissenschaftliche Bildung, 
künstlerisches Bewusstseyn, und die höchste Genauigkeit und Leich- 
tigkeit in der Zeichnung war. Auch Theon gehört der SikyouischeQ 
' Scnule an. Seine Bilder zeichneten sich wahrscheinlich durch Le- 
bendigkeit der Phantasie aus. 

TheOphaneSf Maler, ein Grieche aus Constantinopel , Hess sich io 
Venedig nieder, und gründete daselbst um 1200 eine Schule, wel- 
che von einheimischen Schülern zahlreich besucht wurde. Die 
' Nachrichten über die Verpflanzung griechischer Künstler nach 
Italien sind mangelhaft, offenbar ist aber, dass die ältesten italie- 
nischen Meister von griechischen Künstlern gelernt haben, so 
dass eine lebendige Mittheilung griechischer Kunst stattgefunden i 
haben muss. Die italienischen Malereien des i3* Jahrhunderts zei- 
gen nicht bloss den Ausdruck griechischer Vorbilder, sondern auch 
Vortheile und Handgriffe, welche früherhin nur bei den Griecheu 
üblich waren. Venedig bot den griechischen Meistern vor aiico 
anderen Staaten Schutz , und somit mögen sie schon in jener frü-! 
hen Zeit eine Schule gegründet haben , deren Existenz ^ber noch 
auf schwachen historischen Beweisen ruht. Die Geschichte von 
Meister Theonhanes, welchen Fiorillo Theophilos nennt, ^^ 
die Historia almi Ferrariensis gymnasii. Ferrara 1735» und U' 
netti, Della Fittura diVenezia, Ibiden 1771» P* i> bringt sie wi^ 
der. Auch Fiorillo stüttt sich auf das erstere dieser Werke. 

Sicher ist, dass sich in den Gegenden, wo byzantinische Cal* 
tur vorherrschte, Werke finden, welche entweder von Griechen, 
oder von deren Schülern herrühren. Sie bestehen ziemlich auf- 
schliesslich aus Mosaiken. Man sieht solche in S. Marco zu Ve- 
nedig, in den normannischen Basiliken Sicilieus, und in einiget 
Orten Italiens. Andrea Tafi bringt mit Apollonius die bytanti- 
nisch^ Kunstweise nach Toscana, Solsernus erscheint in Spoleto 
u. s. w. Wir finden bei mehreren alten Meistern angegeben. 
dass sie Schüler von Griechen gewesen seyen. Als einer der Tn- 
ger der byzantinischen Kunst wird Theophanes genannL 

Theophilos f Toreut, ist aus Flutarch 32. bekannt. Er fertigte künst- 
licne Waffenstücke , wahrscheinlich mit Reliefs und Grnamenleik 
Alezander der Grosse hatte von ihm einen Helm von Eisen, der 
wie Silber glfintzte. < 

TheophlhlSi Priester und Mönch, auch RttgerUs genannt, war ei- 
ner jener Männer des zwölften oder dreizehnten Jahrhunderts ij 
welche in ihrer stillen Klostercelle der Kunst in ausgedehnter 
Weise ihr Leben weihten, und neben der Ausübung .derselben 
namentlicb im technischen Theile für damalige Zeit Bewunderung^ 
würdiges geleistet haben. Man weise aber nicht woher dlei(t\ 
Mönch stammt, /^nd wo er gelebt hat. Aus seinem Werke, des* 
sen wir unten näher erwähnen , sollte tnan schliensen , er habe 
die griechischen Kunstverhältnisse unmittelbar in Constaatinopei 
erfierscht, oder sei wenigstens in Venedig oder in SicUien damit 
verlrant geworden. Er scheint mit der feder in der Haod alle 
Werhstatle» des Continents lMfuch( su hiaheob Er kennt die deut- 



Theopliflufi« SSI 

sehe, französisehe und italieBische.. Kunst» und OMicht die ver- 
schiedenea Methoden bis ins Detail bekannt« Graf Cicoffnara, Stör, 
della scultnra III» 148» nnd andere machten ihn zu einen Italie- 
ner, weil eine Handschrift T(^n Theophilus*: Diversamm artium 
schedula die Aufschrift »Tractatus Lumbardicus« trägt, und weil 
sie im Namen Rugerus, welcher in der Handschrift der Bibliothek 
Nani beigefügt ist , italienische Ableitung suchen. Allein schon 
Morelli (Codex manusc. Bibliothecae Nani p. 35) glaubt, der« Name 
Theophilus deute eher auf einen Deutschen, so wie denn auch 
Rugerus der deutsche Rüdiger ist, wie sich vielleicht Theophilus 
vor seinem Eintritt ins Kloster genannt hat. Lessing (über die ^ 
Wolfenbütteler Handschrift) spricht sich entschieden für die deut- 
sche Abkunft des Theophilus aus, weil der Compilator des Wer- 
kes «»Lumen animaeu sagt, er habe Theophilus' Diversarum ar- 
tium Schedula in einem deutschen Kloster gefunden; allein Theo- 
philus schrieb seine Anweisung auch für die Franzosen und Ita- 
liener, er lieferte Vorschriften für Künstler jeder Nation. Um in 
Deutschland ein Kloster zu finden, wo Tl^eophilus gelebt haben 
könnte, wendet sich Lessing nach St. Gallen, wo ein Tutilo oder 
Tuotilo lebte, welcher Maler, Musiker und Redner war. Diesen 
hält Lessing für Eine Person mit Theophilus, wozu ihn die Ana- 
logie des Namens verleitete, ohne anderweitige Belege beibringen 
zu können. Tutilo lebte aber im Jahrhunderte vor Theophilus, und 
letzterer steht daher selbstständig da. Seine deutsche Abstammung 
wird jetzt nicht mehr bestritten. Selbst Graf Charles de L'Escalo- 
pier (Theophili presbyteri et monachi Libri III. seu Diversarum 
artium Schedula mit französischer Uebersetzung. Paris 1843« 4>) 
adoptirt die Ansicht von dem deutschen Ursprung des Theophilus. 
Auch im vierten Bande der Annales archeologiques, dir. par Didron 
ainc. Paris 1846 1 wird diese Annahme nicht bestritten, und über- 
diess gegen Lessing sehr wahrscheinlich gemacht, dass Tutilo von 
St. Gallen mit unserm Theophilus keine Gemeinschaft habe. Die 
alte St. Galler Chronik nennt diesen, sagt aber nichts von einer 
Diversarum artium Schedula. 

Dieses Werk verdient vor drei anderen Schriften über Kunst- 
technik * ) die besondere Aufmerksamkeit der Kunstforscher. Den 
Namen des Theophilus nennt zuerst Cor. Agrippa, Deincert. et 
vanit« scientiarum , Antv. 1530. Cap. XC. , er kennt aber nur das . 
zweite Biich, jenes über die Glasmalerei, »de qua Theophilus qui- 
dam pulcherrimum librum conscripsit-)« Josias Simmler, Epit. Bib« 
lioth. C. Gesneri. Tiguri 1555, p. 173, gibt aber den Inhalt der 
Handschril^ der Leipziger Bibliothek, welche in einem alten Klo- 
ster gefunden wurde, näher an: Theophili monachi lib. lU. Pri- 
mus de temperamentis colorum, Secundus de ratione vitri, Tertius 
de fusoria et metallica. Extant apud Georgium Agricolam in ^er- 
gamenis, et in Cella veteri monaterio, quae bibliotheca Lipsiam 
translata est« Dasselbe Manuscript erwähnt auch Joachim Fellner: 
Cat c6d« manuscript. biblioth. Paulinae in academia Lipsiensi p. 255f 
and in den Actis eruditorum 169O, p. 4lO, ist dasselbe Genauer 
beschrieben, als eine der Seltenheiten der Paulinischen Bibliothek. 
Da lesen wir: Est autem isthoc libri initium: Theophilus humilis 
Presbyter, servus servorum Dei, indignus nomine et professione 



*) 1) Compositiones ad tingenda musiva, pelles etc. bei Mu' 
ratori,' Antiq. Italicae medii aevi. II. 2) Heraclius, de co- 
' loribus et artibus Romanorum. Ed. Raspe. 3) Cennino Gen- 
nini, trauto della pittura (l457)» Roma 1821- 

IVagIer'4 Künstler • Lex. Bd. XVIII. 2t 



32i TheophiltU« 

BMmachi ete. Libri hujusartis vitraiiae sunt Ire», l« de Goloribus 
9t eorum mixtura, 38 Cap. II. de constructione fumi ad operan- 
dum yitrum et instrumentis hanc in rem necessariisy 34 Cap. , quo- 
rum XIX. est de vitro, quod Musinum Utatt Musivum) opus de- 
corat. III. de limis , de vasculis ad liquetaciendum aurum et de 
nigello imponendo et poliendo. Dieser Theil enthält nur die ersten 
7 Capitel , und im zweiten Buche fehlt Cap. J'2 — l6. Lessing 
(Alter der Oelmalerci S. 303, und Leiste (zur Geschichte und Li- 
teratur aus den Schätzen der Bibliothek zu Wolfenbüttel, IV. Vor- 
bericht, 5 ) setzten das Manuscript ins 13. oder l4* Jahrhundert 

Ein drittes Manuscript des Theophilus war 1706 in der.Bi- 
bliotheca Bigotiana V. 3lt, "«^reiches aber nur die 29 ersten Capilel 
des ersten Buches enthält. Es ist wahrscheinlich jenes Exemplar, 
welches jetzt im Cataloge der k. Bibliothek in Paris sub. Nr. Ü74l 
als Codex chartaceus, olim Bigot^anus angegeben und folgendeo 
Inhalts ist: l) Experimenta II8 de coloribus. 2) Theophili de omni 
scientia picturae artis. 3 — 6 ) andere Schriften. Die Handschrift 
scheint aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zu stammen. 

Lessing fand auf der Bibliothek in Wolfenbüttel jenes Ma- 
nuscript auf, welches nach Simmler 1555 Georg Agricola besass. 
Es gab ihm die Veranlassung zu seiner Abhandlung über das Alter 
der Oelmalerei, welche 1774 erschien, und im achten Bande seiner 
vermischten Schriften. Berlin 1791, wieder abgedruckt wurde. In 
dieser Abhandlung spricht er bekanntlich dem Jan van Eyck die 
Erfindung der Oelmalerei ab, weil schon Theophilus das Oel zur 
Malerei empfiehlt, und die Anweisung dazu gibt. Lessing wollte 
auch das Werk des Theophilus aus den Handschriften in Wolfen- 
büttel und Leipzig herausgeben , als ihn der Tod an seinem un- 
ternehmen hinderte. Christian Leiste gab dann 178t (Zur Gesch. 
tt. Lit. aus den Schätzen der herz. Bibliothek in Wolfenbüttel IV. 
p. 289 — 424 ) Diversarum artium Schedula heraus. Während die- 
ser Zeit publicirte auch der Engländer E. Raspe einen Theil des Wer- 
kes von Theophilus nach einer Handschrift des 13« Jahrhunderts 
in der Bibliothek des Trinity- College in Cambridge, verfuhr; 
aber mit grosser Nachlässigkeit. Das Buch hat den Titel: A cri- 
tical essay on oil - painting , proving that the art of painting m : 
oil was known before the pretended discovery of John and Hubert 
van Eyck; to which are added, Theophilus de arte pingendi, Era- 
clius de artibus Romanorum, and a review of Farinator's Lumen 
animae, by R. E. Raspe. London 1781, 4. Dieses Werk enthält 
die ersten 37 Capitel des anderen Buches der Diversarum artium 
Schedula. Raspe fand auf der Universitäts- Bibliothek in Cam- 1 
bridge auch noch ein zweites Manuscript vor, welches das erste ■ 
Buch enthält, bis auf die Capitel 33 <-r 37. 
^ Manuscripte der Diversarum artium Schedula finden sich al-*o 

folgende : 1 in Wolfenbüttel , 1 in Leipzig , 2 in Cambridge, 1 i» 
Fans. Eine neuere Abschrift aus dem 17. Jahrhunderte ist in der 
Bibliothek Nani ( Morelli Cod. manusc. lat. Biblioth. Nanianae. 
Venet. 1776, p. 33), mit dem abweichenden Titel: Theophili»*'' 
nachi, qui etRugerus, libri tres, L de Temperaments colorup. 
II. de Arte vitriaria. III. de Arte fusili. Morelli spricht auch von 
atwei Handschriften der kaiserlichen Bibliothek in Wien , die em« 
aus dem 12. Jahrhunderte, aber unvollständig, die andere wahr- 
scheinlich Copie der Handschrift der Bibliotheca Naniana. La»* 
becius weiss indessen nichts von solchen Codices * und auch sp** 
tere Bibliographen schweigen davon. 

Die bisher publtcirten Manuscripte sind jene de» Trinity-Cw* 



Theophilus. 313 



lege in Cambridge, in Wolfenbüttel und Leipzig, keine dieser 
Ausgaben aber genügt Vollkommen. Dess wegen Hess Graf Charles 
Escalopier von dem Manuscripte aus dem 13. Jahrhunderte auf 
der Üniversitäts- Bibliothek in Cambridge eine getreue Abschrift 
nehmen, und veranstaltete eine neue Ausgabe, welche i^t kriti- 
schen Noten un^ mit den Varianten der anderen fünf Handschrif- 
ten versehen ist. Sie erschien unter dem Titel: 

Theophili Presbyteri e^Monachi libri III. seu Di- 
versarum Artiunf ScheduJa. Opera et studio Ca- 
roli de L' Escalopier. Mit französischer Uebersetzung 
des lateinischen Textes. Lutetiae Farisiorum MOCCCXLIII. 4* 
üeber den Ursprung dieses Werkes, welches durch die biblio- 
graphischen Nomenclaturen des l6* Jahrhunderts bekannt ist, sind 
wir noch immer in Dunkelheit. Was Lessing (Alter der Oelipalerei, 
gesammelte Schriften, S. 3o4) und Leiste (Zur Gesch. u. Lit. VI. 
Vorbericht, 4.) über das Alter der Handschrift in Wolfenbütlel 
sagen, ist ohne Grund. Der erstere setzt den Codex ins eilfte, und 
der andere ins zehute Jahrhundert, gibt aber zuletzt die volle Un- 
sicherheit seiner Ansicht kund, indem ^r an anderer Stelle der 
Schrift den Wolfenbütteler Codex mit jenem in Leipzig in das. 
selbe Jahrhundert setzt, d. h. ins 13. oder l4- Jahrhundert. Der 
Sprung ist zvyar unüberlegt, das f3. Jahrhundert hat aber jeden- 
falls näheres Recht, als das* 10* und il. Jahrhundert. 

Die Schriftsteller des 15» Jahrhunderts nennen das Werk gar 
^icht, oft aber erwähnt ein unbekannter römischer Compilator aus 
der Zeit des Pabstes Johann XXII. (I3l6 — 1334) dieses Theophilus. 
Er sagt in seinem Werke, welches der Pabst »Lumen animae«c 
nannte, dass ihm neben anderen Handschriften aus einem deut- 
schen Kloster das Breviarium diyersarum artium des 
Theophilus zugekommen sei, und 42 mal verweist er auf die- 
sen Gewährsmann ** ). Ist nun aber das erwähnte Breviarium diver- 
sarum artium des Theophilus die Diversarum artium Schedula? 
Simmler bejaht es. Lessing, Raspe und Leiste verneinen; allein 
J* M. Guichard, Introduction zur Div. art. Schedula des Grafen 
L'Escalopier, fand 'bei der Vergleichung der betreffenden Stellen, 
dass das Breviarium die Schedula diversarum artium sei, und dass 
der Compilator nur nicht wörtlich excerpirte. 

Wenn nun diess der Fall ist, so könnte das Werk spätesten« 
gegen Ende des 13. Jahrhunderts abgefasst seyn; Guichard gibt 
aber auch zu, die Zeit der Entstehung ins 12. JahrhiAidert zu 
setzen. Jedenfalls konnte Theophilus nur in der Periode des mäch- 
tigen Aufschwungs der Kunst geschrieben haben, wo alle Künste 
mit einander wetteiferten. Die Schrecken vor dem Ablauf des tau- 
sendjährigen Reiches waren verschwunden, ein neues Leben war 
erwacht, ein mächtiger Geist durchdrang die alte Welt, und ein 
tiefes religiöses Gefühl sprach sich in prachtvollen Tempeln aus. 
Er gab dem Maler, dem Mosaikarbeiter, dem CiseleUr, dem Giesser, 



*) Der Carmeliter Mathias rarinator in Wien beförderte i477 
das Lifmen animae zum Drucke, unter dem Titel: Liber 
moralitatum elegantissimus magnarum rerum naturalium, Lu- 
mep. animae dictus, cum septem appuritoribus, necnon sanc- 
torum doctorum orthodoxe fidei professorum, poetarum etiam 
ac oratorum auQ^oritatibu« per modum pharetre secundum » 
ordinem alphabetici collectis, Farinator wurde irrig für den: 
Verfasser gehalten« 

21 • 



324 , Theopropo«. — Thiraisc. 

dem Goldscbmied und Juwelier, dem Arcbitekten , dem CaIHgra- 
phen, dem Orgelbauer u. a. ein Lehrbuch in die Hand, nnd be- 
geisterte sie zur würdigen Ausschmückung der dem Herrn seweih- 
ten Tempel. Die gesammte Kunst regelte er zum Dienste oer Re- 
ligion, da sie, wie^r behauptet, von Gott ausgehe. Die Wände 
der Basiliken sollten zur Erhebung des Gemüthes beilige Bilder 
und andere religiöse Darstellungen zieren , nnd auch die Fen« 
ster im Farbenschmucke ein Gleiches durch die zeichnende Kunst 
vor den Blick des Andächtigen bringen. Er macht dabei auf ver- 
schiedene Länder aufmerksam, und namentlich auf die »fenestra- 
rum pretiosa varietas« in Frankreich. Das zweite Buch handelt 
' besonders von disr ]f ärbung der Gläser. Das farbige Glas war ge- 
wöhnliches Hüttenglas ohne Ueberfang, und die einzige Glasmi* 
lerfarbe Schwarzloth« Mit Theopbilus beginnt die ßrste^ Periode 
des Glasmalens« Dann lehrte er auch die Kuflst in Mosaik Bilder 
zu fertigen , und ^ab die Mittel an , in Wasserfarben auf die 
Wand, auf Holz und auf Pergament zu malen. Auch die Mischung 
mit Oel empfiehlt er (Lib. I. 26)« sowohl bei Figuren, als bei Thie- 
ren, Vögeln und Blätterwerk. Es ist also klar, dass nicht Jan van 
Eyck der eigentliche Erfinder der Oelmalerei ist, sondern nur eines 
besseren Verfahrens derselben, wie wir im Artikel van Ejck's be- 
merkt haben. Das Werk des Theopbilus bandelt aber nur über den 
technischen Theil der Kunst, auf die. Gesetze der Composition 
und der Perspektive geht er nicht ein. 

Wer gegenwärtig das Werk des Theopbilus zum Gegenstande 
seines Studiums macht , findet in der Ausgabe der Diversarum a^ | 
tium Schedula von Gh. de L'Escalopier genügende Hiilfsmittel. 

Theopropos ^ Bildner aus Aegina, ist durch Fausanias X. 9. 2* be- 
kannt. Dieser Perieget sah von ihm in Delphi einen ehernen Stier, 
welchen die Korkyräer weihten, wegen ilures glücklichen Fanees 
von Thunfischen. Die Lebenszeit dieses Meisters ist nicht be- 
kannt; Thierscb Epochen S. 107, welcher ihn Theopompos nennt,] 
glaubt aber , er müsse vor dem Ol. 80 durch die Athener hesbei* 
geführten Fall von Aegina gelebt haben. 

TheOtOCOpuli^ e. Teoscopoli. 

TheOXOtOSi Verfertiger altgriecbischer Vasen, dessen LebensieitI 
unbekannt ist. Im Cabinet Durand (Beschrieben von M. Caoi' 
panari) ist, eine Schale von trefiFlicher Arbeit, geziert nut Bildern - 
m schwarzer Farbe, mit weissen und violeten Details, von ihm ^^ 
fertiget. Sie wurde in Volci aufgefunden. Man liest darauf ut| 
alun Charakteren: SEOXOTOS MEPOEZE. Die BUdung der 
Schrift s. Raoul-Rochette, Lettie a M. Schorn, ed. 2* p. 60> 1 

Ther^ Carl y* Zeichner, lebte zu Anfang des ig. Jahrhunderts in 
Prag. W. Berger stach l8o4 nach seiner Zeichnung das Scblo»] 
Hohenelbe. 

Ther, s. auch Tbeer. 

^ Therasse , Bildhauer zu Paris, ist durcb mehrere schone Werke be 
kannt. Im Jahre 1837 fand seine Statue, der Cydippe in Marmo' 

f rossen Beifall. Später führte er für die Kirche St. Madelaine die 
tatue des heil. Gregor aus, und bei der Attsstellung im Mj»J* 
National i848 sah man von ihm eine Statue in Marmor, welcli' 



Therbusch. ^ Th^venard, Marguerithe. 925 

für den Garten des Luxembourg bestimmt war. Sie stellt die Ba- 
thUde» Gemahlin Clovis II. (650) 7or» 

Therbusch, s. Liscewsky. 

ThericIeSy Töpfer aus Corinth, lebte zu einer Zeit (gegen Ol. QO), 
in welcher die Kunst ihrer höchsten Blüthe entgegen ging, und 
somit werden euch seine schönsten Arbeiten von künstlicher Aus- 
führung gewesen seyn» Er drechselte Becher aus Terpentinholz, 
theilweise wohl zum ländlichen Gehrauche, und fertigte dann auch 
solche mit «Ornamenten.^ Theokrit I. 27* beschreibt einen Schnitz- 
becher mit zwei Henkeln , am oberen Rande mit einem Kranz 
von Epheu und Helichrysos, unten mit Akanthos umgeben, undr 
dazwischen Reliefs von artiger Composition. Dann fertigte er auch 
Becher von Thon, und selbst Gefässe von Gold und Silber, wahr- 
scheinlich mit getriebener Arbeit. Athenäus und Plinius erwähnen 
seiner. Die Alten nannten seine Arbeiten GtpiKXtta, Der Toreut 
Mentor ahmte Therikleische Bechei^ in Silber nach. Vgl. auch 
Bentley, opuse. philol. p. 11 und 2l6. 

Therimachos 9 Erzgiester und Maler, lebte um Ol. 107 in A&en, 
wo damals Scopas und Praxiteles der plastischen Kunst ihre Rich- 
tung gaben , während durch Famphilos die Schule von Sikyon im 
Peloponnea sich erhob. Als Maler erwähnt ihn Plinius 35* 10* 36. 
mit Eehion , und beide zählt er 34* 8« IQ« unter die Bil^iauer. 

TherassODi s. Terasson» 

rhersner, Zeichner und Maler, war in Stockholm thätig. Wir 
haben ein Werk von ihm, welches in 38 Heften das alte und neue 
Schweden bildlich darstellt, 
Thersner starb 1828. 

rhetli Carl 9 Ingenieur und Architekt, war um 1500 — 80 in Nea- 
pel thätig. Er schrieb mehrere Werke über Kriegsbaukunst, die 
zu Rom und Venedig erschienen, mehrere Auflagen erlebten und 
auch in fremde Sprachen übersetzt wurden. 

Ein jüngerer Künstler dieses Namens, der auch Teti und 
Tetti genannt wird, war ein Patrizier von Neapel. Er hatte eben- 
falls als Kriegs •- und Civilbaumeister Ruf, wurde an mehrere fürst- 
liche Höfe berufen, und in Bayern zum churfürstlichen Rath er- 
nannt. Starb zu Padua 1689 im 60. Jahre. 

rheuring, Nicolaus , s. n. Thuring. 

FheuSB, Carl Christian 1 Maler von Weimar, besuchte die Kunst- 
schule, daselbst, und begab sich 1833 zur weiteren Ausbildung 
nach München. Hier widmete er sich mit Erfolg der Landschafts- 
und Decorationsmalerei, starb aber 1842. 

I^hevenard^ A. T«, Kunstliebhaber zu Paris, radirte 1726 mehrere 
Köpf^m Geschmacke des St. de la Bella, <iu. 8* 

Hievenardy Jttarguerithe, Kupferstecherin zu Paris, wurde um 
1710 geboren. Sie hinterliess mehrere Blätter, und scheint die 
Gattin eines Kunsthändlers gewesen zu seyn, da auf einigen die- 
ser Blätter nur die Adresse: Chez Thevenard steht. Starb um 1770. 



325 Thövenet, Jean Baptiste. — Thövenin, Charles. 

1 ) Andrei Hercule de Fleury, Cardinal, 4- 

2) Marie de rincarnation , Urselinerin, 4- 

5) Aeneas mit seinem Vater auf den Schultern , nach P. le 
• Merle, 4- 

4) Venus suppliante, nach C, G. Halle, 4. 

5) Heraclit, nach Picart, 4* 

6 ) La blanchisseuse , nach C. N. Cochin , 4* 

7 } Die Abentheuer des Lazarille von Tormes , 10 Blatter nach 

P. le Merle. Chez Thevenard, 8. 
9) Ein Feuerwerk, welches bei der Geburt des Dauphin abg^ 

brannt wurde, fol. 

Therenet, Jean Baptiste, Miniaturmaler, wurde um 1805 zu Pa- 
ris geboren. Es finaen sich zahlreiche Bildnisse von seiner Hand, 
•viele von gleichgiltigen Personen« 

Therenin^ Charles, Maler, geb. «u Paris 1760, wahrscheinlich 
der Sohn des Architekten und Kronbauverständigen Thevenin da- 
selbst, war Schüler von Vincent, und wurde als solcher 1789 ^*^P 
Concurse dem berühmten, Gerard vorgezogen , welcher damals in 
David*s Schule des Preisles sich gewiss fühlte. Thevenin wählte 
eine figurenreiche Gomposition, welche die Einnahme der Bastille 
vorstellt, und ein anderes Bild führte in die Tuilerien, wo am 
12. Juli der Fürst von Lamberg der Gegenstand der Aufmerk- 
samkeit war. Diese Gemälde erregten damals den Beifall der 
Kunstrichter, der Künstler gewann den Preis, und war in des 
Stand gesetzt, in Rom seine Studien fortzusetzen, wo Thevenin 
als Pensionär der Akademie einige Jahre verlebte, und durch 
seine Werke Aufsehen erregte, obgleich er im Ganzen die Ver- 
dienste eines Gerard und anderer gleichzeitigen Meister nicht er- 
reichte. In der Kirche auf St. Trinita de Monte ist ein Bild 
aus jener Zeit, welches in der Gomposition lobenswerth, aber in 
der Ausführung schwach erscheint. Es stellt deh heil. Ludwig vor, 
wie er auf dem Altare eine Dornenkrone aus dem heil. Lande nie- 
derlegt. Später erlangte Thevenin auch in der Technik grössere 
Uebung, und somit hatte von dieser Seite die Critik wemg mehr 
auszusetzen. Vorzüglichen Beifall fand sein Bild des Oedipus, der 
sich beim Sturme in der Wüste auf seine Tochter Antigone stützt. 
Der Pausanias fran9ats p. ll3 findet darin einen Beweis, dass 
Thevenin auch antike Stoffe mit Vortheil zu behandeln verstehe, 
deren aber der Künstler selten gewählt zu haben scheint. Unter 
seinen früheren Werken finden wir nur ein Bild des Narcissus 
erwähnt, ausserdem gewöhnlich glorreiche Episoden aus der mo- 
dernen französischen Geschichte. Im Jahre i803 malte er das Fö- 
deratiyfest, und die Einnahme von Gaeta durch General Ney. Hie- 
rauf lieferte er ein historisches Bildniss des General Duchesne, wie 
er gegen ein österreichisches Corps anrückt. Dieses Gemälde war 
nicht ohne Fehler in der Zeichnung, und die Färbung fiel ins 
Röthliche. Im Jahre 1805 Vvurde sein Bild des Genera] Augereau 
bei der Brücke von Arcole von der Regierung angekauft, und im 
Saale des Corps legislatif aufgestellt. Gleiche Ehre wurde 1807 
auch dem grossen Gemälde zu Theil , welches den Uebirgang der 
französischen Armee über den St. Bernhard vorstellt Der Pausa- 
nias fran^ais p. 353 ff. beschreibt dieses Bild ausführlich, und hebt 
die Sch¥rierigkeiten hervor, welche dem Künstler bei der Darstel- 
lung dieses militärischen Wunders zu überwinden hatte. Den Raum 
füllen zahllose Figuren in halber LebensgrÖsse, und die handeln- 



ThiSvenin, Cl. Nod Tlvdvram, J. Charles. 327 

den Personen suid Portraits, xnrie der erste Consul, Eugene Beau- 
harnoisy Berthier, Duroc, Bessieres, Marmont, Mutat. Auch das 
Terrain besichtigte der Künstler. Der genannte Pansanias behaup- 
tet, dass bis dahin in dieser Gattung noch nichts genauer und 
iivahrer gemalt worden sei. Das Bild wurde auch von der Jury 
über die Decenalpreise als eine den National - Charakter ehrende 
Darstellung erklärt, den Preis erhielt aber David mit seinem Krö- 
nungsgemälde. Im Jahre ig 10 malte Thevenin die Schlacht bei 
Jena, welche in den Besitz des Prinzen voi^ Neufchatel kam. Die 
Einnahme von Regensburg, und die Uebergabe der Stadt Ulm be- 
finden sich jetzt im' historischen Museum zu Versailles« Beide Bil- 
der sind in massigem Formate behandelt. Im Jahre 1Ö12 malte er 
tür das Foyer des Theaters Feydeau die Bildnisse von Monsigny 
und Caillot, und auch einige Genrebilder firbrte er inzwischen 
seiner grösseren Arbeiten aus. Im Jahre l824 stellte er im Auf- 
trage des Departement der Seine die^ Unterwerfung von Barcelona 
dar, welche Marschal Moncey herbeiführte, und 1827 malte er auf 
Bestellung des Ministeriums des Inneren die Audienz der Professo- 
ren des College royal bei Heinrich IV. nach der Uebergabe von 
Paris 1594. 

Thevenin behauptete mehrere Jahre entschiedenen Ruf, zu- 
letzt wurde er aber von der jüngeren Generation überflügelt. Er 
war Mitglied der k. Akademie, Conservator des Kupferstich - Cabi- 
nets an der k. Bibliothek, Ritter der Ehrenlegion, und starb 1856* 
Armanow stach nach ihm Hero und Leander, in Punktirmanier. 
Die Uebergabe der Stadt Ulm und die Einnahme von Regensburg 
sind in Gavard's Galleries historiques de Versailles gestocnen, er- 
stere von Bruneliere, letztere von Aubert. Dann hat er selbst ein 
Blatt radirt: die Erstürmung der Bastille den i4. Juli 17809 S^' 
qu. fol. 

thevenin 9 Claude Noel, Maler, ^eb. zu Crcmieu (Iscre) 18OI, 
war Schüler von Abel de Pujol und Maricpt, und widmete sich 
anfangs der Miniaturmalerei. Doch malte der Künstler auch Bild- 
nisse in Oel, bis er endlich das Genre in seinen Bereich zog, wel- 
ches er aber in letzterer Zeit bei seiner kirchlichen Richtung wenig 
^ mehr pflegte. Es finden sich von seiner Hand mehrere schöne Bil- 
der dieser Art, wie Petrus zu den Füssen des an die Säule gebunde- 
nen Heilandes 1835. Johannes der Täufer, wie er im Gefängnisse 
sein Todesurtheil vernimmt 1837, die Marter des heil. Lorenz 
1844« die schützenden Engel 1848. 

Thevenin hatte auch Theil an der lithographirten Gallerie 
französischer Könige. 

*üeveinn ^ J. Charles » Kupferstecher zu Paris, wahrscheinlich der 
Bruder des obigen Künstlers, ist durch einige Blätter bekannt, 
die in ihrer Art trefflich behandelt sind. Wir fanden folgende 
erwähnt! 

1 ) Gerhard Dow, mit dem Todtenkopfe, nach G. Dow, kl, fol. 
Im ersten Drucke vor der Schrift und auf chinesisches Papier. 

2) Kossiui ,' Musiker , kl. fol. 

Stellt vielleicht das folgende Büdniss den Compositeur 

Rossini vor, und enthalten beide dieselbe Figur? 
5) Sitzendes männlidies Bildniss, nach A.' Scheffer, fol. 

Im ersten Drucke vor der Schrift auf chinesisches Papier. 
4) Die trauernde Maria mit dem Leichname des Heilandes am 

Kreuze, nach Rafael's Bild in der Pinakothek zu München, 

1847, fol. • . 



308 Theveoin, Jq6* Charles. — Thew« Robert. 

Thevenia^ Joseph Charles ^ Maler , wurde I8I9 in Rom gebo- 
ren, und daselbst zum Künstler herangebildet. Im Jahre l84l hielt 
sich der Künstler in München auf. Fast möchten wir glauben, 
dass sich Thevcnin in der Folge der Kupferstecherkunst gewidmet 
habe, und der Obige mit ihm Eine Person sei. 

T^eveniOy Mlle. Caroline, Malerin xu Paris, trat uml835als 
Künstlerin auf, und brachte von dieser Zeit an mehrere Bilder 
auf die Salons. Sie bestehen in Idealfiguren und in Genrebildern, j 

Thevenill) Mlle. Rosalie, Malerin, wahrscheinlich die jüngere 
Schwester der Obigen, ist ebentalls in Paris thätig. Sie malt ror- 
traite und Genrebilder, welche gewohnlich nur ein Paar Figjnren 
enthalten, und meistens in Pastell ausgetiihrt sind« 

Therenon, Jean Louis 9 Medailleur« war in der zweiten Hälfte 
des 18* Jahrhunderts in Paris thätig. Es finden sich von ihm Denk- 1 
münzen auf Ludwig XVI. und auf wichtige Ereignrsse. Einige ] 
dieser Gepräge sind ziemlich roh. Im Tresor de Numismatiqoe 
) et Glyptique, Med. de la Revolution pl. $6, ist eine Revolations* 
i)enl(münze abgebildet. In der Abtheilung über die italienischeo 
Medaillen pl. 8 1. ist ebenfalls eine Medaille abgebildet, im Texte | 
heisst aber der Künstler Thcvenot. Da wir von einem solchen 
nichts in Erfahrung gebracht haben, so konnte Thcvenon darun- 
ter zu verstehen seyn. Es scheinen aber zwei Künstler des Namens 
Thcvenon gelebt zu haben« Der eine von ihnen lebte noch l8t2. 

Thevenot} Jean| Glasmaler zu Clermont*Ferrand, und Besitzer ei- 
ner Glasmal ereiänstalt daselbst, machte seine Stutlien in Paris, und 
erhielt i807 mit einem Gemälde der Schlacht von Eylau das Ac- 
cessit. Später Hess er sich in Clermont nieder , wo er sieh durch 
die Werke, welche aus Jeners Anstalt hervorgingen, einen rühm- 
lichen Namen machte. Dazu gehören die prachtvollen Glasfenster 
in St. Germain PAuxerrois, deren Ausfuhrung^er 1839 übernahm* 
Sie stellen in der Mitte die Genealogie des Erlösers, rechts die 
vier Evangelisten, links die vier grösseren Propheten dar. Die Ft- 

Saren nebst den Einfassungen hat Thevenot selbst nach Mustern 
es 15» Jahrhunderts treu copirt, und Lusson, Marcchal und Vigo^, 
führten diese gewaltigen Compositionen auf Glas aus. Sie nehmen | 
einen Flächenraum von 4oo Quadratschuhen ein, und machen elBt 
bewunderungswürdige Wirkung. Thövenot's Glasmalerschule xei^ 
sich bereits auf eine? bedeutenden Höhe der Kunst. 

ThevetUSi Andreas^ Zeichner und Schriftsteller von Aii(|[ouleni^ 
unternahm mehrere Reisen , und wurde dann königlich französi* 
scher Cosmogniph. Er gab 1578 eine Karte von Frankreich he«, 
raus. Dann eine Cosmographle ; Singularittfz de la France antar'j 
ti^e { Discours de la bataille de Dreux^ und Portrait« des honuaei 
illustres, Paris 1584« In diesem letzteren Werke ist sein Büdoi*^ 
Er hat den Ruf eines unverschämten Lügners* 

Thew, Robert, Zeichner und Kupferstecher zu London, r^ 
um 1750 gebofen, und trat zu einer Zeit auf den Schauplatx» ij 
welcher durch die grossartigen Unternehmungen der Künstler und 
Kunsthändler Boydell in England die Kupferstedierkunst uogf* 
jneine KrälXe entwickelte. Die Gebrüder Boydell unternahmeo die 
Herausgabe der berühmten Shakespeare-Gallery, und luden die To^ 



Th«w, Robert* — Theyer« F. 329 

züglichftten imglischen Künstler kor Theilnabme eiA » da sie ein 
Werk beabsichtigten, welches den unsterblichen Dichter und die 
Nation zugleich ehren sollte» worauf wir schon im Aijtihel des 
Malers Robert Smirhe hingewiesen haben. Thew war einer der 
vorzüglichsten Stecher, welche dazu beitrugen, allein seine und 
seiner Kunstgenossen Leistungen verloren später das Ansehen, wel* 
ches sie damaliger Zeit in so hohem Grade genossen. Er arbeitete 
in der durch Bartolozzi eingeführten Punktirmanier, und kommt 
darin jenem Meister gleich. Dann führte Thew auch mehrere 
Blätter in Aquatinta aus, oder besorgte die Aetzung für andere 
Stecher, welche dann das Verfahren in Aquatinta anwendeten. Diest 
ist mit zwei grossen Blättern von F. Jukes der Fall, welche die 
Ansicht der Brücke und des Hafens von New Dock nach Thew^s 
eigener Zeichnung geben. 

Dieser Künstler hatte den Titel eines historischen Kupferste- 
chers des Prinzen von Wales und starb um 1810« 

Folgende Blätter gehören zur Shakespeare -Galleryi in die 
beiden Bände imp. fol. 

1 ) Tempest. Act. IV. l. Nach J. Wright of Derby. 

2) Merry wives of Windsor. Act II. 1. Nach Peters. 

3) Taming of the shrew. Induction Scene 2. Nach R.Smirke* 

4) Winter's tale. Act II. 3* Nach J. Opie. 

5 ) Winter's tale. Act V. 3« Nach W. Hamilton. 

6) Macbelh. Act IV. i. Nach J. Reynolds. 

7) Lover, eines der 7 Blätter von «»llie Seven Ages,a ans «As 
you like it. Act u. 7« Nach R. Smirke. 

Alle diese Blätter gehören in den ersten Band der Sha- 
kespeare - Gallerie , imp. fol. 

8) King John. Act IV. 1. Nach Northcote; 

9) King Richard IL Act V. 2. Nach demselben. 

10) First part of King Henry IV. Act II. S. Nach R. Smirke. 

11 ) Second Part of Kmg Henry IV.^^ Act. IV. 4« Scene auf dem 
Westmünster - Platz , der König und der Prinz von Wales. 
Nach J. Boydell. 

12) Second part of King Henry IV. Act IV. 4. Der König mit 
dem Prinzen von Wales. Nach demselben. 

13) King Henry V. Act U. 2, Nach H. Fusely, 

14) First part of King Henry VL Art II. 3* r^ach J. Opie. 

15) First part of King Henry VI. Act II. 5« Nach J. Northcote« 

16) Second part of King Henry VI. Act I. 4. Nach J« Opie* 

17) King Richard IIL Act IIL 1. Nach J. Northcote. 
18 ) King Henry VIII. Act. III. l. Nach Peters. 

19) King Henry VIII. Act IV. 2. Nach J. WesuU. 

20) Timon of Athens. Act IV. 3« Nach J. Opie. 
21 ) Cymbeline. Act III. 4« nach G. Hoppner. 

22) Hamlet prince of Denmark. Act L 4« Nach H. Fusely. 

Die obigen Blätter sind Theile des zweiten Bandes, imp. fol. 
(3) Xnfancy. Nach J. Reynolds, 4« 
24) Macbeth» nach demselben, gr. fol. 

TheyCT^ F., Künstler und Chemiker in Wien, ist derjenige, wel- 
cher daselbst auf breiter Basis die Galvanographie einführte. Er 
machte sie durch die Uebertragung der Kupferstiche des von S. 
. von Perffer veranstalteten Werkes der k. k. Gallerie in Wien be- 
kannt. Diese Nachbildungen bestehen in 24o Blättern, welche 
4 Bände bilden. Wien l84ö> roy. 4« Der Albrecht -Dürer Verein 
in Nürnberg Hess in seiner Anstalt die Madonna mit dem Kind 



330 TheyUngeib ^ Thibauk» Jean lliomas. 

Ton L» da Vinci in der Gallerte £n Pommfersfeldfen g^alvanographl- 
ren. Zum Vorbilde diente der Stich von A. Reindel. Die Nach- 
bildung galt als Vereinsblatt für iöj| , gr, fol. 

Theylingen, s. Teylingen., 

Theimann^ oder Teimann^ Caspar ^ Kupferstecher, arbeitete 

um 1670 zu Frankfurt am Main 9 lieferte aber nur mittelmässige 
Blätter. Es finden sich von ihm mehrere Bildnisse von Churfiir- 
sten, die mit dem Namen 9>Theymann<« $ oder mit einem Mono- 
. gramme bezeichnet sind , gr. fol. Dann copirte er auch biblische 
Darstellungen nach Mertan, welche er theils mit seinem Mono- 
gramm«, theils mit »Tcimann<4 bezeichnete. 

TheysenSi X, soll das Bildniss des Joachim Mynsing gestochen 
haben. Ist vielleicht J. Tyssens. 

Tbibaud^ Emanuel, Glasmaler zu Paris, ein jetzt lebender Kunst- j 

1er, ist an der Manufaktur in Sevcrs thätig. Im Jahre 1844 re- , 

staurirte er die Glasmalereien der Üiöcesankirche zu Bayonne. \ 

Anderwärts finden wir einen Glasmaler Thibaudeau in Sevrei | 

erwähnt. Dieser arbeitete um i830. 1 

Tbibault) Jean^ Bildhauer und Ordensbruder der Congregation 
von St. Maur, wurde in Abbeville geboren. Er lebte in ^ der Ab- 
tei St. Germain des Pres zu Paris , und fertigte da das Basrelief 
und die beiden Figuren der Sklaven in Erz am Grabmale des Ko- • 
nigs Johanli Casimir von Polen in der Kirche daselbst. Diese Bild- 
werke sind in der Geschichte der Abtei von N. Pignd gestochen. 
Thibault soll nach Felibien und Piganiol 1668 zn Paris ge- 
storben seyn. Brice lässt ihn 1708 im 71* Jahre sterben. 

Tbibault^ Jean TbomaSf Maler und Architekt, geb. zu Montie- 
render (Htc. Marne) 1757» widmete sich anfangs in Paris der [ 
Landschaftsmalerei , zog aber zuletzt , ohne diese aufzugeben , d>e j 
Architektur vor, worin ihm Boullc und Paris Unterricht erlheilten. 1 
Er erhielt mehrere architektonische Preise, und zuletzt den gros-«, 
sen Preis tnit dem Plane zu einem Decar Tempel zur Aufbe- 
wahrung Von Regierungsakten, welcher in der siebenten Lic- ] 
ferung der »Grands prix d'ArchitecturCic abgebildet ist. Hieraut 
ging er äils"Peiisionär des Königs nach Rom, verweilte da meh- 1 
• rere' Jahre ito 'Studium der Werke des Alterthums, und tör- 
derte mehrere architektonische Entwürfe zu Tage, die sieb durch j 
Binfachheit und guten Geschmack auszeichnen. Er malte auch ■ 
mehrere Bilder in Aquarell, welche grösstenlhcils dem Gebiete der 
Architekturmalerei angehören. Die Bilder in Gel machen deng«* 
ringsten .Theil seiner Werke aus.* Drei derselben sind bei Landon, 
Paysages et tableaux de genre II. 34. IV. 25. 20, in kleinem For- 
mate abgebildet. 

Nach seiner Rückkehr aus Italien wurde er Architekt der Pa- 
läste von Neuilly, Malmaison und Elisee-Bourbon, in welchen 
er bedeutende Verschönerungen anbrachte. Nach Holland bc«* 
fen , wurde ihm die Restauration des Hotels der Stadt Amsterdam, 
und jenes im Haag anvertraut. Bei dieser Gelegenheit ernannt« 
ihn das neugegründete holländische National - Institut zuni M»J' 
gliede. '^ Gleicher Ehre würdigte ihn nach seiner Rückkehr «• 
Akademie in Paris, wo er von dieser Zeit an die Stelle eines W' 
vilbaurathes bekleidete. Zugleich war Thibault Professor der rer* 
»pektive an der Schale der schönen Künste, und leitete auch fl«» 



Thibault, Elüa. ~ Thibouat, Benoit 331 

Unterricht in der Landschaftsmalerei. Einige Gemälde in Öe) stam- 
men aus dieser Zeit, sowie ein Theil der Aquarellen. Ueberdiess ver- 
dankt man ihm ein treffliches Lehrbuch der Perspeluive, "wovon auch 
zwei deutsche Bearbeitungen erschienen. Es erschien erst nach dem 
1826 erfolgen Tod des Künstlers, unter dem Titel : Application de 
la perspective lineaire aux arts du dessin. Ouvrage posthume mis au 
jour par Chapuis son ölcve. Paris 1827. Eine neuere Ausgabe ist von 
1831* Eine deutsche Bearbeitung ist von A. Reindel: Anwendung der 
Linien-Perspektive auf' di^ zeichnenden Künste. Nürnberg 1833- 34» 

Tuibault> Elisa ^ Malerin, wurde um |780 zu Paris geboren,, und 
in frühen Jahren zur Kunst herangebildet« Sie malte Bildnisse in 
Miniatur, darunter solche von hohen und den höchsten Personen. 
Mehrere fertigte sie im Auftrage Napoleons, wie jene des Königs 
und der Königin von Spanien, des Königs von Rom n« s. w. Das 
Portrait des letzteren stach Chatillon 18 13 in Kupfer. Eine Künst- 
lerin dieses Namens lebte noch 1848» wahrscheinlich die unsdrige. 
Aut der Kunstausstellung im Musee National von diesem Jahre 
sah man ein Bildniss in-Oel von ihrer Hand. 

IhlOaulty A. ^ Formschneider zu Paris, ist durch verschiedene Blilr 
ter bekannt , womit er illustrirte Werke zierte. Solche sind in der 
Ausgabe von Bernardih de St. Pierre*s Faul et Yirginie welche 
1838 bei Curmer in Paris erschien« 

lOlbaulty Kupferstecher zu Paris, ist wahrscheinlich von dem obi- 
gen Künstler zu unterscheiden. Er lieferte verschiedene Blätter 
iür Ülustrirte W-erke , gewöhnlich im Stahlstich. In Gavard's Galr 
leries histori^ues de Versailles sind mehrere Blätter Von ihm , Bir* 
stcn und Kniestücke berühmter Personen, und auch einige histo- 
rische Darstellungen, wie der Einzug der Franzosen in Bordeaux» 
nach Yinchon, der Einzug des Königs in Dünkirchen, nach vai^ 
der Meulen, die Gründung des Observatoriums, nach C. le Brun, 
und die Einnahme von Trocadero, nach P. de la Roche, kl« qu. fol« 

Thibault^ Benoit^ s. Thiboust« 

Thibault, s. auch Thibaut. 

Thibaut, Jean Thomas, s. j. Th« Thibault. 

Illibousty Benoit, Kupferstecher, geboren zu Chartres um l660f 
nahm den C. Mellan zum Vorbilde, arbeitete aber nicht mit der 
Leichtigkeit desselben. Er liess sich in Rom nieder , und stach 
da verschiedene Blätter nach italienischen Meistern , worunter die 
Kreuzigung des heil. Petrus alle tre Fontane zu seinen Hauptwer- 
ken gehört. Auf einigen nennt sich der Künstler Thibault« Sein To- 
desjahr ist unbekannt. .Wenn Basan ihn iTlp geboren werden lässt, 
möchte man dieses Jahr eher für das letzte des Meisters halten. 

1 ) Johannes Baptista Coccinus. B« Thiboust sc. , fol. 

2) Maria mit dem Kinde auf Wolken, unten St« Ignaz von 
Loyola und Franciscus Xaverius. Nach Giro Fern, gr. fol. 

3) Christus am Kreuze, mit Johannes und Magdalena, nach 
S. Gaetano's Bild in der Valicella zu Rom , fol. 

4) Die Geisslung Christi, nach C. Ferri , 8. 

5) Die Kreuztragung, nach demselben, 6* 
'.6) Christus am Kreuze, nach demselben, 6. 



S3S Th2)0ti5t, fienmrd. ~ Thsbout, Willem > 



10) 

11) 



?) Die Geifislung Christi, nach B. Brandi,-fol. 
B) Die Kreiiztragung • nach C. Maratti» foL 
9 ) Der heil. Hieronymus von Engeln in den Himmel getragen, 
nach A. Zaocchi, fol. 

Die Marter des heil. Petrus von Arbues, nach H. Braadi, fol 
Die Marter des Apostel Petrus, nach dem berühmten Bilde 
G. Reni's in S. Paolo alle tre Fontane zu Rom, foL 

12) Der heiL Petrus von Alcantara in Wolken das Kreui be- 
trachtend, nach A. Baldi, 4« • 

13) Die heil. Catharina, Statu»^ voft F. Quesnoy in Loretto, fol 

14) Die heil. Theresia mit dem Engel, nach Bernini's Sutue, 
l68l» fol. 

Zwei musicirende Engel , nach Bemini , foL 
Die heil. Bibiena, Stotue ^on Bemini , fol. 
Der heil. Thomas von Aquin von einer Dirne versucht, 
nach H. CalandruccL 1690» fol. 

18) Die heil. Rosa vor Maria knieend, nach A. Baldi, fol. 

19) Tita B. Turribii Archiepiscopi Limani in Indiis. 24 Blätter 
mit Darstellungen aus dem JLeben des Heiligen , 4« 

20) Verschiedene Thesen, gr. fol. 

ThlbouSty Bemardy nennt Füssly einen Kupferstecher, welchen 
wir mit dem Obigen für Eine Person halten mochten, wenn nickt 
die Schrift des folgenden Blattes bestimmt angegeben wäre. 

Allegorische Darstellung mit der heil. Jungfrau und dem heil 
Philippus Neri, B. Bernarao Thiboust intagho in Roma. Luigi 
Neri exe. 

ÜThlbouSty Jean Pierre^ Maler, geb. su Paris 1763, warSchü. 
1er von Durameau, und ein Künstler von Ruf. Er malte Bild* 
nisse in Miniatur und auf Forxellain. Surb um 1824« 

Thiboust^ s. auch Thibault. 

Thibout^ Tibaut^ Thybaut und Tybout, Willem, nennt 

sich ein Glasmaler von Gouda, der zu den berühmtesten KÜD^t• 
lern seiner Zeit gehört. Er malte 1563 für die St. Ursels Kerh zu 
Delft ein grosses Fenster , welches in der unteren Abtheilupg die 
Bildni&sfiguren Phili^p's II. von Spanien und seiner Gemahlin Eli- 
sabeth von Ydois mit zwei Eneefn und den Wappen der (larg^ 
stellten Personen enthält. Im oberen^ Räume stellte er die Anb^ 
tung der Könige mit vielen wohlgezeichneten Figuren dar. Bleis- 
Wyk nennt in seiner Beschryving van Delft den Verfertiger Wil- 
lem Tybout. Auf einem der Fenstergemälde der Johanneskirche 
SU Gouda steht dagegen: Wilhelmus Tibaut fig. et pinxit Harlemi 
1597* Dieses Gemälde stifteten die Bürgermeister von Harlem i^ 
Andenken an die Eroberung der Stadt Damiette durch die Flotte 
von Harlem 1219 unter Kaiser Friedrich h 

Dieser Künstler zeichnete auch die Bildnisse der Grafen von 
Holland, Friesland und Seeland, welche Ph. Galle auf 37 Blättern 
in Kupfer stach« Sie erschienen 1578 zu Antwerpen bei Gh* Fl^' 
tin mit Text von Michael Vosmer, unter dem Titel : Principcs Hol* 
landiae et Zelandiae Domini Frisiae cum genuinis ipsoruin iconi* 
hus a Theodorico Aquitaniae ad Jacobum Bavariae dtversorup 

Suondam pictorum opera ad vivum sedulo depicta etc. ipdastna 
iuilielmi Thjbauti repertis -*• — delineatis etc. fol. Er starb «« 
GoXida 1599 im 73. Jahre. 



j 



Thiebaud» Jonas. •— Thiebaut» Cav. ' 333 

Man findet auch eine Folge von vier oder sechft radirten Blät« 
lern mit Darstcllangen «us der Geschichte derHagar, ivelche mit 
einem Monogramme versehen sind, welches man bald einem B. 
Wybaut, bald einem Willem Thibout ^beilegt $ allein der erste ist 
unbekannt, und der zweite könnte nur unser Künstler seyn, auf 
welchen aber die Jahrzahl des einen der Blätter eher passt als das 
Monogramm. Dieses besteht aus den Buchsaben B W , und der* 
letzte Strich des W scheint ein t oder ein f zu bilden, {"olgende 
zwei Blätter beschreibt Brulliot. 

1) Landschaft mit Ismael, der links vom am Fusse des Bau* 
mes liegt, währen^ im Mittel gründe der Engel die Haear 
auf den Brunnen aufmerksam macht. Jlechts unten steht: 
Defecto latice enecti prope cemere vultus etc. 3- In der* 
Grösse des folgenden Blattes. 

2) Hagar, wie sie dem Hnaben aus dem Kruge zu trinken gibt* 
Links sieht man den Brunnen, aii welchem das Zeichen 
und die Jahrzahl 1563 steht. IJnten auf der Tafel: Lan- 

rientem inde siti recreat pia mater alumnum etc. 4« H. 7 Z. 
L., Br. 8 Z. 9 L. 
Die späteren Abdrücke haben die Jahrzahl 1580* 

Fhiebaud^ Jonas ^ Medailleur von Genf oder von Neufchatel, war 
einer der bessten Schüler von Dassier, Hess sich dann zu St. Gal- 
len nieder, und wurde 174o Medailleur der.Stadl Au^sburj^. Es 
finden sich verschiedene Denkmünzen von ihm, die theils mit dem 
Monogramme L T., oder mit dem Namen des Künstlers und des- 
sen Initialen bezeichnet sind. Im Jahre 1742 schnitt er eine Me- 
daille auf das doppelte Reichsvicariat der Churfürsten von Bayern 
und der Pfalz. Auf den Tod der Gräfin Christina von StoUberg- 
Geudern fertigte er einen Medaillon. Diese beiden Stücke sind 
bei Köhler T. 15. 21- abgebildet. Er arbeitete fiir verschiedene 
Städte, Klöster und Standespersonen. Starb zu Augsburg 1769 im 
69. Jahre , wie Haller behauptet. Nach andern starb er 1770 im 
75* Jahre. 

Ihiebaad^ Jonas Peter ^ Stempelschneider, der Sohn des Obigen» 
wurde 1727 geboren. Er schnitt verschiedene Münzstempel. Lebte 
noch 1783 in Neufchatel. 

rhiebaudy Johann Feter ^ IMedailleur, der Bruder des obigen 
Künstlers, fertigte 1753 eine Schaumünze auf den {[rossen Spring- 
brunnen auf dem Ferlach in Aue;sburg« Ueberdtess haben wur 
auch Münzgepräge von ihm. Starb zu Neufchatel 1812« 

rhiebaud^ Arseninii s. unten Cav. Thiebaut, 

Huebaultf Elisabeth, Kupferstecherin, wird von Basan erwähnt, 
als Gattin des Kupferstechers Duflos. Sie stach Vignetten nach 
Mariliier u. a. 

rhiebault, A.^ s. A. Thibault. 

rhiebaoty CäV.| nennt Füssly jun. einen Architekten, der in Dien- 
sten des Königs von Holland stand und Mitglied des holländischen 
Institus war. 

Dieser Cav. Thiebaut ist sicher mit J. Thomas jThibault Eine 
Person. 



334; Thiebert, Jtwtinien Thiele, Cavl IjEeinr. 

Auch emen Arsenim Thiebaud nennt' dieser Sehrifuteller, und 
. sagt, er habe sich mit der Petit - Radel'schen Grille vom Cyclopen- 
bau beschäftiget,^ und dem franzö^schen Institute idOQ die Zeich- 
nungen von einer Cyclopenmauer überleben. Dieser Thiebaud ist 
wahrscheinlich der Malet und Architekt J. Th. Thibault. Fiissly 
will von den cyklopischen Bauten nichts wissen* 

Thiebert^ JuStinieni Architekt von Villacourt (Meurthe). geb. 
1804, war Schüler von A. Leclerc in Strassburg, und erhielt i827 
die Stelle eines Architekten zur Arrondirung von Saverne. 

Thieck, 8. Tieck. 

Thiel, M., Maler, arbeitete um 1660 in Danztg. Er malte Bildnisse, 
deren auch in Kupfer gestochen wurden. C. Romstedt stach 1668 
das Bildniss des Theologen J. Maukisch, H. Bary ein solcäies des 
Yinc. Fabricius, und Bensheimer jenes des Dr. Lorenz Eichstädt. 

Thiele, Alexander 9 s. Johann Alexander und Johann Friedrich 
Alezander Thiele. 1 

Thiele 9 Carl Christoph, Maler von MarkersJ>ach bei Pirna, war 
an der Porzellan Manufaktur in Meissen thätig, und arbeitete im 
landschaftlichen Fache. Er gab auch landschaftliche Prospekte 
heraus, welche aber zu den ganz gewöhnlichen Veduten zu zäh- 
len .sind« Eine Folge erschien unter dem Titel: Schönheiten der 
, Natur, nebst 18 Prospekten von der Festung Königsstein bis Wit- 
senberg. Meissen 1769* 8* Von Thiele selbst scneinen nur die 
schlechten Verse zu seyn, welche, im Kande stehen. Er starb um 1780* 

Thiele, Carl Friedrich^ Kupferstecher zu Berlin, wurde um 1780 

feboren, und an der Akademie der genannten Stadt herangebildet. 
r war vermuthlich der Sohn des Bauinspektors Georg Gottlieb : 
Thiele, welcher noch um 1815 beim Hofbauamte in Berlin thätig | 
war. Unser Thiele arbeitete meistens für Buchhändler, anfangs , 
in Punktirm^nier und dann auch in A^uatinta. Starb um 1836* 

1) Kaiser Alexander zu Pferd. J. Kirchhoff del. Aquatinta, ' 
roy. fol. ' ' 

2) Ansicht des Domes zu Magdel>urg, in Aqnatinta 1820» foK ' 

3) Mehrere Aquatintablätter n^i^ De^orationszeichnungen voo [ 
Schinckel und Gropius. 

Thiele^ Carl Gottlob^ Maler, der Sohn von Carl Christoph, j 
wurde l74l zu Meissen geboren, und hatte als Blumenmaler Ruf. 1 
Er war an der Porzellan - Manufaktur daselbst angestellt. Seine * 
mit Blumen und Pflanzen bemalten Gefässe galten für schon. 
'I>ann wurden auch seine Aquarellbilder gerühmt. Friedrieh be- 
diente sich seiner bei den botanischen Abbildungen für den Chur- 
fürsten von Sachsen, und daher hielt sich Thiele zur Sommerszeit 
im Lustschlosse Pillnitz auf. Starb zu Meissen 'l8l2. 

Thiele^ Carl Heinrich, Blumenmaler, der Sohn des obigen Künst- 
lers, wurde um 1780 zu Meissen geboren, und an der Manufal^' 
turschule daselbst herangebildet. Er malte meistens in Aquarell, 
und gab Unterricht im Zeichnen. Es finden sich historische Zeich- 
nungen voQ ihm» theils in TuscKi theiU in Sepia, dann Blumen- 
stücke. 



Thiele, Gitst. Ludwig. ^ Thiele, Job. Alqx. 333: 

Thiele^ GuStar Ludwig, Maier, gehören zu Dresden l8^5, machte 
seine Studien an der Akademie der genannten Stadt, "und begab 
sich 1857 zur weiteren Ausbildung nach München. In die Hei- 
math zurückgekehrt trat er in Dresden als ausübender Itlünstler auf. 

Thiele, Friedriöh, s. Johann Friedrich Alexander Thiele, 

Thiele, Johann Alexander, Landschaftsmaler und Radirer, geh. 
zu Erfurt l685, trat in seiner Jugend in Kriegsdienste, fasste aner 
bald eine solche Neigung zur Kunst, dass er ]ede müssige Stunde 
derselben "weihte. Er malte Landschaften in Wasserfarben oder 
mit Pastellstiften, welche vor ihm kein anderer Künstler in diesem, 
Fache angewendet hatte, während einige die Anna Maria Haid 
als die Erfinderin der Kunst, Landschaften in Pastell zu malen» 
bezeichnen, wofür ihr indessen die Nachwelt nicht sehr dankbar 
ist. Diese Versuche machte Thiele ohne Anweisung, bis er end- 
lich an C. L. Agricola einen Lehrer fai^d, dessen Gemälde ier co* 
pirte. Hierauf ertheilte ihm Maniocky Unterricht in der Oelma- 
lerei, worin er so schnelle Fortschritte machte, dass er nach über- 
standenen Kriegsdienstjahren bereits zu den bessten sächsischen 
Landschaftern gezählt wurde. Jetzt liess sich der Künstler in Dres- 
den nieder, wo anfangs F. P. Ferg seine Landschaften mit Fiffu- 
ren stafiTirte, Im Jahre 1750 musste er auf Befehl des Könip das 
Lustlager in Zeilhayn malen, ein *colossales Bild, welches in der 
k. Gallerie aufgestellt wurde, aber mit vielen anderen G^nälden 
dieses Meisters längst daraus entfernt ist. Es sind diess Ansichten 
sächsischer Städte und Schl.össer in ziemlich grossem Formate. 
Dann malte er auch viele andere Ansichten und Prospekte ans 
Sachsen und Mecklenburg, die damals in Gallerien aufgestellt wur- 
den, und auch ins Ausland gingen. Häufige Studien machte er 
an der Elbe und an der Saale , und darnach führte er dann viele 
Bilder in Oel aus. Diese Ansichten malte er mit Vorliehe und sehr 
ileissig. In der Gallerie zu Schwerin sieht man noch mehrere die- 
ser Bilder. Einige seiner Werke sind schätzbar, andere aber kalt 
und monoton. Mehrere der früheren Gemälde dunkelten stark 
nach, später wählte er dauerhaftere Farben, verfiel aber nicht sel- 
ten ins Graue, so wie auch seine meist dunklen Vorgründe keine 
angenehme Wirkung machen. Thiele wurde 1747 Hofmaler des 
Königs von Sachsen. Zugleich hatte er den Titel eines Hofcommis • 
särs und eines fürstlich Arnstädtischen Kämmerers. Er starb zu 
Dresden 1752. Fiedler malte sein Bildniss in gewaltiger Perücke 
tind mit dem Pinsel in der Hand« Es ist in der fürstlichen Samm-' 
lung zu Rudolstadt. Oeyser hat es gestochen , 8. Der berühmte 
Dietrich war sein Schüler. 

' Tardieu stach nach ihm die Ansichten von Königstein und Meis- 
sen, gr. qu. fol. Oeser, E. Kämmer, Wolfgang Güthe und sein Sohn 
Job. Fried. Alexander Thiele haben ebenfaUs nach ihm radirt. C. Wi- 
tzani stach die Ansicht der Gegend von Habenau, qu. «fol« F. Schu- 
mann lieferte ein Aquatintablatt, velches die Kohlenbrennerhütte 
vorstellt, gr. qu. fol. 

Eigenhändige Radirungen. 

Die Blätter dieses Meisters sind in alten Abdrücken selten 
geworden. Es kommen auch neue Abdrücke vor. Sie sind theil- 
Vfi^ gnt radirt , und finden daher ihre Liebhaber. Die bessten 
AoÄcke setzt Weigel auf 10 — 12 gr. ' ' 

1 — 6) Die kleinen Landschaften mit FigürcRen, sehr leicht 
^adirt und bezeichnet A. Thiele fec. (verkehrt). Drei dieser 



336 Thiele» Jolianii Alexander. 

Blatter sind 3 Z. hogh und 2 Z. breit; die drei anderen 
1 Z. hoch und ^ Z. breit. 

7) Heroische Lands<iaf1t mit Figuren und antiken Fragmenten. 
Man sieht eine hohe, abgebrochene Saule, und am Fusse 
derselben steht: Thiele fec 4« 

8) Eine heroische Landsehait mit Fijg^ren und Gebäuden. Vorn 
ist eine grosse Vase mit einem Piedestal. Thiele fec 4* | 

Es gibt auch Abdrucke im Helldunkel. 
g ) Heroische Landschaft mit zwei Figuren im Vorgrande 1725, 

qu. fol. 
10) Heroische Landschaft im Sturm, links ein Monument und 1 
zvrei Figuren. Da« seltene Gegenstück zu obigem BlaUe, 
qu, fol. I 

11 — 12) Das alte Elbethor zu Pirna, Landschaft mit Fiforen 
und Gebäuden. Von zwei Seiten dargestellt. A. Thiele ad 
vivum del. et f. aqua fort. 1742» 4* I 

13) Wilde Gebirgslandschaft mit fünf Figuren von Bauern im 
Vorgrunde , links ,in der Feme eine Burg. Ad vivom del. J 
et fecit« A. Thiele 1742, gr. qu. fol. 

14) Der schöne Brunnen bei Schönburg. Ad vivum del. et fecit 
A. Thiele 1743, gr. qu. 4* 

15) Der Wald. Links das Monogramm, qu. 4« 

15». 18) Drei achöne Gebirgslandschaften im Geschmacke tob ' 
Jan Both, mit Figuren im antiken Gostume, grossen Ge- 
bäuden und Ruinen. Ohne Namenl Seltene Blätter, U.fol. 

19) Vier Landschaften mit ländlichen Figuren, bezeichnet: J. 
A. Thiele f. 1744, er. qu. 4. 

20 — 21) Gebirgslandschaften mit ländilichen Figuren im Vor- 
gründe und mit Gebäuden im Mittelgrunde. A. Thiele fedt 
Aqua fort 1725- Diese seltenen Blätter sind immer schwach 
im Drucke, da das Aetzwasser nicht durchgegriffen Lat, 
qu. fol. 

22) Landschaft mit Ruinen, im Vorgrunde der Hirt neben vntx 
Sehafen laufend. Ex collect. Basan. Ohne Namen des Ba- 
dirers, gr. qu. fol. 

23) Gebirgslandschaft mit grossen Gebäuden und Ruinen. In 
Yorgrunde ist eine Gruppe von Figuren und darunter eb 
Weä> mit dem Milchtopfe auf dem Kopfe. A. Thiele fec. 
aqua fort. Dieses Blatt soll das erste des Künstler sep» 
und ist von der grössten Seltenheit» qu. fol. 

24) Der Jappan bei Moritzbur^. Thiele ezcudit. Diese seltene 
Radirung ist nach R, Weigel von Thiele's Hand, obgleich 
sie nur seine Adresse träft« Im Cataloge der Saminlung tod 
J. C. BÖgenheld, H. AbUi. Leipzig 1846, ist ein Abdrack 
mit der Aaresse : C. 0. Thiele exe. , angegeben. Diesa könnte 
auf Carl Christoph Thiele^ deuten , wenn das Blatt für die- 
sen Meister nicht zu gut ist. Schmal qu« foL 

25) Grosse Landschaft in Zuccarelli*s Manier mit acht Landleu- 
ten und einem Reiter, im Grunde ein Flnss und Gebinde. 
Unten gegen rechts erkennt man ein Monogramm J. A T. 
Fec, oder J. M. Fec. Ein seltenes, jedoch zweifelhaftes 
Blatt, gr. qu. fol. 

26) Landschaft un antiken Styl mit drei Figuren bei anttken 
Fragmenten. Unten rechts: Thiele fec. Auessert selten, be- 
sonders auf braunes und anderes farbiges Papier, kl. foL 

27 -* 32 ) Die grossen numerirten Ansichten aus der sächsiscbcB 
Schweiz und andern Gegenden Sachsen, mit Dedication sb 



Thide, Johf Avdr. ^ Thiele« Jpb« HennAnn. 237 

den Churfürstea voif Sachsen und König von Polen. Ale- 
xander Thiele ad vivum deh, pinx. et »c. t72ö» ^. qu. fol. 
Bei V^^eigel 3 Thl. 

1) Vue du chateau de Pillnltz. 

2) Vue de la forteresse de Königstein du c6te du couchant. 

3) Vue de la meme forteresse du cote du levant. 

4) Vue de la ville royale de Dresde« 

5 ) Vue de la ville et du chiteau de Meissen en Saxe. 

6) Vue de la forteresse de Sonnenstein et de la ville de Pirne. 

Thiele 9 Johann Andreas, s. J. a. Tiie. 

Thiele, Johann Christoph ^ Büdhauer zu^Meissen, warum 1705 
thätig. 

Thiele, Johann Friedrich Alexander ^ Landschafrsmaler und 

Radirer, der Sohn des Joh. Alexander, wurde 174? zu Dresden 
geboren, und von Hutin unterrichtet, bis er sich nach Wien be- 
gab, wo Professor Rosa seine weitere Ausbildung übernahm. Er 
nvidmete sich der Landschaftsmalerei, und hinterliess mehrere Bil- 
der, wovon aber nur wenige an Verdienst den Gemälden des Va- 
ters gleichkommen. Sie stellen meistens Gegenden um Dresden 
dar, mit Figuren unTd Thieren staflFirt. Im Jahre 1798 wurde er 
Zeichenmeister an der Folizeischule in Dresden, und Inspektor 
bei der Kunstakademie daselbst. Er starb i8Ö3« 

Thiele hat meherere Blätter radirt , einige mit zarter Nadel. 
Im Ganzen scheint er Klengel und Wagner zum Vorbilde genom- 
men zu haben. Er bezeichnete diese Blätter mit seinem Namen 
oder mit dem Buchstaben T., zuweilen mit angehängtem h. 

1 ) Versuche in Landschaften. Nach Zeichnungen seines Va- 
ters flüchtig radirt, 15 Blätter, qu. 4. 

2) Eine Folge von 12 Ansichten sächsischer Gegenden mit Fi- 
guren und Thieren, nach eigener Zeichnung, und theil- 
weise zart in J. G. Wagner's Manier radirt. F. A, Thiele 
fec. 1773 und 74, qu. 4. 

I. Vor der Adresse von Grossmann in Augsburg. 
IL Mit derselben. 

3) Folge von ll Landschaften in versohiedener . Grösse , mit 
J. H. Klingner gezeichnet und radirt.« Aus dem Frauen- 
holz'schen Verlag. 

4) Folge von 4 Landschaften nach J. G. Wagner, qu. fol. 

5) Schweizerische Gebirgslandschaft mit einer Hütte, r. Thiele 
fec. , kl. qu. fol. 

£s gibt Abdrücke auf Seidenpapier. 

6) Landschaft mit ländlichen Figuren und Thieren. A« Thiele 
inv. f. C. A. Grossmann A. V. Nr. i., qu. fol. 

7) l^ine ähnliche Landschaft. Ebenso bezeichnet, Nr,» 2»» qu. fol. 

Thiele ^ Johann Heinrich, Medailleur, sUnd in Diensten des 
Chur Fürsten von Brandenburg. Auf seinen Geprägen stehen die 
Buchstaben I. H. T. Sie reichen bis l73t. 

Male, Johann Hermann, Kupferstecher zu Copenhagen, ar- 
beitete um 1730 — 50. Er hatte auch einen Kunstverlag, und da- 
her sind einige Blätter nur mit seiner Adresse versehen. 

1) Christian IV. König von Dänemark, fol. 

2) C. J. Kersting, reiormirter Pfarrer zu Copenhagen, fol. 

Nagler's Künstler- Lex. Bd. XVIIL 22 



3*1H ThielemanD f Johann Michael. — Thieme. 

S) Das Schloss Christiansburg in Copenhagen, fol. 

4) Der astronomische Thurm in Copenhagen» für P. Horrebi- 
vius' Basis Astronomiae , kl. fol. 

5) Einige Blätter für das k. dänische Münzwerk« 

6) Verschiedene Prospecte, und andere Blätter für die Scripta 
societatis Hafniensis 1745 — 46» 4* 

Thielemann ^ Johann Michael f Maler zu Arnstadt, war um 1700 

thätig. Er malte Bildnisse, und hatte den Titel eines fürstlich 
Schwarzburg'schen Hofmalers. 

Thielen 9 Jan Philipp yan, Blumenmaler, genannt Rigo\il<Jt8, 
Herr von Couwenbergh, wurde 1618 in Mechelh geboren, und 
von D. Seghers unterrichtet. Er fand mit seinen Werken grossen 
Beifall, da sie jenen seines Meisters fast gleich geachtet wurden. 
In der Gallerie des Belvedete zu Wien ist ein reicher Kranz von 
verschiedenen Blumen , sehr schon gemalt. Ein zweites Bild stellt 

frau in Grau gemalt, die Madonna mit dem Kinde dar, umge* 
en von einer grossen Blumen guirlande» Bezeichnet: J. P« Tan 
Thielen Rigouldts F. Anno l648* Auch in der Gallerie zu Schleiss- 
heim ist ein Bild der Madonna in einem Blumenkranze, mit dem 
Namen und der Jahrzahl l6^ Dieser Künstler starb l667 und 
wurde in Boesschot bei Mecheln begraben. E. R.* CoUtn stach 
sein Bildntss nach einem Gemälde von Quellinus. 

Seine Töchter waren ebenfalls Blumenmalerinnen. Maria The- 
resia wurde ]64o, Anna Maria l64l und Franciska Catharina i645 
zu Antwerpen geboren. Weyermann kannte auch einen Sohn die- 
ses Künstlers, der aber als Maler dem Vater nicht gleichkam. 

Tmelens ^ Jan » Maler aus Flandern, war in Antwerpen thäti^, und 
erscheint daselbst 1694 als Aeltester der Akademie. Er malte AI- ! 
chimtsten , Ateliers von Malern und Bildhauern, und andere Dar- 
stellungen im Geschmacke von D. Teniers. 

Thielle, heisst auf einem Blatte von Tardieu irrig Joh. Alesander 
Thiele, 

ThielOy Ohristian^ Formschneider zu Copenhagen,' hatte als Künst- 
let Rttf , welchen indessen seine Werke nicht auf die Nachwelt 
bringen. Solche sind in einem Gedichte, welches 1721 bei der An- 
kunft des Erbprinzen Christia|i VI. und der Prinzessin Sophia 
Magdalena erschien. Es enthält Embleme und Figuren. Auch 

das Gedicht ist von Thielo, 

« 

ThielOi Jobann Gerhard Wilhelm, Maler, geboren zu Han- 
nover 1735, war Schüler seines Vaters Justus Anton, und besuchte 
- dann 1757 mit Unterstützung des Ministers von Hardenberg die 
Akademie in Copenhagen, wo er zweimal die grosse goldene 
Medaille erhielt. Im Jahre I76i kehrte Thielo nach Hannover 
zurück, um als ausübender Künstler seine Bahn zu betreten. t>T 
malte Bildnisse, historische Darstellungen, Genrebilder/ Schlacht- 
stücke und Landschaiten. Starb zu Hannover 179& 

Thielo, JaStUS Anton, s. den obigen Artikel. 

Thielo, s. auch Thilo. 
Thieroe, s. Thume.' 



Thiemo 339 

TnietnOy der Heilige, Ton einigen Theodomar» von anderen Diet- 
mar genannt, stammle aus dem Geschlethte der bayerischen Gra- 
fen von Medlinfi;, und wurde in der berühmten Klosterschule zu 
Nieder -Altaich herangebildet. Hier wurden namentlich auch die 
sogenannten sieben freien Künste gepflegt, sowie die mechanischen 
. Künste und Handwerke geübt, und Thiemo benützte jede Gele- 
genheit, sich in denselben Uebung zu verschafiFen. Er brachte es 
in der Malerei und im Steingusse zu einer für damalige Zeit 
bedeutenden Höhe, wie die Werke beweisen, welche ihm zuge- 
schrieben werden. Einen Theil derselben dürfte er im Kloster 
Nieder - Altaich ausgeführt haben, da er daselbst das Ordenskieid 
empfing, und in seiner stillen Kloster -Zelle Müsse zur Kunst- 
übung fand, .die ihm später als Abt von St. Peter in Salzburg nur 
spärlich zugemessen seyn konnte. Bald darauf, im Jahre lOQO he* 
stieg er den erzbischöflichen Stuhl daselbst, welchen er aber nur 
bis 10Q5 behauptete, da ihn sein Gegner Berthold bei Saaldorf 
unweit Salzburg zur Flucht zwans. Jetzt irrte Thiemo unstät um- 
her und schloss sich als Pilger «fem Kreuzzuge des bayerischen 
Herzogs Weif I. an. In Asien gerieth er in Gefangenschaft und 
starb 1101 zu Chorazim den Martertod. 

Die Kunstfertigkeit dieses Mönches bestätiget sein gleichzei- 
tiger Biograph im Thesaurus monumentorum eccles. et bist, sive 
H. Canisii lectiones antiquae. Antv. 1725« H. 2- 9? — - 112* Auf 
diesen Biographen beruft sich auch Hund, Metropolis Salisb. p. 
689 und das Chronicon antiqui mon&^terii ad S. Petrum p. 195, 
Neuere Schriftsteller, wie Günther (Gesch. der lit Anstalten in 
Bayern I. 178)» I^ipowski (bayerisches Künstlerlexikon), Pillwein 
(Lexikon salzburgischer Künstler) wiederholen dasjenige, was 
schon früher gesagt wurde. Eine Uebersicht der sämmthchen Kunst- 
werke Thiemo*s verdanken wir dem Professor Stephan zu Salzburg 
im Archiv für Geschichte etc. 1829 Nr. 56* In der Schatzkammer 
des Benediktiner Stiftes St. Peter zu Salzburg wird ihm das Bild 
des heil. Benedikt in Holz, und ein solches des heil. Stephan in 
Elfenbein zugeschrieben. Dann finden sich in dieser Stadt auch 
Bildwerke in Stein, welche nach der gewöhnlichen Annahme ge- 
gossen sind. Im Kloster von St. Peter ist eine Maria mit dem 
Kinde, mit Vergoldung und bemalt. Man sieht dieses Bild auf 
dem Seitenaltare nächst der Sakristeithüre der Kirche. In der St. 
Veitscapelle ist ebenfalls eine Statue der Maria, mit Streifen ro- 
ther Bemalung. In der auf dem Gottesacker am Mönchsberge 
angebauten Kreuzkapelle ist eine andere Steinfigur , die als Werk 
Thiemo's gilt. Im Capitelzimmer des adeligen FraUenstü'tes auf ' 
dem Nonnberg- wird ihm ebenfalls ein solcher Steinguss zuge- 
schrieben. Zu Gross -Gmain, zwischen Salzburg und Heichenhail, 
beim Schlosse der alten Grafen von Piain am Untersberge , wird 
am Hochaltare ein Steinbild der Maria als Gnadenbild verehrt. 
Es kam 1080 aus dem Schlosse in die Kirche. Bei den Kapu- 
zinern zu Radstadt und in der Kirche zu Altenmarkt bei Rad- 
stadt sind ähnliche Madonnenbilder, angeblich in Stein gegos- 
sen. In der Stadtkirche zu £ns ist eine leidende Maria mit dem 
Leichname des Sohnes auf dem Schoosse, ebenfalls in Stein, 
und ein Gemälde der Kreuzabnehmung , angeblich Werke Thie- 
mo's. Im Kloster zu Admont ist eine Sämerzensmutter mit 
dem Leichname des Sohnes und zwei Madonnen sind in den 
Gängen aufgestellt. Auf dem Hochaltare def Kirche auf dem 
Weizberge ist eine Madonna mit dem vom Kreuze abgenomme- 
nen Heilande in Lebensgrosse von Stein. Dieses wunderthätige 

22* 



3M Thiönon» Anne Claude. •— Thiinon« Louis. 

Bild befindet sich sek io64 in der Kirche und eilt als Werk dei 
Heiligen. Zu Adelwang in ' Ober - Oesterreich , drei Stunden von 
Kremsmünster , verehren die Wallfahrer ein Madonnenbild von 
Stein, welches dem Thiemo zugeschrieben wird. Zu Nieder* AI- 
laich in Bayern sieht man in einer Kapelle der Kirche eine 
schmerzhafte Madonna mit dem göttlichen Sohne, welche der 
Tradition nach von Thiemo in Stein ausgeführt wurde» als er 
sich in jenem Kloster befand. 

Die Werke dieses heil« Mönches gleichen sich nicht alle, so 
dass man nicht annehmen könnte, sie seyen aus derselben Form 
gegossen. Ueberhaupt ist die Geschichte von diesem Steineusse 
m Zweifel zu ziehen. Sie wiederholt sich öfter, auch nocn an 
hunstreichen Steinarbeiten des 15. Jahrhunderts, aber ohne einen 
hinreichenden Grund dafür zu haben. An den oben genannten 
Werken Thiemo's haftet theilweise eine uralte Tradition, kein 
historischer Nachweis. Sie gehören vielleicht alle dem 1 1 . Jahrhun- 
derte an. Die alte Klosterschul^ in Nieder - Altaich könnte eben- 
falls solche Werke geliefert haben, die sich dann in der Gegend, 
wie ini Salzburgischen, in Ober - Oesterreich und in Steyermarfe 
verbreiteten. Einen nicht zu verwerfenden Anhaltspunkt schei- 
nen die Jahrzahlen l064.und 1080 zu geben. Nach diesen Datea 
müsste Thiemo die Bilder als Mönch in Nieder -Altaich gefertiget 
haben , und nur wenige könnten in Salzburg entstanden seyn, da 
er als Abt und Erzbischof sicher nur wenige Zeit der Kunst wei- ' 
hen konnte. 

Thienon^ Anne Glatfde^ Landschaftsmaler, geb. zu Paris 1T82» 

begann seine Studien in unruhvollen Tagen , sah sich aber nicht | 

streng an Paris gebunden , da er als Landschaftsmaler im Lande 1 

seine Studien machte, und längere Zeit in Italien sich aufhielt. | 

Er malte meistens in Aquarell, und in grösserem Formate als bis 

dahin gewöhnlich war. Seine Bilder wurden sehr geschätzt, be- i 

sonders die Ansichten von Glisson , welche von Piringer in Aqua- j 

tinta gestochen sind, für Thienon*s Yoyage pittoresque dans le ■ 

bocage de la Yendce ou vues de Glisson et de ses environs. Mt 

Beschreibung der Stadt und des Schlosses Glisson von Lemot 

I8l6, 4* Dann zeichnete er auch viele malerische Ansichten in 

den Departements de la Gironde. Er beabsichtigte die Heraui- i 

gäbe eines Werkes, welches in mehreren Lieferungen erscheinen 

sollte. Es blieb indessen bei dem ersten Hefte in 12 Blättern, un- ^ 

ter dem Titel : Choix de vues pittoresques, chateaux, monumens et 

lieux cclcbres recueillis dans les departements de la Gironde etc. 

Paris 1820, kl. fol. Dann zeichnete er in Rom auch eine Police 

von Ansichten, welche eine Rundreise um diese Stadt und durch 

dieselbe bilden. Von grösseren Bildern nennen wir auch noch 

seine Ansichten der Fontaine der Nymphe Egeria, der Brück« 

Salaro, der Cascatellen von Tivoli, der Fontaine der Villa d^Esie» I 

der Gallerie von Albano, des Sees von Peyrouse, des Schlosses 

von Gisors, der Gegend von Andelys etc. Die Zahl seiner 

Aquarellen ist sehr gross. Seine besste Zeit fiel in die Periode 

Napoleon*s, wo der liünstler einen rühmlichen Namen hatte. & 

starb zu Paris 1846« 

Thienon^ Loui^, Landschaftsmaler zu Paris, bildete sich auf R« 
sen in Frankreich, der Schweiz und Italien, und ist durch »«»' 
rere schöne Bilder bekannt» Sie bestehen in Ifindschaftlicheo 



TtuenponC, Carl Fr. ~ Tbier^ Bemh. Heinr. 341 

DanteUnngten, in Ansichten von Städten und interessanten Bau* 

werken. 

L, Thienon ist ein jüngerer Künstler als der Obige. 
Thienj^ionty Carl Friedrich, Maler, geb. zu Berlin 1720, war 

Schüler von A. Fesne ( 1745 ) , welcher ihn in der Oelmalerei un- 
terrichtete, entschied aber später in Dresden auf Veranlassung des 
J. Mengs für die Miniaturmalerei. Er malte viele Portraite, be- 
sonders während der Kriegsjahre. In der letzteren Zeit begab sich 
der Künstler nach Warschau, wo er ebenfalls Bildnisse in Minia- 
tur und Email hinterliess , und 1796 starb. 

Thier, Bernhard Heinrich, Maler und Radirer, geb. zu Lü- 
dinghausen im Münster'schen 1743 (nach anderen 1751 in Mün- 
ster), stand bei seinem Bruder Evert, eineja Glasmaler und Glaser 
in der Lehre, und reiste dann als Geselle nach Amsterdam, ^o 
er sich ausschliesslich der Malerei widmete. Er malte einige Jahre 
Blumen und Früchte, fing aber dann unter P, Barbiers* und H. 
Meyer's Leitung an Landschaften zu malen , worin er es aber zu 
keiner grossen Vollkommenheit brachte. Im technischen Theile 
sind diese Bilder lobcnswerth, der Mangel der Zeichnung und 
Composition machte sich aber zu iühlbar, als dass diesen Bildern 
eine ehrenvolle Stelle eingeräumt wurde. In der letzteren Zeit 
seines Lebens arbeitete er m Leyden, und starb daselbst 181 4« 

Wir haben von diesem Künstler einige schön radirte Blätter, 
die in guten Preisen stehen. Es gibt auch mehr oder -weniger 
vollendete Aetzdrücke. P. Kikkert radirte nach ihm eine Land- 
schaft mit ländlicher Scenc. 

1 ) Landschaft mit zwei Bauern bei einem Wagen , an welchen 
ein Pferd und drei Ochsen gespannt sind. Sie ziehen an 
einem Hügel hin, wo man eine Hütte sieht. Links ist eine 
Erhöhung, die durch verfallene Zäune getheilt wird. Im 
Rande: B. H. Thier inv. et fec, 1780, qu. fol. 

2) Landschaft mit zwei Bauern, welche das Pferd und den 
Ochsen im Flusse tränken. Links sind grosse Bäume, ein 
steinerner Bogen und eine Hütte. Rechts sieht man eine 
Scheune und Bauern, iivelche einen Karren mit Heu über 
die Brücke echaffen. Das Gegenstück zu obigem Blatte, ohne 
Namen. 

Diese beiden Blätter werthet R. Weigel auf 2 Thl. Sechs 
unvollendete Aetzdrücke und Gegendrücke schätzt er auf 
4 Tbl. 18 gr. 

3) Landschaft mit einem Wege, der am Berge sich verliert. 
Links ist Ebene, und rechts ein kleiner Fiuss. Am Wege 
sitzt ein Bettler und vom Berge herab gehen zwei Bauern 
mit einem Hunde. Ein Reiter und ein Fussgänger sind oben. 
In der Ferne ist Regen. B. H. Thier fec. H. Q Z. 5 L.» 
Br. 8 Z. 1 L. 

4) Landschaft mit dem auf dem Hügel sitzenden Hirten. Am 
Fusse des ersteren sind zwei Kühe und zwei Schaafe, und 
rechts vom Hirten eine Ziege. Vor dem Hirten ist der Hund. 
In der Ferive ^ieht man Bauern und Pferde auf der Birücke, 
neben -welcher eine Thurmruine ist. Ohne Namen* H. 6 Z. 
10 L., Br. 8 Z. 8 L. 

6) Ein Viehstück in W. Romayn's Manier, qu. fol. 



342 Thier« — Thiemat , Aiigustiii Atexander. . 

R. Weisel werihet einen Frobedrucli auf chinesiscbet Pi* 
pier auf 2 Tbl. 

Oiess ist wohl jenes Blatt, Ton welchem Füssly sagt, ei 
stelle einen ruhenden Schüfer, eine liegencTe und eine ste- 
hende Kuh dar. 

7) Eine Folge von fünf Blättern mit Köpfen von Schaafcn, 
Widdern, Ziegen, Kühen und Ochsen. B. H. Thier f. 1773, 
77, 80. Diese seltene Folge wurde in einer Versteigerung 
KU München mit 8 fl. 6 kr. bezahlt. In 4* und qu. 6. 

6) Landschaft mit- einer Gruppe von vier Pferden an der stei- 
nernen Brücke« B. H. Thier inv. et fec. 1780, qu« fol. 

^L hier 9 ein Bruder des Obigen > war Blumenmaler. Er lebte in Am* 
sterdam» 

ahiere^ Fh., Kuprerstecber, ist uns nach seinen Lebensverhältnis- 
sen unbekannt. Er stach mit J. Simonet» E. de Ghendt und B. 
Roger eine Folge von 12 -Blättern mit Theaterscenen, nach Zeich- 
nungen von J. M. Moreau jun., gr. 8« 

Thiere^ Guillon le, s. G. Lethiere. 

Thierriat^ Augustin Alexander » Maler, geb. zu Lyon i789> 

besuchte die Zeichenschule von Rcvoil und Grogniard, und ent- 
wickelte in kurzer Zeit ein bedeutendes Talent zur Malerei, wel- 
ches er später in Paris ausbildete. Man sah daselbst von i8l7 ^ 
mehrere schöne Bilder bei den Ausstellungen im Musee Royal, wo- 
von einige durch Yerloosung der Gesellschaft der Kunstfreunde im 
weiteren Kreise bekannt wurden. Ein Gemälde vom genannten 
Jahre, das Innere des alten Klosters St. Andre -le-bas vorstellend, , 
kam in die Gallcrie Orleans. Sein Bild des Julienne Du^esclin, 
welcher das Schloss Pontorson gegen die Engländer vertheidiget, 
ging 1819 durch Yerloosung der Socicte des amis des arts in die 
Hände eines uns unbekannten Besitzers über. Grai' Forbin e^ 
warb 1822 ein Hlumenstück, der Kunstvejein kaufte das Bild der 
Beerdigung eines Oarthäusers, und Gral' von Artois kaufte ein 
Gemälde, welches die Schule der Frcres da la doctrine chretienDc 
vorstellt« Ein Bild von 1824 stellt das Verhör des Grossmeisters 
Thomas Molay vor. Ein religiöses Fest voa demselben Jahre wurde 
der Gallerie der Madame einverleibt« Unter mehreren anderen Ge- l 
mälden, welche theils der modernen Geschichte, theils dem Genre 
angehören, oder in Blumenstücken in Oel und Aquarell besteheo» > 
erwähnei} wir noch eines seiner bessten von 1827» welches di*' 
Ruinen des Refektoriums der Feuillanten in Lyon vorstellt. Seine 
Bilder sind von angenehmer Composition und fleissig ausgeführt 
Dann finden sich von ihm aucb viele Zeichnungen in Aquarell * 
und Sepia, die zu Albums vereiniget sind, oder einzeln in des . 
Cabineten aufbewahrt werden* ^ 

Thierriat wurde 1823 Professor der Zeichenkunst an der Kunst- 
schule in Lyon. Dann leitet er mit E. Rey ein Institut zur Bij* 
düng von Zeichnern von Dessins für Seidenwaarenfabriken , Sti- 
ckereien und Tapeten. Aucb an der Porzellan - Manufaktur xu . 
Lyon ist er thätig. Er malt Blumen und Fruchte auf ForsellaDt 
die zu den schönsten Erzeugnissen ihrer Art gehören« 

Dann haben wir von ihm auch eine Folge von lithograpbirteo 
Blättern mit Blumen » Früchten und Ornamenten» welche 1825 ^' 
schienen. 



Tbierr^e^ Eug« Stan« — Thimry, Jac Etienne* 943 

Thierree, Engine Stanislas^ Maler zu Pari«, wurde um I8t8 ge- 
boren. Er wählte das Fach der landschafllichen Darstellung, 
und unternahm zu diesem Zweqjie mehrere Reisen, um Zeichnui^- 

£sn und Entwürfe zu Gemälden zu sammeln. Diese bestehen in 
andschaften mit Figuren und Thieren, in architektonischen Dar-« 
Stellungen mit Staffage, und in Seebildern. Mehrere derselben sah 
man auf der Ausstellung im Mu$ce national i848* 

Tbieriy, Jean, Bildhauer, geb. zu Lyon 1669, war der Sohn ei- 
nes gleichen Künstlers, der ihn schon in früher Jugend zur Kunst 
anwies. Später begab sich Thierry nach Paris, um unter Leitung 
des Bildhauers A. Coysevox seine Studien fortzusetzen, der in ihm 
seinen jüngsten aber vorzüglichsten Schüler zählte. Er erhielt da 
her vor allen anderen den Auftrag , einer Statue der Venus im 
Garten zu (Marly den Ausdruck der Bescheidenheit zu geben , da 
man diesen ^ermisste. Dann führte er im Auftrage des Regenten 
für die königlichen Lustschlösser einige Werke aus , welche so 
wohl gefielen, dass sich 1721 Philipp V. von Spanien den Künst- 
ler, der bereits Professor an der Akademie in Paris war, erbat, 
um seine Paläste mit Werken zu zieren. In Jenem von S. Ilde- 
fonso ist eine Gruppe der bstBenden Diana, und im Garten des 
Schlosses wurden die Statuen der vier Jahreszeiten und der vier 
Welttheile aufgestellt. Im Palaste von Rio Frio sind die Statuen 
der Capelle und jene der grossen Stiege sein Werk. Der von 
ihm gefertigte Altar der Capelle wurde später in die Cathedrale 
von Segovia gebracht. C. Bermudez, in seinem Diccionario bist. 
de los mas illustres professores etc. Madrid 1800, behauptet, 
Thierry sei 1744 nach Frankreich zurückgekehrt, so dass d'Ar» 
gensville im Irrthume seyn muss, wenn er den Künstler nach ei- 
ner wohlverdienten Ruhe 173Q sterben lässt. N. Largillicre hat 
sein Bildniss gemalt, und S. H. Thomassin es gestochen. 

Auch einige von seinen Werken wurden in Kupfer gestochen. 
Die Statuen der Jahreszeiten und der vier Welttheile .stach N. C. 
Cochin, fbl. Füssly spricht von einer Folge von 6 Blättern aus 
dem Verlage von Th. Major, welche die Bildwerke in S. Ildefonso 
vorstellen« wozu auch die genannten gehören. In dem Werke ^on 
Thomassin ist der Triumph des Apollo und der Amphitrite, dann 
Diana und Endymion abgebildet. 

AÜierry, Jean, Maler zu Paris, wurde Uta 1810 geboren, und an 
der Kunstschule der genannten Stadt herangebildet. Er widmete 
sich der Historienmalerei, ist aber noch mehr durch Schlachtbil- 

'' der bekannt, deren einige 1836 von der Regierung angekauft 
wurden. 

Thierry, Jaches Etienne^ Architekt, geb. zu Pairis 1750, war 

Schuler von Blondel und Radel, und bewies durch zahlreiche 
Pläne und Entwürfe seine Tüchtigkeit. Er nahm an jedem Con- 
curse Theil , erhielt sechsmal die Preismedaille der alten Akade* 
mie der Künste (1769 — 1773)» fand aber nicht Gelegenheit durch 
irgend ein grosses Bauwerk seinen Namen auf die Nachwelt zu 
bringen. Doch verwendete ihn die Regierung bei mehreren Bau- 
unternehmungen, besonders zur Anfertigung von Planen* zur Ver- 
schönerung der Stadt. Dann fertigte er auch den Entwurf zu ei- 
nem Triumphmonumente auf Napoleon , und zum schönen Brun- 
nen auf dem Platz Gaillon. Auch ein Plan zum Triumphbogen 
de l'Etoile ist von ThierVy vorhanden, es wurde aber jfener von 



344 Thi^rrj i^ .EticDoc Jril. — Thicrry^ Willielm. 

Ch&lgrin genehmiget« In Paris und in der Umgebung der Stadt 
sind mehrere Privathäuser von ihm erbaut« zu Bagneux restaurirte 
er das Schloss d'Arcy, und so fand er nie eine Gelegenheit, um 
sein Talent im grossartigem Ma&stabe zeigen zu können. Er war 
46 Jahre Professur der Architektur an der Ecole gratuite, und bil- 
dete in dieser Stellung viele Künstler heran, welche zu grösserem 
Ruhm gelangten , als Thierry. Er starb 1832. 

Thierry, Etienne Jules ^ Architekt und Kupferstecher, geh, lu 
Paris 1787, genoss den Unterricht seines Vaters, des obigen Rünst- 
lers , und lag dann unter Gaitte und Battard seiner nveiteren Aus- 
bildung ob. Er vrar von 1823 an erster Inspektor beim Baue des 
Triumphbogens de l'Etoile, und sah dieses grossartige Werk unter 
seiner Aufsicht der Vollendung entgegen gehen. Wir haben von 
ihm auch ein Werk darüber, welches die Geschichte des Baues 
enthält» und ausf^er der Abbildung des Bogens auch alle die Ent- 
würfe anderer Künstler im Stiche darlegt, welche nicht zur Aus- 
führung kamen. Der urspüngliche Plan war von Ghalgrin, dieset 
erhielt aber durch Uuyot und Blouet verschiedene UmbilduD^eo. 
Das Werk von Thierry erschien unter dem Titel : Notice histonque 
sur Paro de triomphe de PEtoile. Paris 1826» dritte Auflage 1837* 
Dann bearbeitete Thierry auch den Vignola zum Handgebrauch, 
mit Kupfern von ihm und seinen Schülern, unter dem Titel: La 
Vignole de poche, ou Memorial des artistes, de proprietain et des 
ouvriers. Dessin, et grav. par Thierry fils. Paris 1823, und in zwei- 
te« Auflage 1827. Em anderes ünterrichtswerk; zunächst für seine 
Schüler im Linearzeichnen, ist sein Cours pratique de dessiu li- 
neaire, 6 Theile mit l46 Kupfern. Paris l83l , und an dieses 
schliesst si^h die Methode graphique et göometri^ue appliquee aus 
arts du dessin etc. Paris 1832* Die Kupferstiche sind von Thlerry's 
eigener Hand. Andere Blätter enthält das Werk von P. Clochar: 
Monuments et tombeauz d'Italie, Paris I8l5> 4o pl. foL; der Ri- 
cueil des prix d'architecture , die Voyage d'Espagne par M. De»* 
borde; L'art de batir par M. Rondelet; Les canauz St. Denb et 
St. Martin, par M. Devilliersj das Werk des Chev. Bruyerc etc. 

TBierry, Wilhelm, Maler, Architekt undRadirer, geb. zu Bruch 
sal 1766, war Schüler von W. Kobell in Mannheim, und widmete 
sich der Landschaftsmalerei/ Später wurde er Hofmaler zu Hom- 
burg vor der Höhe^ trat aber 1793 in gleicher Eigenfichait m 
Dienste des Herzogs von Meiningen, welcner ihn später auch ii 
seinem Architekten ernannte, da Thierry zu Carlsruhe unter Wem- 
brennen die Baukunst studirt hatte. Im Jahre 1823 starb der Künstler. 
Wir haben von Thierry auch mehrere malerisch radirte B^»J- 
ter , die mit seinem Namen oder mit einem Monogramme bezeicb* 
net sind. Einige kleine Blätter sind im Coburg - Meiningischc» 
gemeinnützigen Taschenbuche 1802 und l803. . . 

1 ) Tempel der Harmonie im englischen Garten »u Meimnge»« 
W. Thierry fec. aqua forti 1796. , ^ 

2) Das blaue Haus im englischen Garten zu Meiningen. "• 
Th. D. f. 1797, qu. föl. 

3) Das obere Thor von Deidesheim an der Hard. W. Thierry 
del. et aqua forti 1796, qu. fol. 

4) Das Thor von Rothenberg mit der Aussicht nach dem Scbio« 
und Ort Rauenberg im Bistum Speyer. W. Thierry 1?^ 
dej- et sculp. , qu. fol. r j^b 

'5) Durchsicht durch den Thorbogen eines Palastes auf ^^ 
Garten» Aquatintablatt nach W* Kobell, qu. 12* 



Tbierry^ — Thier^scb, Ludwig August Idkaitn. 34K 

6) Landschaft mit Bäumen und einem kleinen WasierfaU^ kl. 8* 
7} Zwei kleine Bergansiditen» jedes Blatt mit einem Bauern- 
hause, 12* 

8) Die Liebensteiner Höhle, 12. 

Dieses Blatt hat C. Sen£F mit der Nadel copirt , qu. 4* 

9) Die Ruinen des Schlosses Henneberg, 12. 
10 ) Ansicht des Schlosses Massfeld, 12- 

S 1 ) Die Blätter einer Folge von 26 Landschaften und Yiehstü- 
oken von Hartmann , Thierry und Maler Müller» aus dem 
Verlage von Frauenhölz in Nüi:nberg. 

Thierry 9 Gebrüder, Lithographen zu Paris, übernahmen die litho- 
graphische Anstalt Engelman's daselbst, waren aber auch als Künst- 
ler thätig. Blätter von ihrer Hand finden sich in den Antiquites 
Mexicaines , Relation de trois Bxpedittons du Capt« Dup^ix, Paris 
1834 u. 8. w. gr. i'ol. Die Brüder Thierry nennen. sich da Succ* 
de Bngelmann. 

Thierry j Leonhard^ s. L. Thiry. 

Tbiers , Grozat Baron de , Kunstliebhaber, der Neffe des in der 
Kunstgeschichte berühmten Crozat, hat verschiedene kleine Blätter 
nach Boucher u. a. radirt, gewöhnlich in Form von Vignetten. 
Sie bestehen in Genrebildern, rhantasiestücken, Landschaften u* s^yt^ 
Baron Thiers starb 1771. 

Thiers, Ferdinand, Malerund Zeichnungslehrer au Augsburff, hatte 
um 1820 den Ruf eines vorzüglichen Künstlers. Er mäte Blumen- 
stücke, die sich durch Naturwahrheit und sorgfältige Behandlung 
auszeichnen» 

iüiers 9 nennt Fiorillo IIL 426 einen Maler, der sieh in der zweitett 
Hälfte des 18* .Jahrhunderts durch Landschaften im Gesehmacke 
Poussin's und Vernet's hervorgethan habe. Er zierte diese Bilder 
mit schön gezeichneten Figuren. Auch in Göthe*s Winckelmanu 
finden wir einen Landschaftsmaler Thiers erwähnt, der sich im letz- 
ten Decennium des genannten Jahrhunderts in Rom aufhielt, Und 
vorzügliche Bilder lieferte. 

Diese beiden Meister sind wahrscheinlich die eine und die* 
selbe Person. 

Thiersch/ Ludwig August Johann , Bildhauer, der Sohn des 
Hofrathes und Präsidenten der k. bayerischen Akademie der Wis- 
senschaften Dr. Friedrich Thiersch, eines um die Geschichte di^ 
alten klassischen Kunst hochverdienten Gelehrten, wurde 1825 zu 
München geboren. Vertraut mit den Wissenschaften führte ihn 
Talent und Neigung zur Uebung einer Kunst « deren Bedeutung 
ihm durch die Lehren seines Vaters klar geworden ist, und lie- 
ferte schon als Jungling Proben, welche Bedeutendes erwarten 
lassen. Untfr den mannigfaltigen Versuchen erwähnen wir vor- 
nehmlich einer Büste des Professors A^. yqn Schaden , welche ei- 
nen glücklichen Sinn für charakteristiscpe Auffassung kund gibt» 
der sich in einer Büste seines Vaters in noch höherem Grade 
ausspricht , so dass Thiersch von dieser Spite bereits Vollkommen 
nes zu leisten im Stande ist. Er hat aben auch entschiedene An- 
lage zur Maierei. Wir sahen im Lokate des Kunstvereines zu 
München das lebensgrosse Köiestück eines jungen Mannes von 
sehr energischer Auffassung, Ein Hthographirtes Bildniss seines 



346 Thkss» Caspar. ^ Tbilo, Gottfried Angust. 

Väten hat ausser der fvappaoten Aehnlichkeit auch noch das Ter- 
dienst fl;rosser Sicherheit m der Behandhmg der Kreide auf Stein. 

Tl^ieSS» Caspar 9 Architeckt, stand in Diensten des ChurfunUn 
• Joachim U. von Brandenburg, und ist als einer der tüchtigsten 
deutschen Meister seiner Zeit su nennen. Er baute das alte char- 
fürstliche Schloss zu Berlin , welches aber von Schlüter eine ver* 
änderte Gestalt erhielt. Um l54o leitete er den Bau des Jagd* 
Schlosses Grunewalde, über dessen Portal seine und des Chur* 
fürsten Statue aufgestellt wurde. Ueber dieses Schloss hielt E t. 
Raumer 1842 im Vereine für märkische Geschichte einen Vortraf. 
Thiess starb in Berlin und wurde in der SU Nicolaaskirclie 
begraben« Daselbst ist sein Grabmahl. 

ThieSSen^ Henriette ^ Malerin, geb. xu Bremen 1792 >* besuchte 
einige Jahre die Akademie in Dresden , und gründete als Bild- 
nissmalerin ihren Ruf. Sie fertigte, auch Zeichnungen in 6chvra^ 
aer Kreide. 

j/hietland) Architekt, yon Geburt ein Herzog von Schwaben, er- 
scheint der Sage nach zu Maria Einsiedeln im Gefolge des Her- 
zogs Eberhard von Franken , welcher als Stifter und erster Abt 
des Klosters bekannt ist. Thietland soll im Auftrage |desselbea 
den Plan zum alten Kloster gefertiget und den Bau geleitet haben, 
an der Stelle der von St. Meinrad erbauten Celle. Somit vFÜre 
die alte Capelle zu Einsideln sein Werk, die ^42 unter Abt Eber- 
hard von St. Conrad, Bischof zu Costnitz eingeweiht wurde, oder 
wie der Einsiedler Chronist wissen will, vom Heilande selbst un- 
ter Assistenz der heil. Jungfrau, der heil. Märterer und Apostel 
und einer Schaar von Engeln, welche den himmlischen Säoger- 
chor bildeten. Eine alte/ Handschrift, welche von St. Conrad her- 
rühreil soll und den Tital führt: De secretis secretorum, besttmnt 
soear die Verrichtungen, welche jeder Himmelsbewohner hattet 
wanrend der Heiland die Messe las. 

Diesen Thietland nennt Felibien in seiner Hist. de l'Abbaye 
royale de St. Denis. Paris iSOÖ» und behauptet, dass er nach dem 
Tode £berhard*s Abt des Klosters geworden sei. Allein die An- 
nales Einsidelenses kennen keinen Abt dieses Namens , der nach 
962 . gestorben seyn soll. Es wird auch ein Baumeister Dietland 
von Gosslar genannt, der um 910 lebte. Der Zeit nach stimmt 
dieser mit Eberhard, der 923 als Decan des Domes in Strassburj 
nach Einsiedeln zog. ^ 

Thlli Beiname des Malers Beaugard« 

Thilli J. C. Ton, s. TiH. 

Thilo ^ Gottfried August , Maler, geb. zu Löwen in ScWesien 
1766 f machte seine Studien an der Akademie in Berlin, kehrte 
aber nach eineip Aufenthalt von etlichen Jahren nach Schlesicp 
zurück , und gründete in Breslau seinen Ruf. Er copirte in sei- 

I ner früheren Zeit ^inehrere historische Bilder und Landschaften 

nach guten Meistern , erwarb sich aber in der Folge durch BiW- 

' nisse m Gel und Miniatur einen rühmlichen Namen. £r malt« 

fast alle franzosischen und preussischen Offiziere, die sich in den 
tiriegsjahren in Schlesien aufhielten. Auch Bildnisse vonFürstea 
malte ef. Jenes des Königs von Preussen malte er in Lebcn5gro«>« 



Thilo, Job. Eberbardb ~ Thioletf « Alexattder. 3417 

far die Aula d6r Universität in Breslau. Den König Hierottymus 
voi) Westphalen stellte er in Miniatur dar, deine Portrait« sind 
sehr zahlreich. 

Thilo wurde I76l Mitglied der Akademie in Qerlin, und .\(At 
erneuerte dieselbe Anstalt das Diplom dieses Meisters zum Zei» 
€hen seines Jubelfestes. 

Thilo oder Tiloi Johann Eberhard, nennt Füsslymn. einen 

Maler, nach welchem V. D. Preissler das ßildniss des Philosopbe|i 
G. A. Willius geschabt habe. Später muss dieser Künstler in Rom 
gelebt haben, wo man I803 zwei Bilder von ihm saht welche 
Brutus und Philoctet vorstellen. Im Almanach aus Rom 1810 vvird 
ihm ein Bildniss des Kpnigs von Neapel zugeschrieben. 

Ob wohl nicht von einem Sohne des Malers J. G. W. Thiel^» 
die Rede seyn konnte? 

Thilo, s. auch Thielo 

Th!m, Gomelis, Zeichner und Maler, geboren zu Rotterdam 1750» 
zeichnete schon als Knabe von fünf Jahren Schiffe » und obgleich 
ihn sein Oheim, ein Kaufmann, zur Handlung heranbilden wollte, 
so füllte doch die Zeichenhunst alle seine Nebenstunden aus. 
Er zeichnete mit Vorliebe Fahrzeuge, und Ansichten zur See 
nach der Natur. Später gelangte er durch Verheirathung zum 
Besitze einer Möbelhandluns , und auch bei einer Tapetenfabrik 
war er betheiliget, wo er als Maler mitarbeitete. Im Jahre 1786 
wurde er Offizier eines neu errichteten Corps, und blieb bis 
1796 in Diensten. Jetzt wurde er im Kriegs - Bureau im Haag 
verwendet, bis er 179O wieder dem aktiven Dienst zurückge- 
geben wurde. Damals machte er den Feldzug nach Nord -Hol- 
land mit , und nach Vollendung desselben erhielt er ^ seine Pen» 
sion. Thim übte nebenbei immer die Kunst. Er zeichnete eine 
grosse Anzahl von Marinen mit Schiffen in nmnnifffaltiger Bewe- 
gung, theils in Tusch, und noch mehr in AyiareTl. Einige sei- 
ner Zeichnungen sind sehr schön und fleissig behandelt. Man 
findet deren in holländischen Kunstsammlungen. Starb zu Ut- 
recht l8l3- 

rhim, A , Maler, blühte in der ersten Hälfte des 18. JahrhunderU 
in Bremen. Er malte Bildnisse, deren Ch. Fritzsch gestochen hat. 

rhim, Moses, s. Thym. 

rhimantes , &. Timanthes. 

rhiollety Jean, Architekt zu Paris, begann seine Studien an d^t 
Ecole polytechnique daselbst, und widmete sich dem Unterrichte. 
Wir haben von ihm ein Werk zu diesem Zwecke, welches i842 
in drei Bänden erschien: Le^ons d'architecture theoricjue et pra- 
ti^e. Bin anderes Werk dieses Künstlers hat den Titel: Choix 
de maisons, edifices et monumens publics de Paris et de ««» en- 
virons, in drei Bänden. Vom dritten Bande, welcher die öffent- 
lichen Bauten von 1820 — 29 in Abbildung gibt, erschien 1838 
zu Paris eine vermehrte Ausgabe mit 190 Blättern, welche t4 Blat- 
ter mehr enthält, als die frühere, qu. toi. 

rhloUet, Alexander, Maler Jzu Paris, ist durch landschaftliche 
Darstellungen bekannt. Seine Bilder* sind niil Figuren staffirt. 



.348 ThioBville. — Thiry . Leonard. 

theilweite mit 8c«nep aus dem Gebiete der Romantik. Bei dct 
Ausstellung im Musöe national 1848 sah man eine Landschaft, io 
welcher Don Quixolle die Hauptrolle spielt. 

ThlOnTlilCy Medailleur zu Paris, war an der kaiserlichen Miinii 
beschäftiget, und lieferte verschiedene Stempel zu Münzeeprägen. 
Im Jahre l805 verfertigte er die Denkmünze, welche ^le Gesell- 
schalt zur Aufmunterung der National - Industrie vertheUte* 

Thirion» Jean^ Maler, geb. zu Bruge bei Brüssel 1783, «ludirte 
anfangs die Architektur , vertauschte aber diese in Paris mit der 
Malerei, und bildete sich von 1803 — - 1806 in Rom weiter aus. 
Er malte Landschaften mit historischer 4ind mythologischer StiStfe. 

Thirsky, s. Tschierschky. 

Thiry oder Thierry, Leonard , Maler und Kupferstecher, je 
ner Künstler , der seit Bartsch ( P. gr. XYI. 307 ) gewöhnlich L 
• Davent, und von anderen Leon d'Aven , d*Avesne, Oavin uoi 
Daris genannt wird , war ein Belgier* Auf dem ersten Blatte ei* 
ner FoT^e von Landschaiten mit Darstellungen aus der Fabel der 
Proserpina steht nämlich: Leonardi Thiry Belgae pictoris longe 
excellentiss. invenU Von dieser Folge hatte Bartsch keine Kunde, 
er schuf seinen L. Davent nur aus einem Blatte , welches Ht, 7. 
beschrieben ist, und l^iks im Rande den Namen )«dauent«t trägt. 
Darauf deutete er auch die Buchstaben L. D. auf seinen Blättern, 
und da ein sub Nr. 28 beschriebenes Blatt daneben auch nocli 
das Zeichen L C. hat, so sollte dieses nach Bartsch Lugduni Gel- 
tarum bedeuten; allein das Monogramm könnte auch aus LG. b^ 
stehen, worunter ebenfalls Lugduni au vermuthen wäre. Das» 
Thiry sich einige Zeit in Lyon aufgehalten habe , scheint rlcKlis 
zu seyn , denn auf dem Blatte Nr. 6 steht L. D. Lwn- In Lyon 
lebte auch ein Goldschmid, Namens Claude Thierry, genannt Le 
Nez , der i572i bei der Verfolgung der Hugenotten in einem Alter 
von 50 oder 6o Jahren das Leben verlor, wie Crocius in seined 
^arterbuche S. 1527 behauptet. Gleichzeitig mit diesem Gokl- 
schmide ist auch L. Thiry, da aus den Daten seiner Blätter di< 
Thätigkeit des letzteren um 154o *— 65 sich erweiset. Dass aber 
Leonard Thiry in Lyon geboren sei, wie Bartsch glaubt, scheint 
ohne Grund zu seyn, da er auf der oben genannten Folge cid 
Belgier genannt wird; auf seinen Geburtsort deutet eher das Wort! 
i»DaventM, nämlich auf Deventer, der Hauptstadt von Obe^ 
Yssel. Die Buchstaben L. D. bedeuten demnach Leonardas Da-{ 
ventriensis oder noch eher L. Dirk oder Diery, nach der alten 
Orthographie des Namens. Sie kommen auch auf der oben ge- 
nannten Folge vor, welche wenigstens der Erfindung nach i^^ 
Leonhard Thiry angehört. Ferner finden wir einem LeonarduJ 
Theodoricus ein Buch mit Grottesken zugeschrieben, woruntefj 
unser L. Thiry oder Thierry zu verstehen seyn dürfte. Thiry >^! 
wahrscheinlich der Lionardo Fiamingho Vasari's, welcher mit Ross» 
Rossi nach Fontainebleau kam, und nach dessen Zeichnunges 
malte. Auch die Blätter unsers Meisters deuten auf die Schule 
von Fontainebleau. Einige sind nach Francesco Primaticcio* 
andere nach Luci Penni gestochen, welche beide in Fontaine- 
bleau arbeiteten. Giulio Romano, Parmesano und Rafael boten 
ihm ebenfalls Vorbilder. Ein Theil ist nach eigener Erfindoo^ 
gestochen, i Die Mehrzahl dieser Blätter ist breit radirt, und "^ 
der ;^etchnung. besser als in Machwerk. Bartsch kennt nur nt^^ 



Thiry ocler Thierry, Leonard* 349' 

Stiche, welche in der Strichlagji dieselbe Manier kund ^ben. 
Die meisten Arbeiten dieses Meisters gehören zu den Seltenneiten. 
Bartsch beschreibt 69 Blätter von ihm. 

Religiöse Darstellungen. 

1) Die heil. Jungfrau sitzend mit dem Kinde, welches den 
kleinen Johannes küsst. Links erscheint der Evangelist, 
rechts Magdalena, zwei andere heilige Frauen und St. Joseph» 
Nach Parmesano, In der Mitte unten L« D.L H. 8 Z. Q L. » 
Br. 6 2. 8 L. 

2 ) per Heiland befreit die Altväter aus dem Limbus. Er steht 
in Mitte des Blattes mit dem Siegeszeichen und reicht ei-^ 
nem der beiden Greise die Hand. Rechts sieht man andere 
gerettete Seelen. Nach Frimaticcio. In der Mitte unten 
L. D. H. 15 Z. 1 L., Br. 10 Z. 6 L. 

3 ) Christus heilt die Aussätzigen, welche rechts auf den Knieen 
liegen. Nach Farmesano. Ohne Zeichen. H« 10 Z» 8 L.» 
Br. 15 Z. 

4) St. Magdalena von Engeln in den Himmel getragen. Nach 
einem Meister der Schule von Fontainebleau. Unten {ge- 
gen die Mitte L. D. H. 12 Z. 2 L. , Br. 10 Z. 

5) Der Name Jesu , I. H. S. durch) Säulen mit Weinlaub ge- 
bildet. Ueber dem H sitzt der Erlöser; und unten sieht 
man Adam und Eva. Links erscheinen die Heiligen Pau« 
lus , Catharinä und Barbara , rechts Fetrus. Angeblich nach 
Frimaticcio, und ohne Zeichen. H, 6 Ii. 6 L., Br. lOZ.gL. 

6 — 9 ) Die Apostel blicken nach dem Heilande und der heil. 
Jungfrau, die beide in jEngelglorieli erscheinen. ' Grosses 
Blatt von vier Flatten, zum Zusammenfugen. Nach Giulio 
Romano. 

6) Das' Blatt links unten mit sieben Aposteln innerhalb einer 
Balustrade, nach rechts St. Faul. Unten im Rande: L. D» 
IM* IL 15 Z. 8 L. , Br. 20 Z. 

7) Das Blatt rechts oben mit sechs Aposteln» darunter St. Pe- 
ter. Rechts unten 1546 1 links: dauent. 

8) Das Blatt links oben mit der heil. Jungfrau auf Wolken 
von Engeln umgeben. In der Mitte unter dem Cherubim 
L. D. H. 10 Z. , Br. l4 Z. 8 L. 

9) Das Blatt rechts oben mit dem Heiland in Wolken in der 
Glorie von Engeln. In der Mitte unten L. D. In dersel- 
ben Grösse. 

Geschichtliche Darstellungen. 

10) Der Tod der Cleopatra durch die Schlange. Sie stützt sich 
mit der Linken auf eine grosse Vase. Nach Frimaticcio. 
Unten die Buchstaben L. D. H. 10 Z. 9 L., Br. 6 Z. 

11) Scipio*s Enthaltsamkeit Er sitzt rechts, und das nackte Weib 
steht zwischen einem Krieger und einem Greise. An der 
Kufe im Vorgrunde steht: Bologna (Frimaticcio) L. D. Oval, 
Durchmesser der. Hohe: 11 Z. 10 L., Br. 7 Z. 10 L. 

12) Alexander »mit dem Bucephalus. Im Grunde links Philippus 
von den Höflingen umg^en. Unten: Bol. L. D. F. L. D« 
Ciartres excu. Oval. H. 12 Z. 8 L., Br. 8 Z. 5 L. 

13) Camillus zu Pferd erscheint vor den Römern« welche den 
Galliern Brandschatzung geben wollen. Nach Frimaticcio» 
links unten L.D« H. 10 Z. 6 L., Br. i4 Z. 5 L. 



3&6 Thiry oder Thierry» Leonard. 



44) Marcus Antonius beim Opfer, nach einer Darfttellung in der 
Colonna Antonina vod Frimaticcio gezeichnet. Rechts un- 
ter dem Altare, L« D. Im Rande steht: His ettalibut— - 
desiderantur. Ant. Lafreri formis Romae M.D.LXV* •*" 
H. O Z. 10 L., Br. it Z. 6 Ir. 

L Vor der Inschrift ui^d Yor Lafreri*» Adresse, 
II. Mit derselben. 

t5) Die Leiche des Patroclus von einem Krieger aus dem Schlacht- 
felde getragen. Nach Giulio Romano. Unten gegen die 
Mine L. D. H. 13 Z., Br. 21 Z. 6 L. I 

Mythologische Darstellungen. 

l6-- 27) Die Göttinnen Juno, Venus, Pallas und die neun Mu* 
sen in sitzender Stellung, von Frimaticcio in den Ecken 
des Schlosses in Fontainebleau gemalt, Folge von 12 Blut- 
tem, bezeichnet: Bologna L. D. H. 8Z. 4£ff Br. 6%'6L. 

]6) Juno mit zwei Pfauen nach rechts. 

t7i Venus mit Amor nach links. 

18) Pallas mit Waffen und einem offenen Buche nach rechts. 

19) Calliojpe vor Büchern auf dem Pulte. 

20) Terpsichore mit einer Harfe zu den Füssen. 

21 ) Erato mit dem Triangel. 

22) Folynmia mit einem Hauche aus dem Munde« 

23) Urania mit dem Globus zu den Füssen. 

24) Clio mit zum Himmel erhobenem Blick. 

25) Eiiterpe mit der Schalmei am Munde. 

26) Thalia mit der erhobenen Rolle. ^ 

27 ) Melpomene mit einem Todten zu ihren Füssen. 

28) Zwei nackte Frauen mit über den Kopf erhobenen Armefit 
vot ihnen Amor, nach Frimaticcio. Rechts unten L« D. und 
das Monogramm L C. oder L G. H.8Z. 2L., Br.4Z.4L 

29 ) Europa bekränzt mit ihren Frauen den Stier. Nach Frima* 
ticcio. Rechts unten: Bologna L* D* IL 8 Z. 7 L., Br. 
7 Z. 9 L. 

30) Venus vor einem Stuhle stehend, mit der linken Handaa 
Kinne und der Rechten auf dem Rücken. Nach Frimaticcio. 

>^ Rechts am Sitze. L. D. H. to Z. 3 L., Br. 5 Z. 4 L 

31 ) Die Sutue 4es Jupiter, mit einer Kugel in der Rechten ood 
dem Blitz in der Anderen. Unten nach rechts L* D. H. 
la Z. 4 L., Br. 5 Z. 6 L. 

32) Die Statue des Apollo von Belvedere. Unter dem linkeo 
Fusse L. D. Rechts unten. Nr. 2 und die Adresse: J. C. V. 
ez. (Jan Claes Visscher excudit). H. 10 Z. 8 L., Br. ö2< 

33) Jupiter von anderen pottheiten begleitet, deren jede tinn 
Zweig des ihr geheiligten Baumes trägt. Unten im Cartoacbe'. 
Arborum genera. Phn. lib. XII. 1547. Angeblich nach Pn* 
maticcio. Oben rund. H. l4 Z. 9 L , Br. 10 Z. 2 L. 

34) Bellona auf Trophäeb sitzend und die Linke auf den Schill^ 

gestützt. Nach Frimaticcio. In der Mitte unten: Bologna 
. D. Im Halbzirkel. H. 5 Z. 6 L., Br. 7 Z. 10 L. 

35) Mars auf Trophäen sitzend, mit dem rechten Arm auf des 
Cuirasse. Im Halbzirkel, wie oben bezeichnet und von glei- 
cher Grösse. . 

36) Eine Göttin, welche von dem geöffneten Olymp gekonus^ 
zu seyn scheint. Sie spricht mit einem alten Bauer, df' 
nach der Heerde von fünf Rindern deutet, welche man üb» 



Thiry oder Thierry» Leoaard; 3ftt 

n«ht. Nach Primaticcio, In der Mitte untea L« D.» und 
im Rande: Cum privilegio Regis. H. 6Z. 5L*» Br.SZ. iL. 

37 ) Eine Quellnymphe am Fusse des Baumes sitxend. $ie stützt 
den linken Arm auf eine Urne, aus welcher Wasser fliesst» 
Nach Primaticcio, ohne Zeichen. 

38 ) Fünf Nymphen in einer Landschaft sitzend, die eine hei der 
Urne, aus welcher ein kleiner Fluss entsprinc^. Drei Nym- 

^ phen haben Saiteninstrumente und eine andere singt. Zu 
ihren Füssen sind Früchte/ Nach Primaticcio, links unten am 
Steine in kleinen Charakteren L* D« I(. 7Z. 3 L., Br. 10 Z« 

39) Diana nach der Jagd ruhend. Sie sitzt auf der Erde mit 
dem Pfeile in der Linken. Neben ihr ist ein Hund, und 
zu den Füssen der Göttin liegt ein Hirsch, ein Bär und ein 
Eher. Nach Primaticcio, gegen rechts die Buchstaben L« D. 
und in der Mitte des unteren Randes: A fontenubleau. H« 
5 Z. 6 L. mit 3 L. Rand» Br. 10 Z. 5 L. 

40) Danae empfängt den goldenen Regen. Sie lii^gt auf dem 
Bette ^ und Amor steht rechts bei einer Alten w& der Vase. 
Dieses Blatt ist nach einer Zeichnung von Primaticcio ge* 
stochen. Rechts unten über der Draperie des Blattes stehen 
undeutlich die Ruchstaben L. D. Oval. H. 8 Z. » Br. 10 Z. i L» 

41) Die Nymphe, welche den Satyr verstümmelt. Er liegt vor 
einem Zelte mit an den Baum gebundenen Händen. Nach 
Primaticcio, links unten unter dem rechten Ellbogen des 
Satyrs die BuchsUben L. D. H« 6 Z., Br. li Z. 

Es gibt eine gute gegenseitige Copie aus der Zeit des 
Primaticcio. Der Baum steht rechts« 

42) Cadmns kämpft gegen den Drachen. Er stosst ihm dieLanzo 
in den Rachen. Nach Primaticcio, in der Mitte unten L. D. 
H. 9 Z. 6 L., Br. 11 Z. 6 L. 

43) Männer und Weiber im Garten beschäftiget^ Am Eingange 
einer Arkade ist die Statue des Priap errichtet» an deren 
Piedestal steht: A fontenubleau. Nach Primaticcio's Zeich- 
nung gestochen, links unten sehr klein die Buchstaben L. D* 
H. u. Br. 12 Z. 3 L. 

Die ersten Abdrücke haben die Buchstaben L« D. nicht. 

44) Herkules bekämpft auf den Schiffen der Argonauten dia 
Colchier, welche ihm die Landung verweigern« Rechts vorn 
bemerkt man einen Mann mit einem grossen Schilde. Nach 
Primaticcio, am Schiffe in Mitte des Blattes: BoLoGnA x 
InVeP^tor, und etwas tiefer L. D. H. 8/Z. 8 L. , Br. 12 Z. 8L. 

Ein anonymer Meister der Schule von Fontainebleau hat 
diese Darstellung von der Gegenseite gestochen. 

46 ) Zwei Satyrn mit einem Esel, auf welchem Amor reitet. Vor- 
aus geht ein Satyr mit dem Hörn, und hinter