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Full text of "Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon"

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^Deutsclios Adels- 


Lexicon ^M 


^K im Verein mit mehreren Historikern ^^^H 


^^H heraiirtgegeben 


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^^^^^ Prof. Dr. Ernst Ueinrich Km 


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^^^^^H^ Neunter Bana. 


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^^^^^ Friedrich Voigt's Buchliu 


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KteinlianH, Steenlinyti. ancb Freiherren (in Silber ein ti^her 

ClSparren und hdIlt demselben ein rother Ring). Altes, sua dem cle- 

hTeechen ataniiuendiiH AtbltigeHclilecht, eines StammeB und Wappens 

•-mit denen v. VVylich. welrlies bereits 1158 zu Steinimns bei Calrar, 

y 3319 zu Wylacken und 1400 zu BellingUovea unweit Rees sang. Im 

^Lftufe der Zeit wurde du; Familie, in die 16Ö3 auch der Fmherrn- 

uid kam, namt-ntlicli in den an dm ''k-vi'-iplic iiiif,'fenzenden Nieder- 

lUmdea begütert und war niicli ItSW /n I i. i . n-ii m. ilneiiiüii, Maiden 

^ud Opioü gewetwon, — Der Em]i[;n,'. . i. !■■ rruiüploma: Pili- 

■jKpp Wilhelm v.Ktoinhau« (nach Bi';il>:,,.,.-. i:, . Mi,i..i,ii-LHteenhuyaen\ 

B}tittvr, Baron v. l'oedprle, BrabanLiwli..-i kmiif;!. .SuiuiHrath und boi 

1 Admiralitätx-Col legitim in Brabaiit Canzlci- imd Präsident von 

uidern, starb 1668 im 75. LebenNJahre. 1739 wurde ein Haron 

genhuyft, ältester Geh. liuth von Brabant zum Priisidenteu und ein 

larou Bteenhuys v. Pocderle zum PrSsidont des groswen Raths y.n 

^[«cheln ernannt. 

KiwtUon Il6 »bWi tat teir« B-mntuiii» ^1 tWillla iHrh» ito HriUiil. IJCW. S. -M. — Ow.*.. 

ma. — Adler, 3». s. lim. ~ Frnh. v. ctdotxr, u. s. tn. 
SteinhanH (in Silber ein sehwarzei- Katzenkopl': nach einem Epi- 
htapbium der v. Landsberjjrschon Familie in der Kirche zu Vlolhn 
^nweit Herford). Ein i'riiLer in der Gratschalt Havonsberg und im 
Bnabriicksohen bogütei-tes AdelagesehWht Dasselbe sass bei'cits 
P350 KU Winkelsethen im OsnabrutkscUen und zu Oldendorf bei Halle. 
D "WeTelingtorp bei Werther und zu Taur und 1470 und noch 1556 
[isu Sieinhausen unweit TTalle, 

Steinbausen (im SthÜde über einer gozinntun Alauer ein Thunn*. 
I Ein früher ira CorTeischen begütertes Adelsgesohleclit, aus welclieTU 
f Franz Wilhelm v. Steinhausen 1668 das angegebene Wappen fiihrte. 



Steinliausen (Sohild gevlert mit ttilbernum Mittelschilde und in 
fcäeinsplhpn ein rother Sparren, 1 «nd 4 in f'old drei schriiglinke. 
l-rothe Balken; 2 in Ruth ein g«ldi-ner, lu der ntölilen Pranke einen 
iPfeil haUender Löwe und '6 ebenfalls in Roth ein geharnischter Manu 
l«üt gezogenem Schwortej. ReichsadelHstand. Diplom vom 3. Not. 
^670 für Haue Wolff und Werner Gebrüder Steiuhaiiaen. Nach dem 
Pipleme stammten die Vorfahren aus dem Herzogthnme Berg, kamen 



— 2 — 

um 1480 nach NiedeiMaohsen , -lieHsen sich im Stifte Magdeburg nie- 
der, hatten Lehne zu Halle und standen in Anhaltschen und Barbv- 
achen Diensten. 

Frfih. f. Ledebur, U. S. 47». 

Steinhauser v. Treuberg, Ritter. ErbL-österr. Ritterstand. 
Diplom von 1798 für Johann Philipp Steinhauser, Fürstl. Salzburg. 
Hofrath und Professor des deutsehen Staats-, Natur- u. Völkerrechts, 
RO wie der deutschen Roichsgeschichte zu Salzburg. 

MegerU v. MUWfeld, Erg. Bd. S. 211. 

Steinheil, auch Freiherren .;in Roth zwei über Kreuz gelegte, 
Bilbcrne Hämmer mit goldenen Stielen, begleitet von vier goldenen 
Sternen). Reichs-Adels- und Freiherrnstand. Adelsdiplom von 1764 
für Christian Heinrich Steinbeil, markgr. Rrandenb. Culmbach. Obei-st- 
lieutenant und für Johann Friedrich St., markgr. brandenb.-culmbach. 
Begieioingsrath und Freihcrrendiplom von 1777 lür die Gebrüder 
Johann Wilhelm und Friedrich Jacob v. Steinheil. — Ein in Sachsen, 
im Bayreuthsclien , in Bayern, Preussen u. Russland vorgekommenes 
Adelsgeschleeht , dessen kaiserlicher Wappen brief 8. Jan. 16»'57 be- 
stätigt wurde. Eine gleichnamige Familie führte den Schild der 
Länge nach getheilt: rechts ein wachsender Greif und links dreimal 
Rchrägrechts getheilt. 

V. Ijudwig, Relici. ManuRcpt. , X. $. 419. — HDrschthnaiM , \fTin. Snitmilune irrüfl.. fMh. und 
«4e). Wappeu, 1776. S. 29—32. — v. HeUbaek , H. S. 524. — Vrrih. v. Lfdfbvr, II. S. 624 u. UI. 
S. 340. 

Steinheim, Steinheimb, Stainhaini, auch Freiherren (in SillK?ir 
ein rother Querbalken und über demselben vier, unter demselben 
aber drei neben einander stehende, blaue AVecken\ Beichsfreiherrn- 
stand. Diplom vom 20. Sept. 1G70 für Dietrich v. Steinheimh. Altes, 
schwäbisches Adelsgeschlecht, aus wch.'hem Elisabeth v. Steinheim, 
Gemahlin Bertholds Freiherrn v. Hlanckenstein 1255 da« Domini- 
caner-FrauenkloötcT Steinheim im Würtlembergischen (im Ober-Amte 
Marbach) gründt^te. Melchior v. St^^inheim, J. ü. I)., herz. Bayer. 
G«h. Bath und zuletzt Abt zu Waiblingen, starb 1474. Der Stamm 
blühte noch im 17. Jahrh. 

Oauhe, n. S. 1114. — p. JlfUbwh. II. S. .V21. — Sithmacher. I. IIS: v. .SUinh.-iim. Shwäln^rh. 

Steinherr v. Hohenstein. Erbl.-Österr? Adelsstand. Diplom von 
1786 für Innocenz Steinherr. Ober-Amtmann zu Falkenst^'in, mit: 
v. Hohenstcin. 

Ht^erle v. mihl/tld, Erg.lM. S. 4.W. 

Steinhofer v. Felsensteiu. Erbl.- Osten*. Adelsstand. Diplom 
von 1783 für Johann Steinholer, Bittineister im k. k. Husaren-Begi- 
mente Grat* Hadick v. Futak, mit: v. Felsenstein. 

Ktfierlt r. ifüM/fUI. Krp.-M. S. 4ß9. 

SteinliofT, Ritter. Höhmischer BitUiivtand. Diplom vom 5. Sept. 
1691 für Johann AVilhclm St^Muhoff. 

V. Hellhaeh, II. S. »24. 



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Steiiiiteer. Erbl.-östt'rr. Adelsstand. r)i])loni von 18(Ö für 
Johann SteinitzeF, Ober-Amtmann zu Wolt'sberg' in Jvjirnten. 

Megtrl» v. Mrthljtld, Krfc.-M. S. Iß'J. 

Stetnkeller (im 8cliilde ein stjhrägrecliter Balken, in welchem 
sieh fünf 8teinkeilerjjreAV()ll)e befinden: nach einten Siegel des Lorenz 
Steinkeller zu Breslau von 1435). Alte^, schon vor dem 17. Jahrb. 
austrestorbcnes Breslanisches Patricier- und Adelsgeschlecht. Da8- 
s(?lbe sass bereits 1404 zu Scholhvitz unweit Bolkenhain und Schloss- 
nitz im Breslauisehen, 14.-J8 zu Magnitz, ebenfalls unweit Breslau und 
zu Sadewitz, 1467 zu Sackschütz, 1474 zu Wilxen im Trebnitzischen 
und noch 1492 zu Haesau im ynM'siiidtschen. zu Ko<helwitz, Sack- 
schütz und Sembowitz. 

Freih. v. T^dthur, U. S. -ISO. 

Steinkeller (Wappen der Pommernschen Linie: in Ulan im Schil- 
desfuHse v\\\ rothes Herz, in welchem drei Degen, der eine senkrecht, 
der andere schrägrechts und der dritte schräglinks, mit den Spitzen 
stecken und Wappen der märkischen Linie: in Blau über drei grünen 
Hügeln drei mit den Spitzen nach dem mittleren gerichtete, silberne 
Schwerter mit goldenen Gritlen). Alles, Pommern und den ^Marken 
angehön^ndes Adelsgcschlecht. Hans Steinkeller auf Pantelitz be- 
gleitete mit anderen Kittern den Hei-zog Bogislav X. in Pommern 
1495 auf dem Zuge ins gelobt<* Land. — In der Mitte des 17. Jahrh. 
schied sich die Familie durch die Brüder Ernst und Philipp v. Stein- 
kelier auf Wiepkenhagen im Barther Districte in zwei Linicni: Eni»t 
erwarb die Güter Krügersdorf und (Icirsdorf im Beeskowschen - und 
StorkowBchen Kreise iler Altmark, so wie das (hit Birkholz in der 
Xeumark und gründete die Knigersdorf-Hirkholzsche Linie, Philipp 
dagegen wurde 1(322 mit Bötzenhagen im Schlawer Kreise belehnt 
u. stiftete die Bötzenhagensche Linie. iJie Krügersdorf-Birkholzische 
Linie erlosch im JMannsstamme i^. Oct. 1826 mit Abraham Ernst v.St, 
!Majoratsherrn auf Birkholz und Krügci^dorf — Der ( mmdbesitz der 
Roetzcnhagenschen Linie in Pommern hat im Laufe der Zeit mehr- 
fach gewechselt. In neuer Zeit stand demselben noch das Gut Carwitz 
im Kr. Schiuwe zu. — Von den in k. }»reuss. Aiilitairdiensten gestan- 
denen Sprossen des Stiimmes ist namentlich Anton Abraham v. Stein- 
keller, gest. 1781 als Generalmajor a. 1)., bekanntgeworden. Der- 
selbe war von 1774 bis 1781 Commandanl der Haupt- und Residenz- 
stadt Berlin. Friedrich L(d)erecht v. St. war in den ersten Jahr- 
zehnten des jetzigen Jahrh. Herr auf Bistow und Boetzenhagen im 
Kr. Schlawe und ein v. St., Landschafts-Syndicus , lebte um 1837 zu 
Treptow an der Rega. — Ueber die Familie v. Langenn-Steinkeller 
findet sich Näheres 1kl. V. S. 384 in dem Artikel: v. Langenn. 

Sinapius, I. S. U30. — Cauhe , 1. S. "2411 u. iL». — /.fdhr, 3l>. S. IWl*. — Drüggenumn . T. 
S. 176: nach Elxo^^s Adelss.pioi:«l. - >'. Tr. A.-T.. IV. S. 2,Y6 u. M. — Fffih. v. Ledebur, U. S. 
4M) nnd HI. S. 34«. — Siebinavhrr. V. ir>n. — romm. W. U. 11. S. i:i.') und Tab. 51. — Kneichke. 
11. S. 416 — 18. 

Steinkellner v. KellerHtein, Ritter u. Edle. Erbl.-üsterr. Ritter- 
stand. Diplom von 1751 für Johann Joseph Steinkellner, mit: Edler 
V. Kellenstein. 

MegtrU v. Mühl/eld, Erg.-Bd. S. 211. < ^. 



— 4 - 

Steinknie (im Schilde eine aufsteigende, gebogene Spitze). Altes, 
westphälisches, zum Adel der Grafscliat't^lark gehörendes (ieschlecht. 
Das Wappen ist von Siegeln des Hermann's Steinkuhle von 1331 und 
de8 Fri(^drich v. Stenkule von 1343 entnommen. Dietrich v. und zu 
Steinkule — Sohn des Johann v. Steinkuhle aus der Ehe mit Anna 
V, Köddinghausen — lebte noch 1611. — Der gleichnamige Stamm-" 
sitz der Familie liegt unweit Bochum in der Grafschatl Mark. 

Frtlh. V. Ledtbur, II. S. 480. — v. Steinen, Tah. 67. Nr. 7. 

Steinling, auch Freiherren (in Gold auf grünem Dreihügel ein 
rechtsschreitender, schwarzer Hahn). Im Kgr. Bayern anerkannter 
Freiherrnstand und in die baycr. Adelsmatrikel bei der Freiherrn- 
classe 19. Aug. 1828 eingetragen in der Person des Wilhelm Freih. 
V. Steinling zu Steinling und Boden. — Altes Adelsgeschlecht der 
Ober-Pfalz aus der anderthalb Stunden von Sulzbach gelegenen Hof- 
march Steinling , welches sich über die ganze Ober-Pfalz ausbreitete 
und auch im fränkischen Gebiete mächtig wurde und namentlich in 
der Reichsstadt ^Nürnberg zu den Patriciern gehörte. Neben den 
Hauptstammgütern Steinling, Boden, Weichenried, Kressenwerth 
u. 8. w. hatte die Familie auch andere Edelsitze und Herrscbaften, 
theils im eigenen Besitze, theils als Pfaiidg-üter inne. Besonders ist 
der Ansitz Lauterhofen zu nennen, jene carolingische Villa im Kord- 
gau, welche schon unter Carl Kartell vorkam und wo das Geschlecht 
fast zwei Jahrhunderte wohnte und wo Heinrich v. Steinling bereits 
1307 als Lehenträger auftritt, doch erscheint die Familie urkund- 
lich schon früher und die ordentliche Stammreihe beginnt um die 
Mitte das 13. Jahrhunderts. Die mannichfaltigen Territorial- und 
Religionsveränderungen der Ober-Pfalz u. in deren Gefolge die vielen 
Kriege und Bedrückungen trafen, wie das Land, so auch die Familie 
sehr, wodurch da>4 Stamniv ermögen immermehr geschmälert wurde 
und die Mitglieder endlich sich gezwungen sahen, eben so, wie die 
übrige Ritterschaft der Provinz, auswärts zu dienen. Ein Theil der 
Sprossen des Stammes trat in kaiserliche Dienste, während Andere 
sich zunächst nach Hessen begaben, wo sie zu hohen Ehrenstellen 
gelangten. — Von den früher zahlreichen Linien des Geschlechts hat 
sich nur noch die Weickenriedische erhalten, nachdem der Hauptast 
von Kressenwerth, zu dessen Besitzungen auch Steinling und Boden 
gehörten, 1788 mit dem Freiherrn Franz Heinrich im Mannsstamme 
erloschen war. Dieser Ast verehrtem in Erhart v. u. zu Steinling auf 
Kressenwerth den gemeinschaftlichen Anherrn mit der Linie von 
Weickenried, welche^ letztere von Erharts jüngstem Sohne, Caspar 
V. St. auf Weichenried, verni. mit W^alburga Gross v. Trockau, ab- 
stammt. Caspars siebenler Urenkel mit den Ahnfrauen aus den Ge- 
schlechtern: Zollner v. Brandt, Bouillon, Eltz, Freudenberg u. Mug- 
genthal war: Fi-eiherr Johaim Jacob und von ihm stieg die Stamm- 
reihe, wie lol^t, luu-ab: Freih. Johann Jacob auf Weickenried, gest. 
1766, hessen-durmstädt. General: Maria Agatha Freiin v. Mercy; — 
Freih. Peter Andreas zu Steinling und Boden, geb. 1742 und gest. 
1809, k. k. Major: Maria Theresia, Erbtochter des Franz Heinrich 



— 5 — 

Freih. v. n. zu Steinling und Boden auR der Ehe mit Maria runigimde 
Freiin Karg v. Bebenhnrg: ~ Freiherr Wil[)elin, geb. 17G8 u. gent. 
1831 : Johanna Freiin Karg v. Bebenburg a. d. fränkischen Linie, geb. 
1775 und ge«t. 184G; — Freih. Friedrich, geb. 1804, Oberst und 
Commandant des k. bayer. Cuirassier- Regiments, verm. 1830 mit 
Amah'e v. Bauer-Breitenfeld , aus welcher Ehe zwei Söhne stammen: 
Freih. Wilhelm, geb. 1830, k. bayer. Landgerichts-Ässessor zu A.lten- 
Oetting und Freih. Friedrich, geb. 1835, k. bayer. Oberlieutenant. 

V. HeUhach, \\. S. .'»aJö: narh den ^a^tmann^rhon ^!anlmlungen . — Oenwil. Taschenl». d. freih. 
Häuser, 186H. S. 7t)» — HOl , 18(53. S. MU und 3(5 und 1«05. — Siebmachtr, I. 97: Die Strinlinger, 
liayerisch. 

^ Steinmann (in Gold ein silberner Halbmond, auf welchem ein 

silberner Hund aufgerichtet vor einem türkischen, gebrochenen Panier 
steht, in w^elohem in Grün ein Halbmond erscheint). Adelsstand des 
Kgr. Preussen. Di})lom vom 3. Nov. 1776 für Ludwig Steinmann, 
Stabscapitain im k. preuss. Infanterie-K«gimente v. Mitzlaft'. Der 
Empfänger des Diploms war der mit einer Türkin erzeugte Sohn 
des k. preuss. Generalmajors Christoph Hermann v. Manstein, w^el- 
chen er unter dem beigelegten !Namen Steinmann erziehen liess und 
welcher noch 1813 als Oberst a. D. in Sprottau Icibte. Derselbe hin- 
terliess aus der Ehe mit Luise Kömpler mehrere Söhne und Töchter. 
Von den Söhnen war um 1837 Ludwig v. St^nnmann, k. preuss. Major 
a. D. , Besitzer des Gutes Scheibe in Schlesien. Von den Töchtern 
war eine an den nachmaligen Oberst v. Friederici und eine Andere 
erst mit einem v. Krekwitz und spät(T mit einem v. Scheibler ver- 
mählt. Nach einer anderen Angabe wurde der Diploms-Emptänger 
von dem General v. Manstein im Feldzuge gegen die Türken als tür- 
kischer Knabe in den Schutz genommen , in der christlichen Religion 
erzogen und später preuss. Officier. 

V. HeObach, Tl. S. .«SSö. — N. Pr. A.-L. IV. 8. 234. — Freih. v. Ledebur, II. S. 4«0. — W. B. 
.der PreuM. Monarchie. IV. 68. 

^ Steinmetz, Steinmetzen (Schild der Länge nach getheilt: rechts 

eine auf grünem Boden wachsende Blume, über welcher ein Vogel 
fliegt und links Koth, ohne Bild). Ein zu der Ritterschaft des Eichs- 
feldes gehörendes Geschlecht, welches die Güter Lindau bei Duder- 
stadt und Siemerode und Steinhagen unweit Heiligenstadt axi sich 
gebracht hatte und dessen alter Adel 175') erneuert wurde. — Carl 
V. Steinmetz starb 1837 als k. preuss. General-Lieutenant a. D. Sein 
Sohn, aus der Ehe mit einer v. Vigne, stieg in der k. preuss. Armee 
zum General-Lieutenant. — Nach Kauer war 1857 die verw. Frau 
Forstmeister v. Hanstein, geb. v. Steinmetzen, Besitzerin der Güter 
Siemerode und Wohlhausen im Kr. Heilrgenstadt. 

Theodor v. SteinmeU, ITrsprun^ des R«mer« Tsslar u. s. w. 0«ttlngreu, 1701: Stammtafel des 
rh^tchlechts ▼. SteinmeU.— HW» l'rkundcnbuch des Eichsfeldischen AdeU. Göttingen, 1819. 5r. 13. 
— N. Pr. A.-L. IV. S. 234. — Freih. v. Udebur, H. S 4»0. 

Steinmetz, Steinmez, Steinmetzen, Freiherren (Schild quer ge- 
theilt: oben in Blau ein nach der linken Seite gehender Löwe und 
unten in Roth zwischen zwei schräglinken, goldenen Balken ein 



— 6 — 

Schwert und in der Mitte ein kleiner Schild mit einem Adler). Erhl.- 
österr. FreiherrnBtand. Diplom von 1763 für ^Xicla« v. SttMnniez, 
Oberstlieutenant im k. k. Genie-Coi-ps. — Wilhelm Freih. v. Stein- 
metzen starb 19. Kov. 1834 als k. k. w. Kämmerer und Generalmajor. 
— jJvach dem N. Preussischen Adels-Lexicon stand von den beiden 
Brüdern des k. preuss. General- Lieutenants ('arl v. Steinmetz der 
jüngste in k. k. Militairdiensten und Söhne desselben dienten in der 
k. k. Armee, doch muss dahingestellt bleiben, ob die v. Steinmetz in 
Oesterreich zu der Familie dieses Namens im Eichstelde gehören. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 87. — Frtih. v. Ltdehvr, IT. S. 480 und HI. S. 346 u. 47. 

\ Steinsdorff, anch Freiherren (in Silber eine rothe Steinmauer 

mit drei Zinnen). Altes , ui'iiprünglich böhmisches Adelsgeschlecht, 
welches im 17. Jahrb. zur Zeit der böhmischen Unruhen nach Schle- 
sien, in das Voigtland, die Oberpfalz und später auch in das Branden- 
burgische und Meklenburgische, so wie nach Bayeni kam. Von 
Adam v. Steinsdorf auf Uteritz, kaiserl. Oberstlieutenant, welcher 
um 1520 lebte, stammte Anshelm v. St. auf Deutschen-Kilmes, kais. 
Bath u. von diesem Caspar v. St. auf Mereditz, Stöltz u. Deutschen- 
Kilmes. Von Letzterem entspross Wolf Adam auf Wickwitz, kais. 
Hauptmann in Böhmen, welcher mit seinem Sohne, Caspar, aus 
Böhmen ausw^anderte. Von Caspars Söhnen wurde Carl Heinrich 
Freiherr, Generalmajor u. um 1696 Commandant in Raab und Jobst 
Heinrich blieb 1689 als kais. Hauptmann. Eine Tochter, Susanna 
Ludomire vermählte sich 1680 mit Christoph Heinrich v. Watzdorft' 
auf Crosta, Rodewitz, Birckenheide, Wiesa, Auerswalde u. s. w. — 
In Böhmen und im Voigtlande besass die Familie im 16. u. 17. Jahrh. 
mehrere Güter und noch Knauth sagt 1692: „Steinsdorff im Vogt- 
lande". In Schlesien sass die Familie bereits 1640 zu Steinsdorf in 
Neisseschen, 1698 zu Tadelwitz im Münslerbergischen, 1712 zu Pe- 
trikaw im Ximptschischen, und noch 1778 zu TarchwMtz im Münster- 
bergischen und 1779 zu Polnisch-Jägel im SU'ehlenschen. Später, 
1782, war das Geschlecht im Brandenburgischen zu Gottberg unweit 
Buppin und im Meklenburgischen zu Linstow begütert. — Nach An- 
legung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern wurde in dieselbe einge- 
tragen: Carl Sigmund Joseph v. Steinsdorf (geb. 1784), k. bayer. ex- 
pedirender Secretair der politischen Section des auswärtigen Ministe- 
riums u. zwar in Folge der Anerkenntniss des 1722 vom k.k. General- 
Feldzeugmeister Freih. v. Steinsdorf nachgewiesenen Adels seiner 
Familie. — Heinrich Ludwig v. Steinsdorff k. preuss. Major a. D., 
starb 18. Juni 1838. 

Knauth, S. 579. — Seifert, Ahnentafel der v. WaUdorff. - Siwtffiug, II. S. 103«. — Gauk^t, 
I. S. 2442 und 48. — Zedier, 39. S. 1772. — v. Lang, S. 6W. Freih. v. Ledebur , U. S. 481. — 
Siebmacher, I. 164: v. Steinsdorf, Meissnisch. — W. H. d. Kgr. Bayern, VUl. 92. — W. B. der 
SIchs. Staaten, X. 85. 

Steinwander v. Steinfeld. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1764 für die Gebrüder Anton und Bartholomaeus Steinwander, 
kais. Kammer-Chinirgen, mit: v. Steinfeld. 

MegerU v. MUhlfeld, S. 269. 



- 7 — 

Steinwehr (Wapj)en der v. Steinwehr, begütert in den Pom- 
meni8chen Kreisen Greifenberg und Cammin: in Blau ein weiöses, 
gestiefeltes und besporntes Bein und Wappen der v. Steinwehr, be- 
gütert in den Pommernschen Kreisen Randow, Greifenhagen und 
Pyritz: in Silber zwei kreuzweise über einander hängende, goldene 
Steigbügel, mit rothen Biemon). Eins der ältesten Adelsgeschlechter 
Pommerns , welches sich , eines Stammes , seit langen Zeitefr in zwei 
Linien, die \or- und hinterpommernsche Linie , schied, von denen 
jede ein von der anderen verschiedenes Wappen führte und welches 
sich in Pommern , in der Neumark , im Magdeburgischen und in an- 
deren Provinzen weit ausbreitete und später auch in Ostpreussen und 
, in Westphalen vorkam. — Als Stammhaus wird der gleichnamige, 
schon 1321 vorgekommene Sitz unweit Greifenhagen angenommen 
und bereits 1435 sass die Familie in der !Nähe zu Kolbitz, 1451 zu 
Fiddichow, 1515 zu Dobberphul, 1517 zu Deutin und Nemitz im 
Camminschen, 1553 zu Jagow bei Pyritz, 1571 zu Klückcn, zu Lin- 
denbusch, beide ebenfalls bei Pvritz, zu Rosenfelde und Selchow un- 
weit Greifenhagen und war dann im Laufe der Zeit wechselnd in 
Pommern mit mehreren anderen Besitzungen begütert. Im Branden- 
burgischen war das Geschlecht schon 1420 zu Deetz unweit Soldin 
gesessen und brachte später auch in den anderen obengenannten Ge- 
genden Grundbesitz an sich. Als alte Steinwehrsche Güter in Pom- 
mern werden übrigens, ausser Nemitz, Scliwessow, Schwenz, Morgow, 
Prust, Henkenhagen und Woidfich, in den Marken, ausser Beetz, 
Cremlin und Klein-Latzkow und im Magdeburgischen der Rittersitz 
Wellen unweit Wolmirstedt genannt. — Von den Sprossen des Stam- 
mes kommt zuerst Johann Steinwehr vor, welcher um 1321 lebte. 
Bartholomaeus St. war 1305 Domherr zu St. Maria in Stettin; um 
dieselbe Zeit treten Matthaeus, Henning und Schwantes St. auf und 
Henning St. bekleidete bei dem Herzoge Bogislaus X. in Pommern 
die Stelle eines Canzlers und Geh. Raths. Wolff v. St., Pommem- 
scherLandrath, starb 1587 und hinterliess mehrere Söhne, von denen 
Ernst sich am k. dänischen Hofe aufliielt, die anderen aber das Ge- 
schlecht in Pommern fortsetzten. Zu Wolffs v. St. Söhnen gehörte 
auch Wolfl' Balthasar Adolph v. St., welcher in Leipzig Theologie stu- 
dirt hatte, 1 734 Facultatis philosophicae Assessor daselbst war u. später 
Professor in Göttingen wurde. — Mehrere Glieder der Familie ge- 
langten in der k. preuss. Armee zu hohen Ehrenstellen. Johann 
Christian Wilhelm v. St. starb 1784 zu Magdeburg als k. pr. General- 
major, Chef eines Infanterie-Regiments und Amtshauptmann zu Pots- 
dam und Friedrich Wilhelm v. St. a. d. H. Deetz in der Neumark 1804/5 
als Generallieutenant und Chef eines Infanterie-Regiments und Fried- 
rich Wilhelm v. St. 1809 als Generallieutenant a. D. Von Letzterem 
stammte Wilhelm Ludwig Bogislav v. St. , welcher 1834 als G^neral- 
lieutenant pensionirt wurde. Derselbe war früher Director der Ober- 
Militair-Examinations-Commission. Von seinen Brüdern starb der 
Eine 1826 als Oberst und Director der Potsdamer Cadettenanstalt, 
ein anderer Bruder lebte 1837 als pensionirter Major in Berlin und 



— 8 — 

ein dritter stand in herz, braunschweig. Diensten. Die Schwester 
war noch 1843 Aebtissin des FräuleinrStifts zum Heiligen Grabe in 
derOöt-Priegnitz. — Als begütert im Kgr. Preussen wurdeun neuester 
Zeit die Familie nicht mehr aufgeführt, wohl aber nass dieselbe noch 
1803 in Pommern zu Schwessow bei Greiffenberg und in der Mark 
Brandenburg zu Grünberg bei Arnswalde, 1805 in Ostpreussen zu 
Dommelkeim unweit Fried land, so wie 1820 zu Friedrichswalde und 
Weskeim unweit Preuss. Eylau. 

Micrael, VI. 8. 378. — Gauhe, I. S. 2443. - Zedier. .3». S. 1730 und 3«. — N. Fr. A.-L. IV. 
S. 234 und 85. — Freih. v. T^delmr, II. S. 481 und in. S.347. — Sieimacher, V. 168: Die Stein- 
wehr, Ponunerisch: Das Wappen mit dem Beine. 

Steitz, Ritter. Erbl. - üsterr. Ritterstand. Diplom von 1709 für 
Johann Andreas Steitz, Innerösterreichischen Hofkammer-Rath und 
Hofkammer-Procurator. 

Megtrlt v. Mühljeld, Erer.-Bd. S. 211. 

Stelle V. Stellenflethe, Stelle, Edle v. Stellenfleth (altes Wappen: 
in Silber ein goldener Pocal alter Art, mit Deckel und neues, verbes- 
sertes Wappen: Schild siebenfoldrig , 2, 3 und 2 in drei Reihen: 1. 
Reihe rechts in Gold ein gekrönter, linksgekehrter Greif, ein gezo- 
genes Schwert drohend haltend und links in Blau ein gekrönter LÖwe 
ebenfalls mit gezogenem Schwerte; zweite Reihe: 1 und 3 in Roth 
ein einwärts gekehrter, im Ohre eine Perle tragender, schwarzer 
Mohrenkopf, Beide sehen den goldenen Pocal des alten Wappens, 
der im mittelsten, silbernen Felde steht, an und die rothen Felder 
sind auf jeder Seite von dem silbernen Felde durch einen schmalen, 
schwarzen Pfahl getrennt und dritte Reihe: rechts in Blau ein gol- 
dener Anker, zwischen zwei goldenen Sternen aufgerichtet und links 
in Gold ein Eichenzweig mit vier grünen Blättern und drei Eicheln). 
Ein, nach Mushard, von alten Zeiten her im T^^nde Kedingen zu 
Stellenfleht erbgesessen gewesenes Adelsgeschlecht, ans welchem K. 
Leopold I. zu Linz 1683 nicht allein den k. dünischen Residenten zu 
Hamburg, Johann v. Stelle v. Stellenfleth, in dem Adelsstande seiner 
Vorfahren bestätigte, sondern ihm solchen, so w^eit es nöthig, von 
Neuem, unter der Benennung: v. Stelle, Edler v. Stellenfleth und 
unter Vermehrung des Wappens, erth eilte. 

Muahard, S. 510—12. — v. Medintf, HI. S.* 685— 37. 

Stelle ziim Stellerbrok (im Schilde ein sclirägrechter, rother 
Balken). Altes, bremensches Rittergeschlecht, dessen Sprossen, wie 
Mushard angiebt, mächtige Dienstmänner des Erzstills Bremen waren. 
Der Erbsitz derselben war Stellerbroke und sie erhielten von dem- 
selben auch den Zunamen: von dem Bioke. Der Abgang des Ge- 
schlechts muss schon im IG. Jahrh. erfolgt sr^cin, denn Mushard giebt 
an: „1406 lebte noch Jungfrau Mette v. Stelle, eine geistliche Jung- 
frau, des seligen Diderichs v. Stelle, des Letzten seines Mannsstam- 
• mes, Tochter. Mushard, S. 508: giebt das Wappen nach der Adcls- 
chronik des Erpoldus Lindenbrogius. 

V. Mtding, \\\. S. r,37 u. 38. 



— 9 — 

Stellmacher v. Reichencron. Ein im Anfange dos 18. .Tahrh. 
zu dem in der Mark Brandenburg' begüterten Adel zahlende« Gre- 
schlecht. Dasselbe hatte 17CKJ den v. Wuthenowschen Antheil von 
Werder im Besitze und sass 1701 und noch 1712 zu Trabatsch un- 
weit Lübben. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 481. 

Stellwag V. Carion. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1794 
tiir Johann Stell wag, Appellations-Rath in Mähren, mit: v. Carion. — 
Der Stamm hat fortgeblüht: August St. v. C. trat in die k. k. Artil- 
lerie, Heinrich in die Beiterei, Victor in die Infanterie und Dr. Carl 
St. V. C. zneret Docent an der Josephs Academie in Wien und später 
Prof. d. Augenheilkunde, hat sich als Schriltstcller durch sein Werk: 
die Ophthalmologie vom naturwissenschaftl. Standpuncte aus bear- 
• beitet, Bd. I. Freiburg im Br. 1853 und II. Abth. 1 — 3. Erlangen, 
1855 — 57 sehr vortheilhall bekannt gemacht. 

Mtgerle v. MiihlfeM, ErR.-Bd. S. 4it9. 

Steltzer, Stelzer (in (iold auf einer rolhön, den Schildesfuss ein- 
nehmenden Mauer eine Bachsteltze von natürlicher Farbe, welche 
im Schnabel ein grünes Kleeblatt hält). Adelsstand des Königr. 
Preussen. Diplom bei der Huldigung in Berlin 15. Oct. 1840 für 
Christian Friedrich Bernhard Steltzer, k. ])r. Ober-Landes-Gerichts- 
Präsidentcn zu Halberstadt und B<itterguts-Besitzer. Derselbe hatte 
sich in zweiter Ehe 1841 mit einer gebor. Steltzer vemiählt und hin- 
terliess bei s(»inem Tode 1848 viei* Kinder: C^arl Friedrich Heinrich 
V. St. , Kreis-Gerichts -Director zu WitUmberg, Johann Wilhelmine 
Philippine verw. v. Kleewitz, später vermählte Oberstlieuteuant v. 
Tümpling, Albreeht *und Hans v. St. — Die Familie ist, wie schon 
die Wappen ergeben, nicht zu verwechseln mit der, den Adelsstand 
des Kgr. Sachsen erlangten Familie Stolzer, Lindner v. Stolzer, 
StÖltzer, 8. unten den betreffenden Artikel. 

N. Pr. A.-L. VI. S. 104. — Freih. v. Ledebur, H. S, 481. 

Steltzer v. Steltzenberg. Ein von Sinapius unter dem schlesi- 
schen Adel im Anfange des IH. Jahrb. aufgezähltes Geschlecht, wel- 
ches Ober-Bielau im Goldbergschen besass. 

Freih. v. Tjedebur, II. S. 481. 

Stelzhaminer, auch FreiheiTen (Schild von Silber und Blau quer- 
getheilt, mit einem Doppeladler von gewechselten Farben). Galizi- 
scher Adels- und eibl.-österr. Freiherrnstand. Adelsdiplom von 1787 
für Paul Stelzhaminer, Galizischen Landrechts-Secretair u. Freiherm- 
diplom vom 14. !Nov. 1849 für Ferdinand v. Stelzhammer, k. k. ünter- 
staats-Secretair im Justizministerium. — Eine seit langer Zeit ange- 
sehene Familie in Ober-Oestcrreich, welche wiederholt dem Staate 
und der Kirche ausgezeichnete Diener gegeben hat. — Freiherr Fer- 
dinand, geb. 1797 und gest. 1858 — Sohn des oben genannten Paul 
V. Stelzhamnier , später k. k. Hofraths der Obersten Justizstelle, aus 
der Ehe mit Aloysia v. Obermai er — vermählte sich 1807 mit Ju- 



— 10 — 

liatia Mosing und aus dieser Ehe lebt, neben zwei Schwestern: Freiin 
Ottilie, verw. Frau Feller v. der Arl, geb. 1830 und Freiin Marie, 
vermählte Prof. v. Czymianski zu Krakau, geb. 1833, ein Sohn, das 
jetzige Haupt der Familie: Freih. August, geb. 1832, k. k. Major, 
verm. 1863 mit l^atalie Singer v. Gleichenau. 

MtgtrU V. Miihlfeld, Erg.-Bd. S. 459. - Genc«l. Twchenbuch d. frdh. HXttS«t, 1861. S. 191 
und 92, 1064, S. 81'i und 13 und 1866. 

Stelzl V. Ehrenwerth. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1770 fiir Matthias Heinrich Stelzl, k.k. Fortiflcationsbau - u. Casemen- 
Verwalter, mit: v. Ehrenwerth. 

Megerle v. Miihlfeld, S. 269. 

Stelzig V. Stelzenfels. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1819 für Joseph Stelzig, k. k. Lieutenant, mit: v. Stelzenfeld. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 459. 

Stemann (Schild von Silber und Gold geviert mit einem der 
Länge nach getheilten Mittelschilde: rechts in Silber ein goldener 
Armleuchter mit drei brennenden Kerzen und links in Blau eine gol- 
dene Weltkugel mit Kreuz). Ein zu dem Adel in Westpreussen ge- 
hörendes, aus Dänemark stammendes Geschlecht. Ein v. Stemann 
war 1854 Staats- Anwalt zu Preussisch-Stargardt. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 481 und 8J. 

Stempel (in Silber eine rothe Stempel presse , nach Siebmachers 
Declaration, ein rother Stempel oder: eine viereckige, rothe Platte, 
durch deren Mitte ein rother, unten dreieckiger Bolzen geht). Altes, 
aus dem Osnabrückschen stammendes Adelsgeschlecht, welches nach 
Cur- u. Liefland und nach Litthauen kam und sich in verschiedenen 
Linien und' Häusern ausbreitete. Dasselbe sass im Osnabrückschen 
bereits 1350 zu Beim, Hesepe, Ostharen und Rist, gelangte dann 
mit dem deutschen Orden nach Curland und aus Curland nach Lief- 
land und Ostpreussen und wurde später auch in Pommern begütert. 
Nach Pommern kam um 1771 zuerst Gerhard Wilhelm v. Stempel, 
welcher das Gut Gartlow bei Schievelbein kaufte und später, 1792, 
starb. Kurz vorher war ein v. St. Hen* auf Friedrichsgnade unweit 
Memel. — Von den Sprossen des Stammes traten mehrere in die k. pr. 
Armee. Ein v. St. starb 1822 als Obertlieutenant und Commandeur 
des 2. Bataill. im 5. Landwehr-Regimen te ; ein v. St. war 1837 Ritt- 
meister im 5. Cuirassier Regimen te und nach Rauer besass 1857 ein 
Hauptmann a. D. v. St. das Gut Sassin im Kr. Lauenburg. 

J E.Neimbt, Oeneal. Tabelle der Herren v. Stempel. 1771. — v. HeUbach, 11. S.626. — 5. Pr. 
A.-L. IV, S. 236. — Freih. v. Ledebur, II. S. 48«. — Siebmaeher, I. 188: Die Stempel, WettphäJüch 
— Neimbts Curland. W. B. 39. 

Htenbock , Steenbock , Steinbock , auch Grafen (im Schilde ein 
Steinbock). Schwedischer Grafenstand. Diplom vom 26 März 1651 
für Friedrich, Erich und Gustav Otto v. Stenbock. Eins der ältesten 
und vornehmsten schwedischen Adelsgeschlechter, aus welchem Ca- 
tharina St. die dritte Gemahlin des Königs Gustav I. von Schweden 
wurda Claus und Erich St erhielten den Freihermstand 1567 als 



— 11 — 

Reichsräthe, als der Freiherrnstand zuerst in Schweden eingeführt 
wurde. Die genannten drei Emplanger des Grafendiplonis waren 
Söhne des Grustav Stenbock, Freiherm zu Cronebeck und Oerenstein, 
Reichsraths - Gouverneurs zu Westgothland und Gesandten erst am 
k. russ., später am k. grossbritann. Hofe. Friedrich St., Graf zu 
Bogesund und Freih. zu Cronebeck u. s. w. , welcher nach einer an- 
deren Angabe den Grafenstand schon 1644 erhalten haben soll, starb 
1652 als Präsident des Hofgerichts zu Nordköpping und Reichsrath 
mit Hinterlassung eines Sohnes, des Grafen Johann Gabriel, welcher 
imvermählt blieb, 1674 Reichsmarschall wui*de und später als Prä- 
sident des Ober -Hofgerichts und des Redactions - Collegium starb. 
Graf Erich blieb als Reichs-General-Feld-Zeugmeister 1659 im Sturme 
vor Copenbagen. Graf Gustav Otto, dritter Sohn des oben genannten 
Gouverneurs Gustav, wurde Reichsadmiral , legte aber später diese 
Stelle nieder, war Canzler der Universität Lunden in Schonen und 
starb 1685 im hohen Alter. Von seinen drei Söhnen wurde nament- 
lich Graf Magnus als k. schwedischer General-Feldmarschall bekannt. 
Von dessen fünf Söhnen setzte Friedrich ^Magnus den Stamm mit zwei 
männlichen Erben fort. — Genaue Nachrichten über das Fort blühen 
des Geschlechts fehlen. 

Hübner, IV. T»b. 1819. — Vernünftige Gedanken über »Ucrhand Materien. 1789. P. II. S. 110— 
125. — Gauhe, I. S. if435 und 8« und II. S. 1827—1836. — Freih. v. Ledebur, III. S. 347. 

Stendal (in Silber zwei aufgerichtete, mit den Schneiden vgn 
einander gekehrte Beile mit schwai'zen Stielen oder Heften). Altes, 
meklenburginches Adelsgeschlecht, aus welchem zuerst 1329 Mech- 
tild Stendal, erete Aebtissin des Klosters Ribnitz u. Johann v. Stendal, 
Scholasticus und Domherr zu Güstrow, zuletzt 1481 angeführt wird. 
Die Familie wird auch von Grundmann genannt. 

V. Mtdingf m. 6. 638: nach dem MS. Rbge^an^ener meUenb. Familien. 

St6iigel, auch Freiherren (Schild geviert; 1 u. 4 in Silber zwei 
an einander stossende, blaue Wecken und 2 u. 3 auf grünem Boden 
ein rechts gekehrter, gekrönter, goldener Löwe^ welcher in den Vor- 
der-Pranken einen goldenen Stab nach unten hält: Stammwappen). 
EurpfölEischer Reichs-Vicariats-Adels - und Kurpialzischer Freiherrn- 
stand. Adelsdiplom vom 26. Sept. 1740 für Franz Joseph Stengel 
— Sohn des 1725 vei*storbenen Paul Stengel, Ober- Amtmanns und 
Kanzlers — kurpfälz. Geh. Rath und Referendar u. Freihermdiplom 
vom 18. Juni 1788 für Johann Georg v. Stengel, kurptälz. Geh. Rath, 
Geh. Canzlei-Director, Cabinets-Secretair u. s. w. — Freih. Johann 
Geoi^, gest. 1792, — Sohn des Franz Joseph v. Stengel und Enkel 
des Paul Stengel, s. oben, aus dem Hohenzollerschen stammend, hatte 
sieben Söhne, von welchen der älteste, Freih. Stephan Christian Franz 
Nicolaus, geb. 1750, k. bayer. w. Geh. Rath, die Linie in Bayern 
gründete, während die beiden jüngsten: Freih. Ernst Leopold, geb. 
1769, Canzler des grossh. badischen Oberhofgerichts zu Mannheim 
a. I). und Joseph, geb. 1771, grossh. bad. Ober-Hofrichter zu Mann- 
heim, Geh. Rath u. s. w. die beiden blühenden Zweige der Linien in 
Baden stifteten. Demgemäss werden jetzt die Gliedesr der Familie 



- 12 - 

in zwei Linien: Aeltere Linie, in Bayern und Jüngere Linie, in Baden, 
letztere in zwei Zweigen, aufgeführt. Haupt der älteren Linie ist; 
Freih. Carl — Sohn des 1825 verstorbenen Freiherrn Stephan Chri- 
stian Franz Nicolaus und Enkel des 1792 verstorbenen Freih. Johann 
Georg, verm. mit Marie C/hristine v. Hauer — k. bayer. Appellat.- 
Gerichts-Präsident zu München. Von dem Bruder des Freih. Stephan, 
dem Freih. Gottfried Joseph Ignaz, geb. 1762 u. gest. 1839, k. bayer. 
Regierungsrath und Forst - Inspector zu Regensburg, stammt aus der 
Ehe mit einer Freiin v. Lilgenau ^ Freih. Benedict Leopold, geb. 1812, 
k. bayer. Hauptmann a. D. , verm. mit Josephine Schrott, geb. 1828, 
aus welcher Ehe zwei Töchter und ein Sohn, Leopold, geb. 1861, 
entsprossten. — Haupt des ersten Zweiges der jüngeren Linie, in 
Baden, ist: Freih. Jacob — Sohn des 1851 verstorbenen Freiherrn 
Ernst — grossh. bad. Forstmeister in Ettlingen, dessen Ehe mit The- 
resia Zwerger kinderlos blieb, wohl aber haben die Brüder des Freih. 
Jacob, die Freiherren Franz und Wilhelm Leopold, den Stamm fort- 
gesetzt. Freih. Franz, geb. 180o; gros.^^h. badisch. Geh. Rath 1. Cl. 
und Präsident der Ober-Rechnungskammer, vermählte sich mit Ciaire 
Parquin, geb. 1824, aus welcher Ehe, neben sieben Töchtern, drei 
Söhne stammen: Carl, Hermann und Adrian und Freih. Wilhelm Leo- 
pold, geb. 1811, grossh. bad. Major a. D. , hat aus der Ehe mit Anna 
Baier vier Töchter. — Haupt des zweiten Zweiges der jüngeren 
Linie, in Baden, ist: Freih. Leopold, geb. 1804 — Sohn des 1848 
verstorbenen Freih. Jo.seph, grossh. bad. Geh. Raths 1. Cl. und Prä- 
sidenten des Ober-Hofgerichts, aus der Ehe mit Anna v. Wüest — 
grossh. bad. Geh.Regierungsrath, verm. mit Caroline Freiin v. Quadt, 
geb. 1814, aus welcher Ehe vier Töchter entsprossten. Den Manns- 
stamm setzten die beiden Brüder des Freih. Leopold, die Freih. Gustav 
u. Franz, fort. Freih. Gustav, geb. 1807, grossh. bad. Kammerjunker 
und Bezirkstbrster zu Mannheim, vermählte sich mit Bertha Klüber 
und hat, neben einer Tochter, einen Sohn, Freih. Friedrich, geb. 1846 
und aus der Ehe des Freih. Franz, geb. 1811, grossh. bad. Ober- 
Amtmanns zu Werthheim mit Auguste Schenk stammen , neben zwei 
Töchtern, drei Söhne, die Freiherren Joseph , geb. 1845, Leopold, 
geb. 1847 und Gustav, geb. 1851. 

V. Ixmg, S. 244 u. 5Ö9. — r. Hellbach, H. S. 626. — Cast, Adelsb. d. Grossh. Bftden, S. 811. 
— Freih. v. Udehur , W. S. 482. — üeneal. Taschenb. d. freih. HSuser, 1869, S. 801-4. 1868, S. 
»86— 3>* n. 1865. — Suppl. zu Slebm. W. B. n. 26: Stammwappt'n. — Tyroff, I. 72: t. St. Stamm- 
wappen und 185: Freih. v. St. — W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 18 und v. Wölckern, 4. Abth. S. 42 
und 48. — V. TJeJner, bayer. Adel, Tab. 62 und S. 5«. — Kneachke, n. S. 418 und 41». 

Stengel, Stengl , Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 
1702 für die Gebrüder Johann Ludwig, Leopold Ferdinand u. Georg 
Siegfried Stengl. Ein in Schlesien begütertes Adelsgeschlecht, wel- 
ches 1720 zu Graetz im Troppauischen u. zu K^imsdoH' im Coselschen 
und noch 1820 zu Sophienthal unweit Rybnik und 18^0 zu Nieder- 
Jastrzemb, ebenfalls bei Rybnik, sass. — Zu diesem Geschlechte ge- 
hörte Rudolph V. Stengel, welcher 1825 als k. preuss. Generalmajor 
pensionirt wurde. 

MegwU v. Mühlfeld, lErg.-Bd. S. 211. - Freih. v. Udebut, II. S. 482. 



— 18 — 

Stenglin, auch Freiherren (Schild geviert mit Mittelschilde. 
Im gekrönten, silbernen Mittelschilde zwei gekronzte, grüne Palmen.- 
zweigc. 1 und 4 von Blau und Gold der Länge nach getheilt mit 
einem aufwachsenden Manne mit einer Ungarmütze und rechts gol- 
'dener, links blauer Kleidung, vor dessen Rumpfe sich zwei schwarze 
Stäbe kreuzen : Stammwappen und 2 u. 3 in Silber ein grüner Palm- 
baum). Reichsadels- und Freihermstand. Emeuerungsdiplom des 
alten Adels von 1354 und Jleichsadelsdiplom u. Wappenbestütigung 
von 1618 für die Söhne des Ulrichs I. Stenglin: Ulrich IT., Matthias, 
Hans und Marx Stenglin und Freiherrndiplom vom 22. März 1759 
für Philipp Heinrich v. Stenglin, k. dänischen Kammerherm. — Altes 
Kemptener und Augsburger Patricier-Geschlecht, ursprünglich in der 
Nähe von Kempten gesessen. Dasselbe hatte sich in Kempten und 
einigen anderen schwäbischen Reichsstädten, wie manche andere 
Adelsfamilien, niedergelassen und wurde zu den Patriciern dieser 
Stadt gerechnet. Der erste urkundlich bekannte Stammvater der 
Stenglin war Ulrich Stenglin, geb. 1431. Derselbe kam jung, 1448, 
nach Augsburg, wo er später der Gründer einer zahlreichen Nach- 
kommenschaft wurde. Er vermählte sich mit Juliane Gemelich aus 
altem Geschlechte u. erlangte dadurch die Aufnahme in die „Mehrer 
Gesellschaft", die nöthigenfalls die Patricier-Familien ersetzen sollte. 
Nach einer Angabe auf seinem von Hans Holbein gemahlten Bildnisse 
lebte er noch 1512 im 81. Jahre. Seine vier obengenannten Söhne 
erhielten vom K. Maximilian I. auf dem letzten Reichstage des Kaisers 
die Emenerung ihi'es alten Adels und den Reichsadel. Von Ulrich Tl., 
der nach Lindau zog und von Hans ist Weiteres nicht bekannt; Mat- 
thias stiftete eine besondere Linie und Marx setzte die Stammlinie 
fort. Durch Heirath mit Anna König, Wittwe Balthasars Fugger 
vom Reh, wuixie Marx wahrscheinlich in den Stand gesetzt, das 
grosse Stenglinschc Handlungshaus zu gründen, welches lange in 
Augsburg blühte. Nachdem K. Carl V. das patricische Regiment in 
Augsburg, welches 1368 den Patriciern durch Zunft- Aufstand ent- 
rissen worden war, wieder eingesetzt hatte, berief er 1548 den ge- 
nannten Marx V. Stenglin als Senator wieder in den Rath. In der 
weitern geraden Stammreihe folgten Jercmias St. , Rathsherr und der 
Sohn desselben, Christoph St. , ebenfalls Rathsherr. Der Sohn des 
letzteren, Emanuel, setzte den Stamm fort. Sein Sohn, Marx Philipp 
St., geb. 1653 und gest. 1737 zu Hamburg, war nach Allem ein in 
jeder Hinsicht ausgezeichneter Mann. Er war der lateinischen, so 
wie der vorzüglichsten lebenden Sprachen ganz mächtig und weite 
Reisen bildeten ihn später noch mehr aus. Auf einer derselben lernte 
er in Holland eine Hanna van Poetens kennen, mit der er sich später 
vermählte. Er wurde in Hamburg ein sehr reicher Handelsherr und 
hatte mitunter sieben Schifte in See. Von seinen Vorfahren war ihm 
zudem das Monopol des Erz- und Kupfer- Verschleisses in den erzher- 
zoglichen u. s. w. Landen überkommen, welches allein schon .sehr 
grosse Einnahmen für ihn abwarf. Der Sohn desselben, Heinrich 
Philipp, setzte in Hamburg das Geschäft auf die umsichtigste Weise 



— 14 — 

fort und wurde so bekannt, dass K. Franz I. ihn mit ZuaefarifVen be- 
ehrte und ihm den Grafenstand anbot, welchen er aus Bescheidenheit 
ablehnte, nahm aber dagegen das Amt eines Ober- Alten in seiner 
Vaterstadt an. Von ihm stammte ein Sohn, Freiherr Philipp Hein- 
rich, 8. oben, geb. 1720 und gest. 1793, k. dänischer Xammerherr,' 
welcher, wie angegeben, den Keichstreiherrnstand in die Familie 
brachte und 1765 zum dänischen Baron mit dem Indigenate erhoben 
wurde. Da er viel reis' te, so übertrug er seine Greschät'te einem Peter 
Carstens, unter dessen Firma sie fortgingen, der sie aber nicht mit 
Glück fortgefühi't zu haben scheint. Diess vielleicht, oder die Con- 
jecturen in den Jahren 1762 und 63 bewogen ihn, sich von allen Ge- 
schäften zurückzuzieheu und die von ihm 1761 im Meklenburgischen 
erkauften plüschower Güter im Sommer zu bewohnen. Er hatte sich 
zuerst 1744 mit Elisabeth Antoinette Widow, geb. 1727 u. ge8tl768, 
Tochter des Hamburger Patriciers und ersten Bürgermeisters Conrad 
Widow und nach deren Tode 1 769 mit Regina v. Strahlend orff ver- 
mählt, hatte aber nur aus erster Ehe dauernde Nachkommenscha^ 
die sich durch seine Söhne: die Freiherren Conrad Philipp und Otto 
Christian, in zwei Linien, die Aeltere und die Jüngere, schied. Freih. 
Conrad Philipp, geb. 1749 und gest. 1835, Herr auf Plüschow, Tes- 
torflf, Jamein u. s. w. wurde 1824 mit seinem Bruder, Otto Christian, 
1824 unter die meklenb. Ritterschaft aufgenommen, war k. dän. Xam- 
merherr, Obei'stlieutenant in der Caval., Commandeur des Regiments 
leichter Dragoner u. Commandant von Kiel, verkaufte die genannten 
Güter mit Zubehör an den Erbprinzen Friedrich Leopold von Mek- 
lenburg-Schwerin , war dann bis 1829 und 1830 Besitzer von Gross- 
und Klein-Reuzow und Hohen-Luckow und hatt« sich 1774 mit Luise 
Friederike v. Stralendorff a. d. H. Lütten-Krankow , geb. 1750 und 
gest. 1838, vermählt, aus welcher Ehe eine zahlreiche Nachkommen- 
schaft entspross, über welche die geneal. Taschenbb. d. freih. Häuser 
sehr genaue Nachweise ergeben. — Haupt der älteren Linie ist: Freih. 
Adolph, geb. 1822 — Sohn des 1862 verstorbenen Freiherm Otto, 
aus der Ehe mit Elisabeth v. Lützow a. d. H. Gross-Salitz und Enkel 
des Freih. Conrad Philipp, s. oben, — grossh. meklenb. Schwerin. 
Kammerherr und Hausmarschall Sr. K. H. des Grossherzogs, verm. 
1854 mit Clotilde Freiin v. Laffert, geb. 1832, aus welcher Ehe, 
neben zwei Töchtern, drei Söhne stammen : Otto Henning, geb. 1857, 
Felix, geb. 1860 und Ernst Hugo, geb. 1862. — Haupt der jüngeren 
Linie ist: Freih. Otto, geb. 1802 — Sohn des 1851 verstorbenen 
Freih. Otto Christian, grossh. meklenb. schwer. Kammerherm und 
Domherrn des Hochstifts Lübeck aus der Ehe mit Wilhelmine v. dem 
Bussche und Enkel des Freih. Philipp Heinrich , s. oben — grossh. 
meklenb. schwer. Xammerh. und Hoünarschall bei J. K. H. der Frau 
Grossh. ^lütter, verm. 1834 mit Luise v. Restorff, aus welcher Ehe, 
neben zwei Töchtern, zwei Söhne entsprossten, die Freiherren: Bart- 
hold, geb. 1838, grossh. meklenb. schwer. Dragoner-Lieutenant und 
Ernst, geb. 1841. — Der Bruder des Freih. Otto: Freih. Detlev, geb. 
1807, Herr auf Beckendorf u. grossh. mekl.-schwer. Rittmeister a. D. 



— lö - 

vermählte sich mit Elise v. Leers, geb. 1824, aus welcher Ehe zwei 
Töchter und fünf Söhne stammen. 

KHUer, MUnx-Belaatig. X. vS. 431. — Lezicon over adel. Fumil. i Danmaik, II. S. 195 u. Üb. 36. 
Nr. 296. — Hegtrle v. Müfd/eld, Erg. Bd. S. 104. — Freih. v. Ledtbur, H. S. 482. — Geneiü. 
TMchcnb. d. freih. HXtiser, 1859, S. 804 — 806. 1861, S. 795-802, 1864, S. 813—16 und 1868. — 
Siebmacher, V. Zusatz 47 odtf V. 865 : Die Stenglin, Kemptische ehrbare ratricier. — Suppl. xu Siehm. 
W. B. X. 6: Stammwappen. — Meklenb. W. B. Tab. 48, Nr. 180 und S. 9 und 35. — W. B. der 
»chs. Staaten, IX. 34. — KneMCkke, I. S. 405. 

Stenstede (in Silber ein blauer Querbalken, begleitet von drei 
vorwärtsgekehrten, rothen Widderköpfen mit unterwärts krummge- 
bogenen Hörnern: Zwei stehen über und einer unter dem Balken). 
Altes, längst ausgestorbenes bremensches Adelsgeschlecht. 

Mushard, S. 519. — v. Medmy, I. S. 583 und 84. 

' Stentzel (in Gold ein dreihügeliger, grüner Berg, in dessen mitt- 

leren Hügel ein aus Wolken kommender, blau gekleideter Arm ein 
Schwert stösst). Ein im Anfange des 18. Jahrh. zu dem Schlesischen 
Adel gezähltes Geschlecht, welchas auch von Sinapius in dem Ver- 
zeichnisse des Schlesischen Adels genannt wird. 

Freih. v. Ledebur, U. 8. 482. — Siebmacher, V. 71. 

Stentzseh, Stöncsch, Stens (in Grün eine weisse Rose, an welche 
sich oben ein gestürzter, unten ein aufgerichteter, rother Sparren an- 
schliesst: nach Siebmacher's Deelaration). Altes, meissensches Adels- 
geschlecht aus dem Stammhause StÖnzsch bei Pegau, welches im 
Stifte Würzen mehrere Güter bis 1663 besass. Bernhard v. Stentzsch 
auf Zschorna bei Würzen war um 1519 Stiftshauptmann zu Würzen 
und setzte seinen Stamm auf dem genannten G ute fort. — In grösseren 
genealogischen Sammlungen gehen die In achrichten über die Familie 
V. Stenzsch von 1513 bis 1790 und das Geschlecht soll noch 1762 zu 
Heyda gesessen haben und auch später noch begütert gewesen sein. 
Doch gab es, s. den nachstehenden Artikel, auch in Schlesien ein 
gleichnamiges Geschlecht und so könnten wohl die Nachrichten üb(Br 
beide Familien unter einander geworfen worden sein. Das Wappen 
der schlesischen Familie ist in Siegel -Sammlungen nicht selten , das 
der meissenschcn aber kennt die Redaction nur aus Siebmacher*s 
W. B. 

SehßUgeru HUtoiie der Stifls-Stadt Wurcep, S. 107. 484 n. 773.— Gavhe, I. S. 3444. — Freih. 
V. Ledebur, U. S. 482. — Siebmaeher. I. lijlo: v. Strns, Meissnisch. 

• Stentzsch, Steintsch (in Blau der vierte Theil oder eine Felge 

mit drei Speichen eines goldenen Rades). Altes, märkisches und 
schlesisches Adelsgeschlecht, ganz verschieden von der im vorste- 
henden Artikel besprochenen meissenschcn Familie dieses Namens, 
welches später auch in Ostpreusscn und in Polen begütert wurde. 
Als Stammhaus wird das im Brandenburgischen unweit Schwiebus 
gelegene Gut Stentsch, welches zuerst 1436 vorkommt und bis 1609 
dem Stamme gehörte , genannt und in Schlesien lebte bereits im An- 
fange des 16. Jahrh. Hans Stentzsch auf Stentsch, Landes- Aeltester 
des Fürstenthums Glogau und in wichtigen Landes-Angelegenheiten 
Deputirter. Weitere ältere Sprossen des Geschlechts hat Sinapius 
genannt — Die Familie sass schon 1611 zu Ottendorf bei Sprottau 



— 16 — 

und Siegersdorf unweit Freistadt, 1612 zu Kessel und Prittag im 
Grünbergsehen, hatte im letztgenannten Jahre auch ein Burglehn zu 
Freistadt inne und erwarb mehrere andere Güter in Schlesien. Im 
Brandenburgischen war die Familie bereits 1628 zu Schönwalde un- 
weit Sternberg und 1684 zu Niederwitz bei Schwiebus begütert und 
war noch bei Sternberg 1790 im Besitze der Güter Kuhburg und 
Missgunst, 80 wie 1798 in dem des Gutes Wallwitz. — In Polen 
führte die Familie den Namen Szaniecki, oder Szezaniecki v. Stentsch 
lyid war im Posenschen 1760 zu Morkwitz unweit Kosten und 1763 
zu Mosciejewo bei Birnbaum gesessen. — Friedrich Wilhelm v. 
Stentzsch, h. anhalt.-dessauisch. Kammer-Präsident, war um 1792 
Herr auf Beisersdorf und Carl Heinrich v. St. , Major und Chef einer 
Tnvaliden-Compagnie, starb 1807; — Ernst Rudolph v. St. war k. 
preuss. Ober - Stallmeister und Kammerherr und ein anderer Ernst 
Rudolph V. St. war Landrath und Herr auf Prittag. Derselbe war 
kinderlos und adoptirte daher den Hans Ernst v. Schwcinichen, 
welcher mit König!. Erlaubniss vom 23. Dec. 1773 den Namen v. 
Stentzsch annahm und später ebenfalls Landrath wurde, doch blieb 
auch er kinderlos und hatte nur eine Pflegetochter, an welche Pritüig 
fiel. Dieselbe wurde die Gemahlin des k. pr. Generals der Infanterie 
V. Ryssel. — Ein y. St. stand 1837 als Premierlieutenant im 20. k. 
preuss. Infant.-Regimente. 

Sinapius, I. S. 930 und 31 und IT. S. 1083. — Gau he , I. S. 2444 und 45. — Zedier, 39. S. 
1843. — N. Pr. A.-L. IV. S. 236. — Freih. v. Ledebur , II. S. 482 u. 83. — Siebmacher, II. 47. 
Steniz, Schlesisch. — v. Meding, II. S. 584. 

Stephan v, Lndwigsdorff. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1703 für Peter Philipp Stephan, Advocaten zu Neiss in Schlesien, 
mit: V. Lndwigsdorff. 

Megerle v. Miihljeld, Erg.-Bd. S. 459. 

Stephan v. Schmetzdorf (Schmeltzdorf). Böhmischer Adelsstand. 
Diplom vom 24. Jan. 1697 für den Gutsbesitzer Stephan auf Schmetz- 
dorf unweit Neisse, mit : v. Schmetzdorf 

V. ffellbaeh, II. S. 527. — Freih. v. Ledebur, II. S. 483. ' 

Stephanacz v. Stephansbnrg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1818 für Simon Stephanacz, Hauptmann des k. k. zweiten Wal- 
lachischen Grenz-Regiments, mit: v. Stepliansburg. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 459. 

Stephan! (Schild gcviert: 1 und 4 in Silber drei, 2 und 1 , rothc 
Herzen imd 2 und 3 in Blau drei quergelegte, goldene Flammen). 
Reichsadelsstand, im Kgr. Preussen anerkannt. Adelsdiplom von 
1697 für Daniel Stephani, kurbrandcnb. Geh. Kath und Lehns-Secre- 
tair und Anerkennungsdiplom für Denselben vom 8. Sept. 1701. — 
Der Stamm blühte fort und wurde in der Alt- und Uckennark, in 
der Ober-Lausitz und in Ostprcussen begütert. Die Familie sass be- 
reits 1707 in der Altniark, 1707 und noch 1785 zu Käthen unweit 
Gardelegen und in der Uckermark zu Hohen-Laudin bei Angermünde. 



— 17 -~- 

In der Ober-Lausitz hatte das Geschlecht das Gut Wiesa bei Lauban 
und in Ostpreussen Paulehnen unweit Mehrungen an sich gebracht. 

V. Heübaeh, II. S. 627. — N. Pr. A.-L. IV. S. 236 — Freih. v. I^debur, U. S. 483. — W. B. 
d. Prenss. Monarchie, lY. 68. 

Stephan! v. Cronhaus, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom 
von 1729 für Michael Stephani zu Hockenau im Liegnitzischen, mit: 
V. Cronhaus. 

Megerk v. Mühlfeld, Erg:.-Bd. S. 211. 

Stephann v. Cronenfels (Kronenfels, Kronenfelss) Schild der 
Lange nach getheilt: rechts in Blau vier, 1, 2 und 1, goldene Sterne 
und links roth, ohne Bild). Reichs- und erbl. - österr. Adelsstand. 
Reichsadelsdiplom von 1766 für Joseph Franz Stephann, Reichshof- 
und Cabinets-Kanzlisten und für den Bruder desselben, Franz Wenzel 
Stephann, Appellationsrath in Böhmen, mit: v. Cronenfels und erbl.- 
österr. Adelsdiplom von 1767 für Letzteren. Der Stamm blühte fort 
und die Namen zweier Sprossen desselben : J. St. und Fr. C. v. Kro- 
nei^fels, haben durch für die Heraldik wichtige Sammlungen, Zeich- 
nungen und Manuscripte, welche dieselben hinterliessen, einen sehr 
guten Klang. Nach Allem ist Letzterer der Herausgeber der Jahr- 
gänge 1848 u. 1849 der geneal. Taschenbb. der freiherrlichen Häuser: 
es steht nämlich unter dem Vorworte: „Fr. C. v. K." 

Megerlt v. Mühlftld, Erg. -Bd. S. 460. — Suppl. zu Siebm. W. B. IX. 28. 

Stephany (Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein silberner Thurm 
mit drei Zinnen und offenem Thor, schwebend und 2 u. 3 in Purpur 
ein grün belaubter Baum mit fünf Wurzeln). Im Kgr. Preussen er- 
neuerter Adelsstand. Emeuerungsdiplom des Adels der Familie vom 
9. Aug. 1798 für Joseph Stephany, k. preuss. Lieutenant. — Der 
Empfänger des Diploms stammte aus einer ursprünglich ungarischen 
Familie, welche schon früher den Adel und das erwähnte Wappen 
geführt haben soll und die in neuer Zeit in der Ober-Lausitz ansässig 
wurde. — Ein v. Stephany war um 1837 Landschafts-Syndicus zu 
Görlitz. 

Frtih, V. Ledebur, n. S. 4«3. — W. B. d. Preas». Monarchie, IV. 68. — Dorst, Allgem. W. B. 
I. S. 27—29 und Tab. 20. — Kneachke, H. S. 420. 

Steprod, Steprodt, Steprath (in einem rothen, mit neun sil- 
bernen Schindeln , von denen jedoch keine den Schildesrand berührt, 
bestreuten Schilde ein silberner, gekrönter, doppelt geschweifter 
Löwe). Altes, niederrheinisch-westphälisches Adelsgeschlecht aus 
dem gleichnamigen Stammsitze unweit Düren, dessen Stammreihe 
Humbracht mit Friedrich Steprodt, welcher zu Ausgange des 14. 
Jahrh. lebte, beginnt. Die Familie erwarb in der Heimath mehrere 
Güter, war noch 1700 zu Walbeck bei Geldern und zu Wohnungen 
unweit Dinslaken, so wie 1833 zu Zeppenfeld bei Siegen gesessen 
und war auch in die Niederlande gekommen, wo sie noch in neuester 
Zeit blühte. 

Humbraeht. Tab. 173. — Gauhe, I. S. 2445. — Zedier, 80. S. 1928. - Fahne, V, S. 147. — 
.nmift. V. Ledebur, n. S. 483. — v. Medktg, I. S. 584. 

Kneeehke, Deatich. Adel« -Lex. IX. 2 



— 18 — 

Sterleck, Sterlege. Altes, steiennärkisches Adelsgeschlecht, 
aus welchem noch um 1822 Franz Ferdinand Adolph Sterleck den 
Hof bei Hausmannstetten in Steiermark besass. 

Schmutz, IV. S. 81. — Siebmacher, U, 46 und V. 64. 

X Stern (in Blau neben einander drei schwarze Pyramiden oder 

Spickel, die mittlere die andern beiden überragend, auf jeder niedem 
ein sechseckiger und auf der mittleren, hohen ein siebeneckiger, gol- 
dener Stern und über letzterem ein weisser Mond-Schein : Angaben 
des Diploms). Reichs- Adelsstand. Diplom vom 11. Dec. 1645 für 
die Gebrüder Johann und Heinrich Stern. Dieselben gehörten zu 
einer zu ihrer Zeit sehr bekannten Buchdrucker-Familie im Meklen- 
burgischen und Lüneburgischen. Gobelinus de Sterne war 1427 
Rathsherr zu Wismar und im vorigen Jahrh. besass das auch in der 
Stadt Lüneburg selbst ansässige Geschlecht einen freien canzleisässigen 
Hof zu Walsrode, welchen Georg Christian v. Stern an die Owdorf 
vererbte. — Gegen Ende des 18. Jahrh. kam die Familie wieder 
nach Meklenburg und war um 1794 zu Tüschow begütert. 

Zedier, 39. S. 1966. — Maneeke, Beschreib, d. Fürsttenth. LUnebarg, VL. S. 896. — v. HeUbaeh, 
n. S. 528. — Freih, v. Ledebur, II. S. 483. — Siebmaeher, IV. 165. — v. Meding , I. S. 584 und 
85. — Meklenbury. W. B. Tab. 48. 5r. 181 und S. 35. — Kneschke, II. S. 420 und 21. 

Stern - Gwiazdowski , s. Gwiazdowski, Stern -Gwiaz- 
dowski, Bd. IV. S. 115. 

Stembach (in Blau ein querströmender, silberner Bach, oben 
und unten von einem goldenen Sterne begleitet). Schwedischer Adels- 
stand. Diplom vom 15. Sept. 1649 für Heinrich Cölestin Stembach. 
— Die Familie war in Pommern unweit Randow 1672 zu Schillers- 
dorf und Schöningen und 1727 zu Pomellen gesessen und besass vor- 
übergehend auch Güter in der Uckermark. 

Grundmann, S. 67. — Freih. v. T^debur , ü. 8. 483 und UI. S. 347, — Swerig. Rlk. W. B. 
Rldd. Tab. 811. Nr. 729. 

» Stembach , Sternbach znm Stock nnd Luttach , auch Freiherren 

(Schild geviert, mit einem gekrönten, schwarzen Mittelschilde und 
in demselben ein wellenfbimig gezogener, schrägrechter, silberner 
Balken, der links oben und rechts unten je von einem sechsstrahligen, 
goldenen Sterne begleitet ist: Stamm wappen: 1 -und 4 in Koth ein 
frei schwebendes, schwarz ausgefugtes, silbernes Mauerstück von vier 
Schichten, welches oben mit drei spitzigen Zinnen versehen ist: Lut- 
tach und 2 und 3 ebenfalls in Roth drei silberne Querbalken). E^ichs- 
adelsstand und Reichs- und böhmischer Freihermstand. Adelsdiplom 
von 1664 ^wr Christoph Andreas Wenzel (Wenzl), k. k. Kammerrath 
und Obor-Kriegscommissar in Ober- und Nieder-Schlesien ; Reichs- 
freiherrndiplom vom 26. März 1698 für Franz Andreas v. Wenzel, 
kaiserl. Rath (Sohn des Christoph Andreas v. Wenzel) mit dem Prä 
dicate: v. Sternbach und böhmisches Freihcrmdiplom um 1700 für 
Andreas Wenzel v. Sternbach , Obersten Kammer-Graf der ungari- 
schen Bergstädte und Oberösterr. Hofkammerrath. — Ein aus Tirol 
stammendes Geschlecht, dessen urBprünglicher N«me Wenzel (Wenzl) 



— 19 — 

war und sein Emporkommen vorzüglich den Bergwerken in Ähren 
zu Taufers im Pusterthale und vortheil haften Pfandschailen für dar- 
geliehene Gelder an die Landes-Regierung verdankt. Die Wentzl 
erhielten 1571 einen Wappenbrief und 1664 wurde bei Erhebung in 
den ßeichsadelsfttand ihr bis dahin gesclilossener Wappenhelm ge- 
krönt. Die Eintragung in die tiroler Adcls-Matrikel erfolgte 1690. 
Seit Erlangung der Fi^eiherrnwürde liessen die Wenzel ihren ur- 
sprünglichen Familien-Namen fallen und schrieben sich von da: 
„Sternbach zum Stock u. Luttach." — Das Oberst-Erbland-Falken- 
meister-Amt in Tirol wurde dem k. k. w. Geh. Rathe Carl Matthias 
Freih. v. Sternbach zum Stock und Luttach 2. Aug. 1790 für »ich 
und seine Nachkommen verliehen , nachdem dieses Amt 1 789 durch 
das ohne männliche Nachkommenschaft erfolgte Ableben des Carl 
Grafen v. Sonnberg und Freih. v. Heindl erledigt worden war. — 
Die Familie blüht jetzt in mehreren Linien in Nord-Tirol und im 
deutschen Süd-Tirol und Vorarlberg. Unter den Besitzungen der- 
selben sind vor Allem Stock und Luttach zu nennen , rütt welchen 
Edelsitzen die Prädicate des Geschlechts entlehnt wurden. Beide 
liegen im Pusterthale. Den adeligen Ansitz Stock am nördlichen 
Theile des Dorfes üttenheim kauften die Wenzl 1619 von den Frei- 
herren V. Spaur und besitzen denselben noch jetzt; der andere da- 
gegen , Luttach im Dorfe Pfalzen , steht der Familie nicht mehr zu. 
Mit diesen Gütern ist jedoch der Edelsitz „am Stock" im Dorfe Lut- 
tach, ebenfalls im Pusterthale, nicht zu verwechseln. Femer sind zu 
nennen: das Schloss Wolfsthum im Mareiterthale bei Sterzing, ein 
prächtiger Bau, erst Eigen thum der alten Grafen v. Mareit, 1700 
von den Herren Grebmer v. Wolfsthurn gekauft; und 1739 von Franz 
Andreas Freih. v. St. umgebaut; dann Sonnogg und der schöne Hof 
„Meier am Hof* zu Dietenheim bei Bruneck, welchen 1700 Anton 
Wenzel Freih. v. St. neu erbaute, der aber nicht mehr der Familie 
Eusteht; ferner der einst gräfliph Welspergische Ansitz zu Bruneck 
und endlich die Herrschaft Bludenz mit dem Schlosse Geyenhofen 
und Sonnenberg im Vorarlbergischen und zwar als Pfandlehen seit 
1684. — Die Familie blüht jetzt in einer älteren und jüngeren Linie. 
Die ältere Linie besitzt die Güter Ober-Falkenstein, Groppenstein, 
Doutschnoven und Taur. Das Haupt dieser Linie führt den Titel: 
Oberst-Erbland-Falkenmcister in Tirol und die Brüder desselben den 
Titel: Erbland-Falkenmeister in Tirol. Die jüngere Linie ist in vier 
Aeste geschieden: in den Mareiter, Sterzinger, Bludenzer u. Puster- 
thaler Aet. Der Mareiter Ast besitzt Wolfsthurn, der Sterzinger 
Ast die Herrschaften Landstein in Böhmen und Triesch in Mähren 
und der Bludenzer Ast Bludenz u. Sonnenberg. — Von den Gliedern 
der Familie verdient eine besondere Erwähnung die Schwiegertochter 
des oben genannten Freih. Carl: Therese, geb. 1775 und gest. 1829, 
Wittwe des 1808 verstorbenen Freih. Franz und Tochter des bru- 
necker Bürgers Joseph Obholzer und der Walbarga Waitz, \^elche 
flieh in dem Kriegsjahre 1809 um die Landesvertheidigung Tirols 
hoefaverdient machte und für ihre patriotische Gesinnung und Hand- 

2* 



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lungen 25. Dec. 1820 vom K. Franz I. die grösste Anerkennung er- 
hielt. — üeber die Vorfahren der jetzigen Sprossen des Stammes fin- 
den sich mehrere Nachweise in den geneal. Taschenbb. der freiherrl. 
Häuser. 

Sinapttis, 11. S. 460. — Oeeuhe, I. S. 2452. — Zedier, 39. S. 1972: aus handschriftl. Notixcn. 

— V. Lang, 8. 246. — Freih. v. Ledebtir, II. S. 483 und 84 Oeneal. Tascheob. d. freih. Häuser, 

1864. S. 816 — 21 und 1866. — Siebmacher, IV. 24 und 60. — W. B. des Kgr. Bayern, IV. 19 und 
▼. WAlckern, Abth. 4. S. 48 und 44. — Hyrtl, H. S. 184. — Knesehke, II. S. 421^28: ^ebt auch 
Varianten des Wappens. 

Sternberg, Grafen (in Blau ein goldener achteckiger Stern, 
früher auch in Blau auf einem silbernen Dreihügel ein sechsstrahl iger, 
goldener Stern). Reichsgrafenstand und böhmischer Freiherrn- und 
Grrafenstand. Reichsgrafendiplom vom 3. (14) Febr. 1662 für Zdenko 
imd Alexis v. Sternberg; böhmisches Freiherrndiplom vom 28. Aug. 
1690 für Conrad v. Stemberg und böhmisches Grafendiplom vom 8. 
Nov. 1719 für Denselben als Freiherm und Landeshauptmann zu 
Glatz. Altes, fränkisches Rittergeschlecht, dessen Ursprung im Dun- 
kel der Vorzeit liegt. Dasselbe blühte bereits im 10. und 11. Jahr- 
hunderte und als Stammschloss wird das Bergschloss Sternberg im 
Grabfeld in Franken angenommen, welches in der zweiten Hälfte des 
13. Jahrb. nach dem Tode der Brüder Albrecht und Berchtold II. St. 
an das Bisthum Eichstädt zurückfiel und jetzt als bayerisches Lehn 
die freiherrl. Familie v. Guttenberg besitzt. Im letztgenannten Jahr- 
hunderte blühten mehrere Linien des Stammes, namentlich eine in 
Mähren und zu derselben gehörte Jaroslaw, welcher, zur Zeit des 
Königs Wenzel Ottocar von Böhmen, 1241 die Tartaren bei Olmütz 
schlug, als Lohn für seine Tapferkeit mehrere Güter in Böhmen er- 
hielt und das Bergschloss Schönberg im kaurzimer Kreise erbaut 
haben soll. Derselbe ist der Stammvater der jetzigen Grafen v. Stern- 
berg. — Mit zwei Söhnen des Grafen Adam Wratislaw; Franz Da- 
mian, gest. 1719 und Franz Leopold, gest. 1745, schied sich die böh- 
mische Linie in zwei Special linien: die ältere (später Sternberg-Man- 
derscheid) und die jüngere: Sternberg-Serowitz. Aus der älteren 
Linie wurde des Stifters Sohn: Franz Philipp, geb. 1708 und gest 
1786, als Personalist 1752 in das schwäbische Grafen-CoUegium auf- 
genommen und des Letzteren Sohn, Philipp Christian, erhielt durch 
Vermählung mit Auguste , Erbtochter des letzten Grafen v. Mander- 
scheid-Blankenheim , als Realist Sitz und Stimme im westphälischen 
Grafen-CoUegium. Äüt Franz Joseph, einem Sohne des Grafen Phi- 
lipp Christian, ist 8. April 1830 die ältere Linie im Mannsstamme 
erloschen. Die Erbtochter, Grf. Lcopoldine, geb. 1791, vermählte 
sich 1811 mit dem 1835 verstorbenen Franz Grafen Sylva-Tarouca, 
k. k. Kämm, und Major. Die jüngere, von Franz Leopold gestiftete 
Linie ist der ältere im Besitze der böhmischen Herrschaften gefolgt 
— Die schlesischen Grafen v. Stemberg werden allgemein für einen 
Zweig der böhmischen Linie gehalten. — Das gräfliche Haus blüht 
jetzt in zwei Linien: in der böhmischen (jüngeren) Linie (RGf 14. 
Febr. 1662, und in der schlesischen Linie 8. Nov. 1719). Haupt der 
böhmischen (jüngeren) Linie ist: Graf Jaroslaw, geb. 1809 — Sohn 



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des 1858 verstorbenen Grafen Leopold , k. k. Kämmerers, aus der 
Ehe mit Caroline Grf*. v. Walsegg, geb. 1781 und verm. 1799 — 
Besitzer der Fideicommiss-Herrschaften Zasmuk im Kr. Kaurzim und 
Czastalowitz im Kr. Königsgrätz, erbl. Mitglied des Herrenhauses 
des Reichsraths, k. k. Kämm, und Major in d. A. , verm. 1835 mit 
Eleonore Freiin v. Orezy, geb. 1811 , aus welcher Ehe eine Tochter, 
Grf. Rosa 7 geb. 1836, stammt, die sich 1859 mit Carl Fürsten zu 
Hohenlohe, Bartenstein, k. k. Rittm. in d. A., vermählte. — Von den 
beiden Brüdern des Grafen Jaroslaw, den Grafen Leopold u. Zdenko, 
hat sich Ersterer, geb. 1811, Besitzer der Fideicommissherrschäfb 
Serowitz und der Allodial-Herrschaft Mallenowitz mit Pohorzelitz im 
Kr. Hradisch in Mähren, k. k. Kämm, und Feldmarschall-Lieutenant, 
1863 mit Luise Prinzessin v. Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg, geb. 
1840 vermählt. Letzterer aber, Graf Zdenko, geb. 1813, besitzt in 
Böhmen die Allodial-Herrschaften Radnitz im Kr. Pilsen und Ötem- 
berg im Kr. Kaurzim, ist k. k. Kämmerer und hat sich 1845 mit 
Therese Grf. 8tadion-Th annhausen, geb. 1819, vermählt und es stam- 
men aus dieser Ehe drei Töchter und zwei Söhne: Aloys, geb. 1850 
und Philipp, gest. 1852. — Haupt der schlesischen Linie ist: Conrad 
(III.) Graf Stemberg-Rudelsdorf von Sarawenza u. Hohenfriedeberg, 
geb. 1825 — Sohn des 1860 verstorbenen Grafen Conrad (IL), Lan- 
des- Aeltesten und Kreis-Deputirten des Kr. Franckenstein und Herrn 
der Güter Raudnitz und Schreibendorf, aus der Ehe mit Eugenia Grf. 
V. Wengersky, verw. Grf. Henckel v. Donnersmarck , geb. 1790 und 
verm. 1823 und Enkel des Grafen Conrad (I.), gest. 1837, Landes- 
hauptmann des Fürsten thums Neisse, kaiserlichen Antheils, verm. 
1797 mit Antonie Freiin v. Skrbensky-Hrzisstie a. d. H. Gotschdorf, 
gest. 1837 — Herr der Herrschaft Raudnitz im Kr. Franckenstein, 
k. k; Kämm, und Rittmeister in d. A., verm. 1860 mit Caroline Grf. 
V. Sickingen-Hohenburg, geb. 1835, aus welcher Ehe eine Tochter, 
E Veline, geb. 1861, entspross. Von den Schwestern des Gr. Con- 
rad (III.) vermählte sich Grf. Maria, geb. 1824, 1841 mit Arthur Gr. 
V. Sprinzenstein und Grf. Eugenie, geb. 1828, 1852 mit Manfred 
Gr. V. Sehcrr-Thoss, Herrn auf Weigelsdorf u. s. w. — Von den Brü- 
dern des Gr. Conrad (IL) haben die Grafen Hermann und Carl den 
Stamm fortgesetzt. Graf Hermann, geb. 1803 und gest. 1849, k. k. 
Kämm, und Major in d. A., hinterliess aus der Ehe mit Antonia Grf. 
Dönhoff, geb. 1806 und verm. 1832, zwei Söhne: Gr. Ludwig, geb. 
1833, k. k. Oberlieutenant in d. A. und Gr. Günther, geb. 1835, k. k. 
Marinelieutenant, Graf Carl aber, geb. 1808, Herr auf Rothwasser 
in österr. Schlesien, vermählte sich 1834 mit Franzisca Grf. Falken- 
hayn, verw. Freifrau v. Sobek und Komitz, geb. 1805, aus welcher 
Ehe, neben einer Tochter, zwei Söhne stammen, die Grafen Jaroslaw, 
geb. 1836, k. k. Oberlieutenant und Albert, geb. 1838, k. k. Ober- 
lieutenant. 

Laziuä, de mijprat. gent. Lib. VI. S. 181. — Hennigea, theatr. geneaL T. I. P. II. — Vestigi» 
▼irtutes et noMKt. Sternbergic. in regn. Bohem. In magn. aola academ. CaroU propngnarunt liberi 
Baron, de Steniberg WenzesUus etc., Fragae 1661. — ifartini Ulmanni aetas aurca famil. St«rnber- 
flcae. Pragae, 16116. — Imhof, Not. S. R. J. Proc lib. 9. c. 4. $. 5 et Mantist. 7. 41. 76. S. 211. 



— 22 — 

— Horru Coborg. Chronik. I und 11 a. v. 0. — Imcae Grafeusaal, S. 666. — Ör. Wurmbrand, 
Collect. S. 77. — ffamelmann, Oper, geneal. histor. , cdcnte Wasserbachio , Lemgo, 1711. S. 416. — 
Hiibner, III. Tab. 919 und 20. — Sinapius, 1. S. 932—36. — P, Johann ranner, Gesch. des grl«. 
Hauses Steraberg, Prag, 1782, 2 Theilc. — Oauhe, I. S. 2-147—2450. — Zedier, 89. S. 1978—87. — 
Biedermann, Cant. Baunach, Tab. 268—61. — Salver, S. 223 n. 24. — Jacobi, 1800, II. S. 60 u. «1. 

— A%. geneal. Handbuch. 1824, I. S. 837 — 39. — Geneal. histor^ stet. Almanach, Weimar, 1832. 
S. 407—409. — Oesterr. Nattonal.-Encyclop. V. S. 161 und ff. — N. Preuss. A.-L. V. S. 434—40. — 
Deatoche Grafenh. d. Gcgcnv. II. S. 610— 12. — Freih. v.Ledehur, 11. 8.48-1. — Goth. Hof-Kalend. 
1834, S. 212 und 213, 1848, S. 286 und 1862, S. 284 — CJeneal. Taschcnb. der gräfl. HRuser, 1864, 
S. 869 — 61, 1866 und histor. Handb. zu Demselben, S. 962. — Siebmacher, I. 32: v. Stornberf. 
Herren. 

Sternberg, Rüchmeister v. Stemberg, auch Grafen (im golden 
eingefasöten Schilde drei , 2 und 1 , goldene sechsatrahlige Sterne). 
Grrafenstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 10. Sept. 1840 für 
Leopold Johann Christoph Küchmeieter v. Stemberg, Herrn auf 
Grodtken und Gr. Przellenk im Kr. Neidenburg u. Kreis-Deputirten, 
nach dem Rechte der Erstgeburt. Altes, preussisches Adelsgeschlecht, 
welches mit dem deutschen Orden nach Preussen kam, sich später 
in die Neumark wendete, in derselben die Herrschaft Sternberg 
erwarb und von dieser Besitzung den Beinamen Stemberg erhielt 
Michael Küchenmeister v. Stemberg, um 1412 Advocatus der Nen- 
mark, wurde 9. Jan. 1414 Hochmeister des deutschen Ordens in 
Preussen, nachdem er ein Jahr zuvor im Namen des Königs Sigis- 
mund in Ungarn dem Könige Wladislaus V. in Polen die Zipser Städte 
verpfändet hatte. Derselbe legte 1422 die Hochmeister-Würde nieder 
u. starb noch 1422. — Den Ursprung der Familie hat man aus Fran- 
ken herleiten wollen, was möglich sein könnte, doch lässt sich auch 
denken, dass eine Verwechselung mit der alten fränkischen Familie 
vorläge, aus welcher Berthold St. 1268 Bischof zu Würzburg war 
und welche, ausser ihrem gleichnamigen Stammschlosse im Gebiete 
der Frei-Fränkischen Ritterschaft, auch das Schloss Callenberg im 
Coburgischen einige Jahrhunderte besass, wahrscheinlich aber um 
die Mitte des 16. Jahrh. ausgegangen ist. — Der Besitz der Familie 
wechselte im Laufe der Zeit in Ostpreussen mehrfach u. war nament- 
lich im 18. Jahrhundert bedeutend. — Ein Küchmeister v. Sternberg, 
Oberst des Markgrafen Albrechts, Herrmeisters zu Sonnenburg, starb 
1729 und Friedrich und Gottfried K. v. St., Beide in k. pr. Kriegs- 
diensten, erhielten 1731 den Ritterschlag als Johanniter -Ritter. — 
Der Empfänger des Grafendiploms, Graf Leopold, s. oben, geb. 1787, 
starb 1. Juni 1861 als der Letzte des Mannsstammes seines alten Ge- 
schlechts. Derselbe hatte sich 1807 mit Gottliebe Johanna Guttler- 
Hom, geb. 1790, vermählt. Aus dieser Ehe entspross nur eine 
Tochter, Luise Küchmeister v. Stemberg, geb. 1809, welche sich 
1830 mit dem k. pr. Rittmeister und Besitzer von Niederhof Heinrich 
V. Wulffen vennählte. Letzteren adoptirte Graf Leopold, unter Ueber- 
tragung seines Namens und Wappens als Sohn, worauf derselbe den 
Namen: Wulffen, genannt Küchmeister v. Stemberg, annahm und 
mit seinem angestammten Wappen das Wappen der Küchmeister v. 
Stemberg verband (Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein rother Löwe 
und auf dem rechten Helme eine schwarze Bärentatze: Wulffen und 
2 und 3 in Blau drei goldene Steme : Küchmeister v. Stemberg). 

Qauke, I, S. 1125 nod 26. — DUhmar, S. 12. — N. Pr. A.-L. VI. 6. 139. -> Peatecke Graünüi. 



- 23 — 

d. Gegenw. in. 6. 381 u. 88. — Freih, v. Ledehur, 11. S. 488 und in. S. 290. — Oeneal. Taschenb. 
d. frelh. Häuser, 1869, S. 821 u. 22, 1864, S..H61 u. G2 und hinter. Handb. zu Demselben, S. 954. 

Sternbnr^, Speck v. Sternbnrg, Speck -Sternbnrg, Freiherren 

(Schild durch einen schrägrechten, schmalen, goldenen Balken ge- 
theilt, mit blauem Mittelschilde und in demselben ein fünfeckiger, 
goldener Stern. Die linke, obere Schildeshälfte ist von Blau und 
Gold fünfmal quergetheilt und in der mittleren, blauen Theilung der- 
selben erscheint ein fünfeckiger, goldener Stern, in der rechten, un- 
teren, rothen Schildeshälfte aber steht freiledig ein nach rechts sehen- 
der, silberner Hahn mit einem goldenen Ringe im Schnabel). Frei- 
hermstand des Kgr. Bayern, im Kgr. Sachsen anerkannt. Freiherrn- 
diplom vom 23. Jan. 1829 für Maximilian Ritter v. Speck, Herrn 
auf Lützschena bei Leipzig u. s. w. mit dem Prädicate : Frh. v. Stern- 
burg und Anerkennung des der Familie zustehenden bayerischen 
Freihermstandes im Kgr. Sachsen durch Ministerialrescript d. d. 
Dresden, 20. April 1859 für Alexander Freiherm v. Sternburg, Be- 
sitzer des Familien-Fidei-Commisses u. s. w. — Freih. Maximilian, 
8. oben, geb. 1776 zu Groeba unweit Meissen und gest. 1856, verm. 
mit Charlotte Haenel v. Cronenthal, geb. 1787 und gest. 1836, wid- 
mete sich zuerst dem Handelsstande u7 nachher der Landwirthschall 
und den Künsten. 1825 wurde derselbe vom K. Alexander I. von 
Russland nach St. Petersburg berufen, um in landwirthschaftlichen 
Angelegenheiten, besonders zur Hebung der Schafzucht, zu Rathe 
gezogen zu werden, unternahm zu diesem Behufe eine Inspections- 
Reise ins Innere von Russland und kehrte dann zurück, nachdem 
seine ausgezeichneten Dienstleistungen anerkannt worden waren und 
ihm schon vorher vom K. Alexander], unter dem Titel: Ritter v. 
Speck für seine Person und auf Lebenszeit der russische Adel ver- 
liehen worden war. 1829 berief ihn König Ludwig I. von Bayern 
nach München, beehrte ihn mit seinem Wohlwollen und Zutrauen 
und überliess ihm die schöne Besitzung St. Veit in Ober-Bayern, auf 
welcher alle Einrichtungen zu einer landwirthschaftlichen Muster- 
wirthßchaft getroffen wurden, um durch Rath und That der Umge- 
gend und dem Lande nützlich zu werden. Für seine zehnjährige 
Dienstleistung kam der Freiherrastand in die Familie. — Durch ge- 
richtlich beglaubigtes Testament stiftete Freiherr Maximilian ein 
Fideicommiss , welches das vom Freih. Alexander bewohnte Ritter- 
gut Lützschena bei Leipzig mit sämmtlichem Inventar und Zube- 
hörungen, so wie dazu Erkauftem u. auch die hinterlassenc Gemälde- 
Sammlung nebst den anderen Kunstsachen in sich begreift. Dieses 
Fideicommiss wurde zu Gunsten des Freiherrn Alexander — da 
dessen älterer Bmder, Freih. Carl, geb. 1811, schon seit vielen 
Jahren geisteskrank ist — derart errichtet, dass dasselbe auf seine 
ehelichen Kachkommen, unter Bevorzugung des erstgeborenen Sohnes, ' 
übergeht. Die übrigen Besitzungen des Freih. Maximilian wurden 
verkauft und der Ertrag der testamentarischen Verfügung gemäss 
vertheilt. — Freih. Alexander, geb. 1821, Besitzer des Familien- 
' Fideicommisses, vermählte sich 1849 zu Leeds in Torkshire in Eng- 



— 24 - 

land mit Martha Stocks, geb. 1824 zu Holmfirth in Yorkshire, aus 
welcher Ehe, neben einer Tochter, Martha, geb. 1859, sechs Söhne 
entsprossten : Alexander, geb. 1851, Hermann, geb. 1852, Giistavus, 
geb. 1854, James, geb. 1856, Georg, geb. 1858 und John, geb. 1860. 

— Von den beiden Schwestern war Freiin Marie, geb. 1813, Stifts- 
dame, seit 1837 vermählt mit dem 1848 verstorbenen k. bayer. Käm- 
merer, Geh. Rathe und Minister-Residenten bei den Hansestädten 
Joseph Freih. v. Hormayr zu Hortenburg u. Freiin Anna, geb. 1816, 
vermählte sich 1856 mit Carl Grafen v. Bohlen, k. preuss. Haupt- 
mann a. D. 

Oeneiü. Taschenb. d. freih. HXoser, 1856, S. 643—45, 1862, S. 779 and 80, 1868, S. 938 n. 89, 
1865: Stemburg (Speck v.) — W. B. d. Stfchs. Staaten, IV. 18. 

Sterndahl, auch Freiherren (in Blau ein sechsstrahliger, gol- 
dener Stern). Erbl. - österr. Freihermstand. Diplom vom 16. Sept 
1774 für Carl v. Sterndahl, k. k. Oberstwachtmeister. Derselbe 
stammte aus einer ursprünglich schwedischen Adelsfamilie, welche 
später nach Oesterreich und Böhmen gekommen war. 

MegerU v. MüKlftld, Erg.-Bd. S. 104. — Tf/roff, H. 173: Hn. v. Sterndahl und 246: F. H. v. 
Sterndahl und Siebenlceess, I. 13. Hfl S. 65. 

Stemeck (Schild von Silber und Roth geviert und in jedem 
Viertel ein Stern von gewechselter Farbe). Ein in Schwaben und 
in der Schweiz vorgekommenes Adelsgeschlecht, welches in der 
ersten Hälfte des 18. Jahrh. zu dem in Schlesien begüterten Adel ge- 
hörte. Honorius v. Sterneck auf Pilgersdorf unweit Leobschütz war 
um 1718 des Fürstenthums Jaegemdorf Landrechts - Beisitzer und 
Henricus Honorius v. Stemeck auf Woidnig bei Guhrau 1719 Bei- 
sitzer des Wohlauischen Land-Rechts. 

Sinapius, II. S. 451. — GauJie, I. 8. 2451 und 52. — Freih. v. Ledebur, 11. S. 484.— Sitb- 
macher, I. 88. IH. 177 und V. 179. 

Stemeck zu Ehrenstein (Dandlebsky), richtiger : St^rnek , auch 
Ritter und Freiherren. Altes böhmisch-österreichisches, später in 
Kärnten u. Mähren ans^issig gewordenes Adelsgeschlecht, in welches 
im Laufe der Zeit mehrere Erhebungen und Diplome kamen und zwar 
folgende: Böhmischer Adel von 1355; österr. Adel, mit dem Prädi- 
cate: j,v. Stemek" vom 1. Juli 1620; Wappen-Yerbesserung vom 
9. April •1735; österr. Ritterstand vom 22. Mai 1786; Reichsfrei- 
herrnstand, mit dem Prädicate: „zu Ehrenstein" vom 7. Juli 1792 
und österr. Freiherrnstand vom 7. Dec. 1807. — Das freiherrliche 
Haus blüht jetzt in ^wei Linien, in der Kärntenschen und Mährischen 
Linie. Die Kärntensche Linie besitzt die Herrschaft Liemberg mit 
den Gütern Hösse und Krastowitz in Kärnten und Haupt derselben 
ist: Hermann Daudlebsky Freih. v. Sterneck zu Ehrenstein, geb. 1808 

— Sohn des 1848 verstorbenen Freih. Joseph, Besitzers der Herr- 
schaft Liemberg und der Güter Krastowitz und Hoesse in Kärnten, 
k. k. w. Geh. Raths u. s. w. aus der Ehe mit Anna v. Lewin-Lewinski, 
verm. 1802 und gest. 1812 — k. k. Hofrath, verm. 1845 mit Euge- 
nia Freiin Dick mann v. Secherau, geb. 1827. Der leibliche Bruder 
des Freih. Hermann: Freih. Carl, geb. 1710, k. k. Major in Pension, 



— 25 - 

vermählte sich 1856 mit Angiolina Freiin v. Schloissnigg, geb. 1823. 
Die drei Halbbrüder des Freih. Hermann aus des Vaters zweiter Ehe 
mit Franzisca Freiin v. Kaiserstein, geb. 1790 und verm. 1819, sind, 
neben zwei vermählten Schwestern, Freih. Otto, geb. 1821, k. k. 
Kämmerer und Kreisgerichts-Rath zu Klagenfurt, verm. 1846 mit 
Caroline Freiin Dickmann v. Secherau, aus welcher Ehe zwei Söhne 
entsprossten : Günther, geb. 1847 und Walter, geb. 1852; Freih. 
Moritz, geb. 1827, k. k'. Kämmerer und Hauptmann und Freih. Maxi- 
milian, geb. 1829, k. k. Kämm., Fregatten-Capitain und Fregatten- 
Commandant. — Haupt der Mährischen Linie ist: Carl (IL) Daud- 
lebsky Freih. v. Sterneck zu Ehrenstoin, geb. 1813 — Sohn des 1857 
verstorbenen Freih. Carl (L) k. k. Hofraths, aus der Ehe mit Anna 
Topolansky — Besitzer des Lehenguts Augezd im Kr. Znaim , Land- 
stand von Böhmen, Mähren und Schlesien, k. k. Finanz-Bezirks- 
Director zu Kufstein, verm. 1840 mit Luise Aichinger v. Eichenhain, 
aus welcher Ehe, neben einer Tochter, zwei Söhne stammen: Hermann, 
geb. 1843 und Ludwig, geb. 1849. — Die beiden Brüder des Freih. 
Carl (III.), neben einer Schwester: Freiin Josephinc, geb. 1820, ver- 
mählt 1841 mit Anton Pauspertl Wladigk v. Drachenthal, Besitzer 
des Lehengutes Augezd und Nezdenitz in Mähren, k. k. Truchsess, 
sind die Freiherren Friedrich und Ludwig. Freih. Friedrich, geb. 
1816, Dr. jur. und k. k. Hauptmann -Auditor, vermählte sich 1853 
mit Valerie v. Kohn, gest. 1855, aus welcher Ehe eine Tochter, Gi- 
zella, geb. 1854, entspross und vom Freih. Ludwig, geb. 1817, k. k. 
Major, stammt aus der Ehe mit Clementine Freiin Torresani v. Lan- 
zenfeld, geb. 1826, verm. 1846 und gest. 1855, neben zwei Töchtern, 
ein Sohn: Carl Wladimir, geb. 1848. 

Megerle v. Mühlfeld, S. 104. — Oencal. Taschenb. der freih. HSuser, 1860, S. 848, 1861, S. 
803—804, 1863, S. 939—41, 1865 Q. s. w. 

» Stemeg, Freiherren. Erbl. - österr. Freihermstand. Diplom 

von 1780 für Cajetan v. Stemeg, k. k. Oberstlieutenant. 

MtfferU V. Mühlfeld, S. 88. 

\ Sternemann (in Blau ein goldener, sechsstrahliger Stern). Adels- 

stand des Kgr. Preusscn. Diplom vom 20. Dec. 1766 für Christian 
Adolph Sternemann, Lieutenant im k. prcuss. Dragoner-Regimente 
V. Krockow. • ^ 

V. HeObach, II. S. 680. — N. Pr. A.-L. I. S. 44 u. IV. S. 236. — Freih. v. Ledtbur, Tl. S. 484. 
— W. B. d. Prenss. Monarch. IV. 69. 

♦ Stemenfels, auch Freiherren (in Silber ein, über einem aus dem 

Schildesfusse hervorgehenden blauen Felsen schwebender, rother 
Stern). Altes, zur ehemaligen schwäbischen, reichsunmittelbaren 
Ritterschaft gehörendes Geschlecht. Der Stammsitz dieses alten, 
schon im 12. Jahrh. genannten, zu dem früheren Rittercanton Craich- 
gau in Schwaben zählenden Geschlechts ist die Bergruine Sternenteis 
unweit Güglingen im Zabergau. Von diesem Sitze aus verbreiteten 
sich einzelne Zweige des Stammes nach Schwaben, Franken, den 
Rheinlanden und nach dem Elsass, wo die Familie überall reich be- 
gütert und angesehen war. Ausser der, dem genannten Rittercanton 



— 28 — 

Im silbernen Mittelechilde ein vorwärtßgekebrter Bergmann, welcher 
in der Rechten einen Stern, in der Linken einen Stein emporhält. 1 
und 4 in Roth vier neben einander stehende, hohe, grüne Bäume und 
2 und 3 in Silber ein rechtsgekehrter, leopardirter Löwe und über 
demselben fünf, 2, 1 und 2, goldene Sterne). Böhmischer Adelsstand. 
Diplom von 1606 für Wolf Hölzel , kaiserl. Berghauptmann zu Joa- 
[ chimsthal , mit dem Prädicate : v. Sternstein. — Der Stamm blühte 

\ fort und kam auch nach Preussen u. Sachsen , wo Sprossen desselben 

■ bedienstet waren und unweit Meissen das Gut Bennewitz, so wie 

' später das Gut Pinnewitz p.' r. besassen. — Otto Siegmund v. Stem- 

stein auf Bennewitz war 1764 Comet im k. preuss. Cuirassier-Regi- 
mente v. Bredow und ein v. St. starb als !Major und Commandeur des 
k. pr. Grenadier-Bataillon v. Manstein 1304 zu Strasburg in West- 
preussen. — Ein v. Stemstein war k. sächs. Steuer-Ober-Controleur 
und die Wittwe desselben, Caroline Henriette v. Sternstein lebte noch 
in neuer Zeit in Dresden. — Carl Eduard v. Stemstein, k. sächs. 
Ober-Grenzaufseher, starb 14. Jan. 1868 zu Frauenstein und hinter- 
liess aus der Ehe mit Pauline Krahl einen Sohn, Horst, und eine 
Tochter, Olga. 

Dresdner Kalender zum Oebranche für die Residenz, 1847, S. 189 nnd 1848, S. 170: giebt eine 
Variante des Wappens. — Freih. v. Ledebur, U. S. 484. — W. B. d. SXchs. Staaten, V. 91. 

Sterpfrid, vorzeiten Sterpberides (in Silber zwei schrägrechte, 
blaue Balken). Altes, hessisches, zu dem Fuldaischen Lehnshofe 
gehörendes Adelsgeschlecht, aus welchem Henrich Sterpfrid schon 
1334 lebte. 

Schannat, S. 152. — v. Meding, I. S. 585. 

% Stertz, Scherz (in Silber ein schwarzer, zum Fluge sich erhe- 

bender Rabe). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, welches ursprüng- 
lich Scherz hiess, in der ersten Hälfte des 17. Jahrb. aber sich Stertz 
zu schreiben anfing. Die Familie, die im 14. Jahrb. auch in Mähren 
blühte, sass 1345 zu Petersdorf im Liegnitzischen , 1440 zu Sterzen- 
dorf im Namslauischen, 1586 zu Bankau im Briegschen, 1597 zu Gr. 
Krausche im Bunzlauischen, 1 601 zu Damsdorf im Breslauischen und 
erwarb dann mehrere andere Güter.' — Carl Friedrich v. Schertz, 
Herr auf Buckowien und Weigelsdorf und Oberhauptmann der Herr- 
schaft Sternberg in Mähren, lebte um 1653; Caspar Friedrich v. 8. 
war 1696 Landes- Aeltester des Oelsnischen Fürsten thums und vor- 
nehmster und erster Landrath des Herzogs Sylvius zu Württemberg 
Gels; Carl v. S. war 1712 Herr auf Spanau und Tschyrumb und des 
Fürstenthums Troppau Landrechts - Beisitzer und um dieselbe Zeit 
war Paul v. S. auf Tarnicza und Mladezko Land-Commissar. Der 
Sohn des Letzteren: Carl Ferdinand v. St., Herr aul Spanau und 
Mladezko , bischöli. Olmützscher Justitien-Rath u. des Troppauischen 
Fürstenthums Land -Rechts -Beisitzer, Hess 1715 einige Schriften 
dnicken. — Später ist der Stamm erloschen. 

Sinapius, I. S. 936 und IT. S. 1034. — Llegnitiische Merkwürdigkeiten, S. 157. — Omthe, I. 
S. 2463 und 54. — Zedla-, 39. 8. 211 und 12. — Freih. v. Ledebur, II. S. 484. — SUbmacher, I. 
74: ▼. Stertx, Schleiitch. 



— 29 — 

Stendnger ▼. Felsenheim. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1767 für Joseph Jacob Sterzinger, Doctor der Rechte zu Nasarek 
im Ober-Innthale, mit: v. Felsenheim. 

MegtrU v. MüMfM, Ergr.-Bd. S. 460. 

Stensinifer v. Streitfeld, Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1801 fiir Aloys Sterzinger, controlir enden Postofficier zu Insbruck, 
wegen seiner Landesvertheidigung, mit: v. Streitfeld. 

Mtfferle v, Mühlfüd, 8. 269. 

Stetten, anch Freiherren (in Roth drei, 2 und 1, silberne , mit 
den Klingen rechtsgekehrte Breitbeile mit goldenen Stielen). Altes, 
fränkisches, der vormaligen reichsunmittelbaren Ritterschaft im Can- 
ton Ottenwald einverleibt gewesenes Adelsgeschlecht, welches schon 
1160 in Franken blühte, wo dasselbe das am Flusse Kocher unweit 
Künzelsau gelegene Gut Kocherstetten, nebst dem gleichnamigen 
Dorfe besass und noch besitzt. Als Stammvater des Geschlechts wird 
Walther v. Bardenau (Parthenau) angenommen, welcher um 1160 
das Schloss Stetten am Kocher erbaute und sich bald v. Bartenau, 
bald V. Stetten nannte. Wolfgang v. Bardenau, vermählt mit Kuni- 
g^de V. Sickingen soll 1235 dem 14. Turniere zu Würzburg beige- 
wohnt haben: zu seiner Zeit erlosch der alte Käme des Geschlechts 
ganz und der Käme v. Stetten wurde nun bleibend gefuhrt. — Zürich 
V. St., Deutsch-Ordens-Ritter, wurde 1297 zum 8. Deutschmeister 
in den deutschen und wälschen Landen erwählt, behielt aber diese 
Würde nicht lange, sondern trat bald als Land-Comthur der Bailei 
Oesterreich auf und starb 1311. Eberhard v. St. seit 1406 Deutsch- 
Ordensritter, später Comthur zu Virnsberg und dann zu Nürnberg, 
wurde 1443 Deutschmeister und starb als solcher 1447. — Die zu- 
verlässige Stammreihe beginnt im Anfange des 14. Jahrh. und zwar 
mit Walter v. St., welcher um 1302 lebte und vielfach in Urkunden 
vorkommt. Von seinen drei Söhnen war der ältere, Gottfried, Vogt 
zu Künzelsau, der mittlere, Zürch oder Zürich, s. oben, 1297 des 
deutschen Ordens Hochmeister, der jüngere aber, Gernold, wurde 
durch zwei seiner Söhne Stammherr zweier Hauptlinien , von denen 
Bertold die ältere, Zürch die jüngere stiftete. Beide Linien blühten 
bis um die Mitte des 17. Jahrb., wo sie in der Person Wolf Eber- 
hards, gest. 1644, sich vereinten. Letzterer wurde durch seine drei 
Söhne: Johann Philipp Ernst, gest. 1703, Johann Heinrich, gest. 
1684 und Wolf Christoph, gqst. 1699, gemeinsamer Stammvater der 
jetzt noch blühenden drei Hauptlinien, welche den Kamen: äusseres, 
inneres und Buchenbacher Haus führen. — Von berühmt gewordenen 
Sprossen des Stammes führt- namentlich Gast Mehrere auf. — Bis 
zur Auflösung des deutschen Reichs war die Familie mit ihren Gütern 
der unmittelbaren Reichsritterschaft im Canton Ottenwald (Odenwald) 
einverleibt und mehrere Glieder derselben bekleideten die ersten 
Aemter und Würden in dieser Ritterschaft. Die Freiherrenwürde 
ist aus verschiedenen kaiserlichen Urkunden und Lehenbriefen er- 
weislich. An dem Stamm- und Rittergute Kocherstetten, welches 



— 30 — 

theils Lehen, theils Allodium ißt, sind sämmtlicbe Mitglieder des 
Hauses betheiligt. Nach den Familien -Verträgen folgen in den 
Stamm- und Lehengütern blos die männlichen Nachkommen, mit 
Ausschluss der weiblichen, die entweder ein jährliches Deputat, oder 
ein bestimmtes Heirathsgut und Aussteuer erhalten. — Das innere 
Haus theilte sich durch die Söhne des Stifters Johann Philipp Ernst, 
8. oben, Herrn zu Kocherstetten, Vogtsberg, Lassbach und Seehoffen, 
RitteiTaths und Truhenmeisters der fränkischen Reichsritterschaft, 
Cantons Odenwald, verm. mit Maria Benigna Freiin v. Muggenthal 
— nämlich durch Philipp Ernst, gest. 1726, sachsen-goth. Rittmeister, 
verm. in erster Ehe mit Charlotte Juliane v. Eyb, gest. 1710 und in 
zweiter mit Maria Charlotte v. Ellrichshausen und durch Johann 
Christoph, gest. 1730, verm. mit Anna Freiin v. Jöbstelsberg — in 
die ältere oder s. g. rittmeistersche und in die jüngere, oder s. g. 
lieutenantsche Linie. Die Erstere erlosch mit des Stifters Enkd, 
dem 12. Juli 1838 kinderlos verstorbenen grossh. bad. Vice- Ober- 
Kammerherrn Freiherm Eberhard Ludwig Maximilian, geb. 1764, 
verm. 1800 mit Charlotte Eleonoi-e Luise Freiin v. Genmiingen- 
Guttenberg. In der letzteren Linie aber folgte dem Stifter Johann 
Christoph sein Sohn: Philipp Johann Albrecht, geb. 1710, verm. 1743 
mit Wilhelmine Caroline Freiin v. Berlichingen und dann der Enkel: 
Albrecht Sigmund Friedrich Freih. v. StetteUj^ geb. 1747 und gest. 
1822, k. bayer. General-Lieutenant, verm. 1814 mit Friederike Freiin 
V. Stein-Reichenstein, gest. 1822. — Von Letzterem stammte Freih. 
Maximilian, geb. 1789 und gest. 1857, k. württemb. Xammerherr 
und Major a. D., verm. 1815 mit Sophie Freiin Rüdt v. Collenberg, 
geb. 1791 u. aus dieser Ehe entspross das jetzige Haupt des inneren 
Hauses des Greschlechts: Freih. Ferdinand, geb. 1820, k. württemb. 
Kammerherr und Land-Ober-Stallmeister, verm. 1850 mit Henriette 
V. Mühlen, geb. 1826, aus welcher Ehe zwei Töchter entsprossten, 
üeber die sechs Schwestern des Freiherrn Ferdinand und über den 
verstorbenen Bruder desselben und die hinter lassenen Töchter findet 
sich Weiteres in den geneal. Taschenbb. der freih. Häuser. Das in- 
nere Haus besitzt gemeinschaftlich mit dem äusseren Hausb die Herr- 
schaft Stetten, bestehend aus dem Rittergute und Schlosse Stetten 
im mediatisirtcn Fürstenthume Hohenlohe im Kgr. Württemberg, 
ferner das Pfarrdorf Kocherstetten am Kocher undFusse des Schlosses 
Stetten, so wie auch die Güter Morsbach, Amrichshausen, Kügelhof, 
Maeusdorf , Eberbach und Heimhausen. — Der Stifter des äusseren 
Hauses Johann Heinrich, s. oben, hatte aus der Ehe mit Eva Marga- 
retha v. Berlichingen einen Sohn: Johann Albrecht, geb. 1692 und 
gest. 1754, verm. mit Anna Cunigunde Freiin v. Ellrichshausen und 
von Letzterem stieg die Stammreihe, wie folgt, herab : Freih. Johann 
Ferdinand, geb. 1716 und gest. 1749: Charlotte Juliana Freiin t. 
Ostheim; — Freih. Carl August, geb. 1739 u. gest. 1798, Markgiüfl. 
brandenb. onolzbach. Kammerh. und Oberstlieutenant: Sophia Freiin 
V. Appold, geb. 1743 und gest. 1817; — Freih. Carl Alexander, geb. 
1767 und gest. 1829, k. pr. Major a. D.: Julie Freiin Küohmeister 



I 



-^ 31 — 

▼. Sternberg, geb. 1791 und verm. 1806; — Freih. Ludwig, geb. 
1807, Haupt der Linie des Aeusseren Hauses, k. württemb. Oberst- 
lieutenant und Bataill.-Commandant im 6. Infant-Regim. lieber die 
vier Scbwestern und die drei Brüder des Freiherm Ludwig finden 
sich nähere Angaben in den geneal. Taschenbb. der freih. Häuser. 
Die drei Brüder haben sämnitlich den Mannsstamm fortgesetzt. Auch 
stammen vom Freih. Christian, geb. 1801 — Sohne des 1829 ver- 
storbenen grossh. bad. Hauptmanns Eugen aus der Ehe mit Caroline 
Freiin v. Gemmingen-Mayenfels, gest. 1845 (Bruders des Freiherrn 
Carl Alexander) — k. württemb. Lieutenant a. D., verm. 1832 mit 
Ida V. Reitzenstein , geb. 1805, neben drei Töchtern, drei Söhne. — 
Das Buchenbacher Haus stiftete Wolfgang Eberhards jüngster Sohn, 
Wolf Christoph, s. oben, geb. 1643 und gest. 1699. Von des Stifters 
und seiner Gemahlin , M. Sophia Jolb (Kolb) von Rheindorffs Söhnen 
gründete Johann Christoph, geb. 1682 und gest. 1758, die Nebenlinie 
zu Bodendorf. Derselbe hatte aus erster Ehe mit Anna Catharina 
Holzschuher v. Aspach einen Sohn: Carl Albrecht, geb. 1717 und 
gest. 1762, pfalzgräfl. zweibrück. Ober-Stallmeister, verm. mit Eleo- 
nore Christiane Freiin v. Stetten auf Buchenbach. Mit dem Enkel 
desselben, dem Freiherrn Gottfried zu Bodenhof — Sohne des 1808 
verstorbenen Freih. Ludwig — verm. mit Lina v. Berger, ist die 
Nebenlinie zu Bodenhof 6. Febr. 1857 im Mannsstamme erloschen. 
Der jüngere Sohn Wolf Christophs: Sigmund Heinrich, geb. 1685 
und gest. 1760, General-Major des Schwäbischen Kreises, verm. mit 
Maria Catharina v. Stetten zu Kocherstetten, setzte die Buchenbacher 
Linie fort. ' Diese Linie ist auch am Stammgute Stetten betheiligt, 
ausserdem besass die bodenhofer Linie die Güter Bodenhof, Reilhof 
und Zottishofen und die Buchenbacher Linie Buchenbach , nebst An- 
theilen an Bemdshofen und Heimhausen. Das Schloss Buchenbach 
liegt an der Jaxt. Von Sigmund Heinrich, s. oben, stieg der Stamm, 
wie folgt, herab: Freih. Carl Ernst, geb. 1722 und gest. 1775, grossh. 
bad. Ober - Forstmeister und Ober - Bergwerks - Inspector : Adrienne 
Freiin Goeler v. Ravensburg; — Freih. Carl Ludwig Magiius, geb. 
1756 und gest. 1829, grossh. bad. Forstmeister zu Candem: N. N. 
Schneider aus Bergzabern; — Freih. Ludwig, geb. 1784 und gest. 
1833, grossh. bad. Kammerherr und Hofgerich tsrath zu Rastatt: Mar- 
garetha Schikard; — Freih. Carl Ludwig, geb. 1818, grossh. bad. 
Ministerial-Secretair im Kriegsministerium, verm. 1844 mit Mathilde 
Schaaf, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, drei Söhne stammen, 
üeber die fünf Brüder des Freiherm Carl Ludwig und über die Bni- 
der des Freiherm Ludwig und deren Hinterbliebene sind die geneal. 
Taschenbb. d. freih. Häuser nachzusehen. 

Cnum* Schwäbische und Trulman'« üalUchn Chronik a. m. 0, — Gauhe, S. 1836. — Bieder- 
mann, Cwiton Ottenwald, Tab. 36—44. — N. geneal. Handbuch, 1777, S. 163 — 67 u 1778, S, 201— 
806. — Saiver, H. S. 15. — C<ut, Adelsb. d. Kgr. Württemb. S. 337—344. — 0«neal. Taschenb. d. 
freih. HXuser, 1856, S. 588—94, 1864, S. 822— 27 nnd 1866. — Siehnacfur, I. 101: v. Steten, FrJta- 
ktach. — W. B. d. Kgrr. Württemberg: Freih. v. Stetten. 

Stetten (Schild schrägrechts von (Jold und Blau getheilt mit 
einem rechtsgekehrten, halben Gremsbock von gewechselten Farben). 



— 32 — 

Altes ^ Augsburger y adeliges FatriciergeBchlecht, ganz Yerschieden, 
wie schon das Wappen ergiebt, von der im vorstehenden Artikel be- 
sprochenen, fränkischen Adelsfamilie v. Stetten. Demselben ver- 
lieh K. Carl V. 31. Jan. 1548 in der Person der Gebrüder Georg des 
A eiteren v. Stetten auf Bocksberg und Christoph v. Stetten einen 
vermehrten Wappen- u. Adelsbrief. Die Nachkommenschaft Georgs 
des Aelteren zu Bocksberg erlosch 1677, die des Christophs v. St. 
aber blühte dauernd fort und nach Anlegung der Adelsmatrikel des 
Kgr. Bayern wurden in dieselbe eingetragen : die Gebrüder Philipp 
^dler v.Si, geb. 1756, k. bayer. Truchsess und Johann Thomas Edler 
V. St., geb. 1758, k. bayer. Fort-Inspector; ferner David, Edler v. St., 
geb. 1764, k. bayer. Stadtgerichts-Expeditor in Augsburg und die 
beiden Söhne des 1808 verstorbenen berühmten Paul v. Stetten: 
Christoph David v. St., geb. 1774 und Marens v. St., geb. 1776, k. 
bayer. Polizei-Director zu München. 

P. V. Stetten, Geschichte der adeligen Geschlechter in Aagsburg. Angsbarg, 1763. 4 Theile. A. 
T. 0. — V. Lang, S. 5(K). — Siebmacher, I. 208: t. Stöten, Angsbarger adel. Patrlcier u. VI. 19 : 
▼. Stetten. — W. B. d. Kgr. Bayeru, V1U. 94: Edito v. Stetten. 

Stettenberg, Stetenberg (in Silber eine rothe Terrine mit Deckel 
und Henkeln. Die Siebmachersche Declaration nennt das Wappen- 
bild eine Flasche). Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches an 
der Tauber zu Lauda, Gammburg u. s. w. sass und dem reichsunmit- 
telbaren Kitter-Canton Ottenwald einverleibt war. Ein v. Stettenberg 
war 1472 Domherr zu Mainz und ein Anderer noch 1484 Decan zu 
Speier. 

Biedermann, Canton Ottenwald, Tab. 414. — Salver, S. 294. — Siehmacher, I. 104: ▼. Steten- 
berg, Franklach. 

Stettenbofen. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1779 für 
Joachim Stettenbofen, Wirthschaftsrath zu Wiesenberg in Mähren. 

Ife^erZc v. Mühlfeld, S. 147. 

Stettem v. Grabenhoff. Ein aus Bayern nach Oesterreich ge- 
kommenes Adelsgeschlecht, welches bei der allgemeinen, vom K. 
Ferdinand U. vorgenommenen Kirchen-Reform die über zweihundert 
Jahre besessenen Grabenhoffschen Güter verkaufte und sich mit an- 
deren gräflichen und adeligen Familien aus Oesterreich nach Regens- 
burg begab und in den ehemaligen fränkischen Rittercantonen Otten- 
wald und Altmühl ansässig machte. Als Stammvater des Geschlechts 
wird Walther Stettern v. u. zu Grabenhoff genannt, welcher 1466 als 
k. k. Hauptmann und Jägermeister lebte. 

Biedermann, Canton Altmühl, Tab. 101 — 10. — N. Genealog. Handbuch, 1778, S. 306 — 208. — 
V. Hellbach, II. S. 581. _ Biebmacher, III. 48, 60 und 72. 

Stettin (in Blau zwei über Kreuz gelegte, silberne Hellebarden, 
begleitet von vier Rosen). Altes, pommernsches Adelsgeschlecht, 
welches schon im 15. Jahrh. zu Daarz unweit Naugard gesessen war 
und später Xorckenhagen. Dahlow u. s. w. an sich brachte. Dasselbe 
ist im Mannsstamme 15. April 1723 mit Friedrich Wilhelm v. Stettin, 
Herrn auf Korckenhagen und Temnick erloschen. 

V. Sehlieffeneehe Oeschlechtsbistorf e , S. 282 und Tab. I. — Freih. v. Ledehur, U. S. 484 und 
86 und m. S. 347. 



- ä3 - 

Stettner, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom von 1753 
für Gabriel Joseph Stettner, Landschreiber in Nieder-Oesterreich. 

UtgtrU V. Milkl/eld, Er^.-Bd. S. 210. 

Stenben (Schild von Blau und Silber der Länge nach getheilt 
und mit einem schräglinken, oder schrägrechten, rothen Balken be- 
legt, oder nach Valent. König: Schild durch einen rothen Pfahl in 
Blau und Silber geschieden). Altes, früher zu dem mansfeldischen 
und meissenschen Adel zählendes Geschlecht, welches später auch in 
die Lausitz und in das Hoyaische kam. Dasselbe wurde in alter Zeit 
Stoeven, StÖphen, Steiben, Stauben u. s. w. geschrieben und soll aus 
dem südlichen Deutschland nach Franken gekommen sein und von 
einem Stammsitze den Namen Steuben, oder Stöven angenommen, 
bald darauf aber Franken verlassen und sich nach Sachsen und Hol- 
stein gewendet haben. — In Sachsen wurde die Familie namentlich 
bei Halle und Mansfeld begütert. Dieselbe sass im Mansfeldschen 
bereits 1295 zu Friedeburg und 1420 zu Gerbstaedt, so wie unweit 
Halle 1398 zu Hohenthurm, erwarb dann andere Güter, besonders 
Triestewjtz, Reibit^ und Schnaditz bei Delitzsch und war noch 1738 
zu Schnaditz gesessen. — Heinrich von Stcube lebte um 1130 und 
Spaugenberg nennt die Steuben gute redliche von Adel und setzt 
hinzu, dass sie sich aU meissensche Kriegs-Obersten gegen den K. 
Adolph V. Nassau um 129G bei Besohützung der Creutzburg an der 
Werra sehr tapfer verhalten hätten. Valentin König beginnt die or- 
dentliche Stammreihe um 1295 mit Woldemar St. auf Gerbstädt, 
dessen Söhne , Hans und Yolckmar , bei der Belagerung der Creutz- 
burg kämpften. Von den Nachkommen Volckmars kommt Christoph 
Otto V. St., Herr auf Gerbtädt, 1688 als h. braunsch.-wolfenb. Kam- 
merjunker vor und von demselben stammen. zwei Söhne, Christoph 
Liborius auf Schnaditz, h. braunschw. Capitain, welcher seine Linie 
mit einigen Söhnen fortsetzte u. Heinrich Wilhelm auf Triestewitjt u. 
Thale, des Prinzen Carl von Dänemark gewesener Hofmarschall. — 
Der Stamm blühte fort und von den Sprossen desselben dienten Meh- 
rere in der k. pr. Armee. Wilhelm August v. Steuben starb 1783 
als k. preuss. Major und der Sohn desselben, Friedrich v. St. ,• früher 
Officier in der Preussischen Armee, war 1784 Gefieral in Amerika- 
nischen Diensten. Zwei Brüder v. St. standen in k. pr. Infant. -Reg. 
V. Besser. Der Aeltere schied 1813 als Stabscapitain aus der ersten 
ostpreussischen Brigade-Gamison-Compagnie und wurde später Salz- 
factor zu Stassfurt, der Jüngere nahm 1811 als Staabscapitain den 
Abschied und starb bald darauf. Später, um 1839, lebten Zweige 
der Familie in Westphalen , aus welchen ein v. St. Premierlieutenant 
im 16. Landwehr-Regimente war und ein Anderer v. St. lebte als k. 
Oberförster zu Falkenberg bei Torgau. 

Spmtgenberg , II. S. 211. — Alte Thliring. Chronik, S. 69 und 60. — Mansfeldische Chronik, 
S. 820. — MütuUr, Cosmograph. Lib. 11!. 8. 1087. — Knauth, S. 67«: Stauben auf Schnaditz und 
Reibitz. — Val Künig, 11. S. 1106 — 1118. — Oauhe , I. S. 2454 und 65. — Zeditr, 39, S. 2035. 
— N. Pr. A.-Ii. V. S. 440. — Freih. v. Tjedebur, II. S. 4H6. — v. Meding , II. %. 684 und 85: 
auch nach einer Stammbuchz^ichnung mit der rntorschrlft: Henry Gulllaume de Steuben, Nob. Mauüf. 
1C99. — \V. ». d. SMch». Staaten, V. 92. 

Knttckke, Deutsch. Adels-Lex. IX, ^ O 



— 34 — 

Stendener, Steatner (in Blau ein goldener, dreimal gearteter, 
schräglinks gelegter Stamm). Adelsstand des Kgr^ Preussen. Diplom 
vom 8. April 1793 für Johann Samuel Ernst Steudener, Präsidenten 
der Regierung zu Posen. 

V. Hellbach, n. S. »32: r, Stcutn<»r. — Freih. v. Leddmr. U. 8. 48R: v. Steudener. — W. B. 
d. Pren». Monmrchie. lY. 69. 

Stenslof , Stoisloff, Stoislow (in Roth drei (2 und 1) goldene 
Sonnen. Altes, meklenburg. Adelsgeschlecht, aus welchem Janic 
Stoitzlawitz 1219 und Johannes Ztoyslaff, vielleicht eben dieselbe 
Person, 1226 urkundlich auftritt. Aus dem let74tgenannten Jahre ist 
auch ein Siegel mit der Umschrift: Sigill Detlev Stoisloff bekannt. 
Die Familie besass im Amte Ribnitz die Güter Panclow und Basse- 
witz, welche um 1619 in der Hand des Arend v, Stoysloflf waren. — 
Im Stammbaume des in der genealog.-heraldischen Literatur sehr be- 
kannten Präsidenten Thomas Philipp v. d. Hagen findet sich als dessen 
Ober-Aelter Mutter mit dem angegebenen Wappen aufgeführt: Frau 
Anna Catharina v. Wilmersdorff, geborene v. Stoislow a. d. H. Panclow 
im Meklenburgischcn. — 'S ach v. Meding stand um 1788 der alte 
Stamm auf dem Fall des gänzlichen Abgangs. 

Gauke, I. S. 2455: auch nach den» Index Nobilitat. Me^lop. — Zedier, 40, S. 466. — Dien»- 
, S. 809. — V. Westphalen, Monrnn. inedita I\\ Tab. 18. Nr. f. — v. Meding, IT. S. 68« n. 87. 



Stentner, Stentner v. Sternfeldt (Schild geviert: 1 u. 4 in Gold 
fünf stufenweise schräglinks aufsteigende, silberne Ecksteine und 2 
und 3 in Schwarz drei, 2 und 1 , goldene Sterne). In Kur-Branden- 
burg anerkannter Adelsstand. Ancrkennungsdiploni vom 12. Juni 
1693 für die Familie. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 485. — W. B. der Preuss. Monarchie, IV. 69. 

Stevening (in Gold ein gebogener, blauer, schrägrechter Balken). 
Adeliges Erbmannsgeschlecht der Stadt Münster, erloschen zu An- 
fange des 18. Jahrhunderts. Dasselbe sass 1579 zu Stromberghove 
im ICirchspiel Alen unweit Beckum, 1595 zu Stumpenhagen im Lip- 
peschen, 1610 zu Wilkinghege und nach 1680 zu Möllenbeck, Beide 
bei Münster. 

Freih. v. Ledebur^ II. S. 486. 

Steyber, Steflber (Schild quer getheilt: oben ip Gold ein schwar- 
zer, roth gekrönter, leopardirter Löwe mit einer von Rojih und Silber 
gestückten Einfassung: Wappen des Burggrafthums Nürnberg und 
unten von Schwarz und Gold schräglinks getheilt mit einem nach 
der rechten Seite laufenden Windhunde von gewechselter Farbe» 
Ein zu dem Preussischen Adel zählendes Geschlecht. — Ein v. Stey- 
ber stand 1856 als Hauptmann im k. preuss. 14. Infanterie-Regimente 
und Fräulein Ottilie v. Steyber ist schon seit mehreren Jahren Direc- 
torin einer Pensions- und Unterrichts- Anstalt für Töchter in Leipzig. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 485 and III. S. 347: am letzteren Orte das richtige Wappen. 

Steyer. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 1720 für Johann 
Ludwig Steyer, Archidiacon der Metropolitankirche zu Prag. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 460. 



— 85 -- 

Steyg, Steige (nach dem in den Wappenbrief eingemalten Wap - 
pen: in Roth eine aufrechtstehende, silberne Leiter von Tier Sprossen, 
■welche oben an jedem Balken zwei auswärts gekrümmte Haken «utti 
Anlegen hat. Dieselbe wird in der Mitte von zwei Händen, die gehar- 
nischt aus des Schildes Seiten hervorkommen, gehalten). Kaiserlicher 
Wappenbrief vom 22. Aug. 1511 für Georg v. Steyg und für die Fa- 
milie. Dieselbe hielt sich eine geraume Zeit in und um Freiberg der 
Bergwerlje "wegen auf und machte ansehnliche Stiftungen. Beson- 
ders berühmt war unter Anderen Nicolaus v. Steige, J. U.D. und 
Canonicus Freiberg zur Zeit der Reformation. 

Knmith, S. 579. — Siehmacher, 1. 157: v. Stei^p, Meissnisch: uicht genau nach dem Wappen- 
brktf«. — V. M«ding, L S. 585 und 86. 

Steymtiller, Stegmüller. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1812 für Joseph Stegmüller, Hauptmann bei dem k. k. Handlanger- 
C/orps. 

MtgtrU V. Mühlfeld, Erf^.-Bd. S. 458. 

Steyrer, Steiermärkisches Adelsgeschlecht. Dasselbe hiess früher 
Goldschmidt, gehörte zu den Bürgern in Steier, erhielt den Adel und 
lebte im 15. Jahrh. auf den erworbe^nen Landgütern. 

Prevenhueber, Annal. Styrcns. S. 62, — Zedier, 39, 8. 2092. 

Stibich, Sitiibich, Stnbick, auch Freiherren und Grafeii. Altes, 
steiermärkisches Adelsgeschlecht, welches früher den Beinamen Spiel- 
feld führte und zwischen 1189 und 1635 die Herrschaften Spielfeld, 
Triebrin u. s. w. besass, in letzterem Jahre den Freiherrnstand und 
später vom K. Leopold I. den Grafenstand erlangte. Die Stammreihe 
beginnt Bucelinus mit Johann St. , welcher um 1520 lebte. — Nach 
Anfange des 18. Jahrh. kommt noch Johann Christian Graf v. Stübicb, 
Frei- u. Edler Herr v. Königstein, als kaiserl. Kämmerer, Hof-Lehn- 
Rechts-Beisitzer, Böhmischer Kammerrath und Oberstlieutenant vor. 

Bueelini Stemmatogr. P. III. — Gauhe, I. S. 2491. — Zedier. 40. S. 1805. — Sehmutt, J\. 
S. 91. — Siebmaeher, II. 43. 

Stibig, Stiebig, auch Ritter. Böhmischer Adels- und Ritterstand. 
Adelsdiplom vom 3. Febr. 1721 für Leopoldine Victoria Stibig, Ad- 
vocatens-Wittwe aus Mähren u. für den Sohn derselben, Carl Joseph 
Stibig und Ritterdiploni für Letzteren vom 1. Dec. 1728. 

Megerle t». MüM/eld, Erg.-Bd. S. 212 und 460. — v. HeUbach, II. S. 532 und 83. 

* Stibitz, Stiebitz, früher Stewitz (in Silber zwei rothe Pfähle). 

Altes, schon 1241 vorgekommenes, schlesisches Adelsgeschlecht, des- 
sen alter Stammsitz Thiergarten im Liegnitzischen war. Dasselbe 
sass bereits 1506 zu Raedichen im Goldbergschen, J524 zu Merzdorf 
im Jauerschen, 1590 zu Petersdorf unweit Liegnitz, brachte dann 
auch andere Güter an sich und hatte im Militschen noch 1720 Pass- 
koslawitz und Postel im Besitze. Im 15. Jahrh. war die Familie 
auch in der Ober-Lausitz zu Hennersdorf bei Zittau gesessen. — Ni- 
colaus V. Stewitz kommt 1347 als ein Schlesischer vom Adel und ein 
Plebanus zu Sorau, welcher bei der Herrschaft wohl gestanden, vor 
und ein anderer Nicolaus v. Stewitz begleitete 1404 den Herzog Lild- 

'6* 



— 36 — 

wig 11. zu Brieg auf seiner Reifte in dap gelobte Land, bewies, als der 
Herzog in Gefangenschaft der Sarazenen kam, demselben grosse 
Treue und wurde später als Lohn für diese Treue Landes-Hauptmann 
der Weichbilder Liegnitz und Goldberg. Ein dritter dieses Kamens 
war um 1454 Hauptmann zu Namslau. Carl v. »Stibitz auf Thier- 
garten lebte 1643 als der Fürsten thiimer Schweidnitz und Jauer 
Ober-RechtH-Beisitzer und Landes- Acltester und der Sohn desselben, 
Carl Heinrich V. Stibitz und Thiergarten, besass 1664 das Eittergnt 
Schimmelwitz bei Liegnitz. Später, nach Anfange des 18. Jahrh., 
hatte das Geschlecht ausser den oben genannten Gütern Fasskosla- 
witz und Postel, auch Klein-Janowitz im Liegnitzischen im Besitze. 

Sinapiut, I. S. »87 und II. S. 1035. — Gau^, I. S. 2456 u. 67. — ZeHer, 40. S. 3. — Freik. 
V. Ledebur, U, S. 485- — Siebmacher, 1, 69: v. StibiU, Schlesisch. 

Stich zn Sorgendorf, Freiherren. Erbl.-Österr. Freihernistand. 
Diplom von 1715 für Franz Anton Stich zu Sorgendorf. 

ßfefferle v. MüMfeld, Erg .-Bd. S. 104. 

Stich T. Steinbnrg, auch Ritter und Edle. Reichsritterstand. 
Diplom von 1717 für Johann Jacob Stich v. Steinburg, Böhmischen 
Kammer- und Cameral- Administratious-Raithrath, mit: Edler v. 
Steinburg. 

MegerU v. Mühlftld. Erg.-Bd. S. 212. 

Stichaner, Edle. Kurptalzischer Adelsstand. Edelndiplom vom 
17. Dec. 1778 für Franz Joseph Augustin Stichaner, Pfleger zu Tir- 
schenreut, nachher Oberhauptmann zu Waldsassen. Der Vater des 
.Diploms *• Empfangers , Georg Paul Stichaner war Waldsassischer 
Amtsrichter zu Falkenberg und Neuhaus. — Nach Anlegung der 
Adelsmatrikcl dos Kgr. Bayern wurde der Sohn des Franz Joseph 
Augustin Edlen v. Stichaner: Franz Joseph Edler v. St., geb. 1769, 
k. bayer. General-Commissaire des Illerkreises in Kempten, in die- 
selbe eingetragen und zwar mit dem Sohne seines Bniders: Franz Jo- 
seph Edlen v. St., geb. 1791, Rechts-Practicanten. 

V. Lang, S. 601 — W. B, d. Kfr. Bayern, VIII. 95. 

Sticker v. Haymingthal. Reichsadelsstand. Diplom von 1764 
für Joseph Philipp Sticker, Hoffuttermeister, mit: v. Haymingthal. 

Megerlt v. Mühlfcd. Erg.-Bd. S. 4C0 und (11. 

Stickhler v. Gassenfeld. Erbl.-osterr. Adelsstand. Diplom von 
1717 für Dionys Stickhler, Landrichter in Tirol, mit: v. Gassenfeld. 

Mtgtrlt V. Mühlfeld, Etg.-Bd. S. 461. 

Stichler v. Gassenfeld. Erbl. -österr. Adelsstand. Diplom von 
1776 für Johann Paul Stickler, Rath und Handelsmann zu "Brixen 
und für Franz Stickler, Advocaten zu Boxen, ebenfalls mit: v. Gas- 
se nfeld. 

MegerU v. MüMfeld, Erg.-Bd. S. 461, 

Stiebar, Stiebar anf Battenheim, anch Edle Herren , Freiherren 
und Grafen (älteres Wappen: Schild von Silber und Schwarz quer- 
getheilt: aus der Theilungslinie wächst in die obere, silberne Abthei- 
lung ein rother Eber- oder Wildschwein-Spiess mit nach aufwärts 



— 37 — 

t 

gerichteter Spitze u. goldenem Querstück empor die untere schwarze 
Hälfte ist ohne Bild. Vermehrtes Wappen, seit 1758: Schild geviert: 
1 und 4 in Gold ein nach rechtsaufspringender, schwarzer Windhund 
mit ffoldenem Halsbande und ausgeschlagener, rother Zunge und 2 
und 6 das ältere oder Stammwappen). Erbl.-österr. Freiherrn - und 
Grafenstand. Freiherrndiplom vom 28. März 1757 für die Gebrüder 
Johann Friedrich Sabin, Johann Franz Achatz und Johann Christoph 
V. Stiebar, Isägerschicker Linie, unter Bestätigung des alten Ritter- 
standes der Familie mit vermehrtem Wappen und mit demPrädicate: 
Edle Herren und Grafendiplom von 1795 für Herrn Johann Joseph 
V. Stiebar auf Buttenheim, Oberst-Erblandküchenmeister in Oesterreich 
ob und unter der Ens, Nieder-Oesterr. Land- und Begierungsrath, 
so wie ständischen Verordneten, wegen alten Adels und achtzehnjäh- 
riger Dienstleistung, mit der Vergünstigung, dass sein neuerbautes 
Schloss Hausegg zur Verewigung des Stiebarischen Familiennamens 
mit dem Namen Stiebar belegt wurde. — Die Familie Stiebar stammt, 
wie der Jjehenbrief des derselben verliehenen Erbamts de» Oberst- 
Erbland-Küchenmeisteramts in Oesterreich ob und unter der Ens an- 
giebt, aus Franken und ist nach dem Diplome und nach noch vorhan- 
denem bambergischen und würzburgi sehen Lehenbriefe eins der älte- 
sten fränkischen Rittergeschlechtcr, welches vom 13. Jahrh. an be- 
kannt war und aus welchem mehrere Aebtissinnen, Deutschordens- 
ritter und Domherren in Hochstiften hervorgingen. Von 1396 bis 
1555 waren allein fünfzehn Stiebar Domherren zu Bamberg u. Würz- 
burg. In Franken gehörte die Familie zur ehemaligen reichsunmit- 
telbaren Ritterschaft des Cantons Gebürg. — Der fränkische Haupt- 
starom, welcher sich „von Buttenheim'* nannte, erlosch zu Ende des 
18. Jahrhunderts. Die Linie der Stiebar zu Nägerschick kam zuerst 
zu Anfange des 16. Jahrh. nach Bayern und dann nach Oesterreich, 
wo dieselbe, wie angegeben, den Freihermstand erhielt. Die gräfl. 
Linie ist nicht fortgecsetzt worden. — Haupt des freiheiTÜchen Hauses 
war in neuester Zeit: Johann Freih. v. Stieber auf Buttenheim , geb. 
1784 — Sohn des 1824 verstorbenen Freih. Christoph, Oberst-Erb- 
land-Küchenmeisters und Landstands in Oesterreich ob und unter 
der Ens, k. k. Begierungsraths und Kreis- Hauptmanns im Viertel 
Ober-Manhartsberg, aus der Ehe mit Barbara Freiin v. Pocksteiner- 
Waffenbach, gest. zu Krems und Enkel des Freih. Johann Christoph 
auf Nägerschick, Besitzers der Herrschaften, Wiesenreith, Artstetten 
und Gressen, Verordneten der nieder-österr. Stände, verm. mit Jo- 
sepha Edlen v. Germetten, verw. Freifrau Wucherer v. Huldenfeld 
— Besitzer der Landgüter Kröllendorf, Schlickenweith und Zuleben 
in Niederösterr. , Oberst-Erbland-Küchenmeister und Herr und Land- 
stand in Ober- und Nieder- Oesterreich, k. k. w. Kämmerer und ober- 
österr. Regierungsrath u. s. w^, verm. 1812 mit Caroline Freiin v. 
Rumerskirch, gest. 1843, aus welcher Ehe ein Sohn stammt: Freih. 
Friedrich, geb. 1813, Erbland-Küchenmeister u. Landstand in Oester- 
reich ob und unter der Ens, k. k. Kämmerer und Bezirkshauptmann, 
verm. 1842 mit Maria Freiin Mecsery de Ts6or. 



— 3H — 

' Freih, v. Hoheneck, II. 8. 609—618. — v. HaiUtein, lU. S. 61»- 6251. ^ v. ^oOraflm». 
ABnftl. Nordg«v., II. 8. jn und VI. S. 437. — Gatthe, I. S. «457 u. 68. — Z^lm-, 40- P. 11 u. «. 
— Biedermann, Ganton GebUrg, Tab. i28— 246. — Salver, S. 14«, >'r. »8 u. ». v, a. O. — Mtftrit 
V. ßfahlfeld, S. 147 und Erg.-Bd. S. 461. — Geneal. Taschenb. d. freih. HSuser, IfBl. S. 810 — If, 
18«2> S. 7»0 u. 81, 18«4, 8. t»27 u. 1806. — Sidmacker, I. 104: Die Stibar, Fiünkiacb. — »» Jf^ 
4ing, II. S. 686: Stieber v. Buttenbeim. 

Stiefel. Eeichsadelsstand. Diplom vom 20. Febr. 1800 für 
Johann Ernst Stiefel, kureächs. Lieutenant. — Da»8 der Stamm fort- 
geblüht, ist nicht bekannt. 

HaadKhrifU. NoUz. 

Sti«gle4er (Schild geviert: 1 und 4 in Gold eine aufwachHende, 
schwarze Gem8e und 2 und 3 Blau, ohne Bild). Keichsadelstand. 
Erneuerungödiplom vom 30. Sept. 1725 für den k. poln. u. kursäoh». 
w. Geh. BÄth Gottfried Stiegleder, Herrn auf Nienhagen im Lüne- 
bnrgischen. Die Erneuerung des der Familie zustehenden Adels 
wurde in Hannover 1. Febr. 1729 amtlich bekannt gemacht Der 
Empfänger des Adels-Emeuerungsdiploms war von 1688 bis 1713 
Ober-Aufseher der Grafschaft Mansfeld gewesen. Derselbe hatte 
drei Söhne, mi^ denen der Mannsstamm des Geschlechts um* 1762 
wieder erlosch. 

Uanatke, BMchreibusg des FÜrstenth. Lüneburg, II. S. 824. §. 9. — Frtik. v. d, KntMJttek^ 
S. 278. — Frtih, v. Udebur, U. S. 485. — ». Medmg, III. S. 688 und 89. 

Stieglitz (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein 
auf einem unten aus der Theilungslinie hervorkommenden, grünen 
Strauche sitzender, nach rechts sehender Stieglitz und links in Silber 
ein auf einem grünen Hügel aufrecht stehender , links sehender , ge- 
krönter, rother Adler mit ausgebreiteten Flügeln, welcher im Schna- 
bel drei blaue Blumen trägt). Reichsadelsstand. Diplom vom 5. 
Dec. 1765 für die Gebrüder D. Christian Ludwig Stieglitz, Raths- 
herm u. s. w. in Leipzig und Wilhelm Ludwig Stieglitz, kursächs. 
Premierlieutenant. Ersterer hat, so wie sein 1836 verstorbener 
gleichnamiger Sohn, Doctor der Rechte und Pro-Consul in Leipzig 
und als ausgezeichneter deutscher Schriftsteller im Fache der Bau- 
kunst rühmlichst bekannt, den Adel nicht geführt, der Enkel aber, 
welcher ebenfalls Christian Ludwig hiess und 1854 als k. sächs. Ap- 
pellationsrath starb, wurde in der letzten Zeit seines Lebens mit dem 
adeligen Prädicate aufgeführt. — Die Nachkommenschaft des Wil- 
helm Ludwig V. Stieglitz, welcher seit 1778 kursächs. Major war, 
hat im Herzogthum Sachsen- Altenburg fortgeblüht und zu derselben 
gehört namentlich Thuisko v. Stieglitz, geb. 1808 zu Mannigswalde 
bei Altenburg, welcher 1823 in die k. sächs. Armee trat und von Stufe 
zu Stufe zum Generalmajor und Chef des General-Stabs gestiegen ist. 
— Adolph V. Stieglitz — Sohn des Generalmajors v. St. — k. sächs. 
Oberlieutenant, war 1866 Brigade- Adjutant der Jäger-Brigade. 

Handichriftl. Notix. — v, Medin§ , HI. 8. 689 und 40. — Suppl. zu Slebm. W. B. IX. 28. — 
TlfToff, I. 269. — Kneschke, U. S. 428 und 24. — W. B, d. Sachs. Staaten, IX. 77. 

Stiehl (in Silber ein schrägliegender, schwarzer Balken, belegt 
mit drei goldenen Kugeln oder Pfennigen). Reichsadelsstand. Diplom 
von 1686 für Hans Adam Stiehl, kursächs. Ober- Amtmann und Com- 
missair des Milizwesens in Meissen. — Ein früher unter dem !Namen 



— 39 - 

Bensenauer oder Pentzenauer am Rheinetrome gesesHenes, Greschlecht, 
eines Ötamniös und Wappens mit der bayerischen Familie v. Pient- 
aenau oder Pinzenau, welches, wie Knautb angiebt, vor einigen Jahr- 
hunderten in die Sächsischen Lande kam und auf dem Rittersitze 
Bennewitz unweit Torgau sass. Später erwarb dasselbe in Thüringen 
den Bittersitz Cranichbom im Amte Weissensee, auf welchem noch 
1723 Hans Haubold v. Stiehl lebte. Später ist das Geschlecht er- 
loschen. 

Knauth, S. 580. — Oauh*^ II. S. 188G und 37: auch nach Rivander, Vorrede so der Thüria« 
Kiscben Cbronilr. — Zedier, 40. S. 38. ^ Freih. v. Ltdebur, II. S. 465 und III. S. 347, — Sieb- 
macker, V. Zus. 29. Nr. 1. 

Stieler. Beichsadelsstand. Diplom von 1 705 für Caspar Stieler. 
Schriftsteller und Docenten zu Erfurt. Derselbe, geb. 1632, starb 
1707. 

Motsehmemn, Erfurt litcr. — Zedier, 40. S. 8ö. — v. HtWmch, U. S. 534. — Freih. v. Lede- 
bur, n. S. 486. 

Stieler v. Heidekampf (Schild der Länge nach getheilt: rechts 
ein Sparren, begleitet oben von zwei Sternen und unten von einem 
Zweige u. links ein Stamm). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
vom 27. Oct. 1832 für Christian August Stieler, k. preuss. Obersten, 
mit dem Zusätze: v. Heidekampf — Ein St. v. H. stand 1856 als 
Hauptmann im k. pr. 5. Infanterie-ßegimente. 

Freih, v. Ledebur, IL S. 486' und HI. S. 347. 

Stiepiuiowsky v. Hörn, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom 
von 1798 für Johann Stiepanowsky, Msgistratsrath zu Prag, mit: 
V. Hörn. 

Megerle v. Mükl/eld, Erg.-Bd. S. 212. 

Stier. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 26» Ifav. 1724 
für Johann Georg Stier. 

MtgerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 461. — v. Heübach, H. S. 935. 

Stiern, Freiherren (in Gold ein verkürzter, nach der rechten 
Seite aufspringender, schwarzer Stier). Freiherrnstand des Kgr. 
Preussen. Diplom vom 7. Nov. 1781 für Ulrich Friedrich Stiei:n, 
natürlichen Sohn des Königs Friedrich von Schweden. Derselbe 
war Fürstl. Hessen- Casselscher Legationsrath und starb 1796. Sein 
Sohn, Friedrich Ludwig Emil Carl Freih. v. Stiern, bis 1806 Capitän 
im k. preuss. Dragoner-Kegimentc v. Esebeck , commandirte zuletzt 
die Cavaleriebrigade in !Xeisse und lobte dann seit 182Ö als General- 
major a. D. Die Familie wurde in Ostpreussen im Insterburgischen 
gesessen. 

V. HeUbaah, II. S. 534. — N. Pr. A.-L. IV. S. 236. — Freih. v. Ledebur, U. S. 486. — W. B. 
der Preuss. Monarchie, II. 65. 

Stietencron (in Blau ein silberner Pfahl, welcher rechts von 
einem einw^ärts gekehrten, goldenen Halbmonde mit Gesicht und 
links von drei unter einander stehenden, sechsstrahligen , goldenen 
Sternen begleitet wird). Schwedischer Adelsstand. Diplom vom 
10. März 1709 für Johann Ernst Stiete, mit dem Prädicate: v. Stie- 



— 40 _ 

i«KTv-n IVrs^llie wni>le 1712 k. düniM-hor Forst- und JägrermeiHler 
in I>e.5iktiihor>i und >iviler hannov« r^. her I>n:»>t zu Nienover. Der 
S:.&2riiB bhibie ti»n uDd wurdt* diirih Bt^iu des (tuio Wel*«ede im 
I jut-iir»erffiM.-l*fn in UaaiDuver dem riiterschaftlkhen Adel der calen* 
Sfrr-i?^r*Ir4!>?iHirnibeiiha£rvn*oben Landschaft einverleibt- — v. Hell- 
VaKb ^itt'te. cüh aus der Familie erha'tenen Naihriohien , das Ge- 
'<is*.e^:hi tob dem al;en mekleiibiirEriscben Adelspeschlecbte t. Slileii, 
>':::t ii:^ i-^oL S-iv'^ei: aK welches den Namen von den demrselben fnüier 
inMe^ierHien aieiklrnbunri^ben Gutem Gn>ss- u. Klein-Siieten fulurte. 
Dk Fasi:l:e war m W:<roar urd ?eit K>'^* zu Lübeck ^ess^haft. ui 
wipkl.-T S^iai; mehreiv Glieder der Familie in den ersten Magistrmt»- 
Sift-lkr iy;ia§r:eii. X:c\»'au< t. j^:. . welcher 14:^^ in die 1379 ge- 
=•:<* »df::i?t Zirkelc^ese'^'M.haft t*i Lübeck aufi:ct->mmen wurde.- 
IT <TiA:-rr R-^rx^rEclsur lu Lnbe-.k. — Eite in H'"*lstein bc^terte. 
Ut::^" ier Faznilk' «riTiär 1»^^ an^ Ein Zweii: der Wismarsdiea kaa 
lafi HxtzTi ÄThi ein >i>r:r5!<'' doÄ«e!bec :rai in k. 5<hwed. IHen^te und 
<rifc "Sc* rta ComsjÄ^e-Tir dt*fi Ctira^s.ier- Reciments des Reicka- 
Ma:^v'^> T. Rasier r IVr«e'be Teränderte seines: Xamen in den: 
T ^'p-wa^'?*:«: Harr«x '^- Sc:::c-, i^^ 1622, war n:!«n kurbnoH 
«cViLr^. G^l Ka;! TiT>i besa^' ij.vhrere Güier Lm Jäceradctr&dieB. 
!r»rcK< i>fr sfii^r Ii~ r •::!; ::r:. — Für die AnrAr.aie. das«^ die Fa- 
iLÜbt; t:z. ifd l.'»T*>,i'.Tvr:T t Szte:: <:ami:ir, srre^her dfie Wappen 
li-i:. r»>c T <:::►- riLbrex itn S.hiM der Lii^^. ra:^ p?ibeih: 
r««Ts 1t l^"»* tir ar d>- T.^etl-T.s^!--ie arg^es-.hlcijL^fper. balber. 



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— 41 — 

1817 Landntand von Niedcr-Oesterreirb und Sttacrmark, so wie 1819 
Indigena von Tirol und gelangte zu den höchsten Auszeichnungen 
und Würden. Er überlebte dem K. Franz 1. , dem er mehr als Arzt, 
dem er Freund und vertrauteftter Rathgeber, selbst in den wichtig- 
ftten Angelegenheiten der Monarchie, war, nur kurze Zeit und fiel 
al8 eins der ersten Opfer der in Wien 1836 wieder ausgebrochenen 
Cholera. Seine Verdienste um das gesammte Medicinalwesen der 
Oesterreichischen Monarchie waren die grössten. — Der 8üimm hÄtte 
tbrtgeblüht und noch in neuer Zeit war ein Nachkomme,. Tlieodor 
Freih. v. Stiffb (Stift), in die k. k. Armee getreten. 

Handschrift!. Notli. — MegtrU v. Milhifeld, S. 88. — Sehmutz, IV. S. 92. 

Stiffter, Stifter v. Sturmberg. Erbl.-östcrr. Adelsstand. Diplom 
von 178G fiir Franz Stifter, k. k. pens. Oberstwachtmeister, mit: 
V. Sturmberg. 

Megerlt v. XüKlJeld, Erg.-Bd. S. 461. 

Stilarski, Stilarski v. Cent (Schild von Blau und Gold der Länge 
nach getbeilt und auf dem Ganzen zwei^ gestürzte Sparren von ge- 
wec4i8elten Farben). Ein von Sinapius in dem Verzeichnisse des 
Hchlesischen Adels zu Anfange des 18. Jahrh. aufgeführtes Geschlecht. 
— Carl Wilhelm Stilarski v. Cent war um 1722 gräfl. Sachwalter 
bei der freien Standesherrschall Beuthen in Ober-Schlesien. Die Fa- 
milie sass 1768 zu Polom bei RyLnik in Schlesien und in Ostpreussen 
1856 zu Lipniken unweit Neidenburg. — Ein Lieutenant v. Stilarski 
stand in neuester Zeit im 4. Landwehr-Regimente. 

Frtih. V. I^delmr, H. S. iS6. 

Stiicke, Stilke (in Silber ein blauer Spairen und über demselben 
ein sechsstrahliger, goldener Stern, unter demselben aber ein rechts- 
sehender, golden gekrönter und bewehrter, schwarzer Adler). Adels- 
stand des Kgr. Preussen. Diplom vom 5. Dec. 1786 für Christian 
Hermann Stücke, Banco-Director und Dechanten zu St. Nicolai in 
Magdeburg. — Derselbe starb 19. Oct. 1802. 

V. HeUbaeh, U. S. 536. — ». Pr. A.-L. TV. S. 236. — Freih. v. Ledebtir, U. S. 486. — W. B. 
d. Pretus. Monarchie, IV. 70. — Knesehke, U. S. 425. 

Stille, Strflen (Schild geviert: 1 und 4 ein quergelegter Ast, 
aus welchem drei Eicheln mit Blättern hervorvsachsen und 2 und 3 
in Gold eine rothe Tartaren-Mütze mit Pelz- Aufschlag). Kur-Bran- 
dcnburgischer Adelsstand. Diplom vom 14 24. Mai 16W für Conrad 
Barthold Stille, kurbrandenburgischen Geh. Kammerrath, Post- und 
Salz-Amts-Director und Dechanten zu Havelberg und für seine ganze 
Familie. Der Bruder desselben, Ulrich Christoph v. Stille, starb 1728 
als k. preuss. Genorallieutenant und der Sohn des Letzteren, Chri- 
stoph Ludwig V. St., 19. Oct. 1752 als Generalmajor. Die Familie 
sass um 1728 im Brandenburgischen zu Christdorf, Fretzdorf und 
Herasprung in der Ost-Priegnitz und in Franken 1740 zu Schwabach. 

V. HeUbaeh, 11. S. 3W. — 5. Pr. A.-L. IV. S. 237. — Freih. v. Udebur , \\. S. 486. — W. R. 
der Preuss. Monarchie, IV. 70. * 

Stiller T. Stilbnrg, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1819 für Joseph Stiller, Oberstlieutenant im k. k. Infaiiterie-R^. 



V 



— 42 — 

Grossh. von Toscana, mit: Edler v. Stilburg. Ein gleichnamiger 
8ohn lebte später als peiis. k. k. Major. 

if«<7«ree V. Mühlfeld, 8. 369. 

^ StU Ifried , Stillfried - Battonitz , Stillftried - Batenies , Freiherren 

and Grafen (Stammwappcn, von dem römischen Könige Maximilian 
durch Diplom d. d. Mainz, 9. April 1499 von Neuem den Brüdern 
Georg und Jacob v. Rattonitz und Neurode und deren ehelichen Lei- 
beserben verliehen: Schild von Gold und Schwarz schrägrechts ge- 
theilt, ohne Bild; freiherrliches Wappen nach dem Diplome vom 29. 
Dec. 1680: Diplom des alten Herrenstandes des Kgr. Böhmen und 
dessen einverleibten Landen für Bernhard III. v. Stillfried auf Neu- 
rode, Mannrechtsbeisitzer der Grafschaft Glatz, nebst Besserung und 
Mehrung des angestammten Wappens,- letztere durch die Wappen 
der v. Werder und Schlenz, v. Tschischwitz und v. Walditz: Schild 
quer und in der obeni Hälfte der Länge nach getheilt, dreifeldrig, 
mit Mittelschilde. Mittelschild von Gold und Schwarz schrägrechts 
getheilt, ohne Bild: Stammwappen: Ratienicz, B.adienicz, Rattonitz. 
1 (oben rechts) in Roth ein silbernes, das Feld ganz übemeheJides 
Schrägkreuz, in jedem Winkel von einer goldenen Rose begleitet: 
V. Werder und Schlenz; 2 (oben links) in Blau ein in zwei Reihen, 
jede von fünf Feldern, von Roth und Blau geschachter Querbalken: 
Tschischwitz und 3 (untere Schildeshälfte) silbern, mit einem rauten- 
förmig von Silber und Schwarz schräggeschachten Schildesfusse. auf 
welchem ein Leopard, ursprünglich ein Luchs, nach der rechten Seite 
läuft: Walditz und gräfliches Wappen nach den Diplomen von 1792 
und 1794: wie das freiherrliche Wappen von 1680 und zwar nur 
wenig verändert: aus den Rosen im ersten Felde werden goldene 
Lilien, der gescliachte Querbalken im zweiten Felde ist von rothen 
und silbernen Steinen gebildet und der Leopard ist in einen Tiger 
verwandelt). Reichs- und böhmischer Freihermstand, Rcichsgrafen-, 
Preussischer- u. Portugiesischer Grafenstand. Reichsfreiherrndiplom 
vom 25. Mai 1662 für Bernhard (II.) v. Stillfried auf Neurode und 
böhmisches Freiherrndiplom vom 29. Dec. 1680 für Bernhard (III.) 
V. Stillfried auf Neurode. [Bernhard (I.), verm. mit Margaretha v. 
Borschnitz und ein Nachkomme der Anna, Erbtochter des Letzten 
Herrn v. Dohna zu Neurode in der Grafschaft Glatz^ s. unten, stiftete 
eine Seitenlinie, aus welcher sein Sohn, Bernhard (IL) 1662 bei Er- 
hebung in den Reichsfreiherrn.stand folgendes Wappen erhielt: Schild 
keilförmig, in drei Theile nach oben gespalten. In jedem der oberen 
blauen Theile steht ein silbernes, sechsendiges, halbes Hirschhorn : 
Dohna und der Keil zeigt das Stamm wappen. Nächstdem trägt der 
rechte Helm ein sechsmal blau und silbern geschachtes Schirmbret: 
Borschnitz, doch setzte der Empfänger dieses Wappens seine Linie 
nicht fort.] Reichsgrafendiplom vom 18. Sept. 1792 für Johann Jo- 
seph Freih. v. Still fried-Rattonitz, k. pr. Kammerherrn und Haupt- 
mann, Herrn der Herrschaften Neurode, Ludwigsdorf und Tscher- 
beney in der Grafschaft Glatz, Nachod und Altenbuch in Böhmen 
und der Güter Bankau, Falkenau und Striegendorf in Schleeien; 



- 48 — 

Fr^ttbsibcbes Gratendiploin vom 24. Mai 1794 für Letztgenannten*, 
Portugiesischer Grafenstand vom 25. Mai 1858 lür Rudolph Freih. 
V. Stillfried, k. preuss. w. Geh. Kath u, s. w. mit dem Prädicate: Graf 
V. Alcdntara und der Würde eines Graden erster Classe des König- 
reichs Portugal, im Königr. Preussen durch Allerh. Cabinetsordro 
vom 16. April 1859 bestätigt und Preussisches Gralendiplom vom 
14. Oct 1861 für das jüngere Gräfliche Hau» Stillfried-ßattonitz. —^ 
Sehr altes, ursprünglich böhmisches, in vielen Linien verbreitetes 
Biitergeschlecht, dessen Abstammung von dem przemisl'schen Herzoge 
Stoymir (d. h. Stillfried) in Böhmen um 806 hergeleitet wird und 
als dessen ursprüngliche Heimath man den Sitz Stihfried im March- 
felde annimmt. Hirz v. Stillfeld tritt urkundlich 1207 auf, 1272 
Conrad St, Ritter, und 1292 Luitpold St., Comthur des Johanniter 
Ordens zu Mauwerperge (d. h. Meilperge) in Unter-Oesterreich. — 
Der erste urkundlich bekannte Stammvater ist der im 4. Jahrzehnt 
des 15« Jahrhunderts auf dem Rittersitze Radien icz im kaurzimer 
Kreise Böhmens lebende Ritter, Hermann der Ratenitzer, wecher den 
Schild eben so führte, wie die damals aufblühende Familie Smirzie 
V. Ratnitz (Radienitz, Rattonitz). Hermann Smirzie v. Ratnitz, gest. 
1360, war deir ürgrossvater des Georg Stillfried, genannt v. Ratnitz, 
welcher um 1482 starb und auf dessen Nachkommenschaft der Name: 
Stillfried-Rattonitz übergegangen ist. Was den Beinamen Rattonitz 
anlangt, so ist zu vermuthen, dass Güter, Wappen und Name der 
Familie Rattenitz — Rattonitz liegt bei Podiebrad in Böhmen — 
def Faniilie Stillfried erblich zufielen. — Georg v. Stillfried — älterer 
Sohn des den Namen „der Ratenitzer** führenden Ritters — Herr 
auf Walditz, Hausdorf und Kunzendorf, erhielt durch Vermählung 
mit Anna, Erbtochter des letzten Herrn v. Bohna zu Neurode in der 
Ghrafschaft Glatz die letztere Herrschaft und wurde mit derselben 
vom Könige Podiebrad von Böhmen 3. Mai 1472 belehnt. Ihm 
folgtea in der ferneren graden Stammlinie sein Sohn, Georg II. v. 
Stillfried, verm. um 1480 mit Maria v. Pogarell, der Enkel, Jacob, 
verm. mit Catharina v. Reichenbach und der Urenkel, Heinrich , geb. 
1519 und gest. 1615, verm. mit Elisabeth v. Pannwitz. Von den 
Söhnen des Letzteren gründete Bernhard (L), s. oben, eine Seiten- 
linie, aus der sein Sohn aus der Ehe mit Margarethe v. Borschnitz: 
Bernhard (IL), Landes-Hauptmannsschafts- Verwalter der Grafschaft 
Glatz, 1662„ wie angegeben, Roichsfreiherr wurde und 25. Mai 1669 
ohne männliche Erben starb. Der andere Sohn Heinrichs und Bruder 
Bernhards IL : Hans v. St. , verm. mit Barbara Christi na v. Tschisch- 
witz, hinterliess einen Sohn: Tobias, geblieben in einer Schlacht 
1629, verm. mit Ursula v. Falkenhayn a. d. H. Jenkau. Diesem 
folgte Hans Bernhard, verm. mit Barbara v. Tschischwitz. Aus dieser 
Ehe entspross Bernhard III. , s. oben, welcher mit Barbara \. Werder 
und Schlenz, der Letzten ihres alten Stammes, vermählt war und ihr 
und seiner Voreltern angeerbtes Wappen 1680 bei seiner Erhebung 
in den Freiherrnstand dem seinigen beilügte. Des Letzteren Enkel, 
Freih. Johann Joseph L, geb. 1696 und gest. 1739 — Sohn des 



— 44 — 

Raimund Erdmann x\Titon, geb. 1672 und gest. 1720, Herrn zu Keu- 
rode und des Burglehens Lissa bei Breslau und der Catharina Grf. 
Wicschnick a. d. H. Neuhof in Böhmen, gest. 1725 — ist der Stamm- 
vater aller nachgefolgten Freiherren u. Grafen v. Stillfried-Rattonitz. 
Derselbe war 13. Lehensträger seines Stammes zu Neurode, Mann- 
rechts-Bcis^itzer der Grafschaft Glatz , k. k. Kämmerer und mit Maria 
Anna Grf v. Salburg, geb. 1761 , Erbin der Herrschaft Angern im 
Marschfelde, vermählt, aus welcher Ehe neun Kinder, vier Töchter 
und fünf Söhne , entsprossten. Von den Söhnen gründeten drei be- 
sondere Linien: es stiftete nämlich Emanuel die Österreichische ältere 
freiherrliche Linib, Michael die erste preussische gräfliche Linie und 
Ignaz Franz die zweite preussische Linie. Der ältere Sohn, Johann 
Stephan, starb 1767 unvermählt in Neisse in preussischer Gefangen- 
schaft , weil er das ihm zugefallene Lehen von Neurode vom Könige 
Friedrich II. aufs Neue zu muthen sich geweigert hatte u. der vierte 
Sohn, Augustin, Herr auf Fuchswinkel bei Ostmachau, gest. 1780 
als k. preuss. Hauptmann a. D. , hinterliess aus der Ehe mit Maria 
Anna Nieselin v. Gleissenberg , neben drei Töchtern, zwei Söhne. — 
Der Stifter der österr. Linie, Emanuel, geb. 1725 im Haag und gest. 
1795, Herr auf Jahrndorf in Mähren und k. k. Kämmerer, war mit 
Antonie Grf Zierotin vermählt. Der Stifter der 1. preuss. Linie, 
Michael, geb. 1726 und gest. 1796, durch Familien vertrag von 1772 
Besitzer der gesammten Neuroder Güter, feierte 1772 mit seinen 
Brüdern, Augustin u. Ignaz, ein Fest zum Andenken des 300jährigen 
Familien-Besitzes auf dem Schlosse Neurode, wurde 1781 erster 
Allodial-Besitzer von Neurode, war Herr der Herrschafben Rückers, 
Schnallenstein, Deutsch-Tscherbeney im Glatzischen und k. preuss. 
Oberst a. D. Aus seiner Ehe mit Caroline v. Giese hatte er zwei 
Söhne: Johann Joseph (II.) und Friedrich. Ersterer gründete die 
gräfliche Linie (das jetzige ältere Haus derselben). Letzterer setzte 
die 1 . preuss. Freiherrliche Linie fort. Der Stifter der zweiten preussi- 
schen, freiherrl. Linie, Ignaz Franz, geb. 1734 und gest. 1805, Herr 
auf Nimmersatt und später auf Roth-Lhota bei Tabor in Böhmen, 
war dreimal vermählt und setzte seine Linie fort. — Der Personal- 
bestand des an Sprossen sehr reichen Stammes wird jetzt in zwei 
gräflichen Häusern, dem älteren und jüngeren Hause und in drei Li- 
nien, der österreichischen , welche sich: Stillfried-Ratenicz und der 
ersten und zweiten preussischen Linie, welche sich: Stillfried-Ratto- 
nitz schreibt, aufgeführt. — Was das ältere gräfliche Haus anlangt, 
so stammte vom Freih. Michael, s. oben, Johann Joseph (II.), welcher, 
wie angegeben, 1792 den in Preussen 1794 anerkannten Reicht^gra- 
fenstand erhielt. Derselbe, gest. 1805, war mitElisabeth Grf. v. Götzen 
, a. d. H. Scharfeneck, gest. 1802, vermählt und aus dieser Ehe ent- 
spross unter anderen Söhnen: Graf Ludwig, geb. 1790, k. preuss. 
Generalmajor, verm. 1829 mit Luise Freiin v. Thermo a. d. H. Lipten 
in der Nieder-Lausitz, aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, drei 
Söhne stammen. — Haupt des jüngeren gräfl. Hauses — hervorge- 
gangen aus dem ersten Zweige der zweiten preuss. freih. Linie — ist: 



— 45 — 

Rndolph Graf v. Stillfried, Grand von Portugal 1. Classe und Graf 
V. Alcantara, gob. 1804, — Solm des 184(3 verstorbenen Freih. 
Carl Ignaz Maria, Herrn auf Xammendorf, Peter witz, Nimmersatt 
und Osfteg in Schlesien u. s. w. aus erster Ehe mit Theresia Freiin 
V. Rottenberg und Endersdorf, gest. 1822, Frau auf Buch wald und 
Chotiemircz und Enkel de« Freih. Franz Ignaz, s. oben — Herr auf 
Lübchen und Buchwald, k. preuss. w. Geh. Rath und Kummerherr, 
Ober-Ceremonienmeister und Ceremonienmeister des hohen Ordens 
vom Schwarzen Adler, Mitglied der General- Ordens -Commission, 
Vorstand des kgl. Heroldsamts und des Hausarchivs, Mitglied der 
Academie der Wissenschaften und Künste u. s. w. u. s. w. , verm. in 
erster Ehe 1827 mit Maria v. Köckritz und Friedland a. d. H. Sür- 
chen, geb. 1799 und gest. 1837, in zweiter 1839 mit Gabriele 
Grf. Wallis, Freiin zu Karighmain, geb. 1802 und gest. 1858 und 
in dritter 1859 mit Caroline Grf v. Mettich-Mohr, Freiin v. Tschet- 
schau, geb. 1815, verw. Freifrau v. Wimmersberg, Erbfrau auf 
Selbitz und Strachau. Aus der ersten Ehe stammen : Gr. Heinrich, 
geb. 1828, Herr auf Wilka und Bohra in d. Oberlausitz, k. preuss. 
Premier-Lieut. a.D., Stallmeister und Marstal l- Vorsteher beim Bran- 
denburg. Landgestüt, verm. 1862 mit Marianna Grf. v. Ingenheim, 
geb. 1831 und Gr. Georg, geb. 1835, Dr. jur. und k. preuss. Regie- 
rungsrath und aus der zweiten Ehe entsprosste Gr. Paul, geb. 1842, 
k. preuss. Lieutenant. — Haupt der österreichischen , freih. Linie ist: 
Freih. August, geb. 1806 — Sohn des 1833 verstorbenen Freih. 
Rüdiger, Herrn der Güter Tereschau und Praschnoagesd in Böhmen, 
k. k. Kämmerers aus dritter Ehe mit Carolina, geb. 1787, des Thomas 
Mahyde de Cormerc Marquis de Favras Tochter und Enkel des Freih. 
Emanuel, s. oben — k. k. Kämmerer, Feldmarschall in Pension und 
2. Inhaber des 50. Infanterie-Reg. , verm. 1832 mit Anna Grt'. Clam- 
Martinicz, geb. 1802, aus welcher Ehe drei in der k. k. Armee ste- 
hende Söhne entsprossten , die Freiherren: Franz, geb. 1837, Rai- 
mund, geb. 1839 und Carl, geb. 1842. — Haupt der 1. preussischen, 
freiherrlichen Linie ist Freih. Hugo, geb. 1819 — Sohn des 1861 
vei*storbenen Freih. Wilhelm, k. preuss. Majors und Postmeisters a. D., 
aus der Ehe mit Luise v. Natzmer, geb. 1796 und Enkel des Freih. 
Friedrich, jüngeren Sohnes des Freih. Michael, s. oben — lebt seit 
1831 in America. — Haupt des zweiten Zweiges der zweiten preus- 
sischen freih. Linie ist: Freih. Ignaz, geb. 1792 — Sohn des 1839 
verstorbenen Freiherm Ignaz Maria, k. pr. Rittmeisters, aus der Ehe 
mit Josepha Freiin v. Saurma - Jeltsch und Enkel des Freih. Ignaz 
Franz, s. oben, — k. pr. Lieutenant a D. — üeber die hier nicht ge- 
nannten, jetzt lebenden, zahlreichen Glieder der gesammten Familie 
ergeben genaue Nachrichten die Taschenbb. der Gräfl. und freih. 
Häuser. 

Slnapiu», 11. S. 4.51—51. - (fauhe. I. S. *24ö7 und 68. — Zedier, 10. S. 93. — Megerle v. 
Mühlfeld, S. »0. — N. Fr. A.-L. IV. S. 237 und 38. — Geschichtliche N»chrichtea vom Oe»chlechte 
Stnifri(H! V. Rattonitz. Von Rudolph Stillfriod Gr. v. Alcantara, Bd. I. Abschnitt 1—3 u. ». w. 
Berlin, k. Geh. Hofbuch • Druckerei , 18&h~4JO. Prachtwerk mit vielen Abbildungen, Stammtafeln 
u. ». w. — Freih. v. Ledehut, II. S. 486 und 87. — N. Allg. douUches AdeU-I/ox. T. S. 44 und 
Nachtrag zur 1. Abth. S. 6 Gr. v. Alointara. — Deutsche Grafenh. d. Gefenwart, U. S. 513 — 16. — 



— vi» _ 

Oeneal. Taschenbuch d«r ^rHfl. HXoser 1864. 8. 862—64 u. ff. Jthrgf:. und hittorhchee Ruidboch 
zu Demselben. S. 9M — Geneal. Taschcnb. d. freih. Häuser, 1856, S. 596 — CO», 1863. S. 946—49, 
1865 u. ff. — Dorat, Allgemeine« W. B. 1. Tab. 54. S. «3 — «.»y: SUmmwappen , nach dem firneoe- 
rungsdiplome von 1491) und 11. Beilage 2 zu Tab. 54 uud S. 16: Siegel von 1650 mit der Umschrift: 
Bernhardt t. Stillfried; ferner I. Tab. 15 und S. 20 u. 21: R.-Orafen v. St. und Tab. 50. S. 59—61 : 
Prettss. Gr. r. St., Tab. 16 und S. 21 und 22: R.-Freih. v. St und Tab. 17. S. »2 — 26: Btfhmiache 
Fieih. V. St. — Knesehke, I. S. 406—408: Freih. ▼. St.-R. 

Stiinmelmayer y. Schiiten, Ritter. Beicbsritterstand. Diplom 
von 1717 für Joseph Daniel Stimmelmann, Hauptmann im k. k. In- 
fanterie-Eegimente Freih. t. Sickingen, mit: v. Schiiten. 

Ii«g«rU V. Miik{feld, Brg.Bd. S. 212. 

Stimpfel (in Blau ein Mohrenbrustbild). Ein früher tn der schle- 
»ischen Ritterschaft gehörendes Greschlecht, welches von Bacelimis, 
Henel, Silesiographia renovata; und Sinapius unter derselben aufge- 
führt virird. 

SinetpiUs, I. fs. 038. — Freih. v. Ledfbur , II. S. 487. — Sielmuteher, 11. 49. — v. Meding 
III. S. 640. 

Stingelheimf Stingelheim auf Schönberg, auch Freiherren 

(Schild geviert: 1 und 4 von Roth und Schwarz durch einen geboge- 
-nen, silbernen Sparren getheilt: Stamm wäppen und 2 und 3 von Roth 
und Silber schräg geviert: Paulsdorf: kaiserliche Wappenvermehrung 
vom 15. Febr. 1623). Kurbayerischer Freiherrnstand. Diplom vom 
23. Juli 1698 tiir Franz Joseph v. St., kurbayer. Kämmerer. Altes, 
bayerisches Adelsgeschlecht, welches sonst das Erbkämmeramt des 
Hochstifts Regensburg besass. Seifert beginnt die fortlaufende 
Stammreihe in der Ahnentafel der Herren v. Rosenbusch mit Georg 
V. Stingelheim, dessen acht Ahnen Bucelinus, Stemmatogr. II. S.308, 
angegeben hat. Von Georg vT St. stammte im vierten Gliede Franz 
Anton Ignaz v. St., Herr auf Thümtheing, Weichshofen und Grossen- 
Collnbach , so wie Herr der Herrschaften Küren und Bemhardswald, 
welchen Gauhe als ersten Freiherm v. St. nennt. Der Stamm blühte 
fort und ein Urenkel des Freih. Franz Joseph: Freih. Anton Joseph 
Johann Nepomuk, geb. 1752, k. k. und k. bayer. Kämmerer, wurde 
in die Freiherrnclasse der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern einge- 
tragen. — In dem, dem Wappenkalender des k. bayer. Hausritter- 
ordens vom heiligen Georg beigefügten Verzeichnisse der verstorbenen 
Ordensglieder, findet sich nur aufgeführt: „Stingelheim, Georg 
Anton, Freiherr III. (Ritter) 3. Dec. 1755, gest. 12. Jan. 1822. Spä- 
teren Angaben nach'ist das Geschlecht im Mannsstamme ausgegangen. 

Gauhe, I. S, 2458 und 59. — v. Lang. Supplement, S. 68 und 69. — Siebmacher, I. 84: Stin- 
gelheim, Bayerisch, Stammwappen und V. 78: v. S. vermehrtes Wappen. — v. Meding, III. S. 640: 
Stinglhaim, Stingelheim: auch nach einer Stammhuchszeichnung mit der Unterschrift: Toan Urbang 
Stinglhaimer in Thurmhenning , 10. Sept. Anno 1588. — Suppl. zu Slelnn. W. B. 14. — Tjfraff, 1. 
32. — W. B d. Kgr. Bayern, IV. 19 und v. Wokkern, 4. Abth. S. 44 und 46. — t>. Hejntr, bayer. 
Adel, Tab. 62 und 559. — Kne»thke, II. S. 426 und 27. 

Stirm, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1765 für 
die Gebrüder Franz Joseph und Johann Michael Stirm, wegen ihres 
Handelsbetriebes, mit: Edle v. 

Megtrle v. MüMfeld, S. 269. 

Stock. Ein aus Oesterreich stammendes Geschlecht. 

N. geneal. Handb. 1777. S. 334 und 1778. S. 984. 



\ 



- 47 — 

Stockar zu Nenfam. Alte», adeliges Ge^hiecht aus dem Oanton 
Schaffhaus«ii , welches in der Person des Anselni v. Stockar ^u Nen- 
fam, geb. 1782, k. bayer. ünteraufsch läger zu Regonsbnrg, in die 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen wni^de. 

V. Lang, S. 561. — W. B. d. Kf.. Bayorn, Vül. 96. 

Stockard, Stockard t. Bemkopf, auch' Freiherren (in Gold ein 
mit den Wurzeln ausgerissener, kurzer, dürrer und dicker Baumstock, 
auf dessen oberer, glatter Fläche ein gegen die Rechte zum Flug ge- 
schickter Adler steht). Erbl. - österr. Freiherrnstand. Diplom von 
1805 für Joseph Stockard v. Bernkopf, Hauptmann bei dem k. k. In- 
fanterie-Regimente Franz Graf Kinsky. — Die Familie Stockard v. 
Bemkopf ist ein Zweig des alten Schweizer Geschlechts der Stockard 
oder Stockar in Bern und SchafFhausen , aus welchem schon 1320 
Burkard un/i Walter die Stockard von dem Grafen v. Ifollenburg die 
GüteY Singen und Riethen zu Lehen trugen. Die Söhne des Ersteren, 
Bernhard und Reinhard, fielen 1386 in der Schlacht bei Sempach. 
Alexander Stockar diente 1501 dem K. Maximilian I. als Hauptmann 
einer schweizerischen Fahne im mailänder Kriege und erlangte von 
demselben 1519 eine Adels- und Wappen-Bestätigung. Aus seiner 
weiteren Nachkommenschatib trennte sich zur Zeit der Reformation 
von dem in der Schweiz gebliebenen und iti derselben noch blühen- 
den Hauptstamme ein jüngerer Zweig, dessen Sprossen ohne ein be- 
stimmtes, neues Vaterland dem Kriege folgten und in Dienste des 
Erahauscs nach Italien, Ungarn und Böhmen zogen. In Böhmen 
diente Johannt« Stockard unter dem Befehle des Friedländers bei 
dem Regimente Colalto , wurde später des Herzogs Hauptmann auf 
dessen Burg zu Friedland und erlangte von ihm mit besonderem Di- 
plome d. d. Friedland, 11. Jun. 1630, eine Bestätigung seines älteren 
Adels und das durch seine Gemahlin, Catharina Bernkopf, angeerbte 
Wappen ihres schon 1472 gewappneten Geschlechts. Ton den Nach- 
kommen hinterliess Joseph Otto Freih. Stockard v. Bernkopf — Sohn 
von Joseph und der Ludmilla Jcdliczka und Enkel von Anton und 
der Catharina Hüblin von Straden, — geb. 1766 u. gest. 1833 als k. k. 
Oberst u. Commandant des ob der ensischen Militair-Grenz-Cordons, 
aus der Ehe mit Anna Maria Leopold ine v. Scherzer, geb. 1772, eine 
zahlreiche Nachkommenschaft. Haupt der Familie ist jetzt Freih. 
Wilhelm (IL), Sohn des 1861 verstorbenen Freih. Wilhelm (L), k. k. 
Ober-Lieutenants in d. A.. aus der Ehe mit Franzisca Grottmayer, 
geb. 1800 u. verm. 1826 u. Enkel des Freih. Joseph Otto. -:- Fi*eih. 
Wilhelm (IL) hat drei Schwestern und vom Freih. Wilhelm I. ent- 
sprossten, neben mehreren Töchtern, vier Söhne, die Freiherren : Fer- 
dinand, geb. 1604, Johann, geb. 1810, k. k. Hauptmann in d. A. 
Emanuel, geb. 1812, k. k. Major in d. A. und Adolph, k.k. Lieutenant 
in d. A. 

MtgerU v. MüMfeld, Erg.-Bd. S. 104. — Oeneal. Tuchenb. d. freih. Hünser, 1963, S. 461 and 
6S, IHM, 8. 818 und 1866. 

StockaQ, Grafen (Schild von Roth und Gold quergetheilt, ohne 
Bild. Erbl.-österr. Grafenstand. Diplom von 1812 für Georg Adolph 



— 48 — 

Freiherrn v. Btockau. — Ein in Mähren begüterte« gräfliches Haus, 
welches die xillodialherrschaft Xapajcdl und die Lehengüter 8 taliczka 
und Neuhof in Mähren besitzt. — Haupt des gräflichen Hauses ist : 
Georg Graf V. Stockau, geb. 1806, böhmisch-mährischer Landstand, 
Besitzer der genannten Herrschaft und Lehengüter, Major in d. A. 
und Curator des Stiftungs- Vermögens der k. k. Theresianischen Aca- 
demie, verm. 1830 mit Franzisca Grf. zu Fünfkirchen, verw. Grf. 
zu Kesselstatt, geb. 1801, aus welcher Ehe, neben zwei vermählten 
Töchtern, drei Söhne stammen: Grf Friedrich, geb. 1832, k. k. Rittm. 
in d. A., verm. 1857 mit Mathilde Grf. Chorinsky, Freiin v. Ledske, 
geb. 1837, Gr. Otto, geb. 1835 und Gr. Georg, geb. 1837, Beide k. k. 
Rittmeister. 

Mefferle v. Müklfeld, £ig.-Bd. S. 32. — Deutscbe OrafeahKaser der Gegenwart, II. 8 516. •> 
Oeneftl. Taschenb. der gtKflichen HxuM>r. 1P«*>, $. 863 und U, 1964, S. 864 und 65 und 1866 und 
hittor. Handb. xu demselben, S. 958. 

StocKfleth (in Blau ein «ilbern geharnischter Arm , in der Hand 
einen goldenen Bing, in welchem ein Stein eingefasst ist, haltend). 
Altes, im 16. *lahrh. erloschenes, meklenburgisches Adelsgeschlecht. 

V. Meding, UI. S. 641 : nach den M$. abgegang. meklenb. Familien. 

Stockhammer^ Ritter und Edle. Reichsritterstand. Diplom von 
1701 für Franz Stockhammer, Doctor der Philosophie und Medicin, 
k. k. Rath und Leibmedicus mit Edler v. und Bestätigungsdiplom den 
Reichsritterstapdes von 1713 für Franz Edlen v. Stockhammer, Nie- 
derösterreich ischen Regierungsrath. 

Megtrle v. Mühlfeld, Erg.Bd. S. 212. 

Stockhammer v. Rosenstein. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1759 für Franz Gottlieb Stockhammer, Handelsmann und inneren 
Rathsfreund zu Griesskirchen in Ober-Oesterreich, mit: v. Rosenstein. 

Megerle v. Mühlfeld, S. 270. 

Stockhammer v. Schönheim und Grottenburg. Erbl.-österr. 
Adelsstand. Diplom von 1787 für Johann Peter Paul Stockhammer 
aus Botzen, mit: v. Schönheim und Grottenburg. 

' MegerU v. Mühlfeld, Erg. -Bd. S. 461. 

Stockhammern , Stockhamern, Freiherren und Grafen. Erbl.- 
österr. Freiherrn- und Grafenstand. Freiherrndiplom von 1734 für 
Johann Anton Stockhammern, kaiserl. Reichshofrath u. Grafeudiplom 
von 1777 für Joseph Edlen v. Stockhammern, k. k. Mundschenk. 

Ranft, Archiv, 1734. S. 676. — ^dler, 40. S. 236. — Megerle v. Mühlfeld, £rg.-Bd. S. 32. 

Stockhamer v. Starein, auch Freiherren. Altes, österreichisches 
Adelsgeschlecht, welches später zu dem sachs. -coburgischen u. hild- 
burghausischen Adel gehörte. Dasselbe war nach Gr. Wurmbrand 
ganz verschieden von der alten, längst schon abgestorbenen, österrei- 
chischen Adelsfamilie v. Stockharn. Zuerst wird Johann St. v. St. 
angeführt, welcher um 1385 Erzherzogl. Schenck war. Ernst, wel- 
cher etliche Güter in Leutmannsdort besass, Ortolph und Heinrich 
beschenkten 1399 die Kirche zu Buchberg reichlich und 1537 kommt 



— 49 — 

Johann als Unter-Landniarschall in Oesterreich vor. Bucelinus be- 
ginnt die ordentliche 8tammreihe um 1460 mit Nicolaus St. v. St. 
Gegen Ausgang des 17. Jahrh. liess sich Christoph Sebastiani mit 
seinem Bruder im Coburgischen nieder. Letzterer brachte das unweit 
Hildburghausen gelegene Gut Streutfdorff an sich, Ersterer aber 
das Schloss Hassenberg, welches er aber bald an einen Herrn v. Wil- 
helmsdoi'ft* in Nürnberg verkaufte. Derselbe starb als ehemaliger 
Cöburgischer Geh. Rath und Kammer-Director 1725 zu Nürnberg in 
hohem Alter. — Ein Freiherr Stockhamer v. Starein wurde 1727 
kaiserl. Reichshofrath. 

Bueelir,: Stemmat. HI. >S. 226. — . Gr. Brandts, Nr. 59. — Gr. Wurmbrand, C-ollect. S. 29. — 
Hoenns Cobmgische Chronik. S. 29 und S. 106. — Gauhe, I. S. 2460 u. Gl. — Zedier, 40. S. 287. 
— N. goneal. Handbnch, 1778. S. 384 und 85. 

Stockhaiisen (in Silber ein oben und unten abgehauener, auf- 
recht gestellter, dünner, schwarzer Stamm, der an jeder Seite oben 
ein schwarzes, wolil auch grünes, dem Weinbeerblatt ahnliches Blatt 
trägt und unter demselben zweimal geastet ist. Der Stamm kommt 
auch schrägrech ts gelegt vor, hat oben zur Linken, wie unten, zur 
Rechten, ein Blatt u. ist an den entgegengesetzten Seiten geastet). — 
Altes, urkundlich schon 1191, 1246 und 1268 vorkommendes, hes- 
sisches, westphälisches, hannoversches u. sächsisches Adelsgeschlecht, 
welches das Erbmarschall-Amt von Corvei besass. Dasselbe war 
bereits 1524 in und um Nordhausen und 1560 zu Auleben unweit 
Sanderhausen begütert; in Hessen war die Familie vornämlich in 
den Diemel-Gegenden schon im 17. Jahrh. gesessen und in Hannover 
kommt dieselbe zeitig und zwar im Calenbergischen, Göttingev Quar- 
tiers, vor. Hier waren bereits 1224 Bramburg und 1234 Friedland 
in der Hand der Familie und dieselbe hatte 1275 einen Burgmanns- 
sitz zu Münden inne. Zu diesen Besitzungen kamen später im Calen- 
bergischen mehrere andere Güter und vorübergehend hatte in neuerer 
Zeit das Geschlecht auch im Brandenburgischen und in der Ober- 
Lausitz Grundbesitz. — Als Stammsitz wird das am Flusse Kuhr in 
der Grafschaft Mark gelcg'ene Schloss Stockhausen genannt, welches 
aber zeitig an die Herren v. der Recke kam, doch in neuer Zeit wie- 
der an die Familie gelangt ist. Nach Bauer war Julius v. Stockhausen 
1857 Herr des Gutes Stockhausen unweit Meschede. — Dittmar, Abt 
zu Corvei, nahm sich vor, eine sächsische Historie zu schreiben, starb 
aber über dieser Arbeit 1200; Lampert tuhrte 1376 mit den Grafen 
V. Hohenstein Krieg und Gieme und Lamprecht wurden 1458 be- 
schuldigt, den Landfiieden gebrochen zu haben, weshalb Herzog 
Wilhelm zu Sachsen und mehrere Grafen die Güter derselben mit 
Krieg überzogen und ihre Schlösser in Thüringen zerstörten. Her- 
mann St. starb als Abt zu Corvei; Hans Hermann v.St. auf Immens- 
hausen war um 1675 Landjägermeister und Ober-Forstmeister zu 
W^oimar und Johann Carl v. St. 1706 Fürstl. Sachsen-Merseburgisch. 
Landrath. Der Stamm blühte fort und Zweige desselben breiteten 
eich in Niedersachsen, in den Marken, im Magdeburgischen, in Schle- 
sien u. 8. w. aus. Yon den Sprossen des Stammes waren mehrere in 

Knetchke, Dentich. Adeli-Lex. IX. 4 



-^ 50 - 

Hannover nnd im Königreiche Preussen bedienstet. Johann Friedrich 
Gustav V. St. starb 1801 als k. preuss. Generalmajor. Der Sohn des- 
selben, Johann Carl Friedrich Ludwig v. St., nahm als Generalmajor 
1830 den Abschied nnd wurde Hofmarschall des Prinzen Albreoht 
von Preussen u. A. t. St. war 1800 Generallieutenant und Kriegs- 
minister gewesen. — Die Familie, deren ältester Calenbergiscber 
Lehenbrief von 1492 ist, wurde in Hannover durch Besitz der Güter 
Dankeishausen, Ellershausen vor dem Walde, Imbsen, Lewenhagen 
und Wellersen im Göttingischen dem ritterschaftlichen Adel der 
Calenberg- Göttingen -Grubenhagenschen Landschaft einverleibt 

8panffenberg, AdeUspiecel, P. IL — Albini Werthernsche Historie, S. 70. — FaOtt, Hittor. 
Gorv. diplom.« S. 20. — Gauhe, I. S. 2461 und 62. — ZedUr, 40. S. 238 und 39. — J2omM«Z, Ge- 
schichte von Hessen, II. Urk.. S. 236 und 276 und IV. Anmerk. 8. 495. — Schmidt, Bdtrlge mr 
Ocisch. des Adels, I. S. 181 und II. S. 854 und 55. — Kaltsckmidt , Sammlung Calenberf. Landtairs- 
Abschiede, I. S. 329 und S. 342. — v. Ompteda, Hannov. Vaterl. Literatur, S. 306. — N. Pr. A.-L. 

IV. S. 238. — Freih. v. d. Knesebeek, S. 27-1. — Freih. v. Ledebur, IL S. 487 und 88. — Sieb- 
nutoker, I. 140: ▼. Stockhausen, Hessisch. — Harenberg , Cod. dipl. Oandersh., T^b. 34. Nr. 16. — 

V, Mfeding, m. S. 641. — W. B. d. Preuss. Monarchie, IV. 70. — Hannov. W. B. C. 40 nad 8. 14. 
— V. Hefiur, Tab. 31. 

Stockheim, Stocknm (Schild quergetheilt: oben Gold und rotii 
gegittert und unten Hermelin). — Ein früher zu dem Adel der Graf- 
schaft Ravensberg gehörendes Geschlecht. Der Stammsitz, das heu- 
tige Stockum, liegt bei Versmond und kam durch ein Erbfräulein v. 
Stockheim an die v. Ledebur. Gerd v. Stockhem wird 1470 unter 
der Ravensbergischen Ritterschaft genannt. 

Freih. v. Ledebur, U. S. 488. 

Stockheim, Stöckheim, Stöcken (in Roth ein. goldener, schräg- 
linker Balken).- Altes, in Hannover, im Schauenburgischen und im 
Magdeburgischen begütert gewesenes Adelsgeschlecht, welches schon 
1217 zu Stöckheim im Grubenhagenschen, 1269 zu Drüben, ebenfalls 
im Grubenhagenschen, 1271 zu Ediughausen und 1387 zu Landring- 
hausen im Calenbergischen und 1528 zu Armenseul im Hildesheimi- 
schen, so wie im Magdeburgischen 1598 zu Gr.-Germei'sleben bei 
Wanzleben und 1606 zu Dämmen a. d. Saale und im Schauenburgi- 
schen zu Bergkirchen, Schmalenbruch , Stadthagen und Wienbrügge 
1612 sass. Die Güter im Lüneburgischen wurden im 17. Jahrh. ver- 
kauft und im 18. Jahrh. ist mit August Friedrich v. Stöckheim der 
Stamm erloschen. 

Gemhe, I. S. 244*.3. — Manecke, Beseht, d. FUrstenth. Lüneburg, W. S.44. — Freih, v. LwMkt 
n. 8. 488. — Siebmacher, I. 138: v. Stockheim, Hessisch. 

Stockheim (von Gold und Schwarz mit drei in das Gold neben 
einander aufsteigenden, schwarzen Spitzen getheilt). — Altes, rhein- 
ländisches Adelsgeschlecht, welches im I^assauischen u. im Rheingau 
schon 1042 vorkam. Mit dem genannten Jahre beginnt Humbracht 
die Stammtafel mit einem Anonymus. Von den Kachkommen hinter- 
Hess Friedrich v. Stockheim, welcher 1528 als Yitzdum im Rheingau 
und Ober-Schultheiss des Ritter-Gerichts zu Lorch starb, drei Söhne: 
Friedrich den Jüngeren, Philipp und Hans zu Elfeld. Die Nachkom- 
menschaft der Beiden Ersteren blühte nicht lange. Von einem Enkel 
des Letzteren aber: Johann Heinrich v. St. zu Schwibertingen im 



— 51 — 

• 

Wurttembergischen, stammten zwei Söhne: Johann Eberhard, um 
1676 Fürstl. Württemb. Ober-Raths-Präsident und der Reichs-Rittep- 
8ohaft in Schwaben am Neckar Direotor und Friedrich Wilhelm v. St., 
welcher 1702 als der Letzte seines Stammes starb. 

Humbnteht, Tab. 122 und 28. — v. HatUtein, I. S. 679—91. — Chitihe, I. S. 946S. — ZtdOer, 
40. S. 238. — Biehmtuk%r, 1. 188: t. Stockheim, RbeiiUXnütch. 

Stockheim (in Silber ein schwarzer, aufrecht gestellter Baum- 
stamm, auf jeder Seite viermal geastet. — Altes, hildesheimisches 
Adelsgeschlecht ans dem gleichnamigen Stammhause an der Ocker. 
Dasselbe gehörte auch zur Ritterschaft der Grafschaft Wernigerode 
und besass noch 1664 ein Rittergut in der Stadt Wernigerode. — 
Ausser den im Vorstehenden erwähnten Familien v. Stockheim gab 
es noch in der Mark-Brandenburg ein Gesohlecht dieses I^amens, 
welches im Wappen zwei über Kreuz gelegte Pfeile führte und 1652 
und noch 1710 zu Ruhlsdorf unweit Teltow sass. 

Feih. V. Ledebur, II. S. 488. 

Stockmann. Reichsadelsstand. Diplom von 1761 för Johann 
Heinrich Stockmann, k. k. Major. 

'Megerle v. MüMfeld, Erg. -Bd. 8. 462. 

Stockjnar (in Silber ein schräglinker, grüner Balken, belegt mit 
drei goldenen Sternen). Adelsstand des Kgr. Sachsen. Diplom Y<»n 
31. Oct. 1821 für Dr. Christian Friedrich Stockmar, Leibarzt des 
Prinzen Leopold v. Sachsen-Coburg. Der Stamm hat fortgeblüht und 
kommt jetzt mit dem freiherrl. Titel vor. 

Handschriftl. Notiz. — Freih. v. Udtbur , ni. S. 347. — W. B. der SXchs. Staatoa, IV. 80. 
▼. St. nnd IX. 86: Frh. r. St. 

Sto<^imi , auch Freiherren (Schild geviert , mit nach der Länge 
getheiltem Mittelschilde. Rechts in Silber ein halber, doppelter, ge- 
krönter, schwarzer Adler und links in Gold drei, 2 und 1 , schwsurKe 
Sterne. 1 in Blau ein goldener Feldesfuss und drei goldene Pfahle ; 
2 in Silber ein rothes Wiederkreuz; 3 in Roth drei, 2 und 1 , gol- 
dene Nägel und 4 in Schwarz eine silberne Burg mit zwei runden 
Zinnen-Thürmen). Reichsadels- und Froiherrnstand. Adelsdiplom 
vom 4. März 1742 für die Familie Stockum in Frankfurt und Frei- 
herrndiplom in kurptälzischen Reichs vicariate vom 7. Juli 1792 für 
Christian V. Stockum, k. preuss. Geh. Rath und Bürger in Frankfurt. 
Derselbe, geb. 1754, wurde in die Freiherrnc lasse der Adelsmatrikel 
des Kgr. Bayern eingetragen und gehörte zu einem alten cleveachen 
Geschlechte, welches noch das Stammgut Stockum besitzt. 

V. Jj<mg, Sapplcm. S. «9. — %:B. d. Kgr. Bayern, IV. 20 u. v. Wölckem, 4. Äbtk. 8, 4« a. 47. 

Stockzesch v. Leidenbnrg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1769 für Johann Alois Stockzesch, k. k. Stückhauptmann, mit: 
V. Leidenburg. 

MtgtrU V. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 4t3. 

Stoeckel, Ritter. Alter, böhmischer Ritterstand. Diplom vom 
27. Juni 1674 für Christoph Heinrich Stöckel. 

V. HeUbaeh, 11. 538. 

4* 



— 62 - 

Stöckhl V. Gerburg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1703 
für die Gebrüder Dominik und Franz Stöckhl, mit: v. Gerburg; vom 
23. Aug. 1729 für Joseph Ignaz Stöckhl, Oberösterreich. HolT^ammer- 
Buchhalter und Abraham St., Salzamts-Hallschreiber, ebenfalls mit: 
V. Gerburg und von 1769 für Ignaz Xaver Stöckl, k. k. Hofrath der 
Obersten Justizstelle, mit demselben Prädicate. — Die Familie wurde 
auch in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen und zwar in 
der Person des Ignaz Stanislaus v. Stoeckl zu Gerburg. Derselbe, 
geb. 1760, k. bayer. quiesc. Landrichter von Landeck, war der Enkel 
eines der beiden Emptanger des Adelsdiploms von 1729. 

V. Lang, Suppl.-Bd- S. 148 und 44. — MtgerU v.MVhl/eld, Erg.-Bd. S. 461. — W. B. d. Kgr. 
Bayern, VUI. 8. 97. 

\ Stöcklem v. Grünholzek. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 

1791 für Anton Ferdinand Johann Stöcklern, Doctor der ilechte und 
Johanniter -Ordens Hofrath zu Heitersheim im Breisgau, mit: v. 
Grünholzek. 

JfegerU v, Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 461 und 62. 

Stoeffel , auch Freiherren. Bayerisches und Fränkisches Adels- 
geschlecht aus dem im Hegau, zwischen dem Eheine und der Donau 
gelegenen Stammschlosse. 

Crxuii Annaa. Saev. UI. Lib. I. — Pastorii Delineat clrc. Franc. S. 500. — Doedtrlein, Grill. 
Fappenhcim. Histor. 1. S. 78. — v. Falkerutein , Antiqait. Nordgav II. S. 167 und 260. — Zedier, 
40. S. 281 — Submacker, II. 80. 

Stoeffler, Stoefler (in Silber ein goldgeriinderter Sparren. Der 
Schild ist goldgerändert u. mit rothen Perlen besetzt). — Adelsstand 
des Kgr. Preussen. Diplom vom 11. Oct. 1791 für Johann Friedrich 
Ludwig August Stöffler, Lieutenant im k. preuss. Husaren-Regimente 
Freih. v. Czettritz. Derselbe, in kinderloser Ehe mit einer Freiin v. 
Czettritz, welche um 1815 als Wittwe zu Freiburg gestorben ist, ver- 
mählt, starb 4. Juli 1796. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 288. — Freih. v. Ledehur, II. S. 488. — W. B. d. Preass. Monarchie, IV. 70. 

Stoeger. Reichsadelsstand. Diplom von 1 760 für Ignaz Stoeger, 
kais. Hofkriegsagenten. ^ 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 462. 

Stöhr. Ein, noch gegen Ende des 17. Jahrb. zu dem meissen- 
Bcben Adel gehörendes Geschlecht, welches sonst auch unter dem 
alten gothaischen Adel vorkam. Dasselbe sass noch 1691 zu Starcka 
im Amte Weissenfeis. 

Knauth, S. 580. — Zedier, 40. S. 283. 

StoeUr, Stoer (Schild von Roth und Silber der Länge nach ge- 
theilt und rechts und links ein Stöhr von gewechselter Farbe). Ein 
aus Schweden stammendes Adelsgeschlecht, welches in der [Neumark 
begütert wurde. Dasselbe sass 1590 und noch 1644 zu ^^ordhausen 
unweit Königsberg, so wie 1688 zu Pinnow bei Soldin. 

^eiA. V. Ledcbur, U. S. 488. — Schwed. W. B. Ridd. Tab. 6. 

Stoehr. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1780 für Johann 
Georg Stöhr, Bürger u. Rechnungstührer der Freistadt Fünfkirchen. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 462. 



— 53 — 

Stoehr, Edle v. Sternschütz , Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. 
Diplom von 1764 für Johann Nepomuk v. Ötöhr, Markgrätl. Baden- 
Badenschen Hof-Kammerrath, mit: Edler v. Sternschütz. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 147. 

Stoelzer, Stöltzer (Schild der Länge nach getheilt: rechts quer- 
getheilt: oben in Gold zwei neben einander gestellte Stelzen und 
unten in Blau ein goldener Stern und über demselben ein goldener, 
gestürzter Halbmond und links in Silber aut grünem Boden ein grün- 
belaubter Baum). Adelsstand des Kgr. Sachsen. Diplom vom 11. 
Aug. 1813 für den Bittergutsbesitzer Dr. Stelzer in Görlitz, Herrn 
auf Nieder-Holtendorf unweit Lauban. — Später war die Familie, 
ausser Holtendorf, auch zu Klein -Beerberg und Schadewalde bei 
Lauban gesessen. 

Handschr. Notl«. - Freih. v. Ledebur, U. S. 489 und 90 und m. S. 347. — W. B. i SÄchi. 
Staaten, IV. 81. — Schlflsisch. W. B. U. 128. 

Stoephasins (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Roth ein 
halber, silberner Adler und links in Gold ein geöffnetes Buch). Pol- 
nischer Adelsstand. Diplom von 1816 Tom K. Alexander 1. von 
Russland für Johann Christoph Stoephasius, Director des Gymnasium 
zu Polnisch-Lissa im Grossh. Posen. Der Sohn desselben, Wolfgang 
Adolph Valentin v. StÖphasius, war um 1859 Präsident des Stadt- 
und Kreisgerichts zu Magdeburg. 

Freih. v. Ledebur, H. S. 490. 

Stoer zum Stoernstain. Altes, bayerisches Adelsgeschlecht, 
welches sich früher v. Regenstauf schrieb und zwischen 1165 bis 
1446 vorkam. Der Stammsitz lag vor dem Walde auf dem Nordgau 
in Bayern. Wappenbücher rechneten die Familie zu dem fränkischen 
Adel. 

Wig. Hund, I. S. 341. 

Störck, Freiherren. Erbl.-österr. Freihermstand. Diplom von 
1775 für Anton Störck, k. k. Hofrath und ersten Leib- und Protome- 
dicns, wegen seiner Gelehrsamkeit, aus allerhöchst eigenem Antriebe 
und von 1779^für Matthaeus Störck, Leibmedicus des Erzherzogs 
Leopold, Grossherzogs zu Toscana, wegen seiner Gelehrsamkeit, aus 
höchst eigener Bewegung. — In der medicinischen Welt wurde be- 
sonders Anton Freih. v. Störck, geb. 1741 und gest. 1803 als kaiserL 
Leibarzt, Protomedicus von Oesterreich und Director des medicini- 
schen Studiums, sehr bekannt und hoch geachtet. Derselbe hat sich 
namentlich durch Empfehlung mehrerer neuen, meist narkotischen 
Heilmittel um die Medicin verdient gemacht und seine Erfahrungen 
über diese Mittel theils in eigenen Schriften, theils in seinem Werke; 
Annus medicus, I. 1759 und IL 1761, niedergelegt. 

Handschr. Notiz. — MegerU v. Mühlfeld, S. 88. 

Störzinger und Störzinger v. Salzrein. Erbl-.österr. Adelsstand. 
Diplom von 1765 für Niclas Störzinger, Gubernialrath in Tirol und 
ebenfalls von 1765 für Niclas Störzinger, Doctor der Medicin, mit; 
V. Salzrein. 

Megerle v. Mühlfeld, S. 270 und £rf;inzun^tband, 8. 463. 



- 54 - 

Stoessel, Stiesselii (in Roth ein recht» gekehrter, schwarzer Moh- 
renkopf mit weisser, nach hinten fliegender Stimbinde). — Altes, sohle- 
sisches Adelsgeschlecht, welches bereits 1448 zu Braun unweit Frei- 
stadt, 1495 zu Ristschütz im Glogauischen und zu Wiersewits im 
Guhrauischen und 1550 zu Saltschütz unweit Glogau sass und dann 
im Laufe der Zeit mehrere andere Güter in Schlesien an sich brachte 
und auch im Brandenburgischen , im Posenschen und in Ostpreussen 
Grundbesitz erwarb. Im Brandenburgischen und zwar um Croeeen, 
so wie im Posenschen war die Familie schon im 16. Jahrh. begütert^ 
gehörte zu dem polnischen Stamme Mora und hatte 1580 das Gut 
Stösselsdorf unweit Chodziesen inne. — Noch in den ersten Jahr- 
zehnten des 19. Jahrh. war die Familie in Schlesien, namentlich im 
Kr. Lublinitz ansehnlich begütert. — Von den Sprossen des Stammes 
standen Mehrere in der k.pr. Armee. Zu derselben gehörte namentlich 
Johann Otto Siegmund v. Stoessel, welcher 1830 als k. pr. General- 
major den Abschied nahm und mit Friederike Grf. r. Moltke ver- 
mählt war. 

Lucae Sehtoiisehe Denkwttrdif kdten , 8. 1868. — BinapUu, I. S. 969 — 4S und U. 8. 1088.' — 
Otmh«, I. 8. S48S im4 64. -* Udler, 40. 6. 896 und 97. — 9. Pr. Ä.-L. W. S. S89. ^ IVeiA. t. 
Ltdebur, U. 8. 492. — Sidtnaeher, I. 72: Die Stfissel, Schlesisch. 

Stoesser (Schild quergetheilt: oben in Schwarz ein aufwachaen- 
der Mann, welcher, nachTorne gekehrt, in der Rechten einen Hammer 
schwingt und unten Silber, ohne Bild). Ein aus dem Württember- 
giechen stammendes nach Preussen gekommenes AdelsgescUecht^ 
aus welchem mehrere Sprossen in die k. preuss. Armee traten. — 
Ein y. Stoesser stand 1806 als ältester Major im k. preuss. Infanterie- 
E>egimente v. E/cinhart, wurde 1807 Commandeur des genannten Re- 
giments und starb 1822 als pens. Oberstlieutenant. Ein Sohn dea- 
selben, 1834 Major im 18. k. pr. Infanterie-Regimente, wurde 1846 
Generalmajor. Derselbe vermählte sich mit einer v. Debschütz a. d. H. 
Rackschütz, welche Rauer 1857 als Besitzerin des Gutes Rackschütt 
im Kr. Neumarkt aufführt. — Ein Premierlieutenant v. Stösser stand 
1859 im k. pr. Garde-Husaren-Regimente. ^ 

F. Pr. A.-L. IV. S. 289. — Frtih. v. Ledebur, U. 8. 492. 

Stoeterogge, Stoeteroge, Stoetterrogge (in Roth ein grüner, 
verschiedenartig gestalteter Kleezweig, die eine Linie mit einem kur- 
zen, die andere mit einem langen Aste). — Altes, lüneburgisches, ade- 
liges Patriciergeschlecht, welches in Lüneburg schon 1317 blühte 
und aus welchem Johann v. Stötterrogge bereits 1338 einen Hof mit 
einer Kothe zu Brechwinkeln erwarb u. welches später einen adeligen 
Hof zu Wittorf bis 1681 besass. Dasselbe hatte sich in zwei Linien 
mit verschiedenen Wappen geschieden und erhielt vom K. Carl VI. 
1719 eine Bestätigung des alten Adels mit dem Prädicate: Edle v. 
und zwar unter Aufnahme unter die Ritter des h. r. Reichs. Der 
Stamm blühte noch in die zweite Hälfte des 18. Jahrh. hinein, bis 
derselbe 1760 mit Brand David v. Stoetterrogge erlosch. 

BüUner, Lüneburg. Patricier, Rrr— Uuu. — Pfefßnger, II. S. ßö. — Mmeckt, Für^tenth. Lüi*. 
burf, L S. 260, 332 und 299 Ifr. 2. 



— 65 — 

Stoeven (imSchilde ein Bchrägrechter Balken). — Altes, meklenb. 
Adelsgeschlecbt, aus welchem Marquard Stoeven noch 1445 lebte. 

Meding, I. S. 596: nach dem MS. abgegangener, meklenb. IVunillen. — Siebnafker, t. 149: t. 
StOTen, Hobtelnisch. 

Stojentin, Stoyentin (Schild ßchräglinks getheilt: oben (vom) in 
Blau ein aus der Theilungslinie hervorwachsender Hirsch von natür- 
licher Farbe und unten (hinten) von Silber und Blau geschacht. Der 
Schach nimmt gerade den Baum eines linken Schräglusses ein , auch 
wohl von Gold und Blau zu^-ammengesctzt und der Hirsch wächst in 
ein silbernes Feld auf). — Altes, pommernsches Adelsgeschlecht, wie 
Micrael sagt. Stettinischen Ortes. Abzweigungen desselben sind die 
V. Schwetzkow und v. Wojen. Ein Zweig im Bütowschen schrieb 
sich 1639 und 1671 Stontin, auch Stentin und ii; Westpreussen nahm 
das Geschlecht den Beinamen Stojentin-Wonglikowski an. — Die 
Familie war und wurde in Hinterpommern, namentlich um Stolp, an- 
sehnlich begütert. Als Stammsitz wird Schwetzkow bei Stolp ge- 
nannt und in der Umgegend führte zeitig ein Sitz den Namen des 
Geschlechts. Schon im 15. Jahrh. sass dasselbe zu Langenböse, Ben- 
zin, D'arsow, Warbelin, Rumbiske, Zipkow, Lojow, Rowen u. s. w. 
und brachte später im Laufe der Zeit mehrere andere Güter zeitweise 
an sich. Neben Langenböse und Darsow kommen als alte Besitzun- 
gen des Geschlechts namentlich Prebendow, Vixow, Bonkow, Gie- 
sebitz, Saviat u. s. w. vor. Der Stamm blühte dauernd fort und die 
späteren und jetzigen v. Stojentin sind Nachkommen des Caspar v.St., 
welcher 1617 als Hauptmann zu Friedrichswalde starb. Von den 
in der k. preuss. Armee gestandenen Gliedern der Familie ist beson- 
ders P^ter Heinrich v. St. zu nennen, welcher als k. pr. Generalmajor, 
Chef eines Infanterie-Regiments und Amthauptmann zu Liebenwalde 
und Zehdenick, 1776 starb. — Nach Rauer war noch 1857 ein v. 
Stojenthin Herr auf Seherin u. Darsow im Kr. Darsow und ein v. St. 
Herr auf Wendisch-Silkow, ebenfalls im Kr. Stolp. 

Micrael, 8. 532. S. 98. — Fritdebom, Stettinsche Chronik. — G<xuhe, I. S. 2464 and 66. — 
Sanft, ArchiT, 1734, S. 678. — Zedier, 40. 8. 306. — N. Pr. A.-L. IV. R. 239. — Freih. v. Lede- 
bur, II. S.488 und H» und III. 8.347. - Siebmaeher, V. 72: D. Stojenthin, Fonunerisch. — v.Me- 
ding, III. 8. 642. — Pommer. W. B. HI. 80. 

Stoixner, Edle. Pfalzgräflich Zeilsches Edelndiplom vom 1". Sept 
1769 für Franz Carl Stoixner, kurbayer. Rath und Stadtsyndicus in 
München und für den Neffen desselben: Anton Jacob Stoixner, Sohn 
des verstorbenen Capitel-Syndicus Gottlieb Felix Stoixner zu Frei- 
sing. Das Diplom wurde in Kurbayern 5. Dec. 1769 ausgeschrieben 
und Anton Jacob Edler v. Stoixner, geb. 1759, als k. bayer. Appel- 
lationsgerich tsrath in München, nach Anlegung der Adelsmatrikel des 
Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen. 

V. Lang, 8. 662. — W. B. d. Kgr. Bayern, VIII. 97. 

Stoketo, Stocketo (Schild von Silber und Roth mit drei aufetei- 
genden, geflammten Spitzen quergetheilt). Altes, lüneburgisches Pa- 
triciergeschlecht, aus welchem Nicolaus Stoketo 1456 vom K. Fried- 



— 56 — 

rieh V. , an den er abgeschickt worden , zum Rath ernannt wurde. 
Derselbe starb 28. Jun. 1485 als Bürgermeister zu Lüneburg. 

Büttner, liinebuig. Patriciat, Xxx. — v. Meding, III, S. 642. 

Stoisloff (in Roth eine goldene Sonne, oder auch drei Sonnen). 
Altes, meklenburg. Adelsgeschlecht, welches 1590 zu Bussewitz im 
Amte Ribnitz, 1591 zu Werle im Amte Grabow und 1619 und noch 
1650 zu Panckelow, unweit Ribnitz, sass. 

Frtih. V. Ledebur, U. S. 489 und UI. S. 444 

Stolberg, Grafen und Fürsten. (Aeltestes Wappen: in Gold 
ein schwarzer Hirsch von zwölf Enden, zum Gang geschickt, mit 
ausschlagender Zunge: Grafschaft. Stolberg. Späteres Wappen: 
Schild viennal der Länge nach getheilt: fünf Pföhle: erster Ffahl 
mit Haupt: 2 Felder; zweiter und dritter Pfahl quer- und in der 
oberen Hälfte der Länge nach getheilt: jeder Pfahl drei Felder; 
vierter und fünfter Pfahl, zusammen ein gevierter Schild mit Mittel- 
Schild : das ganze Wappen hat sonach zwölf Felder mit Mittelschild. 
Die ersten drei Pfähle zeigen das Stolbergische, der vierte und 
fünfte Pfahl das Hohensteinische Wappen. — Zu dem oben erwähnten 
ältesten Wappen, dem schwarzen Hirsch in Gt)ld, kam im 15. Jahrh., 
nach Erlöschen der Grafen v. Wernigerode, das Wappen der Graf- 
schaft Wernigerode: in Silber zwei aufgerichtete, rothe Forellen, 
welche sowohl die Köpfe als die Schwänze etwas zu einander beugen, 
der Schild wurde daher geviert: 1 und 4 zeigten den Hirsch und 2 
und 3 die Forellen). Nach Anfall der Grafschaften Königstein und 
Rochefort mit Zubehör wurde vom K. Cai*l Y. 17. Mai 1548 das 
Wappen vermehrt und ergab die drei ersten Pfahle des späteren und 
jetzigen Wappens als sechs Felder in zwei Reihen: 1 Stolberg, 2 Kö- 
nigötein, 3 Rochefort, 4 Wernigerode, 5: oben Eppstein und unten 
Münzenberg und 6: oben Marck und unten Agimont. In Folge des 
Abgangs der Grafen v. Hohnstein kamen später vom K. Rudolph 11. 
durch Wappenbrief von 1597 der vierte und fünfte Pfahl: Wap])en 
der Grafen v. Hohnstein und der Herrschaften Hohnstein, Lauterburg 
und Clcttenberg hinzu). — Eins der ältesten deutschen Grafenhäuser, 
dessen Ursprung im Dunkel der Vorzeit liegt. Urkunden des Mittel- 
alters führen dasselbe untor dem Namen Stolberg auf und die Graf- 
schaft Stolberg in Thüringen erscheint als ältestes Stammland des 
Geschlechts. Heinrich Graf v. Stolberg erscheint zuerst in Urkunden 
von 1213, 1216, 1222, 1225 und 1231. Der Sohn dasselben, Hein- 
rich der Jüngere Grat v. Stolberg, wird in Urkunden von 1231 und 
1282 erwähnt. Beide sind die ältesten Mitglieder des altgräfl. v. 
Stolbergschen Geschlechts, welche diesen !N^amen führten, Ilger Graf 
V. Ilfeld aber, welcher 1190 das Kloster Ilfeld mit Stiftungen ver- 
sah und liger Graf v. Beilstein, welcher 1154 urkundlich auftritt, 
werden für den Vater und Grossvater Heinrich des Aelteren Grafen 
V. Stolberg gehalten. — Der Besitz vermehrte sich durch Kauf, Erb- 
verbindungen und Vermählungen. Stolberg kaufte 1412 und 1413 
von Hohnstein den grössten Theil der Grafschaft Hohnstein, erhielt 



— 57 — 

1429 in Folge früherer Erb vertrage die Grafschaft Wernigerode, 
erbte 1535 von dem letzten Grafen v. Königstein aus dem Hause 
Eppstein die Grafschall Königstein, der sich aber, bis auf Gedem 
und Ortenberg, Kur-Mainz bemächtigte und die Rochefortschen Graf- 
und Herrschaften im Luxenburgischen und Lüttichsohen und erwarb 
1577 durch Testament des letzten Grafen v. Henneberg Schloss und 
Flecken Schwarza. — In früherer Zeit hatte sich der Stamm in zwei 
Linien, in die Harz - und in die Rheinlinie, geschieden, von denen die 
Harzlinie 1631 mit dem Grafen Wolf Georg ausstarb. Durch einen 
brüderlichen Theilungsvertrag, welchen 31. Mai 1645 die aus der 
Rheinlinie stammenden Grafen Heinrich Ernst und Johann Mai'tin — 
Söhne des 1638 gestorbenen Grafen Christoph — schlössen, wurden 
die Grafschaften Wernigerode und Stolberg getrennt. Heinrich Ernst, 
geb. 1593 und gest. 1672, stiftete die ältere Hauptlinie, welche jetzt 
in der Speciallinie Wernigerode blüht, und Johann Martin, geb. 1594 
und gest. 1689, die jüngere Hauptlinie, welche in den beiden Special- 
linien zu Stolberg und zu Rosla fortdauert. — Was die ältere Haupt- 
linie betrifft, so starb Heinrich Ernst's älterer Sohn: Ernst, zu Isen- 
burg, 1710 ohne männliche Nachkommen, der jüngere Sohn aber, 
Ludwig Christian, in Gedem, gest. ebenfalls ] 710, setzte die Linie 
fort. Durch die drei Söhne desselben entstanden drei Aeste: Christian 
Ernst, gest. 1771, stiftete die noch blühende Linie Stolberg- Werni- 
gerode; Friedrich Carl, gest. 1767, die im Mannsstamme 1804 er- 
loschene fürstliche Linie Stolberg- Gedem, welche in ihrem Stifter 
18. Febr. 1742 die Reichsfürsten würde erhielt und Heinrich August 
das Haus Stolberg-Schwarza, welches mit ihm 14. Sept. 1748 erlosch, 
worauf Schwarza an Wernigerode fiel. Sonach blühte die ältere 
Hanptlinie jetzt nur noch in der älteren Speciallinie Stolberg- Werni- 
gerode. — Die jüngere Hauptlinie gründete, s. oben, Christophs jün- 
gerer Sohn, Johann Martin, geb. 1594 und gest. 1689. Die Söhne 
desselben, Christoph Ludwig, geb. 1634 und gest. 1704 und Fried- 
rich Wilhelm, theiiten sich 1689 in Ortenberg und Stolberg. Nur 
die Nachkommenschaft Christoph Ludwig's inOitenberg war dauernd: 
der ältere Sohn desselben, Christoph Friedrich, geb. 1672 und gest. 
1738, stiftiete die Speciallinie zu Stolberg und der jüngere, Justus 
Christian, geb. 1676 und gest. 1739, die Speciallinie zu Rosla. — 
Die Speciallinie Stolberg-Stolberg blüht jetzt in zwei von den Söhnen 
Christoph Friedrichs ausgegangenen Aesten, in dem Hauptaste, wel- 
cher die Nachkommenschaft Christoph Ludwig's II. und in dem Ne- 
benaste, welcher die Nachkommenschaft Christian Günther*s umfasst. 
— Der Stifter der älteren Hauptlinie legte 1710 testamentarisch 
allen peinen Besitzungen die Eigenschaft eines Familien - Fideicom- 
misses bei, theilte, wie oben angegeben, Wernigerode, Gedem und 
Schwarza unter seine drei Söhne und setzte für die Nachkommen die 
Nachfolge nach dem Rechte der Erstgeburt fest. Der ältere Sohn, 
Christian Ernst, errichtete 1739 eine eigene Primogenitur-Constitu- 
tion. — In der jüngeren Hauptlinie bestimmte Christoph Ludwig die 
Nachfolge nach dem Rechte der Erstgeburt. Ein am 13. Mai 1737 



— 58 — 

errichteter Primogenitur -Vertrag wurde Am 9. Febr. 1742 von Kur- 
Sachsen landea- und lehnsherrlich bestätigt. — Von 1548 und 1588 
bestehen im Hause Stolberg Erbverträge u. für Wahrung der Passiv- 
Lehnverhältnisse besitzt das Gesammthaus ein Familien-Seniorat. — 
Im deutschen Reiche hatte das Haus Stolberg Reichsstandschafb 
durch dreifache (St. Gedern und St.-Rossla-Drtenberg, 8t- Wernige- 
rode u. St.-Stolberg) Theilnahme an der reichsgräflich wetterauischen 
Curiatstimme im Reichsfürs tenrathe. Doch waren vor 1804 nur St. 
Gedern und St. Rosla wegen ihre)* Antheile an der Grafschaft König- 
stein durch reichsständige Besitzungen dazu qualificirt. Wernigerode 
war reichsständisch-gräiiioher Personalist und erst seit 5. Jan. 1804, 
als Wernigerode in Gedern folgte , wurde dasselbe reichaständischer 
Realist. St.-Stolberg war reiohsständisch- gräflicher Personalist. 
Kreisstandschaft besass das Haus Stolberg wegen der Grafschaft 
Stolberg im obersächs. Kreise , so wie wegen des Antheils an König- 
stein im Oberrheinischen. — Im deutschen Reiche standen die Graf- 
schaft Stolberg unter kursächsischer, die Grafschaft Wernigerode 
unter kurbrandenburgischer und die Grafschaft Hohnstein unter kur- 
braunschweigischer Landeshoheit und Lehnherrlichkeit Doch waren 
und sind dem Hause Stolberg durch Verträge so grosse obrigkeitliche 
Gerechtsame einverleibt, dass dasselbe in den Besitzungen eine ver- 
tragsmässig, ehemals reichs-unii^ittelbare, untergeordnete Landes- 
hoheit ausübte. — Durch den Lüneviller Frieden kamen 1801 die 
Stolbergischen Landes theile von Rochefort an Frankreich. Der 
Reichsdeputations -Hauptschluss von 1803 gewährte dafür, so wie 
für die stolbergischen Ansprüche an Königstein den Fürsten und 
Grafen v. Stolberg eine Jahresrente vom Ertrage des Rheinschififahrt- 
Octroi. Von den rochefortschen Landestheilen besass die ältere Haupt- 
linie die eine,, die jüngere die andere Hälfte. Frankreich eignete 
sich nur die erste Hälfte zu, die andere erhielt, nach Aufhebung der 
Feudalgerechtssame, die jüngere zurück, weil dieselbe am Reichs- 
kriege nicht Theil genommen habe. — Durch die Rheinbundsacte 
wurden Gedem und Ortenberg der Staatshoheit des Grossh. Hessen 
standesherrlich untergeordnet und Wernigerode und Hohnstein ge- 
langten in Folge des tilsiter Friedens 1807 an das Kgr. Westphalen. 
Die Wiener Congressacte brachte 1815 Hohnstein wieder unter Han- 
nover und Wernigerode unter Preussen. Die Staatshoheit über Stol- 
berg und Schwarza kam von Sachsen an Preussen. Preussen er- 
kannte die Grafen v. Stolberg -Wernigerode, St.-Stolberg und St- 
Rosla als Standesherren im Sinne der deutschen Bundesacte an und 
meldete die Häupter dieser drei Linien als solche zu dem Prädicate : 
!firlaucht berechtigt, 1829 bei der Bundesversammlung an. — Der 
Titel des Gesammthauses ist: Grafen zu Stolberg, Königstein, Roche- 
fort, Wernigerode und Hohnstein , Herren zu Eppstein , Münzenberg, 
Breuberg, Agrimont, Lora und Kettenberg. — Die Hauptlinie St- 
Wernigerode besitzt die Grafschaft Wernigerode, folgte in Schwarza 
1748 und in Gedern 1804. Von Hohnstein gehört derselben der 
Forst des Amts Hohnstein, das Haus und Vorwerk Sophienhof und 



— 59 — 

daftt Dorf Kothesitte. In Schlesien hat Wernigerode die Herrschaft 
Feterswaklau (Majorat) u. s. w. u. s. w. im Besitz. — Der Special- 
linie St. -Stolberg gehören von der Gralschaft Stolberg die Aemter 
Stolberg und Kottleben und das Allodialgut Hayn , so wie von der 
Grafschaft Hohnstein tfas Amt Neustadt, doch zog aus demselben der 
Besitzer nur eine Competenz, da dasselbe seit 1776 von dem Lehn- 
herrn durch Sequestrations - Commission verwaltet wurde. — Die 
Grafschaft Stolberg ist Mannlehn , das Amt Hayn aber Allodiom, 
beide sind Familien-Fideicommisse des Gesammthauses Stolberg und 
die Nachfolge geschieht nach dem Rechte der Erstgeburt. Auch 
steht dieser Linie ein Antheil der Aemter Kelbra und Heringen zu. 
Den Speciallinien St.-Stolberg und St.-Rosla stehen gemeinschaftlich 
zu : die Lehnherrlichkeit über Ostramondra und Rodisleben und die 
After-Lehnherrlichkeit über die Herrschaft Frohndorf mit Zubehör. 
Die Speciallinie St.-Rosla besitzt von der Grafschaft Stolberg die 
Aemter Rosla, Questenberg, Wolfsberg und Berenrode, so wie von 
dem Stolbergischen Antheile an Königstein Antheile an Ortenberg, 
Münzenberg und Heuchelheim, und gemeinschaftlich mit Stolberg- 
Stolberg und Schwarzburg -Rudolstadt die Aemter Heringen und 
Kelbra. — lieber die früheren genealogischen Verhältnisse des Ge- 
sammthauses Stolberg geben die Durchlauchtige Welt, Hübner, 7a- 
cobi, das Allgemeine genealogische- und Staats-Lexicon u. s. w. die 
beste Auskunft; Ahnentafeln der Hauptlinien Wernigerode und Stol- 
berg jßnden sich in dem Werke: Deutsche Grafenhäuser der Gegen- 
wart und in Bezug auf den neueren ujid neuesten Personalbestand 
des an Sprossen reichen Stammes sind die besten Quellen die Gothai- 
schen Hoflialender u. die Gothaischen genealogischen Taschenbücher. 

Hoppenrod, S. 91-93. — Matth, Ootki Indytae FamiUae Stolbergicac'FragmeDtum. Llps. 1620. 
— Jmhof, P. 1. 1. e. c. 13. — Durchlauchtige Welt. Ausfirabe fon 1710. II. S. 280—41. — J. Ä. 
ZeHfueki, Stolberg. Kirchen- und Stadthistor. , 1717. — Bübner, II. Tab. 370- 76: vom 6. Jahriv. 
an. — Sinapius, H. S. 242—47. — ^dler, 40. S. 850—67. — Otbhardi , hlstor. geucal. Abhand- 
lungen, lU. Braunachinreig. 1766, S. 1)18—136. — Jaeobi, 1800, I. S. 458— .55 und H. S. 30—32. — 
AUgem. geneal. Handbuch, 1824. I. S. 840—46. — MoBch, S. 169. — Oeneal.-histnr. stallst. Ahnanaeh 
für 1882. S. 409 — 14. — N. Pr. A.-L. IV. S. 239 — 42. — Freih. v. d. Knesebeck, S. 18— 17. — 
Deutsche Orafenh. d. Gegenwart, II. S. 517—24. — Goth. Hofkalender, 1888. S. 214 u. 1848. S. 286 
und geneal. Taschenb. 1862. 8. 284 — 92 u. ff. — Siebmaeher, I. 14 und VI. 10. — v. Meding, I. 
S. 687—96: Gr. und Fürst t. St.— Köhlers W.Kalender von 1751: Fürst, v. St. — W. B. d. Sächf. 
Staaten, I. 46. — Hannov. W. B. Tab. IX. und S. 3. — v. ffefner, hannov. Adel. Tab. 31 Nr. 7 und 
8: Stainmtr. und Gr. St. 

StoH V. Wespach, Reichsadelsstand. Bestätigungsdiplom des 
der Familie zustehenden Adels vom 15. Juni 1729 für Johann Fried- 
rich StoU, Herrn auf Wespach, mit dem Prädicate: v. Wespach und 
mit Beilegung des Wappens von Wespach. Der Empfänger des Adels- 
bestätigungsdiploms , später Bürgermeister zu Memmingen, dessen 
Vater das Selige Grut Wespach erworben hatte, stammte aus einem 
Meinminger Patriciergeschlechte , welches sich von einem Marsilius 
Colanna ableitete, dessen Name angeblich nachher in den Namen: zur 
Säulen, oder Stell verändert worden sein soll. Ein gleichnamiger 
Enkel des Johann Friedrich StoU v. Wcspach, geb. 1753, pens. Ge- 
heimer der ehemaligen Reichsstadt Memmingen wurde, nach Anle- 
gung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen. 

V. Lang, 8. 668. — W. B. d. Kgr. Bayern^ Vm. 96. 



— 60 — 

Stolle (in Blau ein schwarzer, fliegender Adler, welcher Kopf 
und Hals eines Hirsches in den Klauen hält , oder auch in Blau der 
Kopf und Hals eines Hirsches. Den Schild, ohne Helmbild, hält ein 
Adler). — Reichsadelsstand, bestätigt im Kgr. Preussen. Adelsdiplom 
von 1762 für Johann Wilhelm (Johann Gottfried) Stolle, k. poln. und 
kursächs. Hofrath und Leibchirurgus und Bestätigungsdiplom vom 
14. Dec. 1788. Die Familie erhielt 11. Nov. 1790 das polnische 
Indigenat und wurde in Westpreussen zu Polnisch-Lunau, Tscheeren 
und Zalesie gesessen. Nach Bauer war noch 1857 ein v. Stolle Herr 
auf Polnisch Lunau im Kr. Culm. 

V. HeÜbach, II. S. 541. — Jf. Pr. A.-L. IV. S. 242. — Freih. v. Ledtbur , II. S. 489 und DI. 
S. 847. — W. B. d. Preuss. Monarchie, IV. 71. 

StoltenLagen. Altes, meklenburgisches Adelsgeschlecht, aus 
welchem Bartold Stoltenhagen, Bitter, im 14. Jahrh. lebte. Dasselbe 
führte mit deren v. Schmecker, s. Bd. VIII. S. 230, wie da« MS. ab- 
gegangener meilenburg. Familien sagt, bis auf die Farben ein fast 
gleiches Wappen. Später ist der Stamm erloschen. 

V. Meding, I. S. 596. 

, Stollhofen, Stollhoffen. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
von 1744 für den k. preuss. Major Martin Friedrich StoUhofen. Der- 
selbe, Sohn eines Predigers in der Uckermark, gest 9. Aug. 1758 
als Greneralmajor, hatte in Ostpreussen die Güter Kinnwangen, 
Schmirtkeim und Weissschnur an sich gebracht. Die Erhebung in 
den Adelsstand war bei der 1744 gehaltenen B^rue erfolgt. 

Pauli, Leben gr. Helden, m. 8. 273. — N. P. A.-L, I. S. 41. — Freih. v. Ledehur, n. S. 489. 

Stolterfoth (in Silber ein menschliches Bein mit zwei schwarzen 
Flügeln und ein blauer Anker). Im Kgr. Preussen erneuerter Adels- 
stand. Erneuerutigsdiplom vom 28. Sept. 1792 für die Grebrüder 
Friedrich und Gottfried Stolterfoth, Beide in k. pr. Militairdiensten. 
Dieselben stammten aus einem seit Jahrhunderten in Litthauen be- 
kannten, lange Zeit hindurch auch ansehnlich begütert gewesenen, 
altadeligen Geschlechte, welches im, oder vor dem siebenjährigen 
Kriege den Adel abgelegt hatte und waren Söhne des k. preuss. 
Kriegs - u. Domainen-Baths Stolterfoth in Königsberg. Beide hatten 
sich in Kriegsdiensten ausgezeichnet. — Friedrich v. Stolterfoth, ver- 
mählt mit einer Gräfin zu Dohna, war Major im Bataillon v.Towarzys 
und 1809 im Regimente Uhlanen und starb 1812, Gottfried v. St. 
aber war in Folge einer früher erhaltenen Wunde schon 1805 ge- 
storben. Aus seiner Ehe mit einer Freiin Schott v. Sdliottenstein 
lebte noch um 1837 zu Geissenheim im Bheingau eine Tochter, Adel- 
heid V. St. , des adeligen Damenstifts zu Birken bei Bayreuth Cano- 
nissin, welche als Dichterin sich rühmlich bekannt gemacht hatte. — 
Die Familie war in Westpreussen 1820 zu Gulbien unweit Rosenberg . 
begütert. 

V. ffeUbaeh, U. S. 641. — N. P. A.-L. IV. S. 242 und 43. - Freih. v. Ledebur, U. S. 489- — 
W. B. d. PreuiB. Monarchie, IV, 71, 



-^ 61 - 

Stoltz, auch Freiherren (in Silber vier, 2 u. 2, rothe EckBteine). 
Böhmischer Freiherrnstand. Diplom vom 20. Febr. 1719 für Johann 
Georg V. Stoltz und ÖimssdoiC — Altes, schlesi^clics Adelsgeschlecht 
aus dem gleichnamigen Stammhause im Franckensteinschen, welches 
bei'eits 1562 zu Gostin unweit Pless und zu Rosnochau bei [Neustadt 
und noch 1718 zu Kopcziowitz, Poremba-Radzionkau, Seiern, Simss- 
dorf, SoUetz und Zabrzeg sass. — Sebastian v. Stoltz auf Gostin und 
Rosnochau war um 15G2 Landes- Aeltestcr der Fürsten thümer Oppeln 
und liatibor. — Mit dem frei herrlichen Titel kommt, s. oben, zuerat, 
Johann Georg v. Stoltz und Simssdorf auf Radzionkau u. s. w\ vor. 
Derselbe starb 1718 als Landeshauptmann der freien Standesherr- 
schaft Beuthen und Tarnowitz und hinterliess einen Sohn: Johann 
Adam Freih. v. Stoltz, um 1730 kaiserl. Oberstlieutenant, welcher 
sich mit Eleonora Charlotte Grf. v. Hcnckel und Tarnowitz vermählt 
hatte. 

Lueae Schlesische Denkwürdigkeiten, S. 18&t. ~ Sinapiut, I. S.932 und U. S. 455. — OmtJ^, 
T. S. 2466. — ZedUr, 40. S. 306. — Megerle v. Jfühl/eld, Erg.-Bd. S. 106. — v. Htllbaeh, H. S. 
541. — N. Pr. A.-L. IV. S. 24». — Freih. v. Ledtbur, \\. S. 489. — Sielmacher, I. 69: Die Stolt- 
zcn, Schlesisch. 

Stoltz V. Latschbnrg. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1771 für Franz Joseph Stoltz, Ober-Salz-Factor an den Wällischen 
Confinen, mit: v. Latschburg. 

Megerle v. Mühl/eld, Erg.-Bd. S. 462. 

Stoltzenberg, vor dem Stoltenbnrg (im Schilde auf grünem 
Rasen ein vorwärlssehender, gekrönter, w^ilder Mann, welcher mit 
der Rechten einen braunen Baumstamm umfasst und vor dem Leibe 
an einem goldenen Bandeliere einen mit der Linken festgehaltenen, 
gekrönten, rothen, mit zwei goldenen Querbalken belegten Wappen- 
schild hält). — Altes, früher auch mit dem Namen: Stoltenburg vor- 
gekommenes, braunschweigisches Adelsgeschlecht, dessen ältester 
Calenbergischer Lehnbrief von 1494 ist. — Die Familie, welche 
1q90 zu Lncklum, dem Sitze der Comthurei des deutschen Ordens 
in der Bailei Sachsen, aufgeschworen hat, blühte dauernd fort, brachte 
zwei Güter zu Luttmersen im Calenbergischen und das Gut Segeln 
im Osnabrückschen an sich und zählt durch den Besitz dieser Güter 
zu dem landsässigen Adel der Calenbergischen und Osnabrückschen 
Landschaft. Von den Sprossen des Stammes traten Mehrere in die 
hannoversche Armee. 

V HeUbaeh, 11. S. 541. — Freih. v. d. Kneseheek, S. 275. — v. Meding, I. S. 596 und 96: 
nach einer Zeichnung von 1590, so wie nach einer Zeichnung aus dem 17. Jahrh. — Hannov. W. B. 
C. 41 und S. 14. — Kneachke, III. S. 407 und 8. — v. Hefner, hannov. Adel, Tab. 31. 

Stoltzenberg, Freiherren (Schild ge viert: 1 und 4 in Gold ein 
golden bewehrter, schwarzer Adler, auf jedem Flügel der Breite 
nach mit einer silbernen Kleeblattsichel belegt und 2 und 3 in Roth 
zwei schrägkreuzweise gelegte, mit den Stielen nach abwärts ge- 
kehrte grüne Lorbeerzweige). Freiherrnstand des Kgr. Preussen. 
Diplom vom 5. Sept. 1786 für Charlotte Kramann aus Gotha, ver- 
ehelicht gewesene Carl (spät^ vermählt mit Adolph Julius Freih. v. 
Lauer-Münchhofen) und für den Sohn derselben aus erster Ehe: 



— 62 - 

Friedrich Carl, so wie für ihren mit dem Markgrafen Heinrich v. 
Brandenburg-Schwedt erzeugten Sohn: Carl Friedrich, mit dem Na- 
men V. Stoltzenberg. — Der Letztere, Carl Friedrich Freih. v. Stolt- 
zenberg, k. preuss. Ober-Forstmeister, vermählte »ich 1811 mit The- 
rese Dufour, aus welcher Ehe ein Sohn stammt: Freih. Maximilian. 
Derselbe vermählte sich mit Friederike v. Esbeck und hat, neben 
drei Töchtern, zwei Söhne. 

V. Htllbaeh, n. S. 541. — N. Pr. A.-L. IV. S.243. — Freih. v. Ledebur, ü. S. 48». — Oeneftl. 
Tuchenb. d. freih. UHuser, 1864, S. 830 nnd 81. — W. B. der Freoss. Monarchie, IV. 66. ^ W. B. 
d. Preuss. Rheinprov. II. Tab. 48. Nr. 95 und 151 and 52. 

Stolz V. Gemappe. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1816 
fiir Georg Stolz, k. k. Rittmeister, mit; v, Gemappe. 

Megerle v. HühLfüd, Erg .-Bd. S. 468. 

Stomm , Freiherren und Grafen (Schild geviert mit gekröntem, 
goldenen Mittelschilde und in demselben ein gekrönter, schwarzer 
Adler mit dem Österr. Hauswappen auf der Brust. 1 und 4 in Roth 
ein gekrönter, einwärtssehender, goldener Löwe und 2 und 3 in Blau 
drei silberne Felsen und auf der Spitze des mittleren, etwas höheren 
ein silberner Stern). — Erbl.-österr. Freiherren-, Reichs- und erbl.- 
österr. Grafenstand. Freiherrndiplome vom 12. Jan. 1661 für Peter 
Ignaz V. Stomm, früher k. k. Rjttmeister und später herz, modenai- 
schen Geh. Rath und Gesandten am k. k. Hofe, mit seinen Nach- 
kommen und vom 2Q. März 1700 i(ix Johann Ernst u. Johann Franz 
V. Stomm und Gralendiplom vom 20. Jan. *1 781 für Johann Evange- 
lista Freih. v. Stomm, Director der mährisch-ständigen Academie zu 
Brunn und für den Bruder desselben, Carl Freih. v. St.^ k. k. Oberst- 
lieutenant. — Altes, ursprünglich irländisches Adelsgeschlecht, wel- 
ches sich im Anfange des 16. Jahrh. nach Deutschland wendete und 
jetzt in Oesterreich und Mähren blüht. — Vom Grafen Johann Evan- 
gelista, geb. 1726 und gest. 1790, stammten aus der Ehe mit Catha- 
rina Grf. v. Berchtoldt- Ungarschütz, gest. 1815, zwei Söhne, die 
Grafen Johann Carl und Franz. Graf Johann Carl, geb. 1781 und 
gest. 1852, k. k. Kämmerer, emeritirter Director der mährisch stän- 
dischen Ritter-Academie zu Olmütz und Herr der Allodial-Güter Dol- 
laplass, Drzewnowitz und Tieschitz im Kr. Olmütz und Lipthal im 
Kr. Hradisch, hatte sich in zweiter Ehe 1810 vermählt mit Maria 
Freiin Forgatsch v. Forgatsch, gest. 1842 und aus dieser Ehe stam- 
men vier Töchter und unter denselben Grf Adelheid, vermählte Frei- 
frau V. Ulm, geb. 1811 und verm. 1843 und Grf Elvire, vermählte 
Freifrau v. Kossorz-Malowetz v. Malowitz, geb. 1818 und verm. 1843. 
. — Vom Grafen Franz, geb. 1787 und gest. 1849, k. k. Rittmeister 
in d. A. , stammt aus der Ehe mit Maria Grf v. Berchtold und Un- 
garschütz, geb. 1786: Gr. Iwan, geb. 1819, jetziges Haupt des gräf- 
lichen Hauses, verm. 1854 mit Bartholomaea Catharina Johanna y. 
Okolicsany de Okolicisna, geb. 1833, aus welcher Ehe zwei Töchter 
und ein Sohn leben. Der Bruder des Grafen Iwan: Graf Albert, geb. 
1823, k. k. Rittmeister in d. A. , hat aus der Ehe mit Stephanie v. Al- 
penau, geb. 1827 und verm. 1853, neben zwei Töchtern, einen Sohn. 



— 63 - 

V. genoL Handbuch 1777, S. 385 und 36 und 1778, S. 885. — Xeiferle v. MUhlfeld, Er« .-Bd. 
S. 32. — Deutsche Gtafenh. d. Gegenwart, II. 8. 525 und 26. — Geneal. Taschenb. d. grüfl. HKuser, 
1864. 8. 865 nnd 06 und 1866 und histor. Handbuch xu Demselben, S. 960. — W. B. der Oesterr. 
MoBUohie, YU. 66. 

Stommel (in Gold bald sechs, bald acht rothe Kosen, jene in Ge- 
stalt eines gemeinen, diese eines Andreaskreuzes gestellt). — Altes, 
niederrheinisches Adelsgeschlecht, welches schon 1250 zu Fliesteden 
bei Bergheim sass, 1257 einen Burgmannssitz zu Bergheim inne 
hatte und 1332 zu 8tommeln unweit Cöln begütert war. Dasselbe 
blühte fort, erwarb im Laufe der Zeit andere Güter und war noch 
1797 zu Schmüren und Trutz unweit Mettmann und 1836 zu Boland 
bei Düsseldorf gesessen. 

Fahne, I. S. 414. — Freih. v. Ledebur, II. S. 490. 

Stommel (in Roth ein silberner Triangel mit Querbalken und 
einem goldenen Sterne). Ein in Ober-Hessen, in der Wetterau u. im 
Nassauischen begütert gewesenes Adelsgoschlecht, welches wohl mit 
Unrecht f\ir einen Zweig der im vorstehenden Artikel aufgeführten 
Familie gehalten wird. Dasselbe sass schon 1411 und noch 1615 
zu Gleiberg, 1495 zu Rossbach, 1600 zu Yogtsberg, 16Ö4 zu Wehn, 
1640 zu Lindheim und 1450 zu Kintzbach. 

Fahnt, I. 8. 414. — Freih. v. Ledebur, II. S. 490. 

Stoniek, Edle y. Enlengsberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1820 für Ambrosius Stoniek, k. k. Artillerie -Hauptmann, mit: 
Edler v. Eulengsberg. — In neuer Zeit war Alois Stoniek Edler v. 
Eulengsberg Platzhauptmann 1. Cl. zu Pesth. 

Megerle v. Xühl/eld, S. 270. ~ MUltair-ScheDutlsin. des tfsterr. Kaiser thnmt. 

Stopler (in Roth eine silberne Rose und über derselben ein mit 
dem Gesichte aach unten gekehrter, schwebender Halbmond). — Altes, 
aus dem Stifte Hildesheim stammendes Adelsgeschlecht, als dessen 
Ahnherr der 1553 verstorbene Canzler HerÄogs Heinrich des Jün- 
geren zu Braunschweig, Dr. jur. Johann Stopler, Herr auf Bünder 
(Binder), angenommen wird. Derselbe war nach Gauhe mit einer v. 
Grimsleben, der Letzten ihres Geschlechts, vermählt und soll nur 
eine Tochter, Anna, hinterlassen haben, welche 1632 als Gemahlin 
des Anhaltschen Edelmanns Curt v. Börsteil starb. Diese Angabe 
ist nicht richtig, denn nach Allem setzte Johann v. Stepler auch den 
Mannsstamm fort. Nach einer die Familie v. Schönebeck betreffenden 
Leichenpredigt von 1652 waren die Ahnen der Adelheid Geste v. 
Schönebeck, geb. v. Stopler folgende: Aeltcrn: Wulfhard v. Stopler, 
Erbgesessen zu Wehrstedt und Lechstedt, gest. 1619: Melle v. d. 
Lieth und Grossältern: väterlicher Seits Johann v. Stopler, Erbge- 
sessen zu Binder, Wehrstedt und Lechstedt: Hedwig v. Zerssen. So 
fragt sich denn auch, wie es mit der v. Grimsleben steht; war die- 
selbe vielleicht erste Gemahlin des Johann v. Stopler? Als Brüder 
der Frau v. Schönebeck, geb. v. Stopler werden zwei in der erwähnten 
J^eichenpredigt aufgeführt: Wilhelm Franz v. Stepler und Wulf Jo- 
hann V. St. Ersterer, geb. 1611 und gest 1650, Erbgesessener auf 
Lechstedt, vermählte sich 1642 mit Dorothea Agnese v. Hariekost, 



\ 



- 64 — 

m 

war zuerst bei dem Herzoge Otto von Braunseh weig Edelbaast (Baast 
80 viel als Herr), dann Cammerbaast und später bei dem Herzoge 
Wilhelm von Braunschweig -Lüneburg Holjunker und Ober -Jäger- 
meister. — Der Stamm wurde fortgesetzt und blühte noch in das 
zweite Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts hinein, bis derselbe 5. Juni 
1816 mit Friedrich Wilhelm Leopold v. Stopler, Herrn auf Binder 
im Hildesheimischen, erloschen ist. — Die früher im Anhaltschen 
vorgekommene Familie v. Stapel oder Stopel, s. Bd. VIIL S. 601, 
welche im Anhaltschen 1571 mit Johann Stapel, Stopel ausstarb, 
war nach Allem ein anderes Geschlecht. 

IlandschrifÜ. Notiwn. — Gauhe, I. S. 2466. — ÄrfZer, 40. S. 415. 

Stoppenhagen. Altes, später erloschenes, eichsfeldisches Adels- 
geschlecht. 

Wol/g eichsfeldisches ürkundenboch, 8. 18. 

Storch (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Roth auf grü- 
nem Boden zwei neben einander an goldenen Stäben sich aufwindende 
Weinstocke mit grünen Blättern und blauen Trauben und links in 
Blau ein rechtsgekehrter, silberner Storch mit rothem Schnabel und 
rothen Füssen), lleichsadelsstand. Diplom von 1733. Ein in Mek- 
lenburg ansehnlich begütertes Adelsgeschlecht, welches bereits 1782 
zu Cöln, Nien-Garz, Lütken- Grabe w, Hoppenrade, Lüdershagcn, Me- 
chelsdorf, Meschendorf und Hohcn-Niendorf und noch 1837 zu Dies- 
telow und Rubow sass. Zu diesem Geschlechte, aus welchem mehrere 
Sprossen in die k. preuss. Armee traten, gehörte auch ein Major v. St., 
früher im Infanterie-Regim. v. Zenge, welcher 1823 als Major im 6. 
kurmärk. Landwelir-Infant.-Regimente starb. 

V. Hellbaeh, n. S. 512. — Freih. v. Ltdebur, U. S. 490. — Snpplem. zaifüebm. W. B. X. 20. 
Nr. 12. — Meklenburg. W. B. Tab. 48, Nr. 181 und S. 85. — Kneachkt, IV. S. 394. 

Storch (im Schilde uhd auf dem Helme ein Storch). Im Kgr. 
Schweden bestätigter Adelsstand. Bestätigungsdiplom des der Fa- 
milie zustehenden, alten Adels vom 28. Juni 1776 für Carl Ludwig 
V. Storch, k. schwedischen Regierungs-Rath , und zwar mit Bestäti- 
gung des Familien- Zusammenhanges mit den v. Stork in Schweden. 

Freih. v. Ledebur, U. S. 490. — Schwcd. W. B. Ridd. Tab. 25. Nr. 224: Storck. 

Storch V. Stnrmbrand, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom 
von 1790 für Wenzel Storch, Hauptmann bei dem k. k. Warasdiner- 
Kreuzer-Regimenle, mit: v. Sturmbrand. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 213. 

Storchniann t. Storchenan, Ritter. Erb. -Österr. Ritterstand. 
Diplom von 1708 für Franz Sigmund Storchmann, mit: v. Storchenau. 

Megtrle v. MÜhlftld, Erg.-Bd. S. 213. 

Storchwitz, Storckwitz (in Blau ein silberner Steinbock). Altes, 
märkisches, im Crossenschen begütert gewesenes Adelsgeschlecht. 
Dasselbe sass 1640 zu Daube und 1644 und noch 1650 zu Seedorf. 
Der Stamm ist 1697 erloschen. 

Frtih. V. Ledebur. U. S. 490. 



— 65 — 

Storer. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1781 für Johann 
Carl Simon Storer, Bürger und Rathsverwandt^n zu Constanz. 

MegerU v. MUhl/eld, Erg.-Bd. S. 462. 

Storkow, Storckan. Altes, zu dem in der Mark Brandenburg 
und in Thüringen begüterten Adel früher zählendes Geschlecht. Die 
Familie gehörte zu den Patriciern in Berlin, war bereits 1350 im 
Lebusschen begütert, sass 1375 zu Hirschfelde und Werftphul im 
nachherigen Ober- Barn imschen Kr., brachte die Güter Münchehofe, 
Wilckendorf und Rodtstock an sich und b^sass noch 1481 Schulzen- 
dbrf unweit Teltow. — In Thüringen war das Geschlecht in der ersten 
Hälfte des 17. Jahrh. zu Kelbra, Leinungen u. ^Naumburg bei Kelbra 
erbgesessen. — Zur Zeit des Grossen Kurfürsten war noch ein v. 
Storkow kurbranden burgischer Oberst. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 490. 

Storren (in Blau ein rechtsgekehrter, silberner Storch mit rothem 
Schnabel und rothen Beinen, welcher im Schnabel eine rechtssehende, 
schwarze Schlange hält). Reichsadelsstand. Diplom vom 11. Oct. 
1745 für Johann Heinrich Storren, kur-hannov. Oberstlieutenant, in 
Hannover amtlich bekannt gemacht 11. April 1747. — Der Name 
des Geschlechts kam noch in neuester Zeit in den Listen der hannov. 
Armee vor. 

Freih. v. d, Kneseheek, S. 275. — Hannov. W. 11. I). 11 und S. 14. — Kneschke, II. S. 427. 
— V. Hefner, hannov. Adel, Tab. 31. 

Storm, Stormen (im Schilde drei Kamm- oder Mühlenräder). 
Längst erloschenes, meklenburgisches Adelsgeschlecht, aus welchem 
Claus Storm, der um 1442 lebte, zuletzt vorkommt. 

V. Medmg, II. S. 687. 

Storm. Ein bereits im 15. Jahrh. in der Oberlausitz begütertes 
Adelsgeschlecht, welches zu Alt- Seidenberg, Cundorf und Zwecka 
bei Lauban sass. Dasselbe kommt hier ^u letzt 1440 vor. Spater 
tritt die Familie in Westpreussen zu Gallnau unweit Marienwerder 
auf und wurde hier auch Strom genannt. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 490. 

Storndorff (in Gold ein durch zwei Rincken zusammen geschla- 
gener, doch noch etw^as von einander stehender, schräglinks gelegter, 
schwarzer Kesselhaken, dessen Zacken sich unterwärts kehren). Altes, 
hessisches Adelsgeschlecht, aus welchem Heinrich und Herrmann v. 
StorndorfT 1470 zu Pulda beliehen wurden. 

Sehannat, S. 152. — Siebmaeher, I. 138: v. Storndorf, Hessisch. — Spener, Theor. Insigii. 
Tab. 20: nennt das Wappcnhild eine Säge. - v. Mediy, IH. S. 043. 

Storpp. Reichsadelsstand. Diplom von 1714 für Maria Prancisca 
verw. Storpp, geborene Behr, Wittwe des Alexander Melchior Storpp, 
gewesenen Y Orderösterreich. Regierungsraths und Ordenscanzlers des 
St. Johanniter-Malteser-Ordens. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 46S und 63. 

Stosch, Freiherren n, Grafen (in Roth zwei silberne Seeblumen, 
welche sich oben mit den Spitzen gegen einander einwärts bengen, 

Knuehke, Deutsch. Addt-Lex. IX. ^ 5 



— 66 — 

an der äussern und innern Seite der Ranke drei kleine , »ich etwa» 
krümmende AussGhÜJsae haben, nnten aber über einander ins Andreas- 
kreuz gelegt u. jede mit drei Wurzeln ausgerissen sind). Böhmtscher 
Freiherrn- und Preussischer Adels- und Grraienstand. Freiherrn- 
diplom vom 17. Jan. 1701 für Caspar v. Stosch, Herrn aufGröditz, 
Altwasser, Klein- Wiersewitz u. s. w. und Landösältesten des Fürsten- 
thumsWohlau; Adelsdiplom vom 18. Jan. 1701 für die Gebrüder 
Friedrich Wilhelm Stosch, k. preuss. Geh. Staats-Secretair und W^il- 
helm Heinrich St. , k. preuss. Geh. Kämmerer , auf Grund ihrer Ab- 
stammung aus der v. Stoschen Familie und zwar mit folgendem 
Wappen: Schild geviert: 1 und 4 in Silber der schwarze, preussische 
Adler und 2 und 3' des Stosch'sche Stammwappen und Grafendiplom 
von 1. Juli 1798 für Hans Gottlieb Freih. v. Stosch, Herr zu Löwen, 
Polnisch-Kessel , Hartau u. s. w. Nächstdem sind preussischer Seits 
Adels-Erneuerungen und Adelserhebungen 18. April 1811: Diplom 
für Wilhelm St., k. pr. Cavalerie-Lieutenant, 1. Sept. 1815: Diplom 
fiir Ferdinand St., k. pr. Hauptmann und 24. April 1823: Diplom für 
die Gebrüder Stosch: August Wilhelm, Doctor der lledicin, Carl 
Friedrich, k. pr. Lieutenant und Adjutanten und Gustav Heinrich, 
k. pr. Lieutenant, in die Familie gekommen. — Altes, schlesisches 
Adelsgeschlecht, eines Stammes u. Wappens mit den Grafen v.Kaunitz, 
welches schon im 12. Jahrhunderte, wo dasselbe aus Croatien nach 
Böhmen und aus Böhmen nach Schlesien kam, den gräflichen Titel 
geführt haben soll. Die ersten Sprossen des Stammes in Soblesien 
schrieben sich Stosch v. Kaunitz. Otto Graf Stosch war 1181 Kron- 
feldherr der vereinigten Polen und Schlesier und man nimmt den- 
selben als Ahnherrn der jetzigen Grafen und Freiherren v. Stosch an. 

— Im 13. Jahrh. scheint die Familie, wie andere vornehme Ge- 
schlechter, den böhmischen Herren- und Freihermstand für genügend 
gehalten und vom Grafenstande abgesehen zu haben. Im 13. Jahrh. 
bestanden drei Linien: eine in Ober- und zwei in Nieder -Schlesien. 
Die obersch lesische Linie, die sich Stosch zu Kaimitz schrieb, erlosch, 
wie mehrfach angenommen wird, zu Ende des 16. Jahrhunderts, doch 
kommt noch 1632 Otto Heinrich Stosch, Freiherr zu Kaunitz als 
Landeshauptmann des Fürstenthums Sagan vor, die niedersöhlesischen 
Linien aber, die sich nur v. Stosch schrieben, theilten sich in verschie- 
dene Häuser u. Nebenlinien. Die ältesten Stammhäuser waren Siegroth 
im Briegischen mit dem Nebenhause Lorzendorf, welche beide im 18. 
Jahrhundert ausgegangen sind und Mondschütz im Wohlauschen. 
Das Haus Mondschütz schied sich wieder in die Nebenhäüser Gross- 
Tschirne, Simbschen, Schwarzau, Gr. Wangern, Rinnersdorf, 
Wandritsch, Kunzendorf und Conrads waldau. Das Haus Ki^idelwitz, 
welches 1688 erlosch , war ein Nebenzweig des Hauses Schwarzau. 

— Ueber alle diese Häuser, so wie über die früheren genealogischen 
Verhältnisse des Geschlechts giebt sehr genaue Auskunft die unten 
angeführte Monographie, welche Melchior Friedrich v. Stosch auf 
Mondschütz, gest. 1724, k. Hofrichter und Landes - Deputifter des 
Fürstenthums Wohlau der Familie zu späterem Druck hinterliess. — 



— 67 -> 

Der alte Freiherrnstand der Familie muss vor Anlange des 18. Jahr- 
hunderts erneuert worden sein , da um diese Zeit» der Freiheyrntitel 
wieder merklicher hervortritt. — Was die oben genannten zwei Brü- 
der, welche 1 701 den Adelsstand des Kgr. Preussen erhielten, anlafigt, 
80 hatte sich aus Lassnitz im Oppelnschen ein Zweig nach der Mark 
und Osttriesland gewendet und aus diesem stammten jene Bruder. — 
Graf Hans Gottlieb, s. oben, hatte sich mit Amalia Henriette Grf. v. 
Uoym, Tochter des bekannten k. preuss. Geh. Staatsministers Georg 
Carl Heinrich Grafen v. Hoym, vermählt, aus welcher Ehe drei Söhne 
entsprossten , die Grafen: Georg, gest. 18G3, Felix und Hans, von 
welchen die beiden Ersteren ihre Linien fortsetzten. Die zahlreichen 
Glieder des freiherrlichen Stammes werden in zwei Linien, der älte- 
ren u. der jüngeren, von denen die ältere in zwei Speciallinien blüht, 
aufgeführt und die genealogischen Taschenbb. d. gräfl. und freiherr- 
lichen Häuser ergeben nicht nur den jetzigen Personalbestand des 
Gesammthauses, sondern berücksichtigen auch möglichst die älteren 
Stammreihen. — Zu dem Besitze der gräflichen Linie gehörten in 
neuester Zeit die Herrschaft Manze im Kr. Nimptsch, Sadewitz im 
Kr. Breslau, Glofenau, Dür-Hartau, Reisau und Rosswitz, sämmtlich 
im Kr. Nimptsch , Hartau im Kr. Sprottau , Lawaldau im Kr. Grün- 
berg und Polnisch-Kessel, alter Besitz, ebenfalls im Kr. Grünberg. — 
Ein Freih. v. Stosch war um 1857 Herr auf Lankau im Kr. Namslau. 

J. SaiUeti Geschlechtireg ister der alten Lioie der v. Stmch, 1687. — Hwtel, R 717. -^ J. H, 
Cunradi Silesia togata , S. 296. — Sinapius , I. S. »43—54 und U. S. 456—64. — M. F. v. Stosch, 
Geneaktfi« de» Geschlecht* ▼. Stosch. Nenst Geschlechts taM und Kupfern. Breslau and T/elpiig, 1786. 
S B4e. — Oauhe, I. S. 2466 — 72. — Zedier, 40. 8. 442—63. — Dimemtmn, S. 25H. Nr. 41. — 
V. Helthach, 1. S. 543. — MegerU v MUhl/eld, Erg. -Bd. S. 105. - N. Pr. A.-L. I. S. 87 und IV. 
S. 243 — 46. — D. Grafeüh. d. Gegenir. IL S. 526-28. — Freih. v. Ledebur, II. S. 491 und UI. 
S. 347. — Geneal. Taschenb. d. grüfl. Hüuser, 1862, S. 866 und 67, 1864. 8. 867 und 68 n. ff. Jahr«, 
und histor. Handb. tu I>emselben, S. 960. — Geneal. Taschenb. d. freth. Hituser, 1860, S. 859: Wap- 
pensage. 1862. S. 784. 1863. S. 951—954 u. ff. J. — Siebm<xeher, I. 67: v. Stosch, Schlesiseh. — 
V. Meding, III. 8. 644 und 65. — W. B. d. Preuss. Monarchie, II. 3 : Gr. v. St. und IV. 71 : t. St. 

Stosch-Siegroth , auch Freiherren. Im Grossh. Hessen aner: 
kannter Freiherrnstand. — Ein zu dem Adel in Preussisch-Schlesien 
und im Grossh. Hessen gehöriges Geschlecht, welches gleiche Ab- 
stammung mit dem schlesischen Gesohlechte der v. Stosch, s. den 
vorstehenden Artikel, hat und auch das alte Stamm wappen derselben 
führt. — Carl Sigismund v. Stosch -Siegroth, geb. 1705 und gest. 
1786, stand in k. k. Militairdiensten. Aus seiner Ehe mit einer v. 
Bock a. d. H. Gross -Berson im Tannenbergischen stammten zwei 
Söhne, die Freiherren Carl Wilhelm Ludwig und Gottlieb Sigismund 
Moritz, welche die Familie in eine schlesische und hessische Linie 
schieden. Freih. Carl Wilhelm Ludwig (1.), geb. 1744 und gest. 
1823, war unter K. Catharina IL Hauptmann in russisch. Diensten, 
wohnte dann bis 1816 zu Jacobsdorf bei Duderstadt in Schlesien, 
war mit Maria Johanna Isolde v. Uthmann, geb. 1731 und gest. 1809, 
vermählt und hatte, neben einer Tochter, zwei Söhne, die aber ihre 
Linie nicht fortsetzten. — Vom Freiherrn Gottlieb Sigismund Moritz, 
geb. 1746 und gest. 1820, grossh. hess. Generallieutenant, verm. 
1785 mit Marianne Charlotte v. Geismar, geb. 1752 und gest. 1818, 
stammte: Freih. Carl Wilhelm Moritz (IL), geb. 1786 und gest. 1850, 

5* 



% 



— 68 — 

grossh. hesH. Genei-almajor u. Oberöt-Hofmeister Sr. K. H. des Grostj- 
herzogs, verm. 1821 mit Maria v. der Salle, geb. 1803, aus welcher 
Ehe zwei Töchter entsprossten: Freiin Philippine, geb. 1822, verm. 
1844 mit Joseph Freih. Gedult v. Jungenteid, grossh. hess. Kammer- 
herm und Obersten und Freiin Anna, geb. 1824, verm. 1844 jnit 
Giesfcbert Joseph Freili. RiedcHel zu Eisenbach und Altenburg, grossh. 
hess. Kammerherrn u. Major. — So ist denn mit dem Freih. Carl Wil- 
helm Moritz II. 1850 der Mannsstamm des Geschlechts ausgegangen. 

Oeneal. Taschenb. der freih. HXuser, 1863. S. 954 und 55. 

Stosken (im Schilde ein springender Hirsch und auf dem Helme 
ein Hirschgeweih). Altes, pomraemsches Adelsgeschlecht, von Mi- 
crael als ein Geschlecht der Freien aufgeführt. 

Micrael, S. 879 oder 632. — Zedier, 40. S. 464. — v. Meding, HI. S. 543. 

Stottemheim, Stotterheim, Stntternheim , s. Stutterheim. 

Stotz (im Schilde drei, 2 und 1, Rosen). Altes, in der Mark 
Brandenburg begütert gewesenes Adelsgeschlecht, welches bereits 
1337 zu Conradsdorp uud Liezegörike unweit Königsberg, 1482 zu 
Crü.ssow, 1583 zu Felchow und 1079 zu Dobberzin, sämmtlich bei 
Angermünde sass und noch nach 1780 zu Felschow begütert war. — 
Der alte Stamm ist mit Christoph Ludwig v. Stotz 1787 erloschen. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 492. 

Stotzingen, auch Freiherren (in Blau ein silberner, länglichter, 
oben sich etwas erweiternder Tragkorb ohne Bänder, um welchen 
in der Mitte eine gewundene, goldene Schnur läuft, an der zur linken 
Seite des Korbes ein aul'wärts gebogener Haken befestigt ist). Altes, 
schwäbisches Adelsgeschlecht aus dem gleichnamigen Stammhause, 
dem Schlosse und Städtchen Stotzingen in der Markgrafschaft Burgau, 
drei Meilen von Ulm. Das genannte Schloss stand schon 1485 den 
Herren v. Stain zu und gehört jetzt dem gräfl. Hause Maldeghem. — 
Die ordentliche Stammreihe der Familie beginnt Bucelinus mit Johann 
Stotzingen, welcher um 1300 lebte. Mit dem frei herrlichen Titel 
wird zuerst gegen Ausgang des 16. Jahrh. Ruppert v. St. aufgeführt. 
Dessen Bruders, Wilhelm, Urenkel: Siegmund Friedrich, lebte um 
167t) und hatte den Stamm mit drei Söhnen fortgesetzt. Derselbe 
blühte weiter fort. 

V. Hattttein, I. Suppl. S. 61—66. — Oauhe, I. 8. 2472 und 73. — Zedier, 40. S.461. - Sieh- 
maeker, I. M5: v. Stotzingen, Schwäbisch. — v. Meding. III. S. G45. 

Stovenow (im Schilde ein laufender Fuchs und über demselben 
am linken Schildesrande über einander drei rothe Rosen). Altes, 
rügensches Adelsgeschlecht. 

Miorael, S. 379, oder 632. — Zedier, 40. S. 461. — v. Meding, III. S. 646: auch nach Lubini 
Charte. 

Strach. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 24. Febr. 1666 
für Alexander Aloysius Strach. 

V. HeUbach, II. S. 644. 

Strachwitz, Freiherren und Grafen (Stamm wappen: nach Sieb- 
macher und dessen Declaration : Schild von Silber und Blau querge- 



-- 69 — 

tbeilt und in jeder Hälfte nochmalft quergetheilt. Tn der oberen 
silbernen Hältle stehen oben drei und unten zwei blaue Muscheln 
und in dei» unteren blauen Hältle oben drei und unten zwei silberne 
Muscheln. Gräfliches Wappen: Bchild geviert und im silbernen 
Mittelschilde der preussische, schwarze Adler, auf den Flügeln mit 
den Kleestengeln. 1 und 4 in (xold ein rechtsgewendeter, schwarzer, 
unten blutender Schweinskopf mit silbernen Haüzähnen: Strachwitz- 
Gross-Zauche und 2 und 3 von Gold und Schwarz sechsmal querge- 
streift. Jeder goldene Streifen ist mit zwei schwarzen und jeder 
schwarae mit zwei goldenen, neben einander gestellten Aluscheln be- 
legt: Stammwappen, in den Farben aber verändert: Strachwitz und 
Gaebersdorf). Reichsfreiherrn-und Grafenstand des Kgr. Preussen. 
Freiherrndiplom vom 22. Sept. 1630 für Christoph v. Strachwitz und 
Gross-Zauche, kais. Rath , Prälat und Domherrn zu Breslau u. Gross- 
Glogau, des Bisthums .Administrator und Mitstatthalter zu Neisse, so 
wie für Maximilian v. Strachwitz, kais. Rath, Hauptmann des Bis- 
thums Breslau, mit seinen Nachkommen und zwar als Belohnung 
treuer Dienste und Grafendiplom vom 6. Juli 1798 für Carl Joseph 
Freih. v. Strachwitz, Herrn auf Kamminietz, vom K. Franz IL 30. 
März 1799 bestätigt. — Altes, schlesisches Adelsgeschlecht aus dem 
gleichnamigen Stammhause im Liegnitzchen , welches nach Einigen 
ursprünglich aus Polen stammen soll. Nicolaus St. kommt 1331 als 
Domherr zu Breslau und Ulrich 1420 als Bischof zu Breslau und 
Neisse vor und Christoph v. St. war 1494 oberster Hauptmann in 
Ober-Schlesien. — Die fortlaufende Stammreihe beginnt mit Hans v. St., 
welcher sich 1505 mit einer v. Falckenhayn auf Massel vermählte. 
— Im Laufe der Zeit bildeten sich mehrere Häuser, von welchen das 
Haus Scygrod (Siegroth) den Beinamen Wilrich, das Haus Zauche 
den Beinamen Sassky führte. Sinapius giebt an, dass die Strachwitze 
mit viererlei Wappen vorkämen und zwar die v. St. u. Geroltschütz: 
in Blau zwei goldene, schräglinks gestellte, rothe Rosen, Si^bmacher, 
I. 53: Strachwitz; die v. St. und Ellgut: in Roth ein silberner Quer- 
balken, von drei Nelken ähnlichen Blumen begleitet; Siebmacher, IL 
50; die v. St. und Gaebersdorf: dreimal in Silber und Blau querge- 
theilt , jede der vier balkenweisen Theilungen mit Muscheln belegt, 
3,2,3,2, in wechselnder Farbe, Siebmacher, I. 53 und die v. St. 
und Gross-Zauche oder v. St. und Peterswaldau , oder St. -Sustky: in 
Roth ein schwarzer Schweinskopf, Siebmacher, IL 50. Von diesen 
vier Geschlechtern sind die beiden- Ersteren erloschen, die anderen 
Beiden aber blühen fort, haben 1627 ihre Wappen vereinigt und er- 
langten, s. oben, den Reichsfreiherrnstand. Die Vereinigung der 
Wappen erhielt 20. Juli 1627 die kaiserliche Bestätigung. — Von 
den Nachkommen des Freih. Maximilian, s. oben, stiftete Mauritz 
Freih. v. Strachwitz, Bischof zu Tiberias und Weihbischof und Ad- 
ministrator des Bisthums Breslau, das Familien-Majorat Weigelsdorf, 
dessen erster Besitzer der Bruder desselben, Freih. Johann Friedrich, 
Herr auf Kostau und breslauischer Landschafts-Director, wurde. Der 
andere Bruder, Carl Joseph, erhielt, s. oben, den Grafenstand. Letz- 



— 70 — 

ten:t. rerm. mit Maria v. Bojauowska, liinterliess drei Söhne, Johaiin, 
Ernfrt Joachim und Carl Maria. Johann 8tarb ohne Nachkommen, 
€9» wurde Honach Ernnt Joachim, welcher 1796 die Btandesherrschaft 
Co»lau erworben, Haupt dvM gräÜichen HauBes und gleichzeitig erster 
Ajj^oat de« Majorat«, dcKgen Besitzer in «einer Linie fortblühen. — 
l>a«» gräfliche HauH kommt jetzt in zwei Linien vor: in der Linie zn 
HtuU;ndorfy abntammend vom Grafen £rn8t Joac^him und in der Linie 
zu Karnmiüietz, ahntammend vom Grafen Carl Maria. — Graf Ernet 
Joa<;him war zweimal vermählt und zwar in erster Ehe mit Franziaca 
Grf. V, XeuhauKV.Cammon u. auH dieser Ehe entftpross: GrafHyacinth, 
gob, 1781 und goKt 1845. Dernelbe war dreimal vermählt und zwar 
zuerHi mit Hophio Frei in v. Welczek und aus dieser Ehe stammt: 
Hyacinth Ernnt Graf v. Btrachwitz-ßustky, Gross- Zauche und Kam- 
minietz, geb. 1H()5, Herr der Herrsch. Alt- Stiibendorf- Gross -Stein 
und BchimiHchoff* und der Kittergüter Danietz - Trach , Ottmütz und 
Hprentzütz in Ober-Schlesion, erster Agnat des Majorats Weigelsdorf 
und Bruchewitz, verm. 1830 mit Maria v. Schimonsky-Schimony a. d. 
H. BrzoHnitÄ in OberHchlesien, aus welcher Ehe, neben einer ver- 
mählten Tochter, ein Hohn stammt: Graf Hyacinth Carl, geb. 1835, 
zweiter Agnat des Majorats Weigelsdorf und Bruschewitz, Landes- 
Aeltester des Kreises Gross-Strehlitz, verm. mit Luise Grf. v. Strach- 
witz. üeber die fünf Schwestern des Grafen Hyacinth Ernst, so wie 
über die Geschwister des Grafen Hyacinth u. über die Nachkommen 
derselben ergeben die genealogischen Taschenbb. der gräfl. Häuser 
Näheres. Haupt der zweiten gräflichen Linie, der Linie zu Kammi- 
nietz, ist: Carl Graf v. Strachwitz-Sustky-Gross-Zauche und Eammi- 
nietz, geb. 1799 — Sohn des 1837 verstorbenen Grafen Carl Maria 
aus der Ehe mit Antonie Freiin v. Rothschütz, gest. 1831 — Erbherr 
auf Gross- und Klein -Weigelsdorf und Bruschewitz, Herr zu Kam- 
minietz, Siemiensitz u. Xionslas in Preuss. Schlesien, k. k. Kämmerer, 
k. preuss. schles. Landesältester und Landrath des Kreises Tost- 
Gleiwitz, verm. 1823 mit Mathilde Freiin v. Erstenberg zum Freyen- 
thurm, geb. 1803, aus welcher Ehe, neben drei Töchtern: Aglaja 
verm. Grf. v. Hoverden - Plencken , Sidonia verm. Grf. v. Sauerma- 
Jeltsch und Olga verm. Grf. v. Seherr-Thos», zwei Söhne stammen, 
die Grafen: Rudolph, geb. 1828, k. k. Kämm, und Major und Arthur, 
geb. 1833, k. preuss. Regier. -Referendar, verm. 1860 mit Melanie 
Grf. V. Hohenthal. Der Bruder des Grafen Carl ; geb. 1804, Besitzer 
der Herrschaft Schebetau , k. k. Kämmerer, vermählte sich 1826 mit 
Attaia Freiin v.JErstenberg zum Freyenthurm, geb. 1806, aus welcher 
Ehe, neben drei Töchtern, fünf Söhne stammen. — Der freiherrliche 
Stamm (Schild geviert: 1 und 4 in Roth, auch in Gold, ein rechtsge- 
kehrter, unten blutiger, schwarzer Eberkopf und 2 und 3 im von 
Schwarz und Gold, oder Silber u. Blau viermal quergetheilten Felde 
zehn, 3, 2, 3 und 2, Seemuscheln von gewechselten Farben) wird 
jetat in Ewei Linien, der älteren Linie: S trach witz-Sustky und Gross- 
Zanche-Radau und der jüngeren Linie : Strachwitz und Gross-Zanche- 
Jastrzeb aufgeführt. Haupt der älteren Linie ist: Freih. Mauritz, 



- 71 — 

geb. 1822 — SoLu des 1851 Teretorbenen Freih. Anion aus der Ehe 
mit Julie v. Bismark, geb. 1803 — Majoratsherr auf Gross- und 
Klein- Weigelsdorf, Bruschewitz und BamiKchau in Schlesien , verm. 
1854 mit Luise v. Bockelberg, geb. 1833, aus welcher Ehe tiinf 
Töchter stammen. Der Bruder des Freih. Mauritz ist: Freih. RicTiard, 
geb. 1835, k. preuss. Appell. -Gerichts-Referendar. — Vom Bruder 
• des Freih. Anton, dem Freiherrn Ferdinand Felix, stammt eine zahl- 
reiche Nachkommenschaft. Der ältere Sohn des Letzteren, Freih. 
Ferdinand, ist Herr auf Gross -Woitsdorf im Kr. Poln. Wartenberg 
und seit 1853 verm. mit Hedwig Grf. Strachwitz-Sustky-Gr. Zauche 
und Kamminietz, gesch. Grf. v. Arco, geb. 1828. — Haupt der jün- 
geren, freih. Linie ist: Fedor Freih. v. Strachwitz und Gross-Zauche- 
Jastrzeb, geb. 1812 — Sohn des 1838 verstorbenen Freih. Louis 
Mauritz, k. preuss. Kammerherm und herzogl. anhalt-cöthensch. Hof- 
marschall und Kammerherrn, aus der Ehe mit Theresia v. Biedau 
(Bidau) — Herr auf Ober- und Mittel-Jastrzeb und Czisonsk«, herz. 
Anhaltscher Hof- Stallmeister und Kammerherr, vermählt 1839 mit 
Franzisca v. Davier a. d. H. Neeken in Anhalt. 

Lueme Schkt. Mcfkwttrdifli. S. 18M und &5. — ßmapiu^, I. S. 954 and H. 8. 1089 and Det- 
»elben Olsnograph. I. S. 730—56 und 888. — Gavhe, I. S. 2473 und 74. — ZedUr , 40. S. 416. ^ 
MtftrU V. MüklfeU, Erf.-Ud. S. 106. — N. Pr. A.-L. IV. 8. 245 — 4«. — D. Ofafenh. d«r Gcfen- 
wart, II. S. 528—81. — Frtih. v. I^ebur, II. S. 498 and 9^». — Qf^neal. l^chenb. der rrftt. 
Hinscr, Ittöl. S. 868 — 76 u. ff. und htstor. Handbuch zu Demselben, S. 961. — Oeneal. Tascnenb. 
d. freih. HXumt, 1866. S. i)04 — (MO, 1867. 8. 747 «nd 48, 1664. S. 881 und 83 nnd 18G6. — ßi^- 
maeher, I. 63: v. Strachwitz, Schle»i»ch. — Tffroff, II. 248; F. H. v. St. — W. B. d. Preosi. Mo- 
nnrohi«, n. 4: Qr. y. St. 

\ Stracka, Straeka v. Kedabilltz, Preiherren und Grafen. Böh- 

mischer alter Freiherrn- und Grafenstand. Freiherrudiplome von 
1721 für Johann Carl Stracka v. Nedabilitz und für die Mutter des- 
selben, Francisca Sylvia St. v. N. und von 1738 für Wenzel Stracka 
V. Kedabilitz und Grafendiplom von 1732 fUr Johann Carl Freih. 
Stracka v. Nedabihtz. — Altes, böhmisches Adelsgeschlecht, welche» 
sich nach dem Sitze oder Schlosse Nedabelitz nannte und auch Neda- 
bilitz und Nedabylitz gemjhrieben wurde. Johannes Stracka machte 
sich bei dem Könige Ladislaus so beliebt, dass derselbe ihm für ge- 
treue Dienste 1154 die Dörfer Wesczy und Wockzow schenkte. Pe- 
tnis Nicolaus St. v. N. war 1663 Appellations-Rath und ein Anderer 
dieses Namens um 17()0 Oberster-Landschreiber in Böhmen. Graf 
Johann Peter wurde 1712 kaiserl. w. Geh. Rath und Statthalter im 
Kgr. Böhmen. 

Weingarten, Fürstensplegel, I. S. 28». - Oauhe, I. S. 2474. — ZedUr, 40. 8. 676. — MtgerU 
9. MiUU/eld, Krg.-Bd. S. 82 und 6. 105. 

Strack wald. Ein aus Franken stammendes, in Ostpreussen be- 
gütert gew^ordenes Adelsgeschlecht, welches bereits 1696 zu Kosenau 
unweit Mehrungen sass. — Zu demselben gehörte ein Oberst v. St. 
im k. preuss. Garnisons-Bataillon v. Ingersleben, welcher 1770 pen- 
sionirt wurde. 

Freih, V. Ltdehur, U. S. 494. 

StraeUn, Btrählan (in Schwarz auf einem Dreihögel ein Ein« 
hörn, welches über eine Garbe springt). Ein in Ostpreussen be- 



- 72 — 

gnU'ri geword#5DCH AdelHgeftchlecht, welches in der zweiten Hälfte 
de» 18 Jahrh. unw(?it Hennburg zu Pillaken und Rosoggen und un- 
weit Liick zu Przitullen und liosengallen sasB und noch 1820 zu 
Zandorborkf?n hc'i Friedland begütert war. — Ein Major v. 8traelau 
stand 1850 bei der k. preu«H.Landgensdarraerie zu Krotoczyn. 

#V«M. V. U(Ubur, II. 8. G94. 

Htraff V. OlUckHfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom v. 1818 
fttr Joseph Htraff, k. k. Hauptmann, mit: v. Glücksfeld. 

MtgtU V. MühlfeU, ErK..»d. S. 463. 

Straten (in Gold drei ins Schächerkreuz gestellte, blaue Pfeil- 
spitzen u. über denstjlben ein rother Halbmond). — Altes, cölnisches 
Patricierguschlecht, welches vom 14. bis 17. Jahrhunderte und später 
in Antwerpen blühte. 

FahM, I. S. 4SI0. - fVeJA. v. Udebur, IT. 8. 494. 

8tralenber|ff, Htrahlenberg, Stralberger , ' Strolberger (in Gold 
ein rother Querbalken, welcher oben mit zwei schwarzen Pfeilspitzen 
besetzt ist, während eine dritte am Fussrande des Schildes steht). — 
Altes, rheinländisches , zwischen 1277 bis 1691 vorgekommenes 
Adelsgeschlecht, welches auch zu den Patriciern der Stadt Frankfurt 
a. M. gehörte. — Eberhard HeiT von Stralenberg wurde 1291 in Zwie- 
spalt zum Bischof von Worms erwählt, musste aber seinem Gegner 
weichen. Von seines Bruders, Conrad's, Söhnen, von welchen die 
beiden Ersteren in Gold einen rothen „Strahl" führten, war der 
dritte, Ilenneward St., Ritter, welcher mit seinem Sohne, Seyfried, 
das Schloss Stralenberg mit mehreren Gütern und Dörfern 1347 ver- 
kaufte. Seylriod's Nachkommen führten, weil sie sich als eine jün- 
gere Linie an (iülorn verringert sahen, das oben beschriebene Wap- 
en mit dem Balken und den Pfeilspitzen. Seyfrieds ältester Sohn, 
lertwig, dessen Kinder ohne Erben starben, wandte sich nach 
Fraukt\irt a. M. und des jüngsten Sohnes, U'eitz, Nachkommen, wur- 
den bald v., bald zu Stmlenberg, auch Stmlberger, insgemein aber 
SU'albergor genannt. — Das Geschlecht ist später in männlicher 
Linie mit Hans Heinrich v. St., der 30. August 1636 im vierten 
Lelu^nsjahre stiirb , in weiblicher Linie aber mit dessen Schwester, 
Anna Margaivtha v. St., Alutter des um Genealogie und Heraldik so 
hoehveniienten J. NL Humbracht, welche sich lüoO mit Adolph Ernst 
Humbracht vermählt hatte, 29. Jan. 1G91 erloschen. 

HumtHntfkt, r»K i«&. — b.niA#. I. S. 'HU und 78. — Zfdler, 40. S. 64& — Sirhmmrker , I. 
4tO; I>i<« SIrAhxNMCrr. Ktiuikf «. M. Adrlife Putricitfr: Vaiaoten II. 10:*: T.St. Rlkeinttndiach and 
in. 17H: Sh^tfiw^iKh. - r. Mtdm$, Hl. S. «47—49. 

Stralendorf, Strahlendorf (Sibild der Länge nach getbeilt: 
rwhts in Blau driM übi»r einander schrägrechts in die Höhe gehende, 
silhi^rno Pfeile mit sohwar/en Eisten und Widerhaken und schwarzem 
Gt^fiinier und links in Silber an der Theilungslinie ein halbes , rothes 
R4Äd, inier auch rtn hts in SilbiT zwei übereinander gestellte, goldene, 
Hechs8|>eichigt> Räder und links in Blau die drei Pfeile). — Altes, 
im^klenburg. Adolsgi^schUvht, welches zeitig in den Aemtem Grevis- 



f 



— 73 — 

mühlen, Buckow imd Lübz zu ansehnlicliein Grundbesitz gelangte 
und im 16. Jahrli. auch nach Dänemark, Böhmens und Sachsen kam. 
— Als Ahnherr der Familie wird Claus v. Stralendorf genannt, wel- 
cher im 13. Jahrh. Theil an einem Kreuzzuge nahm, zum Ritter ge- 
schlagen wurde und später, um 1230, bei Nicolaus Herrn zu Werle, 
fürstlicher Rath war. Der Sohn desselben, Heino v. St., stand 1271, 
als Herzog Heinrich zu Meklenburg abw^esend w^ar, mit Heinrich v. 
•Oertzen der Landesregierung vor. — In Dänemark gelangte die Fa- 
milie besonders durch Joachim v. St. a. d. H. Greven, k. dänischen 
Oberschenken, welchen König Friedrich II. 1579 zum Taufzeugen 
des Prinzen Hulderich erwählte, zu grossem Ansehen und wurde na- 
mentlich auf* Fünen angesessen. — Nach Oesterroich kam das Ge- 
schlecht durch Leopold v. St., Sohn des Ulrich v. St., HeiTu auf 
Prenberg im Meklenburgischen und Enkel Heinrichs St., Ritters, 
mit welchem Bucelinus die ordentliche Stammreihe anfangt. Der ge- 
nannte Leopold v. St. war des K. Rudolph IL Geh. Rath, Reichsvice- 
canzler und Statthalter auf dem Eichsfeldc^ hatte 1624 den Freiherrn- 
stand erhalten und war schon 1607 in den böhmischen Herrenstand 
aufgenommen. Tön demselben stammte als ält<ister Sohn Peter Hein- 
rich V. St., welcher vom K.Terdinand IL als k. Geh. Rath, Reichs- 
vicekanzler und Reichshofraths-Präsident in den Grafenstand versetzt 
wurde, doch setzte derselbe die gräfliche Linie nicht fort und auch 
der freiherrliche Stamm ging mit dem Bruder desselben, dem Frei- 
herm Wolfgang Leopold, wieder aus. — Die Familie war schon 1314 
zu Kritschow^ und Ruchow und 1326 auf der Insel Peel begütert, 
brachte später anderen Besitz ^n .sich und sass um 170<3 zu Gross- 
Eixen und Keetz, so wie noch 1752 zu Leesten und 180C) zu Lieben- 
thal in der Priegnitz. — Yon den Sprossen der Familie sind Mehrere 
in Meklenburg zu hohen Ehrenstellen im Hot- und Staatsdienste ge- 
langt. — Namen und Wappen der Familie v. Stralendorff sind übri- 
gens in der ersten Hälfte des 19 .Jahrh. an die Familie v. Kolhans, s. 
Bd. V. S. 221 den dieselbe betreffenden Artikel, gekommen. Es ver- 
mählte sich nämlich C. F. v. Kolhans, Herr auf Wotrum in Meklen- 
burg, 1810 mit W. V. Stralendorff und die Nachkommen nahmen den 
Namen: v. Stralendorff, genannt v. Kolhans, unter Vereinigung der 
Wappen, an. 

BuceUni Stemmat IV. S. 257. — v. Prilzbuer, Index conc. Nr. 131. — v. Bthr, R. M, S. 1G<»5. 
— Oeiuhe, 1. S. 2475—77. — Zedier, 40. S. 640. — SchrUder's WIs«marlsch6 Erstlinge, Stck. I. — 
Lexicon ovft addige l<^inilter i Danmaik, II. S. 201 ond Tab. 30. Nr. '242. — Freih. v. Ledebur, 
U. S. 494. — Siebmaeher, I, 172: v. Stralendorf, SÄchsiwh. — v. Meding, 117. S. 640 und 47. — 
Meklenb. W. B. Tab. 48, Nr. 183 und S. 35. -r' Kneachke, II. S. 427—80. 

Stralenheim, Strahlenheim, Freiherren und Stralenheim -Wasa- 
borg, Grafen (Freiherrliches Wappen: Schild geviert, mit Mittel- 
schilde. Im goldenen Mittelschilde drei rothe, aus sechs, 1, 2 und 3, 
Quadern bestehende Stufen, auf welchen oben aufrecht ein grüner 
mit sechs rothen Rosen besetzter Laubkranz steht. 1 und 4 in Blau 
ein mit den Wurzeln ausgerissener, oben abgehauener und an jeder 
Seite einmal geasteter, goldener Baumstaram und 2 und 3 in Roth 
zwei unter einander stehende, silbeiiie Sparren und gräfliches Wap- 



— 74 — 

pen: Schild geviert mit Mittelschilde. Mittelschild von Schwarz 
und Gold der Länge nach getheilt: rechts ein zweimal zusammen ge- 
bundenes Bündel silberner, die Spitzen nach oben kehrender Pfeile 
und links die Hälfte eines an die Theilungslinie angeschlossenen Per- 
lenkranzes, unter welchem drei rechte, rothe Stufen von Quader- 
steinen stehen. 1 in Blau ein einwärts gekehrter, gekrönter, silberner 
Greif; 2 in Gold der freischwebende Stock eines abgehauenen Baiimes 
mit entblössten Wurzeln von natürlicher Farbe; 3 in Gt)ld zwei mit 
den Rücken gegen einandcT sich krümmende, die Köpfe aufwärts 
kehrende Fische mit natürlichen Schuppen, über welchen eine gol- 
dene Krone schwebt u. 4 in Roth zwei übereinander gestellte, goldene 
Sparren). Schwedischer Freiherrnstand und Lothringischer Grafen- 
stistnd. Der Freiherrntitel wurde von dem Schwedischen Senate der 
Familie im Jahre 1696 beigelegt und das lothringische Grafendiplom 
für Henning Freiherrn v. Stralenheim (zuerst k. schwed. Tribunal- 
Assessor zu Wismar, dann schwed. Gesandter in Wien und endlich 
von 1710 — 1714 schwed. General-Gouverneur von Zweibinicken) ist 
vom Herzoge Leopold zu Lothringen 13. Aug. 1717 unterzeichnet. 
Ein kaiserlicher Grafenbrief für Henning Grafen v. Stralenheim und 
für die Nachkommen desselben wurde 20. Febr. 1720 ausgefertigt. 
— Altes, nach Einigen ursprünglich westphälisches Adelsgescblecht, 
welches später nach Schweden und Hannover kam. — Veit v. Stra- 
lenheim kommt urkundlich bereits zu Ende des 16. Jahrb. vor, lebte 
dann zu Stralsund und mit ihm beginnt die ununterbrochene Stamm- 
reibe der Familie. Der älteste Sohn desselben, Michael Veit, gest. 
1703, war k. schwed. Tribunal-Ast^essor zu Wismar, erhielt, wie an- 
gegeben, den freiherrlichen Titel und sein Sohn, Henning, gest. 1731, 
kam später als Graf, s. oben, vor. Letzterer wurde vom Könige 
Carl XII. von Schweden 1699 als a. o. Gesandter an den kaiserl. 
Hof gesendet und machte sich so verdient und bekannt, dass ihn K. 
Joseph 1706 zum Reiclftgrafen erhob, mit der Grafschaft Limburg 
belehnte \i. zum Reiohs-Ober-Jägermeister ernannte. Dooh gestattete 
König Carl XII. die Annahme dieser Auszeichnungen nicht, wohl 
aber ernannte er den Freih. Henning 1719 zum General-Gouverneur 
des Herzogthums Zweibrücken.* Aus der ersten Ehe mit l^icolea 
Catharina Veronica Freiin v. Hackelberg, einer reichen Erbtochter, 
entspross die freiherrl. Linie, welche, fortgepflanzt durch den zweiten 
Sohn, August, kurbraunschw. Generalmajor, und den Sohn desselben, 
Adolph, kurbraunschw. Ober-Forstmeister, in Hannover fortblühte. 
Nachdem sich Freih. Henning in zweiter Ehe mit Sophie Elisabeth 
Grf. V. Wasaburg (Wasaborg) vermählt hatte, kaufte derselbe die 
Herrschaft Fohrbach in Lothringen, welche vom Herzoge Leopold I. 
von Lothringen zur Grafschaft erhoben wurde, während er selbst den 
oben erwähnten kaisorl. Grafenbrief für sich und seine Nachkommen 
erhielt. Die Kinder aus zweiter Ehe führten den Grafentitel und 
den Beinamen : Wasaburg und zwar letzteren mit Genehmigung des 
schwedischen Senats, um sich, wegen der im westphäl Ischen Frieden 
der Familie Wasaburg zuerkannten Entschädigung wogen OHnabrück 



— 75 - 

u. 8. w. von den Kindern erster Ehe zu unterscheiden. — Der das 
Geschlecht fortsetzende Sohn Hennings war Graf Gustav Henning, 
gest. 1787, k. franz. General-Lieutenant, von welchem aus der Ehe 
mit Carolina Freiin v. Esebeck zw^ei Söhne stammten: Gr. Gustav 
Heinrich, geb. 1766 und gest. 1818, k. bayer. Kämmerer und Major 
a la suite, verm. mit Barbara Sophia v. Miliern, und Gr. Carl August, 
geb. 1780 u. gest. 1842, k. franz. Oberst a. D. , verm. 1856 mit Auguste 
Caroline Grf. v. Lewenhaupt, aus w^elcher Ehe zwei vermählte Töch- 
ter entsprossten. — Haupt der gräflichen Familie ist: Friedrich Gr. 
V. Stralenheim-Wasabourg, geb. 1807, — Sohn des 1818 verstor- 
benen Grafen Gustav Heinnch — k. bayer. Major a. I). , verm. 1838 
mit 8m)hie v. Register, geb. 1813. — Der Bruder des Gmfen Fried- 
rich: Gr. Carl, geb. 1810, k. bayer. Major, vermählte sich 1840 in 
erster Ehe mit Josephine Freiin v. Pechmann, geb. 1815 und gest. 
1854 und in zweiter 1859 mit Marie Freiin v. Pechniann, geb. 1826. 
Aus der ersten Ehe stammen zwei Töchter. — Die freiherrliche -Linie 
in Hannover, welche später im Bremenschen begütert war, verkaufte 
1838 ihre Güter an die Melvillesche Familie. Haupt dieser Linie 
ist jetzt: Freih. Adolph, geb. 1819 — Sohn des 1847 verstorbenen 
Freih. Dr. August, k. hannov. Cabinets-Ministers, auch Ministers der 
Justiz und des Cultus, so wie^ Curat ors der Universität Göttingen — 
Herr auf Imbshausen im Fürstenth. Göttingen, verm. mit Marie v. 
der Wense, geb. 1825, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, zwei 
Söhne entsprossten : Henning, geb. 1849 und Adolph, geb. 1851. — 
Von dem Bruder des Freiherm August, dem Freih. Friedrich, gest. 
1848 zu Frankfurt a. M. , k. hannoverschen Geh. Cabinets-Rath und 
Bundestags-Gesandten, verm. mit Irmgard v. Schulte, geb. 1806 und 
gest. 1857, stammen zwei Söhne: Freih. Herbert, geb. 1824, hannov. 
Amtsassessor bei der Landdrostei zu Hannover und Freih. Adolph, 
geb. 1830. 

GimJU, I. 8. 312&— 87. — Zedier. 40. S. QiQ. — v. Lang, Supplem. 6. 27. — Freih. v. d. Kne- 
tekeck, S. 275 und 76. — Deutsche Grafenh. d. Geffenw. U. S. 582 — 84. — Freih. v. Ledebur, II. 
8. 484 nnd 95. — Geneal. Tuchenb. d. irrKfl. llXnser, 1840, S. 485 und 86, 1848, S. 662, 1864, 8. 
875 und 76 u. ff. und histor. Taschenb. zu DeinK>)bcn, S. 963. — Geneal. Tkschenb. d. freih. Hüuser, 
1»Ö8, 8. 769 u. 60, 1863, S. 955 u. 56, 1865 u. ff. — W. B. d. Kfr. Bayern. II. 25 und v. Wölckern, 
AMh. n. S. 49 n. 50: Or. ▼. St.-W. — Hannov. W. B. 6. 5. u. S. 14. — Kneechke, DI. S. 408— 10. 
— w. Hefner, hannov. Adel, Tab. 81 . 

Stramberg, Stramberger v. Grossberg (Schild schrägrech ts und 
Bchräglinks in vier gleiche Felder getheilt: das rechte und linke Feld 
blau, von zwei silbernen Querbalken durchzogen und zwischen den- 
selben mit je einem goldenen Sterne belegt und im oberen und unte- 
ren, mit der Spitze gegen einander gesetzten, goldenen Felde je ein 
5BTir Rechten aufwärts schreitender, rother Löwe). — Erbl.-öster. 
Adelsstand. Diplom vom 17. Oct. 1760 für Johann Michael Stram- 
berger, kaiserl. Proviant-Commissar, mit: v. Grossberg. — Ein in die 
Adelsmatrikel der Preussischen Rheinprovinz in die Classe der Edel- 
leute unter Nr. 76 eingetragenes Adelsgeschlecht, w^elches zu Coblenz 
wohnt und zu welchem der durch seine archivarischen und antiquari- 
schen Arbeiten rühmlich bekannte Christian v. Stramberg gehört. 

MeaerU v. Mühlfeld, S. 270. — N. Pr. A.-L. V. S. 441. — Freih. v. Ledebur, II. S. 495. — 
W. B. d. Prwsi. RhoinprovUx, I. Tab. 118, Hr. 886 und 8. 109 und 110. 



— 76 — 

^ Strampf (in Blau zwei blanke, schräg mit den Klingen sich 

kreuzende, die Spitzen nach oben kehrende Schwerter). Ein zu 
dem im Kgr. Preussen bediensteten Adel zählendes Geschlecht. -^ 
Johann Ernst v. Strampf, geb. 1739 zu Rudolstadt, starb 1808 als 
Oberst und Kommandeur des 2. k. preuss. Artillerie -Regiments und 
Anton Christian v. Sl, geb. 1754, wurde 1820 als k. preuss. Gene- 
rallieutenant pensjonirt und starb 1822. Von den Söhnen desselben 
war Heinrich Leopold v. Strampf 1858 Präsident des k. preuss. Kam- 
mergerichts. 

5. Pr. A.-L. TV. S.W8. — Freih. v. Ledebur, 11. S.496. — W.B. d. Freust . Monarchie, IV. 72. 

Strampfer, Freiherren (Schild quergetheik: oben in Roth zwei 
goldene Lilien und unten in Silber ein schwarzer Adler). Reichs- 
freihermstand. Diplom vom 15. Sept. 1805 für Georg Wilhelm 
Strampfer. Derselbe, geb. 1776 und aus Windsheim abstammend, 
wurde als freiresignirter Oetting-Spielbergischer Geh. Legationsrath 
in die Froiherrnclasse der Adelsmati'ikel des Kgr. Bayern einge- 
tragen. 

V. Lang, S. 245. — W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 20 und v. Wölckem, Abth. 4. S. 47. 

Strandl, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1820 für 
Aloys Strand), Hauptmann im Inianterie-Regimente K. Franz 1., mit: 
Edler v. — Adolph Edler v. Strandl war in neuer Zeit Hauptmann 
1. Classe in der k. k. Armee. 

MegerU v. MühlfeU, S. 270. 

% Siransky v. Stranka nnd Greiffenfels, Ritter (Schild geviert: 

1 und 4 in Blau auf einem zweikuppigen silbernen Berge ein rechts- 
gekehrter, goldener Greif und 2 und 3 in Gold auf grünem Boden 
ein vonvärts sehender, geharnischter Ritter mit offenem Visir und 
mit einem, mit zwei Straussenfedem , silbern und roth, besetzten 
Helme, welcher in der Rechten ein Schwert emporhält). Böhmischer 
Ritterstand. Diplom vom 4. Juli 1G82 für Martin Öarl Stransky, 
mit: T. Stranka und Greiffenfels und Bestätig^ngsdiplom des böhmi- 
schen Ritterstandes vom 28. Sept. 1734 für die Söhne des Diploms- 
Empföngers: Johann Jacob, k. k. Hauptmann und Martin Joseph St. 
V. St. u. G. — Der Stamm blühte fort und ein Ur-Enkel des Johann 
Ja<:ob St. V. St. u. G.: Franz Ritter Stransky v. Stranka und Greif- 
feüf*ilh, geb. 1778, k. bayer. Medicinal- und Regierungs-Rath des 
OU.'r- Donau-Kreises und Stadtgerichts- Arzt zu Amberg, wurde in die 
Adeif«matrikel des Kgr. Bayern eingetragen. — In neuerer Zeit trat 
auch f'in Sprosf^e des Geschlechts: Idolin Sigismund Deodat Eugen 
V, Stransky v. Stranka und Greiffenfels in die k. sächs. Cavalerie und 
war \HijG Rittmeister und Wirthschaftschef des k. sächs. 3. Reiter- 
Regimen tK. 

/jfdfjtr. 4fi. h «71. - r. Lang, Sapplem. S. 144. — MegerU v. MüMtfeld, Erf.-Bd. S. SIS. -^ 
W. ü 4. mr. Ito7#Ta, ^TTI. W. — Kne^hke, I. S. 409. — W.B. d. Sächs. Staaten, IX. 79. 

* HtrmniZf Stranz Hn Silber ein rechtsgekehrter, aufgerichteter, 

goW<?ij g^.'krönter, schwarzer Löwe mit rother, ausgeschlagener 
Zunge und doppeltem, in die Höhe geschlungenen Schweife). — 



— 77 — 

Alte«, der Mark Brandenburg ursprünglich angehörendes Adelsge- 
schlecht, welches sich auch in Pommern und Schlesien ausbreitete. 
Dasselbe kommt urkundlich schon 1335 vor, in welchem Jahre die 
Familie dem Maikgrafen Ludwig dem Jüngeren mit allen ihren 
SclilÖssern Hülfe zusagte. Früher, um 1224, lebte bereits Friedrich 
Strantz im Anhaltschen. Als Stammhäuser der Familie im Branden- 
burgischen werden Petersdorf, Sieversdorf und Petershagen unweit 
Lebus angenommen, welche schon im 14. und 15. Jahrh. dem Ge- 
Rchlechte gehörten. In Pommern war schon 1730 Neuziramer und 
1736 Barkow bei Greiffenberg in den Händen des Stammes. — Von 
den Gliedern der Familie standen Viele in der k. preuss. Armee und 
zwar namentlich: Hans Carl Rudolph v. St. auf Grapow, gest. 1815 
als Generalmajor a. D. und Ludwig Heinrich Leopold v. St., gest. 

1856 als General lieutenant a. D. Der Bruder des Letztern, Gustav 
Adolph V. St., lebte später als Generallieutenant a. D. — Das Gut 
Barkow stand noch 1846 der Familie zu und nach Bauer war auch 

1857 ein v. Strantz Herr auf Neuhof im Kr. Lauenburg. 

Gauhe, H. S. 1115. — £riiggemann, I. S. 177. — N. Pr. A.L. IV. S. 248 und 49. — »eiA. 
V. Ledebur, 11. S. 495 und lU. S. 348. — W. B. d. Picuss. Monarchie, VU. 94. — Pommcrnsches 
W. B. IL, Tab. 49 und S. 131. — Kntichke, II. S. 430. 

I Strasburg (Schild geviert: 1 in Roth ein silberner Halbmond; 

2 und 3 in Blau ein goldener Stern und 4 in Roth ein liegender, sil- 
berner Hund). Ein noch in neuer Zeit im Kgr. Preussen bedienstetes 
Adelsgeschlecht. Ein Proviantmeister v. Strasburg lebte 1820 zu 
Schweidnitz in Schlesien. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 495. 

% Strassen, v. der Strassen. Ein ursprünglich aus der Schweiz 

stammendes Geschlecht, welches sich nach Sachsen, ins Brandenbur- 
gische und nach Oesterreich wendete. — Im Brandenburgischen sass 
dasselbe um 1551 zu Bischofshof bei Frankfurt a. d. 0. , Hohenwalde, 
Lichtenberg und Paigram bei Lebus, zu Rosengarten bei Frankfurt 
und noch 1573 zu Lichtenberg, 1585 zu Rosengarten und 1598 zu 
Manschnow unweit Cüstri'n. — Zu diesem Geschlechte gehörte Chri- 
stian Strass, zuerst Kammergerichts- Assessor zu Speier und später 
Geh. Rath und Professor der Rechte zu Frankfurt a. d. 0. Derselbe 
wurde oft an den kaiserl. Hof und an andere Hofe geschickt und 
stand bei den K. K. Carl V'., Ferdinand 1. und Maximilian 11. in so 
grossem Ansehen, dass dieselben ihn nur ihren Vater Strass nannten. 
Er war ein Sohn des kursächs. Raths und Commandanten auf dem 
Schlosse zu Borna Michael v. der Strassen. Die Familie ist 23. Aug. 
1622 erloschen. 

Jdehers Compeud. Gelehrten Lcaic. 11. Ausg. 11. S. 1161. — ZedUr, 40. S. 720—22. — v. BeU- 
haeh, n. S. M6. — Freih. v. Ledebur, 11. S. 495. 

Strassern, Ritter. Erbl. - österr. Adels- und Ritterstand und 
Reichsritterstand. Adelsdiplom von 1787 für Joseph Strassern, Be- 
sitzer der Herrschaft Kottingbrunn in Niederösterreich j erbl.-österr. 
Ritterdiplom für Denselben, ebenfalls von 1787 u. Reichsritterstands- 
diplom im Kurpfälzischen Reichs- Vicariate vom 4. Juli 1792 für Franz 



- -16 - 

Carl Strassern, kurpfölz. Forstmeister zu Heideck. Derselbe wurde 
als k. bayer. Hofkammerrath und quiesc. Forstmeister in die Adels- 
matrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

V. Lang, S. ÖM. -\ W. B. d. K^. BajeTn, Till. 100. 

\ Strassoldo, Strossoldo, Strasoldo, Grafen (Bcbild geyiert mit 

von Gold u. Schwarz sechsmal quergestreiftem Mittelschild^: Stamm- 
wappen. 1 in Grold ein golden gekrönter und bewehrter, schwarzer 
Doppeladler ; 2 und 3 in Gold das vorwärtssehende Brustbild eines 
Mohren mit silberner Kopfbinde und mit rothen Corallenohrhängen 
und Halsband und 4 in Gt)ld sechs von Schwarz und Silber wech- 
selnde, fächerartig zusammengestellte Straussen federn). Erbl.-österr. 
Grafenstand. Diplom vom 4. Sept. 1664 für die gesammte Familie. 
-^ Altes, aus dem Kgr. lllyrien stammendes Adelsgeschlecht, dessen 
gleichnamiges Stainmschloss in der Gegend von Palma nouva in 
Friaul liegt. Dasselbe kam nach dem 16. Jahrb. nach Steiennark 
und Oesterreich und wurde in die steierische Ritterschaft 1627, 1664, 
1691, 1693 und 17J.6 aufgenommen. — Die Familie wurde mit dem 
Oberst-Erbland- Jägermeister- Amte der Grafschaft Goerz belehnt und 
zwar nach älteren Schriftstellern vom K. Leopold I. , nach Keueren 
aber durch Diplom von 1724. Eine neue Bestätigung dieser Würde 
erfolgte vom K. Franz I. von Oesterreich 29. Aug. 1818. — Horatius, 
Johann Anton, Martins, Niclas, Leopold und Orpheus St wurden 
1704 unter den k. k. Kämmerern aufgeführt; Graf Leopold Adam, 
kaiserl. Landes- Verwalter der Grafschaft Görz, wurde 11124 k. k. w. 

. Geh. Rath; Graf Ferdinand w^ar um 1734 k. k. Oberst und Comman- 
dant zu Creutz u. s. w. — Von den im Laufe der Zeit entstandenen 
Häusern des gräflichen Stammes blühten neuerlich noch die Häuser 
Villanova, Graffenberg und Schöffen berg (Soffumberg), zu welchen 
noch das Haus Chiamarcis gekommen ist und in diesen vier Häusern 
wird jetzt der Personalbestand der Familie aufgeführt. — ' Haupt des 
Hauses Villanova war in neuester Zeit: Anton Graf Strassaldo, Freih. 
V. Villanova, geb. 1794 — Sohn des Grafen Leopold, Oberst-Erbland- 
Jägermeisters in der Grafschaft Görz aus der Ehe mit Carolina Grf. 
V. Thurn-Hofer und Valsassina — Lehensherr auf Ranziano, Fidei- 
Commissbesitzer der Gründe in Gargaro und Chiapovano, verm. in 
erster Ehe 1815 mit Elisabeth Edlen v. Grabitz, geb. 1797 und gest. 
1833 und in zweiter 1833 mit Carolina Edlen v.Pannowitz, geb. 1798. 
Aus der ersten Ehe stammt, neben fünf Töchtern, ein Sohn, Graf 
Franz, geb. 1816, verm. 1844 mit Antonia Franzoni Edlen v. Don- 
nersfeld, geb. 1824, aus welcher Ehe zwei Töchter und ein Sohn 
leben , aus der zweiten Ehe des ^Grafen Anton aber entsprossten zwei 
Söhne: Gr. Johann, geb. 1835, k. k. Hauptmann und Gr. Heinrich, 
geb. 1837, k. k. Lieutenant in d. A. — Haupt der ersten Linie des 
in zwei Linien zerfallenden Hauses Graffenberg ist: Leopold Graf 
Strassoldo, Freih. auf Graffenberg — Sohn des 1862 verstorbenen 
Grafen Josephs, k. k. Hauptmanns in d. A. — Von dem Bruder des 
Grafen Joseph, dem Grafen Michael, geb. 1800, k. k. Kämm., Statt- 
halter des Hrzth. Steiermark, Präsidenten der k. k. Finanz-Landes- 



— 79 — 

Dfrection für Steiermark, Kärnten und Krain u. s. w., verm. 1850, 
taii !Mariä Anna Freiin Ko88orz-Mulo^etz v. Malowitz, geb. 1821, 
6nl8pi*0B8te, neben einer Tochter, ein Sohn: Julius Caesar, geb. 1851. 

— Haupt der zweiten Linie des Hauses Graffenberg ist Graf ^Nicolaus, 
geb. 1792 — Sohn des 18(>2 verstorbenen Grafen Franz Enea und 
der 1834 verstorbenen Maria Valentine Freiin Boretzko. — Von den 
Brüdem des Grafeii Nicolaus haben die Grafen Ferdinand und Anton 
den Mannsstaram fortgesetzt. — Das Haus Schoffenberg besitzt Lehen- 
güter in Strasöoldo, ip Schoffenberg, Castions de Smurghin, Privano 
und Mortegliano. Haupt des Hauses ist: Graf Julius, geb. 1808 — 
Sohn des 1809 verstorbenen Grafen Johann — erblicher Herr zu 
Schoffenberg, verm. 18b2 mit Maria Anna Edlen Agrieola v. üdine, 
geb. 1813, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, vier Söhne stam- 
meH. Der Bruder des Grafen Julius ist: Graf Martins, geb. 1809. -^ 
Haupt des Hauses Chiannacis war: Graf Flaminio, geb. 1787, Lehens- 
herr zu Ajelo, Chiarmacis, Malisana, Poivano, Sevegliano und Cave- 
zaüo, verm. 1811 mit Luise Edlen v. Boschetti, geb. 1782, aus welcher 
Ehe drei Töchter entsprossten. 

Situnj^M, n. S. 248: Strassoldo. Freiherren. - Gauhe, I. S. 2478. — Ztdler , 40. S. 675 and 
76. — Sdmmt», IV. 8. 99. — Deutsrhe Orafenh. d. 0«(enw. II. S. AS4~86. — Freih. v. Udekuf, 
II. 8. 495. — Geneal. Taschenb. d. grKfl. HHnter, 1864. S. 876—79 u. ff. und hlitnr. Handhoch xu 
Demselben, S. 966. — Siehmaeher, III. 24. 

^ Strattmann , Straatmann , auch Grafen (Stammwappen : Schild 

quergetheilt: oben in Gold ein aufwachsender, schwarzer Ziegenbock 
und unten blaues Pelzwerk und gräfliches Wappen: Scihild geviert 
mit das Stammwappen zeigendem Mittelschilde. 1 und 4 in Gold 
ein an die Theilungslinie angelehnter, halber, schwarzer Adler, 2 
über zwei rothen Querbalken eine kaiserliche Krone und 3 in Schwarz 
ein goldener Löwe). Reichsgrafenstand. Diplom vom K» Leopold I. 
für Theodor Alethaeu« (Athletus) Heinrich v. Strattmann, kaiser). 
Geh. Rath und Oberst-Hof- C'anzler. — Ein ursprünglich aus Däne- 
mark stammendes Adelsgesehlecht, welches nach (Jleve und von da 
nach Steiermark kam und in Oesterreich und Schlesien ansehnlich 
begütert wurde. — Der Emptangcr des Grafendiploms, gest. 1698 
im hohen Alter, hatte, neben drei Töchtern, mehrere' Söhne, doch er- 
losch der Mannsstamm des Geschlechts schon 1726 mit dem Grafen 
Gerhard Wilhelm, Herrn zu Peurbach, welcher in Schlesien auch die 
Herrschaft Freihan und Gross- u. Klein-Blese bei Keumarkt besass. 

— Die Ei±itochter, Grf Maria Theresia, vermählte sich mit Carl Jo- 
seph Gr^ ^attyany, an den und dessen Nachkommen Namen und 
Güter des gräflichen Hauses Strattmann kalten. 

Imkof, SM. Maatina. — 8mapiu9 , H. S. 248. — GauJu, I.iS. 2479 und 80. » Ztdler, 40. 8. 
764. — SchmuU, IV. 8. 107. — Frtih. v. Ltdebur, II. 8.495. — Suppl. xu Siel»in. W. B. VIII. 27. 

« Strauch, Freiherren. Erbl. - Österr. Freiherrnstand. Diplom 

von 1808 für Gottfried v. Strauch, k. k. Feldmarschall- Lieutenant 

MegerU «. MWUfeUt, Erg .-Bd. S. 105. 

"* Strauch. Rcichsadelsetand. Diplom vom 27. Juni 1806 für Jo- 

hann Christian Strauch, Fürstl. Reussischen w. Geh. Kammer-, Steuer- 



— So- 
und Berg-Director. Das Diplom war auf Ansuchen seines Herrn, des 
Fürsten Reuss Heinrich XLII. jüngerer Linie, oline Wissen des Em- 
pfängers, ausgestellt worden. Derselbe war später und noch nach 
1840 Fürstl. Reuss. Kanzler, Regierungs- und Consistorial-Präsident 
Um dieselbe Zeit war ein v. Strauch Ober-Jägermeister am Fürstl. 
Reuss. Hofe zu Schleiz und ein Sohn des Kanzlers v. St : Dr. Franz 
V. St., k. preuss. Regierungs-Referendar, starb 30. Sept. 1846. 

V. HeUbaeJk, H. S. 546. — Freih. v. Ledebur, II. S. 496. 

Strauch (in Gold ein breiter rother Querbalken: oben ein auf 
einem Rasenstück hervorwachsendes, grünes Gesträuch und unten 
ein auf grünem Boden stehender, weisser Vogel mit rothem Schnabel 
und rothen Füssen). Ein ursprünglich westphälisches, später in die 
Rheinlande gekommenes Adelsgeschlecht, aus welchem Johann Cas- 
par V. Strauch und Carl Joseph Rudolph Aloys v. Strauch, laut Ein-, 
gäbe d. d. Aachen, 22. Juni und 4. Aug. 1829, in die Adelsmatrikel 
der Preussischen Rheinprovii^z und zwar in die Classe der Edelleute 
unter Nr. 36 und 62 eingetragen wurden. — Der Ahnherr der Fa- 
milie war des Bürgermeisters zu Altena Adolph Strudigh Sohn: Jo- 
hann Hermann St., welcher unter dem Namen: v. Strauch, genannt 
Strudigh, den Adel erhielt. Derselbe war Kurpfalzischer Geh. Rath 
und Ober- Amtmann zu Veldenz und Lautereck. 

N. Pr. A.-L. V. S. 441. — Freih. v. Ledebur, II. S. 496. — W. B. d. Preuss. Rheinprovinz, 
I. Tkb. 119, Nr. 287 und S. 110. 

Stranss, Freiherren (Schild geviert mit silbernem Mittelschilde 
und in demselben auf grünem Rasen ein Strauss von natürlicher 
Farbe, im Schnabel ein schwarzes Hufeisen haltend. 1 und 4 in 
Gold ein ganzer, blauer Sparren und 2 und 3 im Blau zwei neben 
einander stehende, goldene Sterne). Reichsfreiherrnstand. Diplom 
vom 13. Aug. 1789 für Gottlieb August Maximilian v. Strauss, kur- 
mainzischen Staatsrath und Regierungs - Director. Der Vater des- 
selben, Friedrich Damian Strauss, kurmarnzischer Geh. Rath und 
Hofkammer-Director, hatte den Reichsadel erhalten und zwei Zwil- 
lingssöhne des Freiherm Gottlieb Aug. Maximilian : Freih. Angustin 
Franz, k. bayer. Lieutenant und Carl Amand, gebr 1794, wurden, 
nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in die Freiherrn- 
Classe derselben eingetragen. Später wurden noch zwei ältere 
Brüder derselben, die Freiherren: Friedrich Carl Joseph, geb. 1787, 
vormaliger General-Secretair der Königl. Präfectnr des Fürstenth. 
Aschaffenburg und Carl Joseph, Forstactuar zu Orb, geb. ^791 in die 
genannte Adelsmatrikel aufgenommen. 

V. Lang, S. 246 und Supplem. Ü 69 und 70. — Siebmacher, IV. 178 und Sappl. XI. 26: Freih. 
V. St. u. Suppl. IX. 29 u. XI. 20: V St. — W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 21 u. v. WÖlcketn, Abth. 4. 
S. 48 und 49. — v. Hefner, bayer. Adel, Tab. 62 und S. 69. — Knesehke, HI. S. 410 und 411. 

Strauss, Edle (in Blau ein auf zwei im Schildesfusse liegenden, 
gekreuzten Schwertern mit goldenen Griffen nach der rechten Seite 
schreitender Strauss von natürlicher Farbe). Erbl. - österr. Adels- 
stand. Diplom von 1795 für Carl Strauss, Oberstwachtmeister bei 
der k. k. Artillerie, mit: Edler v. 

MegtrU v. Mühlfeld, 8. 270. — Tyroff, II. 224: Edle Hrn. v. Strwm. 



— 81 --* 

Stranss. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1764 für Jobann 
Strau88, Hauptmann im k. k. Infant. -Regim. Gr. Lacy, wegen funMg- 
j ähriger Dienstleistung. 

MtgerU v. Mühlfeld, S. 270. 

Stranss (im blauen, mit .silbernem Hände umgebenen Schilde ein 
auf grünem Boden stehender, silbergrauer Strauss, im Schnabel ein 
Hufeisen haltend). Reichsadelsstand. Diplom vom 18. Dec. 1750 
lür Lauren tz Tilhard Strauss, Fürstl. Anhalt-Zerbstschen Vice-Präsi- 
denten zu Jevcr, mit dem Namen Tillhard v, Strauss. Der Stamm 
ging schon mit dem Sohne desselben : Friedrich v. Strauss, k. preuss. 
Referendar bei der Regierung zu Minden, welcher 31. Oct. 1778 im 
31. Lebensjahre starb, wieder aus. 

Freih. v. Zedebur, H. S. 496. — v. Meding, U. S. 588 und 89. 

*■ Stranss (in Blau drei quer über einander liegende Jagdhörner). 

Altes, märkisches, nach Ost- und Westpreussen und später auch nach 
Pommern gekommenes Adelsgeschlecht, welches bereits 1337 zu Die- 
dersdorf unweit Landf?berg u. im Laufe der Zeit bis in das 18. Jahrh. 
in der Mark Brandenburg mehrere andere Güter an sich brachte. 
In Preussen war die Familie schon 1337 zuWoltersdorf beiSchlochau, 
in Ostpreussen, 1495 zu Beyditten unweit Friedland und in Pommern 
1676 zu Cumerow und zu Jamickow unweit Randow begütert. — 
Wolff Sigismund v. St. auf Wormsfelde und Zantach starb 1665 als 
Director der Neumärkischen Ritterschaft des Landsbergischen Kreises 
und Johann Christoph v. St. auf Zernickow% kurbrandenburg. Geneiral 
und Amtshauptmann zu Himmelstädt und Karzig, blieb 1686 in Un- 
garn vor Ofen. Mit dem jüngeren Sohne des Letzteren, Friedrich 
V. St., welcher 1703 auf der Universität zu Halle starb, ging eine 
Linie des Geschlechts aus, die Linie zu Adamsdorf unweit Soldin 
blühte noch 1778. Der ältere Sohn des Johann Christoph v. St. war 
schon 1694 als Oberst und Commandant zu Frankfurt a. d. 0. ge- 
storben. 

Gauhe, I. S. 2480 und 81. — Zedier, 40. S. 1823. — N. A.-L. IV. S. 249. — Freih. v. Lede- 
bur, n. S. 496 und lU. S. 348. 

Strauss (im Blau ein silberner Strauss mit einem Hufeisen im 
Schnabel). Polnischer Adelsstand. Diplom vom 11. Nov. 1790 für 
Ignaz Strauss. — Die Familie besass um 1825 im Grossherz. Posen 
die Herrschaft Murowana-Goslin unweit Obornik 

Freih. v. Ledehur, U. S. 496. 

Stranss v. Blnmenan. Reichsadelsstand. Diplom von 1762 für 
Remigius Strauss, kais. geheimen Reichshof-Canzlisten , mit: v. Blu- 
menau. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg. Bd. S. 463. 

Stranwitz (in Silber der Kopf und Hals eines goldenen Löwen). 
Altes, hessisches Adelsgeschlecht, welches noch um die Mitte des 
18. Jahrh. den freiherrlichen Titel führte und sich nach 1770 nach 
Sachsen wendete, wo mehrere Sprossen des Stammes in kur- und 

Knesehke , Pentsch. Adels -Lex. IX. ij 



— 82 — 

königl. i«äch8. Militairdieaste Btanden. — Franz Christian Ludwig Wil- 
helm T. Straawitz trat 1834 als k. sächs. Hauptmann aus dem activen 
Dienst und starb später als Ober-Steuercontroleur und Ludwig Wil- 
helm Bernhard v. Strauwitz geb. 1804 zu Weissenfeis wurde 1849 
Major und Commandant des 8. Infant. -Bataillons. — Mit dem oben 
beschriebenen Wappen und dem Namen : v. Straupitz führt Freiherr 
T. Ledebur eine alte lausitzische Adelsfarailie auf, welche in der 
ersten Hälfte des 16. Jahrb. in und um Lauban begütert war und 
1520 einen Antheil von Schreibersdorf besass. Dem ganz gleichen 
Wappen nach sind beide Familie wohl eines Stammes. 

Dresdner Kateoder zum Gebrauche für die Residenz, 1847. S. 189 und 1848, S. 170. — Freik. 
V, Ledehur, II. S. 4»6: v. Stranpitz. — W. B. d. Sachs. Staaten VUI. 56. 

Straven, Stranven (Schild vpn Silber und Schwarz quergetheilt, 
mit drei schrägrechts gelegten Muscheln). Ein früher zu dem rhein- 
ländischen Adel * gehörendes Geschlecht, welches 1660 mit dem 
Thurm zu Mon^oie an der Roer belehnt war. Zu demselben gehörte 
der 1641 zum Bischof von Joppe und Weihbischof zu Cöln geweihte 
Georg Paul Stravius. 

Fahne, 11. S. 237. — Freih. v. Ledebur, II. ,S. 496. 

Streber. Im Kgr. Bayern bestätigter Adelsstand vom 23. Jan. 
1813 und zwar auf Grund eines Etzdorfischen Pfalzgrafen -Diploms 
vom 16. Nov. 1791 für Franz Aloys Streber, Gräfl. Lerchenfeldischen 
Guts Verwalter zu Aham. Derselbe, geb. 1762, wurde, nach Anlegung 
der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, als Gutsbesitzer von Hirzelbach 
und Niederviehbach in dieselbe eingetragen 

V. Lang, S. 663 und 64. — W. B. d. Kgr. Barern, IX. 1. 

Streb! V. Strahlfeld, Edle. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1818 für Joseph Strebl, Rittmeister bei dem Mährisch - Schlesi- 
schen Militair-Landesgestüt- und Remontirungs-Departemente , mit: 
Edler v. Strahlfeld. 

Megerle v. Mühlfeld, S. 271. 

Strecker v. Rantenstrancli, Edle und Ritter. Reichsritterstand. 
Diplom von 1748 für Wilhelm Ignaz Strecker, Magistratsrath und 
Wiener Stadt-Banco-Obereinnehmer, mit: Edler v. Rautenstrauch. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 147 und 48. 

Stredete , Stredele v. Montani (Schild der Länge nach getheilt : 
rechts in Blau ein goldener, gekrönter Greif und links in Roth ein 
schrägt i 11 ker, silberner Balken, an welchen sich oben eine halbe, sil- 
berne Lilie anlehnt). Ein früher in der Grafschall Glatz vorgekom- 
menes Adelsgeschlecht, aus welchem 1629 Carl Stredele v. Montani, 
kaiserl. Commissar bei dem Fürstentage zu Breslau war. 

Freih. v. Udehur, II. S. 496. 

Streer und Streer v. Streeruwicz. Erbl. - österr. Adels- und 
Böhmischer Ritterstand. Adelsdiplom von 1743 für Joseph Streer, 
Rentmeister zu Miess und Ritterdiplom von 1748 für Joseph v. Streer, 
Primator zu Miess, mit: v. Streer v. Streeruwicz. 

Megerle v. Mühlfeld, Erf.-Bd. S. XIS und 468. 



— 83 — 

Stregen v. Glaubnrg , Freiherren (Schild der Länge nach ge- 
theilt: rechts in Schwarz ein goldener > mit drei schrägrechten, über 
einander gestellten, rothen Herzen belegter, schrägrechter Balken: 
Stregen und links in Silber ein eingebogener, schwarzer Sparren, be- 
>gleitet oben von zwei, unten von einer rothen Burg: Glauburg). 
Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diploin. vom 20. Aug. 1851 für Felix 
V. Stregen, k. k. Feldmarschall-Lieutenant u. Director der Ingenieur- 
Academie zu Wien und zwar mit der Erlaubniss für sich und seine 
Nachkommen, seinem Kamen und seinem angeborenen Wappen den 
Namen und das Wappen des im Mannesstamme erloschenen freiherr- 
lichen Geschlechts v. Glauburg — s. Bd. III. S. 537 den Artikel: 
Glauburg, Freiherren — hinzufügen zu dürfen. — Die Familie v. 
Stregen ist ein altes Adelsgeschlecht, dessen Stammvater im 16. 
Jahrhunderte aus Spanien nach den Niederlanden kam. Die Nach- 
kommen desselben , welche sich auch de Streghen und de Streegen 
schrieben, waren im 17. Jahrh. namentlich in Utrecht ansässig und 
Mehrere derselben führten, neben dem Namen de Stregen, auch den 
Beinamen: d'Assovedo, wie noch 1745 Jean Philipp d'Assevedo, 
nomme de Stregen, Gräflich Merodescher Amtmann, als Bevollmäch- 
tigtei* des Merodeschen Hauses in einer bei dem Kammergerichte zu 
Wetzlar anhängigen, die freie Reichsherrschaft Stein betreflfenden 
Rechtssache vorkommt. — Franz Gobert de Stregen, Sohn des Mat- 
thias de St., lebte um 1690, war mit Margarethe v. Kessel vermählt 
und besass das Lehnsgut Terbrügcn in der oben genannten Herr- 
schaft Stein. Der Sohn desselben, Johann Joseph v. St., geb. 1700 
und gest. 1760, früher kurcölnischer Ober- Amtmann , später Lehns- 
statthalter zu Odenkirchen , hatte aus der Ehe mit Maria Catharina 
Esther v. Betoun aus einem alten geldernschen Adelsgeschlechte, 
neben zwei Töchtern, sechs Söhne. Von letzteren trat Franz Joseph 
Caspar v. St., geb. 1742, 1763 in k. k. Militairdienste, vermählte 
sich 1780 mit Maria Catharina v. Aul aus Frankfurt a. M. , machte 
sich daselbst ansässig, setzte den Stamm fort und starb als k. k. Ober- 
Kriegs-Commissar. Von seinen Söhnen, die bis auf zwei jung stai'ben, 
trat der ältere, FeUx, geb. 1782, in die k. k. Armee u. brachte später, 
8. oben, den Freiherrnstand in die Familie. Derselbe, gest 1854, 
hatte sich 1816 mit Maria Eleonore Freiin v. Glauburg, Einer der 
letzten weiblichen Sprossen des alten Stammes, von welcher er, wie 
angegeben, Wappen und Beinamen erbte, vermählt und aus dieser 
Ehe entspross: Freiherr Heinrich, geb. 1817, Senior der Familie, k. k. 
pens. Oberstlieutenant. Die Schwester des Freiherrn Heinrich ist: 
Freiin Josephine, geb. 1831, verm. 1852 mit August Freih. v. Boltog, 
Mitgliede der altadeligen Gauerbschaft Alten - Limpurg, Jur. utr. Dr. 
und Canzleirath zu Frankfurt a. M. 

Geneal. Taschenbuch d. freih. Häuser, 1854, 8. 545, 1855, S. 606 und 6U7, 1857, S. 747—60, 
1864, S. 882 und »3 u. ff. — Kneschke, III. S. 411—13. 

Strehl V. Brizay, Freiherren (Schild ge viert mit Mittelschilde. 
Mittelschild quergetheilt: oben in Gold ein rechtsgekehrter Mohren- 
kopf mit weisser Kopfbinde und unten in Roth zwei silberne Q,uer- 

G* 



-. 84 — 

balken. 1 und 4 in Gold ein rotheß Castell mit Zinnen und di-ei 
Zinnenthürmen und 3 und 4 m Blau drei silberne gefluthete Quer* 
balken). Freiherrnstand des Kgr. Bayern. Diplom vom 25. Bept 
1833 für Gottlieb Strehl, ehemaligen schweizerischen Oberlieutenant, 
mit dem Beinamen: v. Brizay. Die Familie ist von dem ebenfalls 
bayerischen Geschlechte der Freiherren v. Ströhl ganz yerschieden. 

W. B. des Kgr. Bayern, XI. 88. — v. J7«/n«r, bayerischer Adel, Tab. 63 a. S. 59, — Kne»ehke, 
IV. S. 896 und 97. 

Streicher. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1797 für Ignaz 
Streicher, k. k. Gubernialrath und Polizei-Director zu Lemberg. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 871. 

Streiff V. Lanenstein. Ein aus dem Zweibinickenschen stam- 
mendes Adelsgeschlecht, welches zu Anfange des 17. Jahrh. nach 
Liefland kam und dann in Ostpreussen zu Eygarren und Kamschen 
unweit Ragit begütert wurde. — Johann Streiff v. Lauenstein, früher 
k. schwed. Oberst, starb als kurbrandenburg. Oberst 1632 zu Marien- 
burg und zu Ende des 17. Jahrh. lebte noch Johann Heinrich Streiff 
V. Lauenstein, k. schwed. Oberstlieutenant und Landmarschall der 
liefländischen Ritter- und Landschaft. 

0€nth€t U/S. 1117 und 18. — FreiÄ. v. Ledebur, II. S. 4%'. 

Strein y. Schwarzenau, s. Seh wartzenau, Strein v. 
Schwartzenau, Schwarzenau, Freih. u. Grafen, Bd. VIIL 
S. 388 und 389. 

Streinsberg, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1803 
für Ludwig Joseph Streinsberg, k. k. Hof- und Sternkreuz -Ordens- 
Secretair, mit: Edler v. 

Megerle v. MüMftld, Erg.-Bd. S. 463. 

Streit, auch Freiherren. (Freiherrl. Wappen: in Roth eine aus 
dem Schildesfusse aufsteigende goldene Mauer mit drei Zinnen und 
mit drei schrägrechten , blauen Balken belegt , aus welcher ein ge- 
harnischter Ritter mit Federn geschmücktem Helme, in der Rechten 
eine Streitkolbe haltend und die linke in die Seite setzend, aufwächst. 
Das Wappen einer adeligen Linie giebt Freih. v. Ledebui*, wie folgt, 
an : „Querbalken mit Zinnen , unten drei schrägrechte Balken und 
oben wäcliKt ein geharnischter Mann hervor, der in der Rechten einen 
Commandoötab, in der Linken aber drei Blumen hält). Ein in neuer 
Zeit zu dem Adel in Preussen und Sachsen zählendes Geschlecht, 
welches liinigo aus Schlesien herleiten wollen. — Franz Moritz Freih. 
V. Streit erhielt 1838 das Patent als k. säclis. Lieutenant in der In- 
fanterie und ein Premierlieutenant v. Streit stand 185ü im Sanger- 
liausenschen Bataillon des k. preuss. 31. Landwehr - Regiments, — 
Im Kgr. Sachsen hatte die freih. Linie das Rittergut Medewitzsch 
unweit Pegau an sich gebracht. 

Dresdner Kalander zum Gebr. für die Residenz, 1847, S. 146 und 1848, S. 148. -~ Freih. v. Le- 
dtlfur, II. S. AVI und lU. S. «48. — W. B. d. SÄchf. Stuten, IX, P6: F. H. v. St. 

Streit (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold eine rothe 
Rose und links in Blau ein goldener Greif). Altes, schledischee 



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Adelsgeschlecht, welches bereits 1417 und noch 1578 zu Simbsdort' 
unweit Bolkenhain sass, angeblich dasselbe Geschlecht, welches auch 
in Tirol vorkam. Hermann Streit war um 1330 ein vornehmer Ca- 
valier unter Herzog Bolko zu Fürstenberg und Lucas Streit w^ird 
1417 so wie Friedrich Streit zn Simsdorl" in Landest urstlichen Briefen 
noch 1578 genannt. 

flinapitis, I. S. 95«. — Gtnihe, U. S. IIIS. — Freih. v. Ledebur, II. S. 497. — Siebmaeher, 
n. 40: T. Streit, Sohlesisch. 

Streit, Streitt v. Immendingen, anch Freiherren (Schild geviert: 
1 und 4 von Gold und Roth schrägrech ts getheilt: die obere, goldene 
Abtheilung ist mit einer rothen, golden besamten Rose belegt, die 
untere, rothe aber leer und 2 und 3 in Blau ein einwärts gekehrter, 
gekrönter, goldener Greif). Durch Lehenbriefe und Patente der 
alten Französischen Regienmg erprobter Freiherrnstand. — Altes, 
breisgauisches Rittergeschlecht, welches später unter Französischer 
Hoheit im Elsass blühte. — Der Sitz Immendingen (Imendingen) 
war schon 1615 an das Geschlecht Reischach übergegangen. — 
Nach Anlegung der Adelsmatrikel des Krg. Bayern wurde in die 
Freiherrn classe derselben eingetragen : Anton Heinrich Freih. Streitt 
v. Imendingen, geb. 1748, k. bayer. Kämmerer und General-Major. 

V. Lang, S. 24ß. — W. B. de» Kffr. Bayern, IV. 'il und v. Wölckcin, Abth. 4. S. 49 und ßO. 

Streit V. Streitburg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1791 
für Stephan Streit, k. k. Hauptmann bei dem Warasdiner St. Georger 
Infanterie-Regimen te, mit: v. Streitburg. 

Megerle v. Mühl/eld. Erg.-Bd. S. 4<^3. 

Streitberg (Schild geviert : 1 und 4 in Roth eine, mit der Spitze 
rechts gekehrte, aufrecht gestellte Heppe mit goldenem Stiele und 2 
u. 3 in Gold ein rechts gekehrter, doppelt geschweifter, blauer Löwe). 
Eins der ältesten und angesehensten fränkischen Adelsgeschlechter, 
dessen gleichnamiges Stammschloss, auf einem hohen Berge unweit 
Ebermannstadt, später von einem Fürstl.Bay reu thschen Oberamtmann, 
bewohnt wurde, -r- Der Stamm , aijs welchem um die Mitte des 15. 
Jahrb. .lohann Streitberg Bischof zu Regensburg war. soll schon um 
1197 geblüht haben. Von der Linie zu Burggeub, welche noch zu- 
letzt vorkam , nennt Gauhe mehrere Sprossen. Von Dietrich v. St. 
auf Burggeub, der freien Reichsritterschaft in Franken Hauptmann, 
stammten zwei Söhne: Carl und Hector. Von Carl v. St. auf Veill- 
brunn, Gallendorf, Sachsengrün, Ebnath, Hermannsdorf u. s. w. , im 
30jährigen Kriege kursächs. Oberst und später markgr. brandenb. 
Lehnsgerichts-Assessor und des Hauses und der Herrschaf t Rotenberg 
Granerben, entspross Siegmund v. St., der freien Reichsritterschaft 
in Franken Rath, welcher 1685 seinen Zweig schloss, Hector v. St. 
aber, Herr auf Burggeub, kaiserl. Oberstlieutenant, des K. Landge- 
richts vom Burggrafenthum Nürnberg Präsident, kurbayer. Rath und 
Amtshauptmann zu Neustadt, hinterliess einen Sohn: Hans Wilhelm 
V. St., Herrn auf Strösendorff', Burggeub, Veillbrunn, Sachsengrün, 
Hartmansreuth, Gatten, Daschen und Obemdorff, welcher als ältester 



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Rath der Ritterschaft in Franken 1690 im 65. Lebensjahre starb. 
Mit ihm erlosch das ganze Geschlecht. 

J. S. Fiebtoeüer, Leiehenpredigt and Lebenslanf H. W. t. Streitbergs, sdnet Qeschlechts der 
Letzte, 1690. — v. HcUUUin, II. S. 409. — v. Falkenstein, Antiqait. Nordgav. VI. S. 460. — tfouAe, 
I. 2482 and 88. — Zedier, 40. S. 910 nnd 11. — Biedernumn, Ganton 0«bttrf , Tfcb. 867—74. — 
Salver, S. 270 and 443. — Siebmaeher, 1. 108: v. Streitberg, Frftnkisch. 

Streitberg, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1728 
für Wenzel v. Streitberg, Truchsess, Böhmischen Schatzmeister und 
Titular-Kammerrath. Derselbe stammte aus einer in den östeir. 
Erblanden u. in Böhmen sesshailen Adelafamilie, welehe nach Allem 
von dem alten fränkischen Geschlechte dieses Namens ganz verschie- 
den war. 

Megerk v. MWafeld, £rg.-Bd. 8. 213. 

Streitenfeld, Müller v. Streitenfeld. Ein früher zu dem schle- 
sischen Adel gehörendes Adelsgeschlecht, dessen Ahnherr Martin 
Müller war, welcher für seine Tapferkeit im 30jährigen Kriege den 
Reichsadelsstand mit: v. Streitenfeld erhalten hatte. Derselbe ver- 
mählte sich in Schlesien mit einer v. Nostitz a. d. H. Wilckau im 
Schweidnitzischen , doch entsprossten aus dieser Ehe nur vier 
Töchter, die durch Verheirathung in vornehme schlesische Adels- 
familien kamen. 

Bmapiu», U, S. 1044, — Oauke, II. S. lllft. — Frtik. t>. Udebur, D. S. 497. 

Streithagen, Jndenkop v. Streithagen (in Roth ein goldenes, 
die Schildesränder beriihrendes Kreuz und in der rechten Oberecke 
ein blauer Judenhut). Ein im 16. und 17. Jahrhundert am Nieder- 
rhein begütertes Adelsgeschlecht. Dasselbe sass bereits 1502 zu 
Urrfeld unweit Aachen und 1590 zu Eickholt, erwarb dann das Gut 
Metzenhausen bei Aachen und Mühlenbach im Ländchen Heiden und 
war noch 1650 zu Eyss unweit Limburg begütert. 

Fahne, I. S. 425. — Freih. v. Ledebur, II. S. 497. 

Streithorst, v. der Streithorst (in Roth zwei ins Andreaskreuz 
gelegte dreizinkige Streitgabeln [nach Siebmachers Declaration: 
eisenfarbige StreithorsteJ mit goldenen Stielen). Altes, ursprünglich 
westphälisches Adelsgeschlecht aus dem gleichnamigen, bereits 1421 
vorkommenden Stammhause im Osnabrückschen , welches später in 
dai« Braunschweigische und Hannoversche , in das Magdeburgische 
und Brandenburgiache und aus Westphalen auch nach Curland und 
Ostpreussen kam. — Das lüneburgische Gut Abbensen an der Fuse 
wurde um die Mitte des 17. Jahrh. an die v. Bülow verkauft. — Von 
den im Laufe der Zeit an sich gebrachten Gütern war die Familie im 
Mansfeldischen noch 1716 zu Creisfeld und Erdebom und 1745 zu 
Adendorf gesessen. — Von Christoph v. St., herzogl. braunschw. 
Sciiloöshauptmann zu Wolfenbüttel. — Enkel des 1640 verstorbenen 
Heinrich Julius v. d. St. , Herrn zu Rottorf und Abbensen, k. schwed. 
Rittmeister-, herz, braunschw. Landdrost und Inhaber des Schlosses 
Königslutter — stammte Franz Christoph v. d. St., welcher um 1706 
als herz, lüneburg. Schatzrath vorkommt; ein v. d. St. starb 1720 als 
k. preusH. Oberst und Friedrich Hermann v. d. St. war um 1731 herz. 



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Württemb. Oberst. — Letzterer starb ohne Nachkommen 1735 als 
Schwäbischer Kreis- und herz, württemb. Generalmajor, Chef eines 
Infanterie - Kegiments und Obervogt zu Heydenheim und Heubaeh 
und später, 1768, starb, ebenfalls ohne !N achkommen, Leopold Chri- 
stian Wilhelm V. der Streithorst, Markgräfl. Brandenb. - Onolzbach. 
Geh. Rath, Oberster und Oberamtmann zu Burgthann. Beide waren, 
so viel bekannt, die letzten männlichen Sprossen des alten Stammes 

PJtfßngtr, III. S. 285. — Gtnüu , I. S. 2482 n. 89. — Zedier, 40. S. 915 u. 16. — Maneeke, 
Beschr. d. Fürsten th.* Lüneburg, II. 8. 278 (13). — Freih. v. Ledebur, II. S. 4U7. — SiebtHocher, 
I. 182: v.Stieithont, Braunschweigisch. — v. Jfedinff, 111. S. 649. — Tyrojff, I. 74 und .Siedenikcaf. 
1. S. 26 und 27. — Neimbt, OurUndischet W. B. Tab. 39. 

Streitwitz (in Silber der Kopf u. Hals eines Xameels von natür- 
licher Farbe, oder eines Drachen). Altes, thüringisches, später ins 
Meissensche und Brandenburgische gekommenes Adelsgeschlecbt. 
Dasselbe sass 1560 zu Rembdendorf. im Beussischen und zu Lagarth, 
1650 zu Obhausen unweit Querftirth und noch 1780 zu Gross- Jena 
bei Weissenfeis und zu Mohsen unweit Züllicbau. 

Frtih, V. Ledelmr, II. 8. 497 und UI. S. 348 

Strele, v. Strele zu Lebenberg und Stralenberg. Erbl.-österr. 
Adelsstand. Diplom von 1780 lür Joseph Carl Strele, Schützenhaupt- 
mann und Umgeld-Einnehmer zu Ehrenberg in Tirol, mit: v. Strele 
zu Lebenberg und Stralenburg. 

Jfe^eHe v. MüMfeld, S. 148. 

Stremler (Schild schräglinks getheilt: oben, rechts, in Blau ein 
goldener Vollmond, umgeben von sieben goldenen Sternen und unten, 
links, ein fliegender, silberner Adler, in den Klauen ein goldenes 
Füllhorn haltend). Adelsstand des Grossherzogthums Warschau. 
Diplom vom Könige Friedrich August L von Sachsen als Grossherzog 
zu Warschau von 1812 für Peter Stremler, Negocianten zu Posen. 

Freih, v. Ledelmr, IL S. 497. 

Stremnitzer v. Stremnitzberg, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. 
Diplom von 1766 für Maximilian Franz Xaver Stremnitzer v. Strcm- 
nitzberg, Pachter der Herrschaft Luttenberg und Malleck in Steier- 
mark. Derselbe aus einer Steiermark ischen Familie stammend, weiche 
das Haus am Bacher und das Gut Rogens an sich gebracht, hatte mit 
dem Prädicate: v. Stremnitzberg 1763 den erbl.-österr. Adelsstand 
erlangt. Zu diesem Stamme gehörte auch Johann Anton Edler v. 
Stremnitzberg-Terglauschnigg, welcher 1794 in den erbl.-österr. Rit- 
terstand versetzt worden war. 

MegerU v. MiiM/eld, S. 148. Erg.-Bd. S. 464. — SehtnutM, IV. S. 114. 

Strempel (in Silber ein schräglinker, blauer Balken, und vor 
demselben ein laufender, natürlicher Hirsch). Ein in neuer Zeit zu 
dem in Schlesien begüterten Adel zählendes Geschlecht. Dasselbe 
sass 1817 in Schlesien zu Fürstenau, Wallwitz und Nieder-Zecklau, 
sämmtlich bei Freistadt. 

FreiM. v. Ledebur, II. S. 497. 

Streng (Schild durch einen rothen Balken quergetheilt: oben 
in Gold ein schwebender, geharnischter Arm, in der Hand ein 




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Schwert Hchwingend und unten in Silbei- der Rchwarze Umj-iHs eini-r 
Schanze). OstpreusBisches Ade If^sctii echt, welche» bereits 1120 
zu Linhteinen unweit Otiterode saw und dann auch die Güttii* üohh- 
nitten, Jaegerawalde , Lippitz, Kogonuen und Warnciuen zeitweise 
beaasa — Ein Hauptmann v, Streng stand noch 1856 im Ortetsbui^r 
Balaillon des k. prenes. 2. Reserve Landwehr- Regiment». 

fni». s. Ltdrlmr. U. S. 497. 

Strenge (in Eoth ein rück wärtsseheii der, silbergrauer Strauds). 
Ein in den Usten der K. Preuss. Armee mehrfach genanntes Adek- 
geechlecht. Ein Major v. Strenge wii-d 1806 aufgeführt und 1856 
stand ein t. Strenge als Lieutenant tm 30. Landnehr-Begimente. 

Frea. V. J>ifch£i-, n. 9. 4M. 

Strenner t. Felsenliofen, Ritter. Erhl.-oslerr. Kitterstand. Di- 
plom von 1782 für Joseph Joachim Streuner, mit; v. Felsenhofen. 

JTtftrlt g. XUMlfeld, ttf.-Bi. S. H% 

Strenmen (Schild .quergetheilt: oben in Silber ein blau geklei- 
deter Am und unten von Ruth und Blau geschacbt). Alt«s, schon 
im 14. und 15. Jahrh. in der Mark Brandenhurg und im 18. Jahrh. 
in Ostpreussen ansehnlich begütertes Adclsgeschlecht , welches auch 
Streim, Strehm, Strommen und Strömen goschrieben wurde. Das- 
selbe sasB in der Mark Brandenburg bereits 1;}28 zu Trebatsch bei 
Lnbben, hatte dann andere Güter inne und war noch 1650 zu Bret- 
Bchcn begütert, in OstpreusKen aber standen der Familie schon 1701 
Kinkeim, Leistenau und Groes-Sauegartcn, 1727 Fuchsbofen, Kobi- 
lanken, Leistenau, Nohnen, Klf^in-Göllen und Wordommen und noch 
1750 Kinkeim und Gross-Söbro^t zu. 

FnA. *. Ltditmr, II. S. ia». 

Strettwieg. Altes, sleicrraiirkiwches Adelsgeschleeht, welches 
vom 13. bis 16. Jahrh. zu Vaso]d»<berg und Waasen begütert war. 

Strick, Strick t. Linachoten (Schild geviert, mit blauem .Mitlol- 
schilde und in demselben eine goldene Lilie. 1 und 4 in Schwarz 
drei neben einander gestellte Morictten und 2 und 3 in Roth ein 
schritgreohter, silbciTier Balken). Ein in den Kiederkinden noch 
blühendes Adelsgeschleeht, welches früher auch im llünsterlaude an- 
gesessen war. Spro^Ncn des Geschlechts kommen als Burgmänner 
zu Nienburg uuweit Ahaus 1276 und in den Münstcrschen Landes- 
vercinen von 1399 u. 1446 vor und beMassen bereits 1379 und noch 
l.'i7y dan Erbe Steuerdiiik im Kirchspiele Borghorst und 1610 unter 
Anderen das Gut Bittcrtink im Kirchspiele Liier unweit Steinfurt. 

Strickstrock v. Wnlwiesen. Erbl.-Östcir. Adelsstand. Diplom 
1802 fiir Rudolph Strickstrock, k. k. Artillerie-Hauptmann, mit: 
Walwiesen. 

Mtttrit r. MaujiU, S. 171. 



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Striesseck, Edle v. Rieseneek. Ein in Steiermark begütertes 
x\delsge8chleotit , welches aber seine Güter 1821 an Adrian Grafen 
Des Enffans d'Avernas verkauile. 

SekmuU, IV. S. 115. 

Strobel v. Hanstatt nnd Scliwanenfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. 
Diplom von 1781 für Michael Strobel, Oberstwaldamts und Haupt- 
zollamts-Gegenschreiber zu Primör in Tirol und für den Bruder des- 
selben, Christoph Strobel, Gräfl. Welspergischen Bergwerks- Verweser 
zu Primör, mit : v. Haustatt und Schwancnfeld. 

MegerU v. MUMfeld, Erg. -Bd. S. 464. 

Strobel v. Strobelli. Reichsadelsstand. Diplom von 1714 iiir 
Jeremias Ferdinand Strobell, Rath des Bischofs von Passau, mit: v. 
Strobelli. 

M9gtrU V. Mühlfeld, Erg..ßd. S. 464. 

Strobl, Strobl v. Stein nnd Wisenegg. Erbl.-österr. Adelsstand. 
Diplom von 1743 für Johann Jacob Strobl, Oberösterr. Regiments- 
Advocaten und Landrichter der Herrschaft Welsperg zu Toblach im 
Pusterthale, mit: v. Stein und Wisenegg. 

Megtrle v. Mühlfcld, Erg.-Bd. S. 4C4. 

Strobscbiitz , Stropschntz (in Blau zwei silberne Pfahle). Ein 
in der Niederlausitz zu Göi*sdorf, Jochsdorf und Gross-Tschacksdorf 
bei Sorau früher gesessenes Adelsgeschlecht. Namen und Wappen 
kamen 1789 durch Adoption an die Familie Miesitscheck v. Wisch- 
kau, 8. Bd.- VI, S. 288 den die Familie Miescheck, Misitscheck v. 
Wischkau, genannt v. Strobschütz betreffenden Artikel. — Eine 
Amtsräthin von Strobschütz lebte noch 1837 zu Luckau. 

Frtih, u. Udebur, H. S. 498. 

Stroebl, Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein schräg- 
rechter , silberner , geflutheter Balken , welcher oben und unten von 
einem silbernen Stern begleitet wird und 2 und 3 in Gold ein doppelt 
geschweifter, rother Löwe). Kurbayerischer Freiherrnstand. Diplom 
vom 3. März 1769 für den Regierungscanzier und Lehenpropst zu 
Straubing Ströhl. — Ein ursprünglich schlesisches und lausitzisches 
Geschlecht, welcher früher sich Strehla schrieb u. 1758 inXurbayem 
als Ritterlich ausgeschrieben wurde. Der Vater des Empfängers des 
Freihen'ndiploms , Johann Georg Stroehl, war kurbayerischer Hof- 
kammerrath und Mauth - Commissar. — Nach Anlegung der Adels- 
matrikel des Kgr. Bayern wurde in die Freihermclasse derselben 
eingetragen: Aloys Johann Nepomuk Freih. v. Ströhl, geb. 1768 — 
— Sohn des Regierungscanzlers Freih. v. Stroehl — k. bayer. Käm- 
merer, (leneral major und Commandant der Haupt- und Residenzstadt 
München. 

V. Lang, S. 247. - W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 22 u. v. WOlckern, Abth. 4. S.50. — v. He/ner, 
bayer. Adel, Tab. 63 und S. 69. — Knesehke, IV. S. 896 nnd 97. 

Strohmayer v. Kleeberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1787 für Anton Strohmayer, Siebenbürgischen Thesauriats-Secretair, 
mit: V. Kleeberg. 

MtgtrU V, Mtihl/eld, S. 271. 



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Strohwald. Mindensches Adelsgeschlecht, welches den nach- 
maligen Vinckschen Hof in Lübbecke und eine Mühle daselbst besass. 
— Bernd Stroh wald kommt 1572 als Hauptmann und Deputirter der 
Mindeuschen Ritterschaft vor. — Das Geschlecht ist im Mannsstamme 
9. Mai 1648 mit Balthasar Heinrich Strohwald, adeligen Bürgermei- 
ster in Lübbecke, erloschen. 

Freih. v. Ledebur, II. s! 498 and m. S. 348. 

^ Stroltz, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1731 

für Johann Christian Stroltz, königlichen Eiscus in Böhmen. 

MegerU v. Mühlfeld, Er^r.-Bd. S. 213. 

* Strombeck, auch Freiherren (in Roth ein silberner, quergezo- 

gener Strom). Erneuerter und bestätigter Reichsadels- und Frei- 
herrnstand des Kgr. Westphalen. Adels-Erneuenings - und Bestäti- 
gungsdiplom vom 25. Nov. 1800 für Christoph Georg v. Stromberg 
zu Braunschweig, Herrn auf Gross-Sisbeck und Gross-Twülpstedt und 
Ausdehnung des eben angeführten Adels-Erneuerungs-Diploms vom 
1. Juli 1802 für Heinrich Conrad Balthasar v. Strombeck (gest. 1806), 
h. braunschw. Lieutenant, Ernst Johann Heinrich v. St. (gest.. 1840) 
und Johann Wilhelm v. St (gest 1825), h. braunschw. Amtsrath und 
für die Nachkommen derselben und Freiherrndiplom vom 22. Sept 
1812 für die Gebrüder Friedrich Carl v. Strombeck (geb. 1771 und 
gest. nach 1837), k. westphäl. Staatsrath (später Fürstl. Lippeschen 
Geh. Rath und h. braunschw. Ober-Appellations - Gerichts - Rath zu 
WolfenbütteH und für Friedrich Heinrich v. Strombeck (geb. 1773 
und gest. 1831), k. westphäl. ersten Tribunalrichter in Celle (später 
k. preuss. Geh. Justiz - u. Ober-Landes- Gerichts-Rath zu Halberstadt). 
Beide waren Gelehrte im vollen Sinne des Worts. Ersterer gehörte 
zu den vielseitigsten u. fruchtbarsten deutschen Schriftstellern seiner- 
zeit und Letzterer zeichnete sich durch mehrere practisch -juristische 
Werke auf das Vortheilhafteste aus. — Der Stamm blühte fort und 
1856 stand ein Rittmeister Freih. v. St. im 10. k. preuss. Husaren 
Regimente und ein Rittmeister Freih. v. St. im Garde-Husaren-Regi- 
mente. Dieselben besassen im Braunschweigischen das Gut Twülp- 
stedt. — Die Familie v. Strombeck schrieb sich vor dem 16. Jahrh. 
V. Ströbke oder Strobecke und stammt ursprünglich aus dem ehema- 
ligen Hochstifte Halberstadt, in welchem ihre Hanptbesitzungen in 
dem Dorfe Strobeck und in der Gegend, wo jetzt noch das Geschlecht 
begütert ist, gelegen haben mögen. Schon im 13. Jahrh. erlangte 
die Familie das Fatriciat der damals von den Landesfiirsten unab- 
hängigen Stadt Braunschweig, wo Egeling v. Stromberg, der Stamm- 
vater aller späteren v. Stromberg, schon 1302 Bürgermeister war. 
Seit dieser Zeit, bis zu welcher der Stammbaum ununterbrochen fort- 
geführt ist, lebten die Glieder der Familie in Braunschweig im Be- 
sitze der mit dem Patriciate verbundenen höchsten Magistraturen 
und brachten ansehnliche Güter im H. Braunschweig -Wolfenbüttel, 
im Lüneburgischen , Calenbergischen , Hildesheimischen und Halber- 
städtischen an sich. Obwohl das erwähnte Patriciat dem Adel der 



— 91 — 

Familie nicht nachtheilig sein konnte, fand dieselbe doch für erfor- 
derlich, eine kaiserliche Adels-Erneuerung sich, wie angegeben, er- 
theilen zu lassen. 

HaadBchriftliche Notizen. — Behhneier, Braansehw.-LUMburg. Chronik, S. 1780: — v. HiWbmk, 
n. S. 560. — Friedrich Carl Baron v. Strombeck, Darstellungen aus meinem Leben and meiner 
Zeit. Brannschweig. 1833, 2 Bde., Neue Auflage. 1836. — N. Pr. A.-L. IV. S. 249 and 80. — FreOk, 
V. d. Kneseb^ck , S. 277. — Freih. v. Ledebur, II. S. 498. — Hannor. W. B. D. 3 und S. 14. — 
V. Hefner, hannor. Adel, Tab. 31. 

Stromberg, Stromberg, genannt Strombnrg (im silbernen Schil- 
desfusse zwei blaue, querströmende Bäche und darüber in Silber auf 
vier rothen Bergen ein schreitender, rother Löwe). Altes, Münster- 
sches Ministerial- Geschlecht, welches sich hach derselben Burg 
Stromberg unweit Beckum nannte, welche der Sitz der zu dem höhe- 
ren Adel gehörigen Burggrafen v. Stromberg war und noch 1379 in 
der Nähe der Burg im Kirchspiel Alen begütert auftritt. Später kam 
die Familie in Curland vor, von wo sie sich nach Ostpreussen begab 
und zu Prasnicken bei Königsberg und Sausgarten unweit Pr. Eulau 
sass. Sprossen des Stammes standen noch in der zweiten Hälfte des 
18. Jahrh. in der k. preuss. Armee und Casimir Wilhelm v. Strom- 
berg, dessen Yater preussischer Officier gewesen, starb 1 773 als Lieu- 
tenant im nachmaligen Regimente v. Schöning. 

Freih. v. Udebur, U. S. 498. — Ntimbta Curländ. W. B. Tab. 39. 

' Stromer, Stromer y. Reichenbach, auch Freiherren (in Both ein 

gestürzter, silberner Triangel , dessen Spitzen mit halben, silbernen 
Lilien besteckt sind). Im Königr. Bayern bestätigter Freiherrnstand. 
Bestätigungsdiplom vom 3. Juni 1820 für Christoph Friedrich Stro- 
mer V. Reichenbach , quiescirten Pfleger zu Altdorf und für den Bru- 
der und Vetter und für die Base desselben. — Altes, nürnberger, 
adeliges Patriciergesch locht, welches das Rittergut Grünsberg bei 
Altdorf an sich gebracht hatte. Dasselbe soll anfangs Reichenbach 
geheissen und zu Kammerstein gewohnt haben , als aber Grerhard v. 
Reichenbach 1205 durch Verheirathung in das Geschlecht der Wald- 
stromer gekommen, hat derselbe den Namen Stromer, oder Stromayer 
angenommen. Ulrich Stromer war des Kaisern Maximilian I. Kriegs- 
rath und Hauptmann in Flandern. — Das oben erwähnte Erneue- 
rungsdiplom des der Familie zustehenden Freihermstandes wurde 
auf Grund der Vorlegung glaubwürdiger Urkunden ausgefertigt. — 
Nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern wurden in die- 
selbe eingetragen: Christoph Friedrich Edler Stromer v. Reichenbach, 
geb. 1747, quiesc. Pfleger zu Altdorf, mit dem Bruder desselben: 
Johann Sigmund Jacob Carl Edlen Str. v. R., geb. 1758, quiesc. Se- 
nator in Nürnberg und mit dem Vetter: Christoph Friedrich Edlen 
Str. V. R. , geb. 1 763 , quiesc. Unter-Gerichts- Assessor in Nürnberg. 
Die Genannten waren die Empfanger des oben angeführten Erneue- 
rungsdiploms des der Familie zustehenden Freihermstandes von 1820. 

Biedermann, Nürnberger Patriciat, Tab. 868—74 und Desselben. Canion Ottenwald, Supplem. — 
N. geneal. Handb. 17T7 S. 386 und 1778. S. 886. — Chron. d. R.-St. Nürnberg, S. 139 und 40 und 
8. 293 und 94. — J. K. 8. Kief hoher, chronolog. Verxeichn. der Herren ▼. Stiomer, welche seit 
dem 13. Jahih. in der R.-St. Nürnberg bis auf gegeiiwXrtige Zeit zu Rath gingen. 1787. — Oeneal. 
Bandb. der lUths- und Oerichtotthigeu FuniUen der ehemiöifeii ReichMtadt nttrnberg. Dntls Fort- 



— 92 — 

Setzung, S. J65. — v. Lang, S. 564 und Supplcm. S. 144. — SUbmeKher, I. 206 und VI. 21. — 
Jungendres, Einleitung zur Heraldik, Nürnberg, 1729, S. 190 u. 91 und Tab. U. Nr. 48. — Tyroff, 
I. 48. — W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 22 und v. Wölkem, Abtheil. 4. S. 61. 

Strommer, Strommer auf Pftnzing nnd Leoprechting, Freiherren 

(Schild geviert: 1 und 4 in Roth ein gestürater, silberner Triangel, 
dessen Spitzen mit silbernen halben Lilien besetzt sind: Wappen der 
Stromer v. Reichenbach und 2 und 3 in Schwarz eine goldene Salz- 
scheibe). Reichsfreihermstand. Diplom vom 29. Juli 1709 für die 
Gebrüder: Ferdinand Franz Strommer, kurbayer. Hofcanzler in Mün- 
chen und Johann Christoph Joseph Strommer, kurliayer. Oberlieute- 
• nant und später Pfleger zu Schwarzach, mit: auf Pänzing und Leo- 
prechting. Der Mutter derselben, einer geborenen Arzt, welche mit 
dem Bayerischen Kurprinzen sich 1693 in Wien aufhielt, hatte schon 
K. Leopold I. für ihre Söhne den Freiherrenstand versprochen. — 
Wie in das Wappen der Familie das der Stromer v. Reichenbach ge- 
kommen, ist nicht bekannt. — Der Stamm blühte fort und nach An- 
legung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern wurden in die Freiherm- 
classe derselben eingetragen: Franz Joseph Jacob Freih. v. Strommer, 
geb. 1770, k. bayer. Hauptmann und Carl Theodor Freih. v. St., geb. 
1791, k. bayer. Lieutenant. 

V. Lang, S. 247. — W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 23 und v. Wölckern, Abthdl. 4. S. 52 und 53. 

^ Stronsky v. Bndxow, Skronsky v. Bndzow, Stronicben, aneh 

Freiherren (im Schilde ein silbernes Ankerkreuz: Feld rechts und 
links schwarz und oben und unten roth). Böhmischer Freiherrnstand. 
Diplom für Gustav v. Skronsky und Budzow, in Breslau amtlich be- 
kannt gemacht 24. Dec. 1736. Altes, schlesisches, früher Stronichen 
geschriebenes Adelsgeschlecht aus dem Stammsitze Stronn, Skrons- 
kau, im Oelsnischen. Skronskau u. Budzow liegen unweit Rosenberg. 

Gottfried TTiiltm, Geschlechts-Register des adeligen, schlesischen Hauses Stronsky. Brieg , 1702 
— Frtih. V. Ledebur, ü. 8. 49» und III. S. 348. — Siebmacher, 11. 53. 

Strotha (im Schilde auf grünem Boden ein Strauss von natür- 
licher Farbe). Ein aus dem Hannoverschen stammendes Adelsge- 
schlecht, dessen Name in den Listen der k. preuss. Armee vorkam. 
— Der Oberst und Commandeur des Infant. -Regiments v^ Thiele: v. 
Strotha wurde 1806 im Laufe der Belagerung von Breslau verwundet 
und starb an seinen Wunden. Der Sohn desselben, später General- 
lieutenant a. D. , machte sich als Kriegsminister um Preüssen 1848 
sehr verdient. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 250. — Freih. v. Lfdehvr, 11. S. 499. 

Strott V. Stzottenfels. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1708 für Ephraim Strott, mit: v. Schrottenfels. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.Bd. S. 4C4. 

Strnbe (in Blau ein silberner Kranich mit goldenem Schnabel 
und goldenen Beinen , welcher einen goldenen , den Bart nach oben 
und rechtskehrenden Schlüssel im Schnabel hält). Reichsadelsstand. 
Diplom vom 15. Juni 1793 für Georg Philipp Strubc, kurbraunschw.- 
lüneburg. Ober- Amtmann. Die Familie wühle durch Besitz der Güter 
Berensen im Calenbefgischen und Ovelgönne im Hoyaischen dem 



- 93 — 

ritterschaftlichen Adel der CalcDbergschen und Hoyaischen Land- 
schaft in Hannover einverleibt. Von den Sprossen des Stammes 
traten Mehrere in die hannov. Armee. 

Strube, Rechtl. Bedenken, cur. Span^enberg. Hannov. 1827. I. S. XXI. und XXIT. — Freih. 
V. d. Knesebeck, S. 277. — Freih. v. Ledebur, II. S. 499. — Hannov. W. B. E. 8. und S. U. — 
V. Hefner, hannov. Adel, Tab. St. — Knetehke, II. S. 480 und 31. 

Strudel, Freilierren. Reichsfreiherrnstand. Diplom von 1707 
für Paul Strudel, Ingenieur und k. k. Bildhauer und für den Bruder 
desselben, Dominik Strudel, Ingenieur. 

MegerU v. MilMfeld, Erg.-Bd. S. 105 und 106. 

Strudel v.Strndendorf, Freiherren. Eeichsfreiherrnstand. Diplom 
von 1 701 für Peter Strudel , Präfect der k. k. Academie der Künste 
in Wien und k. k. Truchsess, mit: v. Strudendorf. 

Megerle v, Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 105. 

Struensee (in Silber ein dreimastiges Schiff, mit der Danebrogs- 
lahne, auf der See). Dänischer Adelsstand , im Kgr. Preussen bestä- 
tigt und Adelsstand des Kgr. Preussen. Dänisches Adelsdiplom von 

1788 für Carl August Struensee, k. preuss. Geh. Ober-Finanzrath, 
mit dem Prädicate: v. Carlsbach, im Kgr. Preussen bestätigt 1. März 

1789 und Preussische Adelsdiplome vom 26. Dec. 1803 für Gotthilf 
('hristoph Stniensee, Banco-Director zu Elbing und vom 4. März 1820 
für den k. preuss. Polizei -Präsidenten Struensee zu Cöln. — Carl 
August v. Struensee-( -arlsbach , geb. 1735 — älterer Sohn des Ober- 
Predigers Struensee zu Halle und Bruder des unglücklichen k. däni- 
schen Staats-Ministers Johann Friedrich v. Struensee, geb. 1737 und 
hingerichtet 28. April 1772, welcher als k. dän. Geh. Staats-Secretair 
durch Diplom vom 30. Sept. 1771 in den dänischen Grafenstand er- 
hoben worden war — wurde Geh. Rath u. 1791 Geh. Staatsminister, 
als welcher er 18('4 starb. Seine Gemahlin war Caroline Elisabeth 
Müller, Tochter eines (lutsbesitzers in Schlesien. — Der Minister v. 
St.-C. besass im Hrandenburgischen das Gut Matschdorf unweit Stem- 
berg, auch hatte die Familie in Westpreussen AJt- und !Neu-SchÖn- 
walde unweit Elbing auf einige Zeit an sich gebracht. 

Balthasar MiinUr, lk>kelirung^cschichtc des Grafen Struensee, Copenhagpn, 177«S. — Di. Jen» 
Kragh Host, der dünischc Geh. rabinctsnii nister Graf Johann Friedrich Struensee nnd sein MiaUte- 
rium, Copenhagen, 1820 und 27, 2 Bde. — v. Hellback, II. S. b^l. — N. Pr. A.-L. IV. S. 2ßO. ~ 
Freih. v. Ledebur, II. 8. 4ay. — W. B. d. Preuss. Monarclüe, IV. 72. 

Strünckede, Strnnekede, auch Freiherren (Schild quergetlieilt: 
oben in Gold ein aufwachsender, rother Löwe und unten in Grün 
drei, 2 und 1, silberne Rosen). IveichslVeiherrnstand. Diplom vom 
18. Ort. 1636 lür Conrad v. Strünckede. Altes, westphälisches, 
schon im 12. und 13. Jalirh. begütertes Adelsgeschlecht aus dem der 
Familie bereits 1142 zugestandenen Rittersitze Strünckede unweit 
Bochum, welches in der Grafschaft Mark und im Rheinlande im Laufe 
der Zeit ansehnlich begütert wurde und welches noch in die zweite 
Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein blühte. — Sigismund «Freih. v. 
Strünckede und Herr auf Dorneburg, k. preuss. Capitain, wurde 1731 
Johanniter- Ordens -Ritter und designirter Commendator zu Lietzen; 



— 94 — 

Johann Conrad Freib. y. St. starb 1742 als k. preusB. Geh. Staatsrath 
uüd Staatsminister, Ober-Präsident der Regierung im Herzogth. Cleve, 
wie auch Curator der Universität Duisburg und Conrad Freih. v. St., 
Herr auf Castrop, Dorneburg, Gosewinkel und Strünckede in West- 
pbalen und auf Crudenburg unweit Dienslaken im Rheinlande, sehloss 
1777 den Mannsstamm des alten Geschlechts. 



Htmelwuam, Op. feanl. I. S. 760. — Ditkwtar, ron den Heirenmeistern, S. 7. Nr. 18. — Sanft, 

IV. 



Nachr. U. Stttck« S. 640. — &aiiAe. II. 8. 2486. - Zedier, 40. S. 1089. — N. Pr. A.-L 
S. 250 and 51. — Frnh v. Ledebur, U. S. 499. — v. Mtdmg, UI. S. 649 and 50. 

^ ätrntEky, Stnrtsky, Freiherren (in Blau ein Mann in langer, 
gelber , polnischer Kleidung , der eine Hellebarde über der Schulter 
trägt Altes, polnisches, nach Schlesien , wo dasselbe den firerherr- 
lichen Character. führte, gekommenes Adelsgeschlecht, aus welchem 
Dion}^ius Freih. v. Strutzky 1499 Landeshauptmann des Fürsten- 
thums Glogau war. 

lAMm Schkeisch« Chronik, S. 10S5. — Smojfiua, D. S. 464. — Gmtke, I. S. S486 ond 86. — 
; 40. S. 1094. — Frtik, v. Udtlmr, U. S. 499 and 500. — SUhmaeker, V. 33. 



Stmye (in Silber ein rother Querbalken, begleitet von drei, 2 
und 1 , goldenen Rosen). Russischer Adelsstand. Der k. russische 
Staatsrath und Greschäfbäbetraute bei der Reichsversammlung zu Re- 
gensburg Anton Sebastian v. Struve brachte, vermöge der Russ. kais. 
Adelsordnung von 1785, den Russischen Erbadel in seine Familie. — 
Die Nachkommenschaft desselben bestand aus fünf Söhnen, welche 
bei dem Departemente der auswärtigen G^schätle und bei Gesandt- 
Bchaflen des Russisch -kaiserlichen Hofes angestellt wurden. — Ein 
ans dem Magdeburgischen stammendes Geschlecht, welches schon 
im 16., 17. und 18. Jahrhunderte mehrere Sprossen hervorbrachte, 
welche in allen Theilen der Rechtsgelehrsamkeit, in der Greschichte 
und in der Heilkunde zu bedeutendem Rufe kamen. Zu diesem 
Stamme gehörte auch Carl Ernst Hieronymns Struve, Stadt-Direetor 
au Prenzlow , welcher 1803 das Sabinen-Kloster daselbst u. Antheile 
an den Gütern Röpersdorf, Ellingen. Klinckow und Basedow besass. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 251. ^ Fttik. v. Ltitkmr, U. 8. 500. — Snppl. tu Sic««. W- B., VU. 15. 
— Tgmg, L 14 na4 SielwnlBe», S. 91 an« 82. 



Stryk, Strycke (in mit zwei goldenen Sternen belegtem Blau 
steigt eine rothe Spitze auf, in welcher ein von zwei Schlangen um- 
wundener, silberner Stab aufgerichtet ist). Böhmischer Adelsstand. 
Diplom vom 15. März 1717 für Friedrich Strjk (Stryke), Fün^tl. 
Oels - Bemstaedtschen Regierung^ - Rath und Canzlei - Director. Der- 
selbe, gest 1719, war ein jüngerer Bruder des zu seiner Zeit so be- 
rühmten 1710 verstorbenen Juristen D. Samuel Sirvk. kurbrandenb.- 
preussischen Geh. Ralhs, kaiserl. Pfalzgrafeus u. Pnis?es der Juristen- 
Facultät zu Halle, 

/V»4. V. TtAiT. U. S. 4iM . T. SiXTtr. — Frtik. r. Ltde^r, XL S. dOO. 

Stn«U« Stael« t. Rodäls ud OttM«th (in Silber ein rother 
Pfiüil). Alles, aus Böhmen und üähren nach Schlesien gekommenem 
AdeUgeschlecht, welches 28. Sept. 1618 seiner Verdienste wegen 
QBter den HerruiaUiid in Bräunen angenommen wurde. Dasselbe 



— 96 — 

schrieb sich nach den Gütern Rockitz und Ottmuth im Coselschen, 
welche der Familie bereits im 16. Jahrh. zustanden. — Barbara v. 
Strzela und Ottmuth vermählte sich 1512 mit Friedrich v. Oppers- 
dorf u. wurde eine Stammmutter des später grätiichen Hauses dieses 
^Namens. Jaroslaus v. Strzela auf Oberwitz unweit Gross - Strehlitz 
war 1667 Landesbestallter des Fiirsten£hum8 Oppeln und 1684 De- 
putirter der Evangelischen Graten, Herren und Ritter in Schlesien 
am Kaiserlichen Hofe und der gleichnamige Enkel desselben, erst 
Herr auf Seifersdorf, später auf Arnsdorf im Strehlenschen, vermählte 
sich 1712 in zweiter Ehe mit einer v. Eberhard, nachdem seine erste. 
Gemahlin, eine v. Rohr, im Kindesbette gestorben war. 

Balbkti MisceU. Bohem. Dec. 2. libr. 1. — Sinapius, I. S. 967. — Gauke, I. S. 8486 und 87. 
— Freih. v. Ledebur, U. S. &00 and UI. S. 348. — Siebmacher, I. 74: Die StrzeU v. Itocklts, 
Schlesisch. — v. Meding, TU. S. 660. 

Strzibersky v. Silberberg. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1779 für Johann Franz Strzibersky, Oberstlieutenant bei der k. k. 
Artillerie, mit: v. Silberberg. • 

MegerU v. MiihlfeU, Erg .Bd. S. 464 and 65. 

Stuben, auch Freiherren (in Roth ein weisses Fenster mit gol- 
denem Rahmen). Altes, schwäbisches Adelsgeschlecht, welches 
schon um 1 100 vorgekommen sein soll u. von einigen Schriftstellern, 
doch unrichtig, mit dem Namen: Stubenberg aufgeführt worden ist. 
— Verena v. Stuben wurde 1437 Aebtissin von Sonneberg, später 
aber, 1462, abgesetzt. Heinrich Stuben, Abt zu Gregorienthai und 
Dechant zu Mürbach, starb 1653. Die Brüder desselben, Johann Joa- 
chim und Johann Werner Stuben, setzten den Stamm fort und die 
Nachkommen derselben erhielten den Freiherrenstand. Von densel- 
ben lebte um 1729 Joseph Anton Freih. v. Stuben zu Oberhausen, 
Herr zu Zimmern als herz. Württemb. Reise-Marschall u. der Reichs- 
ritterschaft am Neckar Rath und Ausschuss. 

Bueelini Stemmatogr. P. III. - v. ITaltiUin, III. S. 528 und 24. — Gauh* , l\ $. 2488: aach 
nach Bürgermeister, vom Sch^bischen Reichsadel. — Zedier, 40. S. 1166. — SUbmt^her , I. 117 
V. Stuben, Schwabisch. 

Stnbenberg, Grafen und Herren v. Stabenberg (Stammwappen : 
in Schwarz ein gestürzter, silberner Anker, mit einem durch dessen 
unten befindlichen Ring gezogenen, goldenen Seil, oder Haarzopf). 
Reiohsgrafenstand. Diplom vom 6. Mai 1742 für Wilhelm August 
Herrn v. Stuben berg auf Strassburg und Neundorf, kursächs. Geh. 
Rath und Staats - und Cabinets-Minister. — Eins der ältesten öster- 
reichischen Rittergeschlechter und wohl das älteste eingeborene des 
Herzogthums Steiermark. Der ursprüngliche Stammsitz war die 
Burg Btubenberg unweit Seistritz im grätzer Ki'eise und das spätere 
Stammschloss wurde Ober - Kapfenberg im Mürzthal im brucker 
Kreise, welche letztere Burg 1197 Wülfling v. Kapfenberg an die 
Stubenberg vererbte. Die ältesten Ahnherren reichen in die Zeit 
hinein, in welcher Adel und Abstammung durch Urkunden nicht 
mehr zu erweisen sind. — Urkundlich tritt zuerst Wülfling Stuben- 
berg um 1000 auf und derselbe, dessen Hausfrau Agnes Grf. v. Achs- 
perg war, ist der älteste sichere und allgemeine Stammvater aller 



— 96 - 

Stubenberg. Noch jetzt findet sich im Archive zu Ober-Kapfenberg 
Wiilflings Rüstung und das silberne Behältniss, in welchem derselbe 
den blonden Haarzopf seiner Hausfrau beständig am Helme trug und 
der Sage nach haben diesen Haarzopf der Stammmutter die Stuben- 
berge dankbar dem althergebrachten Anker im Wappenschilde bei- 
gefügt. — Das Erb -Mundschenken -Amt in Steiermark besass das 
Geschlecht schon 1186, in welchem Jahre zuerst einige steiermär- 
kische Erbämter erwähnt werden. Ulrich St. zog 1217 mit Herzog 
Leopold Ton Oesterreich nach Palästina und Wülfing (IL), verm. mit 
•Elisabeth Grf. v. Ortenburg, wurde 1237 vom K. Friedrich II. be- 
fehligt, die Reichsacht wider Friedrich den Streitbaren, den letzten 
Babenberger, zu vollsti'ecken. — Durch die Söhne des Wülfing II. 
schied sich der Stamm in zwei Hauptlinien: Ulrich gründete die 
Hauptlinie zu Wurmberg, welche 1699 wieder ausging und Friedrich 
die Hauptlinie zu Kapfenberg, welche dauernd fortblühte. Doch fin- 
gen mit Wülfing II. schwere Zeiten für das Geschlecht an. König 
Pttokar Przemisl in Böhmen unterwarf sich Steiermark und nahm 
1269 Wülfing II. mit anderen Landherren in mehrjährige Haft, wäh- 
rend welcher die Burgen Stubenberg , Kapfenberg und Wülfingstein 
abgebrochen wurden. Wülfing's II. Sohn, Friedrich, welcher bei der 
Erhebung Albrecht's v. Habsburg eine bedeutende Rolle gespielt, 
liess sich später mit demselben in eine unglückliche Fehde ein und 
verlor seine gesammten Güter und Hans und Andreas St. , Verwandte 
und Freunde des bekannten Baumkircher, kamen durch Fehde gegen 
K. Friedrich III. um alle ihnen zustehende Schlösser und Güter. — 
Von Wülfing II. stammte aus der Ehe mit der obengenannten Grf. 
V. Ortenburg im 8. Gliede Johann St., um 1558, welcher, vermählt 
mit Benigna Freiin v. Schäi^enberg , zwei Söhne, die Stifter zweier 
Speciallinien der Hauptlinie zu Kapfenberg, hinterliess: Rudolj)h 
gründete die ältere Linie, welche mit dem Reichsgrafen Wilhelm 
August, 8. oben, erlosch und Georg Hartmann die jüngere, jetzt blü- 
hende Linie. Letztere schied sich durch di'ci Enkel des Stifters in 
drei Acste: Wolfgang der Jüngere stiftete den älteren Ast, oder die 
Linie zu Stubegg (Stubeck) und Gutenberg, Otto den mittleren, im 
Anfange des 19. Jahrb. ausgestorbenen Ast, oder die Linie zu Unter- 
Kapfenberg und Franz Georg den jüngeren Ast, oder die Linie zu 
Ober-Kapfenberg. Der letztere Ast hatte sich durch zwei Söhne des 
Stifters in zwei Zweige geschieden, nämlich durch Leopold in den 
älteren und durch Franz de Paula in den jüngeren, mit dem Sohne 
und Enkel desselben im Anfange des 19. Jahrli. erloschenen Zweig. 
Sonach blühte später nur noch von dem ganzen Stamme von der jün- 
geren Speciallinie der ältere Ast: die Linie zuGutenb'erg und von dem 
jüngeren Aste der ältere Zweig; die Lmie zu Ober-Kapfenberg. — 
Ein Grafendiplom haben , mit einer einzigen Ausnahme , die Glieder 
der Familie, welche sich immer Herren und Herrinnen v. Stubenberg 
schrieben und schreiben, nannten und nennen, nie gesucht, erhalten, 
oder angenommen. Der Herrentitel, welcher bei diesem Hause all- 
gemein u. unterscheidend ist, erhält das Andenken des alten Glanzes 



- 97 - 

ihres StammeH und stellt denselben den Fürsten- und Grafenhäusern 
der österreichischen Erblande gleich. — Was die erwähnte Annahme 
eines Grafendiploms betrifft, so verliess aus der älteren Speciallinie 
Rudolph*s, s. oben, und seiner dritten Gemahlin, Justina v. Zelcking, 
zweiter Urenkel, Georg Wilhelm Herr v., Stubenberg, k. k. Kämm., 
Geh. Rath und Burggraf zu Steier, sein Vaterland wegen der Reli- 
gionsstreitigkeiten und der Sohn desselben aus d^r Ehe mit Magda- 
lena Henriette Freiin v. Miltiz: Wilhelm August, s. oben, nahm, wie 
erwähnt, 1742 vom K. Carl YII. ein Reichsgralendiplom an. Reichs- 
graf Wilhelm August starb 30. Sept. 1 771 ohne Nachkommen. — 
Die Abstammung der jetzigen Glieder der Linie zu Gutenberg und 
der Linie zu Ober-Kapfenberg des gräflichen Hauses ergiebt sich aus 
den, im Werke: Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart sich findenden 
Ahnentafeln. — Haupt der Linie zu Gutenberg ist: Joseph Herr und 
Graf zu Stubenberg, geb. 1824 — Sohn des 1833 verstorbenen Gra- 
fen Gustav Adolph, k. k. Kämmerers, aus der Ehe mitFranzisca Freiin 
V. Staudach, geb. 1792 — Herr der Herrschaften Gutenberg, Studegg, 
und Mureg in Steiermark und Szekelyhid in Ungarn, k. k. Kämm., 
verm. 1856 mit Mgiria Anna Grf. v. Isimptsch, geb. 1831, aus welcher 
Ehe, neben zwei Töchtern, drei Söhne stammen: Wolfgang, geb. 
1857, Cari, geb. 1860 und Camillo, geb. 1861. — Haupt der Linie 
zu Ober-Kapfenberg war in neuester Zeit : Wolfgang Herr und Graf 
zu Stubenberg, geb. 1788 — Sohn des 1800 verstorbenen Grafen 
Wolfgang, k. k. Kämmerers und Geh. Raths, aus dritter Ehe mit Jo- 
hanna Nepomucene Grf. Lanthieri, gest. 1841 — Herr der Herr- 
schaften Ober-Kapfenberg und Wieden, Oberster Erblandmundschenk 
in Steiermark, k. k. Kämm, und Hauptmann in d. A., verm. 1833 
mit Angelica Grf. v. Trauttmansdorf- Weinsberg, geb. 1808. 

Hennigea, Theatr. geneal. lU. P. I. S. 558. — Spftngenberg , Adelsspiegel, P. II. — BuctUni. 
Stcmmat. 111. S. 229. -— v. Bircken, Oesterr. Elirenspiegel , II. Gap. 5. S. 205. — Gr. v. Brandt», 
Nr. 60. — Spener, IlUtor. Iiisign. S.t^^D. — Imho/, in Mantissa. — Or. v. Wurmbrand, S. l u. ff. 

— J. Seifert, gcneal. BcschTolh. d. Grafen u. Herren v. Stuben berg. R(igensburg, 1708 — Hühner, 

III. Tab. 715. — Gauhe, I. S. 2488—90. — Zedier, 40. S. 1167—76. — Jactibi, 1800, 11. S. 367— 6ö. 

— V. Hormayer's Archiv, Jahrg. IX. S. 83. — AUg. gencal . Handb. 1824, T. S. 84«— IH. — SehmuU, 

IV. & 118 — 180. — Deutsche Grafenh. d. Gegenw. 11. S. 637 —40. — Geneal. Tasrhenb. d. frelh. 
Häuser, 1849, S. 413 — 19. — Geneal. Taschenb. d. gr.'ifl. HHuser, 1864, S. h80 und 81 u. ff. und 
histor. Handb. zu Demselben, S. 966. — Siebnutcher, I. 80: Stuhenlierg, Freiherren und Herren. — 

V. Meding, H. S. 589 — 93. — W. B. d. Durchlaucht Welt, III. 389: wie bei SlclmiAcher : Wappen 
der Linie lu Wurmbcig. - Tyroff, 11. 120: R.-Gr. v. St. — Dorst, Allg. W. B. II. S. 36 u. Tab. 171. 

Stnbenrancli. Reichsadelsstand. Diplom von 1789 für Johann 
Michael Stubenrauch, kaiserl. Reichshofagenten. 

Mtgerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 465. 

Stnbenrancb. PfalzgräÜich -Zeilscher Adelsstand. Diplom vom 
6. Nov. 1758 für Franz Xaver Stubenrauch, kurbayer. Hofkammer- 
und Commerzienrath, anerkannt und ausgeschrieben in Kurbayern 
8r April 1766. — Drei Söhne des Diploms -Empfängers wurden mit 
vier Vettern, nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in 
dieselbe eingetragen. 

V. Lang, S. 566. — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 2. 

Stnbenrancli , Edle. Pfalzgräflich Zeilscher Adelsstand. Edeln- 
diplom vom 5. Jan. 1766 für Max Johann Anton Stubenrauch, Inhaber 

Knetchke, Deutsch. Adelü'Lex. IX, i 



~ 98 _ 

der Hofmark Mühlhaiiösen und Landgerichtsschreiber zu Vohburg 
und tur Johann Aloys St., Kot'kammer-Secretair, Haupt- Zoll- und 
Holzanit8 - Inspector zu Leehhausen (später Greh. und Ober-Landes- 
Regierungftrath), ausgeschrieben in Kur-Bayern 25. März 1768. — 
Der Urgrossvater der Emptanger des Adelsdiploms , ein geschickter 
Chirurg aus dem Hannoverschen, wurde vom Könige von Grossbri- 
tannien dem Kurfürsten von Bavern Max Emanuel als Kammerdiener 
überlassen und nahm die katholische Beligion an. Der Grossvater 
wurde Propsteirichter zu Geissenfeld und die Väter der später in die 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragenen Geschlochts-Aeltesten 
waren die oben genannten Empfänger des angeführten Pfalzgräflichen 
Edelndiploms von 1766. Als diese Geschlechts-Ael testen nennt v. 
Lang die Gebrüder: Franz Xaver Joseph Edlen v. St., geb. 1773, 
k. bayer. Rentbeamten zu Mühldorf und Maximilian Joseph Stephan 
Edlen v. St., geb. 1773, k. bayer. Stabs-Auditor bei der 11. Armee- 
Division, welche mit zwei Vettern der Adelsmatrikel einverleibt 
wurden. 

V. Lang, S. 566. — W. B. d. Kgr. llayern, IX. 2. 

Stnbenvoll, auch Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in Gold 
zwei schwarze Querbalken und 2 und 3 in Roth ein rechtsgekehrter, 
zum Raub geschickter Wolf von natürlicher Farbe mit^ aufgewor- 
fenem Wedel und roth ausgeschlagener Zunge. Nächstdem kommt 
mit dem Namen der Familie noch ein anderes Wappen vorf Schild 
geviei*t: 1 und 4 in Schwarz drei schrägrechte, goldene Balken und 
2 und 3 in Roth ein Türkenkopf, welchen ein Rabe benagt). Reichs- 
adelsstand. Diplom vom 3. Aug. 1589 für Wolf Stubenvoll und \ür 
die Vettern desselben: Hans, Michael und Jacob Stubenvoll. — Ein 
ursprünglich aus Steiermark stammendes , nach Niederösterreich und 
Bayern gekommenes Adelsgeschlecht, welches später auch in die 
Sächsischen Lande Ernestinischer Linie, ins Gothaische und Weima- 
rische kam. — Der Empfänger des Adelsdiploms, Wolf Stuben voll, 
wurde in Folge der Religionsstrcitigkeiten aus Steiermark vertrieben 
und starb, j-echs Kinder hinterlassend, »u Wien. Ein Sohn desselben, 
Hans V. Stubenvoll, geb. 1569 und gest. 1G40, kaiserl. Oberlieutenant 
und böhmischer und mährischer Landstand, setzte das Geschlecht 
fort. Von ihm stammte Hans Christoph v. St., geb. zu Wien 1603, 
gefallen 1638 als k. k. Oberstlieutenant in der Schlacht bei Rheinfelden. 
Aus seiner Ehe mit Elise v. Helfersheim, gest. 1645 zu Regensburg, 
entsprossten zwei Söhne: Hans Otto v. St., geb. 1627 und gest. 165Ö 
als k. k. Lieutenant und Hans Christoph v. St., geb. 1635 zu Coblenz, 
welcher, verm. mit Anna Sophia v. Heiversen, 1684 als kurpfälz. 
Geh. Rath starb. Der Sohn des Letzteren, Albrecht Sigmund v. St., 
geb. 1659, war Fürstl. Sachson-Gothaischer Oberst und hatte aus der 
Ehe mit Dorothea Sibylla v. Treskau vier Kinder, von welchen der 
älteste Sohn, Friedrich Sigmund v. St., geb. 1704 und gest. 1759, 
Herr auf Lobeda bei Jena, den Stamm fortsetzte. Derselbe war zwei- 
mal vermählt und zwar in erster Ehe mit Magdalena Auguste v. 
Goldacker und in zweiter mit Anna Regina v. RockhauBen und hinter- 



— 99 - 

Hess fünf Kinder, von welchen Ludwig Christian v. St., geb. 1743, 
später die Stelle eines Eürstl. Sachs. -Weimarschen Kammerjunkers 
und Oberstforstmeisters bekleidete , sich mit Margarctha Magdalena 
V. Hayn vermählte, 1794 aber zu Allstedt ohne Nachkommen starb. 

Htirgchtfmafm , Goncal. Adelshistorie ^ I. S. 139 — 44 und Desselben Sammlung /uvcrl. Stamm- a. 
Ahnentafeln. S. 6S. — V. geneal. lUndbnch, 1777. S. 376 und 1778, S. 38S. - Freih. v. Ledebwr, 
II. S. 500. — Siebmaeher, III. 49: v. Stubenvoll, Oesterrc ichisch und III. 55. — KntscTike, IV. S. 
S97 und 98. 

Stnber, Ritter (in Silber ein blauer Querbalken mit zwei gegen 
sich gekehrten Halbmonden mit Gesichte). Kur-Pfalzischer Eitter- 
und Adelsstand. Diplom vom 27. Juli 1792 für Joseph Ignaz Stuber, 
Fürstl. Freisings. Hof- und Bücher -Censur-Rath. Derselbe — ein 
Sohn des Joseph Damian Stuber, kurbayer. Baudirectorial-Raths in 
der Oberpfalz — wurde als k. bayer. Appell ationsgerichts-Rath in 
München in die Adelsmatnkel des Kgr. Bayern eingetragen. 

f. Lang, S. 567. — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 3. 

^ Stndnitz (in Blau ein goldener, oben und unten viermal gleich; 

seifig gezinnter Balken). Altes, ursprünglich aus Mähren stammen- 
des Adelsgeschlecht, dessen Stammhaus Bistritz, welches später an 
die Ziemstiens , Würben und Mittmwski kam, unweit Prerau, vier 
Stunden von Olmütz, Hegt. Dasselbe kam zeitig nach Schlesien, 
später auch ein Zweig a. d. H. Bistritz in das Gothaische und in der 
zweiten Hälfte des 18. Jahrh. war eine Linie auch in Ostpreussen zu 
Nadrau unweit Osterode begütert. — In Schlesien erwarb die Familie 
Schottendorf bei Troppau, Jeroltschütz unweit Creuzburg, Woitsdorf, 
SchÖnau, Mühlwitz, Gimsdorf und Weigelsdorf bei Oels, Gross-Peter- 
witz bei Trebnitz, Kattern unweit Breslau, Schmitzdorf bei !Nimptsch 
u. 8. w. — König Wenzel III. von Böhmen schlug 1306 drei Brüder 
Studnitz zu Rittern, zu welchen der von Sinapius angeführte Bene- 
dictus V. Studnitz gehörte. In die Gegend von Oels kam die Familie, 
als sich 1499 Georg v. St. mit der Erbtochter des v. Strachwitz auf 
Jeroltschütz vermählte. Derselbe wurde dadurch der Stifter der 
Linien Studnitz -Jeroltschütz und St. - Simmenau , welche später in 
mehrere Häuser, namentlich in die Häuser Kritschen und Gr. -Peter- 
witz zerfiel. Aus dem letzteren Hause stammte Hans v. St., geb. 
1592, späfer herz. Münsterberg-Oelsischer Regierungsrath , welcher, 
durch weite Reisen und Gefangenschaft unter den Sarjicenen bekannt 
geworden war. Aus seiner zweiten Ehe mit Anna Maria v. Gfug 
hatte er zwei Töchter, von denen die jüngere, Anna Maria, zuerst 
einen Grf. v. Colonna und nach dessen Tode den Standesherrn auf 
Militsch Grafen v. Malzahn heirathete. — In Thüringen und zwar im 
Gothaischen breitete sich ein Ast der Familie aus dem Hause Bistritz 
aus, auch war eine Linie der v. Studnitz aus Mähren nach Italien ge- 
kommen, wo im Herzogthurae Friaul ein Comte Studnitzo, welcher 
das Studnitzsche Wappen führte, ansässig war. — Der Stamm in 
Schlesien blühte dauernd fort und mehrere Sprossen desselben stan- 
den in der k. preuss. Armee. Ein Oberst v. St. , früher im Dragoner- 
Regimente v. Voss, war zuletzt um 1809 Inspector der Cavalerie in 



— 1<» — 

Schlesien und lebte dann in Ruhestände zu Schlegel im Glatzisehen 
Mehrere Söhne desselben traten in die Ar^aee und der Aelteste war 
1839 Major im Ingenieur-Corps und Commandeur der Garde-Pionier- 
Abtheilung. Cm dieselbe Zeit und nach 1856 war Schmitzdorf un- 
weit Nimptsch in der Hand der Familie und gehörte dem Landrathe 
des Kr. Nimptsch und Landschafts -Director Carl Ferdinand Max. 
Bernhard v. Studnitz. Ein Bruder desselben starb 1836 ak Major 
im 1. Garde-Reg. und ein anderer Bruder, Capitain im genannten Re- 
gimente, war mit einer Tochter des Staatsministers v. Ladenberg 
vermählt. Auch standen Glieder der Familie um 1840 in k. preuss. 
Civildiensten: ein v. Studnitz war Land- und Stadtgerichts-Rath . in 
Breslau und ein Anderer Rendant beim Haupts teuer- Amte in Görlitz. 

Sinetpiut, 1. S. 957—64 u. II. S. 1047. — Gauhe, 1. S, 24H2 u. »8. — Zedier, 40. S. 1265— 61. 
— Pf ei/er, Schauplatt d. mJihrischen Adel», S. 215. — HÖrschelmann . Sammlung von Stamm- and 
Ahnentafeln, S. 68. — N. Pr. A.-L. V. 441 und 42. — Freih.v. Ledebur, II. S. 601. — Sielmaeher, 
I. 67: V. Studnitz, Schlesisch. — v. Meding, III. S. «50 und 51. 

Stübel. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 1. Oct. 1700 für 
Gottfried und Heinrich und Rudolph Stübel. 

V. Hellbach. II. S. 563 und 54. 

Stücker v. Wayerhof , auch Ritter. Erbl.-österr. Adels- und 
Ritterstand. Adelsdiplom von 1810 für Ferdinand Stücker, Ober- 
Lieutenant im k. k. Uhlanen-Regimente Fürst Schwarzenberg, mit: 
V. Wayerhot'u. Ritterdiplom von 1812 für Denselben als k. k. Major. 

MegtrU v. Mühlfeld, Erg.Bd. S. 218 und 4<55. 

Stückradt, Stnckradt (in Silber die linke Hälfte eines rothen 
Mühlrades). Altes, hessisches Adelsgeschlecht, aus welchem noch 
in neuester Zeit ein Zweig bei Cassel begütert war. Die Familie kam 
nach Ostpreusscn und brachte mehrere Güter an sich: noch 1788 ge^ 
hörte Sonnenstuhl unweit Heiligenbeil dem Geschlechte. — Mehrere 
Sprossen desselben traten in die k. preuss. Armee. Ein Oberst v. 
Stückradt starb 1804 als Commandeur des 3. Musketierbataillons des 
Regiments v. Katzmer zu Graudenz; um 1837 commandirte ein 
Oberst V. Stückradt das 3. Bataillon vom 1. Landwehr-Regimente zu 
Tilsit und ein v. St., früher im Dragoner- Regimen te v. Wobeser, 
war um die genannt« Zeit Landrath des Kr. Weissenfeis. 

N. Pr. A.-L. V. S. 261. — Freih. v. T^debur , II. S. 601 und III. S. 348. 

Stiilpnagel (in Silber ein rothes Wagenrad). Altes, märkisches 
Adelsgeschlccht, welches in der Uckermark, in der Mark Branden- 
burg, in der Altmark u. in Pommern begütert wurde. In der Ucker- 
mark sind Taschenberg, Wismar, Grünberg u. s. w. unweit Prenzlow 
alte Besitzungen der Familie, in der Mark Brandenburg erwarb die- 
selbe Bandelow, Bluraenhagen u. s. w. , in der Altmark Falkenberg 
und Seehausen bei Osterburg und in Pommern Stolzenburg unweit 
Randow und Teinnitz bei Saatzig. — Der Stamm blühte fort. Ein 
V. Stülpnagel auf Falkenberg und Scehausen starb 1809 als Deich- 
hauptmann; Wolf Carl Otto Leopold v. St. blieb 1813 als Rittmeister 
in der Neumärkischen Landwehr bei Trebbin; um 1837 war F. v. St. 



— 101 - 



k. preußR. Gell. Ober-Finaiizratb, Eegierungs-Präsident, General-Com- 
missarius und Mitglied des Staatsraths; ein v. St. comraandirte alö 
Oherstlieutenant das zweite Cürassier-Regiraent ; ein v. St. war Major 
und Commandeur eines Landwehrbataillouft und Wolf Wilhelm Fer- 
dinand V. St. war al8 Generalmajor Präses der Ober-Militairexami- 
nation8-( -ommission und sta#b 1839 als General lieutenant. — Nach 
Eauer waren 1857 im Kgr. Preussen begütert und zwar sämmtlich 
bei Prenzlau: Heinrich v. Stülpnagel auf Grüneberg und Rollwitz; 
V. St , Premierlieutonant a. D. auf Taschenberg, Frau Hauptm. v. St., 
geb. V. Stülpnagel zu Berlin, auf Lindhorst u. v. Stülpnagel-Dargitz, 
k. Geh. Regierunga- und Landrath, Major a. D.. auf Lübbenow. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 251. — Freik. v. T^dcbur, 11. S. 501 und ni. S. 348. 

^ Stiinier (Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein schwarzer, zum 

Fluge sich anschickender, schwarzer Adler und 2 und 3 in Blau drei 
silberne Querbalken). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 
8. Nov. 1770 für Felix Friedrich Johann Stümer, Lieutenant im k. 
preuss. Hu8aren-Regimente v. Werner. — Der Stamm blühte Ibrt 
und war noch 1812 in Schlesien zu Paulsdorf unweit Rosenberg und 
zu Rudno im Kr. Tost-Gleiwitz begütert. 

N.Pr. A.-L. IV. S. 251. — Frtih. v. Ledebtir, II. S. ßOl. — W. B. d. Prouss. Moiwrchie, IV, 72. 

Sttirgkh, Grafen (Schild geviert: »1 u. 4 von Gold und Schwarz 
quergetheilt, mit einem einwärts gekehrten, auf grünem Rasen ste- ^ 
henden Storch von gewechselten Farben, welcher im Schnabel eine 
mit dem Kopfe nach unten gekehrte Schlange hält und 2 und 3 auf 
Hermelin ein rother Pfahl). Reichsgrafenstand. Diplom vom 26, 
Nov. 1711 für G^org Christoph Freiherm v. Stürgkh, k.k. Geh. Rath 
und Hofcanzler und für den Bruder desselben, Franz Bernhard Frei- 
herrr v. Stürgkh. — Altes, ursprünglich bayerisches, früher auch 
Stürck und Stürg geschriebenes Adelsgeschlecht, welches sich aus 
Bayern nach Steiermark wendete, 1532 die Herrschaft Blankenwerth 
(Plankenwerth) kaufte und durch Vermählung in den Besitz der 
Herrschaft Vogelsberg gelangte. Die Familie erhielt vom K. Ferdi- 
nand I. die Erlaubniss, das Blanken werthsche Wappen zu führen und 
vom K. Ferdinand III. 19. Mai 1638 das Freiherrn- und ein erneute« 
Wappendiplom. — Graf Georg Christoph w^urde 15. Juli 1720 mit 
dem Ober - Erbland -Vorschneider - Amte in Kärnten belehnt, bekam 
das Indigenat in Ober-Oesterreich und wurde 1 72 L Hof- Pfalzgraf, 
so wie 1729 Magnat in Ungarn. Auch steht der Familfe das 29. 
Aug. 1818 neu bestätigte Ober-Erbland-Stabelmeister-Amt in der ge- 
fürsteten Grafschaft Göra zu. — Die absteigende Starainreihe der 
Familie ist folgende: Reichsgraf Georg Christoph, geb. 1666 und 
gest. 1739 — Sohn des Freiherrn Joseph Christoph aus der Ehe mit 
Marie Freiin v. Herberstein — k. k. w. Geh. Rath, Oberster Hof- 
canzler u. s. w.: erste Gemahlin: Maria Charlotte Freiin v. Stadl, 
verm. 1695 und gest. 1713; — Gr. Joseph Christoph (II.), geb. 1706 
und gest. 1764, k. k. Kämm, und Regierungs-Rath : erste Gemahlin: 
Josephine Petronille Freiin v. Stadl, geb. 1710, verm. 1729 und gest. 



— 102 — 

1737; — Gr. Franz Anton, geb. 1734 und gest. 1791, k. k. \N'.,(jreh. 
Rath und Gouverneur in Inner-Oesterreieh: Charlotte Grl'. v. Wurm- 
brand, geb. 1738, verm. 1761 und gest. 1800; — Gr. Carl Anton, 
geb. 1764 und gest. 1825, k. k. Kämmerer: Maria Cliristiane Grl*. 
V. Gaisruck, geb. 1767 und verm. 1792; — Gr. Carl Theodor, geb. 
1795, Oberst-Erbland -Yorschneider in«iKärnten, k. k. Kämm, und 
Rittmeister in d. A'.: Adelheid Grf. O'Donell, geb. 1807, verm. 1829 
und gest. 1862; — Gr. Carl Cajetan, geb. 1832., k. k. Kämmerer 
und Oberlieut. in d. A., verm. 1857 mit Eleonore Grt*. Mei*aviglia- 
Crivelli,^, geb. 1836, aus welcher Ehe drei Söhne stammen: Carl Jo- 
seph, geb. 1859, Heinrich Anton, geb. 1861 und Joseph Maria, geb. 
1862. Die Tochter des Gr. Carl Theodor, Grf. Elisa, geb. 1838, 
vermählte sich 1856 mit Joseph Gr. Seilern v. Aspang, k. k. Kämm, 
und Rittm. in d. A. 

* 

Gaahe, I. S. 2494. — Zedier, 40. 8. 1386. — Jacohi, 1800, U. 8.360. — MegerU v.MüMJeld, 
Erc-Bd. S. 33. — Sekmvit*, IV. 8. 144. — Alldem. G«)fal. Handbuch, 18S4, I. S. 849. — Deutsche 
Grafenh. d. Oegenw. U. S. 840' und 41. — Oeneftl. Tascheab. d. giiUl. HMuser, 1864, 8. 881 und 82 
Q. ff. und liistor. Handb. 8. 969. 

Stumpf eldt , Stumpf eld und Stnmpfeldt- Lilienanker (Wappen 
der V. Stumpfeidt: Schild der Länge nach getheilt* rechts in Koth 
ein silberner Greif und links in Blau eine Bärentatze, welche drei 
goldene Aehren hält und Wappen der v. Stumpfeidt - Lilienanker : 
Schild geviert : 1 u. 4 das Stumpfeid tsche Wappen und 2 u. 3 das 
der V. Lilienanker: Schild quergetheilt: oben drei Ziegelsteine und 
unten eine fliegende Taube). Keichöadelsstand und Erlaubniss , Ka- 
men und Wappen der v. Stumpfeidt und v. Lilienanker zu verbinden. 
Adelsdiplom von 1763 für die Gebrüder Christoph u. Jacob Stump- 
feld in Neu -Vor -Pommern im Franzburgischen angesessen und k. 
preussische Cabinetsordre vom 30. Juni 1843 zur Erlaubniss, Namen 
und Wappen der v. Stumpfeidt mit dem Namen und Wappen der 
V. Lilienanker zu vereinigen für Wilhelm v. Stumpfeidt zu Trin-Wil- 
lershagen und Katzenow unweit Franzburg. — Der Stamm blühte 
fort, hatte zeitweise mehrere Güter in Neu- Vorpommern im Besitz 
und von Bauer werden 1857 aufgeführt: W^ilhelm v. Stumpfeidt- 
Lilienanker als Herr auf Trin-Willeftehagen und v. Stumpfeldt-Lilien- 
anker als Herr auf Daskow (Majorat), Behrenshagen und Alten-Wil- 
lershagen, sämratlich im Kr. Franzburg. 

Freih. v. Ledebur, 11. S. 601 and 502 und III. 8. 34«. — Snppl. tu Slebm. W. B. XI. 17 
V. Stumfeldt 

Stürmer, Freiherren und Grafen (in Roth ein goldener CAuer- 
balken, begleitet von drei, 2 und 1, silbernen, golden verzierten, 
rechtsgewendeten Helmen. Das gräfliche Wappen hat fünf, das frei- 
herrliche Wappen drei Helme. Der Schmuck des mittleren Helmes 
des gräflichen Wappens ist das Wappenbild des in Franken 9. Nov. 1658 
erloschenen, fränkischen Geschlechts der v. Neustetter, Stürmer ge- 
nannt: eine schwarze Lilie, deren obere Hälfte mit dem Bunde deir 
gewöhnlichen, französischen Lilie ganz gleich ist, die untere aber, 
statt der Blätter, einen dem Piedestal der Säulen ähnlichen Fuss 
von zwei Stufen hat). Erbl. - österr. Freiherrn- und Grafenstand. 



— 103 — 

Freiherrndiplom vom 27. Mai 1813 für Ignaz Kitter v. Stürmer, k. kr 
Holrath, Inteniuiitiu» und k. k. bevollui achtigten Minister an der 
OttomaniHchen Pforte und Grafendiplom von 1842 für Eartholomacue 
Freih. v. Stürmer, ebenfalls Inteniuntius und k. k. bevollmächtigten 
Minister an der Ottomanischen Pforte. — Die Empfänger der eben 
angegebenen Diplome stammten aus einem alten nürnberger Patri- 
ciergfeschlechte, welches mit dem alten, fränkischen Adelsgeschlechte 
der V. Neustetter, Stürmer genannt, in Zusammenhange gestanden 
iiaben soll , weshalb auch das Wappenbild der letzteren Familie bei 
Ausfertigung des Grafendiploms als Schmuck des mittleren Helmes 
des gräflichen Wappens bestimmt wurde- — Freih. Ignaz war der 
Sohn des Joseph Adam Stürmer aus der Ehe mit Anna Maria Saitz, 
geb. in Wien 1752, erlangte durch Diplom vom 12. Juni 1801 d^n 
erbl. - österr. Ritterstand und am 12. ^ov. 1820 das Indigenat des 
Kgrs. Ungarn de ordine baronum, magnatum u. 8. w. und starb 1829 
als k. k. Gtjheime-, dann Staate- nnd €onferenz-Rath bei der Geh. 
Haus-, Hof- und Staats-Canzlei. Aus seiner Ehe mit Elisabeth Bar- 
bara Freiin v. Testa, geb. 1770, verm. 1787 und gest. 1-846 stammten, 
neben drei Töchtern , zwei Söhne : Bartholomäus Gr. v. Stürmer und 
Carl Freih. v. Stürmer, s. Beide oben. Graf Bartholomäus, wie an- 
gegeben seit 1842 Graf, geb. 1787 und gest. 8. Juli 1868, hatte sich 
1815 mit Ermance Catharina Freiin v. Boutet, geb. 1797 und gest. 
28. Juni 1863, vermählt, doch blieb die Ehe kinderlos und es erlosch 
dann mit Beiden 1863 die gräfliche Xinie. — Freiherr Carl, geb. 
1792 und gest. 26. Sept. 1853 als der Letzte des Mannsstammes der 
freiherrl. Linie, k. k. w. Geh. Kath, Feldmarschall -Lieutenant und 
Festungs-Comraandant zu Posch iera, vermählte sich 1822 mit Marie 
Freiin Bedekovich zu Komor, geb. 1791. Die Ehe war kinderlos 
geblieben und so ging auch der Mannsstamm der freiherrlichen Linie 
wieder aus. 

MegtrU v Mühlfeld , S. 88 und 6. 148. — D. Grafcnhüuser der Gegenwart, H. S. 542 und 43. 
— (ieneal. Taschenb. der freih. Häuser, 1853, S. 4G2 und 63 nnd 1863. S. 956 und 67. — Geneal. 
Taschenb d. ?tsn. HUuser, 1862, S. 882, 1864, S. 1071 und hlstor. Handbuch zu Demselben, S. »70. 

Stürmer, Stürmer zu Unternesselbach (in Silber eine schwarze 
Lilie, deren obere Hälfte mit dem Bunde der gewöhnlichen franzö- 
sischen Lilie ganz gleicht, die untere aber, statt der Blätter, einen, 
dem Piedestal der Säulen ähnlichen Fuss von zw^ei Stufen hat). Ein, 
in der Person des Johann Christoph v. Stüimer zu ünternesselbach 
(geb. 1775), k. bayer. Appellationsgerichts-Advocaten in Nürnberg, 
in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragenes Adelsgeschlecht. 
Derselbe erwies den ihm zustehenden Adel zurück bis auf Matthias 
Xeustetter, Stürmer genannt, einen fränkischen Edelmann, gest. 
1531. Der Sohn des Matthias N., St. genannt, trat in kursächs. 
Dienste, setzte seine Linie fort und erst mit dem Vater des Johann 
Christoph v. St. zu Unternessel bach zog die Familie wieder nach 
Franken. So ist denn nur in Franken, und nicht ganz 1638, wie 
iipmer angegeben wurde, der alte Stamm der Neiistetter, Stürmer 
genannt, ausgegangen. 

V. Laug, S. 667 and 68, — W. K. d. Kgr. Uayt-rn, IX. 4. . 



— 104 — 

Stürzer, Ritter (Schild geviert: 1 iiud 4 in Schwarz ein schräg- 
rechter goldener Balken, in welchem ein schwarzes Ross nach recht» 
und oben läuft und 2 und 3 in Blau drei , 1 und 2 , goldene Sterne). 
Kurplälzischer Adelsstand. Adels- und Ritterdiplom vom 28. Juli 
1792 für die Familie Stürzer. — Die Stürzer aus München hatten 
schon 1590 vom K. Rudolph II. einen Wappenbrief erhalten. Auf 
Grund des Diploms von 1792 wurde, nach Anlegung der Adelsma- 
trikel des Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen: Joseph Ritter v. 
Stürzer, geb. 1769, k. bayer. Ober-Appellat-Gerichtsrath in München. 

V. Lang, S. 668. — W. B. d. Kgr. Bajern, IX. 4. 

Sttiver. Ein früher zu dem lüneburg. Patriciat gehörendes Ge- 
schlecht. 

Buttner, lüneburg. Patriciat, Y, j, j. 

Stumm, Freiherren (in Roth eine eingebogene, bis an den oberen 
Hauptrand reichende, silberne Spitze). Freihermstand des Kgr. 
Bayern. Diplom vom 1. Jan. 1815 für Christian Philipp Stumm, k. 
bayer. Hofrath-, Chef des Hauses Schmalz in Mannheim und Güter- 
Besitzer auf dem linken Rheinufer. Derselbe, aus einem posenschen 
Geschlechte vom Gute Stumm oder Stummsdorf abstammend, welches 
im Zweibrückschen und im Amte Kreuznach einen grossen Betrieb 
von Eisenwerken gestiftet hatte, wurde mit den angegebenen Titeln 
in die Freihormclasse der Adelsmatrikel des Kgr. Bayeno eingetragen. 

V. Lang, S. 248. — W. R. d. Kgr. Bayern, IV. 23 und t. Wökkern, 4. Abth., S. 68. 

Strnntzperg. Altes, früher Stumpf v. StumpTsberg geschrie- 
benes bayerisches, auch rheinländisches Adelsgeschlecht, aus welchem 
mehrere Sprossen bekannt sind, welche 1165 bis um 1429 vorkamen. 

Wigul Hund, I. S. 841—43. 

Stnpan v. Ehrnstein, auch Freiherrn. Erbl.-österr. Freiherm- 
stand. Diplom von 1765 für Anton Maria Stupan v. Ehrnstein, k. k. 
Staat<*rath. Derselbe stammte aus einem steiermärkischen Adelsge- 
schlechte, welches 29. Nov. 1749 die steierische Landmannschaft er- 
halten hatte. 

Megerle v. Miihlfeld, S. 88. — Schtnuti:, IV. S. 143. 

Stappart v. Loewenthal, Ritter. Alter erbl.-österr. Ritterstand. 
Diplom vom 15. Mävz 1677 für Peter Stuppart, mit: v. Loewenthal. 
— Die Familie war in den kaiserl. Erblanden sesshaft. 

Zedier, 40. S. 1373. — v. HtUbach, 11. S. 555. 

Snppel, Snpp] nnd Liebenfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 

von 177U für Ignaz Anton Suppel, Böhmischen Gubernial-Buchhalter, 

wegen 34jähriger Dienstleistung, mit v. Suppel und Liebenfeld und 

Diplom von 1793 für Johann Lud\yig Suppl, k. k. Hofbauamtsschreiber 

Mind Controleur zu Prag, ebenfalls mit: v. Liebenfeld. 

Megerlt v. MühlfeUl, 8. 271 und Erg.-Bd. S. 405. 

Sturm , Freiherren. Erbl. - österr. Freiherrnstand. Diplom von 
1783 für Joseph Sturm, k. k. Obersten und Commandanten des Cui- 



— 105 — 

rassier- Regiments Freih. v. Zeschwitz, wegen 33jähriger Dienstlei- 
Htung, aus höchst eigenem Antriebe. 

Megerle v. Miihl/eld, S. 8J». 

Stiirni. Reichs- Adelsstand, in Kur-Brandenburg anerkannt. An- 
erkennungsdiplom vom 15. Sept. 1699 für Johann Siegmund v. Sturm, 
kurbrandenburgischcn Geh. Rath (gest. 1719 als k. preuss. Kammer- 
gerichts-Präsident) und iur den Bruder desselben, Friedrich v. Sturm, 
Fürstl. Hessischen Capitain. — Ein Sohn des Geh. Raths v.St.; Fried- 
rich Sigmund v. Sturm, war 1719 Hof- und Kammergerichts - Rath 
zu Berlin. 

V. Hellhach, II. S. 5ö6. — N. Pr. A.-L. IV. S. 262. ~ Frtih. v. Udebur, H. S. 502. 

Starm, genannt Fanst y. Stnrm, auch Freiherren, s. Bd. XXL 

S. 210 und 11 den Artikel: Faust v. Stromberg, auch Freiherren. 

Sturm V. Hirschfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1746 für Martin Johann Sturm, Bürger zu l*rag, mit; v. Hirschfeld. 

MegerU v. Miihlfeld, Erg. -Bd. S. 466. 

Sturmberg. Ausgestorbenes, steiermärkisches Rittergeschlecht, 
welches die gleichnamige Veste u. Herrschaft in Steiermark besass, 
die , nach dem Tode des letzton männlichen Familien-Gliedes dessen, 
an Andreas Hofer verheirathete Schwester, Schulden halber, an ihres 
Bruders Stiefsohn , v. Ratmannsdorf, abtrat. 

Sch$iiutM, TV. S. 144—46. 

ätormfeder v. Oppenweiler, anch Freiherren (Stamm wappen: 
in Blau zwei goldene, von einander gekehrte, aufrecht gestellte 
Breitbeile mit goldenen Stielen. Veimehrtes Wappen: Schild ge- 
viert: 1 n. 4 das Stammwappen und 2 u. 3 quergetheilt und golden: 
oben neben einander drei schwarze Eisenhütlein u. unten ebenfalls drei 
schwarze Spitzen, welche rechts schräglinks, links aber gerade auf- 
wärts laufen : Licrch v. Dirmstein). — Altes, stifbsfahiges, zu den ehe- 
maligen reich Sri tterschaftlichen Cantonen am Rhein, in Schwaben 
und Franken gehörendes Geschlecht, aus welchem schon um 978 Re- 
gina Sturmfeder al s Gemahlin des Arnoldv.Berl ich ingen genannt wird. 
Das Stamm-Schloss und Oppenweiler, schon im 13. Jahrb., wie noch 
jetzt im Besitze der Familie, war dem Reichsrittercantone Kochqpr ein- 
verleibt u. liegt im heutigen Ober- Amte Backnang des Kgrs. Württem- 
berg. — Der Name: Sturmfeder scheint ursprünglich nyr ein Beiname 
gewesen zu sein, welchen ein Einzelner erhielt, von dem er sich 
später auf die Nachkommen forterbte. — Das Stammschloss und Gut 
Oppenweiler wurde 14. April 1462 vom iterzoge Ulrich von Württem- 
berg der Familie mannsstanunlich zu Lehn gegeben und ebenso hatte 
dieselbe schon 1361 Burg und Dorf Geisingen erhalten. — Die urkund- 
lich feststehende Stammreihe beginnt um 1280 mit Friedrich Sturm- 
feder, Ritter, der 1300 starb u. dessenHausfrauAnnav. Auerbach war. 
Der Sohn desselben, Heinrich Sturmfeder, gründete die Catharina- 
Pfründe zu Ingersheim im Württembergischen, bcsass Ingersheim 
mit Oppenweiler, Geisingen, Stettenfelss und Thalheim, starb 1311 



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« « 



— 106 — 

und liegt zu Ingersheim bei «einer Stiftung mit seiner Hauetrau, 
Gutta V. (iertringen, begraben. — Schon in früher Zeit schied der 
Stamm sich in zwei Linien, in die kochersche und kraichgauer. Letz- 
tere erlosch 1579 mit dem Speierschen Domsänger, Hans Sturmlelder. 
Die ältere, kochersche Linie blühte dauernd fort. Der Sohn ihres 
Stifters, Burckard Sturmfeder zu Oppenweiler, gest. 1534, und seiner 
Hausfrau, Anna Vetzer a'. Geispitzheim : Friedrich Sturmfeder, war 
Pfandherr zu Odernheim und Gen. -Erbe zu Bechtoldsheim, starb 
1555 und war mit Margaretha v. Hirnheim verniählt. Von den wei- 
teren !Xachkommen desselben war im vierten Gliede Johann Friedrich 
PVanz Freih. v. St. — ein Sohn des Philipp Friedrich v. St. und der 
Alaria Magdalena Lerch v. Dirmstein — kurmainzischer Geh. Kath, 
Kämmerer, Ober-Stallmeister u. Ritter-Bath des schwäbischen Oantons 
am Kocher, mit Maria Catharina v. Auwach vermählt u. starb 161^1 . 
Von ihm stieg die Stammreihe, wie folgt, herab: Freih. Marsil Franz: 
Friederica Emestine Grf. v. Loewenstein- Wertheim ; — Freih. Johann 
Franz Georg, gest. 1793, kurpfalz. Kämm., Geh. Rath, Oberstküchen- 
meister, Oberamtmann zu Mosbach, Ritterrath am Kocher: Maria 
Isabclla Fi-eiin v. Hacke; — Carl Theodor Freih. v. St. v. und zu 
Oppenweiler, genannt Lerch v. Dirmstein, gest. 1799, kurptälz. Geh. 
Rath, Kämmerer, adel. Regierungs- und Hofkammorrath , Oberamt- 
mann zu Mosbach: Maria Caroline Freiin Greiffenklau v. Vollraths, 
gest. 1800; — Freih. Ferdinand Franz Georg, geb. 1788 und gest. 
1850, k. württemb. Kammerherr: Sophia Freiin v.Dalberg, geb. 1785 
und gest. 185G; — Friedrich Carl Freih. v. Sturmfeder v. und zu 
Oppenweiler, genannt Erbsass Lerch v. Dirmstein, geb. 1816, Herr 
auf Oppenweiler, Gross - Aspach , Schotzach und Gross -Ingersheim, 
k. württemb. Kammerh. und Hauptmann a. D., verm. 1844 mit Ca- 
milla Freiin v. Münchingen, Hofdame I. M. der Kön. Olga v. Würt- 
temberg, aus welcher Ehe eine Tochter stammt: Freiin Olga, geb. 
1849. Der Biiider des Freih. Friedrich Carl: Freih. Carl, geb. 1817, 
ist k. k. Kämm, und Oberst. — Der Bruder des Freih. Ferdinand 
Franz Georg: Freih. Carl Theodor; geb. 1795, Herr auf Hradeck 
und Welhartitz im prachiner Kreise Böhmens, k. württemb. Kammer- 
herr und Oberlieut. a. D. , erlangte 26. Nov. 1830 das Herrenstands- 
Incolat von Böhmen u. vermählte sich in erster Ehe 1823 mit Fran- 
zißca Jtiomana Grf. Desfours zu Mont und Athienville, Erbin der 
Güter Hradeck und Welhartitz, geb. 1799 und gest. 1826, in zweiter 
Ehe 1830 mit Maria Anna Caroline Freiin Hör neck v. Weinheim, 
geb. 1804 und gest. 1842 und in dritter 1848 mit Antoinette Freiin 
Horneck v. Weineck, geb. 1809. Aus der zweiten Ehe stammt, neben 
einer Tochter, Freiin Ottilie, geb. 1835, verm. 1856 mit Carl Freih. 
Henn v. Henneberg -Spiegel, k. k. Hauptmann in d. A. , ein Sohn: 
Freih. Ottocar, geb. 1833. — Von den fünf Schwestern des Freih. 
Ferdinand Franz Georg wurde Freiin Sophie, geb. 1796, Hofdame 
bei 1. M. der Königin von Sachsen. 

Humbracht, Tab. 8-1. — v, HatttUin, I. S. 592 — U4. — Gauhe, I. 8. 2496 und IMJ. — Ztdler, 
40. S. 1432 und 38. — Pohl, Geschieht« des württemb. Landes und Volkes H, S. 49 und 50 und III. 
6, 22. -^ Ctt9i, Adelsbncb des Ksrt. Wttrtteab. S. «44^47. .^ Geneal. Taschenb. d. fIreUi. UXuser 



— 107 — 

184H, S. '2o\—b4, 1853, S. 4»« — 65, 1864, S. 836 und 37 u. ft. — Siebrnacher, I. 123; Dir Sturm- 
feder^ Rheinlündisch. - v. Meding, I. S. 597 und 98. — Ttfvojf, I. 227. W. B. des Kgr. Würt- 
teml»erg, Nr. H3 und S. 31). ~ Z>or«<, Allg. W. B. I. S. lU und 42 und Nr. lill. — W. B. d. Süchi. 
Staaten. II. 27. — Kmtehkt, 11. S. 431—83. 

Stomas V. Stannfeld, St. v. Starenfeld. Eöhmisclicr Adel^ntand. 
Diplom vom 3. Mai 1702 für Franz Ignaz Sturims, köiiigl. Kichter 
zu Ol mutz, mit: v. Stannleld. 

MegtrU v. Mühlfeld, Ei^^.-Bd. S. 465. — v. Hellbach, U. ä. 556. 

Stntterheim , auch Freiherren (in Blau zwei rechts und links, 
oder von einander abwärts gekehrte, goldene Monde, bald ohne, bald 
mit Gesichte). Keichs- und erbl.-österr. Freiherrnstand. Reichs- 
t'reiherrndiplom von 1784 für Daniel Gottfried Wilhelm v. Stutter- 
heim und Diplom des erbl.-österr. Freiherrnstandes von 1819 für Jo- 
seph V. Stutterheim, k. k. Feldmarschall-Lieutenant und für den Sohn 
des Bruders desselben: Franz v. Stutterheim. — Altes, ursprünglich 
thüringisches Adelsgeschlecht, welches früher Stotternheim , Stotter- 
heim, Stodderheim ü. Stutternheim geschrieben wurde. Als Stamm- 
haus wird das Schloss und Gut Stotternheim im heutigen Justiz-Amte 
Grossrudestedt des Grossh. Weimar genannt, welches unter dem 
Kamen Studernheim bereits 1147 vorkommt. — Ein Kunewald Stut- 
ternheim soll 964 vom K. Otto dem Grossen zum Ritter geschlagen 
worden sein , doch beginnt die ordentliche Stammreihe erst mit Lud- 
wig oder Ludolph St., welcher um 1257 dem Klostor St. Crucis in Gotha 
einige Güter überliess. Für den Ahnlierrn aller späteren v. Stutter- 
heim gilt Apel V. St. , welcher 1426 in der Schlacht bei Aussig in 
Böhmen blieb. — Der früheste Besitz der Familie fand sich um 
Weimar, Gotha, Erfurt und Weissensee. Im 15. Jahrh. machte sich 
Wolf Heinrich v. St. in der Nieder-Lausitz ansässig und stiftete eine 
Linie, welche in der Nieder-Lausitz und in der Mark Brandenburg 
ansehnliche Güter an sich brachte und in neuerer Zeit kam die Fa- 
milie auch in Pommern, in Ost - und in Westpreyssen zu Grundbesitz. 
In Thüringen standen derselben, neben Stotternheim, zeitig Goldbach, 
Hochheim, Schwabhausen und Tanzenhausen zu; als Güter in der 
Lausitz und in den Marken werden namentlich Bärenclau, Bolschwitz, 
Drahnsdorf, Freywalde, Golsen, GrÖbitz, Hochheim, Landwehr u. s.w., 
in Pommern Carlsberg* Cummerow und Falkenberg und in Preussen 
Gotteswalde, Klein-Klitten, Dreiden u. s. w. genannt. — Hieb v. St. starb 
1617 als Oberster Rathsmeister zuErfurt und Wolf Heinrich v.St 1686 
als Fürstl. Sachs. Merseburg. Ober -Steuereinnehmer in der Nieder- 
Lausitz. Otto Hieronymus v. St. war zu Anfange des 18. Jahrh. k. 
poln. und kursächs. Geh. Bath, Oberamts-Präsident und Consistorial- 
rath in der Nieder -Lausitz und ein v. St. starb 1746 als Canzler des 
Johanniter-Ordens u. Hofmarschall des Markgrafen Carl zu Anspach- 
Bayreuth in Berlin. — Der Stamm blühte fort und von den Sprossen 
desselben traten viele in die k. preuss. Armee, in welcher Mehrere 
zu hohen Ehrenstellen gelangten. Otto Ludwig v. St., G^nerallieu- 
tenant, starb 1780 und Joachim Friedrich, Bruder des Otto Ludwig 
v. St., ebenfalls als Generallieutenant 1783. August Ludwig v. St. 
starb als General von der Infanterie 1826, Carl August v. St als Ge- 



— 108 - 

neralmajor 1830 und Friedrich Gottlieb v. St., ebenfalls als Genemi- 
major 1832. Von den in der k. k. Armee gestandenen Gliedern der 
Familie lobte um 1857 Johann Freih. v. Stutterheim als Generalmajor 
a. D. in Wien. — Begütert im Kgr. Preussen waren nach Rauer 1857 : 
Wolff August V. Stutterheim, Major a. D. , Landes -Deputirter, auf 
Terpt A. B. im Kr. Calau; Wilhelm v. St., auf Peterkau im Kr. Ro- 
senberg in Westpreussen; Friedrich Wilhelm v. St., Rittmeister a.D., 
auf Georgcnau im Kr. Friedland; Ernst August Otto Elimar v. St., 
Lieutenant, auf Abhärten im Kr. Friedland; Frau v. St. auf Gosda 
im Kr. Spremberg, Frau v. St. auf Dothen und Gedau im Kr. Heili- 
genbeil und Fräulein v. St. auf Darsen im Kr. Schlochau. 

V. Gleichemtein . Nr. 85. — Schannat , P. 15S5. — Tal. König, U. S. 1119 — 3«. — IHthmar, 
S. 9. Nr. 21. — Gauhe, l. S. 249Ü— 99. — j/kdUar, 40. S. 1448 — 58. ^ Brückner, Kirchen- uud 
Schulen -SUat im Her». Gotha, 1. 1 Stck. S. 54. 5 Stck. S. 17. H. 11 Stck. S. 26. UI. 11 Stck. S. 2 
und 8. — Saher, S. 2ß5. ~ N. Pr. A.-L. IV. S. 252 und 5S. — Freih. v. Ledebttr, II. S. 602. — 
Siebmacher. 1. 146: v. Stoternheim, Thüringisch und V. 300. — v. Mtding, UI. S. 651 und 5?. — 
Tyroff, 1. im. — W. B. d. Sachs. Staate«, IV. 19; Frfih. v. St. uud IV. S2: v. St.- 

Stympel. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1793 für Jo- 
hann Stympel, Hauptmann im k. k. Infant-Regimente Gr. d'Alton. 

MegerU v. MüM/eld , Erg. -Bd. S. 405. 

Stytzing (in Roth zwei goldene, verschränkte Haken). Ein 
früher zu dem Adel in der Mark Brandenburg gehörendes Geschlecht. 

Dienemann, S. 16«, 180, 256, 280, 333 u. 357. — Freik. v. Ledfbur, 11. S. 608. ^ Siebmaeker, 
m. 141. 

Snchaneck v. Suchankopf. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
Yon 1820 für Wilhelm Yincenz Suchaneck, Major im k. k. Chevaux- 
legers-Regimente Graf O'Reilly, mit v. Suchankopf 

Megerle v. MühlftUl, Erg.-Bd. S. 465. 

Suchy V. Weissenfeid. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1805 für Wenzel Suchy, Rittmeister des k. k. Beschäl-Departements, 
mit: V. Weissenfeid (VVeisenfeld). 

MegerU v. Mühlfeld, S. 571. 

Snchert v. Snchheim. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1782 fiir Samuel Suchert, Oberlieutepant im k. k. Infanterie -Regim. 
Graf Harrach, mit: v. Suchheim. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 465. 

Siiekow, Siikow (im Schilde ein rother, etwas schräglinks ge- 
legter Balken, über demselben in Silber zwei Bärenköpfe und unten 
Blau, ohne Bild). Altes, pommernsches Adelsgeschlecht, welches 
nan^entlicli im Wolgastischen begütert war und nach der Mitte des 18. 
Jahrh. noch in der Neumark vorkam. Dasselbe sass in Pommern 
schon 1299 zu Bast und Todtenhagen im Caminschen, 1468 zu Selze, 
von 1504 bis 1602 zu Jamitzow und von 1504 bis 1635 zu Plestlin, 
brachte dann andere Güter an sich und war auch noch 1611 zu Zeni- 
min gesessen. — In der Neumark gehörte um 1758 der Familie das 
Gut Wugarten bei Friedeberg. 

Freih. v. Ledebur, II. S. Ö03 und III. S. 348. — Siebmaeher, V. 158. — romm. W. B. IV. 29. 

Suckow (in Silber auf grünem Rasen ein nach rechts stehender, 
grüner Baum , gegen welchen links ein schwarzer Bär aufgerichtet 



— 109 — 

ist). Erneuerter AdelHstand ynd Reichsadelöstand , in Meklenburg 
anerkannt. Kaiserliches Erneuerungsdiplom des der Familie zuste- 
henden Adels vom 23. ^ärz 1714 für Jacob Siegmund Suckow, Se- 
nior und Propst zu Sternberg in Meklenburg -Schwerin und zwar auf 
Grund angenommener Identität mit der im vorstehenden Artikel er- 
wähnten Familie; Keichsadelsdiplom vom 12. Dee. 1792 iür die Ge- 
brüderJoacbim August Bernhard, Yictor Peter und Gottfried August 
Suckow und Anerkennung des eben erwähnten Diploms von 1853 in 
Meklenburg, worauf Carl Heinrich Johann Suckow als Nachkomme 
des Victor Peter v. Suckow als adelig anerkannt wurde. — Die Fa- 
milie wurde in Hannover durch Besitz der Güter BoUinghausen und 
Rysum im Fürstenthume Ostfriesland dem ritterschaftlichen Adel der 
ostfriesischen Landschaft einverleibt und Glieder derselben sind in 
Württemberg und Meklenburg- Schwerin bedienstet. Ein Oberst v. 
Suckow ist jetzt k. württemb. General-Stabs- Chef 

Freih. v. d. Kneteheck, S. 277 und 78. — Freih. v. Ledehur , 11. S. 508 und 111. S. 848. — 
Hanno r. W. B. E. 10 und S. 14. - v. Hefner, Württesnb. Adel, Tab. 24 und S. 18. — Knetehke, 
IV. S. 398. 

Suckow (in Roth drei, 2 und 1, blaue Rauten). Altes, zu dem 
"früher in Hinterpommern begütert gewesenen Adel zählendes Ge- 
schlecht, welches bereits 1644 zu Pegelow, 1657 zu Kitzerow, 1665 
zu Schlötenitz, Gr.-Küssow und 1668 zu Schellin sass und noch 1749 
zu Kitzerow, 1764 zu Pegelow und 1766 zu Schellin und Schlötenitz 
begütert war. — Joachim v. Suckow befand sich 1530 auf dem 
Reichstage zu Augsburg im Gefolge des Herzogs in Pommern. Hein- 
rich V. Suckow auf Kitzerow vermählte sich mit Freiin Modestia v. 
Mettemich, Schwester des k. pr. Geh. Staatsministers Ernst Gmfen 
V. Mettemich zu Chursdorff, aus welcher Ehe, unter anderen Söhnen, 
zwei stammten , von denen der Eine erst Pommernscher Regierungs- 
rath und Consistorial-Director zu Stargard und später k. preuss. Geh. 
Rath und Hofgerich ts-Director zu Coeslin war und der Andere, Jacob 
Heinrich v. S. , gest. 1740 als k. k. General-Feldzeugmeister, in den 
Freihermstand erhoben worden war. Die Familie soll um 1766 er- 
loschen sein. 

Micrael, 11. S. 379. — Gauhe, I. S. 2500- 2. — Zedier, 40. S. 1719. — Freih. v. Udehur, 
m S. 349. — Pommcrnsches W. B. IV. 29. 

Suckow (in Silber ein goldenes Kreuz). Ein zu den adeligen 
Geschlechtern der Lübecker Zirkelgesellschafb früher gezahltes Ge- 
schlecht. 

Freih. v. Ledehur, 11. S. 508 — Siehmaeher, Dl. 196. 

Snden, Freiherren. Erbl. - österr. Freiherrnstand. Diplom von 
1810 für Georg v. Süden, k. k. Obersten. 

Megerle v. MÜhl/eld, Erg.-Bd. S. 106. 

Sudermanii (Schild getheilt: oben Gold, ohne Bild und unten in 
Roth zwei über einander gestellte, silberne Sparren). Adeliges Pa- 
triciergeschlecht der Städte Dortmund und Cöln, erloschen in der 
ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 

FiOne, I. S. 426. — Freih, v. Ledehur, II. S. 503 and 604. 



L 



— 11(1 — 

Siidersen, snch SGersen, Sftreeti (in Silber ein halber, abgehaoe- 

nw, reohtegpkelirter, rother Hirsch). Alt««, niedereächfiiHchee Adelw- 
gcHchlecht, ans welchem zwei alte Sit^gel: IS. Tliiderici de Suderettu 
und S. Brunigis de Hudersen von 131;") bekannt sind. Die Familie 
war mit dem Erh«chenkeraml« im Calenbergi sehen beliehen, gehörte 
KU den Vasallen de» BiHchoft von Minden und muMs wenigstens schon 
K>14 im Mannsstamme erloschen gewesen nein, da in dieHeni Jahre 
Franz v. Reden zu Reden, der die Kchwester des Letzten v. Sudenien 
znr Hanstraii hatte, mit diesem Erbanite und dem GnU'., auf velcbem 
dasselbe haftete, belehnt war. 



> Sndtliaueen, früher y. Dolberg nud t. SnütkaaseD, genannt t. 

Dolberg (in Roth der.Kopt' und Hals eines goldenen Hirsches). Im 
Kgr. PreuHsen bestätigter und erneuerter Adelsstand. Bestätigungs- 
diplom vom 28. Jan. 1778 für Arnold Adolph v. Sudthansen, k. pr. 
Lieutenant und für die Familie desHelben. — Ein zu dem Adel in der 
Grafschaft Mark gehörendes Adelsgeschlecht. Dasselbe war ej'bge- 
sessen 1704 zu Oamen, 176Ö zum Xassauer Hol' in Hamm. 17ti8 zu 
Goy bei Bochum und Heidthof und noch 1778 xu Sehorapemeil bei 
(,'araen. 

Siinhneber y. Elirenfels. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1710 für Ferdinand Ignaz Siinhueber, Salzvcisi Iberer zu Iglau, mit: 
V. EhrönfolB. 

Kigtrle V. MMlfeld, Erg. -Bd. S. tÜC: 

Siirliig, Suering, Senring (in Silber zwei ins Andreaskreuz ge- 
legte, blaue Morgensterne oder Streitkolben mit goldenen Grillen, 
an deren unterem Theile zwei goldene Sterne schweben). Altes, 
pommernschoB Adelsgeschiccht , welches zu den Aflerlehnleuten der 
V. Dewitz gehörte und I58ii und noch 1630 zu Daberkow unweit 
Regenwalde sass. 

Frtili. V. Lt-I'tur. TU. S. 3*9. — Sirbmachir. V, 15» — PonuMr-chn W. B. V. Ol. 

Sil98 V. Rheinhansen. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1815 l'ür Friedrich Süss, k. k. Oberlieutenant, mit: v, Rheinhauseu. 

Mfgcria V. UaUftld, Et(.-Gd, S. iM. 

Siisskind, Freiherren (Schild geviert, mit Mittelscliilde. Mittel- 
Rchild durch eine Spitze in drei Theile getheilt: 1 und 2, rechts und 
links, in Gold ein grüner Berg mit einem grünen Strauche von acht 
Hlnitpvn u. 3 (in der Spitze) in Roth ein silberner Zinncnthurm. 1 u. 4 
in SiOiwara ein goldener Querbalken, oben und unten begleitet von 
ih-ei Hellen einander stehenden, silbernen Wecken und 2 und 3 auf 
einer geflügelten, blauen Kugel die Glücksgöttin). Freiherrnstand 
dos Kgr. Bayern. Diplom vom 18. Febr. 1^21 für Johann Gotllieb 
Süaskind, üaniiuier und Stubenmeister zu Augsburg. Derselbe hatte 
diu Güter Sehwondi, Bechingen. üeunenlohe u. s. w. erworben und 
die iiahlreiche Nachkommenschatt ist in Bayern hedienatet nnd reich 
begütert. 



— 111 — 

Handschrift!. Notii. — W. U. d. K|rr. Bayern, X. 7. — v. Hefner, bayerischer Adel, Tab. 68 u. 
S. •59. — KnMchJce, IV. S. 399. 

Snssmilch, genannt Hornig (Schild qüurgethcilt: oben in Gold 
ein quer, mit dem ^Mundstück nach links gelegtes, silbernes Jagdhorn 
und unten in Silber ein dergleichen goldenes Jagdhorn). Keichs- 
adelsstand. Diplom vom 29. IS^ov. 1776 für die Gebruder Friedrich 
Alexander und Christian Gottlieb v. Süssmilch, genannt Hörnig, in 
Kursächsischen Militairdiensten. »Schon vorher, 20. Oct. 1775, war 
der Polnische Adel in die Familie gekommen. — Der Beiname: v. Hör- 
nig ist mit dem Wappen, aber mit veränderten Farben, bei Erhebung 
in den Reichsadolsstand von der alten, 1760 erloschenen, schlesischen 
Familie v. Hörnig, s. den Artikel: Hörnig, Hörning, Hömingk, Bd. 
IV. 8. 401 und 402, entnommen worden. — Von den Emptängem 
des Keichsadelsdiploms starb 1801 Christian Qottlieb v. St., gen. H. 
als kui*sächs. Obei*st u. Commandeur des Husaren-Begiments. — Der 
Stamm, welcher das Gut Krausnitz bei Ortrandt an sich gebracht 
hatte, blühte in vielen Sprossen fort, von denen die mehrsten in die 
k. sächs.j Armee traten. Ernst Otto v. S., gen. H. schied 1829 als 
Hauptmann, Carl Friedrich v. S. , gen. H. als Generalmajor 1847 
und Moritz Bernhard v. S., gen. H. 1853 aus dem activen Dienste 
und Moritz, Carl Leberecht und Bernhard v. S. , gen. H. waren be- 
reits 1866 Hauptleute in der k. sächs. Armee. 

Handschrift!. Notiz. — Freih. v. I^debtir, U. S. WS und lU. S. 349. — W. B. d. Sächsischen 
S baten, IV. 83. 

Sützel, SUtzel v. 3Iergentlieim (Schild schräglinks von Schwarz 
und Silber gctheilt, ohne Bild). Altes, erloschenes, fränkisches Adels- 
ge.sehlecl^t, welches seine, dem l[ause Hohenlohe zu Lehn gehenden 
Güter an der Tau her hatte und meist zu Baibach unweit Mergentheim 
wohnte. — Caspar StUzel v. Mergentheim war 1543 Domherr zu 
Wiirzburg. 

Zedier, 41. S. 168. — Biedermann, TAnton Ottenwald, Tab. 418. — Salver, S. 396. — Sieb- 
maeher, n. 74; Sützel v. Merg^entheim, FrMnkisch. — v. Meding, II. S. ßJM. 

Snhm, Znhmen, Znm (nach Micrael: im Schilde ein braunes 
Thicr mit einem Löwenschwanze , im Maule ein Kleeblatt haltend, 
oder nach Möller in Gold ein schw^arzes, springendes Pferd). Altes, 
auf Rügen ansehnlich begütertes Adelsgeschlecht, welches schon 
1589 zu Clementevitz und noch 1572 zu Fernekevitz, Grabow und 
Gudderitz, 1580 zu Marlow und IVochcndorf und 1644 zu Ueselitz 
sass, dann aber auf Rügen erloschen ist. 

Micrael, S. 540. — Wackenroder . Alte« und Neues Rügen, S. 227. — Gauhe, I. S. ^145 und 
4«. — Zedier, 40. S. 1798—95. — M\>Uer'$ histor. und geneal. Nachricht von dem alten adeligen 
(»eschlecht derer v. Zium oder Suhm, Flensburg 177ö: ül»er das Wappen 8.98. — Freih. v.Ijedehur^ 
11. S. Ö04. — Siehmacher, V. 167. — v. Meding, I. S. 687: Zuhmen, Zum, oder Suhm. — t». Bohlen, 
das Geschlecht v. Krassow, Tab. Xu. 21: Si^d von 14S7. 

Suhm (Schild geviert mit Mittelschilde. Im Mittelschilde da« 
im vorstehenden Artikel angegebene^ alte Suhm'sche Wappen. 1 und 
4 in Blau ein aus Wasser emporsteigender Löwe und am oberen 
Schildesrande di"ei goldene Öteme neben einander und 2 und 3 in 
Silber ein Palmbaum). — Dänisches Adelsgeschlecht, welches durch 
Diplom von 1683 vom Könige Christian V. die Anerkennung seiner 



— 112 - 

AbBtammung von der im vorstehenden Artikel besprochenen, alten, 
rügenschen Familie v. Suhm erhielt und mit den Gütern Grabow, 
Marlow und Trochendorf belehnt wurde Dasselbe kam besonders 
durch Ulrich Friedrich v. Suhm, k. dänischen Admiral, gest. 1758 
und den Sohn desselben, den bekannten Historiographen Peter Fried- 
rich v. Suhm, zu grossem Ansehen. Letzterer, geb. 1728 und gest. 
1798, erwarb sich durch seine moralischen und gemeinnützigen Ab- 
handlungen, durch seine Idyllen u. Erzählungen, durch seine gründ- 
lichen Geschichtsforschungen und die Darstellung der Geschichte 
seines Vaterlandes bleibende Verdienste. Sein umfassendstes Werk 
ist, abgesehen von vielen Anderen, die „Geschichte von Dänemark*', 
Kopenhagen, 1782 — 1812, welche aber nur bis zum Jahre 1319 
reicht. — Kächst den beiden Genannten ist namentlich noch zu nen- 
nen: Ulrich Friedrich v. Suhm, geb. 1691 zu Dresden und gest. 1740. 
Derselbe kam 1720 als kursächs. Gesandter an den berliner Hof, 
trat mit dem damaligen Kronprinzen, dem nachherigen Könige Fried- 
rich IL in enge freundschaftliche Verbindung und stand mit dem- 
selben auch nach seinem 1740 von Berlin erfolgten Abgange noch 
fortwährend in einem philosophischen Briefwechsel, welcher nach 
dem Tode des Königs unter dem Titel: Correspondance familiere et 
amicale de Frederic IL avec U. F. de S. 2 Bde., herauskam. 1737 
war V. S. Gesandter am k. russ. Hofe u. wollte eben in Friedrich's IL 
Dienste treten, als er während der Reise zu demselben im !N^ovember 
1740 starb. 

Handichrlftllche Notii. — Freih. v. Ledebur, II. S. 564. — v. Mtding, I. S. 687. 

N Snltz, Sulz, Grafen (Schild geviert: 1 u. 4 von Silber und Kotli 

quergetheilt, mit drei aus dem Rothen aufsteigenden, ins Silberne 
hincintretenden , mittelmässigen Spitzen: Grafschaft Sultz, unweit 
Schaffhausen und Kletgau am Ende des Schwarzwaldes und 2 und 3 
in Silber ein schrägrechts gelegter, schwarzer, knorrigter Ast, oben 
mit einer rothen Flamme: Geschlechts wappen der Herren v. Brandi«, 
aus welchem Geschlechte Verena 1477 die Gemahlin des Grafen 
Alvicus V. Sultz wurde und ihm verschiedene Herrschaften der er- 
loschenen Linie ihres Hauses, dessen andere Linie später gräflich 
wurde, zubrachte). — Altes, schwäbisches Grafengesehlecht, welches 
von der Stadt Sulz an der württembergischen Grenze den Namen 
hatte und dessen Grafschaft am Bodensee, am Ende des Schwarzwal- 
des, lag. Der erste Alwig v. Sulz kommt 910 vor und der Letzte 
des Mannsstammes, Graf Johann Ludwig, starb 21. Aug. 1687. — 
Von diesem Geschlechte war seit 1146 jeder Zeit der Aelteste des 
h. r. R. Erbhofrichter zu Rottweil; in Steiermark besass das Ge- 
schlecht im 13. und 14. Jahrh. den Sulzhof, früher und später gehörte 
dasselbe zur Schwäbischen Grafenbank und durch Maria Anna Gri*. 
V. S. — !firbtochter des letzten Grafen Johann Ludwig aus erster Ehe 
mit Maria Elisabeth Grf v. Königseck in Aulendorf, welche sich 
1674 mit Ferdinand Fürsten v. Schwarzenberg vermählte, kam die 
Grafschaft Sultz und die Landgrafschaft Kletgau an das Fürstl. Haus 
Schwarzenberg, welches sich auch nach diesen Besitzungen schreibt. 



— 113 - 

Bue«lini Stemmatofr. IT. S. 969. — Imhof, Lib. 7, c. 14. — Spentr, S. 584 u. 711 and Tib. 
S2, Nr. 4. — Durchl. Welt, Ausgabe Ton 1710, II. S. 416—21. — Hühner, n. Tab. 494. — Gauh», 
I. S. 8503 und 4. — ZedUr, 41. S. 220. — 8thvmt%, IV. S. 148. — Sitbmacher, I. Iß und VI. 12. 
-> V. Meding, II. S. 593 und 94. 

Snlzberger, Snlzberger zn Krapfenberg (in Koth ein BÜbernes, 
inwendig schwarzes Jagdhorn, dessen nach links gekehrtes Mund- 
stück mit fünf Hahnenfedern besteckt ist). Altes, bayerisches Adels- 
geschlechty welches von Einigen mit den alten Herren und Grafen v. 
Sulzburg, Sultzburg, in Verbindung gebracht worden ist, nach Allen 
aber zu denselben nicht gehörte. 

Wig, Hund, n. 8. 877—79. — Siebmacher, 1. 82: Die Sultzberger zu Krapfenberg und n. », 

Snlzberger v. Snlzberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1751 für Benedict Sulzberger, mit: v. Sulzberg. 

JfegtrU v. Mühlfeld, Erg.Bd. S. 466. 

Salzburg, Sultzburg, Herren und Grafen. Altes Herren- und 
Grafengeschlecht in der Ober -Pfalz, dessen gleichnamiges Stamm- 
schloss mit Grafschaft am Sultzflusse an der Eichstädtischen Grienze, 
2 Meilen von Neumarkt, lag. Der Mannsstamm erlosch nach Anfang 
des 14. Jahrhunderts und die Schwester des letzten Grafen , Marga- 
retha, brachte die Herrschaft ihrem Gemahl Werner v. Wolffstein zu, 
dessen Nachkommen, welche den Grafenstand erlangten, dieselbe bis 
1740 inne hatten, in welchem Jahre der Mannsstamm mit Christian 
Albert Grafen v. Wolffstein ausging. 

Oauhe, n. S. 1133 und 34. 

Snltzfeld, Grafen. Altes Grafengeschlccht im Bisthume Speier, 
welches 1220 mit dem Grafen Conrad erlosch, worauf die ganze Ver- 
lassenschaft an Speier kam. Das Stammschloss Sultzfeld steht jetzt 
der freih. Familie Goeler v. Ravenburg zu. 

Oauhe, I. S. 2505 und U. S. 1184. 

Solzer (in Roth eine silberne , heraldjsche Lilie). — Altes , er- 
loschenes, adeliges Patriciergeschlecht der ehemaligen freien Reichs- 
stadt Augsburg. 

Siebmocher, VI. 19. 

Snlzer-Wart, Freiherren (Schild herzförmig, von Blau u. Silber 
schräg geviert mit silberpem , gleichfalls herzförmigen Mittelschilde 
und in demselben ein rother Sparren, von drei, 2 u. 1, grünen Eichen- 
blättem mit Stielen begleitet). Freiherrnstand des Kgr. Bayern. 
Diplom vom 30. Dec. 1814 für Johann Heinrich Sulzer v. Wart, 
k. bayer. Salzhandlungs - Commissair. Derselbe, geb. 1768 zu Win- 
terthur und gest. 1840 als k. bayer. Kämmerer, Geh. Rath und Salz-* 
handlungs- Commissair, stammte aus einem Winterthurischen Stadt- 
geschlechte, dessen Beiname „Wart** sich auf die durch Erbschaft 
erlangte Burgstelle des unglücklichen Ritters v. Wart bei Zürich 
bezieht. — Freiherr Johann Heinrich hinterließ» zwei Söhne: die 
Freiherren Jacques Heinrich, k. bayer. Consul zu Bordeaux und Jo- 
hann Heinrich, geb. 1805, k. bayer. Kämmerer, General-Consul und 
Salzhandlungs-Commissair zu Winterthur. Von ersterem entsproBs 

KnMckke, Deutich. Adels -Lex. IX. 8 



— 114 — 

ein Sohn: Achill und von Letzterem stammen, neben zwei Töchtern, 
drei Söhne: Friedrich, Heinrich und Max. 

V. Lang, S. 24«. — Gencal. Taschenb. d. freih. Hünser, 1864. S. 839. — W. B. d. Kpr. Bayern, 
IT. 24 and v. WOlckeni, Abth. 4. S. 54. 

Snmeran, Freiherren. Reichs- und erbl.-österr. Freiherrenstand. 
Diplom Ton 1745 für Anton Theodor Sumerau, k. k. Hofkammerrath 
und Cameral-Referendar und Vogt zu Alten-Sumerau, wegen altade- 
ligen und ritterlichen Geschlechts, aus höchst eigener Bewegung und 
Ausdehnung des in die Familie gekommenen Freiherrnstandes durch 
Diplom von 17(35 für Anton Thaddaeus Freih. v. Sumerau, Vorder- 
ößterr. Eegierungs-Rath und Kammer-Präsidenten und für die Kinder 
seines Bruders: Joseph, Maria und Anna. 

Megerle v. Miiklfeld, S. 89 und Erg.Bd. S. IM. 

Snmmerer. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1779 -für 
Martin Bernhard Summerer, k. k. Legations- Concipisten zu Constan- 
tinopel. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 271. 

Snndahl (Schild durch einen schmalen, silbernen, mit drei 
schrägrechten, blauen Balken belegten Querbalken getheilt: oben in 
Blau ein rechtsgekehrter, doppelt geschweifter, leopardirter Löwe, 
in der rechten Yorder-P ranke einen Knochen haltend und unten eben- 
falls in Blau drei, 2 und 1, silberne Stenie). — Ein in der Person des 
Christian Friedrich v. Sundahl (geb. 1762), k. bayer. Platzmajor in 
Salzburg, in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragenes. Adels- 
geschlecht. Der Urgrössvater des Genannten, Olaus Erichson Sun- 
dahl, starb 1697 als k. schwedischer Schiflscapitain und der Sohn 
desselben, Johann Erich Sundahl, wanderte nach Zweibräcken aus, 
wurde Baudirector daselbst und starb 1762. 

V. Lang, S. 469. — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 6. 

Snndthansen, Snndhansen (Schild der Länge nach getheilt: rechts 
in Gold ein gegen die Theilungslinie aufwärtslaufender Wolf oder 
Fuchs und links in Schwarz drei silberne Querbalken). — Altes, thü- 
ringisches und sächsisches Adeli^geschlecht, aus dem schon vor 1276 
genannten, gleichnamigen Stammhause unweit Sangerhansen , doch 
gab es auch eine halbe Stunde von Gothji, so wie bei Nordhausen 
ein Gut Sundhausen. — Zwei Brüder, Anselm und Huck v. S. lebten 
bereits 1109. — Die Familie sass 1508 zu Gross -Werther unweit 
Uordhauscn, 1560 zu L'thleben und auf einem Hofe zu Wernigerode 
und war noch 1614 zu Gross- Werther begütert. 

Fr. Ch. Lesser, histor. Nachricht Ton dem ausgestorbenen adeligen Gcschlechte der Herren v. 
Sundhausen im Amte Heringen, Kordhausen. 1752. — Brückner, Schulen und Kirchenstaat d. Herr. 
Gotha, T. Stck. 8. S. 239 und II. St. 8. S. 62. — Siebmaeher, l. 147: v. Sundthauscn, Thüringisch. 

Sonn, Suenne. Böhmischer Ritterstand. Diplom vom 24. Dec. 
1700 für Christoph Caspar de Suenne. Von den Vorfahren hatte 
Basilius v. Sunn auf Kartusch und Zessel im Oelsischen einen kaiserl. 
Wappenbrief erhalten. Adalbert Johann v. Suenne auf Kieder-Mack- 
lowitz in der Herrschaft Losslau unweit Rybnik lebte um 1720. 

Freih. v. Ledebur, H. S. M>ß. 



\ 



— 115 - 

Snnstenan V. Schtitzenthal , Freiherren (in Blau ein geharnisch- 
ter, silberner Bogenschiitz mit gespanntem Bogen). — Erbl. -österr. 
Freiherrnstand. Diplom von 1845 für Heinrich Sunstenau v. Schüt- 
zenthal, k. k. Geh. Bath, F^ldmarschalllieutenant in Pension und 
zweiten Inhaber des k. k. zweiten Cuirassier-Reg. König Max von 
Bayern. Derselbe, geb. 1780 — ein Sohn des 1799 bei Neckerau 
auf dem Öchlachtfelde gebliebenen k. k. Obersten Heinrich S. v. 8ch., 
welcher 1787 als Oberst Wachtmeister bei dem Gradiscaner Grenz- 
Regimente mit dem Prädicate : v. Schiitzenthal den erbl. -österr. Adels- 
stand erhalten hatte — vermählte sich 1802 in erster Ehe mit Domi- 
nica V. Koudriaffsky, gest. 1834, aus welcher Ehe zwei Söhne ent- 
sprossten: Freih. Emil, geb. 1804, k. k. Oberst in Pension, un ver- 
mählt und Freih. Friedrich, geb. 1807 und geblieben 1848 auf dem 
Schlachtfelde von Samma-Carapana als k. k. Oberstlieutenant. Letz- 
terer hatte sich 1843 mit Anna v. Hartmann vermählt, aus welcher 
Ehe zwei Töchter stammen, die Freiin Anna, geb. 1844 und Freiin 
Editha, geb. 1846. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg. -Bd. S. 466. — GencAl. Taschenbuch d. freih. HKuiier, ]8r>4. S. 889 
und 40. 

Snpanchich v. Haberkom. Erbl. -Österr. Adelsstand. Diplom 
von 1820 für Johann Supanchich, k. k. Capitain-Lieutenant, mit v. 
Haberkorn. 

MegerU v, MüMftld, Erg. -Bd. S. 466. 

Sarmont, Ritter und Edle. Reich sritterstand. Diplom von 1704 
für Ludwig v. Surmont, mit Edler v. 

MegerU v. MBhlfeld, Erg.-Bd. S. 219. 

Suter (in Gold ein silberner Bock, welcher über einem rothen 
Zaungitter hervorwächst). — Im Kgr. Preussen erneuerter Adelsstand. 
Emcuerungsdiplom vom 29. März 1756 für die aus der Pfalz stam- 
menden Stiefsöhne des k. preuss. Oberstlieutenants v. Jürgas: Carl 
Wilhelm v. Suter, Arnd Ludwig, Friedrich Wilhelm (gest. 1815 als 
Generallieutenant a. D.) und Ernst Eugen v. Suter. — Die Familie 
sass in Ostpreussen 1728 unweit Friedland zu A plack und Sehmen 
und noch 1784 zu Jakuno wen bei Angerburg. 

r. Hellbaeh, TL. S. 660 und 61. — Freih. v. Ledehttr, II. S. 506. — W. B. d. Preuss. Monarchie 
IV. 78. 

Sntner (Schild durch einen oben roth und unten silbern gerän- 
derten, goldenen Querbalken getheilt: oben in Silber eine rothe, gol- 
den besamte Rose und unten in Blau zwei neben einander stehende, 
vorwärtssehende, goldene Löwenköpfe). Kurpfälzischcr Adelsstand. 
Diplom vom 27. Febr. 1787 für Johann Georg Sutner, inneren Stadt- 
rath in München. Derselbe, geb. 1787, wurde als k. bayer. Ober- 
Finanzrath u. Vorstand der Staats-Schulden-Commission in die Adels- 
matrikel des Kgr. Bayern eingetragen. Ein Wappenbrief war 1656 
in die Familie gekommen. 

V. Jjong, S. 669 — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 6. 

Sator, Ritter (in Gold im Schildesfusse ein blauer Dreihügel, an 
dessen Seiten bis an des Schildes oberen Rand ein gerader, schwarzer 

8* 



— 116 — 

Sparren, belegt mit drei, 1 und 2, Sternen, aufsteigt).. Kurpfalzischer 
Adels- und Ritterstand. Diplom vom 7. Juli 1792 für Franz Xaver 
Sutor, Oberaufschläger in Eichstädt und zugleich Pfleger und Bann- 
richter zu Castell. Derselbe, geb. 1761, wurde als k. bayer. ßegie- 
rungsrath und Oberaufschläger zu Eichstädt in die Adelsmatrikel des 
Kgr. Bayern eingetragen. Ein Wappenbrief war 1656 in die Familie 
gekommen. 

V. Lang, S. 569. — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 7. 

Sntter, Ritter nnd Edle. Reichsritterstand. Diplom von 1766 
für Joseph Carl Sutter, Güter- Administrator , mit: EcQer v. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 214. 

Snttner, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1715 für 
Matthias Suttner, Doctor der Philosophie und Medicin. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg. -Bd. S. 214. 

Swabäberg, Schwabsberg, Schwabsperg. Altes, schwäbischeB 
Adelsgeschlecht, v?^elches lange das Erbtruchsessen - Amt der gefor- 
steten Reichs-Propstei Elwangen führte und noch in der zweiten 
Hälfte des 15. Jahrhunderts vorkam. 

Doederlein, bistor. Nachrichten, I. S. 144. — Zedier, 41. S. 496. 

Sw^erts- Reist, genannt v. Sweerts nnd Sweerts-Spork, Frei- 
herren und Grafen (Schild geviert, mit gekröntem, goldenen Mittel- 
schilde und in demselben ein vorwärtssehender, abgeschnittener Kopf, 
mit einer rothen, silbern aufgeschlagenen Mütze, welche an der 
linken Seite mit einer silbernen Feder besteckt ist: Spork: 1 und 4 
quergetheilt: oben in Silber ein einwärtssehender, doppelt geschweif- 
ter, aufwachsender, rother Lowe, unten ebenfall» quergetheilt, der 
obere Theil blau, ohne Bild, der untere golden mit einem sechs- 
eckigen, blauen Sterne und 2 und 3 von Silber und Roth fünfmal 
spitzenweise der Länge nach getheilt: Reitz und Sweerts). — Böhmi- 
scher Freiherrn- und Grafenstand. Freiherrndiplom vom 15. Sept. 
1653 für Franz Johann v. Reist und Sweerts, mit dem böhmischen 
Incolate u. Grafendiplom vom 15. Dec. 1718 für Franz Carl Rudolph 
Freih. v. Reist und Sweerts, mit dem Beinamen: v. Spork. — Die 
Grafen v. Sweerts-Sj)ork stammen aus dem alten brabantischen Ge- 
schlechte V. Reist, welches in den ältesten Zeiten zu den sieben Pa- 
triciern von Brüssel gehörte. Johann v. Reist wurde im 17. Jahrb. 
von seiner mütterlichen Grossmutter^ einer v. Sweerts, an Kindes- 
statt angenommen, worauf sich derselbe v. Reist, genannt v. Sweerts, 
nannte. Von seinen beiden Söhnen setzte der ältere, Adrian v. Reist, 
gen. V. Sweerts, die brabantische Linie fort, der jüngere aber, 
Franz Johann, erhielt, wie angegeben, 1653, den Freiherrnstand 
und dann das böhmische Incolat. Von dem Sohne desselben, Franz 
Carl, stammte Franz (?arl Rudolph, s. oben, welcher in Folge der 
Adoption seines Schwiegervaters, des Grafen Franz Anton Spork 
— älteren Sohnes des durch den dreissigjährigen Krieg bekannten 
Johann Grafen v. Spork (s. Bd. VIII. S.572 u. 73), mit dem Beinamen 
„V. Spork** das Grafendiplom erhielt. — Eine die Familie betref- 



— 117 — 

fende Ahnentafel findet sich in dem Werke: Deutsche Grafenhäuser 
der Gegenwart. — Der Mannsstamm des gräflichen Hauses ist in 
Böhmen mit dem Grafen Joseph — Sohne des 1809 verstorbenen k. 
k. Kämmerers Philipp Johann Grafen v. Sweerts - Spork aus dritter 
Ehe mit Aloysia Grf. v. Poetting und Persing (gest. 1825) — k. k. 
Kämmerer und Rittmeister in d. A., 12. Nov. 1848 erloschen. Der- 
selbe hatte sich 1846 mit Adele Frei in v. Puteani, geb. 1823, ver- 
mählt, aus welcher Ehe zwei Töchter, Grf. Gabriele, geb. 1847 und 
Grf. Josephine, geb. 1848, entsprossten. Die hinterlassene Wittwe 
vermählte sich 1862 in zweiter Ehe mit Albert Grafen v. Nostitz 
Rieneck, k. k. Rath und vormaligen Oberst -Landmarschall des Kgr. 
Böhmen. — Eine mit dem 1855 verstorbenen Josepli Grafen v. 
Sweerts - Spork , Freih. v. Reist, Lacken und Blauen thum , k. k. Ein- 
reichungs-Protocoll-Director bei der galizischen Landesregierung, nach 
Galizien gekommene Linie bat aber fortgeblüht. Von dem genannten 
Grafen Joseph entspross nämlich: Moritz Graf v. Sweerts - Spork, 
Freiherr v. Reist, Lacken und Blauenthurn, geb. 1821, Fideicommiss- 
besitzer und Patron der gräfl. Spork«chen Stiftung auf Gradlitz in 
Böhmen, von 1848 bis 1852 in k. k. Kriegsdiensten. Derselbe ver- 
mählte sich 1852 mit Celine Pauline de Nobile, geb. 1832 und aus 
dieser Ehe entspross ein Sohn: Graf Gustav, geb. 1853. — S. auch 
Bd. VII. S. 446 den Artikel : Reist, Reest, Sw^eerts v. Reist, Freiherren. 

MtgtrU V. Milhlftld, Er^.-Bd. S. 33. — Allgem. geneal. Handbuch, 1834, I. 8. 850. — Deutsch« 
GrafenhXaser d. Ge^enw. III. S. 3H5 und m. — Geneal. Taschenb. d. gräfl. Häuser, 1H59, S. 838 und 
39, 1864. S. 882 und 83 u. ff. und historisches Handbuch zu Demselben. S. 972. — W. B. d. Oesterr. 
Monarchie, VII. 74. 

Swieten, Freiherren (in Roth drei, 2 und 1, silberne, mit den 
GriiFen abwärts geneigte Geigen). Erbl.-österr. Freiherrnstand. Di- 
plom vom 10. Mai 1758 für Gerhard (Gerard) van Swieten, k. k. 
Leibarzt und Protomedicus. — Altes, holländisches Geschlecht, aus 
■welchem bereits 1230 Emerand van Swieten mit seiner Gemahlin, 
Catharine, veuve de Jean de Hoesen, bekannt ist. Der Enkel des- 
selben, Hermann van Swieten, Chevalier, starb 1245. Von diesem 
durchläuft die urkundlich erwiesene Stammreihe zwölf Generationen 
bis zu dem genannten Gerhard van Swieten , w^elcher ein Sohn von 
Thomas van S. u. der Elisabeth van Loo, ein Enkel von Gerard v. 8. 
und der Wilhelmine v. Brederode u. ein Urenkel von Sebastian v. S. 
und der Catharina de Bronckhorst war. — Gerhard Freih. v. Swieten, 
geb. 1699 zu Leyden und gest. zu Wien 1772, stand- am k. k. Hofe 
als Leibarzt des K. Franz I. und der K. Maria Theresia in hoher 
Gunst und in grossem Ansehen, erwarb sich uöi das damalige ge- 
sammte Medicinalwesen der Oesterreichischen Monarchie ausgezeich- 
nete Verdienste und zählte zu seiner Zeit zu den besten und berühm- 
testen Bearbeitern der medicinischen Wissenschaft, in welcher na- 
mentlich seine den Aerzten des vorigen Jahrhunderts so bekannten 
und von denselben hochgeschätzten „ Common tarii in Boerhavii Apho- 
rismos, Lugd. Batav. 1743 — 1772, V. Volum." viele Jahre zu den 
besten practischen Werken mit vollem Rechte gerechnet worden 
sind. — Aus seiner Ehe mit Maria Lambertine Elisabeth Theerbeck 



— 118 — 

de Coe«feld entsproBsten zwei Söhne, die Freiherren: Gerard II. und 
Gilbert Henri. Freiherr Gerard IL, geb. 1743, k. k. Geh. Rath, früher 
k. k. Gesandter am k. preuss. Hofe , später Präfeet der Hofbibliothek 
U.8. w., starb 1803 unvermählt; Freih. Gilbert Henri aber, \erm. 
mit Charlotte Philippine, Töchter des Henri Antoine Gaspar T. 8er- 
claes und der Maria Petronilla Susannä de Colins, setzte den Stamm 
durch zwei Zwillingssöhne, die Freiherren Franz und Carl, fort. 
Freih. Franz, geb. 1785, verm. mit Rosalie Grf Duc de Sunrille, 
gest. 1852, starb ein Jahr vor seiner Gemahlin, 1851, ohne Nach- 
kommen zu haben, Freih. Carl aber, gest. 1853, Landstand in Tirols 
Krain und Görz, k. k. Kämmerer und Hauptmann in d. A. , verm. mit 
Johanna Fitsiin v. Fahnenberg, hat den Stamm durch zwei Söhne, 
die Freiherren Egid, geb. 1817, k. k. Hauptmann in d. A. und Fried- 
rich, geb. 1820, ebenfalls k. k. Hauptmann in d. A., fortgepflanzt. 

Megerle v. Mtihlfeld, trg.-BA. S. 106. — Oeneal. TaschMib. d. frdheirl. Hluser, 1863. S. 466 
and 67, 1862. S. 799 und 800. 1864, S. 840 u. (T. — Kneschke, IV. S. 400 und 401. 

Swoboda. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1769 für Martin 
Macari Swoboda, k. k. Stückhauptmann. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.Bd. S. 466. 

Swoboda v. Eisenfels. £rbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1799 für Thomas Ignaz Swoboda, Bienen thaler Eisenhammerwerks- 
Inspector und Unternehmer der Franzensthaler Eisenhammerwerke, 
mit: V. Eisenfels. 

Megerle v. Mühlfeld, Er(r.-Bd. S. 466. 

Swoboda v. Kaisertreu, Edle (in Blau ein vorwärtsgekehrter, 
gewappneter Mann, welcher in der Rechten eine Lanze hält und die 
Linke auf die Hüfte gestützt hält). Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1785 für Wenzel Ignaz Swoboda, Ober -Amtmann zu Zbirow 
(Zwirow) in Böhmen, mit: Edler v. und zu Kaisertreu. Der Stamm 
hatte fortgeblüht: ein k. preuss. Major Swoboda v. Kaisertreu war 
1833 Führer des 2. Autgebots im Landwehr-Bataillon Posen. 

MegerU v. Mühlfeld, Erjf.-Bd. S. 466. — , Freih. v. Ledeintr, n. 8. 507. 

Sybel (Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein rother, von drei 
Granaten begleiteter Sparren und 2 u. 3 in Roth drei goldene, quer- 
fliesHcndo Bäche, deren oberer von den beiden anderen von drei 
Sternen begleitet ist). Altes Adelsgeschlecht der Grafschaft Mark. 
Laurenz Sybel war 1570 Bentheim-Teklenburgiseher Rath. 

Fahne, II. S. 152. — Freih. v. Ledebur, II. S. 507. 

Sybel (in Silber ein Querbalken mit fünf schwarz u. roth wech- 
selnden IMahlen, über demselben ein scliwarzes Boss und unter dem- 
selben drei rothe Rosen an einem Stiele auf grünem Berge). Adels- 
stand des Kgr. Preussen. Diplom von 1831 für Ferdinand Philipp 
Sybel, k. j)reus8. Rcgier.-Rath zn Düsseldorf. Derselbe, spater Geh. 
Regier. -Ruth , war um 1853 Herr zu Isenburg unweit Mühlheim und 
zu Steinbüchel bei Opladen und ein Sohn, H. v. Sybel, wurde 1845 
0. Prof d. Philosophie an der Universität Bonn. 

Freih. v. Udetmr, II. S. 007 und »I. S. 349. 



— 119 — 

Syber^, Syberg zu Summern , Freiherren (iu Schwarz ein gol- 
düiie« Kad von iuni* Speichen). In die Freihcrniclasse der Adel^nja- 
trikel des Kgr. Bayern eingetragen 11. Juni 1819 in der Person des 
Nicolaus Günther V. Syberg zu Summern (Simmern), vormaligen kur- 
cölnischen Kämmerer, w. Geh. Ilath, Landstand des Herzogth. West- 
phalen, Ritterrath der vormaligen ^littelrheinischen Reichsritterschaft 
und Besitzer von Emenerichshof. — Altes, niederrheinisches u. west- 
phälischcs Adelsgeschleeht, dessen ununterbrochene Stammreihe mit 
Wilhelm v. Syberg anlängt, welcher 1252 zu Limburg lebte. Der 
Sohn desselben, Theodorich, war 1295 Gograf zu Abbendorf und der 
Enkel, Hermann, 1359 Herr des Hauses zum Busch, erwarb 1371 
den Hof des Henneke Everde und tritt urkundlich 1377 als Ritter 
auf. Von demselben stammte Johann zum Busch, welcher 1419 den 
Bund der Ritterschaft der Grafschaft Mark besiegelte und zwei Söhne 
hinterliess. Herrmann, Erbe des Hauses zum Busch, verm. mit Else 
V. der Capellen zu Wohung und Johann, welcher durch Vermählung 
mit Else Stekke das Haus Westhowen erhielt, später Nordlünem 
kaufte und dessen Linie mit der Urenkelin, Elisabeth, 1601 erlosch. 
Hermanns Sohn, Heinrich, 149G Herr zum Busch, theilte 1517 seine 
Güter unter seine beiden Söhne, Hermann und Jürge. Der ältere 
Sohn, Hermann, aus erster Ehe mit einer v. Meerveldt, wurde 1511 
mit dem Hause Hagen belehnt und vererbte auf den mit Anna v. 
Vittinghoff erzeugten Sohn, Adrian, seine Güter, welche bis zum ür- 
Ur-Enkel, Wes'sel Gisbert Freih. v. Syberg, welcher zu Anfange des 
18. Jahrhunderts in den Niederlanden lebte, in der Familie blieben. 
Der jüngere Sohn Heinrich's, Jüige, erhielt durch Vermählung mit 
Anna v. Plettenberg 1511 das Haus Wischling und seitdem führte 
die von ihm stammende Linie, welche sich in dem damals noch deut- 
schen Livland niederliess, den Beinamen Wischling, s. den nachste- 
'henden Artikel, um das Andenken an das Stammhaus zu erhalten. 
Von Jürgens Söhnen folgte Barthold, welcher in Livland die Güter 
seiner Brüder und in Westphalen das Burghaus und die Güter zu 
Schw^erte erwarb. Aus der Ehe mit Anna v. Lipperheide stammten 
zwei Söhne: der gleichnamige Sohn, Barthold (H.), geb. 1572 und 
Philipp, geb. 1574, welcher Letztere nach Westphalen zurückging 
und verm. mit Agnes Elisabeth v. Cloo zur Hennen, die Linie zu 
Schwerte, Summern und Heese fortsetzte, Barthold dagegen pflanzte 
die Linie in Curland weiter fort, deren vorwaltende Schreibart in 
Curland imd Preussen „Syburg" ist. — Die freiherrliche Familie „v. 
Syberg" schreibt sich nicht mehr „zu Wischling" sondern „zu Sum- 
mern, während, s. d. nachstehenden Artikel, Grafen v. Syberg zu 
Wischling, und zwar aus dem Stamme v. dem Broele-Plater vorkom- 
men. Von den früheren Sprossen der Familie haben Mehrere in der 
k. preuss. Armee als Stabsofficiere gestanden. Zu denselben gehörten: 
Friedrich Godward v. Syberg, gest. 1729 als Generalmajor und die 
Brüder Friedi-ich Wilhelm v. Syburg, gest. 1770 und Otto Ludwig 
V. Syburg, gest. 1788, welche Beide Generalmajore waren. — Was 
den jetzigen Personalbestand des freiherrlichen Hauses anlangt, so 



— 120 — 

war der obengenannte Freiherr Nicolaus Günther, geb. 1754 und 
gest 1832, dreimal yermählt und zwar in erster Ehe mit CaUiarina 
T. Heiden, Freiin v. Belderbusch, gest. 1798, in zweiter mit Thereee 
Freün v. Wittenbach, gest 1800 und in dritter mit Charlotte Freiin 
T. Schütz zu Holzhansen. Aus der ersten Ehe stammte, neben zwei 
Töchtern : Caroline Termählten Freifrau v. Krane und Sophia ver- 
mählten Freifrau v. Wetzel, genannt Carben, ein Sohn: Carl Freiherr 
V. Syberg- Summern auf Xasburg, grossh. hessischer Forstmeister, 
Term. mit Adelheid Marquise du Chasteler, aus welcher Ehe eine 
Tochter entsprosste: Freün Mathilde, geb. 1819, verm. 1836 mit 
Philipp Freih. Heusslein v. Eussenheim. Aus der zweiten Ehe des 
Freiherm ^Nicolaus Günther stammt Freih. Joseph, h. nassauischer 
Hofinarschall, Term. 1843 mit Isabella Freiin v. Düngern, aus welcher 
Ehe ein Sohn lebt: Freih. Paul, geb. 1848 und aus der dritten Ehe 
stammt, neben einer Tochter: Charlotte vermählten Freifrau v. Mens- 
hagen, verm. 1828, ein Sohn, Freih. Alexander, geb. 1804. — In 
die Freihermclasse der Adelsmatrikel der Preuss. Rheinprovinz wurde 
unter Nr. 24, laut Eingabe d. d. Eicks im Reg.-Bez. Aachen, 16. Jnni 
1829, eingetragen: Clemens August Freih. v. Syberg. — In West- 
phalen starb 1847 Johann Friedrich v. Syberg, Herr auf Kemmade 
unweit Bochum, als der Letzte seines Namens. 

«. Lam§, Soppl. 8. 70. — 9. Fr. A.-L. V. S. 443. — Frtik. v. Ledebur, U. S. 507 «u4 m. 
S. ^49. — Gcneil. Tuchenboch d. n-eih. Hlnser. 1854, S. 530, 1855, S. 613, ISeS, S. M8 u. ff. ~ 
aiekmmeker, II. 115 : t. Syberg, Rlieinlindisch. — r. Medmg, HI. S. 658. — Sappl. ni Slebn. W. B. 
IT. S. — V. Stemm, VL. i. — RoUtu, Ekmentu-WerkcliHi, I. 75. — VetUr, Berfrische Rittencbaft, 
Tib. W. — »ubema, Sicderrfadnischer Add. I. S. 183- 96. — W. B. d. Preoss. RheiapioTinx. I. 
Tib. 119, 5r. 338 und S. 310 und 11. — W. B. d. }^t. Bayern, Dl. 13 und t. WOlckein, Abth. 8. 
8. 36 nad S7: Frefherren Gfinther ▼. Sjberf. 

Syberg zu Wischling, Grafen (im Schilde das im vorstehenden 
Artikel angegebene v. Sybergsche Stammwappen: in Schwarz ein- 
schwebendes, goldenes Rad mit fünf, wohl auch mit sechs Speichen). 
— Die Grafen v. Syberg zu Wischling stammen von männlicher Seite 
von den Grafen v. dem Bröle, genannt Plater, von weiblicher Seite aber 
aus dem Geschlechte der Freiherren v. Syberg zu Wischling. — Der 
im vorstehenden Artikel genannte Bartbold v. Syberg setzte, wie 
erwähnt, seine Linie in Curland fort. Derselbe war in erster Ehe 
vermählt mit Anna v. Schwerin und aus dieser Ehe überlebte ihn ein 
Sohn, Johann Georg Freih. v. Syberg zu Wischling, Erbe sämmtlicher 
Güter in Curland, verm. mit Sibylla Freiin v. Lüdinghausen, genannt 
Wolff. Letzterem folgte Freih. Gotthard Xaverius, Krayczky von 
Livland, verm. mit Mariane v. Berg-Carmel und diesem Freiherr 
Josaphat, geb. 1684, Wojwode von Livland. Letzterer, verm. mit 
Magdalena Freiin v, Bönninghausen , genannt Budberg, vermehrte 
die angestammten kuri.schen Güter mit Lantzen und Kurzum, in Pol- 
nisch Livland mit Lixna und Kinip, und in Litthauen mit den Staro- 
steien Onikstv , Bolniki , Rakaniszki , Zawarvszki und Talice. Der 
Sohn demselben, Freiherr Johann Thaddaeus, geb. 1739 und gest 
1806, setzte den Stamm fort Derselbe, Erbe der sämmtlichen väter- 
lichen Güter, war Wojwode von Livland, Starost auf Oniksty, Bolnici 
und Talice und hatte sich dreimal vermählt, doch überlebte ihn nur 



— 121 — 

auB dritter Ehe mit Luise Freiin v. Kleifit eitie Tochter, Freiin T«a- 
bella Helena, welche ihrem Gemahl, Michael Grafen v. dem Broele, 
genannt Plater, aus dem Aste zu Nederitz der polnisch -livländischen 
Linie des Geschlechts, sämmtliche Sybergische Besitzungen: ein in 
Polnisch- Li vland, Curlaiid und Litthauen gelegenes, von der Düna 
durchströmtes Gebiet von ungefähr 35 Quadratmeilen mit fünfzehn- 
tansend Einwohnern, als Heirathsgut zubrachte. Der Ehevertrag 
wurde 10. Juli 1803 von kaiserlich - russischer Seite bestätigt und 
zwar mit der Bewilligung für den Grafen Michael und dessen Nach- 
kommenschaft Wappen und Namen der v. Syberg zu Wischling an- 
zunehmen und zu führen und sich Grafen u. Gräfinnen v. dem Broele- 
Plater, genannt v. Syberg zu Wischling, zu nennen und zu schreiben, 
auch erfolgte zugleich in Preussen und Oesterreich die Anerkennung 
des Grafenstandes der Familie. — Graf Michael, dessen Gemahlin 
1849 starb, hatte vier Söhne, von welchen der, eine vor ihm starb 
und vier Töchter, doch fehlen seit mehreren Jahren genaue Nach- 
richten über die gesammte Familie. — Die Literatur ist grössten- 
theils schon im vorstehenden Artikel angeführt. 

Deatsche GrafenhXaser der Gegenwart, DI. S. 387 — 90. — Geneal. Tuchenb. d. giitfl. HXoser, 
1857, 8. 788 und hlstor. Handbuch su Demselben, S. })7S. 

Sydow (in Silber, wohl auch in Gold, ein schwarzes Schildchen, 
oder ein Sattel, in dessen Mitte drei eisenfarbige Pfriemen mit gol- 
denen Knöpfen stecken, die, mit den Spitzen zusammenstossend, mit 
den Griffen in Form eines Schach erkreuzes aus einander gehen). 
Altes, ursprünglich den Marken und Pommern angehörendes Adels- 
geschlecht, welches später auch nach Ostpreussen, Schlesien, West- 
pbalen und in die Ober-Lausitz gekommen ist. — Der älteste vorzu- 
findende Lehnbrief der Familie ist von 1536. In diesem Lehnbriefe 
belehnte Markgraf Johann von Cüstrin sämmtliche Brüder, Vettern 
und Erbgesessene v. Sydow, nämlich Bussow v. Sydow zu Gossow, 
Peter und Christoph zu Schönfeld, Peter Simon und Caspar zu Dob- 
berphuhl, Hans und Absalon zu Görlsdorf und Theeren, Henning 
und Hans zu Stolzenfelde und Martin v. Sydow zu Reddorf, gemein- 
schaftlich mit ihren Gütern. — Der Enkel des genannten Hans v. S. 
auf Stolzenfelde stand in k. schwedischen Diensten, nahm 1649 den 
Abschied und vermählte sich mit der Tochter des Herbert v. Baer, 
Landdrosten des Stifts Osnabrück und Erbgesessenen zu Barrow, 
Reihen- und Blankenburg in Westphalen. Der Sohn aus dieser Ehe, 
Otto Friedrich v. S. , stand in brandenburgischen Diensten und war 
mit Magdalene v. Sydow a. d. H. Adamsdorf vermählt. Er ging als 
Freiwilliger nach Brabant und kehrte von dort nicht wieder zurück. 
Der älteste seiner drei Söhne stand im erbprinzlichen Regimente und 
starb, bei Aire in Artois verwundet, an seinen Wunden. Der jüngste 
Sohn, Arndt Wilhelm v. S., starb als Rittmeister im k. pr. Cuirassier- 
Regim. Graf v. Lottum und der zweite Sohn, Ernst Ludwig v. S., geb. 
1683, ging 1696 in hessische Dienste und vermählte sich 1717 mit 
Johanna Franzisca v. Schmerheim, Tochter des Generalmajors und 
Commandanten auf dem Sparenberge bei Bielefeld v. Schmerheim. 



— 122 - 



lu'Hertord garnis^onirend, löste er sein vom Valer U)8o verpfändete 
Gut Stolzenfplde 171G durch unmittelbare Verinittelung des König 
Friedrich I. wieder ein , verkaufte aber dagegen einen Antheil vo 
Görlsdorf an den General Egidius Ehrenreich v. Sydow, der ihn wie 
der an den König veräusserte. — Der einzige Sohn des Ernst Ludwij 
v. S.: Friedrich Ludwig v. S. auf* 8tolzenfelde, Dopperpfubl um 
Schmarse, starb 1798 hochgeachtet und hinterliess drei Söhne. De 
älteste derselben, Wilhelm Ludwig v. 8., geb. 1748 und geat. 182C 
war von 17(39 Landrath des f'riedeborger , später des königsberge 
Kreises und nachheriger Besitzer der väterlichen Güter Stolzenfeld 
und Dobberptuhl, so wie der Güter Vietnitz und Blessin in der Neu 
mark und der Thammerschen Güter in .Schlesien. Aus seiner Eh 
mit Friederike Edlen v. Waldmann, Freiin v. Grunteld und Gutten 
Städten, stammten: die Gemahlin des w. Geh. Kaths Freih. v. Oelse 
auf Vietnitz, die Witt we des 1834 verstorbenen Generallieutenant 
V. Valentini, der Kittmeister a. D Wilhelm Friedrich v. S. auf Bäi 
felde und Stolzenfelde, venn. mit Adelheid v. d. Osten, die Migori 
Grf. V. Xostitz, die Gemahlin des Ober-Appellat-Gerichts-Chef-Pra 
sidenten v. Frankenbcrg-Ludwigsdorf zu Posen u. der Landesältest 
Carl August v. 8. , Besitzer der Thammer Güter in Schlesien , vem 
mit Auguste v. Temi)sky. Der zweite 8ohn des Ernst Ludwig t. S 
geb. 1749 und gest. 1821, war zuerst Lieutenant im Dragoner-Regi 
mente v. Voss, später aber Glogau-Saganscher Landschafts- Directo 
und Herr auf 8chmai*se-Kalzig und 8tent8ch. Von seinen Kinder 
aus der Ehe mit Charlotte Freiin v. Gersdorf war eine Tochter, di 
1821 starb, an den spät<M*en Generalmajor v. Troschke vermählt, di 
zweite wurde die Gemahlin des Friedrich v. Masse w auf Stentscb 
die dritte des Majors a. D. v. Massow auf Schmarse und der Sobii 
Ferdinand v. S., starb 182(3 mit Hinterlassung zweier Kinder. De 
dritte Sohn des Ernst Ludwig v. 8., geb. 175G, starb 1835 unvei 
mahlt zu Karge. — In rommern schrieb die Familie sich von ihren 
Stammgute Blumberg unweit Bandow , ausserdem aber waren Wol 
tersdorf, Schönow, Jamickow, Cummerow, Steinwehr, Neuengraj 
Petershagen u. s. w. alte Besitzungen der Familie. — Zu der poo] 
mernschen Linie gehörte auch Albrecht v. Sydow, welcher um 145' 
Weihbischof zu Camin war. — Von den Sprossen der Familie Bin 
niehrere in der k. preuss. Armee zu hohen Würden gelangt. Zu dei 
selben gehören: Adam Wilhelm v. 8., gest. 1710 als Generabn^joi 
Balthasar Friedrich v. 8., gest. 17^)3 als Generallieutenant; Egidiu 
Ehrenreich v. S. , gest. 1749 als General von der Infanterie; Gusta 
Adolph v. S. , gest. 1772 als Genoralmajor; Hans v. 8., gest 182 
als General lieutenant und dessen Sohn, welcher 1840 als Generalmsyo 
peusionirt wurde. — Begütert waren nach Kauer noch 1857: Conra 
V. Sydow , auf Westhausen (alter Besitz^i und Wischelingen im £] 
Dortmund ; Carl August v. S. , Landes- Aeltester u. Rittmeister a. D. 
auf Hirschfcldau im Kr. Sagan; v. 8., Lieutenant u. Referendar a. D 
auf Andersdorf im Kr. Glogan; Alexander v. S. auf Schmardt IV in 
Kl*. Kreuzburg; v. 8., Lieutenant, auf Kalzig im Kr. Zällichau 



— 123 — 

8chwiebu8; v. S. , Lieutenant, auf Stolzentelde und Dobberphuhl im 
Kr. Königsberg in der Neumark; die Erben des Albert v. 8. auf 
Sehönow im Kr. Randow; die Erben des Florentin v. S. auf Wolters- 
dorf im Kr. Randow ; v. S. , Lieutenant aut Cremlin im Kr. Soldin ; 
V. S. , Rittmeister a. D. , auf Petershagen im Kr. Köslin ; v. S. , auf 
Beyditten im Kr. Friedland und verw. Frau Rittmeisterin v. S. , geb. 
V. d. Osten, auf Baerfelde im Kr. Königsberg, N.-M. 

Mierael, S. 530. — Schwan, Pommcr. LohnshisUirie, S. 1260. — Gauhe, I. S. 2331 und 82. — 
Diihmar, Ahnentafel de« Aegid. Khrenreich t. S. S. 65 — 67. — Zedier, 87. S. 972: v. Sidow. — 
Küster, Access. II. S. 157. — Dienemann, S. 168, 255 und 3.'i8. — N. Pr. A.-L. IV. S. 254 und 55. 
— Freih. v. Ijedebur, II. S. 608 und 509 und 111. S. 340. — Siebmacher, III. 15 : v. 8. , Pomme- 
rlsch u. V. 159: v.S., ebenfalb Pommerlsch. — v.Meding, III. S. 653—65. — Pnmmernschcs W. B. 
m. 19 und 23, Nr. 4 und 5. 

Syrgenstein , Freiherre» (Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein 
schrägrechter, schwarzer Balken, belegt mit einem goldenen Adler: 
Stammwappen und 2 und 3 von Roth, Silber und Blau halb in die 
Länge und quergetheilt: Westerstctten). Altes, schwäbisches, aus 
dem Algäu stammendes, zu dem ehemaligen Reichsrittercanton am 
Kocher gehöriges, vorher rcichsfreies Adelsgeschlecht. Dasselbe 
hießs früher Bürgen und wurde auch Surgenstein, Sürgenstein und 
Sirgenstein geschrieben , doch besass die Familie ein ausdrückliches 
Privilegium, sich mit einem Ypsilon zu schreiben. Das Stammschloss 
Syrgenstein liegt bei der ehemaligen Reichsstadt Wangen und das 
Erbbegräbniss war in der Kirche zu Thann. Der jedesmalige In- 
haber des Stammhauses war Erbmai:8chall des Fürsten thums Con- 
stanz oder Costnitz. Die ordentliche Stammreihe beginnt Bucelinus 
mit Fritz v. Sirgen (Syrgcn) um 1363. Von den Nachkommen des- 
selben befand sich nach Spangenberg Johann als Hauptmann 1529 
in Wien, als die Stadt von den Türken belagert wurde, Vitus verlor 
als kaiserlicher Oberst in den Niederlanden sein Leben und WolfiT- 
gang Rudolph war um 1030 Dom-Dechant zu Eichstädt. Der Bruder 
des Letzteren, Johann Jacob v. S., erhielt den Freiherrnstand, welcher 
von 1691 her erprobt ist und es war bei seiner Erhebung demselben 
verstattet worden, das Westerstettische Wappen dem angeborenen 
hinzufügen zu dürfen, weil seine Mutter, Anna, eine Erbtochter der 
mit ihr abgestorbenen Westerstettischen Familie gewesen war. — 
Freih. Johann Jacob hatte drei Söhne: Johann Franz, der noch 1670 
als kaiserl. Oberst lebte, Johann Albert, Canonicus zu Würzburg und 
Johann Gottfried , Herrn in Aichberg. Später kommt Engelbert als 
Fürstabt zu Kempten vor, w^elcher 1760 starb. — Nach Anlegung 
der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern wurde in die Freiherrnclasse der- 
selben eingetragen: Freih. Johann German Prosper, der Achtberg- 
oder AI tenbergischen Linie, geb. 1741, Erbmarscliall des Fürsten- 
thums Constanz. Der Grossvater, als Anhänger des Kurfürsten Max 
Emanuel von Pfalzbayern bekannt, wurde bei Ersteigung des Syr- 
gensteinschen Schlosses Alt^nberg von den feindlichen Truppen nach 
Höchstädt geschleppt und dort gezwungen, einen Becher Scheide- 
wasser auszutrinken, an w^elchem er sofort starb. 

Spangenberg, 11. — Bueelini Stenunat. HI. S. 179. — BurgermeitUr , Tora SchwSb. Reichs»del 
S. 24«. - V. HatUtein, Uh S. 494—504. — GauAe, 1. S. 1844. — Sälver, S. Ö66u,ö84. — ». f« 



\ 



— 124 — 

Malocischei Haa4lNich. 1778. S. SOS and 9. — v. Lang. S. 349. — Siebmaeker, I. 116: Die SItgW 
T. Siifenstnn, Schwibisch und Suppl. IV. 25: Stiaunwappen. — v. Medmg , IL S. 567 nad €8. — 
W. B. de» Kcr. Rayern, IV. 25 ond t. Wökkern, Abth. 4. S. 54 und 56. 

Szaller, ». Schaller, Szallcr v. Loewenthal, Frei- 
herren, Bd. Vm. S. 89. 



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4 

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T. 

I % Taaffe, Taff, Grafen (in Roth ein den ganzen Schild überzie- 

i hendes, »ilbemes, blau gegittertes Kreuz). Altes, ursprünglich am 

I Irland und zwar, wie angenommen wird, aus königlichem Geblüte 

i stammendes Geschlecht, welches urkundlich in Irland schon 1287 

auftritt, zu Pairs von Irland, Baronen v. Bellmonte und Yiscoante 
1 Taaffe v. Corren 1. Aug. 1628 erhoben wurde, den erbl.-österr. Gra- 

fenstand 26. Juni 1662 erhielt, in der Person des Grafen Theobald, 
18. Nov. 1704 das schlesische Incolat erlangte und 16. Jan. 1821 
der steyrische Landmannschatl einverleibt wurde. — Haupt dee 
gräflichen Hauses ist: Graf Carl, Pair von Irland und als 8olch«f 
Lord Viscount v. Carren und Baron v. Ballymote, geb. 1823, — 
Sohn des 1855 verstorbenen Grafen Ludwig, geb. 1791, Herrn dei 
Güter Ellischau und Kollinetz in Böhmen, Dr. der Rechte, k. k. Käm- 
merers, Geh. Kaths, Präsidenten des Obersten Gerichtshofes u. Ober- 
sten Gefallgerichts zu Wien, Curators der k. k. Theresianischen Aea- 
demie, Mitglieds der juridischen Facultät, emeritirten Rector Magni- 
ficus an der Wiener Universität u. s. w. aus der Ehe mit Amalic 
Fürstin Bretzenheim, geb. 1802 und verm. 1822 — Herr des Gutet 
Ellischau in Bömen, k. k. Kämmerer und Oberst-Lieutenant in d. A. 
Der Bruder desselben, neben zwei Schwestern, ist : Graf Eduard, geb. 
1833, Herr des Gutes Kollinetz in Böhmen, k. k. Kämmerer, firühei 
Statthalterei-Rath und Landeschef im Hrzth. Salzburg, jetzt k. k. 
Staatsminister u. s. w., verm. 1860 mit Irma Grf. Csaky, geb. 1838. 

Smapius, II. S. 250. — Gmtke, I. 2.M2 und 13. — Sehmutz, IV. S. 156. — Deutsclie Gratalk 
der Oe«renwart, III. S- 408 und 404. — Freih. r. Ledtbur, III. S. 1. — Grneal. Tasch«ib. 4. ffril. 
Hinsrr, 1S64, S. 893 n. ff. und histor. ILmdlmch zu Demselben, S. 9S3. — Dorti, AUrem. W. B. l 
S. 123 ond ^4 und Tab. 99 und S. 205. 

Tabbert (in Silber eine Jungfrau, w^elche eine blaue Weintraube 
hält). Ein aus Greifswalde stammendes Adelsgeschlecht, dessen 
Ahnherr, Johann Osmund Tabbert, Senator in Greifswalde, war. Mo- 
ritz Matthia.s v. Tabbert starb 1675 als General -Superintendent vü 
Greifswalde. — Samuel Heinrich Matthias v. Tabbert war Regie- 
rungsrath zu Wernigerode. Derselbe starb 1788 ohne Erben in Berlin 



— 126 ~ 

und vermachte sein Vermögen dem Grafen v. Stolberg- Wernigerode 
Mit ihm scheint der Stamm ausgegangen zu sein. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 267. 

Tabbert, Tabbert v. Strahlenberg (im Schilde ein Mann, welcher 
eine Weintraube hält: Stammwappen, auch geviert mit das Stamm- 
wappen zeigendem Mittelschilde: 1 und 4 ein Strahl und 2 und 3 
eine Weintraube. Schwedischer Adelsstand. Diplom vpm 31. Jan. 
1807 für Martin, Philipp, Johann und Peter Siegfried Tabbert, mit 
dem Zusätze: v. Strahlenberg. Dieselben stammten aus einer Vor- 
pommerschen Bürger-Familie. 

Freih. v Ledebur, m. S. 1. 

Tabor (in Blau die schräglinks liegende Stange eines Hirschge- 
weihes von einem schrägrechts in die Höhe gekehrten, rothen Pfeile 
durchschossen). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, welches zu An- 
fange des 18. Jahrhunderts von Sinapius noch unter dem schlesischen 
Adel aufgeführt wird. 

Sinapius, I. S. 967. — Siebmaeher, I. 60: Die Tabor, Schieftisch. — v. Mtdiing, II. S. 694 a. 96. 

Tadden, s. Thadden. 

Tader, Thader (in Roth eine schwarze, die Krallen aufwärts 
nach der Rechten gebogene, ausgebreitete Greifsklaue, welche unten 
golden ist). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, welches sich in die 
Häuser Gimmel, Alt-Raudten, Klieschau u. s. w. im Wohfauschen 
und Guhren und Wischütz im Glogauischen geschieden hatte. Das- 
selbe soll nach Sinapius zuerst Niesemeuschel, welcher Stamm das 
gleiche Wappen führt, geheissen haben, später aber nach den Tartaren, 
die man auch Tader nannte, nach der grossen, 1241 bei Liegnitz ge- 
schlagenen Schlacht, Tader genannt worden sein. Stephan Tader, 
Ritter, auf Gimmel u. Gulirau, lebte um 1397 und noch 1404, in 
welchem Jahre er als Marschall des Herzogs Conrad III. zu Oels 
genannt wird. Von seinen zwei Enkeln wurde der gleichnamige 
jüngere um 1508 Landesältester des Fürstcnthums Glogau und der 
Grossvater unter Anderen Seyfrieds v. T. auf Guhren, Kliesohau, Alt- 
Raudten u. s. w. , bischöfl. Breslauischen Baths und des Preichaui- 
schen Haltes Hauptmanns, von dessen Nachkommen noch 1730 einer 
V. Thader zu Gurkau als der einzige Stammhalter unvermählt lebte. 
Mit ihm ist dann der Stamm erloschen. 

Luctu Schlesische Merkwürdigkeiten . S. 1866. — Sinapius, I. S. 067 und U. S. 1(^2. — Gauhe, 
I. S. 2607 nnd 8. — Zedier, 41. S. 1363. — Freih. v. Ledebur, III. S. 1. Siebmacher, I. 07: Die 
Tader, Schlesitch. — v. Meding, I. S. 600. 

Taenzl v. Trazberg, Taentzl v. Tratzberg, Freiherren (Schild 
geviert: 1 und 4 von Schwarz und Gold der Länge nach getheilt 
mit zwei von einander gekehrten, doch gleich unter dem Kopfe durch 
ein Band mit einander verbundenen Adlers- oder Pferdeköpfen mit 
Hälsen, nach der abwechselnden Tinctur des Feldes, oder nach v. 
Wölckern mit zwei Pferdeköpfen, doch nicht natürlichen, sondern 
künstlichen, nämlich die Springer im Schachspiele, u. 2 u. 3 in Schwarz 
ein einwärts gekehrter, goldener, gelöwter Leopard). — Im Kgr. 
Bayern anerkannter Freiherrnstand. Die Linie von Ober-Bechingen 



— 126 — 

hat das freiherrliche Prädicat durch Lehenbriefe bis 1707 zixnM4 äüet 
Diedeldorler aber durch die AuthahmK-Urkunde in die Rittorsohift des 
Cantons Ottenwald von 1722, u. zwar ausdrücklich als freiberrlich, 
nachg'ewiesen. Die Diplome sind 1703 in Höchstädt, wohin die Fa- 
milie geflüchtet war, verloren gegangen. — Altes, ursprünglich tiro- 
lisches, später schwäbisches und rheinländisches, freiherrliches Ge- 
schlecht. JDasselbe stammte vom Schlosse Trazberg bei 8chwa« in 
Tirol , nach welchem es sich nannte und erhielt zu Inspruck vom Kö- 
nige Maximilian 1. Febr. 1502 eine Vermehrung seines adeligen Wap- 
pens. Später, 162G, erwarb Matthias Taenzel, kurpföla. Kämmerer, 
Kriegs-Commissar und Stadtpfleger zu Lauingen, die Hofmark Ober- 
bechingen und damit die Landstandsschatt im Kerzogthum Neaburg. 
Der Stamm blühte fort und, nach Anlegung der Adelsmatrikel des 
Kgr. Bayern, wurden sechs Sprossen desselben in die Classe der 
Freiherren eingetragen. — Der Mannsstaram der Oberbechingschen 
(Oberpechingschen) Linie erlosch wieder 1847 mit Freiherm Joseph 
Aloys, Herrn zu Oberbechingen, Carl Signmnd Taenzl Freih. v. Traz- 
berg aber, verm. mit einer v. Erlbcck, setzte die nordgauische oder 
dietldorfer Linie dauernd fort. — Vom Freiherrn Friedrich, Herrn 
auf Dietldorf , k. bayer. Kämm, und Landrichter, entspross aus der 
Ehe mit Anna Marie Freiin v. Bettscliard v. der Halden zu Imenfeld: 
Freih. Philipp, geb. 1793, Herr auf Dietldorf , k. kayer. Kämm, und 
Regierungsrath , verm. 1824 mit Johanna Grf v. Spreti, geb. 1796, 
aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, ein Sohn stammt: Graf Maxi- 
milian Ignaz, geb. 1838, k. bayer. Lieutenant. 

V, Uattsteitt, II. S. 414 und 15. — v. Lang, S. ^.'VO und 51. — (icneal. Taschenb. det flreiherrl. 
HSuser, IKW, S. 521 und -22, 1855, S. 014 und 15, 1SC4. S. 84() und 41 u. ff. — Sitbmaeher, m. 
102: TSntzl v. Dratzbert?. Tirolisch und Suppl. IV. 25. — v. ßfedituj, HI. S. 658 und 58. — W. B. 
d. Ksrr. Bayern, IV. 24 und v. Wölckern, Abth. 4. S. 51 und 55. 

Taesch. Erbl.-österr. Adelsntand. Diplom von 1728 für Joseph 
Joachim Taesch, Land-Miliz-Hauptmann in Tirol und für die Brüder 
desselben: Johann Christoph Taesch, Auditor u. Christoph Anton T. 

Mefferle v. MUhlfeU, Erg. -Bd. S. 468. 

Taesser, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1731 fnr 
Johann Gtjorg Taesser, Doctor der Rechte, mit: Edler v. 

MtgtrU V. MUM/eld, S. 271. 

Taettenbach, Grafen, s. Tattenbach, Grafen. 

Taenber v. Tlemendorf. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1814 für Friedrich Taeuber, k. k. Hauptmann, mit: v. Tiemendorf. 
— Der Stamm blühte fort u. in neuer Zeit standen in der k. k. Armee 
Carl, Ignaz und Joseph Taeuber v. Tiemendorf 

Megtrle v. Mühlfeld, Erg.-lid. S. 407 — Milit.-Schcmatisiu. de« Oesterr. Kaiser thunf. 

Taenbner, Ritter (unter einem blauen Schildeshaupte mit drei 
in einer Reihe stehenden, goldenen Sternen in Roth auf einem grünen 
Dreihügel zwei gegen einander gekehrte, weisse Tauben, von denen 
jede im Schnabel eine silberne Rose halt). Böhmischer Ritter- und 
Adelsstand. Diplom vom 11. April 1731 für Gottlob Ferdinand 



— 127 — 

Täubner. Derselbe war späte!* k. preuss. Ober- Amts -Regierungs- 
Archivar zu Breslau. 

JfhgerU v. MÜhlftld, Erg. -Bd. S. 214. — v. HeUbaeh, Ü. S. 565. — Freih. v. Ledebur, TU. 
S. 5. 

Taenifenbach , Ritter (Schild geviert: 1 und 4 in Blau auf felsi- 
gem Grunde eine weisscBurg mit drei Zinnen thürmen und über dem 
linksstehenden Thurme ein die Sicheln rechtskehrender goldener 
Halbmond und 2 und 3 von Gold und Schwarz der Länge nach ge- 
theilt, mit einem, in der rechten Pranke ein blankes Schwert aufrecht 
haltenden Löwen von gewechselten Farben). Reichs - Ritter und 
Adelsstand. Diplom im Kurpfalzischen Reichs -Vicariate vom 31. 
Juli 1790 für Jacob Franz Taeuffenbach, Rath und Fiscal des Ober- 
Amts Neustadt, auch Ober-Schultheiss u. Marktrichter zu Edenkoben. 
Die Voreltern desselben waren längere Zeit Beamten zu Edenkoben 
in der Pfalz und dort wegen ihrer kühnen Grenzausfalle bekannt. 
Der Stamm, nicht zu verwechseln mit dem alten freiherrlichen Hause 
V. und zu Teuffenbach in Oesterrcich, blühte fort und zwei Sohne des 
Diploms-Empfangers : Aloys Carl Ritter v. Taeuffenbach, geb. 1770, 
Rittmeister im k. bayer. 2. Husaren -Regimente und Ludwig Franz 
Ritter v. T., geb. 1772, k. bayer. Aufschlags-Inspector in München, 
wurden in die Adelsraatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

V. Lang. S. 670 und Suppl, S. 146. — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 7. 

Talckenberg, Talkenberg (in Roth das Brustbild eines, aus einer 
Krone aufwachsenden Mönches). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, 
welches namentlich im Jauerschen Fürstenthume begütert war. Von 
Sinapius wird zuerst Christoph v. Talckenberg auf Dieban unweit 
Steinau genannt, welcher 1490 als Rath des Königs Uladislaus in 
Böhmen und Landeshauptmann des Glogauischen Fürstenthums die 
Erbhuldigung desselben abnahm. Ranfeld v. Talckenberg war noch 
1626 Herr auf Pombsen im Jauerschen und auf Plagwitz und Welk- 
kersdorf im Loewenberg'schen. 

Lueae Schlesische Merkwürdigkeiten, S. 1887. ~ Sinapius, I. S. 969. — 6<mhe, I. S. 2618. — 
Zedier. 41. S. 1555. — Freih v. Ledebur, HI. S. 2. — ßiebmacher, II. 47: v. T., Schlesisch. — 
V. Meding, II. S. 59r>I. 

Tallafns v. Schatzberg. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1759 für Johann Georg Tallafuss, Hauptmann im k. k. Dragoner- 
Regimente Ludwig Landgraf zu Hessen-Darmstadt, mit : ;v. Schatzberg. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 274. 

Tallard (Schild geviert: 1 und 4 in Blau eine silberne Lilie und 
2 und 3 in Roth ein goldenes, das ganze Feld überziehendes, gemei- 
nes Kreuz). Ein in der Altmark und in Meklenburg vorgekommenes 
Adelsgeschlecht 

Freih. v. Ledebur, IH. S. 2. — Meklenburg. W. B. Tfcb. 49, Nr. 184 und S. 85. 

Tallmann, Edle u. Freiherren Reichs-Freihermstand. Diplom 
von 1735 für Leopold Edlen v. Tallmann, k. k. Hofkriegsrath und 
Residenten bei der Ottomanischen Pforte. 

MegerU v. MVOOfeld, S. 89. 



% 



_ 128 -. 

Talmberg, Freiherren (im Schilde zwei Seeblätter mit Wurzeln). 
Altes, böhmisches Adelsgeschlecht, welches in der zweiten Hälfte 
des 17. Jahrh. den Freiherrnstand erhielt. Dasselbe soll zeitig ans 
Sclavonien nach Böhmen gekommen sein, früher den Namen Miliecz 
geführt und sich später nach dem Rittersitze Talmberg genannt haben. 
Hermann und Johann v. Talmberg standen bereits im 11. Jahrhun- 
dert in Böhmen in grossem Ansehen und es entsprosste ein Bischof 
zu Prag, so wie ein Bischof zu Olmütz, neben anderen hohen böhmi- 
schen Staatsbeamten, aus diesem Stamme. Johann Franz Christoph 
V. T., Bischoff zu Königsgrätz und Ernst Freih. v. Talmberg, k. k. 
Kämmerer, starben 1698 und Freih. Josua Friedrich wird unter den 
k. k. Kämmerern noch 1709 genannt. — Die Familie war auch nach 
Schlesien gekommen: Friedrich Herr v. Talmberg wohnte 1623 bis 
1631 den Fürstentagen in Schlesien bei und Jacob Herr v. Talmberg 
auf Janckau war 1701 des Domstifts zu St. Johann in Breslau Cano- 
nicus. 

Balbini Kpitom. Itnhem. . S. 248. — Weingarten*» Fürstenspie^rel , 1 S. 185. — StdtU S^ens- 
wttrdiges Prag, S. 144, 147 und 160. — Sinapiw, II. S.471. — Gauhe, I. S. «513 u. 14. — Zedier, 
41. S. 1591. — Freih. v. Udebur, ÜT. S. 2. 

Tamfelder (Schild durch einen goldenen, schrägrechten Streifen 
getheilt: oben, links, in Blau eine goldene Krone und unten, rechts, 
in Silber zwei blaue Querbalken). Ein noch zu Anfange des 18. 
Jahrh. von Sinapius unter dem schlesischen Adel aufgeführtes Gre- 
schlecht. 

Sinapius, I. S. 9(i9. — Siebmacher, I. 73: Die Tamfelder, Schlesisch. — v. Meding, U. 8. 596 
und 96. 

Tamm , Tam , Ritter und Freiherren (auf grünem Boden im von 
Schwarz und Gold quergetheilten Felde ein Lowe von gewechselten 
Farben, welcher in den Vorderpranken einen Kranz hält). Alter, 
böhmischer Ritterstand u. böhmischer, alter Freihermstand. Diplom 
des alten böhmischen Ritterstandes vom 8. Nov. 1681 für Wenzel 
Franz Joseph v. Tamm ; böhmisches Freiherrndiplom für Denselben 
vom 30. Juni 1696 und böhmisches, altes Freihermdiplom von 1702 
für eben Denselben als mährischer Tribunal- Assessor. — Die Familie 
sass um 1669 in Schlesien zu Ober- und Nieder-Blumenau unweit 
Bolkcnhain und zu Niklasdorf bei Grottkau. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg .-Bd. S. 106. — Freih. v. Ledebur, III. S. 2. 

Tangel, Thangel (Schild sechsmal von Roth und Silber querge- 
theilt, mit einem, nach des Schildes abwechselnden Tincturen, doppelt 
gestückten Rande oder Einfassung). Altes, thüringisches Adelsge- 
schlecht, aus welchem nach Spangenberg Heinrich Thangeln unter 
die vom Adel zahlte, welche vom K. Otto dem Grossen 961 zu Rittern 
geschlagen wurden. Heinrich (II.) Th. wurde 1566 Administrator 
der Landcomthurei des deutschen Ordens zu Eger in Böhmen und 
war noch Evangelisch. Wolfgang Friedrich v. T. verkaufte 1670 
das Gut Roldiöleben an Hans Christian v. Werthern zu Lossa und 
besass selbst noch das Gut Ostramunden. Um dieselbe Zeit lebte 
auch George Heinrich v. Tangel, dessen Tochter, Christiana Maria^ 



— 129 — 

fich mit WoliF Adolph v. Werther vermählte u. demselben das väter- 
liche Gut Tennstaedt zubrachte. Der Stamm blühte fort und noch 
1 736 war Johann Heinrich v. Tangel als kaiserlicher Oberstlieutenant 
zu Brüssel bekannt — M. Wagner, von dem alten Geschlechte der 
V. Tangel in dessen Historie von Eiliger v. Hohnstein, Jena, 1582. 

V, OMeketutein, S. 86: füngt die Stunmntihe mit Wolff t. Tangel auf Aspach 1542 an. — (Jauhe. 
I. S. 3188 and 29. — Zedier, 4S. 8. 411. — Frtih. v. Ledelmr, III. S. 2. — SUbtnaeher, 1. 148: 
Die Tangel, Hifiringisch. — v. Meding, ITL S. 655 and 56. 

Taniel, Daniel, Taniel in Preussen, richtiger Daniel in Schle- 
sien, Daniel y. Hennigsdorf, oder Daniel v. Honnigsdorf (in Roth ein 
geharnischter Mann in einer Sturmhaube mit gestümmelten Armen 
und Beinen. Durch die Mitte des Kopfes geht ein Degen). Ein in 
Schlesien bereits im 16. Jahrh. erloschenes Adelsgeschlecht, welches 
1488 und noch 1554 zu Ober- und Nieder -Hannsdorf, früher Hen- 
nigsdorf, im Glatzischen sass. Später kam die Familie noch einige 
Zeit in Ostpreussen, und zwar im Rastenburgischen begütert, vor. 

8wafiu§, II. S. 695. — Freih, v. Leäebur, III. S. 2. 

Tannhoff, s. Budich, Budig v. Tannhoff, Bd. IL S. 128. 

Tann, y. nnd za der Tann, y. nnd zn der Thann, auch Frei- 
herren (Stammwappen: in Roth ein mit Kopf und Schwanz gegen 
des Schildes Boden , und zwar den Kopf zur Linken , gekrümmter, 
länglich schmaler, silberner Fisch, nach neueren Angaben: eine gegen 
die Rechte gewendete, mit dem Kopf und Schwanz abwärts gebogene 
Forelle mit goldenen Flossen. Freiherrliches Wappen : Schild ge- 
viert, mit das Stamm wappen zeigendem Mittelschilde, doch ist der 
Kopf des gekrümmten Fisches nicht links, sondern rechts gekehrt. 
1 und 4 in Silber eine auf grünem Boden stehende Tanne und 2 und 
3 in Gt)ld ein blauer, goldgekrönter, doppelt geschweifter, rechts- 
spHngender Löwe. Der Löwe wird auch roth angegeben). Reichs- 
freiherrnstand. Diplom vom 7. Juni 1704 für Heinrich v. und zu 
der Tann, Conradischer Hauptlinie, Fürstl. Fuldaischen Geh. Rath, 
Obersthofinarschall und Ritterhauptmann des Cantons Rhön-Werra 
in Franken. — Altes, fränkisches, stiftsföhiges Geschlecht, dessen 
Stammburg Tann an der Ulster, schon um 1176 erbaut, unfern Fulda 
liegt und sich noch im Besitze der Familie befindet und welches seit 
undenklicher Zeit zu den weiland reichsritterschaftlichen, fränkischeji 
Cantonen Rhön und Werra gehörte. — Der urkundlich bekannte 
Stammherr des ganzen Hauses ist Friedrich v. und zu der Tann, 
welcher um 1160 lebte und dessen Hausfrau Ghitta Schenkiu v. Ross- 
berg war. Seine Söhne, Conrad und Friedrich, werden um 1197 und 
1179 genannt. Die weiteren Nachkommen, von welchen Conrad, 
gest. 1237, Fürstbischof zu Speier war, schworen häufig bei vielen 
deutschen Hochstiften auf und schieden sich in mehrere, bald wieder 
ausgegangene Aeste und Zweige. — Friedrich v. und zu der Tann 
in der 8. Generation lebte um 1420 und hatte Margaretha v. Schlitz, 
genannt Görtz, zur Gemahlin. Sein Sohn, Melchior (L), Fuldaischer 
AmtmaAn zu Lichtenberg, gest. 1451, war vermählt mit Dorothea v. 
Stein -Nordheim, der Enkel, Melchior (IL), Alntmann zu Haselstein 

KmtchJU, Deutsch. Adel>-Lex. IX. 9 



— 130 — 

und V&ch, gest. 1524, mit Margaretha t. MaBsbaoh und des Lcitfeteren 
beide Söhne, Christoph und Conrad, wurden die Stifter zweier nodi 
jetzt blühenden Linien. Christoph v. und zu der Tann, geb. 1514 und 
gest. 1575, gründete die nach ihm genannte Chriiftophisohe Haupt- 
linie. Derselbe ^ar mit Cunigunde v. Ebersperg, genannt WeyerB, 
vermählt Aus dieser Ehe entsprossten sechs Kinder. Von diesen 
war Georg Friedrich, geb. 1538 und gest. 1630, mit Anna Maiia v. 
Lichtenstein vermählt, aus welcher Ehe Caspar Adolph, geb. 1607 
und gest. 1659, verm. mit Agnes v. Schwalbach, stammte. Von dem 
Bohne desselben, Georg CTiristoph, geb. 1638, und gest 1690, ent- 
spross aus der Ehe mit Juliane v. Buttlar: Christoph Caspar, geb. 
1673 und gest. 1740 als Fürstl. Fuldaischcr Geh. Rath und Amtmann 
zu Fürstenau, verm. mit Johanna Sophia v. Witzleben. Letsterer 
hatte drei Söhne, von denen Georg Friedrich des deutschen Ordens 
Ritter und Comthur zu Meuerstadt, so wie Vice-Präsident der Regie- 
rung zu Mergentheim war und 1736 starb, die beiden anderen aber, 
Ernst Ludwig und Adalbert Friedrich, theilten die Christophsche 
Hauptlinie in zwei Aeste, den des „blauen" und des „rothen" Schlos- 
ses. Freih. Ernst Ludwig, geb. 1702 und gest. 1750, kurodln. Geh. 
Rath, vermählte sich mit Charlotte Grf. v. Giech und Freih. Adalbert 
Friedrich, geb. 1709 und gest. 1743, markgräfl. bayreuthsoher Ober- 
Stallmeister mit Catharina Freiin v. Griesheim. — Die Conradisobe 
Hauptlinie stiftete Conrad v. und zu der Tann, Fürstl. wtirzb. Amt- 
mann zu Fladungen und Auersberg, gest 1500 und verm. mit Agnes 
V. Ostheim. Sein gleichnamiger Enkel war Fürstl. Fuldaisoher Käm- 
merer, Amtmann zu Brückenau und Ritter -Hauptmann des Canton 
Rhön-Werra, gest. 1639 und verm. mit Ottilie Kendel v. Sohwebda. 
Der Enkel des Letzteren, Heinrich — Sohn des Friedrich v. und su 
der Tani) aus der Ehe mit Susanna Barbara Heislin v. Eisenheim — 
erhielt, s. oben, 1704 den Reichsfreiherrnstand, war mit Anna Rosiiie 
V. Streitberg vermählt und starb 1714. Ihm folgte sein Sohn: Chii- 
etoph Friedrich, geb. 1697, Fürstl. Fuldaischer Geh. Rath u. Ritter- 
rath des Cantons Rhön und Werra, verm. mit Helena Freiin Vennin- 
gen und dann sein Enkel: Friedrich Franz, verm. 1783 mit Sophia 
Grf. V. Eltz, aus welcher Ehe Freih. Heinrich stammte. Derselbe, 
geb. 1784 und gest. 1848, k. bayer. Kämmerer, Oberstlieutenant und 
Districts-Inspector der Landwehr, vermählte sich 1812 mit Sophie 
Freiin v. Rathsamhausen , geb. 1791 und gest. 1833 und setzte, s. 
unten , seine Linie fort. — Der neueste Personalbestand der Familie 
wird in zwei Hauptlinien: in der Conradischen Hauptlinie (Grelbes 
Schloss) und in der Christophschen Hauptlinie aufgeführt und , der 
früheren Annahme entgegen, wird die Conradische Hauptlinie als 
erste, die Christophsche als zweite genannt. Die Conradische Haupt- 
linie wird in zwei Speciallinien, die ältere und die jüngere und die 
Christophsche Hauptlinie in zwei Aeste: den Aclteren Ast (Blaues 
Schloss) u. den Jüngeren Ast (Rothes Schloss) geschieden. — Haupt 
der älteren Speciallinie der Conradischen Hauptlinie ist: Freih. Lud- 
wig, geb. 1815 — Solin des 1848 verstorbenen Freiherm Heinrich, 



— 131 - 

8. oben — k. bayer. Kämm. , Generallieutenant, General-Commandant 
von München und General-Adjutant Sr. Maj. des Königs, venn. 1852 
mit Anna Grf. v. Voss, geb. 1829, aus welcher Ehe, neben drei Töch- 
tern, ein Sohn stammt: Maximilian, geb. 1854. — Von den Brüdern 
des Freiherm Ludwig vermählte sich Freih. Hugo, geb. 1817, k. 
bayer. Kämm, ultdi Major, 1845 mit Johanna v. Stetten, geb. 1826 
und Freih. Rudolph, geb. 1820, k. bayer. Kämm, und Major im Ge- 
neralquartiermeister-Stabe, 1858 mit Bertha Freiin v. Schaezler, geb. 
1840. Aus der Ehe des Freih. Hugo stammen, neben zwei Töchtern, 
drei Söhne. — Haupt der jüngeren Speciallinie der Conradischen 
Hauptlinie ist: Freih. Adolph, geb. 1826 — Sohn des 1769 geborenen 
und 1826 verstorbenen Freiherm Carl Friedrich, Fürstl. bernburg. 
Kämm., aus der Ehe mit Benedicta Freiin v. Hermann, geb. 1775, 
verm. 1796 und gest. 1839 — verm. 1839 mit Sophie Pollich, verw. 
Engelhardt, geb. 1806, aus welcher Ehe, neben vier Töchtern, drei 
Söhne entsprossten. \"on dem Bruder des Freih. Adolph dem Freih. 
Friedrich, geb. 1814, k. bayer. Major, verm. mit Caroline Rhein, 
geb. 1819 und verm. 1843, stammen zwei Töchter und zwei Söhne: 
Ludwig, geb. 1847 und Adolph, geb. 1851. — Was die Christophsche 
Hauptlinie anlangt, so wurde der ältere Ast derselben (Blaues Schloss) 
in der Person des Freih. Melchior 26. April 1859 in die Freiherrn- 
classe der k. bayer. Adelsmatrikel eingetragen. Haupt dieses Astes 
ist: Freih. Ernst geb. 1829 — Sohn des 1855 verstorbenen Freih. 
Christian, k. bayer. Ober-Zollbeamten a. D. , aus der Ehe mit Carolina 
Freiin v. und zu Mansbach, geb. 1796. — Die beiden Brüder des Frei- 
herm Ernst sind die Freiherren Melchior, geb. 1833 und Carl, geb. 
1843. Freih. Melchior, k. bayer. Lieutenant, vermählte sich 1858 
mit Anna Sauer aus Bamberg, aus welcher Ehe ein Sohn stammt: 
Carl, geb. 1860. — Der jüngere Ast der Christophschen Hauptlinie 
(Rothes Schloss) wurde in die Freiherrnclasse der Adelsmatrikel des 
Kgr. Bayern 22. Oct. 1854 eingetragen und zwar auf Grund des 
Diploms für Adalbert Heinrich Freih. v. und zu Tann (geb. 1783 und 
gest. 1859, kurfürstl. hessisch. Lieutenant a. D. — Haupt des jün- 
geren Astes dieser Hauptlinie ist: Freih. Johann, geb. 1834 — Sohn 
des 1846 verstorbenen Freiherm Adolph, aus der Ehe mit Eva Eli- 
sabeth Fuss, geb. 1810 — der Bruder des Freih. Johann ist: Freih. 
Ludwig, geb. 1838. — Ueber die Geschwister des Vaters und Gross- 
vaters des Freiherrn Johann und die Hinterlassenen derselben er- 
geben die geneal. Taschenbb. der freiherrl. Häuser die genauesten 
Nachweise. Der obengenannte Freih. Adalbert Heinrich war ein 
Bruder des Grossvaters des Freih. Johann. 

Henriei EeJutorm (fett. 1622) CSiroiücon Walckenredense , 8. 223—26. - Avtmann, Kirchber- 
gitche Bwchrcibunf, 8. 244. — v. GUiehenatein, Nr. 88. — Schanttat, S. 109—171. — v.Hattttein, 
I. 8. 8»5— 99 u. m. S. 68&-38 n. Tab. 18. — Gwhe, I. S. 2514—17. — Zedier, 41. S. 1700—1707. 

— Budtrmann, Gant. Rhön- u. Werra, Tkb. 81—88. — Frank. Acta Erudltorum, IX. Nr. 5. S. 660 
—67 and XV. S. 204—9. — M. Heinrieh, H«nneberg. Kirchen- und Schulen -Staat. S. 604— lö. — 
N. Oeneal. Handb., 1778. S. 209—211. — Salver, S. 246, 262. 268, 278, 326 u. a. t. 0. — Jaeger* 
Briefe über die hohe Rhön in Franken, n. S. 11—15. — ». Lang, Suppl. S. 70 und 146. — N. Pr. 
A.-L. IV. S. Suppl. S. 267 und 68. — Freih. v. Ledebur, 111. S. 2. — Oeneal. Ta«5henb. d. freiherrl. 
Btoaer, 1863, S. 467 — 69, 1864, S. 628—27, 1866, S. 615. — 21, 1864, 8. 841:- 47 '»• ff- — Sieh- 
maeher, I. 102: t. Thann, Frünklsch und Supplem. 11. 16: Frh. t. Th. — Spener, I. 8. 258, %. 11. 

- Struvmu neueröffn. hlstor. Archlr, I. S. 261. — v. Meding, I, 8. 609 und 10: t. Ttt. und Frh. 



>* - 



— 132 — 

T. Th. — Tyroff, I. 226. — W. B, d. Kgr. Bayern, EC. 8: t. nnd xn der T., Christophiehe Linto 
und IV. 25: Freih. v. T. und t. Wölckem, Abth. 4. S. 57—69. 

Tannberg, Freiherren (in Eoth ein den Schildesfuss ganz aus- 
füllender, BÜberner Dreihügel, dessen mittlerer in einer geraden, 
silbernen Spitze bis an den oberen Schildesrand aufsteigt). Altes, 
schwäbisches Adelsgeschlecht aus dem gleichnamigen Stammsitae 
im Passauischen, welches, von Wig. Hund zu dem bayerischen Adel 
gerechnet, von Burgermeister unter der schwäbischen unmittelbaren, 
reichsfreien Ritterschaft zwar nicht erwähnt wird, von dem aber Bu- 
celinus; P. IV, eine eigene Tabelle giebt, welche mit Siboth v. Tann- 
berg um 1124 beginnt. Sixtus v. T. , seit 1473 Bischof zu Freisingen, 
wurde 1495 auf dem Eeichstage zu Worms krank und starb auf der 
Rückreise. Wolffv. T., gestorben 1530, war Dom-Dechant zu Passau 
und David v. T., kaiserlicher Kämmerer, brachte später den Frei- 
hermstand in die Familie, üeber das weitere Fortblühen des Gre- 
schlechts fehlen nähere Nachweise. 

Wig. Hund, U. S. 869—14. — Gauht, I. S. 2520. - Siebmacher, I. 25? Frdh. v. T. 

Tannenberg, Freiherren nnd Grafen (Schild geviert mit Mittel- 
schilde. Im silbernen JVIittelschilde ein rothes Castell mit zwei Thür- 
men, jeder mit drei Zinnen: wohl die Retten- oder Rottenburg, nach 
welcher sich die Grafen v. Tannenberg als Herren schrieben. 1 u. 4 
in Blau zwei schrägrechte, goldene Balken, jeder mit einer schwarzen 
Kugel belegt und zwischen den Schrägbalken ein goldener Stern: 
Trazberg und 2 und 3 in Roth auf einem schwarzen Dreiberge drei 
goldene, abgehauene Tannenstämme, jeder mit zwei abgehauenen 
Aesten: Stammwappen). Erbl.-österr. Reichsfreiherm- und Grafen- 
stand. Freiherrndiplom vom 14. Juli 1692 für Georg v. Tannenberg 
und Grafendiplom vom 4. Juli 1737 für Joseph Anton Ignaz Frei- 
herrn V. Tannenberg, Oberösterreichischen Hofkammerrath , so wie 
für die verwittwete Mutter desselben, Maria Elisabeth Helena ge- 
borene Freiin v. Rissenfels und für seine vier Schwestern: Josepha, 
Maria Helena, Maria Anna u. Maria Elisabeth Freiin v. Tannenberg. 
— Altes, tiroler Adelsgeschlecht, in der Geschichte Tirol mehrfach 
genannt, dessen ursprünglicher Name „Tanauer" war. Dasselbe 
erhielt vom K. Sigismund am Gregors Tage 1433 den Adel, welchen 
später K. Maximilian I. bestätigte. Der Freiherrnstand kam vom K. 
Leopold I., wie erwähnt, I. 14. Juli 1692 in die Familie u. zwar mit 
dem Beinamen : v. Tannenberg u. sehr bald verdrängte der Beiname den 
eigentlichen Familiennamen. Aus Tirol kam nach Freih. v. Hoheneck 
die Familie 1729 nach Oberösterreich und wurde der Landschafts- 
Matrikel einverleibt. Die Erhebung in den Grafenstand ist oben an- 
gegeben worden. Von dem Empfanger des Grafendiploms, dem Gra- 
fen Joseph Anton Ignaz, stammte Graf Ignaz, gest. 1810, Landeshaupt- 
mann in Tirol , verm. in erster Ehe mit Therese Grf v. Sürentheim, 
gest. 1790 und in zweiter mit Victoria Freiin v. Taxis-Bordogna, gest. 
1817. Aus der erstenEhe entspross: Aloys Gr. v. Tannenberg, Freih. 
zu Tratzberg, Edler Herr zu Kampan, Schönwerth u. Liebeneich, geb. 
1771, gest. 11. Dec. 1846, k. k. Geh. Rath und Kämm., Herr der 



% 



— 133 — 

Herrschaften Rottenburg und Neuhaus, Herr und Landstand in Böh- 
men, Mähren, Schlesien, Oesterreich ob der Ens'und Tirol, Oberst- 
Landjägermeister in Tirol und erster Verordneter des Herrenstandes, 
verm. 1806 mit Crescentia Freiin v. Taxis - Bordogna und Villnigra, 
geb. 1770 Tjnd gest. 1817. Aus dieser Ehe lebten noch in neuester 
Zeit: Grf. Crescentia, geb. 1796 und Grf. Ottilie, geb. 1801, Herrin 
der Herrschaften Kampan, Liebeneich und Neuhaus in Tirol, verm. 
1831 mit Franz Gr. v. Enzenberg zum Freyen- und Jöchelsthurin, 
k. k. Kämmerer. Da der Bruder des Grafen Aloys aus der zweiten 
Ehe des Vaters, Graf Rudolph, geb. 1795, k. k. Kämm., Geh. Rath 
und Appellations - Gerichts - Präsident in Prag, Erbland- Jägermeister 
in Tirol u. s. w. 6. Oct. 1846 zu Meran gestorben ist, also zwei Mo- 
nate vor dem Grafen Aloys, so ist der Mannsstamm des gräflichen 
Hauses 11. Dec. 1846 mit Aloys Grafen y. Tannenberg, Freiti. zu 
Tratzberg erloschen. — Die Familie ist ganz verschieden von der nie- 
dersächsischen Familie v. Danncnberg, von der alten schwäbischen 
Familie v. Tannberg, s. den vorstehenden Artikel, so wie von der 
neugeadelten Familie v. Wurzbach in Wien, welcher das Prädicat 
„V. Tannenberg" in Folge der Adelserhebung verliehen wurde. 

Gauhe, n. S. 1135. — ZedUr, 41. S. 1709. — Deutsche Orafenhäiuer der Gegenwart, III. S.405 
und 406. — Geneal. Tatchcnb. d. grüflichen Hüuser, 1859. S. 849, 18G4, 8. 894 iind 95 u. ff. und 
histor. Handbuch zn Demsdben, 8. 983. — Suppl. zu Siehm. W. B. I. 4. und II. 17. — Tyroff, I. 
69: Fr. Hrn. v. Tannenberg und D. 283: Or. T. — W. B. des Kgr. Baycin, IL 26 n. v. Wölckem, 
Abth. 2. S. 50—62. ^ 

Tannenroda, Tannroda. Altes, thüringisches Herrengeschlecht 
aus dem Schlosse und der Herrschaft Tannroda an der Um zwischen 
Kranichfeld und Blankenhayn im heutigen Justiz-Amte Berka an der 
lim des Grrossherz. Sachsen- Weimar, welches früher nach einem zu- 
stehenden Rittersitze sich Herren v. Stussfurt nannte. Mit dem Na- 
men V. Tannrode treten urkundlich zuerst 1231 die Brüder Conrad 
und Friedrich v. Tannrode auf. Der Stamm -blühte fort, bis Conrad 
V. Tannrode 1433 seinen alten Stamm schloss. 

Bertuehii deutsches Pförtiiches Chronicnn, S. 46. — Hörn, Leben Friedlich des Streitbaren, 
S. 663. 657 u. 783. — Avemann, Kirchberg. Beschreibung, S.1G9 n. 220.— Gauhe, U. S. 1136— 38. 
ZedUr, 41. S. 1729. — Müller, Fortsetzung dos Staats-C«binets, I. l^ap. 8. Nr. 3. $. 380—82. 

Tanner, später Reictasritter nnd Freiherren (adeliges Wappen: 
Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein goldener Greif und 2 und 3 von 
Silber und Roth viermal schrägrechts gestreift und Freiherrliches 
Wappen: Schild geviert, mit einer die beiden untersten Felder durch- 
schneidenden, eingebogenen Spitze und einem Mittelschilde: 1 und 4 
in Blau ein goldener Greif; 2 und 3 von Silber und Roth viermal 
schrägrechts gestreift; in der eingebogenen, silbernen Spitze auf 
einem dreihügeligen grünen Berge eine grünende Tanne und im gol- 
denen Mittelschilde ein zA^'eiköpfiger, schwarzer Adler). Reichs- 
Adelsdiplom vom K. Rudolph IL vom 12. Oct. 1596 für Hanns Tan- 
ner mit dem beschriebenen ersten Wappen; Vermehrung des Titels 
des fränkischen Geschlechts v. Tanner durch kaiserliches Diplom von 
1703 für Herrn Hans Adam v. Tanner, Markgraf!. Bayreuth. Geh.- 
und Landschafts-Rath und für die Brüder desselben: Stephan v. Tan- 
ner ^ kaiserl. Obersten und Commandanten des Bayreuthschen Regi- 



— 134 — 

ments und Nieolaus t. Tanner. unter Versetzung in den Reichsiitfeer- 
staiBd. mit dem Prädicate: v. Tanner Edle Herr«i v. Reiebersdorff 
und Freiherradiplom vom lö. Aug. 1710 für Dieselben. — Wegen 
ihrer Güter wurde die Familie der Fränkischen Reiehmttersdialt 
etuverleibt , doch gelangten die Besitzungen bald an den llarkgrafen 
Ton BaTTeuth. Ton den Söhnen des Freiherm Hans Adam war ehnr 
k. poln. und kuisaehs. Kammerjunker und besass einige Jahre das 
RiUergut llkendorf unweit Xoe«sen. Derselbe hielt nch um 1740 ia 
Dresden auf. 



I. S. »17 m. 1« SB 5<ttBiaip in Aitikrte r. i. Tum. - MftftHt w. 
& tl4 V. MtSm^, L S. «M-««r t. T. nai Hnk. t. T.: sack CflMiw — f^fr^^ U. U 




(freiberrl. Wappen: SchOd geviert: 1 und 4 in Schwarz ein aus dem 
rechten Seiteurande de$ Schildes hervorkommender, silberner Grei- 
f»fBsss mit aufwärts gegen die linke Seite gebogener Klaue: Stamm- 
Wappen und 2 und 3 von Both und Gold der Linge nach getbeOt 
und mit einem Sparren belegt« welcher im Bothen golden^ im Golde- 
nen aber schwarz ist: erloschene Familie v. Aeckherlin, aus welehtf 
C<Hind T. Thanhausen im 15. Jahrh. lebte und die letzte Aeckherl 
zur £be x^hm. Das grafliebe Wappen giebl Spener ganz so. wie das 
fwiberrlkhe anu — Altes, aus Tirol nach Steiermark und in dfts 
Salzbnrg^'-be gekommene!? Biitergesehlei-hi. welches Spener ür mm 
ars^iriinglkh Bojari^he Familie hilt. die durch TiroK ^Jzbni^ und 
SMermaik sich nach Oesterrek:-h begab. Dieselbe erlangte im Erz- 
fSäiW SdüzbiiK: das Erbtrocb^essen-Amt und in Steiermark da» Eri^ 
japH-mes^^er-Amt, brachte in Oeie^erreich die UerrschaH ImmeMforfT 
an sS<^ X. breiieixe dann sieh asch in Crain au^ — Bicholdus T. lebte 
um li^.* MW Balihasar t. T., Biner u. £rbtruch<«assw um 1407. Ton 
Leaz3)»vaa ssammie FTanz. Erbland-JÄgermeister inKamtett, ErriNodL 
Sa2i^*i:ix. Bai^ und Tke-Dom* in Kimien und ron diesem Panl, 
weifter l^i Erc'bertng der Stadi Erlac in Ungarn dufxih die Tqi^cb 
fiel Der Brvdej des LesziefvüL Jacx^K wr^hnte dieesirr Erc^bmmg elic»- 
falj< ajs Obera des K. HaximiHan II. bei — Freih Anton, welclier 
iK*ch lt?70 W*Te, braciie den Grafensiand in die Familie and setxte 
dSe rrftfxbe linie fon , d:e aber nivht lanrt* nachber mh Johann Jo- 
<*5i GTafcü: t. Thaniibai:>»ex iin Mannssiaanmc wieder at:<cing. Die 
ecTjdre F3ao<^UT. Grf Anna raectlk\ bmch:c ihre» Gif«iahl. AloTfi 
TbMLÄf BATTnund GraJcn t Hamu^. twc:inaJ hnndernan««d 
FD I^ef^lV >tifS lo FcHr. 17?!, =^ Da< Ei^landJ: 
Am: :t STcifTrmark xrt-iazane ax das Ha"c< Diearjcijf^iesn und das EzV 
tnrrihf»fts*^ii-A3E: i-m Ery^f^^t SsÄiybun: l<>Sr^ an da< Hans LamW-«'. 



i- * 



T. IE. — M»i... : V S4t xmt 401 — JtnAr . «R n. C3L — 



Ein«r < in KiM^ ein r<Mi Elan 

X3IC Sf^WjT der Lance- i^«c^ ixiht^ilter Pnihh aut drvü nWr rimwjui 

I^LjcMa T-iKin 7. Apinl KtU <tir Jt^ac^iia Fruit TuuKaiKn« kvi 



^ 135 _ 

' Hofgerichts-Kath, mit dem Prädicate: v. Tannstein, genannt Fleisch- 
mann. Ein Sohn desselben, Johann Georg v. Bannstein, genannt 
Fleischmann, geb. 1769, um 1820 k. bayer. Major, wurde in die 
Adelsmatrikel des Krg. Bayern eingetragen. 

V. Lang, Snpploa. 8. 146. — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 8. — Kne^hk*^ U. 8. 4SS oad U. 

^ TAAto, TaiAtow. Ahes, märkisches Adelsgeschlecht aus dem 

gleichnamigen, zeitig in andere Hand gekommenen, an der pom- 
m^dischen Grenze liegenden Stammhause. Johann Tantow war 1330 
Bürgermeister zu Prenzlow. 

€hnmd0uam, 8. 59. — Ztdltr, 41. S. 750. 

Tapp y. Tappenbürg. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom \on 
1797 für Josepha Tapp, Directorial-Registraturs-Ac^unctens Wittwe 
und für die Kinder derselben, mit: y. Tappenbürg. — Der Stamm 
hat fortgeblüht: Anton Tapp y. Tappenbürg, k. I^. Ob^rlie^tenant, 
wiMT in neuer Zeit Instituts -Officier im Inyalicleii- Hause zu Tynii^u 
und Leonhard Tapp y. Tappenbürg Major im 3. k. k. Infs^n^ei^-I^^- 
gimente. 

Megerle v. Mtiklfeld, Erg.-Bd. §. 467. — Mllitair-Schenuttlfm. des tfiterr. Kaiserthumi. 

\ Tarmen (Schild schräglinks getheilt: oben, links, in $lau ein 

aufwachsender, goldener Lowe und unten, rechts, Gold, ohne Bild). 
Altes pommernsches Adelsgeschlecht, nach Micrael ein Geschlecht 
der Freien. Dasselbe sass 1575 bis 1621 im Lauenburgisohen zu 
Dzechlin, 1664 zu Borckow und 1730 bei Stolp zu Schurow und 
war auch noch yon 1639 bis 1671 im Lauenburgisohen begütert ge- 
wesen. 

Mieratl, S. 538. — Frtih. v. Udebur, ni. 8. 3 u. 350. — SUbmoeMer, V. 168. — v. Unding, 
in. 8. 659 and 60. — FoipineriiBchet W. B. V. 61 

^ Taman, Tarnow, Tarnowski (in Blau ein goldener Halbmond 

und über demselben ein schwebender^ achtstrabliger Stern). Altes, 
dem polnischen Stamme Leliwa einverleibtes Ad^sgeschlecht, wel- 
ches noch im vorigen Jahrhunderte in Schlesien begütert war. Das- 
selbe sass bereits 1560 zu Xühschmalz unweit Grottkau, 1Ö62 zu 
Mienitz bei Trebnitz und noch 1708 im Oelsischen zu Langenhof und 
Taschenberg. Auch gehörte die Familie, aus welcher Salompn y. 
Tarnau um 1560 lebte, zu dem Patriciate der Stadt Breslau und 
Hans Christoph v. T. war 1700 Rath der Stadt Breslau. Jetzt blüht 
dieselbe noch in Oesterreichisch Galizien und Amor Johann Tar- 
nowski y. Tarnow erhielt 1785 eine kaiserliche Bestätigung des 
Orafenstandes. 

äfnaphu, I. 8. 960 and Desselben OIinofTaph. I. 8. 889 nnd in den Anmerkangen, 8. 81. — 
9. Fr. A.-L. IV. S. 858. — Freih. v. Udebur, HI. 8.3. — SUbmacker, H. 8. 48: Tarnair, fenaant 
Kneschmalz. — v. Meding, 11. S. 597. 

Tamewits (in Roth ein wellen weise gezogener, silberner Balken). 
Altes, meklen burgisches Adelsg^schlecht, aus welchem Jochim und 
Heinrich y. Tarnewitz noch 1621 lebten. 

V. Meding. IT. 8. 596 and 97: nach den IfS. abfefanfener meUenlmrf. FuniUen. 

* Tarraeli (Schild geyiert: 1 u. 4 ein aufgerichteter eisenfarbiger 

Anker und 2 und 3 in Roth ein goldener Greif mit einem Drachen- 



— 136 — 

s^hwanie't Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 16. Jnli 
liSS ftT Friedrich Franz Tarrach, Herrn auf Aügstapöhnen bei 
GTHEbinnen. Derselbe — ein Sohn des k. prenss. Geh. Finamratiis 
Fnednch Wilhelm Tarrach aus Tilsit, aus der Ehe mit einer t. Beym 
— war später k. preuss. ausserordentlicher Gesandter und beToU- 
müohtigier Minister am königl. schwedischen Hofe zu Stockholm imd 
starb 1S32. Seine erste Gemahlin. Amalia t. Giering, sturb 1798 
und die zweite, eine Grf. v. Kosen, lebte 1837 als Wittwe zn Berlm. 
Von meinen S<:hwestem war 'die Eine, Johanna v. T., an einen t. 
Brlxrs und die Andere, Wilhelmine v. T., an den k. preuss. General- 
major Grafen v. Pinto Yennählt. Letztere vermählte sich in xw^ter 
Ehe mit dem (Tenerallieutenant t. Bischofswerder. 



3L rr. A.-L. rr. S.iSr. — Freik. r. LeieWr, m. S. 9. — W. B. A. Tnmm, MliMlilili, IV. 9. 

Tanarotti t. Eichenberg. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
Ton 1743 fjLT Friedrich Tartaroni. Schloss-Cancelliere zu RoTeredo^ 
mit: T. Eichenberff. 



TaMk T. Loeweabora. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom Ton 
1T7T ftr Johann Ta«h. k. k. Inirenieur. mit: v. Loewenhom. 

Tase in Gvld ein verhauener, rother Ast [geasteter , dünner 
SsazLz: r-iiKs ^Lasenen Baumes^- schrügrechts lic^nd,. oben «^ 
zi.iez, rvelaal £:«asfe: . — Ein fhiher zu dem schlesischen Adel aali- 
lÄi-it^ GBs^iile.i:. eiLes Stammes und Wappens mit denen r. Thoos^ 
Seiirr-TiÄ>5S- 






Edle. Erbl.K^terr. Adelsstand. Diplom ron 1800 for 
Acdr>eas Tasi^ara. Hof<eci>^tair der k. k. Geh. Hof- und StaatacanaM, 
nü: : Edler t. 

Tasscr. Edle. BestÄtfgxer erbl. - österr. Adelsstand. Bestati- 
irtrirsdiTnom von 1731 fir Franz Tas«^. Dottor der Rechte, mit: 
Bd -er T. 

Taftso, Herrea ^S^hiul quer^ei heilt : oben ein Dachs. und imteM 
ein Taxus, -.^icr E:vhor.bav.ni . Böhmischer Herrenstand. D^ki^ 
vv>m o. Jul: liV4 iV.r Ation A;Kr: v. Tasj&o, Herrn auf Pansdiwita» 
l^animsdv r: uud Schioiwiui. kaisorlühen Obersten und Commandanten 
5'.; lirx^s<-iiU>4^»u- Der EmptAEirer des p^naiiL'en Diploms war 1614 
im Hon .^4^:humo P.irma cvboren und hat:e in kaisserlichen 
namor;:u'h lw>4 sich c\wn die Türken an der Raab so tapfer 
haiton. o.&>{> K. LiV|v:\i I. ihn cioht nur mit einem Handschreiben, 
sor.dom Auoh mit der fro;horrV*ohon Wür>io Air sich iL sein Geschieht 
b<H^hr;l^ IVrsolbo starb ItH^^ u. hinter :iesss aus «einer Ehe mit einer 
T. Ribbock axis der Mark^Brandonbun: einen Sohn, welcher die Güter 



— 137 — 

Schlasa, Kamentz, Boniawitz und Karw^itz im Oppelnschen besass 
und, vermählt mit einer Freiin t. Nowagk, den Stamm durch zwei 
Söhne, von denen der ältere Carl "Wilhelm hiess und die zu Gauhe's 
Zeit noch lebten, fortsetzte. 

SinapiuM, H. S. 259. — Oau^, I. S. 2521. — Frtih. v. Ledebur, TU. S. 3. 

Tastnngen, Dastnngen, auch Freiherren (in Silber zwei schwarze 
Flügel). Altes, früher zu dem fränkischen, eichsfeldischen, braun- 
schweigischen und thüringischen Adel zählendes Geschlecht, zu wel- 
chem der 1718 in Wien verstorbene k. k. Geh. Hath Freih. v. Tas- 
tungen gehörte. — Die Familie, welcher in Thüringen in der Stadt 
Worbis am Ursprünge der Wipper ein gleichnamiger Sitz zustand, 
sass unweit Nordhausen 1712 noch zu Nieder-Gebra und 1730 zu 
Friedrichsroda. — Theodor v. Steinmetz, Ursprung des Römers Uss- 
lar, Göttingen, 1701 : Stammregister der Familie. 

ZtdUr, 48. S. 129. — Biedermann, Canton Rhön und Werra, 1. Verzeichniss. — Wolfs Elchs- 
feldischet ürkundenbuch , S. 18. - Freih. v. Ledebur, lU. S. 8. — Siebmacher, m. 130: t. T.. 
RheiiUändiKh. 

I Tattenbach , Taettenbaeh , Tettenbach und Rheinstein und Tat- 

tenbach, Grafen (Schild geviert, mit Mittelschilde und zwei unter 
den Helmdecken stehenden Seitenwappen. Im silbernen Mittel- 
schilde ein rother, schrägrechter, sohwarzgeschuppter Balken: 
Stammwappen. 1 und 4 von Schwarz und Gold quergestreift: in 
der oberen schwarzen Abtheilung stehen drei goldene Wecken auf- 
recht neben einander, die untere goldene ohne Bild: Wappen der 
Intobler und 2 und 3 in Silber ein mit dem Hals abgehauener, rother 
Drachenkopf mit feurigen Ohren, welcher im Schnabel einen goldenen 
Stab hält: Wappen der Trenkbeken. Das rechte Seitenw^appen ist 
von Roth und Silber schrägrechts getheilt: oben, links, in Roth ein 
silbernes Jagdhorn mit goldenem Beschläge und Schnüren, das Mund- 
stück unterwärts gegen den linken Seitenrand gekehrt und unten, 
rechts, in Silber ein rothes, einfaches Hirschgeweih mit fünf Enden 
und daran hängendem rothen Ohre: Wappen der alten Tattenbach 
aus dem Stammhause Ober- und Nieder-Tättenbach im Landgerichte 
Landshut und der Grafschaft Rheinstein. Im linken Seitenwappen 
in Silber ein aus der linken Unterecke bis zu den Hinterfüssen auf- 
wachsender, gegen die rechte Seite aufspringender, rother Wolf: 
Wappen der Reschen). Reichsgrafenstand. Diplom vom 24. Mai 
1644 mit dem Namen „Rheinstein und Tattenbach" so wie mit Sitz 
und Stimme auf Reichs- und Kreistagen und Ausübung des Münz- 
rechts. Das Prädicat: Edle Herren v. Gannowitz kam vom K. Ru- 
dolph IL 24. März 1598 in die Familie; Sigismund v. Tattenbach 
wurde vom K. Ferdinand IL 10. Febr. 1623 in den Reichsfrei- und 
Panierhermstand erhoben und Sigismunds drei Söhne, die Freiherren 
Johann Christoph, Wolfgang Friedrich und Gotthard, erhielten vom 
K. Ferdinand III. 8. Juni 1637 den erbl. - österr. Grafenstand. Das 
Diploiü als Grafen v. Valley ist vom 20. Nov. 1656. — Altes, ur- 
sprünglich österreichisches Adelsgeschlecht, welches aus Oesterreich 
nach Bayern gekommen ist und sich zu seinem Stammsitze das längst 



— 138 - 

• 

in Ruinen liiegende SohloBS Tattenbach , Taettesbach und Tettenbaclv 
4 Meilen von München, erbaute. Die Stammreihe beginnt BuoeliBua 
mit Otto Tättenpeck, Kitter in Tettenbach, um 1280. Der Sohn dem- 
selben, Ottocar T. , wird als Hen* auf Tettenbach und Lichtenaa um 
1310 genannt. A"on Ottocars Urenkel, Ortolph, Ritter, atammte als 
Urenkel, Hans, Ritter, der K. K. Carl V. u. Ferdinand I. Rath, Oberst 
in Croatien und Hauptmann zu Gurck in Kärnten und von Letzterem 
entspross Freih. Sigismund, s. oben, dessen drei Söhne, die Grafen 
Johann Christoph, Wolfgang Friedrich und Gotthard, s. oben, drei 
besondere Linien stifteten: die ältere bayerische, die jüngere baye- 
rische und die voigtländische. Aus der von Johann Christoph ge- 
gründeten älteren, bayerischen Linie erhielt des Stifters mittlerer 
Sohn, Wilhelm , gest. 1661, erst Ober-Kammerherr des Erzherzogs 
Leopold Wilhelm, später k. k. Geh. Rath und Gross-Prior des Jo- 
hanniter-Ortens, von dem erwähnten Erzherzoge, als Bischof zu Hal- 
berstadt, die dem Stifte nach dem mit Johann Ernst 4. Juni 1599 
erfolgten Erlöschen der alten Grafen von Rheinstein zurückgeiallene 
Herrschaft Rheinstein (Regenstein), im Harze als Lehen , welche 
derselbe bei seinem Tode, mit seinen anderen Gütern, den Söhnen 
seines älteren Bruders, Gottfried, hinterliess. Gottfrieds älterer 
Sohn vrar der bekannte Johann Erasmus Gr. v. T. , k. k. Statthalter 
in Steiermark, welcher sich in die Verschwörung der ungariseben 
Grafen Zrini, Nadasd und Frangipani einliess und , von seinem Kam- 
merdiener verrathen, 1671 mit seinen ungarischen Freunden und 
Verwandten enthauptet wurde. Die Güter in den Erblanden zog 
K. Leopold I. ein, die Grafschaft Rheinstein aber nahm als verwirktes 
Halberstädtsches Lehen Kurfürst Friedrich Wilhelm von Branden- 
burg in Besitz. Durch die Nachkommen des Bruders des Johann 
Erasmus, Gottfried Wilhelm, kurbayerischen Raths und Ober-Stall- 
meisters, blühte diese Linie bis zum 19. Nov. 1802 fort, an welchem 
Tage sie mit dem Grafen Joseph Ferdinand, kurbayerischem Oberst- 
Hofmeister und Minister, ausgegangen ist. Die von Wolfgang Fried- 
rich gestiftete jüngere, bayerische Linie blühte ebenfalls bis in neuere 
Zeit. Nach v. Lang lebte aus derselben noch 1815 Graf Heinrich 
Christian, geb. 1765, k. bayer. Kämm., Herr auf St. Martin, Falley, 
Adelsdorf und Maxelrain, später aber, wohl mit seinem Tode, ist 
auch diese Linie erloschen. — Die von Gotthard gestiftete voigtlän- 
dische Linie auf Geilsdorf im Voigtlande blühte fort und blüht noch 
jetzt. Gauhe nennt als Gotthards Enkel die Grafen Johann Ernst, 
kurpfölz. Kämmerer und Gotthard Quintin, welcher im Anfange des 
18. Jahrb. Senior des ganzen Geschlechts war. Beide hatten Nach- 
kommen. Nach V. Lang waren die drei in die Grafenclaese der Adels- 
matrikel des Kgr. Bayern eingetragenen Stamm- Aeltesten der Gott- 
hardschen Linie, die Gebrüder: Johann Franz, zu Geilsdorf, k. bayer. 
Hauptmann, Carl, k. bayer. Rentbeamter zu Hipoltstein und Johann 
Nepomuk, geb. 1772, k. bayer. Oberstlieutenant, ür-ür-ür-Ur-Enkel 
des oben genannten Stifters der Gotthardi sehen Linie. — Haupt des 
gräflichen Hauses ist jetzt: Ludwig Graf v. Rheinstein und Tatten- 



— 139 ~ 

bach , Graf zu Valley, Edler Herr zu Gannowitz , geb. 1816 — Sohn 
des 1'854 verstorbenen Grafen Johann Franz, s. oben, k. bayer. Käm- 
merers und Obersten in Pension — k. bayer. Major, verm. 1836 mit 
Emma Grf. t. Yrsch, geb. 1818, aus welcher Ehe, neben drei Töch- 
tern, drei Söhne stammen, die Grafen: Franz, geb. 1840, Sigmund, 
geb. 1841 und Christian, geb. 1846, sämmtlich in k. bayer. Militair- 
diensten. — Ueber die ebenfalls in k. bayer. Militairdienste getrete- 
nen drei Brüder des Grafen Ludwig, die Grafen: Carl, geb. 1821, 
verm. 1848 mit Maria Foeckerer, geb. 1827, Wilhelm, geb. 1823, 
verm. 1853 mit Emma Fürstin v. Wrede, geb. 1831 und Maximilian, 
geb. 1824, verm. 1847 mit Auguste Freiin v. Nesselrode -Hugenpöt, 
geb. 1823 und über die Kinder derselben, so wie über die Hinter- 
bliebenen des Bruders des Grafen Franz, des 1828 verstorbenen Grafen 
Carl aus der Ehe mit Anna Maria v. Linsingen, gest. 1860, nämlich 
die Grafen: Carl, geb. 1809, verm. 1840 mit Maria v. Lion, Franz, 
geb. 1811, Maximilian, geb. 1813 und Heinrich, geb. 1819, ergeben 
genaue Nachweise die geneal. Taschenbb. der gräflichen Häuser. 

BueeOni Steamuttofr. P. l/^ HUbner, m. Tkb. SRI — «56. — Sinapius, H. S. 961. - v. Satt- 
stein, III. S. 625—634. — OauMe, I. S. Sf508— 10. — Zedier, 41. S. 1382—91. — KühUr, Münsbe- 
huttigun^en, JLX. S. 163 und 54. — Sdlver, S. 146 and 347 und Tab. 22. — Einxinger v. Einging, 
hKfV. IJirrt, Tftb. IG, 17 und 20 a. 8. 47(f a. 66S. — v. Lang, S. 78 n. 79. — Deatsche Orafenb. 
d. Oe^euw. m. S. 407 — 10. — Freih. v. Ltdehur, in. S. 8. — Oencal. Taschenb. d. gräfl. Häuser, 
1861. S. 895—97 a. ff. and historisches Handb. in Demselben, S. 9S4. — Si^hmacker, I. 86: v. Tet- 
tenbach, BaTeriach. — Trier, S. 137: Stammwappen. — v. Mtding, III. S. 519—21: Reinstein und 
nttenbach, Grafen. — Kalender des St. Hnbertorden : Wappen des Joseph Ferdinand Ot. r. Reinstein 
and Taettmbaeh. — Sappl. tu giebm. W. B. VI. 3. — Tyroff, I. 299 and II. 316: Frh. t. und la 
Taettenbach. — W. B. d. Kgr. Bayern, 11. 27 und r. W«lrkern, Abth. 2. S. 62—56. 

Tattenpeckhen (in Silber ein schräglinker, geschuppter, rother 
Balken). Altes, früher steiermärkisches Adelsgeschlecht, eines Stam- 
mes und Wappens mit den v. Tattenbach. 

Siehmocher, II. 46: Taettenbeek, Steierisch. — v. Meding, III. S. 660: auch nach Bartsoheu 
W. B. 

Tattowitz V. Grünberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1773 für Johann Tattowitz, Hauptmann im k.k. Infanterie-Eegimente 
Conte de Palavicini, mit: v. Grünberg. 

Meg^rU «. MHUafeld, Er; .Bd. S. 468. 

Tanbadel, Taupadel, Daubadel (in Blau zwei schräglinks über 
einander liegende, dünne, oben und unten dreimal gleichseitig gea- 
stete, schwarze Stämme). Altes, mcissensches Adelsgeschlecht, 
welches zeitig in den sächsischen Herzogthümern und in Böhmen , so 
wie später in der Ober-Lausitz und Schlesien vorkam. Ein den Na- 
men der Familie tragendes Gut liegt bei Jena und ein anderes bei 
Altenburg, auch befand sich in Böhmen 1347 Drobowitz, um 1400 
Tupadel bei Czaslau und 1411 Trzebonin in der Hand einer Familie 
V. Tupadel, welche wohl mit dem hier in Rede stehenden Geschlechte 
im Zusammenhange stand. Im Meissenschen sassen die v. Taubadel 
von 1364 bis 1687 zu Fichtenberg im Amte Hain, erwarben im Laufe 
der Zeit mehrere andere Güter und waren noch zu Knauth's Zeit zu 
EÖhrsdorf gesessen. In der Lausitz gehörte gegen die Mitte des 16. 
Jahrb. Sohland diesem Stamme und in Schlesien wurden Jordaus- 
mühle undDanckwitz im Nimptschen, Birckholz im Schweidnitzschen, 



. — 140 — 

Hulm im Striegauschen , Hertschütz im Neumarktschen , so wie im 
Kreuzburgischen und Rosenbergischen Ober-Schmardt, Schiroslawitz 
u. 8. w. Besitzungen der Familie. — Aus der Linie zu Fichtenberg 
lebte nach Val. König um 1490 Hans v. T., dessen Sohn HeinricJ^ 
auf Fichtenberg, und dessen Enkel Christoph Heinrich v. T. war. 
Als Enkel des Letzteren kommt noch Balthasar Abraham v. T. auf 
Fichtenberg vor , dessen Nachkommenschaft aber , eben so wie die 
Linie zu Röhrsdorf in der zweiten Hälfte des 17. Jabrh. wieder aus- 
ging. Im 18. Jahrh. und später war das Geschlecht noch in Schleeien 
ansehnlich begütert. In dem 4. und 5. Jahrzehnt des 17. Jahrh. war 
besonders George Christoph v. Tanpadel als k. schwedischer General 
bekannt. Der gleichnamige Sohn desselben, welcher erst dem Kaiser 
Leopold I. unter dem Pfalzgrafen v. Sulzbach in Siebenbürgen, dann 
aber dem Prinzen Rupert von England als Capitain zur See diente 
und später in Kaiserlichen und Engländischen Seediensten viel aus- 
gestanden hatte , kehrte nach dem zwischen Spanien und Frankreich 
geschlossenen Frieden 1668 in das Meissensche zurück, hielt »ich 
erst 14 Tage zu Rührsdorf unweit Dresden bei seinem Vetter, dem 
Oberstwachtmeister v. Taupadel, auf und wollte dann einen anderen 
Vetter, welcher zu Fichtenberg unweit Würzen sass, besuchen, wurde 
aber auf der Hinreise von seinen zwei Knechten ermordet und seines 
Geldes beraubt. — Von den späteren Gliedern der Familie ist nament- 
lich zu nennen : Enist Balthasar Sigismund v. Taubadel, welcher von 
1793 bis 1795 als k. prcuss. Generalmajor Commandant von Danzig 
war und im Pensionsstande 1802 starb. 1806 standen im Regimen te 
V. Rüchel zwei Brüder v. T. , von denen der Aeltere 1807, der jün- 
gere 1818 als Oberstlieutenant im 3. Oppclnschen Landwehr -Regi- 
men te starb. Später, 1837, war ein v.T., k. preuss. Hauptmann a.D., 
Herr auf Bodzanowitz und Landrath des Kr. Rosenberg. — Nach 
Rauer stand noch 1857 den Erben des Landraths u. Rittmeisters a.D. 
Wilhelm v. Taubadel das Gut Roschkowitz im Kr. Kreuzburg zu. 

Knauth, S. 682. — Sinapius, I. S. 971 und Tl. S. 105R. — Val. K9nig, I. S. 9ß8 — 71. — 
Oauhe, I. S. 2528 und 2U u. II. S. 1841—45. — Zedier, 42. S. 398—96. — N. P. A.-L. IV. 8. 258 
und 59. — Freih. v. Ledebur, III. S. 3 und 4. — Siebmacher, I. 157: v. Taubadol, Meissnisch. — 
V. Meding, II. S. 603. 

Taube, Freiherren und Grafen (Scl^ild geviert, mit goldenem 
Mittelschilde u. in demselben der Stock eines ausgerissenen Baumes, 
der auf jeder Seite mit einem abwärts gebogenen, grünen Blatte ver- 
sehen ist. 1 und 4 in Schwarz .ein gekrönter, doppelt geschweifter, 
goldener I^we und 2 und 3 in Silber drei, 2 und 1, rothe Rosen mit 
goldenen Butzen). Reichs-Panner - und Freihermstand und Reichs- 
grafenstand. Freihermdiplom vom 19. Juni 1638 für Diedrich v. 
Taube (geb. 1594 und gest. 1659) aus dem alten Stammhause Maydel, 
welches die Güter Maard , Pojask und Hallinapp in Esthland besass, 
kursächs. Ober-Hofmarschall, so wie für seine Brüder, Claus v. Taube, 
kursächs. Obersten u. Reinhard v. Taube, kursächs. Ober-Stallmeister 
und für des ältesten Bruders, Hans v. Taube, einzigen Sohn, Johann 
Georg V. Taube , kursächs. Kammerherm und Grafendiplom vom 25. 
Juni 1676 für Reinhard Diedrich v. Taube, kursächs. wirkl. Rath und 



— 141 — 

Canzler. Die Familie war übrigeng vom Könige Sigismund August 
in Polen 30. Aug. 1572 baronisirt worden und zwar mit folgendem 
Wappen: Schild geviert: 1 und 4 das angegebene Stammwappen 
und 2 und 3 in Roth ein goldener, ein schwarzes Kreuz haltender 
Löwe; Berend v. Taube, Herr der Güter Maydel und Kosch in Esth- 
land, k. schwed. Oberst der Adelstahne, wurde für sich und seine 
Nachkommen — zu welchen die in Lief- und Esthland, so wie in 
Schweden fortblühenden Barone v. Taube gehören — 14. Febr. 1652 
in den Stand der schwedischen Barone erhoben; Erert Taube erhielt 
11. Aug. 1668 die Anerkennung des schwedischen Adelsstandes und 
Georg V. Taube 20. April 1673 das Polnische Indigenat und in neue- 
rer Zeit brachte Ludwig Fhr. v. T. , k. Württemberg. Staatsminister, 
gest. 1816; den Grafenstand des Kgr. Württemberg in die Familie. — 
Altes, aus dem westphälischen Stifte Paderborn stammendes Ritter- 
geschlecht, aus welchem die Ritter „v. Duve" schon 1221 in den lief- 
ländischen Ordenslanden auftraten. Von hier verzweigte sich der 
Stamm nach Preussen, Sachsen, Schweden, Dänemark und Württem- 
berg und kam überall , namentlich in Sachsen , wie die Würden der 
obengenannten Diploms-Empianger ergeben, zu grossem Ansehen. 
Der Admiralrang wurde in Schweden fast erblich. — Die Freiherren 
Dietrich und Claus, s. oben, starben ohne Nachkommen, vom Frei- 
herren Reinhard hingegen stammte Graf Reinhard Diedrich , s. oben. 
Von Letzterem entspross aus der Ehe mit Rahel v. Friesen ein ein- 
ziger Sohn, Graf Ernst Dietrich, geb. 1661 und gest. 1694, kursächs. 
Kammerherr und Reichspfennigmeister des obersächsischen Kreises, 
welcher nur Töchter hatte, die unvermählt vor ihm starben , weshalb 
er seinen reichen Besitz auf seinen Vetter, Johann Georg Freiherm 
V. Taube, vererbte. Freiherr Johann G«org v. Taube, Herr auf 
Maard, Hallinapp und Roth-Rausslitz, kursächs. Kammerherr, halte 
sich mit Sophia v. Mecks a. d. H. Norderfliedt in Liefland vermählt. 
Aus dieser Ehe entspross Freih. Johann Georg (II.) , Herr auf Neu- 
kirch (Neukirchen), Höckericht, Frankenthal, Zadel u. s. w., ver- 
mählt mit Eva Maria Freiin v. Meusebach und die beiden Söhne 
aus dieser Ehe wurden die Stifter einer älteren und jüngeren Linie: 
der ältere Sohn, Freih. Johann George (III.) > gründete die ältere 
Linie, zu Neukirch bei Chemnitz und Freih. Ernst Dietrich, Herr 
auf Nieder -Pöllnitz bei Neustadt an der Orla, Neukirch, Höcke- 
richt, Franken thal und Zadel, die jüngere Linie, zu Nieder -Pöll- 
nitz. Beide Linien blühten fort, wenn auch die Güter, nach wel- 
chen sie sich nannten, lange schon in andere Hand gelangten. — 
Die ältere Linie: Neukirch vertritt: Oscar, Edler, Panner- und R- 
Freih. v. Taube, geb. 1815 zu Neukirch — des 1832 verstorbenen 
Freih. Claus Moritz einziger Sohn aus der Ehe mit Caroline Mathilde 
Grf. V. Bünau, gest. 1829 — k. württemb. Rittmeister. — Haupt der 
jüngeren Linie ist: Freih. Ernst Bernhard Dietrich, geb. 1810 zu 
Triptis — Sohn des 1837 verstorbenen Freiherm Carl Ernst Dietrich, 
h. Sachs. -altenb. Hauptmanns a. D. aus der Ehe mit Christiane Erd- 
muthe Luise y. Bolberitz, gest. 181 7^ Enkel des Freih. Gotthelf Ernst 



— 142 — 

Friedrich, gest 1825 und yerm. 1770 mit Augusie Magdalena y. 
Eichelberg und Urenkel des Freiherrn Ernst Dietrich , b. oben — 
grossh. Sachs. Kammerherr, Oberstlieutenant und Commandant der 
Residenzstadt Eisenach, verm. in erster Ehe 1838 mit Marie Holt- 
hauer, gest. 1855 und in zweiter 18Ö6 mit Charlotte Freiin y. 
Harstall- Lauterbach. Aus der ersten Ehe leben, neben einer Yer- 
mahlten Tochter, Frau de ^arees, .zwei Söhne und aus der zwaitan 
eine Tochter und ein Sohn. — Haupt der gräflichen Linie in Würt- 
temberg ist: Graf Adolph, geb. 1810 — Sohn des 1816 Yerstorbeaen 
Grafen Ludwig, k. wiirttemb. Staatsministers, aus der Ehe mit Wil- 
helmine Grf. Y. Zeppelin, geb. 1791 (wieder Yermählt mit dem 1S4S 
verstorbenen grossh. bad. Geh. Rathe Ludwig Freih. y. Haynau) — 
k. wiirttemb. Kammerherr und Staatsrath, verm. 1^46 mit Friederike 
Freiin Varnbüler v. Hemmingen, geb. 1817, aus welcher JBhe swei 
Söhne stammen, die Grafen: Erich, geb. 1849 und Axel, ^b. 1S51. 
— Die Schwester des Grafen Adolph: Grf. Friederike, ;geb. 1808, 
vermählte sich in erster Ehe 1838 mit Johann Heinrich Gottiidb 
Freih. v. Berge, Herrn auf Marwitz bei Landsberg und k. preuss. 
Ober-Landesgerichts- Assessor, gest. 1851 imd in zweiter Ehe 1855 
mit Eduard Freih. v. Ketelhodt auf Hermannsgrün, grossh. meklenb.- 
schwer. Xammerherrn. 

Simons Ealeaburg Chronik, II. S. 89(>. — Knauth, S. 580 — 82. — Carptov , Ehrentempel der 
Obcr-lAUsiti, S. ä6. — VaUnt. IHinig, II. S. 1186 — 6«. — Gauke, I. S 61»! — 25 und II. 8. IIW 
und 39. — Zedier, 42. S. 171 — 77. — Freih: v. Ledebur, lU. S. 4. — 0«nwl. Twchmb. d. ftreOi. 
Haoser, 185G. S. 662 und 83, 1857, S. 759 — 61, 1863. S. 960 — 63: mtt StammUfel u. ff. — Oenwl. 
Tkschcnb. d. flrrxfl. Häuiwr, 1868, 8. 776, 1864, S. 897 u. 98 a. ff. - Neimbrf earlind. W. B. ^: 
Wippen nach dem Diplome Ton 1572. 

Taube, Ritter und Edle (in Blau auf grünem Hügel eine rechts- 
gekehrte , weisse Taube , welche im Schnabel einen grünen Oelzweig 
emporhält). Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom vom 25. April 1777 
für Friedrich Wilhelm Taube, Nieder -österr. Regierungsrath, mit: 
Edler v. — Megerle v. Mühlfeld hat diese Erbebung als Erhebung 
in den Adelsstand aufgeführt, doch trägt der Schild zwei Helme, wie 
diess bei Erhebungen in den österr. Ritterstand gewöhnlich ist. 

HandichrlfU. Notix. — Megerle v. Mühlfeld, Erg.Bi. S. 468. — Kntscike, Ifl. S. 415. 

Taubenecker v. Gise, gewöhnlich nur Gise genannt (Schild 
quergetheilt : oben in Silber ein aufwachsender, rotber Lowe, welcher 
in den Pranken einen goldenen Schlüsselring hält und unten von 
Silber und Blau sechsmal quergestreift). Ein früher zu dem Adel 
in Westpreussen zählendes Geschlecht, aus welchem Thielemann v. 
Gise 1557 Bischof von Culm und 1549 Bischof von Ermland wurde. 
Zweige des Stammes nannten sich nach ihren Besitzungen auch: v. 
Tumberg und Nowowieyski. 

Freih v. Ledebur, UI. S. 4. 

i Tanbenheim, auch Freiherren und Grafen (Schild der Länge 
nach getheilt: rechts von Blau und Silber viermal pfahlweise oder 
nach der Länge getheilt und links in Blau ein silberner, die Längen- 
linie, durch welche der Schild getheilt ist, hinauflaufender Löwe mit 
doppeltem Schweife. Von den vielen Varianten, welche dieses Wap- 



-- 143 — 

pen in AbbilduDgen und Siegeln zeigt , ist besonders eine, welche 
auch Dieiiemann angegeben hat, zu erwähnen: der Löwe im Schilde 
tritt Bämlic^ auf eine Krone. Diese Annahme scheint durch ein 
Missverständniss entstanden zu sein. Es wurde nämlich der Familie 
y. Taobenhehn von dem römischen Könige Ferdinand (nachmaligem 
K. Ferdinand I.) in Betracht ihres altadeligen u. langhergekommenen 
Geschlechts, auch erzeigter Dienste, zu Hagenow, 26. Juli 1540, ein 
verbesserter Wappenbrief und zwar namentlich den Gebrüdem und 
Vettern- T. Taubenheim „Christophen zu Bedra, Rittern, Jacoben, 
Haubolden, Dietrichen, Haugen u. Bernhardten*' ausgefertigt. Nach 
diesem Wappenbriefe sollte das Wappen drei goldene Kronen zeigen: 
die eine auf dem Kopfe des weissen Löwen, welcher im Schilde über 
sich steht, die andere auf dem Turnierhelme und die dritte auf des 
Löwen Kopfe, welcher auf dem Helme über sich gestellt ist. Wahr- 
scheinlich sind die „drei Kronen'^ nicht so genommen worden, wie 
sie genommen werden sollten). Grafenstand des Kgr. Württemberg. 
Diplom vom 6. April 1859 für Wilhelm August Freiherm v. Tauben- 
heim, Besitzer des Rittergutes Hohen -Entringen im Württembergi- 
schen, Kammerherm und königl. Oberst- Stallmeister. — Eins der 
ältesten meissenschen Adelsgeschlechter, welches später aus Sachsen 
nach Preussen, Hessen, Braunschweig und Württemberg gekommen 
ist. Der Name des Geschlechts tritt urkundlich schon im 12. Jahrh. 
auf, und zwar bei Gründung des deutschen Ordenshauses Wechsel- 
barg. Als Stammhäuser der Familie werden die beiden gleichna- 
migen Rittersitze bei Meissen und Rochlitz genannt und später brei- 
tete die Familie sich namentlich aus dem Hause Bedra bei Freiburg 
an der Unstrut aus , welches Gut über vier Jahrhunderte im Besitze 
der Familie war. In Schlesien, Hessen und Braunschweig kam das 
Geschlecht schon im 16. und in Preussen im 17. Jahrhunderte vor 
und in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrh. gelangte es auch nach 
Württemberg. — Haugold (Haupold) v. Taubenheim erscheint ur- 
kundlich 1429 als Hofmeister am kursächs. Hofe u. Hugo v. T. 1464 
in demselben Amte; Sophia v. T. war 1492 Aebtissin des Klosters 
Döbeln; Hans und Jahn v. T. wurden vom K. Carl V. 1524 zu Rit- 
tern geschlagen; Hans v. T., kursächs. Rath, seit 1517 Visitator der 
Universität Wittenberg und seit 1528 der sämmtlichen sächsischen 
Kirchen, wurde 1530 zum Reichstage nach Regensburg gesendet und 
Christoph v. T.-, gest. 1539, erster Rath des Kurfürsten Johann Fried- 
rich zu Sachsen, berieth den Kurfürsten bei den wichtigsten Landes- 
und Religions- Angelegenheiten. Um diese Zeit war nach Gauhe 
Christoph v. T. h. braunschw. Minister, Dietrich v. T., Amtmann in 
Brehna, hatte als Pfandschilling vom Herzoge Heinrich zu Braun- 
schweig das grosse Amt Königslutter inne und Jacob v. T. auf Bedra, 
BendorfT u. s. w. war kaiserlicher Oberst, zu welcher Würde auch 
der Sohn desselben, Jonas v. T., kaiserl. Kriegsrath, stieg. Von 
Letzterem stammte Christoph v. T., Herr auf Bedra, Bendorff u. s.w., 
knrsäohs. RaUi und Hauptmann der Aemter Freiburg und Eckardts- 
berge, dessen Enkel, Johann George v. T. auf Bedra, Bendorff u.s. w. 



— 144 — 

1675 als Domherr zu Magdeburg, Senior und Thesaorarius Bamni 
Halensis starb. Christoph Wilhelm Vollrad v. T., gest 1720, war 
Eürstl. Sachs.-Weissenfelsischer Greh. Bath , Hofmarachall und Dom- 
herr zu Naumburg und Johann Adolph v. T. , um 1735 Herr Sttf 
Kebra und Domherr des Stifts Naumburg, hatte, wie Gauhe nodi 
schliesslich angiebt, zwei gelehrte Söhne, von welchen der Aeltere, 
Christoph v. T. , damals Praebendatiis bei dem gedachten Stifte war. 
Letzterer, Herr auf Bendorff, ist 1796 als k. preuss. Geh. Bath und 
Dom-Propst des hohen Stifts Naumburg gestorben. — üeber-mehrere 
in Schlesien und in Preussen vorgekommene Glieder der Familie 
finden sich in dem N. Preuss. Adelslexicon Nachweise. Eine Linie 
des Geschlechts hatte sich nach Freistadt in Schlesien begeben. Aus 
dieser Linie wurde eine Tochter, die Gemahlin des 1816 verstorbenen 
k. preuss. Generallieutenants Levin v. Heister und um 1837 war ein 
V. T. Justizrath im Stadtgerichte zu Berlin. In den Sachsischen Lan- 
den ist in neuer Zeit, so viel bekannt, die Familie nicht mehr Yorge- 
kommen. Im Saalkreise sass dieselbe noch 1791 zu Bendorff und 
Prötzwüste. In Ostpreussen, wo das Geschlecht bereits 1446 za 
Saussienen und Wommen unweit Friedland begütert war und wo 
dasselbe später zu ansehnlichem Grundbesitz kam, waren noch 1762 
Klein-Klitten, Pottlitten und Sporwitten und 1784 Kanten bei Fisch- 
hausen in der Hand der Familie. — Den Zweig in Württemberg 
pflanzte in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrh. August Lebereol^t 
V. Taubenheim, welcher 1814 als k. württemb. Minister starb. Der 
Sohn desselben, August Freih. v. T., k. württemb. Stallmeister, ver- 
mählte sich 1804 mit Caroline Frei in v. Baver, geb. 1786, starb aber 
vor dem Vater schon 1806. Aus seiner Ehe stammt das jetzige 
Haupt des gräflichen Hauses: Graf Wilhelm August, s. oben, geb. 
1805, Herr des Bitterguts Hohen-Entringen im württemb. Schwarz- 
wald-Kreise, k. württemb. Kammerh. u. Königl. Oberst-Stallmeister, 
verm. 1842 mit Marie Gräfin v. Württemberg, geb. 1815, aus wel- 
cher Ehe, neben drei Töchtern, ein Sohn stammt: Graf Wilhelm, 
geb. 1845. 

AUnni Werthernsche Historie, S. 71. — Knauth, S. 582. — Hoen, Sachs. -Cohnrg. Rtetor. 1. 
S. C1 und II. S. 154. — Sinapius, I. 6. 971. -> Gavhe, I. S. 2525 und 26. — ZedUr, 42, 8. 19S. 
— Schdttgens und Kreysig« Diplomat. Nachlese, IV. S. 692 u. 93. — Dimemann, S. 464, Fr. 6. — 
N. Pr. A.-L. IV. S. 259. — Freih. v. Ledebur, 111. S. 4 u. 6. — Gtneal. Taschenb. d. freih. HMnaer, 
185C, S. 683 Q. 84. — Geneal. Taschenb. d. grSfl. Häuser, 1864, S. 898 u. S. Jahrgg. — Siebmacker, 
I. 68: V. Taubenheim, Schleslsch, 148: t. T., Hessisch u. 162: t. T., Meissnisch. — v. Mtding^ I. 
S. 603^5: unter Benutzung alter, schätzbarer Fkmilien*Nachiicht«n 

Tanber v. Taubenberg, Ritter (Schild geviert: 1 und 4 in Äotii 
ein vorwärts gekehrter, silbern geharnischter Ritter, welcher in der 
Rechten ein Schwert nach oben halt u. die Linke in die Seite stemmt 
und 2 und 3 in Gold auf einem grünen Dreihügel eine einwärts ge- 
kehrte, silberne Taube, welche im Schnabel einen Oelzweig mit drei 
grünen, nach oben gekehrten Blättern hält). Erbl.-östeiT. Ritterstand. 
Diplom vom 3. K^ov. 1778 für Johann Michael Tauber v. Taubenberg, 
k. k. Major. Derselbe hatte 1772 als Hauptmann im k. k. Infanterie- 
Regimente Freih. v. Gemmingen den erbl.-österr. Adelsstand mit 
dem Prädicate : v. Taubenberg erhalten. Der Stamm blühte fort und 



— 145 — 

in neuer Zeit lebte Anton Tauber v. Taubenberg als k. k. pens. Oberst 
in GratÄ. 

HandBchiiro. Notiz. — MegerU v. Müklftld, Erg.-Ud. S. 468. — KnesekJce, III. S. 41 S und 18. 

Tauber v. Taubenfeld, Teuber v. Taubenfeldt. Böhmischer 
Adelsstand. Diplom vom 28. Nov. 1701 für Balthasar Tauber, Guts- 
besitzer, mit: V. Taubenfeld. 

MegerU «. Mtihlfeld, Erfl^.-Bd. S. 469: Teaber t. Taubenfeldt. — v. Heühach, H. S.576: lau- 
ber T. Tiubenfeld. 

Tauber v. Taubenfurth , Freiherren (in Roth auf einer goldenen 
Krone eine rechts gekehrte, weisse Taube mit ausgebreiteten Flügeln). 
Böhmischer Freihermstand. Diplom vom 13. Dec. 1747 für Franz 
Erdmann Tauber v. Taubenfurth. 

MegerU v. MiihlfeU, Erg.-Bd. S. 106. — Kneeehke, IV. S. 401. 

Taucbnitz, Freiherren (in Roth ein mit der Spitze nach oben 
gekehrter, schrägrech ts gelegter, goldener Pfeil). Freiherrnstand 
des Herzogthums Sachsen-Coburg-Gotha, anerkannt im Kgr. Sachsen. 
Freiherrndiplom vom 1. Dec. 1800 für Christian Bernhard Tauchnitz, 
Verlags-Buchhändler zu Leipzig und zwar in Anerkennung seiner 
wesentlichen, namentlich durch die von ihm veranstaltete, umfas- 
sende Sammlung englischer Autoren begründeten Verdienste um die 
Wissenschaft und K. Sächsisches Anerkennungsdiplom vom 23. Jan. 
1861 für Denselben und seine Nachkommen. — Freiherr Bernhard, 
geb. 1815, Erb- und Patronatsherr auf Kleiu-Zschocher mit Plagwitz 
und Gross - Mi Ititz, vermählte sich 1837 mit Henriette Morgenstern, 
geb. 1817, aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, zwei Söhne ent- 
sprossten: Freiin Henriette Antonie, geb. 1838, Freiin Auguste Wil- 
helmine Elisabeth, geb. 1839, verm. 1860 mit Kurd v. Raab, k. säcbs. 
Hauptmann und gest. 1865, Freiin Minna Clara Adele, geb. 1843, 
Freih. Christian Carl Bernhard, geb. 1841 und Freih. Christian Paul, 
geb. 1845. 

Gcneal. Taschenb. d. freih. HHuser, 1862, 5. 806 und 7, 1864, 8. 847 u. ff. Jahrg^. 

Tauchritz (in Silber ein blauer, mit drei rothen Kugeln belegter, 
schrägreehter Balken). Ein von Siebmacher und Sinapius zu dem 
Schlesischen Adel gerechnetes Geschlecht. Vermuthlich das früher 
Ober-Lausitzische Geschlecht aus dem Stammsitze Tauchritz unweit 
Görlitz. 

Sinapius, I. S. 972. — Freih. v. Ledebiir, 111. S. 5. — Siebmacher, 1. 61: v. Tauchnt», Schl«- 
üisch. — V. Meding, S. 660 und 61. 

Tauchsdorf , Daucfasdorf (im von Roth und Silber schrägrech ts 
getheilten Schilde ein^schrägrechter Balken, gleichfalls schrägrechts 
nach den abwechselnden Tincturen des Feldes getheilt: also silbern 
in der rothen und roth in der silbernen Abtheilung). Ein nach Sina- 
pius aus Franken nach Schlesien gekommenes Adelsgeschlecht, ^us 
welchem Heinze v. Tauchsdorif um 1439 im Liegnitzischen lebte. 

8inapiu4, I. S. 972. — Sinapi, U. 70: v. Dauchsdorff, Fränkisch. — v. Meding, m. S. 661. 

Tauentzien, Tauenzin und Tauentzien y. Wittenberg, Grafen 

(Stammwappen: Schild schräglinks getheilt: oben, rechts, in Silber 

Knetehke, Deutsch. Adols-Lex. IX. 10 



— 146 — 

ein aufwachsender, brauner Edelhirsch mit achtendigem Geweibe 
und unten Yon Schwarz und Silber geschacht. Gräfliches Wappen: 
Schild geviert mit gevicrtem Mittelftchilde u. mit das Stammwappen 
zeigendem Herzschilde. Mittelschild: 1 in Silber ein aus dem unte- 
ren Kande des Feldes aufsteigender, gerüsteter Arm, in der Fanst 
mit einem nach ein- und unterwärts gerichteten Schwerte; 2 in Roth 
eine goldene, fünfzackige Krone; 3 in Blau eine silberne Säule und 
4 in Gold ein cinw ürts gekehrter . schwarzer Löwe: bei Verleihung 
des Preussischen Grafenstandes verliehen; .Kückenschild : 1 u. 4 in 
Silber der gekrönte, schwarze preuss. Adler, auf den Flügeln mit 
den Kleestcngeln und 2 u. 3 in Gold vor einem grünen, roth befruch- 
teten, oben offenen Lorlx^erknmzc ein aufreclit gestelltes Schwert 
mit goldenem Gritfe: Vermehrung des Wappens vom 3. Juni 1814). 
— Grafonstand des Kgr. Preussen. l)ii)lom vom 5. Aug. 1791 fiir 
Friedrieh Bogislaus Enianuel v. Tauentzien, k. preuss. Obersten und 
dann Flügeladjutanten und vom 3. Juni 1814 für Denselben aU k. 
preuss. General der Infanterie und oonimandirenden General des 
dritten Armeecorps mit dem Ehrennamen: v. Wittenberg und mit 
Vermehrung des Wappens. — Die v. Tauentzien werden aus dem 
alten böhmischen Adelsgesch lochte v. Schwiohow hergeleitet. Anton 
Ferdinand Wenzel v. Schwichow erwarb im 15. Jahrhundert das Gut 
Tauenzin im Limenburgi sehen und nahm von demselben den Kamen: 
Tauenzin, Tauentzien, an. Ileraog Bamim in Pommern belehnte 30. 
Juli 1601 Lucas den Aelteren v. Schwichow mit seinen Vettern, 
Claus Simon und Lucas den Jüngeren, mit dem Gute Tauentzien. 
Ersterer, Lucas der Aeltere, beginnt die fortlaufende Stammreihe des 
Geschlechts, welches, neben anderen Gütern, im Laucnburgiscben 
auch Merzin und Gross- Perl in an sich brachte und in neuerer Zeit 
auch im Brandenburgischen ansehnlichen Grundbesitz erwarb. — 
Im 18. Jahrb. wurde die Familie durch Bogislaus Friedrich v. T. und 
im. 19. durch Friedrich Bogislaus Euianuel v. T. sehr berühmt — 
Bogislaus Friedrich v. T. , geb. 1710 zu Tauentzien und gest. 1791, 
k. preuss. General der Infanterie u. s. w. . erhielt durch die schlesi- 
schen Kriege und durch den siebenjährigen Krieg reiche Geh^genheit, 
Tapferkeit und Feldhermtalent zu bewähi-en. Die bei Molwitz 1740 
gelieferte Schlacht, die Belagerung und Einnahme von Prag, die 
Schlachten bt»i llohenfriedberg 174Ö und bei Kollin 1757, ganz be- 
sonders aber die Verlheidigung von Brt»slau gegen I^udon 1760 
und die Einnahme von Sohweidnitz bewährten ihn als Held im vollen 
Sinne des Worts, welcher das ihm gesetzte Denkmal auf dem nach 
ihm genannten Platze vor dem Sohweidnitzer Thore in Breslau sehr 
wohl verdiente. Aus seiner Ehe mit Charlotte v. d. Knesebeck 
stammten, neben vier Töchtern, zwei Söhne. Die vier Töchter kamen 
durch Vermählung in die Familien der Grafen v. Haugwitz, v. Schmet- 
tau und v. Hoym, so wie der Familie v. Kleist, aus welcher spater 
die Grafen Kleist vum Loss li er vorgegangen sind. Der ältere Sohn 
starb als M^jor a. D. auf seinem Gute Balckow im Kr. Stemberg, 
welches Gut nach Rauei* 1857 noch einem t. Tauentzien zontendy der 



— 147 — 

jüngere Sohn, Graf Friedrich Bogislaus Emanuel, s. oben, gest. 1824 
als General der Infanterie, wurde, wie schon erwähnt, bereits 1791 
in den Preussischen Grafenstand erhoben und 1793 zum königl. Flü- 
geladjutanten ernannt und mit diplomatischen Sendungen mehrfach 
betraut. !Nach dem Tilsiter Frieden zum Generallieutenant ernannt, 
nahm derselbe von 18J3 bis 1815 an dem Befreiungskriege so ent- 
scheidenden und ruhmvollen Antheil, Aind zwar namentlich an den 
Schlachten bei Gross-Beeren und Dennewitz, so wie an den Einnah- 
men von Torgau, Wittenberg und Magdeburg, däss er, wie oben an- 
gegeben, neben einer "Vermehrung des gräflichen Wappens, das 
Ehren-Prädicat „v. Wittenberg" erhielt. Aus seiner Ehe mit einer 
V. Amstedt entspross, neben einer Tochter, Grf Lisette, geb. 1785, ' 
welche später als die W^ittwe des 1838 gestorbenen k. preuss. Gene- 
rallieutenants Gustav Grafen v. Hacke lebte, ein Sohn, Heinrich Bo- 
gislaus Graf T. v. W. , welcher 6. Nov. 1854 den grällichen Zweig 
schloss » 

' V. Heühach, n. S. 670. — N. Pr. A.-L. IV. S. 259 und 60. — Deutsche Grafenh. d. Gegenwart, 
11. S. 543—46. — Frtih. v. Ledebur, III. S. 6. — Ooneal. Taschenb. d. gräfl. Httnser, 1869, S. 853, 
1860, 8. 831, 1861, S. 10'i2 und historisch. Handbuch zu Demselben, S. 9h6. — Siebmacher, V. 171. 
— W. B. d. Preuss. Monarchie, II 5: nach dem Diplome von 1791 und 6: nach dem Diplome Ton 
1814. — . Pommemsch. W. B. III. 3. 

Tauer, Taver (in Silber drei, 2 und 1, schwarze Hahnenköpfe 
mit Hälsen n. rothen Kämmen). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht^ 
aus welchem bereits um 1505 Lorenz Thawer .lebte. Ein gleichna- 
miger Sitz findet sich im Glogauischen. Die Familie sass 1505 zu 
Rostersdorf im Steinauschen , 1547 zu Simbsen, 1559 zu Gaifron, 
1603 zu Barschau, 1664 zu Tamitze, 1670 zu Kaltenhausen , 1700 
zu Borin und noch 1790 zu Poborschau im Koseischen. Der Stamm 
blühte noch in das 19. Jahrh. hinein und Johann Joseph v. Tauer, 
früher Lieutenant im Regimente Prinz Heinrich u. später Postmeister 
zu Priedeberg in der Neumark, welcher 1808 noch lebte, war der- 
Letzte des Stammes. — Dafür, dass, wie Sinapius angiebt, in Folge 
einer beständigen Ueberliefeining die v. Bothkirch von dem Ge- 
schlechte V. Tauer wirklich ihren Ursprung hätten, sprechen die 
Wappen nicht: die v. Tauer führten drei Hahnenköpfe, die v. Roth- 
kirch aber führen drei Adlersköpfe. 

Sinapivs, I. S. 972. — Gauhe, I. S. 2526 Freih. v. Ledebur, HI. S. 5 u. 6. — SiebmaeheTf 

I. 68: V. Tauer', SchleBisch. — v. Meding, III. S. G61 und 62. 

Tanfferer, Freiherren (Schild geviert, mit Mittelschilde. 1 und 
4 in Blau ein silberner Steinbock, der an einem viermal gezackten, 
von der oberen rechten bis in die linke untere Schildesecke abstei- 
genden, silbernen Felsen hinauf läuft und 2 und 3 in Roth drei, 2 u. 
1, schwebende, goldene Ballen oder Dotter [alle vier Felder gehören 
zu dem Stammwappen j und Mittelschild: von Blau und Silber quer- 
getheilt, ohne Bild: bei Erhebung in den Freiherrnstand hinzu ge- 
kommen, wegen muthmasslicher Abstammung von dem erloschenen, 
bayerischen Geschlechte : Tauffer v. Sinching). — Krainer Adelsge- 
schlecht, aus welchem M. v. Taufferer 22. Mai 1649 unter die krainer 
Landstände aufgenommen wurde und welches bald darauf den Frei- 

10* 



— 148 — 

hermstand erhielt. Der Stamm blühte fort und Haupt desselben ist 
jetzt: Freih. Benno — Sohn des 1861 verstorbenen Freih. Moritz 
(geb. 1799), Besitzers des Gutes Weichselbacb, aus der Ehe mit Flo- 
rentine Freiin Schweiger v. Lerchenfeld, geb. 1817 und verni. 1833 
— k. k. Lieutenant. Die Schwester desselben ist Freiin Rosalie. 

Oeneal. Taschenlrach d. freih. HXoser, 1862, 8. 807 and 808, 1864, S. 847 u. ff. Jfthrg^. 

Tanffkirchen , auch Freiherren nnd Grafen (Wappen der Gut- 
tenburg - Englburger Linie.: Schild geviert mit Mittelschilde. Mit- 
telschild quergetheilt: oben in Roth ein silberner Pfahl und unten 
Blau, ohne Bild: Stammwappen. 1 und 4 in Silber sechs, vom Fel- 
deßfusse auf 3, 2 u. 1, aufeinander gestellte, schwarze Quadersteine: 
ursprünglich das Wappen der Hohenstein, welches später die v. 
Schwarzenstein annahmen und 2 und 3 in Roth drei sclirägrechts ge- 
stellte, silberne Rosen : zum Mauthnerischen Wappen gehörig. Wap- 
pen der Linie zu Klebing oder Ybm : Schild geviert mit das Stamm- 
wappen zeigendem Mittelschilde: 1 und 4 in Schwarz auf goldenem 
Fusse eine drei Quader hohe, schwarz ausgefugte, silberne^Maner mit 
zwei Thürmen von gleicher Farbe, jeder mit zwei Fenstern, 2 in 
Roth fünf, 1, 2 und 2, und 3 ebenfalls in Roth fünf, 2, 2 und 1 , sil- 
berne Rosen). Rejichsgrafenstand. Diplom vom 19. April lü84 für 
die Vettern: Wolf Joseph Freih. v. Tanffkirchen, kurbayer. Geh. 
Rath und Hofraths-Eräsidenten (ohne Nachkommen gestorben) und 
Hans Wolf Freih. v. T. , kurbayer. Hofrath und Pfleger zu Schärding, 
mit dem Titel: Grafen Tanffkirchen zu Guttenburg, Klebing, Katzen- 
berg und Englburg. Da in diesem Diplome der damals in Italien 
lebende Bruder des Freiherrn Hans Wolf: Freiherr Johann Casimir 
übergangen worden war, so wurde der Enkel des Letzteren, Freiherr 
Franz Joseph Ignaz, gest. 1726 als kurbayer. Kämmerer und Viee- 
Dom des Rentamtes Burghausen, von welchem die Linie zu Ybm ab- 
stammt, vom Kurfürsten Max Emanuel von Bayern 20. März 1716 
als gleichberechtigter Graf anerkannt und ausgeschrieben. — Eins 
der ältesten bayerischen und Österreichischen Ädelsgeschlechter, wel- 
ches ursprünglich aus Verona stammen und früher den Namen: Bo- 
naventura geführt haben soll. Nach Bucelinus, Hübner u. A. soll 
nämlich Wilibald Bonaventura im 10. Jahrhundert aus Verona nach 
Bayern gekommen sein, unter K. Heinrich L gegen die Ungarn ge- 
fochten, seiner Tapferkeit wegen den Ritterschlag und den Namen: 
Tauft'kirchen erhalten und noch 968 gelebt haben. Der Sohn des- 
selben, Andreas T., Herr auf Schloss Tauffkirchen, drei Meilen von 
Landshut, war mit einer Grf v. Abensperg vermählt und von seinen 
Nachkommen war Christoph T., verm. mit Crsula v. Trauner, um 
1500 Herr in Klebing. Von den flnkeln des Letzteren, den Brüdern: 
Christoph Wolfgang , geb. 1537, verm. mit Elisabetli v. Königsfeld 
und Burkhard , in erster Ehe verm. mit Maria v. Tannenberg und in 
zweiter mit Maria Elisabeth v. Schwarzenstein, Erbin von Katzenberg 
und Englburg, gingen drei Linien hervor: die Linie zu Englburg, 
die Linie zu Katzenberg, fiiiher auch mit Bruckberg, im Manns- 



— 149 — 

Btamme 18. Febr. 1843 mit dem Grafen Johann Matthias Albert aus- 
gegangen nnd die Linie zu Ybm, welche auch als Linie zu Klebing 
vorkommt. Wie eine vierte Linie, welche sich Tauflfkirchen v. Ho- 
chenrain nannte und in der Mitte des 17. Jahrh. ausgestorben ist, 
mit den genannten drei Linien in verwandtschaftlicher Verbindung 
gestanden, ist genau nicht ermittelt, da es in Bayern früher der 
Tauffkirchen Mehrere gab, wie denn auch die hier besprochene 
Familie von den s. g. Alt-Tauffkirchnern, Siebmacher, II. 54: in 
Schwarz der Vordertheil eines goldenen Löwen , welcher im Rachen 
ein silbernes Schwert hält, unterschieden werden muss. — In die Li- 
nie zu Englburg und Katzeustein kam der Freiherrnstand 1639 vom 
Tv^. Ferdinand III. u. in die Linie zu Ybm 1667 vom K. Leopold I. — 
Das gräfliche Haus blüht jetzt in den beiden Linien zik Guttenburg- 
Englburg, und zu Ybm und erstere Linie ist in einen älteren und 
jüngeren Zweig geschieden. Haupt des älteren Zweiges der Linie 
zu Guttenburg- Englburg ist: Graf Maximilian IL , geb. 1810 — 
Sohn des 1858 verstorbenen Grafen Maximilian L, k. k. Officiers 
in d. A. , aus der Ehe mit Maria Anna Grf v. Lodron-Laterano, gest. 
1850 — durch Uebergabe von seinem Vater seit 1844 Besitzer der 
Herrschallen Englburg und Tittlingen in Bayerp und Katzenberg in 
Ober-Oesterreich , k. bayer. Kämm. u. Grenz-Ober-Controleur, venu, 
in erster Ehe 1838 mit Franzisca Freiin v. Seefried, gest. 1851, in 
zweiter 1851 mit Catharina Fürst aus Frauendorf, gest. und in dritter 
mit Catharina Baumann. Aus der ersten Ehe stammt ein Sohn, Graf 
Max, geb. 1839. Die drei Schwestern des Gr. Maximilian II. sind 
durch Vermählung in die Familien der Freiherren v. Pflummern, der 
Freiherren v. Zoller und der Grafen v. lleigersberg gekommen. — 
Haupt des jüngeren Zweiges ist: Graf Carl, geb. 1826 — Sohn de« 
1861 verstorbenen Grafen Joseph, k. bayer. Kämm, und Oberstlieu- 
tenants a la suite aus der Ehe mit A'iguste Charlotte Grf v. Pückler- 
Muskau, verw. Prinzessin Carolath-Beuthen, geb. 1792 und gest. 
1834 — k. bayer. Kämmerer, Stadtrichter u. Vorstand des k. Stadt- 
gerichts zu München. — Haupt der Linie zu Ybm ist: Graf Maximi- 
lian, geb. 1833 — Sohn des 1862 verstorbenen Grafen Eduard, Guts- 
besitzers in Geising, aus erster Ehe mit Amalie Freiin v.»Gumppen- 
berg-Pöttmes , geb. 1805, verm. 1832 und gest. 1850. Der Bruder 
des Grafen Maximilian, Gr. Wilhelm, geb. 1834, steht in k. bayer. 
Militairdiensten. — Vom Grafen Anton, geb. 1782 und gest. 1857, 
k. bayer. Kämmerer und pens. Ober-Postmeister — Sohn des 1809 
verstorbenen Grafen Maximilian I. aus dritter Ehe mit Maria Anna 
Barbara Grf. Fugger- Glött, gest. 1783 — verm. mit Luise Grf zu 
Ortenburg, geb. 1782, verm. 1814 und gest. 1847, stammt ein Sohn: 
Maximilian Gr. v. Tauffkirchen-Kleeberg, geb. 1815 — Adoptivsohn 
seines 1860 verstorbenen Oheims, Leopold Gr. v. T.- Kleeberg, k. 
bayer. Kämmerers und Generalmajors a. D. — Herr auf Kleeberg in 
Nieder-Bayern und Ybm in Ober Österreich, k. bayer. Kämmerer und 
Major ä la suite, verm. 1861 mit Therese Grf. Meraviglia-Crivelli, 
geb. 1838, aus welcher Ehe eine Tochter entspross: Luise, geb. 1862. 



— 150 — 

Vom Grafen Philipp, gest. 1858 — Sohn des Grafen Haximib'an I. 
aus vierter Ehe mit Maria Anna Freiin v. Risenfels zu Seisseneck, 
gest. 1800 — k. bayer. Kämmerer und Oberstlieutenant in d. A., 
stammt aus der Ehe mit Sabine v. Hartmann, gest. 1847 ein 8ohn: 
Graf Ferdinand, geb. 1820, k. bayer. pens. Oberlieutenant. 

Wigul. Hund, II. S. 814>-16. — Buetlinx Stenunatogr. IV. S. 278 n. 79. — Imkof, Not. Proe. 
Imp. Lib. 7, c. 3. — Hühner, III. Tab. 927—31. — Oauhe, I. 8. 2527 und 28. — Zedltr, 42. 8. 
869—74. — Kintinger v. Einting, Bayer. Löwe, S-.'S.^S u.Tab. 19. — v. Lang, S. 79—81. — D. Gfm- 
fenhXuser d. Gegenw., II. 8. 545—48. — Oeneal. Tafcchenb. d. frXfl. HUuser, 1859, S. 852—66. 1864, 
S. 898 — 901 u. ff. Jahrgg:. und histor. Handbuch in Demselben, S. 988. — Siehmacher, I. 78: t. 
Taufkirchen, Bayerisch,* Stamm wappen und Suppl. VII. 3: Gr. v. T. u. G. v. T., Ktebinylacher Uaie. 
— Tyrojf, 1. 18: v.T. und 218: Gr. v.T., Klebin^scher Linie. — W. B. des Kgr. Bayern, H. »: 
Gr. V. T. und 29: ^r. r. T. Kleblngischer Linie und v. Wölrkem, Abth. 2. S. 56—59. 

Tanlow t. Rosenthal, anch Ritter und Edle. Böhmischer Adels- 
und erbl.-österr. Ritterstand. Adelsdiplom von 1749 für Theodor 
Anton Rosenthal, Böhmischen Hofcanzlei-Secretair, mit dem Namen: 
Taulow V. Rosenthal und Ritterdiplom von 1780 für Joseph Taulow 
V. Rosenthal, Hofsecretair und für den Bruder desselben, Igriaz Tau- 
low V. Rosenthal, Mährischen Gubernialrath, mit Edle v. 

Megerle v. Müklfeld, Erg.-Bd. 8. 214 und .427: Rosenthal. 

Taupadel, s. Taubadel, S. 139 und 40. 

Tausch (Schild quergetheilt: oben in Silber zwei aus am rechten, 
wie am linken Schildesrande befindlichen Wolken nach der Mitte 
hervorgehende Arme von natürlicher Farbe, deren Hände sich gegen- 
seitig lassen u. unten Blau, ohne Bild). Adelsstand des Kgr. Bayern. 
Diplom vom 29. Jan. 1823 für Johann Tausch, k. bayer. Generalmajor. 

W. B. d. Kgr. Bayern, IX, 9. — v. Htjner, bayerischer Adel, Tab. 14B u. S. 119. — Knfckkt, 
IV. 8. 401 und 2. 

Tausch v. Klöckelsthnrn. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1775 für Joseph Anton Tausch, Salzamtsrath und Salzoberfactor 
zu Hall in Tirol, wegen öOjähriger Dienstleistung, mit v. Klöckels- 
thnrn. 

Megerle v. Mühlfeld, S. 272. 

Tantphöns, Tantphöns auf Schlachtegg und Tmgenhofen und 
Tantphöns, Freiherren (in Blau zwei mit den Knöpfen gegen die 
Oberecken gekehrte, in Form eines Andreaskreuzes über einander 
gelegte, silberne Pilgrirasstäbe, von vier silbernen Seemuscheln in 
den vier Winkeln des Schildes begleitet). Reichsfreiherrnstand und 
Freiherrnstand des Kgr. Bayern. Reichsfreiherrndiplom im kurpföl- 
zischen Reichs vicariate vom 4. Juli 1792 für Johann Nepomuk Jacob 
V. Tautphöus, Rentmeister zu Neuburg und liir den Bruder desselben, 
Johann Jacob Joseph v. Tautphöus, kurpfalzischen Regierungsrath 
und Landschreiber zu Germersheim u. Bayerisches Freiherrndiplom 
vom 26. April 1817 für die Vettern v. Tautphöus: Joseph Ignaz 
(geb. 1763), vormaligen Deutsch-Ordens-Rath und Bibliothekar, Ca- 
jetan Jacob (geb. 1763), k. württemb. Amtmann in Weikersheim, 
Johann Joseph (geb. 17G9), k. bayer. Regierungsrath in Passau und 
Michael Joseph Aloys (geb. 1770), Capitular des Collegial- Stifts 
Xeumünster in Würzburg u. Canonicus im Collegial-Stifte zu Aschaf- 



— 151 — 

fenburg, geb. 1770, -so wie für den Onkel and Grossonkel) Joseph 
Johann v. T. , geistlichen Kath und Dechanten des Stifts St. Peter in 
Aschaffenburg. Die eben Genannten wurden, wie angegeben, in die 
Freiherrnclasse der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. — 
In Folge des Freiherrndiploms von 1792, s. oben, wurde in diese 
Classe der Adelsmatrikel eingetragen: Freih. Johann Nepomuk Jacob, 
ß. oben, geb. 17G5, vormaliger a. o. Gesandter und bevollm. Minister 
am Grossh. Würzb. Hofe, mit den Söhnen seines Verstorbenen Bni- 
ders, des Freih. Johann Jacob Joseph, s. oben: Freih. Franz Joseph, 
geb. 1775, Herrn auf Schlachtegg, k. bayer. Centralrath bei der Poli- 
zei -Section in München u. Freih. Johann Friedrich Jacob, geb. 1782, 
Oiiicial bei dem königl. Postamte München. — Die Familie soll ur- 
sprünglich aus Schweden stammen, breitete sich in der Rheinpfalz 
aus und führt den adeligen Beichsritterstand seit 30. Dea 1714. 
Schon in den öOger Jahren des 16. Jahrh. kommen übrigens im Nas- 
sauischen Sprossen des Stammes Tautphoeus vor, die wie alle nach- 
folgenden sich: Jacobi Thutphöus schrieben u. das oben beschriebene 
Wappen führten. Der Vater der beiden Empfanger des Freiherm- 
diploms von 1792 war Franz Gottfried Jacob v. T. , kurpfalzischer - 
Geh. Rath, Landvogt und Oberforstmeister zu Hoechstädt. — Der 
Stamm blüht jetzt in drei Linien: in der ersten Linie zu Schlachtegg 
und Trugenhofen, in der zweiten und in der dritten Linie. Haupt 
der ersten Linie ist Freih. Friedrich . geb. 1836 — Sohn des 1856 
verstorbenen Freih. Franz Joseph, s. oben, k. bayer. Kämmerers und 
quiesc. Vice-Präsidenten der Regierung des Isarkreises, aus der Ehe 
mit Antonia Gri*. v. Deroy, geb. 1804 und verm. 1826. Die beiden 
Schwestern des Freih. Friedrich sind Anna vermählte Freifrau v. 
Egloffstein, geb. 1834 und verm. 1856 und Freiin Franzisca, geb. 
1840. — Von dem Bruder des Freih. Franz Joseph, dem 1844 ver- 
storbenen Freih. Johann Friedrich Jacob, k. bayer. Postmeister zu 
Lindau , stammen aus der Ehe mit Susanna Freiin v. Scherer , gest. 
1862, drei Söhne, die Freiherren: Joseph, geb. 1814, Ludwig, geb. 
1817, k. bayer. Postofficial und Franz, geb. 1822, k. bayer. Bezirks- 
amts-Assessor zu Reichenhall, verm. 1853 mit Therese v. Loe, au» 
welcher Ehe drei Töchter und ein Sohn entsprossten. Von dem 1862 
verstorbenen Freih. Friedrich — Sohn des Freih. Johann ]!sepomuk 
Jacob (Bruders des Freih. Johann Jacob), k. bayer. Gesandten am 
württemb. Hofe , aus erster Ehe mit Antonia Freiin v. Hertling — 
geb. 1798 u. gest. 1862, k. bayer. Kämmerer und Oberstlieut. a. D., 
stammen aus der Ehe mit Sophie Freiin v. Kalkhof, geb. 1815 und 
verm. 1845, zwei Söhne, die Freiherren: Carl, geb. 1846 und Franz, 
geb. 1848. — Haupt der zweiten Linie ist: Freih. Georg, geb. 1796 
— Sohn des verst. Freih. J5seph, k. bayer. Regierungs-Director», 
aus der Ehe mit Josepha Edlen v. Pettenkofcn, gest. 1854 — k. bayer. 
Kämmerer und Ober-Appellations-Gerichts-Director, verm. 1823 mit 
Franzisca v. Molitor, geb. 1807 und gest. 1862, aus welcher Ehe, 
neben zwei Töchtern, zwei Söhne stammen, die Freiherren : Albrecht, 
geb. 1828, k. bayer. Bezirks- Amts- Assessor und Richard, geb. 1838, 



— 152 — 

in k. bayer. Militairdiensten. Der Bruder de» Freih. Geoi^: Freib. 
Cajetan, geb. 1805, k. bayer. Kämm, und Ministerialrath , Termählte 
sich 1838 mit Jemima, des verstorbenen Baronets Sir Henry Mont- 
gomery Nichte, aus welcher Ehe ein Sohn entspross: Freih. Rudolph, 
geb. 1838, k. bayer. Kammerjunker. — Haupt der dritten Linie, 
war in neuerer Zeit: Freih. Georg, gest. 1843 — Sohn des Deatsch- 
Ordens-Raths und Bibliothekars Freih. Joseph Ignaz und der Caroline 
Muck — verm. 1824 mit Maria Dambör, gest. 1850, aus welcher 
Ehe ein Sohn stammt: Freih. Theodor, geb. 1830. 

V. Lamg, S. 251 nnd Soppl. S. 71 und 73. — Oeneal. Ta<(cbenb. d«r freih. HXttser, 1854 . S, 9S7 
-^90, 1866, S, 631 — 88, 1864, S. 847 — 50 o. ff. Jahrgf. — W. B. de« Kgr. Bayern, IV. 26 und r. 
Wflkkern, 4. Abth. S. 69 and 60. 

Tentscher v. Stransseneck. Ein zu dem steiermärkischen Adel 
gehörendes Geschlecht, welches die steyerische Landmannschaft 18. 
Jan. 1695 erhielt. 

BehmuU, IV. S. 161. 

Tavemier, B^ca de[Taveniier. Französischer Adelsstand. Diplom 
von 1668 für Jean Baptiste Tavemier. Derselbe, geb. 1605 zu Ant- 
werpen u. gest. 1689 zu Moskau , wurde durch vierzigjährige Reisen 
sehr berühmt und erwarb durch seinen Handel mit Juwelen ein be- 
deutendes Vermögen. — Ein Lieutenant Reou v. Tavemier stand 
1857 im k. preuss. 2. Artillerie-Regimente. 

Frtih. V Udtlur, lU. S. SSO. 

Taxberg. Altes, oberösterr. Adelsgeschlecht aus dem gleich- 
namigen Stammschlosse, aus welchem noch 1407 Georg v. Taxberg 
vorkommt. Derselbe war wohl der Letzte seines Stammes. Das 
Schloss Taxberg und die Festung Arbesbach gingen im genannten 
Jahre auf die Enkel des George v. Taxberg , auf Caspar und Gun- 
daccar v. Starhemberg, über. 

Freih. v. Hoheneek, I. S. 652. — Oauht, II. S. 1139 und 40. 

Taxis -Bordogna nnd Valnigra, Freiherren nnd Grafen (Schild 
geviert mit Mittelschilde. Mittelschild quergetheilt: oben in Gold 
ein doppelter, schwarzer, gekrönter Adler: kaiserliches Gnaden- 
zeiclien u. unten in Blau ein nach rechts gehender, silberner Dachs: 
Taxis, Stamm Wappen. 1 und 4 quergetheilt: oben in einem von 
Roth u. Schwarz viermal schrägrecht*^ getheilten Felde eine silberne 
Kugel und unten in Silber ein rother Thurm und 2 und 3 ein ein- 
wärts gekehrter, gekrönter Löwe mit silbernem Halsbande, belegt 
mit einem rothen Sparren). Erbländ. - österr. Freiherrn- nnd Gra- 
fenstand. Fn^herrndiplom für Franz v. Taxis - Bordogna und Vill- 
nigra, mit seinem Bruder, Ferdinand Maximilian und seinen Vet- 
tern: Lorenz II. u. Lorenz Anton — Sohn des Peter Paul, von wel- 
chen die späteren Freiherren v. Taxis* Bordogna stammten — und 
Grafendiplom vom 20. April 1838 für Egid Freih. v. Taxis- 
Bordogna und Villnigi-a, k. k. Kämmerer und General-Major, ober- 
sten Erbpostmeister an der Etsch u. s. w. — Altes, mailändisches 
Geschlecht, eines Urspmnges mit den Häusern Thura und Taxis und 
Thurn und Valsassina. Die Familie verliess um 15(i0, bei der ersten 



— 153 ~ 

Errichtung der Posten , unter K. Maximilian T. , ihre früheren Be- 
«itzungen Bordogna und Valnigra unweit Cornello am Berge Tat*8o 
im Gebiet von Bergamo, und liess sich zu Trient in Tirol nieder. 
Anton I. V. T.-B. und V. besass bereits nach Urkunden, welche 
dem Sohne desselben, Lorenz, 1543 ausgestellt wurden, die Posten 
Trient und Egna und der Sohn des Ersteren, Bonus, Oberst -Post- 
meistes zu Trient, erhielt durch kaiserliches Diplom vom 7. Juni 
1515 eine Bestätigung des alten Adels seiner Familie. Als Söhne 
des Bonus werden Lorenz und Koger und als Enkel Christoph und 
Johann genannt. Von Letzterem, welcher die Postlehen erhielt und 
um 1571 mit Margaretha v. Grattner vermählt war, stammte Lo- 
renz I. und von diesem Lorenz IL, mit welchen die unten ange- 
gebene Ahnentafel der Familie beginnt. Lorenz IL ist der Stamm- 
vater der jetzigen gräflichen Familie u. der Bruder desselben , Peter 
Paul, gründete die freiherrliche, jetzt in vielen Gliedern blühende 
Familie. — Das erbliche Oberst-Postmeister-Ämt an der Etsch wurde 
dem Geschlechte vom K. Leopold 1. 20. Febr. 1683 verliehen. — 
Aus den Ahnentafeln der Familie gehören folgende Glieder hierher: 
Lorenz I. v. T. und V.: Lucia v. lloppelle (Repelle); — Lorenz IL, 
Freiherr: Barbara v. Voltonini; — Ferdinand Philipp: Judith Freiin 
Crosina v. Mannburg; — Franz Joseph: Theresia Grf. Hendl v. Gold- 
rain; — ^. Egid Graf V. Taxis- Bordogna uud Valriigra. — Graf Egid, 
s. oben, geb. 1782, vermählte sich 1823 mit Maria Natalia Grf. v. 
Wimpffen und starb 1862. Von ihm entspross: Graf Johann, geb. 
1833, verm.1855 mit Marie Grf v. Attenis, geb. 1829 und aus dieser 
Ehe stammt, neben einer Tochter, ein Sohn: Johann Egid Hei^mann, 
geb. 1856. — Die drei Schwestern des Grafen Johann sind die Grä- 
finnen: Victoria, geb. 1824, verni. in erster Ehe 1846 mit Juliu» 
Freih. v. Aichlburg, k. k. Hauptmann, gest. 1849 und in zweiter 1852 
mit Ernst Steutter, k. k. Major im Ingenieur-Corps, Maria, geb. 1828 
und verm. 1848 mit Ludwig Freih. v. Gumppenberg zu Ober-Prenn- 
berg, k. bayer. Kämm, und Regierungsrath und Therese, geb. 1830. 

Deutsche OrafenhXuser der Gegenwart, lll. S. 411 u. 12. — Geneal. Taachenb. d. giäfl. HMuser, 
1869, S. 856, 1864, S. 901 u. ff. Jahrgg. und hihtor. Handbuch zu Dtmstlbon, S. y90. _ W. Ü. d. 
Kgr. Bayern, IV. 26 und v. Wölckern, Abth. 4. S. 60—62: Frh. v. Taxis. 

Taylor, Tayler, Teyler (in Blau ein silbenier Sparren', welcher 
oben mit einer schwarzen Pfeilspitze belegt und unten von einer gol- 
denen Rose begleitet ist). Ein aus England stammendes Adelsge- 
schlecht, zu welchem Rütger de Teyler, aus Holland, gest. 1711 
als k. preuss. Generalmajor, gehörte. Die Familie wurde in Ost- 
preussen begütert und erhielt 26. Oct. 1775 das Polnische indigenat 
Ein V. Taylor war 1795 Kreis- Dcputirter des Kreises Schrimm im 
Posenschen. 

Freih, v. Ledebur, m. S. 6. 

Tecfaterler v. Hohenthall. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1753 für Joseph Techteler, kaiserl. Hofagenten, mit: v. Hohen-' 
thall. 

MegtrU v. MüM/eld, Er8:.*Bd. S. 468. 



— 154 — 

Techwitz, Teichwitz. Altes, meiAsensches Adel»geschlecbt aas 
dem g-loicliDamigen Stammhause bei Zeitz. Dietrich v. Techwitz, erst 
Domherr zu Würzen und Stifts -Canzler, war in den ersten Jahr- 
zehnten des IG. Jahrh. kursächs. Kammergerich ts-Assessor zu Speief; 
Balthai<ar v. T. kommt um dieselbe Zeit als StifLs-Dechant zu Wunien 
vor und Berthold v. Teichwitz zu Stetten tritt urkundlich noch 1624 
auf. Der Stamm, der auch nach Schlesien gekommen war, erlosch 
in der ersten Hälfte des 17. Jahrh. 

Müller, Annal. Saxon. S. 326. - Gauhe, II. S. 1140. — v. HeUbaeh, 11. S. 671. — Ft^ik. v. 
Ledebur, III. S. (?. 

Teck , V. der Teck. Die in Ostpreussen übliche Schreibart iur 
das Geschlecht v. der Decken. 

^V«tA V. Ledebur, III. S. 6. 

Tecklenberg, Freiherren. Reichsfreiherrnptand. Diplom von 
1701 für Hernnann Otto v. Tecklenberg, k. k. Hofkammerrath. 

ifegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 107. 

Teklenbnrg (Schild gevicrt: 1 u. 4 in Silber drei, 2 u. 1 rothe, 
Herzen oder Seeblätter: Teklenburg und 2 u. 3 in Blau ein aufrecht 
gestellter, goldener Anker: Lingen). Altes ritterliches Geschlecht, 
welches seit Anfange des 14. Jahrh. in Hoyaschen, Oldenburgischen 
und Teklenburgischen Urkunden, namentlich als Burgmänner von 
Vechte und Teklenburg, auftritt. Die Familie war noch später in 
der Grafschaft Teklenburg und zwar 1607 und noch 1735 zu Borde- 
wisch angesessen. 

Freih. v. Ledebur, III. S. 6. 

Tegetthoif. Erbl. - österr. Adelssta,nd. Diplom von 1765 für^ 
Johann Wilhelm Tegetthoff, Rittmeister im k. k. Husaren-Regimen te 
Paul Gr. Esterhazy. — Der Stamm hat fortgeblüht. In neuster Zeit 
zeichnete sich AVilhelm v. Tegetthoff, Vice- Admiral, in der k. k. 
Kriegs -Marine als Sieger bei Lissa sehr aus und Carl v. T. wurde 
k. k. Stabsofficier. 

Megerle v. Miihlfeld, Erg.-IJd. S. 46H. — Militair-SchematiBin. des «dterr. Kaiserthums. 

Teichmann (in Blau ein bekleideter Mann, der in einem Teiche 
steht und in der Rechten einen Fisch hält). Ein zu dem Schlesischen 
Adel gehörendes Geschlecht, welches neuerlich auch mit dem frei- 
herrlichen Prädicate u. dem Namen : v. Teichmann u. Logischen vor- 
kommt. Dasselbe sass bereits 1705 zu Gaffron und 1725 zu Pro- 
bothschütz und in neuer Zeit zu Erohan, Kraschen und Wensewitz. 
l^ach Rauer war 1857 Sylvius Moritz Freiherr v. Teichmann und 
Logischen, seit 1818 Königl. KammerheiT, Herr auf Ober-Pontwitz 
im Kr. Oels. Derselbe war mit einer Grf. v. Maltzahn aus dem 
Hause Bresa verniälilt. — Samuel v. Teichmann, Herr auf Gaffron 
in der Standesherrschaft Wartenberg lebte um 17(X). Seine Nach- 
kommen erkauften zu Ende des 18. Jahrh. die freie Minderherrschaft 
Freihan, deren Besitzer um 1837 Traugott v. T., Landes - Acltester 
und Herr auf Wensowitz, war. 

N, Pr. A.-L. IV. S. 260. — Frtih. v. Ledebur, HI. S. 6. — SUbnmeher, IV. 184. 



— 165 — 

Teimer v. Wildan, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrnstand, 
Diplom vom 29. Juni 1812 für Martin v. Teimer, k. k. pens. Mjyor, 
mit: V. Wildau. Derselbe zwang 1809 die Franzosen und Bayerii 
zu einer Capitulation, wodurch achttausend dieser Truppen in Oester- 
reichische Gefangenschaft geriethen. 

Megerle v. Mühlfeld, S. 89. — SehmutM, lY S. 162 und 6S. 

Tein (Schild geviert: 1 u. 4 in Blau ein mit den Hörnern links 
gekehrter Halbmond mit Gesicht, von sieben sechsstrahligen , golde- 
nen Sternen so umgeben, da^s ein Stern über demselben schwebt, 
während die übrigen, rechts, wie links, je zu drei über einander 
stehen und 2 und 3 in Roth auf grünem Boden ein rechtsgekehrter 
Strauss, im Schnabel ein Hufeisen haltend). Kurptalzischer Adels- 
stand. Diplom vom 5. Aug. 1784 für Wolfgang Eberhard Hertel, 
geistlichen Rath und Hofcapellan U. L. F. zu München, Päpstlichen 
Protonotarius u. s. w., für seinen vorher im weltlichen Stande erzeng- 
ten Sohn und für seinen Bruder, Johann Benaard Hertel, kurpfölzi- 
schen Hofgerich ts-Secretair, unter Veränderung des Namens: Hertel 
in „V. Tein". Der Mannsstamm ist von Johann Bernard v. Tein, 
welcher später k. bayerischer Kath war, durch die Söhne: Wolfgang 
Michael Benedict, geb. 1791 und Johann Florian, geb. 1799, fortge- 
pflanzt worden. 

V. Lang, S. 670 und 71. — W. B. d. Kgr. Bayern, TX. 10. — Knesehke, II. S. 634. 

Teisterbant, Teisterband, Testerband, Desterband. Altes Gra- 
fengeschlecht im Herzogthume Geldern, aus welchem die Grafen von 
Cleve, Berg und Mark abstammten. Die dem Geschlechte zugestan- 
dene Grafschaft wurde nach dem Abgange des Stammes sehr ver- 
theilt. 

Lue<»e Grafensaal, S. 201 und 5. — Eckhard, t'iancia Orient. F. II. — ChrUtophori Ditkmar 
Dissert. Uistoriam Comitatus Teisterbant. sistens. Fiancof. ad Viadr. 1716. Mit einer genealog. Ta- 
bdte aaf S 14. — Hübner, II. Tab. iBb und 38. — ZedUr, 43. 8. 1426 und 36. 

Telz, v. Teiz und Goldenstem. Böhmischer Adelsstand. Diplom 
vom 5. März 1665 für Balthasar Teiz, mit dem Zusätze: v. Teiz und 
Goldenstern. Die Familie besass in der Oberlausitz das Gut Mittel- 
Königshain unweit Görlitz. 

Freih. v. Ledebur, IIT. S. 6. 

* Teleki v. Szek, Grafen (Schild der Länge nach und zweimal 

quergetheilt, sechsfeldrig, mit goldenem Mittelschilde und in demsel- 
ben ein aufgerichteter, rechtsgekehrter Steinbock von natürlicher 
Farbe, welcher in den Vorderpranken einen grünen Zweig mit drei 
Blättern trägt: Stammwappen. 1 und 4 in Blau auf einem mit der 
Sichel nach oben gekehrten Halbmonde ein einwärts sehender, dop- 
pelt geschweifter, goldener Löwe , welcher mit der erhobenen Vor- 
derpranke einen Türkenkopf, bisweilen aber auch eine goldene Krone, 
hält; 2 und 5 in Gold ein an den innern Feldesrand angelehnter, 
halber, schw^arzer Adler und 3 und 6 in Gold ein rother Pfahl). 
Reichsgrafenstand. Diplom von 1685 für Michael II. Teleki und 
von 1767 für Ladislaus Grafen Teleki. — Eins der ältesten ungari- 



— 156 — 

sehe« A(^el^geH;c'hle(•hter, welches sich weit ausbreitete und zu hohen 
Ehren und bedeutendem Grundbesitze kam. Nach Lehotzki führt 
äasselbe den Namen von einer Besitzung bei Gyula und Koros und. 
stammt von Nicolaus und Dionys Garazda de Kereztur, welche später 
sich de Mehintze und de Istvandi nannten. Dieselben kamen ans 
Thracien und Bosnien in die Bekescher, Zarander, Biharer u. Arader 
Gespanschaft und standen als Feldobersten des 1387 anerkannten 
Königs Sigismund demselben gegen den treulosen Ban von Croatien, 
Herbotza, mit ihrem Vetter, Nicolaus Szilagyi, bei. König Sigismund 
belehnte dieselben mit dem Gute Zrebernik oder Zvomik und ande- 
ren Besitzungen in Siebenbürgen und erkannte die Verdienste der 
Familie in einer besonderen Schenkungsurkunde von 1409 an, in 
w^elcher auch die Führung des alten Geschlechtswappen mit dem 
Steinbocke bestätigt wurde. — Der Sohn des Ladislaus, Michael, 
war Wojwode von Siebenbürgen u. die Tochter desselben, Elisabeth, 
vermählte sich mit Johann v. Huniad und wurde die Mutter des Kö- 
nigs Matthias Corvinus. — Im 15. Jahrb. schied sich die Familie 
in die Linie zu Zagorhid, zu Szek und zu Teleki. Letztere erbte 
bald die Güter und den Namen der zweiten Linie und nannte sich 
Teleki v. Szek. Aus dieser Linie erwarb Michael 1. Teleki v. Szek,* 
um 1010 unter Sigmund Bathori Hauptmann der Leibwache, durch 
Vermählung mit Anna, Erbtochter des Johann Garazda v. Zagorhid, 
die Güter der älteren Linie und wurde alleiniger Stammhalter der 
Familie. Der Enkel desselben, Michael IL, geb. 1634, Avurde als 
Staatsmann und Feldherr sehr bekannt. Früher Hauptmann der 
fürstlichen Leibwache, wurde er später des Fürsten Michael Apafi 
Geh. Rath u. Ober-Landes-General und die freiwillige Unterwerfung 
des Fürstenthums Siebenbürgen unter österreichische Herrschaft er- 
folgte meist durch seine Rathschläge. Graf Michael IL Teleki, s. 
oben, fiel später, 21. August 169(J, in der Schlacht bei Zernest, nach- 
dem er, da im April IGÜO Michael Apafi gestorben war, die Würde 
eines Guberiiators von Siebenbürgen bekleidet hatte. Von siebzehn 
Kindern aus zweiter Ehe mit Judith v. Ver setzten drei Sohne: Mi- 
chael IIL, Paul und Alexander, den Stamm dauernd fort und grün- 
deten drei nach ihnen genannte Hauptlinien der Familie. Die erste 
oder Michaelshauptlinie stammt von Michael III. ~ ältestem Sohne 
Michael IL — Obersthauptmann des Schlosses Kovar und kaiserl. 
General, verm. mit einer Tochter des Stephan Tarockai. Die beiden 
Söhne aus dieser Ehe, Johann I. und Samuel L, stifteten zwei Unter- 
linien. Die ältere, von Johann L, verm. mit Barbara Vai, absteigende 
Unterlinie schied sich durch des Stifters Söhne, Paul I. und Johann IL, 
in zwei besondere Zweige. Im ersten hatte der Sohn des Grafen 
Paul L, Graf Michael IV., zwei Söhne, Michael V. und Franz I. und 
im zweiten Zweige hinterliess Johann IL einen Sohn, Joseph III. — 
In der jüngeren, von Samuel L, geb. 1732 und gest. 1783, kaiserl. 
General, vei'm. mit Maria Eötves, gegründeten Unterlinie stammte 
von dem Stifter: Emmerich L, geb. 1732 und gest. 1802 und vom 
Letzteren Emmerich IL, gest. 1849, Term. mit Caroline Grf. Bmns- 



- 157 — 

wick V. Korompa, geb. 1782. — Die zweite oder Pauls -Hauptlinie 
stiftete, wie erwähnt, Michaels II. zweiter Sohn, Paul L, geb. 1677 
und gest. 1731, verra. mitCatharina Vai. Von dem genannten Stifter 
stammte Adam I., geb. 1703 und gest. 1769, verm. mit Susanna 
Vesseleni und von Letzterem Adam II., geb. 1740 und gest. 1792, 
k. k. Rath. Die J^achkommenschaft desselben aus der Ehe mit Maria 
Freiin Kesselenyi, aus welcher Ehe vierzehn Kinder entsprossten, 
ist ausgestorben. Die dritte, oder Alexanders Hauptlinie, gründete 
Michaels II. jüngster Sohn: Alexander I., geb. 1679 und gest. 1754, 
k. siebenbürgischer Gubernialrath , verm. in erster Ehe mit Juliana 
Eettlem (Bethlen) und in zweiter mit Susanna Kagy de Penz. Die 
vier Söhne desselben: Ladislaus IL, Ludwig I. (gest. 1758), Alexan- 
der IL und Samuel lY. gründeten vier noch blühende ünterlinien, 
von welchen die zweite durch vier Söhne dos Stifters aus der Ehe 
mit C. Bettlern (Bethlen) de Iktar: Ludwig III., Dominik, Samuel 
und Michael sich in vier Zweige schied. — Was übrigens noch den 
Gemahl der oben genannten Erbtochter des Garazda v. Zägorhid: 
Anna, anlangt, so nennt Lehotzky denselben : Nicolaus de Telek. Von 
Letzterem stammte Johann, 1625 schon Graf, genannt de Zarand und 
vermählt mit einer Tochter des Ladislaus Bornemisza, aus welcher 
Ehe Michael IL entspross, welcher, s. oben, 1685 Ileichsgraf wurde. 
Lehotzki ftihrt dabei ein dem Nachfolger 1697 ausgefertigtes Diplom 
an. — Der neueste Personalbestand der gliederreichen Familie findet 
sich genau in den genealog. Taschenbb. der gräflichen Häuser und 
zwar unter folgenden Rubriken: 1. Michaels Hauptlinie: 1. Aeltere 
ünterlinie: 1. und 2. Zweig; 2. Jüngere ünterlinie. IL Alexanders 
Hauptlinie: 1. Unterlinie; 2. U,nterlinie: 1. Zweig, 2. Zweig, im 
Maiinsstamme erloschen; 3. Ünterlinie und vierte ünterlinie. 

Lthotxky^ Stemiiuito«rr. U. S. r>89. — MtgerU v.MüMfeld, Krg.-Bd. S. 33. — Deutsche Grafeah. 
d. Gegenwart, HI. S. 413—17. — Oeneal. Taschenbuch d. gräfl. Häuser, 1841, S. 401, 1^8, S. 679, 
186A, 8. 790, 1864, S. 901—905 u. ff. Jahrfffir. u. Histor. Handbuch zu Demselben, 8. 991. — Suppl. 
zu Siebm. W. B., VIII. 4. — W. B. d. Oester. Monarchie, VU. 8i und XIX. 97. , 

Tempis. Böhmischer Adelsstanä. Diplom von 1726 für Mat- 
thias Valentin Tempis, Rectiücations- Buchhalter in Böhmen. Die 
erfolgte Erhebung in den Adelsstand wurde 19. Feb. 1727 in Breslau 
amtlich bekannt gemacht. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 468. — v. Hetthach, II. S. 578. 

Tempelliof (in Blau auf grünem Boden ein laufender, weisser 
Hirsch mit zehnendigem Geweihe). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Diplom vom 20. März 1784 tiir Georg Friedrich Tempelhof, k. preuss. 
Major der Artillerie. Derselbe ein Sohn des Amtsraths Tempelhof 
zu Ramtitz, aus der Ehe mit einer geborenen Timm, starb als k. pr. 
Generallieutenant 13. Juli 1807 und ist als Militair-Schriftsteller na- 
mentlich durch die von ihm 1783 bis 1801 in sechs Bänden erschie- 
nene Beschreibung des siebenjährigen Krieges bekannt geworden. 
Sein Sohn, Carl Eduard v. Tempelhof, stand zuerst in k. preuss. Mili- 
tairdiensten, später aber besass er die Güter Aslau bei Bunzlau und 
Gollgowitz unweit Glogau und dann im Posenschen Kruttla unweit 



— 158 — 

Bomst. Er studirte, als er f»chon FamilieiiTater war, noch die Rechte^ 
wurde Justiz-Commissarius in Berlin und lebte dann um 1837 auf 
seinem Gute Dabrowka im Posenschen. Aus seiner Ehe mit Hen- 
riette Friederike Huber entspross ein Sohn, Friedrich v. T., der eben- 
falls Justiz-Commissarius in Berlin wurde u. sich mit einer v. Dziem- 
bowska vermählte. Zwei Söhne aus dieser Ehe werden von Bauer 
1857 als Besitzer des Gutes Dabrowka aufgeführt. 

5. Pr. A.-L. IV. S. 261. — Frfih. v. Udebur , III. S. 6. — W. B. d. Preu». Monaichie, TV, 
78. — Knesehke, I. S. 410 und 11. 

Tempski (in Blau ein goldenes Hufeisen, zwischen dessen nach 
oben gekehrten Stollen ein kleines, goldenes Kreuz schwebt: Polni- 
scher Stamm Jastrzembiec). Altes, aus Polen stammendes Adelsge- 
schlecht, welches im 15. Jahrhunderte sich in Preussen ansässig 
machte und aus welchem dann ein Ast nach Schlesien und in die 
Lausitz gelangte. Der erste v. Tempski, welcher um 1 623 aus Preussen 
nach Schlesien kam u. das Gut Quickendorf unweit Frankenstein an sich 
brachte, war Sebastian v. Teinpski. In der Lausitz gehörten zu den 
ältesten Besitzungen die Güter Ober-Schrei bcrsdorf, Rohrlach u.s. w. 
In Schlesien wurde im Laufe der Zeit das Geschlecht sehr ansehnlich 
begütert und sass noch 1817 im Loewenbergischen zu Husdorf, Karls- 
thal, Lehnhaus und Ober- u. Nieder-Mauer, so wie im Builzlauischen 
zu Locden und Ottendorf und noch 1854 zu !Nieborowitz unweit Ry- 
brik. — Georg Friedrich v. T. hatte einen Sohn, welcher als freiwil- 
liger Jäger im Gefechte zu Hainau im 17. Lebensjahre blieb. — 
Früher, 1773, starb Otto Friedrich v. T. als k. preuss. Oberst und 
Commandant eines Garnison -Regiments zu Schildberg bei Soldin. 
Derselbe war zuerst mit einer v. Rottenburg und später mit einer 
du Rosey a. d. H. Schildberg vermählt. In beiden Ehen wurden 
ihm, neben sieben Töchtern, neun Söhne geboren. Carl Otto Fried- 
rich Leopold V. T. lebte um 1837 als k. preuss. pens. Oberst. Der- 
selbe hatte früher das Gut Lomnitz im Glatzischen besessen. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 261. — Freih. v. Ledebvr, III. S. fi and 7. 

Tempski, Tamski (in Blau ein gestürzter, goldener Halbmond, 
unter demselben links ein goldener Stern und im Schildesfusse eine 
silberne Schüssel und in derselben ein Apfel). Ein in Westpreussen 
begütertes Adelsgeschlecht, welches sich auch in Hinter -Pommern 
ansässig machte. In Westpreussen sass dasselbe 1782 zu Koziekowo, 
Milwie C. ,^ Tempcz u. s. w. und in Hinter-Pommern im Bütowschen 
bereits 1778 zu Polczen und 1836 und noch 1855 zu Klonczen. Nach 
Rauer waren 1857 im Kgr. Preussen begütert: die Minorennen v. 
Tempski auf Polczen G.; die Erben des Jacob v. Tempski auf Stütniz 
F., beide Güter im Kr. Bütow; H. v. T. auf Masiferwitz im Kr. Neu- 
markt und ein v. T. auf Liniewko im Kr. Bereut. — Was das oben 
nach Freih. v. Ledebur angegebene W^appen anlangt, so zeigt das 
Gesichtssiegel von Gruna unweit Görlitz — welches Gut nach diesem 
Siegel der hier in Rede stehenden Familie zustand — in Blau im 
Schildesfusse einen die Homer nach oben kehrenden Halbmond und 



— 159 — 

über denselben einen gestürzten Mond, zwischen beiden aber links 
einen Stern. 

Prtih. V. Ledebur, HI. S. 7. 

Temritz (in Blau ein mit den Hörnern nach oben gekehrter, gol- 
dener Halbmond und über demselben ein goldener Steni : polnischer 
Stamm Leliwa). 8. den Artikel: Dcmritz, Temritz, Daemritz, Bd. II. 
S. 450. 

Tencking, Tenkink. Altes, erloschenes Münstersches Siadtge- 
sch locht. 

Freih. v. Ltdebur, in. S. 7. 

* Tenczyn, Tenczin, Grafen (in Roth ein silbernes Beil mit golde- 

nem Griffe: Polnischer Stamm Topor und gräfl. Wappen nach dem 
Diplome von 1561. Schild geviert mit Mittelschilde: 1 u. 4 in Roth 
ein silbernes Beil : Topor und 2 u. 3 von Silber und Roth der Länge 
nach getheilt mit einem zweiköpfigen Adler mit ausgebreiteten Flügeln, 
welcher im weissen Felde roth, im rothen aber weiss ist, wegen der 
von der Familie dem H. R. R. erwiesenen Meriten. Im Mittelschilde 
in Blau ein goldener, gekrönter Löwe. Nach diesem Mittelschilde 
hält V. Meding den Löwen für das eigentliche Stammwappen). — ' 
Reichsgrafenstand. Diplom vom 11. April 1561 iVir Andreas Tenczyn, 
Polnischen Edelmann und tiir die Söhne desselben. — Die Familie 
Tenczyn kommt in alten schlesischen Briefen unter dem Namen Sbi- 
luto vor und besass schon um 1288 die Stadt Prausnitz. Als Stamm- 
vater der Grafen v. Tenczyn wird Nowagius Zegotha, Woiwode zu 
Sendomir, genannt, welcher um 1319 das Städtchen und Stammhaus 
Tenczyn erbaute Ein aus Polen nach Schlesien gekommener Ast 
dieses Hauses breitete sich im Oppelnschen aus, wo er das Schloss 
Paczin erwarb und nach demselben sich Paczenski nannte u. schrieb. 
Die Kachkommenschaft des Grafen Andreas ist später ausgestorben. 
— Die schlesische Familie v. Paczynski, s. den Artikel Paczenski, 
Paczenski v. Tenczin, Bd. VII. S. 32, soll nach Obigem mit den 
alten Grafen v. Tenczyn eines Stammes sein, führt auch den Bei- 
namen Tenczyn u. das Wappen Topor. Albert Leopold v. Paczenski 
erhielt mit seinen Vettern: Adam Wenzel und Georg Friedrich 
v. Paczenski durch kaiserliches Diplom vom 28. Juli 1692 eine 
Anerkenntniss jener Stammverwandtschaft und zwar zugleich mit 
der Reichsgrafen würde u. der Erlaubniss, sich v. Tenczyn zu nennen 
und zu schreiben. Zu den am angeführten Orte genannten Besitzun- 
gen dieser neuen Grafen sind noch hinzuzufügen: Pogierwic in Lit- 
tbauen um 1711, Roy bei Teschen 1727, Polnisch Krawarn unweit 
Ratibor und Grossburg im Strehlenschen noch 1775. 

OkoUki, III. S. 23. — Sinapiua, I. S, 973 und 74 a. II. S. 261—65. — Gatihe, I. S. 2629—82. 
— N. Pr. A.-L. IV. S. 201 und 62. — Freih. v. Ledebur, III. S. 7. — v. Meding, I. S. 605 und 6. 

Teng, Ritter (Schild gegiert: 1 u^d 4 in Gold ein an die Thei- 
lung^linie angeschlossener, halber, schwarzer Adler und 2 und 3 in 
Blau ein schrägrechtsgelegter, goldener Mercurstab, welcher von 
zwei goldenen Sternen, dem einen oben u. links, dem anderen rechts 



— 160 — 

und unten, begleitet wird). Erbl. -österr. AdeU- und Ritterstand. 
Diplom vom 17. Juli 1788 für Matthia.s Teng, Fürstl. Passauischen 
Geh. Rath, Referendar und Rechnungs-Kammer- Director. Derselbe 
ist später als Matthias Ritter v. Teng , ehemaliger k. bayer. Cauzlei- 
Director in Burghausen, in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern ein- 
getragen worden. 

r. Lang, S. 571. — W. B. d« KfT. Bayern, IX. 10. — ». Hefner, Bayer. Adel, Tab. 147 und 
S. 119. — Knesehke, lY, S. 402 

'^ngelot V. Vattelin, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom 
vom 11. Febr. 16G2 für die Familie Tengelot, mit: v. Yattelin. 

V. Heüback, II. S. 573. 

Teiigg V. Lanzensieg, Edle. Erbl. -österr. Adelsstand. Diplom 
vom 15. Aug. 1844 für Johann Tengg, k. k. üntcrlieutenant im Äli- 
litair-Fuhrwesencorps, mit: Edler v. Lanzensieg. — In neuester Zeit 
stand in der k. k. Armee Joseph Tengg Edler v. Lanzensieg als Major 
und der gleichnamige Sohn als Lieutenant. 

Handschrift!. Notiz. — Militair-Schematirai. des österr. Kaiserth. 

Tengnagel, Tennagel, auch Freiherren (in Blau ein goldenes, 
gemeines Kreuz). Altes, rlieinländisches, ui-sprünglich aus dem Gel- 
dernschen stammendes Adelsgeschlecht, welches schon 1499 zu Ro- 
sau bei Rees, 1560 zu Löhnen unweit Dinslaken, 1527 zu BüUesheim, 
1678 zu Nieder-Elten und zu Horst im Cleveschen, 1689 zu Gottes- 
wyckersham und noch 1720 zu Nieder-Elten, so wie 1739 zu Gelicum 
im Geldemschen sass. — Gualther v. Tennagel auf Löhnen, kurtrier- 
scher Rath und Hofmeister, begleitete 1614 den Kurfürsten von Trier 
auf dem Wahltage zu Frankfurt a. M. und Alexander Gisbert Freih. 
V. Tennagel, Herr auf Gelicum, war noch 1739 Abgeordneter der 
Provinz Geldern in der Versammlung der General-Staaten. 

Gauhe, 11. S. lUO u. 41. — Fahne, II. S. 158. — Freih. v. Ledebwr, lU. S. 7. — Sidmach^r, 
n. 116. 

Tenspolde (m Blau zw^ei silberne Schreibfedem , schräge ins 
Kreuz gelegt). Reichsadelsstand. Diplom von 1777 tiir Gerhard 
Anton Tenspolde, Fürstl. Münsterschen Geh. Rath und Subdeligatus 
bei der Reichskammergcriehts -Visitation zu Wetzlar. Der Stamm 
blühte fort und in neuester Zeit gehörte zu demselben noch H. v. 
Tenspolde, k. preuss. Geh. Ober-Finanzrath zu Berlin. 

Freih. v. I^debur, III. S. 7. und 3,50. 

Tepling (in Schilde drei Querbalken, von denen der obere mit 
einer Böse belegt ist). Altes, ursprunglich Pommernsches , später 
im Meklenburgischen begütert gewesenes Adelsgeschlecht, aus wel- 
chem Hennig Tepling um 1451 lebte. Der Stamm ist mit Franz 
Heinrich v. Tepling, k. schwedischem Bittmeister, welcher 1685 starb, 
erloschen. 

V. Meding , 1. S.606: nach dorn MS. abgegangener raeklenburg. Familien und unter Berücksich- 
tigung eines Siegels von 1451 mit der Tlraschrift: Sig. Hennig Tepling. 

Tepper. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 4. Aug. 1721 
für Andreas Augustin Tepper, Canzlei - Director des k. k. Öbersthof- 
meisters Fürsten v. Liechtenstein. 

Magerte v. MtiJUfeld, Erg.-Bd. S. 469. - v. HeObach, H. S. 478. 



— 161 - 

Tepper (in Blau ein silberner schrä^linker Balken. Auf dem 
Schilde zwei weisse Tauben und auf dem gekrönten Helme fünf 
weiööe Strau8«federn). AdelsHtaud des Kgr. Preussen. Diplom vom 
9. Sept. 1836 für Adolph Theodor Gustav Tepper, Herrn auf Sta- 
belwitz unweit Breslau. !Nach Rauer schreibt sich derselbe: v. 
Tepper-Laski. — Die v. Tepper, v. Tepper- Ferguson und v. Tepper- 
Laski, 8. die beiden nachstehenden Artikel, gehören zu einem und 
demselben Stamme.' 

N. Pr. A.-L. IV. S. 271, mit dem nnrichUgen Namen: ▼. Tnepper. — Freih. v. Ledebur, HI. S. 
7 und 8. — Schlesisches W. B. Nr. 563. 

Tepper -Ferguson (Wappen nach dem polnischen Diplome von 
1768: in Blau drei, 2 und 1, goldene, wilde Schweinsköpfe und da- 
zwischen in der Mitte eine silberne Schnalle und auf dem Helme eine 
blühende Distelstaude und Wappen nach dem Preussischen Diplome 
von 1786: in Blau ein schräglinker, silberner Balken. Auf dem 
Schilde zwei weisse Tauben und auf dem ungekrönten Helme fünf 
weisse Straussfedern). Polnischer Adelsstand und Adelsstand des 
Kgr. Preussen. Polnisches Adelsdiplom vom 5. Mai 1768 für Carl 
Johann Tepper aus Filehne im Posenschen stammend, Kaufmann, 
mit dem Namen v. Tcpper-Ferguson. Derselbe war von dem Nego- 
cianten Archibald Ferguson adoptirt worden. Die Familie war 1772 
im Posenschen zu Neu-Latzig unweit Czarnikau und in Westpreussen 
1786 im Xr. Schwetz zu Marsau, Michelau, Mischke, Sartowitz, 
Schwenten und Zappeln gesessen. 

Freih. v. Ledehur, HI. S. 7. — W. B. d. Proass. Monarchie, IV. 74. 

Tepper-Laski (das Wappen wie Tepper-Ferguson, nur befinden 
sich die Tauben auf dem Helme, statt auf dem Schilde). Polnischer 
Adelsstaud. Diplom vom 11. Nov. 1790 für Carl August 'lepper 
— Neffen des im vorstehenden Artikel genannten (/arl Joh. v. Tepper 
Ferguson — mit dem Beinamen Laski von dem Gute Neu -Latzig, 
welches in polnischer Sprache Lasko heisst. Derselbe war 1812 k. 
preuss. Kriegs- u. Steuer-Rath, auch Polizei-Director zu Schweidnitz 
in Schlesien. Sein Sohn, Georg Carl Wilhelm v. Tepper, war um 
1859 Appellations-Gerichtsrath zu Ratibor. 

Frtih. V. Ledebur, m. S. 7 und 350. 

Tepser, Edle v Tepsern. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1707 für Jacob Daniel Tepser, Niederösterr. ßegimentsrath, mit: 
Edler v. Tepsern. 

Megtrk v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 469. 

Terglanschnigg , Ritter nnd Edle v. Stremnitzberg (Schild 
durch eine unter der Mitte desselben aus den Seitenrändern bis an 
den obereu Schildesrand aufsteigende, gebogene Spitze getheilt, drei- 
feldrig: 1 und 2, oben rechts und links, in Silber ein die Sachsen 
einwärtskehrender, blauer Adleriiügel und 3, in der Spitze, ebenfalls 
in Blau ein aus dem Schildesfusse aufsteigender, spitzer, weisser 
Fels mit drei auf- und eben so viel absteigenden Absätzen, auf wel- 
chem ein sechsstrahliger, goldener Stern steht). Erbl.-öster. Ritter- 

Knesehke, Deutoch. Adek-Lex. IX. 11 



— 162 — 

stand. Diplom Tom 1. Oct. 1794 für Johann Anton Terj^Tsö^chnigg, 
Advo«iten zu Grätz, mit: Edler v. Stremnitzberg. 

HaadMhrüa. Notiz. — MegerU v. MiMfeld, S. 148. 

Terlago, Grafen (Schild der Länge nach getheill: rechts in Sil- 
ber ein nach der rechten Seite hoch aufspringendes, schwarzes Wind- 
spiel mit goldenem Halsbande: Stammwappen und links in Roth ein 
an die äussere Seite des Schildes angeschlossener, halber, silbcJmör, 
golden gekrönter u. bewehrter Adler: WappenTermehrung von 1432, 
8. unten). Erbl.-Österreichischer- u. Reichsgrafenstand. Diplom des 
erbl.-österr. Grafenstandes von 1546 für Paul v. Terlago — dritten 
Sohn Johanns v. T. , s. unten — und Reichsgrafendiplom vom 7. Jnli 
1636 fiir Peter IL v. Terlago. — Altes, aus Tirol stammendes Ge- 
schlecht, dessen gleichnamiger, schon unter fränkischer Herrschaft 
bekannter Stammsitz am Fusse hoher Alpen liegt. Urkundlich tritt 
zuerst 1124 Adelprand v. Terfago in einer Urkunde Altmanns, Fürst- 
bischofs von Trient, mit den Edlen v. Eppan, Arco und Cles als 
Zeug^ auf u. 1190 wurden die Herren v. Terlago mit anderen Edlen 
zum Geleite des K. Heinrich VI. auf der Römerfahrt bestimmt — 
Das Geschlecht v. T. gehörte zu den adeligen Vasallen des Hoch- 
stifls Trient, wurde aber 1523 von der bischöflichen Gerichtsbarkeit 
* befreit. Später wurde Paul v. T.,. ein Sohn Pauls, mehrmals Trients 
erster Consul und dann Geschäftsträger des Bischofs und Erzherzogs 
Sigmund v. Tirol, wegen seiner Verdienste vom K. Sigmund durch 
Diplom vom 5. April 1432 in den Reichsadelsstand erhoben und er- 
hielt als Wappen, wie angegeben, in Silber einen schwarzen Jagd- 
hund mit goldenem Halsbande, welchem der Fürstbischof von Trient, 
Alexander, aus dem Stamme der Herzöge von Alassovien, 17. Sept 
1433 von seinem angestammten Wappen den halben, silbernen, 
goldgekrönten Adler in Roth zusetzte. — Von Anton v. T. , welcher, 
venu, mit Catharina v. Castelalto, 1477 starb, stammte, unter meh- 
reren Geschwistern, Johann, gest 1532, kaiserl. Rath, Eques aura- 
tus, Comes palatinus und Landstand in Tirol, venu, mit Leonella t. 
Lodron. Der vierte Sohn desselben, G«org, gest 1570, vermählte 
sich mit Laura Grf. Casteletti v. Nomi und aus dieser Ehe entspross : 
Peter L, gest 1585, verm. mit Barbara v. Prato-Segonzono. Von 
den vier Söhnen des Letzteren setzte Franz, gest. 1622, den Stamm 
fort. Aus der Ehe mit Elisabeth v. Pezzen stammte Graf Peter IL, 
s. oben, geb. 1672, verm. mit Laelia Grf. v. Lodron. Der Sohn Pe- 
ters IL, Johann Anton I. vermählte sich mit Maria v. Stocker und 
aus dieser Ehe entsprang: Franz, gest 1748, welcher, verm. mit Cä- 
cilie V. Cozzaffi, zwei Söhne hinterli&ss. Der Aeltere von diesen, 
Johann Anton IL, geb. 1724 und gest 1790, vermählte sich mit Pau- 
line V. Terlago, aus welcher Ehe Franz Sigmund, geb. 1764 u. gest 
1823, verm. mit Therese Alberti v. Enno , geb. 1766 und gest 1820, 
stammte und die Söhne desselben waren die Grafen Alois und Franz, 
R. unten, der jüngere Sohn des Grafen Joh. Antons aber, Vincenz L, 
geb. 1728 u. gest 1806, hatte sich 1754 mit Pacifica Freiin v. Cresseri, 



— 163 — 

gest. 1804, Y^rmählt und hinterlieBs drei^Söhne, von denen zwei ihre 
Linien forteetzten. Von Vincenz II., gest. 1821, stammt Vincenz UI. 
und von Franz Joseph, geb. 17Ö6 und gest. 1833, entsprossten aus 
derJBhe mit Catharina Freiin v. Salvadori zwei Sohne, die Graten 
Lothar und Isidor, s. unten. — Das gräfliche Haus blüht jetzt in zwei 
Linien , der ersten und zweiten. Haupt der ersten Linie ist: Graf 
Victor, geb. 1841 — Sohn des 1859 verstorbenen Grälen Aloys, k.k. 
Kämmerers und quiescirten Staatsraths-Officials aus zweiter Ehe mit 
Josephine v. Holzinger, geb. 18(J8 und verm. 1835- — Die Geschwi- 
ster des Gr. Victor sind: Grf. Isabella, geb. 1838, Grf. Laura, geb. 
1843 und Gr. Alfred, geb. 1845. — Der Bruder des Grafen Aloys, 
Graf Franz, geb. 1799, k. k. pens. Ober-Landes-Gerichts-Rath , ver- 
mählte sich 1824 mit Adelheid Grf. Spaur, geb. 1805 und aus dieser 
Ehe entspross eine Tochter, Grf Gabriele, geb. 1825, vermählt in 
erster Ehe 1848 mit Julius Gr. v. Sarnthein, gest. 1855 und in zweiter 
1856 mit Rudolph Gr. v. Mamming, k. k. pens. Kreis-CQOuni^ar. — 
Haupt der zweiten Linie ist: Graf Johann, geb. 1791 — Sohn des 
1833 verstorbenen Grafen Franz Joseph, s. oben — Juris utriusqpe 
Doctor. Der ältere Bruder des Grafen Johann, Graf Lothar, geb. 
1796, k. k. Kämmerer, Landstand und ehemaliger Vice-Präsident der 
k. k. Statthalterei - Abtheilung in Tirol, vermählte sich 1830 mit 
Franzisca Freiin Kübeck v. Kübau, geb. 1810, aus welcher Ehe, 
neben zwei Töchtern, ein Sohn, Graf Robert, geb. 1842, stammt, der 
jüngere Bruder aber, Graf Isidor, geb. 1802, ist Dompropst zu Trient. 
— Der Sohn des Grafen Vincenz II., s. oben, ist: Gr. Vincenz III., 
geb. 1818, Weltpriester und Doctor der Theologie. 

Notizio Btorico eriUche delU Chiesa di Trento Bonelli. 1761. Vol.JI. S. 882 n. Vol. III. S. 806. 
— V. HeUbach, II. S. 574. — Deutsche Grafenh. d. Gegenwart, II. S. 548— ftO. — Genea). Tatchenb. 
d. griUl. HÜQser, 1836, S. 494, 1848, S. 683 und 84, 1864, S. 906 und 6 n. ff. Jahrgg. and hUtor. 
Handbach zu Demselben, S. i»94 — W. B. d. Oesterr. Monarchie, VTI. 83: Uteres Wappen and 88: 
nenerea Wappen. 

Terlicher v. Terlichscron. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1707 für Johann Jacob Terlicher, kaiserl. Proviantamts-Admini- 
strator zu Sziget und Fiinfkirchen, mit: v. Terlichscron. 

MtgwU V. IHiAI/cU, Erg.Bd. S. 469. 

Terpitz (in Roth ein mit einem Kreuze geschmücktes Hufeisen, 
in dessen abwärts gekehrte Stollen zwei schräggestellte Schwerter 
gestellt sind). Ein zu dem schlesischen Adel gehörendes Geschlecht, 
zu welchem ein v. Terpitz, 1845 Regierungs- Assessor in Oppeln, ge- 
hörte. — Die V. Czirn - Terpitz v. Boczkowski, s. den Artikel Czim, 
Tzim, Zim, B. IL S. 155, haben das Wappen der v. Czirn und der 
V. Terpitz vereinigt: 1 und 4 in Roth zwei halbe, stufenförmig neben 
einander gestellte, silberne Ziegel und 2 und 3: Terpitz, s. oben. — 
Ein Lieutenant Czirn v. Terpitz stand 1850 im k. preuss. 26. Inf.- 
Eegimente. 

Frtih, V. Ledtbnr, m. S. 8. — W. B. d. FreuM. Monarchie, IV. 74: t. Oz.-T. t. B. 

Tersch, Ritter (Schild quer getheilt: oben in Roth eine goldene 
Weintraube an einem zweiblättrigen Stiele, welche von zwei acht- 

11* 



— 164 -- 

strahligen, goldenen Sternen [nach dem Diplome: Cometen] begleitet 
ist und unten in Blau ein Bchrä'glinks gelegter, silberner Anker). 
Erbl.-österr. Kitterstand. Diplom vom 24. März 1806 für Frans v. 
TerRch, Handelsmann zu Mährisch-Schönberg und Besitzer der Jlerr- 
schall Chudwein. — In neuester Zeit standen in der k. k. Armee drei 
Sprossen des Stammes: Franz, Moritz und Anton Ritter v. Tersch. 

Handtchrfftl. Notix und Handzeichnung. — Mtgtrlt v. MüMlfeld, Erg.-Bd. S. TIA. 

Tersich. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1759 für Ma- 
rian Tersich, k. k. Hauptmann des Slavonischen-Brooder-lnfanterie- 
Regiments. 

MegerU v. MüM/tld, S. 372. 

Tertiis. Erbl.-österr. Adelsstand. Bestätigungsdiplom des- 
selben von 1707 für die Brüder Johann und Georg v. Tertiis. 

MegerU v. MUkl/eld, Erg.-Bd. S. 469. 

Teschen (in Silber auf grünem Boden ein Kranich, welcher mit 
dem rechten Fusse einen Stein hält). Adelsstand des Kgr. Preossen. 
Diplom vom 21. Jan. 1795 tür die Grebrüder Joachim August, Carl 
Friedrich , Gottfried Bernhard und Johann Christian Teschen. Die- 
selben standen als Lieutenants bei der k. preuss. Artillerie und bei 
den Husaren. — Ein v. Teschen war in neuer Zeit Appellations - Ge- 
richtsrath zu Cöslin. 

Frtih. 9. Ledebur, TU. S. 8 and 860. — W. B. d. PreoM. Monarchie, IV. 74. 

Teschner v. Altboff. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 
1. Juni 1666 für die Gebrüder Georg und Samuel Teschner, mit: 
V. Althoff. 

Sinapiu», II. S. 1067. — v. HeUbaeh, 11. S. 575. — Freih. v. Ledebur, IH. S. 8. 

Tesmar (in Silber ein blauer quergezogener Fluss). Altes, hin- 
terpommernsches Adelsgeschlecht, welches zu den Erbsälzern in Col- 
berg gehörte und schon 1416 zu Seddin bei Stolp, 1490 zu Krolow, 
ebenfalls bei Stolp und noch unweit Beigard 1559 zu Kamissow und 
1601 zu GrÜ8.sow sass.. 

Mierael, VI. S.3^0. — Zedier, 42. S. 1201. — N. Pr. A.-L. IV. S. 263: das Wappen Ut richtig, 
die anderen Angaben gehören xu der Familie t. Tessmar. -^ Freih. v. Ledebur, lU. S. S. — Si^- 
maeher, V. 171. 

Tesmar (Schild der Länge nach getheilt: rechts leer, links 
Wecken; nach einem Siegel von 1365). Altes, wohl schon im 15. 
Jahrhunderte erloschenes, meklenburg. Adelsgeschlecht, welches im 
Lande Parchim und in Neu- Vorpommern 1345 zu Arbshagen, so wie 
auch zu Gottkow und Pantelitz, sämmtlich unweit Franzburg, sass. 

Lisch, Urkanden der r. l^ahzahn, U. S. 190. — Freih. v. Ledebur, lU. S. 8. 

Tesmar (Wappen wie Msciszewski: in Blau unter zwei neben 
einander stehenden, silbernen Sternen ein gestürzter, silberner Halb- 
mond und zwischen dessen Hörnern ein silberner, mit der Spitee 
nach oben gekehrter Pfeil). Ein in Pommern vorgekommenes Adels- 
geschlecht, welches im 17. Jahrhunderte zu Bern und Buchholz und 
noch 1732 zu Polesie unweit Berendt sass. 

Freih, v. Ledebur, III. 8. 8. 



— 165 — 

Tessmar (im Schilde ein von drei Pfeilen durchbohrtes , rothes 
Herz). Ein im Lauenburg -Bütowschen zu dem begüterten Adel ge- 
hörendes Geschlecht, welches bereits 1710 zu Wutzkow unweit Stolp, 
1714 zu Seh wiche w und 1754 zu Gross-Borkow sass, und im 19. 
Jahrh. mehrere andere Güter an sich brachte. — Nach Rauer waren 
1857 folgende Glieder der Familie angesessen: Friedrich Wilhelm 
V. Tessmar, Lieutenant a. D., auf Gross - Bork ow im Kr. Lauenburg; 
Albert v. Tessmar auf Trzebiatkow i im Kr. Bütow und Ottilje v. 
Tessmar auf Gross-Gustkow 1. ebenfalls im Kr. Bütow. 

N. Pr. A. -L. IV. S. 263: du Wappen Ut das der alten hinterpommcrnschen Familie v. Tesmar. 
— Fwh. V, Ledebur, III. S. 8 und 350. 

Tessen, Tetzen (in Roth der Kopf und Hals eines weissen Zie- 
genbocks, auch kommt derselbe zuweilen ganz vor). Altes, west- 
preussisches und pommemsches Adelsgaschlecht, welches auch Tetze, 
Tessfentzen und Tesken geschrieben wurde. In Westpreussen kam 
es auch unter dem Namen Tessen- Wensierski vor. In Pommern, wo 
die Familie bereits 1383 zu Schlochow und Stohenthin unweit Stolp 
sass und wo sich dieselbe im 16. Jahrh. nach dem Gute Schmolsin 
nannte, ist der Stamm im Mannsstamme I.April 1607 mitSchwantes 
Tessen erloschen. Derselbe besass zuletzt die Güter: Bansekow, 
Chust, Klein-Garde, Lübzow, Lypow, Rambow, Schmolsin, Virchen- 
zin und Ziegen, auch stand der Familie noch 1609 Poblotz und 1610 
Vietkow bei Stolp zu. 

Mterael, S. 533. — Gauhe, 1. S. 2532 und 83. — Zedier, 42. S. UOQ. — Freih. v. Ledebur, 
ni. S. 8 nnd S60. - Siebmaeher, V. 72 u. 158. — v. Meding, U. S. 597. — Pommemsches W. B. 
IIL Tab. 37 and 41 und S. 120 und 21. 

Tessin, Tessihn (in Roth ein gekrönter Löwe). Altes, pommem- 
sches Adelsgeschlecht, welches bereits 1299 zu Cunow im Caminschen, 
1523 zu Priemen unweit Anclam, 1602 zu Cadow und noch 1619 
bis 1658 zu Priemen sass. Mit dem letztgenannten Jahre ver- 
schwindet in Pommern der Stamm. 

Mierael, S. 879 (583). — Zedier, 42. S. 1196. — Freik. v. Ledebur, FIT. 8. 8 and S. 850. — 
aUbmofiher, V. 158. — v. Meding, II. S. 597 and 98. — Fommernsches W. B. III. 37 l^ld 41. 

Tessin, anch Grafen (das Wappen ganz, wie das im vorigen 
Artikel beschriebene, nämlich: in Roth ein goldener, gekrönter 
Löwe). Schwedischer Grafenstand. Diplom von 1712 für Nicodemus 
V. Tessin, k. schwed. Reichsrath. Die in Schweden vorgekommene 
Familie v. Tessin, welche, wie schon das Wappen ergiebt, mit der 
im vorstehenden Artikel erwähnten pommernschen Familie eines 
Stammes war, erhielt 1674 den Schwedischen Adelsstand, wurde 
1675 auf dem Ritterhause zu Stockholm eingeführt und erhielt später, 
wie angegeben, den Grafenstand. Ein v. Tessin w^ar 1711 k. schwe- 
discher Präsident des hohen Tribunals zu Wismar. Graf Nicodemus, 
8. oben, wurde 1717 Oberhofmarschall und starb 1728. Ein herz, 
holstein. Generalmajor Graf v. Tessin, 1731 Gesandter am k. russi- 
schen Hofe, verunglückte auf der See und Carl Gustav Gr. v. T., an- 
fangs Canzlei-Rath und Hof-Intendant, dann Reichsrath , war 1738 
Reichstags -Marschall und wurde 174? Canzlei- Präsident. — Der 



— 166 — 

gräfliche Stamm ist mit dem Sohne des ersten Grafen 17'70 tfUsge- 
gangen. 

Oauhe, n. S. IUI und 42. — Freih, v. Ledebur, m. S. 8. 

Tessin, Tessihn (in Silber ein schrägrechtei;*, blauer Balken uaii 
auf dem Helme zwei mit den Stengeln über einander gebogene Mai- 
blumen). Altes, in Meklenburg und in Pommern ansässig gewesenes 
Adelsgeschlecht, aus welchem Johann de Tessin schon 1341 vor- 
kommt. Der Letzte des Mannsstammes, August Friedrich v. Tessüi, 
blieb im Kriege als Fähnrich bei den Preussischen Dragonern. 



Mierael, S. 53S. — Freih. v. Ledebur, III. S. 850. — v. Mtdinff, H. S. B96: Aach dott US. 
meklenbarf . abgegangener Familien. 

Tessin auch Freiherren (in Eoth auf einem goldenen oder grü- 
nen Dreihügel der Hals und Kopf eines rechtssehenden, silbernen 
Steinbockes oder nach dem genealogischen Taschenbuche der frei- 
herrlichen Häuser: in Blau über einem goldenen Dreiberge ein rechts^ 
gewendeter, silberner Hirschkopf mit Hals und Geweihe). — Adtes, 
seit fast zweihundert Jahren in Württemberg ansässiges, vormals 
reichsunmittelbares, reichsritterschaftliches Geschlecht, welches jetzt 
den freiherrlichen Titel führt u. nach Gast aus Vorpommern stammt: 
dem Wappen mit dem Steinbocke nach sind nicht die v. TesBua, 
s. oben, sondern die v. Tessen die Stammgenossen, Stammhaus soll 
Grubenhagen unweit Greifswald in der zweiten Hälfte des 14. Jahrh. 
gewesen sein. Als nächster Stammvater der württembergischen 
Familie wird von Gast Nicolaus v. Tessin genannt, von dessen drei 
Söhnen aus der Ehe mit Anna Margaretha v. Ellrichshausen der 
mittlere, Philipp Heinrich v. T. , den Stamm fortsetzte. Derselbe, 
früher baden-durlach. Rath und Haushofmeister, trat 1709, na6h An- 
kauf des Gutes Hochddrf unweit Vaichingen, in herzogl. württem- 
bergischen Dienste und starb 1728 als Geh. Rath und Kammerprä- 
sident. Von sechs Söhnen aus der Ehe mit Maria Gatharina v. Wöll- 
warth setzte nur Johann Ferdinand v.T., gest 1735, den Stamm fort. 
Aus der Ehe mit Eleonore Freiin v. Leutrum -Ertingen, Herrin auf 
Kilchberg, stammten zwei Söhne, Johann Ferdinand und Philipp 
Friedrich Ludwig. Letzterer, geb. 1734 und gest 1793. h. würt- 
tembergischer w. Geh. Rath, hinterliess aus der Ehe mit Luise Freiin 
Schenk v. Schweinsberg, geb. 1758, verm. 1777 und gest. 1800, nur 
eine Tochter, Franzisca, geb. 1791, welche durch V^ermählung in die 
Familie der Freih. v. Thumb-Neuburg kam. Ersterer, Johann Fer- 
dinand, geb. 1733 und gest. 1804, ansbach. Kammerherr, war mit 
Sophia Freiin V. Wöllwarth vermählt, aus welcher Ehe die Freiherren 
Christian, Ferdinand und Benjamin stammten. Freih. Christian, geb. 
1781, k. k. Oberlieutenant a. D., starb ohne Nachkommen, die Frei- 
herren Ferdinand u. Benjamiil aber setzten den Stamm fort, welcher 
jetzt in zwei Linien, zu Kilchberg und Hochdorf, blüht. — Haupt 
der Kilchberger Linie ist: Friedrich Freih. t. Tessin, geb. 1816 — 
Sohn des 1783 geborenen und 1833 verstorbenen Freiherren Fei-di- 
narid aus der Ehe mit Henriette Freiin v. Thumb-Keuburg, geb. 1788 



— 167 — 

— r- Mjitbeaitzer des Ritterguts Kilchberg. Der Bruder des Freiherrn 
Friedrich, neben zwei Schwestern: Sophie, vermählte Freifrau v. 
Sai^-Andre, geb. 1H09 und xerm, 1828 und Fanny, verw. Freifrau 
V. Güjtlingen, geb. l8l4, ist: Freih. Wilhelm, geb. 1819, Mitbesitzer 
des Bitterg-uts Kilchberg, verm. 1845 mit Sophie Freiin v. Tessin, 
Jj^ochdorfer Linie* aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, zwei Söhne 
enjtsprossten : Eugen, geb. 1847 und Benjamin, geb. 1848. — Haupt 
der Hochdorfer Linie ist Freiherr Benjamin, geb. 1793 — Bruder 
der Freiherren Christian und Ferdinand, s. oben — Besitzer d^ 
Bitterguts Hochdorf und k. w'ürttemb. Major a. D. , verm. 1819 mit 
Sophie Freiin v. Grumppenberg-Guttenberg, geb. 1800, aus welcher 
Ehe, neben einer Tochter: Sophie vermählten Frau y. Tessin zi^ 
Kilchberg, fünl Söhne stammen, die Fj:eiherren: Albrecht, geb. 18;^0, 
k. württemb. Kammerh. und k. k. Rittmeister in d. A., verm. mit 
Mathilde Freiin v. Bassus, geb. 1839, Herrmanu, geb. 1821, Theodor, 
geb. 1822, Otto, geb. 1824, Gutsbesitzer auf Magenheim im Kgr. 
Wüjrttemberg, k. k. Rittmeister in d.. A- , verm- 1857 mit Will^^lmine 
V. Vischei^ u. Benjamin, geb. 1834, k. k. Rittmeister. — Die Famili,e 
besitzt unter k. \yürttemb. Landeshoheit die beiden Rittergüter Hoch- 
doirf im 0, A. Vaihingen und Kilchberg im 0. A. Tübingen, vermöge 
wdc^u3r das Geschlecht früher den Rittercantonen Neckar-Schwar:}- 
wald und Oj?tenau einverleibt war. Durch Vertrag vom 18. Mära 
1817 erhielt Fyeih. Christian da^. Gu,t lyilchberg in Gemeinschaft mit 
den iErbcB seines verstorbenen Bi^uders Ferdinand, Efochdorf dagegen 
wurde alleiniges Eigenthum des jüngsten Bruders, des Freiherm 
Benjamin. Die weiblichen Familienglieder wurden durch Capitale 
entschädigt. — Die hier in Rede stehende Familie v. Tessii]^, so wie 
die ai^dere« oben abgeliandelten ^^amilien di^s^ Namens sind übrigens 
nidit zu verw^echseln mit der früher meklenburgischen Fm^le v. 
Dessin, s. den Artikel: Dessin, Dessihn, Bd. II. S. 464. 

S. die Literatur im Artikel: Tessen, Tetzen. — Gast, Adelsbuch dos Kgr. WiirUemherg , S. 347 
— 49. — Frtih. V. Ledebur , III. S. 8 und 9. — Gcnenl. Taschenb. d. freih. HMoter, 1860, S. 871, 
1801, 8. 885—88, 1863, S. 903 und M n. flf. Jahrgg. - W. B. des Kgr. Württemberg, Nr. 144' und 
6. 40. — ^netehke, II. S. 485 und 36. 

Teata) Freiherren (Schild quergetheilt: oben in Blau der aus 
der Theilungslinie emporgestreckte Hals und Kopf eines rechtsge- 
kehrten, goldenen Löwen unjjl unten in Gold drei schrägrechte, rothe 
Balken). Erbl.-östery. Freiherrnst^nd. Diplom vom 19. März 1807 
für Bartholomäus Testa, k. k. Hofrath und ersten Dolmetscher an 
der kr k. Internuntiatur zu Constantinope}. — Die Testa stammen aus 
einer alt^deligen genuesischen FamiUe. Caspar Tes^ta, geb. 1G84, 
yermäblte siph 1715 mitMaria de Isegris. Ihm folgte Freih. Bartholo- 
mäus Testa, s. oben, u. diesem Freih. Anton, geb. 1768 u. gest. 1839, 
k. k. Rath und Internuntiatur-Chancelier zu Constantinopel , verm. 
in erster Ehe 1797 mit Lucretia Beneveni, geb. 1777 und gest. 1812 
ui^d in zweiter 1813 mit Lucie v. Chirico, geb. 1790. Aus der er- 
sten Ehe stammt das Haupt des freiherrlichen Hauses: Freih. Hein- 
rich, geb. 1807, k. k. Minister - Resident zu Athen, verm. 1842 mit 
Maria v. Minciaky, geb. 1820. Der Bruder des Freih. Heinrich ist: 



— 168 — 

Freih. Ignaz, geb. 1812, grossh. toscan. Kammerherr, verm. 1841 
mit Sophie d'Arabet, geb. 1823, aus welcher Ehe drei Söhne eni- 
8pro88teii, die Freiherren: Alfred, geb. 1843, Ernst, geb. 1845 und 
Leopold, geh. 1847. Aus der zweiten Ehe des Freiherm Anton 
stammen, neben zwei Töchtern: Freiin Catharina, geb. 1814, verm. 
1832 mit Eduard v. Adelburg, k. k. General - Consul in Syrien und 
Freiin Theresia, geb. 1816, verm. 1833 mit Eduard v. Kletzl, k. k. 
Hof- und Ministerialrath in Wien, zwei Söhne: Freih. Theophil, geb. 
1820, Dolmetscher bei der k. preuss. Gesand tschalt in Constantinopel 
und Freih. Carl, geb. 1823, k. k. Major im Geniestabe. — Nächet- 
dem leben noch mehrere Sprossen des Stammes, Kinder und Enkel 
des 1849 verstorbenen Freiherm Bartholomäus — Sohn des Freih. 
Heinrich, Bruders des Freih. Anton — aus der Ehe mitAmalie Freiin 
Bersina v. Siegenthal, geb. 1802 und verm. 1820. 

Mtgerlt v. MüMfeld, S. 89 und U9. — Geneal. Taschenb. d. freih. HXaser, 1858. 8.470, 18S6, 
S. 623 und 24, \HA, S. 851— &3 u. ff. Jahrgrg. — Knesekke, I. S. 411. 

Tettan, Tettaw, auch Freiherren (in Roth drei silberne, über 
einander stehende Wolfszähne, welche aus dem linken Schildesrande, 
nach unten, neben einander nach der rechten Schildesseite hervor- 
ragen. Von Varianten sei nur erwähnt, dass nach Siebmacher^s 
Declaration der Schild von Roth und Silber durch drei aufsteigende 
Spitzen quergetheilt ist). — Eins der ältesten, schon im 10. Jahrh. 
bekannten böhmischen Ritterstands - Geschlechter , eines Stammes n. 
Wappens mit den alten böhmischen Grafen v. Kinsky. Aus Böh- 
men, wo die Familie bereits 1306 in den Herrenstand aufgenommen 
worden war, kam dieselbe nach Mähren. Das alte, edle Herkommen 
und der Herrenstand des Stammes sind früher mehrfach bestritten 
worden, so 1402 auf dem Landtage zu Brunn in Mähren, 1459, 1461, 
1482 und 1522, doch hat, wie Siebenkees näher angiebt, die Familie 
immer über ihre Gegner rühmlichst gesiegt und die besten Zeugnisse 
ihres alten Herrenstandes erhalten. — Die eine Linie des Stammes 
blieb in Böhmen und Mähren und nannte sich v. Kinsky und Tettau, 
die andere verliess diese Länder und behielt den Nafnen „Tettan" 
allein bei. Erhard und Hans v. Tettau verschrieben sich 1315, ihre 
Güter in Mähren zu verkaufen und das Geld anzuwenden , um sich 
in der Mark grätsch aft Meissen anzukaufen. Einige Zeit nachher 
kamen sie ins Voigtland, wo sie 1400 das Schloss Voigtsberg, nebst 
Oelsnitz, Adorf u. Neukirchen, als Pfand besitzungen von dem Landes- 
herrn, gegen Erlegung von 1000 Fl., inne hatten. Einer von diesen 
Voigtländern, Werner v.T., ging 1404 mit einer ansehnlichen Mann- 
schaft nach Preussen, um dem deutschen Orden Dienste zu leisten 
und ihm folgten mehrere seines Geschlechts. Endlich liess sich eine 
Linie daselbst ganz nieder, wurde stark begütert und schwang sich 
zu Civil - u. Militairwürden empor. Der andere Ast blieb im Voigt- 
lande und breitete mit der Zeit sich auch in Meissen aus. In der 
Oberlausitz, in welche das Geschlecht aus Böhmen gekommen war, 
sass die Familie bereits zu Anfange des 15. Jahrh. zu Gross-Biesnitz 
bei Görlitz, auch liegt bei Hoyerswerda ein den Kamen des Ge- 



— 169 - 

8chleoht8 tragender Ort. Um dieselbe Zeit und spater wurde der 
Stamm in Sachsen, namentlich im Voigtlande zu Ober- und Nieder- 
Lö>*a, zu KrauKchwitz, Mecbelgrün, Schildbach etc. begütert, brachte 
dann in Ostpi^eussen , wie schon angegeben, sehr viele u. bedeutende 
Besitzungen an sich u. wurde im 18. Jahrhunderte auch in Pommern 
gesessen. Genaue Angaben über den Ginindbesitz in Ostpreussen 
u. Pommern hat Freiherr v. Ledebur gegeben. Von den in Preussen 
zu grossen HolHratem gelangten Sprossen der Familie nennt Mehrere 
das ^eue Preussischc Adelslexicon. In der k. preuss. Armee ge- 
langten namentlich Daniel v. Tettau, gest. als Generalmajor 1709 
und Johann Georg v.T., gest. 1713 als General lieutenant, zu grossem 
Ansehen. — Ein v. Tettau, früher holländischer Feldzeugmeister, 
später k. preuss. Landrath, Landes - Director und Hauptmann, war 
im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhundei*ts Herr auf Trimmau bei 
Weh lau und Kukehmen bei Friedland. Die Wittwe desselben stiftete 
laut Urkunde vom 22. Aug. 1713 ein Stift für vier lutherische Fräu- 
leins, bei welcher Stiftung die Familien v. Tettau, v. Kumohr, v. Ca- 
nitz und v. Keventlau den Vorzug geniessen sollten. — Auch traten 
Glieder der Familie in die kur- u. königl. sächs. Armee. Ein v. Tettau 
starb in neuer Zeit als k. sächs. Oberstlieutenant und Hans Bernhard 
V. T., k. sächs. Major, war 1866 Platzmajor in Dresden. — Von 
früheren Sprossen des Geschlechts wird von Siebenkees noch Carl 
August Wilibald v. Tcttau zu Plankenfels, Fürstl. Anspachischer 
Kammerherr und Hauptmann, auf Mechelgrün und Steinsdorf im 
Sächs. Voigtlande, genannt. -- Nach Bauer besass 1857 ein v. Tettau 
noch das Kölmergut Kraphausen im Kr. Pr. Eylau. 

BaJbini Proöm Stcmmat. S. 73. — Knauth, S. 582 n. 88: mit der Angabc: Tettaw, Preussischcr 
AbkQBft. — Sinapiu», 1. S. 974. — Val. König, Ul. S. 1Ü53— 1106. — v. HatUtein. 11. Supplem. 
S 73t. — Barthnl. Papiocii de OIngol, Sclnuplatz des ehemaligen alten Adels in MiÜiren, heiau»ge> 
fflben Ton Ch. Pfeifer, Breslau. 1741, S. 127 und 28. — Gauhe, 1. 8. 263S — 36. — Zedier, 42. 
S. U74 — US. — N. Pr. A.-L. IV. S. 263. — Freih. v. Ledebur, 111. S. U und 360. — Siebmacher, 
I, 164: T. Tettaw, Meissnisch und Supplem. IV. 26. — Tj/roff, I. 56: R. F. Hrn. t. Tettau und Sie- 
benkMa, I. S. 27 — SO: auch nach einer Uandschiift ron Johann Gottfried Hiedermann. — W. B. d. 
SSchs. Staaten, IV. 8ß. — Kneschke, I, S. 411 und 12. 

Tettelbach. Ein früher in Ostpreussen begütertes, aus Franken 
stammendes Adelsgeschlecht. Albrecht Siegmund v. Tettelbach, geb. 
1609, starb 1611 zu Saalfeld in Preussen und Albrecht Friedrich v. 
Tettelbach besass noch 1671 vier Hufen zu Hohenbrück unweit Dar- 
kehmen und war auch zu Langenbrück bei Sensburg u. zu Wilgaiten 
bei Fiscbhaosen begütert. 

JWa. V. Ltieibur, m. S. 10. 

Tettenborn, auch Freiherren (in Silber ein schräglinks liegender, 
doppelter Widerhaken (Wolfsangel), welcher die Spitze unten zur 
Rechten aufwärts, die oben zur Linken aber niederwärts kehrt. Auf 
dem gekrönten Helme zwi??chen einem offenen, schwarzen Adlers- 
flnge ein aufgerichteter, mit einer goldenen Krone gekrönter, gol- 
dener Scepter: Stammwappen). Altes, niedersächsisches, aus der 
Grafschaft Hohnstein , in welcher zwischen Ilefeld und Nordhausen 
das gleichnamige Stammgut liegt, stammendes Adelsgeschlecht, 
welches sich. zeitig im Lande Kedingen, dann in Thüringen, den 



— 170 — 

Marken u. e. w. und später in Bayern und Baden ausbreitete. Mus- 
bard beginnt die Stammreibe der Familie mit Beroid v. lettenborn, 
Ritter, um 1284. Der Enkel desselben, Mango, starb 1316 und 
wurde im Kloster Walkenried begraben und die Bruder des Letz- 
teren, Cuno und Heino, schenkten dem genannten Kloster mehrere 
(.TÜter, damit Seelenmessen tiir die Glieder der Familie gehalten 
würden. — Otto v. T., welcher grosse Keisen gemacht hatte, kommt 
löOO als kursächs. Bergrath und Amtshauptmann zu Sangerhausen 
vor. Derselbe starb im Anfange des 17. Jahrb. und hinterliess sechs 
Söhne, zu welchen Paridion v. T. gehörte, welcher 1736 als k. schwe- 
discher Oberst starb. — Die Familie hat in Sachsen, Hannover, und 
Pfeussen Ibrtgeblüht und ist auch, wie erwähnt, nach Bayern und 
Baden gekommen. In Sachsen haben mehrere Glieder der Familie, 
namentlich trüber in kursächsischen, so wie auch später in königl. 
sächsischen Militairdiensten gestanden und Falk Otto Bernhard v. T., 
liniher Oberlieutenant und Adjutant bei dem Commando der Festung 
Königstein, ist jetzt k. säehs. Hauptmann. In Hannover besitzt die 
Familie Grubenhagensche T^hne und in Preussen, wo Hans v. T. in 
die Armee trat, bis zum Generallieutenant stieg und 1779 starb, 
brachte dieselbe mehrere Güter an sich, die jetzt noch dem Stamme 
zustehen. In Bayern wurde Friedrich v. Tettenbom, k. bayer. Eiun- 
merer und Herr auf Thürntenning, welcher seinen alten Adel durch 
^ugniss der adeligen Gauerben des Busecker -Thals nachwies, Ia 
die Adekmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen und in Baden brachte 
ein Sohn des Carl v. T., Herrn auf Tettenbom in der Grafschaft 
Hohnstein und Ober- Jägermeisters des Markgrafen von Baden m 
Rastatt: Freiherr Friedrich Carl das Geschlecht zu hohem Ansehen. 
I>erselbe, geb. 1778, trat 1794, nachdem er in Göttiugen und Jena 
studirt hatte, in k. k. Dienste, zeichnete sich in diesen im Felde, so 
wie bei diplomatischen Sendungen aus, ging 1812 in k. rassische 
Dienste, wurde in diesen in den Feldiügen bis 1814 sehr bekannt 
und berühmt, verliess 1818 die k. russ. Dienste, wendete sich nach 
Baden zurück, führte die Territorial -Angelegenheit zwischen Baden 
und Bayern zu einem erwünschten Ende , erwarb sieh um die baden* 
sehe Verfassung? -Urkunde grosse Verdienste und wurde 1819, als 
Generallieutenant, grossh. badischer a. o. Gesandter und bevollmäoli- 
tigter Ministor am k. k. Hofe zu Wien: eine Würde, welche deraelbe 
weit ül>er zwanzig Jahre bekleidet hat. — Nach Bauer waren 1837 
zwei Spn>ssi»n des Stammes, welche den Beinamen „Holderrieder'' 
führten, im Kgr. Pnnissen begütert, nämlich: Carl Heinrich t. Tetr 
lenborn-JiolderritHler, Hofrat h zu Priissdorf im Altenburgischep, 
Herr auf Reins^iorf i Fideicomnüss'i im Kr. Querlurt und aui Tackau 
im Kr. Weissenfeis und v. TetlenlKUMi-Holder rieder Herr auf Mark- 
Köhlitz im Kr. Queriurt. >'ächs:dem bt»sass im genannten Jahre 
EkH>non^ verw. Kittmeister v. Tettenbom, geb. v. Piper das Kittergui 
Kathstook im Kr. Lebus und Amalie vermählte Frau v. Tettenbom, 
gt^b. V. Tettenbom das Kittergut Zscheipliu im Kr. Querfurt. 



S, IW: V. T. auf ThUrttthr»»»»«:. — ü. Pr. A.I.. lY. S. t«. — fWl. AAiblvclr <. ' 




— 171 — 

AbtkrU. S. ^ Frea, v. d. Km—btek, S. 278. — Fmik. v. LetUbur, ül. S. 10. — Siebmaeker, I. 
148: r. Tettenborn, Thiirinflsch. — v. Mtding , IIT. S. 662 nnd 63: aach nach dem Schilde anter 
4ea Ahaoi winm Aelterrateis, des 1721 Tcrstorbenen herz. Sachs. Eiwnachschen Geh. Raths nnd Hof- 
nanchalls Georg Ludwig Wurmb, deien Wappen um desaen Bildniüs in Kopfer gestochen sind, so 
Wir nach einer toid D. Sahrer in WUrzburg erhaltenen Zeichuang in FSirben. — W. B. des Kgr. 
Kcyvill, IX. 11. — W. B. d. Sich«. Staaten, IV. 86. 

TetteiiborH ud WolfF (Schild quergetheilt: oben in Silber der 
Tettenbornsche Widerhaken zwischen zwei Lorbeerkränzen u. unten 
Ib Schwarz ein Wolf in einem schrägrechten, silbernen Balken , be- 
gleitet von zwei Königskronen). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Näheres über das Diplom ist nicht auizuiinden. — Isach Rauer war 
1857 Albert v. Tettenborn und Wolff, Lieutenant a. D. und Kitter- 
schafls-Rath , Herr auf Heichenberg bei Wrietzen im Kr. Ober- 
Barnim. 

Frtih. V. Ltdebur, III. S. 10. — W. B. d. Freust. Monarchie, IT. 75. 

Tettenleben. Altes, stiftsmässiges Adelsgeschlecht, aus welchem 
nn 16. Jahrh. einige Sprossen in den Hochstitlen Mainz, Magdeburg 
und Hildesheim vorkamen. 

Gtor§ Helwieh, Elenchns nobilit. eccies. Mogunt Tora. II. — Zedier, 42. S. 1502. 

Tetzlaff-Regawski (in Gold am grünen Uter eines blauen Ge- 
wässers ein weisser, mit einem Kreuze gezierter Grabstein). Erlo- 
schenes Adelsgeschlecht, welches in Pommern zu Kowe unweit Stolp 
und in Westpreussen zu Keckau bei Neustadt sass. ^ 

Fnik. V, Udtbw, m. S. 10. 

TetEler, Ritter. Böhmischer, alter Ritterstand. Diplom vom 
1. März 1697 für Johann Ernst Tetzler. Derselbe sass um 1720 in 
Oesterreichisch-Schlesien, zu Leickersdorf unweit Troppau. 

9. HeBbmeJk, n. 8. 876. — Frta. v. Udebur, DL 6. 10. 

Teuber v. Steinfeld. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1758 für Andreas Teuber, Hauptmann im k. k. Infanterie-Regimente 
Graf Harsch, mit : v. Steinfeld. 

MtftrU V. MSklfeid, S. 278. 

Tenber v. Taubenfeldt Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1701 für Balthasar Teuber, Gutsbesitzer, mit: v. Taubenfeldt 

ifcfcrit «. MüUfM, Erg.-Bd. S. 469. 

Tenbem , auch Freiherren (Schild von Roth und Blau mit ge- 
wechselten Farben geviert, mit einem auf dem ganzQii Schilde liegen- 
den, rechtssehenden, ausgebreiteten und gevierten Adler, welcher in 
den rothen Feldern golden , in den blauen aber silbern ist Auf dem 
unveränderten Schilde des freiherrlichen Wappens stehen drei ge- 
krönte Helme). Reichsadels- und Freiherriistand. Adelsdiplom 
vom 14. Dec. 1 734 für Carl Friedrich Teubern, k. poln. und kursächs. 
Wachtmeister bei der Garde du Corps, später Ober-Rechnungs-Rath 
und stiletzt w. Geh. Kriegsrath und Director des General-Kriegscom- 
missariats bei der kursächs. Armee in Polen und Freiherrndiplom 
vom 8. April 1806 für Carl Heinrich Ferdinand v. Teubern, — Enkel 
des Empfängers des Adelsdiploms — kursächs. Finanzrath u. später 
Präsidenten des Appellations-Gerichts. Letzterer, ein grosser Freund 



— 172 — 

ttiid Kenner der Heraldik , befms^ eine der reicLhaltigeten Wappen- 
ftammlung^n. welche nach ^inem Tode Eigenthuni der könig*!. Biblio- 
thek in Dresden ^worden ist. — Die ^Nachkonimen^cbaft de» Cari 
Friedrich v. Teubern blühte fort: H. E. t. Teubem wurde 1767 
knr^^h}^. Hof- nnd Jnstitien-Kath und lebte noch 1800 und eiB Sohn 
des Freih. Carl Heinrich Ferdinand: Hermann Freih. t. T. , ist jetzt 
Regieningsrath bei der k. sächs. Brand -Ver^icheroDg^-CoiuiBission. 
Derselbe, geb. 1816 — Sohn des 1^34 Terstorbenen Freih. Carl Heis- 
rich Ferdinand aus zweiter Ehe mit Armgrard t. Oebeehelwitz, geb. 
178*1. verm. Isl3 und gest 1831 — vermählte sich 1848 mit Doro- 
thee Freiin t. Honwald a, d. H. Straupitz, geb. 1821, aus welcher 
Ehe, neben zwei Töchtern, drei Söhne entspro^söten : Hans, geb. 1851, 
Kurt, geb. 1853 nnd Gottwalt, geb. 1859. 

Ba»4srttiiftL Jf^tmm. - FrHk. v. Ledelmr, IH. S. 10. .^ TaKkmb. 4. frrik. BiBV. lf€l, 
S. 83> «ad 3». 1!«S, Sw »e ■. fl Jakr^. — Dvrst, AScoft. W. B. 11. S. 40 u4 41 «ai l^k. 17€. 
— W. B. 4. Sfteltt. Sbam, Et. M: t. T. u4 V. 27: Freik. t. T. — JTawcAAe. L S. 4» ■■« lt. 



Teschcm < im Ten Roth und Silber geschaehten Felde zwei blaue 
Querbalken >. Altes, ostlhüringisches, oder osterländisches Adelsge- 
schlecht, welches schon zur Zeit Wipprecht» v. Groitzscfa in der 
ersten Hälfte des 12. Jahrb. vorkam. 



JTmkU, 5. S«9. — Zedier, ii. 5. IS». — Sitiwmrirr. I. lO : r. 

Tevehcrt. Frefliermi (in Gold ein rechtsgewendete^, naturtidieB 
Mohrenhanpt, de^^en Augen mit einer Ton Roth u. Silber gestreiften, 
nach hinten abfliegenden Binde bedeckt sind). Erbl. - ö«terr. Frei- 
hermstand. Diplom vom 13. Oct 1859 für Friedrich Teucber^ k. k. 
w. Geh. Rath. Feldmarschall-Lieutenant u.s. w. Derselbe, geb. 1798, 
später auch Vorstand der IV. General-Direction bei dem Amiee-CM)er- 
commando und zweiter Inhaber des 59. Infanterie -Regiment», hatte 
sich 1831 bei dem Uebertritte der poln. Truppen auf öö^terr. Gebiet, 
ganz IxÄi^'inder? aber lSo6 — 38 bei der Besitzergreifung des dama* 
liffen Freistaates Krakau. so wie während den 1846 in Galizien an»- 
gebnxhenen rnruhen dem Kaisers>taate ausgezeichnete Dienste ge- 
leistet- J>pÄier, 1849. zeichnete er sich als Oberst und Commandant 
des h). Infant.-Regiment^ bei Nagy-Sarlo und Tamad, sowie im Ge- 
fechte bei Acs rühmlichst aus und erwarb sich auch 1859 im Gebiete 
der Militär- Administration grosse Verdienste — Da Freiherr Fried- 
rich, verm. 1841. mit Anna Rosalia d'Elvert-Bourscheid. geb. 1809, 
Witrwe des 1838 verst, Carl Kaufmann Edlen v. Traunsteinburg, 
k- k. Generalmajors und Brigadiers, keine eigenen Kinder hatte, so 
wurde laut Allerhöchsten Handschreibens 8r. Maj. des Kaiser» Frans 
Jos>eph I- von Oesterreich vom 1. IVt. 18iiO die Ui-U^rtragting des 
Freiherrnstandes des Freih. Friedrieh auf dessen drei Stiefkinder 
allergnädigst gestattet. Diese Stiefkinder sind: Friedrich Kaufmann 
Freih. v. Tnumsteinburg . gt^b. 1831. k. k. Oberstlieutenant, Mam 
Kaufmann Frt>üii v. TraunsteinbuRT, gt*b. 18o2 und Frana Kaufinann 
Freih. v. Traunsteinburg , gvb. 1833, k. k. Major, verm. 1861 mit 
Hermiuo Frviin Kellner v. Köllenstein, geb. 1839. 

li«M«l. n»flMiK 4. ItHk. KUmw. IMK S. ;ta» w« 4«, IM». S. 9CS ■■« et «. ff. 



— 173 — 

Tenerwanger. Altes, früher steiermärkiäche» AdelHgeschlecht, 
aaB welchem urkundlich bereits 1308 Conrad v. Teuerwanger vor- 
kommt. 

Frevenkueh^r, AnnaL StjTeni, S. 59. — ZedUr, 42, 8. 1666 and 67. 

Teufel (in Silber ein schwarzes Kammrad). Altes , nur dem 
Namen und Wappen nach durch das Epitaphium des Abts v. Hasel- 
horst in der Kloster-Kirche zu St. Michael in Lüneburg bekanntes 
Adelsgeschlecht. 

V. Meding, I. 8. 606 und 607. 

Tenfel (Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein blauer Pfahl und 
2 u. 3 in Gold ein links gekehrter, schwarzer Schröterkäfer). Altes, 
von Siebmacher zu dem tirolischen Adel gerechnetes Geschlecht. 

8iebnu>eher, I. 42: Die Teufel, TiroUsch. 

, Teufel, Teufel v. Bühel (in Silber ein schrägrechter, blauer Bal- 

ken, belegt mit drei goldenen Blättern). Altes, früher zu dem baye- 
rischen Adel zählendes Geschlecht. 

SiebtMcher, I. 94 : Die Teufel v. BUhel, Bajerisch. 

• TeufFel v. Gunderstorff, Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in 

B^th ein silbernes, plattliegendes und an den vier Ecken mit gol- 
denen Knöpfen und Quasten besetztes Kissen mit einem schwarzen 
Jagd - oder auch Posthorn belegt, an welchem vier goldene Beschläge 
und ein oberwärts einmal geschlungenes, schwarzes Band, die Stürze 
nach der Kochten gekehrt, zu sehen sind. Stamm wappen u. 2 u. 3 in 
Gold ein springendes, schwarzes Pferd : Wappen des krainischen aus- 
gestorbenen Geschlechts v. Mällinger: Wappen Vermehrung u. Verän- 
derung durch kaiserl. Diplom von 1547. Die Mällinger, aus welchem 
Geschlechte Matthäus Teuffei v. Gunderstorff Apollonia Mällinger zur 
Ehe hatte, führten ursprünglich in Roth ein schwarzes Pferd). Reichs- 
freihermstand. Diplom vom K. Maximilian IL für Andreas Teuffei, 
Commandanten zu Raab, Obersten zu Ross, kais. Rath, Ober-Küchen- 
meister und Ober - Stallmeister. — Altes, Österr. Adelsgeschlecht, 
dessen Stammreihe Bucelinus mit Otto Teuffei um 1274 beginnt. 
Die Familie erhielt das Erb -Jägermeister -Amt im Erzherzogthum 
Oesterreich, wo dieselbe mehrere Güter besass. — Der Stamm blühte 
bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts hinein. Otto Christoph 
Teuffei, Freih. v. Gunderstorff, Weyeburg u. s. w. hielt sich noch bis 
1688 als evangelischer Herr in Oesterreich auf, sah sich aber dann 
in Folge- der Religions-Streitigkeiten genöthigt, seine Herrschaften 
unter ihrem Werthe zu verkaufen und sich nach Kur-Sachsen zu be- 
geben, wo er 1689 Schloss und Bjttergut Hoff unweit Oschatz kaufte 
u. kursächs. Geh. Rath u. Landvoigt der Ober -Lausitz wurde. Der- 
selbe war der Letzte des Mannsstammes seines alten Geschlechts, 
welcher mit ihm im 66. Lebensjahre 1690 ausstarb. Die einzige 
Erbtochter, Freiin Maria Elisabeth Teuffei v. Gunderstorff geb. 1661, 
verm. 1687 mit Georg Ludwig Grafen und Herren v. Zinzendorf und 
Pottendorf, k. poln. und kursächs. Greh. Rath, Kammerherm und ge- 
wesenen Gresandten zu Wien und Berlin, starb zu Dresden 27. Febr. 



— 174 — 

16d8 und «o ging denn mit ihr aach der Name ihm nhen Stammes 
an«. Ute Wappen ihres Geschlechts kam an die Grafen t. ZinasD- 
dorf aüd Pottendorf. 



If. m. S. fi». — Vdtwmmr, Üb. IS. S. 4tt. — J^iii utiiiilM , «. IM. — 

%frr. f . 54« «&4 Ta^. 23. — Tfl^vla ^^eory rm/el« , FreOu, Kiader »4 32 Hmcb. te Folio — 
Omrfr^f, GT«w»4r Ge*««e, O. S. 497. — 6*0«, I. S.«2SW « ». — Ze«rr. 4S. 8.lftT— S». — 
%. Ledekmr, IIL S. 10. > SiAmmeker, L 23: Die Teaflel, Freik. — v. JKeAüf, I. S. CO« «. 8. 



» TdüTel T. Pirkensee. Tenffel t. BirckeMee, FrakoRw (Schild 

Ton Gold and Roth oder Roth u. Gold quei^theilt , mit einem feuer- 
speienden Drachenkopfe, dessen Hals unten in drei. Flammen ahn- 
liebe Spitzen ansgefau mit den Tincturen des Schildes abwechselnd). 
Im Grossherzogthnm Baden anerkannter Freihermstand. — Altes 
Adebgeschlecht der Ober-Pfalz , weiches ursprünglich ans S^ümberg 
stammt, wo bereits 125<> Eberhard Ebner mit einer geborenen Ten&l 
Terheirathet war. Der Letzte des Stammes in Nürnberg, Hans Teoffel, 
starb 1451 nn vermählt u. wurde im Kloster Ebrach bei seinerVutlery 
einer geborenen Schierstab . begraben , woher die in alten und neuen 
Chroniken oft erwähnte Sage, dass im Kloster Ebrach der Teoiel 
nebst seiner flotter begraben li^re. rührt. — Um die Mitte des 15. 
Jahrb. wurde Birkensee oder Pirkensee erworben: ein m dem Her- 
zogthume Neuburg gehörendes Schloss auf dem Nordgau zwiscfaeu 
der Naab und dem Regen. Diese Besitzung, Ton welcher die Familie 
den Namen führt, kam zu Ende des 18. Jahrb. durch Kauf an die 
Herren t. Francken, Teublitz, Wind buch u. s. w., zu Anfange des 
19 Jahrb. aber durch Erbtöchter an die Freiherren y. Ar^n und 
T. Giese. — Die fortlaufende Stammreihe beginnt Bucelinns mit Con- 
rad Teufel V. P. dem Aelteren um 1490, von dessen Enkeln zwei, 
Conrad der Jüngere und Wolfgang, den Stamm fortsetzten. Connad 
der Jüngere starb 1582 als herz, barer. Oberst und Hauptmann zu 
Gundelfingen und von ihm stammte, unter anderen Söhnen, Heiniich, 
Pnrstl- Württemb. Rittmeister, von welchem Johann Friedrich ent- 
spross, welcher das Gut Funkensee im Voigtlande, wo die Familie 
anch Teuplitz erwarb, an sich brachte und auf demselben seine lime 
mit drei Söhnen fortsetzte. Von WolffgangR, herz. Pfalz -Neaburgi- 
sehen Raths, Söhnen wurde Wolffgang Balthasar Pfalz-Neaborgiacher 
Bath und Jägermeister , von dessen Söhnen zwei , Wolfigaag Bigie- 
mimd und Wolffgang Friedrich, im 3<>jährigen Kriege als Hauptleate 
blieben. Von einem anderen Sohne Wolffgangs: Wolffgang Leoskard, 
stammte Johann Adam, welcher 1705 als Fürstl. Eichstädtscher Kam- 
merjunker starb. So weit gehen die von Gau he gegeben^A Haeh- 
richten über die Familie. — Hans Wolffgang, der zweite Urenkel .des 
Stifters der Linie von Birkensee, welcher 1611 als Oberstlieatenai^t 
starb, hatte aus der Ehe mit Anna v. Tegerau einen Sohn, WolfiQgan§^y 
welcher sich 1634 bei der Belagerung von Hochbei^ ausaeic^ete. 
Derselbe erwarb in der Markgrafschaft Hochberg das schöne Ritter- 
gut Steckenhof nächst Denzlingen und ist mit seiner Gemahlin, einer 
V. Rieppurg, der Stifter der allein noch blühenden badenschen linie 
geworden. Der Urenkel desselben, Friedrich Eberhard, deeaen Jliukter 
eine v. Breiten-Landenberg und dessen Grossmutter eine v. Beitber^ 



— 175 - 

V^, ftthrtfe fechön den freiherrJichen Titel, doch iöt der erste Er- 
werber dieser Würde nicht mehr bekannt. Freih. Friedrich Eberhard 
vrar baden-durl^chscher Kammerherr u. Ober-Forstmeister der Mark- 
gi^fschaft Hochberg. Aus seiner Ehe mit Caroline Freiin v. Gem- 
Iningen-Bürg entspross Freih. Friedrich, geb. 1773 und gest. 1810, 
Grundherr auf Steckenhof, grossh. bad. Kammerherr u. Forstmeister 
tn Pforzheim, verm, 1798 mit Charlotte Amalie Freiin v. Steuben, 
gest. 1814 und aus dieser Ehe stammt: Freih. August, geb. 1804, 
Grundherr auf Mayenfels, grossh. bad. Kammerherr und Ober-Amt- 
'toann zu Weinheim, verm. 1836 mit Luise v. Cohausen, aus welcher 
Ehe drei Söhne leben, die Freiherreif: Carl, geb. 1837, Friedrich, 
geb. 1838 u. August, geb. 1840. — Die Schwester des Freih; August, 
Flpeiin Thecla, geb. 1800, vermählte sich 1834 mit Dr. Carl üllmann, 
'vormal. grossh. badischen Prälaten u. Vorstand des evangel. Kirchen- 
raths zu Carlsruhe. 

Oenealoff. Archlvarius, 1788, S. 776. — Gauke, 1. S. 2537 und 38. — Zedier, 42. S. IßSO. — 
(h>H, Adelslmch de* Orosah. Baden, Abth. S. — Freih. v, Ledebur, III. S. 10 und 11. — Oenoal. 
Tuchenb. d. freih. Hiuser, 1854, S. 531— 33, 1856, S. 625, 1863, S. 9G6 u. flf. Jahrgf^. — Siebmaeher, 
1. 96: Die Teufel v. Piickensee, Bayeiitch. — v. Meding, I. 8. 607. 

Tenffel v. Sicken, Sicken, genannt Tenffel. Ein im 17. Jahrh. 
zu dem in Oötpreussen begüterten Adel gehörendes Geschlecht. Das- 
selbe sass zu Maxkeim unweit Friedland und 1619 zu Sicken und 
Sickenhöfen bei Fischhausen. 

Frtik. «. Ledihur, m. S. 11.. 

Tenffel v. Zeilberg nnd Streitenan. Böhmischer Adelsstand. 
Bestätigungsdiplom desselben von 1701 für Johann David Teuffei v. 
Zeilberg, mit: v. Zeilberg und Streitenan. 

Megerle v. MUUfeld, Er^.-Bd. S. 469 nnd 70. 

Tenffenbach, Tieffenbach, Diiefenba<A, auch Freiherren (in 

Silber zwei schwarze Querbalken. Auf dem Schilde stehen zwei 
Helme. Der rechte tragt einen linkssehenden, silbern bekleideten, 
schwarzbärtigen Rumpf mit hoher, silberner Mütze, an welcher gleich 
vom eine sich vorwärts überbeugende, silberne Straussfeder steckt. 
Rumpf und Mütze sind mit zwei schwarzen Querbalken belegt. Auf 
dem linken Helme steht ein geschlossener, die Sachsen rechtskehren- 
der, silberner, mit zwei schwarzen Querbalken belegter Adlerflug). 
Altes, steiermärkisches Adelsgeschlecht, dessen Wappen sich auch 
in Bartschens. Wappenbuche findet und welches schon diesem Wap- 
pen nach ganz verschieden von einer gleichnamigen, ebenfalls steier- 
■ märkischen Familie ist, welche unter dem JS^amen: Teuffenpach zu 
Mairhofen und Teuffenpach , oder Teuffenbach zu Mayrhofen , Frei- 
herren, 8. den nachstehenden Artikel, aufgeführt wird. Doch haben 
die vielen Schriftsteller, welche von beiden handeln, dieselben so 
unter einander geworfen, dass beide nicht mehr genau zu scheiden 
sind. Die meisten Angaben gehören nach Allem zu dem Stanune 
Teuffenbach zu Mayrhofen, s. unten. Nur durch etwa noch vor- 
handene Siegel mit Unterschriften würden sich beide Stämme von 
einander scheiden lassen. 

gkbmmeker, I. SS: t. DUeCenbMh, Freiherren. — v. Medmg. IL 8. 598 oad 99. 



— 176 — 

Tenifenpaeh xu Mairhofen, Teaffeni»»ch oder Teoffenbadi sn 
Mayrhofen, Freiherren (Stamm wappeD : Schild von Koth , Silber und 
Schwarz in die Länge oder pfahlweise getheilt Auf dem gekrönten 
Helme zwei Adlersflügel, von welchen der zur Rechten von Schwarz, 
Silber und Roth und der zur Linken von Roth, Silber und Schwarz 
ptahlweise getheilt ist Freiherrliches Wappen: Schild geviert, mit 
das Stammwappen zeigendem Mittelschilde. 1 und 4 in Silber drei 
schwarze Wecken so zusammengestellt, dass sie gleichsam ein^i 
schrägrechten Balken bilden und an die Ecken des Feldes stossen: 
Wappen der ausgestorbenen v. Seiseneck, Freiherren v. Weiteneck, 
vorzeiten v. Allendorf genannt, durch Heirath an die v. Teuffenpach 
gekommen und 2 und 3 in Blau ein gekrönter, goldener Löwe: bei 
der Erhebung der v. Seiseneck in den Freihermstand verliehen. Von 
den beiden auf dem Schilde stehenden Helmen trägt der rechte den 
Schmuck des Stammwappens). — Eins der ältesten u. angesehensten 
steiermärkischen Adelsgeschlechter aus dem gleichnamigen Stamm- 
sitze zwei Meilen von Murau, welches nach Bartschens Angabe im 
Landhause zu Grätz „Teuffenpach** geschrieben ist. — Vom Grafen 
Wurnibrand wird zuerst Hartwig v. T. genannt, welcher in einem 
vom Herzoge Leopold in Oesterreich 1202 dem Kloster St Lamberti 
gegebenen Privilegium als Zeuge auftritt, doch beginnt Bucelinus die 
ordentliche Stamm reihe erst um 1246 mit Herrmann v. Teuffenbach 
in Meverhofen. — Von den Nachkommen desselben wendete sich zu 
den Zeiten des K. Ferdinand L eine Linie nach Oesterreich, brachte 
die Herrschaft Heydersdorff im Wiener Walde an sich und hatte be- 
reits 1537 den Freiherrnstand erlangt — Freih. Christoph starb 
151^8 als kaiserlicher Feldmarschall, nachdem er sich in Ungarn 
gegen die Türken durph seine Tapferkeit sehr ausgezeichnet hatte. 
Von ihm stammten zwei Söhne: Freih. Rudolph u. Freih. Friedrich. 
Freih. Rudolph stieg zum kais. General-Feldmarschall u. General-Haus- 
Feld- u. Landzeugmeister, Freih. Friedrich aber, geb. 1585, erst kais. 
Kammerherr, später in den Böhmischen Unruhen der Protestantischen 
Stände in Mähren General, kam, angeklagt, dass er die Ungarischen 
Stände zu einem Bündnisse wider den Kaiser habe bewegen wollen, 
in Gefangenschaft und wurde 1621 zu Insbruck in einem Sessel ent- 
hauptet. Der Sohn des Letzteren, Freih. Rudolph IL, trat wieder 
zur katholischen Religion über und kam bei dem K.Ferdinand IL zu 
gi-ossem Ansehen. Später, um 1640, kommt Freih. Ortolph als kais. 
General vor und Freih. Maximilian Ernst, kais. General-Amts- Ver- 
walter der Croatischen Meer-Grenzen, wie auch Ober-Hauptmann 
und Commandant zu Zengh und spater Generalmajor, wurde 1718, 
nach dem Passarowitzer Frieden, zum ersten Grenz-Scheidungs-Com- 
missarius ernannt. Ueber das Fortblühen des Stammes sind genaue 
Nachrichten nicht aufzufinden , doch hat derselbe wohl fortgeblüht 
Nach V. Hellbach besass das Geschlecht den gleichnauiigen Rittei^sitz 
!Maass und in neuer Zeit standen in der k. k. Armee Albin, Arthur 
und Emanuel Freiherren v. Teuffenbach zu Tietfenbach und Massweg. 

ßuctUnx Rtommatoffr. P. \\\. — 8pmer , Lib. 2. c. 97. S. 647. — Gr. v. Bnmdis, Kr. 61. — 
Prevenhueber, 8. 877. — Gr. Wurmbr€md, S. 161. >- Gauke, I. 8. 2539—41 «ad H. 8. ll^^-HTe. 



- 177 - 

- Zedier, 42. S. 1644 — 49. — SchmuU, IV. S. 172 und 73. — Geneal. Taschenb. d. freih. Hauset, 
1861, S. H54: Teuffenbach zu Tiefenltach u. Ma.<>swegg u. ff. Jahrgg. — Siebmacher, I. 32: ▼. Teuf- 
fenbach, Freiherren. — v. Meding, II. S. 5U9 und GOO: Teuffenpach zu Mairbofen; nach Uartschens 
W. B. u. Teuffenpach, oder Teuffenluch zu Mayrhofen,. Freiherren. 

Tentleben (in Silber zwei von einander abgesonderte, rothe Ad- 
lersüügel mit einwürt«gekehrten Sacbsen, von denen jeder mit einem 
goldenen Balken, der rechte schräglinks, der linke schrägrech ts, be- 
legt ist. Auf dem gekrönten Helme zwei gegen einander gekehrte, 
aufrecht gestellte, iiusgekerbte , silberne Messer mit gewölbten 
Rücken oder kleine Sägen. Die Siebmachersche Declaration sagt: 
„Kiefer"). — Altes, thüringisches, schon 1085 mit Ulrich v. Tent- 
leben vorkommendes Adelogeschlecht aus dem gleichnamigen, im 
Herzogthume Gotha an der Land Strasse unfeni Waltershausen lie- 
genden Stammsitze, welchen nach der Gotha diplomatica 1094 Rufus 
V. Tuteleybeyn erbaute, welchen aber schon 1365 die Grafen v. Or- 
lamünde besassen, von welchen letzteren übrigens nach Einigen die 
Familie v. Teutleben abstammen soll. Das Geschlecht hatte in früher 
Zeit auch dieBurgmannschafl auf dem gothaischen Schlosse Tanneberg 
inne. — Conrad v. T. war 1270 Präsident der Regierung in Gotha 
und ein Anderer dieses Kamens um 1580 Hauptmann zu Gotha. Va- 
lentin v.T., J.U.D., Domherr zu Mainz, Magdeburg und Hildesheim 
und Vicarius des Erzbischofs zu Mainz, ein heftiger Gegner Luthers, 
erlangte 1537 das Bisthum Hildesheim. Der Bruder desselben, Cas- 
par T. , Ritter , 1529 Rector Magnificus der Universität Wittenberg 
wurde kursächs. Geh. Rath. Von Letzterem stammte Hans Ernst 
V. T. auf Laucha bei Qucrfurth (welches Rittergut der Grossvater, 
Hans V. T., 1465 erkauft), Hofrichter zu Jena und Cammerrath zu 
Coburg u. von diesem Caspar v. T. , welcher Sachsen-Eisennachscher 
Rath und Ober-Hof m arschall und später, 1623, des Herzogs Johann 
Casimir zu Coburg Geh. Rath u. Abgesandter am Kaiserlichen Hofe 
wurde. Derselbe erhielt in der Fruchtbringenden Gesellschaft, deren 
Urheber er gewesen, die erste Stelle und hinterliess bei seinem Tode 
1629 einen gleichnamigen Sohn, dessen Enkel, Wilhelm Christoph 
V. T., Oberst-Lieutenant, 1712 starb. Mit demselben soll, wie früher 
mehrfach angenommen worden ist, der Stamm erloschen sein, doch 
muss, wenn nicht Name und AVappen durch Adoption vererbt und 
durch Nobilitirung bestätigt worden ist, eine Linie fortgeblüht haben, 
denn nach Rauer war noch 1857 Friedrich Gewalt v. Teutleben Herr 
auf Henningsleben im Kr. Langensalza. 

Knauth, Origines Ueuchling. S. 43. — Fahricii Orig. Saxon. S. 84. — ßeckmann, V. S. 481. 
— V. ÖleieheruUin , ^r. 87. — Gatüke, I. S. 2541 und 4'2. — Zedier, 4S. S. 1667. — ürilckner, 
'larch- und Schulen - Staat d. H. Ootha, In allen drei Thellen an mehreren Orten. — I'farrer I>nfft 
Leichenpredigt auf den Vater dos Wilhelm Christoph v. T»^tleben, mit einigen Familien-Nachrichten. 
Später, 1776, lu Meiningen gedruckt. — Jiüeching , Erdbeschreibung, Tli. 8. Üd. 2. S. 2y5l der ß. 
Aufl. — GaUetti, Geschichte und Beschreibung des H. Gotha, III. S. 111 und 12. — Freih. v. Le- 
dehur, Ul. 8.11. — Siebmaeher, I. 148: v. Teutleben, Thüringisch. — v. Meding, lll. 8.663 u. 64. 

Tentschenbach v.fEhrenruhe. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1800 für Siegfried Tentschenbach, Hauptmann im k. k. Infaut- 
Regimente Freih. Reiski v. Dubnitz, mit v. Ehrennihe. — Der Stamm 
hat fortgeblüht und in neuester Zeit standen Adolph und Gustav 
Tentschenbach v. Ehrenruhe in der k. k. Armee. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 470. 
Knetehke, Deutsch. Adels-Lex. IX. 12 



— 178 — 

Tevt^cher (in Blau ein Torwarts gekehrter, doch reciitfie^ender, 
fK'hwarz geharnischter Kitter, dess^en schwarze Sturmhanbe mit drei 
luu.li link» wehenden , weissen Straussenfedem besteckt ist, welcher 
in der Rechten ein Schwert mit goldenem Grifie emporiiält nnd die 
Linke auf einen, zu den Pulsen stehenden Schild stützt. Der Schild 
ist silbern und der Länge nach getheilt und in der linken Hälfte Ton 
zwei rotben Querbalken durchzogen). Reichsadelsstand. Diplom 
Tom 5. April 1784 für die sächsische Familie Teutscher. Mehra« 
Glieder der Familie haben in der kur- und königl. sächs. Armee ge- 
standen und Carl Wilhelm v. T. . k. sächs. Uauptmann, trat 1849, 
Hermann Rudolph t. T.. ebenfalls k. sachs. Hauptmann, aber 1852 
aus dem activen IHenste. 

BuAxrkrifeL StAix. — Tyr^f, I. *<r:. — W. B. 4fT Sät« Staalr«, IX- S5. — JTaeMUe, II. 

Temttemhofem, TenteahofeB. Ein schon im 13. Jahrhundert zu 
den Reichsrittem zählendes, bayerisches Geschlecht aus den gleidi- 
namigen Stammschlosse zwischen München und Dachau. Schon im 
14. Jahrfa. wanderte die Familie ans Bayern aus und ging nach Tirol 
und von da kam im 16. Jahrh. eine Linie nach Kärnten. 1720 starb 
der alte Stamm völlig aus. 

ZtiJer, 42. S. l€&i und 53. Back Mhhrakbra ?Carkhrklni. - Siehmmrhfr, m. 10S. 

TeTeamr ^in Roth zwischen zwei silbernen Büffelshömem ein 
goldener, doppelter Widerhaken und auf dem gekrönten Helme zwei 
Büffelshömer ». Ein aus dem CleTeschen , wo unweit Dinslaken das 
Stammhaus der Familie Hiesfeld li^t, stammendes Patricierge- 
schlecbt der Stadt Essen, dessen alter Adel 6. Aug. 1784 anerkannt 
worden ist. — Gerhard t. Tevenar war Bürgermeister zu Essen. 
Johann Wilhelm t. T. , k. preuss. Regienmgs- und Consistorial-Prä- 
sident zu Magdeburg, starb 1 797 und der Sohn desselben, Alexander 
Christian George v. T. 18C>8 als k. preuss. Regierungsrath zu Mag- 
deburg. Spjiter. 22. Nov. 1856. starb im 88. Lebensjahre Johann 
Friedrich Wilhelm v. Tevenar, k. preuss. Regienmgsrath a. D. Der- 
selbe war in Westpreusscn Herr auf Saalau und Domoehau unweit 
Danzig. 

5. Pr. A.-L. IV. S. 2C4. — Frtik. r. Ltdfimr. HI. S. 11. 

« 

Textor, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1749 für 
Franz Ignaz Textor, Böhmischen Rcpnisentations - und Kammerrath. 

Meferie r. MSAl/eld, Erf.-Bd. S. 214 und 15. 

Teybcr, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1820 fiu: 
Friedrich Teuber, k. k. Hofsecretair und Rcgistraturs-Director der 
obersten Justiz.*;telle, mit: Edler v. — Später ist in der Person des 
Feldmarschall-Licutenants Joseph Edlen v.Teyberauch derFreiherm- 
stand in die Familie gekommen und in neuer Zeit lebte Freih. Joseph 
im Pensionsstande in Wien. 

MegtrU v. Mühlfele, S. 273. — MiliUlr-Sohenutisn. d. OwUtt. Kxisorthnms. 

Teybnrg (Reyburg), Ritter. Böhmischer neuer Ritterstand. 

Diplom vom 30. Xov. 1G55 für Paul Albrecht Teyburg. 

r. HtUbach, 11. S. 678. 



^ 179 — 

Teysinger v. Tielenbonrg. Erbl. -österr. AdelsstÄnd. Diplom 
von 1759 für Jacob Adam Teysinger, k. k. StückhauptmaDn, wegen 
33jähriger Dienstleistung, mit: v. Tielenbourg. 

MegtrU v. Müklfeid, S. 27S. 

I Thadden, Tadden (es finden sich drei , aber wohl einem u. dem- 

Beiben Stamme angehörige Wappen: in Blau zwei gestürzte Halb- 
monde und im Schildesfusse ein goldener Stern, auf dem Helme drei 
Pfeile u. zwei Sterne: die v. Thadden zu Enzow im Lauenburgischen ; 
Schild quergetheilt: oben in Roth ein aufwachsender Greif und unten 
in Silber ein goldener Stern; auf dem Helme drei Blätter und in 
Roth ein ganzer, silberner Greif und im Schildesfusse ein goldener 
Stern und auf dem Helme drei blaue Pfeile und zwei goldene Sterne). 
Altes, pommemsches Adelsgeschlecht, welches sich früher Tade und 
Thade schrieb. Die alten Lehne desselben: Nesmachow, Dzinzelitz 
oder Dzechlin , Bonswitz , Reddestow , Ribienke u. s. w. lagen im 
Lauenburgischen, wo auch ein den Namen des Geschlechts führendes 
Gnt liegt. Mit den genannten Dörfern belehnten die Herzöge von 
Pommern 1527 zwei Brüder, Claus und Stephan v. Thade. Der 
Stamm blühte fort und von den Sprossen desselben wurden nament- 
lich folgende bekannt: Reinhold v. Thadden, k. preuss. Generallieu- 
tenant von der Infanterie, vormaliger Regimentschef u. Gouverneur 
von Glatz, starb 1784 ohne Nachkommen auf seinem Gute Babenz 
unweit Rosenberg in Ostpreussen , worauf sein Vermögen an seine 
Vettern aus dem Hause Reddestow im Lauenburgischen fiel; Johann 
Leopold V. Th. a. d. H. Reddestow, k. preuss. General lieutenant, Chef 
eines Infanterie-Regiments und Gouverneur zu Spandau, starb 1817 
zu Halle. Von den Söhnen desselben war einer Oberforstmeister zu 
Stettin und der andere lebte als Hauptmann a.D. zu Halle; Christian 
Ludwig V. Th. starb 1794 als Oberst u. Chef eines Füsilierbataillons. 
Aus seiner Ehe mit einer v. Billerbeck stammte der Major und Com- 
mandeur des Garde-Schützenbataillons v. Thadden, verm. mit einer 
Girodz de Gaudi und Ernst Dietrich v. Th. , venn. mit Caroline Grf 
V. Wartensleben, aus welcher Ehe ein Sohn stammte, welcher das 
Gut Triglaff* bei Greiffenberg in Pommern besass und eine Tochter, 
Wittwe eines Landraths Grafen v. Reichenbach. — Ein natürlicher 
Sohn des Majors v. Th. im Regimente v. Renzel, Franz Heinrich 
V. Th., wurde 1799 legitimirt u. in den Adelsstand des Kgr. Preussen 
versetzt. Derselbe bligb 1806 als Artillerie-Lieutenant bei Lübeck. 
Nach Rauer war 1857 v. Thadden-Triglaff Senior Herr auf Triglaff 
und Gruchow und v. ThaddÄ-Triglaff" Junior Herr auf Valmerow, 
sämmtlich im Kr. Greifienberg Pommerns. 

Micratl, S. 533. — ZedUr , A\. S. 1361: t. TWden. — N. Pr. A.-L. IV. S. 264 nnd 65. — 
Freik. v. Ledebur, UI. S. U und 350. — Siebnuxcher, V. 158. — v. Meding, I. S. ÖW. — Fomm. 
W. B. II. Tab. 66: v. Thadden xu Trieglaff und Or. Wunnaschin. 

Thalan, Talow. Ein im 17. Jahrb. in Ostpreussen mit mehreren 
Gütern angesessenes Adelsgeschlecht, welches bereits 1624 zu Kie- 
selkehmen unweit Gumbinnen und noch 1689 zu Auerfliess bei Dar- 

12* 



— 180 — 

s 

kehmcn sass. Hans Erhard v, Thalau, Major, starb 1689 ohne 
Lehnserben. 

Freik. v. Ledebur, in. S. 11. 

Thale, Tale, Dahl (Schild durch einen sich kreuzenden Stufen- 
schnitt in Roth und Silber geviert, oder, wie v. Meding sagt: Schild 
von Roth und Silber winkelmass weise geviert) Altes, brannschwei- 
gisches Adelsgeschlecht, dessen Stammsitz das an der Bode gel^^rae 
irut Thale unweit Aschersleben war, wo die Familie 1560 und noch 
1600 sass. 1560 stand dem Geschlechte auch Wernigerode nnw^t 
ÜMterwieck zu, auch war dasselbe im Braunschweigischen und An- 
haltschen zu Hojm angesessen. 

Prtik, V. Ledelmr, HI. S. 11. — SUbmaektr, I. 181 : t. Tale, BraunschireiCHch. — v. M«S^, 
I. S. «08: T. TluL 

Thalberg. Altes, steiermärkisches Rittergeschlecht , welches 
schon im 12. Jahrhundert die gleichnamige Herrschaft in Steier- 
mark besass. Dasselbe darf mit den Dahlbergen, die in alten Ur- 
kunden auch unter dem Namen: Thalenberg vorkommen, nicht ver- 
wechselt werden. 

SckwmU, IV. S. 176. 

Thaler. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 1811 fnr Joseph 
Thaler, Landrath zu Frei bürg. 

Me^erU v. ßfüJOfetd, Erg.-Bd. S. 470. 

Thalhammer v. nnd zn Thalegg, Freiherren. Erbl.-österr. Frei- 
herrnstand. Diplom von 1702 für Franz Thalhammer v. und zu 
Thalegg, k. k. Rath und Tiroler Land mann. 

Me^erU v. Mukljeld, Erf . Bd. S. 107. 

Thalheimb, Ritter nnd Edle. Reichsritterstand. Diplom von 
1716 für Franz Andreas Thalheimb, k. k. Jäger- Amts-Secretair, mit: 
Edler v. 

Meierte v. Müklftld, Erf .-Bd. S. 215. 

Thallmann. Reichs- und böhmischer Adelsstand. Reichsadels- 
diplom von 1710 für Daniel Franz Thallmann, Cammer-Compositenr 
und für den Bruder desselben, Caspar Leopold Thallmann, Landes- 
Advocaten in Mahren und Böhmisches Adelsdiplom von 1711 fnr 
Letzteren. 

MegtrU v. MüUfcld, Erf .-Bd. S. 470. 

Thalwentzel, Thallw^enzl (Schild quergetheilt: oben zwei Lö- 
wenköpfe und unten drei Sparren). Böhmischer Adels- und Ritter- 
stand. Adelsdiplum vom 26. Oct. 1707 für Daniel Ignaz Thalwentxel 
und Ritterdiplom vom 3. Aug. 172*^ für Daniel Ignaz Thallwenzl, 
Assessor des Zauden- Gerichts zu Glogau. Ein Oberamts - Advocat 
V. Thalwentzel lebte noch 1771 in Breslau. 

M«9trit V. Muklfeld, Erg.-Bd. S. 215 und 270. — v. Heübaek, II. S. 579. — Frmk, ». Ltd»- 
hur, lU. S. 11. 

Than. Altes, steiermäi-kisches Rittergeschlecht, welches im 14. 
Jahrhunderte die gleichnamige Herrschaft in Steiermark besass. 

ifckmuU, IV. 8. 179. 



— 181 - 

Thanberger. Steierniärkisches Rittergeschlecht, welches mit 
Erasmus v. Thanberger 1572 die steierische Landm annschaft erhielt. 

SekmuU, IV. 8. 179. 

Thanner, Freiherren, s. Tanner, autjh Freiherren, S. 133 
und 134. 

Thanrae<ll, auch Freiherren (Schild mit silbernem Mittelschilde 
und in demselben ein rothes Rad mit fünf, oder sechs Speichen: nach 
Spener: ausgestorbene, befreundete Familie v. Sighart. 1 und 4 von 
Roth und Silber quergetheilt und mit einem aufrechtstehenden Pfeile 
belegt, dem aber an der linken Seite die eiserne Spitze und an der 
rechten die Befiederung fehlt und der die abwechselnden Tincturen 
des Feldes führt: altes Greschlechtswappen und 2 und 3 ein laufender 
goldener, oder ein Tannenhirsch von natürlicher'Farbe mit goldenem 
Geweihe, wohl auch ein silberner Hirsch in vollem Sprunge: Rech- 
bergisches Wappen: eine Angabe, welche aber Spener billig in 
Zweifel zieht). — Altes, ursprünglich salzburgisches Adelsgeschlecht, 
welches im 16. Jahrhunderte den Freihorrnstand erlangte, sich dann 
nach Oesterreich begab u. daselbst zu den Zeiten des K. Maximilian I. 
die Herrschaften Strantzendorf, Thernberg und Rechberg an sich 
brachte. Der erste Freiherr, Balthasar v. Thannrädel, war 1600 ge- 
storben. Das Geschlecht wurde 1643 wegen Festhaltens an der 
evangelischen Religion mit anderen vornehmen Familien aus Oester- 
reich vertrieben und wendete sich nach Ober-Sachsen. — Die Gotha 
diplomatica beginnt die Stammreihe der Familie mit Balthasar Th., 
Ritter, der 1520 als Oberst in den Niederlanden, kaiserl. Rath und 
Landeshauptmann in Oesterreich lobte u. von welchem Andreas Th., 
kaiserl. Rath u. Regiments-Director in Land-Rechten zu Ens stammte. 
Der Sohn desselben, Wolff Th. , kommt um 1567 als kaiserl. Rath 
und Beisitzer der Niederösterr. Landrechte, wie auch der Landschaft 
Raitmarschall vor. * Von demselben entspross Balthasar Christoph 
erster Freiherr v. Th., welcher, wie schon erwähnt, 1600 starb. 
Derselbe, kaiserl. Ober-Silber -Kämmerer und Hauptmann in der 
Neustadt, hinterliess vier Söhne u. zwar folgende: Heinrich, General- 
Commissarius und Regimentsrath in den Oesterreich ischen Landen ; 
Wolffgang, kaiserl. Ober-Kämmerer und Kreisrath; Andreas, Land- 
marschall und Beisitzer der Landrechte in Oesterreich, welcher 1619 
der verbündeten Evangelischen Stände in Oesterreich Orator war 
und als solcher in die Kaiserlichen Vorzimmer drang und dem Kaiser 
die Verlangen wegen der Religion vorbrachte und Johann Christoph, 
welcher in Folge der Religions-Verfolgungen sich nach Regensburg 
und dann nach Ober-Sachsen begab. — Ueber das Fortblühen und 
spätere Erlöschen des alten Stammes fehlen genaue Nachrichten. 

Bucelini Stcmmatogr. P. m. — v. GUichensUin: Geschl.- Register der Hrr. v. Th. — Gauhe, 
I. S. 2648 u. 44. — Siehmachtr, I. 2: F. H. ThanrKdl. — Spener, S. 674 u. Tab. 24. — v. Meding, 
ra. S, 664- 66. 

Tharoulle, Reichs -Ritter- und Freiherrenstand (in Silber zwei 
schwarze Querbalken u. in der linken Obereoke ein goldener Stern: 



— 182 — 

adeligem Wappen, Freiherrliches Wappen: Schild geviert mit Mittel- 
schilde. 1 Kopf und Hals eines Hirsches; 2 ein Pfeil; 3 zwei Büf- 
felshörner und 4 das Bein eines Adlers. Im Mittelschilde ein Quer- 
balken und über demselben eine Raute). Reichsritterstandsdiplom 
vom 10. Kov. 1600 für Bartholomaeus und Martinus v. und zu Tha- 
roulle und Freihermdiplom um 1648 für die hinterlassenen drei 
Töchter und sieben Söhne des Ludwig v. und Herms auf Tharoulle, 
des Fürsten thums Jaegerndorff Landes-Hauptmanns, Lehn-Hofriehters 
des Bisthums Olmütz u. s. w. (welcher eben starb, als er in den Frei- 
hermstand erhoben werden sollte), aus der Ehe mit Margaretha Star- 
sinska v. Bietkau. — Altes, ursprünglich aus dem Stifte Lüttich, wo 
auch das gleichnamige Stammschloss liegt, stammendes Adelsge- 
schlecht Dasselbe, auch im Luxemburgischen zu Bettendorf gesessen, 
breitete sich auch hi Ober-Schlesien und Mähren aus, in welchen 
Ländern sich 1583 Erasmus y. Tharoulle ankaufte. Im genannten 
Jahre bestätigte Kurfürst Ernst von Bayern zu Trier, Bischof su 
Lüttich, in einem besonderen, von Sinapius im Auszuge mitgetheilien 
Documente den alten Adel der Familie. Von Erasmus y. Th. stammte 
der obengenannte Ludwig y. Th. , welcher, wie angegeben, eine zahl- 
reiche Kachkommenschaft hinterliess, über welche Gauhe nach Sina- 
pius Mehreres mittheilt. Freih. Leopold Wilhelm, gest. 1706, Prälat 
des Domstifts zu Breslau u. des Capitels Senior, Domherr zu St Crucis 
und Hofrichter des Stifts Breslau, stiftete aus seinen Gütern in Schle- 
sien: Koworrno, u. s. w. unweit Kosel ein Seniorat, doch ist mit den 
Söhnen seines Bruders, des Freih. Heinrich, Landeshauptmanns des 
Fürstenthums Breslau: Johann Carl, Seniorats-Herm, erst kurtrier- 
schem und später kaiserl. Kämmerer und Leopold Julius, um 1747 
der alte Stamm erloschen. 

Sinapiiu, U. S. 472 — 74. — Gauhe, U. S. 1151 und 52. — Zedier, 4S. S. 494. — Freik, v. 
Ledebur, IIT. S. 11 und 12. — Siebmacher, V. Zus. 9. 

Thaner, Thaner v. Wickolin, s. Tauer, -TaYer, s. S. 147. 

Thanrer v. Gallenstein , Ritter nnd Edle. Erbl. - österr. Ritter- 
stand. Diplom Yon 1796 für Thaddaeus Thaurer, Hammergewerke 
zu Graetz, mit Edler y. Gallenstein. 

MegerJe v. Mühlfeld, Erg.Bd. S. 215. 

Tbeer, Freiherren. Erbl. -österr. Freiherrnstand. Diplom Yon 
1794 für Johann Felix Theer, Handelsmann und Besitzer der Herr- 
schaft Wildschitz in Böhmen. 

Megerle v. 'Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 107. — Siebmacher, DI. 22. 

Thein (im Schilde eine, wie eine Yase gestaltete Fontaine). Ein 
in neuer Zeit zu dem in Schlesien begüterten Adel gehörendes Ge- 
schlecht. Dasselbe sass 1817 zu Frankenthal unweit Militsch. 

Freih. v. Ledebur, III. S. 12. 

Theimer v. Retheim. Erbl. -österr. Adelsstand. Diplom von 
1775 für Franz Joseph Theimer, Oberstwachtraeister im k. k. Cuiras- 
sier-Regimente Freih. y. Rothschütz, mit: y. Retheim. 

Megerle v. MUhl/eld, Fr«r.-Bd. S. 470. 



— 183 — 

T^eler, Thaeler (in Roth ein silberner Pfahl, belegt mit drei 
über ein^inder gestellten, rothen Lilien). AUes, im ^(leissenschen und 
in der Lausitz begütert gewesenes Adelsgeschlecht, nach Knauth 
weiland auf Gurick, Neschwitz und Potschappel, Höckendorf und 
Ruppendorf gesessen, welches zu Gauhe's Zeiten namentlich im 
B^uzner Bezirke die Güter Reinsdoi-ff, Bolschwitz, Zeiche, Wohla 
und Nieder- Gersdorf inne hatte. Dasselbe sass bereits 1360 zu 
Höckendoif, 1560 zu Gr. und Klein-Haehnichen, Schönwalda, Soms- 
dorff und Straecken walda , so wie 1590 zu Potschappel, erwarb im 
Laufe der Zeit mehrere andere Güter und sass noch 1769 zu Kauck- 
lick, Maxsdorf, Prausitz und AVelsau, 1780 zu Nieder- Jahna,. 1788 
zu Laasow bei Calau und 1797 zu Höckendorf — Schon 1093 sollen 
die Edlen Herren: Conrad, Thiemann u. s.w. Theler berühmte Ritter 
gewesen sein. Conrad Theler, dessen adelige Eltern und Vor-Eltern 
sich nach MoJler schon lange Zeit, der Bergwerke wegen, in Freiberg 
fiufgehalten hatten, reis'te 1360 in das gelobte Land und Hess im fol- 
genden Jahre auf seinem Rittergute Hoeckendorff unweit Dippplds- 
walde mit grossen Kosten nach den von ihm in Palästina genom- 
menen Massen des Kreuzganges und nach seinen Zeichnungen , zum 
Andenken an das Leiden Christi, sieben steinerne Marter -Säulen, 
jede mit einer Bitte des Vater Unsers, aufrichten. Caspar Thaeler 
wird 1494 als Amtshauptmann zu Ereiberg genannt und diß ordent- 
liche Stammreihe beginot Valentin Köoig mit Caspar Theler, kur- 
sächsischem Amtshauptmann zu Beizig, Rabenstein u. s. w., dessen 
Enkel, Benno Joseph y. Th., des Kurfürsten August zu Sachsen Ober- 
Land-Fischmeister und Herr auf Höckendoi*fi' war. Von dem gleich- 
namigem Sohne desselben, HeiTu auf Reichenbach u. kursächs. Ober- 
Steuer-Einnehmer, stammten als Enkel: Hans Caspar v. Th. auf 
Schkade, welcher 1698 als kursächs. Oberstlieutenant starb u. Wolff 
Conrad v. Th. auf Neschwitz, Zeschau, Wohla u. s. w., dessen Nach- 
kommen den Stamm weiter fortsetzten. In grösseren genealogischen 
Sammlungen finden sich Nachrichten über die Familie bis 1792 und 
in den nächsten Jahren war dieselbe noch, wne angegeben, begütert, 
dann aber ist nach Allem der Stamm erloschen. 

Moütr, Theatr. Chroulc. S. 832 und Desselben Annal. Freib. S. 62. — Knauth, S.583. — VaL 
JOBmig, III. S. 1107—14. — Gauhe, 1. S. 2544 u. 45. — Zedier, 43. 8. Ö96 — 600. — Freih. v. Le- 
«iedwr, III. S. 12. — Siebmacher, I. 160- v. Theler, Meisnlsch. — v. Meding, II. S. 601. 

Thellusson (Schild geviert: 1 u. 4 in Silber zwei über einander 
liegende, schwarze AdlerHügel mit goldenen Kleestengeln und 2 u. 3 
in G^old ein grüner Eschenbaum mit Wurzeln, in dessen Laube ein 
kleiner, rother Schild mit drei Wassertropfen liegt"). Preussischer 
Adelsstand. Diplom vom 8. Juni 1 737 für Isaac Thelluson, Staatsrath 
der Republik Genf u. k. preuss. Gesandten am k. französischen Hofe. 

Prtih. V. Ledebur, UI. S. 12. — W. B. d. Preuss. Monarchie, IV. 75. 

Tliengen, Grafen. Altes, schwäbisches Grafengeschlecht, eines 
Ursprungs mit den Grafen: Neuenbürg und Veringen, welches 1592 
erlosch. 

Hübner, U. Tab. 4Ö3. — Ztdler, 43, S, 542, — Siebmucher, II. 21. 



— 184 — 

Therer v. Themheimb. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 
6. Juni 1702 fiir Laurenz Franz Therer, Arzt in Schlesien, mit: 
V. Themheimb. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 272. Erj.-Bd. S. 470. — v. HtKbach, D. S. 681. 

Thermann, Freiherren (in Gold ein schräglinker, blauer Balken, 
welcher oben und unten von zwei sechsstrahligen, schräglink9 ge- 
stellten, blauen Sternen beseitet ist). Reichs-Panner-Freiherrnstand. 
Diplom im kursächs. Reichs- Vicariate vom 11. Sept. 1790 für D. 
Wilhelm Gotthold Thermann, Herrn auf Gollma unweit Delitzsch, 
kursächs. Ober-Hofgerichtsrath zu Leipzig. Derselbe, später k. 
sächs. Oberhofgerichtsrath , Herr auf Gollma, sowie aufWollichen 
unweit Erfurt, starb 1825 und hinterliess, neben drei Töchtern, drei 
Söhne. Von Letzteren war nach Rauer 1857 der ältere, Freih. Wil- 
helm, Herr auf Gollma, die beiden Anderen, Freih. Ludwig, Herr 
aufWollichen und Freiher Emil, der Rechte Doctor, sind ohne Nach- 
kommen gestorben. Vom Freiherrn Wilhelm stammen zwei Söhne: 
Freih. Wilhelm II., geb. 1835 und Freih. Edmund, geb. 1842. 

HandschrlfU. Notiz. — Tyroff, I. S. 225. — W. B. der Sächs. Staaten, IV. 20. — Knetchkt, H. 
S. 437. 

Thermo, auch Freiherren (in Roth der rechtsgewendete Ober- 
leib eines silbernen Bracken mit roth ausgeschlagener Zunge, langen, 
braunen Ohren u. drei braunen Flecken am Leibe). Reichsfreiherm- 
stand. Diplom vom 9. Kov. 1804 für Heinrich Adolph Gustav v. 
Thermo, Landes-Ael testen im Calauschen Kreise des Markgrafen- 
thums Niederlausitz (später Landes- Aeltesten des Markgrafenthums 
Nieder-Lausitz und k. preuss. Landrath, Herrn aufLipten). Altes 
Adclsgeschlecht der !^ieder-Lausitz, welches in früheren Zeiten zu 
der unmittelbaren Reichsritterschafb am Rhein gehörte, von da aber 
um 1200 mit dem deutschen Orden nach Preussen kam. Melchior 
V. Thermo — ein Urenkel AVemers v. Th., der bereits 1414 in der 
Markgrafschaft Brandenburg die Güter Brunow und Hergermühl be- 
sass, war 1559 des deutschen Ordens-Ritter und Comthur zu Weis- 
senburg u. wurde in der Geschichte des Ordens durch die Befreiung 
des von den Russen gefangenen Heermeisters Wilhelm v. Fürsten- 
berg sehr bekannt. — Zu den spätem Sprossen des Stammes gehörte 
Melchior V. Th., kurbrandenb. Garde-Hauptmann und Comraandant 
zu Spandau und Hans v. Th., kursächs. Geh. Rath, von dessen Töch- 
tern die Eine sich 1588 mit Rochus Grafen zu Lynar vermählte. — 
Die jetzigen Freiherren v. Th. beginnen ihre älteren Ahnenproben 
mit Johann Zachavias v. Th. auf Terpt, verm. mit Anna Sibylla v. 
Zerbst a. d. H. Gäbersdorf Ihm folgen in der geraden Stammreihe 
der Sohn : Hans Christoph v. Th. auf Terpt und Zieckow , verm. mit 
Johanna Elisabeth v. Leipziger a. d. H. Herbcrsdorf und der Enkel«: 
Johann Elu'cnfried v. Th. auf Zieckow, geb. 1723 und gesi 1777, 
verm. mit Johanna Charlotte v. Houwald a. d. H. Straupitz, gest. 
1775. Letzterer hinterHess zwei Sohne. Von denselben gründete 
der Aeltere: Christian Theodor Wühelm v. Th. aufStarazella, Zieckow 
und Caulc, geb. 1757, k. preuss? Landrath , verm. mit Auguste He- 



— 185 — 

lena v. Dallwitz a. d.H. Starazella, die in seinen Kindern und Enkeln 
auf den genannten Gütern weiter tbrtblühende ältere, adelige Linie 
des Stammes. Der jüngere Sohn Johann Ehrcnl'rieds v. Th.: Freih. 
Heinrich Adolph Gustav, s. oben, geb. 1762, Herr auf Lipten, ver- 
mählte sich 1785 mit Eleonore Johanna Ereiin V. Brandenstein, wurde, 
wie erwähnt, 1804 in den Freiherrnstand erhoben und starb 1835. 
Aus seiner Ehe stammte Freih. Carl Wilibald, geb. 1794, Herv auf 
Lipten, k. preuss. Geh. Regierungsrath , verm. 1839 mit Emma v. 
Thermo a. d. H. Starazella und aus dieser Ehe entsprossten , neben 
fünf Töchtern, zwei Söhne, Freih. Adolph, geb. 1845 und Freih. Wil- 
helm, geb. 1850. Von den drei Schwestern des Freih. Carl Wilibald 
vermählte sich Freiin Gustave, geb. 1789, 1804 mit dem 1846 ver- 
storbenen Ferdinand Grafen v. d. Lippe-Weissenfeld , Freiin Ottilie, 
geb. 1801, 1820 mit Wilhelm v. Matzdorf, k. preuss. Hauptmann 
und Freiin Luise, geb. 1806, 1829 mit Ludwig Gr. v. Stillfried- 
Rattonitz, k. preuss. Generalmajor z. D. — Aus der adeligen Linie 
des Stammes war nach Rauer 1857 Oswald v. Thermo im Kr. Luckau 
Herr auf Bornsdorf I. und IL, Caule, Grünwalde und Zwicckau. 

Oauhe, I. S. 2631: ▼. Tenno. — N. Pr. A.-L. IV. S.2C2 und 63. — Freih. v. Ledebur, 111. 8. 
1« und IS. — Oencal. Ta«chcnb. d. freih. HMuscr, 1853, S. 471, 1866, S. 626, 1863: S. 967 u. ff. 
Jahrfff. — Sithmacher, I. 124: v. Thermo, Rheinländisch. — W. B. d. Sachsischen Staaten, 111. 51. 
— Kneschke, I. S. 415 and 16. 

Thenmem v. Nekersfeld. Erbl.-östcrr. Adelsstand. Diplom von 
1816 für Joseph Theumem, k. k. General -Feld Wachtmeister, mit: 
V. Nekersfeld. 

MegerU v. MüMfeld, Erg .-Bd. S. 273 

Thenring, Thenringk (Schild quergctheilt: oben in Silber ein 
aus dem linken Schildesrandc hervorschreitender Ochse und unten in 
Gold drei aus grünem Boden aufwachsende, rothe Tuiipanen). Altes, 
brandenburgisches Adelsgeschlecht, welches bereits 1574 und noch 
1602 zu Gross-Köritz unweit Teltow sass und zu welchem Wolff v. 
Teuring, kurbrandenb. Secretair gehörte. 

Freih. v. Ledebur, III. S. 13. — Sielmacher, \Ü. 141. 

Thibonst, Freiherren (Schild oval, rund, mit schmaler, goldener, 
oben verzierter Einfassung umgeben. Schild von Gold und Silber 
geviert, mit blauem Mittelschilde, in welchem ein silberner Sparren 
von drei silbernen Sternen, oben zwei, unten einem, begleitet wird. 
1 und 4 in Gold eine aus der linken Unterecke bis, zum Hinterleibc 
hervorspringende, rothe, englische Dogge mit blauem, beringten 
Halsbande, langen, herabhängenden Ohren und roth ausschlagender 
Zunge und 2 und 3 in Silber drei entenartige, schwarze Wasscrvögel 
(Angabe des Diploms). In Kur-Pfalz-Bayern erneuerter Freiherrn- 
stand. "Erneuerungsdiplom des, der Familie zustehenden Freiherm- 
standes vom 13. Juni 1786 für Franz Jacob Freih. v. Thiboust, in Kur- 
Pfalz-Bayerischen Militair- Diensten, da in der, durch den Panduren- 
Obersten Franz Freih. v. der Trenck in Cham veranlassten Feuer- 
brunst die Papiere der Familie verloren gegangen waren. Der Em- 
Npfanger des neuen Freihermdiploms, geb. 3. Sept. 1742, wurde, nach 



^ 186 — 

Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, als Herr auf Eisendorl 
und Steinreuth , k. bayer. Generalmajor und Chef des General- Audi- 
toriats in die Freiherrnclasse derselben eingetragen. Der Urgros»- 
vater desselben, Carl Eudwig v. Th. , war aus seinem Vaterlande 
Frankreich nach Schweden gegangen, wo er königl. Geh. Rath wurde. 
Der Sohn des Letzteren, Carl Theodor, trat 161)2 in kurbayerische 
Dienste, war 1714 bayerischer Unterhändler in Paris und starb 1736 
als Oberst. Bein Sohn, Emil Franz, Ober-Fialzischer Landsasse^ 
starb 1752 als Major. 

w. Lang, S. 26^. — W. B. des Kgr. Bayern, IV. 27 und r. Wölckern, Äblh. 4. S. 68. 

Thiel (Schild quergetheilt: oben in Roth eine silberne Ente und 
unten in Silber vier schrägrechte, rothe Balken). Ein aus Hessen 
stammendes Adelpgeschlecht, zu welchem Johatin Carl v. Thiel, k. 
preuss. Obcrstlieutenant, gehörte. Derselbe nannte sich einen ge- 
borenen Vasallen des Landgrafen von Hessen und erwarb um 1721 
in Litthauen unweit Darkehmen das Gut Osznagorren. 

FrtUk. V. LtJtbur, III. S. 13. — SiebtMcker, IV. 179. 

Thielau, Thielan und Kroitsch, Thilo (im von Silber und Roth 
der Länge nach getheilten Schilde auf grünem Hügel ein alter 
Baumstock, welcher zu beiden Seiten hervorsprosst, oder, wie auch 
angegeben wird, ein oben abgehauener Stamm, dessen grüne Spros- 
sen sich durch den ganzen Schild verbreiten). — Altes, schlesisches, 
später nach Braunschweig, Sachsen in die Lausitz u. s. w. gekom- 
menes Adelsgeschlecht, als dessen Ahnherr Georg Thilo, gest. 1602 
— ein Sohn des aus Liegnitz stammenden Gregor Thilo — Fürstl. 
Münsterberg-Oelsnischcr Geh. Rath , welcher bei einer Sendung an 
den Kaiserlichen Hof für sich und seine Nachkommen den Adelsstand 
erhalten hatte, genannt wird. Die Familie sass in Schlesien bereit« 
1620 unweit Liegnitz zu Oyas, Pahlowitz und Tinz, so wie 1671 zu 
Kroitsch , von welchem Gute eine Linie auch den Beinamen üihrte, 
brachte später in der Lausitz und in Sachsen ansehnliche Besitzungen 
an sich und war auch im Braunschweigischen 1807 zu Sickte be- 
gütert — Von dem oben genannt^^n Georg v. Th. stammte Valentin 
v. Thielau. ICtus, Herr auf Tinz, Oyas und Pahlowitz, dessen Sohn, 
Florian v. Th., Herr aufKroitsch, kaiserlicher Oberst Wachtmeister 
war. Letzterer hatte zwei Enkel, Florian Gottlob und Hans Gottlieb 
T. Th. Florian Gottlob war Herr auf Kroitsch, Neu-Döbem und Rett- 
chensdorll' und starb 1709 im 46. Lebensjahre als k. poln. und kur- 
Sachs. Generalmajor und Oberst zu Fuss, Hans Gottlieb aber, Herr 
auf Lampertswalde und Scheibsdorf, gest. 1722 als k. poln. und kur- 
sächs. Ober-Stallmeister und Amtshauptmann zu Colditz, hatte aus 
der Ehe mit einer v. Schönberg a. d. H. Biberstein, neben zwei Töch- 
tern, vier Söhne, von denen der Eine 1711 als kursächs. General- 
major starb. — Der Stamm blühte, ansehnlich begütert, dauernd fort 
und Sprossen desselben kamen in Sachsen , Preussen und im Braun- 
schweigischen zu hohen Ehrenstellen. In Sachsen hatte die Familie 
die Güter l,aiHpertwalde (seit 1681^ und Leoben, p. r., beide beK 



- m - 

Oschatz, 80 wie in der Oberlausitz Kleinradmeritz u. Buda bei Löbaa 
an sich gebracht und in Schlesien Schreibendort' bei Landshut, Lam- 
persdorf bei Frankenstein (seit 1754) und in der Nieder-Lausitz Nett- 
Döbern bei Calau erworben. — Bas Gut Lampersdorf hinterliesa 
Gottlieb Sigismund v. Th. , vermählt mit einer v. Vippach, seinen 
Nachkommen, s. unten. Ein Bruder desselben, Major im k. preuss. 
Cuirassier-Hegimente y. Heising, früher Inspections-Adjutant^* starb 
1821 auf seinem Gute Sillmenau bei Breslau. Einer seiner Söhne, 
verm. mit einer v. Crauss auf Scheibendorf, wurde Landrath des 
Landshuter Kreises und ein Anderer, k. preuss. Major, a. D., lebte 
um 1837 auf seinem Gute Nieder-Falkenhain unweit Schönau. — 
Carl Johann Ludwig v. Th. , verm. mit einer Tochter des verst. Ober- 
Stallmeisters und Generalmajors v. Jagow, k. preuss. Eammerherr 
und Major a. D. , wurde in neuer Zeit Landstallmeister zu Graditas 
bei Torgau und Wilhelm Erdmann Florian v. Th. wurde in der hers. 
Braunschw. Finanz -Veni\'altung als Finanz - Director angestellt. — 
Im Kgr. Sachsen gelangten mehrere Glieder des Geschlechts zu hohen 
Ehrenstellen. Gottlob Friedrich v. Th., verm. mit einer v. Salza, 
grossh. sächs. Kammerherr, Herr auf Lampertswalda u. s. w. war 
1845 und 46 Mitglied der 1. Kammer der Stände des Kgr. Sachsen 
und in der zweiten Kammer sass um diese Zeit und später Erdmann 
August V. Th. auf Kleinradmeritz, Landes- Aeltester des Markgrafen- 
thums Oberlausitz u. s. w. , welcher als «iner der tüchtigsten Land- 
tagsredner zu grossem Rufe gelangte. Friedrich Florian v. Th. , k. 
sächs. Generalmajor ist jetzt General- Adjutant Sr. Maj. des Königs 
und Wilhelm Rudolph Woldemar v. Th.-Rüssing, k. sächs. General- 
major a. D. , ist, Ober-Stallmeister. — Im Kgr. Preussen waren 1857 
nach Hauer begütert: Erhard v. Thielau, Landrath a. D., auf Schrei- 
bendorf im Kr. Landshut; Johann Sigismund Friedrich v. Th. auf 
Lampersdorf im Kr. Frankenstein u. Sophie verw. Frau v. Th. , geb. 
V. Thielau auf Neu-Döbem im Kr. Calau. 

Sinaphu, I. S. 975. — Owke, I. S. 8129. — Zedhr, 43. S. 1416: nach handKhrlfU. Nach- 
richten. — N. Pr. A.-L. TV. S. 26&. — Freih. v. Ledebur, m. S. 18. — SUbmaeher , I. 168: r. 
Thiehm« Sttchsisch. — v. Mtding, II. S. 601. — Suppl. zu Siebm. W. B. I. 9: ohne Antrabe de« Na- 
mens. — W. B. der Sächs. Staaten, IV. 87. ~ Kneachkt, I. S. 417. 

» Thielan, Thielau v. Steinberg, Ritter (das Wappen, wie im vor- 

* stehenden Artikel angegeben, nur ist der Berg noch mit fünf Steinen 
belegt). Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1719 für Gottfried 
Thilo, lutherischen Rector des Gymnasiums zu Brieg, mit v. Thilau 
(Thielau) und Steinberg. Der Empfanger des Diploms, gest. 1724, 
gehörte zu der vorstehend besprochenen Familie v. Thielau. 

MtgerU v. MüMftld, Erg. -Bd. S. 216. - N. Pr. A.-L. IV. S. 26«. — Frtih. v. Ledebur, m. 
S. 18. 

Thielisch, Tielisch, Thilisch, früher Tilesius, y. Thielisch and 
Rfidigersdorf (Schild quergetheilt: oben ein aufwachsender Hirsch 
und unten ein fünfstrahl iger Stern). Böhmischer Adels- und Ritter- 
stand. • Adelsdiplom vom 28. Nov. 1665 für Johann Friedrich Thie- 
lisch, mit dem Zusätze: v. Rüdigersdorf (Rudgersdorflf, Rüttgersdorff) 
und Ritterdiplom vom 30. Oct. 1680 für Dieselben. Der Empfanger 



— 188 — 

der Diplome gehörte zu einer Breslauer Patricier-Familie, welche be- 
reits 1554 zu Hartmannsdorf, 1600 zu Eichberg und 1666 zu Kauf- 
fting, sämmtliche Güter unweit SchÖnau, sass, dann mehrere andere 
Güter erwarb und 1722 und noch 1786 zu Mauer im Löwenberg- 
schen begütert war. 

V. Heübach, II. S. 581. — i>eiA. r. Ledebur, Hl. S. 18. 

'fbielkan und Hochkirch, Tielckan nnd Tilicken (Schild von 
E^th und Silber quer getheilt, mit zwei geharnischten, über Kreuz 
gelegten, mit Schwert bewaffneten, Armen, begleitet von drei Rosen). 
Patriciorgeschlecht der Stadt Guben, welches vom K. Rudolph II. 
1590 mit einem Wappenbriefe und mit dem Adelsstande begnadigt 
wurde. Die Familie sass im Brand enburgisdien bereits 1494 zu 
Friedersdorf bei Spremberg und 1632 zu Guhlow unweit Crossen. 
Der Stamm hatte fortgeblüht und Carl Ludwig v. Thielkau und 
Hochkirch, k. preuss. Geh. Rath und Herr auf Leitersdorf und Stein- 
bach im Kr. Züllichau-Schwiebus, starb 11. Jan. 1786. 

V. Hellhaeh, II. S. 681. — Freih. v. Jjedebur, Tll. S. 13. — Suppl. lu Slebm. W. B. IX. 29. 

Thielmann, Freiherren (Schild roth u. durch einen wellenförmig 
gezogenen, silbernen Balken quergethcilt: oben ein aufwachsender, 
rechtsgekehrter, goldener, doppelt geschweifter Löwe und unten ein 
silbern geharnischter Arm, welcher, auf dem gekrümmten Ellbogen- 
gelenk ruhend, rechts gewendet, ein Schwert nach links kehrt). 
Freiherrnstand des Kgr. Öachsen. Diplom vom 8. Oct. 1812 für 
Johann Adolph Thielmann, k. sächs. Generalmajor. Derselbe, geb. 
1765 zu Dresden, Sprosse einer bürgerlichen Familie zu Münster, 
deren Schreibart Thielemann nicht richtig ist, trat später aus säch- 
sischen in russische und dann in preussische Dienste und starb, 1824 
zum General der ('avalerie und commandirenden General in den 
Rheinprovinzen ernannt, 10. Sept. 1824 zu Coblenz. — Von ihm 
stammte ein einziger Sohn, Freih. Franz, k. preuss. Rittmeister a. D., 
verm. in erster Ehe mit Caroline Friebe, gest. 1838 und in zweiter 
mit der Schwester derselben, Mathilde Friebe, verw. Gerth. Aus 
der ersten Ehe entspross, neben einer Tochter, Freiin Caroline, 
verm. 1860 zu Cannes mit Friedrich Freih. Heintze v. Weissenrode, 
ein Sohn, Freih. Adolph, k. pr. Gerichts-Auscultator und Lieutenant ^ 
im 6. schweren Landwehr - Reiter-Regimente und aus der zweiten 
Ehe stammt ebenfalls ein Sohn, Freih. Max. 

V. milbach, n. S. 681. - N. Pr. A.-L. IV. S. 226. — Freih. v. Ledebur, III. S. 18. — Geneal. 
TMchcnb. d. freih. Hiiuser, 1864, S. 856 und 56 u. ff. Jahrgg. — W. B. der Sachs. Staaten, ICI. 52. 
— Kneschke, I. S. 417 und 18. 

Thien (in Roth eine goldene Thiene (Fass-Tonne). Ein zu dem 
Meklenburgischen Adel gehörendes Geschlecht. Ein Geh.Finanzrath 
V. Thien war 1837 in Schwerin bedienstet und ein Kammerjunker 
V. Thien lebte in Wismar. — Früher, 1816, war ein Major v. Thien 
Rendant des k. preuss. Train-Depots zu Düsseldorf 

Freih. v. I^tdebur, lU. S. 18 und 14. — Meklenb. W. B. Tab. 49, Nr. 186 und S. 8&. 

Thienen, Tinen (Schild roth und der Länge nach getheilt: rechts 
drei pfähl wei^e an einander gestellte schwarze Wecken und links 



— 189 — 

drei schwarze Que)*balken). Altes, holsteinisclies Adelögeschlecht, 
welches bereits 1500 zu Walstorp, 1640 zu Grönholz und 1712 zu 
Warleberg sass. Der Stamm hatte fortgeblübt und noch zu Anfange 
des 19. Jahrb. lebte im hohen Alter Wulff Heinrich v. Thienen, Herr 
SU Sierbagen, Wensien, k. dän. Geh. Conterenzrath , Kammerherr 
und Landrath. 

Freik, v. Ltdthur, m. S. 14. — Sielmacher, V. 149: ▼. Thienen, Holsteinisch. * 

Thierbach (Schild durch ein silbernes Kreuz geviert: 1 und 4 in 
Blau drei, 2 und 1, goldene Kugeln, auch Würfel und 2 und 3 Roth, 
ohne Bild). Altes, märkisches Adelsgeschlecht, welches im Yorigen 
Jahrhunderte auch in Schlesien begütert wurde. — Nicolaus v. Thier- 
bac^i war von 1437 bis 1459 Meister des Johanniter-Ordens in der 
Balle Brandenburg. — Die Familie sass im Brandenburgischen, 1437 
SU Hildesheim unweit Sterjiberg, 1492 zu Zielenzioh und Wandern, 
ebenfalls bei Stemberg und war noch, nachdem sie andere Güter in 
der Umgegend erworben, 1709 zuLindow, 1713 zu Reichen walde 
und 1738 zu Seedorf und 1745 zu Daube unweit Crossen gesessen. 
In Schlesien besass das Geschlecht 1745 Kochsdorf bei Sagan, 1754 
Backelsdorf und Javor, so wie 1779 Comlawe unweit Militsch, hatte 
dann andere Güter inne und war noch unweit Guhrau 1830 zu San- 
dewalde und Tschistey begütert. 

Gryphiu* von geistl. and weltl. Orden, S. 48. — Gauhe, I. 8. 2667 and 58: ara Schlüsse des 
Artikeb: Thüiheimb. — Zedier, 43. S. 1389. — Freih. v. Ledebur, III. S. 14 und 350. 

T^ierberg. Alte«, deutsches Rittorgeschlecht , welches häufig 
auch Tierberg und Tirberg geschrieben wurde. Dasselbe kam mit 
'dem deutschen Orden schon im 13. Jahrh. nach Preussen, wo zwei 
Brüder aus diesem Gesch lochte Landmeister des Ordens waren. Der 
Eine derselben, Conrad v. Thierberg, gab als Landmeister in Preussen 
1286 der Altstadt Königsberg das erste Privilegium. Wahrschein- 
lich ist der Stamm schon mit jenen Brüdern erloschen. 

Peter de Dusburg, Chronic. PruBs. P. III. — Zedier, 44. S. 86. — freuss, Freussische Landes- 
konde. S. 480. -- N. Pr. A.-L. IV. S. 266. 

Thiereck v. Ballan anf Rebenfels und Wranyck, Ritter (Schild 
geviert: 1 und 4 quergctheilt: oben in Silber ein rechtsgekehrtcr, 
leopardirter Lowe und unten in Blau eine Zinnenburg und 2 und 3 
in Silber drei, 2 und 1, Eisenhütchen von gewöhnlicher Tinctur und 
Stellung). Reichs-Ritterstand. Diplom im kurplalz. Reichsvicariate 
vom 30. März 1790 für Conrad Martin Joseph Thiereck v. Ballan, 
kurbayer. llofrath und Geh. Secretair bei dem auswärtigen Departe- 
mente. — Der Stamm blühte fort und nach Anlegung der Adelsma- 
trikel des Kgr. Bayern wurden drei Sohne des Diploms-Empfangers 
in dieselbe eingetragen, die Brüder: Joseph Ritter Thiereck v. Ballan, 
geb. 1771, k. bayer. Archivs - Conservator zu Trausnitz, Nicolaus 
Ritter Th. v. B., geb. 1776, k. bayer. Oberlieutenant und Max Xaver 
Ritter Th. v. B., geb. 1780, ebenfalls k. bayer. Ober-Lieutenant. 

V. Lang, S. 571 und 72. — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 12. 

Thiesel v. Taltitz, Tiesel v. Taltitz (Schild von Roth und Silber 
^viert und in demselben zwei ins Andreas-Kreuz gestellte, mit den 



— 190 — 

Schaufeln nach oben gekehrte Grabscheite von gewechselten Farben). 
Altes, lirBprünglich ans Sachsen, wo im Voigtlande zwischen Planen 
nnd Hof ein den Beinamen der Familie führender Ort liegt , stam- 
mendes Adelsgeschlecht, welches in Schlesien nnd in Ostprenssen 
b^titert wurde. In Schlesien sass dasselbe 1681 zu Schau bei Frei- 
stadt und hatte auch Alt- und Neu-Krumlau an sich gebracht, in Ost- 
prenssen aber war dasselbe bereits 1563 zu Powayen unweit Fisch- 
hausen und zu Thies^lswalde bei Oletzko, so wie unweit Heiligenbeil 
1607 zu Wesselhöfen und 1608 zu Schönrade begütert, erwarb dann 
mehrere andere Besitzungen und hatte noch 17i^7 Dombrowken, Po- 
wayen, Thieselswalde u. s. w. und 1752 Kukehnen bei Heili^nbeil 
inne. Später ist der Stamm ausgegangen. 

Freih. v. Ledebur, in. S. 14. 

Tklesenhausen, Tiesenhausen n. Thesenbansen, anch Freäerren 
und Grafen (Stammwappen : auf grünem Boden in Gold ein gehender, 
schwarzer Auerochse. Schwedischer Freiherm- und Reichsgrafen- 
stand. Freihermdiplom um die Mitte des 17. Jahrh. für Hans Hein- 
rich V. Tiesenhausen, Herrn auf Cala, Salcken, Bolckenhofen, Neuhof, 
Pemigel u. s. w. , k. schwed. General und Lielländischen Landrath 
und Grafendiplom vom 27. April 1759 für Berend Gustav Freih. v. 
Tiesenhausen, Herrn auf Gross-Sauss, Kotz, Hermet, Nurms, Allo, 
Rappel und Sali, Esthländischen Landrath). — Altes, ursprünglich 
deutsches Rittergeschlecht, welches sich schon gegen Ende des 12. 
Jahrh. nach Liefland wendete und von da aus sich in Esthland, Kur- 
land , Schweden und Ostprenssen ausbreitete und namentlich in Lief- 
ünd Kurland zu reichem Grundbesitz gelangte. Woher dasselbe 
eigentlich gestammt, wird kaum zu ermitteln sein, da durch einen 
Zweig die mehrsten Familienpapiere nach Polen gekommen sind. 
Einige ältere Schriftsteller suchten den Ursprung der Familie im 
Fürstenthume Calenberg oder in der Grafschaft Schaumburg, Andere 
zu Engem in Westphalen und nach einer alten, in der Familie fort- 
geerbten Sage hiessen die Tiesenhausen früher Plesse, wogegen we- 
nigstens das Wappen nichts einzuwenden hat. Drei Brüder Plesse 
sollen getheilt haben : die Nachkommen des älteren Bruder behielten 
den Namen Plesse bei , die der beiden jüngeren nannten sich Plesse 
von diesem Hause und Plesse von jenem Hause, später blieb der 
Name Plesse weg und es entstanden die Namen : Tiesenhausen und 
Ehnhausen. — Neuerlich, 1844, ist Segeberg in Holstein als Stamm- 
haus genannt worden. — Die von Siebmacher, 111. 196, zu der 
adeligen Zirkelgesellschaft in Lübeck gezählte Familie führte ein 
ganz anderes Wappen. — Engelbert und Theodoricus T. zogen 1196 
dem Bischof Albert I. von Liefland gegen die Heiden zu Hülfe und 
brachten es 1238 dahin, dass der Schwertträger-Orden sich mit dem 
deutschen Orden in Preussen vereinigte. Nach dieser Zeit ent- 
sprossten aus dem Stamme mehrere Bischöfe, Decane u. s. w. und 
1413 wurden die v. Tiesenhausen von dem Erzbischofe zu Riga aus 
dem Geschlechte v. Wallenrod, gegen Abtretung des Schlosses 
Kockenhausen , mit der gesammten Hand an ihren übrigen Gütern 



- 191 — 

belehnt. — In einer Ahnentafel des Geschlechts wird Detlev v. T. 
anf Cala in der Mitte des 16. Jahrh. zuerst aufgeführt. Der Sohn 
desselben, Johann v. T. auf Cala und Berson , Hauptmann der Stif ts- 
Bitterschaft in Liefland, soll 110 Jahr alt geworden sein und von 
seinen Söhnen starb Detlev II. v. T. auf Cala, Salcken, Hessen, 
Kenhof n. s. w., k. schwedischer Statthalter, im 87. Lebensjahre. 
Von Letzterem stammte unter anderen Söhnen Freih. Hans Heinrich, 
8. oben, welcher 1662 zu Reval im 70. Lebensjahre starb und unter 
anderen Nachkommen auch den Freih. Hans Heinrich IL, k. schwed. 
Oberstlieutenant und des Fürstenth. Esthland Landrath, hinterliess, 
welcher noch um 1670 lebte. — Berend Gustav v. T., wohl der 
Enkel des obengenannten Hans Heinrich IL, geb. 1701 und gest. 
1789, welcher in der Zeit, als Esthland an Ilussland kam, seinem 
Yateriande wichtige Dienste erweisen konnte, wurde, wie oben an- 
g^eben, in den Reichsgrafenstand erhoben. Der Sohn desselben 
aus der Ehe mit Elisabeth v. Baronoff: Graf Hans Heinrich III., 
geb. 1745 und gest. 1815, k. russ. Kammerherr, Geh. Eath, Ober- 
Hofmeister und Director des kaiserlichen Cabinets, setzte, verm. mit 
Catharina v. Stackeiberg , den gräflichen Stamm durch zwei Söhne, 
die Grafen Paul und Ferdinand, fort. Graf Pauli., geb. 1774, k. 
russ. w. Geh. Rath und Senator, Präsident des evangel.-luther. Ge- 
neral -Consistoriums, Herr der gross- saussen- und sillischen Güter, 
hinterliess aus der Ehe mit Julie Grf v. der Pahlen, Freiin v. Astrau, 
geb. 1782, drei Söhne, die Grafen: Eduard, Ferdinand und Peter. 
Grraf' Eduard, geb. 1809, k. russ. Oberst u. Flügel-Adjutant Sr. Maj. 
A. Kaisers, Besitzer des Hofes Odenwall, vermählte sich 1838 mit 
Lucio Grf. v. Manteuffel, aus welcher Ehe vier Söhne entsprossten, 
die Grafen: Alfred, geb. 1839, Eugen, geb. 1840, Victor, geb. 1842 
und Eduard, geb. 1843. — Graf Ferdinand, geb. 1817, Erbbesitzer 
der fonalschen u. heinrichshoffschen Güter, vermählte sich 1837 mit 
Maria v.Liphardt a. d.H. Rathshoff, geb. 1819, aus welcher Ehe zwei 
Söhne stammten, die Grafen: Woldemar, geb. 1843 und Paul, geb. 
1845. Der dritte Sohn des Grafen Paul l., Graf Peter, geb. 1815, 
Erbbesitzer des Hofes Malla, k. russ. Garde-Rittmeister a. D., hatte 
aus der Ehe mit Luise v. Knorring einen Sohn: Graf Paul, geb. 1845. 
— Nach den neueren Jahrgg. der geneal. Taschenbb. der gräfl. 
Häuser fehlten von 1857 an genaue Angaben über den neuen Perso- 
nalbestand der gräflichen Familie. — Von dem Bruder des Grafen 
Paul I. , von dem Grafen Ferdinand , s. oben, k. russischen Flügelad- 
jutanten, geblieben 1805 in der Schlacht bei Austerlitz, stammten 
aus der Ehe mit Elisabeth Fürstin Kusow v. Smolensk nur zwei 
Töchter, Grf. Catharina, geb. 1803, welche Hoffräulein I. Maj. d. 
Kaiserin von Russland wurde und Grf. Dorothea, geb. 1804, welche 
mit dem 1857 verstorbenen k. k. Staats- und Conferenz-Minister etc. 
Carl Ludwig Grafen v. Ficquelmont vermählt war u. bei ihrem 1863 
erfolgten Tode eine Tochter hinterliess: Grf. Elisabeth Alexandra, 
geb. 1825, verm. 1841 mit Edmund Fürsten Clary und Aldringen, 
k. k. Kämm, und Geh. Rath. — Aus den adeligen Linien der Familie 



-^ 192 — 

V. T. haben mehrere Sprossen in der k. preuss. Armee gestanden. 
Noch um 1853 war ein v. T., k. pr. Oberstlieutenant a. D., Herr auf 
Weissig im Kr. Crossen. 

Hartknoch, Altes und Neue« Preusscn, S. 603. — Ouuhe, 11. S. 1168 und 69. — Ztdltr, 44. 
S. 9&. — N. Pr. A.-L. IV. S. 266. — Deutsche Grafenh. d. Gegenwart,. II . S. 664—66. — Frei*, v. 
Ledebur, lU. S. 14 — Geneal. l^chenb. d. grüfl. Häuser, 1844, 8. 593, 1857. S. 819 und bistor. 
Handbuch lu Demselben, S. 1005. — Siehmacher, III. 169: v. T., Preussisch und SuppL X. 3: Ör. 
T. Th. — Neimbts CurlSlnd. W. B. Taf. 41. 

Thil, Thile, Thiele (Wappen nach dem Diplome von 1713 und 
1719: Schild geviert: 1 u. 4 in Silber ein schwarzes Adlei-sbein mit 
goldenen Fängen und 2 und 3 in Blau ein mit einem blanken Degen 
bewaffneter, geharnischter Arm und Wappen nach dem Diplome von 
1752: Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein schwarzer Adlersiuss 
und 2 und 3 in Blau ein schrägrech ts gelegter, goldener Stamm , mit 
drei goldenen Blättern). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
vom 11. Mai 1713 für Martin Thile, Oberstlieutenant im k. preuss. 
Infanterie -Regimente v. Grumbckow; Diplom vom 25. isov. 1719 
für den Bnider des Ebengenannten: Friedrich Wilhelm Thile, k. pr. 
Kammerrath und Diplom vom 14. Dec. 1752 für Johann Christoph 
Thiele, Gutsbesitzer zu Hebron - Damnitz. — Martin v. Thile, der 
Empfiinger des Adelsdiploms von 1713, geboren in der Mittelmark 
und von unten auf dienend, starb 1733 als k. preuss. Oberst, Chef 
eines Infanterie -Begiments und Amtshauptmann zu Cöslin und Casi- 
mirburg. Von ihm stammte aus der Ehe mit Dorothea Gregori ein 
Sohn: Friedrich Wilhelm v. Th., welcher als k. preuss. Generalmajor 
;a. D., ehemaliger Chef eines Infanterie-Regiments in Brieg, 1782 in 
Berlin starb. — Alexander Heinrich v. Thiele, welcher 1812 als Ge- 
nerallieutenant a. D. und ehemaliger Chef des Infant. -Reg. Nr. 46 
zu Görlitz starb, war dagegen ein Kachkomme des ehemaligen W^ ach t- 
meisters Thiele im Regimente Gcnsd'armen, welcher nachmals Ge- 
neral-Pächter des Amtes Bütow war und, wie angegeben, als Guts- 
besitzer zu Hebron -Damnitz 1752 den Preussischen Adelsstand 
erhielt. Von dem Generallieutenant Alexander Heinrich v. Th. 
stammten zwei Sohne : Louis Gustav v. Th. u. Adolph Eduard v. Th., 
welche in der k. preuss. Armee von Ehrenstufe zu Ehrenstufe zu Ge- 
neralen der Infanterie stiegen. Ersterer war unvermählt. Letzterer 
aber mit einer v.Schöning vermählt. — Die v. Thiele, alle eines Stam- 
mes, wurden im Brandenburgischen, in der Ober -Lausitz und in 
Schlesien begütert. — Nach Bauer waren 1857 im Kgr. Preussen 
begütert: Valeska v. Thiele, geb. v. Winckler-Domes auf Myslowitz 
(Herrschaft), Miechowitz und Kattowitz im Kr. Beuthen und Orzesze, 
Jaschkowitz und Woscheczütz im Kr. Pless und Aubert v. Thiele- 
Winckler, grossh. meklenb. Hauptmann a. D., auf Klein-Dombrowka 
im Kr. Beuthen und Pollowitz im Kr. Rybnick. 

N. Pr. A.-L. IV. S. S. 266 u.67 u. V. S. 442. — Freih. v. Ledebur, Hl. S.14 u. 16. — W. B. 
d. Preuss. Monarchie, IV. 75: nach dem Diplome von 1713 und 1710 und IV. 76: nach dem Diplome 
von 1753. — W. B. d. Sachs. Staaten, X.87: Thiele, nach dem Diplome ron 1753 und 88: nach dem 
Diplome von 1719. 

Thim. Reichsadelsstand. Diplom von 1732 für Johann Carl 
Thim, kais. Hof-Kriegs-Concipisten. 

Mtgerk v. MÜMfeUi, Er^.-Bd. S. 471. 



— 193 — 

Thim V. Werthenfeldt n. Engelschein. Erbl.-Österr. Adelnstand. 
Diplom von 1758 für Jacob Thim, BürgermeiKter zu Arnau in Böh- 
men, wegen durch zwanzig Jahre bekleideter Bürgermeister - Stelle 
and wegen durch vierzig Jahre betriebenen Handels, mit: v. Wer- 
thenfeldt und Engelschein. — Der Stamm blühte fort: in neuer Zeit 
stand Johann Thim v. Werthenfeldt und Engelschein als Major in 
der k, k. Artillerie. 

JTifcrlt V. MühlfM, S. 373. — Militair-SchemaUiHU. d. Oesterr. Kaiser thums. 

Thirnns, Thimns-Goadenrath, auch Freiherren (Schild querge- 
theiit: oben in Blau drei, 2 u. 1, silberfarbene Würfel, mit drei, vier 
and lunf Augen bezeichnet und über dem unteren Würfel, in der 
Mitte der beiden oberen, ein goldenes Kreuz und unten in Silber ein 
rechtsgekehrter, auf grünem Rasen laufender Fuchs. Im freiherr- 
lichen Wappen hat jeder Würfel fünf Augen und das Kreuz zwischen 
den Würfeln fehlt). Reichsadelsstand. Diplom vom 2. Oct. 1769. 

— Ein der Adels - Matrikel der Preussischen Rheinprovinz einver- 
leibtes Greschlecht. Laut Eingabe d. d. Aachen, 10. Juni IHfU, wurde 
Pran Therese Josephine Freiin v. Thimus, geb. v. Grave unter Nr. 6 
der Classe der Freiherren und laut Eingabe d. d. Aachen, 3. August 
1829, Frau Maria v. Thimus-Goudenrath, geb. Freiin v. Lommersen 
unter Nr. 39 der Classe der Edelleute in die Adelsmatrikel der Preus- 
sischen Rheinprovinz eingetragen. 

J'Wflk. V. Ledebur, III. S. 16. — Snppl. zu Siebm. W. B. IX. 29. — W. B. d. Preuss. Rhein- 
yrOfflBS. I. Tkb. 180. Nr. 239: Freih. v. Th. und 240: t. Thimus -Gudonrath und S. 111. 

Thimbling y. Lewenberg, Thümbling v. Lewenberg. Böhmischer 
Adelsstand. Diplom vom 6. März 1659 für Johann Thimbling, mit: 
v. Lewenberg. 

V. HeVbaeh, II. S. 582. — Freih. v. Jjtdebur, KI. S. 16. — Sithmachtr, V. 84. 

Thinn v. Thinnfeld. Reichs- und Erbl.-österr. Adels- und Rit- 
terstand. Adelsdiplom von 1731 für die Gebrüder Anton Balthasar 
und Joseph Ferdinand Thinn, mit: v. Thinnfeld und Ritterdiplom 
vom 1. Juni 1767 für Letzteren. 

MtgtU V. Mühlfeld, Erg.Bd. 8. 471. — Schmutt, IV. S. 182. 

Thinnfeld, Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein ein- 
wärtssehender , schwarzer Adler und 2 und 3 in Roth ein einwärts- 
gekehrter, silberngeharnischter Mann, der in der Rechten ein mit 
der Spitze nach links abwärts gekehrtes, blankes Schwert halt und 
die Linke in die Seite stemmt. Auf dem Helme stehen drei Straus- 
senfedern, eine silberne zwischen zwei rothen). Erbl.-üsterr. Frei- 
herrnstand. Diplom vom 3. Oct. 1853 für Ferdinand Ritter und 
Edlen Herrn v. Thinnfeld, k. k. Minister für Landes-Cultur u. Berg- 
wesen a. D. — Die freiherrliche Familie v. Thinnfeld gehört zu der 
im vorstehenden Artikel besprochenen Familie Thinn v. Thinnfeld, 
in welche, wie erwähnt, 1731 der Adels- und 1767 der Ritterstand 
mit dem Prädicate „Edler Herr*' gekommen war. Freiherr Ferdinand 

— Enkel des Emptängers des IJitterdiploms vom 1. Juni 1767, des 
Ferdinand Joseph Thinn v. Thinnfeld — geb. 1793, k. k. Geh. Rath 

XM$€kh€, Deatich. Adelt -Lex. IX. 13 



— 194 - 

und vormaliger Minister fnv Landes-Cultur u. Bergwesen , vermählte 
sich 1820 mit Sidonia Haidinger, geb. 1797 und gest. 1843, ans 
welcher Ehe , neben sieben Töchtern , von welchen mehrere sich ver- 
Äählten, zwei Söhne stammen, die Freiherren : Hubert und Friedrich. 
Efsterer, geb. 1833, wurde Adjunct bei dem k. k. Ministerium des 
Innern und Letzterer, geb. 1835, trat in die k. k. Armee. 

Oeneal. Taschenb. d. freih. Häuser, 1861, S. 841 und 42, 18G4, S. 8ft6 u. ff. Jahrg«. • 

Thiriart, Tbiriart v. Mützhagen, Freiherren du Blau ein golde- 
nes Andreaskreuz). Ein in die Adelsmatrikel der Pr. Rheinprovinz 
in der Person des Florentin Maria Augustin Joseph Freih. v. Thiriart 
auf Scbloss Mlitzhagen unweit Eupen, laut Eingabe d. d. Schlo«s 
Mützbagen, R«g. Bez. Aachen, 19. Juli 1829, unterer. 84 in die 
Classe der Freiherren eingetragenes Geschlecht. 

Freih. v. Ledeiur, 111. 8. 16. — W. B. d. PreMs. RhcinpiOT. 1. Tib. 121, Hr. 241 und S. 
111 und 112. 

Tobisch V. Dobisebaa (Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein ein- 
wärtsgekehrter Löwe , in der Pranke ein Schwert haltend und 2 und 
3 in Blau eine goldene Glocke). Böhmischer Adelsstand. Diplom 
von 1734 für Johann Tobisch, Secretair der Böhmischen Hofcanzlei 
und für den Bruder desselben, Maximilian Tobisch, Katbsmann zu 
Caaden, mit: v. Dobischau. 

MegtrU r. Jfuhlfeld, Erf.-Bd. S. 471. — Abdrücke von Petsctuften. 

Toltzig, Thölzig, Dölzig (in Gold ein vorwärtsgekehrter, 
schwarzer Büffelskopf, welcher von dem rechten Home nach unten 
mit einem blanken Schwerte durchbohrt ist: polnischer Stamm Po- 
mian). Altes, ursprünglich aus dem Stille Merseburg, wo das Dorf 
Dölzig der Stammsitz der Familie war, stammendes Adelsgeschlecht, 
welches nach Ostpreussen und Polen, wo dasselbe dem Stamme Po- 
mian einverleibt wui-de, kam. Der Stamm blühte fort und in neuer 
Zeit waren mehrere Sprossen in der k. preuss. Armee bedienstet. 
1806 standen zwei Brüder v. Tholzig in derselben. Der ältere war 
Oberst u. Commandeur des Infanterie -Regiments v. Schimonski und 
starb 1824 im Pensionsstande, ohne Nachkommen zu hinterlassen, 
der jüngere Bruder war Major im 3. Musquetierbataillon des Regi- 
ment« V. Thile zu W arschau, starb pensionirt 1822 in Pommern und 
hinterliess zwei Söhne, welche beide Officiere in der k preuss. Armee 
waren. Die Familie sass in Ostpreussen noch 1780 zu Saleschen 
unweit Johannsburg und 1788 zu Dlugikont, ebenfalls bei Johanns- 
burg nnd zu Kalenczyn unweit Orteisburg. 

5. Pr. A -L. IV. S. 267. — FrtiM. v. I^edebur, III S. 15. 

Thom, Ritter. Erbl.-östen\ Ritterj^tand. Diplom von 1789 für 
Andreas Gottlieb Thom, Grosshändler. In neuer Zeit war Michael 
Ritter V. Thom, Major im k. k. Genie-Stabe. 

Meyerie v. Mühlfeld, Erf.-Bd S. 215. — Militiir-Scbenttt. des 0«terr. Kaiserth. 

Thom V. Moselthal. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1804 
für Wenzel Thom. Rittmeister im k. k.U hl anen-Regimente Erzherzog 
l*arl, mit: v. Moselthal. 

jreyerie «. MühM/tü, Erf.-Bd. S. 471. 



— 195 — 

mioiiia, TboBft T. mid eq Grienwald. ErbL-österr. Adekstand. 
▼on 1710 für Johum Baptist Thom, mit: v. n. zu Grienwald. 

jr^ftrli «. jnUU/eU, Erg.-Bd. S. 471. 

Thema, Thoma zu Travesen und Gemünd (Schild durch einen 
Bchräglinken , goldenen Balken getheilt: oben, rechts, Silber, ohne 
Bild und unten, links, in Blau ein ach tstrah liger, goldener Stern). 
Kur-Pfalz-Bayerischer Adelsstand. Diplom vom 27. Juni 1775 für 
Adam Joseph Thoma, Piiegsverwoser (VerpHegsverwalter) zuEschen- 
hach und Grafen wörth, mit: zu Trevesen u. Gemünd. — Der Stamm 
blühte lort und von den Enkeln des Diploms-Emplangers wurden die 
drei Brüder: Joseph Ignaz v. T. , geb. 1783, k. bayer. Mauthamts- 
Controleur, Franz Xaver v. T. , geb. 1784 u. Johann Nepomuk v. T., 
geb. 1787, letztere Beide in Amberg lebend, in die Adelsmatrikel 
des Kgr. Bayern eingetragen. Ein protestantischer Zweig der Fa- 
milie soll in Bayreuth bestanden haben. 

». Lcmn, S. 572. — W. B. d. Kgr. Bayern, IX. 12. — t». Htfner, bayerischer Adel, Tab. 147 
«nd S. 11. - Kneachke, IV. S. 402 and 403. 

Tbomagnini. Böhmischer Adels- und Freihermstand. Adels- 
diplom vom 1. Dec. 1660 für Matthaeus Thomagnini in Böhmen 
und Freiherrndiplom vom 22. Dec. 1737 für Johann Joseph v. Tho- 
magnini , Gutsbesitzer in Schlesien. Zwei Gebiüder v. Thomagnini 
hatten 1703 das Incolat in Schlesien erhalten. — Die Familie sass 
1720 in Schlesien unweit Hirschberg zu Nieder -Erdmannsdorf und 
zu Lomnitz. 

Mtgtrlt V, Mühljeld, Ery .-Bd. S. 107. — v. IltUbach, II. S. Ö88. — Frtih. v. Ledebur, III. S.16. 

Thomann, Edle. Erbl.-österr. Adelsstaitd. Diplom von 1806 
für Johann Michael Thomann, Grosshündler, mit: Edler v. 

MegtrU v, Mühlfeld, Erg.Bd. S. 471. 

Thomann v. Gergsfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1776 für Johann Thomann, Hammergewerke in Krain, mit: v. 
Gergsfeld. 

Mtgerlt v. MiUüfelä, Erg.Bd. S. 471. 

Thomas v. Langenhardt. Johann Thomas wurde, angeblich vom 
K. Carl V., mit: v. Langenhardt geadelt. — Die Familie sass 1635 
in der Ifeumark unweit Arnswalde zu Keetz u. Peter Lorenz Thomas 
V. Langenhardt war in der Mitte des 17. Jahrhunderts des Johanniter- 
Ordens zu Sonnenburg Rath und Lehnssecretair. 

Frtih. V. Ledtbur, III. S. 15. 

Thomas v. Lilienhof (Schild quergetheilt : oben in Blau zwei 
goldene Lilien und unten von Silber und Roth dreimal pfahlweise 
getheilt). Ein nur dem Wappen und tarnen nach bekanntes, schle- 
sisches Adelsgeschlecht. 

Freih. V. Ledtbur, III. S- 15. 

Thomasini v. Henckenstein, Ritter. Reichsritterstand. Diplom von 
1720 für Joseph Anton Thomasini aus Trient, mit: v. Henckenstein. 

MegerU v. Mühljeld, Erg.-Bd. S. 216. 

13* 



^ 196 — 

Thomasins (Schild geviert und in der Mitte mit einem schmalen, 
blauen Querbalken vernehen. 1 u. 4 der Kopf und Hals eines rechts- 
gekehrten, schwarzen Pferdes und 2 u. 3 in lioth drei schräglinke, 
goldene Balken). Reichsadelsstand. Diplom vom 15. April 1776 
für den kursächs. Rittmeister August Benedict Emanuel Thomasius 
zu Leipzig. Der Stamm scheint im 19. Jahrh. nicht fortgeblüht zu 
haben. 

V. Meding, U. S. 602 und 603. — Tf/roff, I. 263. — Knttchkt, III. S. 419. 

Thomazoll. Reichsadelsstand. Diplom von 1767 für Joseph 
Thomazoll. 

MegtrU v. Mühlftld, Erg .-Bd. S. 471. 

Tliommendorff , Tommendorff (in Gold das auf einer Krone ste- 
hende Brustbild eines Mohren ohne Arme, auf dessen Haupte drei 
weisse Straussenfedern und zu beiden Seiten des Hauptes eine Schnur 
hängender Perlen zu sehen ist). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, 
welches von den edlen Patriciern in Schweidnitz stammt, wo Nico- 
laus Tommendorff 1482 starb und Wenzel Tommendorf, Sohn des 
NiccJaus T. , die kleine Kirche zu St. Barbara aus eigenen Mitteln 
erbaute. 

SinapiuM, 1. S. 9P0. — Sielmacher, II. 51. — v. Meding, 11. S. 608. 

Thomstorff, Tliomsdorf , Dompsdorf , Dahmstorff (in Roth drei, 
2 und 1, goldene Lilien). Altes, im Brandenburgischen und im Mek- 
lenburgischen begütert gewesenes Adelsgesehlecht, welches später 
auch nach Holstein und Dänemark kam. — Dasselbe sass im Branden- 
burgischen bereits 1407 auf dem gleichnamigen Stammsitze der Fa- 
milie unweit Templin, 1487 zu Jetzkendorf, ebenfalls bei Templin 
und noch 1649 zu Döberitz im Ost-Havellande. In Meklenburg, wo 
die Familie 1523 die Union der Meklenburgischen Ritterschaft unter- 
schrieben hatte, war dieselbe 1506 zu Bergfeld im A. Stargard, 1600 
zu Karchow im A. Stavenhagen, 1724 zu Rothspalck im A. Güstrow 
begütert u. hatte noch 1792 Bergfeld u. Klaber im A.Güstrow, so- 
wie 1796 Klaber im Besitze. — Von den älteren Sprossen des Stam- 
mes ist namentlich zu nennen: Franz v. Dompsdorf, welcher 1582 
zu Bremen als der letzte Comthur des lieliändischcn Ordens daselbst 
starb , von Sprossen aus neuerer Zeit aber Ernst Georg Christoph v. 
Thomsdorf, welcher als Capitain im k. preuss. Infanterie-Regimente 
V. Zweiffei 8. Aug. 1811 starb. Später, 1820, starb im Pensions- 
stafide ein Major v. Thonistorff, welcher im Regimente Herzog von 
Braunschweig-Oels gestanden hatte. 

V. Pritzbuer, Nr. 148. — Gauhe , I. S. 2549. — Zedier, 48. S. 1654. — v. Behr, S. 1668. ~ 
Lcxic ovcr adel. Familier i Danmark, 11. S. 213 und Tkb. 37, Nr. 17. — N. Pr. A.-L. IV. S. 267. — 
.FW»* V, Ledebur, in. S. 16. — v. Meding, II. R. fi04. — Meklenb. W. B. Tab, 49, Nr. 18« und 
8. 4 and 84. 

Thomy, Ritter und Edle. Reichsritterstand. Diplom von 1763 
für Franz Joseph v. Thomy, k. k. Ober-Kriegs-(^ommissar, wegen 
40jähriger Dienstleistung mit: Edler v. 

MegerU v. MüMfeld, S. 14U. — Sappl. za Siebm. W. B. X. 81. 



— 197 — 

* TlioB. Altee, fränkisches und thüringisches Adelsgeschlecht, 
wridrae später den Adel abgelegt hatte. Dasselbe besass noch 1271 
dün WeinsoU zu Germersheim, welcher den zu v. Hellbach's Zeiten 

' (um 1826) lebenden fünf Brüdern Thon, dem Geh. Rathe u. Canzler 
Thon , dem Ratbc Thon , Beiden zu Eipenach , dem Öalinen-Director 
Thon in Schwäbisch-Hall, dem Justizrathe Thon in Ilmenau und dem 
Banquier in Regensburg Carl Christian Freih. Thon v. Dittmer auf 
fitterzhausen und Pettendorf, mit dem im vormaligen Rittercanton 
Rhön-Werra, jetzt im Würzburgischen gelegenen, ehehin Reich^ritter- 
gnte, die Weimarschmiedc, als Lehn zugesprochen worden ist. — 
Ueber die freiherrliche Familie v. Thon -Dittmer, s. den Artikel: 
Dittmer, Freiherren, Bd. II. 8. 508 und 9. 

«. HeObaeh, IT. S. 583 : ans brieflichen Nachrichten, 

Thonhansen, Grafen. Ein irüher im Erzstifte Salzburg blühen- 
des, mit dem Truchsossen-Amte des genannten Erzstifts belehntes, 
gräfliches Geschlecht. 

ZedUr, 48. 8. 1657. 

Thonsem, Tonser, Ritter and Edle nnd Freiherren. Böhmischer 
alter Ritter- und Reich sfreiherrnst and. Bestätigungsdiplom des der 
Familie zustehenden alten, böhmischen Ritterstan des von 1704 für 
Franz Wilhelm Ritter und Edlen v. Tonsem ^ k. k. Rath und Ober- 
Kriegs - Commissar in Mähren und Freiherrndiplom von 1708 für 
Denselben. Letzteres Diplom wurde 1710 von Neuem bestätigt. 

Megerle v. MUhlftld, Erg.-Ild. S. 107 und 215. 

• Thor, Thorer (Schild geviert: 1 u. 4 in Silber zwei an einander 
gesetzte, mit den Spitzen auswärts gekehrte, rothe Gemsenhörner 
und 2 und 3 quergetheilt: oben Roth, ohne Bild und unten in Silber 
eine aufsteigende, gebogene, blaue Spitze). Altes, Tiroler, schon 
1165 vorgekommenes Adelsgeschlecht, welches zu Clamenthor bei 
Zirl, nicht weit von Insbruck sass und sich theils Thorer zu Irins- 
pnrch, theils zum Hornstain und theils zu Eyraspurg schrieb. 

Wig. Hund, H. S. 326—36. — Siebmaeiter, I. 79: Die Thorer v. Ejraspur^. 

Thoren,, Ritter. Erb! . - österr. Ritterstand. Diplom von 1755 
für Theodor Thoren, k. k. Directorial-Hofrath und Geh. Referendar, 
wegen 23jähriger Dienstleistung. Der Stamm, aus welchem mehrere 
Sprossen in der k. k. Armee standen , hat dauernd Ibrtgeblüht. In 
neuer Zeit lebte Casimir Ritter v. Thoren als pens. Oberst in Wien 
und Hugo und Otto Ritter v. Th. waren k. k. Rittmeister. 

Megerle v. Afühlfeld, S. U9 und Militair-Schematinn. des Oesterr. Kaiserth. 

i Thoss, Thossen, Dosten zu Erlebach (Schild der Länge nach 

getheilt: rechts oben Silber und mit drei in das Silber aufsteigenden 
langen, rothen Zinnen von Roth quergetheilt und links in Schwarz 
ein silberner Querbalken). Altes, mcissen- thüringisches, schon 
1143 mit dem Rittergute Schönberg im Voigtlande belehntes Adels- 
geschlecht, welches, als zu Ende des 16. Jahrh. die v. Erlebach aus- 
starben, zu seinem Isamen und Wappen Namen und Wappen der v 



— 198 — 

Erlebach setzten, doch erloschen die Thossen v. Erlebach in Thürin- 
gen, 8. den Artikel: v. Erlebach, Bd. III. S. 144, schon 1719. In 
Westpreussen kam später noch ein Zweig vor, zu welchem wohl 
Friedrich Wilhelm v. Thoss gehörte, welcher in der zweiten Hälfte 
des 18. Jahrh. ZoU-Rendant zur Montaner Spitze in Westpreussen 
war, auch wurden noch 1813 die Thossen v. Erlebach zu dem Säch^ 
sischen Adel gerechnet. 

Knauth, S. 5SS. — ErlSutertes Voiftland, II. 6. 183. — Gauhe, I. S. 2Ö49. — Siebmacker, I. 
164: Die Dorsten zu Eilebach, Meissnisch. 

Thagnt, Freiherren (Schild geviert, mit goldenem Mittelschilde 
und in demselben ein rechtssehender, schwarzer Adler. 1 und 4 in 
Roth eine fünf bl jittrige , silberne Rose und 2 u. 3 auf grünem Boden 
in Blau ein rechtegekehrter Kranich). Erbl. - österr. Freiherrnstand. 
Diplom Yon 1774 für Franz Maria Edlen v. Thugut, k. k. Hofrath, 
Internuntius und bevollmächtigten Minister an der Ottomanischen 
Pforte, aus Höchst eigener Bewegung. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 20. — Lackabdrücke von mit Farben gestochenen Fetschaften. 

Thülen. Thnlen (in Gold eine schwarze Krampe, oder ein Mauer- 
anker). Altes, westphälisches Adelsgeschlecht, dessen gleichnamiger 
Stammsitz bei Brilon schon 1299 vorkommt. Dasselbe sass bereits 
1400 zu Steinboll u. zu Wichein unweit Arnsberg, 1466 zu Thulhof 
in Gesecke bei Lippstadt und noch 1627 zu Brüggen bei Flierich 
unweit Hamm. Im letzt genannten Jahre ging der Stamm in West- 
phalen aus, doch blühte noch ein nach Lief- und Kurland gekomme- 
ner Zweig, s. den nachstehenden Artikel, fort. 

Frtih. V. Ledebur, III. S. 15 und 16. — ». Steinen, Tab. 69, Nr. 4. 

Thülen (in Gold ein an einer Kette von vier Gliedern hängender 
Schiffsanker). Die zu dem lief- und curländischen Adel gehörende 
Familie v. Thülen, welche auch unter dem Namen: v. der Raab (der 
Vorname Raban), genannt v. Thülen, vorkommt, w^ird für einen 
Zweig der im vorstehenden Artikel aufgeführten, alten westphäli- 
schen Familie v. Thülen gehalten, doch muss, ist diese Annahme 
richtig, das Wappen geändert worden sein. 

Freih. v. Ledehvr, HI. S. 16. — Neimbt, Curlünd. W. B. Tab. 40. 

Tbümen (Schild von Silber und Roth schrägrech ts mit kleinen 
Spitzen getheilt: in der oberen, silbernen Hälfte schwebt oben und 
links eine rothe, mit Gold besaamte Rose und in der unteren Hälfte 
steht ein schrägrech tcr, silberner Stacketen zäun , welcher mit zwei 
schrägrechten, über einander liegenden , silbernen Balken belegt ist). 
Altes, ursprünglich anhaltsches Adelsgcschlecht, welches sich später 
in Sachsen und Preussen, namentlich in den Marken und in Ost- 
preussen ausbreitete und auch nach Dänemark und Schweden kam. 
Dasselbe war im Brandenburgischen im jetzigen Kreise Jüterbock- 
Luckenwalde bereits 1450 zu Ahrensdorf, Blankensee, Löwendorf, 
Schönhagen u. s. w. , so wie in Ostpreussen im Wehlauschen 1469 
zu Kuglacken und Belacken gesessen, brachte dann im Laufe der 
Zeit viele andere Güter zeitweise an sich und erwarb auch in Sachsen 



— 199 — 

4iB Qiit Peeterwitz unweit Dresden. — Veit v.. Thümen war zu An- 
fange dea 16. Jahrhunderts Conithur des Johanniter-Ordens zu liagow 
UtOd wurde 1527 zum Heermeister in der Mark erwählt; Cuno v. Tb. 
log 1Ö63 mit dem Kurtür^ten zu Brandenburg auf den Kaiserlichen 
Wahltag nach Frankfurt am Main und nach Allem ist dieser Cuoq 
Y. Tb. derselbe, welcher 1570 kursächp. Canzler wurde und Herr auf 
BUnkensee war. Christoph v. Th. auf Waltersdorf bei Teltow, kur- 
krandenburgischer Hauptmann des Amts Müllenhoff zu Berlin, stark 
1570, fünf Bohne hinterlassend. Diese Söhne waren: Eustachiuü 
V. Th. , k. dän. Ober-Stallmeister; Johann v. Th. , kursächs. Hofnvar- 
schall u. Johanniter Comthur zu Lietzeu und um 1596 kui^brandenb. 
Ober-Schenck und Hofmarschall; Joachim v. Th., Rittmeister im 
Zuge des K. Carl V. nach Afrika, w^o derselbe sich bei Eroberung 
von Tunis auszeichnete und Otto v. Th. Herr auf Waltersdorf und 
Gallun. Die beiden Letzteren hatten eine zahlreiche Nachkommen- 
schaft , durch die der Stamm fortblühte. Von den späteren SpiH)8sen 
desselben traten mehrere in die k. preuss. Armee und gelangten au 
hohen Jlhrenstellen. Christoph Friedrich v. Tliümen starb 17-J3 als 
Generalmajor, Heinrich Ludwig August v. Th. 1826 als Generallieu- 
tenant u. der Sohn des Letzteren, Commandant der G. Division, 1855 
ebenfalls als Generali ieutenimt der Infanterie. — Die Familie blieb 
bis auf die neueste Zeit im Kgr. Preussen ansehnlich begütert und 
Bauer nennt 1857 folgende Familienglieder als angesessen: die Erben 
des Generallieutenants v. Th. auf Kaput und !Xeu- Langerwisch im 
Kr. Zauche Beizig; v. Th. zu Bogasen auf Klein-Lübars im Kr. Jeri- 
ohow L; Hans Hermann v. Th. auf Blankensee, Glau, Sohönhagen 
und Stangenhagen im Kr. Jüterbock-Luckenwaldo und auf Breite im 
Kr. Zauche-Belzig; v. Th., Lieutenant, auf Klein-Briesen, ebenfalls 
im Kr. Zauche-Belzig; Felix Albert Joachim Carl Ernst v.Th., mino- 
renn auf Gräfendorf im Kr. Jüterbock-Luckenwaldo und Ludwig 
V. Th. auf Göbel im Kr. Jericho w 1 u. Benken im Kr. Zauche-Behig. 

SUer, Belliger Chronik. S. 279—81 und neuf! Auflage, S. .521, — Drösser, Chron. Saxoii. S.511. 
•^ ^•ekmcmn, Anhaltsch. hlstor. V». S. «77 und 78. — Val. KVmig, I. S. 972 — 79. — Ditkmar, 
S. 66. — Ocmhe, 1. 8. 2550 uud 51. — ZedUr, 43. S. 1803- 1807. — N. Pr. A.-L. IV. S. 267. — 
Fniü. V. Ledebur, III. S. 16. — T^froff, 11. 275. — Knetchke, I. S. 418 und 19. 

Thümmel (in Both ein zwischen zwei schwarzen, sechsstrahligen 
Sternen aufrecht und mit der Spitze links gestellter, eisenfarbener 
Hammer). Altes, meissensches und Sachsen -gothaisches Adelsge- 
Bohlecht, welches ursprünglich aus Polen stammt, wo dasselbe Tim- 
melovski oder Timelofsky hiess und aus welchem noch 1370 Johann 
V. Timmelovski als Stallmeister des Königs Ludwig in Polen lebte, 
dessen vier Söhne sich nach Sachsen gewendet haben sollen. Zwei 
dieser Söhne Hessen sich in Leipzig nieder, die anderen beiden aber, 
G^org und Isicolaus v. Th., kauften 1404 Schönefeld bei Leipzig, aus 
welchem Stammhause die Familie sich später weiter ausbreitete. 
Gegen diese, im Allgem. Histor. Lexicon von Buddeus sich findende 
Angabe erwähnt Gauhe, dass weder Okolski , noch andere polnische 
Geschichtsschreiber ein Geschlecht dieses ^amen anführen, noch 



— 200 — 

Val. König über den Ursprung der Familie etwas angeben kann. So 
hat man sich denn eigentlich nur an das zu halten, was fest steht, 
nämlich, dass die Familie schon im 16. Jahrh. in und um Leipzig an- 
gesessen und sehr bekannt war. - Val. König giebt als von derselben 
besessene, oder zu seiner Zeit ihr noch zustehende Güter folgende an: 
Donna, Heussendorf, Oegelas, Pfuhl, Paunsdorf, Plaussig, Schöne- 
feld, Sellerhausen und Thümel, welches letztere Gut wohl von der 
Familie erbaut worden ist und von derselben seinen Namen erhalten 
hat und beginnt die ordentliche Stammreihe des Geschlechts mit 
Wolff V. Th. auf Schönefeld, Oegelas, Pfahl (Pfnhl), Sellerhausen, 
Plaussig und Paunsdorf, verm. mit Magdalena v. Wolframsdorf. 
Aus dieser Ehe entspross Moritz v. Th. , Herr der genannten väter- 
lichen Güter, verm. mit Kegina v. Schütz und von ihm durchlief die 
Stammreihe zunächst folgende Glieder: Jacob v. Th.: Agnesa Mech- 
tild V. Spiegel; — Heinrich I.: Magdalena v. Haubitz; — Thomas, 
kais. Oberstlieutenant: Hedwig Freiin v. Jaschinsky und Heinrich 11., 
Herr der Starostei Opaniz: Catharina v. Röttin. Durch die beiden 
Söhne des Letzteren, Hans und Georg, theilte sich der Stamm. Von 
Hans, dem älteren Sohne, verm. mit Catharina v. Schütz, stammte 
Wolff, kais. Rittmeister und von diesem aus der Ehe mit Lndmilla 
V. Nostitz : Wolff Otto, kursächs. Oberst, Gonvemeur u. KreisrHaupt- 
mann zu Wittenberg, dessen Sohn aus der Ehe mit Maria v. Goldbeck 
Christoph Carl war, welcher sich mit Barbara v. Scköhl vermählte. 
Von Letzterem entsprossten zwei Söhne, welche ihre Linie weiter 
fortsetzten: Moritz Adolph, kursächs. Oberst, verm. mit Dorothea 
Sophie V. Plötz, aus welcher Ehe drei Söhne stammten: Carl August, 
Friedrich Adolph und Heinrich Sigmund — .nnd Otto Christoph, 
Fürstl. Sachsen-Neustädtftcher Amtshauptmann, welcher aus zweiter 
Ehe mit Dorothea Wilhelmine v. Breitenbauch die beiden Söhne: 
Philipp Carl Otto und August Moritz Wilhelm hinterliess. — Von 
dem zweiten Sohne Heinrichs II.: Georg, s. oben, stammte aus erster 
Ehe mit Catharina v. Scköhl: Lucas, aus der zweiten aber mit Sophia 
V. Mandelsloh : Georg. Von Lucas auf Donna, verm. mit Anna Kölbel 
v. Geising, entspross Hans, k. schwed. Major und von Georg auf 
Schöueteld aus der Ehe mit Maria v. Ploetz: Hans Moritz und Georg 
Heinrich. So weit gehen die von Valent. König mitgetheilten genea- 
logischen Nachrichten über das Fortblühen der Familie, welche 
Gauhe und Andere benutzt haben. An dieselben schliessen sich nun, 
wie V. Uechtritz angiebt, folgende in den Schönefelder Kirchen- 
büchern vorgefundene Aufzeichnungen an: Hans Moritz, älterer Sohn 
des oben genannten Georg auf Schönefeld, vermählte isich mit Catha- 
rina V. Goldbeck und aus dieser Ehe stammte Hans Georg, gest. 
1690, Herr auf Schönefeld und Volkmarsdorf, kursächs. Kammer- 
junker und Lieutenant, später h. sachsen-naumburg. Oberhofmeister, 
verm. mit Anna Maria v. Maltitz, gest. 1702. Von den beiden Söhnen 
desselben starb Georg Heinrich, k. preuss. Kammerherr und herz, 
sachsen-naumburg. Stallmeister, 1705 un vermählt, Adolph August 
aber, Herr auf Schönefeld u. s. w., gest 1713, kursächs. Major, verm. 



^ 201 — 

mit Kahel Sophia v. Schönberg, gest. 1729, setzte den Stamm fort. 
Von demselben entspross nämlich Carl Heinrich, geb. 1710, Herr auf 
Sdiönefeld u. s. w. , kursächs. Landkammerrath , aus dessen Ehe mit 
Lttdmill^ Charlotte v. Böhlau, verm. 1731 und gest. 1785, neben 
finf Töchtern, vier Söhne stammten: Wolf Heinrich Siegmund, geb. 
.1782, kursächs. Oberst, verm. mit Luise Ägnese v. Zanthier, Moritz 
Angüst, geb. 1738 h. sachs.-coburgsch. Geh. Rath u. s. w., s. unten, 
Hans Wilhelm, geb. 1744, h. sachs.-goth. Geh. Rath u. s. w., s. eben- 
Mls unten und Friedrich Christian, geb. 1745, k. k. Kämmerer, verm. 
mit Friederike v. Wangenheim a. d. H. Sonneburg, aus welcher Ehe, 
neben zwei Töchtern, Pauline und Roxane, ein Sohn, August, in k. 
prensB. Militairdiensten, stammte. Zu grossem Ansehen haben be- 
sonders die oben angeführten beiden Brüder, Moritz August u. Hans 
Wilhelm v. Thümmel a. d. H. Schönefeld bei Leipzig, den Namen 
des Geschlechts gebracht, doch sind Nachkommen derselben nicht 
bekannt; — Moritz August v. Thümmel, gest. 1817, welcher schon 
1783 als h. sachs.-coburg. Geh. Rath und Minister sich von allen 
öffentlichen Geschäften zurückzog und den Wissenschaften und den 
Musen lebte, gehörte zu den geistvollsten, sentimental-humoristischen 
Scbriftstellern Deutschlands und seine sämmtlichen Werke sind in 
einer neuen Ausgabe 1820 in sieben Bänden erschienen, Hans Wil- 
helm V. Thümmel aber, gest. 1824, h. saolis.-goth. Geh. Rath, Kam- 
merprä-sident il. Ober-Steuer-Director in Altenburg, verm. mit einer 
Freiin v. Rothkirch-Trach , hat sich in seinen hohen Aemtem, zu 
welchen auch viele diplomatische Sendungen kamen , um die sächsi- 
schen Länder Ernestinischer Linie sehr grosse Verdienste erworben 
und, mit besonderer Liebe zur Baukunst beseelt, namentlich im Al- 
tenhurgischen Lande, und in der Stadt Altenburg selbst, durch diese 
Liebe und die Schöpfungen derselben sich bis in ferne Zeit ein dank- 
bares Andenken gesichert. Unter seinen Schriften haben die stati- 
stischen, geographischen und topographischen Beiträge zur Kenntniss 
des Herzogthums Altenburg und die Aphorismen eines Sieben- und 
Siebenzigj ährigen besondere Anerkennung erlangt. 

Fol. Ktmig, I. S 9S0— 87. — Gauht, I. S- 2ß51 und 52. — ZedUr, 43. S. 1807. — v. Utcki- 
Hi€, dlplomatischo Nachrichten, VII. S. 71-73: Nachrichten aus den Schönefelder Kirchenbüchern 
ton 1690 i778. — V. LedeJwr, III. S. 16 u. 17. — Siehmacher, I. 156: Die Thümmel, Mobnlsch. 
— V. Meding, U. S. 604. — W. B. d. Süchs. Staaten, VIII. 67. — Knetekke, IV. S. 408-6. 

Thfina, Dtina, Dhun (in Silber eine eingebogene, gestürzte, 
r^he Spitze). Altes, thüringisches, raeissensches und fränkisches 
Adelßgeschlecht, welches auch in das Voigtland n. in die Rheinlande 
kam. Dasselbe sass bereits 1499 zu Molsdorf im Gothaischen, 1677 
ZQ Dienstedt im Weimarischen, schon vorher, 1506, zu Lauenstein 
und 1683 zu Hohnstein im Meissenschen , war in Franken durch 
mehrere Besitzungen den Rittercantonen Gebürg und Steigerwald 
einverleibt, brachte im Voigtlande den Rittersitz Schlettheim unweit 
Oelsnitz und andere Güter an sich und besass noch 1714 KÖckeritz 
im Weimarischen, 1739 Wernburg unweit Ziegenrück, 1775 Gömitz 
im Altenbnrgischen und 1803 Berka vor dem Hainich bei Eisenach. 
— Nach Spangenberg w^urde Friedhelm Thüna mit Heinrich Tan- 



^ 202 -. 

geln 961 vom K. Otto dem Grossen zum Ritter geschlagen; Susann« 
V. Thüna war 1400 Aebtissin des Klosters 8t. Michael zu Jena, Fritz 
V. Th. 1436 Landvoigt an der Orla, Friedrich v. Th. 1442 Amtmann 
zu Saalfeld u. George v. Th. 1498 Abt zu Saalfeld. Friedric|i v. Th., 
Amtmann zu Weimar, wurde 1518 des Kurfürsten Johann Friedrich 
zu Sachsen vertrauter Rath und nahm sich um 1530 besonders der 
Religions- Angelegenheiten sehr an, wie v^Seckendorff und Spangen- 
berg genauer angegeben. Von den Urenkeln desselben starb George 
Siegmund um 1679 als h. braunschw. Landdrost zu Isenhagen. Von 
Heinrich v. Th., Ritter, stammte Friedrich v. Th. , Herr auf Lauen- 
stein und Schlottwein (Schlettwein), kursächs. Geh. Rath, von dessen 
Urenkeln Christoph v. Th. auf Hohenstein nach 1680 als Fürstl. 
Brandenburg. Rath, Ober- Amtmann zu Schäuenstein und Director 
der Ritterschaft des Markgrafentbums Bayreuth lebte. Hans Rudolph 
V. Th. auf Schlottwein war um dieselbe Zeit kursächs. Kammerherr 
und hatte fünf Söhne, durch die der Stamm fortblühte. Johann 
George v. Th. a. d. H. Molsdorf starb 1706 als Oberstlieutenant. 
Von Hans Rudolph v. Th. , welcher den Rittersitz Schlottwein besass, 
stammte aus der Ehe mit Maria Elisabeth v. Bünau: August Wilhelm 
V. Th. , welcher in die k. preuss. Armee trat, zur Würde eines Gene- 
ralmajors, Chef eines Infanterie-Regiments und Amthauptmanns zu 
Schlanstedt und Oschersleben gelangte und unvermahlt 1787 starb. 
— Unter dem sächsischen Adel wurde die Familie noch 1803 aufge- 
führt. Jetzt blüht die Familie noch im Grossh. Sachsen- Weimar und 
die Brüder: Cuno Carl Franz v. Th. und Maximilian v. Th. traten 
in grossh. sachs.-weimar. Militairdienste. 

V. GUichensUin, Hr. 90. — Vai. Kdnig, HI. 8. 1115-— 26. — ». Hattstein, U. S. 416 uu4 17. 
— Gaufu, I. S. 2552 und 53. — Zedier, 43. S. 1812—16. — Biedermann, Canton Steigeiwald, I, 
Tab. S. 274—^0 und Canton AltmUhl, Svpplem. •— JirUekner, Kirchen- a. Schalenstaat d. H. Gotha, 
1. 8tck. 4. S. 62, C7, (5K und 73. — N. geneal. Handbuch, 1778. Zweiter Nachtrag, S. 24. — N. Pr. 
A.-L. IV. S. 20«. — Satver, S. 525. — v. Uechtritx, diplom. Nachrichten, TT. S. 148— l.«». — N.Pr. 
A.-L. rV. S. 268. — Freih. v. Ledebur, Hl. 17. — Siehm€icher, I. 147: t. Dhünae, Thüringisch und 
Supplem. 111. 13: Herien v. Thuna und V. 24: v. TTmne. — v. Meding. W. S. 604 und 606; auch 
nach einer Stammbnchzeichnung mit der Unterschrift: Jnhann Albert v. Thilna, 1576. — W. B. der 
Such». Staaten, lY. 88. - Kneachke, IV. S. 406—9. 

Thünefeld, Freiherren (Schild zweimal quergetheilt : dreifel- 
drig: 1, ohen, in Roth zwei goldene, quer gegen die Rechte gelegte 
Turnier-Lanzen mit goldenen Quästchen; 2, in der Mitte, in Silber 
ein schwaraer, ausgebreiteter, golden gekrönter und gewaffneter 
Adler, auf der Brust eine goldene Bremse tragend und 3y unten, in 
Grün ein geharnischter Ritter mit offenem Tisir und rothem Helm- 
busche, welcher in der Rechten streitfertig ein Schwert emporhalt 
und auf einem weissen , rothgesattelten u. schwarzgezäumten Pferde, 
gegen die Rechte hin gallopirt). Reichsfreihermstand. Diplom vom 
4. Nov. 1570 für Christoph Ulrich v. Thüngfeld (Thünefeld) kaiserl. 
Obersten und Kriegsrath). Altes, stifts- und ritterbürtiges , fränki- 
sches Adelsgeschlecht, dessen Stammhaus Thüngfeld, Thünfeld, Thü- 
nefeld, unweit Schlüsselfeld im ehemaligen reichsritterschaftlichen 
Canton Steigerwald lag. Der Name des Geschlechts wird schon in 
der zweiten Hälfte des 10. Jahrh. genannt, die ordentliche Stamm- 
reihe aber, beglaubigt durch Acten des Cantons am Steigerwald, so 



— 203 — 

wie durch Taufbücher uiid Matrikel der Stadt und Pfarrei Schlüssel- 
feld , wo die T. Thüngfeld seit undenklicher Zeit das Erbbegräbniss 
liftUeiiy beginnt erst um 1197 mit dem Ritter Dietrich und seinem 
Sobne Albrecht v. Th. Schon die zwei Söhne des Letzteren, Gerlach 
md Eberhard, stifteten zwei Hauptlinien, deren ältere zu Aspach und 
Walhdorf um 1491) — 1500 wieder ausging während die jüngere, 
odor die Nachkommenschaft Eberhards, dauernd fortblühte und sich 
hl mehrere, bald wieder erloschene Seitenäste und Zweige schied. 
Nachdem Jacob v. Thüngfeld, Domherr zu Würzborg, mit seinen 
Brüdern Peter und Hans, die freien Lehen in der Alarkung Schlüssel- 
feld, Tungfeld, Adelsdorf und Rambach an Hans und Peter, die Sey- 
bothen und 1414 Peter y. Thüngfeld das Stammhaus Thünfeld mit 
dem dazu gehörenden Dorfe und anderen Gütern an Bischof Rudolph 
XQ Würzburg verkauft hatten, empfing Kunz v. Thüngfeld, Ritter zu 
0ber-8chwarzach, 1406, zwei Kuben auf der Reuth und ein Haus zu 
Greroldshofen und versicherte darauf seine Hausfrau , Anna v. Ebers- 
perg, genannt Weyers. Mit diesem Kunz v. Th., einem Sohne des 
Eberhard v. Th. auf Steiwbach und Ilenbach und der Anna v. Dettel- 
baoh und einem Nachkommen des oben genannten Eberhard im 8. 
Gliede, begannen die heutigen Freiherren v. Jhünefeld ihre älteren 
Ahnenproben. Ihm folgen in gerader Linie Michael v. Th., verm. 
1486 mit Brigitta aus dem Geschlechte der Hundte, Nicolaus v. Th., 
verm. 1530 mit Anna v. Nesselrode u. dann Freih. Christoph Ulrich, 
8. oben. Des Letzteren Urenkel, Freih. Jacob Ferdinand, gest. 1708 
— Sohn des Freih. Christoph Heinrich und der Juliana Grf. v. Cron- 
berg — vermählte sich 1702 mit Maria Regina v. Bigato auf Rei- 
cbersdorf u. von demselben stieg der Stamm, wie folgt, herab: Freih. 
Johann Jacob Michael, geb. 1705 u. gest. 1788, kurpiälz. Geh. Rath 
und Kämmerer: Maria Anna Barbara v. und zu Hautzenberg, verm. 
1728 und gest. 1747; — Freih. Joseph Heinrich, ^^eb. 1743 u. gest. 
1810, kurtrierscher Geh. Rath, Kämmerer und Oberst-Stallmeister: 
Clara Philippine Grf v. Kesselstatt, verm. 1787 und gest. 1719; — 
Clemens Wenzel Freih. v. Thünefeld und Ursensolen, geb. 1788 und 
gest 1854, Herr auf Schmichen und Türkenfeld, k. bayer. Geh. Rath, 
gewee. kurtrier. Kämmerer und Obersthofmeister der Kronprinzessin 
Charlotte v. Bayern: Anna Walburga Freiin Venningen, verm. 1813 
mid gest. um 1860; — Maximilian Freih. v. Thünefeld u. Ursenolen, 
geb. 1814, jetziges Haupt des freih. Hauses, k. bayer. Rittm. a. D. 
Die drei Brüder des Freih. Maximilian sind, neben einer Schwester, 
Freiin Clara, geb. 181jß, verm. 1839 mit Carl Freih. y. Würtzburg, 
k. bayer. Kämmerer; Freih. Heinrich, geb. 1817, k. bayor. Ober- 
lieutenant a. D. , verm. 1852 mit Caroline Freiin v. Buseck, geb. 
1826 und Freih. Philipp, geb. 1821 

Oeneal. Taschenb. d. freih. Häaser, 1848, S. 367- CO, 1857, S. 766, 1863, S. 970 und 71 u. ff. 
JalVff. — Soppl. so ßiebm. W. B. I. 12. — Tyroff, I, 59. — W. B. d« Kgr. Bayern, IV. 27 und 
▼. WOkkern, Abth. 4. S. 64. 

ThiMgen, Freiherren u. Grafen (Stammwappen: ältere, Andrea- 
sische Linie : in Silber ein rother Querbalken , belegt mit drei rechts 



— 204 — 

ausgebogenen, goldenen Pfählen; jüngere, oder Lutziscfie Linie: in 
Silber ein goldener Querbalken, belegt mit drei rechts ausgebogenen, 
rothen Pfählen. Freiherrliche« Wappen der Andreasischen Linie: 
Schild geviert mit, das Stamm wappen der genannten Linie zeigendem 
Älittelschilde: 1 und 4 quer und dann sechsmal der Länge nach von 
Koth und Silber in zwölf gewechselte Plätze geschieden: Rosenberg 
und 2 und 3 in Blau ein silberner, erniedrigter, an seiner Spitze eine 
goldene Krone tragender und von drei goldenen Sternen begleiteter 
Sparren. Die Lutzische Linie führt ihr Stammwappen als Haupt- 
schiid, auf dem Helme ruht der Thüngensche Helmschmuck: der 
roth gekleidete, graubärtige Mannes-Rumpf und hinter dem Schilde 
ragen zwei, dem Schilde gleichbezeichnete Fahnen mit silbernen 
Fransen empor). Reichs-Freiherm - und Grafenstand. Freiherm- 
diplome vom 21. Mai 1700 für Adam Hermann Friedrich v. Thün- 
gen, Andreas^scher Linie, h. württemb. Geh. Rath und Kammer-Prä- 
sident, 80 wie auch Ritterrath des fränkisthen, reichsritterschaftlichen 
Cantons Rhön und Werra, mit vermehrtem Wappen und vom 23. 
März 1768 für Philipp Christoph Dietrich f. Thüngen, hessen-cassel- 
schen Geh. Rath und Ritterhauptmann desselben Cantons und für das 
ganze Geschlecht und Grafendiplom vom 23. Nov. 1 708 für den k. k, 
Feldmarschall Johann Carl Freiherrn v. Thüngen. (Derselbe hatte 
23. Aug. 1694 ein besonderes Reichsfreiherrndiplom erhalten, war 
mit Maria Johanna Faust v. Stromberg vermählt und starb 1709 
kinderlos). — Altes, rcichsritterschaftliches u. stiftsfähiges Geschlecht, 
dessen Stammhaus in Franken im Canton Rhön und Werra Hegt. 
Albert v. Thungede (Thüngen) war als Hofmeister des Abts Hilde- 
brand zu Felde und kämpfte 933 bei Merseburg gegen die Hunnen. 
Erwin v. Thüngen wird 1165 mit Poppo Grafen v. Henneberg und 
Friedrich v. Th., mit dem Beinamen: der Lange, 1235 genannt. 
Andreas v. Th., verm. mit Sara Wolfskehl v. Reichenberg, lebte um 
1270 und ist der älteste, bekannt« Stammvater der Familie, die sich 
bereits durch seine Enkel: Andreas und Lutz — Söhne von Dietz v. 
Thüngen aufBurgsinn u. der Elisabeth v. Hohenberg — in zwei Haupt- 
linien schied, welche sich wiederum in mehrere, später wieder ausge- 
gangene Zweige theilten und nur noch in den Hauptstämmen blühen. 
— Andreas v. und zu Thüngen auf Burgsinn, Wemau u. Reussenberg 
ist der Stammvater der älteren, nach ihm genannten Andreas'schen 
Hauptlinie. Er erbaute mit Wissen und Willen des Bischofs Wolf- 
ram zu Würzburg mit seinen Brüdern Lutz und Albrecht das Schloss 
Reussenberg auf dem s. g. Eichelberge und nahm es 1337 von dem 
Stifte zu Lehn. Mit seiner Hausfrau, Elisabeth v. Grumbach , setzte 
er den Stamm fort und starb 1345. Die Nachkommen theilten sich 
in die Zweige zu May-Sontheim, Schernau, Winden, Sodenbeg, Wei- 
kertsgraben u. s. w., die aber alle nach und nach wieder ausstarben. 
In der geraden Stammreihe tritt im 9. Gliede auf: Theobald Julius 
V. Thüngen zu Burgsinn und Buchen, Ritter-Hauptmann des Cantons 
Rhön und Werra. Derselbe, verm. mit Anna v. Edelsheim, starb 
1589 und ihm folgen in gerader Stammreihe: Georg Friedrich v. Th., 



— 205 — 

gest 1628y yerm. mit Johanna Eosina v. Thüogen a. d. H. Kossbach 
und dann Johann Georg v. Thiingcn, dessen Sohn Adam Hermann 
Friedrich v. Th., s. oben, 1700 den Keichsfreiherrnstand erhielt. 
Von ihm entspross aus der Ehe mit Julie Freiin v. Kropf - Nieder- 
oroBsen: Freih. Philipp Adam, gest. 1742, herz, württemb. Regier.- 
Bath, verm. in erster Ehe mit Anna v. Tessin-Hochdorf u. in zweiter 
mit Charlotte Hölzl v. Sternstein. Der Sohn des Letzteren, Freiherr 
Ludwig Heinrich Wilhekn, wurde der Grossvater des unten bei der 
Andreas'schen Linie zu Burgsinn zu nennenden Freih. Ludwig. — 
Latz V. u. zu Thüngen auf Reussenberg stiftete die jüngere Lutzische 
Hauptlinie. Derselbe war zweimal vermählt: zuerst mit Gutta y. 
Bibra und später mit Margaretha v. Rechberg. Von seinen näheren 
Nachkommen wurde Conrad v. Thüngen 1519 Fürstbischof zu Würz- 
barg, regierte 21 Jahre und starb 1541. Auch in dieser Linie ent- 
standen mehrere Aeste und Zweige und zwar zu Weissenbach, Neu- 
haus, Rossbach, Zeitlolfs, Wüstensachsen u. s. w., die nach und nach 
ebenfalls wieder ausgingen und aus welchen Johann Carl f^reih. v. 
Thüngen, s. oben, 1708, w-ie erwähnt, in den Reichsgrafenstand ver- 
setzt wurde. — Johann Heinrich v. Th. zu Rossbach — Lutzens 
Nachkomme im 9. Gliede — gest. 1675, vermählt in erster Ehe mit 
Anna v. Thüngen und in zweiter mit Sophia Eleonore Vogt v. Rhi- 
neck, hinterliess aus erster Ehe einen Sohn : Philipp Heinrich v. und 
zu Thüngen auf Rossbach und dieser aus zweiter Ehe mit Maria Jo- 
»epha Marschall v. Ostheihi einen Sohn, Philipp Christoph Dietrich 
v. Th., 8. oben, welcher, wie angegeben, J768 für sich und das ganze 
Geschlecht den Freiherrnstand erlangte. Letzterer war zweimal 
vermählt, zuerst mit Juliana Sophia Elisabeth Schenk v. Schweins- 
berg und später mit Elisabeth Dorothea, Schwester der Vorigen. 
Von ihm stammen alle späteren Freiherren v. Thüngen dieser Linie, 
welche in zwei noch blühenden Aesten besteht, die neuerlich als Ast 
zu Thüngen und Rossbach und Ast zu Zeitlofs aufgeführt werden. — 
Haupt der Andreas sehen Linie zu Burgsinn ist Freih. Ludwig, geb. 
1794 — Sohn des 1824 yerstorbenen Freiherrn Heinrich Wilhelm 
— Herr auf Burgsinn, Hessdorf und Reussenberg, k. bayer. Bezirks- 
Director a. D., verm. 1822 mit Julie Knoch, geb. 1800, aus welcher 
Ehe, neben einer Tochter, zwei Söhne stammen, von denen der ältere, 
Freih. Carl, geb. 1823, verm. 1845 mit Therese Feurer, seine Linie 
durch einen gleichnamigen, 1846 geborenen Sohn fortgesetzt hat. Von 
den Brüdern des Freih. Ludwig hat Freih. Franz, geb. 1809, in der Ehe 
mit Helena v. Arendts-!Niedcrnberg, geb. 1801 u. verm. 1825, durch 
einen Sohn, Freih. Julius, geb. 1826 u. Freih. Ludwig, geb. 1828, in 
k. bayer. Militairdiensten, in der Ehe mit Maria v. Sundahl, verm. 1860 
den Stamm durch einen Sohn, Friedrich, geb. 1861, fortgesetzt. — 
In der Lutzischen Linie ist Haupt des Astes zu Thüngen und Ross- 
bach: Freih. Wilhelm, geb. 1805 — Sohn des Freih. Carl Philipp 
Friedrich, geb. 1776 und gest. 1841, aus der Ehe mit Katalie Freiin 
v. Tbümmel und Enkel des Freih. Hans Carl, verm. mit einer Freiin 
V. Stein -Altenstein — Herr auf Thüngen und Rossba,ph, k. bayer. 



— 206 _— 

Kämmerer, titul. Forstrath und lebenslang!. Reichsrath der Krone 
Bayern, verm. 1834 mit Johanna Freiin v. Preuschen v. und zu Lie- 
benstein, geb. 1812, aus welcher Ehe, neben vier Töchtern, drei Söhne 
stammen, die Freiherren: Carl, geb. 1839, Ernst, geb. 1841 und 
Wilhelm, geb. 1845. — Von den Brüdern des Freih. Wilhelm hat 
Freih. Wolfgang, geb. 1807, Doctor der Rechte, k. bayer. Kämmerer, 
Minister- Resident u. s. w. , verm. 1840 mit Luise G-rt*. v. Rottenhan, 
geb. 1818, den Stamm, neben zwei Töchtern, durch zwei Söhne: 
Hans Carl, geb. 1851 und Rudolph, geb. 1855, fortgepflanzt. — 
Haupt des Astes zu Zeitlofs ist: Freih. Philipp, geb. 179(3 — Sohn 
des 1809 verstorbenen Freih. Philipp Volpert, eines Bruders des 
Freih. Hans Carl, s. oben, aus der Ehe mit Catharina Pollich — Erb- 
küchenmeister des Herzogthums Franken, Herr zu Zeitlofs, Weissen- 
bach und Höllrich, k. bayer. Kämmerer, verm. 1824 mit Adolphine 
Freiin Zobel v. Giebelstadt a. d. H. Darstadt, geb. 1797 und gest. 
1856, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, drei Söhne entsprossten, 
die Freiherren: Reihard, geb. 1829, k. bayer. Kämmerer, verm. 1859 
mit Caroline Freiin v. Thüngen, aus dem Aste zu Thüngen und Ross- 
bach, geb. 1835, Alfred, geb. 1833, verm. 1863 mit Helene Freiin 
V. Brandenstein und Heinrich, geb. J.834. k. k. Rittmeister. 

Bucelini Stemmat. IV. S. 281. — ^i7er« BeltzigeT Chronik, S. 279 — 81 und Neue Ausfrabe, S. 
621 und -i2. — H^na Coburg. Chronik, II. S. 110. — Urckmann, Aab&ltsche Historie, VII. S. 277. 

— V. GUichenstein, .Nr. 94. — VaUnt. König, I. S. 972—79. — v. HattsUin, IF. S. 420— i46 und 
T^b. 6. — Gauke, I. S. 2553 — 65. Zedier, 48. 8. 1816—1840. — Bitdermwm, Oanton Rhtfn und 
Weira, Tab. 194—211 und Canton Ottenwald, Supplement. — E»tor, Almenpr., S. 28(i, 8- 22. — 
». Oeneal. Handb., 177S, 2. Nachtraif, S. 512 und 18. — Salver, S. 146 und Tab. 16, S. 280, 842, 
409, 411 508 und 580. — v. Lang, Supplem., S. 73 u. 74. — Megerle v. Mühlfeld, Erg. -Bd. S. 83. 

— Freih. v. Ledebur, III. S. 17 undTS. — Oeneal. Ta.«chenb. d. freih. Häuser, IböS, S. 474 —79, 
1857, S. 767—69, 1862, S. 104— 17, ll'64. S. 858—61 u. ff. Jahrgg. — Siebmaeher, I. 100: v. Thün- 
gen, Fränkisch, Stammwappen. — Spener, I. S. 150. — Budolphi Herald, curios. lab. 9 u. S. 169. 

— Jungetidre», Einlclt. zur Heraldlc, Tab. 2, Nr. 15 u. S. 161. — Suppl. in Siebm. W. B. II. 16 
und VIl'l. 7. — Tt/roff, I. 2. F.-H. v. und zu Th. und Siebenkees, I. S. 61 und 62. — W. B. des 
Kgr. Bayern. IV, 28: Innde freih. Linien und v. WWckem, Abth. 4. S. 65—67. 

Thüngfeld. Altes, dem vormaligen Rittercanton Steigerwald 
einverleibt gewesenes Adelsgeschlecht. 

Biedermann, Canton Steigerwald, Tab. 246—50. — Salver, S. 225, 242 und 247. 

\ Thürheün, Thierheim, Freiherren 4ind Grafen (Schild geviert, 

mit schwarzem , mit einer Dornenkrone bedeckten Alittelschilde und 
in demselben ein silbernes Portal mit drei Abstufungen, welches zehn, 
2, 4 u. 4, Fenster und ein rundes, mit schwarz ausgefugten Quader- 
.Btücken umgebenes Thor hat: Stammwappen. 1 in Silber in den 
beiden Unterecken ein schwarzes Quaderstück, über welchen ein 
drittes liegt: Hohen- und Schwarzenstein ; 2 und 3 in Roth drei 
Rchrägrechts gelegte, silberne Rosen: Mauthner und 4 in Schwarz 
ein rechts aufspringendes, silbernes Einhorn: Nussdorf). Reich&- 
Freiherm- und Grrafenstand. Freiherrdiplom von 1625 für Johann 
Christoph v. Thürheim — Sohn des Philipp Jacob v. Th. — Herrn 
auf Ribrachszell und (jrafendiplom vom 30. Oct. 1G66 für die vier 
Söhne desselben, die Freiherren Leopold, Franz, (Christoph Leopold 
und Philipp Jacob. — Altes, ursprünglich schwäbisches Adelsge- 
Bchlncht, wolehos sich spater in Ober-Oosterreich ankaufte. Aribo 
V. Thürheim^ Rittor, soll 883 auf dem gleichnamigen Schlosse in 



— 207 — 

Baden und der Enkel desselben, Heinrich, um 9ol gelebt haben. 
Dee Letzteren Enkel, Goswin Th. , erstieg im dritten Kreuzzuge, 
1191 , die Burg von Ptolemais und pflanzte auf derselben das öster- 
mobische Banner auf. Er erhielt für seine Tapferkeit Burg und 
Banner zum Wappen, auch soll K. Heinrich "VI. iKm die Grafenkrone 
angeboten haben, der fromme und demüthige Ritter aber, statt der- 
selben , die Dornenkrone, welche der Erlöser getragen, sich erbeten 
iMben. — Ein Enkel dieses Gt)swin war um 1240 der bekannte 
Minneeänger Ulrich Th., Wolframs v. Eschenbach Zeitgenosse. — 
Preih. Johann Christoph, s. oben, ein späterer Sprosse des Stammes, 
wandte sich nach Ober-Oesterreich, kaufte von der Familie v. Zel- 
king, die, der Religionsstreitigkeiten wegen, auswanderte, die Herr- 
flchaften Weinberg, Domach u. Wartberg und wurde unter die ober- 
ÖBterreichischen Stände aufgenommen. — Seine genannten vier 
' Söhne , welche , wie angegeben , den Reichsgrafenstand erhalten 
hatten, theilten durch ihre Nachkommen den Stamm in vier Linien. 
Die von Leopold absteigende Linie erlosch aber schon mit den Kin- 
dern desselben, die von Franz gestiftete Linie starb 10. Juni 1782 
mit dem Grafen Leopold aus, die von Christoph Leopold absteigende 
Linie blüht zum Theil noch jetzt und die von Philipp Jacob gegrün- 
dete Linie ist, wie die beiden ersteren, ausgestorben. — Die von 
Christoph Leopold entsprossene, zum Theil noch blühende Linie 
theilte sich durch zwei Söhne des Stifters in zwei Aeste: Christoph 
Wilhelm gründete den älteren Ast in Oesterreich ob der Ens, welcher 
in zwei Zweige sich schied, von welchen der erstere im August 1809 
mit dem Grafen Christoph Wilhelm erloschen ist, während der zweite 
fortblühte, Georg Sigmund aber den jüngeren Ast in der Ober-Pfalz 
and in Bayern, welcher, nachdem Graf Julius Alexander, Lieutenant 
im k. preuss. Garde-Regimente, 1845 gestorben, im Mannsstamme 
nur noch in seinem Sohne, s. unten, fortbesteht. So blühte denn nur 
Bocb, neben dem jüngeren Aste, in der Ober -Pfalz und in Bayern, 
der zweite Zweig des älteren Astes der von Christoph Wilhelm ge- 
stifteten Linie fort, welcher jetzt als älterer Zweig in Oesterreich ob 
der Ens aufgeführt wird. Die Stamnireihe dieses älteren Astes stieg, 
wie folgt, herab: Johann Gundaccar — Sohn des Grafen Christoph 
Wilhelm aus der Ehe mit M. Franziska Grf. v. Kueffstein, •:— geb. 
1707, gest. 1798, k. k. Kämm., Herr der Herrschaften Schwerdtberg, 
Windegg, Hartheim u. s. w.: Marie Dominice Freiin v. Hager, geb. 
1721, verm. 1745 und gest. 1793; — Joseph Weuzeslaus Wilhelm, 
geb. 1749, k. k. Kämmerer, Herr der Herrschaften Schwerdtberg, 
Windegg, Fragstein und Ernsthofen, so wie Chottowin in Böhmen: 
Luise Grf. v. Berghe, genannt Trips, verw. Grf. v. Berlo - Hauze- 
mont, geb. 1759, verm. 17>^3 und gest. 1812; — Joseph Ferdinand 
Ignaz, geb. 1794 und gest. 1832, k. k. Kämmerer, Herr der Herr- 
schatten Weinberg und Schwerdtberg u. s. w. : Leopoldine Grf. v. 
Starheraberg, geb. 1794 und verm. 1816; — Ludwig Graf und Herr 
von Thürheim, Freili. auf Bibrachszell, Herr von Ober- und Kieder- 
Heichenbach, geb. 1818, Besitzer der Herrschaften Weinberg, 



— 208 — 

Schwerdtberg, Wardtberg, Dornach und Pragstein , OberstrErbland- 
Falkenmeister in Oesterreich ob der Ena, k. k. Kämmerer und Major 
in d. A. — Der Bruder des Grafen Ludwig, neben zwei SchweBtem, 
ist: Graf Andreas, geb. 1827, Erbland-Falkenmeister in Oestcrreich 
ob der Ens, k. k.*Kämm. und Major in d. A. — Haupt des jüngeren 
Astes, in der Ober-Ptalz und Bayern, ist: Grat' Hermann , geb. 1835 
— Sohn des 1842 vorstorbencn Graten Julius Alexander, s. oben, 
aus der Ehe mit Caroline Grf. v. Minucci, gest. 1854 — k. bayer. 
Artillerie-Hauptmann, verm. 1862 mit Wilhelmine Freiin v. Forstner, 
geb. 1839. — Die Schwester des Grafen Hermann, Grf. Luise, geb. 
1841, vermählte sich 1860 mit Julius Grafen v. Soden. 

BuceUni StemmatoRr. , III. S. 837. — Tmkof, Proc. Manüssa, Nr. 82. — Hühner, m. "»tb. 
899—901. — Ftfih. V. Hohtneck, II. S. 642- (^2. — Gauhe, 1. S. 2555—57. — Zedier, 49. S. 1879 
—81. — Jaeobi. IKOO, II. S. 8152 und 63. — v. Lang, S. Hl u. 82. — Allgem. jfeneal. Handb, 1824, 
1. S. 851—54. — Deutsche Giafenh. d. (Jegenw. II. S. 550—53. — Freih. v. Ledebur, 10. S. 18.— 
Oenoü. Handh. der grua. Häui^er, I84H, S. 088- 90, 1864, S. 918 und 14 u. ff. Jahigff. und histor. 
Handb. ra Demswlben , S. KKH). — Siebmacker, I. 127: v. Türheim, RheinUindi»ch : Stammwappeo. 
— Spener, I. S. 164. — SuppL zu Siebm. W. B. 1. 8: Gr. v. Thürhcimb. — Tyroff, 1. 141: das 
Tlior dea Stamm wappcns ist roth. — W. B. d. Kgr. Bayern, 11. 30 u. v. Wölcketn, Abth. 2, S. 00 
and 61. 

Thürndl, Freiherren. Reichsfreiherrnstand. Diplom vom 23. 
April 1665 für Johann Friedrich v. ThUrndl. — Altes, Bächsisches, 
nach Steiermark gekommenes AdelsgeBch locht, welches den Frei- 
hermstand erlangte. 

SchmuU, IV. S. 188 und 89. 

Thulemeier, Thnlmeyer (Schild geviert: 1 in Blau eine goldene 
Königskrone; 2 in Silber der Kopf u. Kais eines schwarzen Adlers; 
3 in Roth ein aufgeschlagenes Ruch und 4 in Gold drei, 2 und 1, 
rothe Rosen). Adelsj^tand des Xgr. Preussen. I)iplom vom 14. Dec. 
1728 für Wilhelm Heinrich Thulemeier, k. preuss. Geh. Rath. Der 
Empfanger des Adelsdiploms — ein Sohn des 1728 verstorbenen k. 
preuss. Geh. Raths und Kammer- Directors Conrad Wilhelm Thule- 
meier zu Minden — starb 1740 als k. ])reus8. Staats- und Geh. Gabi- 
netsminister u. der Sohn desselben Friedrich Wilhelii^ v. Thulemeier, 
Herr auf Gross-Küssow unweit Pyritz, ebenfalls als Staats- und Ca- 
binets-Minister 6. Juli 1811. 

Ran/t» genial. Archiv, 1732, Suppl. I. 11 1. — Gcneal. histor. Nachricht. II. S. 8S5 und 8«. — 
Earop. Fama, 27. S. 681. — Ztdler, 43. S. 1913 und 14 und 46. S. 1774: Tubnaicr. — V. Pr. A^L. 
IV. 8. 2M. — Freih. v. Ltdebur, 111. S. 15. — W. B. d. Preuss. Monarch. IV. 76. — Ponm. W. 
B. y. 46. 

Thwna v. Lerchenthal. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1744 für Franz Emanuel Thuma, mit: v. Lerchen thal. 

MegtrU V. ßfühlfeld, S. 273. 

Thnmb v. Nenbnrg, auch Freiherren (Schild geviert mit blauem 
Mittelschilde und in demselben zwei ins Andreaskreuz gelegte , gol- 
dene Schwerter. 1 und 4 in Schwarz ein goldener Thurm, oben mit 
drei Zinnen und mit üflcucni Thore und 2 u. 3 von Gold u. Schwarz 
viermal quergestreift). — Eins der ältesten schwäbischen Ritterge- 
schlechter, welches, wie Einige angeben, aus Italien nach der 
Schweiz in das Biindtner Land mit dem Namen della Tomba gekom- 



_ 209 — 

men, nach Anderen aber aus Schwaben von den Herren v. Winter- 
sietten Btammen hoU und aus welchem die Brüder Schweiger und 
Hugo Th. vom K. Carl lY. 1362 zu Edlen erhoben wurden. — Hans 
Thomb lebte um 1383 als Herr v. und zu Köngen und hatte eine 
Tochter aus dem gräflichen Hause v. Aichelberg zur Hausfrau, wo- 
durch nach Aussterben des Aichelbergischen Mannsstammes ansehn- 
liche Güter an die Familie gelangten. Noch bedeutender wurde der 
Güterbesitz zu Anfange des 16. Jahrh. durch Hansens Urenkels Sohn, 
den geschichtlich mehrfach bekannten Württemberg. Kammermeister 
Conrad v Thumb, welcher die Herrschaften Stettenfels und Gruppen- 
b^h an sich brachte. Letzterer erhielt auch, 14 Aug. 1508, vom 
Herzoge Ulrich v. Württemberg das Landmarschall-Amt erblich mit 
der Herrschaft Stetten im Remsthale. Albert Thumb v. Neuburg 
(das Schloss Neuburg, von dem die Familie den Beinamen führte, 
lag im Bisthume Chur, nahe bei Untervatz) wnirde 1503 durch Wahl 
des Capitels gefürsteter Propst des Reichsstifts Ellwangen und starb 
1521. Johann Christoph Th. v. N. war um 1624 Ritter des deut- 
schen Ordens und Landcomthur der Bailei Elsas« und Burgund und 
gleichzeitig standen auch Georg Wilhelm und Johann Friedrich 
Gebrüder Th. v. N. Jils llitter in dem genannten Orden. — Friedrich 
Albrecht v. Th. war 1609 Ritterhauptmann des Cantons Neckar- 
Schwarzwald , welchem das Geschlecht von jeher einverleibt war. 
Derselbe bediente sich zuerst des freiherrlichen Prädicats, doch ist 
Näheres über das Diplom nicht aufzufinden. — Freiherr Philipp Wil- 
helm, kur-buyer. Kämmerer u. Oberstlieutenant starb 1704 in Folge 
seiner in der Schlacht bei Höchstädt erhaltenen Wunden, später 
lebte Freih. Hartmann als h. württemb. Generalmajor zu Stuttgart 
und Freih. Friedrich starb 1799 als h. württemb. Oberstlieutenant. 
Ein Sohn des Letzteren, Freih. Carl Conrad, geb. 1785 und gest. 
1831, k. württemb. Kammerherr, wurde als Schriftsteller, namentlich 
im dramatischen Fache, bekannt. Von ihm stammt aus der Ehe mit 
Franzisca Freiin v. Tessin, geb. 1791, verm. 1812 und gest. 1857: 
.Freih. Alfred, geb. 1812, Senior und Haupt des freih. Hauses, Erb- 
marschall des Kgr. Württemberg, k. württemb. Rittmeister. Die 
beiden Brüder des Freih. Alfred, neben einer Schwester, Freiin Marie, 
geb. 1819, verm. 1838 mit Franz v. Keubronn- Eisenburg, sind: 
Freih. Carl, geb. 1813 und Freih. Otto, geb. 1817, k. württemb. 
Kammerh. und Geh. Legationsrath , verm. 1851 mit Georgine Freiin 
Tacis V. Amerongen, geb. 1826, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, 
drei Sohne entsprossten : Conrad, geb. 1854, Georg und Otto, Zwil- 
lingsbrüder, geb. 185.^. — Der Familie stehen jetzt im Kgr. Würt- 
temberg die Rittergüter Hammetweil und Unter-Boihingen im Ober- 
amte Nürtingen im Schwarzwaldkrcise zu. 

Weinart, Rhaetia, S. 9. — v. HatUtein, II. S. 419. — Gauhe , I. S. 266«, auch nach Bürger- 
msltter Tom Schwäbischen ReichsadeL — ZtdUr, 43. S. 1916. — Pohl, Gelchichte des Württemberg. 
Landes und Volkes, II. S. 186 und 205, III. S. 26, 37 und 224 und V. 8.95. — Ccut, Adelsbuch d. 
KgT. Württemberg, S. 362—55. — Geneal. Taschenb. d. freih. llHuser, 1861 , S. b42 — 44, 1864, 8. 
856 o. 57 u. ff. Jahrgg. — Siehnutcher, I. 116: Dh^ Thumben v. Newenburg, Schwäbisch. — v.Me» 
ding, I. S. 611 und 12: Thnm t. Neuburg. — Soppl. zu Siebm. W. P.: F. IL Thum v. Neuburg. — 
W. B. des Kgr. Württemberg: Freih. Thumb ▼. Neuburg. — Knetchke, I. S. 41» und 20. 

Kn/e»thk€, Pcutsch. Adels-Lex. IX. 14 



— 210 — 

Thnmberg, Thumberg zum Clebstein (Schild geriert: 1 und 4 
von Schwarz und Gold durch eine Mauer mit zwei Thürmen querge- 
theilt und 2 und 3 in Roth fünf silberne Rosen). Ein früher zu dem 
rbeinländischen Adel zählendes Greschlecht, aus welchem in einer 
Cölnischen Ahnentafel Maria Maximiliane v. Thumberg zum Cleb- 
stein, verm. mit Johann Hochbrand Freih. v. Tauifkirchen zu Gutten- 
berg, vorkommt. 

Freih. v. Leithur, III. S. 16. 

Thnmberg, Thnmberg, genannt Wormbs zu Bodenheim und 
Tbomberg zu Thomberg, Landskron , Meyl und Könfggfeld (in Gold 
zwei von Roth und Silber geschachte Querbalken). Zwei bertits 
im 16. Jahrhundert ausgestorbene rheinländischc Adelsgeschlechter 
eines Stammes und Wappens, 

Frtih. V. Ledebur, III. S. IC 

Thnmbperger (Schild geviert: 1 u. 4 in Roth eine fünf blättrige, 
gefüllte , goldene Rose und 2 u. 3 in Schwarz eine viermal gezinnte, 
silberne Mauer ohne Fugen. Hinter dieser Mauer stehen zwei 
hohe, silberne Thürme u» s. w.). Altes, früher zu dem steiermär- 
kischen Adel zählendes Geschlecht. 

V. Meding, I. S. 611 : nach Bartschens Wappea-Buoh«. 

Tknmbshirn (Schild geviert: 1 und 4 in Silber zwei blaue Quer- 
balken; 2 in Schwarz ein von den Hüflen an aufwärts steigender, 
vorwärtssehender Türke in rother Kleidung u. mit goldenem Turban, 
welcher in der Rechten ein Schwert schwingt und die Linke in die 
Seite stemmt und 3 ebenfalls in Schwarz ein aus einem grünen Drei- 
berge aufwaijhsender, vorwärtssehender Mann in rother Kleidung 
und blossem Kopfe, welcher mit beiden Händen ein goldenes, die 
Schultern überragendes Andreaskreuz vor sich hält). — Altes, thürin- 
gisches und voigtländisches, später auch in das Meissnische gekom- 
menes Adelsgeschlecht, welches früher auch unter den Namen 
Thomser, Thumser, Thumshorn und Thomashim blühte und aus 
welchem zuei-st von dem bekannten bayerischen Historiker Johann 
Aventinus Conrad v. Thurmshirn erwähnt wird, welcher um 1322 
mit 93 Anderen vom Adel von dem Erzbisehofe von Salzburg zum 
Ritter geschlagen wurde und zwar mit der für die damalige Zeit be- 
sonderen Erlaubniss , Gold und Messing tragen zu dürfen. Die fort- 
laufende Stamnireihc der Familie, von welcher Knauth sagt: „Thnme- 
him auf Frankenhausen bei Zwickau. Von vornehmen Dignitaten 
und Meriten an kur- und fürstl. sächsischen Höfen" und als deren 
Güter Valeut. König Bräunsdorf, Denitz, Frankenhausen a. d. Pleisse, 
Frauenfels, Gablenz bei Crimraitzschau , Gross -Stöbnitz bei Alten- 
burg, Jahna, Kauffungen, Lohma, Nobitz, Ponitz und Rolla nennt, 
beginnt nach der Gotha diplomatica 1499 mit Paul v. Th., nach Val. 
König aber schon mit dem Vater desselben : Hans v. Th. auf Denitz, 
verm. mit Gertraud v. Tettau. Paul v. Th. auf Rolla und Denitz» 
Grräfl. Schlickscher Rath und Hauptmann zu Ellnbogen, lebte, wie 
angegeben, noch am Schlüsse des 15. Jahrhunderts. Ans seiner Ehe 



- all - 

illil Marg^etha v. Königsfeld entspross der zu seiner Zeit sehr be- 
kftDüte kursächs. Kriegsoberst Wilhelm v. Thumbshirn, des heiligen 
rOiaisolieB Reidi» Ritter, gest. 1551 , auf welchen, wie Kennern von 
GMichtniBs- Münzen bekannt ist, für den 1543 bei Sittard, so wie 
fttr den 1547 im Treffen bei Drachenburg an der Weser erfochtenen 
£Keg goldene Münzen geschlagen wurden. Aus der Ehe mit Marga- 
retiia V; Könneritz stammte Abraham v. Th. auf Frankenhausen, 
PmiitK, Kauffung und Bräunsdorf, kursächs. Rath und der Kurfürstin 
Agnes Hedwig zu Sachsen Hofmeister, geb. 1535 und gest. 1593. 
Aus der ersten Ehe mit Eva v. Ende hatte derselbe zwei Söhne, die 
den Stamm weiter fortsetzten : Hans Heinrich und Wilhelm Dietrich 
T. Th. Von Hans Heinrich v. Th., verm. mit Anna v. Einsiedel, 
entsproß unter Anderen Wolff Conrad v. Th. auf Ponitz, Robilz, 
Lohma und Frauenfels, Fürstl. Sachs. -Altenb. Canzler u. s. w. , geb. 
1604 und gest 1667, welcher bei den Friedenstractaten zu Osna- 
bi^ek u. Münster sich grosse Verdienste erworben hatte und welcher, 
verm. mit Maria Elisabeth Bertram, zwei Söhne, Christian Wilhelm 
und Wolflf Conrad, hinter! iess, über die Näheres nicht bekannt ist. — 
Von Abraham« zweitem Sohne, Wilhelm Dietrich auf Frankenhausen 
ntA Grablenz , gest. 1631 , entspross aus der Ehe mit Margarelha v. 
Glaubitz: Wilhelm Abraham auf Frankenhausen, Kauffungen, Bräuns- 
dorf, Gablenz u. Gross-Stöbnitz, gest. 1660 und Von diesem stammte 
ans der Ehe mit Dorothea Maria Vitzthum v. Eckstädt: Adolph 
Friedrich v. Th., geb. 1648, welcher, verm. mit Maria Elisabeth v. 
Miltita, durch die Söhne Hans Friedrich und Wilhelm Heinrich v. 
T., den Stamm fortsetzte. Ersterer, Fürstl. Sachs.-Gothaischer Geh. 
Kriegs - und Kammerrath , verm. mit einer Freiin Bachoven v. Echt, 
starb ohne Kinder u. Letzterer, Fürstl. Sachs.-Goth. Oberjägermeister 
zu Altenburg und Herr auf Jahna u. s. w. , wurde 1725 Wittwer von 
Christiana Sophia v. Lindenau, ohne Kinder zu haben. Später, noch 
vor der Mitte des 18. Jahrb., ist wohl der früher so gliederreiche, 
Tielfacb begüterte und in hohem Ansehen gestandene Stamm mit 
dem genannten Oberjägermeister Wilhelm Heinrich v. Thurmshim 
erloschen. 

Knautk, S. 6SS und 84. — v. GltiehefuUin, Nr. 90: Stammrofirister der v. Thumbshlrn. — VeA, 
KSnig^ I. S. 988 — 1)8. — Gemhe, I. S. 256» und dO: v. Thurmshim, insgem. Thomsei und U. 8. 
UM— 48: mit blograph. Notiien über den kurs. General \Vilh«*lm v Th. — Jiiedermann, Camton 
RkOn «nd Wert», 1. Verz«ichn. — i-VetA. v. Ledebitr, JII. 17. — Slelmacher, I. ddü: r. Thomi- 
hirn, Meitsnitch. — v. Meding, I. S. 011 und \2: v. Thnmlishlrn. — Suppl. zu Siebm. W. B. VIU. 
S8 : t. TlroinbthiTn zu Frankenhausen. — KnMchke, IV. S. 409—1». 

' Thnn (in Blau drei wellen weise gezogene, goldene Querbalken. 

In Siegeln des 14. Jahrhunderts zeigt sich ein schrägrechts fliessen- 
der Strom, auch mit drei Fischen in demselben). Altes, von Einigen 
ans Lüneburg und zwar von der alten j namentlich in u. um Elekedfe 
begüterten Familie v. Thune, welche eines Stumu^es mit der v. Wit- 
torff, bereits 1264 zu Thune sass, in der Heimath aber schon in der 
2. Hälfte des 15. Jahrb. ausgegangen ist, hergeleitetes, meklenbur- 
gisches Adelsgeschlecht, welches in Pommern und in neuerer Zeit 
auch in Schlesien begütert wurde. Dasselbe unterschrieb in Meklen- 
bnrg bereits 1523 die bekannte Union der meklenburg. Ritterschaft 

14* 



— 212 — 

und sass 1603 zu Borchfeld und Zepelin, 1625 zu Steinhorat und 
Vieren und noch 1721 zu Schlossien. In Pommern war die Familie 
schon 1324 zu Cummerow, Rottmannshagen, Rützenwerder und Zet- 
temin und 1330 zu Borren tin, Mesiger, Metschow, Schönfeld und 
Sommersdorf begütött. Im weiteren Verlaufe der Zeit hatte der 
Stamm in Pommern immer ansehnlichen Grundbesitz. In Schlesien 
war die Familie später, 1796, zu Dirschel unweit Leobschütz und 
schon 1804 zu Bielitz, Blankenau, Ober-£llguth , Herzogs waldau, 
Karlubietz, Lammsdorf, Mainin, Oderwanz, Ollmuth, Wyssoka und 
Zweibrodt gesessen. Die Hauptsitze der Familie waren in Vorpom- 
mern die Güter Schlemmin, Tribohm u. Plennin im Franzburgischen 
und in Meklenburg das alte Stammhaus Barchfeld im Amte Staven- 
hagen. — Von älteren Sprossen des Stammes ist namentlich Johannes 
V. Thun zu nennen , welcher in der Jugend sich in Kriegsdiensten 
ausgezeichnet hatte, später aber, von 1504 bis 1508, Bischof zu 
Schwerin war. In neuerer Zeit traten mehrere Glieder der Familie 
in die k. preuss. Armee und stiegen zu hohen Ehrenstellen : Otto Bal- 
thasar V. Th. , General-lnspecteur der pommemschen Cavalerie, Dom- 
herr zu Havelberg und Amtshauptmann zu Johanni8burg,.trat als Ge- 
nerallieutenant 1788 aus dem activea Dienste und starb 1793 und 
Wilhelm v. Thun wurde 1846 k. preuss. Generallieutenant Der 
Stamm blühte fort und blieb in Pommern und SchlesieB begütert. 
— Nach Rauer war 1857 der General lieutenant und K. österr. Ge- 
sandte V. Thun Herr auf Schlemmin mit Eckhof, Kiesow, Neuenroth, 
Zornow, Neuseehagen u. s. w. im Kr. Franzburg, Constantin v. Thun, 
Premier- Lieutenant, Herr auf Gardawitz im Kr. Pless und Eduard 
Otto V. Th. Herr auf Wyssoka im Kr. (iross-Strehlitz. 

Mierael, S. 531. — r. Pritzbuer, S. 62. — Pftffingtr, Brannschweie:. Hfstor. I. S. 148 und Tl. 
8. 617 and Dessclbtsn histor. B«richt von den Herren r. Thono in Billerbecks Sunml. ongednickter 
Urkunden. I. 86. Nr. f^. 4 und III. — Oauhe, I. S. 25('>2 und Zedltr, 43. S. 1960. — 8. Letu, 
Abhandlung ron den ehemaligm Herren t. Thune, in dem Braunschw. Anxeiger, 1764, Nr. 83. — 
Lexic. oTer adel. Familier in Danmark, II. 8. 319, Tab. 38, Nr. 54. — ifonedfce, Beschr. d. Fünften- 
thnms Lüneburg, II. S. 471. — N.Pr. A.-L, IV. S. 269. — Freih. v. Ltdebur, V. 171. — v. Mtding, 
II. S. 604. — Meklenb. W. B. Tab. 49, 5r. 187 und S. 4 und 85. — Pomm. W. B. U. 1M>. 86 und 
36. Nr. 8-6. 

Thun und Hohenstein, Freiherren und Grafen (Gräfliches Wap- 
pen : Schild geviert, mit rothem Mittelschilde u. in demselben ein sil- 
berner Querbalken : österreichisches Hauswappen, als Gnadenzeichen 
bei Verleihung des Grafenstandes verliehen. 1 und 4 in Blau ein 
schrägrechter, goldener Balken und 2 und 3 der Länge nach getheilt: 
rechts in Silber ein an die Theilungslinie angeschlossener, halber, 
rother Doppel-Adler und links in Schwarz ein silberner Querbalken: 
die vier Felder des Stammwappens). Reichs-Freiherrn - und Grafen- 
stand. Freilierrndiplom nach Angabe Einiger vom IG. Nov. 1530, 
doch wird nach Anderen Anton v. Thun, gest. 1522, mehrfach schon 
als Freiherr aufgeführt und Grafcndiplom vom 24. Aug. 1629 für 
Christoph Simon Frcih. von Thun u. Hohensteiu, kaiserlichen Oberst- 
hofmeister. — Die Familie erhielt das Erb-Schenkenamt in den Stiften 
Brixen und Trient, nahm den Beinamen „und Hohenstein" an und 
fand Aufnahme in der Hteierischen Landmannschafbi doch sind über 



— 213 — 

die Tage und Jahre dieser Verleihungen die Angaben mehrfach ver- 
flohieden. — Eins der ältesten und angesehensten österreichischen 
Gesohlechter, reich an berühmt gewordenen Sprossen und an grossen 
BentKUiigen in Böhmen und Tirol. Der Ursprung desselben ist wohl 
in der Schweiz zu suchen, w^enn auch von Einigen Italien angegeben 
wird. Die Grafen v. Thun besassen vor Zeiten die Grafschaft Thun; 
die jetzige Bemer Landvoigtei, mit dem Schlosse und der Stadt Thun 
am tbuner See. Werner, Edler Herr von Thun, kommt mit zwei 
Brüdern urkundlich 1127 und Ulrich und Werner v. Thun, Ritter, 
1183 vor. — 1191 wurden die Uechtländischen Dynasten und unter 
denselben die Grafen v. Thun, welche die Waffen gegen das Haus 
Zabringen getragen hatten, von dem Herzoge Berthold geschlagen 
mid der Untergang ihrer Macht durch die Gründung Berns und Frei- 
burgs besiegelt Nach dieser Zeit werden unter den schweizerischen 
Dynasten nur noch drei Brüder v. Thun genannt, doch ohne grosse 
Hacbt und später kommt das Geschlecht in der Schweiz nur im 
Adelsstande und zwar bis in das 15. Jahrh. vor. — In Oesterreich 
trat dasselbe gegen Ende des 13. Jahrh. mit Erasmus v. Thun, kai- 
eerlichen Obersten, merklicher hervor, wenn es aber nach Oester- 
reich gekommen, liegt im Dunkel der Vorzeit. — Was den Beinamen 
yyHobenstein" anlangt, so soll nach dem Familien- Archive zu Tet- 
flchen dem obengenannten Grafen Christoph Simon, welcher von 
1623 bis 1628 die grossen Herrschaften in Böhmen kaufte, vom K. 
Ferdinand II. für ein bedeutendes Darlehn die niedersächsische Graf- 
schaft Hohenstein verpfändet worden sein; Ritterschaft und Unter- 
thanen huldigten, doch im dreissigjährigen Kriege besetzten die 
Schweden dieselbe. Später nahm Brandenburg die Grafschaft Hohen- 
stein in Besitz und da die beiden streitigen Erben der ins Freie ver- 
fkllenen Grafschaft, die Grafen Johann Sigmund und Georg Sigmund 
T. Thun, den Besitz nicht ergriffen, auch 1648, bei dem Eriedens- 
schlusse zti Münster, sich um die Grafschaft nicht beworben, so ver- 
blieb dieselbe, bis auf den von der Familie behaltenen Titel, der Kur- 
Brandenburg. — Die zwei Söhne des obengenannten Anton stifteten 
awei Hauptlinien, Cyprian nämlich die ältere (Stamm von Castell- 
Brughier) und Lucas die jüngere (Stamm von Castell-Thun) Haupt- 
linie. Die ältere Hauptljnie schied sich durch zwei Enkel des Stif- 
ters in zwei Special linien: Johann Cyprian gründete die tirolische 
nnd Georg Sigismund die böhmische: frühere Schriftsteller nennen 
die bömische zuerst und die tirolische erst nach dieser, wie schon, 
was die Hauptlinien anlangt. Einige die Lucassche als die ältere, die 
Cjrpriansche als die jüngere aufführen, worüber freilich nur die Ar- 
chiTe der Familie Aufhellung geben können. Die tirolische Special- 
Hnio breitete sich durch zwei Söhne des Stifters in zwei Aeste aus: 
Alphons Franz stiftete den jetzt blühenden Ast zu Brughier und 
Trient in Tirol, Christoph Anton Simon aber den zweiten Ast zu 
Cald^ in Südtirol, welcher mit dem Grafen Alexander 1850 ausge- 
gangen ist. — Die böhmische Speciallinie hat sich durch ein Fidei- 
commiss vom 5. Jan. 1671 in drei Majorate: zu Klösterle, Tetschen 



. 



- 214 — . 

an der Elbe und Achleuten mit Hechenberg und Chpltitz , jetzt Ma 
jorat Choltitz, getheilt — Die jüngere, von Lucas, s. oben, gestifteti 
Hauptlinie wird jetzt als Stamm von Castell-Thun in Trient aufge 
fuhrt. — Vollständige Ahnentafeln der jetzigen Glieder des gräfl 
Hauses sind in dem Werke „Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart^ 
zusammengestellt und der Personalbestand wird in zwei Stämmen 
Castell Thunn in Trient und Castel Brugbier aufgeführt Der Stamn 
Castell Brugbier ist in zwei Linien geschieden : in die Linie v. Castell 
Brugbier und in die böhmische Linie und die Letztere zerJßUlt in dre: 
Majorate: Majorat Klösterle, Majorat Tetschen und Majorat Choltitz 
— Haupt des Stammes Castell - Thunn in Trient ist: Matthaeuß Gral 
Thunn von Castell-Thun, geb. 1812 — Sohn des 1848 verstorbene! 
Grafen Leopold Ernst — k. k. Kämmerer, Conservator der Bauwerk« 
im Kr. Trient u. Magistratsrath zu Trient, verm. in erster Ehe 183£ 
' mit Raimunda Grf. v. Thurn und Valsassina, geb. 1819 und ge8t 
1841 und in zweiter Ehe 1843 mit Caroline Grf. Arz v. Arzio-Wasegg 
« geb. 1821, aus welcher zweiten Ehe, neben drei Töchtern, zwei Söhni 

stammen: Leopold, geb. 1846 und Franz, geb. 1854. — Was dei 
zweiten Stamm: Castell-Brughier anlangt, so ist Haupt der «rstei 
Linie von Castell-Brughier: Uuidobald Graf v. Thun und Hohenatein 
geb. 1808 — Sohn des 1842 verstorbenen Grafen Joseph aus de: 
Ehe mit Maria Anna Luise Gi*f v. Fugger-Kordendorf, geb. 177^ 
und verm. 1793 — Herr und Besitzer der Grafschaft CaBtell-Fon4< 
und Landstand in Tirol, k. k. Kämm, und Erbland-Jägenneister ü 
[ Tirol, verm. 1834 mit Theresia, des Carl Grafen Guidi, Marquis v 

t Bagno, k. k. Kämmerers, Tochter, aus welcher Ehe, neben sechi 

f " Töchtern, drei Söhne entsprossten, die Grafen: Emanuel, geb. 1836 

^ k. k. Kämmerer, Sigismund, geb. 1849 und Galeazzo, geb. . 1850, — 

Von dem 1851 verstorbenen Bruder des Grafen Joseph, dem Grafei 
Arbogast, Besitzer des Schlosses Brugbier, AusschuBS-Yerordnetei 
des Herrenstandes bei dem landständigen Congresse zu Innsbruck 
stammt aus erster Ehe mit Theresia Freiin v. Lichtenthurm , geat 
1836: Franz Graf v. Thun-Hohenstein-Sardagna (erhielt durch Erb- 
schallb seines Grossoheims, des Joseph Freib. v. Sardagna, k. k, pens 
niederösterr. Oberst -Landrichters, Präsidenten der k. k. Gesetzge 
bungs - Hofcommission , k. k. Kämm, und Geh. Raths, das Prädica) 
„Sardaga," welches aber nur für ihn allein und nicht für seine Erben 
angenommen wurde), geb. 1835, Herr zu Brugbier, Rocca-Caldea un( 
der Herrschaften Boncajette und Yoltabarozzo, Landstand in Tirol 
{ ' verm. 1856 mit Anselma Freiin v. Pach, Edlen Herrin zu Hohen 

1^ eppann, geb. 1836, aus welcher Ehe eine Tochter, Anselma, geh 

I 1 857, lebt. — V^on dem Personalbestande der böhmischen Lioie maj 

Nachstehendes hier einen Platz finden, in Bezug auf Weiteres abei 
ist auf die geneal. Taschenbb. d. gräfl. Häuser zu verweisen: Msyorai 
' Klösterle: Joseph Graf v. Thun und Hohenstein, geb. 1794 — Sobn 

des 1767 geborenen Grafen Joseph Johann Baptista, k. k. Kämmererf 
aus erster Ehe mit Josephe Grf v. Sehrattenbaoh, verm. 1793 und 
gest. 1794 — k. k. Kämm, und Geh. Rath, erbliches Mitglied dö 



f. 



— 216 — 

# 

Herrenhauses desßeicbsraths (aul* welche Würde er schon bei seinen 
Lehaeiten mit kaiserlicher Genehmigung von 18(31 zu Gunsten seines 
ättesten Sohnes verzichtete), Herr der Fideicomniissherrschaften Klö* 
sierla nebst Felixburg und Fünfhunden im Kr. Saaz, Sehuschita 
WÜ Zbislaw im Kr. Czaslau und Bensen mit Markersdorf im Kr. Leit- 
ineritz. Derselbe vermählte sich 1816 mit Franzisca GrI. Thun und 
Qofaenstein, Choltitzer Linie, geb. 1796, aus welcher Ehe, neben zwei 
yermählten Töchtern , fünf Söhiie entsprossten. Der älteste dieser 
Söhne ist: Graf Oswald, geb., 1817, Herr der Fideicommissherr- 
sdiftften Klösterle, Sehuschitz, Bensen und Fünfhunden, k. k. Kämm., 
erUicher Reichsrath u. Rittmeister in d. A., verm. 1846 mit Johanna 
Akgraefin zu Salm-Reifferscheidt, geb. 1827, aus welcher Ehe, nebet 
fünf Töchtern, zwei Söhne stammen: OswaJd, geb. 1849 und Maxi- 
milian , geb. 1857. Die vier Brüder des Grafen Oswald sind: Graf 
Guido ^ geb. 1823, k. k. Kämm, und Legationsrath ; Graf Sigismund, 

g)b. 1827, k. k. Major in d. A., welcher aus der Ehe mit Mathilde 
rf, y. Kostitz zu ßieneck, geh, 1831 und verm. 1855, drei Söhne 
hat: Joseph, geb. 1856, Ermein, geb. 1858 und Felix, geb. 1859; 
Graf Heinrich, geb. 1830, k. k. Major und Graf Carl, geb. 1842, k. k. 
Oberlieutenant. — Der Stiefbruder des Grafen Joseph, Graf Carl, 
geb. 1803, k. k. Geh. Bath, stieg in der k. k. Armee zum Feldmar*- 
Hchali-Lieutenant, Commandanten des II. Armee-Corps und Landes- 
General-Commandanten und wurde auch Inhaber des 29. Infanterie- 
Begiments. Derselbe vermählte sich 1833 mit Johanna Freiin v. 
'Koller» geb. 1809. — Majorat Tetschen: Franz Graf v. Thun und 
Hohenstein, geb. 1786 — Sohn des 1796 verstorbenen Grafen Wenzel 
Joseph, k. k. Kämm, und Feldmarschall-Lieutenants aus der Ehe mit 
Maria Anna Grf. v. KoUowrat-Liebsteinsky, Besitzerin von Culm, 
geb. 1762, verm. 1768 und gest. 1828. — Herr der Fidei-Commiss- 
herrscbafb Tetschen im Kr. Leitraeritz und der Allodial-Herrschaften 
Peruta, und Gr. Zdiekau nebst Slavetin und Webiczan im Kr. Bako- 
wita, k. k. Kämm., Geh. Rath und Oberlieutenant in d. A., verm. 
1808 mit Theresia Grf. v. Brühl, geb. 1754 und gest 1844, aus 
welcher Ehe, neben zwei Töchtern, drei Söhne entsprossten, die 
Grafen: Franz, Friedrich und Leo. Graf Franz, geb. 1809, k. k. 
Kämm. u. Ministerial-Rath a. D. , vermählte sich mit Maria v. König, 
geb. 1818, aus welcher Ehe drei Töchter und drei Söhne: Zdenko» 
geb. 1842, Franz, geb. 1845 und Leo, geb. 1848, stammen. — Graf 
Friedrich, geb. 1810, k. k. Kämm, und w. Geh. Rath, vormaliger a. o. 
Gesandter und bevoUm. Minister am kais. russisch. Hofe, vermählte 
sich 1845 mit Leopoldine Grf. v. Lamberg, geb. 1825, aus welcher 
Ehe, neben fünf Töchtern, drei Söhne entsprossten: Franz, geb. 1847, 
Eduard, geb. 1860 und Friedrich, geb. 1861 u. Graf Leo, geb. 18X1, 
k. k. G^h. Rath, vormaliger Minister des Cultus u. Unterrichts, Mit- 
glied des Herrenhauses des Reichsraths auf Lebenszeit u. s. w. , ver- 
mählte sich 1847 mit Caroline Grf. Clam-Martinicz, geb. 1822. — 
Majorat Choltiz: Richard Graf v. Thun und Hohenstein, geb. 1815 — 
Sohn des 1861 verstorbenen Grafen Johann, k. k. Kämmerers und 



— 216 — 

RittmeiBters in d. A., aus der Ehe mit Nicolasine Grf. v. Baillet- 
Latour, geb. 1788, verm. 1811 und gest. 1840 — Besitzer der Fidei- 
Commissherrschaft Choltiz im Kr. Chrudim in Böhmen, k. k. Kämm, 
und Major in d. A. , verm. 1850 mit Maria Grf. Kinsky, geb. 1832, 
aus welcher Ehe fünf Töchter und zwei Söhne: Johannes, geb. 1857 
und Vincenz, geb. 1861, stammen. — Die beiden Binider des Grafen 
Theodor sind: Graf Cojistantin, geb. 1822 und Graf Franz, geb. 1826, 
Beide k. k. Kämm, und Obersten. -^ Von dem Grafen Anton, geb. 
1754 und gest. 1840 — Bruder des Gross vaters des Grafen Theodor 
— Besitzer der Herrschaften Ronsberg, Wasserau und Bernstein 
am Walde, k. k. Kämm, und Oberstwachtmeister, stammt aus der 
Ehe mit Therese Grf Wratislaw v. Mitrowitz, geb. 1766, verm. 1789 
und gest. 1851, eine zahlreiche Nachkommenschaft, von welcher na- 
mentlich zu nennen ist: Graf Leopold, geb. 1797, Besitzer der AUo- 
dial-Herrschaft Ronsberg mit dem Gute Wasserau im Kr. Klattau 
und der Allodial-Herrschaft Benatek im Kr. Bunzlau , k. k. Känun., 
Geh. Rath, Oberst-Hof-Lehenrichter im Kgr. Böhmen, im Markgrafen- 
thum Mähren und im Fürstenthume Schlesien, auch Vice-Präsident 
des böhm. ständigen Landes- Ausschusses , verm. in erster Ehe 1825 
mit Josephine Freiin Mladota v. Solopisk, gest. 1827 und in zweiter 
Ehe 1829 mit der Schwester derselben, Elisabeth Freiin Mladota t. 
Solopisk, geb. 1805. Aus der ei*sten Ehe stammt ein Sohn: Gr. Hugo, 
geb. 1826, k. k. Kämm, und Major in d. A. und aus der zweiten eine 
Tochter, Grf Maria, geb. 1830, verm. 1843 mit Johann Freih. v. 
Aehrenthal. Ceber die übrigen Nachkommen des Grafen Anton er- 
geben Weiteres die geneal. Taschenbb. d. grafl. Häuser. 

Amandi de Friedenfels Glorios« domus Comfttun de Thnii, Pragac, 1699. — BuceKni Stemmatofr. 
P. ni. — Hübnex. III. Tab. 712—14. — Freih. v. Hoheneck, II. S. 62»—89. - Oauke, I. S. 2560 

— 62. — Zedier, 43. S. 19ft0-60. — Allgem. histor. Lexicon, IV. S. W3. — Leupold, I. S. S. 688 
—703 — Jacobi, IhOO, II. S. 364— «^C. — v. Lang, S. 82 und 8«. — Schntutx, IV. S. 186. — Allg. 
feneal. Hundb., 1824, I. S. 8&5— 58. — Deutsche GrafenhHasier d. Ge^renwart, II. S. 658. — Genealog. 
Taschenh. d. grüfl. Häuser, 1837. S. 475, 18-15. S. 005, 1848, v^. 684. 1859, S. 861—67, 1864, «. 907 

- 13 und histor. Handb. zu Demselben, S. 996. — Siebnuieher, I. 93: v. Thonn, Bayerisch, Stamm- 
Wappen und II. 40: Thrn, Tlroliwh. — W. B. d. Durchlaucht. Welt, I. S. 401 : Gr. t. Th.-H. — v. 
Meding, III. S. 666 — 69: ▼. Thun und Gr. v. Th. — Suppl. zn SIebm. W. B. II. 6: Gr. t. Th. — 
Tyroff, II. 50: Gr. t. Th. — W. B. d. Kgrr. Bayern, II. 31 und v. Wölckern, Abth. 2. 8. 62 u. 63. 

\ Thnrn und Taxis, Grafen and Fürsten (Gräil. Wappen: Schild 

gevicrt: 1 u. 4 in Silber vor zweien in Form eines Andreaskreuzes 
gelegten blauen Lilien-8cep lern mit goldenen Lilien ein rotherThunn 
mit rundem, rothen, geschlossenen Thor, drei schwarzen Fenstern 
und drei Zinnen: Stammwappen. Aeltere Schriftsteller behaupten, 
der Thurm bezeichne die Cathedral-Kirche von Mailand, deren Ad- 
vocaten und Protectoren die Glieder der Familie gewesen und die 
Lilien-Scepter die Investitur der weltlichen Gewalt über die Provinz 
Mailand , womit sie von den Kaisern belehnt waren ; 2 und 3 Eoth 
mit einem blauen Feldesfusse: im rothen Felde ein rechtssehender, 
schwarzer, goldbewehrter Adler und im blauen Feldesfusse auf einem 
grünen Hügel ein rechsgekehrter, schwarzer, oder auch weisser 
Bachs : Wappen des Hauses Thum , welches den Namen Tassis an- 
genommen und mit dem Adler 1701 bei Erhebung in den Grafen- 
Htand vermehrt wurde. Einfaches fürstliches Wappen: Schild von 



— 217 - 

Silber und Gold geviert, mit blauem Mittelschilde, in welohem ein 
silberner Dachs gegen die rechte Seite läuft: wegen der Linie des 
Hauses Thum, die den Namen Taxis annahm. 1 n. 4 in Silber vor 
swei in Form eines Andreaskreuzes gelegten , blauen Liliensceptem 
ein mit einer Vorsprungsmauer versehener, rother Thurm mit rundem, 
geschlossenen, blauen Thor und fünf Zinnen: Stamm wappen und 2 
u. 3 in Gold ein rother, doppelt geschweifter, blau gekrönter Löwe: 
wegen der Grafschaft Valsässina, oder der Vallis Saxinae, dessen 
Besitzer, Humbert v. Thum, die einzige Erbtochter im 12. Jahrhun- 
derte heirathete, die dadurch Stammmutter des Hauses geworden ist. 
Das einfache fürstliche Wappen ist^ übrigens im Laufe der Zeit vei^- 
ändert und vermehrt worden und die Abbildungen desselben weichen 
daher mehrfach von einander ab). Reichsfreiherm-Grafen- und Für- 
stenstand. Freihermdiplom um 1597 für Leonhard de la Tour (v. 
Thoren), kaiserlichen General-Director der Posten im Reiche und in 
den Niederlanden; Grafendiplom von 1615 iur Lamoral Claudius 
Franz Freih. v. Thum, Reichsgeueral- Erbpostmeister — Sohn des 
Freiherra Leonhard — und vom 20. April 1701 für Philipp Wilhelm 
Freiherra v. Taxis u. Fürstendiplom von 1686 für Alexander Ferdi- 
nand Grafen v. Thum u. Taxis, Urenkel des Grafen Lamoral Clau- 
dios Franz. — Die Fürsten v. Thum u. Taxis stammen von Heripert 
de la Tour, einem Sprösslinge des herzoglichen Hauses Bouillon, her, 
welcher im 12. Jahrhunderte sich aus Frankreich nach Italien begab. 
In der Mitte des 15. Jahrb. mag die Familie nach Deutschland ge- 
kommen sein, denn Franz de la Tour, oder Thum, führte um diese 
Zeiten das deutsche Postwesen ein und später, 6. Nov. 1597, wurde 
der Urenkel seines Bruders: Freiherr Leonhard, s. oben, Kaiserl. 
General-Director der Posten im Reiche und in den Niederlanden, 
welches Amt in der Folge für seinen Sohn, den Grafen Lamoral 
Claudius Franz, zu einem Reichslehen gedieh. Lamorals Urenkel, 
Graf Eugen Alexander, brachte, wie angegeben, 1686 den Reichs- 
fürstenstand in die Familie u. der Enkel des Letzteren, Fürst Alexan- 
der Ferdinand, wurde 30. Mai 1754 in das Reichsfürsten-CoUegium 
eingeführt, nachdem das Reichs-Erb-General-Postmeister-Amt 1744 
zu einem Kaiserlichen Thron-Lehen u. Reichsfürstengute erhoben wor- 
den war. — Für den Verlust der Posteinkünfte jenseits des Rheins 
entschädigte der Reichsdeputations- Abschluss durch mehrere Abteien 
und Klöster in Schwaben, die mit den 1785 erkauften Herrschaften 
in Schwaben theils unter württembergische, tlieils bayerische, theils 
hohenzollemsche Staatshoheit gezogen wurden. Ausser dem Fürsten- 
thume Buchau und der Grafschaft Friedberg-Scheer besitzt der Fürst 
die grossen Herrschaften Chotieschau, Daubrawitz und Laukin in 
Böhmen, das Fürsten thum Krotoszyn in Posen, die Güter in Henne- 
gaa und andere Privatgüter, auch wurde das fürstliche Haus in 
Folge des Kronoberpostmeister- Amtes mit den Bayerischen, Würt- 
tembergischen, Badenschen, Kur- und grossh. Hess., Gross- u. herz. 
Sachs., Hohenzollemschen, Waldeckschen, Lippeschen, Nassauischen 
und Reussischen Posten beliehen. — Das fürstliche Haus blüht jetzt 



— 218 — 

in zwei Linien: in der älteren (Hauptlinie) und in der jüngeren Linie 
(Secundogenitur). Letztere umfaest die Nachkommenschaft de» 
Prinzen Maximilian Joseph, geb. 1769 — Oheims des Fürsten Carl 
Alexander, s. oben. — Haupt der älteren Linie ist: Fürst Maximilian, 
geb. 1802, Fürst von Thum und Taxis, Fürst zu Buchau und zu 
Krotoszyn, gefürsteter Graf zu Friedberg-Scheer, Graf zu Valle-Sas- 
sina, auch zu Marchthal , Neresheim u. s. w. , folgte seinem Vater, 
dem 1770 geborenen u. 1827 verstorbenen Fürsten Carl Alexander, 
verm. 1789 mit Theresie Prinzessin von Meklenburg-Strelite, geb. 
1773. Fürst Maximilian vermählte sich in erster Ehe 1828 mit 
Wilhelmine Freiin v. Dörnberg, gest 183Ö und in zweiter 1839 mit 
Mathilde Prinzessin v. Oettingen- Spielberg, geb. 1816. Aus der 
ersten Ehe stammen, neben einer Tochter, drei Söhne: Erbprinz 
Maximilian, geb. 1831, term. 18Ö8 mit Helene Herzogin in Bayern, 
Prinz Egon, geb. 1832, in k. k. Militairdiensten und Prinsb Theodor, 
geb. 1834, in k. bayar. Militairdiensten, aus der zweiten Ehe aber 
entsprossten zwei Töchter und neun Söhne. — Haupt der jüngeren 
Linie ist: Prinz Hugo, geb. 1817 — Sohn des 1792 geborenen und 

1844 verstorbenen Prinzen Carl Anselm, k. k. Geh. Riaths und Käm- 
merers, k. württemb. Eammerherm und Generalmajors a.D.y aus der 
Ehe mit Isabelle Grf. zu Eltz, geb. 1795 und verm. 1815 — Herr 
der Herrschaften Dobrawitz und Lauczin und des Gutes Wikawa in 
Böhmen, k. k. Kämmerer und Reichsrath, Rittmeister in d. A. , verm. 

1845 mit Almeria Grf. Belcredi, geb. 1819, aus welcher Ehe, neben 
zwei Töchtern, zwei Söhne: Prinz Egmont, geb. 1849 u. Prinz Alexan- 
der, geb. 1851, stammen. Die beiden Brüder des Prinzen Hugo sind, 
neben drei Schwestern: Prinz Emmerich, geb. 1820, k. k. General- 
major und Commandant der Cavalerie-Schule, verm. 1850 mit Lucie 
Grf. Wickenburg, geb. 1832 und gest 1851 und Prinz Rudolph, geb. 
1833, Doctor sämmtlicher Rechte , verm. 1857 mit Fräulein Jenny- 
Ständler, lieber die Brüder des Prinzen Carl Anselm und die Nach- 
kommen derselben ergeben die Goth. geneal. Ta^chenbb. Näheres. 

Jul. Chi/Utii Biarques d'honnear de U Maison de Tossit. Antwerp. 1645. — Goi^alofie de la 
trto illastre, tres ancieiuie et antrefois sonferaine Maiaon de Tour, par M. Flach. BrilMel. 1T09. HI 
Folianten, mit geneal. Tabellen und Fortraits. — Imhof, Üb. V. Oap. VI. g. 19, S. 488 und Tab.X. 

— Hübner, I. Tab. 832, III. Tab. 767—78 n. Snppl. Tab. 108. — Qauhe, I. S. 2564—74. — Zedier, 
43. S. 2825. — Biedermann, Fttfsten, Tab. 106—10. — Joeobi, 1800. 8. 426- 2». — v. Langt & 
9 und 10. — Schmute, IV. S. 188. — Meueh, S. 171—73. — Allgeni. geneal. Handbnch, I. S. 858— 
66. — Oeneal. histor.-statist Ahnanach fttr 1882. Weimar, 8. 414-16. — Oeul, AdeUboeh d. Efr. 
Wtlrttemberg, S. 80 — 85. — Goth. geneal Handkalender, 1836. S. M8, 1848. S. 228, 1H49, S. 212, 
1862. 8. 220—23 u. ff. Jabrgg. — Spener, II. f^b. 24 und S. 551 und Tab. 32. S. 718 und 14. — 
Trier, 8 467 und 68 und Tab. 48. — Rvdoh^hi, Herald, cur. U. Tab. 3 und S. 26. — fiuppl. an 
Siebm. W. B. II. 8: Gr. v. Th. und Taxis u. XI. 20: Fürst v. Th. u. T. mit der Ora&chaft 8cheer. 

— Tffroff, II. 50: Gl. t. Th. u. T. und 205: neuestes relchsfUrstl. Th. uud T. Wappeti. — W. B. 
des Kgr. Bayern, I. Tab. 10 und v. Weckern , Abth. I. 8. 82—84. — W. B. d. Kgr. Württemberg, 
I.: Fürst T. Th. und T. 

Thnm und ValsaBsina and Thnrn, Vallasina und Taxis, Grafen 

(älteres Wappen der Grafen v. Thum u. Yalsassina: Schild geviert: 
1 und 4 in Silber vor zwei in Form eine» Andreaskreuzes gelegten, 
blauen Lilien-Sceptem mit goldenen Lilien ein rother {Turm mit run- 
dem, rothen, geschlossenen Xhore, drei schwarzen Fenstern und drei 
Zinnen: Thum, Stamm wappen auf 2 und 3 in Gold ein einwärts ge- 



— 219 — 

kehi*ter, doppeltgeschweifter, gekrönter, rother Löwe: Wappen der 
Grrafschatl Val8a88ina und Wappen der Grafen v. Thurn, Valsasdina 
und Taxis, wie das der Grafen v. Thurn und ValHassina, nur hat der 
Schild den kaiserlichen Reichsadler mit goldener Bewehrung, gol- 
denen Scheinen und darüber schwebender kaiserlicher Hauskrone 
zum Hauptschild, die ofienen Thore haben ein schwarzes Fallgitter, 
im blauen Mittelschilde erscheint ein silberner Dachs und den Schild 
deckt nicht die Grafen, sondern eine gewöhnliche, offene Krone). — * 
Alte, gräfliche Häuser, eines Stammes und Wappens mit den Grafen 
und Fürsten t. Thurn und Taxis , welche in Italien , Tirol , Kraiiii 
Kärnten, Görz, Oesterreich und Böhmen begütert wurden und siGh 
weit ausbreiteten. Von den mehrfach von einander abweichenden 
Angaben , welche sich in der Literatur in Bezug auf den Stamm vor- 
finden, mögen hier nur Folgejode einen Platz &iden. Die Grafen v. 
Yalsassina wurden als solche anerkannt, zu ßeichsgrafen 26. Mai 
1533 erhoben, 13. Juni 1572 und 16. Juni 1664 bestätigt und zufolge 
des vom K. Leopold L 20. März 1666 ertheilten, am 11. Juni 1704 
ermeuerten und durch die K. Maria Theresia 19. Kov. 1750 bestä- 
tigten Diploms ist dem ältesten Gliede der absteigenden Linien der 
Titel: Oberst -Erblandmarschall in der gefiirsteten Grafschaft Göns 
und Gradisca, Erb-Hofmeister in Krain u. Oberst-Silberkämmerer in 
Kärnten, den anderen Gliedern der Linien aber der Titel: Erb-Land- 
marechall in der gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca, Erbhof- 
meister in Krain und Erb -Silberkämmerer in Kärnten, eigen. — 
Nach den Angaben der meisten älteren Schriftsteller stammen die 
Grafen v. Thurn und Yalsassina von Faganus IL de la Tour her, 
welcher als Gouverneur zu Mailand 1241 starb. Die vier Söhne 
desselben stifteten vier besondere Linien: Hermann gi*ündete die 
erste HauptUnie, die Linie in Krain, Görz und Friaul, welche in 
Ewei Aeste zerfiel, Napoleon die zweite Hauptlinie, die sich in die 
Aeste zu Berg, Wartegg und Blidegg schied, Salvinus die dritte 
Hauptlinie, die Johann Ludwigs- oder Kärntner Linie, die sich in 
vier Speciallinien, die Linie zu Radmannsdorf in Krain, die kärntner, 
steierische u. böhmische Linie theilte und Franz L die vierte Haupt* 
linie, das gräfliche Haus von Thurn, Yalsassina und Taxis. Die 
erste Hauptlinie besitzt die Seniorats - Herrschaft und Stadt Duin in 
Krain und Corm(fno, Spessa, Mercano, Segrado, Praslau und Rend- 
sohach, so wie das Oberst-Erblandhofn^eister-Arot in Krain und in 
der windischen Mark und das Oberst-Erblandmaröchall-Amt in der 
getursteten Grafschaft Görz und Gradiska. Die zweite Hauptlinie 
hatte sich zu Ende des 16. Jahrb. in der Schweiz niedergelassen und 
erlangte 1676 das Erbmarschall-Amt der fürstlichen Abtei St. Gallen, 
so wie von der fürstlich gallenschen und constanzer Lehnkammer 
mehrere adelige Güter zu Lehen. 1702 wurde diese Linie unter die 
freie Eeichsritterschaft in Schweden, Ort» an der Donau, aufgenom- 
men und 1718 kam, wie erwähnt, der Reichsgrafenstand in dieselbe. 
— Die dritte, von Salvinus stammende Hauptlinie, die Johann Lud- 
wigs- oder Kärntner Linie führt den erstcren Namen von ihrem 



— 220 — 

Stifter, Johann Ludwig dem Aelteren, einem Nachkommen Salvin*8 
im 11. Gliede, welcher 1621 Bleiburg, Kadniannsdorf (RattmanuR- 
dorf) , Plankenfttein und Thurniftch von seinem Oheim , Johann Am- 
brosius I. , geerbt hatte und in erster Ehe mit Sophia Herrin v. Stu- 
benberg vermählt war. Vier seiner Söhne gründeten vier Special- 
linien: Johann Ambrosius II. — von welchem, aus der Ehe mit Maxi- 
miliane Beatrix v. Thum u. Valsassina, Johann Carl stammte, dessen 
Enkel, Paul Sigismund, die Herrschaft; Radmannsdort' in Krain, 
welche sonst dem Senior der Johann -Ludwigs -Linie zugestanden, 
nach Familien -Verträgen erhielt -^ die spätere Radmannsdorfische 
Linie, Franz Ludwig, geb. 1646, verm. mit Susanna Grt. v. Cronegg, 
die kämtner, Ferdinand Felix, geb. 1634 und gest. 1714, Herr zu 
Schönbühl, die steierische, und Johann Ludwig der Jüngere, geb. 
1637 und gest. 1675, die böhmische Linie. — Die vierte Hauptlinie 
stammt von Franz I. de la Tour, jüngerem Sohne Pagans IL ab. 
Dieselbe nahm schon im 13. Jahrhunderte den Zunameü „Tassis" an 
und einige Zweige derselben ftihrten unter den Kaisem Friedrich IV. 
und Maximilian I. das Postwesen in mehreren Ländern ein. Von 
Franz I. im ftinft;en Gliede stammte Roger I. , von dessen älterem 
Sohne, Simon, — wie das geneal. Reichs- und Staätshandbuch an- 
nimmt — das fürstliche Haus Thum und Taxis abstammt, dagegen 
aber ist von Rogers I. jüngstem Sohne , Gabriel , das in Tirol blü- 
hende Haus der Grafen von Thum, Valsassina und Taxis entsprossen. 
— Das genealog. Taschenbuch der gräflichen Häuser, 1853, S. 748, 
sagt kurz, aber richtig: die alte und angesehene Familie der Grafen 
V. Thum und Valsassina hat gleiche Abstammung mit dem Hause 
Thum und Taxis und ftihrt die Familie in vier Hauptlinien auf Die 
erste Hauptlinie, die s. g. duiner Linie, ftihrte allein den Zunamen: 
Thurn-Hofer und Valsassina. Die Glieder derselben wurden 1525 
Freiherren v. Santa Croce, 24. Febr. 1530 Reichsgrafen u. erhielten 
30. Dec. 1681 das ungarische Indigenat. Im Besitze dieser Linie 
befanden sich die Seniorats-Herrschaften Tybein (Duino) und St. Jo- 
hanns in Krain, so wie die Güter Cormono, Spessa, Mercano, Segrado, 
Praslau und Rendschach (Ranzano) in der Grafschaft Göra. Diese 
Linie erlosch in diesem Jahrhunderte im Mannsstamme und zwar mit 
den beiden Söhnen des 1784 verstorbenen Johann Baptist Grafen 
Thum-Hofer und Valsassina: Franz, gest. 1824, k. R. Kämmerer und 
Raimund, gest. 1817 und mit dem Sohne des Letzteren aus der Ehe 
mit Walburga Freiin v. Gumppenberg, dem Grafen Johann, geb. 
1773 und gest. 1849, k. k. Kämm, und Geh. Rath und pens. Delegat 
zu Venedig, verm. mit Polyxene Grf Brigido. — Die zweite Haupt- 
linie erhielt 1676 das Erbmarsch all- Amt der gefürsteten Abtei St. 
Gallen und die R eich sggrafen würde 16. März 1718, welche Letztere 
26. April 1786 emeuert wurde. Auch diese Linie ist im Manns- 
stamme in neuer Zeit mit dem Grafen Johann Theodor, welcher mit 
einer Grf. Frangipani vermählt war, erloschen. — Die dritte Haupt- 
linie ftihrt in allen ihren vier Speciallinien den Titel: Grafen v. 
Thum -Valsassina -Como-Vereilli, Freiherren zum Kreuz, seit 1525, 



— 221 — 

Erbland -Hofineister in Kraiu und der windischen Mark , seit 1660, 
Erbland -Marschall io der gefürsteten Grafschaft Görz , Herren auf 
Bleiburg, Radmannsdorf, Wallenburg und Plaukenstein. Die vier 
Speciallinien sind : die bleiburger Linie in Kärnten, welche die Nach- 
kommenschafb Franz Ludwigs, geb. 1646, gest. um 1700, umfasst; 
die plankenstein-grätzer Linie in Steiermark, welche aus der Nach- 
konunenschaft des Ferdinand Felix, geb. 1643 (1634), gest. um 
1700, besteht (Freiherren seit 1605, Reichsgrafen seit dem 27. Oct 
1621^ Greneral-Erb-Postmeister in Tirol) ; die Radmannsdorfer Linie 
in Krain, welche Ton der Nachkommenschaft Johann Carls, geb. 1645 
uid gest. um 1710, gebildet wird und die plaukenstein - cillier Linie 
in Steiermark und Xrain, welche die Nachkommenschaft Andreas 
Ludwigs, geb. 1650, gest um 1710, enthält. Die vierte Hauptlinie 
in Tirol erhielt die Grafenwürde 27. Oct. 1621. — Jetzt wird der 
Personalbestand des gliederreichen gräflichen Hauses in folgenden 
Äbtheilungen aufgeführt: Erste Hauptlinie: Thum-Valsassina y. Vil- 
lalta und Spessa. Erste Linie v. Villalta, zweite Linie v. Spessa, in 
Görz und dritte Linie: zweite Linie von Villalta, in üdine. Zweite 
(eigentlich erste) Hauptlinie: Thurn- Hofer und Valsassina: nur noch 
in weiblicher Linie blühend. Dritte Hauptlinie : Thurn -Valsassina- 
Como-Vercello: erste Linie, Bleiburger Linie, in Kärnten; zweite 
Linie: Flankensteiner-Grutzer Linie, in Steiermark; dritte Linie: 
Radmannsdorfer Linie, in Kraiu und vierte Linie: Plankenstein - Cil- 
Uer Linie, in Steiermark und Krain. V^ierte Hauptlinie : Thurn- Val- 
sasaina in Verona. Fünfte Hauptlinic: Thum-Valsassina und Taxis, 
in Tyrol und Nebenzweig in der Schweiz. Letzterer gehört der 
Schweiz und Schwaben an, war der Ritterschaft des Cantons Donau 
einverleibt und erlangte 1676 die Erbmarschallwürde des Stifts St. 
Gallen und 16. März 1718 den Reichsgrafenstand. Der Gründer 
dieses Nebenzweiges, welcher sich in drei Aeste schied, war Guido, 
ein Sohn des Francesco , Stiller» der fünften Hauptlinie. Der erste 
Ast, zu Wartegg, beruhte in neuester Zeit im Mannsstamme nur auf 
zwei Augen, der zweite (ältere) Ast, zu Berg, erlosch 1851 mit dem 
Grafen Johann zu Berg und der dritte Ast, zu Bludegg, ist um 1857 
ganz ausgestorben. — In Bezug auf den neuesten Personalbestand 
ist auf die genealog. Taschenbb. der gräflichen Häuser zu verweisen, 
Ahnentafeln aber der dritten und vierten Hauptlinie finden sich in 
dem Werke „Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart". 

Die mehrnten der im voistehenden Artikel über die Fürsten von Thurn u. Taxis genannten hi«to- 
ritetett Schriften, namentlich Gauh«, I. S. 2564—74. — v. HatttUin, HI. Anhang:, 8. 110. — AUff. 
Uitor. Lexicou, IV. S. 564- Or. v. Th., Vals. und Taxis. — Jacobi, IHOO, II. S. 367: Or. v. Th.- 
V.- nnA T. nnd 368— 7i: Or. v. Th.-V. — v. Lang, S. 84. — v. Sehtin/eld, Adels - Schemat. I. S. 
SS9: Or. Th. -Hofer nnd Vals. — Deutsche Grafenhüuser der Qe«:enwart, II. S. 558 — ö8. — Geneal. 
lUchenb. der präfl. Hüuser, 1848, S. 690-94, 1858, S. 793, 1864, S. 916—922 u. flf. Jahrgg. und 
kittorlschei Handb. zu demselben, S. 1002. — Suppl. zu Siebm. W. B. I. 8 nnd V. 29. — T^off, 
I. 3. _ w. B. d«i Kgr. Bayern. II. 34: Gr. v. Th. und V. und 34: Gr. v. Th., V. und Taxis und 
▼. Wmckern, Abth. 2. S. 66-68. 

Thnrnfels und Fenklehen, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrn- 
Btand. Diplom von 1797 für Joseph Franz Anton Keinhard v. Thum- 
fels und Fenklehen, Oberösterr. Regierungsrath und tirolischen land- 



— 222 — 

schaftlichen Generale Referenten, wegen rühmlichen Betragens bei 
eingetretener Feindesgefahr, aus höchst eigener Bewegung. 

MfegerU v. MUMfeU, S^ 90. 

ThuTBo, Freiherren tmd GrafSen (Stamm wappen : Schild querge- 
theilt: oben in Eoth ein aufgerichteter, gleichsam aus dem untern 
Theile aufspringender, goldener Löwe, ohne Hinterbeine und unten 
in Gold drei, 2 und 1, rothe Rosen und gräHiches Wappen: Schild 
geviert: 1 und 4 das Stammwappen und 2 und 3 in Blau drei, 2 und 
1, goldene Lerchen. Die Lerchen wurden Tom K. Ferdinand I. Ter- 
liehen und von der Österreich. Linie gefiihrt, bis sie endlich, um mit 
der ungarischen Linie ein völlig gleiches Wappen zu haben , wieder 
aus dem Schilde herausgelassen wurden). Die Familie erhiölt 1505 
mit dem Prädicate: Bethlenfalva (Bethlemsdorf) , welches der Natne 
ihres im Zipser-Comifeate gelegenen Stammsitzes war, den Freiherrn- 
stand und 1598 vom K. Rudolph IL den Grafenstand und zwar mit 
Verleihung der Erb -Ober- Gespanswiirde des Arvaer-Comitats und 
mit dem Prädicate: Grafen v. Arva. — Altes, ursprünglich aus Ungarn 
stammendes, durch den Bergbau emporgekommenes Adelsgesehlecht, 
eines Stammes und Wappens mit den Grafen v. Henckel, welches 
nach Sinapius in Ungarn sich in zwei Linien theilte. Die eine wurde, 
wie angegeben , in den Grafenstand erhoben u. derselben der Vorsrog 
ertheilt, dass die Grafen Thurzo perpetui Comites Comitatus Arvensls 
wären , die andere Linie wohnte in Ober-Ungarn u. lebte im adeligen 
Stande. Nach Spener stammten, der Sage nach, die Grafen und 
Freiherren v. Thurzo aus der Tartarei, wären nach Polen u. Ungarn 
und von da eine Linie nach Deutschland gekommen , die sich nach 
Augsburg gewendet, doch wieder nach Ungarn und Oesterreich, wo 
sie sich unter K. Ferdinand L mit dem Schlosse und der Herrschaft 
Graveneck an der Donau unweit Krems ansässig gemacht, zurückge- 
kehrt sei. — Die fortlaufende Stammreihe beginnt mit Georg Thurzo 
V. Bethlenfalva um 1446. Von demselben stammte Johann Th., 
Bitter von Czips, welcher durch die Bergwerk« und dadurch, dass 
er die Metalle wohl scheiden oder seigern konnte , welche Kunst er 
in Venedig erlernt, zu grossem Reichthume und Ansehen gelangte 
und sehr grosse Güter in Polen in der Woiwodschaft Cracau er- 
warb. Derselbe brachte den Freiherrn- und später denf Grafen- 
stand in die Familie und starb, vier Sohne hinterlassend, 1506. 
Diese Söhne waren : Stanislaus Th., Bischof zu Olmütz, welcher diese 
Würde 43 Jahre bekleidete und 1540 starb; Johannes I., Bischof zu 
Breslau von 1506 bis 1520, in welchem Jahre er im 56. Lebensjahre 
starb; Alexius Th., zuerst unter den Königen Uladislaus und Ludwig 
Reichs-Schatzmeister, später unter dem Könige Ferdinand I. Premier- 
Minister, Statthalter in Ungarn, Obersthof -Richter u.s.w., gest. 1543 
(das grosse Vermögen desselben fiel, da er keinen Sohn hatte, an 
seine Töchter und an seine Brüder und 'Vettern) und Johann IL, 
welcher sich mit einer reichen Freiin Fugger v. Kirchberg zu Augs- 
burg vermählte und sowohl durch diese Vermählung, als durch die 
reiche Erbschaft von seinem Bruder, Alexius, zu grossem Ver- 



•- 228 — 

mögen kam. Ans seindr Ehe stammten die Bohne: Bernhard und' 
Christoph. Bernhards Nachkommen besassen noch einig« Zeit in 
Oesterreich die Herrschaft Graveneck, gingen dann aber wieder nach 
Ungarn, wo diese Linie wohl bald abstarb, Christoph aber vermählte 
sich zu Augsburg mit einer Kehlingen v. Horgau zu Eadau, erbaute 
das Schloss Badau und setzte den Stamm fort. Die Tochter , Anna, 
wurde die Gemahlin des 1587 verstorbenen Georg Freih. v. Kheven- 
hüiler, Landes-Hauptmanns in Kärnten. — Der Mannsstamm blühte 
fort und über das Fortblühen desselben hat Gauhe Mehreres ange- 
geben, doch findet sich in seinen Angaben Manches, was nicht gauE 
richtig zu sein scheint Zu den späteren Grafen yon Thurzo gehörte 
übrigens auch Emerich Graf Thurzo v. Arwa, dessen Wappen (Schild 
geviert mit blauem Mittelschilde und in demselben der schwarze kai- 
serliche, zweiköpfige Adler, doch mit einer einzigen, schwebenden 
Krone. 1 und 4 in Roth ein einwärtsgekehrter, gekrönter, doppelt 
gesdiweifter, aufwachsender Löwe und im silbernen Schildesfuaee 
drei, 2 und 1 , kleine, golden besamte, rothe Rosen und 2 und 3 in 
Blau ein silbernes, einwärts springendes Einhorn) v. Meding in ein 
Stammbuch eingemalt fand und zwar mit folgender Unterschrift: 
Gomes Emericus Thurzo de Arwa, pro tempore Academiae Witte- 
bei^nsis Rector 30. April 1616. Graf Emericus — ein Sohn des 
1617 verstorbenen Grafen Georg, kön. HoMchters und Geh. Raths, 
Falatins und Statthalters in Ungarn u. s. w. hatte 1615 die Universität 
Wittenberg bezogen und war, nach der Sitte der damaligen Zeit: 
das Rectorat auf hohen Schulen, einem Herrn des hohen Adels, wah- 
rend seines dortigen Aufenthalts aufzutragen, Rector Magnificus der 
Universität Wittenberg geworden. Derselbe ging 1617 nach Ungarn 
zurück, wo er, wie sein Vater, die Beschützung und Beförderung der 
evangelischen Religion sich eifrigst angelegen sein Hess, wurde aber 
1624 zu Niclasburg in Mähren vergitlet und hinterliess nur eine 
Tochter, welche sich mit Stephan Grafen v. Teleki vermählt hatte. 
Mit ihm soll der gräfliche Stamm, welcher früher in Schlesien von 
1517 bis 1524 das Fürstenthum Wohlau und von 1524 bis 1542 die 
Herrschaft Pless besass, ausgegangen sein, doch schloss nach An- 
deren den ganzen Stamm erst Graf Michael, Sohn des 1649 verstor- 
benen Grafen Adam II. 

PaprooU Spe<Jnltim Morav, S. 182. — Hanekii Siles. indi^., c. 12, S. 386. — Sptner, S. 875. 
~ Simapiu», I. S. 977 — 79 und II. S. 369 --68. — v. 8ommer*p«rg, R. S. Siles., m. S. 308. — 
Oauhe, II. S. 1158—64. ~ Freih. v. Ledelntr, III. S. 18. — v. Meding, 1. S. 612—14. 

Thym , Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom vom 9. Febr. 
1659 für Hieronymus Thym. 

V. HeUbaeh, IT. S. 590. 

Thyss. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1765 für Johann 
Thyss , k. k. Commerzienrath in Kärnten , aus Höchst eigener Be- 
wegung. 

Megtrh v. Mühlfeld, S. 274. 

Tiehtl T. Tnzingen. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1736 



— 224 — 

für Michael Tichtl, Gräfl. Sinzendorfisclien Güter-Regenten, mit: v. 
Tuzingen. 

Megerle v. Müklfeld, Eif.-Bd. S. 471. 

Tiedemann (in Gold ein blauer, wellenförmig gezogener Quer- 
balken : über demselben eine horizontal sich windende Schlange mit 
aufgerichtetem Kopfe und unten ein Rabe, oder auch: in Blau im 
Schildeshaupte die Schlange, unter demselben ein silberner Strom 
und unter diesem auf einer goldenen Krone eine weisse Taube). 
Reichsadelsstand. Diplom vom 11. Nov. 1724 für G^org Tiedemann, 
k. k. Oberstlieutenant. Der Stamm blühte fort nnd von den späteren 
Sprossen desselben erhielt Franz v. Tiedemann — ein Söhn des Carl 
Eduard v. Tiedemann, k. preuss. Generalmajors und Chef eines In- 
fanterie-Regiments und Enkel des mit Concordia v. Brandis vermählt 
gewesenen, polnischen Hauptmanns Ferdinand v. Tiedemann — Herr 
auf Woyanow im Kr. Danzig, k. preuss. Kammerherr u. Landschafts- 
Director, 5. Juni 1821 die königl. Erlaubniss, den Beinamen: v. Bran- 
dis' anzunehmen, sich v. Tiedemann, genannt v. Brandis zu schreiben 
nnd folgendes Wappen zu führen: Schild geviert: 1 und 4 in Roth 
ein gekrönter Helm und auf demselben ein mit einem Schwerte be- 
waffiieter, geharnischter Ai;m: Brandis u. 2 u. 3: das Tiedemannsche 
Wappen nach dem Diplome von 1724. Derselbe hatte sich 1804 mit 
Auguste Burggräfin zu Dohna-Schlobitten, geb. 1775, vermählt. — 
Ein V. T., Major im k. preuss. Generalstabe u. Lehrer an der Kriegs- 
schule, ging 1812 in k. russ. Dienste und starb noch in demselben 
Jahre an ehrenvollen Wunden. Wilhelm v. T., k. pr. Oberstlieute- 
nant von d. A. (1806 im Regimen te v. Diericke und zuletzt im 17. 
Infant -Regimen te) lebte in Berlin und starb 1848. Die Wittwe des- 
selben besass nach Rauer 1857 das Gut Kohling bei Danzig, auch 
war um diese Zeit ein v. Tiedemann HeiT auf Russoczyn , ebenfalls 
bei Danzig, welches Gut bereits 1764 der Familie zustand. 

5. Pr. A. -L. IV. S. 268. — ^etA. v. Ledebur, IIl S. 18 u. 18. — W. B. d. Preast. Monarch., 
IV. 76 

Tiedewits (in Silber drei, 1 u. 2, Tauben von natürlicher Farbe). 
Ein zu dem curländischeu und ostpreussischen Adel zählendes Ge- 
schlecht, welches in Ostpreussen die Güter Pillupöhnen im Kr. Tilsit 
und Pogrimmen im Kr. Darkebmen an sich gebracht hatte. Ein 
Hauptmann v. Tiedewitz stand 1856 im k. pr. 5. Infant. -Regimentc. 

Freih. v. Ledebur, III. S. 19. — NeimbV* CarUnd. W. B. Tab. 41. 

Tiefenau-Golocki (in Roth zwei blanke Schwerter, welche mit 
ihren, nach unten gekehrten Klingen schräge ins Kreuz gelegt sind). 
Ein früher in Westpreussen im Kr. Culm zu Goloty und Samowo 
gesessenes Adelsgeschlecht. 

Fretk. v. Ledebur, III. S. 19. 

Tieffenbach (im Schilde eine bis in die ^Mitte desi^elben aufstei- 
gende, blaue Spitze, in welcher aus Wasser drei Lotosblumen her- 
vorsteigen und oben ein Doppel-Adler, rechts schwarz in Silber und 
links roth in Gold). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 



— 225 - 

21. Sept. 1737 für Johann Christian Tietenbach, k. preuBs. Geh. Rath. 
Der Sohn desselben, Christian Friedrich v. T. , starb 14. Aug. 1776 
als k. preuss. Geh.llath und Präsident der Ober-Kriegs- u. Domainen- 
Bechnenkammer. 

Wfih. V. Ledebur, Ul. S. 19. — W. B. d. Preoss. Monarchie, IV. 76. 

Tieffenbmch. Ein früher zu den adeligen Pfönnem in Halle 
gehörendes Geschlecht, welches in der Ober- Lausitz mehrere Güter 
an eich brachte. Hermann v. Tieffenbruch, Planner zu Halle, starb 
18. Jan. 1604. In der Obcrlausitz standen einige Zeit unweit Görlitz 
die Güter Leopoldshain, Nieda und Reutnitz der Familie zu. 

Frtih. V. Ledebur, III. S. 19. 

Tieffstädter. Ein in Kursachsen früher vorgekommenes Adels- 
geschlecht, dessen Ahnherr Wolff v. Tieffstädter, kursächs. Oberst, 
war. Derselbe, Sohn eines Messerschmieds, trat, als Lehrling der 
Profession seines Vaters, in die kursächs. Armee, stieg in derselben 
zum Obersten, erhielt vor 1553 den Adel und den Ritterschlag und 
stand bei dem Kurfürsten Moritz in solchem Ansehen , dass er 1553 
das Testament desselben nebst Anderen vom Adel unterschrieb. 
Auch Kurfürst August war ihm sehr gewogen und ernannte ihn, als 
er sich Alters wegen 1557 pensioniren Hess , zum Amts-Hauptmann 
über Grünhain und Schellenberg, so wie zum Ober -Hauptmann des 
Kurkreises. 

JffilZcr, Annal. Saxon. Fol. 120. — Sinmer, der tapfere Edelmann, S. 24. — Horru Handbiblio- 
thek, V. S. 613. — Gisuhe, II. S. 1166 und 67. 

Tiegel v. Lindenkron, an^h Ritter. £rbl. - österr. Adels- und 
Ritterstand. Adelsdiplom von 1816 für Wilhelm Tiegel, Capitain- 
lieutenant im k. k. Infanterie- Regimen te Fürst Reuss-Greitz, mit: 
V. Lindenkron und Ritterdiplom von 1817 für Denselben als Besitzer 
der Güter Öaczau und Strzesmirz in Böhmen. Der Stamm blühte 
fort und zwei Söhne des Diploms-Empfangers : Heinrich und Maxi- 
milian Ritter Tiegel v. Lindenkron , traten in die k. k. Cavalerie. 

Mtgtrle v. Mühlfeld, S. 149 u. 274. — M1Utair-$chemati»m. d. österr. Kaiserthums. - Kne^chke, 
IV. S. 413. 

Tiemar, Freiherren. Erbl. -österr. Freihermstand. Diplom von 
1773 für Joseph v. Tiemar, Hauptmann im k.k. Infantcrie-Regimente 
Gr. V. Königseck. 

MegerU v. Milhl/eld, S. 90. — W. B. d. Oosterr. Mon. XVI. 57. — Ktuschke, III. S. 417. 

Tiepolt, Tiebolt, Freiherren (im Schilde ein von dr(>i Sternen 
begleiteter Sparren und über demselben ein Säbel). Erbl. - Österr. 
Ritter- und Böhmischer- u. Reichstrciherrnstand. Ritterdiplom vom 
25. April 1696 für Franz v. Tiebolt, k. böhmischen Amts-Secretair, 
böhmisches Freiherrndiplom vom 26. März 1705 für Denselben als 
böhmischen Obcr-Aml^^rath und Freiherrndiplom von 1707 für eben 
denselben als k. k. Residenten in Polen. Der Empfänger dieser Di- 
plome stammte aus einer alten, schlesischen, ursprünglich luxembur- 
gischen Adelsfamilie. Derselbe, gest. 1715, war Herr auf Stoschen- 
dorff und Ullersdorff im Fürstenthumc Schweidnitz, hatte den K. K. 

Kne*9hk«, DoutMch. Adelt -Lex. IX. J^r; 



. — 226 - 

Leopold L, Joseph I. und Carl VI. treue Dienste geleistet, war mit 
mehreren Gesandtschaften betraut gewesen und hinter! iess aus der 
Ehe mit einer Freiin v. Kerris zwei Töchter und zwei Söhne. Von 
diesen war der ältere Sohn, Freiherr Sigismund, Domherr zu Breslau, 
der jüngere Solin aber sta^d damals in kaiserlichen Kriegsdiensten. 
Der Bruder des Freiherrn Franz befand sich in der Festung Frey- 
burg als kaiserlicher Oberstlioutenant. 

Sinapiui, U. S. 476. — Gemhe, H. S. 1167. - ZedUr , 44. S. 8. — Megerle v. Mühlfeld, 
Erc-Bd. S. 108. 

Tierberg, Tirherg. Altes, auch Tirbergk, Tierburg und Tieren- 
burg geschriebenes, preussisches Rittergeschlecht, aus welchem zwei 
Brüder von 1277 bis 1287 Landmeister in Preussen waren. 

ftter de Dtuhurg, Chronic. Prass. HL, c. 139, p. 216. — Zedier, 446. S. 85. 

Tieschowitz , Tischkowitz , Czelo y. Czechowitz , Tischowitz v. 
Tischaa (in Roth ein geharnischter Ritter, welcher vorwärtsgekehrt 
ist und mit den Händen zwei hinter seinem Rücken sich kreuzende 
Speere hält). Altes, oberschlesisches Rittergeschlecht, welches im 
Teschenschen bereits 1427 zu Drahomvschl, 1527 zu Gross- und 
Klein-Pruchna, 1564 zu Bunkow, 1572 zu Danglowitz und 1568 zu 
Bunkow und Richult und noch 1619 zu Grodisch sass. Der Stamm 
hat fortgeblüht: nach Rauer war 1857 Adolph Friedrich v. Tiescho- 
witz, K. Landrath u. Lieutenant, Herr auf Rokittnitz im Kr. Beuthen. 

R. Pr. A.-L. IV. S. 270. — Freih. v, Udehur, III. S. 19. 

Tieseler, Tieseler y. Talfitz. Ein früher zu dem schlesischen 
Adel zählendes Geschlecht, welches im 17. und 18. Jahrh. im Für- 
stenthume Sagan blühte. 

Sinapiut, IL 8. 1062. — Zedier, 44. S. 9b. 

Tiesenhansen , s. Thiesenhausen, Freiherren u.' Grafen, 
8. 190—92. 

Tiessowsky y. Tröstenberg , Ritter. Böhmischer Ritterstand. 
Diplom von 1716 für Johann Anton Tiessowsky, Wirthschafkshaupt- 
Biann zu Podiebrad und Collin, mit: v. Tröstenberg. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 216. 

Tietzen und Hennig (Schild der Länge nach getheilt: rechts in 
Gold ein an die Theilungslinio angelehnter, halber, schwarzer Adler 
und links in Schwarz ein blauer Querbalken, begleitet von drei, 2 u. 
1 , goldenen Sternen. Der Adler kommt auch mit einem Zepter in 
der Klaue vor). — Reichsadelsstand von 1787 für Christian Joseph, 
Tobias, Johann Gottfried u. Johann Gottlob Tietze, in der Niederlausitz 
angesessen, mit: v. Tietzen und Hennig. — Die Familie sass in der 
Niederlausitz 1793 zu Josephbrunn, zu Laubsdorf unweit Cottbus und 
Roitz im Kr. Spremberg- Hoyerswerda und noch 1837 zu Laubsdorf. 
Von den Sprossen der Familie traten mehrere in die kursächs. und 
k. preuss. Armee. Von Letzteren ist namentlich zu nennen: Wilhelm 
Ferdinand Joseph v. Tietzen und Hennig, welcher 1855 General von 
der Cavalerie und commandirender des V. Armeecorps wurde. 

,^WtA. V. Ledebur, III. 8. 19 und 3R1. — Abdiückc Ton Petschaften. 



— 227 - 

Tiganiti, Edle und Ritter. Erbl.-österr. Adels- und Ritterstand. 
Adelsdiploni von 1773 für Johann Georg Tiganiti, Postmeister und 
Cambiaturieten zu Grosskikinda im Banate, zugleich Richter der im 
Banate bestandenen privilegirten Griechischen und Raizischen-Hand- 
lungs-Compagnieen, wegen seiner Abstammung aus einem sehr vor- 
nehmen , u. über zweihundert Jahre berühmten adeligen Geschlechte 
in Candien und Ritterdiplom von 1775 für Denselben als k. k. Com- 
misaar des privilegirten Kikindaer Districts. 

MtgerU v. Mühlfeld, S. 149 und 274. 

Tige« Grafen (in Roth ein dasselbe 'ganz überziehendes, ausge- 
zacktes, goldenes Kreuz, welches im oberen, rechten Winkel von 
einem kleinen, goldenen, schwebenden Kreuze begleitet ist). Reichs- 
grafenstand. Diplom vom 6. Oct. 1726 für Carl Grafen Tige, k. k. 
General, der Cavalerie, Obersten und Commandirenden in Sieben- 
bürgen. — Die Grälen v. Tige stammen aus einem alten und ange- 
sehenen, lothringischen Geschlechte, welches 1718 unter die Land^ 
stände Oesterreichs ob der Ens aufgenommen wurde. Die Familie 
war in Lothringen, wo dieselbe, wie in den Österreichischen Nieder- 
landen und in Frankreich, mit den vornehmsten Häusern, in ver- 
wandtschaftlicher Verbindung stand, mit den Schlössern Foylly und 
Poiseux angesessen. Freih. v. Hohen eok nennt als Stammvater der 
jetzigen Familienglieder den Gobert de Tige und führt denselben als 
Aeltervater des Philipp Baron v. Tige auf, aus dessen Ehe mit Jo- 
hanna Franzisca V. Charpentier ein Sohn, Carl, entspross, welcher 
als Page des k. k. Generallieutenants Carl Y. , Herzogs zu Lothringen, 
nach Deutschland kam, später in k. k. Militairdienste trat, in den- 
selben bis zum General stieg, den Reichsgrafenstand, wie oben er- 
wähnt wurde, erhielt und 1727 starb. Aus seiner Ehe mit Anna 
Maria Eleonore Grf v. Seeau stammten fünf Söhne: Stephan, Anton, 
Carl, Philipp und Ferdinand, durch deren zwei der Stamm sich in 
zwei noch blühende Linien schied. Graf Anton I. stiftete die ältere 
Linie , die jüngere gründete ein Bruder desselben , doch steht nicht 
gehörig fest, welcher von den Genannten es gewesen sei. Die Ahnen- 
tafel der älteren Linie steigt, wie folgt, herab: Gobert v. Tige: Ca- 
tharina v. Hrainchau; — Wilhelm: Catharina v. Foylly; — Nicolaus: 
Catharina v. Landres; — Philipp Baron de Tige: Jeanne Fran9oise 
de Charpentier; — Carl Graf v. Tige: Anna Maria Eleonore Grf. v. 
Seeau; — Anton I. : Elisabeth Grf. v. Hartig; — Anton IL: Barbara 
Freiin Wrazda v. Kunwald; — Gr. Ludwig, geb. 1788, k. k. Kämm, 
una Major in d. A., verm. 1825 mit Maria Freiin v. Stössel, aus 
welcher. Ehe Grf Maria, geb. 1826, verm. 1851 mit l^eter Grafen 
V. Bolza, stammt. — Die Ahnentafel der jüngeren Linie muss statt: 
Anton I. u. Anton IL zwei andere, aber nicht aufzufindende Glieder 
enthalten: nach dem geneal. Taschenb. d. gräfl. Häuser waren die 
Grossväter des obengenannten Grafen Ludwig und des unten er- 
wähnten Grafen Joseph Brüder. — Haupt der jüngeren Linie w^ar in 
neuester Zeit: Graf Joseph, geb. 1787, verm. 1817 mit Franzisca 
Grf. Apponyi v. Nagy-Appony, geb. 1793 u. gest. 1863, aus welcher 

15* 



— 228 — 

Ehe, neben fünf Töchtern , ein Sohn stammt: Graf Ernst, geb. 1829, 
k. k. Kämmerer und Major. 

Freih. v. Hohmeck, II. S. 664 — 67. — Gauhe , 1. S. 3679 und 80. — Zedier, 44. S. 106. - 
MegerU v. iHlhlfeld, S. 30. — v. SchÜnfeU, Adels • Schematismus, I. S. 238. — Deutsche Grafenh. 
d. Oegeow. m. S. 418 und 19. — Geneal. Taschenb. d. grAfi. Häuser, 1848, S. 695 und 96, 1864, 
S. 922 und 23 u. ff Jahrgg. und histor. Handbuch zu Demselben , S. 1008. — Supplem. xu Siebm. 
W. B. I. 8. 

Tigerström (Schild mit goldenem Schildeshaupte und in dem- 
selben zwei schräge durch einen grünen Lorbeerkranz mit den Klin- 
gen ins Kreuz gelegte Schwerter. Im blauen Schilde unten ein quer- 
fliessender , silberner Strom , über welchen ein leopardirter Tiger mit 

feneigtem Kopfe u. emporgeschlagenem Schweife einherschreitet). — 
chwedischer Adelsstand. Diplom vom 13. Oct. 1718 für Johann 
TigerötrÖm. Das Geschlecht blühte fort und wurde in. neuer Zeit in 
Neu-Vorpommeni im Kr. Grimmen angesessen. Ein Doctor v. Tiger- 
ström war 1837 Professor in der juristischen Facultät der Univer- 
sität Greifswalde und nach Rauer besass 1857 ein v. Tigerström die 
Güter Bassin und Leyerhof und Fr. v. T. das Gut Klein-Baggendorf 

N. Pr. A.-L. IV. S. 269. — Freih. v. Ledebur, m. S. 19. - Schwed. W. B. Tab. 62. 

• Tilbeck. Altes, münstersches Erbmannsgeschlecht, welches be- 
reits 1295 zu Tillbeck im Kirchspiele Haverdick, 1300 zu Haeme- 
king in der Bauerschaft Steveren im Kirchspiele Nottulen,^ 1379 zu 
Burbauch im Kirchspiele St. Mauritz und noch 1579 zu Oifermanns 
Erbe im Kirchspiele Bösensell sass. 

Freih. v. Ledebur, HI. S. 19. 

Tiling, Tilling (Schild golden eingefasst, quer- u. in der obem 
Hälfte der Länge nach getheilt, dreifeldrig: 1, oben rechts, in Blau 
ein sechsstrahliger , goldener Stern; 2, oben links, in Sflber zwei 
neben einander stehende, rothe Kosen und 3, untere Hälfte, in Blau 
ein vorwärtssehender, rother BüflPelskopf mit schwarzen Hörnern). 
Reichsadelsstand-. Diplom in den ersten Jahrzehnten nach der Mitte 
des 18. Jahrhunderts für die im Oldenburgischen lebende Familie 
Tilling. — Aus dem Oldenburgischen wendete sich das Geschlecht 
später nach Hildburghausen. 

K9rsehelmann , genealog. Adelshistorie, I. 88. — v. Heübach, II. S. 591. — Suppl. xu Siebm 
W. B. X. 31 • 

Till, Ritter. Erbl. - österr. Ritterstand. Diplom von 1753 für 
Franz Anton Till, k. k. Kriegs-Commissariats-Secretair. 

Megerle v. Mühl/eld, Erg.-Bd. S. 216. 

Till V. Sternbeim. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1^95 
für Johann Till , Oberstlieutenant bei dem k. k. Ingenieur-Corps und 
Fortifications-Director zu Olmütz , wegen 55jähriger Dienstleistung, 
mit: V. Sternheim. 

Megerle v. MüMfeld, S. 274. 

Tilly, Ritter (Schild geviert: 1 Gold, ohne Bild; 2 von Silber 
und Blau quergetlieilt und im Blauen neben einander drei goldene 
Sterne; 3 von Blau und Silber quergetheilt und im Blauen drei gol- 
dene Sterne neben einander und 4 in Gold ein rother Löwe, welcher 



— 229 — 

in der rechten Yordcrpranke ein blankes Schwert liält). Diplom von 
1708 fiir Johann Friedrich Tilly, gewesenen k.k. Rittmeister. Nach 
Gauhe lebten 1742 drei Brüder v. Tilly, von denen Franz Wenzel 
k. k. Capitain war und einen Sohn hatte. — Die Familie wurde in 
Meklenburg und Pommern begütert. Dieselbe sass in Meklenbnrg 
1763 zu Grabow und in Pommern 1766 und noch 1783 im Fürsten- 
thum Caminschen Kreise zu Damitz u. Lestin, so wie 1788 zu Jäglin. 

Omihe, U. S. 1170. — Freih. v. Ltdtbur, III. S. 19. 

Tilly. Adelsstand des Kgr. Sachsen. Diplom vom 22. Dec. 
1819 für Christian Friedrich Tilly, Fürstl. Keussischen Kammerrath, 
auf Leumnitz bei Gera. Derselbe hatte früher in Leipzig eine Uate- 
rialhandlung gehabt. 

HaiUichrifa. NoUx. — Freik, v. Udebur, \\\. S. 361. 

Tilly , Tilli , Tserclaes v. Tilly , Tilly v. Montigny , Grafen (in 

Roth ein goldengekrönter, silberner Löwe, an dessen linker Brust 
ein kleiner Schild angeheftet erscheint, der quergetheilt, oben in 
zwei Keihen, jede von drei Plätzen, von Schwarz u. Silber geschacht, 
unten ab^ golden und ohne Bild ist). — Alte, freiherrliche und gräf- 
liche Familie in den Niederlanden, in Oesterreich u. Bayern, welche 
aus dem alten niederländischen Geschlechte Tserclaes, Herren in 
Oested, Berun und Marienhoven, stammt. Das Geschlecht gehörte 
nach Carpentarius zu den sieben Brüsselschen Patriciergeschlechtern 
und als Ahnherr wird der Ritter Gideon Tserclaes genannt, welcher 
1064 starb. Von den Nachkommen, die sich unter dem Adel zu 
Brüssel aufhielten und sich lange Zeit anfangs Herren von Oesteel 
und dann Herren v. Cruychenburg nannten , kaufte Johann Tserclas 
1448 von Samson v. Lalain die Herrschaft Tilly in Brabant, an den 
Grenzen von Namur, zwei Meilen von Gemblours, trug dieselbe, ob- 
gleich sie früher eine freie Allodial-Herrschaft gewesep, dem Herzoge 
von Brabant zu Lehne auf und nannte sich nach derselben. Von den 
Urenkeln leistete Floris Tserclas dem K. Carl V. tapfere Kriegs- 
dienste. Derselbe nannte sich nur Tserclas und hatte zw^ei Söhne: 
Anton und Martin. Anton war Stallmeister bei der Infantin Clara 
Isabella Eugenia von Spanien , besass die Herrschaften Horisens, 
Bachten u. Lindenberg und erhielt durch das in dem Werke: L'erec- 
tion de toutes les terres du Brabant, S. 23 sich findende Diplom 1628 
den Freiherrnstand. Yon Martin Tserclas, Herrn v. Tilly und Itfon- 
tigny, Erb - Seneschall der Grafschaft Namur, entsprossten zwei 
Söhne: Jacob und Johann. Letzterer, geb. 1559 u. unvermählt gest. 
1632, seit 1623 Reichsgraf, erst kaiserlicher Artillerie-General und 
später kurbayer. General feldmarschall , Oberbefehlshaber des lingui- 
stischen Heeres im 3(>jährigen Kriege, ist durch die Geschichte dieses 
Krieges sehr bekannt geworden. Seine bedeutendste kriegerische Un- 
ternehmung war 1631 die Eroberung Magdeburgs^ wegen welcher 
sein Name vielfach nur mit Fluch genannt worden ist. Schon nach 
wenigen Monaten ereilte ihn, der in 36 Schlachten noch nicht besiegt 



— 230 — 

worden war, sein Geschick: er wurde von Gustav Adolph bei Leipzig 
gänzlich aufs Haupt geschlagen und entkam nur mit Mühe und mit 
drei Wunden nach Halle. Vom Kurfürsten Maximilian nach Bayern 
zum Schutze der bayerischen Erbländer berufen , bezog er mit dem 
neugesammelten Heere ein Lager bei Rain, um den König Gustav 
Adolph vom üeberschreiten des - Lech abzuhalten , doch erzwang 
Gustav Adolph nach heftigem Geschützfeuer dennoch den Uebergang 
und verfolgte das linguistische Heer, wobei Tilly, zum Auskunden 
der Feinde sich zu weit vorwagend, von einer dreipfündigen Stnck- 
kugel am Schenkel getroffen, vom Pferde gerissen wurde. Schwer 
verwundet wurde er nach Ingolstadt gebracht, wo er, fünfitehn Tage 
nach seiner Verw^undung, im 72. Lebensjahre, 30. April 1632, ver- 
schied. I)en Stamm setzten die beiden Söhne seines obengenannten, 
älteren Bruders, Jacob, kaiserl. Obersten: Johann IL und Werner, 
fort. Johann II. , welcher von seinem Oheim die Herrschaft Tilly 
mit anderen bedeutenden Gütern in den Niederlanden erhalten hatte, 
pflanzte durch vier Söhne die Niederländische Linie fort, doch er- 
losch dieselbe schon in zweiter Generation, Werner aber, kais. und 
kurbayer. Kämmerer, Kriegsrath, Oberst upd Gouverneur zu Ingol- 
stadt, setzte das Geschlecht in Bayern fort. Bie Nachkommenschaft 
desselben wi rd die Bayerische oder Breiteneckische Lini? genannt, 
deren Residenz Breiteneck in der Ober-Pfalz, eine Meile von Ditfurt 
und drei Meilen von Amberg, lag. Die Herrschaft Breiteneck war 
durch kaiserl. Gnade in eine Grafschaft verwandelt worden und 
wurde als Bayerisches Afterlehn dem Bayerischen Kreise zugerechnet 
Graf Ernst Emmerich, gest. 1675, wurde 1648 auf dem Kreistage zu 
Wasserburg als Bayerischer Kreisstand aufgenommen. Nach Er- 
löschen des Mannsstammes fiel 4ie Grafschaft Breiteneck als Lehn 
an Bayern zurück. — Von Werners drei Söhnen hatte nur der ältere, 
Ernst Emmerich, gest. 1675, kaiserl. Kämmerer, Nachkommen. Von 
ihm stammten zwei Söhne: Anton Ferdinand Johann, welcher zu Ve- 
nedig 1683 au*f der Reise verstarb und Ferdinand Lorenz Franz 
Xaver Graf v. Tilly und Breiteneck, Baron v, Morbay, Montigny, 
Neufville und Ballast, Herr zu Helfenberg, Holnstein, Hohenfels, 
Preistadt, Tillysburg, Weissenberg, Plein und ReichersdorflF, welcher 
1724 den Mannsstam der Oesterreichischen und Bayerischen Linie 
schloss; die Schwester desselben, Maria Anna Catharina verw. Grf. 
V. Montfort, die 1736 nocfi lebte, erbte die Allodial- Güter in Oester- 
reidti und verkaufte 1730 das prächtige Gut Tillysburg an die Grafen 
V. Weix. . — Die Niederländische, freiherrliche Linie blühte noch um 
1735 und Franz Joseph Philipp Baron Tserclas-Tilly hatte von seiner 
Gemahlin, einer dcMarulli, mehrere Kinder. Dieser Ast stammte 
wohl von den obengenannten Floris und Anton Tserclas ab. 

Joh. Oarptntarü Hfstor. de Cambr. P. II. S. 398. — Imhof, Llb. II. c. 10. — Butken, Troph- 
de Brabant, II. S. 295 und »ß. — Durchlaucht. Welt-Ausgabe von 1710. Tl. S. iS2— 30. — Hübner* 
II. Tab. 5«8 — 71. — Gauhe, I. S. 25^0 — 88 und II. S. 1169 — 73. — Zedier, 44. S. 180—84 und 
4$. 8. 1398. — Siebmacher, V. 6. — Trier, S. 630 und 81 und Tab. 80. — v. Meding, IH. 8. 069 
und 70 und Titelkupfei : Abbildung einer sehi seltenen OoldmUnze mit dem Kopfe des kais. Generals 
Tiny und dem Wappon dcwelben. Die rmschriften sind: Avert: III. Joh. Grar. Tsercla. V. Ti. und 
Revers: TIsque memor. 



— 231 — 

Tillmann v. Hallberg, Edle und Freiherren. ReichHfreiherrn- 
stand. Diplom von 1731 für Jacob Tillmann Edlen v. Hallberg, 
kaid. Reichshofrath. 

Mtftrh V. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 108. 

Tilscher v. Rosenlieim. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom von 
1733 für Johann Jacob Aloys Tilscher, Pröpsten der Collegiat-Kirche 
8t Wenzel zu Nicolsburg in Mähren, mit: v. Rosenheim und von 
1759 für Martin Ignaz Tilscher v. Rosenheim, Verwalter der Herr- 
schaft Pardubitz, mit Edler v. Letzterer hatte 17öS mit dem von 
seinem Bruder, dem Pröpsten zu Nicolsburg, Johann Jacob Aloys, 
geführten Prädicate: v. Rosenheim, den erbl. -Österr. Adelsstand er- 
balten, Ersterer aber war schon vor seiner Erhebung in den erbL- 
österr. Ritterstand, 1714, in den böhmischen Ritterstand versetzt 
worden. 

JTcptrlc «r. MUklfeld, S 149 und 274 und Erg. Bd. S. 216. 

i Timaens V. Güldenklee, s. deti Artikel: Güldenklee, Gul- 

denklee, Timaeus v. Güldenklee, Bd. IV. S. 91. Nachge- 
tragen sei hier nur das Wa^ppen : (Schild golden eingefasst und ge- 
viert: 1 in Blau ein aufwärts gestelltes, grünes Kleeblatt, über dessen 
nach eiifwärts abgebogenen Stempel zwei schräglinks über einander 
gestellte, mit den Spitzen nach oben und einwärts gekehrte, gefie- 
derte, silberne Pfeile gelegt sind; 2 u. 3 in Roth ein rechtsgekehrter, 
silberner, in der rechten aufgehobenen Kralle einen Stein haltender 
Kranich und 4 von Gold und Schwarz in sechs Reihen, jede zu vier 
Feldern, geschacht. Das ältere, abweichende Wappen der Familie 
Timaeus findet sich in v. Dreyhaupt's Werke. 

Freih. v. Ledebur, UI. 8. 19 und 20: Timaeus t. Güldenklee. - v. Drtyhaupt, Tab. 29. 

Timroth, Thimroth (Schild der Länge nach getheilt: rechts in 
Blau ein goldener Stern und links in Silber ein springendes, rothes 
Einhorn, welches auch aus einem Dreihügel aufwachsend vorkommt). 
Ein früher im Posenschen bedienstetes Adelsgeschlecht, zu welchem 
1796 ein v. Timroth, Steuerrath in Posen, gehörte. 

Frtih, V. Ledebur, III. S. 20 und 3bi. 

Tinne, v. der-Tinne, v. der Tinnen (in Silber ein nach oben ge- 
sinnter, rother Querbalken: Stamm wappen und Wappen der Familie 
in Curlapd: Schild geviert: 1 und 4 das Stammwappen und 2 und 3 
in Roth drei schräglinks gestellte, gestümmelte, goldene Enten). — 
Altes, ursprünglich westphälisches, später nach Curland und Ost- 
pjeussen gekommenes Adelsgeschlecht. Dasselbe sass in Westphalen, 
wo es zu den Münsterschen Erbmännern gehörte, bereits 1342 zn 
Kinderhaus, 1579 zu Gronink bei Velen unw^eit* Borken und zu Ho- 
batis bei Ramsdorf, ebenfalls bei Borken und noch 1703 bis 1723 zu 
Möllenbeck im Münsterschen. Aus Ourland kam das Geschlecht 
nach Ostpreussen, wurde zu Lasdehnen und Lasdenehlen unweit Pil- 
kallen begütert und war auch im Neidenburgschen gesessen. 

Freih. v. Ltdthur, lU. S. 20. — A'eimbU, Curlünd. W. B. Tab. 40. 

Tinti, Freiherren (Schild geviert, mit goldenem Mittelschilde 
und in demselben eine natürliche Rose an ihrem blättrigen Stiele« 



— 232 — 

1 u. 4 in Silber ein schwarzer, goldgekrönter und bewaffneter Adler 
und 2 und 3 schräg geviert und oben und unten sechsmal von Silber 
und Roth der Länge nach getheilt und in den blauen Seitentheilen 
eine goldene Lilie). — Ungarischer und erbl.-österr. Freihermstand. 
Ungarisches Freihermdiplom vom 30. Oct. 1714 und erbl.-österr. 
Freihermdiplom vom 3. Juli 1725 für den k. k. Hofkammerrath 
Bartholomaeus v. Tinti. — Die Freiherren v. Tinti — de Tinctis — 
stammen aus Bergamo, wo schon mit Ducale vom 7. Aug. 1507 die 
zwei Brüder Franz und Joseph de Tinctis — Söhne des Ferdinand 
de T. — von der Republik Venedig Adel u. Wappen erhalten hatten. 
Die Nachkommenschaft derselben bestand noch in neuester Zeit allda 
und in Pordenone in mehreren Linien. 1600 erlangten die Tinti das 
adelige Patriciat von Venedig und die Aufnahme ins goldene Buch. 
— Carl de Tinti kam zuerst in die österr. Erblande. Derselbe war 
ein Sohn des 1707 in den Reichsritterstand versetzten Hofkammer- 
raths Bartholomaeus v. Tinti und der Ludovica de Rotla und erhielt 
mit dem Vater 1707 den erbl.-österr. Ritterstand. Sein Sohn aus 
der Ehe mit Grata Maria de Finazzi: Bartholomaeus IL, machte 
sich mit Enzersdorf an der Fischa und mit Plankenstein in Nieder- 
Oesterreich sesshaft, wurde, s. oben, 1714 und 1725 in den Frei- 
hermstand erhoben und 12. Jan. 1731 in das Consortium des nie- 
derösterr. Herrenstandes aufgenommen. Er bestimmte die Herr- 
schäften Schallaburg, Lichtenberg und Plankenstein zu einem im- 
merwährenden Fideicommiss seiner Familie und hinterliess dasselbe 
seinen Söhnen aus der Ehe mit Anna Catharina Mayer v. Mayersfels : 
Bartholomaeus III. und Anton. Bartholomaeus III., geb. 1736 und 
gest. 1792, Herr der Fideicommiss-IIerrschaften Schallaburg, Lich- 
tenberg und Blankenstein , vermählte sich 1762 mit Michaele Grf. 
Solar de Villanova und sein Sohn, Johann Nepomuk Franz IL, 
geb. 1775, k. k. Kämmerer und Hauptmann des Infanterie -Regi- 
ments V. Langenau, war vermählt in erster Ehe mit Maria The- 
resia V. Schrötler, gest. 1806 und in zweiter 1808 mit Maria Beatrix 
Grf. V. Ileussenstamm. Aiis der ersten Ehe entspross ein Sohn: 
Freih. Johann Nepomuck Peregrin, geb. 1802 u. verm. mit Albertine 
Frei in v. Schloissnigg, da er aber bei seinem, 19. Nov. 1834, erfolgten 
Tode nur zwei Tochter: Maria Anna und Albertine, hinterliess, ge- 
langte das Fideicommiss der Herrschaft Schallaburg an die jüngere 
Linie, oder die Nachkommenschaft des Freiherrn Anton, s. oben. 
Freih. Anton, geb. 1737 u. gest. 1800, Herr auf Rittersfeld in Nieder- 
Oesterreich, fürstl. Salzburg. Legationsräth in Wien, hatte sich 1771 
mit Elisabeth Freii'n v. Ruma zu Waldau, geb. 1746, vermählt. Aus 
dieser Ehe stammte Freih. Johann Nepomuck Franz L, geb. 1772 
und gest. 1824, k. k. Staatsrathsconcipist, verm. 1799 mit Henriette 
V. Mertens, geb. 1774 und gest. 1820. Von demselben entspross: 
Freih. ('url I., geb. 1801 und gest. 1852, Herr der genannten Fidei- 
commissberrschaften in Niederösterreich, k. k. Staats- u. (^onfei*enz- 
rathsconcipist, verm. 1828 mit Anna Ritter v. Keess, geb. 1800. 
Der älteste Sohn aus dieser Ehe ist das jetzige Haupt des ireiherr- 



- 233 — 

liehen Hauses: Freiherr Carl Wilhelm, geb. 1829, Herr der Fidei- 
commiss- Güter Schallaburg, Lichtenberg und Plankenstein, Herr 
und Landstand in Kieder- und Ober-Oesterreieh, Böhmen, Mähren, 
Steiermark , Tirol u. s. w. , Indigena von Ungarn , k. k. Kämmerer 
und Geh. Kammerherr Sr. Heiligkeit Papst Pius IX. u. s. w. , verm. 
1855 mit Mathilde Freiin v. Lederer - Trattnern , geb. 1838, aus 
welcher Ehe zwei Söhne stammen: Carl Gustav, geb. 1859 und 
Arthur, geb. 1862. Die beiden Brüder des Freiherm Carl Wil- 
helm Bind: Freih. Gustav, geb. 1833, k. k. Kämm, und Rittmeister, 
verm. 1861 mit Gabriele Freiin v. Schulzig, geb. 1841 und Freih. 
Victor, geb. 1839, in k. k. Militairdiensten. — Der Bruder des Freih. 
Carl L: Freih. Nicolaus, k. k. Kämm, und Finanzrath, verm. 1851 
mit Franzisca Freiin v. Simunich, geb. 1813, ist Besitzer des freih. 
Tintißchen Secundogenitur-Fideicommisses. 

SekmutK, IV. 8. 194. — MtgerU v Miihlfeld, S, 90 u. ErgMni,-Bd. S. 216. — Oeneal, Taschenb. 
d. freib. HMoser, 1S48, S. SfiO 6*2, \mi, S. 8Ü1 uiid 62 n. ff. Jahrgg. 

• Tipling. Altes, meklenburg. Adelsgeschlccht, welches früher 

zu Wittenhagen im Amte Stargard gesessen war. 

Gauhe, I. S. 2584 nach dem Index Nobil. Megapol. — Zedier, 44. S. 1869. 

^ Tippelskirchen, Tippeiskirch (in Silber eine Kirche mit Thunn 

und rothem Dache, bisweilen hat die Kirche auch zwei Thürme). 
.Altes, preussisches Bittergeschlecht, welches, Dippelskirch oder Tip- 
poelskirch geschrieben, wie urkundlich feststeht, mit den ersten Rit- 
tern des deutschen Ordens in Preussen auftritt. Unter den Heer- 
meistem: Seyfried v. Feuchtwangen u. Befort v. Trier kamen schon 
Ritter dieses Namens vor und der Heermeister Albrecht, nachmaliger 
erster Herzog von Preussen, ertheilte am Montage nach Remines- 
cere d. J. 1522 dem Ritter Iglofi' Tippeiskirch eine Handfeste über 
den Hof Sepoten (Seepothen) und das Dorf Jeseiken im Brandenbur- 
gischen, 80 wie über das Dorf Trimmau im Tapiauer Gebiete, doch 
ist die Hauptverschreibung über diese Lehne durch Brand im Laufe 
der Kriege verloren gegangen. — Andreas Botho v. T. , im Labiau- 
schen begütert, kommt 1635 vor. Schon vorher, 1614, war in Curland 
das Gut Feldhoff in der Hand der Familie, die dasselbe noch 1717 
besass. — Im 18. Jahrh. war die Familie zu Prasnicken, Görken, 
Wilgoiten u. s. w. begütert. — Ernst v. T., Hauptmann, war mit einer 
V.Palm vermählt u. hatte einen Sohn: Sigmund Ernst v.T., der 1750 
Herr auf Prasnicken war und eine Tochter, Anna Luise v. T. , die 
sich mit einem v. Höfen vermählte. — 1754 verkaufte des Georg 
Ernst V. T. , früher Majors im k, pr. Regimente v. Holstein, Wittwe: 
Juliane Helene v. Schaafstedt, das Gut Wilgoiten an den k. pr. Major 
Johann Albrecht v. Cordes. — 1775 war ein Hauptmann v. T. Herr 
des Gutes Gurken im Amte Schaacken. — Friedrich Bogislaw v. T., 
Herr auf Wilkenitt, k. pr. Inspections-Adjutant des Generals Gr. v. 
Schwerin, war zweimal vermählt: zuerst mit Dorothea A mal ie Grf. 
V. Finckenstein-Schönhurg, gest. 1793 zu Thorn und später mit An- 
tonie Grf V. Kanitz. — Ein v. T. stand als Capitain im Regimente 
V. Alvenslebcn, er schied 1828 als Oberstlieutenant aus dem activen 



— 234 — 

Dienste und lebte später als Oberst a. D. in Berlin. Derselbe war 
mit einer v. Koller vermählt, welche 1808 starb. Aus seiner Ehe 
stammten fünf Söhne, von welcher Einer 1857 als Premier-Lieutenant 
im 6. Infant.-Regim. stand und mit einer v. Dresky a. d. H. Kreisau 
vermählt war. — Ernst Ludwig v. T., 1805 Premier-Lieutenant im 
Kegimente v. Courbiere und Adjutant im Generalstabe, stieg von 
Stute zu Stufe und starb 1840 als Generallieutenant, Commandant 
von Berlin und Chef der Gensdarmerie. Derselbe hatte sich 1804 
mit Henriette Mehlhom vermählt, aus w- elcher Ehe ein Sohn und 
mehrere Töchter stammten. — Carl v. T., 1806 Stabscapitain im Ke- 
gimente v. Kalckreuth, schied 1820 als Major und Commandeur des 
Marien Werder Landw^ehrbataillons aus dem activen Dienste und starb 
1827 und in neuester Zeit wurde Friedrich v. T. , früher k. preuss. 
Gesandtschafls-Prediger in Rom, verm. 1829 mit seiner Cousine, 
Bertha Grf. v. Kapitz, geb. 1806, Prediger an der Charite-Kirche zu 
Berlin. — Das Gut Wilkenitt unweit Heiligenbeil stand der Familie 
noch 1820 zu. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 269 und 270. — Freih. v. Ledebur, JU. S. 20. — Sieimacher, Y. 176. 

Tetlbach v. Tigersborg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1777 für Thaddaeus Titlbach, k. k. Ünterlieutenant bei der Teme^«- 
warer Garnisons-Artillerie, mit: v. Tigersburg. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 473. 

Titz V. Csepar. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1791 
für Martin Titz, L k. Hauptmann, mit: v. Csepar. 

UtgtrU V. Mühlftld, Er^.Bd. 8. 473. 

Titz V. Titzenhoffer , Tietz t. Tietzenhoffer , Ritter (Schild mit 
blauem Schildeshaupte und in demselben neben einander drei goldene 
Sterne u. Schild von Gold und Roth schrägrechts getheilt, mit einem 
Löwen von gewechselter Farbe). Böhmischer Ritterstand. Diplom 
vom 22, März 1715 für die Gebrüder Friedrich Leopold, Heinrich 
Gottlieb und Ernst Wilhelm Titz aus Schlesien, mit: v. Titzenboffer. 
Der Familie gehörte damals das Rittergut Paucke im Oelsischen. — 
Der Stamm blühte fort und zwei Nachkommen standen 1806 in der 
k. preuss. Armee. Der Eine war Stabscapitain im Regim. v. Tschepe, 
befand sich auf Werbung und lebte dann verabschiedet zu Homburg 
V. d. H. , der andere aber war Stabscapitain im Regimente v. Treaen- 
fels u. starb 1813 als wirklicher Capitain u. Platzmajor in Graudenz. 

Sinapius, I. S. 979. — Megerle v. Mühlfelä, Erg.- Bd. S. 216. — N. Pr. A.-L. IV. 8. »70. — 
Freih, v. Ledebur, HI. S. 20. — v. Meding, I. 8. 614. 

Titzen, Titins y. Titzen. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 
7. Febr. 1701 für David Titius, Doctor der Rechte, mit: v. Titzen. 

Megerle v. Mtihlfeld, Krg.-Bd. S. 472. — v. HdOfOCh, 11. S. 698. 

Tinssi v. Borgnanenbnrg, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Di- 
plom von 1786 für Joseph Anton Tiussi, Arzt, mit: v. Borgnanenburg. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 216. 

Tkaleseyich, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom 



— 235 - 

von 1763 für Johann v. Tkalesevich, k. k. Hauptmann des slavoni- 
schen Brooder Infanterie-RegimentB. 

MegerU v. MühTfeld, Erg. -Bd. S. 108. 

i TInck und Toschonowitz (in Blau ein holzfarbener Kübel , aus 
welchem facherfÖnnig neun silberne, grüngestengelte u. beblätterte 
Lilien emporsprossen. Die mittlere steht gerade in die Höhe, wäh-. 
rend vier sich nach rechts und vier nach links wenden: polnischer 
Stamm £awa). Altes, schlesisches Adelsgeechlecht, welches der 
Familien-Sage nach von einem sarmatischen Ritter abstammen soll, 
welcher in den Diensten der ersten Könige von Frankreich stand. 
Dasselbe führt den Beinamen von dem im Teschenschen gelegenen 
Gute Toschonowitz, welches schon zeitig der Familie gehörte, die 
auch Ober- und Nieder -Domaslowitz im Teschenschen besass und 
später mehrere andere Güter in Schlesien erwarb. — Sigismund Tluck 
wird von Sinapius als ein bei dem Herzoge Wenceslaus zu Teschen 
in grossem Ansehen stehender Bitter genannt und Michael Tlnck 
wurde 20. April 1673 in den polnischen Adel aufgenommen und, 
wie die Familie wohl schon früher, dem Stamme Rawa einverleibt 
Das Geschlecht blieb in Schlesien auch im 19. Jahrh. ansehnlich be- 
gütert und sass noch im Kr. Bybnick 1802 zu Dubensko, 1804 zu 
Teschenau unw^eit Cosel, 1807 zu Lissek und 1831 zu Mathiasthal 
und Paulsdorf bei Rybnik. — Von den älteren Sprossen des Stammes 
war besonders Johann Gottlieb v. Tluck und Toschonowitz auf Ro- 
goisna um 1723 als k. Landrechts Beisitzer der Fürstenthümer Op- 
peln und Ratibor bekannt und von den späteren haben mehrere in 
der k. preuss. Armee gestanden. Ein v. Tl. , k. preuss. Hauptmann 
a. D. , lebte um 1837 zu Tarnopol in Galizien. 

Binafiu», 1. S 979 und II S. 1063. — Oauhe, I. S. 2fi84 und II. S. 1178 and 74. — V. Pr. 
A.-L. IV. S. 270 und 71. — Freih. v. Ledebur, III. 8. 20. — Sielmacher, I. 76: v. Tliick. Schto- 
•f»cb. — V. Meding, I. S. 614. — Ik>rst, Allgem. W. B. I. S. 30 und Tab. 22. — Ktuichke, I. S. 
431 nad 422. 

Tobel, Tobell, Dobel, Döbel. Altes, in der Neumark im Soldiner 
Kreise und in Westpreu^sen im Kr. Marienwerder angesessen ge- 
wesenes Adelsgesch locht. In Westpreussen sass Veit v. Tobel 1587 
zu Wessel und in der Neumark war 1594 Berlinchen, 1619 Claus- 
dorf, Hirschfeld , Feldmark und Niepolzig in der Hand der Familie. 
Die letzteren Besitzungen standen derselben noch 1639 zu. Adam 
V. T. starb 1639 und mit dessen Sohne, Gustav Küdiger v. T. , starb 
in der Mitte des 17. Jahrh. das Geschlecht aus. 

Frta, V. Udebur, III. S. 20. 

Tobenz, Edle und Ritter. Erbl.-östcrr. Ritterstand. Diplom Yon 
1785 tur Joseph Tobenz, Doctor der Rechte, Referenten und Canzlei- 
Director des N iederösterr. Mercantil- u. Wechselgerichts, mit Edler v. 

MegerU v. Milhlfeld, Elf .-Bd. S. 149. 

Tobisch, Ritter. Erbl.-östcrr. Ritterstand. Diplom von 1814 
für Joseph Tobisch, Niederösterr. Landrath. 

Megtrle v. Mühlfeld, S. 149. 

Tochtermann v, Treumnth. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 



— 236 — 

von 1748 für AloyB Jacob Tochtermann , Bürger imd Director bei 
dem Sechsmänner- Amte in Prag^ mit: v. Troumuth. 

Megerle v. Mühl/eld, Erg.-Bd. S. 472. 

Toddenbergen. Altes, gegen achthundert Jahre in der Altmark 
ansässig gewesenes, dann aber ausgegangenes Adelsgeschlecht. 

Engels altmärkische Chronik, S. 61. — ZedUr, 44. S. 669. 

Todenwartli, Wolf t. und zur Todenwarth, anch Freiherren 

(Schild geviert: 1 u. 4 in Gold ein aufspringender, natürlicher grauer 
Wolf mit erhobenem Schweife: Stammwappen und 2 und 3 in Blau 
zwei silberne Pfahle: nach dem Freiherrndiplome von 1637). Reichs- 
freiherrnstand. Diplom vom 27. Juni 1637 für Anton Wolf zur To- 
denwarth, jur. utriusque Doctor, hess. Geh. Rath und Kanzler, Statt- 
balter in Schmalkalden. — Eins der ältesten edlen Geschlechter der 
Grafschaft Henneberg, welches von den „Wolf v. Landwehr" ab- 
stammt und noch jetzt, seit Conrad Wolf 1401 vom fürstlichen Hause 
Hennebcrg mit dem Schlosse und Gute Todenwarth belehnt wurde 
(der erste Lehenbrief ist von 1427), den Namen „Wolf zur Toden- 
warth" fuhrt. Von dem Sohne dieses Conrads : Hans Wolf zur To- 
denwarth, genannt Beyn, welcher Burgsass zu Gochsheim war, 
stammen auch die Wolf v. Carspach ab. — Die Familie erhielt vom, 
K. Ferdinand II. 10. März 1623 und 26. Sept. 1630 Wappenbriefe. 
In letzterem wurde dem Dr. Johann Ulrich Wolf zur Todenwarth, 
kurpfalz. -bayreuthischem Regimen tsrath zu Heidelberg, welcher 23. 
Febr. 1623 Pfalz- und Hochgraf, Comes palatinus, geworden war, 
der alte Adel erneuert und ihm für seine Person die Würde eines 
eques auratus, mit dem Rechte „vergoldete Gürtel, Sporren, Rap- 
piere und Dolche" zu tragen, ertheilt, auch sein Wappen, wie folgt, 
verbessert: Schild der Länge nach getheilt: rechts das Stamm wappen 
und links in Roth auf einem Dreihügel ein dreizinniger , silberner 
Wartthurm mit drei oflenen, schwarzen Fenstern neben einander 
und in dem offenen, schwarzen Thore des Thurmes ein vorwärtsge- 
kehrter, silberner Todtenschädel über zwei sich kreuzenden Knochen. 
Die Linie des Johann Ulrich W. v. T. erlosch im 17. Jahrhunderte. 
— Zu Anfang des 15. Jahrh. und später w^ar die Familie Wolf zur 
Todenwarth nach dem fürstlich württembergischen Saalbuche von 
1446 auch in Württemberg mit ansehnlichen Gütern, Schlössern, 
Dörfern , Fischereien und hohen und niedern Jagden belehnt 1515 
wurde Anton W. zur T. , fürstl. hessischer Oberst, Amtmann und 
Commandant der Festung Rüsselsheim, nebst seinem Bruder Hans 
mit dem Gute Todenwarth belehnt. Anton*s Sohn, EberhardtW. zur 
T. , geb. 1515 und gest. 1585, fürstl. henneberg. , nachher kürsächs. 
Rath und Amtmann zu Schleusingen, war 1555 bei der Huldigung 
der hennebcrg. Unterthanen an das Haus Sachsen zugegen und er- 
hielt durch seine Gemahlin Anastasia verschiedene Klostergüter, 
welche deren Vater, der henneberg. Kanzler Johann WÖlflin, genannt 
Jaeger, erworben hatte. Bis zu dem eben genannten Anton fehlen 
aber in aufsteigender Linie genauere Familien-Nachrichten, da eine 



— 237 — 

Feuerbrunst in Eisleben, wo einer seiner Enkel, Stephan W. zur T., 
der Stadt Nürnberg Bergwerks- Verwalter im Mansfeldischen, welcher 
sehr reich war, wohnte und das Familien -Archiv in Verwahrung 
hatte, dasselbe vernichtete. Antons Urenkel, Marsilius, Oberst von 
zwei Regimentern, Johann Jacob, Rath und Syndicus der Stadt Re- 
gensburg, auch fürstl. hessisch. Rath und 1648 Gresandter bei dem 
Friedensschlüsse zu Münster und Anton Wolf, jur. utr. Dr. , Syndicus 
und Rath der Stadt Strassburg, .fürstl. sächs. Rath , hessen - darmst 
Geh. Rath u. Canzler, auch Statthalter von Schmalkalden, erhieltmi 
durch Diplom von 1623 , s. oben, unter Bestätigung des alten Adels, 
den Reichsadelsstand. Ausserdem erlangte durch das oben erwähnte 
Diplom von 1637 Dr. Anton W. zur T., wegen seiner dem h. r. R. 
geleisteter, wichtigen Dienste, besonders bei den Friedenstractaten 
zu Pirna und Prag, für sich und seine Nachkommen den Freiherra- 
stand, auch wurde ein anderer Urenkel Antons, der oben genannte 
Dr. Johann Ulrich W. zur T. 1630 in seinem alten Adel bestätigt 
und wegen seiner vortrefflichen Geschicklichkeit, mittelst welcher 
er für die Wohlfahrt der deutschen Nation gekämpft, mit grossen und 
besonderen Privilegien bedacht. Wie Johann Ulrich W. zur T. ohne 
männliche Nachkommenschaft starb, so starb auch Johann Georg W. 
zur T. , Fürstl. Badenscher Geh. Rath, Kammermeister und Comitial- 
Gresandter 10. Juli 1665, ohne männliche Nackkommen zu hinter^ 
lassen, zu Baden. — Die in den herz, sachs. meiningischen Landen 
blühende reichsfireih. Linie des Geschlechts, welcher auch das Stamm- 
gut Todenwarth noch zusteht, verehrt in dem oben erwähnten hess.- 
darmstädtischen Geh. Rath und Canzler Dr. juris Anton Freih. Wolf 
V. und zur Todenwarth, geb. 1592 und gest. 1641, verm. in erster 
Ehe mit Catharina v. Beck aus Aachen, gest. 1635 und in zweiter 
mit Sophia v. BaumbacH, ihren Begründer u. die absteigende Stamm- 
reihe der jetzigen Familienglieder ist folgende: Freih. Eberhardt, 
geb. 1614 und gest. 1663, hessen - darmstädt Geh. Rath und St'ifta- 
hofrath zu Regensburg : Dorothea Schenk v. Schweinsberg; — Freih. 
Johann Jacob: erste Gemahlin: Elisabeth Schenck v. Schweinsberg 
und zweite Gemahlin : Maria Elisabetha Dorothea Vollmar von Berns- 
hofen; — Freih. Adam Volprecht, geb. 1682: Johanne Eleonore v. 
Neidschütz; — Freih. Friedrich Conrad, geb. 1725 und gest. 1809, 
kurhessischer Generallieutenant: Martha Rosina Uckermann, gest. 
1794; — Freih. Johann Friedrich Wilhelm, geb. 1774 und gest. 1849, 
kurhess. Lieutenant: Victorine v. Voltejus; — Freih. Carl, geb. 1805, 
Senior der Familie, herz, meining. Oberamtmann, verm. 1828 mit 
Julie Riemenschneider aus Göttingen, geb. 1811, aus welcher Ehe, 
neben acht Töchtern, fünf Söhne entsprossten , die Freiherren: Ri- 
chard, geb. 1837, Carl, gfeb. 1842, k. preuss. Lieutenant im l.thüring. 
Infanterie-Regim. , Ernst, geb. 1847, August, geb. 1848 und Otto, 
geb. 1849. — Der Bruder des Freiherrn Carl: Freih. Louis Friedrich, 
geb. 1819, Besitzer von Wernshausen, vermählte sich mit Therese 
Trautsch aus Arnstadt, geb. 18 18, aus welcher Ehe ebenfalls mehrere 
Töchter und Söhne stammen. 



— 238 — 

Wdkrendorf$ Liefnitz. MerkwUrdigk. I. S. 249. — v, ffUiGhenttein , G^ohlechts - Repitter der 
W. y. T. — Oauht, I. S. 2585 and 86. — Zedier, 44. S. 82». — Allgem. Anzeiger der Deutschen, 
1817 Nr. 33. S. 841—47: von den eigenen Vorrechten der Familie W. v. T. — Freih. v. Ledebur, 
ITT. S. 132. — Qeneal. Tuchenb. der frelh. Häaser, 1859, S. 828— 35: mit Stammtafel. 1868, S. Vit 
u. 73 u. ff. Jahrgg. — Siebtnacker, V. 213. — W. B. d. Sachs. Staaten, IX. 43: Freih. W.v.T. und 
X. 18: Frelh. y. T. 

Todeschi v. Eschfeld, Freiherpen (Schild geviert: 1 nnd 4 in 
Gold ein schwarzer, gekrönter Adler und 2 und 3 von Silber und 
Roth quergetheilt , mit einem auf grünem Boden emporstehenden 
Eschenbaume). Erbl.-österr. Freihermstand. Diplom vom 26. März 
1768 für die drei Brüder und Handelsleute zu Boveredo in Wälsch- 
tirol: Franz Friedrich, Niclas und Johann Baptist Todeschi v. Esch- 
feld. Die Empfanger des Freihermdiploms waren Söhne des Ignaz 
Todeschi und der Apollonia Merigi und hatten 20. März 1750 den 
erbl.-österr. Adelsstand mit dem Prädicate: v. Esehfeld erhalten. 
Freih. Franz Friedrich, geb. 1712, war mit Brigitta Dali' armi ver- 
mählt, hinterliess aber bei seinem 1769 erfolgten Ableben keine Lei- 
beserben und ebenso sein Bruder Freih. Johann Baptist, welcher 
1799 unvermählt starb, Freih. Niclas aber, geb. 1718, verm. 1759 
mit Ursula de Cosmi und gest. 1783, setzte den Stamm, neben vier 
vermählt gewesenen Töchtern, durch zwei Söhne, die Freih. Johann 
und Franz fort. Freih. Johann, geb. 1761 und gest. 1821, hatte sich 
1795 mit Maria Grf Bortolazzi vermählt u. hatte keine Nachkommen, 
Franz aber, geb. 1765, vermählte sich 1801 mit Nothburge Freiin 
Fizzini v. Thierberg, geb. 1783, aus welcher Ehe vier Söhne stammen, 
die Freiherren: Niclas, geb. 1801, Julius, geb. 1803, Pius, geb. 1806 
und Johann, geb 1809. Von diesen vermählte sich Freih. Pius 1833 
mit Charlotte de Rigotti, aus welcher Ehe ein Sohn, Guido, geb. 
1838, lebt. 

Megerle v. MUhl/eld, S. 90 und Erg. -Bd. S. 472. — Geaeal. Taschenb. d. freih. Hkuser, 1853. 
S» 479 und 80, 1864, S. 868 u. It. Jahrgg. 

Todt (in Blau am Fussrande oder Boden des Schildes Wasser, 
oder ein Teich, auf welchem ein weisser Schwan sitzt: Stamm La- 
bendz). Altes, pommernsches Adelsgeschlecht, welches auch Thodt, 
Thod, Toden und Doten geschrieben wurde und welches Micrael als 
ein Geschlecht der Freien aufführt. Dasselbe sass 1575 und noch 
1601 zu Schimmerwitz und von 1639 bis 1671 im Lauenburgischen. 

Mierael, S. 534. — Zedier, 44. S. 828. — Freih. v. T^debur , III. S. 20. — Siebmacher, V. 
171. — V. Meding, IH. S. 671 und 72. — Pommer. W. B. V. 69. 

^ Töbing, Tobing (in Silber ein aus grünem Boden hervorwach- 
sender Maulbeerbaum mit Blättern und rothen Früchten). — Altes, 
seit 1445 bekanntes, lüneburgisches, adeliges Patricier- Geschlecht, 
welches zeitig zu den vornehmsten Aemtcrn im Stadt-Regimente ge- 
zogen wurde und früher zu Töpingen im Amte Ebstorf sass. 1503 
kommt Balthasar v. T. , Stadt-Lüneburgischer Hauptmann auf Mois- 
burg vor; Gertrudis v. T. war von 1567 bis 1588 Aebtissin des Klo- 
sters Medingen und dieselbe Würde bekleidete von 1588 bis 1630 
Elisabeth v. T. — Ein Zweig des Geschlechts, welcher 1685 aus- 
ging, war nach 1552 von dem Kloster St. Michaelis mit dem Frei- 
hofe zu Rcpenstedt belehnt und ebenso erhielt der Bürgermeister 



— 239 — 

Georg V. T. von dem Stifte Verden 1560 die Belehnung von zwei 
halben Dorfs - Zehnten und zwei Höfen zu Deutsch - Evern im Amte 
Lüne. Mit dem Sohne des eben genannten Bürgermeisters Georg v. T. : 
dem Senator Georg Hartwig v. T. , ist 1733 seine Linie erloschen. 
— Ausser dem hier erwähnten Geschlechte blühte ein anderes lüne- 
burgisches Geschlecht, welches, nach Allem eines Ursprunges mit 
der eben erwähnten Familie war, sich v. Tobing mit dem Winde 
schrieb und in Gold einen auf grünem Boden stehenden, grünbe- 
laubten Maulbeerbaum mit rothen Früchten führte, hinter welchem 
ein silbernes Windspiel sprang. Das Geschlecht ist längst ausge- 
storben und wahrscheinlich ist Caspar, welchen Büttner als Haupt- 
mann der Stadt Lüneburg autführt und welcher 16. Mai 1583, starb, 
der Letzte des Stammes gewesen. % 

Büttner f Genealoge der Lüneburg, »deligen Patricier-Getcl^lechter, Amm — Oggg. — Pfe/fingetf 
Hiitor. d« H. Braunschweif , I. S. 96 and 236 and II. S. 58. — Gmike, U. S. 1846. — Ze^uer^ 
44. S. 830 und 81. — Manecke, Bevchreih. d. Fürstenth. Lüneburg, I. S. 826 (10) und U. S.480. — 
Frtih. V. d, Knewbtck, S. 857. - v. Meding, I. S. 614 and 15 und UL S. 671. 

Töpfer (Schild oben der Länge nach und unten quergetheilt, 
dreifeldrig: 1, oben rechts, in Schwarz ein goldenes Nesselblatt; 2, 
oben links, Silber, ohne Bild und 3, untere Hälfte, Blau, ohne Bild. 
Wie angegeben , ist das Wappen in Siebmachers W. B. abgebildet u. 
80 zeigt es auch ein altes Siegel. Dagegen sagt die „Declaration*': 
ein getheilter Schild, der vordere Theil oben weiss, der andere 
schwarz und darin ein gelbes Blatt und der untere Theil blau). — 
Altes, von Siebmacher zu dem meissenschen Ad,el gerechnetes, von 
Knauth unter dem meissenschen Adel aber nicht aufgeführtes Ge- 
schlecht, welches wie Val. König angiebt, im Yoigtlande blühte. 
Dasselbe ist vielfach mit der gleichnamigen, thüringischen Familie, 
8. den nachstehenden Artikel, verwechselt wprden. 

BitbrnachtT, L S. 160: Die Töpfer, Meisnisch. — v. Meding, Ul. S. 672. 

^ Toepfem, Toepfer, Tophern (in Blau drei quer über einander 

gelegte und mit den Köpfen rechts gekehrte, das Maul weit aufsper- 
rende Fische, nach Valent. König: Forellen). — Altes, von den thü- 
ringischen Rittern v. Trefurth (Treflfurth) abstammendes Adelsge- 
schlecht, welches auch das Wappen der ehemaligen Herren v. Dref- 
furth , wie Spangenberg dasselbe angiebt , beibehielt. Conrad v. T., 
der um 1270 lebte, wurde de OUa, oder Töpfer genannt. Seine 
Nachkommen Hessen sich in dem, auf dem Eichsfelde gelegenen 
Dorfe Töpfern nieder und erbauten später auch die zwei zwischen 
Trefurth und Wanfried an der Werra gelegenen Höfe Töpfern, mit 
welchen Marold , Sander und Hermann v. Tophern 1440 zu Fulda 
beliehen wurden. Die Familie sass bereits 1442 zu Herbsleben im 
Gothaischen und zu Gross - Vargula unweit Langensalza und brachte 
später in Thüringen mehrere andere Güter, und unter diesen Behrin- 
gen, Dorla und Trefurth, an sich und wurde auch in Ostpreussen 
zu Augken und Plauen unweit Wehlau und Schönbaum bei Fried- 
land gesessen. Der Stamm blühte fort und noch 1713 gehörte dem- 
selben das Gut Sundhausen bei Langensalza. 



— 240 . - 

Spangenberg, II. 2. Buch, 36. Cap. — Sagittarius, S. 444 und 45. — Vol. Kmig , II. S. 1167 
— 76. _ Schannat, S. 168. — Zedier, 44. S. 909 — 14. — Kstor, A. P.: in dem Verzeich, d. obcr- 
iXchs. Adels. — Freih. v. Ifedebur, III. S. 31 : das angegebene Wappen gehört wohl der obenge- 
nannten Familie v. Toepfer. — v. Meding, ITI. S. 672 und 73. 

Toepffer, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom von 1781 
für Carl ToepfFer, Sanitäts-Rath und Protomedicus in Schlesien. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-6d. S. 216. 

\ Toerring, Toerring-Seefeld, Torring, auch Freiherren u. Grafen 

(Schild geviert, mit rothem Mittelschilde und in demselben eine 
Schrägrechts gelegte, offene, silberne Beisszange, oder beim Schmie- 
den des Eisens erforderliche Schmiedszange: Wappen der Mödling). 
1 und 4, in Silber drei, 2 und 1, goldbesamte, rothe Rosen: Stamm- 
wappen der Torringer und 2 und 3 in Gold drei schwarze, schräg- 
links neben einander gestellte Spindeln : Wappen von Seefeld. Wap- 
pen der früheren Grafen v. Torring -Gronsfeld: zu dem ge vierten 
Schilde mit Mittelschilde der Grafen v. Torring- Seefeld kommt noch 
ein goldenes Schildeshaupt mit drei, 2 und 1, rothen Kugeln: Grons- 
feld und Wappen der seit 18U3 vorgekommenen, im Mannsstanime 
erloschenen Grafen v. Torring-GutenzcU : wie das Wappen der Grafen 
Y. Torring-Seeleld , doch ebenfalls mit einem und zwar der Länge 
nach getheilten Schildeshaupte: rechts in Roth ein mit dem Barte 
gegen die rechte Oberecke unterwärts gekehrter, schrägrechts ge- 
stellter, silberner Schlüssel und links ein das Feld durchziehender 
schräglinker Balken, welcher von Roth und Silber in die Länge und 
dreimal quer mit gewechselten Tincturen getheilt ist: Abtei Guten- 
zell). Reichsfrei herrn- und Grafenstand. Freihermdiplom nach der 
Mitte des 16. Jahrhunderts vom K. Ferdinand I. für Georg v. T. und 
für die ganze Familie und Grafendiplom vom K. Ferdinand II. vom 
31. Oct. 1630 für Georg Sigismund Freih. v. T., Eckfelder Linie (Bru- 
ders Sohn des Freih. Georg). — Eins der ältesten und berühmtesten 
Adelsgeschlechter Alt-Bayerns, welches Einige bis auf Albicus Tor- 
ringer, welcher um 760 in Diensten des Herzogs Tassilo II. von 
Bayern stand, zurückführen wollen. Sichere Nachrichten kommen 
erst vom 14. Jahrh. an vor, in welchem das Geschlecht in den alten 
chiemgauischen Grafensitzen Torring und Tengling am Tachen- 
oder Waginger See , welche sonst zum Erzstifte Salzburg gehörten, 
erscheint. Die Familie, dynastischer Abkunft, erwarb in Bayern im 
12. und 13. Jahrhundert die Burg Stein, den Grafensitz Hedling, die 
Schlösser Jettenbach, Tirrling und Pertenstein und später, 1472, die 
Herrschaft Seefeld. Von drei schon in alter Zeit bekannten Linien 
starb die ältere, von Cuno gestiftete Linie zu Törring, Tierling'und 
Pertenstein 1459 aus und die jüngere Linie zu Jettenbach, Medling 
und Seöfeld, welche Alram stiftete, im Jahre 1555, worauf sämmt- 
liche Güter auf das Haupt der mittleren, von Ulrich absteigenden 
Linie zu Stein, auf Caspar, den Torringer fielen. 1557 wurden diese 
Güter auf die drei Söhne desselben vererbt, welche abermals drei 
Linien bildeten. Georg, der ältere Sohn, gest. um 1560, stiftete die 
Linie zu Seeberg, Adam, der zweite Sohn, die zu Stein und Perten- 
stein und Hans Veit, der dritte Sohn, gest. 1582, die Linie zu Jetten- 



— 241 — 

bacb, Tierliug und Medling. TorriDg und Tengling wurden nicht 
vertheilt; beide Güter blieben fortwährend der Familie gemein- 
Bchaftlich. Die zweite, die Nachkommenschaft Adams umfassende . 
Linie ging im Mannsstamme 1744 aus und die Fideicommissgüter 
derselben, Pörnbach und Pertenstein, gelangten nach den Hausver- 
trägen an die dritte Linie und so blühten denn zwei Linien , die zu 
Seefeld und zu Jettenbach, letztere in dem Hauptaste Gutenzeil. 
Später, 30. April 18G0, erlosch die Linie Törring-Gutenzell mit dem 
Grafen Maximilian, geb. 1780, k. bayer. Kammerherm, erblichen 
Beichsrath der Krone Bayern, Standesherrn im Kgr. Württeniberg 
und Wittwer von (Caroline Grf. v. Törring zu Seefcld, geb. 1824, 
venu. 1844 und gest. 1847. Derselbe hatte nur zwei Schwestern: 
Grf. Elisabeth, geb. 1781 und verm. 1804 mit dem 1863 verstorbenen 
erbl. Reichsrathe und Oberst-Hofmeister Cajetan Grafen v. und zu 
Sandizell und Grf Uyacinthe, geb. 1785, Ehrenstiftsdame zu St. Anna 
in München. — Seit der Mitte des 14. Jahrb. stand der Familie das 
Ober-Jägermeister- und Panner-Amt im Herzogthume Bayern zu, für 
dessen Erhaltung das Geschlecht nicht nur eine blutige Fehde gegen 
Herzog Heinrich v. Bayern-Landshut", bei welcher das Stammschloss 
Torring zur Kuine wurde, sondern auch einen Process vor dem 
VehmgeHchte, doch ohne Erfolg tührte. 1014 belehnte Herzog Maxi- 
milian V. Bayern die Familie von Neuem mit dem Erb -Oberstjäger- 
amte des Herzogthums Bayern, auch erhielt dieselbe 1618 das Erb- 
Kämmerer-Amt des Erzstiftes Salzburg und 1665 das Erb-Marschall- 
Amt des Hochstiils Regensburg, welchem das Geschlecht mehrere 
Bisehöfe gegeben hat. — In die Seefelder Linie kam der Keichsfrei- 
herm- und Grafenstand, wie oben angegeben wurde, in der jetten- 
bachschen Linie aber kommt Johann Vi tus, gest. 1582, zuerst als Frei- 
herr vor und der Enkel dessen, Freiherr Georg Sigismund, erhielt 
vom K. Ferdinand III. 1637 die reichsgräfliche Würde. — 1818 er- 
langten beide Senioren der Linie zu Seefeld u. der damals im Manns- 
stamme noch blühenden Linie zu Jettenbach und Gutenzell die erb- 
liche Reichsraths- Würde des Königreichs Bayern. — Die Linie zu 
Seefeld besass sonst einen Xebenast: Torring zu Au, welcher l762 
mit dem Grafen Anton Johann im Mannsstamme ausstarb, die Linie 
zu Jettenbach aber schied sich durch zw^ei Söhne des Grafen Maxi- 
milian in zwei Aeste: Franz Joseph stiftete den Hauptast Torring- 
Gutenzell und Leonhard Simpert, geb. 1660 und gest. 1730, den 
Nebenast Torring- Jetten bach, welcher mit dem 1779 geborenen 
Grafen Clemens in diesem Jahrhunderte erloschen ist. — Der die 
Nachkommen des Grafen Franz Joseph umfassende Hauptast: Torring- 
Gutenzeil hiess früher: Torring- Gronsfeld. Die Grafschaft Grons- 
feld bei Mastricht brachte 17 lü Grf. Maria Anna, Schwester des 
Grafen Ignaz Felix Joseph, Torring- Gutenzel 1er Linie, als Erbin 
ihres ersten Gemahls, Johann Franz, letzten Reichsgrafen v. Grons- 
feld, Broncliorst, Battenburg u. s. w. , an ihren zweiten Gemahl, 
Claudius Nicolaus Grafen v. Arberg- Yalengie, durch dessen Tochter, 
Grf. Josephe, dieselbe 1745 an ihren Gemahl, Max Emanuel Grafen 

^nttekke, Deutsch. Adels-Lex. IX. 16 



— 242 — 

V. Torring gelangte. Durch diese Grafschaft bekam diese Special - 
linie des Hauses Torring Antheil an der Curiatstimme des westpliä- 
lischen Grafencollegiums. Durch den Frieden zu Lüneviile fiel 
Gronsfeld an Frankreich, worauf der Reichsdeputions-Hauptschluss 
von 1803 als Entschädigung die vormalige reichsständige, weibliche 
cistercienser Reichsabtei Gutenzell gewährte, welche durch die rhei- 
nische Bundesacte von 1806 als standesherrliche Grafschaft unter 
Staatshoheit der Krone Württemberg kam. — !Nach Erlöschen der 
Linie zu 8tain fielen 1744, den Hausverträgen gemäss, die Güter 
Portenstein und Pörnbach an Torring -Gronsfeld. — Graf Joseph 
August, Guttenzeller Linie, errichtete 1821 ein neues Familien- 
Fideicommiss für seine männlichen Nachkommen nach dem Rechte 
der Erstgeburt u. der Linear-Erbfolge. — Durch königl. bayerischem* 
Signat vom 12. Juni 1830 wurde dem Haupte dieser Linie, da die 
vormalige Reichsstandschaft der im Kgr. Württemberg gelegenen 
Herrschaft Gutenzell feststand, das Prädicat „Erlaucht" zugestanden. 
— Eine Ahnentafel der Grafen v. Torring -Gutenzell findet sich in 
dem Werke: Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart, die Stammreihe 
aber der noch blühenden Linie zu Seefeld stieg, wie folgt, herab: 
Graf Maximilian Cajetan, geb. 1670 und gest. 1752, k. k. und kur- 
bayer. Oberst-Hbfmeister und General-Feld marsch all: Adelheid Feli- 
citas Marchese de Canossa, geb. 1674, verm. 1692 und gest. 1737; 
-^^ Clemens Gaudenz, geb. 1699, ^est 1766, k k. und kurbayer. w. 
G«h. Rafch und Ober-Hofmarschall: Lucretie Marie Therese Marchese 
V. Augelelli-Malvezzi, geb. 1704, verm. 1721 und gest. 1755; — 
Anton Clemens, geb. 1725 und gesfl812, k. bayer. Kämmerer, w. 
Geh. Rath und Oberst -Ho^fmeister: Maria Emanuele Grf Sedlnizky 
V. Choltitz, geb. 1740, verm. 1755 u. gest. 1790; — Clemens Maria 
Anton, geb. 1758 und gest 1837, Erb-Land- Jägermeister in Bayern, 
erblicher Reichsrath des Kgr. Bayern, k. bayer. Kämmerer, w. Geh. 
Rath und Oberst - Hofmeister Sr. Maj. des Königs: Josephe Grf. v. 
Minucci, geb. 1764, verm. 1780 und gest. 1836; — Joseph Conrad 
Anton, geb. 1790 und gest. 1847, erbl. Reichsrath des Kgr. Bayern 
und k. bayer. Generalmajor: Maximiliane Freiin v. Lochner zu Hüt- 
tenbach, geb. 1797, verm. 1819 u. gest. 1834; — Maximilian Conrad 
R. Graf zu Törring u. Tengling, Freih. v. Seefeld, geb. 1828, Haupt 
des gräflichen Hauses, erbl. Reichsrath der Krone Bayern u. s. w., 
verm. 1851 mit Mathilde Freiin v. Gumppenberg-Prennberg. — Von 
dem Bruder des Grafen Joseph: Anton Grafen v. Törring -Minucci, 
geb. 1798 und gest. 1846, k. bayerischem Kämmerer, verm. 1824 
mit Franzisca Grf Minucci, geb. 1804 und gest. 1850, stammen, 
neben einer vermählten Tochter, vier Söhne, die Grafen Clemens, 
geb. 1826, k. bayer. Hauptmann, verm. 1860 mit Franzisca Grf. v. 
Paumgarten, geb. 1834, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, ein 
Sohn, Hans Veit, geb. 1862, entsprosste, Maximilian, geb. 1829, 
Constantin, geb. 1830 und Joseph, geb. 1836, k. bayer. Lie-utcinant. 

WiffMl Hund, U. S. 317—26. — Hucelini Stemmat. P. II. — Hühner, III. Tab. 8ttl — J»7. — 
WKuhe, I. S. 2546--19: Thöring, Tttring, Tttrring. — ZedUr, 44. S. 967—73. — Eiminger v. Ein- 
tmg, bjiyer. Löwe, 11. 8. 666 vad T*b. 17 und 8. 646 u. Tib. 19. - Jacobi, 1800, U. 8. 188—26. 



— 243 — 

— V, Lmng, S. 84 — hG. — AUgem. geneal. Handb., 1824, I. S. S6C. — (ionwü.-histor.-statist. Alma- 
nach. Weimar. Jahrg. 1H32, S. 41« — 18. — Ccuit, Adclsb. d. Kgr. WUrtt«n»»erg, S. 86 — 87. — 
Dratsche Grafenh. d. (regen w., II. S. 5«;7— 70. — üoUi. Ilofkal., 184«, S. 2»4 und 18C2, S. 21« 
und geneal. Ta»chenh. d. grUfl. Hüuscr, 18G4, S. 024— 2t> und bistor. Ilandb. xu Demselben, S. 1009. 

— SUhmacher, I. 26: v. Törring, Frclh. und Supplom. VI. 8: Gr. Törrlng. — Tyroff. 1. 169 und 
IGl: Gr. v. T.-Oronhfcld und Siolwnlni«» , S. 228 und 29. — W. B. d. Kgr. Bayern , II. 35: Gr. v. 
T. -Seefeld und v. Wnickcrn, Ahth. 2. S. 68 und (59. — W. B. d. Kgr. WÜrttemb. Gr. t. Törrtag- 
Onte&xell. 

Toetter. AltcR, adeliges Patriciergeschlecht der ehemaligen 
Reichsstadt Nördlingen an der Eger, im 8. g. Ries. 

Beischlags Beitrüge zur Nürdlingischen Grschlechts-Goschichte. Niirdlingen, 1819, S. 491. 

Tognana- v. Tonnefeld. Reichsadelsstand. Diplom von 1713 
für Bernhard Tognana in Wien, mit: v. Tonnefeld. 

MegerU v. Miihlfeld, Erg.-Bd. S. 472. 

Tolentins, Edle v. Riedele, Freiherren. Erbl.^sterr. Freiherm- 
stand. Diplom von 1 792 tVir Andreas Nicolaus Torcntius , Edlen v. 
Riedele, k. k. Rath. 

MegerU v. MÜJüJeld, Krg.-Bd. S. 108. 

Tolkemit Polnischer Adelsstand. Diplom vom 2Q. Oct. 1775 
für Johann Sigisinund Tolkemit. — Eine ans der Gebend von Elbing 
stammende Familie, wo ein Städtchen dieses Namens liegt. Ein v. 
Tolkemit diente 1806 in der k. prcuss. Armee. 

Freih. v. Tjcdebur, Ili. 8. 21. 

Tolksdorf. Polnischer Adelsstand. Diplom vom 25. Nov. 1764 
für Ludwig Tolksdorf, k. poln. Oberster. Derselbe starb 28. Jan. 
1776 auf seinem Gute Bielewice bei Warschau. 

FreiA. v. Ledebur, III. S. 21 und 351. 

Toll (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Roth ein ge- 
krönter, goldener Löwe und link« in Silber ein schrägrech ts strö- 
mender Fluss). Schwedischer Adelsstand. Diplom vom l.Sept 1723 
für Carl Friedrich Toll. — Die Familie erwarb in Curland u. auf der 
Insel Oesel mehrere Güter und später traten mehrere Sprossen der- 
selben in die k. prcuss. und k. russ. Armee. Heinrich Anton v. Toll, 
1770 Capitain im Regimente v. Woltiersdorlf, starb 1805 als Major 
a. D. zu Soest. Der Sohn desselben, Ludwig v. Toll, 1806 Premier- 
lieutenant im Regimente v. Wedell, war 1833 Oberst und Comman- 
deur des 33. Iniänterie-Regim. und starb 14. Jan. 1851 als General- 
lieutenant a. D. — Die Familie erhielt auch den schwedischen Gra- 
fenstand. Lackabdrücke des grätlichen Wappens zeigen die Wappen- 
bilder, wie angegeben, der Schild aber ist von Roth u. Silber geviert. 

Freih. v. Ledebur, 111. S. 21. — Sthwed. W. ß. Grafen, 127. 

Tollet, Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom von 1712 für Anton 
Aegid Freih. v. Tollet, k. k. General-Feld- Wachtmeister. 

MegerU v. Mühl/eld, Krg.-Bd. S. 84. 

Tollfnss, Dolfuss, Dulfns (Schild quer- und in der oberen Hälfte 
auch der Lunge nach getheilt, dreifeldrig: 1 , oben rechts, von Grün 
und Silber gerautet; 2, oben links, in Silber ein von den Füssen an 
aufwachsender, vorwärtssehender, schw^arz gekleideter Mann mit 

16* 



— 244 — 

einer weissen Mütze , • welcher in der Hechten ein aufgeschlagenes 
Buch hält u. 3, untere Schildeshäll'te, in Blau drei, 2 u. 1, Schnecken). 
Ein aus Curland nach Schlesien gekommenes Geschlecht. Johann 
Felix TolUuss wurde 5. Mai 1768 unter den polnischen Adel aufge- 
nommen und erhielt 10. Mai 1768 das schlesische Incolat. Die Fa- 
milie wurde in Westpreussen begütert u. sass 1782 im Kr. Deutsch- 
Crone zu Buchholz, Birkholz, Dolfussbruck, Eichfier, Jagolitz, Kruni- 
pohl und Schleppe. — Ein Hauptmann a. D. v. Dulfuss (Tollfuss) 
stand 1806 im Regimen tc v. Kropff und nahm 1809 den Abschied. 
Der Vater desselben hatte, w'ie erwähnt, das schlesische Incolat er- 
halten. 

Freih. v. Ledehur , I. S. 184: Dulfas und HI. S. 21: ToUfuss. — Suppl. zu Siebm. W. B. IX. 
12: Dulfüs T. Regalstia. 

ToUinger, Dollinger v. und zn Grienan, s. DoUinger, Bd. IL 
8.540. 

Tomantschger , Edle v. Sternfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. 
Diplom von 1775 für Peter Joseph Tomantschger, Pfleger zu Fin- 
kenstein, mit: Edler v. Sternfeld. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 472. 

Tomasine, Edle und auch Ritter. Erbl.-österr. Adels- u. Bitter- 
stand. Adelsdiplom von 1781 für Joseph Friedrich Tomasini, Gräfl. 
Losischen Secretair und Wirthschaftsrath, mit: Edler v. und Ritter- 
diplom von 1782 für Denselben. 

Megtrle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 217 and 478. 

Tomejan v. Adlersheim, Edle und auch Ritter. Reichsadels- 
und Reichs- und erbl.-österr. Ritterstand. Adelsdiplom von 1769 
für Thomas Tomejan, ungarischen Edelmann und gewesenen Post- 
meister zu Bakakcz (Pakacz) im Banate, mit: v. Adlersheim und 
Ritterdiplom von 1770 für Thomas v. Tomejan, Brauhaus- Arendator 
und Postmeister zu Pakacz im Temeswarer - Banate , mit: v. Ad- 
lersheim. 

Megerle v. Mühlfeld, S. 150 und 274. 

^ Tomesdorf. Altes, uckermärkisches Adelsgeschlecht, nicht zu 

verwechseln mit der meklenburgischen Familie v. Thomsdorif. — 
Mechtilde v. Tomesdorf war 1407 Aebtissin zu Boyzenburg. — Der 
Stamm ist in der ersten Hälfte des 17. Jahrh. erloschen. 

Grundmann, Uckennärkische Adclshist S. 58. — Zedier, 44. S. 1172. 

Tommendorf, Thommendorf. Alte, schweidnitzer Patricier- 
Familie, welche zuerst 1521 vorkommt. Der gleichnamige Stammsitz 
liegt. bei Bunzlau und die Familie sass 1548 zu Bunzelwitz, unweit 
Schweidnitz, 1659 zu Deutsch-Jaegel und noch 1750 zu Krolkwitz 
bei Freistadt. 

Lucae »chlesische Merk^vürdigkeiten, S. 917. — Sinapiu», 11. S. 980. - Zedier, iA. S. 1177. — 
Frtih. V. Ledebur, III. S. 21. 

Tomschitz v. Tennan. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1739 für Franz Carl Tomschitz, Wechsel - Negocianten zu Laibach, 
mit: V. Tennau. 

Megerle v. MüMfeU, Erf.-Bd. 8. 473. 



{ 



— 245 — 

Tondenr, Edle nnd Ritter. Böhmischer, alter Ritterstand. Di- 
plom vom 27. Juli 1708^ für Johann Edlen v. Tondeur, k. k. Leib- 
chirurg. 

Megerle v. Mühlftld, Erg.-Bd. S. 217. — v. HeUbaeh, II, S. 695. 

Toppan, Touppan (Schild geviert: 1 und 4 in Silber drei über 
einander stehende, abgekürzte Querbalken u. 2 u. 3 ein die Sachsen 
rechtskehrender, geschlossener Adlersttug, dessen vorderer Flügel 
mit den Balken des 1. und 4. Feldes belegt ist: nach einem alten 
Siegel mit der Umschrift: Christoph Wilhelm von Tuppau). Ein 
früher zu dem meissenschen Adel zählendes Geschlecht, welches aus 
Böhmen stammte und im 16. Jahrh. zu Tuppau, nach welcher Be- 
sitzung die Familie sich nannte, sass. Christoph v. Tuppau besass 
das Gut Tuppau um 1580. Nach dieser Zeit tritt das Geschlecht in 
Meissen auf und Christoph Wilhelm v. Tuppau, Herr auf Schöna und 
Oberstwachtmeister, wohnte noch 1691 den kurfürstlichen Exequien 
nebst andern kursächs. Vasallen bei. 

Mütteri Annal. Saxon. S. 61». — Knauth, S. 584. — Gauhe. l], S. 1174 and 75. 

Topperger v. Todtenfeld. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1796 für Paul Topperger, Hauptmann im k. k. Infanterie- Regi- 
mente Fürst Esterhazy, mit: v. Todtenfeld. 

MegerU v. MühlfOd, 8. 374. 

Torck, Torck v. Rozendael (Rosendael), auch Freiherren (Schild 
quer getheilt: oben Roth, ohne Bild, unten in Silber sieben blaue 
Wecken, oder Rauten, welche in zwei Reihen, die obere zu vier, die 
untere zu drei Wecken, neben einandeu stehen). Altes, ursprünglich 
westphälisches Adelsgesch locht, welches schon in sehr früher Zeit 
bekannt gewesen sein soll. Dasselbe tritt, so viel bekannt, urkund- 
lich zuerst 1446 und 1466 auf und v. Steinen hat eine Stammtafel 
des Geschlechts gegeben. Die Familie breitete sich im Münsterschen, 
in Holland, Jülich und Ostfriesland aus urni wurde früher auch Tho- 
vich und flämisch Torchhe geschrieben. — Friedrich Wilhelm Baron 
V. Torck wurde 1734 als Oberschuot von Mastricht genannt. Die 
Familie gehörte in Hannover zu dem rittersc halllichen Adel der 
ostfriesischen Landschaft, ist aber in Ostfriesland 1847 ausgegangen. 
Nach Freih. v. d. Knesebcck führen in Holland alle Nachkommen des 
Raymund Johann Christian Baron Torck van Rozendael den Titel: 
Baron und Baronin. 

Zedier, 44. S. 1296. — v. Steinrn, III. S. 1015. — Roberts, Element. Werkch. 281 u. Tab. 76 
n. medenhein. Adel 11. S. 142-49. — Fahne, I. S. 428. — Freih. v. d. Kntsebeek, S. 278 u. 279. 
— Frtik. V. Ledebur, III. S. 21. — Siebmacher, I. 191: Die Toreken, WestphÄllsch. — Tyroff, I. 
293. — Ntimbt» Curl. W. B. Tab. 41. — Hannov. W. B. a 43 und S. 14: Torek v. Bosendael. — 
V. ffe/ner, hannov. Adel, S. 32. — Kneschke, III. S. 419 und 20. 

Torney (in Gold ein schwarzer Querbalken, mit drei neben ein- 
ander stehenden, aufwärtsgerichteten Kleeblättern belegt). Altes, 
westphälisches und lüneburgisches Adelsgeschlecht, w^elches urkund- 
lich in Hoyaischen und Calenbergischen Briefen schon 1258 u. 1291 
vorkommt und dessen Stammsitz das Gut Torneyen - Behle in West- 
phalen war. Dasselbe, zu welchem Hermann Torney, 1512 Münster- 



— 246 — 

scher Freigraf zu Flutenberg, gehörte, sass bereits 1529 zu Rethem 
und Stöcken im Lüneburgischen, so wie 1777 zu Hedem und gehörte 
noch in neuester Zeit durch Besitz der Güter Hedern und Ketbeni in 
Hannover zu dem ritterschaftlichen Adel der Lüneburgischen Land- 
schaft. 

Gttuhe, I. S. 3129 und 30. — Zedier, 44. 6. 13&8. — Jfanecke, Beschr. d. Fürstenth. Lüne- 
Irarg, II. S. 480. — Freih. v. d. Knetebeck, S. 279. — Freih. v. Ijedehur, TIl. S.22. — v. Scheele, 
DucAt. liüneb. Tabula. — v. Meding, I. S. 615. — Hannov. W. B. C. 29 und S. 14. — w. Hefner, 
hanQOV. Adel. Tab. 32. — KneicKke, I. S. 422 und 23. 

Tornow, Tomau (in Roth drei, 2 u. 1, mit der runden Schneide 
nach oben gekehrte,' silberne Handmesser, über deren jedem ein sil- 
berner Stern schwebt. Die Wappenbilder werden von dem MS. ab- 
gegangener meklenb. Geschlechter Streithammer und von v. Behr 
Schuster -Kneife genannt. In Polen, wo die Familie sich Turnow 
und in Curland , wo sie sich Tornauw nennt , sind die Handmesser in 
Anker, begleitet von fünf Sternen, verwandelt worden). Altes, mek- 
lenburgisches Adelsgeschlecht, welches bereits 1466 zu Lichtenberg, 
Teschendorf und Wittenhagen sass, welche Güter im genannten 
Jahre Zacharias v. Tornow, Erbgesass in Wittenhagen, an Busse v. 
Dören verkaufte. Die Familie nahm an der 1572 geschehenen Ueber- 
weisung der Klöster Theil und wurde in der Altmark, in Pommern, 
Polen und zwar unter dem Namen Tomowski, und später auch in 
der Neumark gesessen. In der Altmark gehörte derselben schon 
1554 das Gut Falkenberg , unweit Osterburg und in Pommern be- 
fand sich schon 1506 Kicker bei Naugard, 1576 Schwarzow, eben- 
falls bei Naugard, 1619 Puddiger und Segetin, beide unweit Schlawe 
und nachdem die Familie zeitweise andere Güter erworben, noch 
1803 Brendemühl und Preetzcn, 1832 Lankwitz, 1837 Dominke und 
1847 Pogemitz bei Naugard im Besitze des Geschlechts. In der 
Neumark war Ciausdorf bei Soldin 1774 ein v. Tomowsches Gut. — 
Ein Frälilein v. Tornow kam noch 1837 als Conventualin zu Dob- 
bertin vor. 

Mierael, VI. S. »88. — v. Prittbuer, Nr. 150. — Gcnihe, II. S. 1175. — Zedier, 44. S. 1S66. 

— V. Bchr, R. M. S. 1668. — Briiggemann, I. S. 177. — Freih. v. Ledebur, III. S. 23. — Sieb- 
maeher, V. 171. — t>. Meding, 11. S. 609 und 10. — Meklenb. W. B. Tab. 60, Nr. 188, 8. 4 u. 36. 

— Pomm. W. B. IV. 31. — NeimbVs Curländ. W. B. Tab. 41. 

Torre, della Torre. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1817 
für Philipp Ferrari della Torre, k. k. Obcrlieutenant in d. A. und 
Fabriks-Inhaber zu St. Johann bei Yillach, wegen Beförderung des 
Fabrikswesens und der Landwirthschaft. 

Megerle v. Mühlfeld, S. 975. 

Torre, della Torre v. Thurnberg nnd^ Sternhof. Erbl.-österr. 
Adelsstand. Diplom von 1787 für Johann della Torre, Doctor und 
Niederösterr. Directorial - Advocaten und für Carl Aloys della Torre, 
Doctor der Medicin und Physicus im Gerichte Altenburg im Botzner 
Kreise, mit: v. Thurnberg und Sternhof. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 275. 

Torresani v. Lanzenfeld nnd Camponero, Freiherren (in Blau 
ein weisses, schwarz ausgefugtos Castell mit offenem Thore, drei 



- 247 — 

Bogenfenstern nnd drei zweiBpitzigen Zinnen, welches oben, so wie 
rechts und links, von je einem f\inf8trahligen , goldenen Sterne be- 
gleitet ist). Erbl.-österr. Freihernistand. Diplom vom 8. Jan. 1839 
für Carl Justus Torresani v. Lanzenfeld, Herrn u. Landstand in Tirol, 
k. k. Hofrath und General-Polizei-Director in Mailand, mit dem Prä- 
dicate: v. Camponero, oder Brionberg (Name eines Landsitzes bei 
Riva). Derselbe, gest. 1852, stammte aus einer schon 1371 und 
1418 unter dem Adel- und Eittorstande der gefürsteten Grafechaft 
Tirol vorkommenden Familie, deren alter Adel vom K. Rudolph II. 
durch Diplom vom 7. Oct. 1605 dem Michael Torresani und lien 
Söhnen desselben, Johann und Laurenz T., bestätigt wurde. — Vom 
Freih. Carl Justus, s. oben, stammte aus der Ehe mit Josephine Grrf. 
Marzini, neben drei Töchtern, ein Sohn: Freih. Peter, gest. 1847, 
k. k. Gubemial- und Präsidial -Seoretair zu Mailand, welcher mit 
Beatrix Grf. Giorio vermählt war und einen Sohn, den Freih. Carl 
Franz Ferdinand, geb. 1846, hinterliess. 

OeneiJoK. Tuchenb. d. frwih. Hünser, 1848, S. X6a nnd «8, 18M, 8. 639 und 188, 1868, 8. STB 
and 74 i. ff. Jahrgg. — ffirrtl, die Wappen der Funilien des Oeeterr. Kaisentaateü, II, IbM, S. 2f 
und 26. — Knesehke, II. 8. 438. 

Torri v. Domstein. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1817 für 
Franz Torri, k. k. pensionirten Artillerie-Obersten, mit: v. Dornstein. 

Mtgerle v. Mlihi/eld, Erg .-Bd. S. 478. 

TorÜlowicaE ▼. Batocki, Batocki-Tortilowiü« (in Roth ein schräg- 
rechts liegender, goldener Baumast, auf welchem ein Rabe mit auf- 
gpeschwungenen Flügeln sitzt : Stamm Nieczula). Im Kgr. Preussen 
erneuerter Adelsstand. Emeuerungsdiplom des der Familie zuste« 
henden Adels vom 9. Juni 1821 für Wilhelm Ephraim Tortilovius, 
Doctor der Rechte, k. preuss. Justizcommissar zu Königsberg i. P., 
und Besitzer mehrerer Güter in Ostpreussen, mit dem alten !Namen: 
Tortilowucz v. Batocki und mit dem in der Familie fortgeführten, 
oben angegebenen Wappen. Den Kamen Tortilowitz hatte 1612 Jo» 
bann Batocki , Pfarrer zu Neuhoflf in Ostpreussen angenommen. — 
Die Familie war in neuerer Zeit in Ostpreussen in den Kreisen Kö- 
nigsberg, Heiligenbeil und Fischhausen zu Bledaii, Pokarben, Raths- 
hof, Thierenberg und Waldhausen begütert. ^ 

V. HtUboiCh, II S. 596. — Frtih. v. Ltdehur, III. S. 22 und S. 190: Batockl-Tortilowicx. 

Toth V. Lebensfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1808 
für Johann Toth, k. k. pensionirten Oberstwachtmeister, mit: v. Le- 
bensfeld. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg .-Bd. S. 478. 

Tottieben , auch Grafen (in Silber ein rother Sparren , begleitet 
von drei einköpfigen, oder auch zweiköpfigen, schwarzen Adlern). 
Reichsgrafenstand. Diplom im kursächs. Reichs -Vicariate vom 14. 
Sept. 1745 für Gottlob Carl v. Tottieben (nach anderen Angaben: 
Curt Heinrich v. T., doch führte diese Vornamen nach Allem der 
Vater), k. poln. u. kursächs. Landkammerrath. — Altes, sächsisches 
und schwarzburgisches, schon 1550 in grossem Ansehen gestandenes 



V 



— 248 — 

Adelsgeschlecht, welches den Namen eines Sitzes, welcher 874 Tus- 
seleba, 1 104 Tuseleybcn und 1185 Duteleben, am Linderbache, hiess, 
jetzt Tottieben im Justiz -Amte Vieselbach des Grossh. Sachsen- 
Weimar, trägt und mit der alten thüringischen Familie v. Teutleben, 
8. den betreffenden Artikel , nicht verwechselt werden darf. . Hans 
Reinhard v. Tottieben, Gräfl. Schwarzburgischer Amtshauptmann, 
legte 1596 am herz. Hofe zu Weimar die Erbhuldigungs- und Lehns- 
Pflicht ab und ein v. Tottieben wurde 1680 meuchelmörderisch zu 
Coburg erstochen. — Gurt Heinrich v. Tottieben auf Tottieben im 
Weimarschen und Grossenehrig im Schwarzburgischen , geb. 1661 
und gest. 1724, herz, sachs.-weissenf Landmarschall u. Kammerrath, 
war zweimal vermählt und zwar in erster Ehe mit Maria Sophia v. 
Brand, verm. 1698 u. gest. 1706 und in zweiter mit Johanna Sidonia 
Janus V. Eberstadt, verm. 1707 und gest. 1753. — Aus der zweiten 
Ehe stammten unter Anderen : Graf Gottlob Carl, s. oben, u. Oswald 
Leberecht v. T. , geb. 1719, Herr auf Tottieben und Gross-Ehrig, 
holländ. Oberst, welcher später zu Sorau lebte und daselbst als der 
Letzte seines Stammes 20. Oct. 1814 starb Graf Gottlob Carl, geb. 
1715 u. gest. 19. März 1773 als kais. r^ss. Generallieutenant, Herr 
auf Tottieben, Zeippau u. Hausdorf im Saganschen, war dreimal ver- 
mählt und hatte aus den beiden ersten Ehen Nachkommen. Aus der 
ersten Ehe mit Johanna Sophie v. Kropf, verm. 1737 und gest. 1743, 
entsprossten zwei Töchter u. ein Sohn , von welchen die eine Tochter 
und der Sohn jung starben, die ältere Tochter aber, Grf. Charlotte 
Wilhelmine Johanna, geb. 1738, starb 1766 als vermählte Freifrau 
V. Mirbach in Curland, aus, der zweiten Ehe aber mit Elisabeth Chri- 
stiane Freiin v. Seyfertitz, verw. Grf v. Bronikowski, geb. 1726 und 
verm. 1744, Besitzerin des bedeutenden Gutes Weisstropp bei Dres- 
den, stammte ein Sohn: Graf Carl Adolph Gottfried, gest 19. Juli 
1814, Herr auf Weisstropp , k. preuss. Oberstlieutenant. Derselbe 
war mit Charlotte v. Vieth und Golsenau vermählt und hatte nur 
eine, 1777 geborene Tochter, Grf Adolphina Juliana, die sich mit 
einem v. Gliszinski vermählte. — Im Adelsstande und zwar noch im 
Besitze des alten Stammgutes Tottieben hat das Geschlecht fortge- 
blüht und nach Rauer besass 1857 dieses Gut Reinhard Friedrich 
August Carl v. Tottieben. 

Soffittarius, Gleichensrhe HJstorip, S. 390. — Ilofnn* Coburg:. Chronik, II. S. 354. — Gtxuhe, 
n. S. 1174. — Ztdler, 44. S. 163G. — v. Utchtritz, a<«chlcchts-ErzUhlungen , f. Tab. 93. — Freih. 
V. Ledebxir, III. S. 22 und 351. 

Tonrnelle, de la Tournelle (in Blau ein mit drei schwärzen Ad- 
lersköpfen belegter, goldener, scbrägrechtcr Balken). Adelsstand 
des Kgr. Preussen. Diplom vom 14. Aug. 1729 für Caesar Antoine 
Lamande de la Tournelle, Beider Rechte Doctor. 

Freih. v. Ledebur, UI. S. 22. — W. B. d. Preuss. Monarchie, IV. 77. 

Tonssaint, Tonssaints, Freiherren (Schild von Gold u. Schwarz 
quergetheilt, mit einem rechtssehenden, gekrönten Adler von ge- 
wechselten Farben). Böhmischer- und Reichsfreihermstand. Böh- 
misches Freil^ermdiplom für Franz Joseph v. Toussaints, k. k. Geh 



— 249 — 

Finanzrath und Reichsfreiherrndiplom vom 5. Oct. 1745 für Den- 
selben und zwar mit seinen Brüdern, Leopold und Felix Ivo v. Tous- 
saints. Der Reichsadelsstand kam 10. Aug. 1729 in die Familie und 
ist im Grossh. Hessen, in welchem dieselbe bedienstet ist, 8. Jan. 
1837 als freiherrlich bestätigt worden. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 108. — Oeneal. Taschenbuch der freih. Häuser, 1860, S. 878» 
1864, S. 863 und 64 u. ff. Jahrgg. — Suppl. zu Siebm.- W. B. VI. 27 und IX. 7. 

Trabenfeld, Trabenfeldt, Traf^'enfelt (in Roth ein gesatteltes 
und gezäumtes Pferd und im giiinen Schildesfusse drei Kugeln). — 
Schwedischer Adelsstand. Diplom vom 24. Dec. 1650 für Bengse 
Trafwenfelt. — Sprossen des Geschlechts standen in neuer Zeit in 
der k. preuss. Armee. Von zwei Brüdern, welche 1806 Seconde- 
Lieutenants im Infant. -Regim. v. Diericke waren, war der Aeltere 
1827 Major und Chef der zweiten Division-Garnison-Compagnie und 
der Jüngere, Alexander v. Trabenfeld, starb 1827 als Oberst und 
Commandant von Pillau. 

N. Pr. A.-L IV. S. 271. — Frtih. v. Ledehur, III. S. «2 und 2ßl. - Schwedisches Reichf- 
W. B. W). 17. 

Trach, anch Freiherren (Traeh v. Brzezie : in Silber ein Schwar- 
zer Drache in der gewöhnliclien Stellung, mit über sich gewundenem 
Schweife u. auch mit erhobenen Flügeln, als zum Fluge bereit; Trach- 
Gninski: Schild der Länge nach getheilt: rechts in Blau ein goldener, 
gekrönter Drache und links fünfmal von Gold und Blau quergetheil^ 
oder auch in Silber drei schrägrechte, rothe Balken; Trach u. Birckau, 
oder Bürkau: Schild der Länge nach getheilt: rechts in Blau ein 
links gekehrter, aufgerichteter, goldener Drache und links in Blau 
drei schräglinke, goldene Balken und Rothkirch und Trach, s. den 
Artikel: Rothkirch und Trach, Bd. VII. S. 603— 607).— Böhmischer 
Freihermstand, alter, böhmischer Herrenstand und erbl.-österr. Frei- 
hermstand, im Kgr. Preussen bestätigt. Böhmisches Freihermdiplom 
vom 30. Oct. 1680 für Carl v. Trach, Edlen Herrn v. Birckau; Diplom 
des alten böhmischen Herrenstands vom 28. Sept. 1699 für Johann 
Heinrich, Carl Friedrich und Georg Heinrich Frh. v. Trach, Edle v. 
Birckau und Diplom des erbl.-österr. Freihermstandes von 1764 fiir 
Carl Joseph v. Trach und Birkau und Preussisches Emeuerungs- und 
Bestätigungsdiplom vom 9. Nov. 1768 für Georg Franz v. Trach, 
Edlen v. Birkau. — Altes, schlesischcs Adelsgeschlecht, nach einer 
Familien - Sage von einem römischen Soldaten aus der Zahl derer 
stammend , die unter der Fahne standen , auf welcher ein Drache ab- 
gebildet war. Die Nachkommen desselben breiteten sich in Schlesien, 
Polen, Böhmen und Franken aus. Als das älteste Stammhaus wird 
Brz(?zie im Ratiborschen , welches bereits 1427 genannt wird, ange- 
nommen und der schlesische Stamm besass schon im 16. Jahrh. im 
jetzigen Grossh. Posen mehrere Güter und unter denselben nament- 
lich den Sitz Gnin, nach welchem auch ein Zweig des Geschlechts 
sich nannte. Später erwarb das Geschlecht die Güter Plawniowitz, 
Lenschütz, Alt- Hammer, Suchadonitz, Stiebendorf, Stiebelau und 
Pietna im Oppelnschen, Kornitz, Bojanow, Slawikau, Woinowitz, 



— 250 — 

Zyttna, iSummin, Gottartowitz u. Tworkan im Ratiborschen, Golsch- 
witz, Türpitz und Warkotsch im Briegschen, Pommerswitz , Rösnitz, 
Steuberwitz u. Windorff im Jägemdorfschen u. s. w. — Zuerst kamen 
in Schlesien um 1347 Burchard und Stephan v. Trach am Hofe des 
Herzogs Wenzel 1. als angesehene Cavaliere vor. Letzterer war 
später Hofrichter. — Die v. Trach -Gninski erhielten das Incolat in 
Preussen und Johann v. Trach - Gninski , gest. 1703, war Wojewode 
von Pommerellen. — Die Linie v. Trach, Edle Herren v. Birkau oder 
Bürkau, hatte sich durch drei Brüder in drei Häuser, zu Plawniowitz 
im Oppelnschßn, zu Brandsdorf im Jägerndorfschen und zu Türpitz 
in Briegschen, geschieden und diese Häuser blühten noch in die 
zweite Hälfte des 18. Jahrb. in Schlesien hinein. Die Familie sass 
noch 1752 zu Leobschütz, Liebenau und Zamislau, 1754 zu Golsch- 
witz, Pietna und Steuberwitz und 1770 zu Lenschütz und zu Guhrau. 
In Ostpreussen war 1784 die Familie noch zu Kirsteinsdorf unweit 
Osterode begütert, Besitzungen aber, welche in diesem Jahrhunderte, 
gBnz abgesehen jedoch von dem Stamme v. Bothkirch-Traoh, in 
Preussen der Familie zustanden, sind nicht aufzufinden, in Oester- 
reich aber kam die Familie noch in neuer Zeit vor und Dominik Frei- 
herr Trach v. Bürkau lebte 1857 als k. k. Oberst a. D. zu Troppau. 

OkoUki, m. S. 236. — Sinapius , 1. S. 980 und 81 und II. S. 475—77. — Gauhe, I. 8. UÜ 
und 47: Drach and II. S. 2586 nnd 87: Trach. — Zedier, 44. S. 1796 und 97. — MegtrU v. MUhl- 
Md, Erg. -Bd. S. 108. — v. Heübach, U, S. 697. — N. Pr. A.-L. IV. S. 271. — i^VetA. v.Ledebur, 
m, S. 23. — Siebmadker, II. 52. — v. Meding, II. S. 610 und 11. — W.B. d. Freust. Monarchie, 
11. 66.: Frh. v. Trach und Birkau. 

Trachenberg (in Silber drei querüber einander gelegte, goldene 
Karpfen : polnischer Stamm Kurzbach). — Ein zu dem preussischen 
Adel zählendes Geschlecht, welches sich seit der Mitte des 17. Jahrb., 
dem Wappen und Namen nach, an die Freiherren v. Kurzbach zu 
Trachenberg anlehnt, dem Stamme nach aber zu den v. Trauwitz zu 
rechnen ist. Zu demselben gehört der Lieutenant a. D. v. Trachen- 
berg, welcher 1803 Postmeister zu Spandau war. 

Freih. v. Ltdthur III. S. 28. 

Traeger v. Königinberg. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1715 für Johann Ludwig Traeger, Rathsmann zu Königsgrätz, so 
wie Salzversilberer und Tranksteuer-Einnehmer, mit: v. Königinberg. 

MfgtrU V. MVhlfeld, Erg.-Bd. S. 90. 

Traiber v. Löwenschwert. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1804 für Joseph Traiber, Rittmeister im k. k. Husaren-Regimen te 
Freih. v. Kienmayer, mit: v. Löwenschwert. 

MegerU v. MüUfeld, S. 275. 

Train. Ein in der Person des k. k. quittirten Hauptmanns Kico- 
laus Joseph Train l.Aug. 1814 in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern 
eingetragenes Geschlecht. 

V. Lamg, Supplcm. S. 146. — W. B. des Kgr. Bayern. IX. 13. 

Traittenr, Grafen (Schild geviert: in 1 Meergrün drei über ein- 
ander, der obere und untere rechts, der mittlere links, schwimmende 
Karpfen; 2 in Silber ein schrägrechter, blauer Balken; 3 in Gold ein 



— 251 — 

grünender Zweig mit drei daran hängenden, rothen Rosen und 4 in 
Roth ein silberner, einwärtsgekehrter Löwe, mit roth ausgeschlagener 
Zunge und über -sich geworfenem Schweife). Im Grossh. Baden an- 
erkannter und bestätigter Grafenstand. Anerkennungsdiplom von 
1824 für Johann Andreas von Traitteur (in den 1790 Jahren k. k. 
Oberstlieutenant im General -Quartiermeister -Stabe), Eigenthümer 
der Salinen zu Bruchsal und Erblehensträger der Fürstl. Leiningen- 
sehen Saline zu Mossbach und Grundherr zu Heilsperg im Grossh. 
Baden. Das Geschlecht der v. Traitteur stammt ursprünglich aus 
den Niederlanden her, in welchen dasselbe schon vor der Reformation 
blühte. — Urkundlich kommt die Familie v. Traitteur, in alter Zeit 
Trettor und Traittorr geschrieben , ehedem in dem Lütticher Lande 
vor, wo dieselbe sich in mehrere Aeste katholischen Bekenntnisses 
theilte, von welchen ein Ast in Lothringen, der andere im Jülicher 
Lande ansässig wurde. Ein Abkömmling des Geschlechts: Michael 
V. Traitteur, Ahnherr der in Deutschland noch bestehenden Linien 
der Familie und Urgrossvater do.^ in Bruchsal 1825 verstorbenen 
Chevalier und späteren Grafen Johann Adam v. Traitteur, besass um 
1660 in den Niederlanden beträchtliche Güter und den Brauneberg 
an der Mosel , welche die Nachkommen aber in Folge der Zeitver- 
hältnisse verloren. — Aus dem Lothringer Aste zeichnete sich ein 
Abkömmling durch seine Wissenschaft und Fähigkeiten an dem herx. 
lothringischen Hofe aus und ein Sohn Michaels starb ledig im G^ 
ruche der Heiligkeit. In Deutschland lebten von der Lothringer 
Linie zu Anfange dieses Jahrb. noch vier männliche Abkömmlinge 
von Michael, von welchen der Aelteste, Conrad Joseph, geb. 1750, 
als Stiftsherr ehelos starb, die drei anderen aber, Johann Andrea», 
geb. 1752, Carl Theodor, geb. 1756 und Jacob Georg, geb. 1758, 
bildeten drei deutsche Linien u. hinterliessen mehrere Nachkgmmen. 
Graf Johann Andreas, s. oben, Geschlechts- Aeltester von den drei 
Letzteren und Yater des unten anzuführenden Grafen, — ein Mann, 
der sich durch seine gründlichen Wissenschat\;cn als Ingenieur und 
Strateg sehr auszeichnete und sich grosse Verdienste erwarb, auch 
sich durch seine literarischen Arbeiten bekannt machte — setzte die 
ältere, später gräfliche Linie fort, u. hintcrliess einen Sohn, s. unten, 
und drei Töchter: Antonie verw. Freifrau Goeler v. Ravensburg zu 
Sulzfeld, verm. 1823, Grf. Amalie, verm. mit Franz Theodor Freih. 
V. Glaubitz, grossh. bad. pens. Obersten und Grf. Marie, verm. mit 
Philipp v. Faber, grossh. bad. Generalmajor. Graf Johann Andreas 
nahm 1824, als er zur gräflichen Würde gelangte, für sich und 
seine Nachkommen den früher geführten Beinamen „Brauneberg" 
wieder an. Das Rittergut Heilsperg mit den Ortschaften Gottma- 
dingen und Ebringen verkauften die Erben 1829 an Baden. — Carl 
Theodor v. T. , Gründer der zweiten, ritterlichen Linie hintcrliess 
zwei Töchter und drei Söhne, von welchen der älteste in k. niss. 
Diensten zum Generalmajor stieg, der mittlere starb und der dritte 
k. bayer. Forstmeister wurde. In neuester Zeit bestand demnach 
das gräfliche und adelige Geschlecht v. Traitteur aus der älteren, 



— 252 — 

oder Andreasschen, oderJohannschen Linie, welcher die Grafenwürde 
zusteht und aus zwei jüngeren Linien, der Theodorschen und Jacob- 
schen, welche die Ritterwürde führen. Die frühere niederländische, 
vellenzsche Linie ist vor mehr als hundert Jahren erloschen. — Als 
einziger, männlicher Sprosse der gräflichen Linie wurde in neuester 
Zeit genannt: Gr. Ferdinand — Sohn des Grafen Johann Andreas — 
Sr. päpstlichen Heiligkeit Geh. Kammerherr di Spada e Cappa, k. 
bayer. Kämmerer und Philosoph. Doctor et AA. LL. M. 

Caat, Adelsb. d Grossh. Baden, Abthcil. 3. — Deutsche Grafenh. der Gegen v. U. S. 571 — 73: 
nach handschrifU. Nachrichten aus der Familie. — Geneal. Taschenb. d. grNfl. Hüuser, 1837, S 486, 
1848, S. 09», 1864, S. 925 und 26 u. ff. Jahrgg. und histnr. Handbuch zu demselben, S. 1013. 

Tralow (in Blau ein von Roth und Silber in drei Reihen ge- 
sohachter Querbalken). Ein im 17. .lahrh. in Meklenburg vorge- 
kommenes Adelsgeschlecht. Hansens v. Tralow !N^ame und Wappen 
findet sich auf dem zu Rhena in Meklenburg 1618 angelegten Ritter- 
saale. — Ein gleichnamiges Lübecksches Geschlecht erwähnt die 
„Chronecke der Sassen zu Mentz, 1492/* Dasselbe führte in einem 
mit Herzen oder Kugeln bestreuten Schilde eine scträglinks nieder- 
wärts, also gegen den rechten ünterwinkel, gekehrte Pfeilspitze. 

V. Meding, I. S. 616. 

• Trampe, Tramp, anch Grafen (in Blau der rechtsgekehrte Kopf 

und Hals eines goldenen Kitsches mit zwölfendigem , silbernen Ge- 
weihe: Stammwappen und gräfliches Wappen: Schild der Länge 
nach getheilt: rechte in Blau der goldene Hirsch des Stamm wappens 
UQ^ zwar ein warte gekehrt und links in Silber auf grünem Boden 
ein einwalzte gekehrter, gekrönter, rother Löwe, welcher mit beiden 
Vordier-Pranken einen auf dem Boden aufgestellten , goldenen Spiess 
hält, welcher unter der Spitze mit zwei nach einwärts fliegenden, 
goldene.n Quasten geziert ist). Reichs- und dänischer Grafenstand. 
Reichsgrafendiplom vom 4. März 1704 für Adam Friedrich v. Tramp 
a. d. H. Kehrberg in Pommern, k. dänischen General-Lieutenant und 
Herrn auf Logismose und Fleenstrup in Fünen , aus Höchst eigener 
Bewegung und Diplom vom 15. März 1736 für den Sohn des Bru- 
dei's des Adam Friedrich Grafen v. Tramp: Philipp Detlev v. Tramp, 
Herrn auf Fiellebroe, k. dän. Generalmajor der Cavalerie, naturalisirt 
als dänischer Graf 26. Juli 1743. Die gräflichen Linien sind, so viel 
bekannt, wieder ausgegangen. — Altes, ursprünglich pommernsches 
Adelsgeschlecht, welches besonders im Wolgastischen begütert war 
und später in die braunschw^eigischen und brandenburgischen Lande, 
so wie nach Dänemark kam. — Wilckin v. Trampe lebte um 1274 
am Hofe des Herzogs Bogislas IV. in Pommern u. Johann v. Trampe 
war von 1419 bis 1431 Bischof zu Ratzeburg. In Dänemark, wo 
eine Linie des Geschlechts schon früher geblüht haben muss, da 
Hertlev Trampe um die Mitte des 16. Jahrhunderts als k. dänisch. 
Reichs- Admiral und Nicolaus Trampe, gest. 1668, als k. dän. Reichs- 
rath und Statthalter in Norwegen vorkommt, gelangte die Familie 
vom Anfange des 18. Jahrh. von Neuem durch die oben genannten 
Grafen Adam Friedrich und Philipp Detlev zu grossem Ansehen. — 



-. 253 — 

Der adelige Stamm hat fortgeblüht und in neuester Zeit gehört die 
Familie in Hannover zu dem ritterschafllichen Adel und zählt durch 
Besitz des Gutes Zum Hope im Hoyaischen zu dem Adel der Hoyai- 
schen Landschaft. 

Mierael, Lib. 6. S. Sao. — OauAe, I. S. 2587—89 und II. S. 1854. — ZedUr, U. S. 1960 nnd 
61. — Lexicon over adel. Familier i Daumark, II. Tab. 88. Nr. 70 und S. 224: v. T. und Tab. 40. 
Nr. 84: 0T. V. T. — Freih. v. d. Knesebe€k, S. 279 und 80. — Freih. v. Ledebur, III. S. 28 and 
351. — Siebmacher, V. 171. — v. Medxng , II. S. 611. — Fommernsch. W. B. II. II. — Haanor. 
W. B, C. 7 und S. 14. — Kneachke, II. S- 439 und 40. — v. He/ner, Hannov. Adel, Tab. 82. 

Tranckwitz (in Gold zwei mittelst eines Riemens, der durch 
einen oben schwebenden Ring gezogen ist, verbundene Steigbügel). 
Altes, zu dem ostpreussischen Adel gehörendes, ansehnlich begütert 
gewordenes Geschlecht, welches auch nach Westpreussen und nach 
Curland kam. Dasselbe sass bereits 1545 zu Tranckwitz oder Tranck- 
witzhöfen, so wie 1694 und noch 1704 zu Gerlauken, beide Güter 
unweit Fischhausen, brachte Ottlau bei Marienwerder an sich und 
kam auch in den Besitz mehrerer anderer Güter. 

Fnik. V. Ledebur, III. S. 24. — A'eimbVs Curländ. W. B. Tab. 42. 

Trapp, Grafen (Schild geviert mit silbernem Mittelschilde und 
in demselben drei, 2 und 1, gesenkte, blaue Adlersfiügel: Grafschaft 
Matsch: 1 und 4 in Gold ein linkssehender brauner Trappe mit aus- 
gebreiteten Flügeln, ganz wie ein heraldischer Adler dargestellt und 
2 und 3 in Silber ein rother, dreimal eckig gezogener Querbalken: 
Stamm Wappen). Erbl.-Österr. Grafenstand. Diplom vom 3. März 
1655 für Jacob Freih. v. Trapp, Jüngerer Linie, und vom 22. Juli 
1691 für Georg Sigmund Freih. v. Trapp, Aelterer Linie (vom Freih. 
Carl, 8. unten, im vierten Gliede stammend), k. k. Kämmerer, Geh. 
Rath und Vorösterr. Regierungs-Präsidenten (dessen Vorfahren 1605 
den Freiherrnstand erhalten hatten). — Altes, ursprünglich steier- 
märkisches, später tiroler Geschlecht, welches schon in früher Zeit 
das Stammhaus, die Trappenburg bei Leutschach,*besa88. Der erste, 
genauer bekannte Stammvater ist Friedrich Trapp, Ritter, welcher 
um 13(X) Herr der Trappenburg war, und dessen Enkel, Jacob, von 
1401 bis 1406 als des Erzherzogs Ernst des Eisernen von Oester- 
reich Stadthauptmann zu Trient vorkommt. Des Letzteren Sohn, 
Jacob IL, ging mit dem Erzherzoge Sigismund von Oestcrreich, 
dessen Hofmeister, so wie Stadt- und Schlosshauptmann von Bregenz 
derselbe war, nach Tirol, wo er 1440 mit seiner Gemahlin , Barbara, 
Schwester und Erbin des letzten Grafen Gaudenz zu Matsch, einen 
Theil dieser Grafsdiaft mit der Herrschaft Curberg an seinen Stamm 
brachte und 1496 das durch Aussterben der v. Weisspriach erledigte 
Oberst-Erb-Land-Hofmeister-Amt der gefürsteten Grafschaft Tirol 
für sich und seine Niichkommen erlangte. Durch die Söhne desselben, 
Carl und Jacob, entstanden zwei Linien. Carl Trapp zu Pisein, kais. 
Rath, Gesandter in Spanien, Hauptmann zu Irano, verm. mit Anna 
Freiin v. Wolkenstein, gründete die ältere Linie zu Pisain und Cal- 
donazzo. Graf Georg Sigismund brachte in dieselbe, wie oben ange- 
geben, 1691 den Grafenstand, doch erlosch mit dem Urenkel, dem 
Grafen Caspar Ignaz, k. k. Kämmerer und Regierungsrath zu Trient, 



— 2W — 

ät>. Juli 1794 diese ältere Linie. Die jüngere, jetzt noeb blähende 
Linie zu Chur- und Schwamburg umfaf^t die Nachkommenschaft Ja- 
oob's, Herrn zu Churburg, fürstl. Pflegers zu Glums und Mals in 
Tirol , Term. mit Veronica v. Welsperg. Von seinen Nachkommen 
wurde Jacob, b. oben, 1655 in den Grafenstand erhoben. Von den 
Söhnen desselben aus der Ehe mit Margaretha Helene Grf. y. Wol- 
kenstein war Graf Maximilian , k. k. Kämmerer, Geh. Rath und Re- 
gieioiDgB-Präsidcnt zu Insbruck, vermählt in erster Ehe mit Anna 
Eleonore Freiin v. Firmian und in zweiter mit Maria Magdalene 
Freiin v. Freyberg und Ton ihm stieg der Stamm, wie folgt, herab: 
Johann Christoph: Franzisca t. Belasy; — Franz Carl, gest. 1735, 
k. k. Kämmerer, Geh. Rath u. Landeshauptmann an der Etsch: Anua 
Maria Grf. v. Trapp; — Sebastian, geb. 1709 und gest. 1762, k. k. 
Kämm., Geh. Kath u. vorderösterr. Hof-Kammer- u. Rcpräsentations- 
Präsident zu Insbruek: Maria Anna GH'. Hendl t. Goldrain, gest. 
1798; — Johann Xepomuk, geb. 1745 und gest. 1790, k. k. Kämm., 
fürstl. passauischer Ober -Jägermeister: Maria Theresia Grf. t. Fir- 
mian, geb. 1744, verm. 1762 und gest. 1802; — Leopold, geb. 1764 
und gest. 1797, k.k. Kämm. u. Gouvernements-Sccretair zu Insbruek. 
Maria Crescentia Grf. v. Spaur zu Burgstatt, geb. 1769, verm. 1787 
und gest. 1819; — Johann Nepomuk, geb. 1790 und gest. 1846, 
Herr der Grafschaft Matsch und der Lehensherrschallen Caldonazzo, 
Campo, Glums und Mels-Schlanders, Oberst-Erbland-Hoftneister in 
Tirol , k. k. Kämm, und Geh. Rath : erste Gemahlin : Elisabeth Grf. 
V. Wolkenstein -Rodenegg, geb. 1796, verm. 1814, gest. 1839 und 
zweite Gemahlin: Friederike Grf. v. Künigl, geb. 1800 und verm. 
1842. Aus der ersten Ehe stammt das jetzige Haupt des gräflichen 
Hauses: Ludwig Graf v. Trapp, Freih. zu Pisein und Caldonatsch, 
geb. 1819, Herr zu Churburg, Campo, Schwamburg, Glums u. Mels- 
Schlanders, auch Herr der Grafschaft Matsch, Oberst- Erbland -Hof- 
meister in Tirol. Der Bruder des Grafen Ludwig, neben zwei 
Schwestern: Grf. Caroline, geb. 1816, Terni. 1842 mit Mathias Freih. 
(.'resseri v. Breitenstein, Herrn zu Castel-Pietra, k. k. Kämm, und 
Landesgerichts-Präsidenten zu Trient u. Grf. Maria, geb. 1820, rerw. 
Grf. Locatelli dal Como, ist Graf Oswald, geb. 1828, k. k. Kämm, 
und Statthalterei-Secretair. Derselbe vermählte sieh 1857 mit Maria 
Grf. Y. Enzenberg zum Freyen- und Jöchelsthurm , geb. 1836 und 
aus dieser Ehe entsprossten drei Töchter. 

Buctlitti StnniDatngr. P. 1. — Gauhe, T. Sw8589, auch nach Or. t. Brandis« — Zedier, A4. S.U. 
•- peuUche Giafenh. d. Oegcnw. II. S. Ä73 und 74. — (ieneal. Taschenb. der gräfl. HMuser, 1848. 
fl. 698 and 99, 1864, R. 926 and 27 a. ff. Jahri^fr. and histor. Handhach zu Demselben, S. 1014. — 
Siebmaeher, I. 44: Die Trapen sa Bisaeln and 111. 98; Die Trappen. Tirolisch: das einfache Stamm- 
wappen. — V. Jfeding, II. S. 611—13 : Trappen, «u Pisein n. Churburg. — W. B. der Dorchl. Welt, 
IV. 408 : Gr. v. Tr. 

Trapp, Freiherren (in Roth auf grünem Boden ein rechtsschrei- 
tender, natürlicher Trappe). Erbl.-Österr. Freihermstand. Diplom 
von 1819 für Werner Trapp, k. k. General-Major. Der Empfänger 
des Freiherrndiploms gehörte zu einer aus Lothringen stammenden 
Familie, welche zur Zeit des 30jährigen Krieges Yon dort auswan- 
derte und sich in Hessen-Darmstadt niederliess. Aus derselben eni- 



— 255 — 

Bpross Caspar Emanuel Trapp, dessen vierter 8ohii, Werner, früher 
landgräfl. hessen - darrastädt. Oberlieutenant war und 1797, bei der 
Belagerung von Mainz, als Hauptmann zu dem k. k. General- Quar- 
tiermeister-Stabe erhoben wurde. Derselbe, wie oben angegeben, 
1818 in den Freiherrnstand versetzt, starb 1842 als k. k. Kämm., 
Greh. Rath, Feldzeugmeister, Präsident des k. k. Allg. Militair- Appell. - 
Gerichts und Inhaber des 26. Inf. - Regim. Aus seiner ersten Ehe 
mit Anna Johanna Josepha Jablonska aus Prag, geb. 1788, verm. 
1814 und gest. 1829, hinterliess er drei Töchter: Freiin Wilhelmine, 
geb. 1818, verm. 1839 mit Andreas Grafen Belrupt-Tissac; Freiin 
Friederike, geb. 1825, verm. 1850 mit Joseph Giay, k. k. pens. Haupt- 
mann und Freiin Hortensia, geb. 1827. 

MegtrU v. MVMfddt S. 90. — Geneal. Taschenb. der freih. Häuser, 1854, S. 540 und 41 and 
663, S. 974 und 75. 

Trapp V. Ehrenschild (Schild durch einen goldenen Querbalken 
getheilt: oben in Blau ein nach der Rechten springender, goldener 
Hirsch mit achtendigem^ Geweihe und unten in Roth zwei gekreuzte, 
silberne Schwerter). Reichsadelsstand. Diplom vom 28. Juli 1786 
für die Gebrüder Wilhelm und Joseph Trapp, kurtriersche Haupt- 
leute, mit: V. Ehrenschild. — Nachkommen des Joseph Trapp v. Ehren- 
schild, welcher 1818 als kurtrierscher Oberstlieutenant a. D. starb, 
wurden im Nassauischen bedienstet. 

Hegerle v. Mühlfeld, 8. 87d. — «. Hefner, Nassauiscber Adel, Tab. 14 und S. 13. ^ KneaeKke, 
in. S. 430 und 21. 

Tratter. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1734 für Franz 
Tratter, Wechsler in Linz. 

Mtgerle v. MUhlfeld, Erg. Bd. S. 47S. 

Trattner, Ritter nnd Edle (Schild geviert mit blauem Mittel- 
schilde und iil demselben auf einem erdigen Dreihügel ein silberner 
Doppeladler, oder auch in Silber ein schwarzer Adler. 1 und 4 in 
(Jold ein freistehendes, mit der goldenen Namenschiifre F. I. belegtes, 
schwarzes Postament (Altar), auf welchem ein die Sachsen rechts- 
kehrender, schwarzer Adlersflügel steht u. 2 u. 3 in Roth ein reohts- 
gekehrter, silberner Greif mit einem goldenen Halsbande: nach Hand- 
zeichnungen). Reichsritterstand. Diplom vom 25. Mai 17G4 für 
Johann Thomas Trattner, Hofbuchhäiidler und Hofbuchdrucker, mit: 
Edler v. Die Familie wurde 1. Nov. 1787 den niederÖsterr. Ständen 
einverleibt und erhielt 18. Mai 1790 auch das ungarische Indigenat, 

HandschrJftl. Notizen. — MegerU v. MUhlfeld, S. löO. — Snppl. lu Slobm. W. B. VI. 27. 

Traubenthal , Gernhardi y. Tranbenthal. Ein in der zweiten 
Hälfte des 18. Jahrh. zu dein in Ostpreussen begüterten Adel zahlen- 
des Geschlecht, welches 1775 zu Gamiontken unweit is^eidenburg 
sass. Theophil Eugpn v. Traubenthal starb 7. Febr. 1787 als k. pr. 
Major V. d. Artillerie. 

Freik. v. Ledehur, HI. S. 24. 

Tranenfels, Hedt v. Tranenfels. Böhmischer Adelsstand. Diplom 
vom 27. Juli 1735 für Johann Leopold Hudt in Schlesien, mit: v. 
Trauenfels. 

V. Heltbßch, II. S. 696. — Freih, v. Ledebur, Iir. S. 34. 



— 256 — 

Traan, de Truna, de Trune v. Abensberg, 8. den Artikel: 
Abensperg-Traun, Bd. I. S. 4 und 5. 

^ Trauner (Schild geviert: 1 und 4 in Roth ein rechtsgekehrter, 

silberner Steinbock und 2'u. 3 in Silber zwei schwarze Sparren, der 
obere gestürzt, der untere aufrecht gestellt). Ein im IG. und 17. 
Jahrh. in Bayern vorgekommenes Adelsgeschlecht, welches auch 
nach Steiermark kam. 

Wig. Hund, II. S. 338—41..— Prevenhueber, Ann. Styr. S. 255 u. 332. — Zedier, 46. S. 257. 
— Siebmacher, I. 79: Die Trattner, Bayerisch und V. 53. 

Tranpitz, Trauppitz (Schild quergetheilt: oben in Schwarz zwei 
silberne Sterne und unten von Silber u. Schwara, oder von Schwarz 
und Silber, in vier Beihen, jede von fünf Steinen, geschacht). Altes, 
steiermärkisches Adelsgeschlecht, welches bereits 1570 zu den Mit- 
gliedern der steierischen Landmannschaft gehörte und vorher schon 
das Gut Algersdorf bei Eckenberg besass. Im 17. Jahrh. wurde 
dasselbe auch zu dem meisscnschen Adel gerechnet. 

Knauth, S. '84: Traupitz. -- SchmuU, IV. S. 26«. — Siebmacher, 1. 161: v. Traupitz, Mcis«- 
DiMh. — V. Meding. II. S. 614: v. Trauppitz, auch nach üartschens W. B. 

Traurnicht. Altes, längst ausgestorbenes, halbe rstädtsches 
Adelsgeschlecht. 

^udaei Halberstädtisches Stamm- und Lehnsregister. — Zedier, 45. S. 246. 

Transchwitz, s. den Artikel: Drauschwitz, Bd. II. S. 570. 

Traatenberg, Traattenberg , auch Freiherren (in Roth ein sil- 
berner Querbalken , welcher mit drei aufsteigenden, hohen, blauen 
Spitzen, welche vom rechten Seitenrande des Schildes bis zum linken 
reichen, belegt ist, oder, wie das genealog. Taschenb. der freiherrl. 
Häuser sagt: „ein aufrechter, oblonger, unten rund und in eine Spitze 
zusammenlaufender, rother Schild, der von einem silbernen, mit drei 
in Zickzack aufsteigenden blauen, hohen Spitzen gezierten Quer- 
balken wagerecht durchschnitten ist"). Erbl.-österr. Freiherrnstand. 
Diplom von 1793 für Franz Heinrich Ernst v. Trauttenberg. — 
Altes, bayerisches Adelsgeschlecht, dessen Stammburg unweit der 
in neuester Zeit den Freiherren v. Raigenstein zustehenden Besitz- 
ung Reith in Bayern liegt. — Schon in früher Zeit unter Adelrich 
nach Böhmen ausgewandert, gehörte diese Familie, der auch die Stadt 
Trautenau in Böhmen um 1006 durch Albrecht v. Trautenberg ihren 
Ursprung verdankt, zu den ältesten Geschlechtem des böhmischen 
Ritterstandes. Die Familie kam auch in die Ober- Pfalz und in das 
Voigtland und wird auch bereits im 14. Jahrh. vielfach in Branden- 
burgischen Urkunden genannt.- In jieuer Zeit blühte neben der Haupt- 
linie noch eine Seitenlinie, die vom Halbbruder des Ur-Grossvaters 
des gleich zu nennenden Freiherrn Franz absiammt — Haupt der 
ersten Linie und des freiherrl ich en Hauses ist: Franz Freiherr v. 
Trauttenberg, geb. 1800 — Sohn des 1836 verstorbenen Freiherrn 
Moritz aus der Ehe mit Liberate Freiiu Enis v. Atter und lyeaghe 
— k. k. Kämmerer u. Landesgerichts-Rath zu Bömisch-Leipa, verm. 
1839 mit Caroline Liponsky v. Lipowitz, aus welcher Ehe, neben 



— 267 - 

zwei Töchtern, ein Sohn entspross: Freih. Wilhelm, geb. 1841, k. k. 
Oberlieutenant in d. A., eingetheilt in das Invalidenhaus zu Wien. — 
Haupt der zweiten Linie ist: Freih. Eraanuel, geb. 1799 — Sohn des 
1817 verstorbenen Freiherrn Franz Johann, k. k. Kämm, und Oberst- 
Wachtmeisters, aus der Ehe mit der 1^29 verstorbenen Maria The- 
resia Freiin v. SchÖnau — k. k. Kämm, und Stadthalterei - Concipist 
zu Prag, verm. 1839 mit Helene Grf. v. Fach ta- Ray hofen, geb. 1813, 
aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, drei Söhne stammen. Der 
Bruder des Freih. Emanuel: Freih. Friedrich, geb. 1807, k. k. Kämm., 
pension. Älajor und Garde der ersten Arcieren- Leibgarde zu Wien, 
vermählte sich 1847 mit Christine Grf. Festetics v. Tolna, geb. 1818, 
und hat, neben einer Tochter, einen Sohn. 

Biedermann, RitleMchaft im VnigUandP, Tab. 198 — 201. — N. gencal. Handbucl»^ 1777. S. 839 
and 177«. S. 8Hö. — Megtrle v. Mühlfeld, Erg. Bd. S. 109. — Freih. v. Ledebur, IIT. 8. «4. — 
TaschcDb. der fieih. Häusci, I^ö3, S. 4H2 und 83. 1864, 8. 864 a. G5 u. If. Jahrgg. _ 8iebm<teher, 
I. 89: V. Traatenber^, Bayeiisch. — v. Meding, I. S. 516. — Knetchke, I. 8. 428. 

t Trantenberger v. Trantenberg. Ein zu dem böhmischen Adel 

friihefr gehörendes Geschlecht. In einer Ahnentafel wird zuerst Sig- 
mund Trautenberger v. Trautenberg auf Fuchsmühl, welcher um 
1530 lebte, genannt. Von dem Sohne desselben, Christoph Tr. v. Tr. 
auf Fuchsmühl und Nacketen-Dörfflass^ stammte Johann Andreas Tr. 
V. Tr. auf Wildeustein und Nacketcn - Dörff lass und von diesem ent- 
spross um lüGO Sigismund Abraham Tr. v. Tr. Von, den Nachkom- 
men des Letzteren lebten noch 1741 Friedrich Tr. v. Tr., Herr auf 
Nacketen-Dörfflabs und Ober -Wildenstein nebst einigen Söhnen und 
Carl Joseph Tr. v. Tr. auf Unter- Wildensteiu, Fürstl. Bambergischer 
und Würzbürgischer Hauptmann, welcher zwei Söhne, Anton Ferdi- 
nand und Franz Heinrich Ernst, hatte. 

Gauhe, II, S. 1178 und 79: nach dem Calendar. St. Ädalb«rti. 

Trantenbnhlen , Tranterbnhle. Reichsadelsstand. Diplom von 
1571 für Johann Christoph und Ludwig Trauttenbühel. — Altes Frei- 
sassen-Geschlecht zu Aschei'ftleben und Planner zu Halle. — Johann 
Trautenbuhlen, Magdeburgischer Kanzler, gest. 1585, empfing 156G 
auf dem Reichstage zu Augsburg, im Auftrage des Erzbischofs Sigis- 
mund von Magdeburg, Magdeburgische und Halberstädtsche Lehne; 
Johann v. T. , geb. 1564, starb 159G als Canonicus zu St. Nicolai in 
Magdeburg und Johann Christoph v. Tr. , s. oben, starb als der Letzte 
des Stammes 20. Aug. 1673. 

Freih. v. Ledebur, 111. S. 24 und 3'Sl. 

Trautenburg, v. der Trautenburg, genannt Beyern (in Blau ein 
aus dem, an der linken Schildesseite befindlichen Gebüsche hervor- 
brechendes, silbernes Windspiel mit rothem, beringten Halsbande). 
Magdeburgisches und Halberstädtsches Adelsgeschlecht, welches be- 
reits 1600 zu Neu -Haldensleben und 1627 zu Dcrneburg, zu Horn- 
hausen und Ottleben s'ass-und noch 1750 zu Derneburg, Hornhausen 
und Ottleben begütert war. 

Freih. v. Ledebur, III. S. 24. — HaUvrstIdtecher Stifts -Kalender von 17r.4. — v. Meding, I, 
S. 617. — Suppl. xn Sicbm. W. B. II. 2t). 
Knetehke, Deutsch. Adels -Lex. IX. 17 "^ 



— 258 — 

Trantmann (im Schilde drei über da« Kreuz gelegte Strcitkolben). 
Ein nach Anlange des 17. Jahrhundert in ^leklenburg vorgekommeues 
Adelsgeschlecht. — Magnus u. Ernst v. Trautmann zu Gross -Schön- 
feld wurden 1603 zur Ritterschaft des Landes Stargard gerechnet. 

Freih. v. Ltdebur, Jü. S. 24 and 351. 

Trautson, Trautson za Falckenstein , Trantsolm, Freiherren, 
Grafen u. Fürsten (Schild geviert mit blauem Mittelschilde und in 
demselben ein silbernes Hufeisen. 1 in Gold ein schwarzer Doppeladler 
mit kaiserlicher Krone und mit silbernem, mit einem R. bezeichneten 
Brußtschilde; 2 in Roth ein silberner Querbalken und im Felde ein 
dreispitziger Felsen, auf welchem ein Falke von natürlicher Faibe 
sitzt; 3 in Silber auf einem schwarzen Dreiberge ein schwarzer Hahn 
u. 4 in Uold ein halber schwarzer Rock, unten mit rothen Flammen). 
Reichs- Frei herrn-Graten - und Fürstenstand. Grafendiplom von 1598 
für Paul Sixtus Freiherm v. Trautson, kaiserl. Geh. Rath und Statt- 
halter in Oesterreich, mit der Freiheit Münzen prägen zu lassen und 
Fürstendiplom von 1711 für Leopold Donatus Grafen v. Trautson 
zu Falckenstein, k. k. Geh. Rath und OberstKofmeist'er, wegen seines 
uralten gräflichen Herkommens, und zwar mit dem üebergange auf 
die Erstgeburt. — Altes, tiroler Rittergeschlecht, welches im lü. 
Jahrhunderte unter K.Maximilian 11. nach Oesterreich kam, seit 1452 
die Erbmarschall -Würde in Tirol und seit lt)20 das Oberste Erb- 
Hofmeister-Amt in Nieder-Oesterreich besass. — Zuerst wird meist 
Bartholomaejis Tr. genannt, welcher um 1134 lebte und nach Gr. 
Brandis kommt zuerst Conrad Tr. vor, welcher in einem Diplome 
von 1178 unter vielen Grafen u. Herren die oberste Stelle einnimmt. 
Die Isachkommen des Letzteren erhielten die Herrschaften Matray, 
Reiffeneck und Falckenstein und nannten sich nach denselben. Die 
Herrschaft Matray erhielt Gervicus v. Tr. durch Vermählung und 
Johannes Tr. v. Matray, Ritter und Freiherr, war im 15. Jahrh. bei 
drei Kaisern Geh. Rath, Oberst-Hofmarschall und Burggraf, in Tirol. 
Vom Grafen Paulus Sixtus, s. oben, stammte Graf Johann Franz, kais. 
Geh. Rath, Oesterreich isclter Marschall und der Kieder-Oesterr. Lan- 
desregierung Präsident, welcher lü63 starb und zwei Söhne, Franz 
Eusebius u. Leopold Donatus hinterliess. Franz Eusebius, k. k. Geh. 
Rath u. Oberst-Erbland-Hofmeister starb 1718 im 88. Lebensjahre u. 
von seinen Söhneil war Franz Anton, k. k. Kämm,, gest. 1738, un- 
vermählt, der jüngere aber, Vitus Eusebius, Domherr zu Passau und 
Olmütz, insulirter Propst ad St. Johann, liaptistam zu Sambeck in 
Ungarn und des Kgr. Ungarn Prälat, Inhaber der Herrschaft und 
Propstei Steinach, hatte die Trautsonschen Herrschaften und Güter 
geerbt und wurde 1738 mit denselben belehnt. Der Bruder des Franz 
Eusebius: Leopold Donatus, kais. Geh. Rath und Ober -Kämmerer, 
erhielt, s. oben, 1711 den Reichs-Fürstenstand und wurde im folgen- 
den Jahre zum Reichshofraths-Präsidenten ernannt, nahm aber diese 
Stelle nicht an. 1715 wurde er Ober-GouVerneur des Banco-CoUegii 
zu Wien. Derselbe starb 1724 u. hinterliess vier Söhne, von welchem 
der Ael teste in Folge des Kaiserl. Diploms über die Fürstenwwde 



— 25Ö — 

den Fürstlichen Titel annahm. Derselbe, Fürst Johann Wilhelm I., 
geb. 1700, k. k. Geh. Rath, Erblund-Hofmeister in Oosterreich, Erb- 
Landmarschall in Tirol und bis 1730 Reichshofrath, hatte sich in 
erster Ehe 1722 vermählt mit Maria Anna Josepha Grl. Ungnad v. 
Weissenwolff, gest. 1729, ans welcher Ehe nur eine Tochter, Maria 
Rosalia Ernestina, am Leben blieb. Die zweite Ehe mit Marik Fran- 
zisca Grf. v. Mansleld war kinderlos. Die drei Brüder des Fürsten 
Johann Wilhelm I. waren: Graf Anton' Emst, Ritter des Maltheser- 
Ordens und k. k. Kämm., Graf Johann Joseph, geb. 1704, Domherr 
,zu Salzburg und Passau, Abt zu Peckard in Ungarn u. Graf Ludwig 
Franz, geb. 1718. An Letzteren kam später die Fürsten würde und 
mit dem Fürsten Johann Wilhelm IL, welcher 31. Oct. 1775 ohne 
männliche Erben starb, erlosch der Mannsstamm des alten Hauses 
und mit der dritten Gemahlin desselben, Maria Caroline Freiin v. 
Hager zu Altensteig, der Letzten des fürstlichen Hauses, ist dasselbe 
12. Jan. 1793 gänzlich ausgestorben. 

Sueelini Stemmatogr. III. S. 241. — Or. Brandts, II. 94. — Sptner, S. 352 und 552. — Gr 
V. Wurmbrtmd, S 273. — Hübner, II. Tab. 363 — 65. — Seifert, Oeneal. Beschreib, aller Reichs 
grafeD, S. 6ö. — Sinafiua, 11. S. 262. — Freih. v. lloheneck, II. S. 726 u ff. - Gauhe, 1. 8 
26»]— tfS. — Zedier, 46. 8. 271—86. - Jaeobi, 1800, I. 8. 460. — Freih. v. Ledebur, III. 8. »4 
— Sitbmaeher, 1. 23: Traatson , Freiheiren, II. 16 und III. «J8. — Der Durchlaucht. Welt Wappen 
kalender auf 1788. Tl^. 89 u. S. 51: Stanuntafel u. Wappen des FUisten v. Trautson. — Supplem 
xa Siebm. W. B. VI. 2: Fst. Tr. 

Tranttmansdorf , Grafen und Fürsten (Schild geviert, mit von 
Koth und Silber der Länge nach getheilteni Mittelschilde, und in 
demselben schwebend eine Rose von gewechselten Tincturen: Stamm- 
wappen; 1 von Silber und Roth sechsmal schrägrechts getheilt:' Cas- 
telalt; 2 und 3 in Silber drei übereinander schwebende, rothe Hüte 
mit herabhängenden, zugeknöpften Bändern: Höltzler und 4 von 
Roth, Silber und Gold halb in die Länge und ganz quergetheilt : 
Kirchberg). — Reichsgrafen- und Fürstenstand. Grafendiplom von 
1G23 für Maximilian Freiherm v. Trauttmansdorf (1619 Abgeord- 
neten auf dem Kaiserwahlconvente) und für die Brüder desselben, 
Sigismund Friedrich und Johann David Freih. v. Tr. , zugleich mit 
Verleihung des Oberst- Erbland- Hofmeister- Amts an die Familie 
und Reichsfürstondiplora von 1805 für Ferdinand Reichsgrafen v. 
Trau ttmansdorff (Trau ttmannsdoi^ff), k. k. Kämmerer, Geh. Rath und 
Staats- und Conferenz- Minister, nach dem Rechte der Erstgeburt 
— Altes, nach Einigen aus Steiermark, nach Anderen von den ehe- 
maligen Grafen von Tirol stammendes, böhmisches und österrei- 
chisches Geschlecht, welches schon 984 bekannt gewesen soll. 
Zu Eiid^ des 13. Jahrhunderts kommt das Geschlecht in Oester- 
reich urkundlich vor und besass in Steiermark das gleichnamige 
SchlosK, so wie in Niederösterreich ein anderes desselben Namens. — 
Die Familie breitete bald sich weit aus: in der zwischen Rudolph v. 
Habsburg und dem Könige Ottocar II. von Böhmen bei Laa auf dena 
Marchfelde unweit Wien 1278 gelieferten Schlacht fielen 14 Sprossen 
desÄtammes und nach der zwischen dem Gegenkaiser Ludwig von 
Bayern u. Friedrich dem Schönen von Oesterreich 1322 bei Mühldorf 
geschlagenen Schlacht lebten von Achtzehn in derselbeji kämpfen- 

17* 



— 260 -^ 

den Gliedern des Geschlechts nur noch zwei, oder nach einer anderen 
Angabe von dreiundzwanzig noch drei. — Zu Anfange des IG. Jahrh. 
blühten fünf Linien: die Linie David's in Oesterreich, LeopoJd*8 in 
Tirol und die Andreische, W'ilhelmsche und Ehrenreichische Linie 
in Steiermark. Die vier letzteren sind schon lange erloschen. Die 
David'sche Linie theilte sich gegen Ende des IG. Jahrh. durch zwei 
Brüder, Job Hartmann in Oesterreich und Hans Friedrich in Steier- 
mark, in zwei Hauptlinien, von welchen die altere, die Johann Hart- 
manns Linie , welche später die Ehrenreich-TrauttmansdorfiTsche Ne- 
benlinie in sich fa.sste, nach Anfange des 19. Jahrh. erloschen ist, die 
jüngere aber, die Johann - Friedrichs Linie, durch Hans Friedrich'« 
jüngsten Sohn, Maximilian, geb. 1584, dauern^ fortgesetzt wurde. 
Letzterer, s. oben, brachte mit seinen Brüdern 1623 den Reichsgra- 
fenstand in die Familie, erlangte die Herrschaft Weinsberg und 1G31 
die Aufnahme in das Schwäbische Grafen- Collegium, schloss 1635 
den Prager- und 1648 den Westphälischen Frieden und ist der 
Stammvater aller noch lebenden Sprossen des Hauses. Derselbe starb 
1651) und hinterliess aus seiner Ehe mit Sophia Grf. Pälffj sieben 
Söhne, für welche er eben so viele Fideicommisse mit wechselsei- 
tiger Substitution stiftete , doch nur zwei derselben hatten dauernde 
Nachkommenschaft und zwar stiftete der älteste Sohn, Adam Mat- 
thias, gest. 1684, die nun für den jew^eiligen Aeltesten nach dem 
Hechte der Erstgeburt gefürstcte Linie in Böhmen und der jüngste 
Sohn, Georg Sigmund, gest. 1708, die steiermärkische Linie. Die 
böhmische Linie spaltete sich durch zwei Sohne des Stifters, Adam 
Matthias, in <zwei Aeste, den älteren, jetzt fürstlichen Ast, oder die 
'Nachkommenschall Rudolph Wilhelms, gest. 1689 und den jüngeren 
reichsgräflichen, oder die Kachkommenschaft Sigmund Ludwigs, 
gest. 1707, die steiermärkische Linie aber trennte sich mit des Stif- 
ters Enkeln in zwei Aeste, den von Sigmund Ernst, gest. 1752, stam- 
menden ersten und den von Weicard Joseph absteigenden zweiten 
Ast. — Aus dem älteren, sjmter fürstlichen Aste der böhmischen 
Linie wurde Graf Franz Norbert, geb. 1705 und gest. 1786, mit 
meinen Nachkommen und den vom Grafen Alaximilian, gest. 1650, 
stammenden Agnaten 1778 in das Schwäbische Keichsgrafen-CoUe- 
gium mit Sitz und Stimme, wozu dieses Haus schon 1631, s. oben, 
eingeführt gewesen, aufgenommen. Graf Ferdinand — Sohn des 
Grafen Franz Norbert — kaufte die reichsunmittelbare Besitzung 
Umpfenbach bei Miltenberg am Main, worauf derselbe, wie ange- 
geben, für sich und seine Nachkommen die reichsfürstlicl^e Würde 
erhielt und Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat he erlangte. Um- 
pfenbach wurde zur gefüreteten Grafschaft erhoben, später aber, 
1812, verkauft und steht jetzt unter Staatshoheit der Krone Bayern, 
dem fürstlichem Hause Löwenstein -Wertheim -Freudenberg, VoU- 
rathischer Linie, zu. — Der Grundbesitz de«s Gesammthauses Trautt- 
mansdorff ist sehr bedeutend. Dasselbe besitzt als Fidei - Comipissc 
die Herrschaften Teinitz und Gitschin in Böhmen, Hall und Walters- 
dorf in Oesterreich und Trauttmansdorff, Gleichenberg und Negau in 



— 261 — 

Steiermark, so wie die Allodialgüter: Poiiiggl in Steiermark, Lipnitz, 
Heraletz, Zabielitz und Ko^tel in Böhmen und Trauttmansdorff und 
Fragsburg in Tirol. — Der Personalbestand des Gesammthauses 
wird jetzt iu zwei Linien, der Böhmischen, oder Adam - Matthias- 
Linie, mit dem Gefursteten Zweige und dein im Mannsstamme aus- 
gestorbenen Seitenzweige und in der Steyrischen- oder Georg- 
Sigmunds -Linie, welche in zwei Zweige, dem älteren auf Gleichen- 
berg und dem jüngeren auf Trauttmansdorff in Tirol, geschieden ist, 
aufgeführt. — Stammreihen beider Linien mit den Unterlinien der 
Georg- Sigmunds -Linie in Steiermark finden sich in dem Werke: 
Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart, so wie in dem Gothaischen 
Genealogischen Taschenbuche, 1862, S. 224 — 26. — Haupt der ge- 
fursteten Zweige der Böhmischen- oder Adam -Matthias -Linie ist: 
Fürst Carl, geb. 1845 — Sohn des 1859 verstorbenen k. k. Generals 
der Caval. Fürsten Carl aus der Ehe mit Maria Anna Prinzessin v. 
und zu Liechtenstein, geb. 1820 — Fürst zu Trauttmansdorff- Weins- 
berg und Neustadt am Kocher, gefürsteter Graf auf Umpfenbacb, 
Freiherr auf Gleichenberg, Negau, Burgau und Totzenbach, Herr 
auf Horschau-Teinitz u. s. w. , k. k. österr. erblicher Reichsrath. Der 
Bruder des Fürsten Carl, neben fünf Schwestern, ist: Graf Fer- 
dinand, geb. 1855. — Haupt des älteren Zweiges auf Gleichenberg 
der Steyrischen- oder Georg-Sigmunds-Linie ist: Maximilian Weich- 
hard Gr. zu Trauttmansdorff -Weinsberg, Freili. auf Gleichenberg, 
Negau u. Totzenbach, Herr auf Teinitz und Bertholdstein, geb. 1842 
— Sohn des 1849 verstorbenen Grafen Thaddäeus aus der Ehe mit 
Maria Grf. v. Woracziczky-Bissingen, geh 1821, verm. 1831 — Erb- 
landhofmeister in Steiermark. Die Schwestern desselben sind: Grf. 
Antonia, geb. 1840 u. Grf Anna, geb. 1841. — Haupt des jüngeren 
Zweiges auf Trauttmansdorff in Tirol ist: Joseph Graf Trauttmans- 
dorff-Weinsberg, geb. 1807 — Sohn des 1809 verstorbenen Grafen 
Jphann Nejpomuk, k. k. Kämmerers, Geh. Raths und niederÖsterr. 
Land-Marschalls, aus der Ehe mit Maria Therese Grf v. Nadasd, 
verm. 1797 und gest. 1847 — Freiherr auf Gleichenberg, Negau, 
Burgau und Totzenbach, Herr auf Teinitz, Trauttmansdorff, Frags- 
burg, Woleschna u. Poniggl, Erblandhofmeister in Steiermark, k. k. 
Kämm, und Rittmeister in d. A., Besitzer des Fideicommisses der 
Ernst-Sigmunds-Linie Hamraerschmidt. 

Prodrom. Oloriae Eragensis, S. 730. — Gr. v. Jircmdh, S. 94. — Durchl. Welt, Ausg. von 1710, 
S. 442— 67, — Sinapius, U. S. 2ft4. — Hühner, H. Tab. 572—78. — Freih v. Hohetuek, II. S. 720. 

— Oauhe, II. S. 1179—85. - Zedier, 46. S. 257- 70. — Jacnbi, 1800. 11. S. 63-65. — Hormeyer 
Frtih. V. Hortenburg, Archiv für Geographie u. s.w. VIII. Jahrg. S. .822—26: Das Fabior-Oeschloclit 
der Trautmannsdorfer, aus des Freih. v. Stadel stejer. Ehrensp. durch Ritter v. Kalchberg mitgetheilt. 

— Megerle v Mühlfeld, S. 9. — Sehmutt, IV. S. 208 n. 209. — Allgcm. genealog. Handbuch, 1824. 
I. S. 878—76. — V Schönfeld, I. S. 88—41. — Ma$ch, S. 174—76. — Oen.-histor. statlst. Almanach, 
Weimar, 9. Jahrg. für 1832, S. 418 und i9. — Deutsche Orafenh. d. Gegenw. II. S. 575—78. — 
Frtih. V. Ledebur, III. S. 24. — Goth. Hofkalender und genealog. Taschenh. 1836. S. 247, 1848, 
S. 226, 1860, S. 208, 1862, S. 224—29 u. flf. Jahrgg. — Siebmacher. I. 20: Freih. v. T. V. 10: Gf. 
V. T. und VI. 12: Gr. v. T. — Spener , Tab. 24 und S. 549. — Trier, Tab. 82 und S. 582—84. 

— V. Meding, III. 8. 673—76. — Suppl. «u Siebm. W. VI. 20: Gr. v. T. 

Trantvetter, anch Freiherren (Schild quergetheilt : oben in Silber 
ein aufwachsender, rother Ochse, rechts^ wie links, von einem gol- 
denen Sterne begleitet u. unten in Gold zwei schrägrechte, schwarze 



— 262 — 

Balken. Schwedischer Adels- und Freihernißtand und AdelBstand 
des Kgr. Sachsen. Schwedisches Adelsdiplom vom 31. Mai 1684 
für Hermann Georg Trautvetter und Freiherrndiplom vom 2. März 
1720 ftir Johann Reinhold v. Trautvetter und k. sächsisches Adels- 
diplom vom 23. Mai 1825 für Friedrich Wilhelm Trautvetter, k. 
sächs. Hofrath u. Agenten bei der k. sächs. Gesandtschaft in Peters- 
burg. — Die aus Schweden stammende Familie v. Tr. wurde auch 
in Oötpreussen und Pommern begütert und sass zu Görken unweit 
Mehrungen und 1733 im Franzburgischen zu Batevitz u. Hohendorf. 
Einem anderen Geschltichte gehörte der Emplanger des k. sächs. 
Adelsdiploms von 1825 an, doch giebt auch letzteres duA oben be- 
schriebene Wappen an. — Friedrich Wilhelm v. Tr. war 1782 zu 
Witzelrode in Sachsen Meiningen geboren. 

HandschrifU. NoHien. — Freih. v. Ledebur, 111. 24 u.S51. — Schwed. W. B. ISO: Freih. v. T. 
— W. B. d. SSchs. Staaten, VIU. Ö8. v. Tr. 

Tranttweiler v. Stnrmhag. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1813 für Joseph Tranttweiler, k. k. Oberstwachtmeister, mit: 
V. Sturmhag (Sturmbcgg). Der Stamm blühte fort: Joseph Trantt- 
weiler V. Sturmbegg war in neuester Zeit k. k. Lieutenant. 

Jfegerle v. Mühl/eld, S. 276. — MUitalr-Schematism. des Osterr. Kattcrthoms. 

Traatzschen (in Schwarz drei silberne Querbalken). Adels- 
stand des Kgr. Sachsen. — Die hächsische Familie v. Trautzschen 
stammte aus dem Stammhausc Wittgendorf bei Zeitz u. zu derselben 
gehörte der in kursächs. Militairdiensten stehende Hans Carl Hein- 
rich V. Trautzschen» w^elcher 1798 Oberst u. Gouvernements-Adjutant 
in Dresden wurde. Der letzte Sprosse des Geschlechts, der k. sächs. 
Major v. Trautzschen — w^ohl der Sohn des eben genannten Obersten 
V. T. — hatte im Testamente gewünscht, dass sein Pflegesohn, Carl 
Friedrich Siedel, k. preuss. Hauptmann a. D. und Lehrer im Plan- 
zeichnen an der k. sächs. Forstacademie zu Tharand, Wappen und 
Namen der Familie v. Trautzschen fortführen möge, welcher Wunsch 
denn auch vom Könige Friedrich August I. von Sachsen durch Diplom 
vom 20. Jan. 1821 ertüllt wurde. Von den Nachkommen des Stifters 
de« neuen Stammes wurde Otto Carl Hermann v. Trautzschen im k. 
sächs. Steuerwesen bedienstet und Iludolph Hans v. T., Beamter der 
sächs.-böhmischen Staatsciscnbahn. 

Handuchrlftl. Notlien. — W. B. d. Süchs. Staaten, IV. 89. — Knesehke, IV. S. 414. 

Tranwitz, auch Tranwitz -Weisshanpt, Weishanpt Ritter y. 
Tranwitz (Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein schwarzer Adler und 
2 und 3 in Roth ein grüner Lorbeerkranz und in der liflitte desselben 
ein geharnischter , mit einem Pfeile bewaffneter Arm). Böhmischer 
alter Adels- und Ritterstand, Diplom des böhmischen alten Adels- 
standes vom 25. Dec. 1(566 für Johann Lorenz Trauwitz und Ritter- 
diploni vom 10. Oct. 1702 für Johann Heinrich Weisshaupt, Gutsbe- 
sitzer in Schlesien, mit: v. Trauwitz. — Johann Laurentius v. Trau- 
witz hatte 1G56 das Indigenat in Ungarn erhalten und machte sich 
dann in Schlesien mit zwei Rittergütern: Bischkowitz bei Nimptsch 



— 263 — 

und Karausche bei Trebnitz ansässig. Später, 1720, war Scblano- 
witz unweit Wohlau und 1749 noch Pirschen bei Trebnitz in der 
Hand der Familie. • 

Sinapitu, II. S. 981 und 82. — Oauke, U. S. 1186. - Jtfegerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 2*?: 
Weisihaupt Hitter ▼. Trauwitz. — v. HeUbach, II. S. 600. — Freih. v. Ledebur, III. S. 2b. -~ 
V. Meding, III. S. 676 und 77. — W. B. der Sachs. Staaten, X. 89. 

Travelmaiin (Schild von Gold, Blau und Silber in drei Theile 
quergetheilt, ohne Bild), j^lünstersche Erbmänner, welche schon 1362 
zu Wervoldink, 1379 zu Biughehus, Ebbeldink u. Suthorp und noch 
1600 zu Kewinghof und 1610 zu Amelingbüren angesessen waren. 
Die Familie gehörte auch zu der Lübeckschen Ritterscliaft. 

Freik. v. Ledebur, TTI. S. 25. 

Trebis. Altes, thüringisches Adelsgeschlecht, aus welchem 
Hans V. Trebis auf Grossneu hausen an der Lqfsa im Weimarschefl 
noch 1560 zu den Stolbergischcn Leim-Leuten gehörte. 

Freih. v. Ledebur, III. S. 25. 

Trebnitz (im Schilde eine blaue Kose: Stamm Poray). Ein zu 
dem in Ost- u. Westproussen begüterten Adel gehörendes Geschlecht, 
welches in der zweiten Hallte des vorigen Jahrhunderts zu Fehlau, 
Kobulten, Krämershof, Mengen, Storlus und Jelenice sass. 

Freih. v. ledebur, III. S. 25. 

Trebra (in Schwarz zwei schrägrech tc, goldene Balken). Altes, 
sächsisches, besonders thüringisches und mansfcldisches Adelsge- 
schlecht, welches schon 1207 genannt wurde und später auch nach 
Franken, Pommern und Ostpreussen kam. Dietrich v. Trebra unter- 
zeichnete 1225 eine Querfurtsche Verleihung einiger Güter zu Kie- 
denbutg an das deutsche Ordenshaus zu Halle; Friedrich v. T. begab 
sich 1227 mit dem Landgrafen Friedi'ich dem Frommen in das ge- 
lobte Land und Martin v. T. kommt 1240 bei Bestätigung eines 
Kaufes des Klosters Dobrilugk vom Markgrafen Heinrich dem Er- 
lauchten als Zeuge vor; Eckard v. T. war 1250 Landcomthur des 
deutschen Ordens in Thüringen und Heinrich v. T. 1270 markgräfl. 
meissenscher Protonotar (Kanzler). — Die ordentliche Stammreihe 
beginnt Val. König mit Albrecht v. Trebra, Amtmann zu Sachsen- 
burg, um 1403 und al^* Stammhaus wird das schon in sehr früher 
Zeit vorgekommene Rittergut Nieder- und Ober- Trebra an der Hm 
im Weimarschen angenommen , auch wird bereits 1225 im Schwarz- 
burgischen ein den ]J^amen der Familie führender Sitz genannt. — 
Von Albrecht's v. T. Nachkommen wurden namentlich bekannt: 
Hans Caspar, welcher 1678 als kaiserl. Bittmeister starb, nachdem 
er die katholische Religion angenommen; Hans Friedrich, Bruder 
des Vorigen, Landes-Aeltester des Fürstenthums Querfurt, gest. 1701 
und zwar mit Hinterlassung eines Sohnes: Caspar Friedrich auf 
Reinsdorff, gest. 1714 als herz, sachnen-weissenf Oberst^achtmeister 
und Commandant zu Heldrungen und Vater zweier Söhne: Christoph 
Friedrichs auf Brau nsroda, Kammerjunkers am herz. Hofe zu Weimar 
und Caspar Wilhelms auf Reinsdoi*ff', Kammerjunkers am h. weissenf. 



— 264 - 

Hofe; Caspar Wilhelni, um 1680 kui^nächs. Oberstlientenant; Cürt, 
früher Rittmeister in den ungarischen Kriegen, später, 1637, ge- 
storben als Gräflicher Burggrat' zu Mansfeld und Adam Heinrich v. 
Tfebra, h. sachs. weissenf. Ober-Schenk, welcher 1717 die Heldrun- 
gische Linie schloss und seine Güter: Braunsroda und Brettleben an 
die Vettern der Querlürt-Mansfeldischen Linie verföllte. — In letz- 
terer Linie hat der Stamm in Sachsen und Preussen dauernd fortge- 
blüht und in beiden Ländern waren Sprossen desselben bedienstet. 
In Sachsen, wo das Geschlecht das Kittergut Polenz bei Grimma 
und Ober- Forchheim p. r. an sich gebracht, zeichnete sich dasselbe 
namentlich durch Friedrich Wilhelm v. Trebra aus, welcher in den 
80er Jahren des vorigen Jahrh. kursächs. Berghauptmann war und 
noch in neuer Zeit lebte in Ober-Forchheim Carl Heinrich Hiero- 
nymus v. T. , welcher 1818 als k. sächs. Hauptmann in die Armee- 
Reserve versetzt wui^e und in Dresden als Privatmann Hans Eduard 
V. T. In Sachsen hat übrigens laut amtlicher Bekanntmachung vom 
28. Jan. 1854 der Oberförster Johannes v. Trebra zu Schneeberg die 
Königl. Erlaubniss erhalten, mit seinen Kachkommen den Namen „v. 
Trebra-Lindenau" annehmen und führen zu dürfen u. mit dem ange- 
stammten Wappen das Lindenauische Wappen zu vereinigen. — Im 
Kgr. Preussen, wo mehrere Familienglieder und unter diesen nament- 
lich der frühere Capitain im Generalstabe v. T. , um 1839 Major im 
5. Infant.-Kegim. , in der Armee gestanden, waren 1857 nach Bauer 
im Kr. Eckartsberga noch begütert: die Gebrüder Bartholomaeus, 
Eduard und Robert v. Trebra auf Braunsroda und Brettleben und 
die Gebrüder Carl Gottlob Heinrich Hieronymus v. Trebra, Haupt- 
mann und Johann Oscar v. T. auf Reinsdorf 

Spangenberg, Adelssp. II. S. 209. — Valtnt. KUnig, HI. S. 1126 — 41. — Oauhe, I. S. 2698 u. 
94. — Zedier, 45. S. 321 30. — Biedermann, Canton Ottcnwald, Tab. 341. — v. Uecktritz, Ge- 
•chlechts-Erxühlungen. I. Tab. 11 und 12 und Dei^selben diplomat. Nachrichten ron 1663 — 1785 aus 
▼enchiedenen Kirchcnbb. Vll. S. 67 — 70. — N. Pr. A.-L. V. S. 448. — FreiK v. Ledebur, III. S. 
26 und 351. — Siebmacher, I. 170: v. Trebra, Silchsisch. — w. Meding , I. S. 617. — W. B. der 
SVchs. Staaten, V. 93. — Kneschke, III. S. 421 und 422. 

Trebns. Altes, berliner Patricier-Geschlecht, welches im Bar- 
nimschen schon 1375 zu Grunow und Werneuchen und noch um 
1687 zu Eggersdorf sass. Dasselbe ist wohl mit Georg Christoph 
Y. Trebus, welcher 1687 starb, erloschen. 

Freih. v. Ledebur, IIT. S. 26. 

Treehow (im Schilde zwei, mit in die Hohe gekehrten Sachsen, 
neben einander stehende Flügel). Altes, längst ausgestorbenes, mek- 
lenburgisches Adelsgeschlecht. 

V. Meding, III. S. 677: nach dem MS. abgegangener meklenburg. Familien. 

^ Treffenfeld , Henning v. Treffenfeldt (in Blau ein silberner , ge- 

harnischter, mit Schwert bewaffneter Arm). Kurbrandenburgischer 
Adelsstand. Kurfürst Friedrich Wilhelm erhob am Tage der Schlacht 
von Fehrbellin, 18. Juni 1675, in denselben, wegen grosser Aus- 
zeichnung, seinen Obersten von der Cavalerie, Joachim Henning, 
unter dem Namen: v. Tretfenl'eld. Der Erhobene, wegen neuer Aus- 
zeichnung 30. Jan. 1679 zum Generalmajor befördert, starb 1689 



— 265 — 

als Herr der pommernechen Güter Pla^tlin ttei Üemniin und Priemen 
unweit Anclara. Der Stamln blühte fort und war in der Ahmark 
1710 zu Holzhausen, 1713 zu Carritz, Dobberkau, KÖnnigde, !N"euen- 
dorf, Schäplitz und Wollenhagen und noch 1756 zu Wollenhagen 
und 1769 zu Dobberkau und Könnigde begütert. 

V. Beibach, U. S. 606. — N. Fr. A.-L. IV. S. »72. -- Freih. v. Ltdebur, III. S. 26. — W. B. 
d. Freuss. Monarchie, IV^. 77. 

Treitschke (Schild geviert: 1 in Gold eine schrägrech ts gelegte, 
fünfblättrige, rothe Blume mit zwei grünen Blättern an einem grünen 
Stengel; 2 und 3 (1 und 2 im zweiten und 2 u. 1 im dritten Felde) 
silberne, sechseckige Sterne und 4 in Gold ein schrägrech ts mit der 
Spitze nach oben gelegtes, blosses Schwert mit goldenem Griffe). 
Adelsstand des Kgr. Sachsen. Diplom vom 25. Juli 1821 für die 
Gebrüder Friedrich Adolph Treitschke und Eduard Heinrich T. Sous- 
Lieutenants in der k. sächs. Infanterie. Die amtliche Bekanntmach- 
ung dieser Erhebung erfolgte 23. Oct. 1821. — Die Empfänger des 
Diploms stammten aus einer in Folge der Religionsunruhen im 17. 
Jahrh. aus Böhmen nach Sachsen gekommenen Adelsfamilie, welche 
später den Adel ablegte, das Familienwappen aber beibehielt. Das- 
selbe unterschied sich, was den Schild anlangt, Ton dem angegebenen 
Wappen nach dem Diplome von 1821 nur dadurch, dass sich im 4. 
rothen Felde ein schräg rechtsgestellter Anker fand. Es ist daher 
auch das Diplom von 1821 als Erneuerungs- Diplom des alten Adels 
mit Wappen Verbesserung aufgeführt worden. — Eduard Heinrich v. 
Treitschke, geb. 1796 in Dresden, stieg in der Sächsischen Armee 
von Stufe zu Stufe; wurde 1848 Oberst, 1849 Generalmajor u. Com- 
niandant der 2. Infanterie -Division und war später und noch 1866 
Gencrallieutenant und Commandant der Festung Königstein. Von 
seinen Söhnen ist D. Heinrich v. Treitschke Professor der Geschichte 
an der Universität Heidelberg und Heinrich Leo v. T. k. sächs. Ober- 
lieutenant. 

H»ndschrifa. Notiz. — Dresdner Kalender zum Gebr. für die Residenz, 1847, S. 190 und 1849. 
. 172. — Freih. v. Ledebtir, 111. S. 851. — W. B. der Süchs. Staaten, VI 98. — Kneschke, I. S. 44. 

Trenbach (Schild geviert: 1 u. 4 quergetheilt: oben in Schwarz 
drei an einander stossende, goldene Wecken und unten Gold ohne 
Bild und 2 und 3 in Silber der rechtsgekehrte Kopf und Hals eines 
rothen Vogels, welcher im Schnabel einen schrägrechts gelegten, 
goldenen Stab hält). Altes, aus Ungarn nach Bayern gekommenes 
Adelsgeschlecht, welches früher den Namen Wackher führte und 
lange in Ungarn bei Griechiftch-Weisscnburg wohnte, von wo vier 
Brüder Wackhers um 900 nach Bayern kamen, den väterlichen 
Xanien ablegten und sich nach den von ihnen erkauften Schlössern 
nannten. Diemo fing die Linie zu Leberskirchen, Stephan die zu 
Zachendorff, Peter die zu Groppenstein und Azel die zu Trci>bach an. 
— Urban v. Trenbach starb 1598 als Bischof zu Passau u. der Sohn 
seines Bruders, Johann Georg v. T. , setzte den Stamm fort, doch 
ist nicht bekannt, dass derselbe noch in neuerer Zeit geblüht habe. 

Bucelini Stwnmatogr. P. HI. — Gauhe, Tl. S. 1186. — Zedhr. 45. S. 389. — Siebmacher, I. 
88: T. Trenbach^ Bajerisch. 



— 266 — 

Trenck , Treiik , v. der Trenk , ancli Freiherren nnd Grafen (in 
Roth der vorwärtsgekehrte Kopf eines »rlbernen Stieres, dessen gol- 
dene Homer von zwei goldenen Sternen begleitet sind: Stamm- 
wappen und grälliches Wappen: Schild geviert, mit schwarzem Mit- 
telschildo und in demselben eine linksgestellte, silberne Taube, 1 u. 
4 in Roth der vorwärtsgekehrte Kopf eines silbernen Stiers mit gol- 
denen Hörnern und 2 und 3 in Blau zw^ei neben einander stehende, 
sechsstrahlige, goldene Sterne). Erbl.-österr. Ritter- n. Preussischer 
Grafenstand. Ritterdiplom von 1783 für Friedrich v. der Trenk, 
k. k. Oberstwachtmeister und Grafendiplom vom 5. Juni 1798 für 
Carl Albrecht v. der Trenck, Besitzer der Gross - Scharlacker Güter 
unweit Labiau in Ostpreussen, nach dem Rechte der Erstgeburt. — 
Altes, ursprünglich fränkisches, schon im 13. und 14. Jahrhundert 
vorgekommenes Geschlecht, welches mit dem deutschen Orden nach 
Preussen kam und vom Herzoge Albrecht von Preussen 25. Oct. 1533 
mit den scharlacker Gütern im Amte Labiau, so wie vom Kurfürsten 
Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg 5. April 1652 mit dem Gute 
Goldbacli unweit Wehlau belehnt wurde und auch* mehrere andere 
Güter erwarb. Johann Albrecht v. d. Trenck (ein den Namen des 
Geschlechts führender Sitz lag unweit Fischhausen) war 1655 Hof- 
gerich ts-Präsident zu Königsberg und Christian Albrecht v. d. T. kur- 
brandenburgischer Rittmeister. Von Letzterem entsprossten zwei 
Söhne, von denen der Aeltere, Christoph Ehrenreich, gest. 1740, k. 
preuss. Generalmajor und V^ater mehrerer Kinder, der Stammvater 
der preussischen v. d. Trenck wurde. Durch den zweiten Sohn des- 
selben, Johann Heinrich, welcher zur katholischen Kirche übertrat, 
die Herrschati Pi^estorat in Slavonien erwarb u. 1742 als k.k. Oberst 
und Commandant der Festung Leutcha starb, bildete sich in Oester- 
rcich eine Nebenlinie, welche aber schon wieder mit des Stifters 
Sohne, dem bekannten Franz Freih. v. d.T. , k. k. Panduren Obersten 
geb. 1711 und gest. 1749 auf dem Spielberge bei Brunn, erlosch. 
Der ältere Sohn Christoph Ehrenreichs: Friedrich Wilhelm, geb. 1726, 
k. k. Major a. D. , fiel nach einem sehr bewegten Leben, welches der- 
selbe 1786, eben so, wie Freiherr Franz das seinige 1745, selbst be- 
schrieben hat, im Juli 1794 zu Paris unter der Guillotine und zwar 
bei Robespierre^s Herrschaft als angeblicher Geschäftsträger fremder 
Mächte. Durch ihn wurde die Familie abermals nach Oesterreich 
verpflanzt und von seinen Söhnen starb Joseph Freih. v. d. T. 9. März 
18ö5 als k. k. Feldmarsch.-Lieutenant. — Von Christoph Ehrenreich's 
Nachkommen, zu w^elchen auch Friedrich Ludwig v. d. Trenck, k. 
preuss. Generalmajor, gest. 1797, gehörte und von w^elchen auch 
noch Glieder im Kgr. Sachsen leben, erhielt Carl Albrecht, s. oben, 
den preuss. Grafenstand. Demselben folgte i nachdem er im 76. Le- 
bensjahre gestorben, in der Grafenw^ürde der Sohn, Wilhelm und 
nach dessen um 1832 erfolgtem Tode der ältere gleichnamige Sohn, 
welcher aber als junger Officier starb, worauf der Grafenstand an 
den jüngeren Sohn, den Grafen Leopold, gest. 1834, k. preuss. Lieu- 
tenant, gelangte. Von Letzterem stammte Graf Gustav, geb. 1823, 



— 267 — 

Marjoratsherr auf Sehakaiilack um 1864, k. prenss. Hauptmann und 
Compagniechef, verm. 1852 mit Natalie v. Görne, aus welcher Ehe 
ein Sohn, Victor, geb. 1858, entspross. Der Bruder des Grafen 
Gustav: Freih. Otto, geb. 1825, k. preuss. Hauptmann u. Compagnie^ 
Chef, verm. sich 1861 tiait Anna Förster, geb. 1832. — Aus dem 
nach Sachsen gekommenen Zweige trat erst vor Monaten ein v. d. 
Trenck, Pastor zu Neukirch am Hochwalde, nach 40jähriger Amt»- 
thätigkeit in den Ruhestand. 

MerlrvrQrdigefl Leben und Thaten des Freihenn Franz ▼. d. Trenck, Frankfurt u. Leipzig, 1746, 
welche« auch E. F. HübneT:Frani v. d. Trenk, dargestellt von dnem Unparteiischen, mit einer Vor- 
rede Ton Schubarth, Stuttgart, 1788, bearlwitete. — Oauhe^ IL S. 1860. — Das Leben des Freiherni 
Friedrich v. d. Trenck, Leipzig, 1780 und Berlin, Alteuburg, Wien und Bautzen, 6 Bde., 1787—92 
und TOB ihm selbst ins Französische Ulieisetzt. Paris 1789. — Megerle v. MVhl/eld, Erg.-Bd.S. «17* 
— N Pr. A.-L. rV. S. 272 ijnd 78. - Deutsche Giafenh. d. Gegenwart, II. S. 579 u. 80. — Freik, 
V. T^dehtir, III. S. 25 und 26. — Geneal, Taschenb. der grJlf!. HHnser, 1857, S. 829, 1862, S. 92« u. 
27, 1864, S. 927 u. ff. Jahrgg. und histor. Handbuch zu Demselben, S. 1019. — W. B. d. Frean. 
Monarchie, II. 6: Graien v. d. T. 

Trentini v. Wolgersfeld, Ritter und Freiherrn. Erbl. - österr.- 
und böhmischer Ritterstand und erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom 
des erbl.-österr. Ritterstandes vom 8. März 1724 für Ignaz Trentini 
und für den Bruder desselben, Peter Trentini, bischöil. Olmützer Con- 
sistorial-Rath, mit: v. Wolgersfeld und des böhmischen Ritterstandes 
für Letzteren von 1727 und erbl.-osterr. Freiherrn - Diplom vom 25. 
Febr. 1764 für Ignaz Trentini v. Wolgersfeld, Fürstl. Trientiscben 
Hofrath, wegen alten Adels, dem 'Hause Oesterreich geleisteter 
Dienste und naher Verwandtschaft mit dem Fürstbischöfe von Trient 

Megerle t. Mühlfeld, S. 91 und Erg. -Bd. S. 217. — Geneal. Taschenbuch der ft-eih. Banser, 
1863, S. 976. 

Treskow (in Silber drei, 2 u. 1, rechtsgekehrte schwarze Vögel- 
köpfe mit goldenem Halsband, die bald wie Enten-, bald wie Adlers-, 
bald wie Pfauenköpfe dargestellt werden. Die Siebmachersche De- 
claration nimmt Entenköpfe an). Altes, früher auch Treskau und 
Dreschkau geschriebenes, ursprünglich aus Sachsen stammendes 
Adelsgeschlecht, als dessen Stammhaus das bei Beigern liegende 
Burglehn Treskow angenommen wird. Dasselbe breitete sich bald 
weit aus und wurde in der jetzigen Provinz Sachsen, namentlich im 
Magdeburgischen u. in den beiden Jerichowschen Kreisen, im Bran- 
denburgischen, in Pommern und in Ostpreussen ansehnlich begütert. 
Die verschiedenen Aeste des Stammes nannten sich nach ihren Be- 
sitzungen und 80 entstanden die Hauptlinien zu Schlagenthin, Milow 
und Neuermark, auch kamen Alt- und Neu-Königsbom, Ferchels, 
Buckow, Bützer, Alt- u. Neugrütz, Menz, Wusterwitz, Mangelsdorf 
u. s. w. in die Hand der Familie und gaben den Häusern derselben 
ihren Namen. — In den Marken trat das Geschlecht schon im 10. Jahr- 
hundert auf und machte sich namentlich im Ruppinschen ansässig, 
wie auch noch jetzt ein der Stadt Ruppin zustehendes Vorwerk den 
Namen Treskow führt. Später Hess sich die Familie fast ganz im 
Herzogthume Magdeburg nieder und schon im 12. Jahrh. mögen 
einige Sprossen des Stammes den Grafentitel geführt haben, denn in 
einem Diplome des K. Friedrich I. Rothbart von 1172 wird Heinrich, 



— 268 — 

Graf Y. Dresska als Zeuge genannt. Heinrich v. TrcBskow wurde 
1351 von dem Brandenburgisehen Markgrafen Ludwig mit unter,- 
schiedenen Gütern zu Rathenow beliehen u. Hans \. T. brachte 1391 
die Stadt Rathenow in die Gewalt des Erzbischofs Albert zu Magde- 
burg. — Der Stamm blühte dauernd fort und um 1712 lebten unter 
anderen Gliedern der Familie: Adam Friedrich v. T. , Oberster über 
die Fränkischen Kreistruppen, gest. 1732 als General-Feldmarschall 
des Fränkischen Kreises; Rüdiger Ernst v. T., Oberst-Lieutenant der 
genannten Kreistruppen u. Johann Sigismund v. T. auf Schlagenthin, 
Milow, Bützer, Premnitz, Schollene, Wassersuppe, Spaatz, Grütz, 
Ferchels, Mangelsdorf und Wusterwitz. Der älteste Sohn desselben, 
Hans Christoph , starb 1702 zu Warschau als k. poln. Hauptmann, 
der jüngere aber, Arnd Heinrich, Domherr zu Minden, wurde kur- 
brandenburgischer Geh. Rath u. Comitial-Gesandter zu Regensburg, wo 
er 1728, bald nach seiner Ankunft, im 40. Lebensjahre starb, nach- 
dem er den freiherrlichen Character erhalten hatte. Bald nachher, 
.1731, wurde Otto Melchior v.T., k. preuss.Kamroerherr, Johanniter- 
OrdensrRitter. — In der k. pr. Armee gingen aus dem Geschlechte 
V. Treskow mehrere Generale hervor: Hans Otto starb 1756 als Ge- 
neralmajor, Joachim Christian als Generallieutenant 1762, August 
Wilhelm, erst Anspach-Bayreutscher- dann preuss. Generallieutenant, 
1797, Carl Peter, Generalmajor, 1811, Carl Alexander Wilhelm, Ge- 
neralmajor, 1823 und Ernst Christian Albrecht, General-Lieutenant, 
1831. Ein Generalmajor v. T. ist jetzt General- Adjutant Sr. M. des 
Königs. Im Kgr. Preussen steht der Familie noch jetzt bedeutender 
Grundbesitz zu. Nach Rauer waren 1857 begütert: Thassilo v. Tres- 
kow, K. Kammerherr auf Dölzig und Hammer im Kr. Soldin; v. T., 
Hauptmann a. D. , auf Blankpnfelde und Wedell im Kr. Königsberg 
in d. Neumark; Geschwister v. T. (Oberstlieutenant a. D. v. T.) auf 
Schmarfendorf und SchÖnfliessches Gehege, ebenfalls im Kr. Königs- 
berg in d. Neumark u. v. T. , Land seh aftsrath, auf Nieder-Baumgarten 
und Hohen-Petersdorf im Kr. Bolkenhain. 

Spemgenbtrg , Adelssp. P. II. — Atbini Meissn. I^ndchronik, S. 482. — Angelt MSrk. Chronik, 
S. 80 und 169. — v. Dreykctupt, II. Vorrede. — DitJmar, Nachr. v Herrcnnieist. d. Joh.-Ord. S. 48. 
— Oauhe, I. S. 2694 und 95. — Zedier, 45. S. 4W«. — Dicntmann, Nachr. vom Johann -Oi den , S. 
3»J und 369. — N. Pr. A.-L. IV. S. 27«. — Freih. v. tedebur, III. S. 26 und 351. — SieJmaeher, 
I. 175: V. Treskau, Märkisch. — Tyroff, I. 59: F. Hr. v. T., des FrXnkischcn Krci». Gen. Fcldm.- 
Lleut. — Pomm. W. B. III. TSib. G7. 

Treskow (Wappen ganz wie das im vorstehenden Artikel be- 
schriebene Wappen der alten Familie v. Treskow). Adelsstand des 
Kgr. Preussen. Diplom vom Könige Friedrich Wilhelm II. von 
Preussen für Heinrich Treskow, Gutsbesitzer im Posenschen. Der 
Stamm blühte fort und zu dieser neuen Familie v. T. gehören nach- 
stehende, nach Rauer 1857 begüterte v. T. : die Erben des Otto v. 
T. auf Owinsk, Chludowo, Choynica, Knyszyn und Trzuskotowo im 
Kr. Posen, Wronozyn und Zlotnicki im Kr. Schroda und Tworkowo 
im Kr. Obornik; Heinrich v. T. auf Rodojewo, Bolechowo und Umul- 
towo im Kr. Posen; Julius v. T. auf Grocholin im Kr. Schubin; Carl 
V. T. auf Friedrichsfelde im Kr. Nieder - Barnim ; Heinrich v. T. auf 



— 269 ^ 

Dahlwitz, Münchebofe und Rahnsdorf ebenfalls im Kr. Nieder-Bamiin 
und V. T. auf Teupitz im Kr. Teltow 

N. Pr. A.-L. IV. S. 274. — JVetA. v. Ltdebur, 111. S. 27 - W. B. d. Freoss. Monaichie, IV. 77. 

Trenchtlingen. Altes, fränkisches, schon im 14. Jahrhundert 
bekanntes, im Canton Altmühl angesessenes Adelsgeschlecht, eines 
Stammes mit den v. Mittelburg. 

V. Falketutein, Cod. diplom. Antiquit Nordgav. S. 214. — Doederlein's Nachr. von dem alten 
Hause der Marsch. ▼. Calatin, cap. H. $. 19. Not c. p. 94. — Zedier, 45. S. 510. — Biedermaimt 
Canton Attmühl, Tab. 227 und 246. 

Tretscher, Trötscher (Schild quergetheilt: oben von Blau und 
Silber der Länge nach getheilt und unten Roth und über dem Ganzen 
ein Wolf). Ein in Ostpreussen begütertes Adelsgeschlecht , welches 
von 1772 bis 1788 zu Drachenstein und Poswangen im Rastenbur- 
gischen sass und auch zu Langenbrück unweit Sensburg begütert 
war. — Johann Peter v. Tretscher, Major im k. preuss. Infanterie- 
Regim. v. Pirch, starb 18. Juni 1799. 

FreiA. v. Ledebur, lU. S. 27. - 

Trenenburg. Ein im 17. Jahrb. in Meklenburg begütert gewe- 
senes Adelsgeschlecht, aus welchem Heinrich v. Treuenburg, Major, 
166G bis 1691 Radegast besass. Der Letzte des Stammes starb 1770. 

Freih. v. Udebwr, 111. 8. 27. 

/ Trenenfels, Treuenfels -Hedt (in Blau eine gerade, bis an den 
oberen Schildesrand reichende Spitze, in welcher auf grünem Boden 
ein grüner Palmbaum steht u. rechts u. links ist oben die Spitze von 
einem das Mundstück einwärts kehrenden , goldenen Posthorne be- 
seitet). Schwedischer Adelsstand. Diplom von 1735 für Julius Leo- 
pold Hedt, Postmeister in Schwediscli-Pommern, mit: v. Treuenfels. 
Der Stamm blühte fort und ist nach Meklenburg gekommen. Carl 
V. Trcuenfels starb 1813 als k. preuss. Generallieutenant a. D., der 
Sohn desselben, Wilhelm v. T., war 1839 k. preuss. Major und Com- 
mandant eines Landwehr-Bataillons und ein v. T. war 1837 Herr auf 
Neuhof. Schon vorher, 1801, hatte die Pamilie, neben Neuhof, auch 
das Gut Bentzin im Schwerinschen an sich gebracht. 

V. Behr, R. M. S. 1688. — N. Pr. A.-L. IV. S. 274 und V. S. 446 und 47. — FreiK v, Lede- 
bur, ni. S. 27. — Meklenb. W. B. Tab. 60. Nr. 189 und S. 36. 

Trennstein, Trewenstain. Altes, längst erloschenes, steiermär- 
kisches Adelsgeschlecht, welches die gleichnamige Herrschaft, die 
nachher in den Besitz der Grafen und Herren v. Stuben berg kam 
und von diesen an die Freiherren v. Thanhausen verkauft vmrde, 
besass. 

Sehmuti, IV, S. 2ld und 14. 

Trentler v. Tranbenberg. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom 
von 1804 für die Gebrüder Franz Carl und Anton Aloys Treutier, 
mit: V. Traubenberg. 

Megerle v. MühlfeU, Erg .-Bd. S. 474. 

Treven. Altes, steiermarkisches Adelsgeschlecht, welches in 
Steiermark bei Marburg das gleichnamige Gut besass und auf dem- 
selben von 1168 bis 1180 vorkommt. 

Sckmut», IV. 8. «14. ^ 



— 270 — 

Triangi zu Litsch und Madernbonrg, auch Freiherren n. Grafen 

(Stamm Wappen: in Roth eine aufsteigende Spitze und in deiiselben 
drei Engelsköpte). Erbl.-österr. Freiherrn- und Gratenstand. Frei- 
herrndiplom von 1781 für Franz Hieronymus v. Triangi zu Litsch 
und Madcrnburg (Madernbourg) , Oberösterr. Regierungsrath und 
Landmann in Tirol. In neuerer Zeit ist auch in diese alte, tirolische 
Familie der Grafenstand hinzugekommen und Anton und Joseph Gr. 
Triangi zu Litsch und Madernbourg wurden Rittmeister in der k. k. 
Cavalerie. Zu den älteren Sprossen des Stammes gehörte Carl Leo- 
pold V. Triangi (Trianghi), welcher 1722 Canonicus zum Heiligen 
Kreuze in Breslau war. 

Mfegerle v. MUhlfdd, Krg.-Kd. S. 109. — Militair - Schemat. d. Oesterr. Kaiserth. — Frtih. v. 
L9debur, \U. S. 27. — Siebmacher, IV. 182. 

Tribolet, Tribolet - Hardy (Tribolet: in Blau zwei «übereinander 
gelegte Sparren u. Tribolet-Hardy : im Sclülde ein mit einem Kre^ize 
belegter Sparren und unter derselben ein aufwachsender Löwe). 
Französischer Adelsstai\ji. Diplom vom S.Oct. 1583 fiir Jean Jacques 
Tribolet, Capitain der Schweizer -Garde, gebürtig aus dem Für- 
stenthume Neuenburg — Gottfried v. Tribolet, Staatsrath zu Neui- 
chatel, w^urde 1798 k. preuss. Kammerherr und lebte noch 1845, in 
welchem Jahre Carl Ludwig Friedrich v. Tribolet Mitglied des Ge- 
richtshofes zu Neufchatel und der Abtheilung für Justiz und Polizei 
war. —- Die Familie wurde auch in die Adelsmatrikel des Kgr. 
Bayern eingetragen und zwar in der Person des (Uaudiu« Peter v. 
Tribolet, geb. 1762, k. bayer. w\ Raths und expedirenden Geh. Se- 
cretairs des Ministerium der Finanzen. 

V, Lang, S. 573. — N. Pr. A.-L. IV. S. 274. — Freih. v. Udehur , HI. S. 27. — W. B. des 
Kgr. Bayern, IX. 15. 

Tribsees (in Roth ein grüner Kranz mit acht Lilienblättern). 
Altes, pommernschcs Adelsgoschlecht , aus welchem noch 1602 zwei 
männliche Sprossen am Leben waren. Dasselbe sass in Neu-Vor- 
Pommern 1253 zu Grenzin bei Franzburg, 1270 zu Drechow, Flemen- 
dorf und Tribohm, 1279 zu Voigtdorf, 1511 zu Gransebieth und noch 
1626 zu Zarrentin unweit Glimme. 

Freih. v. Jjedehur, 111. S. 27 und 3Jil. — Pommcrnsch» W. B. m. T»b. 62 u. 53. Kr. 5 n. 6. 

Triebeneck, Freiherren (im goldeneingefa^stcn, rothen Schilde 
ein rechtsgekehrter, vorwärtssehender Luchs von natürlicher Farbe). 
Erbl.-österr. Freihernistand. Diplom vom 31. Mai 1616 für Erasraus 
V. Triebeneck. Steiermärkischea Adelsgeschlecht, welches die gleich- 
namige und die schwarzensteinsche Herrschaft besass. 

SchmMtK, IV. S. 216. — Siebmachcr, I. 40: v. THel»euwk, Stoyrlsch. 

Triebel (in Blau ein achteckiger, mit einem rothen Kreuze be- 
legter, silberner Stern). Reichsadelsstand. Diplom von 1764 lür 
Adam (.'hristoph Valentin Triebel, Director des Stiftes zu Langendorf 
bei Zeitz. Die Erhebung wurde in Dresden 3. Juni 1765 amtlich be- 
kannt gemacht. Der Emptunger des Diploms wurde 1771 zum Ober- 
Consistorial - Rathe bei den drei Schlesischen Ober-Consistorien er- 
nannt. 

Handschrift!. Kotiz. — Freih. v. J^dehur, III. S. 27 u. »51. — Suppl. lu SieVm. W. B. XI. 17. 



— 271 — 

Trieben. Altes, längst erloBchenes, steiermärkiBches Adclsg«- 
scblecht, welches im 12. Jahrh. einen gleichnamigen Markt besass. 

Sekmutt. IV. S. 215. 

Triebenfeld, Triebenfeld-Tripolski (in Roth eine silberne Lilie: 
Stamm Gozdawa). Im Kgr. Preussen erneuerter Adelsstand. Er- 
neuern ngs- Diplom des der Familie zustehenden Adels Yom 14. Nov. 
1793 für den k. preuss. Regierungs-Forstrath Peter Priedrich Trie- 
benfeld zu Krotoschin. Die Familie war 1812 im Breslauischcn zu 
Leipe, Neudorf, Petersdorf und Schweinern gesessen. Ein Sohn des 
Forstraths v. T. war 1837 aggr. Rittmeister im k. preuss. 2. Ulanen- 
Regimente. 

V. HeUbach, n. S. 60?. — N. Pr. A.-L. IV. S. 274. — Freih. v. Ledehur, 111. S. 28. — W. B. 
der Freus«. Monarchie, IV. 78. 

Trientner. Altes, steiermarkisches Adelsgeschlecht, welches im 
14. und 15. Jahrh. die Herrschaft Lind, den Thurm zu Niederpuchs 
und andere Güter um Puchs besass. 

SekmuU, TV. S. 81 ß. 

Triller (Schild roth und durch eine aufsteigende, gerade, blaue 
Spitze getheilt. In der Spitze auf grünem Boden ein .rechtsgekehrter 
Bär und in den Seiten theilen je ein einwärts gekehrter, gekrönter 
Löwe, der rechtsstehende einen Schürbalken, der linke einen Zschör- 
per (grosses Köhler-Messer) haltend. Auf dem Helme wächst zwischen 
zwei Büffelshörnern ein rechtssehender Köhler auf, welcher den 
Schürbaum über die rechte Schulter legt). Reichsadelsstand. Diplom 
vom 28. Jan. 1592 für zwei Gebrüder Triller, Abkömmlinge des 
durch den Prinzenraub so bekannt gewordenen Köhlers Georg 
Schmidt, dessen !Nanie in „Triller** verwandelt worden war. 

V. Heübaeh, II. S. 603. — Jnann. Vulpii Flagrium Kauffungcnso in : Trillnr, der Stfchs. Frinz«ii- 
raab. Frankf. a. M. 1743. S. 177—254, mit Abbild, d. Wappens. 

Trlmberg. Grafen. Altes, urkundlich zuerst 1137 vorkommen- 
des und 1876 erloschenes Grafengesohlecht, welches ursprünglich in 
Werigau an der linken Seite der fränkischen Saale sass. 

Zedier, 4.*). S. 77«. — Üiedermann, Cantoii-Rh«n-W>rra, Tab. 44'2. — Salver, S. 208, 221 und 
406. — J.A. v.Sehnliea, diplonutische Geschichte der Roichsdynastcn v. TriinbiMg, mit 17 Belagen, 
In Desselben Neuen diplomatischen BciträMfen zur fränkischen und sUchslschcn fieichichte , IJd. I. 
Bayreuth, 1792. S. 1—70. 

Trippenbach, Ritter. Alter Reichsritterstand. Bestätigungs- 
diplom des der Familie zustehenden, alten Reichsritterstandes von 
1705 für Dominik Trippenbach, kaiserl. Forstineistei* zu Podiebrad 
und für den Bruder desselben, Feixlinand Franz Trippen bach, kaiserl. 
Kammer-Fourier. — Die Familie kam nach Meklenburg und von da 
nach Ostpreussen, wo dieselbe Jankowitz bei Osterode und Kanthon 

und Prilack bei Fischhausen an sich brachte. 

% 

Megerle v. Miihlfeld, Er<f.-Bd. S. 217. — Freih. v. T^dehur, III. S. 28. 

Trips, Berghe v. Trips, Grafen, s. den Artikel: Bergh, 
Berghe, Berge, genannt Trips, Bd. I. S. ^345 und 46. 

Triva, auch Grafen (Schild ovalrund und silbern, durch einen 
schmalen, schwarzen Faden quergethcilt. In der oberen Abtheilung 



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— 272 — 

ein goldgekrönter und bewehrter, schwarzer Adler, die untere 
Abtheilung aber besteht aus sechs Querbalken, gleichfalls durch 
schwarze Fäden getheilt. Von diesen Querbalken ist der erste von 
Silber, der zweite roth mit zwei silbernen Quaderstücken belegt, 
der dritte silbern , der vierte silbern mit zwei rothen Quaderstücken 
belegt, der fünfte silbern und der sechste ebenfalls silbern und mit 
einem rothen Querbalken belegt. Im dritten, silbernen Querbalken 
liegt ein lederbrauner Koffer mit Anhänge -Schlosse). Grafeustand 
des Kgr. Bayern. Diplom vom 3. Dec. 1816 für Johann !Nepomuk 
Joseph Florian v. 'Triva (geb, 1755), k. bayer. Kriegs-Minister, Ge- 
neral der Artillerie u. Chef des Generalstabes der Armee. Derselbe 
wurde 7. Dec. 1816 in die Grafenklasse der Adelsmatrikel des Kgr. 
Bayern eingetragen. — Die Familie Triva stammt ursprünglich aus 
Italien und ist mit der Kurfürstin Adelheid nach Bayern gekouiuien. 
Der Adelsbesitzstand der Familie wurde bei Eintragung in die Adels- 
. Matrikel des Kgr. Bayern bis auf den Grossvater der Gebrüder Jo- 
hann Ascan v. Triva, geb. 1750, k. bayer. quiesc. Regietungsraths 
und Johann ^'epomuk v. T., geb. 1755, k. bayer. Kriegsministers: 
Johann Ascan v. Triva, Hofrath und Geh. Secretair und Pfleger zu 
Vilshofen um 1722, zurück erwiesen. 

V. Lang, S. 474 u. Supplem. S. 28. — W. B. d. Kgr. Bayern, U, 39: Gr. v.Tr. u. v. Wölckern, 
Abtfa.>8. und S. 74 und 75 und IX. 15: v. Triva. 

Trochle (im Schilde eine Kirchenfahne). Altes, lüneburgisches, 
noch in der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert vorkommendes Adels- 
geschlecht. Dasselbe verkaufte 1312 den Zehnten zu Wettenbostel 
unweit JEbstorf an das Kloster St. Michaelis zu Lüneburg. 

JÜemecke, Beschreibung des Fürstentb. Lüneburg, U. 11 (24). — v. Meding, III. S. 677. 

Trockan, Grosstrockan , s. Gross v. Trockau, auch Frei- 
herren, Ed. IV. S. 56 und 57. 

Troeltsch, auch Freiherren (Stamm wappen: Schild durch einen 
silbernen Querbalken, welcher mit einem schmalen, blauen belegt 
ist, quergetheilt. Aus dem oberen Rande des silbernen Querbalkens 
wachst in die obere Schildeshälfte ein goldener Adler auf und in der 
unteren Hälfte drei, 2 u. 1, goldene Rosen. Freiherrliches Wappen: 

^ Schild geviert mit goldenem, mit einer Freihermkrone gekrönten 
Mittelschilde und in demselben der Reichs -Vicariats- Adler. 1 u. 4 
in Blau ein goldener Adler und 2 und 3 in Roth ein mit silbernen 
Stäben eingefasster, blauer Querbalken, belegt mit drei goldenen 
Rosen). Reichsadels- und Freiherrnstand. Adelsdiplom von 17ü4 
und Freiherrndiplom im Kur-Pfiilzischen Reichsvicariate vom 1 . Oct. 
1790 für Johann Friedrich v. TrÖltsch, gewesenen Reichsvicariats- 
Hofgerichts- Assessor und Augsburgischen Stadt-Consulenten und für 
die Brüder desselben: Georg Christian von T. , Bürgermeister und 
Walfried Daniel v. T., Superintendenten in Nördlingen. — In die 
Freiherrnklasse der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern wurden eingetragen 

"zuerst die beiden Söhne des Freiherm Johann Friedrioh: Johann 
Thomas, geb. 1775 und Carl Ludwig Wilhelm, geb. 1779, k. k. Ritt- 



— .273 — • 

nicister, und dann die drei Söhne des Freih. Walfried Daniel, die 
Gebrüder: Christian Friedrich, geb. 1780, k. bayer. Landrichter zu 
Dünkelsbühl , Carl Wilhelm, geb. 1783, Ober- Administrator der k. 
Bayerschen Schlesisch-Polnischen Güter und Friedrich Albrecht, geb. 
1789. — Ein Sprosse des Stammes: Dr. med. v. TrÖltsch, Professor 
an der Universität Würzburg, ist in neuerer Zeit, namelitlich als Oh- 
renarzt und durch Herausgabe des Werkes „Handbuch der Ohren- 
heilkunde. Dritte Autlage, Würzburg, 1867** zu ihn sehr ehrendem 
Rufe gelangt. 

Beischlag'' 9 Beitrüge zur Nördlingi»chen (in^cluchto, worin die NÖtdlingischen Epitaphien ent 
lialteri, gesammelt. Nördlingcn, 1801. S. 446— 507. — v. Ijong, S. 284. — Sapplcm. zu Siebm. W.B 
XI. 17: V. Tröliscli. — W. B. des Krg. Bayern, IV. 29 und v. Wölckern, Abth. 4. S. «8 und 09 
Frh. V. Tr. 

Tröndlin v. Greiffenegg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1707 für Johann Adam Tröndlin, Vorderösterr. Salz-Conti*ahenten, 
mit V. Greiffenegg. 

MegerU v. Miihlfeld, Erg. -Bd. S. 475. 

Trohe, auch Freiherren (in Schwarz drei mit den Spitzen in der 
Glitte des Schildes einander berührende, oder zusammen gesetzte, 
silberne Herzen, die oberen schräg gegen die Oberwinkel des Schil- 
des gekehrt, das untere gestürzt). — Altes, unmittelbar reichsfreies 
Adelsgeschlecht am Rheine, welches um 1254 bekannt war und von 
Siebmacher und von v. Hattstein zum Hessischen Adel gerechnet 
wurde. Humbracht beginnt die Stammreihe mit einem Anonymns 
1264. Von den Nachkommen w-ar 1444 Kraft v. Trohe Burggraf 
zu Gelnhausen; Hartmann v. Trohe nannte sich 1484 Gau -Erb- und 
Baumeister zu Redelheim; Helena v. Trohe war um 1540 Priorin 
des Klosters Canstorff in der Wetterau und Jürge und Philipp Ge- 
brüder V. Trohe w^aren Domherren zu Mainz, Letzterer, gest. 1596, 
war zugleich Chorherr zu St. Alban und Ersterer war ihm schon 
1546 im Tode voraus gegangen, Philipp Heinrich v. T. beschloss 
mit seiner Tochter, Anna Elisabeth v. T. , um die Mitte des 17. Jahr- 
hunderts das ganze Geschlecht in männlicher und weiblicher Linie. 

Humbracht, Tab. 275. — Gauhe, I. S. 2697. — Zedier, 42. S. 2056. — Siebmacher, I. 186.': 
V. Troyc, Hessisch. — v. Meeting, I. S. 617. 

Troje, Troye v. der Woldenburg (Woldenberg) (in Blau ein sil- 
bernes Einhorn). Altes, früher in Pommern, im Brandenburgischen 
und in Ostpreussen begütert gew^eseues Adelsgeschlecht, welches 
Micrael zu den Familien zählt, aus welchen vor Alters die Sachsen 
jährlich die zwölf V^ier-Herren erwählten. Benno v. Troye soll um 
91)6 Bischof der Sachsen gewesen sein und Degener v. Troye sich 
schon im 11. Jahrh. in der Schweiz ansässig getnacht haben. In 
Pommern sass das Geschlecht bereits 1391 zu Chanz im Cammin- 
schen und 1406 zu Wartow im Usedom -Wol linschen und im Bran- 
denburgischen 1577 zu Woldenberg unweit Friedeberg, von welchem 
Sitze die Familie den Beinamen annahm. Später kam dieselbe nach 
Dänemark, wo sich um 1715 ein k. dänischer Vice-Admiral im dama- 
ligen Kriege auszeichnete, so wie nach Ostpreussen. In Pommern 

Kneschke, Deutsch. A«lels-Le.v. IX. 18 



. — 274 — 

war die Familie noch 1728 zu Schöuwitz unweit Schievclbein , im 
Brandenburgißchen noch 1G44 zu Hasenwerder bei Reetz unweit 
Arnswalde und in Ostpreussen um 1784 bei Gerdauen zu Daver- 
walde, Laggarben und Maralack begütert. 

Uicrael, Lib. VI. S. 381. — Oauhe , I. S. 2605 und II. S. 1189. — ZedUr, 45. S. 1078 und 
8. 1228 und 29. — Freih. v. Ledebur, III. S. 31. — Pomm. W. B. V. 46. ' 

Trojer v. Troyersperg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1718 für Johann Baptist Trojer, mit: v. Troyersperg. 

Htgerle v. MüM/eld, Erg. -Bd. 8. 474. 

Trojlo V. Trojburg, Royeredo und Iscia, auch Freiherren (in 

Schwarz ein mit drei abgehauenen, neben einander gestellten, blu- 
tigen, schwarzen Adlersschenkeln belegter, goldener Querbalken). 
Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom vom 27. Febr. 1745 für Carl 
Joseph Trojburg, Roveredo und Iscia, Oberösterr. Hofkammerralh 
und Salz-Mayr zu Hall in Tirol. — Altes, vornehmes, tiroler Adels- 
geschlecht aus dem Stammhause Roveredo, von dessen Geschlechts- 
folge das geneal. Taschenb. der Ireiherrl. Häuser, 1857, S. 773, acht 
Grenerationen aufführt. Erste Generation : Joannes, Trojanis Roberoti 
habitans, gest. 1512, verm. mit Margaret Frideris Gaalli. Zweite 
Greneration : Kicolaus , Trojanis Robereti habitans , us Roveredo 
(1547) wurde 1613 in die Adelsmatrikel von Tirol eingetragen. Der 
Bruder de88eH)en, Johann Baptist Trojanis, genannt Trojlo v. Troj- 
burg erhielt vom K. Ferdinand I. durch Diplom vom 25. Mai 1557 
für sich und seine zwei Brüder den -Reichsadel und die Adelsfreiung 
auf seiner Behausung in Botzen, unter dem Namen „Trojburg". Seine 
ttemahlin war Potentiana, Tochter des Lucas Kraeer v. der Hard 
und der Catharina v. Kreuz und sein anderer Bruder: Franz Trojlo 
V. Trojburg. Letzterer erhielt vom K. Rudolph II. 2. Oct. 15(36 
einen Gnaden- und Freiheitsbrief und hatte zu derselben Zeit als 
Handelsmann in Breslau der Kammer ein Geldanlehen gewährt. 
Dritte Generation: Carl Trojlo v. Trojburg, Oberst- Waldmeister und 
Einnehmer zu Primär (1617), Rath zu Brixen (1630), zeichnete sich 
bei der Landeavertheidigung Tirols aus. Vermählt war derselbe mit 
Elisabeth Kripp von Prumbach und Krippach. Die Brüder waren : 
Hans Trojlo v. Trojburg (1613) u. Jacob Trojlo v. Trojburg. Vierte 
Generation: Christoph Rudolph Ernst Tr. v. Tr. , gest. 1654, Consi- 
storial-Präses in Brixen, stiftete am l. Febr. 1651 im Dom eine 
Pfründe und verordnete in seinem Testamente, dass aus seinem Ver- 
mögen ein zweites Benefiz mit 9000 Fl. gestiftet werde. Das Stif- 
tungscapital betrug achtzehntausend Fl. Die Brüder waren: Fried- 
rich Wilhelm Tr. v. Tr. (1632); Carl Tr. v. Tr. (1646), verm. mit 
Potentia v. Plaven; Franziscus Godefridus Tr. v. Tr. , Landes- Aelte- 
ster und Deputirter der Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer auf 
dem öffentlichen Convent, nachher in Breslau. Fünfte Generation: 
Franz Gottfried Tr. v. Tr. (1661) versah die Stelle eines Landes- 
Aeltesten und war vermählt mit Wilhelmine v. Schulung. Der Bru- 
der desselben war Nepomuk Tr. v. Tr. (1671), Canonicus in Brixen. 
Sechste Generation: Franz Anton Tr.v. Tr. (1711), versah die Stelle 



- 275 — 

eines Landes -A ehesten und das Amt eines Regierungsratlis ui\d 
Kämmerers bei dem Kurfüi'sten zu Mainz u. I^ischote zu Breslau und 
war vermählt mit Barbara Freiin v. Enzenberg. Siebente Generation: 
Freih. Franz Kicolaus, s. oben, gest. 1796, Prälat und Arehidiaconns 
bei dem Domstifte zu Breslau., Brüder: Carl Joseph Tr. v. Tr., 
bischöfl. Regierungsrath zu Neyss (1737), k. preuss. Regierungs- 
rath des Fürstenthums Wohlau (1743), Salz-Mayr zu Hall und Hof- 
kammerrath (1744). Ferdinand Joseph Tr.v. Tr., k. k. Generalmajor 
und Leopold Tr. v. Tr. k. k. Hauptmann. Letztere Beide standen im 
damaligen Freih. v. Löffelholzischen Infant. -Regimen te und blieben 
im Feldzuge gegen die Türken. Nach einer späteren Berichtigung 
waren die Drei zuletzt genannten wohl nicht die Brüder des Freiherm 
Carl Nicolaus, mindestens war Leopold der Neffe desselben und Achte 
Generation: Freih. Johann (1794), Domherr zu Brunn. Bruder: 
Freih. Joseph Franz Anton, Kammerrath in Schlesien, verm. mit 
Margaretha Theresia Stricker aus Borgo. Aus der Ehe des Letzteren 
entspross; Freih. Joseph Matthias Philipp, welcher sich mit Ursula 
Schiedl vermählte, aus welcher Ehe zwei Söhne stammen, die Frei- ' 
herren Joseph und Jacob , welche Lieutenants im k. k. Tiroler Jäger- 
regimente wurden imd jetzt als Glieder der ersten Linie, der Linie 
in Tirol, aufgeführt werden. Die zweite Linie, die Linie in Preusseni 
welche sich „Troilo v. Troiburg" schreibt, stammt ab von dem jün- 
geren Bruder des in der Siebenten Generation aufgeführten Prälaten 
und Archidiaconus des Domstifts zu Breslau Franz Nicolaus Tr. v. Tr., 
nämlich von dem Freiherrn Johannes Tr. v. Tr. von und auf Lassoth 
im Fürstenthum Neisse, verm. in zweiter Ehe mit Philippina v. Xalk- 
reutter a. d. H. Czenskowitz. Der erstgeborene Sohn aus dieser Ehe 
war Freih. Carl Johann, geb. 1779 und gest. 1860, k. preuss. Prem.- 
Lieutenant, verm. mit Anna v. Schweinichen, gest. 1837 und von ihm 
stammt, neben einer Tochter, Euphrosyne, geb. 1827 und verm. mit 
dem k. preuss. Hauptmann v. Stahr, ein Sohn, Freih. Ludwig, geb. 
1823, k. preuss. Hauptmann und Batterie-Chef, verm. mit Jenny v. 
Zawatzky. Die hinterlassene Wittwe des Bruders des Freih. Carl 
Johann: des Freih. Johann Carl, geb. 1784 und gest. 1859, k. preu88. 
Oberstlieutenant a. D., ist: Ernestine v. Lichtenberg. 

Sinapius, Tl. S. 1066. — Gauhe, I. S. 2597—99 und II. S. 1K69. — ZedUr, 46. S. 1079 and 
80. — Megerle v. Mühlftld, Erg. -Bd. S. 109. — N. Pr. A.-L IV. S. 274. - Frtih. v. Letkbur, 
111. S. 28. - Oeueal. Taschenb. d. fielh. Hliuser, 1848, S. 456, 1867, S. 773 — 75, 1868, S. 775— 77, 
I8<;3, S. 976 und 77, 1864, S. 867 u. ff. Jahrgg. 

Troisen, Troisen auf Welsa. Altes, meissensches Adelsge- 
schlecht, welches zu Welsa im Amte Torgau sass. 

Knauth, S. 684. — Z<dter, 45. S. 1081. 

Troistorrens (in Roth drei über einander gelegte, silberne 
Fische (Truittes), oberhalb begleitet von einem goldenen Ringelstern 
(Motelle en forme d'etoile a six rais). — Altes, aus dem Waadtlande 
stammendes Adelsgeschlecht, aus welchem mehrere Sprossen in der 
k. schwed. Armee zu hohen Ehrenstellen gelangten. Ein v. Trois- 
torrens war noch 1793 Lieutenant im k. preuss. Füselier-Bataill. v. 
Legat. — Das Geschlecht führte den !Namen von der ehemaligen 

18* 



— 276 — 

Herrschaft Troistorrens (Schloss und Commune) im Waadtlandisclien 
Districte Payerne, besass in der Waadt, ausser Troistorrens, die 
Freiherrschatl Champvent, die Herrschaften la MoUiere, Golion, 
Bavois, St. Martin la Chene, Demores, MoUendins, Daillens u. A., 
nebst der Castellanei und Alajorei vpn Cüdrefin und theilte sich von 
Cüdrefin aus in drei Hauptlinien: in die von Cüdrefin, Iverdun und 
Payerna, welche das Erb-Bürgerrecht dieser Städte besassen und 
noch besitzen. Dem Geschlechte wurde der Adel von der Regierung; 
der souverainen Stadt Bern (Herrin der gefürsteten Freiherrechatt 
Waadt) 1609 bestätigt, so wie auch die Freiheiten, welche die Fa- 
milie von den Herzogen von Savoyen erhalten hatte. Was den Ur- 
sprung des Geschlechts anlangt, so wird dasselbe für einen Zweig 
des ehemaligen schwäbischen Stammes v. Dreibach (Drybach) ge- 
halten, welcher, in Diensten des Herzogs Berthold IV. von Zaeh- 
ringen, nach Waadt kam und dort mit einem Strich Landes beliehen 
wurde, in welchem es ein neues Drei bach, das französische Trois- 
Btorrens, anlegte. — Von späteren Sprossen des Stammes wurde 
Wilhelm Tr., Hauptmann der k. franz. Leibwache, mit dem Könige 
Franz I. bei Pavia gefangen, darauf von seinem Geschlechte ausge- 
löst und später von dem genannten Könige zum Ritter geschlagen. 
Isaac Tr., geb. 1604, Oberst und Chef eines deutschen Regiments in 
schwedischen Diensten, trat mit demselben 1639 in französische 
Dienste und fiel an dessen Spitze 1645 bei Bofborch in Flandern; 
Franz v. Tr., geb. 1590 u. gest. 1660, k. schwed. General-Lieutenant, 
Wurde 1628 Grossmeister der Artillerie und 1641 Director der Fe- 
stungsbauten von Genf und Albert v. Tr. fiel 1633 bei Kempten als 
k. schwed. Generalmajor u. Regiments-Chef. Franz Friedrich v. T. 
war um 1726 Professor der Philosophie und JViathematik und gehörte 
asu den ausgezeichnetsten Professoren der Lausanner Academie und 
Abraham v. Tr. rettete als Major im k. sicilianischen Schweizer-Regi- 
mente v. Tschudi mit dem grössten Heldenmuthe seinen König aus 
der augenscheinlichst eintretenden Gefangenschaft, nahm 1773 als 
Generallieutenant, Inhaber eines Infanterie-Regiments und Gouver- 
neur von Messina seinen Abschied und starb später im Vateriande. 

Leu, Schwell Lexicon, XVJII. S. 273 — 76. — May, hbt. milit. de U Sulsse, VI. p. 339 — 341. 
*- Hi»t. de Officiers Sulsse pai lAbW Girard, III. S. 167— Ißl. — LtiU , Nekrol. denlcwürdigk. 
SchweiuT. — Documens relatif k l'liistor. du Pays de Vaud de 1293 ä 17M). Qenive 1817, p. i<3, 
88, 109, 117 u. a. v. a. 0. — N. Fr. A.-L. V. S. 447 und 48. — Freih. v. Ledtbur, III. S. 2i<. 

Troll, auch Ritter. Reichsadels- und erbl. -österr. Ritterstand. 
Adel8di])lom von 1788 für Gustav Michael Troll, k. k. Hauptmann 
und für den Bruder desselben, Franz Xaver Troll, Polizei-Commissar 
und Ritterdiplom für Ersteren von 1793. 

MegerU v. Mühlfeld, Kr^.-Bd. §. 208 und 474 und 75. 

Tromney (in Blau die vorwärtsgekehrte Büste eines gehar- 
nischten, bärtigen Ritters, welcher auf dem Kopfe eine silberne, 
schwarz verbrämte Kappe trägt und um den Hals eine goldene 
Kugelkette hat). Alte, Preussische Landesritter, ehemals in West- 
preussen zu Tromnau unweit Marienwerder gesessen. 

#WM. V. LetUbur, Hl. S. 28. 



— .277 — 

Troncliin (in Gold ein AdltT. begleitet von zwei Lilien; auch 
geviert: 1 u. 4 der Adler und 2 u. »3 in Blau ein aufrecht gestellter 
Schlüssel und über demselben ein mit drei Sternen belegter Quer- 
balken). Altes, zu dem Adel des Fürstentbums Neuenburg gehören- 
des Geschlecht: August v. Tronchin, k. preuss. Oberst a. D. , "war 
dienstthuender Kammerherr der Prinzessin Friedrich K. H. u. Schlo88- 
hauptmänn von Benrath. Der älteste Sohn, Armand v. Tronohin 
starb 1852 und ein jüngerer Sohn, Fedor v. T. 1856 als Bittmeister 
im k. preuss. 8. Husaren-Regimente. 

Freih. v. Ltdebui^lll. S. 28 und 29. 

Trosebke, auch Freiherren und Troschke v. Rosenwerth , Frei- 
herren (Stamm Wappen: in Both ein mit den Hörnern aufwärts ge- 
legter, silberner Halbmond mit Gesichte, auf welchem ein mit der 
Spitze nach oben gekehrter, silberner Pfeil steht und Wappen der 
Freiherren Troschke v. Rosenwerth: Schild der Länge nach getheilt: 
rechts in Roth ein silberner, mit der Spitze aufwärtsgekehrter Pfeil, 
in der Mitte mit einem silbernen, die HÖrner aufwärts kehrenden 
Halbmonde mit Gesicht belegt und links geviert: 1 und 4 in Gold 
ein beide Felder überziehender, schrägrechter, blauer Balken in der 
Mitte mit einem gekrönten, rothen Herz belegt und 2 u. 3 in Silber 
eine rothe Rose). — Böhmischer, später im Kgr. Preussen erneuerter 
Freiherrnstand. Böhmisches Freiherrndiplom von 1714 für Sieg- 
mund Friedrich v. Troschke, Herrn auf Gleissen und Bottschau und 
für deu Schwieger- und Adoptiv - Yater desselben: Hans Friedrich 
Brescher, mit dem Prädicate, v. Rosenwerth. Dieselben erhielten 
durch kaiserl. Diplom vom 7. Juli 1716 u. durch k. preuss. Bestätigung 
vom 1. März 1717 den Namen: Freih. v. Troschke u. Rosenwerth und 
k. preuss. Erneuerungsdiplom des der Familie zustehenden Freiherrn- 
standea vom 18. März 1797 für die Söhne des Ernst Friedrich Freih. 
V. Troschke, Obersten im Regimen te v. Zenge, so wie für die Söhne 
des Ernst Gotthilf Freih. v. Troschke, Obersten im Regimente Alt- 
Waldeck. — Altes, auch unter dem Kamen Troschky und Droschky 
vorkommendes Adelsgeschlecht in den Marken, in Schlesien und in 
der Lausitz, welches auch in Ostpreussen und im Posenschen be- 
gütert wurde. Als alte Stammgüter in der Keumark werden, nament- 
lich im Zillichauischen , Langmeil, Oblath und Patigar genannt, mit 
welchen Gütern die Familie schon 1571 von dem Kurfürsten Georg 
von Brandenburg beliehen' wurde und bald kamen zu diesen Gütern 
mehrere andere. Der Lehnsbrief von 1571 war für die Brüder Va- 
lentin, Wolf und Asmus v. Troschke ausgestellt. In Schlesien war 
die Familie im Grünberg'schen und Glogauischen , so wie in der 
Grafschaft Glatz begütert, auch waren in der Hand derselben meh- 
rere Jahre Stephansdorf bei Neumarkt und zwei Antheile von Kauf- 
fungen, so wie auch die Herrschaft Birnbaum im Posenschen in den 
Besitz des Geschlechts gelangte. — Der Stamm hat dauernd fortge- 
blüht und von den Sprossen desselben traten Mehrere in die k. pr. 
Armee und gelangten zu hohen Ehrenstellen und zwar namentlich: 



— 278 — 

Carl Ludwig Freih. v. Tr. , gest. 1801 als Generallieutenant, Ernst 
Friedrich Freih. v. T. , gest. 1809 als Generalmajor uod Ernst Maxi- 
milian Freih. v. T., gest. 1847 als General lieutenant. — Begütert im 
Kgr. Preussen waren 1857 nach Rauer noch: v. Troschke, Herr auf 
Thiemendorf (Fideicommiss) im Kr. Crossen, die Erben der Julie 
Wilhelmine Elisabeth Antonie verw. Freifrau v. Troschke, geb. Grf. 
V. ßurghauss, aufSalau, freie ^ieder-Standesherrschatl, Bfeschine, 
Grabofske, Peterkaschütz und Sohlenz, sämmtlich im Kr. Militsch- 
Trachenberg und Frau v. Troschke, geb. v. Steffenhagen aui Nessin 
a. und b. im Kr. Cöslin. 

J. G. Mbüer, geneal. Nachrichten von dem adel. Geschlechte t. Troschke. Crossen, 1711. — 
Bittapius, L S. UL - GauAe, I. S. 452. Droschke, Troschke, Tor Alter» Tmschke. — Zedier, VII. 
8. 1475. — MegerU v. imhlfeld, Erf.-Bd. S. 109. — 15. Pr. A.-L. IV. S. 274 und 7». — Freih. r. 
Ltdebur, lU. S. 29, — Siebmacher, I. 74: v. Troschke. Schlesisch. — r. Meding, Ul. S. 677 u. 78. 
— W.B. der Freoss. Monarch. H. 67. Freih. v.Tr. -Rosen werth. — Pomm. W. B. Hl. 67. — Kneschke. 
I. 8. 4S5— 27. 

Trosky (Schild von Blau und Silber schrägrechts getheilt: 
rechts, lAten, in Blau ein sechsstrahliger, silberner Stern und links, 
oben, in Silber ein auf der Theilungslinie schräg nach rechts und 
oben emporlaufender, doppelt geschweifter Löwe von natürlicher 
Farbe, welcher in der aufgehobenen rechten Vorder - Pranke eine 
silbeme Kugel hält). Altes, böhmisches Rittergeschlecht dessen 
gleichnamige Stammburg bei Zwickau in Böhmen 1467 im Hussiten- 
kriege zerstört wurde. Die Familie wendete sich später in die 
Nieder-Lausitz , in welcher dieselbe fortblühte und durch mehrere 
Sprossen zu grossem Ansehen kam. Namentlich machte sich vom 
Ende des vorigen Jahrhunderts an August Wilhelm v. Trosky als 
Ober- Amts-Hauptmann um die Nieder-Lausitz sehr verdient. Der 
Vater desselben, Johann Friedrich v Trosky, aus Liefland gebürtig. 
war Landes-Aeltester des Sprem berger Kreises. — Die Familie war 
1790 zu Bosdorf bei Spremberg und zu ükro bei Luckau und noch 
1828 zu Lübben begütert. — In der k. sächs. Armee commandirt 
jetzt der ^ Major Ewald Herrmann v. Trosky das zweite Ulanen- 
Regiment. 

Dresdner Kalender «tun Gebrauch.» für die Resid. 1847, S. 190 nnd 1849, S. 172. — Frtih. v. 
Ltddmr, HI. S. '2^. — Tyrojf, II. 40. — W. B. d. Sälcte. Staaten. VUl. 59. — Kfusckke, H. S. 440 
nad 41. 

Trost, Troist, Troest (Schild schräglinks getheilt; die vordere, 
scbwai-ze Hälfte ohne Bild, die zweite silbern mit z^ölf schwarzen 
Sauten in drei, der Abtheilung des Schildes angemessenen, schräg 
herunter laufenden Reihen, 5, 4, 3). Altes, meklenburgisches Adels- 
geechlecht, aus welchem Yicke, Claus und Joachim Trost, Vater und 
Söhne, um 1506 lebten. Das Wappen gleicht ganz dem der rheini- 
sdien Familie der Kost, oder Boist v. Wers, s. Fahne, I. 368. Im 
15. Jahrb. kommen Personen dieses Namens im Münsterlande vor 
und im 15. und 16. Jahrb. in Meklenburg als Vasallen der Fürsten 
V. Werle. Später trat die Familie noch in Sachsen auf und ist dann 
erloschen. 

V. Heüback, II. S. 605. — Freih. v. Ledebur, VI. S. 29. — Siebmaieker, I. 1G9: Die Troest, 
Sldttitch: Schild Ton Silber and S^-hwarz rünfnuU schrilgrechts gettieilt. — Kindlingert Handsrhr. 
IS Tb. S. &&: Siegel ron 1S44. — J.iech, Urkunden der ▼. Malsahn, H. S. 44&: Wappen v. 1403. 



— 279 — 

* Trotha (Schild geviert: 1 und 4 auf grünem Boden in Gold ein 

einwärts gekehrter, schwarzer Rahe, im Schnahel einen goldenen 
Ring haltend: Stammwappen und 2 und 3 in Schwarz ein von Silber 
und Roth in zwei Reihen geschachler Sparren: Wappen des hessi- 
schen Geschlechts v. Trott). — Altes, den Namen Trotte oder Trotta 
(Trotha), von dem Rittergute und ehemaligem Stammhause Trothe 
im Magdeburgischen unweit Halle, rechts * von Giebichenstein, füh- 
rendes Adelsgeschlecht, welches mit dem genannten Gute 1373 vom 
Erzbischofe Petrus de Bruma (Bruna) und 1393 vom Erzbischofe 
Albertus von Querturt als Burglehn von Giebichenstein beliehen 
wurde und sich aus einem Stamme bald in Sachsen, Anhalt, Hessen 
und in der Uckermark weiter ausbreitete, wie denn alle Herren v. 
Trotha einerlei Wappen führen und auch bis zu Anfange des 17. 
Jahrh. unter einander die gesammte Hand gehabt und dieselbe später 
nur durch Fahrlässigkeit verloren haben. — In welche Zeit der Ur- 
sprung der Familie v. Trotha zu setzen sei , ist nicht ermittelt und 
wird wohl auch nie zu ermitteln sein. Man kann von derselben nur, 
wie von vielen Anderen, sagen, dass sie alt sei, aber nicht wie alt sie 
sei, dass sie nicht zu dem Brief- sondera zum Uradel gehöre. Eben 
so kann nicht erschöpfend augegeben werden, w^as in alten Zeiten die 
Familie, neben Trotha, besessen habe, dass aber dieser Ort nicht das 
einzige Besitzthum gewesen, geht daraus hervor, dass Nicolaus v. Tr. 
1389 Maschwitz, eine halbe Meile von Trotha, an das Kloster zum 
Neuen Werk und sein Sohn, Claus v. Trotha, nach 1438 Hohenthunn, 
eine Meile von Halle auf der Strasse nach Wittenberg, an Hans v. 
Rauchhaupt verkauften. Der Name der Trotha war in diesen Gegen- 
den sehr berühmt, weil sie Herren der meisten Grundstücke waren 
und wenn es wahr ist, was in den meisten Matrikeln gefunden wird, 
so gehörte derselben der dritte Theil des Pagi Neletici, der jetzt vom 
Saalüusse der Saalkreis genannt wird. — Was die Linien des Ge- 
schlechts V. Trotha anlangt, so muss bei den spärlichen Nachrichten, 
welche bis Ende des 14. Jahrh. zu finden sind, ehe bis eine Abzwei- 
gung bestimmt nachgewiesen werden kann, ein Stamm nach dem 
Stammorte, der Trothaische, angenommen werden. Was den Namen 
der Familie anlangt, so ist Beckmann's Behauptung, dass derselbe 
ans „Drad" entstanden sei , ohne Werth , da sich dieselbe nicht auf 
Urkunden stützt. Es dürfte also nur anzunehmen sein, dass derselbe 
zu eben der Zeit, wo andere Familien sich naqh ihren Gütern nannten 
(im 11. Jahrh.), ebenfalls gebräuchlich geworden. Allerdings aber 
ist die Schreibweise des Namens selbst in den verschiedenen Zeiten 
nicht ganz dieselbe und wechselt zwischen Drothe, Trote, Trothe, 
Trota, Trotha, auch kommt selbst Drod, Drad, Trade vor. Die älteste 
Form scheint Trothe gewesen zu sein. Diese Form hat sich übrigens, 
wenn gleich nicht in der Schrift, doch in der Volkssprache um Halle 
erhalten, wo man nie den Namen des Dorfs oder der Familie: Trotha, 
sondern Trothe aussprechen hört. — Nach den übereinstimmenden 
Nachrichten eines alten Stammbaums der Familie, Dreyhaupfs und 
Beckmann's hat Wolf oder Wolfgang v. Tr. drei Söhne hinterlassen : 



— 280 — 

Hermann, Woldemar und Nicolaus, von welchen der älteste und 
jüngste den Stamm fortgesetzt haben. Bald nach dem 1458 erfolgten 
Aufgeben der zwei Edelhöfe zu Trotha zu Gunsten der Eurg Grie- 
b^chenstein findet man Erwähnungen von anderen Besitzungen und 
von Verhandlungen um neue Besitzungen, ziemlich ausführlich in 
Dreyhaupt's Beschreibung des Saalkreises, nämlich von den Be- 
sitzungen in Wettin uncf von Erwerbungen in Krosigk. Letztere 
scheinen von 1421 bis 1451 sich allmählich sehr erweitert zu haben 
und Friedrich und Curt, Hermann's Söhne, welche die ersten Erwer- 
bungen in Krosigk machten , sind als die Stifter der alten Krosigk'- 
schen Linie anzunehmen. Obgleich Thilo und Hermann, Friedrich*» 
Söhne, oft als zu Wettin gesessen, genannt werden, ohne dass irgend 
wo gesagt wird, sie hätten dort einen Sitz erworben oder ererbt. 
Wettin also eine uralte Besitzung sein konnte, so ist doch erst Thilo'» 
fünfter Sohn: Friedrich, nach dem erwähnten, alten Stammbaume 
der Familie, als Stifter der Wettin'schen Linie anzusehen, w^ährend 
Thilo's dritter Sohn: Claus, 1479 Schkopau kaufte und Stifter der 
Sohkopauiscfien Linie wurde. Diese drei Linien enden nach dem 
erwähnten, alten von Thilo v. Trotha in dem unten angeführten 
Werke mitgetheilten Stammbaume in der VUl. Generation. Die Isacii- 
kommen von Wolfs jüngstem Sohne: !Nicolaus, theilen sich in der 
IV., V. und VI. Generation in vier Linien, von denen die Erste, die 
Zeitzer Linie, nur durch drei Generationen, die Dritte, die Gutenber- 
gische , 80 wie die Vierte , die alte Gensefurth - Hecklingische Linie, 
durch je fünf Generationen reichen, die Zweite aber, die von Hans 
gestiftete Deutschenthaler Linie, zur Zeit des Erlöschens der sämmt- 
lichen anderen Linien, mit ganz besonderer Fruchtbarkeit sich aus- 
breitete, auch die bedeutendsten alten Güter- wieder mit Deutschen- 
ihal vereinigte, nämlich durch Friedrich Schkopau, Gensefurt, Heck- 
lingen, Bennstedt und Vitzenburg u. durch Wolf Thilo auch Krosigk. 
Zu dieser alten Deutschenthaler Linie gehören nun, ausser der in der 
VIII. Generation ausgestorbenen Bennstedtschen Linie, sämmtliche 
jetzt lebenden v. Trotha's , welche sich aber in der XII. Generation 
wieder in vier Linien theilen, nachdem sich in der X. Generation mit 
Wolf Friedrich die 2. Krosigk'sche Linie abgezweigt, welche indessen 
schon in der XIL Generation wieder erloschen ist. Die erste dieser 
jetzt blühenden Linien, die neue Gensefurt -Hecklingische Linie, stif- 
tete der Major Thilo Lebrecht, g(ib. 1733; die zweite, die Krosigk- 
Deutschenthalsche, gründete des zuletzt Genannten jüngerer Bruder: 
Friedrich Ulrich, geb. 1736, die dritte, die Obhauser, der beiden 
Vorigen Vetter: AVolf Thilo, geb. 1733 und die A'ierte, die neue 
Schkopausche , Friedrich Gottlieb, welcher zuerst Obhausen besass, 
dat^selbe aber später mit Wolf Thilo gegen Schkopau vertauschte. — 
Die bisher mitgetheilten Angaben über den Ursprung des Ge- 
schlechts, des Namens, des Grundbesitzes u. der Linien der v. Trotha 
sind dem ersten Abschnitte des unten angeführten Werkes des Majors 
Thilo V. Trotha entnommen. Der zw^eite Abschnitt giebt interessante 
Nachrichten über das Geschlechts -Wappen und der dritte specielle 



— 281 -- 

Nachrichten über die einzelnen Individuen, welche nicht nur iiir die 
Familie, sondern auch für weitere Kreise melniach von Interesse 
sind. Einer der bedeutendsten Männer in der Familie, nicht allein 
interessant wegen der bekannten , historisch aber nicht begründeten 
Sage von dem Raben mit dem Ringe, sondern auch ruhmvoll und 
glänzend durch die über ihn sich findenden Nachrichten, Ist unstreitig 
Tilo V. Trotha, Tilo's Sohn aus der Wettinschen Linie, Propst der 
Kirche zu Magdeburg und Domherr der dasigen Kirche, welcher 1468 
zum Bischöfe von Merseburg erwählt wurde und bis 1514, also 46 
Jahre, den bischöflichen Stuhl inne hatte und für das Bisthum sehr 
viel thun konnte. Nächstdem ist ganz besonders für die Familie 
w^ichtig: Friedrich Dietrich v. Trotha auf Schkopau, welcher durch 
Testament vom 21. Febr. 1738 ein auf Goldschau unweit Weissenfeis 
radicirtes Fideicommissum Familiae stiftete, in Folge dessen nament- 
lich der jedesmalige Besitzer des Seniorats- Gutes Goldschau und 
Pertinenzien schuldig und gehalten sein soll, an einen jungen Herrn 
V. Trotha zum Studiren, oder zu Kriegsdiensten drei Jahre jährlich 
dreihundert Thaler von dem Ertrage des Gutes Goldschau zu 
zahlen. Durch einen Familien-Schluss vom 28. März 1843 sind übri- 
gens in Bezug auf diese Stiftung einige neue, den Anforderungen der 
neueren Zeit entsprechende Bestimmungen getroffen worden. — Der 
Stamm hat dauernd fortgeblüht und mehrere Sprossen desselben 
haben in der k. preussischen u. sächsischen Armee hohe Ehrenstellen 
erlangt. Ein v. Th. w^ar in neuer Zeit k. preuss. Generalmajor und 
Commandeur der 20. Infanterie-Brigande u. Gustav v. Trotha wurde 
1851 Oberst im 1. k. sächs. Reiter-Regimente u. w^ar als Director der 
Militair-Reitschule commandirt. — Als begütert im Krg. Preussen 
werden von Rauer 1857 aufgeführt: die Gebrüder v. Trotha, Gustanr, 
Rittmeister, Carl Herrmann, Rittm. und Flügel-Adjutant und Franz 
Woldemar Albrecht, Major, auf Obhausen im Kr. Querfurt; Thilo 
V. Trotha, Domdechant, auf Schkopau im Kr. Merseburg; Ferdinand 
Anton V. Tr. auf Bittkau im Kr. Stendal ; Wolf Heinrich v. Tr. , k. 
sächs. Oberst-Lieutenant a. D. auf Goldschau im Kr. Weissenfeis und 
V. Tr. auf Rybiniec und Wymislowo im Kr. Kulm. 

V. Dreyhaupt, U. P. 219. Nr. 118. — Beektiumn, Vif. S. 278—80. — Gauhe, 1. S. 2599 and 
600. — Ztdltr, 45. S. 1208 — 16. — Orundmarm, Vers, einer ückerm. Adelshistorie, Vorrede. — 
V. Uechtritx, Geschl.-ErÄMhlungen, I. Tab. 76. — N. Pr. A.-L. IV. S. 276. — Freih. v. Ledehur, m. 
S. ao. — Thilo v. Trotha, M^or im k. preuM. I. Rhein. Infant. - Regim, (Nr. 25), Vorstudien lur 
Geschichte des Geschlechts v. Tiotha. Mit Wappen, Karte der Gegend von Halle, Stammtafel n. s. w. 
2b7 S. 1S60. Druck von Stmder in Neuwied. (Ein für die Geschichte der Familie sehr wichtiges 
Werk). — SUbmaeher, I. 151: ▼. Throth. — Tj/roff, IT. 127: F. H. v. Trott. — W. B. d. S»ch». 
Staaten, XI. 34. 

Trott, Trotte, Trotta (in Blau eine weisse Lilie und unter der- 
selben ein rothes Herz). Altes, brandenburgisches, auch in der 
ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Meklenburg begütertes Adels- 
geschlecht, welches 1587 mit denen v. Trott in Hessen und Trotha 
im Magdeburgischen eine Erbverbrüderung schloss und welchem 
Kurfürst Johann Georg im genannten Jahre die gesammte Hand er- 
therlte. — Friedrich v. Trotte, angeblich aus dem Hause Soltz in 
Hessen, war Feldmarschall in Ungarn und stand auch von 1531 — 36 
in Kurbrandenburgischen Diensten. Der Sohn desselben, Adam, gest. 



— 282 — 

1572 war Kcichsfeldniarscball und Kurbrandenburgißcher Oberhof- 
marschall und desgleichen auch des Letzteren 8ohn*Adam (IL), gest. 
1587, Brandenburgischer Oberhofmarschall. — Georg Friedrich v. 
Trotte starb 1660 als kurbrandenburg. General-Major u. Gouverneur 
von Peitz und später, 1730, ist der alte Ötaram mit Friedrich Wedige 
V.Trott, Herrn auf Badingen, Bredereiche, Himmelpforth, Mildenberg, 
Suthenberg, Stegelitz, Storkow und Alt- u. Neu-Thymen, sämmtlich 
unweit Teinplin, erloschen. 

Freih. v. Ledebur, IIT. S. 80. — Siebmaeher, I. 170: r. Trotta, SKchsisch. — HUppingk de 
Insignium et armoriun jure, S. 4Z7. — v. Trotha, zur Geschichte des Geschlechts v. Trotha, S. 30, 
Flf. 12. 

Trotta, genannt v. Treyden, Trott, Treiden, auch Freiherren n. 
Ritter (Wappen ganz wie das der Familie v. Trotha: es haben näm- 
lich die dem Ursprünge nach verschiedenen Geschlechter v. Trotha, 
V. Trotte u. Trotta oder Trott sich, die Wappen austauschend, 1587 
als gemeinsames Geschlecht anerkannt. — Das unten angeführte 
Ritterdiplom von 1811 giebt folgendes Wappen an: Schild geviert: 
1 und 4 in Blau ein von Roth und Silber in zwei Reihen geschachter 
Sparren und 2 u. 3 in Silber auf einem Dreiberge ein rechtsgekehrter, 
schwarzer Rabe, im Schnabel einen goldenen Ring mit rechtsgewen- 
detem Steine haltend). Reichsfreiherrn- und erbl.-österr. Ritterstand. 
Freiherrndiplom von 1778 für Adolph v. Trott, kais. Reichs-Kammer- 
gerichts-Beisitzer u. Ritterdiplom vom 1. Mai 1811 für Carl v. Trott, 
k. k. Obcrlieutenant in d. A. — Altes, sächsisches Adelsgeschlecht, 
von dessen Sprossen nach Knauth Mehrere zu Freiberg und Dresden 
begraben liegen. Die Familie kommt in Hessen und Thüringen ge- 
wöhnlich unter dem Namen v. Trott vor und sass 1475 und noch 
1804 zu Solz in Hessen, 1587 zu Treffurth unweit Mühlhausen und 
1788 zu Imshausen, Liebenz, Lispenhausen an der Fulda u. Schwar- 
zenhasel , sämmtlich in Hessen. In der Mark Braddenburg trat das- 
Geschlecht auch unter dem Namen: v. Treiden auf und war 1817 zu 
Altehölle, Mahlsdorf, Neuhütten, Reetz und Reppinichen, sämmtlich 
im Kr. Zauche-Belzig, begütert. In Preussen war der Stamm unter 
dem Namen: Trotta, gen. Treyden mehrfach in der Armee vertreten 
und führte diesen Namen auch in Curland , wo die Familie den Bei- 
namen „Treyden" von einem festen Orte in Letten, unweit Riga an- 
genommen, sich auf dem Sitze Plattergallen niedergelassen hatte und 
bereits 1656 zu Bernkau, 1660 zu'Karnall, 1680 zu Scholkofi*, 1795 
zu Kogeln und 1770 zu Cadein, Glien, Leipnitz, Rudbur und Wiesen- 
burg begütert war. Aus Curland war die Familie auch in die Ober- 
Lausitz gekommen und sass zu Klix bei Banzen. 

Knauth, S. r.84. — Gmthe, I. S. 2603 und 2604. — Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 218. — 
N. Pr. A.-L. IV. S. 576. — Freih. v. Ledebur, III. S.30 und 31. — Tyroff, H. 127: F. H. v. Trott. 
— NeimbVs Curländisches W. B. Tab. 42. — W. B. d. SUchs. Stauten, XI. 34. — Kneschke, IV. S. 
414 und 15. 

Troyer , Freiherren und Grafen (Schild geviert , mit von Roth, 
Silber und Roth quergetheiltem Mittelschilde und in demselben ein 
rechtssehender Adler von gewechselten Farben. 1 u. 4 in Roth das 
Vordertheil eines rechtsgekehrten, silbernen Gemsbockes mit gol- 
denen Hörnern : Stammwappen und 2 u. 3 in Schwarz ein goldenes, 



— 283 - 

mit den schwarzen, goldenen Buchstaben F. L. S. bezeichnetes Herz. 
Erbl. - österr. Freiherrn- u. Grafenstand. Freiherrndiplom von 1660 
(nach einer anderen Angabe vom 27. April J671) für Christoph v. 
^ Troyer, k. k. Rath u. 1647 Botschafter an der Ottomanischen Pforte, 
Herrn zu Ansheim, Aufkirchen und Gisspach u. für Cyriacus Troyer 
V. Gisspach (geb. 1619 und gest. 1687), k. k. Kämm., Geh. Rath und 
tirolschen Hof- und oberösterr. Vice-Canzler und Grafendiplom iur 
den einzigen Sohn des Letzteren: Franz Anton Freih. v. Tr. (geb. 
1652 u. gest. 1712), k. k. w. Geh. Rath u. s. w. — Altes, aus Luxem- 
burg stammendes, tiroler und österr. Adelsgeschlecht, dessen Name 
zuerst 1258 vorkommt. Leonhard T. war 1370 Hauptmann des K. 
Carl IV. und lebte noch unter K. Ruprecht von der Pfalz nach 1400. 
Der Enkel desselben, Christian T., kaufte sich 1411 in Tirol an und 
zu seinen Nachkommen gehörte Freih. Christoph, s. oben, welcher 
mit Cyriacus v. T. 1660 den Freiherrnstand erhielt. Der Sohn des 
Letzteren, Franz Anton, brachte, wie oben angegeben, den Grafen- 
stand in die Familie. Von seinen Söhnen wurde Graf Ferdinand Ju- 
lius, geb. 1689 und gest. 1758, 1745 Bischof zu Olmütz, 1747 Cai-- 
dinal und 1751 Protector von Deutschland und Graf Christoph Eve- 
rist, Freih. v. Troyenstein zu Gisspach und Strasfried, Herr zu Ober- 
mostitz, geb. 1701 und vermählt mit einer Grf. v. Oppersdorf, setzte 
den Stamm fort u. wurde der Grossvater der Grafen Johann Baptist, 
Ferdinand und Franz. Graf Johann Baptist, geb. 1776 und gest. 
1837, fürs terzbisch, olmützer Lehenshofrichter, k. k. Kämmerer, ver- 
mählte sich 1807 mit Josephe Grf v. Althan, geb. 1789 und gest. 
1862 und aus dieser Ehe stammt eine Tochter, Grf Stephanie, geb. 
1816, St. D. zu Brunn. Von den Brüdern des Grafen Johann Baptist 
ist Graf Ferdinand, geb. 1780, k. k. Kämmerer und Geh. Rath, 1851 
gestorben, Graf Franz aber, geb. 1783, k. k. Kämm. u. Major in d.A., 
hatte sich 1811 mit Josephine Grf v. und zu Fünfkirchen, geb. 1789 
und gest. 1854, vermählt, hinterliess, nachdem sein Sohn: Graf Ru- 
dolph, geb. 1818, k. k. Kämm. u. Major 1850 gestorben, nur eine 
Tochter: Grf Constantine, geb. 1817, Capitularin des Damenstifts 
zu Prag und schloss 18. Sept. 1854 den Mannsstamm seines alten 
Geschlechts, welches in Mähren das Lehengut Braneck im Kr. Neu- 
Titschein und das Lehengut Ober-Moschtienitz besass. Die Schwester 
der Grafen Johann Baptist, Ferdinand und Franz: Grf Josephine, 
geb. 1789, vermählte sich 1832 mit Simon Chevalier v. Fitzgerald, 
k. k. Feldmarschall - Lieutenant und Inhaber des 6. Chev. - Regiments 
und wurde 1845 Wittwe. 

Bueelini Stemmatogr. P. IV. — Gr. v. Brandts, U. — Oauhe, I. S. 2604 u. 5. — Zedier, 46. 
S. Iti^. — Deutsche Orafenhäoser der Gegenw. II. S. Ö60 und 81. — General. -Taschenb. der griUl. 
Däuser, 1838, S. 608, 1848, S. 702, 1864, S. 928 und hlstor. Handbuch zu Demselben, S. 1020. — 
SUlmacher, II. 89: y. T. Tirolisch. — W. B. der Oestenr. Monarchie, VII. 98. Gr. v. T. und be- 
richtigt XVII. 12. 

' Troyff, anch Freiherren (in Blau ein silberner, nach der linken, 

oder auch nach der rechten Seite springender Hirsch mit goldenem, 
zehnendigen Geweihe). Im Kgr. Württemberg 12. Dec. 1823, unter 
Aufnahme in die AdelsmatrikeF des Königreichs, anerkannter Frei- 



— 284 — 

hernislaiul der Familie. — Alters, ursprünglich aus dem Heraogthume 
Jülicli stammendes Adelsgesohloclit, ^v<•k•hes später in Sachsen, 
namentlich im Meissenschen , vorkam und seit hundert Jahren im 
Württemborgischen blüht. Als erster Ahnherr wird Hans Troyfsow, 
genannt Weserling (Weiserling), Ritter, aufgeführt, welcher in der 
zweiten Hälfte des 12. Jahrh. lebte, um 1176 in Diensten des Mark- 
grafen Otto des Reichen von Meissen stand und demselben auf der 
Jagd in dem Augenblicke, als ihn ein weisser Edelhirsch anrennen 
wollte, das Leben rettete, worauf er den Ritterschlag und den er- 
wähnten Heinamen und das Wappen erhielt. — Zu den ältesten Be- 
sitzungen der Stammlinie in Sachsen gehörten die Güter Welsa, Klit- 
schen und Heilbar, auch waren Stammgüter der Familie: Deumen, 
Gräfendorf, Knau, Schiebelau, Klein-Eichstädt, Leimbach, Lindenberg, 
Neuhaus u. Unteressa. — Die fortlaufende Stammreihe beginnt nach 
dem von Valeut. König begründeten Stammbaume mit Ernst v. Troyff 
auf Welsa, geb. 1435, welcher 1493 auf seinem Gute Klitschen starb. 
Derselbe hinterliess aus der Ehe mit Magdalena v. Dieskau einen 
Sohn : Sigismund, von welchem der als Ober-Stallmeister in Diensten 
des Kurfürsten Johann Friedrich des Grossmüthigen gestandene und 
als warmiT Anhänger der Lutherischen Lehre bekannte Johann v. 
Troyff abstammte, welcher seinen Eifer für die Reformation und für 
die Sache des Kui-fürsten, an dessen Seite er bei Mühlberg gefangen 
wurde, mit dem Verluste des grösseren Theils seines Vermögens und 
seiner Güter büssen musste. Unter vier Kindern, die ihm in der Ehe 
mit Magdalena v. Spiegel geboren wurden, w ar Hans Ernst v. T. ^uf 
Klitschen und Gräfendorf der einzige Sohn. Von Letzterem stammle 
Hans Wilhelm, welcher mit Agnes v. Blücher a. d.H. Doberkau ver- 
mählt war und als pommer. Kammerjunker und Amtshauptmann zu 
Loiz und Ludwigsburg starb. Zu seinen Nachkommen gehörte Hans 
Ernst (11. )> Sachsen - Eisenb. Kammerdirector, Amtshauptmann zu 
Roda und Hofmeister der Gothaischen Prinzen, welcher, nicht nur bei 
den Gliedern seines Fürstenhauses, sondern auch bei mehreren deut- 
schen Höfen in grossem Ansehen stehend, 1705 starb. Zuerst mit 
Lucretia v. Harstall und in zweiter Ehe mit Elisabeth v. Einsiedel 
vermählt, hatte er sechs Söhne, von welchen zwei auf dem Felde der 
Ehre blieben, während der dritte im Duell fiel. Der ältere Sohn aus 
erster Ehe: Hans Wilhelm v. Tr., geb. 1668 und gest. 1709, Herr 
auf Lindenberg , Leimbach und Deumen, k. poln. u. chursächs. Kam- 
merherr, Ober-Stallmeister u. Landeshauptmann in Thüringen, setzte 
den Stamm fort und zwar durch Hans Friedrich v. Tr. , herz, sachs.- 
Weimar. Jägermeister, w^ elcher mit Johanna v. Witzleben vermählt 
war und von w^elchem Hans August Wilhelm v. Tr. , geb. 1735 und 
gest. 1810, stammte. Letzterer trat während des siebenjährigen 
Krieges in herz, württemb. Dienste, wurde Kammerherr und Ober- 
forstmeister und war in erster Ehe vermählt mit Charlotte Freiin v. 
Göllnitz, gest. 1788 und in zweiter mit Julie Freiin v. Bemerdin zum 
Pernthurm, gest. 1803, nach deren Ableben er in den Mitbesitz der 
reichsfreien Herrschaft Adelmannsfelden u. des Ihingerhofs gelangte 



— 285 — 

und dadurch in den Verband mit der unmittelbaren Reicbsritterschaft 
im Canton Kocher kam. Beide Besitzungen gingen aber später wie- 
der in andere Hände über, dagegen erwarb sein Öohn, da,» spätere 
Haupt des freiherrlichen Hauses: Freih. Franz Carl, geb. 1792, 1830 
durch Kauf das im Jaxtkreise gelegene Rittergut Domenek nebst 
Seehof. — Freih. Franz Carl, Herr auf Domenek, k. württemb. Ge- 
neralmajor a.D., vermählte sich 1823 mit Clementine Freiin V. Eber- 
stein zu Gehofen, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Freiin Wil- 
helmine, geb. 1801, verm. 1841 mit Gustav Freih. v. Racknitz auf 
Laibach, Wittwe, ein Sohn entspross: Freih. Hans Max Wilhelm 
Ludwig, geb. 1826, welcher als k. württemb. Justiz - Roferendarius 
5. Juli 1860 gestorben ist. 

Jiuctlini Stemmatogrr. H. S. 45. — Knauth, S. 584: v.Troisen auf Welsa (Wclsau im A. Torgran). 
- Iloenn^» Colmrgsche Chronik, II. S. 154. — MülUr'a SUchs. Annalen, S. 400. — Val. KÜnig, 
I. S. iWa — 1005. — Oauhe, 1. S. 2605 und 2606. — Zedier, 45. S. li»3ü. — v. Uechtritz. diplonL 
Nachr., 11. S. 154—60: Nachr. von 1634—64. — Cast, AdeUlmch de» Kgr. Wlirttcml)erg, S.S55— 57. 
— (iencal. Taschenb. d. froih. HHu'»er, 185.3, 8. 483 und 84, 1855. S. 636, 1861. lOOl , 1868, S. 980 
u, ff. Jalirgg. — Freih. v, Ledebur, 111. S. 34 und 353. — Siebmaeher, 1. 156: v. Troyffen, Süch- 
sisch. — V. Meding, I. S. 618: y. Troyff (der Name wird gewöhnlich ,,Truhf" ansgcsprochen. — 
W. B. d. Kgr. Württemberg, Nr. 147 und S. 40. — Kneschk«, I. S. 427 ud 28. 

Trnchsess v. Baldersheim (in Gold ein sitzendes, rechtssehen- 
des, nach Siebmacher's Declaration ,,rothes Thier"). Altes, fränki- 
sches, früher im vormaligen fränkischen Rittercantou Ottenwald be- 
gütert gewesenes Adelsgeschlecht. 

Biedermann, Canton Ottenwald, Tab. 420 und 21. — Salver, S. 433. — Siebmac?i€r-, I. 102: 
Die TiuchKcss v. Baldersheim, Frünkisch. 

Trnchsess v. Borna, Trnchsess v. Born nnd Weilerswalde, s. 

Truchsess v. Wel lerswalde. 

Trnchsess v. Bumersfelden , s. Truchsess v. Pommers- 
fclden. 

» Trnchsess v. Diessenhofen (Disenhoven). Altes, ursprünglich 

schweizerisches Adelsgeschlecht, welches auch in Schwaben begütert 
wurde und für eine Nebenlinie der schwäbischen Truchsesse gehalten 
wird. 

Jhicelini Stemmatogr. IV. S. 57. — Zedier, 45. S. 7 und 124. — Siebmacher, 11, 87. 

* Trnchsess v. Eggenmnhl. Altes, früher zu dem bayerischen 

Adel zählendes Geschlecht. 

Siebmacher, H. 65. 

^ Trnchsess v. £merberg, oder Eimerberg (in Roth ein goldener 

Eimer, oben und unten mit einem silbernen Bande, desgleichen einem 
in die Höhe gekehrten, oder aufrecht stehenden, silbernen Seile). 
Altes, steiermärkisches Adelsgesch locht, welchem das Erbtrucli- 
sessen-Amt in Steyer zustand. Dasselbe ist nach Spangenberg und 
Spener mit Dietlieck oder Dietwig Tr. v.E. ausgegangen, doch geben 
Beide das Jahr des Erlöschens nicht an. 

SpangerJ>erg , 1. S. 349. — Spener, S. 3.50. — Zedier, 46. S. 1249. — Von der Veranlassung 
desAdek der Faroilio: FrelmUthlgcr, 1817, 8. 296. — Siebmacher, 44. — v. Meding, I. S. 618. 

Trnchsess v. Götzersdorf. Ein früher zu dem alten, österr. 
Adel zählendes Geschlecht. 

Zedier, 46. S. 424». 



— 286 — 

Tmchsess v. Gronsperg. Altes, früher zu dem bayerischen 
Adel zählendes Geschlecht, welches aber Wig. Hund nicht er- 
wähnt hat. 

Siebmaeher, IL 67. 

Trnchsess v. Heimertingen. Altes, früher zu dem schwäbischen 
Adel gehörendes Geschlecht. 

zedier, 12. S. II 83 und 45. S. 1250. 

Trachsess v. Henneberg (Schild von Silber und Schwarz querge- 
theilt, mit einer stehenden, oben abgeschnittenen Greifsklaue von ge- 
wechselten Tincturen). — Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches 
mit Hans Friedrich Truchsess v. Henneberg 1643 erloschen sein soll, 
während nach einer anderen Angabe ein Veit Ulrich Tr. v. H. noch 
im 18. Jahrh. als coburgischer Hofmarschall lebte. 

Schannat, $. J68. — v. ITattstein, II. S. 447. -- ffoenn't Coburg. Chronik, I. S. 96 und 251. — 
SUdemumn, C^nton Bstunach, Tab. 26^ und 63. — Salver, S.406 und 624. — Siebmaeher, I. 102. 
Die Truchsess v. Hennenberg, Fränkisch. — v. Meding, I. S. 619. 

Trnchsess v. Hoeflngen , Trnchses -v. Heflngen (in Silber ein ge- 
krönter, schwarzer Löwe, mit weissen Flammen an der Brust). Altes, 
schwäbisches Adelsgeschlecht, welches schon in der zweiten Hälfte 
des 10. Jahrh. geblüht haben soll. Das Stammschloss HÖfingen lag 
nahe bei Leonberg und wurde im Schlegel-Kriege, weil die v* Hoe- 
fingen in der Schlegler-Gesellschaft die Mächtigsten .u. Vornehmsten 
waren, 1377 zerstört. — Johannes Tr. v. H. lebte um 1280 und der 
Enkel desselben, Conrad, war zur Zeit des K. Carl IV. ein berühmter 
Kriegsheld. Von Conrad sind drei Enkel bekannt: Heinrich, Dom- 
Propst zu Augsburg, Wilhelm, Abt zu Bobenhausen und Burchard, 
welcher den Stamm fortsetzte. — Von den Nachkommen war Ludwig 
Juris Canonici Doctor und der vierte Rector der 1477 gestifteten 
Universität Tübingen. — Christoph, welcher um 1660 noch lebte, 
hinterliess einige Söhne. 

ßucelini StPimnatogr. P. TV. — Gauhe. T. S. 2609 und 10: nach Bärgormeister, vom Schwubi- 
sehen Roichsadel. — Zedier, 45. S. 1256. — Siebmacher, I. 115: Die Truchsess ▼. Höfingen, SchwU- 
bisch. 

Truchsess v. Holenstein. Altes, früher zu dem fränkischen 
Adel zählendes Geschlecht. 

Sifhmacher, II. 80. 

Trnchsess v. Infeld. Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, aus 
welchem Hans Truchsess v. Infeld 1547 bei der Gefangennehmung 
des Kurfürsten Johann Friedrich I. zu Sachsen bei Mühlherg mit im 
Felde war. 

ffoenn's Coburglschc Chronik, IT. S. 159, 272 und 300. — Zedier, 45. S. 1247 und 1250. 

Trnchsess v. Killen thal. Altes, schwäbisches, nur dem Wappen 
nach bekanntes Adelsgeschlecht. 

Siebmacher, II. 84. 

Truchsess v. Kemnater, s. Kcmnater, Bd. V. S. 62. 

Trnchsess v. Pommerfelden , Bomersfelden , Pnmersfelden (in 

Silber ein gekrönter, blauer Löwe mit doppeltem Schweife und zwei 
quer über dem Löwen durch das Feld gezogenen, schmalen, rothen 
Balken). Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, aus welchem bereits 



— 287 — 

1235 Conrad v. Pommersfelden gelebt haben soll. Das Stammschloss 
Pommersteiden liegt am Flusse Reich-Eborach und die Familie ver- 
waltete anstatt Chur- Pfalz das Erbtruchsessen - Amt im Hochstifte 
Bamberg. Conrad Tr. v. P. wird von Hönn 1420 angeführt; Mar- 
gare tha V. Pommersteiden, Aebtissin zu Pirckenteld, starb 1494 und 
Vitus Tr. V. P. 1503 als Bischof zu Bamberg und Laurentius Tr. V; P. 
befand sich 1520 als kurmainzischer Gesandter auf dem Wahltage 
zu Frankfurt a.M. Später, 1710, schloss Friedrich Ernst Truchsess 
V. Pommersfelden, kurmainzischer Kammerherr als Letzter des alten 
Geschlechts den, Stamm. 

G. Helunch, Elencbus nobiliUtis ecclesiae Mo^unt. in: Joannis Rer. Mogant. U. S. 334 tind 85. 

— Hoenn, Coburg. Chronik, II. S. 97. — v. BatUUin, II. S. 451—53. — v. FaUcenstein , AbmI. 
Noidgav., IV. Nachl. S. 835. — DoederUin** histor. Nachr. t. d. Marsch, v. Calatin. S. 368. — 
Ritter'a evang. Denkmüler der Stadt Frankfurt a. M., S. 41 und 42. — Qmthe, I. S. 2610 und 11. 

— Zedier, 45. S. 1261 und 62. — BUdtrmaum, Canton Steiger wald, Tab. 251—57. — Staver^ 8. 
323, 360, 363 und 397. — Sitbmacher , I. 101: Die Truchsess v. Pommersfelden, FrXnklsch. — Fnl- 
daischer Stifts-Kalender. — v. Meding, I. S. 619. — Supplem. zu Siebm. W. B. VII. 34: F. H. Tr. 
T. P. 

Truchsess v. Rheinfelden. Altes, schweizerisches Adelsge- 
schlecht, welches später auch zu dem schwäbischen Adel zählte. 
Ein Sprosse des Stammes lebte noch 1676 als deutscher Ordens-Com- 
thur zu Frankfurt a. M. und Kegenfried Tr. v. Rh. wurde noch 1738 
zu den Capitular-Herren der Abtei Mürbach und Lüders gerechnet 

Urstisii Chronic. Basil., S. 396. — G€nihe, I. S. 2608. — Zedier, 45. S: 1252. 

Truchsess v. Rieneck (Reineck) (Schild in der Mitte achtmal 
von Roth u. Gold quergestreift). Altes, fränkisches Rittergeschlecht, 
ö. den Artikel: Reineck, Rheineck, Rhenick, Grafen, 
Bd. VIL S. 433. 

Truchsess v. Ringingen. Altes, früher zu dem schwäbischen 
Adel gehörendes Geschlecht. 

Siebmacher, II. 100. 

Truchsess v. Schlotheim. Altes, thüringisches, schon unter K. 
Lothar oder Ludwig 111. mit dem Erbtruchsessen - Amte bekleidetes 
Rittergeschlecht, s. den Artikel: Schlotheim, Schlottheim, Bd. VIEL. 
S. 223 - 25. 

Truchsess v. Wellerswalde, früher: Truchsess v. Borna (in Blau 
ein von Silber u. Roth mit schmalen Streifen vielmals quergestrerfter 
Adler). Altes, meissensches Adelsgeschlecht, welchem das Erbtruch- 
sessen-Arat der Markgrafen von Meissen zustand und welches sich 
früher nach dem Gute Borna bei Oschatz, später aber nach dem Sitze 
Wellerswalde, ebenfalls bei Oschatz, nannte. Die Familie sass be- 
reits 1200 und noch 1498 zu Borna und 1472 und noch 1620 zu 
Wellerswalde und brachte auch mehrere andere Güter an sich. So 
sass dieselbe 1535 zu Naundorf und 1550 zu Glaubitz, beide Güter 
unw'eit Hayn, 1092 zu Falkenberg bei Liebenwerda, 1745 zu Ober- 
Sohland in der Ober-Lausitz, wurde auch in der Nieder-Lausitz be- 
gütert und kam in neuerer Zeit auch nach Ostpreussen, wo dieselbe 
noch 1849 zu Grzegorz unweit Culm und zu Zelgno bei Thorn ange- 
sessen war. 

Peckefutem, Th6atr. Saxonlc. S. 110. — Knauth, S. 584. — Sch<mnat, S. 168. — HonC$ Stchs. 
HandbiW. S. 150. — Gixuht, 1. S. 2608. — ZedUr, 45. S. 1247—52. — Eator, A.Pr. S.40«: nennt 



— 2ö8 — 

djtöcs (ieschlecht: Truohscüs v. Born und Wdlerswald«». — Fntih. v. Ledebur. III. S. 32. — Sieb' 
machar, I. H51 : Die l'ruchs«!ss v. Weldcrswald, Mcissnisch. — Rndolphi, Ileialdica curiosa, 8. 178. 

Truclwess v. Wetzhausen, ancli FreiheiTen und Grafen (in Gold 

zwei in zwei Reihen von Roth und Silber acht- oder zehnmal g'e- 
Bchaehto Querbalken: ötammwappen und FreiherrlichcB Wappen 
und gräfliches Wappen: Schild geriert mit gekröntem, das glänze- 
Ötammwappen so zeigenden Mittelschiide , dass unten in G-old die 
zwei Schachbalken sind. Der obere derselben ist mit einer Krone 
und diese mit dem Helmzeichen der Familie, dem zwischen hier 
blauen hüffelshÖrnern befindlichen Rumpf, mit fliegenden Haaren, 
besetzt. Das erste Feld des Hauptschildes ist roth, das zweite blau, 
das dritte golden und das vierte silbern. In jedem dieser Felder er- 
scheint ein einwärtsgekehrter Adler, welcher im ersten und vierten 
Felde schwarz, im zweiten und dritten aber silbern ist. v. Hattntein 
hat den Schild mit einem schwarzen, ausgebogenen Kreuze belegt 
und das dritte und vierte Feld sind golden). Reichs-Freiherni - und 
Gratenstand. Freiherrustand der Familie, bei Eintragung in die 
Freiherrnklasse der Adclsmatrikel des Kgr. Bayern durch Lehen- 
briel'e nachgewiesen. Das Diplom wird gewöhnlich von 167<i ange- 
nommen und als Empfänger wird Joachim Ernst Truchsess v. Wetz- 
haus(m, Ritterhauptmann des Ortes Kaunach, mit dem Bruder des- 
selben, AVolt' Dietrich mit den Nachkommen genannt u. Grafendiplom 
von l()oG für die Gebrüder Truchsess v. Wetzhausen: Hans Anhelm, 
k. k. General-Feldzeugmeister; W^ilhelm, ebenfalls kaiserl. General- 
Feldzcugmeister; Martin Sigismund und Erhard Ferdinand, später 
k. k. Kämm. , Rath und Oberst-Landeshauptmann des Füi-stonthums 
Breslau. — Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, dessen Stammhaus 
W^ctzhiiusen, welches bis auf die neueste Zeit im Besitze der Familie 
geblieben ist, eine Stunde von Sch^\•einfurt liegt. Der Name der 
Familie kommt bereits in der ersten Hallte des 15. Jahrhunderts vor. 
Dietz Tr. v. AV., Ritter, wurde lo43 von dem Bischöfe Otto von 
Würzburg als Erbburgmann der Veste Bramberg beliehen und von 
dem Sohne desselben, Johann, stammen alle späteren Sprossen des 
Stammes ab, die sich nach ihren Gütern: Bundorfl*, Bettenburg, Rot- 
tenstein, Lanckheim, Unsleber, Eysfelder, Dürrenhott*, Dachsbach 
u. s. w. nannten, von welchen Häu.sern Einige bald wieder ausge- 
gangen sind. h'iQ nach Preussen gekommenen Glieder der Faitiilie 
stammten aus dem Hause Dachsbarch u. blühten später in vier Linien, 
auch war das Gtjschlecht mit Erhard Ferdinand, s. oben, welcher mit 
seinen Brüdern, wie angegeben, den Grafenstand erhielt, nach Schle- 
sien gekommen. Von Johanns Nachkommen sind besonders zu nennen : 
Cunigunda, gest. 1498 als Aebtissin des Theodori- Klosters zu Bam- 
berg, Hans um die genannte Zeit Fürstl. Württembergischer Ratli, 
Marschall und Amtmann zu Raveneck, George, welcher zu Luthers 
Zeiten der letzte Abt im Kloster Anhufen war und Veit Ulrich, Dom- 
herr in Würzburg, welcher 1508 resignirte und sich verheirathete, 
auch die W^ctzhausensche Linie fortsetzte, die sonst im genannten 
Jahre ausgestorben wäre: Derselbe wurde Fürstl. Würzburgischer 
Rath und Amtmann zu Neustadt und starb später als der Letzte 



— 289 — 

Katholik aus diesem Geschlecht. Ein Anderer dieses }^amens wair 
1630 herz, sachsen-coburg. Rath, Holrichtc^r und Ober-Hauptmann 
und in demselben Jahre starb Wolf Dietrich als kaiserl. Oberst. 
Joachim Ernst, s. oben, erhielt mit seinem Bruder, Wolf Dietrich, 
kurmainz. Ober-Jägermeister und Amtmann zu Aschafienburg, später 
Geh. Rath und Gesandter, 1676 den Freiherrnstand. — Freih. Veit 
Heinrich starb 1710 als k. k. General-Feldmarschall-Lieutenant, ohne 
Erben, nachdem er zwanzig Tausend Gulden für Btudirende aus 
seinem Stamme ausgesetzt hatte und seine Wittwe, eine Freiin v. 
Jöstelsberg, stiftete 1733 auf ihrem Rittergute Weitzenbach ein 
adeliges Fräulein-Stift für vier Personen. Der genannte Freiherr 
Veit Heinrich war übrigens der Letzte der Wetzhausenschen Linie 
und so fielen denn seine Güter an die Linie zu Bundorff, aus welcher 
zu Gauhe*8 Zeit bekannt waren: Albrecht Dietrich, Grenadier-Oberst 
des Fränkischen Kreises, später ohne Erben gestorben; Hans Eitel, 
kaiserl. Oberst, der eine zahlreiche Naclikommenschaft hatte und 
Hans George zu Bettenburg. — lieber die Linien in Preussen, zu 
denen Martin Tr. v. W. gehörte, der von 1477 — 89 Hochmeister des 
deutschen Ordens war, im 16. und 17. Jahrb., hat (rauhe viel und 
Näheres mitgetheilt. — In neuerer Zeit blüht die Familie noch in 
Bayern und in die Freiherrnklasse der bayer. Adelsmatrikel wurden 
aufgenommen: aus der Bundorfer Linie die Brüder: Adam Gt)ttlob, 
geb. 1750, Senior Familiac, ehemaliger Ritter- Rath des Cailtons an 
der Bau nach, Christian, geb. 1755, vormaliger Hessen -Casselscher 
Major u. Christian Dietrich, geb. 1790, Sachsen-Hildburghaus. Ober- 
Forstmeister, aus der Linie zu Wetzhausen aber die Brüder: Wilhelm 
Philipp Ernst, geb. 1781; Gottlob Friedrich Carl, geb. 1784, grossh. 
bad. Forstmeistor zu Neckargraünd; Carl Ferdinand, geb. 1790, k. 
bayer. Oberlieutenant der Grenadier-Garde ; Franz Ernst, geb. 1 793, 
ebenfalls in k. bayer. Militair-Diensten und Philipp Ernst, geb. 1796, 
später k. bayer. charact. Forstmeister zu Wetzhausen. — Die Familie, 
welche schon, vor dem Frciherrndiplome vom 4. März 1676, 1442 
einen Reichsfreiherrenbrief vom K. Friedrich III erhalten hatte, blüht 
jetzt nur noch in den beiden , nach den in Franken liegenden Be- 
sitzungen genannten Linien zu Wetzhausen und zu Bundorf. Die 
Zweige in Preussen sind längst erloschen. — Haupt der Linie zu 
Wetzhausen und Senior der Familie w^ar in neuester Zeit der schon 
oben genannte Freih. Franz Ernst, geb. 1793, k. bayer. pens. Ritt- 
meister, von welchem, neben zwei Töchtern, drei Söhne stammen: 
Freih. Hugo, k. bayer. Rittm. ; Freih. Hermann, k. bayer. Stadtge- 
richts- Assessor zu Ansbach, verm. mit Henriette Freiin v. Pöllnitz, 
geb. 1829, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, zwei Söhne, Hans^ 
geb. 1858 und Kurd, geb. 1859, entsprossten und Freih. Otto, geb. 
1825 und gest. 1863, k. bayer. Artillerie -Hauptmann, aus dessen 
Ehe mit Emma v. Kobell eine Tochter lebt; Clara, geb. 1860. — 
Der Bruder des Freiherrn Franz Ernst: Freih. Carl Ferdinand zu 
Bimfeld, geK 1790 und gest. 1851, hat aus der Ehe mit Adelheid 
de Luze zwei Söhne hinterlassen, die Freiherren Friedrich, geb. 1825, 

Knesckke, Deutsch. Adels -Lex. IX. \Q 



--- 290 — 

k. baycr. I^gat.-Secretair und Ferdinand, geb. 1827, verm. 1856 mit 
Anna Freiin Xruchsess v. Wetzhausen aus Bundorf, geb. 1837. — 
Haupt der Linie zu Bundorf ist: Freih. Max zu Bundorf u. Bettenburg, 
geb. 18^4 — Sohn des 1857 verstorbenen Freih. Gotthardt, h. sacbs. 
cqb. -goth. Xammerh. und Major a la suite aus der Ehe mit Enuaa 
Freiiu V. Haustein a.d.H. Besenhausen, geb. 1799 und verm. 1818 — 
k. bayer. Oberstlieutenant a. B. , verm. 1851 mit Sophie Grf. v. Pückler- 
Juimpurg aus Burg-Farrenbach, geb. 1827, aus welcher Ehe drei 
Töchter u. eiu Sohn : Gotthardt Veit, geb. 1860, stanunen. Weitere.*< 
ergeben die geneal. Taschenbb. der freih. Häuser. 

JBue^Uni $teiimiato<n'. I. S. 260. — Ohyphiua, voa Ritterorden, S. 86. — AM, deutsch. Altorth. 
m. 8. 773. — V. Oleiehenatein , Nr. 98. — Sinaptus , H. S. 265 und 66. — Scharmat, S. 168. — 
f. ff a$t 9t ei n » n. S. 429 and Tab. V. ond 8. 488—99 und Supplem. revis. L S. 66 u. 67. ^ GauMe, 
I. S. 3612 — 14, und H. S. 1190 — 92. — ^dler, 45. S. 1445 — 48. — Biedermann, Cant. Baonach, 
IWi. 164—909, Oftvt. Gebfirf : Vorrede und Rhön-Wern und Otteuwald: Supplem. — Salver, S. 26S, 
M6. 277. 3S6 u. ». V. a, 0. — v. Lang, Supplem. 73 und 74. — Freik. v. Ledehur, UI. S. 82 und 
n. — OeneaL Taschenb. d. freiberrl. HMoser, 1859, S. 836—38, 1862, S. 824—26, 1864. S. 867-69 
o^ ff. J»hrfc. — Siebmaeker, I. 101: Die Truchsesa t. Wetxhausen, FrUnkisch, IV. 6: Or. Tr. ▼. W. 
und Suppl. VII. 24: Tr. t. W. — Üudolphi, Herald, cur., Tab. 3 und S. 172. — v. Meding , I. $. 
•«••~2»: Tr. V. W. und Gr. Tr. v. W. — T^röff, I. 134. — W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 29: Freih. 
Xc. V. W. und ▼. Wölckem. Abth. 4. S. 69 and 70. 

Tmhendiagen, Grafen. Altes, fränkisches Grafengeschlecht, 
d^sBen Stammhaus gleichen I^amens das Schloss und spätere Amt 
im Ansbachschen , am Riess gelegen , war. Zuerst wird Ernst ge- 
Q^nnt , der um 800 lebte. Von den Nachkommen hat Gauhe nach v. 
Falkeustein Mehrere genannt. Graf Conrad — ein Sohn des Grafen 
Friedrich IX. aus der Ehe mit Elisabeth Grf. v. Henneberg — wel- 
cl^er 1408 ohne männliche Erben starb, wird gewöhnlich für den 
Iieteten seines Stammes gehalten , doch stand noch Wierich Graf v. 
Xruhendingen vor der Mitte des 15. Jahrhunderts bei dem Kurfürsten 
Friedrich I. von Brandenburg als Hofmeister und Eath in Diensten. 

Laoa^ Ora(«naiuü, S. 1010. — Frevenh%eber , AnnaJ. StTT. S. 417. — «. FaVt em Um, Rord- 
fautsche AlterthUmer, S. 840 und Detaelben Codex dipom. Nordgav et Analecta Hordgav. — öcnthe, 
\\, 8. 119^^94. — ZedUr, 45. $. 1261—68. ^ J. Wr. Qrwu^r Frog. de ComitibaB de Truhendingen, 
f>aciun Merantae haeredlbui, Coburg. 17&6 und In Desselben Opusc. Vol. I. 

Tmeber v. Steinfeld. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1758 für Andreas Trüber, Hauptmann im k. k. Infanterie-Regimente 
Graf V. Harsch, mit: v. Steinfeld. 

MegtrU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 475. 

Trückel, Freiherren. Erbl. -Österr. Freiherrnstand. Diplom 
von 1776 für Ferdinand v. Trückel, Oberstlieutenant im k. k. Cui- 
rassier-Regimente Graf Trautniannsdorf. 

MBgerle v. Mühlfeld, Erg.Bd. 8. 109. 

Trüebeneckh, Triebenegg und Trübeneck (nach Bartschcns 
Wappen-Buche: ein von dem rechten Unterwinkel bis zur Hälft« des 
linken Schildesrandes sich erhebender, steiler Felsen oder silberne 
Steinklippe, auf welcher ein linksgekehrter, brauner, fleckiger Tiger 
hinanläuft, oder nach Siebmacher: in einem rothen, golden einge- 
fassten Schilde ein gelöwter, oder aufrechtstehender Leoparde). — 
Altes, stei ermärkisches, schon im 17. Jahrh. ausgestorbenes Adelsge- 
schlecht, welches das gleichnamige Schloss, nicht aber das Städtchen 
dieses Namens, besass. 

Zedier, 46. S. 1264. — Siebmaeker, I. 49: ▼. Triebenegg, Steyeriteh. — v. Meding, III. S.678: 
llftok Rartachen» W. B.: Trttebeoeekh. 



Trnegleben, Trngeleben. Altes, längst erloschenes, thüringi- 
»ches Adelsgeschiechty welches das eine Stunde von Gotha gelegene, 
gleichnamige Dorf besessen haben mag und aus welchem Wichmaim 
de Trugeleben 1271 und Heinrich v. Trtigeleben 1327 in Urkunden 
auftreten. 

BrBekner, Kirchen- and Sehulen-Stut des Hers. Gotha, II. S. Stck. 69 und 70. 

Trnembach, Trompbach (Schild durch Spitzenschnitt quer- und 
in der oberen Hälfte der Länge nach getheilt, dreifeldrig: 1, oben 
rechts, in Silber eine rothe, 2, oben links, in Roth eine silberne Rose 
und 3, untere Schildeshälfte, in RIau zwei neben einander stehende, 
rothe Rosen). Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches sich in 
älterer Zeit Trübenbach , Drumbach und Trüembaoh schrieb und aua 
welchem urkundlich zuerst 1336 Hartard v. Trümbach vorkommt. 
Die Familie gehörte ehedem zu dem Reichsadel in Buchen und noch 
im vorigen Jahrhunderte zu der damaligen Reichsritterschafb des 
Fränkischen Cantons Rhön-Werra. — Das gleichnamige Stamm- 
schloss der Familie liegt nahe bei Wehrda in Ruinen. 

V. BettUtein, III. Supplem. S. 146. b und c. ^ Biedermann, Canton Rhffn-Wern, Tab. 360. -^ 
N. geneaL Handboch, 1778, S. 213. — Siebnuxcher, I. 108: v. Tiupbach. Frjinkisch. 

Trfippenbach, Ritter, s. Trippenbach S. 271. 

Trütsschler, Trtitschler v. Falkenstein (in Gold ein schräglinker, 
schwarzer Ralkcn). Altes meissensches Adelsgeschlecht, welches in 
zwei Hauptäste zerfiel , nämlich in den , welcher ehemals wieder in 
die Häuser Falkenstein im Voigtlande, Dorfstädt bei Falkenstein und 
Ober-Lauterbach bei C/rimmitschau sich theilte und in den Ast der 
Trützschler v. Eichelberg auf Stein u. Leimnitz, welche, nach Gauhe 
ein verschiedenes Wappen führten und 1632 ausstarben, worauf ihre 
Güter an die Lehnsherren, die damaligen Freiherren, späteren Grafen 
zu Schönburg kamen. — Ben Beinamen : Falkenstein führte die Fa- 
milie von dem mehr als dreihundertjährigen Besitze des Schlosses 
FalkeiiHtein mit Oberlauterbach, Dorfstadt u. s. w. im Voigtlaride. 
Zuerst wird in den Meissenschen Chroniken Conrad Trütschler in 
einem Diplom von 13U5 als Burgmami, oder Castellan zu Crimmit- 
schau genannt, auch kommt in einem Klosterbriefe von 1349 ein 
Trütschler vor. Später, von 1476 bis 1480 war Hildebrand Tr. 
Schösser zu Rochlitz und ein anderer Hildebrand T. starb 1513 als 
Sfeitlshauptmann zu Naumburg; um 1530, war George T. Amtshaupt- 
mann zu Grünhayn und Wolf T. 1560 Amtshauptmann zu Zwickau 
und Berghauptmann zu Schneeberg. Moritz Salomon T. blieb 1685 
bei Calamada auf Morea in einem Treffen mit den Türken. Jobst 
Christoph T. — die v. Trütschler gehörten übrigens zu den verschie- 
denen Altadeligen Familien, die früher von dem W^örtchen: von 
keinen Gebrauch zu machen pßegten — lebte 1708 als k. poln. und 
kursächs. Kammerjunker und Hans Ernst Tr., welcher unter dem 
Könige Christian V. nach Dänemark gekommen und in die Armee 
getreten war, starb 1718 im 75. Lebensjahre als k. dänischer Gene- 
rallieutenant in Norwegen und soll Nachkommen hinterlassen haben, 

19* 



— 29ä - 

Hanä Heinrich Tr. auf Berbisdorf bei Chemnitz, Rackewitz u. Graeb- 
nitz, kursächs. Kammerherr, wie auch Kammer- und Bergrath, starb 
1734 im 78. Jahre als Geh. Kath und hinterliess einen einzigen Sohn, 
der damals als hera. sachs. merseburgischer Holmarschall lebte, und 
zu derselben Zeit war Carl August Tr. v. Falkenstein k. poln. und 
kursächs. Ober- Appellationsrath. — Der Stamm blühte fort und 
mehrere Glieder der Familie traten in kur- u. k. sächs. u. k. preuss. 
Militair- u. Staatsdienste, auch sind aus diesem Stamme die Grafen 
Zedlitz-Trützschler v. Falkenstein, s. den dieselben betreffenden Ar- 
tikel, hervorgegangen. — Im Kgr. Sachsen sind Ober-Lauterbach, 
Falkenstein und Dorfstädt die Hauptbesitzungen des Geschlechts, 
welches in neuerer Zeit auch in Pommern begütert wurde. Nach 
ßauer war 1857 ein Trützschler v. Falkenstein Herr auf Klein- 
Kambin im Kr. Beigard und ein Anderer dieses Geschlechts Herr 
auf Klein-Dewsberg, ebenfalls im Kr. Beigard. 

Knauth, S. 585. — Homn, Coburg. Hbtor. II. S. 153. — SifUMpivs, II. S. 1007. ~ SchÜttgetk, 
Diplomat. Nachlese von Ober • Sachsen , X. S. iOH, 204 und 207. — Oauke, 1. S. 2614 and 15. -~ 
ZedUr, 45. S. 1271—73. — KUttzachen* nnd Orundigi Samml. zur Süchs. Geschichte, I. 8. 277 and 
78: Nachlichten von den Triltzschleru ▼. Eichelberg zu Stein u. II. S. 364: C. G. G Kleine Nachlese 
and Annierk. zo der Geschichte des Geschlechts der Trützschler v. Eichelberg, besonders d» Hilde- 
brands Y. Tr. - N. Pr. A.-L. IV. S. 278 und 79. — Frtih. v. Leddmr , III. S. 83 und 852. — 
Siehmacher, I. 164: t. TrUtschler, Meisnisch. — W. ß. der Sächs. Staaten, IV. 90. 

Trunkh v. Guettenberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Bestätigungs- 
diplom des der Familie zustehenden Adelsstandes von 1708 für Jo- 
hann Laurenz Trunkh v. Guettenberg, Stadtrichter in Wien. 

Jfe^erle v. Mühlfeld, Erg.Bd. S. 475. 

Trnppach. Altes fränkisches Adelsgeschlecht, welches früher 
zu der ehemaligen Reichsritterschaft im Canton Gebürg gehörte und 
wohl eines Stammes und Wappens mit der fränkischen Familie v. 
Trümbach war. 

V. HattsUin, II. Supplem. S. YS und 74. — Bitdermann, Canton Gebttrg, Tab. 875 und 7«. — 
Si^macher, I. 108: Trupbach, Fränkisch. 

Trozettel v. Wiesenfeld. Erbl. - Österr. Adelsstand. Diplom 
von 1819 für W^ilhelm Truzettel, Rittmeister der k. k. ersten Arcie- 
ren - Leibgarde, mit: v. Wiesenfeld. Der gleichnamige Sohn des 
Diploms - Emptangers war um 1857 Major im 7. k. k. Infant.-Regim. 

MegerU v. MüMfeU, Erg.-Bd. S. 476. — Militair- Schematism. des Oesterr. Kaiserthums. 

Tschammer, auch Freiherren (Schild von Silber und Roth der 
Länge nach getheilt: rechts die rechte Stange eines achtendigen 
Hirschgeweihes (von den Enden kommen auch fünf u. sechs vor) und 
links ein linkes Büffelshorn mit Mundstück, beide Bilder von ge- 
wechselten Farben: Stamm Rogala). Böhmischer Freiherrnstand 
Diplom vom 8. Juli 1725 für Ernst Balthasar und Heinrich Oswald 
V. Tschammer und Osten , Vettern. — Die Freiherren v. Tschammer 
stammen, wie die Herren Rogala v. Biberstein, von den Grafen v. 
Biberstein ab, die vor fast tausend Jahren den Ober -Aargau be- 
herrschten. Mit Anna Grf. v. Biberstein, Gemahlin des Christoph 
Poppel V. Lobkowitz, erlosch 1651 der Hauptast des uralten Stammes. 
Ein Zweig desselben aber war 1094, zur Zeit des Königs Boleslaw III. 
Krzywousty, nach Polen ausgewandert und wurde dort, nach seinem 



— 293 — 

Wappen , Rogala genannt. I)ie Rogala bekleideten hohe Aemter in 
Polen, wie die Castellans- Würde von Danzig, das Palatinat von Ma- 
Rovien n. s. w. nnd nannten pich nach damaliger Sitte, nach ihren 
Besitzungen, nämlich ein Zweig Czambor, Andere aber Krasicky, 
Losky , Chynowsky und Zawadzky. Die Rogala, genannt Krasicky, 
wurden 1631 in den Reichegraf eiistand ihrer Vorfahren versetzt. Ein 
Zweig der Rogala fügte seineni Isamen wieder den Namen v. Biber- 
stein hinzu und nennt sich noch jetzt Rogalo v. Biberstein , der Bei- 
name eines anderen Zweiges : Czambor verwandelte sich durch ver- 
schiedene Schreibarten in; Tschambor und Tschammor und zuletzt 
in den heutigen Namen : Tschammer. — Der Xame des Geschlechts 
voiT Tschammer findet sich überall da, wo die Special-Geschichte 
Schlesiens für das Land wichtige Ereignisse erzählt. Vielfach wur- 
den die Tschammer mit Gesandtschaften an die deutschen Kaiser und 
die Könige von Ungarn und Polen betraut und Glieder der Familie 
fochten in allen Kriegen, an welchen sich Schlesien betheiligte, seit 
den ältesten bis auf die neueste Zeit. — Jetzt blühen in Schlesien 
zwei Linien des Geschlechts, deren gemeinschaftlicher Stammvater 
Freiherr Oswald Wilhelm auf Peterwitz u. s. w. , vermählt mit Jo- 
hanna Grf. zu Nostitz und Rieueck aus Böhmen , war. Von seinen 
beiden Söhnen wurde Freih. Theodor, welcher von seinem Oheim, 
dem Freih. Georg Ernst v. Tschammer-Quaritz die Majoratsherrschaft 
Quaritz erbte und mit Helene v. Haugwitz a. d. H. Reichenau ver- 
mählt war, der Stifter des Hauses Quaritz u. Freih. Oswald Wilhelm, 
Herr auf Schlaupp und Jonasberg, verm. mit Magdalene v. Sommer- 
feld und Falkenhayn a. d. H. Roth-Kirsthdorf, der Stifler des Hauses 
Dromsdorf — Haupt des Hauses Quaritz ist: Freih. August — Sohn 
des Freih. Theodor, Majoratsherm auf Quaritz mit Tschirne und 
Meschkau und der Helene v. Haugwitz a. d. H. Reichenau — Herr 
der Majoratsherrschaft Quaritz im Kr. Glogau mit Gross - Nieder- 
Tschimau im Kr. Guhrau und der AUodial -Güter Meschkau im Kr. 
Glogau und Ober-Mittel- und Nieder-Brunzelwalde im Kr. Freistadt, 
verm. 1834 mit Therese Freiin v. Wackerbarth, genannt v. Boms- 
dorff, geb. 1816; aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, Clara ver- 
mählte Freifrau v. Seherr und Thoss-Hohenfriedeberg und Freiin 
Anna, zwei Söhne stammen: Eugen und Arthur, k. pr. Lieutenant. 
Die Schwester des Freih. August: Freiin Charlotte, geb. 1797, 
vermählte sich 1817 mit Friedrich Grafen v. Seherr und Thoss- 
Hohenfriedeberg und ist seit 1857 Wittwe. — Haupt des Hauses 
Dromsdorf ist Conrad Freih. v. Tschammer- Osten und Quaritz — 
Sohn des 1857 verstorbenen Freiherm Ernst, Herrn der Güter 
Dromsdorf und Lohnig, welche er vom Freiherm Gotthardt Oswald, 
letztem Freih. v. Tschammer-Osten, a. d. H. Dromsdorf ererbte, Land- 
schafts-Director der Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer, aus der 
Ehe mit Adelaide v. Schack und Enkel des Oswald Wilhelm Freih. 
V. Tschammer und Quaritz, Herrn auf Schlaupp u. Jonasberg, veriü. 
mit Magdalena v. Sommerfeld und Falkenhayn — Herr der Güter 
Dromsdorf und Lohnig im Kr. Striegau, k. preuss, Lieutenant im 1. 



— 294 — 

öclnveroü Landwelir-Keiter-Kegimente, verm. 1862 mit Johanna Sy- 
nold V. Schüz. Der Bruder des Freih. Conrad, Freiherr Leopold« 
ist llitbesitzer der Güter Dromsdorf und Lohnig. — Von früheren 
Sprossen des Geschlechts sind namentlich zu nennen ein v. Tschammer, 
welcher, nachdem sein Vater als Oberst in k. russ. Dienste getreten, 
als k. russ. Generallieutenant 1714 zu Moskau starb; Ernst Adolph 
V. Tschammer wurde als k. preuss. Generalmajor pensionirt und 
Friedrich Wilhelm Alexander starb 1809 als Generalmajor und Com- 
mandant des Berliner Invaliden-Corps. 

Sinapius, I. S. 963 — 98 und II. 6. 1069 — 71. — Becknumn, Anhaltsche Histor. VH. TaK a — 
Oauhe, I. S. 2415 und 10. — ZeäUr, 45. S. 1860—65. — MtgwU v. Mühlfeld, Erg.-Ed. S.109.— 
IT. Fr. A.-L. IT. S. 279 and 80. — Frtih. v. Ledehur, HI. S. 34 und 852. — Geneal. Tuchettbuch 
d. tteüi. Häuser, 1668. S. 980 — 83 u. ff. Jahrgf. — Siebmaeher, I. 50: Die Tüchunmer, Schletitch. 
— V. Meding, DI. S. 679. — Schleslsch, W. B. I. 30. 

Tschepe v. Weidenbach, Bitter (in Blau ein golden gekrön ter, 
silberner Schwan u. auf dem gekrönten Helme der Schwan zwischen 
zwei Adlersflügeln, von denen der rechte von Gold und Schwarz und 
der linke von Silber und Blau getheilt ist). Böhmischer Bitterstand. 
Diplom vom 16. März 1702 für David Tschepe, Gutsbesitzer und für 
den Bruder desselben, Johann Heinrich Tschepe, mit: v. Weidenbach. 
Das der Familie verliehene Prädicat wurde dem derselben zustehen- 
den Gute Weidenbach im Oelsischen entnommen, nach welchem sich 
das Geschlecht übrigens schon früher geschrieben liatte, denn David 
V. Tschepe und Weydenbach kommt schon im 30jährigen Kriege als 
Oberstlieutenant und Generalquartiermeister in dänischen und nieder- 
ländischen Diensten vor. Die Adelswürde hatte Michael Tschepe, — 
wohl der Vorfahre des Daniel Tschepe v. Weidonbach — Armgelds- 
schreiber bei der Hof- und Niederösterreichischen Kammer, 1637 er- 
halten. — Das Geschlecht brachte im Laufe der Zeit mehrere andere 
Güter an sich und sass noch 1812 zu Neudorf unweit Nimptsch. 
Von den Sprossen des Stammes standen mehrere in der k. preuss. 
Armee. Von zwei Majoren v. Tschepe starb der Eine 1816 und der 
Andere 1823 und Carl v. Tschepe, k. })reus8. Generalmajor und Chef 
eines Infanterie-Begiraents, ging hochbejahrt und erblindet 3. Febr. 
1826 zu Breslau mit Tode ab. Derselbe war, wenn nicht der Letzte, 
doch Einer der Letzten des Stammes. 

Sinapfu», I. S. DlK) und d«$en>on Olsnographia. S. 892 und 93. — ÜedUr, ib. S. 1870. — Me- 
gtU V. Mühlfeld, Kig.-Bd. S. 218. — N. Pr. A.-L. IV. S. 280. — Freih. v. J^edehwr, III. S. »6 
und S. 3.52. — V. Medtng, FII. S. G79 und 80. 

Tschepe, sonst genannt Tsehepios (im ovalen, runden, mit einem 
schmalen, himmelblauen Bande umgebenen Schilde ein silberner, 
golden gekrönter, auf silbernen Wellen schwimmender Schwan und 
auf dem gekrönten Helme ein aufrecht stehendes, goldenes Bund 
Waizen zwischen zwei Adlersflügeln, von welchen der rechte von 
Gold und Schwarz, der linke von Silber und Blau quergetheilt ist). 
Adelsstand des Grossherzogth. Warschau. Diplom von 1810 vom 
Könige Friedrich August von Sachsen als Grossherzog von Warschau 
für Samuel Ludwig Tschepius, k. preuss. Kriegs- und Domainenrath 
a. D. (gest. 12. Sept 1831), mit dem Namen: v. Tschepe. Der Sohn 



— 295 — 

desselben, Ludwig Edoard v. Tschepe, Herr aül' Broniewice und 
Wierzejewice im posensohen Kr. MogilnO; »tarb 1844 als Laudiichafteh 
rath und der Sohn deB Letzteren , Ludwig v. Tschepe, l)eeas6 MCk 
1856 die genannten, väterlichen Güter. 

Fretk. p, Ledelmr, m. g. Mw 

• Tschemembl, Tschemembel, auch Tscherrenibel, Herren (Schild 
geviert, mit silbernem Mittelschilde und in demselben ein Ton Roth 
u. Schwarz in drei oder vier Reihen gerauteter, schräglinker Balken: 
Stamm Wappen des Geschlechts, welches eines Stammes und Wap- 
pens mit den v. Keuhaus am Karst und den abgestorbenen y. Ecken- 
stein war. 1 und 4 in Koth ein silberner Adler, mit linkskehrendem 
Kopfe, goldener Krone, Schnabel und Füssen, der mit einem ton 
Schwarz und Roth in drei Reihen gerauteten, schräglinken Balken 
belegt ist: nach Spener: Gnadenzeichen, nach v. Meding: Wappeli 
des Herzogthums Krain, dessen Erbschenken die Herren v. Tscher- 
nembel waren und 2 und 3 in Silber ein roth gezäumter, schWarief 
Pferdekopf und Hals: ausgegangenes Geschlecht v. Hopfenbach odeof 
Hoppenbach). Altes, schon in der Mitte des 12. Jahrhunderts im 
Herzogthume Krain vorgekommenes Rittergeschlecht, welches, dem 
Herrenstande zugerechnet, die Herrschaften Stattenbcrg und top- 
persdorf in Steiermark besass und mit dem Erbschenken- Amte des 
Herzogthums Krain und der Windischen Mark, welches Amt im l5. 
Jahrh. noch die Herren von Osterwitz verwalteten , bekleidet War. 
Das Stammschloss, Herrschaft und Stadt Tschemembel liegt zehn 
Meilen von Laibach und soll um die Mitte des 12. Jahrh. von Otto 
V. Karstberg erbaut worden sein, welcher das Schloss nach dem 
nahen Tschemembel nannte und diesen Namen selbst annahm. Die 
Nachkommen breiteten sich auch in Oesterreich aus, wo sie um 1676 
ausstarben, worauf Schloss und Herrschaft Tschemembel an die 
Schweigger gelangten. Die Stadt Tschemembel, in welcher sich 
eine Comthurei des deutschen Ordens befand , kam schon 1373 an 
die Grafen v. Görtz und nach Abgang derselben an den Landes- 
fürsten. 

Bueelini Stemmato^. P. H. — PtwmMiber, kntal. Stjnt». 8. 887, 848 n. 84T. — FolpCMtfr, 
L. 8. — Gauke, II. S. 1194 u. 95. - Zedltr, 46. S. 1371 n. 79. — SckmuU, lY. 6. 325. — SUh- 
maekeTf I. 31: Freih. ▼. IVelienicinbl. — i8|p«fier, S. 861 «. Tab. 14. '— v. M^ümg, TD. S. ^0— 8S. 

^ Tschemy ^Schild von Silber und Roth geviert, ohne Bilder). 
Altes, schlesiscnes Adelsgeschlecht, nicht zu verwechseln mit der 
alten , böhmischen Familie Czemin. — Hippolytus v. Tschemy oder 
Czerny und Saborzi . des Breslauischen Fürstenthtims Landeshaupt- 
mann, war um 1Ö67 Herr zum Fuchswinkel unweit Neisse nftd zu 
Kemnitz bei Hirschberg. Der Sohn desselben, Joachim v. Tschemy 
vermählte sieh im genannten Jahre im 22. Lebensjahre mit einer v. 
Hohlberg, verw. v. Mühlheim, die ihm unter zehn Kindern acht Söhne 
gebar, von denen nur Einer jung starb, doch scheint der Stamm 
schon im 17. Jahrh. erloschen zu sein. 

aimariui, I. S. 999 und 93. — tfouA«. U. S. 1191. — Frtik. v. LUibwr, m. S. 85. ~ <9<t»- 
mathtr, I. 18: t. Tlcheniy, Sehleslich. — v. ifMÜii^, UL 8. 883. 



— 296 — 

Tscherny v. Edelmuth. Erbl. - österr. Adel8t*taiid. Diplom von 
1797 für Jacob Tscherny, Criminalrath zu Bernau, wegen öeiner 
Magistrats-Dienste und Militair Verpflegung, mit; v. Edelmuth. 

Megerle v. MüM/eld, S. 150. 

\ Tschesch, Tzesehen und vorzeiten Tscheschow (Schild von 

Schwarz und Silber geviert, mit einem darüber gezogenen, rothen 
Querbalken). * Altes, schleMsches und niederlau sitzisches Adelsge- 
ßchlecht, aus welchem Conradus de Tscheschow bereits 1321 in Lieg- 
nitzischen Urkunden vorkommt. — Balthasar und Caspar v. Tschech 
besassen 1478 die Herrschaft Amlitz bei Guben und wurden wegen 
gebrochenen Landfriedens in die Acht erklärt. Eraterer lebte noch 
1512 als Land-Richter in der Kiederlausitz. In Schlesien stand der 
Familie noch in der ersten Hälfte des 17. Jahrh. als alter Stammsitz 
das Gut Krippitz im Briegischen Fürstenthume zu. Von Friedrich 
V. Tschech, Herrn auf Krippitz und Dammelwitz, stammte aus der 
Ehe mit einer v. Pannwitz: Johann Theodor v. Tschech, geb. 1595 
und gest. 1649, welcher zu seiner Zeit durch mehrere mystische 
Schriften, die meist nach seinem Tode gedruckt wurden, sich bekannt 
machte. — Im Besitze des Rittergutes Drehna unweit Sorau blühte 
die Familie in der Nieder -liausitz noch in das 18. Jahrh. hinein und 
sass zu Drehna noch 1720. Nach dieser Zeit ist nach Allem der 
alte Stamm ausgegangen. 

Lueae Schlesische DenkwUrdigk. S. 609. — Sinapius, I. S. 991 und U. S. 1071. — OauMe, !• 
S. 9616. — Zedier, 45. S. 1874. — Freih. v. Ledehur, HI. S. 36 und S6. — SUhmaeker, I. 69: 
T. Tseechen, Schlesiseh. — ». Ueding, 10. S. 682: Tschech, roraeitwa Tschechow-. 

* Tscheterwang, Zetterwang (in Roth ein aus dem Schildesfusse 
80 aufwachsender, vorwärtssehender Mönch in grauer Ordenskleidung, 
dass man die Füsse nicht sieht u. welcher in jeder Hand einen Zipfel 
einer silbernen Decke oder eines weissen Tuches so hält , dass das- 
selbe in der Höhe über seinem Kopfe einen halben Zirkel bildet). — 
Altes, schlesisches im 16. Jahrhundert noch vorgekommenes Adels- 
geschlecht, welches 1580 im Falkenbergischen zu Guschwitz sass. 
Dasselbe kommt zuerst 1366 vor. 

Smapitu, 1. S. 993 and IT. S. 674. — ZedUr, 61. S. 871. — Frtih. v. Ledebur, III. S. 96. — 
Sisbmaetw, I. 60: v. TsehcterwaDg, Schlesisch. — v. Meding, 111. S. 682 and 83. 

Tschetschan, Tschettschan (in Silber ein grüner Löw^e). Altes, 
schlesisches Adelsgeschlecht, eines Stammes und Wappens mit den 
V. Mettich. Die Familie sass 1540 zu Halbendorf im Oppelnschen 
und 1640 zu Gortsch im Strehlenschen. 

Freih. v. Ledebur, JH. S. 86. 

^ Tseheterwitz (in Roth ein Mohren-Brustbild). Altes, früher zu 

dem schlesischen Adel zählendes Geschlecht. 

Sinapius, I. 8. 998. ~ SUbnutcher, 1.52: Uie Tichetenritx, Schknifch. — v. Meding, m. S. 688. 

• Tschetschke (in Blau ein silbernes Patriarchen- oder ungari- 
sches Kreuz, dessen unterster Balken halb gekrückt ist und zwar 
geht die Krücke niederwärts, oder; der linke Arm des Doppelkreuzes 
ist nach unten verlängert). — Altes, dem polnischen Stamme Swien- 



— 297 — 

czyc einverleibtes Adelsgeschlecht, aus welchem um 1449 Vinccnz 
und Melchior Tscbetscke lebten und weiches in Schlesien u. Böhmen 
begütert wurde. Dasselbe sass 1462 und noch 1594 zu Rothkirch 
im Liegnitzischen, 14Ö5 zu Reichen unweit Lüben, 1469 zu Liebenau 
im Liegnitzischen und war im Böhmen noch 1570 zu Hermdorf be- 
gütert 

Sinapiu*, I. S. 998. ~ Freih. v. Ledehur, lU. S. 36. — aiebmaeher, U. 48. — v. Meding, 

in. S. 688 und 84. 

Tschiderer v. Oleiffheim, auch Freiherren (Freiherrliches Wap- 
pen : Schild geviert mit goldenem Mittelschilde und in demselben ein 
golden gekrönter und bewehrter, schwarzer Adler: bei Erhebung in 
den Freihermstand hinzugekommen. 1 und 4 in Silber eine golden 
besaamte, vierblättrige, rothe Rose und 2 und 3 in Schwarz eine gol- 
dene Lilie). Reichs - und erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom von 
1737 für Joseph Ignaz Anton Tschiderer v. Gleiffheim (nach anderen 
Angaben Franz Joseph Ignaz, Tsch. v. G), älterer Linie, k. k. Hof- 
Kamraerrath und Tirolischen Landmann. — Altes, tirolisches Adels- 
geschlecht, aus welchem Hans (III.) Tschiderer, Landsohafts-Secretair 
in Tirol, mit seinen Brüdern, Adam u. Christoph vom K.Ferdinand IL 
9. April 1663 und zwar weil dieselben auf dem sogenannten Gleiff 
bei Eppan wohnten, mit dem Prädicate: v. Gleiffheim, den erbl.- 
österr. Adelsstand erhalten hatte. Der Vater derselben, Hans (IL) 
Tschiderer, ein Enkel des aus Graubündten stammenden Hans (I.) 
Tschiderer, welcher um 1530 nach Tirol gekommen war und sich 
auf dem Gleiff angebaut, hatte vom K. Ferdinand II. 1620 einen 
Wappenbrief empfangen. Die Enkel des Hans (III.) Tsch. v. G.: 
Franz Anton und Anton Benno, gründeten zwei Linien, eine ältere 
und eine jüngere. Aus der älteren Linie wurde, wie angegeben, Jo- 
seph Ignaz Anton 1737 in den Freiherrnstand erhoben, doch erlosch 
die Linie desselben im Mannsstamme schon 1806 mit dem Sohne des- 
selben; Franz. Später, 7. Juli 1838, wurde der Freihermstand auf 
die jüngere Linie in der Person des k. k. Appellationsgerichts-Raths 
zu Insbruck: Ignaz T. v. G., geb. 1778 u. gest. 1858, übergetragen, 
aus dessen zweiter Ehe mit Magdalena Freiin v. Schneeburg zu Salir 
haus und Platten, geb. 1804 und verm. 1828, drei Söhne stammten, 
die Freiherren August, Ernst und Johann, geb. 1832 und gest. um 
1856. Haupt des freih. Hauses ist: Freih. August, geb. 1829, k. k. 
Kämmerer und Statthalterei-Concipist. Der Bruder desselben, Freih. 
Ernst, geb. 1830, hat sich vermählt mit Bertha Freiin Zephyris zu 
Greit, geb. 1832. — Ein Bmder des Freih. Ignaz: Johann Nepomuk 
T. V. G. , geb. 1779 ist als Fürstbischof zu Tricnt gestorben. 

V. Lang, S. 674. — Mtgerle v. MUhl/eld, £rg,-Bd. S. 91. -< Oeneal. T»schenb. d. freih. HäoMr. 
184S, S. 868—65, 1653, S. 466 and 86, 1657. S. 776, 1668, S. 964 n. ff. Jahrfg. - Siebmaeher, IV. 
162: Stammwappen. — Tyr^, H. 916: Frdh. v.T. — W.B. d. Ksr. Bayern, IX. 16. t.T — W.B. 
der Oeaterr. Monarchie, 18. 74. — v. Beßier, tlrol. Adel, Tab. 21 and S. 16. — Knesehke, IT. S. 
515—17. 

Tschirnhaiiss , Tschimhanseii , Tsehirnhäaser , auch Freiherren 
and Grafen (Stamm wappen: Schild der Länge nach getheilt: rechts 
Roth ohne Bild und links von Schwarz, Silber, Roth und Schwarz 
quer^etheilt und ireiherrlichea u. gräfliches Wappen: Schild geviert: 



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1 und 4 doH Stamm Wappen und 2 und 3 in Gold ewei über Kreuz 
legte, geastete, schwarze Baumstämme: Wappen der alten Herren 
Berka v. der Dnb und Leipa). Böhmischer Freiherrn- und Grafen* 
stand. Freihcrrndiplom zu Anfange des 17. Jahrhunderts für die Ge- 
brüder Hans, BaTid, Heinrich und Friedrich t. Tschimbanss (Hans 
V. T. war kaiscrl. Kriegsrath, Mundschenk und Oberst und besara 
Grräfenstein) und Grafendiplom vom 29. Mai 1721 für Sigmund Frei- 
herrn V. Tschimhauss, Majoratsherrn auf Kied er -Baumgarten bei 
Bolkenhayn in Schlesien, k. k. Kämmerer, Deputirter bei der Schle- 
sischen Steuer -Raitung u. s. w. — Altes, ursprünglich böhmisches 
Rittergeschlecht, welches nach Sinapius von zwei Brüdern, Host und 
Czernaus, abstammen soll, welche der Sage nach, zwischen den 
Jahren 657 und 661 unter dem Fürsten Czecho in Böhmen ein hohes 
Haus bauten, welches sie Czernaus nannten u. den Kamen desselben, 
der später Tschirnhaus ausgesprochen wurde, annahmen. — Haus v. 
Tschimhaus wird 1447 als Hauptmann zu Friedland im Schweidntt- 
zischen genannt und Christoph v. Tschimhaus war um 1554 Appel- 
lationsrath zu Frag. Das genannte Stammhaus Czemhaus in Böh- 
men besass noch 1572 Christoph Czemhaus v. Czernhaus, nach dieser 
Zeit aber scheint in Böhmen der Stamm ausgegangen zu sein und 
sich dafür in Schlesien aus der Hauptlinie zu Bolkenhain und den 
Neben-Aesten zu Baumgarten und Wederau weit ausgebreitet zu 
haben. Um 1500 lebte noch Fabian v. T. , auf Bolkenhain , Haupt- 
mann, fiel aber dann in einem Duelle. Sein Sohn, Hans, soll um 
1560 das wüste Haus Mittelwalde erkauft und zwei Söhne, David 
und Michael, hinterlassen haben. Letzterer setzte den Stamm durch 
drei Söhne, Hans, David, Heinrich und Friedrich, fort, die, wie oben 
angegeben, den Freihermstand in die Familie brachten. — Zu Mi- 
diaels Nachkommenschaft gehörte unter anderen Enkeln Georg aut 
Baumgarten und Petersdorff, der 1671 starb und einen Sohn, Georg 
Sigismund, kaiserl. Oberst-Lieutenant und Landes-Aeltesten der Für- 
stenthümer Jauer und Schweidnitz, hinterliess, dessen Enkel, Sigis- 
mund, Herr des freiherrlichen Majorats Baumgarten und Heinzen- 
walde, wie auch zu Wederau, Falkenberg und Bartsch, k. k. Käm- 
merer, in den Grafenstand versetzt wurde u. sich 1721 mit Theresia 
Grf. V. Rappach, Hof-Dame am kaiserl. Hofe, vermählte, doch ist 
nicht bekannt, dass er seine Linie fortgesetzt. Zu dieser Schlesischen 
Linie gehörten übrigens auch folgende Glieder der Familie: Abraham 
'v. T., der Schlesischen Fürsten und Stände um 1611 über viertau- 
send Mann Infanterie-Oberst-Lieutenant; Hans George auf Häslicht, 
kaiserl. Rittmeister, welcher 1692, einen Sohn, Johann Friedrich, 
hinterlassend, starb; Hieb Christoph auf Seifersdorf, um 1693 der 
Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer Landes-Canzler; Wolf Bern- 
hard, dessen gleichnamiger Vater Hockenau und Laubgrund im Lieg- 
nitzischen besass, und der sich durch üebersetBung geistlicher, Eng- 
lischer Schriften und durch seine Reisen mit vornehmen Söhnen vom 
Adel bekannt gemacht hatte u. noch 1717 lebte; Friedrich Wilhelm, 
der 1718 eine „Einleitung zur Wappenkunst" «u Nürnberg in Rdio 



— 299 — 

erscheinen lies« und Conrad y. T., um 1720 Herr auf Grünau und 
später Landes-Canzler im Schweidnitziscken Fürstenthume u. Landes- 
Aeltester des ßtriegauiscliBn Weichbildes. — In der Ober-Lausitz 
war Kieslingswalde unweit Görlitz der älteste Stammsitz der Familie, 
welches Gtit den Gesdilechte 422 Jahre Eugestanden hatte, nach 
Anfange des 18. Jahrb. aber in den Besitz der v. Falckenhain kam. 
Friedrich v. T. auf Kieslingswalde war 1592 Landeshauptmann des 
Budissiner Kreises. Von dem gleichnamigen Sohne desselben, wel- 
cher des Fürstenthums Görlitz Landeshauptmann war, stammte Hans 
Friedrich, über welchen Näheres nicht bekannt ist. Später, 1684, 
starb Christop v. T. , kursächs. £ath und seit 16ÖÖ Landeshauptmann 
des Görlitzischen Fürstenthums , im 84. Lebensjahre und hinterliess 
drei Söhne: Georg Albrecht auf Obei^Schönfeid, Hartlieb und Ehren- 
fried Walther. Letzterer, geb. 1651 und gest. 1708 auf seinem Gute 
Kieslingswalde, kam in der gelehrten Welt als ausgezeichneter Ma- 
thematiker, Naturforscher u. Philosoph zu grossem Rufe. Nachdem 
er von Jugend auf mit vieler Vorliebe Mathematik getrieben und 
dann auf der Universität zu T^yden sich fast ausschiesslich mit der- 
selben beschäftigt hatte, trat er 1672 als Freiwilliger in holländische 
Dienste und machte seit 1674 eine grosse Boise durch Frankreich, 
Italien, Sicilien ufnd Malta und lebte dann längere Zeit am Kaiserhofe 
zu Wien , von wo er abermals nach Frankreich reis'te. Bei seiner 
dritten Anwesenheit in Paris wurde er 1682 von der dortigen Aca- 
damie der Wis8enschaften zum Mitgliede aufgenommen, begab sich 
dann wieder nach Holland, wo er sich längere 2^it aufhielt, kehrte 
später nach Sachsen zurück, wurde zum kursäehs. Bathe ernannt und 
beschäftigte sich auf seinem Gute Kieslingswalde, nach seiner Rüdt- 
kehr aus dem Auslande, namentlich mit optischen und mechanischen 
Arbeiten. Er legte nicht nur in Sachsen die drei ersten Glashütten 
an, sondern unter seiner Leitung und in seinem Laboratorium voll- 
endete auch Böttger die Erfindung des Porcellans. Seine wichtigste 
Erfindung bestand aber in Verfertigung eines Brennspiegels aus 
Kupfer von ausserordentlicher, bisher noch nicht vorgekommener 
Grösse und einem Gewichte von 160 Pfiind, welcher die bewunde* 
rungswürdigsten Wirkungen hervorbrachte und den er der Academie 
der Wissenschaften zu Paris schenkte, in deren Cabinete er sich noch 
befindet. Nächstdem liess er eine Menge anderer Brennspicgel von 
seltener Vollkommenheit herstellen, von denen einer von sechs Fuss 
Durehmesser u. 4 Fuss Brennweite noch gegenwärtig auf dem mathe- 
matischen Salon zu Dresden zu sehen ist. Die von ihm hinterlaesenen 
zwei Söhne, Gt)ttlob Ehrenfried und Greorg Friedrich verkauften 
nach seinem Tode das durch ihn so bekannt gewordene Gut Kies- 
lingswalde. — Nach dieser Zeit ist der Stamm der Freiherren und 
Grafen v. Tschimhaas erloschen und später blühte nur noch eine im 
Adelsstande verbliebene Linie, aus weldier um 1837 Eduard v. 
T^ehirnhaus Herr auf Nieder- Batimgarten im Kr. Bolkenhain war, 
welches Gut, wo sich auch das gräfl. Diplom von 1721 fand, nachher 
an die Fanülie v. Treskow gekommen ist 



— 300 — 

Jialbini Böhmische Chronik, IL Üb. 1. c. 19, — Atiurii GUciofraph. 8. 433. — Lucae Schle». 
MerkwürdigU. S. 186H. — SinapiuM , I. S. 994 und II. S. 264 und 1073. — Onuhe, I. S. n;21— 23. 
— ZedUr, 45. S. 1378—84. — MegtrU v. MüMfelä, Erg. -Bd. S. 34. - N. Pr. A -L. IV. S. 2so. — 
Frtih. V. Ledtbur, HJ. S. 36 und 37. — Siebmaeher, 1. 60: Die Tkcbirohauser , Schl^isch und IV. 
10: Frdh. v. T. — v. Meding, TU. S. 685 und 86. — Dorst, Alldem. W. B. S. 121—23 und S. 200 
und T»b. 98: Gr. v. T. 

^ Tschirschky , Tschiersky , Tchirsky , Tschirschky u. Bögendorif 

(in Roth ein vorwärts gekehrter, schwarzfer Büffelskopf, durch dessen 
Nase ein goldener Ring gezogen ist: polnischer Stamm Wieniawa). 
Altes, ursprünglich polnisches Adelsgeschlecht, als dessen Ahnherrn 
Okolski und Paprocius einen tapfern Krieger: Wieniawa angeben. 
Das Geschlecht kam aus Polen nach Böhmen und aus Böhmen nach 
Schlesien, und zwar ins Schweidnitzische, wo Rohstock die erst^i 
Besitzung und Tscherske der frühere Name war. Die Familie soll 
mit der böhmischen Familie Pemstein gleichen Ursprung haben, 
worauf sich auch die Sage von der Entstehung des Wappens gründet, 
indem Persten einen Ring bedeutet. Der Familienname wird von 
dem Besitze des Gutes Gzirsyt in Böhmen abgeleitet. Im 15. Jahrh. 
kommen die ersten Herren von Tschirschky als Besitzer des Gutes 
Bögendorff bei Schweidnitz vor. Das Geschlecht breitete sicli in 
Schlesien aus, kam zu grossem Grundbesitz und theilte sich in drei 
Linien, in die kunsdorf-tadelwitzer, in die mechwitz-weigwitzer und 
in die in neuester Zeit erloschene wilkauer Linie. Aus der kunsdorf- 
tadelwitzer Linie stammte der unten genannte k. preuss. General- 
major Carl Wilhelm v. T. , gest. 1803. Der ältere Bruder desselben, 
Joachim Conrad v. T., geb. 1728 und gest. 1805, Herr auf Gerlachs- 
dorf, hatte aus der Ehe mit Beate Christiana v. Schickfuss zwei 
Söhne und vier Töchter. Von den Söhnen vermählte sich der Aeltere, 
Carl Conrad Leopold Joachim, geb. 1766 und gest. 1851, k. preuss. 
Major in der Garde-du«Corps , 1797 mit Charlotte Freiin v. Reichell, 
geb. 1777, gest; 1837, Erbfrau der Schlanzer Güter, deren ältester 
Sohn, Benno, s. den nachstehenden Artikel: v. Tschirschky-Reicl.ell, 
Freiherm, durch mütterliches Testament bestimmt wurde, Namen 
und Wappen der v. Reichell fortzusetzen. — Genauere Nachricliten 
über die Familie beginnen erst um 1607 mit den Brüdern : Franz v. 
Tschirschky, Herrn auf Ullersdorf und Adam v. Tschirschky, 
Herrn auf Arnsdorf. Von Ersterem stammte Joachim v. T., HeiT auf 
Ullersdorf, von Letzterem aber in zweiter Ehe Leonhard v. T. auf 
Arnsdorf, Herr auf Schmitzdorf, Pristam und Kunsdoi-ff, des Briegi- 
schen Fürsten thums Landes - Aeltester. Von den vier Söhnen des- 
selben pflanzten drei den Stamm durch mehrere Söhne fort: Joachim 
Friedrich v. T. auf Kunsdorf u. Kobelau, herz, holstein. Plönscher, 
Hauptmann, Ernst Leonhard v. T. auf Meohwitz, Weichwitz u. s. w., 
kaiserl. Consistorialrath und des Ohlauschen Weichbildes, später aber 
des Briegschen Fürstenthums Landes- Aeltester und Hans Adam v. T., 
Herr auf Pistram. Die Nachkommenschaft der beiden Ersteren wurde 
dauernd fortgesetzt. — Der Beiufune: Boegendorff, dessen sich ein 
Theil der Familie bedient, ist der Name einer alten schlesischen, im 
Schweidnitzischen liegenden Besitzung. Von den Sprossen des 
Stammes haben Mehrere in k. pr.Müitair- U.Staatsdiensten gestanden 



— 301 — 

u. sind zu hohen Ehrenstellen gelangt. Friedrich Albrecht v. T. starb 
als Generalmajor 1803 und Carl Wilhelm y, T. wurde 1789 k. preuss. 
Generalmajor und Chef eines Dragoner-Regiments und starb 1803. 
Christian August v. T. war um 1837 k. preuss. Geh. Ober-Tribunal- 
Rath u. s. w. Als begütert im Kgr. Preussen nannte Rauer 1857 
folgende Glieder der Familie: v. Tschirschky, K. Landrath Beiziger 
Kreises auf Glien im Kr. Zauche- Beizig; Heinrich v. T., Lieutenant 
a. D., auf Kobelau im Kr. Nimptsch; v, T., K. Landrath a. D., auf 
Nieda bei Görlitz und Theodor v. T. , Lieutenant a. D. , auf Dolzig 
bei Sorau. Im Anfange dieses Jahrh. ist die Familie auch nac^ 
Sachsen gekommen und zwar zunächst in die Oberlausitz, wo dieselbe 
das Gut Wanscha erwarb. Sprossen der sächsischen Linie traten in 
k. sächs. Hof-, Militair- und Staatsdienste. — Ein v. Tschirschky 
und Boegendorff starb als k. sächs. Kriegsrath ; Carl Friedrich August 
V. T. u. B. , Major von d. A. , wurde Hofmarschall, Kammerherr und 
C'hef der Hofhaltung 8r. K. Höh. des Prinzen Georg; Otto Julius v. 
T. u. B. stieg zum Geh. Finanzrath und Vorsitzenden bei der Staats- 
Eisenbahn-Direction und Adolph Leopold v. T. u. B. , k. sächs. Haupt- 
mann, war in neuester Zeit im Generalstabe angestellt. 

Sinapius, I. S. 1000 and 11. S. 1076. — (JauAe , T. S. 2624. — Zedier, 45 S. 1886 — N. Ft. 
A.L. IV. 8.381. ~ Freik, v. Ledebur, HI. S.86 und 353. — Siehmacher, V. 75: Die Tschlerschkr, 
Schlesi»ch. — W. B. d. SMchs. Staaten, IV. 91. — ScUes. W. B. 23. 194. — Knesehke, III. S. Ali 
and 28. 

Tschirschky -Reicheil, Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in 
Koth ein vorwärts gekehrter, schwarzer Büffelskopf, durch dessen 
Nase ein goldener Ring gezogen ist (Tschirschky) und 2 und 3 von 
Schwarz und Gold quergetheilt , mit einem aufrecht stehenden , dop- 
pelt geschweiften Löwen von geW'echselten Farben , der in den Vor- 
derprauken eine Sichel hält; Reichell). — Allerhöchste Genehmigung 
durch Cabinets-Ordre vom 13. Mai 1838 für Benno v. Tschirschky, 
in Folge testamentarischer Verfügung seiner Mutter, Charlotte Freün 
v. Reichell, den Namen und das Wappen der erloschenen Freiherren 
V. Reichell mit seinem angeborenen Namen und Wappen zu ver- 
einigen. Das ausgestorbene freiherrliche Geschlecht von Reichell, 
H. auch den Artikel: Reichel, Reichell, Freiherren, Bd. VII. S. 413, 
stammte aus Polen, von wo dasselbe um 1340 durch Johannes von 
Reichell nach Schlesien verpflanzt wurde. Vier Jahrhunder!/e lang 
sass immer ein Herr v. Reichell im Ratbe der Stadt Breslau und bo 
zählt die Familie fünfzehn Rathsherren, sieben königliche Männer 
und Landes-Aelteste und zwei kaiserliche Landeshauptleute des Für- 
stenthums Breslau zu ihren Vorfahren. Hans Wilhelm v. Reichell, 
geb. 1631 und gest. 1690, verm. mit Anna v. Rantzau , war fürstl. 
schlesw. -holstein. und bischöfl. lübeckscher Geh. Rath und Oberamt- 
mann des Bisthums Eutin und auch in Kriegsdiensten zeichneten sich 
Sprossen des Geschlechts aus. Carl Briedo v. R. , geb. 1683, war 
schlesw.-holsteinischer General und Gesandter in Schweden. In der 
Schlacht bei Oudenarde fochten 1708 vier Herren v. Reichell, von 
denen drei fielen. Nachdem die Familie einen mehr als zweihundert- 
jährigen Grundbesitz nadigewiesen , ertheilte derselben K. Carl V, 



— 302 — 

durch Diplom vom 9. Sept. 1554, imter Bestätigung- des alten Adels 
und Wappens, das Indignat in Schlesien und Böhmen. Hans Bene- 
dict Freih. v. Reichell, geb. 1677 und gest. 1741, fürstl. schleswig- 
holsteinischer Oberst, kaufte 1713 die Schlanzer Güter bei Breslau. 
Aus seiner Ehe mit Elisabeth Freiin v. Schmettow hinter) iess der- 
selbe einen Sohn: Carl Wilhelm, geb. 1728 und gest 23. Oct. 1790, 
k. preuss. Bittmeister a. D. und Landschafts-Director des breslauer 
Fürstenthums , welcher, vermählt mit Henriette Grottliebe v. Netz, 
der letsste männliche Sprosse seines Geschlechts war. Aus seiner 
Ehe stammten nur zwei Töchter, Charlotte, geb. 1771 u. gest 1837, 
Erbin der Güter, verm. mit dem k. preuss. Major Carl Conrad Leo- 
pold Joachim v. Tschirscbky, s. den vorstehenden Artikel und Wil- 
helmine Amalie, geb. 1777 und gest. 1810, Gremahlin des Hans v. 
Eisenhardt, — Namen und Wappen kamen, s. oben, an den älteren 
Sohn des Majors Carl Conrad Leopold Joachim v. Tschirscbky , an : 
Benno Freiherm v. Tschirschky-Biichell, geb. 1810, Majoratsherrn 
auf Schlanz, Kreiselwitz, Haberstroh und Simig, k. pr. Kittuieister 
im ersten schweren Landwehr-Cavalerie-Regimente, Mitglied des k. 
preuss. Herrenhauses auf Lebenszeit , verm. in erster Ehe 1842 mit 
Maria Grf. v. Kenard a. d. H. Gross. -Strehlitz, geb. 1826 und gest. 
1847 und in zweiter 1857 mit Emma Sartorius v. öchwanenfeld, geb. 
1829. Aus der ersten Ehe stammt, neben einer Tochter, Euphemia, 
geb. 1846, ein Sohn, Mortimer, geb. 1844, auch wurde in der zweiten 
Ehe der Stamm fortgesetzt. Der jüngere Bruder des Benno Freih. 
V. Tschirscbky - Reichell ist: Fedor Carl Lothar v. Tschirscbky, Be- 
sitzer von Doltzig bei Sommerfeld, k. preuss. Lieutenant a. I). 

Freih. v. Ledebur, lU. S. 46. — Geneal. Taschcnb. d. freih. Uäaser, 1858, S. 777 — 79, IWiS, 
B, 8S6 und 37 u. ff. Jahrfg. 

Tschiscbwitz , Zschischwitz (Schild von Blau und Roth geviert 
und mit einem (.Querbalken überlegt, welcher in zwei Reihen, jede 
von fünf Plätzen, von Roth und Blau geschacht und oben sowohl als 
unten mit Silber schmal eingefasst ist). — Altes , schlesisches Adels- 
geschlecht, nach Einigen meissenschen Ursprunges, welches nach 
einem gleichnamigen Sitze bei Würzen genannt worden sein soll, 
doch findet sich in dieser Gregend ein Gut dieses Namens jetzt nicht 
vor. — Bereits im 14. Jahrb. machte sich eine Linie des Grcschlechts 
in der Grafschaft Glatz ansässig, wo Gabersdorf die älteste Besitzung 
war, auf welcher bereits um die Mitte des 15. Jahrb. die Brüder 
Heinrich, Christoph u. Hans v. Tschiwitz, welche 1449 vom Herzoge 
Heinrich einen Gnaden brief über ihre Erbgüter in der Grafschaft 
Glatz erhalten hatten, wohnten. Um 1547 war unter Anderen Bal- 
thasar V. Tschischwitz und Gtibersdorf , Landeshauptmann des Mün- 
flterbergischen Fürstenthums, bekannt und nicht lange nachher setzte 
ein V. Tschischwitz u. Gabersdorf sein Geschlecht in der Grafschaft 
Glatz fort und die Nachkommenschaft blühte noch zu Gauhe's Zeiten. 
Die Schlesische Linie stammte nach Sinapins von Nicol v. Tschoes- 
witz (wie der Name auch geschrieben wurde), und sass zuerst zu 
Gross- W^ngem und zu Baerwalde im Münsterbergi3chen. Aus dem 



— 803 — 

RiUergute Baerwalde stammte Adam y. Tsohischwitz , knrsäohB. 
Oberstlieutenant, dessen Sohn, Ghistav t. T., um 1720, Herr auf Pir- 
schen unweit Neumarkt, des Eürstenthums Glogau Landescommissa- 
rius, seine Linie fortftetste. Im Laufe der Zeit hatte die Familie 
mehrere Güter in Sohlesien an sieh gebracht und sass noch 1 700 mi 
Schwenz im Glatzischen, 1720 zu Pirschen bei Neumarkt, 1728 sra 
Stein im Oelsischen, 1729 zu Dittersbach im Wohlauschen und 1770 
zu Scheidewinkel und Tuntschendorf , auch hat der Stamm bis in die 
neue Zeit foftg^blüht, denn nach Rauer war noch 1857 Oscar v. 
Tschischwitz, Lieutenant a. D. , Herr auf Ober-Walditz und Scheide- 
winkel im Kr. Neurode. — Erwähnt sei noch, dass, als Bernhard 111. 
T. Still fried-Kattonits 1680 für sich und seine Nachkonmien den erb- 
ländisch böhmischen Freiheimstand erhielt, mit seinem angestammten 
Wappen, in Folge der letzten Glieder s^ner Ahnentafel, die Wappen 
der erloschenen Familien r. Tschischwita, Werder und Walditz ver- 
einigt wurden und so erscheint denn in dem Wappen der Grafen v. 
Still fried-Rattonitz jetzt das Wappen der Familie v. Tschischwita in 
der oberen, der Länge nach quergctheilten Schildeshälfte rechts. 

Sin^piu», I. S. 1001 und II. S. 1076. — Öauhe, I. 8. UU oad 26. — Zedier, 46. S. 1887. ^ 
N. Pr. A.-L. IV. S. 281. — fVtih. v. Ledebur, TU. S. 37. — Siebmacher, I. 61 mit dem unrichtigwi 
RawB: Christiritx; ^ ». Medkt^, III. S. «86; TachitfchwtU, TKbflMkwttz. 

Tsohoffen , Edle. £rbl. - österr. Adelsstand. Diplom ron 1789 
für Engelbert Tschoffen, bürgerlichen Handelsmann in Wien, wegen 
Errichtung einer Knopf-, englischen Schnallenherz- Stahl- und Me- 
tall waaren-Fabrik, mit Edler v. 

Megerle v. MÜMftld, S. 276. 

Tschoggl, Edle v. Ruhethal. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1815 für Joseph Anton Tschoggl, pensionirten Cameral- Verwalter 
der Staatöherrschaft Seitz und Eigenthümer der Herrschaft Sanegg 
in Steiermark mit Edler v. Ruhethal. 

MegerU v. Mühlfeld^ S. 376. 

\ Tschndi v. Creplang, Meyer yon Glarvs (in Gold ein grüner 

Baum mit rotheu Stamm u. einigen rothen Blättern, nach Siebmacher's 
Declaration: Tannzapfen). — Eins der ältesten und ansehnlichsten 
Geschlechter der Schweiz, ehemals auch Tschudy und Schudy ge- 
nannt, welches sich auch im Canton Uri in der Stadt Eapperschwyl, 
im Canton St Gallen und in Lothringen und Franken ausbreitete 
und aus welchem in neuerer Zeit mehrere Sprossen ik k. preuss. Mi- 
litairdienste traten. Andere, jetzt ausgestorbene Linien gehörten zu 
den Erbbürgem zu Zürich, Basel und Bern. Das Haus zählte zu 
denjenigen, welche ihre Genealogie diplomatisch erwiesen bis zum 
Jahre 906 hinauf führen können, wie aus einem Lehnsscheine Ru- 
dolph's Tschudy v. Creplang, Meyers v. Glarus, an die Aebtissin des 
Stiftes Seckingen, Bertha, von 1029 hervorgeht, in welcher Urkunde 
die Vorfahren Kndolph's, alle Preigeboren u. seit 906 mit dem Erb* 
Amte der Majorei von Glarus, von dem Stifte Seckingen beliehen, 
aufgeführt werden. Die Majorei besass die Familie bis 1256 und 
die Herrschaft Creplang mit Unterbrechung bis 1651 , auch besasa 



— 304 — 

das Geschlecht die Burg Flums als bischöfliches und churisches Vitz- 
thumat, welches König Friedrich dem Heinrich Tschudi v. Creplang, 
Mayer v. Glarus, den er 1219 zum Ritter schlug, zu einer Frei- 
herrschafb erhob. Seitdem der Canton von Glarus 1352 Theil der 
Eidgenossenschafb wurde, ist die Landammanns -Würde fa»t nie aus 
dieser Familie gekommen. Vor der Revolution war 1789 die in 
Lothringen blühenden Linie im Besitze des Erbamts des Grandbail- 
lif vom Metzer und Messiner Adel. Das Geschlecht erhielt 20. 
April 1539 vom römischen Könige Ferdinand I. eine Be^^tätigong 
seines alten Adels und der französischen Linie wurde ihr Adel bestä- 
tigt und 1660 vom Könige Ludwig XIY. der französische Adelsstand 
verliehen. Die Zahl der Helden und Staatsmänner, welches das 
Haus Tschudi dem Lande Glarus und dem Auslande gebracht hat, 
ist gross und Mehrere derselben sind in dem Neuen Preussischen 
Adels-Lexicon genannt Der Stamm hat dauernd fortgeblüht und 
noch 1856 stand ein v. Tschudi als Hauptmann im k. preuss. 15. In- 
fanterie-Regimente. 

Leu, Schweiz. Lexicon, XVIII. S. 830—55. — May histoiie milJt de la Suisse, Tom. 11. S. l&ft— 
178 and VIII a. v. 0. — LuU, Nekrolog denkw. Schweixer, S. 587—30. — N. Preuss. Adelc-Lex. V. 
S. 449 and 50. _ Freih. v. Ledtbw, lil. S. 37. — Sidmaeher, I. 800: Die Tschndi, Schweixerisch. 

Tschnegg v. Piehlheimb, Grannbnrg nnd Mayenfeldt, Ritter 
und Edle. Reichs - und erbl.-österr. Ritterstand. Diplom von 1 TOo 
fiir Leonhard Tschuegg v. Piehlheimb, Graunburg und Mayenfeldt, 
Gtitsbesitzer in Tirol, mit: Edler v. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 318. 

Tschnsi. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 1737 für Jo- 
hann Joseph Tschusi, Stadtschreiber zu Brunegg. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 475. 

Tubenf, Freiherren (in Silber drei, 2u. 1, gestümmelte, schwarze 
Vögel mit ausgespreizten Flügeln). — Altes, aus der Normandie 
stammendes Adelsgeschlecht, wo sich auch das Stammgut, die Ba- 
ron ie Tubeuf, befand. Die Familie, deren Freiherrnstand, in Erman- 
gelung eines Diploms, durch legale Urkunden bis auf das Jahr 1751 
zurück nachgewiesen werden konnte, wurde in der Person des Simon 
Friedrich Carl Freih. v. Tubeuf (geb. 1752), ehemaligen Rheinpfäi- 
zischen Forstmeister und Markgräflich Ansbachischen Kämmerer, in 
die Freiherrn classe der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

Lang, Snpplem. S. 74. — W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 80 and ▼. Wölckern, Abth. 4. S. 70. 

Tncher y. Simmeisdorf, Freiherren (Schild quergetheilt: oben 
von Silber und Schwarz sechsmal schrägrechts gestreift und unten 
in Gold ein Mohrenkopf, oder das Brustbild eines Mohren mit silber- 
nem Ohrgehänge, ohne Kopfzierde). — Althergebrachter Freiherm- 
stand. Im Königreiche Bayern beiden Linien bestätigt und anerkannt. 
Bestätigungsdiplom vom 10. April 1815 u. zwar für die ältere Linie 
unter dem Namen: Tucher v. Simmeisdorf auf Majach und für die 
jüngere Linie, unter dem Namen: Tucher v. Simmeisdorf anf Behrin- 
gersdorf. — Altes, reichsritterschaftliches, stifksfahiges Geschlecht, 



- 3Ö5 - 

welches in Nürnberg, laut Bestätigung eines Raths-Decrets Ton 1521, 
schon 1332 unter die altadeligen, rathslaliigen Geschlechter daselbst 
gezählt wurde. Der ursprüngliche Stammsitz der Familie soll das 
Castell Tüchern zwischen Leipzig und Merseburg gewesen sein, wel- 
ches aber schon in dem Kriege zwischen K. Heinrich 111. und dem 
erwählten Könige Rudolph zerstört wurde. Die Familie verliess 
Sachsen und nahm ihren Wohnsitz in Nürnberg. Bei der daselbst 
1349 ausgebrochenen Bürger -Kebellion gegen Eath und Patriciat 
wurde ein grosser Theil der städtischen Urkunden vernichtet und 
daher sind auch von den Tuchern, die im 12. Jahrhunderte lebten, 
nur die Namen von Wolf und Sigmund Tucher aufbewahrt worden, 
von welchen Ersterer auf dem vom K. Heinrich Yl. zu Nürnberg ge- 
haltenen Turniere als Turniervogt, und Letzterer unter den Tur- 
nierenden selbst erschienen war. Von Conrad Tucher (geb. 1260 
und gest. 1326) an kann die fortlaufende Stammreihe sicher nachge- 
wiesen werden. Von den beiden Enkeln desselben wurde Hans 
Stammherr der damaligen älteren und Andreas Stammherr der jün- 
geren Linie. — Bei Eintragung der Familie in die Freiherrnclasse 
der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern wurde in dieselbe aus der älteren 
Linie aufgenommen: Freiherr Johann Gottlieb Friedrich, geb. 1780, 
Herr auf Majach und Mitbesitzer der Familiengüter Simmeisdorf, 
Rüsselbach, Mönchreuth, Grossengsee und Lohe , so wie aus der jün- 
geren Linie: Freih. Friedrich Wilhelm Carl, geb. 1736, auf Behrin- 
gei*sdorf, ehemaliger Reichsstadt Nürnbergischer Raths-Director und 
Mitbesitzer der genannten Güter. — In neuester Zeit wurde der Per- 
sonalbestand des freiherrlichen Hauses in zwei Linien, der Aelteren, 
Hans-Linie und der jüngeren, Endres-Linie, aufgeführt. Haupt der 
älteren Linie ist: Freih. Christoph auf Majach, geb. 1841 — Sohn 
des 1861 verstorbenen Freiherm Wilhelm aus der Ehe mit Caroline 
Faber, geb. 1817. Der Bruder dos Freiherrn Christoph ist, neben 
einer Schwester, Freiin Helena, geb. 1848: Freih. Heinrich, geb. 
1853. — Haupt der jüngeren Linie ist: Freih. Sigismund auf Berin- 
gersdorf, geb. 1794, k. bayer. Hauptmann a la suite, verm. 1823 mit 
Maria v. Grundherr, geb. 1802, aus welcher Ehe, neben fünf Töch- 
tern, ein Sohn entspross: Friedrich, geb. 1846. Die beiden Brüder 
des Freiherrn Siegmund, die Freiherren Göttlich und Wilhelm, haben 
eine zahlreiche Nachkommenschaft. Vom Freiherrn Gottlieb, geb. 
1798, k. bayer. Ober-Appellations-Gerichtsrathe, stammen aus der 
Ehe mit Thecla Freiin v. Gern m igen -S teinegg , geb. 1813 und verm. 
1836, drei Töchter und di*ei Söhne, die Freiherren: August, geb. 
1839, Sigmund, geb. 1848 und Hermann, geb. 1849, Freih. Wilhelm 
aber, geb. 1818, k. bayer. Kämm., vermählte sich 1835 mit Frie- 
derike Grf V. Montperny, geb. 1818, aus welcher Ehe, neben drei 
Töchtern, vier Söhne leben, die Freiherren : Theodor, geb. 1838, Carl, 
geb. 1842, Maximilian, geb. 1845 und Friedrich Sigmund, geb. 1859. 

Jiiedermann, Nürnl>crger Patriciat, Tab. 4U3 — 526 und Canton Rhön und Werra, Snpplem. — 
ZedUr, 45. S. 1421 und 22. — WHVs Nürnbergi»ohc Mttnzbelustigungen . III. S. 1^2 und IV. S. 79 
und 270. - J. G. TiicKer's »ummaiische Deductinn von dem Alterthume, Turnier -StiftsmSssigkelt, 
auch Keichs-Inmiedietüt de« Geschlechts der Tücher v. Simmclsdorf u. Wiuterstcin. Schwabach, 17<»4. 

KnetchJu, Deutsch. Adeht-Lex. IX. 20 



— 306 -^ 

— 'S. gencal. Handbuch, 1777, S. 340-42, besonders a^wr 1778, S. 217—20 und Nachtrag. <5. 
104-106. — V. Lang, S. 2IW und M. — Onoal. Handbuch d<?r jetztlcbenden Nürnbet^pr Fkmflien' 
1818. Dritte Furt»et«unc, S. 160. — Oencal. Tasohenb. d. freih. Hknsfr, 18r»f», S. (137—640, l«68, 
8.780 u. hl, lbC3, S. 984—8(1 u ff, Jahrgg. — Siebnuteher, 1. 20,'»: Die Tücher, Nürnboig. AdcUije 
Patiicier, VI. 21 und Supplcm. IV. 26: ?. T. und VII. 13: F. H. v. T. — Jungtndre$ , Efnleitnn(( 
aur Heialdik, S. 178 und Tab. 111. Nr. 2S. — Tyroff, 1. 2: Wappen de» 1806 vetetorbruen Johann 
(leorg V. Tücher, k. prenss. KammcTht^rrn, Kurpfala-bayer. Rcgier.-Raths zu Amberg und SIebenkeess, 
T. 13. Stück S. 23 — 26. — W. B. d. Kgr. Bayern. IV. U und v. Wülckern, 4. Abth. S. 71 and 72. 

Tuchs V. Todtenfels. BöhmiRcher Adelsstand. Diplom vom 18. 
Jan. 1709 für die Gebiüder Andreas Sebastian und Franz Sebastian 
Tuchs, mit: v. Todtenfels. 

r. JltUbach, TT. S. 614. 

I Tnchsen (in Blau ein auf drei Kugeln stehendor, goldener Obe- 

lisk , begleitet von zwei goldenen Halbmonden und zwei dergleichen 
Sternen). Dänischer Adelsstand. Diplom vom 6. Oct. 1731 ^\\r 
Johann Ludwig Tuchsen, k. dänischen Slajor bei der Infanterie. Von 
den Nachkommen desselben traten Mehrere in die k. preuss. Armee. 
Der älteste Sohn diente 180(3 im Infanterie-Regimente v. Arnim in 
Berlin und starb 1821 als Major und Kreisbrigadier der Artillerie. 
Seine Wittw^e, eine v. Gontard, lebte 1837 mit zwei Töchtern in 
Berlin und ein Sohn war Premierlieutenant im 21. Infanterie-Regi- 
mente. Ein Anderer v. Tuchsen starb 1813 als Major im 19. In- 
fanterie-Regimente an ehrenvollen Wunden. Derselbe war mit einer 
V. llaugwitz a. d. H. Rosenthal vermählt. — Die Familie w^ar in den 
ersten Jahrzehnten der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Pom- 
mern in Fürstenthum Camminsohen Kreise zu Bonin und Stolzenberg 
gesessen. 

Lexicnn over adelige Pamilier i Danmark, 11. S. 228. — N. Pr. A.-T.. IV. S. 282, — Freih. v. 
Lfdebur, TU. 8. 37. 

» Tnchsen (in Roth ein aufgerichteter, mit der Spitze nach oben 

gekehrter Degen). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 14. 
März 1815 für Ernst Heinrich Eduard Tuchsen, Major in der k. pr. 
Artillerie. 

V. Hellbach, II. S. 614. — N. Pr. A.-L. IV. S. 282. — Freih. v. I^debur, S. .37. — W. B. der 
Prenss. Monarchie, IV. 78. 

Tftfferer. Altes, steiermarkisches Adelsgesch locht, welches im 
14. Jahrh. die gleichnamige Herrschaft in Steiermark besass. 

SchmuU, IV. S. 231. 

Tülsner. Kcichsadelsstand. Diplom von 1644 für Gregor 
Tnlsner, Hessen -Darmstädtschen Rath und Professor der Rechte zu 
Marburg. 

V. Hellbach, II. S. 614. 

* Tumpling, Timpling (Schild von Silber und Roth der Länge 

nach gtitheilt und in jeder Abtheilung eine aufrecht gestellte, mit der 
Spitze einwärts gekehrte Handsichel, mit dem Gritte oder Stiele nach 
des Schildes abwechselnder Tinctur). — Altes, thüringisches Adels- 
geschlecht aus dem gleichnamigen Stamnihause unweit ("amburg, 
jetzt im Meiningischcn. Die Familie blühte schon im 14. Jahrh. 
Albertus de Timpling starb nach Beyer Architoct. Jenens. c. 32, §. 4, 
8. 359, 1319; Cuno von Timpling lebte um 1359; Hans v. T. war 



— 807 — 

1402 Vogt zu Saalfeld; Margaretha v. T. stand 1491 als Aebtiftsin 
dem Kloster Roda vor und Otto v. T. starb 1610 ün 83. Lebensjahre. 
Philipp Christian v. T. lebte 1668 als Fürstl. Altenburgischer Hof- 
marschall. Otto Wilhelm v. u. zu Timpling war 1712 Fürstl. Mer- 
seburgischer fiofmarschall und Kammerrath und später k. poln. und 
kursächfi. ICammerherr. Derselbe war mit Aemilia Eleonora, Tochter 
des Herzogs Beruhard zu Jena und der Madame d'Alstedt, geb. v. 
Kospoth, vermählt, aus welcher Ehe zwei Sohne, Friedrich Wilhelm 
und Christian Lebrecht v. T., entsprossten. Um diese Zeit lebte auch 
Kudolph Albrecht v. T., Herr auf Heiligen-Kreutz im Meiningischen, 
Sachsen- Gothaischer Ober-Steuer-Director u. später k. poln. Xammer- 
herr und Landes - Aeltester des Eisenbergischen Kreises und W^olf 
Friedrich v. T., Sachs. - Merseburg. Ober - Foristmeister und ältester 
Kammerjunker. — Der Stamm blühte fort, war im Yoigtlande zu 
Reinsdorf bei Werdau gesessen und in Sachsen bedienstet u. mehrere 
Glieder der Familie standen in der k. preuss. Armee. Georg Wolff 
v. T. stieg zum Genefälmajor und Commandant von'Pillau und Jo- 
hann Wilhelm Ferdinand v. T. war um 1838 ebenfalls Generalmajor. 
Als Herren auf Näthern bei Weissenfels werden von ßauer 1857 auf- 
geführt: Ferdinand Christian Wolf, k. sächs. Premierlieutenant und 
Wolf V. T., k. bayer. Rittmeister. 

Sagittar, OUichensche Historie, S. 182. — A. Fr, Glaffei, Antiquitatas TumpliQKianae , oder 
Ehren-Säule des Hauses Tumpling, 1716, drei lk)gen. — Gauht, I. S. ^&8a und 84: Timpling, Tttmp- 
ling. — Zedier, 45- S. 1619 und 20. — v. üechtritz, diplomat. Nachrichten, V. S. 137 — 216. — 
N. Pr. A.-L. IV S. 282. — Dresdner Kalender z. Gebr. f. d. Residenz, 1847, S. 191 u. 1849, $. 172. 
— Freih. v, Ledebur, III. S?. 38. — v, Meding, II. S. 615 und 16. — W. B. der SHch«. Staaten, 
IV. 92. 

4 Türck. Ein früher zu dem schlesischen Adel zählendes Gre- 

Hchlecht, welches im Liegnitzischen begütert war. Zu demselben 
gehörte Emanuel v. Türck, welcher um 1654 des Münsterbergi- 
schen Fürstenthums und Frankensteinischen Weichbildes Landesde- 
putirter war. 

Sinapius, U. S. 1079. — Gauhe, I. S. 2627. — Freih, v. Ledebur, III. S. 88. 

Türck , Ttircke (im Schilde ein über einer Zinnenmauor hervor- 
wachsender Türke mit Bogen und Pfeil). — Ein aus den Sächsischen 
Landen Ernestinischer Linie stammendes Adelsgeschlecht, welches 
besonders durch zwei Sprossen, Vater und Sohn, bekannt geworden 
ist. Otto Philipp V. Türck starb 1798 als herz. Sachsen -Weimar- 
scher Geh. Kath und Ober-Hofinarschall und der Sohn desselben, 
Carl Wilhelm, 31. Juli 1846 als llegierungs- und Schulrath bei der 
Regierung in Potsdam. Letzterer besass den sogenannten Türkhof 
in Klein-Gliiiicke im Kr. Teltow und hat sich namentlich als Wieder- 
herstellcr des Seidenbaues in der Mark u. Begründer des Potsdamer 
Civil- Waisenhauses einen ehrenvollen Namen gemacht. 

Freih. v, Tjedebur III. S. .S8 — W. B. d. Säclis. Staaten : v. Türcke 9. 90. 

Türekheim v. Altdorf u. Türckheim , genannt v. Baden (Törck- 
heim v. AJtdorf : Schild geviert: 1 u. 4 in Blau ein goldener, rechts- 
gekehrter Löwe und 2 und 3 in Gold ein schwarzer , oben und unten 
von einem schwar/en Stern begleiteter Querbalken und Türckheim, 

20* 



— 308 — 

genannt y. fiaden: das angegebene Türckheimsche Wappen mit einem 
von Silber und Schwarz eechnzehnfach getjchachten Mittelschilde). — 
Keichsfreiherm - und Freiherrn stand des Grossherzog^ham Baden. 
Keichsfreiherrndiplom vom 8. März 1782 für Jobann IV. Türckheim 
V. Altdorf zu Strassburg und grossherzogl. Baden sches Freiherrn- 
diplom vom 31. Dec. 1833 vom Grossherzog Leopold von Baden für 
Bruno Freih. v. Türckheim ^ Testamentserben seines mütterlichen 
Oheims, des Freiherrn Carl v. Baden, des Letzten seines Geschlecht**, 
mit dem Kamen: Freih. v. Türckheim und dem Prädicate: genannt 
Y. Baden und mit Vereinigung beider Geschlechtswappen, des Türck- 
heim ischen und des Badenschen. — Das in dem ehemaligen Reichs- 
ritter-Canton Ortenau , später im Grossherzogthume Baden begüterte 
Geschlecht der Freiherren v. Türckheim zu Altdorf gehört ursprüng- 
lich dem Elsass an und die zuverlässige Stammreihe beginnt mit 
li ahnemann v. Türinkheim, auch Türck genannt, welcher nach dem 
Bürgerbuche von 1459 das Bürgerrecht jener Stadt erkaufte und 
sich daselbst niedergelassen hatte. 1467 errichtete er mit Walther 
V Tana einen Vertrag wegen des Dorfes üttlenheim, in welchem 
Martier v. Lupstein sein Schwiegervater geannt wird. Hanemann's 
Enkel, Johann v. Türckheim, welcher bereits 1540 als Eathsherr zu 
Strassburg vorkommt und 1544 von dieser Reichsstadt den Auftrag 
erhielt, mit Martin Betschold, Heinrich v. Dachstein und Wolf v. 
Morschweiler eine Compagnie Fussvolk zu stellen, war Vater von 
Ullrich und Nicolaus T., 'welche dem in seinen Vermögensumständen 
herunter gekommenen Geschlechte wieder aufhalfen und 1552 eine 
Erneuerung ihrer Adelsrechte und eine Wappen -Verbesserung er- 
hielten. Diese beiden Brüder stifteten besondere Linien. Jene des 
Ersteren, welcher Mitglied des beständigen Regiments der XIII zu 
Strassburg war, erlosch um die Mitte des 17. Jahrhunderts, der zweite, 
Ulrich, gest. 1572, pflanzte aber durch seinen Sohn, Johann G&orgy 
gest. 1623, seinen Enkel, Johann Georg IL, gest. 1677 und dessen 
jüfigsten Sohn, Johann 111., gest. 1742, das Geschlecht fort. Der 
Sohn des Letztern, Johann IV. , brachte, wie oben erwähnt, den Frei- 
herrnstand in die Familie. Er war vermählt in erster Ehe mit Marie 
(Meophe v. Goll, in zweiter mit Margarethe Fettich und in dritter 
mit Maria Magdalena v. Henneberg und hinterliess 1793 bei seinem 
Tode zwei Söhne, Johann V. und Bernhard Friedrich, welche zwei 
Linien gründeten, die ältere badische Linie und die jüngere Strass- 
burger Linie und wurden die Grossväter der späteren Stammältesten. 

— Haupt der älteren, badisehen Linie ist Freih. Hans, geb. 1814, 

— Sohn des 1847 verstorbenen Freih. Johann V., grossb. bad. Eam- 
merherrn und Staatsministers a. D. und der Friederike Freiin v. Gün- 
derode, geb. 1793 — Grundherr zu Altdorf, Oi*schweiler mid Rohr- 
burg, grossh. bad. Kammerh., Legationsrath u. Gesandter am grossh. 
hessischen Hofe, verm. 1851 mit Fanny Freiin v. Hardenberg a. d.H. 
Ober-Wiederstedt, geb. 1832, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, 
ein Sohn stammt: Hans, geb. 1853. Die vier Brüder des Freiherrn 
Hans, neben zwei Schwestern, sind, die Freiherren: Hermann , geb. 



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1817, k. k. Lieutenaut in d. A. , Rudolph, geb. 1811), k. k. Oburbt- 
lieutenant, Maximilian, geb. 1822 und Otto, geb. 1826, grostih. bad. 
Rittmeister, verm. 1855 mit Wilhelmine Freiin v. Türckheim zu 
Altdorf, geb. 1824, aus welcher Ehe zwei Söhne entsprossten : Wil- 
helm, geb. 1856 u. Rudolph, geb. 1859. — Von dem Bruder des Fmh. 
HanH; dem Freih. Christian Friedrich, gest. 1846, Herrn zu Orsch- 
weiler, Licl, Au u. s. w., k. k. Major in d. A., stammen aus der Ehe 
mit Maria Elisabeth Freiin v. Baden, geb. 1785 und verm. 1821, 
zwei Söhne: Freih. Carl, geb. 1823 und Freih. Bruno, s. oben, geb. 
1826, welcher als Testaments-Erbe seines mütterlichen Oheims, des 
Carl Freih. v. Baden, des Letzten seines Geschlechts, den Namen; 
V. Türckheim, genannt v. Baden erhielt und, wie angegeben, in den 
Freihermstand des Grossh. Baden versetzt wurde. Derselbe vermählte 
sich 1861 mit Emma Freiin v. La Roche, Edle Herrin v. Starkenfels, 
geb. 1836, aus welcher Ehe ein Sohn stammt: Max, geb. 1861 — Haupt 
der jüngeren , Strassburger Linie war in letzter Zeit Freiherr Fried- 
rich , geb. 1780, gest. 1850, Präsident des Consistoriums der Augs- 
burger Confession zu Strassburg, verm. 1813 mit Friederike Grf 
V. Degenfeld-Schonburg, geb. 1796, aus welcher Ehe, neben einer 
Tochter, Freiin Franzisca, verm. Grf. v. Eckbrecht-Dürckheim-Mont- 
martin, geb. 1816 und verm. 1848, ein Sohn lebt: Freih. Adolph, 
geb. 1825 , garde general adjoint des forets. lieber die Nachkom- 
menschaft der Brüder des Freih. Friedrich, der Freiherren Carl, Wil- 
helm und Heinrich, sind die genealog. Taschenbh. der freih. Häuser 
nachzusehen. 

Jostersheims Elnass. (Chronik, 1. S. 17. — Hvmbracht, Tab. 1S6. — v. ffeUtsUtn, I, 8. 849 und 
II. S. 2. — Zedier, 4R. S- 1707 und 8. — E$tor, A. Pr. S. lOH. I. — dnV» Addsb. d. Grossh. 
Baden, Abth. 2. — (ieneal. Ta.vh«nb. d. fieib.Häus. IBM, S. M3— 48, 18M, S. 870— 78 u. ff. Jabrgg. 
— Tyroff, n. 131 : F. H. Turkhedm r. AltdorfT und Slcbcnkoess, U. S. 66. 

Türkheim, Nebel t. Ttirkheim, Tiirkheim v. Geislem, Freiherren 

(Schild geviert mit einem blauen Mittelschilde und in demselben drt^i, 
2 und 1, goldene Sterne. 1 und 4 in Roth ein goldener, rechtssprin- 
gender Löwe u. 2 u. 4 in Gold ein rechtsgewendeter, geharnischter, 
aufwachsender Mann mit offenem Visir und rothem Helmbusche, in 
der Rechten ein Schwert eraporhaltend und die Linke in die Seite 
stemmend). — Erbl.-österr. Freihermstand. Diplom vom 28. Mai 
1801 für Ludwig v. Türkheim, t. k. Staats- und C'onferenz-Rath. — 
Der Empfänger des Diploms gehört*^ zu einem, aus dem Mainzischen 
stammenden und daselbst namentlich schon um 1570 in der Stadt 
Bingen in kurmainzischen Diensten vorgekommenen Geschlechte, 
welches in früherer Zeit Nebel, genannt Türkheiraer, hiess. Aus dem- 
selben erlangten 14. Febr. 1613 die Brüder Balthasar, Hans, Wen- 
delin und Philipp, die Nebel, genannt Türkheimer, welche, wie ihre 
Vorältern, dem Hochstifte Mainz, besonders im Justizfache, langjäh- 
rige Dienste geleistet hatten, einen Wappenbrief, den schon früher^ 
ihr Ahn, Thomas Nebel, genannt Türkheimer, 22. Sept. 1530 er- 
halten, aber auch wieder im Laufe der Kriegsereignisse verloren 
hatte. — Philipp Johann Nebel, genannt Türkheimer — ein Sohn 
Gebhards Nehel und der Anna Schossinger v. Schoss und Enkel des 



— 310 — 

Philipp Nebel, gen. T. — war kurfiirstlicher Amts-KellermeiHter zu 
Mainz und wurde mit Diplom vom 16. Oct. 1689 mit dem Titel: 
Nebel v. Türkheim in den Reichsadekstand erhoben. Derselbe war 
vermählt mit einer Vogel v. Ganenburg und sein Sohn, Carl Ferdi- 
nand , mit Theresia , Tochter des Albert Chevalier de Lämotte und 
der Maria Theresia v. Raitz. Aus letzterer Ehe entspross Carl Lud- 
wig Freih. v. Türkheim. s. oben, dessen Enkel, Ludwig, das jetssige 
Haupt des l'reih. Hauses ist. Derselbe, Ludwig Freih. v. Türkheim 
Greisslem, geb. 1817 — Sohn des 1846 verstorbenen Freiherm Lud- 
wig I. — Herr der Herrschaft Hoschtitz und Mitherr auf Czemahora 
in Mähren, nahm 1842 für sich und seine Nachkommen den Nam^: 
„v. Geisslem" an und vermählte sich 1842 mit Elisabeth Freiin 
Brenner V. Felsach, aus w^elcher Ehe zwei Söhne entsprossten , die 
Freiherren: Ludwig, geb. 1844 und Joachim, geb. 1847. Die beiden 
Brüder des Freih. Ludwig sind die Freih. Carl, geb. 1821, k, k. Le- 
gationssecretair und Johann, geb. 1830. 

MegerU v. Mühl/eld, Erg. -Bd. S.109. — Geaeal. Tascb<iib. d. Ireih. HXu9er, 1803, 8 490 a. 91 
1864, S. M8 u. 49. 18CS, 8. 986 u. 87 u. ff. Jahrgg. 

Türkail v. Ttirkenthal. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1798 für Joseph Türkaol, k. k. ('apitaiulieutenant bei dem Regimente 
Oguliner, mit: v. Türken thal. 

Hegerle v. Mtihl/eld, trf.-Bd. S. 476. 

Türler. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1774 für Hiero- 
nymus Türler, Oberstwachtmeister im k. k. Infanterie-Regim. Anton 
Gr. Colloredo- Walsee. 

Megerle v. MilhlfeUl, Krp.-Bd. S. 475. 

Tütticheroda , Tutchenrode. — AlK^s, ihürin^nsches Adelsge- 
schlecht, dessen Sprossen besonders im 15. Jahrh. als schwarzbur- 
gische Vasallen vorkamen. Der Stamm erlosch 24. März 1576 mit 
Hans Friedrich v. Tütticheroda und die Güter desselben kamen als 
eröffnete Lehen an die Häuser Schwarzburg und Stolberg, auch kam 
damals die dem Geschlechte im Anlange des 15. Jahrh. verpfändete 
Rothenburg wieder an Schwarzburg zurück. 

Heste's Geschichte von Ilolbinlmrg, S. 24 und 61. Note 9.3 un4 97. - v. HeUbach, U. S. 616* 

Tnlendorp (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber drei 
rothe Rosen über einander und links in Gold ein an die Tbeilungs- 
linie angeschlossener, zweiköpfiger, schwarzer, halber Adler). — 
Altes, meklenburgisclies Adelsgeschlecht, welches in der ersten 
Hälfte des lü. Jahrhunderts erloschen ist. Anna v. Tulendorp, die 
Letzte des Giischlechts, Gemahlin Bnrchards v. Roland, lebte noch 
1523. — Das Wappen findet sich, wie angegeben, in der Sanitzer 
Kirche. 

V. Meding, U\. s. GS7: nach dorn MS. abgegangener meklcnb. Familien. 

^, Tnllestete, Doellstedt. Altes, thüringisches auch Tulstede, 
Aulstedt und Tulistete geschriebenes Adelsgeschlecht, welches dae 
zwei Stunden von Langensalz im Gothaischen gelegene Dorf DÖU- 
stedt besass und zwischen 1208 und 1371 urkundlich vorkommt. 

Brückner^ Kirchen u. Schalen-Staat dee Heriogth. Gotha, I. Stck. 7. S. 41 o. H. Stck. S. S. U. 
— Zedier, 45. S. 1784 und 8fi. 



— 311 - 

' Tnmberger. AUen, steiermärkisches AdelHgeHchJocht, welches 

im 16. Jahrh. die IlerrscLul'ten Stermoll und Königsberg in Öici^r- 
mark besass. 

SehmuU, IV. S. 3Ö2. 

TuinlirKk Erbl.-ÖHterr. Adcl^Htand. Diplom von 17Ö7 für Adam 
Franz Anton Emanuel Tumlirz, Hauptmann im k. k. Dragonor-Regi- 
mente Herzog von Sachsen-üotha. 

Megtle v. MÜUfeld, S. 270. 

TmiARer. Altes, steiermärkisches AdelBgeschLecht, welches im 
14. Jahrh. den Thunauerhof bei Schaermberg beeass. 

SekmutM, IV. 8. 289. 

« THHckel, Tankl, aneh Freihen*en (in Blau ein sohrägrechtsge- 

Htellter, silberner Fisch). Böhmischer Freiherrnstand. Diplom von 
1480 für Georg Tunckel u. für die Kinder meines Bruders. — Altes, 
schlesisdiefi, meist im Liegnit-zisehtMi angesessenes Adelsgeschlecht, 
welclies bereits 1427 zu Baudmannsdori', 1*448 zu Eichholz und 1457 
zu Pohlwitz begütert ^ar, dann andere Gü4er an sich brachte und 
noch 150(> zu Geiersberg, Pohlwitz und Rathmannsdorf, so wie 1626 
zu Liebichau im Bunzlauischen sass. Aus Schlesien Hess die Familie 
sich auch in Böhmen nieder. — Nickeln Tunckel v. Baudmannsdurir' 
verkautle Herzog Friedrich zu Liegnitz 1469 Gut, Veste und Vor- 
werk Geiersberg; Hertel Tunckel war 1490 der Herzogin zu Lieg- 
nitz Holmeister; Heinrich Tunckel v. Brinzka kommt von 1513 bis 
1520 als Oberst-Münzmeister des Königreichs Böhmen vor u. (Toorge 
Tunckel auf Liebichau (Loebichau) lebte noch 1626. 

Balbini Mise. Hohem. — Redeis StOienswürd. Prai;, S. 120. — Sinapius, 1. Sv 1008. — OauJU, 
I. S. '2Ü32 uod 33. — Zedier, 45. S. 1804 u. \»'i9. — Frelh. v. Ltdebur, III. S. 38. — SappL zu 
Slehm. W. P. VI. 27. 

Tnnderfeldt (Schild mit silbemem Schildeshaupte und in dem- 
selben drei Kanonenkugeln neben einander und im blauen Schilde 
drei über einander auf den Laffotten ruhende Kanonen). Schwedi- 
scher Adelsstand. Diplom vom 24. Juni 1671 für die Gebrüder 
Jürgen und Gustav Jonann Tnnderfeldt. — Zu diesem G^schlechte 
gehörte Johann Christoph v. Tnnderfeldt, welcher sich nach Braun- 
schweig wendete, 1721 h. braunschweigischer Lieutenant und Kam- 
merpage bei dem Herzoge August Ulrich von Braunscbweig war, 
im Braunschweigischen Diensten zum Generalmajor stieg und 1764 
starb. Mit dem ältesten Sohne desselben , Carl August Wilhelm v. 
Tnnderfeldt, geb. zu Braunschweig 1746, h. braunschweig. Haupt- 
mann und Kammerherrn, ist die Braunschweigische Linie des Ge- 
schlechts 4. Juli 1802 erloschen. 

HandschrifUiche Notizen. 

Tunkler v. Treninfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom vo^ 
1760 für Franz Tunkler, wegen in dem Kriege des Jahres 1757 be- 
kleideter Führungs-Commissars- Stelle, mit v. Treuinfeld. 

Megtrlt v. Mühl/cU, S. 276. 

Torteltanb v. Thnrnan. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1763 für Joseph Leopold Turteltaube Religions-Gommissar in Kärnten 



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und Landrichter der He