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Full text of "Neues lausitzisches Magazin"

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3m 2luftrage 

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®lifrlaiiplii|"(l)fn iffcllfilaft kt Pilfnifdiaftcn 

t^erausgegeben oon 

Dr. ^i4^av^ ^cAjt^ 

Sefretdr ber (5cfeUfd?aft. 



^xnuxxbßeb^i^ßev "^anb. 



3in Scibftoerlagc bcr ©berlauft^tfc^en (Scfcllfd^aft ber IPtffcnfd^afteu uiib in 

Kommiffion bcr 3u(^I]anbIung von f^cnn. (I3fc^afc^el. 

1895. 



Das näc^fte f?cft (Banb 72, i f?cft) crfdjcint erft €Tibc ^lugitft ^896, 
f. IT. Sauf. inaga3tn Banb 7i 5. 306. 






/6d « 7/ -7a 



3nt)alts^t)cr3^td7nis bes 71 Banbcs. 



I. JiB^anbrungen. 

Seite 

1. Diarium bcs (Sörli^er (£onfuI pauI Sc^neiber. Don Dr. €. 5d^ul5C. 1—69 

2. Sonncrpalbc 3ur ^eit bcs bret^igjät^rigen Kriccjcs. Von (£. Ct|ürmcr 70—107 

3. (Sc[d?id?tc ber 0rtst^errfd?aftcn üon f^örni^. Don (5. Kor fd? dt . . IU8— 126 

4. ^rieblänbcr (^efcf^icf^tsqucüen. Don 3- f^clbtg 127—132 

5. Die 0berIauft^er auf Uniücrfitätcn mät^renb ^es IHittelalters unb bis 3um 

3at^rc \550. Don Dr. i^erm. Knott^e 133—171: 

6. (Scfc^id^te ber „UTaria^HTartt^enÜrc^c" 3U ^au^en. Don Dr. Baum = 
ijärteL (Eine uon ber (Dberlaufi^ifd^en (SefcIIfdjaft ber IDiffenfdjaften 

gefröntc preisfdjrift 177—217 

7. IDann mar ber Did?ter 3'^^<^"^^ Ct^riftian (Sünti^er geboren? Don 

€1. König \ 218-224 

8. tlad?rid)tcn über bie Befi^er bcs Hittcrgutes (Sersborf bei "S-cid^mhacij, 
0berIaufi^. Don Brücfner 225—240 

9. Die flar>ifd?en ®rts= nnb ^lurnanjcn ber 0berlauf{^. Don p. Kül|nel. 
(^ortfe^ung) 241—288 

TL ilarfirirßten an^ hcn cJ^attfi^ett. 

A. £itterartfd}e 2(n5eigen. 

1. £ippert, Dr. W., IDettiner unb IDittelsbac^er, foroie bie Hiebcrlaufi^ int 

XIV. 3at^rl)unbert. ^Ingeseigt üon Dr. 3 ec^t ........ 289 f. 

2. Stoy, C5efd?id?te ber Stabt Sd^irgismalbe. 2tnge3eigt üon Sc^euffler 290-292 

3. Bergmann, (Sefd?id?te ber 0berIaufi^er Scdis^iabt £öbau bis 3ur Jleilung 
5ad?fens X8\5 293 

4. Sonstige £itteratur 293—299 

B. mtscellen. 

1. Dermutung über bcn 2lnla% 3ur (Srünbung ber Stabt gittau. Don 

Dr. 3edjt 299 f. 

2. Der Burgberg unb bas Sc^Io§ bei Pen3ig. Don Dr. 3 ec^t . . . . 300 f. 



Seite 

3. Wann mcilte, foDtel nac^meislic^ , 3um crften Xtlal ein f^ol^ensollcr in 

(Sörliö? Don Dr. 3ec^t 301 f. 

4. §um 0bcrIauft^er §ctbleru?cfen. Von Dr. 3 ec^t 302 f. 

III. iTftr^rirßten aus bet ^efefffrfiaft. 

1. 2Ius ben protof ollen ber IS'^. unb \85. i^auptrcrfammluncj 304 f. 

2. 3al]resberic^t 189^95 305— 3u8 

3. ZTcfroIoge: 

1. (Sraf ü. Brc§Ier 308 f. 

2. ü. gesfc^mt^ 309 

3. Dr. pecf 310 

4. (Siaf D. ^ürjlcnftctn 310 f. 

4. (£tat für bic Kaffcnücrn?aUung für ^896 312-314 



Diarium 
öcs (ßörli^cr Conful pauI 5d?nci6cr. 

Don Dr. §. ^c^uC^j^. 



Pas Don 6cm ^örli^cr (EonfuI Paul Sdjneiöcr pon 1532 — 1545 
.geführte Piariuni befinbct ftd? in 6er Bibliotl^c! 6cr 0berIauft^ifd)en 
olcfcilfd^aft 6er IPiffenfd^aften, l}ai ^olioformat von 33 (£tm. Cär^e, 
'2i\'2 Ctni. Breite un6 13 Zllm. Picfe un6 entl^ält 58 Papterbldtter in 
fd)iüar5$rau=niarmorirtent Papp6ecfeb(£inban6e. Pie erftcn 49 Blätter ftn6 
ftarf per^ilbt iui6 fto^fIec!ic3 un6 fül^ren eine fu$elförmige geicbnun^ mit 
6arauf befin6Iid}em l:{reii5e als XPaffer^cid^en, tt)ä{}ren6 6as Papier 6er 
lefeten 9 Blätter meiner erfd)eint un6 als lDaffer5eid}en ein (5 in me6ainon- 
arti^er €infaffun$ 5eig,t. Von 6en 58 Blättern ftn6 8 Blätter leer (BI. 6. 
8. 14. 15. 54. 56. 57. 58.), 6 Blätter fin6 nur 5U einem Üeinen Ct^eile 
befcbrieben (1. 29. 30. 32. 41. 49.), Derfd^ie6ene nur auf einer Seite, un6 
eine 2(n5abl Blätter l^at iwx^d}m 6en 2(uf5eid^nung,en leere §vo^d}cnväumc. 
2tuf BI. 20 a t[t 6ie le^te i^cxk mit einer braunen ^arbe überftricf^en un6 
unleferlid? ^emad^t, 6e5$Ieid?en auf BI. 41a unter 6er Ueberf d^rif t : her 
Jörg Roslers tot etwa 31/2 (geilen, fo 6af man nur mül^fam ent5iffern 

fann: . . . . schreibet in lio wen der donner in dy thurme, 

mawer, kyrchen ader in ander gemeyne stat bewe schlecht, dos ge- 
meynlich das selbig jar eyn namhafftiger regent der selbigen stat 

stürbet BI. 22, ein eingeflebtes 0ctapbIatt, ift nur auf 6er erften 

Seite befdjrieben; 6a fxd} 6ie 6arauf befin6Iid)en XDorte auf BI. 23 b wkUv" 
Idolen, fo ftn6 fte im Druc! me^^elaffen tt)or6en; BI. 24 ift ein Quartblatt 
un6 nur auf 6er erften Seite befd^rieben; 6er 3"^^^^ ^i^f^^ ^(ufseid^nuncj 
fd^Iieft fxd} an 6en BI. 23 b ftel?en6en Itrtüel „keuler" (por „Horka") 
an un6 ift aud) 6al?in rubricirt. Pie voll befd^riebenen Seiten entl^alten 
28 bis 37 ^^^len. Der $rögte ^I)eil 6er ein5elnen r(oti5en ift mit einer 
6en 3nl?alt an5eben6en Ueberfd^rift Perfeben, 5un^eilen 6ient je6od) imr 6er 
2(nfan9 6er Xloi^ als Ueberfd^rift. €inic^e wenige Stellen fin6 nad^c^etra^en, 
wu ftd} aus 6er perfd}ie6en gefärbten ^inte ergiebt. 

Die erfte Seite pon BI. 1 entl)ält oben red^ts pon Paul Sd}nei6ers 
^an6 6en Sprud} : Wiltu nutzlich ratthen, gunst, gaben und zorn se^^ 
dir Vorboten. Darunter ftel^t: Zweyer schweyster manne werden seiden 
uneyns, aber zweyer bruder weyber leben stets im streyt. 

IX. £. m. ob. LXXI. 1 



2 Diarium bcs (Sörli^cr Coiiful paiil Srfjncibcr. 

Das ZHanuffript, bas eine aus^efd^ricbene ^anb sei^t, bietet ^rofe 
5d}iiMeria!eiten für 6ie c^enaue IDieöero^abc, 5a es oft fel?r flüd^tig c3e= 
fd^rieben'ift nnb cinselne Bud^ftaben ficb )d}wcY pon einanöer ^unterfd?ei6en 
laffen, wie t üon c, r von e, a von o ic. 5el)r oft ift 6er Sd^reiber aus 
6er Conftruction (gefallen, ftn6 IPorte rpie6erl)oIt o6er aus^elaffen, fo 6ag 
in le^terein ^alle 6as Derftän6nit 6es jnl^altes Iei6et. Von ^Ibfürsun^en 
be6icnt er ficb 6er 511 feiner ^di $ebräud?Iid)en. Bemerfungen am Han6e 
fin6en fid^ nur aan5 pereinselt; meift ftn6 es aus^elaffene Wovk; einmal 
(BI. 37 a) ift eine"'f7an6 als ^in^erseig; grob an 6en Kan6 geseid^net, 6arüber 
6as IPort „iembde^, 6ann ift BI. 50 b eine ^i$ur in 6en Ceyt eingefügt, 
wcld)c eine über 6ie ^läd^e umgebogene Utefferflinge porfteüen foll. 

Der fet?r perfd}ie6enartige 3nl?alt 6es 5d)nei6er'fd}en Diariums, 6er 
mit BI. '2 a beginnt, betrifft mit wenigen Zlusnal^men interne ftä6tifd]e 2ln 
gelegenbeiten un6 (£reigniffe, fo 6af man il?n gemiffermafen als eine (£r- 
gän5ung 6es gleid^seitigen l7af 'fd^en 2(nnals be5eid)nen fann, bas fid) mebr 
mit 6en (Börli^er 2tngelegenl)eiten 6ipIomatifd}er Hatur befd^äftigt. (£s 
fin6en ftd? unter 6en etwa 117 perfd)ie6enen rtoti5en 6es Diariums neben 
Had)lafregulirungen, 5treit= un6 5traffad)en k. juriftifdjen Cl^arafters, 
Berid^te über llnglüds^ un6 Co6esfäIIe, über abnorme lüitterung, lieber^ 
fd^ipemmungen, Baukn jc, Beftimmungen 6es Katl?es für perfd)ie6ene 
I^an6werfe, für Vergnügungen, für 6en ZlTarftPcrfel^r ic, !ur5, es ift ein 
buntes BiI6 aus 6em Stä6teleben 6er erften l7älfte ^es 16. 3^^J^i)un6erts, 
6as uns 6arin por fingen gefül)rt wirb. 

2iu5 6en I?ier un6 6a eingeftreuten fubjectipen Bemerkungen Paul 
rd)nei6ers fann man auf feine politifd^e ^eftnnung fd^Iiefen. Der aus 
nie6erem 5tan6e ftammen6e ZHann — fein Pater war 5d}ul)mad?er — 
übt in ihnen eine oft red>t beif en6e Kriti! an 6en Beftimmungen 6es Katl^es, 
mit 6effcn autofratifd^em Hegimente 6er mebr 6emofratifd} gefinnte 2]iann 
mand)mal nid^t einperftan6en war. (£r war fomit, wenn audi nur innerlid), 
ein (Begner 6es 6as conferpatipe patri5ifd}e (Element •6es Hatbes pertreten6en 
ITTagifter ^ol}annc5 i)a^. 

Daf es 6ie 2(bftd)t Paul 5d}nei6er's war, 6ie 2(uf5eid)nungen in 
d}ronoIogifd}er KeiI)enfoIge 5U bringen, gel^t aus einer 2(nmerfung auf 
BI. 38 a 6eutlid^ I^erpor, bod} ift 6iefe 2tbftd)t nid^t genau 5ur ^usfül)rung 
gekommen. Die 2luf5eid}nungen beginnen am '2. September 1532, 5U weld)er 
3cit Paul 5d}nei6er als donful in 6en ^örli^er KatI) gewäl^It wur6e un6 
en6en im 3^^?^^^ J545, bcu\ Co6esjal)re Paul 5d^nei6er's; pon 6iefem 3^^^**-' 
ftn6 nur 5wei eingaben im Diarium entl^alten, 6ie le^te Pon 6er Reparatur 
6es Balgens. €in5elne noti5en im IHanuffripte fdjeinen nid)t gan5 5U 
(£n6e geführt 5U fein; I)ier un6 6a fin6on fid) audi €üc!en, befon6ers wo 
es ftd} um Icamen ban6elt, 6ie 6em Sdjreiber im ilugenbli^e 6es lae6er= 
fd^reibens nid^t gegenwärtig waren un6 6ie fpätcr nid)t nad^getragen 
wor6en ftn6. 

Heber pauI 3d)nci6or's pcrfönlid^c un6 ^amilienporbältniffe habe id) 
5oIgen6es ermittelt: 



Diarium bcs (55örlit5cr (£oiifnl paul Sibitcibcr. l] 

Paul 5d)net6cr mar nad} feiner eigenen 2inq>abc in (ßörli^ geboren ^), 
6od} lä^t ftd) Me 5^it feiner Geburt nicbt fcftftcllen. Sein Dater, 6er 
Sdjufter I^ans Sd^neiöer-), !aufte 1486 ein ^aus an 6er PetersÜrd^e^) 
un6 rerfaufte es rDie6er im jai}vc 1505^), nad}6em er im erften ^albjal^re 
1500 6a5 je^t (1894) Ho. 15 fül?ren6e l^aus in 6er Brü6ergaffe fäuflid? 
erworben hatte ^). Paul 5d?nei6er l^atte nod} 3 Brü6er^): 1. 3<^^^»^n^), 
2. (George, 3. Palentin'^); 6er Pater, 6er 5d)ufter f^ans 5d^nei6er, ftarb 
153*2, l^öd}fttt?al^rfd?einlid? im erften Pierteljal^re, 6a feine IMnterlaffenfd^aft 
am i. 2lpril 153*2 unter feine (Erben getl^eilt tt?ur6e^). 

IDenn aud) über p. 5d}nei6er's j^^^^^^S^^^t feine ftd^ere Had?rid)t 
auf5ufin6en ift, fo iann man bodt} als ^iemlid) feftftel?en6 annel^men, ba^ 
er um 6ie II)en6e 6e5 15. 5um 16. 3^^i^^^itt^*^i^t ^^^ 5d}ule feiner Pater» 
fta6t befud^t un6 fid? auf il^r 5um UniDerfttätsftu6ium vorbereitet l)at. 
^öd)ft u?al?rfd}einlid} ir>ar6 er 1503 in Ceip^ig immatrifulirt, 6enn in 6er 
6ortigen Iltatrifel fin6et fid} im Sommeroemefter 1503 unter 6em Hectorate 
6e5 Petrus €yfenberg! pon f^alle als Ho. 79 6er Natio Misnensium 
i>er5eid)net : Paulus Sneiderhansz Gortzlitzensis. Diefer ^al}lU 6 gr. 
3nfcriptionsgebül)r un6 fpäter nod? 4 gr., l?at alfo fpäter l?ier 6ie XX)ür6e 
eines baccalarius erujorben ^°). 

3m ^aiftc 1513 fd^eint er 6as 2tmt eines öörli^er Unterfta6t- 
fd?reibers erlangt 5U Ifabcn, 6enn in 6en 2lnnalcn 6es Illagifter 3<^^^^i^ 
l7aj| n>ir6 er in 6iefem 3^^^'^ S^^n erften ^Hale als llnterfta6tfd}reiber 
eru)äl?nt^^). Diefe IDür6e l)atte er bis 5um 6. 3uni 1517 inne^^), wo er 
anftatt 6es mit feiner 2nag6 entlaufenen bisl^erigen fönigl. Kid^ters Palten 
^irfd)mann ^^) 5um fönigl. Hidjter ernannt tt^ur6e. (£r rermaltete 6iefes 

1) p. Sc^ncibcrs ITTfcr.'f^eft im (Sörli^er Hatbsard^ir, 31. 87. 

2) üb. actor. 1529-38 BI. 115b (Hatbsard^iü) unb Sc^acfcrs gcncal. ^ahtlien, 
(milic^^fcf?c Bibl.) 

3) lib. resign. 1470—87 231. 240 b (Hati^sardjir). 
•») lib. resign. 1505-16 BI. la (Hatl^sarc^iü). 

'•) (Sörli^cr (Sefc^ofbuc^ üoii 1500 (Hatbsard^ir). 

^) Sdfaeftvs gencal. üabcllcn. 

') 3obann war Pfarrer in Cbommcnborf bei Bun3lau imb füt^rtc bort bic 
Hcformation ein. (Schutt, (Symnaf.^progr. 3ur SOOjäl^rigen 3ul'^lfßiß»^ P- 19); ^i* ft^rl' 
um bic mitte bes ITTärs 1529 (lib. missiv. 1528-31, SI. 214 b, Hatt^sard^ioj. 

^^) Dal entin ftarb nod} vor bem Pater mit Binterlaffung eines 5obnes Palentin, 
ber 1544 fein ^ro§üätcrIicf^es €rbe antrat, unb einer Cocbter 2tnna, meiere um 1541 ben 
Stabtfc^mibt (Enbres a3uei§er t^eiratl^ete (lib. actor. 1529—38, 31. 115b). 

'-') ibidem. 

^ö) Diefe 2lus!unft aus ber £eip3iger ITiatriFel üerbanfe idj ber (Süte ^es i]evvn 
prof. Dr. (grier in Königsbcra. 

11) Script, r. Lus. xN. l\ III. 3b. p. 335, 26. 

^-) Vas bie '^abxt 1517—20 umfaffcnbc ricbterliite Diarium paul fd^neibers (Mscr.- 
Fasc. paul 5d?neibers im Hatl^sarcbir 31. 87) etitliält folaenbe lloti^: 

1517 

Am sonabende noch Pfingsten, das was am 6. tage des monats Juni, byn 
ich Paulus Schneyder, uuderstatschreyber, eyn eingeborner, durch den edlen 
wolgeborenen hern hern Wilhelm hern von Eylenberg, landvoyten Oberlausitz, 
etc. zu eynem richter zu Görlitz uffgenomen worden und bey mir diese iiacli- 
folgende Sachen begeben. 

") Kiirbui-b (mili*'idu> 3ibl.). 

1* 



4 Diarium bcs (Sörli^cr donful pauI Sc^neiber. 

2tmt tDal^rfd^einlid? bis 5um ^nfanq,e 6es 3al?res 1531. 3n 6en lib. 
missiv. ron 1528—31 BI. 573 a finöct ftd? nämlid? im 2tnfan$e bes 
3al?res 1531 ein Brief 6es (Sörli^er Halles an 6en Canöpogt S^isl^tt'/ 
tporin es l?eift: das richter ampt haben wir mit einer person des 
rats vorsorget, wywol wir hören, das es sich mit ko» und e. g. richter 
etwas bessert, wollen e. g. zu gelegener zeit etc. dovon weitern bericht 
thun lossen. 2(us öiefen IPorten ^el^t l^erpor, ba^ 6er öamali^e fönigl. 
Hid^ter buxdf ^ranfl^eit an 6er Tiusübung, feines rid^terlid^en Berufs per^ 
l)in6ert un6 il)m 6esl?alb pom Hatl^e ein Stellpertreter $efe^t n)or6en mar. 
Va nun feit 6em 18. 3uli 1529, u?o paul 5d}nei6er's nod? als amtiren6en 
fönigl. Hid}ters ^e6ad)t n)ir6^), in 6en lib. missiv. nir9en6s bis 5um 
2lnfange 6es 3al}res 1531 pon einer Heubefe^un^ 6er !öni§I. Hid)terftelle 
6ie He6e ift, fo fann man vool}l mit 5iemlid)er Sid^erl^eit annel^men, 6af 
mit 6em erfranften Hid^ter Paul 5d?nei6er gemeint ift. BaI6 6arauf, im 
^ebruar 1531, wxvb nun 6te fönigl. Hid^terftelle pom Can6po$tc mit einer 
6em Katl)e nidjt genel^men perfönlid}!eit befe^t, 6em l^errfd?en6en ®ebraud?e 
entgegen, nad^ u?eld)em bei Befe^ung 6iefes 2tmtes, 6as ja, obwol}i als 
föniglid^es be5eid?net, in Xt)ir!Iid}!eit ein ftä6tifd^es 2lmt mar, 6er Hatl? 
Dorl^er um eine 6a5U geeignete Perfönlid^feit befragt u>or6en mar. (£s 
mur6e 6em ^ail}^ burd} 6iefe ^an6Iungsmeife 6es £an6pogtes alfo 6as 
bisl^er gebräud^Iid^e Porfd)Iagsred)t genommen, morüber er ftd} in einem 
Briefe pom 25. ^ebruar 1531 6em £an6pogt gegenüber befc^mert, if^n 
Sugleid^ bitten6, 6ie 6efinitipe Befe^ung 6es Hid^terpoftens bis 5U feiner, 
6es £an6pogtes, Hücffet^r nad} 6örli^ aufteilen 5U laffen^). 

(Dh nun 6ie 6efinitipe Befe^ung 6es Hid^teramtes ftd) nod? l^in= 
ge50gen l)at, mie eine Stelle^) in einem Briefe 6es Katl^es an ITtagifter 
3ol?ann ^a^ pom 14. ITTai 1531, morin pon 6er „llnfd}i(flid?!eit 6es 
Kidjters" 6ie He6e ift, an5u6euten fd^eint, 06er ob Paul 5d)nei6ef s Zlad}- 
folger Donatus Krieg! pon £anhan^) fd)on Pon (£n6e ^ebruar ab 6iefes 
2lmt übernat^m, muf 6af)ingefteIIt bleiben; fopiel ift je6od^ ftd^er, 6af Paul 
5d)nei6er im anfange 6es 0ctober 1531 nid^t mel^r fönigl. Hid^ter mar, 
6enn er mir6 in einem Briefe 6es Hatl^es an 6en £an6pogt, Pom 11. 0ctober 
1531 6atirt^), in meld^em 6er Hatb Mefem an5eigt, 6af Paul 5d)nei6er am 
12. (Dciobtx 5U il^m, 6em £an6pogte, fommen mer6e bef^ufs 6er rid^terlid^en 
Hed^nungslegung^), nidjt mel?r föniglid^er Hidjter, fon6ern nur „unfer 2TTit= 
bürger Paul 5d}nei6er" genannt. 



1) lib. missiv. 1528—31, Bl. 281a. 

2) lib. missiv. 1528-31,31. 576a. 2Iud? unter bcm 6. 3an. 1533, als p. Sc^ncibers 
Had^folgcr Donatiis Krieg! feinen 2Zbfd?icb als Kic^ter nac^fud^te, ridjtete ber Hatt| 311 
(Sörli^ bie Bitte an beii lEanbüogt: „e. g. wolden mit der bestellung desselben ampts 
aufzihen, bis so lang wir die unsern zu ewer gnaden abfertigen mögen", (lib. 
missiv. 1531-34, Bl. 402b.) 

3) lib. missiv. 1531-34, 31. 52b. 

*) Script, rer. Lus. N. F. IV. p. 142, 4. 
5) lib. missiv. 1531-34, 31. 143. 

ö) Pergl. ba3u bie Hec^nunaslcguna uom ^abvc 1528 im fo^en. 5d>ipar3en 2lm\a\ 
3b. II 31. 303 (Hatbsard^iü). 



Piarinm bes (Sörli^cr (£onful pauI Sd^nctbcr. 5 

IDic aus 6em 2lnfan^e feirtes Diariums erfid^tlid?, muröe er in 5cr 
Xlad}t roni 1. 5um 2. September 1532 in öen Hatl? feiner t)aterfta6t 
vjeforen, 6em er ununterbro d^en bis 5U feinem am 28. 3uni 1545 erfolgten 
Coöe ^) angel)örte unö ^wax von 1532 — 34 als Consul, 1535 als Senator 
officio defunctus, 1536 — 38 als Scabin, 1539 als Senior, 1540 — 42 als 
Scabin, 1543 als Senior un6 1544 als Scabin 2). 

Perl^eiratl^et irar Paul Sd^neiöer 5U)eimaI, 5uerft mit 2lnna 
Horimb[er$inl^), aus tt)eld^er (£l)e 5 Kinöer I^erporc^ingen : Valentin, 
(£unra6us, (£atl)arina, Simon un6 (£rasmus*). Sie ftarb 5ttnfd?en öem 
17. 3anuar unö 19. 3uni 1520^). 2tm 23. ^tu^uft 1521 ift er n^ieöer 
üerl^eiratE^et mit Barbara^), liierten Braunes pellificis filia, unö E^atte mit 
ibr nod} 13 Kinöer: Paul, Bavhava, Unna, ZHartl^a, (5eor$e, 3^^^^^ 
(£of. ^ri6Ian6, €rasmus, (trispinus, ^elena, (Elifabetl?, Dorotl^ea, llrfula 
unö ITTargaretl^a '). Seine 5u?eite ^rau 3avbaxa überlebte il^ren 2Ttann um 
39 3at?re; fte ftarb erft 1584 am 13. ITtai im 90. £ebensjat?re«). 

Heber 6ie Permö^ensperl^ältniffe Paul Sd^neiöer's erl^ält man einigen 
2(uffd)luf bnvdf 6ie 2(uf5eid}nungen über Käufe, 6ie teftamentarifd^en Be« 
ftimmungen unö öie (£rbesauseinanöerfe^un$en, meldte öie ^amilie Paul 
Sd^neiöer's betreffen unö in öen entfpred^enöen Staötbüd^ern 5U finöen finö. 

3m 3^^^^ 1516, am 8. 3^nuar, fauft Paul Sd^neiöer von Grre- 
gorius Francke einen krom zwischen Lodwig Heintzens und Nicolai 
Fischers krom gelegen ^j unö in öemfelben 3^^^^ ^^ ^- 3^"^ f^^^ ^^ 
feiner (erften) ^rau TXnna für öen ^all feines Coöes 10 mr. zuvor und 
gleichen kyndisteyl aus unö das sie ire lebtage im cromen bleiben 
sal und mag ungeirret^*^). 2lus öem Kaufe öes Krams unö aus öer 
geringen Summe, n?eld}e er feiner ^rau ausfegt, fann man mol^I mit Hed^t 
auf fein öamals nur geringes Permögen fd^Iiefen. 3" ^^" näd^ften ^al}tzn 
fd}einen ftd) jeöod} feine Dermögens=Perl)äItniffe gebeffert 5U l?aben, üieüeidjt 
in ^olge öer größeren <£innaE?men, öie er pom 6. 3iini 1517 ab als 
Kidjter l^atte"), Unn er faufte Dinstag öen 30. ^uguft 1519 von Paul 

^) 3m Kürbuc^ beim '^ah^u ^5^^ neben feinem Hamen notirt. 

2) Kürbud). — Tlus bie^tn 7lnq,ahen get^t t^eroor, ba^ p. Sc^neiber nie (Sörli^er 
Bürgermeifter mar, mie im Index 3um Script, rer. Lus. N. F, ^b. IV, 21 irrtl^ümlic^ 
jroeimal anq,cq,ebtn ift, u?at|rfdjeinlid^ in ^olae einer Dermed^slung mit ^ran^ Sdjneibcr, 
feinem geitgenoffen, ber von \5l5 bis ^5^8 3et^n IKal Bürgermcifter rvat. 

^) S^aefer's geneal. Cabellen. — Dagegen mirb in Hb. miss. 1544—48, BI. 36a 
in einem Briefe rom 10. 3uli 1544 il^r in disleben cerftorbener leiblid^er Bruber f^ans 
Krebs genannt. 

^) 5d?aefer's geneal. Tabellen. 

5) lib. resign. 1516-40, BI. 78a unb 86a. 

6) ibidem BI. 114 a. 

'^) Sc^aefer's geneal. Tabellen. 

8) B. Scultetus Brauregifter (Hattjsarc^iü) von 1584/85. Dort ftebt am 'S.an'öe 
neben bem it^r get^örigen Braut^ofe von B. Scultetus Vianb: 

Anno 1584 May 13. raortua nona genaria. so mau die alte Paulissin und 
richterin gnannt. 

9) lib. resign. 1505—16, BI. 308b. 
w) ibidem BI. 325. 

") Die (Einnal^men bes fonigl. Hidjters aiebt i^a% ausfüt^rlid? in feinen Knnalen 
an (Script, rer. Lus. N. F. IV, 142, 10). 



Q Pianiim bcs (Sörlit^cr dotifnJ pani Sdineibcr. 

Emrich ein haws ufFem newmarckte im winckel zunest Hans Steyers, 
des hiitters, hawse gelegen^). 2ii\f öicfes ^aus, 6ie jc^t$e Ho. 15 auf 
5cm 0bcrniarfte, wk fxd} aus 6en ^efd)opüd)ern 6cr Staöt ®örli^ ^enau 
bcftimmcn lägt, f?atte er fd?on am 30. ITiai 1519 eine ^ypotf^e! r>on 
150 mr. Capital 5U 5^3 7o (^Vs t^^^O jä^rlid^cn 3^"^^ ^^^ ^^^ ersamen 
Bernt Bernt aufgenommen^); er muf es alfo fd}on por 6em 30. ITtai 
de facto übernommen l}ab^n, wenn es aud? erft am 30. 2luguft 1519 
red^tltd? in feinen Beft^ überging. Hun rerfauft er audf gemeinfd^aftlid? 
mit feiner ^rau 2tnna am 17. 3ßnuar 1520 6en ror 4 ^al}tcn gekauften 
Kram an ^ulöenl^aufen unö fe^t ii^r 20 mr. 5UDor un6 gleid^en Kinöestl^eil 
aus; aud? foü fte in dem hansze uffem Newmarckte ire lebetage 
bleiben, des zugnyssen und zugebrauchenn ungehindert^). TXad} 
if^retn Co6e beftimmte er für jeöes feiner 5 Kinöer erfter €l}e als mütter= 
lid^es (£rbtE}eiI 10 mr., wiewol er inen dorvor sovil nicht schuldig"^). 
Seiner 5u?eiten ^rau Barbara, meldjer eine Pertt?an6te, öic XDitto^e Barbara 
^ans Braunyn, im J^^^^ IblO 10 mr. teftamentarifd) ausgefegt batte^), 
permadjte er für öert ^all feines Co6es den silbern giirtel, den ir ire 
muter gegeben hot, zuvor und dorzu kindes teyl in alle seine 
guter etc ITTit Be5ug auf 6ie 50 mr., 6ie er feinen 5 Kinöern erfter 
(£I?e als mütterlid}es (£rbtl}eil feftgelegt l^atte, wyl er auch, so er vor 
inen störbe, das der und ander kindesteyl von einem kinde uff das 
ander komen und erben sal; wo sy aber alle stürben, ehe sy ader 
ein itzlichs iren ader seinen anteyl entpfangen, sullen alsdenn sulche 
50 mr. an obgnante Barbara auch komen und gefallen^). 

Xlad} feines Paters Co6e erl^ielt Paul 5d)nei6er bei 6er am 1. 2lpril 
1532 erfolgten (£rbtf?eilung 154 mr. 2 gr. 1 pf., einfd^Iieflid) 6es t)äter= 
lid^en (Wartens in 6er Kummerau, 6en er im €rbe für 70 mr. faufte. 
gugleid} übernahm er 6ie (£r5iebung 6er bei6cn l:{in6er feines perftorbenen 
Bru6ers Palentin un6 6ie Permaltung il?res €rbtl?eils ^). 

2tm 3. ZlTär5 1545 bessert er feiner 5n:>eiten ^rau ^arhava 6ie xi}v 
am 23. 2(uguft 1521 ausgefegte gobe, dieweile er -besorget, die kinder 
von dem vorigen weibe mochten ir, der stieffmutter, noch seinem 
tode etwas widerwillig sein und zu nahend greiffenn in 6er IDeife, 
6af 6ie erften Beftinunungen in Kraft bleiben, 6af fte aber auf er6em 6as 
^aus auf 6em ITeumarfte un6 5U)ei (Barten auf 6er Salmonsgaffe 5U iren 
lebtagen inne haben und gebrauchen sal. Sollte fte fxdf aber u?ie6er 



1) IIb. resign. von 1516—40, SI. 67b (Hattisarc^ir). 

2) Hb. oblig. 1484-1520, 31. 234a (21rd?ir b. 0bcrl. (Scf. b. lUtffcnft^. XIII, 16); 
am "^.anbe bcttnbct neb bie tToti3 über bic Hncf3ahlnng bicfcr 150 tur. nebft ^infcn an 
Vians i£inridi, bcn f dnuieaerfohji ^criih. i^citit'5, a)cidpcr bicfc Bypotbc!en = ^orbcnnu\ 
von feiner acftorbenen ^rau geerbt hatte, t>at 16 0ctobcr 1545. 

3) lib. resign. 1516-40, :öI. 70b. 
•*) lib. resign. 1516-40, 31. 86a. 
^) lib. resign. 1505—16, BI. 308 b. 

'p Hb. resign. 1516—40, BI. 114a; am Hanbe ftebt: dise gobe hot der ersanae 
Paul Schneider seiner ehelichen hausfrauen gebessert coram judicio 3. post 
Beminiscere (3. März) 1545. 

7) lib. actor. 1529-38, 31. 115b (Hatl|sarc^tr)). 



^C5 tßörlit^ci v£oii)iil paul rd;•nei^cr. 

rcrliomitbcn, fo foll mir bk Bcftininuinos vom '23. 2lu<juft 1521 (öeltunos 
haben. i)k ^dbcsdvkn folloii nadb feinem ^obc auf bas tl^oucrftc r>crfauft 
unb bcY €rlöf> nad) Bc5ablunc3 feiner Sd^ulöen unter feine Kinöer erftcr 
^l}c als päterlid)es €rbe ^jetbeilt meröenM. 2im K). Juni 1545 -), 12 ^aq>c 
vor feinem Co6e, l)ebt er bas obi^e Ceftament Doni 3. nTär5 1545 u^ieöer 
auf un6 rermai^t in 6em c^leidi^eiti^en neuen Ceftamente feiner ^rau Barbara 
150 mr. zuvor und kiiulesteyl m allen seinen gutern etc., 6a5U bas 
i)aus auf 6em Heumarfte un6 6ie 2 Baum^ärten für 1300 mr. mit 6er 
Beftimmunij, ba^ fie 6ie minorennen Kinöer bis 5U il^rer 2.Hün6i«3!eit er- 
5ie{)en foll u. f. u?. 

€rft am 10. juni 1551 erfol^ste 6ie €rbesauseinan6erfe^un^ 5unfd}en 
feiner XDitta-ie un6 6en liinöern, r>on 6enen nod} 13 am Ceben waren. 
Pas ^an^c pertbeilbare Dermöcsen betrucs öanad) 2235 mr. Die (^eridjt^ 
liebe (Sebübr für öiefe (£rbtt)eilnn($ u?ur6e erft am 12. TJipvil 1552 be5al)It^). 

IPas nun Paul Sdjnei^er's amtlicbe Cl)äti$feit, 5unäd}ft als Unter^ 
ftaötfd^reiber a]tlan$t, fo er^iebt ftcb namentlidb aus 5en lib. missiv., 6a| 
er aufer feinen amtlid^en (Öefd^äften in (Sörli^ uielfad) nod} Heifen nadb 
ausrpärts in ftäötifd^en 2(n$ele$enbeiten unternel)men inufte. So wirb er 
poni Katbe im XToDember 1513 in 6er ^ans (Emerid^'fd^en Streitfad^e 
nad) (Dfcn c^efcbi^^t^); (£n6e 2lpril 1514 erl^ält er pom Katl^e unter Voll 
mad)tS'-(£rtbeiluna 6en 2luftra^, in ^ranffurt a. (D. einen ^emiffen Baltzer 
Otterstet in der gute oder wo es von nöten im ernste zu verhören; 
5u 6iefer Heife mir6 il^m ein (£re6itbrief 6es Katbes an Xlxdd Hvonm, 6en 
Büraermeifter von ^ranffurt a. 0., ]nttc>ev$eben^). 2(nfanc3 3iili 1514 foll 
er 6em l^errn Procop pon IPartenberc^, l7errn auf lüolau 2c. 6ie für il^n 
pom Hatbe beftimmten ^od^^eitsgefd^enfe aufaßen (1 hirscli, 4 rehe, 
2 logen Ungarwein, 1 fuder rothen Crossner weyn, 1 fasz mertzen)^). 
Dom 31. 2(ucsuft bis 6. 0ctober 1514 Ehielt ibn eine Zlliffion nad} 0fen 
pon (Sörlife fern^). 3^^^ 3annar 1515 nmf er mit 6em Katl^sl^errn d5eor$ 
Köfeler 6em peinlid^en Derl)öre 6es „Stragenplaifers"^) 0tto pon (Sers6orff 
in (£otbus beimol^nen un6 ITIitte 27cai 1515 in Doümad^t 6es (Sörli|er 
Hatl?es einen Peter l^orn in I(eipnfta6t pernel^men''). Pom 10. bis 
15. 0ctober 6effelben 3^^^**^^ tt'^i' ^^ ^on ©örlife abrpefen6, um in (Slogan 
einige 6ort inl^aftirte „Heiter" 5U perl?ören ^^). 3^^^ 2(nfange 6es ^al^xcs 
1516 tt)ur6e er gemeinfd^aftlid} mit 6em 21Iün^meifter f^ans Bal6uff un6 
3ocoff Hspen nad} Bun^lau gefd^icft ipegen Perbreitung falfd}er (Sörli^er 
2nün^e 6urd? eine 6ort in V}aft befin6lid?e Perfon^^), un6 pon Bun5lau 

1) Hb. resign. 1541-48, BI. 79a. 

2) ibidem BI. 82 b. 

3) lib. actor. 1551-55, Bl. 90b. 

4) Kaemmcl, 30b. i^a^. IT. £auf. Illaa. ^anb 51, S. 84. 
•^) lib. miss. von 1512 -15, BI. 307b f." 

6) ibidem BI. 329 a. 

') Script, rer. Lus. N. F. III, p. 347, 30 uttb 348. 22. 

«) lib. miss 1512-15, BI. 414a unb 439b. 

8) ibidem BI. 501a. 

10) lib. miss. 1515-17, BI. 54 b unb 55 a. 

11) ibidem BI. 131b. 



3 I)iaiiinn be< cSörIit5cr ilotiful paul Scbnciber. 

muf er nad} Cie^ni^ reifen^). (Segen (£n5e 3^"war 1516 tft er fd^ort 
it)ie6er mit IHatl^ias Hofenberc3 un5 IlTac^ifter 3<^^- -^^t i" Pressen, ir>o 
ftc bei 6em Pcrl^öre 5e5 Straf enplacfers ^ans ITtaren, 6er aud? öie ®ör 
lifeer oft gefd^döiat l^atte, 5U$egen ir>aren^). IHitte ^^bruar 1516 l^atte er 
in Sagan bei 6ena Derl^öre 5d?mi5t 2(n6reffen 511 il}un, anfd^einenö bis 
2(nfang Znär5^), un6 5U €n6e öiefes Wionais wav er als ilbgefanöter 
6es Hatl^es in Bauten ^). 3" ^^^ 5^^^ ^^^ l^- ©ctober bis 8. IToüember 
1516 ipar er auf einer ITTiffton 5um jungen Könige £u6u?ig, 6er fxd} 6amals 
in Ungarn aufl^ielt^). ^u Mefer SenSung bemerft ^ag^): und wiewol die 
not erfordert, das der protonotarius were geschickt wurden, so 
Habens doch die kurtze zceit und die Sachen mit den von steten 
nicht erleiden wollen. Derhalben ist baccalaureus Paulus Schneider 
subnotarius mit einem diener dohyn gefertiget wurden. 

Xlxdft min6er grofe 2lnfor6erungen an feine Cl^ätigfeit ftellte fein 
Hid}teramt, 6as er pon 1517 bis 1531 beflei6ete; nid^t nur, 6af er in 
6iefer ^cxi eine grof e 2tn5at}I Straffad^en 5U erle6igen t^atte, toie fein rid}ter= 
Iid)es Diarium uon 1517 — 20 beu:)eift, aud) Keifen nad} axisvoäxts im 
3ntereffe 6er IDal^rung 6er rid^terlid^en Privilegien 6er 5ta6t ^örli^, 
befon6ers innerl^alb 6es fef^r ausge6el)nten ^örli^er XPeid}biI6es, blieben 
if^m nid^t erfpart. ferner fiel in 6ie geit feines Hid?teramtes 6ie mül?e= 
uoUe Unterfud)ung un6 X)erl)an6Iung gegen 6ie im fogenannten ^ud}mad?er= 
aufrul^re 2(ngeflagten. ^n 6iefer ängelegenf?eit mufte er a>ie6erl?oIt nad) 
Breslau reifen, wk ^af ') eriuäf^nt: Mondtagis S. Galli ist Paulus 
Schneider die zeit statrichter alhie gegen Breslau widerumb zu der 
rechtfertigung geschickt. Dort wat er aud} bei 6er ^inrid^tung 6er 
bei6en 2(ufrül?rer Su^einebretlein un6 Peter Sd^malm 5onnaben6s nad} 
(Salli (19. 0ctober) 1527 gegenwärtig «). 

2lud? in 6er geit nad? I(ie6erlegung feines Kid^teramtes bis 5U feiner 
(fru)äl)Iung in 6en Katl) blieb er nxd}i frei uon ftä6tifd?en 6efd}äften. 
So fan6te il)n 6er Katb im 3^^^uar 1532 nad} Heid^enbad? un6 Cöbau, 
um pon 6en Sd}uI6nern 6er (Sörlifeer priefterfd^aft un6 6er Elitäre in 6en 
^örli^er Kir d?en^ 6ie aufenftel^enSen ^xn^cn ein5uma(?nen , uon 6eren 
c3^l?Iung fxd} 6ie Sd)uI6ner in ^olge 6er 6urd} 6ie beginnen6e Heformation 
uerän6erten fird)Iid}en Perl^ältniffe red)tsu?i6rig un6 eigenmäd^tig befreien 
u)olIten-'). ferner reifte er im 2lpril 6effelben 2a):}Yes mit Poümad?t 6es 
Hatl^es un6 6es jungen ^ren^el nad} Breslau; er folltc 6ort von 6em 
älteren (£un^ Sauermann eine Summe uon 2000 fl. Ungar. ein5ief?en^'^). 



1) ibidem BI. 134a. 

2) ibidem SI. 141b. 

3) ibidem BI. 157 b imb 164 b. 

4) ibidem BI. 172 b. 

^) Script, rer. Lns. N. F. III, 484, 6 nnb 485, 12. 

6) ibidem 484, 3. 

') Script, rer. Lus. N F. IV, 57, 21. 

«) ibidem 59, 33. 

9) lib. miss. 1531--34, BI. 197a f. 

^0) ibidem BI. 247 a. 



Piarium bcs (Sörlt^cr «loufiil Paul Scbitciber. 9 

2(ni 26. 2^m\ tft er nodtf bovi obcv fd^on iPtcöer bal}\n gereift ^). Balö 
iiad) feiner IPal^I 511111 Katbsl^errn, im 2(nfanoi September 1532, füf^rt 
ihn 6iefelbe (^eI6aiK3eIeaenI)eit un6 eine (£onferen5 mit Dr. Kiebifd^ iDteöer 
luid) Breslau-). lüie es fd^eint, bat bann 6er £)er50(5 Carl r>on ITTünfter» 
berc^, 6er u->obI mit (£un^ Sauermann ^eI6$efd}äfte mad^te, 6ie (5<^^Iii"$ 
6er 2000 fl. übernommen, 6enn am 24. ^unx, am 14. September un6 am 
17. Horember 1533 perban6elt Paul Sd)nei6er mit 6em ^er5oa Carl in 
6iefer Sad^e^). 2(m 13. 3<i"u<^^ 1^^^*^ befin6et ftd) Paul Sd}nei6er mit 
^ran^ Sd}nei6er, 2T(a$ifter 3'5^?' ^^f 11^^^ ITca^ifter Petrus Scorler als 
Vertreter von (Sörli^ in 6er Streitfadje 6er Sed)sftä6te mit 6er £an6fd)aft 
in Prac}^) un6 am 18. ^ebruar 6effelben 3^^^^^ begleitet er 6en fytxn 
von Biberftein 6es Icadjts in einem IPa^en nadf Sorau''). 3^"^ 3^^^ 
1534 rDir6 er nad^ Breslau 5ur Beftd^ti^ung 6er 5um €mpfan$e 6es 
Könias getroffenen Porbereitungen <5efan6t^). 2(m 14. ^ebruar 1535 
beauftragt 6er Hatl? 6ie 5. 5- ^^ Croffen beftn6li d^en Katl)sl?erren ^eorg 
Hotl^e un6 Paul Sd)nei6er, fid^ 6afelbft 3U erfun6igen, oh ein 6ortiger 
(5eiftlid}er, angeblid^ Urbans des bruers son in der Cale, der etwan 
in unserm closter gewest, sich zu einem capplan, secundario lectori 
ader zum primario (in ^örli^) wolt brauchen lassen^). 2im 11. inär5 
6effelben ^al}Ye5 perl?an6elt er in Breslau in 6er Sauermann'fd^en @eI6= 
angelegenl^eit mit ^er5og Carl pon ZlTünfterberg un6 Dr. ^iebifd?^). 
3e6enfalls nodf im ZYtäv^ 1535 Ijat er, wol}i für 6en Hatl^ in ®örli^, 
von einem (£6elmann in (Suben ein Pfer6 gefauft, für n?eld?es 6er ^ör^ 
li^er Hatb am 4. Tlpxxl 6ie Kauffumme (38 fl.) an 6en (Subener Hatl) 
überfen6et^). 2(m 5. 2lpril 1535 ift er mit (Seorg Köfeler un6 UTagifter 
3ol). ^af n?egen 6er 3^'^'öff Koeler'fd^en ^^) (£ntfd)ä6igungs!lage in Dres6en ^^), 
wol^in er nadf 2lustrag 6er 5ad}c 3ur 5^Wung 6er 200 fl. betragen6en (Ent- 
fd)ä6igungsfumme tDie6er 5urücffel?rt^-). 2(m 11. ITIai 1535 mir6 er an 
hern Joachim, Churfurst zu Brandenburg, in etzlicher unserer und 
gemeiner stadt notsachen gefd?ic!t^'^) un6 Einfang Z^^^^ ^^^^ ^^ fV^ ^" 
Bauten auf ^^). Kur^e (geit üor 6em 17. December 1535 muf er ebenfalls 
in Bauten geu^efen fein^^). 2tm 5. 2lpril 153(i foll er an 6en £an6pogt 
gen 6er Heid)ftat abgefan6t tt)er6en^^), un6 am 12. 3uli 6effelben 3^^^^- 



1) ibidem 31. 281a. 

2) ibidem BI. 332 b f. utib P. Sehn. Diar. 31. 3 a. 

3) IIb. miss. 1531-34, 31. 519b, 583b unb 574b. 

4) ibidem 31. 617 a. 

5) ibidem 31. 628 b. 

^ P. Sehn. Diar. 31. 27 b. 

') lib. miss. 1534-40, 31 66 a. 

8) ibidem 31. 73 a. 

9) ibidem 31. 86 a. 

10) vid. P. Sehn, üiar., 31. 28b. 

11) lib. miss. 1534-40, 31. 85a. 

1^ Script, vor. Lns. N. F. IV, 5. 281, 12. 

13) lib. miss. 1534 40, 31. 106a. 

14) ibidem 31. 134a. 

15) ibidem 31. 217a. 
Iß) ibidem 31. 260 a. 



10 Piarinm bcs (Sörlt^cr donful paul 5cf?ncibcr. 

ift er in Bauten ^), öarauf in Bifd^offsweröe''^). Hm 81. 3^"^^^^* 1537 
iHTunlagt il?n bcv Äatl}, nadf (Siebid^enftein bei l7alle 511 reifen, um über 
6en öort ^efangien csel)altenen Stoffel (06er Strieffel) Coren^ bei 6em l^aupt^ 
]uann von ^iebid^enftein, ^anfen von Ceud^ern, Crfunöi^unc^en ein5U5ie{)cn^). 
^a\t bcn q>an^m IViäv^ 1537 f^inöurd? permeilt er mit ITtagifter 3^^^"^ 
i)a^ ipe^en ^eftftellung 6er ^öl^e 5er Cürfenfteuer, lüegen 6er ^einrid} 
Cefd^insfy'f^^" Streitfad^e ic. in Pra$*) un6 am 27. 2ipv\{ 6effelben 
3al?re5 6er 5d?ä^un$ treten mit ZHa^ifter 3ob. i)af un6 ^ran^ 5d^nei6er 
in Bauten "^). 3<^^^""^ 1^^^ bringt er mit IHacsifter 3*^^- ^^t un6 6effen 
5d)it>ieaerfo[)ne IHa^ifter Petrus Scorler 2 Haten 6e5 auf (Sörli^ faUen6en 
Cürfenjteuer-'Zlntbeils nadf Pra^, ipo 5u$leid) ^ans Keller's un6 6er Scbmert» 
fc(5erin Kla^efad^e vov 6em Könige t)erf?an6elt u?er6en foUte^j. 2lm 17. llTai 
1538 befin6et er ftd? mit 4 Pfer6en als 2lb9efan6ter 6er 5ta6t @örli^ beim 
€mpfanc^e 6es Königs ^er6inan6 in Dres6en^). (£n6e September 06er 
Hnfano, (Dciohcv 1538 ift er in (BeI6($efd)äften bei (öeorcj von Hed^enberg; 
auf ißartenberg in Bun^Iau un6 6arauf, ir>ol]I nod} im 0ctober, bei 
Dr. Kiebifd) in Breslau. €s l?an6elte ftd? um <SeI6anIeil?en 6es (5örli^er 
Hat^es 5um Ztnfauf von €u6tt)i5s6orf^). 3^ 3cit?re 1538 06er 39 fanMe 
il}n 6er Katl? nad} Sprottau, um einen neuen Pre6i§er, 6en ITTag. £eonl)art, 
für ^örli^ 5U 6in(5en^). 2lm 5. September 1539 wxvb ibm vom Hatbe 
un6 6en 2lelteften DolImad)t ertf)eilt, die lehim über den bischoff 
zehendt von unser allir wegen von hochgedochter fürstlicher gnaden 
(Btfd^of 3^^<^^^ ^^^ ^Heifen) zu suchen und zu entphahenn^^). 2lnf 
€rfud^en 6es ^errn r>on Biberftein follte Paul Sd?nei6er am 7. 3^nuar 
1541 als 6effen Ked?tsbeiftan6 in Heid^enbero, erfd^einen, bodf Iet?nte 6ies 
6er Hat!) ab, da P. Schneider zu dieser Zeit nicht einheimisch sein 
werde ^^). Die fd}on mel)rfad) eru?äl?nte (£un^ Sauermann'fd)e (5el6= 
angeleoienl^eit nötl?i$te il^n 1542 im anfange 6es ^ebruar un6 21Iitte 27Tär5 
nad:} Breslau 5U reifen ^^). Por Aftern 1542 mar er mit ^einrid? ^our^ 
hadti bei ^errn Hi^el, Burggrafen uon Dona, auf (5rar>enftein 5ur Per^ 
l)an5Iung in einer Streitfad)e ^ourbad^s mit <£aspar Bernt megen 6er 
Ceid^e 5U 2?a6meri^^^). ^ix ^ebruar 1543 fd^eint er in Bauten geu^efen 
5U fein un6 mit 6em £)auptmann I)errn Dr. Ulrid} Don XTofti^ 5U Küppers- 
6orf conferirt 5U traben; in meld^er 2tngelegenl]eit ift nid^t erfid^tlidj ^^). 
2(m 7. itpril 1543 ftellt xhfm 6er Hatl? eine Poümad^t aus, von 6em 

1) ibidem 31. 3041). 

2) ibidem BI. 306 a. 

••*) ibidem 31. 385a f. imb 371a. 

-») ibidem 31. 376a, 379b unb P. Sehn. Diar. 31. 37 1>. 
■'') üb. miss. 1534-40, 31. 405b. 
«) Script rer. Lus. N. F. 17. 320, 16. 
'') ibidem 369, 16. 

«) Hb. miss. 1534-40, 31. 574a unb 584a. 
«) Barth. Scultet. Annalen (ITtilid^'fc^e 3ibl.) ITo. 75 31. 106a. 
W) lib. miss. 1534-40, 31. 673a. 

11) lib. miss. 1539-43, 31. 172b. 

12) ibidem 31. 331a unb 333 a. 

13) ibidem 31. 374 b. 
") ibidem 31. 454 a. 



Ptariiim u»C5 t^örlit^er donfnl paiil 5fhncibcr. H 

jüikwoit dun^ 5auorniann in Breslau 600 fl. llitcjar. C^olö cin5u!afftrcn ^). 
j>n 6or IPod^c vov Pfinaftot öoffclbcn 3^^?^*^^ befanb er ftd) mit 2TTaöitfter 
Job. fy\^ in PrtU3. 2inla^ 511 öiefer 2?eife ci,aben 6ie Streitigkeiten 6er 
5taöt ^örlife mit bor €an6fd?aft, von meldier namentlid) 6ie (5erid]tS' 
Primleg>ien Ser 5ta6t (Sörli^ be6rof)t mürben^). Die 5d)uI6for6erimci» an 
Cun^ Sauermann in Breslau, öeren (Eintreibung 6er Sta6t (Öörli^ aufer= 
or6entIid}e lTinl}c nnb Koften t>erurfad)te, rief xl}n halb nad:) 0ftern 1544, 
um 6ie ITTitte 6es 2ipril, vokbzv nad) Breslau; er reifte 6abin in Be^ 
Osleituna 6es Katl^sf^errn ^eorcs Keuber, aus$eftattet mit einer fel^r aus= 
fül)rlic^en Doümacbt 6es Hatt^es, 6atirt vom 16. 2tpi'il 15-1:4^). Tino:} hat 
6er Hatl} in einem befon6eren Briefe 6en Dr. Kiebifcb in Breslau um 
feine Unterftü^uncs 6er Hatl)sabaefan6ten in 6iefer 2tn(3eIeo,en{)eit^). Die 
le^te 2niffton Paul Sd)nei6ers fin6e id) in einem Briefe 6es Hatl^es rom 
4. ^ebruar 1545 an 6en Bifd^of 5U 2TTeifen eru^äbnt. (£s l^ei^t 6arin: 
wir haben den achtbaren und wirdigen hern magistnim Hieronimum 
Riipertum, thumbhern und officialen zu Budissin, betlichen vermocht, 
nebenn dem ersamen unsern ratsfreunde Paulo Schneidern euern 
f, g. unser des rathis und gemeiner stadt obligen und notwichtige 
Sachen in demut furzutragen etc.^) 

2ils Hatl^sberr l)atte Paul Sd}nei6er nodt} Perfd)ie6ene Hebenämter 
5u permalten; ibm la^ ob 6ie Perforauno» 6es ^eftiftes r>om €ei6en unfers 
X7errn 2^\u Cl^rifti un6 6ie 2tus$abe 6er Bier5eid)en; ferner l^atte er mit 
3ol}. 3)oImerftat Oiemeinfd^aftlidj die vorsessene priesterzinse einzu- 
nehmen und in wesen zuhalden^). 

Cro^ 6er c3rof en ITTen^^e von 2lrbeit, 6ie feine Perfd)ie6enen 2temter 
i()m auferlegten, erübrigte 6er arbeitfame ^ITann nod} 6ie geit 5U pripaten 
Stu6ien un6 2(rbeiten. Das beipeift 6er Jubalt 6es von ibm eic3enbän6ioi 
^efd^riebenen llTanuffripten-Bün6eIs, u?eld)es fid) im bieftcsen Katl)sard)ir> 
befin6et un6 bei Tino^ahc 6er Uebernal^me feines Kid^teramtes fd)on ern?äl)nt 
u?or6en ift, fou?ie fein Don 1532 bis 1545 g^efül^rtes Diarium. 

(Erfteres, 6as 21Tanufh*ipten47eft, l)ai ^olioformat un6 ift in ein per= 
c3amentnes 211efbud)blatt ein9ebun6en, 6effen X)or6erfeite foIt3en6e 2(uffd?rift 
tväq,t: Von gerichten, wunden, lembden etc angefangen durch Paulus 
Schne^^der Dinstags noch Andree 5 Decembris 1536 unnd aus denn 
buchern, dorinnen der von Magdeburgk in dyszen Sachen spruchen 
geschryben, getzogenn und alh^^ zusam getragenn. Die erften 12 
Blätter enthalten ^utad^ten 6er ina(36eburg»er Sd^öppen über 2(d)t, IDun6en, 
£emb6en ic. 2iuf BI. 13 ftel^t : "Wy man in gütlichen handlung halden 
sal. — Wirstu etwas in disem buche finden, dos du nicht vorstehen 
kanst und sprechen, ich hets auch selber nicht vorstanden, magk 



1) ibidem BI. 488a. 

2) ibidem 31. 484a unb 490 a. 

3) Hb miss. 1544-48, BI. 55 b, 5(1 a. 
■*) ibidem BI. 57 a. 

^) ibidem BI. 207 a. 

<') Kürbud? PO» 1532 iinb Script, rer. Lue. N. F. IV, 300, 26. 



12 Dtartum bcs (Sorlt^er ConfuI pauI Sd^netber. 

wol war seyn, dorumb habe ich dy allegata dorzu gesetzt, dy dester 
fleissiger zu lesen seyn. 

BI. 14 l}ai bk Ucbcrfd^rtft: Wy man sich in gutlicher und sun- 
licher handelung halden sal, vor herrn, amptleuten ader andern 
vorhorer der sachen — Tinf 31. 20 ^^ beginnt ein von Paul Sd^neiöer auf 
Peranlaffung öes HatE^es perfagtes Testimonium judiciorum G-orlicens. 
von den abgeleibten corpernn (öaffelbe befinöet fxdf aud} in B. Scultetus 
2lbfd}rift 5es liüvhnd}zs, BibIiot(?e! 6er (Dberl. (SefeUfd?aft 6er IPiffenfd?.). 

BI. 23 bis incl. 28 entl^ält: Was zu obern und nydern gerichtenn 
gehört. 

BI. 29 bis 35: Tractatus de percussionibus, ex quibus moritur, 
quis ex intervallo an ex illis mortuus dicatur. Per Bar. de saxo 
ferrato. — 2im (£n6e ftef^t: Finis tractatuli de percussionibus. Franco- 
phordie vic. Oderam. 

BI. 37 bis 40 incl. : Dy gerichte belangende, dy peynliche gerichte. 

BI. 41 bis 82 umfaf t 6en Index in dy gotliche gesetze und recht, 
wy dy got zuhalden bevolhen hot, angefangen Montages Anthonii, 
17. die Januarii 1530. 

BI. 87 bringt 6en Anfang» 6es Diariums, ir>eld}es er tt>äl?ren6 feines 
Kid}teramtes gefül?rt I^at. (£s umfaf t ungefähr 6ic <5eit von ITTitte 1517 
bis gegen 6ie ittitte 1520 un6 fd?Iie|t auf BI. 155 b mit 6er Hoti5 über 
einen Pfer6e6iebftaI}I. Per ^eft 6es Illanuffripf s fd)eint perloren 5U fein. 
Die Sd^rift ift fo flüd^tig un6 un6eutlid?, 6a^ mir ein grofer tTI^eil 6es 
porl?an6enen ITIanuffript's unleferlicb geblieben ift, obfd^on xdf an 6ie 
€igenart 6er 5d}nei6er'fd}en ^an6fd)rift gehöhnt bin. 

(£s wav eine fel^r beu^egte, ernfte ^di, in u^eld^er Paul 5d}nei6er 
lebte un6 für 6ie 5ta6t ^örli^ t^ätig wat^). ^eufere un6 innere ^ein6e 
galt es 5U befämpfen. Pon auf en be6roI?ten 6ie in (Öefterreid? eingefallenen 
Cür!enfd}aren 6ie 6eutfd}en €an6e un6 grofe ®eI6opfer mußten and} Don 
(Sörli^ gebrad^t un6 ^ülfstruppen 5U il^rer 2ibw^l}v geftellt U)er6en. ^n 
6en äu|eren ^ein6en gel^örte auch 6er im ^örli^er lDeid}biI6e angefeffene 
2t6el, ja 6er 2(6el 6er gan5en (Dberlauft^, 6effen Streitigfeiten mit 6em 
Bun6e 6er 5ed^sftä6te fott>ohI, u?ie mit eiujelnen Stä6ten 6effelben uon 
2tnfang 6es 16. 3^^i^{?un6erts bis faft 5ur ITtitte 6effelben an6auerte. Der 
2l6el, nei6ifd? auf 6en ftd) mel^r un6 meljr enttt)ic!eln6en Heid^tl^um un6 
6ie ftetig tt?ad)fen6e lTiad}t 6er 5tä6te, rid^tete feine Eingriffe befon6ers gegen 
6ie ftä6tifd}en Privilegien (6ie Ausübung 6er 0bergerid}tsbarfeit, 6ie fog. 
„Znitlei6enl?eit 6er 5tä6te", 6ie „Bierfu^re" u. a., f. Knotige, gur Hed)ts= 
gefd}td)te 6er 0berIauft^, Vl €auf. ITTag. B6. 53. 5. 311 ff.), auf 6enen, 
vok er wol}l einfal?, 6ie lViad}t nnb 6er Heid?tl}um 6er StäMe berul^te un6 
6er en Beftimmungen er, mit wenigen 2tusnaf)men, auf je6e XDeife 5U um» 
gelten fud^t. Unausgefe^t mar er beim fönigl. ^ofe bemül^t, 6af 6iefe für 
il^n luftigen un6 nad^tl^eiligen Priuilegien 6en 5tä6ten genommen U)ür6en. 
Unter 6iefen an6auern6en Streitigfeiten litt naturgemäf ^örli^, 6ie reid^fte 
unö mdd^tigfte Sed)sfta6t, am meiften un6 gera6e fie mufte bcslfalb 6ie 

^) Dcrgl. i^icr3u Kiiotl>c, (Scfd?. bcs (Dbcriauf. Tlbcls unb f. c^üter, I. 2ibtb. nnb 
Kämmcl: IHgr. 3ot|. f}a§ (ZT. £auf. IHag. 3b. 51). 



Diarium i>es (Sörlitjcr ConfuI paitl 5d?nciber. 13 

(jröf tcn, oft xcd}t foftfptcItC!,en 2lnftrcnciiuno,cn mad^en, unt ftd) iF^re Priri' 
legten 5U erl^altcn. 

5u öiefcn äu]|cren ^cinöen tarnen nod? innere Unruhen. €5 ^äl?rte 
in 6en 5rpan5i9er 3<^bi*^'" ^^^ ItJ. 3^^^^^un6erts ^etralti^ in 6en Jnnun^en 
6er ^anöujcrfer, por allen 6er Cud)mad?er, lueld^e aus freier organiftrten 
5tä6ten nai) ^örlife einaetoanöert, eine niel^r öemofratifd^e Staötre^ierun^ 
anftrebten. So !am es nad} mebrfad^en 2Xn5eid?en it^rer Iln5ufrie6enl?eit 
fd^Iieflid? im 3^^^^ ^'^-^ 5^ ^^^ f^5- Cud)mad?er»2tufrul?re, 6er, iDenn 
aud} mit ^ro^er Strenge nie6er9etDorfen, bod} in feinen ^ol^en 6em Katl^e 
mand^en inneren ^ein6 fd)uf. 3^ 6iefen 2tufrulir l?inein perflodjten f\d} 
6ie ^infän^e 6er fird^Iidien Heformation mit il^ren, mand^e alte (£inrid}tung, 
6ie 6em Ieiten6en Hatl^e unentbel^rlid} erfd^ien, 5erftören6en Heuerungen. 
Denn wk ineles ^ute fie aud) brad)te, fie mar für 6ie 6em alten (Eultus 
anl)änc!»en6e (Dbriafeit eine giro^e (5efal?r: 6as in6iDi6uelIe Bemuftfein l^ob 
fxd} 5um Hadjtl^eil 6er 2lutorität 6er Kegieren6en. 2ln6ere (Ereigniffe, roie 
§ro^e Brän6e un6 lleberfd)a>emmunc^en, ferner 6as iüie6erboIte 2tuftreten 
6er Peft (1508 un6 befon6ers 1520, wo faft 6er (^efammte Hatl? aus 6er 
5ta6t flob) un6 an6erer anftecfen6er Kranfl^eiten, alles 6iefes 5ufammen 
rerurfad^te Iln5ufrie6enl)eit un6 u)ie6erl}oIte 2tufle{?nun§en geaen 6en Katl?. 

Diefe fd}n?ieri$en ^eitüerbältniffe ftellten grof e 2tnfor6erungen an 6en 
gefanmiten Üati:} un6 feine ein5elnen initglie6er un6 nur it^rer energifd^en 
Cbätigfeit un6 Strenge, fou?ie il?rer ^äl}cn 2lus6auer ift es 5U 6anfen, 6af 
©örli^ nid^t fd^on längere (geit cor 6em Pönfalle (1547) einen grofen 
Cl^eil feiner Bedeutung perlor. 

Unter 6en I)ert)orragen6en Hatl?smitglie6ern 6er 6amaligen ^exi vev- 
6ienen 5uerft genannt 3U a)er6en IlTagifter 3ol?ann ^af un6 ^ran^ Sd^nei6er, 
n?eld?er le^tere Don 1510 — 1549 im Hatbc fag un6 tt)äl?ren6 6iefer geit 
10 Ulal Bürgermeifter mar. ^l}nm fd^Iiefen fxd} an ^eorg Höfeier, 
XDcnbd Hosfopf, 6er be6euten6e Bamneifter, Caspar Ster^el, 3^^<^^"^^ 
Ztrnolt, ^ranfe £in6ener un6, nad} 6em 2tngefübrten gemif mit poller 
Bered^tigung, unfer Paul Sd)nei6er. Dies peranlafte mid}, feine perfön^ 
lid^en Perbältniffe pielleid)t etmas ausfübrlid^er als unbe6ingt nötl^ig 5U 
fd}il6ern. 2iud^ 6ie nuf5äblung feiner pielen Heifen mag vooi}! IHand^em 
etmas 5U fpeciell erfd^einen, 6od) l?ielt xd} fte 5ur (£l^ara!terifti! feiner amt- 
lid^en Cl?ätig!eit als Unterfta6tfd)reiber, fönigl. Hid}ter un6 Hatl?sl?err für 
erfor6erlid) un6 für 6as Stu6ium 6er politifd^en un6 inneren (Befd}id}te 6er 
Sta6t (5örli^ pon einigem Hu^en. 



©iavmm. 

(Pic ^c^l ücite in Klaminern cinaefüoiteu §al^Ien belieben fiel? auf bic ^oliirnTiot 

bes Illanuffripts.) 



Bl2ci- 1532. 

Secunda die Septembris mane hora 10 in consulatum sum ego 
Paulus Schneyder electus; deus omuipotens conservet me, sibi in 
honorem et gloriam, mihi in salutem et reipubiicae in commodum 
in secula seculorum, das ist Montag noch Egidii, denn Egidii war 
uffm Sontagk, der halb die kur uff dy nacht gehalden. 

Was mir vom rathe ufferleget und wy ichs gehandelt, 
hynnoch folget. 

3. post Egidii^) ist magistro Martino Eysenmenger^j und myr 
dy vormundtschaff't Caspar Eschenloers^) nachgelossene witfrau be- 
volhen. Doruff her DanieH), Herten Adam^) und wyr 6. vigilla 
Mathei^) eyn handel zwischen ir und ires verstorben mannes bruder 
gehabt, der die grade gefordert, wywol der Sachsse teylt: wer dy 
grade geben sol, dem sol seyn bete zum vorteyl und besten zuvor 
gericht werden^). Sageten, das breche eyne wilkur alhy, dy eyn 
teyl dy gerade^) halb behelt und das ander halbe teyl dem gehörende^) 
gibt; als wen eyn man stirbt, so wyrt also gehalden, das das ge- 
lossene weyb ires verstorben mannes erbe, dyweyl nicht kynder 
vorhanden, halb geben mus; stürbe aber das weyb, so wyrts der 
gleichen gehalden mit dem manne gegen des verstorben weybes 
frunde. Aber wyr hetten gerne gesehen, das sy iren schwoger eyn 
gelt für dy gerade gebe; das wolt sy nicht thun, sy wolt auch nicht 
das, das zur gerade gehört, in dy stube tragen. Also seyn wyr 
unentscheyden von ir gegangen, denn er wolt dy geringesten 2 kleyder, 
1 beret^^) und schlepleyn^^), ires groszvatern sigel und 15 mark ader 
dy grade halb, auch hergewethe. 

*) Dicnftag ben 3. September. 

-) ITad? ZTciimanns Der3eicf?ni§ bcr Hatt^smitglteber, Btbl. b. 0bcrl. (Sef. b. IPiffeufd?., 
£. IV, 26 b, voax er ron 1513- 1539, wo er ftarb, im Hatl^c. 

3) von 1528—1532, voo er ftarb, Katt^smitgüeb (Hcmiiaun's Per3cic^ni§). 

*) VOdbil Daniel (Sori§ aemeint, ber poii "1507—1539, wo er am 16. ^ebriiar 
ftarb, im Hatbe fa§. (ZTeumami's Der3.) 

^) ron 1525—1559, ipo er am 22. 2IpriI ftarb, im Hatbe. (ibid.) 

'') 20. September. 

'^) b. b. tDobI: beffen Bitte (lUünfd^c bei ber Slusroal]!) foll ron feiten ^ts (Sericf^ts 
bcrücfftcbti^t luerben. 

"") f. Script, rer. Lus. Bb. I. S. 392. 

"•*) bem es red^tmäüia sufommt. 

1*0 Barett. 

1») Kleine 2TTüt5e f. Sd^neller, bayr. IPörtcrb. II, 530. 



X^tarinm bcs (Sörlitjev ilonful paul Sd^nciber. 15 

BI. 3 a. Zu Breslau gewest, bey doctor Rybisch^) ausgericht, 
des gleichen bey C: S:-), wy myrs bevolhen. 

Granit ze und zäun. Her Caspar StertzeP), Jörg Hilderich*) 
und ich haben der irthnm, so zwischen Peter Groman und Steffen 
Tschebissen am reyhen gewest, entscheyden 6. vigilia Mathei''), das 
der dy Tschebissyn hat sovel er vom reyhen gearbeyt, wiederumb 
hynan arbe[iten] sal und als breyt wy der hyndene und forne am 
ende eyner halben eleu breyt halden^) und keynen uffworff mit dem 
pflüge uff den reyhen füren und sehen ^); denn doruff gesehet, so 
wyl er denn, das under dem uffworffe leydt, in seyne gwer^) zihen, 
das ist unrecht. Wyl aber eyner eyn zäun machen und der ander 
nicht, so mus er den zäune inwendig uff das seyne und nicht uff 
den reyhen setzen, also das der reyhen gantz unversert bleibe; be- 
willigen und wolten denn bey de eyn zäun halden, der sal uff das 
mittel des reyhen^) gesatzt w^erden. 

Zu Moys. Item zwischen Thomas Kramer, der jung Leonhart 
genant, den jftus . . }^) und uberm wasser sal syn gang unghyndert 
behalden durch . . }^) des pawern garthen wy voralders, domit der 
weg unversert bleybe^^). — Item in dorffern magk eyn itzliche 
pawer^^) in eyner au für seym hoffe betzeunen, das er kopsamen 
doreyn sehet, ader heupte zu samen und dergleychen hyneyn sehet. 

Bl. 3b. Bürgerrecht^*). Am XII. tage Julii, da was der 
Sonabent noch Kylianii 1533, hot man im rath beschlossen, das 
zuvor mit eldesten und geschworen das burgerrecht war beraten, 
das eyner armer, er sey wy arm er wolde, das derselbige sal geben 



^) von ^a% (Script, rer. Lus. N. F. Bb. Hl, p. 191, 16) roagister Henricus 
Riebisch notarius unb p. 372, 22 magister Henricus Ribisch syndicus von Breslau 
aenannt, Bb. IV, p. 117, 32 burger von Breslau, kor. mt. rentmeister durch 
blesien und Lausitz, etwan statschreiber zu Budissin. 

") 3^^^^if»^l^^ €un^ Saucrniann cjetncint, f. (Einleitung. 

^) (£aspar Stcr^cl [Strc^cl, 5tel3elj nad? Zteumann r>on 1516—1547, wo er am 
6. 3"'" jiarb, Hatbsmitglicb. 

*) 3oröi ßilberic^ von 1530—1549, feinenx Cobesjahre, im 'Eat\:ii (ibidem). 

■') 20. September. 

6) Die (£onftruction ift unbeutlid?; ber Sinn ift u)ot^I: ha% Peter (Sroman eben= 
foriel, als er von bem beiben gemeinfamen Haine abgepflügt t^at, roieber 3um Haine 
bin5ufüaen foll, foba§ biefer burdiaängia eine halbe ^IIc breit mirb. 

*) fäen. 

^) in feinen Befi^. 

^) im (Original ftebt fälfdjlicb „zäun". 

^0) unrerftänblidjes (^eid?en. 

^^) £ücfe im IHanuffript. 

^-) fel^r unbeutlidj, üielleid^t fo 3U uerfteben: Den Weg, der zwischen Thomas 
Kramer und ? nach dem Fluss hin und über das Wasser geht, soll Thomas 
Kramer ungehindert behalten etc. 

^^) wohl „ein stück land" 3U ergän3cn. 

^*) Von 1474-81 incl. mu§te jeber, ber in (Sörli^ 2Sürger mürbe, eine „^ant» 
budjfe" geben; früher 12 gr. bis V2 'iü*. unb mehr. 1506 befd?Io|5 ber Hatb nur 3 fol. 
für bas 3urgerred)t 5U nehmen, aber audj 2lb5ugsgelb. (Bürgerliften von 1464—1514 
im (Sörli^er Hathsard^ir unb 3tPar im lib. pro censibus villanor). 



IQ Piarinm bcs (5örli^cr (lotiful pauI Sd^nctbcr. 

zum burgerrechte, wer das gewinnen wil, 1 Hungerischen gelt^), 
gut und gewichtigk am gelde, und uff den tagk seyn dy anfenger 
gewest . . .^) von Freyberg, eyn tuchmacher, der Peter Ermyrchs 
tachter genomen, wywol vor alders her laudt der wilkor 3 Schilling 
zu eyner buchssen gegeben ist worden, wy wol von anfange es zu 
eyner hantbuchssen gelossen und hynochmol uff 3 Schilling und nu 
uffs wenigste, er sey wy arm er wolle, zu 1 Üng. il.; aber eyn 
reicher, dornoch er habhafftig ist, sal geben noch erkenthnus des 
rats 10, 20 etc. ü. 

Bl. 4^' Edelleute; gerichte und totte corper. Haben 
Sonabendes noch Margrethe") 1533 nemlich der heupthman, Hans 
Eberschbach, Peter Gerschdorff, Nickel Tschyrnhaus und der junge 
Wolff Nostitz zu Ulersdorff mit gantzen ernst für getragen und 
begert, dy totten leichen, dy mit frevel, gewalt und ungerichte umb 
kwemen, draussen zu lossen laudt irer Privilegien, von konig 
Wentzeslaus gegeben und von itzigen konig Ferdinande bestettiget, 
auch angetzeiget, wy sy es alleweg dermossen draussene gehalden. 
Doruff inen geantwort, wy sy privilegirt wern, lysse man an seym 
ort bleyben; was inen gefeie und zu nutze gedeyen wolt, hylten sy, 
was aber inen eyn wenigk entkegen, das auch dorinne vortzeichent; 
wer inen nicht leydlich. So wüste man wol, wy es vor alders ge- 
halden, und uns weren dy gerichte bevolhen mit privilegien, der- 
halben wolt uns nicht anders getzymen umb viler Ursachen, dy toten 
hereyn zu füren, wussten auch nicht zuvorandern; ab es etwan zu- 
gelossen, das sy draussene geblyben, ist aus Ursachen geschehen, 
das dy corper nicht zuhandeln*) etc. gewest, und wo sy meynten, 
das wyr inen unrecht weren, so mussten wy[r] erkenthnus erleyden^). 

Wy gerichte hereyn komen seyn an dy stat. Der adel 
hot gerichte gehabt als anderswo; nu haben sy vil anstos gehabt 
und dy gerichte konigr mt. der stat bevolhen fBl. 4 b) und gemeyne 
stat domit gnediglich mit kostlichen privilegien begnadet und be- 
gäbet. Nu haben dy edelleute gemerckt, das dy stat allenthalben 
zugenomen und sy abe, das inen demnoch von blutrunsten, lemden 
und morden auch andrer ungerichte etwas abginge, und haben sich 
ungeferlich umb 40^) mit unsern hern für dem konige derhalb, ire 

^) foU tool^l „gülden" t|ci^cn. 

2) £ürfc im IHanuffript. 3n bcr Bürgerrecfjtsliftc von 1516—1602 (Haitis arc^ir») 
in iTtittc bes 3'it^i^^5 1^33 ftct^t: hie ist das bürg errecht gewandelt. 

Ein erbar rathe hat beschwerung getragen, die leute, so geringlich, mit 
3 Schillingen zum burgerrechte zukommen lassen, dorumb mit eldisten und 
geschwornen beschlossen, von dem mogenden zunemen 10 schock, von dem 
armen 1 fl. Hungar. an gelde. act. sabato ante Johannem bapt. Anno 33. Darunter 
ifl als (£rfter eingetragen: Hans Wolkenstein von Freiberg, Knappe burgerrecht 
dedit 1 fl. Hungar. 1533 unb ^wat am sabato post Kiliani. 

3) ben 19. 3uli. 

*) nic^t transportabel, 

*) es auf gerid?tlid?e (£ntfd?cibung anfommen laffen. 

ö) iDol^I: „Personen" 3U ergän3en. 



Xiiariuin ^e^ iSörlirjcr €oiiful paul rdjiicibcr. 17 

weg gebene gerichte zurlangeii, in zangk gegeben, do denn inen 
alleyne dy blutrust und cetergeschrey ist zuricliten zugelossen; was 
aber sust belanget dy 6 stuck, als mort, raub, brandt, deube, not- 
zugk, wegelag und was hyrzu geliorigk, auch allen kleynen stetlyn 
dy halsgericlite aberkanth. in dysen weich gebilde. — Item der adel 
wyl nicht, das maus im Gorlitschen weichgebilde sunder im Gor- 
litschen kreys nennen sah 

Jung Scholtze 1533^). Item am Pfyngst Dinstage^) wäre 
eyn Tschertzwitz aussem lande zu Lausitz^), des pharhers bruder 
zu Reichenbach, hynnen mit wolle; do inen der junge Hans Scholtze, 
tuchmacher, sach, vormeynet er, es wer der edelman, der inen hat 
helffen haw^en, und hot seyn schwert, und für der wage hib er uff 
den edelman, ader*) vorletzte inen nicht. Do setzte man den edel- 
man in grutzkram und Scholtz in Reichembacherthurm; den edel- 
man lysz man des andern tages uff furbit des pfarhers zu Reichem- 
bach und Peter Gerschdorff doselbst mit dysem beschyde losz, das 
ers selde frydlich halden mit Worten und wercken und des ge- 
fengk[nus] in arge nicht zugedengken. Aber Hans (Bl. 5 «) Scholtze 
sasz 5 Wochen und 3 tage, wart losz gegeben uff furbit meyster 
Lucas, des gloser, und Jörg, des olmans^), als bürgen, das er den 
weynkeUer und byrhauss, bis ers wider erlanget, sal meyden und 
gen edelman abtragen. Denn der pfarher von Reichembach, an 
stat und in berimpter voller macht, hot am Dinstag zuvor auch 
gebeten und seyn bruder war erbottig, selbichen ab trag von Hansen 
Scholtzen für eyn ganzen gesessen rath anzunehmen; aber eyn rath 
hot dem gesaget, wen seyn bruder inwendigk 14 tagen hereyn 
kweme, so selde Hans Scholtz ime geborlichen abtragk thun, doran 
er gefallen salt haben. [15]33. Sonabendes noch Dionisii ist Jörg 
von Tschertwitz mit eyner grosse anzal seyner fruntschafft für eym 
rath erschynen und den abtragk gefordert, do denn Hans Scholtze 
mit seyn bürgen auch erschynen und Tschertwitz um gotes wyllen 
gebeten, ime zu vortzeigen den frevel, so er an im geubet und das 
gethan mit hand und mundt; dorbey ists blyben und ins statbuch 
vortzeichent. 

Pawer zu Fry dersdorff. — Es hot Jörg Pältz sampt seynen 
2 helffer eyn pauer zu Frydersdorff geschlagen, doruber sy frydes- 
burgen gesatzt. Do sich der scholtze geleget, haben sy den pawer, 
unangesehen dy frydtburgschafft, geschlagen, der halben sy abermols 
verbürget; dornoch haben sy des gewegelogit und aber zum dryten 
geschlagen mit treugen^) schlegen; seyn Mitwoch noch Magdalene'^) 

^) Diefcr Dorfall iftnoc^ im Memoriale üon 1519—57, BI.^94b cripäljnt ((Scnc^ts« 
büc^cr im Kati^sard^tr); bort „Georg v. Tschertitz". 

^ aus ber Zttcbcrlauft^. 
^) biaicctifd? für „aber^'. 
^) des Almans Sohn (?). 

^) im Diaicct bcr obcri. Dorfbcmot^ncr noc^ jc^t treuge = trocken (tjicr unblutig). 
') 23. 3uli 1533. 
n. £. m. 3b. Lxxi. 2 



18 X)iarinm bcs (Sörli^er ConfuI pauI Sc^ncibcr. 

gefenglich gesatzt, aber Goel (?) musste eyner sollichen ^) halben 
sterben. 

Bl.5b. Juden 1533. Heute Mitwoch noch Marie Magdalene 2) 
ist beschlossen, [dasz] dy Juden alle in eyne herbrige als bey meyster 
Hansen, dem kurschner, beherbriget solt werden und eyner sal vor- 
ordent werden, dem eyn itzlicher Jude 2 gr. geben solt, der solt myt 
dem gehen, wo der jud hyn ginge und seyne^) hette, zusehen und 
[dem] burgermeyster das ansagen und als offte eyn Jude hereyn 
kweme zu handeln und zu keuffen, solt der komen am Mitwoch 
und uffm Dornstag zu nacht wider hynweg zihen; zuge aber eyn 
Jude hy durch seynes handeis halb, er wer reich ader arm, so solt 
er zu meyster Hanszen eynzihen und nyndert hyn gehen in dy stat 
seyner gewerb halb ader sust, der vorordente wer denn dorby. 
Mit dysem hot man scheu gemacht, das sy dennoch nicht so gmeyn 
hereyn komen. 

Bl. 7(1- Backoffen und badstublyn. Heute Mitwoch noch 
Magdalene^) ist gehandelt, uff backheuser zugedengken, do man 
jederman inen umb seyn gelt backen sal. — Wywols den pecken 
zu entkegen, so wollen doch dy hern eyn andern, etwan eyn pawer, 
hantwergksman, wer sich den leuten zu bagken understehen wyl, 
vororden. Item dy pecken wollen nicht gönnen, das der molischer ^) 
den leuten ir körn netzen sal, do durch wyrt arm und reich vil 
entwan^), das sy ir getreyde in fremde moUen schicken, denn wen 
man das körn netzet, so wyrt ester^) brot denn sust doraus und 
verdreust dy pecken, und wellicher mollischer das thut, den machen 
dy pecken untüchtige und halden inen für eyn schalet, sam der^), 
der des hantwergks heymlichkeit offenbart. — Item her Jörg Rute ^) 
und Hans Wolmerstat^^) seyn vorordent, das brot zuschawen; aber 
mich gemanet ir wy eyns fligenwedels ^^). 

Bl. 9a- Mord an Heinrich von Gerschdorff, zu Gebeltzig 
gesessen, zu Eeichenbach begangen^'^). Wywol Hans von Gersch- 
dorff von Barut, her zu Reichenbach, eyn bösen mordt an Heinrich 
Gebeltzigen begangen zu Eeichenbach, ist es der mossen Mitwoch 
noch Margarethen ^^) vortragen also, das Hans von Barut den 

1) seil, „misshandlung" (?) 

2) 23. 3ult. 

3) seil, „geschäfte". 
*) 23. 3uli 1533. 

^) foüiel wie „erftcr llTüIIcrgcfcIIc". 

^) = tntwanit 

'') = bcfto f. Sd^meücr, bayr. lUörtcrbuc^ I, 113; I^tnter ester tpohl „fefteres 
bid^tcres" 3U exqän^cn (alfo bei glctchcm (SeuJid^te Hcincrcs, unfd^einbarcres Brot). 

^) mujg tDobl „den"' bci^^cn. 

ö) im Hatl^c roti 1528-62, gcft. 27. (Dctobev (Heimtann's Per;.). 
10) im Katbe pon 1513—38 (Heumann's Der5.). 

") ihr erinnert mich an einen Fligenwedel (ber nur fo lange mirft, als man 
bamit rocbelt). 

^2) üergl. Knotbe, (Sefc^. bes (Dberlauf. 2lbds p. 225, 22G. 
") 16. 3uU 1533. 



Diarium bes (Sörlitjer <IoiifuI paiil ^cbiicibcr. 19 

2 tachtern Gebeltzigs sal geben 100 ß.. E,[heinisch] zu eyner gülden 
ketten und den andern kyndern 400 mr. in dreyen jaren, und inen 
mit 15 pf erden 4 monden lano^, wen sy inen fordern, dj^nen, und 
wen dy Gebeltziger in eyn herbrigen komen, dorinne Hans von Gersch- 
dorJÖf-Barut ist, sal er inen weichen und sy dorinen lossen. 1533. 

Bl. 9 b. Dy Peter Emrichin bot eyn garten Thomas Kobern ^) 
vorkaufft, der den furder Jeronimo Epler^) vorkaufft und dy Peter 
Emrichen bot den garten kauff für den eldesten hern gemeldet, do 
der zugelossen, hynoch Dinstagen noch Margreten 1533'^) für ge- 
hegter dingbangk durch eym Vormunden uffgereicht; dornoch bot 
sy sollichen kauffe für den eldesten hern wider uffgesaget und dy 
eldesten hern haben Eplern zur loslassung wollen drengen des kauffs 
6. ad vinc. Petri^). 

Sonabends post ad vincula Petri 33^) ist dy Stangyn von 
PfalFendorff für dem rathe gestanden dorumb, das sy eyn harband 
gekaifft und nicht hat wollen betzalen, villeuchte, das sys zu tewer 
gekaufft und dem [verkäuflfer] das harbandt wider zugeben angeboten ; 
ist ir zurkant, den kauff zu halden ader Ys schock wandelkauff 
zwischen Dornstag zugeben. Schau, wy gleich W3^rt hy geurteilt! 

Item her Leonhart Moller hatte mit dem buche zubeweysen, 
das er seyn muterlich und veterlich angefelle unentricht uff" seyns 
vatern hause [habe], das seyn bruder kauflfsweyse an sich bracht 
[der], in grosse schult gefallen, das den gleubigern vorschryben; 
inen^) hulff dy schryfft nichten, wart dovon gedrungen; quod: der 
magister'^) bot Interesse in der geselschaff*t etc. 

Bl. 10 a- Sabato post ad vincula^) ist der aide Bergkman von 
Leschwitz für dem rathe gewest und angetzeiget, er bette seynem 
eydem 1 stuck von der dürren wysen für 200 mark gelossen; ist 
dem der kauff" zugelossen, doch mit bescheyde, wo dy gantze wyse 
veylh wurde, widerumb dem rath seit angeboten und vorkaufft 
werden. 

Jungen Emriche^), Gregorius Bernt^^); das wer und 
lache. Do als Gregorius den jungen Emerichen 46 mark schuldig 
gewest und sy inen gemaneth, das er inen nicht wolt geben, als 
haben sy sich an des^^) pawern gerochen, dy uff irer seyten acker 
und wysen haben und über der Emeriche pawer guter faren müssen 

1) V. 1536—44 im Hatt^c. (Hcumann's Dcrs.) 

2) im Hatt^e von 1535-59, acfi. ben 6. 3anuar (ibid.) 

3) ben 15. 3uli 1533. 

*) Freitag, ben 1. ^luguft 1533. 
s) btn 2. 2Iugufi. 
6) = it^m. 

') jcbcnfalls „3ob. ^a%" gemeint. 
8) 2. 2Iuguft 1533. 

^) tDobl bie Söt^ne Wendel (Smricfcs, bes Stiefbrubers von (Seorg (£mrtd?, gemeint. 
^^) Baccalaureus (Srcgorius Bernt mar von 1519 — 1533, wo et iiavh, im Hatt^e 
(ZTeumann's Ve^. bcr Katt^smitglieber, Bibl. ber (Dberl. (Sef. b. XPiffenfcf?., £. IV, 26 b). 
^^) foüiel tPte „dessen". 



20 Diarhim bes (Sörlt^cr ConfuI pauI Sdjiieibcr. 

do dy pawer zu Hennersdorff ir getreyde und hew abgehawen, haben 
dy jung E[meriche| den pawern vorboten, über ire guter zufaren 
und treyben. So Gregorius Bernt seyn pawern vorboten, nicht sich 
gegen denen zu demuttigen und haben das getreyde und heu inen 
selbst zuschaden und den E[merichen] zu trotze lossen ligen und 
vorterben. In mitler zeyt ist den E[merichen] dos wehr, dos das 
Wasser uff dy mule gen Lusdorff^) treybet, durch gross gewasser 
zuryssen und eyn loch gewunnen, (Bl. 10 i>) das hot Gregorius Bernt 
zu bawen nicht wollen gestaten dorumb, dos das werh an seyner 
leute über-) gestossen, auch hatten dy E[meriche] den pawern zu 
H[ennersdorffJ dy netze dorumb, dos sy in iren lachen [gefischt], 
dy dy pawer fry haben weiten zu fischen, nemen lossen etc. 

Dorumb seyn sy zu rechte komen, das auch dy jungen Eme- 
riche ko^- mt. zu Ungern und Behmen rethe alher, auch doctores zum 
rechten gefurt, des gleichen Gregorius Bernt vorschry ffte ^) von den 
hern von Bybersteyn an rath erlanget, das doraus eyn grosse 
zangk war. 

Entlich haben sy sollen dy sache dem rathe eynreumen, das 
parteyen nicht thun weiden, bis uff 4. post Jacobi, 30. Julii^), das 
doctor Johan Paulus von Wyttemberg burgermeyster uff Gregorii 
seytte, und doctor Hennichen, cantzler von Stolp, uff der Emriche 
seytte, dy parteyen dohin geweyst, das sy es gethan und dy sache 
dem rathe eyngereumet. Doruff hot der rath erkant, das dy E[mriche] 
dos were, wy inen das der rath antzeigen wyrt, bewen saPj, von 
Gregorio seyn nochkomlingen und der pawer auch menniglich un- 
gehindert, und w}^ [dy] pawer zu H[ennersdorff] uff ire ecker und 
wysen faren sollen, sal inen uff Montagen noch ad vincula Petri*^) 
angetzeigt werden, und Gregorius Bernt sal den E[mrichen] für dy 
46 mr. 23 mr. geben uff Michelis halb, und halb uff Walpurgis und 
das wer sal hynforder nicht precarium^), sunder eigenthumlich ge- 
halden werden und dy armen leute müssen iren schaden tragen, 
sam hette sy eyn hundt gebyssen. Dy injurien, dy mer aus hitzigkeit 
und gehessigen gemuthe geschehen, wyl eyn rath bey sich behalden. 

BL 11 «• Uff sollichs seyn draussen gewest 2. post ad vincula 
Petri, 4. Augusti 1533, Jörg Rosler '^j, burgermeyster, Fiantz 
Sehn ey der ^), Daniel Goritz, Hans Komerstat ^"j, Paul Schney der und 

^) £ubu)igsborf (bei (Sörli^). 

-) Ufer. ^ 

^) SefüriDortuiig. 

^) 1533. 

'') es müßte „sollen" [teben. 

«) 4. ^luguft. 

'') bittipeife, auf lUiberruf. 

«) üon 1509-37 im Katbe, ftarb ben 20. ITorcmber 1537; feit 1525 »iebcrt^olt 
Bürgermcifter Cncumann's Der3. bcr (Sörlit5ei- Hatbsperfoiicii). 

•*) üon 1510—49 im Hatbc; feit 1515 oft ^ürgcnnetfter; ftarb beti 9. (Dctober 
1560 (ibidem uiib Kürbud?). 

"') 23accal. ^ot^annes Komerftat im Hatbc uoii 1514—48, wo er refioinirte {Xitw- 
mami's Pcr3.). 



ist dy Sache also vortragen: Dyweyl das wehr vormols [niedriger 
war], wy Gregorius Bernt saget, habe er den Emrichen aus bit et 
sie precarie zugelossen, [es zu erhöhen] ; man sieht auch, dos ufF das 
aide wehr noch eyn uffzugk V2 elen hoch doruff geleget, das es 
heher denn vormols gewest gemacht, von des wegen es zu rugk 
themmet und den HennersdorfFern vil schaden an wysen, eckern 
und fürten thut. Ist erkanth, dos dos wer dy jungen Emriche sollen 
für eigen thumlich und nicht precarie haben ^) und bawen dem itzigen 
[gleich], doch dos es gen der Hennersdorffer über heher erhaben, 
das das wasser von dem schaden am uffer der Hennersdorffer uff 
der jungen Emriche in iren mulgraben geweyst [wyrt]; doch wyl 
eyn [rath] eyn vleyssig eynsehen haben, abs schaden thu den 
Hennersdorffern und sal beym rath stehen, abs so hoch bleyben 
ader der uffgelegte käste weg gethan sal werden, das denn, als 
itzunt leyt, den Emrichen zu grossem merglichen nutzen gedeyet, 
denn uff ir mole das wasser dester mehr und sterker gehet ^) etc. 

Dorkegen hot man erkanth, dyweyl dy brugke den Henners- 
dorffern über den molgraben zu gute gehalden, sollen (Bl, 11 h) [dy] 
Hennersdorffer [sy] widerumb bawen und legen und doruber uff ire 
gutter, dy sy uff der Lusdorffer seytte haben, befaren mögen, der 
von Lusdorff, herschafft und pawer, auch sust menniglich ungehyndert 
für recht und nicht für gunst pro modo precarie haben sollen, und 
abs sich begebe, das dy Neysse dy itzige fürte auswüsche ader vor- 
senderte, das dy von Hennersdorff dodurch uff ire guter nicht 
komen mochte[n], sollen s}^ eyn rath ansuchen, der sal macht haben, 
inen eynen andern ort [anzuweisen], doruff sy durch dy Nej^sse uff 
ire gutter komen mögen, es betreffe welchs pawers ader herschafft 
gutter zu Lusdorff es wolle, dodurch der schade, den dy Emriche 
am were den von Hennersdorff in der zu rugk themmung thun, 
widerumb den Hennersdorffern, abs gleich nicht denselbigen pawern 
geschieht, zu nutze und frome lauffe. 

Dyweyl eyn gemeyne recht ist, wen das wasser eynem eyn 
Strauch oder stock ausreyst und fürt den in dy mittel des wassers 
unversyrt, so sal der, des er ist, mit gerichte volgen und antzeigen; 
der stock ader strauch ader bäum, der ime gantz mit ertrich ent- 
worden und besetzet das also mit gerichte, so bleybets seyn und 
was sich als denn doran sendert ader setzt und leget, bleybet auch 
seyn; doraus werden wer der und wysen und streuche. 

Uff soUichs zeiget Kysling zu Hennersdorff an eyn strauch, 
der ime also und der mosse, ut supra, wer entworden; wy wol er 
das mit leuten antzeiget, dy ims gestunden, dennoch sageten dy 
von Lusdorff neyn. Hynnuff das wasser (Bl. 12 O') stundt eyn alder 
stock von eyner grossen eichen, do hatte dy Neusse in 2 jaren 
hynumb geryssen, das das wasser zwischen dem stocke und der 



^) int IHanuffrivt ftct^t nod? einmal „follcn". 
-) im lUanuffript [teht 3n)cimal „cjet)ct". 



22 Diarium bcs (Sörlit5ei- (lonfnl paiil Sdjncibcr. 

Hennersdorffer, als Kyslings guter, seyn gemeyiien lauff hatte. Hat 
eyn rath erkant und für gut augesehen zurhalden guter nackwarschafft, 
dyweyls mit dem Strauche, de quo ut supra, voraldert und auch an 
dem stocke das wasser nichten weg geryssen, sunder grünt und 
boden Kyslings wer zu Hennersdorff, alleyn das das wasser dor- 
zwischen lyffe, so sollen der strauch mit seyner zugehorung und 
auch das vom stocke bis an den alden Ausgang zu gleicher schnür 
recht geteylt werden und dy Hennersdorffer das gegen inen leyt, 
des gleichen dy Lusdorffer [das] gegen inen, gebrauchen und nutzen, 
menniglich ungehyndert, sunder hynfurder soldes mit sollichen zu- 
fellen, wy oben und nybig^) gewonheyt, gehalden werden; wurde 
sich imant doran vorschweigen und mit gerichte nicht volgen, sol 
der schade seyn sey[nj. 

Dy grenitzen zwischen Kyslinge zu Hennersdorff und seym 
vetter Kysling zu Lusdorff ist uff ir beyder antzeigung durch das 
mittel gegangen und gegrenitzet mit bevelh, das sy uff folgenden 
Sontagk grosse hoche reynsteyne in kegenwort beyder dorffer ge- 
meyner eldesten etc. setzen sollen bis an das wasser. 

Bl. 12 b' Dy wej^den, dy Kysling zu Hennersdorff alwege be- 
hawen, und dy eichen, d}^ alle uff dem reyhen stehen, mit laubung 
dem vihe abgehawen, hob seyn nackbar . . . .^) zu Lusdorff eyn be- 
schwerung doran gehabt; ist erkant, das itzlicher zu se3^ner zeyt 
dy nutzung dovon eyns umb das ander behawen sal und itzund 
kunfftigk sal . . . .^) von Lusdorff anheben; dy weyden dornoch über 
3 jar sal denn Kysling dy auch behawen und also forder eyns umbs 
ander, des gleichen mit der laubung der eichen. 

Mit den lachen nybig dem wasser uff der Lusdorffer [seite] 
und mit der groserei dorumb und abs wasser verschwunde, ist 
mitten durch dy lache gegrenitzet*) und wys her Schwartze sampt 
andern hern vortzeytten geteylt bis an den zäun, also sal es bleyben, 
was aber nicht geteylt, hot der rath in das mit reyser abgestackt, 
wy sich ides teyl halden sal. 

So denn dy Emriche dy fischerei in lachen wolden geheget 
für ir eigenthum halden^), wy wol zuvor in kegenwort Hans Wolmerstat, 
Hans Komerstat, baccal. Francisci Lyndener^), statschreyber etc. bey 
300 menschen und fischern ausgesaget wer worden, das dy lachen 
eyttel aide Neusgenge und alweg frej^ gewest iderman zu fischen 
und [da] itzunt dy Emriche abermols angetzeiget eynfeldiger weyse, 
domit dy Neusse nicht zu schaden beyder dorffer weytter reyssen 

^) »i^ybig" erfdjeint als bialectifcf^c ^orm bes mittclt^oc^beutfc^cti nidewendig = 
niebermärts. 

2) 'iü.de im llTanuffript. 

3) £ücfc im JTtanufFript. 
'*) ot^nc donftruction. 

^) im inanuf!ript fleht „wölben" hm nod} einmal. 

^') Doii 1548- ()4 im Käthe, wo er am 8. ^cbruav ftarb; oorl^cr, rom 8. IHai 1533 
an, föniöil. Kid^tcr (Hcumann's Dcr5. nnb Kürbuc^). 



bcs (Sörlit^cr doiifiil 

mochte, wolden s}^ nbig und nybig temme furschuten an den lachen, 
domit arm und reich in der stat mit fischerej^ keyn abbruch ge- 
schehe, das vielleicht s}^ clageten, dy fische (Bl. 13 a) gingen in dy 
lache: ist inen gesaget worden, sy solden mit den fischern zu fryde 
seyn und still domit halden, bis eyn rath zu rathe wurde und inen 
antzeigen, wy sy es domit halden solden^). 

Denn so das wehr eyns kästen hoch erhöhet, so treten mit denn 
wasser dester mer visch in molgraben, den sy auch gehet wollen 
haben. Dorumb wjd eyn rath eyn urteP) und sich rechtlich zuer- 
faren, wy domit zu halden^), denn magister^) declinirt ad partey 
Emrichen, er wolde gerne, das geschehe und doch den Emrich[en] 
nicht we thun etc. 

Do man aber dy oberlache besehet, ist berathschlaget (dyweyl 
sich Urban Erarich in anfange, als wyr hynaus komen, erboten hot, 
bauholtz gnug zugeben zu beyden über, den von Hennersdorff und 
Lusdorff, das itzlich seyn über fassen solt und hynnoch uff seyn 
eigne uncost bauhafftig halden; ab aber sovil holtz in Krausche zu 
sollichem bau genugsem wer, weys ich nicht) muste uff eyn vorteyl 
gehen, do warts besehen, wen eyne grosse wyntterflut queme und 
mit eysz ginge, so wurdes widerumb in aide genge brechen und 
alles, was inen zugefurt, widerumb den Hennersdorffern zubrengen^). 
Dorumb wart inen der anschlagk aberkant, sunder itzlichs mochte 
uff seynen, dem andern teyl unschedlich, bawen, wy er wüste. 

Bl. 13 b- Von fluten. — Item dy wyntterflutte, dy mit vil 
und grossen eysz gehn, dy vorendern dy wassergenge, aber dy 
summer flutten reyssen hynnoch und weyttern. 

"Weyden. — Sal man alle drey jar eyns^) behawen. 

Item dy Hennersdorffer sagen selbst, dy weyl dy 2 fischer 
von Lusdorff zu inen getzogen, ist es nye gut worden zwischen 
den zweyen dorffern, und der eyne fischer, der von jungen Emrichen 
geschlagen, hot ufftmols für 2, 3 gr. byr heym genomen und mit 
andern neben sich getzert und gesagt, dy jungen Emrichen mussens 
betzalen. 

Item als man eyn newen rath und den aptecker in rat kur 
und inen nicht, der alleyn eyn jar im scheppen amacht gesessen, ist 



1) IIb. missiv. von 1531—34, 31. 396 a ftnbct ftc^ ein Brief bes <SörItt5cr Hatl^s 
an bic Schoppen 3U Ulagbcburg, bic Strcttigfettcn 3n)tfcf?en ben c^ebiübern (£mcric^ unb 
bcTt (Sörli^cr ^ifc^crn betreffenb, rergl. XI. i£auf. ITTag. 3b. 28, 326 ff. 

2) DtcIIctdjt „noch aussetzen" 3U crgän3cn. 

3) t^icr ^ct^t im IlTanufFript „w}l" noc^ einmal. 
*) yt^infaüs IlTagifler 3of^. ^a§ gemeint. 

^) Sie (tonftruction bes gan3en Sa^es iji unflar, namentlid? ift nid?t crftd^tlid^, 
morauf ftc^ bie IPorte „muste uff eyn vorteyl gehen" be3iet^en; rielleicfjt get^ören fie 
nod) in bie Klammer unb bebeuten: bie (Emrid^e madjtcn itjr 2tncrbieten, bas Baut|ol3 
3U liefern, aus bem (Srunbe, um ftd? Dortl^eile 3U r>erfd?affen. 

^) einmal. 



24 Diarium bes (ßörlit5cr *IonfuI paiil Sdjncibcv. 

er unwillig worden une hot wollen weg zihen, sejm dorff vorkaufFen, 
dy bethe und das beste gerethe weg geschickt^). 

Bl. 16 O" Tentzer, dy sich vordrehen 1533. So als vor- 
mols in gemeynem rathe, 7. die Junii, der wos der Sonabents noch 
Pfingsten, beschlossen, das e^^n itzlicher, der sich an offenen tentzen 
vordrehet und dy Jungfrau ader frawen herumb schwenckt, das 
mancher bis ubenan gesehen wj^rt, auch sunst, so sy ire krangheyt 
hot, schamroth gemacht wyrt, sal 1 schock geldes geben, das wyl 
eyn rath unableslich behalden und nicht widergeben, es möchte eyner 
sich so offte dem rath und dynern, dy ims verboten, ^j vordrehen, 
eyn rath mocht von im 10 ader 20 schock nehmen, inen auch zu- 
sampt dem gelde mit gefengknus straffen. Denn zu Leiptzigk, wen 
sich eyner eyn mol vordrehet, so mus er von stund an 1 ff. geben 
ader ins gefengknus gehn, thut ers zum andern mol 2 fl., zum dryten 
mol 3 ff, zum virden 4 ii. etc. 

Uff sollich mandat eyns raths und beschlusz hot müssen der 
jung Hans Schnor, eyn fremder kupfferschmit gesell, und eyn beck- 
gesell itzlicher am Sonabend für Laurencii, 9. Augusti, 1 schock 
geben. Uff folgenden Dinstagk^) haben sy umb das gelt iren guten 
willen zubeweysen und eyn teyl wider[zu]geben*); ist inen gantz 
abgeschlagen und sy derhälb heyssen doheym bleyben und Qyo. rath 
unangeloffen lossen, denn es ist umb sunst. Uff volgenden Sonabent^) 
seyn ir aber 9 komen, dorunder Michel Smyt, Wolmerstats eydem, 
eyner gewest, und 1 schock geben, dy ander uff folgenden Dinstagk^) 
das nyderlegen'^). 

Bl. 17a- Stete^) an der kyrmes geben 1533 dy hocken^) 
uffm külfassen^^) 4 gr., he wer, 1534, 5 gr.; von eym schock pfl.ug 
scharen 7 gr., hocken und sech^^) 4 gr., von 1 schock grosz eysen 
4 gr., von 1 seh. gemeyn eysen 2 gr.: leymet^^) schneyder 6 gr., 
geben e^m teyl kaum zu 2, 3, 4 gr. etc., domoch eyne vil wäre hot; 
Seiler 4 gr., wolle gibt in der wage: klamperer 14 gr., hewer 1534, 
18 gr.; rymer 10 gr., hewer 6 gr., geben auch kaum zu 6, 7 gr.; 

1) Bei B. Scultctus, Kürbud?=2lbfd?nft p. 229, ftet^t 1537 neben bes donful ^ans 
(Emerid^s Hamen: hat sein bürgerrecbt auffgesagt und kein Freiberg zihen wollen. 
Dornoch so es in gerauen, hat er widerumb umbs bürgerrecbt gebeten, welches 
ime in ansehung seins und seiner kinder bestes, wiederumb ist vergunnt 
worden etc. ^luffällig erfc^eint, ha% l^ier auf einmal von einem anbern (&nertc^ als 
SUDor bie Hebe ift. 

2) seil, „zum trotze''. 

3) ben 12. 2Iuguft. 

4) „gebeten" ju ergänsen. 
^0 ^tn 16. 2luguft. 

•>) bm 19. 2Iuguft. 

"') seil, „müssen". 

8) Stanbgclb. 

ö) rergl. Script, rer. Lus. Bb. I, 5. 408. 

^°) „£odjfäffer", n>cld?e 3nm Si^en benutzt unb im IPinter ermärmt rocrben Fonntcn. 
") ßacfen w\b Sägen. 
^2) JEeitimanb. 



Piarium bcs (Sörlit^cr (£onfuI paiil 5d?ncii>cr. 25 

schwertfeger 4 gr.; huter. eyn fremder von itzlichem brete 2 gr.: 
eyn eynheymischer von itzlichem brete 1 gr.: kangysser 14 gr. : 
fremde kuchler 8 gr. , dy eynheymischen brenge[n]s selber den 
eldesten hern: holtz kremer i gr. : buch furer^) 12 gr. vel 10 [gr.]; 
bothner 4 gr. vel 3 gr.: kuplFer schmide von itzlichsm stände 15 gr., 
dy fremden zu 18 gr., der hygische^) von itzlichem stände 16 gr.; 
dreyackers^) 4 gr. , gemeyne wurtz kremer 5, 6, 7, 8 gr. , meyster 
Heimlich hot gegeben 32 gr.. Wentzel Palme V2 i^r. , Gleinigk 
3 Schill., dy unsern, dy vil gehabt, zu 20 gr. mer und weniger: 
Andreas saget, sy heten ahvege nur zu 12 gr., Milde Hans und 
seyns gleichen zu 8 gr. [bezalt]; pytzle'^) puter und kese 2 pf. (?); 
kuchler, dy fremden zu 12 gr., 10 gr., dy unsern brengens selber: 
(Bl. 17 b) dy gerthner itzlicher 2 pf. : topffer Schmideberger^) 6 gr. ; 

tyscher brenges selber: kesebuden V2 i^ir. : gurtler 10 gr ^); 

kurschner, dy fremden von itzlichen stände 12 gr., haben ir 2 eyn 
stand, geben nicht mer, dy unser brenges selber; seyifensyder, von 
itzlichem fasse 12 gr. ; gewantbuden, dornoch gewant dorin ist, zu 
12, 14, 18, 24 gr. ; auch dy gerthner, auch dy fremde tuch hy haben 
in heusem als zu Wolmerstat, Kober, Offrius Schneyder von itzlichem 
tuche 1 gr.; sonnen kramer ^), dornoch der hot zu 4, 6, 8, 12 gr., reich- 
ki'amer, dy unser zu 10 gr., 8 gr., dy fremden zu Y2 mr., Gleynigk^) 
1 nn*. vel 3 schiL, bereyt-^) kramer 12, 14 gr., hewer 20 gr. ; vom 
sack byrnen obst 2, 3, 4 pf. ; das jar eynbracht 54 schock etzliche gr. 

Syn umbgangen uff eyn teyl miteynander: Hans Komerstat, 
Jörg Buthe; uffem anderteyl: Merten Adam, Paul Schneyder. Item 
am Freytage, umb welchs gedrange ist und Sonabende^^) geben sy 
es alle^^): uffm Sontagk: dy hocken, leymetschneyder, seyler, was 
fluchtig ^^) ding ist; uffm Montagk: dy gebawete buden und 
kurschner ^^). 



1) mtttcinieberbeutfdj boke vorer = Buc^l^änMcr, f. Schiller unb £übben, mittel' 
iticbcrbeutfd^es IPörterbud? I, 5. 376. 

2) = hicfigen. 

•^) (It)criaFbänbler. 
) = Bi§d?eii, fleiiic Binde. 

•') aus Scbmiebebera? 

**) unicferlidjcs geidjen, riclleicf^t „vel 6 [gr.]''. 

"*) fpätcr pubri^fränicr. 

^) f. oben bei btn 2r>ür3!rämern. 

») Sarett? 

*^) Der ITtarFt bauerte alfo wohl eine Wodic nnb etu>a 1—2 daae. Das ftanb» 
^elb tüurbe mobl von bcn meiften Derfäufern am €nbe ber Ularftmoci^c erhoben, wo bie 
Einnahme am c|irö§ten ipar. 

^^) hier folgt im UTanufFript: ,,dy kesebuden itzliche ^/g mr.", was ipecjgelaffen 
iDorbcn, ba es fd?on in ber uorausftebenben £ifte angefütirt ift. 

1-) über biefem IPorte ftebt im Illanufcript „hutter". — Unter „fluchtig ding" 
finb mobl bie einfad^en, leidet transportablen Derfaufsftänbe 3U rerftehen. 

^^) 2luf ^I. 18 a nnben fid? ohm gufammenbana luir bie folgenben Hamen ac= 
fd^ricbcn: 15:-35 Hans Woinierstat, Paul Schneyder, Caspar Stretzel, Jörg Ruthe. 



26 IJtarmm bts (Sörlit^cr donful panl Scf?neiber. 

BL 18 b. Schwartzferber. 30. tag Augusti'), da.s was 
Sonabendes noch Bartolomei, ist dem schwartzferber^) seyn hant- 
wergk doheym zu treyben in seym hause in der Neysse gasse er- 
leubet und sal das fewerwergk noch rathe der hem bauhafftigk 
bewaren, dobey ist ime zugesaget, das keyn ander schon- ader 
schwartzferber über inen alher zyhen und ufFgenomen werden sal. 
Derhalben sal er alle jar jerlich dem rathe 16 schock zynsen und 
sal beym rath stehen, wen eyn rath etwas bessers vormagk, das eyn 
rath den zyns widerumb zu nemen absagen magk, und wen der 
schwartzferber auch erkennete, das ers mit seym grossen schaden 
den zynsz gebet und nicht erschwynden ^) könde, so magk er auch 
den zjois zugeben ufsagen und also zu beyder teyl wilkur stehen, 
abzusagen; und in sollichen zyns sal der wasserzyns mit eyngetzogen 
seyn und ab eyn rath aus grossen beweglichen Ursachen das wasser, 
das itzunt in dy hoffe geteylt, widerumb abstellete, sal er auch des 
halben sampt andern das lossen abseyn gedulden. 

BL 19 a- Falsche montze. Eyn Jude hot falsche gülden 
ausgeben und mit dynem begryffen gef englich gesatzt ; haben etzliche 
hern der krön zu Bemen für inen geschrieben, spricht, er habe sy 
für gut genomen und nicht gewust, das sy falsch und böse gewest 
seyn; act. 30. Augusti. 

Bau zwischen Bergkman und Echler, den gerber: dyweyl 
furmols für dem lichtfenster Bergkmans eyn hausz gestanden und 
Echler das gesonnen ist, Aviderumb uffzufuren und ist ime auch 
vormols vom rath zuthun zuerkanth; act. 30. Augusti. 

Spill anno domini 1533, Mitwoch noch Mathei, d. 
24. Semptembris, hot man zu 2 fogln umb 2 ochssen geschossen 
und andere kle3Tioten, und ist gehalden 3 keglplane und eyn platz 
über den kreys mit wurffein zu werffen, aber der stat leuten wolt 
mans nicht gönnen, alleyn den freunden und dy mit schössen. 
— Item das spyl hot man den dynem hört vorboten, auch Jung- 
frau Jörg*) derhalb geurlaubt, auch Herten, den zyrcklmeyster, und 
Urban, den landreuter, das sich dy vorgessen gehaben etc. 3. post 
Tome 15335). 

BL 19b. Auszem komer getzogen^). Tschafen tachter, 
dy eyn schuster gen Bernstat nam, ist gefenglich gesatzt, des 
gleichen Echler, eyn pawer und 8 tage gesessen. 



1) im 3at^re 1533. 

-) lib. missiv üoti 1531-34, BI. 501a in einem Briefe Des Hatl^cs rom o. post 
Exaudi 1533 ,, unser schwartzferber George Mentler". 

3) njot^I = crfc^mingcn . 

*) (Seorg 3w"9fi^^ii- 

^) btn 23. December. 

ö) Xlad} Brn. prof. Dr. Sd^röber in ßeibclberg — aus ber ßaft entlaffen (reral. 
Bahaixs (Sloff. 1139); f. Dr. 3ecbt: der älteste lib. actor. Gorl. von 1389—1413, 
7X. ia\x\. mag. Bb. 70, 5. 131. 



Diarium bes (Sörli^er (£on[uI paiil Scfjneibcr. 27 

Veut vom Newenhammer. Es ist 6301 erborung^) in Yeuts 
hause, dem kretschen, das er selbst mit eynem zu hader komen, 
der ist erschlagen worden. Wy wols im fynstem geschehen, ist 
doch ausz angeben etzlicher eldesten dy fruntschafft des ermorten 
ufF Veuten als e^ai totter^) zuclagen gewysen worden. Do es ge- 
schehen, hot sich Veut für dy gerichte gestalt und sejrti unschult, 
dy weyls im in seyn gewyssen geschehen^) mit neyn zuvolfuren*); 
deshalb dyweyl also gröblich vordechtig gehalden, sam wurde er 
unrecht schweren, ist er ufFgenommen und gefenglich gesatzt und 
bey . . .^) Wochen gesessen. Mitler zeyt haben etzliche, sunderlich 
dy eldesten, dy inen zuvor als eyn totter angegeben, gesaget, er 
wer unschuldigk: wywol etzliche sageten, do Veut den mit eyner 
harten ader beyl gehawen von hynden zu, hot er dy harte von im 
geworfFen und das weyb hot dy harte ergryiFen und im keller ge- 
worfFen, denn es wor finster gewest, wywol sy zuvor ejn alden 
gram zusam von wegen eyns tengel getzen^) gehabt, aber ein r[ath] 
hots gedenpfft, das nymandt dovon muste reden; wer dovon wider 
Veut redete, den schnautzete er an etc. Dorumb wer eyn guten 
ausleger^) hot in eyner bösen Sachen, es hilfft, aber got ist eyn 
richter. Nichten dester weniger liss man eyn spruch holen zu 
Magdeburg; do das geschach, hat Veut schon gewunen, denn sy 
sprachen, dy weyls im in seyn gewyssen gestalt, blybe er billich 
dobey; doch seyn dy eldesten für gehegtem dinge oxaminirt worden, 
wosz in dorumb wyslich; haben sy inen alle entschuldiget und 
unschuldigk bekant. Uff sollichs ist Veut uff Dinstagk noch Omnium 
Sanctorum®) losz für den königlichen gerichten gestanden und seyne 
unschult mit seyn corperlichen eyde bekrefftiget und alle eldesten, 
ut supra, haben auch müssen schweren, das seyn unschult war were; 
ist ledig geteylt worden, act. 3. post Omn. Sanct. 1533^). 

Bl. 20a. Es ist gestorben 6. post Ursule 1533 ^^j Mar- 
gret ha Cristoff Adamyn und hynder ir gelossen eyn son Jörgen, 
der in 12 jaren nicht eynheymisch gewest, auch eyne Schwester zum 
Sagan, dy sal kynder haben; nue zeucht ^^) sich der nechsten frundyn 
ejnie an, dy Joeoff Cotwitzin uff der Galgengasse, und ab gleich 
dy vorstorbene nicht son noch Schwester gelossen, so wer ir der aide 
Pussel, wy etzliche sagen, neher, alleyn dy Cotwitzin spricht, dy 
aide Margrethe het ir gesaget, sy wüste keyne neher frundyn, denn 



1) Dcrgl. mittcll^od^beutfd? bor = Cro^, (Empöruna. 

2) Sobtfc^Iägcr. 

3) mcil it^m ber €ib 3ujianb. 

4) seil, ftdj erboten. 

s) £ü(fe im JTTanuffript. 

*') £^attbiDerf3eug 3um 5d?arfmad?eu ber Senfe. 

^) im IHanuffript ift „leger" nod> einmal aefe^t. 

8) 'btn 4. noüember 1533. 

^) bcn 4. Horember. 

10) 'i>tM 24. 0ctobcr. 

") ert^cbt 2infpruc^. 



28 Diarium bes (Sörlt^cr Confnl paiil Schncibcr. 

sy; derhalben bot sy den hem burgermeyster gebeten, das haus und 
farende habe zuschatzen und h' zustellen. Doruff de[r] h[er] b[urger- 
meyster] myr und Jeronimo Epler befolhen, hynaus zugehen, zu- 
besichtigen und zubeschreyben, was do das ir gewest befunden und 
doruff aldo 3. post omn. sanct.^) gefunden: 

eyn haus in der Luntze kegen den heldern über, zwischen 
Thomas Newman und Mats Guntters heusem gelegen, das hot sy 
alwege uff eyn jar umb 1 mr. vormyt, das sich selbst und sy be- 
holtzt^) haben, 1 tyschleyn in der stuben, 2 mentleyn, 5 kytlichen, 
5 schurtztucher, 1 tuch über 1 bet ader stro, 1 leynen schwartz 
halskoller, 2 schlewer, 1 flegeleyn^), 1 lade, 1 underbeth, 1 aberbeth, 
1 küsse, 1 pfui, 1 ziehen über 1 pfui, 1 span beth*), 1 speyse tuch, 
1 mantel, ist der Caspar Heyntzin stat 1 mr. pfandt für zins, 
1 spynrad, Vs sechzeP), 1 wasserkan, 2 schaf, dorin man wescht, 
1 schui'tz. Item 1 bloen rogk, 1 schwartzen bösen mantel pro 
1 schock. Item 1 geringen rogk, 1 geringen mantel pro 12 gr. 

Sollichs ist unser[n] hern vorzeichent .Sabato post omn. sanct.^) 
presente Jeronimo Epler in der ratstube uberantwort worden^). 

Bl. 20^- Dyweyl Margretha Cotwitzin uff der Galgengasse 
gesaget, sy wer irer Schwester tachter, wywol noch nye beweist, 
dennoch ist ir dy fahrende habe umb 6 mr. 16 gr. angeschlagen, 
das sy also angenomen hot und uff ir haus und garten durch iren 
elichen vormund und iren eydam 3. post^) 1533 hot vorschreyben 
lossen mit dysem anhang: wen der vorstorbenen frawen son ader 
ymant anders kompt, der beweysung brengt und neher, denn sy 
ist, das sy soUichs wider heraus geben wyl; dorfur hot sy 3 gr. 
eynzuschi'eyben gegeben: act. ut supra coram Daniel Goritz, scabin. 

Item das haus ist gegeben worden der Geruslin (?) umb 40 mr., 
doran sy bar übergegeben hat 6 mr. , dy Apler^) uff[s] rathaus 
gebrauch ^°); dornoch hot sy gegeben 8 mr. und zins 12 gr., dy hot 
Apler bey im, dy vorsessene geschosz dovon zu entrichten und sal 
alwege geben uff Michelis 4 mr. und uff Ostern 4 mr. 

Fremde byr^^). Caspar Hans, eyn tuchmacher, hot mit eyn 
betrugk fremde byr in seyn haus 1 firtel zum Galgen tore hereyn 
bracht bey nechtlicher weyle, der halben der sampt dem torschlysser 

^) 'bzn 4. Hoüenibcv 1533. 

2) fo ftcbt im IHanuffript, boc^ ift ber IJIusbrurf unücrftänblid^ ; niellcidjt battc ber 
jebcsmaligc Scft^er "öts ßaufcs eine acmiffe Quantität ^70(5 ron ber Stabt frei, ron 
melcfjem ftd? bie f>aust>ennietberin 'i>as 5U ihrem Bebarf nöthiae I70I3 rorbet^ielt. 

^) (^lügeltud^, f. Sdjillcr unb £iibben, mittelnieberbeutfd^es lUörterbud? V, 5. 28. 

'*; ein mit (Surtbänbern r»erfchenes Bett. 

'"') gtDcifelsot^ne ein HTa^. 

^) ben 8. ZTooember. 

') bie näd?fte geile ift im IlTanuf!ript niit brauner ^arbc überftrid^en. 

^) bie genauere Zeitangabe fehlt im ITtanuffript. 

'•^) lool „Epler" aemeint. 

^0 foü mohl „gebracht" heilen. 

^') rergl. ba3u (Seriditsaiicinoriale Don 1519- 1557. ((Sörl. KatIjsardjiX) BI. 99a.) 



lorrantTes (Sörlit^er (£onfuI pani ?d>nctber. 

Hentsche, torhiiter Hans Hertzogk. Goltamer, dy es abgeladen, auch 
Mateusel, der es seyn stiiFbruder geschickt, auch gefenglich gesatzt: 
ist Caspar Hans 4 wochen gesessen, dy andern 3 wochen und 
etzliche tage; seyn vorborgt und ausgelossen, auswendiger der 
vorstat nicht zugehen, bis sy es wyder vom rath erlangen und in 
mitler zeyt zu keynem fesleyn byr ader ander geques^) nicht [zu] 
gehen und [wen] sy der rath fordert, sich zugestellen und anheren, 
was für eyn straff inen sal uffgelegt werden, und Mateusel sal dy 
stat und vorstat 20 jar meyden, hot er aber seyner gescheift halben 
(Bl. 21 (f) zuthun, sal er domeben hynumb zihen und in keyn haus 
eyngehen; noch ausgang der 20 [jar] sal er wider für schicken; sal 
im antwort. gegeben [werden], wy er sich forder halden sal; act. 
Dinstagk für Tome^) 1533. Ist den andern tuchmachern iren freyen 
zugk widerumb erleubt worden Dinstags noch Division. Apostolorum^). 

Wayner^j haben vil zuschencken den fremden gesellen, offte 
dy woche 3, 4 mol; baten, man woldes vororden, das dy schencke 
den fremden komenden gesellen alleyn am Sontage geschenckt 
wurde; hette eyner nicht arbeyt, sol er als denn dy meyster dohier 
besuchen, wy dy schmide, solt in bey itzlichem 1 kane byr geschanckt 
.werden, aber mit der herbrige sal es bleyben, wy voralders zu, 
wenne der eyntzeucht, sal er mit essen und tringken vorsorgt 
werden; doruff wyl sich eyn rath bedengken und sy alsdenn 
ferdern und inen antwort geben; act. 3. post Steffani 1534'^). 

Bl. 21^' Byr brewen den umbgehern uffm tuchmacher 
hantwerge. ■ — Man hot vormols 12 umbgeher, den hot man für 
ire mühe 2 byr in ir haus zubrewen zugelossen, hynnochmols hot 
man 8 umbgeher vorordent, dy haben auch 2 byr gebrawen, aber 
Mitwoch noch Trium ßegum^) ist inen nur 1 byr zugelossen, das 
ander abgeschlagen, 1534. 

Meyne muhme Kethe. — So als ir man gestorben und sy 
mit 4 kleynen kyndern eyn haus und schubanck^), das eyn lehn 
schubanck, und sy sich widerumb mit Hansen . . . .^) vorelicht, ist 
ime das haus für 160 mr. vorkaufft, wy es stehet und leyt; dovon 
sal er 16 mr. schult geldes [zahlen] und das ander in 5 teyl geteylt 
werden, gehört itzlichem zu seyn teyl, der muter und kynder, 28 mr. 
38 gr. 3 pf., und sal 2 jar frey sitzen, dornoch alle jar uffs rathaus 
den kyndern zu gute 10 mr. legen, wen sy mundig werden, das sy 
es wyssen zubekomen, und ist dorumb geschehen, dy weyl dy 



^) = (Jrcffcrei, Sc^mclgcrci, mittclnicbcrbeutfc^ quäs. 

2) 'i)zx\ 16. December. 

3) bic IPortc: ist den andern — Apostolorum finb fpäter nad^getragcri. Da im 
3abrc 1533 Divisio Apostolorum (bcr 15. '^^nW) auf Dienstag fällt, fo ^ann '^as 3at^r 
1533 hier nid?t gemeint fein, ober eine falfc^e ll'^odjcntagsangabe läge cor. 

^) = IP agner. 

^) bcn 4. 2Iuguft. 

^) 'üzxi 7. 3<Jttuar. 

') seil, „ererbt". 

^) £üc!e im ITTanuffript. 



30 Diarium bes (Sörlt^er donfiil pauI Bd^nexber. 

kynder kleyn und unertzogen seyn, das er dester wylliger dy zur 
zyhen seyn sal; wurde [er] es aber der mossen mit inen unerbarlich 
fumemen, das sy bey im nicht bleyben kenden, so sal es beym rath 
stehen, ab es bey den 10 mr. erbegelde bleyben sal und saP) als- 
denn beym rath stehen, das zu heben und nydern: in mitler zeyt 
sal er dy kinder mit leybs notturfft und gewonlicher kleydung ver- 
sorgen und dy knaben seyn hantwergk lernen; wo sy aber zu dem 
nicht lust betten, sollen sy von irem gelde eyn anders lernen, 
(Bl. 23 (^) und ab dy meycUeyne erwuchszen und sich mit rathe*^) 
verelichet, sal er itzlicher eyne gewonliche hochtzeyt zu eym tische 
ausrichten, stürben sy aber in mitler zeyt ane das, sal er nymant 
dovon etwas zugeben schuldigk seyn. Item do ir man gestorben, 
hot sy seyne kleyder vorkaufFt und das begrebnus mit ausgericht 
und dy kynder domit ernert etc., actum Montagen noch Circumcis. 
Domini 1534, ante Pauli primi^). 

1534. — 15. die Februarii starb hertzog Jörgen von Dresten 
weyb, dy konigk Sigismundis zu Polen Schwester war. 

1533 ist Jeronimo Schneyder das gewelbe von seym hause an 
der Mönche kyrche und kor zubawen gegunst und auch vorbracht*). 

1534. [Es] hysz [eyn] anrichtigk dib HemfFling, der bekante 
4 morde, 2 im mortgrunde zwischen Pentzigk und der Lysse be- 
gangen: da man inen uff dy bekanthe walstat gefurt, hot ers 
widerruffen; ist am Dornstage noch Letare^) gehangen worden. 

Keuler. Dy keuler uffem lande pflegen alwege am Djninstage 
für Palmarum für den rath zugehen und umb gunst, das sy hereyn 
schlachten mochten, zubitten; do pleget man inen zusagen, das 
keyner mer hereyn [füren solle], denn ime ufferleget, nemlich 
2 nusse^), das ist eyn rynt, 2 kelber ader scheptz, und keyn eyn- 
geschneyte'^) hereyn zufuren und das sy ir fleysch nicht am Frey- 
tage, sunder uffem Sonabend fru neben den" fleyschern zugleich 
vorkauffen und das eyner dem (Bl. 23^) andern nicht vorkeuffen, 
sunder selbst zuvorkeuffen do stehe: und dys jares seyn ir 8 gewest: 
Andres Haneman, Merten Kesler zu Sorau, Urban Kala, Michel 
Kesler von Schonberg, Merten und Bartel Pytsch zu Nickelsdorff, 
Joeoff und Hans Kesler zu Lautterbach, und itzlicher gibt Va i^^- 
zins am Osterobende, facit 4 mr., dy habe ich her Jörg Eoslem am 
Sonabende in der rathstuben uberantwort praesente Petri Tylen^). 

J) im HXanuffript ftcbt hinter sal noi* „bey". 
-) mit bcr (Scnci^migung bts Hatbcs.' 
^) "bzw 5. 3anuar. 
'') bcr jcfeigc Sd^ipibboacn. 
5) tytn 19. IHärs. 
«) 2 Sorten ITu^üieb. 
') fleinere, 21bfallftürfe. 

^) Hatbsmitglicb von 1508—35, mo er am 13. September plö^Iid? in ber Heiß» 
babftube ftarb; n?ar mehrere IHale Bürtjermeifter (lleumann's Pers-). 



t)tarium bc5 (Sövli^cr ConfuI panl Sffjncibcr. 31 

Bl. 24 a- Item hewer hots mans inen ufFgeschlagen bis uiF 
Sonabend für dem Palmtage ^), do Peter Tyle an stat Frantz 
Schneyders war und neben in in consilio Jörg Rosler, do inen ge- 
saget, das sy sollen ke^ai vihe in der meyle wegen herumb den 
tleyschem zu schaden keulFen^), wy wol sy zuvor bey Frantz 
Schneyder das jor 2 kue hatten abgekaufft. Ist auch nit gut, denn 
dy ileyscher zalen übel und wollens uns abdrugken. 

Item sy sollen keyn lebendigk vihe hereyn dem gemeyn 
manne vorkeuiFen zu schlachten, dodurch inen und den ileyschern 
hynnen zu schaden gereichen wyl. 

Item sy haben sich müssen wechssein, das dy, dy zu Wolmer- 
stat gewest, haben müssen zu Hans Emrich^) haus, et e contrario 
und dy zu OnoiFrio Schneyder zu Kobern et e contrario^). 

Item es war uiF der bane, das dy keuler solden keyn gantz 
virtel fleysch vorkaufFen, auch das nymande zu haus noch heym 
tragen, sunder sy solden alles fleysch zu stucken ha wen, das kwem 
dem armut zugute, denn dy armen keuffen nicht gantze virtel, 
alleyn stuckleyn, und wer noch gut^), denn ich weys, das etzliche 
machen mit inen eyn kauf am Ostersonabende und wy sy dos mols 
eyn virtel fleysch nemen, das müssen ^y also eyn gantz jar^j zalen 
und ist alleyn für faule weyber, dy nicht gerne fru ufstehen, das 
alles vormols ist nicht geschehen, wywol dy alden keuler, wen sy 
es nicht haben können vorkeufl'en, haben sys wider heym getragen, 
das ist inen auch vorboten w^orden, das sy es haben müssen vor- 
kauffen und wer noch gut, das sy keyn gantz virtel vorkeufFen, 
w^en sy von wegen der armen seyn'). 

Bl. 23^' Horcke. Am Mitwoch noch Palmarum, 1. Aprilis 
[1534], ist her Caspar Lorentz, pfarher zu Horcke, in der kyrche 
umb segers 20 für dem altar gestanden und dy kynder wollen im 
gebete und 10 geboten auch vom sacramente^) underricht thun und 
hots gethan; inn dem kompt Sebastian von Gerschdorff, des alden 
Nickel Gerschdorfi" son, in dy kyrche und brenget 1 kannen mit 
byr und zwinget den pryster zu tringken. Zuvorhuten grossem 
Unlust, hot er müssen tringken. Dornoch hot der jungher eyne 
hantvol abblaten der cleynen partickeln^)'genomen und in dy kannen 

1) tizn 28. märs. 

2) im HTanuffript ift I^icr „sollen" njtcbcrbolt. 

^) im ^ai):it von 1532—37, wo er rcfignirte; ftarb 1539, 1. ITTai (Hcumantt's 
Dcr3cid?nis). 

'*) IPoImerftat bcfa§ bamals bcti jc^igcn „(Saftbof 3um i?trfdj" am Untcrmarftc, 
^lans (£merid? 'i>as jc^t bic Zlo. 1 fübrcnbc f^aus am Uiitcrmarhe, ©nofrius Sd^ncibcr 
'bzw. „Sdpönbof" in bcr Srübcrftra§c unb Kobcr 'bas V^ans am Untermarftc, U)clc^es jc^t 
Ho. 4 trägt ((Sörl. (Scfdjoßbücbcr im Hatt^sarc^ir). 

'"*) ju ergän3en: „xotxm zs tiodj fo märe". 

^) im IHanuffript ift „also" bier miebert^olt. 

') VOznn anbers bie Keuler megcn ber Firmen 'ba fein foUen. 

^) „oolleti" im IHanufFript micbert^olt. 

^^ ift mobl Dolfsctymologifc^e ;Jorm für pateiia, 0bIatcutcüerd^cn. 



32 Dianutn bcs (Sörltt5cr (loiifnl pauI ^c^ncibcr 

geworffen und hot in dy ander liant der abblaten genomen und dy 
leute domit'sub utraque specie wollen communiciren, und wer sich 
des ge widert, [den] hot er domit ans maul gestossen, auch jungher 
Fabians muter grosse ilegke geschlagen; und dem Bastian Grersch- 
dorff seyn nachgefolget Kolbe, der hynne gefengklich gesatzt, und 
fleyscher Caspar. Do sy iren mutwyllen gnugsam geubet, [sind sy] 
hynweg gegangen. Do der pfarher heym komen, haben inen dyse 
3 uberlauffen und in seyner stuben retleyn^) sideln^) etc. uff- 
geschlagen, doraus genomen, was inen gefallen und im hoffe den 
kulien dy schellen abgeschnyten und weg genomen; [als] dorzu der 
lantreuter komen, ist der jungher weg gegangen. Wywol im das 
meyste teyl ist widerworden, do der pfaff sollich grosse (Bl. 2oa) 
vorhenung den andern edelleuten angesaget, haben sy inen an hern 
heupthman geweyst, dem ers geclaget, der gesaget, er wolde inen 
beschicken und dermosse eynnemen, das [er] für im sicher se^oi solde 
und uifs erste es möglich eyn tagk ansetzen und sy beyde teyl vor- 
horen. Mit den andern 2 personen, dy weren nicht von adel, wurden 
sich dy gerichte der gebore wol wyssen zuhalden. Item er hot 
Kolben 2 ablaten, jungher Fabians weyb 7, seyn weybe auch etzlich 
und andern vil gegeben. 

Sit tau. In Budissin 3. post Quasimodogeniti ^) gewest. Do 
dy der Sittau umb eyn beystant den adel gebeten, aber sy haben 
den ane mit vorwyllung der gemeynen*) nicht wollen zusagen, ist 
der halb eyn lanttage uff Dinstag noch Misericord. Domini ^) zu 
7 or angesatzt, aber dy ander stette, als Görlitz. Budissin, Camentz, 
der geschickten do gewest, von itzlicher stat 1 person mitzuschicken 
zugesaget: aber dyweyls der adel nicht mitbeschlossen, haben wyrs 
auch bis den tagk Vorschüben. 

Dy von Kamentz sageten, das irer hern meynung wer, das 
man eyn ausschus machete vom lande und stetten und schicketen 
dy hynuff und lyssen dy der Sittau doheym, wy dy Schlesiger mit 
den von Lembergk, dy auch hinuff geladen, gethan haben. 

Item unsere vorfarn haben beschlossen, eher sy inen dy freyheyt 
sohlen zutrennen ^), ehr wolden sy wos doruber erleyden. 

Mich gedengkt, das Caspar Nostitz zu Eotenburgk, heupthman 
hy zu Görlitz, auch Jörg Emi'ich, den der konig Mathias den Gor- 
litzer konigk nannte [u.] gen Offen forderte, do sagete Caspar 
Nostitz : ehe er der alden freyheyt wolt begeben, seyn nochkomeg- 
lingen zu schaden, ehr wolt sr seyn grawen (Bl, 25 ^ kopff alhy 
uff dysem platz vorlyssen, des gleichen sagt Jörg Emrich. Do fraget 

^) fjausratb. 

2) 5i^, :San^. 

^) VOznn has 3al^r 1534 gemeint ift, was tDahrfc^einlid? ift, fo ift btefer ^a<^, ber 
14. ^pril. 

*) (Semeint ftnb boc^ luot^I bic Sec^sftäbte. 

ö) 1534 t>tn 21. 2lpril. 

^) VOo\[i — et^e fie il^nen bie (Freiheit geftalten foüten, fic^ 3U trennen. 



DiariiiTn bcs (Sörli^cr (£oti(nI paiil rti^iietöcr. .-J3 

der heiipthman des Gorlitschen landes und Jörg Emrich den ratli, 
auch etzliche aus der gemeyne, sy solden feste halden über der 
Sachen, sy wolden bey inen zusetzen leip, gut und ere ^) ; dyse rede 
geschach uffs voigtes hoffe. 

Item magister Fraunbergk wart auch eyns von konig Mathie 
gen Offen gefordert, kwam auch nye: aber das hat konigk Mathias 
gedrawet, dorumb, das sy nicht sigeln, auch nicht komen wolten, 
dy 6 stette eynzueschem und gesaget, es wer besser, man spreche: 
hy sten dy 6 stette, denn das gesprochen wurde, hy haben dy 
6 stette gestanden 2); aber got widerwants, dos der starb. 

Zum andern der commission halben wart geredt von vorkeuf- 
lichen zynsen vom hundert 5; ist eyn vorderblicher schade; wer 
wyls uff das gelt ausleyhen? zur not kans nymandt bekomen wy 
mit denen von Brauntzweigk; sal auch uff" den tag beschlyslich 
antwort gegeben [werden]; denn der her landtvoigt hat gemeynet, 
wen er ins ampt kweme, wolt er den und den andern artigkel, dy wüsten 
dorffer, so widerumb angericht, beschlyslich handeln: ader unser 
hern haben inen in keyns gehen wollen^), aber uff den benamenten 
tagk sals vorant[wort] werden: aber Caspar Beiwitz zu Nostitz*) 
sprach in kegenwort des jungen Gerschdorff und seyns knecht von 
Lautitz in Wolmerstats stube: ehe ers wolde uff 5 ausleyhen, er 
woldes eher begraben in der erde, er het sunst nichten, er musste 
sich und seyne kynder dovon erhalden. 

Bl. 26a. Bewme. Des jares*^) blueten alle bewme also sere, 
das nymandt gedachte solliche blute und im anfangk der blute vil 
eyn nebel doruff. 

Zymerleute, dy spene entnomen. Item dy weyl das bau- 
holtz an den stemen noch to tewer und noch tewerer ist, denn 
vormols, so hot man den zymmerleuten an der stat und des rats 
arbeyt dy spene, so sy vormols behalden und vorkaufft und wol so 
hoch als das wochelon ausbracht, damit arm und reich mit dem 
kauff des holtzes auch nicht so hoch beschwert [werde], hot man 
den zymerleuten dy spene zuhaben abgesaget, sunder der aberste 
baumeyster ader wergkmeyster, als mej^ster Jost, sal dy vorkauffen 
und das gelt alle Freytage uffs rathaus antworten; und hiruff hot 
eyn rath eyn fremden wergkmeyster angenomen, den haben dy 
zymerleute an der stat arbeyt wollen übersteigen^), das er sollichs 
abzukomen gewilliget, derhalb dy zyme[r] leute auch meyster Jost 
und Zacheris beschickt, sy umb sollichen unlust angeredt und dy 

') „zusetzen" ift i^icr im IHanufhipt miebcrt^olt. 

2) Irtan mu^ rrot^I hinter es wer besser „für euch" er9än3cn. Pcral. bagcgen 
Script, rer. Lus. N. F. IV, p. 133, 36. 
^) auf fcins eingeben. 

'') oergl. Knotbe, (Scfcb. bes CLMierlau)'. 2lbtls, f. 114. 
-) 1534 (?) 
ö) §u ieibc geben. 

IX. £. m. ob. Lxxi- 3 



34 t^iarinm bes (5örlit5cr <£onfnl paiil ^diiicibcr. 

zimerleut 8 tag in stock gesatzt; actum Sonabende noch Miseric. 
Domini 1534 1). 

Bl. 26^- Eyn falscher geburtbryf f^). — Item es hot Wolff 
Bothner zu ArnsdorfF eyn hurkynt gemacht, ehe er eyn ehweyb 
genomen, dornoch ano 1534 ist derselbig son gen Arnsdorff komeii 
und umb eyn geburt bryff gebeten; als hot Caspar Nottenhoifer^), 
der edelman, gesaget zu seym pawer Bothner: wylta myr 4 schock 
geben, so wyl ich dyr eyn geburts br^ff gegeben und eynen den 
schreyber zu Seyffersdorff lossen schreyben, noch allem vorteyl 
und für wäre wol versichert, wy er von seym vater, wy aben, und 
seyner muter aussem rechten ehe bethe bekomen*); und richter 
und scheppen, auch dy zum teyl für 16 jaren gestorben, wy dy für 
ime erschynen und mit uffgehabenen fingern beschworen, das es 
dermosse also wer; und ir keyner weys dovon, denn sy habens nicht 
gethon; sollichen bryff hot er besigelt. 

Jedoch ist das nicht seltzam under dem adel, denn Wolff Nostitz, 
rytter zu Ulersdorff gab auch eym dybe eyn falsch getzeugknus; 
den haben wyr hy gehangen und bekant es. Ich habe auch den 
bryff uff der almer ^) draussene geholt, wy er bekanthe. 

Dorumb wers gut, das dy stette dy geburtsbryffe, wy auch 
etwan alhy geschehen Wolmerstaten, vom adel ausgangen, nicht an- 
nemen, es hette denn eyn stat sollich getzeugknus auch gehört und 
ir sigel neben des edelmans sigel gehangen. (Bl. 27 (i) Denn doraus 
folgt eyn grosser betrugk in geschlechten und hantwergen, auch 
vil Unrats, dorumb wolt got nicht den Ysmaelen, den Abraham mit 
der maigt zeuget, mit seym sone, der elich geboren, Isack, erben 
solt*"), sunder got vorsorget inen und wart ausgerot vom Isack; denn 
hurkynder seyn im alten testament seer unerlich vorschmehet ge- 
halden; such dy schryfft^). 

Landtvoigt alhy im rathe gewest. — Anno Domini 1534, 
Montagen noch Exaudi, den 18. tagk Junii, ist der her von Zdislau 
Byrcke von der Dube, des konigreichs oberster hoffemeyster und 
landtvoigt in Oberlausitz, hora 11 alhy eynkomen, hot begert eyn 
gewerbe für eym rath koe mt. belangende anzutragen. Doruff der 
burgermeyster den alden und newen rath beschickt; ist er zu uns 
in rath alleyn komen und seyn gewerbe angetzeiget, hot man inen 
gebeten, s. g. wolle sich nicht beschweren und in der herbrige 



1) bcn 25. 2lpril. 

2) 5. üb. miss. von 1531-34, V>\. 688 unb 695. 

^) (£r xoax fcbr r>erfd?ulbct unb rcrFauftc 1536 „feine 13 Bauern 511 2Inisborf" 
(f. Kuott^c, (Sefcf?. bcs (Überlauf. 2{bels uub feiner (Sütcr, 5. 405). 

*) u)ot^l gleic^ „aefonxmen". 

ß) 5d?ranF. Xla&i (Sengler, Deutfdpe 5tabtrcd?ts=2IItertt]ümcr 1882, 5. 314 xoax 
bcr Hatt^sftuben'Almer (armaria, alniaria) ein 2(cten=5d?rein, worin U)ertt]roIIc irii^riften 
3um bequemen (Sebraudje bei 'btn Katbsuerl^anblunaen aufbeu>abrt unuben. 

^) ftatt „soll" mu^ es n?obl „lassen' bei^^en. 

■) baruntcr fielet im XHanuffript „1534". 



Piariiun bcs tSörlitiCr (loitful pani f^d^iicibcr. 35 

gnediglich vorharren, sy wolden sich doruber beraten und in dy 
herbrige s. g. nnderthenig antwort geben. 

Frawensteyn. — Item am Sonabende für Quasimodogeniti, 
11 tagk Aprilis^), ist das stetleyn Frawensteyn ausgebrant. 

Witgenau, Sonabende für Misericordias Domini, 18. Aprilis^) 
ist halb ausgebrant. 

Bl. 27 ^- Konigi' mt. zukunfft. Sonabendes noch Trinitat., 
6, Junii^), seyn eldesten und geschworen für eyn rath beschyden, 
do man inen dy zukunfft koi'. mt. eröffnet und gesaget, es solde sich 
eyn itzlicher vom glauben zu disputiren hüten und mit den ap- 
trunigen keyne gemeynschafft zuhaben und das fewerwergk in guter 
acht halden; und also ist der gantze rath mit eldesten und ge- 
schworen uffm sali gegangen und sollichs der gantzen gemeyne für 
gehalden. Des gleichen seyn burger und andere am Dinstage noch 
Corpus Christi*) für dem rath beschyden, do man gesaget, das sy 
sich wolden erlich cleyden, wy man inen eyn färbe wurde f ursteilen. 
Und unsern pawern des raths ist uff eyn hübe 3 scheffel haber in 
8 tagen hereyn zu brengen ufferleget. 

Do bin ich gen Breslau abgefertiget, alle ding zubesichtigen, 
aber dy koe. mt. erstracket den tagk bis uff Petri Pauli ^). 

Item dy rytterschafft im Budissin kreys wolde koi"- mt. uff dy 
grenitze des landes in blangken hämisch mit spyssen etc. entkegen 
reytten mit 60 pferden, und unser adel satzte keyne zal, sunder, 
ane hämisch in eyn färbe gecleydet, alleyne im Gorlitschen grenitz 
anzunemen, denn solden sy ire leuthe beschweren mit rustung, es 
wurden sunst gnug stewern furfallen. 

So konden sich dy stette auch nicht vorgleichen mit entkegen 
reytten, dyweyl dy^) stette in der Schlesing bey denen koe. mt. 
nicht weytter denn uffs wey teste 1 meyl, auch etzliche under den 
toren angenomen, ist beschlossen, das der adel und stette itzlichs 
uff seyn teyl an der grenitz itzlicher stat annemen sal und widerumb 
b[eg]leyten bis uff dy grenitz. 

Bl. 28 O" 1536 ist dy pastey an der Newse angehaben zuvor- 
newen und auch vorbrach[t]; eodem aniio umb Jacobi^) dy saltz- 
kamer angehaben mit venstern und turen zuvornewen^). 

Dinstag noch Egidii^) ist dy sache zwischen dem doctor 
von Sagan und Schmale Hoffert entschiden, das er deme dy korsche^*^) 

1) 1534. 

2) 1534. 

3) 1534. 

4) t>zn 9. 3uni. 

5) ^zn 29. 3unt 1534. 

") M^y" ftebt im UTanuffript no&i einmal. 

'') 'iizn 25. 3uli. 

^) im llTanuffript ftet^t am 'S.an'i^z ,,Saltzkaniei". 

*-') bcTi 5. September 1536 (?) 

10) pcisrocf. 

3* 



36 Diarium bcs (5örli^er ConfuI pauI 5dincibcr. 

und kanne, so zu pfände eyngesatzt, wider herausgeben sal; sunder 
den silbern gurtel uff 5 mr. geschätzt wyl er behalden, domit sal 
dy reconvencion ^) Schmalhoffarts hyngeleget seyn und hot im dy 
injurien abgebeten, des sal im eyn kuntschafft gegeben werden. 

Hans Fryderich ist Valten Schmyde 2 mr. geligen ^) gelt 
schuldig gewest, hot im Y2 [mr.] gegeben, sal im geben uff Martini 
Y2, iiff Wey nachten Y2 und uff Fastnacht V2 mr. 

Dy Melcherin hot Schweytzers maigt berecht ^) doramb, das sy 
ir eyn sagk zubehalden gegeben, deme Tegen zur Freystat zuuber- 
antworten, den sy für ^2 schock geschätzt; sal dy sache stilstehn, 
bis Tage herkompt, salt"^) itzlichs teyl den sack halb betzalen, 
können sy es neher erlangen von dem, ist auch gut. 

Anno 1535 ist gemacht worden, wen eyn leynneweber wil hy 
meyster werden, so sal [er] zuvor das burgerrecht gewynen mit 
1 fl. Ungar und von wegen des hantwergs auch dem rathe sunderlich 
geben 2 schock und ins hantwergk 1 schock; nympt er eyns leyn- 
webers tachter, so gibt er den meystern Y2 schock, aber er neme, 
wen er wolle, so mus er dem rath 2 schock geben. 

Bl. ^8b. üffm rathaus eynander geschlagen. — Frantz 
Goritz^j ader Frantz Daniel^) hot zu Caspar Bernten eyn gram 
gehabt, der hot mit seyner frawen getan tzt an Fryntz'') Schneyders 
hochtzeyt, do der seyne tachter Johan Trager, der ertznei doctori, 
gegeben und hochtzeyt gehabt Montages Margarethe, 13. July^), hot 
dem öffentlich eyn backenschlag gegeben, derhalb der uffgenomen 
und in ßeichembacher thurm gesatzt; aber uff furbit seyns vaters 
ist im das gefengknus gelyndert und heruff getzogen, an eyn fesser ^) 
gesatzt. Wens bey den alden von eym armen geschehen, wer seyn 
vergessen; seyn 14 tag gesessen und itzlichen 100 schock uffgeleget; 
hot man von Caspar Bernts 10 schock und von Goritz 30 schock 
genomen, musten dennoch eyns werden und gen ander ablegen ^^). 

Den tuchmachern ir mishandlung uffgeruckt. Dy tuch- 
macher seyn bey Caspar Bernten zu byre gewest und mit im mit 
Worten zusam komen, das villeicht seyn vater mit den tuchmachern 
nit wol gehandelt; hot er inen ir missetat auch furgeworffen, ist 
derhalb uffgenomen und in Nickel thurm gesatzt Dinstagen n-och 
Margarethen^^); seyn 14 tage dy tuchmacher gesessen ^2). 

1) Du Gange = mutua actio seu petitio, relatio actionis (IDibcrflage). 

2) gcliet^enes. 

3) mobl gleidjbcbeutenb mit „^eric^tlic^ belangt, r»er!Iagt". 
^) HTaii eriuartct sal. 

^) üon 1538—40, wo er ftarb, ittt Hatbe (Heumann's Ders.). 

ö) Sein Dater wav Daniel (Sori^, fo ba% xv'iv Her ein Beifpiel baoon habm, mie 
ber üäterlid^e Dorname 3um ^<familiennamen wirb. 

'') iDot^I üerfcbrieben ftatt „Frantz".' 

^) 1534. 

9) of^ne ^effel. 

^^) bic IVovic von „hot man — ablegen ' finb nacf^getraaen. 
11) ben 14. 3uli 1534 (?) 
i^j bic legten IDortc von „seyn — gesessen-' finb nad^^etvai^en. 



Diarium bes (Sörlit^er Confiil panl 5d?neibcr. 37 

Schoffmanu ^) noch Egidii 1533 gesatzt^). Eyn 

fleyscher Joeoff . . . .^) von Frawensteyn under hertzog Heinrichen 
zu Fryberg ist bey den gerichten angegeben, sam solde er eynen 
jenset^) dem Bobersberg ermort haben ^) Als der mit schaptzen hy 
durch getryben, ist er gefenglich gesatzt und mit der scherffe des 
rechten afftmols angryffen, auch eyn lang tzeyt im finstern gewelbe 
gesessen, aber alweg uffem leugken gestanden. Seyne schoffe seyn 
durch seyne gleubiger Nickel Tschernhaus zu Kyslingswalde mit 
rechte erstanden. Erstliche haben seyne fruntschafft für inen ge- 
beten bis ins dryte ader 4 mol, auch hertzog Heinrich, zu letzt bat 
nymant für inen. Do man seyn müde geworden, hot man inen un- 
vorborget ausgelossen, also das er für gehegtem dinge hot geschworen, 
eyn rath und dy gerichte, auch gemeyne stat seynes gefengk[nus] 
semptlich noch sunderlich derhalb nicht anzusprechen und in arge 
nymer zugedengken^). 

Bl. 29 a. Aber hertzogk Heinrich hot der halb vil unlustiger 
bryffe, im eyn abtrag zu thun, hergeschryben, auch entlich, das im 
koe. mt. geschryben, dy von Görlitz zufryden zu lossen und dy iren, 
wo er aber vormeynt, das ime eyn rath unrecht sey, der sal im an 
geborlichen stellen rechten pflegen^). 

Bl.29i>- 4 schock itzlichen ratshern. — Item 1532 Dins- 
tages noch Michelis^) hot in sitzende rath Jörg ßosler, dy zeyt 
burgermeyster, für alles, das zuvor [an] coUacions essen ^) etc. vor- 
mols denn hern im rath gethan und gegeben, sal man dorfur itzlichem 
geben 4 schock, dy hot er uns geben 6. post Trinitatis 1533 ^'^). — 
Item 1534 liots uns abergegeben her Frantz Schneyder burg[ermeister] 
und Jörg Rosler 6. post Simon, et Jude^^), des gleichen eyn jar 
metzengelt 6 schil. (?)^^) 

Bl. 30b. Von der papir mole^^). — Anno Domini 1534 post 
Johanis^*) hot man dy papir mole angefangen zubawen. 



1) nnleferlic^c gat^I; Script, rer. Lus. N. F. 36. IV. S. 277: vmb Nativitatis 
Marie 1533 

2) 21usfüt^rlic^eres barüber f. Script, rer. N. F. 3b. IV. p. 277, 28 ff. 

3) ibid. „Koelir"; im IHanuffript eine £ücfc. 
*) jenseit. 

^) lib. missiv. 1534—40, 31. 26 a rpirb ber (Semorbete „Jorge Kubs , des 
zolners zur Deutsch Netkaw stieäson" genannt. 

6) Dies aefd^at^ am 26. 3uni 1534 (Lib. missiv. 1531-34, 31. 724b unb <Serid?ts= 
ITTemoriale üon'l519-57, 31. 101b f.). 

') ipot^l: fo foU ber Hatl^ it^m an gei^öriger Stelle fein ^adji finben laffen. 

^). ben 1. ZToüember. 

^)'3ei geiDiffen 21nläffen n)ieber!et^renbe fog. Hatt^s=inat^l3eiten, ^efteffen. Scroti 
1424 Fommt in ber (Sövii^cv Hatbsrec^nung (1419—26, ^ol. 282b) cor: zu der collacion 
her Johanes des pharers zu Hermsdorfi 32 gr. 

10) hm 13. 3uni. 

") ben 30. ©ftober. 

12) iDol^I eine (Selbablöfung für ein Deputat. 

13) lag in ber (Segenb ber je^igen 0bermübIe neben bem Kupferhammer (L. I. 
278, 3ibl. b. (Dberl. ö3ef. b. W.). 

14) ben 24. ^uni. 



38 Piariuin ^cs iSörIit5cr Coufiil panl Sdjneibcr. 

[In] Newirts hausze am eck in der Judengasse ist am 
Dornstage umb segers 22 das gewelbe im keller e^^ngefallen und . . .\) 
erschlagen und Newirten, den wyrt, und meyster Gregorn, den mewrer, 
dy zeyt meyster zum bau, kom^) lebendigk heraus getzogen, denn 
sy schon bis an dy schäm vorfallen; do haben der stat zymerleute 
müssen hynzulauffen und stutzen, do ist umb seger 3 in der nacht 
dy mawer gen der Juden gasse hynnoch gefallen und schneyder 
Peter eyn beyn entzwey geschlagen. 

Bl. 31 a- Herten Schmidt^). — Item Herten Schmidt hot 
her Frantz Schneyders son Jörg in der weynstube mit vil schmeh- 
worten angeredet, des gleichen den burgermeyster selbst, der halb 
es der burgermeyster in sitzendem rathe geclaget und inen gebeten, 
inen des ampts zu entledigen, er wolde sich der bezichtigung ent- 
pfuren; actum Dinstagen für Elizabeth*). Do ist Herten Schmidt 
mit stathafftigen bürgen vorborget worden etc., der stat nicht zu- 
weichen, sunder uff kunfftigen Sonabend sich für den rath zustellen. 
Do sich der gestalt, hot man inen heyssen hynaus entweichen und 
inen in Reichembacher thurm lossen setzen; do er sich fast geweret 
und zeter über gewalt und unrecht geschryen, auch in thurm hynab 
in aller teuffelnamen gefaren und bis an den 12. tagk donyden 
gesessen, hot man inen hynuff gesatzt; hot 14 tage gesessen und 
müssen 4 bürgen setzen, 100 schock uffzulegen und frydlich zuhalden 
mit Worten und wercken hy und anderswo, und wens eyn rath für 
gelegen sieht, sal er sich gesteilen, do wyl man clag und antwort 
hören, ader das er hat über eyn rat zeter und gewalt geschryen, 
das wyl im eyn rat zuvor behalden, wy zu stroffen mit der zeyt. 

Bl. 31^' Freyen wolle margkt. — Am Dinstage für dem 
Cristage, ader den nechsten tag noch Tome^) wart für eldesten und 
geschworen beschlossen, widerumb ein freyen wollen marckt itzlichen 
wer der sey zukeuffen zuvorgonnen. 

K emmichen. — Dy zeumeyster ^') sollen nicht mit kemmichen 
arbeyten be^^ verlust seyns handtwergks und schalcks^). 

6 tuch dy woche zuwircken und nicht mer itzlichen tuch- 
macher zugelossen, aber dy tuchmacher, wywol sy zuvor fryntlich 
dorumb gebetten, dennoch haben sy es hynder wyssen und willen 
des rats lossen abfallen und zumachen [erlaubt], wivil itzlicher 



1) iücfe im ITtanuffript. 

2) iDoI^I = !aum. 

3) vid. aucf? (Sencf^tS'irtcmonalc üoti 1519—57, 31. 104 a (Hatl^sarcf^iü). 
^) 1534, hzn 17. Hot»embcr. 

^) "(»m 22. December 1534. 

'•) zeumeyster: gezehe, geczouwe, sjeczow, getzohe = IPcbcftubl, XlJtrfftutil, 
Kiiotbe,_ (Sefd?. '^zs Cud^macber-f^aubmcrfs, Xi. £aiif. Hla^. 3b. 58, 5. 274. 

') (£s be3tet)t fid^ bics Derbot auf '^as 'Kax'bzn bcr äud?e mit jenen Drat^tfämmen, 
roeldje 3um Krämpeln ber KobmoIIe gebrandet mürben, u)eil baburd? bas Cuc^ 5u fetjr 
angegriffen wirb. 3n (Sörli^ l^atte man einft (1511) bie Cud?mad)crei fet>r nad)Iäfftg 
betrieben: sie liesszen mit den kemmichen karten, das beym schalk verboten 
were. Knotbc, ibid. 5. 278. 



Piarium bes (Sörlit^er Confiil paul Sd^ticiber. 

gewolt und gekout, und nu sy sehen, das des dinges abermols zuvil 
wird und anderer stette tuche ehr und besser vorkauift werden, 
denn dy iren, haben sy abermols gebeten, nur 6 tuch zumachen 
zuvororden; es ist in komm er genomen worden^). 

Bl. 32(1- Lorentz Frentzel, dorumb, das er in dy wache 
gegangen und dy dyner unnd wechter übel ausgericht, ist er ge- 
fenglich gesatzt und hot müssen bürgen setzen zwischen h}^ und 
Ostern zuvorkeuffen und weg zuzihen; und d}^ bürgen haben müssen 
globen bey verlust 10 schock, das Frentzel nicht widerumb für den 
rath schicken sal, alhy zu bleyben^). 

Bl. 33 C" Schuster. — Item sy halden 2 mols des jars morgen- 
sproche, dy hegen sy, wy man pfleget eyn ding zuhegen, do magk 
iderman clagen, was im noth ist, und wer wider inen gethan ader 
gehandelt. — Item ir gebrauch ist, das sy nicht mer sollen aus- 
tragen, den 13 par stiffel und sovil schu, als ufF der bangk gestehen 
mögen, und ab sy dy vorkeufFen, do bey sal es bleyben, uff das dy 
ander compen auch vorkeuffen mögen. — Item, wen eyn gerber 
ader ander kompt und claget über eynen compen, das über 2 schock 
nicht ist, so sollen dy eldesten dem schuldiger gebiten, dem gleubiger 
ausrichtiguno^ zuthun in 4 wochen ader im sal das hantwergk gelegt 
werden. — Item, vorgreyffen sich ir 2 mit werten und eynander 
scheiden, dy müssen 2 pfunt wachs ufflegen, itzunt 8 gr., so nympt 
man inen itzlichen 4 gr. 

Vorsprechin^j Melcherin [und] Schweytzers kechin 
3. post Egidii*), — Ist umb eyn balnsack zuthun; sal anstehen, 
bis der von der Freystat kompt, dem sal d}- Melcherin den sack 
halb und Schweytzers magt halb betzalen^). 

Morteyn echtiger. — Es ist eyn echtiger Guchans erschlagen 
worden zu Quitzdorff, ist dem teter ane wandel^) gewest, hot kegen 
nymant dorffen abtragen. 

Bl. 33 b' 3. noch der gemeyne wochen'') ist Gothart mit seym 
stifson vortragen, der sal im geben für das kost gelt uff Johanis 
1537 1 schock und uff Johanis 1538 aber 1 schock. 

3. noch Galli^) seyn vortragen Caspar Puschman und Peter 
Libigin, das Puschman ir sal geben in 14 tagen 6 mr. und dy andern 
6 mr. uff Weynachten, und sal seyn eyngeleget pfant zu sich nehmen. 



^) 3f^ üicllcid^t fo 311 crflärcii, ba§ 6ic übcr5ät^Itgcn (ludjc vom Hatl^e norläuftg 
mit Bcfd^Iag belegt rourben. 

2) 2InmerFüng paul Sd^neibers: „153G. Item ut supra uö' der anno 1536 ist 
geschryben, gehört hyer. das do forne ufim blathe [Bl. 28 a] geschryben. 

^) (£s „fprec^en ror", b. b. erfd^eirten r>or (Seridjt. 

*) ben 5. September 1536. 

5) 5. 5. 36 (31. 28 a). 

^) Sd^aben. 

"') bm 3. ©ctobei- 1536. 

**) ben 17. ©ctober 1536. 



40 Diarium bes (Sörli^cr ConfuI pauI Sdjncibcr. 

Dornstagen nocli Dionisii, 12. Octobris^) ist Guben aus - 
gebrant bis uff 5 heuser, das rathaus und dy kirche. 

El. 34^-^) 3- für allen heyligen tagk 1536^) ist ding ge- 
heget worden uff dy gelossene habe und guter Schwartz Joeoffs des 
furmans, der am Sontage zuvor entrunnen; uffm Montagk seyn etzliche 
komer geschehen, dy thar'*) der richter nicht annemen noch publi- 
ciren ane wyssen und wyllens des burgermeyster, welchs neulicher 
zeyt uffkomen und vormols nye gewest. 

Do dy leuthe zum burgermeyster komen und gebeten, inen 
komer zugestaten, hot er gesaget, er weide den richter beschicken, 
sy solden über 1 stunde wider zu im komen, und hot noch dem 
richter geschickt und auch gekomert; und er hot den ersten komer, 
Mats seyn sone den andern, Onoffrio den dryten und dem magister 
den 4. komer wollen haben und gesaget, dy zuvor gekomert, hetten 
nicht seyn lobe^) gehabt, dorumb weren sy unkrefftigk. 

Do man an dem Dinstage gedinget ut supra, hot der eldeste 
scheppe gesaget: Liben leute, man gan^) euch ewer komer, clage 
und recht, aber eyn rath von wegen arm und reich hot das erste 
und beste recht doran und darff nicht klagen, sunder gehet allen 
clegern und komern zuvor und hot sich zu dem gelde gehalden, 
das uff das betzalt"^) und hot dy recht uff dy besserung lossen er- 
gehen ^). 

Bl. 34t>. Uff Dinstagk für Martini^) ist Jörg Hiltman 
furgetreten und gesaget, das seyn schweher Schwartz Joeoff eyn haus 
vorkaufft und im noch erbegelt unvortaget ^^) 28 mr. schuldigk, 
vorhofft er, es solde ime und syner schwiger nymant zuvor komen, 
sunder soldes für allen schuldigern erlangen. 

Dins tagen für Martini ^^) ist myr und ürban Meltzer^^) dy 
vormundtschafft Nickel Weyses, der sunst Satler genant, noch- 
gelossenen wytfrau und irer kynder vom rath bevolhen. Doruff, 
dyweyl ir man neben Mats Sigmunden [und] Nickel Jon für Nickel 
Sigmunt gelobet, das Schon gregers kynder, des muter Nickel Sigmunt 
gehabt, 900 mr, bekomen mochten, daran sy 450 mr. erlanget und 
stehet inen noch aussen 450 mr. 



1) 1536. 

^) am ^anbt ficht im 2TTanuf!rtpt : „Schwartz Jocolf furman". 

3) ben 31. ©ctober. 

*) roagt. 

^) Erlaubnis. 

6) gönnt. 

") UnFIar. 

8) 5. 3cd?t, rt. £auf. inaq. 53b. 70. 5. 132. 

9) btn 7. rtoDcmbcr 1536. 

10) 3cbcnfaIIs (grbcgclb, bos nic^t 3U einem fpäteren Cermtne, fonbern fogletc^ 
3at)Ibar, fällig mar. 

1') am 'S.anbt ftcbt im IHanuffript : „Satleryn". 

12) ini ^atl^c fon 1535-54, wo er ftarb (Heumann's Per3.). 



Diarium bes (Sörlit^cr Confitl panl Scbticibcr. 41 

Derhalben heute 6. für Elizabeth) in der we3mstuben [ding] 
gehalden presente Johan Komerstat, Johan Wolmerstat, Paul 
Schneyder und Jeronimo Eplern und zugetragen, das dyse eyn 
zedel nachfolgende habe vortzeichent uberantworth ; sequitur cedula: 

Nickel Sigmunden wolle gewogen und geschätzt 4. post 
Kiliani^) coram judice, Daniele et magistro Eyssenmenger scabinis 
1536: 10 stucke gesponnen forder weffeP) facit 1 mr. 29 gr.; 2 stuck 
gesponnen kurwefel*) schwartz und weys durch eynander für 3V2 mr.; 
1 rohes fordertuch^) umb 3 schock minus 4 gr.; 1 verschlossen kästen 
für 1 schock; 5 körn secke uff der stange hangende; 14 stuck 
22 eilen für 25 mr. 46 gr.; mer 40 stuck I5V2 eilen für 81 mr. 20 gr.; 
(Bl. 35 a) Item mer 2 weysse fordertuch für 6 schock minus 8 gr. ; 
mer 1 silbern gurtel bey Jörgen Ruten e^^ngeleget, 5 schock wert. 
Summa alles geldes 131 mr. 

Dovon gebort Hans Sigmunden 66 V2 mr., bleibet den bürgen 
zu gute 64 mr. 24 gr. ungeverlich, auch komet den bürgen zu gute 
vom hause 100 mr , mer Nickel Sigmunden erbteyl von seyn vater 
157 mr., auch sal Hans Sigmunt eynlegen 9 mr. Summa 312 mr. 24 gr. 

über sollichs alles müssen dy bürgen zubussen 129 mr. 24 gr., 
es queme inen denn aus nachfolgendem zuhulffe: 

Nickel Sigmundt saget, das dy 2 tachter haben weg ge- 
nomen: 1 perlen krantz, 3 kreutz bendleyn, 1 geflytter^), 10 stuck 
zynnen gefesse, bey 12 feder beten, Item faste leynen gerethe"^), des 
weybes kleyder, hausrath, 2 ader 3 korschen ^), 4 rohe fordertuch, 
1 roth kleydertuch, dys haben dy sone mit den Schwestern aus- 
getragen. 

Item, dy gemeynne rede gehet, es [sey] eyn son bey leben 
[gewesen], der wos gestorben in krig. 

Bl. 35 b. Dy Satlerin saget, anfenglich sey vil dingen zur 
Weynnoldin komen, dy wüste wol, wers ir bracht und was gewest, 
aber itzunt ist es am meysten bey Jörg Virl, auch zur Kunerin ist 
eyn teyl komen. Aber das Nickel Sigmunt zum venster ausgeworffen, 
hot er lossen zu Lucas Tylen tragen und itzundt anheym genomen. 
Item, auch haben 2 sone, der eyne, der noch hy ist, und der ge- 
wandert^), 1 kästen vol ausgeleszener wolle vorschlyrt, dy lossen 
spynnen, wircken etc. und kleyder doraus lossen machen. Welchs 

*) ben 17. ttoücmber. 
2) bin 12. 3uli. 

^) ©nfc^Iaa, 5d?u§ 311 bcr feineren Cud^forte, cergl. Knottje, (Sefc^. bes Cud?» 
mac^er'^anbroerfs" in ber 0berIauft^, H. £auf. ITTag. Bb. 58, 5. 267. 

*) kor (kur) weffel (weiel) =;^ (£infcfplacj, Sc^ug 311 bem gröberem Kürtud^e, ibid. 



5. 



5) feineres Cud? ibid. 5. 268. 
5 XPobI „Kopfpu^". 

«) pel3. 

") „haben" ift hier im Illanuffript miebert^olt, 



42 Piariutn bcs (Sörli^cr cloiifiil pauI SdjJicibcr. 

alles mit komer beschwunden ^), auch inen geboten vom burger- 
meyster bevolhen, widerumb ejaiznlegen; ist aber nicht geschehen. 
Dy weyl denn dy Satlerin uff bevelh iren komer uff dy 100 mr. 
uffm hause hot^) lossen fallen und Nickel Jon bevolhen, sy in clagen 
mit eynzuzihen, und nicht geschehen, ist eyn komer, ab sy dy erben 
Mats Sigmunt in dy beclagte habe zukomen lossen. Dorumb hilde 
ichs dorfur, das s}^ eyn komer zu dem erbgelde der Schongregerin 
kynder thete, das sy das entwante wider eynbrechte, uff das d}^ arme 
witfrau an schaden bleyben und das rest, das uff sy komen wurde, 
betzalen mochte^). 



1) Der Sinn nerlangt „belegt". 

-) 'qier folgt tm tlTannffript nod} einmal „uff beveUr- mtt» bat^inter 2 2rbFür3uiigcit, 
bic id) ntdjt ent3t^crn fann, üiclleidjt „eines rats"'. 

^) gur (Erflärung biefer fdjmer üerftänblidjcit Büugfd^aftsfad^c bient Dielleid^t bic 
folgenbe 2iuseinauberfe^ung, bie idj mit ^ubilfenahme einiger (Eintragungen im über 
actorum von 1529 — 38 (Katbsard^ir) gebe: 

Hicfel IPeyfe, genannt Satler, Ufats Sigmunb unb Hicfel 3<^^" tiabeti für Zlicfcl 
Sigmunb Bürgfdjaft geleiftet bafür, ba% biefer Sc^oengregors Kinbcrn, bereu rcrftorbeue 
ITiuttcr er (ITicfel Sigmunb) 3ur ^rau gehabt l|atte, 900 fiTarf ausjablen folle, von bcnm 
fie h'ishev aber nur 450 Illar! erhalten haben. Da ZTicfel Sigmunb bie 450 HTar! nic^t 
3at^Ien fann, fo mirb ber doncurs über fein Dermögen eröffnet, b. h. feine fämmtlid^e 
l7abe mirb abgefdjä^t, mobei fidj t^erausfteüt, baj^ Hicfel Sigmunbs Vermögen nic^t 
450 irtarf beträgt, fonbern noch 129 lUarF 24 gr. an bcn 450 Hlarf fehlen, n)ofür alfo 
bie Bürgen auf3u?ommen haben. Von 'öen oben genannten 3 Bürgen finb aber in3tpifc^en 
Hicfel lüeyfe, genannt Satler, unb Utats Sigmunb geftorben (Hb. act. 1529 - 3S), fo ha% 
bereu €rben in bic 3ürgfd?aftsr>erpflid?tung eintreten muffen. 

Wie aus rerfdjiebcncn Eintragungen im üb. act. non 1529—38 t^errorgct^t, wav 
ber Bürge ITtats Sigmunb ber Pater bes ücrbürgtcti ITic!cI Sigmunb unb ZTicfel Z^fyi 
ber S(^u)icgerfohn bes Bürgen ITTats Sigmunb, alfo bes rerbürgten tticfel Sigmunbs 
Sc^roager. 

IDat^rfdjeinlic^ t>attc nun IXidd IDcyfes, bes rerftorbcnen einen Bürgen iPittmc, 
einen ^kreft auf Xlidd Sigmunbs Baus in i^öl^c ron 100 ITtarf erlangt, biefen aber auf 
Befehl bes (Seric^tes (Hafhes) muffen fallen laffcn, ba. bas Baus in bie Concursmaffc 
gcl|örte. Sie t^attc nun mol^l Zlicfcl 3*^^^^/ ^^" ^- Bürgen, beauftragt, fie in feine Klage 
mit ein3ufcfalie§en, für fie mit5u!lagen, n?as biefer aber unterlaff-cn hat, mic aus bcn (Ein= 
tragungen in lib. act. unter Judic. 3. post Cantate 1536 l^errorgct^t, benn bort hei§t 
es: „Nickel John lest viFbieten Nickel Sigmunds veterüch und muterü'ch angefelle 
vff sein erstanden recht', unb Idem „lest viFbieten etwan des ersamen Mats 
Sigmunds gelossene guter, mobiüa et immobiüa, von wegen gethaner burgschafit, 
betrefiende seines weibes veterüch angefeUe vfi sein erstanden recht". 

^^erncr legt ITTats Sigmunb, bcs ucrftorbenen Bürgen Iltats Siegmunbs Sohn, in 
Dcrtrctung "feiner (Scfc^mifter ('^nna, Dorothea, llrfula unb iians) unb" 3ugleidi für fid? 
Bcfd^lag auf ZTicfel Signumbs, feines Brubers, X^abc unb räterlicf^cs unb mütterlid^es 
(Erbthcil unb fein Bruber &ans Sigmunb flagt nod} befonbers für fid) gegen feinen 
Bruber Hicfel Sigmunb auf 66V iHarf il]m 3ugefprod;>enc (Selber (ibid. Judic. 3. post 
Trium Regum 1536 unb Judic. 3. post Rem'iniscere 1536). 

Da es ficf^ nun für bic Dormünbcr ber IDittmc ZTicfel IPevfes unb ihrer Kinber 
barum hanbelt, ihnen ben auf fie fallcnben a,heil ber verbürgten Summe 5U retten, unb 
ba r>orausfic^tli(^ bie ^rben bcs ücrftorbcncn Bürgen lllats Sigmunb ber 2Uittn?e tPcyfc 
unb ihren Kinbcrn fein llccbt auf bie beflagte liahc, fomohf ihres Daters mie ihres 
Brubers ZTicfel Sigmunb, megen unterlaffcncr Klage, einräumen mürben, fo räth paul 
Sdjncibcr als Dormunb, bie Il)itttt>e IDcyfe unb ihre Kinber follcn fid? an bas (£rbcgelb 
üon Sd?oengregors Kinbcrn halten, mit ujcldjem "Redite ift mir frcilid) unucrftänblidi. 

Ücbrigens mu§ ZTirfel Sicgmunb gegen ZTictcl 3«^^" (Scgcnflagc erhoben traben, 
bai5 it]m fein päterlid/ (5ut 3U Unred^t pon lücfel 3'^ll" pcrfomcrt fei, benn bic lliagbc 



Xnännmoes (Sörlit^cr Confiil paiil f cbiicit>er. 

Bl. 86 a. 1536. Tan tz sali ist auch in dysem jare auf der 
saltzkammer gepawet und uifgericht worden und eyn gerber hot 
zum ersten den 27. tagk Novembris doruff getantzt und hot müssen 
geben 1 schock, der wos der Montagk noch Katerine; Dinstagen 
dornoch hot dorufF getantzt Reynlich, der dyner, hot gegeben ^/2 schock. 
— Ist beschlossen, das eyn itzlicher, der doruff tantzen wyl, sal 
geben 72 schock, dovon sollen den dynern gegeben werden 6 gr., 
doch sal sollich tantz gelt Jeronimus Epler eynnemen und alle 
virteyl jar überantworten den eldesten hern^). 

Bl.36b. Spera. — Dy halbe spera an der Mönchen thurm 
ist auch in dysem jare gemacht und hot zum ersten angefangen zu- 
schlagen 14. Decembris^). 

Becken knechten byr. — Dy becken knechte pflegen alle 
jar uff dy 'We3machtheyligeii tage eyn gemeyne byr zutringken, 
doruff stroffen sy eynander, und welcher hynnoch nicht kan antzeigen, 
wo er uff dy zeyt dy zeche gehalden^), reuffen sy den und jagen 
hyn wegk. Und dorumb, das sy vil unfugs doruff treyben, ist inen 
nicht mer, denn 1 fas byr zutringken erleubet, doch das sy von 
hause zu hause betlen gehn, sollen sy abstellen, aber uff irem liant- 
werge mögen sy umb gehn; wart nicht gelosson, gingen dennoch 
betein, aber 1543 ists inen gar abschlagen und bevolhen orten byr*) 
zutringken ^). 

Satelern 1537 macht eyn kram an dy saltzkamer an 28. tage 
Decembris, denn er wos des bawmeysters eydem. 

Bl. 37 ci- 1537 Dinstages noch dem Newen jare^) ist be- 
schlossen, weme der wejmkelier und bj^rheuser vom rathe verboten 



burger Sdjöppen (Ho. 474 6er UTagbeburger Sdjöppeiifprud^e im Hathsarcbtre) ciitfdjeiDcn, 
()a§ „wen der beclagte seinen anzeigen nach wie zu rechte bestendigklich er- 
weysen und dorthuen konte, nemlich das irae der kummer durch den ko" richter 
selbst noch ordenung der ko" gerichtsbangk zu rechter ze t zu hause vnd hofe 
verkündiget und das der cleger Nickel Sigmund in eigener person für den 
kon gerichten gestanden, sein angesicht dorzu gekort, aldo gvund und Ursache 
selbst angehört, warum und aus welchen Ursachen ihme der beclagte Nickel 
John sein vaterteil dem kommer nach beclagt, dartzu er nichts geantwort vnd 
das also der beclagte totum actum in rem judicatam gebracht iiätte, des ge- 
nösse er auch billich vnd wesz er desz jedoch vÖs kegenteilsz behelö'liche recht- 
liche insage, die ihm dorwider zu gebrauchen vorgunst musz werden, erweysen 
und warmachen wirdet oder nicht, doruber ergehet alsdan weyter was recht 
ist von rechts wegen vorsiegelt mit unserem ingesiegel (geöffnet 2. post 
Scholast. 1538). 

1) »ergl. Bärtig. Scultetus ^IttTialett, Xntlid?'fd?e Bibl. 75, Bl. 106b. 

^) Die llTönd^subr t^at alfo vkl früher bic halbe Spera erhalten, als bte i^atbs= 
ut)r, tpcldje (f. Dr '^ed}t: Heber bie (Sörlitjer i\ati]t|ausuhr, Heuer (Sörli^cr 2In5ciacr 
Ho. 128, erfte Beilage 1894) am 30. ITtai 1584 mittags 1 Ut^r sum erften lUalc mdf 
ber 12theiligen geit fd?Iug. 

^j n)o er m Derlaufe bcs ^'^l?!'^^ ber ^erf>e ber Becfer (bem Becfer^Banbroerfe) 
augehört. 

'*) (Selage ber gemeiiifamcu (^edn\ 

'') Dou „al,er ir)4;) — zutruigkeii"' uacl^gctvagoii. 

'0 ^en 2. 3ö«uar. 



44 Diarium bts (Sörltt^cr Conful pdiil Scbncibcr. 

und [wird] dorinne gefunden, so sallen dy bürgen 10 schock ufFs 
rat[hau]s geben, dovon sal inen nichten widergegeben werden Ist 
es aber eyn armer, dem dy birhenser vorboten und dorinen gefunden, 
der bürge solt geben 1 schock. 

Am 14. January, der was der Sontagk noch Erhardii, hora 19, 
solt der aide Kegel eysen, wy ander fischer uffem were, so kompt 
das wasser und stost den mit eym eysscholen hynnab under das eys 
und ertrangk und der burgermeyster Jörg E-osler, der hart neben 
im stunt, kwam selb 8^) kaum dorfon^). 

Freytagen nach Cantate, 4. die May, kwam eyn sollicher 
schwerer, schneller, grosser regen, der werte bey eyner stunde infra 
15 und 16 horas, that vil schaden, reysz vil teiche auss, und ging 
in der Luntze den leuten in dy stuben, das sy heraus ilyhen musten. 
Item reys her Jörg E-osler 6 teiche aus, der schade was uff 200 fl., 
den hern 3 ader 4 uff der vyhwe^^de, zu Belmansdorff 2, zu Ebers- 
bach 2, wo es leuthe uff den wyszen ergreyfft, auch kuhe, hirten 
und ander, dy furtes weg und ertrungk vil folcks. 

Item Dinstagen noch Misericordia Domini ^) ist eym der nagel 
am forder finger abgehawen und doch das kotleyn*) unvorsert ge- 
blyben, ist ime eyne lembde geteylt worden mit rathe der eldesten hern. 

Von der Schätzung und Turcken stewer unserm hern 
dem konige^). — Hot ko©- mt. ire commissarien herap gen Budysin 
gefertiget, her Sebastian von der Weygkmol^) und her Heinrich von 
Plawen, burggraff zu Meyssen, Montagen noch Invocavit") dy haben 
begert 30000 fl. königlicher mt. zugeben (Bl. 37 b) und doneben eyn 
commission bracht, uff den Sontagk Oculi^) für s. mt. zugestehen 
anzuhören irer mt. bevelh, wider den Turcken, als haben wyr uns 
erweret, das zugeben ader ichten zuzusagen, dy weyl wyr nichten 
wüsten, was dy vorgehende lande theten ader zugesaget heten, als 
Mehern, Bemen, Schlesigeii, dorbeys den tagk geblyben. 

Uffin Sontagk Oculi^) seyn wyr laut und stette gen Prag 
komen, hot dy königliche mt. uns angenomen und bevolhen, uns 
nicht zuvorrugken, bis noch austragk der sache, mit grosser be- 
schwerung der zukunfft des Turcken und seyner mt. höchste not 
und gedrengknus ertzelende ^^). Darnoch haben dy Bemen von allen 

^) iDot^I foüicl mit „er mit 7 anbeten". 

2) üergl. Bartt^olomäus Scultetus 21nnalen, IHiltc^^cbc Bibl. 75, 31. 107 a. 

^ ben 17. 2IpriI 1537. — 3m HTanufFript ftct^t am Hanbe „lembde", baruiiter 
eine ftnger3eigenbe ^anb 9e3eid?net. 

'*) köte. kote = Juß= ancb Jfinaerfnöcfael, (Srtmm, beutfcbcö Wövtevhucb, 2lusa. 
1872, Bb. V, 5. 1885. 

5) ügl. Script, rer. Lus. N. F. 3b. IV, 5. 312 ff. 

ö) Script, rer. Lus. N. F. IV, 5. 249: Sebastian Weitmoller auf Comotau, 
unterkämmerer des kon. Ferd. 

') ben 19. Februar 1537. 

8) ben 4. märs 1537. 

») ben 4. märs 1537. 

^^) UnÜare Conftruction : einige geilen meitert^in ift ber inl^altlid? gletdje Cejt per» 
ftänblic^er ausgebrüht. 



harntm bes (Sörltt)er donful panfbofnetocr! 

ausschiisseu aller zugethaneu und eyngeleybten landen wollen wyssen, 
was dy commissarien an uns und itzliche in sunderheyt durch dy 
geschickten commissarien gesonnen, wywol sy selbst [es] wol wüsten, 
denn sy selbst commissarien gewest; ist inen angetzeiget. 

Aber man hot uns lossen stehen und gehn uffem sale alle tag, 
sam kennete nymandt unser, wol eyns, zwyr gebeten, gedult zu- 
tragen, bis sy in iren reten beschlossen und eyns wurden, als denn 
wolden sy mit uns auch handeln. — Dinstagen noch Oculi^) ist dy 
koe. mt in irer mt. gesessen und aldo allen stenden ire höchste noth 
und gedrengknus vom Turcken und graff Hansen^) vortzalt und 
begert, sich doreyn zuschicken, das s. mt. doraus enthaben mocht 
werden, hulff, rath und beystant begert. 

Domit dy geschickten aussen lande zu Lausitz nicht mussig 
gingen, sas dy königliche mt. abermols in iren stul, 6. noch Letare^), 
und forderte alleyn den adel aussem lande zu Lausitz, dy musten 
eyn recht sprechen über Wentzel von Scharrewitz^), der dy hern 
der cron zu Bemen, dy das recht sitzen, übel gescholden und vor- 
sprechen, das sy im eyn unrecht urteyl gefellet heten, der auch 
zuvor Montagen noch Letare'^) öffentlich in der stube, do man das 
recht sitzt, inen [es] under dy äugen sagete; aber er hatte dasmols 
geleyt und wart fluchtigk. Dyweyl der nicht dy hern der cron 
Bemen zu richter leyden wolde, muste unser adel richter sej^n und 
zu recht erkennen, das der billich in d}^ acht gethan und infamis 
declarirt solt werden, der denn also proclamirt wurde; was inen nu 
dovon von Wentzel von Scharrewitz entstehen mochte, w^Tt man 
sehen. 

Bl. 38 a. Aber dy Merhern haben sich bei königlicher mt. 
beclaget^ des gleichen dy Schlesiger und wyr, das wyr mit grossen 
uncosten aldo legen und wüsten nicht, woran wyr weren. Entlich 
hot uns die koe. mt. itzlichen auschus eyns itzlichen landes in 
sunderheyt beschickt und dennen ir gemuth und beger vortzalt und 
von unsz Lausitzern begert 400 pferde und 12000 fl. Do haben dy 
Lausitzer nur den tunfften teyl wollen geben und seyn von uns 
abgetreten und gesundert; do hot dy ko©. mt. von uns begert 
200 pferde und 10000 fl., haben wyr koV. mt. 100 pferde und 3000 fl. 
geboten. Aber s. mt, hots spotlich angenomen und gedaucht, dy 
von Görlitz vormochten alleyn das zuhalden. Do ist zwischen uns 
und unserm adel abermols eyn zwispalt entstanden, der adel hot 
wollen geben den dryten teyl und dy stette solden geben zweyteyl, 
aber wyr haben uns uff den newen vortragk referirt und getzogen, 



1) ben 6. märs 1537. 

2) (Sraf ^ans von gapolien, pcrgl. Script, rer. Lus. N. F. Bb. IV, 5. 98 u. 100. 

3) btn 16. Xrtärs 1537. 

^) Piellcict't bcr altabcltgen ^amilie Sd^avorvc^ von Sd^avowa \n Croppau in 
(Dcfterrcid) = 5c^lcficn aiigehörig, bic aus Böhmen unb inäbrcn bal^in fam; f. (Saubens 
2IbelsIert!on, £eip3ia 1740/ (Eb. I, S. 1494. 

h btn 12. mäi-3 1537.' 



4(3 t>tarliun bcs (^örIit5Ci- Confnl paiil 5rfjneiber. 

das sys halb und wyr halb solden geben und entlich dohjm gericlit, 
wen uffs hundert 1 fl. gegeben wurde und es dy zal unser zusage 
nicht erreichen konde, so wolden wyr uns mit inen umb den uber- 
schus vorgleichen und wyr von Görlitz wolden etwas mer thun, 
alleyn man soldes alhy zu Präge abtragen und woldens wo! 200 pferde 
und 5000 il. abgetragen haben; aber dy ander 5 stette und sunderlich 
der statschreyber von Kamenz vilen ufF dy Schätzung, das wer eyn 
gleich dingk, man solde dy Schätzung willigen, und lyssen uns nu 
der Schätzung halben; wyr wolden nicht, so wolden sy, man soldes 
begeren und truges in den adel und ander leute, das es für den 
konigk kwam; der gab uns commissarien am Palm Sonabende^j, 
dy schlugen uns zum ersten 200 pferde und 10000 fl., zum andern 
do wolden dy stete nicht, do drewet uns dy commissarien, man 
wurde mit itzlicher stat, mit itzlichem adel eyns kreyses sunderlich 
handeln und in sunderheyt wos uffiegen, d}^ uns zu schwer seyn 
wolde, ader wurde zur Schätzung komen, das eyn rath e\^ner itzlichen 
stat solde schätzen^) als ir eynkomen, statkeller, saltzkamer, zynsen, 
teychen , wysen, dorffer etc , mit dem lyssen wyr uns bis (Bl, 38 b) 
uff den palmtagk^). In mitler zeyt hot dy koe. mt. dy Schätzung 
auch in rath genomen, das es si". mt. zutreglichen wer und hot 
ursach genomen unsers zwispalt und allen ausschussen aller landen 
dy Schätzung ufferleget uffs 100 1 fl. : wurdes weniger brengen denn 
er begert, so wolt dy ko©- mt. schaden haben, wurdes aber mer 
brengen, so wol s. mt. das auch annemen, und ist der abschydt 
also allen geschickten gegeben (des alleyne dy andere unser 5 stette 
ursach seyn und iderman über sy schreyethe) mit dysem beschyde, 
das s. mt. in alle lande uff Jubilate"*) wolt s. mt. commissarien 
haben, dy Schätzung anzumuten und zuvolkomen^): ist geschehen 
am Montage noch Palmarum ^). Aber wyr begerten. das uns dy 
wale mochte nochgelossen werden, zu Schätzung, ader zu dem ersten 
beger kor. mt. zugreyffen: konde uns nit geschehen, sunder s. mt. 
sagete, dy commissarien wurden ir nicht so schwende faren'^), man 
wurdes machen, das wyrs erleyden konden. 

Item uff Jubilate^) ist der her von Plawen und Rudolff von 
Bone uff Tetschen^) gen Budissin komen und begert dy Schätzung, 
von 1000 schock 18 kleyne schock, kweme uff 100 mr. 9 schill. und 
etzliche gr., das wor uns unmöglich gewest. Ich meyne, dy stette 

1) ^tn 24. irtära 1537. 

-) am Hanbc 'bts Utanuffrtpts fielet tjier: Schau was schweres und untreglichs. 

3) hzn 25. mär3 1537. 

4) 'bzn 22. 2(pril 1537. 
^) 3u <Zni>z bringen. 

«) ^zn 26. Htärs 1537. 

") bic Commtffarien tüürbcn nicfpt 3U ftren^c 2lnforbcrunaen betreffs ber Sc^ä^ung 
fteüen. 

8) 'btn 22. ^tpril. 

9) 3n Script rer. Lus. N. F. Bb. IV, p. 317, 12 trirb er von V)ß% „Rudlofi* 
von Banaw auf Tatschen" <^zx\(xx\x\t 



IJtariitm bc? (Sörli^ci* CotifuI pani ^rfjnctbcr. 47 

liateii in mitler zeyt dy Schätzung bewogen^), was Schadens doraus 
volgete und keyn nutz, sunder eytel vorterb und unuberwyntlicher 
schade: denn wen dy koe. mt. das bekomen, hot s. mt. alwege 
gewust, was trüge, gebt itzt von 100 ß.. 2, itzt 3, itzt 4 etc. ich 
meyne, das hysse geschätzt: do wyr nicht doreyn eyn gehn wolden. 
Schhigen für dy commissarien 200 pferde und 400 buchssen schützen 
und 20 mille ii.; das hatten dy commissarien dy Schätzung über- 
schlagen, das dy Schätzung hot sollen brengen 60000 ii., so wurde 
(]yser anschlagk auch wol sovil erreichen. Mit grosser muhe, das 
man dy sache bis in 12 tagk gehandelt und dohyn bracht, das lande 
und stete solden geben 30000 11., 21 breyte Bemsche gr. ader 
24 weyse gr. Bemsche pf. (?), uff Trinitatis 10000 fl., uff Jacobi 
10000 und uff Bartolomei 10000 h. 

Bl 89 «• Solliche Schätzung ist durch vorwilligung [der] eldesten 
und geschworen am Dinstage noch Yocem Jucunditatis , 8. May, 
uffs hundert 3 schil. angeleget. Auch hot man noch eldesten und 
geschworen dy dorffhern hyneyngelossen und dyse meynung an- 
getzeiget, das sy iren pawern und underthanen sagen solden, das 
sych d}^ pawer zu den vorordenten des rats dorzuiinden solden und 
sich schätzen und geben ut supra und uff dismol dorffte^) der her 
das nicht, sunder der pawer von dem seynen dy Schätzung: wurde 
aber mangel seyn und [man] mit dem gelde dy summa geldes nicht 
erlangen, und der adel seyne muntguter auch vorstewern müssen, 
so mustens auch unser dorffhern geben. Sunsten, er sey purger, 
dorffher, hantwergsman, der sal alle seyne ligende gründe, als 
liaus, hoff, forwergk, ecker, wyszen, teichen, weide, pusche etc. vor- 
stewern, aber von farender habe, als pferde. kuhe, kese, puter, bome 
holtz^) etc. darff man itzunt uff dasmol nicht vorstewern. Das ist 
aber dorkegen, das eyn itzlicher seyn gut, sam ers betzalt hot und 
was es im wol gelden konde, unabgetzogen dy schult, vorstewern sal. 

Item der adel ist privilegirt, das er seyne muntguter als zynse 
von pawern, des gleichen seyne barschafft und kleynoten nicht vor- 
stewern darff. — Item der adel hot bevolhen, was in dreyen jaren 
gekaufft ist von guter, dy darff man nicht hocher schätzen, aber 
dy dorfur lang ader kurtz gekaufft, dy sal man nach wirden schätzen. 

Item dy Schlesiger geben ire Schätzung uff drey termynen, 
nemhch zwischen hy und Corpus Christi 8 w[eisze] gr., dornoch 
zwischen Bartolomei aber 8 w. gr. und dornoch uff Galli dy letzten 
8 w. gr., schätzen ire guter noch der alden Schätzung, was 1 mille fl. 
wert, schätzen sy umb 500 fl. und uffs hundert 24 weise gr. 

Bl. 39 b. Es ist nicht gut, das man dy leuthe alzu hoch an- 
strenget mit der Schätzung, denn es im lande zu Meyssen auch also 
geschehen; nu folget das doraus, das wer 1 mille fl. hot, mus den 
fursten eyn fusknecht halden, hot er 2 mille fl., so mus er eyn 

^) in €nüägunüi q,zj^oq,t\\. 
-) = brauchte. 
•^) 23rentibol5. 



48 Diarium bes (Sörli^er Confiil paul Sd^ncibcr. 

reysigen halden; uff dy beschwerung wyl nymandt gedencken, nur 
das wyr mit unsem guttern prangen und für dy reichsten angesehen 
[werden]; got gebe noch unserm tode gehes den nachkomligen, wy 
es wyl etc. 

Wywol uns dy commissarien zu Budissin ansagten, das in der 
krön zu Behmen beschlossen und zugesaget, von 1 mille Meyssenschen 
schock zugeben 18 kleyne schock, so ist es doch alles erlogen gewest, 
denn am Sontage Trinitatis ^) ist noch nichten angesaget, was man 
von 1 mille schock geben sal, doch ist eyn Sprichwort gemein: Leugk 
nicht ^), es gehört grosse hern an. 

Item, dy vom Lauben baten sich für dem Sontage noch nye 
geschätzt, sunder Beyer ^) sagete zur Lobau, sy wolden eyn huben- 
gelt anlegen und wolden das ander ex communi fisco geben. Item, 
[in] der Schlesigen zu Lemberg, Ja wer, Schweynitz, Hirschberg hot 
man dy Schätzung uff dy zechen geleget uiF eyne 50 11., 40 fl., 
30 il., 20 fl., 10 fl., 5 fl., dornoch sy des vormogens gewest, alleyne 
uns hot man uffs höchste angestrenget und sunderlich Wolmerstat 
etc. (?) und magister Skorler^i wolde alle guter keuffen^). Item in 
Bemen ist beschlossen under den stetten, das sy ke3^ne stewer geben 
wollen, es schaffe denn dy koe. mt. abe das brewen und handirung 
[uff dem lande], das den stetten gebort: abs sy nu dorufl' werden 
beharren, weys got. 

Denn es mus in der Schätzung eyn hundt begraben ligen, das 
etwan in dy Schätzung eyn stocken komen seyn, denn dy kamer- 
rethe schickten an dy stette umb 1 mille fl., wywol in der ersten 
Instruction und quitantz keyns abzugs^) gedacht, derhalben wyr zu 
Lobau (Bl. 40 «) beynander gewest und dem commeter '') von Brige 
gentzlich abgeschlagen, denn wen in der kamer mangel wer, so offte 
solden wyr dy erheben, wo solden wyrs dy lenge ^) nemen. Do der 
vormerckte, das wyr im nichten nochtantzen wolden, wy er pfyffe, 
suchte er eyn andern Instruction, obligacion. und quitantz, das 
solliche 1000 fl. solden an der stewer abgetzogen werden. Aber 
dyweyl dy zuvor angetzeiget, das es den reten in stetten vorkundet, 
stundes auch nicht in unser macht ^j und ist im eyn schryfftlicher 

1) bcn 27. mal 

2) ):iat wohl bcn Sinn: Dcrneinc ttic^t, tpiberfpric^ nic^t. 

3) Frantz Beyer, Statschreiber zum Laban (Script, rer. Lus. N. F. IV. 
5. 327, 3). 

^) ITtagiftcr petrus Sforler fam 1541 in ben Hatt), wav von 1557—62 Kic^ter, 
1562 Sürgermciftcr; ftarb ben 16. ^Jpril 1567 (ITcumann's Der3.). 

^) X)cr Sinn ift mobl: IV. nnb 5f. molltcn ihr Dermögcn in £anbgütcrn anicaen, 
um nicbt fo t^ot^c Steuern 3U 3al^Ien. 

^) lüobi in bem Sinne von (üorberget^enber) Cbeil3ablun$. 

'^) = <tomtl^ur. 

^) auf bie Dauer. 

ö) (£s fd?eint, ba% bie (£ommiffarien ober bie Kammerrätbc in3njifc^en ben 3U?eiten 
üorfd^lag jur (Erlanaunoi ber 1000 fl. von bcn Scitsftäbten Q>a^ bie 1000 fl. nämlid? 
von ber (Sefamnitfteuer abcjejOijen u)erben follteu, bcn Hätben ber Secbsftäbte an^e3ei9t 
batten u?ib ba% bie ^Ibaefanbten ber Stäbte angaben, tpecjen manoielnber 3"ftrw<>'tion nic^t 
barüber befc^Iie^en 3U fönnen. 



t)tarium bcs (ßörlt^cr (£onfuI pauI Sc^ncibcr. • 49 

abschydt an dy koo: mt. hynnoch gen Präge geschickt worden: dy- 
weyl der zugesagte termyn itzundt vor der handt^), so wolt man 
kurtzlich zu Praga erscheynen und den ersten termyn nyderlegen. 

Es hate auch sunderlich derselbig commissarius eyn sunderlich 
commission an meyne hern ulf 700 ü. gehabt, ist in sunderheyt 
entschuldiget worden, wy oben. Denn der commissarius sich angab, 
er wer von kamerretten abgefertiget, von denn auch dy quitantz 
abgegangen-). 

Kleynoten. Der her heupthman von Budissin treybet fast 
ulF das inventarium, dy kleynoten zu inventiren, aber meyne herren 
haben unsern heupthman angesaget, er darff nicht komen, man 
lests in keyne wege geschehen; man nemen^) in der Schlesige, als 
bey den von Breslau, dy sagen, sy haben dy in wall und gemeyner 
stat bau gestackt, und habens auch kurtz umb abgeschlagen. — 
Denn es ist eyn gi'osser underscheydt zwischen uns und dem adel; 
der adel [hat] kopffeme kelche, monstrantze und andere kleynot 
vorgult, auch kelliche von wyszmuth, zins und bley. Aber unser 
vorfaren habens gleyszam gemeyner stat für eyn schätz gesamelt; 
man neme eyn beytzeichen von den erblanden, dy sagten zu Pragau: 
(LI. 40 b) Lieben hern, wyr seyn gar ausgeschopöl, das wy[r] nichten 
haben, domit wyr uns reten konden; wolt ir uns reten, im namen 
gotes, wo nicht, w^r wollen uns nicht lossen vorderben. - — Zum 
ersten so hatte man sy geschätzt und so gefarh gefolget, das sy 
nichten mer gehabt, dornoch dy kleynot der kyrchen genomen, 
dornoch dy kleynot der burger, sovil sy zu irem tische nutzet; 
dornoch alle kleynoten: ringe, becher, gurtel etc. schawen*) etc.; 
das dy armen leute nichten mer haben; das kam alles vom adel, der 
reichet sich und der konigk wyrt arm; also wyrts uns auch gehen, 
der ewige guttige got vorkomesz^) zum besten! 

Yon der vorsamlung der gantzen gemeyne. So als der 
magister Johan Hassz^) mit seym eydem magistro Skorler bey 
5 Wochen zu Präge gewest, do denn vil vom Turgken zugehandelt, 
hot man dy gantze gemeyne, alle wirte, wirtin, hausknosse, haus- 
knossyn am Montage noch dem Newen Jarestagk, das war der 2. tag 
Januarii^), uffs rathaus vorbot, do wart dy handlung, was und wy 
es gehandelt aussem sextern ^), sovil sichs leyden wolde, für geleszen 
mit dysem beschlusz, das eyn itzlicher wirt, wirtin, hausknosz, 



^) = r\Q}:[t beporftanb. 

^; €s banbeltc ficfj üielletd^t unt ein c5cfd^cn! ron 700 fl. für bic Kammcrrätt^e, 
bas ebenfalls meg^en fcI^IeTiber 3"fti^w*^tion abgelet^nt ipurbc. 

^) mot^I: „man neme eyn bevtzeichen'' (Beifpiel) f. unten. 

4) foftbare Köcfe. 

^) !omme 3Uüor, btnbere es, 

^) üon 1509 an i'rotonotariiis, von 1519—1544, wo er am 3. 21pril ftarb, im 
Hathe, yoax 3 ÜTal Bürgermeifter (llcumann s Per3.). 

') 3'" 3^^^^^ 1538, 'i)as 'iio&i mot^I hier (jeiiieint ift, fiel ber 2. 3«iiuar auf einen 
inittrooc^, im 2»^^^ 1537 auf einen Pinstag. 

8) ein ^Ictentjeft (?). 

n. c. m. ob. Lxxi. 4 



50 i)ianum bcs (Sörli^cr donful pauI 5cf?nciber. 

hausknossin, alle seyne guter, ligende gründe und alle farende 
habe, wy dy namen hot, schätzen solt, wy er das für bar gelt 
geben wolt, und allwege von 100 schock geben 1 schock, ader von 
100 mr. 1 mr. und das für Purification. Marie sal von den in- 
wonern der stette gegeben werden. Aber dy pawersleuthe sollen 
sich zwischen hy und Purificationis schätzen, wy wyr, und vom 

1 schock unsers geldes geben 7 pf. ader 1 gr., das ist uff 100 schock, 

2 mr. 4 gr. und eyn itzlicher pawer sal seyne Schätzung halb geben 
uff Mitfaste, dy ander helffte auff Laurencii. Auch sal [man von] 
der stette Schätzung, des gleichen wy sich dy pawer geschätzt haben, 
register an den königlichen hoff mit der stette gelde fertigen, welchs 
eyne grosse beschwerung, das [dy] am ko^. hoffe unser vormogen 
wissen sollen, und so offte sy gelt haben wollen, werden sy sprechen: 
gebt sovil ader gebt von der mr. 2, 3, 4 pf. etc., do werden wyr 
sehen guten') unser zusage. 

BL 42(1' Len guter dem rath zustendigk. Als Schwartze 
zu Stangenhayn, Merten Hamcke (?) zu Koslitz, Valten Herman 
zum Newnd[orff] ist ufferleget, dyweyl sy das len pferdt nicht halden, 
sallen sy alle zins termyn 2 schock zinsen ader das len pf[erdt] 
halden; wollen sy das lenpferdt halden, sollen sy es nicht lossen 
uff dy wede gehn, auch zu keynen schedeP) gebrauchen, messig 
mugen sy es arbeyten [lassen] und als offte man dornoch schickt, 
hereyn schycken; wollen sy aber dy 2 schock alle termyn geben, 
das sal beym rat stehen, wylanges der rath nemen wyl und domit 
das lenrecht nicht übergeben haben wollen. 

Hantwerges haus zum byrhoffe 1537. Am 21. tage July, 
das war des Sonabend für Marie Magdalene, wart Nickel Hamers 
haus des tuchmachers, das Bastian Schutze g[e]kaufft, zu eym byr- 
hoffe gemacht uff 5 mertze. 

Gewanthaus. Am 19. tage Augusti ejusdem anni, das was 
am tage Sebaldi ader Kyrmes Sontage, zum. ersten uffem newen 
tantzhause ader saltzkamer hygisch und fremde gewant feyl gehabt. 
Komer. Item der her magister Johan Hasz hat eyn kommer 
gethan zu Hans Sigmunt gute; dyweyl er mit villen und schweren 
geschefften gemeyner stat beladen, den noch synnen und gen Präge 
zihen mus und nymant bestalt, der dem kommer prosequii't, wywol 
dy andern iren kommer mit clage bestettiget, ist es im doch ane 
Wandel gewest, denn er den andern Dinstagk hynnoch der clage 
auch gevolget; actum Dinstages noch Nativitatis Marie ^) 1537. 

BL 42h. Pfeyffer eyn tuchmacher worden 1538. Der 
kamsetzer in der Luntze hot eyns tuchmachers tochter gehabt, mit 
derselbigen hot er getzeuget in der ehe eyn tachter, und dy nam 
eyn blynden von Lembergk, war nicht blyndt geboren, sunder von 
wetagen in blotern der äugen blyndt worden. Was seyn vater zu 

3f* Perbum „has ftd? als g^ut crireifet:". 
^) bcrart, 'ba^ ts ßu Si^a^zxx lommt. 
^) hzn 11. September. 



t)iarium 1>es (Sörli^cr (£onful pauI Sd^ncibcr. 51 

Lembergk eyn kannengysser und liot [in lossen] lernen in der blynheyt 
ulf der geygen fidein. Ich habs gesehen, das er sich hot lossen 
füren und zu hochzeyten zum kirchgang und tantze gefidelt etc. 
Der halben inen dy tuchmacher zum hantwerge nicht wolten komen 
lossen: aber für eym rathe wart Anthonius Breslern bevolhen, inen 
zum meysterrechte zukomen lossen; geschach Dinstages noch Trium 
Regum, 8. Januarii 1538. Ist myr eyn seltzams, sy wollen so gar 
geweite leute zu meyster haben und haben doch vil unlustiges 
gesynde; wer inen [nicht] tuchtigk wer zum meyster, der solde inen 
auch billich nicht zu lernen zugelossen werden, wys uff andern 
hantwergern geschieht: wer inen nicht zum meyster recht taugk, 
den nemen sy auch nicht zu lernen uff; vor wirkt er sich, dy weyl 
[erj gesel weyse arbeyt, so ferdern sy den mit arbeyt nicht. Item 
am 23. Febraarii hot inen neben andern 3 der alt Gebier für eyn 
sitzenden rat gestalt und im ist das meyster recht zugelossen neben 
andern presente Frantz Schneyder, prothoconsule, Danieli Goritz 
pi-aesentibus seniori scabin. et camerario^). 

Cometen. 13. Januarii wart eyn f eweriger lichter strem-), 
wy eyn wysebaum zwischen dem ertrich und dem ilrmament ge- 
sehen und das dick ende gem ertreich körende; stund fast gem 
nydergang. 

Zu Brux ist eyner umb dy zeyt gesehen, eyn stern, an der 
oberspit[zen] eyn Schlacht fahn und in dem fanne 1 rot schwert, 
des gleichen auch eyn schwert zwischen zweyen spit[zen]; got sey 
uns gnedigk! 

Bl. 48a- Jörg E, Oslers^) testament. Hatte eyn testament 
gemacht in kegenwert 2 scheppen und des statschreybers noch ge- 
brauch unsers Privilegien und hot seyner tachter kyndt 1300 mr. ^) 
vormacht, denen alle jar 30 mr. zu erbegelt gegeben werden^) und 
das uffs rathaus gelegt werden und nicht des kyndes vater Hanszen 
Lyndener in seyne hende uberantwort werden [soll]; aber in der 
farenden habe hot er dem kynde nichten entwant^). Noch seym 
lotlichen abgang ist Hans Lynder für dy eldesten herren gegangen 
und gebeten, das testament nicht ins statbuch zuschreyben und in 
seyne krafft zukomen, denn seynem kynde geschege unrecht, dy 
indem Roslers kynder nemen ir erbfälle abgereydt und genossen 



*) Don Item — camerario fpätcr nad?gctragen. 

-) xoo\\\. foüiel vo\t „Streifen, Striemen". 

•*) ftarb ben 20. HoDcmbcr 1537. 

-*) Xlad} bcr 2Iuf3eidjnung im Üb. actor. viow 1529 — 38 (Hatt^sarc^iü 311 (Sörli^) 
r>om Ga post Invocavit 1538 betrug has auf ßans £in6eners Codjter fallenbe q,\:o%-- 
üäterlid?e ^£rbtt]cil nur 921 ITTarf 32 gr. 

°) 3" 3c'i^9 Höslers Ceftamente (ebenba) vocvc beftimmt tporben, 'i>a^ für feine 
(Enfeltodjter von dem erbegelt, so ime Möllerhans und Wentzel Roseler zu Holten- 
dortf schuldig bleybeii , jät^rlid? 30 IlTarf auf bem Hatbt]aufe niebergelegt werben 
foUten, bis ibr colles gro^näterlidjes €rbtt)eil beifammen märe. 

^) b. tj. aus ber fat^rcnben Babe erl^ielt bas Kinb alsbalb ben auf baffelbe fommen^ 
beu 2Intt^eil. 



52 Diarium bes <5örlt^cr (£onfuI pauI Sdjnctber. 

der, wol uff 50 bis in 60 mr., so wurde seyn kyndt kaum in 16 jaren 
inen seyn erbfal bekomen^); ab dem wol dy legittima nicht ent- 
zogen, so wer im doch das testanient alleyn in dem punct nicht 
leydlich; und doruff dy eldesten hern vil dorinnen gehandelt und 
nicht gerne gesehen, das es zu rüth'^) und zerstört und gebrachen 
solt werden. Ist entlich dohyn gehandelt, das dy andern leyblichen 
erben Jörg Eoslers itzlicher solde von seym teyle alle jar dem 
kynde zu gute geben 5 mr., uff das das kyndt seyn anteyl auch 
dester ehr bekomen möchte und wens denn also seynes zustandes 
entricht*^), solden alsdenn dy vorigen erben an das übrige erbgeld 
tretten und [was] sy zuvor heraus[ge]geben, aldo widereynnemen *) : 
wywols erstlich uff 10 mr. vorgeschlagen, aber dy erben haben sich 
des beschwert und geeussert und alle jar in gemeyne nicht mer 
wollen geben, denn 20 mr., das das kyndt alle jar 50 mr. hübe 
und das seyne in 2572^) jare bekweme. So ist das meydleyn alecyt 
4 jar alt und noch 10 jaren wers manbar und hot doreyn nicht 
willigen ir vater, er wolde sich auch mit seyn schwegern derhalben 
nicht ins recht geben, wolle auch deme kynde seyne eynsage vnder 
dysen punckt nicht übergeben^*); kwemes zu mundigen jaren und 
eyn man nem, wurde [dieser] das und andres wol wyssen anzufechten 
und seyn geburlichen teyl wyssen zufordern, dovon er öffentlich 
bedinget, betzeuget und protestirt; actum 6. vigilia Purificationis, 
1. Februar 1538, für offenem sitzende rathe. Doruff der burger- 
meyster den parteyen gesaget, man wolde (BL 43 b) das testament 
ins stat und gerichtenbuch lossen schreyben, woldes imand anfechten, 
das wer dem unvorschrenckt ; doruff Hans Lyndner widerumb seyn 
meynung repetirt und protestirt hot. 

Von eynem, der 2 Schwester genomen hot. — Es ist 
eynem eyn weyb gestorben, der hot hynnoch seynes weybes Schwester 
genomen, dorumb, dass sy ime seyne erste kynder dester vleyssiger 
ertzuge. Doreyn hot inen eyn pfaffe gefurt, vielleicht doraus, das 
Jacob 2 Schwestern gehabt, wellichs im gesetze der natur und auch 
got zulysz, das das ertreich erfüllet wurde; aber itzundt seyn wyr 



^) Don ettoa 1000 XtXaxf (Erbttjcil für jebcs Kinb betrugen bie §tnfen bei bcin 
bamals üblidjen §insfu§ von 5— 6^/o jäJ]rIid? 50—60 IlTar!, in bcffcn öenu§, tpie 
£inbener fagt, fid? bie übrigen (£rben fcbon je^t befänben, u)äl|renb [ein Kinb, aucfj wenn 
it^m [tatt 30 ITTarF jät^rlid? 60 IHar! auf bas Hatbbaus gegeben mürben, bod^ crft nad^ 
2Iblauf von ca. 16 3^^'^ßTt fein üolles gro§päterIi(^es (£rbtl^eil beifammen habe nnb alfo 
audi erft bann 3um (Senu§ ber §infen bes gefmnmten (Erbtbeils Fonime. 

'^) iDot^I „3errüttet". 

3) Sobalb aus ben 30 IViad (£rbcgelb unb bem von ben übrigen ^£rben ror« 
gefd^offcnen (Selbe bie €rbanfprüd?e feines Kinbes bef riebigt feien. 

^) follten bie übrigen (Erben 3ufanxmen folange bie 80 llIF. jäbrlid^es ^rbegelb 
von i^oltenborf bcjiel^cn, bis bas für bas Kinb Dorgefd^offene (Selb il]nen micbererftattet tuäre. 

•^) bejiet^t fid? voobi auf bie £ebensjat^re bes Kinbes. 

^0 Der Sinn ift roobl: er molle besmegen mit feinen Sc^roägcrn Feinen pro3e§ 
anfangen, aber audi fciti Kinb nidjt, burd? feine (Einmiüigung 5U bicfent punfte, vtv- 
}iflid?ten. 



liarium tics (Sörlit3er donful paul 5d)ncibcr. 

uiider dem beschrybenen gesetze, dorumb ist aus der natur wol vil 
noch gelossen, das noch dem geschrybenen rechte vorboten, exemplum, 
was eyner nicht thun magk von seyner mogenschafft, das ist im 
auch zuthun von seynes weybes mogenschafft [verboten] 35 qui de 
propinquis c. equaliter, wy das antzeiget s. 51. 3 ar|tikel] 27 In 
gloriam Domini ob reverenciam matrimonii^) ist vorboten in gevatter- 
schafft zu heureten, vil mehr sal vorboten seyn, noch seynes weybes 
tode des weybes Schwester zunemen; wen dy stürbe und wer keyn 
Schwester mer do, so neme eyner dy muter. Im evangelio iindt 
man, das eyne 7 bruder nam, aber dy sechsse lyssen nicht kynder 
hynder inen, sunder der 7. solde den somen seyns bruders erwecken; 
man iindt aber nicht im newen testament, das eyner hot 7 Schwester 
genomen. Nu wolte der dy zwu Schwestern hot genomen von dem, 
der das gut besasz, seynes weybes erbfal haben: habe ich ime aus 
der bangk uff bevel der eldesten hern dis urteyl gesprochen: Do 
Eo. Hung. Bemsche ko^. mt. zu Budissin gewest, [hot] s. mt. dyser 
Sachen gedacht und dy gantz unbillich erkant, sunder wirdigk, das 
man den uff eyn fewer legete und vorbernte, und wer der erbschafft 
nicht wirdigk. Dyweyls dy ko^- mt. unwirdigk erkant und er in 
unrechter ehe sesse, wüste man im keyne hulffe des rechten zu 
seyno anspruchen zuvorhelffen alhy in dysen ko". gerichten, dornoch 
er sich hot zu richten; actum 3. post Kyliani, 9. July 1838. 

Item der eyne nam, dy zuvor auch eyn man hatte. 
Es hys eyner zu ßeichembach Cristoff Lutzner, eyn tuchmacher, der 
nam Cristoff Donats tachter; das that sy nicht gerne, sunder mit 
Unwillen und getzwungen: der halben noch der hochtzeyt wart sy 
im gram und sprach, er thets ir zuvil, und entlyff dem, wolt nicht 
bey im seyn; wurden entlich durch den official zu Budissin ge- 
sellenden. Dornoch nam sy Blasius ^), den kretschmer zum Schaptz, 
zur ehe, wywol es vil leute, sunderlich der erbher [widerriethen]. 
Noch der hochtzeyt ward er gesatzt und dem ufferleget, er solde 
vom bischoffe eyn Indult brengen , das sy bey de elich bey eynander 
wonen mochten salva consciencia, wo^) er das (Bl. 44 (i) nicht er- 
langen mochte, solt er mit seyn weybe aus"dysem Görlitschen kreysz 
zihen und dy straff, dy im seyne erbherschafft ufferleget, auch erdulden 
und sich derselbigen vorhalden Dinstagen für Assumpcionis 1538*). 

Greger Braune sal geben Peschel Hansen uff Mittefaste 11 schil. 
und uff Johanis 11 schil., dorfur sal Hertzogk als eyn bürge hafften 
<'r\m. alle recht dinglich domit begangen 4. post Ursule 1538^). 

^) Die ht\i>tn crften (Zitate ftnb aus bcm Decietum Gratiani pars II ww'b 3tpar 
canou 3 unb 13 causa 35 quae.stio 2—3. Das britte ift offenbar aus bcr (Sloffe 3U 
Sadjfenfpicgel IlT. ^rt. 27 (^erru prof. Dr. H. Sd^roeber's in f^eibelberg gütige Utit« 
tbeilung). 

2) 3m (ßcric^ts'inemonale uon 1519-57 31. 120b (Hatt^sarc^iü) wirb er „Brofius 
Stribler" genannt unb fein (£rbt)err „Onofrius Sd^neiber". 

•'^^ hinter „wo'' [tcbt im IlTanuffript nod] „es". 

^) i)zn 13. Sluguft. ^ 

'^) t>zn 23. (Dctober. 



54 Diarium bcs (Sörli^er ConfuI paul Sd^ticibcr. 

Das eyner zur stäupe gehawen widerheyn kwam. Item 
eyner von der Horcke wart zur stauppe gehawen im 39. jare und 
auch eyn ore abgeschnyten, dorumb, der eym pferde dy zunge des 
nachten abgeschnytten. Do dy konige. mt. hy eynzugk, bat der 
konig für inen, das deme der eingang der stat widerumb zugelossen 
wart*). 

Seger. 1539 wart durch den hern magistrum Johan Hasz 
auiF allen tormen eyn seger zuschlagen [angebracht]. 

Sigert. 1541. Sonabenden noch Trium Regum''^) wart Sigerts 
son seyn anspruch, den der auf seyns vatem hausz zuhaben vor- 
meynt, das zuvor vilfeldigk vorschryben, mit rechte erstanden und 
virmol vorkaufft [war], in sitzendem rathe abgesprochen und be- 
volhen. Anders Moller und den besitzer des hauses ungeirreth zu- 
lossen, wywol dem das zuvor auch für dem rechten aberkant'^). 

Mosz den scholtzen. 1541 Sonabenden noch Conversionis 
Pauli, 29. Januarii, worden alle scholtze und kretschmer uffem lande, 
dy dem rathe zustendigk, hereyn für den rath beschiden, dyweyl 
dy gerschte zu . . .*) minus 2, 3, 4, 5 gr. im kauff wesen und das 
trengke^) 1 virtel zu 2 schock und 2 gr., auch zu 2 schock minus 
2 gr. gekaufft. Domit sy nicht vorterben, hot man für dem rathe 
den selbigen scholtzen itzlichen 1 trengkebyrmos, wy wir das hynnen 
gebrauchen, bey her Loren tz Newman^) zuholen bevolhen, und 
welcher ist den byreygen schuldigk, sals geben ader der byreygen 
magk inen komern, und wen sy [eyn] fas heym brengen, sollen sy 
das, deme das ist, ansagen. 

Bl. 44h. Auff her Ulrich Gotschen sones tachter wirtschafF[t] 
gen Frydeberg. Sontagen Dorothee'') 1541 seyn wyr zu Görlitz^) 
in goltgele kleyder, blo kappen, leybfarb[en] hüten ausgeriten hora 
. . . .^) und umb segers . . . .'^') dohyn komen und be[y] ... .^^) zu 
herbrige eyngetzogen. Im furirabe: Onoffrius Schneyder, Wolff 
Bernt, Galle Schwartz. Im andern glide in wolifspeltzen: Her 
Caspar Stertzel, Magister Schwoff heym ^^) , Jeronimus Schneyder. 

1) 5. 3ec^t, ^ürftlid^e Sefudje in (ßörli^, (Sörli^ 1893, 5. 44. 

^) paul Sd^ncibcr n>iü mohl auf beu IPibcrfprucfj bei bcr aeridjtlic^eti (Entfd^eibuna 
aufmcr!fam mad^en: bcm Sohne voax t>as fjaus redjtlicf? abcjefpvodjen, besgleidben aw&i 
bem 2lnbers IHoüer, ber es ßu Hed^te erftanbcn, m\i> feinem Scfi^'HacbfoUjer. ZTuu fragt 
es ficf?: xdzx ift eigentlid? Befi^er hts £)aufes? 

^) unbeutlidj, üieüeidjt „2 mr." 

5) f. Script, rer. Lus, Bb. I, S. 399 ff. unb 5. 423 ^inmerhing; treiigkebit-r 
= fd?n)äd?eres, einfad^es Bier. 

6) im Hatt^e von 1536 48; ftarb ben 11. ^ebruar 1555 (Zteumann's Dcr3.). 
') ben 6. ^cbruar. 

8) als ao($3eit9äfte (oergl. V>. Scultetus 21nnalcn, milid?'fd?e Bibl. Xlo. 75,fol. 116a). 
Die Braut mar 3ungfrau .'^nwa, bes ^Intonius v>. Dobfdm^ 3U 5d)abett»albe dod^ter (Hb. 
missiv. 1539-43, BI. 123a). 

ö) £ücfe im IHanuffript. 

*0) £ücfe im ITtanuffript. 

1^) £ücfe im llTanuffript. 

^^ im 5Rafl]e x>on 1540- 51, voo er am 5. 3"^ ft^i^'^ (Heumann's Der^.). 






Mänmn^ies©örlit5cr c£o)ifuI pauI Sd^neiber. 

Im drytten glide: Valentinus Hassz^), Hans Forbachs son, Hans 
orbachs bruder. Im virden glide: Heinrich. Scheutzlich, Mats 
ontzmeyster, OnofFrius Deutschans. Im funfFten: Aszmans Beyer, 
Joachim Bernt, Bastian Schützen knecht. Im sechsten: Wolff Bernts 
knecht, Caspar Bernts knecht, Joeoff Frangk, der dyner. Im sibende: 
Schonhans, marschteller^), Frantz, der dyner, Peter der marschteller. 
Zu wagen: Magister Johan Hassz, Paulus Schneyder, 4 pferde; 
Caspar Bernt, Sebastian Schutz, 3 pferde. kammerwagen mit 
cleydern und wilpert^), 4 ader 6 pferde. 

6. post Puriiicationis^) hot man im geschickt: 1 fas . . .■^), 1 fas 
Freybergisch byr, 1 lagel Reynfall^). 

Bl 45 (^' 1541. Mitwoch noch Valentini, den 16. tag Februarii, 
hot eyn erbar rath an das rathaus bey der wachen lossen hengen 
eyn lang eysern mosz, wy lang das bren und dorre holtz seyn sal, 
auch eyn kurtz eysern mos, wy lang das borne holtz '^j seyn sali, 
und uif folgenden Dornstagk ist das nochfolgende durch den böttel 
ausgeschryen worden: 

Getreyde scheffel. Eyn erbar rath lest ausraffen, gebeut 
und befilht, das eyn iderman, der do getreyde zu margkte bringt 
und vorkeuffen Avil, der sal das selbige geweren unden wy oben, 
an einigen betrugk und forteyl. Und wer im scheffel wyl gemessen 
haben, dem sals der vorkeuffer dorinnen auch messen und tuchtigk 
geweren. Wer aber das getreyde vom wagen bey entzeln scheffel 
vorkauft, der mags auch beim virtel wol auszmessen ane geverde. 
So aber eynen eyn gantzer wagen vorkaufft wirt, der sals dem 
keufer bey gantzem scheffel ausszmessen und rechtfertig geweren 
l)ev des rats straffe. 

Holtz. Und noch dem auch eyn rath vormerckt hot, das mit 
dem holtze, so zum marckte gefurt wirt, vil betrugk und forteyl 
dem gemeynen armuth zu beschwerung eyngefallen ist, sunderlich 
mit der lenge des holtzes, demselbigen aber zuvor komen hot eyn 
rath gesatzt und vorordent und dy mosse und lenge eyns itzlichen 
holtzes an das rathaus bey der wache hengen lossen mit bevelh, 
das eyn itzlicher, der do brenholtz ader derreholtz zu margkte 
brenget und vorkeujffen wil, der sal haben dy lenge des lengsten eyssern 
Stabs an der wache hangende. Item, der do bornholtz zu margkte 
und kauffe brenget, der sal haben dy lenge des andern und kurtzern 
eysern Stabes an der wache hangen[d] ; bey Verlust des holtzes und 
des raths straffe sich menniglich habe dornoch zurichten. 



') Sot^n bes Ulacjifler lob. fjalg. 

2) marftallfncd?t. 

^) nadi B. Scultetus ibid. wavm bie Spt^cn ber f^örner rergolbct. 

^) bcn 4. ^^ebrudr 1541. 
^) tnde im ITTanuffript. 

5 Kacmmcl, ZT. £auf. Iltag. Bb. 51, 5. 208, 2lnm. 262. 

'^) Was für ein Unterfd^icb 3mifdjen ben hciben ^ol^\cvicn bcftanb, ift fraglidj; 

piellcid^t htbtuttt bas (Eine 5d[?eitl|ol3, bas 2Jnbere Knüppel^ unb Kei^i9l|ol5. 



56 Diarium bes (Sörli^cr donful pauI Sd?nctber. 

Bl.45^- 1541. Eyn weyb durch den henger ausgeweyst'). 
Dinstagen noch Letare^) wart eyn weyb, gnant dy Euteanna, denn 
sy war Urban Ruttes tachter, hatte vil leute mit irem kuppeln be- 
trogen, derhalben wart sy vom henger gebunden und zurstat aus- 
geweyst; hot ir der henger 1 polnischen gr. gegeben zur zerung 
und nicht mer in dy stat zukomen, doch wurde sy sich redlich 
halden, mochte sy mit der zeyt den eyngang der stat widerumb 
erlangen. 

Tur Steher ampt vor ändert. — Es wurden stettes 2 thur- 
steher gehalden, dy musten auch wachen eyn nacht umb dy ander. 
So wart Joachim Schwartz von Sorau, des vater, her Michel Schwartz ^) 
gnant, alhy burgermeyster gewest, zum thursteher angenomen, der 
sal stetes beym burgermeyster seyn*) und mit der wache nichten 
zuthun haben, sunder der aide thursteher sal dy w^ache Vorsorgen 
und eyn nachtvoigt gnandt werden; Sonabendes noch Katerine, den 
26. Novembris, 1541. 

1542. — üff Gorlitzer kyrmes^) worden der rath zum Lauben 
und der rath zu Görlitz uneyns, dy Laubner nomen ursach Gersch- 
d[orff]s^) halben, wolden unsern leuten nit gönnen, mit Gorlitscher 
wäre über dy heyde zu faren, so woldens meyne hern mit gewalt 
schützen, das ire furleute mit der wäre, dy in dysem ma[r]ggraffen- 
thumb bleyben solde, do über dy heyde laut irer Privilegien mit 
den gutern, ut supra, faren |konden]. Der halben wolden dy Laubner 
keynen von Görlitz eynlossen und ab eyner hyneyn kw[om], als 
Hans Matern, tryben sy dy durch dy statknechte wider hynaus; 
der dingen tryben sy vil, derhalben meyne hern auch keynen Laubner 
eynlyssen. AufF unser kirmes hot eyn rath beschlossen, dy kirmes 
nicht zuhalden, dyweyl das sterben allenthalben eynrysz: dyweyl 
dy ander 4 stette schryben und boten, man wolt iren leuten gönnen 
feyl zu haben, wart inen zugeschryben, do aber dy vom Lauben 
nicht schryben, do ire leute kwomen uffm Sonabend''), fast bis in 
100 personen, wolt man keynen eynlossen, der gleichen tetten dy 
von Lauben auch den unsern. Item dy Laubner schickten ire 
dyner, auch rathhern; do dy nicht eyngelossen [wurden], erbitterte 
dy sach sich ye lenger hefftiger. 

1543. Aber Dinstagen noch Reminiscere, den 19. tag Februarii^'^j, 
warts von den andern 4 stetten zu underhandlung eyngenomen und 
gutlich vortragen: wen eyner nicht foUe ladung hette und lüde 
1 stuck 2, ader 1 centner 2 zu Gorlitschen etc. gute, so solde er 

1) t)ib. (Scric^ts-mcmoriale ron 1519 - 57, 331. 137a (Hatl^sarc^ip). 

2) btn 29. mär3. 

3) im Hati^e oon 1484—1519, voo er am 9. ^\xn\ ftarb; war 1491 ^ür^ermcifter 
(tTcumann's Dcr3.). 

'*) im inanuf!ript ftct^t t^icr nod? einmal „sal". 

^j in ber 3tDciten f^älfte \>zs ^uguft. 

^) bas Dorf £]aibe=(Sersborf ifl mot^I gemeint. 

^) jebenfalls bzn 19. ^luguft. 

^) Dienstag wad^ Reminiscere 1543 mar ber 20. ^Jebruar. 



Ptartum hcs (Sörlit3er doiiful paul Scfjnciber. 57 

über dy heyde frey haben zufaren, bette er aber balb und halb 
geladen, halb Gorlitsch (Bl. 46 a) und halb auslendisch gut, so solde ^) 
er gern Lauben zufaren schuldig seyn; wurde aber eyn furman bey 
den von Görlitz angegeben, das er nicht dy rechte strosse gefaren, 
bey uns ergryffen, sal zu Görlitz dorumb gestrafft werden: wem 
aber dy straff bleyben solde, wart nicht erkant, sonder bleb stecken. 
Als ist aller unwil und zwitracht uffgehaben, eyne stat dy ander 
zu ferdern und dy iren an iren gewerben ungehindert bleyben 
lossen etc. 

Onoffri Deutschmans noch gelossene witfrau. So als 
Onoffrius Deutschman gestorben, seyn weyb unbegabet, dorzu vil 
schulde, über dy 4 mille rtir., do trat Jörg E-eber^) und Peter Kanitz 
herfur, lyssenn dy gleubiger komern und clagen, wy sy wolden; 
sy komerte nichten und claget auch nicht und wolt alles widerumb 
heraus haben, was sy zu irem manne bracht, erstlich iren vater- 
lichen und mutterlichen anteyl und erbfall, zum andern, was sy uff 
dy wirtschafft gewandt, von der mr. bisz auffin groschen, vom gr. 
bis auffin pf., vom pfenge bis auffin heller, in summa auffs aller- 
genaweste: zum drytten, was ir in der wirtschafft wer geschanckt; 
zum virden alles, was er ir far der wirtschafft hatte geschanckt: 
zum funfften dy gerade, doruff sy magister Petrus Skorler gewe^^st 
und den eyngang gemacht^). Zu wassen mercklichem nochteyl es 
wirt gereichen, wirt mit der zeyt erfaren werden; wy denn durch 
eyn nichtigk weyb, dy Bartel Mönchen, am Dinstage noch Oculi*) 
angefangen, so sy für dem hern burgermeyster schulthalben gen 
Heinrich Vorbach vorclaget. Dy saget, sy wolt keynen schuldiger 
nichten geben, dyweyl sy nicht giobet; wolden sy [dy] gleubiger 
aussem hause haben, sy solden ir auch zuvor herausgeben, was sy 
hyneynbracht, denn weres des Offrii Deutschmans weyb recht, so 
mustes ir auch recht seyn. 

Do nun Jörg Röber merckete, das er den karn in kot het 
gefurt, nam er von der" vormundt[schafft] Urlaub, desgleichen Skorler 
zugk auch den (Bl. 46 'b) kopff aus der schlyngen und vormochten 
den licenciaten von der Sittau, das er der frawen patrocinirte. Auff 
vil underhandlung für den rathern, scheppen, auch eldesten hern 
geschach alles vorgebens, der frawen fruntschafft wolt nicht 1 pf. 
nochlossen, sonder das alles wy benumet stracks für alle gleubiger 
zuvor heraus [haben]; so wolden ir dy gleubiger nicht geben, dy^) 
sy nicht wy sy gekomert und geclaget hette, derhalben vorhofften 
sy, ir nicht zuvolgen schuldig [zu] seyn. 



^) barübcr ftct^t im HTanufcript am oberen Hanbe von Bl. 46a „1543''. 
2) (Seorg Höber (Heuber) im Hatt^e von 1539—54, voo er hzn 21. 3^""'^»^ f*^i"^ 
(ZTeumann's Der^.). 

^) unb bie Eingabe gemad^t. (?) 
^) 'i>tn 27. J^ebruar 1543. 
^) beutlid^er märe „da". 



58 Diarium bes (Sörli^er <Zon\n\ paiil Sdjiieibcr. 

Der halben ist beydeii parteyen eyn rechtstag gen Magdeburg 
zusetzen auiFm Dinstagk noch Misericord. Domini, das ist den 
10. Aprilis [1543] vorbeschiden ; hot sich vortzogen bisz uff Son- 
abendes am obende Martini'), das dy setze gesatzt und gen Magde- 
burg zuvorsprechen abgefertiget und seyn Dinstagen noch Misericord. 
Domini, den 29. Aprilis anno 1544, eroffendt; haben dy von Magde- 
burg wy folgend gesprochen: 

Hirauff sprechen wyr scheppen zu Magdeburg für recht, dyweyl 
dy beclagten gleubiger Onoffrii Deutschhansens der clagenden witwen 
nicht gestendig, das sy irem ehemanne ir angetzogen molschatz-j 
und funfftzig taler, so dy hochtzeit geste geschanckt solt haben, 
noch dy 50 "fl. mitgifft ader ir väterliche und mutterlich angefeile, 
wercklich uberantwort, zugestalt, noch eynbracht, so ist sy auch 
sollichs irem rume^) noch zurweysen, war und ausfindig zumachen 
schuldig, und wos sy des, idoch auff der gleubiger behelffliche 
widerfechtigung, erweysen wirt ader nicht, doruff ergehet nochmols 
weyter was recht ist; von rechts wegen vorsigelt mit uusern 
ingesigel. 

Bl. 47 (i- 1543. Igel Gregor schätzte seyner eider haus in der 
Neyszgasse für 900 mr. seynem geschwister und vormeynte, im 
zubleyben, aber dy jüngsten kynder nomens an und lyssens irem 
bruder, zu dem sy sich mer traw vorsahen. Der kauff wart uffs 
papir bracht und für etzlichen hern des rats vorlaudt, bewilliget 
und angenomen: dornoch gerawes den eldesten son, das ers zu 
wolfeyl geschätzt und wolt den kauff ausstossen, aber unsere hern 
woldens nicht nochgeben, muste bleyben; do traff untrew iren hern. 
.Caspar Pentzigk kauffte Paul Schulern, der Schnoptz gnant, 
seyn haus abe im weynk eller hora 1 des obendes; uffim morgen 
gerawes inen, wolt den kauff nicht halden, komen für den rath, 
wurden verbürget, itzlicher 40 schok uffzulegen, das sy gethan, hot 
der rath das gelt zur stroffe behalden und pferde dorum gekaufft, 
abs aber mit guten gewyssen hot mögen geschehen, losz ich an 
sejmen ort und Paul Schuler behilt seyn haus. 

. Jtem Merten Stentzel, eyn tuchmacher, hatte vil falscher 
bleyzeichen, domit das hantwergk dy tuch mercket; hot dy etzlichen 
vorkaufft und eyns umb 6 gr. gegeben, wart gefenglich gesatzt, 
erstlich in grutzkrom, dornoch ins honiggewelb und entlich in 
stock und am 31. Augusti mit 4 bürgen behafft und von der stat 
ewiglich vorweyst. 

Dy heupthmanschafft des Gorlitschen kreysses. Jtem 
do doctor Ulrich von Nostitz zu E-upersdorff heupthman zu Budissin 
wart und unser heupthman Mats vom Saltza zu Lynde todeshalben 



1) bcn 10. rtopember 1543. 

2) 3rautfd?aö. 

^) Um \\[xz\\ Huf 3u xoahmx, 5U ihrer Hcd^tfcrtigun^. 



Planum bes (Sörlit^er Confiil panl Scbuciber. 59 

abgingt, wolt er beyde henpthmanschafft vorwalden und alle articulos 
belehnung, libgeding hjmuber gen Budissin ziehen; des wolden in 
dy stat und dy lantschafFt nicht, gestatten und beclagten sich bey 
kor. mt. und erhildens, das das Gorlitsche furstenthumb mit eym 
eigen heupthman solde vorsehen werden, doch also, das eyn heupth- 
man zu Görlitz mochte lehn und libgedinge thun und bryfflich 
vorfassen und hy schreyben lossen, und wen der heupthman gen 
Budissin uff eyn gemeynen lanttagk zuge, solt er dy selbigen bryff'e 
mit hynuber gen Budissin uff's schlosz brengen, do solden dy bryff'e 
mit eym königlichen sigel, das koe. mt. dohyn geordent, lossen be- 
sigeln, dovon nichten solt in dy cantzlei gegeben werden und solt 
hynforder keyn heupthman weder zu Budissin noch Görlitz mit 
seym angebornen sigel ko^*. mt. regalia, als lehnsbryö", libgedinge. 
nicht macht haben zu besigeln. Dis ist uns und dem adel komerlich 
furgefallen, same wurdes den von Budissin und den von Görlitz 
nicht vortrawet; doruff" antworte der (Bl. 47^) her heupthman, ime 
were nicht entkegen, das sy sich bei ko^'. mt. auch umb eyn 
königlich sigel bemuheten, ungetzweyffelt, sy wurdens auch erlangen 
und bat, wyr wolden ime eyne person antzeigen zur heupthman- 
schafft, so wolt er inen den laut ko^'. mt. commission bestettigen. 
So wurden angetzeiget Seyffart Rabenau zum Rytschen, Caspar 
Nostitz von Rottemburgk, Nickel Tschyrnhaus von Kyslingenwalde, 
dy sich alle harte entschuldigeten und beclagten, das eyn heupth- 
man an dem dynste muste vorterben, denn inen nicht gegeben 
wurde, was inen vortzeyten gebort hette, nemliche alle rente 
Walpurgis 4 malder haber, 4 malder körn und 15 schock, des- 
gleichen uff Michaelis, und abs inen gegeben wurde, dennoch konden 
sy nicht domit zukomen; er muste selb drytte reyten und wurde 
teglich mit gesten beladen, dy muste er alle aushalden, denn 
Panewitz zum . . .•^) wer dorunter vortorben, Nadelwitz zu "Wursch-), 
das der noch seym tode über 2000 fl. schuldigk bleyb, item Cristoff 
Lottitz von Rennersdorff^) musten seyne kinder noch des tode über 
2^/2 mille fl. schuldt betzalen und hot der bischoff zur Neysse 
gethan Mats von Saltza*), wurde auch eyn mercklichs haben zu- 
geböst. 

So bleyb zur köre sitzen der heupthman von Budissin, Jörg 
Gerschdorff zur Horcke, Nickel Tschirnhaus, Hans Sigmund t Warns- 
dorff, Frantz Schneyder und Paul Schneyder von ratswegen dorzu 
vorordent, dy beschickten Seyfferten Raben au, dem wolde maus 
uff legen, aber er woldes keynes wegen thun noch annemen, weder 
uff 4 Wochen, auch nicht auff eynen tagk, er wolde seyn bruder 
und des kynder nicht [in] vorterblichen schaden füren. Jme wart 



*) itirfc im ITTanufFript. tiad? Knotige, (Sefd?. "bts Oberlauf. 2lbcls 5. 412 ujar 
?ians panncroi^ 3U Uhyft unb Kutten ron 1493-1502 ^Imtsl^auptmann von (Sörlt^. 
2) f. Knotbe, 2Ibcl 5. 376. 

^) f. Knotlje, 2IbeI S. 351; rourbe 1514 ^Imtsbauptmann von (Sörlt^. 
'*) f. Knotbc, 2IbcI 5. 4^>7 f.; nnirbe 1521 2Imtsbauptmann von (?^örli^. 



QQ Diarium t>es (Sörli^er (lonfui pauI Sdjneiber. 

vil vorheyschen, es solde an allen seyn schaden seyn, man konde 
weder mit droen und gute nichten bey im erhaldei]. Entlich 
machten wyr eyii auschusz Caspar Nostitz, Nickel Tschirnhaus, 
Warnsdorff und andere mer. dy bewilliote[n], welcher zum heupth- 
man gekoren, der soldes ane Widerrede bleyben, aufF das der konig 
ader lantvoigt, dyweyls nymandt dy heupthman schafft wolt annemen, 
nicht vorursaclit wurde, eyn frembden uffm hoff zusetzen und ^) uns 
allen schyndete und schabete etc.; also wart hora 23 Caspar Nostitz^) 
gekoren und der nams an. 

Jtem wen man eyn heupthmau im Gorltschen lande setzen 
wil, mus der rath alhy eyn eldesten hern und sunst eyn hern des 
rats dobey zuseyn vororden; derhalben worn wyr Frantz Schneyder 
und Paul Schneyder bey sollicher kure Montages noch Nativitat. 
Marie, den 10. Septembris anno 1543. 

Bl. 48 (i- Lembde. — Eyn Jungfrau wart mit 1 messer durch 
den hanttellr gestochen, wart von eldesten hern der eyne lembde 
zuteylen Dinstages vigilia Assumpcion. 1543^) gesprochen. 

1543. Balbirer. — Jtem Sontages noch Assumpcion. Marie, 
den 19. Augusti, hot der schlagk hora 16 meyster Hansen, den 
balbirer, geschlagen, das er keyn wort hot mögen reden, inen an- 
heym geschlept ist er des obendes hora 1 gestorben; mit dem seyn 
so[n] uff folgenden Montagk zu grabe gegangen, als der wider an- 
heym kwom, uffin stul gesessen und auch plötzlich gestorben; got 
sey inen allen gnedigk etc. und in die Steffani*) begrub man seyn 
weyb auch, dy schnelle umbfil und starb. 

Eyn dyrn dy schwanger gewest und gebyrt das, und 
spricht, es sey todt von ihr komen, setzen dy Juristen, sunderlich 
Gandinus^) in tractatu de maleficiis: ist das kyndt in muterleybe 
gestorben und tot zur werlde geboren, das kyndt erstarret nicht, 
sunder alle seyne giider bleyben weich, auch .ab sy das mit ge- 
trencke abgetryben; stirbets aber noch der gepurdt, so vorstarrets 
wy eyn ander totter corper, findet man denn an dem kynde eyn 
zeichen und Ursache seyns todes, so ist dy person strefflich. 

Ab Deutschhanses haus zu Reichembach mit den 
obergerichten ins stetleyn ader hereyn in dy königliche 
gerichte mit den 6 stucken^) hereyn gehorigk? Es hot sich 



1) ftatt „und" eripartct man „der". 

2) f. Knotige, Jlbcisgefd?. 5. 402; Caspar ü. rtofti^ wav von 1543-1554 2hniS' 
bauptmann 3u (Sörli^. 

3) bcn 14. Jluguft. 

*) hm 26. Dccembcr. 

^) Albertus de Gandino, ein Dr. jur., mar von (£rema unb khie um 1400 als 
<£riminalrid?tcr 311 Bologna, ^loren^ unb Siena ; man l]at von ihm tractatus criminales, 
libelluni super malefic. etc. (£r ftarb 1450 im 80. 3al^re; f. 3 öd? er, (Sclchrten-Ccricon 
£cip3ig 1750; f. aud? 5d?röbcr, Icbrbnd? bcr bcutfdjen Kcd?tsgefd?., '£eip3iüi 1889 5. 826. 

^') mord, raub, brand, deube^ notzugk, wegelag. 



Diarium bcs (Sörlit^cr tloiiful paul Scbrii 

zugetragen, das Adam Donat das hausz von Hansen von Barut^) 
gekaufft und byr dorinnen geschanckt; hot seyn son eynen dorinnen 
gehawen, das haben richter und scheppen aus Nyder-Reichembach, 
als das zu irer gemeyne gehorigk, ufi' bevelh Peter von Gersch- 
dorff-) h3'nnen den königlichen angesaget, und dem vorwundten ist 
eyne lembde zu erkandt. Doruif sich Hans v. Barut zu Dobschitz, 
des stetleyns eyn her, beym hern lantvoigte beclaget, sam tetten 
dy königlichen gerichten eyn geweidigen eyngryff inen des orts 
(Bl 48b.) seyner herligkeit zu setzen^); derhalben'^) eyn tagk den 
Montagk noch Galli, der wos der 22. tag Octobris, anno 1543. 
Seyn von ratswegen dorzu komen magister Johan Hassz, dy zeyt 
burgermeyster, Frantz Lyndner, königlicher richter und Paul Schneyder. 
Hot der her magister angehaben zu reden, wyr wüsten nicht anders, 
denn das das haus, etwan Deutschhanses gewest, in dy königlichen^) 
gehorigk, erstlich dorumb, das der aide Deutschhans für dem könig- 
lichen richter und Paul Schneydern ufi seyner letzten zeyt hot 
bekandt und ausgesaget, wo dise stelle nicht in dy königlichen 
gerichten gehorigk, wolt ers nicht also gebawet haben; zum ander 
hatte er zu seym eydem, Bischoff gnandt, gesaget: wo das haus 
dyr zuteyle wirt, soltu keyn schank halden, denn es in dy könig- 
lichen gerichte gehörig; zum drytten ist eyn inhaber des hauses 
zu eym burgermeyster des stetleyns erweit worden, ader so offte 
der den rat beschickt, haben s}^ nicht wollen in das haus zu rate 
gehen, denn es stunde in frembden gerichten, nicht zum stetleyn 
gehorigk und hot alwege ins stetleyn müssen gehen und bey eym 
im stetleyn müssen rath halden; zum virden haben sy nye wollen 
gestatten, eyn schanck aldo zu halden, auff das sy nicht be}- den 
ko". gerichten zugebrechen komen mochte[n]; zum funfften wer 
Heinrich G-ebeltzigk im garten bey den rämen von Hansen von 
Barut erschlagen^), der hot müssen bey den ko». gerichten^) abtragk 
thun, des gleichen das ganze stetleyn und alle seyne helffer; zum 
sechsten, das das grosse getzeugknus ist, se^^n komen richter und 
scheppen des dorffs Nyder-Reichembach, Petern von Gerschdorff" 
doselbst zustendig, mit seyne wüst und willen sollich getzöge dem 
kon. richter angesaget, das sy durch ir schweigen nicht in der 
kon. gerichten straff" fylen; zum sibenden gestehen der rat zu Görlitz 
den von Reichembach keyne obergerichte auch im stetleyn nicht, 
und wen inen der galgen, der uff den ko". gerichten gründe und 

1) f^aiis üon (Sersborff auf Heid^enbad? unb Döbfdjü^; feine ^rau war Urfula 
^eb. V. Cemri^; f. Knotlie ^IbelsgefA. 5. 236, 237. 

~) (Er mu§ cntiücber bcr'bei' Ktiotbc, ^{bels^efc^. 5. 200 als „älterer pctcr 
r»on (Sersborff" bezeichnete ober beffen gleid^namiger Sotjn fein. 

^) ber Sinn ift mot^I: als ob von hcn Fönial. (5erid?ten ein aen?altic^er ©nariff in 
feine (Serecf^tfanie, 3U ber ber 0rt gehöre, gefc^äti'e. 

*) 3U ergätt3en „war". 

°) seil, „gerichte". 

^) um 1531, f. Knothe, 2Ibelsgcfd?. 5. 226 unb Bl. 9a biefes Diariitms. 

"0 tnx IHanufFript hier „müssen" ipieberholt. 



62 Diarium bes cSövIi^tn- (loiifnl panl Sdjiieiber. 

boden stet und gar nicht uif der ßeichembacher ^j, und wen imandt 
uff dem wege liynaus auch under dem galgen eyn ungerichte ge- 
schehe, das hetten dy ko«. gerichten und nicht das stetleyn noch 
erbher zu straffen; zum achten gestehet inen Peter Gerschdorff gar 
nichten an den gerichten, so bald eyner mit dem rechten fusz für 
das thor tryt, des gleichen Temeritz^), vil weniger dy ko». gerichten; 
(BL 49 a-) zum newnden hetten dy von E-eichembach eyn dib für 
dem stetleyn gefangen und hetten den müssen den von Görlitz 
überantworten und bathen dy heuptleute, dy koe. mt. irer regalien 
nicht zuentsatzen, dodurch das eynkomen des hern lantvoigts ge- 
schmelert [würde]. 

Auff sollich antragen ist Hans von Barut mit Tylen Knebeln ^ j 
und dem rathe zu Reichembach für Deutschans haus in rat ge- 
gangen und fast uff' dyse meynung geredt: er wer den von Görlitz 
an dem hause, das zu ko". gerichten gehorigk, nichten gestendigk 
aus den Ursachen ■*). 

Bl.oO^i' Gerade eim' auslendischen. — Magister Wolff- 
gang Losze vom Geyer ^), der sich magister Geyer lisz nennen, 
nam dy witfrau, dy Frombterin gnant, und vormocht sy nicht, das 
sy im hette uffgegeben; in dem starb [erj. 3 virtel jar dornoch 
noch seym tode kam'"') Cristoff Lose vom Geyer in voller macht 
here seyner Schwester und auch seynes vatern bruder, der forderte 
an stat der Schwester dy gerade und zum andern dy farende habe, 
zum dryten von wegen seyns vatern, der magister Geyers bruder 
gewest, das hergewette '^j. 

Ab wol noch der stat wilkor vom manne auch gerade^) geben 
wirt denjenigen, dy in der stat zu burgerrecht sitzen, aber den 
frembden auswendigk der stat wil man dy nicht hynausgeben, 
sunderlich dy nicht von weybes personen vorfeit ^), und ab sy wol 
von weybes personen kompt, so sal doch der sy fordert, von seyner 
herschafft sigel und briffe brengen, das dy gerade bey inen den 



^) Die doiiftruction ift nid?t fortgcfe^t, mal^rfc^cinlid? 311 er3än3en: „auch gehört". 

2j 3ebenfalls eine ber 3 Brübcr l^ans, i)cinridj unb dljriftopt] ron Cemri^ 3U 
(Dclfa gcfcffcn, f. Knotige, ^ibelsgefcf;. 5. 515. 

^) Üilo Knebel mar 1537 2lbge[anbter ber ^ittauer £atibfcfjaft in präg (Script. 
rer. Lus. N. F. IV, p. 312, 25). — 3n Üb. missiv. von 1534-40, Bl. 570a ftubet 
ftc^ ein Brief (Dominica «. Michaelis 1538) an „Tiio Knebeln zu Hainewalde''. 

■*) hier brid^t im IHanuffript bie Ztufseidjnmun ah unb bas übrige Blatt ift leer. 

^) 3n Script, rer. Lus. ^, F. IV, p. 25, 14 tpirb er als „etwan Schulmeister" 
be3eid?net. 3m (Serid^ts-llTemoriale d. 1519—57, BI. 133b de dato 26. Ilorember 1539 
finbe x&i über ihn angegeben, 'öa^ er geurlaubt unu-bc unb X^ausarreft erl^ielt, „votxi er 
es mit bem prebigcr "Johannes Kittel," einem llTönd) ans pyrnc, gegen hm Hatt^ ge= 
I^alten". — (jin (Drt (Seiern ((Seirn) liegt im bairif d?en Bcj. (Srebing (0efterlev, t^ift. 
geograpt^. £ericon 5. 203j. 

^} im IlTanuffript ftebt „kaunr\ 

') üergl. lib. missiv.' 1.544-48 SI. 72a ben Brief "bts Hatl^s „an richter und 
rathe ufi'eni Geyer". 

8j f. Script, rer. Lus. Bb. I, 5. 392, 410. 

'•^j 2Zus bem ITad^Iaß 'bts lUeibes lierrül^rt. 



Diarium "i^cs (5'6ii\t^ev (£onfuI pauI Sdjneibcr. 

-n auch folge, laudt der wilkor im ersten §. der gerade und 

hergewette im 3. §^). 

Derhalben dem volmechtigen von Geyer dy grade wart gantz 
abgeschlagen und nur hergewette, denn^) dy wilkor mitbrengt, 
gegeben; denn im worden gegeben alle seyne cleyder, baret und 
bücher, so doch dy wilkor mitbrenget, nicht mer denn 1 teglichen 
rock zu folgen. 

Vor dy farende habe und alle ander zuspruche wart uff seyne 
bewilligung^) im geben 20 mr. und 3 taler für inen betzalt, dy 
magister Geyer für 1 schwartz schmo'schen"^) futer, das unden leber- 
farbe hasigke^) gefuttert wart, Wolff Bernten^). 

Auff sollichs hot Cristoff Losz von Geyer, eyn volmechtiger, 
dy Frombteryn sampt irem sone und alle ire gutter losz und lediget 
aller anspruche gesaget, wy das im statbuche Sonabendes noch 
Jnnocentium ^) vorschryben in kegenwort Paul Schneyders und Urban 
Meltzern, auch aus geheysz der eldesten hern anno 1544. 

Bl. 50b. 1544. Eynem zu Moysz mit eym Stewrisch 
messer zu kopff geschlagen. — Zu Moysz in Bergkmans hause 
Jas sy haben eyn fesleyn byr gehabt, hot Hans Wolff, eyn pastert, 
Bergmans schoffer^), das licht ausgelescht und mit der taschen den 
Mulmarcusson von Moysz uffm kopff geschlagen. In der taschen 
hot er eyn Stewrisch brotmesser gehabt und hot so hart geschlagen, 
dy clinge uff der seytten aus der taschen dem in kopff binden ge- 
schlagen, ist dy klynge abgebrochen, das dj^ schalen in der taschen 
und dy klinge wol eyns glides lang im kopffe bliben stecken; aber 
Lorentz Voyt, Rutes knecht zu Bisznitz, sol den mit dem hare 
harte dornyder geworffen haben, d^'ser als eyn nochfolger ist ent- 
loffen und das auch der mit der klinge im kopffe wy eyn straus- 
feder^) hereyn für den burgermeyster, richter und scheppen ge- 
gangen, sich beweyst, aber meyster Nickel, der balbirer, hot alleyn 
dy klinge nicht mögen herauszihen und hot meyster Michel, des 
balbirers gesel und Matzen, meyster Hanses, des balbirers son, ge- 
betten, das [sy] dem vorwunten gehalden am kopff, das meyster 
Nickel mit eyner grossen nael zang mit gantzer macht dy klyuge 
kaum hot mögen heraus zihen, doch im heraus zihen [war] dy 
klinge an der spitze gebeuget, wy dyse figur^^). Jndem ist der 



^) Stimmt mit ben §§ bcr in Script, rer. Lus. 3b. I., 5. 392, 410 abgebrurftcn 
lüiüÜir nid^t überein. 

-) ^= als, wie. 

^) (Einrrillignna. 

■*) vevai. mitteliticberbeutfdj sinoJe g,cfd)mcibig. 

■^) üertjl. bas tirolifd^e liasig glatt, "venustus; f. bic bcutfdjcn Iltunbarten von 
^romann, ü. 3at^rg. 1859, 5. 146. 

6) seil. .,sctiuldete". 

') bm 8. niärs 1544. 

^) Sc^affer = Pogt, (Sro^nec^t. 

'-*) im lllanuf!ript ift „bleiben stecken'' t^ier micberl^olt. 

^^) bie entfpredjenbc ^igur ift im UTauuffript in bcn CEejt einge5eid?net. 



64 Dtarium bcs (Sörli^er (£onful pauI Sdnieibct. 

thetter gefangen und der vorwunte gestorben ^), ist geschehen noch 
Circumcision. Domini 2) 1544, und am 23. tage Februarii neben 
im Greger Kostner, wy wol der eyn anders vorschuldet, hinder der 
Pastey zwischem E-eichembacher thore und den heldern uff der 
hohe mit dem Schwerte, das was am Fastnacht Sonabende, gericht. 
Bl. 51(1- Von 4 fi[n]sternusz des 1544. jares. Das erste 
mondes am 10. tage des Jeners. Das ander der sonne am 24. January 
hora 16, sasz ich und schreyb, do warts so finster, das ich durch 
dy brillen wol kondt gesehen zu schreyben^), was Dornstagen 
Th3'motei. Das dr\te finsternus, des mondes ander finsternus, am 

4. tage July. Das virde finsternus und des mondes dryt finsternus 
den 29. tag Decembris. 

Aber anno 1543 fing sich an umb Elizabeth) ye lenger ye 
hefftiger, noch der heyligen 3 konigo tage^) 1544 so grosse kelde^) 
was, das an vil orten dem byre wart abgegeben''), ehe dy breu 
pfannen wart weg gefurt und sunderlich am tage Agneten®) bey 
Hans Materne, aber bey [myr] nicht, denn ich am Dienstage dornoch 
hatte abgebrawet^}; item, ich hatte eyn brun ins Schusters garten, 
14 ein tiff noch gefror es 1 quer finger digk, in samma ich hatte 
keyn gmach, doreyn es nicht gefror; item das eysz uff der Neysse 
war* 1^2 ein dicke gemeynlich durchaus; item dy totengreber sagten, 
es hette 3 ein tiff, auch 4 ein tiff ins ertrich gefroren; item am 

5. des Hornungs umb vesper zeyt hub es an zuregen, desgleichen 
am 6. Febr. Mitwoch Dorotee und am 7. Februarii schneyt es eyn 
wenigk und gefror widerumb hart, uffm obend den tag umb 
vesperzeyt, regents und durch dy gantze nacht, des gleichen am 
Frey tage, 8. Febr., den 9. Febr. brach das eysz uff der Neysse, 
ging an schaden weg, 11. 12. schneyet es eyn grossen sehne und 
gefror widerumb harte, lag bisz Oculi, den 16. Marcy, und wart warm, 
kwam eyn grosz weter. 

Bl. 31 b. Rytter recht 1544. — So als Caspar Cotwitz von 
der Dyse, zu Gradis^^j in der Schlesien wonhafftig, vil von adel 
mit burgschafft vorteufft^^), das auch etzliche dorunder erblosz 
worden, haben sich auch Hans Nostitz von Ulersdorff und Cristoff 
Gerschdorff von Barut zum Pyttershayn alsz bürgen gen hern 
Baltzer von Bybersteyu zum Forst umb eyn namhafftige summa 



1) Dergl. lib. missiv. 1544-88, fol. 44b. 

2) bcn 1. 3^"iwr. 

^) wohl 3u crgän3cn „bodi ohne fic nic^t". 
^) hen 19. Horcmber. 

^) am "Eanhe hes ITTaiiuffripts ftebt „grosse kelde'-. 
"') Sä:^at>en 3ufügcn, ücrgl. jcmanb ziwas ah(^eben. 
^) bcn 21. ^'^"U'-ir- 

^) Das ^ans, wcldics pauI Scfjnciber im ^ahrt 1519 gcFauft Jtiaiie, mar ein 
Brant^of (f. (Einleitung). 

10) -= Gradesberg, Gröditzberg, f. ^efterley, gcoijr. lUörterbuc^ bes DTittelalters. 
^^) „l^ineingelcijt". 



geldes bisz in dy 2500 fi. Ungar, vorschryben und in irer vor- 
schreybung allen sclmtzwere, aller recht, auch irer erbherschafft, 
der ko". mt. schütz und rath und hulff gentzlich vorzigen und 
keyne deuttung für sy behalden, sunder alle deuttung gedachtem 
hern von Byberste}'!! eingereumet und übergeben, das der kon. mt. 
höchlich befrembdet, das das ane vorwyssen und gunst der kon. mt. 
geschehen, s. kon. mt. consensz n3^e ersucht; es soldens dy bürge 
nicht macht gehabt, also sich zuvorschreyben. 

Derhalben der heupthman von Görlitz eyn blind urteyP) zu 
Magdeburgk lossen holen und ist den bürgen zuerkant, das sy 
schuldig seyn an alle mittel und behelff lau dt irer briffe und sigel 
zuhalden und zalung zuthun, aber das ist geschehen uff eyn bericht 
des hern von Bybersteyn, der seyne geschickte dos mols auch zu 
Magdeburg gehabt. 

Dyweyls 2 ryttermessige manne belanget, hot koe. mt. eyn 
rytter recht zu bestellen und in der sachen erkennen und ergehn 
lossen, was recht ist, und dysz recht ist bestalt Mitwoch noch 
Letare, den 26. tag Marcii 1544, wy folget: 

Item es haben gesessen uffs Voigts hoffe in der grossen stuben 
12 personen aus 12 geschlechtern des^) adels ausz Oberlausitz, dy 
solden gantz unverdechtig seyn und sich in keyne bürgerliche hand- 
lung nye eyn gelossen [haben]. 

Tyle Knebel hot eyn weyssen stecken in der hand gehabt 
und [ist] marschalck gewest, das ding geheget. Nickel Tschyrnhaus 
von Kyslingswalde, Frantz von Bischoffwerde zu Ebersbacih, Her 
Jörg Bircke^) von Wilkau, (Bl. 52 ^■) Friderich Dobschitz zu Ober- 
reichembach, Haug Maxe zu Gradis*), Opitz vom Saltza zu Lichtenau, 
Hans Temmeritz zur Olse, Cristoff Beiwitz zu Beiwitz, Merten 
Kotwitz zur Nickelschmyde. Heinrich Hawitz zur Senitz, Seyffert 
Rabenau zum Rytschen. 

Hynnyden^) hot man hoffeding gehalden, dorinnen seyn dy 
scheppen gewest: Jörg Beiwitz zur Olse, Ghristoff Rabenau zum 

Ritschen, Baltzer Gerschdorff zur Leube, Heinrich ^), Rudolff 

von Bischoffwerde zur Horcke, Herman vom Saltza zu Lichtenau. 



^) ITuc^ f^errn prof. Dr. H. Sd^roeber's (l^etbclberij) mir aüticjft getnad^teu Illit' 
thcilnn^ fooiel u)ic „ungerccfjtes Hrtbeil" (ücrgl. (Srimm, Dcutfd^cs IPörtcrbud^ II, 122). 

-) 3ii)ifc^en „des" unb „adels*' ftebt tin ITIanufh-ipt ein „L", DicHeic^t 3U „Land 
■ lels" 5u crgän3cn. 

'^) ßöc^ftmabrfc^cinlid? ein lltitcjlieb ber im ^ürftentt^ume ®el5 bis 1530 anaefeffencn 
^amilie "S'xxU, nnb nid?t, ipie Hcnmann in feiner $>t\di\&iit bes Dorfes VOxita (£anf. Illaiv 
li'^öi), 5. 261) angiebt, ein Birfe üon ber Duba (nertjl. I7. Knotbe : bie Berfa d. b. Duba 
auf l7obnftetji in cErmifd? H. 2lrdjin für fäd)f (5t\ä:i. u. 2Utertl]umsfunbe ^'\>. 11. 5. 209 
^Inmert, unb pfotenbauer: ber ^Ibel bes ^iirftentl^ums O^els im IG. 3^^^*^- i" ^«^i" ^^i^' 
fd^rift f. (Sefd?. unb 2Utertbum 5d?Iefiens Bb. 21, r. 323 31nmerfung„ »eld^en beiben 
iicrren 'Ir Knotbe \\\\b pfotenbauer) id/ bie IHittbeihuicj barüber uerbanfe). 

•*) (Sröbi^, pfarrborf öftlid? üon Bauten in ber Hidjtung na&i IPeigenberg, fiel^e 
Knotbe, 21belsgefc^. 5. 588. 

•^) Unten, ujobl im (Segenfa^ 3u „in der grossen Stuben". 

") babinter £iicfe im IlTanuffript. 
n. £. m. 3b. Lxxi. 5 



ßf^ Dtarium bcs (Sörli^er (Eonfnl pani Sd^tieibcr. 

Eyn Kyntsch^) aussein Camentzische lande was herolt, dem 
lech-) der magister Johan Hasz eyn schwartze tamaske kaseP), hot 
forne nff der brüst eyn schwartzen adler uff papir gemolt und in 
der hand eyn weyssen stecken, der solt sehen, welcher im rytter 
dinge zusitzen tnglich, aber er was gar blynt; noch gehalden dinge 
ryt der herolt mit der kasel dorvon, dem muste der lantreuter noch- 
reytten bisz gen Gerschdorff und die kasel wider holen. 

Item zum anfange des rytter dinges und so offte eyn spruch 
gesprochen solt werden, des gleichen zum beschlusz des rytterdinges 
musten 2 drometer alwege blosen. 

Item beyde heuptleute von Budissin und Görlitz sassen hynyden 
under dem tischleyn, dorauff das essen [ge]setzt [wirt], wen eyn 
lantvoigt do leyt. Und wart im anfang geboten, das keyner für 
dem rytter rechte reden solde, er wer denn eyn ryttermessig man; 
zum andern solt man für dem ding fridlich mit werten und wercken 
leben etc.; zum drytten solt nymant wider keyserliche und königlich 
regalia nicht reden; zum virden solt eyn itzlicher, der für dem 
rytterrechten zu thun hette, mit gunst"^) zu und abtreten. 

Aber dy sache ist uffgeschoben bisz uff 6. noch Viti^); ists 
abermols bestalt und zu der gute und sune vortragen. 

Bl. o2^- Magister Johan Hassz todt 1544. — Magister 
Johan Hassz, das jar reg[ir]ender burgermeyster, zogk krangk gen 
Praga, war 5 wochen aussen in sere grosser kelde, kwam auch 
widerumb kräng heym, zur schwal in der schosz, an beynen und 
gantzen leib, hatte 3 doctores, 2 balbirer über im und sunst vil 
leuthe und ertzte, menner und weyber, (mich gemanet ir, wy eyner 
wolt eyn fewer leschen und güsse gebrauten weyn [hinein] ) wolt 
nicht helffen, starb unvorsehens am Dornstage noch Judica, den 
3. Aprilis, zwischen 15 und 16 hören und [ward] uff folgenden 
Frey tag begraben, dem got gnedig sey. Auffin Dinstag noch 
Palmarum, den 8. Aprilis, in sitzenden rate wart das regiment her 
Caspar Stertzeln bisz auff Egidii^) überreicht und uffgetragen mit 
zusage^) wy in der kure. 

Ungewytter und weter. — 14 tage für Pfingsten hot das 
Wetter angehaben schaden zu thun, für Debschitz in eym streich 
alles getreyde erschlagen bisz für Pyrnau. — Item am Montage in 
Pfingstheyligentagen, 2 Junii, zwischen 3 und 4 nochmittage, als 
der bischoff mit zum vogel geschossen zur Neysse, ist eyn grausam 
Wetter komen, sere ungestüme gehandelt mit donner, plitzen, hagel 
und schlosz steyne geworff[en] als kynder kopffe grosz, spitzig wy 

1) 5. Kr.othc, :ibel 5. 292 f. 

'^) KIcib. 

^) (grlaubnif^. 

5) bell 20. 3intt 1544. 

^) t>m 1. Scptbnber, 3nr jäi]rlid?eu KatbsFur. 

7) f. Hatl^sfürorbTuuiö, IX. 'iaiiy llTaoi. Bb. 48, 5.245. 



Piarinm bcs (Sörlitjcv Cotifiil paiil ?fhiic{bcr. "67 

turckische hutte, auch sunst steyne geworfFen gemeynlich als gansz 
und hunner eyer grosz; wen man doran gesclilagen, haben sy fewer 
gegeben wy eyn fewersteyn, dy nicht zurgehen ; sollich wetter im 
eym streich hot vil leute, vihe, wilt in weiden, auch vil geflogel 
erschlagen und das getreyde uffim felde zu nichte gemacht bisz 
für Opel, Paschka, Othmachau und nue vil Schadens gethan. 

Am 13. Junii ist alhy in Görlitz im mittage eyn grosz wetter, 
doch mit e^aiem kleynen wolcken komen und auff unser liben 
frawen kirchoff an der ulmen 2 este abgeryssen und eyn schlagk 
in eyns totten grab eyn loch eyner span weyt inwendig hyn und 
wider geschlagen, das mit keyner langen stangen das ende nicht 
hot mochten erreichen. 

BL 53 (^- Schyshuten haus. In dysem jar ist den buchssen 
schützen eyn schon lustig haus an der Neysse gebawet, dorinnen 
sy zum ersten mol Sontages Viti, den 15. tagk Junii, mit den 
gantzen hocken zum schyrm geschossen^), un angesehen, das es 
noch nicht gantz und gar dy böden gefertiget und auch noch nicht 
mit z igeln ausgeflochten. 

Item das jar haben meyne hern den semischen machern eyn mole 
bey den 3 raden gebawet, dorinnen sy den semisch zu richten können. 

Schule. — Am tage Michaelis, den 29. Septembris, ist der 
doctor Johan Träger als eyn superattendent und magister Joachim 
Uthman'^) (Thomas Uthmans des fleischers son, im studio durch 
Joachim Frentzel vorleget^), mit sampt dreyen baccalauren durch 
Paulum Schneyder, Peter ßytter^), Jörg ßober und magister Skorler, 
vom rathe herzu vorordent, in [die] schule gefnrt und dy schule 
widerumb, wy es in andern umbligenden stetten gehalden anzu- 
richten; item zu der schule ist geschlagen Margenams hausz und 
Paulum Schneyder und Peter Rytte[r]n zu visitatorn in dy schule 
vorordent. 

Becker. — Dywe^d dy ratsperszonen sich beclaget, das sy 
vom umbgehen das brot zu besichtigen von den beckern vil Ungunst 
erlangten etc., hot eyn erbar rath Mitwoch noch Simonis et Jude, 
29. Octob. vorordent, das dy rathern, wy dy noch den eldesten hern 
im rate sitzen, alwege 2 wochlich ader wens eyn rat bevelhe, solden 
umbgehn und das besichtigen, was inen eyn rath bevilhet den 
beckern antzusagen. 

Bl. 53 b. 1544. Den 30. Novembris, Sontags Andree, seyn 
zwene königliche commissarien mit namen Frantz Scheurich, comptor 
zum Tyntz^), und doctor Knor alhy eynkomen und noch der messze 

^) im IHanuffript ftel^t hier „worden". 

2) Schutt, 3ii^'^äu"^S'Progiramm bes (Syinnafiums, p. 16 Xtlaq,. (Scorge llthinami. 

^) mit (Selb utitcrftü^t. 

^) im Hatt^c von 1535—52, wo er am 23. Horcmbcr ftarb; 5mior mar er Cantor, 
hann Hcctor, bami Stabtfcfjreiber (Heumann's Der3 ) 

^) (Sro§=Cin3 bei ZTimptfd?, Hegierunasbe3. Breslau, Das bis 1810 Sit, einer 
inaltl^efer=(£ommenbe mar (Befd^reibuitg von Sd^lcficn Bi>. 2, Bibliotbef bcr 0berl. (Sef. 
ber 2Piffenfd?. (Spt^. V. 246, 5. 748). ^ 

5* 



(^g Dtartiim bcs (ßörli^er (üonfiil pani Sdjiiciber. 

zum burgermeyster geschickt, inen sampt den eldesten zu inen zu- 
komen; ist her Johan Komerstat. burgermeyster, Frantz Schneider, 
Caspar Stertzel und Paul Schneyder zu inen gegangen, haben sy 
commissiones und instructiones der ko". mt. ußgeleget und begert, 
dy kleynodigen aller kirchen zu inventiren, zu beschreyben und in 
vorwarung zulegen und zu besigeln. Wy wol wyr uns mit vil 
fargewanter entschuldigung das zugeschehen geweret, ist es alles 
für nichtigk bey den commissarien angesehen. Letzlich haben wyr 
dy in vollen rath bechiden und noch 24 [hora] den alden und newen 
rath vorsamelt, ime das alles furgehalden und einhellig befunden, 
uns gen der ko^^. mt. gehorsam zu vorhalden, das den commissarien 
ist angesaget worden; uffin morgen haben dy commissarien dy 
inventirung und beschreybung gethan und in rath[ause] in der 
drese kammer zwischen dy zwu thuren, als man hynunder gehet, 
vorschlossen, das besigelt; haben wyr auch doneben gesigelt und 
ist gefunden worden im silber, vorgult und unvorgult 297 72 mr. 
ungeverlich, doch Avirt das das inventarium, des copia der rat hot, 
antzeigen. 

Von Ornaten: 1 lauter gülden stuck, 1 kasel, 2 dinstrogke, 
1 korkap. 1 gülden stuck, 1 kasel, 2 dinstrock auff roten sameten 
boden; 1 rot samet kasel mit 1 perlen creutz, 2 samet korkappen. 

Zum Mönchen: 1 gülden ornat, korkappe, kasel und rocke; 
1 rot samet mit eyn perlen creutz; 14 kaseln rut, grün, braun und 
schwartz; 5 tamasken kaseln; 4 samet korkappen; 4 tamasken kor- 
kappen Silber: 45^2 mr. 4 lot. 

Bl. 55 a. 1545 von kannen. — Dynstagen noch Quasi- 
modogeniti, den 14. tag Aprilis, ist mertze uffgethan und gemacht 
worden, welch burger eyn kanne weg leydt, dyweyl er byr schenckt, 
dy sal er verlorn haben und dem rat neben eyner straff heym ge- 
fallen seyn; wurde aber eyn gast eyn kanne ane erlaubnus des wirts 
wegktragen, dy sal dem rath neben eyner sraff heym gefallen seyn, 
und der gast sal schuldig seyn, dem wirte dorzu dy kanne zu- 
betzalen. 

Wurde aber eyn gast eyn andern mit der kannen werffen 
ader schlagen, [so] sal dy kanne neben der straffe dem rath heym 
fallen und der theter sal dem wirte dy kanne dorzu betzalen. 
Wurde imandt uberkomen^), der eyn kanne mutwillig zusteche, dy 
straffe sal beym rate stehen, wy den zustraffen. 

Bl. 55b' Vom galgen. — Wywol 1524 dy tromen am galgen 
neugeleget, do her Michel Schwartz eldester her und oberster bau- 
meister war, hot müssen mit eyner zymer axt d}" ersten 3 schlege 
thun, dornoch alle zimerleute und mewerer doran arbeyten dy 
tromen legen und eynmawern, aber itzundt 1545, do her Caspar 
Stretzel eldester her und oberster baumeister was, raust er den 



^) betroffen. 



Diarium bes (Sörli^er ConfuI paul Sd^ncibcr. 

ersten hib doreyn thun, donioch alle zymerleute 2 leyttern machen; 
ist inen vom ratlie zuvortringken geben worden i fas mertzen von 
Lorentz Neuman gekauft und zum baumeister Mats Zacheris aus- 
getrungken. 



lim Scbluffo meiner Itvhext erfülle id} 6ie an$ene{?me Pflidjt, I^errn 
(2)berlel?rer Dr. 3^^^ ^^^^ f^errn 2(rd)ipar ^einrid), tpeld^e in liebens* 
ii^üröi^fter IDeife 5ur ^öröerun^ öerfelben beigetragen l)abcn^ meinen Der» 
binMid?(ten Dan! absuftatten. 



Sonnawalba 
5ur ^cit bes ^rci^i^jäl^ngeti "Krieges.') 

Poii §mtC '^Bürmer, Drcsben. 



I. -ftffgemciitcö üöcr §ta6t unb X>errfr6(ift; etile 5^tt be$ ^ne<|e$ 

Das Stäötdjen Sonneu^alöe o6er Sonmnwaibz in 6er Hieöerlauft^, 
mit 6cm 5d)Ioffe $Ieid)cn Icamens, liec^t an 6cr alten Poftftrafe Dre56en' 
Berlin, nörMid) von 6er f leinen (Slfter un6 5tt)ei IHeilen fü6Iid) pon 
Cucfau. €5 bli(ft ^mnd auf eine tpeite Per^angenl^eit, 6eren ältefte 
5d)rift6enfmäler Ms ins \3. 3^^^*^un6ert I^inaufreid^en. ^ur ^e\i, 6ie 
6em 2lusbrud?e 6es 6reifici>jäl)rigen liirieges poranging, beftan6 es, laut 
eines Per5eii)niffes''^) 6er $efamten Bür^erfd^aft von \588, auf er 6er fdjönen 
Itird^e un6 6em ftattlid^en HatEjaufe am 2Ttar!te, aus Pfarrl?aus, Diafonie, 
5d?ule, ftä6tifd}em Braul^aufe un6 9\ Bürc^erl^äufern, le^tere 5um weitaus 
größten Ceile — feit 6en bei6cn $ro0en Brän6en von \606 unb \6\0, 
U)eld^e 6ie $an5e 5ta6t pernicbteten — aus ^ol5n?er! gebaut un6 mit 
Sivoi) un6 5d^in6eln ge6ecft. Da^u !am nod} eine im X)erl?ältnis nid)t 
unbeträd^tlidje Porfta6t. Sie umfd)Iof 6en (Sottesacfer un6 6as ^ofpital^ 
ein (5aftE?aus „5um 5fd}ä!entl)ar^ 7 IDol^nf^äufer/ ^ IDin6müt?Ien un6 
eine grofe 2ln5al)I pon Sd^eunen. 5tol5 über 6as 5tä6td}en ragte gen 
nor6en 6as 5d?Iof. Sein eigentlid^er Bau, 6as 0berfd}lof, n?ar erft 
\579 — 8\ erneuert n)or6en un6 biI6ete ein ausge6el)ntes un6 ftattlid^es 
Piere^. Unmittelbar um feine ®run6mauern flutete ein H) äff ergraben; 
eine ^ugbrüife füt^rte über il^n l)inrt)eg in 6en tiefer gelegenen Sd}Iof{?of, 
6er an feiner n?eftlid)en Seite von 6en Ställen, an feiner öftlid^en aber pon 
6em 3eugl}aufe eingeral^mt n?ar6. Die untere Querfeite 6es Sd^Iofl^ofes 
nal^m ein 6rittes ®ebäu6e, 6as ,, Unter fd^Iof", ein, n?eld}es als Beamten^ 



^) Der Pcrfaffer roilicgcuber 2trbeit benu^te auger ^meien alten Kirchenbüchern 
— aus einem berfelben hatte fc^on Superintenbent getjme aefcfjöpft, als er im Z'^k^^ 
m\ fein Büd} „bie ^Einäfdjcrung unb ^innai^me 5onnen?älbes burc^ bie Sc^toeben" 
herausgab — noc^ bas Sd^Ioj^arc^ir ^cs i^errn (Srafen 3U 5olms'5onncnn)albe, bas 
l7auptftaatsard?ir) 3U Dresben unb bas Hecjierungsarc^ir» 5U ^ratiFfurt a. 0., unb er 
giebt fidj ber X^offnung hin, einen bcfct?cibenen Sauftein 5U einer (Sefcbicfjte bcs breigig» 
jäl)rigen Krieges in ber ZTieberlauft^ liefern jU bürfcn. 

-) 5cf?Iof)arci?iü. Der3eic^nis ber gan3en Bürgerfci^aft unb il^res 0pfergelbes. 



>o^nct^al^c ^^m ^Jei^cs t>rcitstoiiäbriaen Krieges. 

nnb (Scricbtsf^aus Monte xxnb in feinen Ci5eu^ölben bas Derlie^ bavq,. Hed^ts 
un6 Itnfs lel^nte fid? an bas llnterfd^Io^^ 6er IDaü, 6er, von beträd^tltd^er 
I)öbe un6 Brette un6 mit CDbftbämnen beftan6en, alle übrigen genannten 
05ebäu6e um^oa. 2(n feinem ^fuj^e ftan6 6ie ^TTauer, 6ie in (£ntfernun*^en 
von 70 bis \00 3d)ritt 6urd) ftarfe Kon6eIl5 befeftio,t ir>ar. Tliks um= 
fd}lo0 ein 5ir>eiter IPaffercjraben. — Quer öurd^s llnterfd^Iof fül^rte in 
breiter un6 über r>ier5ic^ 5d)ritt tiefer IPöIbunc^ 6er einsig^e Pm-d^o^ana 5ur 
fta6t, mit 6iefer x^erbun6en 6urd? eine (jemalti^e, 6en Sd^lofosraben über^ 
fpannen6e ^uo»brücfe. Pie 5ta6t ibrerfeits mar aleid^eraunfe ftarf befefticjt, 
UHir 6urdj 6oppeIte (5räben, 6eren äußerer über 6rei|i(3 (£IIen Breite l?atte, 
6urd) IPall un6 ^ITauer ein<5ebe$t, un6 an 6er le^teren ragten ebenfalls 
ftarfe IParttürme auf. 2tller6ings ipar 6er innere Kraben in 6er 5tt)eiten 
i^iilfte 6es \6. 3al^rl)un6erts 5um Ceil perfd^üttet ir)or6en, un6 auf feinem 
ehemaligen ^run6e mar 6ie I^inter^jaffe 6er Siabi cni\tanbcn. ^n 6er 
3ta6tbefefti^un$ laa nad} 0ften 6as Cucfauer un6 nad) 5ü6en 6as Kird)' 
l)ainer ^l)or, 6eren tri)orl)äufer bei6e in 5^^*^^^'^^^5^'^t*^'^ ^^^^ Kornfpeid^er 
6ienten un6 r>on 6enen grofe l)öl5erne (gugbrücfen ron 36 (£llen Breite 
ins freie €an6 fül^rten.^j 3^"f^^^^ ^^^ *Kird)l?ainer Ct?ores lag 6ie fd^on 
ermdl^nte Porfta6t. 

2tuf furfürftlid} fäd^ftfd^en Befel^l — 6enn 5onncu)al6e wax fädjfifd^es 
2(fterlel)en — u->ar6 aud) l^ier in 6en legten Cagen 6es 0ftobers un6 
2(nfang Horember \6\7 6ie l)un6ertjäl?ri«.3e n)ie6er!el)r 6er Heformation 
6urd^ ein c^rofes 6reitägioies ^eft mit Panfgottes6ienft un6 2lben6mal?l 
c3ef eiert. 

IPol^l sogen fd^on 6amals in Böl^men 6ie finfter 6rol?en6en Remitier- 
molfen l).erauf, 6ie 6ie erften t)er!ün6er 6es nal?en6en, fo unl)eilpollen 
Krieges waren. Tibcv man lebte in 6en meiften 0rten nod? in roller 
rorgloftgfeit. ^reilid] fd^mirrten €r5äblungen von göttlid^en Strafgerid^ten 
von lUunb 5U 2nun6e. So ging and} in 5onneu'>al6e 6ie He6e r>on 6em 
furd}tbar jähen Untergange 6er Sta6t piürs — „in 6er ®emein6e Drei^ 
pün6ten am Pegel gelegen" — 6ie mit \500 Seelen r>on einem gemaltigen 
Bergfturse begraben rDur6e, un6 auf 6eren Crümmerftätte fxd} tiefernfte 
IDorte göttli d}en gorns un6 göttlid^er ^TTal^nung gefdjrieben fan6en^). 
€benfo erfüllte 6er „fd}recflid)e" Komet ^), 6er im Hoüember \6\8 im 
^eid^en 6es Skorpions erfd^ien un6 6effen Sd^ein, mie man fid? fpäter 
er^äl^lte, 6rei^ig ^age mäl^rte, 6ie (5emüter mit ^urd^t un6 Bangnis. — 
(£in Krieg fd}ien fo 6en 2lbergläubif d^en rerfün6et, un6 er ftellte bal6 
genug fid} ein; aber nieman6 al^nte nod? 6as €len6, 6en entfe^lid]en 
jaTumer, 6en er über Sonnett?al6e un6 mit il^m über 6ie gansen 6eutfd]en 
Saue bringen follte, 6te er um ein üolles 3^^^^i^i"^^'^'^ ^^^'^*^' geiftigen 
un6 mirtfd^aftlid^en (Entmicfelung betrog. Ilnfer C^ronift, 6er „treufleifige" 
Sd)ulmeifter Cfdjeppelius , berid^tet r>om 2lusbrud) 6er ^ein6feligfeiten in 
Böl?men mte üon etmas meltenfern 2tbliegen6en , 6aDon pielleid^t einmal 

^) 5(^Io§arcf?ir. StraReiibau 180^. 

2) TXadi bein Batibbud? bor (Seograpbic von Daniel III, 5. ^\, begrub ber donto 
^618 ^en A^Iecfen plürs. 

^) Pgl. Koc^, Zieue £außni^=Böi^m= unb Sd^Iefifc^c <£t^roni!a 5. \2^. 



72 Sonnetoalbe 3itr gctt bes brei^tgjät^rigcn Krieges. 

eine Kimöe, §oir>ig aber nid^t niol^r, herüber in bk c^emol^ntc Stille 6os 
2ii{iaq,sUbcns örin^t. 

Der öamalic^e Beft^er 6er ^errfdjaft Sonmwalbc wav ®raf ^einrid? 
IPilf^elm 511 Sohns, ^err 511 IlTürtsenberc^, It)iI6enfel5 im6 Sonnenir>aI6e. 
(£r hatte von feinem Detter ^rieörid) 2IIbert ^raf 5U Sohns, 6em f)errn 
von Sonnenmalbe, Poud?, Barutb un6 XPilöenfels obi$e (Süter im 3^^^*-' 
^6^5 geerbt, un6 5tr>ar im Derein mit feinen Brüöern (Sraf ^rieörid) 5U 
Kö6ell?eim un6 ^raf 3<^^^^^ (Seorg, foipie feinem Heffen, 6em (5rafen 
2tlbred)t 0tto 5U Caubad}^). 

(Sraf ^einrid? IPill^elm hatte fd^on 5U (Sunften 6er proteftantifd)en 
Sad^e in 6en Icie6erlan6en — 5. B. \60\ bei Icienport, erft \S 3al)re aÜ^) 
— $eMmpft. Dort E^atte aud) 6er fünftige Gemahl feiner Sd^rüefter Sopl^ie, 
6er rrtarfgraf 3*^^^^^^ (£rnft von Bran6enburg, im ^eI6e geftan6en, an 
6effen ^ofe 511 (Dno^bad} (5raf i^einrid) IDill^ehn fxd} fpäter als Bran6en'- 
burgifd^er (Sel7eimer Hat, ®bermarfd)all un6 0brift aufl?ielt. (£r mar 
ein ftreitbarer ^err, 6er fid? aud? in perfd)ie6enen Hitterfpielen ausge5eid?net 
I}atte, fo in 6em Curniere un6 Hingelrennen 5U (£{)ren 6er Dermäf^Iung 
5rie6rid) V. pon 6er Pfal5. — 3^11 Hopember \6\6 hielt er feinen feier= 
Ixd^cn (£in5ug in SonnetpaI6e un6 reft6ierte alll^ier bis 5um 2(usbrud}e 6es 
l{rieges; in6es heg er feine ^errfd^aft r»on feinem f^auptmann ^einrid) 
pon Hifdjipi^, 6em 6er Sd)öffer un6 6er Kornfd^reiber als gräfhd^e Beamte 
5ur Seite ftan6en, perinahen. €r felbft bot feine Dienfte feinem £el)nsl?errn, 
Km-fürft 3^^^^" (Beorg von Sad^fen, an. Dod) 6a fte 6iefer nid^t be= 
6urfte, trat er mit feiner Betpilhgung in böhmifd)e Dienfte^) un6 begab 
fxd} im 2lnfange 6es 3^^^^^ \^\9 ^^f ^^^ Kriegsfd^aupla^ naö:} Böl)men. 
2im \9. 2när5^) festen il)n 6ie bepoIhnäd)hgten Direktoren un6* £an6räte 
aller 6rei epangehfd^en £)errenftän6e Böhmens 5um 0briften ein mit 6em 
auftrage, für porläufig 6rei ZHonate 500 6eutfd)e Heiter in fünf Kom= 
pagnien 511 rperben, 5um Sd}u^e 6es epangehfd^en Glaubens im6 gegen 
6en Hepers „nid?ts 5um Sd)a6en 6er Krone Böl^eim"^). 2lm 4. Hopember 
6esfelben 3^J?f es fin6en u^ir 6en trafen unter 6en nie6erlauft^er 2lbgeor6neten 
6er Königsfrönung ^rie6rid} V. in Prag beiiPohnen6, un6 teilnefjmen6 an 
6en 6afelbft ftattfin6en6en Beratungen 6es 6eneraIIan6tages. f}ier anir6e 
er Pon Cl)riftiaji 5U 2lnhah, 6em neugeu^äl^Üen Q)berfeI6E}errn 6er gefamten 
bewaffneten 27Tad?t 5um I^aupte 6er £an6esbeipaffnung 6er I(ie6erlaufi^ 
unter 6em Citel (5eneral = (2)berftheutenant Porgefd}Iagen, un6 pom Könige 
auf Porfd^lag 6er Stän6e 5um neuen £an6pogt 6er Hie6erlaufi^ an Stelle 
6es faifertreuen (Srafen ^einrid) 2(nfelm pom promni^ ernannt^). 



1) £}ptfi=2lrcb. Dvcshm. Sohns I. 

2) Hubolpt] (Sraf 3U 5oIins=£aubad?: (Sefcf^ic^tc bes (Srafen= u. ;^ürftcnt]aufcs Solms. 

3) f^ptft.=2Ird?. Dresbeii. £oc. %5\. 2hibvcs Bud), Hieberlauft^ev Scid^en, ,fol. \\8, 
iiiib 'ioc. 9180. ^ünfunbi»icr3i^ftcs Bucf?, llnrul^c in Böhmen, ^ol. {/{fi. 

**) Heuen Stils, mie and} bei allen folgcnben Daten. 

■') i7ptft.=2lrd?. Dresben. £oc. 92'^3, (ßraf rPilbcIms Befteüiuia, ^ol. \62, \85 unb 
£oc. 9129 Kricgsbeftellnnaen ^618, ;^oI. H62. 

^0 Vq,l 2Tcnniann, Dcifnc^ einer (5efd?i(f?te bcr Hiebcrlaufi^ifd^en SCanbroigtc, 
5. 567, unb IPorbs luv. Lus. int. ZTo. H'^96. 



?c>i!TicnmIbc ^it^^enbc^ brcifiiaiälniacn Krtcacs. 

2hn 28. Po50]nl\T fcbrt er aus 3öl?nicn l)oiin, l^ält feinen €in5U0i 

nnemalöe, un6 fül^rt am 5. 3^^'-i<^i' ii^^^ ^^^^^ ^- ^^^bruar ^620 bcn 
Porftfe auf 5eni €an^tao;e in £übiKn^ von ipeldjem bas allc^eineine Pefenftons= 
u\Tf öer Caufits befd)Ioffen un6 (Sraf I^einrid) tDilt^elni auf Befd)Iug 6er 
5tän6e 5U]n (öenerallieutenant 6er ITie6erIaufi^er Cruppen 6efinitip ernannt 
u>ur6e^). Da Konica ^rie6rid) feine 2tbfid}t, nad} £i\bhcn 5ur l7uI6io>uncs 
5U foninien, nid]t ausfül^ren fonnte, fon6ern von Breslau über (Sörlit^ 
infolge 6er llnrul^en nad) Böl)inen fo^Ieid} n?ie6er 5urü^fel)rte, fo reiften 
abc3efan6te Käte ant \^. ITtär^ 6ortI)in an feiner Statt 5ur 2tbnal)rne 6er 
l7ul6io;mu3^). Diefelben faiuen 6rei Cac^e fpäter init ^raf l7einrid] XDilbelni 
nad} 5onneu">aI6e un6 ipur6en mit 6e]n Bonner 6er c^rogen ©efdjü^e un6 
mit ^reu6enfd^üffen empf anc^en. 

3n 6en foL3en6en lüodjen reifte 6er ^rgf nad} Öttingen, wo feine 
l7od)5eit mit ^Haria 2na$6alena Gräfin von Öttin^en ftattfan6, un6 am 
19. ^Hai 50^ er mit feiner jungen (Semablin in 5onneipaI6e ein. Pie 
Bürc^er uxirteten mit ihren beften 0ber^ un6 Untert^eipeliren auf, brannten 
tapfer 6ie ZTTusfeten los, fd)ir>ang,en 6ie ^a\:}ncn, un6 6ie groben Stücfe 
liefen ftd) ftattlicb I^ören. 5d}on fünf ^aq^e fpäter aber cerlief 6er ^raf 
feine ^emal^Iin, um ins böbmifdie ^eI6Ia$er 5U o^el}en. — 2lnd} aus 6er 
5onneipaI6er Bür$erfd)aft muf ten 5el)n IHann un6 einer aus 6er Porfta6t 
6en 0rt Perlaffen, un6 infolae 6es äufcjebots für 6as allgemeine Defenftons^ 
uxa*f am 29. 21Tai in Cübben eintreffen, ausvjerüftet mit 0ber= un6 Untere 
aen^el^r un6 in „rote Höcflein ^efleiSet." 

Bis 6abin l)atte 5onneiPaI6e nod^ nid)t piel von 6en Kriec^sunrul^en 
erlebt, aufer etuxi, 6af 6er 6orticse ^tmtsperipalter :(00 Sd^effel Korn als 
Diftualien für 6ie eno»Iifd)en 5oI6aten nadf 'Oxbbcn liefern mufte^); bal6 
aber follte aud^ 6urd) unfer 5tä6td)en 6er Sturm 6es Krieges braufen. 

Sd)on am 22. itpril \620 Ijatk Kaifer ^er6inan6 pon tPien aus ein 
anfel)nlid)es Sd^reiben*) an 6ie (feinmol^ner 6er Hie6erlaufi^ $efan6t, in 
ipeld^em er fte 5um ^el^orfam ermaf^nte, un6 il^nen anfün6ig»te, 6af er 
Ixurfürft 3<^^?^'t^ ^eorc^ pon Sad^fen 5U feinem liommiffar ernannt I^abe, 
6er 6ie ®el)orfamen fd^ü^en, g^co^m 6ie Gebellen aber mit allen 5i^^^^^^^3^' 
mafreaeln l?an6eln folle. Die I)rol)ung> follte ftd} bal6 perunrflid7en. 2lus 
6em eroberten Bauten fd)ic!te 3o^?^^nn ~^eorcs am l4. (Dhobcv ein Sdireiben 
an 6ie Stän6e 6er HieSerlauftt^, laut tpeld^em fte ftd? binnen 6rei Cac^en 
erfldren follten, ob fie ftd) unteruxn-fen sollten 06er nidit. (Sleid)5eitic> 
traf ein Sd^reiben an 6en Sonneu^al6er i7auptmann l7einrid) pon Icifc^unt^ 
ein, in ipeld)em il)m befolgten rpar6, 6as ^aus Sonneu:>al6e 6en furfürft- 
lidjen Sol6aten ol^ne „Difficulte" 5U überc^eben un6 ibnen jur Derte.i6ic3uncs 
6es Zlfterlel^ens ^an6reid^unc3 5U tl^un^"^). 



^) Heg.=^rd?. ^ratiffuvt. 2(IIcrb. (£rtr. von SoniiciDalbe \6T)f^, Ho. %^6. 

-) Wovhs, luv. Las. int. ZTo. \rA)^. Vci\}l aud} (Sinbcly, bcr brci^igjäbriijc 
Kvica I, 2, 5. oS'^. 

^) 5d?Io§ardjip. j^ofer Brief. 

•*) Bptft. = 2Ird^. Dresden, 'ioc. <)17(>, „52tc5 Bucb", Afol. 5 unb 9. Dcraleidjc 
(Sinbcly II,. 5. ^38. 

'^) X^ptft. = 2Ird?. Dresbcn. 'ioc. 9^80, ^5[tes Bud^ Ilniube in Böhmen, ^ol. ^3. 



74 Sonncn)al^c 3"»' 6)ci^ ^^^ brcißioijätiriöien Krieges. 

IL ^cit bet ßMf^m UVfdutni;. \i)2i)~2L 

(£s xvav Sonniaq^s, am lMovo,cn bcs \8. (Dfiobcv 1(620^ als vov 6oni 
Kird^l^ainor Ct)orc bk furfürftlicbcn Komiuiffarc Crafft von BoöcnF^aufcn, 
3oad}iTU von Scblcini^ un6 (Dito Pflu$, founc ^ithnciftcr poti Csfd^icrn, 
Hauptmann (Euftad^ius Cöfcr ncbft 40 2nu5!cttcrcn von 6cr Konipac^ntc 
6cs leckren l^ieltcn, (£inlaf be^cbrcnö^); ferne folgte bas übrige ICriegs- 
polf nad}. lUan E^atte ermartet, 6ie C()ore gemä^ 5ein furfürftlid^en 
Befel]Ie offen 5U fin5en; aber fte waren gefperrt, Me Sdjiagbäurne ge- 
fd^Ioffen un6 5ie ^uo^bvnd^n auf$e50$en. Vcnn fd^on am 5. 0ftober 
l^atte (Sraf ^einrtd) IPtIl)eIm an feinen „Sd^ergeanten" 2(n6rea9 Körner^), 
in öeffen 0bl)ut er bas Sd^Iof gelaffen l^atte, von (Sörli^ aus 6en Befel)! 
gefanbt, 5onnen?al6e gegen jeöennann 511 Italien, 511111 minöeften 6as 0ber= 
fd)Iof ; le^teres foUte tnit DTel^I un5 ^an6rnü()Ien perforgt un6 6er Cl)or= 
5Ugang im ^alle 6er Hot mit ^Hift angefüllt rr>er6en. — Beim 7Xal}cn 
6er Kommiffare befan6 fid} Körner nebft beuten 6er Befa^ung auf,,6em 
XDalle; man ftd^erte ibm freies Geleit für 6en ^all 6cr fof ortigen Über^ 
gäbe 511 un6 for6erte, 6af f^auptmann r>on Hifdiunli berausfomme, um 
6ie Befel)Ie 6es Kurfürften 5U empfangen. Hifd)tpi| erfd)ien and} auf 
6em XPalle un6 r?erfprad?, S^h^ 511 leiften, aber fein Kommen lief 5it>ei 
5tun6en auf ftd? märten. Dermeil rief 2tn6reas "Körner 6ie Bürgerfd)aft 
in aller (Eile r>ors 5d)lof un6 bat fte in <55cgennxirt 6es £)auptmanns 
mit ftürmifd^en IPorten, ihre Pflid)t 5U erfüllen un6 ibm bei5uftel)en. 2(ber 
6ie Bürger ipollten von Dertei6igung nid}ts unffen, 5umal ipe6er I^errfd^aft, 
nod? ftarfe Befa^ung, nod} genügen6er Pror»iant porl)an6en fei. Den 
I^arren6en 6raugen warb bk ^äi 5U lang, un6 es ipur6e fur5 geboten, 
6ie Cl^ore unper5Üglid? 5U öffnen, un6rigenfalls ^euer in 6ie 5ta6t gemorfen, 
un6 fte mit IDeib un6 liinb unb aller ^ahc nie6ergebrannt tper6en tpür6e, 
n:)ät)ren6 man „f}auptmann, Cieutenant un6 Hatsperfonen in continenti 
über 6ie 5ta6tmauern l^ängen wür6e." Da Körner aud^ eine ^rift pon 
6rei Cagen un6 felbft Pon 24; 5tun6en peripeigert ipur6e, feinen in ^örli^ 
ftel)en6en ^errn 5U benad]rid)tigen, fo gab er en6lid) 6ie Cborfd^lüffel aus 
6er ^anb. €l)e man aber 6a5U gelangte, 6as Kird^l^ainer Cl)or 5U Öffnen, 
tt?aren 6ie ^0 2nusfetiere por 6as Cucfauer Cl^or gefd)ic!t iPor6en, l)atten 
mit Ceiter un6 2ivt ein Cod) 6arein gefdjlagen, un6 ein furfürftlid^er IPebel, 
namens €ud)arius ^ral^l, l^atte ftd) als erfter I}in6urd}ge5axingt. 3"^'''f^''^ 
l^atten am an6eren Cl^ore mutlofe Bürger, 6enen 6ie 5d)lüffel 5U lange 
ausblieben, 6ie Sd^löffer mit (5eu?alt abgefd^lagen. Hun ftrömte 6er gan5e 
Raufen, 6em ftd? nod} allerl^an6 beuteluftiges (Sefin6el 6er llmgegen6 an- 
gefd)loffen l^atte, 5U Hof un6 5U ^uf, mit fliegen6en ^al^nen, mit trommeln. 
Pfeifen un6 Crompeten in 6as ipel^rlofe 5tä6td]en. Bal6 u?ar and} bas 
5d}lof befe^t, 2ln6reas Körner gefangen genommen, 6ie Cbore pon !ur= 
fürftlidjer XPad^e be5ogen un6 6as Kriegspolf bei 6en Bürgern un6 in 
6en Dörfern einquartiert mit 6em Gebote, nieman6em ^eipalt an5utl^un. 

1) f^ptft.'2Ird?. Dresben. £oc. 9^80, '^r)ftes önd?. Unnibe in Böl^mcn. ^ol. \5. 

2) Dom i£t)roiiiften nnfcrcs Kirci^eubud^cs wirb er „lUebel" unb von bcn fäc^fifd^eu 
iffaren iieuteuaiit aeimiiut. 



Kommiffaren üeuteuaiit genannt. 



IRat unb X^ü\\yY\d}a\t xxnivbcn l^cftioi pcruncfcn, un6 am näd^ften ZTtorc^cn 
um 9 Ul)r bcfä^tc6 man ftc aufs Sd^Iog, wo ftc „mit aufgerecftem ^in^cr" 
bcn €i6 für 5cii Kurfürftcn leiften muften^). Öas Kird^engcbet, in mold^cm 
in 5onnoiraI5c für 6cn (Brafcn un6 feine (Bemablin c^ebetet rc»ar6, uniröe 
auf<jet?oben un6 ftatt feiner ein neues an$eor6net mit Bitten für 6ie 0brici>feit 
un6 6ie faiferlidje llTajeftät, 6en Hönxq, von llnq^avn unb Böl^men''^). 
(Einige Beamte, fo 6er l7auptmann von Icifd^ipi^ unö 6er ^orftmeifter 
l^ans (L(?riftoff r»on Bircfl^ol^, 6urften ^wav im Zimte bleiben, mußten 
je6od? .6em lüirfürften fd^riftlid) il^re (Ercjebenl^eit 5ufid)ern"^). 

Über 6ie CEinnal^me 5onneipaI6es berid^teten 6ie Kommiffare an 6en 
Kurfürften unter an6erem: „Diefer 0rt ift alfo g^efcbaffen, 6af, wenn 
cjutc 5oI6aten 6arinnen c^emefen, wiv feine (£innal)me tr>oE?I bätten muffen 
bleiben laffen; er wäre aud? wol}l wcvt, 6a§ 6aran etir»as $emen6et tt>ür6e. 
IDenn 6er f)auptmann ohm Cieutenant 6arin gemefen tuäre, follten uns 
6ie Cl)ore baI6 c^eöffnet mor6en fein." — Dem IPebel Körner uxu'6 übrigens 
fein lDi6erftan6 nid?t pergeffen. Cro^6em er felbft in mel)reren Briefen 
um feine ^reilaffung bat, aud? 6er ^raf l^einrid? XDiIl?ebn, fou:>ie 6effen 
Bru6er 3<^^^^^^ (Beorg fid^ beim Kurfürften für il?n peru)en6eten, n?ur6e 
er 6od^ nid)t freic^egeben; im I)e5ember «gelang es il)m aber — über 6en 
gefrorenen 5d}lo^q,tabcn l?inir>eg — 5U flicl)en. 

Die 6rei furfürftlid)en Kommiffare blieben porläufio, auf 6em (Dber- 
fd^Ioffe ipol^nen un6 leiteten pon bier aus 6ie Unterwerfung 6er gefamten 
nie6erlauft^. (Junäd^ft tt?ur6en aus 6en ein5elnen Kreifen 6ie 5tän6e 
l?ierl?er befd?ie6en, un6 ^wav am 25., 2^., 26., 27. un6 28. Ö)ftober, um 
6ie (£rflärung ihrer Unterwerfung ab5ugeben; 6iefelben erfd)ienen and} un6 
leifteten 6en Kommiffaren in Vertretung 6es Kurfürften (Ei6 un6 I7an6= 
fd^Iag. Und) ans Öuben fam eine (Sefan6tfd)aft, 6ie 6effen (£ntfd}luf 
5ur Unterwerfung fun6 tl?at; bod} bat fte sugleid? um 2(uffd)ub, 6a 6er 
ZHarfgraf Pon J^ö'^'^i^örf un6 6er @raf Solms il^nen barte Strafen an^ 
ge6rol?t l^ätten, falls fte fid) unterwerfen wür6en, un6 angefün6igt l^ätten, 
6af 200 Heiter, 300 UTann 5U ^n^ nnb nod} eine an6ere Zlbteilung pon 
600 2Ttann unterwegs feien, um (Suben 5U l)alten"^). 

3n 5onneipal6e fd^ritt man in5anfd7en eifrig porttnirts, 6ie Be» 
feftigungen 5U perftärfen, un6 Bürger un6 £an6Ieute mu]|ten fräftig I)an6 
anlegen, ^wcx Büd^fenmeifter aus Dres6en famen mit \5 ^tr. Pulper 
un6 20 (5tr. Blei nad} 5onnewal6e; 6enn man fürd^tete angriffe 6es 
(Örafen Sohns. (£r l^atte 6eit ineinei6igen 6er rcie6erlauft^ I?eftige Por- 
ipürfe gemad^t un6 il^nen ge6roht, il?re V}ahe in @run6 un6 Bo6en 5U 
per6erben un6 fte an £eib un6 £ebcn 5U beftrafen*''). 

2ldfi Cage nad}6em SonnewaI6e befe^t wor6en war, un6 unntittelbar 
nadi £ucfaus Unterwerfung, rücften 200 ^TTann Pon SonnewaI6e nad} 
6ort, um es 5U befe^en, als 6eren €rfa^ aber an6ere \50 SoI6aten unter 



^) ^ptft.=2(rd?. Drcsbcii. £oc. 9\80, ^äftc^; i^ud?. lliirnbe in Böhmen, ^ol. 202. 

~) (Ebenbafclbft. ^ol. ^05. 

•^) (Sbciibafelbft. ^oi. 66. 

*) (£beubafelbft. ^ol. 23. 

•'') ^beiibafelbft. ^ol. 62. 



76 Sonnetüalbc 5itr ^e\i bcs brcii^iajäliriacn Krieges. 

I)auptmann Branö in unfere Siabi einrüsten'). 3" ^^^' näd)ftfoIgcn6en 
3ett uniröcn 6ie anöeren Stäötc 6er Icieöerlaufi^ ^leid^falls von furfürft- 
lid^cn tEruppen befc^t. (£n6c HoiuMuber viidkn ftc gegiert (Gliben ror, 
nad?6eni ftc ans SonnciPalöe nod) einige c3vobe ^cfd^ü^c, fo 2 StücFc 511 
8 Pfun6 iinb \ Stixct 511 4; PfimS, foiPtc an6ero (Befdjü^e unö inunttion 
mit fxdf cscfiil}vt I^atten. Da 6er (Öraf felbft bei (Buben war, fo $efd}af? 
CS xfyn, 6ag feine eic3enen (Sefd?ü^e 6ie ^euerfd^Iün6e «jcc^en il^n rid^teten. 
(£5 $clan<3 6cn "Kurf ürftlid^en , ^ubcn 5U ncl7mcn, un6 6ie (Öefd^Iac^enen 
5ogien ftd) nad? (Sörli^ 5itrücf-). — ^Hit (Subens €roberuncs luar 6ie 
(^efanttc Hie6erlauft^ in 6en ^än6cn 6es Kurfürftcn; aber auc^ je^t nod) 
blieb 5onneü:>aI6e von fünf5i$ furfürftli d?en Heitern unter l7auptmann 
Cöfer befe^t. 

Das foI$en6e 3^^^* brad^te für 5onneu>aI6e mandje £aft 6er €in^ 
quartierun^ un6 unter an6erent 6en Perluft feiner fänülid^en ^efd^ü^e. 
ills nänüid} am \2. 3^^^^ 1ö2\ üurfürft 3<5t?<^n" C^eor^, von 6er l^ulMc^unoi 
6cr oberlaufi^er 5tän6e in Hamen3 I)ier 6urd7faiTi/ auf 6em Sd^Ioffc über= 
nad^tctc un6 erft am foI$cn6en IHor^cn nad} £ucfau u)eiterreifte, um 6ort 
6ie i}uI6igun$ 6er r(ie6erlaufi^ g>leid)falls im ITamcn 6es Kaifers ent^egen^ 
5unel)men, pcranlaf ten il^n 6ie üiclen (5efd?ü^e im 5onnemal6er Seu^E^aufe 
5U 6em Befcf^Ie, 6iefelben nad} Dres6cn 5U fd^affen. 2luf 20 teils fed}s=, 
ad?t= un6 5el7nfpänni(3en VOaq,en erfolgte 6ie Uberfül)run9. — Sonft aber 
follte 6as gräflid]e (Eigentum gefd)ont u)er6en; 6arum tt)ur6e von 6em 
hirfürftlid^en itotar ein 3'iP^ntarDer5eid)nis im Sd^Ioffe aufgenommen un6 
6ie ftattlid^e Bibliott^e! Dcrftegelt^). — Die BeiPoE^ner 6er llmgegen6 un6 
6ie Bürger 6er 5ta6t, bei 6enen 6ie 5oI6aten famt il^rem Crof pon 
ID eibern un6 l{in6ern einquartiert lagen, litten l^art unter 6er Befa^ung. 
€aut eines Sd^reibens 6es Sonnemalöer Hauptmanns ^einrid) Don Hifd^iri^ 
an Kurfürft 3<^^^"''^ <Seorg pom 6. Ztpril \(52\^) 5ogen 6ie 5oI6aten in 
I)aufen auf 6ie umliegen6en Dörfer, bran6fd}a^ten un6 naf^men tro^ fur= 
fürftlid) fäd?ftfd)cr „Salva gnardia" 6en Ccuten 6as ^\}v\q>^ mit (Seu^alt. 
So roaren 5. B. eines Cages 6rei Heiter in 6as benad^barte Dorf 5d}önc= 
tt)aI6e 5U 6em Bauer Paul gefommen, um xfyn ein Pfer6 ab5u!aufen. 
2luf feine €ntfd)uI6igung I)in, 6af er es 6ringen6 5U feinem I)ofe6ienfte 
braud)e, ritten fie 5mar meg, !amen aber 6es 2tbcn6s V28 Vil}V tt)ie6cr, erbrad}cn 
6en Stall, be6rol)ten, je mit 6rei piftolen bctt)aff net, 6ie 6ort IDad^e l)al= 
ten6en bei6en Söl)ne 6es Bauern un6 fül^rten fämtlid^e 6rei Pfer6e u">cg. 
2(lle Sd^ritte 6es Beraubten 5U 6eren XDie6ercrlangung maren Pcrgcblid), 
un6 er grämte fid? über 6en Derluft fo fel^r, 6af er bal6 6arauf ftarb. 
^eipalttl^ätigfeiten gleid? 6iefcr n?ie6crl)olten ftd) auf 6en Dörfern faft 
täglid). Die Bauern u^aren 6urd? piün6erungen um \967 ®ul6en ärmer 



') f)ptft.'2Ird?. Drcsbcn. £oc. 9180, ^r^\tcs ISiid]. lliirubc in Böhmen, ^ol. 25. 

'-') Dergl. über bic folcjcnben (Ereigniffe ZT. £anf. I]taga3in, Bb. 56. Knotljc, Per 
3^nteil bcr (Dberlaufit^ an i>en 2Infängen "bes sojäbrigen Kriccjcs, 5. 68. 

3) ßptft.'2trd?. Bresben. £oc. f)^5\. 2Inbres ^nd) Hicbcrlaufi^er Sacf^en, ^ol. 7\ 
unb £oc. 9^80, Softes Bud?. llnrulie in Böt^men. A^ol. 36. 

*) i7auptftaats'2lrdiiii Dresben. £oc. <H5i. 2Inbrcs Buc^ ITtebcrlauft^er Saditn. 
;^oI. ^32—^68. 



5otmcu)ali>c ^iir ttjcit bcs brcijgtgjäbriacu Krieoics. 77 

c>ctror6cn im6 Ratten 5Uc3lcicf) bereits 8^5 5d)effel l7afer ofyu Per^ütunc^ 
liefern niüffeii. Jn 6er 5ta6t be5ablten 6ie Solöaten aud) nid?ts iinb 
inilbekn fo 6en Z^ürvjern fd}on ^26 Q5ul6en. I^auptinann Cöfer mad^te 
cf« übric^ens nid)t beffer als feine £eute: feine l^üd^enred^niuu} über 
64 (5uI6en, un6 5ie feines ^äl)nrid}s ^iI6ebran6 von €infte6el über 
^5 (5uI5en l^arrten aud] nod} 6er Be5al)IutU3. ^uferöem ipuröen fo^ar 
6ie 5aaten auf 5en ^elöern von 6eni l\rieg»SDoIfe rnutipilli$ perberbt; 
6onn 6e]u furfürftlid]en Gebote 5urt)i5er ritten Befel)Isl)aber un5 Solöaten 
querfelöein ins C^el^ölj un5 peranftalteten U^ilM^e^en. Der 5d}ü^e, 6er 
foId]es 6ent l\ned}te 6es Hauptmanns rerunes, eri^ielt 6ie ^(ntxport, „tr>enn 
er un6 6er ^orftnteifter I)inter 6em ^afen ftün6en, fo tpollten fte il^n bod} 
uHVsbe^en". 

Uuf 6ie bett>e$lid}en Porfteüun$en 6es f^einrid? r>on lcifd)U)i^ un6 
^er oiefaniten Bür$erfd)aft wmbe Hauptmann Cöfer mit feiner Sd^ar ab- 
berufen un6 6urd) I}einrid} von IHilti^ un6 an6ere fünf5i5 ITtann erfe^t. 
Vod} 6iefe glid^en genau il]ren Donjängern. 2(udj fie fd^offen 5d)U)eine, 
l7ül)ner, (5änfe, €nten un6 Cauben ipeg un6 bradjten 6a6urd) nod} oben6rein 
6ie mit Strob v3e6ec^ten ^ebäu6e in ^euersijefal^r. — (£s u?ur6e in 6er 
^olge nod) mel^rinals mit 6er Befa^ung 5eu)ed)felt, 6iefe fogar auf erneute 
3efd)iper6en im 5d)Ioffe einquartiert, um 6ie armen Bürger 5U entlaften, 
6ie il)nen I)inf ort nur nod? 6ie Betten 5U liefern l^atten ; 6ie Drangfal blieb 
aber 6ie gleid)e; 6enn es u)ur6e nid)t beffer mit 6er Disciplin, obgleid? 
■fd^on meijrere 5oI6aten u)e$en Cotfd^Iags un6 wc<^cn Diebereien mit 
Staupenfdjiag un6 Can6esDern)eifung, ja, mit 6em tro6e beftraft u)or6en 
u^aren. gu allen Befd)aier6en gefeilten fid) nod) allgemeinere £ei6en. 
Die 5ol6aten ,, unter 6er gel^len ^al^ne'' I^atten eine Seud^e mitgebrad^t, 
6ie in je6em ^aufe l}errfd)te un6 unter jung un6 alt il^re Ö)pfer for6erte. 
Die Kipper un6 IPipper^), meldte überall 6as gute (5el6 einmed^felten 
un6 „lofe 2^Tün5e" un6 lauter Kupfer 6afür gaben, Derurfad^ten eine 
Ceurung, u?ie ftd) fein 21Tenfd? einer foldjen entftnnen fonnk. (Ein guter 
Keid}stl)aler galt 7 bis über \0 (Sul6en un6 ein ungarifd?er Vnfakn 
\d (Sul6en; 6er 5d)effel Korn foftete um IDeil^nad^ten \62\ ^ Cl?aler, 
ir>äl)ren6 er nod? \6\S bei guter (Ernte nur auf \2 ®rofd?en 5U ftel^en !am, 
6er 5d?effel XDei5en 5 Cl?lr., \ ^af Bier \6 Cl)lr., ein 5onnett>al6ifd} Cud? 
33 ^ul6en. Das ^aljv \622 wav nod} fd)limmer, 6enn infolge 6es un- 
beftän6igen XDetters im Sommer l?atte man nur mit 21Tül)e un6 Hot 6as 
u^enige Öetret6e un6 l^eu einfül^ren fönnen. 5d?afe un6 Hin6piel? ftarben. 
-Der 5d?effel Korn galt je^t fogar 5 Cl^aler, ein Paar 21Tannsfd?ul]e 
4 Cl?aler, ein paar IDeiberfd?ul}e 2 tEl?aler \2 (Srofd^en. (Ein Heid?s= 
tl^aler l)atte 6en IDert pon (o bis \2 (Sul6en un6 ein ^af Bier foftete 
40 Cl^aler I(eugel6. €ine mefentlidje Befferung bxadfk bas 3<i^?i* \ö23 



1) Perijl. über bie inüit3i)ertuhTimoi ber bamaliacn §ett r>. IDebers Tltd^'w für bic 
\ädi\. (Scfd^id^tc ZT. ^. i, 5. 268 ff., 3*^^]'^"'i^^ S*^^^^ „^'^^ Steucriterl^anblungen bcs Kur« 
fürften 3obaini (Scorg I. mit beii £anbftänbcti tpäbrcnb bes sojäl^rigen Krieges" uiib 
Saufi^ifd^es IITaga3in Bb. 6.5, 5. 203, liermanii Ktiotbe „bie ©bcrlaufi^ tuät^renb ber 
3al]re ;623— \63i". 



78 Soimcmalbe 3ur gcit bes bvei^u\\ä\\ru}cn Krietjcf. 

mit feiner Ünöerun^ 6er inünse^). ^reilid? fam aud) tPteöer bei 6em 
jähen Über(3an$e mand^er arme DTann, öer um Pfenni$Io{?n 6iente, in 
^rof en 5d)a6en. (£in Ct^aler Heu^elö q,alt nur nod} 2 ^rofd^en, ein 
fäd}fifd}er (fngeltl^aler, öer ^620 — 22 an IDert 4 ^ulöen f?atte, ^alt nur 
noif 6 ^rofd^en. 

Pas IDid} tiefte aber für 5onneu:)aI6e tpar, 6af am 26. 0!tober \62ö 
6ie fäd)fifd}c Befafeuna nad} 6reijäl?rioiem 2tufenl}alte n?ie6er ab50$. IDie 
aber fal? es im 5d)Ioffe aus! Da wav feine ein5i$e Cl?üre $an5 geblieben, 
6ie 5d)löffer u?aren ab(3efd)Ia§en unö 6ie ®emäd)er, fo§ar„6ie Derftegelte 
fdjöne un6 ftattlidje Bibliotl^ef, erbrodjen ir>or5en. Die Öfen fallen 6ie 
Kad^eln eingeftofen, 6ie KüftJPammer, 6ie Keller, 6ie Kornbööen im Sdjlof 
un5 auf öem Cu^auer CI]ore iraren c^eu?altfam geöffnet un6 6as (Betreibe 
aus le^teren geraubt iporöen. 2luf öem oberen 5d?Iofl^ofe ftan6 6er fd^öne, 
fteinerne ^^öl^rbrunnen rermüftet — fur5, 6ie 5oI6aten l}aikn gel^auft mie 
Pan6alen. V)aik man fxd} ja 6od? in ^errenlofem ^ute, im Sdjioffe eines 
^Iüd)tlings befun6en! — IPir fallen (Sraf ^einrid) IPill^elm, 6en Beft^er 
5onnett''aI6es, tt)äl)ren6 6effen (Eroberunc} in (5örli^ Iiegen6 un6 6ies per= 
teiöigen. Bis 5um 27. ^ebruar \62\ fonnk er fid} 6ort I^alten^). Dann 
aber mufte er f^iel^en; 6enn ihm 6rof?te gleid)es (5efd}icf mie 6en böl^mifd^en 
^ufrüt^rern un6 6em £an6Dogt 6er 0berIauft^, (Sraf 2tn6reas 5d}lic!, üon 
6enen einige entl^auptet, an6ere ge(?enBt tDur6en. ^ueiit ging er 5U feinem 
Bru6er 3o{?ann (Seorg nad} BarutI), 6ann nad} Berlin 5U 6em Kurfürften 
®eorg IDill^elm von Bran6enburg. 5d}on von (Sörli^, fpäter von Barutl? 
un6 Berlin aus, bat er 6en liurfürften 3^^^"" (Seorg um Der5ei(?ung 
un6 Heftitution feiner (Süter, un6 feine Bitte wmbc von feinen beiöen 
Brü6ern unterftü^t, 6ie and} nod} Beft^red^te an 5onnemaI6e l}atten, fomie 
von 6em £an6grafen von f)effen im 3"^^f^ff^ feines Heffen, 6es trafen 
7iibud}t (Duo 5U 5oIms = Caubad)^). Der Kurfürft aber mies il^n an 6en 
Kaifer, von tt?eld)em 5uerft (Sraf l7einrid} IPilbelm Par6on erl^alten müffe^). 
5oId)er wxvb ifyn and} enbixd} 5U teil, un6 and} ausgefö(?nt mit feinem 
Cel^nsl^errn^), 50g er am 23. 2när5 \624 mit feiner (gemal^Iin, feinem 
Bru6er 3ol?ann feeorg un6 6effen ^emat^Iin in fein 5d}Iof ein, 6as nad} 
6em (ErbDergleid? üom 20. IlTai ^625 xfyn un6 feinem Bru6er, un6 nad} 
6em ^ccc^ vom 25. Hopember {627 xl}m allein un6 cvblxd} jufiel^). IDäl?ren6 
^raf 3^f?^^i^ (Seorg in 5onneu)al6e blieb, reifte @raf f^einrid} lüill^elm 
u)ie6er nad} (Dnol^had} an 6en ^of feines 5d)U)agers, 6es IHarfgrafen, 
nad} 6effen Co6e im ^al}YC {625 er 2TTitDormun6 feiner bei6en Iceffen 
wuvbe. 



1) Codex Augusteus II, 5. 783 ff. lTtün3manbat Kurfürft 3^»^^«" (ßcorg I. 
von Sad^fcn vom 5\. 3w^i 1623. 

2) ZI. £auf. IHatja^in, Sl). ^'^. „Kricasbraiigfalc bcr ©bcriauf. 3. §t. bcs brei^ig^ 
jäbrtcjcn Krieges" von (5. Korfdjelt, S. 353 uiib 'll. £auf. ina9a3in, Bb. 63, KricgiS' 
brangfale von (Sörli^ uiib llingetjenb 3. §t. bes brci§icjjät^rigen Krieges, von bemf., 5. 333. 

3) i7ptft. = 2Ird?. Dresben. " Hoc. 9i80, Softes Bud?. 'llitrube in Böhmen, ^^ol. \7. 
*) i^ptft.'2Ird?. Dresben. £oc. 9'^5i. 2Inbres Buc^ ITteberlauf. Sadjen. ^ol. U8, 3i8. 
^) f>i)tft.=2lrd?. Dresben. f^errfd^aft Sonnenmalbe ^722— 26. £oc. ^0^27. 

^) Hubolpb (Sraf 3U 5oInis=£aubad?: (Sefd?. bes (Srafen= u. ^ürftenl^aufes Solms. 



f oimcmalbc jur Q)cit bcs breijgicjjäbncnen Kriccjcs. 

III. |>te ^eit 6er pttrdijitgc. 1624^—42. 

IXadtf 6er Häiniiun^ Sonncwalöcs von 6cr fäd?fifd)cn Befa^unc> 
]ok}kn einige 3^^^?^**^ rolatiucr Kul)o für bas 5täbid}cn. Brücfen un5 
Cborc, Wall unb IMaucvn muröeu aus^ebeffcrt, nnb bk Beft^i"»erl)ältniffc 
6or Bürger Cscftaltetcn ftd] erträ(^Iid)cr. ^retlid} l7iclt nod} in 5en hcxbcn 
näcbfton 3^^i*»>'^ ^^^ tEourunc^ an, wenn and} in Uhnafym begriffen. Der 
IDinter \62d wav nünöer fall als bcv porl^erc^el^enöe, 5er augeroröentlid^e 
Ixälte un6 uielen 5d}nee $ebrad)t I)atte, tpeld> lefeterer von Trium regiim 
bis Lätare liecjen geblieben u?ar; bod} nianc^elte nad) Perlauf 5esfelben 
bas Piel)futter. Die llnftd^erl^eit im £an5e meierte ftd}. ^n öiefer trugen 
befonöers and} bk „^i§euner, ein unnü^ blofes Polf' bei, 5ie in ^rofer 
2tn5al)I nad) 5er Hie5erlauft^ fanien. Der £an5r»ocst 5ie9mun5 5eifrie5 
von Promni^ erflärte fte für üoc^elfrei.^) 

2lrc>ere Be5rüc!un$en brad^ten tr'ie5erum 5ie foI§en5en 3<^^^**-'- ^^^ 
allen Seiten fain XOel^^efd^rei über 5a5 entfe^Iid^e l{riec)5elen5, 5as „il^rer 
5ün5en l^alber" über 5ie ZTlenfd^en fanv un5 nur in erl)öl)ter ^römtnic^feit, 
in 5opp^IteTn ^laubenseifer glaubte man ein f}eilinittel $e$en 5ie Hot 5er 
<5eit fin5en 5U fönnen. d5raf 3ö^?^^^i ^eorc^ i^ah am \, ^ebruar \626 
ein „2.nan5at wc<^m 5er ^eilicjunoi 5es Sabbatl^s" un5 be5rol?te 5ie 
Ubertretuncs mit beträd^tlid^en Strafen, ^ebcv ^ausrater foll mit 5en 
meiften ^amilien^Iie5ern Sonn^ unb 5^nerta<35 5en (Sottes5ienft, fou?ie 
2nittu)od)5 un5 5^eita$s 5ie Betftun5en befud^en. IPäI)ren55em 5arf in 
5en bei5en (Baftl^äufern nieman5em 5as (Serin^fte uerfd^enft au^r5en un5 
auf 5en Strafen muf pölliae Hube l)errfd)en. ^n genauerer Befolgung 
5er 2lnor5nun^ nmf 5er Hid^ter u?äl)ren5 5es (5otte55ienfte5 5ie Cl^ore 
^jefd^loffen I^alten un5 5ie Sd}IüffeI in 5ie §rdflid)e (gmpore I^än^en. 
§Iro^5em aber 5iefe5 „Patent^' in 5er liird^e Der!ün5et un5 öffentlid^ an- 
c^efd)Ia$en iPor5en roar, befolgte man es nid^t. Da lief 5er (5raf eines 
2]Tittu?od)s nadf 5er Betftun5e 5ie CI)üren 5es @ottesl?aufes fd)Iiefen un5 
fdmtlidje 2tnipefen5e auffd^reiben. Die ^tus^ebliebenen muften je5er fed^s 
(^rofd^en Strafe 5al)len, ipeld^e 5er Kird^enfaffe im $an5en 27 ^uI5en 
eintrug. — .gugleid) liegte 5er (Sraf 5en pian, 5ie f^äufer 5er ^intergaffe 
ir>eg5ureifen, um 5en inneren Kraben 5U größerer Sid^erung 5er StaM 
u?ie5erl)errid}ten 5U laffen; un5 5a er 5ies nid^t ausfül^ren fonnte, lief er 
u?enigftens alle Brücfen, Stege un5 2(ufgänge 5um IDalle ein5iei?en un5 
5as Befteigen 5es le^teren ftreng üerbieten. — 3^" ^erbft 5esfelben 3<^W^ 
l)ielt ein unl^eimlid^er (Saft feinen €in5ug in 5en ITtauern 5er Sta5t: es 
mar 5ie Peft, 5ie f?auptfäd?Iidj in 5en benad^barten Dörfern un5 in 5er 
Porfta5t XDol^nung nal^m. Die faiferlid^en Cruppen, 5ie 5en Sommer über 
porbei5ogen, l^atten fte in 5en Dertt)üfteten (Sef^öften 5er Dörfer un5 5er 
Sta5t 5urü(fgelaffen — aud? ein Dan! für fontribuiertes Brot, IDein un5 
Bier — un5 fte for5erte als Cribut pon 5em bznad}havkn Dorfe @ofmar 
5ie ^dlfte feiner Bemol^ner, un5 Pon Sonneu)aI5e ^0 Perfonen. Sd^ulc 
un5 Pfarrf^aus inuften mel^rere IlTonate l}in5urd) gefd^Ioffen bleiben; 5enn 
aud) 5ort I^atte 5ie per()eeren5e Seud^e get;auft. 

1) 5d?lofarcf?iü. Acta 164. 



so 



SoimcuHÜbc 3ur ^cit bcs biciHiaiäbrioicn Kricacs 



Das ^aifv \627 fd^enftc eine reid^e (f rnte — 5er 5d]effel Korn o^ait 
nur \^ d5röfd)en — iinb man fonnte ftd) 5es Segens in relatirer Ku!)e 
erfreuen; 5enn, Dan! ben Benml)unaen 6es (trafen, fdjicfte 5er von 5d)Ieften 
nai^ Deffau nid^t ausufern porüber5iel)en5e IDallenftein 5em 5tä5tlein eine 
Salva gnardia; aller5ing»5 niufte man 5erfelben 5ie Summe von \0 Cl^alern 
erlegen un5 sugleid} 5em I^auptl^eere nad} Halan (Betreibe, Butter, Bier 
un5 Diel) liefern. 3" Böl)men mad^te 5ie (Segenreformation immer 
u^eitere ^ortfdjritte un5 5ie gucfungen 5es 5ort im Co5e5fampfe Iiegen5en 
Proteftantisnms ftn5 bis nad} 5onnett'>aI5e 5U fpüren. So fam im Caufe 
5e5 3abre5 ein böl^mifd^er (fj-ulant, €Iias 21Iattl)äi aus IHarienberg, ins 
geiftlid^e 2tmt, nad}5em er fd^on einige ITTonate 5ie Pfarrftelle eines E}err= 
fd^aftlidjen Porfes perir>altet l^atte. 

Die näd]ften 5rei 3^^^^ brad^ten 5er Hie5erlauft^ piele Durd)5Üge, 
ol}nc 5af je5od) Sonnen:)aI5e mefentlid) pon ibnen berührt a>or5en u?cire; 
leMglid} batte man immer (5el5 un5 Proliant 5U liefern. Icur einmal, 
im ITTai \62S, rücfte 5ie (öefal^r läftiger Einquartierung ernftüd} nä(?er, 
un5 es ruur5en, um 5iefelbe ab5un)en5en, üom 8. 2Ttai bis 9. 3^1^^ täglid^e 
Betftun5en teils um 7, teils um {2 Vi^v angeor5net; 5ie gefürd^tete Caft 
ging 5iesmal aud? ipirflid) nod? gnä5ig üorbei. 

^n5ers aber rc>ur5en 5ie DerE^ältniffe in un5 um Sonnerr>aI5e feit 
5em Bün5niffe Sad^fens mit (5uftar> 2t5oIpl7 am \. September \65\. Der 
faiferlid^e (Dberft ^ö^') u?ar in 5er llmgegen5, un5 Sd)ulmeifter 
Cfd^eppelius fd)reibt anläglid? feines 77. Sd?uleyamens am 6. un5 7. (Dh 
tober \65\: „Diefes (£i*amen rDar5 mit grofer ^urd^t un5 Sd}rec!en un5 
gittern gef^alten, megen 5er Hvabakn, meldte auf 5en Dörfern 5er ^err- 
fd^aft, auc^ fonft in 5er I(äl)e fel)r rumorten; nal^men 5en Ceuten, ipas 
fie fun5en, übten ITtutunllen un5 (Semalt an lUann unb IDeib, befd)ä5igten 
Mefelben un5 5urfte fid) faft nieman5 feigen laffen. 3^fö^^^^^^*-'i* trieben 
fte piel Pfer5e rt)eg, liefen fxd} aud) l^ier in 5er Bürger ^eI5ern un5 nal)e 
am StäMIein feigen." (Sö| l^atte es aber auf Sonneu?aI5e felbft abgefeben, 
un5 am Spätaben5 5es 8. (Dftobers u^ollte er 5as mel^rlos Dermutete über= 
rafd^en. (£s l^atten ftd) aber Diele (£5eIIeute aus 5er Umgegen5 nad} 5er 
Sta5t geflüd)tet, un5 5ie IPad^tfeuer brannten auf 5em IPalle. ^ö^, 5er 
5as £\d}i l^erüberglimmen fal^, un5 nxd}i an5ers meinte, als }:}abc Sonne- 
ir>aI5e eine ftarfe Befa^ung, rief felbft im Sd}rec!en: „gurüc!!" un5 5er 
gan5e ^aufe U)an5te fxd} in bunter Unor5nung, über ^äune un5 2lcfer, 
5U u)iI5er ^lud^t. 

€rleid)tert atmete man auf, un5 5ie ^efal^r erneuerte )xd} nxd}i; 5enn 
5urd) 5ie (Erfolge 5es Sd]ipe5enfönigs gesmungen, feierten 5ie l:{aiferlid)en 
baI5 in xl}t Böl^men 5urücf. Statt il)rer fam furfürftlid) fäd)ftfd}e Be= 
fa^ung nad} 5er Hie5erlauft^, un5 Sonnea'>aI5e fal? eine l:{ompagnie unter 
2(bral?am r>on IHielen fteben IPod^en lang, Dom 28. lUär^ an, in feinen 
^Hauern. Das maren nun 5ir>ar ^^reun5e: an Cauf= un5 ^od}5eitsfeften 
nal)men fie teil, un5 einer perl^eiratete fid} fogar mit einer SonneuHiI5er 



Dcrgl. über (Sö^ nnh fcitie Scf^areu K- Ki-üaer „lllitteiluiiijcti aus ber (Scfdjidjtc 
ber Stabt £ieberofe". ^raiiffurt ^8^2. 5. 9y. 



>oniicu>ali>c 5(!IP^ilWi^brci|jiaiälnicnii 

Büracrstocbtor; inbcs cinpfanöcn 6ic anncn Bürger 6cnnod) red^t ^dfwcv 
bk haften öiefer Einquartierung,. €benfo foftetc es il^nen ein Staltlid^es, 
als am \. September \60 ITiann 5d?a>e6en, Vämn nnb Pitmarfen l^ier il^r 
Itacbtlaoier l^ielten, un6 unfer (£l)ronift berid)tet von ityicn: „(£s mar ein 
imitunllig; (5efinMein, meld^es and} fein aufräumte, u?as im IDe$e mar". 

I)ie ^rül^Iinc^smonate öesfelben J^a^vcs filierten in Sonnemalöe eine 
3efifererän6eruna l)erbei. @raf l7einrid? XPiIl)eIm mar balö nadf 6er 
2lnfunft öes 5d^me5en!öni$s in öeffen Dienfte getreten, ^lir mid^tige 
Pienfte, 6ie er xfyn geleiftet, I^atte iljn (BuftaD Ubolpl^ am 3\. 3^^^^^^* 
o52 als fd)me5ifd)en ©briften 5U Hof unö 5U ^n^ mit 6er (Braffd^aft 
ri?mar5enber(5 famt 6er einverleibten I^errfd^aft £an6sberg, in ^ranfen 
orblid? belel^nt^). (fr fonnte fid? je6od} 6iefes neuen Befi^es nid)t lan^je 
erfreuen. Bei 6em (£inbrud?e tEillys in Bamberg, am 28. ^ebruar, perlieg 
ibn fein neugemorbenes Regiment Heiter, un6 er felbft mur6e am Sd^enfel 
r)era->un6et. Kaum einen Zllonat fpäter, am 21 ITiäv^, ftarb er 5U 
5d)meinfurt, un6 liegt 5U (Dnol^had} begraben. (Bleid^falls an jenem 
\8. ^ebruar raffte 6ie peft 3U Prag feinen Bru6er, (5raf 3^^?^^^ (5eorg, 
6en ebemaligen IlTitbeft^er 5onnemaI6es l}xn; er mar furfürftlid} fäd^ftfd^er 
0brift 5U Juf, un6 liegt in 6er Sop^ienfird^e 5U Dres6en beer6igt^). 
Piertelftün6iges Cäuten mittags un6 nad^mittags un6 6as ^el)Ien 6es 
(Drgelfpiels beim. ^ottes6ienfte mal^nte bis 5um Cage 6er Beife^ung 6ie 
5on)iemaI6er an 6en C06 il^rer ^erren. Die 5ta6t mar nun gan5 per= 
maift; un6 il^r €rbe mar 5nc6rid? (5eorg, 6er erft fed}själ)rige 5ol?n (5raf 
l7einrid^ IDill^elms, 6er in (Dttingen er5ogen mur6e. 3^^^ 2tuftrage feiner 
IlTutter IHaria IlTag6aIena als feiner Öormün6erin, nal)men 5mei 2tb= 
gefan6te 6ie €rbl)ul6igung 6es Hates, 6er Bürgerfd^aft un6 6er £an6fd}aft 
am 2. (Dhohev entgegen, morauf foIgen6en Cages 6ie 5ta6t un6 6ie Dorf- 
fd^aften mit je 6rei Pierteln Bier bemirtet mur6en. 

Diefer IDed)feI in 6er ^errfd^aft perurfad^te für 5onnemal6e aller= 
t?an6 XDirrniffe un6 Streitigfeiten ^). Hauptmann Don Hifd^mi^ l^atte feit 
3uni \627 bas Sd^Iof un6 6ie Jxn6en Pormerfe Krauf nie! un6 IPeI]ns= 
6orf, famt 6en 6a5u gel^örigen Ü^^fern, (5ärten un6 IDiefen, 6em Sta6t* 
un6 Sd^Iof malle, 6er ^^fd^erei in 6en (5räben un6 6er Piel?5ud}t mit 
alleiniger 2(usnal)me 6er Sd^äferei für jäbrlid) \250 ^ul6en in Pad}t, 
meld^er Betrag 6a6urd) nod} geringer erfd^eint, 6af er nod^ feine Be^ 
ftallung als Hauptmann — 500 ^ul6en — ab5iel?en fonnte. OEs liefen 
aber mannigfad)e Klagen über xlfn ein megen Be6rücfung 6er Untertl^anen 
un6 megen Sigennu^, un6 5ugleid} mollte er fid) 6er ^errfd)aft nid^t redjt 
fügen; fo mur6e er im 2tpril \632 pon 6er Gräfin abgefegt, un6 6er 
Sd^öffer 2ibam Sd^leufing, Not. publ , mar6 mit 6er 6al}inlauten6en 
Dollmad^t perfel^en. Hifdjmi^ lel]nte fxd} begreiflid^ermeife gegen 6ie Per^ 



^) Sd^Io^ard^tr. 2Ibfcf?nft ber 5d?enFungsurfunbc. 

2) £d^Io§ard?in. £ofc Slätter von \632." Hiibolpt] (Sraf 3U Solms = £aubac^ „(Sc= 
[(^id?te bes (Srafen= unb ;^ürftcnbaufes Soltns" fcfjrcibt f. 5\2, nadi ntünblid^cii Scric^tcn 
rnärc er von bcn ^c\mtcn i^crtjiftet morben, utib er läac in ber KreujFirdjc 311 Dresben 
begraben. 

^) 5c^Io§arc^ip. 3'^^ifi^i*'"^'^^tc gegen I^einrid? von ZXx^\diwi^. 

U. £. m. Sb. LXXI. 6 



S2 Sonncroalbc 3itr ^cit bes brci^igjät^rigen Kriecjcs. 

or6nung auf unb ^uq^kxd} and} perfd^ärfte fxd} feine ^etn6fd}aft mit öem 
vjenannten Sd^öffer, einem feiner l7auptanfläger, un6 artete fd^Iieflid) in 
Cf?ätlid?feiten aus. (Sines mittags, als 6er Sd^öffer mit feiner (fel^efrau 
auf 6em IPalle fpa5ieren q^xno,, vouvbe er von 6em l7auptmann bemerft, 
un6 von 6emfelben unö feinem 3ungen mit ge5Ücftem Degen"' r erfolgt. (£r 
entflol? eiligft, un6 6er 3unge muf te nod) mit 6em Kol^re (?inter xfyn l)er^ 
fd^iefen. 2lIIe, 6ie 6em Hifd)u>i^ nun nod} geI?ord)ten, u)ur6en obne 
weiteres als 2tufrül^rer in 6en Puberturm gea^orfen; aber r(ifd)un^ 
befreite 6ie befangenen mit ^ilfe feiner ^ned}te, 6eren einer 6as 5d)Iof 
6es Perliefes tnit 6er Tili abfd^Iug. 

2\atfud}en6 u^anöte fid) nun 6ie Gräfin an 6en 5d}öppenftu()I nad} 
€eip5ig un6 äug erte 6ie Ztbfid^t, 6a fte im Befi^e 6er oberen (5erid]te fei, 
rtifc^mi^ peinlid} befragen 5U laffen un6 an £eib un6 (Sut 5U beftrafen. 
Drei polle 3al7re 50g ftdj 6er Streit l}xn; cnblxd} wuvbc Hifd^nn^ in 
5onnemaI6e gefangengefe^t un6 \635 5U 200 (5uI6en Strafe u^egen 
Störung 6es Burgfrie6ens rerurteilt. \6 5 6 war 6 (5ottfrie6 Don lDoIffers6orf 
I^auptmann. 2XlIe 6iefe Dermirrungen trafen Sta6t un6 Bürger natürlid? 
am l)ärteften; 6enn Hifd)ipi^, ftatt nad} 6en Beftinmmngen feines Be= 
ftaüungsbriefes 6iefelben 5U fd^ü^en, ftan6 jumeift mit 6en einquartierten 
furfürft(id)en SoI6aten — un6 es l^atten fold^e \635 mie6er mel^rere vitale 
un6 monatelang I^ier il^r Stan6quartier — im beften <£inpernel)men. 3" 
einem Briefe r>on 6iefem J^aim beflagt ftd^ 6er Sd^öffer bitter über 6ie 
i?errfd}en6en 5wftän6e. Die SoI6aten fangen 6ie Bürger aus, 6af le^teren 
!aum nod? etipas bleibt; Heiter, SoI6aten, Kned^te, ID eiber, Crof — fte 
alle foUen reid^Iid) 5U effen un6 5U trinfen IjaUn. Unb ba^n muffen nod) 
Kontributionen in nid^t en6enu:?olIen6er ^olge entridjtet it)er6en. 3*^'^^'^ 
Caufen6 Sd^a^ung^) — un6 Sonneipal6e hatte 6eren neun — nm^t^ erft 
\8, bann \4 Cl)aler salbten; 6a 6ie gro^e Summe nxd}t fofort aufgebradjt 
U)er6en fonnte, fo follte fd^arfe militärifd^e €re!ution erfolgen, un6 6iefe 
follte sugleid? eine ol)nel)in nod} reftieren6e Sd)uI6fumme von 902 CE^alern 
— mopon V-5 ^uf 6ie Sta6t un6 ^/s auf 6ie Dorffd)aften entfielen — 
l)erbeifd?affen un6 alles nad} (Suben bringen. Keine ilmtsautorität I)alf 
me(?r gegenüber 6en armen Bürgern. Der Sd^öffer, in 6en 2(ugen 6er 
Steute bnrdf Derleum6ung 5um „Sd^eufal" gebran6marft, jantmert: „IlTan 
bitte, man flel^e, man flage, man fd^elte, alles ift eins!" -^ So ftan6en 
6ie Sad^en fd^on im Sommer; 6er ^erbft aber bYad}k nod} ärgeres. 2(m 
\S. Icopember sogen \^ bran6enburgifd}e un6 fäd^ftfd^e Hegimenter bxxvd} 
6ie ^errfd^aft — I^olftcinifdie Cruppen folgten un6 nid^t ipeniger als 1(00 
Cf?aler Kriegsfoften unir6en auf 6as Caufen6 Sd^a^ung gelegt. 2(ud? 6ie 
Kaiferlid^en liefen fid) xvkbev feigen, un6 fd}on feit 6ent fyrbfte nal?m in= 
foIge6effen 6ie Unfid^erbeit auf Xüeg un6 Steg immer mel)r 5U. Das be== 
nad}bavk ^infteripalöe unu*6e arg geplün6ert, un6 aud) um Sonnemal6e 
warm Überfälle im Sd}n?ange. lTieman6 6urfte fid] aus 6em l7aufe 
u)agen; 6as (5etrei6e ipur6e nur mit ^urd)t un6 3^^^^^'" i" ^^^ Sdjeunen 
gebrad^t, un6 mandjer 2idcv blieb unbeftellt, ipeil man fid} mit 6en pfer6en 

^) Sd)io^avd}'iv. an. 1633. 



Sonncipalbc 3ur ^et^es brcijsigjät^ngen Krieacs. 

md}t ins ^reie getraute. Da3U ftarben nod} poni 2(ug»uft bis Dezember 
fdmtlid^e Küt?c in 5ta6t nnb Sd^Ioj^, unö 6ie Sd^afe mußten rregen Seud^en^ 
gcfaf?r fd^Ieunigft ipec^getrieben iper6en. Die Zloi ipäre nodb fd^Iitnmer 
gewefen, ir»enn md}i 5uin (SIüc! ftd} öie Kornpreife — ein Sd^effel galt 
^0 unö \2 (5rofd}en — in mäßiger ^öl)e erl^alten l)ätten. 

Dom ^al}vc \6o^ berid^tet Sd^uhneifter Cfd^eppelius nur mit 
Hefignation, 5a§ bas Kriegsunmefen nod^ immer forta»äf;re mit Hauben 
un6 Brennen, un5 öaf eine (Einquartierung unö Branöfd^a^ung öer anöeren 
folge. Die Bürger mußten in fortu)äl?renöer Sorge um xifv S}ah unö ^ut 
fein, unö jeöe Unporfid^tigfeit räd)te ftd) bitter. So lieg 2lnfang 0ftober 
öer C^oru?äd)ter ^) faf)rläffigertt)eife öie ^ugbrücfe öer Staöt unbeauf ftd}tigt 
unö unauf gebogen, u?äl)renö er l^inausging, um öie Sd^afe ein5utreiben. 
€in ^rupp Heiter fprengte f^eran, jagte in öie Staöt unö plünöerte öie 
armen Bürger. VOas l^alf es, öaf öer gemiffenlofe XPäd^ter 30 (5ulöen 
Strafe 5al)Ien follte, unö öa er fie natürlid} nid^t befaf , in I^aft gel^alten 
muröe, bis entfdjeiöenöes Urteil pom £eip5iger Sd^öppenftubl eintraf! 

2l\xd} bas ^al}v \635 brad^te neue (Einquartierungen, neue Steuer- 
laften. Da, im ZlTai, fiel ein ^offnungsftral^I in öie perängftigten (Semüter: 
am 30. IMai fd)Iof Kurfürft 3of?ann ^eorg ^rieöen mit Haiicv ^eröinanö II, 
2nit meld^er Danfbarfeit gegen (Sott, mit ipeld^em (SefüI^I öer (£rleid}terung 
mag man nid)t in Sonneipalöe — unö überall in fäd}ftfd)en Canöen — 
am St. 3<^^^""i^t<^$*^ ^^t^tt 5til^ ^^^ angeorönete ^rieöensöanffeft begangen 
l?aben! 2tber öie Hoffnungen perblid>en balö, unö öie ^reuöe mar eitel. 
Der ^rieöe ntit Sd^meöen, öen man erfel^nte, 5erfd}Iug ftd?. 2iba was l^ätte 
and} ein unpollftänöiger ^rieöen gel^olfen? Den Sölönern galt ^reunö oöcr 
^einö, Krieg oöer ^rieöen gleid}; unö öie Solöatesfa tpar 5ÜgeIIofer bcnn je. 
Die Befel?Isl)aber öer fäd^ftfd^en Cruppen, öie in Sonnemalöe lagen, fd^ritten 
5u?ar u?ieöer etmas energifd^er gegen öas Creiben ein. So u?arö ein 
Solöat, öer ftd? gemaltfam gegen ein XPeib pergangen E^atte, auf öffentlid^em 
Illarfte entl^auptet unö unter öem Balgen perfd^arrt. Ztber öer Hittmeifter 
pon (Sersöorf, öer feinen Korporal erftod^en l?atte, entging feiner Strafe. 
Die 0rönung öer Dinge mar zbzn eine 5iemlid} millfürlidje. 3^^ jeöem 
^alle aber gefäl?rlid} mar es für einen gemöl^nlid^en ITTenfd^en, ftd? über 
öie .f)erren, öie Solöaten, 5U beÜagen. So l^aik Petrus £eranöer, öer 
gräflid^e Kan5ler, ftd} beim Kurfürften über öie ,^2^n\okniun" öer ein= 
quartierten Solöaten befd^mert, nid^t 5um minöeften öarüber, öaf öeren 
Kommanöant eines anöeren (£l)emeib bei ftd} ^atte. Dabnvd} brad^te er 
fämtlid^e Solöaten öerart gegen ftd} auf, öaf er ftd? nid?t met^r aus öem 
Sd)Ioffe magen öurfte. 2ils er nun öennod) eines tTages ^äfte l?inaus= 
begleitet ()atte, muröe er pon mel^reren Solöaten überfallen unö mit Sd^ief en, 
l^auen unö Sted)en öerart 5ugerid)tet, öaf er, aus \^ fd^meren IDunöen 
blutenö, auf öer Stelle perfd^ieö^). 

So blieben fie aus, öie erfel^nten ^rüd^te öes ^rieöens. Die furd^tbar 
öornige Kriegsrute fd^mebte fort unö fort über öem £anb<^ unö fd)Iug 



1) S(i}{o%avdf\v. Acta 165. 

-) l7ptft.'2tidj. Dresbcu. ^eric^t iDe^cu SotmeniDalbe ^693. £oc. \o\2,7. 

6* 



g4 Sonneroalbe 3ur gcit bcs brcißiajährigen Kriecjcs. 

aud} Sonnavaibc immer fd^tpercre IDunöen. 2Im \9. 2lpnl \6M 50$en 
ctlid^e \000 Kaiferlid^e 5U Kof imö 511 ^u0 in luiferem 5täMd}en ein un5 
nal^meu öafelbft Had^tqüartier. 5d>Io|, Siabt, PorftäMIetn — alle l7äufev, 
Ställe, Sd^eunen waven von inenfd^en un6 Cieren überfüllt, unb 5as 
^rieg,5Polf l^eifd^te cjeipaltfam Spetfe, '^vanf unö <5db imb örol^te mit 
2ln5Ün6en öes $an5en (Drtes, trenn il^nen nid^t «jenuc^ gegeben u?ür5e. 
ITod) am (£n6e öesfelben 3al)rc5 feierten öie fd^limmen Reifte u)ie6er. 
Von bcn Dormünöern öes jun<5en (Srafen lüuröe von Straf bm*$ aus 6em 
bas Sd)loi5 berpol)nen6en (Seneral aefd^rieben, öaf er lTad)ftd)t mit 6en 
Untertl^anen l^aben mö$e^); Dorftelfun$en unb Deror6nmu3en aber l^alfen 
wmxG> bei 6er unMsciplinierten 2Kaffe. Unb bod} waren öie Kaiferlid^en 
5reun5e; su^leid) aber liefen ftd? aud? öie feinMid^en Sd^rreöen vor bcn 
Cl)oren feigen. Sie l^auften 5m* felben ^cxt überall in 6er Hieöcrlauftfe 
aufs €ntfet5lid)fte. Drei Dörfer 6er I)errfd)aft, IPel?ns6orf, Drel^na un6 
(Dffac3t (^incjen, von il^ren rudjlofen I7cin6en an^e^ünSet, in flammen auf. 
3n Sonneu\rl6e brad)en eini^je Sd)uxi6ronen ein, plün6erten 6ie Porfta6t, 
raubten 6as (5etrei6e aus 6en Sd^eunen un6 5Ün6eten 6iefe an. Hur allein 
6ie feften ^Hauern 6er Sta6t fd^ü^ten por 6em 21rc3ften. Un6 6ennod) 
perliefen (£n6e ZTopember piele Bürger 6iefelben mit IPeib un6 l\in6 un6 
fud)ten in Dörfern un6 iPol)l Csar im IPal6e ein fd)led?tes 0b6ad): 6ie 
peft nämlid} l^atte une6er il^ren €in5U9 c^el^alten, un6 raffte etlid^e saum^ic^ 
perfonen l)inwec^ — $leid)fam ein Porfpiel 5U 6em entfe^lid?en Sterben 
6es !ommen6en 3^^i*'-'^- 

3n 6er erften f^älfte 6esfelben erlofd) 6ie Seud^e aller6in(3S (jän^lid), 
un6 6ie Bürger feierten 3U il?ren perlaffenen IPoI^nftätten 3urücf. Dort 
erwartete fie 6er alte 3<^ii"i'i'-'i*; Einquartierungen un6 Durd)5Ü$e a>ed}felten 
ftetic3, namentlid) fold^e pon furfürftlid) fäd)ftfd}en Söl6nern, un6 6ie 
i7errfd?aft mufte ]i242 Keid}stl)aler un6 675 Sd^effel i^afer als Kriec^s^ 
foften liefern^). IDirflid? be6ro{)lid} aber anu-6en 6ie Derl^ältniffe, als nad} 
6er €roberunc3 Pon Corc^au 6urd^ 6en fd}n?e6ifd)en (Beneraliffimus Banner 
6effen Cruppen fid} 6er £auftfe 5uipan6ten. £iebenu?er6a, Kirdjl^ain, ^infter- 
walbc ipur6en pon ibnen faft 5U ^run6e $erid}tet. 2lus 6em llmfreife 
pon mcl^reren 21Ieilen pd)teten 6ie (3eängftic3ten £eute fxd} l^inter So*nne^ 
U'>al6es IPälle un6 ^Hauern, l)un6ert un6 aber l)un6ert nal^m fo 6ie fKnne 
Sta6t auf. IDol)er aber follte 6ie Hal^rung für fo piele fommen? XDof^er 
6er Haum, fte 5U bel^erber^en ? 21Titten im Sommer hcq>ann bas Brot 
5U mangeln, un6 i^unger I)errfd}te befon6ers bei 6enen, 6ie Pon tpeitl?er 
un6 mit pielen l<in6ern ^efommen iparen. „^lle i7äufer tparen poll, un6 
man u?ufte nid^t, ipie man ftd} re^jen 06er unux'>en6en follte^', fd^reibt 
unfer Sd^ulmeifter. Die Z(us6ünftun(3 6er maffenl^aft €inc^epferd)ten per= 
urfad}te mandierlei Kranfbeit, fo 6af 6ie 21Tenfd)en auf 6en (Raffen un6 
unterm Cl^ore umfielen une ^liec^en. Kursum, Sonneipal6e bil6ete einen 
Peftl)er6, it?ie er pollfommener faum 3e6ad}t wer6en fann. Iln6 6ie Seud^e 



1) Sdfio^avdfiv. 

1) 5d?Io§arcf?iD. Brief bes Scfretär 2Ilbranbt an (Sräfin Lintia Illarie geborene 
üoii €rpac^. 



Sotincumlitc 5iir (i)Cit bcs brci^iajäbrigcn Krieges. 85 

Tini; 2(ci,atI)o, 6ic (£l)ofrau öcs 5d]Iot5fofrotärs 2(lln'an6 wavb iE^rc crftc 
3ciito am 25. Zdkjuft \657; 6ret CaO)C 5anad? foröertc öic furd)tbarc 
Kranfl^nt fd^oit \\ (Dpfcv. So Csing es halb ftci$cn6, balö fallcnS 6en 
0111115011 Scptcinbor imb (Öftobor binöurd}; je6er ^aq, Dcrlanc^te feinen 3<^^I/ 
un6 bk anncn Coten ir>ur5cn auf öein PeftfrtcM^ofe l7inter 5en ^HüF^Ien 
bcv Voviiabt fd^Iount^ft in 5ie ^r6e ^cbovi^en. Pas Ct?or von 6er StaM 
5iun 5d)Ioffe u^arö ftren»^ lun-fd^loffen ^ebalten, um 6ie Seud^e nid)t u?ie6er 
5al)in 5urüc-ffel)i*en 5U feben, von wo fie il^ren ^tusc^an^ (genommen l)atte^). 
c5egien 550 Büivser unö ^Ingiebörioie öerfelben raffte 6ie Poft im StäMd^en 
l)in. (5an5c ^amilien ftarben aus, Diele I^äufer ftanöen entoölfert; Büv^er- 
meifter, HatsDeru?an6te, beiöe (Seiftlid^e c^in^en öal^in, unö aud) unferem 
5d)ulmeifter entfauf 6ie fleifi^je ^eöer. Sie lefen ftd) erc^reifenb, feine 
Iel>ten, immer unftd^erer u?er5en6en Sd^rift^üae, mit bmcn er melöet: 

t ^llaria, 6e5 Sd^ulmeifters Cod^ter 6en ^. (Dftober, il)res 

2tlters 25 3al)r. 
t datl^arina, öes 5d}ulmeifters IPeib, il^res 2(Iters 70 3^^^/ 

6en 7. 0!tober. 
t ^Hartinus, 6es Sd^ulmeifters Soljn, c^emefener Korporal unter 

öen 5d)tt>e5en, 6en \0. 0!tober vmb 4 llf^r nad^mittaa, 

feines alters 3\ 3^^^*- 
Heun Cage fpäter folgte 6er greife 21Iaim 6en poran^etjangienen 
feinen, nad)6em er fein 2Imt in 5onneipal6e faft ^2 3^^^?^^ I)in6urd} treu 
reru^altet batte. Sein Had^folg^er berid^tet: „l7err Baltl^afar Cfdieppelius, 
treufleifioier Sd^ubneifter, rerfd)ie6en 6en \9. (DftoWv. Pen Ca$ l^ernad? 
beftetiat. Pie exequiae aber un6 £eid^enpre6i$t mur6en c^el)alten 6en 
8. ^ebruar ^638." 

Pas (£n6e 6es 3^^?^^'^ brad^te aud} 6as (£n6e 6es entfe^Iid^en 
Sterbens mit ftd}. (Erleid^tert atmete man auf un6 freute ftd? feines 
eichenen Cebens. 5d}on anfanas 3^"ii<^i* 1^58 feierte 6er Kird^end^or 
mie6er fein alljdf^ricjes „Kantoreibier", 1P05U 2lmt, 'Rai nnb ^ofpital« 
peruHiItuncs 6ie 21Tittel i^eipäl^rten. Pas Ieid}tlebic3e Dölfd^en fud}te fo baI6 
als möglid} 6ie lPun6en ipie6er 5U l^eilen, 6ie 6er ^raufame C06 il^m 
aefd^Iaoien. IlTan freite un6 lief fid? freien, beginc^ fröl]Iid?e ^od}5eiten 
un6 Caufen, iiumer fo aut es (jing ftd? 6er ^e^enmart freuen6 un6 rr>e6er 
poru)ärts no<i) rücfuxirts fd)auen6. 

Sd}ir>eres laq, 6al7inten, fd^u^eres baro, nod:} 6ie (^uhmft. ^in» 
quartieruno,en un6 Purd}5Ü$e ux^d)felten abermals, nur 6af 6eren piac^en 
ftd} in c^Ieidiem IVia^c uerfdjärften, une 6ie SoI6atesfa rol^er un6 an Cro0 
reidjer UHir6. 2tnfan$s ^639 feierten molarere furfürftlid^e Hec^imenter 
unter (Dberftaxid^tmeifter Caube un6 Kaiferlid^e unter 2nara5in aus 6er 
2(Itmar! 5urü^, um nad} Sd)Iefien 5U 5ie(7en. SonneuHil6e laq> if^nen am 
IDec3e, un6 6as Stä6td?en mit 6em ausc^e6el?nten Sd^loffe bot ixn'l^ältnis' 
mäfi^ gan5 anc^enel^mes lüinterquartier. So blieb Caube mit feinem 

^) 3d?lo^ard^iü. i>itcf bc5 5e!retärs 2Übranb an beti gräflid^crt ßofmcifter nad^ 
Straßburg. 



86 Sonnewalbe 3111- §cit bts breißigjät^rtgen Krieges. 

q,an^en Stabe am \2. ^^^nuar Ifut Itcgen, mufte aber fd^on am 22. uier 
Heiterfompagnten pia^ mad^en. Diefe blieben über 6rei IPod^en l}ier un6 
l)auftcn fd^Iimmer als ^einöe: 6es Viadfts hvadf^n fte 6urd) Däd^er un5 
IPänöe in 6ie Bel^aufungen 6er Bürger ein un6 ftal^Ien, was fte fanöen 

— Kleiöer, Geräte, Hal^rungsmittel, Piet^ unö (Betreibe, bas 6ie Bürger, 
un6 mit il^nen eine grofe ^al}l Bauern vov öent (£in5uge 6er Heiter ins 
5d?Iof geflüd^tet l}atkn, vombz einfad? 5urücfbel?alten un6 6en (Eigentümern 
6er (Eingang über 6ie ^ugbrüif e 6urd? 5d}iI6rüad?en getoef^rt. Die Bauern 
allein perloren babutdf neben ,,un5äl?ligem" Vklf über 500 5ad ^etrei6e. 
Hberl^aupt l}atkn 6ie Betuol^ner 6er llmgegen6 ftarf unter 6en räuberifd)en 
^or6en 5U Iei6en. Die perlaffenen IDol^nftätten, 6eren Bemol^ner entflol^en, 
n:?ur6en von iE^nen 6urd}fud)t, alles für jie irgen6 trertpolle tnitgenommen 

— lief man fxd} bod} fogar 6ie Iltül^e nid^t per6riefen, 6as, ^etrei6e in 
6en Sd^eunen felbft aus5u6re[d}en — ^^nfter un6 Öfen int Übermut 5er= 
fd^Iagen un6 alle 'Geräte 5ertrümtTiert un6 rernid^tet, 6ie ntan nidjt felbft 
5U braud^cn bad}k. TCod} empfin6lid}erer 5d?a6en aber traf 6ie £an6leute 
6urd? bosl)afte 3^i*ftörung f aft fämtlid^er Bienenftö^e 6er Umgegen6 ; einer 
il^rer ^auptnal?rungs5u?eige wavb 6a6urd} faft Pollftän6ig brad? gelegt un6 
ein 5d?a6en Derurfad^t, 6er fid) auf Caufen6e belief. 

Hnfer (El^ronift fagt: „2(lie 5d?n?eine, ^ül^ner, ^änfe, Cauben n?ur6en 
ausgerottet, 6af es fein ^ein6, ja ^ott bel^üt uns, faft fein Ceufel ärger 
madjen fönnk^'. 

Die traurige ^olge aller Permüftungen un6 piün6erungen ipar, vok 
nid^t an6ers 5U erwarten, eine geu)altige Ceurung. (£s fel?lte an allem, 
un6 6ie armen Beujol^ner muften nidjt, tr>ie fte il^r £cbcn friften follten. 
IDas irgen6 efbar erfd^ien, mußte 6ienen, unt 6en junger 5U ftillen; fo 
bu! man beifpiefsmeife Brot aus „"Knotten un6 ^erelftren? ^). 

Xlad} all 6em (£len6 bot 6as fommen6e 3^^^* l^^O eine ^cit 6er 
Hul^e, 6er (f rl^olung, 6es lt)ie6erauflebens. VOälfvmb auf 6en ^luren 5ü6' 
6eutfd)lan6s erbitterter Kampf tobte, fonnten 6ie 5onneir>al6er Bürger 
frie6lid? ibre tiefer beftellen un6 6ie reid)lid}e €rnte einbringen. Hafd? 
fan!en 6ie Kornpreife bis auf \8 (5r. für 6en Sd^effel l?erab, un6 man 
freute fid) 6es Segens. 2lber es wav nur 6ie trügerifd^e Hu^e vor 6em 
(Bett)itter, un6 fd^on gegen (£n6e 6es 3^^^^^ u)etterleud)tete es fern am 
öftlid?en ^ori5onte. Von Sd^leften 50g 6er fd}n)e6ifd)e (Seneral Stall?ans 
l^eran un6 befehle fd}on im 2(nfange 6es 3^^^^^ \^^\ ^^^ 9^"5^ I(ie6er= 
läufig. piün6ern un6 rücffid)tslofes Beutentad^en, 6as in erneuter (5rau^ 
famfeit begann, trieb 6ie geängftigten BetDol?ner r>on £iebentt>er6a, Kird^l^ain, 
5inftermal6e, Barutl? un6 mand^etn Dorfe 6es Umfreifes in 6ie ^uflud^t 
6er Sonneit?al6er StaMmauern. tlod} fnapp üor 6eren fd)ü^en6en tE^oren 
u?ar6 am \5. 2^nuav frül? 5 Ul^r ein grofer tTrupp ^lüd^tlinge r>on 
berittenen Sd?ir>e6en eingel^olt, il^re XDagen geplün6ert un6 il)re Pfer6e 
cntfül^rt. (£benfo erging es einige Cage fpäter 6en Beu^o^nern r>on 
(Sosmar, 6enen morgens 6 lll^r 6ie ^l)ore Sonnea>al6es nid}t rafd? genug 
geöffnet u?ur6en; aud? fte verloren, pon Sdivoebm eingel^olt, 5\ Pfer6e. 

^) 5c^Io§ard?iü. 



iicmalbe 5111- ^cit ^c:- ineiHtajälniaeii Kricijes. 

^u csrö^crer öeörücfung, o^crcidjtc nod} eine Kopffteuer, 6ie^ vom General 
Stall^ans atujeorönet, 5onneiPaI6e mu beinal^e 200 Cbir. ärmer mad^te. 
3c6e 2(Tntsperfon hatte \2 (5r., jeöer Bürger \0, je6e ^rau 8, jeöe IHa^ö 5, 
xmb fooiar jeöes lixnb \ — 5 ^r. 511 ^al^Icn ; 6ie (gleiche Steuer traf öie anöern 
0rte 6er Hieöerlauft^, ja fo^jar 6ie Ö)rtfd}aften liurfad^fens bis 5ur €Ibe l}xn. 

Übrigens rerfud^te Stall^ans, öie 2lusfd}reituu9en un6 piün6erun$en 
6er 5oI6atesfa 511 perl^üten. XDeni^ftens c^ab er am \S. 3iini \6^ von 
^■übben aus ^) 6en Befebl, 6af 6ie Beu^ol^ner geraubtes Pieb 6en 5ol6aten 
nid)t abfaufen 6ürften, 6a fie fonft f^el^Ier wären, ^reilid) traf 6ies Derbot 
6ie £eute fcbiüerer als 6ie eigentlid}en Urheber 6es ^renels. So mul|te 
ein Sonnea?aI6er Bürger, 6er 5U'>ei (Dchfen für 20 Cl^lr. gefauft I^atte, 
6iefe 6em eigentli d^en Beft^er, einem Bauern aus Dobrilugf, gegen alleinige 
^Erlegung t»on \ Cl?Ir. Öerid)tsgebül?ren l?erausgeben. Un6 bod} wavm 
erft 6ie fortgefe^ten Häubereien 6er SoI6aten 6ie Urfache, 6af 6ie Bemol^ner 
Piel) faufen mußten, wo eben fie es erl^alten fonnten. 

BaI6 nach 2(blieferung obiger ^Kontribution rücfte Einfang ^ebruar 
ein gan5es fd?ire6ifches Regiment unter 0berft Sd^ubnann in Sonnemalöe 
ein. 3^'^*^*^ I^aus u?ur6e mit etipa 30 Pfer6en belegt, un6 6ie ^or6erungen 
6er Heiter gingen ins Ungemeffene. (5etrei6e, Piet?, Bier u. 6ergL voixvbc 
von il}nen aufge5ehrt, un6 6a5U r)erlangten fie nod} Steuern von erft 2, 
6ann no6mals 3 (5r. für 6as 5d}od Sd)a^ung. Pod) 6amit nid^t genug, 
6en Bürgern nal^men fie 6ie Pfer6e ipeg, 5erftörten eine 2ln3al^l ^äufcr 
gänslid) un6 brannten 6ie ^ifd^ban! nie6er. Die fd^limmen ^äfte blieben 
ad}i ir>od)en liegen, um 6ann bei it)rem IDeg^uge eine Salva guardia 
von \0 IViann 5urücf5ulaffen; aber fd^on nad? 5 Cagen feierten fie 5urücf 
un6 blieben nod^mals eine IPod)e. Kaum irar 6ann Sonneir>al6e en6gültig 
Don il^nen geräumt, fo muften Bürger un6 Bauern 6er l7errfd}aft 6em= 
felben Hegimente nod} 3000 Pf6. Brot un6 2 ^af Bier liefern — auf 
jeöen t7üfner entfielen 5, auf je6en Spliegl^auer 2 un6 auf je6en ^aus= 
mann \ Brot — un6 5mar muf te 6ies alles 6en Solöaten auf Sd^ubfarren 
ftun6enu^eit nad^gefal^ren U)er6en. 

2luf 6em £an6e laftete fd)ier unerträglidje Sd}u?üle, un6 6ie 2Henfd^en 
ahnten, 6af ein Ungeantter im ^tn5uge fei. Bangnis erfüllte 6ie (Setnüter, 
abergläubifd^e Sorge lieg allerorts fd^limme Xüeisfagungen geu?al)ren, fo 
5. B. 6ie Blut^eid^en, 6ie num an XDafferbrunnen 5U £ucfau gefun6en 
l)aben wollte. ^iiq,kxd} aber fd^loiJ 6er 21Tenfd) fid^ enger an ^ott un6 
fud)te feine £)ilfe tnit 6oppelter 3ii^^^*^i^ft- Der Kurfürft von Sad}\en vcv- 
or6nete am 5. ^xxnx 6em ganzen £u(^auer Kreife 6ic 2(bl?altung täglid^er 
Bctftun6en, un6 6as gräflid^e Hmt gebot in nod} beftimmterer XPeife 
feinen Untertl^anen, 6as „epicurifd^e un6 rud^lofe 'iebm" ein5uftellen. — 
Die c3^it^^*^^<ältniffe fd^ienen fxd} axxd} wirflid? 5U beffern. Vlad} 6er €in' 
nal^me r>on ^örlife 2(nfang (Df tober 16^^) wixvbcn 6ie Sd}we6en nid^t 
allein aus 6er 0ber=, fon6ern aud) aus 6er Icie6erlaufi^ r>er6rängt. — 



1) Sc^Io§ard)iü. Acta 167. 

2) Siebe XI. Sauf. lTTaga3in, Bb. 66, 5. ^ ff. Ktc^arb Z^^^/ n^^^ Sd^roeben in 
(Sörli^ ^639, 'jfi, ikX". ' 



88 Soimciualbc 5111- §eit bcs brci^igjätirigcn Kncgics. 

5onnctt>aI6c crl?ielt am \0. Q)!tober eine furfürftlid^ fäd)ftfd)e Kompagnie 
Dragoner als (Einquartierung. Diefer IPed^fel beöeutete aber feine (Er^ 
leid^terung; bmn 5onnen)aI6e l}aik von 5en Sad^fen faft ebenfomel 5U 
leiöen als Dor6em von 6en Sd^meben, un6 eine unl)eilfd?mere XDoIfe I^atte 
ftd) nur per50ci,en, um einer anöeren pia^ 5U mad^en. gu il^rem Unter= 
halte foröerten öie Solöaten allmödjentlid} je einen (5rofd^en von 6em 
5d)oc! Sd^a^un^, un6 fie muften fid) öaoon felbft be!öfti§en. 2lm 
7. De5ember 50g öie Kompaoinie me^, aber fd?on 6rei XDod^en fpäter 
rücfte 6er Hauptmann von Cottmi^ in 5onneu?aIöe ein; Mefer bel^ielt fein 
Stanöquartier öafelbft U)äl)ren6 öer erften IlTonate 5es 3^^^^^ 16^2. 

gu öerfelben geit !e(?rten aber aud? öie 5d)me6en ^uvixd, unö nun 
follte 6as ^emitter in furd^tbarer ^eftigfeit losbred^en. (fs ift tragifd) 
genug, 6a0 nid^t mel?r unö nid)t weniger als eine Had)Iäffigfeit öas mut= 
maflid^e Perfd^ulöen an mand^em pergangenen unö allem nun l)erein= 
bred^enöen 3ammer trug. Sd^on am 22. 3iini 1632 nämlid? hatte liönig 
(Suftap 2löoIpl) öen IDitmen öer (Srafen ^einrid^ XDill^elm 5U Sonnemalöe 
unö 3o^^^i" ^eorg 5U BarutJ? einen 5d)u^brief ^) gegeben, in öem geboten 
ipar, Hntertl^anen unö ^errfd)aften ,,mit Einquartierung, preffierung, Be- 
ftreifung, ^emmung, Branö, Haub unö anöern Eyationes mie öie Hamen 
i}ahm mögen" gän5lid) 5U uerfd^onen bei Dermeiöung allerl^öd^fter Ungnaöe. 
3nfoIge öer Beamtenmirren in Sonnemalöe mar nadt} öem ^oöe öes 
5d)U)eöen!önigs öiefer Sd^u^brief üollftänöig in Dergeffenl^eit geraten; unö 
ungel^emmt unö ungel^inöert fonnte öas Perl^ängnis feinen £auf nehmen. 

IV. 3eit bet frfiwebifrfien Befa^ung. 1642—44. 

(£s wav am grünen Ponnerstage, öem \7. 2(pril ]i6^2, öaf füööftlid} 
von öer Staöt, am ^anfelberge, öreifig fd)tt)eöifd}e Heiter Ehielten '"^j, ah- 
gefanöt rom ^elömarfd^all Corftenfon; ^wä von ii^nen famen ans SiabU 
tl^or geritten, um eine Salva guardia an5ubieten. Der fäd?fifd?e Kom= 
manöant von (Eottmi^, Dernel?menö, öaf es Ztbgefanöte Corftenfons feien, 
lief ^euer auf fie geben unö mies and} öie erneute 0röre 5ur Übergabe 
öer Staöt, öie öiesmal von einem Bauern überbradjt u?uröe, fd^roff 5urücf, 
„fie mären ftd) felbft Salva guardia genug". Darauf ritten öie Heiter 
mieöer 5uriirf nad} £udau. Viodt} im £aufe öesfelben unö öes fünftigen 
tEages 50g eine 2Jtenge weiteres KriegsDoIf, aus gittau fommenö, bei 
öer Staöt porüber, unö mad?te öie (Segenö immer unfid^erer. Diele Um^ 
mol^ner, namentlid) öie pom 2(öel, flüd^teten ftd? aufs Sd^Iof. 2tber öer 
gugang marö immer gefal^rörol^enöer, unö nur mit IlTül^e fonnten ftd? 
nod) am (Dfterfonnabenöe \6 faiferlid^e Heiter, öie pon Sd)Iieben famen, 
in öen ITTauern öer Staöt bergen; bcnn öer 0brift unö ^eneralaöjutant 
Königsmarf nal)te mit feinen Sd^aren öer Staöt. Xlodf im legten 2lugen^ 
blicfe lief (Eottmi^ öas gräflid^e (Sartenl^aus unö öas „3uticierl?aus", öie 

1) Sdflo^avdiiv. Acta 165. 

2) Sd^lo^avdfxv. Briefe bes Kornfc^reibers Crunt an l^ofincifter Kül^nletn pom 
^. IHai bis 5. 0ftobcr IM2. 



>otmcu)albc ju^^ci^c^rci^jäbriacu Krteges. 

hcibc cuifcrl^alb 6er Staötinauern, aber in o»efal)r6rol)en6cr iinb 6ecfunc3= 
biotcnöcr Habe lacjen, nie6errei^en, als and} fd^on bas ^ufpolf mit ^wd 
f tüvfen iin6 niel^rere lixeiterrecsinxenter vov 5onnexr>al6e l7alt mad^ten. 

(^ireinial lief Könic^sniar! 6urd) Trompeter 5ie Übergabe 6er 5ta6t 
rerlanoien — 5d)üffe antrrorteten il^nen. Da fd^ritt Köni^smarf 5U re^eb 
red^ter Belaaeruna. Das Kriec^spolf ftellte fid} bei 6en 5d)eunen nnb öen 
IlTüblen auf, unS öie beiöen (Sefd)ü^e tpur6en auf öen freien ^cfer ^e- 
fal^ren. 2iis man aber aus 6er 5ta6t l)eraus .mit DoppeII)a!en tüd)ti$ 5U 
feuern becsann, iruröen 6ie ^eI6ftü(fe l^inter 6ie ^ird?l}ofsmauer ^efd^afft, 
un6 öffneten von 6ort aus baI6 ipie6er il)re ^euerfd)Iün6e. 2tber faft alle 
Kuc>eln fIoc>en über 6ie 5ta6t I^inmeo», eine nur traf öie ITIauer, eine q,xnq, 
in ein mit €r6e c^efülltes ^af auf 6em XDalle un6 5U?ei in öie Birnbäume 
am €cfrun6elL Beffer trafen öie 5d)üffe aus öer Staöt; öem 0berft 
Könic^smar! muröe fogar fein 5d)u?eiffud}s unter öem £eibe meg^efd^offen. 
®e$en 22 Ku^ebi l^atten öie Belagerer aus öen ^rofen ^efd)ü^en ab-- 
giec3eben, o[}m öod) etwas XDefentlid^es 5U erreid^en; ba lief Ixöni^smarf 
öie IDeiöen öer naiven ^rift föpfen unö aus öen ^wdo^en ^2 5d}an5förbe 
fertigen. 3^^ ^^^ Xlad}i ipuröen 6 öerfelben, öod) nod} nid)t mit (£röe 
gefüllt, öem füöu?eftlid)en Ceile öer Staötmauer cjenäl^ert. Die IDad^e 
bemerfte aber bei5eiten öie peröerblid^e 2(bftd)t unö balö tt?ar oben auf 
öem XPalle alles in Beme^unoi. Die Hacbt per^in^ nun Ynl}iq,. 2lm 
näd^ften ^llorc^en verbreitete fid} unter öen 5d}u:)eöen öas (Berüd^t, öaf 
ftd) von 5d)lieben aus einige l^unöert Kaiferlid)e nal)ten. Sofort l)ob 
Köni^smar! öie Belagerung auf unö lief öie Keiterei nadt} Dobrilugf, öas 
^ufpolf aber nad} ^inftera>alöe marfd^ieren. (£itel 3ii^'>^^ i^^^ ^rol)loc!en 
erl)ob ftd) in 5onnen)alöe, unö man mad)te ftd) öaran, fröl)li(^e (Dftern 
5U feiern. 2lm Dienstag ITtorgen ritten öie \6 !aiferlid)en Heiter mieöer 
ab, unö aud) nod} im Caufe öes tEac^es blieb alles rul^icj. 3^^ ^^^ Xlad}i 
lief man fogar öie XDad^tfeuer ausgel^en, unö fd)laftrunfen lao^en öie u^adit^ 
l^abenöen Solöaten mbm öen glimmenöen l:{ol)len. 

Da — auf einmal l^ört ein auf poften ftel^enöer Kriegsfned^t pom 
graben ber ein peröädjtiges (Beräufd); auf feinen Kuf erl^ält er feine 
2intu)ort, unö bepor er nod} öie bei öen It)ad)tfeuern Ciegenöen ipe^en 
fann, ift er unö öie Sd^läfer pon emporflimmenöen 5d>ux'öen nieöer$emad)t. 
i£in Bauer eines bznad}bavkn Dorfes l?atte il^nen öie fd)u?äd)fte Stelle öer 
Staötbcfeftigung» perraten, unö binnen einer Diertelftunöe ipar $an5 Sonne= 
tpalöe Pon ^einöen überfd)n?emmt. Das Sd^iefen unö öas 2in5ftgefd)rei 
^lüd^tenöer treibt öie fdjlaftrunfenen Bürger l}albnadt aus il^ren IDol^nungen. 
2lbcY öraufen meröen fte ,,5erfd)offen, 5erl7auen, erbärmlid) 5erf dalagen unö 
geftod^cn". ZTtan fud)t fid) auf öas Sd?lof 5U retten; öod? öie aufgewogene 
Brüc!e tpel^rt öen (Eingang; Perwipeiflungspoll fpringen öie (Seängftigten in 
öen Kraben; bcnn binter fid) l^ören fie öas IPel)gefd)rei öer fcieöer= 
gemefeelten. Bis 5um frül^en IHorgen muffen fie, nur mit öem l^opfe 
I?erausfel)enö, in öem falten 3abc ausl^arren, unö mel^rere Perfonen finöen 
il^ren Coö in öen fluten. 

Der näd)fte Zllorgen aber beleud^tete öie raud^enöen Crümmer Sonne= 
u?alöes. Die Sd)ipeöen l^atten erft geplünöert, u?as irgenö 5U plünöern 



90 Sonncipalbc 3ur ^cit bes brci^tgjät^rigen Krieges. 

war, bann aber 6ie q,an^^ Stabt in Branö c3eftoc!t. 2Iufer picr flcincn 
Käufern nnb 6cm alten Braul)aufe maren alle (Sebäu5e ein Haub 6er 
flammen getPor6en. IlTit 6em einaeäfd^erten Hatbaufe ^inc^en fämtlicbc 
Katsaften un6 Privilegien 6er 5ta6t 5U (Srun6e. 2lud} 6ie Kircbe brannte 
nie6er, un6 fogar 6ie ^innfärge 6es gräflicben (£rbbe$räbniffes fonnten 
6er per6erblid?en ^lut nid^t tr)i6er[te{)en. 

XPie unfer Kird^enbud) gerettet rDur6e, leiert eine 3nfd)rift auf 6effen 
erfter Seite: ,,Piefe Amiales nebft 6em erften Ceil bat 6er 6amalioio 
Sd^ulmeifter Christophorus Beccius Chemuicio Boliemius aus 6em 
^euer errettet, in6em er fte in 6er fcbipe6ifd)en piün6erung un6 Bran6 
aus 6er Kird^e, 6ie oben fd^on brannte, perfönlid^ gel^olt un6 unter 6ie 
5d}lofbrüc!e getporfen 6en 22. 2Ipril 1(6^2". ITur 6ie nagten ITcauern 6es 
®ottesl)aufes un6 ein Ceil 6es (Slocfenturms mit bei6en (Slocfen blieben 
ftel^en, aber nod} im £)erbfte 6es gleid^en 3^^?i*^'^ u?ar6 le^terer von einem 
furd)tbaren Sturme umgeriffen. Das ftarfe Sd)lof allein fd)aute unberül^rt 
auf 6ie Pern)üftung l)ernie6er; (£ottu?ife übergab es 6em ^ein6e gegen 
freien 2lb5ug, un6 früb l^ielt Königsmarf feinen €tn5ug. ITod? am felben 
Cage ücrlief er aber 6ie ^eftung rDie6er, um fid? 5um l^auptl^eere 5urücf= 
5ubegeben, un6 lie^ einen i^auptmann mit feinen Ceuten als Befa^ung 
5urücf. Diefer per5eid)nete alle Porräte an (5etrei6e, Bier, IDein u. 6ergL 
Drei Cage fpäter mad)te er einem Ceutnant mit 50 Dragonern pia^, 6er 
gleid? feinem Dorgänger mit feinen Ceuten im ®ber= .un6 Hnterfd^lof 
lDol)nung nal^m un6, gleid)falls vok fein Porgänger, 6ie Porratsfammern, 
Keller un6 Bö6en ftar! in 2Infprud? nabm. Sie muften ibre 6ürftigen 
Hefte {^ergeben, un6 6ie Bauern U)ur6en 5ur ^erlieferung il)r legten Hin6er 
ge5rDungen, um 6ie l^ungrigen ®äfte 5U faltigen. Die Hot im Stä6td)en 
ipar grof ; 6ie meiften Beu?of^ner fuc^ten in il^ren Sd)eunen 06er in 6en 
Kellern il^rer Bran6ftätten 6ürftiges (Dhbad}; 6er Superinten6ent beu?ol)nte 
6ie Ba6eftube im Sd^lof un6 6er Sd^ulmeifter 6as Sd?iefl)aus. Dort mar6 
and} feit 6em 4. 3uli u>ie6er Sd^ule un6 fpäter 6as ^erbfteramen mit 
22 ünabcn unb \0 lUäbdizn gel^alten. Der ^oties6ienft mufte anfangs 
unter freiem ^immel ftattfin6en, un6 erft fpäter erl^ielt man 6en grofen 
06er and} fleinen Saal im Sd^loffe 6a5U eingeräumt. Wenn 6ie Hot 5um 
IDinter nid^t nod) l)öber fteigen foUte, fo muften tro^ allem (£len6 aud} 
nod} 6ie ^el6er beftellt u)er6en, un6 nur mit unfäglid^er IlTül^e un6 großen 
Koften wav es möglid}, 6as wenige Sommergetrei6e in 6ie €r6e 3U bergen. 
Un6 6iefes nal^m nod?, ebenfo wk (2)bft un6 IDein, bnvd} l)eftige Had)t= 
fröfte grofen Sd?a6en un6 litt fpäter nod) fel^r ftar! pon einer anl)ab 
ten6en Dürre. 

(£n6e Vilax u?ur6e 6ie (Einquartierung auf 6em Sd^loffe bnvd} an6ero 
^0 Dragoner abgelöft; fte ftan6en unter Kapitän 3*^^)<^"" £epin pon 
Sommerla6, 6er bnvd} feine Be6rü^ungen fxd} unter allen fd) a">e6if d^en 
Konmtan6anten Sonnen:>al6es am Perl)a]|teften mad^te. ^leid) nad} feiner 
2(n!unft lief er Sd^lof un6 Sta6t nad} Porräten 6urd)fud)en. (£in Sd?mie6 
mufte alle perfd^loffenen Kiften un6 Kaften öffnen un6 alles irgen6tt)ie 
Pern)en6bare rpur6e aufge5eid)net. <£ni^üdt xvav er befon6ers Pon einem 
reid^en <5e5elt un6 Pon 6er „föftlid^en" Bibliotl^ef, 6te er auf 6em Sd^loffe 



Sonttcipalbe 3ur ^eit bes breif5iajäbi*igcn Kricacs. 

fanb. Die Sonncmalöcr Bürger felbft muf ten 6iofe 5d?ä|e nad} ^ranffurt a.0. 
fdjaffen, bamxt fie von bort ans nad) 5d}it>e5en eingcfcbifft tr>ür6en — xxnb 
^voat gieraöe inmitten 6er <^x\\k, uno^caiikt 6er Bitten unö ^ürfprad^en 
6er Beamten un6 (Beiftlid^en. (£ini$e IPod^en fpäter r>erfügte aUer6in3S 
6cr f*ipe6ifd>e Oberbefehlshaber Corftenfon 6ie Hücffdjaffunc^ jener Beute^), 
6a ja^raf l7einrid) IDilbelm 6er lirone 5d}tpe6en Dienfte c^eleiftet I)abe; 
ob aber 6iefer Befehl ir>irflich au50»eführt ir>ur6e, erfcheint fei^r 5it)eifell?aft. 
Unfer Chronift, 6er fef^r fleifiij berid)tet, er5ählt nid^ts 6aDon, un6 6od} 
hätten je6enfaU5 5onnerpaI6er Büroier felbft alles rr>ie6er 5urüc!hoIen muffen. 
Ileber6ies tr>ur6en Befel^Ie, felbft Sie 6er oberften Kriec^sführer, nid)t fel?r 
bcad)kt 5o hatte Corftenfol^n, um 6en piün6erun^en ein (giel 511 fe^en, 
am ^. September \6^2 aus 6em ^el6Ia$er 5U (Sloc^au 6ie fd)U)e6ifd?e 
l{ammeror6re erlaffen, fraft n:>elcher £öhnun$, Serris un6 ^ourage feft= 
Oiefefet ipur6e, 6ie je6e fchrr>e6ifd)e ^arnifon in Deutfchlan6 monatlid) 5U 
befommen hatte. Der 5onneipaI6er Kapitäin hatte hiernad) monatlid? 
50 Chlr. €öhnun.3, 3 Piertel 5al5 = 2 C(?Ir., V ^u6er I70I5 =r 4 tEhlr., 
6 pfun6 Richte = \5 (Sr. un6 2 Betten = 2 C{)Ir. 6 ^r. an Serüis, 
foir>ie als ^ourac^e für je6es Pfer6 3 Scheffel ^afer nebft Haud^futter 5U 
for6ern. 2^^b^v Gemeine follte inonatlid} 5 CI)Ir. Cöhnung», täc^Iich 2 Pf6. 
Brot un6 \ ^eI6maf Bier erf^alten, — gieit?if nid^t 5U u^enia, wenn man 
6ie 6amalic3en geituerl^ältniffe in Ked^nuna 5iel)t. IDie n^enio, aber 6ad?te 
man 6aran, fxdf an jene 0r6re 5U bin6en! 2inf 6en Dörfern raubte man 
6en Bauern 6as Vkl}, nnb 6iefe muftcn es ron 6en Käubern löfen, um 
es wkbcv 5U erhalten, ^ifd^e, Brot un6 an6ere Cebensmittel, 6ie fte 5um 
Derfauf in 6ie Sta6t brad^ten, rpur6en ihnen ir>e5genommen , un6 mad^te 
jeman6 and} nur 6en Derfud^, ftd) 5U bef lachen, fo wmbc er „$eftodt un6 
$eplec!t''. Hatürlid} lauteten ftd) 6ie Bauern $ar bal6, 6as (5ering,fte auf 
6en 2]Tarft 5U bringen. 3" $onnett)aI6e felbft l^aufte 6ie Einquartierung 
mit 6er ärgften Hücfftd^tslofigfeit. liapitain SommerIa6 lieg 6ie gräflid^en 
Beamten, 6ie ihm nid^t 5U Ö)illen maren, 6urd)pettfd)en. Seine SoI6aten 
6urd)5ogen 6es Zcadis mit i()ren Spielleuten 6as Stä6td}en, un6 führten 
mit brennen6en StroE?u?if d^en un6 liienfacfeln rid)tigen ^erenfabbatl) auf; 
6er neugebauten glitten ad^kkn fte nid^t, pielmel^r gera6e üor 6iefen U)ur6en 
mäd)tige ^euer ange5Ün6et. — g^^^-'i^iial it?ur6en 6ie Bemohner um 6ic 
2nitternad)tsftun6e bnvd} IXlarm aus il)ren Betten aufgefd>eud)t. (£rfd}recft 
ftür5ten fte ins^reie, aber 6ie überall hi^treffen6en Kugeln ^tpangen fte, 
eilen6s in ihre Keller un6 ^ütten 5urücf5uflüd)ten. Un6 6ie Urfad^e? 
€imital hatte 6ie Sd)iI6rr>ad)e blin6en £ärnt gefd)lagen; 6as an6ere ITlal 
maren ein paar 0d)fen, 6ie im Sd)ilfe 6es Grabens u:>ateten, Hrfad^e 5ur 
2llarmierung 6er gan5en Einquartierung un6 peranlaften Kapitain 
SomnterIa6, „alle ^^^I^^^^^ttlein, Doppelhafen un6 IHusqueten'' losbrennen 
5U laffen. En6lid) tpur6e Somnterla6 u?egen aller 6iefer Be6rüc!ungen 
Don feinem 0berftlieutenant, 6em Befel^lsl^aber 5U Cucfau, 5ur Deranta^ortung 
ge5ogen. Empört 6arüber, übergab er 6ie Befa^ung feinent Lieutenant 



*) Sd^Io^arc^iD. ©ri^tnalbricf Corftctifous an lliartitt £aiia,e, Kommanbcur r»oii 
iucfau. 20. 2hmi\i {c^^ifi. 



92 Sonncipalbc 3ur §cit bcs breij^iaiäl^ricjen Krieges. 

nnb reifte mit feinem Kornfd^reiber nad} Sd^Icftcn 5ur Ztrmee, um Bc« 
fd^rperöe 5U füE^ren. Port fanb er aber feine ^ilfe, fonbern rpm*6e pieL 
mel^r, 5a er ei$enmäd}ti$ 6ie 3efa^un$ perlaffen, öe^jraöiert un6 feinet 
Kompagnie entfe^t. 2Xn6ere Kompagnien !amen nad) Sonnemalöe, un^ 
je5e Derblieb $eiDÖl)nlid} einen Illonat; (£n5e bcs 3al?res folgte ein( 
Kompagnie Sd^otten unter Kapitain £a5er als Befa^ung 6er 5ta6t. — 
Der Stanöort aller öiefer Einquartierungen, bas gräfliche 5d)Iof, Derfiel 
immer mel^r. Purd} 6ie fd^Ied^t gespaltenen Päd^er ftrömte öer Hegen eir 
unö 5erftörte 6ie n?unöerfd}önen Pecfengemäl6e öer Säle unö ^^i^^"'^^^/ 11^^^ 
öer Haud) öer ftetigen IDad^tfeuer über5og öie ^eipölbe mit öidjter Hug 
fd?id)t. Pas Stäötd^en roar ja u)ieöer aufgebaut; öod) auf öer 2lfd)e iinl 
öem 5d?utt maren ärmlid^ere ^äufer, ja, armfelige, aus öem ^0(5 altei 
Pallifaöen gebaute glitten entftanöen. 5o l^atten 2^ Bürger bis 5UTr 
3al)resfd}Iuf il^re IDof^nftätten mieöer pollenöet, unö öas Katl^aus 5eigt. 
feinen neuen Giebel. 2(ud} Sdtflop unö 5taötn)all l^atten ibr 2iuferef 
Deränöert, von öen Bürgern maren fie fefter gemad^t u^oröen; aber öii 
fd^önen Q)bftbäume auf il^rer ^öl^e l^atten öie 5d)ipeöen perftümmelt 
^leid^es tuar aud) öen Bäumen im gräflid?en Baumgarten gefd^el^en 
5o iDar öas gan5e 2lufere öes Sd^Ioffes unö öer Staöt ein fünmier 
lidjeres, ärmlid^eres geiDoröen, unö es entfpradj aud) Dollftänöig öe: 
r>erfd)Ied?terten £age öer Bürger. €s bleibt nur 5U peripunöern, ba] 
öiefe immer mieöer imftanöe finö, öie ftets erneuten Kriegslaften 5U tragen 
Hur allein öie ^rift Dom 25. 2(pril bis \3. September \6'\2 perfd^lang ii 
Sonnemalöe \68^ Cl?lr. an Derpflegungsfoften, über 280 Cl^lr. für nad 
'indau 5U liefernöes (Setreiöe unö 650 CI)lr. Kontribution^). 

Unb bcnnod} muffen unr nid^t bcnhn, öaf öie Bürgcrfd^aft fid) ent 
mutigt unö öumpfer Der5rDeiflung l)ingegeben l^ätte. Sogar nod} in öiefen 
fd)u?eren 3^^^^ i'öll 3^Tnmers unö Unglücf ipuröen fröl)lid}e ^^fte gefeiert 
Hid^t u?eniger als örei polle Cage u:>äl)rten öie „bod)5eitlid)en <£l?rentage 
öes Sonneir>alöer Pia!onus ^ad^arias (Dito unö öer „eölen, riel el)r= un^ 
tugenöreid^en 3ungfer" Tinna ^Haria von Penftaöt. Unter öen 5al)lreid)ei 
Säften befanöen fxd} aud) pier fdjmeöifd^e 0fft5iere unö öeren ^^'«^^i^^i 
„Pas (£l)ebier ift in ^reuöen, ol^ne Streit unö Sd^lägerei üollbrad)t iroröen 
fd)lieft in pielfagenöer IDeife öer Berid)t, öem nod} ein langes V}od}^d\i 
Carmen mit (5lü(fu:^ünfd)en unö folgenöer (gnöftropbe angefügt ift: 

„Va^ folc^es tjcfd^etie, idf münfdjc von ^cv^,cn. 
DoIIeiibct bas £cben mit ^reubcu itnb Sd;ex^en. 
Die Sonne bcr ^reubcn eudj ane3eit fdjcine, 
3n unferem IPalbe ron i7er5en id?'s meine." 

3m (5eöen!en an öie öamalige fd?re(flid}e Hotlage in Sonneu?ali 
berül)ren öiefe feilen öod) red)t feltfam. Pod) muf man beöcnfen, ba 
öer 27Tenfd)engeift gegen nid^t enöenu^ollenöe Hot fid) fd^liej^lid) abftumpl 
unö aud) öen l)ärteften 3^^^^^^ ^^^ Cebens fd)lieglid) gcir>ol)nl)eitsgemä 

^) Hea.'^Ird?. .^ranffurt a. (D. Hcpert. 266, Ho. 2^. DenDeigerte 2Ibgaben b( 
£anbcs' unb Kreisanlagen \738. ^ol. ;3. 



un5 rorKiltnismäj^ics Oslctd^mütioi 5U ertragen lernt; iinb es ift ja ein (Slücf, 
^ •>♦> 6em \o ift. 

Das foL3en6e Jal)r, \645, it>ar vool}l für Sonneipalöe öas fd^merfte 
c^c£> v^an^en üriecses. Öie (£iiu]uartterun$ von örei Kompatjnien Keitern 
wav nur 6as Porfpiel öes $rol|en 3^^''^i"^'i*-i *^^^^ ^^ polieren Sturm» 
fläncüen fefete fein ipiI6es €ie6 ein, als 6ie fcbmeöifd^e l7auptannee, 6ie ftd? 
vov ^reiberoi nid)t balten fonnte, öurd^ 6ie Icieöerlauft^ 3e509en !am. 
3nnuer cjraufanier, inuner lxrbaieri$er n?ar 5ie 5ufammen(3eit?ürfelte Sdjar 
aeiporöen. Bis je^t batte man 6urd) eine Salva guardia fxd} nod} immer 
von 6en plün6erunaen losfaufen fönnen — je^t bead^tete 6as Krie^srol! 
aucb öiefe nid^t mebr. ^wav entgincs unfer 5tä5td}en, als fd^tt)eöifd}e 
Afeftuncs, einer rollftänöi^en Beraubung un5 <5erftörung, mie fte 6as be- 
nad)barte ^infternxilöe traf, aber es batte aud^ ol^neöies Hamenlofes 5U 
er6ul6en. 2lm \4. 2när5, bei ftarfer un6 anf^altenöer Kälte, liefen ftd} 6ie 
crften (Trupps 6es I^auptbeeres feben. Zllsbalö ftrömte öas CanÖDoIf fo 
fd>nell als möcslid), in 5onneir>aI6es fd)ü^en5e ITTauern, mit fid? ibre 
IPacsen mit Dorräten un6 all \1}V Pieb fübrenö; bmn auferl?alb waun 
fte nircsenös, felbft in Büfd^en nidbt, nod) Ceid)en, nod? Sümpfen, cor 5en 
beuteaieric3en ^einöen ftd)er. IDas 5en piünöerern perfloffener 3al?re ent= 
»jancsen mar — pon öiefen vpuröe es gefun6en, mod)te es nun in 6er €r6e 
percsraben 06er mod?te es permauert fein. Soc^ar 6er (Srun6 6er XDaffer 
anir6e mit groj^en (£ifenl?a!en 6urd^mül)lt; 6ie (Erfal^rung u?ar 6en Beute* 
luftigen eine gute £el)rmeifterin im piün6ern geu)or6en. Hein Heffel, fein 
<5inngefäi5 entging 6en Sud)en6en, un6 felbft 6as fd^einbar Ilnbe6euten6fte 
ttxirfen 6ie 2narfeten6er noä:f auf il^re lÖagen. Leiter un6 ^uffned^tc 
fübrten mben il^ren Kriegsipaffen and} 6ie „Instrumenta rusticalia" als 
2lrte, Beile, Riegel, l7eugabeln un6 6ergleid)en, 6ie fte 6em €an6poIfe ah' 
nabmen. XPas aber nidjt mitgefül^rt rper6en fonnte, 5erftörten 6ie rud^Iofen 
l7än6e: ^enfter un6 Cbüren U)ur6en 5erfd)Iagen, un6 fogar 6ie ^e6ern aus 
6en Betten 6en lDin6en preisgegeben. 2ilkv ^ntifi un6 Sitte fd)Iug man 
fred) ins ®eftd}t. Hirdien un6 6eren Piener tpur6en ebenfo beraubt, ipie 
armfelige ^ütten mit il)ren 3"f^ff^^- 3^^9> ^"^ ^I^/ ä)eib un6 Hinb 
fanb feine (5na6e por il^rer IPillfür. XDel^e 6em, 6er in il?re ^än6e fiel 

— unbarml)er5igfte ^ual u?ar6 fein Ceil. Dem einen legten 6ie Unmenfd^en 
einen Strid um^,6en I^als un6 6rebten an 6em 6urd}geftec!ten Knüttel fo 
lange, bis 6em ärmften 6ie 2tugen 5um Kopfe l^erausquollen; einem 5rpeiten, 
in einem an6eren benadjbarten Dorfe, riffen fte 6ie (£ingerpei6e aus 6em 
Ceibe un6 trieben 6en Gequälten 6abei um einen Baum, fo 6af fte fid? 
um 6enfelben tpicfelten; 5ipei grauen, 6ie guflud^t in einem Bacfofen 
gefudjt l^atten, tt-)ur6en 6arin elenMglid? perbrannt; ein Sonneu?aI6er Bürger, 
6er por 6er Sta6t ergriffen ipar6, tpur6e fo gefnebelt, 6af il)m 6as Blut 
aus l]lun6 un6 Hafe rann, un6 als6ann nod? über 6ie flammen gel^alten 

— un6 6as alles nur, um @eI6 5U erpreffen! „IDer fann fold^e graufame, 
überntäi^ige l7enfermarter genugfam befd^reiben! Wenn es Cürfen un6 
Cartern ipären, fönnten fte faft nid^t tyrannifd^er un6 gräulid^er perfaf^ren 
als u)ie 6iefe, 6ie unfere HeIigionsperipan6ten fein tPoUen," fd^reibt unfer 
^^rjäbler un6 fügt nod? ein I)er5ergreifen6es ^ebet l)in5u um Qilfe un6 



94 Sonnetpalbe 3ur geit bcs brci^igjät^rigen Krieges. 

€rrettung aus öiefer Hot. So furd^tbares 6ie £cute augerl^alb 6er 5taöt= 
mauern 5U ertragen l^atten — ntd)t Ptel befferes l}atvk il^rer in öem ge= 
fd}ü^ten Bereid^e. Die geringe ^Cn^al^I 6er neugebauten ^äufer fonnte 6ie 
Unmenge 6er ^lüd^tlinge mit all ibren ^abfeligfeiten un6 if^rem Vxd) nxdfi 
aufnel^men. Die u?aren fd)on glücflid?, 6ie in fd?uttbe6e^ten l:{ellern 06er 
in I)aftig auf 6em Pflafter errid^teten f)nikn farges (Dhbad} fan6en. 
Da5u i?errfd^te gera6e in 6iefen Cagen 6ie bitterfte Mite un6 t)oI)er Sd^nee 
be6e^te 6ie erftarrte €r6e. Jn 6iefem ftan6 6a5 arme Vkl}, vor junger 
un6 ^roft bei Cage un6 Had^t jämmerlid) blö!en6, fd)reien6 un6 brüllen6. 
Hm fid) nur dxoas 5U erbarmen, 6rängte es fid} eng 5U feinen I^errn, 
6ie um 6ie ^euer por 6en ^ütten lagerten. Dom Huge gefd^a5är5t, Don 
Hungersnot im6 Kälte l)ol]läugig un6 elen6, glid^en 6ie ZTtenfd^en (Sefpenftern 
ei^er als IDefen Don ^leifd) un6 Blut. Brot-, (5etrei6e- un6 ^utterpreife 
ftiegen r>on ^ag 5U Cag; IHel^l xvav feines 5U erl^alten; 6enn nieman6 
u?agte 5U 6en IHül^Ien ^inaus5ugel)en. Das 0d?fengefpann 6es Super- 
inten6enten, 6as in 6en Sd^eunen ^utter Idolen foUte, mar6 unmittelbar 
am 5ta6ttl)ore von einem Heitertrupp überfallen, 6ie ®d)fen entfül^rt un6 
6er liutfd^er feiner 5d}ul)e un6 KIei6er beraubt. 2tud? 6er 5rie6l?of toar 
nid)t 5U erreid^en, un6 6ie Coten a'ur6en üorläufig am 5ta6ttt?all beer6igt, 
um erft in frie6lid?er geit 5ur Stätte il^rer en6lid}en Hul^e l^inausgefül^rt 
5U u:)er6en. 3^ J^'^*^'^* 3*^^^ U)ur6e ein geiuöl^nlid^es l^ausbacfenes Brot 
mit einem (Drtstl^aler, ja fogar mit 8 (Br. b^al}U, ein ^af Bier mit 
\2 Cl)Ir. un6 eine ZlTe^e Sal5 mit ^5 ^r. gum ^lüd I^atten 6ie gräflid^en 
Beamten nod} einige Porräte, 6ie fie 6en rcotlei6en6en perfaufen fonnten; 
aber aud? an 6iefe erl^oben 6ie porüber5ieben6en Sd?u:)e6en Ztnfprud^. Die 
Dor 6en Sd^eunen lagern6en l^eerl^aufen muften Brot un6 Bier geliefert 
erl^alten, un6 6er fd)n?e6ifd)e (Seneral = Propiantmeifter fam un6 for6erte 
mel^rere Sad IlTel^l, fou)ie Hoggen, ^afer, 0d}fen, Kälber, ^ül^ner ic. 
gu allen Be6rü^ungen bmd} 6ie rauben6e, brennen6e, mor6en6e Sol6atesfa 
famen nod? fold^e, 6ie üon 6er fd}U)e6ifd)en Dermaltung 6er rcie6erlauft^ 
felbft ausgingen. Der 0beraccife = (£innel)mer 6erfelben fe|te in Sonne= 
u?al6e einen Bierfteuer=€innel)mer ein, u)eld?er 6as ®el6 für 6ie ein5elnen 
(Bebräue einfor6ern follte. Die Bitte 6er Bürger, auf 6iefe Beträge, vou 
frül^er im gleid^en ^alle gefd^el^en, 5U (Bunften 6er auf5ubauen6en Kird^e 
5U per5id^ten, n?ur6e nid^t nur nid)t bead^tet, fon6ern 5U größerer Be6rüc!ung 
nodf 6ie 6oppelte 2Hel)lfteuer — ^wei UTe^en von je6em Sdjeffel (Setrei6e 
— erl^oben. Die XDin6= un6 Äaffermüller murSen nad} Sonnett)al6e 
befolgten un6 il^nen 6er (£i6 abgefor6ert, 6af fie fein (Betrei6e 5um ZTTal^len 
annel^men mür6en, 6as nid^t 6en mit 6er Krone 5d}weben beftempelten 
Quittungs5ettel beibräd^te. Der betreffen6e Steuereinnel^mer erftad} einige 
HTonate fpäter bei einem geringfügigen Streite einen XPtn6müller; 6er 
Znör6er u>ur6e 5tt?ar gefeffelt nadf £ucfau gebrad^t, 6ort je6od} freigegeben, 
u?cil es il^m gelungen u?ar, Sonneu?al6e 5U Derleum6en. 

Heue Beläftigung brad^te 6ie ^nfunft 6es £an6grafen Don Reffen, 
6er in 6er 5tt)eiten ^älfte 6es lUärj mit ungefäl?r 1(00 Heitern in Sonne- 
voalbc Hnterfunft nal/m. (£r felbft u)ol)nte auf 6em Sd^loffe, aber feine 
£eute u)ur6en bei 6en Bürgern einquartiert. Unfer er5äl?len6er Sd^ul» 



mneiüalbc 3Ü^!et^?^ret^tgjäi^rigen Krieges. 95 

ntciftcr orl)ieIt bcvcn 5ipct. 2ll5 öiefc tl^n inöcffen fel)r nötigten, il7nen 
Bier, Wein miö „^iites Craftanient", fomtc ^uttcr für il^re Pf erbe l^erbei» 
5ufd^affen, ^\nq> er befd}ti^cr5efüt?rcn6 aufs Sd^Iof 5um £anöc^rafen, un6 
Mefer mb tbrn aud) feinen Diener mit, 6er öen Solöaten jeöe (SeiDalt- 
tbätiafeit Perbieten mufte. IPie üiele aber mögen öarnals in g^Ieid^er 
Pranafal geuu^fen fein, ol}m 5af if?nen c^el^olfen u^uröe! ^lles in allem 
mar Sie le^te i^älfte bcs llIär5monats \6'\5 für Sonnemalöe eine grauen^ 
rolle i?)C\t bcs Üngftigens unö (gntbel^rens. 

IXad} faft 5rei VOodfcn sogen bann enMid? 6ie plünbernöen 5d?n)e5en 
u?eitcr. Brennenöe l7äufer, ja, q,anic ©rtfd^aften in flammen ftel7en5, 
uxirfen il^nen nod} il^ren glutroten Sd^ein nad:}, 3^/ ^^ einem Cage fa^ 
man von Sonnemalbe aus nid)t meniger als fed)s brenncnöe Dörfer unö 
Stäöte, unter bmm aud? Dobrilugf mar. 2Xuf 6em Sonnemalöer Sd^loffe 
bcfanö fid) immer nod} jene Kompagnie Sd^otten, Me €n5e 6es Porjal)res 
eingerückt mar; wenn öiefe aud? öen Bürgern nidft 5U befonöcrer Beörücfung 
gereid^te, fo lebten bod) aud) Mefe Solöaten mit il^rcn XDeibern unö ^alfh 
reid)cn Kinöern rergnügt von öen Porräten öer gräflid^en XDirtfdjaft. 
^ünf paare l^atten oben fd)on V^odf^zii gel^alten; eine ganse 2(n5al?l Kino- 
taufen maren mit 21, ja 23 Paten fröl^lid) gefeiert moröen; !ur5um, es 
muröe luftig gelebt unö tüd^tig ge5ed)t. (£in furfürftlid^er ^rommelfd^läger 
fogar, öer megen 2(uslöfung (Befangener aufs Sd^lof mit uerbunöenen 
2(ugen gefül^rt muröe, marö, öer Sitte öer ^ext gemäf, „mol)lberaufd}t" 
mieöer entlaffen. (Einbringen fonnten öie gräflid^en ^üter unter allen öen 
unberufenen (Säften nid^ts; öarum marö fdjlieflid) im ^pril öie ^al}{ öer 
gräflid^eit Beamten in Sonnemalöe eingefd^ränft unö öer Sefretarius unö 
öer 2tmtsfd)öffer ibres Dienftes entlaffen; öafür muröe öer 2(mtmann 
von Pond} nad} Sonnemalöe berufen. 

2tuf öie Bürgerfd^aft l^äufte fxdf immer neues £eiöen. 2lm \8. lllai 
legten öie fd)meöifd}en Kriegsfommiffare il)r eine Kontribution von 500 CI]lr. 
auf. IDober aber öas (Selö nel^men? Sd^on öie erfte l7älfte mufte öurd] 
fd)arfe militärifd)e (Erehition eingetrieben meröen, öie 5meite l^älfte mar 
überl^aupt unaufbringlid), unö Sonnemalöe erl^ielt als Strafe unö 5ur (Ent» 
fdjäöigung öer Sd^meöen eine öauernöe (Einquartierung pon 5mei Leiter- 
fompagnien. Diefe beörücften öas Stäötd)en in arger XDeife. ^ür [xd} 
felbft foröerten fte öie Speifen aufs allerbefte 5ubereitet unö für il?re Pferöe, 
öie fel)r 5at)lreid} maren — ein (Eornet 5. B. l^atte öeren nid^t meniger 
als \6 — reid)lid)es ^utter. Hm il^ren änfprüd^en 5U genügen, muften 
öie Bürger Hal^rungsmittel teuer pon öen IHarfetenöern faufen. Por 
allem aber foftete öas Bier eine llTenge (Belöes. Bei öeffen l^ol^em Preife 
— ein ^elömaf galt \0 Pf. — fam es öem gemöl?nlid?en Bürger, öer 
einen Solöaten 5U perpflegen l^atte, täglid? auf 6—8 (Sr. 5U ftel^en. Bd 
mem aber ein ^ffisier im Quartier lag, öer fonnte mol^l ^ tEl)lr. öafür 
red^nen; öenn öiefer tl^at mit feinen ged^genoffen öen gansen Cag nid^ts 
meitcr als ,,faufen unö '^abat fd^möl^len". £ief ein Bürger es an irgenö 
etmas feilten, fo fonnte er Pon feiner (Einquartierung fid^ öer ärgften 
ilTifl^anölung perfeben. Die Sd^üffeln mit fd^led^ter Speife marfen öie 
rollen (Befellen an öie IPanö, 5erfd)lugen ^enfter, Cl)üren unö ^ausgeräte 



96 Sonncroalbc 5ur ^cit bcs brciHigjäl^riacii Kricacs. 

unb 5erfd}nttten 6en Ceutcn Ceinipanö iinb (Barn. 5o fani es 6enn, 6af 
r>iele Bürger il)re le^tc $enno,e d^db^ bm lUavhknbcvn vcvpfänbcn mußten; 
un6 nad}6cni bann aud) 5er Pfan6fd)illin$ Per5et}rt roar, feierten fte lieber 
6er ^ehnat, ötefem (Dvk 6er Be6rüctima, 6en Hüc!en unb perfud^ten tl?r 
I^etl u)o an6er5. XXa<i} IHonatsfrift ir>ar6 6ie eine Kompagnie abberufen, 
aber 6ie Perl^ältniffe befferten ftd) 6a6urd} feinesme^s. Von 6en fäd)fifd)en 
He^bnentern, 6ie bei (ßrofenbain un6 2]Ta(56eburc3 ftan6en, enttDid)en üiele 
5oI6aten un6 c^inc^oii 511 6en 5d}rr>e6en über; r>iele von 6iefen Überläufern 
perftärften 6ie eine, in 5onnenipaI6e ^urücf^ebliebene Heitcrfoinpaanie, fo 
6a0 6a6urd) 6ie Caft für 6ie Bürger et)er üerfcblimmert als erleid^tert 
U)ur6e, un6 neue 2tusu)an6erun^en von Bürgern fan6en ftatt. ^Is 6ies 
aber 6er 5onneipal6er Hoimnan6ant bemerfte, lief er 6ie 5ta6ttI)ore 
fd)Iiefen un6 auf 6eni ^ITarfte öffentlicf? r>or 2tustt'>an6erun$ iparnen, 
u?i6ri^enfalls man nicbt nur feine ben^e^jlid^en un6 Iiei5en6en (Süter, fon6ern 
and} fein Bürc^errecbt uerlieren u:?ür6e. ITTan feierte ftd? nicbt an bas 
Derbot; 6ie 5d)ulf naben liefen fo^ar mit, fo 6af eines Caaes 6eren nur 
7 in 6er 5d)ule maren. Daraufbin u?ur6en Heiter nad) allen Hid^tunc^en 
ausg>efd)icft, um 6ie ^lüd^tlin^e mit IDaffenc^emalt 5ur Kü^fel^r 5U 5u?in<jen. 
Xlad} 6em Derlaufe eines 5tpeiten ^llonats 50$ 6iefe 5it>eite liompagnie 
en6Iid? and} ab, !am aber nad} \4 Cacsen n?ie6er, blieb u:>ie6er über einen 
llTonat liefen, 50g wkbcv ab, um nad} vkv Ca$en abermals 5urüc!5ufel?ren, 
ob^Ieid) 6as 5tä6td)en in5u?ifd}en )d}on ttne6er (Einquartierung von 5u?ei 
Kompagnien erbalten l^atte. IDie X7eufd)rec!en u?aren 6iefe rerrol^ten 5d}avcn, 
6ie mal^IIos 9an5e €än6erftrid)e permüfteten. Sie ftal^Ien un6 bvadm ein, 
ungeftört un6 un<3et?in6ert, wo es il^nen beliebte. Vas @etrei6e, 6as nod} 
nxd}t reif mar, u?ur6e 6effenun5ead)tet von il^nen nie6er$emäl}t, un6 6ie 
unreifen (Erbfen un6 Cinfen tt)ur6en eingeerntet. 2lIIes. u?ur6e 6en ZTTarfe^ 
ten6ern perfauft, 6ie es laut Kontraft 6en Kird){)ainern q,aben nnb 6afür 
Bier erl)ielten. Per 3^^^^^^ un6 6ic Hot unter 6en 5onneu?aI6ern war 
nxd}t mel^r 5U befd^reiben, un6 meierte ftd) bod} nod} täq,l\d}. (5eI6 war 
überl^aupt nid)t mehr in il^ren ^än6en, fo 6af ipe6er 6ie (Beiftlid^en nod? 
6ie an6eren Beamten 6er 5ta6t ,,i()ren 5oI6" erl^alten fonnten. Die (Se- 
müter iparen aufs Cieffte nie6eraebeu$t un6 fd^ufen fxd} 5U allen Qualen 
6er ge^enmärti^en Hotla^e nod} jelbft neue 6urd) 6ie 2(n$ft un6 6ie Sor^e 
por mö^Iid^ermeife nod} 6roI)en6en ^cil?rlid)!eiten. 3^^ ^^^ erften Sommer* 
wod}cn l}atk man smar, nebft ein5elnen I^äufern, an^efan^en, 6ie Kirdje 
not6ürfti9 U)ie6erl)er5uftellen, aller6in3s ol^ne ^Ioc!enturm, un6 E^atte fo$ar 
6effen Bran6ruinen entfernt; aber man fan6 felbft im (Sottesl^aufe un6 
felbft im (5ebete feinen ^rie6en, nod} Berul^i^unoy mel^r. ITTan fin$ an, 
in ^ott nur mel^r 6en ftrafen6en 5U feigen, un6 er3ät?Ite fo^ar pon fd?recf* 
lid^en (Offenbarungen neuer ®erid}te, 6ie er fd)icfcn ipolle, um fein Polf 
5ur Bufe 5U befel^ren. Der Superinten6ent ipar6 5U SonneipaI6e auf 6em 
2tltare eines Blutstropfens ^emabr, mas aud? Ümtmann, Sd^öffer un6 
Sd^ulmeifter bmd} 2lu$enfd)ein beftätigen fonnten. Jn ^eipsi^ auf 6er 
Petersftrafe foUte ein i^irfd^^erpeil? Blut «^efd^mi^t baben, un6 an6ersiP0 
ftd? Korn, €rbfen un6 Cinfen, ja fogar 6as Bier im Kru^e 6en €euten 
in Blut perman6ebi un6 BIin6l}cit 6iejeni^en treffen, 6ie 6arüber lad^en. 



neuHiIbc 3ur ^ct^es brciHiajäbriacn Kricacs. 

Von ^d}vcdlxd}cn 21Ti^c^elnirten l?örte man runöiun un6 von Krallen, Me 
)\ctf in 6cr £uft bcfämpftcn, fo 6ag bas Blut l^eruntertröpfelte. Hamentlid^ 
aber ^ing eine (£r5äl)Iun(5 von lUunb 5U ^llunöe — unfer Cf^ronift 
iriöniet il^r Seiten — lüotiad? in 6er l^efftfdien 5ta5t llTelftn^ einem 
Bürc^er auf freiem ^elöe ein „$raufamer 21Tann" in roller Hüftun^ ent- 
aecjeno^efommen fei, 5er fxd} „5er l^rie^" nannte unb fa$te, öaf (Sott il^m 
iold}c iriad}i ^e^ehen, auf (Eröen „5U rumoren". t)atnad} fei 6em be- 
ftür^ten ZTtann ein I)ell$län5en5es iixnb mit Korn un6 Crauben in öen 
l)än6en erfdiienen, bas nad:i öiefer fd}rec!Iid)en ^dt mieöer $ute Ca^e i?er= 
hielten haW, unb il)m fei nodt} 6er C06 mit 6er 5an6ul}r gefolgt; wenn 
6iefe abaelaufen fei ~ fo fei fein Spvud} c^emefen — fo follten 6ie ZlTenfd^en 
fterben, urt6 il^re £eid)en 6en Bo6en be6ec! en, c3leid}u?ie Dün-jer 6ie ^eI6er. 
iMrn^efpinfte auf<$erec>ter Gemüter u?aren es; aber 6ie 6umpfe ^urc^t, 6ie 
fte c3e5eiti$t, roar nid^t c^run6Io$. 3^ 5onneu?aI6e folgten 6en Dorüber» 
un6 6urd}5iel)en6en 5d)U)e6en faiferlid^e un6 fäd^fifdje Cruppen; 6as !£an6= 
polf mit feinem Viel} flüd}tete abermals, 6od) nur 5um Ceil nad) unferer 
5ta6t, 5U 6eren 5id}erl)eit man nid)t mel?r red^tes getrauen l^atte. Die 
weitaus Oiröfere ^(nsabl man6te ftd) nad} I7er5ber$, ja, 509 bis nad? 
Berlin. '2im \9. 2(u^uft fam ein Crupp faiferlid^er Heiter Don 5ü6en 
her un6 ir>ufte ftd? 6urd} 6ie fydcn fo ^efd^Üt Veduno^ 5U fd^affen, 6af 
er von 6em XDäd)ter auf 6em Sd^Iof türme nid}t bemerft ipur6e. piö^lid? 
bvad} 6er V}aufe am Cu^fauer Cl)ore t^eroor un6 trieb 6as 6ort U)ei6en6e 
Hin6Diet), ^57 Stüd, E^inmetj. Die in 5onneu?aI6e Iie5en6en 5d}weben 
festen 6en Häubern eiligft nad}, fonnten aber nid^ts ausrid^ten, u>eil 6ie 
an6eren Kaiferlidien il^ren (Sefäl^rten t^inter 6en Sd^eunen l)err>or 5U ^ilfe 
eilten. Vavnad} q>in(^m 6ie (Seiftlid)en un6 6er 5ta6tfd}reiber l?inaus un6 
baten, 6af bod} 6ie Bürger il?r Viel} u?ie6er einlöfen 6ürften. IVian ^eio^ie 
)id} bereit, 6iefe Bitte 5U erfüllen un6 for6erte erft fed)s, 6ann pier Cl^aler 
€öfeosel6 für 6as StüdP. IPie fel^r fid} aber and} 6ie Bürger bemül^ten, 
6ie Summe aufzubringen, es gelang il?nen nid}t; un6 fie mußten feigen, 
wie il)r fämtUd^es Diel? weggetrieben tDur6e, um unterwegs üerfauft 5U 
wer6en. 

Den Kaiferlid^en folgten n:)ie6erum Dorüber5iel)en6e un6 plün6ern6e 
Sd?u)e6en, 6iefen wie6er gegen (£n6e De5ember faiferlid?es un6 fäd?ftfd?es 
Dolf. Tim 22. De5ember wollte erfteres fxd} fogar buvd} €ift 6es Stä6td?ens 
bemäd^tigen. Dor Sonnewal6e angelangt, gaben ftd) jwei ftarfe ^Abteilungen 
6erfelben für Sd?we6en aus, weld?e (Befangene mit ftd? fül?rten. 2ibev fte 
wur6en erfannt un6 6ie ^ugbrücfen in 6er größten €ile etnporge5ogen. 

3n fold)er beftän6igen, aber immer ipie6er wed?feln6en ^urd?t un6 
2Xngft r>or Sd?we6en un6 Kaiferlid^en en6ete 6iefes furd?tbar fd?were ^al}v, 
bod} mit il?m nod} lange nid?t 6ie Hot un6 6as l{riegselen6. 3" ^^^ 
Xlad}t 5um 8. 3^^ii^.^ wec!ten üier Kanonenfd^üffe 6ie fd?lafen6en Bürger, 
6ie, erfd?recft, einen Überfall 6er fäd)ftfd?en Cruppen üermuteten. (£s war 
blin6er €ärm. gwei ^age fpäter trieb 6er Huf: „6ie Sad)fen!" 6ie per- 
fammelte ^emein6e l?aftig aus 6em (5ottesl?aufe; abermals blieb es beim 
bloßen Sd?recfen. 3^^ ^^^ näd?ften IHonaten sogen 6ie Sad?fen fid? weiter 
5urücf, um erft llTitte 2.1tai wie6er5u!el?ren. Dod? wur6e 6a6urd? 6en 
n. £. m. m. lxxi. 7 



98 Sonneroalbe 3ur gcit bcs brcil^igjät^rigcn Krieges. 

Beipot^ncrn f einerlei (£rleidjterun^, un6 neue fd^tpeöifd^e Einquartierung 
foIc3tc inclmcl^r. Die eine lioinpacsnie 5d)otten — fte c^el^örte 5U öein in 
'indan liocscn6cn fcbu^eöifd^^fd^ottifdfcn Kctjimente — wav bas gan5e 2ai}v 
bin6urd), tro^ aller IDed^felfälle, auf öein 5d}loffe geblieben. 2lls nun 
aus 5ieip5ic3 5u?ei Heiterfonipa^nien Sd^ux'öcn nad} £udau aefd^ictt u?ur6en, 
lebten 6ie neuen 2lnfömnüin$e in beftänbi^ein Unfrieöen mit öer älteren 
(£inquartierunc^. Der 5onneu?aI6er liapitain Caöer, öer naö:} £uc!au 5U 
feinem 0berften c^efommen ipar un6 6en Streitenben Kul^e ^ebot, murSe 
von einem (Sefd}o1| lebensgefäl^rlid) perlest. Da öie beiöen Parteien in 
€uc?au aber immer un6 immer nid)t ^rieben t)alten fonnten, fo U)ur5en 
öie 5ule^t 6ort an^jefommenen S(i}wcbcn fd^Iief lid^ nad) Sonnemalöe ^ele^t. 
Dort aber wav nid^ts mel^r 5U rauben unö 5U plünöern, nid^ts mel^r 
auger einii^cm (5etrei6e, öas ^ür^er unö Bauern auf 6as Sd^Iof ^ebor^en 
I^atten, unö öas feinen Befi^ern einfad} rt)e$$enommen uniröe. 3m übrio^en 
fud)ten fid) öie Heiter aul^erl}alb öer Staöt Beute. 3^'^*^'^ ^^^ ritten fte 
hinaus unö brad)ten r>on il^ren 5treif5ܧen piel 0d}fen, Hülfe ^ 3d)afe, 
ftattlid^e Pferöe, Vcden, Sättel unö jpiftolen mit. 2tn einem ZTTaita^e 
trieben fte fo^ar einmal 50 Stücf Vkl) l)eran unö il)nen folgten öie Be^ 
raubten, um ihr (£i(3entum iineöer 5U löfen. 21ber tro^ öes l)ol)en €öfe« 
cjelöes erl^ielten fie nur öeffen inerten Ccil surücf; öie Räuber bel)ielten 
einfad] Pieb unö (Selö. Diefe Streif 5Ü(3e, fo traurio; für öie Betroffenen, 
c3ereid]ten öen notleiöenöen SonneiDalöer Bürö^ern öod? 5um Icu^en; bcnn 
mand^es fiel öabei wolji aud} für fie ah. Sed)s Büro^ern tDuröen buxd} 
öie ^fal}rläffi(3feit öer Sd)UH^öen öie l^äufer Dollftänöi$ nieöerc^ebrannt; eine 
2ln5at)l anöerer Iraf, sualeid) mit mel^reren Bauern, öas inig$efd}icf, öaf 
fie ibr eivjencs, il^nen abt3e5unnt9enes unö abcseörungenes (Setreiöe nad? 
öem nieöeraebrannten Cucfau fahren follten, unterux^c^s aber pon fäd^fifd^en 
Heitern überfallen ipuröen, unö 5U öem (Öetreiöe nun aud) nod? lüa^en 
famt pferöen einbügteit. 

2lber fd)on int 3""^ \6^^ fenfte ftd] öer C^lücfsftern öer fd}u?eöifd}en 
Befafeunc^. 3^^ ^^^ <:san5en Umc^e^enö Oiinij öas (5erüd}t, Sonneiralöe folle 
r>on öen Sad)fen beUtcjert unö erftürmt iperöen. I)in unö ipieöer 5eic3ten 
ftd) aud} fleiitere tlrupps, öie, von öen in Sonneu^alöe lac^ernöen Sd^iPeöen 
iHTfol^jf, quer öurd}s (Setreiöe jao^ten. So <3efd}al) es and} am 8. ^uni, 
wo öie Sd^iPeöen einem l7äuflein Sad^fen nad}fe^ten unö nur mit fnapper 
Hot fxd} nod} aufs Sd^lof 5urücfretten fonnten, ba öer ^einö urplö^lid) 
unö uneru">artet aus einent f)interl)alte ipieöer l)erporbrad}. l7inter öen 
^lüd)ti<3en ipuröeii eilfertio, öie (l^ii^^^^'ü^^'f^''^ entpor(3e50i3en unö öie fäd^fifd^en 
Heiter Pom IDalle l)er mit l;efti(3ent Kuc^elrcc^en aus (5eiPel?ren unö ^aV 
fonetten bec3rüft. €in fdjipeöifd^er Korporal fiel aber bod} in öie l7änöe 
öer Kurfürftlid^en unö ipuröe, nad^öem tuan il^n feiner ideiöer beraubt 
l^atte, ftanöred)tlid) erfd)offen. Der pon fünf Sd^üffen öurd}bol)rte Ceidjnant 
u?uröe aber in öer Sonneipalöer üird^e „friegsüblid^ unö d^riftlid?" bei<3efe^t. 

Drangen por öer Staöt aber beörol^ten öie Sad^fen öie XPinömüller 
unö befal^len il^neit, l^infort fein C5etreiöe ntel^r 5U ntal^len, oöer man 
u?üröe il?nen il?re ^llül^len nieöerbrennen. IDenn fie nun buvd} ^SrfüUun^ 



5onnen>albc 5111- ^cit bcs brcit^iaiähriacii Krieoics. 99 

Mefcs (5cbotcs xl}v Bcftfetuni 511 crE?aIten ftrcbten, fo aelanoi i^nen bks 
öoi) nid)t; 6enn nun 5Ün6ctcn bxc cr5Ürntcn Sd^meöen il?re ZTTül^Ien an, 
Dod) begann ftd) 6ic fd)ir>c6ifd}c Bofafeima unftcbercr 5U fül^len un6 
abntc innner mebr 6ic bcrcinbrcd^enöe ^cfal^r; 6er fd)tpe6ifd)e Kommanöant 
wolik 6erfcIbon aber u^oblausc^erüftet entg,e<3eno,eben. 2(n Pter perfd^teöenen 
^aq^cn uniröen alle (5ebäu6e 6er Bürc3er vom Hdkv bis 511111 Vadf nadf 
Lebensmitteln un6 ^etränfen 6urd}fud)t. 2llles (5efun6enc tr>ur6e auf= 
c3e5eid)net un6 5ur Prouiantierunc^ ins Sd^Iog ^efd^afft. So^ar 6a5 5um 
1^ird)enbau beftiiiimte I70I5 trug man btnauf un6 requirierte, nicf^t ol^ne 
ifrfoloi, in 6er Hmgeaen6. Das Sdilof ipar6 in,, Pertei6ic3ungs5uftan6 
Oiefefet, un6 alles Blei un6 ginn in ^enftern, Cl?üren, (Öfen, in 6er ^urmul^r 
fogar, a>ur6e berausgebrod^en un6 5U Kugehi umgefd^mol^en. Die Bürger, 
im bangen Porgefübl 6e5 erneuten Unl^eils, ipollten ftd) auf 6em Sd^Ioffe 
bergen; aber 6er l{omman6ant unes jedermann, mit alleiniger 2lusnal^mc 
von 5uperinten6ent un6 2lmtmann, 5urii»i. 5o, ipol^lausgerüftet, un6 6urd} 
ungebetene (Bäfte ir>e6er beengt nod} gel)in6ert, füblte man fid^ mutig un6 
kampfbereit — freilid) auf Koften 6er armen, tDel^rlofen un6 von allem 
nötigen entblößten Bürger — un6 6as Unl^eil fonnk feinen £auf nel^men. 

V. 5ctt bex etnenien fä^fxfdm Befai^ung. 1644—50. 

3n 6iefen tEagen fam ein furfürftlid^er Trompeter aufs Sd^Io]^, um 
6em l{omman6anten 6ie baI6ige 2tnfunft 6er Sad^fen 5U mel6en un6 
unu*6e 6roben übermäßig bemirtet un6 nur tt»ol?lbe3ed)t entlaffen. (Jiüei 
Cage 6arnad), am \6. '^unx nad}ts \ Ul?r, langte 6er fäd^ftfd^e 0berft 
Ixallenberg mit feinem Hegimcnt Heitern vov 6en 5ta6ttboren an. Die 
ipad)tbaben6en Sd}tt'>e6en, überrafd^t, eilten fd^leunigft auf 6as 5d^lo§ un6 
5ogen l^inter fid} 6ie (gugbrücfe auf. lUan l}atk ja von ilnfanq, an 6arauf 
gered)net, fid) nur im Sd^loffe 5U Italien un6 6ie 5ta6t preis3ugeben. Da 
Sie 5d)ux*6en am näd^ften ilTorgen 6en Sad^fen fun6tl)un liej^en, 6ag fte 
nid)t 6aran 6äd)ten, fid} 5U ergeben un6 5ugleid), als J5^id?en 6es Cro^es, 
eine große ^abne auf 6em 5d)loßturme aufpflan5ten, fo ließ Kallenberg 
einen l7auptmann mit feiner Kompagnie in 5onneü?al6e 5ur Belagerung 
5urücf; er felbft mußte nad} £uc!au aufbred^en, um 6iefes 6en 5d)u?e6en 
5u entreißen. 

Xlo&f in 6er lXa<i)i r>orl}er füllten 6ie Belagerten 6as Brücfentt^or, 
6en tiefen Durd^gang bnvd}s Unterfd^loß, mit Dünger an. ^cbcv 5ol6at, 
5ur (£rl)öl)ung 6es 2nutes reid^lid) mit 21Iunition, Speife un6 Cran! per= 
feigen, erl^ielt feinen piafe auf 6en IPällen angea)iefen. Dann ging man 
6aran, 6ie 5uperinten6ur un6 ^nm an6ere ^ebäu6e, 6ie, in unmittelbarer 
Häl^e 6es 5d}loffes, 6en 5ad)fen leidet Decfung ^l^ätten bieten fönnen, l^inmeg 
5U fd)affen. ^n ein 5el6ftücf unu'6en befon6ers präparierte Kugeln, Puber, 
5d)u->efel, Salpeter, fou-jie in €appen geriefelter 5pec!, gela6en. Die Super« 
inten6ur ging bal6 in flammen auf, 6ie bei6en an6eren (5ebäu6e u?i6er« 
ftan6en 6er (^efal^r. 

2(ber axxd} bk Belagerer mad^ten ftd) rüftig ans IPerf. Von bcn 
Sd^eunen 6er Bürger un6 benad^barten DorfbeiPol)ner mußten alle Cl^ore 



100 Sonneioalbc 3ur ^cit bcs brcijßiajäl^rloien Kricoics. 

un6 ^l)üren, foipic aus 6en XDol^nl^äufern Cifd^e, Bän!e unb Bretter t?erbei» 
.^efcbafft iperöen, mit als ^llatertal 511 einem Bolliper! r»om 21tarfte bis 
5unt 5d}Iogc3raben 511 6ienen. Die Sd^ipeöen fud)ten buvd} unaus^efe^tes 
5d}ie^en bei ^aq, iinb bei ITad^t öen Bau 5U l)in6ern, un6 piele Bürger 
meic3erten fid} 6er Beil)ilfe, 6a fd^on rnel)rere 6er Jt^ren r>erwun6et u?or6en 
tt^aren; aber 6ennod} fd^ritt 6as IPer! rüfti^ uormärts. 

iluf 6eni Sd^Ioffe c3rub ntan am IPalle eili^ft mel^rere Brunnen, 
6enn 6as Köl^rauiffer wav fd?on am erften Caije 6er Bela^erunc^ u^e^^ 
geblieben. Dann foro^te man für ^utter für 6ie Pfer6e; in 6ie ZHauer 6es 
nör6lid}en Kun6ells unir6e eine Öffnung ^ebrodjen un6 mittels eines Kal^nes 
6ie Perbin6un^ 5ur (3e(3enüberlie$en6en l^al^nipiefe ermöijlid^t, von 6er man 
(5ras mälzte. Iln6 fd^lie^Iid} mad^te man fid) 6aran, unnü^e €ffer los^ 
5UttXT6en, 6ie grauen un6 Cöd^ter 6er Bür^jer, 6ie tro^ ftrenc^en Verbotes 
fid) allaben61id} ins 5d)lo]5 o,efd)lid?en l^atten, um 6ort 6en Sd^u^ 5U fin6en, 
6en 6ie u^el^rlofe 5ta6t perfa$te. Ztad} 6em 5onnta(3SC!,ottes6ienfte am 
6ritten Cacje 6er BeIao>erun*3 ir>ur6en 6ie 6emfelben beiu^ol)nen6en Bürc^er= 
frauen un6 =fin6er 5urüc!bel)alten un6 mit <5eipalt nad} 6em llnterfd)Ioffe 
o»ebrad)t. Dort feilten fie 6urd? 6ie Klappen in 6ie 5ta6t g>elaffen ttx>r6en. 
Das permel^rte aber nun u^ie6er 6er fäd^fifd^e Befel^lsl^aber; es fei 6enn, 
6ag 6ie IDeiber Proliant mitbräd^ten. Durd) Permittelunij 6es 2lmt= 
mannes c3elana es menio^ftens 6en 3ii"'-3fi'^uen, fid) u?ie6er im 0berfd}loffe 
5U r>erberc3en; 6ie übrigen IDeiber un6 l{in6er rr)ur6en nad} 6er neu= 
(jebrodjenen Pforte im nör6lid}en 21Iauerteil $ebrad)t, 6ort über^efal^ren 
un6 auf 6er l7al)ntt)iefe il^rem 5d)ic!fal preisgegeben. Sie man6ten il^rer 
l7eimat 6en Kücfen un6 flüd^teten nad? i7er5ber9 5U. Diefe Cl^at 6er l^art» 
l}er5ig>feit (^ereid^te aber 6en 5d)u?e6en felbft 5um ^rö^ten 5d?a6en. §wd 
mitaus^efe^te Stallbuben 6er Sd}otten — 6ie fid? nod} immer auf 6011 
Sd^loffe befan6en — liefen fofort ins 5täbtd}cn, um 6ort 6en Sad^fen 
alles 5u perraten. Crot^6em nun Kat un6 Bür^jerfd^aft beteuerten, Pon 
6em erft für5lid} c^efdiaffenen 2]Tauer6urd}brud?e nichts 5U unffen, iparfen 
il)nen 6ie Sad^fen 6ennod? Derrat un6 Creubrud? por. - (£s ipar überl^aupt 
ein fd}limmer Ca$. 2(uf 6en Büro^ern la^ 6ie €aft 6er Sorc^e um il^rc^ 
eutflol)enen grauen un6 'Kin6er; un6 6a5U mar nod? im Caufe 6es Dor- 
mittac3S in 6em Bürc^ermeifterl^aufe mäl)ren6 6es 6ort abtjel^altenen ^ottes= 
6ienftes — 6ie Kird^e laq, poll Strol?, ^olj un6 6er$lei d?en Dingen — 
eine ^euersbrunft aus^ebrod^en, 6ie 6rei l^äufer eindfdjerte — aud? ein 
Perfd}ul6en 6er ad?tlofen Sol6aten. 

(£s ipur6en nun fofort 5man5i(3 Dragoner auf 6ie I)al?nmiefe ^efd^icft, 
um 6en perbor^enen Durd^biud^ 5U erforfd^en. Das o^clanq, um fo rafd^er, 
als eben U)ie6er Sd?me6en auf 6er IDiefe ^utter mälzten, 6ie beim fyran« 
fommen 6er Dragoner fd}leuni(3ft überfet^ten. Hun !am es an 6en fol(3en6en 
^aq^en auf 6em nämlid^en pla^e l^äufia 5U Reibereien 5unfd}en 6en fein6" 
lid^en Parteien. Sd?lio|lid) qdanq es 6en Sad^fen, näd^tlid^ermeile eine 
Batterie 6afelbft aufsuftellen; ein c>leid?es (jefd^al) nod} an perfd}ie6enen 
0rten 6er Sd}lol|befefti(3unc3, un6 alle öffneten il?rc 5euerfd}lün6e un6 fpieen 
C06 un6 Per6erben bis in 6ie 3'^"^'^^^*<'^^^^^^^' ^^^ Sd^loffes. Der 6ort 
U)eilen6e Superinten6ent a^ur6e (jefäl^rlid) am liopfe pera?un6et, eines 6er 



Sonitcn?aIbc 3ur §cit bcs bvei%\a,\ähj'mn Krieges. 101 

mitcinaefd^Ioffction 21Tä6d}en, 6as cbm IDaffcr tru$, wntbc leidster rerle^t, 
un5 6cr finnifdic IPäditor bcs 5d)Ioftimnc6 crifkU ein ®efd)og in 6ie 
5tirn. I^oftic^os ^^cuor aus 6cni Sdjioffc antn^ortetc öcn Bclaoicrern un6 
fud^te fte bot tt^rcr PcröcrMid^cn Arbeit, 6ctn €rrid^tcn von 3ollwevhn 
nnb Caufaräbcn 511 binöcrn, bod} Perö»eben$. 

2lbcr bc6rol)Iid)er nod) als 6kfc ^cfal)r ipavb bcn Sd^Ioginfaffen 6cr 
ftetio; fühlbarer ixxTÖonöc Illanacl an ITal^runc^sinittcIn. Von nod} vor- 
[fan'bcncm C^ctrciöo mugtcn 6te einc^cfd)Ioffcnen Bür^crmäöd^cn auf ^anb- 
nuil^Ien in unabläffiaer 2Irbeit ZlTcl^I inablcn, in Orot IDod^en incl)r als 
fcd?s IHalter. Sämflid^e Häuinc 5os (Dhcv- unb llnterfd^Ioffes, üont Bo6cn 
bis 5um Keller, iDuröen nod} ntel^rere IlTale„nad^ €f barem 6urd)fud^t, 
un6 öabei Kiften un6 Kaften mit Beilen un6 Wirten erbrod^en. Hid^t nur 
Lebensmittel aber, fonöern alles braud)bar €rfd?einen5e raffte man an fid), 
Seife, £einir>anö, lüäfd^e un6 allerl?an6 Kleiber, un6 aus 6em Haube 
fertic^ten 6ie 5ol6atenfrauen il^ren IlTännern prun!l]afte l\leiöuno,sftücfe, 
ol^ne öag jemanö C!,enia$t f^ätte, ftd? öarüber 5U befd^weren. 

2lm el)eften begann 5as ^utter für 6ie pferöe 5U fel^len. ^war 
riffen 6ie Solöaten mit »jrogen eifernen Isafen 6ie 3it)eic,e r>on 6en Ö)bft^ 
bäumen 6er IDälle un5 fütterten 5ie Pfer6e mit il^rem €aube; aber 6as 
reid)te bod) nxd}i 5U $enügen6er (£rnäl)runc3 6er Hoffe. €n6lid) trieb man 
6ie vor l7un$er 9an5 elen6 $eu")or6enen Ciere l)inter 6ie Ställe un6 erfd^og 
fie. Vxxvd} Örobunc^en un6 2nigl)an6lungen tr>ur6en 6ie $räfli d)en Diener 
(5e5iinmc3en, fie 6ort in eine (5rube 5U nerfd^arren. 

IlTan beo^ann immer 6eutlid)er einjufelien, 6al| man auf 6ie Dauer 
6as Sd}io^ n\d}t xvcvbc balten fönnen, un6 6iefe €rfenntnis ftad^elte 6ie 
gerftörun^sluft 6er Sol6aten. Sd)rän!e, Cifd)e, Bänfe, (Berate un6 Cbüren 
6es (Dber= un6 Unterfd^loffes, ^um Ceil fd)öne Stücfe, it)ur6en sertrünmiert 
un6 i^erfd^laaen, un6 ebenfo 5erftörte man fämtlid^e Creppen 6er Ställe un6 
6es Braubaufes un6 5erfd)luc3 6ie Bretter 6er Bö6en. ^ITuttPillic^ per= 
brannte man alles Brennbare, tro^6em man I^ol5 5ur (Senüge l^atte. 
2iixd} bin6erte jenes ^efül^l 6er llnfid)erl?eit nid)t 6aran, ^efte 5U beael^en. 
So u:>ur6e am 23. ^nnx 6er Sol^n eines fd^nx^6ifd}en Korporals aetauft, 
bei ir)eld)er ^an6lun5 \5 Caufpaten 5U(3e(3en nxiren, un6 am ^. 2(u<3uft 
fan6 6ie ^od^5eit 5ttnfd)en einem fd)U)e6ifd^en Heiter un6 einer 6er 5urücf' 
c3ebliebenen Bürc^ert ödster,. ftatt. 

2lber 6ie §eit 6er Übergabe nal^te fxd} für 6as Sd^lof . 5d}on an 
5ir>ei perfd)ie6enen Ca^en l^atten 6ie tÜaffen c^erul^t 5ux\fs l)erl)an6lun<3en 
5tt?if djen 6en bei6erfeiti$en Befel^lsbabern, un6 man taufd^te 2(ufmer!fam= 
feiten. Dem fäd}ftfd)en ©berift Kallenber(3 tt>ar6 nad} Cucfau ein IDin6= 
fpiel 5um ^efd?enf 9efan6t, un6 er,,eripi6erte 6ies, nad}6em er felbft \xad} 
Sonneu'>al6e «jefommen mar, bixvd} Uberfen6unc^ non frifd^em 0bfte an 6ie 
franfe ^rau 6es fd]ir>e6ifd)en Komman6anten. 2i\x\ 8. ^lu^juft irur6e aber- 
mals im ^aufe 6es Bür^ermeifters perl)an6elt. ^xvd 0fft5iere 6er Sd?me6en 
begaben fxd} 5U 6iefem Belaufe 6al}in, u?äl)ren6 $leid}5eiti$ 5iPei fäd?ftfd?e 
(Dfft^iere bxxvd) bas fd^leunic^ pom Dünger befreite Brüc!entl)or aufs Sdjlof 
gefül)rt u?ur6en. i£rft am folc^en6en Ca^e, alfo am 9- ^uc^uft, fam es 
5U einer ^e^enfeiti^en Derftän6i(3un9, un6 am 2lben6 6esfelben Ca^es 



102 Sonnctoalbc 3ur §eit bes brci^igjät^rigcn Krieges. 

bc5ogcn bk Sad^fcn unter il?rem (Dberft öas- Unterfd}Io]| unb ftellten Xüad^en 
aus. Die Sd^meöen öurften nod} eine Had^t im <2)berfd}Ioffe bleiben; am 
näd:}^kn IHor^en aber a>ur6en fte oE^ne Crommelflano;, nad^öem fie nod} 
(2)ber-- un5 Unter^eu>el?r ab^elec^t l^atten, aus 6em Sd^Ioffe un6 nad} Itoröen 
511 bis 5ur 2TTarf Branöenburg, begleitet. Säd^ftfd^e CanöesÜnöer un6 
Überläufer aus furfürftlid^en unö faiferlid^en Regimentern muröen 5urüc!= 
bel^alten. 

Über 2V4 3al}Ye l^atten öie 5d?tDe6en in 5onnen:)aI6e gelegen; 5as 
5d}Iof n?ar bmd} fte permüftet un6 6as 5tä6td)en an 6en IRanb 6es 2lb= 
grunös gebrad^t rooröen. €aut eines Perseid^niffes, tr>eld)es bm €an6ftän6en 
6er Hieberlauft^ ^6^5 vorgelegt n:>ur6e, l^atte öie (Einquartierung 6er 5ta6t 
nidjt weniger als 22927 Cl)Ir. \9 (Sr. 2V2 pf. gefoftet^), felbft für unfere 
3^it eine beträd^tlidje Summe. 

2Iber 5um aufatmen follte man nod) lange nid^t fommen; ein Drucf 
war gemid^en, aber er muröe Don einem anöeren erfe^t, un6 es u?ar nod} 
5U)eifeIE}aft, ob öiefer 6en erften nid)t überbot. Um 5u?eiten Cage nadf 
Sem lDeg5uge 6er 5d}u?e6en u?ur6e ^ottes6ienft im grofen Saale 6es 
Sd^Ioffes gel^alten, 6a 6ie Kird^e nod) nid}t üon 6em I^ereingefd) äfften Unrat, 
6em ^ol5 un6 6em StroE} u. f. w. gereinigt a>ar, un6 alle Bürger mögen 
vool}l aus tiefftem ^er5ensgrun6e ^ott um KücÜel^r rul^iger ^^\kn an- 
geflel^t l^ahen. 2lbcv fd^on n:>ie6er perbreitete fxd} 6ie XTad^rid^t, 6ie 
Sd}tDe6en feierten aus Dänemar! 5urüc! un6 ron ifjren perftreuten Scbaren 
feien bei £übben 6ie Begleiter 6er el^emaligen Sonneu)aI6er Befa^ung über« 
fallen vootbzn unb in 6em entftan6enen Sd)armü^el einige l}un6ert ^Hann 
auf bei6en Seiten peru?un6et un6 getötet, ^^mei 6er fäd^fifd^en (gefallenen, 
ein Ceutnant un6 ein Korporal, 6ie bei 6er Belagerung Sonneipal6cs mit« 
gen)ir!t l}aikn, u)ur6en l^ierl^er gebrad^t un6 in 6er Kird^e beigefe^t. Zlod} 
6enfelben tTag — es rpar ein Sonntag — mad^te man ftd) 6aran, 6as 
Sd)lof in 6en beftmöglid^en Dertei6igungs5uftan6 5U fe^en. Damit 6er 
neuen Befa^ung nid)t per6erblid) n>ür6e, ipas il)r nod? por tt)enig Cagen 
genügt l}aik, voxxvbm 6ie Laufgräben perf d^üttet, 6as Bollmerf nie6er^ 
geriffen un6 alles ^015 6esfelben aufs Sd^lo]^ gebrad^t. propiant mußten 
Sie Reiter auf 6en naiven Dörfern i^olen. 

2Xm 25. 2(uguft erfd^oll 6ie Kunöe pon 6er €innal}me Corgaus 
bmd} General Königsmarf, un6 es perlautete, 6af 6effen Sd^aren ftd] 
tpie6er, wk Por 5ipei 3^^^^^^/ ^^^ ^^^ Hieöerlauft^ tpen6eten. Sd^rccFen 
erfafte 6ie Beipol^nerfd^aft. Pielc Beu?ol?ner 6er umliegen6en Dörfer rafften 
xhjYc ^abe 5ufammen un6 flüd^teten, fxd} min6er Por 6en überall l)aufen6en 
IDölfen — in einem 2Tad}bar6orfe ):}atkn fold^e am l^ellen Cage ein Hxnb 
Serriffen — fürd}ten6, als Por 6en entmenfd}ten Sd^aren 6er Sd)tt?e6en, 
mit Sem Diel? in 6en Spreen:?al6 06er fonftige Sümpfe un6 un5ugänglid?c 
0rte. £ucfau, eben von 6en fäd}ftfd?en Dölfern belagert, l?atte gera6e im 
Begriffe geftan6en, fxd} 5U ergeben, als 6ie Belagerer um 6er Sd?tt?e6en 
miüen ab5iel?en muften; eben6enfelben fädjftf d?en Sd^aren fielen jef^n 

2) Heg. = 2(rcf?. ^ranffurt ex. (D. Hepcrt. 266. Dcrroeigertc Tlhc^ahen ber £anbes- 
unb Kriegsanlagen H758. ZTo. 2{, 5. ^3. 



Sonnetpalbc .^«r ^cit bes brci^^iajäl^ngen Krieges. 103 

fd>ipc6tfd}c (5ctrei6cnxic!,cn in 6ie V}änbc nnb ivuvbm fämtlid^, 511 ^rofer 
Bcriibi^unoi 6cr Sonncmalöcr Bcfa^unoi, aufs 5d}Iof o,ofd)afft. Baib aber 
lanate mm aud) 6cr Dortrab 5os fd?ir>e6ifd)cn I^ccres an. Sofort ipuröen 
alle Bürger iin6 I)crbet$cflüd}tctcn Canölcutc aufs 5d?Io§ eiucjelaffcn, l^inter 
il)ncn bk J)iiqXmidc auf$c50$en un6 6as BrücfcntF^or mit Düno^or unö 
^ol5 ausoicfülft, un5 rul^icjcr fal^ man nun 6cm anrüiion6en ^cinbc cnh 
ac$en. Des Tibmbs crWicfte man nad} 6cn näd^ften Dörfern 5U Sie lVad}U 
feuer 6er 6ort Caoiern6en. Drei Cao»e l^ielten fte 6ort Kaft, ir>äl?ren6 6iefer 
^^rift 6ie 0rtfd^aften nad} $ett'>ol;nter IPeife plün6ern6 un6 Pcrl)eoren6. 
Hamentlid} auf 6as (Setrei6e E^atten es 6ie 5oI6aten abcjefel^en. Tlnd) in 
6ie Bürgerfd^eunen 6ran$en fie, loarfen 6ie (Barben auf 6ie Cennen un6 
(?alb aus$e6rofd}en n?ie6er 5ur 5d?eune l?inaus in 6en Hot c3run6Iofer 
IDe<3e un6 in 6ie 6urd?6rin$en6e Häffe f)erabftrömen6en Helens. 3^^ ^^^^^ 
Sd^eunen trieben fte es fo un6 äl^nlid), fo 6a§ fd^Iieflid^ por allen Oiroge 
Dünaerl^aufen 5U lieöien fd^ienen. 2im bvxikn Cacje raftete (5eneral Hönic^s-- 
marf felbft im hcnad:}haYkn (Sofmar, un6 50*3 6ann en6Iid], nad)6em 5um 
Hufbrud? ^eblafen u?ar, mit feinen \6 (£sfa6ronen Heitern, 5 Kompagnien 
Dragonern, ge^en 1(200 ITTann ^ufpolf un6 einigen \00 Ba^ac^eipa^en 
weiter nadf £ucf au; ein entn:)id)ener Krie$sfned?t- berid^tete alles im 5tä6td)en. 
Untertpegs perfd^ütteten 6ie Znar!eten6er piel (5etrei6e. Die ins 5d)log 
g,eflüd)tete Beu)obnerfd)aft ipoüte es fid) Idolen, 6urfte in6effen erft am 
2(ben6e 6es fol^en6en Cages 6as 5d?lof perlaffen; fo $eipannen 6ie fäd)= 
ftfd)en 5ol6aten ^eit, 6as (J5etrei6e felbft auf5uraffen, un6 fie Perfauften 
es 6ann 6en Beu-Jol^nern fo teuer als mö$lid). IPenic^ftens ipar 6as 
5tä6td}en 6iesmal, aboiefel^en pon 6en Sd^eunen, pon 6em Per6erben= 
brinaen6en Befud^e 6er 5d^n'e6en Perfd^ont Oieblieben. Könic^smarf mod)te 
tt?ol?l feinen unnü^en 2(ufentl)alt mad^en un6 u?ar ftd? Penmitlid? bemüht, 
6a^ l?ier 6od? nid^t piel mel^r 5U Idolen fein ipür6e. 

Unmittelbar nad^ 6iefer porüber^ec^an^enen dSefal^r taud]ten ipie6eru]n 
furfürftlid^e un6 faiferlid^e Crupps auf, 6ie in 5onnettxü6e lächerten un6 
6ie legten Kefte Pon ^etrei6e befd^laanal^mten. 3^^'^ grauen aber l^olten 
alltäglid} $an5e Sädc poll 0bft un6 Kraut aus 6en (Barten 6es Sd^loffes 
un6 bereiteten es an 6em ^euer, 6as Pon 6en Brettern, Balfen un6 6em 
^ol5a>er! 6er perlaffenen Bür^erl^äufer cjenäl^rt rpur6e. 

2lm 2\. September 50^3 6er Kurfürft Pon Sad^fen mit feinern Dolfe 
6urd) Sonnett?al6e, um €ucfau nun en6lid) 5U erobern. ^Hit 6er Uberg>abe 
un6 6er Sd)leifuno» 6er ftarfen Befeftiaung; jener Sta6t 6urd? Ceute aus 
fämtlid^en nie6erlauft^er 0rtfd)aften - aud? unfere Sta6t l;atte 6eren ftellen 
muffen - wav bk le^te ^efte in 6er r(ie6erlaufi^ 6en Sd)tt^e6en entriffen 
tt>or6en. 

Damit befferten ftd^ 6enn aud) en6lid? 6ie Perf^ältniffe in 6er ®eoien6. 
Sonneu?al6e blieb allerMuijs nod} von einer fädjfifd^en l{ompaci)nie, 5unäd)ft 
pon einer 6es "Kallenber^ifd^en, 6ann Pon einer 6es ^rubbad^ifd^en Ke^i« 
mentes, befe^t. ^m 3^^war ftarb 6er Komman6ant 6er einen auf 6em 
Sd^loffe un6 tpur6e 12 ^aq,c fpäter im (Sottesl^aufe feierlid) beftattet. Die 
bei6en genannten He^imenter for6erten tro^ 6er ftarfen Befa^un^ nodt} il^ren 
Cribut Pon 6er Bür^erfd^aft, 6ie su^leid? aud) 6em nie6erlaufi^er £an6poi9t 



104 Sonncmalbe jur §cit bes breilgigjäl^rigen Krieges. 

reid^e ^hq>ahm 5a{?Ien muf tc. 5d}tDc6en unter 5em Befel^Isl^aber Peer 
2(n5erfon liefen fxd} vokbcv in 5er (fee^enö fel)en unö nal^men mit bemalt, 
tt?as \l)mn nid)t freiwillig q>zG,(then nnirbe. (Sroger Sd^re^en aber bemäd}' 
titjte ftd} aller, als es im 3^^!^ \^^^ ^^^^'' <Seneral Königsmarf fommt 
ipieöer, um gegen (Brofenl?ain 3U 5iet)en. ^lücflid^ermeife nal?m fein 
Kriegspolf einen anberen XDeg. 

IDäl^renö 6iefer ^di tagten fd)on 6ie Vertreter 5er friegfül?ren5en IHädjte 
in 2Ttünfter un5 ©snabrücf, un5 5as gan5e £an5 fal) mit angftooller 
Spannung auf fte l^in. 2iu<i} in 5onneu)al5e u?ur5en feit 5em 25. Jebruar 
\6^5 allfonntäglid} Kird^engebete gel^alten, um einen glücflid^en Erfolg 5er 
t)erl)an5lungen 5U erflel)en. Iln5 meil „es I?od) von nökn war, 5em 
5ornigen ^ott mit ernftlid^er Bufe un5 Befel^rung beiseiten in 5ie Hüten 
5U fallen", tt)ur5en feit 5em 25. äuguft 5esfelben 2^^^^^ ^" je5em ^i'^itag 
nad} 5em neuen inon5e 5ie vom Kurfürften reror5neten Buf « un5 Bet= 
tage gel^alten^). 

Die allgemeinen ^rie5ensDerl?an5lungen filierten nod} nid^t 5um ^iele. 
Dod} !am es am 27. 2luguft ^6^5 5U 5em IDaffenftillftan5e bei Kö^fd^en^ 
bro5a2) 5a>ifd}en Sadjfen un5 5d)u>e5en, 5a le^tere Dres5en be5roI?ten. 
Die fegensreid^en folgen 5esfelben seigten fid} aud? in 5onnea)al5e gar 
bal5. Die fäd)fifd^e ICompagnie 50g ah un5 l)interlief nur 5u:>ölf ITtann 
unter einem Sergeanten als Befa^ung auf 5em Unterfd^loffe. Das ®ber^ 
fd)lof war fomit en5lid^ 5en gräflid^en Beamten n)ie5er eingeräumt wor5en. 
2ils aber 5er 2(blauf 5es XDaffenftillftan5es im ^ebruar \6'i^6 5rol?te, ol?ne 
5af bis balfxn 5er erfel^nte ^rie5en erfd^einen wollte, 50g wie5er Sorge un5 
Hnrul^e wegen 5er Sd}we5en in 5ie ^er5en 5er Sonnewal5er (£inwol?ner. 
Der el^emalige Befel?lsl)aber 5es Sd^loffes erfd)ien mit feiner Sd^ar aus 
£ucfau, um ftd} in Sonnewal5e 5U bergen, gum (5lü^ perlief er es fdjon 
bal5 wie5er, 5a 5er 3. 2lpril enMid? 5en üorläufigen ^rie5en — 5U (^iUn- 
bürg — jwifd^en bei5en Parteien hvad}k. Ztber 5ie £eute waren fo rafd? 
nid?t imftan5e, ftd) pon 5er gewol^nten ^urd^t frei 5U mad^en; 5enn, als 
5ie Sd^we5en, Don 5er (£lbe fommen5, w>ie5er 5urd} Sie ^egen5 um Sonne= 
wal5e sogen, flüd^tete ftd} 5as ganse £an5Dol! in 5ie Sta5t un5 lief feine 
^el5er üom 20. 2(pril bis 5U 5en erften ITTaitagen unbebaut liegen. Dod? 
berid^tet unfer (£l?ronift pon feinerlei Be5rü(iungen burd} 5ie Sd}we5en, 
auf er 5af Sonnewal5e il^nen Cebensmittel un5 ^utter für 5ie Pfer5e geben 
mufte. (ginige It)od)en fpäter, am \l 3^1"^/ f«^ ^^^ ^ta5t eine f leine 
2ln5al?l Sd)we5en fogar in il}ren Stauern, 5ie legten wenig willfommenen 
(5äfte aus 5em grofen, Sonnewal5e einft fo furdjtbaren ^eerl^aufen; aber 
and} fte begnügten ftd? mit Speife un5 Cran! un5 5em il?ren pfer5en 
gereid)ten ^utter. 

0bwol)l alfo 5ie piün5erungen un5 Be5rü(fungen en5lid} il^r (£n5e 
erreid^t l^atten, fo wan5erten bodf immer nod? perfd}ie5ene Bürger aus. 
Hidjt 5ie Peft, 5ie Pon Kalau, Petfd^au un5 an5eren nal)en Stä5ten 
I}erüber5roI?te, wars, 5ie fte perf d^ endete, fon5ern 5er furd?tbare Steuer5ru^. 

*) Heg.'2(rrf?. ^ranffnrt a. (D. Hepert. 202. 

2) 5iel]e ir>il{]clm 5d?äfer „Der Ifaffenftillftanb 311 Kö^fd^enbroba", S. 39 ff. 



Sonncrpalbe jur §ctt bcs brctJ3ig,jäI^rigcn Krieges. 105 

2(rm, ivie öic Ceute maren, mußten ftc ntd)t, tDol^cr bas ®cl5 nel^men; 
rcrniod]tcn ftc aber nid)t 511 5al)Icn, fo erfolgte militärifd^e (£re!ution, un6 
eine Beruf ima an 6en ^£an6D0t(jt, 5en man um Had^ftd^t,, anging, Dcrl^allte 
nu^Ios. — Pie 5urüc!bleiben6en Bürger beftellten it^re ^lc!er un6 bauten, 
fo gut es anging, il?re ^äufer ipieöer auf. 2iiidi bas (Bottesl^aus u?ar6 
euMid? pollenöet un6 ein 2Xliat bavxn aufgeftellt, 6en man frül^er fd}on 
megen Heuanfd^affung eines anöeren an ein benad)bartes Dorf perliel^en 
batte. Cro^bent geraöe 5ie ^al^vc \6^5 — ^8 aul|ergen:)öl)nlid)e Häffe 
bradjten — ein f^eftiger pia^regen l)atte 5. B. alle 2i<ier 6rei Cage lang 
überfd}u->emmt — fo Iol)nte öennod) reid)er (£rntefegen 6en Bürgern 5ie 
aufgemenöete IHül^e, fo öaf 6ie Hoggenpreife {61^6 bis auf \5 ^r., 1(6^7 
auf \0 (Sr. un6 ^6^8 fogar auf 8^(Sr. l)erabfan!en. €ine furfürftlid^e 
Perorönung^) Dom ITTärs \6^d brad^te ^ugleid) 0r6nung in bie üenr>al?r= 
loften 2nün5r>erl)ältniffe. (£in Erfurter (Brofd^en mit 6em Habe follte nidjt 
{^öl)er als \0 Pf., ein Dreier (aufer 5em fäd}fifd)en mit 5en Sd^ioertern, 
6em IPeimarifd^en mit 5em Hauten!ran5e un6 6em !urbran6enburgifd}en 
mit 5em Scepter) foIIte 2 Pf., ein ^wckt (aufer 5em bran5enburgifd)en) 
foIIte nur 3 geller un6 ein €öu?enpfennig, 5er frül^er 3 geller mert ipar, 
fortan nur \ Pfennig gelten, ^reilid} maren öiefe Beftinmiungen für öie 
5teuer5af}Ier ipenig erfreulid), al^er fie u?aren immerl)in 6ie ^runölage 3U 
geregelteren ZTTün5PerI?äItniffen öer fommenöen geit. 

Unfer Stäötdjen beg^ann nad} unb nadtf fxd} vokb^v 5U erl^olen; ba 
traf es Don neuem ein Unglücfsfct^Iag, 6er es u?ie5er in feinem PoruxirtS' 
fd^reiten aufl)ielt un6 5urüc!n:)arf. 2lm \^. 21Iär5 \6^7 entftanö in 5er 
5d)mie5e, wo 5er 5d}mkb bei feiner 2trbeit mar, ein ^euer, 5as 5er l^eftige 
IDin5 baI5 nad} an5eren Käufern I)inübertrieb. Da faft alle (£inu)oI)ner 
auf 5en ^eI5ern arbeiteten — es iDar 5unfd)en \ un5 2 Ul)r nad^mittags 

— maren n\d}i genug I^än5e 5um £öfd7en Dorl^anben, un5 es brannten 
\2 Xt)ol)nl)äufer un5 3 Sd^eunen nie5er; aud? etlidjes Piel) fam in 5en 
flammen um. XDäre es nid)t gelungen, auf 5em 5d}Ioffe un5 nod) an 
einigen an5eren Stellen 5es ^euers ^err 5U u:?er5en, fo l}ätk leidet 5ie 
gan5e 5ta5t ein Haub 5es Elementes fein !önnen. 

So fam 5ie Bürgerfd^aft 5U feiner redeten Hul^e; un5 fd^Iimme 2tn= 
5eid)en — fo u?ur5en, l]eift es, in einem l^ül^nerei Blutstropfen gefun5en 

— fdjienen immer neues llnl^eil meisfagen 5U u^ollen un5 5rü(^ten 5ie Der= 
ängftigten (Semüter nod} mel^r 3U Bo5en. 

Das (£n5e 5es ^afy-cs 1(6^7 führte 5en f^errn Sonneu?aI5es, 5en 
2(jäl]rigen (Brafen (Seorg ^rie5rid) 5U Solms, in fein päterlid^es Sd)lof. 
Sd^on \6^ wav er mit feinem ^ofmeifter fur5e ^eit I^ier geipefen, E^atte 
fid} bann, voäl^Ymb Sonneir'aI5e r>on 5d}webm befe^t ir»ar, \3 ^Tlonate in 
Dres5en aufgespalten un5 xvav von I^ier aus, mit furfürftlid^em Heifepaffe 
perfet^en, in frem5e £än5er ge5ogen. 2^1^^ ^^^^ ^^ ^us ^ranfreid? 5urücf, 
un5 nad} feiner \6'^8 erfoIgen5en Dermäl^Iung mit prare5is (Bräfin 5U 



1) Codex Augusteiis II, 5. 923. müiisuerorbnuua Kurfürft 3otjann (Scora I. 
üon 5ad?fcn üom \7. VXäx^ Mö. 



106 Sonneioalbc 3ur gctt bes brct^tgjäbrigcn Krieges. 

^ol?cnIot?e naifm er beftänöt^en 2lufentl}alt im Sonnca-^alöcr Sd^Ioffc, 6c|fen 
pom Kriege ^efdjla^ene 5d}ä6en fo aut als mö^jltd) boffernö. 

2tni 20. 3iiii \6^8 erfolgte 6ie ^ulöi^ung 6cr 5oiinemaI6er Bürc^cr^ 
fcf^aft un6 bes £an6r»oIfes 6er 5u$el?örigen 0rtfd)aften; aus 2tnlaf 6crfelbcn 
tpuröe t?om trafen 5as üblid^e ^reibier g^efpenöet. Cro^öent von 6er 
Kan5el enital^nt tuoröen mar, fxd} vov je6er Husfdjreitung 5U lauten, fam 
es bod} am Sd^Iuf 6er ^eier 5U einer fold^en Hauferei, 6af ein ITTann 
mel^r tot als lebenM^ pom pia^e c^etraijen tr>ur6e. 

(£n6Iid^, am 2^. 0!tober \6^S, unter5eid)neten im Hatf^ausfaale 511 
ITTünfter alle ^efan6ten 6ie umfän$Iid}e 5rie6ensurfun6e. Der fo lan^e 
un6 fo l^eif erfel^nte ^rie6en toar fomit en6Iid) c3efd}Ioffen, un6 man be$in$ 
^taii 6es monatlid^en Bufta$s in 5onnen)aI6e am \8. Dezember ein Danffeft. 
^ro^ 6es ^rie6ensfd?luffes aber blieb 6ie furfürftlid^e Befa^un^ nod) bei= 
nal)e 5tDei 3^^^^ <^^f ^^^ ^d^Ioffe, un6 erft, nad?6em am \6. 3^^^^ \^^^ 
511 Hürnber^ 6ie en69Ültige ^eftfe^ungi 6er HusfüI^run^s^Beftimmungen 
erfolgt un6 einmütig unter5eid}net u?ar, üerlief fte am 7. 3uli 5onneipaI6e. 
Hn6 n?ie in allen 0rten 5ad}fens mar6 nun aud} Ifkr am l 2Iuguft \650 
6as grofe ^rie6ens6an!feft feierlid? begangen. 

Die IDaffen rul^ten nun; aber 6ie lDun6en, 6ie 6er Krieg gefd^Iagen, 
u?aren nod) lange, lange 5U fül^Ien. Die IPol?nftätten 6er Porfta6t, mit 
6er ein5igen 2tusnal)me 6es ^ofpitals, n?aren Derfd}unm6en, un6 ftatt il^rer 
traf 6as 2(uge rings auf Crümmerl^aufen un6 Bran6ftätten. Tiod} 25 3^^^*^ 
fpäter^) fan6en fxd} fogar in 6er 5ta6t 5it?ei Bran6ftellen, 6ie nod? md}i 
tDie6er bebaut tt?aren, un6 6eren 5ugef}örige Hcfer feit 30 3^^?^*^^ "^^^ 
beftellt tDor6en maren. 3"^ 3^^^^ 1^2^ l^ei^t es: „Zlod} je^t ^eigen ftd} 
üiele Pertt)üftungen im 5tä6tdjen un6 ftn6 unbebaut."^) 3^^^ f^^^^" 3^^^^ 
tr>ur6e aud) erft 6ie pierte It)in6mül?Ie in 5onneipaI6e ipie6er aufgerid?tet, 
un6 mel^rere lagen nod) in 6en benad^barten Dörfern in Crümmern. 
BaI6 nad} Been6igung 6es Krieges trat eine allgemeine Entwertung 6es 
(5run6 un6 Bo6ens ein. (Süter, u?eld?e por \6\8 700, \000, ja \^00 ^uI6en 
gefoftet l^aikn, warm je^t für 300, 200, felbft \0Ö (BuI6en 5U l}aUn^). 
Die (£rn:»erbsperl)ältniffe u>aren 6ie fd}Ied)teften; (Öemerbs5tt)eige, 6ie Por6em, 
wenn aud} in befd?ränfter IDeife, in 5onnemaI6e geblül?t l^atten, mie 
^ud^mad^erei un6 Bierbrauerei, maren 6em IMnfterben nal^c. 2iud} in 6er 
5ta6tpertt)altung mangelte es an (SeI6; 6arum ir>ur6e 6ie Stelle 6es 5ta6t= 
fd^reibers einge5ogen un6 u?ie6erum vok in frül^eren .Reiten 6em Sd^ub 
meifter übertragen; 6iefer I^atte aber andf 6en Poften 6es Kantors, 6em 
eigentlid? 6er 2TTä6d}enunterrid?t zugefallen u?ärc, bis ^660 mit 5U reruHilten. 
Die ^al}l 6er (£ina)ol?ner war über 6ie ^älfte gefunfen. ^620 fül^rt unfer 
Kird^enbud} \665 Kommunifanten auf, \6^8 aber blof nod? 726; eine Deutung 
6iefer bere6ten ^al^Ien, als u)äre 6er !ird}lid?e Sinn nad} 6en Kriegsjal^ren 
ein geringerer geu?or6en, erfd^eint ausgefd^loffen ; im Gegenteil l^atte gera6e 

1) 5d:^lo%avdiw. IPüfte Ücfer beim Stäbtc^en. 

-) Sd^io^avdi'w. Acta 148. (Tabelle bcr von ber fäc^ftfc^en Kegieruna oerlangten 
geograpi|ifd?en Hac^ric^ten. \72ik. 

^) 5d?Io§arcf?iD. Streitfad^en ^665— 7\. 



Sonncipalbc 5ur gcit 'öes brctßiajätinijcn Krieges. 107 

bas ftetioic €Ien5, 6ic furd^tbare Hot, 6te ITTcnfd^en I^ilfcfud^cnö ^u (Sott 
o»cfübrt. Cro^alloöcm waren bk ^llenfd^cn robor acir»or6cn; bas lUxiq^cfixl)! 
für bcn Häcbftctt wav bäuft(5 abl^anöcn cjcfomnien, Stttenloft^jfeit l^atte )xd} 
rcrbroitet iinb und]riftlid)cr Hhcvo^lauWw XOm^dn in 5cn (Scmütern q,c-- 
i Machen. 

Das alte XDaI)r5cid^on öer Staöt, 6er belaubte Baum im öreiecfic^en 
rd)iI5e^), perfcbipanö; ftatt feiner taud^te im neuen IDappen eine ftral^Ienöe 
ronnc empor-). Tibcv fte fonnte nicbt Sinnbilö neuen ern?ad?en6en Cebens 
fein un5 trieb md}t 3U fproffenöer Dafeinsfraft un6 erneutem Blül^en. Sie 
mar 6ie Sonne f alter I^erbftta^e, unö unter ibrem geid^en lebt bas 
3tä6td}en fort; aber es rermod^te fxd} nidft mel^r auf5ufd}n:?in$en, unö andf 
""ic rönne fonnte es nid?t mebr 5U neuem, pulfterenöem £chen cntfad^cn. 



') 5d)lo§ardjiii. Die Urhmbe auf pergament com '\. Jhiguft \'M trägt bas am 
prcffcl befeftiate, tlialerarolge Soimcipalber Stabtmappcn in ariitiem IPacbs mit ber Um= 
l*iift S(igilläm) CIVIUM ü(e) SÜNNENWALDE. (£s' ift wob} basfclbe IPappcn, 
bas bic ehemaligen £]erren von Sutmenroalbe anno 1296 führten. Siehe £ubetüig Rel. 
ni. I, 5. 169. 

-) 3" einem 2I!tenftücf „Streitfacf^en aus bem ^7. 3<it>rt]unbcrt" rom 3. 3"'" 166^^ 
ift bas neue, andi tt^aleraro§e 5tabtfieacl aufaebrücFt, eine Sonne mit einem Baum in 
ber mitte unb ber Hmfc^rift ^KIILLUM ClVIUM 80NNENWALDENSIUM unb 
"72^ hcilgt es in ber (EabcIIc ber von ber fäcbfifchen Hegierung verlangten geographifdjen 
nadjrichten: „Die Stabt tiat als If^appcn bie Sonne". D as fei be führt" fte auch je^t nod?. 



(ßcfd7id7tc bcr ®itsl7Ci r)d7aftcn von f)örni^. 

Von (Sj. i^orfd^cft. 



^örni^ mit feinem fd^önen 5d)Ioffe unö Parfe breitet ftd) in 6er 
^ittauer d^alnieöerimg in 6er Häl^e öer ZHanbau aus. €inen präd^ticjen 
Slicf auf öas Dorf un6 6ie 6en X)or6er$run5 belebenöe, ^V4 Stunöe cnU 
fernte 5ta6t g^^tau l}ai man pon öer 57^ IHeter l?ol?en, 5ur ^örni^er 
^lur 9el)ören6en Koitfd^e, auf wcldtfer fid? feit \88][ ein freunMid?es 
Seftaurant mit (Sefellfdjaftspla^ befinöet. lieber ^^^^^^^ ^?^^ gruppiert fid? 
fel^r fd^ön 5ie Canöesfrone bei (Sörli^, bas 3^^' ii"^ Hiefenc^ebir^e, 6er 
3cfd}fen!amm, fou?ie 6as nal)e ^xiiamv (Sebirae. 

XDäl]ren6 man c^e^enmärtioi 2llt47örni^ un6 Heuf^örni^ unter= 
fd)ei6et, mar 6ie5 frül^er nid}t 6er ^all. Das uralte Hitterc^ut £)örni^ 
umf afte bei6e (2)rtstl)eile. (£rft feit 6er ZHitte 6es \6. 3<3f)rl)un6erts, als 
ein CE?eiI infolge Perfaufs ab(jetrennt ii>ur6e, erl)ielt 6erfelbe, 6er Heinere, 
6en Hamen Z(eu=^örni^, u?äl}ren6 man 6as Kittergut 2tlt=^örni^ nannte. 

I. ^tt-Ssötni^, 

3m \3. 3^^i'^?un6erte wat ^örni^ im Beft^e 6er ^erren r>on £eipa. 
Die l^erren r>on £eipa gel^örten 5U 6em u?eitDer5ir>eic3ten, mäd^tigen böt)= 
mifd)en Dynaftengefd^Ied^te 6er i^ronomice. Sie befafen 6as gefamte 
(ßebiet pon £eipa bis gi^tau un6 Hol)nau. ^örni^- biI6ete einen Beftan6-- 
tl^eil 6er ^errfd^aft Zittau. Später ging, es in lanSesl^errlidien Befi^ über. 
3m 3^^?^^ \566, „freitags nadf ^immelfal)rt", perpadjtete Kaifer Karl IV. 
6ie Can6pogtei Zittau nebft 6em „Poru^erfe ju f7urnic5" un6 an6eren 
Gütern um 3\0 Sd^ocf (Srofd^en Prager inün5e auf 5ipei 3^^^'^ ^" ^^^ 
Siabi Zittau, eine Perpad^tung, roeld^e am 20. Horember {06^ auf 6rei 
3al)re erneuert u)ur6e, 6iesmal gegen ^alfluno, von 320 Sd^Ocf prager 
(Srofd^en^). 

(£ripäl)nt u?ir6 \oS6 in einer SdjuI6perfd)reibung „6er ebrbare V}ans 
B edlerer 3U ^örni^ gefeffen". (£r I^atte Hicol Panzer „aus ^reun6fd?aft" 
20 Sd^oc! ^rofd}en geliel]en, tt>orüber il}m 6iefer un6 6ie ^ebrü6er pon Hyaw 
xb}m, feiner ^rau <Lä^\[k, feinen Kinöern un6 feinem Bru6er Siegismun6 
eine Sd}uI6perfd)reibung ausftellten. Sd^on \382 u?ur6e I^ans Bed^erer „pon 
6er gittau" pon 6em (Serid^t 5U (Sörli^ 5U einer (5eI6buge perurtbeilt. 
(£r ftammte aus einer reid^en ^ittauer Bürgerfamilie. Durd? (Erwerbung 



^) 5. (£arp30iu, Anal. II, 5. 25^ 




(Scfd^icijtc K>cv 0rtst|CiT[c^aftcTi von l7Önn^. 109 

ron f)örni^ wav er in 5ie Kategorie bcv Hittcnuäl|i^cn eingetreten. <Eine 
Coditer von ilnn wav mit Konraö von Hyaw auf ^irfd^felöe Derl^eiratl^et. 
5ein rol^n j^^'wf^^I^'^i^ ^ecberer nniröe \^20 mit 21Iarfers6orf bei Keid^enau 
un6 „6em VOaibc bei Keibersöorf" belef^nt. \^26 unb \^29 !ommt er als 
„511 Heiber36orf gefeffen" vov. ^m ^uffttenfriec^e ftanö er treulid? auf 
feiten 6er 0berlauftfeer. Jm Jabre \^55 ipur6e er von Ulrid) von Biber= 
(tein auf ^rieManö 5um i^auptmann 5er Bur^j £an6sfrone ernannt. IDie 
lanae 'd}ans Bed^erer ^örni^ befeffen f?at, ift unbdannt^). 

Tiis fpäterer Beft^er von ^övnxi^ wivb \^20 in einer 5U Breslau 
ausgeftellten Hr!un6e IPens! Burggraf r>on Dol^na (tDen5eI III.) ,,5U 
l7örni^ gefeffen" genannt. (£r batte von feinem Pater, IDen^el IL, 6ie 
(Süter Crattlau un6 Hobnau mit gubel^ör geerbt. Ce^teres, ebenfo u?ie 
l7irfd)felöe, rerfaufte er \^\9 an t^einricb von liyaw auf Heibersöorf; 
6afür ertt)arb er ^^2^ von fyms von i^oberg 6ie eine un6 \^5^ von 
fyxnYxd} von (5ers6orf 6ie andere ^älfte von Ha6meri§. Pielfad? u?ar 
er wegen (Örafenftein in 6ie ^uffttenfämpfe r>era>icfelt. Heberl^aupt l^atte 
er bis 5U feinem im 3^^^*^ \^'^^ erfolgten Co5e faft fortmäl^renö ^änbd 
mit feinen Had^barn, 5en 5ed)sftä6ten u. f. vo. IDentfd? III. l}interlie§ von 
feiner ^emablin (£Iifabetb, öie \^43 in 6er KlofterÜrd^e 5U gittau begraben 
u?ar6 (il)r ^rabftein ift I^eute nod) im IHufeum porl^anöen), auger 6er 
!^^9 rerftorbenen Cod)ter 2lnna, 6er ^emal^Iin 2llbred)ts ron 6er Duba, 
meldte ebenfalls 6afelbft beigefe^t ift, 5u?ei 5ö(?ne, 3^^<^"^^ ^I- ^^^^^ 
Hifolaus I., 6ie nun foirobl 6ie böl)mifd}e I^errfd^aft ^rafenftein, als 6ie 
0berIauft^er ©iiter Ha6meri^, rcie6a un6 ilntl^eil an Heu6ni^ erbten'-^). 
IDie lange IDentfd) pon Dol)na ^örnife befeffen I^at, ift nid}t 5U ermitteln. 
Die ohin eru?äl)nte llrfun6e lautet im IDortlaut: „Burggraf IPentfd} 
Pon Donyn, ^errn 5U l7irspeI6e un6 5U ^alfinftein, 5U ^orni^ gefeffen", 
erfltirt am \S. Januar \^20, 6af er „aller 2lnfprad)e un6 ^tpietrad^t, als 
pon 6er ^üter 0beypin (?), ^irsfel6e, Konou?, 5Yboten6orf (5eiten6orf) 
un6 6as l{ird)lebn mit 6em (5erid)te 3U Heid^enau un6 6em €el}nmann 5U 
Dittels6orf, un6 605U Dorn?erf, IDiefen, Zllül^le, H)er6er, Ceid^e u. f. w. 
unb an6ere (Jugel^örung, !lein un6 grog, nid^ts ausgenommen, befon6ers 
6ie llTannfd^aft, gan5 un6 gar gerid^tet un6 gefd)ie6en (perglidjen) fei mit 
^einrid) Pon 'Kyaw un6 feinen (Erben un6 6arum 6ie Porge6ad}ten (Süter 
por 6em Poigte 6es £an6es 5U Zittau aufgelaffen l}ahe, 6em ^einrid? un6 
feinen (£rben" un6 6ag er um 6erfelben wxüm feine 2(nfprüd}e mel^r axx 
il^n mad)en, and} „fold^e inajeftätsbriefe, 6ie er 6arob l}ab^ Pon unferm 
gnä6igen ^errn, liönig XDen5el, feiigen ®e6äd)tniffes", nid)t tt)ie6er il?n 
gebraud)en rpolle'^j. 

IDer in 6er 5tt)ifd)en5eit Beft^er pon ^örni^ geipefen ift, läft ftd} 
nid)t ermitteln. (£rft \^^7 xvxvb als Beft^er 6es Hittergutes (5eorg 
pon Döbfd}ü^ ermäl^nt. <£r ftammte aus 6em alten Stammft^e Döb- 
id)iii^ bei ^dd}cnbad). 3m 3^^^*^ W^ perfaufte er, „5U Döbfd^ü^ 

1) 5. Knotiges (Sefd?. ^cs (Überlauf. 2lMs 5. U2. 
-) S. Ktiotbcs (Scfd?. bcs Überlauf. 2Ibcls 5. \60. 
^) S. £auf. Ula^. \866, 5. 39^ unb Korfcbelts (Sefd?. von 0bcrmi^, 5. 22. 



110 (Scfd^td^tc bcr (Drtsberifrf^aften von Rörnitj. 

^cfcffen", bas Dorf Sd^öps an bk (5cbrü6cr uon Ucd)tnfe auf Steinftrd^ 
un6 vov \506 Bai'sbovf an bk von ITofti^ auf Ullcrsöorf. Viod} im 
Ie^t$enanntcrt Jal^vc fd)reibt er ftd) „Jorc^c Dobefd^ies, öafelbft ^efcffcn". 
3eöenfall5 fd^eint er, obwol^I er in I^örnife it>oI?nte, nodb 2lnt{)eil am 
Stamm^ute c^el^abt 5U l}abcn. Bereits \^^7 geborte er, als „5U I^örnit^ 
gcfeffen", 5U 6en Ullitglieöern 6er Kitterfdiaft öes S^^^^i^*^^ XDeid^bilöes, 
ipeld^e einen Dertraa mit 6er 5ta6t gittau iregen (5erid)tsbarfeit un6 
an6erer 3^*^*ii"5*^'^ ^itontac^s nad} Cätare am St. Ciburtiustac^e im oben= 
a,enannten 3al)re abfd)Ioffen. 3m ^'^ijvc \^^8 in vigiliae St. Thomae 
legierte er eine ^Harf 3^"^'"/ ^'^^f ^in^'^" Bauergute in l7örni^ baften6, 6em 
^abian^ un6 Sebaftianaltare in 6er Pfarrfird^e 5U (gittau^). 

3l?m folgten im Befi^e Don l7örni^ feine 6rei Söl^ne: ^ans (Seorg, 
Bernl^ar6 un6 (£briftopl) pon Pöbfd^ü^. J^bcnfaiis l)atten fte 6a5 
üäterlidje (£rbe unter ftd) getl^eilt, 6a u^enigftens (LF^riftopb 6en d)eil, 
ii)eld)er fpäter Heu^l^örni^ genannt wur6e, bereits bal6 na<if \d20 an ^ans 
von Xlec^tri^ perfauft ()atte. (£l)riftopl) von Döbfd^ü^ tt?ir6 in 6en ^ör= 
ni^er 5d]öppenbüd)ern nid)t mel^r eru)äbnt^). 

Die ^ebrü6er Döbfd}ü^ n?ur6en im ^a\:}tc \5\7 in Streitigfeiten 
ipegen 6er (5erid)tsbar!eit mit 6er Sta6t Zittau pertpicfelt. gittau, n?eld?es 
eiferfüd)tig über feiner (2)bergerid)tsbarfeit ipad^te, beftritt, 6a^, menn aud? 
im Bereid) 6er Rittergüter 6es n}eid?biI6es ein Perbred^en perübt tPor6en 
fei, 6ies nid^t in 6en betreff en6en @erid}ten gebüft mer6en 6ürfe, fon6ern 
por 6em g^^tauer (5erid}t. 2ll5 nun ein 21tann aus Sd^önau, Bartl^el 
Büttel, 6en alten ^ei6el auf ^örni^er ^lur fo gefd]Iagen (?atte, 6ag er in 
einigen Cagen ftarb, fo beftrafte 6er (Jittauer Katl) 6en Uebeltt^äter. 2ils 
aber 6ie (5ebrü6er pon Döbfd)ü^ 6en Perbred)er l)ierauf pon neuem in 
Perl)aft nal^men, fo befd^iperte fid) 6er Hatt? 5U Zittau unb jene nui))ten 
Bart^el (5üttel fofort aus 6er ^aft entlaffen^). 

Das ^errenl^aus 6es Rittergutes befan6 ftd? oberl^alb unu^eit 6es 
gegenwärtigen fd^önen Sd^Ioffes. J^m Jal^rc \d\2 U)ur6e es pon einem 
Bli^ftral^I getroffen un6 brannte ab. ^ebenfalls mar es ein anfel)nlid)eres 
(5ebäu6e. Der auf 6em IPalle errid^tete Heubau war nur flein un6 
entl)ielt blos Stube, Kammer, Keller un6 SpeifegeiPÖlbe. Das l7aus war 
ringsum mit einem fel^r breiten un6 tiefen XDaffergraben umgeben, über 
6en eine über6ecfte I^olsbrü^e fül^rte. Had]6em ein Cl^eil Pon ^örni^ 
]nit 6iefem l7aufe an i)ans von Ued^tri^ perfauft wor6en war, 6iente es 
als l7errenl)aus 6es fpäteren Heu-l^örnils. 0ft wir6 in 6en l{aufsurfun6en 
6as „i^aus auf 6en XPalle" erwäl^nt. Ulan nennt es l^eutc nod} bas 
IDalll?aus. (£rft 6er porle^te Befi^er, ^rie6rid} Siegmun6, rid^tete es 
feinen l^äuslid^en ^wcäcn entfpred}en6 ein. Spuren 6es IDalles ftn6 l^eute 
nod? fid)tbar*). 



) 5. (Iarp30U)s (£brcntcinpcl 11, 5. 2^0, Knotiges (Scfd?. bcs 0berlauf. 2ibels, 

pcfd?ecfs (Sefd?. uoii ^\itav ^ " ■— ^ >a-^^- ^«^^j f^ii....:u ^ .0 

') 5. (£arp30H)s (£brßntcnip 
3) (£avp50iD; Anal, 5. 260. 



^) :z>. *i,aip30ips yrnreniciupci n, r'. z^u, z\iicnijci7 v.ut]ti/. uti> v 
7. \:a, pcfd?ecfs (Sefd?. uoii Zittau I, r.3 utit» Pooits (Sc[d;. von lyövmt^, 5. v 
^) 5. (£arp30H)s (£brßntcnipcl II, 5. 2'^(). 



") Vi.UipjüU), AIJMl. , IT. ZOU. 

4) 5. (Ecfbarbts gittaucr Qlacjebud? ^Tf)?, 5. 58 unb Dogts dbroni! von l^önil^, 
-H. — J^e^tere bebarf übrigens biiifldjtlid^ ber Xicrrfdjaften Dtelfad?e BtTidjtltuuujeii. 



(Scfdjic^te ber CDrtshcrrfd^aftcn von f^öniiß. 

V}ans (Seoro» von Döbfd)ü^ foll 1555 aoftorbcn fein, fein Bruöer 
3ernl)ar6 ftarb \560. Ce^toror bintcrltcf einen Sol^n, Baltl^afar 
pon Pöbfd^ü^, ir>eld)er im Ic^tgenannten Jal^re mit öem l^alben Vor- 
iperfe 511 £)örnife iin6 fünf Gärtnern belel^nt ix)m'6e. Pie anöere l7älfte 
befallen 6ie Söhne V}ans (BeorcsS, ^eor$ un6 Dap i6 von Döbfd^ü^. 

Vod) nur fur^e 5eit nod) follte 5ie ^amilie von Döbfd^ü^ im Befi§ 
5e5 Hitteroiutes bleiben. Bereits \562 am 28. 2när5 unö \565 perfauften 
Me Brü6er ^eor^j unö Vavxb ibre 2tnt(^eile an 6ie ^ebrüöer ^artiui^, 
joad) im unö (£l)riftopb von Hofti^. 3^^ 3^^^^ \566 ITlittmod^s 
iiad} jubilate ^efd^al) öies audt) mit öer anöeren ^älfte von 2tlt=^örni^, 
ipelcbc q,eq>en ^al^Iun^ von 5000 ungarifd^en (Solöc^ulöen aus Baltl^afars 
Befi^ ebenfalls in öen öer oben genannten Brüöer r»on Hofti^ überging. 
(£in$efd^Ioffen in öiefen Perfauf u?ar aud} öer Cl^eil von Hieöeroöeru^i^, 
fpäter (5i*>'y^^'i*'f^^'^* 2(ntl)eil genannt, u?eld}er frül^er Kitter$utsci,ered)tfame 
hatte unö län^^ere ^c\t l)inöurd) öer ^amilie I)öbfd}ü^ ^el^ört l^atte. Der 
hierüber aefdiloffene Perfauf ift abfd^riftlidj entl^alten in öem Sd^öppen» 
bud)e von 2lit=l}örnife. 2lud) finöet fid) öafelbft eine ^uittun^ r>on ^eor^ 
von Döbfd^üfe vor, in meld^er öerfelbe befd)eini$t, öaf er für öen von \l}m 
perfauften 2IntbeiI Don (£f?riftopI) von Hofti^ 700 5d)oc! an o^uUn 
unaarifd^en (5oIöauIöen unö böbmifc^en ^rofd^en als Kauf^elö erbalten \:}abc, 

(Db nun fd^on öurd) öiefen Derfauf öie pon Döbfdjü^ auft^örten, 
Befi^er öes Hitter^utes 5U fein, fo fdjeint es öod), als ob fott'>of;I ®eorc3 
als Baltf^afar pon Döbfd^ü^ nod} lanciere ^ext in f^örni^ perblieben. 
IPenic^ftens finöet ftd? in öem ermähnten älteften 5d}öppenbud?e, öaf am 
6. ^ebruar H569 (£()riftoph IPeber als Bepollmäd^ti^ter öes 3unfers 
(öeorg Pon Döbfd^üfe unö feiner ^ITutter einen (harten, meldten 3^i^^^*-'i' 
Dapiö pon Döbfd}ü^ c\n\q,c ^cxi befeffen, an Hamann tEan5mann um 
105 ^ittauifd^e lUarf perfauft l^at. ^ür öen Perfäufer ift 3un!er Baltl^afar 
pon Döbfd^ü^ als Bürc^e auf^efüf^rt. 2lus einer anöeren Stelle öes 
3d)öppenbud)es ^el^t herpor, öag am 22. IHai ^570 (£l?riftopl? Pon Hoftife 
als €rbherrfd}aft einen (Sarten an öen 3ii^^'-'i^ Baltl^afar pon Döbfd^ü^ 
um 207 \ 2 e^ittauer 21iar! perfaufte, aud? öiefen harten, fo lan^e er in 
öes 3j^"^^'i*^ ^^^ Döbfd^ü^ ^änben, von allen Dienften, £eiftun$en unö 
^Ibtjaben befreit (öal)er ^rei^arten). 

Da öie (Sebrüöer Pon Hofti^ öas ®ut 2(lt^^örni^ an il^ren Bruöer 
(£l)riftopl? auf l7aineu?alöc als alleinigen Befi^er abtraten, fo fol(jte 
öiefer als CErbl^errfd^aft. (£r ipar öer 5ol)n Pon Dr Ulrid) Pon Icofti^, 
faiferlid^en Hatl^es unö €anöesl)auptntanns 5U Bauten auf UniPÜröe unö 
Huppersöorf. lllrid? Pon Hofti^ mar ein ^einö öer 5ed)sftäöte unö mad}te 
feinen c^ro^en €influg beim liöni^e 5um größten Had?tl?eile öerfelben 
c^eltenö. Der Pönfall, ipeldjer faft öen Huin öer Sed^sftdöte l^erbeifül^rte, 
mirö l)auptfäd?lid) ihm su^jefd^rieben. Sein Sol?n (£l?riftopl? tpar geboren 
1555 unö ftarb am \0. ^ebruar \576. (£r rpuröe mit öer Staöt ^xiiau 
ipegen öes Bierfd)anfs in Streitigfeiten permic!elt unö Pon öetn fönig* 
lid^en 2tppellationsgerid^te 5U Prag für etmaige IPieöerl^olung fold^er 
,^trurbationen" mit einer Strafe Pon 1000 C^ulöen ungarifd? beörol^t. 
Seine XPittme, Barbara geb. Pon Braun, perheiratl^ete fid} nad} feinem 



11 '2 (ßcfd^idjtc bcr 0rtsl^crrfcf?aftcn r>on ^örnt^ 

(Tobe mit ^neörid^ von Hofti^ auf Sd^önbrunn. 2lm ^6. J^^^ii^i' \573 
l?atte (£l)nftop{? 6cn l{retfd)ain 5U l7örnt^ von Cl^riftopE) ^erfort, meld^er 
bereits feit \527 als Siebter in 6eni 5d}öppenbud}e genannt ipirö, erfauft. 
2lls 5öl)ne (£l?riftopl}s r>on Hoftii^ rrerbcn in 6er Öefamtbelel^nunt^ pom 
3al}re \577 genannt: l7ans Ulrid), IPoIf Dietrid? unö (£l)riftopt). €inc 
Cod^ter, IlTarie Sopl^ie, mar mit ZlTattbias von CanÜfd) perl^eiratbet. Xlad} 
öem Co6e ^riebrid^s von Hofti^, it?res Stiefpaters, gelangte aud? Huppers= 
6orf an bu Brüöer. Da IDoIf Dietrid) fingerlos perftorben tpar, fo 
tl^eilten ftd) jene fo, 6ag I^ans Ulrid) Kuppersöorf un6 0bero6eripi^, 
(£l^riftopb pon Hoftiö aber ^aineipalöe, l^örni^ unö einen Ct)eil pon 
Hieöeroöeripi^ erl^ielt. IPäl^renö öer lltinöerjäl^rigfeit (£briftopl?s u?er6en 
als Pormünöer genannt i)artung pon llofti^ 5U (Srogfd^önau, Hifolaus 
Pon Dinftau (?), f^ans Pon Belltpi^ un6 IHattbes Pon Sal^a 5U IticielS' 
öorf, le^tere mit 6er Be5eid)nung I^auptmann, 6. l?. Vertreter un6 Per^ 
uralter 6er (5üter. Belel^nt muröe dl^riftopl^ am 25. September \595. 
2iis er im ^al}t^ \6\2 ftarb, {^interliej^ er einen unmün6igen Sol?n, ^ans 
Ulrid}, wzldicv erft am 29. 3uli 1622 belel^nt ü)ur6e, nad)6em er bis 
6al}in nebft feinen (öefdjtpiftern unter Dormun6fd?aft ^artmigs Pon Hofti^, 
ITifoIaus Pon Hofti^ auf Haömeri^ un6 Kunemalöe un6 5iegmun6s 
pon (5ers6orf auf See geftan6en l)atte. (Jipei 3<^^^^ PorE^er, am \7. lUäv^, 
wav er, u?eil er fid} ungead}tet mieöerl^olter 2(uffor6erung nid)t por 6em 
^ofgeridjt 5U Bauten gefteüt l^atte, pon 6em 6aftgcn I^ofridjter mit l7ilfe 
pon 30 ZlTann aus 6er ^^^tauer Bürgerfd^aft bei ITad^t gefangen ge« 
nommen un6 bis Cöbau gefd^afft woxbm, von wo aus 6aftge Bürger il^n 
bis Bauten u)eitcr transportierten. €s l^ing 6iefe ^efangennel^mung mit 
6em Brauurbarpro5effe 5ufammen, 6er gera6e öamals 5u?ifd}en 6en Sed^s* 
ftä6ten un6 6er Hitterfd^aft mit befonöerer (Erbitterung gefül^rt U)ur6e un6 
tpeld^er rpeit über t}un6ert 3^^^^ 6auerte^). IDie6er aus 6er ^aft cnt- 
laffen, foUte baI6 ein an6eres unl^eilpoUes (£reignif il)n um feine Be* 
fi^ungen ^aineu?aI6e, l7örni^ un6 ^ntl^eil an (D6eripi^ bringen. (£s u?ar 
am ](^. De5ember ](622, als Cl^riftopl] Pon Icofti^ auf 0ber=Huppers6orf 
mit ^ans Bernl)ar6 Pon (Sersöorf 5U Bifd)6orf feinen Detter l7ans Ullrid) 
in l7ainerpaI6e befud^te, bei u)eld)er (5elegenl)eit infolge pon übermäßigem 
tErun! un6 einer fd)on länger 6auern6en Spannung 5mifd}en 6en bei6en 
angefef^enften 2l6elsgefd)led)tern 6er £auft^, le^terer 6as Unglücf l?atte, 
Bernl)ar6 pon ®ers6orf tö6tlid} 5U peru>un6en. (£r flüd^tete nod} in 6er' 
felben Icad)t. hierauf tt>ur6e Pon 6em l7oferid)ter 5U Bauten über il}n 
,,6as l)od)not()peinIid}e l7alsgerid?t" unter freiem ^^^^^tti*^! <^^f ^^^ ^^f^ 5^1 
i^aimwalbz abgespalten. Don (£rt)ebung „6es 3^tergefd)reies" fal) man 
je6od? auf Bitten 6er Peru?an6ten ah. (Ein gütlid^er Pergleid) mad)te 
na<i} langen X)erl^an6Iungen, auf 2Infud)en 6es Icofti^'fd^en (ßefd)Ied]ts, 
6em peinlid^en Pro5effe erft \625 ein (£n6e. Die Peripaltung 6er (Süter 
voav u?ät?ren6 6er ^i^H^^^S^'^t ^'^^^^ l7ofgerid}te 5U Bauten ^ottfrie6 
pon Sd^effling 5U (Dbcvwxi^ übertragen mor6en. I7ans Ulrid) Pon Hofti^ 
mugte i)ainemaI6e nebft gubel^ör an (£t?riftopl) Pon (Sers6orf auf Hofti^ 



') 5. pcfd?ecf5 (5cfd?. p. Zittau I, \bO unb Korfd^elts (Scfd?. i\ (Dbcvw'i^, 5. ^8. 



cSefc^id^tc bei- (Drtsl^errfc^afteu roii i^Örni^. 113 

unb Hieöer-Sol^Ianö abtreten unö crl^ielt Don 5tefem 6afür bas <5ut Hofti^, 
ipeld^es er aber fofort an ^vkbvxd} von ^ie^^Ier unb Klippl^aufen üerfaufte. 
Später r>erl}eirat{)ete fid? l)ans Ulrid) von ITofti^ mit feines Petters (£l)riftopI? 
nad}^elaffener IDittu)e, I7e6u?i<5 q,ch. von Hyaiv aus 6ein i^aufe Kemni^. 
(£r ftarb Wl finöerlos^). 

(£I)riftop(; von (5ers5orf tr>ur6e \625 mit l^ainetüalöe, l^örni^ 
unö 6en 2(ntl}eilen von (Döeruni^ belel^nt. (£r wav \58^ geboren, ein 
Sol}n (£(?riftop{?s von ^ersöorf auf Sol^Ianö unö I^eöu^i^s $eb. von ^ers= 
5orf. ^m ^ai}vc 1(607 rerl^eiratljete er ftd? mit Katl^arine von (Sersöorf 
aus 5em l^aufe Barutt), Cod) ter 5es (£rasmus von ^ersöorf auf llTalti^. 
l7örni^ r>er!aufte er \650 bcn 28. ^u^uft an (^covq> von 'iöbtn. Sein 
Sol?n (£l}riftopl? u?ur6e, 32 3^^?^' ^^^*/ \^^9 ^^^ einem Dittelsöorfer, 
Hamens ZTTid^ael Häbifd?, ermoröet unb beraubt. Der Haubmöröer 
tt?ur6e am 7. September genannten ^alfvcs in S^^^^^ii ^^^^^ ^^^^ Sd^merte 
f?inc^erid}tet un5 auf 5as Uab c^ele^t. CE^riftopl? von (5ers5orf ftarb \656 
bcn 8. 3uli- 

®eor$ von Cöben, u?eld}er, wk fd^on ermäl^nt, 2(lt=l7örni^ mit 
6en 5 Bauergütern in Hieöer-^öermi^ \650 Muflid^ erworben l^atte, 
befag früE^er mit feinem Bruöer IlTeld^ior 2lnt(?eil an 5em (5ute ITTilfel, 
tt>eldies fte \6\5 an (£l?riftopI] von Hed^enberg perfauften. Seine ^emal^Iin 
wav Illartl^a von Kyam aus 5em l7aufe Kemni^. 3u?ei Seltne von il)m 
{?iefen ^eorg 2ibolf unö IDoIf 2(Ibred^t. 2ils 5ur i^cxt öes öreifigjäl^rigen 
lirieges — 1(6^0 — ^^^^^ii fäd^fifd^e €inquartirunc^ l^atte, famen öreimal 
5U)ifd:)en (Seorg von £öbcn^ 6er ein Dor5Ü$Iid}er ^ed^ter unö fampfluftig 
u?ar, unö fäd^ftfdjen 0fficieren vov öem ftebertt^ore in (Ji^^^^i (5n?cifämpfe 
vov. 3" öemfelben 3^^^^ ^^^\k er am \\. 3uni mit öem ^ittauer Bürgermeifter 
3uft nad} Dresöen, um öen Kurfürften um €rleid}terun$ öer Kriegslaften 
5U bitten. Bereits im ^a^vc \636 l?atte er feine fünf Bauergüter in 
Hieöer^iDöermi^, von bcmn nur ^wzx öer Kriegsörangfale wco,cn mit 
Hntertl^anen befe^t u?aren unö örei u?üfte lagen, an Vavib ^leifd^m ann 
von C^umbad} Derfauft. 2tm 30. 2(uguft genannten 3^^^**''^ muröe öiefer 
belel^nt. 2iis £el}ns5eugen u?eröen 2oad}m\ von Bolberi^ auf I^änidjen 
unö IPen5eI von ^(üy auf Iltalfd^mi^ genannt. 3*^^^^ ^^^^^ 3^it nadjt^er 
nmf ®eorg von 'iöben mieöer in öen Befi^ jener ^üter gelangt fein, ba 
er am 7. Hopember \6^0 fein (Sut 2llt=^örni^ mit Pertinentien ,,nebft 
bcmn l?in5ugefd)Iagenen ^unff Bamern 5U 0öermi^'' an Caspar (£l?riftopi^ 
pon ^ersöorf auf Häfelmi^ unö gimpel perfaufte. XTebft CEJriftopE) 
(£rnft pon Hofti^ auf ITieöer-Huppersöorf mar (Seorg pon £ixbcn Dor- 
munö für ^ans Ulrid? Pon Hofti^ auf (Dber = 2luppersöorf unö (Dber^ 
0öera>i^. ^eorg Pon 'iöbzn ftarb im ^^bfrc \65\ als furfäd)ftfd?er Hatt? 
unö Kammerjunfer, fou?ie aud) £anöesl?auptmann in öer (2)berlaufi^^). 



^) Knottje, (5efd?id?tc bes (Überlauf. 2Ibels, ^ortf. 5. ^02, Korfc^elt, (Sefc^id^te von 
0bertpi^, 5. '{5 unb ^9 unb iCauf. XTTonatsfd?rift ^80l S. ^^5— -^35. (2ius3U9 aus bm 
projegaftcn.) 

-) 5. Korfd^elts <5e\d}id}ie von 0bcrtt)it3, 5. 53 unb 0^ unb Docjts Cl^ronif von 
^l'övni^, 5. \6. 

n. £. m. 8b. Lxxi. g 



114 <5efd?ic^tc ber <DrtsI^errfd?aftcti von f^önii^. 

(Easpar (Ll^riftopl? üon ^ersöorf muröe am 9. Xcopember \6^\ 
mit 2llt=^örni^ unö gubel^ör bclel^nt. Cel)ns5euöicn bahä waten: ^ottfrteö 
von SanbcY auf 2?etd)enbad), 0berftIieutenant un6 V}ans ^aubolb von IlTefe= 
rabt auf Sol^Ianö. Da im Kird)cribud}e 5U Icie6er=ö)5eripi^ fd}on ](6^2 
„3un9enfcls Kodein" nnb ein dl^riftian 3ii"$^"f*^^^ ermäl^nt ipcröen, fo 
muffen 5ie (Dbctwi^ev (Büter fofort an Joadfxm von 3ungenfel5 über= 
(^e^an^en fein, 6er aud) in Petl^au ein ^ut befaf . 2lls Caspar (Ebriftopl) 
von (Sersborf auf 5^^^^P*-'^ ^^^^ ^örni^, le^teres am 5. 3^^^ \^^\ ^^ 
(£{)riftian von l^artioi perfaufte, l)ei^t es im Cel^nbriefe ausörücflid? „auf er 
öenjenigen ^unff Baipern fo nad} (2)6eru?i^ $et?örig"^). 

Sie Jamilie Dr. (El^riftian von l^arti^s, 5t. Zltarfusritter un5 
Bürc^ermeifter 5U Zittau, ftammt aus €öipenber$ in 5d)Ieften, von wo 
lllartin l7artig's 5öl)ne, Paul ^artig, geboren \530, unö 3^^^^ i^artig. 
c^eboren 1(534, um 6as 3^^^ 1^60 nadtf ^xiiau famen unö 5ie 5tamm= 
r>ätcr 5u?eier £inien mürben, ^afob i^arti^ erlangte brnd} ^lücf im 
i^anöel Dermö^en unö 2infel)en. Berül^mter nod} war fein 5oI)n ^ol^ann, 
6er fürftlid} 2lnf?altv Cie^ni^^ unö Briegifd^er HatI) unö €eibar5t war. 
(£r ftarb mit feiner Gattin in gittau im 3^^^'^' ^632 am ^9. ITopember 
an öer öafelbft unitl)enöen Peft mit l7interlaffunc^ mel^rerer Söl^ne. Beiöe 
(£l)ec!»atten wuröen in öer 3^^?^^"^^i^^^i'<^^ ^^ einem ^ac^e in ein ^rab 
c^ele^jt. Sein Sol^n (El^riftian, öer fpätere Befi^er von 2llt^^örni^, $e= 
boren öen \6. 21Tai 1(605, ftuöirte öie Ked^te in ^ranffurt a. ö. 0. unö in 
Strafburö, bereifte l^ierauf ^ranfreid), (fnc^Ianö, Dänemar!, I^ollanö unö 
3talien, warb \62^ 3U Paöua Vohox unö balö öarauf Hitter öes ITTarfus» 
oröens. 3^" 3^^?^**^' 1630 fam er nad} Zittau 5urü^ unö ir>arö \632 hir5 
vov feines Daters Coöe ZlTit^lieö öes Hatljsfolle^iums, in u^eld^em er öie 
XDüröe eines Bürc^ermeifters erlauchte. Xlod} vov öem 2(nfaufe pon 2i[{" 
l)örnife tt'>arö er im 3^^^^*^' 16^5 nebft feinem Bruöer 3o^ann ^afoh unö 
feiner Sd^mefter Sibille Dom Kaifer ^^röinanö III. in öen 2XöeIftanö er= 
l^oben. 2lls er, ipie fd}on eriuäl^nt, im 2!^al}Yc ](65\ öas Hitterc^ut ^efauft 
l^atte, erfüllte öer liurfürft 3^^^^^" ^eor^ I. feine -Bitte unö permanöelte 
laut Urfunöe pom \0. 0ftober \655 fein ^ut, u?eld}es bis öal^in I]Iann= 
Iel)n ö^euu^fen mar, in ein 2llloöiaI- unö €rb^ut. (£()riftian pon l^arti^ 
mar fofort nad) (Erwerbung Pon 2llt''l7örni^ auf ^rbauunc^ eines Sdjioffes 
beöad)t. Das im italienifd^en Style erbaute fd)öne Sd^Iof ipuröe, ipie man 
aus öer am Cburme an^ebrad^ten ^al^v^al^l 165^ erfiel^t, im c^enannten 
3al)re pollenöet. €in parfä()nlid)er (Barten umhiebt öas Sd^Iof . ^arti$ 
mar öer erfte in öer (Secsenö Pon ^xttau, meld^er ein ^emäd^s- unö 
Creibl)aus anlegte unö (Drancjcrie unö feltene Blumen 50$. 2ius öen nadf 
Süöen ^ele^enen (5emäd}ern l^at man einen präd^tic^en Blic! auf öas 
Kiefen^ebirge, öie böl)mifd}en Ber^e unö öas gittauer feebir^e. (£l)riftian 
Pon ^arti»^ ermarb ftd) buvd} öie Kultur öes Boöens als audf um öie 
Bemol^ner pon l^örni^ piele Peröienfte. Befonöers ift 3U ermähnen, öaf 
er es ftd? an^ele^en fein lief, ^äufer auf eiijene Soften 5U erbauen unö 
fte bann 5U billigem Preife unter öen ^ünftic^ften Beöincjuncjen öen Käufern 

1) TXadi bcni im gittauer Hatt^sard^iü bcfinMid^en 2ihcnfas^ihi ZTo. ZTi-^. 



(Sefdjidjtc bcr 0rtsl|errfd?aftcu von Böniit). 115 

absulaffen^). Unter xfyn fanb m ^ötnil^ aud} eine I^innd^tung ftatt; 6enn 
ba Kaifcr ^eröinanö III. unter 5eni \2. IViäv^ {562 aud? 6en Hitterc^ütern 
6ie 0berg,crid)tsbar!cit pcrltol^en {?attc, fo bcfanö ftd] linfs am 2tbl}anac 
6er Koitfd^e in 6er Xlä^c 6er (5roffd}önauer Strafe aud? l?ter ein Hidjt= 
pla^. 2tnt \?. 3uli \659 ttnir6e ittarie Kemler aus €ibau, u)eld?e auf 
I^ieftijem l7ofe als l{Ieinma$6 6iente un6 6afelbft iE?r unel?elid?es Kin6 uni= 
aebrad?t l^atk, mit 6em ^a6e vom £chcn 5um Co6e gebrad?t. Die Koften 
betrugen 48 tEl?Ir. \ (5r. 3 pf.^) 

I(ad?6em (£I?riftian von ^arti$ 6as ^ut 2^ 3af?re befeffen, !am es 
6urd? feinen am \, lUax \677 erfolgten Co6 an feinen 5oI)n 

3oI)ann Jafob von ^arti$. (Seboren am 2. ^ebruar \639, 
befud?te er 6as gittauer ^ymnaftum unter Heftor Heimann un6 ftu6irte 
6ann r>on \657 bis {660 auf 6er Uniperfität £eip5i9 Hed)tsu)iffenfd}aft. 
2Iufer6em betrieb er mit Porliebe mat(}ematifd?e 5tu6ien. 2iud} er unter= 
nal)Tn wk fein Pater mel^rjät^ri^e Heifen un6 feierte erft {67{ in feine 
Paterfta6t 5urüc!. Sel^r baI6 trat er in 6as Hatl^sfollegium ein. Un- 
»jead}tet er feit {6S5 bas 2tmt eines Bür^ermeifters 3U üera?alten {?atte un6 
6al?er gefd^äftlid? piel in 2(nfprud) genonmten ruar, 5U 6em aud} nodf 6ie 
Permaltuuij 6es Hittergutes 2tlt=^örni^ !am^ fo befd)äfti$te er ftd) 6ennod) 
mit Porliebe unffenfd^aftlid], I^auptfädjlid? mit UTatl^emati! un6 (El^emie. 
Und} als ^Tfufifer un6 Komponift 5eid}nete er fid? aus un6 galt als 
^Heifter auf 6er Caute. Seine Kenntniffe in 6er Ct^emie bvad}kn ifyx in 
freun6fd)aftlid}e Perbin6un$ mit (£()renfrie6 lOaltl^er pon C^fd^irnl^aufen 
auf l{ie|ling,sn)aI6e, 6en (£rfin6er 6es Brennfpiegels. Bei einem feiner 
Befud^e in ^örni^ gerietl? einft infolge d^emifd^er Perfud^e 6as Caboratorium 
im 5d}Ioffe in Bran6, u)o6urd} ^5fd)irnl}aufen in Cebensgefal^r fam, 
ipäl)ren6 fid} I^artig red}t5eitig in Sid^erl^eit g^d)vad:it l^atte. Die Bemol^ner 
pon ^örni^ fd}icften l^ierauf eine Deputation in's Sd^Iof un6 hakn ^artig, 
6ie Perbin6ung mit C5fd}irn{?aufen ab5ubred}en, 6a 6iefer in 6er gan5en 
(5egen6 im Hufe eines 5d}u:)ar5!ünftlers ftan6. Sie fürd^teten, 6as gan5e 
Dorf fönnte in ^euersgefal^r fomtnen. Bis in fein l^of^es 2llkv erfreute 
ftd} ^artig einer fräftigen (Sefun6l?eit. (£r ftarb im 80. Cebensjal^re am 
9. September ][7\8, nad}6em er ^7 ^al}vc Hatl}smitglie6 feiner Paterfta6t 
geu^efen rpar un6 33 ^al}xc ^nbrnd} bas 2imt eines Bürgermeifters per= 
maltet I)atte. (£r xvax 5rpeimal perl^eiratl^et, \. mit Vovotl}ea (Sottliebe 
pon Bifd}ofsl?eim aus 6em ^aufe 0bergerIad}sI)eim un6 2. mit ZTtargaretl^e 
Dorotl^ea, ^eorc} pon Putfd^fy's, furfürftlid^en Hatl^es un6 ^eE^eim- 
fefretärs in Dres6en ein5igen Cod^ter. Pon \2 ümbzvn überlebten ityx 
5tpei, ein Sol^n un6 eine Cod^ter^). 

3m Beft^e 6es Hittergutes folgte il)m fein nod} unmün6iger Sol^n 
2t6am 3^^^^ i^^n ^artig. Die €rbfon6erung über 6as l^interlaffene 



^) 5. Dogts Ct^rontF von f?örm^, 5. ^8 ff. 

2) Unter bcit auf ber Stabtbibliott^ef 3U Zittau befinbltc^en Elften, meiere f^örniö 
betreffen, ftnbet fid^ and? bic g,an^ fpcjicllc Koftcnbcrcd^nung ror. 

3) 5. €t]roni! von l7Örni^, 5. \7 ff., £auf. inonatsfdjr. \803, II, 225 ff. (mit 
Stammbaum), £auf. ITTonatsfc^r. isoö, II, 2\2 ff. unb (Dtios (Selel^rtenlcrifon n, 2\ ff. 

8^ 



116 (Scfcbid^tc bcr (Drtsbcrrfc^aftcu von l)övn\^. 

Dermögen fanb am 9. IcoDember \722 m (Segeniüart öcs üurators öer 
WUiwi, Dr. Karl pl?ilipp ^^^^ji^/ f^^^^- ^^^^ Hittci\3ut ipuröc 6eni 
Sol^ne um 6en Preis von \6000 <l^alcr überlaffcn. Bei öer Perreid^ung 
beim (Dberamte 511 Bauten am \6. ^ulx \728 warm als ^cuo^cn VOolf 
2ibolf von 5e5fd?unl5 auf Diel?rna un6 Krifd^a, I^oferid^ter, un5 <£l?riftian 
(öottlob von llIe^raM auf (Dlnv- un6 Icieöer^Koti^ sugegen. Perebelid^t 
UHir 2l6am ^afoh von i)aviiq, mit 3<^^<^""<^ geleite (£r5mut{)e von Spiller 
feit \73^. Um 25. Houember \75^ ermarb Me üerunttu?ete Bürgermeifter 
von l)avt\q, q>cb. von Putfd)!y 6ie feit siemlid) 200 3^^^**^'^ ^<^" ^örni^ 
abgetrennten un6 5U 6em Hittergute poritfd) gefd^Iagenen pier (£rb= 
untertl^anen ((Gärtner) mit rollen lanöesüblid^en Dienften, (ginfen, Steuern 
un6 anderen Hbcsaben 5U einem €rb' un5 2ino6iaIbeftfe von Cl^riftiane 
ropbie Sc^meif von (£^renprei|5berg innvl^elid^ten ^llarfd^all von Bieber- 
ftein auf (5rofporitfd) um 500 Oraler, '^^eigärtner fonnten 6iefelben 
infofern genaimt werben, als fte pon 6en perfönlid^en ^ofebienften gegen 
eine jäl]rlid)e ^elöabgabe befreit roaren; aber it^re Kinöer mujjten gleid? 
bcnm öer anderen Untertl^anen als (Seftnöe auf 6em l)errfd)aftlid]en f}ofe 
un6 5u-»ar gemöbniid} örei ^aljvc 6ienen. HIs 6ie IlTutter am 8. HoDember 
\7^ ftarb, ging ibr Had^Iag (fie befag and) ein (5ut in Petbau) auf i(?re 
beiöen Kin6er, 2t6am J^^*^^^ ^^^^^ i7artig unb ÜITargaretbe (Slifabetl? i">er= 
el)elid?te Bergratl) Pabft r>on (Dhaxn, über. Ce^tere r>erfaufte Me il?r 5U= 
ftel^enöe l7älfte an bcn vuv £)örnifeer ^artennal?rungen an il)ren BruSer 
am \9. :^eptember ^7^^ um 200 Oraler. 2lis ^eugen 6abei meröen 
angefübrt ^rieörid) Ubolf von (5ers6orf auf Ced)ri^ un5 ^ans 
i£{)riftian r>on 5d)ux'ini^ auf Ceuba. 2l6am jafob von l7artig ftarb 
am 7. Illärs 1(76^. 

Uns einem intereffanten Sd^riftftücfe, ux^Id)es im 5d?Io]^ard}ip ror^ 
I^anöen ift, unb meld)es 6ie Beunrtl^fd^aftung unö 6ie (ferträgniffe öes 
(5utes, 6ie Dienfte un6 abgaben eingel^enö erörtert, erfiel)t man, ba^ 6er 
(Ertrag 6es Hittergutes in 6er geit pon \739 bis \754 6urd}fd}nittlid} auf 
1680 Cl)aler jäl^rlicb abgefd^ä^t anir6e. 2lls im 3al)re 1765, weil 3ol)anne 
l^elene CErömutlje Peru*», pon i^artig geb. pon Spiller am 29. IlTai in 
Pormun6fd]aft il]rer unmün6igen Kinöer 6en Icu^ungsanfdjlag 6es ®utes 
2llt l^örni^ beim 2tmte 6es ^ürftentl^ums (Börli^ einreid^en mugte, gab fie 
benfelben auf \70^ Cl)lr. \2 (5r. an. Von 6em Bauergute in l^eripigs^ 
6orf erl)ielt man aufer6em 225 Cl^aler Pad)t. 2(ls Kuratoren 6er XDittwe 
tper6en €rnft 2luguft Hu6olf Pon liyaw auf ^rie6ers6orf un6 il)r ältefter 
Sol^n 2l6am ^^'^^'^^"^^ 21Torit5 pon X7artig, öfterreid^ifd^er l7auptmann, 
genannt. — Spann= un6 X)ofe6ienfte iparen Pon 2 (Srof^ un6 2 Klein= 
bauern, \8 d5ärtnern, 76 l7äuslern un6 einer Knsal^l I)ausleuten 5U leiften. 
2in inun6gutfteuern l]atte 6as Hittergut 2 tEl^lr. 22 (5r. un6 an Haud}^ 
fteuer 5 Cl}lr. 20 d5r. 5U entrid^ten. 

Das ^ut blieb ^unädjft nod} im Beftfee 6er ^artig'fd^en (Erben: 
(£l}riftiane ^TTargaretl^e CElifabetl) geb. Pon l7artig perel)el. pon 2IIanteufel, 
Ubam ^vkbvxd} 21Iori§, Hauptmann, 3^^?^^^^"^* Sopl)ie ^Eleonore geb. 
pon l7artig perel^elid^te pon Ky^^/ ^v6mutl^e l7enriette ^rie6erife geb. 



(Sefcf^idite ber 0rtsf^errfd?aftcn von f>örnit;. 117 

von I^artic}, percbeltd)tc l)ofmann, Bcrnl)av6 Huc^uft ^afoh von ^axixq, ^), 
,^räulctn dbarlottc (tlnnftiano von V}axtK}, iinö ^ran5 ^Hori^ I^einrid? 
von I^artioi, Cioutonant-). 

(£rft am \9. IViai ^771 übernal^m es öcr Sd^tDtcijcrfol^n öes Dor- 
bc|tt5crs, 6cr mit 3<^^?<^""*^' 3opl)to (Eleonore ^eb. pon I^arti^ rcvcl^elid^te 
Karl 2(uo;iift pon liyaiP. (£r mar o^eboren öen U. Hopembor \745, 
bofiid)te von ^761 an 6as ^^^^^i^^'^* ^ymnaftum iinb \76'\ bk Unirorfität 
IPittonberos. feine Perel)elid)una erfokUe am 5. 2(pril \768. 2lls er am 
0. (Dftobcr 1770 pon Seiten öes ftanöesberrfdiaftlid^en 2tTnto5 3ei6enber<5 
^u Keibersöorf mit ^rieöersborf belebnt anir6e, wav fein Bru6er €rnft 
2(uo>uft ^u6oIf pon SyaiP als 2nitbelel)nter un6 als Seuo^en I^auptmann 
von l7artic3, fein Sdjipac^er, foipie Pon 3ii^3^'»J?<-'iff ^^iif Plifd)fotpi^ 5Uc3eoien. 
^Y befall 2llt47örni^ bis \781, in ipeld^em 3<>^^?^**-' ^'^' ^'- ^^^^^ ^O-. 3iili ^^^'^'^ 
faufte. €r machte fid} bierauf in Burfau unö Pufd^ipit^ t^nfäffto; un5 
[tarb am erftcsenannten 0rte öen \5. IVuü 1(789. 3^^ ^rieöersöorf ipar 
ihm eine Cod^ter o^eboren iporöen^). 

Per neue Beft^er pon Hlt^^örni^, 3<^^<^"" (^ottfrieö Kämmel 
aus IDaltersöorf, erfaufte 6as (5ut um liSOOO Cl)Ir. un6 500 C^Ir. 
rd}Iiiffek3eI6. Pie Belel^nuno; $efd^al) am 19. September \78^, nad)6em 
6er l\auf am 24. 3^^^^ ^' 3- abcjefd^Ioffen worben ipar. l^änmtel ipar 
3nbaber eines beöeutenöen @efd)äftes mit deinen- un5 3tt>illi^i^^'-^i'^'^i- 
€r bat ftd) ipäbrenö feines faft pier^iajäbrivjen Beft^es 6es Hitterg^utes 
piele Peröienfte um öen ^eI6= un6 0bftbau erworben un6 ftd) aud} 6as 
lüobi 6er Beipobner pon I^örni^ febr anaele^en fein laffen. Paffelbe c^alt 
aud) Pon feiner (E^ec^attin, 2inna Kofine aeb. Sd)iffner aus (5ro^fd)önau 
binfid)tlid} 6er 0rtsarmen. Um \2. Hopember \S\^ ftarb 3^1?^"^^ ^*^tl' 
frie6 liämmel. €r binterlief auf er feiner XDittu^e fünf Kin6er: Karl 
5rie6rid} Kämmel, Hed]tsanipalt in Pres6en, 3^^?^^"^^^' Kalkei Kämmel, 
perebelicbt Diit (£rnft IPilbelm ^rie6rid) 3^^*^ Hed^tsampalt un6 SynöÜus 
6es Klofters 2]TarientbaI, Karl (Bottlieb Kämmel auf Hie6er=€u6ipic^s6orf, 
Karoline c5ottliebe Cucjenöreid^ Peru?. Pon ^ITufd^un^ auf £ol?fa unö 
^TTortfe un6 €rnft (Öottl^elf Käiumel, Kaufmann in Zittau. 

Ztad} 6em Co6e Käimnels u?ur6en 5unäd)ft 6ie (£rben am \2. Pecember 
\820 mit 6em Hitter^ute belel^nt. Sein Sd}ipie$erfol?n, (£rnft IDill^elm 
5rie6rid> 3iM*t/ ^^^tte ^wat 6as (Sut aus 6em (£rbe bereits ^ITid^ael \825 
übernommen, 6a aber 6ie 0berPormun6fd^aftS''Bel)ör6e ipe^en 6er un- 
nu'in6io>en Kin6er öes in Presöen perftorbenen Hed^tsanuuilts Kämmel 
perlang»te, 6af erft perfdjieöene 2tusftellunc3en erleöi^t iperöen müßten, fo 
fonnte 6er Kaufsabfd^luf erft am 29. Pesember \826 erfolo^en. Per Kauf» 
preis betrug 6^000 Ci)lr. Pas Bauer^ut im 2nitteM7eru?ic3s6orf, 6as 

*) 3^ 3^^^^ 1806 am 2^. 0Ftobcr ftarb er im Filter von 5^^ 3'-"*ll^*^'^ ^l^ preut^ifd?cr 
IHajor bcs Hccjimcnts Hfebom an feitien im (ßcfcd^t bei ^aih am \7. b. Vfi. erf^alteneii 
IVunhen. 

-) Die öfterreid^ifd^e unb böt^mifd^c £inie ber (Srafcti t>on f^artig ftammen Don bem 
IÖ50 geborenen ^älteren Brubcr pauI Barticj ah. 5Iurf? ber (Sraf von Bartig, bem bie 
l7crrfd?aftcn ZTiemcs=2Partenberg geböreti, ift ein Hac^Fomme ber gittauer patrijierfamilie. 

^) 5. nioratpecff (Sefd?. von ^ricbersborf, 5. 39. 



113 t5cfd?id;tc ber 0rtst^crrfd?aften von fjörni^. 

^axknq,vunb^iixd in 5d)ctbe unö 6ic nid?t 5um Kittcrcjutc (^cl)ören6en t>tcr 
Härten 5U ^örni^ iparen il^ni bereits am 30. l]XäY^ b. 3- uni 6en preis 
von moo tr^Ir. überlaffen n^oröen. §wc\ Cecjate iiäinmels, 6as eine 5ur 
llnterftü^un^ 6cr 2tlt=l7örni^cr 2lrmen in ^öl^e r>on \000 d^Ir. un6 bas 
anöere in ^öl^e von 500 CI)Ir. an 6ie 5d}ul!affe ipviröen als unfünö^ 
bares Kapital auf 6as Hitter^ut l^ypotl^efarifd? eingetragen. €benfo über- 
nal?m 3uft 6en prosef mit ^änfel unö Konforten 5U Heu^^örni^ me^en 
2tb$abenrertretun$. tu ^Iblöfun^ 5U?ifd?en ^errfd^aft un6 Untertl^anen 
I]infid]tlid) öer ^rol)nen unb Dienfte erfolijte laut Ke5ef üom 25. ^ebruar 
un5 6. 2när5 ](8^0. — 3^M% geboren 5U Sorau im 3^^^^^ 1^^^, muröe im 
3al)re \832 5um Bür$ermeifter in ^iiian geroäl^It. (£r gel^örte einer 6er 
älteften ^iüamv Patri5ierfamilien an, öeren ^lieber ftd) 3^^'^?un6crte l?in^ 
6urd? als Katl)smit$Iie6er, (5eiftlid)e, 2ler5te u. f. rr>. um 6ie Staöt Der» 
öienfte erworben I^atten. Bereits \5^^ erl^ielten IlTartin un6 ZTTid^ael 3uft 
einen lüappenbrief. 3^P nal)m im 3"^^^^" ^^^ 5d)Ioffes 5mec!mä§io»e 
Peränöerungen üor un5 rid^tete 6as erfte Stocfmerf, wo fxd} bisf^er 6er 
Speifefaal befun6en l^atte, 5U Iüobnun9S5rr>e(fen ein, bei tpeld^em llmbau 
ftd) im d)urm Spuren r>on 6em ^arti$'fd)en Laboratorium Porfan6en. 
Bürgermeifter 3uft ftarb atn \0. Januar 1(858, nad)6em er am \, 3^"^^^^' 
1(857 in 6en ^ul)eftan6 getreten ir>ar. Der ältefte Sof^n, 6er 6ie Permaltung 
6es Kittergutes leitete, ftarb nod} r>or 6em Pater. (£in 5n?eiter Sol^n I^atte, 
ebenfo mie früf^er 6er Pater, 6ie Stellung eines SynSüus 6es Klofters 
IHarientl^al inne; ein 6ritter ftarb als Be5irfsar5t in gi^^^u. Die ^odjter 
tr?ar mit 6em 0berlel?rer an 6er ^ittauer Sta6tfd)ule, l{in6fd?er, va-- 
I?eiratl?et. 

Scf^on am \. 2(pril ISW I^atte 3iif^ 2(It = ^örni^ mit ^^i^^^ör an 
^ans '(El^riftopl? IlTori^ pon Befd}n?i^ auf (Sro0=Sd}u:)ei6ni^, mit 
6em er am (o. September \8\\ belel^nt it)or6en mar, um 62000 Cl^Ir. 
perfauft. Geboren am 29. September 1(780 5U (Brof=Sd)tt>ei6ni^, ftarb er 
am 25. Icopember H8^8 in Kuppers6orf auf 6er ^a<^b infolge eines 
Sd^Iagfluffes. ^n g^^tau ipur6e er beer6igt. Pei-el^elid^t mar er mit 
2(gnes geb. von ®ers6orf, geboren \7% 6en \7. 2Här5 5U Sol?Ian6 am 
Hotl)ftein un6 geftorben am 5. 3^"u^^ 1863 in Zittau ^). £aut Ceftaments 
Dom 26. irtai \8^6 erbten 6as ®ut feine nad)gelaffenen l{in6er: Karoline 
eignes perel^el. pon Petl?afe, 6er 0berIieutenant p. 6. 21. IHori^ 2tle|-an6er 
pon Befd^tpi^ auf (Srof=Sd)tPei6ni^, Klara perel^elid^te ITTeu6er, ^l^erefe 
Hatalie Pon Befd}u?i^, IHarie Pauline perel)elid)te Sd^mal^ un6 XDoIf 
£eopoI6 IlToril Pon Befd^mi^. Sein Hittergut (Srof^Sd}u?ei6ni^ I^atte er 
bereits am \% 2^n\ \8^\ an feinen oben ermäl^nten älteften Sol^n um 6en 
Preis Pon ^6000 ^l?Ir. perfauft. Deffen Sol^n, Kegierungsratl^ 2nori^ 
2Haj*imiIian Pon Befd^ipi^ uiur6e am \. 2(pril 1(895 5um Porftan6e 6er 
2(mtsl)auptmannfd}aft ^xtian ernannt. 

2llt=^örni^ übernal^m IDoIf €eopoI6 ZlTori^ Pon Befd^mi^ am 
\. 3uli \850 um 6en preis pon 75000 ^t)Ir. 2im Cage poriger I?atte 
er Pon feinen ^efd^miftern 6as Bauergut in 2nitteI-^eripigs6orf nebft 

') (ßrabfteiii auf bcni ^raucnFird?t^ofc 3U Zittau. 



(Scfcfjic^tc bei* 0rtsl]errfd?aftcit von ^'dvnxt^. 119 

ancyren5cn6cn (Bartonaruitbftücf um ^6000 Cl^Ir. crfauft. von Bcfd^iPt^ 
war ein ausao^cii^nctcr Dioltnfpiclcr. Bä inand^cm Konzerte in 5er I^aupt^ 
fird^e 511 (55i~ttau I^atte man (^eK\3enl^eit, fein l^errlicbes Spiel 5U ben)un6ern. 
Und} 5em Perfaufe von 2nt47örni^ lebte er in Dresöen un6 fpäter in 
Berlin. lÜs er vor ca. 6 3<^^?^<^n feinen jün^ften 5ol)n (Seorcj, ax^Id^er 
bas Kitterc^ut 5d)mod)ti^ bei Bauten befaf, befud^te, ftarb er öafelbft un6 
unir6e in Bauten beeröiat. Sein ältefter Sol?n IHori^ von Befd^mi^ ift 
5iir ^oeit Kittmeifter unb (£5ca6rond^ef 6es Ulanenrec^iments in (v5eitl)ain. 

Das Hittergut l^atte er am 30. September \87^ an 6en ^abrifbefi^er 
5U 2tnnaber(j ^rieörid} Karl 2trnoI6 l7eifen für ]i25000 Cl^Ir. unö 
bas Bauerc3iit in IHittebl^erangsöorf für 20 000 tEl^Ir. perfauft. ijieifen 
erbaute \S76 eine Spiritusbampfbrennerei, um 6ie liartoffeln beffer 5U Der= 
mertl^en un6 ein ^al)v fpäter einen neuen liul^ftall für 6^ Stücf 2\in6inel7, 
ba 6er alte md}i mel^r ausreid^te. Reifen fteöeltc nad} 6em Perfaufe öes 
(5utes nadi Presöen über, n>o er aud) c3eftorben ift. 

Der ^ec^enunirtic^e Befi^er öes Hitter^utes nitT)örni|, t^ins Hu6oIf 
von San 6 er sieben, erfaufte 6affclbe im ^^^bruar-^lTär^ \88)i mit ^iif^^^)^!*- 
Pie von Sanöersleben ftnö ein altes nie6erfäd)fifd7es 2t6els$efd^led7t. Bereits 
\'\86 befaf 5ie ^^amilie (Süter im 21Ta<36ebm\3ifdien^). V)ans Huöolf 
von Sanbersleben, geboren 5en \S. 0ftober \853 5U §w\dan i. S., Sol)n 
2\u6oIfs r>on Sanöerleben, g)ec3entr>ärtici> fäd)ftfd?en (Seljeimen 5inan5ratE)s a. I). 
in Presöen. Zlad} 5urüc!3ele$ten fameraliftifd^en Stuöten, 5urücfc3efel)rt von 
einer 0rientreife, faufte er, it>ie fd^on eriüäl^nt, 6as Hitter$ut. Seit 1885 
ift er mit (£6itba, ^reiin von XDelcf, perl^eiratl^et. — Da 6ie in 5er Icäl^e 
5es Sd^Ioffes befin5Iid7e Sd^eune 5ie (£rnte nid)t met^r fafte, fo erbaute 
San5ersleben \H()\ eine neue, 5enn inele H)aI5par5eIIen maren in 5en legten 
3abren in ^el5er r»enpan5elt mor5en. — ^um Hitter^ute gel^ören q,cq,en' 
ipärtioi in 3lt=l7örni^er ^lur \6\ ha ^7 a, in ZnitteM^ertr>i(3s5orf 6\ ha 
\\ a un5 in 0Ibers5orf un5 ^ipar feit 5cm 29. 0ftober \892 4 ha 0,03 a. 
Die vjefamte i^örni^er ^hir, Iceu-I^örni^ mit einc^ered^net, beträc3t nadtf 5er 
£an5espermeffun<3 ^07 ha 97,8 a. Vov 5er £an5esDermeffun$ fin5et ftd? 
5as ^run5eic^entl)um 5er Bauern un5 Gärtner in 2llt ^ ^örni^ mit 
67 V2 Hutl)e un5 5er l^äusler 5ufammen mit 20 Kutl^en an$ec3eben. Die 
2nun5$utl}äusler ftn5 auf l)errfd}aftlid]em (5run5 un5 Bo5en angebaut. 
€e^tere trac3en 5ie 21Iun5$utfteuer un5 5as Dorf iv»ur5c nad} I^öl^e von 
\2 Hutl?en befteuert. 

II. flm-c^örni^. 

2lls 5ie 5rei ^ebrü5er von Döbfd^ü^ 5as Kitter^ut I^örni^ unter 
fid} c3etl)eilt l^atten, perfaufte (£l)riftopI) r> on Döbf d^üts, unefd^on frü{)er 
eripäl^nt, feinen 2(ntl)eil, jedenfalls bal5 nad} \520, an V} ans von Ued^ tri ^; 
5enn bereits \530 fd^Iof 5icfer n?e$en 5er Sd^aftreibe vov 5em (Dberamte 
5U Bauten mit (Seor$ r>on Döbfd^ü^ einen Der^leid) ah, 5er fpäter \553 
von Baltl^afar von Döbfd)ü^ beftätigt a>ur5e. ^u 5em 2lntl)eile, toeld^en 

^) 5. (Senealogifcf^cs (lafd^enbud? ber 2lbelsgefd?led?ter. Brunn \877. . 



120 (Bcfd^icf^te bcr ®rtsl^crr[cf?aftcn von Börni^. 

(Et^riftopl) von Pöbfd^ü^, 5cr übrigens fpätcr ntd^t ntcl^r ermäl^nt wirb, 
gel^örtc öas fd)on früt^cr eru^äl^nte cl^cmalic^e ^crrfd^aftsl^aus, „bas ^aus 
auf 6eni XDalle", nebft üier (Gärtnern nnb eigenem (Berid^te. Pa im 
Kaufe unö £el)nbrtefe Sd^eurten un6 Stallungen ern?äl?nt voctbm, fo 
l)ahcn ftd} 5ic XDtrtl)fd)aft55cbäu6e „öes freien (£rbl?errengutes ^örni^" 
jeöenfalls in 6er I(äl)e 6er ,,l}errfd}aftlid?e Bel?aufung" befun6en. — f^ans 
von Hed)trife n?ar 6er ältefte Sofyx 6es Beft^ers von (Sroffd^önau. 3^ 
3af)re \5\^ wav er un6 fein Bru6er Antonius im gemeinfd)aftlid?en Befi^e 
von (Sroffd^önau. Da l^ans im 6aft5cn Sd^öppenbud^e nur nod? einmal 
in einer Cosfage d. d. ^52\ „myteipod^ nadf letare^' genannt u)ir6, fo ift 
an5unel)men, 6a^ er feinem Bru6er ^rof fd)önau überlaffen un6 um 1(520 
6en eben errräl^nten 2(nt{)eil r>on ^örni^ eru)orben i}at^), XDal^rfd^einlid) 
I^atte er mit feinem Bru6er 2tntoniu5, u:)eld?er feit \55\ als f^auptmann, 
6. I). BepoIlmäd^ti(3ter 6er ^erren von Sd^leini^ auf i(?ren bei6en böl?mifd}en 
^errfd}aften ^ollenftein un6 5d)Iuc!enau erfd^eint, 6ie jur ^errfd^aft 
5d?Iuc!enau c^el^örigen (5üter I^ainspad? un6 ^u^a 5U Cel^n erl^alten. 
Xtad} 6em Perfaufe feines ^örni^er (5utes im 3^^^^ 15^3 muf er in 
6en Befi^ eines ^utes „€an6e$$" c^elan$t fein, 6a ftd} \570 feine 5öl?ne 
€u6u)ic!„ IDill^elm, I^ans un6 (Ernft als „6afelbft $efeffen" fd^reiben. Der 
6ritte Sol^n, I^ans, lebte um \586 in Hie6er=(D6crtt)i^, enta»e6er als 6aft3er 
BeDolImäd^tigter 6er r>on Sd^Ieini^'fd^en ^amilie 06er als 3"^<^^^^ <^i"^'^ 
Bauer^utes^). 

^ans von Ued^tri^ perfaufte fein (Sut 5U ^örni^ als „5onnenIel?n 
un6 freies (Erbgut" mit (^ulaffun$ Köni^ ^er6inan6s I. mit 6en r>ier 
Gärtnern fammt it^ren S^^f^^/ <Serid)ten u. f. w. Donnerstags nad? Viti 
05. 3u"i) i^ 3^^^*^ ^5^3 um 800 Cl)Ir. an 6ie 5ta6t gittau. 2lls 
(ßeu)äl)rsbür$en bei Mefem Perfaufe a>er6en fein Bru6er 2(ntonius 
pon Ued^tri^ auf X)ainspad} un6 Caspar pon linilin^ 5U ^enners6orf 
genannt. Die Belel^nun^ erfolgte in 6emfelben 3^^^'^ ^^u Ca$e £eonl?ar6i 
6urd) 6en £an6po$t 6er 0berlaufi^, 36islaa> pon 6er Duba auf £eipa 
un6 Keid}fta6t. £el)ns5eu$en 6abei maren Peter POrt Kopperi^ 5U H)eigs- 
6orf un6 X^alten pon ®ers6orf 5U ^enners6orf. 

Bereits im folo>en6en 3^^^^ — \^^^- — / ^Honta^s nad} Crinitatis 
perfaufte 6ie 5ta6t 6as (Sut an ^ans (gn^elmann, löniglidjen Hid^ter 
un6 Bürger in S^^^au um \700 ^^ttauer lUavf, 28 u?eife (Brofd^en auf 
6ie irtarf gered^net, gugleid^ erflärte fid} 6er "Rail} als £el?ns{?err un6 
„Ieil)t in £el?n 6as Dormerf 5U ^örni^ bei6e 5U männlid^en un6 weih- 
lid^en ^efd)Ied)t". Die mel^rf ad} ermäl^nten pier (Partner iparen je6od} 
in 6iefen Kauf nid}t mit eingefd^Ioffen. Sie u?aren je6od} perpflid}tet, für 
6en Befi^er 6es Vovwcvh gegen üblid^en tTagelol^n bei 6en ^eI6arbeiten 
mit tl7ätig 5U fein. Diefe pier ®artengrun6ftüc!e gingen 5ur ^cxi 6es 
Pönfalles \5^7 ebenfalls perloren. 3^ ^^^^^' ^^^ porf)an6enen ^an6fd}rift 
Dr. 3ol?ann (5eorg Knoblod^s, (Serid^tsl^alters 5U Heu-I^örni^, berid^tet 

*) 5. Hidjters (Sefc^. von (5ro§fd?önau, 5. ^09. 

2) 5. Knott^cs (Scfd?. bcs 0bcrlauf. ilbds, 6. 528 nnb Korfc^clts (ßcfd?. von 
(Dberw'x^, 5. 3^ nnb 53 ^InmerFun^. 



(Sefc^id^tc bcr (Drtst^crrfd^aften von Börni^. 121 

öcrfolbo, 6a]^ ftc bcm J>ittauer Bürc^crmeiftcr IcifoIau5 von Pornfpad^ 
„für [eine bcm Katbe unb 6ev Stabt nad) 6eni Pönfalle c^elcifteten $uten 
Pienfte überlaffen \mb 511 6eni Dorfc Povitfd), ir»cId}C5 Dornfpacb bcfaf, 
oie^ooien iroröcn". 3" ir>eld)er XPeife fte \734 iPteöcr 511111 Hitteraute 2tlt= 
i)örnt^ o;eIanc3tcn, ift fd^on frül^er mitaetl^ctlt u^oröcn'). (Dh Dornfpad) 
6iefen e^Suirad^s 511 Poritfd) bnvd} Kauf 06er Sd^enfun^ erlanoit bat, bavon 
fd^uieicut 6ie I7an6fd)nft. Caut Kaufbrief blieb öas Dorther! l^infid^tlid} 
6er rteuer bei 5er €an6fd?aft öes gittauifd^en Kreifes. 

^ans (Sn^ehnann uerfaufte fein Dormcr! 5U i^örni^ am ^8, 5ep= 
teniber \5^9 an ^ITattl^äus flauen fd}iI6, lTTün5nieifter 5U ^örli^, für 
1000 gittaifd^e ITiavf. Da er im 2^1'}yc \5d\ bcn \5. 2Ipril von Konica 
^^eröinanö I. 6ie Be^nabio^uno, erlauchte, anftatt 5er frül)eren r>icr (Gärtner 
ron 5em (5ute un5 Dormerfe (Särtner un5 I^äusler aus5ufe^en, aud^ einen 
Kid}ter un5 fünf (Serid^tsältefte 5U ernennen un5 5a5 5U begrün5en5e Dorf 
Heu = ^örni^ 5U I)eifen, fo l}ai man \l}n als ^rün5er 5e5 Dorfes 5U be- 
trad^ten. (^rc»eierlei llmftän5e l^atten il^n Deranlaft, bei Konica ^er5inan5 I. 
5iefen Be$na5i(3unc^sbrief 5U erbitten. Bei feiner l}äufi$en 2lbir»efenl)eit 
fonnte er 5as Pormer! nid)t in wünfd^enstDertl^er IDeife beunrtl)fd)aften 
un5 au^er5em tpar er mit 5em Hatl)e 5U ^^^^^u me^en £el?n un5 d5erid)t 
in Streiti^feiten Dern^icfelt. (£r überlief 5al)er 5ie meiften 2(ecfer 5es ^utes 
24 (Särtnern un5 einer 2tn5al)I I^äuslern. €n5Iid) Perfaufte er, 5er 5treitic^= 
feiten über5rüfft<3, Heu^^örni^ ](553 am ITTontag nad} (Salli an 

2fu3uftin Don Ko^Io, föni^Iid^en Hid)ter 5U (Zittau, um 704 0)lr. 
ö2 ^r. Diefer befaf fpäter aud) Ord^au, Heiber55orf un5 einen Cl^eil 
ron (Eibau. Belel^nt vombc er mit Iteu^l^örni^ 5urd? 5en Bur^arafen 
von Dol)na ](553 21Tontac35 nad} £eonbar5i. €el?n55euo,en iraren (grasnuis 
ron ®ers5orf 5U £auti^ un5 I^ans von Cemri^ auf Diel^fa. 2tuc3uftin 
von lxol}lo ftammte aus einem alten nie5erlauft^ifd)en 2l5elsaefd7led}te, 5as 
ftd) nad} 5em Dorfe Koblo bei ^uben benannte. (£r aiar 5er 5ol)n 5es 
2In5reas von Kol)Io, geboren \502, (£rbfaffe auf 5d)enfen, Dober un5 
l{ol)Io. 2(Is 2luauftin von Hol^lo 5iefe ^üter perfaufte, tt?an5te er ftd? 
nad) ^xiian, wo er \530 Katl^arina 0ppelt, 5ie ^od)ter 5es 5aftc»en 
Hatt)sfreun5es £ufas 0ppelt, I^eiratbete, mit 5er er 66 3al)re bin5urd^ in 
5er (£I^e lebte. i£rft nad} 5em pönfall, bmd} meldten 5ie 5ed]sftä5te and} 
5ie freie ^atbsfür perloren batten, tpur5e er 1(5^8 5urd? 5ie fönic^Iid^en 
Kommiffare in 5en Katl^ 5er 5ta5t (Jittau aufgenommen un5 5aiar als 
,,fönic3lid}er Hid)ter". 2lnd} nad}bcm 5ie 5ta5t 5ie Katbsfür'une5er erlangt 
t^atte, blieb er nod} einige geit „5ta5trid)ter'' un5 anir5e \569 Büro^er^ 
meifter. IDie oben eripäl^nt, faufte er im 3al?re \553 5as Dorf Iceu^ 
I^örni^. 2(ufer5em ertt)arb er, u)aE}rfd)einIid) von 5er XDittu?e 5es Hifol 
pon ^alfenl)ain einen 2tnt()eil (5as I(ie5er$ut) pon Cürd^au, wo er fd}on 
^576 als €rbl^err genannt mir5. 2tud] 5ies (Sut perfaufte er \588 um 
3300 Cl^lr. an bcn Hatl) pon ^iitan un5 eriparb \587 l?alb €ibau, ipie 



^) Voo,is CtironiF üoti Ir^önii^, 5. 2^ unb ^^6, nnb Baupt, ITifoIaus Dornfpad? ic, 



;[22 (Scfc^id^tc bcr 0rtst^errfrf?aften von Börnit^. 

es fd^ctnt vom ^isfus, an bcn es nadt} bcm ftnöerlofen Cobe 6er Briiöer 
von IViilbc gefallen, unö enMid) 6as IcieberDovmerf 5U Keibevsöorf von 
^oad}\m von IDeic^sborf. (£r ir>ur6e ^59^ mit 6iefeiu C^ute von 21TeId)ior 
von Keöern auf ^^rieManö belel^nt. llu^uftin pon lioblo ftarb \598 in 
einem ^Iter von 96 3<^^i**^'"- ^*-'i"*^ t^^^^i ^?^tte if^m 5mölf Kin6er geboren. 
2(Is Cel^nserben l)interlief er einen Sol^n ^rieörid?, 5er \599 mit 6em 
2(ntl)eile von (£ibau belel^nt rr>ar6, ferner 6ie (Snfel Baltl^afar, 3öad}im, 
Peter unö 2tu^uftin, 5d\^nc Hifols, enMid) 6en €n!el ^lleld^ior, 5oI)n 5es 
ebenfalls fd^on frül^er c^eftorbenen 2TteId}ior, 6ie fämmtlid} 6ie £el?n über 
il^re 2(ntl)eile an l)alb (fibau \60\ ert)ielten. 2llle 6iefe (£rben üerfauften 
aber (£ibau fd}on \602 um 4500 Cl^Ir. an 6en l^ail} 5U gittau. 2tls 
Befi^er r>on Keibersöorf erfd^eint nadf 6es Paters ^o6e 6er obengenannte 
^rie6rid? r>on Kol^Io^). IHel^rere von 2(uO)Uftin von Kot)Ios 5öl7nen Per= 
urfad^ten 6em Pater tnelen l^ummer. Sein Sof^n (Seor$ rerfül^rte 6ie 
li6jäl?ri$e Cod?ter Ubam ©tto's 5U (gcfartsberg, ir>e$en il)rer feltenen 
Sdiönlfcii ,,5d)öngretd?en l^inter 6em Berge'' genannt. Sie brad^te iE?r 
neugeborenes l(in6 um. £aut Urtl^el rr>ar6 iftargaretl^e am \. 2(uguft 
\573 Ieben6ig begraben un6 ein Pfal^I 6urd) il^r I^ers geftofen. Per 
Pater 6es llnl}eilftifters war 6amals amtfül]ren6er Bürgermeifter. Diefer 
Urtf^elsfprud? foll 6em Hatl^e nid)t nur 6en Unwillen Kaifer lUar II., 
fon6ern aud? auf einige ^ät 6en Perluft 6er (2)bergerid}tsbar!eit 5uge5ogen 
Ijahcn, Sie foll erft 6urd} beträd}tlid)e ^el6opfer \5S0 irieöer erlangt 
n)or6en fein^). £ei6er l)atte 6iefer Porfall nod) ein trauriges ITad^fpieL 
(£in älterer Bru6er 6es Perfül^rers, ^uguftin, unir6e ipegen 6iefer Sad^e 
in einem gmeifampfe 5U llToftrid^en bei Seiöenberg von ^otfdj von ^ers« 
6orf erftod?en am \5. Hopember \579. (Sers6orf mugte als Strafe l?un6ert 
dualer lDel}rgel6 5al)len, 6er Pater 6es (gebliebenen fdjenfte 6as ^el6 
6em ^ottesfaften. Der Perfül^rer fül)rte eine fin6erlofe €l)e un6 ftarb 
\59^ an einer Cungenfranfl^eit, tpol^l nid^t ol^ne (Semiffensqual. 

XiaV'^övnxi^ l^atte 2tuguftin pon üo^o bereits am 22. ^nnx \576 
an 6en (gittauer Syn6ihis IPen^el £an!ifd), 6em Stieffol^ne 6es Bürger^ 
meifters von Dornfpad) Perfauft, Tiiit allen (Härten, fammt „6em l^äuslein 
auf 6em XDall", Sd^eunen, Stallungen, foune 2tec!ern un6 IPiefen ic. um 
2^00 d)lr. IHit 6em Hatl)e 5U ^iüau ipur6e ein He^ef aufgerid]tet, 6a|| 
jäl^rlid? ipegen 6er Steuer pon 6er Sta6t nid)t mel^r als 30 ^ittauer ^ITarf 
erl^oben iper6en folle. 2lm 20. September 6. 3- übernal^m £an!ifd) 6as 
(Sut, ol?ne £el?n nad^fud^en 5U muffen, als freies, aus £el?n in (£rbe per= 
U)an6eltes 2Illo6ialgut. iluf fein ^nfud^en erlangte er im 3^^^?^'^' 1^82 Pon 
Kaifer 2\u6olf II , 6af Heu^^örni^ 5U einem a6eligen freien ^ute erflärt 
n)ur6e. Bereits poriger, am \0. VTiäv^ ][580, tpar £anfifd? nebft feinem 
Bru6er UTattl^ias in 6en a6eligen Stan6 erl^oben a>or6en unö l^atte 6ic 
Bered^tigung erl^alten, fid) Pon feinem (55ute (£6ler Pon £anfifd? auf 
Heu'^örni^ fd^reiben 5U 6ürfen. XPensel Pon £anfifd) ftarb mt 3^^?^^ 



1) Knotige, <5c\di. bes ©berlauf. ^bels, 5. 306 unb 30< 

2) 5. I^aupts Dornfpac^ ic, 5. \\5. 



(5cfd?tc^tc ber 0rtst^errfd?aftcn von f7Örnit3. 123 

\584 6en 23. 3uli, cl^c er nod?, bereits 5urn faiferlid^en 2(ppelIatton&ratl^e 
ernannt, feine anttlid)e O^äti^feit in Prac^ I)atte antreten fönnen, im 2XIter 
von 65 3^^^?^^'^- ^^^^^ Pater, n)en5el £an!ifd), irar Bürc^ermeifter in 
Zittau {\5\7) xinb feine ITTutter 6ie 5d)ir»efter 5es gittauer Reformators 
€oren5 l7eY6enreid?. Geboren \52\, ftu6irte er in IX)ittenbcr$ un6 €eip5i9 
iin6 trat \d5^ als 5ta6tfd)reiber in 5as Hatl?s!olIe$ium ein. I(ad}6em 
er \56\ bmd} Kaifer ^eröinanö I einen XDappenbrief er()alten l?atte, muröe 
er \569 SynöÜus. Seine ^rau, 2(anete $eb. 2(5oIpl), ftarb \590 6en 
{>. 3uli. 2lls ftd) \582 6as lilofter ZlTarientl^al 2000 Ci)Ir. pon il)m liel), 
jur Be5al?Iun§ einer bei 3<^^^iTii Don ITTilöe auf (£ibau aufgenommenen 
3d}uI6, lüuröe if^m öafür 0ber-5eifersöorf perpfänöet^). 

3m Beft^e r»on Heu^I^örni^ folgten 5em Dater 5n?ei feiner ad^t 
5ö(?ne, HÜoIaus unö IDensel Don £an!ifd). Bereits am 25. (Dftober 
\590 r>er!aufte le^terer feine ^älfte 6es ^utes an feinen Bruöer um 
1220 gittauer lUavf, bu ^älfte 6er ^ifd^e aus 6em 5U fifd^enöen 9ro]|en 
üeid^e, 3 5d)effel Korn un6 2 Dufaten. ^Is geuc^en bei 6iefem Kaufe 
ux»r6en o^enannt: (£()riftopl) liefen, Burfl^aröt, Sie^munö pon CanÜfd), 
5d)Iey un5 Peter 5dbol5. — Icifolaus pon Canfifd? mar geboren \567, 
perel?elid)te fxdf \5% mit llTartl^a Pon ITtilbe, einer tEod^ter 3<^<^^^^^i^ 
pon ITixibc auf £euters6orf un5 €ibau. (Er ftarb bereits im ^afy'c \605 
im 2llter pon 58 3^^?i**^^- ^wä ^al}vc fpäter folgte il)m feine (Sattin, 
ipeldie fid^ fur^ poriger in 5n:)eiter (£()e mit M. 3öl)ann ITIiesIer, 2tmts= 
fd^öffer 5u ^Irnsl^ag, permäf^It l)atte, im Co6e. Hifolaus pon CanÜfd? 
i^interlief örei SöE^ne un6 pier Cöd^ter. 

Da fämmtlid^e Kin6er nod) unmünöic, tparen, fo mürben X)ormün6er 
beftellt: ^re^or XPaltf^er, Bür^ermeifter, un6 Dr. HÜolaus Hoöodjs. Sie 
perfauften öas (Sut, meld^es laut Kauf „mit pielen Sd^ulben belaftet, ipeld^e 
nod) butd} inifn?ad)s in 6en legten 3^^^'^" ft^ perfd)Iimmert", in Der-- 
tretung il^rer ITTünöel IHartl^a un6 ^ans IDill^elm pon €an!ifd?, an 6eren 
Bruöer (5ottfrie6 pon £anfifd? am \4. 3uli \6\7 um 2^00 gitt. ITiavf. 
211s (Jeuc^en tt?aren bei 5er Kaufpert)anMun$ sugegen ®eora Humbero»er, 
Cicentiat, (£l)riftopI) ^li^, Hatl^smitglieb un6 2(potl)efer un6 Tinion 2lrns/ 
6orf. (5ottfrie6 pon Canfifd? tpar geboren am 20. ^ebruar ]i59^, wmbc 
!63^ ITTitglieb 6es Hatl^es in ^iüau unö ftarb \6^8 im HIter Pon 5^ 3<^^^*^"- 
X)erel)elid}t ipar er feit 6em \5. 2^üx \6\^ mit 3uft^'i^ Poffelt, meldte erft 
\68\ ftarb. (£r l)interlief 7 SöE)ne un6 2 Cöd^ter. Xüäl^renö 5es 6reifig,= 
jäl^rigen Krieges ipuröe il^m ein am 8. 3uli ^639 Pon 6em fdjmeöifd^en 
(Seneral Banner in ^It^Bun^Iau ausgeftellter Sd^u^brief für fein ^aus in 
^^ittau un6 für 6as (Sut Heu^^örni^ 5U CI?eiI, 6er nod} auf 6er ^xttamv 
Sta6tbibIiotl)e! Port?an6en ift. 

Der näd^fte Beft^er pon Heu^^örni^ ipar einer 6er fteben Söl^ne 
6es r^orgenannten, Dr. (Sottfrie6 Pon Canfifd?, Sta6tpl)Yfifus in ^xiiaxx 
nnb fürftlid) 2(nl?altifd)er €eibar5t. €r mar geboren \622 6en 2^. 21Tai 



^) Der £an!tfd?c 21belsbricf bcftnbet fidj, ebcnfo ipte' bie crftcn Käufe von Heu» 
Xiörni^ in 2Ibfd?rift im Hatt^sard^it? 511 Zittau unter IXv. 35^3. 



124 (Scfd^id^tc ber 0rtsl^crrfc^afteTi von Börni^. 

un6 ftarb H702 bm \8. Xlovcmhcv int ^Htcr von 80 V2 3a{?re. ^Hit 
feiner <£f?cc3attin 2Xnna c^eb. IDeber feierte er nod) bcn 24-. 2]Iai ^702 bas 
cjolöene €l)ejubiläiun. als tüd}tic3er Tir^i iinb Operateur wav er awd} m 
rt>eiteren Kreifen befannt. Sein Sol7n, M (^ottfrieö (£()riftian von 'Canfifd), 
cjeboren 6en \2. 2lpril \652 wuvbc Pfarrer in Burfersborf un6 in Sd^iperta 
un6 ftarb \75^ im 2tlter von 83 3^^^^*-'" ^^ le^tcjenanntem 0rte. (£in 
Bru6er öes Paters, ^Ttid^ael von Canfifcb, aeftorben \674, irar erft Pfarrer 
in (Sroffd^önau unö fpäter 2ird)i6iafonu5 in Zittau unö als Did^ter 2nit= 
q^ikb bcs Pe^ni^er 5d)it>anenor6ens. 

Xlad} öeni ^o6e 6es Daters übernal)in fein 5ol)n Dr. 3<^^?<^^i" 
f^einrid} ron Canfifcb 6as (Sut. Geboren in (Jittau \66ö 5en 4. 3^1^^ 
ftubirte er von \68o an in Ceip5i«3, Strafbare?, nn6 IPittenberoi. ^m 
^al}vc \6^\ feierte er nadf feiner Daterftaöt ^urücf. Don 1(699 ^^^ lian^ler 
6er £)errfd^aft Seiöenberci» un6 fpäter in bas gittauer Hatbsfoüecsiuin ein= 
c3etreten, iruröe er \627 5um 5ta6tricbter enr>äl)It. (£r uxir ^ipeintal per^ 
[?eirat()et. €ine Cod^ter, 2lnna 21Tartl)a, melcbe r>or 6em Pater ftarb, 
ir>ar mit 6em (Jittauer PreMt^er M Cl^riftian (Gottlob Pietf d^mann per- 
l^eiratl^et. (fin 5ol?n, Ku6oIf, ftarb \68\ als 5tii6ent in ^cna. Den ^752 
6en \6. 0ftober perftorbenen Pater überlebten ^tpei Seltne, (Sottfrieö 
I^einrid} im6 ^arl IPen^el, le^terer c^eboren \703 6en 2\. De5ember. 
Dr. 3<^^<^"tt f^einrid) pon Canfifd) ipar mit 6em ^errn pon l7artio, auf 
TilU^övnxi^ ipegen Steuern unö 2(bo,aben in einen lanc^jäbric^en Hed)tsftreit 
peruncfelt. (£in Streit ipec^en 6er Heu^^örni^er Sdiaftreibe, weld^e über 
6as 2treal 5ipeier ^It47örni^er Bauer cjüter führte, ipur6e en6Iid} 6urd? 
einen ^ütlid^en Pero^Ieid) been6et. 3^f*^l9''^ *^^"^'^ ^^^^^ 29. 0ftober \70^ 
mit 6em 2(It=f)örni^er Bauerc!,utsbefifeer Vavxb IPel)Ic abö»efd^Ioffenen Per» 
traoies erlangte er 6as Hed)t, aus einem Brunnen unterl^alb 6er Koitfd^e 
IPaffer auf feinen l^errfd^aftlid^en t^of 5U leiten ^eg^en g^^^^ii'^^ ^'^^^ S^^^^f 
Cl?alern un6 einem jäl?rlid)en (5ins pon einer 21Tar!. 

Sein Sol^n, ®ottfrie6 I^einrid} Pon £anfi-fd), foIc3te 6em Pater 
im Befi^e 6es (Sutes. Bal6 nadtf Uebernal)me 6effelben unir6e er \733 
ipe^en 6er ^erid)tsbar!eit in einen Ked^tsftreit mit 6er Sta6t ^'ütau Per= 
n?i(ielt. Geboren \695 6en \5. Hpril un6 perebelid^t \725 mit Filarie 
Koftnc $eb. n)e6er, »jerietb er bal6 in miflid]c Permöc^ensperl)ältniffe. 
Die mit 6er ^utsl^errfd^aft pon 2tlt-'l7örnt^ anc3efnüpften Perl)an6huu3en 
tt)e<3en 2(n!auf 6es @utes füt^rten 5U feinem befrie6ic3en6en 2^efultate. 3^^^ 
3at?re \7^5 $erietl) c5ottfrie6 I^einrid} Pon £an!ifd) in Konfurs. € in Sol^n 
pon il^m, 3<^^<^"^ I)einrid) pon Canfifd), c3eboren \726 6en 30. 2(uc^uft, 
trat als l{a6ett in fäd)fifd}e I{riec3s6ienfte. Tiis \756 6ie fädjfifd^e Ztrmee 
bei Pirna 6ie IPaffen ftrecfen muf te, trat er als Lieutenant in Sie preu^ifd^e 
2Irmee ein un6 5tt'>ar in 6as IlTanftein'fd^e 3i^^^"^*''^*i*^''^^*^?^^^^^*^"^- -^^^^ 
28. 0!tober 1(758 ipur6e er bei Belac3ermu3 6cr ^eftunc^ ITeiffe Pon einer 
Bombe getroffen un6 fofort oietö6tet. 2lufer 6iefem Sol)ne l^interlief er 
eine Cod^ter, Filarie Koftne, perel]elid}t mit 6em \762 perftorbenen Past. 
prim. i)aus6orf, un6 einen 5U)eiten Sol^n, Hamens 3^^^"i">^ ^ottfrie6, 
tpeld^er je6enfaUs jun$ ^eftorben ift, 6a er fpäter nie mel^r ermät^nt wirb. 



(Scfc^idjtc bcr (Drtsbcrrfd^aftcn ron i7Örni^. 125 

lYlii 5cni Prenuerltoutenant 3<^^?^"" fyxnrid} von Canfifd} ftarb 5cr ^ör= 
iiifeor ^r>ii^<-'iCs ^^'i* ^amilio aus, ii\ilnvn6 bks bei 6cr von 21IattI)ias pon Canftfd} 
c>c^rün5ctcit böl^iuifdicii £inic nid)t 6cr ^all ift. Zllattl^ias ron Canfifd^, 
uioId)cr 0ilcid}5eitic> mit fcinoni Bru6or II)cn5cI, wie oben crmäl^nt, in öen 
2l6oI)"tanS crl^obcu uniröc, ficöcite nad} ^ric6Ian6 übciv nafyn bovi, cbcnfo 
wie fpäter fein 5ol}n, 5ic Stelle eines Bür^cnueiftcrs ein. Xlod} Unfanq, 
öiefes Jabrbunöerts lebten in ^rieölanö Had^^omnien 6er 5<^TiiiIie. 3ir>ei= 
mal, \792 un6 \86o, fud)ton (SIie6er öerfelben um Beftätigiunoisöiplome 6es 
1580 ertl^cilten Hitterftanöes nad) ^). 2(nfanc^ porigen 3^^^^un5erts fteöelte 
ein Canfifd) nad) 0ftri§ über. Drei llrenfel Pon il?m leben in (Öftri|, 
Zittau (2Inton Canfifd), ^aupt5oIIamtsaffiftent) un6 Pirna. (£in CanÜfd? 
in 5d)önlin6e ift im Beft^e 6es in Pra^^ aus^efteUten 2l6elsbriefes un6 
^^amilienaxip|?ens. €r lebt öafelbft unperbeiratt^et unö in 5ürfti*$en Der- 
bältniffen als BIeid>arbeiter. Sie mad^en fämmtlid? Pon ibrem Tibcls- 
präöifat feinen (Sebraud). 

I(ad)6em Heu^^örni^ bereits im ^ahve \7^5 nebft 6em Bier(?of= 
Csrun6ftüi auf 6er rceufta6t 5U Zittau pon 6em Kaufmann @ottfrie6 
l7erinos in (i)ittau ^efauft iPorSen wav, 6er Sta6tratb aber pielf ad) 
2i[en6erun(5en über 6en XDortlaut 6es Kauffontraftes erl^oben batte, fonnk 
er erft im foIaen6en 3^^^^'*^ ^^ ^^'^ ^^'P^ ^^^ <Sutes $elanc^en. Die i^ub 
6icsunc3 6er llntertl^anen fan6 am 7. 3uni 1(746 ftatt. (Sottfrie6 ^erina, 
meld^er \6% 6en \7. ^^anuav 5U ^^fd^bad) in Sd^Iefien geboren u?ar als 
Soljn eines ^Ieifd)ermeifters, trat im 3^^^**^ l^Oö in 6ie ^ottfd^alf» 
Beffer'fdie l7an6Iung in Zittau als Cel^rlinc^ ein. Xladfbcm er austpärts 
in mebreren Stellungen tbätig» c^emefen u">ar, febrte er ](72\ ipie6er nad} 
5ittau 5urücf un6 pcrel^elid^te ftd? im foI$en6en ^ahvc mit TXnna Eleonore 
I^eyl. (£r erbaute :|75i an 6er pon g^^^^i^ ^^^^ ^roffd^önau füE)ren6en 
Stra]^e un6 am ^llt^l^örni^er Piebmege ijele^en ein neues ^errenl^aus nebft 
IPirtl;fd)afts$ebäu6en un6 le^te 6en Sabei befin6Iid}en (jrofen (harten an; 
6enn 6as „I^aus auf 6em XDalle" im fo$enannten nie6eren harten entfprad? 
aud} nid]t 6en befd}ei6enften 2(nfprüd}en. Das Cl^ürmd^en auf 6em (Be- 
ftn6el)aufe ipar mit einer ^locfenul^r perfeF^en. 

Da ^ottfrie6 I^erin^ bereits am 29. Icopember 1(752 ftarb, fo per= 
fauften feine (£rben: 3^^^"" (Bottfrie6, dl^riftian (5ottfrie6, ^ottfrie6 
Benjamin un6 6ie unter Pormun6fd)aft ftel)en6en l{in6er Karl ^rie6rid? 
l7erin<^s 6as (5ut an il)ven 11 titerben (£l)rifti an ^u^uft ^erin^, Kauf= 
un6 ^an6elsl)errn in gittau, um 12 000 Cbir. un6 60 Cl^Ir. fo$enanntes 
Sd)IüffeIcseI6 am 29. IJIai !753. Durd) ein am \2. lUai \775 erlaffenes 
Keoiulatip ipur6en 6ie 2(ba,aben un6 Dienfte, ipeld^e 6ie l^ausleute pon 
l(eu=l7örni^ 5U leiften l^atten, Pon il^m aenau feftc3eftellt. Da ^wi^d}cn 6en 
l7errfd)aften pon 2(lt' un6 r(eu47örnil5, iine fd^on mel^rmals eripäE^nt, 
l)inftd)tlid) 6es Piet?ipe$es ipie6erl}oIt Ian(36auern6e Pro3effe ftatt9cfun6en 
l^atten, fo u?ur6e 6ie 2(nc3elec3enl)eit am 6. 311^^ ^^8^ 6aE}in en6$ilti(3 

') S. Kiicfdifcs 2lMsknfon unb bas in Brüiiti \87o erfc^ieucnc TlbelsUvifon, 
5. ^^5^ unb «^öS. 



126 (Scfdjid^tc ber (Drtsl^errfd^aftcn roii i^örni^. 

geregelt, öaf 6er Vkl}vo^q, allein 2ilt=^örnt^ gel^ören, 6te Heu^^örni^er 
aber freie Benu^ung öcffelbcn l}abm follten. ^leid^seiti^ fan6 and} eine 
ein$el?en5e Beftimmunc^ 6er (5ren5en ftatt. Had}6em Cl^riftian ^u^uft 
i^erin^ \787 5um 2^atl)5f!abinus ^eiüäE^It rt>or6en rpar, ftarb er im 
3af?re ^799. 

Xlad} feinem ^o6e iDm*6e feine XDittme 3ol?anne (Eleonore ßering, 
9eb. Kro6eI Beft^erin Don X(eu=I^örni^. Sie befaf 6affelbe bis 5U if^rem 
am 30. 3<^"ii^^* \^\9 ßi'foLjten Co6e. jl}vc (Erben cerfauften 6as ^ut 
incl. 6e5 3"^^^^^^^ ^^ \7 650 Cf?Ir. im 3^^^^ ^^20 6en \2. 3uni an 

6ie 5ta6t gittau. ^m 4. 2(ugiuft 6. 3- tt>ur6e Heu^^örni^ unter 
feierlicher ^uI6igung pon Seiten 6er ^emein6e pom Bürc^ermeifter 
Dr. ^aupt übernommen. Das l7errenbaus mit gubel^ör perfaufte man 
mit ettpas ^eI6 als ^reic^arten an 6ie ^ebrü6er ^änfel. ^ec^enrpärtiij 
befin6et fxd} in 6emfelben eine Brauerei. 



Don |iuCiu5p ^^Ctng. 



Bei Befprcd)un$ meiner „Beiträge jur ^efd}id)te 6er Staöt unb öes 
Be5ir!e5 ^rieManö" im 70. Banbe 6es Iceuen Caufifeifd^en 2naga3in5 E^at 
l7err Dr. Jc<ifi mit Hed)t c^efa^t, 5a^ bisber faft feine Bearbeitungen 
5er (5efd)id)te öiefes (5ren5be5irfes beftanöen, obwol^i öerfelbe in alter (g^it 
mit 6em fü6öftlid)en Ct^eile 6er je^i^en 0berlauft^ eng Derbun6en lüar. 
Die porIiec3en6en $dkn l^abcn md}i 6en ^wzd, 6ie einstige Ian6e5l?errlid}e 
un6 fird)Iid)e (5uftän6i§feit 6iefes Cl^eiles 6es alten ^aues 3^9<^ft <^^^^ 
6e5 fog,enannten Iae6erlan6e5 5U erörtern, 6af (Losmas nid^t 5U Böl^men 
5äl}lte; einigermafen befrem6lid} aber ift es, 6af 6ie 3al?lreid)en (5efd}id?ts= 
fd^reiber 6er Caufi^ 6as ^rie6län6er (Bebiet in 6er Kegel (von 6er es 
aHer6ings, lüie von je6er Kegel, 2lusnal)men giebt) als eine 2ivt Noli me 
tangere betrad)tet, 06er es im günftigften ^alle nur oberfläd^lid? berül^rt 
l}aben. Die (£rflärung 6afür ift woffl in 6em Hmftan6e 5U fud^en, 6af 
nid^t allein 6er über 6ie ältefte (Sefd)id}te 6es el^emaligen ^rie6län6er 
I)errfd}aftsgebietes gebreitete Sdjleier nur feiten un6 sagl^aft einigermafen 
gelüftet, fon6ern and} bas 5ugänglid)e Quellenmaterial fpäterer ^eit 5U 
l?iftoriograpl)ifd)en ^wcden fyftematifd} nid^t üermertl^et u?or6en ift. 3^"^ 
Pergleid^e mit 6er reid?en lofalgefd)id}tlid?en Literatur 6er Caufi^, wo faft 
je6es Dorf feinen Cl^roniften gefun6en l^at, müfte 6en 2lngel?örigen frül?erer 
l^ieftger (Öenerationen 6er Porn)urf 6er 3"^öi^"5 gemad^t U)er6en, lüenn 
nid)t faft mit (Semifl^eit an5unel?men u?äre, 6af l}an6fd}riftlid}e lieber» 
lieferungen perloren gegangen fin6. 

Die älteften l^ier entftan6enen geiftigen Pro6ufte, a>eld}e 6urd} Drucf 
perpielfältigt mor6en fin6, gel^ören 6em itnfange 6es \7. 3^^^^^"^^^^^ <^^ ^"^ 
5u?ar 5unäd)ft 5a>ei £eid}enpre6igten, 6ie 6er ^rie6län6er er>angelifd?e Pfarrer 
un6 5uperinten6ent Mag. IHartin Icuf ler bei 6er Beife^ung 6er Ceid^e 6es 
^reil^errn llleld^ior von Hä6ern in 6ie l^iefige Familiengruft am 6. 3^iiuar 
^601 l^ielt. Die eine, in 6er Sd^lofÜrd^e porgetragen, l)an6elt pon d^rift» 
lid^en Ceid^enbegängniffen, 6ie 5U)eite, in 6er 5ta6tfird)e Pon 6er Kan5el 
aus gefprod^en, ftellt 6en Cebensgang 6es peremigten ^el6marfd)alls 6ar 
un6 l}ai als IDer! eines 6emfelben nal)eftel?en6en ^citg^cno^^cn, ^eu)iffens- 
ratl)es un6 Freun6es gefd)id)tlid^en XDertl?. Bei6e He6en ftn6 in 6emfelben 
^ai)vc in (Börli^ ge6ru^t u)or6en. ^l^mn reil?en fid^ 6ie Sd^riften 6es 
2(mtsnad)folgers Zcu^ler's, Mag. IPolfgang (5üntl)er an, 6er als 0pfer 6er 
(Gegenreformation am \5. IViai H62^ nad} Zittau in's (£yil u?an6erte. (£s 
fin6 einfd^lieglid? 6er ortl^o6oyen folgen6e: 



128 ^ricblänbcr (Sefdjid^tsqucüeit. 

Analysis trium librorum Ecclesiae nostrae Symbulorum: I. Con- 
fessionis Augustanae. II. Articulorum Schmalcaldicorum. III. For- 
mulae Concordiae. "Wittenbergae 1614, 

Aphorismi Theologie! super Aug. Confess., disputationibus 
aliquot in Synodis pastorum dioecesium Fridland, Reichenberg et 
Seidenberg propositi. Görlicii 1615 et Zittaviae 1616. 

Dispositio analytica Logico Rhetorica vere orthodoxa Epistolae 
S. Pauli ad Romanos scriptae. Zittaviae 1625. 

£eid^enpre6ig»t aus Barnch, G. % V. \9 et 25, q>zlfalkn in 5d?önu)aI6 
bei Beer6igun$ öes Paft. (Sabriel Btertigels Cöd^terlein. Zittau \624. 

(£I)renfd}iI5 aller 2^ec3entert un6 0brt$!eiten, 5. t. grünölidje 2(uS'- 
füE^run^ öes (£l?r^ un6 lüunöerftanöes 5er d^riftl. 0brt$!ett, aus l^eüen 
5cu$niffen, Sprüd^en un6 €rentpeln $öttlid?er Sd^rift. Presöen \62d. 

(£rnfte Buf preöigt aus Exod. 53, V. 11 et 7 un6 Exod. 3^, V. ^ 
et ^0, (jerid^tet auf 5tc (£nturlaubun$ un6 2(bfd)affun§ 6er (Euangelifd}» 
Cutl^erifd^en Präöifanten tu 6er ^errfd^aft ^rte6Ian6, in 6er 5ta6tftrd)en 5U 
^rie6Ian6 ^etl^an Ao. \62'{ am \0. ZlTay. Dres6en \626, 

Valet-Sermon aus Actor. 20, V. \7, ^e^en feine Pfarr!in6er ^el^alten 
auf freiem ^eI6e, als i^n felbi^e Ao. \62^ am \5. XÜay 5U feinem Exilio 
mit pielen Cf?ränen begleitet. Dres6en \626. 

Das traurige un6 fd)mer5lid?e Valet 5U ^rie6Ian6, 6arbei $ef)an6elt: 
\. wk es mit feiner (£nturlaubun$ 5u$e$an$en, 2. wk er ftd? nad} feiner 
(£nturlaubun$ Derbalten, 3. wk er en6Iid} feinen $dn5lid^en 2(b5U5 net?men 
muffen. Dres6en \626. 

^öni§ I)aDi6s 5terbe!unft aus Pfalm 39, V. 6 et 7, vorgetragen bei 
Beer6igung ^errn Conra6 Böl^mes von (gi^renftein, faiferl. 0berftens, 
uK>Id^er Ao. \63^ 6en \^. ^ebr. 5U ^örli^ 6urd} einen unuerl^offten ^all 
Don feinem VOao^cn plö^Iid} 6as £ehcn geen6et ün6 5U ^it^^w 6en \0. 2lpril 
beer6iget. (Sörli^ \63^. 

€ine polemifd^e (5egenfd}rift lief 6er erfte fatE^olifd^e Ded?ant in 
^rie6Ian6, Sebaftian Baltl^afar von XDaI6l;aufen, bn 3al?re \62S in Pvaq> 
6rucfen. Der poIIftän6i9e Citel 6erfelben lautet: 

Quis? Quid? Ubi? 
6as ift (Srün6Iid^e (Srieuterung un6 ^blennung ^wey^t Valet-Pre6ic^ten 
eines ^rie6Iän6ifd?en Proscribirten Praedicanten, 6er fid^ nennet M. 
Wolfgang Günther ^eu?efener Superintendent 6reYer He6erif d^en 
^errfd^aften als: Friedland, Reichenberg un6 Seydenberg. ITTit 
^anögreifflid^er 2(nu>eifun$, 6as (£r Praedicant ol)ne ^ug un6 Ked^t, 
mit ^alfd) un6 Betrug 6ie ^rie6län6er l^iermit 5ur Beften6ioifeit an= 
maf^net. Benebenft Umbften6lid)en ^tuffül^rlid^en Had^gefe^ten ^^^^^»^5^ 
Urfad^en, IParumb 6ie ^rie6län6er un6 6ero i)errfd^aft Untertl^anen 6as 
£utl?ertl)um uerlaffen un6 6ie l{atl)olifd}e Religion wkbcv annel^men 
follen. IDt6er 6ie in feinen 3tt)ey PreMgten begriffene falfd^e 2(uflagen 
3ur Hettung 6es 0r6entlid)en Priefterftan6es un6 XPal^rl^eit Katl^olifd^er 
Religion 6urd} Sebastianum Balthasarum, 6es (gittaiuifd^en Kreyfes 
Archidiaconum, Decanum 5U ^rie6lan6 un6 Canonicum 5U Bu6iftn. 
6e6ruc!t 5U präg bei paul 5ef en, 3m 3al?re M. DG. XXVIII. 



^ricblänbcr (Scfd^ic^tsquclfcn. 129 

€ine von 6em it?äl?rcn6 bet fd^tDeötfd^en 3^t>^fton in ^rtcManö cin- 
jsofe^ten, aber fd^on nad} 5ipet 3^^^**^" mieber ausc^emiefcnen epan^elifd^en 
Pfarrer Bartl)oIoniäu5 Crautmann am 9. (Dftober 1(649 i" ^^^' Kird^e 511 
fd?önir>aI6 ^el^alteite 2tbfd^ie6sre6c ift unter 6em Citel „Vale Fried- 
laiidicum" \650 in £auban c^e6ruc!t iporöen. 

^ür 6ie ^efd^id^te 6er ^ec^enreformation ift ein C(?eil 6iefer Sd)riften 
nietet ium)id)tic3; 6ie polentifd^e Icatur berfelben bavf bcn objeftipen Dav- 
fteUer jener Drangp^'noöe felbftr>erftän61id} nid^t beeinfluffen. 

€ofaIl)iftorifd)es (5ebiet ftreifte aud} in 5ipei Prudffd^riften über bas 
l)ain6orfer (5na6enbilö 6er ^rie6Iän6er Ded^ant Dr. (El^riftian 2lu$uftin 
pfal3 (\65? bis \666), 6er aus 0[tri^ $ebürti$ wav nnb fpäter als Vom- 
berr in Prag an einer (Sefd}id?te 6er (Dberlaufi^ arbeitete, von 6er fid?, 
lüie pefd^ec! im o'^. Ban6e, 5. 20\ 6es nTa$a5ins mittl^eilt, 3rud]ftüc!e im 
Domard)ip 5U Bauten befin6en. 

r(al?e5u l)un6ert 3^^^'^ fpäter erfd^ien 6as 6amals ivol}l epod^e« 
mad}en6e XDerf 6es Kreu5l^errn P. 3*^^^^^ Haii Hol?n, eines geborenen 
^eid^enbergers : „Chronic pormals böl^mifd^er (£ron=£el)en, nunmef^ro ins 
Allodinm ge5o{^ener 5ir)eYer 5tä6ten ^rie6lan6 un6 Heid^enberg". Prag \763. 
Pas Bud} l}at 6en JeI)Ier 6er Parteilid^feit in fonfeffionellen Pingen un6 
6en jener bequemen annaliftifd)en ^orm, 6ie oi}^ Per6id}tung 5U einem an- 
id}aulid)en ^^xV unb CuIturbiI6e IDid^tiges un6 (geringfügiges djvono- 
logifd^ aneinan6erreil)t, an6erfeits 6en XDertl) 6es freilid) nid^t immer von 
sErfoIg gefrönten Beftrebens l^iftorifd^er Creue un6 perlä|lid)er Derseid^nung 
^eitgenöfftfd^er (Ereigniffe, wo^u 6er Hutor übrigens von feiner I)aterfta6t 
Keid^enberg aus offenbar beffer informirt mar, als Don ^rie6Ian6. 

€ntfd}ie6en be6euten6er ift 6ie ITTonograpI^ie 6es Sd^Ioffes ^rie6Ian6 
un6 6er ^Ttonumente in 6er ^rie6Iän6er 5ta6tfird}e, 6ie 6er Öberamtmann 
5ran5 ITemetl^Y im 3^^^*^ l^\^ E^erausgab, eine Sd^rift, 6eren 3^^^?^^^ 
ipefentlid} auf llrhm6en 6es Sd^lof ard^iüs beruE^t, pon meldten an fünf5ig 
in dopien 6em Bud^e beigegeben ftn6. €s ift eine literarifd^e Harität 
gecpor6en, 6ie Pon Bibliopl^ilen rpol^l and} 6esl)alb gefud)t mir6, n>eil fie 
in Kupferftid^en Pon n)aI6l)err getreue Porträts XDaI6fteins un6 6cs 
(trafen ITTatlJias (Sallas nad} 6en (originalen im ^rie6Iän6er Sd^Ioffe, 
fou^ie 50 ^acftmile 6er eigenl}än6igen Unterfd^riften 6es l^er^ogs Pon ^rie6= 
Ian6 un6 berüf^mter g^^tS^^^^ff^^i 6effelben entt^ält. 

Von !ür5eren, rpefentlid) für Couriften bered^neten 5d)riften ift 6ie 
Befdireibung un6 (5efd)id}te 6e5 Sd^Ioffes ^rie6Ian6 pon Dr. Ülfvcb 
niofdjfau l)erpor5ut}eben. 

Beiträge 5ur ^efd^id^te 6es Be3ir!es un6 einzelner 0rte 6effelben ent= 
l)alten 6es ^ran5is!aners P. (£6nmn6 (Dppi^ „^rud)tbarer un6 ^d^aikn-- 
reid)er €in6enbaum" (\7ö\), 6ie baIneograpi)ifd)en Sd^riften pon Dr. ^. 21. 
Heuf (\8\\) nnb Dr. 3ofef plumert (18^9), 6ie 0berIauft^ifd)e "Hird^en^ 
gallerie (\837), 6ie Bän6e VI, XXI, XXVII, XXX, XXXIV, XXXVII, 
XLVI, LVII un6 LXIII 6es Cauft^ifd^en lTTaga5ins, 6ie 3^^^*9»5"9^ 
6, 9, \6, \S, 2\, 22, 25 un6 26 6er IHittl^eilungen 6es Pereins für ^e= 
fd)id}te 6er Peutfd^en in Böl^men. Pes innigen gefd}id)tlid)en (Jufammen' 
banges u?egen fommen in Betrad^t 6ie lofall^iftorifdjen Sd^riften 6er neueren 
n. £. m. ob. Lxxi. 9 



130 ^^ricblänbcr (Sefc^tdjtsqneücn. 

Keidjenbcrgcr ^cfd^id^tsfd^reiber (L5örnt$, ^errmann, l7allttnd} un5 ^off» 
mann, mit Kücfftd^t auf cl^cinali^e ^rieMänber £el?ensinl?aber bk Dorjr-- 
^efd)id?tcn von l^äuffer (®erlad}st?etni, 1(849) ^^"^ IHifd^fe (Sd^aöemalöe, 
](842), 5ie 5tä6te9efd?id)ten öer Iauft^ifd)en Zcad^barfd)aft pon Pefd^ecf 
(gittau), Iltcnöe (5ei6cnbcr$) unö Hemnann ((Börli^j, 6ie ^m-^eniuerfc 
pon I^onitayr, fybct u. 21., im 2(IIgcmeincn 6ie umfan^reid^e IPalöftein- 
Citeratur, 6ie topo<3rapl?ifd}en VOcvh von Sd^aller unö Sommer, 6ic 
Can6c5c3cfd)id?ton Don Pcl5el, Palacfy unö Sd^Ieftn^jer, ^rinö's l{ird)cn= 
c^efd}id)te, 'Höl)Ier'5 Codex diplomaticus, l:{nott?e'5 (5efd)id}te 6cs 0ber= 
läufiger ^öels, 5at?Ireid)e ^eit-' unö (Seicv^enbeitsfd^riften u. f, w. (£inc 
auf nid^t pollc ^cfyx Seiten ^ufammengeörän^te „Cl^ronif von ^vkblanb" 
cnil}ält öer 2. Banb von Dr. Ce^is (Slüifeli(3'5 illuftrirter (£l|ronif pon 
BöJ^men (\854). Jm 3"^*-'^*^ff*^ ^^^' l?iftoriog>rapI)ifd}cn Deputation öes 
Perfaffers unll xd} annel^men, öa§ öer öerbe Derftof, ^rieölanö fei aus 
öer älteren £el)enfd)aft Heid^enberc^ ertt>ad)fen, auf einem Sd}reib= oöer 
Prucffel^Ier, be5iel)un$sipeife auf einer Perttx'd)felun$ mit Seiöenbergi berul)t. 

Sopiel über c^eörucfte Quellenfd^riften, in u?eld)en fxd}, foipeit pou 
öen älteften Befi^ern öer Canöfd^aft öie Deöe ift, öie Berfa-Sa^e unan^ 
(jefocbten Pon einem ^utor auf öen anöeren fortpflanzt, Pon Hol)n, öer 
fie ((tl^ronif, S. \4, \5, \6) pon Balbiii unö I^ajef pon £ibotfd]an über- 
nommen l)at, auf Hemetl}Y/ ^on Hemetby ^wf C5örni$ ic, bis il)r 
Dr. X^allnnd? (Heid^enber^ unö Hm^ec^enö, S. 8) öas peröiente (£nöc be^ 
reitet, eine d?at, öie alleröings öem l\opffd)üttebi jener £aien be$e$net, öie 
mit ^roger ^äi-}xq,fcxi am l7erc^ebrad)ten feftl)alten. 

Quantitatip anfel)nlid) unö qualitatip beöeutenö fmö öie f^anöfd?rift= 
lidjen (öefd^id^tsquellen, ipeld)e tro^ srofer Perlufte öie l^iefii^en 2(rd}ipe 
bergen, Pon öen o^räflid) (£lam=^allas'fd]en Sd^Iof ard)ipen in erfter Keilte 
öas l)iftorifd}e oöer ^amilien = 2lrd}ip , öeffen Sd^riftenbeftänöe naä:f öen 
(5efd]Ied}tern, ipeld^e fid) xxxx Befi^e öer Domäne folgten: Biberftein \278 
bis \55\, Häöern ^558—^620, XDalöftein \622—\6M, Dallas ^634—^759, 
(£lam=®allas feit \759, gefonöert unö g,eorönet ftnö.. (£s ift 5U beöauern, 
öag IHifbräud^e porgefommen ftnö, öie Cautelen nötl^ig gemad^t ^ahm, 
bixvd} u>eld}e öie gugänalid^feit öiefes Ztrd^ips erfd)u?ert ift, öeffen Sd^äl^e 
nad} öem ^»''"»^"Hf^ '^^^^^^ angefel^enen I^iftorifers, öes profeffors (Lonftantin 
I^öfler (^nittl). VI, S. 222) fel?r beöeutenö ftnö. PieIIeid)t erlangt öer 
ältefte ^l^eil öerfelben, eine beträd^tlid^e 2ln5al)I Biberftein'fd^er Urfunöen, 
öurd) ein Urfunöenbud} öer Hieöerlaufi^ Publi5ität, öeffen I^erausgabe 
unter öer 2tegiöe öer (5rafen ZUanteuffel, XDi^Ieben unö Brutal c3eplant ift. 

2iud} öas fogenannte Ked}nungs^2(rd)ip bietet ol^ne ^w^xfd bvaxxd}- 
bares IlTaterial. Die trocfenen ^iff^^'n öer älteren liird^en-, Sd^ub, 2trmen» 
unö StiftungS'Hed^nungen, öer (Lonfcriptions= unö (£ontmer5''trabeIIen, öer 
Bauprotofolle, öer Hobot^ unö (£ontributionsbüd}er u. f. ix>. Permitteln 
erfal^rungsgemäf bisweilen öie (Erlangung fd^ä^barer, nid^t allein ftatiftifd}er, 
fonöern aud? culturgefd}id)tlid^er Had^ridjten. 

Das öem ^rieölänöer Staötard^ip eingeräumte Cofal ift ein 5ipecf= 
mägig eingerid^tetes Ct}urm5immer öes alten Hatl?l}aufes, öeffen 5euer= unö 
(£inbrud}ftd}er[?eit aber nid^t gel^inöert l}at^ öag öie el^emaligen Sd}riften= 



i^ncblänbcr (Scfd?id?tsqucUcn. 131 

beftänöe ftar! ^elid^tct a'>or5en fxnb. Delationen 6eö Hatl^es aus 6en 3^^^*tm 
1709 un6 \7\7 bejahen, 6af 5ie alten Privilegien un5 Pofumente beim 
Hatl)l}au5bran6e im 3al)re \65^ pernid^tet ir>or5en feien, ipas ipefentlid) 
von llrfunöen aus 5er geit ror \^95 cjilt. 2Xbct and} von ir>ertl^DolIen 
2lftenftücfen, 6ie im J^i^vx' \7\7 c^eorönet unö I?un6ert ^al}xc fpäter, \8\7, 
neuerlid} inöi^irt ivniröen, ift in5ipifcf)en Pieles perfdjipunöen, bei Der= 
vTsIeid^unc^ 6es 5d?ri]rten=3^^i^*''"tariums vom le^tijenannten 3al)re mit 5em 
je^t PorF^anöenen u. a. „Uralte Befd^reibunc^ politifd^er Perbred^en", öas 
„5d)u>ar5e Bud]", in 6em (£riminalfälle un6 Urtbeile per5eid?net uniröen, 
„Had)rid)ten über 5as \560 (jeftiftete ^ofpital'', „günften^priDÜe^ienbud}", 
„Had^rid^ten über 5en §rofen Branö von \63^^', Berid^te über feinMid^e 
i£infälle feit \643, Kird^engelöredjnun^en feit \656, ITTanufaftur^Cabellen 
feit \757 u. f. ip. lt)id^ti$ fxnb 6ie fel^r o,ut erl^altenen 5ta6tred?nunc3en, 
mäd^ti^e, i$Ieid?mäi^i9 un6 öauerl^aft $ebun5ene Folianten, eine ^ülle Io!ab 
o»efd}id)tIid}en lllaterials bietenö. Icad) 6en Hüc!entiteln uxiren fie von 
1557— \700 PoIIftän5i$, feit \723 tl)eilu?eife Porl;an6en, u?as leiöer nid^t 
cjauj 5Utreffen5 ift, ba ein5elne 3^^1*9^"$^ ^^^ erftcjenannten Serie f eitlen, 
un6 3ipar in öer He^el Hed^nungen aus livk(^s- oöer Peftjal^ren. 3'^ 
einer 5un!Ien Bo6enfammer 6es Hatt^f^aufes fanö ftd} im porigen 3^^^**^ 
ein mäct)ti«$er, mit 6icfem Staube beöe^ter i^aufen (id? ^ann für 6ie 2irt 
6er Huffd}id]tun$ feinen be5eid}nen6eren 2(us6rucf tpäl)len) alter Sd)riften, 
tl^eils lofe, tl^eils in ^ascifeln por, öeren IHufterung mÖ5lid)eru)eife nod} 
mand}es perloren ^e^laubte 5U Cage föröern tpirö. 

^erporra^enöen IPertl) f?aben 6ie im (5run6bud?samte aufbetpal^rten 
Staöt^ 06er (Serid)tsbüd)er, cipilred^tlid^e 2ihc: Beft^peränöerungen, Per= 
mö^ensübertragun^en unter £ehcnbm unb von Co6esa)e§en u. f. u?., aber 
audf piele Denfu?ür6i$!eiten allgemeinen Cl^arafters per5eid)nen6. Sie finö 
pon A bis Z fi^nirt un6 bilöen eine ununterbrod^ene Heilte pon \^()ö bis 
1805. Pro memoria einperleibt l}ahz \d} im Banöe A aud? eine Urfunöe 
pom ^al}v^ ][^80 g,efun5en. 2ln öerfelben Stelle befinben fid) aud) 6ie 
(5runöbüd^er Pon Iceuftaötl un6 jene öer el)emali$en 2imts5örfer öer 
l7errfd)aft, ebenfo 6ie IHül^Ienfontracten" un6 £el)enbüd)er, letztere pielfad? 
5u djronifarti^er 2tuf5eid}nun$ perfd^ieöener Porfommniffe benu^t un5 
5iemlid} reid^e ^efd^idjtlid^e 2iushmk c^eu)äE?ren6. 

llrfunöen amtlid^en Cl^arafters, mid^tig namentlid? für Perfonalien, 
finö 6ie ZlTatrifen (Cauf^ Crau= un6 Sterbebüdjer) öer Pfarrämter, öeren 
im ^rieMänöer Be5irfe 5el?n beftel?en. 3^ ^^^"^' bisl^er nur 6ie öer 
Ded^antei in ^rieölanö, 5ie mit 6em 3^^?^^ 166\ beginnen, u?eif aber, 6af 
es ältere bei feiner öer übrigen neun Seelforgeftationen giebt. (£s ftnö 
fomit 2luffd}reibun$en öiefer ftategorie meöer aus öer älteren fatl^olifd^en 
J5^it (alfo bis \5M} nod} aus öem neun5i$]äl?rigen Zeiträume öes Be^ 
ftanöes öer epangelifd^en Cel^re (\534 bis \62'\), ebenfoipenig aber feit öer 
IPieöereinfe^ung fatboIifd)er (Seiftlid^er bis \660 porbanöen. (5efül)rt 
ipuröen fie, winn aud} in primitiper ^orm, ipaf^rfd^einlid? in öer erften, 
gemif in öer 5tt)eiten unö $an5 5ipeifeUos in öer öritten öer genannten 
Perioöen, ba in öer Kird^enred^nung pom 3^^^*^ 1^99 €inbanöfoften 
eines Coötenregifters perausgabt finö. Ueber öie Urfad^en öes 2lbganges 

9* 



132 i^ricblänbcr (Scfc^tc^tsqucIIcn. 

giebt es Derfdjieöcnc Perftonen; nad} einer öevfelben lüären bk älteften 
fatl)oIifd}cn litrd^enbüd^er 5ur ^z\t 6er ^ufftteneinfäUe pernid^tet nach einer 
anöeren „Dilles, was nad} 5em Papfttl^ume rod)", pon 6en erften refor= 
mirten Pfarrern befeiti^t tporöen, nad} einer 6ritten foüen fie mit 6en 
vertriebenen eran^elifd^en (Beiftlidjen in's 2(uslanö $eipan6ert fein, eine 
2innal?me, 6ie ftd?, 6a ^6^7 bis \6^9 nod^mals ein epanaelifd^er Pfarrer 
in ^rieölanö funftionirte, aud} auf 6ie geit pon \62^ bis ](()49 erftrecft. 
^ür 6en 2nan(^el 6er Zllatrifen pon \650 bis \660 l^at man feine annebni^ 
bare (£rflärun<5. Sollte 6ie DermutE}un$, 6aj^ 6ie abc3änai<5en lllatrifen 
in 6ie €auft| ö,eIano»t fin6, rid^ti^ un6 einer 6er perel)rlid?en £efer cjeift^ 
lidjen 5tan6es über 6as Perbleiben 6erfelben 2(usfunft 5U ertl^eilen in 6er 
€a(^e fein, fo ipür6e id} buvd} je6e 6arauf be5Ü^Iid)e 2]iitt^eilun$ 5U (5rö]^tem 
Danfe perpflidjtet u?er6en. 

3n 6er Kegel perläflid^e Had^rid^ten über liird^en un6 6ie bei 6en= 
felben beftellte (Beiftlid^feit, oft aud} über 5d)ulu)efen, Stiftungen u. f. w. 
q^cbcn 6ie Kird^enannalen un6 Pfarrge6en!büd)er, 6ie, ponnals 5uin CI)eiI 
in Iateinifd)er Sprad)e, allentl^alben gefül^rt iper6en, je6od) eben aud) feiten 
in's \7. 3aE)rl)un6ert 5urücfreid)en un6 bei fpäter errid^teten 06er reafti= 
pirten Pfarreien entfpred)en6 jüngeren Datums fin6. 2iud) 6ie (v5e6en!= 
büd}er 6er öffentlid)en Sdjulen fin6 5umeift braud^bare Quellen. 

I7an6fd)riftlid)e Pripat^llemorabilien aus frül)erer 3^'^^ f^"^ feiten; 
mand^e mir befannt geu)or6ene, 6ie fid) in beliebter IPeife aus 6er 2luf' 
5eid)nung Pon lDitterungs=2tbnormitäten, Unglücksfällen u. f. w. 5ufammen' 
fe^en, 06er ipenn fid) 6er Sd^reiber in 6ie Vergangenheit perfteigt, pon 
perfd^ollenen Burgen, Haubrittern un6 IPegelagerern berid^ten, fin6 obne 
Belang. Sd^ä^bar für 6ie (5efd}id}te 6es Pripilegienftreits (\608 bis \67\] 
ift 6ie Urfun6en^ un6 Had^rid^ten-Sammlung 6es Bürgermeifters liönig, 
unter 6em Citel „Chronicon König" im Sta6tard)ip aufbeuxil^rt. €ine 
als ^Uanuffript I^interlaffene (Sefd)id}te 6er Sta6tfird)e in 5rie6Ian6 pou 
^rans Hemetl^y befin6et fid) in 6er DefanabKegiftratur, eben6a 6er größere 
Cl)eil 6es l)an6fd)riftlid)en ITad^laffes 6es Cantors un6 2nufterlel)rers Jofef 
2Ile|-ius Springsl)ol5 (li7^<-) bis \824), ipäl)ren6 ein an6erer in ineinen Befil5 
gelangter Cl)eil Pon mir 6em Sta6tard)ip 5ugeaxm6et ift. 0riginab 
Hed)mmgsfd}riften 6es IPal6ftein'fd)en (£ifenn?erfes befi^t i^err 2lpotl)efer 
Plumert in ^rie6Ian6. Pom fd^ulreformatorifd^en un6 pä6agogifd7en 
Stan6pun!te bead^tensmertl^e Had^rid^ten Pon 6er ^rie6län6er Sdjule, 
nie6ergefd)rieben im 3al?re \7^^ von ^van^ Spiebuann, Pfarrer in IPiefe 
(geboren 1(757 in lira^au, geftorben als l)cd}ant in Keid}enberg \8\3), 
befin6en ftd? im 2iYd}\v 6er berlaufi^if d?en (Befellfd^aft 6er IPiffenfd^aften 
in (Sörli^. 

Sd?Iie]|Iid? ift nod} 6er in allen el^emaligen 2lmts6örfern 6er l7errfd)aft 
gefül^rten Sd)öppenbüd}er 5U ge6enfen, 6ie 2lusfünfte über 6ie befd^ränfte 
0rtsgerid}tspflege, ipefentlid) aber über Befi^perän6erungen unbemeglid^en 
(5utes geben, bisweilen red^t antif ausfeilen, aber feiten l)öl)eren Filters 
fin6. Üeltere Büdner 6iefer 2trt fin6 perloren gegangen, ipas bei 6em 
oftmaligen IPed^fel 6er (Semein6ePorftel?er un6 6em ^Hanget ftabiler 2lmts= 
lofalitäten erflärlid? ift. 



Die (Dbcrlaufi^cr auf llnbcrfttätcn 

iräbrcnö 6(?5 2nittclaltcr5 unb bis jinn 3at^rc (550. 

Von Dr. ^^crmann ^itotl>c. 



Seit man in bm legten 3<-^^^*3^^^^t^'i^ bt\3onncn l^at, von bcn mciftcn 
lliiircrfitätcn bk lila tri fein, b. l). bk X)cr5eid^ntffc öcr auf öcnfclbcn 
Jnfhtbirtcn, PolIftäu6ic3 obcv vocnxi^^kns 511111 Cl^eil 511 pcröffcntlid^en, ift 
CS aud) cl)cr inöcjlid} c3cu->or6cn, eine fd)on oft, aber bisl^er ftets pcr^eblidj 
aufc3eiPorfene ^rac3e 511 beantiporten. Cs beo>eo,nen uns in 5er 5ipeiten 
I^äffte un6 5uinal (je^en Kusc^ang öes ^Hittclalters, 3an5 abc^efel^en r>on 
6en eiv^entlidjen Staatsmännern, unter 6er l^öl^eren ^eiftlid^feit, unter bm 
i)erfd)ie6enarti(3en Beamten 6er dürften, ja fo$ar unter 6en Hatl)mannen 
6er Stä6te, fouiele ^llänner, meldte nid?t nur ein 5eman6tes Catein fd^rieben, 
in 6amalii3er ^äi ein (geid^en l^öl^erer Bil6una, fon6ern aud^ eine ^rün6' 
lid^e Ivonntnijl felbft 6es canonifd^en Hed?ts, fomie 6es flaffifd^en 2tltertl)ums 
befa]|en, 6ie fte fid? unmö^Iid) auf bloßen i{Iofter= 06er lateinifd^en Sta6t^ 
fd}ulen rerfd^afft haben fönnen. 2ind} bk afa6emifd}en Citel eines Bacca^ 
laureus, IHag^ifters, Poftors, ipeld^e piele fül^ren, u^eifen 6arauf l)in, 6a^ 
fte 6ie eine 06er an6ere 6er 6amals nod} wmk} 5al}Ireid)en Unirerfttäten 
befud)t haben muffen. 2ibcv nur pon fel^r u-Jenic^en, befon6ers berüt^mten 
Perfonen anij^te man bisf^er, wo fte ftu6irt, r>on ipeld^en €el)rern, unter 
UH'Id^en äußeren (Einflüffen fte 6ie l^öl^ere BiI6unc^ erlaucht l)aben, 6ie fte 
6ann, tl^eils in 6er f^eimatl), tl^eils in frem6em €an6e peripertl^eten. Bei 
6em (3e«3enn?ärti(3 allgemeinen l^iftorifd^en 3^^tereffe <3etpäl)rt es aber aud) 
6en BeiPoI)nern 6er einseinen StäMe eine ^etoiffe Befrie6iguno„ 5U erfal^ren, 
ipeld^en llniperfitäten 6ie ITcänner, 6eren Hamen un6 6eren XPirffamfeit 
im Pienfte 6er Sta6t aus 6en (El^ronÜen län^ft rül^mlid? bdannt war, il^re 
Kenntniffe r)er6an!ten. 

l^ein XPun6er babfcv, 6af man in neuefter geit auf ^run6 jener 
Ilniperfttäts=2natrifeln Perseidjniffe 6er fämmtlid^en 2(nöiel?öri$en einselner 
€än6er i^eröffentlid^t I^at, ipeld^e fd^on ir>äl?ren6 6es ITlittelalters auf 6er 
einen 06er an6eren Uniuerfttät ftu6irt l)aben. 2(ud} von beabfid^tio^en, in 
,^oI$en6em 6ie 0berIaufi^er, u?eld)e tt)äl)ren6 6es ^Hittelalters un6 bis 
5um ^ahxc 1550 Uniperfitäten befud)t biabm, fomeit 6ies 5ur geit mö^Iid^ 
ift, 5ufammen5uftellen un6 6ie einseinen Hamen mit fursen Bemerfun^en 
über il?re ^amilie un6 il^re fpätere Cebensftellung, fopiel u?ir 6apon l^ahen 



134 5)ic ö^bcrlaufi^er auf llnircrfttäten. 

ermitteln fönmn, 5U begleiten, ^ieröurd? erlangt bas an unb für ftd) bürre 
Icamon5Pcr5eid)ni0 immerl^in einen geiDiffen IDertl) für 5ie <Sefd}id)te 5al)I= 
reid^er, 5mnal bürgerlid^er ^amilien, ja für 5ie Culturpert]ältniffe 6er ein= 
5elnen Stäötc un6 Reiten. (£5 ift jedenfalls von 3ntereffe, 5U feigen, mie 
5umal bei Beginn erft 6er l^mnaniftifd^-flaffifd^en, fpäter 6er reformatorifd^en 
Bewegung in Deiit[d)Ian6 nid^t nur aus 6en ^^niilien 6er Kat{)sl?erren, 
fon6ern aud) aus 6en Kreifen 6er V}anbwetfcY, ja 6er Bauern, junge Ceute, 
ergriffen r»on 6er allgemeinen Begeisterung, nad} 6en Hniperfttäten ftrömten, 
um ftd) 6ort entu:)e6er eine geleierte BiI6ung ansueignen, 06er, befon6ers in 
IDittenberg, 6ie gereinigte €el?re 6es €r>angeliums aus 6em eignen inun6e 
6er großen ^Reformatoren 5U r>ernebmen. 21Tan fann aus 6er in 6en 
2TTatrifeIn mand^en Hamen beigefügten Bemerfung „pauper" 06er ,. gratis 
iiiscriptiis" 6arauf fdjiiefen, mit u^'eld^en (£ntbel)rungen 6er H)iffens6rang 
5al)Ireid?er jener armen 5tu6enten auf 6er UniDerfität 5U fämpfen I^atte. 

IVxv i}ahcn in unfer Per5eid)nig nur 6iejenigen Hamen aufgenommen, 
6eren Oäger 6er ZTTatrifel sufolge un5n:>eifell)aft aus 6er 0berIaufi^ 
gebürtig fin6, nid^t aber aud) 6iejenigen, meldte aus an6eren £än6ern 
nad} 6er Öberlauft^ gefommen fin6 un6 Ijkv gen?irft l}abcn. Hur' in 
Betreff 6er Uniperfttät Bologna l^aben mir eine 2lusnal}rm gemad)t un6 
eine i[n5af?l Illeif ner mit eru)ä(?nt, meldte 6afelbft ftu6irt f^atten un6 fpäter 
Doml^erren 06er gar Pröpfte 6es Domftifts Bauten ü:)ur6en un6 6amit 
6as gefammte l:{ird)enu)efen 6er 0berIaufi^ 5U leiten berufen maren. 

Hur pon fünf Hniperfttäten I^aben u?ir 5U 6em angegebenen ^wed 
6ie ^ITatrifeln, foipeit fie porliegen, ausge5ogen, nämlid) Pon Bologna, 
Prag, £eip5ig, IPittenberg, ^ranffurt a. 6. 06er. Hur Pon einem 
ein5igen (Dberlaufi^er miffen unr, 6a|| er in Paris ftu6irt f)atte. (£n?aI6 
p. Bolberi^ aus 6em ^aufe ^örftd^en, 6er 1476 Doml?err 5U Bauten tpar, 
ipir6 als ein „tief geleierter UTagifter pon Paris un6 gna6enreid}er Pre6iger 
in lateinifdier, iixm6ifd?er un6 6eutfd)er Spradje" be5eid?net^). (Erft in 
fpäterer (jeit pflegten junge oberlauft|ifd)e ^6lige auf il^ren üblid)en 
Bil6ungsreifen aud) Paris 5U befud^en. Von 6en ;,^ften 6er (Erfurter 
Uniperfität", herausgegeben pon ^ermann IDeifenborn (2 Bän6e, 1881, 
1884), l^aben tpir mel^rere l?un6ert Seiten 6urd)gegangen, ol?ne 6en Hamen 
eines ein5igen 0berlauft|ers 5U fin6en, un6 6al)er en6lid? 5U fud^en auf- 
gel}ört. 

^reilid) fönncn w\v 5ur ^eit feinesipegs alle (Dberlaufi^er auffül^ren, 
tpeld^e auf einer 6er genannten fünf Uniperfitäten ftu6irt l^aben. IDie tPir 
in 6en !ur5en (Einleitungen 5U je6er ein5elnen 6erfelben iper6en 6ar5utl}un 
l)aben, fin6 Pon Prag bis je|t nur 6ie Hamen 6erer, 6ie ftd? in 6er 
„2(rtiften-" (6. l}. pl)ilofopl)ifd}en) un6 in 6er 3iii*iftenfafultät um 6ie afa= 
6emifd?en ^ra6e eines Baccalaureus, £icentiaten un6 ITtagifters beiporben 
l^atten, pon Ceipsig nur 6ie 6er fämmtlid^en Keftoren, foi:)ie 6ie 6er pon 1409 
bis 1419 inffribirten 5tu6enten, un6 nur pon XDittenberg un6 ^ranffurt 
6ie Hamen aller 6afelbft 3"f^i'i^^ii't^^ peröffentlid^t. 2tber rpir erfal^ren 
aus 6en 2Ttatrifeln aud? nid}t, tpeld?em 5tu6ium fid? 6ie ein5elnen 5tu6enten 



») Knotige, (ßcfc^. bes (Dbcilanf. 21bcls, 138. 



Die 0berIauft^er auf Untrcrfttätcn. 135 

oicnnöniot Ifatkn. ^faft alle pfl*^ötcn suerft pf^ilofopl^ifd^e Stuöten 511 be^ 
frctbcn, nnb fo fiuöcn iptr, 6af md}i Mof 5al]Irctd}c Paftoron unö Cel^rer 
au bcn 5ta6tfd)ulcn, fon6orn aud} etnselne 3iinftcn bm (^vab eines 2nac3ifter5 
ermorben l^atten, ja ba^ felbft ein5elne ZneMdner ftd) Dr.phil. et med. (daneben. 

Bei 6eTn bis q,cO)Cn €n6e 5es 14. 3^^?i'l?un5erts faft allc^emein üblid^en 
Braud^e, ftd) nur mit feinem Dornamen unö 6em Hamen 6es ^eimatl^s» 
ortes 5U benennen, muH ^^^^^ ^^^'^^ l^erein öarauf Per5id)tet meröen, 5U 
ermitteln, iper ein 5. B. als Jacobus de Budisseri. Franciscus de Gorlicz, 
Christannus de Zittavia in 6ie 2TTatri!eI eingetragener 5tu6ent $ett)efen, 
un5 ipas etipa fpäter aus it^m $eu)or6en fei. 2lllen bcncn baq><^q,cn, bk 
in bcn Illatrifeln bereits einen Familiennamen fül^ren, l^aben n?ir 
cjeiriffenl^aft nad)G,efpürt, um über il)re 5^milienperl)ältniffe un6 ihre 
fpätere Cebensftellung» etipas 5U ermitteln. Ztufer geörucften Sd^riften un6 
5d)riftd)cn aller 2trt i">er6anfen mir 6ie auf^efunöenen, abftd)tlid} c^an5 fur5 
c3el)altenen Hoti^en pielfad? aud? 5er d5efällici»feit literarifd^er ^reunbe, 
(ipeni^ftens aus (5örli^ unö Bauten) meldte aus loyalen Quellen, 5ta5t= 
büd)ern, Hatl^sred^nunc^en ic. eripünfdjte 2lusfunft befd^afften, un6 meldten 
wir aud? nod? an öiefer Stelle unfern beften Dan! ausfpred^en. Die $e^ 
6ruc!ten Büd?er, aus bcnm xvxx: gefd?öpft, finb r»ön uns faft jeöesmal 
citirt woröen^), 6amit 2tnöere öie öort etipa befin6lid]en ausfiil?rlid?eren 
rcad}rid)ten über 5ie eine ober anöere Perfönlid?feit finöen fönnen. 

So Ijabm wxv 6enn pon 6en etma 477 0berlauft^ern, tt)eld?e u?ir 
5U Per5eid)nen l?atten, immerl^in 6ie I^älfte mit Bemerfunc^en perfel^en fönnen, 
ipeld?e über il^re Perfon naivere 2(usfunft q,ebcn. Dielleid)t fin6et mand?e 
oberlauft^ifd?e ^amilie öarunter Ztnc^el^örio^e ipieöer, pon bcmn fte bisl?er 
feine 06er nur ungenaue Kenntni]^ »jel^abt l^at. ^ür 5ie oberlauft^ifd?en 
5ed]sftäöte aber er$iebt fid? felbft aus 6en bis je^t nur tl^eilipeife por» 
lie^enben IHatrÜeln jener fünf Uniperfttäten 6ie el^renSe 0)atfad?e, 6a| nadtf' 
ipeislid? bis 5um ^al^vc 1550 12H Bau^ener, 150 ^örli^er, 67 giltauer, 
51 Caubaner, 32 l{amen5er, 26 Cöbauer, 5ufammen 452 5ed?sftä5ter auf 
öenfelben ftuöirt l?atten'. 

') 5(bfür3unoiGtt: Cod. 8ax. = Codex diploraaticus Saxoniae regiae, 
^Ibt(]. II.; befonbers Bb. 7, Urhinbeiibud? bcr Stäbtc Kamcitj nnb 'iöhaii, '^cip^igi 1883. 
— Cod. Lus. ^= Kollier, Codex diplom. Lusatiae superioris. (Sörli^ 1856. — 
£in. = Hencs €au[{^tfd?es inat3a3in. — 2t (S. = Knotl|e, (Sefdj. bcs 0berlauf. 7lMs 
nnb feiner (Sütcr. £cip3ia 1879 nnb „^ortfc^nna" 1887. - Spt. = Novi Scriptores 
rer. Lusatic. 4 Bänbe,' (Sörli^ 18:)7— 70. — "(£rm. -= (Ermifd?, ZT. 2Ird?it> für fäd?f. 
(Sefdi. Befonbers ^^b. XI.: Die pröpfte bes KoIIcaiatftifts St. petri 5n Bant^en. — 
0tto — (Sottl. ^fricbr. 0tto, !£cjifon ber oberlauf. Sd^riftftellcr n. Künftler. 3 ^änbc, 
(Sörlit^ 1800 fkv — Dietm. = Karl (Sottlob Dietmann, priefterfd?aft in bem ITtarF- 
ijrafthnni 0')berlanftt3. £cip3ig 1777. — müll., Hef(S. = 3ot|. (Sottlieb miillcr, Derfnd? 
einer 0berlanf. Heforma3ionstjefc^id?tc. 1801. — IHülI. K(5. — Derfelbe, Kird^engefd?. 
ber Stabt £anban. (Sörli^ 1818. — ITenm. = (£. (S. Cl]. Henmann, (öefdj. v. (Sörli^. 
1850. ~ Sd^ütt = 5d?ütt, progrmnm 3nr ^eier bes 300iät^r. 3ubil. bcs (Symnaftums 
3n (görli^. 18(;5. — ^ritfdj -- ^ritfd?, 2IIte (Sörl. (Sefdjiedjter nnb bic Xl^appen ber= 
felben. ^örli^ 1891. — (£arp3. A. = 3ot^. Beneb. (£arp30tp, Analecta fastorum 
Zittaviensium. £eip3ia 1710. - pefd^cc! c^itt. -= M. (£t]rift. 2lb. pefd^ecf, i^anbbnd? 
ber (Sefd?. Don ^ittan.' 1834 nnb 1837. — (Srünb. = 3. (S. (Srünber, Cl^ronif ber 
Stabt £anban. £auban 1846. 4^. — Scgtt. = Ct^r. Segni^, Annales ber Stabt £öbau. 
mfh-. ber Hatt^sbibl. 3U £öbau. 



]^36 ^i<^ 0bcrIaufiticr auf nnircrfitätctt. 

Die UtuDcrfttät Bologna ir>ar urfprün^Iid) Icöi^Iid? Hcd^tsfd^ulc, als 
fold^c aber öic bevüf^tntefte lüäE^renö öes $an5en ZTlittelaltcrs. €rft im 
Caufc 5or geit muröe ftc nod} bxivd} eine ^arultät für ^Heöiciner un6 eine 
für „2(rtiften", 6. b. foId)e, roeld^e 6ie pl)iIofopI)if d^en IDiffenfdjaften be= 
trieben, ern:)eitert. 3nfoIö,e 6er ^erpalti^en ^Hen^e aus allen Cänöern 
nadf Bologna ftrönienöer Stubirenöer (man 5äl?lte beren im 13. 3al?r' 
l^unöert suu^eilen 10000, im 14. 3al}rl}un6ert fo$ar 13000) bil6ete ftd? 
nun eine Csrofe 2(n5al)I von „Hationen", in bcmn ftd} 6ie £an6sleute, 
£el}ren6e une Cernenöe, 5ufammenfd)loffen. 3uerft 1265 mirö aud) eine 
„natio Germanica''^) ermäl^nt, 6ie aber fd^on lange Dorl^er beftanöen 
5U }:}ahm fd^eint. Unter il^ren 5al?lreid)en Beamten u:>aren öie üornel^mften 
Me beiöen jäl^rlid? aus 5er ^efammtl^eit 5er £an5sleute (jetDäl^lten „Pro= 
furatoren", u?eld)e r>or allem 5as Permöc^en 5er ITation 5U vermalten 
l]atten. 2Xus 5en von il^nen abgelegten Hed^nungen über €innal)men 
(recepta) un5 2Xusgaben (expensa) erfal)ren u:)ir nun feit 5em 3<^^^^' 
1289 and} 5ie Hamen 5er im Caufe 5es 3^^^*^'^ ^^^ ^^^ Hation Heci= 
pirten. 3<^^^^'^uf5unel?men5e l^atte nämlid? eine je nad} feinen Permögens= 
perl)ältniffen r>erfd}ie5ene, meift 12 bis 20 5d}illinge (solidos) betragen5e 
2Iufnabmegebül?r 5U erlegen. (£s ftn5 auf er einseinen Dornel^men 2X5ligen 
faft 5urd}gängig bereits in 2tmt un5 n)ür5en ftel?en5e (Elerifer aus 5en 
perfd)ie5enften (5egen5en I)eutfd)lan5s, Dänemarks, felbft 5lan5erns, Hör» 
u)egens 2c., iDeldje fid? in Bologna por allem nod) 5ie Kenntnif 5es 
canonifd)en Hed)ts aneignen sollten, 5ie fte 5ur Uebernal^me l^öl^erer gcift^ 
lid^er 2temter gefd}i(ft mad)te. Darunter befin5et ftd) aud? eine 5iemlid}e 
2tn5al)l r»on (Dberlauft^ern , u)eld)e tl^eils fd)on 5amals Doml^erren 5U 
Bauten maren, tl^eils fpäter es U)ur5en. '^m übrigen ift freilid? 5ie ^al}l 
5er 4)berlauft^er eine nur geringe. (£s gel^örte fd^on ein grofer €ifer 
für 5as Stu5ium 5es canonifd^en Ked^ts un5 ein anfel^nlid^es (£in!ommen 
o5er Vermögen 5a5u, um fid^ 5U 5er uunten Heife un5 5em foftfpieligen 
2(ufentbalte in 5er italienifd^en llnir>erfttätsfta5t 5U entfd^liefen. 5eit5em 
1348 aud} in Deutfd)lan5 eine llniuerfttät, 5ie 5U Prag, eröffnet tt)or5en 
tt?ar, befud^ten 5ie 0berlaufi^er natürlid} 5iefe. n)äf?ren5 fld^ r>on 1368 
bis 1471 fein einsiger 5erfelben met^r in Bologna rerseicbnet fin5et, be- 
gegnen ipir feit le^terem 3^^^^ n?ie5er einigen reid^en 2i5ligen, 5ie fpäter 
5. Cl). 5U l)ol)en itemtern gelangten. 

IDenn Bernbar5 (HI.) i)err r>. Kamen 5, 5er eigentlidje Stifter 
5es Klofters IlTarienftern 2), 5er feit 1266 Defan, feit 1276 propft 5es 
Domftifts ZTIeifen, r>on 1281 — 1290 aber sugleid} Kansler 5es ^er^ogs 
I^einrid^ IV. pon Breslau un5 Don 1293 — 1296 Bifd^of üon ^Iteifen mar, 
ftd^, wk 5ie l{loftertra5ition berid^tet, ir»ir!lid) längere ^c\t in 3^*^^^^" ^^f' 
gehalten l?at, fo 5ürfte er rnol^l aud? in Bologna ftu5irt l}abm, wk er 



1) Acta nationis Germanicae universitatis Bonoiiiensis — ediderunt 
Ernestus Friedlaeuder et Carolus Malagola. Berolini 1887. 

2) Knotige, Bcnil^arb v. Kamcn5, bcr Stifter bcs Kloftcrs ITTancnflern; r. IPcbcr's 
2kdi'w für bie ftid?[. (Sefd?., IV. 82 ffg. 



Die 0bcrlauftt)er auf nnirerfitätcn. 137 

bcnn in 6cr Cl?at ein feE^r ^utcs £atcin fd^rieb unö il^tn in einer p*äpftlid^en 
llrfunöc von 1*291 ^) 6as afa5einifd)e Präöifat „magister" bci^elc^t ipirö. 
IPir laffen nun Me Hamen 6er (Dberlaufi^er, 5ie tüir in 6en Actis 
iiationis Germanicae 511 BoIo»$na ^jefunöen l^aben, folc^en un6 fachen 5ie 
^al}{ 6er 5d}iIIin$e bei, öie fte bei öer ^(ufnal^me q,^al}li t^atten, ba fid? 
l^ieraus itumerE^in ein Sd^luf auf i(?re Permö^ensDertJältniffe 5iet}en läft. 

1301. Dominus Guntherus de Hugwitze XII solidos. 
Dominus Johannes de Gorlitze XII solidos. 
Dominus Theodericus de Panwitze XV solidos. 
Da öiefe 6rei Hamen (Acta pg. 56) unmittelbar hinter einanöer 
r)er5eid)net ftel^en, fo meröen il)re ^nhahcv wohl aud} fämmtlid) 
0berIauft^er fein. IPir möchten 5ai)er nid^t mit Pfotenbauer 
(5d)Iefter auf 6er Hniüerfität Bologna, ^ätid}i\ 6. Per. f. C^efd). 
un6 2lItertE}. 5d)Ieftens, XXVIII. 438) annehmen, ba^ ^o\:}ann 
von @örli^ einer in Breslau anfäffiaen ^amilie 6iefes Hamens 
ancsel^öre. (Ein ®üntl)er v. ^auc^iin^, 6er afa6emifd}en 5tu6ien 
obc3eIe*5en l)abe, ift 5tt?ar 5U jener 5*-'^^ "^^^ nad^meisbar, aber 6er 
Porname (Süntber !ommt bei 6en oberlauft^ifd^en I^au^mi^en im 
1-1. un6 15. 3^^i'bun6ert bäufio» por (216. 258 ff^.). (Ein „Kitter" 
O)eo6erid^ v. Paneunfe ir>ir6 von 127G— 1303 oft c^enannt. (£r 
fd)enfte 130-1 „mit ^uftimmunc^ feiner 5öl?ne" 6em Kloftcr Filarien" 
ftern einen Zlntl^eil 6es Porfes ^aiwx bei l{amen5 [2i<3. 408). 
2nö<^Iid), 6af 5U 6iefen Söhnen aud) 6er l}kv erunil^nte Theodericus 
gehörte. Derfelbe ^ahlte, als einer reid)en ^amilie anc^el}öric3, mehr 
für feine J^f^nption, als feine bei6en €an6sleute. 

1305. Dominus Johannes canonicus Buznensis an6ere Cesart ßntz- 
nensisl, VIII solidos. 

Acta pg. 57. IPir haben 6enfelben in Bau^ner llrfun6en nid)t 
Doroiefun6en. 

1313. Dominus Heinricus de Luban, X solidos. 

Acta pg. 65. Pfotenl^auer (a. a. 0. 438) u?eift nad}, wk 6iefer 
geborene (Dberlaufifeer i. 3- 1361 als Heinricus de Lubano ad- 
vocatus consistorii AVratislaviensis be5eid}net u?ir6. 

1337. Dominus Albertus dictus Knuten de Myssena ejusdem 
diocesis, XX solidos. 

Acta pg. 99. Dicfer 2llbert Knut aus altem mei||nifd}em, ritterlid^em 
(Sefd?Ied)t mar 1343—1358 propft 5U Bauten (€rm. XI. 26 fg.). 

1340. Dominus Nycolaus Eberhardi de Bodesin de Missna contri- 
buit XX solidos. 

Acta pg. 102. €r wat min6eftens fd)on 1339 Pomherr in Bauten 
(€rm., 26) un6 l^eigt, als er 1344, alfo nad} inerjähric^em 5tu6ium 
in Bologna, 5U einem 6er bei6en Profuratoren 6er 6eutfd}en Hation 
ertt?äf?It u?ar6, in 6er C^at canonicus ecclesiae Budissinensis 
Misinensis diocesis. 



^) Cod. dipl. Sax. reg. U. 1. 231, 



138 ^iß 0bcrlauftt5cr auf llnircrfitiitcn. 

1340. Dominus Nycolaus de Bischolfsword Isic], XX solides. 

Acta pg. 102. Da er sucjlcid) mit 6cm Dori^cn inffribirt warb, 
fo ftammtc er inal^rfd^einlid) aus 6er Bau^ner Patricierfamilio 
Btfd)ofstDer6e. (Sonntagsbeilac^e 3U 6en „Bau^ner Hadjrid^tcn" 
1886, Ho. 3 5. 11.) 

1367. Dominus Theodericus de Goch dedit XX solidos. 

(£r ir»ar min6eftens von 1393- 1405 Propft von Bauten ((£rm. 30 fa.) 

1368. Dominus Hermannus de Budesczin canonicus Budesczinensis, 
XIIII solidos. 

Acta pg. 131. (£r fommt in Bau^ner Urfun6en nidjt r>or. 

1471. Dominus Johannes Eassel de Butesen, X Bolognicos. 

1476. Magister Paulus New man de Camentz diocesis Misnensis, 
capellanus capellae — in Eiwliduarum |?] diocesis Augwensis 
regni Ungariae. 

1484. Dominus Cristoferus Phel [axid} Phol| Misnensis diocesis. 
IV grossos Bononienses. 

Acta pg. 231. 2Xu5 alter Bau^ner Patricierfamilie, aus iv>eId]ior 
5. B. peter pfol fc^ön 1382 als Hatljmann q>manni wirb. 1486 
u?ar6 er (als „clericus", von an6erer ^an6 aber als „canonicus 
Numburgensis" be5eid)net) 5U einem 6er Profuratoren ermäl^It. 
1500 erfd^eint er als 0fficial 6es Propftes 5U Bauten un6 1505 
wat ,,Dr. (Ef^riftopl^ pfoel" Defan 6es 6aft9en Domftifts ((£rm. 38). 

1484. Dominus Bernhardus Canitz de Goi'litz, VIII grossos. 

x^Lcta pg. 231. (£r ftammte aus alter ^örlt^er Patricierfamilie 
un6 ir>ar 1498 Dr. juris utriusque un6 bifdjöfltd^er (Dfftcial 5U 
meifen (2t6. 143). ' 

1502. Dominus Caspar Em er ich de Gorlicz, canonicus ecclesiac 
Budicensis et Glogoviensis, florenum medium. 
Acta pg. 261. 5ol}n 6es reid^en ^orlt^er Bürgers ^eorc3 (Emericb, 
6er 1489 für il^n eine adfk Präben6e am Domftift Bauten, 6ie 
„6es Speers un6 6er Hä$el (£(}rifti'', «jeftiftet l)atte. IVt'xi einer 
Präben6e an 6er £iebfrauen!trd^e 5U ^rof$Io$au un6 mit 6er 
Cufto6te an 6er 3^^^^""^^^^^^^ 5^ Breslau wav er 5u?ar ebenfalls 
belel^nt, fonnte 6iefelben aber ntdjt bel^aupten. Pag er 1504 ,,Heftor" 
6er Untpcrfttät Bologna gemefen fei, tft menigftens aus 6en Acta 
nationis Germanicae nid^t 5U erfe^en. 3^^^ 3^^^ 1505 feierte er 
als Dr. utriusque juris nad? 6er 0berlauft^ 5urücf. 1507 irar6 
er Defan 5U Bauten, legte aber 1522, nad)6em er 6er llnre6ltd}fett 
in (Sel6angelegenl^eiten befd^ul6igt tt)or6en mar, fein 2lu\i nte6er 
un6 hcq^ah fxd} 5U feiner in ^reiberg leben6en Sdju^efter (2i(55. 17s. 
— 3^^^/ Urfun6ltd}e Had^rid^ten über ^eorg (£merid}, €211. 
1892. 135. — Baumgärtel, Die fxrdfl (5uftän6e Bau^ens k. 
■ £m. 1889. 13. Hnmerfung). 

1502. Dominus Jacobus de Saltza diocesis misnensis dedit Bolen- 
dinos XXVI. 

Acta pg. 261. €r warb sugleid} mit (Laspar €merid) immatrt- 
culirt un6 1507, als legum licentiatus, 5um profurator ertr>äl?lt. 



I)ic 0bcrIaufi^cr auf nitincrfitäten. 139 

1508 wav er Dr. juris ntriusque. Xladi 6er ©bcrlauft^ 5urücf' 
tjcfcl^rt, würbe er 1510 €an6e5l)auptmann 511 (Slogan, trat aber 
1511 in bcn cjeiftlid^en 5tan6, erl^ielt eine Domt^errenftelle 511 (Slo^au, 
fpäter and} in Breslau un5 tDuröe 15'20 5uni ^ürftbifd^of von 
Breslau .ywäl^lt (2l(S. 468). (£r l}atk Dor feinem tEo6e (1539) 
rerf üg,t, öaf feine (Erben 6er 6eutfd)en Hation 5U Bologna 
30 untjarifd^e Pufaten aus5al)Ien follten, was 1541 in 6er £l)at (jefd^af^. 
1507. Dominus Johannes Küchel [and) Kuch) Gorlicensis, quartam 
ducati. 

Dr. 3of?. Küd^el mar 1524 l{an5ler 6e5 i)er30$5 ^eorg r»on Sad^fen 
(5d?ütt, 18). 

1511. Dominus Melchior de Gerstorff de Eudelstorff, dimidium 
ducati. 

Acta pg. 274. (£r ir>ar6 1515 5um Pro!urator era>äl)It. Heber 
feine ^amilie vq,L 21 (S. 216. 

1512. Dominus Raymundus Kro misnensis diocesis, dimidium ilorenum. 

x4.cta pg. 275. Pie ^amtlie d. Kralle wav auf i)artau bei 
Bifd)of5rr?er6e ^efeffen. Xlad} feines Paters (tDill^ehn) ^o6e wntbc 
Kaimun6 Kralle nebft feinem Bru6er l^ans 1524 un6 abermals 
1555 mit ^artau beleE^nt (21^. 321). 

1518. Dom. Udalricus Nostitz Lusatius, unum ilorenum Renensem. 
Acta -pg. 283. Ber>or er 6ie llniperfttät Bologna be5ooi/ f?atte er 
1514 fd^on in ^ranffurt a. (D. ftu6irt; 1522 mäl^Ite man \fy\ in 
Bologna 5U einem 6er bei6en profuratoren; er ging aber por Tib- 
lauf 6er 2(mts6auer ah ( abiit), nx^sl^alb ein 2ln6erer an feine Stelle 
gemäl^It mer6cn mu]|te. Zlad} 6er (Dberlauft^ 5urü(fgefe{)rt, über^ 
nal}m er in 6er brü6erlid)en Cl)eihing 6as alte ITofti^'fd^e 5tamm= 
gut Hnmür6e bei £öbau, 5U n)eld)em er 1540 and} Huppers6orf 
ermarb. So u?ar6 er 6er Stammpater 6er d. Hofti^'fd^en I^aupt^ 
linie Huppers6orf. 1542 mur6e er 2lmtsl)auptmann ron Bauten 
un6 als fold^er Steüpertreter 6es meift abtt)efen6en £an6pogts. als 
ftol5er 2lriftofrat, ftrenger Bureaufrat un6 eifriger Katl^olif, setgte 
er ftd) als entfd)ie6ener Gegner 6er Sed)sftä6te un6 galt allgemein 
als „6er t^auptfäd)lid)fte 2Xbgönner un6 2Ingeber'' 6erfelben bei 6em 
für fte fo r>erl)ängnifDollen ,,Pönfalle" (1547). 1549 ernannte i\}n 
iiaifer 5er6inan6 ^um erften „£an6esl)auptmann" 6er 0berlauft^. (£r 
ftarb 1552 (21(5. 386. „^ortfe^ung" 6er 21<S. 100. HTl 1877. 390). 

1536. Dominus Jacobus a Saltza in KontzendorfF Silesius [sie], 
unum Corona tum. 

Acta pg. 312. Halber Dertt?an6ter 6es beim 3^^^**-' 1^^'^ ^^' 
ir>äl)nten Bifd^ofs Don Breslau un6 fpäter felbft auf l:{un5en6orf 
bei ®örli^ gefeffen (21(5. 467). 

1547. Nobilis dominus Cristophorus a Tschirenhausen de Kislings- 
wald Sylesius, libras quatuor, Bononienses octo. 
Acta pg. 331. €in Sol?n ^rie6rid)S r>. Cfd^irnl^aus auf Kiepngs« 
n?al6e un6 feit 6es Daters Co6e (1561) 5U ^aus6orf gefeffen; ge^ 
ftorben 1571 (2i(5. 520). 



140 I^iß ®bedau[it3cr auf nnipeifitäten. 

IL ^va(^.') 

3n 6cr böl)niifd}cn I7auptfta6t pracn i]atk bereits ipäl^renö 5es 
13. 3^^i*l?iii^^^'vt5 ein ,^Parti!ularftubiuin" bei 6er 21IetropoIitanfird)e 511 
St. Deit beftanöen, in melc^ein von einic^en IHac^iftern 6er freien l^ünfte 
un6 6er Cl^eolo^ie für 6en einl?einiifd)en Clerus Porlefun^en c^el^alten 
iimr6en. 2ils aber 6er junc^e BöE^nienfönig, l\arl (IV.) (1347) auch 6eutfcber 
liaifer aea>or6en mar, errid^tete er 6afelbft fofort 1348 ein „^eneral = 
ftu6ium" nad^ 6em DorbiI6e 6es il^ni mol^Ibefannten Paris. Der Keftor 
6effelben anir6e anfangs ]ät)rlid^, fpäter I^albjäl^ri^^ 6urd) Sie pier „ITationen", 
in tDeld^e alle 5ur Uniperfität ^e^öriijen Perfonen je nad} il^rem ^eiruatl)s- 
Ian6e ein^etl^eilt rparen, $err>äl)lt. Unter 6en rier „^afultäten" toar 6ie 
6er „^rtiften" o6cr „6er freien Künfte" 6ie 5aI)Ireid)fte. 3n il)r ipur6en 
nad} altl?erc3ebrad^ter CEintl)eilunc3 (Sranimatif, ^l?*^'tori!, Dialeftif (triviinn . 
^ritl)iitetif, (Geometrie, ^ftronomie un6 IHufif (c|uadrivium) unter (?)ii 
c3run6elegun(5 beftinnnter älterer 5d7riften $elefen. 3nfoI$e ron 5treiti<3= 
feiten mit 6en ^rtiften biI6eten 6ie 3uriften 1372 eine befon6ere „3ii^*M*ton = 
Uniperfität", anfangs aud) unter eiijenen Keftoren. (£rft 1405 erfd)eint 
aud^ ein üollegium medicorum. 2(n 6er Spille je6er 6iefer innerl^alb 
il)res Kreifes gans felb[tän6i$en ^afultäten ftan6 ein I^albjäl^rio; eripäl)Iter 
Defan, unter 6effen Porfii^ nun and} 6ie afa6enii[d)en (Bra6e eines 
Baccalaureus un6 eines UTagifters eriporben 5U iper6en pflec^ten. 

3« 6er 2trtiftenfafultät ipur6en alle Quartale pon pier lner5U 
ermäl^lten ITtagiftern, je einem aus je6er Hation, 6ie oxainina Imcca- 
laureandorum ab$el)alten. 5i^^3^'I^^fKii UHU-6en nur fold]e 5tu6iren6e, 
ipeld)e nad)ipiefen, 6af fie über 6iejenic3cn Sd^riften, 6eren lienntnij^ für 
6as Baccalaureat als unerläj^lid) aalt, Porlefungen c3el)ört l)atten. Die 
(£ramenoiebül)r betrug 20 (^rofdjen. 2tber n\d}t alle fonnten 6iefe Summe 
auf einmal erlegen; fie baten alfo um (5eftun6ung (petivei-unt dilationoini. 
^n6ere be5al)lten, als pauperes. gar nid^ts. Xlad} beftan6enem (£|-amen 
6urfte fid} nun 6er baccalaiireandus 5U 6er eigentlid^en Promotion mel6en, 
bei ipeld^er er nur nod} eine Pon 6e)n Promotor xfyn geftellte quaostio 
5U beantiporten l^atte. So tt^ur6e er baccalaureus in artibus. Viad} 
5a)eijäl}riger ^rift fonnte er ftd} 6ann 5U 6er nur einmal im 3^^^*^ \^^^^' 
fin6en6en IHa gifter prüfung mel6en, bnvd} wdd}c er fid) 6ie licentia in 
artibus eriparb. 

Die meiften 6er Dorlefungen l)alten6en ^Uagifter unterl)ielten in 
6er Bel^aufung, ipo fie lafen, sugleid? eine bursa, 6. I7. l^atten Stu6enten 
in €ogis un6 Koft. (£rft nad} nnb nad} entftan6en mel^rere „^oh 
legien", in 6enen eine beftimmte 2(n5al)l Pon UTagiftern gemeinfamen 
f^ausl^alt fül)rte un6 jugleid^ il)re Porlefungen abbielt €in geunffer 
Dincen5 Hy6ef aus (Öörli^ fd]enfte 6er Uniperfität 6as dollaturredit 
über einen ^Itar 5U Prag un6 permad)te il)r in feinem Ceftament pom 
7. 2(uguft 1379 nod) eine Summe (5el6es 5U (Erwerbung un6 (£inrid]tung 
eines l7aufes, in weld^em anne Stu6enten unentgeltlid) ipol^nen fönnten. 

^) W. W. Comccf, (5cfd^ ber pragcr lliiiüerfität. praa 1849. 



Ilic ©bcilaufit^cr auf niiiinn-fitätcii. 141 

IPahrfdiotitlid) war es bas (ollogiiini panperum in 6cr ITäf^c 6er 
-r raloiitiitfivd}o. 

2ind} in Pracs waren es, une in Bologna, faft ausnaf^mslos fdjon 
^^oreifte ^llänner, meift dlertfer, öaruntev Doml^erren, siebte, Bifd^öfc, 
ii">cld)e i'xd} 5ur Uniperfttät triff ribtren liegen, freilid) aud) ein5elne nod} 
^an^:^ junoie itMi^e, 6ie nod^ unter 6er €eitun$ il^res l7ofmeifters ftan6en 
un6, als puori. 6en üblidien (£i6 6ein Heftor o6er Defan nod} md)t 
loiften fonnten. 

Die Hainen 6er fäninitlid)en 6ie Uniperfttät präg, befud)en6en Per= 
fönen unir6en eincjetraoien in 6ie für alle Icationen un6 ^afultäten gemein- 
fanie ,, IlTatrifel". Diefelbe ift 5ii'>ar von 1378 bis 511111 2(nf ange 6es 
17. 3<-^Wiii^^'>'^'^^ porl7an6en, aber nod] nid^t peröffentlidjt. IPobI aber 
ftn6 6ie Per5eid}niffe 6er 5iig,ra6uiren6en wenigftens Don 6er 2(rtiften= 
un6 6er Jii^'^ftenfafultät abc>e6rucft in 6ein IPerfe: Monumenta historica 
iiniversitatis Carolo-Ferdinandeae Pragensis, un6 5ir>ar 6ie 6er 2lrtiften 
[von 1378—1585) in tom. I. (pracs 1830), 6ie 6er 3uriften (pon 1372 
bis U18) in tom. IL (pracj 1834). 

^Xus 6iefen Der5eid)niffen lernen wir nun and} 6ie Hamen 6er 0ber = 
läufiger, aller6inc^s feineswecsS aller, ipeld?e 6ie llniperfität Pra^j befud^t 
l)aben, aber 6od) 6erer, wd&ic 6afelbft Baccalaureen 06er ^ITagifter 
(^eu7or6en fin6, fennen. Von 6en in er 6afelbft beftel)en6en Hationen, 6er 
böl)inifd)en, polnifdjen, fädjfifd^en un6 bairifd^en, c^el)örten 6ie 0ber" 
laufil5er 5U 6er erften, 6a ja il)re ^eiiiiatl) ein „€an6" 6er Krone Böl^men 
bil6ete. Jn 6ein Der5eid]nig 6er 3u^*if^'^"f<-'ifiii^^t ^^ ^^^^ Hamen 6er 5U 
€raminiren6en ftets 6ie ^al^l 6er ^rofd^en (meift 14) bei^jefe^t, lüeld^e fte 
für 6as (£ramen 5U jablen c^ebabt l^atten. IPir laffen and} l)ier 6iefe 
(5<il?len mit ab6rucfen. (Es ift erfreulid}, 5U feigen, ipie alsbal6 nadf (£r^ 
öffnuncj 6er Hniperfität prac^ faft je6es 3^^^ ^^^^ ^^" oberlaufi^ifd^en 
5ed}sftä6ten, befon6ers aus Bauten, @örli^ un6 Zittau'), eine nn5af?l 
junaer 21Iänner fid} nid]t blof 6afelbft inffribiren lief, fon6ern fid? in 6er 
Cl]at afa6emifd]e n)ür6en erumrb. £ei6er mad)t es 6er 6amalic^e 
Braud), fid) nur mit 6em Pornamen un6 6em l7eimatl}sort 5U benennen, 
unmöc3lid}, über 6ie nur in 6iefer IPeife be5eid?neten Perfonen ir3en6 
uxntere Hoti5en bei5ubrin$en; Don pielen 6er mit il^rem Familiennamen 
Benannten aber l)aben mir immerl^in naivere UnOfabm über il^re ^amilie 
un6 über il)re fpätere Cebensftellunoi 5U ermitteln permod^t. 

Cänc^ft fd)on l^atte es 5a>ifd)en 6er mefentlid) aus (£5ed?en beftel?en6en 
böbmifd^en Hation un6 6en übrigen 6rei, meift aus Peutfd^en beftel)en6en 
Hationen Heibunc^en gegeben. €rftere ftan6 in 6er um 6en Ztnfancj 6es 
15. 3^^^i'l?ii"6erts 6urdi 6ie q>anie d)riftlid}e IPelt giel^en6en Beipegung 3U 
(fünften einer Deformation 6er l{ird)e an f^aupt un6 ^lie6ern auf Seiten 
6er Heformpartei. Und} wolik fie nid^t 6ie pon 6en 6rei Hationen als 
fe^evifd) be5eid>neten 45 3ä^e aus 6en Sd^riften IPiflefs unbe6ingt mit 
perurtl)eilen. Desgleid^en flaute fie, 6af infolge 6er überipiegen6en Stimmen = 



') Die ,i)ittaiicr bat pei"d;tccf ((Scfd\ von .-^'xiUm I. 544) hir3 3nfannncnoicfteUt 
juin CLbeil mit abtpcid^enbeii 3^ü|ics5al|Ien. 



142 ^iß 0berlauft5cr auf Iliiircrlttätcti. 

^al)l 6cr 6rci Hattonen bei allen 2ibftnnntuncsen in all*jeineinen Unirerfitäts^ 
an$ele$enl?eiten 6ie meiftcn afaöeniifd^en Zleinter, ebenfo wk 6ie meiften 
Stellen in 6en „CoUe^ien" fid} in 6en ^änöen 5er Peutfd^en befänöen. 
(gnMtd) rietl} M. 3^^^"^^ ^^t/ ^^^ ^ül^rer 6er Csed^en an 6er llni= 
perfttät, 6em Hönxq, IDensel, bei tt)eld)ent er in l)ol)eni Unfeinen un6 €influf 
ftan6, er folle bas 5timntenr»erl)ältnif 6al7in abän6ern, 6af fünfti^ 6ie 
böt^mifd^e Hation für fid) allein 6rei Stimmen, un6 6ie übricjen 6rei 
Hationen 5ufammen nur eine Stimme baben follten. 2ils nun 6er liönk} 
(18. 3^nuar 1409) in 6er Cl}at 6ie5 anbefal^l un6 in einer an^efe^ten 
allgemeinen Perfammlun^ 6er gefammten Uniperfttät 6urd) einen föniG,= 
lid}en Commiffar un6 unter 2luf$ebot 6er Sd^öffen 6er Sta6t Pra^j un6 
5al)lreid}er Bewaffneter 6en 6amali$en Heftor nötl^iijen lieg, Sd^lüffel, 
Siegel un6 Illatrifel einem neuen, pom l\önic>e felbft ernannten Heftor 
5U überleben, fo reid)ten 6ie 6rei Hationen 5unäd}ft eine Proteftation 
beim Könige ein un6 befd}loffen, 6a 6iefelbe unbead^tet blieb, fämmtlid} 
aus5UU) an 6 er n. €s follen 6amal5 (11. lUai 1409) an 5000 IHa^ifter 
un6 Stu6enten Pra$ perlaffen l)aben^). Piele 6apon wen6eten fid] nai} 
6em ITteifner £an6e, wo 6ie ^Harf^rafon ^rie6rid) un6 IPill^ebn fte g>aftlid) 
aufnal)men un6 fo 6ie neue Uniperfität £eip5ic^ $rün6eten. 2lud) pon 
6en bis 6al)in in Prac3 ftu6iren6en 0berlaufi|ern u?er6en unr mel^reren 
in €eip5i$ a^ie6erbe^e9nen. 3" P^'^i^ l)aben ipir nad:} 1409 feinen mel^r 
9efun6en. 

1. Jtttf bct Jtrtiflenfaßttftät drabttttte ^bettandUt, 

1367. Chris tann US de Zittavia, d[editj. 

Ad baccalaureatum processit. 
1370. C. de Gorlicz. 

Receptus ad facultatem. 

1375. Hermannus de Syttavia. 

Admissus post examen baccalauriaiidormn. 

1376. Francis GUS de Syttavia. 

Admissus ad gradum baccalauriatus. 
1378. N. de Gorlicz. 

Examina tus et admissus. 

1382. Sigismundus de Gurlicz, dd. 
Lucas de Gurlicz. 

1383. Nico laus Luban. 

1384. Sigismundus de Gerlicz. 
Nicolaus Gorlicz. 

1385. Nicol. Butissyn. 

1386. Nicol. de Gerarstorff. 

3ß6enfall5 6er ^amilie p. (5er56orff an^jel^öri^, 6ie 6amals nur erft 
in 6er 0berlauft^ ftd} 5U perbreiten be(3ann. 



*) f^öflcr, ITlagiftcr ^ot^anii liiis imb bcr ^Ib^Uij bcr beutfrfjeti profefforeti luib 
Stubenten aus pra(^. 1864. 



Die ©bcrlaufi^cr auf UniDcrfitäten. 143 

Nicol. Luban. 
Caspar de Lubavia. 
Petrus Emerreyclier. 

IPöl^I aus 6er (5örlifeer ^aniilte (Srmelrid?, 5ie pon 6er ^amilie 
^wxcvxd} 511 unterfd}ei6en ift. 1396 toar ein Hifel (£nnilrid} Bürger- 
ineifter 5U (öörli^. 

liisT. Petrus Usk de Budissin. 

Da eine ^amilie „Hs!" in 6en Bau^ner llr!un6en un6 ^eridjts« 
bücbern nid)t r>orfomnit, fo l}än(jt 6er l^ier benannte rielleid^t 511-- 
fainnien mit einem Petrus Uskewicz (6. l}. ftammen6 aus 6em 
Dorfe 2(ufd}foiDife, W. von Baufeen), 6er 1370 — 76 mel^rfad? 
eruHil]nt wirb. 

13<S8. iVndreas de Zytavia. 

Xicol. By schöpf Werder. 

Wohl einer 6er bei6en aus Bifd}ofsn?er6e nad} Baufeen un6 nad) 
(5örii^ ein>.3eiran6erten ^amilien an^el^örto», 6ie ftd? 6anad) Bifd^ofs» 
tr>er6e nannten (21(5. 127. 5onntav3sbeiIac3e 5U 6en „Baufener 
r(ad?rid)ten'' 1886. Ho. 3 5. U fo.j. 

1389. Nicol. Luban. 
Eberhard US de Zitwauia. 

1390. Francis cus de Gorlicz. 

1392. Gregorius de Lubavia. 

1393. Francis cus de Gorlicz. 

1394 licentiatus in artibus, recepit birretum in artibus a mag. 
Nicoiao de Jawir. 1395 Defan. 
1.-^^)4. Michael Beyer de Goerlitz. 

IDoy 6erfelbe „Mag. Mich. B.'* wmbc 1412 als „Dr. in medi- 
cinis. Pragensis" aud} in €etp5ic3 inffribirt. — €r ir^ar piclleid^t 
ein So[}n 6es Hifol. B., 6er 1405 Hatl?s(?err i^ar. 
Nicolaus Nosticz, non dedit: mortuus priusquam determina\dt. 
5td?er ein 0berlaufi^er, 6a 6te ^amilie v. Hofti^ 6amals erft in 
6iefem €an6e u)ettr>erbrettet u?ar. 

1395. Joan. de Budissin. 

1396. Clemens Schreibersdorf f. 

Promotus ad gradum magisterii in artibus. 1401 u?ur6e er, 
als IHa^ifter, 5um (£innel?men 6er ^eI6er in 6er 2(rtiftenfafultät 
^vwäi}ii, mar alfo Docent 5U Pra^. (£r ^el^örte ^emi^ 6er 0ber* 
läufiger ^amilie v. Sd^r. an, 6ie 6amals tl^eils in Hefd^mife, tf^eils 
im (Sörli^er n)eid}biI6e anfäfft^ mar (21^. 491). 

1397. Franciscus de Lubavia, d. 
Joan. de Lyban. 

Xt)ot?I aus Cauban. 

1398. Michael de Gorlicz. 

Joan de Gorlycz det[erminavit]. 
Joannes de Gorlycz p. 

6. l}. petivit dilationem l)iu*sa(^, adductis testibus secundum 

consuetudinem. 



144 ^ic ©bcrlaufit^cr auf Itnipcrfttäten. 

1399. Balthasar de Zittavia d. 
Joaii. Adam de Bewdesen d. 

1400. Joan. Wiseheiiczel de Zittauia d. 

(fr ipuröe 1405 5inn (Eramen pro licentia 5U9eIaffen. - (£in 

^ran5 IPeigl^entfd^el, Diclleid^t fein Dater, war 1408 Katl^sl^crr 

((£arp5. A. II. 269). 
Nicolaus Eychler de Sytauia. 

lieber 6ie alte g^ttauer patriderfamilte (£id)Ier vg^l £l\X. 1772. 31. 

(£arp5. (A. II. 268) fül^rt einen ,,HicoI. Cy^tener" als Katbsl?errn 

im jal)re 1411 an, wofixv wohl „(Eyd^eler" 511 lefen ift. Öerfelbe 

fönnte 6er l^ier ermäl^nte fein. 
Hermannus de Sittauia. 
Mathias Garlicz. 
Balthazar de Zittavia. 

admissus ad examen magistrandoriim. 

1403. Mathias Budissen. 

Joannes Staczing de Zittauia. 

1404. Nicolaus de Zittauia, 

admissus ad licentiam. i£r fin^ 6al)er fd)on 6en 12. ^ebruar 
als Docent 5U lefen an. 
Martinus Vtho de Budissin. 

(£in ßol?. Uto wat fd}on 1290 Hatl?inann 5U B. (£211. 1870. 58), 
pielleid^t öerfelbe Vto civis, 6er (Dor 1345) cum uxore bei 6en 
^ran5is!anern 6er 5ta6t bearaben lag, (Cod. Lus. 353). 

1405. Jacob US de Budyssin. 

1406. Andreas de Zittauia. 

2. ilttf bet ^titiftenfahntiät grabuttte ^Bcrfanfitjer. 

1372. Joannes de Citauia. 2 gr. 

1375. Joannes Sculteti, canonicus Budissinensis, d. 12 gr. 

2(ud) ein Nicolaus Sculteti, 6. I;. 5cbul5e, ivav 1393 DomF^err 
5U 3. ((£rm. 31). 

1377. Nicolaus Glubacz, d. 10 gr. 

Die ^amilie v. ^laubi^, früf^er (5hibac5f, wat in 6er ipeftlid^en 
0berlauft^ begütert un6 ein Hicol. v. (SI. 1430 3"^?^t>er eines 
2tntl)eils von Iceufird) (2t(5. 246). 

1378 Albertus Kopericz de Budesyn, 10 gr. 

Derfelbe ipir6 1385 nod}maIs als intitulatus aufoefül^rt, wobei er 
ein 5d}od (5rofd}en $e5ablt l^atte, pielleid^t für 6as Illa^iftereyamen. 
(£r geiferte 6er ^amilie v. ti. an, 6ie fid} nad} 6em jefet i(upri^ 
l}ei§en6en Porfe öftlicb r>on B. )iannte, un6 wav 1393 un6 nod} 
1407 Pfarrer 5U Bauten. ((£rm. XI. 31. Bau^ner Hatl^sardjiuj. 

1381. Hermannus de Grerharsdorf, 14 gr. 
Nicolaus de Gerhart sdorf, 14 gr. 

IDä(?ren6 6er Porname Hifolaus and} bei 6en oberlaufi^ifd^en 
V. (Bers6orff fel^r l^äufia u^ar, ift uns ein l7ermann v. (S. nur einmal 
(1348) in 6er Cinie Spittel Dorc^efommen (216. 201j. 



i)ic 0berlaunt5cr auf lliiiiicrfitäteii. 145 

Laurentius Salis de Lubano, d. 14 gr. 

€ r gel^örtc jeöenfalls 5cm in £auban lebenöen ^w^ii^^ 5er ^amilic 
de Säle o5er v. Sal^a an (2(^. 264). Die „Hec^eften 5e5 (5e= 
fd)Ied}ts 5al$a" 5. 269 (aud) ®rün5. 142) nmmn fogar einen 
£oren5 v. 5., alfo ipobl 5en l^ier eripäl^nten, 1399 als Bür^erineifter 
511 €. — €tn ^etnpel v 5., oieUeid^t fein Dater, rr>ar 1378 Bürger- 
meifter 5afelb)'t. 

Hcnricus Freyberg de Budess., baccal. in artibus, d. 14 gr. 
€r erfd}eint 1393 als Domf^err un5 1407 als Domberr^Cantor 
atn Domfapitel 511 B. (€rm. XI. 31 fc^.). — (£in I^einrid} ^rey- 
bcrc^, pielleid)t fein Pater> toar 1376 Scabinus in B. 

Rychardus Biosdorf, d. 11 gr. 

Heber 5ie ^amilie v. BIofd?5orf auf XDiefe bei Kamen5 f. 2i^. 131. 
1382. Ylmannus de Goerlicz, d. 14 gr. 

2lus 5er (Sörli^er Patricierfamilie, 5ie fxd} urfprün^Iid? v. Ha5eber5, 
5ann tDe^en 5es i^r perliel^enen 2TTün5amtes „aus 5er 21Tün5e", 
en5Iid? „Hlmann" mmk (2t<5. 437 f^.). (£in ^ans Uhnann (ob 
5erfelbe?) mar 1385 Hatl^st^err. 

Xicolaus Punczil de Budessen, d. 14 gr. 

(£in Hifol. p., pielleid^t 5er Dater 5es l^ier ermäbnten, ir>ar 1360 
Hatt?sl]err un5 1381 „Hatf^smeifter''. Heber 5ie Patricierfaniilie 
Pun5el in B. ftel^e Sonntagsbeilage 5U 5en „Bau^ner Had^rid^ten" 
1886 Uo. 3 5. 12. 

1385. Andreas Ryban de Lvban, d. 14 gr. 

1386. Joannes Stelzer canonicus Budyssinensis 

ad petitionem doctorum et multorum aliorum dominorum 

gratis intitulatus, quia multum laboravit in curia Romana 

pro rotulo universitatis nostrae. Perfelbe ,,3^^<^'^" 5telc5" wav 

nod) 1393 Poml^err in B. ((£rm. XI. 31). 
1387.. Joannes Sälen t de Gerlycz; pp. [5. l}. pauper]. 
1388. Xicolaus Lezelian de Lvbano, pp. 

1419 u?ar „Hifolaus £^^l^an" 2tltarift in £. (HTüU. ^^, v. €. 384). 
Ludolfus Bautczin de Stolp, d. 14 gr. 

(£r u?ur5e, als 5U Stolpen Ieben5, bei 5er natio Saxonum inf!ribirt. 
Petrus Rabe de Budesyn, pp. 

1370 l^atten Peter l^aW un5 Katl^arina fein H^eib, pielleid^t 5ie 

(Eltern 5e5 l^ier q,mannkn^ eine (Erbfd^aftsregulirun^ cor „$el^e$ter 

Banf". 
Xicolaus Lesik de Budissin, d. 14 gr. 

2(pec3 £es!, wol}l fein Pater, wat 1371 un5 1376 Bürgermeifter. 
Petrus Xebelczicz. p. 

IPol^I aus 5er ^aniilie v. Icebelfd^i^, 5ie fxd} nad} 5eni ^leid}» 

nami^en Dorfe bei l{amen5 nannte, un5 in 5er and} 5er Dorname 

peter üblid? wav (2t(ß. 377). 
Joannes Zeydel de Budeseyn, pp. 

€in l{ränier Hamens „Sy5yI" fomiut fd}on 1359 in B. por. 
11. £. m. Bi>. Lxxi. 10 



146 5ic ©bcrlauft^cr auf Uniücrfttäten. 

1389. Andreas Hylbrandi de Zitauia, d. 14 gr. 

€tn Hitfd} ^ilöebranö ir>ar 1381 Hat{}sl)err, 1389 Bür^mneifter 
in 5., ein IDen|el V}. 1421 Hatl^sl^err (Carps. A. II. 267 f$.). 

Nicolaus Gorlicz de Hayn, d. 14 gr. 

Mag. Nicolaus Luban, d. 14 gr. 

Petrus Weydenkhainp de Gerlicz, pp. 

1391. Franciscus Grünberg de Gorlicz, pp. 

1411 ift ein ^afoh ^runeberg Sd^öppe. 

1392. Franciscus Ronberg de Zittauia, d. 14. 

(fin (£{?rtftian Hornberger wavb 1388 Katl?5{?err, 1402 Bür^er^ 
meifter, ein ^ans K. 1411 Hatl?sl)err in gittau (Carp5. A. II. 268). 

1396. Franciscus Budissin de Gubin, pp. 

€r öürfte aus Bauten flammen unS in ^uben gelebt traben. 

1398. Cristanus Rotenburg, plebanus ibidem, d. 14. 

Das Stäötdjen Hotbenburg gel^örte öamals öer 5<^milie v. Hotl^en^ 
bürg (2i^. 456). "Sd^on öer älteft Ufannk Befi^er l?ief (1264) 
Cl^riftian. — :^oIfd)er, d5efd?. öer Kreis-Staöt Hotl^enburg (1844, 
5. 50) fül^rt 5en obengenannten ,,Cl)riftian von H." als Pfarrer 
öafelbft bis 1439 auf. 

1401. Georgius Beymichen de Budisszin, d. 14 gr. 

€in Hyfol Bel)emid}en perflagte 1361 por gei^egter Ban! „5^'^^5^" 
6en (Drgelm elfter". 

1402. Alexius Daryn de Budissin, pp. 
Joannes Adae [sie] de Budissin, pauper. 

1404. Nicolaus Byschof'fwerde, plebanus in Gyczin, d. 14 gr. 

(£ntu?e5er aus öer Staöt B., oöer aus öer Bau^ner oöer öer ^ör- 

li^er ^amilie öiefes ITamens ftammenö unö Pfarrer in (Sitfd^in. 

Pgl. oben 5. 143: Nicol. Byscliopfwerder. 
1406. Nicolaus Biscopsweerde, pp. 
1410. Dominus Henricus Rulle, plebanus parochialis ecclesiae in 

Gorrlitzce, d. 14 gr. 

1411 n?arö Henricus Rolle, plebanus in Gorlycz, rector uni- 

versitatis canonistarum studii Pragensis. — Heumann, ^efd?. 

Don (Sörli^ 5. 237, bemerkt, öaf Holle frül?er liaplan öes Königs 

IDen5el geioefen fei. 
Joan. Somervelt de Budesin, d. 14. 



III. S;eXp^X&.'} 

Die §al}l öer im 2Ttai 1409 aus Prag nad} ^eiP5i$ übergefteöclten 
Uniperfttätsgenoffen belief ftdj auf 441 Perfonen, nämlid^ 50 JlTagifter, 
35 Baccalaureen unö 356 Stuöenten. Die 5ur (Brünöung einer neuen 
Uniperfttät erforöerlid^e päpftlid^e Beftätigung traf am 12. Itorember in 

^) Drobifdj, Beiträge 3ur Statiftt! ber Uniüerfität icipjia (Derbanbl. ber Kai. 
5äd/f. (Sefellfc^aft ber lUiffenfdiaftcn 311 Seipsig, 11. (1848) GO ffg.)- — Verleibe, ITeue 
Beiträge 3ur Statiftif ber Uuinerfität £cip5ig itinerbalb ber crfteii 140 ^ahvc ibres Be» 



Die (Dberlauftt5cr auf niiiuerfttaten. 147 

£cip5ig ein, un5 fo überc^aben 5enn 5ie Brü6er ^vubvxd} un6 IPil^elm, 
lllarf trafen von HTeifen, als Canöcsl^erren, am 2. Decembcr 6er Um- 
perfitätsc^cnoffcnfdjaft pcrfönlid} aud} 5ie von xi}mn Poll50^ene Stiftungs^ 
urfun6e. Illit 5tefem 2. December 1409 hcq,anncn nun aud} 6ie 3"' 
ffriptionen auf öer neuen Uniuerfttät £eip5ic3. Die ^ebül)r öafür betrug 
in 5cr Hec>el 6 (Srofd^en; mand)e 2tnfömmlin^e waren nod} Knaben un6 
6urften r>or 5urü:!$ele^tem 13., feit €n6e öes 16. 3^^i^^w^^^^J^t5 vov er- 
reid^tem 17. Ccbensjal^re nid^t „fd}u?ören", 6. E?. nid)t öen (£i5 6es (Se» 
{^orfams ic. in 5ie ^änöe öes Heftors ablegen. 

Die neue Uniperfttät betrad^tete ftd} in allen Stücfen als unmittelbare 
^ortfe^ung 5er Praeter un5 nal^m 5al)er faft alle Beftimmun^jen unö 3räud)e 
6er le^teren in il)re Statuten auf. Die üblid^en pier Zlaixoncn l^iefen 
bier 5ie meifnifd^e, fäd^ftfd^e, bairifd^e unö polnifd^e. Der Keilte nadi 
wnxb^ aus jeöer öerfelben E)albjäl]ri$ 6er Heftor ermäl^It. Von 6en pier 
^afultäten ujar aud} I?ier 6ie 6er 2trtiften o6er pi^ilofopi^en 6ie 5al^Ireid?fte/ 
6a aus il^r in 6er Hegel aud) 6ie fünftigen Theologen ^erporgingen. Sie 
ipäl?lte I^albjäl^rig il^ren Defan abrped}feln6 aus 6en pier Stationen, 
u?ä{)rcn6 bei 6en übrigen, ipeniger 5a{?Ireid}en ^afultäten meift 6er ältefte 
Profeffor o6er Doftor 6as Defanat auf £ebens5eit innel^atte. ^ür eine 
beftimmte ^tn^al^I pon Uniperfitätslel^rern I^atten 6ie £an6esl)erren fofort 
gewiffe l^äufer, „(Eollegien" (^^nanni, 5. B. 6as groge un6 f leine dürften* 
colleg, 5ur XDol^nung angemiefen. Später fam {)ier5U 6as fpeciell für 
Sd^Ieften beftimmte IHariencolIeg. 

Die 0ber= -wab Hieöerlaufi^er u?ur6en anfangs feiner Hation 5U' 
getl)cilt, fon6ern befon6ers aufgefül^rt (De Lusacia), 6ann 6er meif nifdjen, 
feit 1505 aber 6er u?enig 5al?Ireid}en polnifd^en beige5äl?It. Die ^xtiamv, 
6eren IPeid}biI6 anfangs nod} pöUig 5um £an6e Böl^men gel^örte, erfd^einen 
unter 6er polnifdjen Nation. 3" ^^^ 3^i^ ^^^ 1409—1419 fin6et fid) in 
6er ZHatrifel fein einziger Stu6ent aus Zittau, un6 bod} muffen fpäter bis 
1502 6ie gittauer ausfd)lieflid} in £eip5ig ftu6irt un6 6ort 6ie afa6emifd7en 
Citel ermorben l^aben, 6ie fie als Hatt^sl^erren, ^eiftlid^e, ITte6iciner nad^' 
ipeislid} füf^ren. 

Hur pon 6er 2lrtiftenfafultät l}at fxd^ 6ie PolIftän6ige ITTatrifel 
erl^alten, aufer6em aber 6as Per5eid^nif aller Heftoren. IDir ftellen 
5unäd^ft nad) 6er ITtatrifel, fomeit 6iefelbe 5ur geit peröffentlid^t ift^), 6ie 
Hamen fämmtlid^er Pon 1409 — 1419 inffribirten 0berIaufi|er 5ufammen 
un6 5äl)len fo6ann 6ie aus 6er 0berIauft^ ftammen6en Heftoren auf. 



ftcbcns. (€benbaf., pt^ilol.-liiflor. Klaffe, I. (1849) 69 ffg. — garnc!e, Die urfunbl. 
(Quellen 3ur (Sefc^. ber Uniuerfität £eip3tg in hm erften 150 3abren it|res Beftebens. 
((£benbaf. III. 511 ffg.). — (£. (S. (Sersborf, Die Heftoren ber Üniperf. Setp^ig (ITTit» 
tbeiluiigen bei* Deutfd^en (Sefcllfdjaft 3U £eip5ig V. 1. i^eft (1869). 

1) p. W. niixidi, Die 2Infänge ber Uniuerfttät £eip3ig. gmicfau, 1891. 4«. 
Das "Sudi entbält bie ZTamen aller von 1409—1419 3mmatriFuIirter. — Dem Dcrnebmen 
nad? tt)irb von prof. (Sri er in Königsberg eine pcllftänbige 2Iusgabe ber lllatrifel 
bearbeitet, meldje brei Bänbe bes Codex diplom. Saxoa. reg. füllen unb baber erft nadi 
einer Hcibe von 3>^^i"ßn üollenbet fein mirb. IV'w bebauern aufridjtig, ha^ w'w 3U alt 
finb, um auf ibr €rfd?einen märten 3U fonnen. 

IG* 



148 t)ie (Öbcrlaufi^cr auf Unircrfitätcn. 

1. -^on 1409—1419 infMöirte ©Berfattfi^er. 

1409. Johannes Cunat de Camencz. 

(£in ITTid^ael Kunaö wav 1408 Katf^sf^err in liarmni, ein ^annus 
Kunaö^ fra^Itd} ob 5er f)ter genannte, 1422 — 1447 Beft^cr öes 
Dorfes ^elenau bei l:{anien5 (Cod. Sax. II. 7 3"^^?)- Seine 
Sie^elmarfe VJTl 1894 Cafel II. Ho. 35. 

Jeorgius Canicz de Gorlicz. 

<£r rt?ar permutl^Iicf) 5er Sof^n 5e5 3ernl?ar5 (£., 5er feit 1405 
öfter bas Bür^ermeiftermiit beflei5ete; audf ^eor^ C erfd^eint 
5uerft 1422 als Hatl^sE^err, feit 1428 niel^rmals als Bür^ermeifter 
(216. 142. Heum. 636). 

Andreas Smoczil de Gorlicz dt. 6 g. 

^uerft priefter in 6örli^, wavb er infolge 5es 5amals üblid^en 
Steüentaufdjes nad) einan5er Pfarrer 511 (§roffd}önau 1418, baI5 
5arauf 2lltarift in (Sretfenber^, 1422 Pfarrer 511 (Brottau, 1426 
5U 05errpi^, 1427 5U Heid)enau, u?ar 1438 Pfarrer 5U Bernfta5t, 
1445 511 £öbau un5 1459 ir>ie5er 2tltarift in CBörli^, aber 5ugleid) 
€r5priefter 5es „Stut^Ies^' (sedes) @örli^. 

Nicolaus de Lubano dt. 6 gr. 
(£r tDar5 fd^on 1410 Baccalaureus. 

Hynricus Cawerwicht |Iies Tawerwiclit] de Gorlicz dt. 4 g. 
X7eYnrid) CarDirund^t erfd^eint 1423—1431 als Hatl)sE?err in (5örli^. 

Paulus AYiclant de Budissy[n], p. 

Jodocus Hornik de Gorlicz dt. 6 g. 

(£in Hicios ?}ovmä, inelleid^t fein Pater, mar 14 K) ^^atl^sf^err. 

1410. Zigisniundus de Kamencz, Pragensis. 
Johannes Haze de Kamencz. 

€in ^afe (of)nc 2(n$abe 5es Dornamens) fa§ 1432 im Katl^e 

(Cod. Sax. II. 7. 64). 
Petrus Schufler de Budyssin, Gg. 

Von 5er Bau^ner Patriderfamilie Sd^eufler mar fd)on vov 1345 
ein Cunczil Soufeler bei 5en ^ran5isfanern 5er 5ta5t b^q^YaWn, 

1382 ein Dietrid^ 5d}. Hatl}sl)err. (£in Peter 5d}. (ob 5er l^ier 

%enannk?) erlangte biivd} I^eiratl^ 2Xntt)eiIc mel^rerer Dörfer bei 

Cöbau (Sonntagsbeilage 5er „Bau^ner r(ad)rid)ten" 1892 Ho. 20 

5. 80). 
Gregorius Kluok [aud? KluckJ de Budyssin, 6 g. 

(Sine ^amilie „^lüd" q,ah es in B. fdjon 1282, wo ein Hatl^sl^err 

baI5 5eutfd) „XPerner ^ehife'', baI5 lateinifd? Wernerus Fortuna 

l)eift (Cod. Las. 86. 110). 
Nicolaus Snabil de Lubano, 6 g. 
Nicolaus He ekel er de Budissen, p. 

1411. Johannes Bischofs wer d de Budis>in, G g. 

Dielleid^t 5erfelbe ^ans Bifd^ofsir>er5e aus 5er alten Bau^ner 
Patriderfamilie 5iefes Hamens, 5cr 1424 Katlfsl^err mar un5 1427 
ftarb (Sonntagsbeil. 5er „Bau^ner Had}rid}ten" 1886 Ho. 3 S. 12). 



Die 0berIauft^cr auf Unircrfitätctt. 149 

Martinus Pf öl de Budissin. 

(JtDci fpätcr lebenöc Pomf^errcn 5U B., (tl^nftopl? un6 lot^ann Pfoel, 
f. Cod. Sax. II. 7 3n6ey; Cf^riftopF? pf. f. oben, Bologna, 5. 138. 

Johannes Geylnaw de Camencz dt. 6 g. 

lieber 6ie l{amen5er Patricierfamtlie öiefes Hamens f. Cod. Sax. IT. 
7 3n6er. 

Nicolaus Hensel de Camencz dt. 6 g. 

€in Peter I^enfel, Ptelleid^t Pater öiefes HÜoIaus, fotnmt 1408 bis 
1451 als HatE?sI?err u. Büraermeifter 511 H. vov (Cod. Sax. II. 7 3n6.). 

Johannes Currificis de Budissin. 

Johannes Johannis de Gorlicz dt. 6 g. 

1412. Magister Michael Beyer de Garlicz, doctor in mediciuis 
Pragensis. 

Ste^e oben pra^ 1394 5. 143. 
Petrus Radebur de Budissen, 3 gr. 

Derfelbe öürfte entmeöer aus 6em Dorfe Kaöibor noröiroftltd} r»on 

Bauten in 6iefe Staöt ein^etpanöert fein o6er einem ^WQ\q,e 6er 

^atnilie von Bolberi^ anc^ef^ören, tDeld^er ^Infanc^ 6es 15. 3al?r= 

i?un6erts Haöibor befaf (2((S. 137). 
Johannes Lanificis de Lubano, 6 gr. 
Johannes Steyner de Lubano, p. 
Johannes de Worcen de Lubavia [and} de Lubano], 6 gr. 

Don 6en öamali^en Doml^erren 511 XDur5en ift feiner bdanni, 6er 

l)iernitt (gemeint fein fönnte. 

1413. Jacobus Weyshannus [de Gorlicz], 6 g. 
Thomas I^anghanniss |de Grorlicz], 6 g. 

€r rt)ur6e 1416 Baccalaureus, 1430 IHa^ifter 6er Cl^eolo^ie. 
Johannes Ermilrich [de Gorlicz], G g. 

€r U)ur6e 1417 Baccalaureus, 1424 Ztla^ifter, 1434 Defan, 1437 
Keftor un6 lebte nod^ 1442 in £cip5ig; von 1446—1450 u?ar er 
Pfarrer in Cöbau (Cod. Sax. II. 7 Dorirort XI). — (2in an6erer 
IViaq,. 3^^- ^rrnelrid), frül^er Pfarrer in 3<^ii*^'^'ii^/ ^^^^ 1W2 in 
(Sörli^ geftorben (CIH. 1868. 303). V^}1 petrus €mmereid?er 
oben, 5. 143. 

1414. Nicolaus Roteheynczel de Lobavia, 6 g. 

1423 ttHn*6en „Hotl)enl)enc5iIs" Söl^ne, ^rancisfus un6 3'^l?^""/ 5^ 
Donnün6ern eines Seelaerätl^s einaefe^t. — 1431 ff^v mar ^ans 
Kotl}bentfd^eI Hatf^sl^err" in £, (Cod. Sax. IL 7 3n6er). 

Henricus Buller icz de Budissin, p. 
(Db aus 6er in 6er Häl^e pon B. beo^üterten ^amilie pon Bolberife, 
6ie 6amals and} BuIIeri^ »jefd^rieben n?ar6? (21^. 135). 

Nicolaus Küne de Kamencz, 6. 

(£r u:>ar6 1416 Baccalaureus, 1423 2TTagifter. 
1416. Nycolaus Jone de Gorlicz, 6. 

Martinus Tylo de Gorlicz, 6. 

(£r tt?ar6 1417 Baccalaureus, 1423 ITTaijifter* — €in peter Cyle 
lüar 1411 Hatl^sl^err in (3, 



150 ^^^ ®bcrIau)'it3tT auf nnircrfitätcn. 

Hmricus Yogetlender de Grherstorp, 6. 

2i\is 5cr £intc 5er „Pogtlänöer v, (Scrsborff" auf ^rteöcrsöorf an 

öer Canöesfronc (2l(g. 230). 
Jacobus Heynschult de Budissin, p. 
1417. Wenczeslaus Penestici [?] de Goiiicz, p. 

Johannes Werslaw de Kamencz. 6. 

(£in IcÜIas XDersIap erfd}eint 1408 als Hatl^sl^err, ein 3'^^<i^n VO., 

wol}l 6er l^ier genannte, 1447 als 2(Itanft 5U K., 6er 6ie (Lollatur 

über fein 2(ltarlel?n feinem 5tiefbru6er Icifolaus abtrat (Cod. 

Sax. II. 7 3n6ey). 
Nicolaus Lindener de Gorlicz, 6. 
1419. Nicolaus Olificis de Lobaw, 6. 
Paulus Walt her de Gorlicz, 5. 
Nicolaus Russchin de Budissin, 6. 
Paulus Mondil de Camencz, p. 
Nicolaus Bone de Bisschofwerdc, p. 

(£in Htcfel Bone wat 1441 Katl]sl)err in 3. (Zltittag,, (£{?ronif 

von Bifd^ofsu?., 5. 64 fg.). 
Nicolaus Advocati de Budissen, p. 

VOol}l aus einer ^amilie Xcamens „Pogt". 

2. fleßtorctt hex ^nivetfiiät -^ei^jjig atxo bct ©öcrfaufilj^). 

1437 Johannes Ermelreich de Gorlicz. 

ms 5tu6ent 1413 imtnatrifulirt; f. oben 5, 149. 

1444. Johannes S wo f heim de Lignitz. 

(£r gel^örte 6er ^örli^er ^amilie Sd^tüofl^eim an un6 l^eift I^ier 
nur 6arum ,,i^on Ciegni^", rpeil er bereits Dontl;err 6afelbft ipar, 
als er 1434 na<i} ^eip$ig ^cim (Pfotenl^auer, i?)dt\<i}v, f. (5efd}. u. 
^lltertl). 5d?Ief. XVII. 220). 1428 voav er Pfarrer 5U Heiffe in 
Sd^Ieften getrefen. 3^ ^*^'iP3i$ ir»ur6e er ZTIagifter un6 Dr. decre- 
torum un6 voav 1444 (5eneraIofficiaI 6es Bifd^ofs 3^^?^tti ^^n 
IHeifen (Cod. Sax. II. 3. 227). 2tufer 5U Ciegni^ mar er min= 
6eftens feit 1457 Doml)err aud} 5U ITlerfeburg un6 1456 5U Bauten, 
1465 an le^terem Domftift Senior ((£rm. 35) un6 lebte nod} 1474. 

1447 Petrus Presczewicz de Budissin. 

(£r tpar 1445 Pfarrer in £öbau geu?efen, U)ur6e in £eip5ig artium 
magister, theol. baccal., 1447 Heftor un6 erfd^eint 1459 als 
2tltarift 5U (Sörli^ (Cod. Sax. II. 7. 77 un6 89). 

1451. Andreas ßudigeri de Gorlicz. 

(fr iDur6e in €eip5i9 Zllagifter un6 theol. baccal., 1451 Heftor, 
fpäter sacrae theologiae professor et Dr. theol. 2]Ttn6eftens 



1) ®tto I. 456 fagt, baJ5 ein ^Inbreas v. cSersborff a. b. £?. drofta 1441 DeUn 
bcr pbilof. ^^afultät n. 1425, als Dr. u. prof. bcr dbcologitc, HcFtor geiDefcn fei. allein 
bcrfclbc ftainintc tiid?t aus drofta bei Sd^irgisiralbe, fonbcrtt aus Kroffcn an ber 0ber, 
wax alfo nicfjt Obcrlaufi^cr, fonbern 5d?Ic[icr (,,Andreas de üerisdoii alias de Crosseu", 
inittt^eil. bcr beutfd^en (Sefellfd^aft 5U £cip5i(j V. 24). 



Pic 0bcrIan[iöcr auf nnircrfitätcn. 

^fcf^on 1463 ivav er and} Poml^crr 511 2]Teifcn un6 ftarb 1495 
((Dtto III. 111, wo axid} feine Sd^riften). Bisuunlen unrö er 
einfad} als Dr. Andreas Gorlicz h^dd}nct (Cod. Sax. II. 10. 49 
un6 170 2(nm.). €r I^atte teftamentarifd} eine Summe Selbes 511 
einer emi^en IlTeffe in ^.Heif en beftimmt, ipeldie suerft feinem Per= 
iranMen, 6em Dr. jur. utriusqiie 21Ta9ifter ^ieronymus Stpoffl^eim, 
6ann 6em IHao^ifter 3<^^?^"^i Canijfneiöer, nad} 5iefem Paul Swof-- 
{)eim, öem Bruber von ^ieronymus, falls öerfell>e „aeiftlid}" müröe, 
r>erliel)en rr>er6en follte, eine Stiftung, meldte 1498 Bifd^of 3ol?ann VI. 
von llTeifen beftätiate (Cod. Sax. II. 3 3n5er). Jn feiner Pater-- 
ftaöt @örli^ l?atte er bei 5en ^ran5isfanern ein 3al?resge6äd?tnif 
aeftiftet (Sd)ütt, 19). (Einen Brief r>on il?m bmd} 6en er 6as 
bisl^er r>on il^m innec3el)abte „2(ltar öer 12 Boten Petri un6 Pauli 
in öer PfarrÜrd^e 5U £anban" feinem ^reunöe £u6ung Canafneiöer 
abtritt, ftel)e bei IHüUer, Hef6. 120. 

.459. Johannes Gedaw de Budissin. 

€r ruar rrol]l aus ®ö6a bei Bauten (gebürtig; bcnn 6ie ritterlid^e 
^amilie v. (Seöau a'>ar öamals nid^t mebr in 6er ITdl^e von Bauten 
beaütert (2t®. 247). 2iber u^effen Sol?n in 6em $an5 u?en6if d^en 
Porfe, in toeld^em es and} hin Hittergut o^ab? (£r mar6 in 
£eip5ig artium mag., decretorum baccal., 1434 Defan, 1456 
Pice!an5ler, 1458 mieöer Defan, 1459 Heftor unö ivav minöeftens 
feit 1465 and} Doml^err 5U Bauten ((£rm. 35). 
[J462. Jeronimiis Swoffheim de Legnicz. 

2ind} er ftammte nid^t aus Ciegni^, fonöern aus (Sörli^. Sein un6 
feines Bruöers Paul Pater öürfte öer 2lpotl}chv Peter 5d}w. ge^ 
n?efen fein, öer 1484 ftarb. (£r marö in £eip5ig mag., jur. utr. 
Dr., 1462 Heftor, 1494 (Dfficial öes propftes 5U Bauten ((Ernt. 
38 2(nm.), u?ar fd}on 1498 Doml^err 5U Bauten unö 5U Breslau 
unö ftarb als Doml?err Sd^olaftifus öes Kapitels in le^terer Staöt 
1516. — <Sleid)5eiti$ lebte nod} ein anöerer ^ieron. Sd)tr>., juris 
canonioi Dr. , Sol)n öes Dr. med. unö ^(potl^ef ers Pincentius 5d}W. 
5U (Sörli^, öer 1474 Pfarrer öafelbft muröe, aber infolge pon 
Streitigfeiten mit öem Hallte megen Bierfd^anfs auf öer Pfarrei 
1476 refigniren mufte (Spt. II. 3"^^?)- 

1474. Johannes Kleyne de Loebaw 

u?arö in £eip5ig artium mag., theol. baccal. unö 1474 Heftor. 

1491. AVenceslaus Judicis [ö. l}, Hid)terj de Witchenaw 

iv»arö in £eip5ig art. mag., decretorum baccal., 1491 Heftor. 

1507. Ludowicus Sartoris Gorlitzensis (alias Langsneider) 

iparö in €eip5ig art. mag., Dr. theol., 1507 unö 1528 Heftor 
unö ftarb als Doml^err 5U ilTeifen 1536. (£r ftiftete ein Stipen^ 
öium für in £eip5ig ftuöirenöe ^örli^er. 3^^*^»^!^^^ ^^^ ^^' ^^^ 
Pertt>anöter öes M. 3^1?. Cangfd^neiöer, öer 1498 epentuell öie von 
2tnöreas Hüöiger geftiftete Picarie 5U ineigen erl^alten follte. — 
Pgl. Palentin Sneiöer ,,£angfneiöer genannt'^ öer 1519 in IPitten= 
berg inffribirt watb (S. 155). 



152 ^'^ 0bcrlauft^cr auf llinrcrfitätcn. 

1509. Paulus Suoffheym Gorlitzensis. 

3ru6er öes oben (1462) bel^anbelten 3<^'^önitnus 5d?tr>.; 1495 nodtf 
n\d}t „^eiftltd)", wmbz er 1509, als Mag., tlieol. baccal., ecclesiae 
Budissinensis primus cancellarius , un5 abermals 1524, als 
Profeffor 6er Cl^eologie unb Doml)err 5U IHeigen unö Bauten, 
2leftor 6er Uniüerfttät. (£r perlieg £eip5t$ unb ftarb 1539. tO'w 
l)aben it)n in 6en Bau^ner Urfun6en nidjt aefun6en, tptffen aud} 
nid^ts von 6er Stellung eines „l{an5lers" 5U Bauten. — (£in 
Profeffor Petrus Sdtfvo, Gorlitzensis tuar 1531 — 34 2Tlit5lie6 6es 
^rofen ^ürftencolle^s 511 ^leipsic^, ein (an6erer?) M. Petrus Sdfvo. 
1547 5ur geit 6es pönfalls Hatl?sl?err in (Sörli^ (Cm. 1847. 81). 

1522 Andreas Franck Camitzensis 

tDar6 in £eip5i$ artium mag., fpäter jur. utr. Dr. un6 Hatl^sl^err 
3U €eip5ig, jule^t Hatl? bei 6en i)er5ö$en ^cinrid) un6 IHori^ von 
Sad^fen un6 ftarb 1546 (0tto I. 344). 

1548. Donatus Czölner Camitianus, 

art. et phil. mag., wav um 1548 Defan 6er tf?eoloc3ifd)en ^afultät 
un6 ftarb 1568 als CoUe^iat 6es c^rofen ^ürftencoUe$s 5U £cip5i9 
(0tto III. 591). 

IV. ptttt^nK^rß. 

Durd} 6ie tn?eilun$ 6er fäd^fifd^en €än6er pom 1485 wav £eip5ia, bis 
6al?in 6ie $emeinfame Uniperfität für 6iefelben, an 6ie jüngere, 2llbertinifd]e 
€inie 6er IPettiner gelangt. 2lIsbaI6 nad} feinem Regierungsantritt wav 
Kurfürft ^rie6rid? 6er IDeife, ein aufrid?ti<3er Perel^rer 6er IDiffen= 
fd^aften, 5umal 6er !Iaffifd)en BiI6un$, 6arauf bzbad}t, für 6ie £än6er 6er 
älteren, (£rneftinifd?en Cinie eine eigene Uniperfität 5U be(5rün6en. €r 
wäl^lk ba^n lt)ittenber$, 6ie I^auptfta6t 6es l:{ur!reifes un6 in 6er Re^el 
and} feine eigene Hefi6en3. Um 18. (Dftober 1502 u?iu-6e fie 6afelbft eröffnet 
un6 pon 6em Kurfürften buvd} Hebermeifung 6er 6afigen reidjen Stifts« 
o6cr Sd^Ioffird^e, fomie an6erer Propfteien un6 Pfarreien fammt 6eren 
(5ütern un6 (£in!ünften anfel^nlid? 6otirt. 3^ (Begenfa^ 3U 6em 6er 
mittelalterlid)en 5d}oIaftif treugebliebenen €eip5ic3 wavb IDittenbero; pon 
2Infan$ an eine ^od}fd?uIe 6es flaffifd?en Humanismus un6 (?ier6urd} 
alsbal6 6ie IDiege 6er Reformation. Seit 1508 Iel]rte 6afelbft €ut()er, 
feit 1518 and} lfteIand}tl)on; bei6e 30$en, je mel)r 6ie firdjlid^e Bewecjung;, 
6er l{ampf 6es füf^nen IHöndjes gegen 6as Papfttl^um un6 6as gefanunte 
Kird)entl?um 6es ITTittelalters, um fxd} griff un6 in allen Stän6en begeifterte 
2(nl}änger fan6, eine um fo gröfere ITtenge junger ITtänner aus allen 
£än6ern, nid^t nur Deutfd)Ian6s, fon6ern beinal^e gan5 Europas ^nad) 
IDittenberg, wdd}c aus 6er bei6en grofen Reformatoren eigenem 2nun6e 
6ie gereinigte £el?re 6es €pangeliums pernel^men tpollten un6 fie 6arauf 
in it?rer ^eimatl^ meiter perbreiteten. Va^ 6iefe Begeifterung allentl^alben 
audf aus 6en ärmeren Sd^id^ten 6er Bepölferung 5af?Ireid?e Stu6enten nad? 
IPittenberg fül^rte, erfiet^t man 6eutlid} 6araus, 6af 5umal nad} 6em 



Pic ©bcrlaufit^cr auf lliiirerfitätcn. 153 

Hcid^stac^ 511 ^di^slnirO) 1530 mit feiner „Confessio" unb „Apologia" 
ftd) in 6er Unirerfitäts^natrifel febr piele pauperes 06er gratis inscripti 
Porfin6en. 

Die rollftänöiije ZlTatrifel aller auf 6er Hnioerfttät XPittenber^ in» 
ffribirten Stuöenten ift von (£arl (£6uar6 ^örftemann unter öeni ttitel: 
Album academiae Vitebergensis ab anno MDII usque ad anniim 
>[DLX (Lipsiae 1841) t^erausije^eben rr>or6en^). 2tud} 5ie (überlauft^, 
\vdd}c bisl^er il^re SöE^ne faft ausfd^Iief lid} nadf €eip5i9 auf 6ie Unir>erfttät 
vsefen5et I^atte, fd}ic!te 6iefelben je^t, 5umal feit 6em 3a(?re 1519, nad} 
IDittenbercj. Paf es and} I)ier, roie anöern^ärts, üor^ugsujeife öas bieöere 
Bürgertl^um u:»ar, iDeld^es fid) für 5ie reformatorifd^en 3^^^" erbarmte, 
ert^iebt ftd? öaraus, 6af in 6er pausen von uns bel)an6elten ^eit von 
1502 — 1550 aus 6er Q)berlauft^ nur 6 2t6Ii$e, 6age$en 199 Bür^erlid^e, 
5. Cl). felbft aus 6en Üeinften £an6ftä6td)en, 5U IDittenberg ftu6irten. 

Intitulati anno 1502. 

1502. Martinas Görlicz. 

Anthonius Ruersheut de Paudissen. Vq^i. unten 1535 (5. 158) 
Johannes E,uhrscheidt Budisinus. 

1503. Michael Arnolt de Sittavia. 

XDol?! 6erfelbe, 6er 1504—1511 Heftor 6er Sd^ule 5U Zittau, 1515 
2tltarift un6 Pre6i9er 5U ®örli^ n?ar, feit 1525 aber in Bauten 
juerft in 6er Domfird^e im reform. Sinne pre6i$te, 1526 6esl^alb 
pertrieben ivavb, fpäter aber (nod} 1534) u?ie6er in Bauten lebte. 
(Pefd)ecf, Zittau II. 871. Baum^ärtel, Die fird^I. 5uftän6e Bau^ens 
im 16. un6 17. 3af?r(?. 1889. 5. 12 ffc^.) — CEin 5n?eiter Michael 
Arnolt aus ^xiiau wavb 1519 in XPiltenber^, ein 6ritter M. VTixdi. 
Uvn. 1506 un6 DaDT6 2ivn. 1548 in ^ranffurt immatrifulirt. 

1504. Joannes Arnoldt 1 i a- 
Mathias Hefftel (sie)/ ^^^ bitauia. 

1507, Paulus Geser de Camitz, una sex civitatum. 
Nicolaus Hils de Fridemberg ex Lusacia. 

Icod^ 1544 beanfprud^ten 6ie 5tän6e 6ie 5ta6t ^rie6eber9 am ^ueif 
als 5ur 0berIaufi^ $el?öri$. 

1508. Petrus Bordich de Hoyers werden. 

TOol}i Sofyx von i)ans Bor6id}, 6er 1518 un6 1529 Bür$ermeifter 
mar. (Sal. (Slob. ^ren^el, (El^roni! pon ^. 1744, 5. 109.) 

1511. Georgius Hendringk de Wutgenaw. 

1514. Petrus Per seh de Witchenaw Misn. dioc. 
Georgius Coseritz de BischofFs werde. 



^) Die ZTamcn bcr von "öen t^albjä'nrig erträt^Iten HcFtorcn eingetragenen Stubenten 
finb 3. db. fet^r ungenau gefd? rieben, 3. 3. ITter^emobt ftatt " Ilte^enrobe (1515), 
ßelmestroff ftatt ßelmigsborff (1515), Beuger ober Beurfer ftatt peucer (1542), 2Irnstroff 
ftatt 2Irnsborff 2c. Dafür wirb Einfangs faft regelmä§ig bie Diöcefe, melc^er ber 3"' 
ffrtbirte angehörte, bem Hamen beigefügt, gittau geborte in ber Q^I^at 3ur Diöcefe präg. 



154 i^ic 0bcrIaufit,ci- auf llniiuTfitätcn. 

1515. Symon Schede« reischer de Budischeii Misii dioc. 

(Ein IDen5cI Sdjeiöenreifer aus Bauten wav 1573—76 Hoftor in 

£auban (ZlTüIIer, K^. v. £. 553), 5te<5]nuTi6 5d)ei5cnrcifer bis 

1580 Hatl)5l?err in Bauten. 
Hierouimus Hennigk de Biidischen Misn. dioc. 
Nicola-US Mertzenrodt de Quatitz Misn. dioc. 

(£r wav 5er 5oI]n I^cinrid^s p. llTe^ra6c auf Quati^ bei ^Hilfipi^, 

faufte mit feinen 3rü6ern 1532 einen 2lntl)eil von ^erbiasborf bei 

Cöbau un6 n?ar r>on 1545 bis 5U feinem Co6e 1552 lÜofterPöc^t 

von ITTarienftern (21(5. 365 f$.). 
Hieronimus Schedenreischer de Budissen Misn. dioc. ex de- 

fectu etatis non juravit. 
Johannes Behm de Budissen Misn. dioc. 
Jocobus Helmestroff (sie) de Grossen Graben, nobilisMisn dioc. 

(Broferabe bei Kamen5 $ef)örte minöeftens feit 1509 5em £iborius 

V. f^elipi^söorf (21^. 268, £211. 1892. 208). 

1516. Jheronimus Behem de Budissen. 

1517. Petrus Frentzel de Görlitz Misn. dioc. 

Wol}! öerfelbe, 5er 1547 — 56 als Hatl)sl)err erfd^eint. — Vq,L unten 
l7ieron. ^ren^el 1519, ITTartin ^ren^el 1538 (5. \55. \59). 

Josephus Kleth de Görlitz Misn. dioc. 

(£r rt>ar 5er Sol)n 5es 0berfta5tfd)reibers licent. (Sre$or Clett, 
5er 1497—1512 porfonmtt (Spt. III. 3n5er) un5 nal)m 1528 ein 
2in\i in Bun5lau an. 

Franciscus Othman Gorlicius Misn. dioc. 

^ran5 Htmann mar 1530 cvanq>. Pfarrer 5U €iffa N. v. (Börli^ 
(im. 1869. 180). — (£in M. (Seorge Htl^mann o5er 0tE?mann 
wav 1544 Heftor 5er Sdfuk in ®örli| (5d)ütt, pro^r. 16). Ueber 
5ie ^amilie f. ^^itfd}, 55. 

Christophorus Behm de Budissen Misn dioc. 

(£in it^riftopl} Bel^m wav 1561 HatE^sl^err in Baufeen. 

1518. Johannes Czeitler de Budessin Misn. dioc. 
Caspar Bor mann Lanbenen. dioc. Misn 

(Ein X^ans B. mar 1473 Bür^ermeifter in Cauban (IHülIer, 1{(5. 
pon 'iauban, 23). 

1519. Michael Arnoldi Sittauien. dioc. Prag. 

Stelle oben 1503 5. 153. 

Franciscus Jungenickel de Sittauia dioc. Prag. 
^ S^^^^ 3un3nic!el, Sol^n 5es gittauer Bürtjers (Seor^ 3v Ö^'I'- 
1500, mar erft £el?rer, 1548 Heftor 5er 5ta5tfd?ule, 1557 Bürger- 
meifter 5U ^iüan un5 ftarb 1559. — Ueber 5ie ^amilie 3- f^^'^?^ 
ITToramef, Berts5orf, 134 2(nm. 

Balthazar/A.rnoldus de Görlitz Misn. dioc. 

(fin 3o{?ann 21., uielleid^t fein Pater, faf feit 1496 im Hatl], mar5 
Unterfta5tfd)reiber, aud} Bürc^ermeifter in ^. (Spt. IV 3"^^?)- 

Joannes Henner de Görlitz Misn. dioc. 



Die 0bcrIau[i^LT auf Uiiiucifitätcn. 155 

Anthonius Schone Gregir de Görlitz dioc. Misn. 
Der Cud^mad^cr 5d}onc3reg,or permad^te 1520 in feinem Ceftainent 
„I^ern 2tntonio 1 lUt"; su^egen wav „^er 3^^^"!^^ Sd^on^reger. 
Priefter, fein 5oI?n''. 

Caspar Cretzmer de Lau wen d. M. 

Kaspar Capelus o6er Kretfdjmar, bisl^er in I^irfd^beroi, irar von 
1526—39 erfter epangel. Sd^ulnteifter in Cauban, fam in le^tenx 
3al?re in 6en Hatl? un6 ftarb 15-10 (IHüll., IW. v, £., 550). — 
Dal. unten BartI]oI. Kretfd^mer de Loben in ^ff. 1507. 

Wentzeslans "Weyl de Loben d. M. 

Valentinus Drossendorff d. M. 
Palentin ^rieölanö^ Sol^n eines (Särtners in Croitfd)en6orf b. (Börli^, 
qcb. 1490, bereitete fid? unter üielen (£ntbel}run$en auf 6er 5ta6t= 
fd)ule in ^örlife juni Stuöiren vov, o,mq, 1513 auf öie Uniperfität 
€eip5i$, uniröe 6ort 21Ta$ifter, bann 1516 5d}uIcoIIe$e 5U (Sörli^. 
1519 b^q,ah er fxdf auf Me Uniperfttät IDittenberg, um fid) unter 
Cutl^er un6 ZTIeland^tl^on nod) u?eiter fort5ubiI5en. (£r lebte öafelbft 
pon 5en Porlefungen, öie er über 6ie Paulinifdjen Briefe un6 über 
5d)riften Pon Cicero bielt. 1523 xvatb er an öie 5d)ule nadtf 
^oI6ber$ berufen, wo er als u)eitberü[)mter Heftor auferoröentlid} 
piel Sd^üler an ftd? 50a. €r fdjrieb fid) in feinen 5al?lreid)en 
5d?riften (0tto, %. IIl. 420) nad} feinem Geburtsort Troce- 
doriius (£r ftarb 1556 als Heftor 5U Cie^ni^, n^ol^in öie ^olb- 
ber^er 5d?ule perlec^t moröen u?ar (Itusfül^rlid^e 3io$rapl?ie un6 
Beurtl^eilunc^ im £2TT. 1864. 134 ff$. un6 in Sd^miö's (Encyflop. 
6es (£r5iel}uni5S-' unö Untcrrid^tsmefens IX. 495 ff$.; £öfd^fc. Pal. 
Cr. nad) f. £(^bcn u. XPirfen. Breslau 1856). — ^n öemfelben 
Uniperfitätsjal^re 1519 voavb aud} ein Franciscus Fridlandt de 
Trotzendorf in tDittenberg inffribirt, fidler ein Dermanöter Pon 
Dalentin, Pon 6em aber öie Bio^rapl^ien nid?ts eru?äl)nen. 

Valentinus Sneider de Görlitz 

VOol}l 5o(}n Pon Palten Sd^neiöer, £anc^fd)neiöer genannt, öer 1491 
bis 5U feinem Coöe 1508 im Uaii} faf unö 1490 öas Dorf 5d7lau= 
rot() faufte. — P3I. öen oben 1507 (5. 151) ermäl^nten profeffor in 
€eip5i$ Ludovicus Sartoris alias Langschneider unö öen 1515 
in ^ff. inffribirten Georg Sartoris, 

Bonaventura Sussekop de Görlitz. 

€r l^atte 1517 fd)on in ^ff. ftuöirt unö mar vool}l öer Solfn öes 
Cud)mad)ers ^ans Sueffop, öer 1513 im Hatl?e fag (Spt. III. 286). 

Hieronimus Frentzel de Görlitz. 

P$I. oben 1517 (5. 154) Petrus Frentzel, unten (5. 159) 1538 
Martinus Fr. 

Josephus Voyt de Görlitz. 

XPol)! Sol^n öes M. Gregor Voit, öer 1482—99 5taötfd)reiber wav. 

Leonliardus Schlingebier de Sutauia (sie) 

Valentinus Budessen 



156 X)tc (Dberlauft^er auf nnirerfttäten. 

Franciscus Fridlandt de Trotzendorf. 

5. oben 1519 Valentinus Drossendorf. 

Jacobus Ketzemer (sie) de Budissenn. 

1520. Sigismundus Peitzner de Görlitz Misn. dioc. 

Ptelleid^t voat fein Pater ^ans Pei5ner, 6er 1511 im Hatl} faf 

(Spt. III. 3"^^y) ^^^ 1^'^^ ftarb. — Perc^I. unten Joannes 

Peyczinger. 6er 1514 in ßff. inffribirt tDar6. 
Bartholemeus Sigardt de Görlitz Misn. dioc. 
Paulus Rossenberg de Görlitz. 

Ptelleid}t 5ol?n 6e5 M. 21Tattl?ia5 Hofenberc3, 6er feit 1494 im Hatl? 

faf, aud} mebrmals Bür^ermeifter wav (Spt. III. 3"^^l*)- 
Procopius Perger de Ostritz Prag dioc. 
Bartholomeus Ronberg k de Sittauia. 

D^I. oben pra^ 1392 5. 146. 

1521. Hieronimus Kille de Budissin. 
Jacobus Wagen er de Lawen dioc. Misn. 

„Der alte ^afoh IDayner" it>ar 1528 Porftel^er 6es ^ran5tsfaner= 
Üofters 511 £auban (IlTülI. H^. 445). — VOolfl 6er I^ier ermäl?nte 
n?ar6 1546 als Bür^ermeifter ab^efe^t nx^c^en unfeufd^en Gebens un6 
ftarb 1552 (6rün6. 254). 

Franciscus Wenig de Lawen M. d. 

Anthonius Morgenstern de Budissin. 

Vq^l unten Joannes M. 1541, Simon M. 1541 (5. 160), un6 in 
^ranffurt M. Joannes M. 1547. 

Franciscus Czymmerman Gorlitzen. 

€in ITiai^xas (£5., (Serber, faf 1516—27 im ^atl?. 

Valentinus Schonborn de Budissin M. d. 

Heber 6iefe fpäter $ea6elte Bau^ner Patricierfamilie, 6ie and} per» 
fd)ie6ene £an65Üter befag, f. 2i(ä, II. 148. — (£5 u?ar vool^l 6iefer 
Palentin, 6er 1547 5ur §c\i 6er Pönfalls Katl?sl?err tt?ar (£211. 
1847. 136. — (£in an6erer Dal. 5d}. warb 1542 in IDtttenbertj 
tmmatrüulirt. — (Ein Samuel 5d}. lebte um 1630 in B. ((Dtto III. 199). 

Andreas Beel de Budissin ejusdem diocesis (sie). 

Valentinus Schepp ex Ruliland d. M. 

Magnus Grub er Budisseus (sie) d. M. 

Georgius Bai der de Görliz. 

Johannes Sigemundt de Gorliz. 

(£r tt?ar6 Dr. med. un6 ftarb 1566. (Eine Sd^rift von if?m: ,,(£in 
Hatl}, n>ie ^efun6e ^e^en 6ie Peft 5U Dermaleren ic," (Sd^ütt, Pro^r. 19). 

Franciscus Gigner ex Görlitz M d. 

1523. Steffanus \ -r , t -r. -i- • ^r i 
Anthonius / Lehmann de Budissm M. d. 

1524. Francisco (sie) Lescho Budesnen. (sie). 
Matheus Tham Budesnen. 

1525. Franciscus Neubert de Görlitz. 

IDoI^I i6entifd) mit ^ran^e Heumirt, 6er 1549 in Hie6a, 1557 in 
2rcarfer56orf Pfarrer mar (ZUülL Hef.'6. 700). 



Die 0berlaufi^er auf Uiiiiicrfitätcn. 157 

Melchior Schelle ndorf de Görlitz. 

Einfang 5es 16. 2^1}^^. wav bk fd^Ieftfd^c ^amilie p. 5d?. and} in 
6er (Sörli^er (Secjenö anfäfft$ (2i^. 474). 

1526. Andreas Remis Camicianus. 

Ueber öicfe Kamen5er ^amtlie f. Cod. Sax. II. 7 3^^^^f- ~~ 3" 
^ff. wavb 1507 ein 3<^^<^<^J^^ ^"^ 1^08 ein anberer Unbv^as H. 
aus Kamens inffribirt. 

1527. Martinus Czymmerman de Oittauia dioc. Prag. 

1528. Panthaleon Blasij de Budissina. 

1518 ftarb ,,^rau eignes ZlTeifter Blafius 6es 0r$aniften el^elidje 
XOivttyn", pielleid^t feine llTutter. (M. ^ol}, (Ef^riftopf? IDa^ner, 
(grab- un5 (Beöäd^tnis-llTal^Ie ic. 1697. 5. 4. 

Andreas Rosenhayn de Budissina 

Heber 6iefe Bau^ner Bür^jerfamilie f. 2i^. 455. 

Johannes Hopp de Budissina. 

M J^ol). floppe wavb fpäter Heftor 5U ^reiftaöt in Sd^Ieften, 1544 
Profeffor in itöni^sber^, 1553 in Kulm; von ba n?e<jen Öfianbrifdjer 
Streiti^feiten vertrieben, ^in^ er nad} (felbin^, bann als erfter pro» 
teftantifd)er Heftor 1558 nad? Dansivj, wo er and} c^eftorben ift. 
(linautE^e, €in E^unöert Überlauf. (Selel^rte, 5. 5.) 

1529. Balthasar Metz 1er de Budissina. d. IUI gr. 

1530. Jacobus Röseler de Gorlitzen 

IPol?I öerfelbe M. 3af. H., 6er feit 1538 im HatE^e faf un6 1546 
5ur i^cxt 6e5 Pönfalls Bür^ermeifter u?ar, pielleid^t ein 5ol}n von 
6em Hatl)5l]errn C^eor^ H. (Spt. 368). ~ V^l unter 1536 (5. 158) 
Bonaventura Rosslerus. 

Hieronimus Hauss de Sittau. 
^ier. :^aufe war 1538 Hatl}sf?err, 1570 5ta6trid}ter, ftarb 1582 
(Carps. A. II. 293). 

1532. Vencislaus Waynman dioc. Görlitz (sie). 

IPol^I 6erfelbe, 6er 1538, als baccal. Waymann, Cel^rer an 6er 
5ta6tfd}ule wax (Spt IV 372). — Sein Pater Dermutl)Iid? 6er 
Cud}mad}er IDen^el XDaynmann, 6er öfter Hatl^mann u?ar un6 
1528 ftarb. 

Johannes Weynmann [wol}l and} ans (5örli^]. 

Petrus Musler de Lauben 

Martinus B hui er Gorlicensis. 

Adrianus Albinus de Lawben. 

^in3ubemerf t : J. U. D. — €in ®re$or 2(Ibinus 06er IPeife u?ar 
1553 Heftor in Cauban, 1555 Pfarrer in 0tten6orf in 5d)Ieften, 
1559 in <Seibs6orf, ftarb 1589. 

1533. Johannes Geritz Gorlicensis, magister Lypsensis (sie). 

IPol?I 5ol?n 6e5 1539 ^eftorbenen Hatlpl^errn Daniel 6. (Spt. III. 
3n6ep), u?ar 1542 Hatl^sf^err un6 1543 5ta6trid}ter 5U Ceipsi^; er 
ftarb 1551 ((Dtto III. 713). 



158 ^iß ©bcrlauftt^er auf nniüerfitäten. 

1534, Gregorius | 

Paulus [ Bernhart Gerlizenses. 
Thomas J 

Dielletd^t Söl^ne von 5em Hatl^sl^errn Bernl^arö Bernt (Spt III. 
3nöer), 6er 1519 Kaömeri^ $efauft I)atte un5 1527 geftorben mar 
(21(5. 618), ober von öeffen 5ol]ne liaspar B. auf Saömert^. 

Andreas Pistoris Gorlicensis 

Georgias Olitus Camitzianus 

Ueber 5tc Kam. ^amilte Klette f. Cod Sax II. 7 3n6ef. — Der l)ier 
genannte (Seorg KI. befaf 1532 mit feinen (5efi)ipiftern 5ie Collatur 
über ein 2lltar in Kamen5, 6ag il?r Pater, (Seorc^ KL, 1501 $e= 
geftiftet I^atte. 

Johannes Leman Camicianus 

1535, Johannes Ruhrscheidt Bodissinus. 

Vq,l oben 1502 (5. 153) 2tnton ^ol?rfd}ei6t. — I^ans Küerfdjeit 
(sie) erfd^eint bis 1575 als ^atl)sl)err. 

1536, Celestinus Resler Sittauiensis. 

(Löleftin Hösler warb 1557 Kantor, 1560 Staötfd^reiber, 1576 

u)ie6er Kantor unö 1582 mieöer 5ta6tfd)reiber in 'Eauhan, ftarb 

1582. (ZIHU, K^. 580), 
Gregorius Vualsch Bndissensis 

(georg IDelfd? rüar 1547 5ur p3eit 6es pönfalls Hatl)sl)err (€211. 

1847, 136), and) fpäter ipieöer 1560 unö 1564 unö ftarb 1568. 
Joannes Morgenstern Bndissensis. gratis inscriptus. 

Vq,l oben 1521 (5, 156) Anthonius M., unten (5. 159) 1541 

Georgias unö Simon M. 
Bonaventura Rosslerus Gorlitzen s. 

Bru6er 5es oben 1530 (5, 157) g^^nannkn Bürgermeifters 3^^^^' ^• 

(£r erbte pon feinem Pater 5d)laurotl) un5 warb 1546 nebft feinen 

Brüöern 3^^<^^ ^^"^ 5^^"5 S^^öelt (ijritfd?, 43). 

1537, Wolffgangus Nenningke Camicensis. • 

XDol)l 5U lefen Hennigke; menigftens u^ar 1466 ein ZHarfus I7, 
aus Kamen5 2(rd)i6iafonus öafelbft, un6 6effen Pater, ebenfalls 
ITtarcus ^., n?ar Senator un6 Hatl)sl)err gemefen. (M. 3- ^• 
Cefing, gmeil^unöertjäl^r. ^eöäd^tnigfd^rift 6er erften et)anc3elifd?en 
(Seöäd^tnifpreMgt in (£amen5, 1727,) 

Thobias Engler Zittauiensis. 

Joannes Lenkisch Zittauien. 

Wenczeslaus Jaenkisch Zittauiensis. 

Thomas Berckner Zittauien, 

Mathias Eisner Budissensis. 

1538, Bonaventura St am Budissensis 

roar nod} 1582 Katl^sl^err, 
Christophorus Bern er Budissensis. 
Petrus 'dichter, Budissensis. 
Jacobus Hak Gorlicensis. 

ir>ol?l Soljn 6es 3ocoff t^ach, 6er 1528 als Bürc^e erfd^eint (Spt. I V.80). 



Die ®bcrlauftt5cr auf llniüerfttätcn. 159 

Martinns Frentzel Gorlicensis. 

M. maviin ^r. fag feit 1558 im l^atl}, wav 1567—69 su^Ieid^ 
vierter £el)rer am neuen ®YTi^"<>^ftiiii^/ fr^^*^'' 1578. 

Georgias Pyramus Gorlicensis. 

1538. Jacobus Merdius Camicianus, paiiper, gratis inscriptiis. 
Hieronymus Igel Gorlitzensis. 

Sein Dater tüar tr>ol]I ^icron. ^q,d, 6er 1545 ein Braul^aus befaf . 
3n ^!f. tparb 1541 ein Jeronimus Igel, c)ielleid]t 6er l^ier genannte, 
un6 1547 ein Joannes Igel, bei6e aus ^örli^^ inffribirt. 
Joannes Saxo vom Lauben. 

€in Paul Sayo aus £. mar „5d?uI6iener" 5U Breslau un6 mur6e 
1555 Pfarrer in l;{rofd)Ii^ ((tl)r. Knautl^e, (£in l7un6ert 0berlauf, 
(Selel^rter 2c. 1768, S. 9). 

1539. Johannes Munczer \ -r. ,. 
Johannes Adam / ^ Budissen. 

M. ^[ans] 2ibam voav 1547 5ur geit 6es Pönfalls Hatf^sl^err 
(£m. 1847. 136). 

Hieronymus Bergkmann Budisnensis (sie). 

(£r mar 1563 5ta6trid)ter, 1574, 1577, 1580 Bürgermeifter. Sein 
c^ufeifernes (Epitapl] im Stieber^IlTufeum (£2.11. 1894. 4). 

Andreas Hunderthoier Gorlitzensis. 

Sein Dater mar mol)I ^Herten ^un6ertI)omr. — Dal. uuten 1541 
ITTartin un6 1544 3oad)im r^un6ertl?eier (S. 160, '163). 

1540. Christophorus Haberkliorn Camicianus dioc Misn. 

Sol}n 6es Heftors Baltl^afar ^. in ^amm^, ^eb. 1505, mar6 er 
1530 an 6er 6aftgen Sdjule felbft Baccalaureus, 6. If. 6ritter £el}rer, 
6ann Heftor, 1553 Hatl?sl)err, ftarb aber nod} 1553. (£r fd)rieb im 
2(uftra$e 6es Hat{)s 6ie „itnnalen von Hamens" (Dietmann, 711.). 

Georgius Passeris Camicianus dioc. Misn. 

Valentinus Ritter Gortzliczensis (sie). 

(£r mar6 1558 Hatljsl^err un6 mel^rmals Bür^ermeifter, ftarb 1586. 

Joannes Schultes Sittauiensis. 

Job Kummers tat Gorlicensis, 

Pag 6ie ^örli^er ^amilie l{ommerftä6t mit 6er im ITleifnifd^en 
begüterten 6effelben Hamens 5ufammen(^änae, aus meld^er 6er 
befannte, 1538 $ea6elte furf. Hatl? (Seor$ p. H. un6 6ie Bau^ner 
Pompröpfte ^ieronymus un6 3ulius v. H, ftammten, ift 5. §. nodj 
nid)t ermiefen. — 3^ ^örli^ mar ein Baccal. 3<^^^"i^ ^' l^l^ 
bis 48 Hatl?sl)err un6 oftmals Bürgermeifter; 6er t^ier q>^nannk 
l7iob, fein Bru6er, I)ei|t fpäter Dr. un6 (Eanonifus 5U IHerfeburg 
(Sd)ütt, 17); 6er 1545 in ^ff. inffripirte 3oad}im un6 6er feit 1549 
in lDittenber$ ftu6iren6e C^eopl^ihis li. (S. 164) maren ^ol}anns 
Sö()ne. 

1541. Georgius Morgenstern a Budissin. 

D9I. obm (S. 156) 1521 Anthonius, un6 (S. 158) 1536 Joannes 
un6 Simon M. (S. 160). 
Mattliaeis Arnoldus Laubanensis. 



160 ^i^ 0bcrIauft^cr auf Uniitcrfitäten. 

Andreas Wagner Laubanensis. 

X)ielletd)t Sol^n öes 3^^^^ lOa^ner, 6er 1539 unö 1545 Bürger* 
meifter mar. 

Joannes Heinricus Budissensis. 

Joannes Reitz Budisensis. 

Adamus Tzaschel Budisensis. 

3c6enfalls ein Sol^n 6es ^ol}a\\ms ^fd^afd^el, 5er 1555 Bür^er^ 
meifter rt?ar. (£r muröe in bemfelben 3^^^*^ l^^l aud? 5U ^ranff. 
immatrüulirt. 

Mattheus Swert feger Camicianus. 

Sd}on 1454 mar öie ^^milie Sd^mertfe^er in Kamen5 begütert 
(Cod. Sax. II. 7. 84). 

Joannes Merklius Camicianus. 

Christophorus Helmericus Zittauien. 

M. CE^riftopf) ^elmbridjt, 5ol}n 5es Senators £oren3 ^., waxb nad} 
einander Pre5i$er in ^cna, Primarius in Dornburoi, 1562 f^of= 
preöi^er in IDeimar, Preöi^er in Sonöersl^aufen, enMid} 5uper= 
intenbent in 2Xrnfta6t unö ftarb 1578 (Carp5. A. III. 121). 

Gregorius Remigius Gorlizensis. 

Martinus Hunderthor Gorlicensis. 

P5I, oben 1539 2tn6reas, unten 1544 3oad?im ^. (5. 159, 163). 

Joachimus Steirer Gorlicensis. 

Jacobus Richter Löbensis. 

lieber öie ^amilie Hid^ter in £öbau f. Cod. Sax. II. 7 3^^^?- — 
(£in 3^^- ^- ^^^ £öbau wat erft Heftor öafelbft, 6ann Heftor 
un6 Staötfd^reiber in ^rieblanö un5 U)ur6e 1550 Pfarrer in 
Ciefenfurt (müll. Hef<S. 777). 

Michael Kostner Budissen., gratis inscript. 

Nicolaus Brucnerus Budisensis. 

Martinus Regulus Laubnicensis. 
(£r mar 1525 $eb., muröe erft Baccalaur in £., 1551 — 53 Pfarrer in 
^eibsöorf, 1556 in 5d}reibers6orf, 1571 ^ofpreöi^er eines (trafen 
V. ^offfird? 5U Sd^ratentf^al in ©efterreid? (IHüII. Hef^. 551). — 
(£in ilnöreas H. 06er Köni^ mar 1543 unö 1546 Bür^ermeifter 
in 'iauhan (6rün5. 257). 

Hieremias Venetus Laubnicensis. 

3eremias Peneöi^er aus £auhan wavb erft Sd^ulcolle^e 5U Sanft 
(£Iifabetl} in Breslau, bann Sd^öppenfd^reiber öafelbft unö ftarb 
1586. — Vq,l unten 1548 ^ff. gad^arias Penetus. 

Simon Morgenstern Budissensis, gratis inscr. 

P5I. oben 1521 2tnton, 1536 3o(?ann HI (S. 156, 158). 
1542. Joannes Seger Sittaeus (sie). 

Dr. 3ol?. S. marö Sta5tpl)Yftfus in gittau ((£arp5. A. Tl. 304) 
unö ftarb 1553. — XPol^I fein Pater mar UrbanS., 1521 Bürcjermeifter. 

Heinrich Hirschberger von Konigsheym. 

Sein (örogoater Bartl^el l^irfd^ber^ auf Köniijsl^ain bei (5örlife 
erfaufte 1504 öie böl^mifd^e l7errfd}aft IPartenber^ {2X^. 272). 



Die 0bcrlaiifit3er auf Uiiincrfitätcn. IBl 

Deffcn 5ol?n Caspar l^interlief fie 1544 feinen Söl^nen Baltl^afar 
un6 ^einnd?, 6ie ftd} nocf? nad} Köm^sl^ain benannten, (inittl^eil. 
ö. Per. f. (Sefd}. 6. Deutfd^en in Böl^men XVI.) 

ValentinuR Schonborn. 

P9I. oben 1521 (5. 156) Palentin 5d}önborn aus Bauten. 

Zacharias Will er Gorlicensis. 

(£in Kramer ^ans XÜ., pielleid^t fein Pater^ faf feit 1534 im 
Hatl)e, ftarb 1545. 

Caspar Beutzer Budissensis (bei^efe^t: doctor medicinae), 
(£. Peucer, öer hefannk Sd^roiegerfol^n ITTeIand}tt?ons, rr>ar geboren 
15*25 5U Bauten, tparö 1554 Profeffor 5er ITtati^emati!, 1559 6er 
21Tc6icin 511 IDittenber$, ipar rpegen Peröadjts 6es Kryptocabinismus 
1574 — 86 §efan$en un6 ftarb als fürftlid^er Ceibar5t 5U (gerbft 1602. 
Seine Sd^riften bei 0tto II. 785. — Sein Sol^n Caspar Peucer, 
phil. et med, Dr. ftarb 1588, ifWodf nid}t 36 3^^^ ^^t", in Bauten 
(3ot?. Cf^riftopl) XDa^ner, Epitaphia Budissinensia, 1696. S. 8). 

Bartholomeus Faber Budissensis. 

Martinus Kessler Budissensis. 

(£r wav geb. 1524 un6 mar „5er 2(r5nei Dr. un5 Sta5t=medicus 
5U Bauten", ftarb 1580. (XP agner, Bu5iginifd}e ^rab- un5 ^e- 
5äd}tnis=Znat?le ic, 1679. S. 6.) 

Georgius Wirt Laubensis Lusatus. 

Pielleid)t fein Pater mar 2Hartin IDirtl}, Hatl)sl?err fd^on 1547, 
fpäter Bürgermeifter, geft. 1558 ((Srün5. 257). 

(xregorius Henningus Laubensis Lusatus. 

(£in HÜoI. ^ennig, pielleid^t fein Pater, mar 1537 Bürgermeifter 
(6rün5. 201). 

1543. Valentinus Wernerus Gorlicensis. 
Erasmus a Nostitz ex Lusatia. 

Da 5er Porname (£rasmus in 5er ^amilie ü. Icofti^ 5amals gar 
nid}t porfommt, fo 5ürfte l^ier (Erasmus p. ^ers5orff gemeint fein, 
5er 1538 mit £auti^ un5 2lntl)eil 5es (Sutes Hofti^ belel^nt mar5 
(216. 244). 
Bartholomeus Gebhardus Zittauianus, 

(£r mar als Sol^n eines Sd^mar5färbers 1523 geboren un5 mar5 
1553 Diafonus, 1559 2Ird^i5ia!onus in gittau, ftarb, 61 ^al}xc 
alt, 1584. (Carp5. A. IIL 87.) 

Adamus ßupertus) .^^ ,. 
Andreas Eeiss / B^d^ssenses. 

(£rfterer mar mol)I 5er Sol^n 5es 1528 geftorbenen M. ^ieron. 
Hupert (IDagner, Bu5ifinifd?e (Srab* u. 6e5äd}tnis-2nal]Ie 2c. S. 4). 

1544. Hellas Scheffer Citauiensis. 
Vitus Trzehors Cittauiensis. 
Hieronimus Puschel Citaviensis. 

I^ier. Püfd^el mar5 1554 Cantor an 5er Sta5tfd)ule 5U ^^t^^U/ to^ 
aber fd^on im näd)ften 3<^^?i*^ ^" ^^^ P^P (Carp5. A. IIL 114). 
n. c. m. Bb. Lxxi. 11 



162 I^iß ©bcrlauft^cr auf Untücrfttätcn. 

Georgins Röseler Cittauienses. 

(£r l}aik jnra ftuöirt^ tvav aud} ^^TTatl^ematÜer, Did^ter unb befonöers 
6c5 (5rted)ifd}en funöig, rr>ar6 1556 5um Heftor an 6er gi^tauer 
5ta5tfd)ule berufen, !am 1564 in 5en Hatl? nnö ftarb 1569 (^eft^ 
fd^rtft bes ^ymnaftums 5U ^ittan 1886, 5. 16). 

Erhardus L estner Cittauiensis. 

Georgias Glockener Gorlitzensis. 

Melchior Stos Budissensis. 

1547 wav ein Caspar Stog, pielleid^t fein Pater, Katl^sl^err (£11T. 
1847. 136). 

Casparus Cretzmer Gorlitzensis. 

Baltbasar Ditrich Gorlitzensis. 

€r mar geb. 1525, warb 1545 £el)rcr an 6er 5ta6tfd}ule, 1547 
aber Pfarrer in Caud^ri^, 1548 in £eopoI6sl}ain, 1556 in iiönxo^S' 
Ifaxn, 1561 Diafonus un6 1564 Primarius in ^örli^, ftarb 1595 
(5d)ütt, 17 un6 ^ritfd}, 6). — Pgl. unten 1543 3oF?. Dittrid) in 
^ff. inffribirt. 

Thomas Leisdritz Budissensis. 

p I Cnemiander Laubensis (sie) 

Sie u?aren u?ol)I 6ie 5öE?ne 6es M. 2'^ad}. (£neinian6er, 6eutfd} 
^ofemann, aus 'iauhan, 6er 1522—24 felbft in IDittenberg ftu6irt 
l?aben foll (6ie 21Tatrifel ermähnt feinen Hamen nid^t), 6arauf 
Baccalaur an 6er 5ta6tfd}ule 5U 'Eanhan warb, 1532 als Heftor 
nad} £ön?enber$, 1534 als Heftor nad} Bauten fam (Sd^ubert, 
progr. von Bauten 1863, 5. 8). 1536 fin6en mir i{?n als <Dber= 
fta6tfd)reiber mie6er in Cauban ((Brün6. 209), 1543 abermals als 
Heftor in Bauten. 1558 fam er als 5uperinten6ent nad} '£iibWn,^ 
1560 ebenfalls als 5uperinten6ent nad} Cottbus, mo er 1568 ftarb. 
(ITTüll. K^. 565 fg.) Sein l^ier ermäl^nter Sol^n 3^^^^^^^/ 9^^- 
1525, mar6 1552 5uperinten6ent 5U Droffen in 6er Heumarf 
(0tto, II. 188). Sein Sol?n Peter aber ift gemif 6erfelbe, 6er 

1548 aud} nod} 6ie Uniüerfität ^ranffurt befud^te un6 6ort als 
Budnicensis eingetragen U)ar6, meil fein Pater ^h<in 6amals mie6er 
in Bauten lebte. (£r mar6 Dr med. un6 fpdter pi^yftfus un6 
2lpotbefer in Cottbus (inüll. H^. 552, (Dtto, II. 189). — Der 
befannte „Cügenl^iftoriograpl)" 2tbral)am ^ofemann, 6er fid^ eben» 
falls gern (£nemian6er nannte, mar 1561, als 6er Sol^n eines 
armen Sd^ufters in £auban, Tregor ^., geboren (Carpj. (Sl^rent. I. 
373; feine Sdjriften bei 0tto, II. 182). 

Jacobus Finckler Budissensis. 

^eb. 1527, mur6e er 1550 Diafonus 5U Cöbau, 6arauf Paftor in 
ITTelaune un6 1559 erfter er>angelifd?er Pfarrer in (Sö6a als „ein 
geleierter un6 6er men6ifd}en Sprad^e moblberid) teter 2^ann'^ 
(p. IPeber, 2lvd)\v f. 6ie fäd^f. ^efd?. V. 101.) 



Die ©bcrlauft^cr auf nntiunfitäten. 163 

Vinceslaus Lanckisch Cittauiensis. 

M. Xt)cn5el Cancfifd? tparö 1554 Katf^sl^err, fpäter Synöifus in 
Zittau, faufte 1576 Hcul?örni|, ir>ar5 1582 ^eaöelt unb ftarb 1584 
(Poö,t, (£l]roni! von 2(It= un5 Heu^:^örm^ 1830, 5. 48 ff^.)- — 
XDoi}i fein Pater mar lDen5eI £., baccal. ptiil., feit 1509 im Hatl}, 
oftmals Bür^ermeifter, geft. 1538 (Carps. A. II. 278). 

Nicolaiis Bartsch Laubenensis. 

(£in €aurentiu5 B. in £auban mad)te 1502 eine ^tltarftiftun^ 
(Zllüü. K(5. 395). (£in IXk. 3. voav von 1513—24 oft Bürger-- 
meifter (^rünö. 256), pielleid^t öer Pater öes l}ier genannten. 

Jacobus Klotz Budissensis. 

P^I. unten 1546 3ol}. CIo^ (5. 164). 

Petrus Franck Budissensis. 

Johannes Lange Sittauiensis. 

Matthias Sibenhaer Sittauiensis. 

M, Siebenl^aar, eines Cudjmadjers Sol^n, tt?ar6 1552 Paftor in 
0berfeifers6orf, 1555 in (5rofl}enners5orf ((£arp5. A. III. 125). 
(£r ftuöirte 1547 and) in ^ranffurt. 

Adam Schultes Gorlicensis. 

Joachimus Hundertheier Gorlicensis. 

(£r xvatb 1545 and} in ^!f. inffribirt. — P9I. oben 1539 2ln5reas, 
1541 martin V}, (5. 159, 160). 

Jacobus Weiss Gorlicensis. 

1545. Johannes Kraus Laubensis Silesius. (!) 

Pielleid^t ein Sol^n Don Peter Kr., öer feit 1556 öfter Bür(3ermeifter 

roar. - — 1581 tpar ein ^bral^am Krause 5ta5tfd}reiber. 
Johannes Seh ef 1er Laubensis Silesius. 
Mathias Seh all er Laubensis. 

IDir DermutE^en, 6af öiefe beiöen Hamen 5U lefen feien ScheufFier; 

ein ITtatl^es Sd^euffler, tpol^l öer ()ier ertpäl^nte, toar 1564 — 1580 

tDieöerl^oIt Bür^ermeifter in 'ianban ((Srünö., 257). 

— ZTtid^ael 5d)eufler, „öer 5d?miöt" 5U 'ianban, borgte 1506 ®elö 

Don einer Ürd^Iid^en Stiftung ((£benöaf. 391.) 
Fabianus Kein Bischofwerdensis. 
Bartholomeus Bohemus Budissensis. 
Gregorius Becker Gorlicensis. 
Johannes Beucker Budissensis. 

P$I. oben 1542 (£asp. Beuger (5. 161). 
Johannes Grel Gorlitzensis. 
Paulus Gubitz Gorlitzensis. 
Johannes Frost Rulandensis. 
Johannes Leheman Budissen. 
Donatus Wolff Gorlitzensis. 

1546. Jacobus Hase Gorlicensis. 
Paulus Busmann US Gorlicensis. 

Paul Pufd^mann faf feit 1566 im l^atbie, muröe 1571 Pfarrer 
in €id)tenber(a unö ftarb. 1594 (inüll. Hef(S. 681). — Per b^tannk 

11* 



164 ^iß 0bcrIauft^er auf UniocrfttätcTt. 

^örli^cr ITtcifterftn$er 2t6am ^adianas pufd^mann, $eb. 1532, 

ipar 6er 5oB?n eines Bäc!ermeifter5, 6er aud} Paul p. ^ief (CZIT. 

1877. 61 ffg.). 
Urbanus Smolkius Budissenen. 

lDoE?I 6erfelbe M. Uvban Sd^molfe, 6er um 1557 Piafonus in 

Bauten war (Bauni^ärtel, Die !ird?Iid}en 3uftän6e Bau^ens ic, 

1889, S. 28). 
Georgius Popilius Laubanensis, gratis inscript. 
Johannes Pfeiffer Gorlicensis. 
Johannes Glotz Budissensis. 

Dgl. oben 1544 3a!ob -KIo^ (5. 163). 
David Röseler Sittauiensis. 
Hieronymus Paulisch Budissinensis dedit 272 gr. 

1548. Paulus AI brich ] 

Johannes Schneyder [ Gorlicenses. 
Andreas Clemens | 

3ol). Sd)nei6er warb erfter er?an$eltfd}er Pfarrer in d}omTnen6orf 
(5ct}ütt, 19;. 

1549. Petrus Fischer Budisensis. 
Theophilus Commerstadius Gorlicensis. 

D$I. oh^n 1540 ^ob (5. 159), unten 1545 in ^ranffurt ^ieronym. 

l{oininerfta6t. 
Johannes Leubner Gorlicen., gratis. 
Nicolaus Warnsdorf in Hausdorf, Silesius nobilis. 

Die Brü6er 2in\on un6 Hifolaus v. Xt)arn56orf befagen 6amal5 

2lntl)eil r»on ^aus6orf bei Cauban (2t(S. 534). 
Johannes Honisch Budissen. 
Georgius Arnstrofius [sie] Sittauien. 

^re(5or 2(rn56orff fag feit 1563 im 2latE?, voav 1592 Bürtjermeifter. 
Johannes Sehn eider Gorlicen 
Johannes Leubner Gorlicen. 
Thomas Schreiber Budissen. 

1550. Christophorus Bresslerus Budissensis. 
Hieronymus Hennig Sitauiensis, 
Tobias Kober Gorlicensis. 

(£r war 6er Sol)n von ^l^omas K., 6er 1536 im ^ath} fa0 un6 
1585 ftarb. (£r felbft t^atte ine6icin ftu6irt un6 u?ar6, als Dr. 
med., 5uerft 5ta6tpl]Yfi^us in Cauban, fpäter in €öu)enber$. (£r 
ftarb, u?ie fein Pater, 1585 (5d}ütt, 18). Heber 6ie ^amilie Kober 
f- ^ritfd?, 31. 

Zacharias B.ichter Gorlicensis, pauper. 

Sein (Srogpater Hamens (SoI6bad) mar Hid^ter in l7aIben6orf 
9ett)efen; 6aDon nannten fid) 6effen Icad}fommen „Hid)ter". Der 
Pater 6es I^ier genannten ^ad^arias ir>ar Cudjmad^er in (5örlife. 
gadjarias erfd^eint 1567 — 69 als (Eantor 6afelbft (Sdjütt, 81;. 

Johannes Weske Budissensis, pauper. 



Die (Dbcrlauft't^er auf nturcrfi'täteii. 165 

V. ^vaxxhfnvt an hiev ®hev. 

3tii 3af)re 1506 C!»rün6etc Kurfürft 3oad?irn I. von Branöenburg 
6to erftc Hntrcrfttät in feinen märfifd^en Canöen. Pie Hation 6er ^ITcirfer 
( Marchit ar um) war bal}cv von Einfang an öafelbft öie 5al)Ireid^fte. 2(uf er 
il^r beftanöen öie Icationen 6cr ^ranfen (Franconum), Preufen (Prute- 
nonim) un6 Sd^Iefter (Siesitarum), gu 6en le^teren tpuröen and} 6ie 
(Db er läufiger $ered)net. 3^^*^ Hn^al?! mar fo<$Icic^ bei 6er «Eröffnung 
6cr Uniperfttät ^ranffurt be6euten6 un6 wnd}S ir>ie6er faft 511 c^Ieidjer l^oF^e, 
alö 1547 f«j. infolge 6e5 5d}TnalfaI6ifc^en lirie^es IPittenber^ von 6en 
meiften 5tu6enten perlaffen a>ur6e. leidet nur 6te fämintlid^en 5ed?sftä6te, 
fon6ern and} 6ie fleinen £an6ftä6td}en, u?ie I^oyer5ii?er6e, (£Iftra, Bifcbofs^ 
tt)er6e, 5ei6enber($ ic. fen6eten in jener Blütl^eseit 6er reformatorifd)en Be^ 
meoyunc^ if)re 5öl)ne mit Porliebe entit)e6er nad) tPittenber^j 06er nad} 
^ranffurt. 2lud? l)ier entl^ält 6ie von 6en {?albjäl?ri$en Heftoren c3efül?rtc 
^ITatrifeP) bei je6em eingetragenen Itatnen 6ie ^al}! 6er bei 6er 3"= 
ffription erlegten ^rofd^en; fte betrug in 6er Kegel 10 (Srofd^en; nur 
wenige a>er6en als pauperes, 6ie gar nid^ts sal^lten, be5eid}net. 

1506. Mathias Kalo de Hoyerswerdis (natio Slesitarum). 

Baccalaurius Johannes Falk de Camentz. 

(£in ZHatl^is ^alfe mar fdjon 1443 Hatt^sf^err in Katnens fCod. 

Sax. IL 7. 78). 
Magister Michael Arnoldi de Sittavia. 

(£r batte 6ie 2nagiftermür6e mol^I fd?on porber in £eip5ig ermorben, 

un6 ift md}t i6entifd^ mit 6em 1503 in XDittenberg inffribirten 

ITixd}. 2ivnoit von (gittau, 6er 1504 bereits 5d}ulre!tor mar 

(5. 153). 
Georgius Haberkuch de Camitz. 

Vodf mo{?I 5U 6er ^amilie ^aberforn gel^örig (5. 159). 
Paulus Kirchhoff de Görlitz. 

(£in Baltl^afar K. mar. 1482 un6 nodf 1510 Hatl)s(?err in ^. 

(Spt. II. 363; III. 65). 
Gregorius Aye de Görlitz. 

(£in Caspar 2lye mar 1487 „parlirer sancte crucis" (£ZTT. 1892. 153). 
Baccalaur. Martinus Marien am de Görlitz. 

Diefe ^amilie, aus 6er fd)on 1424 ein Hifol. ZU. Bürgermeifter 

in ^. mar, fd^rieb fxdf „IlTarienam", nidjt „21Iarienau" (Pfotenl?.), 

and} nid^t „Zllariena". — (£in Dr. Caspar ITi. erfd^eint feit 1465 



^) „llnircrfitäts = lTTatrifcI von ^ranffurt an bcr 0ber", t^crausgegebeii von Dr. 
(2rnft ^rtcblänbcr. V>b. I (1506-1648) £ctp3tg 1887. — Dergl. Dr. (Enift pfoten = 
I^aucr, „Sed^sftäbtcr auf ber Untrerfttät ^ratilfurt a. 0. in ber §cit von 1506—1606", 
im 7X. £auf. lUag. 1886. 180—205. £c^tercr füt^rt, ebenfalls aus bem ©ritjinal ber 
IHatrüel, nur bie oberlauft^ifc^en 5ed?sftäbtcr (jebod? nic^t alle) auf unb fügt bcnfelbcn 
biograpt^ifc^e Bemcrfuntjcn bei, bie aud? von uns inct^rfad? benu^t morben finb. IPir 
q^ebcn bie Hamen in ber ^orm, mie fie Afrieblänbcr fc^reibt; pfotent)auer meidet von ber= 
fclben häufig ah. 



l(3ß Pic 0bedaufit5cr auf Iliiircrfitätcn. 

als 0fficial öcr propftei Bauten ((£rm. 38 U., Spt. IL 3n6cr). 
— €tn 3^^)<^^^" ^- tt?ar 1510 Pcru?efer einer Brü6erfd)aft 511 
(Sörli^ unb waxb fpäter erfter epangelifd^er Pfarrer 5U Henncrsöorf 
(Vunm. 266. irTülI. Hef(S. 751). 

Franciscus Jhenicus de Hewerschwerdis. 

Donatus Kr ick de Laubin. 

(£r u?ar 1525 £el)rer an 6er 5ta6tfd)ule un6 5ucsleid) 5ta5tfd)reiber 
in 'iauhan, fpäter €rbrid)ter in (Öörli^ (Dietniann 457. Spt. 
IV. 142). 

Michael Kentzell de Laubin. 

CristoiFerus Gersdorff de Barith (sie). 

€r tpar 6er 6ritte 5ol)n (£f)riftopI)5 v. ^. auf Barutl) un6 infolge 
brü6erlidjer Cl^eilun^ feit 1519 auf peters(?ain gefeffen (2t^. 236). 

Franciscus Schneider de Görlitz. 

Seit 1510—1549 im Hatl^e un6 U)ä(?ren6 6iefer geit 10 ^Hal 
Bür^ermeifter in (S., ^eft. 1560 (Heum. 637; Spt. III. un6 IV. 
3n6er). 2ln feinem ^aufe (an 6er PetersÜrd^e 12) fein BruftbiI6 
un6 feine ^ausmar!e (X^L 1894. 6). 

Baccal. Bartholomeus Sclileiff de Lauben. 

(£y ftiftete 1519 einer Brü6erfd)aft 5U £auban 1 lUarf ^rofd^en 
(müll. K(S. 97). — P9I. unten 1506 Bernhardus Sclileyff. — 
Der Bür^ermeifter UTattE^äus Sd^Ieiff q^ah 1489 5um 2(nfauf r>on 
(Seib56orf 104 fl. un$ar. ((Brün6er, 182 2(.). 

Marcus Zimmermann de Seydenberg. 

Klof, i^iftor. Xlad}v. p. 5ei6enberg (1762), fül?rt 6enfelben in 6em 
liapitel „von geleierten 5ei6enbergern^' (5. 243) nid>t an. 

Jorius Engelbreciit de Lubavia. 

XDol^l 6erfelbe ^eorg €., 6er feit 1521 5ta6tfd)reiber, feit 1527 
Katbsl^err in £. wav. Sein Dater wav ipal^rfd^einlid? £oren5 €., 
6er feit 1499 als Hatl}sl)err t>or!ommt (Cod. Sax. II. 7 3^^^*^r)- 

Johannes Leffler de Camentz. 

Sein Dater pielleidjt 3oI?ann Ceffeler, 6er 1494 im Katb faf (Cod. 
Sax. IL 7 3n6er). 

Johannes Bick de Budissen. 

Baccal. Sebastianus Hertzog de Budissin. 

Bernhardus Schleyff de Lauben. 
DgL oben 1506 BartI)oIom. Sd^Ieiff, 

Jodocus Henningk de Camentz. 

Caecal, ^obocns ^^nmdc lief 1513 feinem Bru6er IPoIfoiang ein 
2lltarlel)n auf un6 g,e6ad}te, ,,$eiftlid)" 5U u->er6en (Kam. Sta6tbud} 
III. 347). — Sein Dater n?of)I I^ans ^ennigfe, KatE)sberr un6 
me{?rf ad} and} Bürc^ermeifter (Cod. Sax. IL 7 3"^<^?)- 

Franciscus Bischoffs wer der de Sittavia. 

(£r max 6er Solfn eines Siegmun6 p. B., 6er urfprünglid) 2(ntbeil 
an 6em ^amiliengute (£bersbad) bei ^örlil5 gel^abt, ftd} aber nacb 
Zittau c^cwcn6et l^atte. 1528 perfauften 6ie Söl^ne 6iefes Siegmun6, 



Die (Dbcrlaii[it5er auf llnircrfitätcn. 167 

„5van5 nnb Hicfcl (5ebrü6cr v. B. 511 Ccipa un5 gittau, un6 i)ans 

iinb (laspar, aud} (Sctn'üöcr v. B., Bür^jcr 511 (5örlt^", jenen 2(ntl)ctl 

an i^rcn Petter, ^ans 5en älteren d. B. auf ^bersbad) (^^. 129). 
Pangracius Felder de Sittavia. 

(fr tt">ar 1513—22 Pfarrer in ^rieöersöorf bei Zittau, 6ann in 

Heid^enau (VJX. 1872. 194 un5 205). 
Michael Neu man de Lobavia. 
11507. Jodocus Remis de Camentz. 

Per^I. obm XDittenberg 1526 2(n6reas H. (5. 157) un5 unten 

^ranff. 1508 ebenfalls ein 2(n6rea5 H.; ob öerfelbe? 
Martinas Rodeman de Görlitz. 
Franciscus Prochus de Laubin. 

Sein Pater roar wol}l 5er ^leifd^er (LE^riftopt^Proy (1505; ^rün5., 193). 
Franciscus Schnitze de Laubin. 

Pielleid}t 5ol)n öes Peter Sd^olj, öer 1522 Bür^enneifter war. 
Gregorius Grüne de Görlitz. 
Martinus Kleinhentze de Hoe[r]sswerde. 
Bartholom. Fleischer de Kamitz. 

(£r erfd?eint 1530 als 5ta6trid}ter in Kaniens (Stabtbud? IV. 188) 

un6 befaf (1532) mit anöeren Permanöten 6ie dollatur über ein 

mtav 6afelbft (Cod. Sax. II. 7. 194). 
Barthol. Kretzsmer de Loben. 

Vq\. oben 1519 IDittenberg Caspar Cretzmer de Lauwen (5. 155). 
Nicolaus Holfeldt de Sittavia. 

1508. Joannes Kussessdorff de Sittavia. 
Petrus Bretschneyder de Lauben. 
Andreas Remis s de Camitz. 

Pgl. oben 1507 Jodocus R. 

1509. Petrus Niebeschitz de Görlitz. 
Sigissmundus Knabloch de Sittavia. 
Valentinus Weddeman de Görlitz. 

1510. Jacobus Beyger de Lubauia. 

i£in Caspar Beil^er, oielleid^t fein Pater, xvav 1490 Katl?sl?err, 
1502 Bür^ermeifter in Cöbau (Cod. Sax. IL 7 3"^^'?)- 
Hycronimus Oppler de Gorlicz. 

Pielleid^t iöentifd? mit ^ieron. „(Eppler" (audj 2tppler), öer 1533 bis 
5U feinem tEoöe (1559) im Hatl^e mar. 

1511. Jacobus Carpentarii de Hewerswerdis. 
Joannes Brisen de Pauczen. 

P3I. unten 1512 Baltisar Br. — (£s fd^eint uns fe{?r fra^lid), oh 
öiefelben öer ritterlid^en ^amilie v. Briefen feilten an^ef^ört l^aben, 
6ie alleröin^s 5U Reiten aud^ in öer 0berlaufi^ ^nfäffi^j u?ar (H(S. 141). 

1512. Franciscus Hiller de Görlitz. 

1543 u?ar er Pfarrer in Iceuöorf, 1543 in (Sersöorf. 
Baltisar Brisen de Budessen. 

1513. Johannes Pockwitz de Camitz. 



IßQ Ptc (Dbcrlaufi^cr auf nnirerfitätcn. 

1514. Udalricus Nostwitze de Lubavia. 

P$I. oben 1518 Bolog^na (5. 139). Ulrid) v. Icofti^ l^attc alfo 

5uerft in ^ranffurt ftuMrt, el)e er aud} Boioo^na befud^te. (£r 

l^eift „von Cöbau", ba bas Stamm^ut Unmüröc bei Cöbau ge^ 

Ic$en ift. 
Melch.ior Fulmer Sitaviensis. 
Valentinus Schuf fei de Gorlicz. 
Joannes Peyczinger de Gorlicz. 

Dgl. oben 1520 XDittenber$ (5. 156) Sigismund Peytzner. 
Symon Sauer de Lawben. 

(£r rparö 1520 Seigrer, 1525 Heftor 6er Sd^ule 511 €auban unö 

blieb es bis 5ur (£infül}rung, 6er Heformation (^ITülI. li^. r>. £. 

550. 523). — (£in Simon 5. (oh öerfelbe?) it>ar6 na&f 6eni pön= 

fall Hatf?sl?err ((Srünö., 85). 
Franciscus Lapicida Budissinensis. 
Valentinus Weiss de Gorlicz. 

€in Herten IDelscs mar 1509-1512 im Hatl?e. 
Michael Jacob de Lawben. 

1515. Georgius Sartoris de Gorlicz. 

Vq>L oben LudoAv. Sartoris alias Langsneider 1507 in ^eip^iij 
un6 Valent. Sneider 1519 in XDittenberc^ (5. 151. 155). — lieber 
6ie ^amilie f. ^ritfd), 46. 

Jacobus "Warssanecz [de] Hauerswerdis. 

Johannes Bogner de La wen. 

Franciscus Wydeman de Gorlicz. 

Baltasar Job st de Gorlicz. 

Pielleid^t ein Sol^n r>on ^ans 3<^^^^ ^^1* l^O^ — 1^13 im Hatl^e ir»ar. 

Christophorus AVeyder de Gorlicz. 

Heber 6ie ^amilie ID., 6ie fd}on 1434 einen IPappenbrief erf^ielt, 
vq,l ^ritfd}, 55. 

Henricus Nosticz de Rotthenborgk. 

(£in 5o{)n 0ttos p. Hofti^ auf Hotl^enburo;, erl^ielt er in brü6erlid)er 
tri^eiluno, 6as ^ut Hoes unö iparb fo Stifter öiefer r>. Hofti^'fd^en 
Hebenlinie (2((5. II. 115). 

Nicolaus Grundekel de Gorlicz. 

Emestus Weiszbegk de Hoers werde. 

Michael Kroloff de Zittavia. 

irtid^. Krolauft tr?ar5 erfter proteftantifd^er Pfarrer 511 IDittd^enborf 
(1528 — 53) unö füf}rte bis 5U feinem Co6e 6en Citel eines Öefans 
Don gittau, 6er pielen feiner 2(mtsror$änger 5uaeftan6en l^atte (€21T. 
1872. 210). — Sein Pater u?ar n^ol?! lUid}. iü'olauft, Hatl)sf?err, 
aud) Bürgermeifter 5U gittau, ^eft. 1525 ((£arp5. A. II. 278). 

1516. Petrus Metzerader [sie] de Lipitz. 

(£r 6ürfte einer 6er 1512 nod} ungefonöerten Söl?ne 6es Icicfel 
. V. llTe^raöt auf IHilfel, N. pon Bauten, $ettH»fen un6 5eitic3 
c3eftorben fein (21(5. 361). 



Die (bbcrlanfttj^r auf Ilnirerfttäten. 169 

Bartholomeus Pytz de Millikfl. 

<£r bütfk 5^n i^örfgcn als f^ofmciftcr auf öie Untpcrfttät begleitet 

Ffancisciis Künat de Lauböii; 
Thomas Bognör de Lauben, 

1517. Jacubus Funck de Görlitz. 
Bonaventura Susskopp de (lorlicz. 

Sein Pater ir>ar tpobi V^ans Suc^fop, Cud^mad^cr un5 Hatl^sf^err 

(1513) 5u (Börli^ (Spt. III. 286). 
Franciscus Stamm de Budissin. 
Franciscus Henig de Budissin. 

1518. Nicolaus Heidenricb de Sittavia. 

3t'öenfalls ipobi ein naiver Perir>an6ter 5cs ^ittaucr Reformators 
€oren5 l^etöenreid}, 6effen Pater, Paul I)., Cud^mad^er in gittau 
voav (pefcbcc!, I. 389). — P$I. ^lerius i). unten 1518 un6 (£faias 
t^eöertd) unten 1549. 

Caspar Scliwartzenbach de Sittavia. 

Gregorius Sartoris de Elstra. 

Johannes Schwartz de Görlitz. 

€in I^ans Scbmar^ (5d)ir>ar3l?ans) faufte 1503 6as je^t 6er (5e^ 
feUfd?aft 6er Ü:>iffenfd}. ^elfdvky ^aus (Cm. 1892. 254). 

Valentinus Hediss de Budissin. 

Alexius Heidenreich de Sittavia. 
P^I. oben 1518 Mcol. H. 

Sixtus Hauff de Budissim (sie). 

Franciscus Nisser de Set ta via fsic). 

Jacobus Tasschenberg de Budissin. 

Petrus Bitterlich de Budissin. 

(£r n?ar6 (um 1551) erfter proteftantifi^er Pfarrer* in Can^enau, 
fpäter in £icf?tenber$ (HtüII. Kef^. 677. 681). 

1519. Jacobus Engelberch de Lobavia. 

P$l. oben 1506 (Seor^ (£ngelbred}t. 
Johannes Newman de Lobbavia. 

€in Procuff Heu^man n?ar 1487 fg. Hatf?sl?err in C. (Cod. Sax. 

IL 7 3n6er). 
Balthasar Lern an de Lobavia. 

Heber 6te ^familie Cel^mann in £. vq>L Cod. Sax. IL 7 3"^^?- 
Franciscus Kolweritz [lies: Bolberitz] de Budissen. 

^ran5 v. Bolberi^ aus 6er Cinie ^örftdjen tr>ar min6eftens fett 1527 

nebft feinem Bru6er ^etnrid} auf nera6t^, lileinbäl^nd^en un6 ^u$a, 

feit 1537 nur nod} auf le^terem <ßute ^efeffen (2t(S. 138). 
Laurentius Newman Sittaviensis. 

€r warb 1521 2tltartft in ^xiiau, I)eirat(?ete 1542, warb 1550 

Pfarrer in 5eTfers6orf, 1558 Pre6i$er an 6er 2'^l}anmsf\Yd)c 5U 

Zittau un6 ftarb 1559 (Carps- A. III. 86). 
Jeorgius Ju(lici[s] de Budissin. 



170 ^^ß 0berlanfit^ei* auf lltlircrfitätcfl. 

1520. Joachim Kock de Lauben. 

(£in M. 3<5^^"ii Hod} voav 1525 l{ämnierer, ein artöeter M. Kod? 

1501 Staötfd^reiber, fpäter 3ür$ermetftet 511 Cauban (Dtetm. 457; 

(5rün6. 256). 
Baltasar Ho ff man de Bautzen. 
Eucarius Frolich Sittaviensis, 
Ürbanus Czeidler de Lauben. 

(£r wat fd^ort 1535 HatE^sl^err unö Kird^enrorftel^er in C, fpätcr 

tr>te6^tt?oIt Bür^erm^tfter (ZlTüIL, K®. 523; ^rün6. 257). — Sein 

i)atet rpar £oren5 g., 6er von 1471' — 1511 lüieöerl^olt Bür^er^ 

meiftcr voav (®rün6. 192). 
Celestinus Dolhopff de Budissen. 

Cöleftin Coll^opp mutöe nctd) 5em pönfaü in öen neuen Hatl) 5U 

Bauten „üerorönet" (£21t. 1847. 137). 
Hugo Metzenradt de Bautzen. 

V}auq, V. Ilte^rabt aus 6er Cinie Kleinbau^en, SO. von Bauten, 

erfd^eint feit 1540 als ^ofrid}ter 5U Bauten un6 auf Doberfd^i^ 

^efeffen (216. 363). 
Dionisius Henrich de Budissen. 
Matthias Grlodzs de Pwdisseen. 
Matthias Mynthemestheer de Gorlosse. 

Vq>L unten 1541 Helias Muntzemeister de Görlitz. (£in ZTTartin 

IHoncsemeifter 6afelbft ftarb 1477 (Spt. I. 268). 

1521. Gregorius Grebicz de Lawben. 

1522. ürbanus Putterman Camicensis. 

1543 ift Uvhan f>. im Katl^e un6 le^t Hed^nun^ ab über Pecem. 

1529. Joannes Steffan Camicensis. 

€in 3o^. Stepl^an, r>ielleid}t fein Pater, l?atte 1476 5U l{amen5 einen 
2lltar ^eftiftet (Cod. Sax. II. 7. 106). 

1530. Celestinus Citaviensis. 

(DhOfUid} l}kv 6er Familienname n)e$$elaffen ift, 6arf man annel^men, 
6as gemeint fei Cöleftin ^enni$, 6er erft an 6er 5ta6tfd^ule 5U gittau 
mirfte, 1548 in 6en Hatl? fam, 1557 5ta6trid)ter, 1560 un6 öfter 
Bür^ermeifter n?ur6e un6 1567 ftarb (Carps. A. IL 279). 

1531. Johannes Arnoldi Gorliczensis. 

D9I. oben 5. 154 1519 IDittenberg Balthasar Arnoldus de G. 
— (£in 2^\:}ann 2(., pielleid^t 6er Pater 6es l?ier c^enannten, u^ar 
1522 un6 1526 Bür^ermeifter in (5örli^ (Heum. 637). — Per 
f}ier genannte faf 1540—1546 im Hatl?e. 

1535. Fabianus Schvert feger de Görlitz. 

€in 6eorg 5d^tt'>ertfeger mar 1513 Hatt^sl^err in 6. (Spt. III. 3n^<''r)- 

1537. Magister Andreas Günther Camitianus. 

(£r voav 6er Sol}n von Tregor 6., artium et dccretorum doctor, 
meldjer 1491—1505 6as 2tmt eines 5ta6tfd)reibers 5U Kamens bc- 
!Iei6ete, als IDittnun' aber nod} in 6en geiftlid^en 5tan6 trat un6 von 
1513 bis 5U feinem Co6e 1535 Pfarrer 6afelbft, 6er le^te fatl?oIifd)e, 



X)ic 0beilaufi^cr auf llnircrfttätcti. 171 

war (Dtetm. 653). Sd^on 1521 l^aik er 6en l^ail} 6er 5ta6t 
cjobeten, fciiicni Sol^n ^nöreas, „6er Hcd}te Baccalaureus", 6as 2(rnt 
eines Staötfd^reibers auf 8 3^^^^ 5U5ufa$en (Kam. 5ta6tb. IV. 116). 
Perfelbe I^atte alfo 6amals bereits eine Unirerfität, ipat^rfd^einlici) 
€eip5ia, befud^t Urt6 wirb 6at}er, als et 1537 and} nod} Wdd} 
^rartffurt c^ing, als „lITa^ifter" inffribirt. €r fam 1542 in 6ert 
Satb 511 Kam., n:>ar6 1543 Büraermeifter, 6er le^te fat^olifd^e, 
6afel'bft urt6 ftarb 1570 (Dietm. 638. Cod. Sax. II. 7 3n6er. 
Dibelius, Beiträge 5. fäd}f. Kird^en^jefd?. L 122). 

Georgias Juclicis Budisna. 
1541. Jeronimus Igel de Görlitz. 

(£r mar 1548 Perforier 6es I^ofpitats 5um ^eil. Kreu5. 

Johannes Goritz de Bauzen. 

Pielleid^t fein Pater ir>ar Dr. ^ran5 (5., 1547 Bürgermeifter in 
B. ((ßrofer, IVicrdw. IV. 171). 

Adam Czaschell Budissenus. 

P$I. oWn IDittenberg 1541 (5. 160). 

Hellas Muntzemeister de Görlitz. 

Vq,L oben 1520 ßtf. Matthias Mynthemestheer de G. 

Thomas Günther de Camenitz. 
Pal. oben ^ff. 1537 2tn6reas 6. 

1543. Joannes Schlug wer der Lobaviensis. 

lieber 6ie Cöbauer ^amilie 5d)Iucfenn)er6er, i?on 6er feit 1461 un= 
unterbrod^en ^Iie6er im Hatl^e fallen, f. Cod. Sax. II. 7 3n6er. 
Seit 1527 trar 6afelbft liierten 5d)I. mel^rfad) Bürgermeifter 
(Btabibud}), vkikxdft 6er Pater 6es l?ier c^enannten 3<^^?- ^^^v 
meld)er Baccalaureus, 6. 1?. £el^rer an 6er Sta6tfd]ule, rr>m'6e'un6 1568 
an 6er Peft ftarb ((£l?r. Knautl^e, (Sefd). 6er 5d?ule in Cöbau 1766. 
40 5. 42). 

Martinus Roslerus Gedanus. 

Mattheus Bartsch Gorlicensis. 

Joannes Dittrich Gorlicensis. 

Pc3l. oben (5. 162) 1544 XPittenberg : Baltl^afar Ditrid?. 

1544. Joannes Scheps Budissensis. 
Magister Casparus Stecker Lubaviensis. 
Venceslaus Petig Lubaviensis. 

€in Ciifas petag erfd^ien 1491 mecjen „Bhitrunft" r>or 6em Kü$en= 
3erid)t 5U Cöbau, ein ^ans Peta^! n?ar 1551 Hatl)sl)err 6afelbft 
(Segni^, 2tnnalen v. £.; Hügebud?.) 

Crispianus Moler Lubaviensis. 

Joannes Benserus de Hoyers werde. 

P$I. unten 1544 BartI]oI. Benfer aus ^0Yersu?er6e. 

Joannes Butner Gorlitzensis. 

P$I. unten 1547 Gregorius Butner G. — (£in (£Iias B., 5ol)n 
6es ^ud^mad^erälteften 3^^^"" ^v ^^^^ 2ipotl}cht in ^örli^ 
(0tto, I. 638). (Dh 6ie bei6en in ^ranffurt ftu6iren6en B. aud? 
5öl)ne 6es Cud^mad^ers fein mögen? 



i72 ^iß (Öberlaufit5cr auf nnircifitätcn. 

Ürbaiius Stübnßr Lobavienfeis; 
Laurentius Schneider Grorlitzensis. 

Sofort von ßvan^ Sd^rieiöer (obert 1506), Knt)drb fid? Iö38 um 

am Präbenöe am Domftift Bauten. 
Bartholöniaeus Benserus Hoierswerdensis. 

Vq,L oben 1544 3o^^nn 3. düs ^oycYBw^vbc. 
Wencfeslaus Beriisröss äoierswerdensis. 
Georgius Cratander Lobaviensis, puer, non jurüvit. 

(£in lU. ITlartin Cratanber, „fonft ^erbcr o5er i7drte{ cucncinnt/' 

toarb 1568 als Staötfd^rciber in £. angenommen; [tarb 1580 (Segnt^). 

1545. Hieronymus Kumerstat Gorlicensis. 

Dgl. oben 5. 159 1540 IDittcnberg 3ob, unö 5. 164 1549 

Cl?eopl^iIu5 Kommerftatt. 
Joannes Kudiwa Budisnensis. 
Joachimus Hundertheuer Gorlitzensis. 

€r wat 1545 fd^on in IDittenberg inffribirt iporöen (5. 163). — 

Vq>l oben (5. 159) 1539 IDittenberg Ztnöreas ^. 

1546. Renoldus Nostitz Lusatiensis. 

2leltefter 5ol?n Ulrid^s v. ITofti^ auf Kupper&öorf (5. 139), 
uniröe er 1562 mit 6iefem Stammgut belel^nt, ftarb aber nod? 1562 
finöerlos (2t^. 389). 

Martinus Sychhard Gorlicensis Slesita. 

Hieronymus Gunter us de Paucen. 

1546. Christophorus Emerich Gorlitziensis. 

Sein Pater war Peter €., 6er ältefte Sof^n 6e& reid^en öeorg (S. 
— Vq,l oben (S. 138) 1502 Bologna Caspar (£. 

1547. Joannes Igel Gorlicensis. 

Vq,l oben 1541 3^^<>"i^^u5 3- 

Magister Ursinus Schmaltz Budissinus. 

Mathias Siebenhar Sittaviensis. 
Sielte oben S. 163 IPittenberg 1544. 

Thobias Restiarius Sittaviensis. 

in. Cobias Seiler foll bei Cömenberg in Sd^Ieften geboren, aber 
auf 5er Sd)ule in Zittau gemefen fein, mesl^alb er l^ier als (gittauer 
be5eid)net tt?ir5. (£r warb fpäter Paftor 5U £öa>enberg (£in. 1886 194). 

Wcnceslaus Longolius Sittaviensis, magister. 

Joannes Morgenstern Budicensis, artium magister Witem- 
bergensis et syndicus Gubiniensis, praestito juramento, aliquid 
singulare se missurum pollicitus est. 

Georgius Birckner Bischof swerdensis. 

Caspar Benedictus Budicensis. 

Georgius Pausch Budicensis. 

Franciscus Richter Budicensis concionator. 

XPol?! ein anöerer 5ran5 Kid^ter aus Bauten wav erft Küfter un6 
Sd)ulmeifter in Barutb aemefen un6 muröe 1539 in XPittenberg 
5um Pfarrer in Piet?fa orMnirt (Znüll. Kef(5. 610). 



Die (Dbcrlauft^er auf llniücrfitäten. 173 

Petrus Zimmer Heuers werdensis. 

Mattheus Fridelant Lobaviensis, 

(£in ^ans ^vibdant, pielleid^t 6er Dater, war 1548 Hatf^sl^err, 
1559 Bür^ermeifter in £. (Cod. Sax. II. 7. 323) nnb ftarb 1582, 

Josias Hermannus Gorlicensis. 

Gregorius Butner Gerlicensis. 
r>3L oben 1544 3oI?. B. von ®. 

1548. Petrus Knemiander Budnicensis. 

P9I. oben 5. 162 1544 XDittenber^ Petrus Cnemianöer. 

David Arnoldus Sittaviensis. 

P9I. oben 5. 153 1503 IDtttenber^ ZHid^ael Ztrnolt. 

Zacharias Venetus Laubanensis. 

^ad}. Peneöiger mar erft liantor unö 5d)uIcolIe$e 3U Sd}w^xbmi^ 
nnb wavb 1555 Paftor in ^rieöeber^ am Queif (Knautl^e, (£in 
I?un6ert Überlauf. 6elef}rter ic. 1768. 11). — Vq>l oben 5. 160 
1541 XDittenber§ 3^^^^^^^ Penetus. 

Caspar Bennerus Gorlicensis. 

Stencelaus Thiesner Gorlicensis. 

Paulus Hoff man Gorlicensis. 

(£r $el}örte iral^rfd^etnlid) 5U 5er ^amilie 6es ^ans ^offmann auf 
^enners6orf, 6ie als ^Int^än^er 5d}U)en!fel5s Dtel ^tnfed^tun^en 5U 
eröulöen l^atte (Heum., ^örli^ 425). 

Jonas Her man Gorlicensis, non juravit per aetatem. 

(£r a>ar6 1560 in IDien poeta laureatus unö u?ar 5ule^t Pa^en» 
l?ofmetfter bei (£r3f?er5og Karl pon (Defterreid? 5U Betl^ou? in 
Stetermar! (5d)ütt, 18). 

Zacharias et Elias Meltzer fratres, Gorlicenses. 
Heber 6te (Sörl. ^amtlie 2nel5er genannt (£fd^enlauer f. ^ritfd^, 33. 
Bernl^aröin ITi. wav fd)on 1495 Bür$ermeifter un6 n?ur5e bnvdf 
^eiratl} reid?. Sein Sol^n Urban n?ar6 1534 nebft feinen örei 
Brüöern ^eaöelt. 5öl?ne Urbans toaren 6ie l^ier genannten ^adfaxxas 
nnb (£Iias. Ce^terer, 1530 geboren, u?ar5 feit 1572 oftmals 
Bür^ermeifter unö ftarb 1594. 

Joacliimus Meister Gorlicensis. 

Sol^n 6es 6örl. ^potl^efers (Dswalb VTl, ^eb. 1532, ftuöirte er 
au^er in ^ranffurt and} in IDittenberg unö €eip5tg, wavb ITIa^ifter 
unö 5uerft Cel^rer an öer alten 5d)ule 5U ^örli|, 1559 Heftor in 
'ianban, 1560 in (£Ibin$, 1562 in ^öttingen, 1569 in ^örli^, 
wo er, als ®elel?rter unö Did^ter berüE^mt, fel?r piel Sd^üler um 
fxdf perfammelte. €r reft^nirte 1584 auf fein 2lmt unö ^in^ nad} 
Bremen, u?o er 1587 ftarb (0tto, II. 572, 5d}ütt, 31). 

1549. Daniel Drehr Lobanus. 

Vqf.. 1549 Joannes Drehr Lobanus. 
Martinus Hering de Bischof werde. 



17-1 t)ic (Dberlauftt5er auf Uniücrfitätcn. 

Esaias Hederich Sittaviensis (am Hanbe: Doctor et pastor 

Vratislaviensis) . 

Solfn 6es gittauer Heformators Corens ^eiöenretd} (Pcfcf?e(f , II. 813), 

watb er Dr. theoL, Paftor in 5d}ir»ei6ni^, enMid) in Breslau 

mb ftarb 1589. 
Joannes Drehr Lobanus. 

Vq,l oben 1549 Daniel Drehr. 
Joannes Schneider Gorlicensis. 

Solfw öes 1532—1545 im Katl^e ft^enöen Paul 5d)net6er. 
1550. Hieronymus Scheibnerus Hewersverdensis. 
Hieronymus Pat Budisensis. 
Joannes Mentzel Lubaviensis. 



bcv ,,2Tlana=Znartl7cnfird7e" 5U Bauten 

Von Dr. ^auntgärteC. 



€itic ro!i öcr berlaufi^if c^en öScfcüfc^aft ber 2Pifl[cnfd?aften gc!rötitc prcisfc^rift. 



2in 6er Steinftrafe 5U Bauten ftef^en I?cute 5rr>ei Kird^en, Me u?en6ifd^= 
fatbolifd)e „€tebfrauen!ird)e" un6 6te alte, proteftantifd^e „inaria-inartl^en' 
!ird}e" 6id)t neben einanöer. £e^tere befinbet fxdtf unter einem Dad)e mit 
6em „2TTana"2TtartI)en = £)o5pitaIe", ift äuferlid? unfd^einbar, im 3"^^^" 
enc3 un6 flein un5 fo baufällig gerporöen, 6af 5ie proteftantifdje Kirdjen» 
gemeinde 5U Bauten 5ur Erbauung einer pollftänöig neuen, geräumigeren 
2naria«2.nartl?en!ird?e fd^ritt, 6ie 6en 2tlbertpla^ im 0ften 6er 5ta6t 5iert. 
(£ine 6er enangelifd^en Bepölferung Bau^ens 5ur alleinigen Benu^ung 
5u[tel}en6e, genügen6 grof e Kirdje n?ar nötig, 6a 6ie it^r in 6er 5t. Petri= 
firdie 5uftel?en6en Kird^en^eiten (im Sommer frül? 7, im IDinter 7V2 un6 
\2 Ul}v mittags) 6ie 6en!bar ungünftigften fm6, tpenn fte aud? feit 3al^r' 
l?un6erten ftd} eingebürgert l^ahm. 

Urfprünglid} ftan6 an 6er Steinftrafe un6 am „Salsmarft" nur eine 
Kirdje. Die ^rün6ung einer „DTarienÜrd^e" un6 eines ^ospitals fd^reibt 
6ie Sage 5irei dwa am 2tnfang 6es fünf5ebnten 3^^?^^^^^*^'^*^^ Ieben6en 
frommen Sd}u?eftern 5U. I^ospital un6 Kird^e gel^ören je6od) fd^on 6em 
6rei5el?nten 3^^^^u^^^i*t an un6 laffen ftd? 5urüdperfolgen bis ins 3<^^^ 
1,293. 2lm 2\. XÜäv^ 6iefes 2^1}VC5 famen 6er Präpofttus ^o[}anncs, 6er 
Defan un6 6as gan5e "Kapitel 6er iiirdje 5U Bu6ifftn, 6er £e!tor (£. ron Kyna 
un6 (£onra6, 6er Stabtpfarrer, mit 6en Bürgern überein über 6ie Pflid^ten 
un6 Hedjte 6es Pfarrers 6er „Kird^e 6er l^eiligen IHaria, gelegen {por 6er 
Sta6t", auferl^alb 6er Hingmauer. Die unter Beil^ilfe 6er Beu?ol)ner 
Bau^ens erbaute Kird^c n^ar eine Cod^terÜrd^e von St. Petri un6 für 6ie 
Dorftä6ter un6 lDen6en 6er um Bauten gelegenen Dörfer beftimmt. Der 
^eiftlid^e (plebanus) mufte 6arum 6eutfd^ un6 u)en6ifd} (flaüifd)) per^ 
ftel^en 06er, falls er 6ie ipen6ifd)e Sprad^e nid^t bel?errfd}te, einen U)en6ifd^en 
„^enoffen"^(socium) l)ahcn. (£r l)atte an je6em 2TTorgen eine fur5e ITTeffe 
5U lefen, feine ^w^'^rer 6ann in 6ie Petri!ird)e 5U fd^icfen, an Sonn' un6 
^efttagen 6em ^od^amte un6 6er Pesper in 6iefer feiner „Parodjialfird^e" 
n. £. m. ob. Lxxi. 12 



178 (Scfc^ic^te ber „nTaria = Xrtartt^cn!irc^e" 3U Sauden. 

bet5urroI?ncn un6 feinen pia^ über 6em 5er antDefenöen Pifarien etn5u= 
nel^men. 2lufer6em tpar iE^rn 6ie Seelfor^e für 6te armen liranfen im 
^ospitale übertrafen (Vocatus audiet confessiones . . . curam etiam in 
hospitali tantum habebit infirmorum) un5 5ur Pflidjt $emad}t, felbft 
wäl}vmb öer XXadfi 6ie Kranfen auf erl^alb 6er Siabi unb auf 6en Dörfern 
5U befud^en. 2ll5 (£ntfd)ä6ic^un$ für 6en IDeo, öurfte er einen ober ^wex 
Pfennige (denarios) beanfprud^en. Sonftige fh~d}lxd}c Perrid^tungen g,cftan6 
il^m 5ie ITtutterÜrd^e nid)t 5U; alle (£infünfte beanfprud^te bas Kapitel, 
6em and} bas 2lnftellungsred}t 6es ^eiftlid^en getpal^rt tpar^). 

Von öer (geit an l^eift 5ie Petrifird^e gen?öl)nlid? „Parod^ialfird^e" 
in Buöifftn. Der Icame ,,inarienfirdje" (ecclesia sanctae dei genitricis 
Mariae) finöet fid) nod} in 5U)ei Urfunöen r>om 3al}re \2^5. Bifd^of 
fyxnvxd} von IHerfeburg fpenöete am 26. 3uni^) un6 öer ITteifner Bifd^of 
Bernt^arö am \5. ^nix^) allen, wcld}z öie ^xvd}c an öen örei f?oI)en ^c\kn, 
am ^immelfaf^rtstage, an öen r>ier XTTarientagen, am 3ö^<^^^i^^^'5*^/ <^" 
öen Cagen öer 2lpofteI Petrus, 2tnörea5 unö 2^fobus, öer ^eiligen (Beorg, 
I(y!oIau5, Katl^arina, IHaria ITtagöalena unö (£IifabetI) unö am Cage 
it}rer XDeil^e befud^ten, fomie 5ur ^erftellun$, 2iu5fd?mü(f unc^ unö 5U anöeren 
Beöürfniffen öer Kird^e l)ilfreid} il]re ^änöe öffneten, einen 2tblag pon 
^0 ^aq,Qn. \2^6 beftätigen öer ftäötifd^e (£rbrid)ter (scultetus), öer Bürger^ 
meifter unö alle „^efdjmorenen'' (jurati) öer Staöt Buöifftn eine ^ins- 
fd)enfun$ von 5el^n Soliöis, öie {(atl^erina, öie XDitrpe Hüöi<5ers r>on 
Sd^lucfenau, eines el^emaligen Bau^ener Bürgers, unö il)r 5ol)n 3ol?annes 
öem frül^eren Bau^ener pieban ^einrid} von Boöom unö einem Kapellan 
Petrus von örei in öer ^unöegaffe vov öer Staöt gelegenen (Särten gemadjt 
l^atte. Die g^^f^^^ übertrugen (decreverunt) öie genannten fyvxen „öer 
liird^e öer l}eiligen IHaria auferl^alb öer Staöt "^). IPeitere öen Kir d^en 
Bau^ens 5ugefallene Stiftungen fonntc öer Hat \303 be5eugen. Kuno 
r>on d)itl)eDi^^) ftiftete öer Kird^e „beatae virginis ante civitatenr' 
5U)ölf ^ül?ner, 5tt>ei ZTIalter IDei5en unö 5u?ei ZTTalter £)afer für eine 
„gekaufte" ^elöfunmie. XOcnn feine €rben öie gan5e Summe ablöfen 
fönnten, follte öie Kird^e „auf öas, mas fte in Ceid^ni^ l^atte", persid^ten, 
öer ZlTarienÜrd^e jeöod? alljäl^rlid) ein Piertel von jener Summe hkxh^n. 
^ür öie Stiftung l)atte öer (Beiftlid^e öer UtarienÜrd^e für öen Bruöer öes 
Stifters unö öeffen (Sattin öie ZTTeffe 5U lefen, öie poriger bei öem erften 
ZTTorgenläuten im ^ran5is!anerflofter an öent 2Iltar öes l^eiligen Kreu5es 
in öer Petrifird?e gelefen u)uröe^). 

Der öeutfd^e Hame Kird^e „5U pnftr promin'' läft fid? 5urü(f perfolgen 
bis ins ^al}Y \363, u?o „^errn ^einrid^, Kapellan 5U Unfer grauen" pier 



1) Cod. dipl. Lus. sup. (Sörlt^ 1856, 5. ^37. 

2) Cod. dipl. Lus. sup. 5. ^'^o. 
^) a. a. ®. 5. i'^^. 

4) a. a. (D. 5. \55. 

^) ;^ür 2]t]ttt]crii^ t[t ol^ne ^tretfcl „Cicfpcun^" 3U lefcn unb bas na.\\e bei Banken 
gelegene Dorf „(teid^nt^" gemeint; üergl. Knotige, (Sefc^. bcs 0bcrlauf. Tlbcis, 5. 5^3. 
ö) Cod. dipl. Lus. sup. 5. 173. 



(Scfc^tcf?tc ber „HTarta'inartl^enFirc^c" 311 Bauten. 179 

lUavf 3al)rc55infcn r>erfd}rtebcn ipuröen^). XDeitere'' „Derfd^retbungen" 
Idffon ftd) für 5on Kaplan \36^^), für 6ie Kird^e ,,c^ü pnftr üroiPtn'''^) 
un6 für bcn „Beter 5er Kirdje'' \368 nad? weifen^). 

€in Kird)I)öf bei ,,Unftr protpen !trd)e'' ift im ,,Dingbud)e'' \372 
im6 \375^) unö (36^ in 6er Concordia Carolina ertr>äl?nt^) wo aud} 5um 
erften lUak pon einem 2(Itare un6 einem Kreuse in 6em ^ospitale 6ie 
2\e6e ift. 3m f^ospitale befanö ftd? öemnad} eine Kapelle, 5ie pielleidjt 
nur für alte franfe Beipol^ner öes ^ospitals beftimmt tt^r. Der Kird?l)of 
foll \3\8' angelegt tporöen fein'^). Die Perrid^tung 'geiftlid^er l7an6Iungen 



1) 3n bem ältcflcn Stabtbudjc V>an^tns, einem „Dingbiid? t)on ^359 bis i'^oo t^eigt 
CS auf 5. ^gb: Borolinus ber gefmornc ^u ber C3tt, HYC3e Stengel, petirlyn Scenc^a, 
bie fyn fomcn in üollen Hat vnb haben mit gefamptir t^ant aelobit mit wiltöv vnh u)oI= 
bcbadjtem 21Tute bem erbarn Ulanne t^ern f^eynridj, capelan qu vn%v üromen rtr marF 
jertaes gelbis vf petri 3Iß^uJ^9i5 kof v>nb vf alle ftn gut by mile I]er lybit r>nb lebit." 

^) a. a. (D. peter Habe t^at gegebin . . . t^ern £)eynrt(^ von rnftr üromin 6 IHar! 
vnb C3U gefd?e33e brei Sd}of. 

3) f^einric^ (Srulic^ I?at Fomft lo (Sr. C3infes C3U fyme übe' üf eyner brotbang 
miber Heinc3, nad^ fyme tobe geoellet es ipiber C3U ünftr rromin ürd^e. 

*) I^einric^ (Srulic^ t^at !on?ft ^o (Sr. C3infts uf i)enc3il (£amen3ers brotbangf 
miber Heinc3F, nad? fyme tobe fal ber C3ins juiber gecallen C3u^r)nfir ürotuen fird^e bem 
beter ber fircfjin. 

^) 3üi*9^ Stellemac^er vnb Z^\i. £tnbenrobe obligaverunt nyc. SchabelefFel 
domum ad cymiterium beatae virginis sitam, pro 8 marcas. 

^) Xlad^ einer üibimierten 2Ibf$rift ber „Concordia Carolina" üom ^7. 3^""^^^ 
1387 (im Hatsard^io 3U Bauten) burften bie Hatsl^erren nnb Bürger Ban^ens mit (£r= 
laubnis hes präpofttus, bcs Deians unb Kapitels einen Düar ober prorifor, einen melt« 
lidjen Kirdjenüorftei^er tpät]Ien, bem bie Dermaltung ber Kirc^engüter unb ber Kirdjt]öfe 
3u 5t. petri unb bei ber capella beatae virginis 3ugeftanben mürbe. 2lndi has (£in= 
fammeln üon ^Imofen auf bem Kird?t]ofe, üor ben Kird^tl^üren unb in ber Kird^e felbft 
mar ilim 3ur PJTic^t gemadjt. Da meber Knautt|e in ber Hac^Iefe 0berlauf. ZTadjridjten 
^77^ 5. 93, nodf bas Der3eic^nis 0berlauf. Urfunben, (Sörli^ ^799 flg. bie Stellen ah-- 
gebrucft t|at, feien fte t^ier t^in3ugefügt: Item quod vicarius seu provisor pecunias, 
bona et res quascunque decimas eccl. Budiss. et cimeterii eiusdem et etiam 
decimas in cimiterio capellae beatae Mariaa Badiss. seu aliis ubicunque positis 
et locatis, ponendis et locandis aut de tabulis seu ex testamento vel legato'aut 
ex alia pia causa provenientes debeat et teneatur distribuere, impendere et 
exponere cum statu, consilio et consensu duorum canonicorum per dictos prae- 
positum, decanum et capitulum ad haec assumendorum et eligendorum pro 
fabrica luminaribus, librorum reformatione fenestrorum et aliis necessitatibus 
ac utilitatibus ecclesiae prout tam canonicis quam civibus Budiss. utilius vide- 
bitur expedire , . . Oblationes seu oblagio in hospitali ante civitatera Bud. con- 
sistenti, oblata seu offerenda facta seu stenda in et super crucem in dicto 
hospitali consistentem ad infirmos seu provisorem aut procuratorem infirmorum 
debeant perpetuo pertinere. Insupra praefati Johannes et Burghardus ordina- 
verunt et diffinierunt quod praedictus vicarius seu provisor qui fuerit pro tem- 
pore valet ante fores ecclesiae et in cimeterio cum tabula stare et transire ac 
elemosinam petere et ante finem oifertorii in ecclesia .... sibi licere non de- 
bebit. Ofiertorio non completo et finito potest in dicta ecclesia alibi ubi sibi 
placuerit elemosinam petere et cum tabula circuire. 

'^) €inem Sdjreiben bzs 23au^ener DeFans Iltartin ^erbinanb Brücfner üon Brürfen» 
ftein an bcn ©beramtsanmalt (bottlob (£t^rcnreic^ r>on (Sersborf bat. 23. ^luguft ][68^, 
entnet^mcn mir folgenbe Stelle: 2ils anno \3|8 ein Subifftner frommer Bürger feinen 
"Udev, aUwo je^iger geit ber fogenannte 5al3marFt liegt, unfrer Kird^e ad Beatem 
Virginem 3U einem Kirc^I^ofe gefc^enft, t)at ber Hat in bem instrumento dotationis 

12* 



180 (Sefd^idpte bcr „XUavia-XtXaxi^entivd^e" 3U Sauden. 

in öer Kapelle 6es ^ospitals lag bis \382 6em Pfarrer 6er „21Tarien= 
fird}e^^ ob. ^n öiefem 3^^^^ fonnte 6er Hat an 6ie 2lnftellungi eines 
Pifars am ^ospitale 6en!en, 6enn ein Presbyter 3ö^annes, genannt Pax') 
l)atte 6em ^ospitale teftamentarifd} geipiffe un6 bleiben6e €in!ünfte unter 
6er Be6inc3ung üerfd^rieben, 6af 6er Hat 6er 5ta6t eine geeignete Perfon 
als IXapIan am ^ospitale anftellen un6 von 6en g^^f^'i erf^alten fonnte 
un6 follte. Diefer Kaplan l^atte forpo()I an ^efttagen, tpie aud^ in 6er 
IPod^e in ber Kapelle 6es ^ospitals 6ie 2TTeffe 511 lefen un6 511 ftngen, 
u?ar von Beiträgen 5um päpftlidjen 06er bifd^öflid^en «gel^nten biefreit un6 
6urfte je6er5eit pom Hate entlaffen tt)er6en^). Pen Hamen 6es 2tltars im 
^ospitale erfal^ren wxv aus 6er Ur!un6e felbft nid)t, ie6od} fin6en lüir il?n 
un6 5mar 5um erften UTale in 6er ^uffd^rift: „declaratio episcopi 
Misnensis super altare beatae Mariae Magdalenae". 3^^^^ 5rt)eiten 
2Ttale lä^t er fid) urfun6lid? im 3al)re m^ nad^toeifen. Damals ,,t)erfaufte 
XPillrid) (IPylrid^, IDilrid)) von Dobrufd? 5U 5d)önau bei ^ainspad} 6em 
Priefter ZHid^el Prebni^ un6 I^ans Bürger, feinem Bru6er, ad}t ungarifd^e 
^ul6en 3^^^*^^5^"^ f^^ ^^ ^ul6en, 6ie er empfangen un6 5U feinem 
,,5rommen un6 Hu^^' vevwenbd l^atte, auf 6ie ^üter 5U Sd^önau un6 
t>erfprad), 6ie 3^^f^^ ^^^ 5^ 5al?len, falls 6er Priefter fte „eyme altar 
06er eyner Kird^en 06er eyner geyftlid^en 06er u?eltlid)en perfonen gebe 
06er befd?y6e''. Per Priefter U)en6ete fte 6em ^ospitale 5U, roie aus 6er 
auf 6er itufenfeite 6er llrfun6e ftel)en6en Bemerfung: Privilegium beatae 
Magdalenae in hospitale budissen extra muros in villa Schönaw" 
l^erporgel^t. Pie Übertragung fd^eint ][^37 ftattgefun6en 5U l}ah^n^ 6enn 



allem juri renunciret unb ^xoax mit folgenben IPortcn: Concedimus perpetuis tem- 
poribus memoratae ecclesiae Budissinensi curiam aedificatam extra muros civi- 
tatis, prout in suis est terminis circumspecta ab omnibus petitioiiibus precariis, 
coUectis ac penitus ab omni jure civitatis, quocunque etiam censeantur liberam 
ita quod ad ecclesiam perpetuo ut praemissum est pertineat. — 2lud? in bcr 
(£l)ronif bes Vdans Di^! (i700— ^7^^^) abgebrucft im 33. Banöt bcs Heuen £auf. XHag. 
ftnbet ftc^ (5, 199) bie Semerfung: Ao. 1318, d. 6. Julii senatus Budissinensis curiam 
(villam) aedificatam extra muros civitatis ab omnibus petitionibus, precariis, 
collectis ac penitus ab omni jure civitatis quocunque nomine censeantur, in 
perpetuam absolutam et exemplam concessit in maniloquio et pleno consilio. 

1) Die StiftungsurFunbe'ift. nid^t befannt. Über ,,3'^l?'5^t'i^5/ genannt pa]c" bc- 
lehren uns jebod^ Urfunben aus bcn 3^^^"^" IW> \^^^> 1350 unb ^532, in bcmn bcr 
präpofitus Gilbert bcr Ddan Zlifolaus, bcr Kuftos Symon unb bie übrigen KanontFer 
bcr Kird?c 5U ^ubiffin bcftätigcn, ha^ ^o^iannes, genannt pay sacerdos ujcgcn bcs 
Scclcnl^eils feiner Altern, i^ermann Steinbredjcr unb feiner (Sattin pe3cin unb bcfonbers 
feiner eigenen Sünbcn l^alber bcr Kirdjc 9 XlXad (^3^7), ^5 (Srofc^en (\3'^8), eine l^albe 
U\avf (\350) unb \ ITTar! 5 (Srofd^en, fomie eine l^albe llTarf (l352) gcftiftct ):iai. 3" 
allen r>ier Ürhinben finb genaue Dorfd^riften über bie Pertpcnbung bcs (Selbes gegeben, 
bie gat^I unb §eit bcr 3Ü lefcnben IlTcffcn, bie von beut „UTagifter unb bcn Sf^ülcrn 
üor3utragenben (Sefänge, bie für Siidjter unb IPadjs aus^ugebenben Beträge u. f. w. be= 
ftinxmt. So lange 3oiianncs lebte, ftanb il]m bie Dcrmcnbung bes ginfes 3U; nad^ feinem 
Cobc (postquam dominus Johannes debitum naturae persoiverit) I]atte teils bcr 
Hat (\348), teils /ber^DcFan bas Derfügungsrcd?t. ^ür bas au^cv^alh bcr Hlaucrn bcr 
Stabt gelegene 'ßospital bcr !Kran!en marcn \2 (Srofd?cn für IPein unb 3 (Srofd^cn für 
0blatcn unb 2 l{cr3cn ausgefegt. — ©riginalc im Hatsardjir». 

^) Beilage 1. 



(5cfcf?id?tc bcr „l]Tana=inartt]enFtrd?e" 311 Bauten. 181 

„Anno 1437 inceptum est in ista causa agere" bemerfte eine anöere 
^anb ebenfalls am 'Eanbz bcs Sd^riftftücfes^). 

(£inio»e 3^^^'*^ Porl)er, im ^ebruar \^3\ Ijaikn bu ^ufftten Bauten 
belagert; 6te Beu^ol^ner 6er Porftäöte wavzn mit il^rer beften ^ah^ in öie 
innere Siabi aeflüd^tet, unö öer Kat l?atte öie Porftäöte an5Ün5en laffen, 
um 6em ^^inSe 6te $ünfti$ften Stü^punfte 5U pernid^ten. Öie Belagerer 
löfd^ten öen Bran5 un6 perfud]ten befonöers öie „^rauenfird?e'' 5U retten, 
um fie mit ^015 un6 5d)utt 5U füllen un6 in ein Bollmerf 5ur Befd^ief un$ 
6er 5ta6t 3U Derman6eln. (£5 unterließt feinem gmeifel, 6af 6amal5 
nehm 6er ICirdie aud} bas ^ospital 6en £)ufftten ebenfo 5um (Opfer fiel, 
ipie 6ie erft einio^e ^ahviQl}nk üorl^er neu errid^tete Hifolaifird^e. 

Die lDie6erl?erftellung 6er ^ebäu6e rt?ar \^58 been6et, un6 am 
20. 0f tober 6iefe5 3^^^**^^ konnte Bifd^of 3öl?cmnes von llteifen 6ie 
(5rün6unvj eines 5um '£oh^ (5ottes, 6es itllmäd]ti5en un6 6er unbefle^ten 
3unL3frau ITTaria in 6er Kapelle 6er rul)mreid)en 3un$frau auf erl^alb 6er 
^Hauern Bu6ifftns t)om 'Rak errid^teten 2tltars 6er l^eili^en „IHaria 
21Iaß6alena'^ c^eftatten. ^ür 6en Unterl^alt 6es Kaplans 06er „Keftors'' 
6iefer 5ur Petrifird^e $el)öri$en Pifarie truß 6er Üat Bau^ens jäl)rlid} 
[od]s 2Ttarf bei. Pier IlTarf gins 5al)lten 6er Hat un6 6ie ,,$an5e (Se== 
mein6e'' Sd^lucfenau, eine IlTarf 3^^^^^i Pün^el für 6en Hid^ter 6es Dorfes 
Creppin, eine lUatf Hifolaus Xload in 6er Bau^ener Unterfta6t, ,,uff 6er 
Seyöe"', eine IHar! 3^^<^^" IDerner un6 Dorotl^ea ^ubynynne un6 eine 
ZTTarf 0tto pon Stean^ (Stiebi^). Der Heftor 6er ,,Pifarie 06er 6es 
2lltars'' lüar perpflid^tet 5U üier Zfteffen in 6er tDod]e, 5ur Ceilnal^me an 
6en ®ottes6ienften im (£l?or 6er Petrifirdje, ir>o er feinen pia^ nehm 6en 
übriaen Pifaren ein5unel)men l^atte un6 5U 6en fird^lid^en Umgängen an 
6en ^efttaaen. n)äbren6 6er ^aften^ un6 2l6pents5eit foUte er in 6er Petrin 
fird}e Beid^te l^ören, 5ur ^di 6es ^ottes6ienftes an 6en Cl^üren (Befd^enfe 
fammeln, „6ie naii} (SetDol^nl^eit 6er Kird^e^^ 6en ^erren pom Kapitel 5U= 
famen, pon 6iefen je6od} 5um Ceil 6en Pifaren ab^elaffen ipur6en. Dem 
Ddan voav er (Sel?orfam fd?ul6i$, 6ie Befe^un^ 6er Pifarie aber, wann 
unb fo oft fte erfolgen muf te, ftan6 ftets 6em Profonful un6 6en Konfuln 
6er 5ta6t, alfo 6em Hate 5U. 2tud} or6nete 6as Kapitel 6ie (Sel6= 
an9ele(3enl)eiten^). 

Bei einem Bran6e im ^al}xz \^5\ fd^eint 6ie Kird^e u?ie6er befd)ä6i$t 
iPor6en 5U fein. TXad} il^rer 2Iusbefferung rpur6e fie, nad} Berid^ten 6er 
Bau^ener ^ai)vhix(i}cv^ am 5onntac3 Heminiscere \^56 vom Bifd}of Caspar 
pon 5d)önbercs, 6er nad} Bauten ^efommen xvav, um 6en (Srun6ftein 5ur 
Perc3röferun$ 6er Petrifird^e 5U le^en, ipie6er §ett>eil}t. 2luf Bitten 6es 
Hates u?eil)te er aud) 6ie 5tt>ei Elitäre, „6ie in 6er Porfta6t ^ar frei $e= 
ftan6cn bei Hnfer Cieben ^rauen^Kird^en in bei6en Kapellen Zftarti^a un6 
inacs6alena''. Pon einer Kapelle im ^ospitale ift l^ier nid)t 6ie He6e. 
Die 5um erften IViak ermäl^nte „2nartl?a=Kapelle'' fd^eint einem Betaltar, 
u?ie man 6eren l^eute nod} in allen fatl^olifd^en £än6ern fin6et, il?ren Ur-- 

^) ©rigitial im Hatsardjir Bauten. 
-) Dergl. Bcilacjc IT. 



182 (Scfd?id?te bcr „lTtaria = inartI]enFirdjc" 3U Bauten. 

fprung 5U t?er6an!en. IDer 6en 2lUav unb bas iE^n umfdjitef en6e Kapelld^en 
gebaut l)at, tpeld^e beforöere Peranlaffun^ 5um Bau vovlaq,, läft fxd} nid)t 
befttmmen. 2In3unel)men ift, 6af 5tc Kapelle nid)t von reid^en £euten 
E^ergeftellt tt)ur6e, 6a 6iefe gemif für alle Beöürfniffe il)rer ®rün6un$ 
geformt l)ab(^n voixvbcn. ^l}v fel^Ite aber 1(^59 nod} lViand}ts. Dem ZHangel 
fud^te 6er Btfd)of pon (Dftia, (£ar6inal (Seorg ab5ul)elfen, 6enn er erteilte 
am \. ^ebruar jenes ^al}vcs allen Gläubigen, u^eld^e 6te „capella sanctae 
Marthae extra muros opidi Budissinensis" am IDeil^nad^tSv (Dfter^ un6 
^ronleid^namsfefte, am Cage 6er XDeil^e un6 6enen 6er 5d)u^l)eilt$en 
befud^ten un6 jur Perbefferung un6 €rl?altung 6er (5ebäu6e, üddjz, Büdner 
un6 an6erer beim ^otte56ienft nötigen 5d^mu^gegenftän6e mil6e Beiträge 
g>ahcn, einen 2lblaf von ^00 Cagen^). (£in befon6erer Kaplan 6er „ZHartl^a^ 
fapelle'^ u?ir6 in jener geit nirgen65 ermäl^nt. 

Xlihcn 6em 6er l^eiligen 2Hartl;a gemeil)ten 2tltare entftan6en nod? 
an6ere 2(ltäre. \^6\ beftätigte 6er Bifd)of Caspar einen pom presbiter 
3ol?annes ITTergfer geftifteten 2lltar ,,5ur (£l)re (Sottes 6es 2tllmäd)tigen, 
feiner unbeflecften (£r5eugerin, 6er 3ungfrau IHaria, 6er heiligen 2lpoftel 
tri)omas un6 Bartl^olomäus, 6er ^eiligen ^ieronimus, ^eorg, 6er 6rei 
Könige un6 andf 6er Katl^erina, Dorotl^ea un6 ITtargaretl^e 6er ^nnq,' 
frauen „in capella eiusdem vemistissimae virginis Mariae extra muros 
opidi" un6 fd^enfte 6a5u einen Betrag, 6er von ^ans von Doberfdjü^ 5U 
Del}fa, Hi^el von Xlaw^bclxi^, Xlidd Pannemi^ in Porft^, (£l)riftopl) 
von ^augmi^ in r(e6afd}uipi|, ^ans un6 £utol6 von 5d)reibers6orf in 
Zcefd^mi^, 6en (Sebrü6ern IDolfram, ^enc5c un6 ^ovq> von Pannemi^ in 
Königsn^artl^e, Caspar ^emri^ in ^örftd)en, ^ans un6 Caspar von Cemeri^ 
in Ölfa, Caspar Sd^leye in ^yvno: unb 2tlbred)t r>on 5d^reibers6orf in 
Hefd^mi^ r>er5inft ipur6e^). Diefe von Zlterfer errid^tete Pifarie tpar eine 
fold)e ,.primi ministerii". Der ^rün6er eines ,.altaris beatae virginis 
Mariae secundi ministerii extra muros capellae gloriosae virginis" 
tDar ein Bau^ener (£inu?ol)ner, namens I^ans ITon^ag, 6er 6em l^ak 
l?un6ert 5d)oc! ^rofd^en permad^te, 6ie Ztlbred^t pon 5d}reibers6orf in 
iTefd)a)i^ ^), ^oc5fd}e pon ^ers6orf in Barutl? uri6 ^ein3 pon Kopperi^ 
in Blöfa 5U per5infen l^atten. Bifd^of Dittrid} Pon ZTTeifen billigte 6ie 
(£rrid}tung 6iefes 2lltars am \. 3^11^ i^ö7 un6 perpflid^tete 6en ,,2lltariften'' 
5U möd^entlid? Pier ZTteffen in 6er Kird^e „beatae virginis". (£ine 6er= 
felben galt 6en Derftorbenen, 6ie an6ern 6rei rparen nad} 2(nor6nung 6er 
^erren 6es Kapitels 5U lefen, 6enen 6er „Pifar 06er 2lltarift'' aud? 6ie 
(£innal)men pon (Dpfern un6 Ceftamenten abzuliefern l]atte. (£r tpar per= 
pflid}tet (astrictus), 6en firdjlid^en Derrid^tungen an6erer Pifare in 6er 
irtarienfird^e, 6en Prosefftonen un6 Umgängen an 6en l^ol^en ^efttagen in 
6er Petri!ird)e bei5Uu?ol?nen, wk 6ie an6ern Pifare Beidjte 5U l)ören, ipar 
aber befreit pon allen !ird)lid?en £aften. XTur fed^s (Brofd^en für Brot 
un6 XDein l?atte er alljäl^rlid? 6em Cuftos 6er Petrifirdje 5U 5al?len. Das 



1) Pergl. Betlage. m. 

2) Sielte Beilage Xlo. IV. 

) 3n ber UrFunbe fielet bte aud? fonft be3eugte Be3etd?nung „Xle\d)wa^". 



(Sefc^icf^tc bcr „ITTaria^ITtartl^cnFtrc^c" 3U ^aii^crt. 183 

Befofeiut^srodjt öicfer vok 6er \^6\ gc^rünöeten Vxfavk feilte für immer* 
iuäl?ro]i6c 5^^^^^ ^*-'^" ^^^^ ^^^ Staöt 5uftel)cn; 6od? tpar 6er Kapellan 
6cm Kapitel Por5ufteIIerv lucil er 6em Defan un6 6en Poml^erren ^el^orfam 
UI16 (El^rerlnetung; fd}uI6ete^). 

Per ITame ,,2narienfird^e'' tritt wehen 6er Be3eid}nung ,,Unfer £ieben 
grauen'' inelfad? in einem alten ^ypotl^efenbud} von \'\2^ bis \500 auf^). 
Vk barin 6eutfd? abgefaßten (Einträge fpred^en von 6er „fird^en 5U pnfer 
Heben framen'' (\^5\, \^60, \^63, ]i^76, \^8\) pom ^ospital 06er „Spittel 
vn^v lieben framn'' (\^28, ^^58, \^65) un6 von „Kird^enbittern^ Kird^en» 
Patern 06er Kird^enperipefern'' 6iefer Kird^e, 6ie lateinifd^en 2(uf5eid}nungen 
aber pon 6en „procuratoribus ecclesiae beatae virginis". ^af^Ireid^e 
„Derfd^reibungen"' ^) für 6iefe Kird^e 06er Kapelle laffen fid? für 6a5 
'5. 3<'ii^?^*^u"^*^^t nad^meifen, 6ie „rflartf^enfapelle^" ift 6arin je6od} nid?t 
amäl^nt. Vot 6em 3^^^^ W88 fin6et ftd? nur eine ,^t)erfd?reibung'', 6ie 
fid? auf 6ie Kapelle „St. 2TTarien=2nag6aIene'^ be5iel)t"^). Bei einem am 
Cage Union ]i^88 (\7. 3^ttuar) ausgebrod^enen 5d}a6enfeuer brannten piele 
l)äufer un6 and} 6ie Kird)e am 5al5marfte ah'^). \^% warm 6ie ,^Kird}e 
5U St. 2nartl?en'' un6 6as ^ospital tpie6er fotpeit l^ergerid^tet, 6af fte ibrer Be» 
ftimmung übergeben tper6en fonnkn; am ^reitag por UtifericorMas Domini 
(\d. 2tpril) tvakn 6ie neuen Ditrici 06er Kird^enpäter Peter Höl^rfd?ei6 un6 
2lmbrofius IDeiner (XPagner) il^r 2(mt an. Xlod} fel?Ite aber nad} 6er 
IDeil^e 6em Kird^Iein für 6en @otte56ienft mand^es Hottt)en6ige. Um 
fronmie Spen6ungen il^m 5U5uu)en6en, erteilten (Lavbinal (Dlivavms un6 
neun an6ere Car6inäle 6er römifd^en Kird^c am 27. 2Ttär5 \^9^ „6er 
Kird)e 06er Kapelle 6er l^eiligen 2naria=2.nag6alena un6 ITtartl^a, gelegen 
in 6er Porfta6t Bau^ens" einen 2tblaf Pon ][00 Cagen für alle, 6ie 6ie 
Kird)e fleißig befud^ten un6 Beiträge 5U il^rem pollftän6igen ^lusbau, 5U 
il)rer (£rl)altung, 5ur 2tnfd)affung neuer Büdner, Ker5en, Ürd^lid^en Sd^mucfes 
un6 an6erer 5um ^ottesSienft nötigen (Segenftän6e lieferten. Der Bifd^of 
3ol}anne5 pon 2Tteifen beftätigte 6en Zlblaf un6 fügte am 9- 3^^^ W^ 
nod? Pier5ig Cage l?in5U^). 



1) Pergl. Beilage Ho. V. 

2) Diefes ^ypotl|cFc]ibuc^ ftnbet ftc^ im 2Iltcrtumsmufeuin 311 Bauten. 

^) Der 2lusbrucf : VI. H. „i\at üerfdjricben" Foinmt in i7utibei*tett von ^tntragungeti 
vov, baiiebctt aber auc^ „l^a't perfekt", lat. „obligavit". (£s l^anbelt ftc^ bemnad? um 
„f7Ypott]e?en". 

^) \^86 t>erfd^ricb Bcinrid^ üott (Scrsborf auf Hul^Ianb bem Bürgermeifter urtb htn 
Hatmanneii ber Siaöt Bubiffiit als £et|nst^errcn ber PtFarien in ber Kapelle ITTaria 
IHagbalena auswärts ber 5tabtmauer unb fonbcrlid? bem (Seorg £inbener, PiFario ber= 
fclben Difaricn für fid^, feine Brüber unb feine (Erben 5 rl^ein. (Bulben jäf^rlic^en ginfes 
um 20 rt]ein. (51., bie ber „genant Düar tpol^l 3U Danf besalt I^at" auf feine Dörfer 
tleuborf unb 2trnsborf. 

^) (£ine gute CbroniF üou Bauten (L \5e, Königl. Bibl. 3U Dresben) entt^ält bic 
Bemerkung: „1^88 am (Eage 2(ntonii (alii in vigilia quod credibile) brannte has Spital 
5u Bubiffin Hnfer Sieben grauen genannt nxit beiben Kapellen 5t. IlTartl^en unb tnarien« 
Illagbalcnen bis auf "öen ^runb ah". 

°) Pergl. Beilage Ho. IV. Die Überfe^ung hes in ^xoü €remplaren im Hats« 
arc^iüe 3U Bauten r>orI^anbetien 2tbla§briefes ins Deutfd^e üon Dr pauI 21rras rer« 
öffentlidjten bie „Bau^ener Hac^ridjten", \8% ZTo. so ber „IDöc^entlic^en Beilage^'. 



184 (Scfd^tcbte ber „nTarta = iTtartf]en!ird?c" 311 Bauten. 

2(IIeTn 2tnfd?eine nad) floffen infolge btcfes 2tblaffcs 6ie ^abm für 
6ic Kapelle retd^Iidjer als poriger, un6 fo formten il^re Pvofuratoren ipäf^renö 
5er folc^enbcn ^al)v^c}:}nk eine 2(n5al)l ^ypotl?efen ausleil^en. 2lls Vxfavc 
u)eröen in 5em oben eripäl^nten l7Ypotl)e?enbud}e, fotr>ie in 6en ,,^\ns'' 
Derfd^reibungen'' (Beorc^ £in6ner, (5re»5or Piftoris un5 Paul Kofel genannt^). 
£e(;n5l?err 6er Ptfarie ift 6er Hat 5U Bauten. 

2luf .Bitten 6e5 Öefans (Snterid) rerliel) 6er Bifd)of üon Illeijlen 
am 29. ITTai \520 6er ,4U (£l)ren 6er l^eili^en ITTaria, 6er ©aftfreunSin 
(£t?rifti 3eoirün6eten Kapelle'^ einen 2lblaf pon ^0 '^ag^en, bamxt fte aus= 
^ebeffert un6 erl^alten, mit Büdnern, Keld^en, Cid^tern u. f. vo. rerfel^en 
ir»er6en fonnk un6 I^äufiger befud)t mür6e. 2lIIe, n^eld^e 6ie Kapelle an 
6en 6rei l^of;en ^eften, am ^ronletd^namsfefte, am €pipl)aniaS' un6 
I^immelfabrtsta^e, an 6en IHarientaaen, an 6en ^aq^en 6er l7cili($en 
3ol?anne5 6e5 Oufers, 2TTaria I7ta56alene, IHartl^a, 6es €a5aru6, 6er 
2tnna, am Peter^Paulstage, am ^efte ^lllerbeili^^en un6 am ^aac 6er 
n)eil)e befud)ten un6 mil6e ^aWn fpen6eten, follten 6iefes 2Iblaffe5 teib 
l^afti^ tt)er6en'^). Daf an 6emfelben '^aq^e and} 6en Befud)ern 6er 



^) a. 2Inbrcas ^rcn^el 3um Krumforftc (bcnt bcutiacn Kronförflcbcti) bat vcv- 
fdprtcbcn fein (Erbe uiib (Siit t»or 5 111!. (Sr. ber Kird?e Saut ITIarteu, anno 1^97. 

b. ilttdjel lltyller l]at rcrfd^rteben fein ^aw^ in ber (Sofc^roi^ ber Capellen 
St. IlTartt^e 3U üer3infen, ^^9?. 

c. (Seorg §cei§!e I^at rerfd^rieben feine Sd^ubbanF, ba3u alle feine (Süter, fal^renbe 
unb nnfat]renbe für fünf ITcf. (5r. 3n r>er3infen ^en Kird^enpätcrn ber dapelle IHaria 
lltagbalena unb IHarten, 2^nno nsoo. 

d. Paul Küdjier t|at üerfcf^rieben feinen l7of in ber £auengaffe unb alle feine 
(ßüter für \o Xl\t 3U Der3infen £]errn (Seorg £inbener, Difar ber Pifarien llTaria lltagba» 
lena in ber Kapelle Sant lllarten. (l^YpotlieFenbudj.) 

e. Bfans unb Seonbarb, (Sebrüber r>on plani^ 3U Ceic^nt^ unb Habibor „r»er= 
gönnen" ibren Unterfaffen (£t]riftof Sd}rvadf unb Bartbel Hoag \ ITtarF gangt^after niün3e 
jät^rlicben ^infes um \o IMt lanbesüblid^cr Il'tün3e auf IPieberFauf bem ^ürgermcifter 
unb Hat ber Stabt ^ubiffin, als £el]nst^errn ber Pifarien Sanct IHartbe unb 'beni V>c-- 
fi^cr berfelbcn. 1507. 

f. ßans von Kedjenberg 3U (DjpTpad), 3. g. £7aupimann bes Königl. Sc^Ioffes 3U 
^ubifftn, üerFauft auf IPieberfauf bem Bürgermeiftcr unb Hdte ber Stabt Bubiffin als 
Setinst^errn unb fonberlid^ (Seorge £inbner, Difario ber Düarien ber l^eiligcn großen 
Bülßcrin lITarie lllagbalena in ber Kapelle bafelbft ausmenbig ber Stabtmauer 3U Bubiffin 
\ Sd^od (Sr. jäl]rlidjen ^infes um ;o Sdjocf (Sr. auf fein Dortperf 3U 0ppad?. Bürge 
ZTicfel Cfd?c^fd?u)i^ 3U pIufd?!ou>i^, 2. ZTot). \5\[. 

g. 2lnton Sd?reibcrsborf 3U ßolfc^a cerFauft c5eorg £inbner, DiFar ber DiFaric 
„ber t^eiligen I]laria=inagbalcna 3U IlIartt^cnFapcIIe" brei Schillinge (Srofd?cn um 6 Scbod 
(5r. 15\3. 

b. Pfarrer 3ot?cinnes (SabeIonc3F C3U (Söbam bcFennt, ha^ bie Kirdjräter ber pfarr^ 
Firc^e bafelbft bem Bürgermeifter unb Hat ber Föniglid^cn Stabt Bubiffin als £el|nst|errcn 
unh fonberlid? bem (Seorg £inbener, DiFario ber DiFarien ber I^eiligcn Büßerin ITTaria 
ITTagbalena in berfelben Kapellen ausmenbig ber Stabt gelegen unb allen feinen Zladj' 
folgern im 2tmt auf IDieberFauf \ llTarF (Sr. jät]rlid;en ^infes um \o lUarF (5r. gang= 
barer inün3 auf bie pfarrFird^e bafelbft üerFauft baben. 2\. ITTai 15;3. 

i. fjeinrid? r>on Sdjleye 3U (Eunemalbe beFennt, ba% 2^'f'^b Heumann, Hid?ter unb 
fein Unterfaffe 3U Cunemalbe mit feiner (Erlaubnis an (Sregorio piftoris, DiFario ber 
DiFarien sanctae Marthae in berfelben Kapelle am l7ospitaI aufjertialb ber Stabtmaucrn 
Bubiffins auf lUicbcrFauf 2 IHarF (5r. jäl]rlid)en §infes um 20 Ulf. <5r. auf bas (Seridjtc 
unb alle feine (Süter 3U Cunctualbc üerFauft l^at. ;o. ^ebruar \ö\8. 

2) Dergl. Beilage ZU. Vn. 



(Scfdjid^tc bcr „IHariü'ÜTartl^cnFirdjc" 3U 3aiit5cn. 185 

5t. HÜoIaifird^e ein gleicher 2lblaf üerl^etfen u)ur6e, öeutet auf 6ie 
XPirhino» 6cr von W\iknbcYq> aus^ec^anaenen fird)Itd)en Betoec^unc^ bin; 
finc3 bod} fd)on öamals, nad) 60111 eichenen ^eu^nis öes Dofans ^) 6as von 
£utl}cv g^efäctc „(Sift^' an, in Baufeen ftd? au55ubreiten, un6 gar bal6 6rang, 
Cutf^crs €ebre in Me IHartl^enfapelle ein, 6enn Paul Kofel, 5er treuefte 
2(nbänc^er Mofer £el)re, 6er erfte eranc^elifd^e Diafonus Bau^ens it>ir6 in 
(ginsrorfd^reibungen nod} im 3*-^^^*^ \^^^ Befi^er 6er „PÜarien 21Iaria= 
2nat36alena in Sanct lUarten Kapelle'', un6 6er „l^eilicjen inaria=inac36a= 
lena in 6er Kapelle 6afelbft au5u:)en6ig 6er 5ta6tmauer'' aenannt''^). 

3in Bau^ener (Berid)tsbud?e von \^99 flg6. ift 6ie ITTartl^enfapelle 
mel^riiials als felbftän6ic3e Kird)e eru)äl)nt; perfd)ie6ene Dermäd^tniffe fallen 
il)r 5U. So Peror6net \506 6er Bürc^er ^ans IDenfenbad^, 6af feine „^aus= 
frau'' nad} feinem Co6e rier ITiavf 6er Petrifird^e un6 je eine ZUar! „6em 
Klofter 5. ^rancisfen, 5U pnfer lieben ^rauenfirdjen, Sant IHartl^en--, 5um 
l)eili.3en (Seift^ St. IHid^aelis^ un6 St. IcÜlas^Kird^en'' aussal^lte. \d\\ 
permad}te Barbara Su'>offl}eYm 6en Kapellen 5U St. Hifolaus, St. iTTid^aelis 
un6 St. IlTartl^en je 5 UlTarf, ir>äl)ren6 6ie Petrifird^e 20, 6ie ^rauen= 
!ird}e \0 mb 6ie ^eilic^e (Seiftfapelle 2 IHar! erl^ielten. Dalten 0d}fel, 
ein mit ir6ifd}en Gütern reid) gefegneter Bürger Bau^ens, ftiftete ^5(5 für 
6ie Kird)en un6 ^ospitäler 6er Sta6t \55 lUavf, von 6enen auf 6ie 
ZTTartl^enfapelle \0 lUavf entfielen. 

IDeitere Xlad}x\d}kn über 6ie Kapelle per6anfen mir 6em „^insregifter 
6er Sant IlTarten=Capellen'', 6a5 6ie 3al^re \5\5 bis \556 umfaft un6 



^) Judicium decani Imius de D Martino Luthero qui anno MDXUX evan- 
gelium praedicavit: Anno MDXIIX M. incepit Lutlierus apostatus Seminare viiTis 
suum sub specie et praetextu Christi Evangelii. Hie omnium damnatorum et 
sepultarum haeresum resuscitator et renovator fuit et dedit ad ofFundendum 
sanguinem maximam occasionem. Hatsardjtü Bauten, M. 3. 

-) Xiiflas von r^eyiti^, Dompropft, S^cdjanb unb bas gan3c Kapitel ber Stiftsürdje 
3U Bubiffin bcFenneti, ba^ llTattbcs Kiditcr 511 Scxvcvi^ bcm ^cvvn pauI Kaigcl (Kofel), 
biPario ber Dtfarien ber l^eiligcn Xllaria XHa^baletia itt ber Capellc bafelbft ^ ^ IHar! (Sr. 
inn 5 (Sr. rerfauft I^at ^522, Sonnabeub nad? unfers lieben f?errn i^iinmelfa^rt. 



lUen3el Sdjeibenrei^er 5U Bubiffm befennt, ba% (Seorg Kubi^ fein Unterfaffe ßu 
Bafanfmi^ mit feiner (Sunft hem unirbigcn i^errn paul Kofel, Befi^er ber DiFarien 
ZTTarie^inacjbalena in 5t. lllartenFapcllc gelegen eine lUavf l]ielänbifd?e tDebr nnb cjang» 
l^after lUm^ jäbrlidjen ginfes um 20 Ulf. r»er!auft l^at. ^536, am (tacje Mauricii. 



fieinrid? üon planitj 3U Habibor benennt, bem Hate unb befonbers bem paul Kafol, 
bem Befit5cr bcs £ebns bcr s. Mariae Magdalenae in Sand ITIartenfapclle ausmcnbig 
ber Stabtmauern 3U Bubiffin \5 IHarf auf fein (5ut CEeid^ni^ fc^ulbig 3U fein. ^539, 
Sonnabenb nad? pfingften. 

2lns bem 3^^^"^ 1520 ftnbet fid) nod? folgcnbe Perfc^reibung : Dalenttn Dtel^er, 
Domberr unb Bcfi^er ber präbenbe bes Sd?loffes ober Caftri genannt, in ber 5tiftsfird?e 
St. peters 3U Bubiffin benennt, ba% Simon l:7ans 3U Crebni^, fein Unterfaffe, beut (Sregor 
2l\ilttier, Düario unb Bcfi^er ber Püaricn bcr beiligcn Dlartba in St. ITTarten Kapelle 
oor Subiffin unb allen feinen Had?folgcrn im 2imtc auf IPieberfauf 3 Sdjillinge (5r. 
jäbrlid?cn ginfes für 6 Sdjocf (Sr. cerfauft t^at auf alle feine (Süter 3U (Erebeni^. — 
(Originale im Katbsard?iü 3U Baut5en. 



136 (Scfd^ic^te ber „ITTaria'inartt^cnfirc^c" 311 Sauden. 

6em „Sanct^TTartl^enfird^cn-Hegifter unter „Pitricis Palentino £o^e un6 
Casparo Stof '', bas von 1(537 bis \552 rctd)t. 1(5^5 I?atte 6te l:{apclle 28 
5d?uI5ner, üon öcncn ftebcn öie,,^^^^^^ ^^^^ abfül)rten, \52\ unterliegen 
Don 33 aber \7 bk gal^lun^. Übrigens per5etd}nen 6te He^ifter faft nur 
6ie 2tus^aben. Unter biefen ift fet?r oft öes (SlödPners $e5ad)t, 6er jäl^rlid) 
2^ (Srofd)en erhielt; 6em Staötfd^reiber ^al^Ite man für öie ^üt^rung, 6es 
Kegifters 6enfelben Betrag, ^ür öie l7erftellung einer „ftibernen 2nartl}a'' 
lief öer Hat (örofd^en, Pfennige un5 geller unö \6 IMavf \2 ^r. ,,gut 
®eI6'' einfd)niel5en un6 l)atte an 6en (5oI5fd?niie6 6 IMavf unb \2 (Sr. 5U 
5al?Ien. ^ür IDeil^raud) r>eru)en5ete man ment^; als Be5al)Iung 6er Pre6iger 
fin6 ]i52\ fed)5, 1523 pier un6 \52^ 5u?eimal fed}5 ^rofd^en Der5eid^net, 
2^ ©rofd^en crfor6erte gemöl^nlid) 6er 2lnfauf von Cid^tern. ^uv Be= 
ftreitun^ 6er Koften 6er ^Inlac^e eines „neuen Kird^t^ofs'', 6es Caud)er= 
!ird?l)ofs (\523) q^ab 6ie llTartl^enfapelle 20 ITiavf. \55\ würbe bk 
„fyrci^e'' mit 5d)in6eln $e6ec!t, ir>as einen 2tufir)an6 von 3 Sdiod per- 
urfacbte. IlTel^rmals ift audf vom liel^ren 6es iKird^engeiPÖlbes un6 Dom 
XDafd^en 6er £eud?ter 6ie He6e. 

2ils (£innal)me fin6en ftd) im 3<^^i*^ ^^^37 fed^5ig ZTtarf an barem 
^eI6e un6 „ein "Haften, öorynn eyn votl) tt)omafd)fen ornat fampt e^Iid^en 
altartüd^ern, ein flein pacem un6 e^Iid^e bripe''. 2lIIe fonfti^en Einträge 
bis \552 betreffen ausfd)Iiej|lid) 2ius$aben für Bauarbeiten^). Die Be^ 
merfung: ,A5^^ 5a>ei polaren 6ie Kirdje 5U reinigen, als man IlTün^ers 
föd^in begraben, lVioniaq,s nad} V^W ^^t^ Permuten, 6af 6ie Kapelle 
5ur 2lbbaltun9 pon €eid)enpre6igten benu^t n)ur6e. 

2lls nad} 6em für 6ie q,an^c Caufi^ unglücflid^en, 5d}maIfaI6ifd)en 
Kriege (\5^7) Köni^ ^er6inan6 pon Böl^men aud? Bauten in eine über» 
aus f^arte Beftrafun$ einfd)lof un6 6er ®eI6mangel 6er 5ta6t fel^r grof 
n?ur6e, q,ah man aus 6em Permögen 6er 2.nartl)enfird)e 6^21Tar! 2^ (5r. 
„in gemeiner 5ta6t c^efd^efft, i^t 5U 6iefer nott, auff reyfen por 5^^^ ^^^^' 
mal ^ns lanb IHeifen, pir mal 5U (Sörli^ pn6 fünft 3^^^ ^^"^ ^^^ u"^ 



^) Die Tlnsqahcn im \537. '^a):ixc lauten: 
3tem 9 polacfen ror 3 [djog bretnägel. 
3t. \ polacf ben friftus I^eim3utrageit. 
3t. \ Sdjocf ^ Pf. üor ein fcd?3it3 fd^inbell nägell. 
3t. 3 SdjiHinge ^ (Sr. vor \ ^ubcr brett^c. 
3t. X 5d?ocf 8 <Sr. ror x^'o Sdiod fchinbell. 
3t. 6 polacf 2 Pf. üor 2 5d?ocf bretnegcl. 
3t. 28 gr. 3ipeicn gimmcricuthcn cor brei ^^age. 
3t. 2 Sr. 3U üertnnPen, bas Vad} beftiegen. 
3t. 8 (Sr. ror eine eicf^ene fdjtpelle. 
3t. 6 (Sr. üor eine anbere tatmene fdjiücllc. 
3t. \o (5r. bem fd^mibc vor eine lange flantnter, fo bie riegcl an ber halle 

3ufammen!lammcrt, I^afpen unb fparnnägell. 
3t. \2 (Sr. r>or einen neuen Flöppelrytnen 3ur glocfe. 
3t. 8 (Sr. üor ein neu? fd^Ios für bie ireppe. 
3t. \ HTar! bem (Slöcfner fein £on üff bas 3'^^- 
3t. \o Pf. bem bott^en, fo bie fdjulbiger uor bcn rid^ter Dorbittet. 
3t. abermals 2 (Sr. bem botl^en 

Suma 6 m!. \9 (Sr. 



(Scfdptd^tc bcr „lltaria = I7Tartt|cnftrd?c" 311 Bauten. 187 

tptöcr, lim gcl?üljf gelt 5U irege (511) brtngen^^ \5^9 ^^^ ^^ ii^^^5 //^^*^ 
^alle 511 bedoV unb für 5d}in6cln, Hägel un6 ^(rbettslof^n 8 ZlTar! ^5 ^r., 
^550 aber 8 IViavf 33 (Sr. aussugeben. IHit folgenöem Eintrag fd^Iteft 
bas Hegifter: „2(nno \552, ZHontacj nad} 3^^^^^^^ 5urd) 5en (Erfamen 
£)crrn Palten Cocfen, alten ^ern Bered)net pon \557 bis 5um €n5e öes 
5\ten, öaran 6ie ^ern (£in gut gefallen vnb gnüge ge()abt, ^mz and} 
l)irmitte mit Danffagung quittiert. IXnb ift 5U fünftiger beredjnung blibenn 
u?ie folgt 

2Im Corpus 506 ZHar!, 
Baargelö 6 IHar!. 

Ketaröata Dom obberürten 37. 3^^^ ^^^ ^"^ €n6e öes 5\. feint ein3une{?mcn 
\05 2nar! 2^ 6r., 5d?uI6en ^5 inarf^)^^ 

IDie aus X)orftel?en6em I^erporgebt, n:)ur6en 5cr Kapelle in 06er beim 
^ospitale Derfd)ie6ene Hamen beigelegt; man bat fte, mie 6ies aud? fonft 
gebräud^Iid^ n^ar, nad) einem ein5elnen 2tltar genannt. Critt bod} audq 
für 5ie ZTtid^aelisÜrd^e im Bau^ener (ßerid)tsbud^ (^^99 flg6.) öie Be^ 
5eid?nung „Sant XDolfgangsfapelle'' auf, nad)5em öort ein iiüav 6er 
„l^eiligen un5 ungetrennten I)reieinig!eit (Sottes, 6es l^eiligen XPoIfang" ic. 
errid^tet tüoröen wav^). 

2lud) öas fd]on met^rmals ermäl^nte ^ospital, 6effen ^efd)id)te mit 
6er 6er ZHarienÜrd^e un6 6er IlTartl^enfapelle fo eng perbun6en ift, 6af 
fie f}ier notn?en6iger IDeife berüc!fid]tigt a->er6en muf, begegnet uns unter 
perfd^ie6enen Hamen. 3^ ^^^ älteften Berid?ten ift !ur5tt)eg Dom „^ospital" 
6ie He6e'^). Had)6em aber um 6ie Zltitte 6es \^. 3^^)^*^?^"^^'^^- ^^^ //3pit<^I 
5um [^eiligen (Seift" entftan6en u^ar, fam für 6as ältere ^ospital 6er Bei' 
name „5U Unfrer £ieben grauen" mel^r un6 mel?r in (Sebraud), 5. B. \^28, 
\^58, \^88 u. m. Hed^nungen fin6 Dorl)an6en r>om „hospitalis Beatae 
Mariae virginis" (]i5\0) Dom ,,^ospital Dnfer lieben framen 6er IHutter 
Lottes ITTaricn (^520) un6 pom ^ospital „beatae virginis Mariae et 
Martae" (\62\). 

Diefe Ked^nungen belel^ren uns u. a. über 6ie 2lbgaben 6es ^ospitals 
an bas Kapitel un6 6en „Pfarrer 5U pnfer Cieben grauen". Der Propft 
erl^ielt jäl^rlid^ ^ 5d)effel Korn, ^ Sd^effel ^afer un6 3 Sd^effel Xf)ei5en; 
6em Pfarrer 5U „Unfer Cieben grauen" wav man 8 Sd^effel Korn, 6en 
Pomljerren 20 (Brofd^en un6 6em „^rül^meffer" ^ (Sr. 5U geben fd}ul6ig. 
Öfters n:?ur6e ftatt 6er Haturalleiftungen (5el6 be5al?lt; fo erl^ielt \5\\ 6er 
Pfarrer als gel^nten 3 ZHarf \6 (5r, \5\^ unb \5\5 erfor6erte 6er Heu= 
bau 6es f^ospitals 6en Betrag von 370 HIarf. ]i523 erl^ielt 6er Pfarrer 
6 lUaif gel)nten, 6er Propft \ Sd^effel XDei3en, 2 Sd^effel Korn, 3 Sd^effel 
^afer, ein ^al^v fpäter 6er Pfarrer 8 5d)effel (Werfte un6 3 Sdjeffel Korn, 
fomie ein Viertel 5al5; \526 batte ftd? 6er ^zfyxk auf 2 Sdjefjfel Korn 
Dermin6ert, für 6ie man \ 5d)oc! (Srofd^en 5al^lte. 3^ ^^" 3^^^*^" 1^27 

^) Hatsarcf^iü Bauten E Ho. 7. 

2) (Scric^tsbuc^ j[^99 ff9b.:^£orcn3 Drat5iel^er t^at aufgegeben ein Stütf 2tcfers bei 
„Sani ZPoIfgangs Kapelle" gelegen. 

^) Dingbudj ^359 flgb.: Johannes Schiban obligavit curias snas consulibus 
pro 6 solidis anmii census ad reemendum pro 7 marcas ad hospitale dare, 1364. 



188 (Sefc^ic^tc bcr „Jltana^IUartt^cnFird^e" 3U Bauten. 

bis 29 ift feine 7lhq,ahe an öen Pfarrer Der5eid)net. — Die Heformation 
I)atte il^rcn (£tn5U5 in Bauten q,cl}alkn, öie 2lbliefcrun$ öes 3^^"ten an 
5ie ^eiftlid^feit (tief auf 5d)tDieri$!eiten oöer unterblieb q^än^lii}. \530 
icbodtf ^ab man 6em „plebano ad beatam virginem" 5 Zltarf für 2S(i}od 
Korn, 2 2narf für 6ie (Serfte un5 50 (Srofdjen für 3 Diertel 5al5. Hur 
r>on 5tt)ei Pfarrern ftn5 6ie Hamen nad)5Uü?eifen. ^53^ u?ar 6er „Ian$e 
l7err Paul" Pfarrer 5U Unfer £ieben grauen, \535 un6 ^538 hdznnt 
3ernl)ar6 Belgier (Pe(}Ier) „Pfarrer in 6er Kird^en ZHariä 6er 3un§frauen", 
6af il)m „6erfelbi$en Pfarr f^alben, 6er De5em aus 6em I^ospitale über= 
anttt?ort fei u?or6en". Öiefen De5em 5al)lten 6amals 6ie Päd^ter 6er 6em 
^ospital $el?örigen ©run6ftüc!e. lPic^ti$ ift 6ie von 6em Profurator 6es 
^ospitals im 3a{)re \558 eingetragene Bemerfung»: „6er Pfarrer foll 6a^ 
^e^en 6ie, fo im Spitale ftn6, mit Beid^tet^ören, Saframentreid^en, ^röften 
in Kranfl^eit u. f. w. Derfor^en". Die 6em Pfarrer 6er ITXarienÜrd^e \382 
abgenommenen Perpflid^tun^en I^atte er nun u)ie6er 5U erfüllen. XDann 
6as 6aTuals geftiftetete Pifariat eines PÜars im i^ospital erlofd^en ift, 
6arüber q,(ibcn 6ie Porl)an6enen Sd^riftftücfe nid^t 6en c^erincjften 2luffd)lu|^. 
3m He^ifter 6es 3^^^^^ 1533 ift 6er ermäl^nte „lan^e Paul" „unfer Pifar" 
genannt; er erl^ielt „abermals 2 ZlTarf üff 6as ftlbern Zllarienbil6". Das 
l)ospital q>ab Beiträge für alle l{ird^en6iener un6 formte befon6ers aud) 
für IDad)s ^). (Ermäl^nt fei an 6iefer Stelle, 6a0 ein Ceil 6er (5run6ftüc!e 
üom ^ospitale felbft berr>irtfd)aftet u?ur6e^). (5efpeift n?ur6en in 6emfelben 
\539 fed)5el?n Perfonen. 

2(ufer in 6en an^efül^rten Beridjten ipir6 6ie IlTartl^enfirdje im 
$an5en \6. 3^^^^?un6ert felbft in 6en ausführlid^ften 3<^^i'^üd)ern nid^t 
ertDäl^nt. Die Ked^nun^en ftn6 ol)ne ^w^xfd \63^ perbrannt. Hur in 
6em 5n?eiten 6er 5U)ifd)en 6em Domftift un6 6er epan^elifd^en 5ta6tgemein6e 
ab^efdiloffenen Kird}enr>erträ$e uom 2. (Dftober \556 tritt il)r Hame einmal 
auf. Das Kapitel üerlan^te, 6ag „6er 5ta6t Diafonen 6es prc6i$ens in 
6er Kird^e 5U 5t. IHartl^a bey 6em Spital" ftd) entl^ielten, erlaubte aber 
„6ie armen, fd)n?ad>en un6 f raufen £eute in 6emfelben Spital in 6er l^eib 
ü?ür6i9en, d^riftlid^en €el?re 5U perfel^en, fte nad} 6erfelben Hot6urft 5U be- 



^) Z^n 3^1?^^ 1530 entridjtetc bcr Dermalter hts f^ospitals bem ^^rül^mcffcr 2 <5r., 
bcm ©rganiften 2^ (Sr., bem (Slöcfuer \ Sd^ocf, „rom Salve" bcm Spccialiften 3 (5r., 
bem Sdjulmeifter 2'\ (Sr., bem £ocatus 36 (Sr., bem J^rüt]meffer 2-^ (5r , bem 0rganifteu 
2^^ (Sr., bem Calcant 6 (Sr., "ben pro!uratorcn \8 (5r. \55\ mürben für ^ Stein 6 pfnnb 
VOadis 8 ITTar! 9 (Sr., ^532 für 2 Stein 7 pfunb 5 ITTarf 9 (5r. ausgegeben. 

2) Unter ber €innat^me im Z^k^^ 1388: 
DerFouffte Küe: '^ mr. für eine Kue unb \ Kalp, besgl. 9 IMf. für 2 füe, 7 mf. vov 2 füe, 
9 mr. t»or 3 fue, 3 mf. üor \ fu. 5 mf. nor 2 geringe Füe; 2 mF. cor bas rotbe junge 
fülein. 
Schweine: 2 mr! minus \ (5r. üor ein Sc^mein, 

4 Sd^ocf üor ^ fd^mein t^ungrifd?; 
f^üt^ner: 7 fd^illing 38 bünner 

23 mr. aus 33 fd?fff. l7afer gemarft. 
Die legten rortianbenen Ö^uittungen über 'i>cn an bie propftei entrirf^teten Deccm (\ö^ 
bis \5^5) lauten: „bas ber (£rbare unb u^olujeyfe l^er Dalten £o(fe, Stabtridjter 3U Sauden 
ber probftey bes ortes b^s te^ams t^alben üon ujegen bes t^ospitals ad beatam virginem 
genüglic^ cntrid^t I]att, hehn xd}, Symon piftor, ber 3eit procurator, mit meiner bantfdjrift." 



(Scfd^ic^tc bei- „ITTaria^martt^cnfird^c" 311 Bauten. 189 

rid^tcn unb mit öem it)al)rcn IDorte Lottes 5U tröften''- ^ingemiefen fei 
nod} auf eine 5111* Difarie 2naria=2nac36alena c^el^öric^e Summe von 39 Sdfod 
32 (Sr., 6ie nad} (£rl)öl)un^ 5U einem Betra<^e von 50 Cl^alern (\562) 
6em l7ospitaI „Beatae Virginis" 5u^efd}neben mürbe ^). 

Bis 5um ^»'^iljvc \620 l?öven nm md}is mel^r von 6er IHartl^enfird^e. 
Die fird)Iid]en Dorl^ältniffe Bautzens l^atten fid) (jeänöert; 6ie ^efamte 
Büraerfd^aft u?ar 5um Proteftantismus übergetreten; (nad} einer von \^5 
Bürgern Baufeens an 6en Hat c^erid^teten Sdirift u?ar auger öem Defan 
unö feinen fed^s ober fteben Prieftern nur ein ein3ig»er Bürger, pi^ilipp 
5d)önborn, fatI)oIifd^) in 5er ZUid^aelisfird^e fanb fein ^ottesbienft bis 
\6\C) ftatt, unö r>on (Sottesbienft in ber ITTartl^enfird^e ift nircjenbs bie 'Rebe. 
(Db bk Kird^e 5U Unfer Cieben grauen von bcn Katl^oIÜen benu^t mürbe, 
ift 5meifell)aft. 2tus ber Cl^atfad^e, ba^ \555 bas Bearäbnis bes Piafonus 
i{ofeI in ber PetriÜrdje vom Vdan Hupred)t permei^ert, feine Beife^ung 
in ber Ciebfrauenfird^e aber n\d}i beanftanbet iDurbe, läft ftd} üielmef^r 
folgern, ba^ bas Kapitel im„\6. 3^^i*^u"^^'i't bas €i$entumsred)t auf biefe 
Kird^e n\d}t beanfprud^te. Ubrig»ens ^tanb fte unter ber Permaltun$ bes 
Hats, ber fte mehrmals ausbeffern lief; 1(582 mürbe bas Sd^inbelbad} 
burd? ^kq^dh^biidunq, erfe^t unb \593 bie Spi^e bes bem Einfallen naiven 
Curmes ab^etra^en unb erneuert-). 2iud} in ber Hed^nuntj bes ,,l7ospitaIs 
beatae virginis Mariae Marthae" von \6\8 — \6\9 ift eine 2lus$abe von 
7V2 lUavf Der5eid)net für „30 5d}od 5d]inbeln bie Kird^e unb Kapelle, 
fomie bas ^aus 5U beiden unb aus^ufli^en unb \ ZHarf für bas lüieber^ 
aufl)än$en bes ^heruntergefallenen ^Iöc!d?ens unb ^lusbefferung bes 
^ürmd)ens". 

3nfoI$e ber !riegerifd?en (£rei$niffe bes ^a\^vzs \620 <^xnq> bie öftlid^e 
Dorftabt Bau^ens in flammen auf. 2(m 6. 2^ü\ biefes 3^^i*^'^ ^^tte 
König ^erbinanb von Böl7men bem Kurfürften von Sad^fen, 3^^^"^ 
®eorg I. bie €aufi^, bie fid) bem proteftantifdjen BöE^menfönig ^riebrid} V. 
r>on ber Pfal5 angefd^Ioffen t^atte, üerpfänbet; im Huguft traf ber Kurfürft 
2(nftalt, fid] in bm Befi^ bes Pfanbes 5U fe^en unb am 8. September 
erfd)ienen, ba Bauten fid} \fyn nid^t freimütig untermarf, \^000 Sad^fen 
por ber Stabt, in bie fid) einige Cage poriger ber im Pienfte ^riebrid^s V. 
ftel^enbe 0berft Karnei^fy mit 580 ITiann 3^0^^^^^'^^fW^^^ Cruppen 
gemaltfam (Eingang perfd^afft I^atte. 2lm 9- September mürben „alle 
l^äufer, fo auf erl^alb ber Porftabt ftunben, pon meldten bie Dorftabt l^ätte 
offenbiert merben fönnen, mie bmn aud) bas fd)öne Spittelfird^el porm 
Heid)entl)or pon^ben llnfrigen alles in (Srunb abgebrannt'' l)eift es in ber 
mal)rfd)einlid) Pon Karne^fy felbft l)errül)renben Befd^reibung ber bamaligen 
Belagerung Bau^ens. Sollte and} bier unter ber Be5eid^nung „Spitteb- 
fird^el" bie Begräbnisfird^e 5um Caud}er gemeint fein, fo läft bod} bie in 
allen Berid)ten über bie Belagerung fid} finbenbe 2lngabe, es feien fünf 



^) HatsardjiiilBau^cn E Xlo. 8. 

-) „Den 17. niat 11593 ift bie Spi^e bes S^itnnes 311 Unfer Sieben ^^rauen in 53e= 
fal^rungibes (Einfallens unb t^iei-burd? eraet^enben großen 5d?abens am "Kirdjengemölbe 
unb fonft abgetragen unb l^ierfür gimmerleute unb anbere ^Irbeiter cjelot^nt iporben mit 
22 Schod 2 (Sr. 5 Pf." Hatsard^iü ^au^cn. 



190 (Sefc^tc^te ber „Utana'ITTartt^enürc^c" 3U Bauten. 

Kird^en 5U (5run6e gegangen (Kird^e 5um l^cili^en ^etft, 5U St. ITTid^ael, 
5t. ITüoIai, 5U Unfer Cieben grauen un6 5um ^aud^er) feinen gtüeifel 
uralten, 6af aud? 6te ITtartl^enfapelle \l}v €n6e erretd^t l^atte^). 

Hod) U)äl)ren6 6er 5n:)an5i^er ^al^xe lüurben 6te meiften Kirdjen 
rt?ie6er aufo^ebaut. 3" ^^^ "^^ ipeni^ befd)ä6i$ten ITTid^aelisfird^e fanb 
6er (Sotte56lenft faft $ar feine Unterbred}un$; 6ie Hifolaifird^e, 6eren Vad} 
6ie 3^*5*^^"^<^i*f^^ ab^ebrod^en t^atten, um fte mit (£r6e un6 ^015 5U füllen, 
falb 6er ^ein6 eine Batterie auf 6em il^r $e<5enüber $ele$enen tEafd^enber^e 
erbaute un6 6as Kirdjiein „gum l)eili$en ®eift" [teilte man \625 ipie6er 
l^er. IDäl)ren6 5um Bau 6er erfteren 6er 'Rat 6em Defan auf 6effen ^n= 
fud^en Baul)ol5 aus 6em Caud}eru)al6e umfonft überlieft), ^efd^al) 6ie 
(£rrid}tun$ 6er Be^räbnisfapelle „^um l]eili<$en (Seift" $an5 auf Koften 
6er 5ta6t. 3" ^^" 3^^^*^^^ ^^^^ ^"^ ^^23 l)ai 6er Kat mit einem 2luf= 
rr>an6e von \328 Cl^lr. \2 (Sr. 8 pf$. 6a5 ^ospital Beatae Virginis 
u)ie6er erbaut^) un6 \626 befd^lo^ er 6en IDie6eraufbau 6er Kird^e 5U 
„Unfer Cieben grauen". (5e$en 6iefe5 Porl7aben erl)ob 6er Pefan (Sre^or 
id^attmann pon IHauruc^f lDi6erfprud}. <£r betrad^tete 6iefe Kird^e als 
(Eigentum 6es Kapitels, u?esl?alb es il^m „fümmerlid) uorfam", 6a0 man 
il)m feine Hed^te ftreiti$ mad^te; er glaubte, 6er ^at l^ätte 6en Bau nur 
„unu?iffen6 ror^enommen", 9eftan6 6iefen: nur 5ü?ei 2lltäre in 6er Kird^e 
5U, beanfprud^te 6as Patronatsred^t un6 bel^auptete, Be^räbniffe mären 
6en (£pang,elifd?en nur precario 5u^elaffen u?or6en. ^uq,Uxd} aber bat er 
um 2tnfteliun$ eines l<ird}enpaters, um Hücfc^abe 6er 6er Kird^e von 6en 
5ad?fen entnommenen (Slocfen un6 £eud)ter un6 erbot ftd), feine Hed^te 
auf 6ie Kird^e nad^5umeifen, (£s „tpant fid) alles $ut", fo bemerfen 6ie 
2tften über 6ie Perl)an6lun$en ^). Der Hat ftellte einen liird^enpater an, 
q>ab rDie6erum ^015 5um Bau un6 fo fd^ritt 6crfelbe mit I^ilfe einer $rof en 
2(n5at)l pon Bürgern pormärts. Die Seit 6er XDeil)e erfal)ren mir nid^t. 

Icur rpeni^e 3^^^*^ beftan6 6iefer Bau. Bei 6em ungel^euren Bran6e, 
6er, am 2. ZlTai \6^'{ von 6em faiferlid^en ^el6l)errn ®ol5 perurfadjt, 
$an5 Bautzen bis auf meni^e I^äufer in einen 2tfd}enl)aufen peripan6elte, 
^in^ aud^ 6ie £iebfrauenfird?e in flammen auf. „Um 3 Ul^r nad^mittaijs 
he(^anmn 5ol6aten mit 3ün6fac!eln aus Pulper, Sd^mefel un6 ped?"in^6er 



^) 2luct( bas £)ospitaI „beatae virginis Mariae et Marthae"' war ahqthvannt 
Die bisl^cngen Sen)ol]ner ert^ieltcn nun möcf/entlid? lo (Sr. 6 pf. „Koftgelb". Dom 
(DFtober ^623 an tonnten fte miebei* im f^ospitale u)ol]nen, niulgten fidj jebod? fclbft üef 
pflegen. (£rft \625 orbnete ber "Rat „auf Ztnfudjen ber armen £eute" an, fte tute „üor 
alters" \m Xiospital gemetnfam 3U fpeifcn. I)er Spitcijucrmalter beu?irtfd|aftete besi^alb 
felbft rcieber einen deil ber bem f]ospital gehörigen 2ldcv unh IPiefen nnb tonnte auf 
jebe perfon u)öd?entlid^ \2 <5v. Derpflegungsfoften red^nen. Bis \620 fanben \5 perfoncn 
im ^ospitale 2iufnat|me; üon ^623 maren 20 — 21 „perfonen mit Koft 3U r>erfel]en", bcnn 
bem l70spitale floffen bie §infen ron 2000 rl^ein. (Sulbcn aus ber ^eiblerf^en Stiftung 
mit ber Beftimmung 3U, fie für 6 arme £eute im f^ospital 3U r>ermcnben. Das Dcrmögen 
bes l^ospitals unb ber Kircf^e mürben um jene geit getrennt nermaltet; bas ber Kirdje 
beftaitb nadf V}C^kt (bie milben Stiftungen ber Stabt l^au^en, I^cft II, S ^6) itn Z'^l'ive 
^630 in ^577 (Ll^lr. \2 (Sr. \o pf. Dergl. Kammcrrcd^nung 1622. 

2) HatsprotofoII com '^. 3»Jtiu-ar \626. 

3) Kammerred^imng üon 1623. 

'') KatsprotofoII nom \d. 0Ftober ^626. 



(Sefd?td?tc bcr „maria^HTartbcnürd^c" 311 Bauten. 191 

Stabi {)eru]n3ulaufen un6 bk IPol^n^äufer, Scheunen, famt Unfere Ctcben 
^rauonftrd^e un6 bas ^ospital Beatae Virginis Maria et Martha nte5er= 
5ubronnon", fo bcridjtct 6ie an 5on Kurfürftcn 3<^^?^"i^ (Scor^ ab$efan6tc 
„€l)rcncr!IäriuK3" öcs Hatos 511 Bauten vom 28. 3uH \63^, 6urd? ipcld^e 
Mefer fid} un6 6ic Bürc3crfd)aft von 6er Bcfd)ul6i$ung, 6ie Bau^encr 
fclbft l}ätkn il^re Stabt art$c5Ün6ct, befreien rDoIIte. 

(Ein 3<^^^*5*^^"^ ^^"5 ^"^^ "^^^ 6ie;;i{ird}e in ^Trümmern. Die zvan- 
.3clifd)e (5emein6e Bau^ens 6ad)te por allem an 6ie IDieberE^erftellun^ 6er 
Petrifird}e un6 fonnte 6ie[e il^re ^auptfird^e am \. 2(6pent5fonnta$e J^ö^O 
ipie6er lueif^en. Den öftlidjen Ceil 6erfelben \^at bas Kapitel l^erftellen 
laffen. Da 6iefes fein (5otte5l7au5 für 6ie !at{)olifd)en lPen6en befaf, bat 
6er Defan 6en l^ai, xfyn 6ie feit \655 von 6er Petri$emein6e benu^te 
211ii)aeli5fird}e fo Ian$e 511 überlaffen, bis 6ie Kird^e auf 6em Salsmarfte 
une6er aufgebaut fei. Xladf langen Perl)an6Iun9en erbot ftd) 6er Hat in= 
foLje eines furfürftli d)en €rlaffes pom 5. 2(pril \6'\2 6en Katl^olifen 6ie 
inid]aelisfird)e unter ^emiffen Be6ing^unc^en un6 auf geit ein5uräumen. 
Das Kapitel füc^te fxd} 6en Be6in9un$en nid^t, un6 6ie (Einräumung 
unterblieb '). 

Hunmel^r 6ad)te 6as Kapitel an 6en IDie6eraufbau 6er Kird^e 5U 
Unfer Cieben grauen un6 beoiann im Sommer \6^^ mit 6en 6a5u nötigen 
Vorbereitungen. (£s l}ai, nadtf 6em Berid^te eines Qleid^seitiijen (El^roniften 
„mit 2lusarbeitunc3 6es ^olses un6 2(nfd)affuni3 an6erer Hotu)en6i9feit 6ie 
Kird^e u)ie6er auffül^ren un6 bräud^Iid) mad}en mollen". XPe6er 6er 'Rai 
nod) 6ie Bür$erfd)aft I^in6erten 6as i)orI)aben 6es Kapitels; ein3elne Bürger 
un6 Bauern aus 6en ftä6tifd)en Dörfern I^atten and} bereits ^olsful^ren 
^eleiftet, als 6er Hat 6as Kapitel um (Einftellun^ 6es Baues erfud^te, u?eil 
6ie Doml)erren 6ie 3^11'^^^^^t^^" ^^^ Hates über 6ie Kird)e nid^t mel?r 
anerfennen un6 6as @ebciu6e 5el)n (Ellen u>eiter nadf IDeften als frül]er, 
alfo 6em Heid^enturme näE^er, errid^ten sollten. Der Uai vcxboi bk 
^(rbeiten un6 fud)te, als 6as Derbot unbead) tet blieb, um 6ie Permittelun$ 
6es Kurfürften nad}. Diefer befal^I 6em Kapitel, „6ie Urfad)en 6er an- 
(jemaften Heuerun^ 5U berid^ten, inmittelft aber mit 6em angefangenen 
Bau $än5lid) innel^alten 5U ü?ollen". Das Kapitel $el)ord}te, fe^te in einer 
Eingabe an 6en Kurfürften (6at. ^. September \6^^) 6ie (5rün6e feines 
Dorgel^ens auseinan6er un6 trat mit 6em Hate in «weitere Derl?an6lungen 
ein^). 3" j^'^^^ ^xnq^ah^ bel7aupteten 6ie Doml^erren, 6af il^nen „6ie Kird^e 
auf 6em Sal5mar!te, u?ie aud^ 6er 6aranftofen6e Kird}l?of eigentümlid? 
un6 allein" 5uftün6e, fte un6 il^re Dorfal^ren fid) feit un6enflid?en ^al}vcn 
ol^ne jemanSes (£ontra6i!tion 06er ^urbation im Beft^ 6erfelben rul^ig 
befun6en, 6arin geän6ert un6 gebeffert l^ätten un6 geftan6en, 6af 6er Hat 
nad} 6em Bran6e pon \620 6en Bau 6urd^aus nid^t (3el)in6ert, fon6ern 
pielmel)r „mit ^ul^ren beför6ert" l^ätte. Dom Kapitel u?äre fogar 6en 
epangelifd^en Pre6igern 5umeilen, freilid) nur precario un6 bittu?eife, 

^) Dcrgl. Baumgärtel: gur (Sefc^ic^tc ber HTic^aclisfirc^c, Heues £auf. tnaga3in 
:3b. 69 5. 3^ 

2) Hatsard^ip Bauten VIII, VII Db Ho. ^a. 



192 (Scfd^id^tc ber „I]tana = lHartt^cnfirdje" 311 3aut5eii. 

^^^taikt rooröen, £ctd)enprcMc^ten bann ,,5U Ijalten, was \l)mn aud} 
fernerl^in md?t reripel^rt iperöcn follte. Übrigens l^ätte man 6cn Bau 
unternommen, „öamit Katl^olifen unö €panc3elifd^e iE)ren <Sotte56tenft um 
fo fü^Iid^er in 6er Petrifird^e perrid^ten !önnten", ol)ne von bcn IDenben 
^eftört 5U u?er6en. 

(5e$cn 6ie (£\nq,ahz 5es Kapitels madjte 6er Hat c^eltenb, er l?ätte 
in 6er liird^e ftets 6ie Kird^Däter beftellt, 6as (5Ioc!enc^el6 einc3enommen, 
£eid)enpre6iösten l^alten laffen, auf 6cm Kird^I^ofe „5a>ei Klaufen'^ unter= 
l)alten, in 6eren eine £eute, 6ie „furiosi vel mente capti fuerint" in 
Öermal^rung $ebrad)t ipur6en, n)äE)ren6 6ie an6ere für näd}tlid)e ^umul' 
tuanten un6 l)än6elfüd}ti$e Porftä6ter beftimmt war, er l^cittc ol)ne 3*-'^^i^^6es 
XDi6erfprud} 6en "Kird^l^of perfleinert un6 von 6em epan^elifd^en Kaplan 
un6 einem ^an6it)erfsmann, 6eren XPol^nun^en fid) auf 6em Kird)I?of 
befan6en, &c^ä:fo^ nnb Steuern erl^oben. Der Hat rDi6erfprad} 6er Be- 
l^auptun^, 6af 6ie et)an$elifd)en (Seiftlid^en 6ie £eid)enpre6ic^ten nur Dom 
illtar un6 nid)t von 6er Kan5el aus pcrrid^ten 6urften un6 bel^auptete, 6ie 
Katl^oIÜen l^ätten nur am ^ronleid^namsfefte eine ^Heffe in 6er Kird)e ab= 
^el^alten. Den 2inG,ahm 6es Hates betreffs 6er Kird^enpäter un6 6es 
(Slöc!ners n>i6erfprad) 6as Kapitel nid^t; es pernnes pielmel)r auf einen 
Befel}! Kaifer Karl IV. pom 3^^^^ \36^, nad} nu^Id^em 6em Hate 6ie 
Kird)enperipaltun$ übertrafen u?ur6e, 6amit 6ie „(Seiftlid^feit il)re ^n6ad:^t 
un6 il)re lebete um fo piel 6efto fü^Iid^er un6 rul^ic^ abwarkn fönnk'^. 
Daraus aber ein IRcdfi auf 6ie Kird)e ab3uleiten, fam il)m „faft feltfam'' 
por. XPe^en 6er £eid)enpre6i$ten $eftan6 6as Kapitel nid^ts 5U; „es wäre 
bznn 5ur geit 6er Hebellion ^emefen, 6a man 6em Kapitel piel an6ere 
un6 größere ungebül^rlid^e (Eingriffe getl^an^' E^ätte. Selbft 6as ^euo^nxs 
6es Mag, 5d)Ienfrid^t, 6em5ufoIge allein \652 gegen \00 epangelifd)e 
€eid)cnpre6igten „auf 6er Kan5el ol^ne 6es Kapitels (£ontra6i!tion perrid^tet 
it)or6en'' ftn6, än6erte 6ie Bel^auptung 6es Kapitels nid^t^). Von ^wcx 
„Klaufen'', in 6eren eine 6er Hat „Cumultuanten, Hmläufer un6 ^rcpler'' 
eingefd}loffen I^ätte, n?oIIten 6ie Doml^erren ebenfomcnig miffen; fte er- 
innerten ftd) nur, 6af für „arme, finnlofe ZlTenfd^en'' mit XDiffen un6 
IPillen 6es Kapitels an 6er Litauer eine fold^e gebaut u:)or6en n:?äre un6 
5ipar, 6amit porbeigel)en6e Pfarr!in6er für fte ein Paterunfer beten un6 
2(Imofen für il^ren Unterl^alt nie6erlegen fonnten. (5ottes6ienft märe pom 
Kapitel am ^^fte Visitationis Mariae, am ^ronleid^namsfefte un6 fonft 
abgel^alten un6 6eutfd? un6 ipen6ifd? gepre6igt u:>or6en; einige fatbolifd^e 
^eiftlid^e l^ätten bei 6er Kird^e il^re IDof^nung gel^abt, pon 6er Kirdie 
il?ren (Jel^nten genoffen, 6en Sd^lüffel in ^än6en gel^abt u. f. w. 

Die Befd?ul6igung, 6er Hat l:}äik fid) 6er Kird^e nur 5ur geit 6er 
Hebellion be6ient, lief 6iefer nid^t gelten; er rpies pielmel)r 6arauf l)in, 
„u?ie 6amals (\6\9— \620) 6er Hat 6en Doml)erren mi6er fold^e turbantes 
5d)U^ get^alten, 6a fonft, ipcnn (Ein ^ai 6ie V}anb abge5ogen l^ätte, 6ie 
^erren geipif in (5efal?r Ceibes un6 Gebens gefommen mären". Die Be- 

1) 0bgleirf? ben (Sraiigelifd^en 311 Reiten bcgünftiöit morbeti, £eid?cnprebtgiten in 
btefcr Kird?c 311 balteti, fo l^abeu fte bod? ujcber aüfs lÜtav nod? auf beii prebigtftul^I 
ftcigcn bürfcn, fonbcrn fic^ „bei bcr Stiege bel^olfen", fc^reibt bas Domftift am 26. inär3 ^6^5. 



(Sefd^ic^tc bcr „lTIaria = I]Tartl^cnfirdjc" 3U Bauten. 193 

l^auptung» 5cs Hats, 6te (Epangielifd^en E^ätten 5ie Kird^c i^äufiger benu^t 
als Mc Äatl^oltfcn, 6a er auger 6en Ceid^enpreöt^ten ,,aud} jun^e 5tu6enten 
öarin Probepre5t$ten tl)un un6 fxd} im Pre6tg>cn l)ätte ixbzn laffen^', fud^tcn 
5ie Potnf^erren mit 6er Bemerfun^, 6ic Pre6i$ten 6er 5tu6ertten mären 
mit IPillen 6e5 Kapitels in 6er Kapelle 5U 5t. IHartl^a abo,^^alkn iPor6en 
un6 fte un6 nid)t 6er Hat l^citten 6en (Slöcfner angenommen un6 befoI6et, 
5U ipi6erlec3en. — Das PorI)an6enfein iwzm Klaufen auf 6em Kird)l)ofe 
be5eu$ten einige 6er älteften Bürger Bau^ens; aud? [teilte ftd) l^eraus, 6af 
nur ein fatl^olifd^er öeiftlid^er^ ^err (£uculus, am Kird]l)of geujol^nt un6 
feine lDol)nung an frcm6e Perfonen Dermietet I^atte. 2tuffallen6 erfd^eint 
6er vom Kapitel 6em 'Rak gemad^te Pormurf, 6er 'Rat l^ätte im ^uffiten= 
friede 6ie lUid^aelisfird^e abg^cbvanni, ba 6iefe 6od7 erft nad} 6em (Ein^ 
falle 6er ^ufftten 06er pielmel^r infolge il^rer Kriegs5Üge entftan6en ift. 

3al?relang l^atten 6ie Öerl^an^lungen 5u?ifd}en 6em Hate Bau^ens 
un6 6em Öomftift, in 6enen üielfad? Bel^auptung gegen Bel^auptung ftan6, 
geiüäl)rt, als am 9. 2(uguft \6^7 6er Kurfürft ben)illigte, „6a0 (£in Dom- 
kapitel mit fold^em angefangenen Bau 6er Kird^e auf ebenntäfige ^orm 
un6 ITTanier, aud? mit einem fo nie6rigen Däd^lein an 6er ^all, u?ie es 
alles por 6iefem gemefen, fortfal^ren möge'^ iim 26. 2(uguft teilte 6er 
£an6esl}anptmann ID. pon ^ers6orf 6en furfürftlid^en XDillen 6em Hate 
mit, erfud)te 6iefen, 6en Bau 5U5ulaffen un6 fragte an, ob 6er Hat 6ie 
l^älfte 6er Baufoften tragen 06er 6en Curm bauen, 6ie porl}an6ene (Sloc!e 
aufl^ängen un6 einen ^löcfner Italien u?ollte^). (£ine 2(ntir>ort 6es Hates 
auf 6iefe 2tnfrage ift nid^t 5U fin6en; u^ol^l aber befd^lof 6er Hat, 6em 
Defan ^00 06er 500 ^l^lr. ana>eifen 5U laffen. XDäl^renS 6er Hat nod) 
am \9- <2)f tober \6^8 „all fein Hed}t un6 ^ered}tig!eit il^m un6 gemeiner 
5ta6t un6 Bürgerfd^aft an fold^er Kird^e 5uftän6ig be6inget un6 üor- 
bel^alten l^aben" u)ollte un6 6er Vdan am \6. De5ember pon ,,6er 6em 
Capitulo 5uftel)en6en Kird^e ad Beatem Virginem" fprid^t, fd^ritt 6er Bau 
porn?ärts; aber feine (Einigung wav er5ielt, als \6^9 6ie Kird^e 6em 
^ottes6ienfte übergeben a>er6en fonnk. 

Der Hat l^atte 6en Bau nid}t mdft gel?in6ert, ujeil il?m 6er Kurfürft 
6urd^ 6as Heffript Dom \2, 2(uguft \6^7 6ie Erlaubnis erteilt l^atte, 6ie 
2nid]aelis!ird}e für 6ie er>angelifd?en IDen6en Bau^ens un6 6er um= 
liegen6en Dörfer l)er5uftellen un6 il^nen einen eigenen ©eiftlid^en 5U geben ^). 

Pon \6^9 an Mente nun 6ie Kird^e 5U Unfer £ieben grauen 6em 
<5ottes6ienfte 6er römifd)-!atl?olifd}en IPen6en. Daf 6iefer jemals von 6en 
Proteftanten geftört u:)or6en märe, voivb nirgen6s berid^tet. 2lud^ 6ie im 
0ftober \660 von 6em Defan Heinl?ol6 üon Heid^enau, einem grofen 



') HatsprotoFolI üom 26. ^iuguft 16^7. „IVk w'iv bei ber bamali^cn Commiffton 
Italien (bcu Hatst^crrn) an fold^cr Kirdje FciiiHed?t ober (Scred^tigFeit 5ugeftatiben, fo li^nen 
intb gemeiner Stabt unh Bürgerfd^aft juflel^e, alfo fötnicu tpir ben i^crrti Had^barn and} 
nod^mals berott)ec3ert 'öas tpeiiitjfte nid^t ent\\änq,en" . Sdjreiben bis Kapitels an ben Hat 
üom \6. Deceniber leiß. 

2) Der von bm IPenbcn ja{]relang get^cgte lünnfd?, bie prebigt in il^rer Htutter» 
fprad^e 3U l^ören, tuar mit it^rem (£in3uge in bie lTIid?aeIisfird?e, am 8. September ^6^7 
in (HrfüUung gegangen. Seit 0ftern iG'^r hatten fte in Caspar Bierling aus (Suttau 
einen eigenen Pfarrer. 

n. £. m. Sb. LXTi. 13 



194 (5efc^id?tc bcr „lUavxa'Xflaü^enfxvdic" 3U Bankett. 

ß^xnb öes £utl?ertums etn$efü(?rten öeutfd^en Preöigten in 5et Ctebfrauen» 
!trd?e lief öer Hat, tpenn a\xd} mit XDiöerftreben, fortbeftel^en, ob^Ieid) mit 
öiefer „2Ieuerun$" 6ie Pfanöüerfd^reibun^ pom 6. 3^1^^ ^^20 unö öer 
3mmiffion5recef üom 23. 3^1"^ 1^23 perlest tr>ur6en. \65^ tDuröe öer 
Cürm öcr Kird^e erbaut. Der 'Rat föröerte öen Bau öurd? unent5eltlid}e 
Lieferung von 2000 (Riegeln, münfd}te jeöod} öie (£inrid}tun$ öes Curmes 
für 5u?ei ®Io(fen unö erneuerte feine Hed)te auf öie Hird^e^); öie vom 
Hate peroröneten Kirdjpäter follten öie (Sebü(?ren für öas Geläute ein= 
foröern unö öer ^lö^ner pom Rak angeftellt unö befolöet meröen. Damals 
„notierte" öer 3ür$ermeifter IDeftpl^al mit eigener i}anb^ „öie £utl)erifd?en 
i}abcn alle5eit in öiefer Kird^e preöigen laffen, öie (5ebül)r pom Cäuten 
unö öen Begräbniffen eingenommen unö gefd)el?en laffen, öaf für öie 
a)enöifd)'fat{?oIifd)en £eute öarin gepreöigt muröe". Unbeftrittenes (Eigentum 
öes Domftifts n?ar öie l{ird)e 5U Unfer Cieben grauen öamals alfo nid^t; 
öarum l^atten aud? nod? piele Bürger Bau^ens Zlbgaben an öen Pfarrer 
5U liefern''^). 

2lm ^. 3^^i ^ö86 tpuröe Bauten n)ieöerum pon einer ungel^euren 
^euersbrunft I^eimgefud^t, unö n^ieöerum gingen öas f^ospital Beatae vir- 
giüis Mariae et Marthae, fomie „öie auf öem Saljmarfte gelegene Kird^e 
5U Unfer lieben grauen" in Haud^ auf. 

5d)on €nöe 2(uguft traf öer De!an ZRartin ^eröinanö Brü^fner 
pon Brüifenftein Porbereitungen für öen IDieöeraufbau öer Kird^e, ftief 
aber nod^mals auf ^inöerniffe öes Hates, öeffen 2lnred)te auf öie Kird^e 
unö öen um öiefe gelegenen 'iixvd}l}of öas Kapitel nid^t anerfannte. XDar 
öas Kapitel fd^on \685 tro^ öer Proteftation öes Hates 5ur 2(usbefferung 
öer KirdjI^ofmauer gefd^ritten, fo lief öer Defan aud? im 2tpril \687 öurd} 
5al)Ireid}e iCrbeiter (Srunö 5U einem erweiterten Bau öer Kird^e graben. 
Der Rat perbot öie 2(rbeiten, meil öer Ddan öie ^bfidjt l^atte, öie Kird^e 
wölben unö öie Porl^alle in gleid^er l^öf^e mit iE?r auffül^ren 5U laffen unö 
öer mit öem Bau beauftragte ZTteifter Cl^riftian ^ille nur böl)mifd)e 
2(rbeiter befd)äftigte. Hnter öem ^inweife auf öie (gntfd^eiöung Pom 
9. ^uguft \6'{7 erfud}te bann öer Rat öen Kurfürften um öen Befel?! an 
öen Defan, „öaf er bei Dor^abenöer Keparierung ftd} in allem öer porigen 
llTanier unö ^orm gemäf Per^alfen unö fid? feiner Heuerung anmafen" 
follte; er wies in einem Berichte an öen Canöesl^auptmann auf öie grofe 
gal}I öer bürgerlid^en Begräbntffe in unö auf er öer "Kird^e, auf öie infolge 
öer Deformation eingetretenen fird^Iid^en Peränöerungen E^in („vulgatissima 
distinctio inter tunc et nunc tempora mutantur et nos mutamur in 
Ulis. Ac mutatione seculorum mutantur mores et statuta omniura 



„So iDoflen tüir tüicberl^olt \\ahen, mit ber ausbrücflid^cn proteftation, ba^ mit 
uns bcsmegen, ha^ mir (£. (£. Kapitel ben (5Iocfenturnt üor \xd} allein mieber auffül)ren 
laffen, Unfers unb gemeiner Stabt biesfalls 5uftel]enben Hed^tes unb (SeredjtigFeit !eities= 
megs begeben, fonbern rielmel^r uns folc^ unfer ius per omnia salvum et integrum 
bebinget unb norbet^alten I]aben." ^atsfc^reiben an bas Kapitel, bat. 2\. 3uli \^^^' 
VIII. YIL Db Ho. xa, 5. 72. 

2) Don H620 bis ;655~maren bem Pfarrer 3U Beat. Virginem nid^t entridjtet morben: 
368 Scheffel Korn, 362 Scheffel (Serfte unb 39 Scheffel f?afer; üon ^623— 5^: ^3Vo £age 
5al3 unb an fogenanntcm (Sartensins ^60 C^Ir. ^ (Sr. Hatsarc^iü Sauden. 



(5cfd?tc^te bcr „UTaria-lTTartt^enÜrc^c" 311 Bauten. 195 

rerum") un6 htttadikk Me fra^Iid^e Kirche ntd^t als eine „StiftsÜrd^e", 
fonöern als eine pom Uak unb 5er Bürgerfd^aft erbaute „Staöt-, Pfarr- 
06er Begräbnisfird^e", Me „aud? bei HeIi$ionsän6erun$ 6er Bür^erfd^aft 
5ur 2tusübun$ öerjenigen Heli^ion, ipeld^er 6ie Bürgerfd^aft 5uget^an, 
cjelaffen unb geräumt vo^vbcn muffe, ungead^tet öarin üorl^in 6er cultiis 
diviims per ministros Pontificis aöminiftriert rDoröen ift". XDeil 6er 
}^at mit 6em IDie6eraufbau an6erer öffentlid^en (Sebäu6e über fein „Der^ 
mögen genug 5U tl^un" l}atk unb xfyn 5um ferd^enbau 6ie ITTittel fei?Iten, 
n>olIte er 5tt?ar gerne 6em Kapitel 6en Bau geftatten, er fönnte je6od) 
nid^t gef d^eljen laffen, „6af 6er 5ta6t 3um Xcad^teil 6iefe reparatur contra 
pristinam formam porgenommen", 6ie ^alle einige (Ellen näE^er an 6ie 
5ta6t gerü(ft un6 gröfer als frül^er (^ergeftellt mer6e. 

ik i^ilfe 6es Kurfürften nal}m aud} bas "Kapitel in Ztnfprud?. Der 
Pefan befd^merte fid), 6ag 6ie am 5al5marft vool^mnbzn Bürger if^re 
^äufer 5U nal?e an 6en Kird^I^of gebaut l}äikn, 6af ein Seiler 6en Kird^E^of 
„5U feinem Drel^en" gebrandet un6 ein Kupferfd}mie6 einen Sd^uppen 6ort 
errid^tet l^ätte. 

3m ITTai \688 lief 6er Kurfürft 6en Baupla^ 6urd^ 6en 0ber- 
I^auptmann un6 3^^Ö^"i^u^ Daniel Süttinger beftd^tigen. 0bgleid? 6iefer 
6ie Porteile, 6ie eine l^ol^e, fteinerne, pom Heid}entl)ore nur \7 rl^einifd^e 
Hutt^en entfernte ^alle 6em ^'Jein6e bei einer Belagerung 6er 5ta6t bieten 
fönnte, nad^mies^), fo ben?illigte 6er Kurfürft 3*^^^^^ (Seorg III. bodf 
buvd} ein Heffript pom ^3. 3uli 1690 „aus befon6eren Hrfad^en, 6af 5ipar 
6er befagte Kird^enbau auf 6ie porige alte manier un6 ^orm, audf mit 
einem fo nie6rigen Däd^Iein an 6er ^alle, u?ie alles porl}in gemefen, fort' 
gefegt, je6od? 6af 6ie i^alle gan5 fteinern un6 gemölbt aufgefül^rt, aud? 
Kirdje un6 ^alle mit ^k(^dn einge6ecft u:?er6en möge"^). 

Der Hat l)in6erte nun 6en Bau n\d}t mel^r, obgleid? er pergeblid} 
gegen 6ie Haumüberfd^reitung un6 gegen 6as XPölben 6er Kird^e proteftierte. 
Die Klagen 6er Ülteften un6 fdmtlid^er ITTeifter 6er Bau^ener 21Taurer, 
6ag 6er Defan 6en Bau einem fremden llteifter (aus Pirna) übertragen 
(^atte, mur6en nid)t berüc!ftd)tigt. 3^^^ Icopember \6^\ voav 6er Bau Poll= 
en6et; 6er Defan lief n:?ie6er tt>en6ifd}en ^ottes6ienft in 6er Kird^e ab' 
Italien, un6 feit jener $ät ift 6ie „Ciebfrauenfird^e" Pfarrfird^e 6er u:>en6ifd?- 
fatl^olifd^en Bepölferung Bau^ens un6 6er Umgegen6. 

Die proteftantifd^e Bepölferung Bau^ens l^atte 6emnad} il)re 2(nred?te 
auf 6ie Ciebfrauenfird^e perloren. Sie fud^te nadf einem (£rfa^. Desl^alb 
entfdjlof fid) 6er Hat, als er \693 6en lDie6eraufbau 6es \686 abgebrannten 

^) 3^1 bcm Haifonnement „über bic 2ittaquc unb Defenfton, rvddie am Hctc^en= 
tt^ore 3u präftteren", fc^lug Daniel Süttinger vov, bie ^alle üon ^ol^ unb ^ledjttüerf ju 
bauen, bie Kircfje aber nidjt 3U mölben, fonbern mit einem leidsten, l^öl3ernen Dac^e 3U 
rerfel^en, meil hann bei ^einbesgefatir bie Kird^e nebft anbern nat^en Käufern leidet in 
2lfd?c gelegt unb bem ^einb bie „Bebecfung" genommen mürbe, anbernfalls fönnte ein 
in ber IIad?t in bie Kirche eingebrungener ^einb fid? leidjt bes Heic^entt^ores bemäd^tigen, 
ba Dom (£t]or ober einer ert^öt|ten Batterie aus bie (SefAoffe Fräftig auf bas nalit Heic^^"' 
tI]or mirfen fönnten; eine fteinerne ^alle fc^ü^e audj bm (Jeinb, mcnn bie umflel^enben 
f|äufcr in Branb geraten mären. 

^) ©riginalfc^reiben üom 3./\3. 3uni \690. 

13* 



196 (Scfd?ic^te bcr „2Ttana»2Ttartt^cn!irc^c" 3U Bauten. 

^ospitals UQ,ann, mit 6iefem un6 5trar unter einem Dadje aud} ein Kird^Iein 
5U erbauen. Bisl^er mar ,,5ies Iöblid)e IDer! bnvdf 6ie nal^run^slofen 
Reiten" perl^inöert u?or6en. 3"^ inär5 \6^ö fin$ man an, 6en über 
50 3al7re müfte ^elec^enen pia^ 5U räumen, mobei,, einer alIer6tno,s 
d)roni!alifd)en bodt} gleid^^eiti^en Icad^rid^t 5ufol$e 6ie Ubcrrefte von 6rei 
Elitären aufc^efunöen muröen. 2lnf Bekehren 5es Kates l:}ahm je5en Cag, 
5u?ölf Perfoncn aus öer Büraerfd^aft als l^anölan^er 6en Bau 6er (5ebäu6e 
$eför6ert un6 für il?re 2trbeit „täc^Iid? ein ^emiffes Bier" erl^alten. 3^"^^ 
©ftober fd^on fonnte öas Sparrentper! mit Sd^inöeln gebebt unö im IViäv^ 
\69^ 6as ^ürmd^en 6er Kapelle begonnen iper6en. Knopf un6 ^al}m 
u?ur6en am \2. 2(uguft unter entfpred}en6en ^eierlid^feiten aufgefegt, iie 
in 6en Knopf eingelegte, Pon 6em (Eonreftor 6es ^ymnafiums Mag. 
llTartin (SrunemaI6 perfa^te 3^f^^*^ft entl^ielt eine fur5e (5efd}id^te 6er 
frül^eren Kapelle, ein Per5eid)nis 6er Vertreter 6er 5ta6t, 6er ^eiftlid^en 
5U St. Petri un6 5t. ITtid^ael, 6er £el)rer 6es ^ymnafiums un6 6er 
^etrei6epreife. (£s l?errfd)te Neuerung; 6enn ein 5d]ejtel Korn foftete 
^ CI)Ir., U)ei5en über ^ Ct?Ir., Werfte über 3 un6 ^afer über 2 tEl)Ir. 
ITTit foIgen6en IDünfd^en fd^lof 6ie 3^f^i*if^*^) 

f>öcf?fter, fto§ bas £}osyiial iicbft besfclbiacn KapcUc 

ztid^t bmdf Krieg iinb ^euersbrunft von bcr angemicfncn Stelle, 

f^öre bas (5ebtt ber Firmen, nimm ^en Dicnft genäbig an, 

Den "öas 2llter nebfl ber 3"!?<^"^ ^'^ <^<^"^ Ö)i"^^ leifteti Faun. 

Sd?ü^e fünftig Bnbiffin, Ia§ ben Hatsflul]! fefte [teilen, 

'£a% T)e\n feligmad^enb Wort unter uns im Sd^ipange gelten, 

ITel^re allen böfen Hotten, gieb uns ^rieb' uub (£inig!cit, 

Bis ber Hid^ter in ben Wolhn aller IDelt bas <^nbc braut. 

5u?ei beigelegte (5eI6ftücfe im IDerte Pon 8 un6 ^ ^rofd^en, 6er 
^rofd^en 5U \2 meignifd^en, guten Pfennigen geredjnet, maren im ^al}vc 
\666 in Bautzen „gepräget un6 gemün5et" u">or6en. Be5Üglid) 6es Per= 
mögens 6es l^ospitals ift 6ie 2lngabe 5U eripäl^nen, ba^ es anfänglid? 
90000 CI)Ir. befeffen un6 feine £an6u)irtfd}aft \6 IMalkv 2(c!erfrüd)te\ui6 
32 ^u6er XDiefena>ad}s ergeben i^abm „foU". 

Xlod} por 6er XDeil^e Perel^rte ein ^ittauer Kauf^ un6 ^an6elsl7err 
2ln6reas ttoad bcm Kird^Iein feiner Paterfta6t 5u?ei 2iltartüd)er, ein 
Kru5ifiy un6 3u?ei Ceudjter aus englifd^eTU ^xnn. 

3m (Dftober \6^^ wav 6er innere 2tusbau fomeit polIen6et, 6ag 
„(5ottes6ienft in 6em Kird^el gel^alten iper6en'' fonnte. Darum befd}Io^ 
6er IRai, nod} vor 6er XDeit^e „6ie Sad^e 6em Kurfürften 5U berichten'', 
6amit er „auf 6en ^all, 6a1| fxd} bas Kapitel monieren follte, 5d)u^ 
l}abm fonnte'' un6 ipäl)lte für 6ie Kird^e 6en „alten Hamen ^Tcaria^ 
2nartl?enfird?e''2). Die lDeil)e fan6 am 2\. (Dftober \6^^ ftatt. €in 
3ug Pon über ^00 Perfonen, 6en 6ie Sd^üler un6 Cebrer 6es (Symnaftums, 
6ie Pier (Seiftlidjen 5U 5t. Petri un6 6er Pfarrer 5U 5t. IlTid^ael eröffneten, 
belegte ftd? pom Sd^ull^ofe aus unter 6em (5efange 6es Cie6es: „Hun 
lob' mein Seel' 6en ^erren", nad} 6cr Kird)e, um 6er IPeil)epre6igt 6es 



1) Hatsarc^iü Vni. VH. Db ZTo. {i^. 

2) HatsprotoFoU com u. 0ftober ^694^. 



<Sefd?td)te bcr „nTarta^HTartt^cnFird^c" 3U Saut3cn. 197 

past. prim. Mag. Cieftnann 511 laufd^en. 3^^ öicfer betonte 6cr (Seiftlid^e, 
Saf? 6tc lürd^e als SpitalÜrd^Iein, aber and} 5er „3ugen6 5ur I^etlfamen 
uyi6 nötiaen Katecbisnuislel^re^^ ^eftiftet roäre, unö int 2(u$uft \695, nad} 
bcY pollftcinöi^en Pollenöun^ 6er Kird^e befd^Iof 6er Hat, 6em furfürft^ 
lid^eu Befebl vom 3al)re \6% „6ag alle fed^s IPod^en auf 6em €an6e 
im6 in 6en 5tti6ten ein liated^isinuseranien ah^^l:}alkn rper6e'', nadf- 
^ufommcn un6 6iefe Prüfunaen in 6er 2naria=inartbe]i!ird}e abl^alten 5U 
laffen. Vlad} einer ,,,Porbereitungs= un6 2tufTnunterunc^5pre6i5t 6es Prima= 
rius Ciefinann beo>ann am ^. September \6^5 past. secund. Mag. 5^'i6ler 
vov ,A3vofer, polfreid^er Derfammlunc^^' 6en Hnterrid^t, 6en 6ie Öeiftlid^en 
abn'>ed)feln6 6er 3uv3en6 6er ein5elnen 5ta6tDiertel 5U erteilen fid? perpflid^tet 
hatten. Pie junaen Ceute aus 6er Heid^enftrafe un6 6en anyren3en6en 
(5affen waren 6ie erften Prüflinoie ^). Die Prüfun*^ fan6 je6en Sonntag 
nad> 6er Had)mitta$spre6ic^t ftatt un6 6auerte eine „5ute^' 5tun6e. 2(ud^ 
6ie ,,junaen ftnaben un6 2nä6d}en, 6ie in 6ie 6eutfd}e Sd^ule'^ $inaen, 
l)ielt man 5um Befud) 6er Unterre6ungen an. Vom 0ftober \6^7 an 
6iente 6as neue Hirdjlein 5ur 2tben6mal)lsfeier 6es (Symnaftums, bei meld^er 
einer 6er £el)rer, ^eipöl^nlid} 6er Konreftor, 6ie Pre6igt l^ielt. Einige 
3abre fpäter liefen 6er ®beramts!an5ler pia^ un6 6er Bürgermeifter 
i^enrici be[on6ere 1{ird)enftül)le für il)re 5^^^^!^^'" erbauen un6 \7\o a>eftattete 
6er Hat 6em Poftmeifter I^uttmann 6ie (£rrid)tung einer Betfapelle. Seine 
2(rbeiter l}aikn „einige Cage €r6e ausgemorfen", als 6as Pomftift feine 
2lnfprüd?e auf 6en Kird^l^of erneuerte, in 6er Had^t 6ie 2tusc3rabun$ 
u)ie6er 5ua^erfen lief un6 unter 2ln6rol)una von tri)ätlid)feiten 6ie Arbeit 
perbot. Per Hat [teilte eine IDad^e auf 6em 'Kirdjl^ofe auf, mufte aber 
auf Befel^l 6es 0beramts bis 5U näl)erer Hnterfud]unc5 6en Bau einftellen. 
3Tn ^ebruar ^702 befd)lof 6er Hat für 6ie ^Haria^ÜlTartl^enfird^e 
einen befon6eren (Seiftlid)en, einen Kated^eten ansuftellen, meil 6ie anc^eor6^ 
neten liated^ismuseyamina 6en ^eiftlid^en 6er Petrifird^e neben iE^ren fonftic3en 
5al)lreid)en 2tmtsgefd)äf ten auf 6ie Pauer 5U fd^wer fallen nmften. (£rfter 
Kated)et tpur6e ^^^^-i"'! ^ottfrieb (Seorc>i, ^el6pre6igier im Steinaufd^en 
Küraffterreaiment. £aut 6er il)m am 27. lUä^ \702 erteilten 3nftruftion 
batte er im „I)ospitalfird)lein^' pon 0ftern bis ^TTidjaelis un6 pon 
^Tlid^aelis bis 0ftern itu lüaifenl^aufe an je6em Sonntage, nad^mittags 
nad} 6em in 6er PetrÜird^e gel)altenen (Sottes6ienfte, eine „gute" Stun6e 
lang Kated)ismusunterrid)t ab5ul}alten, Pon 3^'^^ 5^^ 3^^^ '^^^ Kin6er 6es 
IPaifenl^aufes im Kated^ismus 5U unterrid)ten, je6e ^Hittipod) nad} \ Ul)r 
in 6er I)ospitalfird}e eine Pre6igt über einen an 6en l\ated)ismusunterrid)t 
fid) anfd^lief en6en Cert 5U Italien, in 6er ^aften^eit an 6en ^reitagen, u^o 
ixommunion gel^alten anir6e, um 2 Ul^r nad)mittags für 6ie 2lben6mal)ls= 
gäfte 5u pre6igen un6 in Kran fl^eitsf allen 06er auf Begel?ren 6ie (5eift= 
lid)en 6er Petrifird^e 5U pertreten. ^Is 3i^fP^'^tor in geiftlid^en Pingen 
ftan6 ibm 6er Paftor Primarius por. Tlikv geiftlid^en ^auMungen, une 
Trauungen, Caufen, 6er Spen6ung 6es ^ben6mal?ls un6 6es Beid)tel)örens 

1) Katsard?iü VIII. Vn. Db Ho. ;a uub \h unb HatsprotoFoIIe üom 22. 2Iuguft 
unb 5. September ^6^5. 



198 (Sefc^ic^te bcr „inana«inartt^cn!trc^c" 3U Bauten. 

l}atk er fxd} 5U cntE^altcn. 2ils XDof?Tiun$ rptes man tl?m im XPaifenl^aufe 
5rüet nad? 6cm ^ofe 5U gelegene Siixbdicn nnb einige Bo6enfammern an. 
^ür feine Befolöung beftimmte Henriette Katl^arina Freifrau von (Sersborf, 
geb. pon ^riefen 6ie ginfen von ][000 Cl^alern, 6ie ^eorgi am 1. llTai 
\702 (30 Cl)Ir. auf ein I)albe5 3^W 5^^^ erften IHale erl^ob. 2(uf eröem 
erl^ielt er jäl^rlid) 6 Klaftern ^015, 2 Sd^oc! Heiftg, ^ Sd^effel Korn un6 
ein „mafttier"!). 

1(703 ipuröe 6em Kated^eten 6er Unterrid^t 6er Kated^umenen über» 
tragen un6 ]i707 fein (Einkommen 6urd} ^rau (Öeneralin von Damni^ um 
jä{)rlid) 2 Cl^Ir. üerbeffert, für 6ie er am 0fteraben6e eine Porbereitungs^ 
pre6igt in 6er ^ospitalfird^e 5U l^alten I^atte. \7{\ übertrug iE^m 6er ^at 
6ie üated^ifation (£rtt)ad)fener, 6ie je6en IHontag un6 ^reitag nad^mittags 
im „Kated^ismusfird^eP' ftattfan6 un6 gleid)5eitig als Porbereitung für 6ie 
2lben6maJ)Isgäfte 6es folgenden Cages 6ienen follte. 2lls (£ntfd)ä6igung 
für 6iefe r>erme{)rte 2lrbeit fe^te man il^m 6ie (£rträgniffe üon 5mei ®pfer- 
tagen feft un6 tpies it^m noif ^voä Sd^effel Korn un6 5u:?ei Klaftern ^015 
5U. €ine Berufung in feine I)aterfta6t 3o^ann=(5eorgenfta6t fd^Iug (Seorgi 
\7\{ aus, was 6en Hat reranlafte, fein (Einfommen um 28 Cl^Ir. 5U 
erl?ö{)en, fo 6af er fdjlieflid) 100 C{?Ir. ^el^alt, ad)t Sd^effel Korn un6 
\0 Klaftern ^015 be5og. (Dbgleid} il?m 6ie Pertt)altung 6e5 XDaifenl^aufes 
nur bis 1(707 oblag, bel}ielt er mit !ur5er Unterbred?ung feine IDol^nung, 
5U 6er feit \7\\ ein r>orn im ^ofe gelegenes (Bärtd)en gel)örte. 3^ 2llkt 
von 70 2a):}vcn ftarb ^eorgi im De5ember ](7^0. Sein XDunfd?, als 
^eiftlid^er an 6er Petrifirdje tpirfen 5U fönnen, mar xl}m nid)t erfüllt 
n)or6en; umfonft proteftierte er 1(725 gegen 6ie Befe^ung 6es Primariats, 
„u?enn man il^n nid}t berüc!ftd)tigte" un6 umfonft bemarb er fid) 1(730 um 
6as 5efun6ariat^). Xtod} bei feinen £eb5eiten, am 28. ^ebruar 1(73^ n?arf 
ein geu^altiger Sturm 6en fupfernen Knopf un6 6ie ßal^m 6er Kated^ismus- 
!ird)e ah, mobei 6as ^ol^wetf fo befd}ä6igt u:»ur6e, 6af eine grün6Iid)e 
2iusbefferung 6es ^ebäu6es fid} notu?en6ig mad^te. Der neue Knopf mit 
neuer 3"W^^f^ fonnte am 1(9. 3uli \75^ aufgefegt n:)er6en. Die 3"f^nft 
nennt 6ie fteben (Seiftlid^en 6er Sta6t, 6ie fteben £el?rer 6es (Symnaftums, 
von 6enen 6er 2l6junft Sdjubert sugicid) lDaifen=3nformator voav, nimmt 
Kü^ftd^t auf 6ie politifd^en Perl^ältniffe, entl^ält 6ie ^etrei6epreife ^) un6 
fd^Iieft mit 6en XDorten: 

,,<5oit fröne ^crrn unb Satib mit lauter lüol^lergetjen; 
(Er laffe btefe Stabt in feiner <5nabz ftel^en; 
Das Hatt^aus, Kird?' unb Sd^ul' befd/ü^e feine ^arib, 
So lobet it|n ber f^err, fo preifet it^n bas 'Eanb." 

Unterfd^rieben ftn6 6er regieren6e Bürgermeifter Cl?riftian ^enrici un6 6er 
Protonotar (El^riftian ITTantey als „^n\pdiov 6es ^ospitals Beatae Vir- 
ginis Mariae et Marthae un6 6er 6a5ugel)örigen Kated^ismusÜrd^e". 



i) Katsar Aiü VTH. Vn. De ; Vol. ;. 

2) Xiadi VIII. Vn. De \ ^anb 2 wav (Seorgt im 3<^t)re 1728 Pachter eines (Sutcs 
in (Sro^feitfd^en. 

'*) 173^ Foftete ber Sdjeffel Korn \ <L\\lv. \5 (5r., rücisen 2 Ctjir. 8 (5r., (Scrftc 
l CEl^Ir. 6 (5r., f?afer n^ bis ^7 (ßr., (grbfen 2 a:i]Ir., f?irfe ^ ^{]lv., (Srü^c 2 dl^Ir. ^ (Sr. 



(Scfcf^tdjtc ber ,,nTana = lTtartI^cnfird?c" 3U Bauten. 199 

3n öemfclben ^aljrc (\73^) muröe auf Bitten 5es 0bcrft von Sd^misfall 
6tc Bau^cner ^arnifon, bk ipegcn Haurnmanc^el öem (Bottcsöienfte in 6er 
Petnfird^e nidft immer beiipol^nen fonnte, in öie ^ated^ismusfird^e ^emiefen, 
Sie infoI(je5effen nun l)äufig; un6 bis auf Me neuefte ^di als „(Sarnifon= 
fird^e" be^eid^net ipuröe. Jür einen Pre5i$er I^atte öie (Sarnifon felbft 5U 
forden; ein Kan6i6at Sperling wirb als fold^er eru)äl)nt^). 

(Seorgis Had^folger muröe am 8. 3^"^ l^^l 3^^^^^^^"^^^^ 2tu«5uft 
Kroger aus (£unemaI6e. Seine Cl?äti$!eit wav umfaffen6er als öie feines 
Por$dn(5ers. €r l^atte öen Kated^ismusunterrid^t mäl^renö öes $an5en 
3al)res in öer Hird^e ab5u{?alten, 2TTonta$s unö freitags bei öer Prüfung 
öer (£ripad)fenen öen ^efang felbft 5U leiten, ZTIontags unö Ponnerstags 
von \0 bis \\ lll^r öie IDaifenl^ausÜnöer unö am Pienstag öie Ztlmofen» 
empfänger im Kated^ismus 5U unterrid)ten. Sein (£in!ommen rouröe öer 
üermel^rten 2(rbeit entfpred)enö, auf 200 Cl)lr. einfd^lieflid) öes Betrags 
von ^0 tri^alern von vkv jäl^rlid^en „0pfern" unö von \0 Cl^alern von 
öen liatedjumenen erl^öl^t'^). 

\73\ lief öer Hatsfämmerer Pren5el auf eigene Koften öie Dad^fenfter 
öer Kird^e pergröf ern, um il)r mel?r £id}t 5U5ufül^ren unö \752 u)uröe eine 
neue (Drgel gefegt. 

(Srofers Had^f olger, öer caiid. theol. 3^^«^^^ ^ottlieb ^räfe aus 
Bauten üeripaltete fein 2tmt faum örei ITTonate; er ftarb im September 
\757, unö 3ol?ann (Seorg Probft, ebenfalls ein Bau^ener Kino, muröe am 
\8, Horember \757 5um Kated^eten getpäl^lt. Diefem übertrug öer 'Rat 
auf XDunfd} öes Generals von Illinfmi^, öer mit öem ^arnifonpreöiger 
nid^t mel^r 5ufrieöen war (er litt an epileptifd}en gufällen) öie Preöigten 
für öie (Öarnifon, ol?ne il^m eine (£ntfd)äöigung öafür 5U geu:)äl)ren, öod? 
perblieb il)m öie (£innal}me aus öem Klingelbeutel, pon öer er jeöod} 
„öem Sammler xvk öem Sänger eine f leine Vergütung 5U geben l)atte". 
XDäl^renö öer 2tmtierung Probffs begannen and} Bürger öer Staöt öen 
„(5arnifonpreöigten" bei3uu:>ol?nen, tro^öem aber waren öie fogenannten 
„0pfer" fo gering, öaf öer Rat fid? ge5n:)ungen fal), öem iiakd}ckn 
20 Cblr. aus öer petri- unö \0 Cl^lr. aus öer Caud^erÜrd^enpermaltung 
5U5uu?eifen. (£ine €rl^öl)ung feiner (Sinnal^me um \2 Cl^lr. er5ielte probft 
öurd} öie Uebernal^me öer i£rbauungsftunöen im (gud^tl^aufe, öie por il^m 
öer u)enöifd)e Pia!onus 5U St. ^TTid^ael abgel^alten l^atte. 3"^ 2ipnl \770 
muröe Probft Diafonus 5U St. Petri; öas Kated^etenamt aber übernal^m 
Mag. Karl (El^riftopl^ Heftler aus Hammenau. Heftlers Preöigten 5ogen 
piele Ceute an unö unter feinem Had^f olger, öen aus Sd)önu)alöe be- 

^) HatsprotoFoIIe vom 25. Hoüember unb 2\. De3ember I73i;. 

-) 3"^ z.'San^e pon VIII. VII. De \ ftnbet \xdi ein Ve^zicbnis ber (Eiunat^mc 
bes Kated^eten (Srogcr. (Sr t^atte freie XDoiinung im Äaif entlaufe, erljielt 60 <L\\lx. ^irum 
aus ber (Sersborffdjen Stiftung, \2 (Et^Ir. aus bem pia^fd^en £ecjat pon 2üO Ct^Ir., 
30 Q:t^Ir. von ^vau Dr. I^eymann, 5 dt^Ir. 12 (Sr. für has ilTüt^Ifc^mcin 3ur ^aftnad^t, 
2 (It)lr. aus ber ;^rau (Seneralin von Damni^ (55cftift, 28 ^t^Ir. aus ber Kird^e St. petri, 
laut De!ret com 20. llucjuft ;725 („megen hes montägIid?en unb freitäglidjen Singens") 
6 (Ehir. aus ber Dermaltung bes XPaif entlauf es pom poflmeifter fjuttmann fd?en (Seftift, 
^0 ^blr. üon jät^rlid? uier ©pfern, ^o Ct|Ir. üon t>en Katec^umenen, \o Klaftern f^ol3, 
2 Sd?ocf Hcifig unb 8 Scheffel Korn. 



200 (Sefc^tc^tc ber „ItXarta'inartt^enFircfjc" 3U Bauten. 

ruf encn Pfarrer (£l?rtfttan Ubam petrt tpuröe 6er Befud? 6er „Katecf^ismus^ 
fxvd}c" fel^r 5a^Ireid^. petrt mtrfte Don \772— ]i784 un6 l)ielt am palm= 
fonntage \778 6ie erfte öffentliche Konfirmation ah. ^fyn folgte (£l?riftian 
(gottlob ITTietl? (1(78^ — ^786) un6 6iefem 3^^^"^ (Sottfrie6 Bugenl^agen, 
Pfarrer aus (Dppad}, 6er 22 3al)re Ian$ als Kated^et tl)äti$ ir>ar, 3ab^ 
5et^nte lang l^ielten 6ie Kated^eten 6ie (5arnifonpre6igten, oI?ne 6urd? ihfvc 
3nftruftionen 6a5U perpflid^tet 5U fein, kaufen, Trauungen un6 Beer6i' 
gungen von Zrtitglie6evn 6er (Sarnifon Poll5ogen 6ie Diafonen 6er Petri= 
fird^e, 6ie aud? mand^mal 6as 2(ben6mal?I öffentlid^ in 6er Katedjtsmus^ 
fird^e fpen6eten, iDobei 6ie I)eiligen ©efä^e 6er Petrtfird)e benu^t rper6en 
muften, 6a 6ie Kated^ismusfirdje feine befaf. 3^ 3^^^^^ 1808 bat Bugen* 
l:}aq^cn megen fort6auern6er Hranfl^eit um (£rleid)terung feines 2lmtes; 6er 
inittu)od)S'(Sottes6ienft mur6e 6es{)alb ausgefegt, mar er 6od? meift gan5 
^dfxvad} befudjt, 6ie 5onntagspre6igten übernal^men I:{an6i6aten 6er Cl)eo= 
logie. Da 6ie Kran!l?eit 6es liated^eten 5unal)m, berief 6er Hat im 
ZToüember \808 auf feinen IDunfd) einen „^mtsgel^ilfen" in 6er Perfon 
6es Mag. (Sottfrie6 (£r6mann Petri, 6er als „liat<i<i}d un6 Pre6iger bei 
6er l{ated)ismus!ird)e" u)äl}ren6 Bugenl^agens £eb5eiten fid? mit 6em 
6ritten Ceile 6er (ginnal^me begnügen mufte. 3" f^^^^i' Berufungs* 
ur!un6e tritt 5um erften ZTTale 6er Citel „Pre6iger an 6er Kated^ismus» 
fird^e" auf. 2(Is foldjer l^atte er je6en Sonntag, frül? 8 UE^r für 6ie 
(Sarnifon 5U pre6igen, ruöd^entlid} einmal 6as gudjt* un6 2(rbeitsl}aus 5U 
befud)en, um auf „6ie religiöfe un6 moralifd^e Befferung 6er güd^tlinge" 
ein5utr»ir!en, am HTittrrod) Had^mittag eine l:{ated)ismuspre6igt un6 nad} 
6er ^eier 6es 2lben6mal?Is eine !ur5e änfprad^e 5U {)alten. ^Is Petri im 
De5ember \8\0 als Kated^et un6 5ud)tl}auspre6iger nad} §\üa\i berufen 
wuvbz, Dermaltete 6er Piafonus 6er PetriÜrd^e Mag. Bartl}oI6 Bugen» 
l)agens Stelle, in 6ie nadi 6em am \7. ^ebruar \8ii2 erfolgten Co6e 6es 
iiated^eten 6er Cel^rer an 6er gittauer Sta6tfd)ule, Mag. ~KarI (Sottlob 
Hergang, eintrat. Die XDal^I Hergangs erfolgte am \. ^ebruar \S\5. VOcnn 
er feine IDir!fam!eit tro|6em erft am 7. tErinitatisjonntage begann, fo 
fo mag 6ies 6em Umftanöe 5U5ufd)reiben fein, 6af . 6ie Kated^ismusÜrd^e 
u?ie an6ere Kird^en un6 öffentlid}e (Sebäu6e Bau^ens längere geit nad} 
6er Sd}Iad}t bei Bauten Dertt)un6eten Preuf en un6 Huffen als £a5aret 6iente. 

2lm \i^. September \8\^ geftattete 6er 'Rat 6em Kated^eten 6ie Per« 
legung 6er pier gebräud7lid)en (ßpferpre6igten auf 6ie 5meiten ^eiertagc 6er 
l^ol^en ^efte un6 auf 6en UTid^aelistag; infoIge6effen it)ur6e aud? 6ie 
pia^fd^e Stiftsmufi! r>om 3. auf 6en 2. Pfingftf eiertag perlegt ^). 

Die Bürger Bau^ens E^atten ftd) um jene ^dt fo an 6en Befud? 6er 
^arnifonÜrd^e gemöl^nt, 6af 6iefe meift nid?t genügen6 Haum für 6ie 
Befud^er bot. Dor allem mollte 6as ZTTilitär 6ie Benu^ung 6er il;m 
angemiefenen piä^e 6en Bürgern nid^t geftatten, un6 6iefe maren ge5u?ungen, 
6en Keligionsporträgen ^crgangs fern 5U bleiben. ,^0bglcid} 6er Kated^et 
fxd} über 6iefen ^u^ianb beflagte, tpar eine fofortige Ün6erung nid)t möglid^. 



^) VIII. VII. Bei, "Banb V, bcm aud} bas ^olgcnbe etitnommcn tft. 



(Sefd^id^te bcr „ÜTaria'llTartt^cnürc^c" 3U Bauten. 201 

2lufer 5em ^ottesöicnfte feierte 6ie (Sarnifon aud^ bas Hbenömal?! in 6er 
Kird^e, befoitöers meil 6ie ^eier 511 einer geit möalid) war, wo bk Petri= 
fird^e 6em fatl)olifd)en ^ottesöienfte 6iente. Bis \8\6 Ehielt 6er Diafonus 
6iefe 2lben6mal)Isfeier ab. TXad} 2(uff?ebung 6es Diafonats an 6er Petri» 
fird^e, im 3^^^*^ 18\6, ^el^örten 6ie d5arnifon!oinmunionen 5U 6en Per- 
pflid^tuncjen 6er übrigen (Seiftlid^en ZTIit 2(nfan$ 6es 3<^^i**^s 1820 ipur6e 
6er Kated^et Piafonus 5U St. Petri, un6 feit 6iefer geit l^atte Bauten 
nur Dier (Öeiftlid^e; 6er Diafonus mar sugleid} Kated^et. 

IPäbren6 6er 2{mt5fü{)rung Mag .^ergangs tpar 6ie \78^ von 
^i'kbvxd} ifuguft (Earus $efd)enfte Elitär- un6 i{an5elbe!lei6ung polIftän6ig 
unbraud^bar geu)or6en; fie mar alt, fd^ioar5, überall geflicft un6 gan5 
ontftellt; 6ie von 6er IHutter 6e5 2lu6iteur un6 IXbvofakn Karl ^raugott 
5ie6Ier geftiftete Beflei6ung 6urfte nur an getpiffen Sonntagen t)ertDen6et 
u?er6en, un6 fo befd^Iof 6er Kat (]i822) auf Bitten 6es Kated^eten 6ie Er- 
neuerung,. 2(u6iteur ^ie6Ier felbft fe^te in feinem Ceftamente \00 d^lr. 
für 6ie Kated^ismusfird^e aus, 6eren ginfen 6er Katedjet für 6ie 2tufftd}t 
un6 6er l{ird)en6iener für 6as Zluflegen un6 6ie ^(ufbeipal^rung 6er Kan5el'' 
beflei6ung fo lange W^kl)zn foUten, bis 6iefe unbraud^bar gemor6en u?äre 
un6 Don 6cn 3^"f^^ erneuert u>er6en müfte^). 

3n 6er Kirdje felbft fan6 \822 6urd} (Erbauung einer (Empore eine 
Dermel)rung 6cr piä^e ftatt; 5ipei an 6er XDeftfeite angelegte ^enfter, 3U 
6eren ^erftellung ^rau Sopl)ie Dorotl^ea ^odn^d} einen Beitrag pon 
50 ^I^alern fpen6ete, rerfd^afften mel)r £id}t; anläflid? 6er 3iibelfeier 6er 
Übergabe •6er ^ugsburgifdjen Konfeffion U)ur6en auf 2(nregen 6es Kate- 
d^eten 6ie „fel^r alten, fdjaSl^aft un6 unfdjeinbar geu)or6enen £eud)ter 6es 
2lltars" 6urd? neue erfefet un6 in 6emfelben 3^^^^ (\830) an Stelle 6er 
alten, 5erfprungenen, aus 6em ^ai^v^ \650 ftammen6en (Slocfe Don ^rie6rid} 
(Srul)l in Kleinmelfa eine größere, aus 6em IHetall einer türfifd^en Hanom 
gegoffene, aufge5ogen^). Sie trug 6ie 3^f^7^*ip- „<Sott mit uns^' un6 mar 
mit 6en Bil6niffen £utl)ers un6 ITTeland^tl^ons gefd^mücft. 

\85\ erfolgte 6ie Beför6erung Hergangs 5um 2trd?i6iafonus an 6er 
Petrifird^e. Sein Had^folger im Vxafonak un6 Kated^etenamte (El^riftian 
Vavxb Seybt, bis bal^in Cel^rer an 6er Baui^encr Bürgerfd^ule, l}ielt am 
Sonntag Quaftmo6ogeniti ]i832 feine 2(ntrittspre6igt. Die gal?l 6er Be= 
fudjer 6er ZTlaria-ITtartl^en' 06er ^arnifonfird^e aus 6en Bürgerfreifen 
ipur6e immer größer, un6 oftmals fonnte 6as Kird^lein 6ie Sd^ar 6er 
Kird^gänger nid}t f äffen. Diafonus Seybt mad^te 6arum im 3^^^ 1839 
6em Satc 6en Porfd^lag, 6ie l{ird)enftül)le 5U üermel^ren 06er 6ie alte 
ZHaria-lTTartl^enfird^e gan5 ab5ubrcd7en un6 ein üöllig neues, \500 bis 
2000 Perfonen faffen6es ^ottesl^aus 5U erridjten. (£l)e 6iefem Dorfd^lage 
naivere (grmägung gefd}enft meröen fonnte, mad^te fid^ 6ie 2(usbefferung 
6er Kird^e un6 befon6ers 6es Curmcs nötig. Diefer mar fo baufällig 
gemor6en, 6af nod) im 3^^^ \839 6ie Kuppel abgetragen mer6en muf te. 



^) Hccfjnunc} bes £70spitals iinb bcr Kird;>e Mariae-Marthae, ^827. 

'-') (Srut^I t^attc bic Kanone burd^ hcn (SroffoFaufmatm Ut^üg aus Smyrna be30c3cn. 



202 (Sefc^ic^tc ber „nXarta'inartijcnFtrc^c" 3U Bauten. 

Wäl^nnb 6es Baues titelt man 6en (5ottcs5tenft in 6er ,,Caud}erftrd?e^^ ab. 
3n 5em Curmfnopfe fanöen ftdj 6te oben an^efül^rten 3^f^i*ift<^" ^^^ 
inün5en. 5d)on am 1(2. ^xilx fonnte 6te IPieöerauffe^un^ 6es Knopfes, 
in 6en eine öritte, com Staötrat Regler üerfafte 3"f^^*^ft ^^^ ^^^ f<ä^= 
ftfd}er Cl)aler eingelegt ipuröen, erfolgen. Diefe 3^f^^if^ entl?ält einen 
!ur5en 2lbrif 5er fäd}fifd?enJ(Sefd}id)te bis \85% ermäl^nt u. a. 5ie €r= 
Öffnung 5er Dres6en'£eip5iger (£ifenbal)n unö giebt einen Heberblic! über 
Me ^efd)id}te Bau^ens pon \75^ bis \85^. 2lufer 5en Hamen 6er ^ats= 
mitglie6er, 6er (Beiftlid^en un6 6er ^ymnaftallel^rer ftn6 nun and} 6ie 6er 
£el?rer an 6er Bürgerfd^ule un6 an 6er Pren5el feigen Stiftsfd^ule per^eid^net. 

Cro^ 6er 2tusbefferung 6er Kird^e wnvbe 6er Seybtfd^e Dorfd}Iag 
ertrogen. Da man aber fürd^tete, 6ie (Erbauung einer neuen, großen 
Kird^e fönnk 6en Befud^ 6er ^ottes6ienfte in 6er Petrifirdje beeinträd}^ 
tigen un6 befon6ers, meil 6ie UTittel 5um Baue fel^Iten, erneuerte man 6as 
3nnere 6er Kird^e un6 ge6ad?te 6urd? eine Pergröferung 6erfelben eine 
Permel^rung 6er Kird}enftül?Ie 5U er5ielen. 5ta6trat ^wkfel aber über= 
reid^te am 6. Wiät^ {S'^O 6em Hate ein ^utad^ten, in 6em er eine Per^ 
gröferung für nidjt angemeffen l^ielt. Husfül^rbar u^ar 6er pian; 6ie 
ftarfen ITtauern 6er 0ftfeite 6es l{ird)Ieins l^ätten 6urd)brod?en, einige 
Eingänge perlegt un6 eine neue Creppe I^ergeftellt u?er6en muffen. Da 
je6od} bnvd} 6iefen Umbau nur 30 neue Kird}enftän6e gewonnen u)or6en 
ipären, ein ^eu:)inn, 6er mit 6em naml^aften l{oftenaufn:?an6e in feinem 
Perl^ältnis geftan6en I}ätte, faE? 6er Kat pon 6em (£rtt?eiterungsbau ab. 

Übrigens I^atten ftd? fd^on \857 geringe Baulid)!eiten im 3nnern 6er 
Kird^e notmen6ig gemad^t. Bis balfin wav 6ie red?ts pon 6er Kan5el 
gelegene £oge mit \0 ^enftern für 6as (Dffi5ier!orps un6 6as 5ta6tgerid^t 
beftimmt; eine Heine ^n^Tpdtxonsloq,^ fd>Iof ftd} an. IDeil öfters Un- 
bered^tigte 6iefe £oge einnal^men un6 6ie22lTitgIie6er 6es Hates un6 6er 
(Sarnifon nxd}i pia^ ftn6en fonnten, entfd^Iof fid) 6er Hat 5U einer Ölung 
6er Coge unter ^in5U5iet^ung 6er 3"fP^^tionsloge. Per fleinere 6er (Drgel 
nal}z gelegene Ceil u>ur6e für 6ie initglie6er 6er ftä6tifd}en Bel)ör6en, 6ie 
größere 6em 2(Itare naiver gelegene ^älfte 5um ausfd^Iie^Ii d}en (Sebraud} 
für 6ie 0ffi5iere beftimmt. Vod} mad^te 6er Hat 6en Porbel)aIt, „6af 
6a6urd} 6er Heyns, in u?eld?em 6ie ^arnifon als temporäre Parod^anin 
5ur ^auptÜrd^e 5t. Petri ftel^t in feiner XPeife alteriert, 6af 6erfelben i}kv' 
bnvd} ein Hed)t 6arauf, in 6er 21Taria=21TartI?enfird)e 6ie benötigten piä^e 
5U perlangen, nid^t eingeräumt un6 aus 6em iibfommcn feine (£onfequen5en 
l^ergeleitet rper6en un6 6af es 6er l:{oIlaturbe{?ör6e ftets offen bleibe, für 
fie gegen Zlufgabe 6er gegenwärtigen 6ie be6ürfen6en (I) piä^e in 6er 
Petrifird^e 5U beftimmen''. 

Diafonus Seyt, 6en 1(8^7 6er 'Rat erfud^te „aud? in 6er St. Petri» 
fird^e Pon geit 5U geit einmal 5U pre6igen'' wnvb^ im 3^ttii^i* 1^52 
Pastor secundarius 5U St. Petri ^). 



1) Hatsarc^iü Bauern Vin. VII. De ^ 



(Scfd^icfjte bcr ,,inaria = !]Iartt]en?ird?c" 311 Bauten. 203 

Sein Had^folger, 6er Bür$erfd)uIIeI?rer Huöolf ^ermann 5d^erffi$ 
trat fein 2imi im ^^üx ^852 an. (£nräl?nt fei an Mefer Stelle, 5af öem 
Diafonus auger 5en frül)er genannten Derpflid^tun^en oblag, in 6er Petri» 
!ird}e je6en Sonnabend inn \ Ul)r Betftun6e 511 Ehalten, an 6en Buftagen 
beim lnitta$sgotte56ienfte 6ic an$eor6neten Piafonalia 511 perrid^ten, in 
Bebin6erungs= un6 Kranft^eitsfällen feine 2(mtsbrü6er 5U pertreten un6 
IDod^e um IDod^e Begräbniffe 5U übernel^men. 2lls Katedjet un6 Pre6iger 
5U St. ZHaria^ZlTartl^a l^atte er an je6em Sonn= un6 ^efttage mit 2lu5= 
nal)me 6es @rün6onner5ta5S, 6er in 6er Ularia-ITtartl^enÜrd^e nid^t 
cjefeiert ipur6e, frül) 9 U^t 5U preöigen, je6en Sonntag, nad^mittags 
2 llbr „l{in6erlel)re'' 5U l^alten, 6en Konfirman6enunterrid^t 6er l{in6er 
6er ftä6tif d^en Polfsfd^ulen ein {?albes 3al?r lang 5U erteilen, 6ie Kon- 
firmation 6er (Symnaftaften am Sonntag £ätare, am Sonntaq^z 3^^^^^ 
6ie Prüfung 6er liated^umenen un6 am Palmfonntage 6eren Konfirmation 
5u poll5iel?en. 

Die infolge einer Peror6nung Dom 20. VXäv^ \85^ eingerid^teten 
Kated^ismuseyamina mit 6er fonfirmierten 3ugen6, 6ie im Sommer je6en 
Sonntag von 2 — 3 Ul^r ftattfan6en, rDur6en ebenfalls in 6er ITtaria- 
ITTartl^enfird^e abgespalten, nad^6em 6ie n:)ie6erum nötig geu?or6enen Bau- 
Iid)!eiten been6et maren. XPie 6amal5, fo 6iente and} im Sommer \S6\, 
als 6ie (Erneuerung 6er ®rg^I ftd? nid^t mel^r auffd^ieben lief, 6ie Caud)er' 
fird^e 5U 6en !ird)Iid)en ^an6Iungen ^). 

\858 erfolgte 6ie ^bfd^affung 6es Klingelbeutels un6 6er fogenannten 
0pfer. Der in 6emfelben 3^^^*^ ^^^^ gea>or6ene IDunfd^, im Pre6igen 
6en IOed)feI, 6er be5üglid? 6c5 (Sottes6ienftes in 6er Petrifird^e unter 6en 
6rei erften (5eiftlid)en ftattfan6, and} auf 6en Diafonus, 6er allein in 6er 
irtaria-ITTartl^enfird^e 5U pre6igen l^atte, aus3u6el?nen, ging nid^t in Er- 
füllung. "Erft als Diafonus Sd^erffig \873 6as 2(rd)i6iafonat 5U St. Petri 
übernommen l^atte, mur6e beftimmt, 6af 6er neue Kated^et un6 Diafonus 
nid?t nur in 6er IHaria-IlTartl^enfirdje, fon6ern aud? in 6er Petrifird^e 5U 
pre6igen un6 6al?er fämtlid^e (5eiftlid)e in bei6en Kird)en mit 6er Pre6igt 
nad) einem beftimmten Curnus 5U ujed^feln l^ätten. iXud} follte 6er neue 
Diafonus gan5 in 6erfelben XPeife tr>ie 6er Pastor secundariiis un6 6er 
2(rd}i6iafonus 5U 2lmtsr)errid?tungen un6 5ur Seelforge bered^tigt fein. 
3c6en vierten Sonntag pre6igte nun in 6er Petrifird)e 6er Diafonus, 5U 
6effen Perpflid)tungen feit 1(877 gel)örte, aud} im Sommer alle pier XDod^en, 
im IDinter alle pier5el^n tage eine Sonntagsan6ad)t im Korreftionsl^aufe 
ab5ul?alten. \885 n:>ur6e 6iefe 6em 2{rd?i6iafonus, 6em Diafonus 6agegen 
6ie Seelforge im ftä6tifd}en un6 im IHilitär-Kranfenl^aus übertragen. 



^) Heue 0rgcln mürben ^73^, ;812 unb \86\ gefegt. Die ^8\2 von bcm ©rgelbauer 
3ot^. (Bottfr. f?ä§Ier cjefcrtigte 0rgel Foftete 385 Sit^Ir. 13 (5r. 3 pf. Sie wav m2 fo 
fd^abbaft geworben, ba% ber (Sottesbienfl com 2\. ituguft an ot^ne ©rgclbeglettung ah' 
get]altcn anirbe; bcr bamalige ScminarbireFtor Drc^Ier fanbte barum eine 2In3aI^I 5emina= 
riften 3ur Unterftü^nng hts (5e[angs, bis i^einrid? ^liegel bic ®rgel einer grünblidjen 
llusbefferung unterworfen tiatte. Die \86l vom (Orgelbauer £eopolb Kof^I aus Bauten 
erbaute mürbe am lüeit^nad^tsfefte gemeitjt. Hatsar^ir Bauten VIII. VII. Db Ho. {'{. 



204 (Scfc^td^tc bcr „XUana-Xdaviiimixvdic" 3U Banken. 

Die (£tnnd}tung, 6af 6er Diafonus nur jeöen pierten Sonntag im 
^rü{?o<^tt^^^i<^"f^*^ ^^^ Petrifird^e preöiate, beftanö bis \885. Vuvd} Der= 
einbarunc^ öes $eiftlid)en ininifteriums unb bcs Kird^enporftanöes 5U St. Petri 
rDuröen 5ie PreMaten in 6er 21Taria-inartben!ird)e c^Ieid)mdgic3 unter 6ie 
pier (Seiftlid)en perteilt un6 nur am 2. Pfincsftfeiertagc un6 am Hefor» 
mationsfefte ift 6em Diafonus 6ie Pre6i$t in «genannter Kircbe 5u$eu?iefen. 
3nfoL3e 6iefer Perän6erun9en mugte 6er feit 6eni ^nfan^ 6es ^a\:}V' 
l?un6erts (jebräud^Iid^e Citel „Pre6i(5er 5U St. UTaria un6 ITtartba'' für 
6en Diafonus in Xüe^fall fommen. Der pierte (Seiftlid)e Bau^ens 6arf 
ftd? nur „Diafonus un6 Katect^ef' nennen. 

Das Diafonat peru:»alteten feit \87^ foI$en6e (Seiftlicbc: 

0tto Carl (Seor^ Kani$, pom ^ebruar bis September \87^, jel^t 

Pfarrer 5U Pulsni^, 
Paul ^ermann IDe^fe, Pom September \87^ bis 2^m \88^, je^t 

Past prim. 5U St. Petri in Bauten, 
(£rnft ^einrid^ (Srofmann, Pom September ]i88^ bis 3um \885; 
ftarb als Past. secnnd. 5U St. Petri am 22. September \Q^3, 
(£urt Sd)nei6er, Pom 2lu$uft \885 bis September \888, jefet Past. 

secund. 5U St. Petri, 
Bernl)ar6 ^^aa^, pom Desember \888 bis 30. 3uni ^89^, je^t 

2trd)i6iafonus 5U St. Petri, . 
3o(?annes (g^elfraut, feit l 3uU 3(89^. 
2(uger 6en ^ottesbienften, 6ie an je6em Sonn- un6 ^efttac^e por- 
mittags 9 lll)v un6 6en *Kated)ismusunterre6unc^en mit 6er fonfirmierten 
3u9en6, 6ie an Sonntac^snad^mittao^en im 2naria=2nartt)enfird)lein ftatt' 
fan6en, 6iente 6iefes feit 3^^^^*^" 5^^^' 2Xbl)aItun<5 pon Bibeb un6 IHifftons- 
ftun6en, 5ur l^ated^umenenprüfun^, 5ur ^ben6mal^lsfeier 6er BeiPol?ner 6er 
^ospitäler un6 5um lCin6er5ottes6ienfte. Huf er6em u?ur6en am Sonnaben6 
por 0ftern 6ie pon ^rau (öeneralin pon Damni^ (\^05) c^eftiftete Por- 
bereitungspre6i$t, am 3. ©fterfeierta^e 6ie 3dnd}enfd)e (\S^), am 6. 2(u<3uft 
6ie (£f?remni^fd)e (\663) un6 an 6er ITlittiPod} por 06er nad} IHidiaelis 
6ie liül^nelfd^e Stiftspre6ic3t 6arin ab^el^alten. ^e(3enu)ärti<3 fin6et nur 
nod} 21TiIitär$ottes6ienft in 6em Kird^Iein ftatt. 

gipei 3^^i*^un6erte fin6 feit €rbauun$ 6er alten 2naria=2nartl?en' 
fird^e perftrid^en; eine ^emein6e, 6eren Seelen3abl ftd^erlid^ w^nxo, mel^r 
als ein Piertel 6er l)eutig»en betrug, l^at fte erbaut; fd)u?ere Reiten ftn6 
über fie l?inipeg$eaanc3en; C^efd^led^ter auf (5efd)led}ter l^aben in il^r 6em 
XDorte (Sottes gelaufd^t; 6od) nid}t mel^r fern ift 6ie ^exi, wo fte Pom 
(£r6bo6en perfd}u?in6en u?ir6. 

2tm 29. Hopember \89t früb 9 Ubr perfammelte fid? 5um leisten 
ITtale eine ^eft(3emein6e in 6er alten ilTaria^IlTartl^enfird^e 5U eineiii fursen 
2(bfd?ie6sg>ottes6ienfte, naä^f u?eld)em fid) ein ftattlid^er ^eft^ug 6urd? 6ie 
mit ^al^nen gefd^mücften Strafen nad} 6em neuen ©ottesl^aufe, einem an- 
mutigen ^kg^elvol^hau im frül)gotifd)en Stile, nad} 6er neuen „IHaria- 
ITTartl^enfird^e'' hzwcg^k, um 6eren IDeil^e bei5Uu?ol)nen. €rft feit 6iefem 
^age l?at Bauten „ein 6ottesl)aus, 6as polles (Eigentum 6er proteftanten 



(Scfc^Tc^tc ber „ITTaria = ItTartI^cnFtrc^c" 3U Bauten. 205 

u]i6 u?ür6toi ötefes Icamens ift''. 3" f^^"^^* Sd^rtft: „6ie Kird^ennot 6er 
cüaTkjcIifd^cn (5cmein6c 5U Bauten'' )d}vkb Cl^rifttan Pauiö Seybt ^8^5: 
„De/ Kird^onbau ift ein unabweisbares Beöürfnis für unfere Stabi, ein 
Bau, 5er ftd) mit 6er ^cit md)i Iän<^er auffd^ieben läft, u?oüen mir nid^t 
in einen arc3en IDi6erfprud? mit 6iefer ^eit geraten'' un6 „(£in 3w^*''Ita3 
ipür6e 6er Cag, 6es €in5U$s in 6ie neue Kird^c fein, it>ie il)n Bauten nod) 
nid^t (gefeiert i}ahcn möd)te''. Die proteftantifd^e l{ird?engemein6e Bauten 
l^at 6em Be6ürfniffe ab«$eI)oIfen un6 6en 29. Hopember \S% voivUxd} als 
3ubeltaa, be^an^en^). 



Beilage I. 

|3irr6of iltRofdttö von ^Ueifjcn vetotbnet, einen ^aiielTatt beo Soopiiah 
jtt ^iubiffin narü be\n ^MieUn be^ flatö jtt ^efte^en, au$ ben teilen 
Einkünften be^ Sdo^pitah ju nniex^atien, i^n a^ex ju heinex JtBgaBe 

Datum Stolpen, 6en 28. ^^bruar 1382. 

Nicolaus, dei et apostolicae sedis gratia episcopus ecclesiae 
Misnensis, prudentibus ac circumspectis viris, magistro consulum, 
consnlibus et juratis opidi Budissin nostrae Misnensis dioecesis, nobis 
in Christo devote dilectis, salutem et sinceram in domino caritatem. 
Quia nobis pro parte vestra per providum ac discretnm Theodericum 
de Eine, opidanum conjuratum et concivem vestrum, expositum 
exstitit, quomodo retroactis temporibns qnidam dominus Johannes, 
dictus Pax, presbiter nunc defunctus, speciali devotione motus de 
rebus a deo sibi collatis ad hospitale budissinens. pium ac liberum 
condiderit testamentum dando et assignando ad dictum hospitale 
certos et solid os redditus et census annuos, sub ea conditione 
videlicet, ut eo de hoc medio sublato vos consules et jurati dicti 
opidi deberetis et possetis personam ^^doneam capellanum tempo- 
ralem seu manualem et secularem sacerdotem ad praefatum hospitale 
locare et ponere, ad vestrum libitum destituere et etiam revocare, 
ac de dicto censu teuere atque sustentare, qui in capella dicti 
hospitalis singulis diebus perpetuis temporibus, tam ferialibus quam 
non ferialibus, missam cum nota tenere debebit et cantare, quantis 
feriis dumtaxat exceptis, prout in privilegio desuper contexto clarius 
continentur. Cui capellano de largis expensis et pretio teneremnr 
providere, aut ad placitum suum, loco expensarum quinque marcas 
et unam marcam loco pretii obligaremur ministrare. Et quod idem 
dominus Johannes Pax nun quam praeposuerit ibidem benificium 
ecclesiasticum instaurare, nee capellanum perpetuum ad id aliquantus 
deponere, sed potius pro augmento divini cultus ad ipsiim hospitale 



') Dergl. Baut3cncr Hac^ric^tcn ^891 Ho. 277. 



206 öSefc^tc^tc bcr „ITtaria=tlTartI|en!irc^c" 311 Bauten. 

capellanum manualem et temporalem per vos consules et juratos 
superdictos ad placitum pro tempore assumi et destitui seu deponi, 
et nunc idem capellanus temporalis sive manualis ad contributiones 
decimae papalis et alia subsidia per executores necnon collatores ad 
hoc specialiter deputatos, eorumque processus, certas penas conti- 
nentes et sententias, requisitus existat, licet nimius licite, cum nichil 
habeat, de quo merito debeat solvere vel decimis aut subsidiis 
huiusmodi contribuere, nee certum beneficium possedeat, ut ideo 
auctoritate nostra ordinaria decernere et declarare dignaremur, an 
capellanus manualis seu temporalis hospitalis huiusmodi, qui nunc 
est vel qui fuerit, pro tempore ad contributionem decimae papalis 
aut subsidiorum papalium, episcopalium, praepositorum, decanorum 
vel aliorum quorumcunque merito aut inmerito obligetur. Nos 
igitur Nicolaus, Misnensis episcopus superdictus, cupientes dubietates 
vestras amovere ac futuras vexationes et perturbationes vestrorum 
capellanorum pro tempore salubriter praevenire, visis quibusdam 
privilegiis et literis, informationibus, inquisitionibus quoque latioribus 
de praemissis, conperimus dictum capellanum nee certos redditus nee 
beneficium perpetuum obtinere, nee ipsum hospitale posse nee debere 
pro beneficio ecclesiastico aliquantus reputari, unde matura delibe- 
ratione et communicato jurisperitorum consilio melioribus via jure 
modo et forma, quibus possumus et debemus, ex hiis quae vidimus, 
audivimus et coram nobis praeducta sunt et proposita, auctoritate 
nostra dioecesana sive ordinaria decernimus et declaramus pronun- 
ciando in hiis scriptis et quantum in nobis est: Volumus capellanum 
saepedicti hospitalis pro tempore ad ullum contributionis subsidium 
sive papalis, episcopalis, praepositi, decani sive cuiuscunque alterius 
decreti decreto [non] ^) obligari, et quod vos consules supradicti capel- 
lanum temporalem et manualem deponere, locare, destituere et re- 
vocare in praenominato hospitali habeatis ad vestrum beneplacitum, 
ac sibi de expensis et pretio iuxta teuerem privilegii desuper con- 
fecti providere perpetuis temporibus valeatis, -ac insuper, ut capel- 
lanus, qui per vos suo tempore ad officiandum supernominatum 
hospitale deputatus fuerit, missarum ac divinorum officia temporibus 
debitis celebrare valeat interdicto aut alio nonobstante canonico 
impedimento, presentibus concedimus ac vestra caritate favorabiliter 
indulgemus de nostra licentia speciali, in quorum omnium et singu- 
lorum evidentiam et notitiam clariorem sigillum nostrum eisdem 
duximus appendendum. Datum et actum in castro episcopali Stolpen, 
Anno dom. millesimo trecentesimo octuagesimo secundo feria sexta 
ante Reminiscere. 

Per$amenturfun6e mit an^cf^än^tcm Siegel 6es Btfdjofs. 2i\if 6er 
Ztufenfette 5er Urfunöe befinbet fxd} 5te 2luffd)rift: declaratio episc. 
Misn. super altare beatae Mariae Magdalene. 



i) [non] fct^It im (Driginal. 



(Scfc^ic^tc ber „l]Xavia-X}iiavÜienfivd)e" 311 Bauten. 207 

Beilage II. 

5^tfr6of ^oßanncö ju 5^et6en ßeftättgt bie ^ritttbuttg cineo ^ttato hex 

^atia SÄagörtfena in bex ^apefte bet Jungfrau ^^Taria, au|cr^afB 

ber ^tabtmanetn '^ttbUdn^ nnb batnit bie ^tunbuttg eines bauernbe« 

^ikaxiaU in bex ^ofte^iaikixd^e §^t ^etxi ju '^nbißn. 

Datum Stolpen, 5en 20. 0!tober \^38. 

Johannes, dei et apostolicae sedis gratia episcopus Misnensis. 
Cum domini nominis gloriam pro viribus extollere ex crediti nobis 
pastoralis officii debito teneamur, ad ipsius excellent. tanto attentius 
insudamus, quanto ardentius fidelium devotione ad huiusmodi (?) 
cognoscimus anlielare: sane pro parte pro vidorum ac circumspectorum 
virorum, proconsulis et consulum opidi Budissin nostrae dioecesis, 
nobis est expositum, quod ipsi speciali devotionis piae incitati partim 
de suis bonis ipsis adeo collatis, et partim de elemosinis Christi 
fidelium ad laudem dei omnipotentis eiusque genitricis intemeratae 
virginis Marie in capella ejusdem virginis Marie gloriosissimae extra 
muros Budissinensis sita quoddam altare sub vocabulo beatae Mariae 
Magdalenae in titulum perpetui ecclesiastici beneficii et perpetuae 
vicariae in ecclesia collegiata sancti Petri Budisnen. erigere con- 
cepissent, et certos annuos redditus sub reemptione pro dote ipsius 
altaris sustentatione rectoris ejusdem comparassent, videlicet sex 
marcas grossorum annui census in pretorio Budissin, quos iidem 
proconsul et consules in terminis Michaelis et Walpurgis rectori 
eiusdem altaris pro tempore existenti annuatim solvere debent et 
tenentur, item quatuor marcas annui census super consulatu et tota 
communitate opidi Slugkenaw in eisdem terminis, unam marcam 
census annui, emptam a provido Johanne Pontzil, super judice villae 
Troppin et dicto lange Jane laico, ibidem in terminis prefatis super 
Nicoiao Nowag in suburbio Budissinensi, uff der Seyde morante et 
Omnibus suis bonis, unam marcam annui census per quondam dorn. 
Johannem Werneri et Dorotheam Gubynynne in terminis prae- 
expressis solvendam comperatis, et unam marcam census annui in 
villa Stewitz super quoddam laico, dicto Marcus, filio Ottonis de 
Stewitz in terminis antefatis"^ solvendam per praenominatos pro- 
consulem et consules comperatam, prout haec omnia in privilegiis, 
literis et instrumentis super censibus superdictis, datis et confectis 
plenius continentur, et cum instantia supplicatnm quantus huius re 
errectionem et^'^dotationemtacceptare, ratificare, ipsiusque altare in 
honore beatae virginis Mariae Magdalenae in titalum perpetui bene- 
ficii ecclesiastici et perpetuae vicariae in ecclesia Budissin praedicta 
erigere, instaurare et insignire dictos quoque census dicto altari sive 
vicariae incorporare paterna benignitate gratiosius dignaremur. Nos 
itaque Johannes episcopus antedictus, qui divinum nostris temporibus 
cultum potius augere^quam minui cordiale amplectimur, praedicti 



208 (Scfc^ic^tc bcr „inana = 2Ttartbcnfird)c" 311 Bauten. 

altaris sive beneficii errectionem, dotis sive reddituum assignationem, 
prompto suscipiendi affectu ratas et gratas habentes, approbamus 
altare sub vocabulo beatae Mariae Magdaleiiae in capella inte- 
meratae virginis Mariae extra muros Budissin in titulum perpetui 
beneficii ecclesiastici et vicariae perpetuae in ecclesia sancti Petri 
in Budissin erigimus et insignimus, census quoque praenarratos et 
in futurum comperandos eidem altari sive vicariae in dotem et 
Proprietäten! perpetuam pro sustentatione rectoris eiusdem pro tem- 
pore existentis assignamus, incorporamus et unimus ac ecclesiasticis 
juribus ac titulis aggregamus, et praedicta omnia et singula dei 
nomine praesentibus confirmamus, decernentes census praenominatos 
ecclesiasticos fore juri foro ac libertati ecclesiasticae debere in antea 
subjacere. Invasores vero aut distractores eorundem ecclesiastica 
censura et distinctione fore et esse puniendos; rector vero praetactae 
vicariae sive altaris pro tempore ad quatuor missas videlicet secunda 
quarta et sexta feriis ac sabbato celebrandas, debet esse obligatus; 
debet etiam idem vicarius sive rector habere stallum in choro in 
ecclesia sancti Petri in Budissin inter vicarios religionum vicariorum, 
prout moris est in ecclesia deferre, singulis diebus divinis in circuitu 
et festivis diebus dominis interesse, dummodo aliter . . . . non fuerit 
impeditus impedimentis. Confessiones Christi fidelium in ecclesia 
Budissinensi tempore quadragesimae et inadventu audiet, et tempore 
divinorum in valvis ecclesiae Budissinensis praefatae non appareat 
sine religione. Saepedictus etiam vicarius facere debet ipsis dominis 
de capitulo presentias vel sufficiens restaurum juxta eiusdem ecclesiae 
consuetudinem ab antiquo hactenus observatam, et si sufficiens fecerit 
restaurum, ex tunc debet esse particeps presentiarum cum aliis vicariis 
ecclesiae saepedictae. Debet etiam esse subobediens domini decani 
et a matutinis erit supportatus. Collatio vero sive presentatio eius- 
dem vicariae, quando et quotiens ipsam vacare contigerit, ad pro- 
consulem et consules opidi Budissin antedictis in perpetuum per- 
tinebit. Ceterum si et quotienscumque praedictus census in toto 
vel in parte reemi contigerit, volumus, quod solutio coram capitulo 
Budissinensi fieri debet et capitulum cum scitu et voluntate vicarii 
pro tempore alios census pro eisdem pecuniis debet comperare, quos 
in locum priorum censuum, si contractus huiusmodi (?) licite fuerit 
celebratus, praedictae vicariae sive altaris decrevimus fore in- 
corporandos, eosdem quoque eidem vicariae ex tunc prout ex nunc 
in Corpora vimus et tamquam ecclesiasticos dei nomine in hiis scriptis 
incorporamus et confirmamus praedictis omnibus et singulis auctori- 
tatem nostram ordinariam interponentes pariter et decretum. Nulli 
ergo omnino homini (?) liceat haut paginam nostrae acceptionis, in- 
corporationis , errectionis et confirmationis infringere aut ei ausu 
temerario quovismodo contraire. Si quis autem hoc attemptare 
praesumpserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et 
Pauli apostolorum eins se noverit incursurum. Datum et actum in 
Castro nostro episcopali Stolpin, anno incarnationis domini millesimo 



(Scfc^ic^tc bcr f.lUaxia'XilavÜienfxxd^e" 5U Bauten. 209 

quadringentesimo tricesimo octavo, feria secunda post festum sancti 
Gralli, nostro majori sub sigillo. 

Pergamenturhmbe mit anq,d}änq,km Siegel 6es Btfd^ofs nnb 6er Tlnf- 
fd^rift: Oonfirmatio Johannis episc. Misn. fundationem vicariae St. 
Mariae Magdalenae in capella beatae virginis Mariae extra muros oppidi 
Budissin sita a proconsule et consulibus ibidem factam concernens. 



Beilage III. 

Pet Bif(6of ^eotg von ©ftta vetteiU ber ^apefte hex ^eiti^en ^att^a 
an^et^at^ 6er ^anetn von ^Subiflttt einen Jt^faft tion ^nnhett gagett. 

Datum Hom, 6en ][. ^ebruar 1^59. 

Georgias, miseratione divina episcopus Ostiencis, sacrosanctae 
Romanae ecclesiae cardinalis, de Flisco vulgariter nuncupatus, uni- 
versis et singulis Christi fidelibus praesentes literas inspecturis 
salutem in domino sempiternam. Splendor paternae gloriae, qui sua 
mundum ineffabili illuminat claritate, pia vota fidelium de ipsius 
clementissima majestate sperantium tunc precipue benigno favore 
persequitur, cum devota ipsorum humilitas sanctorum precibus et 
meritis adjuvatur: cupientes igitur, ut capella sanctae Martha extra 
muros opidi Budissinensis situata Misnensis dioecesis congruis 
frequentetur honoribus jugiterque veneretur, et ut Christi fideles eo 
libentius devotionis causa confluant ad eandem, quo ex hoc ibidem 
dono coelestis gratiae uberius conspexerint se refectos de omni- 
potentis dei misericordia ac beatorum Petri et Pauli apostolorum, 
eius auctoritate confisi omnibus vere penitentibus et confessis, qui 
dictam capellam in singulis nativitatis et resurrectionis necnon corporis 
dom. nostri Jesu Christi ac dedicationis et patrone ipsius capellae 
festivitatibus et celebritate devote visitaverint annuatim et ad repara- 
tionem et conservationem aedificiorum, calicum, librorum aliorumque 
ornamentorum pro divino cultu inibi necessariorum quocienscumque 
manus porrexerint adjutrices, Nos, cardinalis prefatus, pro qualibus 
die festivitatum et celebritate huiusmodi centum dies indulgentiarum 
de injunctis eis penitenciis misericorditer in domino relaxamus pre- 
sentibus, perpetuis, futuris temporibus duraturis, in quorum omnium 
et singulorum fidem et testimonium praemissorum praesentes nostras 
literas exinde fieri mandavimus nostrique cardinalatus sigilli jussimus 
et fecimus appensione communiri. Datum E,omae in domibus nostrae 
solitae residentiae sub anno a nativitate domini Millesimo quadrin- 
gentesimo quinquagesimo nono indicione septima, die vero Jovis 
rt. £. m. sb. Lxxi. 14 



210 (Sefc^tc^tc bcr ,,2Ttaria'ntartl^cnFird?c" 3U Sauden. 

prima mensis Februarii, pontificatus sanctissimi in Cbriöto patris et 
domini nostri domini Pii, divina providentia papae II, anno primo. 

Per$anientur!un6e mit einem l}än<^enbm, eingenäl^tetv serbrod^enen 
Siegel un6 5cr 2(uffd)rift: Lra, Indulgen. Capelle Sancte Marthe extra 
muros opidi Budissinen. 



Beilage IV. 

55ifr6of §aopax ju SÄei^ett Bcflätigt bie §tiftnn^ einet neiten ^ikatie 

ber ^eiti^en S^poftet ^^oma^, ^att^otomän^ u. f. w. in bet ^apefte 

bex ^eiti^en ^nn^fxan ^axia an(}ex^at^ bex ^anexn bex §tabt 

^nbifftn. 

Datum Stolpen, öen \2. De5ember \^6l 

Caspar, dei et apostolicae sedis gratia episcopus Misnensis, ad 
perpetuam rei memoriam, quoniam prophetico attestante eloquio 
universorum dominus est, qui rigat montes de superioribus suis, ut 
de fructibus manuum eins saciatur terra, cuiusquidem rigationis 
stillas frequentius homines unius creationis sentientes de superioribus 
descendere de fructibus manuum domini tamquam de stillicidiis 
gratiae ubertim rigatis, hoc est bonis eis a deo collatis saciati et 
in bonis eins contenti eodemque labore manuum suarum rigatis 
de montibus aeterius stillicidiis conquisierunt, in suarum etiam 
salutem animarum et cultus divini augmentum liberaliter expeiidere 
et sacris usibus applicare intuntur, quod facere cupiens honorabilis 
Johannes Mergker, presbiter nostrae dioecesis, animadvertens, quam 
largflue, quam pie altissimus fructus manuum suarum benedixit, ipse 
de fructibus iustis, manuum suarum actionibus ac Christifidelium 
elemosinis conquesitis, quandam vicariam in honorem Dei omni- 
potentis, suae intemeratae genitricis virginis Mariae, sanctorum 
apostolorum Thomae, Bartholomaei, Jeronimi, Georgii, trium regum 
necnon Katharinae, Dorotheae et Margarethae virginum in capella 
eiusdem venustissimae virginis Mariae extra muros opidi Budissin 
nostrae dioecesis fundare et erigere, atque certis infra notatis cen- 
sibus dotare praeconcepit, emptis et comparatis in et super bonis 
vasallorum infrascriptorum et bonis ipsonim subditorum, et primo 
super allodio et bonis validi Hans von Doberschicz zcu der Desse 
una marca, deinde comparavit unam sexagenam a Nickil von Naws- 
delicz, item emit a Cristoff von Haugewicz in Nedeschuwicz unam 
marcam, et mediam marcam a Nickil Panewicz in Porschicz, item 
unam marcam a Wolfram de Panewicz, item unam marcam ab Hencze 
et Jorge, fatribus de Panewicz in Konigiswarte, tres solidos gross. 
a Caspar Temer icz in Forstchin, unam marcam ab Hans et Caspar 
fratribus de Temericz in Olsse, item unam marcam a Caspar Sleye 



(Scfc^tc^te bcr ^^inaria-HTarttienFirc^e" 3U Bauten. 211 

in Zyrne, unam marcam ab Albrecht Schreibersdorff in Neschwatz 
residentes; hii census comparati sunt in et super bonis praefatorum 
vasallorum ac bonis subditorum eorundem, prout haec omnia clarius 
et lucidius continentur in cyrographis desuper contextis, titulo 
tarnen iusto et legali remptione; quosquidem census providi et 
circumspecti proconsul et consules memorati opidi Budissen nobis 
humiliter et cum reverentia obtulerunt, obnoxius et humilius suppli- 
cantes, quatenus eos recipere et pro laude dei omnipotentis et 
beatissimae virginis Mariae ad novam vicariam erigendam, sub 
honore et titulo beatorum apostolorum Thomae, Bartholomaei, 
Jeronimi, Georgii, Trium E-egum, Katharinae, Dorotheae et Mar- 
garethae virginum in ^ dicta capella beatae virginis appropriare, 
inviscerare, eamque in beneficium ecclesiasticum et perpetuam 
vicariam creare et confirmare graciosins dignaremur. Nos igitur 
Caspar, episcopus antedictus, qui ex crediti nobis officii debito 
divini nominis cultum augeri potius quam minui amplectamur, 
memoratorum proconsulis et consulum opidi Budissen votivis petiti- 
onibus inclinati de expresso consensu venerabilis capituli ecclesiae 
Budissinensis fundationem, dotationem et appropriationem praefatas 
ratas et gratas habentes, ratificamus et approbamus dictum altare 
in beneficium et vicariam perpetuam erigimus et creamus, redditos 
quocque praedictos et census ecclesiasticos fore jurique et foro 
ecclesiasticis subiacere debere, invasores et distractores eorundem 
tamquam sacrilegos fore puniendos eosque per rectorem seu vicarium 
eiusdem perpetuo percipi et sublevari debere. Tenebitur tarnen 
vicarius praedictus per se vel per alium ad singula onera et officia 
facienda, sicut ceteri eiusdem capellae vicarii, legendo et cantando 
horas de beata virgine atque illis interesse, atque ad tres missas 
in eodem altari singulis septimanis celebrandas, videlicet dominicis 
et sextis feriis de tempore vel de sanctis, ut placitum fuerit, et 
secundis feriis pro animabus horis tamen per dominum decanum sibi 
deputandis, facietque obedientiam iam dicto domino decano, seniori 
et capitulo iuxta consuetudinem ut ceteri vicarii perpetui ecclesiae 
Budissinensis. Collationem dictae vicariae, quotienscumque vacare con- 
tigerit, ad praetactos proconsulem et consules, ita tamen, quod eam 
nulli alteri conferant, nisi actu in sacerdotio existent! vel infra 
annum ad^omnes ordines maiores se ordinäre cupienti volumus 
perpetuis temporibus pertinere, volumus etiam, si dictus census in 
toto vel in'^ parte reemi contigerit, ex tunc vicarius pro tempore 
existens de consensu et certa sciencia patronorum ac decani et 
totius capituli ecclesiae Budissinensis de aliis censibus absque dimi- 
nuatione capituli summe providere debebit. Quosquidem census ac 
alios in futurum comparandos omni libertate, ut de facto incorporatos 
volumus gaudere, praedictis omnibus auctoritatem nostram ordinariam 
interponentes pariter et decretum. Nulli ergo omnino homini liceat, 
haut paginam nostrae fundationis, errectionis, appropriationis, in- 
staurationis, incorporationis, confirmationis ac decreti nostri inter- 

14* 



212 (Sefc^ic^tc ber „ItTaria'HTartl^cnfirc^c" 3U Bauten. 

positioiiis iufringere aut ei ausu temerario quovismodo contraire, 
Siquis autem hoc atfcemptare praesumpserit, indignationem dei omni- 
potentis et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit 
incursurum. Datum in Castro nostro episcopali Stolpen, anno 
domini Millesimo quadringentesimo sexagesimo primo, die duodecima 
mensis decembris maiori nostro sub sigillo, in fidem et testimonium 
omnium praemissorum presentibus appenso. 

Pergamenturfurtbe mit einem I^ängenöen Siegel un5 5er Huffd^rtft: 
Vicaria domini Job. Mergker tituli apostolorum Thomae et Barth o- 
lomaei primi ministerii. 



Beilage V. 

^Jifrßof J)ittrir§ von 18:ei|en ^e^tic^t hie ^rünbung eine^ ^i^axiaU 

secundi ministem in hex ^apeite bex ^eiti^en Jungfrau an^ex^at^ 

6er ^^anexn bex §taH Bubiffln. 

Datum Stolpen, 5en \. 3ult \^67, 

Tbeodoricus, dei et apostolicae sedis gratia episcopus Misnensis 
ad perpetuam rei memoriam. Cum ex injuncto nobis pastorali officio 
ea, quae ad laudem dei omnipotentis et sanctuorum suorum pro 
Salute et refrigerio fidelium animarum praecioso Christi sanguine 
redemptarum deputantur, paratissimi sumus, velut esse debemus 
confovere atque in hoc piarum mentium voluntates pro viribus 
adimplere, sane exposito nobis per venerabilem virum dominum 
praepositum ac totum capitulum ecclesiae sancti Petri in Budissin, 
quod ad ipsorum audientiam per proconsulem et consules ibidem 
extat deductum, qualiter quondam providus Hans Nowag, olim 
oppidanus ibidem, piae recordationis ad laudem dei omnipotentis, 
eiusque genitricis Mariae virginis, totiusque curiae (?) civium super- 
nominatorum ac pro animae suae suorumque praedecessorum et 
successorum salute beneficium novum et vicariam perpetuam in 
capella beatae virginis extra muros ibidem in altari summo jam- 
dudum in suo primo ministerio dicato pariterque consecrato dictumque 
altarum quo ad hoc sui secundi ministerii pro vicaria perpetua 
accidens nobis venerabilium dominorum praepositi, decani totiusque 
capituli ecclesiae praedictae Budissinensis consensu erexisset, fun- 
dasset, et centum sexagenas bonorum grossorum ad comperandum 
decem Sexagenas annuos census et redditus iusto reemptionis titulo 
dotasset, videlicet in et super bonis strenui Albrecht de Schreibers- 
dorf in Neschwatz residentis octo sexagenas, in et super bonis 
Goczschin de Girstorff in Baruth residentis quadraginta octo gross. 
ac in et super bonis Heineyen de Kopperitz in Bleso residentis 
quadraginta octo gross, partim super festo Walpurgis et partim 



(Scfc^ic^te bcr „nTana=ntartt|en!irc^e" 3U 'Sanken. 213 

super festo Michaelis solvendorum, volens divinum officium in dicto 
altari augeri, praedictos annuos census et redditus, puta decem sexa- 
genas bonorum grossorum usualium, iusto reemptionis titulo com- 
peratos, juxta literarum desuper confectarum seriem et signaturam 
consulatus Budissinensis huiusmodi altarem pro secundo ministerio 
in sua ultima testimentaria dispositione legavit et deputavit, ad 
cuius quidem testamenti realem executionem faciendam providos et 
sagaces proconsulem et consules ibidem nominavit, ordinavit et 
deputavit, ac commodam potestatem et auctoritatem exequendi eis 
tradidit, quare dicti sui testamentarii et ultimae suae voluntatis 
executores, volentes eius tam piam et devotam voluntatem debite 
executioni demandare, prout tenentur, in suae ac eorum, a quibus 
haec bona orginaliter deveniunt, animarum salutem huiusmodi annuos 
census nobis cum applicatione tam debita quam devota obtulerunt, 
orantes, quatenus novum ministerium in eodem altari erigere et 
autorisare atque ipsos huiusmodi census altari predicto quo ad eius 
secundum ministerium appropriare, unire, inviscerare et incorporare 
graciosius dignaremur. Nos igitur Theodericus, episcopus superdictus, 
qui ex crediti nobis officii debito cultum divinum potius augere 
quam minui cordialiter amplectimur, praedictam supplicationem 
tamquam venerabilem et sanctam paterna benignitate decrevimus, 
admittendam praedicti altaris et eius secundi ministerii fundationem, 
dotationem et ordinationem ratas et gratas habentes, omnes census 
et redditus praefato altari, quo ad eius secundum ministerium do- 
namus, unimus, appropriamus, invisceramus, atque in dei nomine 
confirmamus et incorporamus per presentes, futuros (?) quoque pro- 
ventus et redditus una cum capituli censuum summa, quotiens eam 
vel in parte vel in toto fieri contigerit, quam tum quotienscumque 
factam in alios rationabiles census ac redditus per proconsulem et 
consules supradictos accedentes cum instituti consensu convertendos 
decernimus, sancimus et dicto beneficionem unimus et appropriamus. 
Vicariam quoque novam cum omnibus iuribus, oneribus ac privilegiis 
instituimus, creamus ac pariter ordinavimus, decernentes auctoritate 
nostra ordinaria altaristam altaris huius modi vioarium decreto censeri 
cumque juribus privilegiis immunitatibus et libertatibus instar ali- 
orum praedictae ecclesiae vicariorum gaudere debere. Invasores 
quoque et distractores eorundem tamquam sacrilegos praeveniendos 
esse. Yolumus autem quemlibet huius modi secundi ministerii 
vicarium ad missas quatuor in eadem ecclesia beatae virginis in 
(h)ebdomoda obligare, quarum pro defunctis unam et alias tres de 
tempore juxta commissionem et ordinationem dominorum de capitulo 
ibidem canere aut legere teneatur; quicquid autem altarista seu 
vicarius praefatus de oblationibus seu testamentis perceperit, debet 
et teneatur presentare dominis capitularibus iuxta eorum statuta, 
prout et ceteri vicarii sunt astricti, nichil de eisdem suo ministranti 
aut cuicumque tribuendo; Ceterum volumus, ut idem vicarius seu 
altarista horis beatae virginis, quae in eadem ecclesia solenniter de- 



214 (Sefd^ic^tc bcr „UTaria'JTlarttjenürc^c" 3U ^au^cn. 

cantare consuerunt, ac aliis suis convicariis tempore et hora deter- 
minata cantando et legendo sit astrictus, atque in ecclesia collegiata 
ibidem in singulis maioribus annui festivitatis in processione et 
circuitu interesse debet et tenetur, cumque opportunum fuerit, con- 
fessiones, (ut ceteri vicarii astricti sunt), audiat, quem etiam ab omni 
onere restauri ecclesiae praefatae relevamus. Dabit autem idem 
altarista seu vicarius singulis annuis custodi ecclesiae apud sanctum 
Petrum sex grosses pro pane et vino. Collatio vero eiusdem vicariae 
secundi ministerii ad proconsulem et consules ibidem in Budissin 
perpetuis temporibus pertinebit, qui eandem totiens et quotiens 
vacare contigerit, sacerdoti et capellano in ecclesiis apud sanctum 
Petrum, beatam virginem seu apud S. Nicolaum, qui prius non sit 
beneficiatus , et non alterum (?) conferre babebunt et debebunt, 
et quod eundem sie institutum domino decano et capitulo eccle- 
siae ibidem praesentent, ut eis juxta eorum statuta obedientiam 
et reverentiam praesentare debet et tenetur, praemissis Omnibus et 
singulis auctoritatem nostram ordinariam atque dyoecesanam inter- 
ponentes pariter et decretum. NuUi ergo omnino bomini liceat, 
haut paginam nostrae erectionis, fundationis, incorporationis, unionis, 
appropriationis, ratificationis, confirmationis ac decreti nostri inter- 
positionis infringere aut ei ausu quovismodo temerario contraire; 
quod si quis attemptare praesumpserit, indignationem omnipotentis 
dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eins se noverit incur- 
surum. 

Datum in Castro nostro episcopali Stolpin anno domini Mille- 
simo quadringentesimo sexagesimo septimo die prima mensis Julii, 
sub nostro majori sigillo in fidem pleniorem praesentibus appenso. 

Per^amenturfunöe mit einem $rofen, I^ängenöen Siegel. Die 2inf' 
fd^rift lautet: Confirmatio altaris beatae virginis Mariae secundi 
ministerii extra muros capellae gloriosae virginis per Johann Noag 
fundatorem. 



Beilage VI. 

^axHnat ^tivaxin^ xtnb nenn anbete ^axhinäte vetteren bex ^ix^e 
obex ^apelie bex ^eitic^en lÄdtia ^a^batena in bex ^oxflabt von 
g^ttbiffln jttir ^niex^attnnc^ be^ i$eUnbe^ n. f. n>. einen ^Uafi von 

^nnbext ^a^en. 

Datum Hom, 6en 27. 2Ttär5 1(^9^. 

Oliverus Sabiensis, Julianus Ostiensis episcopus, Dominicus tt. 
sancti Clementis, Paulus tt. Petri, Johannes tt. Baptista tt. sanc- 
torum Johannis et Pauli, Bemardinus tt. sanctorum Marcellini et 
Petri, Johannis tt. sanctae Sabinae presbiteri, Johannes sanctae 



(Scfc^ic^te ber „inana=inarttjcn!irc^c" 3U Bauten. 215 

Mariae in Dominica et Julianus sanctorum Sergii et Baohi ac 
Alexander sanctorum Cosimae et Damiani diaconi, miseratione divina 
sacrosanctae romanae ecclesiae cardinales, universis et singulis Christi 
fidelibus presentes literas inspecturis salutem in domino sempiternam. 
Quando frequentius fidelium mentes ad opera devotionis inducimus, 
tanto salubrius animarum suarum saluti providemus, cupientes igitur, 
ut ecclesia sive capella sanctarum Mariae Magdalenae et Marthae, 
sita in suburbio opidi Budissinensis Misnensis dioecesis, congruis 
frequentetur bonoribus et Christi fidelibus iugiter veneretur ac in 
suis structuris et edificiis debite reparetur, conservetur et manu- 
teneatur, necnon libris, calicibus, luminaribus, ornamentis ecclesiasticis 
et rebus aliis divino cultui necessariis decenter muniatur, in ea 
quoque divinus cultus augmentetur, utque Christi fideles ipsi eo 
libentius causa devotionis ad eandem ecclesiam confluant et ad 
munitionem, reparationem, conservationem, manutentionem ornamen- 
torumque ecclesiasticorum acquisitionem et alia premissa manus 
promptius porrigant adjutrices, quo ex hoc ibidem dono celestis 
gratiae uberius conspexerint se refectos, nos cardinales prefati vide- 
licet, quilibet nostrum de omnipotentis dei misericordia ac beatorum 
Petri et Pauli apostolorum eins auctoritate confisi, omnibus et 
singulis Christi fidelibus utriusque sexus vere penitentibus et con- 
fessis, qui dictam ecclesiam in sacratissimi corporis domini Jesu 
Christi, sancti Johannis baptistae et nativitatis beatissimae Mariae 
vhginis ac celebritatis omnium sanctorum ipsiusque ecclesiae dedi- 
cationis festivitatum diebus a primis vesperis usque ad secundas 
vesperas inclusive devote visitaverint annuatim et ad premissa manus 
porrexerint adjutrices, pro singulis festivitatum diebus predictis, 
quibus defecerint, centum dies de injunctis eins penitenciis miseri- 
corditer in domino relaxamus presentibus, perpetuis, futuris tem- 
poribus duraturis, in quorum omnium et singuloram premissorum 
fidem et testimonium presentes nostras literas fieri nostrorumque 
solitorum sigillorum jussimus et fecimus appensione comuniri. Datum 
Romae in domibus nostris, sub anno a nativitate domini millesimo 
quadringentesimo nonagesimo quarto, die vero vegesimaseptima 
mensis Martii, pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini 
nostri, domini Alexandri, divina Providentia papae sexti, anno seoundo. 
P. Hentzel. 

Pergamcnturfunöe nüt 5el?n in Bled^fapfeln $el?ülltcn Siegeln 6er 
Karöinäle urtö 6em Siegel 5es Bifd^ofs von ZTTeifen. 

(Ein 5tr>etter $Ieid)Iauten6er 2(blafbnef träc^t bas Datum 6es 28. Wiäv^. 
2lm linfen lS.anbz 6er Ur!un6e ftn6et fxd} fol9en6e Beftäti^un^ 6e5 Bifd^ofs 
3oI)annes von IHeifen: 

Et nos, Johannes, dei et apostolicae sedis gratia episcopus 
Misnensis, prefatorum reverendorum in Christo patrum indulgentias 
ratas et gratas habentes in ea forma, uti premittitur, auctoritate 
nostra ordinaria acceptamus, admittimus et dei nomine confii'mamus 



216 (Sefc^td^tc bcr „JTtana • IHartl^enürd^c" 3U Bauten. 

per presentes, et nihilominus de nostris omnibus et singulis utriusque 
sexus fidelibus vere penitentibus, confessis et contritis, qai se juxta 
premissa exhibuerint, totiens quotiens quadraginta dies indulgen- 
tiarum de injunctis eis penitentiis in domino misericorditer relaxamus 
presentis, perpetuis, futiiris temporibus duraturis. Datum et actum 
Budissin, anno domini Millesimo quadringentesimo nonagesimo quarto, 
die vero nona mensis Junii, curiae nostrae officiolatus appenso sub 
sigillo. 



Beilage VII. 

|äif(§of §o^nne^ von ^ei^en vettei^t bex ^apefie hex ^eUigett ^(ttt^d 

an^cx^atd bex ^^anexn ^nbiffin^ attf Ritten be$ Peßattö ^afpax 

fwetrirfi einen JtßfaH von 40 ^a^en. 

Datum Baumert, 6en 29. VTiax \520. 

Johannes, dei et apostolicae sedis gratia sanotae ingenuae 
Misnensis ecclesiae episcopus, universis et singulis praesentes literas 
inspecturis salutem in domino sempiternam. Licet is, de cuius munere 
venit, ut sibi a fidelibus suis digne et laudabiliter serviatur, de 
abundantia suae pietatis, quae merita supplicum excedit et vota 
bene servientibus sibi multo majora retribuat quod valeant pro- 
mereri, nicbilominus tarnen desiderantes domino populum reddere 
acceptabilem et bonorum operum sectatorem, fideles ipsos ad com- 
placendum et quasi quibusdam allectivis muneribus, indulgentiis 
videlicet et remissionibus, invitamus, ut exinde reddantur divinae 
gratiae aptiores, cupientes igitur ut capella extra muros oppidi 
Budissin nostrae diocesis, in honorem sanctae Marthae hospitae 
Christi fundata, in suis structuris et edificiis debite reparetur, con- 
servetur, manuteneatur, ac libris, calcibus, luminaribus et aliis orna- 
mentis ecclesiasticis pro divino cultu decenter muniatur et a Christi 
fidelibus jugiter vener etur, congruisque frequentetur honoribus et ut 
Christi fideles eo libentius causa devotionis confluant ad eandem 
et ad reparationem, conservationem, manutentionem et munitionem 
huiusmodi manus promptius porrigant adjutrices, quo ex hoc dono 
coelestis gratiae uberius se conspexerint refectos, supplicantibus 
venerabilis devoti nostri in Christo delecti domini Casparis Emerich, 
utriusque juris doctoris, decani ecclesiae Budissinensis, nobis super 
hoc porrectis favorabiliter inclinati omnibus et singulis utriusque 
sexus Christi fidelibus praefatis vere penitentibus et confessis qui 
capellam praefatam in nativitate domini nostri Jesu Christi, Epi- 
phaniae domini, resurrectionis et ascentionis ejusdem, Pentecostes, 
Trinitatis, Corporis Christi, singulis festivitatibus beatae Mariae vir- 
ginis celebribus ac sanctorum Johannis baptistae, Mariae -Magda- 
lenae, Marthae, Lazari, Annae, Petri et Pauli, omnium sanctorum 



(Sefc^ic^tc ber „nTarta'HTartl^cnFtrcfje" 311 Bauten. 217 

ac dedicationis ipsius capellae festivitatum diebus a primis vesperis 
usque ad secundas vesperas inclusive necnon singulis quadragesimae 
sextis feriis devote visitaverint annuatim et ad praemissa maims 
porrexerint adjutrices, aut singulis sextis feriis per totum anni cir- 
culum ob memoriam recolendae passionis domini nostri Jesu CMsti, 
quicquid divinitus inspiratum fuerit, coram imagine cruciiixi in eadem 
capella collocati devote oraverint, pro singulis diebus festivitatum et 
feriarum earundem, quibus id fecerint, de omnipotentis dei miseri- 
cordia ac beatorum Petri et Pauli apostolorum eins auctoritate con- 
fisi quadraginta dies indulgentiarum de injunctis eis penitenciis in 
domino misericorditer relaxamus praesentibus perpetuis futuris tem- 
poribus duraturis. Datum Budissin, feria tertia Pentecostes, anno 
a nativitate domini Millesimo quingentesimo vigesimo, pontificatus 
nostri anno secundo, curiae nostrae officialatus praesentibus appenso 
sub sigillo. 

Per^amenturfunöe mit an$el^än$tem Siegel bes Bifd^ofs. 
Sämtlid^e Beilagen finöet man im Hatsard^tü 5U Bauten. 



IDann rr»ar bat Vid^tav 
^obiann (El^rtfttan (5ünttjcr geboren? 

Von ^Ce^nens <^onttj in Dresbcn. 



2Xm 8, 2i\}V\l \6^5. Daran fann ir>o{)I niemanö 5it)eifeln. V}ahtn 
bod} Me „(Gartenlaube" ixnb „Über £an5 un6 ITTeer" bereits in biefern 
3al)re bas 5ir>eil)un6ertjäl)rige (öeburtsjubiläuni 5es Did^ters gefeiert. 
2(ufer5em I^at fd^on 6er erfte BiograpI), 5en 5er Did^ter in Carl (£l)ren= 
frieö Siebranö ^efunöen, Me ^vaq,c ausfül^rlid) unö form^ered^t beant» 
tportet. 

Diefer^ Umftanb üeranlaft uns, auf 6ie Perl^ältniffe 5urüc!5U3reifen, 
vok' fie uns Siebranb [ober u?ie öer Derf affer u?ir!lid? l}k^ : Steinbad}] in 
feiner 2trbeit fd)iI6ert. (£r fd^reibt:^) 

„Die geit ^feiner Geburt l}abc xd} lanc^e ^exi rxxdfi red^t erfal^ren 
fönnen, 6a mir von ftd^erer ^an6 6as 3^^^ ^098 angegeben U)ur6e, aus 
fold^em Calculoj id} üiele Unor6nun$en permerft, mesroegen id}, um 
6as Sid^erfte 5U erfal^ren, an 6en je^igen ^errn Paftor felbft gefd^rieben 
un6 fol$en6es erl^alten I)abe: 

„„AnnoJ695, 6en 8. 2(pril 6es ZHor^ens um ^ UI)r mur6e tit. pl. 
^errn 3<^^?<3'ii^ ^üntl^er, Medicinae Doct. un6 berül^mten Practico 
in Striegau ein Söl^nlein geboren un6 6es foI$en6en ^ao,es, nämlid^ 
6en,9/,hiij., allE^ier in (Sränon?i^ getauft un6 mit 6em Hamen 3<^V^i^ 
(£t;riftian benannt. Paten fin6 gemefen: 

\, Tit. ^rau Tinna (Eleonore pon Hid)tf)ofen. 

2. Tit. 2^vo (Sna6en ^err (£arl (£{?riftian v. Hoy, €rbl?err auf 
^aun6orf, 

3. ^Ifvo XDoI}b(£{)rn:>ür6en ^err (Seorg I^änel, Paftor 5u(Sränou)i^"". 
Sopiel aus 6em Kird^enbud^e". 

VOenn voxt rpeiter in 6iefer BiograpI)ie lefen, erfal^ren unr aud?, 
tt)en er mit ^ 6er „ftd?ern ^an6" meint, 6ie ii^m gefd^rieben; 6enn er fagt 
wöttlidi^): „5elbftaus_ einem Sd^reiben feines ^errn Paters l^abeid? gefeiten. 



1) 3ot?«^w Ct^nftian (Süntt^ers, bcs berüt^mten Sd^Iefifd^en Dtd^ters £cbcu unb 
Schriften, gebrucft ^738, 5. fl^. 

2) 1. c. 5. 7\. 



Wann wat bcr Dichter 3^^^"" (Et^riftian (Sütitt^cr geboren? 219 

6af er 6te gcit feines Sol^nes Geburt in bas \698. 3^^^ Ö^f^^t rueld^es 
bodi bas 95. ift, tpie id? beseu^t". 

Un6 u?eId}C5 ftnö 6ie „Dielen Hnorönungen", 6ie 5icbran6 „üermerfte?'' 
5unäd?ft fa§t 6er Didjter in feinen „2(bfd}ie5s$e5an!en" r>om 3^^?^^^ \723, 
öaf er nod? nid)t einmal 26 3^^^^ ^^^ f^^- 

Betrad^ten roir 5iefe Stelle etmas genauer. 

Des Did)ters ^er3 ift erfüllt von Co5esal)nungen un6 (td}t djriftlid^en 
(£mpfin6ungen. (fr ift nid^t fleinmütig un6 per5a3t, fonöern frol; un5 ftarf 
in (Sott. 3" f^^"*^^ fd^lid^ten XDeife errichtet er fein Ceftament unö perteilt 
feine (5üter. Seinem alten in Sd^leften rceilenöen Cel^rer, 6er il^n in 6ie 
^eid^e 6er pi)ilofopl)ie un6 Ztftronomie eingefül^rt l?atte^), permad^t er in 
treuer Ciebe un6 6an!barer Perel^rung 6ie pielen ^a^vz, 6ie er, 6er junge 
Did)ter, nod) l^ätte leben mollen. (£r fagt:^) 

Creuer (£anbor in ber ^erne, 
Der Du mid? 3ucrfl geleiert, 
Was 3ur lüiffenfd^aft bcr Sterne 
Unb 5iir Seelenrul^ gel^ört, 
Dir bef(^eibet meine Satire, 
Die faum fec^s unb 5n?an3i9 säl^It, 
3enen Heft ber £ebensjat]re, 
Der mir nod( am Filter fet^It. 

jn bas 26. 3^^^/ f^Ö* Siebran6^), ging ^üntl^eiv als er in £auban 
an einer fd^meren Kranfljeit 6arnie6erlag; aber l)ier tann 6iefes ^e6id)t 
6esl)alb nid^t entftan6en fein, meil 6arin pi^illis, 6ie Pfarrerstod?ter aus 
Bifd^6orf, un6 6ie £an6sl?utcr ^an6elsl)erren, p. Beud^elt un6 p. Kluge, 
angere6et u?er6en, un6, es ift rid^tig, 6iefe Perfonen l^at (5üntl)er erft ein 
06er 5U)ei ^ahvc nad} feiner Kranfl^eit in Cauban hnmn gelernt. Desl^alb 
perlegt aud) Siebran6 6ie (£ntftel)ung 6iefes (Se6id)tes nad} ^ma nnb in 
6as 3al?r ^723. 

Itn6 l?ier ftarb 6er junge Didjter am \5, ViXäv^ \723 in einem 2llter 
pon faum 28 3^^^**^"- ^^ fel^lten noö:f 3 IDod^en un6 3 Cage 6aran; 
6enn Siebran6 red^net f olgen6ermaf en : 

(Seftorben am \5. ITiäv^ \723 = ^722 3al}re 2 ITion, \^ ^age 
Geboren am 8. 2tpril (695 — \6C}^ „ Z „ 7 „ 

27 3al?re \\ ZTTon. 7 Cage. 
Da 6er De5ember 3\ ^age ^ä^Vi, fo feilten nod^ 3\ — 7=2^ ^age = 
3 IDod^en 3 Cage an 6er Pollen6ung 6es 28. 3^^^^^- ^^^9^^^ ^^"^ ^^^ 
Did}ter, 6er Pon faum 26 ^alftm fpridjt, nid^t red^t l?aben, un6 Siebran6 
befeitigt „6iefe llnor6nung", in6em er einfad? fd^reibt^): „(Süntl^er mug 
ftd? in feinem 2llter geirrt l^aben; er foUte fd^reiben: 



^) ®b £eubfc^er ober ITTilicb ober 5d?arfe? 

-) Sammlung üon 3of^. Cbrift. (Süntt^ers aus Scblefien tt^eils noc^ tiie gebrucften, 
tl^eils fd^on t^erausgegebenen Deutfcfjen unb £ateini[c^en ©ebid^ten. Dierte unb perbefferte 
^luflage. ^ranffurt unb £eip3ig ^730, 5. 8^. 

3) 1. c. 5. 7\. 

4) 1 c. 5. 7^. 



220 IDann wat ber Dichter 3oI?cinn Cbriftian (Sünther cjcborcn? 

Dir bcfc^cibct meine Satire, 

Die faum ac^t unb 3n)an3ig 5äblt. 

Der ^el^Ier ftcift öarin, 5af es ad}t xxnb ^voan^xo^ l^eifen tnuf"^). 

(Sefe^t, unfer Did^ter a>äre am 8. 2tpnl 1(698 geboren, fo wäv^ er 
6ret 3af)re jünger; bann wüvbm xfyn nod} 3 IDoc^en 3 Cage 5ur Doll^ 
enöung 6es 25. Cebensjal^res ober 5unt Beginn bcs 26. Cebensjal^res fel]Ien, 
unö 6er Did^ter rr>äre I^iernad} bered^tigt, von feinem 2(Iter 5U fagen, ba^ 
es „faum" 26 3a{)re 5äl)Ie. 

2ln einer anöeren Stelle^) lägt Siebranö „öiefe Unorönung^' rul^ig 
ftel^en; id? meine in 6er Perföl^nungsfd^rift, 6ie 6er Didjter an feinen Pater 
fd^icfte, als er 5d)Ieften perlaffen un6 in 5ad)fen feine 5tu6ien 5um 2(bfd^Iuf 
bringen ipollte. Darin re6et er feinen Dater an un6 fpridjt^): 

2lber gel^e boc^ 3urücfe, unb crinnre Dic^ ber geit, 

Da ic^ als ein Kinb roll Hoffnung Dein unb nieler 2lug' erfreut. 

ITTein (Sel^orfam, wk Du wc\%t, ):\at Dir 3n?an3ig ^a^v gefallen. 

Was idf in bas fed?fte 3*^^^ überftanben unb gelitten. 

lüie ic^ oft mit IDinb unb Sdjnee, f^unger, V)\^ unb ^roft geftritten, 

Das u)irb ber am beftcn miffen, beffen reidje Paterlianb 

lUir noc^ immer einen Segen uncermutet 3ugeu)anbt. 

^icr5U bemerft 5iebran6, 6af 6ie erroäl^nten 20 3al}re bis \7\5 reid^en, 
als er auf XDittenberg ging un6 6a erftlid^ nod} vool^l xxnb ftille lebte un6 
6af 6as fed^fte 3^^^^ ^te geit r>on 1(72^ bis \722 fei, 6a er je^t aus Sd^Ieften 
ging. 5iebran6 fin6et 6iefe ^alflm, in6ena er voxx 6er 2tnnaf)me ausgeixt, 
feüntl^er fei \6^5 geboren, un6 6abei foUte er 6as fed^fte 3<^^^ bereits mit 
6em itpril 6es 3^^^*^^ 1^20 anfangen. Un6 marum foUen 6em Pater 
6ie Semefter nid)t u)ol?IgefaUen, 6ie 6er Sol}n vool^i unb ftille auf 6er Uni= 
perfität IDittenberg lebte? Diefe H)i6erfprüd)e fallen meg, xvcnn xvxt an 
6er Cl?atfad?e feftl^alten, 6af ftd? im 3uni 6es 3^^^^^ 1^1^ ^^^ Brud) 
5U)ifd?en Pater un6 Sol^n t)oll5og, nämlid^ 5U 6er ^c'xi^ ba 6er Pater l^ören 
mufte, u?ie flott fein 5ol)n gelebt, in u>ie grofe 5d)ul6en er geraten un6 
6af er, n?ie 5iebran6 5artfül)len6 fagt, „eine ^dt in 6er €infamfeit l^atte 
5ubringen muffen". XPeig 6od) 5iebran6 6ar>on 5U berid)ten*), u>ie fel^r 
Pater (Süntl^er, als er 6aron Icad^rid^t erl^ielt, 6arüber beftür5t war, vok 
er permeinte, 6ie feinem 5ol}ne an6ertl?alb 3^^^*^ l?in6urd) nad} feinem Per* 
tnögen gemalerte Hnterftü^ung fei übel angeu)an6t, un6 vok er ftd? von je^t 
an feft pornal^m, an feinem Sol^ne nid)t uicl mel^r tl)un 5U ipollen. galten 
tt>ir an 6iefem geitpunfte feft, fo reid^en 6ie 20 3^^^^/ ^^^ ^^^^^ Pater 
u?ol}lgefielen, bis in 6ie ^zxt vov 6em 2^nx 6es 3^^?^^^^ 1^598 5urü(f, un6 
6as fed^fte ^al}t beginnt tycvnad} mit 6em 3uni \722. Diefe bei6en 3^^^^^= 
^al}Un fd^einen, 6as ift meine 2tnfd)auung, 6as 'ichcn ^üntl^ers 5utreffen6er 
5U begren5en, als jene, 6ie 5iebran6 gegeben. 



1) 1. c. 5. U7. 

2) 1, c. 5. ;05. 

^) Sammlung ic. 5. 3^7. 
4) 1. c. S. ;7. 



Wann wav ber Dichter 3c'Il^nn Cl^riftian (Sütitt^er geboren? 221 

(EnMid? (^^bcnhn von nod? 5er Unor6nun$en^ 6te Siebranö in 5en 
Ititcrsancsabcn über ^üntl)er r>ermer!te. 

Pater ^üntl]er Ifaik 6en Biocjrapl^en aufs rctd^fte mit ^(n^abcn über 
[einen 5ol}n unterftüfet^) unö öenfelben als einen frül)reifen linabcn $e= 
fd}iI6ert, 6er fid) in 6en Kopf c^efe^t i}atk, 511 ftuöieren. Betradjten roir 
öiefe ^i\(^c 6es Bilöes etmas ein^el^enöer. 

2II5 6ie IlTutter öen Knaben in Breslau 6em Dr. Preuf porfteüte, 
unö 5iefer auf 6es Paters IPunfd} I)in öen Unahm Ijavt anreöete un5 xbfwx 
porl^ielt, 6af „ein armer IHenfd) mit 5em Stuöieren nid^t fortfonmie^ wenn 
er n\d}i was €ycellentes tentiere", antmortete er feiner ITTutter, er muffe 
was €j-cellentes tentieren, un5 feine lieben (Eltern feilten ftd? um il^n nid^t 
befümmern, ®ott u?er6e il?m fd^on beim 5tu5ieren fortl^elfen'^). Unb wk 
alt irar 5er Knabe^ als er fo bad}k nnb fprad?? Siebranö $iebt uns 
öarauf 5ie ^ntiport, 5ie il)m Pater (5üntl?er q^(iG>zben : 5er linabc ftan5 im 
aMcn 2^l}vz. 

VOxv freuen uns an 5em munteren, aufgeräumten ünaben, 5er mit 
ornftem €ifer feine Arbeit fortfe^t. Das £ernen luar iE?m eine £uft, 5as 
Raffen un5 (Ergreifen eine £eid)tig,feit, 5as £cbzn ol)nc Büdner eine Strafe^). 
8er Pater felbft wav fein erfter £el?rer, un5 er l^atte 5ie ^reu5e 5U feigen, 
5af fein ünabc nid)t allein einen guten Begriff von 5er lateinifd^en Sprad^e 
gemann, fon5ern 5af er aud} in 5er gried^ifd^en fott)eit !am, 5af er felbige 
im 12. ^ah^tc fd)on für ftd) un5 ol^ne an5erer l^ilfe u?eiter treiben fonnk. 
Tin einer an5eren Stelle fagt Siebran6: „3^ ^^^ 5eutfd}en, lateinifd^en, 
gried)ifd}en, ja aud} in 5er l^ebräifd)en Did^tfunft fonnk 5er ünabc n\d}i 
geringe Proben ablegen. J^^^^^^^«^^^ bemun5erte feine ^abcn^ unb wk 
wzxi er mit 5em 12. Jal^re in Kunft un5 IPiffenfd^aft gekommen. (Einen 
weiteren Beleg l^ierfür fin5en wiv in 5em Zeugnis, 5as ein ^reun5 Sieb- 
ranös 5emfelben 5ugeftellt l?atte. „3^ ^^""/ f^ ^^^P ^^*)/ u^^^ ^^f^^^ 3^$^"^ 
auf mit ^üntl^ern in (Sräntoi^ befannt gea)efen, 5a id? mid^ einige geit 
bei 5em 5amaligen Pfarrer, ^errn ^änel, als meinem Petter, aufgel^alten, 
un5 5er junge ^üntl^er mit feinem ^errn Pater in 5ie Kird^e l^ingefommen 
un5 5uu?eilen and} ba geblieben, 5a er 5enn uns als Kin5ern piele Perfe, 
ja fleine (£omÖ5ien gemad^t, 5a man menigftens ex ungue leonem un5 
5en natürlid^en ^rieb fd)on l^at fennen lernen". 

Da 5er ünabc feine (Selegenl^eit ausfin5ig mad^en fonnte, eine öffent* 
lid^e Sd^ule 5U befudjen, fo u?ur5e er betrübt un5 fd^u^ermütig : 



1) 1. c. 5. ^23 unb ;28. 

2) 1. c. 5. 5 ff. 

^) Sammlung ic. 5. 355. 

Tlües fonnt' id? nad) unb nad^, fo 3U rebcn, fpielcnb faffen, 
Was bie Knaben fonft bemegt, ba^ fte 'Snd} unb ^ebcr laffcn . 

Itm nur I]inter hcn Beftanb meiner tteigung rec^t 3U fommcn, 
f7aft Du mir oft fclbft bas Bud? als 3ur Strafe meggenommen. 
Diefc mot^Igemeinte Klugheit met|rte fonberlic^ in mir 
(Kinber ttjun rerbotne Sachen) ^Iei§ unb €ifer unb Begier. 
4) 1. c. 5. 7. 



222 Wann war bcr Did^tcr 3of)inn Ct^rtftian (ßüntt^er geboren? 

£icb' unb JS^uft 3ur IPiffenfdjaft trieb inid^ von ben Kinbt^ettsjat^rcn 
Sis auf biefen 2lugenbltcf, ftets tras ßöl^crs 311 erfat^ren, 
Unb Tc^ fann midj nocf? erinnern, bajg id? fc^on ums 3el|nte 3<^^^ 
Um bie CDirFung metner Seele cor ber §eit befümmcrt mar. 

Da rief er 5U (5ott in feiner Icot, unb ^ott l}alf „vok 6urd) ein IDunöer". 
(£r füt}rte Dr. med. Ö)iem, 5er in .Sd^meiöni^ prafti5ierte un5 PE^yf^^^^ 
5U itltiDaffer roar^), über Strie^au nadf ^aufe. ^ier lernte er Pater 
^üntl^er un6 bie £age öeffen Sol^nes fennen, un6 ol^ne 6en Knaben $efel}en 
5U l^aWn, erÜärte er, öenfelben 5U ftd? nad} 5d?tpei6ni^ 511 nel^men, 6amit 
er 6ie Sd^ule öafelbft befud^te. 

(5efa$t, $etl)an. Der Unahz fonnte Cag un6 5tun6e 6er 2tbreife 
faunt eriparten, unb fte fam 5U Einfang bes ^a\:)Y^s \709, als ber ünahc, 
vok ber ^anq, ber <£v^äl}lung^ rorausfe^t, im 5mölften 3^^^^ \tanb. 5ieb= 
ranb beftnnt fxd} aber je^t barauf, ba^ er bas 3^^^ 1^9^ als (Süntl^ers 
^eburtsjal^r an<^ig,chm, unb faijt bal^er, ba^ er als ein Unahz von \^ 3^^^^" 
Dom He!tor Ceubfdjer cjeprüft unb aufgenommen iDorben fei. IPären bie 
5eitlid)en Perl^ältniffe in ber Chat fo, bann l}äik es brei 3^^?^**^ ^ebauert, 
bis Dr. Ct)iem fein Derfpredjen eingelöft l:}abe, unb bas ift naö:i bem (Sanoie 
ber (^v^ä^iunq, unb ber freubi^en ^emütsDerfaffun^ bes ünahan q>an^ un- 
mö$Iid^. Da5U fommen nod) folgenbe brei Umftänbe. 

iils Pater ^üntl^er mit feinem Sol^ne 5um Heftor £eubfd?er fommt, 
E^ören mir, ba^ auf beffen ^ra^e: 0b er ber neue, anfommenbe Sd^üler 
fei, (5üntl?er mit einem fleinftäbtifd^en ^ugausftreid^en nid^ts 5ur 2(ntu?ort 
(^ah. 2lnf bzn gufprud^: „Sei nur unerfd^rocfen; u?ir u?erben einanber 
fd?on beffer fennen lernen", überfe^te er suerft einen Para$rapl)en aus bem 
Curtio unb bann einen Sprud) aus bem ^ried}ifd^en, unb ber Heftor, 
E?ei§t es in ber Cebens^efd^id^te (5üntJ}ers, wav über bie Ceiftungen E^öd^ft 
erfreut unb Derujunbert unb fprad): „^err (Süntl^er, \d} fel)e, ba^ fte bei bem 
Unahm b^n (Srunb Dollfommen giut gelegt; id^ fann il^n aud^ nid^t anbers 
lüot^in tl)un, als 5U mir in bie ober fte ICIaffe ncE^men". 

Unb fo Gefd)al) es; unfer (5üntl)er blieb bis IHid^aelis \7\5, alfo 
Don 0ftern \709 an $erec^net, 6V2 3^^^* ^" ^^^ l- -2tbteilun$ bes Sd^mcib-- 
ni^er ^ymnaftums. 

VOmn ^üntE^er, fo meinen ir>ir, im \5. Cebensjal^re feine 2(ufnaE?me- 
prüfun$ 9emad)t, bann I)ätte Heftor £eubfd)er wolfl feine Hrfad^e $el^abt, 
fid) über (Süntl^ers £eiftun$en in fo l^ol^em ®rabe 5U Deru?unbern. ^üt 
einen ^Själ^ri^en Burfd)en todre bas feine befonbers l^ol^e Ceiftun^ ^emefen. 
0ber foUte ber Heftor bem Pater bamit ein leeres Kompliment ^emad^t 
l}dben? Beibes fann xd} nid^t mal^rfd^einlid) finben. 

ferner fann id) mir bm Unabcn, ber auf eine freunblid^e 2(nrebe 
E^in fd}üd)tern unb perlenen rnarb unb mit einem fleinftäbtifd^en ^ufaus= 
ftreid^en nid}ts 5ur Ztntmort o,ah, vkl beffer ^wölf' als fünfseE^njäE^ric^ 
porftellen. 

Unb enblid} fra^e id?, warum blieb ber $ut unterrid^tete unb fünf- 
SeE^njäl^ri^e Burfd^e fed}S unb ein I^albes 3^^?^ ^^ ^^^ l- ^bteilun^ auf 



^) 3« ^^^ 2luffa^ von „Über '£anb unb UTeer" (3^t)rg. I895) ift Dr. med. dt^icm 
(SymnafialreFtor in Sc^meibni^ getporben. 



2t>attn rvav ber Did^tcr 3ot^titiu (£{]riftian (Süntl^cr geboren? 223 

bcm 5d) tt->ei5ni^er (Symnafium? XParum 30$ er erft im ITopember \7\5 
auf bk UntDcrfität? ,,11) eil er 5U jimc> ir>ar^', fo lautet meine 2(ntmort. 
jm \2. 3<^^i*^' ^^^ ^^ "^^ 5d}U)ei5m^, un6 im \8. ^al}ve $in$ er auf 5ie 
Unircrfität. 

Überfd^auen n?ir 6ie eingaben un6 Perl^ältniffe, Me ftdj auf ^üntE^ers 
(5eburt5jal)r be^ieJ^en, fo erfennen mir, 6af Siebranö, ob^Ieid^ er meint, 
öie pennerften Unorönunc^en 6araus bcfeitigt 5U l)ahcn, bod} 5en Streit nur 
aan5 formell c^efd^Iid^tet, aber in XDir!Iid?!eit öurd^aus nid^t bei^jelegt I)at. 
IDer fxd} mit 6em I)id}ter un6 feinem £<ihm unb 5d?affen eingel^enö be^ 
fdläfti^t, 5er muf auf 6iefe ^rage immer mieöer 5urü^3reifen; 5enn es 
ift pon $rofer Be6eutunv3, ob ein menfd^Iid^es £^b^n örei 3^^?^^ länger 
o5er für5er ift, ob ein adiU o5er ein elfjäl^riger, ob ein ^voölf'- o5er fünf- 
5ebnjäE^riger Knabe, oöer ob ein ftebjebn- 06er 5U)an5igjä{)ri$er Stuöiofus 
5U beurteilen ift. Siebranö f^ätte 6ie abmeid^enöe 2lnq>ahi 6e5 Pfarrers 5em 
Dater mitteilen un6 eine Korreftur von einer 5er bei5en Seiten peranlaffen 
follen. 3^^^ ^)* ^^ ^^^I fd^merer, 5amit aufs reine 5U fommen. Prüfen 
mir 5U 5iefem ^mecfe 5ie bei5en U)i5erftreiten5en Parteien. 

Die Ting^ahc 5es Pfarrers 5rün5et ftd) auf 5as Kird^enbud? in 
^ränomi^, un5 5asfelbe ift un5 bleibt mie je5es an5ere, fofern es fxd} um 
5ie (5eit por 5er ftan5esamtlid)en Bud)ung I)an5elt, für ^eburtsangaben 
5ie ein5i9e, ausfd)Iag9eben5e llrfun5e, un5 es muf fel^Ierfrei fein, vomn 
5ie Eintragung, mie porgefd^rieben ift, 5ur redeten ^eit, an red^ter Stelle 
un5 in red^ter IDeife bemirft wivb. Diefe Porausfe^ungen u:)er5en aber 
nid}t immer erfüllt; bälget erflärt es ftdj, 5a^ and} in 5en Kird^enbüdjern 
offenbare ^el^ler ftcl^en, mie bnvdf eine Heitre pon Beifpielen leidet 5U 
bemeilen märe. Uns ift aber I^iermit nidjt piel gef^olfen. Denn es mögen nod^ 
fo piel fold^e ^el^Ier aufge5äl)lt mer5en, fo fönnen 5iefelben bod} über unferen 
^all, über 5as ^al^v 1(695, be5. \698, gar nid^ts ausfagen. Iln5 vomn von 
5ritter Seite permutet mir5, 5a0 5er Eintrag, 5a 5er Paftor I^änel in ^ränomi^ 
bei ®üntl)ers Caufe als (Sciftlid)er un5 Pate sugleid) amtiert i}ahe unb 
buxd} 5ie l}ofyn ITTitgepattern, Freifrau p. Hid^tl^ofen un5 ^reil^errn p. Hoy, 
mel^r als gemöl?nlid^ in ^nfprud} genommen mor5en märe, erft auf einen 
gettel un5 fpäter Pon anderer ^an5, meil 5erfelbe unter 5en Paten mit 
allen Citeln un5 IPür5en im Kird^enbudje ftel)e, Poll5ogen fei, — fo treten 
mir 5amit aus 5en (Sren5en 5er ZHöglid^feiten un5 Vermutungen and} n\d}t 
um eines ^aares Breite beraus. €s bleibt eine l^übfd^e Dermutung, 5af 
5ie 2id}i un5eutlid) gefd^rieben un5 5ann als eine ^'^nf gelefen un5 ab-- 
gefd^rieben mor5en fei. Es ift aufer5em fel^r fraglid), ob eine l^eutige 
Unterfudjung 5es betreffen5en l{ird)enbud)es in 5iefer Sid^tung 5U einem 
eraften Ergebnis fül^ren mür5e. Desl^alb möd^ten mir einen an5eren IDeg 
empfel)len un5 fragen: 2iüf meffen 2lusfage i}\n ift 5er Eintrag im Kird^en- 
bud^e überl^aupt erfolgt? 2(ntmort: Don 5erfelben Perfon, 5ie 5em Bio= 
grapl^en Siebran5 5as 3<^^^* ^698 angegeben l?at, un5 Pon 5iefer Eingabe 
miffen mir, 5af fte feine Derän5erung erfal^ren f^at. Dater (Süntl^er, 5en 
mir in 5er £ebensgefd]id^te feines Sol^nes als einen langfamen, 5ä{?en un5 
mat^rl^eitsftarren El]arafter fennen gelernt habm, ftel^t als rTtenfd? ebenfo 
l}od} unb rein por uns mie 5er Paftor ^änel; in 5er @laubmür5ig!eit in" 



224 Wann wav ber Dichter 3ot?ann (tl^riftian (Sünttjcr geboren? 

betreff bcs ^eburtsjat^res feines Sot^nes ftel?t er uns jeöod) Ptel l?öf?er un6 näJ^er. 
<£v, 6er leiblid^e Pater, 6er uns fa$t, 5af 6er iinahz ad^t ^al)x alt wav, 
als er mit 6er ITtutter nad} Breslau reifte, 6af er 5mölf 3^^^^ S^^Ite, 
als er in 6en alten 5prad}en fou?eit poripärts c^efonimen, foU nid)t mel^r 
u?iffen, u?ann xl^m bas erfte l{in6, fein 5oE?n, geboren ir>ur6e? Das 5U 
6enfen, ift mir unmö$Iid?. Da5U fommen 6ie u)ie6erl?oIten 2lnq^ahcn 6es 
Did^ters, 6ie auf 6asfelbe (giel l^inauslaufen un6 fa^en, 6af 6as ^eburts= 
jal^r \6^S t}eife. €n6Iid} berufe xd} mxd} nod} auf einen 6ritten S^xig^^xx, 
ndmlid} auf 6en unbefannten (Eigentümer 6es (feyemplares von 5iebran6s 
Bio^rapl^ie, 6ie in Cittmanns 2}anb $elan$te. Darin ftel^t 6ie Bemerkung ^) : 
ff3'^ felbft l^dbz (Sünt{)er in XDittenberg $efannt, 6a er mid) oft befud^t, 
als ein an(5e{?en6er 5tu6iofus, 6a xd} fd}on in £eip5ig vkv 3al)re poriger 
ftu6iert E^atte. 3d? bin \6% geboren; unmöglid} fonnte er 6amals nur 
ein 3 9^^ jünger fein." 

Uberfd^auen mir 5um Sd^Iuf 6ie 6argelegten ^zxianq,ahen^ X)er{?ält= 
niffe un6 Umftän6e, fo erfd^eint es gan5 unmöglid?, eine 2(uflöfung 6er 
n?i6erftreiten6en TXno^aben ^wx^dim 6em 3^^^^ W^ ^^^ ^^^ 3^^^^ 1^98 
l^erbei5ufül}ren. Das formelle Hed}t ftel^t immer nod?, u?ie xvxv ge5eigt 
l^aben, auf 6er Seite, 6ie fxdf auf 6ie 2lxxq,ab^ 6es Kird^enbud^es beruft; 
6as materielle un6 leben6ige Hed^t 6agegen ift mit allen 6enjenigen, 6ie 
6en tDie6erl)olten 2tusfagen 6es Paters un6 6es Sohnes beipflid^ten. Un6 
für weld}c Partei entfd^ei6en tt?ir uns? Bei6en red)t q^cbm, ift unmöglid). 

Soll 6er Did^ter, 6er in feinem 'ich^n fd^on for>iel Kreu5 un6 UrX' 
gemad^ erlitten, audf im tro6e rxod} bas Hnred^t erlei6en, älter 5U l?eifen, 
als er felbft gefagt l?at? Hein, 6amit 6er Did^ter fei un6 bleibe, ipas er 
gemefen, nämlid? ein l^eller, l^eiterer, frül^reifer 'Kxxdb^^ bann ein blutjunger, 
unerfal^rener nn6 luftig 6rauf5uleben6er Stu6iofus un6 en6lid? ein gemütS' 
tiefer Sänger, 6er fein eigenes '£chm voal}t un6 u?arm beftngt, muffen xvxv 
baxan feftljalten: ^üntl^er mar am 8. 2tpril \6^8 in Striegau geboren. 



Deutfc^c Dichter ^cs \7. 3at?rl|unbcrts. 6. Bb. £eip3ig ^87^. 5. VI. 



XladjvidfUn 

über bk ^cfi^er öcs Rittergutes (ßersborf bei 
Keidjenbad) (D.i. 

Von "^rücßner, paftor unb Krctsfc^ultnfpcctor 3U (Sersborf. 



IDenn 6ie Permutl^ung rid^ti^ tft, 6af Dor \228 ein Hitter ^erl)ar6 
(5ers5orf bei Heid)enbad}, öas alte Stammoiut öer ^efammten ^amilie 
p. ^ersborff, erbaute un6 il^m 6en ITanien ^ab, fo tüäre öiefer 6er erfte 
Beft^er getpefen. Diefe Permutl^imoi erbält 6a6urd^ eine $röfere Xüal-jv-- 
fd)einlid}feit, als nadjmeislid} öiefer (Ort bereits im {5. 3^^i*^un6ert ftd} im 
Beft^e 6er ^amilie (Ser56orff befan6. 3^^^ 3^^?^**^ \^^\ *^i"^i*bte il}n wal}v- 
fd)einlid) von feinem Dater, 6effen Porname unbefannt ift, bei 6er brü6er= 
lid^en C^eilun^ 5u?ifd)en CE^riftian I., Hulfo un6 3^^^3 l^- i- ^ol:}ann) ^) 



§o^)ann v, i^ex^boxff (\50\ bis ?) 

Das ältefte ^örli^er Stabihnd} von 1(305 ff. entl^dlt unter 6em ^al^v^ 
\327 (nid)t \326) foI$en6e (Eintragung: Jensh des spitoles mester !auft 
vunftlialbe marg jeriges cinses wyder Hannus von Grerhartsdorf. 
Pielleid^t f?at man ein Hed}t, 6iefen ^aimus als Befi^er unferer 0rtfd}aft 
in 2(nfpruci} 5U nel^men un6 mit 6em oben eru?äl)nten Jencz gleid}5ufe^en ^). 

Das Siegel 6es dTriftan v, ^ers6orff com 2^l}Vi \3\7 trägt 6ie 
Umfd}rift SCEISTIANI (de) GERLAKISDOEP. Bei6e Hamen fin6 
pom bran6enburgifd?en 5tempelfd)nei6er falfd^ ü:>ie6ergegeben. Das Siegel 
6es Criftan, 6es Stammpaters 6er oberlauft^ifd^en ^amilie 6iefes Hamens, 



^) (5efcf?id^tc hzs 0berIaufi^er 21bels unb feiner (Süter t>om \5. bis gecjcn (^nbc 
bes \6. 3ii'^r^]un^ßi^ts 5. 186 (meiter unten ift biefe (Quelle abc3e!ür3t an^ca,ehm als 
Knotige, 2l."(S>.). 

2) S. ^td}i, IDiffenfdjaftl. Beilage 3um Programm bes Gymnasium augustum 
3U (Sörli^ ^89^, 5. \o. 

n. c. m. Bb. Lxxi. 15 



226 ZTac^ric^tcn über bic Befi^er bes Hittergutcs (Scrsborf. 

in einer Urfiinöe rom ^a^vz ]i308, I^at 5ie Umfcbrifl SCBJSTANI DE 
GERHARDIYIL (villa = Dorf)^). €r felbft fd^retbt ftd?: Cristanus 
miles dictus de Gerhartstorf. Die ^amilie fdjrieb ftd) fd^on am 2ln= 
faiuj 5es \^. 3^^^^?ii^^^^*^^ ^''^^ 5^^^ f ^^^^ €n6e. So in llrfunöen pom 
3al)re \30t \5\8, (5\9, \327. (Ein Johann de Gerhartsdorf, 6er \332 
in 6er* 5ta6tbel?ör6e 511 ®örli^ war, wat nad} Knotige a. a. 0. 5. ^99 
2inm. fid)erlid? ein rom Dorfe (5er56orf ein3eu?an6erter Bürger. (Db 
6iefer un6 ein 5ie§frie6 v. (Sers6orff (por \338), 6er feine ^od^ter an einen 
(Sörli^er Bürger ICuÜnfa! perl^eiratl^et, in irgen6 einem 5ufammenl)ange 
mit 6en 6amali(5en Beft^ern geftan6en, ift nid^t 5U ermitteln. Dagegen 
fd^eint es tral^rfd^einlid}, 6a^ im legten Piertel 6es \'{. ^alfvl^vinbQVis ^ers= 
6orf gan5 06er 5um Cbeil an 6en (Berliner Bürger Johann Ulman de 
Moneta (6. i. aus 6er IHünse) perfauft 06er perpfän6et tüor6en ift. Der« 
felbe rt?ar^) pon \368 — 69 interimiftifd^er Vertreter 6er 0berIauft^er €an6= 
pogtei un6 iPol)I 6erfelbe Johannes Uhnan de Gerhartsdorf, 6er ^376 
in 6er ^ran5is!aner!ird}e 5U (Sörli^ einen 2tltar erwirbt, an meld^em* 
tpöd^entlid} ^ ITTeffen für feine ^amilie gelefen rper6en follten. 2(uf ftd^eren 
gefd}id)tlid^en Bo6en treten xvxv erft tpie6er mit 

Ptiftop^ t>. §ct$borff (bis \5^5)% 

6er, 76 ^al}V^ alt, frül^er Kaiferlid^er ®efan6ter in Hom, ^395 in ^örli^ 
ftarb. „Derfelbe befaf Caud^ri^, ^oI)en!ird), ^erms6orf, (2)fftg, ZHarfers* 
6orf u. f. rp.", je6enfalis aud} ^ers6orf, 6a ZT(arfers6orf ein altes p. (Sers* 
6orff'fd}es Beft^tbmn ipar (Knotige 2X.=®. 5. 625), un6 nad:f (Lljriftopl? 
p. (Sers6orffs Co6e (Sers6orf 

^ei^e^anneo v, ^etöbotff (pon ^396— 1(^30 öfter aus6rüc!Iid} als 5U 
®ers6orf gefeffen be5eid}net) 

beft^t. (£r faufte \^{0 einen 2(ntE)eiI pon ^orfa un6 foll \^23 and} 
Pfaffen6orf an 6er £an6esfrone befeffen I)aben. \^28 wav „Eeychehannes 
von Gersdorif czu Gerharzdorf" 5öI6ner pon ^örli^ im6 f^alf mit 
feinem Sol^ne (Sörli^ gegen 6ie ^uffiten pert{)ei6igen^). 

'^ida^ V. ^et^botff (um 1(^32 nod^ ern?äl?nt), 

aud} „Hicfel Pon 6er £an6sfron" un6 „6er alte X)oitIän6er" <^cnanni^ 
voat^) £an6espertpefer un6 ^el)mrid}ter. 2(Is Deputirter 6er Kitterfdjaft 



^) Knott^e, bic ältcftcn "Siegel bes 0berla«ft^cr ^Ibcls. £auf. IlTag. \8%. 67.' 3b. 
l ^eft 

2) Knotige 2l.'(5. 5. 199. 

^) (Sersborfer ^amiliennadirtchten. Q^ucbUnburg I8\8. 5, '^o. 

4) Knotbe 2i(5. 5. 200 unb (Dberlauf. proDiiijtalblättcr VI. 5. \5\ ff. 

^) nad) ber ©rtsbefc^rcibuiig u. (Sefd^ic^te pou ^riebersborf a. b. £. uoii p. Kiiott^e. 

Urfunben von ^5. 



ITachridjtcn über bie Scft^cr bes Rittergutes öersborf. 227 

bcs ®orli(5or Krcifes 50g, er mit 2(n5crcn \^20 nad} Breslau, um 60m 
Kaifcr 5tcsi5iimn5 5U l^ulSic^en. 3^?^^^ c^el^örte (^ersborf un6 ^rieöersborf '). 
\^2\ voav er l7auptniann 5U (Sörli^ un6 fänipfte \^26 nebft pter Söl^nen 
un6er 6ie l7uffttcn^). 



^der V, ^cxohotff [von \^33— ?). 

Pcrfelbe unr6 \^3^ (im Xtr!.= Per5. II. 36) als peter v. ^ersöorff 
„6afclbft" (6. l). 5U (5ers5orf) beseid^nct un5 in öerfelberi XPeife \^57, in 
uv^Id^cm Jal^re er ^rieöensbürge für Zac!el v. (5ers6orff auf Könic3sl)ain 
war. (Bau^encr Hatl^sard^iD.)^) \^33 (teilte er ftd} mit 2(n5eren un5 
ihren Zllannfd^aften bei 'Rddicnbad} auf, um einen (Einfall 5er ^uffiten 
ab5uu?el)ren. Sie fd)lucsen Mefelben un5 trieben fte über (£bersbad) 5urüc!^). 
m^ erhielt er von 6er 5ta6t ®örli^, tpeil er il^r f)ilfe geleiftet, 5u?ei ^trm- 
brüfte um 2 5d}od 5 ©rofdjen. Um \^^0 befaf er audj (5üter in Hieöer- 
reii^enbad} ^). 

c^attö V. gcröborff (um \^65) 

wivb 1^65 als „5U (ßersborff gefeffen" ermäl^nt. Pte Dermanbtfd^afts* 
perl^ältniffe ftnö nir^enös an^eöeutet. 

1/^92 muröen „6ie (Sersöorffer 5U ^ersborf ^efeffen" von bem Köni^^ 
lid^en (Serid^te 5U ®örlii| $el)eif d^en, ,,meil fte etlid^e il^rer armen Ceute 
über 5u?ei ZTäd)te in ^aft c^el^alten unb fte gefd^lac^en l^atten". \5\2 I)atte 
„ein I)ieb bcn (Sersborffern 5U (Sersborf einige (Jeit ^ebient^' ^). Damals 
lebten in (Sersborf bie Brüber Bernl^arb, (Ll^riftopl;, Caspar unb Peter, 
beren llTutter, Sopl^ie Sboroffsfy, als bie ^rau (IDittme) bes „alten Peter 
V. (Bersborff" genannt ruirb. Der ältefte ber pier Brüber, 



5Jernt ober ^cxit^axb v, ^cxobot^ (um 1(523) 

wirb ^5\7 als „5U ^ersborf gefeffen" be5eid}net unb mar ein „ungefon-- 
berter Petter" bes ^ans p. (Sersborff auf Hubelsborf, oermutl^lid} bes oben 
eraȊl)nten Beft^ers von (Sersborf, beffen I(ad)folc^er er u?ar. ZTad^bem 
bie XDittme bes „alten Peter v. ^ersborff" \5\7 il^rem 5u?eiten Sol^ne 
Cl^riftopl? il?r Dermögen aufgegeben, nad} beffen Cobe fold^es an feinen 
Bruber [ober „feine Brüber"] fallen follte, „bod) bm llinbern ol?ne 
Sd^aben", überlief Bernt, ber €ol)fa ermorben Ijatte, im ^al^ve \523 feinen 
Hntbeil am <Bute (5ersborf feinen Brübern 



^) Käufer, Überlauf. (Sefc^ic^tc Bb. I 5. ^20-^^28. 

2) Knotige 2I.=(S. 5. 25\. 

^) TXadi brieflicher ITTittt^eilung ^cs prof. Knott]c. 

4) Sdjel^ im £auf. IlTag. Banb 67 5. 162. 

^) Knotbe 21(5. I. 5. 90 unb 200. 

^) Knottjc 2l.-'<3. 5. 200 unb Script, rer. Lus. II. 373. III. 2^6. 



15* 



228 Xladjnd^icn über bic Befi^cr bes Hittergutes (Scrsborf. 

§^xiftop^, §a^pax mb ^etex v. i^ex^box^^), 

6ic im genannten 3^^^^ bamit beleE^nt tr>er6en. Später erfd^eint als Be= 
ft^cr von ^crsborf nur nod} 6er jüngfte Bruöer 

öer im 3<^^^^ 1^2^, ebenfo \528 unö ]i529 Beift^er im ^ofgerid)t 5U (Sörli^ 
mar. (£r mad^t \535 eine Derorönun^ als Beft^er von (Bersöorf, tr>ie 
es nad} feinem ^o6e ^el^alten iperöen foll, tporaus 5U entnel^men, 6af er 
nid}t lan^e öarnad} §eftorben. Sein $Ieid?nami$er Sol^n mar 

^etex V, ^etöbotflf nnb pentfd^-Waxtt^boxf, 

6er um ]i55\ ermäl^nt U)ir6. (£ine Cod^ter 6effelben, IHartl^a (£Iifabetl^ 
D. ^ers6orff aus 6em f^aufe (Sers6orf, üerl^eiratl^et ftd} mit einem ^errn 
V. Kyau, 6er Don \555 Kemni^ beft^t^). Söl^ne 6effelben maren ^ans 
V. ^ers6orff auf Pauts6orf un6 

^ofep^ V. ^ctöborff auf §ex^hoxf (\555— ?), 

6er \555 mit ^ers6orf belel^nt un6 nod? \567 unb fpäter eru^äl^nt mir6. 
Peter v. (5ers6orf^) befa]^ nod} 2nen5eIs6orf, u?eld)es \555 fein Sol^n 
Stensel erl^ielt, u)äl)ren6 ^ans mit PauIs6orf un6 Hie6erreid}enbad?, 
3ofepE} mit (Sers6orf belel^nt u)ur6e. Ce^terer erfd^eint \572 mit 5 Söf^nen 
auf 6em @efd)Ied)tsta3e in g^^t^ii' 167^ faufte er von 6en Brü6ern 
Baltl^afar un6 3<^^^i^ii ^- (Sers6orff auf Döbfd^ü^ 6as ^ut £efd)mi^, 
peräuferte aber 6affelbe \58\ nebft Üunnermi^ Sd)uI6en I^alber an £)ans 
V. XDavnsbovf. BaI6 6arauf muf er aud} 6as alte Stamml^aus ^ers-- 
6orf, 6as 6em $an5en ^efd^Ied^te 6en Icamen o^cq^^bm^ rerfauft l}ahcn^)^ 
ob gleid^falls an £). p. IDarns6orf, von 6em es 6ann (Süntl^er v. ^erms» 
6orf gefauft I^ätte, 06er 6irect an £e^teren, ift ungemif . 3^^P^ ^^^^^ f^^ 
6arauf naif Sol?Ian6 $emen6et, wo er \5% aud? fein £et)nred)t „auf 6em 
^ütlein" in 0berreid}enbad) an l^ans v, IDarns6orf, 6em Beft^er r>on 
^.ddticnhad}, peräugert. Der ^rabftein feiner (5emai)Iin, einer IHatrone 
in gan5er ^i$ur, ift an 6er Sü6feite 6er Kird^e 5U ^ers6orf aufgerid}tet 
un6 trä^t 6ie Umfd^rift: 

„am fonntage oculi (ift $eftorben?) 6ie erentu$en6fame frau mag6alene 
^eborne nemptfd^in 6ef (e6Ien?) erenfeften iofef girs6oref alll^ie 5U ^irs^ 
6orf elid^e I^auffrau". 



1) nad} briefltdjen ITttttl^eilungen bcs prof. Knotige. 

-) pc[d?el, ®rtsge[c^id?te ron Kcmni^ 5. 50. 

^) Knott^c, (Scnealogic bcr ücrfdjiebctien £hiicn bis (Scfc^Iec^ts r». (Scrsborff in bcr 
®bcrlaufi§. ZT. £auf. llTag. 69 5. 109 jf. 

*) Dr. £). Knotige (Scncalogic bcr ücrfcf^tcbencn £inicn bcs (Scfc^Iec^ts ü. (Scrsborff 
in ber ©bcrlaufi^. Zi. £au[. Ulag. 69 5. ^6^. 



Hac^rtc^tcn über bie Beft^cr bcs Htttergutes (Scrsborf. 229 

Heben öiefent ^rabfteine fte{)t an 6er Kird^e ein anöerer, einen Kitter in 
roller <£ifenrüftung barftellenb; öer nad} öem auf öem Steine befinölidjen 
IPappon ein Kitter Ked^enberc^ ift, 6er im 3al?re 1(583 ftarb. 3^ a)eld^er 
Be5ieinuu3 6erfelbe 5U 3ofepl) p. (Ber56orff (5eftan6en, ift nid^t 5U er- 
luitteln. 21Tö(jIid}erit)eife ift 6erfelbe fur5e 5*^^^ Beft^er von (Ser56orf 
C!»eiuefen. 

^ünt^ex V. ^dctm^botf (um 1(590—^603) ^) 

5u PoIen5 im ^TTeifnifd^en. Derfelbe fauft \58^ r>on ^ans v. IVarnsborf 
bas Dorf 21Ienyel56orf, perfauft es aber \590 „5U (Ser56orf ^efeffen", 
mie6er an 6enfelben 5urücf un6 perfauft aud? (5er56orf \603 um 
\^000 tri?aler an 

^an$ t>. ^axmboxf (1603— ^6\3)-). 

Derfelbe rr»ar 6er ein3i9e Sobn 6es \582 perftorbenen ©eor^j p. n)arns6orf 
auf Ku^na, Clneli^ un6 IDen6ifd)offt5 un6 6effen (5emal)lin ^elene, $eb. 
rd^affgotfd) aus 6em ^aufe Kynaft. (£r mar am \^. ^ebruar ](5^9 5^ 
Kubna geboren, l]atte nad} einan6er 3 grauen un6 \^ Hxnbzx, ipur6e \582 
£an6esältefter 6es (Börli^er l:{reifes un6 ftarb am 9. September \6\3. 2lls 
£an6esältefter nabm er \608 un6 ^609 an bm ^efan6tfd}aften 6er Stän6e 
tl^cil, u?eld}e in Prag pom Kaifer Hu6oIp(? einen ITtajeftätsbrief für 6ie 
0berIauft^ 5um Sd^u^e 6es epangelifd^en Befenntniffes eripirfen follten. 
(£r ipol^nte in Heid^enbad^ un6 nad} 6es Paters Co6e in üui^na, un6 mar 
6amals 6er reid^fte (£6elmann im £an6e. Dem Kaifer Hu6oIpl) II. E^atte 
er \5000 ^t)Ir. porgeftredt un6 \5% \l}m nod}maIs 7000 ^()Ir. gesal^It. 
Dafür erlangte er 6ie Bered^tigung, 6af alle feine ^üter bis 5um XDertl^ 
pon 30000 C{)Ir. (£rbe fein follten^). 2tufer 6en ererbten Gütern liul}na, 
eineiig un6 lt)en6ifd)offtg befaf er bnrd} Kauf pon 6em perarmten 
Baltl]afar p. ^ers6orff auf 2trns6orf 6effen „gutte Sta6t l^cid}mbad}^' 
nebft Kird)Iel?n un6 Pormerf, (Dberreidjenbad^ un6 2nengeIs6orf. ^m 
3abre \58\ faufte er £efd)n:?i^ un6 Kunnermi^ pon 3<^f^P^ ^' ^ers6orff, 
1582 6en l{üppertt)aI6 bei Bieftg, ^586"^) 6ie ^ospitalgüter 5U Heid^enbad?, 
^592 l7aus6orf bei Cauban, \593 einen Cl^eil pon 0ber'-Sd^reibers6orf, 
V569 0ber= un6 rcie6er=Sd)önbrunn, \597 Pon l"(aifer Ku6oIpb IL 
Pofotten6orf, \60\ an6ere Cl^eile Pon Sd}reibers6orf, \605 (5ers6orf, 
\606 inar!ers6orf, \608 Vil}y\t, \6{\ 'ixp^^cn bei Ul^yft. 2trns6orf per- 



1) Knotige, 7l."(5. II. 5. 53^. 

2) Knotige, 2I.=(S. 5. 53^. 

3) Knottie, 2I.=(S. II. \6. Dagegen: Hid^ter, Cf^roni! von Heic^enbad?: „er cr= 
langte am Cage St. (öalli \599, ba% alle feine (Süter, unb biejenigen, bie er innert^alb 
15 J'^^i'cti für 30000 S^t^aler ba3u !aufen roürbe, aus '£e\\n m (Erbe üermanbelt trurben. 
<lud} luiirbe ibtn für feine (Süter jugeftanbcn, balß fie fünftig niemals mit mel^r Steuern 
belaftet m erben follten, als fie bamals l^atten". 

*) Kid^ter a. a. Q). ^685. 



230 ZTac^ric^tcn über bic Befi^er bcs Rittergutes (Sersborf. 

faufte er \608, Siebent^ufen bei Kunnersöorf \60^ ^). (£r wav ein ftren^er, 
über feine $ut5l?errlid)en Hed]te eifrig tpad^enöer ijerr, 6er aber aud) 
mand^e 5tr)ec!inäfi$en (Einrid^tun^en 5U treffen fud^te. So r>eru?an5elte er 
\609 in 5d)önbrunn 5en Haturalöecem in (SeI6, le^irte in Kuf^na 100 ITt 
für „0r$elfd?la$en". 3" ^Ttarfersöorf beael)rte er ^607 von bcn Pfarr» 
öotalen Me ^ul6i$un$, was \l}\n aber pom Kaifer peripei^ert ipuröe. Bei 
feinem Co6e tE^eilten ftd) feine 5tt)ei 5öE]ne in 6en Beft^. 



^iegwttttb t>. g^dtrnöbotf (von {6\ö) 

cvI}xqU ®ers5orf, ZlTarfersöorf, üulfna, ^I?ieli^, Sd^önbrunn, IPenöifd}^ 
offtöi, Pofottenöorf, £efd^u)i^, Kunnersöorf unö Heuöorf. 3^" beerbte 
fein Bruöer 

c^nttö §eorg t». parn$borf (bis \63^). 

Diefer befaf , vom Vakv ererbt : Keid)enbad) mit 0ber5orf, (Delifd?, 
UTen^elsöorf, Sd^reibersöorf un5 ^au^sborf; von feinem Bru6er ererbte 
er Kul^na, Cl^ieli^, XDen6ifd)offta, (Öersöorf -), ZHarfersborf unb £efd)n?i^. 
2luf eröem befaf er ^artmannsöorf. \602 perl^ciratl^cte er ftd} mit Katl^a- 
rina §eb. v. Sal^a aus 5em ^aufe (£bersbad?, tpeld^e am 27. 2.]Tär5 \632 
ftarb. Had^öem er alle feine d5üter l^atte perfaufen muffen (Heid^enbad} 
\d}on \628), ftarb er, pölli$ perarmt, am \2. lUäv^ \656 in Sd^reibers^ 
öorf, 6as il^m allein nod? geblieben ipar unb wo er feinen IPol^nft^ Blatte, 

Sio^ V, ^at^a (\635— \654)^). 

(£r ipar ein Sol^n ^iob p. 5al3as auf (Ebersbad? un6 öeffen ^e- 
mal^lin (Eatl^arina $eb. p. ^ranfenberg. 3^^^ 3^^^^ 1^86 geboren, u?ar 
er 30 3^^^^ ^<^^^9 2tmtsl?auptm*ann 5U ^örli^. \635 faufte er (5ers6orf 
un6 Hlarfersborf pon 6en XDarnsöorffd^en (Erben. 3" ^^^ älteften, auf 
feinen Befel)l gefertigten Kird^enred^nung pom ^al}ve 1(637/38 wirb er 
be5eid)net als ^err auf €bersbad?, (Sörfborf, ^ITarfcsöorf un6 (Bro^- 
Kraufd^a. Seine erfte ^emal^lin u?ar eine geborene p. Sommerfel6, feine 
5u?eite ITIagöalene p. ©ersöorff aus 6em I^aufe 2lvns6orf. Seine ältere 



^) Knotige a. a. (D. Xlad} Hieltet a. a. <D. bcfaf, er au^erbcm: bie lllüblc tu 
Zlicber=Heid?enbad?, 0elifc^, 3tDei (Särten in Bicfig imb Heuforge (ein in5n)ifd?en ein» 
gegangenes Dorf ßmifcben Heid^enbadj unb (Scrsborf). 

NB. ZTadj bcm (Erbtt^eile Siegmunbs be[aJ5 £7ans r. IDarnsborf andi Kunnersborf 
unb Heunborf. 

^) Wenn nad} Hidjter, (It]roniF pon 'B.cicbcnhadi, 5. 27 Siegmunb erft ^639 ftarb 
unb J^iob v. Sal^a fd?on 1635 (Sersborf ron ben iParnsborffdjcn (£rben !aufte, fo Fann 
es f^ans (Seorg v. lÜarnsborf nid^t r>on feinem Bruber geerbt, fonbern mu§ es fdjon 
früt^er gekauft traben. 

cf. auc^ Knotige a. a. 0. 5. 162. 

^) Die ZTad^ridjten über bie v. Sal^a 3unt (Ebeil ert^alten uom i)errn Kreisl^aupt» 
mann v. Sal^a in 3aut3en. 



Hac^ric^tcn über bic Bcft^cr bes Hittergutes (Sersborf. 231 

Cod^ter Katl^arina war an (5corg p. IParnsöorf auf Sd^reibcrsöorf 
Pcrl?oiratf?et. (5. oben!) (£r E^attc feinen IDol^nft^ in (^b^vsbad}, wo er 
165^ ftarb^). 

jn 6er €rbfon5erun$, ^efd^el^cn 5U €ber5bad) am 22. 2när5 \656, 
:rl)ält fein Sofyx (lE^riftopf) ^rieörid) ^bersbad} un6 5ieben{?ufen, öa^e^en 
orl^alten feine beiöen anöeren Seltne, 

^botf §eorg un6 JSam 3cicoö tJ. §a^a (1656—1669) 

(Bersborf mit Pertinen^ 2Ttar!er55orf, 5ufammen „auf 18565 tTE^Ir. $e= 
würbet". 

2ibolf ^eor$^) rruröe am 18.3tinuar 1635 geboren, mar Derf?etra%t 
mit 2inna ^.ITar^aretl^e ^eb. p. Döbfd)ü^ un5 ftarb am 5. ^ebruar 1669 
im 2tlter von 5^ 3<^^^^'^- ^^^"^ ^^^^ ^^^^ geborenen un6 getauften Hin5er^) 
maren : 

1. (£(}riftop{? 2(6oIf, geboren öen 29. llTai 1660. Unter 5en 26 
Patl]en rpar ^err ^ans ^afob v. Sai^a auf „^ergöorff un6 ZHarÜers^ 
6orf " (alfo ZHitbefifeer, ba 1662 in 6er Kird^red^nung aud? ^eoro» v. Sal^a 
als „fyxv auf (5ier56orf (06er ^örf6orf) un6 211arcfer56orf" be5eid)net 
tDir6. 1663 ipir6 nur (Seorc^ v. Sai^a als „fyvv von ^iers6orf'' 
(genannt. _ 

2. ^iob ^rie6rid), geboren 6en 22. 2(uc3uft 1661. 1. (^atte 371 
patE?en.) 

3. €Iifabetl? ^ugen6reid}, geboren 6en 18. 2^l\ 166^. (V}atk 26 
Patinen, 6arunter 6er ,,3"f^^T"^t<^^ ^^^ ^od)a6eIigen 3u$en6 stud. 
Christianus G-raecius".) 

^ans ^afoh v. 5al5a U)ur6e am 15. Pecember 1666 pon einem 
p. 5d}ad}mann auf liönigsl^ain im Duell erfd]offen. 



^) 33emerFung in ber Kirc^red^nung üom 3*5^i"ß \^^^' r,^^^ t^« if^n gcfanbtc lixxd}' 
rcdjtiung fonntc nidfi conftrmiret ircrben, tpcil bcr 5cel. Bcxv bei* Seelen nod? bie böfe, 
fdjnöbe Xl'elt gefegnet". (sie!) (£r ift nad^ bem \2. 2lfv\[ ;65^ geftorben. 

-) Die beiben bis 3ur Kirdjenrenoüation inx ^a^xe ^889 über bem 2Iltarraume 
beftnblid^en ^^abnen 3um ^ebäd?tni§ bes f^errn 21bolf (Seorg p. Sal^a, von [dpn)ar3er 
Seibe, tparen, fomeit fic um bie ^abnenftange gemicfelt, nocfj 3iemlid? gut erl^altcn, ber 
übcrbangenbß Cbeil aber rom Staube 3erfreffcti. 21uf ber einen ^al^ne fanb fic^ 'öas in 
0el gemalte Bruftbilb 2tboIf (Seorg ü. Sal3as, umrat^mt von golbenem £orbeerfran3e, 
auf ber Hücf feite aber folgenbc 3"f*i?^"ift* 

„Berr 2lboIpt^ (Seorge von Sal^a ift geboren morben i)en \8. Z^nnax mittags um 

3 n. Anno \635. 3ft geftorben hzn 3. ^ebruar morgens gegen (?) llt^r Anno ^669 

feines Filters 3^ 2^hy J^on adjtebalb ITTonaten". 

^luf ber 3n?citen ^abne fanb fic^ eine lateinifd^e 3nf<^nft, bie bis auf bie Itnfangsmorte: 

„Dum mors Salzia" nietet mel]r 3U ent3iffcrn mar. Darunter folgenber pöllig erl^altener 

Ders in golbener beutfd^er Sdjrift: 

„(Seftern lag idj frifcf? unb fcf^ön mit bcn Blättern 3ugebccfet, 
Unter roeld?cn bie Hatur mid? fo fünftlic^ ausget)e(fet, 
^eute bin id? bürr unb gelbe, fonber Sdiaüen an3ufel]en, 
§u be3eugen, ba^ ber Htenfc^ aud? fo plö^lid? mu§ üerget^en". 
^) cf. has ältefte (Sersborfer 'Kixdienbudi. 



232 Ztac^rid^ten über bie Befi^er t>cs Hittcrgutcs (ßcrsborf. 

Stob ^rkbtrtrö v. §a^a (\66^—\675). 

IDäf^rcnb öer ^TTtnöerjäl^ri^feit, er voav beim Co5e feines Daters erft 
7^/2 ^cd^vc alt, renr>altete feine ITcutter, ITTarc^aretl^e geb. v, Döbfd^ü^, 
als feine im 3^^^^ 1^70 confirmirte Dormünöerin, 6as (£rbe. Die Kird^^ 
red^nung nimmt ^669 ab „^err (£l)riftopf) ^rieörid) p. Sal^a auf (£bers= 
had}, Spremberg un6 Siebenbufen, Kl^ürf. Säd^f. Hatl^ un5 Canöesältefter 
5es ^ürftent^ums (5örli^ als unferer l7od?a6eIigen ^rau IDittir>e üerorö» 
neter Kurator unö bes jungen unmünöigen ^errn v. Sal^a Pormunb'^^). 
2im \^. ^nnx \675 übernimmt f^iob ^rieörtd} v. Sal^a, \2 ^abiix alt, 
unter Pormunbfd^aft feiner IHutter, (5ers6orf; 1(69^ ertt)irbt er ^artmanns= 
5orf, am \^. 3^"^ 1^95 perl^eiratl)et er ftd} mit I^elene Sabine v. Sal^a, 
Cod^ter ^üntl^ers r>. 5al5a auf €id?tenau un6 XPingenöorf un6 öeffen 
(Semal^Iin Sabine geb. ü. Icofti^ aus 5em ^aufe ^iä:}0(iia. (£r ftarb 
oI)ne I(ad)fommen am 3\. ITTär5 1700 5U ^artmanns6orf unö u?ur6e 5U 
llTarfliffa in einem fupfernen Sarge beigefe^t. d)atfäd)Iid} ift ^iob 
^rieörid] v. Sal^a nie 5a5u gekommen, ^ersöorf felbftftänöig 5U über- 
neljmen; bcnn \675 voxvb nodf 5ie XPittu?e Tinna IlTargaretl^a p. Salsa 
als (£rb'- unö £el)nsl}errfd?aft beseid^net^), in öemfelben 3^^^^ <^t»er aud? 
fd)on als fold^e ^rau 2lnna IlTargaretl^a v. Sdiwanii^ geb. v. Döbfd^ü^^). 
hieraus ergiebt fid), 6af (5ers5orf im 3al}re \676 öurd) Perl?eiratl}ung 
mit ^rau 2tnna IlTargaretl^a Perm. p. Salsa, geb. p. Döbfd)ü| in öen 
Beft^ pon 

Ptifto^9 ^ottM V, §d)wanii} {{676— \68^) 

überging. ^676 ipir6 er als ^err auf I^ermigsborf, ®ers6orf unö 
I^artmannsöorf, in 6em 3^^^^ \ö77 nur nod} als ^err auf (Bersöorf unö 
^artmannsöorf genannt^). 

^ier geborene Kinöer öeffelben: 

\. IHargaretl^a (Sottliebe, geboren öen 30. IHai ^677. 

2. 3ö^<^»i'^^ Sop{}ia, geboren öen \^, September \678, 

3. Cl^riftopl) (Sottlob, geboren öen \5. (Dftober 1(680, geftorben 
l}ier am \5. 2(uguft \6S'{, 2lls feine Patl^in mirö genannt: „^rau 
p. Sd)tt)ani^ geb. p. Di^tf^um, öes l)ieftgen l]od)aöeIigen X^errn Jrau 
Stiefmutter'^ 



^) 3" ^^^ I^icfiaeti Kird^recf^nung tüirb \672 Berr dornet (Ernft r». IPartisborf auf 
Kubtm, dbicli^ unb ibenbifdjoffiij, unb iti ber He(^niinc3 ^673/75 X^ans Wolf v. i,'öbtn 
auf Bclmsborf als Kurator ber ^vau HTargaretbe v. Sal^a geb. ü. Döbfdjü^, als „(£rb= 
unb !£ct]nsl]crrfd)aft" genannt. 

2) (Sersborfer Kirc^redjnung. 

3) Xlad^ einer Hott3 im Kirdicnbud? fanb bie Perl^eiratt^ung erft ^676 ftatt, bic 
(£ru)ät^nung ber 2lnna lllargaretlia ü. Sd^mani^ im 3abre 1675 mu§"bemnad? eine fpätere 
(£intragunc3 fein. Die ZToti3 lautet: „\676 Copnlati: ein paar in ber Kird^c bier. Sonft 
finb nod? 3 paare, boc^ in bos Kird^fpiel gel^örig, getraut nporben: ;. bie f^oc^abelige 
i7errfc^aft ic." 

*) (Sersborfer Kird/red?nung \676 unb 1677/78. 



ZTad?ricf?tcn über bic Bcfit5cr bcs Hittcrgutes (Sersborf. 233 

Sein Dater mar i^err v. (Scrs6orff auf lltcffersborf-). €r fd}retbt 
fxi}: „(£l)rtftopl) Gottlob von (Sörsöorff, (£ap. Ceutnant, I)crr auf (Sörs^ 
6orf, IlTcffcrsöorf un6 0ber=5teinfird?"^). Seine (Semal^Un finbet ftd^ 
nir^enös eripäl^nt. 

^ter geborene Kinöer: 

\. 3o^anna Dictoria, geboren 5en 27. 3^"uar \685. 

2. ®eorc3 Kubolpl), geboren 5en 25. ^nü \6S6. 

5. Eleonore (Eröniutl?, geboren 5en 2. September \687. 

€r tt'>ar geboren \2./22. 3^^war \6ß^6 5U IHalfd^unfe. ;: Sein Pater, 
(£arl l^einrid} v. Hofti^ un6 Hoes auf Preiti^, ^TTalfd^anfe, lileinbau^en, 
I^orfa u. f. w., ipar.x Kurfäd^f. Kamnterlierr un6 ,/in öem l^od^anfel^n- 
lidien Palnienoröen in 6ie 45 3al)r 6er frucbtbringenbe (Slatte''"^) unö 
ftarb am 25. inär5 ^68^^). Seine ITTutter tüar ^rau Barbara (£Iifabetl^ 
V. giegler un5 ülippl^aufen, 6ie \6^2 ftarb ^). Bei feiner Caufc am 
\. ^ebruar \6^6 l}aik er 28 Patinen. ][649^;gaben it?n 6ie (Eltern auf 
2fnl)alten 5er ^rofmutter nad} Haömeri^ bis \65\, ^n öiefem ^al}X^ 
feierte er nad} llTalfd^mi^ 5urüc! 5U feinen (Eltern, 6ie \658 nad? Sproi^ 
5ogen. Von guten Prdceptoren porgebilöet, befuc^te er pon 2Xnfang*\66\ 
ah bas ^ymnafxum 5U Bauten, be5og \666 6ie 'Uniperfttät 5U £eip5ig, 
\667 öie 5U Strasburg, Pon wo aus er pom \. IMax \66^ bis 2\. Q)o 
tober {670 6ie Sd^u^ei^, ^ranfreid), Cnglanö, öie Spanifd^en ITieöerlanöe, 
Hamburg u. f. w. bereifte un6 feine Stuöien; in Paris, 0yfor6 un6 Ceyöen 
fortfe^te. Don feinem Pater :pad}kk er ]i67i( un6 faufte er \67ö 5ie öüter 
f^orfa un6 llE)smanns6orf. \677 perfaufte er Hie5er = ^or!a an feinen 
Pater unö faufte 6as (5ut XToes. 2im 9. Ö)ctober \67'{ permäf^Ite er ftd? 
mit ^räulein 3uliane IHagbalene p. Ued^tri^ aus 5em ^aufe ^ebl}ar6s= 
öorf, öie il^m eine Cod)ter unö örei Söl^ne gebar'). Sie ftarb \685 unö 
n^uröe am 26. 3^^ii^J^ \684 5U Hotl^enburg j beigefe^t. 2lm 25. 3*^^^^^^ 
\685 perl)eirat()ete er ftd} mit feiner 5tt^eiten feattin Öorotl^ea Cugenöreid^ 
p. 5d}ad}mann aus öem ^aufe KönigsE^ain, öie il^m örei Söl^ne unö örei 
tEödjter fd?enfte. ][689 perfaufte er Icoes^unö faufte (Sersöorf, öas er 



1) (Er fd?afftc anno ^687 „bem großen (Sott 3U (Staren unb 3ur (ErmecFung mel^rerer 
2tnba(f?t" bcr Kird?c bic erfte ©rgel (ein pofitiü). 

2) (Sersborfer (laufbud? ][687 ad ^2. 
^) (Sersborfcr Kird^redjnung ^es^Sö. 

^) Carp^oü, „(EJ^rentempel" II. Ci^eil, 2. (£ap. 5. so. 

^) €arp3or): \883. 

^) Sie ift, u)ie it^r (Semat^l, in ber Kircf^c 311 Kleinbau^en beigefe^t. 

'^) Der mittlere Sot^n ftarb ^69-^ als furfürftlidjer page 3U ®fen. 



234 tTac^ric^ten über bie Bcfi^er bcs Hittcrgutes (Scrsborf. 

am U- ^^^i IÖ90 in Befi^ nal^m ^). 2ils l]ter geborene Kinöer nennt bas 
Kird^enbud} : 

\. 3ii^iu5 ^einrid), geboren 6en 7. ^ebruar \692^). 

2. Sufanne (Eleonore, geboren 5en 5. Illai 1(693, geftorben 6en 
19. 2tuguft \693, beigefe^t in 6er „neuerbauten (Sruft unter 5er Stube'' 
(^errfcf^aftlid^e Coge in 5er Kird^e). 

^ier geftorben am 2. Hpril \6<)^ eine Cod^ter: 
Beata ^ugen5reid^, i^res 2tlters 5V2 3^^^- 

2iis De5cen5enten (£. 3- ^- ^<^P^^/ ^M*^ insgefammt 5em ITtarti 
gefolgt'', nennt (£arp50P:^) 

Carl Hu5oIpl? p. Hofti^, Hauptmann in 5r. Csarifd^en llTajeftät 
Krieg55ienften. 

(£rnft Gottlob v. Hofti^ auf I(ie5er=^or!a, l:{önigl. Polnifd^er un5 
€l?urf. 5äd)f. Ceutnant, un5 

3oad)im €rnft v. Hofti^, ^od)fürftI. Bayreutl^fd^er ^ofjunfer un5 
Ceutnant bei 5er (Sar5e. 

3. €. f. Hofti^ rr>ur5e {673 von 5en £an5ftän5en in 5en weiteren 
2lusfd]uf , \68ö 5um 2(ffeffor 5er Judicii ordinarii un5 \6^7 5um €an5es- 
älteften im ^ürftentl^um (Öörli^ gemcil^It un5 auf 5em Bu5iffincr £an5tage 
5effelben ^a\:}Ycs nch^t 5em €an5esälteften v. IHufd^ipi^ "in u?id}tigen Tln- 
gelcgenf^eiten an 5en König von Polen gefd)i(ft, 5er it^n 5U feinem 'Railf 
ernannte. ITad? 5el}njäl?riger 2lmtsfül)rung legte er feine Stellung als 
£an5e5ältefter nie5er^). 3^ ftiller ^urücfge3ogenl)eit, frommen Betrad^- 
tungen ftd) u?i5men5, un5 nad)5em er \7\\ nod} 5urd} 5en 3ran5 5er 
gan5en ^ofereitl^e fd}U)ere Perlufte erlitten, ftarb er am 7. IlTär5 \7\^ im 
2(lter pon 68 3<^^i'^^ 6 IDod^en. Sein nod} tt)ol;lerl)altener €eid)nam 
tpur5e in einem pon italienifd^en ZTteiftern in 2?a5meri^ bei feinen £eb' 
5eiten gearbeiteten Steinfarge in 5er pon il^m an 5ie (Dftfeite 5er Kird^e 
anq^chaukn (Sruft beigefe^t^). Sein in 5iefer H889 ahq,^bYod:iQnm (Sruft 
bcfin5lid?e5 Steinbil5 mie 5as feiner 5tt)eiten (Semal]lin ftn5 je^t 5U bei5en 
Seiten 5es ^lltarraumes angebrad^t, u?äl)ren5 5ie (Srat?fteine Bei5er, mit 
il^rem Lebenslaufe befdjrieben, aufen an 5er Kirdje befeftigt ftn5. 3^^^^^^"^ 



^) (£in ron it]m fclbft niebergcfd^riebener Lebenslauf nebft anbeten 2tuf3etdjnnngen 
von feiner l7anb ftnbet ftcf? in ber von it^m bei feinem 7ln^uq,e in (Sersborf ber Kirdpc 
gcfd^euFten 2iltarbibel. 

2) Derfclbe ftanb \7[l; l^ier patl^e uiib ift int Kirdjcnbud? aufgefütirt als: „f^crr 
3ulius i^einric^ v. Hofti^ aus t|iefigem ^ibeligen (Sersborfffd^en £)aufe, (Erbl^err auf 
Koti^". 

3) (St^rentcmpellll., 2. €ap. 5. 80. 

■*) „Da man fc^rieb Da lesV Cliriste paCeM, unb bie arme £aufi^ bei ber 
Sdjmeben 3Tiüafion fel]nlic^ barnad? feuf3te, habe idf meine ^o jährige £anbcsälteften= 
Charge aus crt^eblid/en IHotiüen, in Sonberheit megen meines hcrannahenbcn t^ohen 
Filters unb Fränflid^er £eibesconftitution, andi täglid^ 3unehmenbcn Lanbesperuniftungen 
unbcumulirenben fd^meren Travaillen D. <Lv. H. rcfignirt". 

^) ^eim Umbau ber Kird?e im Z^^^'^ 1889 mürbe ber Sarfopt^ag nac^ 21bbruc^ 
ber (Sruft in eine Hifd^e hinter bem 2litav gebrad?t. 



ZTachndptcn über bie ^cfit5er bcs Hittcrg,utcs (Scrsborf. 235 

(£rnft V. Heftig mar ein ftrcnaer ^crr, 6er aber in feinem frommen 
rinne aud? ftren^ <icq^<in fxd} felbft tr>ar, auf bm Bau un6 Me Tius-- 
fd^müciuno; öes i()m tt^euren ^ottesbaufes riel permenöete, mand^erlei 
nüfelid)e Peränbermujen am 0rte traf, Ceid)e o^raben Iie§ (öarunter 6er 
nad) ibm c^enannte 3^<^^i^^^^^'^<^) un6 feinen lDol]Itl)äti(5feit5ftnn unter 
2In6erem 6urd? ein Ce^at von 500 C^lr. (ZonvAU. betl)äti§te, aus 6effen 
(ginfen tl^eils 6ie Iaufen6en 2iusq,ahen 6er Kird^faffe beftritten, tljeils bei 
6em am 9. December je6e5 3*^^^^**-'^ 5^1 l?alten6en (Se6äd)tnif5otte56ienft 
2ivr\K aus ^ers6orf, ipie aus lll)smanns6orf un6 r(ie6er^^orfa mit 
Hnterftü^un^en hcbad}t u?er6en. 

Seine il^n überleben6e 5uunte (Semablin „ftarb an einem {)efti$en 
BIutftur5e am \^. September \7{^ 5U ^örli^ in il^rem Co^ement. I)er 
£eid)nam vombc am \6. September l]ierl?er überfül^rt un6 in 6er (Sruft 
unter 6er Kird^enftube bei^efe^t^' ^). 

3oa(6im gritft t>. glodit (\7\^-\738), 

„^odifürftlidi Bran6enburv3=Bayreutt?fd}er l:{ammerjunfer un6 Hauptmann 
bei 6er (Srena6ier=^ar6e 5U ^uf, u?ur6e auf I)ieftc3em X7od)a6eIic^en I^ofe 
am \7. 2(uc3uft \725 copulirt mit 6em IDol)I$eborenen ^räulein 2lnna 
Sopl)ia p. XPil6t, 6es 3*^^^^^ 2narimilian i\ IDiI6t, ^od)fürftlid) 
Bran6enbur(3'BaYreut()fd?er @el?eimen ^of^Kammer-HatE^s un6 ^el^eimen 
Secretarii, älteften ^od}ter''-). 

^ier geborene l{in6er: 

\. Sopbia Carolina, geboren 6en \8. 3uni 1(729. 

2. IDilf^elmine €r6mut()e, geboren 6en 3\. 0ctober \733, geftorben 
am 30. 2när5 \754. „3^ ^^^ a6eligen ^ruft beigefe^f^ 

3. (Ernft ITTori^, geboren 6en \. TTiax \736. 

3oad)im (grnft v. Hofti^ tDir6 feit \7ö'{ ftets „auf feinem gimmer 
als Patient berid^tef' un6 ftirbt am 23. September 1(738 im 2ilkv von 
50 3<^bren 6 UTonaten 2 XDod^en un6 \ Cage, wav 6emnad} am 8. 2när5 
\688 geboren. Sein £eid?nam n?ur6e am 25. September 5n?ifd)en 7 un6 
8 Ul}v morgens in 6er (5ruft unter 6er l?errfd)aftlid)en £oge beigefe^t. 
2lm 4. HoDember n)ur6en 6ie folennen (Ej-equien mit gemöl^nlidjen ftan6es» 
gemäßen Ceremonien gehalten'^ ^). 

„2Im \^. December \75^ entfd^Iief 6ie ^od}a>ol?Igeborne ^rau Kammer^ 
junferin Tinna Sopl^ia v. VOxibt als „el^emals gemefene £e{)nsl}errfd}aft 
alll)ier". Sie u?ur6e von Bauten abgel)oIt un6 mit 6er Sd^ule bei 6er 
2illee unter ^efang un6 Klang eingel]oIt un6 6en 1(9. December alll^ier in 
6em l)ieftgen (Erbbegräbnif nad} gel^altener Stan6re6e eingelegt, il^res 
Filters ungefäl^r ^8 3^^^-'' 



1) (Scrsborfcr Kircfjenbucfj \7\<). 

2) ö5crsborfcr Kird?cnbud? (1725). Tlus bcmfclbcn ftnb aud? alle ireiteren Xlad)- 
rid^ten über 3o'^,d?int €rnji ü. ZTofti^. 

^) (Er leijirte im 3at^re \725 50 (Et^aler (£ou.=IlT. ber Kirc^faffe. 



236 ZTac^rid^teu über bie Befi^er bes Htttergutes (Sersborf. 

§xnft Woti^ V. Wofii^ (\738— ^779). 

Derfelbe wav bei feines Paters Coöe erft 2V4 3a{}re alt, ftanö 
unter Donnun5fd?aft 6es ^errn Carl (Bottfrieö v. Bofe, Könic^l. poln. 
un5 Cburf. 5äd}f. Hauptmanns auf Hrnsöorf, ^rof '"Kraufd^a unö 0ber^ 
Hu6eIs6orf, U)ur5e im ZHai 1(757 münbig un6 laut Sel^nsbrief am 
\9. 0ctober \757 mit (5ers5orf unö 6em 6a5u$el]öri5en Hieöer^^orfa 
un6 Ul^smannsöorf belel?nt. (£r fd^eint unper^ciratl^et geblieben 5U fein 
unö feiten l^ier gemol^nt 5U l}abzn^). €r ftarb als „gemefener'' 5tabs= 
Kittmeifter im (£I?urf. Säd^f. Ceib-Küraffter^He^iment, irie aud? £ebns= 
unö ®erid]tsl7err auf (Sersöorf un6 Pertinenjien an einem SticFflu^ 5U 
(5örli^ am 9. Horember \779 im Ülter von ^5 3<^^^*^^ 25 VOodfm. 
Sein Ceidjnam rr>ur5e über ZTTarfersöorf unter Begleitung 6er Sd^ule unö 
Geläut eingel^olt nnö am \6. Hopember in öer (Bruft unter öer £oge hd- 
gefegt ^). 3^ öerfelben (Sruft rouröe and} am \\. December \772 ,,mit 
^od^aöeligen Zeremonien unö Parentation beigefe^t öer am 6. December 
\772 l)ier an einem faulen ^ieber geftorbene ^err Carl Cl^riftopl? €uöea?i$ 
D. pild^rimfim, c3emefener £)auptmann bei öem liönigl. Poln. unö Cl?urf. 
5äd)f. l{önic^ = £eib = He$iment. 3^^ n?eld}en Be3iet}un5en öiefer 5U (£rnft 
Zrtori^ V. rtofti^ geftanöen, ift unbefannt. 

Sein Pater mar öer am \2. September \787 5U Ullersöorf per- 
ftorbene I^err 3^^«^^^^ IPoIfgang ©ottl}elf v. ZTofti^ auf Ullersöorf unö 
Barsöorf, öes St. StanisIaus=0röens Hitter, Königl. Polnifd^er Kammer- 
l^err unö Könic^l. Preufifd^er IlTajor unö ^lüc^el=2(öjutant. Derfelbe mar 
l)ier in (Sersöorf ^eneral-Bepollmäd^tiger (\780) öer l^erren Carl (Sottlob 
unö ^rieörid} Cuöipig v. Hofti^^). \782 mar öer porgenannte Bepolb 
mäd)tigte 5ugleid) „^err auf (Sersöorf". ](787 mar Beft^er J. C. Grott- 
helf de Nostitz*). Des Ce^teren IHutter mar öie am 3. 3^^^^^^ 1800 



^) 1767, 70, 73 tüirb er als patbe, „aber abnjcfenb" auföicfüt]rt. Seine le^tc Unter» 
fc^rift unter ber Kird^red^nuncj batirt Dom \7. December ^776. 

2) 3ti bicfcr (Sruft waren betgefe^t: 

\. ^rau Dorottiea dugenbreid^ v. Hofti^ geb. v. Sc^ac^tmann, 

2. Sufanna (Eleonore v. tlofti^ unb 

3. Beata (Eugenbreic^ v. Hofti^, Cöc^ter üon 3ocid?im (Ernft v. Hofti^ bem 
Wieheren, 

i\. f^err 3oad?im (£rnft t». ITofli^ ber 3ü"9ß^ß/ 

5. ^rau 2lnna 5opI]ie r». Ztofti^ geb. v. IPilbt, bes Porigen (5emat|Iin, 

6. 2PiIl]ehnine <Erbnuitl]e ü. Hofti^, Codjter ber Porigen, 

7. f^err (Ernft inorit3 v. ZToftit3, 

8. l^err Carl (Eliriftopl] r>. pild^rimfim. 

Diefe (Sruft rourbe \889 3ur Safriftei umgeiuanbelt un'ö bie üorgefunbenen (Sebeine in bcn 
meift 3erfallenen Särgen mürben unter berfelben beftattet. 

3) noti3 bes (Sersborfcr Kantor Baumert aus unhdanniet Quelle. 
*) IToti3 Baumerts. 



ttadjric^tcn über bie öefi^er bcs Hittcrgutes (Sersborf. 237 

in ^crs6orf pcrftorbenc unö in UUersöorf o{)ne Cärimonien beeröigte 
l\animcr{)errin ^rau l^enriette Dorotl^ea v. rcofti^'Dr5eir»ic!y geborene 
V. milti^^). 

3o(?ann (£arl ^ottl^elf d. ITofti^ mu]| ^759 geboren fein'"). Seine 
erfte ^emal^Iin ir»ar ^rau Henriette IDiK^elmine geb. p. Bünau. Deren 
(Eltern ir>aren je6enfalls 6er am \^. ^ebruar \7^3 l^ier im 2IIter Don 
80 V2 3al}ren entfcblafene ^err ^ünll^er r>. Bünau, Canbesbeftallter öes 
^llarfgrafentl^ums 0berlauft^ bis ]i763, I^err t?on £)ammerftabt un6 
£in5a, l)ier am \^. ^ebruar \7^ö beigefe^t^), un6 6ie am 5. ^uguft 1(798 
im 2(Iter von 7^ 3^^^^" ^^^^ rerftorbene ^rau Cl^riftiane Henriette 
V. Bünau geb. v. ^ersöorff"*). 

Henriette XDill^elmine v. Hofti^ geb. v. Bünau ftarb I^ier an einem 
Herpenfcblage am ^. Icorember \806 im 2ilkv von 38 3^^^*^^ W l^^onakn 
8 ^agen. Sie muf fd^on \80\ bis 5U il^rem Co6e bas ®ut befeffen 
haben, ba bk bäuerlid^cn Käufe in 5iefer (§eit mit öeren l}errfd)aftlid|er 
(5ene(}migung ausgefertigt moröen ftnö. 3^ il)rem \802 errid^teten trefta= 
mente^) u?ir6 fte als ifrb=, €el)ns^ un6 ^eridjtsfrau be5eid^net. Don 
il?rem Coöestage an fxnb bk Käufe ipieber Don il^rem ^emal^I beftätigt. 
Derfelbe perl^eiratl^ete fxd} 5um 5tt?eiten ITTale mit ^rau Henriette Couife 
2(ugufte geb. Krug r>. Tlibba aus ©atterftäöt, Cod^ter 5es Königlid} 
Preufifdien l7auptmanns i)errn (£rnft £u6u)ig Krug v. XXibba auf (Satter- 
ftäöt un6 öeffen (5emal?Iin ^rau dl^riftiane Couife geb. v. ptoennics. 
Sie wat geboren am 26. Deccmber \78^, muröe getraut am 28. ^ebruar 
^808 in ^atterftäöt^) unö ftarb \877. Beiöe (£l?en 6es 3ol}ann Carl 
^ottI?eIf r>. Hofti^ blieben fingerlos. Pon il?m, 5er am \9. September 
\S\\ im Filter üon 52 3<^^i'^^^ ö ^TTonaten meniger 6 Cagen l^ier ftarb, 
ermarb 6as Kittergut ^ersborf am 29. Icopember 1(8^0 feine üorgenannte 
5u?eite ^ema^Iin, 6ie nad^malige 

geb. ^XU^ V, Wibba (\8\0— ]i877). 

Xcad} öem ^o6e il^res erften (5emal)Is üerl^eiratf^ete fte ftd} 5um 
5ir>eiten lUak mit Ceont^arö ^reif^errn 6e 2TTaurin, Kaiferl. Königl. ^ran- 
5öftfd}en (Escabron^Cl^ef bei 5er ®rena5ier=^ar5e 5U Pfer5e. Die Crauung 
fan5 ftatt am \3. inär5 \8\ö 5U Sinnersl^aufen im ^mte San5 5es 



^) (Scrsborfer Kird^enbuc^. 
2) ZToti3 bcs paftor Tlnbevs. 
^) (Scrsborfcr Kirdjenbuc^. 

*) 2hv £cbcnslauf beftnbct fic^ in bcr ©berlauft^ifc^cn UTonatsfc^rift, Sep» 
tember ^798. 

^) Sic Icgirtc in bemfclbcn 2loo ^bjv. (Lonv.-XiX. ^ e'^'^o ITTar! 3um Bcjicn I^icftgcr 
Kirche unb Sdjnic. 

^) (Scrsborfcr Craubuc^. 



238 Xladivid^Un über btc Bcft^cr hts Htttergutes (Scrsborf. 

fyY^oq,il}ums Sad^fcn^^TTeimn^cn'). De llTaurin touröe am \^, ßcbvuat 
\8{^ im ®efed)t bei Zllontmirail töötlid} Deripunöet unö ftarb halb baV' 
nad}. 2lm 8. 2l\)r\{ \8\7 vouvbe feine IDitttüe l^ier cjetraut mit il^rem 
öritten (5emal)I ^errn (£rnft d. 5al5a un6 £id}tenau, £)auptmann, bann 
ilTajor a. V. im Sdd^f. 3ttf^"terie=He$iment prins 2tnton, 5ir>eitem Soljne 
6es lüeilanö fyvvn 2'^foh v. Sal^a un5 £id)tenau, €rbv ^el^ns- un6 
^erid^tsl^errn auf (DhcvSoi^lanb a. H.^) Sie ftarb Ünöerlos am \0. ^^pril 
1(877 im 2tlter pon 92 3<^^?i'^" ^ ITtonaten un6 \^ ^aq^m nnb ir>ur6e 
auf l^iefeem t]errfd)aftlid)en Be^räbnigpla^e beftattet. 3^^* öritter (Bemal^I 
ftarb f?ier an einem HerDenfd^la^e am 27. inär5 \S2d im 2llter Don 
37 3al?ren 2 ITTonaten unö 7 ^aq>cn. ^rau llTajorin p. Salsa u?ar eine 
XDoI)Itl)äterin 6er 2(rmen, fd)en!te 6ie c^eo;enu?ärtiae 0r$el im 2^1}vq: \85^ 
(Koften 840 tE^r.) un6 rermad^te 6er l{ird)e ein £eaat von 3000 IHar! 
5ur Deckung 6er Iaufen6en 2lus§aben, fomie 6er 2trmenfaffe ein £egat 
von 6000 IHar! 5ur Unterftü^un^ pon 2(rmen, 6ie pom ^utsf^errn un6 
®eiftlid?en 5U beftimmen fin6. Unter il^r rpur6e 6a5 Hitter^ut aus einem 
(£rb- un6 Cef^n^ut in ein 2iIIo6iaIgut perman6elt. Daffelbe q,\nq, 6urd} 
Ceftament über an 



£^errn §att ^rug v, ^ihba (\877— \880)^), 

Köni$Iid) Säd)ftfd)en (Generalleutnant un6 (Seneral = 2t6jutanten Sr. IHaj. 
6es Königs pon Sad)fen, €rcellen5, Hitter I)oI)er 0r6en. (£r mar am 
23. 2(u9uft \820 5U I)res6en c^eboren als 6er ältefte Sol^n 6es Könii^Iid) 
Säd}ftfd)en (Dbv\\kn unb IlTufter = 3"fP*^''^tors 6er Capallerie (£l?riftopl) 
(Luvt €rnft £u6u)i5 Krug p. ici66a un6 6er ^rau (El^arlotte ^rie6eri!e 
2(ugufte p. (Erausl^aar aus (£mfeIol)e bei Sanc^erl^aufen, befud^te pon \829 
an bas Blod^manirfd^e 3"Pitut (je^t Di^tl^um'fd^e (Symnafium), tt>eld}es 
^r \838 mit 6er erften (£enfur perlief, um 6ie Hniperfttät ^eipsig 5U be» 
5ie{}en. (£n6e \8^0 trat er im 2. leidsten Heiter = Regiment ein, u?ur6e 
\8^^ £eutnant un6 ^8^6 ^6jutant in 6emfelben" 3" ^^^f^" 3^^^*^^^ 
benu^te er 6ie freie ^dt^ feine früE^er errporbenen pl)iIoIogifd}en un6 
l^iftorifd^en Kenntniffe 5U erweitern un6 fein pon Icatur trefflid^es @e= 
6äd}tnif 5U ftärfen. Xlod} in feinen legten £ebensjal)ren mufte er faft 
6en $an5en ^ora5, CE}eiIe 6es ^omer un6 fämmtlid^e in Sd)illers Dramen 
por!ommen6en iftonologe ausmen6ic^. 2ils Oberleutnant \8^^ 5um ^aröe* 
Heiter^Hegiment perfei^t, tt)ur6e er im felben 3^^?^*^ ^^ ^^" Dipiftonsftab, 
H850 aber in 6as "Hriegsminifteriums comman6irt un6 fungirte pom 
\. September bis (£n6e \850 als 2{6iutant 6es Kriecjsminifters. Don 
\85\ bis \85^ ftan6 er als Oberleutnant im {. Heiter -Hec^iment. 3"^^ 



^) (Sersborfer Craubuc^ ^8^3 ZTo. 5. 
2) (Scrsborfer Sraubuc^ 18^7 Ho. 6. 

^) (Seorg v. Sdpimpff „(Sefd^ic^tc bes Kgl. Säc^ftfd^cn (Sarbc=Hcitcr=Hcgtmcnts". 
Vxtsbtn ;880. 5. ^^65 f. 



ZTac^ric^tcu über bie 3cftl5cr bes Htttergutcs (5crsborf. 239 

3anuar \85^ 3unt a^c^roc^irten Kittmeifter beföröert urtö 5ur Dienftlciftun$ 
tu bcn (5cneralftab befel)Iic>t uniröc er im (Dctober als Htttmeifter un5 
IPirtlifcbaftscbcf im 5. Kcitor^Hccsimcnt unb \856 als (£omman6ant 6er 
5. 5d)a^a5ron beim (Sar6e = Leiter = Keo»iment einc^eftellt. 3^^^ lUdv^^ \866 
5um IlTajor ernannt, apancirte er im 3^^^^ S^i'^^ ©berftleutnant unö am 
5. December 5um 0berft öes ^e^iments. ^ür 6ie gefd^i^te ^üE)run$ 
6cr Reiterei 6er 2. Ptpifton im Creffen von ^xcin ir>ur6e er mit 6em 
Der6ienftor6en im6 6em öfterreid^ifd^en CcopoI6 = <2)r6en 6ecoriert. \870 
d5eneraImajor un6 (£omman6eur 6er \. (£aDalIerie'-Bri$a6e Ho. 25, \tanb 
er im 6eutfdi = fran5Öftfd]en Kriege an 6eren Spi^e un6 eriDarb ftd) 6as 
(LomtI)ur!reu5 6es ^Ibred)ts = (Dr6ens im6 6as (Siferne Kreu^. ](872 5mTi 
^enerab2(6jutanten ernannt un6 1(87^ 5mn (Generalleutnant beför6ert, über= 
nal^m er \877 unter Beibef^altun$ 6er 2nilitär=5tellunc> 6ie Permaltunc^ 
6es 0ber=5taIIamtes. (£r l)at \7 5d)Iad}ten un6 8 (Befed)te mit^emad^t, 
irar 3"^<-it>er 5al)Ireid]er 0r6ens6ecorationen, 6arunter 7 ^rof!reu5e, 6as 
<£iferne l{reu5 u. f. w. 

€r batte ftd? am 23. O)ctober 1853 mit (Lonftan^e Dorotbea £inna 
v. ^alfenftein (c^eboren 6en 3\. 3^'iuar \832 5U I)res6en), älteften Cod^ter 
6es Königlid} 5äd)ftfd}en Staats^ un6 Cultusminifters ^reil^errn v. Ralfen- 
ftein un6 6er I^enriette Conftan^e geb. ©runer 5U ©rof '^fd^od^er, per- 
mäblt. \877 ererbte er von feiner Cante ^rau v. Sal^a geb. l^rug 
V. tlibba bas (5ut ©ers6orf. (£r ftarb je6od7 nadcf fur5em Kranfen- 
lager in ^olge eines inagenlei6ens bereits am 7. 3^"^^^ 1880 3U 
I)res6en, ohm fein (Sut un6 6as ron il^m umgebaute Sd^Iof üöllig be= 
5ogen 5U l^ahm, im Ztlter Don 59 3^^^*-'^ ^ 2Honaten un6 \d Cagen. 
Seine £eid}e u?ur6e nad) ©ers6orf übergefül^rt un6 am \0. 3^"^^^* ^^f 
l)ieftgem Kird^l^ofe beigefe^t. 

^ l^in6er n?aren feiner (£(}e entfproffen: 

\. Paul Cu6u?ig Carl, geboren am 7. 2(uguft \85^ 5U X)res6en, 
geftorben als ©ymnaftaft 6afelbft am \0. 2tpril ^870. 

2. ^ans ^einrid} €u6tr»ig ^oIan6, geboren 5U Dres6en am 
\^. ^ebruar \857. 

3. Unna Sabina Couife, geboren 5U Dres6en am l^^. Zllai \858, 
permäl)It am 6. 3^"^ \^^^ 5^ ®ers6orf 0.= £. mit ^errn Cf^afftlo 
Krug ü. rci66a, Ceutnant im ®ar6e = ^^iftlier - Hegiment 5U Berlin, 
geftorben 5U ©ers6orf am 29. 3^^^^ \886 un6 auf 6em ^rie6I)ofe 6a' 
felbft am \. 2tuguft beigefe^t. 

4. ^rie6rid} €u6rDig 2llbred)t, geboren am 2. 3^^^ ^860 5U 
Dresben, permäl^It 6afelbft am 22. September \882 mit €Iifabet{? 
p. Ct)ümmel, Cod^ter 6es Königl. Säd^f. Staatsminifters p. ^l^ümmel 
5U Pres6en. 

£aut tTeftament blieb 6as (Sut bis 5ur irtün6ig!eit 6es 'jüngften 
Sol)nes in Perrpaltung 6er XDitttpe, un6 übernal^m 6affelbe im 3*^^^*^ 
\86\ 6er ältere Sol^n un6 gegenrpärtige Befi^er 



240 ttac^ric^tcn über bte Beft^er bes Htttcrgutcs (Scrsborf. 

cßdttö <:$einirir6 ^ubwig ftofanb ^xn^ v. '^ibba, 

geboren am \^. ^ebruar ][857 5U Dresöen, wo er 6as Pi^tl?um'fd)e 
Symnaftum abfobirte unö \875 beim ^ar6e^ Heiter ^Hec^iment eintrat. 
Um 2. 2(u$uft \88^ r»erf?eiratl)ete er ftd} 5U Bauten mit ^ntta ITTaria 
p. 5al5a, geboren am 3. 3uli 1(863 in Bauten, Cod^ter öes Kreis» 
I^auptmanns ^errn t). 5al3a un6 Cid^tenau auf IDuifd^fe un6 öeffen ^e= 
mal^Iin ^rau ITIary geb. Cun6er. ITad^öem er !ur5e <5eit 5um Regiments» 
2(öjutanten ernannt n?ar, befud^te er 5rei ^alfvc 6ie Kriegs - 2lca6emie 
5U Berlin, fam alsöann in 6en ^eneralftab nad} Dresöen, aüancirte 5um 
Hauptmann im ^eneralftabe, !am als fold^er nad} £eip5ig un6 im ^erbft 
1(893 als Hittmeifter un5 perfönlid^er 2t5jutant 5r. Hönigl. ^ol^eit 5es 
Prin3en ®eorg Don'Sad^fen nad} Dresöen. 

Kinöer; fämmtlid} 5U Dresöen geboren: 

\. (Earl £u5n?ig ^ermann, geboren am \\. 3uni -(885, 

2. 3ulia ITTaria iXnna, geboren am \. ÜXai \887, 

3. ITTaria £ouife, geboren am 30. December \8% 
^. ^ans Holanö, geboren am 30. 2tuguft \895. 



2)ie flQOifc^en Dm= uttb Flurnamen 



(gort[e|ung.) 



6. i^fp. ^Uj; ba§u gel^ören folgenbe Drtf$afteu: 
mix (l. 33.), of. Kluks, 1222 Klix, 1282 Cluix, 1353 Henczil Klux, 
1485 (M. M.) Clüx, Klüx, Clix, fpäter Cliix, Klüx, 1746 Klix — 
gu ttltfl. kljiikü §a!en, glüfefrümmung 31., ober ^u altfl. kljukati 
©eräujd^ machen, ruff. kljucl Duelle, eigentlid^ bie laut fprubelnbe, 21. 
ücjl. D% tfc^ed). kliik, kluky, klucek, poln. klukowo 2C.; hk of. gorm 
ift gebilbet bur(^ bie (Snbung -esl, ügl. 09^1. tf(^e(^. trebes, dfeves, 
froat. golesi 2c., alfo *kluk-esi, kluks, f. ^lij, 3Beid^bi(b @örli|. 
'^aä) 5ßrof. §er) ift of. kluks rerfürgt auö klukus = klukuch + jü 
„Drt beö mu!ud^"ju altfl *klukü, tfd^e*. kluk Sube, böfer ^urfd^e. 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. ^b. 40: Psyii (ob gu of. psyci 
l)ünbif(^, psycina §unbegef(^le($t 2C.?), Pasowka (@emeinbel)utung), 
Posleiica (le^teö Selb), Gertownja (^eufelöort), Mroki (©renken), 
Pfitoki (3uftüffe), Dobrosin (%beutung? üietteid^t gu dobrota SBo^l^ 
t^^at, ©uteö, Slbj. dobrociny?), Scawn (of. scawnja ^ifeort), Dolosca 
(5tl)aUanb). 

b. bur($ ben ©emeinbe-SSorftanb: ©tinfetei^, ®orftei($, ^aforofa 
(f. a.), ©(Ic^aun (f. a.), ^oglen^en (f. a.), ^finn (f. a.), 9)Uru!e 
(f. a. mroki), ©otoonfi^c^a (f. a. dotosca), ^ubtf(^!en, ®ubtf(^!a$ 
(of. dubcki, w dubckach niebere ©id^en), ^intergraben, am Suf(^!er* 
tei^ (of. hizk ©umpf, 3::ümpel), dtth\it\6:)ta (of. hrjebja, Dentin. 
liTJebicka ©raben), grofee Söiefen, J^rautgarten, ©(Iraeineraiefe, 
33rol)f(^!eu (of. brjoh, broh Ufer, §ügel, ®emin. brjösk), ©arootfa 
(ber red)te ©preearm tjon ber 3J?alf(^]t)i|er ©ren^e bi§ §um Sei($namer 
2ßel)re, ^u altfl. val-, ruff. valü, tf(^e(^. val Söall, pfival ©iegbad), 
!lr. vat SBaU, podval .Heller 2c., ferb. privala, tf^ed^. ouval, ferb. 
uvala ^^al, 21. ügl. D9^. nfl. prevale, -ferb. privala; tf(^e(^. ouval, 
üvalno; !ro. razvale, zavalje, ferb. zavala, !lr. zavatöv, zaval'e 2c. 
®er of. S^lame ift ^eminutioform gu zavala, alfo *zavalüka, S3e== 
beutung?), 33rol)bganfteg (ein glufefteg über bie ©pree, gu of. bröd 
gurt^, 2lbi. brodzany; brodzana lawka gurtl)fteg). 
n. c. m. 3t). Lxxi. 16 



242 ®iß flaoifd^en Drt§* unb Flurnamen ber Dberlaufi^. 

Salga (21.^), oj. Zalliow, 1746 Salga, entiüeber §u altfl. ^gü §ain, of. 
lull ©utiipfee 51, rgl. D9^. nf(. zalog, !lr. zatub, tf(^e(^. zaluzi etc., 
alfo zathow ftatt zatuhow (?) „Ort jjenfeits beä Sumpfeö", f. @inl. 11. 
3. 1., ober mä) $rof. §er) §u altfl. lügati, of. tliac lügen ^., cgi. 
bie erfdjloffenen ^9^. tf(^e(5. leli, Ihaii, Iheii, Ihota, Iza, naiza = 
Sügner, ferner D9^. tjd^e^. Ihovice, Iban, Iheii, lliotice, Izin, Izovice, 
iialzov; barnad^ wäre of. zathow = altwenb. za-lüg-ovü „Drt be§ 
Zalügü, Zaleb, Zatli'', f. @inl. I. f. 
glurnamen bur(5 ben ©enieinbe^SSorftanb: bei ber SternaHee, bie 
TlxoUtn (of. mroki ©rengf eiber), kirn ^JJalfd^ratger 2^ei(^, ber 
^fd^ibaraf (of. pfidawk ßwgabe), bei ^I^omafi^fes 9?aine, bie ^f(^e = 
toxüta (entraeber toie weiter oben = of. pfidawk S^tQ^^^^/ ober of. 
pfedowska ha^ <BtM cor bem ©orfe), ber Su!aömn!el, ber groge 
^eil, ber !(eine ^eil, bei ©d)en!§ ^aine, bie Sdiraeineraiefe. 

Scid^ttam (21. 33.), of. Lichaii, 1509 Leichnam, 1553 Leichnan, 1746 
Leichnam — bie ©rflärung ift fd^wierig. $rof. §et) f($eint hen 
^f^anien für bentf$ §u Ijalten, benn er erit»äJ)nt nnb erüärt i^n nid^t. 
®er beutfc^e Partie fd^eint aber ^^olföetpmologie §u fein, entftellt au§ 
bem of. lichan; biefeö gel^ört raol)! j^u altfl. lihü überflüffig, nnpaar, 
ungrabe, nnec^t, böfe, poln. lichi gering, t\ä)td). lieh ungrabe, of. lichi 
faljl frei, nf. lichy lebig ^. ober D., cgi. $5R. rnff. lichori, D% tfd^ed^. 
lichuce wes; lichan ^Ibjeftioform, burd) -jü gebilbet, entraeber „Drt 
be§ £i(^an" ober „M)kx Drt", f. ©int I. g. nnb IL 1. a. 
glurnamen burd^ ben ©emeinbe^^orftanb: gottenftücfe (ob golgen* 
ftüdfe?), 9^engraben, l)intern Sugteid^ (of. tuh ©nrnpffee), ©emeinbe= 
bufd^, ©algenfelb, 3U<^o!!e (S3ebentnng?), ^älberraiefen, Wintergarten, 
5Rof dl)an!e (^ebentung?), TlexoUe (of. mroki ®ren§f eiber), am ®orfe, 
Slltteid^, Sßattrofd^en (ob of. wotruch ©ift, 2lbj. wotrusny, ober jn 
of. wotroh ©porn, Slbj. wotrozny?), §utnng, 2BoIfd^in!a (of. wöl- 
sinka fleiner ©rlenbnf^), ^enfen (SSiefen, n)ol)l §u altfl. bagno, of. 
balmo ©nmpf?), Sufd^ferteid^ (of. tuzk S^ümpelj, TOetl)eöteid^, 
9?o!ottenteid^ (of. rokot ^aartoeibe), S^euteit^, ©raferteic^, giegelei^ 
teid6, ^älterteid^e. 

Ileitis Seid^ttam, of. Maty-Lichan, gu Seid^nam gel^örig, f. b. 

8ätd&Ctt(2l. 33.), of. Zdzarki, aud^ Zdzaf, „nrf. Sariss"(?), 1746 Sährigen 
— §u altfl. zarü ©lut^, poln. zar-^lnt^, Sranb 21., t)gl. D% tf^e^. 
zdär, zcTary, zdar, zdarek, zdefec, zdirec, zdirnice, poln. zdzary, 
of. zdzary, zdzary, ©ärd^en, zdzar, zdzef ©ol)re; l)ier alfo zdzarki, 
zdzarki „bie fleinen Sranbftellen" ; bie gorm zdzaf ift Slbj. auf -jü, 
alfo „Sranbort", f. ßinl. IL 1. a., IL 2. e. 
glurnamen burd^ ben ©emeinbe=3]orftanb: S^aboltfad^ (na dotcach 
auf ben ^l)äl(l)en), ©atofai^ (u)ol)l für of. za dolcach l)inter ben 
^l)äld)en, Saroonu (oj. zahon ©ercenbe), 3f^i^^^i^^^^ (cemnom auf 
bem ginftern), ^ubüa (dubik ©id^roalb), Se^mannöborf (gelb unb 
SBalb), ^ioftorad^ (w rozdorach auf ben jerriffenen StüdEen), ©tare* 
rauÜ (stare tuki alte SBiefen), @emel§ad^ (w khrajelicach in ben 
Hopfengärten), ^orbanj (t)ießei(^t gu of. dyrbjec f ollen, muffen. 



^ie flaoifd^en Drtä« unb Flurnamen ber Oberlauft^. 243 

dyrbjeiica ba§ S^^^Ö^ftw^/ Si^enje (of. lichi la% licheiica ba§ 
fable ©tüd; ber ?>-lurname l)ängt üieöeid^t mit bem of. ^J^amen beö 
9ladibarort§ Lichaii gufammeii imb bebeutet bann „bie Sid^aner, Seii^* 
immer gelber")/ Rubine (dubiny bie ©td)tt)älber), ©al)at (zahat ha^ 
<Btüd linter bem ^eii^e), ©elenfa (of. zeleiiy grün, zelenka bie 
fleine arüne 2öiefe), Qefor (of. jezor 6ee), ©fc^raofd^a (dzetosca 
gia^§ftü(fe). 

^hict (31. 33.), of. Zdzef, anä) Zder, „ur!unbli($ Czsdier", 1415, 1429 
Sder, 1746 Stier — geljört ^um felben ©tamm, roie ber üorige D91, 
altfl. zarü Sraub, ©lut^ 21., ^qI 09^. tf(^e(^. zd'ar, zdefec ic, alfo 
„Sranbort", f. @inl. II. 1. a. 
glurnamen a. auö öas. Mac. S. J3b. 40: Hacisca (bie ^eid^ftüde), 
Rozdera (bie gerriffenen (Stüde), Wupalency (bie 33ranbfteEen), Srany 
kef k (ber befd)iffene ^uf($), Syte. kliojny (bie gefäteu ^liefern), Dubyiia 
(ber ©id^tuaib), ßiirizna „Tt)ol)l Pyrizna Duedenfelb", Korcmarjec 
liörka (^retf^merö 4)ügel), Korcmarjec dot (^retfd^merö %l)al), 
Siikec liora (©ufö ^erg), Dzetosca (bie glai^öftüdfe). 

b. burdb hen ©emeinbe-S^orftanb: ber ^raf($ni! (of. trasnik 
^opan§, Unl)olb, auä) Sc^redenöort), an ber ©trafee hei Q\^iUxä)au, 
bie Söupaljlenja (f. a.), ber 9^amf(^o^ (Sßalb mit bem ©olbteid^ 
imb 9}läbeltei(i), ^ebeutimg? ®ie of. gorm mürbe Ramsowc fein, gu 
altfl. ramo, ramQ ©c^ulter, of. ramjo 5lrm, ^Jieereöarm 51. u. ^., t)gl, 
D% of. ramiis plante eineö ^ei($ö; etma 3:^eid) mit gtu&armen), bie 
©ubina (f. a), bie ©äl)te^i^iefern (f. a.), ber Sufi^enteid^ (of. tnza 
Tümpel), ber ©aul)an (of. zahon ©emenbe), bie Strafen unb ^lieber* 
fiefern, bie ^Rofebor (f. a.), bie So l) folg a (gelb, gu altfl. sokolii, of. 
sokot galfe ^. u. ^. rgl. D9^. ferb. sokolovica, flr. sokolec, tfc^edl). 
sokolce, of. sokolica „galfenberg", l)ier ba^jelbe, f. @inl. IT. 2. f.), 
bie Dber=^ unb S^ieberpurigna (f. a. pyrizna), Sd}än!§t^al, am 
^li^er Sßege, an ber ©trafee na^ ben ©tra|!iefern, am l)errf(^afttid^en 
©arten. 

Srel^inett (21. S.), of. Bremjo „ur!unbl. Brehmon", 1746 Brehmen — §u 
altfl. breniQ 33ürbe, Saft, of. bremjo §ude, Saft (aU 3JJaa§), ^Jlalter 
21., rgl. D9i. poln. brzemiona ^remin; f. ©inl. IL 2. e. ®er Drt 
l)at au(^ ben ©pi^namen Mylnje Bremjenje „bie rerfe^lten, irren, 
trügerifd)en Saften", 
glurnamen a. auä öas. Mac. S. Sb. 40: Dzelosca (bie gla(^§ftü(fe), 
Lazy (bie D^^obelänbereien), Pola Plonca (beim ^l)t)mian). Na klukach 
(auf ben Krümmungen, ober auf ben Öienenftoden?), Na smahach 
(auf ben ^rad^en), Hromadnik (33erfammlung§ort), Wjazny (ber §ä^e, 
binbige 33oben), Pola Haja (beim §aag), Pola Zdzerje (hti ©bier), 
Pola wetrnika (bei ber SBinbmüble), Bahiia (bie ©ümpfe), Lnzk (ber 
fleine Sumpf), Dubina (ber ©id^malb), Milency (b. i. *mirinicy, alfo 
n)ol)l gu of. milny gelinbe, mürbe, alfo milency „bie mürben Stüdfe"). 
b. burd^ ben @emeinbe = 3Sorftanb: bie S3afomfa(gelb unb 2ßalb, 
of. pasowka @emeinbel)utung), bie Qafna (enttceber gu of. jaseii (Sfd^e, 
ober gu jasny, a, e l)ell), ber S^iomabnif (f. a.), bie 2)ubina (f. a.), 

16* 



244 ®^c flaoifcl^en Ortö» unb {^^«»^«amen ber DBerlauft^. 

bie 3)hleuga (f. a.), ki 3)iitteltei4 bie S3rad)e, bie äBafee (f. a. wjazny 
ober e§ ift gleidE) of. lazy "oa^ S^obelanb), bie ^lu!e (f. a.), beim alten 
STeic^, ber §ufd^!e (tt)ol)l of. Imscik bag ^idid^t), ber ^amfd^ora^ 
(f. glurnamen b. gu Sbier), bei @rünbuf(^, bie ^ai)m (f. a.), bie 
®äeTt)ortf(^a (of. dzetosca bie glad)§ftü(fe), bie ©o!olga (f. ©bier, 
glurn. a.), bei 2ßinbmül)Ie (f. a.). 

3f(^illid^att {% S.), of. Gelchow, anä) Cefchow, 1746 Zylliche — §u 
altfl tfc^ed^. celo Stirn, tfi^ed^. celäk breitftirnig ^., t)gl. ^9^. tf(^e^. 
celecli, celak, D% tfd)ed). celechov, celechovice, celakov 2C., alfo 
of. celchow = celecbow Drt beö Celech, f. ©inl I. f. 
glurnamen bur(^ ben ®emeinbe=^orftanb: bie ©c^ad^t, ^idf ee (of. piki 
bie pefen), ber fteine 33efin (üießeid^t §u altfL blzü, tfdfied^. bez, of. 
boz §olIunber 21., rgl. D9I. !ro. bezovina, bzenica, f(r. bzenec, tfc|ed^. 
bzi, bzenica; alfo etrca b(o)zina §ollunberort, fonft ügl. of. bzdzina 
©tinfort), ^iö!i; (of. peski bie ©anbftrid^e), ©ering^berge, 33ergel, 
Suc^l)ol§, ©d)u6e§ Stolle {an^ of. dot STlial). 

ßomwcrau (21. S.), of. Komorow, Dobry Komorow, 1746 Kumerau — 
gu altfl. nfl. of. komora Kammer, ober altfl. komarü, tfd^ed^. komär, 
poln. komar, komor, of. komor SJKidfe ^. u. 21., rgl. D% tfd^ed^. 
koreärov, poln. komorow, nf. Zly Komorow ©enftenberg, alfo Drt 
beä Komor (SJiüde), ober ü)m(fenort, f. ßinl. I. f., II. 1. d. 3)ie 
©ntfc^eibnng graifdien komora unb komor ift unmöglidl). 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. 33b. 40: Dzersce (©umpffee, ju 
dzerzec l)alten, ober gu dzera (Sod^?), Dzerski hat (ber §älterteid^, 
ober ber Söd^erteidb), Wjelcica (baä Söolföfelb), Studzenki = w 
Studzenkach (bie SBrunnen, in ben 33runnen), Koztowc (ber 3^^9^^* 
bodteid)), Wulki Woklowc (ber große UmfreiSteid^), Cesina = pod 
Öesinu (hinter Sö^men; rao^er biefe Se^eid^nung?), Rozdory (bie ger- 
riffenen ©lüde), Manjowec tuzki (bie 9}iönauer Tümpel), Tri tuzki 
(bie brei Tümpel), Kamjentny tuzk (ber ©teintümpel), Dothe zalioiiy 
(lange ©eraenbe), Maly Woklowc (ber fleine Um!rei§teic^), Rjana 
khojna (bie f(^öne tiefer), Pod khöjcu (unter ber tiefer), Wowce 
• jordy, Pod wowcimi jördami (bie ©d^afl)ürben, unter hen ©d^af- 
l)ürben), Lescane pjenki (bie ^afelftödfe), Ptonychar = na Pony- 
garju? (ob §u of. ptonych §oljapfelbaum?), Smjerdzak (ber ©tänfer), 
Rudzany bat (ber ©ifenfteinteid^), Haki rao^l of. hajki bie §aine, 
ober bie §a!en), Kupy = na kupach (auf ben Raupen, glußinfeln), 
Sycinki (bie Sinfenfträud^er), Kuty (= preni a druhi kut bie 2Bin!el, 
ber erfte unb groeite), Hajk, hajki (©umpf, bie §aine), Spalena 
(khöjny ber Sranbfled, liefern), Burowka, na Bnrowcy (bie Bäuerin), 
Luhi (bie ©umpffeen), Hlinjany hat (ber Sebmteid^), Bete brody 
(bie raeifeen gurtl)en), Satozy (33ebeutung?), Pod kfizemi (unter hzn 
^reugen), Brodki (bie fleinen gurtlien), Sina (hk ©d)iene?), Delsca 
(bie Xl)alftüdEe), Khmjelnica (ber Hopfengarten), Dzelosca (bie glad^§- 
ftücfe), Wulki a maty Feterjec tuzk (3]etter§ großer unb fleiner 
Xümpel), Stary liat (ber alte ^eid)), Mroki (bie ©ren§felber), Pjen- 
jezny puc (ber ©elbroeg), Husak (ber ©änfepla^?), Peskowac (ber 



S)ie flaoifc^en Drtä* unb grumamen ber Dberlauft^. 245 

Sanbteid^), Hejkowac (ber ^eu(entei($) , Sciny (bie" 9tot)rftelIen), 
Tfasink = pod Tfasiiikom (Sebeutung? rieHeii^t of. trasnik 
Sd^redfenöort). 

b. biirc^ ben @emcinbc*35orftanb: ©orfteid), !)intern 5Dorfte{$, 
^aiipe (f. a. Kiipyi, ©ommeraiier ©arten, am ©öbelner SBege, ©c^enfö 
2Biefe, greunb'ö Siefe, am (gd^ulfelbe, Sangenbeete, berliner, am 
^ofelteidö (f. a. köztovvc), am ^rfd^baum, 2Böltfi^i| (f. a. wjelcica), 
etutfdienfen (f. a.), ^etterlufd^! (f. a.), ©^laftorben, Sßoglo^ 
(f. a.), SUtteid^, ^Mbelteid^, Sumpenfelb (wol^l of. tfasiiik f. a.). 
mhdn (51 a), of. Kol)jeln ,,ur!unblid^ Cobeln'', 1746 Göbeln — ent= 
raeber §u altfl. kobj-la, ferb. kobila, of. kobta, koblica Stute, 2Ibi. 
kobliiiy 2L, üqI. D5R. poln. kobylany, kobylin, kobyliny, of. koblenc 
„©tutenftall" häufiger glurname, koblicy „^oblen^", alfo „©tutenort", 
f. ^inl. II. 1. (1 ; ober §u altfL kobell, kobela, poln. kobiel, of. 
kobjel ^ober, ^orb ^. u. 21., vqI £)% of. Kobjelin, <Röbeln, f. §err- 
fd^aft 9}hiöfau; biefeö fotoie unter kobjelii = Drt be^^Kobjel ^orb, 
ober „ilorbort", f. @inL I. g., II. 1. d. 
glurnamen bur(5 ben (SJemeinbe = 3]orftanb: beim Seid^namer 2Bege, 
§anbri!§ Serf, ©änfeteid;, 3)lrafa (of. mroka ©rengfelb), ©loto^ 
fd)ina (of. slowcina ber ^^flaumbaum), golafraiefen (of. liola ^aibe, 
liolak rco^l §aibetei(^), ^obe()au, Urbanstuc^e (of. tiih Sug, ©umpf= 
fee), 33(anlud ^(Sßalb unb S^eidie, Sebeutung?), 3Jlönauer ©raben, 
©d^tbensa (of. Sibjeiica ©algen). 

^au^tt (51. S.) of. Kupa ober Kupoj, 1421 Kauppe, 1485 Cawp, 1746 
Gaiipa — §u altfl. kqpa, poln. kQpa, of. kupa gluginfel 31., -ogl. 
Ddl. poln. kepa, k^pie, of. kupa; kupoj @enit. kupoje, Ibjeft. gem. 
Sur guf ammengefeiten ®e!t. f. mtl D92. au§ ^pv- I. ©. 18; f. @inl. 
IL 1. b. 
glurnamen a. au^ Gas. Mac. S. ^b. 40: Kupjana Siiia (^auppaer 
(5(^iene), Mroki (©ren^felber), Scersce (üergl. (S^ommerau, glurn. a. 
dzersce, Sebeutung?), Wulki hat (ber gro^e ^et(^), Stary hat (ber 
alte ^eid^), Nowy hat (ber neue 5:;eid^), Hlinjany hat (£el)mteid^), 
Pobocny hat (ber 8eitenteid^; unter b. ift ein grommtei(^ aufgefül)rt, 
ber of. pobozny hat l)eiBen raürbe!), Korjeiitny hat (ber Söurgelteid^), 
Sienja truha (3J?ittelgraben), Kusic tuki (^uf^e§ 3ötefen), Wulke 
tiiki (große SBiefen), Noparjec luki (5^oparö SBiefen, 5^opar n)ol)l 
l)odbbeutfd^ S^ad^bar), Khmjehiica (Hopfengarten), Scerski hat (f. tbm 
sceisce, 33ebeutung?), Kisec pjenki (^ifd^'ö ©töde), Brodki (bie 
fteinen ^gurtl)en), Bowa hora (t)ielleid)t für Bohowa hora ©otteö^ 
berg?), Solcic kut (Sdjuljenö SBinfel), Haki (bie §a!en, ober für hajki 
bie §aine), Srane kefki (bie befcE)iffenen Süfd)e), Minakatske brohi 
(bie 3}Ulfeler §ügel, Ufer), Wulki haj (ber grofee §aag), Maty haj 
(ber fleine §aag), Pod kupu (unter ber ^aupej, Pjenki (bie S3aum^ 
ftümpfe), Lucki (bie kleinen SBiefen), Behnjate, hdzez ,,wowce 
bahno" Ledura palustre, rosce (Behnjate ftatt bahnjate bie Sumpf- 
[teilen, rao ©(^afporft, ledum palustre, n)ä^ft). 



246 ®ie [laoifd)en Drtäs unb f^Iurnamen ber Dbertauft^. 

b. hnxä) ben ©emeinbc-Sßorftanb, §u ^auppa unb S^tfd^cba: 
bie ©deinen (SBalb, j. ©öbeln, glurn. a.), bie 9)lro!e (f. a.), ber 
9loa!§rQin (gam.=91. ^owat), bie ^mölnis (f. a.), bie ^elifd)en 
(S^eic^, of. delisca %\^al\iMt), bie ^rabfen (f. a. brodki), ber @ro = 
mabni! (of. hromadnik ^erfainmlungöort), unter ^auppe (f. a. pod 
Kupii), bie §eint)iefeu, bie ^ö^njaben (f. a. behiijate), bie großen 
Sßiefen, bie ©(^ilfraiefen, bie Briefen (qf. bröza 33ir!e, Slbj. brezny), 
bie ©a^ongen (of. zahoncy bie fleinen ©eraenbe), ber^opora! (ogl. 
popotk bei Qetfd^eba, glurn. a., ober of. popowk §u altfl popü, of. 
pop $faff, ®eiftli(^er, Slbj. popowy, ba§u fubft. Dentin, popowk ber 
fleine ^faffenraalb, f. ©inl. IL 2. g.), ber Qelovoai\ä) (f. gleid^ 
unten 3^^f<^^^ö, glurn. a.), bie ©änfe^utung, bie ^ufatji^en (gelb 
unb SBalb, itioI)l gu kukac S^aubenmäfte, ^aubenl)auö), bie 2:^ellen, bie 
Sin)ol;or!en (of. belohörki bie raeifeen §ügel), ber ^ammberg. ^interm 
^amme, ber $if!ott)atfc§ (SBalb, of. peskowy Slbj. ^u pesk ©anb, 
peskowac alfo ©anbberg, ©anbteii^ 2C.), ber ^xnä), baö ©eljege, bie 
^ief(^eö]^atfen (of. Kisec hatki (tifd^'g 2:'eid^e); ferner folgenbe 
"^tidje: ber ©rofe^, 'älU, gromm*, 2tl)m^, 9^eu=, SBurgel^^, ©erften*, 
^euraiefeuo ^uten= (of. kut SBinfel), £ul)* (of. tuh ©umpffee), S^iaubner 
^ei(^, ^ig!on)atf(^'i:ei($ (of. peskowac ©anbteicfe). 
gctfdJeBa (21. S.) of. Jatfob', „urfunbt. Iterseba'S 1746 Jetzepe — §u 
altfl. jastiQbl ^abid^t, ferb. jasreb, of. jatfob', jatsob'. nf. jascek 
paU6)t 31. u. ^, -ogl. b% t\6)eä). jestfab, jestrab, jestfebi, poln. 
jastrzQbi. jastrzQbia; alfo „ber §abid^töort", jatfob', burdf) 2lbi.== 
©nbung -jü gebilbet, f. ©inl. IL 1. a., ober „Drt be§ Jatsob", f. 
ßinl. I. h. 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. ^b. 40: Hrjebje (bie ©räben), 
Mjezreki (§raif(|en ben glüffen), Sciny (bie Sinfenfträud^er), Brezyny 
(bie ^irfenbüfi^e), Buiijowka (ba§ fleine ilartoffelfelb, ha^ ^ol)nenfelb, 
§u of. buna Sol)ne, Kartoffel, Slbj. bmiiny, bunowy, biinjowy), 
Popotk (gefprod^en popowk, f. ^aupT^a, glurn. b., popotk raürbe 
etiüa bebeuten „auf bem falben'', gu potka ^älfte), Seroke (baö 
S3reite), Zahony (bie ©etoenbe), Pferoj (too^l of. pferowy bie 
©räben), Hejkowac (f. (Sommerau, glurn. a.), Husak (f. ebenba), 
Piskowac (b. i. peskowac f. ebenba), Rudzaiiy hat (©ifenerjteid^), 
Doty (bie St^äler), Zahoncy (bie fleinen ©eraenbe), Kholmjana hora 
(§olinberg, £ulmberg ober äl^nlid^, 1746 Kohlberg (?) nörblic^ von 
Setfc^eba, §u altfl hlümü, of. khotm golm, ©ipfet, |)ügel 31., ügl. 
Ddl. nfl. hom, holm, tfd^edj. hlum, of. khotm, nf. chomc 2C. Qn ber 
S^älje beö 33erges auf ber ^arte von 1746 Coniau Schäterey, b. i. 
toolil Khotmow[a wowcernja]; jegt giebt c§ einen D'tR. ßomau bort 
nid^t inel)r, Zakhotm (hinter bem Äolm), Kfiwc (gu altfl. krivü, of. 
kfiwy frumm 21., t)gl D9I. fro. krivac, flr. kryvec, tf(^ed^. kfivec, 
of. kfiwc baffelbe „ber frumme Drt" 2c.), Na rjabach (auf ben 
©d^wabengeilen), Preni kut, Sreni kut (ber erfle Sßinfel, ber mittlere 
SBinfel), Luhi (bie ©ümpfe), Wolse (bie ©rlen), Pod wuhonom 
(unter ber treibe), Stary hat (ber alte ^eid^), Wowce hördy (= jördy 



S)ie flootfci^en DrtS* unb iJIurnamcn ber Dberlauft^. 247 



fbie 6($af()ürben), Khojnowy hat (ber ^iefertet(5), Pod khojcu (unter 
ber tiefer), Kukace (f. ^auppa, %inxn. b.), Hajk (ber fleine QaaQ\ 
Zakliöjcki (bie 6tüde ()tnter ben fleinen liefern), Bele hörki (bie 
raeifeeu ^ügel), Wulki wiihon (bie grofee treibe), Za wopusemi 
(hinter ben Sipfelftücfen). 
b. biird) ben ©emeinbe^^orftanb f. hti ^auppa. 
9lcuborf (31. SB.), of. Nowa Wjes (überfegt), 1746 Neudorff. 
ghirnamen burd^ ben ©emeinbe-S^orftanb (gu ^^^euborf unb cRuf)e = 
tf)al): bie ^auppe (of. kupa gluginfel), berSagan (of. zahon @e^ 
roenbe), ber Suf(^! (of. tuzk ©umpffee), bie §ölle, bie ^riefing (of. 
breznik 33ir!enn)alb), bie Sutif(|!a {mdh unb gelb, 33ebeutung?), 
bie Sahüel^ff^ig (§u altft. balüvaiui, poln. batwan ^log, <Säu(e, 
(Söge, *balvancica „Ort n)0 ein fleiner ©öge ftanb"?), S3atTOoIf(^in 
(of. podwölsina <BtM l)inter bem ©rlenbufd^), bie ^ratfd^otr) (tr)o!)l 
brodzawy gurt{)ftüd), bie fleine Seid^namer §aibe), ber Sug (of. luli 
©umpffee), bie ^fd)in)gfa (of. pfiwica, 33ebeutung?), ba§ ^Säuern- 
TOe(;r. 
Olujct^ttt (31. S.), gu 3^euborf geliörig, of. Wotpocink — of. wotpocink 
bebeutet ^uf)e, ^aft, DfJu^eort. 
glurnamen f. ehtn üorljer bei 9^euborf. 
^albenbotf (31. 33), of. Potpica, 1746 Halbendorif — ber of. 9f?ame ift 
nadö Pfarrer Dr. ^ientfij, @ebirg§freunb V. 8. „polpojca, b. 1^. pet- 
potojca (für potpolowica) ^albe §älfte, weil ber eng mit ©eifelig 
fammenljängenbe Ort nod) hnxä) hie ©pree get^eilt wirb"; f. ©inl. 
IL 2. e. 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. S3b. 40: Mroka (ba§ ©rengfelb), 
Wösty (bie ®ifte(n), Wjazowa (ber ^iüfterplag), Liih (ber ©umpffee). 
b. buri^ ben ©emeinbe^^Sorftanb (^u §albenborf u. ©eifeUg): 
©eifeliger £ug (tuh ©umpffee), ^fc^ize (of. kfize ^reuge), ©(^ä6 = 
waf (33ebeutung?), ^^f(^itx)i§ad^ (of. w priwicach ^ebeutung?), 
^fiafeinac^ (entiüeber na sinach auf htn Schienen, f. ©öbeln, glurn. a., 
ober na snacli f. ben folgenben D^l. ÖeiBlig, glurn. a.), !(eine ^aibe, 
9ieuteid^, bei ©d&afbrü(fe, 3)lrofa (f. a.), §a(benborfer ßug (hili 
©umpffee), SBuftag (of. raofti w wostacli in ben i)ifteln, f. a.), 
9}iid^elötei4, Sijen^ad^ (of. w lijencacli im ©elege), d^a^aitn (na 
hajku auf bem §aag), SBafo(^ (we lazach im 9?obe(anbe), 9^an)uö!im 
(na wuzkim auf bem ©ijmalen), ©al^unami (za liunami t)inter hzn 
©(Rennen), SBufd^fad^ (we tuzkach in ben Tümpeln). 
(Scifeli^ (31. S.), of. Kislica, 1746 Geislitz — jju altft. kiselü.fauer, 
feud^t, of. kisaty fauer 21., t)gl. D% ferb. kysline, tf(^ed&. kyselow etc., 
alfo „©auerbrunnen, ©auerort" ac, f. (Sinl. II. 2. f. 
ghirnamen a. auö Öas. Mac. S. S3b. 40: Za hunami (l^inter hen 
©d^eunen), Na kupach (auf ben Haupen, glu^infeln), Pfiwici (Se^» 
beutung?), Kfize (bie £reuge), Brody (bie gurt!)en), Woklece (§u 
altfL klet- ^ebeutung? 31. ober altfl. kletl §au§, tfd^ec^. klece ^äfig, 
poln. klec fieimliauö, of. kletka Häfig 31., Dgl. D9^. nfl. klece, klecani, 
tfd^ei^. klecani, poln. klecie, klecewo ; ferner i^leetl) in 3)iedtlenburg, 



248 2)te flaotfd^en Drtä^ unb f^tw^^a^^^n ber Oberlaufi^. 

1273 Cletis, 1290 Kietz, Klet ac; ferner rergl. ^leng in Tlzdkn- 
bürg, 1314 Woklence, b. i. poln. WoclQcie, raeld)e§ unferem glur* 
namen Woklece genau entfprei^en raürbe), Sna (33ebeutung?), Bo- 
rusca (bie Sorufd^e, SBarotfc^e, ©(^äferei unb SBalb, f. ipafbenborf, 
ghirn. b., forate Semifc^on), ^fp. ©uttau, glurn. a.), Luh (Sumpf), 
b. bur(5 ben @emetnbe^33orftanb f. hei §al6enborf, eben üor^er. 

7. %. U^t)ft a. b. ©pree. 

Sunt aSeidjbilbe Subiffin gel[)örte audi) ba§ an ba§ ^fp. ^% im 9^. 
angrensenbe ^fp. U^^ft an ber «Spree, im preugifd^en Greife ^operöraerba 
gelegen. Drtfd^aften beffelben finb: 

lUjtjft a. b. Spree (^reis §ot).), of. Delni Wujezd b. i. 3ieber-Ul)pft", 
1466 Wuyez, fpäter Ugist, 1551 Vyist. 1746 Uhyst — ju altft. 
*iijazdü, t\ä)zä). oujezd Umritt, üjezd Umgang, poln. ujazd @reng= 
geid^en, eigentli^ ©rengumritt pm graed ber S3efi|ergreifung 21, rgl. 
09^1. tf(^ed). oujezd, poln. ujazd, ujazdy, ujazdow, of. Wujezd 2C., 
alfo „ber ©rengumritt, ba§ umrittene ober umgangene ©ebiet" ac, f. 
©inl. II. 2. e. 
glur namen a. au§ Öas. Mac. S. ^b. 38 u. 40: Rudej (ber of. 9^ame 
beö 31a(^barortg „Rauben"), Liscina (ba§ gu(^§felb), Hilcowa (roo^l 
gu of. *liila, hilka (Simpel geprig, ^Ibj. liilcyny, hilci, liilkowy 2C., 
fonft §um Familiennamen Hila, Hilca), Manjowa (baä 3J?önauer 
gelb), Hednusa (raol^l hejdnusny, a, e ba§ §aibe!ornfelb ac), Do- 
macowa (beö 2)omatf(^), Zmölia (of. zmoha bie 3Selle, ober zmol 
ber i^lumpen?), Luh (ber ©umpffee), Hromadnik (ber 33erfammlung§^ 
ort), Bramborki (too^l an^ bem ®eutf(^en „bie 33rombeerfträud)er?"), 
Pjeiiki (bie Saumftümpfe), Smiecina (baö gi(^tengel^ölg), Lescina 
(baö |)afell)olg), Eecnisco = stary pferow (ba§ glufebett = alter 
©raben), Khomot, hola (baö Kummet, eine ^aibe), Rohace (gelb, 
bie S^Pf^O/ Sibjeiica (ber ©algen), Domace (n)ol)l me oben Do- 
macowa §u erflären, ober gu of. domacec nafe fein), Lipiua (baö 
£inbenl)ol§), Cistowc (ein ^eid^, of. ber reine, l)ette, flare Xeid^), Bely 
luh (ber lueifee Sumpf), Milau-hat (ber 3Kilan=^eid)), mä) e. gam.==9^., 
tjgl. mimi hzn D^. felbft. foraie glurn. a. bafelbft), Zahrodki (bie 
fleinen gelbgärten), Wotezki (bie Senfleinen, SBeibelanb), Wrjosesca 
(of. wrjosowisca bie §aibe!rautftellen ; SBeibelanb), Cefwjeuy biöd 
(ein 2Beg, of. bie rotl)e gurtl)), Luzk (ber fleine Sumpffee), Wowci 
wuhon (bie S(iaftreibe), Zbytki (bie ^eftftüde). 

b. am bem ^atafter^glurbud^e: in ber S^iaube (f. a. Rudej), 
in ben Wirten, l^inter ber ^ird)e, 9^i(|terbienftlanb, auf bem alten ®orfe, 
auf ber 3^euna (of. nowiua, nojua 9^eulanb, 33ra(^lanb), am ^eter§= 
berge, in 33artf($ Stöden, bie Spree, in ber .geibifc^en (f. a. hejd- 
nusa), in ber ^omatfd^e (§ol§ung, f. a.), im SBalbe, .^ird^bufd^, in 
ber §ilgon)a (f. a.), in ber Smol)en (f. a. zmoha), in ben SBotfd^en 
(f. a. wowci wuhon), am Sugteid^e (f. a.), ber ©emeinbeioalb (f. a. 
hromadnik), in ber äßartl)aer §aibe, in ber ^aupaer .gaibe, in ber 



!J)ie fraoifc^en Drt§* unb Flurnamen her Dberloufi^. 249 

€a(gaer §aibe, ber 9}brgen in ben ^argellen, bie treiben, bie Sf^iefel- 
lüiefen, ber Dberfumperteid), ber ^iieberfumperteic^ (of. zump, qu§ 
bem beutfd^en Sumpf, ^xnd), ©umpf ber gi^Ö^^ft^ßi«^^!^)/ i^^ ^ölU 
2Bin!e(, hinter ber 3)Jüi)le, im ^eid), in ber 9)lanio (f. a. Maiijow), 
©trafee uaä) Wlönan, bie 3:'rift, ber Sui^teic^ (f. a.), ©raben am 
ü)h;(anteid)e (f. a.), bei bem 33orne, im ,gaue, auf ben £e|ten, im 
legten Suf ($! (f. a. tuzk), ^^änU mnhl ba§ gliefe, U^^fter S^ieber- 
()aibe. 

Olauben (^r. §ox).)/ of. Rudej, 1746 Räuden — §u altfl. ruda ©ifener^, 
diöiijt 21, üal. D9^ nfl. ruda, froat. rüde, tfcbed). of. ruda; bie of. 
gorm Rudej ift ein üom ©enitit) rudeje c^ebilbeter neuer femin. 5Romi^ 
natiü, f. mmol D^. an^ Slpp. I. ©. 18, alfo „(Sifeneräftette", fie{)e 
einl. II. 2. e. 
glurnamen auö bem ^atafter^glurbud^e: ©emeinbelefimc^rube, ©raben 
in ben ^rotfen (of. hiödk fTeine gurtl)), in ben .g)umen!en (iuim- 
jeiiki (S^eunenftüde, wumeiiki 2luögebinge), {)inter <B6)\\xU (Sträu($ern 
im ^^obrabu (of. pod lirabu unter ber Söeifebud^e), im Suge (lulr 
©umpffee), hinter bem Serge, in 9<oggotfd)en (f. eben U^t)ft, glur* 
name a. Roliace). 

Sl^lötiau (£r. §01).), of. Manjow, 1746 Möuau — §u altfl. man- betrügen, 
täufc^en; tf(^e($. mani, luane unt)er(el^en§, maiia ©d^lingel, '^vi\>x>e ac, 
^., t)gl. ^91. ferb. maiiislav, tfd)e(^. mau. niana, mauus etc., ferner 
D^. tf(^e(^. manici. manov, maüovice, alfo „Drt beö Manja", f. @inl. I. f. 
glurnamen an§) bem £atafter-glurbu(^e: bie £e^mgrube, in Se§* 
foina (of. bjez khöjnow graifi^en ben liefern), in ben 2)reilel)nen, 
in Dlabfc^eliinsa (ob gleid^ of. nad zelency auf bem grünen $lan?), 
in ber 2öufe, ^ufa (tüoI)1 of. luza Tümpel), in ber §aibe, in ber 
6uu)al)ne (zahon ©eraenbe), in ber Soblina, Qeblina (jedlina 
STannenraalt)), SSader^aibe, SSoderfelb, SBoder^utung, Sßoder* 
teid^ (gu altfl. oko, of. woko Sluge $. cgi. ^5R. tfdiedb. okim, okoun, 
okor, ferner D% tfd)ed;. okünov, okof, okofi'n, vokoi*; äBaderoro in 
93iedlenburg 2C., alfo „beö Wokor'' ©rofeauge), l)inter ^uf ogen (ob fo 
rid)tig? 33ebeutung?), 9^a!utf(^e (of. na kuce auf bem 2Bin!el), .^os^ 
matfd^en (^oljung, ju of. kcsm, kosma ^el§, Rotten, kosmac 3ottiger, 
SBalbteufel 2c.) ^aijuxfaä) (of. ua liörkach auf ben §ügeln), 9^oina 
nowina, uöjua 9f?eulanb, ^rad)lanb), 3Jlo!fd^inad^ (w mokfinacli in 
ben naffen ©teilen), ber ©d)inberbuf($, hei bem neuen ^eid&e, ber 
©rogteid), üubljutung, Sßangteid^, 3:ru^entei($ (in of. trulia ©rab^n), 
Söfd^teid^, bie ©pree, .^fdiin^en (^oljung, gu of. kfina, ©emin. kfiüza 
Sabe?), ßiommerauer ^ei$, in ^ obr abu (f. eben Stauben, glurn.), 
Sie^leö ^eid^, ber ©arfaffenteid^, l)inter ©afaffen (of. 2lbj. za- 
kazny verboten, i^erbotö^, in 9^oggotf(^en (f. D^tauben, glurn.), 
2)ufd^fen (§ol§ung, n)ol)l gu dusyc ben 2ltl)em l)emmen, ftiden; 
bunftige,*Jtidige ©teCen?). 

2)re5tia (Rx. §ot).), of. Trauje, aud^ Dranjow, 1560 Drähna, 1746 Drähua 
— §u altfl. der-, dliati f(^inben, rauben, ^artic. dranü $., alfo „Drt 
beö Dran, Dranja", f. ©inl. I. f. 



250 ^ie [fttüifd^en Drtö« unb t^Iurnomen ber Oberlauft^. 

glurnamen auö bcm ^atafter^glurbud^e: unterm 33er(^e, in ^äd^tera 
Sufd^f (of. tiizk 2:'ümpel), im §äuölerfelb, beim ^reuge, im §aue, 
beim 9^^aubnifd^en C^koben, auf bem Seiten, im legten Sufd^!, im 
Srieönidf (bieziiik Sirfeubufd^), im weisen gelbe, im Sif($tf(^in 
(liscina gu(^gort), hei bem Sorne, in ber 9flieberl)aibe, in ber grofeen 
$aibe, in ber ^aupoer §Qibe, auf ben teilen. 

8. ^fp. 9Jialfd^tüig, baju geljören bie Drtfd^aften: 
aflalfdftmi^ (51. a), of. Malesecy, 1225 Malswitz, 1261 Mallswiz, 1280 
de Malzwicz, 1306 Malswicz, 1746 Maisch witz — gu altfl. malü, 
of. maty flein ^., t)gl. ^9i tfd^ed^. nialec, malickowice, malesice, 
loeldieä legtere unferem D9I genau entfprid^t, alfo „Seute be§ Males", 
f. ©inl. I. c. 
glurnamen a. au^ Gas. Mac. S. Sb. 40: Pola Muskownje (1746 
Muszken Mübl, mörtlid^ „hti ber 3}]ufd}!on)*9}Jül)le", §u altfl. luulia, 
of. muclia muska gliege ^. u. 51., muskownja alfo von e. D% ober 
gam.*9l. muskow, f. ®inl. I. f., IL 2. f.), Jackonsky hat (ber 
3a|fenteid^, rao^l naä) e. gam.=5R.), Muskowski hat (ber ^uf(^!on)= 
tei(|, ber 3}iuf4!ertei^), Wulke polo (baö groge gelb), Dolhe polo 
(baö lange gelb), Pola wowcernje (bd ber ^d^äferei), Wulki rukaw 
(ber grofee Slermel), Rudle (^ebeutung?), Pola husciuy (beim ^idEic^t), 
Pola sibjency (beim ©algeit), Hrodowski hat (ber SBurgteid^), Mala 
liora (ber fleine ^erg), Satec hat (Sd^attö ^eid^), Gri-abec tiiki 
(®rabä SBiefen), Klin (ber ^eil), Kfiwos (ju alfl. krivü, of. kriwy 
frumm $. u. 51., t)gl ^9^. poln. krzywosc\d, tfd^ed^. kriv, kfiven, 
kfivos (oerfürgt kfis uad) ^rof. §et)); D% tfd^ed^. kfivec, kfivenice, 
kHvosin, poln, krzywczyci etc., frumm 51 , t)gl. D9I. ferb. krivocije, 
tfd^ed^. kfivec etc.), Zady kefchowa (hinter bem ^ird^l)ofe), Luh (ber 
©umpffee), Biskopic hora (33ifd)oföberg), Pfitoki (bie Si^ff^^'fO/ 
Scefbosca (of. aud^ scefbowisco, ^lur. scefbowisca ber Sd^inb= 
anger), Pola dwej kamjeujow (bei ben graei Steinen), Dolhi liat 
(ber lange ^eid^), Wulki hat (ber groge Xeid^), Kijencec hat (^ren§' 
STeid^), Hajki (bie fleinen §aine), Pfemjeiiki (bie SBed^felftüdfe), Kuty 
(bie Sßinfei), Wopus (ber Sd^roang), KobJanic jama (^oblanaö ©rube), 
Dotha jama (lange ©rube), Hauec kuty (§aljn'§ äBinfel), Diözuy 
liat (ber ^roffelteid^), Ceitowiija (ber ^eufelöort, ein tiefer ^cid^), 
Lada (bie £el)ben), Jezoiy (bie <Seen), Dubcy (bie f leinen ©id^en), 
Wösraucy (bie bef(^iffenen (Stellen), Kozancy (bie g^^Ö^"^^^^^")/ 
Pecec wumjenk (^etfdieö^ 5luögebinge), Brezycki (bie fleinen ^irfen), 
Bisle (bie 33üfd^el, beutfd;), Spaukec hatk («Spange^ ^eid)), Zahrcdki (bie 
gelbgärtd^en), Mljniski hat (ber 9Jlül)lentei(^), Pastoncka (n)ol)l §u 
of. pastwa §utung, 2Beibe?). 

b. hnxä) ben @emeinbe=^^orftanb: bie gegern (jezory bie ©een), 
bei ben giuei ©teinen, am 5lrm, bie 33fd)ibo!en (of. pfedawki bie 
Sugaben), ber ©leinfd&e Serg (nad^ bem ^fladibarorte ©leina), bie 
^fd^imotfd^en (of. dz^Mca glad^gftüde), ber Suf (of . luh Sumpf), 
bie ileile, ^iöfopöberg, bie §ur!en (of. hörki bie §ügel), ©alger ^eid^. 



®ie fIaoifd)en Drtö« unb j^rurnamen ber Dberlaufi^. 251 

®ren§er= unb 9JJufdb;!erteic& (f. a.), I)inter ^lein^3)^a(fd^tt)% langer 
^ei4, großer "^nä), Bixa^tnieiä), bürre Sßiefe, ()inter Kraben (gam.^91). 

^^UicfjfoltJll} (31. S), of. Plusnikecy, 1326 Pluskewitz, 1485 Plüsch witz, 
1746 Plieschwirz — §u altfl. pljuskü ©d^aH, ferb. pljuskati, of. 
pliiskowac ptätfdiern, pluskot, an^ plesk, pleskot ©eplätfÄer ^. ii. 
2(v t)9t. D9i tfd)e(^. pli^^kov ; bie urfunblid^e gönn *pluskovica raäre 
iüir!Ud^ „^i^(ätf(^erort" (ber Drt liegt an ber ©pree); bie of. gorm 
= *pliisnikowici „gamilie be§ Pliisnik", ober = plusnikowicy 
„bie $lätfd)erfteaen", f. ©inl. I. c, II. 2. f. 
glurnamen bur^ ben ©emeinbe^^orftanb: Q\6)anen (f. S^iebergurig 
glurn. a. unter scawn p&ort), Sßulf d^ina (wölsiiia @rIen!)olj), 33auerö= 
berg, (Sci^afberg, (Balgen, ©(^lagteid^, ^rautteid), Sergtei^, hk ^iiä)t, 
9?ube§pfüt^e, Sauer^freuj, ^enfelftein, !(einer «Stein, bie ©uboraÜ 
(dubowki fleine (gi($p(ä^e), bie 3<^ii^of<^Sf<^^ (of- dzelosca glad^ö^ 
ftücEe), bie Butten (kutv bie SBinfel). 

^Uebcvötttig (51. S), of. Delnja Höika. 1384 Gork, 1393 Gorik, 1491 
Gorgk, 1746 Nid. Gurg — §u altfl. gora, of. hora ^erg 51., ügl. 
D9^. !lr. borki, ruff. gorki, tf($ed&. liorka, horky 2C., alfo „ber ©ügel" 
ober „bie ^ügel", f. ®inl. II. 2. e. 
glurnanien a. auö Gas. Mac. S. ^b. 40: Kfic = na Kficu (tt)ol)l 
rerfürjt an^ kfiwc ju kfiwy frumni 51.), Pod Kficom (unter bem 
frummen Stüd), Hrodzisko (bie fleine ©dränge), Kopack (ber fleine 
^uppenberg), Wscawnu n)ol)l §u of. scawnja pfeort), Certownja 
(recka ber ^eufel^bad^), Cylielski hat (ber ßi^gelteid^), Wulki dub 
(gro^e @i(Je), Pastwisca (bie Söeibelänbereien), Pfesady (bie ^raut^ 
gärten), W lodowej janije (in ber ©iägrube), Spadnjeny most (\)k 
eingefallene, cerfallene^^rüdfe). Na haleji (auf ber 5lttee), Kruwjacy 
most (^uljbrüde), W Zurowach (entraeber in ben „fauren äBiefen", ober 
= w zurawach (in ben ^ranidien), Scamni most (bie ^^ifebrücfe), 
Kfndowy (ba§ $eitf(^enftücf), Trawnik (ber @raöpla|), Sibjenca 
(ber ©algen). Na khopu (auf bem §aufen, auf ber iluppe), Seroki 
puc (ber breite 3ßeg), Goliatowy kanijeii (ber @oliati)öftein, ein 
Stein mit Sd^eere unb gingerl)ut), Kopany (ha^ @el)a(fte), Pod 
Wosykom (unter bem Verbau gu altfl. osekü ^iel)l)ag, of. *vvosyk 
51, t)gl. D9i tf(5ed). osek, poln. osiek, of. Wosyk @rofel)än($en 2C.), 
W Wosj'kii (im 33erbau, im ^iel)l)ag), Radowcy (bie 9f{atl)öftü(!e), 
Soiiowc (S3ebeutung?), Hajki (bie f leinen §aine), Cyhelciiiy (bie 
giegeleien), Modra skata (ber blaue Stein), Zrecisco (of. rjec fliegen, 
reka glug, recisco gluggegenb, zi ecisco Drt beö 3wf^"^^"^"P^^6^^^^)/ 
Kolesko (bie 9?unbung, ber ^rei§), Wjelca hora (äßolföberg). Mala 
recka (ber fleine glufe), üucmanec truhi (®utf(^mann§ ©räben), 
Wosowy hat (ber ©öpenteid^), ßrancelec jezor (^rangelö See), 
Korcmarjec hory (^retfi^merö 33erge), Swejske (of. swejsk ber 
grauenrocf), Biikicany (bie §od)!ir(^er, bie Seute au§ ^od^fird^ Bii- 
kecy), Sotcic luze (bie Sd)ul§enfümpfe), Kfizowy kamjen (kr Äreuj- 
ftein), Kunowky (bie ?OMrberftetlen), Hajsoc (Sebeutung? t)gl. of. 
hejsac flott leben, hejsostwo flotteö Seben, ^erfd^raenbung), Bukowc 



252 2)ie [iQoifd^en Drtö* unb j^'^w'^^omen ber Oberlauftg. 

(ber fleine Suc^enroalb), Maty Wosyk (ber fteine ^ie^itiag), Hrjebja 
(ber ©raben), Luboz (öubag f. htn nöd^ften D^.), Pfi Liibozii (bei' 
£uba©, Lubozna hora (Suba^er ^erg), Lubozny hat (Suboger Xei6)), 
Lukowy hat (SBiefenteid^), Dzetosca (bie g(a(|öftü(fe), Hantl (f. b. 
bie §antla), Hrodzisco (bie groge ©djanje), Wisate (ha^ 2lbi(^üffige), 
Böle kanijenje (bie roeifeen (Steine), Zezady Wjeiika (hinter SBeiif, 
gam.^9^.), Euselcy (^^ebeutung? ügl. ruf), ruslo glu&bett, baoon 
*ruslici, of. ruselcy ©teßeu beim glufebett?), Mjedawka (of. mjedawka 
SBiefenfpierftaube, mjedovvka §onigbirne 2C., §u altfl. medü, of. med, 
mjed Qomc\ 51., mjedawa, SDemin. mjedawka raäre anä) ^onigroiefe 20.), 
Delenki möst (bie unterfte ^rü^e), Hilbjeiicec hory (,gi(ben§ Serge), 
Sekera {ha^ 33eil). 

b. burd^ ben @emeinbe = 33orftanb: ba^ D^iobf^ifd^fo (f. a hrod- 
zisko), ber ^oppatfd^! ($ügel, f. a.), bie ©i)ibenga (f. a.), ber 
^fd^itfd^ (f. a. kric riel 33erg mit gelb), ber Söoffp! (f. a.), ber 
§anf d)ug (of. Hanzowc, baä Slgneöfelb, ügl au6) unter a. hajsoc), bie 
^oppane (f. a.), bie §antla (f. a.j, ber ©ijono^ (f. a. sonowc). 
bie 9^abaTt)§a (f. a.), bie ©d^uboraa (f. a. w zurowach), bie Sie= 
laroa (§ügel mit SBalb, gu of. bety toeiß, betawy, betawa, belawe 
raeiglid)). 

Sttbafe (gel)5rt §u 9f?iebergurig), of. Luboz, 1746 Lubas — §u altfl. Ijubü, 
lieb $., ogl. $9^. tfd^ei^. libhost, poln. liubisz, *lubod, lubad D^. 
Ijubogost -jü etc., l)ier „Drt beö Lubad, Lubod'^ mit jeriertem ßonf., 
f. (Sinl. I. h. 
glurnamen f. hei D^iebergurig. 

Sriefiltg (21. ^.\ of. Brezyuka, 1237 Bresin, 1360 ßresni, 1473 
Bressinke, 1546 Bresenca, 1746 Briesing — §u altfl. breza, of. 
breza Sirfe 31., »gl. D% froat. bresine, t\6)eä). brezno, poln, brze- 
zinka — bie erfteu urfunblid^en gormen brezyny bebeuten „bie 
Sirfenbüfd^e", bie of. brezynka „ber fteine Sirfenbufd^", f. @inl. 
IL 1. d. unb IL 2. g. 
glurnamen burd^ ben @emeinbe = 3Sorftanb: berQfor (of. jezor 6ee), 
bie ^auTt)o§!t) (gelb, n)ol)l of. Pawotowski bae ^autöfelb), ber 2Solfö= 
berg, ber S3ucfog (of. bukowc ber !leine Sud^enraalb), ber gfc^aun 
(SBiefe, of. raoljl scawnja ^i^ort), bie ,go braue (of. hobrawa bie 
^ie^pad^terin), bie ^ubina (ber ©id^raalb), ber Qörgöberg. 

3)oBcrf(^tt^, 2)oBerfdöl^ (21. 33.)/ of. Dobrasecy, 1380 Dobirschwitz, 1392 
Dobirswitz, 1551 Doberschitz, 1746 Doberschütz — §u altfl. 
dobrü gut ^., t)gl. $9^?. tf^ed^. dobiovit, dobrohost, dobfemil, 
dobran, poln. dobrasz, ferb. dobros, dobrisa, ferner 0% ferb. 
dobrasevci, tfd^ed^. dobfis, dobfeäovici ac, „^lad^fommen beä Dobrisa, 
Dobras" k., f. (Sinl. I. c. 
glurnamen burcf) ben ©emeinbe*33orftanb: bie ©(^afberge, an ber 
ßfd^emeUfa (of. khmjelska nämlid^ hora ^opfenberg; alfo bie flao. 
Sejeid^nung beö folgenben beutfd^en glurftüdö), an bem §opfenberge, 
an bem ^opatfd^berge (kopac ^oppenberg, ©ipfel, iluppe), an ben 
raeifeen ©teinen, bie ^eid^roiefe, bie trodfene SSiefe, bie ilappelraiefe 



!J5ie flaoifd^en Drtä* unb f^Iumamen ber Oberlauf!^. 253 

ber 3)^ü()ltei(^, ber ^enki^, ber 5IItteid^, ber ©panteid^, ber S^iingel^* 
teid), ber 3}Uttelteid), ber 2Biefenteid;, ber 3^PP^Itei(^, bie S3QuerTt)!efen, 
bie 3Öol)I1c^ina (of. wölsina baö ©rlen^ols), bie SDuborafa (of. du- 
bowka ba§ fleine (Si^tjolj). 
allein = 3)ubrau (51. 33.), of. Mala Dnbrawa, 1746 Kl. Dubrau — §u 
altft. d^brava ^ic^raatb, of. diibrava 21., üqI. D3^. !ro. dubrava, 
tfdjec^. dubrava 2C., „ber (gid;tualb", f. ©inl II. 2. e. 
glurnameii bur($ ben @emeinbe^3Sorftanb: ber Qefor (jezor (See), 
bie äBin^en (winica, wiiica Sßeinberö), ber ©^erjierplag, ber Suben^ 
teid), bie ®ie^en (gelb, tt)ol)l m6) e. gam.^9^.), bie dioä)lx1^en (na6) 

e. gam.^^l.), bie Su!afd)en (nad^ e. gam.^91.), ber Su^teid^, bie ©r(e, 
bie Dd^fenraiefe. 

Scfdj«^ (21. 33.), of. Jesici, 1513 Jeschitz, 1746 Jeschitz — ju altft. 
iovanü, poln. jan ^., ügl. ^5^ tfc^e(^. janis, of. jenis, Jens, jes etc., 
üqI. DDL tfd^ed^. jesovice, jesiii 2C., alfo „3flad)!ommen beö Jesa", 

f. (Sinl. I. c. 

glurnamen buri^ ben ©emeinbe-^Sorftanb: ^o ^v\a^ (po krjach 
auf ben ©träud^ern), ^o §ai!a (po hajku auf bem ^aaqX 2Bi* 
rconjad^ (we wulioujach auf ben STreiben), 2ßolfd)ina(| (we wol- 
sinacli in ben ©rlenbüfc^en), ^oglenja (posleiica baö le|te ©tüd), 
'Dgeraojd^ad) (w dzetoscach auf ben gla^öftüden), J^lamarfi (roo^l 
§u of. klamarka 51Srämerin). 
^xxaüi^ (21. S.), of. Khwacicy, 1327 Qwatenitz, 1360 Quatiz, 1746 
Qvaditz — §u altft. hvat-, livatiti ergreifen, of. khwat dite, khwatac 
eilen, khwatny eilig ^ , ügl. ^91. tfd^ec^. clivatßrub, chvatal, of. 
khwat, kliwaten, ferner D% tfd^ei^. chvateruby, chvatliny 2C., alfo 
„Seute beö Kliwat(en)*'', f. @inl. I. c. 

glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. S3b. 40: Dzetostny puc (glad^§= 
lanbraeg), Kamjenski puc (©teimneg), Na dzewjecich (auf ber 9^eun), 
Pola sibjeiicy (beim ©algen). Na Belowskim (auf bem 33eloit)f d^en). 
Na precniku (auf bem Ouergraben), Pola hetow (bei htn §ütten), 
Pola wulkeho duba (bei ber großen ®ic^e), Raskowo (raol^t ein= 
gegangener Drt, §u altfl. rah-, tfdöec^. rachati gründen ^., t)gl. ^^. 
rachla, tfdiedl). ras, rasek ac., D9i tfd^ed^. rasov, raskovice, poln. 
i-aszköw genau = of. raskowo „Drt beö Rasek, Rask''), Lepina (ju 
altfl. lepü, of. lep ^ogelleim, ^Jiftel 21., lepina alfo 3}Uftelort, f. ©inl. 
II. 1. d.). Na kopanach (auf ben gebadten Biüden), Pola wodnika 
(beim 2ßaffergraben, beim 2ß äff er träger), Pjersowki (ogl. of. pjersc 
lodere, !lare ®rbe, pjersowki fold)es Sanb), Susicy (bie trodnen 
Zäunte, bie trodnen Stellen), Minkwica (toobl eingegangene Drtfd^aft 
für of. mjeiikowica „Ouappenort, 2lalraupenflu§ 2C. von mjen, ©emin. 
mjeiik?), W kutach (in ben 3öin!eln), Na liorach (auf ben 33ergen), 
W hatach (in ben Xeid^en), W tukacb (in ben SSiefen), Bolbora 
(gam.^91.), Kulowka (bie fleine S^iunbung), Koblenc (ber ©tutenftall), 
Za hunami (l)inter htn Sdbeunen), 

b. buri$ ben @emeinbe'';öorftanb: hei ber ®al)lon)i| (9^ad)bar= 
ort), beim £ird^l)ofe, am ^rauttoege, ^rietfd^nid (f. a.), ^ieloraSfe 



254 ®'ß fiauifd^en Ortä* unb f^tuntamen ber Dberlaufi^. 

(gelber, f. a. na belowskim), auf ben bergen, in glitten, am breiten 
^ßege, bie Ikim ^rebe {woi)l §u altfl. trebiti auöroben 31.)/ an ber 
großen (Sid^e, in Sippen (f. a. lepiiia), groge unb fleine 9JtiI!n)i| 
(f. a. minkwica; 3)H(!n)i^ entweber raie ber giemlid^ naf)e Ort 3)Zil!= 
Toi^ of. Mitkecy, §u altfl. milii gnäbig, lieb ^., ügl. ^^9^1. tfd)ed). mil, 
milek, milka 2C. „D^adifommen be§ Milek'', ober §u altfl. mell Un- 
tiefe, feid^te ©tette 51., ügl. D% flr. melnikü, mel'kovka 2C., alfo 
*mellkovica, „feid^te ©teile"?), ©(^ibenga (f. a.), am Steinraege, 
Solbora (f. a.), ^attaä) (w liatach in ben ^Teid^en), am J?ul)n)ege, 
9iaf(5fon)o (f. a), ©d^ufd^i^a (f. a. sucicy), ^erd^orafi (f. a.), 
unterm ©äffel. 
5^Wttförftdiett (31. S), of. Kfiwa Börse, 1334 Krummenforst, 1347 
Cruminforst, XVI. Ql). Krummenforst, Krumbförstclien , 1746 
Cron- ober Krum Först^en — bie of. Benennung bebeutet „frumme 
gorft", ^ronförftd^en ift alfo ein neueres 9Ki6t)erftänbni§ ; f. ©inl. 
IL 2. c. 
glurnamen burd^ ben @emeinbe=^orftanb: bei ber giegelei, im 
^arabies, hä ber ©algenfd^änfe, Ui bem ß;bllnfd^en ober äöegeö, 
3t|fora(^ (w jözorach in ben ©een), 9^a Söotliroraad^ (na wotro- 
wach auf ben Snfeln), bei Serd^enbolg, beim ©teinbru(|, ®ubad^ 
(w dubach in ben @i($en), bei ^alotoi^ (9kd^barort), bei 3^eu=Sorni|. 

9. ^atl)olifdöeg Afp. ^abibor; baju finb eingepfarrt: 

[ftttbiSDr mit ©d^raargabler unb 9iabiborer ©rünbufd^ (31. 33.). of. 
Radwör z Cornym Hodlerjom (Wöiiom) a Radwof-skim Hajom, 
1447 Radewor, 1463, 1746 Radibor — ju altfl. radü. tfc^edf). rad 
gern ^, ügl. ^9^. radimir, radslav, radvan ac, D9^. tfc^ei^. rado- 
mefice, poln. radostav, tf dbed^. rad bor 2C. ®ie of. gorm. Radwor 
(jerierteö ^Ibj.), tüel(^e mit ber älteften urhmbli^en übereinftimmt, fott 
naä) ©d^maler = Radibof (©ernfämpferö) fein (?), nad^ ^rof. §et) 
= Radvor (gern einftedfenb, ruff. vorü ®ieb): ügl. ®a\i ^abraer in 
3)ledflenburg, 946 Radewer, 1170 Raduir, Radwer; f. ©inl. 1. h. 
glurnamen a. am Gas. Mac. S. Sb. 39 u. 40: Lisinc (©umpf, ob 
ju altfl. lihü, of. lichi faljl, ettüa *lisovlnlci, ober gu of. lis %uä)^, 
Slbj. lisi?), Hodz (altfl. *gvozdi, ferb. gozd. tfd^ei^. hvozd SBalb 31., 
ügl. D9I. poln. gwozdz, nf. gözd 2c., alfo „Sßalbort", f. (Sinl. II. 1. a.), 
Pola zwerinownje (beim 3:;i)ier garten). Na traskowje (auf bem 
©d^redfensorte), Hucina, Lucina (entiüeber huscina 2)icfic^t, ober 
lucina SBiefenlanb), Khasowske lada (Ouoofeer Serben), Butfefika 
(S3uttermild^), Popec liory (^opp'ö Serge), Fararjec jezor (Pfarrers 
©ee), Kobankec jezor (^obanfä ©ee), Khezkee hörka (Kefd^feö 
Sergel), Fararjec skala (^^farrerö Bttin), Wulki hat (ber grofee 
^eid^), Maly hat (ber fleine Xeid)), Mlynske kheze (bie Win\)U 
l)äufer), öorny Hodlef- (ber fdl)iüar§e 3lbler, @aftl)auö unb ^örfd^en 
am Söege nad) ^önigöraartba), Na wetrniku (auf ber 3Binbmü^le), 
Ksibjeiicna korcma (©algenfretfd^am), Hacisca (Xeid^fteßen), Corne 
Hory (bie fdlitoarjen Serge), Wihca (äßeinberg). Lucine (äßiefen* 



• 3)ie flaoifd^en Drtä» unb ^^(umamen ber Dberlaufi^. 255 

lanb), Popowka (hörka ber ^faffenberg), Pörizny (of. pyriziiy bie 
Ouccfenfelber), Wincki (bie tkimn SÖeinberge). 

b. biir^ ben ®emeinbe = ^orftanb: Säf)be (of. lado), Sifc^onj 
unb ©rünbufd) (f. a.), ^lo^taö) (w mostkach in ben ^xüdtn), 
®§en)Drf(^cgad^ unb §ai!a(^ (na dzetoscach auf ben g(a($§ftü(fen, 
Av liajkach in ben Rainen), hn £utton)i^ unb {)inter ^reujürd^e, 
§atf(|if(^i (f. a. hacisöa), an ber ©algenfd^enfe, lange ©ebet^e mit 
2Bin§a unb hd ßölln (f. a.), am ^{)urme unb Sofon)ofor(^!a 
(bozowy Slbj. §olIunber^ kerk ©trau^l), am ©ee unb ^faffenberg, 
an bem ^eirf)e, Brunnen unb ©id^e, ©d^rüija^ (w swijach ^ebeutung?), 
^af)n (raoljl of. babno (Sumpf), ©(^älbuf^, beim fdjroargen Slbler, an 
ber 2Binbmü()le, Sutranfa (f. a.), h^i Üuooö, Ouoofer Säbe, hd 
Win\)i^äu]ex, am 9^euteid;e mit ©änfelmtung, am Sitfd^enteic^ unb 
^olfecüefern (ob ticny Slbj. ^äi^U, 9^ec^entei(J?, ^olfec (roo^t of. 
P61[ajkecy ober Pilkecy, %am.^ilX %xa\d)tow (f. a.), mit §inter^ 
brol)na (D^ac^barort), Sudenraiefe, '^iiUnhan (?), Xl)iergarten, unterm 
2)orfe, bei ^ro(;na. 
Älamina, (i^amitta mit ^amittaer Sninbufd^ (21. S.), of. Kamjenna aud^ 
Kamjenej z Kamjencanskim Hajom, 1397 Camiua, 1746 Camina 
und Grüne Buscb — gu altfL karaenl, of. kamjen (Stein 21., t)g(. 
£)3l. ferb. kameno, !lr. kaminna, of. kamjeuna, kamjenej, nf. kam- 
jenna 2C. ®ie of. gorm kamjenna ift gem. be§ üerfür^ten Slbj. 
kamjentny, a, e. Kamjenej ift ein au^ bem ©enit. kamjeneje ent= 
ftanbener 9iominat., unb §raar gem. mieberum, f. Wilifl D% au§ 2lpp. I. 
©. 18; ©inl. IL 1, b. 
glurnamen a. auö Gas. Mac. S. S3b. 39 u. 40: Hronowy (prjedy 
wjes ©rünbufd), frül)er ®orf, trotjl §u altfl. ^ron-, nf. gronis fpre^en, 
polab. gornit fprcdien ^., hronowy alfo „Drt beö Gron[a]"; mife- 
üerftänblid) ©runau, ©rünau 2C.), Zamjeiiki (bort fott früfier eine 
^urg geftanben f)aben, of. zamenki bie Staufd^äder, fonft ogl. altfl. 
zamükn^ti fd)lie§en, nfl. zanjka (zamüka) (Schlinge, poln. zamek 
(S(^lo6, Surg, nf. zank S(^lo6 (Qnftrument), ^aftell), Jazowy (3äl)fen^ 
haä)), Pözefnja (bie ^ranbfteHe), Risca (of. rzisca bie .^ornftoppel- 
f eiber), Lisonc (f. Sfiabibor, glurn a.). Na luckach (auf hen tkimn 
SBiefen), Dracowy batk (©^inbertei^), Krocetka (of. krocalka ba§ 
^aai), Na dnjom (auf bem ©runbe), Semylowe khojuy ((Semeloraer 
liefern, mo^ na($ e. eingegangenen Drte), Studzen-horka (SSrunnen- 
berg), Ktobnk (ber §ut), Stoiicna mlodzina (baö fonnige Qungl^olg), 
Tachantske batki (^e^antöteic^e), Psyci kefchow (§unbefirdöl)of), 
Kunowc {\>a^ f leine ^larberfelb), Podatki (mol^l podhatki (Stüde 
binter bem ^eid^), Nowa Amerika (9^eu^3lmerifa), Kriziki (^reu§= 
raege), Hraborka „PHrabihorka" (altfl. grabrü, nfl. gaber, graber, 
of. hrab 21. t)gl. D5R. nfl. gaber, gabrk, gabrova, gabrovka, bie 
bem of. barna^ fe^r alten glurnamen ganj gut entfprec^en, fo "tia^ 
man ,3ufammen§iebnn9 au§ Hiabihörka ni(^t an§unel)men brandet), 
Nadjezor (über bem ©ee), Precnik (Ouergraben), Pisanki (bie bunten 
©tüde), Jatlo (Sebeutung?), Sleborna liorka (ber f leine ©ilberberg). 



256 ®^ß ffaoifd^en Drt§? unb l^turnamen ber Dberlauft^. 

Brözhörka (S3ir!berg), Smolnicka (o|. smola $e(^, smölnica, $Dem. 
smölnicka ($ec^l)ütte), Ronowy (ba§ flad^e, grabe gelb, §u aftfl. 
ravlnü flad^ 21.)- 

b. bur^ ben ©emeinbe^SSorftanb: ^oxtaä) (w horkach in ben 
§üge(n), 3}Zefa(5 (w mjezacli in ben D^ainen), ©aloraai^ (of. w 
lialowach? Sebeutung?), ^tirfodcjad) (raolil mjerkowscach in ben 
^ergelfteHen, t)on mjerk 9}cergel), i^aba (lada Set)ben), ^obl^atfami 
(pod hatkami unter ben STeii^en), 9iabE)or!a (f. a. hraborka), 9ioönott) 
(f. a.), ^f(^i§if adö (w kfizikacli f. a.), ^ob^onjnad^ (pod koninach 
unter ben ^ferbefoppe(n), ^o l)atta (po hata auf bem STeid)), ^on)l)e 
©al)one (dothe zahony lange ©eraenbe), ^retfd^nid (precnik Duer- 
graben), ^iganfi (f. a.), am ^apitelteic^e, $ft)cgi ^erc^ora (f. a.), 
5Za 2ßuc§!a(^ (na Juck ach auf ben fteinen Sßiefen), Sifd^onj (f. 
^^abibor, gturn. a.), 3)Zo6!a(^ (w mostkach in ben fleinen Brüden). 
mttta, Wihfa (21. S.)/ of. Merkow, 1746 Mircke — ^u altfl. merü 
9^amen, rairü grieben $., ügl. ^S^i. tfd^ed^. miroslav, mirata, mirka 
0% t\^t6). mirovice, mirkovice, alfo „Ort be§ Mirka, Merka", 
f. (Sinl. I. f. 

glurnamen burd^ ben ©emeinbe^3Sorftanb: §ai! (liajk ber fleine 
§aag), Säbe (of. lado, ^tur. lada lüüft Sanb, Se^be), auf bem 33erge, 
9üeberfelb, SBeinberg. 
S5ottti| mit SfleuBotnl^ (31. S.), of. Boranecy z Nowymi Boranecami 
„urfunbl. Boranowitz", 1539 Bornwitz, 1746 Bornitz — ju altfl. 
baranü, of. boran Sßibber, ©^af ^. u. 21., t)gl. D^. !lr. baranöv, 
alfo „Seute beö Boran 2Bibber, ©djaf" ober „@d^af§borf", f. ©inl. 
I. c, II. 2. f. 

glurnamen hmä) htn @emeinbe*^orftanb: ^ruf^n)i|!a (^u altfl. 
grusa, of. krusej, nf. krusa 33irnbaum 21., t)gl. D9I fro. krusevica; 
l)ier ^emin. of. kruswicka „ allein- J^rufd^roife"), ©fi;!oröcja (ju altfl. 
sik-, p. sykora, of. sykora, 3)leife 21., of. sykorisco, ^lur. sykoi'isca 
„9)leifenfelb")/ Vierteln, bei ^ronförftd^en, §ore (hory öerge), ©abo^ 
raami (za dotami jenfeitö ber Xl)äler), äßubofi ^^ucj (htuboki puc 
ber tiefe 2Beg), J^obafd^ad^ (w kotbaskacli in ben Kartoffeln), ^ob 
c^oruej l)oru (pod czornej lioru unter bem fd)roar§en Serge), SBam* 
laä) (we lawkach in 't^en Stegen), §atcgic5cf(^ad^ (w haciscacli in 
ben S^eic^ftetten), 9^a Sfaroad) (na skalach auf ben (Steinen), beim 
Subad)er ^eid^. 
!^utto)tii| (21. S.), of. Lutowic, Lutowc, Lutobc, „urfunbl. Lottowitz", 
1746 Luttopitz (!) — gu altfl. Ijutü railb, grimm % ügl. ^% ferb. 
Ijutomir, Ijut, tfcped). Uten 2C. 2)ie of. gorm ift entioeber bud)ftäblid^ 
*ljatovik -\- jü „@ut beö Lutowik, Lutowk*', f. (Sinl. I. h., ober eö 
ift angelel)nt an of. luto leib, lutowac reuen, fd^onen, Intowny fparfam 
unb gebilbet üermittelft be§ ©uffijeö -icl, mie Sippitfc^ of. lipic, f. 
biefeö; ©inl. II. 2. e. 

glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. Sb. 40: Winica (äöeinberg), Kfiiica 
(Sabe), Cor na hora (ber fc^raar§e Serg), Klak-hora „ober @rafen== 
berg", Zeleny haj (grüner $ain), Psyöa hora (§unbberg), Lada 



;t)ic flaoifc^en Drtä* unb t5I"i^"o»"c» "^^^ Dberlaufi^. 257 

(fie!)ben), Jenkec kuski (3en!§ ©tüdfd^en), Siicha tuka (trodne Sötefe), 
Planir-tuka (^(amerraiefe), Mrözec kuski (Mxo^* Stüdfd^en), Kaca 
tuza (ßntenfumpf), Pola cUiba {h^i ber ©i^e). 

b. burd) ben ©emeinbe-^^orftanb: Xf(^orna Ijoxa ober ©c^roarj- 
berg (f. a.), ^ta! l;ora ober ©rafenberg (f. a.), ^f(f)in§e (f. a.), SSincja 
ober ^iöeinberg (f. a.), ^loaroraa I)ora ober Ouarfberg (of. twaro- 
liova, gef proben twarhowa liora Duardberg), ^atf(^ an) uj'a (f. a.), 
©gerooöci^a (dzetosca glac^öftüde), Saba ober Serben, ^obubfd)!a 
(po dubiska bei ber großen @id)e), Sa!of{^t§a (o). sj^korsca ba§ 
SDIeifenfelb), Sinanejame ober Seljingrnben (of. hlinane jamy), 2ßon)^ 
cgaiDufa (o). wowca tuka ©d^afraiefe), ®ubina(^ (w dubinach in 
\)cn ©i(^n)älbern), (Su($arau!a (f. a), 3Serboit)al)or!a ober SSeiben^ 
berg (wjerbowa horka), Sifc^cga^ora ober gud^sberg (of. lisca hora), 
^fecgaOora ober |>unb§bevg (of. psyca hora), £unon)g (2Balb, of. 
kuiiowc f [einer 3}Zarberort), SBoiücji^at ober ©($aftei(^ (wowci hat), 
33ro^naer ^Teid^. 
SSrol^ita mit 9leus^i*o(jtta (21. ^.), of. Broii, Bronjo z Nowym Broiijom, 
„früher ßronaii", 1746 Bron — ju altfl. broni ^ampf, of. broii 
SSaffe ^. u. 51., ogl. ^% tfd)ed). branislav, poln. bronistaw, tfd^eij. 
bran, branis, poln. bronisz, of. bronis etc , D9^. broniewo, bronowice; 
of. bron ift 2lbj. Tla^l, bronjo 9]eutr. „Ort beö Bron", f. ©inl. I. h. 
glurnanien a. au6 Öas. Mac. S. ^b. 39 u. 40: Laznja (D^obefelb), 
Lipjeüka (zoiio Sinbenbac^, Ouelle). 

b. burdö ben ©emeinbe^^orftanb: bei D^iabibor, bie .gorae (Se^ 
beutung?), bie 2ßo()(e (^ebeutung?), bie 3^^^^^^"^^ (of- cerwjenka 
baö rottje gelb), bie 2Bro!e (33ebeutung?), bie D^ei^te (ob of. rechty 
bie Dua!fteÖen ber gröfd;e?), bie gifone (of. fifony bie 33eilc^en), bie 
Sßerbi^e (of. wjefbicy bie SBeibenftänbe), bei ber ^ieljtrift, hei ben 
^ei(^en, bei SomSfe, bie ^roboraü (brodowky baö gurtl)ftüd), ber 
33ro^enberg (iüoI)t of. brodzany hora 33erg an ber ^urtf)), bie §or!e 
(hörki bie §ügel), bie ^afoiüÜ (pasowki .gutung ber ©emeinbe), bie 
^S^roorfc^tje (dzetosca gla(^§ftüde), .bei ber «S^anje, bie Qafoioe 
(üon of. jaz 3äl)fe?), bie ^zentznate (ob pfenajate bie t)erpad)teten 
6tüde, ober pivndzene, pfendzenate bie übergegangenen ©tüde), bie 
3Bumenö!e (wumjenske bie Sluögebingeftüde), bie Ärotfc^aufa (of. 
krocalka baö Maa^). 
2m)t)(i (21. 33), of. Lupoj, 1746 Luppe — §u altfl. lup-, hipati fdilagen, 
poln. lupac fpalten, lupa ©d)eit ^ol§, altfl. lupiti abgiel^en, abfd^älen, 
rauben, poln. lupic abfd)älen, kipina $ülfe, of. lupac rupfen 21. ®ie 
of. gorm ift üont ©enit. tupoje gebilbeter 3lomin. lupoj, unb graar 
gemin., f. 3}2ifl. D3^. au§ 2lpp. I. ©. 18; f. ©inl. 2. e. 
glurnamen burd) ben ©emeinbe-^orftanb, gu Suppa mit Suppa* 
bubrau unb ^oda): ^ubad) (w dubach in ben (Sid^en), ©aljonja 
(zahoncy f leine ©eiüenbe), ^affoiü!a (pasowka ©emeinbebutung), 
DzeJosca (gladjsftüde), Mroka (©renjfelb), bie ©reifd^fe (ob beutfd)?), 
§olsad) (w holcach in ben fleinen §aibcn), an ber treibe, Twer- 
dawka (ba§ Ijarte ©tüd), bie §utung, §ai (haj §ain), Sriefinfa 
n. £. m. Bb. Lxxi. 17 



258 ^'^ [iQoijd^en Drt§« unb Flurnamen ber Dberlaufi^. 

(brezynka ßixUnbu^ä)), ber ^ratfd^en (trasiiy Slbj. fc^recKid^, ber 
6(i)re(f ort), Sera kruswina (©raubirne), Ladka (!(eine Seljbe), ^obaffa 
(kotbasa Söurft), Lawka (©teg), ber ©d)afberg, 33roI)a (broh, brjoli 
baö Ufer), an ber ^reifd)!e, an ber gutfd)ina (of. tucina 2Biefen= 
taub), @erid)t§felb, am ©c^raabengraben, an ber ^ed^tpfü^e, an ber 
^opana mobjina (kopana mtodzina ba§ gel^adte Qungliolj), an ber 
2Binbmü{)Ie, am ©trafeenteii^, an ben Sornfträugern, 5^eutei(^ftü(f, ber 
m^Ud (gelb, ügl. of. rzisco ^ornfelb), bie 33ocfaer SBiefe), ber SSeiben^ 
teid), ber ^up in a-Steid) (n)o{)l dubina ©id^enraalb), ber 3}2äbe(tei{^, 
ber SSiefenteid^, ber ^ocfaer "^tiä), ^jenfacb (w pjenkacli in ben 
Saumftilmpfen), bie ®raf)tf^eune, bie Sc^ufteröÜefern, ber Steinbrud^, 
ber ©id^berg, ber ©d^afberg, Horbec jezor (§orb§ ©ee), ©d^raarge^ 
fiefern, 2)a^§gruben, getljeilte liefern, 3f<^tefc^ang§t()al, ber Dberfiai!, 
ber 91ieberE)ai! (of. hajk ber Heine §aag), bie ^ornfträud^er, ^apoinga 
(khapojnca ber ^a^nmalh, t)gl. Kliaponica bie §a()nenberge raeftlid^ 
^au^en), ber §aubin (Xeicf), of. hotbin 2::anbenort, ügl. D'^l of. Hotbiu 
2::aubenbeim, §u altfl. go^bü Staube, ferb. golub, of. hotb* kauhe %., 
ügl. D5R. ferb. golubiiije, tf d^ed^. holubin, nf. götbin), ber Sf^^^^- 
raenföteid^ (SBaib, of. cefwjeni, a, e rot^), ber ^Reuteid^ (2Balb). 

Su^i^abubrau, SuV^JebuBvau, ^xxpp^ä^^'^nhtm (31. S.), of. Lupjanska 
Dubraw(k)a, 1746 Luppsch Dubrau — ber of. ^kme ift roörtlid; 
Suppafd^er (Heiner) ©id^raalb, ju altft. d^brava, of. dubrawa ^iä)' 
raalb 21., f. ©inl. II. 2. e. 
Flurnamen f. bei Snppa. 

Srofts dubrau mit SHargaretljett^tttte (21. S.), of. Wulka Dubrawa z 
Marusinej hetu, 1746 Gr. Dubrau — §u alfl. dc^brava, of. dubrawa 
©id^roalb 21, raörtlid^ „©rofeer ©id^raalb", f. ©inl. II. 2. e. 
glurnamen burd^ ben @emeinbe^3]orftanb: ©afafen (zakazuy ba§ 
^erbotene),^ große <B6)ella, Heine Bö^eUa (raol)l ju of. zel Seib, ügl. 
D9^. of. Zehije ©ella), bei ^[ein=®ubrau, ©t üb jenfen (of. slud- 
zenka S3runnen), gofe (b. i. Hozdz SBalbort §u altfl. gvodzi, tfd^edb. 
hvozd 21.), beim ©d^inberteid^, ©ofl)ol§ (of. sokolc „Heiner galfen= 
ftanb")/ ^am engen (kamjency bie ©teinftetlen), .^ieraanj (of. 
kiwadnica, kiwaiica ©ignalfteÖe), §utungen, ^^aufed (of mosik 
fleine ^rüde), hinter ber ©d^äferei, beim Äieferbufd^, unterm §aife 
(of. hajk Heiner ^ain), Ijinter hen kennen, ,§ um eng (liuraeüki ^ennen^ 
ftücfen), ^ofelenjen (of. poslenci bie legten ©tüden). 

10. ^fp. gj^ilfel mit ben Drtfd^aften: 
mUM (21. 33.), of. Minakat „ur!. Milagkal, Milakel, 33. m. Miliekal'', 
1074 Milnekal, 1322 Milckei villa, 1485 Millekal, Myllekal, 1551, 
1746 Milckei — gu milü lieb ^. ügl. ^S^. tfd^ed^. milobud, tfd^ed^. 
milostryj „carum avuuculum habens" (^emin. milostryk. entfpred^enb 
bem in ber ^errfd^aft ilamenj imerHärt gelaffenen 3J?ilftrid^, ri^tig 
erflärt üon ^tof. §ep), tfd^ed). milen, milan etc., fel)r l)äufig in D51, 
unb gu altfl. kalü, poln. kat ©umpf 21.; bie of. gorm foiüie bie 
urfunblid^en finb ju er!lären alö Milan-kat 3JJilaner ©umpf, gu bem 



2)ie ftaoifd^en DrtS« unb ^^-furnamen ber Dberlauft^. 259 

borttgen glurnamen Milany „bte 3Jlilan0"; ba§ 5lbj. be§ D9^. Ifieifet 
t()atfäd;(i$ miianski „auö TOlfel", tüörtli^ „ber gamilie Milany, 
Milan". ®a fic^ altft. kalü, poln. kal im Df. nid^t er()alten ^at, 
üerftanben bie Sßenben Milan-kat nid^t mel;r, ballier bie ©ntftellung 
be§ D9Z. 

giuruamen a. am Öas. Mac. S. S3b. 39 u. 40: Wulki a Maty hajk 
(ber große unb f leine §aag), Kfiwoj (^^em. „bie frumme" SSiefe ac), 
Slobanca (ju of. zlob D^inne, zlobanca ttwa ^l)algrunb), Jßzorc 
(©eeftücf), Brodki, Brödki (bie Keinen gurt!)en), Kezowac (ber 
6d)amteii, ju of. keza roeiblii^e B6)am), Lnzk (ber Tümpel), Dot- 
liace (ba§ Sänggfelb), Kaponki (raol)l of. khaponki bie^ §ä{)ne, ügl. 
ben ghirn. Khaponica „§al)nenberge" in ber ^äije), Scernice (bie 
©top pelf eiber, ftatt scernisca), Sipy (bie Pfeile? bie gebern?), De- 
lenki (bie ^()alftellen), Rezowac = stary hat (rözowac rooljl ^infen^ 
teid^, §u of reza 9^iebgra§, 2lbj. rezomny; stary hat Ifieigt alter ^eid^), 
Milany (bie %am. Milan, f. oben ben D5^. 9J?il!el), Wuhenc (^emin. 
gu wuhen geuereffe), Kfiz-hat (Rxtuiitiä)) , Corny hih (f(|n)arjer 
Sumpf fee), Bely tuh (lueiger ©umpffee), Öernjanski hat (n)ol)( ber 
^ornenteid^, §u of. cein ®orn, Slbj. cernjaty, cernjacy bornig). 

b. burd^ ben @emeinbe*3Sorftanb (ju Tliltel mit Xeic^a): 
©roßer unb Heiner gaj! (f. a.), in ^utfd^ifd^cj (of. kncisco 2Bin!el^ 
felb), ber §al)nenllerg (f. a. khaponki), in 3fit)fon)atf (^ (f. a. rezowac), 
3Jlilant) (gelb unb Salbung, f. a.), in Qpfor'ej (f. a.), bie $utung, 
in 2Suif(|!e (gelb, §u *ujezdü Umritt 21., ügl. D5^. of. Wujezk 
2öuif(^!e, weiter oben), in ben 33 äßen (33ebeutung?), in S3rot!en 
(f. a.), auf bem ^aupfc[;en SBerge, in Hellingen, ^ö Hin gen (f. a. 
deleiiki), Spreetl)al, i)opfenftüä, 2lnnenftüd^, ©roßteic^ftüd, an ber 
^räl)enl)ütte, Serd^enberg, altes ^enne. 
Icidja (21. ^.), of. Hatk, 1746 Teiche — of. Hatk bebeutet „ber fleine 
^eid^ort", §u altfl. gatl, ruff. gat ^amm, nfl. gat £anal, of. hat 
^eic^ 21., ügl. D9i. nfl. gace, !lr. pödhat, poln. zagacie, of. hatk, 
burc^ (gnbung -ükü gebilbet, f. ©inl. IL 2. g. 

glurnamen f. Ui TOlfel. 
SSeffel (21. SB.), of. Wjesel, 1746 Wessel — ju altfl. weselü fro^ ^. u. 
21., ügl. ^5i. tf(|ed^. vesel, ferb. vesela fem., veselin, D% nfl. 
vesele, veselka „in einer ^hem an einem luftigen Ort erbaut", tfd^ed^. 
veseli, poln. weselowo etc., alfo „Ort be§ Wjesel (grol))", ober 
„greubenort", f. @inl. I. f., IL 1. d. 

glurnamen burd^ ben ©emeinbe^^orftanb: bie S3erge, bie 2©urotfa 
(of. wurodka S^iobelanb), bie 33rol)i (brohi bie $ügel, Ufer), bie 
Söoc^orSü (of. wuhor ausgebrannte ©teile, 33ranbfledf auf bem gelbe, 
wuhorski 2lbj. ba^u), bie Sangeftüde, ber gollanf (gelb, of. hola 
§aibe, holan §aibeberaol)ner, ®emin. holank), ber 3 fd^ ist araj (^orf* 
rciefen, üielleid&t ju of. cesto ber ^eig, 2lbj. cestowy teigig, raeidl) raie 
^eig, *cestowc bie ^eigftelle), ber ^eil, bie 5^uppa (of kupa ^uppe, 
^aupe, glußinfel), bie 33auerfträud)er, bie SBolfc^ina (of. wölsina 
©rlenbuf^), bie Säbfd^e (of. lado, ®emin. ladzicko Sel)be), bie 

17* 



260 ^iß flamfd^en Drt§« unb Flurnamen ber Dbcrlaufi^. 

SBief(^nitf(^!i {xüo^ gu of. wjesnica ®orff(^aft, ^cmin. wjesnicka, 
^lur. wjesiiicki bie ©orfftücfe, fonft t)ergl. wisnjowa hora rceiter 
unten bei ©re^fa gturn. a.), ber Sßufd^! liizk Tümpel), bie ©umpe 
(of. zunip ^mä), (Sumpf, au§ bem ®eutfd)en). 

mppxi]^ (21. 33.), of. Lipic, XVI. 31). Lippitsch, 1551 Lippitzsch, 1746 
Lippitisch — gu altfl. lipa Sinbe 21. u. ^., ügl. D9^. nfl. lipica, 
froat. lipik, tf(^ed^. lipice, lipec. ®ie of. gorm Lipic, @en. Lipica 
ift burd) bie ©nbung -icl gebilbet, alfo „ber Sinbenort". 9^a^ ©d^mater 
= Lipik + jü „Ort beö Lipik", Sinbemann", raas formell anä) 
ri(^tig raäre, f. ©inl. IL 1. a. unb Dgl. raeiter oben Suttoroi^. 
glurnamen burd^ ben @emeinbe*3Sorftanb: Ueberm X^al, auf bem 
©agan unb §n)ifd)en ©räbern (of. zalion ©eroenbe), auf bem D^iifo^ 
Tüa| unb ©tabtlil (rezowac f. TlxlM, glurn a.; ber anbere glur= 
name §u a(tfl. sta- ftelien bleiben, stado §erbe, tf(^ec^. städlo, of. 
stadto |)erbe 21., stadlisco etraa §erbenftanb, ogl. D9^. Staimeroifd^ 
stanisco mit berfelben Sebeutung), ber grofee unb Heine 2Bufd)nif 
(of. luh, luzk, Juza ©umpf, luziny 2lbj. tuzny ^Ibj., baoon luznik), 
am (Stein unb 2öufc^f e (luzk (Sumpf), bie !rumme %xul)e unb ^irao| 
(truba ©raben, piwowc moI)l bie ^ierfteße, gu altfl. pivo, of. piwo 
©eträn!, ^ier, Slbj. piwowy, barauö bur(^ ©nbuna -Ice, -Icl gebilbet, 
rgl. D'^. flr. pyvnycna etc.), bie 2:^eid)e unb am Sßeinberge, bei bem 
alten Xeiä)t unb unter (Steine, auf bem gu^fteige, am 33ud^en, bie 
langen (Sträud^er, am 2Bolfe, am 6a uro unb ber S3rücfenn)iefe 
(üießeic^t za-wuhor ©tüd jenfeits be§ Sranbfledö?), am S^fo^fe (of- 
jezorc ©eeftü(f), am 2Buc^uöteid)e unb l)inter ber ©(i)äferei (^e^ 
beutung? t)g(. wuhorski gturn. §u äöeffel), am ©iefeto^ imb an ber 
böfen ^fü^e (f. Sippitfd^, glurn. cestowc), überm ©ifcnreg (?), bie 
Motten (gelb unb SBalb, rao^l gu kotot ^effel), bie 3}lu!fdben (of. 
mokfiny Sumpf ftellen), hinter bem 2Bel)re unb SBurotfe (wurodka 
^obelanb), bie Sßarfenraiefen unb ber SÖeffeler ^eid^ (oieüeii^t worak 
^flüger, 2lcter§mann). 

^vohtn mit S5o(c)fa (21. 33.), of. Droby, z Biikowku (aud^ Bukowc), 
1746 Trobe — ju altfl. drob-, drobinü flein, nfl. di'ob "oa^ ^Uin 
t)on ^^ieren, of. drob baffelbe, tüie aßeö .kleine, 33ro(!en, ©emüHe, 
©d^utt; droby ift bagu ber ^ural, f. ©inl. IL 2. e. 
glurnamen a. auö öas. Mac. S. 33b. 40: Lomscanska {^aä), ©raben, 
1746 Lomschanck Fl., b. i. SomSfer 33ad)), W Zlijach (*zlij ,3u- 
9^6, S^iffi^fe^ ^^^' ^^» 3wf^üff^iO/ ^^ haciscach (in ben ^eid^fteQen), 
W Wosynach (in \)en ß^penbüfd^en), Wosynski hat (ß^penteid)), 
Dzelosca (bie glad^Sftüden), W Dubescacli (in hen fteinen eid)en), 
Zlij-Iiiki (3uflu6''2Biefen), Na Scehnach (am gug ber Serge, auf 
ben §utungen), Uiibsan hat (rao^l ber ©ubrauer ^eidö), Pegel-hat 
(^egelteid^). Na Wajcu (auf ber ^alnte?), Mroki (@ren§f eiber). 

b. burd) ben©emeinbe = ^orftanb: hinter Söürgatfd) (wjerchac 
ber oberfte ^eid; ac), l)inter golgfd^eune, 25>ufd)f unb auf bem 33erge, 
(tiizk ©umpf), ber ©lien (f. a.), ^f^ieber^ unb Dberraaltfcl) (of. wat ©e=* 
bunb, ^em, walc, walck ober f. glurn. a. na Wajcu), 3efor (jezor ©ee). 



Die flootfd^cn DrtS» unb f^Iwniamcn bcr Oberlauft^. 261 



I bie ®up!en (dubki !(eine @t$en), bie Somfcöanf (gelb unb SBiefen, 
f. a.), D^^omabniif (hroniadiiik SSerfammlungöort), bie ®f$in)a§=^ 
bf(f)a(^ (w (Izetoscach auf ben glad)öftüdten), ^fd^ifalfac^ (33e^ 
beutung?), 9}lra!a(^ unb 3Jiilanen (w mrokach in ben ©renjfelbern, 
milany f. 3}lil!e(glurn. a.), ©arooroad^ (zaluhach Ijinter ben Sümpfen), 
©nitan^en unb auf ben ^Bergen (33ebeutung?), bie ^ubf(^an (f. a.), 
©rogbicfid^t, §al)nenberg, ^otüatfd^ (dolac ^£)alraanb), am äßa^inger^ 
teid^, 3?eitbal)n, bie T>u(ntf(5 (SBalb, *dubik-jü = dubio ©id^roatb). 
2?orfa (ju SDroben gehörig), of. Bukowka, a\\^ Biikowc, 1746 Bocka — 
gu altfl. buky, of. buk Sui^e 21., bukowka kleiner ^ui^enroatb, 
bukowc ebenfo, f. ©int. II. 2. g. 
glurnamen f. bei Proben. 
(^roftd (1. S.), of. Khrost „xixt. au^ Cronliora", 1746 Gruste — §u 
altfl. hvrastü ^fieiftg, nf(. hrast (Si(^e, |)art, tfd&ei^. chvrast, cbrast 
©id^tualb, of. kbiostava 5lroftau 2C., alfo „©efträud^, 9^eiftg", f. 
@tnl. I[. 2. e. 
Flurnamen burd^ ben ®emeinbe=^orftanb: bie Saurens (roo^t 
beutfd^), bie §ai!en (of. hajki bie Keinen §aine), bie 3Bafon)f^ 
(*}azowc D^obelanb), am Sau^enerraege, bie ^ul orag (kulovvc 3^unbung), 
bie ßorporalne (korporalne Stbj. be§ Korporal), am SBranb unb 
^oö)Uiä)e, l)inter ben ©arten, am J^irdifufefteig, im Qfor (of. jezor 
eee). 
Som^fe mit Sdittbufd^fr^enfe (31. S), of. Lomsk z korcmu w Haju, 
1746 Lomscke ■— §u altfl. lomü Srud^, 2ßinbbru($, ©teinbrud^, 
lomiti brai^en 31., rgl. 03^^. bulg. lomsko, tfd)e(^. lomec; alfo „^rud^* 
ort", f. @inl. IL 1. c. 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. ^b. 40: Brody (bie gurtlien), 
Luzenca (bie 2a6)tn- ober ^ftügengegenb). Hotbin (Taubenort, Taubem 
fd)lag), Sien (of. sliny ©d^leim?), Paso wka (bie §utung), W Sypocach 
(§u of. sypac fd^ütten), Pola wowceho mosta (bei ber (5d^afbrü(!e), 
W bajku (im fleinen §ain), Khaponica (§al)nberg), öernciu (luol^l 
= of. cerncina für cernicina ©orngefträud^). Na Kfizu (auf bem 
^reuje), W Kulowcacb entraeber = w kulowicach in ben ^hmbungen, 
ober §u of. kulowc in ben ^ugelbifteln), Drobjan-hörka .(^robener 
§ügel). 

b. burd^ ben ©emeinbe*35orftanT): bie ^orfftüdfen, ber ^aubpn 
(f. a. hotbin), bie Safe er e unb ber §ügel (gelb, Sebeutung?), am 
3Bu!ran unb 21^ ufd^en^ teilen (baö erftere Tt)ol)l ju of. wukrac au^- 
f(^neiben, Partie, wukrany ba§ auögefdmittene Stüä; §um graeiten f. a. 
tuzenca), bie Sel)mgruben ^reu§e unb t)orberen ^ratl)en (f. a. brody), 
bie bintern ^ratlien (f. a. brody), jroif d^en bem aJJilfelfd^en Sßege 
unb ©dS)af6rü(Je, am §af erleid^ unb ©robener §ügel (f. a.), bie ©lien 
unb ber ©uppogfd^ (f. a. slen unb w sypocach), ber ^afo! (f. a. 
pasowka). 
DWi^ (21. 33.), of. „Psowje, in alten ©d^riften Optaw", 1746 Opitz — 
gu altfl avatü, altferb. apatl, nfl. poln. tfd^ed^. opat 2lbt 21. u. $. 
T)arnad) ift unfer D% gu reconftruiren in *Opatowo ober *Opatice, 



262 ®ic [faoifd^en DrtS* unb glurnomen ber Oberlauft^. 

„5l6t§borf", f. @inl. II. 2. d. unb f. ®ie oj. S3ei^ei(^nung ift too^l 
tnoberne 33ol!§ett)moIogie, au§ bem nii^t me^r rerftanbenen *opatice etc. 
l)err)orgegangen; psowje geprt ^u altfl. plsu, t]ä)td) pes, of. pos, poln. 
pies, of. pjes k. u. ^., ügl. D9^. nfl. pjasek „Qnnh§>ha6)'% of. psowje 
Dppife; ber gorm nad^ ift psowje ^lur. beö Slbj. psowi, -ja, -je, alfo 
„gunbsborf", f. @inl. IL 1. d., ober „Drt beö Psow ^unbälieb", f. 
©inl I. h. 

gturnamen burd& ben @emeinbe*5ßorftanb: baö große ©tüdf, ber 
Xa\x^6)tzx6), ber ® oP (of. dotk !(eine§ 2:f)al), ble ®u6itf($ (^elb unb 
SBalb, of. *dubic @i($t)ol§), ber Birnbaum, ber §anneberg (b. i. §at)n= 
berg. of. Khapoiiica), bie Säben (of. lado ßelibe), ber ^orfplan (^orf== 
ftid)e), bie ©oborfd^^^a (of. syposca ju sypac flutten), ber §ai! (of. 
hajk Heiner §ain), ber Qefor (of. jezor 3:^eic^, See), ber Säbenteidö 
(of. lado £el)be), ber preu6if($e SBinfet, bie neuen StBiefen, ber ^eller= 
teid^, ber ^ellerberg. 
9letts£)^J)i^ (geprt gu Dppig), of. Nowe Psowje (b. l}. 9fieu=§unbgborf, 
f. Öppi|) ober Njeradk — §u altfl. radü bereit, frol), munter $ , ügl. 
^% ferb. tfijed). nerad, potn. nierad, tfd)e(5. radek m , radka fem., 
foroie D9^. ferb. neradin, tfd^ec^. neradov etc.; bie gorm ift 2)emin. 
ju Njerad (Unfrol)), alfo ^(ein*Njerad(§borf); f. ©inl. I. d. 

glurnamen fehlen. 

11. 5Iu§ bem ^fp. 9flef(^n)i^ (f. gerrfd^aft ^Refd^roil, §eft 2) gel^örten jum 
2Beid()biIbe Subiffin folgenbe Drtfd^aften: 

^ma (21. S3.), of. Luh, 1415 Luga, 1500 Lngaw, 1746 Luga — altfl. 
Ic^gü §ain, of. tuli ©umpffee 21., fel)r l)äufig in £>% „ber ©umpffee", 
f. @inl. IL 2. e. 
glurnamen a. au§ öas. Mac. S. Sb, 39 u. 40: Winca, pola Winci 
(SBeinberg, beim SBeinberg), Kfemjen, pola Kfenijenje ßiefel, beim 
^iefel), Lozko (fiagerftätte), Sröcidto, Srocidta (©Ifternefter), Ku- 
dzefki, na Kudzefkach (Soden, ©efräufel,. auf ben Soden), Sitki 
(gu of. sie näl)en, sity genäl)t, Semin. sitki?), Klipk (of. klip, ®em. 
klipk „flipp, flapp", STon be§ Sref(^en§, klipot Srefd^ort 2C.), na 
Klipku (auf bem Srefd^ort), na Dolach (auf ben ^l)älern), Lesawa 
= Lesawach (§u altfl. leha S3eet, glädie, poln. leha, of. löska 
©artenbeet 21., t)gl. D% tfc^ed^. lesany, of. lesava Söf(5au, alfo etwa 
ba§ ©artenlanb, w Lesawach in ben ©artenbeeten), Zalesawa (ba§ 
©tüd bal)inter), Na mrokach (auf ben ©renjf eibern). Na spycy 
(hörka, auf ber ©pi|e, ein §ügel), Brezynka (ber SöirfenbufiJ), Wösom 
wosrädki (bie ai^t Seete), W mostach (in ben Brüden), Pola tfoch 
kfizow (bei ben brei ^reugen, „§au§gang'0/ Wopuse (bie ©d^raänge, 
©nbftüden), Pola Kröncanskeho mtyna (hei ber ^rini^er Tliiljk), 
Srjedz kefkow (jraif^en ben ^üfc^en). Na wuzkim (auf bem (Sngen), 
Pola Khasowa (bei Ouoofe), Pola Pösthorna = pola Noweho Luha 
(hei $oftl)orn — bei D^^eu^Suga), Khmjelnica (ber Hopfengarten), 
Pola Hozynki (33ebeutung?), Pola lodowej jamy (hü ber (^i^grube). 



!J)te [(aoifcf)en Drtä* unb ^^lumatnen ber Oberlaufi^. 263 

Pola siile (bei ber (S$u(e), Pfi wbohowskich mostach (bei ben 
Uebigauer 33rü(!en), Pola Wboliowa (bei Uebigau), Pastwisca (bie 
SBeibepläge), Pola pfesadnickow (hei ben Se^lingöfteHen), Na tözku 
(auf ber 2a^tx\täik). 

b. bur($ ben ©emeinbe^Sorftanb: ber §auögang (Söiefe, f. a.), 
im §eife (of. liajk ber Heine §Qin), auf ^ufd)er!a (f. a.), an 
^ubanö San!, hinter bem Söfd^au (gelb mit SBiefe, f. a. lesawa), 
im Söfc^ au, auf bem ^rotfd^ibtüa (f. a. sröcidta), auf bem ©al^em 
(f. a. na dotacli), auf ben Staaten, bei bem Sßeinberge, vor bem ®orfe, 
auf ben Slc^tbeeten, hd ^ungenö ©raben, bei ben Duellen, bie ©d)ma(en, 
auf 2[Buf(^!a, unter 3[öuf(S!a (f. a. na wuzkim auf bem 6($malen), 
l)inter ber ©trage, in Riä)i't)faä) (of. w sitkach, f. a. sitki), an ben 
Äeifen, auf ben SJlarafen, i^Iipf unb Xliak (baö erftere rao^l §u 
altfl. noriti, of. noric taud^en, nör ©teile §um "^anä^en, nörjak 
^auijerüogel 2c, gum graeiten f. a.), in 9^o§!e (gelb, moi)i naä) einer 
bort roa(^fenben ^flange of. nözka, aud^ sroca nozka ©eifefug, ©ierfd)), 
auf Sri6E)ora (of, brezo-hora Sirfenberg), im Sri ging (f. a.), auf 
3f($emenua (f. a. kfemjen), am ©(^roar^raaffer. 

S^eusSuga ober ^oftöorn (51. S.), of. Nowy Luh, 3eu*Su()", Sebeutung 
f. Suga. 
glurnamen fel)(en. 

8aritfd& (21. S.), of. Zarec, 1746 ©arifefd^ — gu altfl. reka, of. reka 
gluB 21., ügl. D3^. nfl. zarecje, zarec, ferb. porec, tf($e(^. pofic, 
pofici. zafeci, zafici, nf. zarec ©ärig 2C. „Ort jenfeits be§ gluffeö" 
(nämliij Sc^toarjraaffer), f. (Sinl. IL 1. a, ober IL 2. f. 
glurnamen a. Öas. Mac. S. Sb. 40: w Koblowach (n)ol)l gu of. 
kobjel ^orb, 2lbj. kobjelowy „in ben ^orbftüdfen"?). Na kefchowckii 
(auf bem fleinen ^ird;l)ofe), Pola lesa (beim SSalbe), Dzowci kut 
(ber ^Diäb(^enrüin!el), Marjowki (bie 9}larienftü(fc^en), ßudziiiy (bie 
rotl)en ©teilen), Rubisko (ba§ Xud)), Pasenk (rao^l gu of. pasc 
Toeiben, ©ubft. pasenje ba§ Sßeiben, ®em. pasenk?), Hlubina (iiefe, 
Slbgrunb), Lajec hat (Sogaer Xei(5), Htolioncki (bie 2ßei§born= 
fträucber), Maruski (bie fleinen 9}ZaulbeerfträU(^er), Na Hakowskim 
(auf bem ^aforofd^en, na$ e. gam.*9^.). 

b. hnxä) ben ©emeinbe^Sorftanb: Koblowy (f. a.), Klier- 
chowck (f. a.), Dzowci kut (f. a.), Marjowki (^arienraiefe, f. a.), 
'Rudziny (f. a.), Rubisko (^üd^el, f. a.), Pasenk (Sietjroeibe, f. a.), 
Hlubina tiefet SBafferlod^, f. a.), Lajec hat (Sogf^er ^ei(^, f. a.), 
Htolioncki (©(^le^bornufer), Maruski (Sßiefe, f. a.), Rakowske (roo^l 
rii^tiger ^ier alö a. Hakowske, alfo baS dtaloxo(ä)e.), Wuhoii (Siel)^ 
treibe), Precnik (Ouerftüd), Dzeworsca (b. i. of. dzetosca (bie %[aä)^' 
ftüde). 

Sop (21. S.), of. Lahow, bie @imuol)ner Lajecy, 1226 Lagowe, 1746 
Loga — gu altfl. lag- ^. altfl. lagoda 2lnne^mlicE)feit, tf^ed^. lahoda 
Siebli(^!eit, of. tahoda 2lnmutl) 2C., alfo „Ort be§ Lag", f. @inl. I. f. 
9}kn üergleid^e nod) altfl. lagvica, nfl. lagev, tf$e^. lähev, poln. 
lagiew, tagwico, of. lahej, nl)b. bair. „Sägel", gäfed^en, glaf^e 21. 



264 ®i^ fIaoi[d^en Ortä* unb f^fwJ^nön^en ber Dberlauftg. 

glurnamen a. au§ öas. Mac. S. ^b. 39 unb 40: w Lesawy, w 
Lesawach (in ben Gartenbeeten), Öelchow auc^ Öerchow {roa^x^ 
f(^einUd) eingegangener Drt, Sebeutung f. bei 3ii^ii<^^i^ weiter oben), 
Nömc (ber ^eutf^e), Jezor (ber ©ee), Hrodzisko (bie ^(^anje), Sib- 
jeiicna bora (ber ©algenberg), Hajki (bie fleinen §aine). 

b. burc^ ben ®emeinbe*3]orftanb: am ©algenberg, an ber ©anb* 
grübe, l^inter ber 3JJü^le, ber ^aict (f. a.), an ben ©trol)fd)ü^er 
SBergen, in ben ©i$en, ber Sel(|aberg, am Qelö^ahzxQ (f. a.), bie 
(5d)ange, l)inter ber ©(^anje. 
Söeibll^ (31. 33.), of. Wutotcicy, 1562 Weittnitz, 1746 Weidlitz — gu 
altfl. viti ©eiüinn ^., t)gl. '^% i\6)eö). vitoslav, ferb. vitan, tfi^ed^. 
viton, ferner 0% ferb. vitanci, tfd)e(^. vitin, vitanovice, poln. wi- 
tanowice, alfo bie 9^a($!ommen be§ Witan, Witon, Witin, f. ©inl. 
I. c. ®ie of. gorm geprt §u of. wutolc auöftampfen, ©ubft. wutot- 
kanje, wutolceiije ba§ 2lusftampfen, wutotcicy wörtlid^ „bie 2lu§= 
ftampffteHen", f. ©inl. II. 2. f. '^a^ ^rof. ^e^ bebeutet of. Wutot- 
öicy = Witoldici^ „Seute be6 SBitoIb", f. @inl. I. c. 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. Sb. 39 unb 40: Kobanski mtyii 
1746 Coban M. (^oban=^ül)Ie, nac^ e. gam.^3^. Koban, Kobanja), 
Tepjeiiki (ju of. tepic ertränfen), tepjenje ba§ ©rtränfen, *tepjenka 
^piur. tepjeiiki bie ertränften, übernaffen SBiefen), Wjeliiora (t)iel 
^erge), Kotto (ber ^effel), Hajki (bie !(einen §aine), Hoblantec 
(§oblant§ Sanb), Sakowske (ba§ ©aforaf d)e ?), Hromadnik (ber SSer^ 
fammlungöort), Mjetylcan-hat („3J^äbeltei(^", m6) einem gamilien*9^. 
Mjetilk). 

b. burd) ben ®emeinbe=5ßorftanb gu 2ßeibli| unb ^annerai^): 
I)interm ®orfe, Su^jina (raol)! of. puscina bie Sßüftenei), bei ©aritfci), 
l^interm ©dilage, am 3}läbeltei$, 2Bu!ni§a (rool^l gu altfl. nfl. okno 
genfter, of. wokno genfter 21., rgl. D9^. !lr. okno, tfdied^. vokna; 
baüon woknica, ober §u poln. okun, altforb. wokun S3arf(|, 21. bar^ 
mä) wokunica Sarf(^tei($), bei 9^eulau§!e, 3Billl)ora (f. a.), ^epenfa 
(moofige SSiefe, f. a.), am 3}Uil)lenraege, ©diiemannsberg, im §ai!e 
(f. a.), ber aöinbmül)lenberg, bürre Sßiefe, im (Smol^i (of. smolii, n)ol)l 
smuhi bie ©triebe, zmohi bie SBeEen). 
^tcifretfdjam (31. S), of, Haslow, 1390 Dreykretzen, 1746 Drey 
Kretschen — ber of. 5^ame geljört Dielleidjt gu altfl. *gaslo,- rujf. 
gaslo, poln. basto ^arole, tf^ed^. heslo $Rame, of. basto Carole, 
Sofung, 2!ßal)lfpruc^ 31. ^er ©runb gur Benennung ift unbefannt. 
©inl. II. 1. d. 
glurnamen a. au§ öas. Mac S. Sb. 39 unb 40: Brödkowy (ba§ 
gurtl)ftü(i), Stawöiny (tooljl nid)t slowciny bie ^flaumbäume?), 

Sibjeiica (ber ©algen), Na skatkacb (auf ben Steinen). 

b. burd^ ben ®emeinbe*^orftanb: bie ^ei(^e (gelb unb SBiefen), 

bie ©raatfc^ina (f. a. slawciny), ber ^fijibatü! (of pfidawk 3«* 

gäbe), ber ^nebelsborn. 

9Jlil!lui^ (21. 33.), gel;ört nad^ 3Jiittl)eilung be§ §errn Pfarrer Qacob-^nefd&mg 

jum ^atronat S^efd^raife feit 150 3a|ren (f. ^errfdiaft 9^ef(^mg), 



!Die ftaoifd^en DrtS* unb ijrurnatnen ber Oberlaufi^. ' 265 

of. Milkecy, 1394 Hanniis de Meczinrode residens in Milkwitz, 
1746 Milckwitz ~ ^u altft. milü lieb ^., t)gL ^5^. ferb. tf(Je(^. 
miloslav, tf^ec^. poln. iiiilek, ferner D9^. ferb. miljkovac, tf($e(^. 
milikovice, polii. milkov, alfo bie 9^ad^!ommen beö Milek, f. ©inl. I. c. 
glurnameu buri^ beii @ em ein be*^ orftaub (§u 3}Mn:)ig, ©roß- unb 
0ein = S3röfern): bie (Sd^nedenberge, bie ^obint) (33ebeutung?), bie 
(Sifd^fen (raol)l §u altf(. lisü, of. eis, ^emin. cisk ©ibe, %a^n§> 51.), 
bie gacfen, bie ©(^anbofen (früher ^eid;e, je^t J^lb, irol)l gu of. 
zandaw, ^emin. zandawk tüilber (Sabebaum, ober gu zandawa gärbe- 
ginfter?), bie Silie, ber geuerberg, ber ^aprufd^ (511 altfl. *praprotii 
nfl. praprot, poln. paproc, of. papiös, paprus garnfraut 31, ügl. 
D% nfl. praprot, poln. paproc etc., „^arnfrautftanb"). 
Srofe s S5ri)f cnt unb ^lein* Prüfern (ju ijiilfraiy, of. Wulki Pfezdfen, 
Maty Pfezdfen, Pfezdrjen, 1746 Gr. u. Klein-Pre.sen — §u altfl. 
*prezü-dreti, of. pfezdrjec, pfezdrec buri^reifeen, pfezdren jerriffen, 
®ur(firi6 31. u. ^., f. @inl. IL 2. e. unb I. h., ober mä) ^ülofid^ §u 
altfl. dreiiü Äornelürfdje 31., "ogl. D5R. of. dfenow ®räl)na, psjezdfen 
Sröfern 2c. 
glurnamen a. au§ öas. Mac. S. S3b. 39 unb 40: Cezki ober Ö6ski 
(of. cez ^emin. *c6zka Ouerl)olg, ^lur. cezki), 
b. hnxä) ben @emeinbe='^orftanb (f. SJIilfraig). 

12. %. ^urfc^raig mit folgenben Drtf(^aften: 
^«rfdömiü (31. ^.), of. Porsicy, 1222 Porsitz, 1283 Porsicz, 1304 Porsis, 
1412 Purschiz, 1485 Porsycz, Porsitz, Porsytz, 1531 Purscliwitz, 
1746 Burschwitz — gu altfl. prüli-, nfl. prliati flattern, tf(^e(J. 
prch glu(^t, of. piefcliac ftieben, poln. parch ^äube, 3lbj. parszywy, 
of. pracha, 3lbj. prasiwy, of. porcbawa Sofift, ferner altfl. pralm 
Staub, tf(^e(^ prach, of. proch ©taub, ruff. porosa erfter ©($nee; 
of. raäre angufegen porcli-, pors- ^ , vqI ^% tf(!&ed^. prach, prachat, 
poln. parch, parchacz, of. Porch, Pors, ferner D^. tf(^ed&. prachov, 
prachatice, poln. parchacz etc., alfo bie ^ladlifommen be§ Porch, 
Pors(a), f. ©inl. I. c. 
glurnamen a. au§ öas. Mac. S. ^b. 39 unb 40: Smotowy hat, 
aud) Smolic hat (fSc^moleö ^ei(^, %am.-'%), Beta woda (Sßeiferaaffer), 
Beta hora (weiter ^erg), Zapoly (§u zapalic anbrennen, bie Sranb- 
ftellen, ober bie ©teilen l)inter [za] bem Sranbe), Prasiwa Hrabowka 
(S3erg, of. raörtlid; „räubige^ 2Eei6bud)enn)älbd)en", l)ängt oießetd^t mit 
bem jum glei(^en Stamme prüh- geljörigen 5^amen beö Drteö ^urf(^^ 
raig jufammen), Zta tuza (böfe $fü§e), Seroki puc (breiter 2öeg), 
na Zahonach (auf ben ©eraenben), Bukowina (Su(Jentüalb), Popec 
jözor (^faffentei(^), Kuchinski hat (£ü(^enteid)), Trawny hat (@raö* 
teid^), Hliiijany hat (Se^mteid^), Branskec hat (^ran§!e§ ^eid)), 
Dubowy hat (Gi(|enteid)), Bahna ober Bahina (bie Sümpfe ober 
baö Sumpf lanb), Bebrachec hat (Siebra(^§ "Xti^), Bebrachec 
kuty (SBiebrad)§ äBinfel), Mostki (bie ^rüd(^en). Na sulach „Sd^ul'^ 
f eiber" (raörtlid^: auf ben Sd^ulen), W Koblicach (in ben ©eftüten), 



266 2)ic [laoifcl^cn Drtö* unb fjlurnamen ber Dberlauftg. 

Peskowa hörka (©atibberg), Husacy ladk (ba§ @änfele!)b(^en), Pola 
htiibokeho pf erowa (beim tiefen (SJrabeu), Pfi di özy (an ber ©trage), 
Budescanska tuka (^leinban^ener SBiefe), Dollia luka (lanqe 2Biefe), 
Hrodowa tiika (Sd^Ioferoiefe), Belohoi'ske liaty (SBeifeenberger ^eid^e), 
Wroblec taka (2BrobI§ Sßiefe), Skanecanski puc (©anneroi^er Sßeci), 
Pola slaga (beim Sdjlage), Pola Kliaplic moscika (bei ^appek 
93rüdlein), Sfeni puc (^JJittelraeg), Dzetosca (blizko pfi wsy bie 
glad^öftüde, na^e beim ®orfe). 

b. burd^ ben ©emeinbe^^orftanb: beim ©(^lage, beim S^foi^ (of. 
jezor Md)), Sibrad)§tei($e, Ijinter ber Straße, in ber Rohü^a (f. a.), 
auf ber ©a^ona (f. a.), beim ©raben, in ber 9)Joö!raa (of. mostkowy, 
a, e 5lbi ©tüd am SBrüdd^en, f a. Möstki), ^ed^eö-^utad^ (w Pecliec 
kutacli in ^ed^§ SBinfeln), ©^malesteid^ (f. a.), ©racjrouze (Sßiefe unb 
gelb, entfteßt au§> Pfi ztej tuze (bei bem böfen ©umpfe), ©apalad) (of. w 
zapalach, f. a. in ben Sranbfteßen), SBreitenroeg, ©algenberg, ©a^ 
äf^efu (gelb, 33ebeutunci?), bei ^aftorö Tlaim, im ÖraSteic^, im 
5^üd^entei(|, an ber Kapelle, @änfelel)be (f. a.), im fiel)mtei4 baö 
©treitfelb, ber große ^eil, ber Sran§!a^tei($, ber ©anbberg, ber ^ac^na 
(f. a.). ber ©id^enteid^, bie lange 2öiefe. 

9lcus$wrfdiU)i^ (gu ^urf dornig geliörig), of. Nowe Porsicy. 

Slrecfjui^ (21. 33.), of. Krakecy, 1352 Kristan de Krekewitz, Krekewicz, 
1449 Krekewitz, 1746 Kreckwitz — ju altfl. onomatopoetifd& 
krak-, krek-, krik-, krok-, kiuk- fräd^jen ^., t)gl. ^')l. tfd&ed^. 
krok, D$R. tf^ed^. krakov etc., alfo „5?ad^!ommen beö Krak, Krek" 
f. ßinl. I. c. 
glurnamen a. auö Öas. Mac. S. S3b. 39 unb 40: Khopac (§u of. 
khop, kop @rl)öl)ung, §aufe, ^uppe 2C.), Podotki (bie im ^l)ale be- 
flnblid^en ©tüdfe), Hory (bie Sergej, Lisci liajk (ber gud)ö^ain), 
Dzetosca (glad^Sftücfe), Mroki (©renjfelber), Pola Wölsinow (bei ben 
@rlenl)5läern), Pola lipoweje hory (beim Sinbenberge), Srönca (^Jlittel^ 
felb), Wrönjaca buda (^räl)ent)ütte), Öercik (baö 2::eufeld6en)/ Pfidawk 
(bie gugabe), Pawtec hora (^aulöberg), Pola Pawtec hoiy (beim 
^aul^berge), W Butfankach (in ben ^uttermild^ftüden), MJyiiisca 
(bie 3)iül)lplä|e), Brody (bie gurtl)en), Wölsinska luka ((Srleniüiefe), 
Pod Winicu (unter bem SBeinberge), Po Cemjelcku (n)ol)l ^u altfl. 
temell gunbament, (Brunb, nfl. froat. ferb. temelj, bulg. temel; würbe 
of. cemjel lauten, 21?), Pola ztej tuze (bei bem böfen ©umpfe), Pola 
nowinow (hti ben ^rad^ädern, D^eulöubern), Conia tuka (f(^n)ar§e 
Sßiefe), Pori winicu (unter bem SBeinberge), Wulki kliu, Maty klin 
(ber große unb fleine £eil, S^Pf^O^ W jezorje (im ©ee), Pola konja- 
cej tucki (hei ber ^ferberaiefe), Pola Tfelenca (p altfl. strela ^feil, 
of. tfela @efd)oß 21., ügl. D% !lr. stiityska, of. Tfelauy ©trebla 2C., 
etroa „beim ©d^ü^enplage"), Pola sibjeiicnej hory (beim @algen= 
berge). 

b. burd^ ben @emeinbe=S3orftanb: bie OJJontfd^fa (f. a. mty- 
nisca), bie 3Jlel)fd^tfd^an!a (2Biefe, of. möscauka ©täbterin, ober 
mescanka luka ©tabtwiefe), ber Qefer (of. jezor ©ee), bie £el;ben 



S)ie f(aoif(|en Drtö^ unb Flurnamen ber Oberlauft^. 267 

(of. lado), bie SBuppart) (rao!)l of. wopar ^eifeer ®unft, ©onnen- 
branb, ^(ur. wopary), bie 2)uben!a (of. dubina, ^eintn. dubinka 
©id&iüatb), bie Srobi; (f. a.), bie -iDlrofa (f. a), bie ^J^ittelgeraenbe, 
bie SBolfd^ina (f. a.), ber ^rä{)enberg, ber Sinbenberg, ber IRittetberg, 
ber 33ir^ ober ^fauenberg, bie 9^oiüinr) (f. a.), ber ©algenberg, bie 
©d&afbrüde, bie Zta tuza (©rabeit, friUjer ^fü^e, tr)örtli(| „ber bö[e 
©umpf"), bie ^anegroiefe, (Hanecy, @en. Hanec ©al)n, gam.=9l.)/ 
bie Sangen Sßiefen, ber ^^ei^, bie ß^eraofd^iga (of. dzetosca bie 
glac^Sftüden), d^jercgi! (f. a.), bie §aje (of. haj |)aag), bie $f(^i* 
barafi (f. a. pfidawk), bie ^refi; (of. breza 33irfa, ^lur. brezy) bie 
2Buc5!a(^ (of. w tuckach in '^^n Ik'umx SBiefen), ber 65 op (SBiefe, 
of. cop 3^pfen, 8punb), ber ^ajeröberg, ber ß^abranäberg (gelb 
unb !(eine £e{)ben, üielleid^t t)on altfl.? of. capor, caper ©erülle, 
©eröHe, (Sd^utt, ^Ibj. caporny?). 

ß'atti^sgfjriftitta (51. S.), of. KonjVcy, „urfunbl. Canabitz-Cristana", 
1746 Canitz Christ. — gu altfl. koiil, kon ^ferb, 5Roi ^. u. 21., 
t)gl. ^)R. konj, konata, konj., D^. poln. koiiiovv, koniatyn, koni- 
ucliy etc., alfo „Seute (S^ad^fommen) be§ Konj (dtoi)", f. ßinl I. c. 
glurnamen burd^ ben ©emeinbe^^orftanb: gud^Sioalb, ^lltraaffer, 
t)iele bergen, bie ©orofen (of. dotki bie S^älc^en), bie 2lltenn)iefen, 
bie ©atfen (of. sad, ®emin. sadk ^flan§ung, ©arten), bie §of(^ au 
(Sebcutung?), bie Qaittn (of. haj, ©emin. hajk §aag, §ain), bie 
Ji^u^fcga (5ll'albfd^lu(^t, ^ebeutung?), ber ^irfdjberg, bie Srefowfa 
(of. brezowka Heiner Sirfenftanb), bie ^jerjabfa {vooi)l gu of. 
dzerzec l)alten, Slbj. dzerzny l)altenb, feft?). 

5lutnfd6tt^ (21. 33.), of. Kumsicy, 1527 Komischwitz, 1551 Conschitz, 
1746 Gunschwitz (?) — gu altfl. komü, t)gl. ferb. kom, komina 
9fJu6f($ale, ^reber; ferner !lr. körn ©d^neeflunipen, ruff. komü fngel= 
förmige Sac^e ac. ^, alfo „^^^ad^fonimen be§ Komisa (nad) ber of. 
gorm, be§ Kom[i]sa)", f. @inl. I. c. 
glurnamen burc§ ben ©emeinbe-S^orftanb: ber Sjerj (^Balb unb 
§utung, of. n)ol)l zerdz 6tange), bie ^otlefd^cja (§utung, of. 
kötliäco feffelförmige ^Bertiefung, ^lur. kötlisci), bie ©jetta (§utung, 
of. scehno, ^lur. scehna ©4ßn!en, gnfe beö S9erge§, §utung), bie 
©d^unterfa (gelb, SBiefe, 2Salb. Sebeutung?), bie gierbane (^Ißalb, 
§u of. wjertac ungebräud^lid^, je^t wjercic breljen, bol)ren 21., wjer- 
tany gebrel)t, gebol)rt 2C.), ber 3?aab (gelb unb SBalb, of. hrab Söeig* 
bud^e), bie 2)oto (of. dolho baö lange §. ^. gelb), bie §ofd^auit)o 
(2ßalb, 33ebeutung?), bie £aba (of. lado, ^lur. lada £el)be, rauft 
£anb), bie ^rofforafa (äßalb, rao^l brezowka fleiner Sirfenraalb), 
bie ^enfi (SBalb, of. pjenk, Pur. pjenki SBaumftumpf, ^lo^). 

Sitten (21. 33.), of. Leton, „urfunbl. aud^ Gerschore", 1237 Letonin, 1551 

Letten, 1746 Litten — §u altfl. leto ©ommer, 3al)r ^., alfo „Ort 

be§ Leton, Letona", f. ©in. I. g. 

glurnamen a. au§ öas. Mac. S. 33b. 39 unb 40: Winica (of. 3Bein= 

berg: „Qm 17. 3a^rl)unbert l)atten bie ©erben in ber Ober* unb ^^ieber- 



268 ^^^ flaoifc^en DrtSs unb ^(urnamen ber Dberlaufi^. 

läufig no(^ t)iele Söeingärten ober Sßeinberge, rate no$ {)eute melf)rcre 
Benennungen ber S3er9e bei ben ©erben bezeugen unb pflanzten anä) 
3Bein; jebod^ im 18. galjr^unbert fingen biefe 2Beinberge an einju^ 
ge^en, sulegt bie bei ©leina, ®oberf(|üg unb Ouoo§, unb in ber 
^ieberlaufil bei SBerben, rao no(^ ^eute eine SBinjerei fte^t, in ^otlm 
bei ^flieöft) ^attm bie ^Bauern nod^ im 5lnfange biefeö 3a^rl)unbertg 
i{)ren SSeinberg, jegt ift er au(^ eingegangen" öas. Maö. S. Bb. 39 
©. 123), Hadraske (n)o()l of. hadrafske pole ©treitfelb), öesak 
(©d&neibemül^le), Jamy (bie @ruben), Wolsiiia (@rlenf)olj), Wödnik 
(Söaffergraben, 2ßafferbe[jä[tcr), Ladko (fleine Seljbe), Nowiny (SBrad^^ 
ä(fer, 3^eu(anb), W Khöjckacli (in ben fleinen liefern), Hatki (bie 
!(einen ^eid^e), Zastawo, Zastawy (2Biefe, of. zastawa ©(Ju^brett, 
2RüE)lf($ü|e, ^(ur. zastawy), Kruwjace tuki (bie ^uferaiefen), Ktobok, 
Ktobuk (ber gut), Wulke a Mate tuki (groge unb üeine SBiefen), 
za ßöku (jenfeitö be§ gluffeö), Lisca liora (gud)öberg). 

b. burd^ ben ©emeinbe^^orftanb: Sßinija (f. a.), §or!i (of. 
horki bie ^ügel), 3efor (jezor (See), 2Su(fd)ina (wolsina @rlenf)ol§), 
gud^öberg, Srfd^effad (2ßiefen,f.a.),©anbberg,§abra§ft) (f. a.), 2Bub== 
nid (f. a.), 3)JiSni!a (gutung, t)iefleid)t of. mysinka 3}Mufefelb, gu 
altfl. mysi, of. mys Tlan^ 51., t)gl. D% nfl. mysji dol 3}2au§t^al, nf. 
mysin SRifi^en 2C.). 

SSafrfjü^ (31. 33.), of. Bosecy, „nod& im XVI. Ql). meift Boschitz", 1551 
Batschitz, 1746 Baschitz — fi(J)erlid^ nad^ einem Derfürjten ^% 
(^ofenamen), entraeber gu altfl. bogü, of. böli @ott ^., rgl. ^91. tfd^ec^. 
Boliuslav, üer!ür§t tfd)ec^. bohus, of. bostaw, bos, D9^. tfd^ed^. bo- 
liusice, bosice etc., alfo „Seute beö Bohus, Bos; ober nad^ Sdimaler 
„2cntt be§ Boch (.^ofeform für Boleslav)", f. (ginl. I. a. 
glurnamen a. au^ Öas. Mac. S. Bb. 40: Brosa (foll tjormals ein 
2)orf na^e bei 33löfau gemelen fein; Bebeutung?), Sudziuy (gu altfl. 
s^dü, of. sud ©erid^t $. u. 31., sudziuy bie ©eridl^töftücfe). 

b. burd^ ben ©emeinbe-SSorftanb: bie §utungen, bie ©u0na 
(f. a.), bie ^raffe (f. a. brosa), bie Sippina (lipiua Sinbengeljölj), 
i)uboi§a (of. dubojsco, ^lur. dubojsca für dubowisca baö ©ic^id^t). 

EttbfcJiü^ (31. SB., bifdjöflid) meignifd^eö 3lmtgborf feit 1465), of. Kubsicy, 
„baö ®orf Ijatte im XVI. Qa^rl). eine geit lang bie ^Benennung 
2Bilm§borf erl;alten", 1088 Gupcici, 1249 Cupsyts, 1272 Kup- 
scizt, 1456 Kopschutz, 1465 Kopschiz, 1746 Kubschitz — §u altfl. 
kupiti, of. kupic faufen $., t)gl. $9^. ferb. kupljen, ruff. prikup etc., 
alfo „9^ad^!ommen be§ Kupca, Kup§a"; bie of. gorm ift moberne 
üolfäetpmologifd^e 3lnlel)nung an Kuba, Kubsa Äofeformen für Jakub ; 
f. ®inl. I. c. 
glurnamen burd^ ben©emeinbe = ^orftanb: bie ^fd^orjan)§!t) (gelber; 
S3ebeutung?), bie ©apale (of. zapaly Binde Ijinter bem 33ranbe), bie 
®u^e (dotlie baö lange 6tüd), bie ^ielberge, bie ® elenden (deleüca 
9^ieberung), Satfo (ladko fteine Se^^be, Unlanb), bie S3ro6e (©tein= 
brücke, 9Zieberraalb unb gelb; Sebeutung f. eben t)orl;er bei 33afd^ü|, 
glurn. a.), bie Sergel, bei 33afdl)üg, Ijinter SBergel. 



^k flaoifdjen Ortä* unb glurnamen ber DBerlaufi^. 269 



113. R^Tß. ©röbi^ mit folgcuben Drtf haften: 
^röbi^ (91. 33.)/ cf. Hrodzisco, 1222 Gradis, 1485 Graedis, Grades, 
Gradis, Graedys, 1545 Groedis, 1531 Groditz, 1746 Gröditz — 
ju altfl gradü ©arten, ©tabt, ferb. grad Surg, nfl. gradise, ferb. 
gradiste, tfd;e(^. liradiste etc., alfo „S3urgftätte, Bä^an^z", f. (Sinl. 
II. 2. e. 
glurnamen a. an^ Gas. Mac. S. S3b. 40: W skalach (in hen ©teinen), 
Farski a knjezi tuzk (^farr= unb ^errnfumpf), W iiowym bace 
(im neuen Xeic^e, Scininy hat „9?oI)rteicb", Kiijeniny hat „grauen* 
teid^", Trawnik „@ra§tei(^", Kopr „.^upferfelb" (of. kopr, koprik 
"Diß), Sleborna hora „(Sitberberg", Poslenje kefki (le^te ^üfd^e), 
Libsec kefki (ßiSfd^e'ö ^üf(^e). Na Betli (auf bem 33eetel?), Winica 
(SBeinberg), W Kukacach (of. kukac ©udfenfter, 3:;aubenraoI;nung, in 
im ^aubenfdjlägen), Sibjeiica (ber ©atgen), Na swjececu (auf bem 
^eiligenbilb). 

b. burd^ ben ©emeinbe-RSorftanb: ber Rutat\6) (^elb unb Söiefen, 
f. a.). 
^orttti^ (21. S), of. Koitnica, 1746 Kurdnitz, 1772 Cortnitz — gu altfl. 
hiütü, poln. Chart, of. khort ^inbljunb 21. u. ^., ügl. D5R. tf(Jed&. 
chrtnice, of. Kortec mtyii „^ortigmütjle"; alfo „Drt, tüo 2ßinbi)unbe 
gel)alten würben",^ f. @inl. 11. 2. f. 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. Sb. 40: Winica (Sßeinberg), W Hecec 
dolach (in ^etfc^eö ^l)älern). Na Libsec (auf Sibfc^eö), W diibach 
(in hen @id)en). Na peskowej horje (auf bem ©anbberge), W stud- 
nickach (in htn S3rünnlein), Na Betli (auf bem 53eetel?), Za khöjnu 
(hinter ber tiefer), Pola poslenich kefkow (bei h^n legten ©träudiern), 
W biezynach (in ben ^irfenbüfd^en), Wnowym hace (im 9^eutei($), 
Pola bramborskich kanijenjow (bei ben 33ranbenburgif(5en (Steinen, 
n)o()er biefe ^Benennung?), Pola Beleje Hory (bei Sßeifeenberg), W 
Kolawach (n)ol)l gu altfl. ralija, poln. rola, of. rola 2lderlanb), 
Zezady cyhlowance (l)inter ber gißg^lßi)/ Pola forbarka (beim ^or= 
tuer!). Na Korcmach (auf ben 2Birtl)öl)äufern). 

b. burc^ ben @emeinbe^33orftanb: bie ^gjemifdlicja (of. dziwi, 
-ja, -je raitb, *dzi\visco, ^lur. dziwisca äöilbnig), bieÖrjogt) (Se- 
beutung?), bie ^rönji) (gelb, Sebeutung? t)gl. of. Krönica, Kroncy 
^rinig), bie <B6)\ec^ini) (n)ol)l of. syciny bie ^infenfträuc^er), hie 
dlahomta (of. hrabovvka ber fleine SBeigbui^enroalb ), bie ©öt)C5in!i 
(of. syciiiy, Dentin, s^^cinki bie fleinen 33infenfträu(Jer), bie 6d^iben§a 
(of. sibjeiica ©algen), bei ©§roiec§ec§a (of. swjeco @en. swjececa 
§eiligenbilb). 
Söcid&a (21. a), of. Wichowy, @en. Wichow, 1551 Weichau, 1746 
Weiche — §u altfl. vih-, !lr. vychati beraegen, ruff. vichatl, nfl. 
vihta, nevihta ©eraitter, Ungeraitter; ferner altfl. vihrü 2ßirbelit)inb, 
poln. wicher @turm, of. wichor (Sturm, 21. u. ^., alfo of. wichowy 
bie (üom SBinbe) beraegte ©egenb"? f. ßinl. II. 2. e. 
glurnamen bur$ ben ©emeinbe = 3?orftanb: Dber* unb S^iieber* 
Sßufdl)!e (of. tuzk ©umpf, Stümpel), Dber= unb S^ieber^Sfalla (of. 



270 ®^ß ftaoifd^en Ort§» unb f^Iurnamen ber Dberlauft^. 

skata etein, gel§), an ber ©faüa (Sßalb, of. skata (Stein, gel§), 
an ber 2lbtfd^!e (gelb, ob ^ii of- ^^t 2l6t, abbatissa, abtysna 
Slebtiffiiv Slbj. abbatiscy?), an ber Sabine (gelb, no^ am Söbauer 
SBaffer, ügl. of. Lubata Sbbauer SBaffer, Lubiii S^ljronberg bei 
SSau^en 2C., ju altfl. Ijubü, of. luby lieb 51.), am Seii^enraege, am 
^iri^berge, am ^unatl)g berge (of. khojnaty fiefernreid)), gro^e SBiefen, 
am ©(^eßenberge, an ber ©d^äferei, im Torfen (?n)enn riditig, bann 
n)ol)l SU of. kef, kef'k SBuf^) gebier Xä^ (of. hadler gif(|l)älter, 
Saffin), aJUerfdieö Xeid^ (of. Meis, l)äufiger gam.=9^), SÖietfd^eff 
Xei^ (of. Wicaz :^el;nmann, Ijäufiger gam.^31.), 9leutei{^, am §ai!e 
(of. liajk §aag, §ain), am ©auerberge, ©d^ilfteid^. 

äöttifcfife bei Sßeifeenberg (21. S.), of. Wujezk, auä) Kozacy Wujezk 
(3iegen=2Bufc^!e), 1746 Wiiiscke — ju altfl. iijazdü, tf(^e$ üjezd 
Umgang, Umritt hex S3efi|ergreifung 21, »gl. D9L tfd)e(|. oujezd, 
üjezdsko, of. Wujezd Ul)r)ft; wujezk ift == tfd^ed^ üjezdsko, gebilbet 
bur(^ bie 2lbj.^@nbung Iskü, f. @inl. II. 1. c. 
glurnamen a. au§ öas. Mac. S. ^b. 40*. Wosanca (n)ol)l für of. 
vvlosauca ®ol)nenftieg = ©(^lingen au§ ^ferbeljaar), Hilbjeiicy (^e^ 
beutung? f. unten gam.=9]. gilben j), Scina (©d^ilf), Sycmki (bie 
Sinfenfträud^er), Stare brohi (bie alten Ufer), Kopr (ber ^itt), Wöi- 
sina (ber ©rlenbufd)) Pamplka (^ebeutung?), Ksibjeiica (ber ©algen), 
Skaty (bie ©teine), Trawjenck (fleiner ®ra§pla^), Luzk (Tümpel), 
Nowy hat (9leuteid)), Seroke (baö breite gelb). Na posleniin (auf bem 
Selten), Na wuzkim (auf bem ©dimalen). 

b. burd^ ben ©emeinbe^^orftanb: bie 6r)tf(^in!en (f. a.), hk 
bie §ilben§en (mooriger 2Balb, ^ebeutung? f. a.), bie ©jiena (f. a.), 
bie SBaffanjen (f. a.), ber ^upferteid^ (f. a. kopr), ber 3^euteid^, bie 
©t)ro!en (f. a.), bie Scale (f. a). 

^aUl ^adtl (31. 33.), of. Rakojedy, Rakojdy, 1551 Rackell, 1746 
Rackel — ber of. 9lame gel)ört ju altfl, i-akü, nf. ferb. poln. of. 
rak ^reb§ ^. u. 21, ügl. D9^. nfl. rakovec, ferb. rakova, rakari, 
i\6)eä). rakov etc.; rakojedy. rerfürgt rakojdy" ift ein ©pigname unb 
bebeutet „bie treböeffer"; f. ©inl. IL 2. e. 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. 33b. 40: W Musnach (tt3ol)l für 
w musinacli in ben gliegenorten). Na Kinstejnje (auf bem ^ienftein, 
f. b.), Podusne (of. pödus ©ol)le?), Wulki klin (ber groge ^eil), 
Maly klin (ber fleine ^eil), Pola ßukojny (bei ^ud^roalbe), Pota 
Zmola (of. pola zmota beim klumpen). Na Ladkec liorje (auf Sab!e§ 
33erge), Na reckach (auf ben S3äd)en), W hihach (in ben ©ümpfen), 
W kfizach (in ben ^reujen). Na liorach (auf ben Sergen), Pfi 
Rjekec wjef^bacli (bei dtkU Söeibenflräudbern), Rjekec liora (^iefö 
33erge), W Jazorscacli (in ben ^eid^ftüden?), W Kukacach (in ben 
5t:aubenmäften), Na Domsee kupje (auf ®omf(^eö ^aupe), W liaju 
(im §aag), W suchich tukacli (in ben trodenen SBiefen), Za hajom 
(hinter bem gaag), Pfedowsu (oor bem ^orfe), Na wiilkej lucy 
(auf ber großen SBiefe), Ztotnik (ber ©olbarbeiter, ju altfl. zlato, of. 
ztoto ©olb 21., ügl 0% tfd^ed^. zlatnik, zlatniki, poln. ztotniki etc.), 



®te ffaoifdjen Drtä' utib Flurnamen bcr Dbcrlauft^. 271 

Na dothej tiicy (auf ber langen Söiefe), Pola Hilbjencec tawki 
(bei §i(ben§' Stege), Pola peskowych jamach (bei ben ©angruben), 
W Donisec liaju (in ^omfc^eö §aag), Za hiiiianii (hinter ben 
S($eunen), Pola belej iiliii}^ (beim weiBen 2efyn), Na Prochiiec 
liorje (auf ^rod^no'ö ^erg), Na Wokojiii (^ebeutung?), Za brohom 
(Ijinter beni Ufer), Na wnlkim kriise (auf bem großen Stücfe), Za 
lialeju (Ijinter ber 2lEee), Pastwisca (bie SÖeibeftellen), Pola Zmolcka 
(beim !(einen klumpen). Na set okini (auf bem ^Breiten), W jezoracli 
(in ben Seen), Kiity (bie 2Bin!el), Pola !S16ncici (i3ielleid)t für of. 
stoiicnica bei ber Sonnenblume), W Kosi (im ^orbe?). 

b. bur(^ ben @emeinbe = 33orftanb: bie S(Jti)arjlage (Strauber unb 
ftel)enbeö 2Baffer, raobl für bie „S(^tr)ar§ela^e"), bie gafanerie, ber 
§aj (f. a.), bie §al)!en (ob of. liajki bie fleinen §aine, f. a.), ber 
Äienftein (l)od^liegenbe gelber), bie 9}hif($in (f. a.), bie Sugen (of. 
lull Sumpf), Smolcj! (f. a. pola Zmolcka). 

55ne^ttil} f. §errf^aft 33arutl). 

(iaiittemlii (21. S.), of. Skanecy, 1746 Cannewitz — bie of. gorm gel)ört 
5U altfl. sük-, sükati breljen, ruff . skati ; skani "p., alfo „9^a($!ommen 
beö Skan", f. ©inl I. c. 5:ie beutf^e ^onn beä D9i ift auö 9)Jangel 
an ur!unblid)en gormen nid)t nä^er §u erflären. 
glurnamen a. auö Gas. Mac. S. ^b. 40: W Zapalach (in ben 
Stüden l)inter bem 33ranbe), Kolcbec skatoiica (^ol4'§ Steinbrud)), 
W luhach (in ben Sümpfen), Korcmaijec hajk (Jlretf(^mer§ §ain), 
KHwa tawa (f($iefe§ Ufer, frumme 33an!), Pastwisca (SBeibe, §utung), 
Lada (Sel)ben), Ztötnik ©olbarbeiter, ©olbberg 2C., f. eben t)orl)er 
^adü, glurn. a). 

b. bur^ ben ©emeinbe=Sßorftanb: ^alüonga (gelb/ of. katow- 
iiica, katojnca ^rautfelb). Sapalle (f. a. zapaly), 3Jloö!a^ (of. 
w mostkach in ben 33rü(fen), ^al!otr)apje| (ha^ übrigens üerftümmelte 
SBort entl)ält eine Tautologie; [kalko]wapiiica ^alfofen, ^alfort, ober 
[kalkojwapiiisco ^atfgrube, llalfort, mie ^u lefen märe, befteljt auö 
of. kalk £al! unb au§ bem baffelbe bebeutenben Stamme altfl. vaplno, 
of. wapno ^alf 31., ügl. D9i tfd)e($. väpno, vapenice, vapensko etc.), 
§eif (of. liajk f leiner §ain), Sarjefu (of. za reku l)inter bem gluffe), 
^oroe (of. dothe baö lange Stüd). 

2ö«tf(^Ctt (21 33.), of. Worcyn, 1448 Worschen, 1551 Wurscbeii, 1746 
Wurfchen — ju altfl. vrük- ober vrüli- Sebeutung? 9Rad) ^rof. 
get) „Drt be§ Worca (©rotter)^'? 
glurnamen a. au§ öas. Mac. S. ^b. 40: Domski hat „§au§tei($", 
Khopel-hat (^oppeltei(^), Ferstaf^ska luka (görfterraiefe), Wosporska 
luka (2öei6enberger 2Biefe), Mala Symanca, Wulka Symanca (fleine 
unb große ^flanjfdiule), Wulka hika (große SBiefe), Böfohorska sucha 
tuka (^ü^eißenberger trodene SSiefe), Psowa hora (§unb§berg), Nowakec 
kefck {'^owaU ^üfc^c^en), Wisnjowa zahroda (2Öei^felfirfd^en= 
garten), Wulke bona (große ©eraenbe), Sfenje hona^(3}^ittelgen)enbe), 
Drubohiy (53ebeutung ?), Horki (bie .ßügel), Pola Sosarjec kefkow 
(bei Sd)offar§ ^üfc^en), Tornow (6cbeutung?), Wumjenc (t)gl. wumönk 



272 ^iß flaoifd^en Drt§« unb f^Iurnamen ber Oberlaufi^. 

unb wumjenk SluSgebinge), Drozdzijska hora (SDre^faer ^erg), Wyse 
hata (Dberteid^), Gruntec hora (©runt'ö SSerg). 

b. but($ ben ©emeinbe^33orftanb: bie SßoUmanfa (Sebeutuncj?), 
bie ©rimanje (f. a.), bte ©roljlimpen (ob beutfd^?), bie ^ornau (f. a., 
gelb unb @ebüf(|), bie §or!en (f. a), bie ^^J^ummenj (f. a. wumjeiic), 
3i(^tf($inß {\X)oi)l syciny 33infenfträu(^er), @!erenif (33ebeutung?), 
^f(|5nfeö (^ebeutung?), §ep! (oj. liajk !(einer §aiu), ©rog= unb 
^lein^gefer (of. jezor See), ber Sid^tenteid^, ber §albfd)e Xeiä^. 

SSclöCttt (31. Jö.), of. Beta Hora, „urfunbt. an6) ßirckowe", Mac. SBb. 39, 
1360 Belligern, 1499 vf Beigern, 1746 Beigern — bie beutfd^e 
^ejetc^mmg 33elgern ift au§ ber altforbifdien entftanben, altfl bela 
gora, of. bela liota „ber weifee ^erg"; ügl. gan§ ebenfo gebilbet nfl. 
mala gora „9)lalgern" in Rxain ac, f. Öinl. II. 2. e. 
glurnamen burc^ ben ©emeinbe-^Sorftanb: bie ©(^an§e, unter ber 
(Sd^anje, großer ^ei[, lange Rotten (?ob fo rid^tig), beim 2Begraeifer, 
2Bai6entei§, ^ofte§ ^eid^, 9laffer STeid), Xl)ürc^ö ^eid^, Xl)üre 2Öiefe 
(n)ol)l bürrel), bie ^araonj (of. kalojiica baö ^routfetb), §n)ifd;en hen 
Tineen 

2)relftfa (21. 33.), of. Drozdzij 1746 Dresa — entioeber m^ ber of. gorm 
ju altfl. drozdiJQ, of. drozdze, tfd)e(^. drozdi §efe, ^ärme Slbj. 
drozdziwy, drozdzij l)efig 21., ober §u altfl. drQzga 2Balb, Slbj 
drQzdluü, druzdlnü 51., ügl. 091. ferb. drezga; ba§u gehört aud^, 
nebenbei bemerft, of. draziizany, tfd^edft. dräzJany '^reöben (Tlill 
(gt^m. 3Bb.); f. (Sinl. II. 1. a. '^Jlaä) $rof. <Qei; „®ut beä Drozdzij, 
t]ä)eä). Drazej", ju altfl. dragü, of. drolii lieb, tl)euer ^. 
glurnamen a. auö Gas. Mac. S. ^b. 40: Hajk (fleiner §ain), Lada 
(2el)ben), Pastwisca (2Beibelanb), Pola Kamjenja (beim ©tein), Pola 
skowroncej hory (beim Särc^enberge), Pola psowej hory (beim 
§unbeberge), Murjowana (baö ©emauerte), Pola Maika (bei ber 
ällar!), Pod Markom (unter ber 3)lar!), Bjenadzic hoia (Senaba'ö 
^erg), Bjenadzic Höisawa (33enaba'§ ^lergernifelanb?), Dubina hörka 
(@i(Jl)ügel), Pola horneho wai-a (beim oberen- ©üb?), Pola Tempela 
(beim Tempel), Cechi (bie ^fd;ed^en?), Hatki (bie Xtiä)t), Kruswicec 
dolki (^rufd)it)ij' ^l)äld)en), Langec hora (Sange'ö ^ßtg), Törnawa 
(^ebeutung?), Pola kalkoweje pjecy (beim £al!ofen), Bnrske pola 
(33auernf eiber), Kurie hora (Äuraö 33erg), Pola delnj^ch kefkow {hti 
ben unteren 6träu(^ern), Swinjace ladko (bie fleine ©dnüeinelel)be), 
Smokrow (rao^l = nf. smogorow Drt, wo üerrotteteö §olg ift, §u altfl. 
*smogorl, nf. smogor t)errottete§ §olj 21.), Pola Worcyna (bei 
SBurfd^en), Wulke pola (groge gelber), W wjefbinach (in ben 
2Beibenbüf($en), Suntyrka ()öebeutung? ügl. weiter oben glurn. ju 
^umfd)ü^), Skorsawy (tüoljl of. skorzawy ba§ ^ro^eBlanb), Langec 
dolki (Sangeö %l}äl^tn), Kfizow (ilreugort), Hoisawy (baö ^ergerni^^ 
lanb), W Fifonjach (in ben ^eUd)en), Pola hermanskeho puca (beim 
^ermannöiüege), Pola Pajkec brezyny (bei ^^aifö 53ir!enn)alb), Pjel- 
chata (für pjeluchata 2lbj gem. ba§ in äBinbeln befinblid^e), W ztobach 
(in ben Dlinnfalen, in ben ^l;algrünben), Dolhe wosredki (lange S3eete), 



!Dlc [Iaoifrf)cu Drtö-- imb glunuimen bcr Dßerlaufi^. 273 

Na Mercinec (auf 3}?artin§), Na wuwrotach (auf beu 2lnn)änben, auf 
ben ^ftucjroenbeftellenX Pola topota (bei ber ©d)tüarjpappel), Pola duba 
(hn ber @id)e), Pola Zmodlcki (tüoljl für zmotcki (beim !(einen ^hunpen), 
Kruswicec tuka (^rufc^rci^'ö 2Biefe), Njeclioniska tiika (9]ec^erner 
2Biefe), watjrfi^einlidö fet)r f($Ied)t benu ba§ 6pri(^raort fagt: 12 körcow 
liiki za pokrutu khleba „12 i^c^effel Sßiefe Jür'eiuenlSaib ^rot"), 
Kumsiska hika (^uinfd^ü^er Siefe), Kiijeiniia luka (§errin=2Biefe), 
Ztötnica (©olbfelb), ßizl-luka (9?iefe(tüiefe), Piwarska luka (Trauer* 
lüiefe), Pod Skoisawami (rao{)l skorzawami unter ben ^rogeSfelbern), 
Tijebjeiiska luka (Steinbörfeler SBiefe), Deine luki (niebrige äöiefen), 
Koicmai-jec luka (i^retfd&merä ^iefe), Pola dubika (beim (£i(j^l)oI§e), 
Wisnjowa Lora (3Bei($feIfirfd)enberg), Na liörkach (auf ben §üöeln), 
Pola Polencec pola (bei g^olenj' gelb), W Firdonjach (^ebeutung?). 
b. bur(^ben®emeinbe=33orftanb:am ©($mo(^roro (f.a.smokrow, 
bie ©djreibraeife l)ier beftntigt bte Verleitung üon smogorl), am ^unbä- 
berge, am Särdjenberg, ^umfd)raifeer ©renje, ^urfd;ener ©renge, am 
großen gelbe, in gfc^ei^en (f. a.), am 9^afd)tfd;e (Sebeutung? n)ol)l 
hrodzisco (£(^an§e), am 9^öljrentei(^, bie ^litfd)en (§u altfl. kleti 
^auö, poln. klec elenbeö §auö 21.)/ bie ^orfc^au (f. a horsavva), 
hei ben 9lieberfträu(^ern, am Sinbenberg, im ©forf d)au (f. a. skoisawa), 
bei 33öl)meräfträu(Jern, in äßuif($!en (of. wujezk ber Umritt 2C., f. 
2Buif(^!e), an ber 3'Ueb er [trage, bie 3JJarfe (f. a.). 

9lc^(xn (51.33.), of. Njechorii, 1551 Neliem, 1746 Nechern — gu altfl. 
hür-, *hvorü !ran!, tfd^e^. clivory !ran!, poln. chory, of. khory 
txani ^., vqI. ^'Jl. altfl. Horunü, of. *ClioruD; bax)on ba§"@egentljeil 
Njecho](un) „3fJi^t!rant"; bie of. gorm ift ha^ Slbj. $off'. burd; bie 
©nbung inü ober bur($ -jü gebilbet, -roeldje lefetere (Srroeii^ung be§ 
legten ^onfonanten bemirft; alfo „Ort be§ Njechoi(un)", f. (ginl. I. b. 
glurnamen bur(^ ben ®emeinbe = 3Sorftanb: bie ^alhan (gelb 
unb 2Biefe), ber 5Rerebid (SBalb unb SBiefe, of. njerjad, ®emin. 
njerjadk Unrat^, ^otl), fonft ügl. 09^. of. Njeradk ^leu^Oppife), bie 
§or!en (horki bie §ügel), beim ^albauer gliefe, bei Sobiö Söege, 
bei ber §arte, ber ©immanfö Serg (of. Syman, ©ernin. Symank 
6imon), in Sufd)en (luza ©umpf, ^fü^e), beim Birnbaum, ]^interm 
®orfe), auf bem 3 öl) fad (entraeber of. cesak gif(^re(^en, 9}^ül)lre(^en, 
ober cesak bie (Sd)neibemül)le), beim Sauöfer sSege, bie ;§utung, beim 
9^oben)i|er ^reuje, dtaii)lä^ l)ora (of. Rachlec hora D^ad^elö ISerg), 
ber gerjogöberg, ber petfd^es ^erg, hinter ber ©djeune, bie grofee 
SBiefe, bie lange SBiefe. 

®er SBeften be§ 2Bei(^bilbe§ umfaßte bie folgenben ^ir(Jfpiele: 

14. Afp. ©oba, §um großen Xl)eile meißnifc^; nad^ Subiffin |gel)ören nur 
bie folgenben Drtfi^aften (in ber bei '^Ude heoha6)Uien 9f?eit)enfolge): 

^öhttfi^ (51. S.), of. Debrikecy, üulgo Debrkecy, 1475 Debriketz, 
Dobriketz, 1746 Debreckitz — ju" altfl. dobrü gut <p., ügl. ^% 
n. c. m. ob. Lxxi. 18 



274 ^^^ flaoifd^en DrtS« unt) Flurnamen ber Dberlauft^. 

tf$e(^. dobroslav, dobfek, dobfik etc., D?l. tfdiec^. dobf-ikov, do- 
bfichovice etc., alfo „bie Seilte be§ Dobrik", f. @inl. I. c. 
glurnamen f. bei ^oIbri|, tüeiter unten. 

^ö^^h (21 53.). of. DebJskow, 1746 Debiscke — §u altfl. doba gelegene 
3eit ^., ügl ^3^. tf(f)e(^. dobislav, doben, dobes, po(n. dobiesz, 
dobosz, D5R. tf^eij. dobesov, dobesice etc., alfo „i^eute beö Dobisk, 
Dobesk", f. ©inl. I. 
glurnamen biiti^ ben ®enieinbe=33orftanb: bie einzelnen gelbftüde 
l)aben' Stummem; löeber in ber ©emeinbe^ noc^ in ber ©utsflur 
ejiftieren befonbere 9^amen. 

Stofe:=eeitfd)ett (51. «.), of. Äicen, an6) Wulki Z., 1012 Sciciani, 1018 
Cziczaiii, 1225 Syceiie, 1241 Sizen, 1276 Zitzin, 1377 Zyczen, 
1357 Seyczen „war no($ bei 2lbfaffung ber oberlaufigifc^en ®ren§ur!unbe 
(1276) ^ittelpunft eineö befonberen SBurgraarbö. S($on Slnfang beö 
13. gl), fd^eint baneben aud) ^leinfeitfd^en, f. biefeö, beftanben gu liaben". 

— ^er ^arne beö Drte§, einem altfl. cicani, ober zicani entfpre(^enb, 
ba6 ift cik-jani ober zik-jani, ift alfo ^ame be$ ©tammeö eim§> ®aue§ 
„bie Öicanen ober l^iicanen" unbe!annter ^ebeutnng; man Derglei^e 
einige anbere ©tammnamen, ruff. Buzane (bug-jane 5lnTt)ol)ner beö 
Sug), poln. Polane (Seraoljner ber ©bene), ßoborane (53oberann)ol)ner) 
2C., f. ßinl. II. 2. i. ®ie of. gorm Ziceii ift a\\^ bem alten Söorte 
üerfürjt, unb jefet bur(^ -jü gebilbete männliche Slbjeftioform; f. ©inl. 
IL 1. a. ^gl. D9^. tfd)ed^. zice, zitce etc. 

glurnamen a. auö öas, Mac. S. ^b. 39 unb 40: Pola wjef'by (beim 
2Beibenbaum), Pastwisca ($utung), Torfowa tuka = pfi törftucy 
(^orfraiefe = hei ber ^orfraiefe), Na cornej horje (auf bem fd^raargen 
S3erge), W starej zemi (im alten Sanbe), Dothe wosredki (lange 
33eete), AVicezne kef'ki (Seljngutöbüfc^e), W strönjach (tüoI)1 §u of. 
stroiia ©eite, ^l)eil, ©egenb), Na wuzkim (auf bem ©c^malen), 
Wowci hat (©c^afteic^), Lisca hora (guc^äberg), Kranjeny hat (ber 
geftol)lene? Steic^), Rab hat (ber 9^aubtei(^, f. b.), Siiapowe polo (baö 
©tirnbinbenfelb, §u of. snapa ©tirnbinbe), Kaca tuka (@ntenpfü|e), 
Äicanski hat (©eitfi^ener Xeid^), Zeleny dot (baö grüne 2::i)al), Dolha 
tuka (bie lange SBiefe), Wowcerjec studnicka (©^äferbruntien), 
Maty hatk (fleiner ^eid^), Micojty hat (ber ©d^mielenteid^), Korbawa 
dot (baö ^orbtl)al?). 

b. burd^ ben ®emeinbe=33orftanb: guc^öberg, ^^aubteidf) (f. a. 
kranjeny hat), ©i^aafteic^. 
^leinfcitfiiÖftt (51. ^0/ of- 2;icehk, 1225 von dem neuen Gute zu Sycene 

— ©rftärung f. bei ©ro^feitfd^en, bie of. gorm ift ha^ ^eniin. gu 
zicen, alfo ^lein^Ziceii, illeinfeitfdjen; f. ©inl II. 2. g. 

glurnamen a. au^ Öas. Mac. S. 33b. 39 unb 40: Hejdusec hat 
(§eibufd^'ö Xeid)), Hrodzisko (©dränge; nad^ beutfd)er @eraol)nl)eit im 
3}Iittelalter pflegte bie flaüifd^e Drtöanlage alö £lein^9^l, bie beutfd^e 
alö @ro6.=3'J. be^eidjuet §u tuerben. ®ie ©d^an^e beö Surgiüarbs 
gel)ört alfo rid^tig Ijier §u llleinfeitfdöen), Stronje (2:l)al ^wifd^en ©rog- 
unb ^leinfeitfd^en), W strönjacli (f ©rogfeitfd^en, glurn. a.), Lada 



S)ic [Iaüifrf)cn Ortö= unb Flurnamen ber Dbcrlaufit^. 275 



|(bie Serben), Podjanska tawa (bic !at!}olif(^e J8rü(fe)/_ Podjanska 
äcezka (bie fat()olifd)e golge), Pozeijec mtyn, 1746 Busch er Mühl, 
(jegt ^$iifd^ermü{)[e, f. %. ©aiiffiö). 
b. burd) ben @emeinbe^33orftanb: ber fd)tt)ar§e 33erg, bie ^arraeibe 
(ob beutfd)?), ber 33un| (rao^l of. buniSco Soljuenfelb, ^^artoffelfelb), 
bie Seben (f. a.), ber ^ebufd^teid) (f. a.), bie ©c^anje, ba§ itjal. 
^^Jrefefe, 3)lei6n. unb Sauf, eeitö (21. S.), of. Praskow, 1746 Brescka — 
gu altfl. prask- nft. praskati fnallen, !ra($en, prask ^rad^ ^., alfo 
„Drt beö Prask(a)\ f. @inl. I. f. 
^'lurnamen a. au§ Öas. Mac. S. ^b. 39 unb 40: Babni§co (Süf($e 
am 9}lü()(entei($e, of. ©umpfort), Pola mosta (bei ber 33rüde), Hörne 
kefki (bie oberen ^üfd^e), Wulki kruh (ba§ grofee Stüd, ber grofee 
^reiö), Debrcanski puc (ber ^DöberÜger 2Beg). 
b. bur($ ben ©emeinbe^^orftanb f. bei Jlleinförftc^en. 
OBerförftdfjen (51. 33.), of. Hoi-nja Börse, 1746 Gr. Förstgen — bie of. 
Se§ei($nung ift nur ai\^ beni ®eutf(^en übeifegt. 
glurnamen a. au§ Öas. Mac. S. ^b. 40: Na wötrniku (auf ber 
2öinbtnü()Ie = na skale auf bem ©tein). Na starej drozy (am alten 
2Bege), Wicazec skata (Se{)mann§ ©tein), Manjowkec korcma 
(^knjoraf'ö ^retfdiam), Praskowski puc (^re§!er 2Beg). 

b. iuxä) ben ®emeinbe = ^orftanb: ber 2Binbmül)lenberg, aud^ ber 
©teinbru(^ genannt. 
5l(einfötft(^ett (21. S.), of. Mala Börse, 1746^ Klein Förstgen — bie of. 
Se^eidjnung ift nur bie Ueberfegung ber beutf(^en. 
glurnamen a. auö Öas. Mac. S. ^b. 39 unb 40: Korbaty, auc^ 
Korbawy gelb (of. korbjaty bie ^artoffelförbe), Haj (ber §ain), 
Butfanski (gelb, ik ^uttermilc^ftüde), Winica (ber SBeinberg, ein 
^iefernbufc^), Pjelcowski hat (ber $el§tei(j^). 

b. burd^ ben ®emeinbe=^orftanb gu ^leinförftd^en, ©iebi^ 
unb ^refefe: ber groge SBeinberg, ber Heine Sßeinberg, in ber ^utter^ 
mild^, bie ^orroeibe (33ebeutung?), bie ©ilberraiefe. 
8ieBU} (21. S.), of. Dziwocicy, 1746 Siebitz — nad) ber of. gorm §u 
altfl. div- @lan§ ^, ogl. ^Jß'ü. tfd^ed^. diva, divis, poln. dziwisz, D^. 
ferb. divostin, tfc^ed). divisov, poln. dziwocici, roeldbeö bem of. D^^i. 
genau entfpri^t, „?Ja(^!ommen beö Dziwota", f. ©inl. I. c. 
glurnamen a. an§> Öas. Mac. S. 33b. 40: Korbaly (= corna hora 
fd[)tt)ar5er 33erg, f. ^leinförftd^en, glurn. a.), Butfanski (bie 33ntter= 
mild;ftüde), Wihca (ber äBeinberg), Mala wiiica (ber fleine SBeinberg), 
Hörne kefki (bie oberen 33üf^e), Mlynski hat (ber ^Jiü^lenteid)), 
Nowa droha (ber neue äßeg), Stara diöha (ber alte SBeg), Kulec 
hoi-y, auc^ Kurwic hory (^ula'ö ober ^urraa'ö 33erge), Larasec lesk 
(:Öata6' 2iUilb($en), Törfowe jamy (bie ^orfgruben), Pasnik = pola 
wara (of. pasnik ber S^iemer, ©ürtler; pola wara beim ©üb, äBe^r), 
Srönja hika (3}littelu)iefe), Hrodzisko (bie ©d^anje), Prenje kefcki 
(bie üorberen, erften 33üfd)e), Druhe kefcki (bie gtoeiten S3üf(|e), Tym- 
jesca (bie 3^^9^'^fi^^i<^^^fwntpfe), Na ladach (auf ben Serben). 

18* 



276 ®^ß ffaoifc^en Drt§= unb S'IwJ^"^"^^" ^^^ Dberlaufi^. 

@tiitttt>t^ (31. SB.), of. Spytecy, 1413 Spittwitz, 1746 Spittwitz — ju 
altfl. spyt- fc^nett ^., rgt. $9L Ifiiied^. spitihnev. spitimir, spyta, 
spytek, D% poln. spytkowo, spytkowice, alfo „bie Seute beö Spyta", 
f. ©inl. I. c. 
gUirnamen a. au§ öas. Mac. S. 33b. 89 unb 40: Slöborna hoia 
(©ilberberg), Ulaiiska hora, Hutanska liora (IKanenberg), Hrodzisöo 
(grofee ^ii^awi^), Podlezanka (ba^ unten ©elcgene), Skalanski mlyn 
„©falmü^le" (Steinniü^le), Moi-dafski dol (baö 9)lörbert^al), Klonowy 
(ber 3ll)ornit)alb) , Rokociiia (bei ^aarraeibenbufd^), Brylec tunka 
(33rüII'§ ^onne), Hrodziäko (fleine ©(^ange), Skala (gelfen, ©tein), 
Klimjelnica (Hopfengarten), Deleiica, Delency (bie 9^teberungen), 
Kinjencka, na Kamjeiiccy (ber fleine ©tein, auf bem !feinen Stein), 
Lisce doty (bie gud)§t^äler), Kfiiicki (bie fleinen Saben, 93utter* 
bü(^fen), Pod Lesawku (unter bem ©artenlanbe, f. £öfd)au, ^fp. 
©öba, raeiter unten). Bore (ber fleine göl)renbufdl)), Pola hrodziska 
(bei ber ©^an§e). 

b. burd^ ben ©emeinbe-S^orftanb: ber Ulanenberg, ber ©ilber* 
berg, ber 2Rorbgrunb, bie ©elenga (f. a.), bie ^a^öfc^luc^t, bie 
ilmen^fa (f. a. kainjeiicka), bie ©ufdienfa (trodene Sßiefe, gu of. 
suclii trocfen, susenka fleiner, trodener Ort), bie Sdiange, bie SButter- 
bü(^fen (f. a. kKncki), §at ad^ (of. w batach in ben Xeic^en). 

fflc\x^^pxttti)i^ unb Sr^toarjttJaffet (§u ©pitttoig), of. Nowe Spytecy a 
Öorna Woda (überfe^t), f. ©pittrai^. 

Seutettii^ (^21/ S.)/ '^f- Lutyjecy, Lutojecy, 1292 Luthewicz, 1746 Leute- 
witz - ju altfl. Ijutü TOilb ^., ogl. $3^. Ijut, lüta, lutyj etc., D^. 
poln. lutowici, tfd^ed^. litovicc, poln. lutynia etc., alfo „Seute beö 
Lutij", f. ®inl. I.^c. 
glurnamen a. a\\^ Gas. Mac. S. 33b. 39 unb 40: Nowina (5Reulanb), 
öepjelca (roo^l = ceplica ^eufelsort, ©eieröort), axiä) Tfepjelcy 
(§u of. tfepjelca S^iiebgraö, bie 9?iebgr aufteilen), Trowolnja (eine 2Biefe, 
^ebeutung?), Slöborna jama (bie ©ilbergrube), Sije (of. sija §alö, 
^lur. sije), Bloha (33ebeutung?), Mroki (bie ©ren^felber), Pola 
skalaiiskeho mlyna (M ber ©falmüljle), Ladki (bie fleinen ^el)ben), 
Rodzency (bie ©eburten?), Doty (bie Stadler), Babiny (bie Slltraeiber* 
ftücfe), Liäce jamy (bie gud§§gruben). 

b. bur(^ ben ©emeinbe^^^orftanb: ber Söeinberg, SBurotfa (of. 
wuroda, Dentin, wurodka D^obelanb), ^rofi (of. mroki ©renjfelber), 
^unow'ad^ (of. w kunowach in ben ^ac^glöd^ern), na f&la\)a6) 
(f. a.), ©al)onsf (of. zahoiick fleineö ©ewenbe), obere unb niebere 
£atfi (of. ladki bie fleinen £el)ben), 9?ob§engadt) (of. w rodzeiicach 
f. a.), ©al^on (of. zahon ©etoenbe), na ^rol)ad) (of. ua drohach 
auf ben SBegen), na ©ogint (of. na dolzim auf bem langen ^^elbe), 
3f(^epel§a(J (of. w tfepjelcach f. a.), pola ^rufd^toine (of. pola 
kruSwini beim Birnbaum), ©rowolnja (f. a. trowolnja), gzobad^ 
(^ebeutung?), ^rotfdiiga (of. krocica furges ©tüd), SBotro (of. 
wotrow Qnfel), po ^uba (of. po duba hn ber ©id^e), 93abina 
(f. a.), ©elnoirad) (of. w j<-lenjowach in ben §irfd{)ftänben), ©d^iejad^ 



S)te [laoifc^en Drtä« unb Flurnamen ber Dberlaufi^. 277 

„Ralfen" (of. w sijach in ben §älfen), na ©c^ierofim (of. na 
sörokini auf bem breiten), ^oraad) (w dotach in ben X^ä(ern), 
ftara 3Bu!a (stara hika alte 2ßiefe), na ^upga(^ (na kupicach 
auf ben §ügelftellen), po ^u^orja (of. po Tuchorja am ^Taui^er^ 
raalb, f. ^aufeen, giurn. a.), na Qoxlaä) (na horkach auf hm 
bügeln), di\o^t (of. wrjösk §aibe!raut), na SBulfim (na wnlkim 
auf bem ©rogen), po S^^ejüj (po recki am Sad^e), auf bem ^eile, 
am 6tein6rud^, bei ber ^aä). 

^oif^mnÜii^ (21. 33.), of. Öefwjene Noslicy, 1225 Nussedlitz, XV. 3^, 
Nawsselitz, Naussilwitz — §u altfl. novü neu 21 , unb altfL seliste 
tfc[)ed;. sediiste, of. sydlisco anftatt sedlisco 2BoI)nort, ©iebelung, 21. 
Dgi. 0% nfl. selisce, tf(^e{^. sedlisko, sedliste, nf. sedlisco 3^^^^!; 
ober ^u altfl. selo 2l(fer, sedlo @au, B% nf. sedlo Big 21., ügl. 
D9L tfi^ec^. sedlice, novosedly, üerfürjt nuzdly, novesidlo 5Reufiebel 2C. 
2llfo = nove sedlisco neuer Sßo^nort", ober = nove *sedllcl (sedlcy) 
bie ^eir}ol)ner ber neuen 2lnfieblung, f. ©inl. .II. 2. e., IL 2. f., I. e. 
®ie of gorm ift auö ber alten ur!unblid;en 6i§ gur Un!enntlid)!eit 
üerlür^t. 
glurnamen a. au§ öas. Mac. S. Sb. 39 unb 40: Drezdzanske bona 
(^reöbener 9iennen?), W slahach (in ben ©dalägen), Korcmafske 
polo (^retfd^merfelb), Zady piwarnje (l)inter ber Brauerei), Pola 
Kaiisdorfa (bei ^arl^borf), Cylielnske polo (Siegelfelb), Pfi celacej 
lucy (bei ber ^älberraiefe), Stronje (Sßebeutung?), Rezak (bie ©d^neibe* 
mül)le), Kamjeütna tuka (Steinige SBiefe), Karlsdorfska tuka (Üarlö- 
borfer SBiefe), Mtynska tuka (3}lül)ln)iefe), HrodoWska tuka (S($lo6= 
Tüiefe), Rofic hat (9iofa'ö ^^nd)), Pod polami (unter ben gelbern), 
Cylielnski hat (^iegenteid^), Wulki hat (großer ^eicl)), Rozowy hat 
(S^ofenteid)), Diibiski hat (^eic^^ bei ben großen (Silben), Pola strönja 
(f. oben), ßatcaf (33altl)afar), Sibjencna liora (©atgenberg), Ptaci 
dot (335geltl)al), Les pola Kaiisdorfa (2öalb bei ^arlöberg), Corny 
hat (fd)Tüar5er ^eidb), Pola corneho hata (beim fd^roarjen ^eid^), 
Dzetosca (glad^sftüde), Zahonck (fleineä ©eraenbe), Gmejny (@e- 
meinbelanb) 

b. bur(^ ben ©emeinbe^^orftanb: beim fieid^enraege imb an ber 
©diloßaHee, bei 9^ittergut, jmfd^en IRebeiüi^er unb ©pittraiger glur- 
grenze, bie ß^arlöborferftüifen, unter Sarlöborf unb bie 9J^ül)ln)iefen=^ 
ftüden, bie ©algenbergö^ unb Srottei(^ftü(fen (barnad^ müßte bie obige 
glurbe§eid^nung ftatt rozowy hat „9f?ofentei(^", rzowy hat „^ornteid^, 
^rotteid^" l)eißen), an ber Xliumi^er ©renje, beim ^orfe, bei Söelfau, 
beim ^otfcl)apli|er gußroege, t)or unb Ijinter bem eunneraiger SBege, 
bie ilälberrüiefe. 

Äad^börf (21. 33.), of. Karlicy, neue Drtfd^aft, fel)lt nod^ 1746; Karlicy 
bebeutet „bie Seute 2C. be§ ^arl", f. ©inl. I. c. 
glurnamen f. eben hn 9^otl)naußli^. 

JBogcIöefana (21. 33), of. Ptackecy, neue Drtfc^aft, feljlt nod^ 1746; 
Ptackecy = *ptacükovici ^lur. 2tufentl)alt ber 3Sögel, f. ©inl IL 2. f. 
glurnamen f. eben bei 9^otl)naußli^. 



278 ^'^^ [raüifd)cn OrtS= unb f^^wrt^^^'^" ^cr OBerlauft^. 

gifd^fotoii^ (21. 33.), of. Öeskecy ober öezkecy, „in alten ©Triften Tessa- 
kowitz", 1746 Zitzschkowitz — §u altfl. teha ^roft ^„ \)q,1 $9^. 
ferb. tesemir, tehorad, t]6)^ä). techa, tesa, tesek, tßska, ferner D9^. 
tj($ed^. teskov, poln ciechowo etc., alfo „9^a(3^!ommen, Seilte beö 
Tesak, Tesek, of. Cesek", f. (Binl 1. c. 
glurnamen a. aii§ öas. Mac. S. ^b. 39 unb 40: Wisenca (2Bei(Jfel= 
firf(^enpf[an§ung), Liponca (^irnenpftan^ung), Hrabsinki (n)ot)( für 
hrabcinki fleine 2Bei§bu(^enfteße), Sucha tiika (trodfene'Sßiefe), Pola 
Wiiökec (bei 2Iufc^!oit)i^), Pola Becic (bei ^ietfd)iüi|), Pola Kralec 
hory (bei ^raPs SSerge), Pola Pozdec (bei^^a^bi^), DzetoSca (g[a(^§= 
ftüde), W liatku (im ffeinen ^Teid^e), Pola Sölcic w61se (bei <Sci^u(jen§ 
©rie), Na dalokiin (auf bem SiViten), Polo litubokeho piica (beim 
tiefen 3ßege), Pola Wioblec liaja (bei SBrobrö $ain), W wjefbickacli 
(in ben 2[ßeibenfträu($ern) 

b. bur(^ ben ©emeinbe^^orftanb: 2ibon(^a(^ (w liponkach 
f. a.), 9^aabf (f. a. hrabcinki), SSifd^en^a (f. a.), ^unf (gelber, 
iuol)l of. boiik (S(^5pfer, Sd)öpfgefä6), §ai (of. liaj"^§aa(3),-3amniac^ 
(vv jamacli in ben ©ruben), ©topp (gelber, of. stotp ©äule; altfl. 
stlüpü ©äule, gifdiftänber, gifc^teid^ 2c. 21., liäufig in D9^), ^oraacb 
w dotacb in ben ^^älern), ©raabin (of. stabina ©ünnung), 3Jlercgtn 
(of. Meicin 9)krtin). 

^rifrfjtoi^ (21. 33.), of. Prececy „in alten ©d^riften Prezez", 1292 Pi-ische- 
wicz, 1746 Prietzschwiz — ju altfl. prekü quer, nfl. pieciti in 
bie Ouere fommen, l)inbern $., t)gl. 0% tfd)e<$. pfeöice, pfecinov, 
alfo „Seute be§ Prec", f. @inl. I. c. 
glurnamen biird) ben ®emeinbe=33orftanb: bie ©(^jeTe (oielleid^t of. 
zel, altfl. zall ©d^merj, Seib $., ügl. ^9^. Zelej. zt-lev etc.), bie 
©mol)a (of. zmoha SBelle), ber S^iatfora (raol^l of. hrodkowy Surg^ 
pla|; ober eingegangene Drtfd^aft *ratikovo?), bie Sriigne (of. raoljl 
brßzina ^irfenbufd), ober breziiy 2lbj), bie 9)iobc§itraa (of. mocidta 
bie ©ümpfe), im 3efor (jezor ©ee), Oie 9?iefd)c§e (of. lecica glu6= 
bett, 2Biefe 2C.), bie dlzin^a (of. rzeiica 9f?oggenfelb), ber ^obud 
(2Biefe, of. ktobuk §ut), baö SBellepolo (of. wjelepolo ©rogfelb, 
wjelepola üiel gelb). 

(gollfd&toil (21. S.), of. Snlsecy, Solsecy „urfunbl. Solssowiskohlo", 1373 
Öiüschewicz, 1430 Scholzwicz, 1551 Salschwitz — §u altfl. sul-, 
sula gut, sulej beffer ^., rgl. ^^. i\ä)tä). sulislav, sulek, D91. poln. 
sutoszow, suliszowice, suliszewscy etc., /,bie Seutc beö Sulis, ber 
Salsa", f. ©inl. I. c. 
glurnamen a. auö öas. Mac. S. 33b. 40: Ptaca hörka „3]ogelberg", 
Pola Wicazec wisnicki (bei Sel)nmannö SBeidjfelfirfd^enplag), Wiüca 
(Sßeinberg), Pola poplow (bei ben ©ibifd^pflan^en), Hola ($aibe), 
Khiösty (^lur. ba§ 9^eifig), Hlinjane jamy (bie £el)mgruben), Ka- 
muski (bie fleinen ©teine), Knjezowa luka (§errenraiefe), Dotha hika 
(lange 2Biefe), Mikanec tuka (3}li!anö äöiefe), Mlynska luka C^lüljU 
raiefe), Mlynske polo (9Jiül)lfelb), Pola Öornec (bei 3f^ö^"i6)/ JPola 
Baconja (bei ©tord^a), Pola Hasiowa (hei ®rei!retfd;am). 



^ie ftaoifc^en Drtä^ unb f^lurnamcn ber Dberlaufi^, 279 

b. huxä) bcu ©emeinbe-SSorftanb: ber SSogelberg, bcr Qefor (jözor 
(©ee), ber Carolin (^ufc^ unb gelb), bie Sutranfa (of. butraiika 
33uttermild6), bie S^eic^e, bie Sd^raautf (i)ina (21>iefen, of. n)ol)l staw- 
cina 9?uf)me§ort?), bie SB in ja (of. wiiica SSeinberg), ber §ai! (of. 
hajk Heiner §ain), bie ©gt;tfd^in!a (of. sycinka SBinfenftanb), bie 
£e|mgruben. 

f^olhti^ (31. 33.), of. Bolborcy, Bolboricy, 1419 Bolbricz, 1421 Bolberitz, 
1438 Bolbericz, 1746 Bolbritz — gu altfl. bol-, bolü, bolje grog, 
beffer ^., ogl. "^Dl. tfc^e(J. bolebor, bolebud, bolemir, boleslav, 
bolek etc., h% poln. bolestawice, tfc^ei^. bolebof etc., alfo „bie 
Seute be§ Bolebor^", f. ©inl I. c. 
glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. 33b. 39 unb 40: Sazonki (roo^l ju 
sazy 9?u§), Leöawske klirosty (Söfd^auer ©efträuc^), na Wodniku 
(auf beut 2Bafferbe|älter, Söaff ergraben), Haj (§ain), Klony (bie 
5I^orne), Wolsiiiki (bie fleinen ©rlen), Dzeto^ca (bie glai^öftüdfe), 
Kosniac (ber ä^ttige, 2öalbteufel 2c.), Truhi (bie ©räben), Brezynka 
(baö 33ir!enti)älb($en), Eadworny (ber S^tabiborfc^e 2I(fer, St^alb 2C.), 
Za jedz (hinter bem (Sffen), Hajki (bie fleinen §aine), na Simanach 
(auf ben (Simonen), na Stolpikach (auf ben §almen), Na Kaloncy 
(auf bem ^rautfelbe), Kapalcy (baö 3}tol!enraaffer), Haty (bie Steic^e), 
Lesowki (bie Söfdjauer 2Biefen), Na dotach (auf ben ^^älern), 
Mocidla (bie ©ümpfe), Sycizny (bie Sinfen), pod Wiwalcu (unter 
ber SSiioalga), Paria (bie ^erle), Wosycki (bie üeinen 33ie{)ge^ege), 
Winica (ber SBeinberg), Wolsina (ber ©rlenbufdfi), öeski (für cezki 
(bie Duerpljer), Duborka (§u allfl. dc\brü, of. *dubr, jegt dub @i(^e 
31., ügL D^. nfl. dobrje, froat. dubrova, !(r. dubrnöv, dubrsce, 
poln. demborzyn etc.), na Skalkach (auf ben fleinen ^Jelfen), na 
Breznach (auf ben ^ir!enftü(fen), Hatki (bie fleinen STeii^e), 
Khrösty (^lur. bie ©träu(^er, baö 9^eifig), Husitiska hora „ber 
§uffitenberg". 

b. bur(^ ben (iJemeinbe=^35orftanb (§u 33olbri| unb ^öberfig): 
§uftttenberg, ^ulenöberge. 

Söfc^au (51. ^.), of. Lesawa, 1746 Leschau, 1772 Lessau, Lescliau — 
ju altfl. leha %lää)e, nfl. leha 3l(ferabtl)eilung, ferb. lijeba SBeet, tf{^e($. 
licba, poln. lecba, of. iecha, leska ©attenbeet 21, ber D^. ift ge^ 
bilbet wie poln. Warszawa üon altfl. vrühü (2ln^öl)e, ©ipfel; bie Sage 
Sö.'ö foÜ bafür fpred^en); eö t)erl)ält fi(^ vrühü : varsava = leha 
: lesava, alfo ,M^ in ^^ete eingetfteilte ©artenlanb'', f. ©inl. II. 1. d. 
glurnameu a. auö öas. Mac. S. 33b. 40: Sazonki (n)ol)l gu of. sazy 
dtni), Lesawske khrösty (ß5f(^auer ©efträudj), Hatwisca (^eid^ftücfe), 
Jezor (©ee), Precnik (Ouergraben). 

b. burd^ ben ©emeinbe^^orftanb: 2Böfi)tf(^fa (of.. wosa, ®em. 
wosyca, wosycka @§pe, Zitterpappel), §atti (haty %e\ä)t), ^a\ty 
(hajki bie §aine), ©tara SBerba (of. stara wjefba alter äßeiben^ 
bäum), ^löni (klony bie 2ll)orne), £aba (lada bie £el)ben), ^ara- 
lejno (of. pollejno |)alb^ufe), ^arla, ^erla (gelb unb ^ieögr übe, 
parla bie $erle), ^apalji (of. kapalcy 'oa^ ^Jlolfentoaffer), $o ^elno* 



280 ^'c ffaoi[c()cn Ort?i= unb ^hirnainen ber Obcrlauft^. 

tjunjoroa (po Delnelio Hunjowa bei S^ieberii^na), ^roßti (khiösti 
baö (Sefträui^), dio^at]ä)ic (Rohacec Sf^o^atfd^'S 2öiefe), ©dölunjuge^ 
D^inna (Sliiicikec ryiia ©d)ltn§igö 9?iune), Sa^onft) (sazonky bie 
9^u6ftellen), 3^<^^^"«^^^ ^ter! (cemjowy kerk ber ^ornbiifd^), 
Sefd)an)!t)(S©iefen,le§awskiSöf($auer2ötefen), 3f4orna3fd^frempa 
(? ^ebeutung), SJ^^ 6tubnoiü (Pola tfoch studiijow beim ®rei^ 
brunnen)/ $o SBebiiüa (po w6trnika auf ber Mnbmü^Ie), ^Dubinfi; 
(dubinki bie !(einen ©id^büfd^e). 

gattttOttJi^ (21. 33.), of. Jauecy, 16. 3^. Jannowitz, 1746 Janowiz — 

gu altfl. ivanü Qo^ann, poln. jan ^., rgl. D31. tfd^ec^. jaiiovice, 

janovec; alfo „bie Seilte beö Jan", f. @in(. I. c. 

glurnamen a. auö öas. Mac. S. S8b. 40: Na wödiiikii (auf bem 

SBafferbebälter, ©raben), Mjecki (bie a}Julbe), Hola (bie ^ötte, §e[le). 

b. bur(^ beu ©enieinbe^^orftaub f. bei Solbri^. 

CbersUlfttta (21. ^.), of. Hoini Hunjow, Horny Wuiijow, 1359 Unaw, 
1746 Ober Uiia — gu altft. unü, unej beffer $., vqI '^% t]6)e6). 
unislav, polu. unieniysl, D% tfd^ec^. unöjovice, poln. unowice; aljo 
Drt be§ Uli-, Unej, f. ©inl. I. c. 
glurnameu a. au§ Gas. Mac. S. 33b. 40: Pollejna (bie galb^ufen), 
Haj (ber ^aaQ), Khi6>ty (bie Sträud^er), Klony (bie ^ll^orue), Pai-la 
(Serg, bie ^erle), Wosycki (bie ffeinen 33ie(}ge^ege), Kapalcy (ba§ 
SJlolfeuroaffer), Haty (bie S^eid^e). 

b. bur($ ben ©emeinbe* 33 orftaub f. bei 33olbri|. 

9licbcrsUljtta (21. 33.). of. Delni Hunjow, Delny Wunjow, 1359 Unaw, 
1746 Nid. Una — ©rftäruug f. ^hen bei Dber-U^na. 
gluruameu 'a. au^ Öas. Mac S. 33b. 40: Dzetosca (bie glad)sftüde), 
Wölsinka (ba§ @rlengebüf(^), Kiirosty (bie 8träud)er), Winica (ber 
2ßeinber9),'Klony|'(bie 2l^orue), Hajki (bie fteineu §aiue), Lesawki 
(bie Söfdjauer Sßiefeu), Cezki (bie Ouerljbljer), Podwosty = Pod 
wostami (bie (Binde unter beu ©iftelu), Nemc (J^lb, toörtUc^: „ber 
©eutfd^e*'), Liski (bie güd)fe). 

b. burd^ beu @emeiube*33orftaub: im @rli(^t, hn ©d^mod^tig, 
in ®fd)r)n)orfdjtfd^a (f. a. dzeiosca), bie ^ottooftt) (f. a.), bie 
Söfd^aufe (f. a. lesawki), {)inter SBiefeu, auf beu ^eutfd^eu, ber %uä)^, 
bie ^teid^raiefeu, bie ßroft^ (f. a.), Ijinter Öuarreu (33ebeutuug?), hü 
Söfd^au, bie §ai!eu (f. a. hajki), bie ßlou (f. a. klony), ber Si^eiu^ 
berg. 

3^(oafd6üi (21. 33.), of. Btohasecy, Blowasecy, 1473 Blowaschitz, 1746 
Bloaschütz — gu altfl. bljuvati, tfi^ed;. blvati fpeieu, fic^ erbred^eu, 
of. blec, bJwac, bhiwac, bluwowac ^., ogl. D% 33lou)a| in )DUdL, 
1296 Bluadze, 1325 Blowace etc.; alfo = blovasovici „bie Seute 
beä Blowas" (©peier), f. @iul. I. c. 
gluruameu a. ax\^ öas. Mac. S. 33b. 40: Trulii (bie ©räbeu), Kruw- 
jace kerki (bie ^ul)büfd^e), Brezynka (ber fleiue 33ir!eubufd^), Pola 
studnicki (beim 33rümileiu), Radworny (ba§ 9ftabiborfd)e), Kurec liory 
(Äul)r'g 33erge), Wöl§ina (baö erlenljolj), Huste k-fki (bid^te ^üfc^e). 



i^tc flaoif{f)en öxt6'- unb Flurnamen bcr DbcrIaufitJ. 281 

Kosmac ber So^^iö^/ '^^^ SBalbteufel), Luka pfi forbarku (äßiefe 
beim 33orn)erf). 
b. burd) beu @emeinbe*3]orftaiib fel)len. 
9leus^(oaf(Jjit^ (511 ^[oafc()ü6), of. Nowe Btohasecy etc., feE)lt no(^ 1746. 
^ä)moä)t\^ (51. S), of. Smochcicy, 1500 Scbmochtitz, 1746 Derbriidt 
Scbmocbliz — §u altft. moch-, sümcch-, »gl. of. za-mochlac üer- 
rcirren, $. „bie Seute be§ Smocbta", f. @inl I. c. 
ghirnamen a. au§ öas. Mac. S. 33b. 40: Duborka (f. S3olbri|, ghirn. a.), 
Öezki (bie Ouerliöl^er), Na skalkacb (auf ben ©teineu), Zajedz 
({)inter bem ©ffen), Hajki (bie fleinen §aine). Na Leäawkach (auf 
ben Söfd&auer SBiefen), Slöncny templ „©onnentempel". 

b. burd) beu @emeinbe=33orftanb: auf beu Sefd)au!eu (f. a.), iu 
beu ßf'^i^Wcf^^t (f- ^' cezki), iu bem ©onueutempel), ber Bä)xed^ 
teic^, bie ^lälberraiefe, bie ^uubung, ba§ 3öaffert!)or, ber $arl ber 
^lüljlteid^, auf beu (Blauten (of. skatki bie ©teine, f. a.), ber ^orf* 
tei(^, iu ber ®ubor!a (f. a), baä Sergögeraeube, iu beu §aideu (f. a.). 
Ic^ti^ .(21. 33.), of. Cechorecy, vulgo Dzecliorecy, 1407 Techerwitz, 
fpäter Tedieritz, 1746 Tecbritz — gu altfl. teha 2:roft ^., vqL 
^9^ ferb. tebomil, teliorad, polu. ciecbostaw, ciecban, D^. tf(^e($. 
techoDin etc. „bie Seute beö Techor'', ä()nli(^ gebilbet roie Tuchof", 
Kosof etc., f. @iul. I. c. 
gluruameu burd^ beu ©emeiube^^Sorftaub: ©trouje (ob gu of. strona 
Seite, ©egeub?), Se!)mteid), Duettteid), ^ieferbufd), an ^irf d^aHee, am 
©rofefeitfd^ner SBege, f)iuter ber ©trage, bei @rubf4"6/ <^"t SBeiuberge, 
^oberfd^auer SBiefe, 3Dlül)Imefe. 

15. ^fp. ©a uff ig; bal^iu fiub eiugepfarrt: 
^auffiö (21. a), of. Huska, 1245 Guzicb, Giisc, 1249 Guzk, 1267 
Giizko, guerft 1401 Gausk, 1411 Gusk, XV. 3^). Gawsk, Gawssigk, 
1746 Gaußig — gu altft. gc^sl, ufl. goska, tf(|e($. Ims, of. hus, uf. 
gus, ^. u. 21., t)gl. D9^. tf d)ed). hus, husa, houska etc., alfo „©änöleiu, 
^leiu==Hus(a), ^(eiu^öänfeborf" 2C. ^emiu. gu einem D% Hus, Husa, 
f. ©int. II. 2. g. 
gluruamen a. an^ öas. Mac. S. S3b. 40: Sleborna hora (©ilberberg), 
Pastwisca (bie §ntung, SBeibe), W dubinach (in beu ©ii^tüälbern). 
Kr izöwany puc (ber llreu^roeg), Hozarjec tymjesca „§afer§ Örüd^erig" 
(tymjeäco S3ru(^, Sumpf), Hrabicki (bie fleinen SBeifebui^enbüfd^e), 
Konjacy hat (ber ^f erbeteid)) , Beta khezka (ba§ rceige §au§), 
Ksibjenca (ber ©algen). Na Wicazec horje^= „9?aubfd)lo6" (auf 
Seljumannä ^erge), Winica (ber äBeiuberg), Sleborna hrabka (bie 
Silberbuc^e), Rozk^zahrody (ber S^Pf^^ ^^^ gelbgarteuö), Wulka luka 
(bie große SBiefe)," Wödnik (ber Sßaffergraben, 3Bafferbel)älter), Na 
wuzkirajpucu „Äird^enfteg" (auf bem engen SBege), C'yrkwina luka 
(bie £ird)U)iefe), Mtynska tuka (bie 3}Zül)ln)iefe), Jezor „bie 3fer" (ber 
See), Holcanski hat (ber ©ölender %exä)), Siichi hat (ber trodeue 
Slei(^), Cyrkwiuy hat (ber ^irc^teid^), Mtynski hat (ber ^ül)lentei(^), 
Hlinowe jamy (bie Sel)mgruben), Wjazouski puc (ber SBefeuiger 2Beg), 



282 ®ic flaoifd^cn Drtä* unb ^^-lurnamen ber Oberlauft^. 

Stara cyhelcina (alte Siegelet), Nowcanska bora (9^auöli|er ^erg), 
Hopec khöjny (§oppe§ liefern), Rycblica (Sieben bäc£)lein beä ©diroarj* 
raafferS, öomica; ßyclilica ber 6d)nellbac3^, §u altft ruh-, ryli-, 
rusiti gerftören, poln. luch Seraegung; tfc^ed^. rychly fc^neU, of. rychly 
fdfinett 21., ryclilica), Dariiiski hat (^a^rener Xn6)\ Wokurka (Se^ 
beutung?), Burski hat (^auernteid)), Holcanska skala (©olenjer 
(Stein), Wowcernja (Sd^äferei), Pola peskowej jamy (bei ber ©anb- 
grübe), Polski kucik (gelbrainfel, anä) potnifdjer Söinfel). 

b. huxä) ben ©emeinbe*33orftanb (gu ©auffig unb ^lein^ 
©auffig): diiä)li^ (33runnen unb ©arten, f. a.)/ 3i^9ß"^orf, ^ei^ 
borf, Sßaffernotl), £äben (of. lado Seljbe), auf ben .<por!en (of. hoiki 
§ügel), S^iabit fc^fe (of. hrabick SBetPud^enroälbdien), ^\zx (f. a.), 
©eitfi^ner §ax; (of. baj |)aag), Xorf graben, ^Jeuürd^bof, SBeinberg, 
^iefelberg, Silberberg, ©ilberraiefe, groge SBiefe, am ^l)iergarten, am 
©teinbrud^, am ^Bauerntddj, ®arenfd)er ^eid), Sdjäfereibufd^, an ber 
<S(^äferei, am (Si(Jbuf(^, 53röjanger ^eid). 

mcittgattfftö (2l- ^.), of. Mala Huska, f. ©auffig. 
glurnamen f. bei ©auffig. 

SStöfang (21. S.), of. Brezynka, 1746 Brisancke — ju altfl. breza, of. 
bröza S3ir!e 21., rgl. D5R. ruf), berezjanka, berezinki, poln. brzezinka, 
brzezanka, bie of. 33e§eid^nung ift SDemin. ju brezyna ^irfenbufd), 
f. ßinl, II. 2. e., bie beutfd^e ^emin. §u brezaiiy (ttma brözanki) 
„bie 33ir!enleute", f.^®inl. IL 2. i. 
glurnamen a. auQ Gas. Mac. S. Sb. 40: Huscanski (@auffiger 
Steid)), Hrozny puc (ber garftige 2Beg), Butfanka (Suttermilc^berg), 
Rockowa bora (9?otlj!eld)enberg). 
b. bur$ hen @emeinbe^33orftanb fel)len. 

2)tattfd)iEoHJi^ (21. 33.), of. Druzkecy; $rof. ^notl)e besiel)t hierauf 1071 
Dragobudowice in burcwardo Godiwo (?), 1354 Druscbkevvicz, 
1746 Drauschwitz — bie erfle urhmbli^e gorm geljört ^u altfl. 
dragü, tljeuer, lieb ^., Dgl. ^^Jl. tfd)ed). drahobud, drahoslav, ferb. 
drag, tfdied^. draz etc., D^. t)gl. tfd)e($. drahobudice, ruf), dorogobuz 
„bie Seute beö Dragobud", f. (ginl. I. c; bie weiteren formen, aud^ 
bie of. geboren §u altfl. drugü-, of. drub ©enoffe, ©efetl ^., t)gl. D% 
t\ä)eä). druzkovice, fro. druzkowec etc. alfo „Seute be§ Druzek^, 
f. einl. I. c. ^ 

glurnamen a. axi§> Gas. Mac. S. 33b. 40: Klobuck (ber ^ut), Pod 
wincu (unter bem SBeinberge), Heia (bie .gelle, §ölle), Butranki (bie 
S3uttermild^ftüde, für butranki), Pri serjenjacej khezcy (beim ©e- 
fpenfterl)äu§d)en), Pola styrjocb lipkow (bei ben mt fiinben), Pola 
lipkow (bei ben Sinben), Korbaty (roo^l of. korbjaly bie ^artoffel^ 
förbe), Pola kuzota (beim ©trubel, Tln^wei)x), Hlinowe jamy (Sebm* 
gruben). Sin drbisl (8d^inberbüfd)el), Pjeckec zabroda (^;petf(^!e§ gelb^ 
garten), Lada (bie Sel)ben), Öorny hatk (ber fd^raar^e 5teid^), Mtynska 
luka (^ül)ln)iefe). 

b. burd^ ,ben @emeinbe=3Sorftanb: unterm Seinberg, ^^^tung, 
©d^inberbüfd^el, Buttermilch- 



^tc [(noifd)en Drtö; itnb fyhirnamcn bcr Dbcrlnufiö. 283' 



^ftölctts (1. 33.), of. Holca, XVI. 3^. Golicz, fo 1576 Golicz, 1746 
Golentz — 511 cttfl. golü mdt, of. hola §aibe 21., t)g(. D9^. nf(. 
gotice, ferb. golici, tf(|e($. holice, liolic, of. holica, holca ^aibe- 
getjenb, f. ©inl IL 2. f. ®ie jelige beittf(f)e Senemuing fi^eint ur= 
fprüngli(^ ireiibifc^er ©pigname §u fein, of. holenc, ho'.enc naätex 
armer SBic^t, aii§ ^ben urfiinblii^en gormen Ijai fie feine Berechtigung. 

glurnamen a. au§ Gas. Mac. S. Bb. 40: Rapacica (ber 9?aBenl)üge(), 

Pastvvisca (bie ^mtiingen), Mokfina (bie naffe ©teile), Scenca „bie 

3fer" (of. ber gu§ beä §üge[§, ®euiin. ^lur. §u of. scehno), Haki = 

w Hakach (raol)! = hajki in ben ^aagen), Buchanc ber „33ufan§" 

(ein 33runnen, gu of. buciiac podjen, ftopfen, biichac Klopfer, ^olterer, 

buchank;- ©eflopfe, ©peftafel, Särm, buchanc „bidbaudiiger 3)lenf(^, 

lüie ein gefüllter SBoHfacf, Strunf; breitfelgiger unbefc^tagener SBagen"). 

b. burd^ ben ©emeinbe = 3]orftanb: bie Sfer (^^alb, f. a., of. 

jezoi- ©ee), bie 9^^ a b a t f d) i 1 (f a.), am ©teinbru(^, bie .gutung, ^ief ernbuf ($. 

Eatfd&UJife (21. 33.), of. Kocica, 1241 Kosscicz, 1746 Katschwitz — §u 

altfl. kotü, tf(ie(^. poln. nfl kot ^ater 31. u. ^, of. kocica „J^a|en= 

ort"; ber DDL fönnte au(^ uon einem ^3^. fommen, roenigftens nac^ 

ben ur!unblidöen formen = kocice „bie 9^ac^!ommen beö Kot (^a|e, 

^ater)", f. @inl. L c, IL 2. f. 

giurnamen a.' auö Gas. Mac. S. S3b. 40: Zahroda (gelbgarten). Na 
ladach (auf ben Sel^ben), Pola diiizcanskeho mtyna (bei ber ©raufd^- 
foiüi^er Ü}?ül)le), Pola Huski (bei ©aufeig), Pola duba (bei ber ©ic^e), 
Pola moscika (beim 8tege), Kocanski haj (^a|f($n)i|er ^aag), Pfi 
wowcernjach (im ben Schäfereien), 
b. bur^ ben ©emeinbe^^orftanb felilen. 
9{cufatf(^totl) of. Nowa Kocica (§u ^atfd)n)i^ f. b.). 
9JlcbcU)iü (2L 33.), of. Mjedzojez, aud^ Mjedzojz, Mjedzowz, Mjedzvvez, 
1746 Medevvitz — §u altfl, medvedl, nfl. medved, tf($e<$. medved, 
poln. uiedzwiedz, of. mjedwjedz 33är (raörtlic^ „§onigeffer") 21. u. ^., 
t)gl. D9L ferb. medvedje, !lr. medveza, poln. niedzwiedz; bie of. 
gorm nijedzwez ift 2lbj. auf bie ©nbung jü, welche ben legten i!on* 
fonanten erraeic^t, alfo „ber Bärenort", f. ©inl. IL 1. a. 

glurnamen a. auö Gas. Mac. S. 33b. 40: Pastwisca (§utungen), 
Zabjacy hatk (grofd^teid)), Sibjeiicna hoi a (@algenberg), Sibjeiicny hat 
(©algenteid)), DoJlii hat (langer ^eic^), Wrjosowe hory (§aibefraut= 
berge), Pola Tunicha, Pola Hegi (beim ^unid^, beim |)ege, nadb 
Seuten, rceldie fi($ bort baö Seben nal)men), Na Burjecach (auf 33uröj, 
Loreucec hatki (Soren;^' ^ei(^e), Pia ztamanej hrjebje (beim Brud^- 
graben), Na ladach (auf ben Sel^ben), W Trjebjenach (in ben 9^obe= 
ftellen), W liscich jamach (in ben gud^ögruben), Marijny hatk 
ODiarienteid)), Zeleny dol (grüneä %^al), Kiuwjacy puc (Hul)ireg), 
Mlynski pucik (5D(ülIerö ^eglein), Podewsu (unter bem ®orfe), 
Wuhon (bie treibe), Bejeijec iuze (33eier§ ©ümpfe), Paprus (of. a\i6) 
paprös ba§ garnfraut), Hadlerje (bie gifd)l)älter), Babiiia (baö 
©ro^mntterfelb ac), Rölnik (ber 2lderäm,ann; aud) bie 2Baffermün§e 
mentha aquatica). 



284 ^ie [laotfd^en Drtä= unb Flurnamen ber DBerlauftfe. 



1 



b. burd^ beu ©emeinbe^^ßorftanb (ju ^eberai^ unb S3ir!enrobc) : 
ber ©afgenberg, ber ©a(9entet(5, ber lange Xeic^, bie Soren^teii^e, bog 
©rüne ^()al, ber ^obenauf a^ (!), bie ©üter, bie ^orfroiefen, hti §äge 
(f. a.), ber grofd^tei(^, bie Seljmgruben. 

^ttfci^ermül^le (21. S.)/ of- Pözefski mtyn, 1746 Buscher Mühl — n)o!)t 
nic^t nad^ einem ^9^., [onbern gu altfL pozarü Sranb, nfl. pozar 
2Balb6ranb 21., vqL D9^. fro. pozar, ferb. pozarno etc., alfo „^ranb* 
mü^te", f. etnl. II 2. e. 2öenn ^u e. ^31, f)ei6t ber Ort „Pözer's 
(b. E). Sranbö) 9}iüE)le". 
glurnamen fehlen. 

2)ic()mett (21. S.), of. Demjany, 1241 Dymin, 1601 Diemen, 1746 
Thiemen — entraeber gu altfl dim- ^., t)gl. ^91 ferb. dimo, fem. 
dima, dimko, bulg. dimana, alfo „Drt be§ (ber) Dima" f. ©in(. I. g.; 
ober SU altfl. dymü, of. dym mand) 2C. „D^iauc^ort", f. ©inl. II. 1. d. 
®ie of. gorm ift jung unb fijtoer er!(ärbar. 
glurnamen a. au§ Öas. Mac. S. 33b 40: Jezoiy (bie ©een), Strönje 
(33ebeutung?), Cylielniöa (giegetei), Koöanski haj (ber ^atf($n)i^er 
§aag), Hacenja (bie ©ämme). 

b. burd)ben@emetnbe=5>orftanb: Dber^3Siebig, 5fJieber=33iebig, beim 
grangofen, ©ideläberg, gud^öberg, ©cpaftränfe, |)0^enleite, ^runigt 
(! SBiefe unb D^ieberraalb). 

^leubieljmeu mit ^oftfd^enfe, of. Nowe Demjany z Postowej Koremu, 
(entere meifenifd). 

SSeifenaufeU^ (21. ^.), of. Bete Noslicy, 1352 Nussedlitz, 1383 Nossytlitz, 
1488 Nussedlitz, 1495 Nawßelwitz, 1746 Weis Nauslitz — gu 
altft. seliste, tfd^ed^. sedliste, of. sydlisco anftatt sedlisco 2Bol)nort, 
Senkung 21, t)g(. 03^1. nfl. selisce, tfd^ed). sedlisko, sedlis-te, nf. 
sedlisco S^^l^i^; ober ju altfl. selo 2lder, sedlo (Bau, ©ig, nf. sedlo 
©ig 21., rgl. D5R tfcbed^. sedlice, novosedly, rerfürje nuzdly, nove 
sidlo 9^eunebelT2C. ^er of. D9L ift alfo entmeber nove sedlisöo 
„neuer Söol^nort", f. (Sinl. II. 2. e., ober nove sedlicy t)er!ür§t, 
ä^nli(^ tüie berjoben angeführte tfct)e(^.'3D9^., in noslicy „bie neuen 
2lnfiebelungen", f. (ginl. IL 2. f., ober enbli($ novosedllci „bie Se* 
Tüoijuer ber neuen ©iebelung". 
glu'rnamen a. au§ Gas. Mac. S. 33b. '40: Pfi Hnascauskej^mjezy 
(bei ber @nafd)n)iger ©ren^e), Pola Demjanskelio mlyna {hzi ber 
^ieljmener ^lül)le). Na peskacli (auf ben ©anbftrii^en), Pfi drozy 
(beim SBege), Pola Nowych Druzkec (bei 9f^eu=2)raufd)!on)ig), Pola 
Huscanskej reki (beim ©auffiger gluffe),'Pola'^'Kocanskeho puca 
(beim ^atfdjraiger SBege), Na kfiznym pucu (auf bem ^reujioege), 
Pola lipy (bei ber £inbe), Pastwisca (SBeibelanb), Pola Hnnscans- 
keho lesa (beim ©nafd^raiger 2Balb), W skale (im ©tein), W Zodomje 
(in ©obom). Na ladacli (auf ben Serben), Pod lioru (unter bem 
SBerge), Na jBudaijec (auf S3uberö, ^übnerö), Pola lipoweho'^kefka 
(beim Sinbenbufd^e), W liajkach (in ben Rainen). ^ ^ 

b. burd^ ben ©emeinbe^^orftanb: ber^©oba|m"(f.''a.), bie'Saben 
(f. a.), Suberf(^e§ (f. a.). bie §ai!e (f. a.). 



2)ie [laoifd^en Drtö' unb {^^«^^""W^en bcr Obcrlnufi^. 285 

3?irfcrobe (21. «.). of. Brözysco ober Byrkerod, 1746 fel)lt, 1772 fe^ilt 
— ber of-lS^^anie, gu altfl. breza. of. bi eza S3irfc 21 , bebeutet ,,Sir!en* 
ort", f. ©inl. 11. 2. h. 
glurnamen a. qii§ Öas. Mac. S. ^b. 40: Ksibjencny 'bat (©algen* 
teid)), Cef wjenoiioslowska bora (^^otl^naufeU^er Serg), Wutolcanska 
liora (SBeibüger 33erg), Kiijezniska^boia „3unßfernftein"/.Klostyrska 
bora „^(ofterberg", Tuniicanska bora (^f)umi^er ^er9),^Tfi stopy 
na jeiiyni kainjenjii ,,bie brei ©tü^le" (raörtli(j: „bie brei gufeflapfeu 
auf ©inem (Steine"), 
b. bur^ ben ©emeinbe-^orftanb (f. bei 3)?ebeit)i|). 

16. 2(u§ bem ^fp. i^rofttüi^ f^eiuen §um 3Sei^bi(be ^ubiffin gehört 

^u Ijaben: 

'^Jßamt (21 S), of. Pozdecy „urfunbli* Postetz", 1746 Pasditz — ju 
altfl. pozdü fpät, pozde fpät $ , t)gl. ^9^. tfd^ec^. pozdimir, pezdej, 
pozdeii, Ddl. tf(^ed^ pozden, pozdesin etc „bie fieute beö Pozd", 
f. einl. I. c. 
glurnamen bur(^ ben ©emeinbe^^orftanb:' S^^^o^V^ (of-/^abouy bie 
©eroenbe), bei 2lutfd}forai6, bie ©ap uc^ifom (of. za pucikom l^inter 
bem fleinen SBege), bei Sibon, bei 3f<$^i^iii|' ©araonjÜ (of. zaboncki 
bie fleinen ©eroenbe), X)ott)!ad)4'(w dolkacb in ben %i)älä)e\\\ bie 
^rubi (trubi bie ©räben), bie SBumenÜ (entiDeber of. wiimjeiiki 
2(u§gebinge, ober bumjeiiki ©i^eunenftüde), bie 3ef(^fege (of. Jeskec 
3ef(^!eö gelb). 

Sftä^rtrni^ (geljört gu ^a§bi^), of. Cornecy, 1746 Zernitz"— §u altfl. 
crüiiii fc^roarj ^, ügl. ^91 ferb.^crnomir, tfc^e($. crna etc., D9^. 
\\6)t6). cernovici, cerniii etc., alfo „hk fieute beä Gorn, öorna", 
f. (ginl. I. c. 
glurnamen a. aus öas. Mac. S. Sb. 40: Njewjesole (§u~altfl. veselü, 
^$. u. 21., l)eiter frol), rgl. ^'^. \\ä)eä). vesel, D% poln. weselowo, 
wesola etc., alfo bie unfroljen ©tetten), Haty (bie ^eid^e), Jezor 
(ber See). 

b. burc^ ben @emeinbe*3^orftanb: bie^ ^eid&raiefen, ©abrotou 
(of. za dröbii hinter bem SBege), bei ber ©tange, hei ^agbig, bei 
©raetcjatfa (pola swjecatka (beim' §eiligenbilb), am.gif(^n)ege, ^^^a 
bora Jim (na dolhim auf bem fangen), beim ^ei(Je, ^leraeforao 
(f. a. iijewjesoto), auf bem S3erge, am ©torc^aer ©tege/JRalabad^ 
(na ladacb auf ben öeljben), Safaroanj (raol^l of. zakatoiica ©tüd 
l)inter bem ^rautfelbe), marao SBofi^fa (raol)l mala wosyöka fleine 
Sitterpappel, (Söpe), unterm Söege, SBincgfa (of. winicka fteiner 
2ßeinberg), ©raabin a (of. slabina ^Dünnung), 9JJro!a (mroka ©renge), 
SBorejci (of. woi-jecb ^u^, ^Dem. worjesk), §ai! (hajk fleiner §ain), 
bei ©tord;a, ©d)iro!e (of. seroke ba§ breite gelb), beim ^reuje, ^lien 
(of. klin 5leil), 2{u§gebingefelb, ^fi^eberafu' (pfedewsu t)or bem 
®orfe), bei ©olfd^raig, ®ora!a(^ (w dotkacb in ben X\)ai<S)en). 

etorifta (2L 33.), of. Bacon „in alten Urfunben Baten", 1746 Storcbe — 
bie of. gorm geljört §u altfl. *botljanü, poln. bocian, of. bacon ©tord^ 



286 ^te [fQoi[cf)cn Ditö= imb g-Iumnn-.cu bcr Oberlaufiß. 

^. u. 21., ügl. $5R. batön, bacoii, bacoiik; bie ?5onn ift jenerteS ^Ibj., 
alfo „Ort beä Bacon" i<Biox6)\ ober .,©tord)ort", f. @inl. I. li., II. 1. a. 
glurnamen burd^ beii ®emeinbe-3Sorftanb: 9Jh*o!a (mroka ©renje), 
^geraorfditfd^a (dzetosca glac^^ftüdfe), 33rob!oit)ad) (^v brodkowach 
in ben gurtljftüden), Jlameujad) (ua kanijenjacli auf ben ©teinen), 
^ona(^ (ob of. w blonach auf ben 9kfeuftücfen?), ©trona (of. woljt 
strona (Seite), ©stena (of. scina ba§ £(^i(frol)r), ^^^atretiam (^e^ 
beutung?), l)interm ^erg, ^onj (33ebeutung?), Sal)on (zabon ®e= 
raenbe), Qeforac^ (w jezorach in ben Seen). 

17. 9lug bem £fp. UI)^ft a. %. gel^örten gum SBeic^bilbe 33ubiffin 
folgenbe Drtf^aften: 

nftljft a. 2;» (21. 33.), of. HoMiy Wujezd, „in Ur!. Henichen opitz bey 
Taucher, in alten Urfunben Vgest, V^ezd", 1336 Vgez, 1746 Uhyst 
am Taucher Wald — ^u altft. njazdü, poln. ujazd, of. wujezd 
Umgeliung ober Umreitung eineö gelbeö alö Sefigergreifung 21., D9^. 
tf(i)ec^. oujezd etc.. „alfo Umritt, Umgang 2C., f. ©inl. II. 2. e. 
glurnamen a. am Öas. Mac. S. Sb. 39 unb 40: Wösliiik (fleiner 
®fel, rgl. 091. of. wöslink Dfeling ic), Jezor (ber ©ee), Tuchor 
„STaud^erroalb" (f. Saugen, glurn. a.). 

b. burc^ ben ©emeinbe=^orftanb: ber 2®ol)fling (f. a.), bie 
SBaf a (of. *laz 9?obelanb), bie minoa (2Biefen unb Salb, «ebeutung? 
mo^t of mlynowa 3}Iüt)lfelb), bie Silo (of. bely, a, o tüeife), am 
3iebli|er SBege, hti ^leinl)änd)en, bie .^atf(^ü^e (gelb unb SSiefe, 
mo^l eingegangener Ort, §u altfl. kotü, of. kot ^a^e, ügl D^. kocica 
glurn. ebenfo „i^a^enort", ügl. D91 of kccici ^atfi^rai^), beim 
^aud^er, bei ^afdjenborf. 

^afrfjenbotf (21. 33.), of. Ledzbofcy, 15.3^. Taschindorf, 1746 Taschen- 
dojff — gu altfl. l^dvl, tff^e^. ledvi, of. ledzba Sanbe, ^ücfen $, 
t)gl. of. ^9fi. ledzbor „©tarflenbig", alfo „bie Seute beö Ledzbor", 
f. @inl. I. c. 
glurnamen burdö ben ©emeinbe^33orftanb: 2öolfd)ina (of. wolsina 
©rlenbufd^), SBoöling (f. eben Uljpft glurn. a.), ©d;än!ön)in!el, 3]ogel= 
gefang, SBeinberg. 

^tofepiidjen (21. 33.), of. Wulki Wosyk, 1455 Heynicheu, 1746 Gr. 
Hayuicheu — ju altfl. *froat. osekü 33iel)l)ag 21., t)gl. 0% nfl. 
osek, tf(^ed^. osek, poln. osiek, of. wo^yk alfo „33iet)l)aag", f. ©inl. 
IL 2. e. (^in Xijtil von ®ro^l)änd)en war meifenifd^. 
glurnamen a. auö Gas. Mac. S. 33b 39 unb 40: Praskow (^Dorf= 
tl)eil = praskov @ut beö Prask, f. ^refefe, ^fp. ©bba), Bolbofcy 
(Kralec kublo „bie 91a(^!ommen beä Bolebor", f. 33olbri|, .^fp. 
33au^en, ^ralö ®ut), na Sycinkach (in ben fleinen 33infenfträu(5ern), 
Hjodzisko (bie Sdjanje), Dzelosca (bie glad)Sftücfen). na Hörkach 
(auf ben 33ergen), w Kfiznikach (in ben toujiüegen), Nowiiia (5ieu= 
lanb), Du})inki (bie fleinen (Sic^ljölger), Jeleny Dot (baö grüne 2^l}al), 
na Dotkach (auf ben ^Ijäld^en), Pola Wujt^zda (hti Ul)t)ft), Pola 
Tuchoija (beim ^audfierwalb), Pola pres.idnickow (bei ben ^raut= 



2)ie flaöif(^cn Ortä' unb 5-liirnamcn ber Oberfaufi^. 287 

gärten), Pola wjef-bkow (hei beii 2Beibenfträu(^ern), Pola Panec 
(bei ^annerai^), Pola Dobranec (bei ©obrani^), Pola miyna (bei 
ber Tlnl)k), Kiidzotk (ber 3}hi{)(tümpel), Pola Njezdasec (bei 9^eba* 
fd)i^), W Kfizeiikach (in ben i^reuj wegen, f tüeiter oben), Pola 
peskowej janiy (bei ber tSanbgrube). 

h. burd) ben ©emeinbe^^orftanb: 9]atufa (gelb unb SBiefe, 
rao^t of. natykiiyc rorfc^ieben, baö ^orgef^obene?), ©ufc^ufa (). a. 
kudzotk), ©itfc|in!a (f a.), §aifa (of. liaj, hajk ^ain), dlati\d)la 
(f. a. lirodzisko), ©aliöfau (raoljl of. zaiesowy Bind Ijinter bem 
Söalbe), ^aüaä) (of. w hatkacli in ben STeii^en), Sabina (of, 
babina ba§ ^Utroeiberfelb), ^Ijopate §or!t) (ob of. klipate hörki 
bie ®refd)erberge?), ^ubinfa (f. a.), ©^itc^a (it)ol)l of. dzetosca 
glad^^ftüde, f. a), Jljifd^nifa (f. a), ^uttelban!, ©rüne ^T^al. 
^amieUJi^ (31. S.), of. Paiijecy, 1305 Tizzo de Panewicz, fpäter Panu- 
witz, Panwitz, 1746 Pannewitz — ^u altfl paiiü, of. pan §err 
^. u. 51., ügl. ^^. poln. pan, panek; D9I. tfdöe($. panice etc., alfo 
„Seute beö Pan", f. @inl. I. c. 
ghirnamen burd^ ben @emeinbe^33orftanb: bie Sorna (n)o!)l 511 of. 
bor göljre, tiefer), bie Znh an (gelb, it)ol)( gu altft. of. zupa ©egenb, 
Bewirf, a(tf(. zupaiiü, tfi^ec^. zupan S3e5ir!ö()err, 3lmtmann 51., ügl. 
ferb. D91 zupa, zui)awa, ziipanac etc.), ha^ 9leiilanb, bei Rappeln, 
am 2:aud)erioa(be (f. U(;t)ft a. X., §errf(^aft ^ameng), bie ©anb^ 
gruben, bie Sd)in)ofc^a (of. dzelosca gla(|§ftüde), beim 2)obrani|er 
^üf^el). 

18. ^fp. ^o^Ia mit folgenben Drtfd^aften: 

^ol)ia (51 S.), of. Palow, 1262 Palowe, 1542 Polaw, 1746 Pohla — 
gu altfL pal- ^. u. 51., Dgl. altfl. palezl ^ranb, ferb. paljika ^ranb^ 
ftätte im SBalbe, ^^. tfd^ed^. palek, palec, O'^Jl. froat. paljevina, 
ferb palez, paljani, tf($et^. palivo etc., alfo „Sranbort", ober „Ort 
be§ Pal", f. (Sinl. I. f., IL 1. d. 
glurnamen burd) ben ©emeinbe=!:ßorftanb: bie ©d)af treibe ober ^iebig, 
ber ^farrbufd^, ber 2Ball, ber ©todbrnnn, bie Sd)eibe, baö ^urfauer 
SBalbftüd, ber ^ol)taer 53erg, ba§ ^oljlaer ©rbgeric^t, bie ©autelle, ber 
g}Uil)lbuf(^. 

Sladjia (51. S.), of. Stacbow, 1281 Martinas de Stuchowe, 1430 Stochowe, 
1746 Stäche — ju altfl. sta- statt ftel)en $., rgl. '^% tf(^ed^. 
stanislav, stanis, stach, stas etc., ferner 03^1. tf(^e(|. stanov, ferb. 
stanisica, stachov etc., alfo Ort beö Stach, Stanislav, f. ©inl. L f. 
glurnameu a. au§ Gas. Mac. S. ^b. 40: Prosce (of. 5lbt)erb gu 
prosty „grabe an^''\ Pola Nowych Pocaplic (bei 9^eu^^otfc^apli^), 
Dotki (bie ^Ijäld^en), Lupnje (entweber gu altfl. *lupati, poln. Jupac 
fpalten, tupa Sd^eit |)olj ober gu altfl. hipiti, tfc^e^. loupati, poln. 
tnpic, of. tupac fd^älen, tfd^ed^. lup.en ^latt, poln. lupina §ülfe 51), 
Na jasnach (auf ben l)ellen Stellen), Wisonki (of. wiseüki bie 
2ßeid)fel!irf(^enbäume), Pola Wosyka (beim 33erl)au, altfl. *oseku, 
tfd)ed). osek etc., of. Wosyk ®ro6l)än(Jen), Na horje (auf bem 



288 ®ic f(Qmfd)cn Drtö' unb g-Iumanicn bcr Dberlnufi^. 

Serge), Pola Ledzborc (bei ^afd&enborf), Pola wetfnika (bei ber 
2Öinbmü{)le), Pola Palowa (bei ^o()(a), Na ßabinach (auf ben 3llt^ 
raeiberftüden), Woklonc (Sebeutung? ob gu altfl. klenü, of. klon 
5lE)orn, 51.?). 

l). burd) ben (i^emeinbe-^orftanb: bie ^oiufe (Sßiefen, of. dotki 
bie 3:()äl(^en), bie §or!e (of. liöika, ^lur. liörky §ügelj, bie 2ßt= 
fd^onfa (f. a.), am ^eid^el, bie ^abina (f. a), bie ©ababina (of. 
za babinach l)inter ben 2llten)eiberftüc!en), bie «Sripotfc^fa (gu of. 
sypac fd)ütten), bie ^ubina (of. dubina ^ic^iüalb), bie Qafene (f. a.), 
bie P.aupe (f. a. tiipnje SBiefen), ber SBoc^lonjf (Saubroalb, f. a. 
woklonc), in D^ic^terö ^^()ale, am ©teinraeg. 
^(i}önhvnnn (2t. S.)/ of- Snmborn (an^ bem beutfd^en SRamen entftellt), 
1746 £d§önbrunn; bie Drtfd^aft ift tt)ei(raeife meij3nif(^. 
glurnamen burc^ ben @emeinbe*33orftanb: bie 2BinbmüI)(e, Sc^eu^ 
mannsberg, ber ©anbberg, Xeid^sberg, ber SBafferlauf, ber (Srlid^t, ber 
^id)berg, greubenbergö ^erg, ber Simfon (gelb, ob beutf(^?), ba§ 
©tangenftüc!, ^eic^öberg, ^eid)S (Steinbrud^, ^eidbö' §a!e(, bie §ufe, 
ber ©d^ufterborn, ©eu^berg a\i6) bie roüfte SJJar! ^eubi^ genannt 
(barüber f. Öas. Mac. S. ^5b. 39, ©. 119: „9k^e,bei ©c^bnbrunn 
lag in alter geit ein ferb. ®örfd)en ST^eupi^, of. Tu[)icy", gu altfl. 
tc'\pü, nfl. top, tf^ed). tupy ftumpf, bumm $., alfo „Seute be§ Tupy, 
ber Tupa etc.", f. (ginl. I. c. ^aä) S^^xol §er) foll SDeubife refp. 
2:eupi^ urfunblic^ 1241 Tutizc, 1366 de Toyditz, 1368 von 
Theudicz, 1485 Tentitz lauten, unb fäme bann von altfl. t^t-, 
t^tlnü ed^all, ferb. tutauj ©d^att $., „Seute be§ Tut, Tuta" (?), f. 
@inl. I. c. 



IL 9?a(ljit(f)tett a\i§ ben Sauft^eii 



I. gttt^riit*ifdf^ ^n^tx^tn. 

Sippcrt, Dr. 9S., aScttmcr itnb ^ittcWbaä)cVf fohiic bic ^^iicbcrtaufil? 
im XIV. ^rt^töitttbctt ^in 33eitrag gur t)cutfd)crt dldd)^- unt) XciTitoi-laIgc[c^icf)te. 
S^rcöben, 2S. ^i^änfcl), 1894. XIV. 314 @. 8«. 

3^ie ^^orfcf)unn über btc (5jefd)icf)tc ber 3RieiDerIauftfe ]^at feit langem betnal^e brac^ 
gelogen. Seitdem t)er uerbienlc 22orbö unb (3d)el^ il^re 5lrbeiten über bie 3iteberlaufi^ 
fcbrieben, fint) allerbingö nod) bie unb ba llnlerfud)ungen erfd)ienen, fo t3on !Rcuntann 
unb ©afhiö, Sauffe; ©roffe, ^entfd), aber eö ftnb nur serftreute ©insclbeiten. 3?or' 
nel)nilidi fcl)lt cS an Itrfunbenfnntmlungen. 5Ran bat biö jeBt t)ergeben§ geljofft, 'Da^ 
bic 5{nfäi5e, raeldie in biefer S3e5icl^ung uon 9iiebel, ^^ille, 3TJüberftebt gentad)t finb, 
burd) einen jüngeren ©elcljrten p einem ^ublifationärüerf auf breit angelegter Cjrunb- 
läge füfjren iDürben. 5Iber eö fcbcint beinabe, baß "oa^ 2öerf fd)eitert. 5J?an merft an 
allebem, ^a^ eö an einer Bentralfteflc in bcr 5tieberlaufi^ feblt. 2öie feine Ütieber- 
Iaufii5ifcf)e 8tabt bic anerkannte ^^übrerrorie im Sanbe bat, fo feblte e§ and), menigftenä 
biö üor fur^em, an einem eigenen Crgane für nnffenfcbaftlid)e ®e)d)id)tSforf(bung. 3)ie 
feit 1822 erfdieincnbe gefd)id)tlicbe 3eitfd)rift ber Dberlaufi^ifd)en ©efeHfcbaft ber 3Siffen^ 
fdiaften in ©örlil^, baö 5J?eue Saufi^ifd)e SlRagajin, nabm unb nimmt smar aucb bereit- 
mifligft ^-orfd^ungen ber benadibarten nörblidien ^^roinnj auf, aber biefelben muffen 
naturgemäf^ gan^i unb gar t)or ben ber Cberlaufti3 ^urücffteben. @rft neuerbingS öffnen 
bic 5)iitteilungen ber ?iieberlaufil3er ©efeEfdiaft für ^Intbropologic unb ^^Utertumöfunbe, 
iDcIdie fonft nur praehistorica brad)ten, aud) gefd)id)tlicben ^Ibl^anblungen iFire Spalten. 
— ^rol^ biefer mcnigen unb febr gerftreuten ^Vorarbeiten ift nun in S"tppert§ ^l^ud) ein 
2ßer! crfdiienen, ba§ ^meifelöobne einen !IRarfftein in ber ©efd)id)töforfdntng ber ^iieber- 
läufig bilben mirb. ^^reilid), man merft eö beut 33ud)e an, ba^ eS faft obne frembe 
2>orarbeit unb obne Benufeung gebrudter Cuefien entftanben ift: affentbalben auf- 
gebäufte Unterfud)ungen, reid)lid)e .^^eranjiebung meitläufiger Oueflcnfteflen, genauefte 
S^arftellung ört(id)er unb öfter baö (^anh(^ faum berübrenber 3>erl)ältniffe, baju um? 
fänglid)e 5lnmerfungen. So ftar unb forreft aud) bie S)arftellung ift, fo fann man 
^a^ Sucb nid)t lefen, fonbcrn mu^ eä in aller Slul^e ftubiren. @i fommt allerbingö 
btUi^u, "üa^ bic 5>erbä(tmffe ber ?iicberlaufil5 in ber 3ett Don Einfang beö 14. ^abr- 
bunbeiiä biö 5U ber ßinoerlcibung in 33öbmen bödift ücripicfelt ftnb. y?id)t allein, t)a^ 
bic 5l{ad)barn oon 2Seft unb Cit, pon Süb unb ^'lorb mecbfelfeitig um ^m 53ef{l3 ber 
Sanbfdiaft fidi ftreiten, fonbcrn e§ bieten aud) bie einzelnen ^eile bcr ^roöinj oft ein 
fo rocnig cinbeitlicbcs politifd)eö (Sjan^c, baf5 man nur burd) bie allcrgenaucften Unter- 
fud)ungcn ^llarbeit fd)affcn fann. £ippcrt fdirccft nor feiner ?^ragc ^urüd unb mcifj 
aflcntbalben, tpcnn ibn t)a^ urfunblid)c SJiaterial ..nid)t ocrläftt, burd) befonncne ^Ib- 
mäguugcn bie Sad)e j^um ^JUtötrng ju bringen. Über t^cn ^nbalt )^C'j portrcfflicben 
2öerfcS bter auöfülirlid) p bcrid)tcn, Dcrbictct ber 9iaum. S)aö ©anje ^erfaßt junäcbft 
in 3 33üd)cr. 1. S3ud). S)ie Beit bcö Strebend, a. ©rftc 3?crfud)e ;^ur 9?ücf= 
crmerbung ber Saufte (üon Seiten bcr Sßettiner), b. SJJarfgraf Sriebrid) bcr ©rnfte alä 
Scbulj? unb $fanbl)err ^c§ Sanbc§ unb feine S3e5tcbungen gu ^cn S5ittclSbad)crn, 

c. ^ie ßntmirfclung ber ipittclöbad)ifd)en Sd)ulbocrbältniffc unb bie erften lauft^ifd)en 
SSerpfänbungöoerträgc bis 5um i^al)re 1350. 2. 33ud). 2)ie Beit beö 33efi^e§. 

d. 3)ie drmerbung bcä ^:pfanbbcft^cS ,^ci\Saufil3 burd) bic SBcttincr 1350-1353, e. 5Dte 
tpettinifd)c ^crrfdiaft im Sanbe. innere 3Scrbältniffc, f. 5lcufeerc ^Ncrbältniffe. ^^or* 

n. €. m. m. lxxi. 19 



^90 II- 5^acl^nd^ten au§ ben Saufi^en. 

bereitcnbe ®d)ritte bcr S3ranbenBurger jur (Einlöjung ber Sauft^. 3. 33ucf). ^et 
25erluft bcr Saufi^. g. 2)ie ©inlöfung ber Saufife burc^ il[arl IV., h) SHorföraf 
S3oIfo unb bie ßinüerteibung ber Saufi^ in bie böl)mtfd)eu ilronlanbe 1364—1371, 
i. Überblicf über bie Saufit^politif ber 2Öettincr oom 15. biö 17. ^Ql)rl)unbert. ^aran 
fcbliefeen ficb fcbr banfenöiKcrte Unterfuchungen über Sanbüögte ber D^ieberloufi^ pr 
3eit ber 3Bettiner unb S3oIfo5 unb am (ScbluB beö ©anjcn 143 Urfunben unb SfJegeften 
an. — ©enn eins an bem.,Sucbe bebauert ruirb, fo ift cö ber 93kngcl eineg Drtö- unb 
^erfonennanienregifterö. Über bie fortlaufenben ©reigniffe giebt ja bie üortrcfflid)e 
^nl3alt5überficf)t gcnügenb ^luofunft. 5lber gerabe bie üielen ©insciljeiten über bie 
Crtägefcf)id)te unb aucl) bie nirf)t unbeträcbtlid)en ©rgän^ungen, lüeldie bie ^Ibelögefcbicbic 
beö 14. x^al^rljunbertö erfäbrt, erforbern einen folrfien ^^nbei;. 3?ieIIeid)t erroirbt bie 
^iieberlaufi^er ®efeU[d)att für ^Intf^ropologie unb ^Utertumsfunbe ftd) baä 3Serbienft, 
t)a^ Sippertfcbe 2^erf aud) für bie ipeiteften Slreife burd) igerfteflung eineö bcrartigen 
9tegifterö bequemer benul^bar gu mad)en. x^ed)t. 

Scfrf)irf)te hcv ^taht <Sd)irgi^)tiaIbc. Gearbeitet unb im Selbftoerlage Ijerauö- 
gegeben üon ^^^anj 5IboIf 'Btox), 5lantor. (Sdiiigigmalbe, 1895. 2)rucf üon S. % 
S^onnerliaf in ^au^en. VIII. unb 88 6. 1 ^. 

3um 50iäbrigen Jubiläum ber 3ugel)örigfeit (SdiirgiSmalbeä 5um Königreiche 
Sacbfen ift bicfe (Sd)rift erfd)ienen: benn obmol)! Ceftcrreicb im Sßiener uneben am 
14. Cftober 1809 pon 3^apoIeon I. genötl^igt njurbe, bie böbmifd)en ©nflaoen in ber 
Cberlauft^ an (5ad)fen abjutretcn, ging bod) erft am 4. ^uli 1845 (Sd)irgigmalbc mit 
smci benad)barten S^örfern an !Sad)fen über. S^arum i^at man am 4. ^uli 1895 ein 
^^ubiläum gefeiert unb i^antor 'Stoi), ein geborener (Sd)irgiömalber, bot bie mit imi 
ipo^lgelungenen Sicbtbilbern, (Sd)irgiömalbe im ^abre 1834 unb 1894 uorfteflenb, 
gefd)müdte ^eftfd)rift berauögcgeben. „Sie erfcbeintalä baä @rgebni§ langer, mülj- 
famer ^-orfcbungen, mo^u il)m münblidic Überlieferungen unb amtlicbe fcbriftlicbe OueHen 
äu ©ebote ftanben, bie anbern perfd)Ioffen bleiben. 6o fann er ebenfo an,^iebenb unb 
lebenbig Die Buftänbe beö „Iaufi^ifd)en San Marino", tpie man bie Pon 1809—1845 
beftanbene fleine „9iepublif" nannte, fcbilbern, mie bie feierlid)e Uebergabe ber Stabt 
an Sacbfen u. a. 

?^rei(icb !ann ber Kunbige einige 5luäftetlungen nicbt unterbrücfen. ^n ber be^ 
fannten 50lei§ner 33iöt{)umä?9JialrifeI l)at meber Sßebräborf geftanben, nocb ©eorgentljal, 
meil erftereö erft 1725 jur ^arod)ie erl)oben, le^tereö überbaupt erft 1534 begrünbet 
ipurbe. S^agegen geljörte ^umburg — unb aud) baö iPol)l erft fpäter ^arod)ie ge- 
tporbene @räubit3 (je^t Slreibi^), sum S)efanate Bittau, ?jUm 3Ird)ibiafonate Sung- 
bunslau, 5ur ^iöeefe $rag. 64ivgiömalbe unb ipainfpad) ääblten jum ©r^priefterftuljle 
beö Se!anö in 33au^en, ©eorgömalbc pm ©r^priefterftu^Ie Söbau, 'Sd)Iucfenau, 91ielö' 
borf (9li!(aöborf, ^lijrborf), Sobenbau unb ©cpnau pm ©rjprtefterftuble ^pobenftein- 
(Sebni^ beö 5lrd)ibiafonateä ber Cberlaufi^ beö 23iötbumö ID^ei^en. (5Jlufeer ®d)irgiö= 
malbe unb ^ainfpad) geijörten 5um Sprengel beö Stefano nocb (3teinid)tmolmöborf, 
Xaubcnbeim, ^^oftipil^, ^unemalbe, 2SiItl)en, 3ceufiid), «Soblanb unb anbere meift ni3rblid) 
Pon Sauden gelegene 5vircben). S)urd) biefe eingaben befommt ber Sefer erft ein flareö 
S3itb ppn ber bamaligen ürcblidien ©intbeilung. ?^erner ift ha^ S3iötbunt ?0^cifeen 
feineöipegö fd)on am 18. ^^anuar 1559 „fäfularifirt morben"; an biefem ^age trat eö 
nur notl)gebrungen feine an unb in ber Saufi^ gelegenen Seft^ungen gegen anbere 
©ebiete an Kurfacbfen ah; bie 6äfulari[ation erfolgte erft, nad)bem 33ifd)of ^^ol^ann IX. 
Einfang 1577 pr eoangelifcb^lutberif dien 5lird)e übergetreten, am 20. Oftober 1581. 
9lber bie Seitung ber fird)lid)en 5lngelegenl)eiten, unb jröar anfangö aud) ber epangelifcb- 
lutl3erifcben ©emeinben, in beiben Öauflt^en marb einem 5lbminiftrator übertragen, unb 
graar, t)a and) ber ^,ropft ^^ierongmuö üon Kommerftäbt, mie alte feine 3Jad)folger, fid) 
äur epangelifd)en Hird)e befannte, nid)t an biefen ^m biöljerigen 5lrd)ibiafonuö ber 
Dberlaufi^, fonbern an ben im ytange il)m nad)[tel3enben Stefan. Unb biefe Stoppel* 
fteEung perblieb "Den folgenben 2)e!anen, \a feit 1807 ift aud) baö apoftolifd)e 2>ifariat 
für bie fäd)ftfd)en ©rblanbe in ber Siegel bamit perbunben. llnb mie 'oa^ 30^ei§ner 
Siötl)um feit bem 12. Februar 1402 „e^emt", „frei" (ingenuus;, b. l). feinem ©r5biötl)ume, 
fonbern unmittelbar bem päpftlid)en Stuble untergeben mar, fo nabm aud) bie neue 
„5lbminiftratur" unb baö mit ibr perbunbene S)efanat fortan biefe egemte Stellung 
ein. SDaö „Seitmeri^er Konfiftorium" b. i. 33iötf)um l)at natürlid) mäbrenb ber @e= 



iL Sf^adirid^ten au§ hen Sauft^en. 291 

fanöenfrf)aft beö Stefan Savibviuö ü. (Sternfclb nid)t alle auf <S. 1 genannten ^aroc^ien, 
fontern nur bie in 33ül)inen gelec^enen, (Scf)Iuc!enau, .*0ainfpad), (2cf)önau, Sobenbau, 
Üiirborf, ©eorgötualbe unb ®rf)irgtön)albe, an fic^ ^ieljen fönnen. @ö n)iirbe 1655 bc^ 
grünbet. 

93et ber Scf)ilberung ber SBefit^uerpItniffe fioffteu rair, burc^ bie bem ^errn 33er* 
faffer bocf) möglidie Senutumg ber il)m 5ugänölid)eu 3)omimalaften manrf)e ^unfellieit 
gelöft 5U [eben, bie ber nirfit aufbeflen fann, bem au5fd)IieBlid) oberlaufil^er 3Rad)rid}ten 
5ur S^erfügung fteben. Seiber Ijält ber ibcrr ^-Iserfaffer bie Sebnsberren, bie ^efi^er ber 
öerrfcbaft ^2^oUenftein, nidit genug oon ibren 3?a[anen, bie als 5lfterlebn (Sd)ii-0i5n)albe 
befaßen, auseinanber, lueift nid)t barauf bin, baj^ lebiglid) bico Sebnööerbältnii öd)irgiä* 
iDalbe auo ber voIitifd)en ^lUntinbung mit ber Cberlaufi^ — we\d)c and) burd) bie ürd}- 
lidie (^intbeilung beftätigt it)irb — bcrauägebracbt hat (Sin 9]orname „SenaS" e;i:iftirt 
nict)t, mobl aber i^eneö ober 33ene[d), böbmi[d)e 5^'orm für 33encbift. 3)ie .^erfa 
ü. b. 2)uba traten imd) ben 2l^artenberg in ben 33e[it3 üon Xottenftein; eö fdieinen 
bann in buntent Söed)fel bie fäd)fi[d)en dürften unb wieber bie Sßartenberg im S3efi^e 
aeroefen ju fein. 2)ie o. ®d)leini$ babcn feit 1481 @d)Iuc!enau, feit 1485 ^ollenftein im 
^eft$; feit ©nbe beö 16. ^^abrbunbertä üerlorat fle beibe ^ crrfd)aften, bie niemals 
mieber vereinigt mürben. 0iumburg*^oflenftein — mo^u «ScbirgiSmalbe ftetS geborte 

— ftebt feit bem 19. Januar 1681 im ununterbrod)enen S3efil3e beS (im 16. ^abrbunbert 
et)angelifd)en) ^-ürftenbaufeS Sied) tenft ein. Unter ben S3eftfeern oon ^oHenftein, ober 

— mie cö feit bem '^Jlnfange beS 17. ^abrbunbertS l)ic% — Stumburg befafeen bie uer- 
fdiiebenen 5lntbeile oon (3d)irgiömalbe SSafallen: lange bie v. Sutti^ (Dnttit^ (S. 2 ift 
natürlid) ^rucffebler); feit 1473 nur baS Obergut, 1572—1628 frei üom SebnSoerbanbe; 
nun fam baffelbe anö 3^om!apitel. 2}er ü. Sed)enberg'fd)e 5lntbeil fcbeint nad) 1650 
burd) .^auf üom leisten 9{ed)enberg, öeinrid), an ^^bann ®eorg o. Ctterfelbt über- 
gegangen 5U fein. 2)ie 'S. 5 genannten ä3rüber o. ^d)leini^ auf ^Üionburg, b. i. 9tum= 
bürg, finb nid)t Söbne eineS „Simon ?^ubä" o. Scblcini^ (5?ern)ed)Slung mit bem 
•T^atum!), fonbern eineS (Sbriftopb, eineS SobncS ©corgS o. Sd)leini^. — 2)er 6. 6 
crmabnte S^erfauf beS SebngutS Sd). an !IReld)ior o. £uttil3 ift ibentifd) mit bem „SoS* 
faufe üon ber Se^nSuntertbänigfeit", ber S. 7 berid)tet mirb. 2öir bofften oergeblid), 
etmaS über ben aufeerbem nod) üorbanbenen n. 9^oftiiyfd)en 5lntbeil 5U l^ören, 'Denn 
nad) (5arp5om, ©bv^ntempel ber Cberlauftti, Xbeil H, HI. unb IV. Stammbaum ber 
ü. Diofti^ gab eö einen v^obann SigiSmunb d. 9^oftil3 auS bem igaufe 3)ebfa (Sobn 
öeinrid)S Ü. auf 9^oeS) auf „Sd)crgi5malbe" ctma um 1600. 

Ta% ber ^err 2?erfaffer als S^iener ber römifd)4aibolifd)en 51ird)e im Sinne 
feiner .C^ircbe fdireibt, ift felbftoerftänblicb unb nur ^u billigen. 2)eSl)alb aber burfte 
er ^bcitfad)en nid)t üerfcbmeigen. Söenn er S. 5 mittl)eilt, bafe ©eorg o. Sd)leini$ 
bie Bcibl t)cr ^roteftanten burd) milben Bufprucb, aud) burd) „ftrengerc !9ia|regeln" 
m üerminbern fud)te, fo burfte er nid)t oerf d)iDeigen , ^a% bie fpäteren Sd)leini^ 
Sutberaner maren, namentlid) aud) ibre 3?afaflen u. Sutti^ unb ü. 9led)enberg auf 
Sdjirgiöraalbe. 3)ieS o^lt oor allem üon 6l)riftopb t). 9ied)enberg auf (3f?ieberOSd)irgiS= 
toalbe, ^lloi'tert)ogt p St. 5D?aricnftern, bem bie 33ernftäbter bie 5lnftellung beS eoan^ 
gelifcben ^^farrerS 5lbrabam 9iicbter unb überbaupt i^re ©laubenofreibeit su oerbanfen 
t\atten. S. 14 mar bie Benennung ,iDa^j läufiger San 5J?arino" für fcblicbte Sefer 
aus bem 3[>oIfe mobl 5U erläutern. j)er S. 34 ermäbnte ^efucb Sr. SQlaj. beS 5!önig 
Gilbert fanb, mie id) mid) beftimmt erinnere, ba id) ibm felbft beimobnte, am 25. ^uli- 

— nid)t am 14. ^uni — 1878 ftatt. 2)er S. 44 genannte mürbige 53ifd)of ^-ormer!, 
ber t>en S3ifd)of5titel üon SeontopoliS (in 51egi)pten) fübrte, auf bem Ssatifanif d)en 
ßoncile 1869/70 als SRiglieb ber gegen baS „UnfeblbarfeitS^S^ogma" oppofitionerien 
Partei öfter genannt mürbe, mürbe ^irrtbümlid) nid)t feiten als „93ifcbof oon Semberg" 
öc^eicbnet. (fs ift eine gan,) miBlid)e Sad)e mit fold)en inmginären Xiteln. 

5luS S. 53 feben mir, baB bie gegenmärtige römifd)'fatbolifd)e ^^farrfircbe, bie 
einer 5latt)ebrale gleicb fo mafeftätifd) aufS lieblicbe Spreetbal l)crabblidt, 1735—1741 
gan^ neu unb maffto erbaut morben ift, nad) ^^btragung beS urfprünglicben, nur auS 
K}ok erbauten, im 30iäbrigen ^Iriege permüfteten llircbleinS. t)xc Eingaben S. 53 
unb 55 be^üglid) ber ^farrftelle fteben mit einanber im Sötberfprucb: benn bei (lafleS 
erfdieint Sd)irgiSmalbe als ^:parod)ie; Slroftau ift {Ttnlkx, Dberl. 9tef =(Sefcb. S. 668) 
erft 1598 burd) ßrnft ü. Sflecbenberg ^^arod)ie gemorben; baS fe^t ba^u gebörige S)orf 
5^allenberg ^attc bis in biefeS ^al)rl)unbert bie 3Serpflid)tung, 5lmtSoerricbtungen in ber 

19* 



292 II- ^lac^rid^ten au§ ben Saufi^en. 

^ircl)c i^u (3cl)irgiöir)albc t)ornel)mcn ju laffen, ober mcmgftenS bie ©ebül^ren bafür anö 
bafige Pfarramt su jalilen. (0rd)en'©aIerie'bcr Dbcrlauft^ <3. 220. 222. 223. Sd)umann' 
Sfl)tffncr, Staatölcicifon Don (Sad)fcn XVII, 622). ©benfo gehörten Air[d)au unb 5llcin* 
i'oftiDi^ ^m ^^arocI)ie Sd)iigiöinalbe, liieltcn fidi nad) Sßtltl^cn ober ^^oftioit^ (5lirc^cn= 
©alerie VII, 154 f., @d)umann, etaatölegifon XVII, 361). ^lad) ilauffer, 5lbrife ber 
Cberlaufi^i[d)en ®efd){d)te IV, 350. 373, oerbot Äurfürft ^oljann ®eorg II. ben 4. ^a\ 
1661 bcm Stefan Qoljann )}teinl3oIb t). ^ieidienau, , bie Stiflöuntert^onen oon Slirfc^au, 
^aßcnberg unb Älcinpoftioi^ p 5lbn)artung beö ©ottesbienftcö in ©c^trgiäiDalbe p 
oerbinben." 3?3l. aRülIcr, Cberl. 9tef.*®eic^. 301. .^nautf)e, SBenbifdie Kirdiengefd). 
®. 331. S^aB „Sutl)erö Sel)re" md)t bloä im ■ „nörbltdien Sö^men", fonbern in ganj 
Söl)men ßingang gcfunben, ift Sll)at)adie ber ©e[d)icöte; bie meiften @eij'tlid)en unb 
5lird)en in $rag loaren biä 1620 lutöerifd); 5J^ärtt)rer unt) ©rulanten gabä and) av§ 
bem füblid)en Söl)mcn nur 5u 5al)lreid). S)er ^lusbrud: „<3d)irgiöit)alt)e fd)eint oon 
ben fird)Iid)en Steuerungen nid)t t)erfd)ont" geblieben gu fein, bürfle ineber glüdlid) 
gen)äl)lt, nod) rid)tig erfd)einen; er ift @efd)madgfad)e bes ^perrn i^erfafferä, Sdnrgiö- 
lualbe unirbe ebenfo eoangelifdi, luie alle undiegenben -^arocbien in ber Cberlouftl^, 
ben ©rblanbcn unb 33ö[)men obne jebe '3luönal)me; raäve eö eine fatl)oIif d)c Cafe ober 
^nfel geblieben, fo n)äre bieä alö auffaflenbe Stbatfadie regiftrirt looiben. S^ie genannten 
„proteftantifdu'n i^farrer" f ollen nidit blos bier tliättg geiDefen fein, fie ftnb'ö loirflid). 
<B. iu'fd)erf, (^efd)id)te ber Gegenreformation in Söfimen I, 231: iö. '3teinfird)ner „auö 
(3d)iigiön)albe", 1612 Pfarrer in 33ertöborf bei Bittau, brüdt nidit ben ©eburtsort, 
fonbern t>cn bisberigen 9Sirfungöfreiö aus, mie mcift in berartigen ^Jlngaben; im 
5lfrancr?'5Ubum finbot ftd) (S. 116 unter 1621 ein ca. 1607 in (Sdiirgiämalbe geborener 
Solin bc6 ^^^farrerö ^altbafar Steinürdmer, 3Jiid)ael mit Diamen. ^Brd)en=@alerie VII, 
142 Reifet eö ausbrüdlid) oon ^^Ibam 6d)önborn 1608-11: ^on l)ier ('^ei)eräborf) 
fam er nad) (5d)irgiä!oalbe alo ^^farrer; 5lirdiem®alerie ber Cberlaufi^ 378: tiefem 
folgte 5lbam (Sd)önborn auö 33ernftabt. 3)iefer mar 1608 ^^farrer in S3ei)er5borf 
gemorben, 50g 1611 nadi (Sd)irgiäroalbe unb fam 1629 "ocn 1. SÜiai liierlier. Stacb bem 
3^. Sauf, mm- 33b. LXV, e. 256: S:;ie Cberlaufi^ mäl)renb ber xial)re 1623-31 oon 
Dr. Slnotbe, jeigt 2)efan ^battnmnn o. SJtaurug! am 23. SJlär^ 1628^em *»vurfürften an: 
„5luf 2lnfud)en beö ©rafen 2öolf v. !Oianäfelb, bes 53efilierö ^on <i?d)Iucfenau, i)abc er 
baber jel^t mit ber ^[arrei i^u 6d)(udenau, (Seorg^malbe unb i^cbirgi^malbe befd)eibener 
2öeife (mit ber 9teligionös9teformation) t)cn Einfang gemad)t". ^ie S. 55 genannten 
7 5-^farrer Ijaben jebenfallö nad) Sd)önbornö äiertreibung uon 1628—76 amürt. 3u 
ecmäbnen mar, i}aii nad) Pfeiffer, Ö3efd)id)te ber £ird)gemeinbe Cppad) @. 5, bie 
lutl}evifd)en 33emobner oon Sdiirgismalbe, bie ibrem ©lauben treu bleiben mollten, 
nad) ber Sauft^ 5ogen unb Dberoppad) ober „bie ©idien" begrünbeten; genannt merben 
bie SJamen .^^enfel, Söemmc, 2)ammert, ^cHeimann. <2olcbeö gefd)ar) dnbe beö 17. unb 
Einfang beo 18. ^abrl^unbert, mäfirenb gleidi^eitig (1696) bie leljten Sutljeraner in 
5^ugau^ einem böbmifd)en Orte, ^ur 5lu^imanberung genötlfigt mürben unb ben Crtä- 
Ibefl SieU'Cppad) („ber Sugfd)" ober S'Ud)a) grünbeten. Um felbc Seit ging aud) ber 
Diieberbof (Sd)irgiän-)albc _uom ?^ürftcn "i^lnton ^-lorian j^u Siecbtcnftein (nid)t Sid)tenftein) 
ans S^omfapitel über. o. 8 f. mirb ber 16. 5luguft 1702, o. 38 f. 1703 al^j Beitpunft 
angegeben; ber .<oerr 33erfaffer möd)te auö ben ibm sugänglid)en Elften bie S^ifferen^ 
löfen ober aufflären. S)er ^efan B. 59 beißt natürlid) (®. 39) SSosfi). DJJori^ 
5lbolf, ber le^te 3pro§ ber Sinie 3ad)fen'3eil3/ ^va): nid)t „^Delegat bes 33ifd)ofö üon 
Seitmeri^", fonbern betleibete biefe SBürbe felbft oom 9"ni 1'''33 bi^ ^uli 1759 (ber 
<2äd)fifd)c ^^atriot B. 799). Ssielleicbt l^ätte ber §err 'Iserfaffer um 5luöfunfl barüber 
geben fönnen, umrum bie fd)on 1845 (6. 24 unb 26) in ^)luSfid)t geftellte 9tüdgabe 
ber fd)on ^ur Beit ber (Eaneö'fd)en 2)iatrifel (1346) unter bem Stefan 5U i^aul3en 
ftebenben ^arod)ic, bie (3. 2) jur Bcit be§ ^efan Saubriuä p. Sternfelb 1648 bi'j 
1660 unter baö 1655 erricbtete iöiötbum Seitmori^ gebogen morben mar, unter bie 
!ird)licbe (53ciid)tgbarEeit bcö ^Tomfapitelä nod) immer nid)t l)at erlangt merben fönnen: 
pgl. Gobe;r bes fäd)f. <aird)en^ unb ©d)ulred)tä, 3. 5lufl. 1890, ®. 272. S^urd) ^kxM-^ 
ftd)tigung biefer moI)lgemeinten S3emerfungen bei einer jroeiten ^^luflage mürbe ber &>err 
5serfaffer feine @d)rift nid)t blo5 für fäne ^anböleute, fonbern aud) für bie oberlauftfeer 
(S5efd)id)t5freunbe nod) mertbooKer mad)en. 5Denn biöber mürbe in allen Cberlaufi^er 
(S5efcbid)tämerfen "oaä enflaoirte böljmifcbe 6cbirgiömalbe gar ftiefmütter(id) bebanbelt. 

(Scbeuffler. 



II. 9?ad)ricl)ttn auö ben Saufi^en. 293 

S^eri^manu, W\i\, Scfrf)icl)tc bcr Cbctirtiiftöcv ^crf)^ftabt Söbau biö 
5111* Teilung ^adjfcnö 1815, 33i[d)of'jH)ert)a 1895. ^n Hommiffion ber S3ud)f)ant)Iung 

von @. riiua (J^ Cr. &öl)^c) in Söbau i. ©. 199 6. 8». 

Söbau bcfaf, 6iö id^t noch nicht, lüie t)ic übrigen ber <Si'cf)Sftäbto, ein gebrucfteo 
933erf, ba^ afle Beiten i'einer ©e[rf)id)te lunfaüte. 3}iefem ^Jiangcl luifl ber ^^erfaffcr 
abhelfen. Xa^ ihm baö nicht gelungen ift, ober vielmehr nicht gelingen tonnte, 1)a^ 
liegt nicht an ihnt, fonbern an ben ^Vorarbeiten, bie bi'j jet^t über bie ©efchichte öiefer 
^iai)t gemacht finb. 5lf(erbingö biö 1550 giebt Sxnotheö Urfunbenbuch über Söbau 
(codex diplom. Saxoniae regiae 11. 7) unb bcffcn S^oirebe ju beiiijelben bie treffe 
lichften ©runblagen, ii bat biefelben bcnn auch inciblid) benul3t, mitunter .slnotljeä auö^ 
gearbeiteten ^e^t (auch aua beffen 9icchtögcfchichte, Ti. Sauf. 3}Iag. 53 S. 161 ff.) biö 
auf ^a^ 2Bort berangejogen. 3J?an hätte geuninfrf)t, ^a^ biefe 5(rt ber 5lrbeit, an bcr 
ja an unb für fich nid)tö auö^ufeiiien ift, üieMei.ht in ber Sorrebe bem Sefer bätte 
offenbart luciben foflen (uergl. auch ^"^.'ö 3?orrebe 3t'ile 2 unb 3), fo aber inirb 5n)ar 
immer ber codex diplom/Saxoniae regiae II. 7 5itiert, nirgenb^ aber habe ich 
gefunben, baJ3 Slnotbe ibn I)erfteffte unb ha^ ^nothe au^o bem codex bie (Sefchichte 
Söbauö biö 1550 in ber ^Isoirebe fchrieb, auf bcr faft burchau^j S3.'ö. S^arftcllung beruljt. 
^ie 5lrbeit Anotheö über bie S^örfer beä 2Qcid)bi(beg Söbau (% Sauf. !Ö^ag. 68 
5. 176 ^.) fanb ich gar nicht sitiert. ^n banfenömerther Sßeife njcrbcn neben biefen 
Cueflen bie Söbaucr 9]atörechnungen unb ®efd)oBregifter, bie 1890 ivieber an3 Sicht 
aejogen finb, benutzt. !Dkn erfährt aber nirgcnbö etiuciö barüber, baB über biefelbcn 
[chon einmal genauer gehanbelt ift 01 Sauf. 9J?ag. 66 3. 299 ff.), mie bcnn überljaupt 
eine f um marif che ^^ebanblung ber Lueflen ganj unb gar oermiBt mirb. — «Sclbftänbigcr 
unb bcöhalb oon entfchieben größerem 21^erte finb ^iu-rgmannä ^vorfchungen uon bir 
9-")Jittc bc'j 16. Qahrr)unbertö biö 1815. .'gier boten ba^j .*gauptftaat5ard)iü ^u ^rcöben 
unb baö 9fat6ard)iü ju Söbau noch iungfräulid)e Oueflen, bie auf ^a§ ffeifeigfte Ijeran- 
gebogen tüurben. ^och ift eö ein 3^ing ber Xtnmöglichfeit, auö foId)en 5lrchioaIicn fofort 
eine „öjcfchichte" 5U fchreiben. ©5 bätte ftd) empfoblen, biefe "^Iftenftücfc ju einzelnen ^bno:= 
grapljien ^n oermerten, baö Ijättc aucf) ben ä'orteil gebrad)t, ^a% man loeniger geneigt 
aiar, für eine Stabtgefchichtc non mehr alö 700 v^aljren S^erljältniffe, bie oieffeicht an 
jlf tenftüc! beö 17. ^al)rbunbert§ brachte, alö immer befteljcnb 5U betrachten (ucrgl. 
C'lrtifel „^.^scrmaltungöämter"); bann märe auch eine cinigermaj^en erfchi3pfenbe .^^^eran- 
Ziehung ber Cuelten möglich geiiiefen. ßä ift gan^ ftd)er, eö giebt über ^m breiBig- 
itibiigen, fiebenjährigen unb Sreiheitofrieg nod) reichljaltige Oueften, ebcnfo über bie 
einzelnen Innungen. — ?J?if5üerftanben ift 3. 9 f. bie Urf ünbe oon 1423 ' cod. dipl. II 
7, 249), fehr loiflfommcn ift t)k ausführliche ^pcran5iehung ber Söbauer Diügebücher 
5. 44 (biefelbcn mürben iebenfallö Stoff genug 5U einer auöfübrlidien ©insclfcbrift geben) 
unb bie l}M)]t intereffante 2>orfü^rung cincö Söbauer ®erid)totage!j 3. 47 ff. - 2öir legen 
baö 33ud) aus bcr ^ant) mit bem 3Sunfchc, Dafe cö ^>(nlaü für ^m ^errn 3Serfaffcr mirb, 
unö mit @in5e(unterfud)ungen über Söbauö 35crgangcnheit ^u erfreuen 3]or allem bebarf 
eö für bie ältere 3eit einer ^urd)arbeitung bcr ©örlil^er Slatörcchnungen (1375—1490), 
unb beö meitern ber ©örlit^cr 'i>ricfbüd)or 1487—1662, aud) baö Söbauer Statöarchio 
entljält nod) ungcljobcnc '^chäl^c (3äcbfifcf)cr ^^oftiKon 1895, d^o. 76). 



^^Ibrenö, ^;?., S^ie 2öettiner unD .^l^aifcr Maü IV. ©in ^^eitrag jur (55cfchichte ber 

2öettinifd)en ^^olitif in ben ^lal)uen 1364-1379. (51. u b. %.: Sciir^igcr Stubien 

auö bem C^jebietc ber 6jefd)ichte. £>erauögcgcben uon Samprecht u. 93Wcfö. ^b. 1. 

•Mt 2). Seip^ig, S^uncfcr u. öumblot. ■ 1895. XI. 103 33. 8«. 
'}ntmann, JIB., Gberhart 2Binbccfeö 5Dcnfmürbigfeitcn jur ©efchid)tc beö Beitaltcrö 

5laifcr >iiege5munb^i. 3um erften Tlak poflftänbig I)erauögegebcn. ^-^erlin 1893. 
ikchmann, 5i., 3^cutfd)c Seichögefdnd)tc im Btntalter '^riebrid) III. unb SJlar I. dJlii 

befonberer ^erücffichtigung ber öfterreid)ifchen 3taatengcfd)ichte. 2. ^anb. Scipjig, 

^-Tseit & domp. 1894. XII. 768 3. 8". 
53ad)mann, 51., 3^teucö über bie Söahl 5lönig OJeorgö pon 33öhmen: 9}?itteilungen beä 

3^^ereinö für ©cfchichte ber 2}eutfd)en in ii^öbmen. 33. x^aljrg. 3. 16. 
S3aer, gricblanb: Dieuer ©örli^er ^Inseiger 1895 S^ir. 53. 



294 II. ^Rad^rid^ten auä ben Saufi^en. 

Sal^rfelbt, ©., SSinfenauöen. (@tne numiömattfc^e <Stubte über baä 3Sorfommen bcr 

im 3?oIfömunt)e 9Sinfcnaugcn (genannten ÜiRün^en in Sommern, SRecflenburg, 

S3rant)enbura imt ber Sauftl^): ^cftfc^rift ^ur gcicr beä SOjäbrigeu S3e[tcf)eng ber 

3^unii§malifd)en @e[en[cf)aft 5U S3erlin. Serlin 1893, 6. 113-125. 
S3aum(5ärtel, Beiträge gur @e[cfnd)te bcS S3au^ener ©ciücrbelcbenö: SSöcbentlidic 

S3eUage su bcn S3au^ener ^Ttacbriditm 1895 9^r. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 
33aumgärlc(, 3)ie 3BtnfcIfd)uIcn in Sauden: 2Söd)entIic^e Beilage su ben Sau^ncr 

9]ad)nd)ten 1895 ^x. 41. 
33er)Ia, 91, ©preeraalbflänge. @. Srud^mann, Lübbenau. 1895. 13 Sogen. 196 6. 

^reiö 2,40 m. 
Sergmann, ®cfd)id)te ber Dberlaufi^cr (3ed)6ftabt Söbau big 5ur Teilung (5ad)fenö 

1815. S3tfd)of5racrba 1895. ^n ^ommiffion ber Sud)I)anbIung üon @. Dli^ain 

Söbau i. ©., angejetgt Don dJl. v. 51 im ©äd)fifcben $o[tinon 1895 ^Ix. 70, Dgl. 

ehm'oa 'Jlx. 76, ©ebirgsfr. VII ©. 141. 
Sieloblaracf, %, Ur[ad)en unb 3?erlauf ber ^vricgöereigniffe in Söl^men im x^al^re 

1434: ^^rogramm beo <Stiftä'Dbcrgi)mnaftuniä ber Senebiftincr in 53raunau. 
Sittrid), ^fingftenjn ber Sßenbei: dJebirggfr. VII S. 133 ff. 
SIumfd)ein, ©., Über bie ©ermanifierung ber Sänber srcifc^en ©Ibe unb Cbcr. 

Programm ber Dberrealfd)ule ?^u Slöln 1894. (16 ©. 4»). 
Soenifd), %, 2!)ic gefd)id}tlid)e ©ntmicfelung ber länblidjcn 33erl)ältniffe in 3lRitteI' 

fd)(eften. ?J^it befonberer 33erüdfid)tigung ber jen)eiltgcn ©runbeigentumgüerteilung 

com Seginn ber Seftebelung mit beutfd)en Säuern biä äur ©cgeniüart, bargeftellt 

am Sejirf beS l^eutigcn ^imtsgcricbtä Gantlj, Sftegierungöbeäir! Sreölau. ^enai[d)e 

2)iffert. a«er[eburg 1894 (VI unb 123 S. 8^). 
ü. Sötlicber, (3tammbüd)er im Scfi^ oberIaufil3ifd)er Sibliot^efen: 35iertelial)rgfc^rift 

für aöappcn^ Siegeln unb gamilienfunbc XXm <geft 3 ®. 299-417. 
Surfert, ipanbel unb Serfel)r im 9iie[engebirge in alter unb neuer 3eit: ;^aä Sftiefen- 

gebirgc in 2öort unb Silb. 9. Safirg. 6. 132 ff. 10. Qabrg. <B. 1 ff. 6. 41 ff. 

11. ^abrg. 
Surfert, ®ie [panifcbe ^anbelofompagnie 5U ?Jeufd)Io^ unb ber Seinroanbbaron Qol). 

Srans Xficer S^'eiberr x>. (Silberftein : 2)aö 9tie[engcbirge in Sßort unb Silb. 

13. Sabrg. ®. 1 ff. 
Surfljarbt, 2)ie Srübergemeinbe. ©rfter Xeil. ©ntftel^ung unb gefc^id)tlid)e 

©ntraidelung ber Srübergemeinbe. ©nabau, Unitätä ^ Sucbl^anblung 1893. 

216 S. 80. 
Suffe, ip., ©räberf eiber im ©ubener .streife: D^ieberlauf. mutdl TU 6. 402 ff. 
3)en!ma Ig pflege in edilefien: Sd)Icrifd)e Beitung 1895 9^r. 685. 
@. ^., S)er Sßolföbcrg bei^iumburg: 2BM)enlIid)e Seilage m ben Saufencr 5Uad)rid}ten 

1895 ?ir. 40. 
?^et)erabenb, Königswartha subterranea: Qabreöl)efte ber ©efellfcbaft für 5lntI)ro* 

pologie unb llrgefd)id)te ber Cberlauftl^ 3. .<peft 6. 186 ff., 4. .<peft ©. 239 ff. 
^^iebler, ©ermanifd)e ©ötterfagen unb ®ötteruerel)rung im norböftIid)en Söl)men: 

3^a§ 9tiefengebirge in 2öort unb Silb 8. ^abrg. @. 20 ff. 51 ff. 83 ff. 119 ff., 

9. ^alirg. ©. 6 ff. 45 ff. 75 ff. 120 ff., 10. ^abrg. ©. 13 ff. 55 ff., 11. ^^alirg. 
gred), 3)ag mittelfd)lcftfd)e ©rbbcben üom 11. ^uni 1895 (ncbft Eingabe frül)erer @rb* 

beben in 6d)Iefien): <Sd)Iefifcbe Beitung 1895 9^r. 415 2. Sogen. 
^n'iebenSburg, ^\, Sciträge jur fd)Iefif(5en !OtebailIenfunbe: «bd^Ieftenö 3?or,^eit in 

Silb unb ©dirift VI @. 187 ff. (®. 199 mirb ber Mtor 5lnton in ©örli^ mit 

ilarl ©ottlob v. 3Inton, bem (Stifter ber Dberlaufi^ifc^en ©efellfdiaft (1751-1818), 

oermecbfelt. 
?^ricblänber, (S., 3tltere Uniüerfttötä matrifein. II. Unioerfttät ©reifömalb. 2. Sanb 

1646-1700. Setpjig 1894. (5lud) u. b. X.: ^ublifationen auö ^m Hgt. $reuj3. 

(Staat§ard)ipen 57. Sb.). 
©anbcr, D^iebcrlouft^er SoÜäfagen, üornel^mlicb auö bem Btai)U unb Sanbfreife 

©üben. Serlin, 1:mme ediriftfteUergenoffenfdiaft 1894. 8«. 197 6. 
©ebef, ©örlil3 im ^al^re 1848: 3^euer ©örli^er 5ln5eiger 1895 9tr. 41 f. 
©olbberg, $., 5Die ©roMcbönaucr 2LsoIföfd)uIe biö jum Einfang bcö 19. Öal^rl^unbertä. 

(©eparat = 5lbbrud auö bem ©roMd)önauer Tageblatt.) ©ro|3fd)önau (1895). 

28 6. 80. 



I 



II. ^Rad^ricöten an^ ben Saufi^cn. 295 



©rünberg, ^ie 33aucrnbefreiung iinb bte 5luflöfimö bcä gutöl^crrlid)*bäuerltd)en 

2.^erI)ältnitToö in 33ör)men, 30^äbren unb 6cbteficn. 2. Sänbc. Seip,^ig, ^uncfer 

unb ipuinblot. 
©rünliagcn, ^ie 33reölauer 5laufmannfd)aft im Kampfe gegen baö SI^erfantilfDftem 

1786/87: Soitfcbrift beS ^l^axinS für @efcl)icf)te unb ^:}Utcftuni ed)refienö 29 6. 113 ff. 
©rünbctgen, ^ic fat]^oIifd)e .(\ird)e in ^d}Ieften am ^Xiiögange beö üorigen ^aliv- 

bunbertö: Beitfdmft beä isercinö für ©efdiirbte unb ^Utertmn ed)lertenö 29 @. 35 ff. 
^anbelö^ unb ©eroerbefammer su Bittau, St^breöberidit 1894, 3ittau 1895, 357 6. 
^^elbig, Beiträge jur ©efd)id)te ber <Stabt unb bcä Sejirteö ?^n-ieblanb. 33ergl. 9i. 

Sauf. a"Rag^70 @. 273. S^ie 12., 13. nnt> 14. Lieferung cntl^alten: ©d)Iufe ber 

©cfdiicbte beö 5vloftevö unb ber Äird)e in .'^;)ainborf; bie Äirdie in 25^eiöbacb; bie 

©rünbung non Sßeiöbad); ^oli^eiftatut üom x^abre 1597; ^in Üeiner Xi)rann 

(Karl ßbriftian von ^^\ai^ unb ©brentbal, Hauptmann ber ^perrfd)aft ^rieblanb 

unb 9ieid)enberg) ; ^^luö ber Bcit bes 9iiebergangeö (1726); bie ©tabtorbnung üom 

v^abre 1725; ^Diagiftratö-^KeguIirung im i5abre 1791; 3^aä alte ^orfgemeinbeuK'fen, 

mit befonberer iöerüdficbtigung ber ©emeinbe Slunneröborf ; i>od)n)äffer unb Über- 

fdimcmmungen. 
."per r mann, 9^B., ©efcbicbte ber S3urg 9tobnau im SJlittelalter unb il^re Berftörung burd) 

bie eed)öftät)te im ^abre 1399: ©ebirgöfr. VI @. 259 f. 267 ff. 280 ff. 
S^idc, 23., 3ur ®efd)id)te uon i>benelbe: 'IlMeilungen beä S^creinö für ®efd)id)te ber 

^eutfcben in 'i^öljmen. 33. \^al)rg. @. 264—275, 
^^iller, ®efd)icbte beö ^orfeö ^ittelöborf in ber fäcbfifcben Cbertauft^. Bittau 1895. 

iV-rgl. ©ebirgöfr vn ®. 141. 
filier, @fi^i5e jur ^eimatöfunbe u. älteften ©efcbid)te üon ^ittelöborf : ©ebirgöfr. VII 

a 61 ff. 74 ff. 
^^in!c, Tic Sage com Sumpf bei Gofel D.^S.: ©ebirgöfr. VI @. 229 f. 
^infe, T)k 33iebrf ebbe ^mif d}en Bittau unb .^;»irfd}felbe (fo!) (foE l)ei§en ©örlil^): 

©ebirgöfr. VII (5. 87 ff. 100 ff. 112 ff. 
i^infe, S)ie beiben Sßaffermänner in ttcn Xcxd)cn gu (Sreba unb @ee: ©ebirgöfr. Vn 

S. 441. 
^offmann, Bu ^ol^onn ßbriftian ©üntl^erö jmeibunberiftem ©eburtötage (8. 5lpril 

1895): Beitfd)rift beö Tsereinö für ®efd)id)te unb ^:}atertum 3d)lefienö 29 ®. 305 ff. 
ipübner, ^\, Bur ®efd)id)te ber fuvfäd)fijd)en ^^oliti! beim 9luöbrud)e beö öfterreid)if d)en 

©rbfolgeftreiteö. (Seipjiger xlinaugural'3)iffert.) Seipsig^Steubni^. Döroalb Sdimibt 

1892. 114 ®. 80. 
^r^ulma, Dr. %xani, 5luö ber 3?or,H'it ber ^ifcberei: (5d)Iefifd)e Beitun g 1895 Ta. 4. 
Dieburg, 3^ie eblen iperrn Don Dieburg in 53öbmen. 3'laiirid)ten über bie ©mfen 

5U (£1lenburg. 2. ipeft. 53erlin 1893, gebrudt bei Sittenfelb. (122 @.). 
^rmer, ®., S^ah§ (SJeorg u. 5lrnim. Sebenöbilb eineö proteftanti)d)cn ^elbberrn unb 

Staatömanneö auö ber Beit beö breifeigjäbrigen 5^riegeö. Seipgig 1894 (XII unb 

397 e. 8 mt). 

x^acob, ■Daö n)enbifd)e 9tügen in feinen Drtönamen. Stettin 1894. (Sonberbrucf 

auö ben baltifd)en Stubien. 33b. 44). 
^'ecbt, 3Die .'^errfd)ergeftalten auf ben neuen .^ircbenfenftern in ber ^eteröfirdie: Dlieber^ 

fdilefifdie Bettung 1895 9cr. 139 2. 33eilage; (SJörli^er 3Rad}rid)ten unb ^^Inseiger 

1895 Dir. 139 2. Seilage, 
^ecbt, Über bie Dbcrlaufi^er 33ienen5ud)t in früberen ^abrr)unberten: Cfft^ieffe ^^eft- 

^'itung für bie VI 29anberüerfammlung unb 5Uiöftef(ung beö bienenn)irtfd)aftlid)en 

ßentral^^ereinö in (55ör(il3 üom 26. biö 30. Septentber 1895. 
y^cd)i, 5lbam ©ottlob Sd)iracb: ebenba. 
^ed)t, ■Die (55rünbung ber Stabt Spremberg im Qabre 893 unb 5lbrabam ^ofemann : 

©ebirgöfr. VII S. 145-147. 
^ent)d), luö ^. ©. Stepbaniö Sammelioerf über 500 gele^^rte (Subener: ?ücber:= 

läufiger 9JKtteiIungen III S. 247 ff. 384 ff. 
Qentfd), ^aö ©räberfelb bei ^auli^, toiö (S)uben: Süeberlauft^er Mitteilungen III 

@. 405 f. 
^notbe, gr., 3?olföbid)tung unb 51'inberfpiele im norböftlid)en 5Deutfd):=33öbmen: S)aö 

Ütiefengebirge in Sßort unb Silb. 9. ^a^rg. 6. 35 ff. 69 ff. 140 ff., 10. ^abrg. 

®. 11 ff. 66 ff., 11. Qaljrg., 12. ^a^rg. S. 9 ff. 52 ff., 13. ^abrg., 14. ^atirg. 



296 I^' ^iac^nc^ten aiiö ben Saufi^en. 

^notl)e, gr., 3)ie ©dilefifcfie SJlunbart in ^JJortböl^men (gottfcl.uinö) : -Daö 9liefen^ 

gcbivöc in Sßort unt) 33ilb. Qal)rg. 6. 7 unt) 8. 
^Inotijc, £)., ^ie .'öcluftigungcn bei S3ürger in ben ©cdiöftäblen bei Cberlaufi^ luäbrenb 

bcö SJiittelalterö : (Sermania, illuftrierte 3Jionatg[c{)rifl für Kunbe bcv^ beutfd)en 

a^orseit. ^al)XQ. I (1894) dlx. 2 ®. 61-G5. 
.fCödrilii:=!Olonbfd)üti, ©efd)id)te beö (Sc]d)(ed)töDon.aödril5. 33i-cSrau 1893. 5RaEU.(5o. 
5^örncr, ^örnerbenfmal auf ber Sanbeöfroue, eingeiüeiljt am 23. September 1895: 

9iieberfd)Iefijd)e Beitung, ©örli^er 9iac^rid)ten unb ^^inseiger, wiener ©örlitjer ^In- 

seiger 'JJr. 225. 
Svorf dielt, @., 3it)ei Bittauer 33ürgermcifter : Dr. (Eljriftian ü. öartig unb Dr. Qol)ann 

Qa!ob x>. ipartig: Bittauer 3fJad)rid)ten u. 'M^dm 1895 1. S^eil. 5U 'Jix. 24G, 247 f. 
5lorfd)elt, ©., (Sitten unb ©ebräudic in ber Cbcrlauft^ in früljeier Beit: ©ebirgö* 

freunb VI ©. 207 ff. 221 ff. 232 ff. 245 ff. 254 ff. 
.vi ramer, öörnerfdilittenfabrt im Qfergebirge: ©ebirgöfr. VII S. 42 ff. 
5lramer, Di)bin nad) einem 3?ortrage uon Sauppe: ©ebirgSfr. VII @. 141. 
5lramer, 3)er Diotftein bei 'Sol)lanb: ©ebirgöfr. VII S. 102 ff. 
5lrobn, 3:a§ Bittauer i^ungertud): 3Jeueö ®äd)f. 5lird)enblatt. Öaljrg. I (1894) Sp. 

145-148. 
5lrufd)mii3, ^ie 9^uine bei 5lirfd)au: (Sjebirgöfr. VII S. 209 ff. 
5lupfa, 2)ie 50^unbart beö teifeä ©üben: 3iieberlauf. 3Jiitteilungen III S. 275-282. 

367-377. 
5!üfter, ^er fd)Ieftfd)e S^ialeft in ber Sitteratur: $Daä yJiefengebirgc in Söort unb 

33ilb. ;^a^rg. 8. 6. 101 ff. 
Sippert, 2ß., Bur @efd)id)te Pon?^orftim 14. Qal)rr)unbert: !RieberI. 30^itteilungen III 

e. 378 383. 
Sippcrt, 2ö., 2^ie Steffung ber Saufi^ al3 branbenburgifdieö 3^ebeulanb ä« ^cn 

33eftimmungcn ber ©olbenen Sülle: 9J?itteilungen beö ^nftitutä für öfterreid)ifd)e 

®efd)id)te. .^^erauögegeben Don ^JJüljlbacber. 15. Sb. x^nnöbrucf 1894, Söagner 

e. 657-661. 
Sippert, 2Ö., ©d)üi5enmeifter unb (^efd)ü^aief^er ber SS^ettiner im 14. 9al)rl)unbert: 

Beitfd)rift beä 3Sereinä für 2:büring. ®cfd)id)te unb ^:)lltertumö!unbe. ä3b. XVII 

= 9L % m. 1X1(1894) ®. 365-369. 
Sippert, 2Ö., Über tial @efd)üli;n)efen ber 2Bettiner im 14. ^abrr3unbert: ipiftornfcbe 

llnterfud)ungen. (Ernft ^^-örftemannjum 50iäl)rtgen S^^oftoriubiläum gemibmet öon 

ber biftorifdien ©efellfdiaft ju Bresben. Seipjig, Xeubner 1894 VI. 142 S. 8». 

@. 80-93. 
Sippert, 2Ö., Sßettiner u. 2öittelöbad)er, foipie bie 9]ieberlauft^ im XIV. ^aljrbunbert. 

(Sin 33eitrag pr beutfd)en 9ieid)ö^ unb 2:erritorialaefd)id)te. S^resben. SBillielm 

ä3änfdi. 1894. XVI. 314 S. 8«; angezeigt im Siterarifd)en (Scntralblatt 1895 

<Bv- 1356 f., im Dienen 5lrd)io für @äd)f. (SJefd)id)te . unb ^.}lltertumöfunbe XVI 

S. 145 ff. t)ou ip. ^notbe. 
Sippe rt, 2Ö., 2}aS ältefte @efd)üt3mefen ber Sßetttncr: 2ßiffenfd)aftlid)e 33eilagc ber 

Seipäiger Beitung 1895 9Zr. 46 3. 182-184. 
Sippert, 2Ö., Sriefbeförberung beä Slurfürften pon Sad)fen: ^)l 6äd)ftffbeö 5lrdno 

XVI 139 f. 
Siffa, 5lug ber (Sbroni! beä 2)orfeg Siffa bei ^enjig finben ftcb 3^ad)rid)tcn in ber 

9aeberfdileftfd)en Beitung 1895 9?r. 228. 230. 
Sorens, x^ob., ©inige ge[dnd)tlidie S)aten bieStabt ^ilnüau betreffenb: Xa^ Sfiiefcn? 

gebirge in 2öort xmh 33ilb. 10. Qabrg. S. 8 ff. 
Sofertl), x^., (^in Srief über ben Sieg ber 5JJeiBner über bie ^ufitten bei 33rÜE: 

3JJitteil. beS Sereinö für (SJefd). ber ^eutfd)en in Söljmen. 33. ^abrg. S. 208 ff. 
Sudan, Slur^e (S5efd)idite ber Df^ieberlaufi^er Stobt Sudan: SRitteilungen beö 3Sereinö 

für bie ©efdiicbte S3erlin§ 1895 3h 6 S. 57 ff. 
!0larfd)ner, Über S$. 3J?arfd)ner ift bei (Selegenljeit feineö lOOjäbr. (iJeburtötageö ju 

t)ergteid}en: Submig in ber Sct)lef. Beitung 1895 3lx. 571, 5lntboiu) im dl. dJörl. 

5ln3eiger 1895 3^r. 191, Bittauer 3Rad)rid)ten 1895 9h. 190. 191. 193. 
Tlcid) e, Vi, S:ie nueflen ber Sebnil^ unb ber Drt beö (ginfieblerö. ©in Heiner ^eU 

trag ^um 2?erftänbniö ber Cberlaufil3er ©renjurfunbe pon 1228: 9Jlittcilungen bcä 

Diorbböl)mifd)en (S'j-fuifionS^CSlubö XVII S. 297 ff. 



II. ^Jiad)nd)ten aiid bcii Saufi^en. 297 

?Jicrflinflf)ttuä, D., Tk Sebcüerfaffung öer Maxt 33ranbenburg Bio jum 14. ^a\)x^ 

Iiunbcrt: ^^oi-[d)Uiu3cii 5111* ^^ranbenlnivöifdH'n u. ^^rcufeifcf)cn ®efcf)icf)te 8 S. 59 — 102. 
I1ici)ci-, 5öill}, ^cr 53crltnor ^:?lnnalift uou 1434: 3fad)nchten bcr Älönigl. ©eWcfiaft 

iDci- SBiffonfitaftcn 5U (Sjöttiiiöcu. ^X^IjiloI.^jiftor. illaffe 1895 ^Dcft 3. (3}Ietftei- 

!IIiid)ncI auö ©örlii^ baut 1418 nni Xiirni Der 5Jiarienfird)c in Berlin). 
a)tid)ttoI, 51. u. %\).l ^nmüicnbud). 6l)romf t)cr gamilie (5. @. ![Rtd)aeI auS Dbcr== 

tnct)ci-öbouf bei ^i^tcufalja in beu fäd)f. Dbcriaufili;. 2. 5(uögabc. ?llö ^Dlanuffvipt 

öct)nidt. 3ittau 1804. 38 @. 8». 
^iJionfc, Über t)ie S3ei)eutung ber beibeii im (©örliljer) "^^^arfe befinblidieu ^amltblöde : 

@örlii,u'r -)cad)rid)len unt) ^Injeiger, 9tici)erfd)Iefifd)e Beitung, 3^euei; ©örUl^er 5lns 

seiger 1895 'Jh. 187. ^ 

:\lioraiDef, Bittauer «Slunftbenfmäler, mit 2 ^Ibbilbungen : ß^ebirgäfr. VI @. 257 ff. 
:\liofd)fau, %, 5luö ber ©üblaufii^ (Sauen. (Sin 33eitrag für ©ad)fenC\^agtigefd)id)te: 

^er SSaiömann. ^i3b. XXVI 1894/95 S. 1 f. 13 f. 23 f. 33 ff. 67"ff. 85 ff. 93 ff. 

101 f. 125 f. 133 f. 
:l)iotd)fau, %, Slitterburg u. Sllofter Di)bin im Bittauer (Sjcbirge. 3)crcn 33cfcbreibung, 

©efd)id)tc uni) 'Bag.m nebft ?^'ül)rer burd) bie Umgebung Di)binä (Töpfer, ^^lody 

lualb unb Saufd)e). 11. ^luflage mit ^(luftrationen. £)i)bin, 9>crlag b:ä „Di)bin* 

mufcumö" 1895. 40 6. 8». 
Slhiller, (Scorg, ^serfaffungö- unb 35erii)altungägefd)id]te ber fäd)f. Sanbeä!ird)e: 33ei^ 

träge jur 6äcbf. ^ird)engefd)id)te bcrauögcgebcn Don 2)ibeliuö u. ^kieger. 9. ^eft 

©. 1-272. 
9}?üHer, @., 5Iu§ ben grembenbüd)ern ^c^^ ©preemalbeS: (SJebirggfr VHS. 187 f. 200. 
^JiüIIcr, dl, S3röd|tein, 2Bilbfd)ü^, $ilnifau: 3Daä Diiefengebii^e in Söort un^ Silb. 

11. mm- @. 1 ff. 
!0?utfd)inf, ^efud) einer n)enbifd)en ©pinnftube: (SJebirgöfr. VII <S. 2—4. 
5Jtutfd)in!, 3}ie litterarifdien S3eftrebungcn ber SBenben in ber fäd)f. u. preufe. Ober* 

lauftl5: (S^ebirgSfr. VII @. 157 f. 
$a Ubier befpridit Knotbeö 51rbeit ,,2öeld)er Drt in Söbmen ift mit bem 1052 unb 

1126 ermäl)nten Isgorelik (Yzcorelik) gemeint?": SJJitteil. beö 9Jorbböbunfd)cn 

(SjCCurfionö*(Elubö XVII 6. 385. 
']>a Ubier, Seigrer unb ©eelf orger ber 9^eformationö5eit: ?0?itteil. beö 9^orbböbmif d)en 

(5j:curftonö=©IubS XVIII ©. 1 ff. 
'$aulil3, (S()ronif ber «Stabt (Senftenberg unb ber jum ebemaligen Stinte «Senftenberg 

gehörigen Drtfdiaften. SDreöben 1892-1895. 1. Xei(, poIitifd)e (S5efd)id)te igeft 

1-11 e. 1-328. 2. Zeil (gefd)id)te ber ^rdien unb ed)ulen i;?eft 11-13 6. 331 

biö 4 IG (nod) unuoKenbet). 
^^fotenbauer, Sdileficr auf ber Hniperfität S3oIogna: 3^itfcf)'^ifi ^^^ 23erein'o für 

(55efd)id)te unb 5lltertum Scbleftenö 28 ©. 433 ff., 29 @. 268lff. 
'^^oifter, 9iad)rid)ten über bie ^ird)L\emeinbe 3'teid)enbad) bei Stönig§brüc! auä alter unb 

neuer 3cit ^kmenj, 3)ruc! ber Cffijin üon ß. S. 5vraujd)e. 
^:]^riebatid), §., $o(itifd}e ^orrefponbcnä beö Slurfüriten 9abred)t 2ld)iaeä I. 1470-74: 

^ublifationen auö ^m '^^reu^ifd)en ©taatäard)iDen, 33b. 35. 
^^rui?, $), 9ied)nungen über .'beinrid) v>. 3)erbi)ö ^Jjreu|enfabrten 1390—91 unb 1392. 

($ublif. beä ^l^ereing für bie (SJefd)id)te pon Dft^ u. Söeftpreufeen.) £eip5ig 1893. 

Wunder u. .<pumbIot (CIV unb 226 ©., 6 mt). 
91a a5, 2iknbnad)ten auf ber 2:afelfid)te: (55ebirgöfr. VII ©. 15 f. 
9{ad)fabl, %., ^Äc Drganifation ber (SefamtftaatöDermaltung ©d)Ieftenö Por bem 

SOjtilirigenilriege. (©taatö- unb fo5ia(miffenfd)aftlid)e ?}orfd)ungen, berauögegeben 

üon 06. ©cf)moder, 33b. XIII ^eft 1). Seip^ig 1894. ^nder u. .s^umblot, XII 

unb 482 6., 10 ^t, uergl. gorfd)imgen mx 33ranbenb. unb ^rcufe. (S5efd)id)te. 

8 33b. S. 284 ff. 
Siegel I, 3: er S^ame beä 9tiefengcbirgeö : ed)lef{fdie Beitung 1894 'Jlx. 756. 
Dieidiarbt, ^Serfud) einer ®efd)id)te ber SltciBnifcben ßanbe in ben älteften Briten. 

33eilage sum 52. 33erid)t über bag Ü%1. 9{ealgr)mnaftum unb $rogi)mnaf{um su 

^Innaberg. 1895. 28 ©. 4«. 
^Hitter, 3)eutfcbe (Sjefdnd)tc im Beitalter ber (Segenreformation unb beä 30iäbrigen 

Slriegeä (1555-1648). 2. 33anb: 1586-1618. Stuttgart, (Sotta 1895. X unb 

482 '6. 8«. 



298 II. Sflad^ridjten auä bcn Saufi^en. 

9t- m., 3ur ©efc^ic^te t)e§ 50^önd)ömalbcf 33crgeg. ©ebenfblatt jum lOjäfiriaen S3c:= 
[teilen be3 ^urmeä unb ber Scrgimrtfc^oft am 22. (September 1895: Saufener 
dmxidjkn 1895 3^r. 221. 

9lofcnberq, ^Familiennamen im Siiefengebirge: ^aö 9licfenqebirqe in Sßort u. Silb, 

mm^^s e. 114 ff. 

Sftotr^arbuö, %, 3)aä Qnquifttoriat in ®örli§: ©örli^er 5^acörici)ten unb ^Xnjeiger 

1895 mt. 224. 
©., 5iuö Söbauä 35ergangenl)cit (Drbnungöartifel Der 6tabtSöbau t)om x^abre 1581): 

®äd)fifrf)er ^oftillon 1895 9?r. 29. 41. 
(Sauppe, Ci3binifd)e ^(aubcrci. ^etruö 3n)ic!er, didiox in Bittau, (Söleftinct unb 

5lc^eiTid)tei-: Bittauer 9^ad)nd)tcn 1894 ^t. 174-177, S. 1490. 1493. 1502 u. 1507. 
©auppe, mk BittQuer ®efd)id)tcn I. II: Bittauer mcbrid)ten 1893 3^i-. 205 ©. 1705, 

1894 yiv. 125. 127. 128 S. 1104. 1118. 1123. 
@d)euffler, XU ©infübrung ber 9{eformation in unfern ©emeinben: S3au^ner 9^acb= 

rid)ten 1894 D^r. 273 f. ' 
(3d)eufflcr, 33au^en unb feine 5lird)en. 4. Xk (5t. 5Rid)aeIi§fircbe: 5l(eine ßl^ronif 

ber eüangelifd)'Iutberifd)en ^iafoniffenanftalt in 3)reöben. Qabrgang 20 (1895). 

1. »rteliabr B. 4 f., 2. 3SierteIiabr 6 4-6. 
6d)euffler, S)er Bug ber öfterreid)if d)en @ciftlid)en nad) unb auö (2ad)fen (gort- 

fet^ung). i^abrbu^ ber (^efellfdiaft für bie ®efd)icbte beö ^^ßroteftantismuä in 

Dcfterreid). ^abrg. XV (1894) Q. 157-186. 
p. «Scbimpff, @., 1813. 3^apoIeon in 6ad}fen. ^ad) beö Mfer'j 5lorrefponben5 be- 
arbeitet. SDresben, Sß. Sänfd). 1894. 3 33ilb. 278 ®. 8«. 
<Sd)Iefifcbe .<lrieg, ber ^^tpeite, 1744—1745 herausgegeben pom grofeen @eneral:= 

ftabe, 5lbteitung für ilriegögefdncbte. 33b. I: 33öl)men 1744. ai^it 19 5larten, 

planen unb Srissen- Sb. 11: ^obenfriebberg mit 14 ^^(änen unb (Sfi^jen. C^lucb 

u. b. %.: 3)ie Kriege ^n-iebricbö beö ®ro§en. 2. !i:eil.) Berlin, 30^ittler u. @obn. 

1895. X 272 unb 151, VIII 244 unb 29 ©. 8«. 
®d)lefifd)cä ^rouin^ialmufeum 1894/95: ed)Ieftfd)e Beitung 1895,9^r.^625. 685. 
(Scbraber, 2ö., @efd)icbte ber ^riebrid)ö4tniöerfität ^u ^^alle. 33erlin 1894, S)ümmler. 

2 23änbe (VIII unb 640, V unb 583 e. 30 mi). 
(ScbroIIer, 6d)leftfcbe ^od)5eitögebiäucbe: Sd)Ieftfd)e Beitung 1895 ^x. 691. 694. 
(Serilor, Sßappen ber SHeifterfingersunft (Oa^ ©örli^er SBappen ipurbe irrtümlicb bafür 

genommen) (Sd)Iefifcbe Beitung 1895 ^Ix. 669. 
©tepban, ©., llrnenfunbe au§ ber Umgegenb t)on ^inftermalbe: ?tieberlauf. SRitteil. 

III 6. 397 ff. 
(5 toi), ?F. 1., (55efd)id)te ber 6tabt (Sd)irgiön)olbe. @d)irgtän)albe ((Selbftperlag). 1895. 

88 S. 80. 3?ergl ©ebirgöfr. VII @. 175 f. 
(Sturm, ^er fcbmarje ©briflopl): @ebirg§fr. VII 8. 169 ff. 
Itrban, Bu t)en älteren §od)5eitägebräud)en am ^ufee beö- böbmifcben 9iiefengebirge6: 

Ta§ Diicfengebirge in SBort unb !öi(b. 12. ga^rg. (5. 16 ff. 
SSirdiom unb ?Fet)erabenb, ^cr arabifd)e ipadftiberfunb oon ?Df?efcbmi^ bei Sauden: 

äai^resbefte ber ©efefifcbaft für ^Intl^ropologie unb ltrgefd)id)te ber Oberlauft^. 

4. .<öeft @. 219 ff. 
ü. 2Ö agner (Sol^anneö 9ienatuo), '^iixit ^I^ittfdierlid) im oberlaufi^er (Sagenfranj. 

33aulien, (Emil ^übner ((Sbuarb m^m 3?erlag). 1895. 256 <B. 4 m, geb. 5 m. 
2öernic!e, @, Bur ®efdnd)te ber fd)Iertfd)en (5d)IoBbauten : (3d)Ieften3 ^^orjeit in 

Silb unb ©cbrift VI S. 134 ff. 
SSutfe, 3)ie Sal5erfd)liefeung6üerfud)e in @d)Ieften in Porpreufeifd)er Beit: Beit[d)rift 

beä SSereins für ®efd)id)te unb ^lltertum ©cblefteno. 28. 33anb S. 99-146. 
? 5?reu5 bei £)ber*@ieqersborf : ©cbirgsfr. VI @. 238. 
? Bui" @cfd)id)te ber dliolera im 9ticfcngebirge: 2)aö 9tiefengebirge in 2öort unb 53ilb. 

9. Qabrg. @. 105 f. 
? 3)er ^ofberg bei Seuba: ©ebirgöfr. VII ®. 221 ff. 
? ^enjig oor 100 f^al)ren: 9neberfdilefifd)e Beitung 1894 3lx. 300. 
? (2anbfteinbrüd)e in ber ©örli^er i^aibe: cbcnX)a 1895 9^r. 225. 
? ^ag ©örlitjer 9tatöard)ip (nad) einem 3?ortrag oon Dr. ^ed)t): (3d)Iefifd)e Beitung 

1894 ??r. 828, 9^euer (iJörli^er ^In^eiger 1894 ^x 271, mxlkm 3^ad)rid)ten unb 

3ln5eiger 1494 Dir. 271, »ber)d)Iefifd)e Beitung 1894 dlx. 272. 



II. 3la(!^v\^icn auS ben Snufi^en. 299 

? ^a'O Snuöfau C.^'S.: ©ebirgsfr. vn ®. 125. 

? 5luö bcr 2?craangcnl)eit uon ^-l^cnsia (nad) einem Q^ortrag oon Dr. ^ed:)t in ^enjig 

am 7. SanuQV 1895): ©övli^ef !)facf)ncr)ten unb ^Injeiger 1895 5?r. 8, 3fiiet)er* 

fc^Iefifrf)e Scitunct Ta. 7. 
? @inn)ei()ung beö 'i>urgbergt)enfmalö in Bittau am 7. S^ejcmber 1894: Bittauer D^ad)- 

rid)ten unb ^In^eiger 1894 'Jlx. 285. 
? ÜJ^üUcifunb auf bem Cijbin: ©ebirgöfr. VI @. 261. 

? Spi^namen ber Cbeilaufitjer (2ed)öftäbte: 3^iebei-fd)Iefifd)c Bettung 1894 Ta. 253. 
? 3?erftoinerter 9öalb bei ©ro^=9iefd)en bei eenftenberg: ©ebirgöfr. VI e. 273. 
? ^er Überfall ju StarsebDet am 6. ^uni 1645: ©ubener Beitung 1895 9Zr. 20. 
? 6preeborn in »e^preeborf bei 9Zeuger5borf: ©ebirgofr. VII ■'^. 104. 
? ^i^oin boben ^feifamme: ©ebirgöfr. VII @. 220 f. 234 ff. 

? S^ao ailufeum fd)Iefi)diec 5lltertiuner: ed)Ieftfd)e Beitung 1895 dk. 262, 2. Beilage. 
? ©efunbbeitopäffe: ©ebirgöfr. VII S. 21. 
? S)cnfnml auf bem Shirgberge in Bittau: ©ebirgöfu. VII (g. 10. 
? öutberg bei^lamen^: ®ebirgöfr. Vn e. 124 f. 
? ©räberrelb bei lUIcröborf am Cueiö: ©ebirgöfr. IV @. 238. 
? ^aö ©örli^er Sranjiöfanerflofter nad) einem 2]ortrage pon Dr. 3ed)t: 3^ieberfd)lef. 

Beitung 1895 dix, 162, ©örli^ef 3iacbnd|ten unb ^Injeiger 1895 3^r. 162. 



B. ^uttHtn. 

^etmutttttg Met ben ^ntak jttr ^rünbung bex ^tabt Zittau. 

Von Dr. 3ed}t. 

Z(m 50. Znär5 öiefes 3^^^^^ fprad} id^ im ^^ttauer (5efd?td)tsDerein 
über „Bcrül^runaspunhe un6 Be5iel)un9en öcr beiöen 5ed)sftä6te Zittau un6 
^örli^ in 5er älteren ^ät^'. VOk bas natürlid} ift, fann fold} ein Portra^ 
nid^t $era5e riel Heues bringen, er fud)te blos 5ie für beiöe Stäöte fd^on 
aeiponnenen iptffenfd^aftlid^en Hefultate 5U einer Pergleid^un^ 5er l^iftorifd^en 
Perl^ältniffe 5er älteren geit 5U benu^en. Hber, ir>ie bas fo von felbft 
!ommt, taud^en aUerl)an5 neue Permutungen auf. IDie fommt es^ fra^t 
man ftd), 5af 5ie ^rün5unoi 5er 5ta5t Zittau $enau in 5te ^eit fällt, 
als 5ie ei$entlid}e (Dberlauft^, 5. i}, alfo 5ie je^ige 0berIauft^ ol?ne Zittau 
un5 Gebiet, von Böl)men an Bran5enburg überging? Pas fpätere (5ebiet 
von ^tttau un5 5as 5er an5eren 5ed?sftä5te ftan5 ^wav um \200, als 
unfer £an5 befie5elt mur5e un5 fein 5eutfd?es (Sepräge für alle 5oIge5eit 
erl^ielt, bei5es unter BöF?men, aber 5as von ^^ttau unmittelbar, 5er an5ere 
tleil 5er 0berlaufi^ als Keid}slel?n. 2(Is nun baI5 nad^ \253 5as €an5 
Bu5ifftn, xvk 5amals 5ie ©berlauft^ (obne gittau) l?ieg, an 5ie 2ts!amer 
überginc^, blieb natürlid^ 5er ^^ttauer Ceti bei 3öE?men. BöF^men l^atte 
alfo nör5Iid} 5er £auft^er Berge fämtlid^e frifd) aufftreben5e Stä5te, xvu 
^örli^, Cauban, Bauten, un5 5amit ]e5enfalls eine 5iemlid}e Summe (£in» 
fünfte un5 ferner and} je5en militärifd^en Stü^punft perloren. Pal^er fein 
n)un5er, 5ag fid? 5er IPunfd? rege mad^te, 5em ab5u{)elfen, man grün5ete 
an 5er 2nan5au eine neue 5ta5t Zittau. tDenn wxv 5tefen (Seftd)tspun!t 
5U ®run5e legen, fo perftel^en tDtr aud? no<i} eine an5ere Überlieferung, 5ie 
bod} 5unäd}ft auffallen5 erfd^einen muf. IDie ift es 5U erflären, 5af 
nad) ^ol^anns von @uben Berid^t gera5e König 0tto!ar Pon Böl^men 
5ie 5ta5t ausfegte? g^ttau lag ja gar nid^t auf einem i(?m unmittelbar 



300 If- 5'iac()rirf)tcn auö ben Saufi^en. 

untcrftef?cnöcn ®elän6c, fonöern oiel^örte in 6ert crften fetten feinen Cet^ns^ 
leuten, 5en I^errn von Zittau (£eipa). Unb fold^e Cel^nsleute $rün6eten 
bod} anbcnvävts (in Kamen5, 0ftri^, Sd}önbci\3) ol^nc jeöe Cintüirfun^ 
öes £an6e5l)crrn il^re 5tä6te. Der tpeitfct^aucnöe unb porfor^cnöe 0ttofar 
n?ir6 alfo, b^nf^ id], 6en Derhift an feinen bran5enburc^ifd)en 5ci)ir>ac^er 
fo $ut als niö^Iid) i:}ahm ausc^Ieid^en ipollen, er peranlafte 6ie I^erren von 
Zittau 5ur ^tusfe^un^ einer Stabi, q,ab bmd} feine 2lnu)efenl7eit 5cr neuen 
^rün6unc3 eine befonbere IDeit^e unb I^alf bem von Böl)men burd^ ein 
unipirtlidies (Sebirc^e getrennten @emeinben?efen burd^ foftbare Pripilec^ien 
5uni befonberen (Sebeil?en. 

|)cr |3ttt(jßei:g unb hao §röfo6 Bei S*t^njig. Von Dr. 3*^^^. 

Der Burgberg bei Pensic^ l^at mn besl^alb bei bcn Präl^iftorifern r>on 
allen oberlauft^er Sd^ansen bie meifte Berül^mtl^eit, meil fxd} Ijier im ^al}YC 
\859 ein pollftänbig erl)altenes unb un5erbrod)ene5 ,,Burci»u:>alI$efäf" ge- 
funben t^at; fonft I^at man ipoI^I in bcn (£rbfd)an5en unferer £anbfd)aft 
Raufen von Sd^erben au53ec3raben, niemals aber bis je^t an anberer Stelle 
als in Pen5i5 eine $an5e Urne. Xlad} Profeffor Pird)ou?s Unterfud}ungen 
fmb bie 3ur(3mälle flarifd}. Der Harne Burgberg, castrum castellum, 
toie er fxd} fe{?r l^äufig in ber 0bcrIauftfe finbet, eripeift irenigftens ftd^erlid? 
biejenigen Sd^an^en, bie ausbrüvfiid) als Burgberge ic. be5eid}net toerben, 
als Defenfipn?erfe, f^inter rr>eld)en bie Uma^ol^ner in 3*^^^*^" ^^^ (Sefabr 
5d}u^ fud}ten. So baben mir alfo an3unebmen, ba^ ber Burgberg bei 
Pen^ig, ber fxd} je^t etums füblid) bes neuerbauten Sd^iegl^aufes l}od} über 
ber Heife befinbet, für Pen5ig unb Umgegcnb in ber rein flapifd^en 3^^^ 
ber 0berIauft^ pon etu?a 600 bis \050 nad} (Lfjriftus eine 2(rt ^eftung 
geroefen ift. Diefes Ergebnis, bas an unb für fid} nxd}t cWn all^u ipid)tig 
ift — benn einem gleid^en ^w^d biente eben jeber flaüifd^e Burgberg — 
crl)ält Bebeutung, ipenn unr berücfftd)tigen, ba^ bas I^iftorifd) befannte 
„Sd}Iog Pensig" gans in ber Icäl^e biefes Burgberges liegt. PoIIftänbig 
in ber <£hznc norböftlid} bem I)errfd?aftlid)en (Butsgebäube finbet fxd} ein 
mit Bäumen bemad^fener ^kd q>an^ geringer (£rl?öl)ung, ber nod) beut ber 
„Sd^Iof berg" ^ei§t. Die ganse 2tnlage unb ber ganse Bau biefer a. \5\^ nieber- 
geriffenen „Pensiger Pefte", beren genaue Befd^reibung uns glücBlid^ermeife 
überliefert ift, beu?eift, ba^ biefelbe nid)t etma blos ein abiiges H)ol]nl?aus, 
fonbern ein ftarfes Bollu^er! tr>ar. ITun ift es aber gans unb gar aus- 
gefd^Ioffen, ba^ ^wd fo nal}C bei einanber gelegenen Defenftpu^erfe — bie 
Sd^anse unb bas Sd^Iof — 5U gleid)er geit einem unb bemfelben ^wcdc 
gebient l)ahzn follten, piebiiet^r ift ftd^er, ba^ in einer frül^eren g^i^P^-'^'i^be 
ber Burgberg, unb in einer fpäteren bas Sd^Iof gegen feinblid^e Einfälle 
fd^ü^en follte. Da nun bie Sd^anse, ipie eripä()nt, BoIItperf ber IPenben 
rpar, fo ift fidler bas Sd^lof erft pon bm erobernbcn unb eina>anbernben 
Deutfd}en erbaut u?orben, ein Ergebnis, bas inmterl^in bead^tensmert ift. 
2XIs frül^fter Termin ber (£ntftel)ung bes Sd^Ioffes ift bie geit ber (Eroberung 
ber (Öberlauft^ buxd} bie Deutfd^en, b. b. ber 2tnfang bes U- 3^^^'^^i^^*^i'^^ 5^ 
nel?men. Damals mag ber flapifd^e Qerrfd^aftsbefi^er pon einem Deutfd)en 
perbrängt n^orben ju fein. Der le^tere I^ielt aber bie alte Sd^anse mit 



II. Stac^rid^ten an§ ben Saufi^en. 301 

il^rcii (£r6rr>ällcn un6 in il?rer ipafferlofcn 'iaq^z für ntd}t ftd^er ^enu^, er 
baute ftd^ tief unten in 5er Heifeebene eine IDafferburg. Pielleid^t ift erft 
öantals 6er l^eutic^e 21Tül)Ic^raben 5um ^wcd^ 6er XPafferfüIIun^ 6e5 5d]Iof = 
grabens angelegt ipor6en. Die allermeiften 0berIauft^er Hitterft^e ftn6 
IPafferbur^en. 3^i^*^^*^ff^"^ ^^^^^ ^^/ ^^^^ UTnfaffen6ere Unterfud^un^ über 
6ie $egenfeitic3e £a$e 6iefer IDafferburijen un6 6er alten Burgberge aw' 
5uftellen ^). 

pann wextte, (omet nad^jwciotid), jitm exften 5^1afe ein Sof^cxt- 
]ottet in ^öxtii}l Von Dr. 3^^^- 

3n meinern Bud}e „^ürftlid^e Befudje in (Sörli^, ^eftfd^rift 5ur <£ni" 
l)ülhnu3 6e5 HeiterftanöbiI6e5 XDill^ehns I. am ^8. ITTai ^893 in (5örli^'' 
fonnte xd} (5. ^9) erft für 6as 3^^^ ^^^^ ^^"*^ ^Inmefenl^eit eines ^oE^en- 
5oIIern (5es UTarfarafen i^ans von Küftrin) in ^örli| nad)n?eifen. (Eine 
genaue Befd^äfti^jung mit 6en (Sörli^er Hatsredinunc^en 6er ^ufftten5eit 
eraab 6ie Cbatfadbe, 6aj5 fd)on \^3^ ein (SIie6 unferes erl)abenen ^errfd)er= 
I^aufes i}kv rpeilte. 2^n \6. Ban6e 6iefer Hed^nungen (pergl. H. Cauf. ZTTag. 
68, 5. 277 ff.) f^eift es ndmlid^ BI. 70a: Item meister Francken, alsz 
der margraffe von Brandenborg zcu im gebat hat, 18 gr. Der Ba6er 
alfo, IlTeifter ^ran!e, ert^ielt vom ^örli^er Hate, als 6er ITTar!(3raf von 
Bran6enburc3 bei ihm ein Ba6 nafyn, \8 gr. Diefe Ausgabe ftel^t Der= 
5eid]net unter 6em Cermine Sonntag Palmarum ^^59. tcad} 6er (Ein- 
rid)tung 6er ^örlifeer Katsred^nungen ir>ir6 alfo 6ie 2lnmefenl)eit 6es lUai-f" 
grafen in 6ie porl?ergeI)en6e IDod^e pom 22. bis 28. 2när5 5U fe^en fein. 
5d)u?ierig ift 6ie ^rage, ir>eld)es 6er I)o{)en5olIernfd}e iftarfgraf u?ar. 
(£s erfd^eint 5unäd)ft ftd}er, 6af 6er Bran6enburgifd}e IlTarfgraf von 
Breslau nad) (Sörli^ !am; 6enn 6ort üeru^eilte Dom„)i8. Hopember \^58 
bis 5U 2tnfang lUäx^ \^59 6er liönig 2(Ibred?t pon (Dfterreid) un6 fd^arte 
6ort eine glän5en6e Öerfammlung um ftd). Die ^örli^er Hatsred^nungen 
berid^ten nun aus 6iefer ^di von 6en Durd)5Ügen l}o{)er Perfonen auf il^rer 
Keife nad} un6 pon Breslau. So fommt 6ie lt)od)e por Keminiscere 
^459 6er Bifd)of Pon f)ifpanien 6urd} 6ie Iceif efta6t, fo meilte 5U 2tnfang 
6esfelben 3^^^^^*^ Kafpar Sd)Iicf, 6er berül)mte l{an5ler Siegmun6s un6 
2llbred}ts II, eben6ort. TXai} (Srünl^agen (Sefd}id)te Sdjieftens I S. 268 
fan6en n)äbren6 6er 2(nttx*fen^eit 2llbred?ts in Breslau 6ort 6ie ^ol)en5oIIern 
^rie6rid} un6 Hlbredit 2ld]illes fomie 6es le^teren (? foll l^eifen 6es erfteren) 
So{)n 3obann ftd? ein. 3*^'^^'^ ^^^^ 6iefen fönnte (£n6e 2när5 ^^59 (5örli^ berül^rt 
l^aben. 2im n?a{)rfd}einlid)ften ift es mobi, 6af 2llbred)t 2Xd}ilIes, 6en 6er 
l<önig 2llbredjt 5um (2)berl)auptmann Sdjleftens ernannt l^atte, gemeint fei. 
0b 6ie noti5 6er Hatsred^nungen unter 6em tEage 0culi 6en 8. IMär^ 
1^39 (Bl. 68 a): Item eynen bothen kein der Zittaw mit des herczogen 



£itteratur : prcus!er, Blicfe in bic üatcriänbifdjc Dor5eit ^b. II 5. X2'\. Bb. I 
dafcl II llv: 29 ((Sruubri^ bcr Scfjau5e); ^eycrabcnb, 3^^'^<^5bcftc ber (Scfellfc^aft für 
^Intbropologic unb Urtjcfdjid^tc, l l7cft ^890 5. ^7; Hösicr, (Eiironi! von pcn3ig, ^86^ 
5. '^. \7; IPctjtücifcr, H833 S. 380; Krci§igs Beiträge IV Hr. \2; ZTeuer (Sörli^cr 2tit' 
seiger \8<)^ Xlv. 127. 



302 II. ^aäjti^ien au§ ben Sauft^en. 

von Brandenburg briefe von der gefangenen wegin, mit öiefcm ^ufent- 
Ifolk 5ufammenl?än$t, muf 5n:?cifelt?aft bleiben. 

^nm ^bextanft^ex §eibtetwefen. Von Dr. 3^^^- 

(£5 ift ja hdannt, 5af fxd} in unferer l^aiöereid^en 0berIauft^ r>ier 
geiöler^efellfd^af ten 6er IDaI6bienen3ud)t in frül^erer ^cxt nad^tpeifen laffen : 
\. in 6er KIitfd)6orfer ^räflid^ 5oImfd}en ^errfd^aft Iin!s vom Queif, 
2. in 6er (Börli^er f)ai6e, 5. im IHusfauifd^en, 4. in 6em ^overswer6er 
(gebiete, ^ie £itteratur 6arüber fin6et ftd^ von pefd}ecf, H. £. ITi. 27, 
5. 205 ff. 5ufammengeftellt. €ine 5ufammenfaffen6e überfid^tlidje Dar« 
ftellun^ G,ab idf in 6er offi5ieIIen ^eft^^eitun^ für 6ie VI. lt)an6er'X)er= 
fammlun^ un6 ^(usftellun^ 6es 6eutfd}en Bienentüirtfd]aftltd]en Central» 
Pereins in (5örli| pom 26. bis 50. September \895. ^ier ipur6e aud? 
5um erften IHale eine bis je^t unbefannte l^öd^ft intereffante Ur!un6e 6es 
(Sörli^er Katsard^ips (über actorum \^78 — ]i'^85 BI. 280 a) aus 6em 
3al?re \^8^ ab9e6rucft. Darin ipir6 cv^älflt, 6af 6ie 3ei6Ier auf 6er 
^ai6e ftc^ l^erausgenommen t^ätten, in 6ie l}ol}c ®erid?tsbar!ett, a)eld?e 6ie 
5ta6t in 6er ^rofen Qai6e 6es (Öörli^er £an6es l^atte, ein5U5reifen, 6a 
nun 6er Bür^ermeifter un6 6er Hat ftd} 6ies nid)t l^ätten gefallen laffen 
un6 6ie Sad^e por 6as Sd^öppen^erid^t in (Sörli^ (^cbvaä^fi l^ätten, fo 
mären 6ie ^<ixbkt 6emüti$Iid^ 5U Kreuze $efrod)en. £ei6cr fin6et ftd} fonft 
über 6en ^er9an3'6er Sad^e nid^ts. (Ob 6ie Had^rid^t 6er (Sörli^er Hats» 
red}nun$en, 6af 1(^85 im 3^"uar etlid)e ^örli^er Trabanten 6er ^cibUv 
t^alben nad} Z(ifIas6orf $efd)i^t feien, 6amit 5ufammenl?än$t, ftel)t 6al?in. 
3ni übrigen blieb 6er 3ei61er$efellfd}aft aud? nidjts anderes als pollftän- 
6i$es llnteru?erfen unter 6ie ^eftren^en ^örli^er ^errn übrig, 6enn gera6e 
aus 6er 6amali$en geit fin6en fid? Beifpiele genug, 6af 6as (Sörli^er 
5ta6tregiment gegen meit mäd^tigere (Senoffenfd^aften un6 I^errn als 6ie 
5ei6Ier il^re^l^ol^en Pripilegien mit 2tufbietung aller il^rer lltad^t un6 mit 
6en gemaltfamften IHitteln fd)ü^ten. — Die Urfun6e per6ient, um aud^ 
u:)eiteren u)iffenfd}aftlid?en Kreifen bdannt 5U u?er6en, in 6er l^iftorifd^en 
3eitfd}rift unferer (überlauft^ ge6ru(^t 5U tt)er6en. Sie lautet: 

So dann der her burgermeister uff Schaffung und nach 
enphelung des edlen wolgeboren herm Georgen von Stain ko. 
majestet anwalt und diszer land voyt zu den zeidlem etc. ge- 
klaget had, sy sich in dy königlichen gerichte gelegit, obir pein- 
liche Sachen, dy nindert (nirgen6s) anderszwo, dann alhir als eym 
heupte desz landes, uff begnadung und privilegia diszer könig- 
lichen Stadt suUen gefordert und gericht werden, gesessin und 
underwunden habin, vorgebende, sy hetten ir eigne gerichte zcu 
hengen, zcu blenden, zcu heischen und zcu echten, und so sy 
sulchen frevil begunst, sich der königlichen gerichte under- 
wunden unde der stat in ire herlichkeit und begnadunge gegriffen: 
woren sy dorumbe in dy pen (poena), in denselben begnadungen 
und der stat privilegia uszgedrugkt, gefallen; haben sich die 
zeydler alle durch iren Vorredner an dy recht (por 6as ®erid}t) 



I 



II. 5)'?ac^ric^ten au§ ben Sauft^en. 303 

iDrengen lossin und donoch in sune an den hern burgermeister 
und den rath mit hocher bete (Bitte) gefallen, sich zcu den clagen, 
wy dy der herr burgermeister zcu en angestalt, öffentlich vor 
gehcgeter bank bekannd und darobir in gnaden und nicht in 
rechten zu irkennen gebetten; ouch habin sy gesaget, sy ir alt- 
herkomen der Sachen halbin forder in rechten nicht zu helfe 
nemen weiden, und zculetzt ire antwort uff dy klagefrist bisz zum 
nesten dinge, so disz der erste dingtag ist, gebetten, dy en durch 
scheppen teilunge zcu irkant ist wurden. Actum in judicio feria 
tertia post Udalrici (Dienstag am 6. 3ult \^8^) ^). 



^) Bei biefcr (Selegent^eit bcmerfe xd}, ba% bte bcrül^mtc (Sörli^er Bud?bruc!erci 
von 2Inibrofius ^rttfd? fd^on im ^aliu 1586 ein Bieiicnbuc^ brucFte, von bem ein (Eremplar 
fic^ je^t nod} auf ber lllilid^fd^en Bibliotl^ef üorftnbet. (£s I^at <{ ^tbbilbungen unb träcjt 
ben (Titel: (Srünblid^er unb nü^Iidjcr Unterrid^t ron IPartunge ber Bienen. 2Ius iDal^rer 
(Erfat^rung 3ufamnienaetragen von Xl'xdd 3'ifob, HTitbürger 5U Sprottau. <Sebruc!t 3U 
(Sörli^ bur4 2lmbrofium ^ritfdj. H586, 



m. 9ia(f)nrfjtcn ü\i§ bei* ©ejeüfdjoft. 



3l«ö bcm ^voiotoii hcv 184. ^att|Jtt>etfammImtg in ^övli^ 

am 16. mai 1895. 

9^acf)bem bte tSii^ung üon bcm 3?orfi^enbcn, ^^erm Cberpmfibentcn a. 3^ (Sr,v 
t). Seribciui^, eröffnet raorben mar, erneuerte bcr 2>i^epräf{t)cnt, .^^err ©i)mnafiQl' 
S)ireftor Dr. (Sitner, baö ^^Inbenfen an "s^cn erften ^^räftbenten ber ©efellfiaft, Den 
©tanbeöljerrn (Brafen t). ©allen bera auf 3}?u5fau (geft. 1795). '8obann üerlaö ber 
Sefretär ber @efellfcf)aft, .^^err Dr. ^cdjt, bie 5^efrologe beö ©rafen t). 33reBler auf 
£au5fe unb be§ ®eb- 9*tegterung6ratö u. 3t'5frf)mil3 in 33aufeen, .*perr Sanitätörat 
Dr. ^lecfelb trug "ocn SeBenöfauf beö @efretärä ber ^laturforfcbenben @efefl)d)aft unb 
©l^renmitgltebeä ber Dberlaufit^er ©efcflfcbaft, Dr. ^U'tf, t)or. S^arauf n)urbe raegen 
feiner 95erbienfte um bie genealogifcbe g^orfcbung unb megen feiner ber ©efeUfcbaft 
geleiftelcn 3)icnfte i>eir ^aftor Dr. @corg (ijcbmibt in ^acbfenburg in ^l)üringen 
äum ©l^renmitgliebe proflamiert; 5U niirf lieben 5D^itgUebern mürben folgenbe sperren 
gemöblt: Dberft 5. ^. ü. (Salifd) in @örlit3, Cberft a. 3). t). ©cttiil3 unb 'JJeuliauo 
in ©örli^, Pfarrer 5lroI) n in Clbersborf bei Zittau, @t)mnaftaI:=5?rofeffor Dr. Scbneiber 
in @örli$, Sebrcr unb ipcrausgeber ber gefd)icbtlidien 3eitfcbrift„(Sebirgöfreunb" .Qramer 
in Bittau, 3]crlngö== unb Slunftbudibänbler ©rmin 5^oIdmann in ©örliö; jum 
forrefponbierenben SRitgliebe rourbe iöerr Dr. ©ugen .^Torfd)eIt, ^13rofeffor ber Boologic 
unb üergleid)enben 5Inatomie, S^ireftor beö joologifdien ^nftitutS ber Uniüerfität Mar- 
bürg, erforen. @S mar eine 93earbeitung ber gefteflten ^^reiöarbeit „@efd)id)te ber 
^Diarien- unb 5IRartbenfird)e in 33au^en" eingegangen. dJad) ben eingebenben ®ut^ 
acbten ber .sperren *X^rofeffor Dr. ^notbe in S^rcöben, 5Direftor Dr. ©itner unb 
Dr. ^cd)i in ®örli$ mürbe fte mit bem greife von 200 3}iarf gefrönt. '^' 5llö 5^erfaffer 
ergab ftd) i>err 9]ealfd)uI'CberIel)rcr Dr. Saumgärtel in-23au^en. @ö foK bie^^mal 
feine $reiäaufgabe gefteftt raerben, fonbern bao bafür ftiftungämäBig üorbanbene @elb 
nad) bem S3efdiluffe com 16. SÜlai 1894 (91 Öauf. ^agasin 70 (3. 290) üermanbt 
merben. ^n ©teile beg nacb 33rec>lau übergefiebelten ^errn ^^aftor prim. unb Super- 
intenbenten ©d)ull5e mirb in ^a§ Stepräfentanten-Stoflegium ^perr Sanbgeriditerat a. 5D. 
f^ritf d) in ©örli^^'gemä^It. ©obann folgt ein ausfül^rlidier miffenfd)aftlid)er 33ortrag 
beä ©efretärö Dr. ^ed}t über: Dberlaufilier ^reöbi)teroIogie. S)abei mad)te ber 3>or* 
tragenbe ben 3?orfd)Iag, bag anwerft mid)ttge r3anbfd)riftlid)e 2ßer! beä früberen $aftor 
prim. unb ©uperintenbenten San de (geft. 1834), mekbco bie ©efellfdiaft^j-Sibliotbef 
über biefen 6toff ^at, big sur ©cgcnmart fort^ufeijen. Bu biefem Bii^fde mirb eine 
Ä'ommiffion gemäblt, beftel)enb auö 'i)cn sperren $aftor Sd)euffler auö Samalbe, ^aftor 
S3rüdner auä ©croborf an ber Sanbecfrone, ©upcrintenbent 9JZciöner inV^lrnöborf, 
3)iafonuö iper^ in Bittau unb Dr. ^ed)t in ©örli^. 5Darauf Ijkit ^evr ^^aftou 
©d^euffler einen anjiel^enbcn SSortrag über bie .Ferren u. Dioftii5 in ber '^^aiodiie 
Saraalbe. 2Son ben @efd)enfen ber sperren ©d)euner unb ^poflieferanten Starte 
(mobigetioffene ^l^otograpl^ie beö früt)eren :^od)üerbienten SSisepräfibcnten Dr. ^aur unb 
reifbl)altigc SiegcUSammlung) mirb banfenb i^enntniö genommen. 



III. Sf^ad^ric^ten auä ber ©efeEfc^aft. 305 

9(ttd bem ^voiotoUc bei: 185* ^au^ttietfammlund ju ^örli^ 

am 16. Oftober 1895. 

^ie 23erfammlun(5 iijurbe frül^ IIV4 Ul^r üon bem SSorfi^enben, bem ^crrn 
rbcrpräfibenten a. 3). fecricnj v. ®ei)bciDt^, eröffnet. 3unäd)ft erftattete oer ®e* 
feflfcf)aftä*8efretär ^?crr Di-, ^ec^t bcn ^al)regbericf)t. ©obann üerlaS ber 3Siäeprä[ibent 
ber ©efefl)cf}aft, ^err ®i)mnafiaIbire!tor Dr. ©itner, ben S^cefrolog beS üerftorbcnen 
SRitöliebcö, beö Cber^Xrudifeffcö unb l^anbeöbauptinannö ber Cberlauft^, ^errrt ©rafen 
ü. dürften ftein. S^arauf iDurben alö imrflid)e 50^ittilieber geroäfilt bie^^erren: ®i)m* 
naftal'Cberlebrer Dr. £'arbaum in ©örlilj, .^^auptmann a. 2). v. ©räüeni^ in ©örli^, 
Serg-ivominifftonsrat a. 2). 33öbme in Sittau, Dr. 9t diel, imffenfc^aftlict)er Sebrer 
in (Söili^ ; alö forrefponbierenbe SJiitglieber bie ^^erren Dr. phil. (Seeliger in Siffa 
in $ofen, Dr. 6iebe, (Sanitätörat unb ^önißl. Streispb^ftfuä in ßalau, Dr. ^alid), 
Supcrintenbent in Dfcbai^. ^^Uä i|?auäinfpe!tor n)irb ^ea* S3ud)r)änbler iip. X^fcbafdiel 
in ©örli^ erforen. S^anacb merben burcb Buruf bie Ferren: Dr. jur. Sanbeöbaupt- 
mann unb ^ammerberr v». Se^beroit^, ©ebeimcr Cber^x^ufti^rat unb Sanbgericbtä=: 
^^räftbent Sampugnani, Dbcrft 5. 3). t). 33r üb n, ^ireftor Dr. Sinn alä 5luö)cbufe^ 
mitglicbcr niiebergemablt. 9lacbbein fobann ber 9tecbnung für 1894 ©ntlaftung erteilt unb 
ber^auöbalt für 1896 beraten ift, fprid}t ber ©efretär ^;)eir Dr. ^e(i)t fur^e ebrenbe 
Söorte r^um ^Inbenfcu an ^en Oberlaufi^er Homponiften ^. 2)^arfrbner, beffen im 33ofi^ 
ber ©cfellfdiaft befinblid)e 53üfte mit Sorbeer befranst aufgeftellt mar ; berfelbc 9iebner 
berid)tet bann über bie S3egebung beä 550iäbrigen r5ubeitageö beö (Sect)sftäbte=53ünb* 
niffeö am 21. 5luguft 1896 unb giebt eine furje @d)ilberung ber gefeflfd)aftlid)en 'Siegel- 
fammlung. 5lm Sd)Iu§ bielt ber ^err ®i)mna[ialbireftor Dr. ©itner einen intereffanten 
33ortrag über baö 2BeItparIament ber 9teligionen in ßbicago. 



3a$re$ßm(8t 1894/95. 

3^er Sericbt, ben ber ©efretär über bie ©efcbicbte ber ®efellfd)aft p geben l)at, 
umfafet nacb langjäbrigem Sraud) bie Beit wn ber einen ^^erbftüerfammlung 5ur anbern. 
5(Iö mir üor einem Qabre bier tagten, batten mir bie ^reube, ein ^ubelfeft ju feiern: 
unfer ^err ^räfibent (Se. feettenj ü. (Sei)bemiJ mar an biefem Xage 25 ^^labr ber 
3Sorfi^enbe unferer @e[ellfd)aft. 3^er ."perr SBisepräfibent S^ireftor Dr. ditner begrüßte 
unb beglüdmünfdite t)en üereFirten Jubilar nno überreicbte ibm eine 5u bem Xage t)on 
ber ©efeflfdiaft bei-"au§gegebene ^eftfdirift. ^n tief bemegten SKorten banfte barauf ber 
bobe ^;^err. Sobann bielt ber Sefretär ber ©efeflfdiaft Dr. Qecbt ben S^eftüortrag über 
bie früberen ^räfibenten ber ©efettfdjaft. 

aWitgUcbcr* 

3^er S9eftanb ber ©efeEfcbaft fteEt ftcb iefet auf 15 (g^ren^, 143 ipirflidie unb 
34 forrefponbierenbe, sufammen alfo auf 192 lOlitglieber, fo bafe ftcb bie Sln^abl 
ber 35eretnögenoffen feit üorigem Qabre gleid) geblieben ift. 3)urd) tien Xob oerloren 
mir bie Ferren: ©raf 33refeler auf Sauöfe (f 19. 2)e5ember 1894), Imtsbauptmann 
unb ©ebeimen Diegierunggrat ü. Bejfcbmi^ in Sauden (f 16. 5Rärs 1895), Dr. ^ed, 
.^uftoä ber naturforfdienben ©efeüfdiaft in ®örli$ (f 28. !0lär5,1895), Dbertrud)fefe 
Sanbe^bauptmann @raf ü. gürftenftein auf liaeröborf (i 20. 3Jlai 1895), ^rofeffor 
Dr. ©erbarb in ^^onn (f 13. ^uli 1895); freimiHig fd)ieben auö bie ^erren Dr. 
©ulenburg in 5Dreöben, Dr. ^ec!er in Söieäbaben, Sanbeärat ©roffe in Berlin; 
geftricben mürben auf ©runb beä § 9 unferer (Statuten bie Ferren ü. 50^ an teuf fei in 
Suc!au unb lleberfd)aer in SOf^agbeburg. Bum ©brenmitgtiebe mürbe megen feiner 
SSerbienfte um bie genealogifd)e ^orfcbung unb megen feiner ber ©efellfd^aft sugemanbten 
roertüoHen ^ublifationen §err ^^aftor Dr. ©oorg @d)mibt in ©a(|fenburg in 
^^büringen, unfer langiäbrigeö forrefponbierenbcs SOaitglieb, erflärt, ju mirflidien 2Rit* 
gliebern mürben gemäblt bie ^^erren: v. ®i)bom, 9iegierungäpräfibent a. S)., 2öirf^ 
lieber ©ebeimer Cber-Dtegierungörat in ©örli^, ^ilfemuä, ^aftor in 5ÖZar!eröborf, 
Oberft 5. SD. ü. ©alifcb in ©örlife, Dberft a. 3). t). ©sett ri^ unb 9Zeubaug in 
n. c. m. sb. Lxxi. 20 



306 ni. Oiad^ric^ten aug ber ©efellfc^aft. 

©örli^, ^farrer 5lro]^n in Dibcröborf Bei Bittau, ©pmnaftalprofefTor Dr. Sc^neiber 
in ©örli^, Scfirer unb ^^^erauöcifBer ber ge[d)i(f)tliröen 3citfc{)nft „©ebirgsfreunb" 
Gramer in Bittau, 3?er[agg? unb 5lunftbud)^änb(er ©riuin 3?o(cfmann in @örli^; 
5um fovrefponbierenben SRitgliebe raurbe .*peiT Dr. ßugen 5lorf dielt, ^^rofeffor ber 
Boologie unb üergleid^cnben ^^(natoniie, S^ireftor beö äOoIociifd)en ?5nftitutö ber Uni- 
üerfität 50tarburg, erforeir 3?on t)cn Beamten legte J>err SBeefe [ein 5lnit al§ .*Jbauö^ 
infpeftor nieber. öerr ^^uperintenbent unb past. prim. Bc^ul^e trat burd) feinen 
Sßeg^ug nad) 53re5lau aus ber Bal)I ber Otepräfentanten, an feine Stelle nntrbe ."öerr 
Sanbgerid)törat a. 2). Si^itfd) gemäl^Ii 

unferer ©efellfd)aft utnfafet 

a. ^reiöauf gaben, ^-äflig inar p Einfang bicfes Qabreä hie Bearbeitung 
be§ in ber Su-üI)iabr§oerfammIung 1893 geftetlten 2^bemaö: „@efc{)id)te ber !Oiarien:: unb 
50^artljenfird)e in S3au^en". @ö lief red^tjeitig eine Derfudite :itiöfung mit bem ilenn* 
morte: „@rft tnägo, bann ipagö" ein. 5luf ©runb beö @utad)tenö ber .^^erren ^rof. 
Dr. 5vnotbe in 3)reöben, bc§ ^^ijepräfibenten unb Sefretärs ber ®efeHfd)aft erteilte 
bie bieSjäbrige Ofterocrfamnilung ber 5lrbeit ben aufgefegten $reiä uon 200 Tlaxt, 
5llä 9?erfaffer ergab fid) igerr 9tealfd)uI'DberIel)rer Dr. Baum gärt el ju Bauten. 5In 
nid)t r»erbraud)ten Binfen ber "»^etrifdien Stiftung für ^H-eiöaufgaben finb je^t 300 Wlaxt 
üorbanben, biefelbcn fönnen nad) bem S3efd)Iuffe ber grübiabröuerfammlung 1894 ju 
^^^ublifationen üermanbt merben. 

b. ^Q^agajin. Söieberum fann id), roie fd)on oor einem ^d[)te, meine ^^reube 
barüber auöfprecben, ba^ bie Bctbl ber tüchtigen für ben S)rucf eingelieferten 5lrbeiten 
junimmt. S^ie 9}Ianuffripte bäufcn fid) unb eö bauert oft äietnlidi lange, e^e fie pm 
3)rud geförbert merben fönnen. 2)aö erfte bieöjäörige ^eft, baö Qbnen ©nbe 30lai mit 
ber ^^Noft juging, entbiclt: S^^iarium beö ©örlil^er ßonful $aul Scbneiber. 3Son 
Dr. @. ®d)ul3e; Sonnemalbc 5ur Beit beä breifeigjäbrigen 5^riegeä. Bon ®. ^bürmer; 
®efd)id)te ber Drtöberrfd)aften uon ^örnii^. Bon ® ^orfd)elt; ?^rieblänber @efd)id)tg* 
quellen. Bon ^. .^^elbig; 3;:ie Cberlaufit^er auf Unioerfitäten mäbrenb beö 5IRittelalterö 
unb biä 5um Qabre 1550. Bon Dr. ilnotbe. Ta^ 2. ^eft beö 71. Banbeö, baö 
bolbmöglidift in 'Qbren ipänben fein mtrb, entbält junädift t)m 5lbbruc! ber $reiä' 
aufgäbe : ©efdnd)te ber ^Diarien- unb 3Jlartbenfircbe in Bauten. Bon Dr. Baumgärtel ; 
fobann: 2öann mar ber S)icbter Qobann ßbnftian ©untrer geboren? Bon (Sl. ilönig; 
9^ad)rid)ten über bie Befi^^cr beö 9Utterguteö ©eröborf bei 9ieid)enbad) D.-S. Bon 
^^aftor Brüdner; SCie flamfdien Drts- unb ^l^i^namen ber Oberlauftlj. Bon ^v .^Kibnel. 
^aju fommen nad) altem Braud)e nodi bie 3ftad)rid)ten aus ben Sauft^cn, boftebcnb 
in litterarifd)en ^Jln^eigen, fogenannten ÜUiöcellen, b. l). fleiiieren 5lrbeiten unb ^ad)^ 
rid)ten auö ber ®efellfd)aft. ^ür näd)fteö x^abr foH infofern eine 5tenberung in ber 
^erauägabe beg ^ÖJagajinö eintreten, alö ha§ erfte ^eft beä näd)ften, beä 72. Banbee 
pgleid) alö ?^eftfd)rift für t>a^ 550iäbrige Jubiläum beö Secboftäbtebunbeö erfd)einen 
foil. @ö fann baber erft im 5luguft 1896 bt'rausgegeben merben. Heber "Oa^ näbere 
merbe icb fpäter ctwa^ ermäbnen. 

c. 2Siffenfcbaftlid)e Borträge. Bunäcbft mürben 2 öffentlid)e Borträge 
geballen: am 6. Dboember 1894 fprad) ^err Oberlebrer Dr. Bud)roalb über ^;^anö 
Sad)ä, am 22. Januar 1895 S^m ^^?rofeffor Blau über S^eutfdie <Btär)ic unb Sitten 
um 1600 nad) 5R. Cuabeö „Teutscher Nation Herligkeitt". ^m engeren Alreife 
(üor ®efellfd)aftämitgliebern) borten mir folgenbe Borträge: am 20. S^ouember 1894 
üon Dr. x^€d)t 1. S^ie ©rünbung berStabt Spremberg im ^abre 893 unb ^^Ibrabatn 
^;)ofemann, 2. ^ie nörblid)e©örlil3er Slabtflur oor 800 ^abren unb je^t; am 4. S^^esember 

1894 üon ^ireftor Dr. ©itner: Biuei altrömifd)e ©aftmäbler; am 8. Januar 

1895 üon Oberlebrer Sdimibt: 2)te preufeifd)en ©rrocrbungen au3 ^olen; am 
5. t^-ebruar 1895 üon S^ireftor Dr. Baron: 6a§par üon Sd)mencffelb unb feine Sebre 
in Sd)leften unb ber Dberlaufi^; am 26. f^ebruar uon Dr. ^ed}t: 5lnteil ber Dber^ 
läufig an bem Slon^il 5U A^onftanj; am 26. SRärs oon Generalleutnant a 3). u. ©eitler: 
Stubie äum d)inefifd)'iapanifd)en Kriege. Um 'Den Sinn für @efd)icbte unferer Cber:= 
läufig aud) in meiteren toifen ber Dberlaufil^ äu meden, bielt ber Sefretär oor jabl- 
reid)em ^ublifum nod) jmei Borträge aufeerbalb oon ®örlife: 5lm 7. Januar 1895 



III. 9iac^ricf)teu auö ber ©ejcafc^nft. 307 

_.}xad) er in ^cnsig über bie ältere ©efcfiirfite t)on ^enjig, am 30. 5i)iär5 1895 im 
6)c[cf)iittöucrein 511 Bittau über bie 33erülirungQpunfte unb 33c5icl3uncien bor bcibcn 
3cd)oftäbto Bittau unb ©örli^ in ber älteren Seit. — 5Iud) im Derfloffenen ^a()re 
mürben mäl)renb beä Sßintetö in ben Dortragöfreien 2Bocf)en „smancilote 5tbenbe" ah-- 
gebalten. 

d, ^ortfübrung ber üorbanbenen 2öerfe über bie Oberlaufi^cr ^reöbi)teroIogie. 
Otad)bem ber eefretär in ber Cfterüerfammlung biefeö Qabreä über biefen ©egenftanb 
l'ortrag gebalten l^aik i;nb eine ^ommiffton beftebcnb auö 5 3)]itg(iebern gemäblt 
•jorben^ mar, mürben nacb llebereinfunft biefer i^ommiffion ^^-ragebogen auögefanbt unb 
UHU* für bie yreupifrfie Cberlaufil^ burcb bie gütige 3]ermittelung ber %rren Super- 
ütenbentcn, für bie fäcbfifcbe Cberlaufi^ burd) bie suuorfommenbe ipilfe ber .^oben 

^vöniglidien 5Ireiö()auptmannfd)aft in 33au^en. ©in Xeil S^ragebogen finb [cbon be- 
antmortet unb bie begeljrten 5luöfünfte finb biöbet- fämtlid) pr größten 3ufriebenl)eit 
aui^gefallen. 

e. 2)er ^ournaljirfel ging in ber gemol^nten Sßeife um. 

rf reute fid) burd) Scbriftenauötaufd), (SJcfcbenfe unb 5(n[cbaffungen auö ^cn etatmäßigen 
:\liitteln einer mefentlidien S3ereidierung. Saut 5luöfd)upe[cblüffen traten mir neu in 
3d)riftenaugtaufd): mit ber fvönigl. Unioerfitätsbibliotbef ju llpfata, mit bem ^abrbud) 
ür Genealogie, ^^eraibif unb (Spbtagiftif ber .slurlänbifdien (Befellfd)aft für Sitteratur 
unb Vvunft, mit bem 3^ercin für £u;L'emburgcr ®e[d)id)te, Sitteratur unb Slunft, mit bem 
norbifd)en 3]ölfermu[eum in Gbriftiania. S^agegen fa_b fid) "Oa^ Sefretariat in Bu- 
limmung bes ^perrn SibliotbefarS u\\D beä "^tugfcbuffeö genötigt, bie 6enbung beö 
:\liaga^inö an 24 Ssereine, bie feit langer 3cit an bie ®efellfd)aft feine ^4^ubIi!ationen 
gefcbicft bitten, porläufig auö^ufe^en. ?^^oIgenben .C;>erren fei für bie @efd)en!e, bie fie 
ber @eferifd)aft raeibtcn, ber märmfte S)an! auögefprod)en: ^^Naftor öiller su ^ittelö? 
borf bei wfdifelbe, :üianbgerid)tärat S^annenberg in Berlin, Sd)uIüorfteber iBrinf, 
^ireftor Dr. ^oacbim, t)en i)o\)cn Stäuben ber Cberlauft^, bem l^ol^en SRinifterium 
für Slultus unb öffentlid)en Unterrid)t in 2)reöben, Sebrer Ctto 9ieumann in SBeiBen- 
felö, ^^aftor Qafob in D^efd)mit% §ßaftor Sir am er in Sörneröborf bei S)reöben, Sanitätö* 
rat Dr. Al leefei b, ^aftor em. §infter in öirfcbbeig, Sanbgericbtsrat a. ^. ^untfd), 
^^uliuä i^elblg in ^-rieblanb in 33öbmen, SBnigl. Siblioiberar ©ri^ner in Stegli^, 
5^ergrat Sfb^mibt' lieber in ©örli^, ^llmin 33 er g mann in ^reäben, Dr. @. Scbmibt, 
I'aftor in Sacbfenburg, ^aftor prim. Sd)önmälber. 

!^ie SSermebrung ber S3ibIiot_bef belief fid) in ber Bett pom 24. September 1894 
biä 5um 23. September 1895 auf 589 3^iummern, auägclieben mürben etma 550 
:''iummern in etma 1140 33änben. _ 

©ans überrafcbenb mertPoHe Bumenbungen r)at unfere (^iegelfammlung erbalten, 
^iefelbe l^at burcb bie ®üte beö ^errn ^Hoflieferanten Starte eine überauö reid)e 
in-rmebrung erfabren. Qd) permeife Sie auf ^cn nacbl^er gu gebenben Scrid)t übet 
biefen Bweig unferer Sammlungen. 

Xk 5)iün,sfammlung erbielt an Bumad)5 pon .<oer*rn ^rofeffor Dr. ^u^Ier: 
ein 10 SoIbi'Stücf Pon ^^apft ^iuö IX., pon ^perrn Hoflieferant Starte: ein 
10 ^^f ennig ? Stücf mit ber grapierten Se5eid)nung „Hungerpfennig", Pon Herrn 
'){. Sd)euner: eine 33ron5e-5Jiebaiffe für perbienftPoEe Seiftungen auf ber Ö5örlifeer 
:)tofenauöfteftung 1894. Tcx (Buk beö Hcnn Slaufmann ^i;d)euner perbanft bie ©e- 
fellfd)aft ein grofeeä rooblgetroffeneä ^^botograpbiebilb beö perftorbencn ^Si^epräfibenten 
Dr. ^^am. Herr Superintenbent S)ebmel in 2ßalbau fd)en!te 5lbbilbungen Pon 
illt.@örlit^ 

Qn t)a^ rubige Seben ber ©efeüfcbaft bracbte etmaä 5lufregung ein ^rojefe beä 

"i^ud)brucfereibefljerö 53öbme in Bittau gegen bie ©efertfd)aft. 3^erfelbe glaubte "^^In- 

iurürbe gegen biefelbe p b^ben megen beä nicbt ju Staube gefommenen 3^rucfeö ber 

eplanten goi-'tfefeung ber scriptores. ^ie ärgerlicbe Sad)e mürbe fd)lieBlicb burd) 

anen 2?ergleicb beigelegt. 

Bum 25iäbrigen Stiftungöfefte beä SSereinä Heiolb p 53erlin am 3. 3^opember 
1894 batte unfer oerebrteä SJÜtglieb Dr. u. 33öttid)er bie ®üte, im 5luftrage unb 
iscilretung ber @efeafd)aft perfonlicb unfere ©lüdmünfrf)e barjubringen, in ä^nlicber 



308 III- ^flad^rid^ten au§ ber ©efeKfdiaft. 

SBeifc TDurbc am 17, 5Rot)ember bte berliner ©efellfd)aft für 5lntl)ropoIogte, (St^nologie 
unt) llraefdnc^te ju il^rem, 25iQr)rtgen ^eftefien t)on ^pcrrn ?^'et)erabcnb bccilücfraünfdit; 
an bte ^lltertumögefcf{fcf)aft ^ruffta in Äöntgöbcrci, raelcfie am 19. ^{oücmbcr 1894 il)r 
öOjäljrigeä (StiflungSfeft feierte, fanbtcn mir eine fd^riftlicbe ©ratulation. 

Ucbct ttttfete Siegclfammlunö. 

3)ie Cbcrlauft^ifcfte ©efeflfcbaft f)at feit alten Seiten unb uorneljmlid) feit ^m 
legten x^al)ren einen ©dia^ t)on Siegeln in il)vem 33cftl3, ber nid)t unbebeutenb ift. 
lim bie 9c\'Uorbnung unb 5^atalogifterung bat fid) unfer ©Ijrenmitglieb ber ^err 
5lrd)it)ar S^einxid) ganj i\)efentlid)e 3]erbienfte ermorben. ©r \)at Stücf für Stüc! 
untevfucbt, neu plaziert unb einen 5lataIog in 2 ^^änben angelegt ber 5lrt, "Oa^ man 
je^t in ber bcquemftcn SSeife 't)a^ 3?or'^anbene feftfteften unb auffinben fann. 

SDie ganje Sammlung scrfäflt in 2 ^Ibteilungen, in bie ältere unb fobann in bie 
@tarfefd)e. 

3)ie ältere Sammlung. 9?on gütigen ©ebern, meld)e ju ber Sammlung bei* 
trugen, flnb befannt: Dr. Sd)äfer in 2)reöben, ein frül^ereä 50litglieb, ber 1854 
104 Stüd fcbenfte, 31 Sauf. SRag. 32 !Rad)rid)ten auö ber Saufi^ S! 83 ff.; fobann 
mürbe im x^abre 1853 burd) bie ^Nermittelung beö Cber^eremonienmeifterä 53aron 
t). Stillfrieb, ber ebenfalls unfer 5Ritglieb mar, eine für Se. Slönigl. ^po^eit ben 
grinsen ?^riebricb oon ^reufeen, ©ouuerneur ju Sujcmburg, oeranftaltete ^Ibgufefammlung 
t)on Siegeln beö Su?:cmburger 5(rd)iüS in rotem gebrannten X^one übergeben (89 Stüd), 
f. % Sauf. Wm. 31 3f?ad)riditen auö ber Saufi^ S. 32 f. unb 49 ff.; ferner fanbte 
ein überaus treu an ber ©efellfd)aft bängenbeS ![nitgltcb in Ungarn, ber ^ofrat unb 
^rofcffor Dr. Bipfcr 1861 eine 9teibe Siegel ein, 3i. Sauf. ^^ag. 39 S. 518 f., beSgl. 
ber 5lreiSpbi)ftfuS Dr. ©ifelt in Slöniggrä^ 1863 unb 1864 (863 Stüd), f. 9MeS 
Sauf 3}}ag. 41 S. 323; ebenfo oerbanfen mir bem ^errn Stabtard)it)ar ^einrid) 
36 Stüd präditig auSgefül^rter ®i)pSabgüfie üon mittelalterlidien Siegeln beS (Sörli^er 
Stabtard)iüS imb bem Sanbgcrid)törat a. 3). ?^ritfcb 647 Driginalftegcl (feit 1891 j. 
5^erner finben ftcb in ber Sammlung 787 Stüd fürftlid)er unb abiiger Originalfiegel, 
fobann 73 Driginal'S©ad)§ftegel in 5^apfeln, melcbe in unbefannter Bcit unb üon un* 
befannter ^anb in barbarifd^er 2öcife öon unferen Urfunben im 5lrd)iö abgcfcbnitten finb, 
ferner 828 Stüd Sieget üon Stabt* unb Sanbgemcinben, Innungen, ^^ircben, fobann 
155 Stüd Criginalfiegel, Sadabbrüde mit 9Iutograp]^en oon Cberlaufi^er ®efd)led)tevn 
unb ©eiftlidien, eine Sammlung, meld)e ber unoergeffene ^rioatgelelirte x^ande unS 
überreicbte jc. 

S)ie groeite Sammlung befi^t bie ©efettfcbaft erft feit einem bölben x^abre. S^urdö 
bie ©Ute beS ^errn Hoflieferanten Starte mürben il)r bei ©elegenl^eit ber üorigen 
^auptüeifammlung nicbt meniger alS 735 mertüoßer Siegel überreid)t, melcbe nun aud) 
neu georbnet unb^im 2. Xeile beS ^latalogS oerseidmet finb. 

S)ie ganse Siegelfammlung ber ©efetlfdjaft l)at nunmebr bie ^öl^e oon 3350 Stüd 
Siegeln errei#. ^ft' biefe Slnjabl aud) nid)t aH^u bebeutenb, fo ift bod) bie Dualität 
ber Stüde ganj üor5üglid). ©o finben fid) eine äiemlid) groBc 91eil)e l)iftorifcb 
fpl^ragiftifcb bod)intereffanter Stüde unb ÜJJeifterftüde ber Stempel[d)neibe!unft. 

3Q?öd)te nun aud) bie neugeorbnete Sammlung, üon ber ein 2eil im Dtebenfaale 
ausgeftellt ift, fortan biejenige SBürbigung unb 33enu^ung finben, melcbe fic im öin* 
blid auf bie Sebeutung ber Siegelfunbe als l)iftorifd)e ^ilfSmiffenfcbaft in üoUem 
2)lafee üerbient. 



@taf ^avl ©ottlieö «löil^crm ti» iötc^Iet mürbe am 26. ^looember 1836 ju 
5nt4Temni^ im 5Treife §irfd)berg in Scblefien alS 6. Äinb beS ©rafen ^^anS Söilbclm 
unb ber ©räfin (Smma geb. ©räfin t). 9teicbenbad)=©ofd)ü^ auS bem §aufe ^^ilfen 
geboren.":\ 5lacbbem er auf ber 5lnftalt ^^u 9iieSfi) unb burd) .<pauSlebrer erjogcn mar, 
trat er 1857 beim bamaligen 2. fäd)ft[d)ei\ 9ieiterregimcnte alS Runter ein, mürbe am 
18. Dftober 1858 Seutnant; 1864 su bem ©arbereiter-S^tegimente üerfe^t, nal^m er 1866 



III. g^ad^ric^ten an§, ber ©efenfc^aft. 309 

al§ Dbericutnnnt an t»en (5dilad)tcn t)on ©itfrfiin imb 5lönigörät3 teil, um fobann noc^ 
in t)cm[elbcn ^nbrc nlö einziger (Solin fcincö am 3. ^ioücmbei 1865 üerftorbencn SSaterö 
bic ?J?aioratögütcr Sausfc, ^^loftil^ unb Bfcbouna in ber Cbcrlaufit^ unb 5Ut'.V\emni6, 
9?cibni^ unb .^inboif im Greife ^;)irfd)bcrg p überncljmcn. 1870 luar er im 2)ienfte 
ber 5lranfenflcge tljätig, 1871 üermä|^lte er fiel) 5u .*oerrnl)ut mit ©ibonie, beä ©regor 
ü. S^oIega-.Üoäieromöfi unb ber .<c^enriette geb. v. ^lotttuitj iüngfter Xorf)ter, bie i^m fd)on 
1875 biird) ben ^ob entriffcn mürbe. 5luö biefcr ©fie flammen 3 Söhne: ipanö, 
^oad)im unb ipeinrid). 1880 eifolate feine Ernennung jum @l)rcnritter beö ^ol)anniter= 
Orbenö, 1892 erbiell er bcn 9iitterfd)Iag jum 9ied)töritter bcö ^^oljanniter-Drbeng ^u 
Sonnenburg. 1887 ncrmäl^Ite er fid) jum jaieiten ?J?aIe mit ber ®räftn ^;)ebmig ^;)uberta 
93]atufd)fa v>. ^ovpolcjan, bie il)m 1889 einen Solin ^arl .^ubcrtuä gebar. Sein 
beftänbiger 5öobnfit3 mar i^ausfe in ber Cberlauft^i, mo 'Om 58iäbrigeii am 19. S^e^ember 
1894 ber Xob biird) .t^er5fd)Iag, I)crt)orgcrufen burd) !)eftige ©allenfteinfdnnerfien, überrafd)te. 
3)er @ntfd)Iafene mar ein ebler unb trefflid)er ßliarafter, l)od)l)er5ig, lauter unb f^Iid)t 
in feiner ©efinnung, „ein feiten ritterlici)er ©beimann, ein 5lriftofrat im bcften (i^inne 
beö 2«orte6". Unferer ®efellfd)aft gefiörte er feit bem 9. 3Jiai 1889 an^). 

6:6riftittn ^o^pf) !>♦ 3cäf$ttit<?2) itjurbe am 6. September 1838 in ©irlad)g* 
borf in Sd)lefien geboren. %U '^oI)n beä am 28. 'i?lprit 1859 oerftorbencn Qofepl^ 
2BoIbenmr ü. Sesfdimitj auf Cbcrpeifau, (Snabcnfrei unb ^eutfd)'Q3afeIi^ unb beffen 
nocö lebenber ©enmblin ßlcmentine, ^od)ter beö ©rafen unb (Sblen ^perrn ßl^riftian 
sur Sippe^33iefterfclb-2öeifeenfelb auf 2:;eid)ni^ unb ?Heber^®urig. dJlit 12 Qabrcn trat 
er in Daä ^^äbagogium in 3^ieö!ii ein, befud)te bann nodi bie $rimo beg ®i)mnaftumä 
in Sd)meiL)nil5 unb bejog I)ierauf bie Unioeifität 33erlin, um bem Stubium ber 9ied)te 
ftd) 5U mibmen unb nad) bem SÖunfdie ber Seinigen fpäter in preufeifdie Staatäbienfte 
SU treten, ^ie nad) bem ^obe fetneS 33aterä erfolgte Iteberfii'belung ber Familie nac^ 
t)cutfc^*^afeli$ bei ^amenj liefe aud) bie 9iüdfeljr be^J So^neö nad) Sac^fen alö 
raünfd)enömcrt§ erfd)einen. @r ging nod) Seipjig, unter.^og fid) bort nod)maIö Dem 
5Dlaturitätöejamen unb fe^te bie in 33evlin begonnenen Stubien fort, nad) beren 5lb' 
foloirung ü. 3e5fd)roit^ eine längere 9ieife burcb bie Sd)rociä, Sd)ottIanb, ©nglanb unb 
Italien unternabm mit einem l)albiä[3rigen 5lufentE)aIt in Saufanne, x^n bie ^eimati) 
aurüdgeM^rt, trat er am 5lmtggerid)t 511 3Reiiftabt bei Stolpen al§ 5tftuar ein, mürbe 
nid)t lange barauf 'eefretär bei ber .^önigl. 5lreisl)auptnmnnfd)aft in Sauden unb mar, 
ple^t alä S^egierungöratb, bis jum Qa^re 1880 bei biefer 33e{)örbe tljätig. 3n biefem 
3al)re raurbe er ^um ^Imtsbauptmann in Slamen.^ ernannt unb entfaltete l^ier, im 
]^eimatl)Iid)en Se^irfe, eine gefegnete, erfolgreicbe ^l^ätigfeit. 1892 in gleicher (Sigenfcbaft 
5ur 5lmt5bauptmannfd)aft Sauden Derfefit, gab er ftd) nidit allein feinem mütjeooücn 
unb arbcit5reid)en 5lmt mit aflen ilräften l^in — eö fiel ibm neben feiner amtlicben 
^^ätigteit aud) ein reid)Iic^ ^l)eil prinater unb 33ereinöarbeit gu. 2Durcb auSgebebnte 
3?ormunbfd)aften fcbon fel)r in 5lnfprud) genommen, mar er bereits im x^aljre 1879 
pm 3Sorftel)er bes ^roüin^ialoereinS für innere 9}?iffton ermä^It morben, unb reic^ 
gefegnet mar fein SSirfen auf bem ©ebietc biefeS i'ereinö: il)m banft burcb ßiotteä 
©nabe baö ^JD]artl)aftift in Sauden, baS 33etl)Iel)emftift in 9?eufird) il)r @ntftel)en unb 
il)r ß)ebd]^cn. Sein Svönig cbrte feine SSerbienfte burd) 3?erleil)ung beS 3ftitterfreu§eä 
1. (Elaffe beä SSerbienftorbenS unb burc^ bie im Öal)re 1894 erfolgte Ernennung jum 
©ebeimen ^tegierungSratb- 

3)icfetn rcid^gefegneten, in raftlofer 5lrbeit unb Selbftüergeffenljeit fid) unb bie 
Seinen beglüdenbcn Seben fe^te nad) furjer (Srfranfung an Qnfluensa ber XoD am 
16. ^äx^ 1895 ein Biel ^n ^^olge eineS ^ersfdilageö ging er fanft beim pr emigen 
9tuf)e. Unter großer S3et^eiligung, bie ein beutlicbeä Beugnife ablegte ber grofeen SSer^ 
el^rung unb ^od)ad)tung, beren ber 33eremigte ftcb erfreut fotte, erfolate feine Seftattung 
am 19. dMt^ auf bem ^aud)erfriebbof in S3au^en. ß. ^. v. Besfcbmi^ mar feit 
Einfang 1882 uermä^It mit ^rau 9tofa üerm. u. ^ei)ni^ auf ®roB = 9iabifd), geb. 
t). Sd)önberg, beren üier .^inbern er ein treuer 3Sater mürbe. 3}?itglieb unferer ©e- 
fenfd)aft mar er feit bem 9. Dctober 1884. 

^) ^ad) 2Rittcilungen feinet SoFineä ^errn Önuö ©raf 0. S3rc^Ier (f. ©efcHfc^aftö* 
ord^iü XII A 47). 

2) 9?arf) ^iufjeid^nungen ber ©attin beS 58crftor6enen ^rau ©eöeimrötin ^Rofa 
0. 3ejfc^n)i^, geb. 0. ©c^önberg. 



310 ni. 9ta(l^rici^tcn au§ ber ©efcUfc^aft. 

??cli5 ÜJcorö fReiit^arb *^crf ia)uit)e am 3. ^^ebniar 1823 in ÖJörli^ alö jüuöfteä 
üon 8 Sint»ern bcöftäbtifdien Steucrcinnelimcrö 33cnjamin ©ottlicb ^^ccf c^cborcn unb 
ücrior ]d)on 11 9a|)iT alt feinen 2?ater bunt t)cn ^ob. ^Tic ?^-amiIie Blieb in be- 
brängten 95erI)Qltniffen surüc!. Xk braoe 3)tutter erncbtete ein 3Jiäbd)enpcnfionat unb 
hat eö fertig gebrad)t afle il^re ülinbei* ^u tüd)tigen unb gead^teten 9J?enfd)en 5U erjieben. 
^\n l^at unfer $ec! mit rül)rcnber ^ietat big su ibrem 1871 erfolgten Xobe ibre 
fD^üljen unb (Sorgen vergolten. 

9?on 1831 biö 1837 befucbte ^ed t)a§ ©örli^er ©umnaftum, uerliefe eä alö 
^kimaner unb trat alö Sel^rling in bie ^J(;iotbefe beö fi^errn ^)Uer. Stuuue ein, beenbete 
bier feine ßeljrjeit, blieb aud) ein Qabr alö ©ebilfe bafelbft unb macbte im ^abre 1848 
fein (Staatöej:amen in S^^erlin, mit bem ^n-äbifate: feljr gut, nad)bem er nodi in mebreren 
anberen Stäbten als 3Uiotbefer tbätig gemefen mar. '^lufh nacb bem (5taatöei:amen 
mar er in t)erf(^iebenen 5lpotbi'fen befd)äftigt unb überatt trieb ibn feine groBe ^icbe 
5U ben 9f?aturmiffenfd)aften, befonberö m^ Sotanif an, burcb ffeifeige ^^luöffüge fidi p 
einem l^eruorragenben ä3otanifer auösubilben. ©anj befonberö frucbtbar mar in biefer 
Öinf{d)t fein oierjäbriger 51ufenbalt in 33aIIenfiäbt im iöar^ (1851—55), mo er bie reidic 
^'lora unb bie SJtineralien beö ^arjeö grünblid) ftubirte. 3^ad)bem ^ed fobann 1855 
mieber nad) ®örlil3 jurüdgefeljrt unb für fur^e Beit in bie (Struoefd)e 5lpot[)efe ein* 
getreten u^ar, begann er im ^a\)xe 1856 feine 2[)ätigfcit in ben Sammlungen ber 
5?aturforfd)enben ©efeflfdiaft unb übernabm gleicbjeitig ^bie '^^Iffiftentenftelle an bei bier 
neu begrünbeten Ianbrairtbfd]aftlid)en d)emifd)en 3LNeifudiöftation, bie er bann i)om ^abrc 
1860-1872 felbftftänbig leitete. Qm ^abre 1860 I)atte bie btefige ^Jaturforfdienbe 
©efenfd)aft i()r ©efenfdiaftögebäube erriditet, in mekbem fie für ^ed eine Jl^ol^nung 
unb ein d)emifd)eö Saboratbrium norgefeben batte, unb bier l^at er 34 Qabre gelebt 
unb feine fcgenöreid)e Xbätigfeit füf bie Sammlungen, bie bei bem großen 5luffd)iimnge, 
"Om bie ©efellfdiaft nabm, ftetig anmudifen, mit feltenem "^kl^ unb aufopfernber iöin- 
gebung entfaltet, febenfo uermaltete er in berfelben G^efeflfdiaft t)aQ %\ni beö 33ibIiotbefaro 
mit ber ©emiffenbaftigfeit, bie ibn in jeber Stellung auö^eidinete. - 2^ie Seitung beö 
ftäbtifd)en botanifdien ©aitenö übernabm er im ^abre 1858 unb fteigerte bie 'i3ebeutung 
beffelben in bobcm !D^af3e, bis ibn .^vränf liebfeit ^mang, bieö 5lmt 1886 nieber^ulegen. 
3?on 1861 biö 1887 l)at er aufeerbem bie bieftge nieteorologifd)e Station peripaltet. 
^<}llö bie 9?aturforfd)enbe ©efellfdiaft im Qabre 1873 ibr 50jäbr. >lubiliium feierte, mürbe 
er üon ber Uniuerfität 33reölau jum ©brenboetor unb üon unferer ®e)erifd)aft ^um^bven- 
mitgliebe ernannt, megen ber großen 5>erbienfte, bie er fid) um bie großartigen <iamm« 
hingen unferer Sdimeftergefellfdiaft ermorben batte. Tk länger alö ein 5Kenfd)enalter 
mäljrenbe, ununterbrod)ene liebenolle 'i-^efdinftigung mit ben, afie Üiaturreid^e umfaffenbcn 
Sammlungen ber 3^aturforfd)enben ©efeflffbaft batte ibn fd)IieBlid) ju einem fo be:= 
beutenben Henner afler 2;;beile ber befd)reibenben '^laturmiffenfdiaften gemad)t, bafe man 
mo^l febr fd)mer einen ©elebrten finben bürfte, ber eö ibm in biefer Unioerfalität 
naturmiffenfd)aftlid)en 23iffenö glcid) getban liätte. 

Seiber maren bie legten i^abre feineö i^ebenö üielfacb burdi 5lrän!lid)!eit getrübt, 
bie i^n aflmäblid) jmang, alle übrigen ^^lemter nieberjulegen, unb fid) allein auf bie 
Sammlungen unb bie S^iblotbef ber ^Raturforfdienben ©efellfdiaft 5U befd)ränfen. Qn 
ben 5lbbanblungen biefer ©efeflfcbaft ftnb auch bie jablreidien Sd)riften, bie ^'ed über 
feine naturmiffenfd)aftlid)en ?^-orfdiungen uiib (Sntbedungen peröffentlid)te, abgebrurft. 
Sie entbalten mand)en 3ortfd)ritt ber naturmiffenfdiaftlidjen Grfenntniffe unfereö engeren 
3?aterlanbeö, ber Dberlaufil^. 5lm 28. Wlät^ b. ^. madite eine 'i-^ruftfellentjünbung, 
bie in Solge ber x^nfluenja entftanben mar, feinem arbeitöreid)en ^-orfdierleben ein ßnbe. 

mbolpl) ^avl ailc^rtttbcc 5«cgi^ Ic (Tamud ©raf u* ^ürftcuftcin rourbe 
am 8. mäxh 1818 ?,u ^i^ariö alö Sobn beö ©rafen $eter 5llej:anber o. ^-ürftenftein 
(t 1824) unb beffen ©emal^lin 5lbell)aib ©räfin u. ^arbenberg (t 1867 ju Ulloröborf) 
geboren. Seine Äinbljeit oerlebte er in ^]3ariö, auf bem ^leu^^öarbenberge unb in 5Jiann= 
5eim, feine 5luöbilbung erliielt er in ber Älofterfd)ulc Pforte unb auf ber Uniüerfität 
S3onn; l)ier genügte er aud) bei einem .^apaflerieregimente feiner 3}lilitärpflid)t. 1841 
mürbe er Sanbmebroffiäier, feit 1882 biö ^u feinem Xobe gebijrte er alö ^D^afor ber 
Äauallerie 1. 5lufgebotö im Sanbmebrbejirfe 5J?uöfau bem ."peere an. Seine BJtutter, 
bie fdion ebebem ipofbame bei ber ilönigin Suife gemefen mar, trat alö Cberl)ofmeifterin 
ber ^rinjeffin 51arl uon ^4^reufeen oon neuem in ben ^ofbienft, mäljrenb ber junge @raf 



III. ^a^xidiien au§ ber ®efea[c^aft. 311 

511 ^otöbani aU 9?cfcrent)ar arbeitete unt) fpäter, um fid) jum biplomatifd&en ©Eamen 
üorjubereiten, ftit nad) ^^ariö begab, ^m ^abre 1842 faufte er tag 9tittergiit UIIer§== 
torf im »tlreife 9iotbenburg iu t»or Dbcrlaufi^, feine 2)iutter ermarb t)aö angrensenbe 
äiittergut iloöeröDorf, .. t)iefer anfebnitdie ^^efil^ murt)e foban» tmrd) '^Infauf ber 3^ad)bar* 
guter Säridien unb Cbernit^ ucrgröBert 3Uä 1848 in ^}?ariö bie llnruben au6brad)en, 
»erliefe u. ^-ürftenftein bie fvanjöfifdie iQauptftabt unb begab fid) auf feine ®üter in 
ber Oberlauf:^. Seit 1853, in u)eld)em ^^abre er sum 51ammeri)errn ernannt mürbe, 
ftanb er im ^^»ofbienfte. Bunädift aber übernabm er (üon 1857—1861) baö Sanbrat'o:= 
amt in feinem .»^eimat'jfreife S^otbenburg, X>m er aud) mieberfiolt im preufeifd)en 5Xb* 
georbnetenbaufe uevtreten b^t. 1860 mürbe er jur S^ienftleiftung bei ber Älronprinseffin 
pon ^^reufeen, fpäteren Äaiferin ^^-riebrid) berufen unb unternabm in beren 3)ienfte 
mebrere Steifen nacb ©nglanb unb '3d)ott[anb. Später übernabm er jiuei 3RaI im 
^abre ben S^ienft bei Qbrer 3Dia|eftät ber .^aiferin 5lugufta, metdje er bäufig nacb 
Öaben*33abcn 5u begleiten bie Gbre batte. ^^Infang ber fiebriger x^abre jum Beremonien* 
meifler unb 1886 jum ^si^e-CberfdiloBbauptmann ernannt, erbielt er 18»8 t)a^ ^^räbifat 
feellenj unb rüdte enblidi 1894 burd] bie Ernennung äum Cbertrud)iefe in W Bcibl 
ber Cberbofdiargen ein. ^^Uö 3iad)f olger unfereö .sl?errn ^^räfibenten bes fpäteren Ober- 
präftbenten D. p. Sei)bemife mürbe ®raf p. ?^iirftenftein 1879 5um Sanbe6l)auptmann 
unb Sanbesälteften bes ^Df^arfgrafcntumö Cbeitaufiö gemäl)It unb bat in biefer Steflung 
roie in üeifd)iebenen anberen '^lemtern, 5. il alö ?l)iitglieb ber 3tmtral'Sanbfd)aft für 
bie preuf3ifd)en Staaten unb beä pornmligen Siegnitjer Öejirföratö mit großem (Erfolge 
für bie Cberlaufii3 gcmirft. 5lud) mar er lange x^ahre binburd) ein treueo 3i)litglieb 
ber fd)Ieftfd)en ^^^ropin^ialfqnobe. Söäbrenb ber ^riegöjabre 1870 unb 1871 mürbe er 
sur Uebernabme ber ^räfeftur bes S^epartemcntö pon Seine unb SiRarne nad) ^^ranfreicb 
befoblen unb nabm feinen SBo^nfife juerft in 3)k'aui*, fpäter in 3J?eIun. Sr erf)ielt 
für feine ^bätigfcit im 3^ienfte bes roten .^Ireujeö ha^ eiferne S^reuj 2. 5llaffe am 
roeifeen 53anbe. 3}ie ©nabe feiner i^önige perlielj ibm ben roten Jlblerorben 2. 5^Iaffe 
mit 6id)enlaub unb bem Stern, fomie ^m Slronenoröen 1. ^lalfe. Unter ben nid)t 
preufeifd)en Crben beä ßntfd)Iafenen befinben fid) u. a. neun ©rofefreuje unb anbere 
im gleidien 9knge ftebenbc S^eforationen. 35ermäblt mar ber 3Serftorbene feit 1862 
mit (ilifabetb Pon 2ßa^borf auö bem ."ipaufe 2öiefenburg (5J^arf 23ranbenburg), brei 
Äinber betrauern hm 3>erluft beä ioeimgegangenen : eine iod)ter, permälilt an hen 
grinsen iöeinrid) XXVI. Dieuß j. S. unb jmei Si)l)ne ^riebricb 2öill)elm unb 5lurt 
5Ueranber, bie beibe jeßt 9teferenbare finb. 

llnferer (Sefeflfdjaft geborte ber ©ntfcblafene feit bem 24. 5(pri( 1867 an. Seine 
Stellung alö ^anbeöbauptmann beö ^>reufe. 5Diavfgrafentumö Cberlaufi^ liefe il)tt mit 
Siebe aud) an ber SBergangenbeit unferer ipeimat bangen unb fomit bem ßmecfe unferer 
©efellfdiaft förberlid) fein. 3>ornebmUd) in ben letzten Qabren, aU eö galt, baö 
cbrmüibigftc unb fdiönfte .^unftmerf ber ^auptfmbt ber preufeifd)cn Cberlauft^, bie 
^$eteröfird)e, mit bod) etnporragenben u^ürmen unb farbenpräd)tigen ^enftern ju fc^müden, 
"üa l)at er öfter unfere 'Sammlungen befud)t unb nid)t allju lange por feinem iobe bat 
er Jid) auö unferer reid)en Siegelfammlung 5lbbrüde auS unb fonferierte mit bem 
®efeflfd)aftöfefretär über bie ^ebeutung beö 5\önigö ^^ol^ann Pon 39öf)men für bie 
Sanbftänbe ber Cberlaufi^. 

5lm 20. 5J^ai 1895 entfd)lief er ^od)betrauert Pon aflen, bie tf)m näl^er ftanben. 

@r mar ein 3Sater ber 'ik'brängten unb S'iotleibenben, ein moblraoHenbcr 2?or^ 
gcfeiiter, ein pf(id)tgetreuer 53eamter, treu ergeben bem 5lönige unb 3]aterlanbc, mal^rbaft 
erfüflenb ben 2Bablfprud) feineä ^^aufes fidele ä mon roi. 2Baö feiner ^erfönlid^feit 
bei aUen, mit benen er umging, einen fo eigenartigen Bduber perliel^, baö mar bie 
beitere Slube eines abgeflärten ©cifteö, ber ®Ieid)mut eineö in fid) mm ^rieben 
gefommenen ©emüts, feine ungefünftelte Seutfeligfeit unb ungebeucbelte §reunblicbfeit 
gegen jebermann. Have pia anima! 



(Sin 5tefroloa unfereö perftorbenen ßbrenmitgliebeö ©ebeimen 9tegierungäratö 
^^l^rofeffors JMö^cU in ^reälau (f am 4. 3^opember 1893) finbct fid) in ber 3eitfd)rift 
beä S^eieinä für ®ofd)id)te unb 5lltertumä Sd)lefienä 28 S. 461 ff. 



(Etat für bie KaffenüeriDaltung ber ©berlauft^tfdjen (Befellfdjaft 
ber IDiffenfd^aften für \896. 



(Kittttuljmu 1896 


5)2arl 


In 


r 189 
Suwt 

ÜJlarl 


6 
na 


©egen 
titelet* 

matt ^i 


1895 
ttjcniöev 

matt 1 ^f. 


Xit 1. ©intrittögelber. 

58on 6 neuen 2RttgUebern ä 15 Tlaxt 

%it II. Satireä-^eiträge. 

SBon 100 roirflid^en aJJitgticbern a 10 3Jlarf 
5?on 25 correfponbirenb. aKitglieb. ä 4 SKf. 


1000 
100 




90 

1100 
80 

1034 
1 6527 


50 


60 
17 


50 


— 


— 


^it.III. ^erfauf b. ©efeHfd^aftöfd^rift. 
^it. IV. £apitalö§in|en. 

1. $8on 3«. 15 000 ^x)potl)d auf bem ^aufe 
Untermarft 2 ^u ®örli| ä 4% ßinfen 

2. ßinfen oon 

5«. 1000 berliner ©tabtobliqat. ä 3V2% 
„ 6700 preu^ifc^e ßonfolä ä 3 1/3% 
„ 1000 prcufeifc^e ©onfolö ä 40/0 

3». 8700 

3. Tl 3000er6I(inb.ritterfd)aftI.^fanbbnefe 

3U 3V2% 

4. 3i"fen auä ben Sparbüchern unb bem 
S)epofitenconto 


600 

309 

105 

20 


50 


— 


Xit V. ©ingujiel^enbe Kapitalien. 
5rit. VI. Ertrag ber @efeafd^aft§l)äufer. 

1. 33orberlöauö. 2Baaren=@infaufg=3^erein, 
I. etage unb ©cflaben 

2. Dr. Sec^t, II. ®tage, SBolinung 

3. 2lntI)ropoIogifc^e ®efeafd)aft 

4. Saben "Rei^xa^c, d 21. Schröter 

5. Ä^aiferlic^e $oft, 3 ^arterre=Sofale 

6. SlaUn SBeberftraBe, ©ufc^fe 

7. 2ßof)nung im §ofe, 2öoIf 

8. ^interJiauö, I. ©tage 

Sc^u^moc^er Speerfd^neiber 
2lrbeiter Säcfel 

II. ©tage. 

9. grau Sel)rer ÄniSpel 

«Parterre. 

10. «Wöbel^änbler SBiefen^ütter 

11. (Sin fetter unb S3oben, grau %i)oma§ 

unb ^err 2ßee[e 


2000 
450 
150 
525 

1710 
495 
110 

280 
195 

192 

400 

20 


_ 


— 


©umma ber ©innal^me 


— 


— 


8831 


50 


77 


50 


"" 


— 



etat für bie Äaffenoerroaltung ber Oberlaufi^ifc^cn ©efeüfc^aft für 1896. 313 



3ltt00rtb 


t 1896 


(^tat für 1896 


©egen 
mein- 


1895 
lueniöer 






aJJarf 


LlL 


1 mavt !$f. 


Wavt \m. 


mavt 


^"f. 


^ilel I. ^iemvuieratioir ber Beamten. 




M 










1. ech-ctiir 

2. S8iDnott)efttv 

3. ^i&liotfiefar ] 

4. ^alfirer 

5. ^uftoö 

$ritel 11. Äopialien 
foiüie fle 


[ 

LI 


300 
300 
200 
120 
600 


— 


— 

1520 


— 


— 


i 


— 


unb Snferate, 
iiere ®ru(Jfad)en. 


— 




240 


— 


Xitel III. Sitd^binberlö(;ne ii. <Bä)xeih^ 
tnaterial 


— 





850 


— 


75 




— 


_ 


3:itel IV. ^orto,gra($ten,33otenlö[)ne 




— 


220 


— 


— 






— 


Xitel V. Neigung, Seleud^tung. 




- 


200 


— 


— 


— 





— 


Xitel VI. 3)lobiltar. 


— 


- 


30 


— 


— 




— 


— 


Xitel VII. ©efeßfdiaftöljätifer. 


















1. (Sebäubefteuet 

2. ®emeinbe=@it 

3. StraBen=9teiu 

4. (Sd)ornftemfec 

5. 9Jad)taiäd)tciI 

6. ©inquartierur 

7. ^leiniguugS^^ 

8. $8au unb 9le 

9. §aftpfad)t=^i5e 

Xitel Vni. Xlnterl 
©ammluno 


unb 3Bai1ciäinS 
ifommenftcuer 
igung 
jerlolju 
of)n 

igö-^often 
often 

paraturcn 
rfic^erung auf 1 :SaI)r 


370 
146 

30 

40 
9 

20 
100 
600 

22 


— 


1337 
50 


— 


50 


— 


- 

- 

— 
_ 

442 


z 


)altung ber 
[en. 








Xitel IX. «ibliotlie!, 


















1. Slnfc^affung i 

2. Slnfc^affung u 
Bube^ör 

3. 9leintgungäfo 

Xitel X. ^reiö^5li 


)on 53üc]^ern 

on Slepofitorien nebft 

'ten 2c. 


1070 

60 
70 


— 


1200 


— 


70 


~ 


200 


— 


fgaben. 


— 


— 


— 


Xitel XL §erau§gabe ber üuetten^ 
f(^riften, refp. aufeer* 
orbentl. g^ublicationen. 






450 




450 


^ 


_ 


. 




2;ranöport 


— 




1 5597 


— 


645 


— 


642 


— 



314 r®tat" für bie Äaffenoerroaltung ber OGerlauft^ifd^en (ScfeUfd^aft für 1896. 



^m^abs 1896 


^tat für 1896 
©iitgeltt ©umma 


©egen 
melöt 


1895 
luenificr 




3)!arl | ^f. 


aKarf 


^^f. 


ma\-t iqsf. 


3)Jarf 


*i. 


Xvan^poxi 


— 


— 


5597 




645 


— 


642 




^itel XII. Verausgabe beö 9}tagaginö. 

1. Honorar beä ©efretörä für bie 
5tebaftton 

2. Honorar f. 5Iuffä^e, 20 «og.ä 303». 

3. 2)ntcf foften für 20 33ogen ä 44 3Karf 

4. ©onftige Soften 


225 

600 
880 
120 


— 


1825 


— 


— 


— 




~ 


Sritet XIII. ^apttarö-3infen. 


— 




— 


Xitel Xiy. 5lu§äulei^enbe 5lapitalien. 

Slnjulegenbe ©rfparniffe 


— 


— 


639 


50 


74 


50 


— 


— 


Sritel XV. Soften ber §aupt= 
33erfaniiulungen. 


"■ 


- 


300 


— 


- 




- 


— 


Sattel XVI. ©pareiiilage für ba§ 
t). Ued)tri^'jc6e ©rab. 




- 


20 


— 


— 




— 


— 


Xitel :^YU. Sn^öemein. 


— 


- 


450 


— 


— 




— 


— 


©umma ber Sluägaben 
ab 


— 


— 


8831 


50 


719 
642 


50 


642 


— 


mel)r 


77 


50 


1 — 





©umma ber @lnnal)men . . . ÜKarf 8831.50 
„ Sluögaben .... ., 8831.50 

2Rarf — 







ZXcues 



|anfil|ifil|(^ Pupiitt. 



-«^• 



3m 2luftrage 

ber 



^iietlaiiiifilen iefellfdiiift kt pi|fenf(|iift(n 

I^ er ausgegeben Don 

Dr. ^id^(»t;^ ^ec^t, 

Sefrctär ber (SefeUfdjaft. 



^wetuttbfte^atgP^^ ^anb. 



3ni Selbftüerlage ber ® berlauft^tf d?en (Sefellfc^aft ber IDiffeiifc^aften unb in 

Kommiffton ber Buc^t^anblung oon ^erm. ^sfc^afc^el. 

1896. 



Ont]aIts^t)cr3cid7nts bcs 72. ^anbcs: 



I. JiB^anbfttngett. 



t-cttc 



1. Der Bunb ber Sedjsftäbtc in bcr 0bcrlauft^ mäl^renb bcr gett pon 

^S'^ö— ^'^s?. Von Dr. ^. Sceltgcr 1—98 

2. Die 2Iusfaufung üon Bauerngütern in ber ©berlaufi^. Don 

Dr. fj. Knotige 99-129 

3. Hegeftenbeiträge 3ur (Sefc^icbte bes Bunbcs ber Sedjsftäbte ber 
©berlaufi^, 5ufammengefteIIt auf (Srunb ber Urfunben, u)eld?e ficfj 

im Bau^ner Hattisardjir» (^unb (Ermifd)) üorftnben. Don Dr. p. 2trras 130—211 

4. Beiträge 5ur (Senealogie bes £aubaner (Sefc^Iec^ts ber „geibler" 

{von Kofenberg). Don Dr. (E. Sd^ulse 212-235 

5. Beiträge 3ur (Sefd?td?te bes '^ran3isfanerFIofters ßu üamtn^. Von 

Dr. D. Boettic^er 236-272 

6. Die 3U)ei £öbauer donüentbüc^er. Don Pfarrer Sdieuffler . . . 273 — 283 

7. JDie laffen ftcb bie (Sörli^er (Sefc^o^büd^er für bie einl^eimifc^e 
(Sefc^icfjtsfc^reibung nu^bar mad?en? Don Dr. H. 3ec^t . . . . 284—292 

8. tTTitteilungen über bie in ber Hatsbibliott^ef 3U £'6han beftnblic^en 
(L\\xomhn. Don Dr. Bot^nftebt unb Dr. Sc^mibt 293-301 



IL ^a^tiMcn an^ hext ^anfi%en. 

A. £ttterartfd}e 2tn5et9en. 

1. .(Sinbely, (Sefd^ic^te ber (Segenreformation in Böi^men. 2(nge3eigt 

ron Dr. Knott^e 302-304 

2. £ippert, 5o3iaIs(Sefc^id?te Bötjmens in port^uffitifc^er geit. \. ^anb, 
2Znge3eigt pon Dr. 3ed?t 304 

3. 3^^*/ Codex diplomaticus Lusatiae superioris ü. 2Inge3eigt oon 
2Irdjiürat Dr. (£rmifd? 304-305 

4. Sonjiige £ittcratur. Don Dr. 3ec^t 306—311 



B. Iltiscellen. 

Seite 

1. Das Siegel bts Hamfolb von 0pal. Don Pfarrer Sc^cuffler . . 312—314 

2. Pennäd^tnis ber JTtaria Blec! üon 2iubigist)orn im 3a{^re \6\8. VfliU 

geteilt von 3. fjelbig 314-316 

3. Die ITTeffersborfer He3epte üon ][5^6. Don ©berlet^rer f^. f} titmann 316—320 

4. Berid^tigung 3U ben Beiträgen jur (Sefc^idjte b^s ^ran3isFaner!Iofters 

3U Kamen3. Don Dr. v. Boettidjer 320 



III. iTar^rirfiten attö bet ^efefffrfiaft 

1. 21us ben proto!oIIen ber ;86. unb ^87. f^auptcerfammlung ^896 . . 321—322 

2. Bericht über bie ^^eier 3um 550jäl^rigen (Sebenftage bis Sec^sftäbte» 
bünbniffes 322-324 

3. 3at]resberic^t ^895/96 325-327 

4. ZteFroIoge: 

1. ^rcil^err Hobert v. Kittlt^ 327 f. 

2. Carl (Sottlieb moräme! 328 

3. Ct^riftian b'(£Ir)ert 328 

5. HTitglieber ber ©berlaufi^ifdjen (Sefellfd^aft am \. ZToocmber H896 . 329-335 

6. (Etat für bie KdffenDeru)altung ^897 336—338 



Der ^unb bcv Sed^sftäMc in ^cr ©bcrlaufi^ 
mätjRub 6cr ^ett von (346 — i(437. 

Don ^evxnann ^eeti^ev. 



I. Ceti. 



Had^ftel^cnöe Arbeit foll 6en erften Ol einer ^efd^id^te öes Sed^s- 
ftäbtebunöes in 5er 0berIauft^ biI6en; fte umfagt 6ie 3^^^*^ ^^^ 1^^^ 
bis 1436 unö entl^ält 6ie innere ^efd^id^te öes Sed^sftäötebünöniffes unö 
Me äugere bis auf öie ^uffiten!rie$e l)inab. Den 5a)eiten Ceil foU 6ie 
Darftellun^ 6iefer Kämpfe bilöen. VOas bas l}kv^\i benu^te ZHaterial an 
Quellen unö Bearbeitungen betrifft, fo ift 6as (Se6ru(f te an 6er jeweiligen 
Stelle nad)geu)iefen. (£s ftn6 6al?er nur einige IDorte über Me 3U 5er 
2(rbeit benu^ten ^an5fd)riften un5 unge5ru;ften llrfun5en 5U fagen. 
Jn Betrad^t fommen: 

5ie (Börli^er Hatsred^nungen (citiert H. H.); 

5ie Ur!un5enfammlungen 5es Bartl^ol. Scultetus; 

5ie annales Gorlicenses 5es Scultetus; 

5ie libri vocationum et proscriptionum ; 

Klof ^efd)id)te 5es Überlauf, ^uffttenfrieges; 

KIojl Perfud} einer (Sefd^id^te 5er 0berlauf. £an5DÖgte. 
Da 5ie Hatsred^nungen bereits im Cauft^er inaga5in befprod^en 
ftn5^), fo möge iE?rer l^ier nur gan5 !ur5 ge5ad?t tDer5en. (£s ftn5 im 
aan5en 52 Bän5e, n^eld^e 5ie 3^^^^ 1375—1490 umf äffen. Der erfte 
Ban5 (1375—99) befin5et fxd} im Beft^ 5er 0berlauft|er (Sefellfd^aft 5er 
IDiffenfdjaften, 5ie übrigen fin5 im Uaisavd}\v, Das ^ormat 5er (je^t 
eingebun5enen) Hed^nungen ift bei allen 5asfelbe, I^öl^e 30 — 31 cm. Breite 
10,5—11 cm; 5ie Sprad^e 5eutfd?, abgefel^en von 5en 3^^^^" 1379/80, 
1380/81, 1389/90 un5 1392/93, wo 5ie Iateinifd)e angeu)en5et ift. Das 
Hedjnungsjal^r gel?t vom 28. September un5 von 1476 vom 1. September 
bis 5u 5enfelben Cerminen 5er folgen5en ^alfve. 

Was 5ie ^örli^er Hatsred^nungen 5U einer fo u^ertooUen l^iftorifd^en 
Quelle mad^t, ftn5 5ie 5um Ceil in d^ronifalifd^er Breite bei 5en 2lusgaben 

^) Bb. 68, 1892, 5. 270, Dr. 3ccbt. Über bie (Sörlifecr Hatsrccfanunacn von 
1375-1490. 

n. c. m. ob. Lxxii. 1 



2 Der Bunb bcr Sec^sftäbtc in bcr 0berIauft^ üon 1346-1437. 

q^cmadikn Permerfe, aus bmzn von ntd?t nur erfal^rcn, 5U «?eld}em gu?ec! 
5ie 2lus$abe gemad)! ift, fonöern aud} vklfad} bis ins €in5elne 6ie 
Uniftänbe, meldte 6ic 2lus$abe nöti^ mad^ten. 2lm n?eitläufi$ften ftnö 
öiefe IToti5cn in 6en 3al)ren 1398/99 un5 in öen ^cikn 6er ^uffitenfric^c, 
u)äl}ren6 6ic 6cr 70$er 3^^^"^ un6 5ie von 1464 an ^röf ere Knappl^eit 5ei$cn. 

(£ine 5a>eite ^auptquelle ftnö 5ie Sammlungen 5es Bartl^olomäus 
Scultetus. Piefem tt)acferen ^örli^er Hatsl^errn unö Bür^ermeifter, öeffen 
eminentem ^Icife mir 5ie (grl^altung unfd^ä^barer Ur!un6en un6 Xlaä:^' 
rid]ten r>er6an!en, ift im Cauft^er ina$a5in ^) $leid^falls eine ZHono^rapl^ie 
gett>i6met, 5ie aber fel^r un5ulän$lid} ift. (Di}nc auf feine naiveren Cebens- 
umftänöe — er lebte von 1540 — 1G14 — fomie auf feine XDirffamfeit 
ein5u$el?en, follen l)ier nur 6ie für unfern ^wcd in Betrad^t fommenöen 
Ceile feiner Sammlungen fur5 befprod^en ir>er5en. Der eine finö 6ie in 
6er IlTilid} fd)en Bibliotl^ef (Sta6tbibIiotl?e!) beftn6Iid?en (LoUectanen, 
6 5<>Iiobän6e; fte entl^alten llr!un6en un6 Briefe, teils im 0ric^inal, teils 
in meift gleid^5eiti$en ^bfd)riften. Der intereffantefte 6ar>on ift ol^ne 
5u>eifel 6er Cod. 217 (Vol. VI), 6er eine ^üUe u?id^tiger Documente 
entl?ält. 2lns il^m l?at aud} Palady $efd}öpft. 

Dann fm6 nod? l)erüor5u{?eben Cod. 230 (Vol. I.) un6 Cod. 233 
(Vol. IV.), 6ie mertpolle Had^rid^ten für 6ie (Sefd^id^te 6er 0berIauft^ 
entl^alten; 6ie an6ern entl^alten meift Quittungen, iiaufs' un6 Perfaufs= 
ur!un6en un6 6ergleid}en. 

Sein be6euten6ftes tPer! ftn6 6ie annales Gorlicenses, im Beft^ 
6er 0)berlauft|er (Sefellfd)aft 6er IDiffenfd^aften. €s ftn6 üier Bän6e in 
Quart, 6eren erfter 6ie geit 1131—1399, 6er sipeite 1400—1449, 6er 
6ritte 1450-1470, 6er fünfte 6ie geit von 1500—1547 umfaft. Ban6 4 
fd^eint perloren 06er ift menigftens bis je^t nod? nid)t gefun6en^). 

(£s ift 6ies ein eigenartiges IDer!, un6 u?as 6emfelben 6en I)öd)ften 
f)iftorifd)en XPert pcrleil^t, ift, 6af es n\d}i eine d^ronifartige (£r5äl]Iung, 
fon6ern 2lbfd)riften von meift nid^t mel^r porI?an6enen llrfun6en un6 
Briefen, im gan5en 1700, entf^ält. Da nod) eine 2(n5al)I von 6en 
(originalen erl^alten ift, fo läft fxd} aud} 6er XDert 6er 2(bfd}riften be- 
ftimmen. Wenn aud} Scultetus piele Sd^riftftü^e gefür5t un6 unmefentlid^es 
ausgefd}ie6en l}at, fo ift er 6od) im allgemeinen ein fel^r genauer 2(bfd)reiber. 
Icur mit 6er (£inreil)ung un6atierter Sd)riftftü(fe l}at er es nid^t immer 
getroffen, un6 6a fommt es Dor, 6af er ftd) 5uu?eilen um einige 2^1)^" 
5el?nte irrt. 

Sd^mierigfeiten mad)t oft 6as £efen 6er eigentümlid^en fleinen ^an6-' 
fd^rift 6es Scultetus, es ftnb nid^t meniger u?ie 37 feilen auf 6er Seite. 
Die Datierung ift meift 6urd? rote Cinte I)err)orget?oben. ^\x itnfang 6er 
ein5elnen 3^^^Ö<änge ftn6 6ie böl^mifd^en Könige, 6ie Vakn il^rer Hegierung, 



1) :3b. m. 1824. 5. 455. 

2) Die 21nnaleu haben eine Zeitlang einem Brauer als IDirtfc^aftsbucf^ gebient, 
ber auf bic leeren Blätter feine fieferungen, Steuern ic. unb „was il]m (Enbert unb ber 
Ulan Blöfd^e bei ber lllufif finb fc^ulbig geblieben", Der5eic^net ^at. 



Der Bunb bcr Sedpsftäbtc in ber ©herlauft^ von 1346—1437. 3 

6ie Canöpögte, 5ie lliiterpö.5te von Bauten un6 ^örlt^ unb 6ie Bürger* 
lucifter per5cid}net. (Dfi i)at Scultctus 5um befferen Derftänönis bcs einen 
o5er öes andern Sd^riftftücfs iDid)tt^e angaben {?in5u$efÜ9t. 

Der (£tnban6 befielet aus I^ol56ecfeIn mit ^epreftem £eöerrüc!en. 

Von bcn ^örli^er StaMbüd^ern ftn5 benu^t tüoröen bas 5tt)eitältefte 
vom ^al}vc 134*2, betitelt: liber vocatioimm proscriptionum, articulorum, 
obligationum (L. III. 431), ipeld^es in feinem 5ipeiten Ceile von BI. 72 
bis 107, -ein von 1370—1400 reid^enöes 2td}tsbud) entl}ält, un6 liber 
proscriptionum von 1370 — 1447 (L. III. 433), beiöe im Beft^ 6er 
(Dberlauft^er öefellfd^aft 6er XDiffenfd^aften. Der 3"^^^^ ^^^ erfteren 
2Id)tsbud}e5 ftimmt mit 6em 6es 5ipeiten ^röftenteils rpörtlid? überein. 
3n 6em Ztd^tsbud^e von 1370—1447 ftn6 in6e5 6ie ^älle, in 6enen 6ie 
2Xd:}i 6er 5ta6t Derl^änat tr>ur6e, von 6en Üd^tunc^en 6urd? bas ^ef?m$erid)t 
mel^rf ad} äuferlid^ 6a6urd} $efd}ie6en, ba^ jene 6ie Überfd^rift „6er fta6t 
od)te", Mefe Sie Überfd^rift „6es fel^mes odik" trafen, wäl}tenb in 6em 
Btabibnd) von 1370 - 1400 feine foldje SdjeiSun^ üor^jenommen ift, fon6ern 
5ta6t^ un6 ^ef^msädjtun^en promiscue 6urd)einan6er \kl}en. IDal^rfd^einlid) 
ift 6a5 5u?eite ^(d^tsbud) (L. III. 433) eine Heinfd^rift, 6a5 erftere (L. III. 
431) 6ie unmittelbare nie6erfd)rift ^). 

Die ^efd)id}te 6e5 ^uffttenfrieges r>on ICIof, u)eilan6 Paftor in 
(5ottIeuba, ift ein 5U?eibän6i§e5 XPer! in ^olio, roelc^es fid} in 6er (Sörli^er 
5ta6tbibIiotl}e! befin6et. Der erfte Ban6 entl)ält 6ie (Sefd?id?te 6es ^ufftten» 
frie^es einfd^Iieflid) 6as 2al}v 1437, alfo 6ie He^ierun^ 5ie$mun6s, 
n?äbren6 6er 5rpeite Ceil 6ie infolge 6er Befel76un$en 6er Q)berlaufi^ 6urd? 
6ie IPartenber^e entftan6enen un6 ftd? 6aranfd}Iief en6en IDirren un6 Kämpfe 
6arftellt. Von 6em ^uffitenfrie^e bis 1430 l}at l:{Iof felbft fel^r u)ertr>olIe 
2(us3Üc^e in 6en ,^®berlauft^er ProDin5iaIbIättern" von 1782 un6 im 
Cauft^er IHagajin B6. 36 q>^q,ehm. ^u feiner Darftellun^ l^at er befon6er5 
6ie Hatöred^nun^en benu^t un6 llr!un6en, 6ie er faft immer in 2(bfd}riften 
$iebt. Das ^leid^e ift 6er ^all in feiner „(Sefd}id?te 6er (Dberlauft^er 
£an6t)ö$te", 3 Bän6e in 4 (5ta6tbibIiotlje!). Die unc^efü^e 5d?rift 6es lilof, 
6ie auf 6em raul^en Papier Dielfad?, befon6er5 in 6en „£an6DÖgten", etrpas 
Derlaufen ift, erfd^mert mitunter 6a5 Cefen 6erfelben. 

ferner ift benu^t u?or6en 6ie „0berlaufi^er Urfun6enfammlun9", 
6eren Kec^eften, 6as alIer6in9S l^öd^ft man$ell?afte un6 un5ulän5lid)e „Per- 
5eid)ni5 oberlauft^er Urfun6en", fomie ein5elne Ur!un6en 6e5 Bau^ener 
Hatsard^iDS (aus 6em Ilr!un6enfun6 €rmifd?), 6effen Benu^un^ ebenfo 
u)ie 6es (öörli^ers mir in 6er bereitmiUigften XDeife ^eftattet u?ur6e. 



1) Hät^ercs über bas 3ipeitältefte Stabtbuc^ üon (Sörlt^ von 3^^t im ZT. £. IKag. 
1893. 5. 133. 



Der Bunb ber Scdis\taöte in ber 0bcrIauft^ von 1346—1437. 



Knotige, H. (S. = Urfunblic^c Örunblagen 311 einer Hec^tsgef(^t(^te ber 0berIaujt^ 

(3itiert nad} bcm 2^bbruc! im ZT. £auf. lTTaga3in 1877). 
palarfy, U. B. = Urfunbl. Beiträge 3U einer (Sefc^td^te bes f^uffttenfrieges. 
Käuffer ^= Käuffer, 2Ibri§ ber oberlauf. (Se[d?id?te. 
£. XIT., 11. £. IlT. = £au[it5. maga3in, Heues läufig. ma3a3in. 
H. D. = Der3eic^nis oberlaufi^. Urfunben. 
H. H. = Hatsredjnungeti. 



3n 6em alten Slapenlanöe, 5em feit 1158 5U BöE^men ^el^örigen 
®au ITtilsca, vok 6er Harne für 6ie E^euti^e ©berlauft^ lautete, J^atte ftd? 
feit 2lnfan$ öes 13. ^^aifvlfunb^vis ein reoies ftäötifd^es €eben entrptcfelt. 
(£s toaren l^ier, ab$efel)en von 5em aus altflapifd^er 3^^^ ftammenben 
Buöiffin^), teils 6urd? (Sru^eiterun^ altflacifd^er Dörfer, teils 6urd} neue 
Siegelungen nad} unö nadf eine Heilte von Stäöten entftanöen, £öbau, 
l:{amen5, XDeifenber^, (5örli^, Heid^enberg, £auban u. a.''^), 6ie, meift an 
6er alten von IDeften 6urd^ ITTeifen nad} 5d)Ieften un6 Polen fül)ren6en 
^an6elsftrage angelegt, fd)on 6a6urd) 6ie Be6ingung iE?res ^e6eil?ens in 
fxd} trugen. Unmittelbar von 6er Regierung fd^einen, näd)ft 3u6iffin, 
(Sörli^, £öbau un6 £auban 5U 5tä6ten erI)oben 5U fein, tr>äf?ren6 6ie 
an6ern von 6en grogen Cel^nsträgern 6er Hvom Böl^mens gegrün6et ü:?or6en 
ftn6. Don 6iefen aufblüf^en6en 5tä6ten un6 5tä6td}en, 6ie oon 6en ITiavt- 
grafen r>on Bran6enburg, als 6as £an6 um 6ie IHitte 6es 13. 3^^^*' 
tjun6erts an 6iefe fiel, befon6ers geför6ert n)ur6en, erlangte (Sörli^ infolge 6er 
£an6esteilung Don 1268 neben Bauten baI6 eine gröfere Be6eutung, in6em 
es 5ur ^auptfta6t 6er öftlid^en ^älfte 6es £an6es n?ur6e; als (Sren5e 
5U)ifd)en bei6en galt 6as £öbauer XDaffer. Xlad} 6em Co6e 6es legten 
2lsfaniers IDoI6emar 1319 fam infolge gütlid^er (Einigung 6ie öftlid^e 
^älfte un6 auf er6em 6as böl^mifd^e ^i^tau an 6en (£nfel ZHarfgraf (Ötto's 
6es Cangen un6 5d)u?ager 6es böl^mifdjen Königs, -^er5og I^einrid? Don 
3auer, a)äl}ren6 6ie meftlid^e u?ie6er an Böl^men fiel^), in6es 1329 trat 
^erjog ^einrid? 5ta6t un6 lDeid}biI6 (Sörli^ aus guten ^rün6en an König 
3ol)ann von Böl^men ah"^), 6er es fofort feinem Heid^e Böl^men infor* 
porierte^). Xcad} 6em 1346 erfolgten ^o6e 6es !in6erIofen ^er5ogs fielen 
aud? £auban un6 gittau tDie6er an Böl^men. 

3n 6iefem ^al^r^ erfolgte aud} 6er 2tbfd)Iuf 6es 5ed^sftä6tebun6es, 
6er ein5igen 5tä6ter)ereinigung im 0ften, 6ie pon Be6eutung un6 Dauer 



1) Knott^e, H. <5. 165 f. 

2) a. a. 0. 5. 177. 

3) a. a. 0). 5. 225. 

4) palacfv, (Sefd?. v. Söt^men II, 2. 5. 175. 
6) Cod. Lus. 275, 278. 



Der ^unb ber Scd^sfiäbtc in bcr 0berIauft^ von 1346-1437. 5 

c^erporöen ift. (£5 pcröanft ipte 6te metften Bünöniffe 6er öamali^en ^cit 
6er llnftd)erl)ctt un6 Sd^u^Iofi^feit im Perfel^rs^ un6 Ked^lsleben feine 
(£ntftel?un(5. 

Die He^ierung Köni^ 3^^?^""^ ^^^ f^^ f^^^ ^^^^ ()öd)ft unl^eilüoll 
c^emefen. (£in ritterlid^er Curnierl)eI6 un6 tapferer I^auSe^en, frei$ebi$ 
un6 prad}tlieben6, entbel^rte er 6er porne()mften (£i$enfd?aft eines He^enten, 
befonnener ZHäficjunc}. g^^*^^^ ^^^^^ ^^ f^^ ^^ feinem Köni^reid^e ftets 
als ^rem6er $efül?It fo 6af er es am liebften ^e^en 6ie H(?einpfal5 aus= 
(jetaufdjt E^ätte^). Da er vov allem piel ^eI6 5U feinem abenteuern6en 
i^hm ^ebraud^te, fo I^atte er 6ie föni^Iid^en Dontänen Derpfän6et^) un6 
6amit 6ie realen lITad^tmittel 6es Köni^tunts 6en böE^mifd^en Baronen 
ausgeantiportet, 6eren Cro^ 6a6urd) $en?alti$ erl^öl^t tpur6e. 3*^^*^^* Ö^' 
l)ovd}k 6en (5efe^en nur infotpeit, als es mit feinem Porteil vereinbar 
tr>ar. Daf es 6emnad? mit 6er Sidjerl^eit pon Perfon un6 (Eigentum un6 
6em Ked}tsfd)u^ traurig ausfeilen mufte, brandet nid)t erft gefaxt 5U 
u?er6en. 2lm meiften litten 6ie 5tä6te unter 6iefen 5uftän6en, für 6eren 
(Se6eil)en 5rie6e un6 Sidjerl^eit im £an6e 6ie erfte (Srun6be6ingung bil6eten. 
grnar l^atte and} König 3^^^"" f^^ 6urd? (Erteilung 5al)lreid}er Pripilegien 
begünftigt, fd^liepd) aber tpar es mit Pripilegien allein aud} nid?t 
getl^an, wenn fonft je6er, 6er 6ie £uft un6 6ie ^auft 6a5u l^atte, 5ugriff 
u?o er fonnte. 

(Etmas beffer tpur6e es für 6as arme £an6, feit 1333 3ol?ann feinem 
Sol^ne Karl 6ie Dermaltung Böl^mens anpertraut l)atte^), u?äl?ren6 3<>^^nTi 
fxd} meift im Huslan6e aufl^ielt. 2tls aber aud? jener im 2när5 1346 
Böl)men perlaffen l^atte un6 mit feinem Pater nad} 2Xpignon un6 nad} 
Henfe gegangen tpar, um fid? 6ie Königsfrone 5U Idolen, als ftd? bei6e 
fo6ann in 6en englifd)=fran5Öftfd^en Krieg ftür5ten, aus meld^em 3<^^^"" 
nxd}t tt)ie6er 5urücf!el?ren follte, 6a rpar 6as £an6 mie6er ol^ne Kegentfd)aft, 
ftd} felbft un6 je6er XDillfür überlaffen; 6ie Unftd^erl^eit 6er Strafen nal]m 
5U, 6ie (geit tpar für 6as Haubgefm6el l?öd)ft günftig. 

2(ngefid)ts 6iefer traurigen Perl^ältniffe fd^loffen 6ie 5tä6te 6er (Dber-- 
lauft^, 6ie befon6ers pon Haub un6 Bran6 gelitten l^atten un6 and} in 
^ufunft fxd} be6rol)t füblten. Bauten, (Sörli^, £öbau, Cauban un6 Kamen5 
un6 6as böl^mifd^e 3^ttau am 21. Ztuguft 1346 ein Bün6nis, in tpeldjem 
beftimmt tpur6e, 6af, u>er por 6em (Serid^t ein un6 6erfelben 5ta6t pon 
3 perfd)ie6enen Perfonen 6es 2nor6es, Bran6es, Diebftal)ls un6 Haubes 
befd)ul6igt rpür6e, als überfül^rt gelten folle, 6esgleid)en, n:?er in 3 per- 
fd)ie6enen 5tä6ten tpegen eines 6er befagten ^repel angeflagt u?ür6e; 6ie 
ein5elnen ^älle follen 6ie 5tä6te einan6er mitteilen. Diefe Beftimmungen 
l^aben 5ur Porausfe^ung, 6af 6er Betreffen6e nid?t auf l)an6^after Cl^at 
ertappt tPor6en n?ar. ^^rner tpur6e beftimmt, rper in 6er einen 5ta6t 
geäd)tet ift, 6er foll in allen 5tä6ten geäd)tet fein. IDenn aber jeman6 
auf frifd^er Cl?at 06er auf flüd^tigem ßn^c Pon einer 5ta6t perfolgt rpür6e, 

1) palady, a. a. ®. II, 2. 5. 133. 

2) a. a. 03. 5. 196. 

3) a. a. ®. 5. 205 ff. 



6 Der Bunb ber Sec^sftäbtc in bcr 0bcrIauft^ Don 1346—1437. 

^e$en 6en o6er ^e^en 6ie ^efte 6te il;n l?auft un5 f^oft, perfpred^en 5te 
anöern Stäöte einanöer 5U ijelfen, fo gut fte permögen^). 

(Es tr>ar Mes 6urd)aus md}is neues, nid^t einmal für 5te 0ber» 
lauft^^), 6a fd^on 1339 (5örli^, Cöbau, Baufeen un6 l:{amen5 mit 6en 
fd^Ieftfd^en 5tä5ten Breslau, (Diolan, Strel^Ien un6 Heumarft ein gegen» 
fettiges 2ld}tsbün6nts auf 6te Dauer von 12 3^^^'^^ gefd^Ioffen l^atten^). 
XTian erneuerte es nid^t, ba vor Tlhlauf öesfelben 6ie i)erl)ältntffe 6ie 
oberlauft^er 5tä6te nötigten, ftd} unteretnan6er enger 5U rerbinöen. (£s 
u?ar aud} ntd)t ^ivoa 5er 2i\isbv\xd einer 5ielbeu?uften Politif, tt>te 6er 
1329 5u?ifd}en Bauten un6 (5örlt^ abgefd)Ioffene Vertrag, nad} u:>eld?em 
fid} 6te bei6en 5tä6te t?erpfltd)teten bei Strafe von 2000 IHar! bei 6er 
Krone Böl?men 5U l^alten^). 

Ptelmef^r mar 6as Bün6nts von 1346 nur ein lofes 6urd? 6te näd^ft= 
Itegen6en Be6ürfntffe {)err>orgerufenes 2td)tsbün6nts ol^ne je6e Spur von 
einer Bun6esDerfaffung, nur ein Dertrag 5U gemeinfamer Derfeftung un6 
Befämpfung r>on ^ne6ebred)ern un6 Strafenräubern. <SIeid}mo()I ermud^s 
aus 6iefen primittpen 2tnfängen ein Bun6, meld^er alle an6ern Stä6te' 
bün6e über6auerte un6 fid? in 6er ^efd^id^te 6e5 6eutfd^en Stä6teu)efens 
eine el^renpolle Stellung ermorben l)at^). 

Xlad} 6em IDortlaut 6er llrfun6e \:}at 6er £an6r>ogt ^ans von 
IDorganmt^ 6en Stä6ten gel^eifen un6 geraten, ftd? 5U r>erbtn6en. (£r mar 
auf 6em Cage in £öbau anwz\mb, 6ie IDorte „auf ®el)eife un6 ^at von 
unferes ^erren 6es Königs £an6t)ogts" ftn6 6al)er mol^l mel?r als blofe 



1) Cod. Lus. 377. 

2) (laxmow, &}xcnt 5. 84 f. 

3) Cod. Lus. 330. 

*) (Eine ITta^regel, tooburd? fte, unlängft aus teilmeife nichts meniger als arxi^c 
netjmen pfanbfdjaftsüert^ältniffen gelöft, fid^ in §uFunft tl^re poIttifd?e Sclbftänbigfeit, 
bereu fie fid? nur als freie föniglid^e Stäbtc erfreuen fonnten, 3U mat^reu fudjten. Venn 
in jeber Dcrfe^ung lag für bie betreffenbe Stabt bie <?efal^r ihrer Deräu§eruug Dom Hetc^ 
unb bes ^erabfinfens 3U einer bloßen £anbftabt, ta namentlid? bei langer Dauer ber 
pfanbfd^aft aus ber faftifd^en f^errfc^aft hes pfanbint^abers leicht ein Ianbesl]errlid?es 
Hed^t erroac^fen fonnte. Darum mar ben Stäbten aud? ntd?ts üerl^a^ter, als foldje Der= 
pfänbungen, unb menn fie bod? voU^oq,cn maren, fd?euten fte Feine Koften, um il^re 
ibiebereinlöfung 3U bemirfen. (£s wav alfo ber Pertrag von 1329 eine ©ppofition gegen 
Ianbesl|errlid?e IDillfür, freiließ in ber befdjeibenften ;^orm, ba im Hotfalle ben Stäbten 
boc^ nichts anberes übrig geblieben märe, als — 3U 3at^Ien. 

^) Die Perbinbungsurfunbe mürbe non jeber Stabt für jebe ber 5 anbevtn be' 
fonbers ausgefertigt, alfo im (S>an^tn in brei^ig (Eremplaren. Bemerfensmert ift, ba^ in 
(Sörli^ fi(^ leine Ürfunbe üon Bauten ftnbet, roäl^renb bod? bie ber anberen 4 Stäbte 
r>ort|anben finb, besgleid?en ba% im Bau^ener 2Ird?ir> feine von (Sörli^ ejiftiert. (£s ift 
barum u)ol]I an3une!]men, ba% biefelben verloren gegangen finb; benn ba% best^alb !ein 
2Iustaufd? 3n)ifc^en bzn beiben Stäbten ftattgefunben traben foüte, n?eil fie fd?on burd? 
ben Dertrag üon 1329 enger rerbunben gemefen mären (Köt^Ier, Bunb ber Sedjsftäbte 
S. 19), ift nid?t mat^rfdjeinlic^. '^emx Dertrag t^at burd?aus nid?ts mit bem. von 1346 
gemein, unb als Anfang bes 5ed?sftäbtebunbes fönnte man et]er bas 2J[c^tsbünbnis von 
1339 anfet]cn f Kollier a. a. ®. S. 12), aber auc^ biefes mürbe nid?t erflären, marum 
gerabe 3mifd?en (Sörli^ unb Bauten Feine llrFunben ausgetaufc^t morben feien, ba bann 
füglid? aud? bie Ausfertigungen von Kamen3 unb £öbau fetalen Fönnten. (Cod. Lus. 
379 2lnm.) 



Der 3unb bcr Sec^sftäbte in bct (Dbcrlauft^ üott 1346—1437. 



^^fcöflti}fcitsp{?rafe. 2(ber 5cr £an6D0$t fd^eint nid)t \owol}l im eichenen 
Ztamen als ptelmel^r in bm 3ntentionen öcs böE^mifd^en Königs $e{?an5elt 
5U l^aben^), als er 6en Stäöten 5U 6em Bünönis riet. Karl I^at ftets öie 
Canöfrieöensbeftrebungcn begünfti$t; eine 2(n5a(?I von £an6frie5enseinuna,en 
ftnö auf feine 2luffor6erunc5 im6 auf feinen 3efel)I errid^tet moröen. CEs 
ift 5aruni nidjt unipa()rfd)cinlid^, 6ag aud? für 5ie ^rünöung öes 5ed}s- 
ftäötebunöes 6ie 2tnre