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Full text of "N. Federmanns und h. Stades Reisen in Südamerica, 1529 bis 1555"

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LKuiscne spracne und Ulerttur. j 1 s 




J' 




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BIBLIOTHEK 



DES 



LITTERARISCHEN VEREINS 



IN STUTTGART. 



XLVII. 



i 



J 



STUTTGART. 

OBORUOtCT AÜP KOSTEN DBS LITTERARISCHEN VERKINS. 



I • V 



PROTECTOR 
DES LITTER ARISCHEN VEREINS IN STUTTGART: 

SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG. 



VERWALTUNG: 

Präsident: 
Dr A. V. Keller, rector der Universität Tübingen. 

Kassier: 
Dr Zech, professor in Tübingen. 

Agent: 
Fues, Sortimentsbuchhändler in Tübingen. 

* 

GESELLSCHAFTS AUSSCHUSS : 

Dr Böhmer, Stadtbibliothekar in Frankfurt a. M. 

G. Freiherr v. Cotta, k. bayerischer kämmerer in Stuttgart. 

Dr K. V. Gerber, kanzler der Universität Tübingen. 

Hofrath dr Grimm, mitglied der k. akademie in Berlin. 

Dr G. V. Karajan, vicepräsident der k. akademie in Wien. 

Dr E. V. K aus 1er, archivratli in Stuttgart. 

Dr Klump p, director der k. privatbibliothek in Stuttgart. 

Dr Klüpfel, bibliothekar in Tübingen. 

Dr Maurer, professor in München. 

Dr Menzel in Stuttgart. 

Dr Simrock, professor in Bonn. 

Dr Wackernagel, professor in Basel. 



N. FEDERMANNS UND tt STADES 



REISEN IN SÜDAMERICA 



1329 BIS 1555 



HBRAUSG£G£B£N 



vo» 



D. KARL KLÜPFEL. 



STUTTGART. 

GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITTERARISOHEN VEREINS. 
I^ACH BB80HnU88 DES AUSSCHUSSES VOM JUL] 1858. 

1859. 



1>RUCK VOM L. P. PUBS IM TÜBINOKM. 



INDIANIBCHE fflSTORIA. 

EIN SCHÖNE KÜRTZWEILIGE HISTORIA NICLAUS FEDEfe- 
MANNS DES JÜNGERN VON ULM ERSTER RAISE SO ER 
VON fflSPANIA UND ANDOLOSIA AUSZ IN INDIAS DES 
OCCEANISCHEN MORS GETHAN HAT, UND WAS IHM ALL- 
DA IST BEGEGNET BISZ AUFF SEIN WIDERKUNFFT INN 
HISPANIAM, AUFFS KÜRTZEST BESCHRIBEN, GANTZ Lü- 

STIG ZU LESEN. 

[HAGENAW] 

MDLVU. 



Fed. Q. St. 



162926 



Dem edlen und vesten herrn johansen Wilhelm 
VON loubenberg, vom loubenberger stain zu BOG- 
eckh, Rom. König, maie. rath etc. meinem günsti- 
gen JUNCKHERRN. 

Ein willige dienste und alles gutts von Gott zuvor, Günstiger 
Lieber Junckherr. Nach dem ich in erfarung kommen bin, das E. 
V. ein sonder liebhaber und er forsch er der Antiquiteten, deßgl ei- 
chen auch deren dinger, so sich bei unsern zeitten durch mör- 
schiffung, mit erfindung der newen Inseln, welchs man die New 
weit nennet, auß Gottes des allmächtigen Schickung wunderbarlich 
herfür gethon, und noch für und für, mit mancherlai gaben, von 
Goldt, Edel gestein, und köstlichem holtz, gewürtz und anderm 
herfür thun, und eröffnet werden, darauß dann die miltigkhait, 
gütte und liebe Gottes gegen dem menschlichen geschlecht, ymmer 
dester mehr erkhant und mit lob uriH dancksagung billich zu her- 
tzen sol genomen werden. Es hat auch Gott der allmächtige on- 
zweiffei etwas grösseres drunter verporgen, das vor dem tage 
des Herren uns allen zu nutz als wir hoffen, werd erfolgen, wie 
E. V. als ich achte, solchs langst vor mir nach ihrem hochbegab- 
tem verstände, bedacht und drauff gemerckt hat. 

[iv] Dieweil dann etliche, so gemelle New wellt, mit vil ge- 
ferlicheit, schweren raisen und uncosten erfaren, auch grosse bü- 
cher darvon haben geschriben, und solch ding ahngezaigt, deren 
sich wohl zuverwundern, So hat sich unther anderm, mein Schwa- 
ger Niclaus Federmann von Ulm selig, verschiner zeit, in namen 
und ahnschickung etlicher herren.auch defs wollen erkundigen, 
und so er zwai mal inn Indien über Mör geraisel, hat er die erste 
raiß und was ihm und andern mitgeferlen drunder begegnet, was 
er auch gesehen und erfaren, von eynem tag zum ander», wie es 
erstlich auß befelh der Kay. Maiestaten durch ainen Notarien so 
mit geraiset Hispanisch inn ain büchlin verzaichnet, ins Teütsch 
transferiert und nachgeschriben , welchs gantz lustig und kurtz- 



weilig ist zulesen. Und nach dem ich vernommen, daß E. V. das- 
selb auch zulesen begert, hab ichs der selben als meinem lieben 
günstigen Junckherrn, und als einem sonderlichen liebhaber und 
er forscher der verborgne ding und wunder Gottes, sövil es den 
menschen nutzlich und bösserlich ist, hiebei wollen zuschicken, 
mit fleis)siger bitt E. V. wöll solchs in guttem gefallen -von mir ahn- 
nemen, deren ich auch in merem zu dienen genaigt. 

Damit sei Ewere Veste ^ampt allen den ihren, unserm Herren 
Jesu Christo trewlich befolHen. Datum in Uim^ im Monat Maio, 
Anno etc. LV. 



Ewer vest williger 



Hans Kiffhaber 
Burger zu Ulm. 



Von der außfart Niclaus Federmanng des Jünger von Ulm, anß Hispa- 

nia in Indias« und was im in diser raise begegnet, auch was Er gesehen 

und erfaren von Inseien, völckem, ihren sitten und gebrauchen, darbei in 

. was leibs gefahr er m^ den seinen gestanden, und wie vil sie erlitten, bis 

zur ahnfart der statt Coro. 

Im tausent fünff hundert und im neun und zwaintzigsten Jar ' 
des andern tags des Monats Octobris, Gieng ich Niclaus Federmann 
der Jünger von Ulm, zu Sant Lucar Barameda, ain Port des Möhrs 
inn Hispania der Provintz [2] Andolosia gelegen, zu schiff, well- 
ches mir von Herren Ulrichen Ehingern, von der Herren Bartho- 
lome Welsern und geselschafft wegen, geeignet, und für haupt- 
mann desselbigen, sampt ainem hundert und drei und zwaintzig 
Hispaniern kriegs volck, und vier und zwaintzig teutscher be^rg- 
knappen genennt und fürgesetzt, n4t denen inn das lande Vene- 
cuela, so an dem grossen Octavischen möhr gelegen, welches gu- 
bernation und herrschunge, den gesagten Welsern meinen herren, 
von der Römischen Kayserlichen maiestat bevolhen, und überge- 
ben zu schiffen^ und zu hilff Ambrosio Talfingern von Ulm, so als 
Statthalter und Verwalter diser Regierung und gubernation aldar 
was. Als wir nun mit grossem ungestimmen wetter^ und zweien 
sorglichen fortunen, am 23 tag nach unserer außfartt, ein Insel, 
Lancaeroten gehaissen, so bei dreihundert meilen von Hispania 
gelegen, und der siben Insulas Cdie man Insulas Canarias nennet) 
aine ist, erreichten, und wir 'aber auß widerwindt, wie gesagt, 
uns drei und zwaintzig tag verwelleten, welche Raiß man doch 
gewonlich, in 8 biß inn 10 tagen auffs lengst fürschiffet, betten 
wir gebrech ahn wasser, also, das wir gedrungen inn dieser Insel 
Wasser zunemmeh. Und wiewol diso Insel dem khönigreich Hispa- 
nia underworffen, so ist doch nur ain statt so von Christen be- 
wonet, darinn gebawen, so gegen Auffgang liget, und nach der 
Insel Lancaeroten gehaissen, umb uns aber der wind, der statt 
und Port, dasselb zu zufaren verhindert^ (\Mf'ei\i V\\ \^ ««i^^x>\ 



gegen Nort, oder mitnacht gelegen, Rabicon genannt, daselbst wir 
uns, nach sag der schiff leüt wasser zufmden versahen. Und als 
ich mit 10 mannen, darunther vier teütsch, ahn land [3] für, mich 
kainer feind versähe^ und daselbst niemand pfleget zu wonen, es 
was aber, alls es unser unglück also erfordert und Gott gestaltet, 
zu der zeit grosse dürre in diser Insel, hette lang nit geregnet, 
helten die Arabier, so auß Barbaria, welche 17 meyl gegen der 
Insel über gelegen, und an ainem ort diser Insel, ihr wohnung 
zuhaben, und ihr viech, gaiß und kamelthiei^, aldar zu graßen 
und waiden, wurde vergönnet, von dannen sie in Barbaria ihre 

^ Contract und geschafft oder handthierung mit dem viech und ge- 
nieß derselben, als milch und keß, haben und treiben, darumb sie 
dem hauptmann der Insel, ihnen solche zu gestatten, ihren tribut 
geben, gesagts ihr viech an diesem Port Rabicon, da wir ange- 
faren dem wasser zu lieb, dessen sie arj orten, da sie ihre ge- 
wohnliche Wässerung haben, gebrech, hintriben und uns ersahen, 
vermainend, wir weren Frantzosen, dann eben umb die selbig zeit, 
zwischen Hispania und Franckreich krieg, und die Frantzösischen 
schiff und Armada, sich in diser und den andern umbligenden In- 
seien auffhielten, und auff di« schiff, so auß Hispania nach den 
Indias faren, die selbigen niderzuwerffen und zuberauben verwar- 
ten, darumb sich ettwas bei achtzig Arabier oder Moriscos ver- 
samleten. Und als wir uns umb das wasser umb sahen, ihrer we- 
der sorg, noch ihrer zusamenroltunge gewarteten, überfielen sie 
uns ettwa zehen schrit weit auff ainner höhe, von dannen sie mit 
grossen stainen zu uns warffen, mit denen sie gant? gewiss, und 
ihr maist getröstente wehr ist, dann es seer ein ring volck, schnels 
lauffs von und zum mann, wie ein birsch springt, darmit theten 
sie uns, die wir darzu gantz unversehen, grossen schaden, wund- 
ten unser vil [4] mit den stainen, darunder ich in kopff auch hart 
wund ward. Als sie sich nu unser mächtig, und uns zertrennt 
sein sahen, welcher trennung wir getrungen, dann wir die stain 
nicht gedulden mochten, auch kain weher betten, darmit wir ihnen 
so ferne schaden kundten thun. Und dieweil wir grossen drang 
von ihnen erlitten, uns nicht entschutzen kundten, understunden 
wir uns, ain höhe so gegen uns über einzunemen. Und als wir 
das thal verlicssen, und die höhe zu unserm vorthail auffstigen, 

folgten uns die Arabier nach, umbgaben uns zu dreien Seiten, und 



nach langem werffen und schlagen, so wir zu baiden seilten thetten, 
warden der meine» zwen teütsche, und ain Hispanier erstochen, 
und rest all mein volck hart wund, und ich mit einem stainworff 
Cwie vor gesagt) und noch mit einem rapier, baider wunden in 
kopff, wol gezaichnet, und darzu sampt zwaien Hispaniern von 
Arabiern gefangen, noch zwen teutscher und zwen Hispanier ga- 
ben die flucht an das mör, alda da? schiiHen, darmit wir an land 
gefaren, unser wartet. Die Arabier aber folgten disen flüchtigen 
nach biß ans mör, worfl^eu auch einstheils von der höhe denen 
im schiflin zu, wundten zwen Schifl^er oder Marineros, also das 
sie sich am gestad nicht kundteu enthalten, noch die vier obge- 
sagten personen retten, sonder sich in das Mör zuweitten gedrun- 
gen wurde, biß sie die Arabier mit irem stainwerffen nit mehr 
kundten erraichen, darumb sich die vier flüchtigen in das Möhr, 
und ahn das ;Schifieiii zuschwimmen begeben musten, dahin sie doch 
mit arbait geraichten, und deren einer also schwimmend geworf- 
fen worden, das wa nicht mit eill, von denen im schifflein, doch 
mit ihrer gefahr, errett, were er ertruncken. [5] Die Arabier, so 
uns gefangen, fürten uns in einen holen stain, da sie uns verbor- 
gen hielten, besorgend, so die im schifi* vernemen, wie es gestalt, 
wurden sie sich unthersthen, uns mit gewalt zuledigen, undjnen 
abzutringen, und die weil die Arabier, deren gefangnerf wir wa- 
ren, aliein Rescat, oder Schätzung und losung, unserer personen 
von uns verhofllen, und darumb uns enthielten, ließ ich mich ge- 
gen ihnen mercken, wolte mich mit dem hauptmann des schiß's 
Cwelches ich selbs sein ihnen verlaugnet) bereden, des sollen sie 
mir statt geben, und mich ahn ilas schiff komen lassen, die andern 
zween, so mit mir gefangen in pfandt halten, biß ich wlderköme, 
das ich aber ahn inen nit gehaben mochte, das sie mich ledig wei- 
ten lassen, oder in das schiff zukomen vergönnen, aber doch ga- 
ben sie mir zu, ich sollte deßhalb ahns schiff schreiben, und mein 
mainung dem hauptmann anzeigen, so wollten sie denen im schiff 
zeichen geben lassen, das sie an land schickten, die brieff zu- 
holen, doch mit dem geding, das ich muste geloben, nit ahnzu- 
zeigen wa wir gefangen lägen, auch das nit über zwen, auß dem 
schiff an land Sprüngen. Das geschach, und als auff mein schrei- 
ben, auß dem schiffe kamen zwen mann, das ein, ein balbirer uns 
züverbinden, der ander ein Kriech, welcher die Ax^V^nsäVä ^^-^^.0^ 



8 

kundte, darmit wir doch, den Arabiern unwisend, was sie unser- 
halb mit einander redten, in irer sprach auch kuntschafft hetten. 
Ich schreili auch ahns schiff, sie sollten sich die selbige nacht er- 
heben, an das recht Port und statt der Christen wonung Lanca- 
rotten genannt faren, und dem hauptman die handlung ahnzeigen, 
damit er eilend auff land unserer ledigung fürsehung thette, und 
als mit defs die nacht ahnfiel, \6'] sagt ich den Arabiern der haupt- 
mann begerte von inen zuvernemen, was oder wievil losung sie 
für uns begerten, darauff sie sich lang mit einander beratschlagten, 
und voh uns grossen Rescat und losung vermeinten zuschetzen, 
und doch wa wir uns so tewrer ledigung widern thetten, welchs 
sie für yeden zwaihundert ducaten hetten angeschlagen, weiten sie 
uns, darmit nit auß langem verzug unserer gefengnüs dem haupt- 
man diser Inser furköme, all drey umb zwaihundert ducaten le- 
digen, diß alles, was ihre anschläg waren, hettenn wir durch, den 
Kriechen obgesagt, gutte kuntschafft. Als sie aber morgens, an 
das gestadt des Mors, da sy das schiff im Port, abendts hetten 
gelassen, giengen, auff mainung Rescats und losung halber, mit 
denen so der hauptmann an land schicken wurde, alls wir dann 
ihnen zuverstehen hetten gegeben, zuhandeln, funden sie das schiff 
schon abgefaren was. Als sie uns aber sollichs ahnzaigten, und 
wir uns darab verwunderent erzaigten, und nach langem nach- 
gedencken, die ursach ires abfarens zu urteilen, sagten wir, das 
wir schätzten, dieweil die selbige nacht, eben ein scharpffer windt 
gewest, werden sie dem Port, als denen es unbekant, nit haben 
wollen getrawen, sonder zu ihrer Sicherheit, inn das Mör gelof- 
fen und geschifft sein, also verwarteten sie der zukunfft auff dem 
Mör. Aber wir der hilff auff dem lande, jeder theil wie ers zu- 
geschehen vermainet, biß an den vierten tag, da kamen etlich des 
hauptmanns deiner uff kamelthiern geritten, der sie sich in diser 
Insel gebrauchen, und namen uns auß der Arabier händ, und be- 
leiteten uns in die statt zum hauptmann der Insel Sancho de Her- 
rers geheissen, welcher den fal unserer [7] gefencknus, und die 
ursach unserer ahnfart ahn disem ungewonlichem ortte, auff sein 
begeren, nach lengs von mir vernam, welcher zustund den Mören 
nachzustellen und gefencklich für ine zubringen, aussendet, gleich- 
wol acht ich nit weniger umb den genieß der straff so er von inen 
erwartet, als unsern wider recht erlitnen schaden zurechnen, von 



9 

ime ahiig:e£rehen, djser hauptmann thet mir vast gutt tractament 
und heilt mich wol, versähe uns auch umb bezalung, aller not- 
durfft, also belieb ich biß ahn andern tag daselbst, mich und die 
andern gewundten zubinden, und mit andern der krancken not 
zu versehen, und volgents erhub ich mich, und für ab in ein ander 
Insel Lagomera gehaissen, zwölff r^il darvon gelegen, dahin ich 
am andern tag glücklichen ahnkame, lag daselbst drei tag, .ver- 
sähe das schiff, mit holtz, wasser und fleisch nach notturfft, dann 
es zu diser raiß fast die gelegnest Insel ist, unther den siben In- 
seln, so man die Canarias nennet, und da fast alle schiff anfaren, 
von dar erhub ich mich mein raiß fort nach Sancto Dominigo zu- 
faren, dahin ich von der Insel Lagomera auß, noch 1300 meil 
wegs hette zu Continuieren und zuraisen. Also eraichten wir noch 
inn disem Monat December, Anno, neun und zwentzig, der mhi- 
dern zahl, das Port und sant Dominigo, unnoth anzuzaigen, die 
andern Inseien, so wir unther wegen, ehe und wir gehn sant Do- 
minigo geraicht fürgefaren und gesehen, dann wir in dern keiner 
außgestanden, doch will ich ahnzaigen das wir von der Gemoria 
auß^ neinhundert meil wegs faren, ehe und wir land sehen. Dise 
fart ist der gröst Golffo, des Occiaiiischen Mors, und bißher ahn- 
keinem ort der weit, khain grösserer Golffo, da man lenger ahn 
[8] land zuerraichen farel, erfaren odey geschiffel worden, wol 
vil weitter und auch ungewarsamere raison, mit grosser mühe und 
gefahr, thun die Portulagesische schifleüt, die inn India und biß 
gehn Maluco faren, aber doch sehen sie auffs lengst alle acht 
tag l^nd. 

Als ich nun in dieser Insel, welche Insula Spaniola heißt, 
aber die statt Dominigo, welche fast wol erbawen, und zierlicher 
gassen und edificias hat, und hat auch ain starck weherlich schlofs 
und ain fast gutte porl. Und wiewol in diser Insel, welche fünff- 
hundert meil wegs ringsumb sich begreiffei, vil der flecken und 
statt von Christen bewonet sein, so ist doch Sant Dominigo, das 
haupt und beste unter allen disen Inseln, onnolh von art und sillen 
der Naturales oder einwoner diser land art zuschreiben, dann es 
nu mehr als ein land vor viertzig jaren von Christen, erobert und 
gewunnen bewißt, und lautgeschreygig ist, wie auch die zu Coro, 
als ihr hernach werd hören, ain nacket volck, und eben der sel- 
bigen färbe. Sie die Naturales oder e\\\Yiow«v ^\s^t\»ÄÄ.n %^ ^^^^ 



10 

Insel, ehe und die Christen dahin kommen, besessen und beherr- 
schet haben, welche itzt kainen aignen flecken bewohnen. Sonder 
sie seind den Christen gar geundertheniget, und dienen den Chri- 
sten so vil deren noch bei leben, welcher doch nicht vil mehr 
vorhanden, dann nach vememen, so sollen von funffhundert tau- 
sent Indios oder einwoner so in dem land geweßt, durch die gantz 
Insel allerlai nation und spracnen, alls die Christen das land erst 
erfunden, welches wie obgesagt, bei 40 jaren, itzt nit über zwain- 
tzig tauset bei leben sein, ain grosse summa in ainer kranckhait 
welche sie Viroles haissen, auch thails in kriegen, und [9] ain 
grosser thail auß übertribener arbait, darzu sie die Christen, in 
den Goldbergwercken , genöltigt, welches doch wider ihre ge- 
wonhait ist, dann sie von art, ain zart und wenig arbaitent voick 
geweßt ist, gestorben, und sich in so kurtzer zait ain solche mul- 
titud und grosse summa in ain so wenig zal gemindert. Also das 
itzt, dise Insell und alle flecken und statt darinnen durch ain kö- 
nigliche kamer und hofi*gerich^ wölches sie Audiencia Real hais- 
sen, geregieret werden, die inn der statt sant Dominigo wohnen. 
Daselbst fandt ich, meiner herren der Welser factor Sebastian 
Rentzen von Ulm, belib aldar biß ahn den fünfizebenden tag, mich 
wider mit notturfi'tiger profandt und untherhaltung des schiiTs, aufi" 
mein fort raisen gehn Venecuela zu versehen, lud auch alda zehen 
pferd, darmit ich mich wider erhub, und von sant Dominigo ab- 
fuer, wie gesagt, gehn Venecuela schifi'endt, dahin von sant Do- 
minigo auß bei zwaihundert meilen wegs ist, wiewol es stracks 
wegs, nit über hundert und fünfTtzig meilen seind. Man kan sich 
aber des stracken wegs nicht gebrauchen. Dann das Mör daselbst 
zufast Corrent, oder lauiTend, und die schifi*, so sie nit höchern 
ahnfaren, dann dahin sie stracks wegs begeren, abtregt, fast einem 
schnellrinnenden flufs geleich. Als wir bis ahn den neündten tag 
gefaren, welchs ahn einem klainen weg lang verweilet was, ur- 
ßach der fast Ungewissen fart, wie dann gesagt, und auch zu 
diser fart nit mehr dann zwen wind prospero oder dienlich seind, 
kamen wir abendts umb die fünfl* uhr, in gesiebt einer Insell, wöl- 
che sieben meil vonn dem landt Venecuela ligt, Buynari gebais- 
isen, wölliche der Pilot oder laiter des schifis für ain andere Insel, 
iso siben darob gelegen [10] meilen, Curacao gnannt, ansähe, und 
also aus falscher erkanntnus, der Insel vom Piloto oder lailer des 



H 

Schiffs selb betrogen, füren wir stracks gegen der Insel über, dem- 
lande Yenecuela, terra Ferma zu, vermaindten also das Port Coro 
zuerraichen, wölches wol die recht derotta und farl, so es die 
Insel Curacao, darfür wirs hielten, gewest were. Also umb mit- 
nacht vngefar» sähe ainer der schiilleut auff dreien orten des schiffs 
fewj, wölche die Indios landvolc|{: am gestadt des Möhrs, darbei 
zu vischen, alls sie pflegen zuthun branten. Alls aber der Piloto 
oder laiter difs schiffs solichs gewar, erschrack er ser, besorgent 
dem land zunahend gefaren sein, denn er erkannte die Insel, so 
wir vor nachts gesehen, nit die sein, darfür wir hielten, dann wir 
sonst die Costa des lands Yenecuela, nit so bald hetten könden 
erraichen. Also ließ er eilents das schiff wider keren, hinder sich 
zufaren biß morgens frü, das sie das land und ihr fart sehen und 
erkennen möchten, wölches alles unser not wol erfordert, denn 
so wir die fewr, so die Indios wie gesggt, (villeicht auß Schickung 
gottes) nit geprennt, und wir die nit gesehen, und also nur ein 
halbe stund fortgefären,* were onmüglicli gwest, das unser einer 
darvon komen were, dann daselbst kain Port oder ahnfart, sonder 
voller baxos, als nidermörig und steinig, da sich das schiff ange- 
\ stossen, und wir ertrincken hetten müssen. Als wir aber dise ge- 
fahr, auß gesagter warnung, als got gefiel, fürgangen, und am 
morgens das land sahen, und erkanten das wir ob sechs und zwein- 
tzig meilen vom rechten Portt der statt Coro angefaren, und aber 
kainswegs vom orte da wir waren, das Portt Coro erraichen kun- 
ten, dann wie vor gesagt, das Mör schier ainem was[l l]serflus 
gleich abrindt, und auch die wind daselbst vast Ordinari oder ge- 
mainglich Sud oder von mittem tag gehn, und gegen Ost oder 
auffgang zefaren nit gestatten, Also auß zwaien bösen das we- 
nigest übel zuerwölen, dieweil ich ye mein farl wider gehn santo 
Dominigo nemmen muste, ward ich entschlossen, den grossen ko*- 
sten so auff souil volcks, so ich im schiff hette, wölcher bei hun- 
dert und siben und viertzig dem ich geradten kundte, zu umb-« 
gehn, darüber vil uncostens gangen were, so ich sie mit mir 
wider zuruckgefürt hette, ließ derhalber ein halb meil vom land, 
an dem stillesten ort diser Costa oder gestadt so wir daselbst fan- 
den, das schiff, und sprang aubents selbst zehcnt in den Batel 
Calso haist das klain schiff darmit man an land füret) bei gutter 
wehr, und ahn land füren, thetteu uus «u räv^^vw ^\V ^^"^^ '*^^^" 



12 

• 

mainten von den Indios am wenigsten gesehen zu werden nider, 
auff wohn, die Indios sotten bei nacht wider auff ihre gewonliche 
vischereien (wie dann die vergangen nacht beschtshen) kommen, 
sie zuüberfallen, und also von ihnen vernemein, wa'wir im land 
weren, dann wir auch, ob sie die Indios daselbsf dem Gubernator 
zu Coro, underthan, und der Christen freund' weren x)der nit, g^tz 
nit wüsten. Wir kundten aber die selbige nacht nichts erwarten, 
dann die Indios, als sie das schiff ersehen, hetten sie sich in ihre 
flecken und gewarsam gethon, besorgend, alls offt von Sant Do* 
minigo auß beschehen, ain raubschiff were, und ymb'*sie auffzu-- 
heben, zufahen und zuverkauffen aldar kommen. Dieweil ich nu 
salns, das unser anschlag aber nicht efect und Verfolgung wollte 
haben, warden wir zu rath, und schickten zwen mann der unsern, 
sie selten das land einwertzs zie[12]hen, so maisl unvermerckt 
sie kündten, und ain fleck^ oder Pueblo der Indios erfaren und 
besichtigen, alls dann so sie des wcgs dahin bericht, wider kämen, 
darmit wir mit der stercke und maac|jit so tiie notlurfft erhaischete, 
dahin raiseten, und mit gütte oder gewallt, durch sie gehn Coro, 
also haißt die statt, da der Gubernator und die Christen wonen, 
und erst haben gebawen und edificiert, gewisen zuwerden. So sie 
aber im fahl, ainen Indios oder zween, deren sie sich mächtig 
sehen, ergrieffen, das sie die selbigen fiengen, und für mich brech- 
ten, darmit ich von ihnen durch ain tollmetschen, so ich bei mir 
hette, was uns zuwissen nottwendig, erfüre. Ich liess auch, alls 
ich dise zween Hispanier abgesandt, die selbige nacht alles volck, 
wellchs nicht zu der schiffung nott oder von nötten was, sampt 
den Rossen und aller notturfftiger provant, auff drei tag an land 
füren, uns mit allem auff die raiß rüstend, und auff die gesandten 
wartendl, die hellen ain Weiler von dreien häusern, fünff meil 
von dem ort da wir angefaren, gelegen, erraichl. Und als sie bei 
nacht also verborgen wartelten, biß sich ain Indios von den häu- 
sern weitterte, den selbigen ahnzufallen und mit ihnen zufüren, 
das sich aber den selbigen abent nit zutrug. Aber morgens frü 
gieng ain India, allain umb wasser eltwann ferr von den häusern, 
deren sie nachgiengen. Und als sie sich die mit ihnen zufüren un- 
derslunden, sagt sie ihnen inn Hispanischer sprach, die sie ein 
wenig kundte, dann sie vor jaren in Sant Dominigo verkaufft was 
worden, und aber von Kay. May. factor, Juan oder Johann de 



13 

Ampies gehaissen, welcher der erst Gubernator und besitzer dises 
lands geweßt, wider erkaulFt, und in ihr vaUer[13]land zu ihrer 
Freiheit gebracht, von ihme darumb ahngesehen das er ihme ein 
gulten willen unther den Naturales oder Indios machte, und also 
ahn sich ziehe, warunib sie doch gehngen wurde, were doch sie 
und die gantz Provinte so Baragnana heißt, der Christen zu Coro 
freund, also Hessens die India wider ledig, giengen mit ihr in jre 
behausung, alda sie etwann bei sechszehen Indios mann und frar 
wen funden, liessen ihnen durch die gesagt India anzaigen und 
sagen, warumb sie da weren, und wie wir mit dem aldar ange- 
faren schiff kommen weren, das wir auff land gehn Coro ziehen 
möchten, begerten glaids volck des wegs. Also gab jnen der Prin- 
cipal des Weilers, zwen Indios zu, mit denen die zwen Christen, 
am dritten tag morgens früe khamen. Also erhub ich mich mit 
allem volck, uff Coro zu raison, kamen desselbigen tags an einen 
brunnen, bei zwei meilen vom ort, da wir außgezogen, oder da 
das schiff stunde, darbei wir die selbige nacht blieben, und des 
andern tags erraichten wir den Weiler vorgesagt, aldar die'inn- 
wohner mit allerley vischen, dem sie vast vil und gutt haben, 
sampt anderer speiß, auff uns wartende, und vast wol empfiengen, 
belieben die selbige nacht aldar, schickten etliche Indios gehn Coro 
zum Gubernator, wölcher nicht in aigner person, aber wol sein 
Statthalter, Luis Sermiento gehaissen, dahaim was. Auch schickten 
wir zu den flecken, darfür wir zu raison hetten, das sie mit Pro- 
vandt gerüst weren. Also fortziehendt kamen wir ahm volgenden 
tag, nacht spat an einen Puebles Miraca gehaissen^ da selbst wir 
auch wol empfangen wurden und die notturfft funden, daselbst 
ruheten wir biß an andern tag, dann sich etliche der meinen ver- 
gangnen [14] tags hart gegangen hetten, dann die tagreiß bei 6 
meilen weitt, mit gebrech ahn wasser, ain hais sandig landt, und 
den merenteil am gestadt des Mors geraißt waren, umb mittag zeit 
khamen leütt, von des Gubernators Statthalter auß Coro, uns fort 
zuhelffen gesant. Dieweil ich nu das volck auß gefahr, und schon 
dahaim sein schetzet, übergab ichs Jörgen £hingern$ so mit mir 
auß Sant Dominigo abgefaren, mit beuelh er sollte das volckh dem 
Gubernator oder seinem Statthalter, in seinem namen, übergeben 
und unther sein gehorsam antworten, und erhübe ich mich wider 
ahn das schiff zuraisen, darahn mir, dieweil es \%^\i \^v^ ^ui^^'^^. 



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15 

Coro, des lands Venccuela zuerreichen, mich biß in sechsten mo- 
nat, das ist vom andern tag October, im 1529 jare, biß den achten 
tag des Mertzen , des folgenden dreissigsten Jars der minder zal^ 
verweilet. 

AHNKUNFFT IN DIE STATT CORO. 

Wie sich Niclai;s Federmann etc. in ahnkunfft der statt Coro im ab- 
wegen des Gubemators Ambrosii Dalfingers gehalten, auch mit was ehrer- 
bietnng, triumph nnd pracht, er sampt dem Hans Seyssenhoffer, den wider- 
komenden GnberHator, obgemeld, empfangen haben. 

Als ich nun gehn Coro khame, fand ich den Gubernator nicht, 
dann er vor acht Monat ain raiß das lands einv^ertz gethon, und 
betten seither seiner abraiß in Coro khein zeittung von ihme em- 
pfangen, und ward das land, in seinem des Gubemators Ambrosii 
Dalfingers von Ulm ab'wesen, von seinem Statthalter, Luis Ser- 
miento gehaissen, geregiret. Als ich aber das schiff, darinnen ich 
dahin kommen, außgeladen, und auf den 22 des Mertzens obstend 
Jars abfertiget, gehn Sant Dominigo und fort nach Hispania zu* 
faren, khame auff den 18 tag Aprilis hernach ain andere Armada 
dreier schiff,, von meiner herren der Welser leüt, von Sibilia in 
Hispania auß gen Yenecuela gesandt, darmit ihre diener, ainer 
Hanns Seissenhoffer gehaissen, für Gubernator des lands abgefer- 
tiget, dann sie in Sibillia besorgten, der Ambrosius Dalfinger 
möchte not gelitten haben, und villeicht mit seinem volck von den 
Indios der widerkunfft verhindert sein worden, dieweil inn so 
langer zeit, wie hievor ahngezaigt, kain bottschaift von ihme ge- 
habt, und [17] auch sein sta thaller, so er hinder ihm verlassen, 
welcher ein Hispanier was, und mehr auff sein dann auff deren 
nutz ersehen solte, forthailig gehauset bette. Also ward der ge- 
sagt Seyssenhoffer von Kay. May* amptleütten so in disem land 
residiren und wonen, als Factor, Contador, und Thresorero, das 
seind, factor, zoll und schatzmaister, und von dem andern kriegß- 
uolck, und Pobladores oder ein woner, fürn Gubernator ahngeno- 
men, und geschworen, hat auch den gesagten des Ambrosii Dal- 
fingers Statthalter verkert, und mir den befellch der statthalterei 
auffgeladen, darinn ich residiret und belib biß Hans Seyssenhoffer 
die Gubernation wider Übergabe. Dann über fünfftzehen tag ikacb 
gesagter Seissenhoffers ahnkunfft ungefär, khame der et«.\» CiEN^"^- 



16 

nator Ambrosius Dalfinger, welcher bei acht Mofiat, wie vor auch 
angezeigt, ainer reiß, die er das land einwertz gelhan, außgeweßt, 
welchen wir nott gelitten haben, und nicht wider körnend, zweif- 
leten, der ward von Seissenhoffer und mir, mit ainer vast zierlichen 
Ordnung, deß kriegßvoicks zuroß und fuß, ein halbe meil von der 
statt Coro, unther ainer auffgeschlagnen zellt oder velthütten, mit 
ainem gesungnen Ambt und Te Deum laudamus, mit trumpetten und 
heerbaucken empfangen, aldar wir morgens assen, und nachmals, 
wider in die statt Coro zogen. Und wie woll diser Ambrosius Dal- 
finger, auifgesagter seiner raiß, vil vor unerfarner, frembder land 
durchraisset^ da ihme auch auß kranckheit und kriegsfahl, bei 
hundert Christen umbkomen, Von dero land Sitten und Ceremonias^ 
vil zuschreiben were, wils aber hiemit untherlassen, als ain Ding das 
ich allein gehört, und nit selber erfaren, dann [18J mein mainung 
nicht ist, anders dann was ich selbs gesehen, und auß aigner er- 
fahrung, für warheit bekennen mag, zubeschreiben. Dieweil aber 
Ambrosius Dalfinger, glücklich wider gereicht was, des man sich 
doch nit hette versehen, auß gesagter ursach, da übergab Hans 
Seissenhoffer, seinen tittel des Gubernators und Capitan general, 
des er sich auß gegebnem gewalt Kay. Maiestat biß zu Dalfingers 
ahn und widerkuntft gebraucht, dem offtgemelten Dalfinger, alls 
ersten Gubernator wider, entschlug sich des selbigen gantz, ließ 
auch dem Dalfinger alles Kriegsvolck und einwoner, wie ihme hie* 
vor, schweren und untherthenigen, und sollichs umb die verende- 
rung der Gubernation maist auß gezweifleter widerkunift des Dal- 
fingers fürsehen, und auß* Seissenhoffer gestellt, Und dieweil auch 
nach ahnkunift des Dalfingers , des Seissenhoffers etwas bas zuge- 
radten was, hat er sich anderer geschefften in Indias, dem er auch 
Commission hette, dest statlicher außzuwardten, der Gubernation 
müssigen wollen. 

Ambrosius Dalfinger aber, gebraucht sich der Regierung nur 
biß ultimo Julio, Anno dreissig. Welchen tag er sich erhub, gehn 
sant Dominigo zufaren, und sich daselbst neben andern Ursachen 
die ihnen darzu bewegt möchten haben, seiner kranckheit eines 
vierteglichen fiebers, so er auß gesagter raiß brachte, zuart2- 
neien, dann er in Venecuela kain ringerung, die zeit er in 
Coro gelegen, hett erwartet, derhalben ward ich wider für Statt- 
halter der Gubernation und Capitan General in seinem abwesen 



17 

verlasen, und von allem voick darfür ahngenonrimen und ge- 
schnoren. ^ 

[19] Anfang der reiss Niclaus Federmanns, von Coro des land einwerti, 
und was für Ordnung und anstalt er auff solche raiss mit Seinem volck ge- 
macht hat. 

Wie ich mich nu aber mit zu vil volcks in der statt Coro ohne 
nott und müssig befand, entschloss ich mich, ain raiß das land ein* 
wertz, gegenn. Mittag oder Sudmöhr gelegen zuthun, verhoffendt 
aldar nutzlichs außzurichten. Rüstet mich mit allem das zu solcher 
raiß nott was. Und auff den 12 tag Septembris Anno etc. im dreis* 
sigsten, erhub ich mich mit hundert und zehen Hispaniem zu fuß, 
und sechszehen zu ross, sampt bei einem hundert Indios naturales 
vom land, der Nation Caquecios gehaissen, weliche unsere not- 
tuririige speiß und andern plunder, so zu unserer wehr und un- 
therhaltung dienstlich, trugen. Desselbigen und ersten tags, ver- 
raißten wir drey meil wegs von der statt Coro/ daselbst ich den 
andern und dritten tag stille läge, und unser läger inain wisen' 
schlugen, und aldar Ordnung in das volck machten, die uns zu rü^ 
wiger und gewarsamer fortraisung dienet. Auch ihnen und haupt* 
leüt und andre amptleütt so die nott erhiesch, ernennet^ dann wir 
des volgenden tags, der feinde land erraichten^ aine nation Xede- 
haras gehaissen, welcher sitten, weiß und gebrauch^ hernach inn 
sonder beschriben werden. 

[20] DIE NATION XIDEHARAS. 

Von der Nation Xideharas und deren Gehrauch, auch wie er mit seim 
volck vom herren des lands und den einwohner empfangen, und mit 
schanckung verehret worden ist. 

Da wir nun den ersten Pueblo oder flecken diser Nation 
ahnzogen und einraisseten , welche dann von unserer zukunfft 
wissen trugen, dann ich inen soUichs durch ainen Tolmetschen, 
Cara Vanicero genannt, sampt ettlichen Indios unsern freunden, 
solichs zuuor ahnzeigen ließ, nemlich wie ich sie haimzusuchen, 
und mit ihnen freündtschafft zumachen keme. Also fanden wir 
den Cacique oder herren des fleckens, mit allen seinen innwor 
nern und unterthanen anhaims und inn rüwiger possession sampt 
aller notturift speis und geträncks nach ihrer art^ s^vcc^N. ^3C^- 

Fed. u. St. 'Jt» 



18 

eben klainetern von goldl, so sie uns verehfeletf, und uns dabei 
auch wol empfie^en- Gleichwol so ist des golds nit vi! inn dieser 
Nation, noch inn ihrem land so sie besitzen, haben auch kein bergk- 
werck, so Coniractiern und handeln sie nicht mit den andern an- 
stossenden Nationen, dann ye aine Nation so das gebirg bewonen, 
mit der andern feinde ist, und alle menschenflaisch, und je ainer 
den andern, wa sie einander bekommen oder fahen künden, essen. 
Also uberraißt ich dise Nation Xideharas gehaissen, welche ain 
rauch und hoch gebirg besitzen, ettwann bei dreissig meilen. Mir 
ist unther diser Nation auch inn diser zeit und raiß der dreissig 
meil wenig begegnet, davon [21] zuschreiben were, die weil mich 
ohne nott ahnsicht ahnzuzaigen, die reiß von einem flecken in den 
andern, dann ich von diser Nacion, gleichwohl mehr auß forchl, 
dann auß geneigtem willen, woll empfangen, und was sie mir von 
Proviant auch ein thail golds gegeben, haben Ihon müssen. Sie 
haben sich auch alle unther Kay. May. und mein an dero statt ge- 
horsam und succession ergeben ,^^ was ist not ahnzuzaigen, mit was 
mühe und arbeit, solich rauch gebirg, mit den rossen wir fürge- 
raißt, dieweil von jedem wol kann erkennt werden, wie müsam und 
schwerlieh es zugeht, sonderHch an örtern dahin kain roß, ja auch 
nie kain Christen zufuß kommen ist, auch was gefahr ahn vil ort- 
ten, das hoch gebirg ahnzuraißen gewest ist, sonderlich wa uns die 
innwoner oder Naturales zu widersten betten gewüst, und wiewol 
allwegen die flecken, darauß wir uns schaden zu besorgen^ vor 
besichtigen ließ, ehe wir uns das gebirg ahnzuziehen begaben, so 
hetten wir dennocht ofll geschädiget mögen werden , so die inn- 
woner wie obgemelt der geschicklichheit gewest, und ins Gotte 
auch verbeuget, oder auß genaden uns nicht verhütet hette. 

Da wir auff* den 23 tag September, Anno etc. im 30 in den 
leisten Pueblo oder flecken, diser Nation Xideharas khamen, und 
Hittoua haist, warde ich von den innwonern oder naturales bericht, 
wie zwo tagreiß von dannen, ein andere Nation Ayamanes ge- 
haissen wohneten, welche ihre feindt weren, derhalben, dise zwo 
tagraiß unbewondt und öde weren, were auch ein klain volck, und 
Zwergen, jedoch streitbar, besessen auch ein rauch und gepirgig 
land. Also namc ich bei hundert und fünfl'tzig Indios oder innwo- 
ner, auß dem [22] Pueblo oder flecken Hitova, das sie uns den 
weg und Strassen machten, auch djen andern Indios so wir zum 



dross und unser noUdurfft zutragen gebrauchten , helffen Proviant 
tragen, und sonderlich wasser^ dessen unther wegen gebrech, uns 
angezaigt ward. 

DIE NATION AYAMANES. 

Von diser Nation art, aigenscbaft, sitten uiid gebrauchen, Und wie sie 
von der forcht, schrecken und entsetzen der ungewonten nye ersehenen be> 
klaidete und gebartette leütt und ihren rossen, durch die freündlichait und 
allerlay schanckung Kiciaus Federmanns etc. entlediget, Kay. May. unther- 
thenig worden, und den Christlichen Namen erlangt und bekomen haben. 

Als wir nu am dritten tag morgens früe, ein einöde von sechs 
biß in acht heüsser, welches die ersten diser Nation Ayamanes 
seind, fand, und sy also unser unbewist, überfielen ^ die sich als 
erschrocken leütt, so zuvor ross, bekleidet und barttet leüt, weder 
gesehen noch darvon gehört, weiten empflohen sein^ das doch sovil 
müglich von uns verhütet ward, ließ mit inen durch ainen Tolmet- 
sehen, so der Nation Xideharas hurtig, und ich auß Hitova mit 
mir genomen hett, was zu fride und dise leutten zubehertzigen, 
und des Schreckens vergessen zumachen, dienete, ahnzaigen und 
fürbilden, auch mit vil umbstenden Amonestirn, welchs sy inen 
schwerlich doch Hessen fürmalen und einbilden, gäbe inen auch 
etliche schanckunge, von eisen hacken, und glässere Paternoster, 
so bei vns Cwie bewüst) klaines werdts sein, aber bei ihnen, alls 
ain frembd ding, [23] groß geacht ist, blieb diesen tag bei inen, 
und alle freündschafft beweisende, vermainendt, durch sie die Ca- 
ciques oder herren deß lands diser art und Nation, zu frainde zu- 
bringen. Erforschet mich auch durch sie, die gelegenheit dises 
lands, auch die macht und innwoner. Ich ließ auch, die hundert 
und fünfFtzig Indios, so mit mir von Hitova beer gereißt, allein den 
Tolmetschen nicht, wider haim ziehen, gab inen auch schanckungen, 
und erzaiget mich ihrer diensle gantz danckbar, und solches auch 
darumb, damit die Nation Ayamanes dester behertziget weren, und 
auch sehen wie gutten glauben wir unsern freunden hielten. 

Von diser einöde erhübe ich mich am 27 tag des monats Sep- 
tembris, Anno etc. im dreissigsten Jare, morgens zwo stund vor 
tags , Und zwo meil von dannen , erraichten wir einen Pueblo oder 
flecken, darinnen ein reicher Cacique oder landtherr wonen solte, 
denen vermainten wir zu überfallen, und auch also wie die andern 



20 

zu freihKie /rifirmgffr. Und wiewol mich die IndkKS a«i& TCNrge^ 
Hielter einode Imtten, ich solte sie vor schtckefi, dannit sie dem 
Caciqoe oder Herren, ansere af^koniTI anzaigten, und so er gihens 
Aberfals sich nicht entsetzen thette, das wolle ich aber nicht ge- 
flattei», besorgende, so sie nnsere zukanfiTt wüßten aod inneii 
wurden, mochten sie anß forcht ihre iecken verlassen, oder dlier 
ms an amem pafs schaden tban« 

th wir nun in gesicht des Pneblo oder fleekenr kamen, ned 
der Cacjqne oder Herr mit den seinen, nnser unbesorgt, wie wir 
nns dannr ^ders nicht yersahen, dann das er aldar wonen solte, 
Mmdle ich etiliche aw rofs nnd zu fuß.sampt den Indios, so ich mit 
mir anß der einode ge[24]furt, ettwann ain rofslaof vorahn, mit 
4em Cacique zureden, und also was güttlich nicht kundte ge- 
schehen, solte» sie der innwohner sovil sie möchten, mit gewallt 
auffhalten, dann sie wurden solchem kaum ain anfange geben ha- 
ben, Wolter ich auch bei ineti sein. Darumb ich aber dise vorsen- 
det, was ^Ifain diese tfrsacb, darmit sie ab so wenig volcks, dest- 
minder forcht und entsitzen haben sollen y dann wann ich mit allem 
voick dargeraißt were. 

Als aber die gesandten ahn den Puebla oder flecken kamen, 
fanden sie nicht ein ainigen menschen, wol funden wir das sie die 
vergangne nacht da gelegen, dann ihr angezundt fewr noch brandte. 
Da ich ttu mit allem voIck dahin käme, und gesagls der gesandten 
auch befände, kundt ich wol spüren, das sie von den Indios auß 
der einode, da wir die vergangne nacht gelegen, gewarnet wassen 
worden, bedorlft mich aber dessen sträflich gegen ihnen nicht 
mercken lassen, dann ich ihrer ferner bedorfit. Wir thetten uns 
aber inn disem flecken nider, dann wir allda Mahis, Juca, Batata, 
Oyama, ainen überflufs funden, welcher Proviandt art, ich zu seiner 
zeit hernach beschreibe. 

Als wir nun in disem Pueblo oder flecken, bei gutter Wachte, 
auff zwo stund geweßt, und also in radt stunden, wie die Naturales 
oder innwoner zu bekommen weren, ließ sich ain summa Indios, 
deren ettwann bei sechs hundert, darfür wirs schätzten, waren, 
auff einer höhe gegen uns übiit^ mit ainem grossen geschray hören 
und sehen, ihre hörncr, wie sie in kriegen pflegen zuthun, bla- 
sende, und also bei ainem vierthail ainer stund, zu uns schiessendt, 
Pisen kundten wir so eilend keinen abbruch thun, dann sie betten 



21 

die hdhe innen, Ich wollte auch [25] nicht gestatten, das man ein 
ainige buxen wider sie solte abschiessen, dieweil wir unns auch 
wol möchten vor ihrem i^eschofs enthalten, darin sie vns eben ferre, 
und also ihr Municion und vorrath der pfeil versehpsaen, auch sich 
selber deren beraubten, ihnen ohne nutz, aber uns , mit mehr ge- 
nieß dann schaden, dann wir unseren drofs von den Indios darmit 
armirten und bewehreten, welliche wir dann offlmals zu anhlauffen 
ettlicher pefs, in die erste g^fahr drungen. Darumb ich aber ver- 
hüten ließ, das man khain geschofs wider sie sollt lassen abgehn, 
was von wir darumb angesehen, damit sie nit durch den schaden 
so wir ihnen thetten oder thun möchten, sie sich zu khainer freündt- 
schafFt hernach möchten lassen verursachen, welclis unser fortrai- 
sen, obs schon dardurch nicht gar vei*hindert, dodh auffs wenigest 
gefärlicher und arbaitreicher, möchte yer/ursaciiel werden. Ließ 
also aifi Indio, von denen auß .der ainöde, zu ihnen gehn und ihnen 
sagen, wie wir allain sie haimzusuchen und mit ihnen freändtschafft 
zumachen Jkommen weren, weren auch nicht darumb da, ihnen ihre 
weib vnd kinder zunemen, als sie die Indios, so sie mit ainander 
kriegen, gebrauchen zuthun. Da sie nun den Indio gegen ihnen 
kommen sahen, höreten sie auff zu schiessen, alls sie aber ihn ver- 
nommen hetten , verliessen sie die höhe mit ainem hellen geschrey, 
und giengen uff der andern seilten, sampt dem Indio so ich zu ihnen 
gesandt, hinweg, und kamen also weder ainer nach der ander wider 
zu vns. Hierauff ließ ich bei zwaintzig wol angelegter und be- 
werter mann zu fuß, die hohe einuemen, damit sie den Indios nadh- 
sehen, und allso auch die landtschaffle besichtigten, von denen ve/- 
name ich, wie sie bei dreissig 126] Pueblos oder flecken, rings 
umb uns gelegen, gesehen und darundter drei die sie hetten 9nge- 
zündt und brunjfien, welchs die Indios selbst gethon hetten. Auch 
hetten sie die Indios, so uns zuvor in da^ leger geschossen, über 
ain höbe auß, gegen der höhe darauff sie zuvor gesJtanden, gesehen 
gehn, welchs alles mir nicht ein guite anzaigung gäbe. Dann die- 
weij sie die drei flecken angezundt, kundten wir wol rechnen, das 
es allain auß ainer desperation oder verzweiffelung und hartneckig- 
kait geschehen were , dann sie von uns zu überfallen werden , be- 
sorgten, und ehe ^ie uns den genieß und Proviandt ihrer gütter 
vergönnen .wolteii, verpranten sie es alles, darmit weder ihnen 
nodi uns nichts zu nutz käme. Dise höhe ließ ich niit gutter wacht 



22 

hesetzem zu xt^iseret sicberkait, dann unser Real und leger, Tom 
iiaifieiii ortl kvndte Tberfallen werden, da die feinde ron diser hohe 
znTor IUI gesehen wurden. Schicket also nach drei Indios , deres 
so mit mir anß der einöde darkhonmen, mit schandinngen za den 
Caeiqves oder Herren der nmbligenden flecken, welche, ob sie 
schon nit in ihren Poebio oder flecken weren, wol znfinden, nnd 
wa §te ihren anffiritt haben , zobetretten wösten, ihnen befeUhende, 
wie dem Torgesagten, wammb wir darkomen weren, ihnen ahn- 
zaigen solten, auch dameben berichten, so sy zn mir khamen, und 
sich wie freund gnttwillig ergeben, wolle ich ihn das Tergangen 
schon rerziegen haben, und for freunde ahnnehnien, auch ihr 
freundt seyn, und sie Ton ihren feinden helffen schützen und er- 
retten. Wa aber das nicht, und sy sich meiner angebotner freund- 
schaffl widern thetten, wolle ich ihnen nachstellen, auch sle^ ihre 
landt und veld gebew, Terhergen und Terprennen, auch [27] sie, 
und ihre weib und kinder fahen, jha für Eschlauos und verkauffte 
letitt haben und vergeben, und in allem wie ain rechter abgesagter 
feifidt gegen ihnen leben und mich erzaigen. 

Nachdem ich die gesagten Indios außgesandt, kamen morgens 
umb acht uhrn, ain Cacique mit sechtzig mannen und weibem, 
gantz ohn alle wehr, und wie sie pflegen zuthun, wann sie sich für 
freunde ergeben, und wiewohl diser Cacique oder Herr, nit so 
kleiner person, alls wir die Zwergen, wie hernach gesagt wirt, 
haben funden, so bracht er doch ettlich zwerge mit ime, darun- 
tbßr ettliche von fünff in sechs spannen die lengsten. Disen Ca-» 
cique oder herren, sampt allem seinem mitgebrachtem volck, ließ 
ich täuiTen, und sovil sichs laßt einbilden, vom Christlichen glau-p 
ben sagen. Dann was ist nott, ihnen lang zupredigen ^ und zeit 
mit ihnen zuverlieren, dann solchs muß, und doch mit der zeit, 
so sie gott der Herr begnadet, in die jungen die noch von dei^ 
verfürischen und tcüflPelischen Ceremonien und Secten ihrer vät- 
ter nicht wissen, und nicht in die alten schon verstockten, ge- 
bildet werden. Disem Herren gäbe ich auch ettliche klainetter 
von goldt, so sie zu ihrer zier pflegen zutragen, und die mir ver- 
eeret worden, auch eltliche messer und scherlin, bestellet mft 
ihme frid, darumb das er sich in Kay. May. und mein, als von 
deren wegen ich aldar was, sampt allen den seinen, in gehorsam 
ergab. Schickt auch durch ihne zu allen umbsessenden Indios Prin« 



23 

cipales oder Herren, das sie auch der gleichen wie 6r, zu mir 
khämen, und sich untherthanen ihrer der Kay. May. und unsere 
freunde ergeben, dar mit so ich ielzt das landt durchzüge, aines 
yeden flecken, dar[28]nach die innwoner freund oder feinde we- 
ren, wüste zu verschonen. ^AIso kamen in nachfolgenden funiF ta- 
gen, die ich noch in dem Pueblo oder flecken still läge, vil Cacique 
oder Herren von vil Pueblos oder fleckend mit welchen ich es mit 
täufi'en und Amonestationes, auch aller erinnerung halb, gehalten 
hab, wie mit disem vorgesagten Cacique oder herren beschehen. 
Und wiewol dise alle der Nation Ayamanes und zwergen seind^ 
fände ich doch ettlich darnindter, grösserer dispusition oder lenge 
und grosse von leib, von manne und weibern, und als ich die ur- 
sach der diiferenz und abthailung befraget, warde mir von ihnen 
ahngezaigt, und gesagt, das vor jaren, welches ihre vätter gedech- 
ten , sei ein grosser und general oder gemaiaer sterbent unter dise 
Nation Ayamanes, so derselben zeitten ohne andere nation oder 
völcker, unther gemischt, das land bewonet haben, kommen, welche 
kranckhait Yioroles gehaissen wirt, fast der art alls bei uns die 
urschlecht, dann in gantz Indias khain Pestilentz nie geweßt, dar- 
von seind eine solche menge oder summa der Ayamanes oder 
Zwergen gestorben, also das sie das landt vor ihren feinden zu 
besitzen nicht mer genugsam gjeweßt seindt, und also auß notb, 
sich mit ettlichen flecken oder innwonern derselben , der feindo 
Xideharas, so ihnen aufi* der seitten gegen mitternacht gelegen, 
nechst wohnen, confederirt und zusammen geheyret haben, also 
das an disem orttrettliche grösserer dispusition und besserer statura, 
alls lenger und grösser von leib, unther sie gewachsen seindt. 
Doch berichteten sie mich, das vier tage raiß von disem flecken, 
were das land allain mit zwergen und vast khlainem volck, und 
khain andere Nation under sie vermischet, [29] ettiiche tagraiß 
weit, das landt einwertz, bewohnet. 

Als ich das und was mir zu fortraißen noth was, von ihnen 
befragt und erfaren hette, erhub ich mich, den gesagten zwergen 
zu zuziehen, und ward auch mit vil der Indios, von einem flecken 
in andern belaittet, uns mit wegmachen und anderer notturffl wol 
gedienet, dann durch dise macht ich vil flecken und Cacique 
oder herren darfür mir raißten, zu freunde, und ward mir ge- 
wallt gegen ihnen zubrauchen nicht nott, dann als sie sahen, 



24 

wie sich die andern ihre natiönverwanten, ergeben, und ich ihnen 
glauben gehalten, warden sie mit gebung aller notturfTt gantz 
dienstpar. 

Und als ich mich den ersten tag Octobris, Anno etc. im drei- 
sigisten, bei einem wasserflus Tocuio ^ehaissen , dahin wir eben 
spat kamen, nider thette^ welcher flufs in aim thal fast schnell lauf- 
fet, auch groß und tieff ist, machten wir auß den Rodellas oder 
Tartschen so das fußvolck zu ihrer defensa, wehre und beschut- 
zung tragen , einen floß sampt etlichen bäumen , so wir darzu ab- 
gehawen, darauif unsern plunder, sampt den Christen, so nit kund- 
Xen schwimmeil vberfurten, den floß mit stricken von einem ort 
oder gestalt zum andern ziehend, dann ihn die schnelle und der 
gewaltig laufl* des wassers abgefüret hette. Und als wir das volck 
gesagter gestalt, und die rofs überschwemmendt, mit genug mühe 
und gefahr, über das wasser gebracht, und die nacht ahngefallen 
was, thetten wir uns gleich am wasser nider, uns gantz kains 
Unfalls des >vassers besorgende, kam umb mitnacht ungefähr, der 
fluß des wassers so hoch angelaufi'en, dann es wie wir achteten, 
im gebürge geregnet, wol bey uns nit ungewittert, das er zu uns 
uff die höhe [30] stige, welchs wol zwaier mann höher dann er 
afii abent, als wir ihm überraist, gewachsen was umblielT also die 
höhe darauff wir lagen, das wir von ihme gleich ayner Insel, umb- 
geben, allso hette er sich außgebraittet, entfüret etlichen meines 
volcks, so in der niderq gelf^gen, ihren plunder, klaider und speiß, 
ehe und sie des wassers ahnlauff gewar wurden, es schwemmet 
uns. auch zwei Rofs wol ein viertheil meil wegs von dem leger 
abwerts. Also das unser bestes remedio oder vorteyl wäre, allen 
plunder aufi'die bäume zuhencken, so best wir mochten, und un^ 
der höhe behelfien, dann wir darabe nicht kundten, und sa gott 
hette verhengt, das es noch drei stunden were ahngeloffen, hettq 
es uns merckiichen schaden geboren, und ohne zweiffei, das nie-r 
mant denn der sich auff den bäumen entt^alten, were davon kom- 
men. Als es aber Gott gefiel, dem sei lob, wer et es kaum bey 
fünff stunden, und naifie so vast und eilends wider abe, alls e^ 
)iette zugenommen, allso das morgens vor mittag, das wasser so 
klein als vor, und der außgerunnen fluß, so uns hette umbgeben, 
schon verloffen was. Derhalben warden wir verursachet, ob wir 
schon der Proviand ettwas gebrech hetten, den selbigen tag, da 



25 

zubleiben, und dem verloren plunder nachzusuchen, funden also 
die zwey rofs, und ettlich wenig des verlornen ptunders, so sich 
zwischen den Stauden und bäumen hette enthalten. Erhüben uns 
des andern tages, das was auff den dritten tage Octobris, Annp etc. 
im dreissigsten, fort zuraisen, kanion in einen Pueblo oder flecken, 
daselbst ward ich von den einwohnern, so auch der nation Aya- 
manes feindt, wol empfangen, denn ich die Indios, der Nation so 
unsere freündt, auß vorge[31]mQ)ten flecken, mit mir genommen, 
fürgesandt hette. Fand bei denen aller Proviandt gutten rath, da- 
selbst ich den tag und biß morgens frue, blibe biß umb 8 uhr, 
da erhübe ich mich fort dem gebirge der Ayamanes zuzuraysen. 
Dieweil aber der Cacique oder Herre und die einwoner dises fle- 
ckens, der zwergen des gebürgs feind seind, dann von darauß 
lieng sich ahn, das die zwergen wie ich zuvor hab angezeigt, für 
sich selbst, anderer nation onvermischet, wohnen, und kainen Xi- 
deharas unther ihnen gedulden, noch inn der Confederation oder 
verbündtnüs, der andern Pueblos ihrer Nation auch Ayamanes, so 
mit yhren anstössern der Nation Xideharas vermischt, nicht seind, 
noch gemeinschafl*t mit jnen haben. Ja auch disen Pueblus, so mit 
den Xideharas, durch heyrath, wie auch vor ahngezaigt, vermischt, 
feindt und gehafs seind; Als ich aber bei ainer meilen geraißt, 
khamen wir an ein wüstes gebürg, daselbst die rofs fortzubringen, 
musam und gefärlich ist, ward ich entschlossen, dehme nach unisf 
das gebürg fortahn fast rauch und scharpff sein ahnsahe, und so 
wir uns schon itzt ein passo oder weg gemacht hetten, würdeii 
wir doch all halb meyl dergleichen finden, und sich unsere raiß 
also lang verziehen, und die zwergen unser gewar werden, uns 
auch von dem gebürg schedigen oder aber ihre flecken verlassen 
und verhausen wollen. Also wie wir schon ihre flecken erraichten, 
sie nicht funden und umbsonst geraißt weren, dann sie sich inn 
dem gebürg, wol hetten züvßrstecken, so wir ihnen nicht zukund- 
ten^ und villeicht an ortten, da es mer mit unserm, dann mit irem 
schaden und gefahr, geschehen möchte, denn wir hetten uns nit 
;sugetrösten von jnen, wie von den fürgereißten [32] Indios diser 
!Qf9tion empfangen zuwerden, als die uns nicht erkhannt^ noch von 
uns gehöret, vil ehe für ihre feind, als die den andern ihren geT 
hasseten und widerwertigen beistandt, und aber ihnen schadei| 
zuthqn kommen weren, halten. Und dieweill Ich dise Nation allein 



26 

zusehen, ab deren klaine, nach hörensagen zu verwunderen was, 
disen weg zuziehen, mich verursachet, welicher doch uns zu für- 
genommer raiße, dem Sud oder Mittag mör zuziehen, nicht dienet, 
und solichs gebirg in die harr zu fortraisen unmöglich, darzu so 
wurden uns die Rofs, mer verhindern, dann zu vberwindung der 
feinde fürdern. Sandte ich einen haubtmann mit fünffzig der bas 
gerösten männern zufufs, sampt ainen Tolmetschen diser Nation^ 
das sie die Zwergen mit lieb und freindtschafft, und wa nicht füg-* 
lieh, mit gewalt fär mich zubringen, und zohe ich mit dem Beist 
meines volcks wider zurück, und belib in disem Pueblo oder fle- 
cken, darvon ich desselbigen tags, wie vorgehöret , ahnzogen 
was. Aldar wartet ich biß an den andern tag, das was aufF den 
fünfften tag Octobris, der außgesandten, die khamen abendts spat, 
brachten ob die hundert und fünfftzig personen, manne und wei- 
ber, welche sie in einem flecken, bei fänff meil von dem flecken 
da ich einen läge, betten überfallen, und als sie sich zu wehr 
gesteh, und freiwillig mich haimzusuchen, und für mich zükumen, 
nicht wolten begeben, gefangen, ettwa vil im Scharmützel erschla- 
gen, und auch der Christen etlich von ihnen auch gewundet, und 
erst als die Christen mit den gefangnen am widerraisen, und zu 
uns aufi* dem weg waren, ihnen ein grosse schar, umb die ge- 
fangnen abzudringen nachfolgten, ettwa vil der Christen, [33] auch 
die gefangnen als die unter die Christen, eingeteilt waren, von 
den höhenen unn gebirgen, die sie alweg einzunemen, alls die 
deß lands art wissen, sich beflissen, geschedigt und gewundet 
Disös waren alles vast klain volck, darunther, wie mir von den 
Indios vorgesagt, kein andere Nation vermischt was, und waren 
die lengslen von fünf spannen darunter auch etlich von vier spannen 
lang, doch zu ihrer grosse zierlicher Proporlz und gestalt, von 
leib. Und dieweil wir uns des volcks, umb seiner klaine willenn? 
nicht kundten gebrauchen, deren wir doch vast not waren, und an 
droßvolck gebrech hetten, den Christen ihren blunder zutragen, 
«dann die Indios so wir zu Coro außgefuret, fast entloffen und zu- 
rück wider haim gekert waren, ließ ich sie taufl*en, und wie vor 
den andern, was zu fride dienet sagen und amonestiren, und als 
ich sie auffgutten weg brachte, auch mit dem Cacique oder herren 
des fleckens, darinnen wir lagen, dern feinde sie waren, veraint 
lind zu freund gebracht, ließ ich sie all biß an zehen person, die 



27 

mich für maist Principal afansahen, wider haim ziehen, ihnen be- 
felhende, sie sollen sich gegen ihren Cacique und oberherren, der 
gutthat von mir beschehen rhnmen, und ihnen etliche Presentes 
und schanckungen die ich ihnen gäbe, antwurten, und auch darne- 
ben sagen, sie sollen in den Pueblo Carohana, welcher drei meil 
von dar gelegen, dahin ich desselbigen tags hinzuziehen, und irn 
biß ahn andern tag warten wolle, zu mir komen, und ihren frid 
mit mir bestellen. Darmit zogen sie mit friden^ als geledigte 
gefangen, jren, und ich meinen wege, fände in dem Pueblo oder 
flecken Carohana gutt unterschlaifl^ und freündt, dann sie des Ca-* 
cique oder herren, [34] des Pueblo oder flecken,' darauß wir 
gezogen, freunde und derselbigen Confedeiation und pöndnus wa- 
ren, bliben den tag bis an den andern, das was der 7 tage Octo- 
bris, daselbst, dann da funden wir vast vil und gut wildtpret, von 
Hirschen und Eliendt, dessen es an den enden ain überflufs hat 
Also kamen umb mitlagszeit zwen Cacique oder herren der Zwer- 
gen, mit vil ihrem volck, ettwas mit gewehrter band, wellches sie 
doch, so sie freunde sein, oder sich darfür ergeben wollen, nicht 
pflegen zuthun, und als sie die Innwoner vom Pueblo oder flecken 
Carohana betten ersehen , als die ufl* ihrem veld gebewen arbay-^ 
tend von verren. Ehe auch dann unser wachte gewar worden, er- 
höh sich in dem Pueblo oder flecken, ain aufl'rur und zusammen 
laufl'en, dann sie besorgten, das sie darumb kernen, sie als Ire 
feinde züuberfalleii, und als ich die ursach irer zusammenrotlierung 
befragt, und auch in rästung wäre, zweiflend, ob es wider uns 
ahngericht sein möchte, ließ mir der Cacique oder herr dises flec- 
kens sagen, wie seine feind ihnen zfi überfallen kemen, mich bit- 
tende, ihme retlung und hillF zuthun. Als sie aber dem Pueblo oder 
flecken nahenlen, sagten mir die Tolmetschen, es weren die Cacique 
oder Heren von den Pueblo oder flecken, des gefangnen volcks, 
so ich vordriges tags gelediget, und zu stundt alls sie unser an- 
sichtig waren, hüben sie Ihre handtbogen in einer handt inn die 
höche, welches undther ihnen ein zaichen deß frides ist. Und als ich 
sie hieß nider sitzen, deren etwa bei dreihundert waren, verwisse 
ich ihnen hoch, das sie wider die Ordnung, freindliches geberds, 
mit ihren weren kommen weren, denn so mich die Tolmetschen, 
und ihre nations genossen, dem, wie [35] ich vorgesagt, zeheq 
behalten und nicht gelediget helle, nicht hellen verlmd<i\:\^ VÄ^^s^ 



28 

ich sie äberfallen und geschlagen. Also gaben sie mir neben ihrer 
entschuldigung das sie also mit gewerter handt, ihrer feinde halben 
Letten komen müssen, und das ihnen die, zu ihrer gewarnsame, 
wider haimzuziehen noth were. Verehreten mir auch ettliche Pre- 
sentes oder schanckungen von goldt, presentiert und schanckt auch 
der Cacique oder Herr, mir ein zwergin bei vier spannen lang, fast 
schöner und g&tter proportz oder gestallt, die er Sfigi sein weib 
sein, dann also ist der gebrauch unter ihnen zu frides besteUigung 
zuthun. Dise empGng ich, wiewil sy sich fast äbel gehube imd 
hefftig wainet, dann sie nicht mainet menschen, sonder teüflen, 
darfür sie uns halten, geschenckt sein. Dise zwergin habe ich 
mit mir biß gen Coro gefürt, daselbst sie bliben ist, dann ich sie 
nicht auß ihrem lande hab wollen furn, darum das sie und alle an- 
der Indios, auß ihrem vaterland, und sonderlich in kalten landen, nit 
lang leben. Ich verainigte auch disen Cacique oder Herren, mit 
den innwonern dises fleckens, darinnen wir lagen, deren feind sie 
zuvor geweßt waren, wie dann zuvor auch angezaigt ist Sie er- 
gaben sich auch unther Kay. may. gehorsam und succession, gleich- 
wol wi^ ich die tribut oder underthans laistung, es seie dann mit 
gewerter band und starckerer macht dann sie sein, mich nicht an- 
dersteen von ihnen zu erfordern, dann diser und aller anderer nar 
tion der Indios ergebung unther Kay. may. gehorsam^ auch die er- 
zaigung ihrer freündschafTl, nicht lenger weret, dann die zejt j^o 
sie nicht bessers vermögen. 

Durch dise Nation, zohe ich lioch ^ttwann auff die [36] fünff 
tag, ward allenthalben von den Indios oder naturales wol em- 
pfangen, dann ich ye von ^i^em flecken inn andern, der Indios so 
icb zu freunde gemacht, fürschicket, darmit man in den Puebfo 
oder flecken, dahin wir zogen unsere ankunflft, auch was glßubßn 
wir diser Nation gehalten, und das wir nicht darumb dar weren 
khomman, ihnen ongeursacht laids zuthfin, wissenhajQTt machte. Uns 
ward uiider dieser nation wenig Present oder schanckung von goldt, 
dann sie dessen kainen reichthumb oder ja vast wenig haben, dann 
sie sich nur der schwartzen glitzender körner, angefasset, wie die 
Pater noster, zii ihrer zier gebrauchen, auch gebrauchen sy sich 
/etlicher Mariscoa oder mörmuscheln, so sie von andern nationen 
erkaufTen, welches ihnen als die dem mör ferr, seltzam seind, 
4ann sie \on dem mör nichts wissen, auch dahin nicht Hpnimen, 



20 

• • • • 

Ist ein voick das mit den umb sitzenden Nationen, ihren nachpaürn 
feinde seind, auch nicht ferr reißen, und sich aine Nation der an- 
dern termines und herrschung nicht gebrauchen. 

Als wir nun auff den zwölfiFten tag Octobris in den letsten 
Puebio oder flecken der Nation Ayamanes oder Zwergen kamen, 
daselbst sich ain andere Nation, die Cayones ahnheben, die aucb 
diser Nationf Ayamanes vorgemelt feinde seind, also das wir auck 
erst der selbigen freündtschaflle mit gutte und ongütte, müsten' 
proicuriern, erlangen oder erwerben etc. 



[37] DIE NATiai!^ CAYONES. 

Wie dis^ Cayones überfallen, mit schanckung sich als freunde erzaigt.' 
Nachmals n^t dem Caeique oder herren haimlich hinweg gethon, zur rottie- 
rang und widerstand sich versamlet. Welche zum andemmal in der nacht 
überfallen, mit gwalt gefeygklich hingefurt, und der landherr als frid- 
brüchig, in eysene kettin geschtagen, und also dei unbestandt und mißtraw 
gerochen und bezalt worden ist. 

Als ich nun ferrner die Ordnung mit dfsen^ Cayones, wie auch 
mit den andern, alls vorgesagt, fürname, und sie morgens frü vor 
tage inn ainem Puebio oder flecken ungewarn^t überfiel. Und ob 
sie sich gleichwol anfengklich zu wehr stdten, so wurden sie doch 
gestillet, dann ich ihnen durch die Ayamanes,- dorn ich etlich mit 
mir hette , sagen und ahnzaigen liess, warumb wir doch darkomen 
weren, darauff erzaigten sie sich z&friden sein, gabea wir auch et-^ 
lieb Present und schanckung von goldt, und alle notturift der speis,' 
also tetten wir uns am gewarsamesten orte nider, auff mainung, 
einen zwen oder drei tag alldar zubleiben, und auch die ummses-^ 
senden Indios und Pueblos oder flecken diser Nation, wie vor ander 
auch, zu freunde zubringen, darmit wir des rwüwiger und auch mit 
wenigster gefahr, fort kündten raisen, ließ also die Ayamanes, so 
mit mir daher kernen, mit etlichen Christen meines volcks, wider 
biß in ihre termines, grentzen und gewarsame belaiten, dann sie 
sich von den Cayones iren feinden z&überfallen werden besorgen- 
ten, und ob i<;h woi unterstunde, unther ihnen freündtschafit zä- 
machen, so wollen es aber [38] die Ayamones, nit gestatten, sag- 
ten ihnen weren etliche der ihren, von den Cayones gefangen, und 
erschlagen, und noch ungerochen beliben, daran mir auch weni^ 



30 

gelegen, dann es von mir allein darumb angesehen was, darmit sie 
unserer gerechten fraindtschafft, destweniger zweifletten, und auch 
erkennten, das wir umb ihres hails willen alda weren, dann sonst 
hetten wir wolleiden mögen das je einer des andern feind gewesen 
weren, dann destweniger hetten wir ans irer yersamlung die uns 
hette mögen schaden , besorgen dürffen. Nun als ich disen pueblo 
oder flecken und auch die innwoner desselbigen, schon zufriden 
gebracht, und vermeint, das wir die Present oder schanckung, in 
pfandt der freüntschafTt gegeben weren, und uns wurde von ihnen 
wie von andern Pueblos oder flecken, glauben g#lalten, hette sich 
der Cacique oder herr, mit all seinem volck, weih und kind, bei 
nacht haimlich absentiert oder weg gelhon, ihren Pueblo oder 
flecken, öde und uns allein darinnen gelassen, welches wir erst des 
morgens gewar wurden , dann sie sich in die weiteste ire heüser. 
Von uns gelegen, hetten gethan, wir achten das allein darumb ge- 
schehe, umb ihre weib und kinder von üTiserer Conversation oder 
beiwohnung zuweitteren. Dieweil sich aber diser unversehenen 
absentation oder flucht nichts dann zusammen rotierung der umb- 
ligenden flecken, irer fraindt was zuversehen, ließ ich die hohene, 
und wa wir uns schaden zübesorgeu hetten, aufi's maist unser ge- 
warsam, mit Christen besetzen, belib daselbst biß aufT den abent. 
Ümb funfl* uhr ungefar sandt ich bei fünfi'tzig Christen, darunther 
vier zu pferdt, auch etlich Indios unsers drofs, die zu solchem 
überfallen, im ersten [39] ahnlaufl* fast gut seind, sandte mit inen 
ein tolmetscher, der Nation Ayamanes, so ich mit mir hette, und 
deß landsart wol wüste, inen befelhende, sie selten die nechsten 
Pueblo oder flecken, so uns der Tolmetsch nahet zu sein ahnzaigte, 
bei nacht und etwan drei stunde vor tags, wann man sich der feind 
am wenigsten versieht, und jedermann mit scHlafi'ruet, überfallen, 
und sovil sie kundten, sahen, also geschachs auch. Sie überfielen 
einen flecken, der ettwa zwo meil von unserm leger was , darinnen 
sie bei achtzig personen manne und weiber fiengen, die andern 
waren ihnen entgangen. Mit denen khamen sie etwa umb eilff uhren 
gegen mitnacht, dann inen meines befelchs zu geleben, und sie erst 
gegen tag zu überfallen von unnöten was, darumb das der flecke 
klein, und deß volcks wenig, dern sie sich woll ohne fortheil mäch- 
tig wüsten. Als ich mich aber an den gefangnen, wa der Cacique 
oder herr, so von mir auß dem Pueblo oder flecken geflohen, aufl"- 



31 

enthielt, befragte, schickt ich zustund die selbige nachl andere 
fünfftzig manne ^ mit etlichen der gefangnen ihnen den weg zuwei- 
sen, sie zu überfallen, und als inen die Christen bei nacht, und 
wol zu rechter zeit, da man maist schlafR, nahendt kamen, 
fanden sie die bei gutter wacht. Also stalen sie inen den luflFl, 
und die liecht ihrer fuerer, dem sie sich zu sollicher zeit, und 
wann sie sich besorgen, gewonheit haben zu gebrauchen, über- 
fielen sie mit grossem geschrey, als ob ihr noch sovil weren, 
darab sie schrecken empGengen, aber sich doch zu wehr stellten, 
verwandten sieben Christen, und ward einer erschossen, welchen 
die andern Christen an^ heimliche ort^ und da niemandt hin kommet, 
begruben, darmit es die Indios nit gewar wurden, und uns [40] dem 
todt underworffen sein erfuren, dann sie uns für untödlich schetz- 
ten, der Indios aber kamen vil umb, und wurden drei und viertzig 
personen gefangen, darundter der Cacique oder herr auch. Den 
ließ ich in ein ketten schmiden zu andern, die ich in eisen füret/ 
als der wider sein zusagen, glauben gebrochen hette. Den rest der 
gefangnen, auß beiden ortte^ thailet ich under mein Tolck auß, 
ihren drofs und plunder zutragen, dann dern was uns fast nott, 
dann vil der außgefürten Indios, was entlofTen waren. So weiten 
wir auch die wir noch betten, nun des lang getragnen lasts und ar- 
beit, ringern, und nicht gar abmerglen, ituch in die nott sparen, 
sampt dem sie uns zu widerstandt der feindt, an örtern geferlicher 
pöfs, darzu sie ring und unverdechtlich sein, und ob sy schon ge- 
sehen werden, gleich als bald für landvolck als feinde, von ferrcn 
geschetzt werdeR, auch wol und nutzlich dienen kundten, dann wir 
inen auch getrawen dorfften^ als die allein durch uns und mit un- 
serm hauffen, ir vatterlandte, durch so vil frembde nation, wider zi 
erraichen sich betten zu getrösten. AlsQ furraisten wir kurtz davon 
zfi schreiben, fünff tagraiß, das wir kainen flecken zfifreünd kundten 
bringen, wiewol ich olTt der gefangnen, ye einen mit schanckunge» 
vorsendet, umb die Cacique Naturales, oder herren etlicher flecken, 
darmit zu freündtschafTt zu Ursachen. Befalch auch den gesandten, 
anzuzaigen, auß was verwirckung, wir die vorigen betten gefangen^ 
das wollt aber nit erschiessen, dann weder die außgesanten, noch 
die andern kamen. So funden wir die Pueblo oder flecken, darför 
wir zogen, allweg öde und leer, dann unser durchraisen durch der 
gefangnen Indios mitgesellen, so darvon khamen^ uu^4\\)}6i^\ ^t^^ 



32 

diser Nation erschall, also das wir in diser nation Indios, khaineti 
nye alinsichtig wurden, allain zwaimal an zwaien pössen hetten ihre 
etliche von der höhe da sie von uns nicht geschediget oder über-^ 
eilet mochten werden, uns ins leger geschossen, aber gleichwol 
wenig schaden gethfin init ihrem geschoß, dann so ^ie uns mit stai- 
iien, die sie mit klainer mühe auff uns z&fällen, ledig hetten mögen 
machen, bekrieget hetten, das hat aber Gott der herre ihnen nicht 
verhenget, und geschicklichait auch hertzens kraffle, mangel ge- 
geben. 

DIE NATION XAGÜAS. 

Wie sich dise Nation und yblcker. anß schrecken des schnellen über- 
fals Niclaus Federmanns und der seinen, die sie mehr Teüffell dann men- 
schen sein yennainten, in gehorsam und freündtschafft ergeben haben, und 
das mit wolthat aller schanckung von goldt, und darraichung aller notturff- 
^ tigen Prouiandt und anderm , gendgsam bewisen und (doch gedrungen) er- 
itaiget haben. 

Wie wir nun in die letsten Tymines und flecken diser hie- 
vorgemelten nation kamen, aldar sich ein andere Nation, die Xaguas 
gehaissen anhebt, raisten wir biß an vierdten tag mitten durch 
einen wasserflufs, so zwischen zweien bergen inn einem thall rin- 
net, dann z& dis^r Nation, sich die Cayones keines anderen wegs 
gebrauchen. Und als ich mich ahn den gefangnen befragete, zaig- 
ten sie an, das es allein darumb beschehe, Dieweil diso nation^ ye 
eine der andern feind weren, Auch baide thail Carne hunana, das 
ist mensch[42]en flaisch essen, und einander mTt was listen sie 
mögen nachsteilen, nemen sie yhren weg durch das wasser, als ein 
nackendt voick, und sonst von artt mehr visch denn fleisch seind, 
darmit man ir gespor nit künde vermercken oder außgespehet wer- 
den, dann dise baide Nation, nimmer mehr ruwig, oder der feindt 
unbesorgt leben , dann wann das wasser vast angelofTen ist Und 
wiewol es die Indios, inn anderhalb tagen gehn, oder den weg auß 
dem wasser verlassen, so verweilten wir uns doch, wie gesagt, biß 
an vierdten tag, dann es uns mit den rossen, und dem plunder 
mühesam warde hindurch zukomen. Wir kamen auch dise zeit, 
allein am mittags und abents, so wir am gestad des wassers etwann 
ein ktaine ebne fanden , alda wir uns zu essen und nachts z& rfien, 
inder tetten, nicht auß dem wasser. Wir hetten auch mehr gebrech 



33 

ahn Proviant dann Überfluß, dann wir uns nach ahnzaigen der In- 
dios unserer gefangnen, die flecken ehe zu erraichen, uns ver- 
sahen. Und da wir aber schon den weg auff* dem lande erraichl 
hotten, und das wasser verlassen, stunde uns nicht ein wenige mühe 
for, die innwoner des lands, der Nation Xaguas, zu fraindc zu- 
bringen, dann wir kein mittel hetten, das uns zu dem frid dienet. 
Dann die vorgsagt anstossend nation unsere feind waren , und wir 
mit ihnen onconfederiert, oder bündtnus gemacht, bliben waren, 
also das wir die ursach unsers fürreisens, und das wir sie zubelai- 
digen, nicht alda weren, nicht zubezeügeh hetten. Doch wäre unser 
behelfT, das sie mit den Cayones vorgesagt, feinde wassen, und sie 
destweniger beleidiget, des Schadens und der gefengknis, so die 
Cayones von uns erlitten. Und als wir dem ersten flecken, diser 
Nation, nach ansage der [43] Indios Cayones, bei drei meilen 
nahend, thetten wir uns nider, alle ort und umbligende höhenc wol 
behüten, darmit wir von den Indios oder innwonern nicht gesehen 
wurden, und auffrur unther ihnen ursach geben. Schickt auch einen 
guten tcill meines volcks bei nacht umb sie zuüberfallen^ und was 
sie also fahen möchten , für mich zubringen, das geschach also, und 
khamen morgens vor mittag, mit elllich wenigen personen, die sie 
inn dem gesagten flecken, der gleichwoll nicht groß was, also 
schiatTent, überfallen hellen, welche sich auß schrecken, solchs 
unversehens ahngrifl^s, und von unbekandlen leülten, die sie mehr 
für teüfel, dann Menschen achten, nicht zu wehre gestellt. Als ich 
aber nun inen was zu fride und ainigkheit, auch inen hertz und 
empfangnens Schadens vergessen zumachen, gern mittel gehabt 
helle, darmit sie nicht auch feinde, wie die Cayones beliben. Dann 
neben dem es gar sorgklich ist, so ist es auch essens und" aller Pro- 
viant, auch der erfarung des lands halber, vast beschwerlich und 
arbeitreich, neben dem. So helle ich aber gegen inen, das zh ge- 
sagtem dinet oder fürderel, keinen Tolmelschen deme ich dorfl'le 
gedrawen, dann allein zwen die ich mit mir helle, waren von der 
Nation Cayones, so wie zuvor geschriben, wir mit uns gefangen 
fürten, und auch die sprach der Xaguas kundlen, dicweil aber, wie 
gern wirs doch umbgangen hellen, ye kein ander millel vorhanden 
was, ließ ich der Tolmelschen einen der mich darzu am laugliclislen 
ahnsahe, sagen, ich wolle ihne frei ledig, und hiß auß der feinde 
land, in seine termines oder grenlzen beleiUen Ivxs^^w ^ >\^\ >\\^ 

Fed. tt. »t, ^ 



34 

• 

schanckung-en begaben, so er unverkerler rede, die Nation Xaguas, 
mit den worlen, so [44] ihme von mir befolhen wurden, z& friden 
brechte, und ihrer gefengknus, das dieselb auß aigner verwürckung 
und auch wider ihr verhaissen und gelübde, ihre flecken verlassen, 
geflohen und sich zusammen gerottet, selber ain ursach weren, an- 
zaigelte, welches er mir versprach und laistel. Also ließ ich der 
erst gefangnen Xaguas fünfl^ personen ledig, doch behielte ich die 
maiste principales oder fürnempste bei mir, sampt dem Caqique 
oder herren, damit sie sich dest weniger wider uns setzten^ und 
uns zugehorsamen, ihren herren baß dann durch krieg zuledigen 
wüsten. Gabe ihnen, nemlich den geledigten, schanckungen, bei 
unns gantz klaines costens, aber bei ihnen hoch geachtet, die sie 
dem umbsitzonden Cacique und herren der flecken selten bringen, 
und von meiner wegen frid und gelaite, auch das wir allain, ihre 
freündschafn zuerlangen, und sie vor ihren feinden zubeschützen 
kommen weren, zusagen uild anzaigen selten. Sie selten sich auch 
in den Pueblo oder flecken, da sie, die außgesandten , gefangen 
worden, und Coary gehaissen ist, dahin ich mich zustund erhub, 
mich haimzusüchen und fride mit mir zu bestetten, kommen haissen. 
Da wir nun aufl* den 25 tag Octobris, umb die neun uhrn, 
morgens dahin raichten, khamen auch inn derselbigen stunde ettlich 
Cacique oder herren, und mit ihnen ob acht hundert personen 
Manne und weiber, wellche daselbs von zwo biß in die drey meilln 
umbsefs seind, zu abendt ettwa umb vier uhr, mit stecklin sonder 
ainige gewehre, in der band tragend, wie sie zubezeügnus der 
freündtschatrt zuthun im gebrauch haben. Brachten wir auch 
schanckungen von golden, sampt aller notturflt proviand und wil- 
prett, blieb imdisem Pue[45]bIo oder flecken zwen tag still ligent, 
ward in solcher zeit von den Caciques oder herren viier umbligen- 
der örtter, haimgesucht, und mir ward kurtz darvon zuschreiben. 
Durch diese Nation und ihr landt, wötches wir inn fünflF tagen, für- 
raisten, gfitt freundtschafft und glauben gehalten, und ist uns, dar- 
uon particular zuschreiben, oder in Sonderheit anzSzaigen, in sol- 
chen tagen, nichts begegnet. Also kamen wir auff den lotsten tag 
ffemelts monats Octobris, ihn einen Pueblo oder flecken Cacaridi, 
gehaissen, welchs der letste flecken diser Nation ist, und dahin wir 
von Coro der statt, da wir erstlich und zu anfang diser raiß auß- 
gezogen, drei und siebentzig meilen rechnen, das aller rauchest 



35 

gebirg, das ich zuvor nie erfaren habe, wol mag schreiben, welches 
uns mit den rossen, alls an orllen, da vor nye rofs hinkomen waren, 
an etlichen Pässen, und sonderlich, durch die Nation Cayones, 
wölche wie vor gemeldt, unser feinde, beliben waren, und dorn 
hilfT, wir die wege zumachen, mangletten, und also die Christen, 
solichs selbs thun müsten, ob wir schon bei zweihundert und fünftzig 
Indios mann und frawen hetten , welche die proviant und anders, 
als munition was harnasch uns zu unser wehre dienet, trugen, deren 
wir auch vast notdurfft waren, darmit oder durch welche die Chri- 
sten geringert, und one die, wir schwerlich auch fort hetten kün- 
den kommen, und wa es lenger geweret, hett es uns grosse mühe, 
und unleidenhche arbeit geursacht. Es het aber daz gebürg drei 
meil von disem Pueblo oder flecken, wie volgen wirt, ein ende, und 
fieng das eben und schönest lande an, das in Indios gesehen mag 
sein, welches die Nation oder völcker die Caquetios besitzen, darab 
wir uns als wir von [46] der Nation Xaguas vernomen, nicht wenig 
verwunderten, und nicht glaubten, vermainende, ob sie schon auch 
den namen Caquetios hetten, so heten sie schon oder doch der 
spräche nicht wie die Indios zu Coro , da wir außgezogen waren, 
auch nicht also Redten, dann wie zuvor gesagt, wir ob drei und 
sibentzig meiln von denselbigen, und entzwischen fünfT Nation, dorn 
jegkliche ein besundere sprach redten, fürgeraisset hetten, und was 
uns solichs alls ein ding , das uns erfrewete , wie gewonlich be- 
schicht, dest ungleublicher , dann ir wol haben zügedencken , wie 
verdrossen, biß zuerraichung der Caquetios, wir einander zuver- 
stehen, uns haben müssen behelffen, dann ich allein der ersten 
sprach , alls der Caquetios zwen Christen und vertrawle Tolmet- 
schen die dieselbig sprach fast wol kundten, bei mir hette, und her- 
nach bei den Xiderharäs durch zwen^ bei den Ayamones durch drei, 
bei den Cayones durch vier, und bei den Xaguas durch fünff per- 
sonen, reden mäste. Derhalben ist nicht zuzweii&en, bis einer den 
andern verstanden, und also biß in die fünffle zungen sagt, wie ihm 
von mir ist befolhen, das ye einer etwas darzu setzt oder darvon 
nimpt, also das unther zehen Wörter so ime beuolhen, kaum eines 
meines gefallens, unserer notturft gemeß geredt wurde, welches 
ich nicht für ain klainen oder wenigen gebrach, und der uns offt an 
erfarung, viler heimlicheit des lands darumb wir dann maist auß- 
geraißt, verhindert spüret. Die vorgesagten Nation oder völcker^ 



S6 

als Xideharas, Ayamanes, Cayones, und Xaguas, essen alle men- 
schen fleisch, und ist ye ein Nation der andern feindt, wie ich 
hernach dem Nation, yeder sillen und gebreuche, sovil ich dern 
hab erfaren, wil anzaigen. 

[47] DIE NATION CAQUETIOS. 

Dise Nation volckreich und vast streitbar, auch überflüssig an goldt, 
haben auß aigner maacht alle anstossende Nationen , auß der ebne in das 
rauch gebürg zä wonen bezwungen, damit sie allein das schönest, ebnest 
und fruchtbarcst ort besessen und bewonten. Dise in ahnkunft der Christen 
(so ihrer freündtschafft begerten) sich gantz g&ttwillig, on bezwungen (allein 
auß wunder diß oubekhannt volck die Christen, zäsehen) mit Verehrung einer 
grossen summa gelts, erzaiget haben. 

Als wir nun wie gesagt, in dem leisten Pueblo der Nation 
Xaguas, uns erhüben, und die Caquetios, so das eben land be wo- 
nen, welche uns von den Xaguas, für vil, und fast streitbar volck, 
angezaigt ward, bei einer meil nahcnten, und ihre flecken schon 
erreicht betten, welche in einer fast schönen ebne, wie zuvor auch 
angezeigt, an einem grossen wasserfluß, gelegen seind und wonen, 
dern flecken wir ob zweintzig sehen kundten. Also thetten wir uns 
daselbst nider, und uns beradtschlagen, wie die Sachen ahnzugreif- 
fen were,.dann demnach wir sahen der Pueblos oder flecken, vil 
waren, daraus uns ein grosse Summa Indios Naturales, so sich un- 
serer freündtschafllt wideren wollen, abpruch und zusorgen für un- 
nachtheiligen widerstandt thun möchten, dann uns die stercke, 
freche und geschicklicheit, diser Nation Caquetios, von denen so 
bei Coro wonen, erfaren und giitl wissen trugen, sampt dem uns, 
wie ich zuvor habe angezeigt, von den XagußS auch angezeigt was. 
Es seind auch all andre nation vorgesagt, von in inn dem gebirge 
züwohnen gedrungen, darmit sie allein die ebne und fruchlbarest 
lande besitzen und hersch[48]en, dann dise Caquetios an keinem 
orte, das gebirge, gleich als wol umb Coro, als an disen orten, 
allein das beste, fruchlbarest und ebnes lande be wonen, und auch 
andere nation in keiner ebne gedulden. Nu unser notturflFt aufTs 
sicherst, genug und wol ziierwegen, wurden wir zurathe in an- 
sehung dise mit wie andre zu überfallen, dann dern zuvil, an denen 
wir wenig, mit ernst hellen zugewunnen, einen Indios Caquetios, 
dern so mit uns von Coro außgeraißt, sampl etlichen der Xaguas, 



37 

so auß den leisten Pueblos derselbigen Nation, mit den Caquetios, 
dern lande und flecken, wir jetzt ahnreislen, uinb saltz fridtiich 
Contraclirn und bandlen, ahn die innwoner derselbigen flecken, und 
Pueblos, welche provintz oder gegne Variqueceineto gebeissen, mit 
etlichen schanckungen, an die Caciques oder heren zuschicken, und 
durch die, sie unserer ankunfll, und die Ursache unsers fürraiscns 
zuberichten, darneben jnen derhalben sagen lassen, so sie unsere 
freunde zusein willens weren, so selten sie uns entgegen ziehen, 
und mit mir fride besteten. Und widVvol wir diso Nation, so eilendt 
oder mit gulle, zufride zubringen, uns nicht getrösteten, so sähe 
uns doch solichs gesagter gestalt ahnzurichten, und ir gemütt ehe 
und wir unsern vorthteil übergeben, zuvermercken, für das gewis- 
seste an. Blieben also in gütter wachte und wehr, disen lag und die 
selbige nacht, an gesagtem ort ungefar ein nieill von den Pueblos 
oder flecken, dann es als wir die Indios, aussendeten, eben spat 
was, derhalben sie den abent, mit antwurt nicht wider kamen, so 
hetten wir uns auch in unsern vortheil gethon, da wir uns der rofs, 
welches unsere maiste wehr, dern die Indios maiste forcht tragen, 
und ihnen [49] damit grosser abpruch geschieht, künden behelfl'en. 
Am morgen frue khamen aber die vor außgesandlen, mit ettlichen 
der Indios Caquetios, dern nicht über viertzig waren, Brachten mit 
ihnen ettlich wHdpret, und andre speiß, sagten mir, wie in ihren 
Pueblos oder flecken ihre Caciques oder herrn, unser warthetten, 
wollen uns auch gern für freunde halten, und hetten unserer zü- 
kunfT ein freüde und gefallen. Also sendet ich diso wider haim, 
sagende. Ich wolle ihnen zu stund nachvolgen, und wiewol sie 
unser züerwarten, und mit uns, den wege ziizaigen, oder mit zu- 
gebn erboUen, schlüge ichs ihnen doch mit glimpfl'e ab, dnrmit ich 
mich inn ihrem abwesen, von den gesandten, was mir dieser Ca- 
quetios anschlege, und irs erzaigens zu wissen nott was, zubefra- 
gen, allsdann geschähe, kundte auch nicht änderst erfaren, dann 
das wir uns von inen, kaines betrögs oder unfreündschafFt hetten 
zfibesorgen, dann sich der Caquetio oder Tolmetsch, so ich, wie 
oben angezaigt, mit mir auß Coro gefürt, und z(i disen Caquetios, 
gesandt helle, hoch rümbt, auß seinem angeben, unsers gälten 
tractaments und wollhaltens, so wir allen Nationen, so sie unsere 
freinde zusein, ergeben, und dasseibig mit wercken und gaben be- 
wisen, gothon hetten. Auch unser macht und sl^tcV^^i.^ '^^^'^'^ \'e^SÄ,^^ 



38 

^0 uns widerstanden, erzaiget hellen, hierauff hellen sich diese^ 
unsre freunde zusein, und was uns not zugeben, bewilliget, darumb 
Ich ihme schanckung thette, und freimachete, dann er biß der zeit, 
einem Christen zudienen, von mir geschencktwas, ich künde aber wol 
erkennen, nach dem er die grosse der flecken, und vile des volcks, 
mir ahngezeiget, das sie, neben dem sie obgesagts Indios und Toi* 
metschens [50] rede zum thail beweget mag haben, nicht wenig 
ursach was, uns als ein volck darvon sie nie gehört, zäsehen, und 
auch villeicbt darumb, das sie sich irer vile und stärcke, uns so 
wir gewaltig mit inen handien wollten , fürnemen widerstandt zu-r 
thon getrösteten, und solichs zu urtheilen gäbe mir ursach, das sie 
(sich, uns entgegen zuziehen, wie die andern Nation, und wie vor 
gehöret ist, gethan haben, nicht wollen demütigen, als ob inen, so 
sie unsers gehaiß oder befelchs, gelebten, gleichsam ob sie auß 
foFcht gehorsamlen, für schändlich zugerechnet wurde. 

Nun als ich aber, den ersten Pueblo oder flecken, diser pro- 
vintz Yariquecenento erraichte, fand Ich darinnen grosse Summa 
der Indios, deren ob vier tausenl waren, vast wol proporcioniert 
und starckh volck, von denen Ich vast woll empfangen ward. Und 
die sach zu kürtzen, blib ich in denen pueblos oder flecken, so an 
disem wasser ligen, deren 23 waren, und ye ainer ain halbe, und 
^uffs maisl ain meile von dem andern ligl, bei 14 tagen die flecken 
^übesichtigen, und die einwoner zu freunde zubringen. Auch die 
prtter des iandes, so wir fort unser fürgenommenen wegs, hellen 
^ureissen, zuerfaren. ,Inn allem bewisen sie uns gutle freund-^ 
^chaff'l, und haben uns in disem Pueblos oder flecken diser provinlz 
Variquecimeto, schanckunge geben, aber ongenöltigter und wilku- 
riger Verehrung, ob drei tausenl Pesos golds, welches bei 5000 
gülden Rheinisch Ihut, dann es ain reich, und an vilem golde ain 
tractierent oder ge werbig volck ist, von denen mans auch refra^ 
ptiert und erkaufft. Und so man ihnen gegenschanckungen von 
eisen, als hacken, oder äxlen, messer, und dergleichen, [51] 
das dann ihnen vast nott ist, vil gold und grosser reich Ihumb zu 
bekommen wern, wie dann wol zugedencken ist. Dieweil sie uns 
sovil Presenl und schanckungen auß gullem willen gaben, und 
ßolchs aliain umb ihr herrlichail dise darmit zübeweisen, und nicht 
wie inn andern flecken und vorfürgeraislen nalionen, aus forcht, 
deren sy, kundlen wir wol spüren, ab uns wenig trugen, dann sie 



39 

sich wie zuvor auch angezeigt, ihrer vile getrdstetten , denn ich 
etlich glaube, auß disen 23 flecken, so sich inn aiaem halben tage 
möchten versamlen, bei dreis;sig tauseat Indios kriegs volck, die 
darzu dienen und geubet seind. Dann wie ich hernach, so ich deren 
Sitten beschreibe, ahnzeigen wil, TIarzu vest und wol bewehret 
flecken, die nicht kundten wie ander vor erfaren pueblos oder 
flecken, überfallen werden, haben und besitzen, und solliches dar- 
umb, das sie mit vier Nationen, so sie zu vier seitten umbgeben, 
feinde seind, und sich yeglichs kriegs und überfals von ihren fein- 
den besorgen und versehen müssen, und auch hinwider gegen 
ihrem widerthail gebrauchen , dann die drei Nation so sie umbge- 
ben, als etliche Pueblos oder flecken der Xaguas, deren feinde sie 
auch seind. Und ob sie schon mit ettlichen derselben und nechst 
anstossenden flecken confederiert seind, und contractieren oder 
gewerbe haben, wie dann die Xaguas umb Sallz mit ihnen handien, 
so seind sie doch, wie vor gemeldet, auch ihre feinde. Auch haben 
sie zii der anderen seitten, die Nation Ciparicotes. Und zu der drit- 
tel) seitten, haben sie die Nation Cuibas^ welche nationen alle drei 
menschenfleisch essen, und also ihre feinde, so sie im kriege, 
oder wie sie dise mögen erobern, metzigen und schlachten. So 
haben sie zii der vierdten seitten (52) ir eigne nation, auch 
Caquetios, in dem valle Poblado das ist, im wol bewonten und 
reichvölckigem Ihal, gehaissen Vararida, darvon hernach, wie wir 
die am widerkeren von Coro, fürgereißt, wirt abngezaigt, auoh 
für feinde, also das wir achteten auß vile der feinde mit denen 
sie sogar umbgeben sich so nahent zu sammen pobliert und ge- 
hauset betten, damit sie dest gewarsamer und bafs ihren feinden 
möchten widerstehn, dann dise das maist oder gröste volck ist, 
so wir biß bere und hernach, in diser raiß und in so klainer land- 
schaiTt« bei ainander und in so gütter wehr und starcken flecken, 
haben gefunden. 

In diser Provinz fände ich zeitlung von ainem andern mör, 
das Sud oder mittäglich mör genannt wirt, welches eben das was, 
so wir mit verlangen verhofl*ten, und wie ahnfengklich gesagt, die 
meiste ursach unsers außraisens geweßt, sollichs zu erraichen, 
dann daselbst sich grosser reichthumb von goldt, perlen und edel- 
gestainen sich meist züverhöfien ist, deme nach in anderen guber- 
nationen der Indianischen länder, an örttern da man das gesagt Sud 



40 

mör erraicht, reichlich gefunden wirl. Und wiewol uns die inn- 
woner diser Pueblos oder flecken, wie zuvor ahngezait, darvon 
gesagt, so wollen sie doch selbst dargewesen sein, nicht bekhen- 
nen, allein (sagten sie) von ihren allem also gehört haben, wel- 
ches wir aber allain für außrede , und umb uns dahin zu gelaillen 
von uns nicht getrungen, oder angemültet wurden, von ihnea an- 
gesehen wol spürten. In denen vierzehen tagen, da ich die flecken 
diser provinlz besichtiget und heimsuchet, wie zuvor angezaigt, 
mich uff'enthielt, wurden wir ob den sechstzig Christen kranck, 
dar[53]undcr eltliche, die weder zu rofs noch zufuß, von stat 
zubringen waren, und wiewol wir lenger still zuligen, und der 
krancken gesundheil zu erwarten, wol nolh gewest were, so wollen 
doch die Hispanier, dem ungesunden luflt, und feuchte diser pro- 
vinlz, die ursach ihrer schwachhait zumessen, verholfent, so sie 
von disem orlle und den luff't verkerten , irer kranckheit gelediget 
zuwerden. Derhalben erhübe ich mich den nechslen, dem ange- 
zeigten mör zuzuziehen, ließ etliche der krancken in Hamacos, also 
heissen die Indianische belh, dem art ich hernach ahnzaigen wil, 
tragen, darzu ich die Indios unsers drofs gebrauchet, und den inn- 
wonern zuverslhen gäbe, darumb sie groß herren weren, wurden 
sie getragen, andere liessen wir reiten, die gesunden und denen 
die rofs gehörten ab, und die krancken, ainen hinder den andern, 
auff selzendt, und also, sovil müglich dissumilierten wir gegen den 
Indios, darmit sie uns Christen, als die sy uns für untödtlich ach- 
ten, auch kranckheilen untherworff'en zusein, nicht spürten, dann 
so sie solchs gemerckt, wurde uns nicht wenig nachtail bracht ha- 
ben, und ungezweiflet, sy wurden uns auch zuhekriegen haben 
unterstanden, demnach habt ihr zugedencken, zu was ungelegener 
zeit sie uns angrifl'en betten, und auch wie kümmerlich es mir was, 
dieweil ich mich in so weitem und unbekhantem lande, mit kranckem 
und unwehrsamen volclc, darmit ich weder hindersich zuraisen oder 
forttzüziehen, nutzlich wege sähe, dann ich mich unther solchem 
iolck befände, dem freündtschaflt ich mich nit lenger, dann die zeit 
(vir ihre mechlig, und sie uns züschwach, zu versehen helle, auch 
unbewußt, was volck wir vor uns, ^welche dann diser Provintz Va- 
.riqueceme[54]lo , feinde waren und wol zuermessen was, das es 
ein wehrsam volck were, dieweil sie sich, diser flecken, welche 
die sterckesten an gebew und volck, feindschafit mochten er- 



41 

leiden und widersten. Dises alles kundt mich aber fort, und 
meinen fürgenommnen weg züraisen nicht verhindern, dann wir 
uns wenigs guts zu versehen, wider zurück zuziehen, und bei der 
Nation Xaguas, der krancken gesuntheit zu erwarten, dann das 
wurde uns von den Naturales oder Indios für forchte und zagheit 
gerechnet sein worden, und dar mit unser Credito oder glaub, und 
ihr forchte, so sie ob uns betten , geschmelert, und dardurch erst 
verursachet, sich gegen uns züerheben. Also unther zwajen bösen, 
das wenigest arge zu erwölcn, zohe ich dergestalt, wie vorgesa- 
get, mehr ziegeünern und krüplen, dann kriegsleütten gleich, mei- 
nen wege. Mir worden von dissen Pueblos oder flecken, bei zwai- 
hundert Indios unsern plünder zijtragen, auch den wege biß ins 
gesiebte der flecken ihrer feinde, welches ain ander Nation Cuybas 
gehaissen, zugeben, denen ich zusagte, sie auß der feinde landt 
ahn ihre gewahrsame, wider zübeleillen, dann wie ihr vor habt 
geboret, so ward unser droßvolck gröstenlails die kranken zutra- 
gen gebraucht. Als wir aber diso Indios, so uns den plunder tru- 
gen, färangehen Hessen, und ihr keine acht hetten, auch von ihnen 
uns gar kains betrugs besorgten, allein vermeinten wir, darumb 
sie so schwer geladen, also füreileten, sich deß lasts züringern, 
sie trugen aber disen piunder nit über zwo meill wegs, und liessen 
es alles jm weilen feld, am weg da wir fürziehen mässen, stehn, 
und giengen darvon, villeicht besorgende, wir wurden%ie biß in irer 
feinde landt bringen, und als dann [55] uns ferrer zu dienen, drin- 
gen, auch des zugesagten nit glauben halten. Nu hetten wir aber 
solchen plunder fortzubringen nicht leütle, so was uns nicht zii- 
thun den unther die Christen außzüteilen, dann der gesunden wenig 
waren, und so diselben erst beladen und dadurch müde weren wor- 
den, so hetten wir den feinden, so uns die ahngewendet hetten, 
kehlen widerstände, thun mögen, klaubten das nötigest, so wir 
bedoriften darauß, und solichs unther die Christen außgeteilet, und 
den Rest ließ ich abwegs vergraben, biß auif die widerkunfft, dann 
es fortzubringen sonst kein mitel vorhanden, so wassen uns die 
Indios so uns den wege zuzaigen, wie vorgesagt, entloflFen, doch 
zu allem glücke, ein kleins knäblein, und ein Indianisch weib, die 
den Indios so uns verlassen, nicht volgen kunten, unther und bei 
den Christen bliben, darunter die India, der Cuybas spracht etwas 
kundte, aber doch nit wolle verjehen, das sie den we^ ^>iÄ\Ä. 



42 

DIE NATION CüYßAS. 

Mit was gcfahr die Christen nach langem erlittenem hunger den ersten 
flecken diser Nation, so der vergifFte geschofs gegen ihren feinden sich ge- 
brauchten, mit vortail angriffen haben, und durch einen harten Scharmützel gegen 
ihnen obgesieget. Wie sie auch verursacht den zweiten flecken anzurennen, 
in welchem sich die innwoner, auß forcht des vergangnen Scharmützels, in 
ein hauß eingeschlossen, ettlich klainotter von goldt, auch essenspeiß her- 
auß in weg, ihnen zunemen, für gestellt, vermainende sie damit züvemügen 
und abzuweisen. Dieweil solchs aber die Christen zum abzug nicht über- 
wände , wuMen sie zuletst mit freundlichen und träwenden werten zul* ahn- 
gemdten freündtschafft un^ ergebung beredet, darauß die gantze Nation zur 
gehorsam verursacht worden. 

[56] Da wir nun raiszten zwischen zweien bergen in einem 
thal an ainem grossen wasserflüß, Coaheri gehaissen, den selbigen 
tag sovil wir mochten, biß zu abents, das wir keinen flecken oder 
bewonung der Indios künden ersehen. Also was uns etwas angst, 
besorgent, den gebrech an speis, dann wir keine proviant hellen, 
dann niemants vorhanden, die uns die trüge, schicket also morgens 
frühe, zwen zu rofs, yeden an ein sonder orlt, auff das gebirg, die 
sollen auff die höhe derselben reitlen, dem lande, und wa rauch und 
Poblalion were, nachsehen, damit wir den nechslen, unseren wege 
dahin nemen, und nicht etwann den tag auch keine Proviant erreich- 
ten, welchs uns mathloß, hinter und für sich zukommen, müsam wurde 
verursachen ^die gesandten kamen aber bald, und mit gutter bott- 
schafft, deren einer helle auff dem gebirg, ein grosse ebne, und 
das ende desselbigen gebirgs ersehen, also das wir nit über ein 
meil, auß dem thal, auff die ebne hellen, und wiew;ol er weder 
flecken noch rauch gesehen, so was es doch hoffenlich, das sie 
nicht ferr von dar weren, und ein soliches gut eben landl, dar- 
jdurch nun solicher grosser wasserfluss, ahn dehme wir durch das 
thal geraißt, lauffet, nicht unbewonet oder öde bleibet. Da wir 
nun die ebne erreichten, Ihet ich mich mit dem volck auff ein höhe, 
da ich die ebne und das volck so ich aussendet, übersehen kundt, 
jsendet also an vier orlt, ye zwen zfiroß, die sollen den Strassen 
nachfolgen, biß ungefähr ein stund oder zwo, biß sie einige Pue- 
jbloß oder flecken und feldgebew funden , volgends solichs anzei- 
gen, dann wir hellen nit weniger mangel en provianl als überflufs 
ßn hunger/ [57] Als ich mich aber auff der höhe enthielt, und auff 
4ie gesandten wertenden, sehen wir en vil orten, deß umbligenden 



43 

gebirgs, rauch aufTgehn, daran wir erkannten, das wir von den 
innwonern ersehen weren, und dise fewrräuch ein flecke dem 
andern zur kreide oder warnung gegeben weren. Und wiewol 
wir uns ihrer zusammen rotlung hetten zübesorgen, so was uns 
doch lieb zuwissen wa ihre wonungen weren, darmit so die ge-* 
sandten kein feldgebew zu unserer proviand fänden, wir sie über- 
(ielen und also den gebreche der speiß büssen möchten, dann die 
notturfFl des essens, übertraff die forcht der feinde, und waren ett- 
liche meines volcks fast unwillig, alls ob sie verfüret weren, zu 
deme, so feleten auch nicht leütt, wie dann gemeiniglich beschicht, 
die ihnen fürbildetten, das die Indios, wie vor gesagt, so von uns 
geflohen, hellen uns allein darumb verlassen, das sie villeicht gewüst 
hellen, das das lande nicht bewonet, und darumb sie nichl hunger 
mit uns litten, sich also abgestolen, und unser also mit fug abke- 
men, und uns in hungers notl, auch biß in lodl zu stecken. Das 
ward aber mil disem, als wir die fewrreich gesehen, alls ain ahn- 
^eigung, das leül aldar wonellen, abgeslellel. Ich ließ auch dise, 
die solichs und auch klainmütigkeil und auffrürische einbildung 
dem volck fürtrugen, nichl ungeslralFt, dann ich mich nit wenig 
gefahr, von meinen aignen milgenossen, und die mir doch als ihrem 
haupl gehorsamen sollen, und schuldig pflichl laislen, zubesorgen, 
so sich dessen Remedio oder hilffe nur ainen lag helle verzogen. 
Als aber nicht über lang, der außgesandten zwen kamen, die ell- 
liche heüser und umbher ellliche Iraidäcker ersehen und erfaren, 
aber den flecken öde und onbewonet funden, [581 denen zogen 
wir zu, Ihetlen uns daselbst nider, waren allain sechs heüser nahe 
bei ainem bache, und in einer schönen ebne, darauß wir weil um 
juns das landt mochten übersehen. Und wiewol das gelraid dieser 
umbligender äcker nit zeillig, so was es uns doch zu diser zeit der 
nolturlTt, mehr darzu reilT, dann ihme der hunger, und dem fasl 
frischen wasser, der durste, bessern geschmack gaben, dann so 
es zu überflüssiger zeil der beste wein und Rephüner geweßl 
weren. 

Disen abent schicket ich ainen hauptmann mil dreissig mannen 
zu fuß, umb deren flecken ainen, darbei wir des tags den rauch 
gesehen, zu überfallen, und was sie der innwoner fiengen, für 
mich zubringen, und mil ihnen wie mil andern vor auch geschehen, 
fride zumachen. Als aber die gesandten, der Pueblo oder flecke^^ 



44 

ainen bei nacht nahendt geweßt, also das sie die innwoner dessel- 
gen, bei ihren fewren , so sie zu kriegszeiten pflegen zumachen, 
bei g&ter wachte und wehr sahen und außspeheten, befanden sich 
aber dise zuüberfailen nit genügsam , kamen also ohne außrichten 
wider, um aber mich mehres volcks zuenplössen, befände ich nicht 
zfithun, dann der krancken vil waren, so hette ich nicht volck, die 
den gesagten pueblo oder flecken zu äberfailen genugsam waren, 
und dennocht ettlich bei den krancken, und zu derselbigen hfit 
bleiben möchten, dann der flecken was am gebirge, und an ortten 
da mit den rossen nichts zfischafTen und zu handien was. Der- 
halben wir der Naturales oder Indios, und den Pueblo oder flecken 
zu äberfailen, nicht so mächtig waren, als so wir den behelfl* der 
rofs gehabt hetten, dann bei ihnen ainer zu rofs, so es [59] an 
ortten da sie zugebrauchen, mehr außrichtet, auch mehr geförchtet 
wirdt, dann funfitzig zu fuß. 

Dieweil mir aber nicht so eilendt was zuverraisen, dann an 
disem ortt , da ich mich nider gethon , welches freilich ettwann 
aines umbsitzenden Cacique oder herren meyerhofl' was, dann da- 
selbst allein sechs heüser waren, die ich achtete allein zur zeit so 
sie die umbligenden feldtfrücht einthun, gebraucht und bewonet 
werden, ein gätt und sicher loger hetten, und drumbher ganntz 
eben, unsere feinde so uns die überfallen hetten wollen, von ferren 
hetten mögen sehen, unns auch der rofs daselbst, welches unser 
meiste wehr, hertz und behelff* was, wol gebrauchen, so gebrache 
uns auch nicht wasser, und Mahys, das ist ihr körn, auch hirschen 
wildprecht, dessen -wir täglich ain notturfl^ im leger hetten. Dann 
daselbst deren vil seind, und nicht fast laufTen, von wegen das die 
thier von den Indios, ab die weder Rofs noch hund haben, nicht 
verbaindt seind, auch derhalben zu rofs wol gestochen worden. Als 
wir nu bei fünff* tagen aldar gerastet, vermainde die krancken sel- 
ten sich alda ettwas erquicken und erholen, das doch wol nicht ge- 
schähe, sandte ich zehen zu rofs, und fünfl' und dreissig zu fuß, sie 
solten aufF der ebne am wasser hinauff* suchen, ob sie ainigen Pueblo 
oder flecken finden, und so es an ortten were, da sie der innwoner 
mächtig, und so sie sich güttlich für mich zukommen, nicht bereden 
wolten lassen, sie darzü zu dringen, und was sie fahen möchten, 
für micht brechten, doch sovil es sich leiden weite, ihrer verscho- 
nen, darmit nicht so sie grossen schaden erlitten , und ihres volcks 



45 

• 

vil umbkliame, ain ursach were, sie dester schwerer, oder gar nicht 
zu freunde zubringen. Densel[60]bigen tag, und ettwan drei meiln 
von dem flecken, da ich läge, erraichten sie ainen Pueblo oder 
flecken, darinnen grosse summa Indios bei ihrer wehr und zur ge- 
genwehr in Übung waren. Als aber zwen zu. rofs etwann ein arm- 
brust schofs, von demselbigen flecken, solchen und auch ihren vor^ 
thail zubesichtigen, khomen waren, und den flecken mit graben 
umbgeben, sahen sie ihnen nicht züthun sein sich inn Pueblo odef 
flecken zulassen, dann sie ongeschediget von ihnen, am anlauff oder 
graben, nitt betten khommen mögen. Also gebott der hauptmann 
denen zu rofs^ sich nicht zu nehmen, aHain die zu fusse giengen mit 
ihme, allso das die innwoner allein die zway ersten pferdt, so den 
Pueblo oder flecken wie gesagt, besichtigt und erspehet, ersehen 
kundten, und aber die andern acht rofs, vor einem getraidacker, 
welche sohoch seind, das einer zu pferdt nicht mag gesehen wer- 
den sich verbargen, und als die Christen, sich nahenden, maist mit 
ihrem vortheill, so sie kundten, und als aber der hauptmann sich 
zurück flihend erzaigt, empfiengen die feinde ein hertz darab, und 
gaben sich auß ihrem vorteil, den fliehenden als sie vermainten, 
nachzueilen, der ob fünffhundert waren, die wurden von denen zft 
rofs, so sie nun im getraidacker verborgen, hinderzogen, und von 
denen so sich fliehend erzaigt, also binden und fornen ahngriS'en, 
auch dorn im Scharmützel bei sechstzig, gefangen, und acht und 
viertzig erstochen, den rest in die flucht gejagt, und aber der Chri- 
sten, wurden nur vier, und doch nicht tödtlich gewundet, auch ein 
ross erschossen, dises was der erst Pueblo oder flecken^ darinnen 
wir die vergifl^en geschofs fanden, welcher art ich auch hernach 
anzeige. Der gefangnen aber so für mich [61] khamen, liess ich 
sechs ledig, gab ihnen schanckungen, ihren herren zubringen, be« 
falch auch ihnen wie andern Nationen zuvor auch, was züfride die« 
net, ihnen sagen und anzeigen solten, und auch ihre Cacique oder 
herren, zu mir zükomen, machen, wolte ich ihnen ihre gefangnen, 
ledig geben, unther denen zwen principal oder fürneme waren, 
dern einer vast wundt was, den ich verbinden, und g&tt tractament 
oder untherhaltung thun ließ, also käme biß an driten tag, nach dem 
ich die obgesagten Indios ledig gelassen, niemandes, welches wir 
weder zu guttem^ noch argem ihrem fürnemen, wüsten zärechnen. 
Ettliche unther uns waren der opinion oder meynung^ die ^isc&^sc- 



46 

• 

genden Indios versamleten sich, umb uns zuüberfallen, und uns die 
gefangnen, mit gewalt abzudringen. Andere aber vermaindten, es 
geschehe auß forcht, welche ihnen durch gelitnen schaden, einge- 
bildet, und nicht gelrawlen , besorgende, wir wurden die so also, 
umm die gefangnen zuledigen, und mit uns zh freinde zu huldigen 
kemen, auch fahen und nit glauben halten, dann wir niemant hetten, 
die unsern gebrauch, so wir pflegen, gegen denen die sich an uns 
ergeben, inen anzeigten, deme sie glauben geben kundten. Des 
dritten tags an einem morgen frü, sendet ich aber zwen Indios, auch 
vorgesagter gestalt umb die Cacique oder herren, für mich zubrin- 
gen, und ihnen das tractament und Unterhaltung, das inen von uns, 
ob sie schon gefangnen weren, geschehe, ahnzeigten, welches als 
ich ihnen, durch die India, so ich auß der provintz Variquecemeto 
gebracht, sagen ließ, die doch der sprach Cuybas, nit überflissig 
gelert was, doch uns dem behelffen mosten, wiewol es auch nicht 
wenig verhindert, auß teils der [62] spraach halber wie gesagt, sie 
nicht geübet was, und auch das es ein weib was, die es mit der 
dapferkeit, die wol nott was, inen, das wir ihr befolhen, mit tapfferm 
gemute zu sagen nit behertzt. Sie hette auch vor denen , als die 
ihrer Nation, widerwertige und feinde, ain entsitzen. Als ich nun 
dise auch außgesandt und gelediget hette, reith ich denselbigen 
morgen mit zwöllf züfuß, und acht pferden, auffs geiaid, und bega- 
ben uns, den hirschen nachzujagen, khamen dem Pueblo oder flecken 
darauß die gefangnen waren, vast nahent, und in gesiebte einer 
grossen multitud, oder menge der Indios, mit weib und kinden, 
auch mit gewehr und ungewehr, aufl* einer höhe, so ob dem flecken 
ligel, ihe Hessen sie sich sehen, ihe verbargen sie sich hinder ein 
bühel, also das wir nicht wüsten, warzii es zuschetzen were, dann 
dieweil weib und kinder auch darunther, kunten w;r sehen, das es 
khein kriegsversamlung was, vii mer vermaindten wir, die auß dem 
flecken erhüben sich, den Pueblo oder flecken zuverlassen, und ett- 
wann abwegs in das gebirge, da sie nicht zufinden weren, zuver- 
hausen, demnach schicket ich mit eile in das leger, umb die vorge- 
sagte India, so gegen ihnen, unser Tolmelschin was, und als die 
herzft gebracht, was es etwa umb drei uhrn nach mittags, ent- 
schlossen wir uns dem Pueblo oder flecken z& nähenen, als weit 
das wir reden einander hören kündten, ließ die tolmetschin den 
innwonern rüff'en, welche aber auß dem Pueblo oder flecken kain 



47 

anlvvort g^beii, allso das wir vermaindten, den flecken depobli^t 
und öde gelassen betten, ritten also mit gutter gewar und hinde^-' 
hat, ettlicher die ich gestellt an ortt, da sie die höhe^ darauff wir 
die Indios vormals gese[63jhen, kundten ersehen, und sq sie sich 
wider uns wolten ettwas unterstehen, kündten warnen. Inn disem 
Pueblo oder flecken funden wir aber niemants, biß wir beinahe ia 
die mitte des fleckens kamen, für ainen grossen Buhio (also heissen 
ihre heüser) fanden wir auff zwaien stülen herauß gelegt, ettliche 
khlainetter von goldt, sampt ettlichen häfl'en mit speiß und wildt- 
pret, aber dabei niemant sahen noch fanden. Als aber die India 
unser tolmetschin den Buhio oder das hauß , und die thür dessel- 
bige vermainet wie vor andere , auff'ziithun , befände sie die thür 
verriglel und beschlossen, und vername ieüt darinnen, denen ich 
durch diso sagen ließ, sie solten heraußkommen und i;nir huldigen 
und freündschaff't mit mir machen, dann ich were allain darumb 
allda, und ihnen schaden zuthun nicht kommen, dessen wolten sie 
sich aber lang nicht bereden lassen, antwortetlen herauß, wir sol- 
ten das goldt und anders vor der thür nemmen, und ihnen ihre ge- 
fangnen wider schicken. Dargegen ich ihnen weiter sagen Hess: 
Ich were von golds wegen nicht da, bette sein selbs genug, auch 
ihnen schanckungen höhers werdts gesandt, sie solten sich willig 
herauß zugehn begeben, ihnen solte nichts laids beschehen oder 
widerfaren, wa sie aber solichs nit thun wurden, wolte ich das hauß 
darinnen sie sich verschlossen hielten; ahnzünden lassen und ver- 
brennen, welches das arme volck nicht besorgete, >^rmainten als in 
ainer veste beschlossen, sicher zu sein. Also zu letst thetten sie 
die thür auff", gieng der Principal oder fürnempst, und ernach ainer 
nach dem andern herauß, deren eltwann bei hundert waren, ain 
starck und fraidig volck, auch bei guter wehr. Und als ich ihnen 
sagen Hess, was sie darmit ver[64]maindten, das sie gedechten mir 
widerstand zuthun, die weil ich doch sie, iha ihr ein gantzes höer, 
durch ain ainlzig rofs so ich wider sie schicket, mächtig genügsam 
were sie zuverderben, sovil mer so ich der rofs der menge helte^ 
Und als ettliche unther uns auff" den rossen, die hirschen so wir ge-' 
fangen, hinter ihn fürten, ließ ich ihnen sagen, wie thörlich sie uns- 
zu widerslehn vermainten, so doch ein hirsch bei all seiner schnelle, 
uns nicht entgeen möchte, und das der Scharmützel so nechst mit 
ihnen gehalten, were allain auß zorn der rofs geschehen, denen 



48 

wir, von wegen ihrer ungehorsame, des zornes weren übergangen, 
nicht gantz widerstehn, sonder den rossen zu wilfaren, etwas we- 
nigs, ihren willen an ihnen zubegehen, gestatten müssen, dann mein 
mainung nicht geweßt ihnen laids zuthun , allain fridlich mit ihnen 
zßhandlen, dann so ich es arg gegen ihnen gemaint, were ich 
machtig geweßt sie alle zu verderben, und kainen darvon kommen 
zulassen, und machte mich nur treflich mausig ihinen ein fqrcht ein- 
zustecken, und doch das wirs freündtlich mit ihnen gemainten, 
ihnen auch einbildeten. Sie entschuldigten sich ahnfengklich, als die 
uns nicht erkhennt, auch nichts von uns gewüßt, haben sie sich vor 
uns, alls von denen sie sich anders nichts, dann was feinde züthiin 
pflegen, versahen, entwehren wollen. Aber itzt nach dem sie meine 
gesandten anders, und warumb wir da weren betten vernommen, 
weren sie uff dem wege geweßt uns haimzusfichen, und sich auch 
an uns zuergeben, dann sie die vergangne tage ihre abgestorbne, 
so von uns erwürgt oder entleibet worden, zu begraben, verhindert. 
Und als sie uns itzt von ferrem kommen sahen, betten sie besorget, 
das wir sie zübekriegen [65] kernen, darumb sie ihr weib und Kind, 
in das gebirge versendet betten, und aber sie sich eingespert, vor 
dem ersten anrennen also zu sichern, biß wir ihre meinunge, 
welche sich für unsere freunde an uns zuergeben, fridlich von 
ihnen vememen. Sie gaben wir auch das golde so ich, wie vorge- 
sagt, auf den stülen vor dem Buhio oder hauß fanden ligen, deß 
ich mich erstlicl^zunemen wideret, damit sie nicht gedechten, das 
wir darumb kommen weren, das wir uns mit vilem golde begerten 
zfibeladen. Also sandte ich ihren ainstails, und bevelhend , ihre 
weib und kind wider inn ihre flecken, und wie vor inn rüwige be- 
hausung zubringen, darmit ich an irer ungefelschten freündtschaSt 
nicht Zweiflette, die andern name ich mit mir, gäbe ihnen auch ihre 
verwanten so unsere gefangen waren wider, sampt etliche schan- 
ckungen, von messer .und gläserne Paternoster, so bei inen fast 
hoch geacht seind , befalch ihnen auch die umbligenden flecken 
ihrer nation und freunde, zu mir zukommen, und auch wie sie, fride 
mit mir zu bestettigen berußten. 

Es kamen allso in nachfolgenden neun tagen , so ich noch in 
dem flecken, darinnen ich mich ahnfengklich hette nider gethon und 
still läge, etttiche der umbsitzende Caciques oder herren, mich 
heimsuchendt, und auch scbenckung bringende, die ich auch zu 



49 

freunde hielt, dann mir was der yerzug an disen orte^ 
nation zu befriden, die sitten und macht der eiawoBer, 
sonst zu erfaren notwendig, nicht wenig diensdich, 
chere willen des fortraisens, sampt dem wir uns Tersubea 
krancken gesundtheit zuerwarten, auch uroh solche ihre schwachait, 
als fieber, und ettliche offene schaden, die von dem wasser werde« 
geursacht sein, [66] nicht für langwirig achteten, wir betten aber 
die tage wir still lagen, mehr kranckhait dann gesnndthah erwar- 
tet, dann solche kranckhait was nicht als wir es geachtet betten, 
der feuchten Provintz Variqnecemeto schuldt, allain der arbait und 
der raise die wir vier tag durchs wasser thetten , sampt der söge- 
wonlichen flüssigen, anch zu zeitten onreiffen speiß, mit deme wir 
allerdings, die einem abkhomenen menschen wider zur gesundtheit 
hilffen^ gebreche hetten. 

Alls ich aber gleich mit mühe und arbeit der krancken halben, 
wie zu Yariquecemeto auch, in disem flecken außzuge, nemlich das 
ander möhr züerraichen, welches ich von der Nation Cuybas, nicht 
ferre zu sein vertröst ward, mir aber für neher dann es an ifame 
selbst was, ahngezaigt, darmit sie unser abkamen, dann wolzfige- 
dencken ist, wie fridlich wir doch bei ihnen lebten, nicht wilkom- 
men gaste waren. Also fürrail^ten wir gemach, ye ain tag, zwo, 
drei, biß in vier meil anffs maist, mit den krancken, nicht mit wenig 
last funff tagraiß lang, yhe von ainem flecken in andern ziehend. 
Wir hetten aber auch hifff der Indios umb onsem drofiytunder tiod 
andere notturfit zutragen, und die innwoner der fleekeo unser zU" 
kunin nicht zQschewen, auch anzaigten, und also sie zA frefiod'- 
schafft verursachten, biß wir auff* den funflTzebenden tag DecembrU 
Anno etc. im dreissigsten, an ainen grossen Fueblo oder fleeken, 
auch diser Nation, Hacarygua gehaissen, kliamen, welcher bei ai* 
nem grossen wasserflufs ligt, gar nahe zwen armbrust scbus brait* 
Es was auch wol ain vierthail meil wegs, das wasser auff poblieit 
oder bewonet, und also, ob schon [67] etwa ein bauflT bekausaiH'- 
gen, etwas von dem andern, und abio der ebne nach, si;bier na* 
hendt gelegnen dörffern gleich, gebawet mmi^ehtn was, so bat es 
aber dennoch alles einen Herren, und den namen Hacarygua, dur'^ 
innen ob sechszehentausent Indios kriegsvoick, one weib, kinder^ 
und alte leutt, die zu krieg nicht dienen, wonen, wie win^ i^ber* 
schlagen haben. Dise innwoner warent thalis Cim\\)^i&v;v<)^ >mjä >Xv«ii^ 

Fed. u. St, ^ 



50 

• 

Cuybas, also unlereinanler wonende, von denen ich, uns inen zu- 
vor unser ahnkunfft, durch unser und ihre freunde, die Cuybas, für 
die wir gezogen, anzeigen ließ, wol empfangen ward, erzeigten uns 
mit gebung, etlicher schcnckungen von golde, auch wilpredt, und 
allerlei notturfft der speiß, gutle freündtschafft, so wolte mich den- 
nocht ie geduncken, nicht zuthon sein, uns in disem flecken, lange 
zöverharen, dann wir uns, von der vile der inn woner, welche auch 
des^ vergifften geschofs Überfluß haben, und mehr dann die vor er- 
farnen flecken, gebrauchen, etwas über vortheilt sein, sahen, son- 
derlich mit sovil krancken, wie deme aber, so was doch gleich sa 
wenig mittel fortzureisen, daran uns die vile der krancken verhin- 
dert, bliben also von tag zu tage, willens auflzusein, aldar biß ahn 
fünOtzehenden lag, dann da waren wir mit Überfluß an vischen, 
wilpret und ander speiß, zu unserer notturfft unterhalten, welches 
uns Stil zuligon, und der krancken besserung zuerwarten, grosse 
bilff*e was, und dieweil der Pueblos oder flecken groß was, und der 
inn woner vil, waren wir ihnen destweniger beschwerlich. In sol- 
cher zeit starben mir zwen Christen, und kamen der krancken 
wenig aulf, oder sich besserten, dardurch unser vortraisen, gefür- 
derl were, auch in der zeit der fünfl'zehenden [68] tag auff* der 
innwoner bit, und darumb ich inen zu willfaren genaigt, damit sie 
unserer gerechten ungefelschten freündschaff"! dest weniger zweif- 
letten, und auch umb uns, dester weniger besch werde haben möch- 
ten ^ schicket ich einen Hauptmann ,^ mit dreissig zu fuß und fünß'en 
zu rofs wider ettliche Pueblos oder flecken, ayner Nation Cuyones 
gehaissen, so vier meil nahe bei Hacarigua dem pueblo oder flecken,, 
darinnen ich mich nider gethon, unthen an ainem gebirge, wohnen^ 
und deren feind seind. Der innwoner giengen auch bei achthun- 
dert mit ihnen, und ein hauptmann ihrer Nation, doch solte dersel- 
bige mit angreiff'en der feinde, meines gesetzten hauptmanns ord-^ 
nung geleben und sich halten, das ist aber bei denen, so die art 
dieses volcks nit wissen, für übel gelhon zu achten, mich also an 
volck zu entplössen, dann zweiflich von den Indios angesehen were 
uns also zu trennen, und so wir nicht bei einander, uns ahnzfi- 
greiff'en, und zuschlagen vermainen möchten, daran wir dann we- 
nig gewinns zuhoff'en gehabt betten, dann unser an baiden hauSen 
wenig vorhanden waren, und bei mir in dem flecken vil krancker 
bliben y das was aber von uns alles wol bedacht. Es ist aber zu 



wissen, das, wie ofTt gesagt, die forchl, so die innwoner ab derl 
Rossen haben, so gross ist, das ich mich mit zehen zu rofs, und 
wenigen zu fuß, an ebnen orten, da sich der rofs zubeheKTen ist, 
ainer merer summa dann ich schreiben darfT oder wil, untherstehen 
dörffle, dann es muss ye der allmächtige Gott wider die ungläu- 
bigen etwas in unser favor oder gunst würcken, sonst were ein 
solche grosse menge, wil darum nicht geacht werden, mir und 
denen, so mit mir gewest, soliches zu rhum schreibe, auch diser 
unser [69] raiß geschweigen, als Hernando Cortes in Jucatan, auch 
Pedrarias de Auiha, in Aucaragua, und Hernando Colon ^ alls der 
erste descubridor, oder erfinder, der Indios in Sa*ncto Domingo^ 
und auch andere Kay. May. Gubernatores und hauptleüt^ der India- 
nischen länder von so wenig volcks, der Christen als dem jeder 
für sich, gegen der vile der feindt, und Indianischen volcks, nicht 
allein züüberwinden, ja auch zu glauben^ bei denen, die es nicht 
gesehen oder erfaren, unmöglich, welche aber solchs begeren zü- 
wissen, die lesen was weilandt Hyeronimus Seitz, und andere der- 
halben auß Hispanischer zungen in unser teütsche spräche, ver- 
teutscht haben, und auch auß den Relationen, oder färträgen, so 
von yedem hauptmann in Sonderheit gesandt, darneben auch von 
yedem, seines thuns rechnung gegeben ist, darinnen die bewe- 
rung, wie ich gesagt, oder was ich angezeigt habe, und vil wun- 
derbarlichers, inen wirt fürgebildet, und mit gegründter warheit 
ahngezeigt, wie dann hiemit von mir auch beschicht. Nun unserm 
vorigen Proposito und fürnemen züvolgen, neben deme wie ge- 
sagt, die behelfif der rofs, uns ursachte, auch das wir in dem flecken 
Hacarigua, ein gassen, nechst am wasser hetten eingenommen, 
die selbige mit gutter hut bei tag und nacht, wol bewaret, auch 
teglich und alle stunde je zwen, in dem Pueblo oder flecken auff 
und abe zäreitten , verordnet , ob sich ainiche enderung der inn- 
wohner spürten, so sie uns ahnzugreiffen gesinnet, kundten wir es 
zuvor wol mercken, dann sich solches von ihnen nit zubesorgen, 
weil sie weib und kinder nicht verhaußten, dann sie seindt also 
gesinnet, so sie nur ainigen wenigen schaden der ihren [70J erlei- 
den, und ob schon, sie uns alle todt zuschlagen und zu überwinden 
wüsten, wurden sie umb iren nachtail zu umbgehn, nicht unther- 
sten, dann was sie, a su salva, das ist zu ihrem forthteil, und ohn 
alle ihr gefahr, zuthon wissen^ also auch so mit inen gescharmutzelt 

4* 



52 

Wirt wie wenigen schaden sie leiden , und unther zehen tausent, 
nur 200 oder 300 umbkommen, so ist ihr hauff schon zertrennet, 
und sonderlich, so sie ihren herren und haupt, verlieren, so ist die 
Victoria oder der sig schon erlangt, und so sonst kein mensch umb 
körne, dann so sie behärrig und wie wir bestendig bliben, were 
ihnen nichts abzugewinnen, ihr kriegen ist nur von ferren, so weit 
sie von ferren schiessen kunnen, und nehmen sich einander nicht, 
darumb sie dann uns offt gesagt haben, wir kündten nit kriegen, 
lauffen z&stund zum mann, und machen sy irre, darab sie, als die 
dessen ungewon, unbehertzigt werden, davon aber genüg z&be- 
werung, das mit so wenig Christen so grosse summa der Indios, 
geherrschet und überwunden werden, denen zfigut, so auß uner- 
famuß, obgesagter und noch vil trefflicher dinger, von vor ange- 
-zeigten hauptleüten in Indios geschehen und begegnet, zweifleten. 
Ich ließ auch den Cacique oder herren^ und oberstes haupt, des 
pueblos oder fleckens Hacarigua, die zeit ich die vorgesagten Chri- 
sten, zu ihren feinden den Cuyones, gesant, bei mir und uQther 
meinem losoment, tag und auch bei nacht wonen, und nicht auß 
den äugen, dann ich gantz sicher was, das seine unterthanen ohn 
ihne nichts wider uns färzunemen untersthen dörfften, dieweil sie 
iren herren, nicht bei ihnen, sonder in unsern henden wüsten, wel- 
ches das beste pfand unser Sicherheit was. Dem Cacique oder herren 
gab ich aber [71] zfiverstehen, ihme gesche solichs zu ehrn und 
aoß freüntschafit,. das ich ihme die beiwonung bei mir vergünnet, 
und darmit er sehe, das ich nichts wider ihn fürnemen wollt, des- 
sen müsse er sich glaubendt erzaigen, es were ihm in dem hertzen 
oder nicht, ich Con versiert und redet mit ihm von erforsohung des 
lands und sonderlich des Sudmöhrs, dessen wir vor zeittung ge- 
habt, wie auch vor gesagt, davon er aber mir bessere zeittung, 
all« der demselbigen näher gesessen, gaben mir auch zwen wege 
dahin zu raison gütten bericht. 

DIE NATION CUYONES. 

Wie sich der erste fleck diser Nation, so von den Christen überfallen 
ward, mit star^ker und ernstlicher gegenwehr erzaiget hat, darauß die 
Chriaten schaden empfangen, und nach dem dise den angebotnen frid und 
freilndtschafft nicht weiten ahnnehmen noch davon hören, wurden die Chri- 
at«n, ihren schaden und sohand kA verhüten, als feinde, ernstlich und 
ftiadlioh gegen Ihnen, diuroh fewr, alt mit anstMiuig der heüier, n&d 



53 

blÄttigem gewehr, zuhandeln (wider iLr fürnemen) gcnöttigt, dardurch ihr 
600 gefangen. Dooli blib die Nation ferrner unbezwungen, also das die 
Christen ein andern weg, ihre fürgenomen raiß zÄvolbringen, ahnneraen 
In Ästen. 

Als nu die gesandten zu den Cuyones, am dritten tag, das was 
auff den 13 tag Decembris, Anno etc. im dreissigsten Jare, wider- 
kamen, und brachten bei sechs hundert Indios Cuyones, welche sie 
in ainem Pueblo oder flecken, als eben der morgen angieng, hetten 
überfallen, Und wiewol sie von mir bevelch hetten, deren sovi! 
möglich, unbeschediget für [72] mich zubringen, und nicht mit 
ihnen als mit den feinden zu handeln, noch den Indios und Caque- 
cios und Cuybas, so wie auch vorgesagt, auß dem Pueblo oder 
flecken Hacarigua, achthundert mit ihnen gegangen, zuthun gestat- 
ten, dann mein mainung was nicht, ob ich schon die Innwoner zä 
Hacarigua, umb sie zufriden zustellen, änderst vertröstete, nemlich 
sie zäbeleidigen, sonder vil ehe^ sie unser, und dises Pueblos oder 
flecken, fraindt zumachen, und ihr feindtsafft also hinzulegen, und 
solliches darumb, das der ein weg, so mit dem Sud Mör z&zfiziehen 
angezeigt, durch die nation Cuyones gienge, darumb sie zii freunde 
zfihalten, ich gerne gesehen hette. Als aber die Christen sampt 
den Indios, disen ersten Pueblo nahendten, und aber die Christen 
allein ahngrifi^en, und die Indios in die hinderhut stellen, soliches 
allein darumb, ihnen gegen den Cuyones, als gegen iren feinden, 
ohne ein blutigen angriff", nit getrawten, welches doch ungenöttigt, 
auch wider mein befelch, noch der gesanten mainung was. Als sie 
aber, die erste gassen und die heüser derselbigen überfielen, ma- 
cheten sie sich in iren heüsern starck, und scheidigeten die unsern 
darauß, also das sie ihnen nicht nehenen dorlTten, umb aldar allein 
schaden zu empfahen , und aber inen kainen thun kundten. Also 
was das letste Remedio oder mittel, nach deme sie sich, nach aller 
Araonestation oder ersüchung um freindschafTt, und mit inen zu- 
reden, warumb sie darkommen weren, nit begeben wolten, auch 
Ire meinung nicht hören, noch von dem schiessen nachlassen, zün- 
deten sie den Pueblo oder flecken an, damit sie sich auß dem 
Pueblo oder flecken, auch auß den heüsern begeben mfisten, oder 
aber verprennen. Also fiengen sie, ob den [73] sechshundert Per- 
sonen, wie dann vorgeschriebenn , mann und weiber, sampt den 
kindern, Ihm verprunnen auch vil, dern doch ettliche datvow\sÄV.~ 



54 

ten mögen komen, aber dem vil sich ee wilkürig selbst verpren- 
ten, dann in ihrer feindt hende sich begeben wollen, der Christen 
wurden zwen erschossen und ob fünffzehen wundt, auch ward ein 
pferdt geschossen, das hernach über acht tag auch starb, so wur- 
den der Indios unserer freunde vil wundt. Ab diser raiß het ich 
wenig gefallen, gleich als wol umb den schaden den die meinen 
empfiengen, als um der feinde verderben, welchs aber mit rewe 
nicht zu widerbringen was, dann sie die gesandten, wie ihr gehört 
habt, das alles zu thun genötiget betten, so sie änderst one aini-^ 
ches außrichten, nicht wollten widerkheren, welches auch nit zü- 
thon was, dann es von den Caquetios und Cuibas, unsern freunden, 
deß Pußblo oder flecken Hacarygua, uns für zaghait wurde zuge- 
rechnet, weliches uns dann grosse verklainerung, und von inen in 
weniger forcht gehalten zuwerden, ursachet und nachthail gebracht 
bette. Also gab ich dem Cacique oder herren, und ettlichen Prin- . 
cipal oder fürnemen deß fleckens, bei zweihundert personen der 
gefangenen, meist aber kinder, und gar alt volck, auch ettlich die 
geprennt wassen und uns nich dienen kundtcn, die ich ihnen für 
ihren gelitnen schaden der ihren, und zubestettigung unserer 
freundtschafft, fürEsclavos oder verkaufTte knecht zuhalten, schen^ 
cket. Und erhübe mich auffden dritten tag Jenners, Anno etc. im 
ain und dreissigsten Jare, fort dem Sudmöhr, darfür wir es der 
Naturales oder innwoner, sage und ahnzeigen nach, biß der z^it 
hielten, durch die Nation Cuybas zfiraisen, dann uns [74] der weg 
durch die Cuyones , darumb das sie unsere feind hüben , abgegra-? 
ben und benomen was, ob es wol nach ahnzaigung ettwas näher, 
und für die Rofs nicht so mossig, und wie wol wir der krancken 
halben wenig geringert, so waren uns doch die gefangnen Cuyo-^ 
nes, mit denen wir unseren drofs bei vier hundert personen ge- 
sterckt, gutte ringerung und hilife, kamen also desselbigen tags in 
ein Pueblo oder flecken Tohibara gehaissen, desselbigen innwoner 
erzaigten uns gutte freündschaff't, umb die wir, durch die auß Ha^ 
carygua, deren freund sie seind, zuvor procuriert und erworben 
hetten, daselbst vernamen wir, wie hinfür unsere raiß ?u Conti-r 
nuirn oder züvolstrecken , große und tieffe moß wir vor uns het- 
ten, dahin wir mit den Rossen nit komen möchten besorgeten. Und 
dieweil uns von den innwonern warde angezeigt, das wir in dreien 
tagen in einen Pueblo oder flecken, daselbst man das gemeldte Sud- 



55 

möhr kündte sehen, komen möchten, schicket ich fünffzu ro(j; und 
funff und zwaintzig zu fuß, die solten in disen flecken oder Pueblo 
Itabana raisen, so sie anders on verhindert und ohne gefahr der 
feind dahin komen möchten, und aber über sechs tag, als drei da- 
hin und sovil herwider, sich nicht wagten, darmit wir uns auch nit 
züfast von einander weilerten. Als sie aber am dritten tag, ainen 
grossen wasserfluß, welcher die Nation von ainer andern Genera- 
tion oder völckcrn, die Guaycarins gehaissen, tailet, und daselbst 
unserer feinde land auffhöret erraichten, darüber sie ohne grosse 
gefahr nicht kundten, dann sie darüber, die zu rofs und die zufäß 
betten mössen schwimmen, und also ihren vortail müssen überge- 
ben. So was auch von dannen biß gen Itaba[75]na, noch wol so 
weit als sie gereiset waren, welches uns doch alles nur für drei 
tagraiß ahngezaigt was, haben also, die weil sie lenger außzublei- 
ben nit befelch betten, widerkeret, auch die Pueblos oder flecken, 
so sie biß an den gesagten wasserflufs fürgeraißt haben, zu freunde 
gelassen, und auch von ihnen vernommen, wie auch leütc die be- 
klaidet giengen, auch bärdt helten, und alls sie ihnen fürbildeten, 
inn allem uns gemäss, gen Itabana dem flecken der an dem Sud- 
möhr sein soll, dahin tractiern oder handeln, und sie seien auflf 
dem selbigen wasser, das sie uns für das Möhr anzeigten, in ainem 
großen hauß dahin kommen. Also das wir zweifleten, ob das Se- 
bastian Gabotto leütt, welcher vor dreien jaren im Rio de Solis, ain 
ort des lands allso genennt, Pobliert oder erkundiget, und daselbst 
grosse See, daraufl" er ob dreihundert meiln das land einwertz ge- 
faren, funden hat ettwann in ainem schiff*, welches die Indios für 
ain hauß verteutschen, dahin gefaren weren, dann dises Gabotto 
Gubernation oder herrschung, aller gelegenhait nach, mittagwerlz, 
an die gubernation und herrschung des lands Venecuela stosset. 
Ab diser zeittung empfiengen wir gülte zfiversicht die Christen zft 
erreichen, welches uns nicht ein kleiner behelff", umb von ihnen 
das ander Mör, auch die gelegenhait und heimlicheiten des landes 
und desselbigen inn woner zu erfaren, auch so sie in unser guber- 
nation gefallen weren, sie daran zu verhindern. Oder aber, so sie 
ainiche nott litten, und auß widerwindt dahin geworff^en, sie zii 
redten, dann uns were solliches als wol als ihnen nott, umb unsern 
hauff'en zu mehren geweßt. [76] Nach verneraung diser zeittung 
zoche ich aulT den drei und zwaintzigsten tag Jenners vorgemelts 



56 

JarSf^zu Tohibera auß, stracks dem gesagten wasserflufs zo. Ich 
fände in zwaien Pueblos oder flecken , gehaissen Curaby und Ca- 
zaradadi, die inwoner fridlich und mit allerlei schenckung uff uns 
wartende, und aber von dem flecken Cazaradadi ahn, fände ich alle 
flecken biß an den flufs des wassers vorgemelt, alle despobliert 
und öde, welchen ich von dem Pueblo oder flecken Tohibara auß, 
so meine erst gesandten in dreien tagen erraichet, darzu muste ich 
mit den krancken fünfi'tag brauchen, und betten sich die innwoner 
des selbigen fleckens, on angesehen, das sie mit den vorgesandten 
meines voicks freunde bliben, waren, verhausset und hinweg ge- 
flohen, welches wir auß forcht geschehen sein erachtetten, vil- 
leicht zweiffleten sie, die erstgesandten weren allein darum alda 
geweßt, das land zu besehen, und ich aber sie zu überfallen dar- 
keme. Da ich aber ein flecken, zwo meil von dem wasserflufs 
gelegen, Curahamara gehaissen, erraichet, und daselb auch nie- 
mandt fände, welches uns gantz ungelegen, dann wir niemandt 
betten, durch den wir mit der nun ahngehenden Nation, die Guay- 
caries, freündtschaSl machten, derhalben ich nun geursachet warde 
in disem flecken zfiverharren, die Innwoner außzuspehen und inen 
nach zustellen, allsdann geschähe, utid sendet zu zwaien orten 
leut. Und als die den Cacique oder herren mit vil der seinen, 
durch ein fewr, so sie bei nacht abwegs in einem gehdllz ersahen, 
überfielen sie ihn, und denselbigen ettwa mit achtzehen personen 
fiengen und für mich brachten. Sagt ich ihnen die ursach, warumb 
ich ihnen nachgestellt hette^ auch ihnen [77] verweissende die 
flucht, so sie wider das ihnen von den meinen freündtschafl^t zuge- 
sagt, gethon betten, Gabe ihn und die seinen tedig, verehret ihn 
auch mit ettliche schenckungen , und nam ihnen mit mir zu der 
Nation GuaycarieSi deren freunde sie seind. 

DIE NATION GUAYCARIES. 

Von den kolsohwartzön , stoltzen frechen und bösen völckern diser na- 
tion, was trang, trutz und untrew sie den Christen bewisen, auch sie zil 
•chlagen betrieglich angegriffen, das ihnen aber zA grossem nacht ail ge- 
radten ist. Wie der Cacique oder herr gefangen, und nach langer peinli- 
cher frag (zAerfaren sein betrug und haimlioheu anschlag über die Christen) 
erschossen worden, und naohmals da« versamlet volck, auf 500 erstochen. 
Item, wie ein Cacique eins andern fleckens gefangen in ketten (um seins 
Betrugs willens) geschmidet, und mit andern hinweg gefürt, Auch wie die 



57 

Christen Yon dem dritten Caoiqne künstlich hetrogen worden, dftrdnrch er 
mit den seinen danron khomeu. 

Da ich aber z& dem gesagten wasser , so Coaheri geheissen, 
khame, und enthaib bei sechs hundert Indios Guaycaries, welchs 
ein kolschwartz voick als hernach dem art auch wirt folgen, Tande, 
beschicket ich den Cacique oder herren, derselben Nation, welcher 
bei anderhalb meil vom wasser seine flecken hat, und allein ihre 
vischheüser bei disem wasser haben, und auch daselbst ihre merckt 
halten, dann die Nation Caquecios, so enthalb und her enhalb woh- 
nen, kauffen ihnen solche visch, umb frucht und essende speiß ab, 
dann die Nation Guaycaries, allein dem vischen obiigen, und das 
wasser herrschen, und also unlhereinander gemischt wonen. Dise 
zwo Nation wonen fridlich , doch iedc in sondern [78J Pueblos oder 
flecken für sich selbst, und darum das aine Nation der andern bedarff. 
Von disem flus ahn, biß geen Itabana, fanden wir das hertnäckigste 
bößte falscheste volck, so wir bißher aufl* diser raiß gefunden. 
Und als nu der Cacique, nach dem ich gesandt käme, erschiene er 
mit vil der seinen und mit gewehrter handt , mer schwartzen teuf- 
len, dan menschen gleich sehendt, und ich ime, warumbe er nicht 
mit freuntliclien geberden, und wie freiinds gebrauch khame, ver- 
weissen ließ, darneben ihme auch anzaigen und zu sagen befalch, 
das er mich verstendiget, was doch sein mainung were, mich ha- 
ben darnach zurichten, und mich gegen ihme also erzaiget, alls ob 
mir an ihrer freündlschaO^ wenig gelegen were, wiewol es mir 
aber nit umbs herlz was, und unser nolturflt aucb nicht erfordert, 
daraufi* ließ er mir sagen, doch ettwas stolizlich, darumb er bei der 
wehr käme, das wer umb der löwen und Tigerlhier willen, so es 
daselbst vil halt, vor denen er sich förchten muste, darzu so trügen 
wir auch unsere wehr, und rhümetten uns dannoch umb frides 
willen darkommen, und wiewol er sich, mehr dann genug, und zu 
viel stoltz hören ließ, so muß ichs aber diser zeit gedulden, und 
mit ihme dissumiliern , hats aber, wie hernach ahngezaigt wirdt, 
woll bezalen müssen. Ich sagt ihme wie ich gen Itabana, zu raisen 
willens were, umb ettliche unsre gesellen , so aldar weren, haini- 
zusuchen, doch wolt ich in dem Pueblo oder flecken Carahamara, 
maisten thail meines volcks lassen, ihme befelhendt, er sollte sie 
mit vischen, zu ihrer notturlfl versehen. Saget er mir zör stunde, 
die visch weren seiner untherthonen, eines yeden so vil er dem 



58 

vischet, die wurden den meinen, urab [79] ihre Rescat oder be- 
zalun^ nicht versagt, doch riedt er mir, ich sollte mein voick alles 
mit mir nemen, dann die innwoner zu Itabana, weren ein gütt 
kriegsvoick, gegen denen ich meines voicks alles bedörffen wurde, 
dann sie betten deß voicks so wir unsere gesellen hießen, und ulT 
dem wasser, in einem hauß dahin kommen weren, auch ettliche 
erschlagen. In disem sie sich auch mit dem, so ich der Christen 
halber, zuvor wie gesagt, von andern Indios vernomen Conformir- 
ten, oder bestetigten, und vergleichten. Ich ließ ihme aber sagen, 
mir weren dero, so ich mit mir neme nicht not, dann ich wolle, 
wievil deren zu Itabana weren , mit vil wenigerm volcke der mei- 
nen vorsthen, die ich aber mit mir neme, were meist teils darumb 
von inen gedienet züwerden. Des Cacique oder herren mainung 
was nicht, dise warnung uns zu guttem züthun, allein das wir ihm 
zu nahend t waren, und sorget, er würde uns mit vischen, alls ich 
dann ahn ihne begerte, unterhalten müssen, und sonst auch über- 
trang von uns leiden. Nun aber dise division und theilung meines 
yolcks, was ich zuthun genötigt, dann ich in dem mösigen lande, 
welches mir ahngezeigt was, das es also were, und ich hernach 
deme allso sein befände, mit den krancken nicht fort hette kommen 
mögen. So was mir auch nicht wenig eyl, die Christen, darvon 
mir von mehr flecken gleicher sage zeittung gegeben, zuerreichen. 
Dem Cacique oder herren zu Curahamare, gab ich einen Eisenen 
hacken zu einer vererung, schicket ja auch mit den krancken, de- 
ren siben und zwantzig waren, sampt fünfftzig der gesunden, dar- 
unther fünlF pferd, wider zurück in sein Pueblo oder flecken, der 
dann anderhalbe meyl von disem wasser, wie vorgesagt, gelegen 
was, [80J ime befelhent. Er solle all sein volck wider darbringen, 
und wie vor sich rüwiger behausung wider ahnnemen, und den 
meinen gütten unlherschläfl* schaff*en , welche biß aufl* mein wider- 
kunflt oder berüff*ung, aldar sollten verharrem 

Und als ich nun mit fünfl* und dreissig zu fuß und acht zu roß, 
und bei zwey hundert Indios drofsvoicks, fort und für vil der Na- 
tionen Caquecios und Guaycaries Pueblos oder flecken reißle, de- 
l*en in grosser vile, und mit fast vil voicks Poblirt und bewonet 
seind, fände dieselbigen, auch allweg bei guter wehre, uns wenig 
freuntschafi*t erzeigende, auch uns nicht presenlierten, noch auch 
4ie essende speiß, nicht umbsonst gaben, das müste ich aber ge- 



59 

dulden, und mit inen disimuliren. Saumpte mich auch ahn keinem 
ort lang , darmit sie nit zeit Hatten sich zurotten , das ich wol nicht 
wenig besorget, dann sie sich unser wenig forchl tragend, in vil 
weg frecht erzeigten. Als ich mich aber dem Pueblo oder flecken 
Itabana, bei einer halben tagreyß schon genehet, Schicket ich zwen 
Indios, so ich auß dem Pueblo oder flecken Curahamara, mit mir 
genomen, voran, dem Cacique oder herren mein ahnkunft, und 
warumb ich darkomen were, ahnzeigen sollen, der aber solches 
zuvor wol wüste, dann diser ein Cacique oder herr, viler deren 
Pueblo ist, darfur wir gereißt waren, und fast vil lands und volcks 
seiner Nation Caquecios ihme untherthenig hatt, Diser aber, als 
ich in seinen Pueblo oder flecken, welcher ahn einem nicht kleinen 
Wasser, dann die Thonaw sein mag, liget, Cohaheri geheissen, 
ahnzoge, safs er unther einer grosser Sommerhiilten, mit grosser 
summa [81] seiner unterlhanen, desselbigen flecken einwoner, inn 
seiner majestett, ab uns sich gantz nichts entsetzende, und als ich 
abstünde, den meinen hieß zuessen geben, dessen sie uns visch und 
brott genug brachten, Sagt ich dem Cacique oder herren, wie ich 
darkommen were, meine gesellen, so ich wüste, die vor wenig tagen 
dageweßt, suchend. Aber er wolle sollichs nicht verjehen oder 
bekennen, das Christen, oder leütt die uns gleichten, ye dahin 
kommen weren, wol tradierten sie in ainen flecken der Nation 
Guaycaries, so zwo tagreiß von dar, am geslade des Mors oder des 
Sees legen. Und als ich also mit ihme conversieret und bespracht, 
aller gelegenheit des lands, und sonder der Laguna oder Mors, das 
wir vermeinten, demnach wir also bericht waren, das wirs von 
dem Pueblo oder flecken Itabana sehen möchten, mich befraget, 
horten wir ainen hauen khrehen und ettliche hennen , die wir vom 
tage an, da wir zu Coro außgezogen, nit gesehen, noch die Indios 
deren auch nicht haben. Und als ich sie fragete, waher ihnen die 
kommen, sagten sie von Hamadoa, dann die einwoner daselbst, bet- 
ten sie von unsern gesellen reastiert und erkaufit, also das wir die 
Christen erraichen mochten gewifs achtelten, zweiflet uns auch 
nicht, die Christen weren in disen Pueblo oder flecken Itabana 
kommen, als uns dann von den vor fürreißten Indios, wie gehört 
ist, ward angezaigt, und ob sie vielleicht deren ettliche, als wirs 
achteten erschlagen betten, nicht bekennen durfl'ten, oder aber 
nicht wollen, villeicht besorgend, sie möcUtew nwv >\vä ^^kcn^?»^ 



60 

gestrafft werden. Allso hatte ich ihn, er sollte mir aine seiner Na- 
voria, oder Eschlavos, also haissen ihd^ verkaufften leütt, zu kauf- 
fen gegeben, daruinb er[82]bietete ich mich, ime zwifache zaiung 
zugeben, und darumb, das ich von ihr erfaren möchte, ob die 
Christen in disem Pueblo oder flecken geweßt weren , und wie sie 
mit ihnen gelebt betten. Dann ich diser zeit nicht fug bette es an- 
derer gestalt zuerfaren, mir ward aber dise zugeben versagt, wie- 
wol sie die unther inen zu kaufTen und verkauffen, gebrauchen. 
Und als ich gern biß anß Mohr oder Laguna geraisset, waches sie 
mir, das es noch vier meil von dannen wäre, ahnzeigten. Sagten mir 
auch, wie sie sich dahin kheines wegs oder Strassen aufF dem land 
gebrauchten, umb das das land vast mosig und mit wasser bedeckt 
ist, allein aufTdem wasser in Canoas, also heissen ire schiff, dahin 
faren. Also befraget ich mich, deme nach wir zweiffleten, ob es 
ein Mör oder See were, so Sebastian Gabotto, wie vorgesagt, ge- 
funden und gefaren hat, were. Aber sie kunten oder wolten vil- 
leicht uns die notdurfft deßlialben nit ahnzeigen, sagten, das sie 
nicht weiter dan biß gehn Hamadoa, geschiffet weren, biß dahin 
es süß und ungesaltzen wasser were, und gegen Sud oder auff*- 
gang Werts, so weit sie kändten, sehen sie allain wasser, und 
kein gebirge oder lande. Nun was mir durch disen weg, an das 
Mör oder Lagima, das ist am See, zu kommen onmüglich, dann ich, 
wie vor angezeigt, auflT dem lande dahin zuraisen, kheinen weg 
hette, was mirs nicht zuthun mit so wenig voicks. Ja mit allem 
volck so ich auß Coro außgefürt,* und ob sie schon alle gesund ge- 
weßt weren, nicht unterstehen dörifen, dieweil unns der behelff" 
der Rofs abgeschnitten was. Dann die innwoner uns auch wol er- 
zaigt hetlen, das wir uns von ihnen wenig guts zuversehen betten. 
So seind sie uns auch autf dem was[83]ser, und sonderlich mit 
ihren schiffen, deren Navigation oder schiffung wir nicht geübt 
waren, und doch gebrauchen betten müssen, zu dem krieg zuviel 
gewont, und haben auff dem wasser den behelff gegen uns, den 
wir auff dem lande gegen ihnen haben möchten. 

Dieweil ich nun in disem Pueblo oder flecken Itabana nichts 
außrichtet; auch die warhait dessen darumb ich geraißet, alls der 
Christen halber, zu erfahren, nichts khundte erforschen, hübe ich 
nur biß zu mittag daselbst, überschiffet also den wasserflufs, dann 
an der andern seitten ein gebirg läge, ettwann einer meil nahendt, 



61 

daselbst, sagten sie, das Hör oder Laguna vorgesagt, unden an- 
schliege, and von der höhe desselbigen gebirgs übersehen möchte 
werden. Blib dise nacht inn einem Pueblo oder flecken, der Nation 
Guaycaries gehörig, und morgens frü ritt ich selb drit an das ge- 
sagt gebirge, so etwann einer meil ferr dahin was, und giengen 
zwen Indios Guaycaries mit uns , die auch der Caquelios sprach 
kundten, dann dise zwo Nation undereinander, wie ich gesagt habe, 
wonen. Und als wir unthen ans gebirg kamen, fanden wir einen 
arm des wassers Coahery, so für den flecken Itabana, und aber an 
disem ortt inn das Mör oder Laguna lauff*et, fanden enhalb ein vi- 
scherei der Guaycaries, von ettlichen wenig heüsern, doch darbei 
ein grosse Summa Indios, so visch alda zukauffen von mehr ortten 
dahin kamen, also das wir schier zweifleten, ob wir uns zu ihnen 
zu reitten getrawen wolten. Doch darmit wir ihnen nit erst ein 
hertz wider uns machten, schwemmeten wir alle drei also zu rofs 
über den flufs, das uns das wasser über die sattel gienge, und 
also wie die teuflle meüß überkamen, [84] dann die rofs allein 
überschwemmen, und uns die Indios lassen hinüber tragen, was 
uns nicht zuthun. Alls wir aber auff das gebirge kamen, sahen 
wir der Indios anzaigen gemeß, das land von Itabana abwertz mit 
wasser gantz bedecket, also das ihnen zu glauben was, als sie uns 
gesagt betten, sie sich keines wegs aufl" dem lande dahin gebrauch- 
ten, aber wir khundten ob dises wasser ein grosser See, und La- 
guna were, nicht übersehen, dann es mit nobel vast bedeckt, als 
dann gewonlichen an wasserigen und moßigen orten, und sonder- 
lich morgeot frü, als es dann was, geschieht, aber vast schon wol 
bewonet und eeben landt Als ich aber was aldar zusehen was, 
hette besichtiget, und zu meinem voick widerkeret, kurtz ungefähr 
in einer vierteil einer stund darnach, käme der Cacique oder herr 
von Itabana mit grosser summa voicks der seinen mit gewehrter 
handt, und gemalet, wie sie pflegen inn krieg zugehen, darab wir 
uns entsetzten, und ließ zu stund die rofs sattlen, und in rüstung, 
so sie sich ettwas untherstunden , in der gegenwehr zu sein , dann 
wir kundten wol merken, das er von den Guaycaries dises Pueblo 
oder fleckens bericht was, das ich selb drit an das vorgesagte ge- 
birge vereitten was, vermaindten also in meinem absein, die mei- 
nen zuüberfidlen. Ich ließ ihn auch fragen, warumb er darkommen 
were, i^agt er, wie er'ein weib in einem ftectoiv ^V««wei ^\vy. xv«t- 



62 

thail ainer mcil des wassers auffwertz bette, die were er haimzu^» 
suchen kommen. Nun aber bliben wir den Rest dises tags bei gotter 
wachte, alls die wir uns eben gegen denen innwonem Tcrsahen, 
das sy uns emach erzaigeten. Sahen auch das sich grosse summa 
Indios in dem Pueblo oder flecken, dahin diser Ca[85]cique oder 
herr gegangen, versamletten , auch alle mit der klaidung oder artt, 
wie sie in krieg zugehn pflegen, als ihr hernach, so ich von diser 
Nation gebrauch rede, hören werdet So verliessen auch die Guay- 
caries innwoner dises fleckens, darinen wir uns nidergethan, ihren 
Pueblo oder flecken sampt weib und kindern, verhauseten und ver- 
trugen alles das sie darinnen betten , samleten sich auch mit dem 
vorgemelten Cacique, welches nit ein gutt zeichen was, so musten 
wirs aber gesehen, und als die wir ihr nit, möchtig daran zu ver- 
hindern, gefallen lassen, also das wir ab der vile der feind, wie 
auch vorgemelt, nicht wenig entsitzen betten, sonderlich an dem 
ortt da wir waren, keinen weg wüsten, der uns zu unserm vortheil 
trfige. Darumb wir bei mitternacfat und auffs allerstillest, mit einem 
khleinen schiflein der Indios die Christen die nicht schwimmen 
kundten, überschifften, und die rofs auch überschwembten , also 
dergestalt wir sampt dem drofs und all unserm plunder übers was- 
ser kamen, und daselbst biß der tag angieng uns nider thetten, und 
morgens fru uns wider zurucke, und dem Pueblo oder flecken Co- 
rahamara, da ich das ander mein volck gelassen, zureißten. Als 
aber der Cacique oder herr die seinen, welche uns morgen am orte 
und im flecken, da sie uns gelassen, vermeinten zuüberfallen und 
zu schlagen, nicht fanden, und uns am andern ort des wassers ge^ 
gen ihnen am gestad fürziehen sahen, fürliefi^en sie uns ein paus 
oder weg ahn einem ortt, da wir gar am gestad des wassers for- 
zuziehen gedrungen waren, und betten sich auch der Indios bei 
fünfi^zehenhundert, so herüber das wasser, ahn die Seiten, da wir 
[86] fürraißten, geschwummen waren, in ein verborgen halt ge- 
stellt Und da wir also fürzogen, uns gleichwol derselbigen so mnS 
unser seitten, und übers wasser kamen, nicht besorgten, sooder 
allein dem so wir aufi* der andern seitten sahen, acht hetten, fien- 
gen sie an uns binden und vornen anzugreiffen , auch der Cacique 
oder herr, der mit bei siebentausent Indios, als wir sie schetzten, am 
ander ort des wassers auch in un&sdiiessende, mit einem grossen 
geschrey uns also ahnlieffen, und nachdem wir lang mit eimcnder 



i>3 

gesciiaroiülzelt betten, und deren so aufT unser seilen uns angrifTen« 
vil erstachen, und den rest wider in das wasser drungen, auch 
meine armbrust scbäizen, denen so sich ins wasser btgeben hellen, 
auch depen so bei dem Cacique oder herren auff der andern seilten 
des Wassers waren , nicht wenig schade tbetten. Uberlangs horten 
sie auflTzu schiessen, und ab dem Gestade des wassers, das lande 
einwertz zufliehen. Derhalben ward von uns geacht, das ettwann 
der Cacique oder berr von einem schützen der unsern troffen sei 
worden, dann das ist ihr art, so ihr berr oder hauptmann gesche- 
diget, bat das spil ein ende, und ist ihr hauff schon zertrennet. 
Der Christen wurden nur vier ungewundt, und ich auch durch ein 
achsel geschossen, und zwei rofs wurden hart wundt, aber das ein, 
dieweil es mit einem vergifllen pfeil geschossen was, starb es am 
sechsten tage wütende. 

Als nun uns die Indios wie vergemelt, veHiessen, eilelen wir 
so vast wir mochten ahn ein höhe ein halb meil von dem wasser. 
Daselbst thetten wir uns nieder die wunden zu binden, und raißten 
noch denselbigen abent [87] in ein Pueblo oder flecken, darfür wir 
am hinein ziehen geraißt warend, darinnen wir aber niemans fan- 
den, dann vilieicht-besorgtend sie, das wir den Unfall oder über- 
trang, so uns von denen zu Itabana beschehen, oder gelitten bet- 
ten, ahn ihnen rechen wurden, dann sie demselben Cacique oder 
herren auch untherthan waren, und freilich bei disem Scharmützel 
auch gewest seind. Also bliben wir die nacht alda, und als wir 
am morgens aufl* waren, zündten wir den flecken ahn, und gleichen 
thetten wir in allen Pueblos oder flecken disem Cacique oder her- 
ren gehörig, darfür wir raißten, zogen also mit genug mühe und 
arbeit mit den gewandten mannen und pferden fort, mer zigeunern 
dann kriegsleütten gleichende. Und als wir anderthalb tagreiß voiv 
dem fluß Coaheri, davon vorgesagt, da sich die Nation Guaycaries 
anfahet, ettliche Pueblos oder flecken, die dem Cacique oder heren 
zu Itabana nicht unterthan seind, erreichten, und die innwohner 
bei ihrer wehr, und nicht mit wenigerm sloltz, dann wir sie ge- 
kssen , fanden , derhalben bliben wir nachts in derem Pueblo oder 
flecken keinem, namen bei tag unser notturflt der proviandt von 
ihnen, und thetten uns an das gewarsamest ortt im felde nider, und 
solches darumb, das sie die gewundten und auch die rofs nicht 
sehen binden, und schaden empfahen zu haben vermercklen, auch 



darumb, damit ihnen die Indios unsers drors, solches nicht an- 
zeigten, y 

Also kamem wir den fünfften tag Februario vorgemelts ein 
und dreissigsten Jars morgens frü in einen Pueblo oder flecken 
Corahao gehaisen, daselbst die inn[88]woner unser zukunflft nit 
wußten, fanden sie in kriegsrüstung und fast freche, auch den Ca- 
cique oder herren der Nation Guaycary, des die vischerei des Was- 
sers ist, und mit deme ich die erste freund tschafl't diser Nation ge- 
macht, bei ihnen, sampt vil der seinen, darab wir wenig gefallen 
trugen, doch nit gedachten auff wen sie solche rästung angericht 
betten, verzogen daselbst gantz nicht, sonder wir zogen nur stracks 
für. Der gesagt Cacique oder herr der Guaycaries gieng mit mir, 
und einer der hauptleütt auß dem Pueblo Caraho, jetzt genannt. 
Nun waren aber die Christen , so ich zur zeit gen Itabana raißet, 
zu Curahamara gelassen, über disen wasserfluss auch passiert, und 
sich bei der vischerey nider gethon, damit sie dest weniger ge- 
breche an der proviandt betten, dann diser Cacique oder Herr des 
Pueblo oder flecken Curahamara , nicht glauben gehalten , sonder 
über das er mir zugesagt, sich von seinem Pueblo oder flecken 
enthaußet und öde gelassen bette, also das die Christen niemandt 
betten, der mit den Guaycaries rescatiert und ihre notturfllige pro- 
viandt von inen erkaufRen, und also ihr leger an das gesagt ortt zu 
epdern gedrungen waren. Da sie nun uns von fernen kommen sa- 
hen, warden sie unserer zukunOt nit wenig erfrewett, dann ihnen 
die Guaycaries vil stoltz bewisen betten, und von ihnen überfallen 
zu werden, sich besorgten. So betten sie ihnen auch das Manda- 
ment, proviandt oder speiß umb ihre bezalung und rescat versaget. 
Sagten mir auch, wie sie zu aller zeit ihre wehre nicht verliessen. 
Und als sie mir solchs alles bei einem zurofs zusagen, schickten, 
ließ ich zu stunde den Cacique oder herren der [89] selbigen Na- 
tion und diser vischerei herr, sampt dem hauptmann, so baide mit 
mir für gelaidtsleüt giengen, auifhalten, fahen und binden, und inn 
ain gesteüd füren, und sie peinlich fragen, was sie damit gemaint 
hetten, allso in kriegsrüstung sich finden zulassen, und warumb 
sie sich so bößwillig gegen den meinen erzaigt, auch ihnen umb 
bezalung die narung zu geben versaget. Als sich aber der Ca- 
cique oder Herr, ehe dann er ettwas wollte verjehen und beken- 
nen, mit vil peinen martern ließ, da ließ ich inen zu angesicht des 



65 

andern gefangen erscliiessen, ihme zum förchtlichem exempel, dem 
selbigen sagt ich das leben zufrislcn zu, so er mir die warheit, was 
sie sich wider die meinen fürgenommen, Confederiert oder ent- 
schlossen hetten, anzaigele. Der bekhannt mir wie sein Cacique 
oder herr vom PueblM|[|er Flecken Carahao, welcher der Nation Ca- 
quetios ist, sampt dem Cacique oder herren der Nation Guaycaries, 
so erst erschossen wäre, y^der mit seinen unterthanen samentlich 
also die Christen, desselbigen morgens zuuberfallen und zuschlagen 
beschlossen hetten, und weren auch schon dessen in Übung und 
anzuge, allein hette sie daran unser unversehene ahnkunfft verhin- 
dert. Also ließ ihn inn ein eißne keltin zu andern schmiden, und 
schicket zu den meinen, so unser am wasser inn ihrem leger war- 
teten, sie sollen ihre rofs und volck in rustung halten, dann ich 
besorget, die Indios aus dem Pueblo oder flecken Carahao, so wir, 
wie vorgesagt, in räslung fanden, wurden uns nachfolgen, und am 
überpassiern des wassers uns überfallen. 

[90] Da ich nu zu der vischerei und der Christen leger käme, 
fanden wir bei acht hundert Indios der Guaycaries, bei gutler wehr 
und zum krieg gerüsl, auif ihren Cacique oder herren, so ich wie 
vorgesagt, erscliiessen ließ, und die Caquetios auß Carahao dem 
flecken, die unsern zu überfallen warteten. Als ich aber ihnen 
gebot, ihre wehr niderzulegen , und sich, so sie anders fründe 
weren, inn maß als sie mir, da ich das erstemal fürzoge, gelo- 
bet und zugesagt hetten, dessen mit freundtlichen und fridlichen 
wercken auch erzaigten, dessen sie sich aber stoltzlich widder- 
ten: Also umbzogen wir sie zu rofs und sie mit reden auiFhal- 
tende, und nit dest weniger die flucht des wassers zuvermercken, 
grifl'en wir sy an, dann es an einer schöne ebne was, die zu un*^ 
serm behellF nicht besser helle uiögen gewünschel werden, ersta- 
chen ihrn ob fünfi'hundert, dann sie von uns so gar übereilet wa- 
ren, und wir mit ihnen sampt frids halben Conversierten und hand- 
fetten, auch sie sich dessen zu uns gar nicht versahen, und also 
sich iher wehre nicht gebrauchen kundlen, stachen wir dorn vil zu- 
boden, biß wir sie in die flucht brachten, dann die zu rofs allein in 
haufl'en unter sie hinein renndien, und was sie mochlen zu boden 
stiessent, und die zufuß sie wie die säw erstachen, dann sy hellen 
allein die flucht zubehellF, dern sie doch von schnelle der rofs 
überfortheilt waren, also das sie sich zulelst unter d^ivw ^\>öJv% ^n^- 

F«d. u. St. ^ 



6& 

Verbergen, und die lebendig^ert ander den erstochenen understun- 
ien zureiten, dicselbigen warden, n^ch dem wir, mit den andern 
getbon, auch gesuchet und vil erwürget ^ also das diser ob den 
fänfThundert wie obgemelt, umbkamen, altein die übers [91] wasser 
^ufliehen nicht geweeret mochte werden ^^nd wurden mir fünflf 
Christen wundt, aber kainer tödlich, und ewann dreizehen Indios* 
unsers drofs. Das aber also anzugreiffen , erforderte unser noth^ 
und sie erlitten ihre verschuldigung, dann wir hetten uns zube- 
morgen, so uns die Caquetios wurden nachfolgen, wie uni» dann 
von den peinlich gefragten Indios, gesagt und ahngezaigt was, das^ 
sie es also zu thun beschlossen und fürgenomen hetten, was es 
besser, zu unserm vortheil, mit wenigen dann vilen zu streitten,. 
und^so wir die also überwunden, welchs wir also auch mit unserm 
vortheil thun kundten, weren uns die andern dest weniger mächtig 
zu widerstehn^ und were weger was sie auiT uns ahngeschlagen, 
flele auff sie. Disen tage biß ahn die nacht bliben wir allda, dann 
wir ans übers wasser bei tage nicht wagen dorfften, besorgende 
des überfals der Caquetios, und darmit sie uns nicht zerteilt, so 
wrr eins tails übers wasser schon gezogen, angriffen« 

Als aber nun die nacht anfiele, das wir uns des überfals nicht 
weitter besorgen dorfften, schwempten wir die Rofs über das 
wasser und das velck hrnach, welche nicht schwimmen kundtea 
auff flössen, die wir auß Tartschen gemacht hetten, mit stricken 
vonn einem gestade des wassers zum andern ziehende. Am mor- 
gen fru des andern tags, käme ich in den Pueblo oder ftecken Cu- 
rahamara, daselbst ich niemandt, sondern den flecken öde fande,^ 
welches auch die ursach war, wie vor ahngezeigt ist,- das sich die- 
~^£lM*isten, nemlicb mein Yolck so ich allda gelassen, an das wasser 
ihr leger zu endern gedrungen waren. Also ließ ich disem Ca- 
oique oder Herren lang [92} nachstellen^, aber mocht ihnen nicht 
überkhommen, derhalben zohe ich fort vier meiln von dannen in 
einen andern flecken, den ich auch öde und despoliert fände, wie ich 
ihn auch am ersten fürraißen auch funden und gelassen hette, deß^ 
halben blibe ich biß ahn dritten tag daselbst, schicket mittler weil 
ettNch Christen zu rofs und fuß wider zurück in Pueblo oder fle- 
cken Curahamara, den sollten sie bei nacht überfallen. Also ge- 
schähe es, darinnen funden sie den Cacique oder herren mit allem- 
seinem \olck, der hette sich alda zu hausen wider dahin gethon,. 



6t 

vermaincnde , wir weren schon färzogen, und also vor un^ sicher 
zu sein verhoffet. Welliches wir auch eben wie ers angegriffen, 
bedacht hetten, und ihnen darzu zu Ursachen, auß seinem Paeblo 
oder flecken geraißt waren. Also fiengen sie den Cacique oder 
Herren und drei und zweintzig personen manne und weiber^ der 
meist principalen oder fürnempsten, den ließ ich zur straff, dieweil 
er mir dreimal den glauben gebrochen, in ein ketten schmiden, 
und hab also ihn und auch die andern so mit ihme gefangen, biß 
Coro gefürt, und die weiber den Christen zu dienen außgetailt 

In disem flecken stieß mich das fieber ahn , also das ich aber 
eilents vortreisens verhindert ward, zohe also gemacht von einem 
flecken in den andern, die wir alle öde und despoliert funden, biß 
in den Pueblo Cathary, da wir vor auch geweßt, daselbst auch die 
innwohner uns fast wol empfiengen , und uns die freändtschaft die 
sie uns vor gethon, widerumb laistetten, bei denen bliben wir zwen 
tag still ligen, uns. des andern wegs, so durch [93] die Nation 
Cuyones zu der Laguna oder See gienge^ zuerinnern, welches sie 
uns ahnzeigetten, onverhindert erraichen möchten, so wir änderst 
ymmer nahent am gebirge uns hielten, dann daselbst es nicht mos- 
sig were» Wol berichtetten sie uns eines grossen wasserfluss Te- 
men geheissen. Welchen sie zwaier bogenschiefs weitt^ und fast 
tieffe sein sagten, dem were aber ihn zu überschiffen mit flössen 
oder inn andere wege, wol mittel geweßt« Also käme ich den 
zehenden Februarii wider in den Pueblo oder flecken Hacarygua, 
da ich zuvor auch fünffzehen tag gelegen was, fände die innwoner 
in ruwiger behausung, und wie ich sie gelassen, sie sich aber auch 
ab unserer ankunfft mehr freude, dann ungefallen haben erzeigten. 
Also schencket ich dem Cacique oder herren zwei schöne weiber In-* 
dias, so ich im Pueblo oder flecken Curahamara gefangen, blib auch 
in disem Pueblo oder flecken biß ahn den sechstzehenden tag, ver- 
hoffende daselbst meines fiebers, welches ich hitz und kälte yeg- 
lichs hette, ledig zu werden, und alsdann die raiß der Laguna oder 
des Sees für den gemelten fluß Temeri, fürzunemen.^ Ich schicket 
auch mittler zeit, der sechszehen tag, die ich in Hacarygua still 
läge, ettlichs volcks zu rofs und fuß an das gebirg der Cuyones, 
sampt etlichen Indios, so wir inen zuvor abgefangen hetten, also 
dadurch freüntschaOl bei in zuerwerben. Er hotte mich auch inen 
durch ihre eygne leütt, so meine gefangne waren, sagen ^ was ^A&5L 



68 . 

wieviel volcks wir zu Itabana, und auff derselbigen raiß, verderbt 
und erschlagen hellen, so sich uns widcrgcstelt, und unser freindl- 
schaiTt [94] veracht hellen, Dargegen auch, wie wir denen, so 
sich ahn uns ergeben, gullen glauben gehallen und wol Iractiert 
hellen. Aber das alles wolle bei ihnen nicht erschiessen noch den 
vergangnen erlilnen schaden vergessen, und wievil weg wir mit 
ihnen sie zu freunde zu bringen fürnamen, das helle gantz kein 
ansehen, verliessen ihre flecken und verhauseten sich bei nacht 
auiT die wildesten gebirge, da man ihnen auff katzen, weil ge- 
schweigen auff rossen, nicht zu mochte komen, also das wir uns 
ihrer frainlschafft verwegen musten, wie gern wir doch mit inen 
ainig geweßl weren, dann wir biß der zeit durch ihr Lande zu der 
Laguna oder dem See vorgemell, zuraisen willens waren. Als sich 
meine und vil der meinen kranckheit conlinuierl oder weret, und 
derselbigen in der ungewonlichen speiß, und bei abgang aller re- 
medio oder hilff, so einem krancken abkommen, wider uffzuhelffen, 
von nötten, sich keiner besserung zu ersehen was, entschloß ich 
mich ahn die Costa oder gesladt des Mors, doch nicht über das ge- 
birge, und den weg den wir kommen waren, zuraisen, und von 
dannen zeitung gehn Coro zugeben , auch von dannen was uns not, 
sampt uns am frischen volck zustercken, erfordern und begern. 

Erhüben uns am 27 Februarii zu Hacarygua, fürraißten die 
Nation Cuybas, darfur wir erst einzogen waren, funden ettliche 
Pueblo oder flecken derselbigen bewonet, auch ettliche öde, dann 
die so sich verhauset, besorgetlen, das wir inen am ersten zug allein 
zubetrug glauben gehalten hellen, aber itzt am widderziehen sie 
fahen , und fär Eschlavos oder für ver[95]kauffle leütt mit uns fü- 
ren. Nun dise flüchtigen aber ab der forcht zuwerffen, oder ihnen 
nachzustellen, vil zeit zuverlieren, was uns nicht gelegen noch not, 
dann dise so uns nicht getrawet, und ihre Pueblos oder flecken 
verlassen, werden genug Exempel gehabt haben ab deme, wie wir 
uns mit de^en, so in ihren Pueblos oder flecken unser gewardt, 
gehalten haben. 

Hie muß ich ahnzeigen einen belrug so uns in deren Pueblo 

oder flecken ainem widerfaren ist. Nemlich als wir in ainen Pueblo 

der Nation Cuybas, da wir zuvor nicht geweßt, kamen, und unsern 

weg nicht uff Yariqueceroeto zunemen, da wir darin zuvor auch 

£ra}ya£>t, vermainten, und aber kainen Indio inn disem flecken fun* 



69 

den, denselbigen doch nachstellten, und zwo India weiber auffden 
Strassen an den wogen, da sie sich unser nicht versahen, gefangen 
wurden, schicket ich dem aine zu ihrem Cacique oder Herren, mit 
ettlichen gaben, ihne darmit für mich zubringen, und zu freündl- 
schafft zu Ursachen, wie ihr dann habt gehört, ich mit andern glei- 
cher gestallt ofTt gethon habe. Nu aber die India khaine wider, 
bracht mir ein güldene kleinolh, das was ein teuflische bildtnus, 
so sie zu irer zier an der brüst tragen, sagt mir darneben, ihr Ca- 
cique oder Herr were kranck und kündle aigner person nicht kom- 
men, bette mich, ich solte die schenckung empfahen, und ihme die 
zwai gefangne weiber wider ledig geben. Als ich ihme aber wi- 
der empot, er solte, ob er schon kranck were, sich zu mir inn 
seinen Pueblo oder flecken tragen lassen, und auch die seinen mit 
im bring[96]en, und wider ruwige behausung ahnnemen, müsle er 
doch solliches nachdem ich hinweg were, thun, alls dann wolte ich 
ihm die gefangnen weiber ledig geben. Am andern lag morgens, 
kam ein Imlio und elwann bei viertzig personen mit ihme, der ließ 
sich, alls ob er der herr oder Cacique were des fleckens in ainer 
Hamaca tragen, wir hielten inen auch für den Cacique oder herren. 
Ich ließ mit ihm reden seine behausung wider einzunemen, gab 
ihm die gefangne zwei weiber wider. Nun aber dise nacht uns 
unwisent, erhub er sich mit allem seinem volck darvon, und ließ 
die Hamaca darinnen man ihn getragen, im hauß hangen, also das 
wir morgens nicht einen menschen funden, Darab wir nemen khun- 
ten, das diser nicht der Cacique oder herr, sonder ettwann nur ein 
schlechter Indio oder Schlavo, und ein verkaulfler knechl, geweßt 
müste sein, und also von dem Cacique oder lierien zu uns gesant, 
darmit er gegen uns die gefahr bestünde, oh wir ii»ie glauben hiel- 
ten, und also die zwei gefangnen weiber zuledigen, di in freilich 
das eine t\es Ciicique woib oder verwandle eine geweßl isl, umb die 
selbige zu ledigen, solches alles angericht was, dann wa es sonst 
schlechte weiber geweßt weren, hell man uns die gelassen. 

Also wurden wir von disem Indio betrogen, der gleichen uns 
auflf diser raiß nicht begegnet ist, dabei ihr böß und falsch betrogen 
löste zuerkennen seind. 

Nu wollen wir aber disem nachzustellen, wie gerne wir sie 
drumb geslralTl hellen, lenger nicht zeit verlieren. Und dieweil 
wir des tags, den wir vor uns het[97]len, keinen Wegweiser wüs- 



70 

ten, zogen wir auff die Provintz Variquecimeto , inn den selbigen 
Pueblos oder flecken fanden wir die innwoner, wie wir die ge- 
lassen hetten, daselbst wir unsere nachtrüge namen, und disen 
abent rasten bliben, 

DIE NATION CAQUETIOS. 

Von diser volckreichen schönen Provintz der Caquetios , von der grosse 
ihrer flecken, vile der innwoner, krieg gebreüchigem volck , ihrer gerade 
wolgestalte proportz, und schöne derselbigen weiber. Wie die Christen 
dise durchzogen, wenig freündtschafft und gutwilligkait bei ihnen befunden, 
auch wenig geförcht worden, also sie zuletst mit ernst und scharmützlen 
haben müssen durchdringen, ein Cacique (auffruhr zu verhüten) erstochen, 
vil der seinen erschlagen und gefangen, und also sich, ihere hab und gutt, 
mit mühe und noth darvon bracht haben. 

9 

!Nun an dem andern tag, das was ufT den ersten tag des Mert* 
zens, Erhüben wir uns durch ein Thal, so 2wis^hen zwaien gebir- 
gen ligt, zuziehen, aufT welchen gebirgen das gegen Nidergang 
die Cyparicotes, und das gegen auffgang, die Hytotos bewohnen, 
und aber die ebne des thals so bei vier meiln brait, als von einem 
gebirg an das ander ist, besitzen die Caquetios, die aber dem zu 
Varyquecimeto, ob sie wol einer Nation seind, so seind sie doch 
nit freundt, darumm anderhalb tagraiß von Varyquecimeto kein 
flecken ist, sonder das lande despobliert und öde, gleichwol unter 
wegen ettliche alte gebew ihrer art gefunden, so vor [98] zeitten 
Pueblo oder flecken gaweßt, und aber zerstöre und verprendt 
worden. Dise auß Varyquecimeto, weiten mir auch keinen Weg- 
weiser zugeben, gesagter ursach halb, dann zu allen seitten haben 
sie ihre feinde, und von denen nicht ungeschediget^ so sie nicht 
mit maacbt außzugen, widerkommen möchten besorgten. Nu dar-' 
ahn was uns aber destweniger gelegen, dieweil wir diser spräche 
der Caquetios selber tolmetschen betten f auch des wegs nicht zu 
irren, allein in der ebne des thals zu bliben. 

Als wir aber uns die Erstenacht bei ainem wasser nider thet-r 
ten, und den andern morgen fru, die wege verborgenlich furstelten, 
und also bei hundert und fünfltzig Indios mann und weiber, so un<^ 
ser unbesorgt, ahn ihr veldtgebew giengen, und wir die fiengen, 
und uns mit denen dem flecken nehenten, kamen uns die Indios von 
disera Pueblo oder flecken, inn krigsrüstung entgegen, welches sie 



71 

von einem Indio, der die zu rofs von feren gesehen, avisiert <id«r 
bericht waren, deren sich ob siben tausent, alls wir sie scbetzten, 
auß ainem Pueblo oder flecken versamletten, und vermftinleo, das 
wir sie zu überfallen khämen, und wie die andern auff dem fdds 
zusahen, begegnetten sie uns gantz freche, und stunden «och in 
aller Ordnung uns zu schiessen. Ich Hess ihnen aber sagen, wanunli 
ich das volcke aufT dem felde bette aufT gehalten, und darneben was 
zu fride dienet, auch ahnzeigen, gäbe auch ihnen ihre gefangna 
wider, und nach langer rede, die wir mit ihnen hielten, und von 
ihrem fürnemen uns zubekriegen, [99] auch zu schiessen, nichl 
weiten lassen abwenden, sonder sich frech erzaigten, daran wir 
aber zu baiden thailen wenig gewinns betten, dann es was in einer 
ebne, da wir die rofs gutten behelfl* betten, dargegen waren ihm 
vil zerstrewet und nil gehaufft, also das sie mehr uns dann wir sie 
umbgeben betten. Als sie aber doch zuletst sich bereden Hessen^ 
uns ihren vorthail übergaben, und inn iren Pueblo zurück giengen, 
zogen wir inen nach, thetten uns auch inn den selbigen flecken bei 
inen nider. Schicket dem Cacique oder herren Verehrungen, und 
stillet also seine frechheit gantz, zöge also disen abent noch ein 
meil wegs, in einen andern flecken, dern inn woner sich uns nit 
widersetzten, dann ich inen mein ankunflt, und warumb wir aldar 
waren, zuvor ahnzeigen ließ, zu dehme ich den Cacique auß dem 
letsten Pueblo oder flecken auch mit mir name. 

Von der grosse diser Pueblos oder flecken, und viie der inn- 
woner, auch was frechen, stoltzen, und kriegßgebreuchigem voickes 
ist, haben wir bißheer und aufi* diser raiß nit erfaren, dann sich in 
einem tage, als wirs gentziich schetzten, ob den zweintzig tausent 
Indios, die zu dem krieg dienen, sich versamlen mögen. Dann dia 
selbigen Pueblos oder flecken sein, ob sie schon einer Nation, nit 
alle under eines herren herrschung, doch aber wie gesagt, nahendt 
und vil bei einander, das ich dern eine vast grosse summa Inn- 
woner bei einander sein schetze, und einem gewaltigen hauffen 
Christen möchten widerstandt thun , oder aufTs wenigs doch angst 
machen, das doch in dem itzigen Pueblos dises [100] thals ein 
andre mainung hat, dann ob wol der innwoner gleich vil, so setnd 
sie doch mit einander nicht einig oder Conforme, sonder yhe zwen, 
drey, oder vier Pueblos mit einander Confederiert oder verbunden, 
derhalben sie weniger gewaltig scind, dann die in Varyquecimet<4» 



72 

Aber es ist nicht zu zweiflen, so sie bekriegt wurden, und sie nicht 
genugsam zu widersten weren, so wurden sie sich one zweiffei zu 
sammen rotten, Confederiern und verbinden. Dise haben grosse 
flecken, ofFt ein halbe meil lang, doch nur eine gassen oder zwo 
auffs meist. Auch gewonlich inn einem hauß, funlT, sechs, biß in 
achterlai haußvolck mit weib und kinden. Ist ein valck vast gutter 
lenge und proportz, auch starcker dispusion oder glidmassig. Auch 
vast schöne gerade weiber, also und darumb wir dises thal und 
Provintz, so die Indios Yararida nennen, El valle delos danfias nen- 
neten , welches zu teütsch der frawen thal gehaissen ist. In diser 
Nation oder Provintz, hört die vcrgifFtc herba oder kraut auff, und 
haben auch dern kaine, gebrauchen sich allain des geschofs als die 
zu Coro. Also fürraißten wir dern flecken so in diser Confederation 
und bündtnus seind, drei, wol ihrer mehr seind, aber unsers wegs 
nicht, dise erzaigten uns fast schlechte freündtschafl't, dann sie sich 
ihrer menge oder vile gelröslelten, und uns auch, ob sie schon vil 
gelts haben, nie kein present gethon. .la auch umb die speiß un- 
serer notturflt, in den Pueblos oder flecken eltlichen, zalung von 
uns bcgert haben, die wir ihnen gleich wol auch nicht gegeben. 

Als wir aber nun den dritten tag Merz, einen [101] andern 
Pueblo oder flecken dern itzt fürgeraißlen pueblos oder flecken, 
feinde erraichten, betten wir aber mühe und arbeit sie zufriden zu- 
bringen, betten mit ihnen einen kleinen Scharmützel in dem ersten 
flecken, den wir überfielen , brachten sy doch zuletste aufl" gutten 
weg, und wiewol wir uns daselbst nidorgethon, wollen den tag alda 
bliben sein, dann ich das fieber eben hefl'tig hette, und mich aufl' 
dem rofs kaum enthalten kundt, und sie uns aber ymmer fort wei- 
sen weiten, und in ander flecken ihrer freunde füren, dann sie auch 
den hagel, der dann wir wol für sie mehr dann donnder und blitz 
waren, lieber in ihres nachbaurn hauß sahen, Hessen wir uns, und 
sie wider ihren willen nicht zubeschweren , als die erste freunde 
diser bindtnus, bereden, und auch darumb, das ihr Pueblos oder 
flecken nit an einem orlte was, da wir uns weit umbselien oder un- 
sere wachte, wie unsere notturflt erfordert, haben möchten. Also 
umb kürtze willen abzubrechen, welcher kürlze ich mich doch in 
diser beschreibung wenig gebraucht, will mir aber zuschreiben 
nicht weniger zulang werden, als- es dem leser wirt verdrüß- 
lich sein. 



73 

Dise Pueblos oder flecken der andern Confederation oder 
bindtnus, fürraißten wir auch, und nun andere und die letsten <liser 
Nation Caquelios ahnfiengen, und wir aber wie mit den vorigen, 
unser freunde zumachen gedrungen waren, khamen wir also unver- 
sehens in einen Pueblo oder flecken morgens ettwa uuib siben 
uhrn, als sie'pflegen zumorgen zuessen, und sie von unns, biß wir sie 
also beim gefresse [102] überßelen, nichts wüsten, und also hart 
erschracken, auch ein yeder in sein hauß verlielTe und darinnen 
sich verschlösse. Als ich sie aber beredet, das sie sich für uns 
nicht zubesorgen hetten, und auß ihren heüsern giengen auch auß 
forcht ihre heüser öfl^neten, dann ich inen dun flecken trewet alin- 
zuzünden, also, das ich sye schon gestillet zu sein, vermeinet. Xume 
all so mit meinem voick ettliche heüser ein, ahn ortteii unsers mai- 
sten vortheils, theten uns daselbst nider aulT meinung einen lag 
allda zubleiben, und uns mit dem Cacique oder Herren zu verei- 
nigen, und fort durch dise Pueblos oder flecken, so inn dises Caci- 
que oder herren bündtnuß und Confederation weren, fridlich ziehen 
möchten. 

In dem ward mir von den Christen, so die weg zu rofs und 
fufs verhutelten und wachte hielten, gi\saget, wie sich weib und 
kinder dises fleckens gemach nacheinander vom Put*blo oder flecken 
abstelen, welches uns nit ein fridlich zeichen was, dann sie sollichs 
allein in kriegen, und so sie args fürnenien, zu thun pflegen. Also 
ließ ich den Cacique oder herren beruffim, und verwifs im die ab- 
sünderung der weiber und kindt^r, und ließ also die Indios, so ich 
auff diser raiß und im Pueblo oder flecken Curahamaro, und andern 
ortten gefangen, in ain ketten gesclnnidet, und mit gefürt, für mich 
bringen, und ließ tiem Cacique oder herren sagen. Eben um diser 
ursach willen, hetten wir dise Indios gefangen, also wurde auch im, 
wa er nit anders wolte, auch gescheh«*n, und als er vermaint, m;in 
wurde ihn gleich ergreiH'en, fahen und anschmiden, [103] welclis 
doch mein mainung nicht was, allein solches von mir darumb ahn- 
gesehen was, darmit er das verhaußen der weiber und der kinder, 
abschüelfe, also wüschet er vom stul daraufl' er gegen mir über 
sasse, eilents aufl" darvon zulaulTen, den verschuffe ich uff'zuhaUen, 
darmit kein aulTruhr im Pueblo oder flecken wurde. Da er aber von 
den Christen angedast und gefangen sein vermainet, hub er ein 
groß geschray an, die seinen zuhilfl' berufl'eude^ Aitvev \sä^V^>\vv\ 



74 

4imb argers zuverhäten, stach auß meinem befelch, ein Christ ein 
Schwert durch in, und hüten also mit den innwonem dises Pueblo 
oder fieckens ain wüste Scharmützel, erschlugen und Sengen ihre 
vil, biß wir sie auß dem Pueblo oder flecken in die flucht brachten. 
Nun aber in dem Buhio C^lso heissen ire heüser) darinnen ich mich 
nider gethon, und da ich den Cacique oder herren erfordert bette, 
und ihn inn ketten zuschmiden trewet, wie vor ahngezaigt ist, bet- 
ten sich ettliche der seinen , - die zeit wir mit den andern zuthun 
hetten, und deren nicht acht namen, aufl^ ein hohe prucken so mit- 
ten im hauß uff vier pfeilern, und dreier manner hoch stunde, dar- 
inn sie ihr körn oder Mahys pflegen zuhaben, hetten verschlagen, 
und als wir nu mit den gethon , und in disem Buhio unser plunder 
und kisten darinnen alles goldt, so wir in diser raiß hetten erobert, 
weiten nemen und uns verrücken, ehe sich die Pueblos oder flecken 
diser confederation und bündnus versamleten und uns über fielen, 
dann mein volck was fast müdt, und dern vil kranck, auch erst nach 
mehr in gehaltnen Scharmützel gewundet. Da rürten sich die Indios 
so sich in diser [104] Barbacoa, also haißt es, hetten verschlagen, 
vermainende wir künten sy zusuchen , und wie mit den andern zu- 
handlen nit finden, das dann unser mainung gantz nicht was, dann 
wir von inen nichts wüsten , noch wa sie sich selber nicht hetten 
verrathen, hetten wir sie nit gespürt Da sie uns aber, als wir un- 
versehens in Buhio oder hauß eingiengen, und sie zu uns wie zum 
zil Schossen, auch unser fünffe, darundter mich abermals durch ein 
Bchsel, Schüssen und verwundten, und uns zurück, biß wir uns 
sicher anlegten, dann sie uns von obenherab überherrschsten. Also 
schicket ich fünff Christen die selten diso Barbacoa, umbhawen, und 
sich darunther behelffen, dann sie wie gesagt auff vier pfeilern, 
und sonst frey stehet, das ein mann wie lange er ist sich darunther 
kan auffrichten, dann wir dorfiten den Buhio oder das hauß mit 
sampt den Indios nicht anzünden umb des unsern so wir darinnen 
hetten, zuverschonen. Aber als die Christen ein groß geschrey im 
Buhio oder im hauß hetten, und nichts außrichtetten, auch ainer 
jAen andern nur verhinderte, ward ich ettwas darab unwillig, das 
;Sie zu lang umbgiengen, und uns vor den Indios, in unsern vorthaii 
zu thun ehe und sie uns überfielen, verhinderten, lieff ich in den 
Buhio oder ins hauß unter die Barbacoa^ und als der eine pfeiler 
iimbgehawen ward, begäbe sich die Barbacoa zuhencken und die 



75 

schwere des korns so uff die hangende seitten fiel, truckte die Bar- 
bacoa gar umb, mit dem die Indios heraber fielen, und als ich mich 
mit meiner Rodella oder tartschen beschützet, und ein Indio im das 
schwerdt durch den leib zustossen anlieffe, gab er mir ein so 
Stareken straich mit ainer [105] Macana, also haissen ihre höltzene 
scbwerdter, die sie haben, das er mir bei zwaien zwerchfingern 
braidt, von der Rodella, so auß einem fafsboden gemacht, zerspaltet 
und zerschlüge, und als ich ihme noch einen stich gäbe, und den 
fehl der Rodella in der eil nicht gemercket, derhalben auch mich 
nicht genug bedecket , traffe er mich mit einem streyche uff den 
kopff, das ich vor ihme zu boden fiel, und hette mir auch des lebens 
abgeholffen, so mir andre nicht zugesprungen weren, und den Indio 
nicht gar hingericht betten, läge also wol zwo stunden das ich umb 
mich selber nichts wüste, bliben auch die selbige nacht bei gutter 
wachte, dann wir uns Überfalls inn disem flecken besorgeten. Dise 
Indios in der Barbacoa , deren doch nur zwölff waren, theten uns 
mehr schaden, und wundten mir mer volcks dann die andern alle. 

DIE NATION CYPARICOTES. 

Wie die Christen dorch dise Nation znraisen furhatten, und durch die 
gefangne Wegweiser oder laitter, in ein wildtnus und gehöltz durch abweg 
gefurt worden, vermainende sie also hungers zusterben, darmit sie, ihre ge- 
fengknus, und der erschlagnen todt gerochen und bezalt würde. Auch wie 
die Christen, als sie den betrug vermerckt, zur straff ire drei, den andern 
zur forcht und schrecken zerhacken ließen, dardurch die andern doch unbe- 
wegt auff ihrem ttimemen starck bliben , und ehe wolten mit ihn sterben, 
dann ihr gefangne sein. Und inn was hungers nott die Christen khommen, 
das sie heinahe alle durch hunger weren verdorben, dardurch sie ein ge^ 
fangen Tigerthier, zum auffenthalt ihrs lebens gessen haben, biß sie nach 
langem ummgehn ein flecken erraicht, mit proviandt gesterckt, und also fürt 
^ukomen ihr leben errettet haben. 

[i06] Nun am morgens frü, ein stunde vor tags, erhüben wir 
uns fort durch die Caquetios, doch nit diser nation, sonder durch 
ire feinde die Cyparicotes, am gebirge zuziehen, ließ also einen 
Indios lebendig, im Buhio oder hauß, da die eilffe todten Indios la-« 
gen, ahn die seül der Barbacoa binden, damit so die Caquetios da-* 
hin kemen er inen sagen solte, das ich disen Cacique oder herren, 
auch die innwoner dises Pueblos oder fleckens darumb gestrafft 
bette, das sie mir nicht glauben wolten ballen, und sich zu ver*. 



76 

haasen understanden , und dashalben alle die mir dergleichen thiin, 
zuerwarten, und aber die mir glauben hallen, werden von mir, wie 
er gesehen habe, gutt Tractament oder unterhallung und guUe 
freündtschalTt empfahen. Als wir aber ettliche Indios, so wir in 
disem flecken gefangen und in kellen furlen, und für Wegweiser 
hellen, furlen sie uns durch ein gehüllz biß wir den weg verloren, 
und doch forlraißlen, auch ihrem ahnzeigen nach, auff einen andern 
wege der Cyparicotes kommen sollen, dann die Indios bericbtelen 
uns, diser weg were verwachsen, dann dise wenig, allein wann sie 
einander als feinde wollen überfallen , sich dises wegs gebrauchen, 
und sonsl nil, welches aber nichl war was, dann diser weg darauf 
wir furraißlen, was allein der, den die Caquelios gebrauchen, von 
dar ihr hollz zum gebew ihrer heuser zunemen. Dieweii wir aber 
disen lag keinen andern wege, welches doch uns die Wegweiser 
gelrösleten, fonden, und uns also die nachl überfiel, Ihelten wir uns 
bei einem wässerie nider, behullTen uns des wenigen Manda[107]- 
menls oder speiß, so wir niil uns gefürl hellen, das doch gar mil 
uns auffgienge, dann wir uns desselbigen tags Puebios oder flecken 
zuerraichen versahen. Ich ließ auch die Indios peinlich fragen, 
welche doch auff ihrer ersten sage einhellig verharrellen, und als 
wir den andern tag auch keinen weg erreichten , und allein der 
Sonnen nach durch den walde, gegen aufTgang zogen, und uns die 
hoffhüng ganlz empfiel, auch von den Indios betrogen sein sahen, 
und den gantzen lag on gössen gereisel waren, ja auch kein Was- 
ser, dann das wir morgens von dem orltc da wir gelegen, mit uns 
genommen betten, fanden. Also kundlen wir auß den wegfürern 
nichts erfragen, weder güttlirh noch peinlich., ließ derseibigen 
zwen zerhacken, den andern zur forchte, aber das bulffe ganlz 
nichts, und wollen lieber erstochen werden, dann unsere gefangne 
sein. Sie hellen auch uns allein dLsen wege gewisen, uns zu ver- 
furen, damit wir hnngers stürben, und sich also an uns rechelen, 
welches uns fast nahe geweßl were. 

Da wir über in diser angst weder hindersich noch für sich zu- 
ziehen wüsten, dann wir alle von abgang des speiß und des hun- 
gers ganlz matloß, und sunderlich des wassers grossen gebreche 
hellen, wir waren auch in einem gehültze, da wir keinen weg 
wüsten, auch den wider hindersich nichl zutreffen. Sonderlich was 
uns auch die Rofs fortzubringen müsam des dursts halben. Als aber 



77 

elttiche, so ich auff die höchste bäum des waldes zasteigen hette 
• befohlen, ein wisen uns ufT einer seitton ligend, ein halb meil wegs 
ferr ge[108]sehen anzaigten, zogen wir darzu. Und als wir nicht 
weit geraißt waren, gaben die hunde, so wir betten, ettwann ferr 
von uns auß ein zeichen , also das wir vermainten ettwann an ein 
wildes Schwein kommen weren, dann daselbst es deren vil hette. 
Schicket allso leutt den hunden nachzuhengen , verhoffende ettwas 
zuerjagen, damit wir den hunger remedierten und büßten, auch 
hofften ettwann wasser zu erraichen darmit wir an ainen Pueblo 
oder flecken zukhommen dester baß erwarten möchten. Alls aber 
mein volck zu den hunden käme , funden sie in einem geröhr ain 
starcks Tigerthier, welcher art hernach gesagt wirt, vor den hun- 
den stebn, und hette deren schon zwen von einander gerissen. Die 
Christen dorfllens aber nicht ahngreifl'en allain ein Münch so auch 
unter ihnen was, lieif es ahn für andern, zustechen. A\\ß aber das 
Tigerthier ihnen wolle anspringen , behieng es in einem Weschuco, 
dem es vil inn den wälden hat, das ist ein zehe gewechs wie die 
weiden, dise färwachsen die weg und von ainem bäum zum andern 
wie fürgezogen stricke, welches dises Münchs glück was, dann 
sonst were ihm seiner zuvil fraidigkait gelonet worden, also wüsch- 
ten die andern Christen seine mitgesellen auch herzu, und stachen 
das thier, deren ainer aber traife das mit seinem spieß eben inns 
maul, da bifs es ihme das spießeissen inn der mitte ab, als ob es 
blei geweßt were. Als sie das aber erstachen, geschossen und 
wüßt gemetziget betten, luden sie das auff ein pferdt, und fürten 
das mit uns, weliche^^er gröste Tiger wäre, den ich in Indias ge- 
sehen habe, daran das Rofs ge[109]nug zu tragen hette, und was 
vor alter schier falb. Da wir aber die vorgesagten wisen erraicht, 
aber daselbst auch keinen weg fanden , aber doch uns ahn ortten 
umbsehen kunten, da wir das lande bewonet sein achtetten, und 
also fortzogen, khamen wir aber ahn ein kleins bächlin, so am ende 
des gebirgs durch ein gehüitz rinnet. Daselbst thetten wir uns nider, 
dann daran unser aller heyl und wolfar läge, dann so wir dise nacht 
das wasser nicht erraicht hotten, wurden wir übel gehauset haben, 
und zusorgen das wir vil volcks durst halben underwegen betten 
müssen lassen, dann ettliche schon schwerlich ahnfiengen nachzu- 
folgen. 

Als aber der durst gelest, und wir erst den hunger iicU^v\- 



t8 

liciier empfunden, und nichts hetten, assen sie das Tigerthier, wie« 
wol es sonst nit gessen wirt, dann es ein stinckend und freilich ein 
ungesundes fleisch ist, unsere mägen hetten aber, glaub ich, bacK 
scheitter zerzert, und sonderlich dieweil uns, als jedem kaum 
zweyer nuß groß gebiret. Dann wir ob fünffthalb hundert personen 
drosvolck hetten, das Tiger aber was ungefahrr bei eines halbiä- 
rigen kalbs grosse. 

Nun am dritten tag zogen wir fort, da wir poblation oder be- 
wonet lande zufinden uns meist versahen, khamen ettwann umb die 
zwo uhrn nach mittage aufl^ ein wege der vom gebirge herab auff 
die ebne gienge. Und wiewol wir von morgens ahn, biß umb zwo 
uhrn, nach mittage, disen wege zuerraichen geraißt waren, so was 
es doch ja freilich nicht über zwo [110] meil vom ortte da wir die 
nacht gelegen, so übel kundte ich mit dem volcke von statt khommeni. 

Als ich aber disem wege nachzuvolgen, vier zu rofs schicket, 
und ich ihnen gemachts mit dem Rest des andern volcks nachzöge, 
khamen sie und sagten wir, wie sie einen Pueblo erraicht, wüsten 
aber nicht was Nation^ und die innwoner hetten sie ersehen, und 
weren auffrurig, da was uns aber wenig angelegen, dann das meh- 
rer übertraiT das weniger. Als wir aber also sclion erquickt, und 
den pueblo oder flecken erraichten, und aber niemant darinnen fun- 
den, dann sich die innwoner schon verhauset hetten. Doch der 
gantze flecken voller guttes Mandaments, proviandt und speis was, 
welches sie mit ihnen zuflehen nicht zeit gehabt hetten, das uns 
dann mehr nott, dann der innwoner presentia oder gegenwertigkeit 
was , thetten uns aldar nider , und bliben biß an vierdten tag da- 
selbst, uns unsere nott ergötzende, das ist der gröste hunger, so wir 
erlitten haben, und so es noch ein nacht gewert hette, und sunder« 
lieh so wir das wasserbächlin vorgesagt nicht erraicht hetten, were 
zu sorgen geweßt, unser wenig Coro erraicht und wider dabin 
kommen, dann uns hette, und sonderlich denen zu fuß fortzukomen^ 
und biß wir das essen erraicht, krafll; gemanglet, und wiewol wir, 
wie ir dann zuvor auch gehört von Vari quecimeto auß^ als wir die 
Nation Cuibas ahnreiseten, auch gebreche an proviandt erlitten, so 
was es deme doch ungleich. In disen tagen so wir alda lagen, 
schicket ich ettliche Christen die wege des gebirgs zuverhüten, und 
als sie drei Indios so der Nation Cy[il IJparicotes, hetten gefangen, 
und für mich brachten, mit denen wir aber nicht reden oder sie uns 



79 

verstehen kundten, bildeten wir ihnen durch bedeutten, und wie 
wir mochten, für, das wir ihnen nicht laidts zuthun komen weren, 
ließ ihnen auch gutt Tractament und untherhaltung thun, schicket 
auch dem einen mit gaben oder schenckungen wider heim zu sei- 
nem Cacique oder herren. Desselbigen tags käme ein einiger Indio 
zu uns ins leger, der auch der Nation Cyparicotes was, aber die 
sprach der Caquetios kundte, bracht mir ein schenckung von goldt, 
die mir sein Cacique oder herr schicket, umb die gefangnen ledig 
zulassen. Als ich aber von disem die gelegenheit des lands, und 
das wir nur fünff tagraiß ahn die Costa oder gestadt des Mors bet- 
ten, vername, und ich ihn zuseinem Cacique oder herren gesandt 
ime zusagen, das er für mich käme, und zu ruwiger behausung 
wider inn seinen Pueblo oder flecken sich nider thette. Ließ auch 
disem Indio durch die andern meine Indios, als ob es nicht auß mei- 
nem bevelch, oder mir wissend beschee, unterrichten, die Ordnung 
so wir hielten, mit denen die sich ungehorsam, und wider uns setz- 
ten, und aber die gutten und fridlichen Tractament und Unterhal- 
tung wir denen leisteten, die sich an uns ergeben. 

Also khame der Cacique oder herr mit allen den seinen, auch 
mit schiff und geschirre, und thette sich in seinen flecken nider, mit 
denen wir fride bestettigten, und also fridlichen die nechst folgen- 
den drei tag durch dise Nation und vil Pueblos oder flecken der- 
selbigen zogen, und bei ihnen gutt untherschleiff funden, biß auff 
den zwolfl^en tag des Mertzes das gebirge wi[112jder verliessen, 
und die Nation Caquetios uff der ebne wider erreichten. Dise Ca- 
quetios aber, drumb das sie der Costa oder der gestade des möhrs 
nahend wonen, und von den raubschiffen von Sancto Dominigo, und 
andern Insulanis, von den Christen, derselbigcn etlich hinweg ge- 
fürt, betrogen, und verkauffl worden, betten alle ihre flecken ode 
gelassen, und in das gebirge verloffen, vermaindten, wir werei» 
auch mit raubschiffen khommen, also das wir dern khainen, weder 
mit frid noch mit krieg mochten bekommen. Allso schicket ich die 
Caquetios so ich mit mir auß Coro gefürt, eltliche, die sollten die 
umbsitzenden Indios suchen, und ihnen anzaigen, das wir die Chri- 
sten weren so in Coro, in des Cacique oder herren Manuaury ge- 
haissen, lande wonettcn. Wir weren auch nit umb raub, oder ihneit 
laids zuthun darkommen, dann wir kündten wol rechnen, das sie an 
diser Costa oder geslade des Möhrs, von uns Christen zu Coro zeit- 



80 

lang gehabt wurden haben. Die gesandten Indios aber fanden die 
innwoner balde , dann ein maufs weißt der andern meübe anter- 
schleifT wol, und brachten der Indios vil mit ihnen, welche ab un- 
serer zukunfft freüde zu haben sich erzaigten, gaben uns auch 
allerlay schenckung. Klagten mir auch wie kurtzlich ain raubsehiff 
bt*i ihnen an der Costa oder gestade des mors geweßt, und auß 
aiiiem Pueblo oder flecken, vil der Nation ilytodes, so bei vier 
meiln von dar, und in dem birge wonen, auch diser Caqaelios feinde 
seind, überfallen und hinweg gefurt, daramb sie uns auch dahin sein 
khommen besorgetten, und derenhalben ihre flecken verhansset 
betten. 

[113] Also raisete ich in ainem grossen wasserflufs Iracuy 
geheissen, der nicht kleiner als der Rein ist, mit gutter Belaittung 
und dienstlachtung diser Caqiietios, biß ahn das gestade des Mors, 
inn einen Poebio oder flecken Xaragua gehaissen, der ist ahn der 
Costa oder gestade des Nordmörs, ob Coro gegen auffgang achtzig 
meilen gelegen. Auß disem Pueblo oder flecken, zogen wir die 
Costa oder gestade des Mors gegen Coro werts, inn einen Pueblo 
oder flecken Martinico geheissen, daselbst erreichten wir die ersten 
Indios Caquetios, so zuvor unser der Christen zu Coro freund ge- 
macht, durch einen hauptmann Bartholome Carco genannt, so von 
Coro auß die Indios, so dise Costa oder gestade des Mors bewohnen, 
zu freund zumachen, vor einem Jare gesandt wardt. Auß disem 
flecken schicket ich einen Christen in einer Canoa, also beissen der 
Indios schilT, ufi* dem Mör mit zwölff Indios gen Coro zu dem Gober- 
nator den wir auß Sancto Dominiiro schon wider khonien sein 
schetzten, gab ihme eben dise Relation, zeittung und bericht diser 
raiß und unsers außrichtens, welches alles von einem oflTnen No- 
tario Scribano publico, so auch in diser raiß mit gezogen, annotirt, 
und was sich von einem flecken in andern begeben, verzeichnet 
hatt Dann solches alles zu thun, und Kay. May. von allem und 
yedent, das in den Indios wirt außgericht, glaub wirdigen bericht 
zugeben , ist in allen Indianischen landen Ihrer Kay. May. bevelch 
und Ordnung, das habe ich hiemit, doch aufi*s kürzest nach dem 
buchstaben vcrteutscht, und doch [114] darneben etwa mit arob- 
stenden ettlicher dinger, mer zu decleriem nit umbgen känden, 
dann auch solche Relation inn Hispanischer sprach, an ort gesckri- 
ben, da die Sitten und vil tail der art und gebreuch der Indianiscben 



81 

länder wol bewußt ist, und derhalben, wa in disem tranßlado so 
kurtz und gantz nach dem buchstaben darvon were geschril>en, 
oder der Hispanischen sprach nachgefolget, were es gantz unver- 
stentlich, und bei denen, den solliche ding gantz frembde seind, zu 
vil vertuncklel geweßL 

WIDER AHNKUNFFT ALSZ DEM LANDE GEHN CORO. 

Als nu der Gubernator unser ankunfit und der unsern vil 
wundt und kranck sein vername, erfordert er uns gen Coro wider 
zu reißen, dahin wir fönff und sechstzig meiln am gestade des Mors 
zureisen betten, alles durch die Nation Caquetios, welche zuvor und 
auß vorgesagter ursach unsere freunde waren, von denen wir gutt 
tractament oder Unterhaltung, und was sy guttes betten, empfiengen. 
Ich schicket also ettliche der schwechsten krancken in zweien Ca- 
noen, das seind der Indios schiffe, uflf dem Mör gehn Coro, drumb 
das sie dester fürderlicher remedio oder hilife ihrer kranckhait er- 
raichten, und zöge mit dem andern tail des volcks auiTIand gehn 
Co[115]ro, machet auch unterwBg^n eine Nation Atycares genannt, 
so am gebirgö wonen, und uiiC^^ien Caquetischen Pueblos oder 
flecken Confederiert oder verbunden waren, unsere freunde, und 
empfieng voji ihnen schenckungen. Khamen also auff den 17 tag des 
Mertzens Im funffizehen hundert und im ain und dreissigsten jare, 
meiner raiße, Gott hab lob, ein gutt und glucklich ende erwartet, 
wider gehn Coro, da ich den Gubernator fände, welcher raiß wir, 
wie ihr habet gehört, die Nation Xydeharas, Ayamanes, und Xaguas, 
si|)£|jptzig meil wegs gebirge fürraißt. Von dar aber^ als wir die 
ebne erraichten, durch die Caquetios, Cuybas, und Giiaycaries, biß 
in den leisten Pueblo oder flecken, das lande einwertz, Itabana ge- 
heissen, schetzten wir reichlich funfl'tzig meil stracks wegs, alles 
gegen dem Südmöhr und mittag werts gelegen. Und am wider rai- 
sen von Itabana zogen wir den wege, den wir khommen waren, biß 
gehn Yaryquecimeto, den ich nicht rechne. Daselbst nameu wir un- 
sern wege durch die Caquetios des thals Vararida, durch die sei- . 
bigen und durch die Cypnricotes, biß an den Pueblo oder flecken 
Xaraxaragua, welcher am gestad des Nordtmörs ligt, sein fünff und 
dreissig meil. Und von disem Pueblo oder flecken biß gehn Qoro, 
seind fünO' und scbecbtzig meil. So weit seind wir das land . uff .. 

Ftd. tu St ^ 



82 

diser reise durchzogen, dahin zwölff meil von Coro auß, der Nation 
Xydeharas , biß wir den Pueblo oder flecken Martyhico des Nordt- 
mörs wider erraichten, da khaine Christen nie hinkommen, allein 
wir auff diser raiß die ersten. 



[116] WIDER AHNKUNFFT AUSZ CORO INN HISPANIAM. 

Also blibe ich inn Coro thails meiner kranckheit halb dem fie- 
ber, so mich wider angestossen hette, außzn warten, biß auff den 
neündten tag Decembris gemelts Jars, füre ich gen Sancto Domi- 
nigo umb Hispania, und fort, auß erfordern meiner herren der 
Welser, in Teutschland zuraisen, khame auff den achtzehenden tage 
gemelts Monats Decembris, mit guttem wind zu Sancto Dominigo 
glücklich ahn, daselbs blib ich auff Sebastian Rentzen wartend, biß 
uff den vierdten tag Aprilis des zwei und dreissigsten Jars, füren 
wir im namen Gottes mit guttem winde zu Sancto Dominigo ab, der 
uns aber nur den selbigen tag weret, und aber vom widerwindt, so 
uns die nachfolgendt nacht ergriffe, zu einer Insel, Lamona ge- 
heissen, anzufaren getrungen wurden^ daselbst wir biß an den an- 
dern tag, das was den sibenten tag gemelts monats, bliben, aber 
auff den abent schifften wir fort, uns also ye mit guttem, und yhe 
mit widerwindt, wie nicht weniger sein khan, biß auff den neündten 
tag Aprilis. Erhübe sich abendts spat ein solliche grosse und unge- 
stimme fortuna oder wetter, welches biß auff den zwölften tag 
April, das ist drei tage, weret, und uns nicht allain die segel abzu- 
werffen, und uns alle Reparo, oder uns die wellen hin und wider 
werffen zu lassen, warden getrungen. [117J Ja auch von den^^ui-! 
auffhörenden außschöpffen des wassers, so uns die hoben jvellen 
des Möhrs inn das schiff wurffen, welches wasser sich auch von 
dem ungestimmen regen mehret, und das volck des schiffs so müde 
und mattloß machete, als die in diser noth auch khain fewr, darbei 
zu kochen, im schiffe halten dorfften, noch kundten, und sich allain 
rocken brodts behelffen musten, also, das sie auß matthlose und 
frost, den wir warlich alle groß und hart litten, dann wir in drei 
und viertzig graden stunden, und das wetter Nordtwind was, das 
ist von Mitternacht, und der kältest winde undter allen winden ist, 
schier weder die nothturfftige arbait zu errettung des schiffs thun, 
noch auch lenger erleiden kbundten. 



85 

Als aber ans die grosse fort» oder stärcke diser Fortnna oder 
Wetters am dritten tage verließ, und der winde ettwas stiller 
warde, also, das der arbeit des wasserschöpffens nicht mehr so yU 
was, und anch das wüttende Mgr^tiller wurde, auch das feviT dar- 
be! zu kochen nun mehr kundt eÄalten werden, darab unserer yer- 
gangneujarbeit solle vergessen werden, aber doch der widerwind, 
welcheruns fortzufaren fast verhinderte, nicht nachliesse noch 
auflThöret, und aber gleichwol doch von tag zu tage mehr abname, 
biß an den neündten ta^ ^^^B^ ^^^ ^^^ ^^ ^^ zweintzigsten 
tag des monats Aprilis vorgS^pR, bließe ein gutter glücklicher 
und uns fast wilkomer wind ahn, der uns unsere raise fort zubrin- 
gen halffe upd vergönnet, als es dann Gott gefiel 

L^IS] Hie kan ich gleichwol nicht unterlassen anzuzeigen, das 
auff den funff und zweintzigsten tag Aprilis obgemeldt, als wir fast 
einen schönen Sonnenscheinenden tag, auch fast ein still ruwig Mör 
hetten, sahen wir ettwa zw(ßn armbrust schufs weit vor dem schiffe, 
ein Strudel des Möhrwassers auffgehen, aines nicht nidern hauß 
hoch, welches der natur des Möhrs zuwider ist, und von khainem 
Marynero oder Schiffer dergleichen vor nye gesehen oder gehört 
Als aber der Piloto, also haißt der iaitter des schiffs, solches ersähe, 
und also unbedacht ein berg im Hör sein schetz^tte, daran das was- 
ser also schlüge, und die Segel mit grossem geschrey und genug 
erschrecken alles volcks, eilend befalch abzuwerffen, dann so es 
ein berg geweßt were, darfür es der Piloto oder Iaitter des schiffs 
hielte, were uns die gefidir des todts neher dann die errettung des 
lebens geweßt Als aber die Maryneros oder Schiffer schon inn 
Übung und arbait waren die Segel abzuwerffen, dann daran stund« 
unser wolfart und genesen oder errettung, gienge diser Strudel, 
sich ye mehr und mehr ahnzündet und mehret, schnells lauffs vor 
unserm schiffe beiseitz über, darab wir nicht wenig freüde empfien- 
gen, alls wir dann ab dem ersten gesiebt laid und schrecken ge- 
habt, dann so es wie vorgesagt, ein gebirge, oder so schon allein 
das, das es dann was, uns genahet und das schiff erraicht und an-- 
troffen, so helle es das schiffe one mitel untertrucket und unser 
hall hingenomen und abgeschnitten. 

Das habe ich auch hiemit wollen ahnzaigen, dann es nicht der 
wenigsten und wunderbarlichen dinger ey[119]nes ist, so mir auff 
aller diser Indianischen raiße begegnet Dann auch die ¥LAS>v^«ts^ 



84 

oder schifflieät im schiffe^ auch die Portugeser, so wir in den Inseln 
Acores fanden, und hernach auch in Sibillia anzeigten, als ein vor 
nie gesehen noch gehöret ding, sich darab verwunderten, dann es, 
obs schon wasser und im wasser was, so was doch sein artt und 
auffwellen, auch sein geschwindÖPmuff, einem angezündten und 
hoch brinnenden wasser zugleichen. 

Und als wir nun aber fortschifTten, und aulTden ein undwein- 
tzigsten tage des Mayen, vorgemeldts Jars, die Inseln Acores, so 
vierthalb hundert meiin von Sibilpi ^A Hi^ptiia gelegen, dem khö- 
nig von Portugal gehörend, untherißib^n Inseln, sovil seind ir, eine 
Latercera geheissen, erraichten, und das port namen und alda abn- 
furen, und uns daselbst mit proviandt zu fürsehen, dann wir über 
^ewonliche zeit eins tails auß widerwindt und fortuna oder unj^e- 
witter, thails auch auß Calma und abgang des windts und gar zu 
stillem wetter, das uns nicht kundte fort werffen, abgang und ge- 
breche an wasser und Mandament oder speiß ahnfiengen empfin- 
den. Nun aber funden wir in diser Insel grossen htinger, allso das 
auch die innwoner derselbigen sich gefi Portugal vil haben müssen 
verhauseri und hungers nott leiden, dann solches hungers wäre ur- 
sach, das den vor vergangnen winter das getraid m Portugal, und 
daselbst hungerige Jlaür geweßt, verfürt, und dise Insel zu gar ent- 
blößt worden. Alls wir aber unns sovil wir mochten, durch gute 
freunde, so der Patron unsers [120] schiß's daselbst bette, umb 
reyliche bezalung, unns ettwas versahen, darmit wir neben einge- 
zogener Ordnung, die mit der proviandt oder speiß, muste gehal- 
ten werden, darmit wir in Hispanien und ahn die begerten port zu- 
komen versahen, dahin wir, wie vor ahngezaigt, noch viertbalb 
hundert meilen betten, welche bei zimlichem windt in zwölff tagen 
geschiffet werden. 

Als uns aber, wiewol wir mit guttem winde aufffuren, das 
glück zuwider was, und umb gebrechen ahn windt, den wir betten, 
bei neun tagen in Calma und gantz ohn allen windt im Mör zu 
schiffe lagen, und erst auff den neündten tage Junii, das was am 
sechszehenden tag, nach dem wir in der Insel Latercera außgefa- 
ren, das erst lande von Portugal Cabo sant Viceme genennet, er- 
konten, und die Costa oder gestade del Algarbe abfuren, unser raiß 
za Continuieren oder volstrecken, daran uns aber der winde ver- 
Mndert, und also an ainem Port von Portujfal, Faro gehaissen, ahn- 



85 

füren, dann der gebreche und aj)gang der Proviandt oder speiß, 
lenger dilat^n oder zeit das schiff Zuspeisen nit erlitten mochte 
werden. 

Als aber wir in disem port oder anfart an land sprangen, wor- 
den wir von den innwonern des fleckens selber bericht, wie sechs 
raubschiff der Moren als Fuscy und Galliotas geheissen, an diser 
Co$tä oder gestade, sich auff ansprengen und raub der färfarenden 
schiffe enthielten. Hetten auch einen tag darvor ein hnidschifflin mit 
eysen geladen, ahngef(^hteii-4^d in das [121] Port gejaget. Die 
gefahrr, die wir hetten zubdftffttfh, von disen raubschiffen, so wir 
von ihnen angewendet wurden, genug bewegendt, und auch in ahn- 
sehung, das unser schiff vast überladen was, und derhalben nit so 
gel^t zur gegenwehr, alls die schiff der Moren, welche allein 
fewerwerck, geschütz, und was zur verderbung der schiff dienet, 
und also ihre schiffe ring geladen, füren. Auch inen schwerlich 
abruch oder widerstände von einem geladenen schiffe gethon kan 
werden, <iMljäiyiuch vil, und zu solichem gebrauch kriegsvoick 
haben> if^fe iHip dann in qnserm schiffe genug gebreche, mit 
füren, Xisd^dt^lossen wir^lns, alles goldt und perlein so in di* 
sem schiffe )flMi^llerlay personen was, und auch Kaiserlicher Maye- 
stat gehörend, gefürt, welches alles ob sib^tzig tausent ducaten 
werdt was, an land zuwerffen , und darmit zogen unser neun- per- 
sonen, darunter Sebastian Rentz von Ulm und ich waren, von disem 
flecken Faro, biß inn ein stattlin Ayamont, siben meil wegs, uff 
einem wasserflufs, füren wir inn einem klainen schifflin dahin, aldar 
namen wir rofs, und ritten auff dem lande gen Sybillia, dahin ist 
von Ayamont fünff und zwaintzig meil, und schickten das schiffe 
sein stracken wege gehn Calitz, und fort gehn Sybillia auff dem 
Mör, daselbst es von den Moren onangefochten wol ankliame. 

WIDERKHrNFFT Al>SZ HISPANIA GEHN AUGSPURG. 

Das ist das ende meiner raifz, von Sybillia in India, und wider 
von dar gehn Sybillia, dahin wir auff den sechtzehenden tag Junii, 
im tausent fünff hundert und zwai und dreissigsten jar, wohl ahn^ 
kamen, von dar reyseten wir baide Sebastian Rentz und ich ahn 
Hispanischen der Kaiserin hoff, der zeit zu Medyna del Campo, ein 
Statt in Castyllia gelegen, also gehaissen, dahin von Sibillia auß 



86 

33 meil sein. Von dannen reil^n wir für und durch Vastuniram, 
das ist^ Gasconien und Franckreich, ffir Tholosa, uiLd Lyon, dahin 
von Medyna vast zweihundert und dreizehen meil ist, und von Lyon 
jfchn Augspurg bei neüntzig meil, da wir auff den letsten tag 
Augusto vorgemelts Jars, Gott dem herren sei lobe, glücklich und 
wol ankhamen. 

Ende diser Indianischen Historien. 
Getruckt zu Hagenaw bei Sigmund Bund ütc. 




h/-^-. •^' 



■■•«?'>: • 



WARHAFFTIG HISTOBIA 

UND BESCHREIBUNG EINER LANDTSCHAFFT DER WIL- 
DEN, NACKETEN, GRIMMIGEN MENSCHENFRESSER LEU- 
THEN,jüS[ DER NE WEN WELT AMERICA GELEGEN, VOR 
UND NACH CHRISTI GEBURT IM LAND ZU HESSEN UNBE- 
KANT, BISZ AUFF DISE II NECHST VERGANGENE JAR, 
-DA SIE HANS STADEN VON HOMBERG AUSZ HESSEN 
DURCH SEIN EYGNE ERFARUNG E^^NT, UND lETZUND 
DURCH DEN TRUCK AN TAG GIBT. 

DEDICIRT DEM DÜBCHLEUCHTIGEN HOCHGEBORNEN HEBRN, H. PHI- 
LIPSEN LANDTGRAFF ZU HESSEN, GRAFF ZU CATZENELNBOGEN, DIETZ, 

ZIEGENHAIN UND NIDDA, SEINEM G. H. 

MIT EINER VORREDE D. JOH. DRYANDRI, GENANT EYCHMAK, 

ORDINARII PB0FE8S0EIS MEDICI ZU MAEPURGK. 

INHALT DES BÜCHLINS VOLOET NACH DEN VORREDEN. 

[FRANCKTURT AM MAIN 

DURCH WETGANDT HAN 

1666.] 



i . 



89 



Dem DURCHLEÜCHTIGEN und HOCHGEBOaifEN FÜRSTEN 

UND HEittN, HERRN PHILIPSEN LANDTGRAVEN ZU HES- 

SEN, GRAVEN ZU CATZENELNBOGEN, DIETZ, ZIEGENHATN 

UND NIDDA, ETC. REINEM GNEDIGEN FÜRSTEN 

UND HERRN. 

Gnad und Fried in Christo Jhesu Tunserm erlöser. Gnediger 
Färst und Hern E$ spricht der Heili§li'^diiigliche Prophet David, 
im hundert und siebenden Psalui. Die in» SchiffSt^auir dem Heer 
fuhren, und trieben ihren handel in grossen wassern. Die des 
Herrn werck erfaren haben ^ und seine wunder im Meer. Wenn er 
sprach, und einen stürm windt erregete, der die wellen erhub, und 
si^en himel füren, und in abgrundt fuhren, das ire seel für angst 
verzagte, das sie tummelten wie ein trunckener, und wüsten keinen 
rath mehr. Und sie zum Herrn schreien in irer not, und er sie auß 
iren ängsten füret. Und stillete das ungewitter, das die wellen sich 
legten. Und sie froh wurden, das stille worden war. Und er sie zu 
lande bracht nach ihrem wuntsch. Die sollen dem HERRN dancken, 
und seine gute, und umb seine wunder, die er an den menschen 
kindern thut. Und inen bey der gemein preisen, und bey den alten 
rhümen. 

Also bedancke ich mich gegen dem Allmechtigen Schöpffer 
Himmels, Erden und Meers, seinem Son Jesum Christum und dem 
Heiligen Geyst, der grossen gnad und barmhertigkeit, die mir unter 
den wilden leuten des lands Prasilien, welches inwoner, die mich 
gefangen hatten, genennet [2] die Tuppin Imba, und menschen 
fleisch essen. Derer gefangener ich neun Monat gewesen, und viel 
andere gefahre mehr durch ihre heilige dreyfaltigkeit, gantz unver- 
hoffter wunderlicher weise widerfaren ist, Das ich nach langem 
eilendes gefahr leibs und lebens widerumm in E. F. G. Fürslen- 
thumb, mein höchsts geliebtes Vailerlandt, widerumm nach ver- 
lauffneReyse und Schiffart undertheniglich anzeigen sollen, welche 
ich auffs kürtzeste begriffen hab. Ob E. F. G. zu irer gefelligen ge- 



00 

legenheit, darinne mit hilff Gottes , durch mich durchzogene Land 
und Meer, sich wollen vorlesen lassen, umm wunderbarer geschieht 
willen, der Allmechtige Gott in nöten^ bey mir erzeygt hat. Damit 
auch E. F. G. an mir nicht zweifTele, als solte ich unware ding vor- 
geben, wolle E. F. G. ich ein Paßport, zu disem bericht dienlich, 
selbs offerirenMßott sey in allem allein die ehre. Und bevelhe mich 
hiemit E. F. G. in underthenigkeit. Datum WolfThagtifi^' den zvi(:en- 
tzigsten Junii, Anno Domini im FünfRzehen hundert und Sechs und 
Pünfflzigsten. 



E. F. 6. Geborner untersaß Hans Staden von Homberg 
in H#mhri, ietzt Burger zum WolfThagen. 



^!^ 



V« 



9i 



[1] Dem wolgebornen herrn h. philipsen graff zu 
natsaw und sarprück etc. mfjnem gnedtgen herrn, 
wünscht d. dryander viel heils mit erbietung 

seiner dienste. 

Es faatt mich Hans Staden, der diß Buch und Historia ietz 
durch den druck leßt außgehen, gebetten, das ich doch zuvor 
seine Arbeit und Schrifft diser Historien ubersehpn, Corrigiren, 
und wo es von nöten ist, verbessern wolle. Diser seiner Bitte, 
habe ich auß vielerley ursach statt geben. Erstmals, das ich dises 
Attthoris Vatter, nun mehr in die fünfftzig jar gekandt (dann er 
und ich auß einer Stadt, nemlich zu Wetter, geboren und auffer- 
zogen sein) und nicht anders, denselbigen, daheim, und zu Hom-^ 
bergk in Hessen, da er ietz wonhafTtig ist, dann als vor ein auff- 
richtigen frommen und dapffern Mann, der etwa auch in guten 
künsten studirt, erkant hab, und (wie in gemeinem Sprichwort ist) 
der Apffel schmeckt allwege nach dem stamm , zu verhoffen Hans 
Staden, dieses Ehrlichen Manns Sone, sol in tugenden und fromb- 
keit dem Vatter nacharten. 

Zum andern neme ich die arbeit, diß Büchlein zu übersehen, 
desto freudiger und lieber ahn, das ich gern in denen geschichten, 
so der Mathematica gemeß sein, alsdann ist die Cosmographia, das 
ist die beschreibung und abmessuiig der Landtschaffleh , Stedt, und 
wegefahrten, deren inn diesem Buch auff vielerley weise etliche 
vorgetragen werden, belustigen, dann ich fast gerne mit diser 
sach umgehe, so ich verneme, das man auffrichtig und warlich, 
die ergangenen dinge [2] offenbaret, und an tag bringt, wie ich 
dann keins wegs zweifei, diser Hans Staden, schreib und vermelde 
seine Historia und wegefart, nicht auß anderer leut anzeigung, 
sonder auß seiner eigen erfarung, grüntlich und gewiß an, sonder 
einigen falsch, ursach, das er darinn keinen Rhum oder weltliche 
Ehrgeitzigkeit, sonder allein Gottes Ehr, Lob und danckbarkeit, 
für erzeigte wolthat seiner erlösunge^ suchet. Und diß im die 



92 

vornemste nrsach ist, diese History an tag zubringen, damit ieder- 
mann sehen köndte, wie gnediglicfa und wider alles hoffen, Gott 
der Herr diesen Hans Staden, auß so viel gefehrlicfakeit, so er 
Gott trewiich angerufen hat, erlediget, und von der wilden leuth 
grinimigkeit (bey denen er bei IX Monat lang, alle tage und stunde, 
erwarten niuste, das man inen unbarmhertziglich, todt geschlagen 
und gössen hett) in sein geliebtes Yatterland in Hessen ||rider 
kommen lassen. 

Für diese unaußsprechliche Gottes barmhertzigkeit, wolle er 
vor sein geringes vermögen ie gerne, Gott danckbar sein und 
die wolthat ime geschehen, Gott damit zuloben, aller meniglich, 
offenbaren, und indem er diß milde werck also treibt, brenge die 
Ordnung der handelung mit sich , das er die gantze wegefahrt der 
IX jar, so er ausser landt gewest ist, wie sich alle dinge zugetra- 
gen haben , beschreibe. 

Und dieweil er diß einfeltiger weise nicht mit geschmückten 
oder brechtigen worten oder Argumenten vortraget, gibt mir des 
einen grossen glauben , es muß sein sach bestendig und auffrichtig 
sein, und kundte ie auch keine nützung darab haben, das er lugen 
an statt der warheit vortragen wolle. 

Darzu so ist er sampt seinen Eltern hie inn diesem Landt ge- 
sessen, nit wie der Landtfarer und Lügener gewonheit, [3] von 
einem landt ins ander, Zigeuners weise, umblauffe, muste also ge- 
warten, wo etwan gewanderte leut, so inn den Inseln gewest, an- 
kämen, würden in lügen straffen. 

Und ist diß mir gar ein fest argument, das sein sach und 
diser History beschreibung, auffrichtig sein muß, das er anzeiget^ 
zeit, statt und platz, da des hochgelerten und weit berfimpten 
Eobani Hessi Sone, Heliodorus, der sich nun lange zeit in frembde 
lande zuversuchen begeben , und hie bey uns als für todt geschetzt 

worden, bei diesem Hans Staden inn der landtschafft oder wilden 

• 

leut gewesen ist, und gesehen, wie erber mlich er gefangen und 
hinweg gefüret sey. Dieser Heliodorus, sage ich, kann über knrtz 
noch lang Cwie man hofft das geschehen soO zu hause kommen, 
und wo des Hans Stadens Uistoria falsch und erlogen were , kan er 
in zuschanden machen, und für ein nichtigen Mann angeben. 

Von diesen und dergleichen krefftigen argumenten und Ver- 
mutungen , des Hans Stadens auffrichtigkeit zu beschätien und zu 



93 

bewehren, wfl* idi dißnial beruhen ^Jüil jreiter ein wenig aniei- 
gnng than, was doch die arsach s^^^Hl^diese und dergleichen 
Historien von nienisrlich wenig beyfalls und glaubens gegeben 
werde. 

Zum ersten habens die Landtfarer mit ihren ungereumpten 
lügen und anzeigung falscher und erdichter dinge dahin bracht, 
das man auch denen rechtschaffenen und warhafltigen leuten, so 
auß frembden landen kommen, wenig glaubens gibt, und wirt ge- 
roeinlich gesagt: Wer liegen ivill, der liege fern her, und über 
feldt. Dann niemandts dahin gehet diß zuerfaren , und ehe er die 
mühe darauO* legen wurde diß zuerfaren, wil ers ehe glauben. 

Nun ist aber damit nichts außgericht, das umb der lügen wil- 
len die warheit auch soll gestümmelt werden. Es [4] ist hierauff 
zu mercken, das so dem gemeinen mann etliche angezeigte dinge, 
nit müglich sein geglaubt werden, und doch so diese dinge bey 
verstandigen leuten verbracht und erwägen werden, vor die ge- 
wiste und bestendigste ding geacht werden, und sich auch also 
erfinden. 

* 

Diß merck auß einem oder II Exempel , so auß der Astronomi 
genommen oder gezogen werden. Mir leuthe so wir hie umb 
Teutschlandt, oder nahe dabey wonen, wissen außlifig herbrachter 
erfarung, wie lang der Winter, der Sommer, sampt den andern 
zweien jars zeiten , Heii>st und Lentz weren. Item wie lang oder 
kurtz der lengste tag im Sommer , und der kürtzte tag im winter, 
und so mit der nacht zuachten sey. 

Wenn nun gesagt wird, das etliche ort in der weit seien, da 
die Sonn in einem halben jar nicht under gehe, und der lengste tag 
bey denselben leuten VI Monat, das ist eins halben jars lang sey, 
und her widerumb die lengste nacht auch VI Monat, oder ein halb 
jar langk sey. Item das örter in der Welt funden werden, da in 
in einem jar, die quatuor tempora, das ist die vier zeit des jars 
doppel sein. Also das zwey Winter, zwen Sommer in einem jar 
gewißlich vorhanden sein. 

Item das die Sonn sampt andern Sternen wie klein sie uns hie 
sein düncken, doch der kleinste stern im Himmel grösser sey, dann 
die gantze Erde, und der ding unzelich viel. 

Wenn nun der gemeine Mann diese dinge höret, veracht ers 
zum höchsten, gibt keinen glauben und acht ea sein din^a^ dift 



94 

unmötrlich sein. Diewell^iSBi^iese Natürliche dflife bei den Astro- 
nomis dermassen clargeti6j^:^:f|^raen, daß die verstendigen der kunst 
hieran nicht zweiffein. 

So muß derhalben nit volgen , dieweil der gemein hauff diese 
dinge unwar helt, das es eben also sein muß, und wie [5] übel 
wurde die kunst der Astronomie stehen, wann sie diese himlische 
Corpora nicht künte demonstriren und anzeigen auß gewissem 
grundt die Eclipses, das ist, verdunckelung Sonn und Mons, auff 
gewisse tag und stund wann sie koiiunen selten. Ja etliche hundert 
jar vorher angezeigt, und findet sich in der erfarung also war sein. 
Ja sprechen sie: Wer ist am himel geweßt, und dise ding gesehen, 
und hat es abgemessen. 

Antwort: Weil die tegliche erfarung in disen dingen mit den 
demonstrationibus zustimmet. So muß man eben so gewiß halten, 
als gewiß ist, so ich III und II zusamen lege in der zal, werden V 
darauß. Und auß den gewissen gründen und demonstrationibus 
der kunst, tregt sichs zu, das man abmessen und rechnen kann, 
wie hoch biß an des mons himmel, und von dannen zu allen Pla- 
neten, und entlich biß an den gestirnten himel sey. Ja auch wie 
dick und groß die Sonn, Mond und andere corpora am Himel seien, 
und auß Überlegung des Himels, oder Astronomia, mit der Geo- 
metria, rechnet man gar eigentlich ab, wie weit, rond, breit und 
lang das erdtreich sey, so doch dise ding alle dem gemeinen man 
verborgen und als unglaublich geachtet werden. Die Unwissenheit 
were dem gemeinen Manu auch wol zuverzeihen, als der nit viel 
in der Philosophie studirt hab. Das aber hochwichtige und fast 
gelerte leute, an den dingen so wahr erfunden werden, zweiffein, 
ist schimpflich und auch schedlich, dieweil der gemeine man auff 
dieselbigen sihet, und iren irthumb dadurch bestetigt, also sagende: 
Wenn das war were, so hetlen es dise und jene Scribenten nicht 
widersprochen. Ergo etc. 

Das S. Augustinus und Lactantius Firmianus Cdie beide heilige 
geierteste, neben der Theologia auch in guten künsten wol erfame 
männer) dubitiren, und nicht zulassen wollen, das die Antipodes 
sein künden, das ist, das man leute [6] finde, die am gegenwort 
des erdtrichs, unden under uns mit iren fassen gegen uns gehen/ 
und also den kopff und leib under sich hangen gegen den Himel, 
und doch nicht hinabfallen etc. Diß Jaut seltzam zu bdren, und^ 



95 

helt sich doch allweg bey den gelerlen also , das es nicht anders 
gesein kann und war erfunden wirt, wie hoch es die heiligen und 
hochgelerten , so ietzt angezeigt sein, authores, verneint haben. 
Dann das vestiglich war muß sein, das diejenigen so ex diametro 
per centrum terre wohnen, Antipodes sein müssen, und vera pro- 
positio Itat. Omne versus coelum vergens, ubicumque locorum, 
sursum est. Und darff man nit hinunten in die newe weit ziehen, 
die Antipodes also suchen, sondern dise Antipodes sein auch hie 
im obern halb theil des erdtrichs. Dann wann man zusamen re- 
chent und gegen einander helt die eusserste landtschaflTt im Occi- 
dent, das ist Hispanien und zum Finstern stern gegen das Orient, 
da India landt teit, geben dise eusserste leut und inwoner des erdt- 
richs , beynahe ein art der Antipoden. 

Wie auch etliche fromme Theologi herauß deutten wollen, 
dafz der Mutter filiorum Zebedey bitte, wahr worden sey, da sie 
den Herrn Christum hatte, das irer Söne einer zu seiner rechten 
handt, der ander zur lincken handt sitzen möge. Diß sey also ge- 
schehen, dieweil S. Jacob zu Compostel, nit weit a fine terre, das 
gemeinlich zum Finstern stern genant wirdt, begraben sein sol, 
und ehrlich gehalten würde. Und der ander Apostel in India, das 
ist im auffgang raste: Das also dise antipodes lange vorhanden ge- 
weßt, und unangesehen, das zur zeit Augustini die new weit Ame- 
rica underm erdtrich nöeh nicht erfunden , so weren sie doch auch 
auff die weise vorhanden gewesen. Etliche Theologi, und sonder- 
lich Nicolaus Lyra Cd^r sonst ein treflSicher man ist geachtet) wöl«* 
len, das, demnach der Erdtkloß, oder die Welt zum halben theil 
[7] im Wasser lige und schwimme, also, das diß halb theil, da wir 
auif wonen , über dem wasser heraußgehe*. Das ander theil aber 
sey unden gar mit dem Meer und wasser also umbgeben, das da 
niemandt wonen kan. Welchs alles wider die kunst der Cosmo- 
graphia streitet, Und nun mehr durch die vile Schiffarten der Spa- 
nier und Portugaleser , viel anders erfunden ist worden, daß das 
Erdtrich allenthalben bewonet werde. Ja auch sub torrida Zona^ 
welchs unser vorfaren und alte Scribenten nie haben wollen zu- 
lassen. Unser tagliche würtz, zucker, perlen, und andere der- 
gleichen wahr, werden auß den landen her zu uns bracht. Diß 
paradoxon von den Antipodibus, und vorangezeigten Himmels ab- 
messupg hab ich mit fleiß anzeigen w<>llen, das vori%^ Kx^xs^«^ 



96 

damit zu bestettigen, köndten fast viel der dinge mehr hie ange- 
zeigt werden, wo ich mit meinem langen schreiben euch gern ver- 
drößlich sein wolt 

Doch werden dergleichen Argument viel gelesen werden, in 
dem Buch, so der wirdige und Hochgelerte, Magister Casparas 
Goldtworm, fleissiger Superintendens E. G. zu Weilburgk vOkd Pre- 
dicant: Welchs buchs in VI theil underscheiden von vielerley Mi- 
rackeln, wunderwercken , und paradoxen, so bey vorigen Zeiten 
und noch geschehen sein, sagen wird, und bey kurtzem in truck 
verfertiget soll werden. Zu welchem Buch, und zu andern vielen, 
so dergleichen dinge beschriben, Als sein : Libri Galeotti, de rebus 
vulgo incredibilibus etc. den gütigen Leser, so diser ding weitern 
verstandt haben will, ich hiemit gewiesen will haben. 

Und sey hiemit genug angezeigt, das es nicht flucks allwege 
lügen sein müssen, so etwas wird angezeigt, dem gemeinen Mann 
frembd, und unbreuchlich dünckt sein, wie in dieser Historia, da 
die leute alle in der Insel nacket gehen, [8] kein heuslich vihe zur 
narung, keinerley dinge, so bey uns im Brauch, den Leib zuerhal- 
ten, haben, als kleider, Bette, Pferde, Schwein oder Kübe , noch 
Wein oder Bier etc. sich auff ihre weise enthalten und behelffen 
müssen. 

Damit diese vorrede zum Ende lauff, will ich auch kürtzlich 
anzeigen, was disen Hans Staden bewegt hai^^ seine beide Schif- 
farte und wegereise in truck zu verfertigen. Diß möchten viel im 
übel außlegen, als wolt er hiemit im einen Rhum, oder berechtigen 
Namen machen, welchs ich gar viel anders von ime verneme, und 
glaub gewißlich, das sein gemüt viel anders stehe, wie auch in der 
Historia hin und wider vermerkt wirt 

Die weil er so in vielfeltigern Elend gestanden, soviel wider- 
wertigkeit erlitten, daran ihm so olft sein leben gestanden hat, und 
gar nicht zu hoffen, sind das er da entlediget und in sein Vatter 
heimmet wider kommen würde. Gott aber, dem er allwege ver- 
trawet und angeruffen , inen nicht allein von seiner feinde bende, 
sondern auch durch seine gleubiges gebet vielmals Gott beweget 
hat, das under den Gottlosen leuten Gott zuverstehen geben, das 
der rechte warhafiige Gott, krefftig und gewaltig, und noch vor- 
handen sey. Mann weiß wol, das des Gleubigen gebett Gott kein 
ziel^ Maß oder zeit, setzen solle, so es aber Gott gefeUig ist 



9» 

gewesen, dnrch diesen Hans Staden, sein wunderwerck bey den 
Gottlosen wilden, zusehen lassen, Diß wüste ich nicht zu wider 
sprechen. 

Auch ist iedermann bewust, das trübsal, kummer, Unglück 
und kranckheit etc. gemeinlich die leut zu Gott bewegen, das sie 
in der noth mehr dann zuvor Gott anruffen, etliche bißher nach 
papistischer weise, sich etwan disem oder jenigen heiligen mit 
walfart oder opferen verpflichten, das in auß [9] irer Not geholffen 
werde, und dise gelübte vast strenge gehalten werden, außge- 
nommen von denen, so gedencken die heiligen zu betriegen mit 
iren gelübten, wie Erasmus Roterodamus in coUoquiis in dem Nau- 
fragio schreibet, das einer im Schiff S. Christophorum, der zu Pariß 
im Tempel, ein bildt etwan 10 eleu hoch, wie ein grosser Poli- 
phemus, stehet, Diesem heiligen gelobt habe. Wann er im auß 
der Nott hilff, wolle er im opffern, ein wechsen liecht also groß, 
als der heilige were. Sein nechster nachpawer, der bey ihm saß, 
der wüst umb dieses Manns armbeit, schaldt in von wegen dieses 
gelübtes, sagt, Wann er gleich all sein narung, die er auff Erden 
hette, verkeufft, köndte es doch nicht soviel wachs ^u wegen brin- 
gen, das er ein solch groß liecht kündt gezeugen. Antwort im der 
darauff, sagt es ihm heimlich, das der heilige es nicht hören solte, 
sprechende: Wenn er mir auß dieser not geholffen hat, wil ich im 
kaum ein unschlicht licht, gemacht eins pfennigs wert, geben. 

Und die ander Historia von dem Reuter, so im Schiffbruch 
war, die ist eben auch also. Dieser Reutter als er sähe, daß das 
Schiff wolt undergehen, rieff er S. Niclaus an, daß er ihm auß der 
not hülffe, er wolt im sein Pfert oder Pagen opffern, da vermanet 
sein knecht inen. Er soltc das nicht thun, warauff er sonst reiten 
wolle, sagt der Juncker zum knecht, heimlich, das der heilige 
nicht hören solt. Schweige du still, wann er mir auß gehilfft, wil 
ich im nicht den Slertz, das ist den Schwanlz vom Pferde geben. 
Also gedacht ein iederer under den zweien, seineu heiligen zu be- 
triegen und gethaner wolthat bald zu vergessen. 

Damit nun dieser Hans Staden nicht auch also dafür ange- 
sehen werde, letzt so ihm Gott geholffen hat, dieser wotthal zu 
vergessen. So hat er im vorgenommen, mit diesem [10] truck, und 
beschreibung der Hystoryen, Gott in allwege zuloben und preisen, 
und auß Christlichem gemüt, die werck und Gnade an im erzeigt^ 

Fed. a. St, "^ 



wo er kan und mag, an tag zubringen. Und wann diß nicht sein 
vornemens were Cwelchs <lann erbarlich und gerecht isi) , so wolte 
er viel lieber dieser mühe und arbeit, verseumnis, auch angewen- 
tes kostehs, der nicht gering aufT diesen Truck und Formen zu 
schneid'en ergangen ist, enthaben sein. 

Diese Historia aber dieweil sie durch den Authorem dem 
Durchleuchtigen hochgebornen Fürsten und Herrn Herrn Philipsen, 
Landtgraffen zu Hessen, GrafT zu Catzenelnbogen, Ditz, Ziegen- 
hain und Nidda, seinem Landtsfürsten und Gnedigen Herrn under- 
thcniglicb dedicirt und zugeschrieben, und in seiner gnade namen 
ofTentlich in tfnck hat lassen außgehen, und lange zeit zuvor her 
von hochgemeltem F. unserm Gnedigen Herrn, in meiner und an-' 
derer viel, gegen Wertigkeit, den Hans Staden examinirt, und von 
allen stücken seiner SchifTart und gefenknis gruntlicb außgefragl 
und erforst, davon ich dann vielmals E. G. sampt anderen Herrn 
underthenig angezeigt und erzelet habe. Und dieweil ich E. G. vor 
einen sonderlichen liebhaber solcher und dergleichen Astronomi- 
schen und Cosmographischen künste, zu sein lange 2^it vermerckty 
habe ich diese meine prefation oder vorred K G. undertheniglich 
wollen zuschreiben. Welch E. G. gnediglich also von rairr vrolle 
annemen , biß so lang ich etwas trifftigcrs in E. G. namen in truck 
verfertigen werde. 

Mich hiemit £. G. undertheniglich bereihende 

Datum Marpurgk am tage Thome. 
Anno M.D.LVI. 



9» 



[1] INHALT DES BUCHS. 

1) Von zweien Schiffarten, so Hans Staden in neundthalb 
jaren volnbracht hat 

Ist die erste reise auß Portugalia, die ander auß Hispania, in 
die newe weit Americtun geschehen* 

Z) Wie er alda in der Landtschafft der wilden leut Toppinikin 
Cso dem König von Portugal zustehen^ für einen Büchsenschützen 
gegen die feinde dahin gebrauchet sey. 

Letzlichen, von den feinden gefangen und wegk geführet, ze- 
hendhalben Monat lang in der gefar gestanden, das er getödt von 
den feinden und gefressen solt worden sein» 

3]) Item, wie Gott gnediglichen und wunderbdrlicher weise, 
diesen gefangen nach vorgeießnem jar erlöst^ und und er in sein 
geliebtes Yatterlandt wider heim kommen sey. 

Alles Gott zu Ehren und dancksagung seiner milten barm-^ 
hertzigkeit in truck gegeben. 



t« 



iOO 



[2] Was failfft der wechter in der Stadt, 
Dem geweidigen schiff im raeer sein fart 
So sie Gott beide nicht bewart. 

.CAPUT I. 

Ich Hans Staden von Homberg in Hessen, name mir vor, wenns 
Gott gefeilig were, Indiam zubesehen, zöge der meinung von Bre- 
men nach Hollandt, zu Campen kafm ich bey schiffe, die weiten in 
Portugal Saltz laden. Da führe ich mit hin, und wir kamen den 
XXIX tag Aprilis des jares 1547 an, bey einer Stadt genant Sanct 
Tuval CS. Tubal), waren vier wochen auff deni wasser dahin zu- 
faren. Von dannen zohe ich nach Lissebona, welchs fünff meil von 
[3] Sanct Tuval ist. Zu Lissebona kam ich in ein herberg, der Wirt 
war genant der jung Leuhr, und war ein Teutscher, da lag ich ein 
zeit lang bey. Demselbigen Wirt sagt ich , Wer auß meinem Vat- 
terlandt gezogen, wann es mir gelingen möcht in Indiam zu sie- 
geln. Sagt er. Ich were zu lang aussen blieben. Des Königes 
Schiffe, so in Indiam füren, weren hinweg gefaren. Ich batt in, 
dieweil ich die reyse versäumet hette, das er mir wölte zu einer 
andern helff'en, dieweil er die spraach könte, ich wölte wieder in 
seinem dienste sein. 

Er bracht mich in ein Schiff" für einen Büchsenschützen. Der 
Capitan in dem Schiff war genant Pintado, der wolte in Prasilien 
faren, auff kauffmanschaflt , Hatte auch Urlaub auff die Schiff zu- 
greiffen, so in Barbaria mit den weissen Moren kauffschlagten. 
Auch wo er Frantzösische Schiff in Prasilien mit den wilden leuten 
kauffschlagen fünde, selten preiß sein. Auch solte er dem Kö- 
nige etliche gefangenen da ins landt füren, dieselbigen hatten straff 
verdienet. Doch die newen lande damit zu besetzen, wurden sie 
gesparet. 

Unser Schiff war wol gerast mit aller kriegrfistung, welche 
man zu wasser gebraucht. Unser waren drey Teutscher in dem 



101 

schiff, einer genant Hans von Bruchhausen, der ander Heinrich 
Brant von Breinmen und Ich. 

Beschreibung meiner ersten Schifffart von Lissebo^a auß Portugal. 

CAPUT IL 

Wir siegelten von Lissebona, mit noch einem kleinen schiillin, 
war auch unsers hauptmans^ kamen erst[4]mals an bey einer Insel 
Eilga de Madera genant, höret dem Könige von Portugal, wonen 
Portugaleser darinn. Ist fruchtbar von wein und zucker. Daselbs 
bey einer Stadt, genant Funtsqhal C^unchaO, namen wir mehr 
Victalia ins Schiff. 

Darnach fuhren wir von der Insel in Barbariam nach einer 
Stadt Cape de Gel genant, höret einem weissen Moren König, Schi- 
riffe genant. Die Stadt hat vormals der König von Portugal inne 
gehabt, derselbige Schiriffi hats ime wider genommen. Bey der- 
selbigen stadt^meinten wir der obgenanten schiff zu bekommen, die 
mit unchristen kauffschlagten. 

Wir kamen dahin, funden viel Castilianischer fischcr da un- 
term land,.die gaben uns bericht, wie das bey der Stadt schiffe 
weren. Wir fuhren hinbey, so kompt ein schiff auß dem Havingen, 
wolgeladen. Dem fuhren wir nach und überkamen es. Aber das 
volck entführe uns mit dem Botte. [5] Da sahen wir ein ledig bott 
auff dem lande stehen, welches uns wol dienlich war zu dem ge- 
nomnen Schiff, wir fuhren hinbey und holtens. 

Die Weissen Moren kamen starck angeritten, wollen es ver- 
thedingen. Aber sie konten vor unserm geschütz nicht darzu kom- 
men. Wir namens, fuhren mit unser beute, welches war Zucker, 
Mandeln, Tattelu, bocksheude, gummi Arabicum, Deren das Schiff 
wol geladen war, wieder nach dem Eilga de Madera, schickten 
unsere kleinen Schiff^hach Lissebona, solches dem Könige anzuzei- 
gen, wie wir uns mit solcher beut halten selten, dann es höreten 
Valentianische und Castilianische Kauffleut darzu. 

Wir wurden von dem Könige beantwortet, sollen die beut da 
in der Insulen lassen, und mit unser reise fortfaren, mitler weil 
wolle sein Altesa gründllich erfaren, wie es darumb were. 

Demnach thatten wir und fuhren wider nach Cape de Gel, 
zubesehen, ob wir mehr beut bekommen konten» ^b^t >\.\i&^x ^Sa^:^- 



102 

nemen war umbsunst, und der windt wurd uns zu entgregen, bey 
dem lande, der uns verhinderte. Die nacht vor aller heiligen tag, 
fuhren wir von Barbaria mit einem grossen Sturmwind nach Prasi- 
lien zu, Alü wir nun 400 meil von Barbaria ab waren in das Meer, 
kamen viel fische umb das schiff, der fiengen wir mit angelhacken. 
Derselben waren etliche, welche die Scbiffleut nenneten Albakore, 
waren groß, Etlich Bonitte, waren kleiner, Etliche Durado. Auch 
waren viel fische da, so groß wie bering, hatten auff beiden selten 
fittige^ wie eine fledermauß, dieselbigen wurden sehr verfolget von 
den grossen, Wann ^ie die hinter sich vermerckten, erhoben sie 
sich auß dem wasser ihrer grosse baufi'en, flogen ungefehrlich zweier 
klafftern hoch über dem wasser, [61 etliche sehr nahe, so weit man 
absehen könte. Dann fielen sie widerumb ins wasser. Wir funden 
sie ofiPtmals des morgens im Schiff ligen, waren des nachts im flug 
darein gefallen. Und sie hiessen in Portugalesischer spraach pisce 
Bolador, Darnach kamen wir in die höhe der linie Aequinoctial» 
Daselbst war grosse hitze, dann die Sonn stunde recht über uns 
wann es umb mittag war, war gar kein windt etliche tage, dann 
inn der nacht kamen offtmals grosse donnerwetter mit regen und 
windt, erhüben sich bald, vergiengen auch bald, das uns diesel- 
bigen nicht, wann wir unter Siegel waren, übereilen sollten, niusten 
wir fleißig wachen. 

Als aber nun widerumb windt kam, der wehete sturmb, weret 
etliche tage, und war uns entgegen^ vermuteten uns, wo er lang 
werete, hungersnot s^uleiden. Rufften Gott an umb guten windt 
Da begab es sich eine nacht, das wir einen grossen stürm hatten, wa- 
ren inn grosser mühe^ da erschienen uns viel blawer liechter in dem 
Schiff, dero ich nit mehr gesehen hatte. Da die bulgen vor ins schiff 
schlugen, da giengen der liechter auch. Die Portugaleser sagten, 
das die liechter ein zeichen gutes zukünffligen wetters weren, son- 
derlich von Gott gesant in nöten zulrösten. Theten Gott eine 
dancksagung darfür mit einem gemeinen gebet. Damach ver- 
schwunden sie wider. Und diso liechter heissen Santelmo, oder 
Corpus Santon. Wie nun der tag anbrach, wurde es gut wetter, 
und kam ein guter windt, das wir augenscheinlich sahen, das solche 
liechter musten ein wunderwerck Gottes sein. 

Wir siegelten hin durch das Meer mit gutem winde, den 
XXVIll ta^ Januarii, kriegen wir einen huck landes ins gesiebt, in 



103 

einer ta Cape de Sanct Augustki genant. Acht meil darvon kamen 
wir zu Havingen Brannenbucke CP^rnatnbuco) genannt. [7] Und 
wir waren Ixxxiüi tage im Meer, ehe wir das landt sahen. Da selbst 
hatten die Portugaleser einen Flecken auffgericht, Marin genant. 
Der Hauptmann des Flecken war genant Artokoslio, dem überlif- 
ferten wir die gefangenen, luden auch etliche guter auß, die sie 
da behielten. Wir richteten unsere sach auß in dem Havingen, 
weiten furthan siegeln, da wir meinten zuladea. 

Wie die wilden des orts rrannenbiickc (Peruamfcuco) waren auflSnirisch yfX)iCr 
den, und den rortiigalcscra einen Flecken vertilgen woltcn. 

CAPUT 11 L 

So begab es sich, das die wilden des orts waren aulTrürisch 
worden ge^n die Portugaleser, welchs sie vor[8]mals nicht wa- 
ren, welches nun der Portugaleser halben sich angefangen hatte, 
so wurden wir gebetten umb Gottes willen, von dem Hauptman 
des landes, das wir wollten im Flecken einsetzen, Garasu genant, 
fünir meil von dem havingen Marin, da wir lagen, welches die 
wilden sich unterstunden einzunemen, und die in woner des Flecken 
Marin kunten den andern nicht zu hiliT kommen. Dann sie sich 
auch vermuteten , das die wilden sie überziehen würden. 

Wir kamen den von Garasu zu hilfT mit viertzig Mannen un- 
sers schifTs, fuhren in einem kleinen schifflin dahin. Das Flecklin 
lag auf einem stramen des Meers, welches sich zwo meil wcgs 
landtwerts in strecket. Es möchten unser Christen 90 zur wehr 
sein. Darneben dreissig Moren und Prasilianische schlaven, welche 
der einwoner eigen waren. Die wilden leut, so uns belegerlen, 
wurden geachtet auff acht tauscnt. Wir in der belegerung hatten 
nur einen zäum von Reydeln umb uns her. 

Wie iro Fcstunge war, uiid wie sie gegen uns stritten. 

CAPUT IUI. 

Umb den Flecken her, da wir inne belegert waren, gieng ein 
walt, darinnen hatten sie zwo festungen gemacht, von dicken beu- 
men, darinnen hatten sie des nachts ire Zuflucht, ob wir zu inen 
hinauß fielen, da weiten sie beylen. Durneben hallen sie die löchcr 



104 

in die Erden gemacht, umb den flecken her da lagen sie des tages 
inn, darauß kamen sie mit uns zu schermützlen. Wann wir nach ' 
inen schössen, fielen sie alle nider, vermeinten sich dem schuß zu- 
entbucken, hatten uns sogar belegert, wir kundten weder ab noch 
zu kommen. [9] Kamen hart vor den Flecken, schössen viel pfeil in 
die höhe, meinten sie sollen im niderfallen uns im flecken treffen, 
schössen uns auch pfeile, daran sie baumwoU und wachs gebunden 
hatten, und das angesteckt, meinten uns die techer an den heusern 
mit anzustecken, treweten wie sie uns essen weiten, wenn sie uns 
kriegten. Wir hatten noch ein wenig zu essen, und das selbige war 
bald aufl*. Dann es da im land den gebrauch hat, alle tag, oder ie 
über den andern tag, frische wurtzeln zuholen, und meel oder 
kuchen darvon zumachen, zu solchen wurtzeln konten wir nit 
kommen. ^ 

Wie wir nun sahen, das wir victalia gebrech leiden musten, 
fuhren wir mit zweien Barcken nach einem flecken Tammaraka ge- 
nant, victalia da zu holen, so hatten die Wilden grosse beume über 
das wässerlin her gelegt, war irer vol aufi* [10] beiden selten des 
ufers, meinten uns die reise zuverhindern. Wir zerbrochen das- 
selbige wider mit gewalt^ es wurd eben mitler zeit. Wir blieben 
auff dem truckenen. Die wilden konten uns in den Schiffen nichts 
thun. Aber sie wuriTen viel truckenes holtzes auß irer schantze 
zwischen das ufer und schiff, vermeinten das anzustecken, ihres 
pfeffers, der da im lande wechset, darinn zuwerffen, und uns mit 
dem dampffe auß den schiffen zujagen. Aber es geriet inen nicht, 
mitlerweil kam die flut wider. Wir fuhren zu dem flecken Tamma- 
raka. Die inwoner gaben uns victalia. Darmit fuhren wir widerumb 
nach der Belegerung bey dem vorigen ort, hatten sie uns die fart 
wider gehindert. Also, Sie hatten beume, wie vor, über das wäs- 
serlein gelegt, lagen darbey auff dem ufer, hatten sie zwen beume 
unden, auf ein wenig nahe abgehawen, oben an die beume hatten 
sie dinger gebunden, Sippo genant, wachsen wie hoppen bremen, 
sein dicker. Das ende hatten sie in irer schantz, war ir meinung, 
wann wir kemen, und wollen wir hindurch brechen, wollen sie die 
Sippo ziehen, das die beume vort an selten brechen und auff die 
Schiff fallen. 

Wir fuhren hinbey, brachen hindurch, der erste bäum fiel nach 
irer schantze, der ander fiel kurtz hinder unser schifflein ins was- 



105 

ser. Und ehe wir anfiengen das wehr zu brechen , ricffen wir un- 
sern Gesellen in dem flecklin, das sie uns zuhilff keinen. Wann wir 
anfiengen zu ruffen, rüfften die Wilden auch, das uns unsere gesellen 
inn der belegerung nit hören knndten, dann sie kondten uns nicht 
sehen eines gehöltzes halben so zwischen uns war, sonst aber 
waren wir so nahe bey ihnen, das sie uns wol betten können hören, 
wann die Wilden so nicht geruffen betten. 

Wir brachten die victalia in den flecken, wie die Wilden 
[11] da sahen, das sie nichts, konten außrichten, begerten sie 
fried und zogen wider ab. Die belegerung werete bey nahe einen 
Monat, der Wilden bliben etliche todt, aber der unsern Christen 
keiner. 

Wie wir sahen, das sich die Wilden zu fried begeben hetten, 
zohen wir wider zu unserm grossen Schiff, welches vor Marin lag, 
daselbs luden wir wasser in, auch Mandioken meel zu victalia. Der 
Oberst des fleckens Marin dancket uns. 

Wie wir auß Prannenbucke fuhren nach einer landtschaift Buttugaris ge- 
nant, bey ein Frantzösisch Schiff kamen, nnd uns mit inie schlugen. 

CAPUT V. 

[12] Wir fuhren viertzig meilen von dannen zu einem Havin- 
gen, Buttugaris genant, da meineten wir das Schiff mit Prasilicn 
holtz zu laden, auch den Wilden mehr victalien abzubeuten. 

Wie wir dahin kamen, funden' wir ein schiff auß Franckrcich, 
das lud Prasilien holtz, das fielen wir an, meinten es zunemen, aber 
sie verderbten uns den grossen Mastbaum mit einem schösse, und 
entsiegelten uns, etliche unsers Schiffes wurden erschossen, etliche 
verwundet 

Damach wurden wir sins wider in Portugal zufaren, dann wir 
konten nicht widerumb zu winde wert kommen, in den havingen, 
da wir meinten victalia zu bekonunen. Der windt war uns zuwider, 
wir fuhren mit so geringer victalia nach Portugal, lieden grossen 
hunger, etliche assen bocks heud, die wir im Schiff halten. Man gab 
unser ieder einem des tags ein Nösselen wassers, und ein wenig 
Prasilianisch wurtzeln meel, waren 108 tag im Meer, den XU tag 
Augusti kamen wir bey Insulen, genant Losa Sores, hören dem Kö- 
nige von Portugal, da anckerten wir, ruweten und fiscKV«^^. ^^^^ 



106 

selbst sahen wir ein Schiff im Meer, da fuhren wir bey, zuwissen 
was es für ein Schiff were, und es war ein Seereuber, stalte sich 
zur wehre, ^ doch kriegten wir die oberhandt, und namen inen das 
Schiff^ sie entfuhren uns mit dem böte nach den Insulen.. Das Schiff 
hatte viel wein und brots, damit wir uns erquickten. Darnach kamen 
wir bey fünff schiff, horten dem Könige von Portugal, die selten 
foey den Inseln der Schiff auß India warten, sie in Portugal zu ge- 
leiten. Darbey blieben mir, hulffen ein Indischschiff, welches da an- 
kam, geleiten in ein Insel Tercera genant, da bliben wir. Es hatten 
sich in der Insel viel Schiff versamlet, welche alle auß den newen 
landen komen waren, etliche wollen £13] in Hispanien, etliche in 
Portugal. Wir fuhren auß Tercera bey nahe hundert schiffe in ge- 
seischafft, kamen zu Lissebona sd, ungeferlich den ächten tag Oc- 
tobris, des jars 1548, waren XVI Monat auff der reise geweserj, ^, 

Darnach ruwete ich ein zeil lang zu Lissebona, wurde des sins 
mit den Hispaniera in die newen land zufaren, die sie inne haben. 
Fuhr derhalben voa Lissebona mit einem Engellendischen schiffe in 
Castilleo^ bei eine stadt Porta Sancta Maria genant. Da weiten sie 
das schiff mU weia laden, von dannen reisete ich nach einer stadt 
Civilien genant, da fand ich drey Schiffe, wurden zugerüst, sollen 
l^acji einer landlscbafft Rio de Platta genant, fahren, gelegen in Ame- 
rica, diesejbige landlscbafft, und das Goltreiche landl Pirau genant, 
«rejichs vor etlichen jaren funden ist worden, und Prasilien, ist alles 
.ein fußfeste landt. 

Dasselbige landl fort einzunemen, waren vor eilichen jaren 
rschiffe dahin geschickt, deren eins war wider kommen, begerlcn 
mehr hilff, sagten viel, \vie Gollreich es sein soll. Der hauptmau 
juber die drey schiff, war g.enanl Dohn Diego de Senabrie, soll von 
«wegen dt^s Königs ein Obersler sein in der landlscbafft. Ich begab 
mich in der Schiff eins, sie wurden sehr wol gerüsl, wir fuhren 
^on Civilien nach Sanct Lucas, da die Civiliscbe refir ins Meer gehl, 
daselbst lagen wir und warten auff guten windU 

Beschreibung meiner andern Schiffart von Civilien auß Hispanien 

in Amcricam. 

CAPUT VI. 

[14] Anno Domini 1549, den vierten tag nach Ostern, siegel- 
len wir zu Sanct Lucas auß, und der wuil war uns entgegen, namcn 



107 

zu Lissebona havingen; wie der wint gut wurd, fuhren wir nach 
den Insulen Cannarias, anckerten bey einer Insulen Pallama genant, 
da namen wir etlichen wein in das Schiff für die reise. Auch wur-* 
den die stewrieut der schiffe daselbst eins, wenn sie im Meer von 
einander kernen, wo sie in dem landt selten wider bey einander 
kommen, nemlich in 28 Gradus auff der Süden seiteii der linien 
equinoctial. 

Auß Palma fuhren wir nach Cape virde, das ist, das grüne 
haupt, welches ligt in der schwartzen Moren landt Daselbst hatten 
wir bey nahe ein Schiffbruch gelitten, von dannen fuhren wir unser 
Coß, der windt war uns entgegen, verschlug uns etlichemal auff 
das landt Gene, in welchem auch [15] schwartze Moren wonen. 
Darnach kamen wir bey einer Insulen an, genant S. Thome, hört 
dem Könige von Portugal, ist ein zuckerreich Eilandt, aber unge* 
sunt. Es wonen Portugaleser darin, haben viel seh wartzer Moren, 
das ihre eigene leut sein. Wir namen frisch wasser in der Insel, 
siegelten fürt an, wir hatten unsere zwey mitgesellen Schiffe in 
einem sturmbwind des nachts auß dem gesiebt verlorn, also, das 
wir allein siegelten, die winde waren uns sehr entgegen, dann sie 
haben die art in dem Meer, wann die Sonn auff der Nort selten der 
linien Aequinoctial gehet, so wehen die wind von dem Süden her. 
Desselben gleichen, wann die Sonn auff der Süden selten geht, kö- 
rnen sie von der Jf orten selten, haben die art, das sie fünff Monat 
ßieiS auß einem ort weben, hinderten uns vier Monat, das wir un- 
ser rechte Coß nicht segelen mochten. Wie da der Monat Sep- 
tember ankam, begunten die winde Nörtiich zu werden ^ wir setzten 
unser Coß Send Send West, nach America zu. 

Wie wir in die höhe XXVIII (pra4us bey das landt America kamen, den 
^ftyiDgen picht erkennen kundten, dahin wir bescheiden waren, und ciii 

grosser Sturm sich bey dem landt erhub. 

CAPUT YII. 

Darnach eines tags, welcher war der 16 Novembris nam der 
Stewrman die höhe der Sonnen, befand sich in 28 gradus, da such^ 
ten wir das Landt Westen an auff. Darnach den 24. tag gemeltea 
Monats sahen wir landt. Waren VI Monat im Meer gewesen, stun» 
den vielmals grosse gefahr. Als wir nun hart bey das laad^ Va.vb»r:^^ 



108 

[16] kanten wir den Havingen und die merckunge nicht, welche 
der Oberste Stewrman uns gegeben hatte. DorfRens auch nicht wol 
wagen uns in unbekante havingen zugeben, lovirten so langes dem 
lande her: es hub an sehr zu wehen, wir meinten nit anders dann 
auff den Klippen umbzukommen, bunden ledige faß zusammen, the* 
ten pulver darinn, stopfFten die sponde zu, bunden unsem wehr 
daraufT, ob wir betten Schiffbruch gelitten, und etliche weren dar- 
von kommen, selten ire wehr am lande finden, dann die bulgen wür- 
den die fasse an das landt werffen, wir lovirten, meinten vom landt 
widerum abzufaren, es halff nicht, der windt treibe uns auff die 
Klippen, so im wasser verborgen lagen in 4 klopffler wassers hoch, 
musten der grossen bulgen halben auffs landt fahren, meinten nicht 
anders, dann wir mästen alle miteinander umbkommen. 

Doch schickt es Gott, wie wir hart bey die Klippen kamen, 
ward unser gesellen einer eins havingen gewar, da füren wir hin- 
ein. Daselbst sahen wir ein klein schüRin, das flöhe vor uns, und 
fuhr hinter ein Insel, das wir es nicht sahen, und konten nicht wis- 
sen was es für ein schiff were, aber wir folgten im nit weiter nach. 
Sonder Hessen unsern ancker zu gründe, preiseten Gott, das er uns 
auß dem eilend geholffen hatte, ruheten wir, und truckneten unsere 
kleider. 

Und es war wol umb zwo uhr nach mittage, da wir den ancker 
zugrund Hessen , gegen dem abendt kam ein grosser Nache voll 
wilder leut bey das Schiff und wolten mit uns reden. Aber unser 
keiner kundte die spraach wol verstehen. Wir gaben inen etliche 
Messer und Angelhacken, da fuhren sie wider hin. Diselbige nacht 
kam wider ein Nache voll , da waren zwen Portugaleser unter, die 
fragten uns, wo wi( her weren. Da sagten, wir weren auß Hispa- 
nien, meinten sie, [17] wir müsten einen kundigen Steurman haben, 
das wir so weren in den havingen kommen, dann sie weren des 
havingen kündig, aber mit solchem Sturmwetter, wie wir darinn 
kommen weren, wüsten sie nit darein zu kommen. Da sagten wir 
inen alle gelegenheit, wie uns der windt und die bulgen zu einem 
Schiffbruch betten bringen wollen. Wie wir nun nit anders meinten, 
dann wir selten umbkommen, weren wir des havingen plötzlich 
weiß worden, und Gott bette uns also darinn geholffen, unverhoffet, 
und des Schiffbruchs errettet, und wüsten auch nicht, wo wir 
weren. 



109 

Wie sie solchs höreten, verwunderten sie sieb, und danckten 
Gott, und sagten, der Havingen, darinnen wir weren, hiesse Supra- 
way, und wir weren ungeferlich XVIII meil wegs von einer Insel, 
die heisset Sancte* Vincente, und hörete dem König von Portugal, 
und da woneten sie, und die, so mit dem kleinen Schifflin gesehen 
hetten, weren derhalben geflohen, das sie gemeinet betten, wir 
weren Frantzosen gewesen. 

Auch fragten wir sie, wie weit die Insel Sancte Catharine von 
dannen were, dann wir wölten daselbst hin. Sagten sie, es möchten 
ungeferlich XXX meil sein, nach den Süden, und es were daselbst 
ein Nation Wilder, die hiessen Carlos, das wir uns wol vorse- 
hen, und sagten: Die Wilden des gegenwertigen Havingen beis- 
sen die Tuppin Ikins, und weren ire freund, darfur betten wir 
kein not. 

Wir fragten sie in was höhe der Sonnen dasselbige landt lege, 
sagten sie, in 28 gradus, wie wahr ist Auch gaben sie uns gleich- 
nus, wo bey wir das landt erkennen selten. 

[18] Wie wir da widerumb auß dem havingen fuhren, das landt widerumb 

znsucheny dahin wir wolten. 

CAPUT VIIL 

Als sich nun der windt auß dem Ost Sud Osten gestillet, ward 
gut Wetter, und der windt wehete auß den Nordosten, giengen wir 
zu Siegel, und fuhren wider zurück nach dem vorgemelten ort 
landts, wir siegelten zwen tag und suchten den havingen, und hon- 
ten in nicht erkennen. Doch merkten wir bey dem lande, das wir 
musten bey dem havingen über gesiegelt haben, dann die Sonn ver- 
dunckelt war, das wir nicht nemen konten , konten nicht widerumb 
zurück kommen des winds halben, der windt verstach uns. 

Aber Gott ist ein nothelffer, wie wir des abents gebet hüten, 
hatten wir Gott umb Gnad, begab es sich, ehe dann es [19] nacht 
wurd, das sich trübe welchen erhüben nach dem Süden, dahin uns 
der windt verstach ^ ehe wir das gebet vollendet hatten, wurde der 
Nordosten wind still, und wehete nicht das mans mercken kundte, 
da fieng der Sudenwindt, der doch in der Zeit jares nit viel pflegt 
zu regieren, an zuwehen, mit einem solchen donner und fewr, das 
eim schrecken wardt, und das Meer war sehr ungestumb^ damoi 4^x 



iio 

Budenwindt gegen des Nordwinds bulgen wehetc, war auch so fin-^ 
$ter, daß man nicht sehen kunte^ und das grosse fewr und donner 
machete das voick zaghafftig, das keiner wüste, wo er zugreifTen 
solle, die Siegel zuwenden. Auch meinten wir nicht anders, dann 
wir mästen die nacht alle ersaufTen, so gab doch Gott, sich das 
Wetter enderte und besserte , und wir siegelten dahin, da wir des 
tages herkommen waren, und suchten den Havingen von newem, 
aber konten in doch nicht erkennen, dann es waren viel tnsulen 
bey dem fußfesten lande. 

Wie wir nun wider in 28 gradiis kamen, sagt der Hauptmann 
zu dem Pilot^ das wir hinder der Inseln eine führen, und Hessen ein 
ancker zu grund gehen, und sehen doch, was es für ein landt were. 
Da fuhren wir zwischen zweien landen hinein, daselbst war ein 
schöner Havingen in, da Hessen wir den ancker zugrund gehen, 
wurden sins mit dem botte außzufaren, den Havingen weiter zu 
erkunden. 

Wie unser etliche mit dem bott fahren den Havingen zu besichtigen, fanden 

ein Cracifix aaff einer Klippen stehen. 

CAPUT IX. 

Und es war auff Sanct Catharinen tag im jar 1549. Als wir 
den ancker zu grund Hessen, und denselbigen [20] tag fuhren unser 
etlich wolgerüst den havingen weiter zubesehen mit dem botte, und 
Hessen uns beduncken, es müste ein refir sein, die man heisset Rio 
de S. Francisco, die ligt auch in derselbigen provintz, ie weitter 
wir hie hinein fuhren, ie lenger die refier war. Und wir sahen uns 
umb hin und wider, ob wir auch einigen rauch ersehen konten^ 
aber wir sahen keinen. Da bedauchte uns, wir sehen hätten vor 
einer wiltnus iti einem gründe, und fuhren hinbey, da warens alte 
hütteu, und vernamen keine leut darinnen, und füren fortan, so ward 
es abent, und es lag ein kleine Insel vor uns in der refier, *da füren 
wir an, die nacht da zubleiben, verhoiTten uns da am besten zu be- 
wachen. Wie wir bey die Insel kamen, war es schon nacht, und 
dorfftens uns doch nicht wol wagen , das wir uns betten ans landt 
begeben, die nacht darbey zu ruhen. Doch giengen unser etlich 
rund umb die Insel her, zubesehen, [21] ob auch iemandts darinne 
were, aber wir vernamen niemants. Da machten wir fewr, und hie- 



bell einen palmenbaum umb, und assen den kern darvon, daselbst 
enthielten wir uns die nacht, des morgens frü füren wir als weiter 
zum landt hinein. Dann unser meinung war gantz, wir wollen wis- 
sen, ob auch leut vorhanden weren, dann als wir die alten hütten 
gesehen hatten, gedachten wir, es mästen ie leut im lande sein. Wie 
wir nun also fort füren, sahen wir von ferrem ein holtz auff einer 
klippen stehen , das schine gleich als ein Creutz , meinten etliche, 
wer das dahin wolt bracht haben. Wir fuhren hinbey, so war es ein 
groß hültzern Creutz, mit steinen feste auiT die klippen gemacht 
und ein stück von einem faßboden war daran gebunden, und in dem 
faßboden waren buchslaben geschnitten, konten es doch nicht wol 
lesen, verwunderten uns, was das für Schiffe möchten gewesen 
sein, die solchs da aulf gericht betten, wüsten nicht, ob das der Ha- 
vingen were, da wir uns versamlen selten. 

Darnach fuhren wir wider fort an, hinein von dem creutz, wei- 
ter landt auff zusuchen, den boden namen wir mit. Wie wir nun so 
fuhren, saß einer nider und laß die buchstaben auff dem faßboden, 
begund sie zuverstehen, war also darauff geschnitten in Hispa- 
nischer spraach: Si vehu por Ventura ecky la armada de suMajestet, 
Tiren uhn Tire ay Averan Recado. 

Das ist inTeutsch soviel gesagt: Ob hieher zur abenthewr sei- 
ner Majestet Schiffe keme, die schiessen ein stück geschützes ab, 
so werden sie weiter bescheid bekommen. Und fuhren schnei 
widerumb bey das Creutz, und schössen ein Falckenetlin ab, und 
begunten weiter zum lande hinein zufaren. 

Wie wir also fuhren, sahen wir fünff Nachen voll wilder 
[22] leut, kamen stracks auff uns zugeruddert, so war unser ge- 
schütz bereit. Wie sie nun nahen bei uns kamen, sahen wir einen 
menschen, der hatte kleider an, und hatte einen hart. Der stund 
vorne inn dem Nachen, und wir kanten ihnen das er ein Christ war. 
Da rüfften wir ihm zu^ er solte still halten , und mit einem Nachen 
bey uns kommen, spräche zuhalten. 

Wie er nun so nahe käme , Fragten wir inen, in was Landt- 
schafFt wir weren, sagte er: Ihr seil in dem Havingen Schir mir ein, 
heißt so auff der wilden leut spraach, und sagte, das irs dessen 
versteht, so heissets S. Catharin havingen, welchen namen im die 
geben haben , so sie erst erfunden. 

Da crfreweten wir uns, dann das war der Havingen so wir 



112 

sachten , waren darinn und wustens nicht , und kamen auch aoff 
S. Catharinen tag daselbst hin. Hie höret ir, wie Gott denjenigen 
so in nöten sein, und inen mit ernst anruffen, hilffet, und sie er-* 
rollet 

Da fragte er uns, wo wir her weren, Da sagten wir, weren des 
Königs schiffe von Hispanien, und weiten nach Rio de Platta fahrai, 
auch weren noch mehr schiffe auff der reise, wir hoffeten Qso es 
Gott geliebte) sie würden auch bald kommen, und daselbst weiten 
wir uns versamlen. Da sagte er. Es gefiele im wol, und danckte 
Gott, dann er were vor dreien jaren auß der provintz Rio de Plat« 
von der stelle, die man nennet la Soncion, welche die Hispanier in 
haben, herab bey das Meer geschickt, welchs sein 300 meitwegs, 
das er solle die Nation, welch man heysset Carios, so die Hispanier 
freunden haben, dahin halten , das sie wurlzeln pflantzen, so Han- 
dioca heißt, auff das die Schiffe daselbst wider möchten (ßo sie ge- 
brech hett) der Wilden leut viclalia bekommen. Welchs der Haupt- 
man also bestellet halte, so die newe [23] zeitunge in Hispanien 
brachte, mit namen Capitan Salaser, der auch wider mit dem an- 
dern Schiff kam. Wir fuhren mit inen hin in die hätten, da er unter 
den wilden wanete, die Ihalen uns gütlich auff ire weise. 

Wie ich geschickt wurd mit einem Nachen voll Wilder leut za nnserm 

grossen Schiffe. 

CAPUT X. 

Darnach halt unser Capitan den Mann, so wir unter den Wil- 
den funden, Das er einen Nachen mit volck bestellete, tlie selten 
unser einen bey das groß Schiff führen, damit dasselbige auch da- 
hin käme. 

Da schickte der Capitan mich hin mit den Wiliten leuten nach 
dem Schiffe, und wir waren drey nacht aussen [24] gewesen, das 
die im Schiff nicht wüsten wie es umb uns stund. Wie ich nun mit 
dem Nachen auff einen armbrust schoß nahe bei das schiff kam, 
machten sie ein groß geschrey, und stalten sich zur wehr, und 
wollen nicht, das ich mit dem Naciien neher keme, sonder rieffen 
mir zu, wie das zugienge, wo das ander volck bliebe, und wie ich 
also allein mit dem Nachen voll Wilden' leut keme, und ich schwige 
stille und gab ihnen kein antwort, Dann der Capitan befalhe auTi 



113 

Ich solle trawrich sehen, zumercken, was die in dem Schifife thun 
wollen. 

Wie ich inen nun nicht antwortet, riefTen sie untereinander, es 
ist nicht recht umb die sache, die andern müssen todt sein, und sie 
kommen mit diesem einem und sie vielleicht mehr hinderhalts haben, 
das Schiff also elnzunemen, und weiten schiessen. Doch rieffen sie 
mir noch ein mal zu, da fieng ich an zu lachen, und sagte^ seit ge- 
trost, gute newe zeitunge, lasset mich neher kommen, so wil ich 
euch bericht geben. Darnach sagte ich ihnen wie es umb die sach 
wehre, des erfreweten sie sich hochlich und die wilden fuhren mit 
ihren Nachen widerumb heim. Und wir kamen mit dem grossen 
schiffe nahe bey der Wilden wonunge, daselbs Hessen wir einen 
ancker zu grund, lagen da und warteten auff die andern schiffe, 
so sich im sturmwint von uns verloren hatten , so noch kommen 
selten. 

Und das Dorff da die Wilden wonen, heisset Acuttia, und der 
Mann, den wir da funden hies Johan Ferdinande, und ein Busch- 
keyner auß der Stadt Bilka, und die wilden, so da waren, hicssen die 
Carios, die brachten uns viel wild fleisch und fische, darfür gaben 
wir inen Angelhacken. 

[25] Wie das ander Schiff unser geselschafft ankam, so sich im Meer von 
uns verlorn hatt, darinn der Oberste Steurman war. 

CAPUT XI. 

Wie wir ungeferlich drey wochen dasdbst- gewesen waren, 
kam das schiff, darinn der Oberste Steurman war. Aber das dritte 
schiff war umbkommen, darvon erfuhren wir weitter nichts. 

Wir rüsteten widerumb zu fort an zufaren, hatten victalia ver- 
samlet für 6 Monat, dann wir halten noch wol 300 ineil zu was- 
ser faren. Wie wir alle ding fertig halten, eines tages verloren 
wir das grosse schiff im havingcn, das die reise also verhindert 
warde. 

[26] Wir lagen da zwey jar in grosser gefar in der willnus, 
lieden grossen inniger, musslen Eydexen und fehl Rallen essen, 
und andere setzame gelier mehr, so wir bekommen konten , auch 
wasser schneln so an den steinen hangen, und dergleichen mehr, 
seltzamer speise. Die wilden, so uns erstmals victalia gnug zutia- 

Fed. n. St, ^ 



114 

gen , wie sie wahr gnug von uns bekommen hatten , entzog uns der 
meiste hauff auff ander örter, dörfften ihnen auch nit wol verlra- 
wen, so das es uns verdroß da zuliegen und umb zu kommen. 

Wurden derhalben eins das der meiste hauff solte über landt 
dahin zur Provintz, die Sumption genant, reisen, welchs noch war 
300 meil von dannen. Die andern selten mit dem uberbliebenen 
schiff dahin kommen. Der Capitan behielt unser etlich bey sich, 
selten mit im über wasser fahren. Diejenigen, so über landt zo- 
hen, namen victalia mit, durch die Wiltnis zuziehen, namen etlich 
Wilden mit sich , zohen hin , aber irer viel waren vor hunger ge- 
storben, die übrigen waren zur stette kommen, wie wir darnach 
erfuhren. Uns andern war das Schiff auch zu klein über Meer zu- 
faren. 

Wie wir raths wurden und fuhren nach Sanct Vincente, da die Portugaleser 
das landt inne haben, yermeinten noch ein schiff von inen zufrachten, damit 
unser reise zuenden, litten durch grossen stürm des Meers Schiffbruch, wüsten 
' doch nicht wie ferne wir von Sanct Vincente waren. 

CAPUT XII. 

[27] So haben nun die Portugaleser ein Insel hart bey den 
fußfesten lande eingenommen, die heisset S. Vincente Qm der wil- 
den spraach Urbioneme^. Dieselbige Provintz ligt ungeferlich 70 
meil wegs von dem orth, da wir waren, da war unser meinung hin 
zufaren und zusehen, ob wir künten von den Portugalesern ein 
schiff zu erfrachten bekommen, in Rio de Plata zufaren, dann em 
Schiff, so wir noch hatten, war uns drin zufaren zu klein. Das zu- 
erforschen füren unser etlich mit dem Capitan Salasar genant, nach 
der Insel S. Vincente, und unser keiner war mehr da gewesen^ 
sonder einer der hieß Roman, derselbige ließ sich beduncken das 
landt wider zufinden. * 

Wir siegelten auß dem havingen Inbiassape genant, liegt 
XXXIV gradus Sud wert equinocial, und kamen ungeferlich zwen 
tag nach unser außfart bey ein Insel, Insula [28] de Alkatrases 
genant, ungeferlich XL meil von dannen, da wir außfuhren, da-- 
selbst ward uns der windt zuentgegen, das wir musten dabey an- 
ckern. In derselbigen Insel waren viel meer vögel, die man nen- 
net Alkatrases, dieselbigen sind wol m bekommen , so war es an 



• 

der zeit, das sie jungen zogen. Daselbs giengen wir an land und 
suchten süß wasser in der Insel, und funden noch alte hätten und 
der wilden leut dopffscherben, die vor Zeiten in der Insel gewonet 
hallen, und funden eine kleine wasserquellen auff einer klippen. 
Daselbst schlugen wir der vorgenanten vögel viel todt, und namen 
auch irer eyer mit zu schiff, kochten derselben vögel und eyer. 
Wie wir nun gessen hellen, erhub sich ein grosser sturmwint von 
den Süden, das wir nerlich den ancker behalten kundten, und 
forchten uns sehr, der windt würde uns auff die klippen schlagen. 
Dasselbige war schon gegen abent, und wir meinten noch in einen 
Havingen zukommen, der heisset Caninen. Aber ehe wir daliin 
kamen ^ war es nacht, und konlen nicht darein kommen, sonder 
fuhren vom lande ab mit grosser gefahr, meinten nicht anders dann 
die bulgen würden das schiff zu stücken schlagen , dann es war 
auff einem haupl landes, da doch die bulgen grösser sein, dann 
mitten in der tieffe des Meers, weit vom lande. 

Und wir waren die nacht so weit vom land kommen, das wir 
es des morgens nicht sehen möchten. Doch nach langem kriegten 
wir d^s landt wider in das gesicht, und der stürm war so groß, 
daß wir uns nerlich lenger enthalten konnten, da ließ sich der Be- 
düncken, so mehr im land gewesen war, als er das landt sähe, es 
were Sanct Vincente, und fuhren hinzu, da wurd das landt mit 
nebel und woicken bedeckt, das man es nicht wol erkennen konte. 
Muslen alles, so wir halten, das schwer war, ins Meer werffen, 
dadurch das Schiff leichter [29J zu machen der grossen bulgen 
halben, waren also in grosser angst, füren hin, meinten den ha- 
vingen zutreffen, da die Portugaleser wonen. Aber wir irrelen. 

Wie nun die woicken ein wenig auff brachen, daß man das 
landt sehen konnte, sagte der Roman, er liesse sich beduncken der 
havinge were vor uns, das wir stracks einer klippen zu führen, da 
lege der havinge hinter. Wir fuhren hinbey, als wir hart darbey 
kamen, sahen wir nichts dann den todt vor äugen, dann es war der 
havingen nicht, und muslen recht auffs land fahren des winls hal- 
ben und Schiffbruch leiden, die bulgen schlugen wider das landt 
das es ein grewel war, da baten wir Gott umb gnade und hülff 
unser Seelen, und thaten wie schiffarenden leulen zugehört, die 
Schiffbruch leiden müssen. 

Wie wir nun nahe kamen, da die bulgen ans laudx ^O^^wi^vs^. 



U6 

füren wir so hoch auff den bulgen her , das wir so sticket hinab- 
sahen, gleich als von einer Mauer, den ersten Stoß, so das Schiff 
an das landt thet, gieng es von einander. Da sprangen etliche 
herauß und schwummen vorthan ans land, unser etliche kamen 
auff den stücken zu landt. Also halff uns Gott allen mit einander 
lebendig ans land, und es wehete und regnete sosehr, das wir gar 
verkeilen waren. 



Wie wir gewar wurden in was landtschafft der Wilden leut wir den Schiff- 
bruch gelitten hatten. 

CAPUT XIII. 

Als wir nun an landt kommen waren , danckten wir Gott das 
er uns lebendig halte zu lande kommen lassen, und waren doch 
gleich wol auch betrübt, dann wir wüsten [30] nicht, wo wir sein 
mochten, dieweil der Roman das landt nit recht erkante, ob wir 
weit oder nahe von der Insel S. Vincente weren Oder ob auch 
Wilde leut da woneten, darvon wir schaden empfahen möchten. 
So lauffet ungeferlich unser mitgesellen einer mit namen Claudio 
Cder war ein Frantzoß) auff dem ufer hin, das er sich erwermen 
möchte, und sihet ein Dorff hinterm gehöltze, darinn waren die 
heüser gemacht auff der Christen masse, und er gieng dahin, da 
war es ein flecke, darinn wonen Portugaleser, und heisset mit na- 
men Itenge Ehm, und ist zwo meil von S. Vincente. Da sagte er 
inen, wie wir da betten einen Schiffbruch gelitten, und das volck 
were sehr erfroren, und wüsten nicht, wo wir hin selten. Wie sie 
das höreten, kamen sie heraußgelauffen, und namen uns mit inen 
in ire heuser, und bekleideten uns. Daselbst blieben wir etliche 
tage biß wir wider zu uns selbs kamen. 

[31] Von dannen reiselen wir über landt nach S. Vincente. 
Daselbst thatten uns die Portugaleser alle ehr an, und gaben uns 
eine Zeitlang die kost. Darnach fieng ein ieder etwas an , das er 
sich darvon enthielt. Wie wir da sahen, das wir alle unsere schiff 
verloren hatten, schickte der hauptman ein Portugalesisch schiff 
nach unserm andern volcke , welches zurucke blieben war in Bya- 
sape, dieselbigen auch dahin zubringen, wie es denn auch ge- 
schähe. 



H7 

Wie Sancte Vincente gelegen ist. 
CAPUT XIIII. 

Sancte Vincenle ist ein Insel, ligt hart bey dem fußfcslon landt, 
darinnen sein zwen flecken. Einer genant in "Porlugaloser spraach 
S. Vincenle, aber in der [32] Wilden spraach Orbioncnio, der ander 
leit darvon ungeferlich zwey meil, und heisset Uwawa supe, sonst 
ligen auch noch etliche heuser in der Inseln die heissen Ingenio, 
und in denselbigen machet man den Zucker. 

Und die Portugaleser, so darinnen wonen, haben eine Nation 
Prasilianer zu freunden, die heissen Tuppin Ikin, und die Nation 
ires landts strecket sich in 80 meil wegs lang das landt hinein, und 
an dem Meer her unoreferlich 40 meil. 

Und die Nation haben aufi* beiden selten feinde nach der Sud- 
seiten, und auch nach der Nordseilen. Ihre feind aulT der Sudsei- 
ten heissen die Carlos. Und die Feinde auff der Nordseiten heissen 
die Tuppin Inba. Auch werden sie von iren feinden Tawaijar ge- 
heissen, ist so viel gesagt, als feind, dieselben haben den Portu- 
galesern viel schaden gethan und müssen sich noch heutiges tags 
für inen förchteri. 

Wie der ort hcysset, daher inen die meyste Verfolgung geschähe von den 

Feinden, und wie er gelegen sey. 

CAPUT XV. 

Es ligt ein ort landes fünfl^ meil von Sancte Vincente, der 
heisset Brikioka, an dem ort kommen ire feinde die Wilden leute 
erstlich an, und faren zwischen einer Inseln, die heisset Sancl Maro, 
und dem fußfesten lande hindurch. 

Dieselbige fart den Wilden zu benemen, waren etliche Mam- 
melucken gebrüder, ihr vatter war ein Portugaleser, und ire mut- 
ter wa» eine Prasilianische fraw, dieselbigen waren Christen, ge- 
schickt und erfaren, beide in der Christen und auch in der Wilden 
leut anschlegen und spraach. Der eltest [33] hieß Johan de Praga. 
Der ander Diego de Praga, der dritt Domingus de Praga, der 
vierdte Francisco de Praga, der fünflte Andreas de praga, und ir 
vatter hieß Diago de praga. 

Die fünff brüder hatten fürgenommen, ungeferlich vor zweyen 
jaren, ehe ich dahin kam, mit noch Wilden leuten, so ire Fceu3\dA 



118 

waren, daselbs eine Feslunge hin zu machen, gegen die feinde aüff 
der Wilden leut gebrauch, welches sie auch gethan hatten. 

Derhalben auch etliche Porlugaleser, dahin zu ihnen gezogen, 
daselbs zu wonen, die weil es ein fein land war, solchs hatten ire 
feinde verspeiet die Tubin Imba , und sich in irem lande gerüstet, 
welchs ungeferlich 25 meil darvon anfahet, und waren eine Nacht 
da ankommen , mit 70 Nachen und hatten sie , wie ir gebrauch ist, 
in der stunde vor tage, angefallen, und die Mamalucken sampt den 
Portugalesern, waren [34] in ein hauß gelauffen, welchs sie von 
erden gemacht und sich geweret. Die andern wilden leut aber 
hatten sich in iren hütten zu hauff gehalten und sich geweret, die- 
weil sie gekont hatten. So das der Feinde viel waren todt blieben. 
Doch zum letzten hatten die Feinde uberhandt kriegen, und den 
flecken Brikioka angesteckt, und die wilden alle gefangen, aber 
den Christen welcher ungeferlich 8 mochten gewesen sein, und 
den Mammalucken hatten sie nichts thun können in dem hause. 
Dann Gott wolte sie bewaren. Aber die anderen wilden, so sie da 
gefangen hatten, sie sobald von einander geschnitten und getheilet, 
und darnach widerumb in ire landtschafTt gezogen. 

Wie die Portugaleser , Brikioka wider auffgericht hatten, darnach ein bol- 

werk in die Insel Sanct Maro machten. 

CAPUT XVI. 

Darnach daucht es die Obersten und gemeine gut sein, das 
man denselbigen ort nit verliesse, sondern bawete dahin auffs 
sterckeste. Dieweil man daselbs das gantze landt verthedingen 
konte^ solchs hatten sie gethan. 

Wie nun die Feinde solchs vermerkten, das flecklin Brikioka 
ihnen zu starck war anzufallen, fuhren sie die nacht gleichwol vor 
deii flecken über, zu wasser, und namen zur beut, wenn sie be- 
kommen konten umb S. Vincente her. Dann die inwendig im landt 
woneten, meinten sie betten kein not, dieweil der flecke da in der 
gegenheit aufl'gerichtet und befestiget war, und darüber lidden sie 
schaden. 

[35] Darnach bedauchte die in woner, sie weiten in die Insel 
Sanct Maro, welches hart gegen Brikioka über ist, auch ein hauß 
hart auff das wasser bawen, darein geschützt und leut thun, solche 
fart den Wilden zuverhindern. So betten sie nun ein Bolwerck in 



119 

der Insel angefangen, doch nicht geendet, ursach, wie sie mich 
berichten, das mal kein Portugaleser büchsen schütz sich darein 
wagen wolte. 

Ich war da den ort landes zu besehen. Wie die inwoner nun 
höreten, das ich ein Teutscher war, und mich ettwas aulTs goschütz 
verstund, begerten sie von mir, ob ich wöIte in dein hause in der 
Inseln sein, und da der feinde helifen warten, sie wölten mir mehr 
gesellen verschaffen, und mir ein gute besoldung geben. Auch 
sagten sie, wo ichs thette, Ich solte es gegen dem Könige geniessen, 
Dann der König pflegte sonderlich denen, so in solchen newen lan- 
den hulffe und ralh geben, ir gnediger Herr zusein. 

[36] Ich ward mit inen eins, das ich vier Monat in dem hauß 
dienen solt. Darnach würde ein Oberster von des Königs wegen da 
ankommen mit schiffen, und ein steinen blochhauß dahin machen, 
welches dann stercker sein würde, wie auch geschähe. Die meiste 
zeit war ich in dem blochhauß selb dritte, hatte etlich geschütz bey 
mir, war in grosser gefahr, der Wilden halben, dann das hauß nit 
fest war, musten auch fleissig wacht halten, darmit die Wilden nicht 
heimlich in der nacht bey hin führen, dann sie sich etliche mal ver- 
suchten, iedoch halff uns Gott, das wir irer gewar worden in der 
wachte. 

Ungeferlich nach etlichen Monaten kam der Oberste von des 
Königs wegen, dann die gemeine hatte dem Könige geschrieben 
wie grossen ubermul die Feinde dem Ort Landes theten vonn der- 
selbigen selten her. Auch wie ein schönes landt es were , nicht 
nützlich solches zuverlassen. Das zuverbessern kam der Oberste 
Tome de Süsse genant, und besähe den ort lands, und die stette, so 
idie gemeine gern feste gemacht hette. 

Da zeigte die gemeine dem obersten an den dienste, so ich 
inen gethan hette, mich da in das hauß begeben, da sonst kein 
Portugaleser in wolte, dann es übel befestiget war. Dasselbigo 
behagte im wol, und sagte er wölte mein sach beim Könige an- 
tragen, wann ihm Gott wider in Portugal hülffe, und ich solts ge- 
niessen. 

Meine zeit, so ich der Gemeine hatte zugesagt zu dienen, war 
umb, nemlich 4 Monat, und ich begerle Urlaub. Aber der Oberste, 
mit sampt der gemeine, begerten, das ich noch wölte ein Zeitlang 
im dienste bleiben. Darauff ich inen das ja gab, noch zwey |ar zii 



120 

dienen , und wann die zeit umb were , solle man mich sonder eini- 
ges verhindern, mit den ersten schiffen, därlnn ich kommen konnte 
lassen nach Portugal siegeln, da [37] solte mir mein dienst vergol- 
ten werden. Des gab mir der Oberste von wegen des Königs meine 
privilegia, wie da gebreuchlich ist zugeben des Königes büchsen 
schützen, so es begeren. Sie, machten das steinen bolwerck, und 
legten etlich stück geschützes drein , und das bolwerck sampt dem 
geschätzt wurd mir befolhen gute wacht und aufisehens drein zu- 
haben. 

Wie und auß was Ursachen wir der feinde uns eine zeit im jar mer dann 

die ander vermuten musten. 

CAPUT XVII. 

Wir musten uns aber irer auff zwo zeite im jare mehr besor- 
gen dann sunst, fürnemlich wenn sie irer Feinde landt mit gewalt 
gedencken einzunehmen. Und diese zwo zeit sein, die eine im Mo- 
nat Novembri, so werden etliche Frucht [38] reiffe, die heisset auff 
ire spräche Abbati, darvon machen sie ein ge(rencke, das heisset 
Kaa wy. Darneben haben sie dann die Wurtzel Mandioka, die 
mengen sie auch etwan darunder, und umb der getrencke willen, 
wann der Abati reifTe ist, wann sie widerumb auß dem kriege 
kommen, das sie dann des Abatis haben, ire gedrencke darauß 
zumachen, iren feind, wann sie deren gefangen haben, darbey zu 
essen, und frewen sich ein gantzes jar daraufT, wann die Abati zeit 
kompt. 

Auch musten wir uns irer vermuten im Augusto, dann ziehen 
sie einer art vische nach, dieselbigen steigen auß dem Heer in die 
süssen wasser, so ins Meer fliessen, daz sie darinnen leichen, Die- 
selbigen heissen auff ire spraach Bratti, die Hispanier heissen sie 
Lysses. Umb dieselbigen zeit pflegen sie auch gemeinlich außzu- 
faren und zustreiten, darmit sie essen halben desto besser hinkom- 
mens haben. Und derselbigen fische fahen sie viel mit kleinen 
gernlein, schiessen sie auch mit pfeilen, fuhren ihrer viel gebraten 
mit heim, machen auch meel darauß, welches sie heissen Fira Kui. 

Wie ich von den Wilden gefangen wurd, und wie sichs zutrug. 

CAPUT XVIII. 

Ich hatte einen wilden Mann, eines geschlechts, welche heisse 



121 

Carios, der war mein eigen, der fieng mir wild, mit dem gieng ich 
auch unterweilen in den Walt 

Es begab sich aber auff ein zeit, das ein Hispanier auß der 
Insel Sancte Vincente zu mir kam in die Insel Sancte Maro, welchs 
5 meil von dannen ist, in daz bolwerck, darinnen ich wonete, und 
noch ein Teutscher, hieß mit namen Hcliodorus Hossns, Eobani 
Hessi seligen Son, derselbige war in der Insel Sanct Vincente, in 
einem Ingenio, in welchem man den zucker machet, und das In- 
genio war einem Genueser der hieß Josepe Ornio, und dieser Hc- 
liodorus war der kauffleut Schreiber und auß richter, die zu dem 
Ingenio gehöreten (Ing^^io heisset heuser darinne man zucker 
macht). Mit demselbigen Heliodoro hatte ich zuvor mehr kunt* 
schafft gehabt, dann doch ich mit den Hispaniem den Schiffbruch 
da unter lan/de leid, inen da in der Insel Sancte Vincente fand, und 
er mir freundtschaflt bewiese. Er kam zu mir, wolle sehen wie 
mirs gieng. Dann hatte er vielleicht gehört, ich were kranck. 

Ich hatte meinen Schlaven den tag zuvor in den walt geschickt 
Wild zufahen. Ich wolle des andern tages kommen, [39] und «fs 
holen, das wir möchten etwas zu essen haben. Dann man da im 
landt nicht viel mehr hat, dann was auß der wiltnus kompt. 

Wie ich nun so durch den wald gieng, erhub sich auff beyden 
Seiten des wegs ein groß geschrey auff der wilden leut gebrauch, 
und kamen zu mir ingelauffen, da erkante ich sie, und sie hatten 
mich alle rund umb her bezirckt, und ire bogen auff mich mit pfei- 
len gehalten, schössen zu mir ein. Da rafft ich, nun helff Gott 
meiner Seelen. Ich hatte das wort kaum so bald außgesagt, sie 
schlugen mich zur erden, schössen und stachen auff mich. Noch 
verwundeten sie mich CGott lob) nicht mehr, dann in ein bein, und 
rissen mir die kleider vom leib. Der eine die halßkappen, der an- 
der den hut, der dritte das hembd, und so fort an. Fiengen da an 
und kieben sich umb mich, der eine sagt er were der erste bei 
mir gewesen, der ander sagte er hette mich gefangen. Dieweil 
schlugen mich die andern mit den handtbogen. Doch zum letzten 
hüben mich zwen auff von der erden, da ich so nacket war, der 
•eine name mich bey einem arm, der ander bey dem anderen, unnd 
etlich hinter mich, und etliche vor mir her, und lieffen so schwinde 
mit mir durch den waldt nach dem Meer zu, da sie ire nachen hat- 
ten. Wie sie mich bey das Meer brachten^ da s«J\^ \^Vi 'Wi^^VetXs.^^ 



182 

einen steinwurff oder zwen weit ire nachen stehen, die halten sie 
auß dem Meer ans landt gezogen unter eine hecken, und irer noch 
einen grossen hauffen da bey. Wie mich dieselbigen sahen daher 
leyten, lieiTen sie mir alle entgegen, waren gezieret mit feddem 
auff ihren gebrauch, und bissen in ire arme, und dreweten mir, 
also wollen sie mich essen. Und es gieng ein König vor mir her, 
mit dem holtze, damit sie die gefangenen todt schlagen. Der pre- 
digte und sagte, wie sie mich iren schlaven den perot Cso heyssen sie 
die Portugaleser) gefangen [40] hellen, und wollen nun irer freunde 
todt wol an mir rechen. Und wie sie mich bey die Nachen brach- 
ten, schlugen mich ihre etliche mit feusten. Da eilten sie unter 
einander, das sie die nachen wider ins wasser schoben, dann ihnen 
leyd war, das in Brickioka ein Allarm würde, wie auch gescbach. 

Ehe sie nun die Nachen wieder ins wasser brachten , bunden 
sie mir die hende zusamen, und sie waren nicht alle auß einer 
wonunge, ein ieden Aldea verdroß, das sie sollen ledig heim faren 
und hieben mit den bey den, so mich behielten, etliche sagten, sie 
weren eben so nahe bey mir gewesen, als sie, und sie weiten auch 
ir theil von mir haben, und wollen mich da auff der stedte gleich 
todt schlagen. 

Da stund ich und betete, sähe mich umb nach dem schlage, 
doch zum letzten hub der König an, so mich behalten wolle, und 
sagte , sie wollen mich lebendig heimführen , auff daz mich auch ire 
weiber lebendig sehen, und ire Fest mit mir hellen. Dann so 
wollen sie mich Kawewi pepicke töten, Das ist, sie weiten ge- 
drencke machen und sich versamlen, ein Fest zumachen, und mich 
dann mit einander essen. Bei den werten Hessen sies bleiben und 
bunden mir 4 stricke umb den hals, und muste in ein Nachen stei- 
gen, dieweil sie noch auff dem lande stunden, und bunden die ende 
der stricke an den Nachen und schoben sie ins Meer wiederumb 
heim zufahren. 

Wie sie mit mir wolten wieder zurück fahren und die unsern ankaroon, 
meinten mich inen wider zunemon und sie sich wider zu inen Wanten, und 

scharmützelten mit inen. 

CAPUT XIX. 

[41] Es ligt ein kleine Insel bey der Insel, darinn ich gefangen 
wurd, in der nisten wasser vögel die heissen Uwara, haben rote 



123 

feddern. Fragten mich, Ob ire Feinde die Tuppin Ikins das jar 
auch da gewesen weren, und die vögel bey iren jungen gefangen 
betten, Da sagte ich ja, Aber sie woltens gleichwol besehen, Dann 
sie achten die feddern groß, so von den vögeln kommen^ Dann all 
ir zierath ist gemeinlich von feddern gemacht. Und der vor ge- 
nanten vögel Uwara art ist, wann sie jung sein, die ersten federn 
so ihnen wachsen, sein weißgraw, Die andern aber wann sie flück 
werden, sein sie schwartzgraw, damit fliegen sie ungeferlich ein 
jar, darnach werden sie so rot, als rote färbe. Und sie fuhren hin 
nach der Insel, meinten der vögel anzutrefl^en. Wie sie nun unge* 
ferlich zwen büchsenschosse von dem ort kamen, da sie nachen 
stehen hatten, sahen sie zu rucke, da [42] war es voll daselbs der 
Wilden Tuppin Ikin, auch etliche Portugaleser unter inen, dann es 
volgete mir ein schlave, wie ich gefangen wurd, derselbige entkam 
inen, und hatte einen lermen gemacht, wie sie mich gefangen bet- 
ten, so das die meinten mich zuerlösen, und rieffen denen so mich 
gefangen hatten, das sie zu inen kemen, weren sie kün und schar- 
mötzelten. Und sie kereten mit den Nachen widerumb zu denen ans 
landt, und die aufi^ dem landt schössen mit roren und pfeilen zu uns 
ein, und die in den Nachen wider zu inen, und bunden mir die band 
widerumb loß, aber die stricke umb den hals waren noch feste ge- 
bunden. 

So hatte nun der König des Nachens, da ich innen war, ein 
röhr und ein wenig pulvers, welches ime ein Frantzose für pra- 
silien holtze gegeben hatte, das muste ich aulT die am lande ab- 
schiessen. 

Wie sie so ein weile gescharmützelt hatten, besorgten sie sich 
das sich die andern auch etwan mit Nachen sterckten, und inen 
nachejlten, und fuhren von dannen, und es wurden irer drey ge- 
schossen, und sie fuhren ungeferlich einen Falckenetlin schoß bcy 
dem bolwerck zu Brikioka her, da ich pflegte inne zu sein, und wie 
wir so vor über fuhren, muste ich in dem Nachen aufl^ stehn das 
mich meine gesellen gesehen konten, da schössen sie auß dem bol- 
werck z wey grober stück ab aufl" uns , aber sie schössen zu kurlz. 

Mitler zeit kamen etliche Nachen von Brikioka uns nach ge- 
faren, und meinten sie weiten uns erlangen, aber sie ruderten zu 
geschwind hinweg, wie solchs die freund sahen, das sie nichts ge- 
schafibn konten, kereten sie widerumb nach Brikioka« 



124 

[43] Was sich auff der wider uinbreyse begab nach irem lande. 

CAPUT XX. 

Wie sie nun ungeferlich 7 meil wegs vonn Brikioka hinweg 
waren nach irer LandtschafTt, war es nach der Sonnen zurechnen 
gegen abcnt umb vier uhr, und war desselbigen tages wie sie mich 
gefangen hatten. 

Und sie fuhren bey ein Insel und zohen die Nachen an landt, 
und meinten die nacht da zubleiben, und zogen mich auß dem Na- 
chen an land. Als ich auff das landt kam, konte ich nit sehen, dann 
ich unter dem angesicht zerschlagen war, auch nicht wol gehen, 
muste in den sant ligen der wunden halben, so ich im beyn hatte. 
Sie stunden umb mich her, und dreweten mir, wie sie mich essen 
wölten. 

[44J Wie ich nun in so grosser angst und jamer war, bedachte 
das ich vor nie betrachtet, nemlich der betrübte jamerthal, darinn 
wir hie leben, und ich fieng an mit weynenden äugen singen, auß 
grundt meines hertzen den Psalmen: Auß tieffer noth schrey ich 
zu dir etc. 

Da sagten die wilden: Sihe wie schreiet er, letzt jamert in. 

Darnach dauchte sie, es were nicht gute legerung inn der In- 
sein, die nacht da zu bleiben, und fuhren wider nach dem Fußfesten 
lande, daselbs waren hätten, die sie vormals gebawet hatten, und 
es war in der nacht, wie wir dahin kamen. Und sie zohen die 
nachen auffs landt, und machten fewer, und leyteten mich darnach 
darbey. Da muste ich in einem netze schlaffen, welchs sie in ihrer 
Sprache Inni heissen, die sein ire Bette, und binden sie an zwen 
pfele, über die Erden, oder ist es in einem walde, so binden sie es 
an zwen beume, die stricke, so ich an dem halse hatte, bunden sie 
oben an einen bäum, und sie legten sich die nacht umb mich her, 
verspotteten mich und hiessen mich, auff ire spraache, Schere in- 
bau ende. Du bist mein gebundenes Tier. 

Ehe nun der tag anbrach, fuhren sie wider auß, und ruderten 
den gantzen tag, und ungeferlich wie die Sonne umb Vesper zeit 
stund, waren sie noch zwo meil von dem orth, da sie sich die nacht 
hin legeren weiten. So erhebet sich ein grosse schwartze woicke, 
und kommet hinter uns her, sehr schrecklich, und sie ruderten 
schwinde, das sie möchten an land kommen, umb der wolcken und 
wind^ willen« 



125 

• 

Wie sie nun sahen, das sie ir nit entfahren konten, Sagten sie 
zu mir, Ne mungitta dee Tuppan dp Quabe, amanasu y an dee 
Imme Ranni me sisse. Das ist so. viel gesagt: 

Rede mit deinem Gott^ das uns der grosse regen und wint kei- 
nen schaden thu. Ich schweig stille und thet mein gebete [45] zu 
Gott, dieweil sie es von mir begerten und sagte: 

du Allmechtiger Gott, du Himmlischer und Erdtrichs ge- 
walthaber, der du von anbegin, denen, die deinen namen anruffen, 
geholffen und sie erhöret hast, unter den Gottlosen, erzeige mir 
deine barmhertzigkeit, auff das ich erkennen möge, das du noch 
bey mir seiest, und die Wilden Heyden, so dich nicht kennen, sehen 
mögen, das du mein Gott mein gebet erhörest hast. 

Ich läge in dem Nachen gebunden, das ich mich nit umb sähe 
nach dem wetter, aber sie sahen stets hindersich, fiengen an zu- 
sagen: Oqua moa amanasu. Das ist so viel gesagt: Das grosse wet- 
ter gehet hintersich. Da richtet ich mich ein wenig auff, und sähe 
hinter mich, das die grosse wolcke vergieng, da danck'te ich Gott 

Wie wir nun an landt kamen, thetten sie mit mir gleich wie 
vorhin, bunden mich an einen bäum, und lagen des nachts umb 
mich her, und sagten, wir weren nun nahe bey irer Landtschafft, 
wir würden den andern tag gegen abent daran kommen, welches 
ich mich gar wenig frewete. 

Wie sie des tages mit mir umbgiengen, da sie mich bey ire wonunge 

brachten. 

CAPUT XXI. 

Desselbigen tages ungeferlich nach der Sonnen zurechnen, 
wars umb vesperzeit, als wir ire wonungen sahen, waren also drey 
tage auff der heimfart gewesen. Dann es waren dahin ich geführet 
ward, dreissig meil wegs von Brikioka, da ich gefangen wurd. 

[46] Wie wir nun hart bey ihre wonung kamen, war es ein dörff- 
lin, das hatte sieben hütten, und nanten es Uwattibi. Wir fuhren auff 
ein ufer landes, welchs auff dem Heer ligt, da harte bey waren ihre 
weiber in iren wurtzel gewechs, welches sie Mandioka heyssen« 
In demselbigen wurtzel gewechs giengen viel irer weiber und ris- 
sen wurtzeln auß, den muste ich zu ruffen in irer spraach: A Ju** 
nesche been ermi vramme. Das ist: Ich ewer essensQeiae Vs^^iNSfiis^^ 



12d 

Wie wir nun an landt kamen, lieffen sie alle anß den hätten 
(welclis auff einem berge läge) jung und alt, mich subesehen. Und 
die männer giengen mit iren bogen und pfeilen nach iren hätten, 
und befolhen mich iren weibern, dieselbigen namen mich zwischen 
mich, und giengen etliche vor mir, und etliche hinter mir her, Sun- 
gen und tantzten an einem singen, die gesenge so sie den eigenen 
leuten pflegen zu singen , wann sie die wollen essen. 

[47J Wie sie mich nun vor die hätten Ywara, das ist vor ire 
Festunge brachten, welche sie machen rund umb ire hätten her, von 
grossen langen reydeln, gleich wie ein zäun umb ein garten. 

Das thun sie umb irer feinde willen. Wie ich nun hinein kam, 
lieff das frawen volck zu mir, und schlugen mich mit feasten, and 
raufften mich bey dem hart, und sprachen in irer spraach: Sehe in- 
namme pepikeae. Das ist so viel gesagt: Den schlag reche ich an 
dir von meines freunds wegen. Den die, darunter du gewesen bist, 
getodtet haben. 

Darnach fürten sie mich in die hätten, da muste ich in ein 
Inni leigen, da kamen die weiber vor und nach schlugen und rauff- 
ten mich, und draweten mir, wie sie mich essen wölten. 

So was das Manns volck in einer hätten bey einander, und 
truncken die getrencke, welche sie Kawi nennen, und hatten ire 
Götter bey sich, Tammerka genant, und sungen inen zum ehren, das 
sie inen so wol geweissaget hatten, daz sie mich fangen selten. 

Solchen gesang höret ich, und es kam in einer halben stund 
kein mans volck bey mich, dann allein weiber und kinder. 

Wie meiue bey den Herrn zu mir kamen und sagten mir, wie sie mich ihrer 
Freunde einen vcrschenckt hettcn, der solte mich verwaren und todt schla- 
gen, wenn man mich essen wolte. 

CAPUT XXII. 

Ich wußte iren gebrauch so wol nit, als ich in darnach erfuhr, 
und gedacht, letzund rüsten sie zu dich zutödten. über eine liieine 
weil kamen die, so mich gefangen hatten, [48] mit namen Jeppipo 
Wasu, und sein bruder Alkindar Miri, Sagten, Wie sie mich ires val- 
tcrs bruder Ipperu Wasu auß freundtschafft gescheucht hatten, der- 
selbige solt mich verwaren, und mich auch todtschiagen, wann man 
mich essen weite, und ime also einen namen mit mir machen. 

Dann derselbige Ipperu Wasu hette vor einem jar auch einen 



127 

schlaven gefangen, und inen dem Alkindar Miri auß freundtscluifft 
geschenckt. Denselbigen er tod geschlagen, und einen namen dar- 
von gewunnen hatte. So das der Alkindar Miri dem Ipperu Wasu 
verheissen hetle, den ersten so er fienge, ime wider zuscbencken, 
Der jenige ich da war. 

Weiter sagten die vorgenante beyde, so mich gefangen hatten: 
letzt werden die frawen dich außfähren, Aprasse. Das wort ver- 
stund ich da nicht, es heysset aber tantzen, also zohen sie mich wider 
mit den stricken, so ich umb den hals hatte, [49] Auß der hätten 
auff den platz. Es kamen alle weiber, so in den sieben hätten waren, 
und griffen mich an, und daz manns voick gieng darvon. Da ley- 
teten mich die weiber, etliche bey den armen, etliche bey den 
stricken, so ich umb den hals hatte, so hart das ich kaum den athem 
konte holen. Also zohen sie mit mir hin, ich wüste nicht was sie 
mit mir in dem sinne hatten, mit dem wurd ich ingedenck, des lei- 
dens unsers Erlösers Jesu Christi, wie der. von den schnöden Jaden 
unschuldig leyd, Dardurch tröstete ich mich und war desto gedäl- 
tiger. Do brachten sie mich vor des Königes hätten, der hieß Vra- 
tinge Wasu, Das ist auff Teutsch gesagt, der grosse weisse vogel, 
vor desselbigen hotten lag ein heufflin frischer erden, da führten sie 
mich bey, und satzten mich darauff, und etliche hielten mich, da 
meinte ich nicht anders, dann sie würden mich da als baldt zu todt 
schlagen, und sähe mich umb nach dem Iwera Pemme, darmit sie 
die leut erschlagen, und fragte, ob sie mich so baldt tödten weiten, 
da sagten sie, noch nicht; da kam eine fraw auß dem hauffen bey 
mich, und hatte ein schiberstäck von einem Christallen, zwischen 
einem dinge gleich als gebogen reifflin, und schar mir mit demsel- 
bigen Christallen die weimbron an den äugen ab , und wolte mir 
den hart vom maul auch abschneiden, solchs wolt ich nicht leiden, 
und sagte sie selten mich mit dem bart tödten. Da sagten sie, sie 
wölten mich noch nicht tödten, und Hessen mir den bart. Doch nach 
etlichen tagen schnieden sie mir in ab mit einer scheer, so die 
Frantzosen inen geben. 

Wie sie mit mir tantzten vor den hütten, darlnne sie die abgötter Tamerka 

hatten. 
CAPUT XXIII. 

[50] Darnach führten sie mich von dem ort, da sie mir die au- 
genkrawen abgeschoren hatten, vor die hätten, da dl« l«.vBasi»t>(a^\i^ 



126 

Abgötter in waren, und machten einen runten kreiß umb mich her, 
da stund ich mitten innen, und zwey weiber bey mir, und bunden 
mir an ein bein etliche dinger an einer schnüren, die rasselten, und 
bunden mir auch eine Scheibe von vögel schwentzen gemacht, war 
viercket, binden auff den hals das sie mir über das heubt gieng, 
und heysset auff ire spräche Arasoya , darnach fieng daz weibs 
vülck alle mit einander an zusingen, und gleich wie ir thon lautet, 
so muste ich mit dem beine, daran sie mir die rasseln gebunden 
hatten, nider tretten, auff das es rasselte und zusammen stimmete. 
Und das bein darin ich verwundet war thet mir so wehe, das ich 
kaum stehen kundte , dann ich war noch nicht verbunden. 

[51] Wie sie micb nach dem tantze dem Ipperu Wasu, der mich tödten solte, 

heimbrachten. 

CAPUT XXIIII. 

Wie nun der tantze ein ende hatte, ward ich dem Ipperu Wasa 
überliffert. Daselbst hatten sie mich in guter bewarung. Da sagte 
er mir, ich heile noch etlich zeit zu leben. Und sie brachten ire ab- 
götter alle so in der hätten waren, und setzten sie umb micb her 
und sagten, Die hettens ge weissaget, das man einen Portugaleser 
bette sollen fangen. Da sagte ich, die dinger haben keine macht, 
und können auch nicht reden, und ligen, das ich ein Portugaleser 
bin, sonder ich bin der Frantzosen freund verwanten einer, und das 
landt da ich daheimc bin, heysset Allemanien. [52] Darauff sagten 
sie. Das muste ich ligen, dann wann ich der Frantzosen freund were, 
was ich dann unter den Portugalesern thet, sie wüsten wol, das die 
Frantzosen eben so wol der Portugaleser feinde weren als sie. 
Dann die Frantzosen kämen alle jar mit schiffen, und brechten inen 
Messer, Exte, Spiegel, Kemme und Scheren, und sie geben inen 
Prasilien hollz, Baumwoll, und andere wahr, als federwerck und 
pfeffer darfür. Derhalben weren es ire gute freund , welchs die 
Portugaleser also nicht gethan betten , Dann sie weren, in verlegen 
jaren , da ins land kommen , und hetlen , da sie letzt noch woneten, 
unter iren feinden freundschafft gemacht, und darnach weren sie zu 
inen auch kommen, und mit inen zuhandelen begert, und sie weren 
auß guter meinunge an ire schiffe kommen und darein gestigen, 
gleich wie sie noch heutiges tages theten, mit den Frantzösischen 
schiffen, und sagten wenn dann die Portugaleser irer güug im 



129 

schiffe gehabt, hetten sie sie denn angegriffen, gebunden und ifetl 
feinden zugefürt und denen geben, die hetten sie denn gedöttet und 
gessen, und irer etlich hetten sie mit irem geschütz zu todt ge-* 
Schossen, und viel hochmut mehr, so inen die Portugaleser gethan 
hetten, auch weren sie offtmals mit ireii feinden zu kriege kommen, 
sie zufangen. 

Wie mir die, so mich gefaügen hatteU) zorniges muts klagten , und das die 
Portugaleser iren Vatter erschossen hetten, das wolten sie an mir 

rechen. 

CAPUT XXV. 

[&4] lind weiter sagten sie, das die Portugaleser, denen beiden 
so gebrüder waren und mich gefangen hatten, irem vatter einen ab-* 
geschossen hatten, also das er gestorben were, und desselbigen 
ires vatters todt wolten sie nun an mir rechen* Darauff sagte ich, 
was sie das an mir rechen -wolten, ich were kein Portugaleser, ich 
were kurtz mit den Castilianern dahin kommen, einen Schiffbruch 
gelitten, wer der ursach halben so unter inen blieben. 

So war ein junger gesel von irem geschlecht, welcher der 
Portugaleser schlave gewesen war, und die wilden, darunter die 
Portugaleser wonen, waren daselbst hin, in der Tuppin Imba landt 
zu krieg gefaren, und hatten ein gantz dorff eingenommen, und die 
Eltisten hatten sie gessen. Und was von jungen waren, etliche den 
Portugalesern für wahr verbeuttet. Also das dieser junger gesel 
auch den Portugalesern verbeuttet war, und in der gegenheit Bri- 
kioka bey seinem Herrn war, welcher hieß Antonio Agudin, ein 
Galiicianer. Denselbigen schlaven hatten die, so mich fiengen, 
ungeferlich drey Monat vor mir gefmigen. Dieweil er nun von 
ihrem geischlecht war, hatten sie inen nicht getödtet. Dersel- 
bige schlave kante mich wol, den fragten sie, was ich für einer 
were. Er sagte es were war, das sich da ein schiff am lande ver-» 
loren hatte, und die leut so darvon kommen weren, hetten sie 
Castilianer geheyssen, und weren der Portugaleser freunde, mit 
denselbigen were ich gewesen, weiter wüste er nicht von mir« 

Wie ich nun hörete, und auch zuvor verstanden hatte, daz 
Frantzosen unter inen waren, und auch mit schiffen da pflegten an-» 
zukommen, bleib ich stets auff einer rede, und sagte : Ich were der 
Frantzosen freund verwandter, das sie mich ungetödtet Hessen, biß 

Fed. u< St. 9 



130 

so lang-, das Frantzoscn keinen und mich [55] erkenneten. Und sie 
hielten mich in sehr grosser verwarung, so waren nun etliche 
Frantzosen unter inen, so die schiffe da gelassen hatten pfeSer zu- 
versamlen. 

Wie ein Frantzose, so die Srhifi'e unter den Wilden gelassen hatte, dahin 
kam mich zubesehen, und llinen hefalhe, sie sdten midi essen, ich were 

ein Ptirtugaleser. 

CAPUT XXVI. 

Es war ein Frantzoso \u*r meil wegs von den hätten darinnen 
ich war, und wie er nun die zeittungen hörete, kompt er dabin, und 
gehet in ein ander hütten, gegen der hätten über darinne ich war, 
da kamen die Wilden zu mir gelauffen, und sagten: Hie ist nu ein 
Frantzoß kommen, nun wallen wir sehen, ob du auch ein Frantcoß 
seiest oder nicht, dessen erfrewete ich mich, und gedachte, er ist 
ie ein Christ, er wird wol zum besten reden. 

Da leiteten sie mich so nacket hinein bey inen, und es war ein 
junger geselle, die Wilden hiessen inen Karwattuware, und sprach 
mir Frantzösisch zu, und ich kundte inen nicht wol verstehen, so 
stunden die Wilden leut umb uns her, und höreten uns zu. Wie ich 
im nun nicht antworten kundt, sagte er zu den Wilden, auff ire 
spraach : Tödtet und esset in, den bößwicht. Er ist ein rechter Por- 
tugaleser, ewer und mein feindt. Und das verstund ich wd, Alt 
inen derbalben umb Gottes willen, das er inen doch sagte, das sie 
mich nicht ässen. Da sagte er: Sie wollen dich essen. Da wurd ich 
ingedenck des Spruchs Jeremie cap. xvii, der da saget: Vermale- 
deiet sey [56J der mensch, so sich auff menschen verlasset Und nit 
demselbigen gieng ich wider von inen mit grossem hertzen wehe, 
und hatte auff den schultern ein stuck leinen tuchs gebunden, wel- 
ches sieinir gaben, Qwo sie es auch bekommen hatten. Das reiß ich 
ab, und die Sonn hatte mich sehr verbrant und warff es dem 
Frantzosen vor seine fuß, und sagte bey mir selbst, sol ich dann ja 
sterben, warumb solte ich dann einem andern mein fleisch lenger 
vor hegen. Da leiteten sie mich widerumb in die hütten, da sie mich 
verwareten. Da gieng ich in mein netz ligen. Gott dem ist bekant 
das eilend, so ich hatte, und hub so schreiend an zusingen, den 
verß. Nun bitten wir den Heiligen Geyst, umb den rechten glauben 
aller meyst. Das er uns behüte an unserm ende, wann wir heim 



1S< 

fahren auß diesem eilende, Kyrioleys. Dann safrten sie: Er ist ein 
rechter Portugaleser, letzt schreiet er, ime grawet tot dem lode. 

Der vor genante Frantsoß war zwen tag daselbs mn den hMr- 
ten, darnach des dritten tages reysete er vort an« Und sie halten 
beschlossen, sie wölten zurüsten, und des ersten tages mich todten, 
so bald sie alle ding bey einander hetten , Und sie verwarten midi 
sehr fleissig, und tiiaten mir grossen spott an, beyde jung und alt 

Wie ich so groB zan wehe hatte. 
CAPUT XXVII. 

Es begab sich, wie ich so im elende war, das gleidi wie man 
sagt, das ein Unglück nicht allein kompt, mir ein zan wehe thet, so 
daz ich gar verfiel^ durch groß wehe, so fragte mich mein Herr, 
wie es keme das ich so wenig esse, ich sagte mir thete ein zan weh, 
Do kam er mit emem dinge, von holtze gemacht, und wolte in mir 
außreissen. Ich sagte [57] er thete mir nicht mehr weh. Er wolte 
in mir mit gewalt außreissen. Dodi wegert ich mich so sehr, das 
er darvon abließ, ja meinte er, wo ich nicht esse und widerumb 
zuneme, weiten sie mich tddten ehe der rechten zeit Gott weiß 
wie manchmal ich so hertzlich begerte, das ich möchte, wenns sein 
Göttlich will were, sterben ehe es die wilden acht hetten, das sie 
nicht iren willen an mir vollenbringen mochten. 

Wie sie mich za irera Obersten Könige Konyan Bebe genant, fuhreten, und 

wie sie da mit mir nmbgiengen. 

CAPUT XXVIII. 

[58] Kach etlichen tagen fureten sie mich in ein ander dorff, 
welchs sie heissen Arirab, zu einem König, der hieß Konyan Bebe, und 
war der vomemste König unter inen aUen. Bey demselben hetten 
sich etliche mehr versandet, und ein grosse freud gemadit, auf ire 
weise, weiten mich auch sehen, dann er bestnlt hatte nnch auf den 
tag auch dahin zubringen. 

Wie ich nun hart bey die hotten kam, hörete ich ein groß ge- 
niff, von singen und posaunen blasen, und vor den hutten stund ein 
kopff oder fänfitzehen auff reydeln, dieselbigen waren von den leu- 
ten, so auch ire feind sein, und heissen die Markayas, die sie ges- 
sen hatten, und wie sie mich darbey hin leyteten^ sa^iL «»& 



132 

die köpf weren aaeh too Iren feiBden, die biessea Markayas, da 
ward mir bang; Ich gedadil, so worden sie aack bH nir vnkgekiw 
Wie wir non zv den hälteo hinein giengen, so gieng einer tos 
denen^ die mich rerwareten, Tor her vnd sprach mit harten worten^ 
das es die andern alle böreten: Hie bringe kh den ScUaren den 
Portogaleser her, and meinte es were ein fein ding anznsehen, 
wann einer seinen feind in seiner gewalt bette. Und er redete riet 
andere ding mehr, wie ir gebranrh ist, lejtete micb da der König 
saß und tranck mit den andern, und hatten sich mit einander dran- 
cken gemacht, in dem getrencke das sie machen, Knwawy genant^ 
nnd sahen micb sawr an, und sagten: Bistn kommen nnser feindt 
Ich sagte: Ich bin kommen, aber ich bin nicht ewer feindt Ds gaben 
sie mir aoch zulrincken. So hatte ich nun riel Ton dem Könige Ko- 
Ryan Bebe genant, gehört, es solte ein grosser Mann sein, auch ein 
grosser Cyraii menseben fleisch zuessen. Und es war einer nnter 
inen der dauchte mich were es , ond ich gieng hin bey ihn , vnd 
redete mit im, gleich wie die wort anff ire spraach gefallen, und 
sagti; : [59] Bistn der Konyan Bebe? lebestn noch? ja sagte er iclr lebe 
noch. Wolan sagt ich. Ich hab yiel von dir gehört, wie da so eio 
weydlicher Mann seiest Pa stand er anff, and gieng yor mir her 
spacieren von grossem hochmat, tmd er hatte einen grossen ninden 
grünen stein, durch die lippen des mundes stecken C^^ ür ge- 
brauch ist> Aach so machten sie weisse pater noster, yon eim^ art 
Seeschneiln, welches ir zierath ist, derselbigen hatte diser König 
auch wo! vi klofflern am hals hangen. Bey dem zierratk merckt ich, 
das es einer von den fnmemsten sein mäste. 

Darnach gieng er wideromb sitzen , und begnnte mich zafra- 
gen, was seine feinde die Toppin Ikins anschlügen, nnd die Portu- 
galeser. Und sagte weiter, Waramb icb inen bette wollen schiessei^ 
in der gegenheit Brickioka, dann er erAiren battOy da» ich da boch- 
senschötz war gewesen gegen sie, Da sagte ich, die Portogaleser 
betten mich dahin gestalt, und bette es müssen tban^ Da sagte er^ 
leb were ja auch ein Portugaleser, und hieß den Frantzosen so midi 
gesehen bette, seinen Son, und sagte. Der mich gesehen hette,^ der 
sagte. Ich könte nicht mit ime reden, und ich were ein rechter Por- 
tugaleser. Da sagte ich. Ja es ist war, ich bin lang auß dem lande 
gewcßt, und hab die spraach vergessen. Da meinte er. Er hette 
scAoa fünff Portaga]eser helffen fangen und essen, die alle gesagt 



133 

heUen sie weren FranUasen, snd hellens dock gelogen. So viel 
das ich mich des leben getröstet, und mich in den willen Gottes be- 
falh. Dann ich von inen allen nicht anders vername, dann ich solte 
sterben. Da hub er widerumb an zufragen, Was dann die Porto- 
galeser von im sagten , sie mästen sich freilich sehr vor ime ent- 
setzen. Da sagte ich: Ja sie wissen viel von dir zusagen, wie 
grossen krieg du inen pflegest zumachen, aber ietzt haben sie Bri- 
ckioka fester gemacht. [60] Ja meinte er, so wölte er sie so fangen, 
wie sie mich gefangen betten in dem walde hin und wider. 

Weiter sagte ich zu im: Ja deine rechten Feinde die Tuppin 
Ikins die rüsteten xxv Nachen zu, und werden zuhandt kommen, 
und in dein landt fallen, wie auch geschach. 

Dieweil er so fragte, stunden die andern und höreten zu. 
Summa, Er fragte mich viel, und sagte mir viel. Rumpte sieh mir, 
wie manchen Portugaleser er bereits bette todt* geschlagen, und an- 
derer mehr Wilder leut, das seine Feinde gewesen weren. Wie er 
so mit mir in der rede wäre, mitler zeit so wurde das getrencke in 
der hätten außgetruncken. Da giengen sie wider in ein andere 
hätten, darinnen auch zutrincken. Das er also mit der rede nachließ. 

Darnach in der anderen hätten fingen sie an, iren spott mit 
mir zutreiben, und desselbigen Königes Son, band mir die beine 
dreymal aber einander. Darnach muste ich eben fusses durch die 
hätten her häppen, Des lachten sie und sagten da kompt unser 
essen kost her häppende. Da sagte ich zu meinem Herren, der mich 
dahin hatte gefähret. Ob er mich dahin gefähret bette zu tödten. 
Da sagte er neyn, es were doch so der gebrauch, das man so mit 
den frembden schlaven umbgienge, und^sie bunden mir die stricke 
von den beynen wider ab, darnach kamen sie umb mich her gehen, 
und griffen mir an mein fleisch, der eine sagte die haut am kopffe 
kerne im zu, der ander sagte das dicke am beyne kerne im zu, Dar- 
nach muste ich inen singen, und ich sang Geystliche iieder. Da 
solte ich inen außlegen auff ire spräche, Da sagte ich, Ich habe von 
meinem Gott gesungen. Sie sagten mein Gott were ein unflat^ Das 
ist auff ir^ spräche, Teuire gesagt. Die wort theten mir wehe und 
gedachte, du gütiger Gott, was kanstu viel leiden, ein zeit lang. 
Wie mich die im Dorff nun gesehen [61] und allen hochmut angethan 
hatten. Des anderen tages sagte der König Konyan Bebe zu denen« 
so mich verwarten, das sie wol achtung auf mich haben sollen^ 



134 

Darnach wie sie mich zur hotten hinauß leyten, und wolten 
mich wideramb gehn Uwattibi bringen, da sie mich tödten wolten, 
Rieffen sie mir so spötlich nach, sie wolten zu band in meines Her- 
ren hotten kommen, und meinen todt bedrencken, mich zu essen, 
und mein Herr tröstete mich allezeit, sagte ich solte noch so bald 
nicht getöd werden. 

Wie die zzv Nachen der Tuppin Ikins ankamen, davon ich dem König ge- 
sagt hatte, wolten die hätten anfallen darinn ich war. 

CAPUT XXIX. 

Mitler zeit begab es sich, das die xxv Nachen, der art Wilden, 
welche die Portugaleser zufreund haben. Auch wie ich vor gesagt 
hab, ehe ich gefangen wurd , dieselbigen in willens waren dahin zu 
kriege zufahren. So begab es sich das inal eines morgens, daz sie 
das dorff anfielen. 

Wie nun die Tuppin Ikins diese hätten wolten anfallen, und 
begunten zuhauff zuschiessen, so ward disen leyd in den hätten, 
und das weibs volck wolle sich aufT die flucht geben. Da sagte 
ich inen: Ihr haltet mich für einen Portugaleser, eweren feind, 
gebet mir nun einen bogen mit pfeilen, und lasset mich loß gehen, 
so wil ich euch helifen die hätten verlhedingen. Sie theten mir 
einen bogen mit pfeilen, Ich rieff und. schoß und machtsauffire 
weiß wie ich best kondt, und sprach ihnen zu, das sie wol ge- 
hertzt waren, es solte kein noth haben. Und mein meinung war. 
Ich wolte durch das [62] Stächet kommen, welchs umb die hät- 
ten her gieng, und zu den andern laufTen, dann sie kanten mich 
wo], und wüsten auch, das ich in dem dorff war. Aber sie verwa- 
reten mich all zu wol. Wie die Tuppin Ikins nun sahen, das sie 
nichts schaffen konten, giengen sie wider in ire nachen und fuhren 
vertan. Wie sie mm hinweg fuhren, verwareten sie mich auch 
wider. 

Wie sich die Obersten des abents bey Monsohein versamleten. 

CAPUT XXX. 

Des tages wie die andern widerumb hinweg waren gefaren, 
gegen abent, und es war bey Monschein, versamleten sie sich zwi- 
schen den hätten auff dem platz, [63] und besprachen sich unternan- 
der, und beschlossen wann sie mich tödten wolten, und leyteten mich 



135 

auch zwischen sich, verspotteten mich, and drewele« wm. kh 
trawrig, und sähe den Mon an, and gedachte in nur feH«, O 
Herr und mein Gott, hilff mir dieses eilends xa eioeai seligm 
Da fragten sie mich, Waramb ich den Hon so stets anselie. Da aagl 
ich inen: Ich sehe im an er ist zornig. Dann die igor so in de« 
Mon ist, daachte auch mich selbs so schrecklich sein CGott Tergeb 
rnirs) daz ich selbs gedachte, Gott and alle creataren mdslen xoraig 
auff mich sein. Da fragte mich der König so mich wolt todten lassea, 
Jeppipo Wasu genant, einer von den Königen inn den hatten, ibor 
wen ist der Mon zornig. Da sagte ich. Er sihet nach deiner hüttea. 
Des Worts halben hub er zornig an mit mir zureden. Das worl 
widerumb zu wenden, sagte ich, Es wirt deine hatten nicht sein. 
Er ist zornig über die schlaven Carios C^elchs auch ein art auft 
den Wilden ist, die so heyssen) Ja sagte er. Ober die komme als 
Unglück, es bleib darbey. Ich gedacht nicht mehr daran. 

Wie die Tuppin Ikins ein ander Dorff, Mambnkabe genant, rerbrent hatten. 

CAPUT XXXI. 

Des andern tages darnach kam die zeitung \on einem Dorffe 
Mambukabe genant, daz die Tuppin Ikins, wie sie da waren abge- 
faren, da ich gefangen lag, hatten sie das Dorff Mambukabe, ange- 
fallen , und die inwoner waren entlauffen , biß auff einen kleinen 
jungen, den hatten sie gefangen, und hatten inen die hätten verbrant. 
Da zohe [64] dieser Jeppipo Wasu (welcher thun und lassen war, 
über mich, thet mir viel leids an) dahin dann sie waren von seinen 
freundes verwanten, wolte inen die hätten widerumb helffen auff- 
richten. So nam er gemeinlich alle seine freundlinge von seiner 
hotten mit sich. War auch der meinung daher Thonn mitzubringen, 
und wurtzelen meel, das Fest fertig zumachen, und mich zuessen. 
Und als er außzohe, befalbe er dem, welchem er mich geschenckt 
hatte, Ipperu wasu genant, daz er mich wol verwaren solte. So 
weren sie wol lenger dann viertzehen tage aussen, und rüsteten 
daselbs zu. 

Wie ein schiff von Brickioka kam, und nach mir fr»^u\ »ic im cm Vfrtze« 

bericht gaben. 

CAPUT XXXIL 

[65] Mitlerzeit kompt ein schiff der Porlugalet^er von ßrikioks, 
anckerte nicht weit von dannen, da ich gefangen lag, und schoß v1k\ 



136 

itAck geschützes ab, auff das es die Wilden hörelen, kernen und 
fprache mit inen hielten. 

Wie sie irer nun gewar wurden, sagten sie zu mir, da sein 
deine freunde die Portugaleser, und wollen Tielleicht hören, Ob du 
auch noch lebest, wollen dich etwan kauffen. Da sagte ich. Es wird 
mein bruder sein, dann ich mich des vermutete, das die Portugale- 
sischen schifife, so vor dem ort landes äberfuhren, nach mir fragen 
wurden. Darmit die Wilden nicht meinen selten, ich were ein Por- 
tugaleser, sagte ich inen, ich hette noch einen bruder, welcher 
auch ein Franlzose were, unter den Portugalesern. Wie nun das 
Schiff ankam, sagte ich, das würde mein Bruder sein, sie weiten nit 
anders, dann ich were ein Portugaleser, und fuhren hin so nahe bey 
das schiff, das sie spraache mit inen konten halten. Da hatten die 
Portugaleser gefragt, wie es unib mich were. Da hatten sie geant-^ 
wertet, Das sie nach mir nit weiter fragten. Und das schiff fuhr 
wider hin, meinten vielleicht ich were todt. Wie ich das schiff sähe 
hin faren, Was ich gedachte, weiß Gott wol, Sie sagten untemander : 
Wir haben den rechten man, sie senden gereyd schiffe nach im. 

Wie des Königes Jeppipo wasu Bruder von Mambnkabi kam, mir sagte, wie 
■ein Bruder, sein Mutter, sampt allen den andern weren kranck worden, Be^ 
gerten von mir. Das ich mit meinem Gott wölt machen, das sie möchten 

widemmb gesundt werden. 

CAPUT XXXIII. 

[66] Und ich vermutete mich alle tag der andern, die aussen 
waren, wie obgemelt, und auff mich zurüsteten. Darnjich auffeinen tag 
hörete ich ein Schreiens in des Königs hätten, welcher aussen war. 
Mir wurd bang, ich meinte sie weren wider kommen (dann das ist 
der Wilden gewonheit, wann einer nit mehr dann vier tag lang 
aussen ist^ wann er wider kompt, beschreien in seine freunde von 
freuden. Nicht lang darnach, nach dem schreien, kam einer zu mir, 
und sagt deines mitherrn Bruder ist kommen, und sagt, das die an* 
dern sehr kranck seien worden. Da frewete ich mich und gedacht. 
Hie wird Gott etwas außrichten wollen. Darnach über eine kleine 
zeit kam meines mitherrn Bruder in die hatten da ich inne war, und 
satzte sich bey mich, hub an zu schreien, sagte, sein Bruder, sein 
Mutter, seines Bruders Kinder, weren alle mit einander kranck wor- 
den, und sein Bruder bette inen zu mir geschickt, und solte mir 



137 

sagen: Ich solle mit iiieineiii Gott machen, das sie möchten wider- 
umb gesandt werden. Und sagte: Mein Bruder leßt sich bedun- 
cken, das dein Gott müsse zornig sein. Ich sagt im ja, mein Gott 
ist zornig, das er mich wolte essen, und gen Mambukabe gezogen 
were und zurüstete. Und sagte im: Ihr sagt ich sey ein Portuga- 
leser, und bins nicht, Und sagte im: Gehe hin zu deinem Bruder, 
das er wider herkomme inn seine hätten, so wolle ich mit meinem 
Gott reden, er solle gesundt werden. Da sagt er, er were zu 
kranck, könte nicht kommen, er wüste wol und bette vermerckt, 
wenn ich nur wolte, er würd daselbst auch gesunt Und ich sagt 
im: er solte wol so starck werden, das er soltc heim gehn in seine 
hütten, dann solte er recht gesundt werden. Und er gieng mit der 
antwort widerumb hin nach Mambukabe, welchs ist vier meil von 
Uwattibi, da ich war. 

[67] Wie der kranckc König Jeppipo Wasu wider heim kam. 

■ 

CAPUT XXXIIII. 

Und nach etlichen tagen, kamen sie alle mit einander kranck 
wider heim. Da liesse er mich in seine hütten leyten, und sagte mir, 
wie sie weren alle kranck worden, und ich hette es wol gewust, 
dann er were noch ingedenck, das ich gesagt hette. Der Mon 
were zornig über seine hütten. Wie ich die rede vonn ihm hörete, 
gedacht ich bei mir selbst: Das müste ie auß versehung Gottes ge** 
schehen sein, das ich des abents wie vorgemelt, von dem Mon ge* 
redt hatte. Es war mir ein grosse freud , und gedachte : Heut ist 
Gott mit mir. 

[68] Da sagte ich im weiter. Es were war, darumb daz er mich 
essen wolte, und ich were sein feind nicht, derhalben kcme im das 
Unglück. Da sagte er, Man solt mir nichts thun, were es sach, das 
er widerumb auff keme. Ich wüste nicht, wie ich Gott am besten 
bitten solt. Ich gedacht, kommen sie widerumb zu irer gesundtheit, 
so tödten sie mich gleichwol. Sterben sie dann, so werden die an-* 
dern sagen, Lasset uns ihn tödten, ehe mehr Unglücks seinet halben 
kompt, wie sie auch schon begunten zusagen: stalte es Gott heim. 
Er batt mich gleich sehr, das sie doch möchten gesundt werden. 
Ich gieng umb sie her, und legte ihnen die hend auff die heupter, 
welches sie also von mir begerten» Es wolte es Gott so nicht 



136 

haben, sie begunten zusterben. Erst starb inen ein kindt, darnach 
starb sein Mutter ein alte fraw, welche die Duppen zurüsten wolte, 
da man die gedrenck inne machen wolte mich zu essen. 

Nach etlichen tagen starb im ein bruder, Darnach wider ein 
kind, und noch ein bruder, welcher zuvor mir die newe zeittung 
bracht, wie vorgemelt, daz sie kranck weren worden. 

Wie er nun sähe, das seine kinder, sein Mutter und brüder 
tod waren, wurd im sehr leyde, daz er und seine frawen auch 
stürben, Do sagte er ich solte meinein Gott Siagen, das er nun den 
zorn fahren Hesse, das er mochte lebendig bleiben y ich tröstete in 
herrlich, und sagte, es würde kein not haben, aber das er nicht 
gedechte, wann er auffkeme, das er mich dan tödten wolte. Do 
sagte er neyn, und befalh auch denen in seiner hätten, das mir 
niemand spot anthete, noch dräwete zu essen. Er bleib gleich woi 
noch eine Zeitlang kranck, aber er ward widerumb gesundt, und 
seiner frawen eine, welche auch kranck war.* Aber es stürben 
ungeferlich acht von seiner freundtschalTt , one andere mehr, wel- 
che mir auch hatten groß leydt angethan. So waren- noch zwen 
andere Künige auß [69] zweien andern hätten, der eine Vratinge 
Wasu, der an der Kenrimakui genant. Dem Vratinge wasu hatte 
getreumbt, Ich were vor inen kommen, und hette zu im gesagt. Er 
solte sterben. Und er kam des morgens frü zu mir, und klagte es 
mir. Ich sagte neyn, es solte kein not haben, das er aber auch nit 
gedechte mich zutödten, noch rath darzu gebe. Da sagte er. Nein, 
Dieweil mich die, so mich gefangen hetten, nicht tödten, so wölte 
er mir auch nicht schediich sein , Und ob sie mich schon tödteten, 
wölte er doch nicht von mir essen. 

Desselbigen gleichen der ander König, Kenrimakui, hatte auch 
einen träum von mir getreumt, welcher inen sehr erschreckte, 
und derselbige rieff mir in seine hätten, und gab mir zuessen, und 
darnach klagte er es mir, und sagte, Er were einmal zu kriege 
gewesen, und hette einen Portugaleser gefangen, und mit seinen 
henden zutodt geschlagen, auch dar von gössen, so viel, das im die 
brüst noch gebrechlich darvon were. Und er wölte von keinem 
mehr essen. So were im nun so ein schrecklich träum von mir 
getraumbt, daz er auch meinte, er solte sterben. Ich sagte im 
auch, es solte kein not haben, das er nur kein menschen fleisch 
mehr esse. 



139 

Auch die alten iveiber in den hätten hin und wider, welche 
mir auch viel leyds gelhan hatten, mit rauffen, schlagen und dra- 
wen zu essen, Dieselben hiessen mich darnach Scheranire, das ist, 
mein Son, lass mich ja nicht sterben. Da wir so mit dir umbgien- 
gen, wir meinten du werest ein Portugaleser , den sein wir sehr 
gram. Auch so haben wir schon etliche Portugaleser gehabt und 
gessen, aber ir Gott wurd so zornig nicht, als deiner, Darbey sehen 
wir nun, das du kein Portugaleser must sein. 

So Hessen sie mich da eio Zeitlang gehen, sie wüsten nicht 
wol wie sie es mit mir halten, ob ich ein Portugaleser oder [70J 
ein Frantzoß were. Sie sagten ich hette einen roten hart wie die 
Frantzosen, und sie betten auch wol Portugaleser gesehen, aber 
die hatten genieinlich alle schwartze harte. 

Und nach dem erschrecken, wie der eine mein Herr auff kam, 
sagten sie mir von keinem essen mehr, aber sie verwarten mich 
gleich wol, wollen mich nicht lassen allein gehen. 

Wie der Frantzose, so den Wilden befolken hatte, sie selten mich essen, 
wider kam, Ich inen batt, das er mich mit neme. Aber meine herren mich 

nicht verlassen weiten. 

CAPUT XXXV. 

[71 J So war nun der Franlzose Karwattuware, von dem ich vor- 
gesagt, da er -von mir zohe, mit den Wilden leulen, die ihnen ge-- 
leydeten, und der Frantzosen Freunde warten der guter, welche 
die Wilden haben, nemlich pfeflPer, und ein art federn, welche sie 
auch haben, zu versamlen. 

Wie er nun wider umb reysete, nach dem ort landes da die 
schiffe ankommen, Mungu Wappe genant und Iterroenne, muste 
er da hindurch, da ich war, wie er nun auß zohe, vermerckte er 
nicht anders dann sie würden mich essen, und er hatte es ihnen 
auch befolen, und er war ein zeillang aussen, und hatte nicht an- 
ders gemeint dann ich were todL 

Wie er nun widerumb in die hätten bey mich kam, redete er 
mit mir auff die Wilde spräche, und ich gieng des mals loß, da 
fragte er mich ob ich noch lebte, da sagte ich ja, ich danckte Gott, 
das er mich so lange behüt hette. So mochte er auch von den Wil- 
den vielleicht gehört haben, wie es sich begeben hätte, und ich rieff 
ime allein auff einem ort, auff daz die Wilden nicht höreten, was ich 



140 

redete, sagte zu ihm er sehe wol das mir (Sott noch heHe das le- 
ben gesparet, auch were ich kein Portugaleser, ich were ein Teut- 
scher, und mit den Hispaniem, schiff brach halben, unter die Por- 
tugaleser kommen, das er doch den Wilden nun wolle auch sagen, 
wie ich ime gesagt hette, wie das ich Tonn seines freund verwanten 
were, und das er mich wolte da mit hin nenien, da die schiffe an- 
kamen. Dann ich besorgte mich, wo er das nicht thete, wurden 
sie doch gedencken es weren lügen, und der malen eins, waBO sie 
zornig würden mich tödten. 

Und tbet im eine vermanung in irer Wilden spraach und sagte 
ob er auch hctte ein Christlich hertz im leibe gehst, oder gedacht 
hette das nach disem leben ein anders kommen würde, [72] das er so 
hette darzu geraten, das man mich tödten solL Da begunte es inen 
zurewem, und sagte, er hette nicht anders gemeint, dann ich were 
ein Portugaleser, welches so arge bößwichter weren, wenn sie da 
etliche bekommen konnten, inn der provincien von Prasilien, die 
wollen sie gleich hencken, welches nun. wahr ist Auch sagte er, 
Sie müsten sich auch drucken under inen, und wie die Wilden 
mächten mit iren feinden, müssen sie zufrieden sein, dann sie 
weren der Portugaleser erbfeinde. 

Meiner bitt nach^ Sagte er den Wilden, Er helle mich das 
erste mal nicht recht erkennet, aber ich were auß Allemanien, und 
were von iren freunden, und wolte mich mit dahin nemen, da die 
schiffe pflegen an zukommen. Da sagten meine Herren, Nein, sie 
wollen mich niemaudt lassen, mein eigen vatter oder bruder kerne 
dann dahin, und breehte inen ein schiff voll guts, nemlich Exte, 
Spiegel, Messer 4 Kemme und Scheren, Und gebe inen das, dann 
sie betten mich in der feinde landt gefunden, und ich were ir eigen. 

Wie der Frantzose solchs hörete, sagte er mir, ich hörete wol 
daz sie mich nit verlassen wollen^ Da bat ich inen umb Gottes wil- 
len, daz er mich da holen lassen^ und mit in Franckreich nemen 
mit dem ersten schiffe das kommen würde ^ das verhieß er mir und 
sagte den Wilden, das sie mich wol verwarten^ und nicht tödten, 
meine freunde wurden zubandt nach mir kommen^ damit zohe er 
vorthan. 

Wie der Frantzose hinweg gezogen war, da fragte mich einer 
«ron meinen Herren, Alkindar Miri genant Cnicht der da kranck 
«var) was mir der Karwattuwara Cso des Frantzosen name war 



141 

auff der Wilden spraache) geben hette? Ob er von meinen landts-* 
leuten gewesen were, ich sagte, ja, meinte er, warumb bat er dir 
nicht ein messer geben, das du mir ge[73jben heilest, und Wurd 
zornig. Darnach wie sie alle wider gesundt waren begundten sie 
widerumb zumurmeln, und sagten, Die Frantzosen döchten zuhaudl 
so wenig als die Portugaleser, Das mir wider begundte leydt zu 
werden. 

Wie sie eiften gefangenen assen und mich mit darbey führeten. 

CAPUT XXXVI. 

Volgents aber nach etlichen tagen , weiten sie einen gefange-' 
nen essen, in einem Dorff Tickquarippe genant, ungeferlich sex 
meit von dannen, da ich gefangen lag, so zogen nun etliche mit auß 
den hotten da ich war, die füreten mich mit, und der schlave den 
sie essen wotten, war einer Nation die heyssen Marckaya, und wir 
fuhren mit einem Nachen dahin. 

Wie nun die zeit kam, das sie in betrincken wollen (das ist ir 
gebrauch, wann sie einen menseben essen wollen, so machen sie 
einen Tranck von wurtzeln, die heyssel Kawi, wann der gelruncken 
ist, darnach tödten sie in.) Des abents, wie sie im des andern ta-^ 
ges seinen todt betrincken wollen, gieng ich hin bey in und sagte 
zu im, Ja du bist all gerast zum todt, Da lachte er und sagt, Ja. So 
heyssel nun die Schnur darinn sie die gefangenen binden, Mussu-^ 
rana, ist von baumwol gemacht, und ist dicker dann ein fingen 
Ja meinte, er wer wol gerüsl mit allen dingen, dann allein die 
Mussurana were noch nicht langk genug Cdann es fehlten noch un-' 
geferlich vi klofStern daran) Ja sagte er , mit ihnen hette man sie 
besser. Und er führele solche rede als ob er solle zur kirmeß 
gehen. 

[74] So hatte ich nun ein Buch in Portugalesiscber spraach 
bey mir, welches die Wilden in einem schiff genommen ballen, das 
sie durch bülff der Frantzosen erobert hatten, das gaben sie mir. 

Und ich gieng von dem gefangenen , laß inn dem Buch , und 
mich jamerle seiner. Damach gieng ich wider hin zu im, und 
redete mit ime (Dann die Portugaleser haben dieselbige arl Mar- 
kaya auch zu freunden) und sagte im: Ich bin auch ein gefangener^ 
so wol als du, und bin nicht her kommen, daz ich von dir essen 



i42 

wolle, sondern meine Herren haben mich mit bracht Da sagte er, 
Er wüste wöl, das wir leut kein menschen fleisch essen* 

Weiter sagte Ich im, er solte getrost sein, dann sie wurden 
im daz fleisch allein essen, aber sein geyst würde auff einen an- 
dern ort fahren, da unser leut geyste auch hinfahren, da were viel 
freude. Da meinte er, Ob das auch war were. Da sagte ich ja. 
Ja sagte er, er bette Gott nie gesehen. Ich sagte, Er würde inen 
im andern leben sehen. Wie ich nun die rede mit im geendet 
hatte, gieng ich von ime. 

Dieselbige nacht, wie ich des tages mit ihm geredt hatte^ 
kompt ein grosser windt und wehete so schrecklich, das er stucke 
von dem tache der hütten wehete. Da fiengen die Wilden mit mir 
an zu zürnen , und sagten in irer spraach : Apo Meiren geuppawy 
wittu wasu Immou. Der böse Mensch der heylige, macht das der 
windt letzt kompt, dann er sähe des tages in die donnerheude, 
meinten das Buch das ich hatte. Und ich thets darumb, das der 
schlave unser der Portugaleser freund were, und ich meinte viel-^ 
leicht) mit dem bösen wetter das Fest zu verhindern. Ich batt Gott 
den Herrn und sagt: Herr du hast mich biß hieher behütet, behüte 
mich fortan, dann sie murfeten sehr auff mich. 

[75] Wie nun der tag anbrach, wurde es fein wetter und sie 
truncken und waren wol zufrieden. Da gieng ich hin zu dem schla- 
ven, und sagt im: Der grosse windt were Gott gewesen, und hatte 
in wollen haben. Darnach über den andern tag ward er gessen. Wie 
das zugehet, werdet ir in den hindersten Capiteln finden. 

Was sich begab auff dem heymzuge, als sie den gessen hatten. 

CAPUT XXXVII. 

Wie das Pest nun gehalten war, fuhren wir wider nach unser 
wonunge, und meine Herren führten etlich gebraten fleisch mit sich, 
und wir waren drey tage auff der heimreyse, welches man sunsl 
wol in einem tage fahren [76] kan, aber es wehete und regnete 
sehr. So sagten sie mir, des ersten tages, als wir des abents hat- 
ten machten im holtz, uns zulägern. Ich solte machen das es nicht 
regnete; so war ein knab mit uns, der hatte noch einen beinkno* 
eben von dem schlaven, an demselbigen war noch fleisch, das aß 
er. Ich sagte dem jungen, Er solte den knochen hinwerffen, Da 



143 

zurnete er und die andern mit mir, sagten, Das were ire rechte 
speiß. Darbey ließ ichs bleiben. Wir waren drey lag unterwegen. 

Wie wir auff ein vierteii meil weges nahe bei die wonunge 
kamen, konten wir nicht weiter kommen, dann die bulgen wurden 
groß, wir zohen den nachen auffs landt, und meinten, es solte des 
andern tages gut weiter worden sein, so wollen wir den nachen 
heim bracht haben, aber es war gleich ungestümb. Do war ire mei-« 
nung, über landt zugehen, und darnach wens gut weiter wärde^ 
den Nachen holen. Wie wir nun gehen wollen, so assen sie, und 
der junge ass das fleisch vorthan umb den knochen herab, darnach 
warff er in hin, und wir giengen über landt, so bald wurde es auch 
wider gut weiter. Wolan sagte ich ir wollet mir nicht glauben, als 
ich euch sagte mein Gott were zornig, umb des willen, das der 
junge das fleisch so von dem knochen aß, ja meinten die andern, 
helle ers doch gessen, das ichs nicht gesehen helle, so solte es 
wol gut weiter blieben sein, Darbey bleib es. 

Wie ich da widerumb in die hätten kam, da fragte mich der 
ein, der auch theil an mir hatte, Alkindar genant, ob ich nun ge- 
sehen helle, wie sie mit iren Feinden umbgiengen, da sagte ich ja, 
das ihr sie esset, das dünkt mich schrecklich sein , das todtschlagen 
nicht so schrecklich. Ja sagte er, das ist unser gebrauch, so thun 
wir den Portugalesern auch. 

Derselbige Alkindar war mir sehr gehessig, und helle gerne ge- 
habt, [77] das mich der helle todtgeschlagen dem er mich geschenckt 
hatte. Dann wie ir vor gelesen habt, so hatte im der Ipperu Wasu 
einen schlaven geschenckt, todt zuschlagen, auff das er einen na- 
men desto mehr gewinnen solte. Des hatte im der Alkindar wider 
verheissen, den ersten feind, den er fienge, wolle er im wider 
schencken, Wie im das nun nicht gebüren wolt mit mir, helle er 
es gleiche gerne gethan, doch verhinderte sein Bruder solchs in 
alle wege, dann er forchte sich vor weiter plage so im kommen 
möcht. 

So hatte nun derselbige Alkindar, zuvor ehe mich die andern 
dahin führten, da sie den assen, mir auff ein newes gedrawet zu 
lödlen, wie ich nun wider kam, hatte er mitler zeit dieweil ich aus- 
sen war, äugen wehe bekommen, muste stille ligen, konte nicht 
sehen ein Zeitlang, sagte mir stets, ich solle mit meinem Gott re- 
den, das ihm die äugen widerumb gut würden.' Da sagte ich ja. 



144 

das er aber binden nach nicht böß über mich gedechte, sagte er, 
neyn. Do nach etlichen tagen , krieget er seine gesundtheit wider. 

Wie wider ein Scliiff nach mir gesandt wurd von den Jf^ortugalesem. 

CAPIT XXXVIII. 

Wie ich nun in dem funflFten Monat bey inen gewesen war, so 
kompt wider ein schiff von der Insel Sanct Vincente dahin, so ha- 
ben die Porttigaleser das für einen gebrauch, das sie gleich wol in 
irer feinde land faren, doch wol gerüst^ und kauffschlageil mit in, 
geben inen Messer, und Heppen für Mandiken meel, welches die- 
selbigen Wilden daselbst auff etlichen enden viel haben und die 
Portugaleser so der schlaven viel haben zum zucker gewechs, [78] 
die behüben das meel , dieselbigen damit Zuspeisen. Und wann die 
Schiffe so kauffschlagen mit disen Wilden, so kommen diser Wilden 
einer oder zwen in einem Nachen, und reychen inen auffs fürder- 
liebste sie können, die wahr. Darnach heyschen sie, was sie darfür 
haben wollen, das geben ihnen dann die Portugaleser. Dieweil 
aber die zwen bey dem Schiff sein, halten Iren etliche Nachen voll 
von ferren und sehen zu, und wann dann das kauffschlagen ge- 
halten ist, so fahen die Wilden offtmals an und Scharmützeln mit 
den Portugalesern , und schiessen pfeile nach inen, dann fahren 
sie widerumb hin. 

Das vor genante schiffvolck schoß ein stück geschützes ab^ 
darmit die Wilden höreten, das ein Schiff da were, und sie fuhren 
dahin, da hatten sie nach mir gefraget, ob ich noch lebte, sie ge- 
antwortet, ja, hatten die Portugaleser begeret, [79] das sie mich 
möchten sehen, dann sie betten ein kist voll wahr, Brechte mein 
bruder, auch ein Franzose, welcher mit inen im Schiff were. 

So war nu ein Frantzose genant Claudio Mirando mit den Por- 
tugalesern im Schiff, welcher vormals mein gesell gewesen war, 
denselbigen nante ich meinen bruder, der sagte, ich würde viel- 
leicht in dem Schiff sein, und nach mir fragen, dann er gereyt ein 
reyse da gewesen war. 

Und sie kamen wider von dem Schiffe an landt, und sagten 
mir, mein bruder were noch einmal kommen, und brechte mir ein 
kisten voll wahr, und wolle mich gerne sehen. Da sagte ich: Fäh- 
ret mich so von ferreni hinbey, ich wil mit meinem Bruder reden^ 



146 

die Portugaleser verstehn uns nicht, und ich wit im sagen, Das er 
unserm vatter anzeige, wann er heim komme, das er mit einem 
Schiff komme und bringe viel gezeugs mit und hole mich; Sie 
meinten es were also gut, aber sie besorgten sich^ das uns die 
Portugaleser verstünden, dann sie hatten einen grossen krieg vor- 
handen, den weiten sie gegen dem Augstmonat vollenführen Auff 
die gegenheit ßrikioka, da ich gefangen wurd, und ich wüste alle 
ir anschlege wol, darumb war inen leydt, das ich etwas mit inen 
darvon redte. Aber ich sagte neyn, die]^Portugaleser verstünden 
meines bruders und meine spräche nicht. Da führeten sie mich 
ungeferlich einen steinwurff nahe bey das schiff, so nacket wie 
ich allezeit unter inen gieng. Da sprach ich sie an in dem Schiff 
und sagte: Gott der Herr sey mit euch lieben brüder. Einer rede 
mit mir alleine, und lasset euch anders nicht hören, dann das ich 
ein Frantzose sey. Da hub einer an, Johann Senches genant, ein 
Boschkey er, welchen ich wo! kennete und sagte zu mir. Mein lie^ 
ber Bruder, ewert halben sein wir her kommen mit dem Schiffe, und 
haben nicht gewusf, [80] ob ir lebend oder tod sein gewesen, dann 
das erste schiff brachte keine Zeitungen von euch. Nun hat uns 
der Hauptman Brascupas zu Sanctus befolhen, zuforschen, Ob ir 
noch beim leben weren; wann wir solches vernemen, das ir noch 
lebten, sotten wir zum ersten hören, Ob sie euch auch verkeuffen 
wölten, wo nicht, selten wir sehen. Ob wir etliche fangen könten, 
die euch Quittirten. 

Da sagte ich. Nun wolle euch Gott in ewigkeit lohnen, dann 
ich bin hie in grosser angst und not^ und weiß noch nicht, w^s sie 
anschlagen werden, sie betten mich wol gereidt gessen, hette es 
Gott nicht sonderlicher weise verhindert. Weiter sagte ich inen, 
sie werden mich euch nicht verkeuffen, dann gedencket es nicht, 
und lasset euch nicht anders mercken, dann das ich ein Frantzose 
sey, und gebt mir etliche wahr umb Gottes willen, Messer und 
Angelhacken. Dasselbige thaten sie, und es fuhr einer mit einem 
Nachen beiß schiff und holets. 

Wie ich nun sähe das mir die Wilden nicht lenger gestatten 
weiten mit inen zureden, da sagte ich zu den Portugalesern, sehet 
euch wol vor, sie haben einen krieg vorhanden, wider nach Bri- 
ckioka. Da sagten sie mir , das sich ire wilden auch sehr rüsteten, 
und würden gerad das dorff anfallen, da sie mich inne betten, das 

Fed. u. St, \Ä 



i46 

icfi nur vvolgemut were, Gott würde alle ding zum Besten schaflTen, 
dann ich sehe wol, sie könnten mir nit helffen. Ja sagte ich, die- 
weil es meine Sünde also verdienet haben, ist es besser, das mich 
Gott hie straffe, dann dort in jenem leben. Und bittet Gott das er 
mir auß dem eilend helff. 

Darmit befaihe ich sie Gott dem Herrn. Und sie wollen weiter mit 
mir reden, aber die Wilden wollen mir nicht lenger gestatten spraach 
mit inen zu halten, und fuhren widerumb nach den hütten mit mir. 

[81] Da nam ich die Messer und Angelhacken, und gab sie inen 
und sagte: Diß alles hat mir mein bruder der Frantzose geben. 
Da fragten sie mich. Was es alles were das mein bruder mit mir 
geredt helle. Da sagt ich. Ich helte meinem bruder befolhen, er 
solle sehen, das er den Porlugalesern entkeme, und zöge in unser 
vatlerlandt, und brechten schiff mit vielen gütern und holete mich, 
dann ir weret from, und hiltet mich wol, das wolle ich euch dann 
belohnen, wann das schiff käme, Und muste also alle zeit das beste 
vorwenden, und daz gefiel inen wol. 

Darnach sagten sie unlernander: Er muß gewiß ein Frantzos 
sein, lasset uns inen nun vertan besser halten. Also gieng ich da 
ein Zeitlang unter inen, und sagt: Es wirt bald ein schiff nach mir 
kommen, das sie mich nur wol tractirten. Darnach führten sie mich 
in den wall hin und wider, wo sie etwas zuthun hatten, muste ich 
inen helffen. 

Wie h'ie einen schlaven unter sich hatten, welcher mich stets belog, hette 
gerne gesehen, das sie mich bald getödtet hetten, derselbige wurd getödtet 

und gessen in meiner gegenwartigkeit. 

• 

CAPIT XXXIX. 

So war nun ein schlave unter inen, der war einer Nation die 
beyssen Carlos, und seind auch der Wilden feinde, welche der 
Portugaleser freunde sein, derselbige war der Portugaleser eigen 
gewesen, und war inen darnach entlauffen. Solche tödten ae 
nicht, so zu inen lauffen, es sey dann das sie sonderlich etwas ver- 
brechen, sondern halten sie für ir eigen, und müssen inen dienen. 

|82] Derselbige Carlos war drey jar unter disen Tuppin Inba 
gewesen, und sagte, Er hette mich unter den Porlugalesern ge- 
sehen , und ich helte ellich mal unter die Tuppin Inba geschossen, 
wann sie dahin zukriege weren kommen. 



14? 

So hallen nun die Porlugaleser vor etlichen jaren ihrer Kd-* 
nige einen erschossen, Welchen König, sagte der Carlos, hette ich 
geschossen, und regele immerdar an, man solle mich tödten, dann 
ich were der rechte feindt, er helle es gesehen) und er löge es 
doch alles mit einander, dann er war drey jar da unter denen ge- 
wesen, und es war erst ein jar vergangen, das ich gen Sanct 
Vincente kommen war, da er entlauffen war. Und ich batt Gott 
stets, das er mich wolle vor den lügen behüten. 

So begab es sich ungeferlich im jar 1554 den vi Monat, so ich 
geredts gefangen war, so wirl der Cario kranck, [83] und sein Herr^ 
so in hatte, batt mich Ich solle im helffen, das er wider gesandt 
würde und Wild fienge, das wir etwas zu essen bekemen. Dann 
ich wusle wol, wann er fm etwas brechte,, da gebe er mir auch 
von. Aber so mich deuchte, daz er nicht würde widerumb ge- 
sundt werden, wolle er in einem guten freunde schencken, der in 
lodl schlüge und einen namen an im gewünne. 

So war er bereits ungeferlich neun oder zehen tage kranck 
gewesen, so habe sie zene, seind von einem thier, welches sie 
nennen Backe, Denselbigen zan wetzen sie scharffe, und wo sie 
dann das geblüt hindert, da schneiden sie mit dem zan über die 
haut her^ da laufTet das blut herauß, das ist so viel^ als wann man 
hie einem köpffet. 

Derselbigen zene nam ich einen, meinte im damit die Median 
ader zuschlagen. Aber ich konte sie nicht mit durchstechen , dann 
der zan war zustumpff, und sie stunden umb iliich her. Wie ich 
nun wider von im gieng, sähe das es kein nütz war, Fragten sie 
mich, ob er widerumb würde gesundt werden. Ich sagte inen: 
Ich helle nichts außgericht, es were kein blut heraußgelauffen^ 
das betten sie wol gesehen. Ja meinten sie^ er wil sterben, Wir 
wollen in, ehe dann er stirbet, todtschlagen. Ich sagte, nein thuts 
nicht , er wirt vielleicht widerumb gesundt werden. Aber es halff 
nichts,, sie zohen in vor des Königes Vratinge hütten, und irer 
zwen hielten in, dann er war so kranck, das er nicht wusle was 
sie mit ihm Ihun Wollen. So kam der, dem er gegeben war, todt 
zuschlagen, und schlegt in auff den kopff, das daz hirn herauß 
sprang, darnach Hessen sie in ligen vor der hüllen und wollen in 
essen. Ich sagte. Das sie es nit theten, es were ein krancker 
mensch gewesen, sie möchten auch kranck werden. Also w^^v&v*. 



i4S 

sie nicht, was sie thun wollen. Doch kompt einer Miß der hütten 
[84] da ich inne war, und rieff den weibem, das sie ein fewr bey 
den todten machten, und er schneid im den kopff abe, Dann er hatte 
ein äuge, und schein heßlich von der kranckheit, so er gehabt, das 
er den kopff hinweg warff, und dem corper sengete er die haut ab 
über dem fewr. Darnach zerschneid er in, und teilete mit den an- 
dern gleich, wie ire gewonheit ist, und assen inen biß aaff den 
kopff und darme^ da hatten sie einen eckel an, dieweil er kranck 
gewesen war. 

Darnach gieng ich hin und wider durch die hätten, in der 
einen brieten sie die füß, in der andern die hend, in der dritten 
stücke vom leibe. Da sagte ich inen, wie das der Cario, den sie da 
brieten und essen wolten, hette mich alle zeit belogen, und ge- 
sagt, Ich hette ewerer freund etliche, dieweil ich bei den Portuga- 
lesern gewesen were, erschossen, und es were erlogen, dann er 
hette mich nie gesehen. Nun wisset ir wol, das er ist eüicbe jar 
unter euch gewesen, und nie kranck worden, ietzt aber der lügen 
halben, so er auff mich gelogen hat, ist mein Gott zornig worden, 
und inen gekrencket, und euch in den sinn geben, das ir inen ge- 
tödtet habt und inen essen solt. Also wirt mein Gett mit allen 
scbelcken thun , so mir leydt gethan haben und thun werden. Für 
solchen Worten erschracken ihr viel, das dancke ich dem Allmeck- 
tigen Gott, das er inn allen so gewaltig und gnedig sich mir er- 
zeigte. 

Bitte der halben den Leser , das er wolle achtong haben anff 
mein schreiben , Dann ich thu diese mühe nit der gestalt, das ich 
lust hette etwas newes zuschreiben, sondern alleine die erzeigte 
wolthat Gottes an den tag zubringen. 

[85] So neigte es sich nun zu der zeit, das sie wolten zu krige 
zihen , Darauff sie sich drey monat zuvorn gerüstet hatten, so hofft 
ich stets, wenn sie außzöhen: solten sie mich mit den weibem da- 
heyme lassen, wolte ich, dieweil sie aussen weren, enthraffen sein. 

Wie ein Frantzösisch Schiff ankäme , uad mit den Wilden bandelte ~^ umb 
baamwollen und Prasilienboltz , zn welcLem schiff ich gerne gewesen were, 

aher es von Gott nicht Tersehen war. 

CAPUT XL. 

Ungeferlich acht tage zuvorn , wie sie wolten zu kriege a«ß» 



i48 

fahren, so war ein Frantzöeisch schiff acht meil 'Von dann«n ankom- 
men in einem Havingen, welchen die Portugaleser Rio de jenero 
nennen, und auff der Wilden spraach Iteronne. Daselbst pflegen 
die Frantzosen prasilienholtz zu laden. So kamen sie nun bey dem 
Dorff, da ich inne war, auch an mit irem bott, und beutteten dea 
Wilden pfeffer, Meerkatzen und Pappegeyen ab, Und es kam einer 
auß dem bott an landt, der kundte die Wilde spraach^ und hieß 
Jacob, Derselbige handelt mit inen, d^n bat ich, daz er mich mit 
zu schiffe neme. Aber meine herrn sagten neyn, sie wölten mich 
so nicht hin schicken, sondern wolten viel wahr für mich haben. 
Da sagte ich inen, das sie mich selbst hin bey das schiff brechten, 
meine freund solten inen wahr genug geben. Sie meinten nein, das 
sein dein rechte freund nicht 

Dann die so mit dem bott hie sein, betten dir ie ein hembd 
geben, dieweil du nacket gehest. Aber sie achten nichts auff dich 
Cwie es auch war). Aber ich sagte, Sie würden mich im [86] grossen 
schiff kleyden, wann ich dahin kerne. Sie sagten, das schiff würde 
noch so bald nicht hinweg fahren, sie müsten erst zu kriege. Aber 
wann sie wider kämen, wölten sie mich hinbey führen. So wolte 
nun das Bott widerumb hinweg fahren, dann es hatte ein nacht 
beim dorff geanckert. 

Wie ich nu sähe, das sie mit dem Bott wider hinweg faren 
wolten, gedachte ich, du gütiger Gott, wann das schiff nu auch 
hinweg feret, und mich nicht mit nimpt, werde ich doch noch unter 
inen umbkommen, dann es ist ein volck da kein vertrawen auff ist. 
Mit den gedancken gieng ich zu den hütten hinauß, nach dem 
Wasser zu, und sie wurden es gewar, und lieffen mir nach. Ich 
lieff vor inen her, und sie wolten mich greiffen. Den ersten so 
bey mich kam, schlug ich von mir. Und es war das gantze dorff 
hinder mir, doch entkam ich inen und seh warn bey das bott. Wie 
ich nun in das bott steigen wolt, stiessen mich die Frantzosen wi- 
der hinweg, meineten, wo sie mich wider der Wilden willen mit 
nemen, möchten sie sich auch gegen sie erheben, und auch ire 
feind werden. Da schwam ich betrübt wider nach dem land zu, 
und dachte nun sehe ich, das es Gottes will ist, das ich ienger im 
eilend bleibe. Und wann ich das entlauffen nicht versucht bette, 
bette ich binden nach gemeint es were mein schuldt gewesen. 

W^ie ich nun wider bey sie an landt kam , waren sie frölich, 



150 

und sagten, Nein er kompt wider. Da zürnete ich mit inen und 
sagte: Meynet ir das ich euch so entlauifen wolte. Ich bin da im 
bot gewesen, und meinen landts leuten gesagt, das sie sich darauff 
schickten, wann ir auß dem krieg kernet, und mich dahin bringet, 
das sie dann viel wahr bey einander hellen, und euch geben, sol- 
ches behagte inen wol, und waren wieder zufrieden. 

[87] Wie die Wilden zu krieg zogen, mich mit namen, und was sich auff 

dem zuge begab. . 

CAPUT XLI. 

Darnach in vier tagen versamleten sich etliche Nachen, die 
jin kriege weiten ziehen, in dem dorfF darinn ich war. Da kam der 
Oberste Konyan Bebe mit den seinen auch dahin. Da sagte mein 
Herr, er wölte mich mit nemen. Sagte ich, das er mich daheime 
ließ. Und er bette es auch wol gethan, Doch sagte der Konyan 
ISebe, er solle mich mit nemen. Ich ließ mich nicht anders mer-- 
cken, dann das ich nöde mit zöge, auff das sie, wann ich gut-*- 
willig mit gezogen were , nicht gedacht betten , das ich inen ent-^ 
lauifen würde, wann sie bey irer feinde landt kernen, und desto 
weniger [88] acht auff mich betten. Auch war meine meinung, wann 
isie mich daheymen hellen gelassen , ich wolle nach dem Frantzösi- 
geben Schiffe gelauffen sein. 

Sie namen mich aber mit, und waren xxxviii nachen starck, 
(ind ieder nache mit xviii mehr ^der weniger besetzt, und es hatte 
irer etliche mit iren Abgöttern geweissaget über den krieg mit 
träumen und anderm narrenspiel mehr, welcher sie gebrauchen, 
jso das sie wol gemutet waren zur sache. Und ire meinung war in 
die gegenbeit Brickiocka zufahren, da sie mich fiengen, und sich 
daselbst umb den flecken im wald umbher verstecken, diejenigen, 
po inen dermassen in die hehde fielen, mit zu nemen. 

Und wie wir diesen außzug des krieges anfiengen, war im jar 
1554 ungeferlich den xiiii tag Augusti, So lauffen nun (wie hie 
bevor gedacht) in disem Monat eine art fische, heissen in Portu- 
galesischer spraacb Doynges, AufT Hispanisch Liesses, und in 
der Wilden spraacb Bratti, auß dem Meer in die süssen wasser, 
darinn zuleychen, Und die Wilden heissen die Zeit pirakaen. Als 
d^nn ziehen sie m beiden theilen gemeinlich zu kriege, ihre Feinde 



151 

so wol, als sie, der fische auff der reyse zufangen und zuessen. 
Und auff der hinreyse fahren sie sanffte, aber zurück auffs schwin- 
deste sie können. 

So hoffte ich nun alle zeit, das die auch selten auff der reyse 
sein, welche der Portugaleser freunde sein, Dann dieselbigen wa- 
ren auch willens diesen ins landt zufallen, wie mir die Portuga- 
leser zuvorne im schiff gesagt hatten. 

Sie fragten mich stets auff der reyse, was mich deuchte. Ob 
sie auch iemarid fangen würden, das ich sie aber nicht erzürnete, 
sagte ich ja, auch sagte ich inen, die Feinde würden uns begeg- 
nen. So lagen wir eine nacht in einem ort landes, der heysset auch 
Uwattibi, daselbs fiengen wir viel der fische [89] Bratti, welche so 
groß sein, als ein guter hecht, und es wehet die nacht mechtig ding, 
so schwätzten sie nun mit mir, und weiten viel fragen, do sagte ich 
dieser wint wehet über viel todter leut. So war noch ein ander 
hauffe von disen auch zu wasser, eine refier, genant die Paraibe, 
zwischen landt hinauff gefaren, ja meinten sie, wie nahe ha- 
ben die der feinde landt gereit angefallen, das irer etliche sein 
todt blieben (wie ich binden nach noch erfuhr, das es auch ge- 
schehen war). 

Wie wir nun eine tage reyß von dannen waren, da sie iren 
anschlag volnbringen weiten, legerten sie sich ins gehöltz bey ein 
Insel, welche S. Sebastian von den Portugalesern genant wirt, aber 
die Wilden heissen sie Meyenbipe. 

Wie der abent ankam, gieng der Oberste Konyan Bebe ge- 
nannt, durch den leger her im wald, predigte und sagte, sie weren 
ietzt nahe bey der feinde landt kommen, das ein ieder sein träum 
behielte, so im die nacht treumen würde, und das sie zusehen, das 
sie sich Hessen etwas glückliches treumen. Wie die rede auß wa- 
ren tantzten sie mit ihren Abgöttern biß in die nacht, darnach 
schlieffen sie. Wie mein Herr sich niderlegte, sagte er ich solte 
mir auch etwas gutes treumen lassen, ich sagte, ich achte auff 
keine treume, sie sein falsch. So mach sagt er, mit deinem Gott 
gleichwol, das wir feinde fangen. 

Wie der tag nun anbrach, versamleten sich die Obersten umb 
ein becken vol gesotner fisch, welche sie assen, und ertzelten die 
treume, so viel das sie inen wol gefielen, ettliche tantzten mit den 
abgöltern, und sie waren willens denselbigen tag auff die naheit 



152 

bey irer feind land zu fahren , bey einem ort Boywassu kange ge- 
.nant, daselbs wolten sie dann beyten biß der abent kern. 

Wie wir nun auß fuhren, von dem ort, da wir die nacht gele- 
gen hatten, Meyenbipe genant, fragten sie mich noch einmal, [90] 
was mich deuchte. Da sagte ich auff abentheuer, bey Boywassu 
Kange werden uns die Feinde entgegen kommen, seid nur frei- 
mütig, und bey denselbigen Boywassu Kange, war mein meinung 
ich weite inen entlauffen sein, wann wir weren dahin kommen. Dann 
da sie mich gefangen hatten , waren wir sechs meil wegs von dem 
selbigen orU 

Wie wir nun so fort fuhren an dem lande her, so sahen wir 
auch Nachen, die kamen uns entgegen hinter einer Insel her, Da 
rielTen sie: Da kommen unsere feinde die Tuppin Ikins auch her. 
Doch wolten sie sich verbergen hinter einen fels mit den Nachen, 
aufF das die andern solten unversehens bey sie kommen. Gleichwol 
wurden sie unser gewar , und gaben sich widerumb auff die flocht 
nach irem heymet, Und wir ruderten inen auffs schwindest nach 
wol vier gantzer stunde, darnach kamen wir sie an, und irer wa- 
ren fünff Nachen voll, waren alle von Brickioka. Ich kante sie 
alle mit einander, es waren vi Mammalucken in der funff nachen 
einer, dieselbigen waren getaufit, und deren waren zwen gebrü^ 
der, einer genant Diego de Praga, Der ander Domingos de Praga. 
Pieselbigen beyde theten grosse wehr, einer mit einem rhor, der 
ander mit einem flischbogen. Die beyde hielten sich auff in Iren 
Nachen zwo gantze stund gegen etliche und dreissig Nachen der 
unsern. Wie sie nun ire pfeil verschossen hatten, fielen die Tuppin 
Imba sie an, namen sie gefangen, und etliche wurden als bald todt 
geschlagen und geschossen. Die beiden brüder wurden nicht ver- 
wundet. Aber zwen von den vi Mammelucken wurden sehr hart 
verwandt, und noch der Tuppin Ikin auch etliche, unter welchen 
ein fraw war. 

[91] Wie sie mit den gefangenen umbgiengen auff dem heimzage, 

CAPUT XLII. 

Es war zwo grosser meil wegs vom lande im Meer da sie ge* 
fangen wurden, sie eilten auff das schwindeste so sie kondten wi* 
der nach dem lande, sich widerumb zulegcrn, da wir die nach 



153 

zu vorn lagen. Wie wir nun bey das landt Meyen kamen, war es 
abent, das die Sonn wolte untergehen, da leyteten sie die ge- 
fangnen ein ieder seinen in sein hütten, Aber die hart Terwnndt 
waren , zohen sie ans landt und schlugen sie vortan zu todt, und 
schnieden sie auff iren gebrauch in stück, und brieden das fleisch. 
Unter denen, die die nacht gebraten wurden, waren zwen Mamme- 
lucken, welche [92] Christen waren. Der eine war ein Portugaleser 
Georg Ferrero genant, eines Hauptmans Sohn. Densetbigen hatte 
er gefeeuget niit einer Wilden frawen. Der ander hieß Hieronymus, 
denselbigen hatte ein Wilder gefangen, der war auß der hätten, 
darinne ich war, und sein name war Parwaa, derselbige briedt den 
Hieronymum die nacht, ungeferlich einen schrit von mir, da ich lag. 
Derselbige Hiernonymus C^ott hab sein SeeO war des Diego de 
Praga blutverwandler. 

Denselbigen abent, wie sie sich nun gelegert hatten, gieng 
ich in die hätten, darinn sie die beyden brüder hatten, mit inen zu 
reden, dann es waren meine gute freunde zu Brickioka, da ich 
gefangen wurdt. Da fragten sie mich, ob sie auch gessen würden, 
ich sagte das müsten sie stellen inn den willen, des himmlischen 
Yatters, und seines lieben Sons Jesu Christi, des gecreuzigten vor 
unser sünd, inn welches namen wir getaufft sein, mit im in den 
tod, demselbigen, sagte ich, glaube ich auch, und derselbige hat 
mich auch so lang unter in behüt, und was der Allmechtige Gott 
mit uns anfahet, darmit müssen wir zufrieden sein. 

Weiler fragten mich die beyden brüder, wie es umb iren vei- 
tern Hieronymum were, ich sagte in er lege bey dem fewr und 
briete, und bette schon ein stücke von des Ferrero Sohn sehen 
essen. Da weineten sie, ich tröstete sie wider, sagte inen sie 
wüsten wol, das ich nun in dem 8 Monat ungeferlich unter ihnen 
gewesen were, und mich Gott auch erhalten bette. Daz wird er 
bey euch auch thun, vertrawet im, weiter sagte ich, es solte bil- 
lieh mir zu hertzen gehen, mehr dann euch, dann ich bin auß 
frembden landen, bin des schrecklichen handeis der leut nit ge- 
wonet, ir seit ie hie im lande gezogen und geboren. Ja meinten sie 
ich were so gar verhertet im eilende , ich achtete es nicht mehr. 

[93] Wie ich nun so mit inen in der rede war, hiessen mich die 
Wilden von inen gehen, in meine hätten, sagten was ich so vor 
eine lange rede mit inen hette. Das dawerte mich, das ich muste 



i54 

von inen gehen, sagte inen, das sie sich gentzlich in den willen 
Gottes begeben, sie sehen wol, was wir vor ein elend in disein ja~ 
mertal betten, sie sagten, das betten sie nie so wol erfaren, als 
nun, meinten sie, weren Gott doch emen todt schuldig, sie wollen 
auch nun deste frölicber sterben, dieweil ich auch bey ihnen were, 
damit gieng ich auß irer hütten, und gieng durch das gantze leger, 
besähe die gefangnen. Gieng also alleine, und hatte niemandt kein 
achtung auff mich, bette das mal wol können entlauffen, dann es 
bey einer Insel war, Meyenbipe genant, möchte ungeferlich zehen 
meil wegs von Brickioka sein , aber ich unterließ es umb der ge- 
fangenen Christen willen, welcher noch vier lebendig waren. 
Dann ich gedacht, entlaufT ich inen, so werden sie zornig, und 
schlagen dieselbigen von stund an todt. Vielleicht mittler zeit er- 
holt uns Gott all mit einander, und gedachte also bei inen zublei- 
ben, und sie zutrösten, wie ich auch thete. Aber die Wilden waren 
mir sehr günstig, dann ich hatte zuvor gesagt, auff abentheur, die 
feind würden uns begegnen. Wie es nun auch geriet, sagten sie, 
Ich were ein besser Prophet, dann ir Miraka. 

Wie sie mit iren feinden tanzten , da wir uns des andern tages lagerten. 

CAPLT XLlll. 

Des andern tages kamen wir nicht weit von irer iandschafft, bey 
ein groß gebirge Occarasu genant. Daselbs legerten sie sich, die 
nacht da zubleiben. Da gieng ich in des obersten Königes CKonyan 
Bebe genant^ hütten, [94] Fragte in, was er mit den Mammelucken 
im sinne bette. Er sagte, Sie solten gössen werden, und verbot mir, 
ich solle nit mit inen reden, dann er were sehr zornig auff sie, sie 
gölten seine daheyme blieben und nicht mit seinen feinden gegen 
jn zu krige sein gezogen. Ich sagte, er solt sie leben lassen, und 
iren freunden wiederumb verkeuffen. Er sagte sie solten gessen 
werden. 

Und derseibige Konyan Bebe hatte einen grossen korb vol 
inenschenfleysch vor sich, afs von einem beyne, hielt mir es vor 
den mundt^ fragte ob ich auch essen wölte. Ich sagte , Ein unver- 
nünfflig thier frisst kaum das ander, solle dann ein mensch den an- 
dern fressen. Er beyß darein, sagte, Jau wäre sehe, Ich bin ein 
Tiegcr Ihier, es schmeckt wol, damit gieng ich von im. 



155 . 

Denselbigen abent gebot er, ein ieder soll seine gefangene 
[95] vor den walt bringen bey das wasser aufF einem platz. Das 
geschähe. Da versamleten sie sich, machten einen runden kreiß, da 
stunden die gefangenen in. Da musten die gefangenen' alle sampt 
singen und rasseln mit den Abgöttern Tammaraka. Wie nun die 
gefangenen gesungen hatten, fiengen sie an zureden einer nach 
dem andern, so frevelmütig und sagten: Ja, Wir zogen auß gleich 
wie tapffere leut pflegen, euch unsere feinde zufangen und zues- 
sen. Nun habt ir die oberhant kriegt, habt uns gefangen, aber 
wir fragen nichts darnach, Die wehrhafftigen dapffern leut sterben 
in irer feinde landt. So ist auch unser land noch groß, die un- 
sern werden uns an euch wol rechen. Ja, sagten die andern, Ihr 
habt der unsern schon viel vertilget, das wollen wir auch euch 
rechen. 

Wie die rede auß war, fähret ein ieder sein gefangen wider 
in sein losament. 

Darnach am dritten tage kamen wir wider in ire landtschafft, 
ein ieder führete sein gefangne, da er da heime war, die in dem 
dorff Uwattibi, da ich inne war, hatten acht Wilder lebendig ge- 
fangen, und drey Mammelucken das Christen waren, nemlich Diego 
und sein bruder, und noch einen Christen, hieß Anthonio, den 
hatten meines Herren Son gefangen, und noch zwen Mammelucken, 
welche Christen waren, führten sie gebratten heim, da zu essen. 
Und wir waren in den eilfften tag auif der reyse auß und heim. 

Wie das Frantzösische Schiff noch da war, dabey sie mich bringen wolten, 
wie sie mir gelobten, wenn sie widerumb auß dem kriege kämen etc. wie 

vorgemelt. 

CAPUT XLIIH. 

[96] Wie wir nun wider heim waren kommen, begerte ich von 
inen, das sie mich wolten nach der Frantzosen Schiff' füren, dann 
ich were nun mit inen zu kriege gewesen, und inen ire Feinde 
helff'en fangen, von welchen sie nun wol gehöret betten , das ich 
kein Portugaleser were. 

Sie sagten ja sie wolten mich hinbey führen , Aber sie wolten 
sich erst ruhen, und essen den Mokaen, das ist das gebraten fleisch 
der beyden Christen. 



156 

Wie nie den ersten von den zweien gebratenen Christen assen, nenilicli 
Jorge Ferrero des Portugalesischen Hauptmans Sühn. 

CAPUT XLV. 

[97] So war nun ein König über ein hotten, hart gegen meiner 
hütten über. Derselbige war genant Tatamiri, der hatte den ge- 
bratnen und ließ gedrenck machen nach irer gewonheit und irer 
vil versamleten sich, druncken, sungen und machten ein grosse 
freude, Darnach des andern tages nach dem trincken, sotten sie 
das gebraten fleisch wid^rumb auff und assens. Aber des andern 
Hieronymi fleisch hing in der hätten darinnen ich war, in einem 
korb über dem fewr im rauch wol drey wochen, das es so trucken 
war wie ein holtz, und das es so lang ungessen hieng über dem 
fewr. War die ursach, Der wilde der es hatte, war genant 
Parwaa. Der war aufT einen andern ort gezogen wurtzeln zu- 
holen, die getrenck zu machen, des Hieronymi fleisch damnit zu- 
betrincken, das sich also die zeit verlieff, und sie wolten mich 
nicht ehe nach dem schiff' führen, sie hetten dann das Fest über 
Hieronymum gehalten, und das fleisch gessen. Mittler zeit war 
das Frantzösisch schiff* wider hinweg gefahren. Dann es mochte 
ungeferlich acht meil wegs von dannen sein, da ich war. 

Wie ich die zeitung hörete, ward ich betrübt, Aber die Wil- 
den sagten, Sie pflegen gemeinlichen alle jar dahin zu kommen, 
muste ichs zufrieden sein. 

Wie der Allniechtige Gott ein zeichen thot. 

CAPLT XLVl. 

Ich hatte ein Creutz gemacht, von einem reidel, und vor der 
hütten auff'gericht^ darinn ich war, bey dem ich vielmals mein ge- 
bet thet zum Herren, und ich hatte den wilden befohlen, sie selten 
es nicht außziehen, es möchte inen unglick darvon kommen, aber 
sie verachteten meine rede. Auff* ein [98] zeit war ich mit inen auff 
der vischerey, mittler weil hatte eine fraw das Creutz außgeraufft, 
hatte es ihrem manne geben, der solte ir ein art pater noster, 
welche sie von Meerschnecken heusern machen, darauff reiben, 
dieweil es runt war, welchs mich nun sehr verdroß, bald darnach 
fieng es sehr an zuregnen, wehrele etliche tage. Sie kamen io 



157 

meine liütten, begerlen, Ich solle mit meinem Gott machen, das 
der regen auffhörete, Dann wo es nicht auffhörete, würde es ire 
pHantzung verhindern , Dann ire pflantz zeit war da. Ich sagte es 
were ihr schuldt, sie hetten meinen Gott erzürnet, da sie das 
holtz hetten außgeraufft. Dann bey dem holtz pflegte ich mit mei- 
nem Gott spraach zuhalten. Wie sie nun meinten, das die ursach 
zu sein des regens, halff mir meines Herrn Son wider ein Creutz 
autTrichten. Es war ungeferlich umb ein uhr nach mittage nach 
der Sonnen zurechnen. Wie es auifgerichtet , wurde es von stund 
an widerumb schöner wetter, und war vor mittage sehr unge- 
stümb. Sie verwunderten sich alle, meinten mein Gott thet, wa» 
ich wolle. 

Wie ich eines abents mit zweien Wilden auff der Fischerey war, und Gott 
ein wunder bey mir erzeigte , eines grossen regens und ungewitters halben, 

CAPLT XLVII. 

Ich Stund mit einem, welcher auch der vornemsten einer war, 
Parwaa genant, welcher den Hieronymum gebraten hatte. Diesel- 
bige und noch einerund ich, stunden und fischeten; in abscheydung 
des tages, erhub sich ein [99] groß regen mit einem donner, und 
regnete nicht weit von uns, so das uns der windt den regen zu 
nabele. Da baten mich die beyden Wilden, das ich mit meinem 
Gott reden wölt, daz uns der regen nicht möchte hindern, vielleicht 
würden wir noch mehr fische fangen, Dann ich sehe wol, vvir het- 
ten in der hätten nichts zuessen. Die wort bewegten mich, und 
bat den Herren anß grundt meines hertzen, das er wölte sein macht 
bey mir beweisen, Dieweil es die Wilden von mir begerten, auff 
das sie ie sehen, wie du mein Gott alle zeit bey mir bist. Wie ich 
das gebet geendet hatte, so kompt der windt mit dem regen an- 
brausen, und regnete ungeferlich sex schrit von uns, und auff der 
stelle, da wir waren, vernamen wir nichts. So, das der Wilde Par- 
waa sagte ^ Nun sehe ich^ das du mit deinem Gott geredt hast. Und 
wir fiengen etliche fische. 

Wie wir nun in die hätten kamen, sagten die beyde den 
[100] andern Wilden, Das ich mit meinem Gott geredt helle, 
und sich solche ding begeben hellen. Solches verwunderten sich 
die andern. 



158 

Wie sie den andern von den zweycn gebratenen Christen assefi, Üicronjrfnuft 

genant. 

CAPUT XLYIII, 

Wie nun der wilde Parwaa alle reydschaift bey ein ander 
hatte wie vorgemelt, ließ er gedrencke machen, des Hieronymo 
fleisch zu bedrincken. Wie sie es nun bedruncken, brachten sie 
die zwen gebrüder zu mir, und noch einen, welchen meines Herrn 
Son gefangen hatte, Änthonius genant, so das unser vier Christen 
bey einander waren. Musten mit inen drincken, aber ehe wir 
trincken weiten, theten wir unser gebet zu Gott, das er der Seelen 
wölt gnedig sein, und uns auch, wann unser stunde kompt Und 
die Wilden seh wetzten mit uns, und waren frölich, aber wir sahen 
groß elende. Des anderen morgens früh sotten sie das fleisch 
wider auff" und assens, hattens in einem kurtzen verrückt Den- 
selbigen tag führten sie mich hin zuverschencken. Wie ich nun 
von den beiden brüdern schied, baten sie mich, ich solte Gott vor 
sie bitten, und ich gab ihnen bericht, ob sie entlaufl'en konten, wo 
sie sich hinauß wenden solten im gebirge, auff das sie ihnen nicht 
könten nachspüren, dann ich des gebirges kundtschafft hatte, das- 
selbige sie auch gethan hatten. Waren loß worden und entlauffen^ 
wie ich hernachmals erfuhr, ob sie wider gefangen worden ^ weiß 
ich noch nicht. 

[101] Wie sie mich hinführten zu verschenckeft. 

CAPUT XLIX. 

Sie fuhren mit mir hin, da sie mich verschencken trolteBf 
Tackwara sutibi genant, und wie wir so ein stück weges vom lande 
waren, sähe ich mich umb nach den hütten, da wir außfuhren^ und 
es war eine schwartze wolcken über den hütten. Ich zeigte es 
inen und sagte , Mein Gott were zornig über das dorff, das sie das 
Christenfleisch gessen betten etc. Wie sie mich nun darbraehten 
überlieferten sie mich einem Könige Abbati Bossange genant Dem- 
selbigen sagten sie, das er mir kein über last thun solte, oder thaD 
lassen, dann mein Gott were schrecklich über die, somirleydttheten' 
Dann das betten sie gesehen, da ich noch bey inen were gewesen. 
Und ich thet im auch selbs eine vermanung, sagte, Es würde bald 
mein bruder 4ind freundt verwandten kommen mit einem schiff vel 



159 

wahr, das sie mich nur wol verwarelen, dann wöll ich inen wahr 
geben. Dann ich wüste fürwar, mein Gott würde meiner brüder 
Schiffe bald her bringen. Das behagte inen wol. Der König hieß 
mich söhn, und ich gieng mit seinen Sönen auffs weydwerck. 

Wie mir die Wilden desselbigen orts erzeleten, wie das vorgemelte schiff 

auß Franckreieh wider hinweg gesiegelt were. 

CAPUT L. 

Sie sagten mir, wie das vorige schiff Maria Bellete genant, von 
Depen, da ich gerne were in gewesen, da volle ladung bekommen 
hette, nemlich Prasilien holtz, [102] Pfeffer, Baumwol, Federwerck, 
Meerkatzen, Papegogen und dergleichen war, welche da gefeit, und 
sie hellen da in den Havingen Rio de Jenero ein Portugalesisch schiff 
genommen, und der Portugaleser einen, Ita Wu, einem Wilden 
Könige, so genant, geben, der hette ihnen gessen, auch were der 
Frantzöse, welcher, wie ich gefangen wurd, den Wilden befolhe, 
sie selten mich essen, in dem schiff, und wolle wider heim, und 
das war das schiff wie vorgemelt, wie ich den wilden entlieff, und 
bey ir Bott kam, und sie mich nicht innemen weiten, dasselbige 
schiff war umbkommen, auff der wider ummreise. Das, wie ich 
da mit dem andern schiff in Franckreich kam, niemandt erfahren 
hatte, wo es bliben war, wie volgents gemelt wirdt. 

Wie kurtz darnach, wie ich dahin verschenkt wurd, ein ander schiff auß 

Franckreich kam, die Katharina de Vattavilla genant f welche mich, auß 

versehung Gottes , kaufften , und wie sich es zutrug. 

CAPUT LI. 

Ich war ungeferlich viertzehen tage inn dem Flecken Tack- 
wara sntibi bey dem Könige Abbat! Bossange, so begab es sich 
eins tags, das ettliche Wilden zu mir kamen, und sagten, sie hetten 
hören schiessen, es müste in Iteronne sein, welcher Havingen auch 
geheyssen wird Rio de Jenero. Wie ich nun gewisslich erfuhr, 
daß ein schiff da war, sagte ich inen, das sie mich dahin brechten. 
Dann es würden vielleicht mein brüder sein; sie sagten ja, und 
hielten mich gleichwol auff noch etliche tage. 

[i03] Mitler zeit begab es sich, das die Frantzosen, so dahin 
kommen waren, höreten, das ich da unter den Wilden were^p 



160 

schickte der Capitan zwen gesellen von dem schiff, mit sampt etli^ 
chen wilden Königen , weiche sie zu freunden hatten in den Fle- 
cken, da ich inne war, kamen in eine hätten. Der König über die, 
hieß Sowarasu. Hart bey der hätten, da ich inne war, mir wurd 
die zeitunge bracht, von den Wilden, das da zwen yom schiff 
kommen weren. Ich wurd froh, gieng hin zu inen, hieß sie wil-* 
kommen inn die wilde spraach. Wie sie mich nun so elende sahen 
gehen, hatten sie ein mitleiden mit mir, und teileten mir irer klei- 
der mit. Ich fragte sie, warumm sie kommen weren. Sie sagten: 
Meinet halben, Ihnen were befolhen, das sie mich mit zu schiff 
brechten, des selten sie alle anschlege brauchen. Da erfrewete sich 
mein hertz über die harmhertzigkeit Gottes. Und ich sagte zu dem 
einen der [104] zweier, Perot genant, welcher der Wilden spraach 
kundte. Er solte so färwenden. Er were mein bruder, und hette 
mir da etliche kisten vol kauffmanschafft bracht, das sie mich mit 
inen zu schiff brechten, und die kisten holeten. Und da er vor- 
wendete. Ich wölte under inen bleiben, Pfeffer und andere mehr 
wahr zuversamlen, biß das die Schiff wider kämen auffs andere 
jar. Den reden nach brachten sie mich mit* zu schiff, mein Herr 
zohe' selbst mit. Sie hatten im schiff alle mitleiden mit mir, thaten 
mir viel guts. Wie wir nun ungeferlich ein tag oder fänJ^T zu schiff 
waren gewesen, fragte mich der Wilde König Abbati Bossange, 
welchem ich geschenckt war, wo die kisten weren, das ich sie mir 
geben ließ, das wir wider möchten in Zeiten heim kommen. Die- 
selbige meynung sagte ich dem Obersten des Schiffs. Der befalhe 
mir,, ich solle inen auff halten, biß das schiff seine volle last hatte, 
darumb, ob sie sich ie zürneten und ungemach understunden an- 
zuheben, wann sie sehen, das sie mich im schiff behielten, oder 
sunst ein verreterey anrichteten. Sintemal es ein volck, da kein 
vertrawen auff ist. Aber mein Herr der König meinte gentzlich, 
er wölte mich mit heim nemen. Aber ich hielt in so lang auff mit 
Worten, sagte, das er nicht so sehr eilete. Dann er wüste wd, 
wan gute freund zusamen kernen , köndten sie so bald nit scheiden« 
Aber wann sie wöüen mit dem schiff wider hinweg fahren, wölten 
wir auch widerumm nach seiner hätten ziehen, hielten in so auiff. 
Zum leisten, Wie das Schiff gerüstet war, versamleten sich 
die Frantzosen im Schiff alle bey einander, und ich stund bey inen, 
und mein Herr der König sampt denen, so er mit sich hatt, stunden 



161 

auch da. Und der Haupman des schiffs ließ den Wilden sagen mit 
seinem Dolmetsch: Es behagte im sehr wol, das sie mich nicht ge- 
tödtet hellen, nachdem sie [105] mich unter iren Feinden gefangen 
hetten. Ließ weiter sagen Cinich mit besserer gefuglichkeit von 
ihnen abzubringen) er hette der gestalt mich vom lande ins schiff 
lassen fordern, das er inen etwas geben wölte, das sie mich so 
wol verwaret hetten, auch were sein meinung, er wölte mir et- 
liche wahr thun, das ich solte unter inen bleiben, dieweil ich bey 
inen bekant were, pfeffer und andere wahr versamlete, die im 
dienlich were, biß das er wider keme. So hatten wirs nun so be- 
schlossen, das einer oder zehen von den schiffleuten sich versam- 
let, welche mir etlicher maß änlich waren, dieselbigen gaben für, 
sie .weren meine brüder, wolten mich heym haben. Die meynung 
ward inen fürgehalten. Dieselbigen meine brüder wolten in keinen 
weg, das ich wider mit inen an landt solt ziehen, sonder ich solte 
heym ziehen, dann unser vatter begerte mich noch einmal zusehen, 
ehe dann er stürbe. Da ließ inen der Capitan wider sagen: Er 
were ir oberster im Schiff, und hette gern, das ich wider mit ihnen 
an landt zöge, aber er were nur ein mensch, und meiner brüder 
weren viel, er kündte nicht wider sie thun. Das vorwenden ge- 
schah alles, das sie sich wolten mit glimpff von den Wilden schleis- 
sen. Und ich sagte auch meinem Herrn dem Könige: Ich wölte 
gern wider mit inen heym ziehen, aber er sehe wol, das es meine 
brüder nit wolten zulassen. Da fieng er an zu schreien im schiffe 
und sagte, Wann sie mich dann ie wolten mit nemen^ das ich dann 
mit dem ersten Schiff wider keme, dann er hette mich für seinen 
Son gehalten, und were sehr zornig über die von Uwattibi, das 
mich die hetten wollen essen. 

Und seiner weiber eins, welchs mit im schiff war, muste mich 
beschreien nach irer gewonheit, und ich schrey auch nach irem 
gebrauch. Nach dem allem gab im der Hauptmann etliche wahr, 
möchte sich belauffen umb fünff ducaten werdt [106] in Messern, 
Exten, Spiegeln und Kommen. Damit zohen sie widerumb an landt 
nach irer wonunge. 

So halff mir der Allmechtige Herr, der Gott Abraham, Isaac 
und Jacob, auß>der gcwalt der Tyrannen. Ihm sei lob, preiß und 
ehr, durch Jesum Christum seinen lieben Son unsern seligniacher, 
Amen. 

Fe4. tt. St. 1 1 



162 

trie die oheniten des Schiffs genent waren, und wo das Schiff her w«r, 
Und WAS sich noch begah, ehe wir auß dem Havingen fuhren, und wie lang 

wir auff der reise nach Franckreich waren. 

CAPUT LH. 

[107] Der Haoptman des Schiffes war genant Wilhelm de 
Moner, und der Steurman Francoy de Schantz. Das SchifT war 
genennet die Catharina von Wattavilla etc. Sie rüsteten das Schiff 
wider zu, nach Franckreich zu siegeln. So begab es sich eins 
morgens, da wir noch im Havingen CR^o de Jenero genant) lagen, 
kam ein Portugalesisch schifflein , wolte aus dem Havingen fahren, 
hatte gebauffschlagt mit einer art Wilder, welche sie zu freunden 
haben , und heyssen Los Markayas. Der LandtschalTt stösset hart 
an der Tuppin Ikins Landt, welche die Frantzosen zu freunde ha- 
ben. Die beyde Nationen sind feinde zu hauff. 

Und es war das Schifflein, welches Cwie vor gemelt) nach mir 
war, mich den Wilden abzukeuffen. Hörete einem factor Peter 
Rösel genant. Die Frantzosen richteten ire Bott zu mit geschütz, 
fuhren zu inen hinein, meinten sie zunemen. Namen mich mit, das 
ich mit inen reden solt, sie selten sich auffgeben. Aber wie wir 
das Schifflein anfielen, schlugen sie uns widerumbab, wurden et- 
liche Frantzosen erschossen, etliche verwundt. Ich wurd auch in 
den todt verwundt mit einem schoß, viel herter dann der leben- 
digen verwunden keiner. Rieff in der angst zu meinem Herrn, 
dann ich fühlte nichts anders, dann todes not^ und bat den gütigen 
Vatter, die weil er mir auß der Tyrannen gewalt geholffen hette, 
mich doch bey dem leben behalten , das ich möchte widerumb in 
Christen landtschaift kommen und seine erzeigte wolthat an mir 
andern ieuten auch verkünden. Und ich bekam meine volkomne 
gesundtheit wider. Gelobet sei der gütige Gott von ewigkeit zu 
ewigkeit. 

Anno Domini 1554 den letzten Octobris, giengen wir in dem 
Havingen Rio de Jenero zu Siegel, und fuhren wider nach Franck- 
reich. Wir hatten über Meer guten windt, so [108] das sich die 
Schiffleut verwunderten, meineten es müste sunderlich ein gäbe 
von Goll sein, Ein solch welter Cwie es auch war). Auch thet der 
Herr ein sichllich wunder bey uns im Meer. 

Den ersten tag vor dem Christag kamen viel fische umb das 
üchiff her, welche man nennet Meerschwein. Der fiengen wir so 



163 

viel, das wir etliche tage satt hatten. Desselbigen gleichen auch 
auff der heiligen drey Könige abent bescherte uns auch Gott fische 
satt, dann wir hatten sunst des mals nicht viel Zuspeisen, dann was 
uns Gott auß dem Meer gab. Darnach ungeferlich den xx tag 
Februarii des Jars 55 kamen wir inj^Königreich vonn Franckreich 
an, bei einem Stedtlein Honflor genant, ligt in Normandi. Wir 
sahen auff der gantzen widerumm reise kein land bey nahe vier 
Monat. Wie sie nun das Schiff auß luden, halff ich inen. Wie das 
geschehen war, danckte ich inen allen für die erzeigte wolthat. 
Darnach begerte ich ein paßport vom Hauptman, Aber er hette 
viel lieber gesehen, das ich noch oine reise hette mit. im gethan. 
Wie er aber sähe, das ich nicht iHeiben wolt, erlangte er mir ein 
paßport von Moensoral Miranth Oberster in Normandia. Dersel- 
bige, wie er von mir gehört hatte, forderte er mich vor sich, gab 
mir die paßport. Und mein hauptman gab mir zergelt. Ich nam 
meinen abscheid, zohe von Henfloer auff Habelnoeff, von Habel- 
noeff auff Depen. 

[109] Wie ich zu Depen in des Hauptmans hauß, des schifif Bellete ge- 

führet ward, darinn ir haußwirt Oberster wäre, welchs vor uns war auß 

Prasilien gesiegelt, und noch nit heym kommen. 

CAPlrt" LIII. 

Zu Depen, daher das vorige schiff, Maria Bellete war, in wel- 
chem der Tolmetsche Cso den Wilden befalhe sie selten mich essen) 
war, und wolle mit über in Franckreich faren,*waren auch diesel- 
bigen so mich nicht zu sich in ir Bott nemen weiten, wie ich den 
wilden entlieff, auch derselbe Hauptmann des Schiffes, wie mir die 
Wilden sagten , hatte den Wilden einen Portugaleser geben zu es- 
sen. Dann [110] sie den Portugalesern ein Schiff genommen hat- 
ten, wie vor gemelt. 

Dieselbigen leut des Schiffes Bellete waren noch nicht mit 
dem Schiffe zu lande kommen, wie ich dahin kam. Wie wol sie 
nach der rechenschafft das Schiff von Wattuvilla , so nach inen da- 
hin kam und mich kauffte, solle drey Monat ehe dann wir, heim 
kommen sein. Derselbigen leut weiber und freunds verwandten 
kamen zu mir und fragten mich. Ob ich sie nicht vernommen hette. 
Ich sagte, Wol hab ich sie vernommen, es sein ein theil Gottloser 
leut im Schiff, sie seien, wo sie wollen, und erzalte inen, wie das 

11 ♦ 



464 

^iner, so im lande unter den Wilden gewesen were, welcher auch 
mit im schiir were, den Wilden >efolhen hette, «e sollen mich es- 
sen, doch hette mich der Allmechtige Gott behüttet. Und sagte 
inen weiter, Wie das sie weren mit irem bott bey den hätten ge- 
faren, darinnen ich war, i|pd den Wilden pfefTer und Meer katzen 
abgebeutetf und ich were den Wilden entlaufTen und zu inen bey 
das bott geschwummen, aber sie mich nicht 4ietten wollen einne- 
men, hette derhalberl wider müssen an Landt schwimmen unter die 
Wilden, welches mir das mal ein groß hertzwehe war. Auch 
hetten sie den Wilden einen Portugaleser geben, welchen sie 
gessen hatten, sagte ine'n,«Wie daß sie 'meiner gar kein gnad 
hetten wollen haben. Mit solcliem allem sehe ich nun wol, äas es 
der liebe Gott so ^ut mit mir gemeinet hette, Das ich, Gott sey lob, 
vor inen hie bin, euch die newe zeitung zubringen. Sie mögen 
auch kommen, wann sie kommen wollen. Aber ich will euch ein 
Prophet sein, das von Gott solche unbarmhertzigkeit und Tyranney, 
so sie da im Landt bey mir gethan haben, Gott vergebs inen, nicht 
würde ungestrafft bleiben, es were gleich kurtz oder lang, dann 
es augenscheinlich were, das mein seuiBflzen den Herrn [111] Gott 
im Himmel erbarmet hette. S«rgle inen weiter, Wie wol es denen 
so mich den Wilden abgekaufft l;|ßtten, auff der reise gangen were, 
wie aucti die warl^eit ist. Gott gab uns schön wetter und windt, 
gab uns Fische auß der tieffe de^ Meeres. 

Sie gehielten sich übel, meinten was mich gedeuchte, ob sie 
auch noch vorhanoen weren Csie nicht gar zu untrösten) sagte ich^ 
sie könten noch vielleicht wol wider kommen, wiewol der meyste 
hauff und ich auch, nicht anders außrechnen könten, dann sie 
müsten mit dem schiff umbkommen sein. 

Nach alle den reden, schied ich von inen, und sagte, Sie sel- 
ten den andern anzeigen, ob sie kemen. Gott hette mir geholüRBn^ 
Ich were da gewesen; 

Von Depen fuhr ich mit einem Schiff gen Lunden inn Engel- 
landt, ya war ich etliche tage, darnach fuhr ich von Lunden ia See- 
landt, von Seelandt gen Andorff. So hat mir der AlUnechtige Gott, 
dem alle ding müglich ist, inns Vatterlandt wider geholffen, im sey 
ewig lob, Amen. 



165 



Mein Gebet zu Gott dem Herren dieweil ich in der wilden leut gewalt wÄr 

mich zu essen. 

du Allmechtigkeit, der du den himmel ur\d die Erde ge- 
gründet ha^t, du Gott unser Vorväiter Abraham, Isaak und Jacob,« 
der du dein voick Israel so gewaltiglich auß irer feinde handt ge- 
führet hast, durch das rolhe Meer, der du Danielem unter den Lö- 
wen behütest, Dieb bitl ich, du ewiger gewalthaber, du wollest 
mich erlosen auß [112] der band die^r Tyrannen, die dich nicht 
kennen, umb Jesu Christi deines liel][en Sons willen, welcher die 
gefangene erlöset hat auß ewiger gefengknuß. Doch Herr ist es 
dein wille, das ich so einen Tyrannischen todt leiden so!, von die- 
sen völckern, so dich nicht kennen und sagen, wenn ich inen von 
dir sage, du habest keine macht, mich aus ihren henden znnemen 
So stercke mich ie in der lotsten stunde, wenn sie iren willen an 
mir vollenbringen, das ich ja nicht zweifei an deiner Barmhertzig- 
keit. Sol ich dann in diesem elende so viel leiden, so gib mir her- 
nach ruhe, und behüte mich ie vor dem zukommenden elende, 
darvor sich alle unsere Vorvätter entsetzt haben. Doch Herr, du 
kanst mir wol auß irer gewalt heUfen, hiifT mir, ich weiß du kanst 
mir wol helfTen^ und wann du mir geholflen hast, wil ichs keinem 
glück zurechnen, • Sonder alleine, das deine gewaltige band ge- 
holifen habe, dann letzt kan mir keines menschen gewalt helffen, 
und wenn du mir geholffen hast, auß irer ge\^lt, deine wollhal 
wil ich preisen, und an den tag geben, unter allen völckern, wohin 
ich komme, Amen. 



Ich kann nicht wol gleuben das von bertzen könne Beten ein Mann, 

Es sey dann das leibs gefahr oder ander groß Creulz und Verfolgung 

in treffe an. 
Dann wenn dur leichnam mag nach seinem willen leben, 

-Wil die arme Creatur allezeit wider iien schöpffer streben. ,. 
Darumb dem menschen dem Gott zuschickt gegen Sput, 

Meynot er es warhaftig hertzlich gut. 
Daran niemandt zwcifel habe, 

Solcbs ist ein Gottes gäbe. 
[113] Kein trost, wehr, noch wopen , gefuiiden wird zu keiner frist, 

Dann allein der mit dem glauben und Gotts wort gerCUiet x'^V. 



166 



Darumb ein ieder Gottsfurchtiger Mann, 

Deine kinder nichts bessers leren kann, 
Dann das sie das wort Gottes wol fassen, 

So können sie sich in zeit der noth darauff verlassen. 



Darmit du lieber Leser nicht solt erachten. 

Ich habe dise mein mühe umb rhum gethan mich für, etwas spu 

achten. 
Es geschieht dem Allmechtigen Gott zulob und preiß. 

Der aller menschen hertzen und gedancken weiß, 
Dem lieber Leser befehl ich dich, 

Der wolle auch nun vertan behüten mich. 



Ende des Ersten Büchlins. 



[H5] 

WARHAFFTIGER KIRTZER 

BERICHT, ALLER VON MIR ERFARNEN HÄNDEL UND 
SITTEN DER TUPPIN INBAS, DERER GEFANGNER ICH GE- 
WESEN BIN. WONEN IN AMERICA, IRE LANDTSCHAFFT 
LIGT IN 24 GRADÜS AUF DER SEUDEN SEIT DER LINIEN 
EQUINOCTIAL, IHR LANDTSCHAFFT STÖSSET AN EIN 

REFIER, RIO DE JENERO GENANT. 



169 



[116] Wie sich die SchifTart anfahet, auß Portugal nach Rio Am Jenero gelegen 
in America, ungeferlich in 24 gradus des Tropici Capricomi höhe. 

CAPUT I. 

Lissebona, ein Stadt in Portugal gelegen, im xxxix gradus, 
au(r der Norden seilen, der linien Aequinoctial. Wann man von 
Lissebona wil abfahren nach der Provintz Rio de Jenero, gelegen 
inn der Landtschaflt Prasilien, so man auch Americam nennet,. Feh- 
ret man erstmals aufT Insulen, heyssen die Canarie, sein des Königs 
auß Hispanien, der vi hie genant werden. Die erste Gran Cana- 
ria. Die ander Lanserutta. Die dritte Forte Ventura. Die vierdte 
II Ferro. Die FänfiTle La Palma. Die sechste Tineriffe. Von dannen 
fehret man aufT Insulen, heyssen Los Insules de Cape virde. Ist 
soviel gesagt, Die Insulen des grünen heupt, welches grün hcupt 
liget inn schwartz Moren landt, welchs man ^uch wol heysset Gene. 
Die obgemelten Insulen ligen unter dem TropicoTCancri, hören dem 
König von Portugal zu. Von den Insulen siegelt man Seud seud 
West, nach der landtschafft Prasilien zu, und ist ein grosses weites 
Meer, man siegelt oflTt drey Monat und lenger, ehe man in die 
landtschafR kompt. Erstmals siegelt man über den Tropicum Can- 
cri, das er zurück bleibt Darnach durch die lineam Aequinoctia- 
lem. Wann man die Nortwert zurücksiegelt, [117] so sihet man 
den Nordstern (welchen man auch nennet Polum articunO nitht 
mehr. Darnach kompt man in die höhe des Tropici Capricomi, 
und man fehret unter der Sonnen her, und wenn man über die 
höhe des Tropici Capricomi ist, nach der mittags selten, so siebet 
man die Sonne hinab nagb dem Norten, ist stets grosse hitz zwi- 
schen den beiden Tropicis. Und das vorgenant landt Prasilien ligt 
ein theil in den Tropicis. 

Wie das Landt America oder Prasilien gelegen ist, wie ich zum theil ge- 
sehen habe. 

CAPUT II. 

America ist ein grosses Landt, hat viel gesrhiecht Wilder leut, 
dieselbigen haben viel verenderung der spraach, und scind viel 



170 

seltzamer Thierer. Ist lustig anzusehen, die Beume sein allezeit 
grüne, hat kein gehöltze das diser landt art gehöltze gleich sey, 
die leut gehen nacket, ist in dem theil landes daß zwischen den 
Tropicis leigt umb keine zeit des jars so kalt, als hie umm Michaelis, 
aber das theil landes das sich Seudwerts des Tropicus Capricorni 
ligt, ist etwas kelter. Wonen daselbs Nation wilder, die heyssen 
Carios, dieselbigen brauchen wilde thieres heut, welche sie fein 
zubereiten, sich damit bedecken. Derselbigen Wilden weiber ma- 
chen dinger von baumwollen garn, wie ein sack unten und oben 
offen, die ziehen sie an, und heyssen auff ire spräche Typpoy. Es 
hat im landt etliche fruchte der erden und beume, darvon sich die 
leut und Thier erneren, die leute des Landes sein rodtbrauner Farbe 
am leibe, der Sonnen halben, welche sie so verbrennet, ein gera- 
des volck, listig zu aller boßheit, sehr [118] geneigt, ire feinde 
zuverfolgen und zu essen etc. Ire landtschafft America hat etliche 
hundert meil Norten und Süden in die lenge, deren ich wol fünff- 
hundert meil langes der landtschaiTl her gesiegelt habe, und zum 
theil in vielen orten des landes gewesen bin. 

• 

Von einem grossen gebirge , welches im Lande ligt. 

CAPUT 111. 

Es hat ein gebirge, reychet auff drey meil nahe bey das Meer, 
auff örtern weiter, auch wol neher, und gehet an ungeferlich in 
der höhe Boiga de Todolos Sanctus, ein flecken so genant, dahin 
die Portugaleser gebawet und da wonen, und dasselbige gebirge 
strecket sich die lenge an dem Meer her, vollkomlich 204 meil, 
und in der höhe 29 gradus, auff der Süden seiten, der linien equi- 
noctial, Endet sich der berg auff örtern, ist er acht meil wegs 
breydt. Minder dem berge ist gleich landt. Es kommen viel schö- 
ner wasserfluß zwischen dem berge herauß, hat viel wilds. Und 
inn dem berg haltet sich ein art Wilder leut, die heyssen die Way- 
ganna, dieselbigen haben keine stete wonungen, wie die andern, 
so vor und hinter dem berge wonen. Dieselbigen Wayganna haben 
krieg gegen alle die andern Nationen, wa sie der bekommen, 
essen sie. Desselbigen gleichen auch die andern. Sie ziehen dem 
gewildt nach in dem gebirg, sein klug wildt zuschiessen mit dem 
handtbogen, brauchen viel behendigkeit mit andern dingen, nemUck 
init Schleyffen und mit Fallen ^ darnüt sie Wild fangen. 



171 

Es hat auch viel wilden honig im gebirge, welches sie essen. 
[119] Sie können auch gemeinlich der thier plerren und der vögel 
gesenge, sie desto besser zuerschleichen und zuschiessen. 

Entzünden ir fewr von zweien höltzern, wie auch die andern 
Wilden thun. Braten gemeinlich ir fleisch, das sie essen. Sie 
ziehen mit weib und kindern. 

Wann sie sich etwan hin legem, nahe bey irer Feinde land, 
knicken sie hecken hart umb iMfe hütten her, auff das man sie nicht 
in der eile uberlauffen könne. Auch etwan umb der Tiger thier 
willen. Stecken auch scharfTe dörner (Maraga eibe Ju genant) 
umb die hütten her, gleich wie man hie fußangel legt, das thun sie 
auß forcht irer feind. Die gantze nacht haben sie fewr bey sich, 
wann der tag anbricht, thun sie es auß, auß* das man nicht den 
rauch sehe und inen nach spüre. 

Sie lassen lang har auff dem haupt, auch lange negel auff den 
fingern erwachsen. Sie haben sunst auch der rasseien, Maraka 
genant, wie dio andern Wilden, welche sie für götter halten, ha- 
ben ire getrencke und däntze. Auch noch wilde thieres zeene, 
darmit sie schneiden, Steiner keile darmit sie hawen, wie die an- 
dern Nationen auch gehabt haben, ehe sie mit den schiffen haben 
gepartirt. 

Sie ziehen auch offtmals auß nach iren Feinden. Wann sie 
die fangen wollen, setzen sie sich hinter dürre höitzer, die irer 
Feinde hütten nahe stehn. Thun das darumb, ob etliche auß den 
hütten kemen holtz zuholen, sie so zufangen. 

Sie gehen auch viel Tyrannischer mit iren feinden umm , dann 
ire feinde mit inen thun. Ursach, sie schneiden inen offt mals arm 
und bein lebendig ab von grossem neidt. Die andern aber schlagen 
dise erst todt, ehe sie sie zerschneiden zuessen. 

[120] Wie die Wilden Tuppin Inba der gefangner ich war, ire wonungen 

haben. 

CAPUT IUI. 

Sie haben ire wonungen vor dem vorgenanten grossen ge* 
birge hart bey dem Meer, auch hinter dem berge strecket sich ire 
wonung wol Ix meil, und es kompt ein fluß wassers auß dem berge 
in das* Meer fliessen, denselbigen wonen sie auff einen ort, und 
heysset die Paraeibe. Die lenge an dem Meerstrome her W^Vs^^ 



1T2 

sie ungeferlich xviii meile landes, die sie bewonen, sein allent- 
halben mit feinden bedrenget. AufT der Nortseiten grentzt sie an 
ein art Wilder, heyssen Weittaka, sein ire feinde, aiiffder Süden- 
Seiten ire feinde heyssen Tuppin Ikin, landtwerts in ire feinde sein 
genant Karaya, dann die Wayganna im gebirge hart bey in, und 
noch ein art heyssen Markaya, wonen zwischen ihnen. Von den- 
selbigen haben sie grosse Verfolgung, die vorgenanten geschlechte 
haben krieg durch einander her , und wenn irer ein den andern 
fahet, den essen sie. 

Sie setzen ire wonungen gerne autT örler da sie wasser und 
holtz nicht weit haben. Wild und Fische desselbigen gleichen, und 
wann sie es auff einem ort verheert haben, verändern sie ire wo- 
nungen aufT andere örter, und wenn sie wollen ire hülton machen, 
versamlet ein Oberster unter inen , ein parlhey oder xl Mann und 
weib, soviel er bekommen kann, das sein gemeinlich freunde und 
yerwanten. Dieselbigen richten eine hütlen aulF, welche ist unge- 
ferlich xiiii füsse breid, und wol 150 füsse lang, darnach irer viel 
sein. Sein ungeferlich ii klöinern hoch, sein oben rund, wie ein 
keller gewelbe, dieselben decken sie dicke mit palmeiT zwei-[l21] 
gen, das es nicht darinn regnet. Die hötle ist alle offen inwendig, es 
hat keiner kein sonderlich zngemacht gemach. Ein iedes der par- 
teien Mann und weib, hat einen räum in der .hätten, auff einer Sei- 
ten, von xii füssen, aulT der andern Seiten desselbigen gleichen 
ein ander parthey, so sein ire hülten voll, und ein lede parthey hat 
ir eigen fewer. Der oberste der hätten hat sein losament mitten in 
der hätten, sie haben alle gemeinlich drey pörtlin, auffiede eins, 
und mitten eins, sein nider das sie sich mässen hucken, wenn sie 
auß und in gehen, ihrer dörflTer wenig haben über sieben hätten, 
lassen einen platz zwischen den hätten, da sie ire gefangene auff 
todt schlagen. Auch sein sie geneigt Festungen umb ire hätten 
zumachen, die ist so: Sie machen ein Stocket umb ire hätten her 
auß Palmen beumen , die spalten sie von einander. Das Stocket ist 
wol anderthalb klaffter hoch, machens dick, daß kein pfeil hin- 
durch mag kommen, haben kleine schießlöchlin darinn, da sie 
herauß flilschen. Und umm das stocket her machen sie noch ein 
ander stocket, von grossen hohen reideln. Aber sie setzen die 
reydel nicht hart bey einander, nur daß ein mensch nit kan hin- 
durch kriechen. Und es h^beu «VV\c\\^ deu gebrauch, das sie die 



178 

köpffe deren, so sie gessen haben, auff die stockelen siecken, vor 
den eingang der hätten. 

Wie sie Fewer machen. 
CAPUT V. 

Sie haben eine art holtzes, die heysset Urakueibai das truck-* 
nen sie^ und nemen sein dann zwey stecklin eins fingers dick, 
reiben eins auff dem andern, das gibt dann staub von sich, und 
die hitze von dem reiben stecket den staub an. Darmit machen 
sie fewr. 

[122] Warin sie schlaffen. 
CAPUTH!. 

Sie schlaffen inn dingern, die heyss^n Inni auff ihre spraach, 
sein von baumwollen garn gemacht, die binden sie an zwen pföle 
über die erden, und haben die nacht stets fewr bey sich. Sie gehn 
auch nit gern die nacht auß iren hätten, ires behufes zuthun, one 
fewr, so sehr förchten sie sich für dem Teuffei, welchen sie In- 
gange nennen, und inen offtmals sehen. 

Wie geschickt sie sein wild thierer und fische zu schiessen mit pfeilen. 

CAPUT VII. 

■ 

Wo sie hingehen, es sey im gehöltze, oder beim wasser, ha- 
ben sie stets ir bogen und pfeile bey sich. Wann sie im gehöltze 
gehn, haben sie steiff ir gesicht in die höhe nach den beumen hin 
und wider, wann sie etwas vernemen von groben vögeln, Meer- 
katzen oder jsuhst Thieren, welche sich auff den beumen halten, 
gehen hinzu, unterstehen es zuschiessen, volgen im so lange nacb| 
biß das sie etwas bekommen. Selten wann einer aussen ist nach 
waydwerck, das er ledig heym kompt. 

Desselbigen gleichen ziehen sie den fischen nach, hart bey 
den ubern des Meers. Haben ein scharpff gesicht, wenn sich et- 
wan ein fisch erhebet, da schiessen sie nach, wenig schösse feilen. 
Sobald einer troffen wird, springen sie ins Wasser, und schwimmen 
im nach. Etlich grobe fische, wann sie den pfeil in sich fQIen, be- 
geben sie sieb nach dem grundt, denselben ducken sie nacbi <^VH\%:sk 



174 

in die sechs klaifler tieff, briDgen in mit [123] Haben andi sonst 
kleine hemlin, welches gam, da sie es von stricken, ziehen sie von 
spitzen langen blettern, welche sie heyssen Tockaon. Und wann 
sie mit den gernlein fischen wollen, Tersamlen sich irer etlich, ie* 
der hat sein eig^ens bezirckeln, einen ort wassers, da es nicht tieff 
ist, dan gehen etliche in den kreis, schlahen ins wasser, so begeret 
der fisch der tieffe, kompt inen so inn ihr gam* Wer die meisten 
fahet, theilet den andern mit. 

Es kommen auch offtmals die, so weit Yon dem Heer wonen, 
hinzu, fangen viel fische, braten sie dürr, zerstossen sie, machen 
mehl, darauß, welchs sie wol dürren, daß es lange zeit weren 
kann, das füren sie mit heym, essen wurtzel mehl darzu, dann 
sollen sie die fische sunst gebraten mit heim füren, wereten sie 
nicht lang, dann sie sie nicht saltzen, auch gehet des mehls mehr 
über ein hauffen, dann der gantzen gebratnen fische. 

Was gestalt die leat haben. 
CAPUT VIII. 

Es ist ein feines volck, von leib und gestalt, beid fraw und 
Mann, gleich wie die leut hie zu lande, nur das sie braun von der 
Sonne sein, dann sie gehen alle nacket, jung und alt, haben auch 
gar nichts vor den Schemen, und sie verstellen sich selbst mit ver- 
malen, haben kein bärt, denn sie pflücken sie auß mit den wur- 
tzeln, so ofTt er inen wechst, machen löcher in den mund und 
ohren, darinn hangen sie steine, das ist ir zirat, und behencken 
sich mit federn. 

[124] Womit sie hawen und schneiden anff den enden , da sie keiner Chri- 
sten wahr bekommen können, als Exte, Messer und Scheren. 

CAPUT IX. 

Sie haben vormals, ehe dann schiffe ins land sein kommen, 
und haben auch noch auIT vielen orten des landes dahin keine 
schiff kommen, nemlich ein art schwartz blawer steine, machen in 
wie einen keil, und den breitesten ort machen sie stumpfi" scharpff, 
ist wol einer spannen lang, zweier finger dick, einer handt breyt 
Etliche sein grösser, etliche kleiner. Darnach nemen sie ein schmal 
reydeUn, und beugen es oben drumb her, bindens mit hast zusamen. 



175 

Dieselbige tigur haben nun auch die eiserne keil, so inen die 
Christen geben auff etlichen orten. Aber sie machen nun die stahele 
aufr ein ander weise, ein loch hindurch, da stecken sie die keil ein, 
das ist ir beihel, da ha wen sie mit. 

Sie nemen auch wilde Schweins zeen, und wetzen sie in mitte, 
das sie scharff werden, und binden sie dann zwischen zwei höltzlin. 
Darmit schaben sie dann ire pfeil und bogen, das sie so rundt wer- 
den, als ob sie gedrehet weren. Brauchen auch einen zan von 
einem thier Pacca genant. Den wetzen sie vorne scharpfT, und wann 
sie gebrechen am leibe haben , des geblüts halben , kratzen sie sich 
aud' der stete, da es inen wehe thut, das blutet dann, das ist ihr 
schrepffen. 

Was ir brodt ist, wie ire fruchte heyssen, wie sie es pflantzen, und machen 

das man sein gemessen kann. 

CAPUT X. 

[125] Die örter dahin sie pflantzen wollen, hawen sie beume 
nidcr, und lassen die einen Monat oder drey dürren, darnach sti- 
cken sie fewer darinn und verbrennen sie, dann pflantzen sie ire 
wurtzelen zwischen die stocke, von welcher sie iren behelfF haben, 
heysset Mandioka, ist ein beumlein einer klafTtern hoch, gibt drey 
wurlzeln von sich. Wenn sie der wurtzeln geniessen wollen, ziehen 
das beuinlin auß, und brechen die wurtzeln ab, und brechen dann 
der zweig von den beum^n und Steckens wider in die erden, das 
krieget dann wurtzeln, und in vi Monaten wird es so groß, das 
man seiner geniessen kann. Sie nützen die wurtzeln auff dreyerley 
weise. 

Zum ersten reiben sie die auff einem stein, gar in klein krüm- 
lein, dann presen sie den safft darvon mit einem dinge vonn palmea 
zweigen schalen gemacht, heist tippiti, so wird es trucken, darnach 
reiben sie es durch ein sieb , und backen dann von dem Meel dün- 
nen kuchon. 

Das ding darinnen sie ir meel dörren und backen, ist von Thon 
gebrant, gestalt wie ein grosse Schüssel. Auch nemen sie die 
wurtzeln frisch, und legen sie in wasser, lassen sie darinnen faul 
werden, nemen sie dann wider und legen sie über das fewer iii 
den rauch, lassen sie truckenen. Die trucknen wurtzeln nennen sie 



m 

dann Keinrinia und weren lang, und wann sie es dann nutzen wol- 
len, stossen sie es in einem morser von holtz gemacht, so wird es 
so weiß, wie weitzen meel, darvon machen sie kuchen die heissen 
sie Byyw. 

Auch nemen sie wol gefeullete M andioka, ehe sie inen trucke- 
nen, und vermengens mit truckenem und mit grünem, da dörren 
sie ein meel auß, das weret wol ein jar, und ist gleich gut zues- 
sen , und sie nennen das meel V. Y. than. 

Auch rnachen sh; auß fisch und fleisch meel, thun im also, 
'braten das fleisch oder fisch über dem fewer im rauch, und Ion 
[126] es gantz dürre werden, zerpflücken es, dörren es dennoch 
noch einmal aufi^ dem fewer in gefessen, welche sie darzu gebraut 
haben, heyssen Yneppaun, darnach stossen sie es klein inn einem 
höltzerjfi mürsser, und seihen es durch ein sieb, machen es so zu 
meel, das wert lange zeit, dann sie haben keinen gebrauch fisch 
und fleisch zu saltzen. Solch meel essen sie dann zu dem wurtzel 
meel, und es schmecket zimlich wol. 

Wie sie ire speis gar machen. 
CAPUT XI. 

Es sind viel geschlecht der völcker, der kein saltz essen. Die- 
jenigen, da ich unter gefangen war, deren etliche essen saltz, welchs 
sie von den Frantzosen, die mit inen handeln, gesehen hatten. Aber 
sie berichten mich, wie ein Nation völcker, daran ir landt stösset, 
heyssen die Karaya, landtwerts hinein von dem Meer ab, die da 
saltz machten von palmen beumen , und dasselbige essen , aber die 
sein viel brauchten zu essen, lebten nicht lang. Und sie machen es 
aufi^ den gebrauch, dann ich es sähe und darzu halff: Sie hawen 
einen dicken palmenbaum umb, und kliberen den in kleine spreiß- 
lin, machen darnach ein gestelle von trocknen holtz, legen die 
spreißlein daraufl^, und verbrennen sie mit dem dürren holtz zu 
Aschen. Von der äschen machen sie laugen, und die sieden sie, 
das scheidet sich wie saltz. Ich meinet es were Salpeter gewesen, 
probieret es im fewr, war aber keiner, schmeckte wie saltz, war 
graw von färben. Aber der mehrertheil völcker essen kein saltz. 

Wenn sie etwas sieden, es sey fisch oder fleisch, thun sie ge- 
nieinlich grünen pfeffer darinn, und wann es ziemlich gar ist, heben 



177 

sie es au& der brüe, und machen dann einen dünnen brey drauß^ 
den heyssen sie Mingau, drincken in auß Kürbessen, [127] welche 
sie vor gefessen haben. Auch wann sie einerley speise machen 
wollen, es sey fleisch oder fische, das es eine Zeitlang were, das 
legen sie vier spannen hoch, über das fewer, aufi^ höltzlein, und 
machen dann ein zimlich fewer darunter, lassen es so braten und 
reuchern , biß daß es gantz drucken wird. Wann sie es darnach 
essen wollen, so sieden sie es wider aufl", und essens, und solch 
fleisch heissen Mockaein. 

Was für Regiment und Ordnung sie haben mit der Obrigkeit und 

rechten. 

CAPUT XII. 

Sie haben sonderlich kein regiment oder recht, ein iede hütte 
hat einen obersten, der ist ir König. Dann 9lle ir obersten sein von 
einem stamm, eines gebiets und regiments, man mag drauß machen, 
was man wil. Es mag sich etwan einer mehr gebraucht haben, 
dann der ander in kriegs handlung, das er der gestalt mehr gehör 
hat, wann sie zu kriege ziehen dann die andern, gleich wie der 
vorgemelte Konyan Bebe. Sonst hab ich kein sonderlich recht un-^ 
der inen vernommen, dann das die jüngsten seind den eltisten ge-^ 
horsam, zu thun was ire Sitten mitbringen. 

Wann etwan einer den andern erschlecht, oder erscheußt, ist 
die freundtschafil bereitet den widerumb zu tödten, wie wol es 
selten geschieht. Auch seind sie irem obersten der hütten gehor^ 
sam, was der einen heißt, das thut er sonder einigen zwangk, noch 
forcht, dann allein auß gutem willen. 

Wie sie ire düppen und gefe(^ backen, die sie brauchen« 

CAPUT XIII. 

[128] Die Weiber machen die gefeß, die sie nutzen, also: Sie 
nemen Thon, und machen den wie ein teig, darauß machen sie was 
gefeß sie wollen, lassens ein Zeitlang trucknen, Wissens fein zu- 
vermalen. Und wann sie die backen wollen, stülpen isie die auff 
steine, setzen dann viel truckner baumschalen drumb her^ steckftw 

Fed. u. 8t» Vi 



1T8 

sie an, und darmit werden sie gebacken, das es ginhet als ein 
heiß eisen. 



Wie sie ire gedrencke machen , daran sie sich truncken trincken , und wie 

sie sich halten mit dem trincken. 

CAPUT xnii. 

Das weibsvolck machet die gedrencken, sie nemen die wurtze] 
Mandioka, und sieden grosse däppen voll, wenns gesotten ist, ne- 
men sie es auß den düppen, giessens in ein ander duppen oder ge- 
feß, lassens ein wenig kalt werden, dann setzen sich die jungen 
magde darbey, und kewen es mit dem munde, und das gekewete 
thun sie in ein sonderlich gefeß. 

Wann die gesottenen wurtzeln alle gekewet sein, thun sie 
das gekewete wider in das düppen, und giessen es widerumb voll 
Wassers, vermengens mit den gekeweten wurtzelen, und dann lassen 
sie es widerumb warm werden. 

Dann haben sie sonderliche gefeß, welche sie halb in die er- 
den begraben haben, brauchen sie darzu, gleich wie man hie die 
faß zum wein oder hier gebraucht. Da giessen sie es dann ein, 
und machens wol zu, das giert in sich selbst, wird starck, lassen 
es also.zween tage stehen, darnacli trindien sie es, werden trun- 
cken darvon. Ist dicke, speisset auch wol. 

Es machet ein iede hätte ire sonderliche gedrencke. Und 
[129] wann sich irer ein dorff will frölich machen, welches ge- 
meinlich des Monats einmal geschieht. So gehn sie erst alle mit 
einander in eine hütten, Trincken da erst auß, das gehet so auf 
der reige her, biß das sie die gedrencke in allen hätten außge- 
truncken haben. 

Sie setzen sich um die gefeß her, da sie trincken, etliche auff 
fewrbrende, etliche setzen sich auff die erden. Die weiber reichen 
inen die gedrencke fein ordentlich. Etliche stehen, singen und 
tantzen umb die gefeß her. Und auff der stette, da sie trincken, 
schlagen sie auch ir wasser ab. 

Das trincken wehret die gantze nacht, dantzen auch wol zwi* 
sehen den brenden her, raffen und blasen mit posaunen, machen 
ein schrecklich gerächt, wann sie truncken werden. Auch siehel 
man wenig das sie uneins werden. Sie sein auch einander sehr 



479 

gunstig, was der eine mehr hat, von essen speiß dann der ander, 
theilet er im mit 



Was der Männer zierde ist , und wie sie sich vermalen , und was ire 

namen sein. 

CAPUT XV. 

Sie machßn eine platten auff irem Haupt, lassen drumb her ein 
krentzlein von hare, wie ein Münch. Ich hab sie oiTt gefragt, wo- 
her sie das muster der haar hetten, Sagten sie, Ihre Yorvätter het- 
tens an einem Manne gesehen, der hette Meire Humane geheissen, 
und hette viel wunderbarlichs dings unter inen gethan, und man 
wil es sey ein Prophet oder Apostel gewesen. 

Weiter fragte ich sie, womit sie hetten die har können ab- 
schneiden ehe inen die schiif hetten scheren bracht, sagten sie 
[130] hetten einen stein keil genommen, hetten ein ander ding 
darunter gehalten, darauff die har abgeschlagen, dann die mittelste 
platte hatten sie mit einem schiber, eins gehellen Steins, welche 
sie viel brauchen zum schern gemacht Weiter haben sie ein ding 
von roten federn gemacht, heyssen kannittare, das binden sie umb 
den kopff. 

Sie haben auch in den understen lippen des nvundes ein groß 
loch, das machen sie von Jugend auff, wann sie noch jung sein, ste- 
chen sie mit einem spitzen hirtzhorns knochen ein löchlin hindurch, 
darinn stecken sie dann ein steinlein oder ein höltzlein, und schmi- 
rens dann mit iren salben, das lödilin bleibt dann offen, wenn sie 
nun so groß werden, daß sie werhafftig sein, so machen sie es 
ihnen grösser, dann so steckt er einen grossen grünen stein dar- 
inn. Der ist so geformiret, und das schmale ende oben , kompt 
inwendig in die lippen zu hangen, und das dicke herauß, und die 
lippen des mundes hengt inen allezeit nider von dem gewige des 
Steins, auch haben sie auff beiden örtern des mundes, in iedem 
backen noch einen kleinen stein. 

Etliche haben sie von Cristalisteinen, die sein schmal, aber 
lang. Und noch haben sie einen zieraht, den machen sie auß gros- 
sen Meerschnecken heusern, die heyssen sie Mattepue, ist gemacht 
wie ein halb mohn, das hencken sie an den halß, und es ist schnee 
weiß Bogesso genant 



180 

Auch machen sie weisse korellen von Meerschnecken , die 
hencken sie an den hals, ist eins halmen dicke, haben viel arbeit 
solche zu machen. 

Auch binden sie Fedderbüsche an die Arme, vermalen sich 
schwartz, auch mit roten und weissen federn, so bundt durch ein- 
ander, und die federn kleiben sie auiT den leib, mit materien die 
kompt auß den beumen, das streichen sie auff die örter [131] da 
sie sich befeddern wollen. Darauff bestreichen sie die feddern, das 
bleibt kleben. Und sie malen sich auch einen arm schwartz, den 
andern rot, die beine und den leib desselbigen gleichen. 

Haben auch einen zierraht von Straußfedern gemacht Das 
ist ein groß rund ding vonn federn, das binden sie auff den hin- 
dersten , wann sie zu krieg ziehen gegen ire feinde , oder wann sie 
sunst ein fest machen, heysset Enduap. 

Ire namen nennen sie nach den wilden Thieren, und sie geben 
sich viel namen, aber doch mit dem unterscheid: Wann sie erst 
geboren werden, so wird ihnen ein name gegeben, den behalten 
sie nur so lang, biß das sie wehrhafftig werden, und Feinde todt 
schlagen, so viel er dann getödtet bat, so manchen namen hat er. 

Was der Weiber zieraht ist. 
CAPUT XVI. 

Die weiber malen sich unter dem angesicht, und über den 
gantzen leib, auch auff die vorgesagte weise, wie sich die Männer 
vermalen. Aber sie lassen das haar lang wachsen, wie auch an- 
dere weiber. Haben sonderlich keinen zierraht, dann inn den 
obren haben sie löcher, da hencken sie dinger ein, sein ungefer- 
lieh einer spannen lang, rund, ungeferlich eines daumen dick, heys- 
sen auff ire spraach nambibeya, machen es auch von Meerschne- 
cken, Matte pue genant. 

Ihre namen sein nach den. Vögeln, Fischen, Früchte der beniae 
geheyssen, haben von jugend auff nur einen namen, aber so aian- 
eben schlaven die Männer todt schlagen, so manchen namen geben 
sich die weiber auch^ 

[132] Wann eins dem andern lauset, die leuse essen sie. Ick 

hab sie offlmals gefraget^ warumb sie es thun. Sie sagten, Bs we- 

rcn ire feinde. Essen inen vom heubt, wollen sich an inen reehen. 



181 

Es seind auch keine besondere Heb Ammen da. Wann ein 
weib in kinds nöten ist, lauOt hinzu wer der nechsi darbey ist, 
beyde Mann und weib. Ich hab sie sehen gehen ungeferlich in den 
vierdten tag darnach, wie sie geberet hatten. 

Sie tragen ire kinder auff dem räck, in keiben von baumwoln 
garn gemacht, thun ir arbeit mit in, die kindlin schlafen und seind 
wol zufried, wie sehr sie sich mit inen bücken und regen. 

Wie sie den kindlein den ersten namen geben. 

CAPUT XVII. 

Der Wild^ einer, welcher mich fahen hulff, seine fraw^ hatte 
einen jungen Son geberet, etliche tage darnach nam er seine nech- 
sten nachpaweren der hätten, befragte sich mit inen, was er dem 
kinde wol vor einen namen geben solte, der tapfer und schrecklich 
were, sie hielten im viel namen vor, die im nicht behagten, meinte 
er wolle im der vier Vorvatter namen einen geben, sagte die kin- 
der, so der namen betten, gedeieten wol, und weren spätig schla- 
ven zu fangen. Nennete die vi Vorvatter, der erste hieß Krimen, 
dar ander Hemittan, der dritte Koem, des vierdten namen hab ich 
nicht behalten. Ich gedachte als er von Koem sagte, es müste Cham 
sein. Aber Koem heysset auff ire spraach der morgen. Sagte ich 
im. Das er im denselben namen gebe. Dann derselbige würde 
freilich seiner Vorvatter einer gewesen sein. Der namen einen 
behielt das kindt. So geben sie iren kindern namen, sonder TauiT 
und Beschneidung« 

[133] Wie viel weiber einer hat^ und wie er »ich mit uivn holt. 

CAPtT XVlIl. 

Es hat der meiste hauff unter inen, einer ein weib, etliche 
mehr. Aber etliche von iren Königen haben xiii oder xiiii weiber. 
Der König, dem ich das letzte mal geschenckt wurde, von welchem 
mich die Frantzosen keufften, Abbati Bossange genant, der hatte 
viel weiber. Und eine die sein erste gewesen war, die war die 
oberste unter inen. Eine iedere hatte ir eigen losament in der hät- 
ten, eigen fewr, ir eigen wurlzel gewechs, mit welcher er dann 
zuthun hatte, in derselbigen losament war er, die gab im zu essen^ 



182 

das gieng so umb. Die kinder, so sie haben, wens kneblin sein, 
und sie groß werden, ziehen sie auff weydwerck, und was sie 
bringen, gibt ein ieder seiner Mutter, die kochen das, und theilen 
dann den andern mit, und die weiber vertragen sich wol unterein* 
der. Sie haben auch den gebrauch, das einer dem andern ein weib 
schenckt, so er einer müde ist. Auch schenckt einer dem andern 
etwan ein dochter oder Schwester. 



Wie sie sich verloben. 
CAPUT XIX. 

Sie verloben ire döchter wann sie noch jung sein, und so sie 
groß werden, daß inen weibs gebrauch kompt, schneiden sie inen 
die haar ab vom kopff, kratzen inen besonderliche schnidde in den 
räcke, binden inen etliche wilde thiers zene an den hals, darnach 
wann das haar wider gewachsen ist, und die schnid, dann sie thun 
etwas drein damit es schwär tz bleibe, wann es zugeheilet, das 
halten sie so für ein ehr. 

[134] Wann solche Ceremonien geendet sein, darnach über- 
liefern sie dem, der sie haben sol, machen sonderiich kein Cere- 
monien. Mann und Weib halten sich auch gebürlich, machen ire 
Sachen heimlich. 

Item^ Ich hab auch gesehen, das ein Oberster von inen bey 
Zeiten des morgens frü durch alle hütten gieng, und kratzte die 
kind mit einem scharpffen fischzan in die bein, sie damit forchtsam 
zu machen, auff das, wann sie unleidlich werden, die altern ihnen 
traweten, iener kompt, damit sie sie schweigen. 

Was ire guter sein. 
CAPUT XX. 

Es ist kein parthierung unter inen. Wissen auch von keinem 
gelt zusagen. Ihre schetze sein feddern von Vögeln, welcher der 
viel hat, der ist reich, und welcher seine stein inn den lippen des 
munds hat, der ist auch der reichesten einer. 

Ein iede parthey Mann und Weib haben ir eigen wurlzeln ge- 
wechs darvon si^ essen. 



183 

Was ir gröseste ehr ist. 
CAPUT XXI. 

Ir ehr ist, Wann einer viel Feinde gefangen und todtgeschla- 
gen bat. Dann das ist gebreuchlich unter inen. So manchen feind 
einer todtschlecht, so manchen namen gibt er sich. Und das sein 
die vornemsten unter inen, welche solcher namen viel haben. 

[135] Waran sie gleuben. 
CAPUT XXII. 

Sie gleuben an ein ding, das wechst wie ein kürbs, ist so groß 
wie ein halb maß düppen. Ist inwendig hoel, stecken ein stecklin 
dardurch, schneiden ein löchlin dar ein, wie ein mundt, und thun 
kleine steinlein darein, das es rasselt. Rasseln darmit wann sie 
singen und tantzen, und heissen es Tammaraka. 

Dieselbigen hat das Mannsvolck, ein ieder sein eigens, so seind 
nun etliche unter inen, welche sie heissen Paygi, werden unter 
inen geachtet gleich wie man hie die warsager achtet, dieselbigen 
ziehen des jars einmal durchs landt inn alle hätten und geben für, 
wie das ein geyst sey bey inen gewesen, welcher weit her von 
frembden örtern kommen were, hette inen uiaacht geben, das alle 
die rasseien Tammaraka, welche sie wollen, sollen sprechen und 
macht bekommen, wo sie es umb bitten, solle er gewäret sein. Ein 
ieder will dann, das in seine rasseien die gewalt komme, machen 
ein groß fest, mit trincken, singen und weissagen, halten viel sel- 
tzamer Ceremonien. Darnach bestimmen die warsager einen lag in 
eine hätten, welche sie ledig machen, müssen keine weiher oder 
kinder darinne bleiben, dann gebieten die warsager, das ein ieder 
sein Tammaraka rot vermale, mit federn, und dahin komme, so 
wolle er inen die gewalt uberlielfern, das sie sprechen sollen. Dar- 
nach kommen sie in die hütten, so setzen sich die warsager oben 
an, und haben ire Tammaraka bey sich in der erden stecken. Dar- 
bey stecken die andern ire auch. Ein ieder gibt den Warsagern 
gesclienck, welches sein flitschpfeile, feddern, dinger die sie an die 
obren hencken, aufTdas ie seines Tammaraka nil vergessen werde. 
Wann sie dann alle bey einander sein, [136] so nimpt er dann ein 
iedern sein Tammaraka sonderlich und bereuchert es mit krande, 
welchs Sie BUtin nennen. Darnach nimpt er die rassei hart vor den 
mundt, und rasselt mit, und sagt zu im: Nee Kora^ nun t^^^^ >^>^^ 



184 

laß dich hören, bistu darinne. Dann redet er kleinlich, und gerad 
ein Wort, das man nicht wol mercken kan, ob es die rassei thu, oder 
ob er es thue. Und das ander volck meinet, die rassei tbu es. Aber 
der warsager thuts selbs , so thut er mit allen rasseln , einer nach 
der andern. Ein ieder meinet dann, das seine rassei grosse maacht 
bey sich hab. Dann gebieten inen die Warsager, das sie zu kriege 
ziehen, feinde fangen, dann die geyster, so in dem Tammaraka 
seien, gelüste schlaven fleisch zuessen, demnach ziehen sie zu 
kriege. 

Wann nun der warsager Paygi auß allen rasseln götter ge- 
macht hat, so nimpt dan ein ieder sein rasseln hin, heysset sie lie- 
ber Son, machet ir ein eigen hüttlin, da es inne stehet, setzt im essen 
vor, begert von im alles, was im von nöten ist, gleich wie wir-den 
warhafiFtigen Gott bitten. Das sein nun ir götter. Mit dem war- 
hafiFtigen Gott der Himmel und erden geschaffen hat, haben sie 
keine bekümmernuß mit, haltens für ein alt herkommens, das Him- 
mel und erden gewesen sey. Wissen sonst nichts sonderlich von 
anfang der weit. 

Dann sie sagen: Es sey einmal ein groß wasser gewesen, 
hab alle ire Vorvätter verseuffet, und etliche seien in einem Nachen 
darvon kommen, etliche auff hohen beumen. Welchs ich achte, es 
müsse die sündflut gewesen sein. 

Wie ich nun das erstemal unter sie kam, und sie mir darvon 
sagten, meinte ich es were etwan ein Teuffelsgespenst. Dann sie 
sagten mir offtmals, wie die dinger sprechen. Wie ich nun in die 
hütte kam, da die Weissager inne waren, welche die dinger selten 
sprechen machen, musten sie sich alle nieder[137]setzen. Aber 
wie ich den betrug sähe, gieng ich zur hütten hinauß, gedachte, 
Wie ein armes verbleutes volck ist das. 

Wie sie auß den Weibern Weissagerin machen. 

CAPUT XXIII. 

Sie gehen erstmals in eine hütten, und all die weiber der hüt- 
ten, nemen sie die eine vor, die ander nach, und bereucheren sie, 
darnach muß das weib kreischen und springen, und umblauffen, 
biß so lange sie müde werden, das sie auff die erden fallen, gleich 
als ob sie todt weren, darnach sagt der weissager, sihe letzt ist sie 
todi, baUi wil ich sie widerumb lebendig machen, wann sie dann 



185 

widerumb zu sich selbs kompl, sagt sie sein nun spmiig zukönlUge 
dinge zusagen. Wann sie dann zu kriege ziehen, so msseo inen 
die Weiber über den krieg warsagen. 

Es fieng einmal meines Herren fraw C^ni ich gescheucht 
wnrd zu tödten) eine nacht an zuweissagen, sagte zu irem Hanne, 
ir wer ein geyst auß frembden landen kommen, der begerte von 
ir zuwissen, wie bald ich solle getodtet werden, und fragte nach 
dem holtz, darmit man mich solle todtschlagen, wo das were. Er 
antwortet ir, Es were nicht weit, alle ding were fertig, nur allein, 
er Hesse sich beduncken, ich were kein Portugaleser, sondern ein 
Prantzose. Wie das weib ire weissag voinbracbt hatte, fragte ich 
sie, warumm sie mir so nach dem leben stünde, dieweil ich kein 
feind were, ob sie nicht förchtet, das ir mein Gott ein plage zu 
schicket. Sie sagte: Ich solte mich nicht daran keren, dann es 
weren frembde geyster, weiten bescheid umb mich wissen. Sol- 
cher Ceremonien haben sie viel. 

[138] Warinnen sie auff dem waHser faren. 
CAPUT XXHII. 

Es ist ein art beume im lande, welche heyssen Yga Ywara, 
des baums schalen lösen sie gantz ab, von oben an biß unden auß, 
machen besunderlich gestell umm den bäum her, dieselbige gantz 
abzubringen. 

Darnach nemen sie die schale, und tragen sie auß dem berge 
bey das Meer, hitzen sie mit fewer, beugen sie binden uqd forne 
hoch auff, binden mitten zwerst höltzer darüber, das sie sich nicht 
weiten, machen nachen darauß, darinnen irer xxx zu kriege kön- 
nen fahren. Die schale ist eines daumen dick, wol vier füsse in 
die weite, xl füsse lang, etliche lenger etliche kürtzer, dieselbigen 
ruddern sie schwinde, fahren darmit so weit sie wollen, wenn das 
Meer ungestümm ist, ziehen sie die Nachen auffs landt, biß es wie- 
der gut wetter wird, sie geben sich über zwo meil weges nicht 
ins Meer, aber langes dem lande her, fahren sie weit 

Warumb ein feind den andern cs»e. 
CAPIT XXV. 

Sie thun es von keinem hunger, sondern von grossem baß und 
neid, und wenn sie im kriege gegen einander scbarmütLl^iVi., xv^^\ 



i86 

einer dem andern auß grossen haß zu , Dete Immeraya , Schermiu- 
ramme, heiwoe, dich kommen alle unglück an mein essen kost, De 
kange Jucve eypota kurine, ich wil dir noch heutiges tages deinen 
kopff zerschlagen, Sehe Innamme pepicke Reseagu, Meiner freunde 
todt an dir zu rechen bin ich hie, Yande soo, sehe mocken Sera, 
Ouora OssorimeRire etc. Dein fleisch sol heutiges [139] tages ehe 
Sonne unter gehet, mein gebrates sein. Solches alles thun sie auß 
grosser feindtschaflt. 

Wie sie ire anschlcge machen , wann sie wollen in irer feinde landt zu 

krieg ziehen. 

CAPUT XXVI. 

Wann sie wollen in irer feind landt zu kriege ziehen, so ver- 
samlen sich ire Obersten, berathschlagen sich, wie sie es machen 
wollen, das entbieten sie den in alle hütlen hin und wider, daß sie 
sich rüsten. Und nennen ein art fruchte der beume, wann die reiff 
werden, so wollen «sie sie außziehen, dann sie haben keinen unter- 
scheid der jar und tag. Auch bestimmen sie ein zeit aufzuziehen, 
wann ein art fische leichen, welche Pratti heyssen aulFire spraach, 
und die leich zeit nennen sie Pirakaen. AufT solche zeit rüsten sie 
sich mit nachen und pfeilen, und hart wurtzeln meel, welchs sie 
heyssen V Y than zu victalia. Darnach beratschlagen sie sich mit 
dem Pagy, den Weissagern, ob sie auch sollen victoriam haben. 
Die sag^n dann wol ja. Doch befelhen sie inen, daß sie achtung 
auff die treume haben , die in von den feinden treumen. Wann der 
meiste hauff* treumet, sie sehen irer feinde fleisch braten, das be- 
deutet victoriam. Aber wann sie sehen ir eigen fleisch braten, das 
bedeute nichts guts, das sie dann daheim blieben. Wann inen die 
treume nun wol behagen, rüsten sie zu, machen in allen hätten 
grosse getrencke, trincken und tantzen mit den abgöttern Tamma- 
raka, ein ieder bittet seinen, das er im helff einen feind fangen. 
Darnach fahren sie hin. Wann sie dann hart bey irer feinde landt 
kommen, so befelhen ire Obersten die nacht zuvor, wann sie des 
andern tages irer feind landschaiFt wollen anfallen, das sie die 
treume behalten, welche inen die nacht treumen. 

[140] Ich war einen zug mit ihnen. Wie wir nun hart bey 
ihrer feinde land waren, den abent zuvor, wie ire meinung war. 



m 

die andere nacht irer feinde land anzufallen , gieng der uberaler 
durch das lager her, sagt das sie die treume wol behielten, die 
inen die nacht trennten worden, gebot weiter, das die jungen ge- 
sellen solten, wenn der tag anbreche, Wild schiessen und vihe 
fahen. Das geschähe, der oberste ließ es gar machen, darnach ge- 
bot er den andern obersten, die kamen vor seine hätten, setzten 
sich alle aulT die erden, in einen runden kreiß, ließ inen zuessen 
geben, wie sie gessen hatten, erzelten sie die treume, soviel das sie 
ihnen wol behagten, darnach tantzten sie mit den Tamniaraka vor 
freuden. Irer feinde hätten besichtigen sie in der nacht, fallen an 
in der morgenstund, wenn der tag anbricht Wenn sie einen fan- 
gen, der hart verwundt ist, den tödten sie bald, und fuhren das 
fleisch gebraten mit heim, welche aber noch gesund sein, fuhren 
sie lebendig mit heym, darnach in ihren hätten tödten sie sie, sie 
fallen an mit einem geschrey, treten hart wider die erden, blasen 
in bosaunen von kurbsen gemacht, haben alle schnär umb sich ge- 
bunden, die feinde damit zu binden, vermalen sich mit roten fed- 
dern, aufl^ das sie sich vor den andern kennen, schiessen schwinde, 
schiessen auch fewrige pfeile auffirer feind hätten, die (iHtiiit an- 
zustecken. Und wann irer einer verwundt wird, haben sie ir eigen 
kreuter damit sie sich heylen. 

Wm ir kriegs rästuug ist 
CAPl T XXVII. 

Sie haben flitschbogen, und die spitzen der pfeilen sind von 
knochen, die sie scharpfl" wetzen, und darauff binden, machen sie 
auch von fischzenen, welche man heis[14i]set Tiberaun, werden 
im Meer gefangen. Auch nemen sie baumwoU, vermengen sie mit 
wachs, bindens oben an die pfeile, stecken fewr darein, das sein 
ire fewrpfeile. Sie machen auch schild von baumschalen, und an- 
dern wilden thiers heulen, sie vergraben auch spitze dörner, gleich 
wie hie die fußangel. 

Habe auch von inen gehört, aber nicht gesehen, das, wenn 
sie es thun wollen, sie ire feinde auß den festungen können ver- 
treiben mit pfefTer, welcher da wechst, der geslail: Sie wölten 
große fewr machen, wann der windt wehele, und werffen dann 
des pfeffers einen hauifen darein, wann der dampfl'zu inen in die 



\ 



188 

hüUen schlüge, müsten sie inen entweichen, und ich glaubs wol. 
Dann ich war ein mal mit den Portugalesern in einer provintz des 
landes Brannenbucke genant, wie hie bevor gemelt. Da blieben 
wir mit einem schiff auff dem trucknen in einem reO^r ligen, dann 
die flut war uns entgangen, und es kamen viel Wilder, meinten 
uns zunemen, aber kontens nicht Da wurffen sie viel truckner 
streuch zwischen das schiff und das ufer, vermeinten uns auch mit 
pfeffers dampffe zuverjagen. Aber sie konten das holtz nicht an- 
zünden. 

Mit was Ceremonlen sie ire Feinde tödten und essen. Womit sie sie todt- 

schlagen, und wie sie mit inen umbgehen. 

CAPUT XXVIII. 

Wann sie ire feinde erstmals heimbringen, so schlagen sie die 
weiber und jungen. Darnach vermalen sie inen mit grawen fed- 
dern, scheren im die augbrawen über den äugen ab, Dantzen umb 
in her, binden inen wol, das er inen nicht entlauffl, geben im ein 
weih das in verwaret, und [142] auch mit im zu thun hat. Und 
wann die schwanger wirdt, das kindt ziehen sie auff biß es groß 
wird. Darnach ^ann es inen in den sinn kompt, schlagen sie es 
todt und essens. Geben im wol essen, halten inen ein zeillang, 
rüsten zu, machen der gefeß viel, da sie die gedrencke in thun, 
backen sonderliche gefeß, darin thun sie die reidtschafft, darmit sie 
in vermalen, machen Fedderqueste, welche sie an das holtz bin- 
den, darmit sie in todtschlagen, machen ein lange schnür Massu- 
rana genant, da binden sie inen ein, wann er sterben soll. Wann 
sie alle reidtshafft bey einander haben, so bestimmen sie ein zeit 
wann er sterben sol, laden die Wilden von andern dörffem, das sie 
auff die zeit dahin kommen. Dann machen sie alle gefeß vol ge- 
trencke, und einen tag oder zwen zuvorn. Ehe dann die weiber 
die getrencke machen, führen sie den gefangen ein mal oder zwey 
auff den platz tantzen umb inen her. 

Wann sie nun alle bey einander sein, die von aussen kommen, 
so heysset sie der Oberste der hütten wilkommen, spricht: so 
kompt, helffet ewern feindt essen. Des tages zuvorne, ehe sie an- 
heben zu trincken, binden sie dem gefangenen die schnür Mussu- 
rana umb den hals. Desselbigen tages vermalen sie das holtz, 



189 

Iwera Pemme genant, darmit sie in todt schlagen wollen, welches 
gestalt ist wie diese Figur anzeigt. C^olgt im Original ein Holtz-' 
schnitt) Ist lenger dann ein Maffler, streichen ding daran das 
klebet Dann nemen sie eyer schalen, die sie graw, und sein von 
einem yogel Mackukawa genant, die stossen sie klein, wie staub, 
und streichen das an das holtz. Dann sitzet ein fraw und kritzelt 
in dem angeklebten eyerschalen staub. Dieweil sie malet, stehet 
es Yol weiber umb sie her , die singen. Wann das Iwera Pemme 
dann ist, wie es sein solt, mit fedderquesten und anderer reid-* 
schafft, hencken sie es dann in eine ledige hütten über die erden 
an einen reidel, und singen dann darumb her die gantze nacht 

[143] Dasselbigen gleichen vermalen sie den gefangenen 
sein angesicht Auch dieweil das weib an im malet, dieweil singen 
die andern« Und wann sie anheben zutrincken, so nemen sie 
den gefangnen bey sich, der trincket mit inen und sie schwatzen 
mit im. 

Wann das trincken nun ein ende hat, des andern tages dar-« 
nach ruhen sie, machen dem gefangnen ein hütlin aufl^ den platz, 
da er sterben sol, da ligt er die nacht inne, wol verwaret Dann 
gegen morgen ein gute weil vor tage, gehen sie tantzen und singen 
umb das holtz her darmit sie in todtschlahen wollen biß das der 
tag anbricht, dann zihen sie den gefangenen auß dem hütlin, bre- 
chen das hütlin ab, machen räum, dann binden sie im die mussu- 
rana von dem hals ab und binden sie im umb den leib her, ziehen 
sie zu beiden selten steiflT. Er stehet mitten darinn gebunden, irer 
viel halten die Schur auff beiden enden. Lassen in so ein weil 
stehen, legen steinlein bey in, darmit er nach den weibem werffe, 
so umb in herl^uifen und dräwen im zu essen. Dieselbigen sein 
nun gemalet und darzu geordiniret, wenn er zerschnitten würd, 
mit den ersten vier stücken umb die hütten her zulauffen. Daran 
haben die andern kurtweil. / 

Wann das nun geschehen ist, machen sie ein fewer ungefer* 
lieh zweier schritt weit von dem Schlaven. Das fewer muß er 
leben. Darnach kompt ein fraw mit dem holtz Iwera Pemme ^ ge- 
sauffen^ keret die Fedderquesten inn die höhe, kreischet von freu- 
den, laufi^et vor dem gefangenen über, das er es sehen sol. 

Wann das geschehen ist, so nimpt ein Mans person das holtz, 
gehet mit vor den gefangenen stehen, helt es vor in, daß ers an- 



190 

sihet, dieweil gehet der, welcher in todtschlagen wil, hin, selb 
xiiii oder xv und machen ire leib graw mit äschen, [144] dann 
kompt er mit seinen zucht geselten auff den platz bey den gefang- 
nen , so uberliffert der ander so vor dem gefangnen steht, diesem 
das holtz, so kompt dann der König der hätten und nimpt das holtz, 
und steckts dem der den gefangenen sol todt schlagen, einmal zwi- 
schen den beynen her, welches nun ein ehr unter inen ist. Dann 
nimpt der widerumb das holtz, der den todt schlagen sol, und sagt 
dann: Ja hie bin ich, ich wil dich tödten, dann die deinen haben 
meiner freunde auch viel getödtet und gössen, antwortet er: wann 
ich todt bin, so habe ich noch viel freunde, die werden mich wol 
rechen, darmit schlecht er inen binden auff den kopff, das im das 
hirn darauß springt, als baldt nemen in die weiber, zihen in auff 
das fewer, kratzen im die haut alle ab, machen in gantz weiß, 
stopffen im den hindersten mit einem holtze zu, auff das im nichts 
entgehet. Wann im dann die haut abgefeget ist, nimpt in ein 
mannsperson, schneidet im die beine über den kniehen ab, und die 
arme an dem leibe, dann kommen die vier weiber, und nemen die 
vier stücke, und lauffen mit umb die hütten her, machen ein groß 
geschrey von freuden, darnach schneiden sie im den rücke mit 
dem hindersten von dem vortheil ab, dasselbige theilen sie dann 
unter sich, aber das ingeweyd behalten die weiber, sieden, und in 
der brüe machen sie einen brey, mingau genant, den trincken sie 
und die kinder. Das ingeweid essen sie, essen auch das fleisch 
umb das haupt her, das hirn in dem haupt, die zungen, und weß 
sie sunst daran geniessen können, essen die jungen. Wann das 
alles geschehen ist, so gehet dann ein ieder widerumb heim, und 
nemen ir theil mit sich. Derjenige so disen. getödtet hat, gibt sich 
noch einen namen. Und der König der hätten kratzet inen mit ei- 
nem wilden thierei^ zane oben an die arme. Wann es recht ge-> 
heylei ist, so sihet man [145] die masen, das ist die ehre darfür. 
Dann muß er denselbigen tag still ligen in einem netz, thun im ein 
kleines flitschböglin mit einem pfeil, darmit er die zeit vertreibt, 
Bcheusset inn wachs. Geschieht darumb das im die arme nicht un- 
gewiß werden von dem schrecken des todts6hlagens. Diß als hab 
ich gesehen und bin dabey gewesen. Sie können auch bey keiner 
gesatzten zal weiter zelen , dann biß auff funff. Wann sie weiter 
zelen wollen weisen sie bey fingern und zehen der füsse. Wann 



191 

sie wöHen von grosser zal reden, weisen sie auff vier oder funff 
personen, so viel finger und zehen die haben. 

Bericht etlicher Thier im Lande. 
CAPUT XXIX. 

Es hat inn dem Landt Rehböck, wie hie wild schwein, zweier- 
ley art Deren art eine sein wie hie im land. Die andern klein 
wie junge Schweinlein, heyssen Teygasu DaUu, sein sehr übel zu- 
Eeihen in den fallen , welche die wilden brauchen wild zu fangen. 

Es hat auch Meerkatzen da, dreierley art. Ein art die heyssen 
Key, sein der die hie ins landt kommen. 

Dann ist noch ein art die heyssen Ackakey. Springen ge- 
meinlich mit grossen hauifen auff den beumen, machen ein groß 
geschrey im holtz. 

Und ist noch ein art die heyssen Pricki, sein rot, haben harte 
wie Zigen , sein so groß wie ein mittelmessig hundt. 

Auch hat es ein artthierer heyssen Dattu, ist ungeferlich einer 
spannen hoch, anderthalber spannen lang ist, gewapnet allenthalben 
umb deta leib her, nur aliein am bauch hat es nichts. Das wapen 
ist wte hom, schleusset auff einander [146] mit gelencken, wie 
hämisch, hat ein langes spitziges mundlein, einen langen schwantz, 
geht gern umb stein klippen her, sein speiß ist Ameisen, hat fet 
fleisch , hab offl darvon gössen. 

CAPUT XXX. 

£s hat ein art Wildts , heysset Serwoy , ist so groß wie eine 
katze, weißgraw von hare, auch schwartzgraw, hat einen schwantz, 
wie ein katz. Und wann es geboret, hats ein junges oder sechs, 
hii ein schlitz an dem bauch, ist wol einer spannen lang, und 
inwendig des Schlitzes hats noch ein haut Dann der bauch ist im 
nit offen, und inwendig dem schlitz hats die dutten, und wo es 
hingehet, tregt es die jungen in dem schlitz zwischen den zweien 
heuten. Ich hab sie offtmals helffen fangen, und die jungen auß 
dem schlitz gelanget. 

Es hat auch viel Tiegerthier im landt , welche die leut würgen 
imd grossen schaden thun. 



192 

Hat auch ein art Löwen, welche man heysset Leoparda , das 
ist gesagt, Grawe Löwen. Und anderer seltzamer Thierer viel. 

Es ist ein thier genant Cativare, hell sich auff dem landt und 
in dem wasser. Den schilff, so bey den ufern der süssen wasser 
stehet, essen sie. Wann sie sich vor etwas förchten, fliehen sie 
ins wasser auff den grund, sein grösser dann ein schaf, haben einen 
kopff nach der art, wie ein hase, doch grösser, und kurtz obren, 
haben einen stumpffen schwantz, zimlich hohe beine, Lauffen 
schwind auff dem lande, von einem wasser zum andern, ist schwartz 
graw von haare, hat drey klotzen an iedem fuß, schmacket wie 
Schweinen fleisch. 

Auch hat es ein art grosser Eydexen im wasser, auch auff 
dem lande, dieselbigen sein gut zuessen. 

[147] Von einer art wurmlin, wie kleine flöhe, welche die wilden heyssen 

Attnn. 

CAPUT XXXI. 

Es hat würmlein, sein wie flöhe, doch kleiner, heyssen Attun 
auff der Wilden spraach. Werden in den hütten von der leut un-* 
reinigkeit. Dieselbigen kriechen einem in die füsse, und es jucket 
einem nur inwendig, wann sie hineinkriechen, die fressen sich ins 
fleisch hinein, das man es sonderlich nicht fület. Wann man es 
nicht gewar Wirt und sie als bald herauß langt, hecket es einen 
klumpen niesse, so rund wie ein erbis. Wann mans dann gewar 
wird und herauß langt, bleibt ein löchlin im fleisch, so groß wie 
ein erbis. Ich hab gesehen, wie ich erstmals mit den Hispaniern 
da in die landtscha&t kam , das sie etlichen von unsern gesellen die 
füsse gar verderbten, dann sie kein acht darauff hatten. 

Von einer art fledermeusen des landes, wie sie die leut des nachts im schlaff 
in die zehen der fasse und in die stirne beissen. 

CAPUT XXXII. 

Es hat auch ein art fledermeuß, sein grösser dann die so in 

Teutschland sein. Die fliegen des nachts in die hätten umb die netz 

her, darinne die leut schlaffen. Und wann sie vernemen, das einer 

schlaffet und sie machen laßt, fliegen sie bey die füsse, und beissen 



<93 

einen mundt vol, oder beissen sie in die stirne, und fliegen dann 
widerumb hinweg. 

Da ich under den Wilden war, bissen sie mir offtmals von den 
zehen der füsse. Wann ich auffwachete, sähe ich die zehen blutig. 
Aber sie beissen die Wilden gemeinlich* in die Stirn. 

[148] Von Binen oder Imen des landes. 
CAPUT XXXIII. 

Dreierley art Bienen sind in dem landt Die ersten nach der 
art schier wie die hie zu landt. 

Die anderen, ^ein schwartz und so groß wie fliegen. 

Die dritten, sein klein wie mucken, diese binen alle haben 
iren honig inn holen beumen, und ich hab ofitmals mit den Wilden 
honig außgehawen. 

Von Vögeln des landes. 
CAPUT XXXIIII. 

Es sind auch viel seltzamer vögel daselbst, ein art genant, 
Uwara Pirange, die haben ire füdderungen bey dem Meer, nisten 
aufi* den klippen, welche ligen hart bey dem lande, ist bey nahe so 
groß wie ein huen, hat ein lange schnippen, beine wie ein Rei- 
ger, doch nit so lang, hat die natur, die ersten f eddern, so den 
jungen außspriessen, sein weißgraw. Damach wenn sie flück 
werden, sein sie schwartzgraw, darmit fliegen sie dann bekannt 
ein jar, dann verwandeln sich dieselbigen feddern und der gantze 
Vogel wird so rot, als einige rote färbe sein mag, so bleibt er dann, 
seine feddern sein groß geacht von den Wilden. 

Bericht etlicher beume des landes. 
CAPUT XXXV. 

Es sein da beume, weiche die wilden Juni papeeywa nennen, 
aufl^ denselbigen beumen wechst ein frucht einem apfel nicht sehr 
ungleich, die frucht kawen die [149] wilden, und drucken den saflt 
in ein gefeß, darmit vermalen sie sich, wenn sie es erstmals auff 
die haut streichen, ist es wie wasser, darnach über ein weile wird 
inen die haut so schwartz wie dinten , das weret biß in den neund- 

Fed. a. St. Vi 



194 

fen tag, dann so vergehet es, und nit ehe der zeit, wie viel sie 
sich waschen im wasser. 

Wie die Baamwolle wechset und der PrasiJianisohe pfeffer, aach etliche 
andere wurtzeln mehr, welche die wilden pflantzen zu essen. 

CAPUT XXXVI. 

Die Baumwoll wechset aulT beumlein, ungeferlich einer klaff- 
ten) hoch, hat viel äste, wenn sie blüet gewinnet sie köpfe, wenn 
sie wil reiff werden , thut sie sich aiiff, und die woll stehet so in 
den knöpffen umb schwartze kernlein her, welchs die saat ist, dar- 
▼on man sie pflantzt, der knoppen sein die streichlein vol. 

Der pfeffer des landes ist zweierley art, der eine gc^el, der 
»nder rot, wechset doch auff eine weise. Grüne ist er so groß, 
wie hagenputten, so auff den dörnem wachsen; ist ein kleines 
beumlein, ungeferlich einer halben klafflern hoch, und hat kleine 
bletlin, hengt vol des pfeffers, ist scharpff in dem munde; pflücken 
in ab wann er zeitig ist, trucknen ihn in der Sonnen. 

Es sein auch wurtzelen die heyssen Jettiki, sein von gutem 
geschmack. Wann sie die pflantzen, schneiden »ie die kleine stück- 
lein, stecken die stück in die erden, das empfeogt sich dann und 
breitet sich über die erden her, wie hoppen beume; wirdt voll der 
wurtzden. 



195 



[150] 

BESCRLÜSSREDE. 

Dem Lesar wSnschet Hans Staden Grottes gnad und ftied. 

Günstiger Leser, Diese meine Schiflirt und reise bab icb anß 
vrsacb der kürtze nach beschrieben, allein den anfang loenelen, 
wie ich in der Tyrannischen vöicker gewalt kommen bin, darmil 
anzoseigen, wie gewaltiglich one alles hoffen, mich der NotheURnr 
unser Herr und Gott erlöset hat auß irer gewalt Das auch ein 
ieder höre, daß der AUroechtige Gott ietzt noch eben so wol seine 
Christgleubigen under dem gotlosen Heydnischem ?olck wunder- 
barlich beschützet und geleitet , als er von anbegin ie gethan hat 
Das audi ein ieder mit mir Gott darfur danckbar sey, und sich in 
der zeit der not auff* inen verlasse. Dann er selber spricht: Ruffla 
mkii an in zeit der noth, so wil ich dich erretten, und du solt mich 
preisen etc. 

Nun möcht mancher sagen: Ja solte ich das alles drucken las- 
sen, was ich mein tag versucht und gesehen hab, müst ich ein 
groß buch machen? Es ist war, der gestalt nach wüste ich auch 
noch viel mehr zubeschreiben. Aber es hat die gestalt nicht Ich 
habe die meinung, was mich darzu bewegt hat, diß büchlein zu- 
beschreiben, gnugsam hin und wider angezeigt. Wiewol wir alle 
schuldig sein Gott zuloben und dancken, das er uns behütet hat, 
von der ersten geburt stunden biß auff die gegenwärtige stund 
unsers lebens. 

Weiter. So kan ich das wol erachten, das der innhalt dises 
büchlins etlichen wird frembd beduncken. Wer kan dazu. [151] 
Nichts desto weniger, so bin ich der erste nicht, und werde der 
letste auch bleiben, dem solche schiffarten, landt und vöicker wol 
bekant sein. Dieselbigen es auch aller ding nicht mit lachen sein 
inne worden, und noch innen werden. 

Aber das dem, den man vem leben zum todt briu^e*civ<vV^%^V^^ 



i96 

zu mute seih,' als denen so weit darvon stehn und j^üsehen, oder 
die darvon hören sagen, das weiß sich ein ieder wol zuberichten. 

Wann die auch alle soUen den Tyrannischen feinden in ire 
gewalt kommen, so in America siegeln, wen wolle dann dahin 
Verlangen. 

Aber das weiß ich warhaiftig, das mancher ehrlicher Mann in 
Castilien, Portugal, Franckreich, auch etliche zu Andorff in Bra- 
band, so in America gewesen sein, mir das müssen zeugnuß ge- 
ben, das dem so sey, wie ich schreibe. 

Abe^r denen, so solche dinge unbewust sein, berufe ich mich 
sittir diese zeugen, Gott zuvor. 

Die erste reyse, so ich thet in America, war mit einenfl Portu- 
galesischen Schiffe, der Hauptman hieß Pintyado, wairchn unser 
drey Teutschen im schiffe Einer war von Bremen, hieß Heinrich 
Brant. Der ander hieß Hans von Bruchhausen, und Ich. 

« Die ander reise thet ich von Civilien auß Hispanien nach Rio 
de Platta, ein provintz in Amerika gelegen so genant« Der oberste 
zu den schiffen hieß Don Diego de Senabrie. War kein Deutscher 
auff der reyse mit Aber nach langer mühe, angst und gefahr zu 
wasser und land, welches wehrete zwey jar, alles in der einen 
reyse wie gemelt. Zum leisten litten wir Schiffbruch, bey einer 
Inseln genant S. Vincente, ligt hart an dem Fußfesten lande Prasi- 
lien, und Portugaleser bewonen sie. Daselbst fand ich einen Lands- 
man, Eoba[152]ni Hessii seligen Son einen, der mich da wol em- 
pfieng. Noch hatten Kauffherrn vonn Antdorff, welche man die 
Schetz heißt, einen Factor da, der hieß Peter Rösel, die beyde 
müssen mir das zeugnuß geben, wie ich da bin ankommen, auch 
wie ich letzlich von den Tyrannischen feinden bin gefangen worden. 

Weiter, die Schiffleut, so mich den Wilden abkaufften, waren 
auß Normandi in Franckreich. Der hauptmann des Schiffs war von 
Wattavilla, genant Wilhelm de Moner. Der Stewrman hieß Francoy 
de Schantz, war von Harflor, der Dolmetsch war von Harflor, ge- 
nant Perott. Die ehrlichen leut (Gott lone es inen in der ewigen 
Seligkeit) die haben mir geholffen, nechst Gott, in Franckreich. 
Haben mir helffen ein paßport erlangen, haben mich gekleidet, 
gaben mir zerung, die müssen mir das zeugnuß sein, wo sie mich 
bekommen haben. 

Darnach schiffte ich von Dippaw auß Franckreich, kam gen 



197 

Lunden in Engellandt. Da erfuhren die kauffgeselltHi der Nidder«- 
lendischen bursche von dem schiiTman, damit ich dahin kam, wie 
es umb mein sach gelegen war. Luden mich zu gast, verehreien 
mich mit einem zeerpfenning. Darnach siegelte ich in Teutschlands 
Zu Antdorff kam ich in das hauß von Oka, zu «inem jkauff herrii 
Jaspar Schetzen genant, deinselbigen steht der gemelte Factor Peter 
Rösel in Sanct Vincente mit zu, wie gemelt. Dem bracht ich die 
zeiltungen, wie die Frantzosen seines Factors schifflein inn Rio de 
Jenero hetten angefallen, aber weren wider abgeschlagen. Der«* 
selbig kauffher schanckte mir zwen Ketsers * Ducaten zur zehrung, 
Gott wolle es im vergelten. 

[153] So nun etwan ein junger gesell were, der mit diesem 
schreiben und zeugen keinen genügen hette, Darmit er nicht im 
zweiffei lebe^ so neme er Gott zu hilff, und fahe diese reyse an. 
Ich hab im hierin kundtschafft genug gelassen, der spur volge er 
nach. Dem Gott hiliR, ist die weit nicht zugeschlossen. 

Dem allmechtigen Gott, der alles in allem ist, sey lob, ehr und 
preiß von ewigkeit zu ewigkeit Amen. 

Gedruckt zu Franckfurdt am Hayn, durch Weygandt Hau, 

in der Schnurgassen zum Krug. 



* ?KAi«ers. 



199 



SCHLÜSSBEMERKÜiNGEN DES HERAUSGEBERS- 

NICOLAUS FEDERMANN UND DIE WELSERISCHE UNTER- 
NEHMUNG IN VENEZUELA. 

Federmanns Indianische Historia, die wir, zum erstenmal seit 
ihrer Erscheinung im Jahr 1557, in einem neuen Abdruck der 
deutschen Lesewelt vorlegen , ist einer der wenigen deutschen Be- 
richte von den zahlreichen Entdeckungs- und Eroberungszügen, 
die im 16ten Jahrhundert in America gemacht wurden. Der kühne • 
abenteuerliche Zug, welchen Federmann beschreibt, war ein 
Versuch, welcher im Namen des welserischen Handlungshauses in 
Augsburg gemacht wurde, um dasselbe in Besitz des von Kaiser 
Karl V als Pfand für ein Anlehen übernommenen Landes Venezuela 
zu setzen. 

Es durfte für den Leser von Federmanns Schrift von Inter- 
esse sein, die Geschichte jener merkwürdigen welserischen Un- 
ternehmung, des ersten und einzigen großartigen Colonisations- 
versuches, den die Deutschen in der neuen Welt machten, sich zu 
vergegenwärtigen. Die VVelser, die eines der bedeutendsten Hand- 
lungshauser der damaligen Zeit hatten und mit dem immer geldbe- 
dürftigen Kaiser Karl V häuflg in Geldgeschäften standen , wollten 
an der Goldernte, die sich in America darbot, auch ihren Antheii 
haben. Sie hatten von der nördlichen Küste Südamericas gehört, als 
von einem Gebiete, das groj^e Ausbeute verspreche. Diese Gegend 
schien ihnen um so lockender, da die Spanier dort sich noch wenig 
ausgebreitet hatten. Letztere hatten das Land zwar entdeckt, aber 
diese Entdeckung noch nicht gehörig ausgebeutet. Eine von Ame- 
rigo Vespucci veransitaltete Expedition unter dem Fuhrer Alfonso 
von Ojeda hatte im Jahr 1499 an der Nordküste von Sudamerica 
einen günstig gelegenen Seehafen und in dessen Nähe ein Dorf ge- 
funden, das wie Venedig auf Pfählen gebaut war, weßhalb er es 
Venezuela d. h. klein Venedig nannte. In der Folge wurde diese 



200 

leicht zugangliche Küste das Ziel von Raubschiffen, die von Do- 
mingo kamen und die Einwohner, welche ihnen in die Hände fielen, 
als Sclaven mitschleppten, um sie in die Bergwerke zu verkaufen. 
Um diesen Raubanfällen Einhalt zu thun, beschloß die spanische 
Regierung, in jener Gegend eine Niederlaßung zu gründen, von 
der aus einige Abwehr geleistet werden könnte. 

Ein gewisser Johann von Ampuez wurde zum Statthalter die- 
ser Gegenden ernannt und beauftragt, mit der ihm mitgegebenen 
Mannschaft 'eine Stadt anzulegen. Er segelte 1523 dorthin ab und 
fand die Gelegenheit über Erwarten günstig. Es gelang ihm, mit 
einem .machtigen Kaziken ein Freundschaftsbündniß zu schließen, 
das ihm die Ansiedlung sehr erleichterte. Die beabsichtigte Stadt 
wurde angelegt, und zuerst nach dem Tagesheiligen Santa Ana, 
spater dem Namen eines dort wohnenden Volksstammes folgend 
« Coro genannt. Sie war zwischen zwei Seehäfen sehr günstig ge- 
legen, das anschließende Hinterland sehr fruchtbar und das Klima 
gesund. Überdiß verbreitete. sich die Kunde, in der Nähe seien 
reiche Goldminen. Von diesem Land hatten die Welser durch ihren 
Agenten in Spanien gehört, und sie machten nun dem Kaiser Karl, 
der um ein bedeutendes Anlehen mit ihnen in Unterhandlung stand, 
den Vorschlag, er solle ihnen dieses noch kaum in Besiz genom- 
mene Land als Pfand für das zu machende Anlehen zur weiteren 
Eroberung, Colonisierung und Ausbeutung überlaßen. Die spani- 
sche Regierung, die, wie es scheint, noch keine bestimmten Plane 
mit dem Lande hatte, gieng darauf ein, und es wurde nun zwischen 
Welser u. Comp, und der Krone Castilien ein Vertrag geschloßen, 
welcher ersteren die Landstrecke zwischen dem Cap Vela und dem 
Cap Maracapana als Lehen überließ. Die Welser sollten 4 Schiffe 
mit 300 Mann ausrüsten, welche sich mit Lebensmitteln auf ein 
Jahr versehen, innerhalb zweier Jahre zwei Städte gründen und 
drei feste Platze anlegen sollten. Von allen Einkünften des Landes 
sollten sie 4 Procente beziehen und 12 D Meilen als Eigenthum 
besitzen. Das Amt eines Statthalters sollte ein erbliches Vorrecht 
der Familie Welser sein , in der Art, daß derjenige vom Könige 
dazu ernannt werden müste, den die Familie präsentieren würde. 
Über die Eingebornen wurde den Eroberern soweit freie Verfü- 
gung eingeräumt, daß sie dieselben zu Sclaven machen durften, 
wenn sie ihnen nicht freiwillig die verlangten Dienste leisteten; 



201 

• 

auch war es ihnen erlaubt, von den Indianern Sclaven zu kaufen, 
unter der Bedingung, daß der vierte Theil des Kaufpreises an die 
königliche Kasse bezahlt wurde. 

Für den Bezug von Ausrüstungsmitteln waren noch allerhand 
Vergünstigungen eingeräumt. Waffen durften sie sechs Jahre lang 
aus den Arsenalen von Sevilla beziehen, Pferde und anderes Vieh 
von den westindischen Inseln nehmen, Lebensmittel zu eigenem 
Gebrauch zollfrei einführen. Die ganze neu zu gründende Colonie 
wurde übrigens unter spanische Oberhoheit gestellt, alle Verord- 
nungen, welche von der spanischen Regierung für die Colonieen 
erlaßen wurden, sollten auch für Venezuela gültig sein. Auch 
hatten die spanischen Beamten Befugnis, Controle zu üben, be- 
sonders nach etwa verheimlichten Schätzen zu forschen und dafür 
zu so;rgen, dass an den Küsten kein verbotener Handel getrieben 
werde. Auf diese Bedingungen hin erhielt das Haus Welser ein 
schönes fruchtbares Land von etwa 35000 D Meilen zur Eroberung- 
im^ Colonisation. Mehr als 8000 D Meilen davon ist treffliches 
Adb^land, das zu den fruchtbarsten und schönsten Länderstrer- 
keo Americas gehört, und überdiß durch die Nähe guter Häfen 
die beste Gelegenheit für den Umtausch der Producte bietet. 

Die Welser waren durch diesen Vertrag zwar nicht unbe- 
schrinkte Herren des Landes geworden, aber sie konnten darin so 
frei achalten und walten, als es immer der Zweck der Colonisierung 
forderte. Wenn sie ihre Sache gut machten, konnten sie nicht nur 
für sich eine reiche Einkommensquelle eröffnen, sondern ihrem 
Vaterland einen unberechenbaren Vortheil verschaffen. Sie konn- 
ten Deutschland seinen Antheil an der neuen Welt sichern, ein 
weites Feld für Colonisation und Auswanderung bereiten und in 
America eine Stätte deutscher Bildung begründen , die ihm als Er- 
gänzung zur spanischen sehr wohlthätig hätte werden können. Aber 
dieses Glück war den Welsern und Deutschland nicht beschieden. 
Die gute Gelegenheit gieng leider ungenüzt vorüber. Zunächst 
freilich machten die Welser ernstliche Anstalten zu kräftiger Durch- 
ffihrong des Unternehmens. Es wurden mehr Leute angeworben, 
als im Vertrag ausbedungen war, 400 Mann zu Fuß und 80 zu 
Pferd, aber es gelang ihnen nicht, die rechten Führer zu gewinnen. 

An der Spitze der ersten Sendung stand Ambrosius Dalfmger 
von Ulm, der als Geschäftsführer der Welser mit einem anderen 



202 

I 

Ulmer, Georg Ehinger, jenen Vertrag mit der spanischen Regie- 
rung abgeschloßen hatte. Was er früher war, wißen wir nicht. 
Er zeigt sich bei Ausführung seines Auftrags als ein kühner, un- 
erschrockener Mann, aber zugleich roh, grausam und geldgie- 
rig; er wüste seine Aufgabe nicht als Missionar europaischer 
Cultur, ja nicht einmal als kluger Geschäftsmann aufzufaßen. An- 
fangs des Jahres 1529 kam er mit seiner Mannschaft nach Coro, 
von wo der bisherige spanische Statthalter bitter gekrankt ihm wei- 
chen muste. Eine seiner ersten Anordnungen war die Einführung 
eines hohen Eingangszolles für Waaren , was ihm natürlich die an- 
gesiedelten Spanier abgeneigt machte. Ein Hauptfehler war es 
aber, daß er, anstatt wie die Vertrage es ihm vorschrieben und 
die anwesenden spanischen Offiziere ihm anriethen, Niederlaßungen 
zu gründen, um einen festen Ruckhalt im Land zu gewinnen, von 
der Sage eines mit fabelhaften Reichthümern angefüllten Landes 
gelockt, mit unbedachter Hast einen Raubzug in das Innere antrat 
Er drang durch das Thal Eupari gegen denMagdalenenfluß vor, und 
da er nicht alsbald die gehoiften Goldreichthumer fand und die In- 
dianer, auf die er stieß, ihm nicht den Weg dazu sagen konnten 
oder wollten, so wüthete er grausam gegen sie, zerstörte ihre 
Dörfer und Pflanzungen, schleppte sie als Lastträger mit und über- 
bürdete sie so, daß sie erlagen. Als ein ungünstiges Klima im 
Gebirge und ein kriegerischer Volksstamm seinem weiteren Vor- 
dringen Hindernisse in den Weg legten, entschloß er sich zur Um- 
kehr and kam mit einer durch Krankheit und Krieg sehr vermin- 
derten Mannschaft nach halbjähriger Abwesenheit am 3 Mai 1530 
in Coro an. Hier war indessen unser Nicolaus Federmann, von 
der welserischen Verwaltung mit neuer Mannschaft nachgeschickt, 
angekommen. Er hatte mit einem anderen Beamten der Welser 
einstweilen die Geschäfte der Slatthalterei versehen und trat nun, 
nachdem Dalfinger sich erholt und sein Amt wieder übernommen 
hatte, auch einen Entdeckungs- und Eroherungszug in das innere 
des Landes an. Diß ist der Zug, den er in der hinterlaßenen 
Schrift beschreibt Man sieht daraus, daß er nicht mit der Gold- 
gier, Harte und Grausamkeit verfuhr, wie Dalfinger, und daß er 
sich viel Mühe gab, auf dem Wege gütlicher Unterhandlung und 
durch List zu seinem Zwecke zu gelangen, aber, wenn er sich ge- 
täuscht sabj wenn er in Noth kam oder wenn er glaubte, sich durch 



203 

Schrecken in Respect setzen zu müßen, so scheute er sich auch nicht 
vor Gewaltthat und Qualerei. Er ließ die Indianer peinlich fragen, 
wenn sie ihm nicht den Weg ins Goldland zeigen wollten, in Feßeln 
schlagen, wenn sie nicht Lebensmittel liefern wollten, wortbrüchige 
Kazifcen im Angesicht der Ihrigen niederhauen. Auch trug er kein 
Sedenl&en, Weiber, die ihm als Gefangene in die Hände fielen, den 
Seinigen zu beliebigem Dienst auszutheilen. Die Gabe , den Völ- 
knwhaften, zu weichender kam, Vertrauen einzuflößen, sie durch 
Güte und Freundlichkeit zu feßeln, ihnen als ein höheres Wesen 
zu erscheinen, wie es Cortez in so hohem Grade vermochte, besaß 
unser Federmann nicht. Sein Zug war zwar reich an Gefahren und 
Mühseligkeiten, aber einen bleibenden Erfolg hatte er nicht Es ge- 
lang ihm weder, einzelne Stämme auf die Dauer zu unterwerfen oder 
nützliche Freundschaftsbündnisse mit ihnen anzuknüpfen noch er- 
hebliche Ausbeute an Gold zu machen. Der einzige Gewinn seines 
gefahrvollen Zuges war eine nähere Kenntnis des Landes und 
seiner Bewohner; er entdeckte fruchtbare, zur Colonisation ge- 
eignete Gegenden, wie die schöne Provinz Bariquicimeto und das 
Land der Caquetios. Auch Federmann verlor, wie sein Vorgänger 
Daltnger, viele seiner Leute durch Krankheit, Strapazen und die 
Pfeile der Indianer. Seine Erlebnisse waren nicht lockend zu wei- 
teren Unternehmungen und er entschloß sich daher zur Rückkehr 
nach Europa, wo er nach seinem Bericht im Juni 1532 ankam. 

Während seiner Entdeckungsreise hatte auch Dalfinger einen 
neuen Zug gemacht. Er war auf demselben seinem Ziel näher ge- 
kommen, als früher, denn es war ihm gelungen, von den Indianern, 
die ihm reiche Geschenke entgegen brachten, durch grausame Ge- 
fangenhaltung große Summen Goldes als Lösegeld zu erpressen. 
Auf diesem Zug entdeckte er auch zuerst Neugranada und fand 
an dem Gebirgspass, welcher dorthin führt, ein fruchtbares bevöl- 
kertes Thal, das zu einer Niederlaßung sehr geeignet gewesen 
wäre. Aber anstatt eine solche zu gründen, strebte er in seiner 
Goldgier unaufhaltsam vorwärts, da er von bedeutenden Goldla- 
gem gehört hatte, die in der Nähe sein sollten. Aber er muste 
seine Habgier büßen; eine kriegerische Völkerschaft, die er durch 
Plünderung, Mishandlung und Verwüstung ihrer Ländereien ge- 
reizt hatte, überfiel ihn mit Übermacht; er verlor viele seiner 
Leute, er selbst erhielt durch einen Pfeilschuß eine tötliche 



204 

Wmide am Halse, an weicher er bald nacb seiner Rickkehr in 
Coro starb. Die Statthalterschaft von Venezuela gieng nvn aof sei- 
nen Lieatenant Bartholomäus Seiler über, und nach dessen baldi- 
gem Tod riß sie ein Spanier Namens Johann Carvajal an sich, der 
sich aber durch Harte und Grausamkeit so Terhaßt machte, daß 
er sich nicht halten konnte. Die Welser schickten nun Georg von 
Speier, einen erprobten Kriegsmann. Dieser kam im Februar 1535 
in Begleitung eines jungen Edelmanns, Philipp von Hütten, nach 
Coro, wo wir auch unsem Federmann wieder inden, den Georg 
von Speier als einen mit den dortigen Verhältnissen vertrauten 
Mann zum Vicestatthalter annahm. Auch der neue Statthalter zeigte 
keine Lust sich der friedlichen Eroberung des Colonisierens zu 
widmen; die Gerüchte vom Goldland waren mit neuer Lebhaftig- 
keit aufgetaucht und lockten alle ankommenden Europaer, ihr Glück 
zu versuchen. Georg von Speier beschloß, sich alsbald aufzuma- 
chen; seinem Vicestatthalter, der gerne mitgezogen wäre, hinter- 
ließ er den Auftrag, eine Niederlaßung am Capo de la Vela zu 
gründen. Federmann muste deshalb die Ankunft einiger Schiffe 
aus Europa erwarten, die Baumaterialien bringen sollten. Diese 
kamen erst im Februar des folgenden Jahres und nun begann Fe- 
dermann bauen zu laßen. Da er aber fand, daß es am beabsich- 
tigten Platze an Steinen und Waßer mangle, so war ihm diß ein 
willkonmiener Vorwand, das Colonisationswerk im Stiche zu laßen, 
er brach im Juni 1536 mit 200 Mann zu Fuß und zu Pferd auf, 
aber nicht um, wie verabredet war, Georg von Speier zu folgen, 
sondern um das Goldland auf eigenen Wegen aufzusuchen. 

Indessen hatte Georg von Speier mit den Seinen manche ge- 
fahrvolle Abenteuer bestanden, hatte mit den Indianern theils ge- 
kämpft, theils Geschenke gewechselt und Freundschaftsbündnisse 
geschloßen, einmal auch mehr als 100 in einem Hause gefangen 
genommen und hernach das Haus in Brand gesteckt, so daß die 
Gefangenen elendiglich umkamen; dann war er durch Moräste und 
über hohe Gebirge gezogen und hatte unter diesen Erlebnissen 
viele Leute verloren. Durch die Gerächte vom <joldland , das nach 
den Aussagen der Indianer nur noch 20, 10, ja nur 8 Tagreisen 
entfernt sein sollte, war er immer weiter nach Süden gelockt wor- 
den. Aber seine Lage wurde immer schwieriger, die Zahl der 
Kranken mehrte sich täglich, es fehiie an Lebensmitteln, da die 



205 

Indianer aus Furcht vor den heranrückenden Weißen ihre I>orfer 
verlaßen und verbrannt und die Felder Verwüstet hatten. Die 
Geduld der Mannschaft war erschöpft und Georg von Speier sah 
sich durch ihr einstimmiges Verlangen genöthigt, umzukehren, «hne 
das ersehnte Goldland gefunden zu haben. 550 Meilen etwa hatte 
er seit seinem Auszug zurückgelegt. Nach dreijähriger Abwesen- 
heit kam die Schaar, die voll Hoffnung auf Reichthümer ausgezogen 
war, krank, entkräftet, halb nackt und mnthlos in Coro an, von 
400 waren nur noch 160 übrig. Ihr Führer Georg von Speier 
muste auch noch die Demüthigung erleben, daß er von der spa- 
nischen Regierung in S. Domingo der Statthalterschaft entsezt 
wurde und ein Untersuchungscommissär seiner wartete, um ihn 
zur Rechenschaft zu ziehen. 

Etwas besser war es unserem Federmann ergangen, doch war 
er auch nicht zu sicheren Ergebnissen gelangt. Nach sehr an- 
strengenden Marschen kam er in das wirklich goldreiche Neugranada 
und traf auf der Hochebene von Bogota mit zwei andern spani- 
schen Eroberungszügen zusammen, die von Peru und Quito her- 
kamen. Alle drei Anführer: Federmann, Gonzalo Ximenes de Que- 
sada und Benalcazar machten auf den Ruhm der Entdeckung des 
Landes und die Statthalterschaft in Neugranada Anspruch, ent- 
schloßen sich jedoch zu einer friedlichen Vereinbarung, in Folge 
deren Federmann einen schönen Antheil an der gemachten Beute 
bekam und überdiß mit seinen von Strapazen und Entbehrungen 
geschwächten Leuten bei den Spaniern stärkende Verpflegung fand. 
Alle drei kamen überein , sie wollten nach Spanien reisen und dort 
dem Könige ihre Ansprüche zur Entscheidung vorlegen. 

Benalcazar erhielt eine Statthalterschaft, nur nicht gerade die 
von Neugranada, Ximenes de Quesada muste gegen den Sohn des 
Pedro de Lugo, auf dessen Kosten seine Expedition ausgeführt wor- 
den war, zurückstehen. Federmann verschwindet vom Schauplatz; 
er soll sich in die Niederlande begeben haben, um den Kaiser auf- 
zusuchen. Die Welser waren mit ihm unzufrieden und beschul- 
digten ihn, er habe bedeutende Geldsummen, die er eigentlich ihnen 
hätte abliefern sollen, auf eigene Rechnung nach Antwerpen ge- 
schickt. Von diesem zweiten Eroberungszug hat er keine Nach- 
richten hinterlaßen. 

Auch in Venezuela war ihm üble Nachrede gefolgt. Während 



206 

Georg von Speier auf seinem langwierigen Zuge verschollen zu 
sein schien, hatten die Welser Federmanns Ernennung zum Statt- 
halter von Venezuela betrieben. Aber dort war er nicht beliebt; 
er hatte in Coro eifrige Gegner, weiche nun eine Vorstellung ge- 
gen seine Ernennung eingaben, in welcher sie nachzuweisen such- 
ten, daß Federmanns Verwaltung nachtheilig für die Colonie ge- 
wesen sei; er habe die Indianer schlecht behandelt und dadurch 
Abneigung gegen die Europaer und Widersetzlichkeit hervorgeru- 
fen, er habe bevölkerte Gegenden verödet, indem er die Einwohner 
gezwungen mit ihm zu ziehen. Dadurch wurde die Ernennung Fe- 
dermanns hintertrieben. Sein Verschwinden vom Schauplatz laßt 
vermuthen, daß er gegenüber von den verschiedenen gegen ihn 
erhobenen Beschuldigungen sich nicht ganz rein wüste. 

In Venezuela hatte sich indessen Georg von Speier zü be- 
haupten gewust. Er war beliebt unter der dortigen Bevölkerung, 
der Untersuchungscommissär konnte nicht gegen ihn aufkommen, 
überdiß versuchte derselbe eigennüzige Umtriebe, die seine Ab- 
berufung nöthig machten. Georg von Speier, in sein Amt wieder 
eingesetzt, rüstete sich zu einem neuen Zug, starb aber, ehe er 
denselben antreten konnte. Sein Begleiter Philipp von Hütten, nun 
provisorischer Statthalter, versuchte die beabsichtigte Unterneh- 
mung auszuführen; sie scheiterte aber gleich anfangs an den 
Schwierigkeiten eines Gebirgsübergangs, bei dem fast alle Pferde 
umkamen , und Hütten muste mit den Trümmern seiner Mannschaft 
ohne Erfolg zurückkehren. In Coro war indessen gänzliche Ver- 
wirrung eingerissen; der Spanier Carvajal hatte sich der Gewalt 
bemächtigt, fieng mit Hütten Händel an, und ließ ihn, nachdem er 
durch eine scheinbare Versöhnung ihn sicher gemacht, mit seinem 
Leutenant Bartholomäus Welser im Schlafe überfallen, gefangen 
nehmen und bald darauf, in der Karwoche des Jahres 1546, ent- 
haupten. Carvajal erreichte jedoch damit seinen Zweck, in den 
Besitz der Statthalterschaft zu gelangen, nicht, es kam ein Mächti- 
gerer über ihn, der spanische Beamte Juan Perez de Tolosa, der 
nach vorgenoininener Untersuchung das Todesurtheil über ihn aus- 
sprach und unverweilt vollziehen ließ. 

Mit der welserischen Herrschaft war es aber nun zu Ende. 
Zwar wurde am Hofe zu Madrid noch einige Jahre darüber ver- 
handelt, da die Welser ihre Ansprüche nicht aufgeben wollten, 



207 

aber im Jahr 1555 wurde der Vertrag mit ihnen förmlich aufgeho- 
ben, die Krone Spanien zog Venezuela wieder an sich und schickte 
einen königlichen Statthalter. So gieng der Antheil der Deutschen 
an Südamerica , der für die Zukunft Deutschlands so wichtig hätte 
werden können, verloren und man kann nicht laugnen, großen* 
theils durch die Schuld der Welser , die es nicht verstanden hatten, 
die rechten Leute für eine so schwierige und wichtige Aufgabe 
auszuwählen, und die es wohl mehr auf augenblicklichen Gewinn, 
als auf großartige Plane abgesehen hatten. 

Werfen wir schließlich noch einen Blick auf Federmann und 
seine Schrift! Wir bedaurcn, daß wir über seine Lebensverhält- 
nisse vor seiner ersten Reise gar keine Nachricht ausfindig machen 
konnten. Wir wißen nur, daß der Herausgeber seiner Reisebe- 
schreibung, Hans Kiefliaber, sein Schwager, ein Bürger von Ulm 
war, daß dieser nach dem Ulmer RathsprotokoU vom 28 Nov. 
1543 als nächster Erbe Federmanns auftritt und vom Rathe zu Ulm 
einen Ausweis darüber erhält. Daß Federmann kein Mann von 
sonderlicher Bildung war, werden die Leser seiner Schrift aus dem 
schwerfälligen, ungelenken Stil derselben wohl schließen, übri- 
gens kommt die mangelhafte Form nicht allein auf Federmanns 
Rechnung, da ja sein Reisebericht nach seiner Bemerkung S. 80 
die Übersetzung der von dem spanischen Notar gemachten Auf- 
zeichnungen, und von ihm nur mit eingestreuten Erläuterungen 
erweitert ist. 

Die deutsche Schrift, wie sie uns vorliegt, ist lange nach dem 
Tod Federmanns von dessen Schwager Kiefhaber, der ein Kauf- 
mann war und häufige Geschäftsreisen nach Lyon machte, heraus- 
gegeben und im Jahre 1557 bei Sigmund Bund in Hagenau auf 63 
Ouartblättern gedruckt. Dieser Druck ist, wie es scheint, sehr 
selten gew(»rden; er ist weder bei Ebert, noch bei Brunet ver- 
zeichnet. Mehrere ru'uen* Schriftsteller, die über die welserische 
Unternehmung geschrieben haben , beklagen , daß sie Federmanns 
Reisebeschreibung nicht haben bekommen können. So F. W. Bar- 
thold in seiner Geschichte der deutschen Seemacht in Raumers hi- 
storischem Taschenbuch, Jahrgang 1850, S. 68 11*. und K. v. Klö- 
den in seiner Abhandlung T^die Welser in Augsburg als Besitzer 
von Venezuela^ in der Berliner Zeitschrift für allgemeine Erdkunde 
B. V, S. 441, wo derselbe sagt, die Reisebescüreibung Feder- 



208 

niHnns sei eine außerordentliche Seltenheit und wie es scheine nur 
in einem einzigen Exemplar vorhanden, welches früher in der Klo- 
sterbibliothek zu den Wengen in Ulm befindlich, jetzt wahrscheinlich 
in der königlichen' Centralbibliothek zu München sei. Dieses Exem- 
plar ist übrigens nicht das einzige in Deutschland , es befinden sich 
solche auch auf der königl. öfi'entl. Bibliothek in Stuttgart und auf 
der Universitätsbibliothek zu Tübingen, welches letztere aus der 
Bibliothek des Martin Crusius stammt. Eine französische Über- 
setzung der federmannischen Schrift hat Henri Ternaux gegeben im 
ersten Bande seiner Sammlung alter americanischer Reisebeschrei- 
bungen: T^Yoyages, relations et memoires originaux pour servir a 
la decouverte de TAmerique, publ. pour la premiere fois en franpais. 
Paris 1838.^ Eine neuere deutsche Schrift von Karl Klunzinger »Der 
Antheii der Deutschen an der Entdeckung von Südamerica u. s. w. 
Stuttgart 1857 tf« gibt einen Auszug aus dem Bericht Federmanns. 

HANS STADE VON HOMBERG IN HESSEN. 

In demselben Jahre mit Federmanns Schrift erschien Hans 
Stades Beschreibung seiner Reise nach Brasilien und seiües Auf- 
enthaltes unter den dortigen Wilden. Über seine Persönlichkeit 
konnten wir eben so wenig nähere Nachrichten ausfindig machen, 
als über Federmann. Er ist nach der Vorrede des mit seinem Vater 
befreundeten Professors Eichmann in Marburg eines ehrlichen Man- 
nes Sohn, .der auch in guten Künsten studiert hatte und zu Homberg 
in Hessen wohnte. Hans Stade selbst setzt seinem Heimatsort bei 
r) Bürger in Wolfhagen«. AuflTallend ist es, daß der Vorredner gar 
nichts von den Lebensverhältnissen seines Schützlings erwähnt. Da- 
gegen bemüht er sich verschiedene Gründe für die Glaubwürdig- 
keit des Erzählers beizubringen. Einmal hebt er Hans Stades ei- 
gene Berufung auf den Sohn des Eobanus Hesse hervor^ kann jedoch 
nicht beifügen, daß dieser Heliodorus Hesse wirklich aus fremden 
Ländern zurückgekehrt sei. und die Berichte Stades bestätigt habe. 
Auch sonst haben wir keine Nachricht von Heliodorus. Außerdem 
ergeht sich Eichmann in verschiedenen Analogieen, um nachzuwei- 
sen, wie Berichte von natürlichen Dingen, die dem gemeinen Mann 
unglaublich und unmöglich erscheinen, von der Wißenschaft als 
wahr und mrkVich nachgewiesen worden seien. Ein gewichtigeres 



209 

Zeugrnifl für die Glaubwürdigkeit von Stades Schilderung ist uns das 
Urtheil eines anderen Europaers, Jean Lery, eines französischen 
reformierten Geistlichen, der als Missionar zwei Jahre nach Stade 
Brasilien bereiste und eine im 16ten Jahrhundert viel gelesene Rei- 
sebeschreibung herausgab, die 1578 zuerst zu Rouen gedruckt*, eine 
Reihe von Ausgaben und mehreren Übersetzungen ins Lateinische er- 
lebte. Dieser sagt, er habe den Bericht Stades mit seinen Aufzeich- 
nungen verglichen und gefunden, daß seine Beschreibung der bra- 
silianischen Wilden und anderer Beobachtungen auf dem Land und 
auf der See so mit der seinigen übereinstimme, daß man glauben 
sollte, sie hatten die Erzählung vorher einander mitgetheilt Über- 
diß macht Stade selbst in seiner Schrift den Eindruck eines gewi- 
senhaflen wahrheitsliebenden und verstandig beobachtenden Man- 
nes. In seiner Bildung scheint er sich etwas über Federmann zu 
erheben, namentlich zeigt er sich als ein frommer, in seiner Bibel 
wohl bewanderter Christ. 

Das uns vorliegende Original ist 1557 in Frankfurt am Main 
bei Weygandt Han gedruckt, füllt sammt Titel, Vorrede und 
Anhang 167 Quartseiten, und ist mit zahlreichen zum Theil nicht 
Übeln Holzschnitten ausgestattet. Dieser alte Druck ist selten und 
eine neue Auflage nie veranstaltet worden. Das Exemplar, wel- 
ches vorliegendem neuen Abdruck zu Grunde liegt, gehört der 
Tübinger Universitätsbibliothek und stammt wie Federmann aus der 
Büchersammlung des Martin Crusius. Eine lateinische Übersetzung 
von Stades Schrift findet sich im dritten Bande der von Bry und 
Merian veranstalteten Sammlung indischer Reisebeschreibungen ^*, 
wo die Erzählung mit vielen Kupferstichen veranschaulicht wird. 
Henri Ternaux hat auch diesen Stade in seine oben angeführten 
Voyages, relations u. s. w. in französischer Übersetzung aufge- 
nommen. Sie findet sich im ersten Bande. 

* Jean de Lery, Histoire d'un voyage fait en la terrc du Bresil dite 
Am^rique. Ronen 1578. 

** Theod. Bry et M. Merian, Collectiones pcregrinationum in Indiam 
Orientalen! et occidentalein, 25 partibus cumprehensse. Francof. 1590 — 1C54. 



F«d. a. St. 14 



BlBLiOmi 



L I T T E R A R I S C H E \ VEREINS 



IN STCTTGART, 



XLVIII. 



^ STUTTOART. 

«EDROCKT AUF KOSTRN DES LITTRRARI8CHEN VRRRIN8. 

1859. 



PROTECTOR 
DES LITTERARISCHEN ATEREINS IX STUTTGART; 

SEDsE MAJESTÄT DER KÖNIG. 



VERWALTUNG : 

Präsident: 
Dr A. V. Keller, ordentlicher professor an der k. uniTersität in Tübingen. 

Kassier: 
Dr Zech, ordentlicher professor an der k. nni?ersität in Tübingen. 

Agent: 
Fnes, sortimentsbachhändler in Tübingen. 



GESELLSCHAFTSAUSSCHÜSS : 

Dr Böhmer, Stadtbibliothekar in Frankfurt a. M. 

G. freiherr v. Cotta, k. bayerischer kammerer in Stuttgart. 

Dr K. V. Gerber, kanzler der k. Universität in Tübingen. 

Hofrath dr Grimm, mitglied der k. akademie in Berlin. 

Dr G. Y. Karajan, vicepräsident der k. akademie in Wien. 

Vicedirector dr E. v. Kausler, archivrath in Stuttgart. 

Dr Klüpfel, bibliothekar an der k. nniyersität in Tübingen. 

Dr Klumpp, director der k. privatbibliothek in Stuttgart 

Dr Maurer, ordentlicher professor an der k. nniyersität in München. 

Dr Menzel in Stuttgart. 

Dr Simrock, ordentlicher professor an der k. nniyersität in Bonn. 

Dr Wackernagel, ordentlicher professor an der nniyersität in Basel. 



" DALBULS 



c^ 



CHRONIK VON BÖHMEN 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



VENCESLAV HANKA, 

OOMMANDEUR DES S. ANNER- UND RITTER DES S. YLABIMIR-ORDENS, BIBLIOTHEKAR 
AM BÖHMISOHEN NATIONALMUSEUM UND MITGLIED MEHRERER AKADEMIEEN. 



STUTTGART. 

GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITTEBARISCHEN VEREINS 

NACH BESOHLUSS DES AU880HÜSSX8 TOM MAI 1856. 

1859. 






X 



DRUCK von R. LADPP IN TÜfillldKlI. 



1»' 



■ i 

) 



DI TUTSCH KBONIE VON BEHEM LANT. 



DalimU. 1 



m 



Di faerzogiD warn faeidiD 
(Daz in ymmer muz leidin) 
Vnd von erst in Behem lant 
Mit diszm nomen wol bekant. 

Der erste herzog hiez Przemisl, 

Noch dem reicht Nazamisl. 

Bnatha vnd Woyn dar noch drot. 

Zely das was ir got. 

Vneslaus Cresomisl 

Dy virluren do ir sei, 

Darczu Nekan vnd Hostink, 

Den ez vbil ouch irgink, 

Wan sy heiden waren. 

In die helle sie musten varen. 

Er waren achczig biz an dy Cristen, 

Der sei müze got aller vristen 

Nach disme lebin eweclich, 

In sinem hoen hemelrich. 

Di herzogin warn cristin. 
Got wolt ir sei vristin! 
Der nam sint ouch hi bekant 
Vnd obin dort in einem lant. 

Borziwoy der erste Cristin, 

Do mede wold sein seil vristin 

Daz er wäre g[etauft] 

Nach Crist gebort [acht hundert] 874 

Darczu vier [vnd sibenzig] 



25 



Dez kom er an[prohuilo] 
Von bischof Metudio, 
Der czu Merhern .... 
Wan er vor . . . [kern] 
5 Dez wolde er sich . . . 

Mit sampt seinen nach[komen]' 
Dy hy beschrebin sint mid n[omen], 
Spitigneus, Vratislaus, 
Der heiliger martrer Wencz[eslaus] 
10 Vnde sin brudir Boleslaus, 

Dar noch aber Boleslaus, 
Der daz pistum hir czu Prag 
Gestift had by sinen tag. 
Ouch dannoch ein Boleslab, 
15 Nach dem der Wladislab 

lerominus, Vdalricus, 
Dy czwen brudir warn sus. 
Dannoch Brzetislaus 
Vnd dar czu Spitigneus, 
20 Der dy kirch czu Präge had. 

. . siner kuner tad, 

... ein herczog her, 

.... konig ouch mer, 

Wretislaus, ^ 

. orziwoyus, . . 

opluko Wladisslaus, 

. . am Zobesslaus, 

. . mus der ouch had 

. . howe gestift mid siner tad. 
so Vdalricus vnd Conradus 

Dem lecztin war Henricus 
Pischof vnde ein herczog 
Ein vnd czwenczig aller so. 

Der konig nam mit irn frowen 
35 Mag man wol hy wern schowen. 

Wer ez czu nit tun vil, 
Der ist immir mir als vel. 



Vratislaus hie czu Beheim 
Der erst konig mid dem nom, 
Welich gekronet ward 

Nach Crist geburt vflF der vart 
5 Tusent iar vnd sechs vnd achcig, 1086 

Machet er, des ich nicht lieg, 

Nimer mer den ses iar. 

Der selbe konig had vir war 

Mit siner werdin tard 
10 Gestift mid nomen Wisserad, 

Vnde von den seibin gobin 

Wart er doselbist begrabin. 

Dez koniges hausfrowe do 

Waz geheiszin Swathowa, 
15 Dy erste konigin mit nom 

Dez riches hie czu Behem. 

Wladislaus waz der andir 

Konig hy in Behem lande, 

Der euch wart gekronet 
20 Nach Crist geburt beschonet 

Vbir eilf hundirt iar, 1158 

Ach vnd funfczig dar czu gar. 

Der reicht nach siner kronung 

Nor vir iar, da waz gesung. 
25 Sdrahow er gestift had. 

Da er euch nam sin peigraft. 

ludith was sin frawe gnant, 

Dy andir hy in Bemen laut. 

Von der sage ich dyr dijz: 
30 Sy hat gestift dy Topelicz 

Vnd sy wart nach iren tagen 

Ouch da seibist begrabin. 

Dar czu hat sy wol betracht 

Vnde dy brukk czu Präge gemacht. 
35 Przemisl der dritte waz, 

Den man do czuo konige laz. 

Der wart gekrönt vir war 



Nach Crist geburt czweilfbund6rt iar 1202 

Vnde in dem andir iare da noch. 

Er riecbte, als man iach, 

Vier vnde czwenczig iar. 
5 Derselbe konig zcwar 

Ward nach sine leczten tage 

Begrabin in dem tum czu Präge. _ 

Des koniges hausfrowe do 

Geheiszin was Constancia, 
10 Zcu Behem hy dy dritte, 

Vor dy ich got bitte. 

Sy hat gestift in voller hicz 

Ein iuncfrowin clostir Tuschnabicz. 

Wenceslaus der vierder 
15 Konig wart do er purt, 

Der ouch gekrönt ist 

Nach Crist geburt 

Vber czweilf hundirt iar 1228 

Vnd dar czu acht vnd czwenczig. 
20 Her richede dy iar dez ich 

Ganezer vier vnd czwenczig. 

Der had gestift by Schonen 

Daz closter sent Franciscus 

Vnd nach sinen lecztin tagen 
26 Ward er do seibist begraben. 

Sin husfrowe hijs Kunigund, 

Dy vierde konigin czu der stand. 

Ottakarus der fünft 

Eonig was mit siner kunft, 
30 Der nach Crist. gebort zo czart 

Lobelich gekronet wart 

Vbir czweilfhundirt iar 1263 

Dar czu dry vnd sechczig iar. 

Der reichte ouch ane var 
s» Ganezer siebecehen iar. 

6. 9 slme. 13. 9 Tisdmowicz. 14. Diese und die folgende zeile gehören 
wM gueammen, ebenso die 2 darauffolgenden, 20. ? Daz rieh. 32. 1261. 



Der koDigen do by sinen tagen 

Ein closter stift vnd wart iralagen. 

Czu Präge man do in trug, 

Wart begrabin der vil klug, 
5 Vnd sin husfrow dort gesunt 

Waz ouch genant Kungunt 

Mit ir gutin sinne 

Dy fünft koniginne, 

Vnd dy selb vs irkoren 
10 Waz von Vngirlant geboren. 

Weuczeslaus der sechste 

Dannoch nicht der leste, 

Der ouch ward nach Crist geburt 

Lobelich mid der krönen gecziret 
15 Gzweilfhuudirt vnd dar noch 1297 

Subin vnd nunczig man iach. 

Der richte dar nach vir war 

Nicht mer dan acht iar. 

Der had gestift Eungissal 
20 Daz closter czu dem seibin mal. 

Ouch Sprech ich also, 

Daz er ist begrabin do. 

Des husfrow his Gitta, 

Dy sechs konigin czu Präge, 
26 Ein tochter konig Rudolfs 

Des romischen, eins rechten wolfs. 

Wenceslaus der naturlich 

Konig vnd der leiste im reich, 

Der by dem reich lebt für war 
30 Ane kronung nor ein iar. 

Der do czu Krakow, als er solt, 

In dy hervart varn wolt, 

Er kam do vff der seibin vart 

Czu Olmucz, do er wart 
35 Cleklich irstochin, 

Daz noch ist vngerochin. 

Nach des leibes swerem val 

Wart er brocbt czu Kungissal 



8 

Voll Merchern do er auf 

Begrabin noch der farstin lauf 

Vnde sin husfrow do ze sied 

Was gnant Elizabet, 
5 Daz herczogin tochter von Tesschin. 

Si quam czu Präge vff kurczen gwin. 

Von Kerntin herczog Heinrieb, 

Du der flouch vs Bemyn rieh, 

Darnach quam dar in 
10 Mit seinen werdin schin 

Der hochgeburn farst, 

Der da czu konig wart gedorst 

Alhy von den Beheim, ^ 

Als wol siner edel zam. 
15 lohannes ist er gnant 

In allen landen wol bekant, 

Des edeln keiser Heinrich soin, 

Der selik sy dy ewik stunt! 

Der euch dar nach loblich wart 
$0 Gekronet vlGF der seilbin vart, 

Wan er was do also zcart. 

Nicht lengir wart ez eine gespart, 

Da noch geburd des riehen Grist, 

Der ein nach willin sine leben vrist, 
25 Dreicehen hundirt iar ingangin isio 

Worn dar, nicht gar langen, 

Daz wisze halt vir wor! 

Dannoch ubir czehin iar, 

Dez noch nimant sal virdriszin, 
80 Wan man sin wol mag geniszin. 

God gebe im lange gesunte tage 

Vnd behüte in vor der helle phlage! 

Dez wünsche ich im stetiklig 

Auch gotes hulde eweclig. 
Sä Des edeln koniges husfrowe, 

Dy got ewiclichin schawe, 

Geheizen was Eliz|ibeth. 

Dy was rein in erme gebet, 



Dar vm got der sele gnad! 

Dez ich in mit bete lad. 

Die selb, do man er gitaz, 

Des sechtis konigis tochtir waz, 
5 Der da Wenczlaus hiez, 

Dy euch mid des closter geniz 

Czu Kungissal begrabin wart 

Gar loblich vflf der seibin vart. 

Ich wünsche mid mines herczen ger, 
10 Daz ir god sin gnade mer 

Mit allen gloubigin seien 

Vns behüte vor der hellen. 

Hi man vindet vnd liszet, 
Waz vnz biz her gesehen ist. 
15 Ouch daz altir allir ordin 

Mag der hi wol kunt werdin. 

Nach Crist gebort acht hundirt iar . 

Darczu vier vnd subinczig iar 874 

Borziwoy der erste fürst 
20 Dy touf hy czu Beheim durst, 

Dy im zcu Weiherad in Merhern 

Von ein bischof hem 

Gegebin wart da nach, 

Daz dy warheit vns iach. 
25 Nach Crist gebort neun hundert iar 91 1 

Dar czu vbir eilf iar 

Der orden sand Benedicten, 

Der dem tufil an gesigte 

Vnb czu richin an 
30 Mit warer tad, nit noch wan, 

By appet Odonis cziten 

Er ist imkomen weitin. 

Nach Crist gebort nun hundert iar 923 

Dar czu fünf vnd czwencig iar 

- • • ♦ 

18. 871. 33. 936. 



10 

Der heilige sant Wenclab wart 

Irslagin vff der seibin vart. 

Nach Crist gebort für "war 

Nunhundert vnd fünf subicig iar 975 

5 Sant Albrecht wart gekert, 

Daz er mid siner martir wert. 

Nach Crist gebort ane var 

Tusent vnd czwei vnde nunczig iar io92 

Der Kartuser orden 
10 Wart von erst irkorn 

By Brumonem dem apt, 

Der mid lebin dy begapt. 

Nach Crist gebort tusent iar 1098 

Dar czu acht vnd nunczig iar 
15 Der orden der graben 

Munich chom czu gutin habin, 

Der sich also du irhub 

Got czu dinst vnd czu lob 

By apt Ruperto, 
20 Des man noch ist vil vro. 

Nach Crist geport tausent iar 1099 

Dar czu nun vnd nunczig iar 

Der wyszen münich orden ist 

Erkorn inder seibin vrist 
25 By apt Biperti cziten, 

Dy mit dem tufil stritten. 

Nach Crist gepurt neunhundert iar 928 

Acht vnd czwenczig iar besundert 

Hub an der orden der predeger 
30 Czu richin an mit sinem her. 

By der czit sand Dominicus 

Wart den gotis knechtin suzz. 

Nac Crist gepurt eilfhundirt 1150 

Funfeig iar dar noch besundert 
35 Hub der orden der tüsczen herren 



4. 983. 5. corrigiert bekert. 10. ziiffescJmebm erdacht. 16. über der 
zeile wars erdacht. 



11 

Mit dem swarzen f czu werCn, 

Do Ackers von den cziten 

Waz besezzen von eren vegindin. 

Nach Christ gepurt eilf hundert gar ii50 

5 Dar czu vbir funfczig iar 

Gracianus vnd ouch Peter, 

Djcr do was ein Lombarter, 

Dy decretales machtin, 

Do mit noch menig tracbtin, 
10 Wan ez sint dy orteil bucher, 

Wy si für deren gemeinen wucher 

Ir beudil mogin machin swer. 

Das ist all irs herczen ger. 

Nach Grist gebort czweilf hundirt 1206 

15 Sechs iar daczu besundirt 

Der orden der parfüzzen 

Hub an got czu grüzzen 

By dem üben sant Francisse, 

Dez dy sei noch wol genisset 
20 Nach Crist gepurt vir war 

Czweilf hundert acht vnd dreizig iar 1238 

Wart der orden got czu lobin. 

So daz crüce dem Sterne obin 

Stet czu aller czijt, 
25 Der got lobe vnd ere geit, 

Dy wil dy werlt steit, 

Mid sinem andechtigin gebeten 

Der do gnant ist; verren 

Der crucer orden mit dem Sternen, 
30 Gode czu lobe bestedigit schon. 

Damede gwan dy humel krön 

By bobist Gregorio dem neundin. 

Den selbes gotes frunden 

Müz got sin hulde gebin, 
35 Nach langen tagen daz ewige lebin! 

* 

8. corrigiert vynden. 9. corrigiert manche. 17. corrigiert wesen. 
23. corrigiert gestift mit dem Sterne dorviider dae crua;. 



12 

Nach Crisf gepurt czwar 

Virczig vnd czweilfhundert iar 1240 

Vbirwant konig Octacker 

Den von Vngern offenbar. 
5 Nach Crist gebart czweilfhundert 1241 

Ein vnd virczig iar besündert 

Do virderbtin dy beiden 

Vnd begundin sere czu leiden 

Vngirlant allczumal 
10 Mid roub vnd brantes swere quäl. 

Dy sunn parck ouch irn schin, 

Dez was betrübt daz hercze min. 

Dar by wart groz vngewittir, 

Daz den luten waz vil pittir. 
15 Vmbedumb vff der erden 

Must es do kunt werdin. 

Nach Crist gebort czweilf hundert iar i246 

Dar czu ses vnd virczig gar 

Herczog Friderich by den tagen 
20 Von Osterrich wart irslagen. 

Nach Crist gebort czwelfhundert 1253 

Dar nach dry vnd funfczig iar 

Der an ein konig Wenczlab 

Ward geleid in sin grab. 
25 Nach- Crist gepurt czweilf hundert 1272 

Czwei vnd subinczig iar besündert 

Ward der weiszin monich orden 

Mit dem roten crucze irkoren. 

Ich mein dy bestetinnge, 
30 Do in ist dar an gelunge. 

Nach Crist czwelf hundert 1278 

Acht vnd subinczig iar besundirt 

Konig Octaker in der czijt 

Wart irslagin in dem streit. 
35 Nach Crist geport czweilf hundert gar 1292 

Dar czu czwei vnd nunczig iar 

24. über der zeüe: begeben. 28. erdocht 



13 

Wart dy aptei czu Eonigissal 

Gestift czu dem seibin mal. 

Nach Crist gebort zcweilfhundirt 1297 

Subin vnd nunczig iar besundert 
5 Konig Wencslab, als ich sage, 

Krönt man an dem pingistage 

Schon vnd gar lobelich 

Vbir Behem konigrich. 

Er lebte ouch nach der kronunge 
10 Holt mid keiner hominge, 

Da in dike ist mide gelungin. 

Dy gots lob han oft gesungin 

Czu Konigissal am andir tag 

Durch got, der vns gehelfin mag 
15 Stifteklich den ersten stein, 

Daz dar nach baz vnd bas irschein. 

Nach Crist gebort zcweilfhundert gar 1298 

Dar czu acht vnd nunczig iar 

Der romisch konig Adolf wart 
20 Irslagin vff der seibin vart. 

Nach Crist gebort dricen hundert 1306 

Ses iar dar nach besundert 

Konig Wenczlab der milde 

Starb vnd nicht vflf dem gewilde. 
25 Nach Crist gebort dricehen hundert 1306 

Ses iar dar nach besundirt 

Wart sin son Wenczeslabe 

Von einer gar bösen habe, 

Der da waz ein Turink, 
30 Dem ez nicht wol dar vmb irgink, 

Czu Olumucz irstochin. 

Er wart an im gerochin, 

Doch als vele, des waz, 

Wan dez Üben Wenczlabz 
35 Ein vingir pezzer lebending were, 

13. über der sseile vnd der stifft vom gissal. 19. corrigiert döring. 
31. über der sseile von ainem dörig erstochen. 



u 

Dan tusint Doringere ader mere. 

Nach Crist geburt xiij hundirt 1307 

Dar nach subin iar besundirt 

Starb konig Rudolf. 
5 Er was den Behem als ein wolf. 

Nach Crist gebort xiij hundirt 1308 

Ach iar da na besundirt 

Der romisch konig Albrecht 

Wart von sinem vettir recht 
10 Virderbet, do er wolte 

Zcu Behem, als er nicht ni solde. 

Nach Crist geburt dricen hundert iar 1310 

Dar nach czehin ane var 

Wart czu der seibin lun 
15 Des edeln keiser Henrichs sun, 

Der Johannes der hoch werdig, 

Eonig vbir Bemen rieh, 

Der ouch dar nach loblich wart 

Gekrönt auf der seibin vart, 
20 Daz er, ob got wil, noch wol mag 

Bewisin manig iar ^nd tag. 

Got geruche im lange czu gebin 

Gesunde tage in disme lebin, 

Vnd daz nach disme kuntrich 
s& Em werde daz ewig humelrichl 

Nach Crist gebort xiij hundert iar 1313 

Dreycehem iar da nach besundirt 

Keiser Heinrichem wart vergebin, 

Da von er virlos sin vreches lebin, 
30 Mit virgift in eime kelich. 

Dar vmb sy nummer werdin selikl 

Nach Crist geport xiij hundirt gar 1314 

Dar czu vircen iar 

Czwen romisch worden do erweit 
s5 Vnd czu kanigen geczelt 

Nach Crist gebort xiij hundirt I817 

7. ? Aht. 



15 

Dar czu subincasen iar besandirt 

Wart von grozzem sne 

Vnd groszer kelte dannoch me 

Grozer hunger vnd ouch herbe, 
5 Der leut vnd der tyrer sterb. 

Nach Crist gebort xiij hundert I819 

Dar czu neunczen iar besundert 

Chrischen konig lohannem 

Gar an alle valsche lern 
10 Vnder Elizabeth der konigin, 

Dy dar an nicht phlag gutir sin, 

Hy in dem rieh czu.Beheim 

Ein groszer krig czu kreftin quam. 

Nach Crist geport xiij hundert gar 1326 

15 Dar noch ses vnd czwenczig iar 

Wart der iung Wencslab bracht 

Von Olmucz wol bedacht 

Czu Koningssal vnd do begraben, 

Daz sine vetre gestift haben. 
80 Nach Crist geport xiij hundert 1338 

Ach vnd czweinczig iar besundirt 

Wart von Ludewige, der sich 

Eeiser nant gar tufelich, 

Mit vnrecht gesaczt czu Rom 
25 Ein bobist, der als im zorn 

Gewesin waz ein parfus. 

Doch wart es im nit gar suzz. 

Nach Crist geburt vir war 

Driczen hundirt vnd dreiszig iar 1330 

80 Der vngerecht bobist kam 

Czu pobist lohanni vnd gnad nom. 

Der er eu vollin an in gert. 

Er wart ir gancz vnd gar gewert. 

Nach Crist gebort xiij hundert iar 1341 

85 Ein vnd virczig darczu gar 

In der worhet, als ich sage, 

22. corrigiert Ludeweigen. 



16 

Dy EartusieDses czu Präge 

Eomen mid dem wesin, 

Sy wellen an der sele gnesin. 

Wissen solt ir ouch vir war, 
A Daz dar czu in dem seibin iar 

Eonig lohannes hochgeborn 

Den, dy er im had irkoren, 

Eartbusienses gnant, 

Auch hy by Präge in Beheim laut 
10 Had gestift ein closter, 

Dar vmb si deste vester 

God Yur en gern petin 

Vnd es in andacht ymer tetin. 

Des suln sy vmb sin gesunt 
15 Qot gern bittin czu aller stunt. 

Nuch in dem seibin iar 

So ist ez leider also war, 

Daz frow Margeret e, dy selig sy 

Von nu ymmer eweclich! 
20 Czu Peigern ein herczogin 

Czu Präge starb in gots minn^. 

Si wart ouch czu Eonigissal 

Begrabin czu dem seibin mal, 

Des furstin tochter hochgeborn. 
25 Der wart zcu dem achtin mal irkorn 

Eonig hy in Bemen laut, 

lohannes ist er gnant, 

Dem got lange hy sin lebin spar, 

Dar nach in humelrich bewarl 
30 Nach Crist gebort xiij hundirt 1842 

Czwey vnd virczig iar besundirt 

Do viel dy pruk czu Präge, 

Recht als ich es en nu sage, 

Mit iamer vnd nud grozer clage 
86 An vnsir frawen tage. 

Der dy lichtmesse ist gnant 

Vnd bisundir wol bekant. 

Vnd in dem seibin iar 



17 

Sb ist daz ouch leider war, 
Czu metfastin daz gesach 
An dem selbin suntach, 
Daz dy ppuk czu dem zil 
Ein filer abir nider vil, 
Daz sy czvm ersten mal czu brach. 
Des nachtes leider das gesach. 
An dem tag czu dem ander mal 
Vil sy du mid groszer quäl. 
Dy groz gots virhengnisze 
Waz do leider nimander susze. 
Vel lute ouch da virderbent, 
Dy ouch czu dem mal starben 
Beide von* prug, waszer, ys. 
Ob wir vorbas werden wys, 
Wir solden vns do vor bewarn, 
Vnsir lebin lengir sparn. 
Do vor vns god vier behüt 
Durch sin veterlich gut! 
Wer holt noch besundir 
Wil hören grosze wundir. 
Der sal wiszen daz vir war, 
Daz ouch in dem seibin lar 
Vnd czu der seibin lun 
Des hochgeborn furstes sun 
Konig lohannes zcu Behem, 
Der ouch lohannes ist alsam 
Wirdeclich nach im gnant, 
Besundirn ist er wol bekant 
Czu Kerntin ein herczog 
Vnd ein grefe czu Tyrol ouch, 
Von den beiden sinen landen 
Mit schaden vnd mid schänden 
Ouch von der seibin herschaft 
Mid des bosin geistis craft 
Von dem Ludowige, der sich do 



? yirdarben. 

imil. 



18 

Keiser schreib, der waz also 
Mit dem bosin ser betrogin, 
Daz er der vntrwe had gephlogin, 
Daz der iung also czart 

5 Virtrebin vngewondlich wart, 

Das ich nu von im schreib. 
Dar czu nam er ein sin wib, 
Dy er sinem sun gab. 
Der gar verzecten hab, 

10 Der euch heiszet Ludöwik, 

Dez sy beide blebin weik, 
Czu Brandwrch dem markraf, 
Den es nach dem erstin slaf 
Mit der selben siner vrowen 

15 Sal vnd muz wol immer rauwen, 

Czu einer rechtin vne, 
Des we in vnd vmmer we, 
Sent das als vnsegleich ist. 
Do vmb so muz is Ihesu Grist 

20 Hy kurczlich enden 

Vnd si mid laster sehenden. 
Des Wunders genoz 
Inhort ich ny so gros, 
Das der Ludewig also greis 

25 Dar an gelegt had sinen vleis, 

Dy er den iungen vfif daz ys 
Bracht, das er was vnwys, 
Da von im in disme lebin 
Ist ein kurczer nucz gegebin. 

80 Vnd eweclich dort 

Aller tufel hört. 



19 



Di tutsch kronik von Behem lant 
Wirt zcu rim hi wol bekant. 

[1.] Do eteswen durch ere missedad 

Alle lute virdurbin drad, 
5 Bis an acht von der sinflut, 

Dar nach den si quam zcu gut, 

Dy do bliben also lange 

Gen der sunen vffgange. 

Dy seibin do irstunden. 
10 Si gingen al sy künden 

All wege czu mitten tage 

In forchte vnd in groszer clage. 

Dy sinflut forchtin sy zcu pbleg. 

Si gleubtin in selbir kein weg. 
15 Do si waren vff dem acker, 

Der do waz gnant sennar, 

Da namen sy einen rad 

Gar tumben mit der tad. 

Si sprachen wedir sich also 
«0 Vil vnweislichin so: 

Bow wyr vns einen torm, 

Der an den humel mag geruren! 

On se den torm orbeitin, 

-Mit herten cziegeln si in bereitin, 
s5 Leym sy an daz kalkis stad hattin, 

Si alle euch ein sprach hatten. 

Do missevil ir erbed god, 

Daz er schir in einen spod 

Ir czvngen do virwandelt, 



20 

Do midde er sy handelt 
Als im gar wol sam czam, 
Daz brudir brudir nicht virnam 
Vnd ein yklicher iczund 

5 Nor sin czungin allein virstund. 

Ir arbeit missevil abir got. 
Er schied sie von einandir drot. 
Mit iamer vnd ouch clage 
AUez halt vff einem tage. 

10 Ein icklicher der seibin helt 

Czu hant im ein gegen erweit, 
Vnd on dem seibin komen. 
Manigirley sre czu nomen, 
Dy eygintin in dar nach dy lant, 

15 Der nam noch aller ist bekant, 

Dy Windin by den andirn. 
Da nun dy Crichin wandern, 
Dy sich saczten by das mer 
Vnd furn gein Rom mid erme her 

20 Gar wyde vber hert 

Vnd wol im gemert. 

Von den sibin brudirn, 
Di daz lant woltin furdirn. 

[2.] Czu Winden ist ein gegent, 

^5 Di ist Grauacia genent. 

Do wont ein man, der hijs Tscheche, 
Von dem ich hir nach spreche. 
Einen mort hat er begangin, 
Dar vmb er nahe was gefangin, 

30 Da von er alczu hant 

Da virlos sin lant. 
Der Tschech hatte ses brudir, 
Von den er had gwald vnd ere, 
Auch gesindes vil von in. 

35 Er vant sy all mit sinem sin 

By enandir in einer nacht. 



21 

Darvmb gink er ymbdacht 

Mid in allen vs dem land 

Grauacia allcuo band. 

Do worden sy wandern 
5 Vs einem wald in den andirn, 

Vnd ir kinder mit vnfugin 

Sy vflf im achsyln trugin. 

Da si in weidin, als icb sage, 

Gegangen warn manichem tage, 
10 Dannoch quamen sy mid clage, 

Do ein groszer wald lag. 

Sin gesinde gink czu band 

Gar ein muode groz an. 

Do spracb Tsecb: we vnd we mir! 
15 Was ban icb getan so schir. 

Das ir als durch mich siet 

In noten vnd vnstetiget? 

Vnsir husir mid groszer clag 

Sint dicke weld vnd vinstir tag. 

20 Horvondengreifin, 

Wi er den nom wold begrifin. 

Cschech zcu sinem geverte sprach: 
K!om wir vnder den perk goch, 
Daz dy wil ruwen vnsir kinder, 

25 Vns oucb der ruwe nimant hinder! 

Des morgens in der erstin morginrot 
Tschech gink selb subin drot 
Vflf den berk, er vbir sach 
Alles land vnd sprach, 

30 Er wert in mit irdingin, 

Das sy icht furbaz gingen. 
Ein lant hab wir vrisch, 
Der essen gwin wir vollen tisch, 
Wild, fogil ,* visch , honiges vil, 

35 Für dy vynt stertk.an zil, 

Als noch wol mocht gesehen. 



22 

Das ich wil wir war gen, 
Das sy in der wiltnisze 
Sehen kein bindirnisze, 
Wan sy von dem berk lugtin. 

5 Reiff sy im den namen fugtin. 

Si hettin brots czu dem erstin nicht 
Si aszin vleis, visch zcu phlicht. 
Auch in dem erstin iar 
Vmbgrubin sy virwar 

10 Dy acker mid hauwen. 

Im ander iar czu powen 
Begunden sy mid dem phlug, 
Da von sy gewonen brots gnuk. 

Wo von daz Behem lant 
15 Ist gnant. 

Wan ir elteir, als ich Sprech, 
Was geheiszin Tsech, 
Si hijszen durch in czu band 
Tschesch mid nomen Benienland. 

20 Czu der seibin czijt 

Warn en getrwe dy lud. 
Was sy betten aleiu, 
Das was in allin gemein, 
Wen yr einer icht sprach 

25 Czu dem andiru; ob ers sach, 

Nam er es gar vrolich. 
Doch spiltin sy gar gruwelich 
Mit einem bosin gebrechin, 
Als ich hir nach wil sprechin. 

30 Sy behiltin nicht ir e. 

Das wart en an der sele we, 
Dy wile kein wip sicher was. 
Ein iclicb man vil wibe las^ 
Do midde si yr e brachin. 

1. ? vür wkr jehen. K. 



23 

Des spiltin sy mid lacbien. 

Recht vichlich si lebtin. 

Elich sy dar nach strebtin, 

Wy sy des nachtes tochtin 
5 Vnd nwe kuntschaf machtin. 

Keinen richtir sy hettin, 

Wan sy in nicht vnrecht tetin, 

Machtin sy keinen strid. 

Damid ich niemant triek. 
10 Alle wege sy. dar nach trachtin 

Vnd czu dem andir lachtin, 

Wy sy nach rad ein recht bangen, 

Do mid disem sold gelingen. 

Wem vnrecht gesehen were, 
15 Es wer einer adir der, 

Es sint vil iar von dem licht 

Virgangin, als man gicht, 

Das dy lute andirs nicht 

Den mid der gwanheit hettin phlicht. 

20 Von der Lubussin 

Mit im hubischin spruchin. 

[3.] Es was noch vil iaren 

In dem lande ein man gebaren, 
Der was genant Krok. 

35 Der selb mid sinem lok 

Czu richtin was das laut bereit. 
Er larte dy lüde wisheit 
Do der Krok hen was geleit 
Vnd dem lebin widderseit, 

so Nach im ly er in dem lant 

Dry tochter weiz bekant, 
Kassa, Tecta, Lubussiam. 
Der dry iuncfrowen namen 
Kazza in dem dorff Kazzin saz, 

3 ?Ieclich. 



24 

Jecla in dem dorf Thethin was. 

Lubussi was ein wissagin, 

Dy rieht das lant mid im sinn. 

Hy sprich ich von der dritten. 
5 Zwen wart Lubussi richtin, 

Dy vmb ein druschouwel 

Kregtin vnd sich übil 

An en andir slugin. 

Lubuschy mid irem fuge 
^10 Sy czu richtin begunde. 

Den schuldigen czu der stunde 

Betrübt si gar sere. 

Der schuldig mid vnere 

Wart Lubussam scheltin. 
15 Er sprach: ich nicht inkeltin 

Deines gerichts wil. 

Das wip, des ich nicht hil, 

Kan pas mit der nalden nen, 

Wan dy man richtin 
20 In dem gericht. 

Darczu sint dy wyb ein wicht. 

Der selb abir sprach: 

We mer vnd ymer ach! 

Mich betrübt das für vol, 
25 Das ein wip richtin sol 

Also lang vnsir lant. 

Des wir sin geschant. 

Sei er vnd alle frawen begunt 

Czu scheidin czu der stunt, 
30 Des ich nicht wil meldin 

Noch sin euch ingeldin. 

Du das Lubussi hört 

Vnd dem tummen sine wort, 

Dy also cluge 
85 Still do virtruge. 

Sy antword im nichts nicht. 

Vmb dy tad des mannes gicht 

Gemeineclich si doch ouz gebot. 



25 

Vnd do si quamen alle drot 

Des landes mutir hortin, 

Dy von den scheltwortin 

Klagin begunde. 
ft Dn daz dy lantlute czu der stunde 

Erhortin vil vngern, 

Als si geworfin weren 

Vs einer slingin, 

Dar ubir sy begingin 
10 Keinerley betrachtung do. 

Si schrien also: 

Wijs das vir war, 

Wir laszen es nicht mid eim har. 

Si sprachin vff der sted: 
15 Der mensch had es gered, 

Wan ein icklich man 

Arin ist al czn hant, 

Den do für ein wip 

Daz recht czn gerichte treib. 
80 Wer wein is nit lengir sparen. 

Nach einem herren wiln wir varn. 

Eines biete wir von der. 

Vorsage vns schir, 

Wo roteste vns zcu nemen 
35 Einen furstin vns gesemen 

Vnd ouch vnsir land? 

Wen vnz nirgin ist bekant 

Hy mid vns, der vns fug 

Vnd vns ouch czu heren tug. 
30 [4.] Do antwort Lubussi 

(Das sag ich vch alhi): 

Wy er gegen mir habt bekant 

Vnd mich gröblich geschaut, 

Ein bozer mensch sol der sin, 
35 Der ubil tud der gemein 

Durch sines bostin willin 

22. 9 dir. 32. ? ir. 



26 

* 

Halt offen adir stillin. 

Dy beschrinnong ist gemeine 

Beide groz vnd deine. 

Vnd wer dy virluset, 
5 Den rad er virkuset. 

Verleusestu der gemain pfligt, 

So getraw der vestin nicht! 

Wan an dy gemeintschaft 

Groszer krig komit czu craft 
10 Ir sult nichtes intgelldin. 

Ich rats vch an scheidin. 

Ir sult liden min gericht, 

Liebir habin mit mir pflicbt 

Dan daz halt ir 
15 Einen starken forstin schir 

Haben must czu richter, 

Der vch richtit nach siner ger. 

Rinklich siecht ein vrawlich haut, 

Mannes slahen tod bekant 
20 Dike vnd oft grosze pein. 

Das wirt an vch wol schin. 

Ir wert mir erst glouben, 

Wen ir ewern furstin schowen 

Wert, wen er ezzen wirt 
25 Halt als ein rechtir hirt 

Ab einem ysirn tisch. 

Doch wirt er des libes vrisch. 

Vnde wert ewer her von vremden lant, 

So wirt vwir zcung geschant 
»0 Vnd wirt ser geminnert 

Vnd allewege gehindert. 

Virdroszen ist es ideehim 

By vnkunden gedichin. 

Doch der trurig vndirstundin 
»5 Wirt getrost von sinen frunden 

By den sinen yklicher 

Herst vnd wirt ir richer. 

Ez ret niemand vff froind geborn, 



27 

Er nitnpt dy em czu gehorn 
Vnd suchet wuir bostis allewege 
Vnd vndir vch dy schuld czu pflege. 
Er Wirt teiln gar herb 

5 Mit sinen ewer erb, 

Halt wuer houbt kennet, 

Ob is prascha si genennet 

Lazet nicht by wuern fromdes houbt, 

Da wuer er wirt mit beraubt. 

10 Wo ir en zuchet , da ist er. 

God gebe vch ewers herczin ger! 

Wi herczog Premizl vf der vart 
Mit dem roz funden wart. 

Lubussi dar nach 
15 Czu in also sprach: 

Ich weis iczund wol, 

Wer vnsir her sin sol. 

Reit nach minem ros iczund 

Vnd wo es hen- allein kumpt, 
20 Czu wem es sich fuget, 

Vflf das ros dep seibin pugit. 

Wen her dar vflf geseszin ist, 

So kriget nicht dy seibin vrist, 

Bringet en her czu der seibin stund 1 
25 Wirt von vch ein krig kunt, 

Is wirt dem lande vir war 

Schaden vbir tusent iar. 

Lubussi hiez das ros 

Mit ir warsagunge kos. 
so An czom gesatelt bis si ez gein. 

[5.] Dy heren nach im reitin 

Vnd vncz czu der Belin 

Dem waszer si do komen hin. 

Da daz ros also vry 
35 Lif do selbt bey, 

Gzum iungistin do es quam 



• 



28 

Vf daz nev velt by nam. 

Do gink ackirn dor an 

Gar in groszer man, 

Der sin fuoz do czu stunden 
5 Mid past had gebundin. 

Das roz den man an bükt 

Vnd sich czu siner sittin schiebt. 

Es stund, als es mit dem angel 

Swerlich wer gevangin. 
10 Des sag ich der dijs. 

Mant nant daz dorf Stadis. 

Dy heren vorschtin zcu hant, 

Daz er was Premils gnant. 

Einer sach den andirn an. 
15 Si woldin en genomin han. 

Als schir si in rurtin an, 

Do Stack her alzu an 

Ein ruotin in dy ert, 

Do mit man dy enpert, 
20 Ynd sprach: mir ist leid, 

Das ich nu von hinnen scheid. 

Das ir also fru sit her komen. 

Hett ir euch allir erst gißnomen 

Von der Lubussi vflf den weg, 
25 Daz ich mid ackirn piek 

Het das new velt gar vmb vangin. 

So wirt niman ni gelangin 

Vnd furbas werdin pauman 

Nicht notdorf dar an 
30 Vil brot do gewesin, 

Wan er sust wol wer genesin 

Vor des hungers not. 

Er dorfte nicht koufifm das prod. 

Sint ir habt geilet her 
» Vnd mich gehindirt ser, 

Dor vmb beert , alt vnd iung, ^ 

♦ 

3. Pein. 11. PMan. 



29 

Nu wirt oft tewrvng. 

Do wirt genutsam in dem lant. 

Przemisl graif mid der hant 

In sin taschin, dy was pestin. 
5 Er nam ein deines keselin 

Vnd ein rökkins prot. 

Er as für des bungers not. 

Das ezzin legt er vff dy schar 

Des phluges ysin vir war. 
10 Premizl do dy heren bat, 

Das sy seszin an der stat. 

Du dochtin dy heren dort 

An der Lubussin wort. 

Si warn en vragin. 
15 Do wart er en sagin, 

\^or vm er ab dem ysin ezze 

Vnd dar czu tische sezze. 

Premisl sait den heren: 

Als wue Lubussi sagte dort verren, 
«0 Das selb, sint ir mich vregit, 

Sage ich vch. Es ist gewagit, 

Sint ir einer iungfrowen nicht 

Sten woldit czu gericht, 

So wirt vch manige stund 
25 Min gepurd kestigund 

Mit einer ysnern gertin. 

Dy red dy heren merktin. 

Do Przemisl frustuk, 

Einer vflf dy rutin lugt, 
30 Wan dy rüde het 

Fünf zweig vflf der stet 

Aus ir do geschozzin. 

Do worn vs ir gegoszin 

Fünf nuzz , der doch czu hant 
^ Vier wurdin dur bekant. 

Dy fünfte bleib an ir gruone. 
[6.] Do sich das zeichin schone 

Vnd schin in do bewist 



30 

An des Premisl list, 
Er vorschin sy dar nach 
Die zeichin, dy er ouge sacb, 
Waz daz also sei, 

5 Das dy dorre czweig 

Brechtin recht noch vleizz 
Bluendez loub vnd reiz. 
Premsil antwurt d^. 
Er sprach zcu in also: 

10 Daz sag ich vch iczvnd. 

Dy dürr gert zcu der stund 
Vnd andrir vrist 
Ein wares zeichin ist 
Miner paurischin gepurd. 

15 Sint sy abir dort 

Halt als schir gepluot, 
Als vch dy vil gut 
Lubussi had gewizzagt, 
Ob ez uch halt nicht behagt, 

80 Min kint wirt schon gelart 

Von einer paurischin art 
In einem koniklichem sal. 
Das fünft czweig vbir al 
Wirt schon pluont. • 

s5 Daz war ouch menig stund 

An dem buche gelesin, 
Das YS mer vnd minen wesin 
Fünf herczoginn geborn wern, 
Abir vier mid irem stern 

80 Gent schir vndir, 

Nor der fünfte besundirn 
Bluont wirt schon, 
Des gepurd mid einer krön 
Wirt loblichin scheinen, vnd 

95 Ob ir in keiner stund 

In Widermut gevellet, 
Es wirt also gemeldit, 
Das daz einykil mid dem swert 



31 

Seini aDherren rechunt wirt, 

Das er seinen vigenden cza der stund 

Das ewich we wirt sprechunt. 

Wi herczog Przemizlu nam 
5 Czu der e Lubussam. 

[7.] Prsemizlu was gach, 
Er stund vff dar nach 
Vs der buer menige. 
Man bette sin getruwet ' wenige. 
10 In der Lubussi hof ir gink, 

Dy in do schon inphing. 
Dy heren ertin en gröblich. 
Si machtin en czu einem furstin loblich. 

Wie Prag allir erst wart irdacht 
15 Vnd ir nam zcu kreftin bracht. 

Frsemils was ^ar wys. 

Er irdachte vil lise 

Mit sampt der Lubussin 

Vil gutes mit im spruchin. 
80 Alle recht si irfunden. 

Lubussi sprach czu einer stunden: 

Ich weis ein stad, dy schon wirt 

Vbir alles laut geczirt 

Si wirt erber gar 
85 Vnd lautmar an alle var. 

Gedenkt min es wortis alle, 

Daz es vch wol gevallel 

Recht als dy sunne 

Wirt der stad wunne. 
80 Vs ir werdin gen 

Schoner olpaum czwen, 

Dy guldin werdin gnant 

Hy vnd in obirn lant, 

Bich an gnadin wol bekant, 



32 

Dy in von bimel wirt gesant. 
Woyziav mid sinem nom 
Wirt der erste olpaum. 
Der andir olpaum wirt 

5 Mit Alprecht dem nom geczirt. 

Dy olpaum werdin so geczirt 
Vnd ouch wol polyert. 
Dy olpaum werdin so gnant 
Vnd mid gnadin wol bekant, 

10 Dy von minem gesiecht 

Werdin in dy humel bestet, 
Ouch dy stad irluchtit 
Vnd daz laut bescbermit. 
Dy stad bowet mid fliez. 

15 Do, wo ich euch weiz, 

lensit der Multawe. 
Do der zimermane 
Machet an der stund 
Nur holt mit seim sun 

20 Vndir dem petrech 

Ein drisschowel glich. 
Durch das drisschowel do 
Do wart dy stad gnant Prög. 
By der stat wirt bekant 

25 Ein stark stroz durch daz laut, 

Als furstin, konig, stark man, 
Wan si das droschowel sen an, 
Das boubt neigen sy czu band, 
Das in kein pruk werd bekant, 

30 Also als ich sage, 

Gegen der stad czu Präge, 
Ouch gein dem lande. 
Dem wirt lob vnde ere bekant. 
Darnach endet vil ebin 

35 Lubussi do ir lebin. 

Des grub man sy 
In dem dorf Libiczi. 



10 



33 

Von der Lubussi iugfrowen 

Vnd der Vlastam solt ir schowen. 

Lubussin iuncfrowen tichtin, 

Wy sy ein vrloge trichtin 

Gar geleich allin spot, 

Wan si es vor got 

Czu recht habin woltin, 

Das sy czu beschermen soltin 

Vmer mer Beheim lant 

Vnd dy man al czu haut 

Soltin mid dem phluk 

Ackirn en gnuk, 

Si woltin nucz mid gabin 

Von irn wortin habin. 
15 En bürg bowen si begundin, 

Dy Dyvin czu den stundin 

Dy seibin iungfrowen 

Mit namen lizen schawen. 

Si namen czu der furstinn 
-0 Vlastam vflf er deinen gwin. 

Dy selb ubir alles lant 

Czu den iuncfrowen botin sant. 

Si sprach: vndirtenik wir 

Vns den purn schir 
25 Vndy partatin bock? 

Wan si mid irem lock 

Hettin heidnisze sittin, 

Dy si nicht virmitin. 
Dy man trugen berte 
30 Du in nimant werte. 

Wlasta sprach darnach: 
Vff dy man si vns gach! 
Ez lit an keiner macht, 
Si werden trunkin al nacht. 
35 Wen wir in an gesigin, 

* 

1. Fjungfrowen. 5. ? kn allen. 

Dalimii. n 



34 

Si muzin vns ynderligin. 

Durch dy wort iungfrowen vil komeo, 

Dy sich do czu Vlastam nomen 

Gen ses hundirt czu dybin. 
5 Als vs ir venstirlin 

Dy toubin, si do vlugin, 

Dy do dy man betrugin. 

Sy virlizin do er holdin, 

Do dy man das wern soldin, 
10 Vnd iklicher mit slahin 

In schant sin tochtir vahin. 

Das was czu sehin wundirlich 

Vnd einin spote gar glich, 

Das dy iuncfrowen manlich 
15 Daz ros retin vngewonlich 

Vnde ein andir nach ir 

Ein ledig ros leite schir. 

Dy man von vnwisheit 

Komen in grozze trurikeit, 
20 Dy das vbil mit wortin 

Geng in allen ortin 

Wol geleschin mochtin, 

Des sy leidir nicht gedochtin. 

Das sy vbirnhant gewunnen. 
25 Dy wisin sprachin vndirsttindin : 

Wer den schadin nicht wil doln, 

Der laz dy funkin nicht eine koln 

Werdin in dem haus, 

Wan der kol von einer graus 
30 Wirt oft czu einer flammen, 

Da von sinen namen 

Der rieh schir virluset. 

Dar vmb man in virkust. 

So glichir wiz machtig man 
35 Habin so torlich getan, 

Si wertin nicht der flamen. 

Ein her si lizen samen, 
•Daz si den iuncfrowen dort 



10 



35 

Halt nur mit einem wort 
Hettin wol irwert 
Vnd sich da vor irnert. 

Herczog Przemizl, als er sold, 
Widersten den iugfrowen wolt 

Herczog Przemisl wolt 

Den iuncfrowen wern, als ir solt, 

Das si sich icht samptin. 

Wart wir mit vnsirn amptin, 

Sprachin do dy herin, 

Wy sy sich wein werin. 

Er antwurt in vil schon: 

Ich han ein iuncfrowin 

Gesen vndir dank, 
15 In dem slafe dy plud trank 

Vnd dy ab vnd vflf 

Durch das lant lauf 

Als ein vnsinnigey. 

Das wirt in der worheit nev. 
20 Von des tromes wegin 

Furchte ich einen bosin segin. 

Dy heren hettin in der not 

Irs herrin trom vor ein spot. 
[9.] Vnd do dy iuncfrowen komen 
25 Vnd von den vetirm sich nomen 

Vflf dy burk Dybin. 

In ern tummen sin 

Dy tochtir intsagit dem vatir 

Vnd erim brudir drotir. 
30 Si intbot in also: 

Ich gehör dir nicht mer czu. 

Ein yklich sich seibin besorge 

Vnde sich nach willin karge I 

Dar nach hultin si ir. 
36 Dez gab si en czu trinkin schir, 

Daz do heiszit mirren, 



36 

Das si dy feistikeit virlurin, 
Recht als ein kern 
Frisch vnd frutik wern. 

Wie Ylasta an dy ampt 
5 Schikt dy iungfrowin alle sampt. 

Vlasta tailt do dy iuncfrowen 

In dry teil vil schon 

Vnd ir also rampt. 

Si beual in dy ampt 
10 Vnd den wisistin 

Dy vestin czu den vristin. 

Si larte si alle tage siezen 

In dem rat mit gutin wiczin. 

Si sprach an der stad: 
15 Wer gern siczit in dem rad, 

Der gesiet wyt 

Mit siner tad in allem strid. 

Dy schonstin his dy wild 

Sich verbin als ein pild 
20 Vnd lern kundige wort. 

Si sprach czu in: nu hört 

Do mid ich nu spann 

Dy mausvalle dem mannen, 

Wo ich nicht gnuk sterk han, 
25 Daz wiszit mich nach wan. 

Si gebot ouch do geczogin 

Den drittin mit dem bogin 

Vnd hijs dy man als dy hunt 

Mordin do czu alli'r stunt. 

30 Wez dy iungfrowen do bigunden, 

Du si wol ritin künden. 

[10.] Do dy iungfrowen gewont hettin 
Vflf dem ros wol czu reitin, 
Si virwustin das laut 



37 

Vnd totin al man czu hant. 
Dy hercz der iungfrowen 
Must man in wapin schowen, 
Das si mit irem czorn 

5 Gen den mannen worn 

Hart als dy stein, 
Das von in wol irschein. 
Er kein beschermit iren frund 
Vnd gwan do mid gutin leunt. 

10 Halt do seibist dy tochtir 

Furt her vf irn vatir. 

Wi dy man mit nomen 
Von erst für Dybin komen. 

Herczog Premisl 

15 Tet das dem lande czu wiszin. 

Ydoch dy man nicht wustin, 
Wy sich soldin vristin, 
Wan si nicht wafens hettin 
Vnd dy iungfrow stete 

20 Auf im roszin rittin, 

Daz si nicht virmitin, 
Wy dy man doch mochtin. 
Si samptin sich vnd trachtin, 
Daz si ver Dybin komen. 

25 Si wontin des by nomen, 

Daz se si irwaickten 
Vnd mid plasin schrecktin, 
Si hoftin mid irn sittin, 
Das sy ir icht intbitin. 

30 Prsemizl wolt do hin 

Nicht ritin mit en. 
Er wart in do sagin: 
Min kint des mit schadin 
Gar ser do entkuld. 

35 Davon so habt geduld, 

Wan ir von den iungfrowu 



38 

Vbirladin sier in groszin grawn. 

Ir vntrw mögt ir nicht virmiden, 

Si werdin vch virsnyden 

Vnd von erst bestritin 
5 Ouch an vch gesigent witin. 

Des wil ich mit vch nicht. 

Ich rade nicht, habt mid en pflichtl 

Des ratis dy man nicht achtin 

Vnde wider in si trachtin 
10 Vnde quamen für Dybin 

Mit irm her vflF dein gwin. 

Dar nach vnd dy man 

Dybin sahin an, 

Si spotin der iungfrown ser 
15 Recht nach irs herczin ger. 

Auf dem waygist gnant 

Do stunden si alle sampt 

Nahe by Wischrade. 

Allin sein got gnade I 

20 Wi dy iungfrow Wlastab 

An dem strid ein hercze gab. 

Do dy iungfrown dy man 
Gesen hattin an, 
Mit vir dacht irn mut, 

2ö ♦ Es quam in not ein wil czu gut 
Wol bestetigit an dem gloubin 
Mit ir dy groztin redin roubin. 
Dy wysistin quamen 
Vnd in dy mit sich nomen. 

30 VflF dem velde do si stunden. 

Hör wez si begundin, 
Recht als sy stritin soldin 
Vnde nv czu sammen woldin. 
Wlasta da von erste was. 

M VflF das ros si gewapnit sas. 

Es ist war vnd nicht ein mer, 



39 

Das si sprach zcu irm her: 

ir edeln iugfrowin, 

Ir suUit vnd mögt schauwin, 

Yns kan in disin iaren 
^ Nicht edels wider varen. 

Vns ist des nuch genugit, 

Nicht edelers zcu gefugit. 

Ir sult ewer edel tun gelich. 

Gwinnet einen namen rieh ! 
10 Habt über vor ein vngemach 

Der nicht sal wem iar noch tach 

Vnd do wider frid vnd ere 

Eweklich nv vnd vmmer mer, 

Wan ob wy si obir winnen, 
15 Darvm wir ewig dechtinuz gwinnen, 

Ir wel wir vns dy man in nötin. 

Wenn wir wein, das wer sy totin, 

So werde wir als dy minngotinn. 

Den nom wir do mid gwinn, 
20 Dy da richtint selb dy lant. 

Das wirt vns do von bekant, 

Dy ouch zcu erbe habin 

Eren mannen gabin 

Des ackirn nach iro herczin ger 
25 Furbas bevolin ymmer mer. 

Si hattin ouch ein strid do 

Mit keisir Tyto, 

Den si also vbirgingin, 

Das si do seibist vingin. 

Dy fenknusze quam im nicht czu gut, 

Daz si trenktin en in sinem blut. 

Si sprachin czu dem seibin furstin: 

Du woldist vnsir blut durstin. 

Nv solt ir plut durstin vnd trenkin. 
35 Dar inne muzt ir virsinkin. 

Si hiltin sich mit irm her 

Eegin koning Alexander, 

Den si kundlicb bestritin. 



30 



40 

Der ander vyl si nicht vermitin. 

Gar manicherley konig, 
' Den si nicht vndirtenig 

Wurden by irn tagin. 
5 Si woldin e daz lebin wagin. 

Dar vmb habin si lob vnd er vber dy werlt 

Vnd in deme krige ein klein vngemach geczelt. 

Daz czimpt wol vndir ßdel tugint, 

Wan wo iczund vnsir iugint 
10 Den bartechtin geburin 

Iczund czu vbir wynden gebin, 

Si werden benemen vnser lebin. 

Ob si vns lebin lazin 

So wem si vns vor er dern hazzin. 
15 Ein ikliche ern bruder dach 

Vnd irm vatir, als einem hunt nach, 

Daz si ir ein gerut leben gwinnen müge, 

Vnde für bas czu lebin tuge. 

Pezer ist vns erlicli irslagin, 
20 Wan nach gnad dy pawern vragin. 

Wi Wlasta bedrowt dy iungfrowen, 
Daz er keine solte vlihin. 

Wirt wuer kein von vns vlihin, 

Di sol wizzen, daz si zcu dem tot zcin. 
25 Ich wil daz euch vor vol, 

Das si mit vns nicht geselleschaft haben sol. 

Ob ich mich mag ymmer mit in geslan. 

Si muz den tot entphan. 

Wirt abir wuir keine gevangin, 
30 Ich hab ein sairch wyt vnd lang 

Des geldis Lubussi vol geleit. 

Ich weiz ez für dy worheit, 

Ich wil dorch ewuir einer willin 

Daz golt allez virspilin. 
35 Als schir si daz wort geendit het, 

Dö irhubin si sich von der stet. 



41 

Wi sich dy iugfrowen 

An dem strit liszin schowen. 

Als schir dy iungfrowen kegin mannen 

Warn vs gegangin, 
5 Si schrien czu hant in grimme 

Mit einer heidnisze stimme: 

Dy geschös der iungfrowin 

Wernt vns virhowin. 

Wlasta teilte dy man mit dem sper, 
10 E daz sie widir kom czu dem her. 

Si durch stach mid grim 

Mit dem sper der bestin subin, 

Mlada, Hodka, Swathawa, 

Wradka, Radka, Czastara. 
15 Der edeln iuncfrowin nomen, 

Dy irt furstin wol in notin zomen, 

Si hildin sich kindlich zcu mal 

Den strit ubir al. 

Den mannen waz iczviid nit not, 
20 Daz si lachtin vnd treben im spot. 

Nahe dryhundirt iczund lagin 

Von den iungfrowin al irslagin, 

Vnd wer ez nicht by einem walde gewesin, 

Kein man do wer genesin. 
25 Vndir Wlastam wart keiner vom tot irnert. 

Ich het ir do vngern den trank vmb kert 

Wi dy man fluchtig wurden 

Vnd Wisrad zcu dem erstin erpurden. 

[11.] Nach einem halbin iar 
30 Komen dy m^^n czu in selbir gar. 

Yopin mit beche si gewunnen 
Vnd ros vf iren fromen, 
Ydoch daz sy sich forchtin gar ser 
Czu komen kegin der iungfrowin her. 
85 Abir nahe by in woltin si buwen 



42 

Ein burk gein den iuncfrowin. 

Dy iungfrowen machtin si fluchtig zcwir 

Vnd daz si sy betrugin schir. 

Dy man besazin vrilich 
5 Libicz den hof vngetrwlich. 

Do namen dy iungfrowen rad. 

Si beschermitin den hof mid ir tad. 

Si vorchtin dy sterk der man. 

Si virpurgin sich czu Lybicz vnd quomen nicht von dan. 
10 Die wil Przemizl mit sinem rat tichte, 

Waz not waz czu einer purk czu richte, 

Eins nachtes irhubin se 

Eine bork von holcze. 

Der gabin sie Wischrad den nomen stolcz. 
15 Da von vrlugtin si fünf iar. 

Den man waz dy werlt czu eng vir war. 

Dy iuncfrowin hattin nit man vnder in, 

Da von sie nicht forchtin 

Der virretniz gwin. . 
20 Sunder czu Wischrad dy iuncfrowin worn; 

Wan dy man woldin irgin varn 

Dy iungfrowen kuntin ez den iungfrown, 

Si wolden an deme wegen dy man mit morden schawen, 

Wan ouch der Vlastam brief 
25 Czu ern vrawn allin rif, 

Daz durch keinen man ♦ 

Was des sorgin lebin an. 

Da waz iamer in der werlt. 

Vmb en wort das wip im man virczelt. 
30 Vil man wordin' fundin an den slafbettin, 

Dy ir wip irmordit hettin. 

Dar vmb dy man dez nachtiz ir lebin 

Einem dikin wald czu haldin gebin, 

Daz si der iungfrowin vntrw bewartin 
35 Vnd ir lebin lengir spartin. 

Dy erborn vrown sich des vrlugis schemetin 

Vnd sin vor ein torheit genitin, 

Eczlich dar czu swigtin, 



10 



43 

Wan si heimlich dar Vlastam dar czu nigtin. 

Daz liden dy man von im wibin. 

Vntrw si kundin in leid virtribin. 

Den man ist mein lob berait, 

Dy do sint wirdig dauchmenichait, 

Daz kein man nit gab siner hausfrowin, 

Daz si bosheit Ion mocht schawin, 

» 

Sundir cheiner wolde werdin geschant 

Durch rum in Bemin lant. 

En yklicher sprach 

Beide nacht vnd tach: 

Tut an bos nach irin siten al stunt! 

Got gebe, daz mein wip si vrome vnde gesunti 

Wi dy iungfrowin dy man 
15 Di man abir vbirwunden han. 

[12.] Dar nach dy iungfrowin machtin 

Vnd manigley bosheit irtrachtin, 

Dar vmb dy man verlirrn yr ere. 

Si sahin, daz czu Wisscherad waz gar grosz hunger. 
20 In einem frid ludin si se vflF ir vesten 

Vnd sacztin dy schonstin zcuisin dy gesten, 

Dy vil kundiger wort künden. 

Si sprachin mit irn mvndin: 

Ich wer gern din, 
25 Ob du nicht weiz myn mumelin. 

Ich wolde mich daczu fahin gebin, 

Ob du ir benemist daz lebin. 

Daz mag wol gesehen vnd sin. 

Si trinken halt gutin win. 
30 Vnd wilt du ir in disem lebin peitin, 

Nu had si selb iczunt ein weg czu ritin. 

Du macht si mit irn geseln vahin. 

Also wurdin si mit den armen gahin. 

Dar nach vnd si in hetin löge geleit 

5. 9 durch menicheit. 15. ? di man zu fügen. 26. ? w»r8. 



44 

Vnd vil gutir czu dem tode irwegit, 

Dy mechtistin si also virlurn. 

Dar nach si offenbar an ein ander kum. 

Eine den andirn bat, 
^ Si gelobt im, czu kunt tun ein tat, 

Vnd sprach: mich verderiszit sin in disem lebin. 

Ich wil der dybin vff gebin, 

Ob du wilt sin rayn man gern. 

Si begunde in czu lern, 
10 Wy si dar czu komen soldin. 

Ob si se haben woldin. 

Wi Przemizl den man rit, 

Daz si den iungfrowen voigtin nit. 

Du Przemisl dez gewar wart, 
15 Er antwurt in also czart: 

Ich rade vch, gloubt in nicht! 

Si wullin vch virdirbin. 

Nicht habit mit in pflicht! 

Si woltin im nicht gleubin. 
20 Nach dem rad der iungfrowin 

Begundin si in dy burk czu gen. 

Du si in der burk woldin sten, 

Vbir si komen vs dy iungfrowin klugin. 

Czu hant si se alle irslugin. 
25 Er kein si lebin lizin. 

Des wolde si nicht virdriszin. 

Wi der kun Czirat 

Wart gevangin vm sin tad. 

[13.] Ein gar vromer was blebin, 
30 Der het nicht czu schaffin mit den boszin dywin. 

Der was gnant Czirad. 
Von dem gedochtin si ein vntrw tad. 
Der iuncfrowin ses czu sammen komen. 
Czu iungst si einen rad nomen. 



45 

Si czirtin dy schonstin iungfrowen 

Vnd sacztin si vff den weg czu schowen 

Vndir einem groszin bom da. 

Dy iuncfrowe hies Ssarka. 
5 Si waz dy schönste vndir en. 

Si sacztin by er en tischlen 

Vnd in grosz legil y.o1 met. 

Si lizin si gebundin czu stet. 

Der Czirat chom 
10 Vnder der iunfrown wain vernam 

Vnd daz czu haut obir' 

Ein roub croppiczt schir, 

Der vil leicht sas 

Vnd ein wisag sines todes was. 
15 Ez ist schade des gutin mannes. 

Er vragt, was si tete sus . 

Adir wor vmb si also clagit. 

Si antwurt: ich bin von Eokorsina ein magit 

Vs dem dorf des hern tochtir 
20 Von den bozin iungfrown gebundin do her, 

Dy mich woldin czu ir bosheit 

Vff ir hus geleit 

Vnd woltin mich czu ir bozheit verfuren. 

Also schir si vch künden gespüren, 
25 Sie leizin mich gebundin 

Vnd vlon mit den stundin. 

Du er an der iuncfrawen het irvorscht, 

Dy iuncfrow wart, ob si in gepitin torst, 

Daz er an yr al iuncfrowin erte 
30 Vnd si mit irn brechte 

Czu irm vatir gesunt. 

Wy sal ich tun? sprach ir munt. 

Sich saczt Cirad czu der iuncfrowen 

Vnd hiez dy leut siczin vnd schowen 
85 Vnd begunde mit ir czu trink 

Vnd dy pusawn czu clinken. 

Mit der pusawn 

Virstunden dy iuncfrowin,_ 



46 

Daz si Cziraden als in einen sak hetin. 

Dy iuncfrown Ire rös virtretin, 

Ir bogin si machtin krum. 

Als schir si quamen vflF Cziradum, 
5 * Si schrien in grim 

Gegin in mit lutir stim, 

E dy man dy pfert mochtin irlangin, 

Daz si iczund als dy vogil hettin gevangin. 

Czu hant si dy leut al irslugin 
10 Vnd Cziradum vor Wischrad begrubin. 

Da ratb rechtin si den helt. 

Dy bozheit in der tufil zcelt. 

Noch heut nennt man da 

Dy selbe stad Sarcha. 

15 Wi Wlasta dy nw knechtil geburd 

Irs gesuntis beroubt zcu vel. 

[14.] Do sy Cyradum radprechtin irn veint, 

Daz irdocht ein iungfrown rad seint, 

Wi Vlasta solt richtin daz laut 
20 Vnd dy man sich hilten czum pluge czu hant. 

Do Wlasta het daz laut bekommert, 

Vmb daz recht si tummert. 

Dy iungfrowin gabin ir czu recht, 

Si kunten es vmedann vnbetrecht 
25 Vnde sprachin, wer ein kindlin geborn, 

Daz es czu des stritis czorn 

Furbas nicht mer tuge, 

E es sich virmtige. 

Den rechtin daumen em absnedit, 
30 Vnd des nicht virmidit, 

Vnd daz recht ouge brecht im vs, 

Daz er daz sper vnde daz ros 

Nicht gehaltin muge 

Vnd hindir dem Schilde nicht czu sehen tuge. 

* 

22. Jeroschin 84 a. 



47 

Do mid woltin dy heidin 

Dy Judin etteswenne leidin. 

Dy iungfrowin hectin ys vil vernomen, 

Habin abir si selb erttacht auf irn vromen, 
'^ Es ist ein zaichin der wisheit. 

Abir Wlasta wolt daz recht haben bereit, 

Daz dy juncfrowe hete 

Czu mann , wen si pete, 

Doch daz dy hausfrowe so 
10 Bi dem hof bleib al do 

Vnd ir man mit erbeit 

Wer allewege mid dinste bereit. 

Wlasta mit dem seibin rat 

Aln ir gnade inpat 
15 Vnd euch frid in dem lant 

Für gemein vnd besundir sehant 

Wi Przemizl sam ein fugt 
Di iunefrowin vbir clugt. 

Przemizl vf der stet 
20 Virnomen het dy ret. 

Do gebot ir vil gach 

Czu einer morginsprach. 

Ratvregin ir begunde 

Dy man czu der stunde, 
25 Wy si dar czu tachtin 

Vnd sich gwern mochtin. 

Przemizln si do hultin 

Mit grozin gedultin. 

Si virmazin sich 
30 Vnd begundin, des ich gich. 

Für Dybin reys zcu machin. 

Dy iungfrowin do mit sachin 

Totin si an dem wege. 

Des tetin si pflege. 

3. ? bettln. 



48 

Do irdacht der man rat, 

Daz si se czu Wischrad 

Ludin do dy bestin alle. 

Der iuncfrown czu dem seibin mal 
5 Nogczogtin si gar vil. 

In vrid des ich nicht hil. 

Dy verluren mit ir lait 

Ir sterk vnd ouch ir kunheit. 

Vor schandin si nicht widir 
10 Czu Dybin komen sider. 

[15.] Do Vlasta daz irhort, 

Si wart luent dort 

Scheflich als ein merswin. 

Der man vient vient wil ich sin. 
15 Ir sult ez merkin ebin. 

Ich intsage en vf er lebin. 

Przemizl antwurt ir 

Mit einem botin schir. 

Er sprach: mid der vntrw 
20 Schem wir vns nicht gein vch, 

Wan wer es von vch han gesen 

Allewege, des wer iehen. 

Hettet ir trw czu vns gehat, 

Ir wert von vns nicht so begabt 
25 Mit keiner vntrw. 

Dy wern euch von vns ymmer new. 

Sent ir das habt gerucht 

Vnd vns also virschucht 

Mit den mandel wuir vntrwn, 
»0 Da mid wir uch an al rew, 

Daz ir sult vir war wiszin. 

Dez seibin wol wir nu geniszin. 



14. vient einmal zu tilgen. 



10 



Wi der Vlastar do geTank, 

Du si der strit vor iuDgst betwank. 

Sich samptin dy iungfrowin alle. 

Für Dybin quomen si mit schalle: 

Si wohin ez mit walt gewinnen 

Vnd saczten daz in irn Sinnen, 

Wy si dy man iung vnd alt 

Woltin al virderbin halt. 

Dy man sich gein en nomen. 

Do si czu Samen quomen, 

Wlasta vs den irn sich 

Virirret gar vnwislich 

Vnd virstiez sich torlich sdnt 

Vndir ir vorich veint. 
15 Sybin iunge man 

Sich machtin gein ir an, 

Den vndirtenigte sy sich nicht. 

Si betrouk Ir vnbesicht. 

Si wolde wen, daz nach ir 
20 Ir iuncfrowin quomen schir. . 

Vnd do Wlasta. noch daz sper 

Noch daz swert in dem her 

Furbaz mochte gefurin 

Noch mid stritin sich gerüren, 
25 Si quam in eine grosze not 

Vnd vermugst czu dem tot 

Si het virdinet mit ir vnsittin, 

Daz si dy man czu litten 

Allesampt mit meazirn. 
so Si woldin in do mid beszirn. 

Vnd gabin si czu den stunden 

Nach dem strit den hundin. 

Wi dy geselschaf der Vlastam 
Ouch zcumal ein ende nam. 

^ Do dy iuncfrowin an den stetin 

Dalimil. 4 




50 

Dy schos virschoszin hettin, 

Ir iungen mustin by vngern 

Czu in tretin mit den spern, 

Wainint vnd czu fusze. 
5 Si gingin vil vnsusze 

Czu den mannen in den strit, 

Di si totin czu der czijt. 

Do si gein czwencig hundert iungfrowin 

Hettin ^d dem tode virhawen, 
10 Du hubin sich dy andern 

Czu louffin vnd czu wandirn, 

E si von des stritis graus 

Komen getroffin vf das haus. 

Dy man warn in vnminne 
16 Vf der slachpruk hindir in. 

Do selbst wart ein groz hauwin. 

Di geste si woltin vbil schawin. 

Daz must in do wedir varen 

Von den, dy vf dem tor warin. 
20 Dy iungfrowin wurdin do behaft, 

Wann dy mann mit ir kraft 

Sich namen in dy vestin, 

Dy bekantin do dy bestin 

Iungfrowin, dy do schrien 
25 Vbir si mit im dirn. 

Etlich iungfrowen vor si knitin, 

Doch dy man sich nicht beritin. 

Was dy iuncfrowin tetin 

In ern grostin notin, 
80 Doch machte mit nichte ir smercz 

Irweichen der man hercze. 

Si gobin schon lud dem tot, 

Dy si teiltin in der not, 

Vnd wurfin si vs der vestin. 
M Also ertin si dy gestin, 

Da virfur dy sammerunge 

2. by eorrigiert wie. 4. emigiert waynde. 



10 



51 

Eq waz allin mizzelungin. 
Daz vrleuge vergink czuraal. 
[16.] Przemizl saczten si in den sal. 

Sy wurden ouch hin czu Dibin gan, 
Do si das haus czu hant czu brachtin. 

Von ses herczogin 

Di Behem richis ouch pflogin. 

Nach dem starb herczog Przemizl. 

Do richit noch im Nezomizl. 

Monarcham do den herczogin 

Si nomen, sin son ouch Wogin. 

Derselb Wogin teilt dy laut. 

Er schid sin son mit der hant 

Hy by sinem lebin 
15 Von ein andir ewen. 

Er gab dem Wladislabin 

Lamiter geugt zcu habin 

Vnizzlabin czu Pehem 

Den herczoginni by nom, 
20 Der etswen Lamiter hiez, 

Der heiszit nu Castus. 

Nach dem vater richte Vnizlab, 

Der gink kurczlich ab. 

Strizzoraizl sin son 
2:^ Kam dar nach czum herczogtum. 

Dy allesampt hettin nicht 

Mit keinen gutin dingen pflicht, 

Wan si worin grobir sinne 

Vnd von den seibin vnminn, 
30 Di man do an in prüft, 

Ret nichtis nicht von en dy schrift. 

Von herczog Neclam 
Solt ir hörn bi nam. 

[17.] Nach Strzizomizl by nom 



52 

Richte der sundige Neklara, 
Von den man ein geprechin laz, 
Dar er nicht gar kun waz. 
Da von hies er Neklam, 

6 Wan ez im ny bekam, 

Wer euch von gesicht 
Vil von dem rozz ni nicht, 
Im hat daz nimant vir vbil. 
Bewart er sich vf sinem hubil 

10 Vor bozim gluke da heime wol, 

Ez hab en iklichir vir vol, 
Daz dem tumbin dy kunheit 
Gehort vnd ist czu geleit. 
Dem wisin ist vil ebin 

16 Dy blodikeit gegebin. 

Der wis list menig geschieht, 
Bis der krig wirt ein wicht. 
Der vnwis abir trachtet nicht, 
Er verdrukt wy im geschit. 

20 Des acht er nicht in sinem sinn. 

Nour gut lebin da von gwinn 
Vnd schadin oft enpfach. 
Dar czu ist im gach. 
Ist der wis abir chun, 

25 So wizz, daz czu allir lun 

Daz dan sin geschijcht, 
Ist nucz vnd wol bericht. 
Ez furcht ein solchir nicht dy toren. 
Daz gibt im got in sin iaren. 

80 Der glicht sich wol den furstin, 

Di der werlt ere durstin. 
Dy gab het nit Neklam. 
Er waz wijs vnd vortsam, 
Doch beschirmpt er daz laut. 

85 Er wont, daz im wurt bekant 

Vrleug, als noch oft geschit, 
Wen daz houbt ist ein wicht. 
In allin gelidirn ist kein craft, 



Da waz mit dein .das Uat b6hah 
Es bekant Neclam der knab, 
Daz herczog Wlätizlab, 
Der do schon waz 

5 Vnd czu Sacz sas, 

Der behilt c2wen strit 
Gegin den Pragern wit. 
£z sas czu Wlatislab 
Vnd forchte dy vient dar ab. 

10 Dy selbe stat pauwit er 

Vnd obir ir ein park h61r. 
Gzuschin Przieweg vnd Lobisten 
Stunt dy selb stad allein. 
Si het Wladislabs nomen, 

15 Der er. allir peste czom. - 

[18.] Wlätizlab czoch in ein heruart, 
Di er do nit lengir spart, 
Da von ich wundirliche sage^ 
AI leut hiez her by tage, 

20 Daz si hunde soldin füren, 

Mit in dy vogil ouch erpuren 
Älczu mal in das her 
Vnd dy czu m^ nach siner ger 
Speistin von der lut as, 

25 Dar nach si dy Präger bas 

Hettin vbir wandin 
Czu den seibin stundin, 
Wen si wem äl irslagin. 
Er wont, daz es in sinen tagin 

30 Ein solch ende nemen solt. 

Abir got ^il andirs wolt, 
Wan er daz itil lob virsmehit, 
Daz er sinem rum echt, 
Den er schir het abgescheidin 

35 Vnd begande in ser czu ^ leidin. 



30. ? vil. 



54 

Wi herczog Neclam 
Kurczlich dar noch rat nam. 

Neclam daz irhort, 

Er dez nicht lengir spart, 

5 Er wolt czu hant vlihin 

Vnd trost nicht gesehin 
Vnder sin vient. 
Er ruft dem Stamrair seint, 
" Gar ein kun man, 

10 Der künde wislich ratin dann. 

Mit dem herczogin do begunde 
Rat nemen czu der stunde, 
Wy er dy Lamiter mochte vbirgen 
Vnd in vride mit en besten. 

15 Er sprach: es ist beste lauf, 

Etwas gebe wir in vflf 
Von vnsirn landen, 
E wir wefdin czu schänden 
Vnd si zcu vieritin habin, 

20 E das ouch dy rabin 

Vreszin vnsir aller as. 
Dis ist bezzir vil , dan das 
Wir wurdin ouch den hundin 
Nach des stritis stünden 

2^ Czu frezzin gegebin. 

Es ist bezzir , das wir lebin, 
Dan daz si vns also intsagin 
Vnd werden alle irslagin. 



so 



Wi dem herczog vf der vart 
*Def kun Sti^* geantwurt hat. 

Schir sprach vir vol: 
Das wüste ich lange wol, 
Ob ich dir czu disim czil 



3. ? Do N. 



S7 

Dem ste vnd gib im mit dem sp^r 

Ein cleiDeii stich, nicht merl 

Schade im an dem lebin nicht! 

Beide oren mach im czu nicht 
5 Vnd laz nicht, du behaldis sil 

Ich sage dir nach wy, 

Wen du si in din hus pringest, 

Czu haut du dinen vient vindest. 

Vur daz ros mache ein sulich czeichen, 
10 Dem sich in notin nit mag geglichin, 

Daz czeichin f ist ein cruce gesprochin. 

Wer sin spotte, der muoze dar vmb sochin. 

Dy Lantmitern sint den Pragern gebin. 

Dar vmb virlizin si ir lebin. 
15 Ir roz werdin ouch gebundin 

Vnd vermugst den hundin. 

Du alein entges dem tode 

Halt, ob dir wirt vlihins not. 

Du Salt dich nit czu vlihin schemin, 
20 Vb dy vient vbir dich kemen. 

Aus dissir not czil drot 

Vnde intpfluch dem tot! 

Wi den Lamitnern 
Miszlank gein den Pragern. 

25 [20.] Wen dy her zcu Tschirncicz vf dy vient 

Wern gesampt czu herin strit 

Dez morgins vs gein obint, 

Wlatislab stunt stritint. 

Doch gar Schir czu em kam 
30 Herczog Wlatislab sich ken em nom. 

Ez irgink ubil den Lamitner. 

Schir slug Wlatislabum daz boubt ab vil gern. 

Den Pragern mochtin dy Lamitern nit intken, 

Si slugin si, das si plutis bin runnen. 



56 
Vnd en gut gedechtnisse mit fromeo. 

Wi dem Stir ein vetil rit, 
E in der strit virschired. 

[19.] Do Schir mit den Pragern hatte gesampt 
6 Gen den Lantmitern ein vil ebin gampt 

Vn do er by einem grabin waz, 

Ein vetel ubir schremut saz. 

Wert er nit minem rat kisin, 

Er wert den syk virlisin. 
10 Reidit dort vbir den brunin hen 

Vnd ofpirt den abgotin ein eselen, 

Ewir iklich ot esse ir etiswas 

Vnd da von wizze daz, 

Daz du Wlatislab gevangin noctist 

4 

15 Vnd al sin leut tötest. 

Wi ein vetil ser vnd mer 

Dem Straka rit in den ander her. 

In Lantmitner gegent ouch ein vetil saz, 

Der enikel Straka genant was. 
20 Dy vetil dem enickel gebot 

Vnde sprach: ich wezzt wol vor ewer not. 

Ach we vnd we vch armen! 

Ir siet nohe virtorbin. 

Vch irczurnent dy abgotir. 
25 Ir kompt czu schir noten drotir. 

Davon kompt ir nimmer. 

Vnd. der Lantniter herczog ein recht wimmer 

Wirt irn herczog lazen 

Vnd dy gepurt wirt furbas nicht irsten. 
80 Wie die vetel als halt 

Larte ir enyckel als halt. 

Son, wan du gest inder reitunden strit, 

Der erst, der dir do irgen rit, 

83. Fingegen. 



57 

Dem ste vnd gib im mit dem sper 

Ein deinen stich, nicht mer! 

Schade im an dem lebin nicht! 

Beide oren mach im czu nicht 
5 Vnd laz nicht, du behaldis si! 

Ich sage dir nach wy, 

Wen du si in din hus pringest, 

Czu hant du dinen vient vindest. 

Vur daz ros mache ein sulich czeichen, 
10 Dem sich in notin nit mag geglichin, 

Daz czeichin f ist ein cruce gesprochin. 

Wer sin spotte, der muoze dar vmb sochin. 

Dy Lantmitern sint den Pragern gebin. 

Dar vmb virlizin si ir lebin. 
15 Ir roz werdin ouch gebundin 

Vnd vermugst den hundin. 

Du alein entges dem tode 

Halt, ob dir wirt vlihins not. 

Du Salt dich nit czu vlihin schemin, 
20 Vb dy vient vbir dich kemen. 

Aus dissir not czil drot 

Vnde intpfluch dem tot! 

Wi den Lamitnern 
Miszlank gein den Pragern. 

25 [20.] Wen dy her zcu Tschirncicz vf dy vient 

Wern gesampt czu herin strit 

Dez morgins vs gein obint, 

Wlatislab stunt stritint. 

Doch gar Schir czu em kam 
30 Herczog Wlatislab sich ken em nom. 

Ez irgink ubil den Lamitner. 

Schir slug Wlatislabum daz houbt ab vil gern. 

Den Pragern mochtin dy Lamitern nit intken, 

Si slugin si, das si plutis hin runnen. 



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58 

Wi dem Stratka geschach, 

Du er do heim sin husfrowin sach. 

Avs allin Lantmitern eiuer hin quem, 

Der waz Straka guant mit dem nom. 
s Em ein vetil den rat gab, 

Do er erkaugin waz dem grab, 

Als schir ir quam czu sinem hus, 

Er sach einen grozen gruz. 

An dem tod lag sin wip, 
10 Vnd waz si begreif, daz czu reis er lip. 

Er sach, daz si was ser 

Virwunt mit einem sper. 

Di er bekant, do er reit, 

Von em gesehen in dem streit, 
15 Des virwundirt er sich 

Vnd sprach: mid dem so wil ich 

Mich virsehen stete. 

Er sach, das si nicht oren hette, 

Wan er si in der tauschin trug. 
20 Er habte si czu dem houbte mit fug. 

Do er si czugefugit hette, 

Er sprach: min hercze, nv gloubet, 

Daz min wip ist gein mir gerittin 

Vnd mich wolde habin bestrittin. 
25 Sunder hat si daz getan gern, 

Wan si vndir den Pragern 

Hait gehat freinde man. 

Dar an si wenig gewan. 

Der das nicht wil gloubin, 
80 Der kom czu sent Vit Vf den oder taugin. 

Do stet es in dem crucegange 

Geschribin gar lange. 

Er vint do, daz ich habe geret 

Von der worheit, nicht von bet 
35 Schir was dem Behem holt 

Durch sin from tad, als ir solt. 

Des Schirkons man noch gedenkit. 



59 
Wan dy bozin sint czü dem namen gesenkt. 

Von Wladizlab dez herczogen sun, 
Der dem During bevaln wart an frun. 

[21.] Neclam sich Lamitern geugt vnderwant. 
^ Er vorchte Wladizlabs gesint czu hant, 

Wen er het gehört czu maszin, 

Daz er einen iungiu sun het gelazin. 

Er vorschte von sin libistin, 

Einer wiste eme ein bozin cristin, 
10 Der waz ein bozir Durink, 

Der solt sin pflegin mit sinem dink. 

Er sprach: gedenke an sin vatir den man, 

Der dir vil gutis hat getan. 

Dar vmb behalt erlich diuen furstinl . 
15 Laz dich nach sinem sun durstin I 

Vbir Postolopirtensem 

Bis ein richtir genem! 

Das kint was chon in der iugint 

Vnd hatte czu hant czucht vnd erber tugint. 
20 Do lokte em der Döring virlucht, 

Als der fochz den luten tut. 

Von sinen furstin ticht er vntrw, 

Dy Wirt im dort alle tag new, 

Vnd wy er en mochte virderbin 
25 Vnd herschin in sinem erbe. 

Wi der Durink vnd vnwiz 
Furt daz kint vf ein yz. 

Der Durink sach ein ys. 
' Er wysit das kint vil lis 
30 Vnd fürte es czu den vischin 

Vnde sprach czu im sten: 
Sich, furstel, wy dy visch gen 
Vnd wundirlich sich wendin! 
Du es dy wische schawit 



60 

Vnd dy chnie gepraucht, 
Das houbt es nider hilt. 
De Durink ez im von dem libe spilt. 
Er half im in daz grab 
5 Vnde slug im sin houbt ab. 

Wi der During an einem tag 
Bracjit des kindes houbt zcu Prag. 

Der During an alle vrage 

Trug daz houbt czu Präge. 
10 Er wolde ein koletsch habin 

Vnd begunde in tusche vragin, 

Ob der fürst dar heim were, 

Er wolde im kundigin gut mer. 

Sin truwe er lobt vnd sprach: 
lö Ich bin dem herczogin getrw gewesin lange tag. 

Dor vmb waz ich em allewege lip. 

Er sprach: ich wil dir sin getrw vnd dine wip. 

Sundir wan ich hau gehört, 

Wer in dem haus den schadin bewart, 
jjo Der lezt vs der funkin nicht ein koln wern. 

Do nam er vs dem vchsen das houbt sines heran. 

Als ir im het abgeslan, 

Noch also plutigs in iungin tagin. 

Sich Wlatislabs suns.houbit! 
25 Durch den werstu dines lebins beroubt, 

Wer er komen czu siner maus craft. 

Vil Beheim wern von im behaft. 

Da von Ion dins kindes verterber zcu haut! 

Gib mir Postolopertin dy gegent gnantl 



30 



Wi der herczog antwurt dem During 
Vnd wie im irgingin sine dink. 

Du der herczog sin red irhord, 
Dem bozin er nicht lenger sport, 
Er hies en veste bindin 



61 

Ynd mid dem tode vberwioden 

Vude sprach : ich gebot der nicht, daz du en soldes totin, 

Sunder daz du wcrst bi im in notin. 

Ich sehe iczund wol, 
5 Das ez dir nicht wol irgen sol. 

Ez ist glich einem toren, 

Der ein frund geborn 

Irkuset czu gutin dingin. 

Ich gebot sin pflegin mit sinnen: 
10 Wor vra tarstu den hals einem furstin 

Virhawin vnd sin plud turstin? 

Wi der herczog gab dem Durink für 
Drier band tot wilkur. 

Neklam sprach: ich wil in vchin her, 

Er tu nach mines herczin ger. 
15 Du must dich hahin mit diner haut 

Adir dich seibin irstechin czu haut 

Adir vf dem vels stein 

Vnde czu rucke springin 

Vnd dir daz houbt prechin. 
20 Do mid wil ich daz kint rechin. 

Der Durink sach czu spat, 

Daz sin nicht mochte werdin rat 

Er irkos im daz hohin. 

Do der Durink von der pruk wolde gan, 
25 Er sprach: ach wy einen bozin rad 

Hab ich gehabt czu diszir tadi 

Ich hofte erbe habin in Bemin 

Vnd muz iczund laziu das lebin min. 

An einem holcze muz ich hangin 
30 (Da von muz mich immer plangin), 

Haben bi Präge vf einem acker her. 

Widir sines herczin ger 

Der bozc Döring 

♦. 

31. ? Nähen. 



62 
An einer bachin sich irhink. 

Von herczog Hostink 

Vnd Dypoldin dem iungelink. 

[22.] Neclam hette czwen sun iung, 
5 Dem eldestin waz der nom Hostink, 

Der iunge Dyepolt waz genant. 

Der nam czu sinem teil czu hant 

Dy gegent Zlicenses bekant 

Du wart Zliczko gnant. 
10 Dar nach hies man den kraiz Eurimer. 

Du virschied Neclam der her. 

Hostink sin sun mit wal 

Quam vf des vatirs sal. 

Czu der czijt ez geschach, 
15 Das man einen erstin sach 

Vs Wlatislabs gesiecht. 

Leua hiez er von recht. 

Der begunde volk czu samen 

Vnd wolde Lamitern herczogtum han imphangin. 
20 Er bawte nach den bestin 

Vb dem hoin berge ein vestin. 

Er betwang dy von Präge 

Czu grozin notin vnd clage. 

Er legit vor dy pork sin her, 
25 Daz si se gwunen mit hunger. 

Leua gein en vs gink 

Mit den Pragirn quam ir in den rink. 

Do dy Lanttirn er ergistes san, 

Si woldin vor den Prägern vflFe dy bork habin gegan, 
30 Vnd do si san ir weis vrowen, 

Si woldin se mit gespot schawen. 

Si slugin sich seibin in dy schäm. 

Si hettin es irn mannen mit verzam. 

Si schrien mit growen sinne: 

9. ? Diu. 



63 

Eumpt hir innel 

Von den Pragern virborgit vch hil 

Durch der schem wülin si 

Wider kern begundin 
5 Vnd dy Prager vbir wundin. 

ir wiesse vrawin, erber tier, 

Von wan kom vch der rot also schir, 

Do mit ir euch' vor schandin habt gewert 

Vnd dy man von dem tode irnert? 
10 Ir het iz villeichte gehört, 

Daz dy frowin von Maydlant dort 

Tyto dem konige daz selbe toten. 

Durch einen solhin lernit bosheit satin 

His man Klepa dy vestin. 
15 Dar vf sazzin dy bestin, 

Bis man si vir wandelt. 

Wlatislabs erbe si habin gehandelt. 

Si erkennent sich mit dem schilt 

Si tragin in golt czwen adlar gepilt, 
20 Dy adlarn mit dem nom, 

Herczog Wlatislabs mit dem lamp. 

Von herczog Worziwoio 
Dem erstin cristin her aldo. 

[23.] Herczog Hostink virschied dar nach 
26 Mit des todes swern räch. 

Borziwoy kam vf den sal. 

Swathopluk waz koning in Merhern vber al. 

Der herczog czu Bemin im dinen muste. 

Czu einer czijt herczog Borziwingt 
30 Vf des koniges hof gink. 

Der konig tet im ein schentlich dink. 

Er hies en mit gutih wiczin 

Binder den tisch vf dy erdin siczin. 

Er sprach: du seit daz wiszin, 
35 Daz ein heide nicht gelicht eim christin. 

Sieze mit den hundin I daz czimpt dich, 



64 

Nicht ein herczog, suuder ein tumbiz wicht 1 - 

Du furchtiz nit dinen schefper, 

Du erst ein iclichin vogil vil mer. 

Der herczog sich schemet, du ir horte. 
5 Vnd als schir ez noch dem tisch wort, 

Herczog Worziwous gert der tauf hern 

Von konig Swathopluk czu Merhern. 

Gar gern, do ir sein bat. 

Sprach der erste bischof czu Welrat. 
10 Der bischof waz Rupertus gnant. 

Der sang eine windisse messe czu hant. 

Er toufte czu Welrad den erstin Bemin, 

Den erborn Worziwoum mit dem nom 

Nach Crist gebort acht hundert iar, 824 

15 Dar nach in dem vier vndczwenczistin iar, 

Herczog Worziwous also 

Vir wandelt sin lebin do 

Vnd versmehit dy werlt also 

Vnd kart sich czu der andacht. 
20 Vel almusin er macht. 

Er bawet ouch gotis huser. 

Grecz dy erste kirchin stift er, 

Dy andern kirchin vnsir frawin vil hern 

Vber Präge by dem tor 
85 Czu hant an dem wege do vor. 

Wi Mehern waz ein konigrich 
Vnd Behem einem herczo^tum glich 
Vnd Mehern nach der seibin vrist 
Czu Behem ge eignit ist. 

^ [24.] Hy muz ich ein wenig gein 

In dy Merheschin cronikin, 

Daz ich min rede muoge gesickin, 

Vfj ein cron wolt vs Merhern blickin. 

Ich sage dir, wy daz lant 
95 Czu Bemen eigintlich ist gnant. 

Der koning von Merhern het en wib, 



65 

Des keisirs sweistir leit virtreib, 

Dem waz er gar czu swer. 

Dar vinb gink der keiser 

Gein im vs ganczim neit. 
5 Do streit der konig mit deme keisir einen strit. 

Leidir der koning wart vmb geslagin. 

Er wart gegin Welrad widir iagin. 

Der kreiz gink in daz rieb. 

Der herczog macht sich einem einsidel glich. 
10 Er sprach: ich wil Kber in dy wustunge gen, 

Wan sich ein koning vnd ich mit vientin iagin. 

Darvrab er wonit in dem walde. 

Er grub mid den einsideln balde 

Mit einer houwin steticlichin. 
1) Nach sibin iaren den koning rieh 

Mit einem langin hart 

Gienk vor des kaisirs rat 

Er begunde vf den kaisir clagin 

Vnd sprach: furste, geruch mir czu sagin, 
20 Er habt mir myn wip czu vnrechte genomen. 

Si ist noch in sinem hof mid fromen. 

Der keisir spottete der red. 

Wez der munik iach, der kaiser lachit. 

Der munich begunde sprechin: 
2ö Wil er daz mit sinem swert rechin? 

Di furstin des konigis nit kantin. 

Si antwurtin im doch czu hantin: 

Sint du kegin dem keiser so tarst redin, 

So must du es mit dem swert bewerin. 
30 Der monich nam der rede ein tag. 

Der keiser fürt sin verrater gein im trag. 

Der verrater gink singin in den creiz. 

Er hatte kein trachtunge vf den greiz. 

Der mvnich ein kamfp swert hilt. 
35 Er teilte den verretir mit einandir sin schilt. 

Der keisir rufte dem konige in sinen hof. 

* 

15. ? der. 

Dalimil. 5 



66 

Er bat vnd czu im noch gnadin lof.. 

Der koning Swatopluk wart sich nennen 

Ynd gab dem keisir czu irkennen. 

Der keiser begunde sin allez veriehen glich. 
5 Er gab im sin wib vnd daz konigrich. 

Er gab im al vrivng in Merhern 

Vnd waz er Vngernlant mocht bewern. 

Er gab is em czu sinem lant eigintlich. 

Swatopluks husfrowe starb kurczlich. 
10 Du nam der koning ein herfart 

Gein Vngirlant dy Vngirn den 

Den koning vbir wundin. 

Der konig lud den herczogin von Bemin. 

Er intweich im von dem rieh mit nom. 
15 Dy Vnger en aber vber wundin 

Vnd der Merhern vil irslugin. 

Der konig begunde sich ser czu Schemen. 

Er torst vor Schemen nit czu den sin komen. 

Dar vmb gink er in dy wüst drot, 
20 Do was er biz an sinen tot 

Noch hüte singint dy swarczin monich 

Do seibist messe tagelich. 

Daz selb clostir in Vngerlant 

Ist Swawors genant. 

25 Von sent Wenczlas rat, 

Den ir hi vor getan hat. 

r 

[25.] Worziwoius dar nach virschiet 

Von hin czu dem ewigin licht 

Nach im Swibinolbal 
80 Quam vf sines vatirs sal. 

Der was des libis stark. 

In siner blundin iugint irstarb. 

Er liez sinen bruder herczog Wratislaum. 

Der nam czu wip ein kint eines grebin, 
»5 Von Behem Chodor gnant 

Si hiez Drahomris vs fatirlant 



67 

Dy selbe herczoginne 

Dy was ein heidinne. 

Czwen schon sone er got gab. 

Der eltir hiz Bolczlab, 
r. Der was gar ein schöner knabe, 

Vnd der iungir Wenczlabe, 

Von dem man vil tugint las, 

Dar vmb er en allin lip was, 

Vnd wart herczog nach sinem vater begrabin. 
10 Si gabin Bolczlabs den Bolczlabin. 

Abir herczog Wenczlab noch iung waz 

Vnd daz lant nit mocht beschirmen baz. 

Bimacht man im sante Ludimilin, 

Gode vnd aln lutin lib nach willin. 
15 Si waz Worziwoius husfrowe 

Vnd dez grebin tochtir Psowo. 

Di gegent, dy man do Psow hiez, 

Den nam Melnik man ir czu stiz, 

Wan von Meinig ein veste waz, 
20 Der nam Psow, den man laz, 

Vnd vndir stad vloz en bach, 

Dez nom waz Psowa. 

Der herczogin Ludimilin 

Waz Drahomirz vient gar stilin, 
^•'> Wan si selbir richin wolde. 

Si lud zcwen vf solt 

Chunir vnd Komonie gnant, 

Den lobte si silbir vn cleinod czu haut, 

Daz si Ludimilin dez lebin beroubtin 
30 Vnd si heimilich mit dem tod taubtin. 

Si woldin der herczogin gevallin 

Vnd glöbtin ez czu tun mit* schallin. 
[26.] Sand Ludmiln dez herczogin pflegerinn waz. 

Su Tichtin si mid dem hofe saz, 
35 Wan der hoik gein Ludmiln 

Got vnd den lutin lip vnd stillin. 

Einerlay cristin kinder 

Tetin czu wiszin k hinder, 

5 * 



68 

Wez Drahowis gedacht het, 

War vmb si ouch dy czwen bete. ' 

Daz wart sant Ludmiln kunt, 

Waz Drahomrs willin het czu der stunt. 

5 Si begunde sich nehin czu dem tode. 

Czu geldin si von erst gebot, 
Do sy der an dacht waz so rieh 
Vnd den tod begert so willeclich. 
Chunir vnd Komoney quomen dar. 

10 Si saczten sich vor den hof ver war. 

Du dy herczogin daz irsach, 
Daz si irem lebin'gingin nach, 
Si hiz si für sich gen 
Vnd von hehil irs iclichin' 

15 Vragt si vnd sinem lebin 

En hiez si ir notdorft gebin. 
Des seibin tagis si begunde 
Czu pichtin ir sunde. 
Si pauwit gar andeclich 

20 Mit dem tod daz himelrich. 

Dez nachtiz dy schelke mid iren sin 
Brachtin dy kamnirn ober dy herczogin. 
Mit eime sleuer in grymme 
Vorgeuten si die heiige hirczogin. 

25 Also gab sich mit sei vnd lib 

Dem tufil daz heidnisze wib 
Ynde santen sant Ludmiln 
Czu got nach irm wiln. 

Wi Drahomirs sam 
80 Sent Wenczlab czu pflege nam. 

[27.] Drahomirs sich underwant 
Irs sones alczu gehant. 
Si vragt dy weisin vme daz rechte. 
Wer das laut beschermen töchte. 
35 Du si es irfundin hette, 

Si gabin er czu einem rechte. 



69 

Daz si im son lart 

Ynd dy wil daz lant bewart, 

Bis der herczog quam czu sin tagin 

Ynd dy pOrden mochte getragin. 

5 Wi Drahomirs di Cristin cht 

Vnd dy pafheit versmed. 

Drahomirs begunt dy heidin meren 

Vnd dy paffin vs dem lant kerin. 

Vnd wo si einen paffin vant 
10 Odir wer ein Cristin vberwant, 

Dem zam nicht czu lebin. 

Dy bosheit waz ir gegebin, 

Daz si dy heidin mert vber dy Cristin wit. 

Czu Präge hettin si einen solhin strit, 
15 Biz da von plutige beche runnen. 

Czu beider sit der irslagin vil funden. 

Daz sach si gerne vnd sprach: 

Dar. an gan ich niinen heidin der räch, 

Daz dy Christin wern geminnert 
20 Vnde ir craft gehindirt. 

Wi sancte Wenczlab in siner iugint 
Vbte manige grosze tugint. 

Du herczog Wenclab czu iarn quam, 

Von siner mutir er sich nam: 
25 Muterlein, siez in diner morgin gäbe! 

Mir gehört zcu des landes habe. 

Er begunde richtin daz lant. 

Dy gotis husir hiz er vf tun czu haut 

Vnde dy pafheit quam wider in dy lant, 
30 Dy sin mutir het virsant. 

Gotis czier er merte. 

Der Yudit kinder er kouffin begert, 

Dy er taufin bat 

Czu der messe buch er selber oblat. 



70 

Er trug des nachtis vil balde 

Den witibin holcz vs dem walde. 

Er gink des nachtiz parfuz 

Czu kirchin der vil suzze 
5 Bis an den weg, do in an 

Daz blut von den fuzin ran. 

Er hatte ny kein wib 

Vnd an der kinder stad weisin lib. 

Er trug den saltir wege vnd Stege 
10 Vnder dem arm czu pflege 

Vnde alle sin kemerer 

Lart er den saltir. 

Der kemerer einer vor im lag. 

Dem czouch er sin schuch ab 
15 Vnd wischit si gar schone. 

Im waz Podwein der nam. 

Der selbe sluch ouch in der andacht 

Den herczog in der andacht. 

Wi herczog Wratislab von der gegent Zlicensi 
20 Sin strit mit sancte Wenczlab ergi. 

[28.] Herczog Wlatislab dar nach 

Von Zlicensi der gegent sach, 

Daz herczog Wenczlab waz tumidig 

Vnd wander dorst nit gewern sich. 
25 Er begund em daz lant verwustin 

Vnd sin leit gröblich czu durstin. 

En betwank sin torheit also, 

Daz er dy gegent Sliczko 

Vs bracht mit her 
30 Vnd er kriget Sikomer 

Vnd herczog Wenczlab mid scbadin. 

Do selbst zcu Laden 

Herczog Zlicensis awiczt dar an. 

Ein iclichir sol wiszin vnd nit wen, 
35 Daz dy dymotikeit zaichenlich bi stat 

Gancze tat vnd dimitige red. 



71 

Der blöd kan mir nit vbil rediu 

Vnde der kun sich in den notin weren. 

Daz hat sent Wenczlab 

Der vil edel chnab 
5 Von nu wol gewist, 

Du in larte der heiligir geist. 

Du er bot ein heruart 

Vnd von Präge waz vf der wart, 

Herczog Zlicensis kom czu im uf dy weit. 
10 Herczog Wenczlab gedochte an den strit. 

Er begunde Wlatislaben 

Mit einem botin sagin: 

Wer nucz vnd ere wil beitin, 

Dem czimpt wo] czu stritin. 
15 Sich, daz ist min rat, 

Das wir czwen mit der tad 

Yns an einander slahin, 

Vnd laz wyr die her nicht gan 
^ Vnd in den strit komen. 
20 Vnd wer vndir vns neme den fromen 

Vnd an dem kampe gesige, 

Dem der andir vndirlige, 

Der schaf mit beidin herczogtumen 

Allin sinen vromen! 
25 Laz wir dem her gepitin, 

Daz si beidir sit stille sten 

Vnd behelfin mer noch der: 

Vratislab virwundirt sich ser. 

Er must den schänden angesigin 
30 Vnd der rede vndirligin. 

Vor schandin wer er wol genesin, 

Ob er czu Zliczko wer gewesin 

Vnd wer intgangin der not 

Vnd den her his blöd. 
35 Dy herczogen vs ern bitin 

Gingin beide czu stritin. 



72 

Na bor, wi si der almecbtige got 
Wunderlich virsundt 

Du Vratislab nohe was, 
By sent Wenczlab er sacb das, 
Er bacte ein guldin ring an der stirne 
Vnd in beidir sit czwen engil fome. 
Du das Vratislab ersacb, 
Vor dem berczog von Bebem er irscfarag. 
Von dem ros stunt Vratislab 
Vf gnad czu sante Wenczeslab. 
Er nam en czu gnadin 
Vnd sucbte nit sin scbadin 
Vnd spracb: laz mir daz min! 
Hab nuk an dem din! 
16 Ein wil er mit em bleib 

Vnd' czu Sikomrz dy wil virtreib 
Mit em er sich gehuldigt. 
Den vntugindin . ergen gesigt 



lo 



20 



Wi sanctc Wenslab an der romvart 
Von dem keisir inphangen wart. 



[29.] Der keisir czu siner not 

Den furstin czu bof gepot. 

Herczog Wenczlab solt ouch dar varn, 

Do di furstin gesampt warn. 
2o Laider herczog Wenczlab 

Waz czu lange herab. 

Dez betraubte sich der keisir. 

Dikke lud er yn mit grozir ger. 

Dar nach gebot er daz, 
30 Wer dem herczogin czu Bebem do 

Er sag wolt enkegin vf sten 

Odir von siner stat gen, 

Mit dem solt man vrteil an gan 

Vnd daz houbt abslan, 
^^ Sin kinder ouch virderbin 



73 

Vnd an alle widir red trebin te den erbin. 

Du der keisir mit den furstin 

DaK recht mit rad wolde dnrstin, 

Er rieht manigerley sach 
^ Beide groz Tnd swach. 

I^r herczog Ton Bemin hin infozt 

Vnd dv furstin alle gmzt 

Der keisir czn Tfsten waz bereit 

Mit sneDir wirdikeit. 
i'< Er saczt en yf sin stul sider 

Vnd gebot den furstin widir, 

Daz si by em sezzin 

Vnd der red vergezzin. 

Dar nach der keisir mit bet 
1«^ Gegin den furstin entret 

Er sprach: es mochte anders nit sin. 

Ich sach an siner stern ein cruce gnldin. 

Da von em must gelingen. 

Grotis engil mit em gingin. 
^0 Di mich ser bedrotin, 

Ich torst mich nit mid vch beratin 

Noch mich lengir suomen. 

Ich must sin yast gumen. 



Wi sancte Vits heiltum 
Von erst her czu Prag kam. 



i.-y 



U) 



Der keisir begunde den herczog bitin, 
Daz er gerucht sin yrunt sin 
Vnde neme von sinen cleinotin, was er wolt. 
Im waz libir, dan daz golt, 
Vnd het ez für daz peste, 
Er nam sent Vits arm czu geste, 
Den er dar nach in Bemin zcirt 
Vnde macht im czu wirt, 
Der durch got mit sitin 
)5 Groz martir hat erlitten. 

Der kemrer czu der selbiu czijt 



74 

Behem vor allin dinst vreit 
Der herczoge stift ein chirchin, 
Der sent Vit waz wol wirdich, 
Dort obir Präge, 
5 Do er selbir hat ein grab, 

Daz er en werdekliche behüte 
Vnde sin rieb do mit zcirte. 

Wi der böse Boleziab 
Irslug sente Wenczlab. 

^0 [30.] Sin brudir Boleslab 

Begunde hazzin sent Wenczlab. 

Er gedachte, wi er mochte 

Daz lant gewinnen vnde im tochte, 

Er mocht em anders nit geschadin. 
15 Hinczu dem Boleslabs wolt er enladin 

Czu einer Wirtschaft. 

Mit dem tufil waz er behaft 

Er sprach, daz er solde 

Sin sun toufin, als ir wolde. 
20 Er hette eine groze bosheit 

Mit lugin in sin hercze bereit. 

Du herczog Wenczlab der gut 

By dem brudir also ruot 

Ein gesatilts roz von got 
25 Sich im oppirt an spot. 

Es sprach zcu im von not: 

Siez vf mich vnd fluch drot! 

Du beides ein groz ubil so vil. 

Virderbin dich din. brudir wil, 
30 Daz er herczoge möge selber sin. 

Em antwnrt 4er herczog fin: 

Wofin, daz weiz ich wol. 

Den trwen ich dankin sol. 

Abir ich han nu gnuk gelebit 
35 Vnde min sele nach got gestrebit, 

Sint ich got dem richin 



75 

Nit anders mag gedeichin. 

Ich wil den tod beitin 

Vnd nit vnder ritin. 

Trink wir dan keuch gern 
5 In sante Michels ernl 

Der bnngit vns in daz himelrich, 

Vnd ir maint den kelich, 

Von dem gotis sun gerett hat. 

Magit er vz dem kelich trinken sat, 
10 Dez nv zeit ist, 

Daz man in nu vs trinken czu dir vrist. 

Er nam vrlob nach der red. 

Do er si geendit het, 

Er sprach: ich sage vch daz, 
*ö Ich sehe vch nit nier furbaz. 

Er gink in dy kirch zcu dem gebet, 

Das er treib vil stete. 

Du Boleslab mit den sinen 

Hute sin des also fin 
20 Vnd herczpg Venczlab in dem gebet 

Sinen brudir gesein het, 

Der erbern wirtschaf dankt er im. 

Du sprach Bolezlab in grim 

(Er zcoch vs der scheidin daz swert): 
25 Brudir, ich dich gern erte, 

Also din ich der an wider went. 

Hir wirt diner rede ein end. 

Obin vf daz houbt gab ir im 

Einen slag in grim. 
30 Boleslab ein solich vorcht do bekant, 

Daz er dy hende kume entrant 

Doch slug er sent Wenczlab 

Mit dem swert ein or ab. 

Daz swert viel do czu haut 

Ys dez Boleslabs baut. 

Der heilig berczog nam du das swert 

Er wart reden mit der vert. 

Brudir, sich her czu4 



76 

Idi mochte der tim ein sonnKd» wo, 

Abir oün scheppir ist mir also üp, 

Dar Tm ich der yirgebe 

Vnd dem blate Tmb al werit gar 
5 Nicht virgiez! da2 wisE Tir war! 

Er gab dem bmder dae swert widir 

Vnd sprach: waz do hast angdiabiii sider, 

Daz geradi czu endin! 

Des wfl ich Dit virwendin. 
10 Er kniet Tf daz drischowel in der kircfain. 

Boleslab furchte sich czo dem bmder czu gehÜL 

Er begande sdirien yf dy lut 

Vnd do si in dnrch sinen neit 

Nicht woltin virderbin, 
15 Dar vmb so wolte er sterbin. 

Do er yf den drischowel kniet, 

Sin sei er kein got nu Terschriet, 

Di er gote benat nv. 

Hnyewiz vnde sin bmdir sprangin czo. 
20 Si teiltin do selb Ton dem übe 

Dy heilgin sei; do Ton ich schribe, 

Daz ^ gesehen ist 

Nach der gebort Ihesu Crist 

Achte hundert vnd acht nunczig iar 896 

» In der worheit ane var. 

Von Bolezlabin dem lastirwern 
Vnd sin heifern schantbern. 

Dar Tmb wont der Bol^dabs stillin 
Ein wirtBchaf durch der toof TilUn. 
30 Den son durch dy geschieht 

Hiez er Soroquas vnd anders nidit, 
Wan dy an dem tode schuldig warin, 
Den must ez vil vbil widir varin. 
Hnyewiz zcu trett ein roi vf erdin. 

18. ? beralk 



77 

Sin brudir muste muselsuchtig werdin. 

Er gesiecht al czu mal 

Hatte boze suchte an czal. 

Er eüich tobint alle iar. 
5 [31.] Du sant Wenczlab waz virvaru gar, 

Boleslab sin brudir herczog waz. 

Der keisir nam räch des seibin iars. 

Ymb sant Wenczlabin 

Oink er yf herczogin Boleslabin. 
10 Boleslab begunde im hin kegin gen, 

Abir vor sundin mochte ez im nit wol gen. 

Der keisir dy Bemin in einem strid obir want. 

Du macht ir dintshaftig daz laut. 

Er gebot dem herczogin an sin hof 
i*^ Czu dem fewer haldin den topff. 

Daz solde sin ampt sin gwesin. 

Do mid wer er genesin. 

Die zceichin sent Wenczlabs czukunft 
Sullin der hir werdin kunt. 

20 Oot wolde sente Wenczlabs ere merin. 

Durch en teid er groz zceichin vf erdin. 

Daz sach Boleslab wol, 

Daz nimant widir got mak noch sol. 

Er wart an sent Wenczlabs selikeit gloubin. 
25 Er hiez en gen Proge füren tougen 

Vnd in sent Wenczlabs kirchin begrabin. 

Du si den heiligin czu Präge woldin tragin, 

An zcwen stetin mochtin si in nit rurin. 

Czwey wazzir an pruk vnde sif sy obir furin. 
30 Dy gevangin in einem kerchir sach man ledig varin 

Vnd alle sin wundin geheilt warn. 

Nach säen si eine wundin, als si new wer, 

Dy der ynguticher het getan sinem brudir, 
- Vnd mit dem zceichin zcach er sin. 
35 Daz or waz ouch nit da by, 

Daz er im het abgeslagin. 



78 

* 

Abir dy sweistir sent Wenczlabin 

Dy waz Prizuvlawa gnant, 

Dy heilige iungfrow dem faerczogen beka&t 

Si sprach: von mines brudirs taugen waz ich iczund, 
5 Dy er mir machte kunt, 

Daz daz heilig or mit der vrist 

Czuschin tor vnd want geligin ist, 

Dort da daz vbil uerk gescfaach. 

Du man daz or irsach, 
10 Man fugt ez czum houbt zcu hant 

£z erczite sich selbir al czu hant, 

Daz si alle wundir nam, 

Als got vnd ^m wol geczam. 

Ein zceichin sent Wenczlab bet, 
15 Do en ein pristir vm bat. 

Du sach man ein pristir innen, 

Der bat mit grozin weinen, 

Daz im der vil gut 

Sines lichams mit teiln gerucht 
20 Er globit im deste andechüichir 

Czu dinen von sines herczin ger. 

Czu hant viel en nal ab ver dy vorheit. 

Den nam er mit groszir edimidikeit. 

Alle, dy do wari;^, god lob gabin, 
25 Du si den heilgin lichnam woltin begrabin. 

Wez Bolezlab zcu der stunt 
Send Wenczlabs bruder begunt 

r 

Boleslab prüft sin bosheit stillin. 
Er machte durch siner sei wiln 
30 Sdrahussum sinen sun 

Ein monich czu siner lun. 

Abir het ir nit ein ander buz. 

Em ist sines sons heileket nit gewesin suz. 

Boleslab gebot den lantherin 



79 

I 

Dy stad czum Boleslabs czu merin. 

Dar vbir namen si rad vnder in. 

Si widirsaitin im mit irin cleiuen gwin. 

Der herczog antwurtit irem botin: 

We dir, du wirst mit mir in notin. 

Er slug im selbir daz houbt ab 

Ynd warf ez plutig czu dem grab. 

Czu hant sprank er vf ein stok. 

Er begunde redin noch: 

Wer wil sich widir seczin, 

Den wil min here lecczin? 

Dy lanthern demutigintin sich gein dem herczogen 

Vnd mustin den Boleslabin mauren doch. 

Von dem mildin Bolezlabin 
Wil ich dise red irhebin. 

[32.] Bolezlab der graulich gink dar na ab. 
Du richte sin sun der milde Boleslab. 
Ez quam von einem bozin ein heiligir 
Vnd ein gut gäbe von einer gruolichir. 
Gzwenczig kirchin in Bemin er gestiftit hat. 
Er pauwit dy iungin Boleslabs stat. 
Groz almuszin machit er 
Vnd erwert dy cristinheit gar ser. 
Er hette ein sweistir, dy hiz Mladach, 
Dy gotis zcir vnd er gern sach. 
Dy lad sich gein Rom czu der furstin sampnunge. 
Do erwarb si czu Präge das bistum. 
Si brachte sent Benedictes orden czu Behem. 
Si samte vil iuncfrouwin czu sent Jurgin. 
Der erste bischof ein monich waz vs Sazzin laut 
Vnd waz Ditmar gnant. 

Vil al gotis knecht 
Sand Albrecht 

Sand Woyczech waz euch ein monich. 



80 

Sin vatir der hiz Schlauich, 

Sin mutir hiez Struzlawa. 

Slavonik waz von Zlicen^i der piet da. 

Des herczogen swager 
h Czu Lubici mit dem hof lag er. 

Dez SUD waz der bischof sentWoyczech. 

Sundir tracht er nit of ere noh waz Trech. 

Er wolt dem monich Sdrachwasso 

Von dem bistum gewechin do, 
10 Abir Sdrachwas ez czu nemen wedir ret 

Du sprach sent Woyczech vf der sted: 

Sunder, ich weiz wol, du wilt nit nv 

Ere entphan, so du 

Hir noch woldis gern, 
i:. Si wirt sich von der verrin. 

Der bischof hecte gedingin. 

Er wolt das volk von heidnisze gwonheitin bringin 

Vnd mit cristelichin 

Czu got bringin dem richin, 
3r<» Daz si an dy rechtin e tretin 

Vnde czu den heilgin bigraft hetin 

Vnd an dem suntage nit koufsaczis pflegin 

Noch dy leut mit eigin wegin. 

Du der bischof sinen zartin 
2:> Nicht mochte vs geritin sinen gartin, 

Du must er daz gancze lant 

Bundigin in den ban czu haut. 

Er gink dar nach kein Rom 

Vnd Sdradwaz vf das pistum sich nam 
3<> Widir allin sinen willin. 

Do si in weichtin i^ der stillin 

Vnde dy pristir vmb en sazzin, 

Der tufil quam in Sdrachwazzin. 

Als lang er het dy sei in dem lip, 
» Sin will er mit im virtreip. 

Dar nach sent Woyczeg quam 

Her widir von Rom. 

Er liez daz lant vz dem ban 



] 



81 

Vnd gink bredigin hin czu Polan. 

Abir du daz lant in den ban quam, 

Er czu Pruszin sich nom. 

Er gink von dan inder marter cron 
5 Czu got in des himels tron 

Nach sinem virdintin Ion 

Vnd lobit got in einem don. 

Nach Crist gebort geschach ez zewar 

Nunhundert vnd sechs vnd nunczig iar. 996 

10 Sines todes zceich der kaisir dy Bemin. 

Er macht wedir si czu bischof Thekdalen. 

Abir von herczog Bolezlabin dem milden, 
Wi er Polan betwungin had sundir schildin. 

Herczog Bolezlab dinte vlisliche gode, 

15 Dar vmb ez ini wol gink in notin. 

Die Polan er vbirwant mit graw 
Vnde er krigit daz lant czu Gracow. 
Vf Gracow saczte er sine warit, 
Dy andirn vestin mit Behem bewart, 

20 Wan er was ein groszir vrey. 

Da von het er ere vnd was rieh. 

Von Bolezlabin dem kargin man 
Der verlorn hat daz lant czu Polan. 

[33.] Du der edel Boleslab 
25 Vnd heUg waz gegangin ab, 

Noch im der karge BoMSlab 

Den Behem nit kost czu Polan gab. 

Dar vmb verlonz er Bolan 

Sin ere vnd lut mit nam. 
90 Dy Polan gwunnen dy vestin 

Gein den romschin gestin. 

Was Bemin do blebin warn, 

Dy totin si in iren schäm. 

Gzu Polan gink Bolezlab. 

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82 
Do nam er vrid mit schadin ab. 

Wi der karge Boleziab 
Gzu Polan gebendit wart. 

M eska czu Polan der herczog lat 
5 Gzu einer wirtschaff den herczog gat 

In rechtin vrid wolde er sich rechin 

Vnd hiez im dy ougin vsbreichin. 

Sich, wor czu solche karkeit nucze sy! 

Er ist ein tor, der sich der wisheit ftigt by. 
10 Der herczog von Bemin 

Suchte ein fromdes mal czu schain. 

Em begeinte sin vngelucke 

Von den Polan vff sinem rucke. 

Von des blindin Bolezlabs sun, 
15 Des erstin von Virich un. 

Denselbin kauft Meska 
Von dem keisir da. 

Do gink herczog Boleslab 

Von groszin smerczin ab 
20 Vnd Meska für mechtecklich 

Dar nach in Bemin rieh. 

Der blinde Boleziab het zcwen sone zcart, 

Der eldistir Virich geheiszin wart, 

Der iungir hiz laromirt, 
26 Virich by dem kaisir hoffirt, 

Abir Meska hatte goldes vil. 

Er kauft in vom keiser vf en zcil. 

Dar vmb allez volk obir den keisir schrey. 

laromir waz noch nit da by, 
80 Ydoch wolt er daz laut beschirmen gern. 

Abir dy im daz soltin helfin wem, 

Dy achtin sin nit, als in czam, 

Sundir yclichir von em golt nam. 

In einem kerchir het Meska Vlrichin 



83 
Ynd martirt ein mit dem hungir tagelichin. 

Wi Kochan mit den Wrsouicensir ging 
Vnd den andern bruder laromir ving. 

[34.] Czcu der zcijt Wrzouicensir ein valschir cristin 
5 Warn im lut dy metigistin. 

Kochan si hettin für herin vndir in, 

Do si Meskam im lant sahn mechtig sin. 

Si namen einen tumbin rat 

Ynd sprachin virsindin wir der furstin mit tad! 
10 Geschit daz, so wirt vnsir siecht lant mer. 

Wir werdin spiln mit den furstin noch ger, 

In dem schachawel vrolich. 

Wir werdin von irn gabin rieh. 

Di fremde geborn herczog wern vns farchtin 
15 Odir, ob wir wullin, so möge wer tun kunt 

Vs vnsirn gesiechte czu nemen ein herczog. 

Wulli wir, wer mogin sin noch an heren. 

Dar vmb laze wir der furstin sain 

Nicht of komen noch wern zam. 
20 Du daz Wrsouicensir retin, 

Gar einen bozin rad si hetin. 

Viilicht wustin si des nicht, 

Daz man dy furstin sieht 

Teil habin an den landen. 
25 Dar vm ez eniklich wolt habin zcu handin. 

Der keisir hette ez alliz in siner gwalt. 

Daz forchtin dy Worsouicensir iung vnd alt. 

Vnd irn herczogin laromirum 

Vingin si vf irn vrom. 

»0 Wi si an laromir suchtin irn frum 

Vnd nit im schadin mochtin. 

Sie furtin laromirum vf den berg 

Czu einer linden, do da sang ein lerche. 

Dar an si bundin ern herczogen. 

-6* 



• - 1 .• .■' ■;•*. 



84 

Ach, wy ubil habin si ratis gepfloent 
Si wurdin in scheiltin vil. 
Si schozzin czu im also czu dem zcil. 
Abir nimant sach daz, 
5 Das der taufir sent Johannes mit im was, 
Der in hatte vbirhangin. 
In dem tuch dy schos gevangin 
Wurden, daz si vernam 
Ny trufin des furstin lichman. 

10 Nu hör von einem iegir! Von czwen iegirn her da, 
Hrzeiwets vnd Howora! 

Der herczog hatte zcwen iegir in dem wald. 

Einer Kriweiz, der andir Howora nit alt. 

Kriewecz hilt ez mit dem Vorsouicensern, 
15 Howora waz getrw sinem herren. 

Kriewecz den herczogen verriet 

Vnd in allir meist mit der martir verschriet 

Do Howora dy red irhort, 

Er sagte ez czu präge dem getrwen dort 
M Si sprachin: wir wiszen nit, waz dar czu tun 

Noch wohen gen vf dem from. 

Howora sprach: wan ich posunen, 

So sampt vch czu komenl 

Wi ein iegir 
85 Dem andirn tet na siner ger. 

Howora leite den Wrsouicensern. 
Hrewicz wiste vf en von verrin 
Als vf ein vngetruwen. 
Er sprach: ez muz mich ymner ruwin, 
30 Daz er Howoram lizit lebin. 
Si bodin in Hrzyemicz czu gebin. 
Howora begunde si czu pittin, 
Daz si in drystuut bosunnen lisin. 
Howora begund von erstin bosunen. 



85 

Nach dem sprach er mit raunen: 

Ach we mir vil armen! 

Des lebins ich bin verdorbin. 

Gevatir, einer trw hof ich czu dir. 
5 Ich bevel der min kinder schir. 

Do spottin sin dy Wrsouicensir. 

Dy Prager nahetin mit irm her. 

Si gebotin im, czum andern bosunen er solt, 

Den strik gebundin habin an dem hals dolt, 
10 Den si im dar vf bundin. 

Czu den seibin stundin 

Howora bosunte czu dem andern mal. 

Got bat vm dy sei gar an zcail. 

Er het ein gar lang pater noster, 
15 Des im not was mit ganczir ger. 

Hrsyewers sprach: o gevatir, 

Er sult so yil nit tutin mit dem pin. 

Du solt stille swigin 

Vnd geruch hoch an dy leytern stigin! 
20 Do er czv dem drittin mal bosunte, 

.Gar wit er vm sich gaunte. 

Mit steckin vnd mid stangin 

Warn dy Progir vzgegangin 

Vnd schrien obir dy Wrsouicensir. 
25 Du vlohin si gar ser. 

Dy Prager viengin er etlich. 

Dy andern iagtin si durch den walt glich, 

Wan in waz nit wol czu mut, 

Wan vm ern hoen mut. 
30 Kochan do nit zcellte, 

Wy uil hüner er da heim hette, 

Wan er vnder ein vels sich swief, 

Vndir dy erdin begrub tif. 

Leidir der behilt sich doch 
36 Von der eichein lostin si den herczog. 

Si czaichnitin dy stad, 

Do witin si ein altar drat. 

Si stiftin, als man sach, 



86 
Ein kirchin sent lohannis do nach. 

Wi der iegir ane vink, 
Daz er sin geseln irhink. 

Howora begreif Hrewecz am vlin, 
5 Vor den Pragern sach er en czin, 

Vnd mit dem selben baste 

An der seibin eichiln aste 

Erhiuk er sinen gevatir. 

Di herrin danktin dem verratir 
10 Ynd unter berg Militschin nahn 

Enes dorfs si im erblich iahin. 

Wi Kochan dem herczpg von Poln rit, 
Daz er herczog Virich daz houbt verschrid. 

[35.] Kochan kam abir wider zcu der zeit, 
15 Er legte dy schuld vf den herczogen vor neit 

Vnde sprach, er hat sines brudirs soen verratin 

Vnde sin gevatir mit warin tatin. 

Er ist alliz vbels von vns wirdik. 

Kochan vant den rat sich, 
20 Das er vnder furstin einen krich. 

Er sprach: mein gewissen mich betugent, 

Si wern vns für dinstleut czelent 

Ob vnsir herczogen ymmer wellent, 

Si mögen vns nit geschadin. 
26 Herczog Meska erkriet dy pruk czu Präge 

Vnd daz gancz laut biz an Wischrad. 

In dem vrluge Kochan saz in gnad, 

Abir er riet den sinen heimelich 

Czu Meskan schaden dem rieh. 
80 Kochan czu Meskan herczog von Polan sprach: 

Wilt du, herczog von Bemin, sin so gach, 

So slach Vlrico daz haubt ab von erst, 

Domit du dich in Behem leides irwerat. 

Noch habent etliche czu im hoffenunge, 



87 

Dar vmb si nicht achtln diner zcungen. 

Abir wenn er nit entwert 

Vnsir hoflfenunge dem nit entpirt. 

Wi herezog Virich 
5 Von dem toufer irledigt wart zceichlich. 

Du Kochan daz Meskam kunt tat, 

Mit einem botin er gebot, 

Daz man Vinco daz haubt ab sluge. 

Do Virich daz hört, daz man im wolde 
10 Daz haubt also frü abslan, 

Er wart czu gotis taufer mit bedin gan, 

Daz er eu als sin brudir 

Vz der fenknisze ledig vnd furder. 

Sent lohannes brachte Vlricum zcu haut 
15 Czvm Virichs in daz lant. 

An der seibin stat stift herezog Virich 

Sente lohanns en kirchiu rieh. 

Wer zcura Virichs gewesin ist in der neben, 

Der had sent lohannes kirchin wol gesehin. 

20 Dulizvndschowe, 

Wo von den nom had Sdrahowl 

[36.] Czu dem herczogen samptin sich virstoln 

Vnd namen sich für Präge virholn. 

Si hetin mit dem hirt ein morginsprache 
25 Vnd gloubtin im vil gutis czu gebin dar nache. 

Daiz er in Präge wolde verradin. 

Der herte gloubt daz czu statin. 

Er hiez si vor Sdrahow ritin 

Vnde dy Polan czu haut beitin. 
30 Obir wan si ander stat hette ein hut, 

Dar vm gab man Sdrahow den nom nom gut. 

Dez morgens wolde der hirte vs tribin, 

Vflf den portin begunde er ser schrien. 

Ez hiez in dy slagprug laziu nider 



88 

Vnd posnte mit gancdr knft sider. 

Dy Pehem lifin Tbir Präge, 

Dy Polin Timbin bi dem tage. 

Dj Pebem standin mittin in der borg. 
5 Dar Tmb wan er wenig waz gnnk, 

Viengin si der Polan nit 

Etliche sich vmb sahin Tor Torcht idiL 

Dy andern slifin sich nadut von der tilnaig. 

Der herte aber si al schre Tnd zaigt 
10 Dy Polan alle wantin, 

Daz tasint hingist nach in rentin. 

Ein brnder hiz dem andrn dy ongin vzbrechin, 
Vnd Kocban wolt sich an dem ein rechin. 

Ulrich vertreib Meskam vs dem lanL 
H Kochan nam sich mit Wrsooicensem czn hant 

Vnd machte sich dem herczogin trw an alliu dingin. 

Herczog larorairum mit nichte gelingin 

Er gein im schuldigite 

Vnd sich domit gehuldigte. 
» Kochan reit laromirs als vil nach, 

Daz czum iungistin der herczog sprach, 

Man solde dem bmder dy ongin Yzbrechin. 

laromir begunde czu dem bruder sprechin: 

Brudir, daz weiz ich wol, 
2$ Du tust ez nit von der selbst vor vol, 

Wan du mich zcu heist an nichte. 

Doch habe daz nit vor getichte, 

Daz der rock nit nehern ist, 

Dan als daz hemt, als du wol weist. 
30 Der tumb verlust der frund vou der warin tad. 

Nicht ker dich an der Wrsouicensir rad, 

Wo du macht vir sine dy man! 

Dy rede horte den Kochan au. 

Er nam ein sper vnd gink vnder dy schiezstat 
^ Vnd beite herczog laromirs an der stat, 

Do er saz an der notdorf genczlich. 



89 

Er durchstach den vnschuldigen stentelich, 
Herczog laromirum den erbern, 
Des landes ein morginstern. 

Von den ses brudern einsideln 
5 Solt merkin, daz si sint edeln. 

[37.] Czu der zcijt ses bruder vz Behemlant 

Erkantin der werlt vntrw alczuhant. 

In dem bemischen walde si sazzin, 

Grenklich si czu pflege azsin. 
10 Brot si seiltin hettin, 

Hircze si azzin czu hochczitin. 

Vleis, kese adir eygir woltin si nit nenen, 

Tekin si woldin an der bette stad irkenen. 

Si legtin dem houbte besundir 
15 Foer ein kuszin en stein vndir. 

Mit groszin siegin slugin si sich an dem bette. 

Er munt seidin mit ein audir rettin. 

Wan einer vz en hatte eine gesiln, 

So sprach er ein wisiln: 
20 Du sundist, ob du mir virtreist 

Vnde mich vngeslagin leist. 

Sundir slach mich wol an spotl 

Do mid neher du mich gote. 

Wi si herczog Meska bekant 
25 Vnd in daz silbir sant. 

Der rieh herczog von Poln Meska 

Horte er heilgiz lebin da. 

Er sante czu en ein getruwin botin 

Vnd mit dem hundirt marg silbirs innotin, 

Daz si kirchm do mit bestetin 

Vnde got den richin vliseclichin vor en betin. 

Du si daz silbir sahin, 

Vs virdachtin mut si iahin, 

Dy in einem halbin iar 



90 

Nicht mit einander geret heUin m 

Si sprachin, es were ein verdnmpnii der fiel 

Vnd ein sneilir schrid in dy heL 

Wilche dem erdischin gude an bangin, 
* Den ist got nicht gnostig lange. 

Si werdin sin nit teilhaft an irm ende. 

Do von si des silbirs nit erkennen. 

Den sestin bmdir Barnabam 

Santin si vz in dann, 
i<^ Daz er dem herczogen daz silbir gebe wider, 

Vnd dort blibin dy fünf brudir 

Benedictus, Matheus, Johannes, 

Cristinus, Tsaach mit namen. 

Barnabam si vs in santin 
1^ Mit dem gut zcu lantin. 

Wi dy bosin mordern do 
Den fünf brudir mit furn so. 

Di dieb quomen obir sy, 

Do si allin gegangin warn dy. 
^^ Si begundin daz silbir suchin 

Vnd wordin si scheltin vnd fluchin, 

Do si en nit czu gebin hettin. 

Hör, waz dy mordir totin! 

Noch vil groszir pin 
^ In schrien vnd in wein 

Snitin si ein 

Nach ir deinen gwin 

Den fünf brudirn dy kein ab 

Vnde virsantin si czu gode vnd czu dem grabe. 
^ Daz geschach nach Christi gebort virwar 

Tausent iar vnde dar nach in dem vierdin iar. 1004 

Wi herczog Virich an der iait 
Ein bürg vant in der wildnisz. 

[38.] Cu der zcijt ez geschach, 



91 

Daz herczog Virich, als er sprach, 

Yagit allein in der wiltnisze. 

Daz waz im dar nach gar suzze. 

Do er iir warte dar durch, 
5 Du sach er ein volbrachte burk, 

Dar czu ir gern wer gegangin. 

Abir des wegiz mochte ir nit erlangin, 

Wan al vmbdummen warin 

Vmb daz huz dick dorn, 
10 Da saz er ob von dem ros 

Vnd mid dem swert ein weg vz schos. 

Er steik in dy bürg vf den stockin, 

Wan er anders nit hinczu mochte geruckin. 

Er mochte ouch nimant errufin, 
15 Vnd ob lüte dar ine wem , des mochte nit geprufin, 

Wan dy prukke waz vff geczogin 

Vnde vm si waz ein mur gebogin. 

Du der herczog mit arbeit in dy purk kam. 

Durch alle kanimirn er sich nam. 
2« Du er nimant vf der pork vernam. 

Du waz vel wines vnd grozer richtum. 

Er beschawt dy vestin vlizeclich. 

Do er hin in kam glich. 

Da seibist steig er wider vs. 
25 Do gab der herczog einem heren daz huz, 

Daz waz gnant Prznda. 

Dar vmb nant man dy purk Pfrimburch hinna, 

Wan dy veste an einer ayngecht 

Waz gelegin vnd gemacht. 
30 Dar vmb liez man sie wüste biiebin, 

Daz der weg c^u ir nicht mocht getrebin. 

Von dem grebin hochgeburt, 
Der dez keisirs tochtir intphurt. 

[39.] Die teusche kronike han ich vberlesin. 
85 Ein grebe von Altinburg waz gewesin. 

Er stund vf des keisirs hof zcu pflege. 



92 

Er begunde des kaisirs tochtir alle wege 

Vnde si kunt im offenbar, 

Daz si in widir Hb faet zcwar. 

Der grebe torste se by dem vater nit bitin, 
5 Wan si im weder an gepord noch an sitin 

Glich waz dy vil schone vnd vsirkorn. 

Er muste von rechtir libe dorin. 

Des keisirs tochtir quam vor angistin dort 

Ouch von er seibin drot. 
10 Ein starke libe twank si dar czo, 

Daz si hette iamer spat vnd fru. 

Dy suchte an sulchin gern ist, 

Wan lange heimlich lib seitin gut ist. 

Wi der grebe ein heimlich bürg paut 
15 Und darin fürt sin libe brut. 

Der grebe virkouft dy grafschaft. 

Als schir als er mit dem gut was behaft 

Er begunde zcu wandern alein 

Vnde suchte, wo ein porchstal schein. 
20 Einen perch er im vant, 

Do pauwit er eine bürg czu hant. 

Do er dy purk gebouwit hette. 

Er gwan gnuk kost zcu stete, 

Do von er mochte hundirt iar gelebin. 
25 Do er alle dem ein ende het gegebin. 

Er hiez alle arbeidir virderbin 

Vnd daz gesinde virsperrin. 

Er virrigilt si al in ein gemach 

Vnd virprante si al dar nach. 
30 Daz teid er durch den rat, 

Daz dy porg wüste nimant. 

Dar nach entphurte er des keisirs tochtir 

Vf sin vil heimhch huz mit voUir ger, 

Do si peid alein sazin wol fünf ganczir iar, 
35 Da ir ny kein mensche wart gwar. 

Es gescbach, daz der keisir czu Reginsporcb waz mit hof. 



93 

Er gink vz geiagit vnd verirte sich doch. 
Er wüste nit, wy er in dem walde tun solde. 
Er begerte, daz er etiswo mochte gehaldin 
Vnd ein dorf gesehin bi dem tage 
Ynde bcgunde ritin nach einem pach 
Auf zcu der pork, vf ein schon weidin. 
Do waz sin tochtir vnd der eidin. 
Do er dy borg hette gesehin, 
Gzu haut begunde er sich der bork czu nehin 
10 Vnd bat, daz si in geruchtin in lazin, 

Wan er muste den drittin tag vastin 
Vnd ein kaltir rein gink vf en. 
Also kam -er do hin in. 

Wi der eidem vnd dy tochter den kaisir handelt 
15 Vnd an einander nit irkantin. 

Si lizsin den gast vf dy vestin 

Vnd ertin, wy si kundin all peste. 

In waz ein genemir gast komen, 

Wan si lange keinen menschin nomen. 
2ö Si woltin gar gern 

Nue mer hörn. 

Si vragtin von dem keisir. 

Als von einem andirn antwurtit er 

Velslich von em selbir. 
25 Wizsit er daz nicht, sprach er, 

Daz er von werlt vervarn ist? 

Do antwurtet em dy tochtir sust: 

Eya, wy gerne ich daz weiz! 

Dar vmb gan ich em sin allir meist, 
30 Daz minem lybin icht vbels von em gesche 

Vnd vns nimer hy gesehe. 

Dez gunde ich euch minem gesiecht, 

Daz ich minem libe ein vride gemachte. 

Wi der keisir rieht ein heruart 
35 Furdyburk zcart. 



94 

Du der keisir heim karte, 

Gzu hant gebot er ein hervart 

Den farstin sagit er mit leidin 

Von sinem virebeln eidin. 
5 Si irfundin einen weg mit erbeit, 

Do dy burk waz geleit. 

Sie legtin sich vor dy veBtin. 

Der keisir dem eiden sagin liz, 

Er sprach: dich zcimpt wiszin, 
10 Daz ich din brod han gebizzin, 

Sundir wan du bist 

Min virebeler eidin zcu diszir vrist, 

Ich entsage der vf daz lebin, 

Vmb dy tochtir sal mich vnhoch habin. 

15 Wi dez keisirs tochtir sprach, 

Du man si in notin sach. 

Du dem grefin not waz sich zcu mern. 

Er het nit zcu wer sich zcu kern, 

Wan aller snuor vaul worin 
20 Vnd hettin nicht andir garn. 

Daz hauz do ez iczund verlorn waz, 

Hette dez keisirs tochtir nit irdocht daz, 

Gzu sten vf der zcinne 

Vnd also geschrein in grimme : 
23 Wizt, daz ich nach minem libin, 

Minem lebin wil ich nit vfschribin. 

Ob mich nimant trost muotin, 

Ich wil mich selbir totin. 

Wi si dy furstin brachtin zcu huldin 
30 Vm ir grozze schaden. 

Di furstin warbin vm gnadin 
Czu dem keisir vf der stad, 
Di in baidin wart gegebin, 
Wan si lengir soldin lebin. 



95 

Der grebe gink mit sinir husfrowen 

Czu dem keisir schauwin. 

Ez liez dy pruckin nider 

Vnde liez dy purk mit allin dingen sider. 

Er wolde sin bestiz alliz besorgin 

Vnd vor dem palast het er ez verborgin, 

Alein daz si sich gabin 

Dem keisir zcu gnadin. 

Dy burk furbaz nit gedieht, 

Biz daz herczog Virich rieht. 

Wi Kochan von dem lebin quam, 
Daz im herczog Virich benam. 

Herczog Virich gedachte an sines brudir not. 

Her bekante dy vngetrukeit Kochans vnd gebot 

En czu haltin vnd sprach: 

Du hast mit diner bosin räch 

Mines brudirs mich beraubit, 

Darvm er in der erden täubt. 

Dy zcungin er im vz sneit, 

Dy ougin Hz er im vz brechin beide, 

Dy ingeweide hiz er vz im zcihin. 

Da von torste nimant vlihin. 

Kochan begunde vf sin gesiecht clagin 

Vnd den lutin also sagin: 

Nymant hofe vf sin groz gesiechte 

Noch vf sin tiefiz getrechte! 

Der furste in sinem lande irfurschit hot, 

Do von mich iczund trift min bozheit. 

Ich wonte, ich mochte al vorstin verderbin. 

Da von muz ich also sterbin. 

Ein solich Ion ist mir gegebin. 

Dar noch wolt ich mit vntrwn strebin. 

Wi herczog Virich weihet vnd e 
Ein geburn nam zcu der e. 



96 

[41.] Herczok Vlricb iagit 

Bi Postolopirtensi dem clostir gemait 

Do er durch den walt reit, er sach 

Eine schone iungfrowin sten obir einem baeh, 
5 Dy barfuz vnde an ermein woz gewant 

Se waz ein gar schon purin gnant 

Si bei do by scheinliche sit 

Er schon virwundirt er sich do mid. 

Er nam si czu hant czu einer herczogin. 
10 Si waz tuginthaft in rechtir min. 

Si het den nom Bosena. 

Dy herin hatin im ver vbil dy heirat al da. 

Er sprach: er herin, ir sullit horin, 

Gar ansichtig vrown vz den pauwerinn wem. 
15 Dy gebaren nemen der virnemer tochtir, 

Dy machtent vor alten richten edel drotir 

Vnd oft straft dy armut dy gebursche edelkeit 

Wir sin al komen von einem vater her. 

Der nennet sich edil, der vil silbirs hat 
^ Dy edel mit der geburisheit gemiszchit stat 

Secht dar vm min wib Bosena! 

Vil mer wil ich lachin da 

Mit einer bemischin purin, 

Wen eines fremden koniges tochtir gewin. 
^ Einem iclichin ist daz hercze czu siner ^cungin groz. 

Dar vmb wirt ein vremde nummir min genoz, 

Noch minen lutin wirt si nit getrwe. 

Fremdes gesinde wirt habin ein froindem. 

Min kinder wirt sy deutsch lerin 
30 Vnd ir gewonheit virkerin. 

Do von an der zcunge 

Wirt ein groz zcweiunge 

Vnd dem lande zcu hant 

Ein recht virderbnize bekant. 
36 Ir herin, ir wiszit nit euwir wegirs. 

Er habit mir min heirat verwegir. 

Wo wolt er nemen tulmetschin, 

Wan er stet vor miner frowen deutschin? 



97 

Du der herczog von der Bosena 
Einen son het al da, 
Der wart al czu hant 
Briczcisslab gnant. 

5 Von dem stolczin knabin 

Herczog Briczlabin, 
Der dez keisirs tochtir 
Furt vz dem clostir. 

[42.] Herczog Virich virschied der nach. 
10 Briczlab vf den sal man komen sach. 

Der wizz Otto waz keisir wordin in dem iar. 

Dar hatte gar ein schone tochter verwar. 

Ir schon verwundirt dy fursten al sampt. 

Obir al laut man ir schon bekant. 
15 Dy behilt man in einem clostir weltlich, 

Daz Soinibrot genant ist melchlich. 

Du se hirczog Briczlab do selbst wüste, 

Er sprach czu den mitthern alsust: 

Ich gwin min Üb adir ich ich lebe nit. 
20 In daz clostir er an wofin reid mit sit 

Vnd irkriegt daz clostir vientlich. 

Des keisirs tochtir hiz Guta vil suz vnd rieb. 

Du dy Behem in daz closter trabtin, 

Guta in einer Scharlach kappin 
25 Sich virbarg bindir einen altir in einer cappellin. 

Der herczog fürte Gutam vs der kircbin snellin. 

Er saz mit er vf daz ros. 

Si virspertin daz tor mit ketin vnd mid sloz. 

Dy wil waftin sich dy conuersin, 
30 Du sich hetiu gesampt von erstin. 

Si giengin kegen dem herczogen geweldeclich. 

Der herczog hub si zcorneclich. 

Guta hink sich an en vor vorchte als ein leit. 

Etslicb conuers stund vnd nit hende het, 

12. ? Per. 30. ? Die. 

Dalimii. 7 



10 



98 

Dem andern man den fuz abeslug, . 
' Der dritte hatte wundin in daz houbt und allin endin gnuk 
Dem yierdin si an der sei ligin tetin 
Vnd ein gar dick ketin 
Hieb Briczlab mit einem swert. 
Gutam er gesunt behert. 

Wi der herczog quam gnaden 

Vnd wi in der keisir wolte begabin, 

Wen ein fürst von Behem sucht eins keiser hof, 

Daz er ein mil vm sich inbunen schuf. 



Der keisir Gutam vatir, 

Du dez wart gewar er, 

Er gebot in ein heruart czu gen 

Vnd swur, sin stui muste zcu Bolezlabs steu. 
15 Du Briczlab daz gehört het, 

Den lantheren er kunt tet: 

Ist in in Behem not zcu rennen, 

So wil ich in Beyern brennen. 

Du daz Guta dy berczogin irhorte, 
30 Si antworte dem berczogin drote, 

Es were nicht ein gutir rat 

Dar vmb irstund des vrleugis tat 

Ich geu gein dem minen vatir 

Vnd bringe ez czum gutin ende dratir. 
26 Dy berczogin gink irem vatir enkegin 

Vnde wolde irem übe gnade irwerbin. 

Du der keisir nit wolde volgin irem wiln, 

Er sprach: ich wil minen eiden nit stillin. 

Ich han gesworn, daz min stul 
30 Czum Bolezlabs sten sol. 

Gebe ich im gnade, so muste ich dez abegen. 

Dy tochtir sprach: daz mag man vndirsten. 

Gib mer den stull ich wil en seczin al dar. 

Der keisir gebot .in dem seibin iar 
95 Sin stul zcum Boleslabs seczin 

Vnde gebot der herczog sich mit libß leczin. 



10 



99 

Wer zcume Bolezlabs ist gewesin, 

Der hat den stul vil wole gesehin. 

Do gab der kaiser sinem eidin zcu einer morgingabe 

Dem kunen herczogin Boleziabe. 

Er sprach : ytem dich du ein keisir zcu höbe rufit, 

So brenne eine mit vm dich nit raube dürft. 

Das die bemisch fursten 

Gzu einem rechtin by nom 

Von romischis richs gabin 

Dar nach genomen habin, 

Da von si in einen schilt 

Ein adlar gebilt 

In einem füre geruoren 

Mit rechte wol gefurin. 



15 Wez Briczlab dar nach weit 

Rechin, als er billich solt. 

[43.] K seinen anheren 

Er gink czu Polan verrin 
Vf herczok M<^skam. 

20 Meska kegen im vz kom 

Vnd al an dem seibin strit 
Weich Meska vil wit 
Von Polan biz zcu Glogow. 
Hettes du in der seibin grow 

25 Ein polonisch wort 

Nirgin do gehört, 
Wan daz gancz Polan laut 
Czu aschin waz virprant. 
Herczog Briczlab saczte sin zcelt 

30 Czu Kniciena vf dem velt. 

Da man von danne nom 
Der fünf brudir lichnam 
Vnde sant Radomirum son. 
Do man czu sant Woyczeg kom, 

85 Der wolte sich nit nemen lazin, 

Biz si dry tage musten vastin. 



100 

Grosz ainpt si machtin. 

Czu hochczitin si trachtin, 

Wy man dy leuthusir virlyse. 

Si widirsagitin dem genizze. 
& Dy aygent leut, dy sy hettin, 

Willich do da widir tetin, 

Dy worin in dez bischofiz ban. 

Sant Woyczeg liez sich nemen von dan. 

Du si daz hattin gar volbracht, 
10 Wan si worn wol bedacht. 

Dar vm in den ban ouch namen si andern alle danne. 

Waz er do waz dem mal danne, 

Dry guldin tauein si do naoien. 

Der ein iclich gich zcu sammen 
15 Dry hundirt pfunt in vullir wage, 

Dar vndir Meska der so clug 

Ein guldin creucz het, 

Daz er czu der seibin stet 

Gemachit het von darin gulde, 
so Do mid er sich, ob er wolde. 

Mochte dristund widerwegin habin. 

Daz kom buch dan von sinen gabin. 

Dar zcu so wil ich sagin. 

Mit glockin hundirt wagin 
25 Furtin si ouch uon dan 

Vs dem lant von Polan. 

Ouch andir türe cleinot 

Vurtin si von danne sat 

Nach Crist gebort daz geschach 
j» Tausint iar, des man iach, loss 

Vnd dar nach vir war 

Achte vnd driszig iar. 

Wi vm der Polaner schadin 
Der keisir wolt dy Behem ladin. 

^ [44.] Die Polan clagtin vf dy Behem, 
Si furin do mid hin czu Rom. 



101 

Der babist bcgun den Bemin czu dron. 

Do er dy Bemin abir schon 

Im czu gnadin gen sach» 

Der babist dar nach also sprach, 
5 Er gebot an allin Spot, 

Daz si dy missetad gein got 

Soldin ablegin 

Vnd sich der buz virwegin. 

Der herczog stift ein kirchin do 
10 Dar ymb zcum Boleziabs aldo. 

Czu der zcijt starb der keisir 

Qutam vatir also vreysir 

Vnd do mit sinen tot 

Gienk vil lern vndir drot 
16 Ein andir keisir wolt von Bemin 

Dy schecz von Polan widir habin. 

Dar vm wolt er Briczlabin 

Daz herczogtum genomen babin 

Vnd ylte zcu Bemin ser 
20 Mit einem groszin her. 

Er quam noch siner ger vil balde 

Czu dem bemischin walde. 

Man sagtez herczogen Briczlab balde, 

Daz si iczunt biltin by dem walde. 

2:> Wy herczog Briczlab 

Den sinen antwurte gab. 

Briczlab sagete den sinen: 

Daz Wirt wol scbinen, 

Daz wir nit chinvorhen pogin haben 
90 Noch lindin swert tragin 

Vnd vz dem keisir man nit 

Milch vor Mut gehln sijt. 

Ob hl erraicbt min «wart, 

Daz bhit vz siner scheltin sich glein wlrt, 
» Als vz der minen. 

Als schir er daz sprach gegin en, 






102 

Er gebot al den siDeo, 

Czu Tanst irschinen, 

Vnd sprach: wir snln vns zcn Taust sammin. 

Er horte, daz dy Sazsin einen andim w^ komen. 
5 Er sprach: furch tit der Saszin siege nit! horitl 

Vnde gebot Prokossio von Belyn dort 

Gegen den Saszin zcu gen witin 

Vnd vbir ein mit in stritin. 

Er sprach hutt mid namen: 
IM Laz si mit dem keisir nit czu samen komen 1 

Ob du vmb wirdes geslagin, 

Ich wil dich keinen schadin lazin tragin. 

Achte nit für des stritis zcil, 

Of wenig adir vil 
15 Dicke vf vil zcagin 

Wening leute irbeiagin, 

Wan wenig wispiln suchtig 

Machint vil vligin fluchtig. 

Vil aglastir vnd zcuchtig 
to Macht ein hawich fluchtig. 

I)v Saszin habin wiz har 

Vnd dy schrift sprichit verwar, 

Daz semlich chun wern. 

Wirdigir rittir, hut dich vor bosin wortin gern, 
ts Wan nit tür ist- ein gut wort 

Ich wil dich mid den deinen hört 

Als lange bescfaermin als ich bin. 

üe mit gote, der mit dir geruch sin! 

Wi der keisir vmslan wart 
30 Vnd sich cza vlibin kart 

Der Prokoss gink gen dem keisir. 

Gein dem Taust quam er also vreisir 

Vnd horte, daz der keisir iczund waz in dem bemischin wald. 

41cm her gebot in den wald komen palde. 

4. ? niht hart 



103 

Er gebot den fusgenger vmb den wald 

Vnd vmb die Dewetscben sich schicken bald. 

Dez begunden im czu vir ubil habin dy herin. 

Si sprachin: ob si vns czu stark wenn, 
5 Wol wir wer enken. 

Er sprach: ir sullit by ein andir sten. 

Er irwert vch adir wert irslagin. 

Ich wil an ere nit von hin iagin. 

Ich habe gebotin den fuzgengirn, 
10 Daz si dy do vlihin sullin henkin. 

Dar vmb sijt frutig czu diszin stundin, 

Wan si vnsir richtum wollin ruckin. 

Ob er nit wullt den Deutschin 

Kinder vnd ewer husfrowin lihin, 
lö So zcimpt vch by ein andir zcu sten. 

Ez ist wol recht de virebil widersten. 

Du bot ir vf den keisir ruckin. 

Du gesigtin dy Bemin mit irn tuckin. 

Si irslugin der Deutschin also vil, 
20 Fürstin vnde grefin an zcil. 

Der keisir intphloch kume mit den lutin. 

Vil achpir leute wordin dem tode geben 

Vnde machtin ein capein 

An der stat vm dy selin. 

25 Wi Prokossio an der stat 

Siner vntrw gedankt wart. 

Frokossius wolde nit gein Sazzin, 

Er wolde si in dem lande irgen lazzin. 

Er iclichir waz vngetnr bekant, 
30 Wan der herczog brant daz laut 

Vnde er schate Prokossio in nichte. 

Du der herczog widir quam czulicht, 

Er hiez Prokossio dy ougin vzbrechin 

Vnde sich do mid rechin 
85 Vnd dar nach hende vnd fuze abslan. 

Dar er nit wolde gein den Sazsin gan, 



104 

Vnd si liez vm gen czu baut 
Nach irem willin in dem lande. 

Von der paffin zcendin 
Sollit ir werden sehin. 

5 [45.] Der herczogin waz Guta der nom. 

Okardus der waz ir ohoro. 

Der wolde von ganczem zcehin 

Zcwenc phenninge nemin, 

Von einem icliehin rauch 
10 Czwey maz fruchte auch, 

p]in maz fruchte weyszs vnd habern dy andern 

Gebot er dem pfeuer gebin czu handin. 

Nach Okardura Hissa bischof waz, 

Noch Hissam Severus besaz. 

15 Bi dem herczoge di purk 

Czu Präge vermurt. 
Di Vngern rucktin dy lut in der vrist 
Herczog Briczlab etc. 

Herczog Briczlab bestunt kunlich 
jo Vo Vngirn den koning rieh 

Vnd dy stat zcu Gran 

Er frutlich gewan. 

Er gab si vm gelt zcu haut 

Dem herczog von Breziab vs Polan, 
25 Dar er im gab alle iar 

Acht hundirt mark silbirs gar. 

Er het ein son Sbyhoyerium gnant. 

Dem gab der vatir Pilsin lant. 

Czu der zeit der herczog vmb gab 
30 Mit der mur dy bürg zcu Prag 

Vnd sin sun Swyhowerus 

Solte gemurit habin zcu sent Gurgln. 

Czu sente Gurgin dy aptissinne 

Waz Gutam nunul der herczoginne. 



105 

Do stund ein bacowen, 

Da waz ein strik geczogin, 

Daz dy mur gink rechte. 

Der herczog sprach: den bakoven nider brecht! 
5 Er sprach: hflr werdin dy Tutschin nit lachin 

Vnd in dem bakouen vladin backin. 

Du daz dy abtiszin irhort, 

Si sprang vz er kammer dort. 

Den herczogin vmb gab si 
10 Mit tutschin nunnen dy 

Vnde antwurte scherflich mit suzsin wortin. 

Si sprach : dein bemisch fruntschaf ist uir ein frund besundirn. 

Ich habe grosz gesiger der Behem dar vndir. 

Si sprach: ouch sullit er wiszin, 
15 Daz dez herczogen sun sich hat gevlizsin, 

Wy er den bakouen mochte zcu brechin 

Vnde mugin vns an den viendin rechin. 

Sent du gen den bacouen macbs gesteu, 

So magestu an sorge vf dy S wohin gen. 
20 Herczog Swihoyerus behilt sin zeucht do. 

Er kart irn zcorn in lachin so. 

In Merhern czu der zeit 

Rucktin dy Vngir dy lüt 

Di Bemin vbir sy sich irhubin. 
25 Do si lagin zcu Ghodoym, 

Do werte sich Briczlab. 

In der staid gink der Bemin gesiger ab. 

Daz gancz laut waz trurig vor not 

Vmbe des seibin herczogen tod. 
30 Icleichir als sin vatir mit clage 

Beweinit en mit besuchin sinem grabe. 

Von der Tutschin vient do 
Herczog Swihoiero. 

[46.] Swihoyerus wart zcu herczog irkorn. 
35 Er bewisete den Tuschin sinen zcorn. 
Er hiez in drehin tagin 



106 

Di Tutscbin al vz iagin 

Vnd ouch von sent Gorgen dy abtissiii, 

Dy saczt er vflf ein karn in grim. 

Er fürt si vz dem lande balde 
5 Vnd liez si in dem peyrschin walde. 

Sin mumelin mit im dern allen 

Lut er vz dem lande mit wider kallin. 

Do er alle Tutsche bette virtrebin 

Vnd alle ander vrom vermitin, 
10 Als vz dem gartin dy nezil, wo si stet, 

Als vz dem rozscbofp dy clet, 

Er gink in Vngirlant 

Di der leut zcu Mebern wnstir wom bekant, 

Si wurdin obir wundin von den gestin. 
15 Er irkrig in Vngirn vil vestin. 

Vier brudir hat er, 

Den tet er als sinem vater. 

Abir du si zcu erin iaren quomen, 

Si in hertiscundums dinst sich namen. 
^ Er schuf nach im daz herczogtum 

Vratislao nach sinem frum 

Octon vnd Gonrado Merchern. 

laromirum hiez er bischof wern, 

Ob der bischof e stürbe 
25 Adir ob er des todes nit virdurbe. 

Vnde wer ez im genem zcu beitin, 

Als Volk solt er in gredr gegent richin. 

Vnd ob daz bistum nicht wer veil, 

So solt er si habin zcu sinem teil 
so Ouch vndir si tailt er 

Hundir tausint mark Silbers adir mer. 

Also schickt er sin bruder von im. 

Di taylung waz allem brudern gwin. 

Si sprachin alczuhant: 
»5 Vnsir brudir hat vns wol getan. 

Wi laromir hat den nom uirwar 
Vnd von einem turin iar. 



107 

Du laromir grecir geegent had, 

geviel im ein stad. 

Einen hof er im an der stad bowit, 

Der sinen nomen had noch hüt. 
^ [47.] Swyhoyerus do virschied. 

Sin brudir Braticzlab Beroin zcu licht 

Nach Crist gebord virwar 

Tausint vnd vier vnd driszig iar. 1034 

Ein solich hungir in dem iar 
10 Erstund in dem lande vimvar, 

Daz der leut daz vierde teil vbir al 

Starb vor hungir alczu mal. 

Von keisir Heinrichen 
Den dritten. 

1^ Keisir Heinrich der drit waz czu Rom. 

Sin keiserin euch zcu Mailan kom. 

Do si mit ir iungfrowen 

Gieng in der staid schowen, 

Du wolde si dy gemein virderbin. 
20 Dy wisistin woldin dar vmb sterbin, 

Y doch snitin si irm roz den zcail dan. 

Dar vmb sich der keisir von Mailan. 

Er sprach, ez im wo] zcem, 

Daz er nummir von der stat quem, 
25 Biz er si irkriet hette 

Vnde sin wille dar an vorget 

Der keisir gebot mid namen 

Dem herczogin von Behem zcu im zcu komen. 

Do begunden dy lute zcu redin in der stad: 
so Man komit dem keisir zcu hülfe drot 

Vnd dy sint also grttelich geut, 

Daz si eszin andir leut. 

Iclieher gedacht, waz leut dar komen. 

Du daz dy lute virnomen, 
95 Daz man dy mer von en gesait hat 

Vnd do si nehentin der stad, 



108 

Si begiiigin ein groz vntrw mit vlissin 

Vnd nomen teig, als dy kinder vf dy spisze. 

Daz lizsin ü sehin von in, 

Daz si daz eszin genczlichin, 
fi Daz dy Bebem dy new geborn kinder 

Ezsin als dy rinder. 

Daz gloubtin dy Lambardir. 

Von den Bemin dahin si grosze mer. 

Dy stat vorchte sich vaste dy vrist. 
10 Si sprachin: dy mutir arm ist, 

Dy mit irn kindern 

Dy leut tar beitin vnd gehindern. 

Als schir dy Behem komen zcu der stad, 

Si swembtin vbir des waszirs pfat, 
15 Wan Adolenus von Kiss 

£n den fürt sucht mit vliz. 

Da von quam daz gesiecht vor sich. 

Di Bemin machtin in larnen gruelich 

Vnd dar vndir mit vreislicher tad 
^ Gewunnen si dy stad, 

Wan do dy Behem stigin 

Obir dy leutir vf dy mur gesigin, 

Dy Lamborter wontin, 

Das si in als der tufiln lontin. 
25 Si vlohin vaste by nomen 

Vnd torstin nit gein en komen. 

Dy Behem rachin des keisirs laid. 

Si begingin ein groz bosheit, 

Der ich mich schem zcu lachin. 
^ Si begundin vaig vz den vingern machin. 

Noch wo du si rechkes ein Lamborder, 

Ez ist im von der gar vnmer, 

Vnd solt er dar vmb sterbin, 

Er wolde dich virderbin. 

Dy Bemin worin dy erstin in der stad. 

Si nomen do dy bestin cleinot 

Noch stet ein fuz obir Präge zcu sente Vit, 

Den man einen cherczal geit. 



rs 



10 



109 

Man gloabt, dai er von Salomons tempU komen her, 
Den do dy Meilanir nomeii, 
Do si cza Ihemsalem komen, 
Do ü mit Tyto Tnd Vespiliano 
Warin geritin vf dy luden do. 
Du macht vor dem altir» ob da wild. 
Den fuz scbowen mit dem bild. 
Wiz daz sidi das mog werieh by tag, 
Dem mit nicht geüchin mag. 
Da von Ynd dy Podybradir 
Dy erstin warin vz dem her, 
Dy vf dy. mnr torstin geatigin 
Vnd sich do woltin zeeigin. 
Dar ym modit si von dem herezogen wol gezcemen, 
15 Daz si dy leitern czn forin vf dm sdifld nemen. 

Wi der keisir den.herczogin schon 
Dez erst gab im dy krön 
Ouch mit dem wiszin lebin 
Vnd des kur zcn nemen. 

M [48.] DeuL keisir waz der dinst genem. 

Er gab dem hercz<^ von Behem 

Ein wal, daz er nemo drot 

Dy dry heilige konige von der staid 

Odir in dem lande habin ein konie^ch. 
i^ Der herczoge gab ez aln lanttntui glich. 

Dy krön er do vil schon bat 

Dem ridi nach iron rad. 

Der keisir vorwandelt dar nadi 

D^n h«rczogin den schild, daz man sach, 
90 Er wolt en oncb dö mit begabin. 

Da« er an sinen hof ein ampt solde habin. 

Czn der cz^t gab er vor einen swarczin adlar 
. Ein lebin: sny wiz gar, 

Abir wan dy ftur^tin gewar wmi, 
S5 Czu/dem fibre ein tof zcn habin 

Ynd mit den ampt dinen zea bof^ 



110 

Do irlost er en von dem topfe. 
Er machte en einen schenkin in deme höbe, 
Vnd wan man einen keisir erweit dar yfif, 
Dy do erwelent, ob man si nicht 
Tragin ober ein sijt, 
So gebot ir im czu gen 
Vndir dy korhern, 
Vnde wilchem er selbir gebe, 
Daz der keisir sy vnd lebe, 
10 Der keisir cronete Wratislabum den erstin koning. 

Er ruft en konig czirPolan vnd in Bemin rieh. 

Wi den Behem wolt nit zcemen 
Ein tutschin bischof zcu nemen. 

[49.] Bischof Seuerus giuk ab. 
15 laromir. sich vor den brudir gab. 

An Swyhoierus geschefte mant ir en. 

Der koning hat ez wol in sinem sin, 

Y doch wolt er habin getracht 

Vnde einen tutschin bischof gemacht. 
20 Dez richiz leut schrien, 

Si ritin vf dy erin. 

Si botin Eoyacham, daz er wolt. 

Er wort redin, ob ir solt 

Vnd dem konig clagte. 
25 Do Eoyacha het rat geuragt, 

Do vndirwant er sich laromrs rede gern. 

Er sprach: konig, geruch dine lute irhorin! 

Geruch vf dinen bruder gedenkin wol, 

Daz er daz bistum vor sin erbteil haben sol. 
30 Er sal ouch vf dem stul siczin. 

Ez zcimpt nit, daz nit konige wiczin 

Sol sinen brudir virsmehin. 

Wer wellin daz bistum nit Tutschin lihin. 

Dein brudir wertreibin dy Tutschin mit arbeit. 
w Wir wiszin nicht, wer dy gelobede had. 

konig, du hast al din ere 



111 

Von dinem Behem mere, 

Dan von cheinem Tutschin. 

Da von hastu mer vntrw vnsuchin. 

Daz laz wer nit czu gen, 
5 Daz ein Tutschir vnsir bischof suU sin. 

Der konig sprach: ist ez ewer wort 

Vnd fuget ez vch wol hört? 

Si antwiirtin: o konig, der vreigunge gib, 

Wem du wild, nach diner übe! 
10 Wir habins mit im 

Mit vnsirme gude vnd lebin. 

Du sach der koning, daz ez geyn der gemeine 

Est swere zcu strebin, als do wol schein. 

Er sprach: ich wolde euwir truwe virsuchin 
!*> Vnd danke vch , daz er sin wolt geruchin 

Vnd werirme herczogen getrwe sit gar 

Vnd ich gan minem wol brudir des bistumiz an var. 

Ich wil im dar czu geholfin sin, 

Doch wellint en dy korhern nit nemen dar in, 
20 Dy tumheren den bischof gern hattin. 

Dy Tutschin hiezsin en Gerhartin, 

Der vbirwant lohannem 

Czu Mehern den bischof genem 

Vnd sprach, daz Olmuncz dort 
25 Czu dem pistum von Präge gehört. 

Er sprach: ein bischof machis du dich. 

Machtu es bewern , so sprich 1 

Ich bin bischof gewesin biz her. 

Daz bewizen ich mid brifin., sprach er. 
30 Bischof lohannes clagete vbir in dem bobist. 

Do wolt der von Präge nicht suchin des tags. 

Do begunde im do bobist zcumen, 

Abir Mechthild dy Lamborderia 

Des konigez tochter im czu helfin begunt, 
35 Wan si in het vor einen gebom vreunL 

Dar vmb erte si in dy gut. 

Mechthild laromirs dez bischofs blut 
' Gein dem bobist im hulde gewan. 



112 

Von der des konigiz tochtir ich ban 
Vndirwegin gern laszin, 

Waz von in dy kronikin ist gelegin mit maszin, 
Wan si czu vnsirme lande nit gehört 
5 Vnd ouch dy rede czu mer nit ist gesport, 
Daz mich wolgeczogin vnd gedoldig 
Ein yngeczogin rede nit schuldig 
Sprechint, wan du daz hast geschrebin. 
Da von hastu der schuld genigin. 

10 Wi der konig Benedam in vrid tet 
Alhi daz geschribin stet. 

[50.] Der konig vmb den herczog eruant 

Vnde Leupoldin von Osterrich oberwant 
Dar nach gink er obir den von Winden 

15 Vnde vf den von Miszin mit gesinde. 
Huuoldets dy bork het der koning 
Gebuwit biz vf ein wenig 
Vnd von Miszin lag daz her 
Vnd vf Miszin waz ein Behem kuoner, 

20 Der waz Beneda genant. 

Der hatte des koniges vngenad. 

Der konig gebot Benedam mit nomen 

In vride alein czu im komen. 

Der koning red mit im vnd gedacht, 

25 Daz er si in vride czu tode wolde haben bracht. 
Er trachte sin vntrw mit vntrw rechin 
Vnd vrogte, waz er mit einem swerte mochte gestechin. 
Beneda sprach: du macht schowen. 
Ich wil zcwen molnsten von ein ander hauwin. 

3^» Der koning wundirte, ob ez mochte sin war. 
Vil leicht Beneda si do rumpt da vil gar, 
Wan dy sterk mochte einem furstin czu scbadin 
Vnd si mochte einem furstin geczemen 
Vnd ez mochte war wesin, 

85 Als man noch vindet gelesin, 
Daz man Rollant hat gesehin. 



113 

Do dem koning der schade waz gescheü 
Von dem heidin, als man gich 
Odir er wolt en irschrechin do mit. 
Dar vmb er ez villeicht red. 
^ Do nam der konig daz swert vnd tet, 

Als er ez schowin solt. 
Er greif nach dem swert, als er wolt. 
Er nam ez von im vnd schud ez dar nach. 
Den seibin er do mit durchstach. 

i«> Wi herczog Wratizlab in Saszn glank 

Vnd wi kurcz warn sin gedank. 

Dar nach sante der konig sin son 

Gzu Miszin herczog Wratislauum 

In Saszin lant 
15 Mit Sderaden einem wisin man gnant. 

Mit in in Sachsin in den herczog 

Ein kintlich torheit vlouch. 

Er begunde sich zcu kulin in dem was/ir 

Mit den kindern also bloszir. 
20 Sderad czu dem herczogen sprach: 

Er Sit nit in notin gewesin wuir tage, 

Er wanszit vch in vucr vibnde waszir du 

Vnd wenit, er swimbit in der Molda. 

Ob er ez bedenkin wolt, 
2^^ Vf einem hengist in wafin er siczin solt. 

Vnd secht vmb vch witon 

Vnd huot vch vor den viontin, 

Ob si schir vz den buschin goni 

Do begunde der herczog vf Sdoradum cy.onion. 
ao Er sprach: du bist ein blodiz tyr vlrwur. 

Vriz mich nit, sint ich habe mino iarl 

Alle din tage bistu blodo gowoHtn. 

Vnde gebot im czu iagin vor otnom vcmiii. 

Der herczog badete mit den tunKhorrin. 
35 Sderad sprach: ich furchte von clor korln, 

Wan alein dy kiuder do bleibin. 

H 



DalimU. 



114 

Sderad sach dike vmb vor den dibin. 

Du er ein wenig noher kom^ 

Alczuhant er virnam, 

Daz sich ein stoub vil groz 
5 Vf den herczogin ergoz. 

Sderad hiez loufin dy vorrinner, 

Daz si schouwetin, waz do wer. 

Er gebot oucb nach wonhin, 

Daz er iagin vf in. 
10 Do worn Sachsin vf den herczogin komen, 

Daz hat er im wol virnomen, 

Vnde hatten vil iunghern irslagin. * 

Den herczogen sach man wenig clagin. 

Er werte sich gar kunlich. 
15 Dy Saszin warn mechteclich 

Vf en iczund ab gestandin. 

Man reichte in dy sper zcu handin. 

Sderad quom vndir dy Saszin mittin. 

Er virtreib si mit vnsittin. 
20 Do irslugin si Saszin vil 

Vnd enkiengin schantin ane zcil. 

Da by morgen alle trachtin, 

Dy der eitern rad nit achtin. 

Wisz, daz dy alden lern dy virsuchung 
25 Vnde dy geschieht macht en wiz vnd vrome. 

Als lange einen dy virsuchunge gern 

Vnd dy gesiebt nit lern, 

Als lange ein iclichir sit 

Vnd achtit des ratis nit. 
80 Dy Bemin wordin vmb dy tad tobin. 

Schand vnd schadin, den si nomen, 

Begunden si rechin vnd irn schadin rechin 

Vnd daz lant allir erst virwustin vnd virbrechin, 

Dy Sachsin ouch virderbin 
86 Vnd er kinder mustin sterbin. 

Dar nach zcu der seibin zcijt 

Der keisir mit groszim strit 

Dy Winden kunlich obirwant 



o 



20 



2;> 



115 

Vnd dar nach Saszin lant 
Ire leut vil erkrigte, 
Dar an in wol ginigete. 

Di gab hiz der keiser*di Behem zceln, 
Daz si ir furstin mugin selbir irweln. 



[51.] Du der keisir vf den koning von Vngirn gink, 

Den koning von Behem er mit im vink. 

Der keisir wüste der vngirsin sittin nit. 

Er waz mit in gar vbil virpflicht. 
10 Mit ern wer er vz Vngern nit komen, 

Het er den konig nit mid genomen. 

Der koning von Vngirn drystund virruckt 

Vnd vf der Deutschin zcel virdruckt. 

Als dycke bestreit en der koning von Behem, 
15 E dy Tutschin vf komen, 

Daz dy Bemin dy Vngern obirwundin. 

Der von Behem virtreib dy Vngirn zcu den hundin. 

Er en ouch darczu en betwank, 

Daz er vndir sinen dank 

Dy touf must zcu nemen gahin 

Vnd czu czeichin daz creucze vf den Schild entphan. 

Di Vngirn in der seibin czijt 

Wurdin in irn landen getouft wit. 

Der konig abir taugin 

Het nit rechtin gloubin. 

Der keisir, dar nach im waz gelungin. 

Dem konigrich czu Behem vreyunge 

Vnde dy wiUekur an der kur, 

Wan si nit hettin, ob ez gepur, 
30 Ein naturlichin furstin. 

Den si irweltin, doz si den genemen torsten. 

Czu der zeit wolt der bischof 

Gein Rom sin gegangin czu hof. 

Er must abir von vientschaf krumme 
35 Vnd durch Vngern ritin vmbe. 

Vf dem wege er virschied czu Gran 

8* 



I 



116 

Vnd Kosma vf daz bistum quam. 

Wo von Sderas den nom hat, 
Daz alhi beschribin stat. 

[52.] Der koning wart vf hohuart trachtin. 
6 Der wart sin brudir nit achtln. 

Dar vm er vf sinen bruder mist, 

Er wolt en habin virwist 

Vs dem herczogtum czu Mehern. i 

Do er für Brunn kvm mit den herrin. 
10 Sderad hiez sich daz er begerin. 

Er wolte von herczin gern 

Dez konigiz sun czu schänden bringen. 

Er sprach: ich muz dar nach ringen 

Vnd dem herczogen als zcu Saszin ein zcelt 
16 By dem waszer slan vf daz velt, j 

Daz er sich gewanszin möge 

Vnde deste baz zcu strite tuge. 

Dar vm begunde des kunigiz sun zcurneD, 

Sderadum hiz er vz furln 
20 Vnd verderbin vmb daz wort. 

Do von wart ein groz krig dort 

Czuszin dem vatir vnd dem sun. 

Man begrub vor Präge Sderadum. | 

Da von vnd vmb daz 
25 Nant man dy kirchin Sderas. 



Von send Wenczlabs, der hi 
Bisundir zceichin begl. 

Vratlslab des konigiz son 
Gink czu Poln vf sinen from 
30 Vnd init dren tusint Polan 

Kom er vor Präge gegan. 
Er stunt in dem pruzzich czu hant 
Vnd virwuste gar ser daz laut. 
Den vatir begunde er mit sittin 






117 

Vm ein strit czu bittin. 

Der konig waz nit bereit gein im czu gen, 

Wan vel Bemin woltin do by nicht sten. 

Si sprachin: ez fugit nit den fingir zcu legin 
5 Czuschin tor vnd drischowel regin. 

Man sach sente Wenczlab offenbar 

Dy stat zcu Proge gesein zcwar 

Vnd sente Woyczeg bewisete sich Wratislao. 

Er gebot em, daz er sich gein dem vater do. 
10 Dar vm gink der sun dem vatir czu gnadin czu haut, 

Doch forchte er den vatir vnd gink vz dem lande zcu haut. 

Du virschied koning Wratislab. 
[53.] Sin brudir Conrad quam vf den sal, 

Wan dy lantlute woltin 
15 Sin son nit nemen, als si soltin, 

Dar vmb, daz er wolde strebin 

Vnd sich gein den vatir torste irhebin. 

Si sprachin: lazzin wer en des geniszin iczund, 

So werdin vns vnsir kinder daz selbe tun. 
20 Si namen nach rechte czu irem herrin 

Conradum von Mehern. 

Wi man herczog Wratizlab 
Daz rieh widir gab. 

Herczog Conrad virschid in dem erstin iar. 
25 Vratislab gink zcu dem keisir dar. 

Er warb vm daz rieh in deme gerichte 

Vnd luot dar obir zcu gezcuge erbir leut, 

Daz er gein dem vatir stet 

For einen boszin willin gehabt hat. ^ 

30 Doch gink er in den strid nit. 

Durch den willin nimant schuldig wirt. 

Vmb dy seibin wort 

Erteilt im der keisir widir daz rieh dort. 

Do bestreit Wratislab dy Polan. 
35 Er gewan en vil vestin an. 

Dar nach crigin er begunde 



118 

Mit dem drittin brudir dy stunde. 
Er wolde en virworfin habin vs Mebern, 
Dar czu reicztin in dy Worsowicensir. 
Si woltin nit gern, 

5 Daz dy brudir mit vride wem. 

Wratislab gink yf den bruder zcu Mehem. 
Swathopluk gink im intgein gern. 
Do dy furstin beide vf dem velde lagin, 
Vf einem ho.hin berk von geschieht 

10 Chomen si al ein zcu sammen. 

Als schir se sich irkantin by nomen, 
Do woltin si nit stritin. 
Swatopluk sprach czu den gezcitin: 
Brudir, ich weiz wol, daz von groszin neit 

15 Vns zcu tutein vnd reiczin vnsir leit. 

Si wellnt vnsir geniszin, 
Des mag vns virdriszin. 
Si raiszin vns zcu ein andir. 
Stant mit mir in vride besundir! 

20 Hör mich, über bruder mini 

Da von wante si vnsir lute sin 
Vnd turn vns zcu sammen reizsin, 
Laz wir si pit grosze vrasin biszin 
Vnd vnder ein andir slahin, 

25 Das si vns als iahin 

Verwerrin nimer vnder einandir, 
Daz si den lieb vm daz silber in iamer, 
Daz si von vns genomen habin, 
Widir wegin mit blut in dy grabiu. 

30 Wratislaben dy rede Hb waz. 

Er sprach: o brudir, du solt wiszin daz, 
Der arm ist, der durch fremd red in zcorn 
Sinen vienden zcu nest wirt geborn. 
Abir sent vns reiszin vnsir leutl 

S5 Laz wir si irr bosheit intgeldin hut! 

Dy furstin schidin in vrid von en andir, 
Her einer, hindir den ander. 

25. ? Up. 



119 

Si samptin dy lut 

Des moi^ns zcu dem strit. 

Dy Wursouicensir ir furstin reiszin 

Do seibist dy Mehern irslugin, 
5 Wan si wlohin. 

Welich si gereiszit hettin, 

Hettin ein vrolich antlicz stetes, 

Vel lute beidir siet. 

Vnd nach dem seibin strit 
10 Wratislab sich zcu frede geit 

Mit dem brudir sin. 

Si tetin groz tugint schin. 

Von^einem tutschrn iegir, 
Der nach der Behem ger 
15 Wolt dar vm mit durstin, 

Daz ir virderbt irn furstin. 

[54.] Czcu der czijt dy Wursouicensir zcu haut 

Wozey vnde Mjachne worin genant, 

Dy warn irr furstin virderbir. 
20 Si dachtin do von gar ser, 

Wy si der furstin geblecht verderbin mochte. 

Der herczoge hat einen, der waz genant Lorche, 

Einen deutschin iegir, 

Dem er trwuete zcu ser. 
25 Dem lobit Wozey vnd Muchyney vel, 

Biz si den Tutschin vf ein zcel 

An dem wege brachtin, 

Daz er wolt dar vf trachtin, 

Wy er den furstin mochte virderbin 
30 Vnd nit dar vm solde sterbin. 

Der herczog mit sinen getruwin hört. 

In wolde Lörch virderbin dort. 

Der herczog im gar wol getruwit. 

Doch vf sin trw er en vragit. 
35 Lork legete vf Bohucham dy red. 

Er sprach: ich bewiz ez vf der stad, 



122 

• 

Daz si Worziwoutn vz trebin 

Vnd mit herczok Swatopluk gedigin. 

Si mustin czu dem keisur varn, 

Do si sin gezceuk warn. 
5 Ach arme giczecheit, 

Du bist leidir wit vnd breit 

Bozer mensch in der halb virderbt. 

War vmb bistu vszin geverbit? 

Du sagist ein wenig suzz, 
10 Dar nach bittirs biz vf dy fuzz. 

Vmb dein dinge mit vlizze 

Virwurfin si irn herczogin weiz. 

Dar nach si do nomen 

Gar einen vreizsamen. 

15 Ein glichniz von den crotin. 

Ein konig von gote si batin. 

Dem herczog wert ir 
Wrsouicensir gloubin schir, 
Wan ir ein hackin, als ir gert, 

20 Obir wuirme howpt sehin wert. 

En ist gesehen als den kratin, 
Der man do mit wol mag spotin, 
Daz in nit fugsam ist gewesin, 
Daz si zcu konig ein balkin losin 

25 Vnd dy crotin vor dem furstin 

Cropiczin geturstin 
Dauchtin sich dy achberistin. 
Si retin also vidir en andir: 
Der minniern wirt destir bangir 

30 Vnd müszin vns in irm notin 

Suchin adir man wert si totin. 
Also dy Merern ritin, 
Daz si den minnern vnrecht tetin: 
Czu irem konig 

35 Machtin si einen krenich. 

Do waz der selbe krenich 



121 

^ Vmb den brudir zcu herin, 

Des berczogen bruder sun zcu Behem. 

Den irwcltin sy czu furstin schon. 

Si sacztin im vf des richis krön. 
5 Sin brudir Swathopluk sin fient jvas, 

Dar vm gunde er dem berczogen, das 

Er wart nit herczog 

In Behem sant Swatopluk. 

Dy getruwin vf sinen from 
10 Vnd ouch Worziwoium 

Der iach, daz er were 

Czu Mehern ein vliher. 

Den bemischin herren ted er also mit. 

Ich wil Swatopluk dinen nit, 
15 Doch muz ich dy worheit redin, 

Ich weiz vndir den furstin vf erdin 

Einen getruwern nicht, 

Einen mildern man ouch nit enlicht. 

Er mag nichtez nit behaldin 
20 Vor iungen noch vor altin. 

Do von virdreuszit mich sin, 

Waz er had, daz er allin schin 

Vnd er ez al sin lantlutin gibt. 

Dar vm wil ich sin diner sin nit. 
25 Du daz dy Worsouicensir irhortin, 

In irm rad si dar czu kartin 

Vnd sprachin: Swathopluk fugt vns wol, 

Wan ein rieh witib virvol 

Wirt oft en arme dem. 
30 Wir. süln in zcum herczogtum entpurn. 

Wer werdin sin nit achten, 

Als mid eime kinde mit im lachen. 

Wir wern von im dy erb locken. 

Als dy swammen vor den stockin. 
35 Do bcgabtin dy Merhem 

Gar vast dy Wrsouicensir. 

Grosze glube si in tetin. 

Dy Mehern also mit in retin, 



122 

• 

Daz si Worziwoutn vz trebin 

Vnd mit herczok Swatophik gedigin. 

Si roiistin czu dem keisur varn, 

Do si sin gezceuk warn. 
5 Ach arme giczecheit, 

Du bist leidir wit vnd breit 

Bozer mensch in der halb virderbt. 

War vmb bistu vszin geverbit? 

Du sagist ein wenig suzz, 
10 Dar nach bittirs biz vf dy fuzz. 

Vmb dein dinge mit vlizze 

Virwurfin si irn herczogin weiz. 

Dar nach si do nomen 

Gar einen vreizsamen. 

15 Ein glichniz von den crotin. 

Ein konig von gote si batin. 

Dem herczog wert ir 
Wrsouicensir gloubin schir, 
Wan ir ein hackin, als ir gert, 

20 Obir wuirme howpt sehin wert. 

En ist gesehen als den kratin, 
Der man do mit wol mag spotin, 
Daz in nit fugsam ist gewesin, 
Daz si zcu konig ein balkin losin 

25 Vnd dy crotin vor dem furstin 

Cropiczin geturstin 
Dauchtin sich dy achberistin. 
Si retin also vidir en andir: 
Der minniern wirt destir bangir 

30 Vnd müszin vns in irm notin 

Suchin adir man wert si totin. 
Also dy Merern ritin, 
Daz si den minnern vnrecht tetin; 
Czu irem konig 

35 Machtin si einen krenich. 

Do waz der selbe krenich 



123 

Ein wilder krotin konig. 

Der achte irs ratiz nichtis nit. 

Di grostin zcouch er an daz licht, 

Nach dem grozsirn sich purgin 
5 Dy dein, e si virdurbin. 

Di deinen der konig virsmehit. 

Den groszern er mit virslinden echt. 

Dy do grostin iczand 

Selczin wurdin zcu der stund. 
10 Dy minnerin si virspottin. 

Si sprachin in iren notin: 

Ir habt vf wuer bosheit 
' Ein koning gewunnen vnd berait, 

Vnd durch wuier bosheit zcorn 
15 Habt er wuer macht virlorn. 

Dy grosztin antwurtin do: 
' Lacht nit! daz waiz ich also, 

Daz der konig von wuir wart wirtschaf von berrin 

Had gebeitin sinen anherrin. 
20 Den wenigin wirt zcu haut 

Mit den groztin we bekant. 

Wan sich dez konigiz gesiecht gesammet, 

So werdin si vns vrezsin zcu hant ^ 

Der clainen waz durste keine da von 
25 Gemischin vndir dy groztin nach gewon. 

Hör min wort 

Andirs hy wan dort! 

Ein fromdes vbil sucht der corat 

Mit den sinen vil drat. 
^0 Bit wir einen balkin zcu konige nit genutin, 

Daz vil vbil hettin wer nit gelictin. 

Ob ich vmmir ein wenig slafin wil, 

Mir wirt von der krummen nasin tromen vil. 

Vart von mur verre er boszini 
^5 Der konig went von siner langen nasin, 

Da wir da von redin 

Vnd sin mit spoit pflegin. 

Den Wrsouiceni^r geschach alsam, 



124 
Da von si namen deinen from. 

Von Bozey vnd Mutine den zcwen 
Ist geschribin hi al ein. 

[56.] Dem koning gebot der keisir 
5 Gein Vngirn mit im reisin. 

Bozey vnd Muchinam geweidig zca hant 

Der herczog macht an siner stad im lant. 

Do dy zcwen houblut waren, 

Nach herczog Worziwoio si lizsin varin, 
10 Do mid si woltin andir herrin krenkin 

Vnd des vrleugiz beidir sit gedenkin, 

Da mit des vrleugiz, als si nit soltin, 

Von beiden herczogen si geniszin woltin 

Borziwous von Polan geladin 
15 Ted dem lande groszin schadin. 

Du herczog Vatek wider kam 

Vnde dy worheit recht vernam, 

Er czeich dy Wrsouicensir sines schadins. 

Der herczog het ein stad, daz man gahens 
20 In dem lande nit beszir vant 

Si waz in Behem Wretslabs gnant. 

Noch stet vf der hofstad wildes kraut 

Nor ein halbe mil von der Maut. 

Der herczok sin getruwern wf daz huoz gebot, 
s«5 Do er mid in saz an dem rad. 

Dy Wrsouicensir si zcu dem rade nit liezsin. 

Des wart si ser virdriszin. 

Dy herin den herczogen do lobetin, 

Vnd wy dy Wrsouicensir toubetin, 
so Si liezsin ir doch weder alt noch iung 

Cheinen lebin zcu der stund. 

Si woltin zcu in gahin 

Vnd si alle irslahin. 

Wi der herczog vzerwelt 
55 Den Mu chn am virderb t 



125 

Der herczog in eine stobin gink, 

Do er Muchinam in e vink, 

Des er doch nicht wüste. 

Der herczoge en vientlicb gruszete. 
5 Er sprach: wor vmb getorst du 

Gehin in min hof nv? 

Du bist diner furstin virratir 

Vnde vnsir vient ein groszer lader 

Vnde gar groszin schadin in vnsirme lande. 
10 Virderbin gebot er en zcu hande. 

c 
Wi der Bosey wart virderbt 
Vnd der tot vf en geerbt. 

Waczkonem vf Boreyum er sant, 

Yf den andir lanczdib zcu haut, 
15 Der zcu Libicz saz, 

Do ein veste stad waz 

Vnd ouch ein bork do, 

Wan Czidlin tiaz waszir so 

Vmb Lubicz fiuoszit, 
20 Do si sich in dy Elbe inguozit. 

Dem herin sagete der hutman 

Von den ritiuden zcu haut. 

Borcius sprach: ich weiz daz wol, 

Daz vnsir her komen sol 
25 Vnd vnsir vrund zcu dem ezsin, 

Dez si sich heut haut vermeszin. 

Dy prukkin er nider laszin gebot 

Vnd dy geste dar in laszin drot. 

Als schir Vatek von dem rosze stunt, 
30 In der stubin er si alle vant. 

Borcium si zcuhant zcu bittin 

Vnd sin gesinde zcu dem tode virsnuttin. 

Wi dy Wursouicenser 
Virtilgt wurden ser. 



126 

Borcius son wloch in den wald 

Ynde waz uohin intgangin balde. 

Der rotir rok in virrit 

Do Waczkonis san ia irsicht, 
s Der selb irslug in noch. 

Alle Wrsooicensir virderbit der herczog. 

Borczius sun czwen czn Präge 

Schone vnde taginüich al ir tage, 

Di warn do czn schul gevam, 
IV Der virderbir nam si vnder dy arm. 

Vf ein vz er si truk. 

Dy chnebelin waintin in gnuk. 

muterl, hilf! o muterl, hilf! 

Also er icUchir rif. 
ib Der virderbir ein hackin truk. 

Daz kinn er in vf hub, 

Czu idichir wiz, als czn einem vich. 

Er slug den schon hindern sich 

Mit einer hackin ab dy houbt do. 
2t} Herczog Swathopluk virtügt si also. 

Der Wrsouicensir gesiecht 

Iczund man gedenkin mocht 

Daz bezsir wer gewesin, 

Ob Bozey wer genesin 
r* Vnd daz Silber nit genomen hette, 

Vnd den herczogen in dem laut gelazin stet 

Nach Crist gebort daz geschach 

Als man mir vir war lach, 

Eilf hundirt gar 1106 

30 Dar nach indem achtin iar. 

Des iars virschied bischof laromir. 

Daniel quam vf daz bistum schir. 
[57.] Der von Vngem gink zcu der zcijt 

Mit heruert in Mehern wit 
35 Herczok Swathopluk gink gen im aldo. 

Er lif im walde vm also 

Vnd ein ouge virlouz 

Dez er laider wenig genoz. 



127 

Do kert er widir vm hin 
Biz zcu der stat Ghrudym. 
Als schir er des widir kam, 
Czu hant er sich gein Vngern nam, 
5 Dy er kunlich bestrit. 

Er irkrigt er lant wit 
Biz gein Gran der staid, 
Dy er ouch gewannen haid. 

Wi einer vz den Wrsouicensir 
10 Verderbt hdrczog Swathopluk zcuBehem. 

Der keisir gink vf dy Polan, 

Do seibist der herczog zcu im quam. 

Dy Polan achtin nit des keisirs, 

Si furchtin nit noer der Behem vraise, 
15 Wan der keisir zcu den vestin 

Nicht komen torste mit den gestin. 

Wo der von Behem zcu quam, 

Alle vestin er g'ewan. 

Dy Polan begunden trachtin, 
üo Ob si Swathopluk virderbin mochtin. 

Ein Wurspuicensir het gevlohin 

lohannes Chises mit dem nom. 

Der wart reden mit den Polan. 

Er wolt si von im ledigin alsan. 
^^ Er gink in daz bemisch her verstoln 

Vnd dar nach vor den keisir gar verholn. 

Den herczogin er vor dem keisir vant. 

Do schos lohannes Chises zcu hant 

Ein glundigen pfil in den herczog. 
30 Er irteilt im czu hant aldo 

Lib vnd sele von ein andir vf lohannem Chiseam, 

Der mit clage vz in allin quam. 

Dy Behem lifin mit en andir. 

Der keisr machte den Behem heren 
35 Herczog Ottin czu Mehern. 

Dy herin widir den keisir woltin 



128 

Vnd ein aDdirn herczogen zcdtio. 

Sinen brodir Wntislabin 

5i czu herczok nomeiL 

Nicht dar vmb. daz er besdr wer, 
i Sundir dar Tmb. daz der, 

Yf dem der keisir tracht, 

Nicht ir herczog wird gemacht 

Si sprachin: wer wuln über dar nach iagen, 

Daz lebin vnde daz richtom wagim 
IV Wen in dem lande dv koer Tirtisüi. 

Si sprachin: holt, ob Tns iczond kisin 

Wil ein herczog vnsir zcnngen. 

Dar nach wart er dar vf Tirsnnnen. 

Dar er vns gebe sin gebom vront. 
1^ £z zdmpt Tns e. daz wir hnot 

Nach dem rechtin varin. 

Wen daz man let bv den hom. 

Daz ist zcu nahe nach dem zcagil 

Maolich als ein snellir TogiL 
» Sich ist beszir nao czn weren, 

Wan daz vns. wenn wir sterbin. 

Vnsir kinder scheltin 

Vnd mit wortin meltin, 

Dy mo sich Tnsir vetir gabin, 
^ Do von si vns habin 

Dy kelle abgesniten, 

Vmb daz si herczog Ottin virmitin. 

Abir sin bmdir Wratislaben 

Si czu herczog do namen. 
^ [56.] Czu dem keisir gink Wladislab, 

Der im do sin gnade gab. 

Do Wladislab bv dem keisir waz 

Vnd den >Tid besorgit baz. 

Dy wil ettlich santin 
» Nach Worziwoio czu schantin, 

Den si mit ern bosin tad 

Gabin czu Präge gein Wiszerad. 

Wladislab gink zcu Behent 



10 



129 

Er wüste nit, wy es im bequem, 

Noch vmb des landes wegin, 

Do von er nit het gelesin. 

Er nohent zcu Präge, 

Vnd do er czu Bern lag, 

Herczog Wladislab virnom, 

Daz herczog Wratislab von Winden kom 

Dem Worziwoio zcu hülfe. 

Er sprach recht als ein gilfe: 

Herczog Wladislab mit nit 

Bereit sich zcu dem strit. 

Si scheutin dy Windin ser 

Vnde rittin dem herczogen mer, 

Daz er kein Präge zeuge 
15 Vnd vor den Winden vlouch. 

Vnde du er nohete der staid, 

Si lieszin in nit in drat. 

Do kart er widir 

Vnd slug sich mit den Windin ser. 
20 Do schuofin ez gar wol dy Behem. 

Si behieldin den mit nom 

Vnd den sik an den Windin. 

Wer ein wenig irgen 

In dem strit gewundet wart, 
25 Der starb vf der vart. 

Halt wy wenig dy wunde waz, 

Dan noch er nit genaz. 

Von dem strid begunden dy rosin 

Vf stigin vnd sich begrasin. 
30 Des mich werdruszit ser, 

Daz dy gehurt ist komen her 

Vnd also vf gestigin. 

Des nit billich wer geswigin. 

Herczog Wladislab waz bereit 
85 Vnde sinen brudir abir bestreit. 

Czu Präge vf dem bogist 

Gwan er in der seibin vrist 

Den nomen vnd daz lant. 

DalimU. 9 



130 

Die staid ist den Pragern wol bekant 

Noch man ez Begist heiszit. 

Vel stride wurdin in Behem irvreiszt, 

Y doch al ein dy staid 
5 Von dem stride den nomen haid. 

Der herczog von Behem zcu band 

Vil vnd wenig obir want. 

Der strid geschach zcu drat 

Dri stunt an der seibin stad. 
10 [59.] Wladislab begunde den keiser bitin, 

Daz er woelde zcu Behem ritin. 

Der keisir zcu Behem lag 

Vnd saz ein gerichte zcu Prag. 

Wladislab clagen begunde 
15 Vf sin bruder zcu der stunde. 

Der keisir begunde ez den furstin sagin 

Vnde si vm daz recht vragen, 

Als lange si richtin, 

Biz si doch tichtin 
20 Vnd Wladislabe irteiltin, 

Daz laut czu behaldin. 

Si sprachin vf der staid: 

Vnsir erst kuor kraft haid, 

Dy andir ist nitisnicht, 
25 Vnd do von ist si gar ein wicht. 

Si spraichin: wist vns wuir hantveste 

Adir macht vns sus gewiz vf daz beste, 

Daz er Behem mugit irweln 

Vnde zcu furstin, wen er wellit, zceln 
30 Vnd den irweltin virtribin. 

Do virricht der keisir Wratislabin 

Den herczog von Windin. 

Herczog Worziwoium hiez er bindin. 

Der keisir gebot vnd irloubt 
35 Vel hern abslan dy houbt. 

Er gebot er vil noch siner ger 

Er ougin vz brechin schir, J 

Da2 si irn furstin getrw wern 



131 

Vnd si nit reicztin noch verwerrin. 

Borziwoio gebotin si zcu hant, 

Er solde komen in daz lant. 

Den seibin allin er gebout 
5 Dy ougin vzbrechin drot. 

Do vingin si lohannem Chystam^ 

Si brachin im vz sin augin. 

Herczog Worziwoio 

Solt man vf daz lebin do 
10 Habin zcu hant getedingt, 

Wan er het czu gesind 

Sines geslechtiz ein iQordir. 

Der keisir nach groszer ger 

Vil Behem gebot virterbin. 
15 Wisze, wor vm er si hiez sterbin I 

Nicht durch giczekeit, 

Nor dem herczogen zcu nit, 

Daz derselbe herczog von Behem 

Nicht mechtig werde mit nam. 
20 Du der herczoge des keisirs willin 

Het virnomen stillin, 

Mit weinen sprach er also 

Czu den sinen so: 

Dy hack eine kulbin vbir sich rieht, 
25 Wer sich vor sinen viendin czu gerichte gibt. 

Daz pruofete ich iczund rechte wol, 

Daz alle Tutsche vor v^l 

Der Behem vbil mit suchin tobin. 

Het ich es ein wil vfgeschubin, 
30 So wem min lute genesin. 

Si mochtin hut vrunt sin. 

Ez zcimpt nit den wisin, 

Daz si dy kunen stören. 

Ez kumpt dy zeit gern, 
35 Daz dez kuon wirt not. 

Er wolde den brudir irlosin drot. 

Dez keisir liez in gern. 

Er wüste, daz dy Meylanern 

9* 



132 

Cznrntin rf dy Behem, 

Daz er nit wolte wenn 

Vnd er rbfl suchtin. 

Er gebot, daz si gemchtin 
» Den hercc^en behaltin 

(Do legetin dj Lambortir) 

Vnd sprach: lazit in nit ein lost haltin! 

Do legetin dj Lamborter 

Den herczog in ein kerker. 
io Si martirtin in sibin iar 

Mit hungir vnd stänke Yirwar. 

Der keisir dar noch gebot, 

Daz man in tote drot 

Do wohin im dv Lamborder 
v> Noch irs herczin groszer ger 

Des morgens, als in waz irlonbt, 

Habin abgeslan daz hoabt. 

Si liszin im des obindes sagin, 

Da si im czu trinkin vnd zcu eszin gabin 
» Iz vnd trink by diszem licht! 

Du wirst ynmir morgen niecht. 

Wi sante Apollinaris irledigt 

Der herczog wüste nit wy tunsitin. 

Er begunde god vlizlich bitin. 
s& In der nacht im irschein 

Sent Apollinaris gar fein. 

Er vragte in noch siner ger, 

Ob er gern zcu Behem wer. 

Der herczog wart do dingen, 
80 Daz er geruchte in czu bringen 

Czu Behem vz den bandin 

Vnd heim czu sinen landin. 

Er wolt mit aln sinen dingen 

Tag vnd nacht in sin dinst bringen, 
w Sent Apollinaris sprach: 

6. Diese eeüe zu tilgen. 



133 

Wo du dich erkennest by tag, 

Do mach nor ein crucze czu stete! 

Du er daz hat gered, 

Er saste en czu secze nider. 
5 Do stet er wol bezceichin sider. 

Czu Woleczig gink der herczog. 

Do vand er her Beneda noch. 

Der machte dy bruder 

Czu frunde widir. 
10 Er fürte en dar nach zcu Präge. 

[60.] Watek mit im do lag. 

Er larte den herczog ser, 

Daz er gloubte sinem brndir nymer. 

Der herczog volgt im dar an gern 
in Vnd herczog Otten von Merhern 

Vieng er al czu hant 

Vnd behilt in in ßehem laut. 

Von dem erstin Sobesläbin 
Vnsirn vrunt zcu begrabin. 

20 Boleslab sin brudir dar nach 

Czu Polan entphloch 

Vor dem herczog von Behem. 

Er wart vf si gruolich sehin. 

Vf dy Behem er begunde 
25 Tobin zcu der seibin stunde. 

Sobeslab sampte vil Polan 

Vnd manigerley hande sam. 

Er begunde wustin daz lant 

Vnde wolt den brudir habin zcu hant. 
80 Wladislab sich gein im nom, 

Vnd do er an dy Elbe quom, 

Di Polan gensit der Elbe 

Suchtin vride vbir nacht selbe. 

Dez morgins waz in gach 
w Vnd nomen in vride ein tach. 

Czu hant an der seibin nacht 



134 

Hattin dy Behem kein tracht, 

Si legetin sich an hate. 

Di Polan gar virvlucht 

Brachin den vrid vntrulich 
» Vnde quomen vbir dy Elbe heimlich, 

E daz sich dy Behem hettin 

Gewafnit an irn stetin. 

Vndir den Behem an dem tage 

Wurdin dy bestin al irslagin. 
10 Einer gar wol bekant 

Für den andern waz gnant 

Diterich Russonecz, 

Ein gutir Vngir wol gezcogin stets, 

Der vndir den gesigern 
15 Als ein hörn dem einhorn 

Irwirbit ruom vnd gutin leunt 

Vnd der wile vink zcu hant 

Ein wild swin in dem walde 

Lebindig by den oren balde. 
20 Do wart im vf den Schild irloubt 

Czu intphan ein swines houbt. 

Der bilt sich gar kundlich 

Em waz mit hülfe nimant glich. 

Er virderbit vel Polan 
^^ Vnd ir virdarb ouch sam 

Der herczog von Behem vor dem brudir 

Kam kum lebintig fuder. 

Wol si dem gutin iungen 

Vnde an den truwen wol irfiinden! 
80 Disir reichtum vnd ir kouf 

Vnd disze woUust horint vf, 

AI ein em ein gutir nam virwar 

Der blibit noch hundirt iar. 

Lobt man den gutin Diterich, 
^ Ich rade einem iclich, 

Daz er ez alliz vndir wegin lizse 

Vnd nach der sele an sich nasze 

13. ? junger. 36. ? lltze. * 



135 

Ein gutir nom, 

Do mit er czu gote muge komen. 

Der herczog liz sin brudir Z€U hant 

Vf Waczkonem in daz lant. 
5 Der selb dem herczogen czu fer 

Riet gar ubil vf den brudir 

Vnde reiczte si czu einandern, 

Daz in wurde deste bangern. 

En vngetruwji ratgeb er bekante 
10 Waczkonem alczuhant. 

Herczog Sobeslab 

Den Waczkon brachte czu dem grab. 

Er virderbt in mit der tad, 

Dar nach irwarb mit sinem rat 
15 Watek waz ein dicke kurczir man. 

Er trug gestügt gwant gern an. 

Sin spottin dy iunghern. 

Dar vmb si in gern 

Den seibin Watek Wachtilsag 
so Nantin beide nacht vnd tag. 

Wi dy Behem den bobist vingin 
Vnd wi si mit im vm gingen. 

[61.] Der keisir wolde zcu Rome gahin 

Vnd wolt dy lecztin cron intphan. 
25 Dem herczogin zcu Behem er gebot 

Mit im czu komin dort. 

Der herczog an siner stat 

Seins brudir sun gebot 

Herczog Wratislabis, 
so Der ouch Wratislab genant waz, 

Der hatte dry hundirt heim. 

Er sprach, daz er seibin 

Wolt sin getruwir vettir. 

Worziwoius sprach do vor, 
w Er beval dem vettirn czu hant 

Di burgir von Meilan, 



136 

Daz ir in tet mit rat 
Ettlich wider tat 
Vm dy vngutige vanchnuzz, 
Do Wratislabin im virdruzz 

6 Vnd czu Rom waz. 

Man sach von im, daz 
Er gink verren 
Czu den heiligin gern. 
Er bekant, daz der bobist 

10 Czu Rom waz ein gast 

Vnd von Meilan waz geborn. 
Er hatte von Meilan vz irkorn 
Di bestin burgir, dy sin pflogin 
Vnd czu Rom stetiz lagin. 

15 Der bobist mit dem keisir 

Begunde zcornen gar ser. 
Er wolt den keisir nit cronen 
Wratislab begunde sich vreuen. 
Des bobistis frunt er slug 

«0 Vnd in do nit virtrug, 

Daz si sinen vettern smachtin 
Vnd sin in der vengnisz lachtin. 
Er wolt dem bobist ouch 
Virderbit habin, der do vloch 

25 In sant Petirs kirchin. 

Herczog Wratislab lief nach im. 
Di chirch er vf brach 
Vnd man do an den sinen räch, 
Dy er in der kirchin noBtet 

w Vnd mit virwunden tötet. 

Her Bonan dy kirch brach, 
Den man von erst dar in sach. 
Der dy lute zcu totten 
An graif in den notin. 

» Er toite dy Lamborder 

Noch sines herczin ger, 
Daz blutige beche von im runnen. 
Den bobist si vingin zcu den stunden, 



137 

Si dy grostin kirchin beraubtin 

Vnd daz beste alliz claubtin. 

Si hietin mer gedechnizs laszin, 

Ob si sich nit hettin begoszin 
5 Schentlich mit den plutigin regn. 

Do must der bobist den keisir krön 

Vnd dy Behem alczuhant 

Ledig machin von dem ban. 

Czu der zeit starb Daniel, 
10 Nach dem Herman wart irwelt snel. 

• 

Von einer seilczen geschieht 
Ist dy kronik gericht. 

[62.] Steflfan der gut kenig von Vngirn 

Vnd Wladislab herczog von Behem bisundir 
15 Nomen ein tag zcuszin in. 

Si komen in vrid do hin 

Vnd zcu ratin begundin, 

Wy si zcu allin stundin 

Mit vride gewesin mochtin, 
20 Vnd do si zcwen al ein trachtin 

Vf ein berg schon, 

Si wustin nichtis nit do von, 

Daz von einem krig by nom 

Di Vngern rauschtin vf dy Behem 
25 Vnd beidirsit an den stritin 

Vel lut irslagin hettin, 

Vnd dy Behem iczund vluhin. 

Als man list an den buochin. 

Dy Vngern alle gelich 
30 Gingin noch in mechtlich. 

Gregorius des starkin sun 

Begegnite den Vngern an der lun. 

Der selbe irledigte drot 

Di Behem von dem tot. 
85 Der iung do gein den Vngern 

Ein zceichin wist besundir 



188 

Vnd vel kunheit er bewiste, 

Do von man in mit lobe priste. 

Er gink in dem blude, 

Vnd biz an dy enkil wude, 
5 Halt wo er sich hin wendit. 

Ez gink im wol vf der stet. 

Leidir der gink do ab 

Von dem lebin zcu dem grab. 

Herczog Ott von Mehern 
10 Reit in kurcze wil nit gar vern 

Vf ein berg allein 

Besundir von der gemein 

Vnd von der geschieht 

Wüste er nichtiz nit. 
15 Dar nach sach er, 

Daz man slug vf daz bemisch her. 

Er srei vf sin Meher 

Vnd slug dy Vngern ser. 

An zcwey teil beidir sit 
^ Si vristin nimant an dem strid 

Vnd si alle tottin. 

Du si daz irhort hettin 

Beid der konig vnd der herczog, 

Von ein andir waz in gach 
25 An alliz ende ser. 

Der hin vnd iener her. 

Der herczog wart mit sin hern 

Den totin Gregorium ern. 

Sin kindern er gebot 
30 Swarcz vnd wiz linwat 

Demuodik zcu tragen, 

Wan der Georij in sin tagin 

Noch der risin sittin 

Eunlich hat gestrittin, 
35 Des do ez mit vnfug 

Di Vngern czu tode slug. 

Herczok Wladislab hatt nit kinder, 

Da von er trachte bisundir 



139 

Vf sin brudir Worziwoium, 
Dem gab er vf daz herczogtum 
Vor den lantlutin, 
Der mer solt vor en stritin. 

5 Wi Wladizlab nit stillin 

Worziwoium vertreib durch der Deutschin willin. 

[63] Worziwoius dar nach herczog waz. 

Da von sage ich vch daz, 

Er hilt den lantlutin nit. 
10 Sin gelobde waz ein wicht. 

Er nam zcu sinem rad 

Fromd an der sinen stad. 

Dar vmb sin bruder zcurnit. 

Er wart en in ein kamnir fuorin. 
15 Herczog fr^unt, mir ist drot 

Heimelich mit der czu redin not. 

Czu im er also sprach: 

Wofin vnd ymmer ach! 
♦ Wor vm zcuchtigst du dich nit 
20 Bi den andern, als man sit, 

Daz du dy fromd geborn 

Vnsir vetir verratin han. 

Hastu ez ye horin sagin 

Adir in andern landen gesen? 
2ö In irm rad fromd geborn 

Do von kumpt mer leid vnd zcorn 

Vnd wer der ist, der zcu vil 

Sinen eren schadin wil, 

Der nem solich in sinem rad. 
30 Seidin kem gutir gat 

Irr auz in sinem laut, 

Sundir der wirt vns bekant. 

Der sich do heim nit enhelt. 

Er wil, daz man sin entgelde. 
35 Vnd wi mag ein fromd geborn 

Getrulich ymande mit gevarn, 



140 

Der den sinen nit kumpt zca statin? 

Der mag nymmer trulich geratin, 

Der von fremdem landen 

Tracht nar diner schandin. 
5 Er kumpt her gar stiln 

Nit durch dines bestin wiln, 

Sundir dar vm, daz er gemche 

Vnd sin nucz by der suche. 

Ob ez der vbil irget, 
!• Ez Wirt im nit zcu spet 

Noch im ez nimant wird, 

Ob er widir heim kert. 

Im antwurte der herczog: 

Daz weiz ich doch, 
15 Du du herczog werst, 

Wez mit libe din hercze gert, 

Den nemistu zcu dinem rat, 

Beide fruo vnd spat. 

Wan ich mich selbir meistir, 
20 Miner gebot lastir 

Laz ich in minem rad stan, 

Di den ich sin wol gan. 

Do sprank er vz der kammirn 

Mit zcorn vnd in iamir. 
25 Herczog Wladislab dar nach 

Eom für in vnd sprach: 

Mit den lantlutin 

Sent du nit wilt witin 

Achtin der dinen frums, 
80 So wil ich mines herczogtnms 

Widir vndirwindin. 

Er fürte em mit sinem gesinde 

Vz dem palast dort 

Vnd sin gesinde er in fürt. 
35 Do dy von fremden landen 

Im stunden by mit schänden, 

Si torsten im nit reden zcu. 

Wratislab kam vf den stul, 



10 



141 

Abir noch dren iarn 
Wolt er es nit lengir sparn, 
Er gab Worziwoium 
Wider vf daz herczogtum. 

Wi Worziwoius czu dem andern mal 
Vertribin wart durch der Tuschen wal. 

Herczog Worziwoius 

Bawit czu Saczk ein gotis huz, 

Di liz er wihin vnd meren 

Insent Apolinaris ern, 

Der in hatte vil suzze 

Irlost vz dem venknisze. 

Er furdert in ouch zcu sinem frum 

In Behem zcu dem herczogtum, 
15 Abir der gnaden nit künde 

Behaldin zcu der seibin stunde. 

Er begunde dy Tutschin zcu hant 

Widir bringen in daz lant. 

Du ir want, daz er 
20 Des herczogtums sichir wer, 

Er sante brife zcu Tust zcu hant, 

Daz dy Tutschin in daz lant 

Ob ir wald liezin 

Vnd durch er gegent diezin. 
25 Du daz Wladizlab hei virnomen. 

Er hiz dy lantlut vor sich komen, 

Vnd er sprach also zcu in: 

daz mag nit gesin. 

Er muz alzcu hant 
30 Selbir gen in deutsche lant. 

Wladislabs beriet bi zetten 

Sich mit den lantlutin. 

Er sazcte abir Worziwoium 

Ab von dem herczogtum 
85 Vnd gebot in zcu hänt 

Czu gen in deutsche lant. 



142 

Er spnch: bor midi, bmdir auB, 

Du macbt an si nit geas. 

An den Bein ge mit in! 

Daz keisirtnm von in gewin! 
i Ab ob er spreche: 

leb daz libir sehe, 

Daz min gesiecht storbe, 

£ min zcange Tirdorbe. 
[64.] Bischof Herman starb, 
1'!» Wan daz er irwarb, 

Daz vor sinem tode 

Eum zcu im ein stimi drot, 

Dy zcu im also sprach 

Von der sweren gotis räch: 
16 Da hast gebotin zcu laofin 

Vnd dy Jaden taofin. 

Wor vm lobista in 

Si abir zca iadischin? 

Ez het dir gefogit baz, 
m» Daz da nach dem rechtin daz 

Hettest vndir w^n laszin 

Vnd soldest dich des ynrechtin maszin, 

Vnd do mit der kristin gloabin 

Soldest du nit crenkin noch beraubin. 
26 Cham für daz gerichte schir 

Vor ein gerechtin richtir! 

Hirt, gib rechnog widir 

Von diner herit vnd denn genider! 

Du virschid der bischof 
80 Mit clagin, daz in wenig half, 

Vnd Siluestir alsam 

Sich des bistums vndir nam. 

Von dem erstin Sobezlabin, 
Wi kun er waz in sin tagin. 

^ Czcu der zeit starb Wladislab. 

Sin bruder wart herczog Sobeslab. 



148 

Der bestreit dy geburen 
Eunlich nach sines herczin ger 
Vnd virderbte in Behem 
Dy Tutschin, wo ers an quam. 

5 Der keisir wolt si rechin. 

Er gink geweiltlichin 
Gzu Behem in daz lant. 
Sobeslab ward im wol bekant. . 
Er sprach in grim: 

10 Ein somlichs tun ich im. 

Ich wil dy Behem al irslan. 

Vnde do der keisir wolde gan 

Mit prennen vnd mid morden gevaren 

Kam gegin Bemen, 

15 Sobeslab kam vf der weit 

Mit im offenbar zcu strid. 
Di Behem wurden als dy lewen 
Noch irem herczogen streben. 
, Irs herczogen des greulich 

20 Hutin si gar truolich. 

Von Sobeslabs siegin funkin furn, 
Di man do wol mocht gespurn. 
Sin siege si also taubtin, 
Daz si nit gloubtin, 

25 Daz er ein mepsche were, 

Sundir der tufil were. 
Sobeslab achte nit der gevangin. 
In wolt euch nit gelangin 
Nach dem raub zcu rinnen. 

so Nur ein gutin nameo 

Suchtin si in dem strit, 
Wen dy Behem gesigtin neit, 
Vnd dy Tutschin obir komen, 
Dez si nucz vnd er nomen. 

35 Der keisir wart do gevangin 

An der flucht des erlangen 
Muste mit schandin dingin. 
Epte vnd bischof si do vingin, 



144 

Doch litin si kein yanknisze. 

Dy bischof vnd dj epte suz 

Wurden yndir den heim 

In wafin ge?angin seibin, 
» Wan dy Behem sprachin also: 

Den ban snlt ir ylihin do 

Vnd virwandit dy prister nitf 

Habt mit in nit andirs pflicht! 

Wi ir si habt gevangin, 
10 Also lat si belangin! 

Gebit in dez heuz gnnk zca eszin! 

Wan si habint vns daz beszir 

Beraubt vnd virprant* 

Also wit ist daz laut 
lÄ Vnd wo si gelegin sint, 

Si hettin vds für ein wint 

Di ratlute bizsin si totin. 

Sobeslab wolt sin nit gestatin. 

Er sprach also: 
«) Willich furste erstet do 

Von der geburd? 

Wen ir wirt gefurt 

Erslagen vz dem her, 

Sin mutir gepert in nimer. 
2'' Abir dy di chur irwelt 

Vnd zcu fursten wem gezcelt, 

Der furstin tod schadet vil. 

Wan maniger beidet vf daz zcil 

Allir meist der, 
»f Wilchir dar czu hoft ser, 

Abir wo der fürst nur 

Gesin mag an kur, 

Den mag nimant 

Sines furstums tun an. 
» Dy Behem volgtin dem rad. 

Der keisir lobt mit der tad. 

Den lantlutin furbaz nymer schadin 

Noch dem lant bi sinen tagin, 



145 

Sandir dar zcu keren 

Der Behem er meren. 

Do gab der keisir sider 

Dem rieh dy cron wider: 
5 Er sprach, er dürft furbaz 

Widir nimant koofin daz, 

Er wolt in ir vor nit gebin, 

Nor di^ si iz czu koufe nemeu. 

Ouch irioub ich euch, sprach er, 
10 Daz ir mugt einen koning mer 

Behabin ymmer furbaz schon, 

Abir ir muszt dy krön 

Von mir intphan. 

Dar zcu solt ir gan. 
15 Der strid geschach, 

Du Christus geborn wart dar nach 

Eilf hundirt vnd xxxiiij iar 1184 

Des seibin iars vir war 
[65.] Di Polan gingin in daz laut. 
20 Di Behem bestrittin si zcu hant. 

Si irslugiu vel Polan 

Vnd beraubtin alzcuhant 

Polanir lant, do dy funden 

Sand Woyceks houbt zcu den stundiii, 
iiä Daz si von danne brachtin. 

Daz selb haubt, dez si nit achtin, 

Blutigs in sich noch bewist 

Czu der zeit sich vlist 

Der herczog zcu zcir dem lant 
30 Vnd vm gab alzcuhant 

Di bürg zcu Präge mit der muor, 

Daz er si do mit gehauwer 

Macht vnd virwert so. 

Czu der seibin zeit aldo 
35 Di Juden der Cristin kinder 

Mit dem tode machtin minner 

Vnde des iahin si in irn notin. 

Dar vm gebot man si zcu totin, 

DalimU. 10 



146 

Ir huser ouch beraabin. 

YdcI do si der Juden gloubin 

Vnd er lib virderbtin, 

Di vf dy tufil erbtin 
6 Vnd ir huzir beraubin 

Vnd ir gut daz vz claubin, 

In der sinagoge man vant 

Ein groz slangin zcuhant. 

Ez waz nit ge wonlich, 
10 Daz irgin in diszim rieh 

Ein solich were gewon. 

Ob dy Juden do von 

Wustin adir nit, 

Da von nimant git. 
15 [66.] Daz gesehen ist 

Nach Crist geburd in der vrist 

Eilf hundirt iar 1140 

Dar nach in dem virczigistin iar. 

Czu der seibin zeit 
90 Sand Procob sich dem tode gibt. 

Sant Procop sich dem tode geit. 

Dar an den Behem 

Von gote ein groz hülfe kom. 

Dez bekante ein tutschir apt, 
25 Den sent Procop so begabt. 

Er slug vnd zcoch en mid dem stab. 

Dar nach herczog Sobeslab 

Der tugintlich gink ab 

Vnd dy sele gode gab. 
30 Sin sun waz dar nach 

Wladislab herczog daz gsach. 

Der Voigt nit sinen vater vnd mutir. 

Er waz der Deutschin vreunt gutir. 

Ez bewiste sin kunheit nimant, 
85 Allein daz er sich sampt . - 

Mit dem keisir in vruntschaf. 

Dar vm er dicke wart gestraft. 



147 

Wi konig Wladizlab gecront wart 
Vnd czu Präge kam vf der vart. 

Keisir Frederich zcu Rom 

Lud Wladislabin mit nom, 
5 Der von Bebem czu im gink 

Vnd von im dy krön entpfink. 

Czu Reginsporg er kom 

Vnd der keisir som. 

Dar nach reit er schon 
10 Czu Präge in einer krön. 

Er fürte mit im ein grosze schar 

Der Deutschin, daz wiszit für warl 

Er sprach an der stund 

Czu den Bebem lacbund: 
16 Gleubt ir ez in wuirn sinnen, 

Daz ich mag er an vcb gewinen? 

Dy rede waz ein wicht. 

Sinem sun geuil si nit. 

Den lantlutin foegunde ir dagen 
^0 Vnd yf den vatir sagin: 

Ich wil minem vatir, sagit er en, 

Cheinir truwe schuldig sein, 

Sind ich sehe zcu dir vrist, 

Daz sin zcunge vngetrwe ist. 
26 Du dy heren daz virnomen, 

Si zcu mal zcu einandir komen 

Czu des konigis.sun 

Dem Sobeslabin. 

Mit einandir si begunden 
30 Ratin zcu den seibin stunden. 

Si retin mit dem konige do 

Vnd sprachin zcu im also: 

konig, bort 

Euwir wisin wort! 
35 Vnd waz si mit mir 

Redent czu dir, 

Daz hab mer nit vor ubil auch! 

10* 



148 

Di wisin Tragen ?ch, 

Wer Tcfa dorste dar zcu raten, 

Daz er ewerer mit den taten 

Vnd wnir gewalt 
i Torste virwandeln also palt. 

I doch bab wir dy cron 

Mit dinem vatir schon 

Mit vnsern libin streitberlicb 

Bebabt vnd scbeinberlicb 
10 Vnde babin mit vnsirm lebin 

Der kesirlicbir guald gegebin. 

Wy dorstu in deutsche lant gan 

Vnd an vns dy cron entpban? 

Do macbt si zcu Präge gar nahm 
16 An al deutsche enpban, 

Sin du wild do mid gedichin 

Vnd al ain mid fromden richin. 

Wi torstu du dich gebin zcu irkennen 

Vnd czu Behem konig genennen? 
fo Er gestet nit yf der sted, 

Daz der furspreche mer ted 

Czu dron er in begund. 

Vf den keisir zcu der stund 

Di lantlut gar gan 
»6 Woltin in nur irsian. 

Czu der seibin zeit 

Must der konig vor groszem neit 

Vz dem rieh heimlich gen 

Vnd vf dez keisirs bof sten. 
» Du der konig gevloch, 

Sin sun Sobeslab waz herczog. 

Von Sobezlabin dem andirn 
Der Tutschin vient im lande. 

L67.] Sobeslab waz der Tutschin vient, 
a:» Wo er ir gwar wart hint. 

Den zcam als morgin nit zcu lebin, 



149 

Si worden al dem tode gegebin. 

Waz er ouch Tutschir sach 

Odir wer im da von sait dar nach, 

Dy hiez er für sich bringen. 
5 Er wolt in daz houbt virringin 

Mit einer schentlichir gab. 

Er sneit in al dy nasin ab. 

Czu in er also sprach: 

Der Tutschir sy min gouch, 
10 Vm zcu laufin in der werltl 

Czu torheit wirt ez der gezcelt. 

Vnder den dinen biz gnant, 

Der nom ist dir wol bekant. 

Vlüch balde vz minem lant! 
15 Di Behera werdin von dir geschant. 

Du bist nit komen stillin 

Durch gutir sache willin 

Her von dinen landen. 

Do von bist du czu schänden 
20 Wordem mit der nasin. 

Du gest als der wil grasin. 

Wor vmb bistu hy her komen, 

Als dy distil vndir blumen? 

Di andern Behem wilde 
25 By irm herczogin nomen pilde. 

Wo si ein Tutschin sahin, 

Si woltin al zcu im gan, 

Als si in woltin vabin 

Vnd en alzcuhant irhain. 
30 Si schrien vf en golf. 

Als vf einen wolf. 

Si roacbtin in zcu einem torn 

Vnd sniten im ab dy orn. 

Hoer noch ein wundir plab! 
35 Si snitin^ im ouch dy nasin ab 

Vnde wer Sobeslabin zcu bracht 

Beide tag vnd nacht 

Sin schilt gedrollin 



ISO 

Tutscbir nasin vollin, 
Dem gab Sobeslab der stark 
Claris silbirs hundert mark. 
Di mer gingin zcu hant 

& Vbir al tudsdie lant, 

Daz der guoem Sobeslab 
Den Tutschin solich zceichin gab 
Vnd si als ein bast 
In dem lande hast, 

10 Vor ein tutschir gast 

Waz im als ein swer last.. 
Ein iclichir wisir sol 
Ez im vor gut habin wol. 
Di wisin sprachin do 

15 Widir sich also: 

Der frum sin zcungin mert, 
E si wirt vbir hert, 
Der vngetrw, als man sieht, 
Acht siner zcungin nicht. 

20 Di andern also sprachin 

Mit redelichin sachin: 
Daz lant mit sinem futir 
Ist eines iclichen mutir. 
Wer dy Tutschin smecht 

25 Vnd in Behem lant echt. 

Den hab ich nit vor frum, 
Wan ez wer nur kum, 
Daz im gein der seibin smech 
Ein sollis auzzer lancz gesech. 

so Di iren leut al geleich 

Mitin zcu Behem daz rieh 
Vnd sich der vlucht gabin. 
Von herczog Sobeslabin 
Dem keisir si begunden 

JI5 Vbir dy Behem czu den stunden 

Ciagin vnd sich bereitin. 
Er gebot in ein wil zcu beitin 
Vnd sprach zcu dem Wladislabin: 



t61 

Ich wil der ein wienig sagin. 

Ich wil dy Behem nicht 

Bringin von des lebins licht - 

Noch durch din son sterbin 
5 Vnd durch en virderbin 

Vnde dich zcu Behem. 

Do man der billich ist gram 

Mit wundirlicbin sachin 

Der Tutschin konig machin, 
10 Du ein grebe daz irhort, 

Du ein grebe von Behem 

Di rede also virnam, 

Hör, wy ein wundir 

Geschach do bisundir! 
15 Er mochte nit czu Behem 

(Di Tutschin warn dem lande gram) 

Gehabin einen botin. 

Do must er in den notin 

Einem Ion gebin, 
20 Der dy botschaf würbe ebin. 

Sobeslab als ein pesse 

Ret nit vndir der messe, 

Sundir er grwelich grein, 

Daz do wol von im irschein. 
26 Nach er ouch mit keinem wort 

Do selbst keine botschaf hört 

Der bot het andir mere vernomen. 

Er wolt der botschaf ab komen 

Gegin dem Sobeslab, 
20 Der in do schuf in daz grab. 

Er wart dy botschaf werbin 

In der messe du er sterbin 

Mit vngelingin muost. 

Do der Sobeszlab huost, 
35 Er kart sich gen dem 1>otin vmb. 

Do wart der selbe böte ein stumb. 

Do in Sobezlab ^er gruelich 

An ad miczt vnbuorUcb, 



152 

Der bot als ser irsrak, 
Daz er zcu hant tot lak. 

Von Sobezlabin freisamkeit, 
Di er in sine leben Irczoyget. 

& [68.] Der keisir wolt nach den stunden 

Di Behem truloz künden. 

Er mochte oucb nit botens babin, 

Wi gern er in wolte begabin. 

Ein vrechir rittir schoz sich vz. 
10 Er nam sich ioch in kein gruoz 

Mit der botscbaf zcu Behem. . 

Dem im ouch nit wol bekam. 

Er sprach also: 

Ich furchte mich dein do, 
15 Vnd waz mag yemant in vnsit 

Mir gedron do mit, 

Ich han dicke mit min h endin 

Czehin allein bestandin, 

Vnd mich noch willin mit en begangin 
20 Vnd si auch alle gevangin. 

Wullin si mir icht tun, 

So bin ich wol als kun, 

Ich slahe mich mit in. 

Vnd do der böte quam do hin, 
25 Mit sinen groszin vnsin 

Vf gar dein gewin 

Vnd Sobezlabin an sach, 

Do waz im nit gar gach. 

Er luzsit als ein hesel, 
30 Ser irschrockin als ein esel. 

Dem botin nohint Sobezlab, 

Do mit er in dem tode gab 

Vnd sin sele schied von dem übe 

Vor vorchtin do von ich schribe. 
M Sobezlab ist also suzse gewesin. 

Der keinen Tutschin wolt genesin 



15d 

Noch laszin in sinem lande, 
Da von er ymmer ist geschant 
Czu der seibin zeit 
Silnestir wart hin geleit. 
& Noch im do kom 

Meinhart vf daz bistum. 

Abir von dem vnsaozz Sobezlabin, 
Der in der helle mag sin begrabin. 

Der keisir abir wolt 
10 Di Tutschin rechin, als ir solt 

Mit herschaf er begunde 

Gen in Behem zcu der stunde. 

Di Probantir vnd dy Frisin, 

Vnd Rynlendir als dy Risin, 
15 Die Sachsin vnd dy Doringin, 

Ouch dy Beigern hört man dingen. 

Dy Fleminge vnd dy Swabin 

Den Behem körnen al zcu schadin. 

Si samptin sich mid ein andirn. 
w Er iclich wolte wandirn 

Bisnndir mit ir gesinde. 

Er sinne warn also blinde, 

Daz si dy Behem woltin sterbin 

Vnd si al zcu mal verderbin 
25 Vnd daz rieh mit wiczin 

Des erstin czu besiczin. 

Sobezlab daz virnom, 

Vnd e daz der keisir kam 

Czu der Lösincz dem pach. 
30 Gegin in waz im vil gach. 

Er irhub sich gein im dannen 

Kaum mit zcwenczig mannen. 

Do herczog Sobezlab dar nach 

Di luczil siner sach, 
S5 Er bat den heilgin toufir 

Sent lohannes mit vollir ger 



154 

Ym hnlf in m Dotin. 
Den keisir m gesen hatlin. 
Der gink, do er lak, 
Yor ein berk zco Prak. 
^ Do er der Behem gwar wart, 

Er besorgete sich vf der varl 
l^bezlab sin in dem dorfe bat 
Di Tntsdiin yf dem vel^ wü 
Gingin als ein moor gein Prag. 
M Di Behem schrien: sla a dag! 

Do irslngin si dy Behem an done phat 
Lent alle an einer stad 
Ein Behem dar nach 
Den Tatschin hindir nacL 
16 Di andern durch den grabin 

Rittin vnd en zcn gabin. 

Cza beidin sitin 

Di drittin vf der witin 

Gweiltlich abstanden 
^ Vbir si zcn den standen. 

Do irslngin si daz her 

Alzca mal nach ir ger. 

Do intgingen dy Tatschin nit, 

Si hattin mid dem tode pflicht 
25 Sobezlab also irclang, 

Daz dem keisir nuzse lang. 

Der keisir vnd dy furstin 

Mastin blat durstin, 

Also däz si wurden irslagin 
30 Vnd al dem lebin widir sagin, 

Do von des bachiz flut 

Dry tage ran mit plut, 

Wan der herczog in notin 

Het vor den strit gebetin, 
36 Daz man nymant vristin solt, 

Halt her geb silbir odir golt, 

Man solt sich obir nimant irbarmen, 

Er wer rieh odir arm, 



155 

Vnd dar solt man gan 

Si al zcu bant irslan, 

Wan man in kein als nobin 

Man solt erkein mit nicb£e votain. 
5 Do seibist pautin si dar nacb 

Cem touf&r send lobannis gach 

Eine scbone kirchin, 

Di si mit ir wercbin 

Bi dem lebin bet bebaltin. 
10 Er wolt si lengir altin. 

Gein got er in irwarb, 

Daz er nit luczil starb. 

Man trug si all dar nacb 

Gzu gedenknisz gein Prag. 
15 Vndir dem roub, den si do 

Nomen mit dem todis dro, 

Czwei tusint vnd fünf hnndirt 

Vingirlin si funden, 

Di si nomen von den rittir 
20 Hendin do irslan bittir, 

Den docb god aln gnade! 

Dar zcu ich oucb sine gnade bidde. 

Mit allin gloubigin sein 

AI bebut vns vor der beln. 
35 Du daz Wladizlab bort 

Ettiswen zcu Bebem dort 

Eonig gewesin, 

Daz der keisir nit genesin 

Wer vnd mit den sinen 
80 Waz irslain von den viendin, 

Er wart sich vnd gar ein vicht, 

Vn dem tode mocbt enken nit. 

Vor leid vmb dy Tutscbin 

Must er dem lebin wichin. 
35 Daz ted nit sin son Sobezlab, 

Der si Id schuf zcu dem grab. 

Do sinte der grewlich Sozblab 

Seinen vater Wradislab 



156 

Von des keisirs hof her ab. 
Gzu Wisrad gab er in dem grab. 

Wi Sobezlabin der keisir bat 
Vm sin sun dar nach drat 

5 [69.] 8i erweltin dar nach 
Ein keisir vil gach, 
Der prüft an der zeit 
Sobezlabs kunheit, 
Der durch siner zcungin er 

10 Den tod gert vil mer, 

Wen sin lanklebin. 
Do man sach in strebin 
Nach vnd tag nach, 
Im waz vf dy Tutschin gach. 

15 Der keisir sich begunt 

Gein dein herczogin an der stund 
Gzu habin gar vruntlich. 
Ir wüste nit mit sinem rieb, 
Wi er im tuon solt, 

20 Vnd der dy wil kum holt 

Czweihundirt rittir mochte gehabin, 
Si wem zcu Behem al irslagin, 
Do mochte keiner enken, 
Man sach nit by dem keisir sten 

25 Einen gutin rat, 

Wan des Sobezlabs tat 
Di furstin al viringit het. 
Er vetir dem tode get 
Do von in deutschin landen. 

30 Di furstin zcu den stunden 

Dannoch iung worin 
Vnd von wenig iarin, 
Man mag nit licht vm dy red 
Virdenkin vnd Sprech vf der stet, 

85 Daz dy kinder wern wiz. 

Ich beken ez mit vliz, 



157 

Daz der iung doch wy selUn 
Weiz si zca meldin. 
Abir der lang wening neuszit 
Di wisheit de2 in ser verdruszit, 

5 Wan dy gewonheit machin kan 

Ein gutin wercbman 
Vnd dy virsuchung oft 
- Vf dy kunst hoft. 
Dar vm mag der alt 

10 Der virsucbung vil palt 

Vnd oach der gewonheit gnizin, 
Den in nit sal virdriszin. 
Do mit mag des iungin schin 
Dem altin nit glich sin. 

15 Daz daz wor sy, 

Daz wusst zcu der seibin vrist 
Der keisir gar wol, 
Dar vm er vor vol 
Vrleugt mit nimant 

80 Ouch do von, want 

Er waz zcu kräng 
Vnd den berczog vodirdang 
Het zcu frunt dar vin. 
Er bei zcwen nun frum, 

^ Der biez einer Bulezlab, 

Premisl man dem miir g^b^ 
Di Tat«ebiii m vlrkurW», 
Er nom mit di«mn Wirtin* 
Bolezlabio fii hißH'4n FradßHßbi 

90 Der mm im w^nig mßj^ g}ipb} 

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JlmÜn ui vf 4^f hM: 

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Czü im bäziii äolde. 
Sobezlab äin nit tnon wt^de. 
Er sprach: nun kinder do mit 
Virkartin sieb an iren sit 

i Der keiäir aolwarte ge vlizsiii: 

Daz mag da selbir wiäziür 
Daz dem farstin zcimpt^ 
Er cza habin, dy er nimpt. 
Durch sines iandez äitin willin. 

i» Wer dich Tnd en begrifet stillin. 

Der vrlaost sin er zca hant 
Dar vm ich in dem lande 
Min kindir nit wfl laszin, 
Czn dir mit diszin maszin. 

li Min vatir der her 

Virloz do %on sin er. 
Dorcb der fromden rat willin 
Most er vz dem lant stillin. 
[70.] Der keisir im vaste an lag, 

» Biz im der libe Sobezlab 

Most sin snn sendin. 
Er liez sin zcungin schendin. 
Der er wart virlom, 
Als der ochse by dem hom, 

2& Wen man in warn let 

Ymb sich er yer stricht 
Im geschach also zcu hant, 
Do er sin sun zcam keisir sant 

Wi Sobezlabs sun gelank 
»> Bidemkeisiransindank. 

Sobezlabin der keisir lobt 
Vnd in mit den trwin begabt 
Sin sun er entlart 
Er spräche vf der vart, 
96 Er gebot si tutsch zcu leren 

Noch liez si widir heim keren. 



159 

Do sy czu deu stunden 

Wenig bemisch kundir, 

Ein böte waz zcu in komen, 

Bi dem si do virnomen, 
5 Daz ir vatir siech lach. 

Si sprachin: holt er mag 

An vns sterbin also. 

Vnd si kartin widir aldo 

Gein Behem an vrlob. 
10 Er vatir waz vor altir toub. 

Sobezlab redin begunt 

Mit den sinn zcu der stunt. 

Er sprach: ich wil gern 

Vch, sun, liplich lern 
16 Nimant getrwers icht, 

Wenn vatir odir mutir sieht. 

Do sprach Sobezlab der gruelich: 

Ich 1er vch trwelich, 

Do mit ir komit zcu eren. 
20 Daz lant laz ich vch gern. 

Ich bevel vch wuir zcungen, 

Daz ir mit vch gelung 

Vnd si furdert allewege 

Vnd den Tutschin kein weg 
25 In daz lant irloubt. 

Di zcung der Behem er beroubt, 

Wen si in dem lande irstet 

Di Behem er vndirget. 

Si wem daz lant 
30 Vnd dy furstin verratin zcu haut. 

Von in wirt vnsir krön genomen 

Vnd in deutsche lant komen. 

Di Tutschin von erst sich machin 

Ämvlochtig mit iren sachin. 
35 Abir als si sich gemern, 

Czu haut si widir kern. 

Si achtin ir herschaf nit, 

Do von in dy worheit git. 



160 

Vnd mocht ieh solt sin 
Von einem dein yogelin 
Hy Tf der erdin, 
Von Ycb gwar werdin, 

s Daz ir mit den Tatschin spilt 

Vnd Ycb zcn in hielt, 
Ich gebe ycb mit vwirn gnoszin 
In einen lidern sak stoszin 
Vnd in der Molda irtrenkin 

10 Vnd vch da mit dy leczte schenkin, 

Wan ich wolt vch by minen tagin 
Yil lichte verslagin, 
Wan daz totir wagt 
Di schand miner zcunge clagt. 

16 Er gebot den lantlatin mit nomen 

Für sich schier zcn komen. 
Er sprach zcn en do: 
Allir trwe danke ich vch no, 
Wan dy habt er 

so An maz gehabt zcu mer. 

Ich bit vch an hindern, 
Habt dy selbe zcu min kinder. 
Ob si sich czii vch haltin. 
Adir ob si mit vch nit altin 

«& Vnd vch nit lib habin, 

Vch ouch nit begabint, 
So achtit er ouch nitisnit 
Vnd habit zcu en kein zcu virsicht! 
Allir trwe siet gein in ledig 

80 Nempt vch der vch si genedig 

Czu herczog ein pauman, 
Wan ein buer wirt zcu hant 
Ein gut furste vil droter. 
Wen daz sines herczin ger 

8ß Ein Tutschur czu rucke gebe 

Vnd mit Behem trwlich lebe. 



161 

Ton Sabezlabä saaea, wy 

Di ia dem laat älat ^eweiia Iil 

[n.] lubeziftb «irar giulidi 

Yirac&ied ▼ngphnriich 
5 an. San Friderich 

Kom ica dem rieh. 

D« begnade dy Befaem richeiutin 

Ynd m daz laut dy Totschin seniiiu. 

Den d; Bebon al 2cn hnnt 
la Dar im ?irtnbin vz dem laoL 

Tf Conradum si trachtin 

Tnd in zcn berczog macfatin 

Do mit dem laden 

Si nit beazirn irn scbadin, 
15 Nezfin ü ^bin 

Tm ratin, do si aomen 

Em bmdir vz einer andir ätad. 

% traän aer ^ dem pfot. 

Dimr ted dem brndir glich. 
»> Er palczte dy Tatachin gwaitiirh. 

Do dy Polan daz betrachtin. 

Daz dy Befaem nit achtin 

Tf im berczog vnd sin lachtin. 

Daz lant si an ^achtin. 
^ Si toden groszin 3chadin, 

Di Befaem gutlich nit geladin 

Mit irm berczogen ken in ofingin. 

Doch ai ir nit intphingin. 

Chanlicfa ai se bestrittin. 
30 Em wil si nach dem f^rit hitfin. 

Den berczog si virtribin zcn hant 

Ver ?z B^em lant. 

^ spracfain zcn im 

In irm groezin grim: 
96 Nimaat &ef gebeMn kan. 

Der bemiscb ödem stinkit dich f»n. 

Oe in Bdcn icznnt, 

11 



162 

In tutsche laut, du tutschir huntl 
Czu dem gemerkc si in beleitin, 
Do si sin mit dem tode irbeitin 
Vnd in do irstochin, 

5 Wan er hat gesprochin: 

Mich stinkit an by nom 
Der bemisch ödem, 
Recht als ein totir bunt 
Nu vnd zcu allir stunt. 

10 Do virschied bischof Meinhart 

Daniel bischof wart. 

Wi der tutsch Stanmir 
Den B ehern sent mit für. 

[72.] Czu der zeit in tutschin landen 
15 Waz einer von furstin irstanden. 

Der selbe hiez Stanimyr. 

Der begunde sprechin schir, 

Ob er gwalt hette, 

Er wolt dy Tutschin vf der stet 
20 Virtribin vz Behfem. 

Di grozen brach tin dy minnirn an, 

Also daz si Stanimir 

Czu herczog machtin schir. 

Di Tutschin er begunt 
25 Nicht in Behem zcu der stunt 

Lazsin vnd wart si virmidin. 

Di nasin wart er in absnidin. 

Abir er sich vnd vil gach 

Der vestin vndirwant dar nach. 
30 Di gnade bewister vf der stet, 

Di er zcu den Tutschin het. 

Er begunt dy Behem vahin 

Vnd in ab dy houbt slahin 

Vnd dy Tutschin alzcu haut 
»5 Czu meren gröblich in- dem laut. 

Den hof het er Tutschir vollir. 



163 

Di Bebem liez er dar vm chollin, 
Der er kein liez für sich. 
Er smet si recht als daz vich. 
Er saczte ein Tutschin obir Prag, 

5 Der des seibin husis pflag, 

Vnd al vestin weitin 
Besaczt er mit deutschin lutin. 
Herczog Stanmir do 
Ret zcu dem Bebem also: 

10 An vwen dank werdin 

Hir vf disir erdin 
Di Tutschin mit vns wonit. 
Dar nach zcu der seibin stunt 
Samptin sich dy lantlut, 

15 Do Crziwoclag dy veste lag. 

Si hattin ein heimlichin rat 
Mit einer seidin tat. 
Do ludin dy Bebem den Friderich 
Widir heimlich in daz rieb. 

20 Si gabin im den rad, 

Daz er macht wölk vor Crziwoclat 

Vnd herczog Stanmirum 

Cig sin es herczogtum 

Vnd spreche: ich mit min tatin 

25 Wil mines herczogtum nit geratin 

Vnd vm daz min wil ich strebin 
Vnd gebaz sin dinen lebin. 
Viltu mir abir selbir gebin, 
Ich wil mich furbaz nit irhebin 

30 Noch dich ymmer an gerechtin. 

Stanmir volgte dem rechtin. 
Den Tutschin gebot er zcusamen, 
Daz si vf ein tag komen 
Mit im vnd im ritin 

35 Getrwlich mit irn sitin, 

Wy si dy Behem betrugin 
Vnd by dem laut selbir blibin. 
Do dy Tutschin alle 



11 



164 

Czu Samen komen mit schalle, 
Si komen zcu der seibin vrist 
Mit dem herczogin vf daz Bogist. 
Stamir kam zcu dem tage 

5 Vnd en dy vntrw legt vf ein wage. 

Mid den Tutschin er ret aldo: 
Wen ich Sprech zcu vch also: 
Verwandert vchl virwandert vch! 
lo der man tu als ein gouch 

10 Vnd lege zcu hant sin wafin an; 

Vnd ob er vil licht nit wil stan 
Nach vnsirn willin, 
Dar zcu swiget er vil stillin 
Vnd slait den Friderich zcutode 

15 Vnd sit nit sin in der not! 

Di Behem zcu en selbir komen 
Vnd Stamirs vntrw si virnomen, 
Si namen wafin zcu dem tage stiln 
Vndir dy rok nach irem willin. 

20 Friderich gein Stamirn begunt 

Ciagin an der seibin stunt, 
Daz er sin lant torste 
Bekummirn als ein furste. 
Stamir zcurnit zcuhant aldo. 

25 Czu den Tutschin rif er also: 

Virwandert vch! virwandert vch! 
Si hiltin sich bi schäm doch 
Di Tutschin an ein andir. 
Si woltin sich in wafin wandir. 

so Di Behem begundin vf si gahin 

Vnd si alle irslahin. 
Si sprachin mit ein andir: 
Hi wer vch virwandir! 
Rot rok sind wir ouch. 

35 Vnd Stamirum, der nit vlouch, 

Mit den sinen do virderbtin 
Vnd daz lant surbetin 

37. ? furbetin. 



10 



165 

Von den Tatschin do. 

Abir dy vf den borgin blibin so, 

Di vlobin zcu allin orün, 

Als schir si ez irhortin. 

Also behilt Fridericb 

Daz bemisch rieb 

Vnd er bilt ez furbaz 

Mit siner zcung laz. 

Di Tatschin er nit lib het 

Als sin vatir, tet er in vf der stet, 

Er sneid in oach dy nasin ab. 

Er het von in grosze gab 

Enphangin vnd nit chlain, 

Wol malent gepild malstain. 

li Wi Mehern verloz sin herczogtum 

Vn eigintlich czu Behem kam. 

[73.] Der herczog von Mehern wolt 

Sin brudir nit dinen, als er solt. 

Dar vm must er 
20 Gein im gen mit sinem her. 

Abir wan er an der selbiu stet 

Nit gnuk lut het, 

Dar vm er dy Wrsouicensir 

Cza huldiu nam nach ir ger, 
2i^ Daz si ir schänden alle wege 

Abir gedechtin zcu pflege, 

Er gebot in zcu furin . - 

Vf dem Schild ein hackin turin, 

Da mit by ern iarn 
«0 Er vetir ermort warin. 

Er gebot in ouch by ir lebin 

Ir erb widir zcu gebin. 

Do gink mit den sin gelich 

Gein Mehern herczog Fridericb. 
35 Der herczog von Mehern des virhengit, 

Daz er em zcu strit begeint. 



166 

In dem strit er gesigt 

Vnd Mehern alczumal irkrigt. 

Do bestreit Friderich 

Di Mehern kunlich 
» Vnd der herczog zcu Mehern 

Virlüus sin frunt verren 

Vnde alczumal mit disen pflichtin. 

Er mochte sich nymir vf gerichtin, 

Wan si vil nohe lagin 
u> Do alzcamal irslagin. 

Ein wiz hant in einer grün 

Mit einem ast guldin 

Vnd ein iungfrow in gold, 

Dy ein stral haltin wolt. 
15 Do gink ouch zcu Behem 

Ein Schild vndir mit nom, 

Wan in den seibin tagin 

Wart daz gesiecht zcu mal irslagin. 

In golde zcwen sent 
20 Czu beidin sitin rod bekent. 

Der frunt vrleugt, als man list, 

Nicht allewege sichir ist. 

Czu der seibin zeit 

Von gar groszin strit 
25 Mehern sin er virloz 

Vnd daz herczogtum virkoz 

Vnd von der zeit ez sint 

Dem konige zcu Behem dint, 

Vnd daz ist gesehen 
9ö Nach Christus gebort (dez wil ich nem) 

Eilfhundirt gar 1184 

Vnd vir vnd achczig iar. 

Von der Tutschin strit, 
Den dy Behem gwunnen wit. 

^6 [74.] In dem seibin iar 

Starb herczok Friderich virwar. 



167 

Sin sun Otte 

Wart herczog drote. 

Ouch in dem seibin iar 

Erkrigtin dy beidin gar 
h Jerusalem mit groszim scballe. 

Si irslugin dy Cristin alle, 

Di do seibist warin 

Mit allin irn scharn. 

Dar nach beschirmt zcubant 
10 Herczog Ot daz lant 

Vnd sin zcung in allin erin 

Wenczlab als ein morgen stern. 

Do sin vatir wol bi iarn 

Waz mit dem tode virwarn, 
\!y Sin sun erstunt. 

Abir do er nit waz gesunt 

Vnd nit ein rechtiz houbt het, 

£r starb sichir an dem bet. 

Di Deutschin er begunt 
20 Lib habin zcu siner stunt 

Vnd gab en erb in dem lant, 

Dar ym si totin in zcu hant 

In einem kercher 

Vnd totin \e\ Deutscher. 
35 Przemisl sin bruder dar nach 

Machtin si zcu herczog. 

Den virtribin si ouch stillin 

Durch der Deutschin wiltin. 

Do waz herczog Ottens brudir 
30 Wratizlab gefudert 

Nach dem Daniel 

Czu dem bistum gar snel. 

Der beschirmit daz lant 

An eines herczok stad czu hant. 
35 Er bestreit ouch dy Winden 

Vnde irkrigt mit sinen gesinden 

Vest vnd stete, vel vo in. 

Przemizl quam mit den Deutschin sin 



168 

Gein Behera widir nach der vrist 
Vnd stunt vf dem Bogist, 
Wan er mit im het bracht 
Alczumal dez keisirs macht, 

5 Nor daz der keisir alein 

Selbir nit do irschein. 
Di Behem sich gein Prag samten 
Vnd irr wil wol ramptin 
Vnd gingin im zcu der vrist 

10 Enkein vf den Bogist, 

Wenn si sprafchn zu dem her, 
Wie iz gewissit wer, 
Daz die Behem uf dem Bogist 
Sich warn in der vrist. 

15 Du waz ein grülich kaldef wintir 

Vnde ez gevrouz gar vast vntir, 
Abir dy Behem gar gnuk hettin 
Czu Präge wirm in den stetin. 
Den Deutschin waz zcu melde 

20 Gar ehalt vf dem velde. 

Do sich dy Tutschin nomen. 

Mit den Behem si zcu samen komen. 

Di Behem frutlich gingin 

An dy Tutschin , dy si vingin, 

»■^ Vnd irslugin si dar nach. 

Ouch herczog Przemizl waz gach, 
Mit im ouch nomhafter Deutschir, 
Dry tusint vnd zczweihundert richir, 
Daz in in er busin ran 

so Daz blut von den swertin dan 

Vnd in in deni busin geuroz, 
Des si doch nit ser virdroz. 
Abir do si do heim in den stubin 
Di wafin vz zcogin, 

55 Blutige beche von in runnen. 

Czu den seibin stunden 
Doch warn si gesunt 
Vnde an dem lebin nit verwunt 



169 

Vnd ir zcartin vrowen 

Im raab mochtin scbowen. 

Ein iclichir sol fruntlich gebora, 

Daz man noch hundert iarn 
5 Sin bestes ret an nit 

Nu vnd cza allir zeit. 

Kanual gar weit 

Waz der beste in dem strit 

Er fürt an dem schild ronn. 
10 Do gwan Ronow den noro. 

Ez zcimpt wo! zcu hörn, 

Wy daz gesiecht ist geborn, 

Vnd wy ez mit nomen 

Von erst ist vf komen. 
IS [75.] Nach Crist gepurt gar 

Czweilf hundert vnd vier iar, 1204 

Du sant Procop wart 

Erhabin vf der vart 

Vnd dy heilgin wellin 
^ In habin zcu gesellin 

Nu vnd ymmer eweclich. 

Got belf vns ouch in sin rieh! 

Fürst vnd bischof zcwar 

Sturbin leidir in dem seibin iar. 
25 Wladizlab sines brudir sun 

Herczog wart nach der lun. 

Vnd bischof Andream 

Di kor vf dem stul nam, 

Den dy lanüeut ertin nit, 
30 Als dy gwonheit billich git 

Si liszin sich vndirwindin 

Sin bistum mit sinem gesinde. 

Si warn im ouch nit gehorsam 

Dar vm, daz ez im alliz zcam. 
35 Di Tütschin spiste der bischof 

Vnd nam sie in seinhe hoff. 

Do baut der bischof daz laut 

£r ging gein Bom zcu hant. ^ 



10 



170 

Do virdarb er schir jn annnot 

Herczok Wladizlab luot 

Ein cardinal von dan, 

Daz erz lant ledigt vz dem ban. 

Pelbrzimum gnant 

Machtin si zcu bischof zcu hant. 

Den wite der cardinal 

Mit wirdikeit an al qual. 

Von dem notigin herczogin, 

Der im Reginsburg im rat hat zcogin. 



[76.] Czu der zeit herczog Wladizlab 
Verschied in daz grab. 
Sin sun Przemizl wart 
Herczog vf der seibin vart 

15 Der rete nit wislich, 

Do er sprach gar vreislich: 
Ir Behem, irnit mugt 
Noch dorzcu tugt 
Vnd holt got mich vertribin. 

20 Vz dem lant ich muz blibin. 

Vm daz wort dy Behem woltin, 
In virderbin als si soltin. 
Sich virbarg der herczog, 
Dar nach er vz dem lande vlog. 

25 Er must lang vsz sin. 

Do der herczog stunt zcu schin, 

Vf des keisirs hof, 

Do er als lang sof, 

Biz er wart gar vnwert, ^ 

w Er wart furbaz nymmer gecrt 

Nur dy wil er dy kost 
Het vnd do er der gelost, 
Acht man sin nit mer. 
Sin armut in betwank so ser, 

35 Daz er al sin lebin 

Der erb^it must gebin. 



171 

Er zcoch vf vil sein 

Czu Reginspork dy stein, 

In dem rade vil tif, 

Dar in er stetis lif 
5 Den ganczin tag vf clehi gewin, 

Halt nur vm zcwen pfennig. 

Mit dem herczog lif zcubant 

Einer Muding gnant. 

In dem rad al tag 
10 Ein taglon in vszin lag, 

Dez en einer nit gebin wolt, 

Als ir vil billich solt. 

Er mochtez oucb mit nichte 

Gehabin mit dem gerichte. 
15 Er begunde bi den tagin 

Gode vil tur clagin. 

Der herczog dacht an sin wesin. 

Er waz in sinem muot des genesin, 

Daz er dachte an sin red, 
20 Di er virwizlichin ted, 

Dar vm daz got virhengt 

Vnd sin armut im virlengt. 

Er bat Crist weinende, 

Dar er im zcu der stunde 
25 Gerücht zcu virgebin. 

Vnd do er in dem lebin 

Czu Reginspurg lag 

An einem gar heilgin tag. 

Hat er nit czu eszin. 
30 Do waz ein rittir gar vermeszin. 

Der hiez Worsk vir war. 

Der waz dem herczog trw gar. 

Der vant in zcu Reginspurg 

Vnd bracht im goldiz hundert mark, 
35 Du der herczog daz golt sach. 

Sich, wy er zcum gesehi sprach, 

Vnd wy er ez begert, 

Der sich berralich genert, 



172 

Noch an der seibin stet 

Nitisnit zca eszin het. 

Er vragt den Muodink 

In einem rechtin schimpk, 
^ Ob daz gold künde obin swimbin. 

Mudink dachte in sinen sinnen^ 

Wy em daz gold döchte, 

Daz er brot gekoffin mochte. 

Er sprach zcu der stund: 
10 Sam Hauls chund, 

Ez zcim^rt daz wir ez virsuochin, 

Dar nach so werden wir fluochin. 

Der herczog sprach: lug her zcnl 

Vnde warf daz gold in dy Tunow. 
15 Mudink roufte daz har 

Vz deiü houbt gar. 

Er sprach: sich bisuudir, 

Der waszir göttin get undir. 

Muding begunde zcurn, 
20 Den hirczog mit worten ruren. 

Er het ims ver ubil gar. 

Er sprach: armer herczog zcwar,^ 

Waz wildu heut eszin? 

Wez hastu dich vermeszin? 
25 Ob ez nit herczic wer, 

Du must gar ser 

Leim cleibin den ganczin tag. 

Ich dir ez vir war sage, 

Vm brotis ein bizsin, 
so Daz du wol macht selbir wiszin. 

Der herczog sprach: halt iczund 

Wolde ich ez gar gern tun. 

In dem rad wil ich loufin 

Vnd dar vm brot koufin. 
th Da mit lacht er 

In siner armut ser, 

Wan ez alle tage in der not 

Arbeit nur vm daz brot. ^ 



173 

Dez virhengt got vbir in, 

Dar vm daz er mit vusin 

Vnwislich het geret. 

Aber dar nach vf der stet, 
ä Vnd in geraw sin gesuncC 

Trost in got an der stund. . 

Di heren von Behem santin 

Nach im vz den landen. 

Daz lant si im gabin widir. 
10 Der herczog begunde sider 

Di sinen liplich trachtin 

Vnd Tutschir nitisnit achtin. 
[77.] Czu der seibin vrist ez 

Herczog Dipolt Zlicensis 
15 Der gegent, dy nu zcu vliz 

Heizt Curymensiz, 

Der wolt mit den sinen 

Herczog Pzremizl nit dinen. 

Herczog Przemizl must vz 
20 Herczog Dypold in gruz. 

Gein im gink vf dy wit 

Vnd an dem seibin strit 

Entweich Dypold. 

Do mit virdint er dein sold. 
26 Slizkow waz ein gut stad 

Obir ein veste purch gesät. 

Di Behem sich vor Slizkow nomen 

Vnd in ein grabin noch ein. ander komen. 

Si sprachin al: Wokursim. 
30 Do von man nant dy stad Cursim. 

Dipolts gesinde gein Polan gink, 

Do ez der tot alliz ving. 

Do Swathowa dy herczogin 

Gebot mit gutim sin, 
35 Daz man zcu Prag wolde • 

Di pruk machin, als man solt, 

Daz man doch tet 

Von dem gebot vf der stet. 



174 

Der herczog hiz dy grabir vahin 
Vnd der Deutschin vele irslao. 
Er stunt in der stad, 
Di Prag den nomen had. 
In einem fenstir er sich fuogt 
Vnd vf dy stad lugt 
AI dy wil quam dort her 
Von Reginspurg ein burger, 
Der im vm sin erbeit 

10 Czwen Pfennige hat virseit, 

Daz sin taglon waz gewesin, 
Do von er must vor hunger genesin, 
Vm dy er swerlich erbeit 
Vnde waz al tage bereit. 

15 Der herczog nit mit keinem getichte 

Clagte vf in vor gerichte, 
Daz im der burger 
Sin gnantis lidlon schuldig wer. 
Er sprach: ez waz ein solich kouf, 

^0 Ich zcoch im sin stein vf 

In dem rad durch den tag, 
Des er wol gedenkin mag 
Willeclichin als ein rint. 
Vor hungir waz ich nohe blint. 

25 Er bekant im gar glichin 

Allir worzceichin, 
Do im vf der seibin sted 
Der burgir virguldin hed. 
Do seibist er sprach: 

3<) Ich han si in vngemach 

Virdint vnd in grozer not 
Vnd mag si wol ofpern got, 
Wau ich dar vm den ganczin tag 
Der erbeit mit hungir pflag. 

35 Dar vm mag ich si sichirlich 

Oppern gode von himelrich. 
Dar zcu mich dy Tutschin twungin, 
Daz mir waz misselungin. 



175 

Bb Bd^ai Olli aiaiatt tat 

Det flur redit do mit 
TS.: Keisir Ott gink Tf dr Sudi^, 

Der herczog quam oadi dar gewtssiii. 
:^ Do stam der homog atadn 

Tnd der kdsir irsdicüi 

Bi Sit mit den sinea 

Alcni mal gar finen, 

Di Sasän gar frameii helt 
10 Gingin vf der Behem zcelt, 

Recht als dy risin 

Vf einer breitin wisin. 

Bi Behem sd do bestrittin 

Vnd an der wit an in gesigtin. 
13 Przemid mit den Behem 

Czu Saszin Tel vestiu gwan, 

Do von der keisir bi sin tagin 

Begund Przemizl lib zcu habin. 

Er intbot im schon, 
80 Er weit in loblich krön. 

In der bestetunge 

Der keisir bat, daz im gelange, 

Dem herczog ein tuch vf. 

Er gebot in noch den louf, 
tö Ottaker in der vrist, 

Daz als vel gesprochin ist, 

Als Otten liber, 

Daz nach in ganczir ger 

Allewege zcu nennen 
so Vnd in da mit erkennen. 

Er gerächte im ouch do czu gebin 

Vf den Schild den wiszin lebin 

Mit dem andern zcagel 

Gestrakt als ein gabel. 
35 Er erweiit im ouch sin laut 

Mit Budissin vnd Gorlicz gnant. 

Der keisir gab dy stet also 

Erblich dem herczogiu do. 



176 

Vor den furstin besleit er in 

Noch gwonheit mit dem vingerlin, 

Do von dy stet erblich 

Gehörn in Behem rieh, 
5 Daz nimant keisirlich 

Mag gewendin eweclich. 

Also der drit konig 

Ottaker enphing 

Di cron czu Prag, 
10 Dar nach er lag 

Czu Krizwoclag vf der veste 

Mit den Smylon zcu geste. 

Di Behem irslugen 

Ir vient mit vnfugen. 
15 Die Behem si irwektin 

Vnd al er viende ersrektin, 

Daz man almeindin ret 

In tutschin landen vf der fetet: 

Wer mit den Behem nicht, 
20 Der wil wem ein wicht, 

Noch er mag gelebin, 

Er ist dem tode gegebin. 

Wi sich dy Behem in diszin tagin 
Virkart an irn sitin habin. 

2'» [79.] Di Behem gabin sich vf virlust 

Dar nach zcu grozer wolust, 

Dar vm si nit achtin 

Vf lob noch sin trachtin. 

Di aldin woldin do heim sin 
^ Vnd sich mustin als dy swin. 

Die iungen begunden 

lagen mit den hunden. 

Von der seibin zeit 

Di edeln gar wit 

30. ? mesteii. 



177 

Begnnden mit pirsio 

Ers geiades gemszin, 

Daz dy i^ir tetin 

Vud zcQ ampte betten 
^ Etiswen besdndern. 

Den iegir mit den handin 

Sy virwentin ein huox, 

Do von si decke nomen gruoz, 

Ynde si bisundir schon 
10 Hettin ein huz veirre von dan. 

Etiswen dy herren 

Sich sampten gar verrin. 

Si trachtin dez laüdiz er 

Vnd sinen frid dannoch mer. 
lö Di iegir iagtin al ein 

Vnd dy herrin vnder iniin 

Wartin zcu in 

In daz geiagt mit irin sin, 

Do si sich etiswen samptin 
io Vnd do der vreuden ramptin. 

Si sazsin stete an dem rad 

Vnde machtin vride ander stad 

Dem lande alzcu mal. 

Abir dar nach daz irschal, 
^^ Daz si vz in selbir 

Tegir machtin, als dy kelbir, 

In einem hiiz mit winden 

Si wontin mit gesinden. 

Daz waz er er 
30 Vnd ir vründe michels mer, 

Dar vm daz si zcu stunden 

Alein retin von den hundin, 

Vnd ouch dar vm 

Berüemtin si sich des richtum. 
35 Von dem gestank mustin si sterbin 

Vnd deste droter virderbin. 

* 
8. über decke schreibt der rubrkator ufte. 

Dalimil. 12 



178 

Do hattin dy lute 

Kurcz lebin zcu der zeit 

Vnd an im bein 

Di sichtum gröblich irschein. 
5 Do man si etiswen bort irdingen 

Vnd in dy heruart vrolich gingen, 

Si virwustin nit er lant, 

Abir si machtin do zcuhant 

Vel stig mit den s wertin 
10 Vnd sich der vieude wertin, 

Gein den si vz gingin, 

Der si vel vingin, 

Vnd ir lant alczumal 

Virwustin si mit groszin schal. 
15 Doch dar an si wol tetin, 

Das si dye wil instetin 

Di gotis gäbe nit beroubtin 

Vnd nitisnit do von cloubtin. 

Do kartin sider 
20 Edeln etlich wider. 

Vnd legtin al sust 

Di selgeret wuost, 

Etiswen si waren 

In dy heruart gevaren, 
25 Bereit in dreu tagin. 

Nu gepuot man zcu sagin 

Vor einem virtel eins iars. 

Doch hüten si dez hares. 

Si virwandeltin sich aldo 
30 Vnd virluren also 

Eren gutin nomen, 

Der si swerlich waz ankörnen* 

Do gab nach dem gemein louf 

Pelbrzimus daz bistum vf. 
s5 Paf Johans kom 

Vf daz selbe bistum 
[80.] Nach Crist gebort zcwelfhundert 1238 

Acht vnd drisig dar zcu besundert. 



179 

Do qaam, als ich sage, 

Die Prediger zcu Präge, 

Ynd zcu sent Clement si komen 

Yf daz Porscbist by nomen. 
5 Ein dasnern waz alda. 

Si gewaz geheizsin Trubka. 

Di selbe redin begunde, 

Daz sent Clement bi der stunde 

Ingepeutt bi der pruk 
10 Czu dinen mit groszem glucke. 

Dar vm gingin dy prediger 

Yz dem Porscbist hi her. 

Czu sent Clement si komen 

Bi der bruk mit nomen. 
15 Herczok Leupold von Ostericb 

Waz stolcz vnd gar vrech. 

Er prüft, als er hat gesehin 

Den konig von Bebem. 

Er bekümmert daz rieh 
so Biz gein zcuom glich. 

Do must der konig also 

Czu dem strit vf aldo. 

Dem herczogen er botin sant. 

Er prüft den konig alczuhant, 
25 Daz er sich nit wem wolde. 

Er begunde nit, als er solde, 

Czu mal beroubin Merher lant. 

Der konig im stetis botin sant. 

Der herczog ein glob tet, 
so Daz er doch nit hilt stet, 

Ynd al dy wil erbegunt 

Wustin Mehern do zcu stunt. 

Er mocht dannoch nit den von Behem 

Czu dem strit nit irwegin. 
«5 Do sprach der herczog: 

Als lang ich sol lebin noch. 

So muz mir sin leid 

Vm dy Behem so gemeit, 

12* 



Daz isi in ab kurczin tagin 
Virdurbin sin vnd erslagin. 
-A.] K'>niii Przeinizl verschied. 

Sin sun Wenzclab an das licht 
Koni vnd hercz»»g wart. 
Di wil starb Leupolt vf der vart. 
Vnd der kun von Osterich 
Eri<tund herczog Friderich. 
Herczo-; Wenczlab sant 
Im Nuch dem von Mvszen zcahant. 

m 

Der iiink mit im glich 
Vf den von Osterich. 
Sich, wv dv Beheni woren 
Virwandert in kurczin iaren! 

1'. Di etiswen nit vinnitin, 

Den keisir si stets al ein bestritin, 
Si turstin im nit al ein 
Vf den herczogin gen gemein. 
S da/ .^i hülfe betein mustin. 

j*} Do si Ostrich verwustin. 

Dar vni hat er mit nam 
Der vuu Östlich dv Behem 
Mit dem seibin vnderligen 
Sines Schadens alwege beztigen, 

■^r. Dar vm der von Behem 

Vf in manig reiz nam. 

Von konig Wenczlabin, 

Der do eineuk wart begrabin. 

Der herczog wart gekroent, 
^> Do mit er sin er beschoent, 

Daz er mit den hundin 
Reit iagin vndirstundin, 
Do mit er wont al wege 
Vnd mit den vogelin zcu pflege 
Vnd dem sinen huz. 
Vnd do er reit dar vs, 



:'/, 



181 

Do er iagin reit in dem walde. 

Ein ouge verlouz er balde. 

Er zcurnen begunt 

In dem walde zcu der stunt. 
^ Er wont zcu Krizwoclag. 

Vf dem huz man sin phlag. 

Er achte nitisnit vf Präge, 

Abir do von daz er sin tage 

Gern mit den hunden waz, 
1« Dar vm wart im ein fuz nit baz. 

Do er zc« konig gesegent waz, 

Er wart sich, do von er genaz. 

Er gebot dy genemen, 

Daz si solt gezcemen 
15 Sin geburd virtribin so 

Von Stadicz vz dem dorf do 

Vnd cz den Deutschin gebin. 

Di herin den boum vil ebin 

Teiltin vndir sich. 
20 Si sagtin dem konig do von nit. 

Daz sahin si von verrin, 

Daz er vf dy herrin 

Nitisnit sorget. 

Den Tutschin , als er gert, 
2ö Er erb er teilt zcu pflugin, 

Dar an in wolt gnugin. 

Czu der zeit Johannes 

Mocht nit genesin des. 

Dar nach bischof wart 
30 Rinandus vf der vart. 

Er waz bischof vierczen iar. 

Do verschied er für war. 

Dar nach Nicolaus wart 

Bischof vf der seibin vart. 
35 Nach Crist geburd, als ich laz, 

Ist gesehen daz 

Czwelhundirt gar 1242 

Vnd dar zcu zcwei vnd virczig iar. 



182 

Von den, di in dem lant zcu fuz 
Gingin mit der vient gruz. 

[82.] Cartassi also gnant 

Do gingin in dem lant, 
5 Di beroubtin dy Tatrer, 

Daz mir ist gar vnmer. 

Der man gingin fünf hundirt. 

Der leut sitin waz bisundirt. 

Si warn gar wunderlich, 
10 Do si gingin durch daz rieh. 

Gar hoe huotil hattin dy, 

Kurcz gewant trugin si 

Vnd taschin mit den senckin, . 

Wan si woltin trinkin. 
15 In einen rinnendin pach 

Waz in vil gach, 

Vnd wen si petein brot, 

Si nantin Gartas got 

Vnd ruften Kartas wo, 
20 Dar vm hiz man si do 

Kartas mit dem nomen. 

Vnd do von so komen 

Den Lünen dy bletir 

Vf dem schilt stetir, 
25 Di euch Eartassi sint gnant. 

Si sint in gar wol bekant. 

Dar noch dy lut mit irn sin, 

Vnd si komen an den Bin, 

Füren si abir hindir sich. 
»0 Der Behem leidir dez ich gich 

Groz vnbesichticheit, 

Di wart in mit schaden leit. 

Ir vnwiz virhengniz 

Wart in gar vnsüz, 
95 Daz si dy lute liszin sten 

Vnd in dem rieh irgen 

Vnd ßi liszin si sehin 



183 

Vnd ir lant also virspehin. 
Ez wer billich gewesin, 
Daz ir keiner wer genesin, 
Vnd daz man irvorscht het, 

5 Waz leut si do zcu stet 

Weren gewesin. 
Si soltin si nit gelesin 
Noch durch ir lant laszin habin, 
Do von so komen zcu schadin 

10 Dez andern iars zcu hant 

Di Tatrer in daz lant 
Vnd dy gingin dry wege 
Vnd si gingin vmbedum di stet, 
Als nach den irn, 

ift Wan dy speher mit ir furn, 

Leitin si mit nam 
Vndir etlich Kuiouiam 
Di stad irkrigtin. 
Di andern angesigten 

«0 Dem von Vngern mit strit 

Vf einer wisin wit. 
Di drittin zcuhant 
Virwustin Polaner laut. 
Si woltin nitisnit vristin 

25 _ Vnd irslugen vel Cristin. 

Dar noch komen si mit irem her 
Für Olmuncz dy Tatrer 
Vnd virderbtin an der stunt 
Von Bohem dez konigiz sun. 

30 Do seibist sin pfiegir 

Vingin si mit irm her 
Vnd dy seibin vor der etat 
Si virderbtin vil drat, 
Dar vm daz si dez gutin 

s6 Irs konigiz nit hutin. 

Di Tatrer kartin wider. 
Si legtin sich vor Bretslab sider. 
Henrich Broda gink gein in. 



184 

Wundirlich virdarb sin schin. 
Do trugin dy Tatrer 
Sin houbt vf einem sper. 
Si vir wustin daz gancz lant. 

5 Di Behem furchtin sich zcuhant. 

Ein burk si balde buoetin 
Vnd Prag si vestlich muortin. 
Czum wazsir zcum wege also 
Macht man von der muor aldo. 

lu Man sach gancz Polan 

Von den Tatrern wüste stan 
Vnd zcum iungistin mit ir graw 
Komen si kein Glataw. 
. Czu Behem sach man wandirn 

lö Vel lut von tutschin landen, 

Mit den der konig 
Durch dy Sittaw gink, 
Vf dy seibin Tatrer, 
Als schir si hortin von dem her. 

2<» Czuhant dy seibin bozwicht 

Cobin dy flucht hindir sich, 
Wan dy virspehor daz leit 
Hettin in do vorgeseit, 
Daz si nimant furchtin woltin. 

2ö Nur den von Behem si soltin 

Erbeitin mit nichte. 
Da von si wurden gar enwicht. 

Wi der konig gar vreisir 
Mit für dem keisir. 

30 [83.] Keisir Friderich der leste 

Gebot vf daz beste 
Mit gutin wiczin einen hof, 
Daz der konig nach dem lof 
Von Behem gwar wart. 
^5 Er ging dar zcu vf der vart. 

Vel furstin dar komen 



185 

Vnd von Folde der apt mit nom. 

Der hilt sich gar hochrer'lich. 

Dem konig von Behem stunt er glich. 

Der apt den konig tastin wart 
5 Czu im sprach er vf der stad: 

Woente ich bi dir, 

Ich nidert din stul schir. 

Du hettest en nach gebürn 

An mir gar vngehür. 
10 Ich macht ein cleins konigel schir 

Vz der nach mines herczin ger. 

Ogerus der neuchomen, 

Do er daz het vernomen, 

Er gink hin zcu 
15 Vnd erseuffczt ser du. 

Einen ysirn hantschuch zcuhant 

Legt er an dy hant. 

Er slug den apt an daz muol. 

Wiz daz, pristir Paul, 
^ Daz du mer dem konige tuost, 

Er kumpt der nymer vmsust. 

Wor vm claffestu als vel 

Mit der predig zcu diszem zcil? 

Du hast gehat wider din er 
25 Ein boze lere, 

Der dich nit gelert hat, 

Wy du dich heut vf der stat 

Vor fromden herrin habin solt. 

Den mulslag der apt virdult 
30 Er wischte daz antlicz mit der hant 

Czu sinem huz er gink zcu hant. 

Czum konige kam er nymer 

Durch dy red geslan ser. 

Dem konige do zcu wiszin wart 



25. ? l^rer. 31. Baratts entstand das deutsche Sprichwort: „Sieh 
dich wohl /ür, daß es dir nicht gehe wie dem ahte von Fulda**, welches 
sich bis itzt im gebrauche erhalten hat*^ 



Von :<in frnnden vf der vart. 

Der keisir wolt in vahin. 

Der konig begund xcu gabln. 

Di sinen er rat vrogen wolde, 
* Waz er dar zcu tan solde. 

I)er keisir wolt in Behem 

Vnd in Mehern bv nom 

Ses stet habin. 

Dar vni wil er mich vabin. 
I" Dy antwurtin dy herrin do: 

Ez waz vor nit also. 

Ez ist vns ouch ny gesehen 

Von keinem keisir, dez wir leben. 

Do mit wil der keisir 
1*^ Vns zcu dinst twingin ser. 

E daz gesche so gahin, 

Wer lazsin vns e irslagin. 

konig, sent nit du 

Vz der stat magist komen nv, 
if) Ez zcimpt dich frutlich zcu babin. 

Der keisir ruft mit nomen 

Dem konige für in, 

Der mit luczil ging do hin. 

Er gebot den andirn 
25 Mit im gewafent wandirn 

Vnd sprach : er .wen , wez er wen, 

Wer wilu zcu hant heim gen. 

Do der konig zcum keisir gink, 

Er sach dy gaszin vm den rink 
so Vol gewafentir lute. 

Do wart er furchten siner heute. 

Er gink in dy kemnatin. 

Czu im do wolde er sich beratin. 

Do gink Oierus nach im 
?* Frutlich ouch hin in. 

In dez konigis mantil er truk 

Ein swert virborgin vngefuk. 

Ouch ein meszir er het. 



187 

Den keisir der konig vf der stet 
Ruckt bi dem druszil 
Vnd greif im an den ruszel. 
Er saczte im do vil snel 

^ Daz meszir an dy kel. 

Er sprach zcu im vf der vart: 
Di wil Oierus der zcart 
Mit dem swert den konig 
Ret do gar kunlich, 

»« Keisir, du must hy virderbin 

Odir mich hi beschermin, 
Daz ich gen mtige vz der stad 
Ledlich mit minem rad 
Vnd zcu minem rieh 

lÄ Komen widir geweltlich. 

Der keisir must daz alliz globin 
Vnd waz dem konige dar obin 
Lib wer, daz wolt er tun. 
Do von der konig kom 

20 Mit groszin eren vz der stad 

Vnd quam also zcu Behem drat. 
[84.] Do ruft der konig sider 
Ogero dem gesiger 
Vnd verlech im also 

25 Czu Belyn dy erb aldo. 

Mit Ogero gein Behem 
Stechin vnd turnirn kom, 
Do mit er zcuhant 
Bracht, dy armut in daz laut. 

30 Ritin zcu den stunden 

In dy turney si begunden 
Vnd unnucz kost zcu machin 
Vnd kintlich decke zcu lachin 
Vbir dy roz zcu schauwen, 

3 Daz si im frouwen 

Hobisch do irschin. 
Di wisin si in irm sin 
Do von si verspottin, 



188 

Daz dy bubin in iru uotin 

Eich deck von in riszen, 

Der si sich hettin gevliszin. 

Vnd do in ein heruart 
5 Czu zcihin waz gespart, 

Du machtin si bi im tagen 

Er notdurf halt nit gehabin. 

Wolt mir daz imant sagin, 

Ich wolt sin gern vragin, 
10 Wor vm man dy Behem 

Hat virlut by nom. 

Turney in Behem laut 

Vnd ouch stechin waz nicht bekant. 

Als schir si in dem turney 
15 Czu irspilen manigirley 

Begundin in freudin, 

Do begundens in den stritin 

Nichtisnit zcu tugin. 

Czu turney etlich fugen, 
sw Di in dem strit sint gar verzcelt. 

Der nom si nit zcu geleit 

Allen turneyern. 

Doch ken ich si gern. 

Man spricht in zcu hern, 
25 Daz si dy bestin wern, 

Vnd daz wer gar war, 

Ob si nur den keisir gar 

Dristund bestrittin 

Vnd daz nit virmitin, 
30 Si brechtin zcu den stunden 

Zcwei tusiut vnd fünf hundirt 

Vingirlin von den irslagin 

Bittern nv bi diszen tagin. 

So hettin si dy worheit 
35 Nur ir werkin gar bereit vnverzceit. 

Von konig Wenczlab 

Dem milden biz in sin grab. 



189 

[85.] Konig Wenczlab 
Mit Sinei* richin gab 
Waz milde biz in sin grab. 
Daz waz von siner richin habe. 
5 Er dy Tutschin al glich 

Für zcoch in dem rieh. 
Dar vm sacztin sich in grim. 
Etlich herrin gein im. 

Si reicztin an der stund 

« 

10 Przemizl sin sun 

Nach Crist geburd gar 

Czwel£ vnd acht vnd driszig iar. 1238 

Gzu der zeit in dem lant 

Waz ein lanther gnant 
«r. Stibor clugiz houbt. 

Gutir sin waz er beroubt. 

Dez gesiecht alsampt 

Waz furnom in dem lant. 

Doch tets oft vuwizlich. 
20 Der Stibor sprach gar wizlich: 

Halt got mag ich geratin, 

Ich mocht mich mit minen ratin 

Gzu sinem rat gern nemen, 

Vnd solt ez dar czu komen, 
'^' Min gerbin must got gedenkin, 

Wolt er mit mir vngruz schenkin 

Vnd wolt mich arm machin, 

Dez wolde ich nit wol lachin, 

Wan er nit dar zcu tochte, 
so Daz er daz tuon mochte 

Mit Przemizln er peiczt, 

Den er gein sin vatir reiczt. 

Er gink mit larossio 

Sinen sun dez erstin do 
3" Vf den konig vnd begunde 

Di stet irkrigin czu der stunde. 

Er suchte sines vatirs vbil vil. 

Daz gancz rieh waz vf daz zcil s 



190 

Mit dem herczog Stent 

Vnd der konig het 

Borssen vnd Habelen 

Ynde luczil altir mit en. 
5 Mit den der konig tracht 

Vnd beschirmpt sich, als er mochte. 

Abirder herczog do zcuhant 

Reit vrilich durch daz lant. 

Di do mit dem herczog varen, 
10 Di komen al gevarn 

Borszen vnd Habelens lut. 

Si irslugin vf der wit, 

Vnd wo si ein Tutschin sahin, 

Den wolden si zcu tode slahin. 
i& Si behabtin in mit der hab 

Vnd snitin im dy nasiu ab. 

Borsz vnd Habel zcu hant 

Gingin vz dem lant. 

Si hrachtin mit in sider 
20 Ein groz volk wider. 

Czu der zeit der herczog lag 

Vor Braks bi dem wag 

Vnd Worsens gut brant. 

Di herin gingin vf in zcu hant. 
25 Si bestrittin in kunlich. 

Di czwen hern menlich 

Bittin nach dem herczog 

Vnd ted recht, sam er fluch 

Mochtin nit widir sten. 
30 Er gink mit sin gunnern 

Dem vatir in sin gnade. 

Stibor nach dem bade 

Mit sinem sun larossio 

Vz dem lant zcoch do. 
85 Der konig sam ein grauz 

Lud den herczog zcu hus 

Mit sinen gunnem. 

Daz mal gab er in gern, 



191 

Yud do si vrolich aszin 

Ynd an der tafil saszin 

Vnd er üb sichir wann, 

Der konig Hz da zcu varen, 
5 Der sant dar grün vische 

Er iclichim ein houbt zcu tische. 

Do si daz sahin, 

Daz man si wolt vahin, 

Si saszin in vorchte sere 
10 Als dy ersrockin reigir. 

Dem herczogin si zcu retin 

Vnde in mit silbern ketin 

Also ser bundin 

Vnd in do mit virwunden. 
15 Abir daz andir her 

Legit man in einen kerker. 

Di furstin ledig tetin 

Den herczog vz den ketin, 

Abir dy andirn 
20 Sach man nirgin wandirn. 

Si blibin dannoch mer, 

Wen dry iar, in dem kercher. 

Di Tutschin sprachin : willekum 

Stiboren mit sinem sun. 
23 Si schortin si vor vol, 

Ynd ertin si gar wol. 

Dar nach si m nach der stund 

Yirkouftin mit sinem sun 

Dem konige zcu Prag, 
so DjO hin man si dar nach 

Antwurte gebunden. 

Der konig in den stunden 

Gebot vf dem Petrich 

Den Stibor abstoszin glich 
35 Sin houbt mit einem scharf&n boum 

Ynd sin sun larossum 

Yf der sted rad brechin. 

Der do wolde sprechiu: 



192 

Ich mag halt got geratin, 

Der wez euch mit sinen tatin 

Nach dem sun für den tot 

Nit zcu ratin in der not. 
5 Di red tet er vor den lüten: 

Wer den schadiu wil vermidin, 

Der sol den vingir by der tor 

Dem drischowel nit legin vor, 

Wen er in zcu smuckt 
10 Vnd sich vor wor druckt 

Vnd ich weiz daz, 

Also weiz ich baz, 

Daz der vrunt haz virget. 

Daz wisz vf der stad 
ir» Ein iclichir, der do wil 

An schaden sin vf ein zcil, 

Der sol sich nit vndirwindin. 

Der frund krigt mit den kindin, 

Laz sich dy heimlich hund 
20 Biszin, daz wirt der gesund. 

Sprich zcu fromden hunden: 

Vor vm kompt er zu den stunden? 

Daz daz ist alliz war, 

Da seit mir nu der tod zcwar: 
25 We mir armen, do ich stan! 

Daz <ch ez al zcu spete gemerkt han! 
[86.] Czu der zeit in Behem dy 

Kreuczir komen, ich sag, wy. 

Di hettin dez bobists gwald 
80 Obir Juden iung vnd aJd. 

Di gwald si zcu den stunden 

Mit grosziu gut gewunnen 

Mit in, dy si do hettin 

Gewafnit lüt in den stetin. 
3'» Von den Juden, als wit, als dy werlt, 

Woltin si nemeu groz gelt 

Odir woldin si vohin 

Vnd si al irslan. 



193 

Der konig, als man gicht, 

Achte dez krigis nicht. 

Er sprach zcu in beidir sit: 

Ich wil mit vwerm strit 
5 Gar vnverworn sin. 

Iclicher volge dem rechtin sin, 

Vnd wer gesigt, dem si irloubt, 

Daz er habe ein gesundes houbt. 

Der konig kein Juden vink, 
lü Daz er si wil mit ir dink 

Beschirmen nacht vnd tag. 

Ob ir si irslahit, er sprach, 

Ich wil vch kein schuld gebin. 

Do woffnitin sich dy Juden ebin 
16 Vnd gewafnit lut si bittin 

Vnd dy cruczir do bestrittin. 

Gein zcwen hundert si irslugin 

Deutschir mit vnfugin 
[87.] Nach Crist gebort zwelfhundirt 1252 

io Czwei vnd funfczig iar bisundirt. 

Ein wip eines heilgin lebins 

Waz vrow Swatawa begebins. 

Di virschied zcu den zeitin. 

Von der kora den sichin lutin 
2'> Ein groz trost vnd gelucke. 

Fünf totin si erweckte 

Mit der grozsin gotis gwald. 

Vil blinden half si bald. 

Hufhalcz vnd vzseczigen 
80 Tet si mit gesund gesigen. 

An andern sichin si hat 

Getan zceichin vf der stat. 

Ein solich dink geschach, 

Daz her Woyzlab her nach 
35 Czu den Juden lief 

Vnd ein Judin do beslief. 

Der Jude gink vnwislich 

In eines Judin huz vil rieh 

DalimiL 13 



194 

VncT ruft im do hin in mit nom. 
Do er czu im hin in kom, 
Der Jude en erwürgt gach. 
Dez suchtin do sin vrunt räch 

5 Vnd vel Juden irslugin. 

Der konig wolt mit vnfugin 
Di herren al virderbin. 
Si mustin oder sterbin 
Oder gen vz dem rieh, 

10 Daz si tetin al gelich. 

Dar nach gwünnen si palde' 
Des konigis hulde. 
Si komen ouch gemein 
Mit den Juden obir ein, 

15 Abir dar vm da vnd si innoten 

Di Juden torstin toten, 
Si nomen dar vm do 
Den hut vf den schilt do, 
[88.] Do man dy zeit zcelt. 

20 Ein romischer wart erweit. 

Dar vm der konig sant 
Di herren vz dem laut, 
Daz si wern by der kur, 
Biz si zcu mal virfur 

25 Hromum von Nachod 

Smilem Swidilczensem dort 
Vnd her Gallin von der Gabel, 
Der bemisch heizsit Habel. 
Hron der waz der greisist 

30 Vnd in dem rat der wist, 

Da von im do wart 
Vom romischen vf der vart 
Ein rotir lebe gegebin 
In golde vil ebin. 

85 Habel in geiteltin gwan, 

Ouch den lebin do von dan. 
Vnd her Smil mit den stechin 
Gwan ein rotin karpen. 



1Ö5 

Herczog Przemizln si uirgen. 

Czu der seibin zeit 

Entphurtin dy Vngern wit 

Daz volk in Mehern, 
5 Vnd do man si sach wider kern, 

Herczog Przemizln si nindert 

Virtribin, der si hindert, 

Wo si sich holt kartin. 

Den Przemizln vf den wartin 
10 Si sahin allenthalbin, 

. Dez si al dy valiin 

Alzcu vel verwundert. 

Przemizl mit sin besundert 

Tet den Vngern groszin schadin. 
IS Do dy Behem quomen geladin, 

Di Vngern wurden geschant 

Vnd gingin heimlich vz dem laut. 
[89.] Dez seibin iars gink ab 

Der mild konig Weuczlab. 

20 Von herczog Przemizln, 

Einer blumen vnder distiln. 

Przemizln dar nach 

Als ein schon bluom sach, 

Als ein roze mitten ist ^ 
25 In der wiszin zcu ir vrist 

Also daz rieh got 

Mit Przemizl gekleit hat, 

Der het di zcir vber al 

Vnd dy sitin alzcuraal. 
»0 Dez libiz waz er kuon. 

Er kunt al dink verstin. 

In dem rat waz drot 

Eins wisern nit not 

Vnd neiget lachen arm vnd riehin 
w Sin houbt einem iclichin 

Manger liplichin. 

13* 



196 

Er ist vz Behem richin 

Der erst, der dy heidin 

Begund mit heruart leidin 

Vnd vf dy heidin trachte, 
5 Wy er si zcu Crist machte. 

Di Beier heimlich nit vermitin, 

Czu Behem komen si gerittin. 

Si tetin vil vnbillichis. 

Herren vingin si des richis. 
10 Ir vrowen vnd er iungfrowen 

Ruckten si zcu schauwen. 

Der herczog clagt dem herczog, 

Er wolt dy sinen nit beszirn doch. 

Ez geschach den Beyern ein dink, 
15 Daz man ir wol driszig ving 

Vnd saczte si nach ein andir, 

Daz en wer deste beugir. 

Man slug in dy houbt abe. 

Do waz einer vz in grabe 
«0 Von funfczen iarn. 

Daz sach man dem widir varn. 

Mit furchten leid ir den tod, 

Doch quam er nit vz der nod. 

Man vertrug im do von nichte.^ 
25 Er wart mit im ouch ein wicht. 

Man slug im ouch daz houbt. 

Daz wart vbir in irloubt. 

Der herczog dy virebil clagt, 

Daz den von Behem wol behagt. 
30 Er acht sin gar dein, 

Daz do wol im schein. 

Er beging ein iung tat 

Mit sinem toretin rad. 

Er ging ein wenig gein Beiern 
35 Vn vndir den meiern 

Liz er daz für in daz lant, 

Also daz ez halb zcuhant 

Zcu aschin wart verwandelt. 



197 

Sine zcelt er do bandelt, 
Di er in Beiern mittin 
Saczt do mit vDsittin. 
Der von Feiern in den tagin 
Bot dem herczog sagin, 
Do er sich gesampt hettin, 
Er wolt morgin vf der stet 
Mit im zcu hant stritin. 
Der herczog wolt nit beitin 
Vnd sach, daz er nit mochte 
Noch zcu stritin tochte. 
Er vlouch mit selczem glich 
Für sich ab gein Ostirricb. 
Do gebotin dy Behem 
Den schuczin nach in sten. 
Si iltin gen Zinndorf ser. 
Do wart daz bemisch her 
Von den vientin vm gebin. 
Bi Zcimdorf sach man strebin 
Di Beim , dy do velslich 
Di bruk also ienslich 
Vnd diplich vndirhibin, 
Do von dy ioch clibin 
Mustin vnd spaltin. 



i 



Si mocht sich kum gehaltin. I 

Ez waz do bisundir, 

Daz si nit vil, ein wundir. 

Di Beim kamen drat. 

Di Behem iltin zcu der stat. 

Do daz bemisch her 

Eilt zcu der stat ser 

Vnd do es quam vf dy bruk, 

Aldo zcu brach er der ruk. 

Di bruk vil vndir in 

Nach irm dein gwin, 

Von der bozin Peirn sin. 

Velslich rittin nach in, 

Si zcuntin oucb dy stat an, 



198 

Daz dy andern icht von dan 
Quemen mit dem lebin. 
Si kundeDS sagin ebin, 
Di Beim, dy do warin, 

5 Der vreuntin ez ist widir varin. 

Di Behem mustin do 
Dem herczogen globin so, 
Daz si sich stein woltin, 
Wo si hin soltin, 

10 Vnd wen ir in gebot 

Nach der seibin not, 
Do si ledig warin. 
Man sach wider uarin, 
Daz der fürst gen Beim gink, 

15 Do er ted ein virebil dink. 

Er schid von dan nit, 
Biz er daz lant bracht enwicht 
Vnd in aschin virwandelt. 
Vil bürg er vbil handelt, 

20 Do in het nach gedurst, 

Di er do zcu mal verwust, 
Hohe bürge stunden, 
Di dy Behem funden 
In kurczir zeit gebundin 

25 Vf den burgin vnversunnin. 

Vel lut virbrunnen, 
Di do peirsch künden. 
Czu den seibin stunden 
Wurdin si den hunden, 

30 Di do sturbin vor hungir, 

Wan der von Behem bisundir 
Der hervart wol vf der stet 
Czcu'nach einandir tet. 
Als lang er lebt dar nach, 

35 Er nam albech räch, 

Vnd zcech sines schadin 
Von dem pruk ab sagin. 
Dar vm si dez tufils Ion 



199 

Enphingin do mit siner krön. 

Do virschid bischof Nidans. 

Noch im lohannes bischof waz. 

Herczog Przemizl nam 
5 Cza e Margaretam. 

Er besaz nach ir 

Ostirrich gar schir 

Far dy morgingabe 

Von gotes gebart her abe 
10 [90.] Czwelfhundirt gar 1259 

Vnd dar nach nun vnd funfczig iar. 

Von den, di in der bnz 
Gingin mit dez tufils graz. 



altir irrsal 
15 Vnd der sei ein swer val 

Vndir einer neuwen tat 

Waz czu licht komen drat, 

Indem vorgnantin iar 

Czu Behem quam für war. 
fo Do gingin blose leut 

Durch daz gancz lant wit, 

Di indecktin dy rük 

Vf er cleins glük 

Vnd slugin sich mit geisziln 
25 Den ruk voln kreisziln. 

Si stracktin sich in daz kot 

Vnd daz waz der sei tot. 

Gotis dinst si smechtin. 

Di pristirschaf si echtin. 
30 Si sprachin : vnsir buozze 

Ist der sei suzse 

Vnd beszir, wen vwer schrein. 

Si hiszin laszin sin 

Gotis ampt vor nit 
35 Vnd daz tetin dy lüt 

Di bemischerrin 



200 

Lohin si von verrin 

Also durch daz lant gen. 

Si sprachin zcu den: 

Wi turt er daz getun 
ft An vnsir viszin iczun? 

Mit in gingin si bi nom 

Vnd slugin sich alspm. 

Die frouwen in irn scharin 

Sach man alsam gebarin. 
10 Si tetin, als di gouch, 

Vnd geisiltin sich ouch. 

Hettin si gewolt, 

Daz ez der sei frumen solt. 

So soltin si ez bi tagin 
15 Czu büz intphangin habin 

Von den pristirn gelesin, 

So wer ez der sei nucz gewesin. 

Abir dy erstin nacktin 

Bösen vorsacz trachtin, 
«0 Wan si slugin sich ser 

Vm den tufil Lucifer, 

Daz der gar vngenem 

Vf sinen stul wider quem, 

Vnd do von in dysze mer 
26 Virnomen dy Romer, 

Si in aln czu stür 

Gabin ein buz mit dem für, 

Als andern keczern, 

Di si woltin mern. 
30 Di keczir sint mit ganczir ger 

Dez tufils diner, 

Vnd daz warn dy. 

Dar vm oflfnitin si 

Ir heilkeit misstetlich, 
w Daz schied si von dem bimilrich. 

Wi konig Ottakir gecront wart 
Vnd gein Vngir gesigt vf der vart. 



201 

[91.] Der berczog gink dar- nach 
Gein Vngirn, do er sach 
König Wilen sinen vieiit. 
Vnd do dy Behem login sent, 

5 Di grebin tetin vreis, 

Do ein grulich reis, 
Der von Schomborg gnant 
Vnd der von Zcamborg zcu hant 
Vf dy Osterrichir. 

10 Di Vngern ruftin ser, 

Si irslugin ir gar vel. 
.Dar nach czu einem andern zcel 
Gingin Behem vnd dy Vngern 
Gein ein andir mit hungir. 

16 In der March dem waszir 

Cbom zcu sammen daz her. 
Di Vngirn lobtin an der stat 
Czwen tage sten bi dem pfat. 
Di Behem wichin hindir sich. 

»0 Di Vngirn hiltin ir trw nicht. 

Des seibin nachtiz mit spehen 
Si woltin ruckin vf dy Behem. 
Als schir si dy March vber swembtin, 
Di Behem nomen si zcu hendin. 

25 Der von Behem vf der stat wart 

Vf dy Vnger widir kart. 
Er begunde einen strit 
Mit im nemen vf der wit. 
Do zcum erstin vbirwant 

30 Di ros blibin alzcuhant, 

Her Worss der kun degin 
Erkrigt dez konigiz wegin. 
Do er dy wegin heim bracht, 
Czu dem schacz er ser gacht. 

»5 Do vant er sines herczin ger, 

Sand Johannes deiz toufir vinger. 
Wer den heilgin vinger 
Iczund zcu sehin ger, 



202 

Der quam czu Ossek in daz clostir. 

Er mag en schown, da ist er. 

Der herczog do seibist vbirwant 

Den konig von Vngirp lant. 
5 Er gwan vel bürg vnd stet. 

Ostirrich der herczog het 

Nach dem wib zcu morgin gäbe 

Vnd von dan daz waz sin habe. 

Er besaz alczuhant 
10 Biz an daz mer al lant. 

Dar nach wart er gekrönt. 

Sin ere er do mit schont. 

Dy konigin Margareta 

Het manik iar da 
15 Vnd miner hoffenung waz an ir. 

Daz si einen sun gebir. 

Dar vm ein legat 

Vnd der von Maincz komen drat 

Vnd dy koufschaf schidin. 
20 Do si sich dez mitin, 

Margareth bracht her ab 

Ein pon für ein morgin gab, 
[92.] Dar nach vnd Crist wa^ geborn 

Czwelf vnd vier vnd sechczig iar. 1264 

25 Czu der zeit waz bekant 

Groz hunger in dem lant, 

Do von sturbin dy lut ser 

Vnd allir meist dy Pilsner. 

Wi konig Ottakir dar nach 
30 Mit Rudolfo geschach. 

Nach dem begund der konig 
Der sin achtin wenig. 
Den Tudschin gab er 
Stete vnd gute dorfer. 
35 Mit einer mur vir vol 

Beschirmpt er dy Tutschin wol 



203 

Den laDtlutin tet er 

Dar an vbil gar ser. 

Er sant sin ritter 

Vf dy Witouicensir, 
^ Vnd dy andern lantleut 

Betrübt er gar ser, 

Dar vmb dy lantlute zcurntin 

Vnd mit bet si derpurtin. 

Rudolfin den romischin 
10 Den si ludin heimischin. 

Si sprachin: ez ist beszir 

Vnd vns ist ez vil suszir, 

Wust erb vnd gut zcu habin, 

Wen daz mit kunlich gabin 
16 Di Tutschin vns virtribin 

Mit kinden vnd mit wibin. 

Rudolf quam gein Ostirrich. 

Der konig gink vnd streich 

Czu im nach der Deutschin rat. 
20 Er gab Rudolfe vf der stat 

Dar nach al laut. 

Budolfus behilt alzcu haut 

Von den landen den titulum. 

Er gab im nur widir vm 
w Behem vnd Mehern. 

Daz andir hilt er im vil gern. 

Der konig liz do den oll bi den hörn, 

Daz im nicht waz angeborn 

Vnd dem er dar nach vast, 
30 Nach dem zcagil tast. 

Er wart gen Rudolfe 

Als an ein rüder do 

Widir waszir warin. 

Dar czu waz er geborn. 
^ Ach vnd ach dez erwern! 

Er schein als ein morgin stern. 

Er wolt dy Tutschin mern 

Mit richtum vnd mit ern 



204 

In sinem lant vil gern. 

6ot dort obin verren 

6eb im dar vm daz ewige Ion 

Mit siner himlschin krön 
5 In dem obirstin tron, 

Do er selbir siczit schon! 

Doch daz er wolt sin zcang scheidin, 

Dez roust er irkeldin, 

Do mit er zcu den standin 
10 Sin vient het wol vbirwunden. 

Vndir andirn rittirn so 

Zawissum den ritter do 

Virtreib er vz dem lant, 

Di Witouicenses gnant 
15 Czu Ausk von der bruk. 

Er nam vf den seibin furch 

Czichom dem Wisbud do, 

Bodibrad Wilhelme, 

Glacz Swuriticensibas, 
20 Vnd ouch lanthern suz 

Nam er vel 

Vnd tet in vbel 

Vnd vel virebel 

Vnd hern Borsch zcu dem zcil 
26 Vnd andir hern alzcu vil. 



Czu burnen gebot 

In einem kercher vil drot. 

An der tat im nit gelank, 

30 Wan dy witibin sundir dank 

Clagtin ez got vil tür 
Vnd dy weisin vngehur 
Weintin ser zcu got. 
Er stim quam für in drot, 

35 Wan des konigis sun 

Groz virebel tet an in. 
Dar vm wen er oft 
Der seibin Behem dorft, 



205 

Si wann vro daz leit 

Im zcu diDSt nit bereit. 

Wez zcand der fuzs bi sin tagio 

Hat vnwiczioclich benagin, 

5 Der^frunt sich holt ib griin, 

Ob er siD bedarf von im. 
Der konig getorst czu glichir wiz 
In notin czu glichem vliz 
Im dy Behem nit samen. 

10 Er wüst wol mit namen, 

Daz si vel vbils vngemeszin 
Nit mochtin vor angist virgeszin. 
Do sprach der konig zcart: 
Wen ich quam vz der heniart, 

15 Ich tun den Behem leit 

Vnd ein groz virdroszinkeit 
Ich wil den Petrich 
Mit purpur bedeckin glich 
Vnd vf der pruk zcu Präge 

so Kein Behem man gesen mag. 

Er wolt recht nit lebin, 
Do sach man in nach strebin, 
Daz er dy seibin ret 
Als offenbar tet. 

25 Er mit luczil Behem 

Sich gein Behem nom. 
Mit den Tutschin er gink, 
Die er im czu eigin vink, 
Doch also dar czu 

80 Er tet in lib spat vnd fru. 

Zawissus mit sinen brudirn 
Reit dort vnd wolt sich furdern. 
Daz waz dem konig schedlich. 
Er wüst sin macht al glich 

»6 Vnd het vreunt in sinem her, 

Vnd do si mit einandir ^er 
Als morgen stritin woltin, 
Zawissus wolt komen zcu huldin. 



206 

Er tet dem kunige kunt 

Vnd sprach czu der stunt: 

Wil er mer genedig sin, 

Morgin ich im irschin 
5 Fruchtberlich in dem strit. 

Der konig mit groszim nit 

Antwurt im, als er solt, 

E er daz tun wolt. 

Er wolt e irslan werden. 
10 Des morgin als ein morginstern 

Ging er gein ßudolfo 

Mit den Deutschin zcu strit aldo. 

Do verschied er leidir. 

Di Deutschin ir cleidir 
15 * Vor leid mugin riszin 

Vnd ir zcunge biszin, 

Ouch von den ougin zcer deiszin 

Vnd vbir dy wang waszir gisziu, 

Wan er waz der Tutschin ere, 
20 Dar vm im got sin lebin mer 

Oben hoch in den landen 1 

Der mal wirt zcu schänden. 

Di Tutsche al mit noraen 

Wunschin im dez vnde sprechin: amen. 
25 An sant Bufi tag daz geschach, 

Der waz an einem fritig 

Nach Crist geburt zwalf gar 

Vnd in dem acht vnd stibinczig iar. 1278 

Wi der von Brandeburg hi im laut 
30 Ein gwaltig her waz gnant 

Vnd di Tutschin czu den stundin 
Den Behem wol schadin kundin. 

[93.] Budolfus gink gein Behem 
Nach dem strit, den er gwan, 
»5 Vnd von Brandeburg der margrebe 

Gein Behem kom mit dem hof. 



207 

Er wolt mit im gestrittin habin 
Vm dez konigiz son mit nam. 
Du dez Rudolfus gewar wart, 
An weich er vf der vart, 

5 Do vndirwant sich dar nach 

Dez richiz der markraf 
Vnd sin nebin W^nczlaum 
Hiz er mit deinen ruwen 
Füren gein deutschin landen. 

10 Her Zewisz wart zcu schänden, 

Der dy kunig erpurt 
Vnd von Witouicenser fürt. 
Dar vm er het ein groszin nit 
Gein den Deutschin nianigin ätrit. 

15 Di burgir nomen in dy stet 

Manigerley Dutschin vngezcelt, 
Do mit si tetin zcu dem zcil 
Den lantlutin vbils vel. 
Si virfurtins wit 

80 Vnd irslugin dy ieut 

Vnd dy gevangin in der not 
Marteltin si zcu tot. 
Di lantherrin mit ];)etrigin 
Vndir ein ander wurden krigin. 

ro Daz selb dem laut wart 

Gröblich schaden vf der vart. 
Si begunden zcu trachtin, 
Wy si vndir in vride machtin 
Vnd vf dy Tutschin reit czu tun. 

»0 Si strittin zcu der lun 

Mit den Tutschin teglich. 
Daz wart in nit cleglich. 
Stibor vs der Lipnicz lag. 
Dar nach vm Prag 

»5 larochneb von der Gabel 

Vm sin gegent mit dem Pabel. 
Czu Albertiz zcu haut 
Muchina Gurenser gnant, 



208 

In dem dorf Worsina 
Von der Bresnicz Muchina, 
Tasso von Wiszinburg, 
Petran mit siner bürg, 

5 Mit der Busown Cebicenser, 

Dar czu her Hing Bogenser, 
Di gingin mit ir schandin 
Vf dy von vromden landin 
Vnd ir do vel virderbtin. 

10 Ir schant si do mit virtetin. 

Her Hink von der Dub zcu pflege, 
Ted ouch solich siege, 
Daz er als der doner sprach. 
Im waz vf dy Tutschin gach. 

15 Der Tutschin heim wol 

Teiltin si in hant vol, 
Daz sichteclich klang 
Vnd für vz in sprank. 
An vndirloz er do schrey 

2(r Vbir si bald nu hey. 

Ir recht vbirwinder 
Si gesigtin do, daz waz ir ger, 
Von siner kunheit dort. 
Si gabin im al gute wort. 

25 Her nach, wi oft dy Behem, 

Di den Tutschin sint vil gram, 
Sich mit den Tutschin samptin, 
Czu hant si vregin ramptin: 
Habt er her Hinkin in der nehin 

30 Auch von der Dub gesehin? 

Gegen dez siegin sint 
Vnsir heim als ein wint. 
Als schir si in gesen hettin, 
Si kartin sich vf den stetin, 

35 Si vluhin wundir bald 

Di Tutschin iung vnd ald. 
Si vorten sich also ser, 
Daz si in irm her 



2Öd 

Ditrich von Bern nantin, 

Den si doch wol irkantin, 

Do von den Deutschin spottin, 

Als der brudir Ottin, 
5 Di betiln in Behem lant. 

Den her Hink wol waz bekant, 

Wan wo si en sahin, 

Si begundin in czu nahin 

Vnd si irsrektin 
10 Vnd her Henkln mit irwektin. 

Di Behem oft habin 

Groz trubsal bi irn tagin 

Vnd von den Tutschin irlittin. 

Si sint von in oft bestritin, 
15 Also daz si woltin 

Si verdilgin , als si soltin, 

Wan wen dy edeln komen 

In di stet mit nomen, 

Si wurfin in mit zcu einem hut 
20 Ynd inthelstin si mit ir gut, 

Daz widir für daz wurgin 

Den edeln von den burgin. 

Ez had min ouge oft gesen. 

Czu der zeit, hört ich ien,- 
25 Virschid bischof Johannes. 

Tobias Behem landes. 

Dar nach bischof wart. 

Er waz wol der buch gelart. 

Von dem gar turn iar 
so Vnd dem wolfeil dar nach gar. 

[94.] Nachs kunigiz tad in dem drittin iar 
Ein vervluchtis hungir iar 
Waz do in Behem, 
Daz dy lut mit nam 
35 Di as vnd ouch ir kinder 

Aszin, als dy schon rinder. 

DalimU. 14 



210 

In iclichir stat was 
Ein burgir, der totin laz 
Vnd nitis nit andirs tet. 
Der lut sturbin vf der stet 

5 Gar vel nach ein andir. 

Do von waz in vil bangir, 
Nur daz er vf vnd ab 
Di lut fürt zcu dem grab. 
Czu mal zcen odir mer, 

10 Becht als ein irslagins her, 

Warf er in ein grabin. 
Di az wol dy wurmen 
Noch heut mogin eszin, 
Vnd hettin si sin nit vergeszin, 

15 ' Wan ez worn Behera. 

Dar vm got dy räch nam. 
Di mit vntruwin 
Irn konig mit dein ruwen 
Virderbt hettin in dem strit, 

20 Daz von in irschal gar wit 

Dar nach dar vm wart. 
In eini andir iar vf der vart 
Solich gnuksam 
Di den lutin in notin quam, 

25 Daz ein maz korns galt 

Ses fennig vil bald. 
Dar nach dy lanthern 
Dez konigiz sun von Verbin 
Furtin zcu Behem 

30 Vnd si virsaczt mit nom 

Burk vnd stet vm in 
Vbir der Elbe vf dein gwin. 
Dar nach entwar er kurczlich 
Der herczog Behem rieh 

35 Von den fromden aldo. 

Do slug ez Zawissio 
Ab durch der muter willin 
Sin houbt nit gar stillin. 



211 

Er virtreib ouch mit ir schant 

Sin brudir vz dem lant. 

Dar nach gwan er in grw 

Daz herczogtum zcu Cracow 
5 Vnd daz rieh zcu Posna, 

Wan er nam zcu wibe da 

Ein Polanerin 

Eins konigis tochtir in min. 

Dar vm besaz er dy lant 
10 Czu der morgingabe zcuhant. 

Herczog Siracenser begunt 

In dort hindern an der stunt. 

Der herczog von Behem 

Gein im sich nom. 
15 Der von Behem macht so 

Vor Sirasim vil rittir do. 

Nach Christus gebort daz geschach 

Gzwelf hundirt vnd dar nach 1293 

Daz wiz für war 
20 Dry vnd nvnczig iar. 

Czu der zeit virschid Tobias. 

Bischof Gregorius nach im waz. 

Von der paffin konig, 

Der ouch munczt den groszin pfennig. 

25 [95.] Wenczlaus inphing dy cron 

Des landez zcu Behem schon, 

Nach dem ouch dy cron 

Des richis czu Polan. 

In Behem virtilgt der suzz 
30 Manigirley munuzz. 

Den groszin munussat er 

Einen groszen pfennig biz her. 

Got dem konig offenbart 

Silberberg vf der stat. 
85 Er het ouch vbir al 

Von vientin kein twanksal. 

14* 



212 

Ein romischin er erweit 

Vnd zcu Miszin der selbe helt 

Er krigt er dy markrafschaft, 

Dar nach er in gotis kraft 
5 Begunt got zcu dinen 

Vnd manigerley gots dinst verbringin. 

Er Stift clostir allirley. 

Er hört messe vel vnd sprach da by 

Siu gebet mit andacht, 
10 Er sang dy tagwiz al tag, 

Als ein pfaf. 

Bi der ru waz er ni af. 

Er waz treg an sinem ampt. 

Daz in daz virdrist, waz bekant. 
15 Dez begunde er allir minest 

Trachtin ein iclich vrist. 

Ez ist der furstin ampt mit wiczin, 

An dem gerieht si suln siczin 

Vnd horin der weisin clage 
20 En iclich wil bi dem tage. 

Er saz den weisin zcu gerichte nit. 

Mit im waz nit daz wor licht. 

Er andir gab der iungfrow erbe. 

Daz ist ouch der sele sterbe. 
25 Wyttwem, weisin zcu im schrien. 

Der witibin tochtir für in knibtin. 

Er sach daz vnd gink fuder 

Vnd er wynkte, als ein rudir, 

Einem edeln mit der haut, 
80 Di sach czu richtin alzcuhant. 

Di edeln also richtin 

Di weise vnd tichte, 

Daz si zcum mugst daz erb 

Mit irn Worten herb 
86 Erteil tin in selbir. 

[96.] Do daz der konig gewar 

Vnd des vnrechtin gestait, 

Got virhengt vil drat 



213 

Dez gebrechins vber in 

Vf sin dein gwin, 

Daz der konig begunt 

Fromdgeboni zcn der stant 
5 ' Nemen in sinen rat 

Vnd den volgio mit der tat 

Di fremden wurfin in dar vf, 

Daz er fudert nach dem louf 

Rudolfis sun zcu dem romischin rieh, 
10 Des vatir sinen vatir glich 

Getot het mit siner tad. 

Widir der getruwen rad 

Saczt er sin vient gern 

Vbir sin houbt als ein stern. 
15 Er Voigt nit den getruwen, 

Daz wart in geruwen. 

Alberto sentin er begunt 

Gold vnd silbir zcu der stunt. 

Di offenbare tat 
20 Waz ein zceichin gotiz vngenad, 

Daz er als ser waz betrogin 

Vnd sin vient den virgeczogin 

Wolt er zcu frunt habin, 

Virderbt konig Rudolfum 
25 Albertus von den gabin, 

Dez im dy Behem hulfin. 

Do starb bischof Gregorius. 

Johannes wart bischof sus. 

Do Albertus zcu hant 
30 AI sin vient vbirwant 

Vnd mit dem gut von Behem 

Daz romisch rieh gwan, 

Ein burgir sant im brif 

Vnd im zcu Behem rif 
85 Widir sinen rechtin herrin. 

Vnd do Albertus dort verrin 

Romischs richis vndirwant, 

Er vordert alczuhant 



2U 

Sin recht an den Ton Bebem, 
Dar vm daz er mit nom 
Di silbirberg zcn gebin. 
Er wolt oncb in Behem nemen 

5 Dry der bestin stet, 

So er si in dem lande het, 
Daz der konig mit siner tat 
Het fremde lut in sinem rat 
Daz waz in gar schedlich, 

10 Wez er mit in gedacht gUch. 

Albertos wart sin zcn hant gewar. 
[97.] Der konig von Behem het virwar 
Wenczlaam einen snn, 
Der waz in Vnger iczun 

1» Gecront zcn konig. 

Er wont nit wenig, 
Daz im geschech zcn stritin 
Mit dem romischin vf der weit 
Nach dem sun wart ein hungir. 

ijo Er wolt e nach im gen Vngir, 

Wan er nur den sun het 
Dar vm sach er in libir stet 
Czu Behem in dem rieh. 
Di Behem lagen mechteclich 

2» Vf den von Ostirrich. 

Waz si woltin, tetin si glich, 

Der konig gein Ofin gink 

Vnd liplich sin sun vink. 

Von Vngirn nom er ouch di cron. 

»0 Der 'sun zcu Behem mit ern kom. 

Di krön nam er bisundern 
Vnd tur gink vil gein Vngirn. 
Albertus der romisch 
Ging czu Bemen rieh. 

»ft For dy silberberg legt er sich. 

Wiltu si nennen dy Kuttin? sprich! 
Do vf den Kuttin warin 
lobannes in dem iare, 



215 

Von hern Henrich von der Lippin, 

Houbtman zcu den zcitin, 

Di künden also strebin, 

Daz sich dy vient irhebin 

Nirgen vor in mochtin 

Vnd dar czu entochtin. 

Do sich der konig gesampt het, 

Do vlouch vz Behem Albrecht 

lohannes vnd Henrich warin 

Vf dy Swabin bi den iarin. 

Si tetin in groszin schadin. 

Ez half dem Henrich in den tagin, 

Daz er also lebt 

Vnd siner vrebe sich vbirhebt. 

Der vient an dez landiz schadin 

Vz dem rieh waz gevarn. 

Do von er vloch 

Der von Behem kom in groz seuch, 

Vnd von groszir tnirikeit 

Wart er totir hin geleit 

Dar czu tetin etislich 

Er hilf dem romischin rieh. 

Di ret an allin spot 

Gevel ich abir got. 

Von konig Wenczlabin 

Czum bestin an cron begrabin. 

[98.] Konik Wenczlab schir starb. 
Sin SUD daz rieh erwarb 
Wenczlab ouch genant 
Eonig in Vngirn laut. 
Er het dy rieh mit nam 
Behem vnd ouch Polan. 
Er macht für sich der Vngern herrin. 
Herczog Ott von Beiern 
Ändem kind Wenczlabin 
Waz gut bofnung in sin tagin 



216 

Ynd der romisdi sm ohem 
Het sorg Tf in bi nom^ 
Dar Tm er sdückt dr; Dufingm, 
Do mit wolt im mizzelingiii 

i Czu dem konig toh Behem. 

Er rerlaz sin neaen 
Czu Befaem Ton den Tientin. 
Konig Wenczlab wolt ritin 
Gein Krakow in dj hemarl 

if^ Gein Olmnnc qnam er Tngespart, 

Do Tel edler czn im qoomen 
An sent Dominiti obint mit nomen. 
Der konig ging czn mütim tag, 
Do er ein wil dez sk>fiz pflag. 

ti Do si al TZ gingin drot, 

Kom der Dnrink Tor di kemnaL 
Vor dem konige waz nit mer, 
Nnr ein kemmerer. 
Der Dnrink Tor der kemnat stond 

» Ynd beit do sdbist siner Inn. 

Der konig Tf stnnd Ton dem slaff 
Vnd snfcz wischinde Ton dem slaff. 
Czn dem techin er schrien b^nnd. 
Er solt komen Tf der stnnd. 

» Er sprach zcn mir: her, 

Mich Tirdmszit alczn ser. 
Hör, wi im do gelank! 
Der Tntrw Dorink sprank 
Vz einem winkil, als er solt, 

90 Dem konig helfin, daz er wolt 

Vf dy stigin mit Tntmwen, 
Daz in wol mag ymmir mwen. 
Er sneit dem konige tu snel 
Ab sin dros Tnnd sin kel, 

» Di er im do dibtlich stal. 

Ech forte do Ton sin tifin fal. 
Ach Dnrink, Tngetruwer hunt, 
Wi bastn so ein böse stant 



217 

Begriffim mit der missetadl 
Ob ez ist gesehen von rad, 
Doch din selc zca phande stat. 
Got dich halt dar vm lat 

5 Far sin engsüich gericht. 

Ez ist war vnd nit getichte, 
Der konig wirt do gerachin 
Vnd der wirt ymmer we gesprochin. 
An dem andern euch di pin, 

10 Di do wullin vnschuldig sin 

Vnd ez dir doch geratin habin, 

Cza wege euch bracht mit irn gabin, 

Wirt gemert eweclich, 

Di wil got lebt in sinem rieh. 

15 Du solt ez doch durch rat 

Odir daz man dich begabt hat, 
Nit getan habin. 
Er het der bi sin tagin 
Kein vbil ny getan. 

M Da solczt en han lebin lan. 

Vil licht ez ist dar vm gesehen, 
Daz dy worheit nur muz iehen, 
Daz er dich mit richin gabin 
Sin tage nit wolt begabin. 

^ Soldestu dar vm mit diner vreise 

Ein solich rieh virweisin, 
Vil licht euch als werhorn, 
Ist ez diner zeung angeborn, 
Daz der andir fürst verdurbin 

30 Vnd der vnsir ist gestorbin 

Von den vngetruwin, 
Wolt ich wol virnewen. 
Ich wolte vil von in sprechin. 
Daz bevel ich got zcu rechin, 

85 Wan gotis gerichte Jieimlich 

Kumpt in alczumal glich 
Vnd vil licht vm den tot 
Sint iczund etslich in not. 



218 

Got Wirt noch etslich richtin. 

Der rede tun ich nimer kunt. 

Von dem During zcu redin 

Han ich vnd beirschin Chodin. 
5 Man ving den During zcu hant 

Vnd den vbil tetir gnant. 

Man verderbt in also. 

Di hant, mit der er do 

Den konig verderbt het, 
10 Slug man im ab vf der stet. 

Den hundin gab man als ez zcam 

Gzu vreszin sinen lichnam, 

Äbir dy hunt nit woltin 

Di selb hant vreszin, als si soltin. 
15 Do daz vbil mit geschach 

Vnd den konig mit erstach 

Nach Crist geburt den Behem er 

Driczenhundert iar oder mer, 1306 

Virschid leidir zcwar 
20 Dar nach in dem sestin iar. 

Von Rudolfo von Osterrich, 
Der da kam czu dem rieh. 

[99.] Sich, waz dy Behem mit iren stetin 

Dar nach wunderlichin tetin! 
»6 Irn vient si wurden durstin 

Vnd kurn in czu irm vurstin 

Hi czu Behem rieh. 

Herczog Rudolf von Ostirrich 

König Albrechtiz sun 
80 Dez romischin zcu der stund. 

Abir wer vient ist iczund. 

Der mag nimer wol getun. 

Do er zcu Behem saz 

Vnd do er herczog waz, 
S5 Er wolt nur al lantherrin 

Czu n^a} totin gern, 



219 

Wer dez nit wil gloubin, 

Der solt offen odirn tougin 

Her lohannem von Wartinberg 

Gevragt habin, dem waz'er werg, 
5 Vnd von der Lippin hern Henrich. 

Di czwen künden ez glich 

Bi irn tagin ez habin gesagt, 

Ob man si do von het gevragt. 

Rudolfus hilt sich bi der tauel 
10 Noch furstin sit von dem Rin dort her ab. 

Man kochte im weder daz noch diz, 

Ez wil nur habin gricz 

Alle tage in siner kuchin. 

Dez wolt er nit geruchin. 
15 Er tet ez vil licht stillin 

Durch der erczney willin, 

Wan er waz dez libis krank. 

Er tet ez nit vndir dank. 

Man fürt dy erbern also 
«0 Konig Wenczlabs tochtir do 

Von Prag vreuelich, 

Vz etswen sines vater rieh. 

Si sacztin si in di stat 

Gzu ingesinde do vil drat, 
25 Wan si ez do mit deycht, 

Daz ir vatir vil licht 

An den verweistin iungfrowin 

Daz selb het laszin von ime schowen. 

Got räch dez vater sund 
»0 An der tochtir zcu der stund. 

Rudolfo waz dar nach 

Vf den von Beim vil gach. 

Do er gink in dy heruart, 

Im wart nit lengir gespart. 
85 Vor Horowicz er virschid. 

Clagt in nit, ir bemisch diti 

Wan daz gerucht czu wiszin, 

Het er lengir brot gebiszin, 



220 

Ez wer ein grulich vngewittir 

Den Behem instanden bittir. 

Hantvest gab 6r in noch wiln, 

Er boz sucht >r abir stiln. 
5 Sin vatir het im ez geratin. 

Vf er bet solt er nit trachtin. 

Er sprach: gib den Behem 

Dez pirmecz vnd der tinten sam, 

Waz si sin wuln han. 
10 Du gwunnist ez in wol wider an. 

Du wirst si mit irm swert 

Beschrotin ob der ert. 

Czu der zeit Wilhelm der Haz 

Gar vrischiz herczin waz 
15 Vnd siner zcung 

Ein erbir vrunt. 

Er irkrigt mit gutin leunt 
. Dez Burgelins ein edel purk. 

Ouch di ge^ent mit sinem werk 
«> Erlost er mit irhabin 

Von dem beroubin der Swabin. 

Von herczog Henrich von Kerntin, 
Ouch von den lanthern. 

[100.] Si machtin Henricum dar nach 
25 Den herc:^ogin von Kerntin vil gach 

König zcu Behem 

Mit dein nucz ein kurczin nom. 

Er waz gar ein gut man. 

Er waz gar verworns an 
30 Dez konigiz tochtir von Behem 

Er eine ouch zcu wip nam. 

Er ging do in dy heruart. 

Daz rieh er nach im bewart 

Mit dem wamel. 
»5 Der konig waz zcu nichte snel, 

Nor alleine daz gern er 



221 

Ootes dynu^r gawanon wern. 

Cm dtif /cU dt)r ruttiiiicb 

Snata Kicb /cu Babcm» gen dem Berdi. 

Er k0m gaiu Ui^hem gew^tUlcb 
» Vud legt Mit'li für di CtiutUn glich. 

Do er Wfi/ vf daw wage her In, 

Do tat Plicku von äirockin 

Der maulrnft gewiger ^cu dem xcU 

Den von Itom Mclmden« vil 
m An luntluün vnd ftn rouxin, 

Utii lüin geiilecbt btttt vel genoi^in 

An rieb tum vnd an aran. 

Dar nacb dy lantbarn 

Von der Liptiin ber Hanrieb 
11» Vnd im den ualUiu glich 

Her lobannea von Wartinberg 

Vf ein berg 

Ir frunt ü^amptin 

Vnd vel andir leut ramptin. 
m Bi konien gein in vf dy Kuttin. 

Do litin »l pbrankial, do si huttiu. 

Vor den berglutin td warin 

Nit sicbir mit ir acbaran. 

Bi tetin in »cbadana vil 
t^ Bi beaebnitin im dem zdl 

Cbolen vnd di Cbutin 

Vnd mecbtlicb buttin. 

Die vient von in battin 

Ala vil acbadana vz den statin, 
9» Daz ai warn im rieb belegin. 

Iczund woltin ai vz ain gegangin* 

Do ludin ai mit bet 

Ettlieb burgir in ir stet 

Orecziacber in dem rieh 
» Hubin ala daz vbil gelicb* 

Mutner vnd dy Crudner 

Vnd dy Policensir 

Di liszin al dy Swabin 



222 

In ir stet, do mit si begabin 
• Gar vel vbils dem rieh. 

Si schiktins vf dy Behem glich. 

Di Behem wurdin von den Swabin 
5 Gecouft vm er rieh habin, 

Di si martirtin zcu tode ^ ^ . 

Mit manigerley gros^^node. 

Dar nach vberkomen 

Di Behem dy Swabin. 
10 Si irslugin ir in Behem vel. 

Di Swabin sich vf ein zcel 

Samptin zcu Crudin. 

Do si zcu der Mauit irschin, 

Durch di dorfir gingin, 
15 Si roubtin vnd vingin. 

Dy Behem warntin dy Swabin. 

Si sprachin: wizt mit nom, 

Daz vch dy Behem hut legint 

Di Swabin rumptin sich verwegin, 
«0 Daz ir iclichir der Behem wolt 

Czen bestritin, ob er solt. 

Czuschin Turon vnd Posna 

Oi Behem mit den S wohin da 

Komen czu houf vf der wit. 
25 Si hettin einen hertin strit, 

Wan luczil Behem gingin 

Gein den Swabin vnd si vingin. 

Nuon grebin warin 

Mit der Swobin her gevarn, 
30 Ydoch gesigtin dy Behem. 

Vbir al roz mit nom 

Virderbtin si vndir yn. 

Stibor von Vngern vf sin gwin 

Waz do der bestin einer, 
»5 Der fürt vel Dutschir heim her. 

Wi der wünsch mit siner umvart golt 
Di bemisch zcungin vertilgin wolt. 



223 

[101.] In dam udirn iar 

Der römisch ' kftDi gein Beheiii zcwar. 
Er woU bi allin beilgio 
Di bemiscli zcung al vertilgin. 
» Di gebur ieosit daz Ken» 

Chomen luit im, dy hettiii sens. 
8i hettin daz vil stilliii 
In irm bosin wilÜD, 
Als geireid ab zcu nien, 

w Do von dy Bchem soltin lebin, 

Daz si do von hungirs sturbin 
Vnd iemirlich also virdurbin. 
Vnd dy Swabin nlzcuhant 
Qoomen in daz wustc lant, 

16 Daz ooch do von dy Behem 

Di bürg nit mochtin behaltin sam. 
Der romisch sprach mit vnsittin: 
Wir werdin ligen in den stetin, 
So bringit mau vns zcu handin 

to Notdorft von andern landen. 

Di Behem vor hungir vf der stet 
Wern von bürg vnd stetin gen. 
Abir got ein recht richtir 
Schickt andirs dy seibin mer. 

«& Do er vbir Rin gein Behem 

Gink, er als komen wolt mit notin, 
Sin nebe lohanncs gern 
Räch sich an dem vettern 
Vmb den konig sin ohim 

w Vnd vmb sin bruder soin. 

Von des konigiz swester wil tu hörn, 
Waz der selb Jesk geborn. 
Hi von Behem vnd do von 
Er ledigt Behem von dron. 

96 Dem vngenedigin vient 

Czam nit zcu lebin sint. 
Er solt also sterbin 
Vnd von den sin nur virderbin. 



224 

Der freuel iuug in do virderbt, 
Sin vettern , vf den er erbt, 
Der sin nefin zcu Behem sterbin 
Wolt vnd vntrwlich verderbin. 

5 Von den lanthern 

Macht du hi hörn gern. 

[102.] Dar nach zcu Behein dy lanthern, 

Nomen boz sittin an sich gern, 

Daz si den bubin verubil hettin. 
10 Daz selbe si selbir tetin. 

Si speltin stetlich 

Mit dem wurfil vnglich. 

Si namen dy Tutschin in den rat. 

Si achtin ir zcung nit mit der tat. 
15 Do vngewirt dy vrechin 

Mit dem sper begundin stachin, 

Di iungfrowin santin yn dar abin 

Bim zcu hon gabin. 

Di dintin ouch mit leit vertreibin 
20 An der man weibin 

Semlich, dez wer vel zcu redin, 

Dez mich als verdruszit zcu koden. 

Also hettin si ir spil 

Vnd ir virebel alzcu vel. 
25 Di boszin sitin zcu haut 

Virwustin Behem laut. 

Wayez waz nimant, 

Der sich wider saczt bekant 

Vm dy gerechtekeit. 
80 Noch nimant waz dez bereit, 

Daz er beschirmpt Behem rieh. 

Nur got al ein von himelrich. 

Wi di czu Kuttin vnd czu Präge 
Di lanthern vingin vf einem tage, 

*^ Sich vbtin dy lanthern 



225 

An stechin gar verrin 

Ynd ouch an der wurfil spil. 

Die burgir wurden zu dem zcil 

Widir si ein trechtig, 
5 Wan si gein in nit warn mechtig 

Vnde nirgen torstin gen. 

Daz wolden si vndir sten 

Vnd nit lengir von en liden, 

Ire vntrw also vermidcn. 
10 Her Henrich vnd her lohannes 

Warn czu Czedlicz vndir des 

Beuunden vnd her Hink 

Von der Dub zcu Präge aldo. 

Di Prager mit den Kutnern 
15 Vingin dy lanthern 

Do seibist vf einen tag 

Vnd woltin en zcuhant dar noch 

Er lebin han genomen, 

Abir etslich daz vndir komen, 
20 Di sin nit statin woltin. 

Doch behiltin si si, als si soltin, 

Gar czu dem mal vestlich. 

Di schaut waz in dem rieh 

Den edeln nimer widir varn, 
25 Vnd dy geschieht bi im iarn 

Gab andirn burgirn kunheit. 

Si duchtin sich sin gar gemeit. 

Woltin si ez recht vernemen, 

Si liszin si in Behem 
50 Nit han solich gwalt. 

Vnstete ist dy zeit vnd halt. 

Di huot sin frunt, 

Werdin vil licht morgen vient. 

Dem purger gibt man sin willin. 
8» Waz er mit dem elbogin stillin 

Vf wundirlich mag gehebin, 

Daz wil er mir von im gebin. 

Dristunt spricht er: her, 

Dalimil. 15 



226 

Biz im sin will du ver 

Ktimbt bi nacht adir tag, 

Ob er Dimer mag 

Dich al»o vbir windin. 
5 Ir herren, ir mögt no binden^ 

Ob er gutis ratis sit 

Gebt den fromden in Behem wit 

Hasir vnd gnte bargen, 

Dar vf si vch irwurgen, 
lö Wan hettin si nit wo 

Vch wissen zcu behaltin do, 

Si hettin nit tarin 

Sich gein vch gerarin. 

Der herin vrunt si vraszin 
15 Als lange mit vnmaszin, 

Biz si se doch irlegdtin 

Vnd mit in also bedingtin, 

Daz si mustin gebin, 

Ob si woltin lebin, 
2(t Er tochtir der burger sun 

Czu wibin gebin in rechter min. 

Abir her noch vnd sider 

Gobin si in ir kinder wider. 

Di kindir warin ane var 
25 Luczil eltir, wan ein iar. 

Man forte ouch er virderbe, 

Wan dy kinder woltin sterbe 

Bi dem Berg sider. 

Si gabin gar vel' wider. 
w Ouch ir frunt bisunder 

Beitin vm si dar vnder. 

Von dem Kerntin 
Salt da hi sehin. 

[103.] Der von Kertin waz gecht 
85 Vnd von den lanthern gesmet, 

Daz er oft nit hatte czu eszin. 



227 

Er wolt dez nit virgeszin. 

Er bat im sin ohim 

Gzu half her in Behem 

Margraf Friderich vnd Miszin. 
5 Vel wonten, er wolte si czo riszin 

Vnd daz is ouch vor neit were, 

Daz er waz komen her 

Vnd mit luczil volkis dorch daz lant 

Reit, daz im waz wal bekant. 
10 Daz rieh virwust er zcu hant 

Vnd daz wert im nimant. 

Er gink ane forchte for den Berg. 

Der herczog waz by herberg 

Czu Präge in der stat. 
i:> Er wolt dy Misnei* drat 

In dy stat durch dy gaszin 

Mit wiln gern han gelaszin. 

Do teiltin sich dy Prager 

Di Tutschin bisundir, 
20 Vnd do dy Wolfram 

Warn mit den Behem, 

Wolfel Camerer aleine 

Wolt sich mit den sinen vereinen 

Mit den Misern, 
2'> Daz si sahin gern, 

Vnd do dy Misner 

In dy stat woltin her, 

Daz andir teil wolt ez wem 

Vnd si widir kern. 
30 Witk Ogerczouicenser waz. 

Der vf der bürg saz, 

Der ging gar drat 

Gewafnit in di stat. 

Er wolt dy burgir behelfin bald, 
85 Ob er nit mochte wider der gwald, 

Wan dy Wolfram schufin, 

Daz dy von Kocricz liffin 

Mit in vf daz spital. 

15* 



228 

Do warn dy Misner vbir al 

Iczuud geweidig in der stat. 

Wolfn von Siein drat 

Virloz Witkouez in notin 
5 Vf den nuwen markt mit einer ketin. 

Er wolt sin lut vudin 

Yirderbt han in sinem sin. 

Ydoch do iung vnd ald 

Widirstunden so der gwalt, 
10 Vel roz si irslugin. 

Dy ketin vor geczogin 

Warn czu der seibin zeit, 

Di mochtin nit an dy weit 

Vzkoraen bisundir. 
15 Sudeck waz ein starkir iungir, 

Slug dy ketin mit einem slag 

Ab, daz si gesmogin lag. 

Do si vf dy pruk ritin, 

Dez Witkouez hengist zcoch mit in 
20 Sin geweid nach im alczumal. 

Der Wolfram besaz daz spital, 

Gensit der pruk wont 

Paulik Vbicenser gnant. 

Der iclichir hut vir vol 
25 Der pruk alczumal. 

Von den Misnern 

Mochtin si sich nit gekern 

Noch irn wiln in der stat. 

Si werden dar nach zcu fruden drat. 
30 Dem herczog si gabin 

Turm vnd spital in den tagen 

Vf vnd ouch die purk do. 

Er beval dy bürg also 

Hermanno Zcwirczocicenser 
35 Einem iungen rittir do. 

Äbir czu mal brechin. 

Ez waz ouch von im 

Trw vnd kunheit gwar warn 



229 

Vnd mildekeit in sinen iarn. 
Er waz also irczogin 
Vnd vor besem leut gevlohin. 
Do er sich vor hut stet 

5 Vnd in ni gehabt het, 

[104.] Dem herczooh waz dar nach 
Mit der torheit vil gach, 
Daz er daz huz Hermanno 
In acht tagin nam widir so,. 

10 Daz er dy Misner 

Dar vf liz noch er ger. 
Di Misner daz lant begunden 
Ser virwustin zcu den stunden 
Vnd dy gevangen in dem rieh 

i'i Martirn cleglich. 

Ez warn obir Behem, 
Den ez nit er lebin nam. 
Mocht der Behem nit gegebin 
Ein maz habern nur ebin, 

so Si in zcu hant totin. 

Also warn si in notin. 
Liszin si in abir lebin, 
. So sach man si dar nach strebin, 
Daz si in andere gesunt 

»6 rVirderbtin in der seibin stunt. 

Durch dy hut si intportin 
Vnd zcogin strick bi den ortin. 
Also dar durch vnd si do 
Furtin durchs hus vnd anders wo. 

30 Du daz der herczog sach, 

Er lachte vnt nitis nit sprach, 
Er Wilhelm der Hks 
Ein frunt siner zcung waz. 
Der kun edel daz vbil clagt. 

35 Er legt in hut vnd nach in vragt. 

Er virderbt er gar vel 
Her nach vnd zcu dem seibin zcel, 
Wan er martirn in vnmiu 



230 

Waz recht vz dem sin. 
Der getrw her 
Eurczte den Misnern er ere, 
Daz si sich vor im ensit 

5 Nit geruren mochtin wit. 

Di Behem vmhegtin dy bürg 
Vnd vor der seibin bürg 
Kerntner mit im gutin stetin 
Vnd dy Misner si bestritin. 

10 Wicko Ogerczocensis 

Was do mit gar süs. 
Er durch für dy vient von erstin. 
Er waz holt nit der vristin, 
Do uon er noh waz gevangin. 

»5 Het er sich nit baz gegangin, 

Do wart Damik ein kurcz rittir 
Erslan von den vienten bittir. 
Do vingiü dy Behem 
Den Offinsteiner bi nom, 

?o Ein gref von Kerntin. 

Di andern si do sich virrentin.- 
Her Johannes Custos 
Ging do mit sin genoz 
Kunlich nach den vientin. 

2'^ Er wolt mit in stritin, 

Er wer allir dingen, 
Wi im het gelingin, 
In di burk nach in gegangin. 
Do er vil licht wer gevangin, 

30 Wer dy pruk nit mit im 

Gevallin in den grabin hin. 
Den strit zcu der seibin zeit 
Sach man vz der stat wit 
Vnd dy Behem mit den Tutschin 

M Den strit hettin vf der Littin. 

Do slugin euch dy Behem 
In der stat dy Tutschen sam. 
Di Behem gingen do mit scharn. 



231 

Di Tutschin verspart do heim waren 

Nach Christ geburt xiij hundert vnd dar nach virwar i3io 

Im dem czendin iar. 

Von der sinflut, 
5 DovorvnsgotmerbehutI 

[105.] Czcu der seibin czijt 
Waz allin endin wit 
Ein colich sinflut, 
Do vns got mer vor behut! 
10 Daz si durst dy lut an zcel 
Vnd verwust der dorfir wel 
Bi Hermanicz czu dem Lautuiischil, 
Recht als dy dein wischil. 
Do irhub si gemein 
15 Den pfifer mit sampt dem rein 
Vnd dy gotis virhengnizz 
Waz nimant susze. 
Ez ist an sent locobs tag gesehen, 
Der in der worheit muz iehen. 
20 Des andirn tagiz czu Glotow, 

Dez noch gedenkt man vnd frow, 
Het ez daz volk vm dy stat 
No als virtrinkt gar drat 
Vnd do seibist vertrunkin 
25 Di in dem waszir virsunkin, 
Als vz dem für dy fuukin, 
Vnd dar nach irstunkin 
Czwei tusint menschin vil drat. 
Von der seibin sinflut 
30 Ouch zcu Glotow swummen 
Di tir obir den boumen 
Vnd si lutin grulich 
Vnd gar vngehurlich. 
Si fürte ouch gancz husir hin 
35 Vnd dy lut saszin vf in. 

Do für der vatir von dem sun 



232 

Viid dy mmir Ton der toditir 
Der sau Tom den Tatir, 
1)16 toebter von der matir 
Von ein andir cleglicb äwnmmen. 

j( An ein andir oncb gesegent 

Der Wirt von sincr frowen, 
Di frow Ton irm wirt schon, 
Wan dy prnftin ir not 
Vnd wastin em tot 

lA Einer picht icznnd. 

Dem andern mit gesund 
Vnd ir frant in groszin gros, 
Noch in wnstin er bar vz. 
Man vant her nach dy wigin 

15 Mit totin kindlin ligen 

Oben hoch vf den boamen. 
Do man daz bnsgeret wart gefanen, 
Man laz si in den weidin ▼£ 
Di selb gnz, do si lif, 

3*> Dorfir gar vel yirderbt, 

Daz yillicbt vf si geerbt 
Vm er missetad, 
Di si begingin vbir sat, 
Onch si do selbst irtrenkt, 

^ Dez got aldo virbengt 

Lnte vel vnd an zcal 
Swerlich mit dez libiz val. 
Got gnade den sein 
Vnd behüte vor der beln 

M AI dy gloubigin vnd dy gemein, 

Di geruch got verein! 
Di lebindin vnd dy totin 
Er bebutin sol vor notin 
Mit sines vatir rieh! 

*<( Ir sprecht al amen glich! 



233 

Wi der fürst hochborn 
Czu konig wart erkorn, 
Johannes genant, 
In aln landin wo] bekant 

^ [106.] Noch dem vnd dy Behem sahin, 

Daz si ouch vor dy worheit iahin, 

Daz si an dem von Eerntin 

Als si von im des gerutin, 

Keinen nucz hettin 
10 Vf burgin vnd in stetin, 

Do gabin si dar nach 

Dez konigiz tochtir vil gacb 

Elizabeth, dy selig si 

Nu vnd eweclich! 
15 Dez edeln keisir Henrich sun durstin, 

Her lohannez dem hochgeborn furstin 

Vnd den luden si zcum rieh 

Von sin landen mechtlich. 

Her Henrich von der Lippin, 
M Wilhelm Hase von gutin sippin, 

Johannes von Wartinberg, 

Mit dem waz ein cleins getwerg, 

Vnd von Prag etlich burger mit zcaktin schilt 

Furtin in loblich hiher sam en wilt, 
S5 Liessen zcu dem langen tor in. 

Das selbe von Kertein wart bewein 

Mit Elizabeth in Behem rieh. 

Got si gelobt eweclich! 

Si legtin sich mit im vor Prag, 
30 Do er nit gar lange lag. 

Vor iungst wolt got, 

Daz si in inliszin drat! 

Hi in di stad noch siner ger 

Mautet im mit sinem her 
36 Vf daz lange tar, 

Do er waz gelen vor, 

Du der von Eerntin, als ich sage, 



234 

Czoach hi von Präge 
Vnd lohaDoes der hochwirdig 
Besaz Behem konigrich, 
Dez seibin iars cront man 
& Her lohannero lobesam 

Vnd dy seligin Elizabeth, 
Di man do beide bestedigt 
Czu konig mit nom 
Dez richis czu Bebem etc. 

10 Amen! solamcn! 

Solamen! 

Di hat ein ende 

(Dez frouwin sich min hende) 

Di bemisch kronike gnant. 
I'' Dez gloube alczuhant! 

Anno domini m**ccc**lxxxix etc. 

Holt noch ein wenig! 

Gib her! etc. 

12. ? Hie. 13. ? frouwen. 17. 9 Halt 



235 



SCHLÜSSBEMERKUNG DES HERAUSGEBERS. 

Bei gelegenheit der herausgäbe der böhmischen reim- 
chroDik des sogenannten Dalimils * dürfte den geschichts- 
forschern und besonders den pflegern der mittelhochdeutschen 
spräche nicht unwillkommen sein, die ebenfalls gereimte 
Verdeutschung derselben in abdruck zu besitzen. 

Diese Übersetzung befindet sich in einer handschrift auf 
papier in folio (im katalog : „Historia ducum et regum BohemisB 
gem^ rythmis." G. 45.) in der bibliothek des hochwürd. Prager 
domcapitels. Ich habe dieselbe copiert, und sie erscheint hier 
wort für wort, wie sie in dieser handschrift, die aus dem 
jähre 1389 herrührt, vorkommt. Es muß erinnert werden, 
daß die darin vorkommenden eigennamen durchgehends ver- 
dreht sind und ohne zuhandenehmung des Urtextes fast nicht 
zu errathen wären. 

Über den werth dieser cbronik verweise ich den leser 
auf die „Würdigung der alten böhmischen geschichtschreiber. 
Eine von der kön. böhmischen gesellschaft der wißenschaften 
gekrönte preisschrift von Franz Palacky. Prag 1830", wo 
s. 98 u. fif. dieselbe ausführlich beurtheilt wird. 

Schließlich muß noch bemerkt werden, daß die voran- 
gehende magere übersieht der böhmischen regenten und der 
klosterorden in kürzern reimzeilen dem Dalimil nicht angehöre, 
sondern als eigene originelle arbeit, die älter, als diese über- 



♦ Daliznilova chronika ceskä v nejddvnejsf cteni navräcena. Od 
YAeeslaya Hanky. V Praze 1849. Otisk driihy' 1851. Vyd&ni druh6 1853, 



236 

Setzung sein mag, betrachtet werden muß. Die darin vor- 
kommenden lücken rühren von durch fäulnis zerstörten stellen 
in der tiandschrift her. Die mit [] eingeklammerten zahlen 
beziehen sich auf die capitelziflFern der böhmischen ausgäbe. 

Prag am 15 februar 1854. 

Venceslav Hanka. 



237 



BESCHREIBUNG DER HANDSCHRIFT. 

Außen auf dem decket steht: 

Historia Ducum & regum Boämise. 
Der kuni^ buch von Bebem 

BibliotbecsB Pontani 

PragSB restituatur. 

Inwendig auf demsetben decket: 

Hie über ex Imperio restitutus est 
Bibliotbec86 Ecclesise Pragensis k 
R. P. Balbino a Soc. Jesu tempore 
Reverendissimi Domini Pessina Decani 
et k corruptione servatus. 

Inwendig auf dem andern decket: 

Rustice cal cunctis populis^odi 

,,. , - ose ^ . *^ ose 

Vis tu form te sociare r 

Dum capud est currit ventrem sibi Junge volabit. 

Adde pedem comede tu sine ventre bibe. 

Est arbor. 

Auf dem ersten blatte des textes oben: 

Historia Ducum & regum Bohemise 

antiquo germanico sermone scriptus rithmice 

Joannis regis BoemisB tempore. 

Unten : 

Ex Bibliotheca S. Metrop. Ecclesise Pr. 
Anno 1713. 



238 

Auf dem letzten blatte unten : 

Descripsi die 7 Septemb. 

An. 1749. 
Joan. Thomas Berghauer "»/pr. 

Dann ist noch auf das letzte leere blatt angeklebt: 

niustrissime &> Reverendissime D. Domine 
Patrone colendissime ! 

Mitto Historiam Bohemise Germanicis antiquissinus vocibus scriptam 
mihi ex Imperio donatam, & transmissam; at qvia scio eam spectare ad 
Bibliothecam Illustrissimi , eam remitto. 

Sed unam Petitionem humillime et reverentissime propono: rogo 
summopere, dignetur mihi hunc favorem in gratiam & gloriam Patriae 
Nostrse ruentis (qvam ego cum juvare non possim, saltem qualis olim 
fuerit conar ostendere) concedere mihi vel ad exiguom tempus Privilegia 
Regni Boh. ex- Yen. Capituli Bibliotheca, quse saepe in Marte Moravico 
citantur; ego restituam cum omni gratiarum actione, & nominando eum 
grate, ä quo sim adjutus, possem quidem ego hsec eadem alionde habere, 
sed qui ea habet Pragse nunc non moratur. Iterum iterumque humillime 
rogo niustrissimsB & Heverendissimae D. V« infimus & paratissimus servus 

Bohuslaus Balbinus e S. J. ^I^r, 

Illustrissimo & Keverendissimo Domino Thomae Joanni 
Dei Gratia Episcopo Samandriensi 
Decano * S. Ecclesiae Metropolit. Prag. 
Domino meo gratioso. 

1. Damals war Pessina Dechant 



239 



PROPHETIA LYBVSSE. 

E msto Musei boh. 2. E. 14. 

Zu teite 28. 

Surculus est illa, de qua Lvbvsse Sibylla 
Saga prophetauit, hoc presagioque beauit: 
Elizabeth proles generabit, qui quasi soles 
Vndique lucebunt et plurima regna tenebunt. 
Eius ex archa nascetur, eritque monarcha, 
Ipse reget mundum, sapiens erit et furibundum 
Quemque sibi strabit, regnumque suum bene stabit. 
Abnuet extremos, et diliget ipse Boämos, 
Qui nicbili modo facti sunt, aliisque subacti: 
Hos peragrabit, totum mundumque superabit 
Quod nee Alexander potuit, nee fortis Euander: 
Hie vineet totum, Pharaonis habebit azotum, 
Vincet Zoldanum, pelletque Plutonis subanum. 
Christicolis ensis suus vrbes, quas Tripolensis. 
Reddet, fraudabit, et millia multa necabit. 
Undique pace data, celo sede sibi parata, 
Eternum nomen sibi nanciscetur et omen. 
Finis in vrbe David erit eius quam superabit. 
Ad pedicas Christi tumulus fabricabitur isti. 



240 



ANMEBIUNGEN. 

4, 85 ? hie vom schouwen. 36 ? ez gern nit. 

5, 3 Na^ih dieser zeüe sollte kein spaUum sein. 6 ? Richtet. ? Rthset. 
Vgl 6, 3; RIchet toie 6, 20. 9, 29. 5 ? taid d. i. tat. Vgl 7, 30. 21 ? genung. 

25 F Brahow. 

6, 25 ? stund. 26 ? fünfte : kunfte. 

7, 2 ? Da wart begrabin. 

8, 5 ? Des herzogin. 12 .? gevOrst. 22 ? eme. 24 ? em. 25 ? ir- 
gangin. ? vergangen. 

9, 3 ? genas: was. .^ gelas. 11 ? Und mit allen. 29 .? Huob. 7^1. 
8, 27. 32 ? ist nü komen witen. 

10, 11 ? Brunonem. 12 ? gar. Vgl 3, 19. 9, 1. 10, 13. 20 ? gar. 
Vgl zu 8, 12. 25 ? 1228. Der prediger&rden beginnt erst 1215 oder 1219. 
jar ^ru ^en. Vgl z. 31. 35 .^ Huob der. 

11,3? von eren vlnden. 5 ? jär : gar. Doch s. 10, 31. 28 ? himelkrön. 
12, 28 ? j&r besundert. 

14, 4 ? insolde. 9 ? Der zu fügen. 17 .^ kunicrtch. 18 ? himelrlch. 
37 ? Zwischen. 

15, 10 ? Und. 

16, 5 ? Ouch. 14 9 Dö wart. 18 ? himelrlch. 33 ? als ich es eu 
nu sage. 

17, 2 ? geschach. 7 ? geschach. 11 ? niemant. 

18, 7 ? er em sin. 

19, 19 ? aldö. 21 ? Bouwe. Vgl indes 21, 23. 

20, 16 ? wonden. 21 ? nu. 

21, 3 über der zeile steht in der hs. Crabaten. H. 13 ? gröz müede. 
15 ? schier. 16 ? stöt. 27 ? sibende. 34 ? und honeges. 35 ? sterk. 

26 .^ man wol mochte gesehen. 

22, 14 ? Wä von daz laut B6h§m ist genant. 21 ? liut. 

23, 28 .» heim. 

24, 28 ? Sie er und. 

26, 2 .9 beschirmung. 37 ? fromd. F^f?. 27, 7. 

27, 2 .? uwir. 

28, 2 .^ daran. 26 ? nieman m^r gelangen, Und für baz waer dem 
pauman. 



241 

29, 28 ? früstukt. 

30, 12 ? an dirre vrist. 36 ? wider vint. ? widerum. 

31, 2 Über vigenden steht im mscr, vynden. Ä 25 ? lütervar. 

33, 13 ? und gabin. 25 Darüber barthechten. 29 ? lange. 

34, 5 Über ir steht eim. 9 ? das. 11 Über schant steht sante. 
YQ ? einm. 21 .^ gegen. 

35, 28 Darüber entschagte. 

37, 17 .» si sich. 

38, 24 ? virdachtim muot. 25 .^ in vor ein. 

39, 14 ? ob wir si. 15 ? Diu: von. 

43, 1 nigtin] ? rugtin. 16 Di man zu tagen, 17 ? maniger lei. 
18 .^ verlum. 27 corr. dir czu aygen. 

45, 22 ? haben geleit 35 ? met mit ir zu trinken. 

46, 24 oben vmbwednm an. 

48, 12 Über luent steht luotten. 15 Über scheflich steht steflich. 

49, 26 ? verjiingst. 

50, 36 ? samenunge. Vgl 79, 26. 

51, 5 ? zubr&chin. 17 ? gengt. 18 ? Vinzlabin. 
52,^3 ? Daz. 

56, 24 ? abtgotir. 30 /. Diese zeüm sind wohl als Überschrift zu 
betrachten und gehören nicht in den text, 32 lies in der. 
67, 8 ? haut den dinen. 25 ? Tchimacz. 26 ? hertim. 

58, 30 ? uffen oder. 

59, 4 ? gengt, gegend. Vgl. 51, 17. 60, 29. 

60, 17 ? dime wlp. 

62, 1 ? birchin. 9 ? Diu. 24 ? legirt. 

64, 2 ? schepfer. 32 ? geschickin. 

65, 1 ? swestir. 34 ? kampfswert. 10 ? Do nam der kuninc ze hant 
Ein hervart gen Ungirlant. Die Ungern den kuninc übirwnndin. 

66, 29 lies Swibinow al. 36 ? Sacirlant. 

67, 13 lies Biuacht 29 lies Ludmili^. 33 ? Ludmila. 

68, 1. 4 ? Drahomirs. 10 Ues sacztin. 

69, 3 lies quem. 19 lies Cristin. 

70, 32 Ues laden. 

71, 3 lies Das. 

72, 5 ? hatte. 30 ? da er saz, Wolt u. s. w. ^ 

73, 1 ? trlben. 28 ? waz. 36 lies keisir. 

75, 4 ? den. 

76, 26 lies Won. 

77, 32 lies säen. 34 ? si. 

78, 1 lies sweistir. 2 lies Prizuvzlawa. 14 ? tet. 23 Ues dimidikeit. 

79, 3 ? irm. 8 ? ez. 9 ? Ez. 

80, 16 ? hette. 27 ? Kundigin. 

81, 10 lies keisir. 28 ? verlos. 

82, 3 Ues geblendit. 25 lies keisir. 

Dalimil. |Q 



242 

83, 1 ? en. 5 ? lant. 9 ? sprachen: Virsnidin. ? furstin kint. 
12 ? schachzayel. 18 ? sam. 80 suchtin Im fnim und u, 8, w, 

84, 1 ? gepflogen. 9 lies lichnam. 19 lies Präge. 32 lies pictin. 
33 lies dry stunt. 

85, 37 lies witen. 

86, 6* lies seibin. 10 lies under. 19 lies rad. 24 lies mogin. 
31 lies sein. 

87, 5 lies toufir. 19 lies sente. 31 lies den nom gut. 

88, II lies hengist. 26 ? zeihest. 30 ? den friund. 

89, 8 Zi65 bemischin. 23 lies nehes. 

91, 9 Zies Vm. 10 lies ab. 11 .^ schloz. 15 lies mochte er. 24 lies 
Do. lies widir. 25 lies hus. 

92, 1 Kßs keisirs tochter. 33 lies hus. 

93, 14 lies keisir. 15 lies einandir nit irkanten. 26 lies von der. 

94, 4 ? vreveln. 17 lies wem. 27 ? in nötin. 

95, 3 ^^cs Er. 4 ?ies dingin. 

96, 7 2ies schemliche. 26 lies nimmir. 

97, 18 ? juncherren. 

98, 2 ? gnuk. 

103, 7 .» adir ir wert. 

107, 2 .» D6. 

109, 8 ? jung werc. 

111, 16 ? iurme herzogen getriuwe. 17 .^ wol m!m. 

113, 20 ? iwer. 

114, 21 ? mügen. 

128, 27 ? vermitin. 

129, 14 ? zöch. 

136, 29 ? nam. 

137, 12 lies seilczin. 

151, 9 Nach machin ptmct! 

155, 22 ? ouch bitte sin gnäde. 

161, 15 hs, corrigiert gobin. 

167, 14 ? virvam. 

169, 37 hs. brant. 

173, 26 hs. corrigiert gesaczt. 

175, 13 lim Di. 

195, 1 Der vers ist halb durchstrichen. 

204, 26 In der hs. ist hier kei/ne lücke bezeichnet 

223, 5 ? des. 

228, 3 ? Wolfil. 29 ? wurden. 

231, 8 ? soUch. 

232, 13 ? rouftin. 

233, 34 ? Man tet. 35 ? tor. 



243 



REGISTER. 



Ackers (in Palestina) 11, 2. 
Adolenus von Ki8s (Odolen z Chys) 

108, 16. 
Albrech, Alprecht (statt Vojtiech) 

10, 5. 32, 5. 79, 33. 
Albrecht könig 14, 8. 
Albrecht (v^l. Albertus) 215, 8. 
Albrechticz 207, 37. 
Albrechtiz sun 218, 29. 
Adolf römischer könig 13, 19. 
Albertus 213, 17. 25. 29. 36. 214, 11. 
Alexander 39, 37. 
Altinburg 91, 35. 
Andreas (bischof) 169, 27. 
Apolinaris, sent, 132, 22. 26. 35. 

141, 10. 
Ausk, jetzt Aussig (böhm. Usti) 

204, 20. 
Barnaba (mönch) 90, 8. 14. 
Beigern , Beier , Beim , Beyern 

(Bayern) 98, 18. 153, 16. 161,37. 

196, 7. 14. 34. 197, 2. 20. 28. 

198, 4. 14. 
Belin, Belyn. jetzt Bilin (böhm. 

Beiina) 27, 32. 102; 6. 187, 25. 
Benedictenorden 9, 27. 79, 25. 
Benedictus (mönch) 90, 12. 
Beneda (ritter) 112, 10. 20.22.31. 

133, 7. 
Berg, Berch (Kuttenberg) 221, 3. 

226, 28. 227, 12. 
Bern, jetzt Bruskabach (b. Brusnica) 

129, 5. 
Bern, Ditrich von, 209, 1. 
Beyern (Bayern) 98, 18. 
Biperti apt 10, 25. 



Bnaba statt Mnata 3, 7. 
Bodibrad statt Podebrad 201, 18. 
Bogist (bojiste. Schlachtfeld) 130,2. 

164, 3. 168, 2. 10. 13. 
Bohucha, Bohuta statt Pukata 

119, 35. 120, 6. 
Bolan statt Polan 81, 28. 
Boleslab, Boleczlab, Bolezlab, Bo- 

leslaus I (936—967) 67, 4. 10. 14. 

74, 8. 10. 15. 75, 18. 23. 30. 35. 

76, 26. 28. 77, 6. 9. 10. 22. 78, 

28. 34. 79, 1. 13. II (967-999) 

79, 14. 16. 17. 21. 81, 12. 14. 

III (999-1002) 81, 22. 24. 26.34. 

82, 2. 14. 18. 22. 
Bolezlabe statt Bracislav 99, 4. 
Boleslab statt Sobeslab 133, 20. 
Bolezlab (die Stadt Boleslav, jetzt 

B unzlau) 67, 10. 98, 14. 30. 35. 

99, 1. 101, 10. 
Bolezlab, vom kaiser genannt 

Friderich 157, 29. 33. 
Bonan statt Kovansky 136, 31. 
Borssen , Borsz , Borsch statt Bores 

190, 3. 11. 17. 204, 24. 
Borziwoy, Borziwingt statt Borivoj 

I (gel. 870-890) 3, 23. 4, 25. 

9,19.63,26.29. 11(1100—1107) 

120,36. 121,10. 122,1. 124,9.14. 

131, 3. 
Borcius, Borczias, Boreyus, Bosey, 

Bozey statt Bozej 124, 2. 7. 125, 

11. 13. 23. 31. 126, 1. 7. 24. 
Bosena statt Bozena 96, 11. 21. 97, 1. 
Brandeburg, Brand wrch 18, 12. 

206, 29. 35. 

16* 



244 



Braüczlab statt Bracislav, später 

Bretislav 107, 6. 
Bresnicz, jotzt Bürglitz, böhm. 

Vrestiüv 208. 2. 
Bretslab, Brezlab. Briczcisslab, 

Briczlab, Brzetlslaus 4, 18. 97, 4. 

6. 10. 17. 98, 5. 15. 99, 15. 29. 

101, 17.23.25.27. 104,18.19.24. 

105, 26. 183, 37. 
Broda, Henrich der bärtige von 

Breslau 183, 38. 
Brucks statt Brttx (böhm. Most) 

190, 22. 
Brumon abt 10, 11. 
Brunn (Brunn) 116, 9. 
Budissin, jetzt Bauzen 175, 36. 
Burgelin , jetzt Bttrglitz (böhm. 

KrivokMt) 220, 18. 
Cartassi tatar. spione 182, 3. 
Castus statt Lucko, jetzt Saatz 

51, 21. 
Chises Johannes (statt Jan Cista) 

127, 23. 28. 31. 
Chodor (statt Stodor) 66, 35. 
Chodoym statt Chrudim 105, 25. 
Cholen (Kolin) 221, 26. 
Chrudym statt Chrudim 127, 2. 
Chunir statt Tman 67, 27. 68, 9. 
Chnab statt Chynov 55, 25. 
Chutin vgl. Kuttin (Kuttenberg) 

221, 5. 26. 
Chysta Johann statt Ci^ta 131, 6. 
Clement, sent, 179, 3 8. 14. 
Conradus 4, 30. 
Conrad 1 (1092) 106, 22. 117, 13. 

21. 24. 
Conrad 11 (1189—1191) 161, 11. 
Constaocia 6. 9. 
Cracow 81, 17. 18. 211, 4. 
Cresomisl statt Kresomysl 3, 9. 
Chrichin statt Griechen 20, 17. 
Cristanus, mönch 90, 13. 
Crucer orden 11, 23. 
Crudiu statt Chrudim 222, 12. 
Crudne; (Chrudimer) 221, 36. 



Crziwoclag, Crziwoclat jetzt Bürg- 

litz 163, 15. 21. 
Curenser statt Skuhrovsky 207, 38. 
Curymensis, jetzt Kaurimer 173,16. 
Cursim, jetzt Kaurim 173,30. 
Czastava, Castava 41, 14. 
Czedlicz (böhm. Sedlice) 225, 11. 
Czichom statt Ciec 204, 17. 
Czidlin, der fluß Cidlina 125, 19. 
Czirat, Cirad, Cyrad statt Ctirad 

44, 27. 32. 45,9.33. 46, 1.4. II. 

17. 
Damik statt Kamyk 230, 16. 
Daniel, bischof 126, 32. 137, 9. 

162, 11. 167, 31. 
Oeutschin, Deutschen, Dewetschcn 

103, 2. 13. 115, 12. 139, 6. 146, 33. 

147, 12. 167, 19. 24. 28. 38. 168, 

19. 27. 174, 2. 181, 17. 193, 18. 
203, 19. 206, 12. 207, 14. 209,3. 

Dipold Zlicensis (böhm. Depoit 

Zlicky) 173, 14. 31. 
Ditmar (bischof) 79, 31. 
Ditrich von Born 209, 1. 
Ditrich Russowecz statt Jetrich 

Buskovec 134, 12. 34. 
Dominicus (orden) 10, 31. 
Dominici, sent, 2.6, 12. 
Doringere, Durink, Döring, Dorink 

(Thüringer) 14, 1. 59, 10. 20. 

26. 28. 60, 3. 6. 8. 30. 61, 12. 

21. 24. 153, 15. 216, 28. 
Drahomris, Drahomrs, Drahowis 

statt Dragomir 66, 36. 67, 24. 

68, 1. 4. 29 33. 69^ 7. 
Dub.Hink, vöu der (böhm. Hynek 

z Dubö) 208, 11. 29. 
Duringin, Durink (Thüringer) 216, 

3. 16. 19. 37. 218, 3. 5. 
Dutschin, Dutschir 120,3. 207,16. 

222, 35. 
Dypold, Dyt'polt 62, 3. 6. 173, 

20. 22. 

Elbe 125, 20. 133, 31. 32. 134, 5. 
210, 32. 



245 



Elizabeth, Elizabeth (Waclavovna) 

8, 4. 37. 233, 13. 27. 234, 6 
Flemioge (Flamländer) 153, 17. 
Folde (Fulda) 185, 1. 
Franciscus closter, sent, 6, 23. 

11, 18. 

Friderich herzog von Osterrii-h 

12, 19. 180, 8. 

FViderich keisir 147, 3. (der leste) 

184, 30. 
Friderich, sun Sobezlabs (1178 — 

1191) 161,5. 163, 18. 164,14.20. 

165, 5 34. 166, 3. 36. 
Friderich markgraf 227, 4. 
Frisin (Friesländer) 153, 13. 
Gabel, böhm. Jablon 194, 27. 207, 35. 
Gsillin von der Gabel (Havel 

Jablonsky) 194, 27. 
Gartas, brot, tatnr. 182, 18. 
Gebhart, bischof, 111, 21. 
Georgij statt Jurik Stnnkov 138,32. 
Glataw, Glotow statt Glalz 184, 13. 

231, 20. 30. 
Glacz 204, 19. 
Glogow, Glogau 99, 23. 
Glotow sieh Glataw. 
Gorgen, sent, 106, 2. 
Gorlicz 175, 36. 
Gracianus 11, 6. 
Gran 104, 21. 115, 36. 127, 7. 
Grauacia statt Croacia 20, 25. 21, 3. 
Greczische (Königgrätzer) 221, 34. 
Gregorius, bobist 11, 32. 
Gregorius, bischof 211,22. 213,27. 
Gregorius sun statt Jurik Stankov 

137, 31. 138, 28. 
Gurgin, sent, 104, 32. 33. 106, 2. 
Guta 97, 22. 26. 33. 98, 11. 19. 

101, 12. 104, 15. 34. 
Habel statt. Havel 190, 3. 11. 17. 

194, 28. 35. 
Hauis, des Gallus (böhm. Havlovo) 

172, 10. 
Haz, Hase, Wilhelm der, 220, 13. 

229, 32. 233, 20. 



Henkin, her .statt Hynek 209, 10. 

vgl. Hink. 
Henricus 4, 31. 
Henrich Broda (der bärtige von 

Breslau) 183, 38. 
Henrich, keisir ((Um* Luxenbiirger) 

8, 16. 14, 15. 28. 107, 13. 15. 
Henrich keiser sun (Johann) 233. 15. 
Henrich von der Lippin (vgl. Hink) 

215, 1. 9. 12. 219, 5. 221, 14. 

225, IQ. 233, 19. 
Henrich von Kerntin 8, 7. 220, 

22. 24. 
Herman, bischof 137, 10. 142, 9. 
Hermann Zcwirczocicenser (Her- 
man Zvireticky) 228, 34. 229, 8. 
Hermanic 231, 12. 
Hing Rogenser statt Hynek Ro- 

jensky 208, 6. 
Hink, Hinkin von der Dub statt 

Hynek z Dubd 208, 11. 29. 209, 

6. 226, 12. 
Hissa, bischof 104, 13. 14. 
Hnyewiz statt Hnevisa 76, 19. 34. 
Hodka 41, 13. 

Horowicz (Horazdiewicz) 219, 35. 
Hostink statt Hostivit 3, 12. 62, 2. 

5. 12. 63, 24. 
Howora 84, 11. 13. 15. 18. 22. 26. 

30. 31. 34. 85, 12. 86, 4. 
Hrewecz, Hrewicz, Hrzyemicz, 

Hrzeiwecz statt Hrivec 84, 11. 

26. 31. 86, 4. 
Hromus, Hron von Nachod (Hron 

z Nächoda) 194. 25. 29. 
Huuoldets statt Hvozdec 112, 16. 
Jacobstag, sent, 231, 18. 
Jarochneb von der Gabel statt 

Jaroslav Jablonsky 207, 35. 
Jaromir, Jarorairt 82, 24. 29. 83,3. 

28. 30. 32. 88, 17. 20. 23. 35. 89, 2. 

106,36. 107,1. 110,15.26. 111,37. 

126, 31. 
Jarossius 189, 33. 190,33. 191,36. 
Jerominus statt Jaromir 4, 16. 



246 



Jesk statt Jesek d. i. Johannes 

paricida 223, 32. 
Jherusalem 109, 3. 
Johann, bischof, I 111,22.30. 

II 178, 35. 181, 27. III 199, 3. 

209, 25. 
Johannes, bobist 15, 31. 
Johannes (Luxenburger) könig 8, 

15. 15, 8. 16, 6. 17, 26. 27. 

233, 3. 16. 
Johannes, munik 90, 12. 
Johannes, sent, 84, 5. 86, 1. 87, 

14. 17. 153. 36. 155, 6. 201, 27. 
Johannes von Wartinberg, auch 

Gustos, böhm. ze Sträze 214, 38. 

215, 11. 219, 3. 221, 16. 225, 10. 

230, 22. 233, 21. 
Jude, Juden, Judin, Jaden 47, 2. 

109,6. 142,16. 145,35.146,2.12. 

192, 30. 35. 193, 9. 14. 35—38. 

194, 3. 5. 14. 16. 
Jurgin, sent, 79, 29. 
Kanual statt Chval 169, 7. 
Kartas, Kartassi 182, 19. 25. Kartas 

heißt brot. 
Kartusirorden 10, 9. 
Kartusienses zu Prag 16, 1. 
Kassa statt Kasa, Schwester der 

Lubusa 23, 32. 34. 
Kazzin statt Kasin, bürg 23, 34. 
Kerntin, Kerntner (Kärntner) 8,7. 

17, 30. 220, 22. 25. 226, 32. 34. 

230, 8. 20. 233, 7. 26. 37. 
Klepa, jetzt Klapay 63. 14. 
Kniclena statt Gnesen 99, 30. 
Kochan 83, 2. 6. 85. 30. 86, 12. 14. 

19. 27. 30. 88, 13. 15. 20. 33. 

95, 11. 14. 23. 
Kocricz, von, statt Kokotovici 

227, 37. 
Kokorsina 45, 18. 
Komonie 67, 27. 
Konigissal, koningssal, böhm. 

Zbraslav 13, 1. 13. 15, 17. 16,22. 
Kosma (bischof) 116, 1. 



Koyacha statt Kojata 110, 22. 25. 
Krakow 7, 31. 216, 9. Sieh auch 

Cracow. 
Kreuczir (Kreuzherren) 192, 28. 
Kriewecz, Kriweicz statt Hrivec 

84, 13. 14. 16. 
Krizwoclag statt Krivoklät, deutsch 

Bürglitz 176, 11. 181, 6. 
Krok , Lubusas vater 23, 24. 28. 
Kuiouia statt Kijov, Kiev 183,17. 
Kunigund, Kungunt 6, 26. 7, 6. 

9, 21. 
KungissaJ (böhm. Zbraslav) 7, 38. 

9, 7. Sieh Konigissal. 
Kurimer kraiz 62, 10. 
Kuttin. jetzt Kuttenberg 214, 36. 37. 

221, 20. 224, 33. 
Kutner (Kuttenberger) 225, 14. 
Lambardir, Lamborter, Lamborder 

(Lombarden) 108, 7. 23. 31. 132, 

6. 8. 14. 136, 35. 
Lamiter, Lantmiter, Lantniter, 

Lanttirn (Lucaner; Lucko jetzt 

Saatz) 51, 17. 20. 54, 13. 55, 26. 

56, 5. 19. 27. 57, 13. 23, 31. 33. 

58, 3. 59, 4. 62, 19. 28. 
Lantmischil statt Leutomyschl 231, 

12. 
Leua 62, 17. 26. 
Leupold von Osterrich 112, 13. 

179, 15. 180, 6. 
Libiczi, Lybicz statt Libice 32, 37. 

42, 5. 9. 125, 15. 
Lippen, Lipin, Henrich von der 

(vgl. Hink) 215, 1. 9. 12. 219, 5. 

221, 14. 225, 10. 233, 19. 
Lipnicz 207, 33. 
Littin statt Letne, jetzt Belv^der 

230. 35. 
Lobisten statt Lovos 53, 12. 
Lorch, Lorchc, Lorka statt Lork 

119, 22. 32. 35. 120, 18. 26. 
Losincz statt Lovosice 153, 29. 
Lubicz, jetzt Libice 80,5. 125,19. 
Lubussin, Lubuschy, Lubussia 



247 

i5, 30. Miszin, Myszen, jetzt Meißen 112, 
(0,18. 15. 18. 113, 13. 180,10 212,2. 

1, 1. 3. 227, 4. 

Misern (Meißner) 227, 15. 24. 26. 
228, 1. 26. 229, 10. 12. 230, 3. 9. 
17, 36. Mlada^ Mladach, Schwester Boles- 

lavs 41, 13. 79, 24. 
3. 35. Molda statt Moldau, Vltava 1 13, 23. 

160, 9. 
23. Monarcha statt Mnata 51, 10 

18. Muchna, Muchoe« Muchyney, 

;art'(h Mucliina statt Mutina 119, 18.25 

124,7.35. 125,2. 207,38 208,2. 
Muding, Mudink, Muodiok statt 
Myto Smil Svetlicky 171, 8. 172,3.6. 
15. 19. 
Multawe statt Moldau, böhm. 

Vltava 32, 16. 
Mutine (Mutyne) 124, 2. 
111, Mutner (Hohenmauter) 221, 36. 
Mvszen statt Meißen 180, 10. 
38, 9. Nekam, Neclam, Neklam statt 
86, 7. Neklan 3, 11. 51, 32. 52, 1. 4. 32. 

53, 2. 54, 1. 3. 59, 4. 61. 13.33. 
136, 62, 4. 11. 

Nezamisl, Nezomizl statt Nezamysl 
3, 6. 51, 9. 
»2, 10. Nicolaus, Niclaus, bischof 181, 33. 
199, 2. 
OctOD statt Otton 106, 22. 

7. 26. Odonis appet 9, 31. 

5, 22. Offinsteiner (böhm. Aufsteiner) 
17,21. 230, 19. 

21,13. Ofin (Ofen in Ungern) 214, 27. 
(7, 35. Ogerus, Oieros 186, 12.24. 187,7.26. 

Okard , bischof 104, 13. 

Olmucz 7, 34. 15, 17. 111, 24. 

6. 20. Olmuncz 183, 27. 216, 10. 

87,6. Olumucz statt Olmtttz, böhm. 
iO.22. Olomuce 13, 31. 

Ossek 202, 1. 
, 2. Osterich, Ostirrich , Ostrich 180,7. 

8. 12. 20 22. 197, 14. 199, 7. 202,6. 
203, 17. 214, 25. 218, 21. 28. 

10. Osterrichir 201, 9. 



248 



Ottakaras I (1197-1230) 6, 28. 
175, 3. 25. 27. . 

Octaker,Ottakir(Ottakar II) (1253— 

1278) 12, 3. 33. 200, 36. 202, 29. 
Otte 127,35. 128,27. 133,15. 138,9. 

209, 4. 
Otte, Ot, söhn Friderichs 167, 1. 

10, 29. 
Otte von Beiern 215, 34. 
Otto wizz (der weiße) 97, 11. 
Pabel 207, 36. 
Paul, pristir 185, 19. 
Paulik VbiceDser 228, 23. 
Peigern, Peiero. Peiro (Baiern) 

16, 20. 197, 4. 36. 
Peirsch (baierisch) 198, 27. 
Pelbrzim, Pelbrzimus, biscbof 

170, 5. 178, 34. 
Petran mit der busown Cebicenser 

(böhm.Petran zTrubuZebinsky) 

208, 4. 
Peter Lombarter 11, 6. 7. 
Peters kirchin (zu Rom) 136, 25. 
Petrich statt Petrin 191, 33. 205, 17. 
Pfrimburch, böhm. Primda 91, 27. 
Pilsin == Pilsen 104. 28. 
Pilsner 202, 28. 
Plichta vonSirochin, böhm. z Ziro- 

tina 221, 7. 
Podwein statt Podivin 70, 16. 
Podybradir st. Podebrader 109, 10. 
Polan, Poln 81, 1. 13. 16. 23. 27. 

30. 34. 82, 3. 4 13. 86, 12. 30. 

87, 29. 88, 3. 6. 10 89, 26. 99, 18. 

23.27.100,26.36 lOlJ 6 104,24. 

HO, 11. 116, 29. 30. 117, 34 

124, 14. 127, 11 13. 19 23 133, 

21. 26. 32. 134, 3. 24. 145, 19. 21. 

161,21. 173,31. 184,10. 211,28. 

215, 32. 
Polaner 100, 34. 145, 23. 183, 23. 
Polanerin 211, 7. 
Policensir (Policker) 221, 37. 
Porschist statt Poric 179, 4. 13. 
Posna, jetzt Posen 211, 5. 



Posna statt Opocuo 222, 22. 

Postolopirtenses , Postolopertin 
statt Postelberger, böhm.Posto- 
loprtsti, lat. cives Poit» apo- 
stolorum 59, 16. 60, 29. 96, 2. 

Prag, Präge, Prog, Prak 4, 12. 20. 

5, 34. 6, 7. 7, 3. 8, 6. 16, 1. 9. 
21, 32. 31, 14. 32, 23. 31. 60, 9. 
61, 31. 62, 22. 64, 24. 68, 14. 
73, 25. 74, 5. 77, 25. 27. 79, 27. 
86, 25. 87, 23. 36. 104, 16. 30. 
116,23.31. 117,7. 126,7.128.37. 
129, 4. 14. 36. 130, 13 145, 31. 
148. 14. 154. 4. 9. 155, 14. 163,4. 
168, 7. 18. 173,35. 174,4. 176,9. 
179, 2. 181, 7. 184, 7, 191, 29. 
205, 19. 207, 34. 219, 21. 225, 13. 
227, 14. 233, 24. 29. 234, 2. 5. 

Prager, Progir 53, 7. 25. 57, 13. 

24 33. 58, 26.' 62, 27. 29. 63, 2. 5. 

85, 7. 23. 26. 86,6. 108,37. 111, 

25. 31. 130, 1. 147, 2. 10. 225, 14. 

227, 18. 
Prizuvlawa statt Pribyslava 78, 2. 
Probantir (Brabanter) 153, 13. 
Procob, Procop, send, 146, 20. 

21. 25. 169, 17. 
Prokosch 102,6.31. 103,25.31.33. 
Pruszin == Preussen 81, 3. 
Przemisl, Premizl, Premils, Prse- 
• mizl, Premysl I 27, 13. 28, 13. 

29,4.10.28. 30,1. 31,4.6. 35,4. 

6. 37, 14. 30. 42, 10. 44, 12. 14. 
47. 17. 19. 27. 48, 17. 51, 3. 8. 

Przemizl, Conrad 157, 31. 
Przemisl (Ottakar 1) 167, 25. 38. 

168, 26. 170, 13. 173, 18. 19. 

175, 15. 18. 180, 3 
Przemizl (Ottakar II) 189, 10. 31. 

195, 1. 6. 9. 20 22. 27. 199, 4. 
Przieweg statt Pripek 53, 12. 
Prznda, Primda, deutsch Pfrim- 

burg 91, 26. 
Psow, Psowo, Psowa statt Psov 

67. 16. 17. 20. 23 



249 



Radka 41, 14. 

Radomirus statt Radimir. lat. Gau- 

dentius 99, 33. 
ReglDsporch, Regiosporg, Regins- 
burg, Reginspurg 92,36. 147,7. 

170, 10. 171, 2. 27. 33. 174, 8. 
Reia, Ren 142, 3. 223, 5. 
Rin. Rhein 182, 28. 223. 25. 
Rinandus, bischof, statt Bernard 

181, 30. 
Hogenser statt Rojensky 208, 6. 
Rollant 112, 36. 
Rom 15, 24. 20, 19 79, 26. 80. 28. 

37. 100, 36. 115, 33. 135, 23. 

136, 5. 10. 14. 147, 3. 221, 9i 
Romer 200, 25. 
Ronow 169, 10. 
Ruf! tag, sant, 206, 25. 
Rudolf, könig 14,4. 202, 30. 203,9. 

17.20.22.31. 206, 11. 13. 207,3. 

213, 24 Albrecbtiz sun 218, 21. 

28. 219, 9. 31. 
Rudolfis sun 213, 9. 
Ruperte apt 10, 19. 
Russonecz Ditrich statt Buskovec 

134, 12. 
Rynlendir (Reinländer) 153, 14. 
Sacz, Saatz 53, 5. 
Saczk, böhm. Sacka 141, 8. 
Salomons tempel 109, 1. 
Sazsin, Sazzin, Sachsin 79, 30. 

102, 4. 5. 7. 21. 103,27.36. 113, 

14. 16. 114. 10. 15, 18. 20. 34. 

115, 1. 116, 15. 153, 15. 175, 3. 

9. 16. 
Sbyhoyerius statt Spytihnev 104,27. 
Schlauich statt Slavnik 80, 1. 
Schomborg von Zcamborg = graf 

von Cirdik und Vpjzov 201, 7. 
Schonen 6, 22. 
Sderad statt Zdirad 113, 15. 2(f. 

29.35. 114,1.6.18. 116,11.19.23. 
Sderas statt Zderaz 116, 2. 25. 
Sdrahow statt Strahov 5, 25. 87, 21. 

28. 31. 



Seuerus, bischof 104,14.110,14. 
Sikomer, Sikomrz (Zitomer) 70,30. 

72, 16. 
Siluestir, bischof 142, 31. 153. 4. 
Siracenser statt Sieradzer, Siiasim 

statt Sieradz 211, 11. 16. 
Sirochin statt Zirotin 221, 7. 
Sittaw statt Zittau 184, 17. 
Slavnik 80, 3. 
Sliczko, Slizkow statt Zlicko 70, 28. 

173, 25. 27. 
Smil Swidilczensis, Smylon, statt 

Svetlicky 176, 12. 194, 26. 37. 
Sobeslabin, Sozblab statt Sobeslav 

133, 18. 26. 135, 11. 142. 34. 35. 

143, 8. 15. 21. 27. 144, 18. 146,27. 

147,28. 148, 31. 32. 34. 149, 36. 

150, 2. 6. 33. 151, 21. 29. 34. 37. 

152, 3. 27. 31. 153, 7. 27. 33. 
. 154, 7. 25. 155, 35. 37. 156, 3. 

8. 26. 157, 37. 158. 2. 20. 29. 31. 

159, 11. 17. 161, 1. 3. 
Soroquas, Sdrahus, Sdrachwas, 

Sdradwas, Sdrachwazzin statt 

Strachkvas 76,31. 78,30. 80,10. 

29. 33. 
Spitigneus 4, 8. 19. 
Ssarka, Sarcha 45, 4. 46, 14. 
Stadis, Stadicz 28, 11. 181, 16. 
Stanmir, Stanirayr,Stanimir, Stamir 

statt Stanimir 54, 8. 162, 12. 16. 

22. 163, 8. 22. 31 . 164, 4. 17. 20. 35. 
Steifan konig 137, 13. 
Stibor statt Ctibor 189, 15. 20. 
. 190, 32. 191. 34. 207, 33. 222, 33. 
Stir, Schir, Schirkon statt Gestmir 

54, 29. 55, 21. 23. 30. 56, 2. 4. 

57, 29. 32. 58, 35. 37. 
Straka, Stratka (Sträba) 56, 17. 19. 

58, 1. 4. 

Strizzomizl (Kresomysl) 51,24.34. 
Struzlawa statt Strezislava 80, 2. 
Sudek 228, 15. 

Suinibrod, deutsch Schweinfurt 
97, 16. 



250 



S wabin, Swobin 105, 19. 215, 10. 

220, 21. 221, 38. 222, 4. 9. 11. 

16. 19. 23. 27. 29. 223, 13. 
Swatawa statt Zdislava 193. 22. 
Swathawa 41, 13. 
Swathowa 5, 14. 173, 33. 
Svatopluko, Swathopluk 4, 26. 

63. 27. 64, 7. 66, 2. 118, 7. 

121, 5. 8. 14.27. 122,2. 126,20. 

35. 127, 10. 20. 
Swawors statt Zäbor 66, 24. 
Swibinolbal statt Spytigoev 66, 29. 
Swuriticenses statt Zwiereticky 

204, 19. 
Swyhowerus, Swihoyerus statt 

Spltihnev 104, 31. 105, 20. 34. 

!07, 5. HO. 16. 
Tasso von Wiszinborg statt Tas 

(Prothasius) Vizmbursky 208,3. 
Tatrer, Tataren 182, 5. 183, 11. 

27. 36. 184, 2. 11. 18. 
Taust 102, 2. 3. 32. Sieh Tust. 
Techin (dechant) 216, 23. 
Tecia statt Tetka, Lubusa seh wester 

23, 32. 24, 1. 
Tesschin (Teschen) 8, 5. 
Tichtin statt Tetin 67, 34. 
Thekdal, bischof, statt Tegdagus 

81, 11. 
Thethin statt Tetin 24, 1. 
Tobias, bischof 209, 26. 211, 21. 
Topelicz statt Teplic 5, 30. 
Trubka, clausnerin 179, 6. 
Tscheche, Tschech,Tsech,Tschesch 

statt Öech 20, 26. 32. 21, 14. 22. 27. 

22, 17. 19. 
Tschirncicz statt Tursko 57, 25. 
Tust, jetzt Taus, böhm. Domazlice 

141, 21. 
Tunow (Donau) 172. 14. 
Turink, Thüringer 13, 19. Sieh 

auch Döring, Durink. 
Turon statt Trnov 222, 22. 
Tuschnabicz statt Tisnovice 6, 13. 
Tüsczen herrn orden 10, 35. 



Tutschin, Tutsch, Tuschen, Tud- 
schin 105, 5. 32.35. 106,8. 110, 
33. 34. 111, 2. 5. 21. 115, 15. 
119, 21. 120, 19. 32. 131, 27. 
133,10. 141,6.17.22. 143,4.33. 
148, 33. 34. 149, 2. 9. 26. 150, 
7. 24. 151, 9. 16. 152, 36. 153, 10. 
154, 8. 14. 23. 155, 33. 156, 14. 
157, 27. 159, 24. 33. 160. 5. 35. 
161, 8. 20. 162, 19. 28. 31. 34. 36. 
163, 4. 12. 32. 38. 164, 6. 25. 28. 
165, 1. 9. 166, 33. 168, 21. 24. 
169, 35. 173, 12. 174,37. 181,24. 
189, 5. 190, 13. 191, 23. 202,33. 
•36. 203, 15. 37. 205, 27. 206, 19. 

22. 31. 207, 29. 31. 208, 14. 15. 
26. 27. 36. 209, 13. 224, 13. 227, 
19. 230, 34. 231, 1. Sieh auch 
Deutschin, Dutschin. 

Tyrol 17, 31. 

Tyto 39, 27, 109, 4. 

Vatek statt Vacek 124,16. 125,29. 

Venczlab 75, 20. Sieh Wenczlab. 

Verbin statt Serbin, im böhm. ze 

Sas 210, 28. 
Vdalricus 4, 16. 30. 
Vcspilian statt Vespasian 109, 4. 
Vit, sent, 58,30. 73,24.31. 74,4. 

108, 37. 
Vlasta sieh Wlasta. 
Virich, Vlric statt Udalrich 82,15. 

23. 34. 86, 13. 32. 87, 4. 8.9. 15. 
16. 18. 90, 32. 91, 1. 95, 10. 12. 33. 
96, 1. 97, 9. 

Vneslaus statt Vnislav 3, 9. 
Vngern, Vngirn . Vnger, Vngir 

12, 4. 66, 11. 15. 104, 17. 20. 

105, 23. 106, 15. 115, 6.. 10. 12. 

16. 17. 22. 35. 124, 5. 126, 33. 

127, 4. 137, 13. 24. 29. 32. 35. 

138,18.36. 183,20. 195,3.14.16. 

200, 37. 201, 2. 10. 13. 17. 20. 26. 

202, 4. 214, 14. 20. 29. 32. 215, 

30. 33. 
Vngir, böhm.Held Buskovcc 134, 13. 



251 



Vnizzlabin statt VDislav 51, 13.22. 
Vratislaus (912—925) 4, 8. 5, 1. 

66, 33. Sieh Wratislav. 
Wachtilsag statt Wachtelbalg, 

böhm. krepelicny mesck 135,19. 
Waczko statt Vacek 125,13. 126,4. 

135, 4. 12. 
Weiherad, Welrad, Welrat statt 

Welehiad 9, 21. 64, 9. 12. 65, 7. 
Wenceslaus, Wenczeslab, Wenclab, 

Wencslab, Wenczlab, Wenczlas, 

Wenslas, der heilige (925-936) 

4, 9. 10, 1. 66, 25. 67, 6. 11. 

68, 30. 69, 21. 23. 70, 20. 23. 31. 

71, 3; 10. 72, 4. 10. 19. 23. 25. 

74, 9. 11. 22. 75, 20. 32. 77, 5. 

8. 18. 24. 26. 78, 1. 14. 27. 116, 26. 

117, 6. (1230-1253) 6, 14. 12, 

23. 180, 4. 9. 27. 188, 36. 189, 1. 

195, 19. (1283—1305) 7, 11. 13, 5. 

167, 12. (1305-1306) 9, 5. 13, 

27. 34. 217, 7. 211, 25. 214, 13. 

215, 25. 27. 35. 216, 8. 
W^enczlabs tochtir 219, 20. 
Wicko Ogerczocensis statt Vltek 

Ojerovic 230, 10. 
Wilen, könig, statt Bela 201, 3. 
Wilhelm (der Haz) 204, 18. 220, 13. 

229, 32. 233, 20. 
Windin, Winden 20, 16.24. 112, 

14. 114, 38. 129, 7. 12. 15. 19. 

22. 130, 32. 167, 35. 
Wisbiid, jetzt Budweis, böhm. 

Budejovice 204, 17. 
Wisserad, Wisscherad, Wischrado, 

WisradjWischrad, statt Vysehrad 

5, 10. 38, 18. 41, 27. 42, 14. 20. 

43, 19. 46, 10. 48,2. 86,26. 128, 

37. 156, 2. 
Witk Ogerczouicenser statt Vitek 

Ojerovic 227, 30. 230, 10. 
Witkouez statt Vitkovec 228,4. 19. 
Witouicensir statt Vitkovici 203, 4. 

204, 14. 207, 12. 
Wladislab, Wladizlab, Wlatislab, 



statt Wladislav. I (1110—1125) 

128, 30. 32. 38. 129, 6. 10. 34. 

130, 10. 20. 133, 30. 137, 14. 

138, 37. 139, 1. 6.7. 140,25.31. 

141, 25. 31. 142, 35. 146, 31. 

II (1140-1174) 4, 26. 5,17. 147, 

1.4. 150,38. 155,25. 111 (1297) 

169, 25. 170, 2. 11. 
Wladislab, statt Wlastislav 51, 16. 
WJadislab, statt Wladiwoj (1002- 

1005) 4, 15. 
Wlatislab statt Radislav, Ratislav 

70, 21. 71, 11. 
Wlatislab, Wlatizlab, statt Wla- 
stislav 53, 3. 7. 14. 16. 56, 14. 

57, 28. 30. 32. Sein söhn 59, 2. 5. 

60, 24. 62, 16. 63, 17. 21. 
Wlasta, Wlastab, Vlasta 33,2.20. 

31. 34, 3. 36, 4. 6. 38, 20. 34. 

40, 21. 41, 9. 25. 42, 24. 43, 1. 

46, 15. 19. 21. 47, 6. 13. 48, 11. 

49, 1. 11. 21. 33. 
Wogin statt Vojen 51, 11. 12. 
Wokursim, d. h. vzktirlmy, wir 

werden rauch machen 173, 29. 
Woleczig statt Milcice 133, 6. 
Wolfel Camerer statt Velflovici i ot 

Kamene 227, 22. 
Wolfu von Stein, ebenso 228, 3. 
Wolfram statt Olbramovic 227,20. 

36. 228, 21. 
Worsen, Worss statt Bores 190,23. 

201, 31. 
Worsina dorf, statt Horineves 208, 1, 
Worsk statt Borek 171, 31. 
Worsouicenser, sieh Wrsouicensir. 
Worziwoi, Worziwoius, Worzi- 
wous, statt Borivoj. I (gel. 870 — 
890) 63, 22. 26. 64, 6. 13. 16. 
66, 27. 67, 15. II (1100—1107) 
128, 35. 129, 8. 130, 33. 131, 8. 
135, 34. 141, 3. 5. 7. 33. 
Woycze^h, Woyczeg statt Vojtech, 
Adalbert 79, 34. 80, 11. 36. 99, 34. 
100, 7. 117, 8. 145, 24. 



252 



Woyn statt Vojen 3, 7. 
Woyslab statt Zdeslav 193, 34. 
Woyzlav statt Venceslav 32, 2. 
Wozey statt Bozej 119, 18. 25. 
Wradka statt Vratka 41, 14. 
Wratislab, Vratislnb Zlicensis statt 

Radislav, Ratislav 70,19. 71,28. 

72, 3. 7. 9. 
Wratislab, statt Wladislav 128, 2. 28. 

140, 38. 155, 38. 
Wratizlab (1061-1092) 110, 10. 

113, 10. 13. 116, 28. 117, 8. 12. 

22. 25. 34. 118, 6. 30. 119, 10. 
Wratizlab, statt Bracislav 135,29. 

30. 136, 4. 18. 24. 167, 30. 
Wratizlab von Winden, statt Vacis- 

lav 129, 7. 130, 31. 
Wretslabs statt bürg Vratislav, jetzt 

Vraclav 124, 21. 



Wretislaus statt Vratislav 4, 84. 
Wrsouicensir, WorsoniceDslT, Vot- 

souicenser, Wursoaicensir, statt 

Vrsovici 83, 2. 4. 20. 27. 84, 14. 

26. 85, 6. 24. 88, 15. 31. fl9, 3. 

17. 121, 25.36. 122,18. 123,38. 

124, 18. 26. 29. 125, 33. 126,6. 

21. 127, 9. 21. 165, 23. 
Ysaak, munik, statt Isaak 90, 13. 
Zawissus, statt Zavise 204, 12. 205, 

31. 38. 210, 35. 
Zely , statt Zelu , abgott 3, 8. 
Zewisz statt Zäwis 207, 10. 
Zinndorf, böhm. Cindorf 197, 16. 
Zlicenses, die von Zlicko 62, 8. 

70, 19. 22. 34. 71, 9. 80, 3. 
Zlicko, statt Zlicko, jetzt Saatz 

62, 9. 71, 32. 
Zobesslaus statt Sobeslav 4, 27. 



253 



IMÄIT. 

Di tutsch kronik von Behem lant 1 

SchlußbemerkuDg des herausgebers 235 

Beschreibung der handschrift 237 

Prophetia Lubusse 239 

AnmerkuDgen «... 240 

Register 243