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Full text of "Pflanzengeographie, nach Alexander von Humboldt's werke ueber die geographische Vertheilhung der Gewächse : mit Anmerkungen, grösseren Beilagen aus andern pflanzengeographischen Schriften und einem Excurse über die bei pflanzengeographischen Floren-Vergleichungen nöthigen Rücksichten"



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THE UNIVERSITY 

OF ILLINOIS 

LIBRARY 

581.31 
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RENEWEß 



OEC 1 3 1985 






Pflanz engeograp hie, 

nach 

Alexander von Hiimboldt's 

Werke 
lieber die geographische 

Vertlieiliing" der Gewächse, 

mit 

Anmerkungen, grösseren Beilagen 

aus 

andern pf 1 an zengieograpLi sehen Schriften 

\i n tl 

einem E x c u r s e 

üb e r d i e 

bei pflanzengeographischen Floren - Vergleichungep 






nöthigen Rücksichten, :M^^y^^C__, 



NBWYö^'Xo-. 



C, T. B € i l s c h m i € d, 

Apotheker zti Ohlaxi, einiger gelehi-teu Gesellschaften ordentlichem, 
correspondirendem oder Ehreu-Mi<gliede. 



JI 1 1 e i n e in C h ä r t c Ii e n , 

Breslau, 

bei Wilhelm G o t t 1 i e b Korn. 

18 3 1. 



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UnHS , isqtie quam eincerissimMS veri fon» atque scatiirigo est Natura, seil 
cojnplexus omiiium , qiiae Ipsissima Aetern« Veritas isthic , ut sua spoiite 
existere pergerent, iussit; certissime ita, ut haurire inde possint niinium 
felices mortales, liis si perpetiiix attehti inhiaVerint,? fundainenta ratlonis inde- 
striictibilia. Isla eniin aniinae connata non snntj neque insitn; quin sensuum 
luiiiistc-rio , observando et eiperiendo nnquiri debent. . . . 

J, Hedwig, Tlieor. geiierat. et fruct. pl, 
crj-pt,, ed. auct. p. 2. 



la/j 






^ 






8r. Excelleiiz 



dein 



Herrn Freilierrn 

Alexander von Humboldt, 

Königl. Preiiss. wirklichem Gelieimen Rathe und Kammer- 
herra, Ritter des König^l. Preiiss. rothen Adlerordens 
erster Klasse und des Kaiserl. Rnss. St. Annen-Ordens 
erster Klasse; Mifg-liede des Königl. Instituts zu Paris, 
Ehrenmitg-liede der Kaiserl. Akademie zxi St. Petersburg;, 
Mitg-liede der Königl, SocietÜt zu London und der Aka- 
demien zu Berlin, Ediuburg , Madrid , München, Phila- 
delphia , Stockholm , Kopenhagen und vieler andern 
Akademien und g-elehrten Gesellschaften Ehrenmitgliede 
und Mitffliede etc. etc. 



in tiefster Ehrfurcht 



zugeeignet 

$ Tom 

a> 
^ Verfasser. 

2r 



752245 



Digitized by the Internet Archive 

in 201t with funding from 

University of Illinois Urbana-Champaign 



http://www.archive.org/details/pflanzengeographOObeil 



'^iBR^ARY 



TT enii einer yon Ew. Excellenz dankbaren 
Schülern es wagt, diesen Auszug: aus Ihrem Ei- 
gen thume und die g-anze Zusammenstellung dessen, 
was Ew. Excel lenz an Ycrschiedenen Orten 
über die Pflanzengeographie vorgetragen oder An- 
dere nach Ihrer Anleitung auf diesen Wegen ver- 
sucht haben, Ihnen zuzueignen, so möge dies 
der zum Grunde lie?»;ende Zweck entschuldigen: 
dieser ist: Ew. Excellenz Lehren und For- 
schungen in diesem Zweige, den Sie zur Wissen- 
schaft schufen, auch dem grösseren Publicum, An- 
fängern, Reisenden, Sammlern, in ihrer Mutter- 
sprache, und in engen Raum gedrängt, näher zu 
legen j denn es schien, als fehle es für die Meisten, 
welche, je nach Wohnort und Gelegenheit, alle 
zur Förderung der Pflanzengeograpliie dankbar 
anzuerkennende Angaben liefern könnten, nur 
gleichsam an der allgemeinen Verbreitung der von 

NOV 1 4 1905 



von Ew. Excellenz gegebenen und praktisch 
belegten Instructionen, nach welchen mannigfachen 
Rücksichten man Data über das Vorkommen und 
die Erstreckung der einzelnen Gewächse, z. B. 
nach den Höhen, sammeln könne, welche man 
dann an Terfasser von Floren einzuliefern oder in 
eigenen Schriften mitzutheilen hätte, damit Flo- 
risten die gewünschten Materialien darüber vor- 
fänden. Es schien mir überhaupt, als sei wet! •.• 
das Angenehme noch der Nutzen dieser Art der 
Forschung, dieser Blüthe der Botanik, genug be- 
kannt, einer Forschung, die selbst für die Pflanzen- 
Physiologie von hoher Wichtigkeit ist, insofern 
das Zunehmen gewisser Familien in diesem oder 
jenem Klima und das oft hierin entgegengesetzte 
Terhalten von Arten derselben Gattung, Winke 
und Antrieb geben können, den Gründen dieses 
Verhaltens im Baue eiuigermassen nachzuspüren, 
so gering auch die Hoffnung des Erfolges sein 
mag 5 z. B. wenn wir, um nur Eins zu erwähnen, 
sehen, (Prolegg. p. 75, 162,) dass manche Formen 



dort dem Pole sich mehr nähern, wo sie hohe 
Sommertemperatur finden, unempfindlicher geg-en 
die Winterkälte, wie hingeg-en (p. 47, 82) baum- 
artig:e Farrnkräuter und parasitische Orchideen, 
empfindlich gegen Kälte, aber jene Hitze nicht 
fordernd , d o r t in hohen Breite hinauf gehen, wo 
zwar der Sommer kühl , aber der Winter mild ist 
Dies ist der Grund, warum ich es für nicht 
überflüssig" hielt, einen freien Auszug- aus Ew. 
Excellenz Prolegomena, welchen ich schon im 
Jahre 1821 zu Bonn vor einem, damals auf jener 
Universität unter der Leitung' der HH. Professoren 
C. G. undTh. Fr. Nees V. Esenbeck, Goldfuss, 
]\ög:gerath, v. Münchow, und G. Bischof, 
bestehenden „Vereine Studierender zur Belebung 
der IVaturstudien" vorg^elesen, und welchem ich 
seitdem aus den mir zugänglichen Schriften be- 
stätigende, erweiternde oder modificirende Bemer- 
kungen und Auszüge beigefügt hatte, sammt einer 
Auswahl dieser Zusätze drucken zu lassen ^ es ward 
dabei dann noch mancher längere Auszug, zum 



Tlieil noch wälirend des Druckes, beig-efüjjt, auch 
auf Schouw's Schriften über Pflanzeng-eograpliie 
Bezug' genommen 5 — damit, bei der Mannigfal- 
tigkeit des Inhaltes und nach den aufgeführten 
Beispielen der Behandlungsart der verschiedenen 
Gegenstände, welche bei dieser Art der Betrach- 
tung des Gewächsreiches gegenseitig Licht auf 
einander werfen, ein Jeder auf das ihm zunächst 
Liegende mehr hingewiesen und zum Handanlegen 
aufgefordert w erde. 

In den Anmerkungen und neueren Auszügen 
sind, so weit das Abkürzen (indem nur das drin- 
gendstlVütliige zusammenkommen sollte,) es zuliess, 
häufig die Worte der citirteii Autoren selbst ge- 
braucht 5 die Kürze wurde wegen der bezweckten 
Wohlfeilheit des Büchleins nölhig. Das Ausführ- 
lichere wird dann , wer mehr sucht , in den ange- 
führten Originalwerken finden, indem er zum wei- 
teren Studium der Werke Ew. Excel lenz und 
Derer , die daraus schöpften , und die weitere Ma- 
terialien lieferten, genug \orbereitet sein wird. 



Dass übrig-ens auch der Mann vom Fache in 
dieser kurzen Sammlung: ihm Brauchbares finden 
liönne , sei es auch nur durch die darin enthaltenen 
Nachweisung-en, wag:e ich zu hoffen. 

Unter solchen Yoraussetzunjjen wünscht dann, 
dass Ew. Excellenz das Büchlein in der Ge- 
stalt, wie es hier hervortritt, nicht missbillig-en 
mög"en 

Ew. ExcelleuT? 



Ohiau, 
im Januar 1831. 



nnterthaiiig^ster 

C. T» JBeäschmied, 



Ueb er siebt des Inhalts» 



Anzahl der (bis zum Jahre 1815) entdeckten Pflanzen Sei te 3. 

(hier nicht nach R an il- Paginining.) 

Vertheihing' derselben. — Einleitung : über die Methode 7 f. 

ZahlenverhältnisjeS f- Physiognomik der Gewächse 19, 69 A.nm. 
Isotherme Linien (L. gleiclier Luftwärme) 15 ; 47 i- 
Isogeotiierme Linien (^L. gleicher ßodenwärine} 16; 87 f., 77^ 
Vegetationssysteme und pflanzengeogr. Reiche 17 f. 114' 
Verbreitungsbezirke einzelner Pflanzen 107 f. , 131 f. 

Klimatische Vertheiliing^ der wichtigsten Familien 30 f. 27 f. 
34 f. 122, 142 Tab. 

(Erklärung einiger Faniiiien-Namen, für Anhänger, 19 f. 161.) 

Vergleichung mit der Vertheihing der Thiere 21« 

Bäume, Sliäucher, pereun., 1- und2jähr. Fflanzen84, (87 Anm,, 

67.) 125, 158. 
Zuüabme gewisser Familien gegen den Pol, Aequator etc. 29, 

33 f. 38. 101; 122. (70, 82, 140 Tab.) modificirt durch 

den Boden etc. 90.; 181 f. — Flor von Gebirge u. Ebene 

verglichen 70- 

Gesellige Pflanzen 40. 

In wie weit beide Continente gleiche Pflanzen erzeugen 42 f., 
verglichen mit der Verbreitung der Thiere 44 f. 

Temperatur der verschiedenen Breiten in der alten und neuen 
Welt 46 f. 15 f. Europa 49 , 47 f. 

Vertheilung der Wärme durch die Jahreszeiten 49 f., 64, 14. 87- 
Temp. in höheren Breiten vgl. mit der auf Gebirgen 14, 52 f- 132 i- 
Die Vegetation eben so verglichen 70 Anm., vergl. 85 f. 146 f. 
Tab. — Die Grunze des ewigen Schnees 60, 78 f- 80, 112- 

Einfluss der Höhenverschiedenheit auf die Vegetation in den 
verschiedeneu Zonen 56—87. (14, 82 f. 111.) 

in der heissen Zone 57 — 64- vergl. 82- (70.) 

im tropischen Sild-America 87- 'm Mexico 62. auf Java. 176. 
(in der Uebergangszone 64- im Himalayagebirge 176). 

Inder gemässigten Zone 66. (83, 114) — im Cüucasus 68. 

in den Pyrenäen 69. iu der Schweiz 70. 

in den Karpatheu 73- (siulliche Halbkugel 184 f-) 

in der kalten Zone 74 f., 79, 84. vergl. 155 H". • • • 
Alpeugewäclise in den verscJiiedenen Zt)iien81 !• (87 Anin. lol »•) 
Die liöchsien Bäume in denselben Zonen 68. 73, 78. 80 ; 59 Anm. 

186 f. vergl. ihr Ende in der Ebene 76 . 80, 79- 

Tabelle der Schnee-, Baum- und Getreide-Gränze 78 f. 60j73, 

187, 112. 



XII 



Modificirende Einflüsse auf die Temperatur und die Veetation 
88 f. 81, 90, 121. (155.) 

Klima, welches die bekanntesten cultlvirfen Pflanzen for- 
dern, 91 f., 53, 89. 

Bemerkung^en über einzelne natürliche Familien 94 f. vgl. 34 f. 

Farrukräuter 27, 94 f. 52, 19, 8- Ljcopodiaceae etc. 98; 44. 
Piperaceae 99. 18 f., 59- Aroideae 100. (70.) 

GräsernudHalbgräsei 101f.28,l42f. Palmen 103, 58 f. 19- 

34. 122, 18. Orchideae 105, 19, 24,34, 148 T. 

Andere Familien 28 £• 33 f. 70 A n m., 122 f., 142 tf. 153, 156- 

Beilagen: 1. Ueber Verbreitungsbezirke der Pflanzenarten 
nach Schouw. 107 f. 114. (131, 145.) 

— - 2. Verschiedenheit des Erwachens im Frühjahre; 
nach Schübler 118; 77, 67. 

— 3. Verhältnisse der Familien in verschiedenen Zonen ; 
nach Mir bei 122. 

Ex c u r s ! über d. bei Vergleichung-eu nöthig-en Rücksichten 126. 

Verschiedene Verbreitung- von Pflanzen nach der Höhe, nach 
De Candolle. 161. (vergl. 116.) 

Zusätze nach Schouw, Reinwardt, D'ürvi llen. A. 177. 

Vegetations- Verschiedenheit nacli den Breitenzonen 181. 
— — nach der geogr. Länge 183. 

. — — der nördl. n. südl. Hemisphäre 187?. 

Register und Verzeichniss der Druckfehler 191, 201. um Be- 
richt! jiuujr der letzteren vor dem Lesen wird gebeten. 



Citirte und meist benutzte Autoren. 



Bonpland. Seite 1 ff. 

Bowdich. 176. 

Brebisson. Ö9. 

Bi'ewster. 175. 

Brown, Rob. 30; 6, 174. 

Buch, Leop. V. 60, 64, 73. 179. 

De Candotte.17,84,'89, 161, 116, 

129, 138. Tab, 
Ehrenberg. 105. 
Gärtner. 92. 
Gaudichaud. 186. 
Göppert. 121, 133, 190 f. 
Govan. 181, 
Güutlier. QEnum. ii, a.) 
Hagelstam. 75 f. 132, 161. 
Hegetschweiler. 60. 
Herapath. 53, 55. 
HeufFel. 174. 
Hornemann. 127. (135) 
Humboldt, Alex. v. 1 iL 7 ff. 47 

f. 57, 159. 189. 
James. 184. 
Kämptz. 88.175. 
Kasthofer. 72 f. 190. 
Kühl. 57. 

Kunth. 2, 82. u. a. 
Kupffer. 16, 53. 

Lachmann. 14, 36, 137, T. 152 f. 
Lamouroux. 187. 
Link. 175. 
Liutz. 72, 94. 
V. Martius. 144, 175. 



Meyer, Ernst. 46, 79, 108, 155 f. 

128 f. 189. f. 
Mlrbel. 88, 122 f. 
Keei V. Esenbeck. 44, 12, 144. 
Pairot. 68. 
Pentiand. 59, 86- 
pickering. 114. 
Pöpplg. 185. 
Rainond. 189; 53- 
E.einwardt. 176- 
Ringler. 73- 136. Tab. 
V. Schlechtendal.39.C-F'/.ße7-.) 141. 
Schmidt, J. C. Ed. 55. (89.) 

Schouw. 17, 48, 69 f. 77 f. 107 ff. 
178 ff. 188. 

Schübler. 118. (s. a. Ringier und 
Wiest.) 

Spenner. 137 f. Tab. 

Sprengel, Gurt. 106. 

Steininger. 89. 

Steruberg, Graf C. v. 159. 

Teuere. 57. 176« 

D'UrvlUe. 95, 144, 186- 

Wahlenberg. 84 f. 88. u. a. 

Wikström. 174- 

V. Weiden. 135 ff. 187- 

Wiest. 135, 140. Tab. 

Wilbrand. 159- 

Wimmer et Grabowski. 126, 193 ff. 

Zuccarini. HO. 

u. m^. A. ; auch sind die schon 
in den Originalen citirten hier 
nicht nocbmals genannt. 



( 



.P"; 



Pflanzen^eographie ist die Wissenschaft, welclie das 
"Vorkommen , die Verbreitungsbezirke und Vertheilnngsweise der 
Pflanzen, wie sie jetzt bestehen, »o ^vie auch die jetzigen Ve- 
getationsverschiedenheiteii der Erdoberfläche , mit Berücksicliti- 
gung der auf sie eünrirkenden äussern Momente darstellt. 

ScliOuw, Pflanzengeogr. 



lieber die geographische Verthelliing der 
Gewächse. *) 

Nach A. V. Humboldt. 



•iTtlexauder t. Hninboltlt hatte, um die Resultate seiner pjjy.., 
(auf eig^ene Kosten unternommenen) Reise in den Aequi- p.^. '["[' 
noctialgegenden Südamerica's *'^) der Wissenschaft nützlicher 
zumachen, seine] mit Herrn Bonplaud gemachten Beobach- - 
tungeu nach den Zweig-en des Wissens , wohin sie ein- 
schlagen, g;eorduet und) mit Karten und Kupfern erläutert, 



*) Nach dem Buche : De dlstrihuiione geogrnpJaca plnnta- 
rwn secimdum coeli temperievi et aititudhtem inoniiumy 
Prolegomeiia, Auctove Alexandro de Humboldt^ Acad. 
BeroL, Instit. GalL, Soc. Lond., Edinb., Fhiladelph., Tdatrit., 
Ital. , Holm., Hafn., Gotting. , Moiiac, Arcad., Venet , Nat. 
^crut, Ber. et Erl., TVetter., Archaeol. Scot. et Rom., Goreni., 
Bälg., rel. sodall. — Acced. tab. aen. — Tautet. Paris. 1817. 
8. pp. 250. — Als Abdruck aus dem 1. Bande (1815) 
des grossen Werkes : Nova genera et species plantarum, 
quas in peregrinatione orhis novi collegerunt , descripse- 
runt, partim adumbraverunt A. de H. et Ainat. Bonpland ; 
e scJiedis autographis A. Bonpl. in ordinein digessit €ar. 
Sig. Kunth. Acced. iabb, aeri incisae etc. J'ol. 1 — T'II. 

**) Vergl. in Ermangelung des Hu m b o 1 cl liscben Werkes 
„Reise in die Äequinoctialgegenden dea neuen Coniinent's" (be- 
reits 6 Bände,) allenfalls die Broscliiiie: „Reise der Herren 
V. Humboldt und Bonpland nach den Wendekreisen in den 



f ) Die römischen Randziffern zeigen die Seitenzahl des letzteren Ori- 
ginals in F o 1. — in Nov. gen. et s p. p 1. I. — an; 
■J-f) die geineinen, sogen, arab. Ziffern am Rande zeigen die Seiten- 
Zahlen der Ausgabe in 8to Ton 1317 an; nur diese letzteren 
sind es, die ijn Texte citirt werden, (nicht die Seitenzahlen 
dieses Auszuges). i 

1 



P.IV. nach einander durch den Druck bekannt gemacht, in Wer- 

p,3.5. keu geographisch-historischen, antiquarischen, politischen, 

astronomischen , zoologischen nnd botanischen Inhaltes. Zu 

letzteren gehören die Monographie der Melastomen, Rhexien 

6, und Blakeen, welche nach Vollendung gegen 300 Arten 
aus dieser Familie enthält, mit Kupfern; — ferner sein 
Essai sur la gcograjikte des pJantes; die in einzelnen 
Fascikelu erschienenen Plantae aequinoctUtles , die nun 
2 Bände betragen , etc. Wegen der Kostbarkeit dieser Ku- 
pferwerke wurde, um den Hauptinhalt mehreren zugäng- 
lich zu machen, beschlossen, in einem besonderen Werke 

7, von sämmtlichea von dieser Reise mitgebrachten Pflanzen 
der neuen Welt kurze Beschreibnngen methodisch geordnet 

Y^ zu geben : so entstanden die Nova genera et species plan- 
larum aeguinoctialium *) , mit Kupfern , welchem Werke 

8, eine Abhandlung über die geographische Verthei- 
Inng der Pflauzeu auf der Erde, so weit sie jetzt 
botanisch bekannt ist, im ersten Bande, 1815, vorausge- 
schickt wurde, worin die einzeln gemachten Bemerkungen 

YI. über das Vorkommen einzelner Pflauzeu und ganzer Pflan- 
zen-Familien in verschiedeneu Zonen und auf verschiede- 
nen Höhen der Gebirge in ein Ganzes zusammengestellt sind« 
In diesen „Prolegotnena de distrihutione geographica plan- 
iaruin secimdum coeli temperiem et aJiitudinem montium'^ 
werden die Gegenstände in folgender Ordnung abgehandelt: 

1. Anzahl sämmtlicher bis jetzt bekannten Pflanzen, und ihre 
Vertheiluug in den verschiedenen Welttheilen; 



Jahren 1799 — 1804. Ein Auszug aus ihren Memoiren, von 
J. G. Delametherie. Aus dem Frauz. Erfurt, h. Hey er und M. 
1805. 76 S. 8." Nützlich zum leichteren Auffinden der in 
den botanischen Werken genannten Orte. 

") und der Auszug daraus von Kunth: Synopsis plantar., quas 
in it, ad plagam aequinoct. orbis noui culleg. AI- de II. et 
Am. Bonpl. — Paris, 1822—25. 4 Bde. 8- 



2. Klimatische Yertheilung- einiger der wichligsteu Pflanzen- 
Familien} 
. ^. Unterschied zwischen dem gesellschaftlichen und ein- 
zelnen Vorkommen der Pflanzen ; 

4. Ob und in wie weit beide grosse Coutinente gleiche 
Pflanzen erzeugen ; 

5. Vergleichuug der Temperatur in der alten und neuen 
Welt — in verschiedenen geogr. Breiten; 

^;^. Einfluss der Höheuverschiedenheit auf die Vegetation iu 
verschiedenen Zonen; — imd endlich: 
7. Beitrag zur Bestimmung desjenigen Klimas, welches 
einigen der wichtigsten cultivirten Pflanzen am zuträg- 
lichsten ist. 

I- 
Die ia Willdenow's Specles planiarum aufgeführten 
Pflanzen des zwischen den Tropen gelegenen Theiles von 
America betrugen mit Ausschlüsse der Farrnkräuter und an- 
dern Kryptogamen 3188 Arten. Von 5800 bis gegen 6000 Pfl., p. g, 
>y eiche A. v. Humboldt und Boupland ans dem aqui- 
noctialen America , und zwar zwischen 23° N. Br. und 12" 
S. Br. gesammelt, nach Europa brachten, worunter nur 280 VIT. 
Krjptogamen sind, waren 3000 Arten den Botanikern noch 12. 
gänzlich unbekannt. Ruiz und Pavon's Flora peruv. et 13. 
c/dlensis (und aus dieser auch Perfoon's Synopsis) hatte "** 

1300 neue hinzugebracht. Bei Mutis sahen A. v. H. und 
B. 2200 im Bezirke von Sta. Fe de Bogota , Mariquita und 
Pampluna gesammelte fast sämmtlich neue Pflanzen, und 
Mutis hatte noch nicht in die Parnmos de Quiiidiii y de 
Erve kommen können. Hierzu kommen die von Sesse, 
Mozino imd Professor Cervantes iu Tenochtitl nach 
Spanien geschickten Pflanzen aus Mexico, denn von 5000 
dort binnen 10 Jahren gesammelten Pflanzen w^ar nach 
Cervantes'» Nachricht ein grosser Theil neu und wurde 
vom Maler Echaveria abgebildet; endlich die auf Ma- 
lacpiua's Expedition von Ludw. Nee an der Küste von 

1 • 



Peru, in (^uito, iu Panama und Mexico gesaramelteu. Nach 
Abzug' derer, die auf diesen Reisen yon mehreren zugleich 
p. 13. gefunden -svurden , sind ohne tJeberschätzuug 13000 phane- 
rog. Pflanzen aus dem- äquatoriellen America nach Europa 
gebi-acht worden, wobei noch die Sammhiugen Haenke's 
nicht in Anschlag gebracht sind. A. v. Humboldt und 
Bonpland würden auf ihrer Reise durch eine Länge von 
11000 engl. Meilen mehr noch zusammengebracht haben, 
hätten sie iu manchen Districteu, wodurch sie kamen, ein 
Jahr lang verbleiben können, w'ie z. B. in den Orinoco- 
wäldern zu Esmeralda am Fusse des Duida; bei dem Klo- 
ster Caripe 10° N. Br. im gemässigten Striche Neu- Anda- 
lusiens; zu Ibague in Neu-Granada 4° N. Br. am Abhänge 
der Anden von Quindift; zu Tomependa unweit des Ama- 
zonenstromes; um den Berg Saraguru bei Loxa in Peru 
3° S. Br. ; bei Xalapa in Mexico zwischen den sehr hohen 
11« Bergen Pico de Orizaba und Coffre de Porote, 19° Nr Br. ; 
,. ,; dieses sind besonders reiche Gegenden. (Wie es solche 
ausgezeichnete auch in andern Erdtheilen giebt, z. E. in 
Neuholland zwischen den 33° und 35° S. Br.) Gar noch 
/ nicht Ton Botanikern besucht sind die Ufer des Flusses Ca- 

.. _ rony^ die Provinzen Choco, Darieu, Nicaragua, Vera-Paz 
und Antioquia , die Berge von St. Martha imd Merida, die 
' 17. Caneilwälder ^uito's, die Bergebeue von Cuzco nach La Paz, 
;die JFlüsse üca jale , Puruz , Beni und (1815 noch) der 
Maranhao. ' 

Da der iu der heissen Zone gelegene Theil America'S 
und der gleiche von Africa, und endlich derjenige Asiens 
nebst dem von Australien unter demselben Himmelsstriche, 
16. sich wie die Zahlen 1|, 2 und 1 verhalten, so hält 
„jjj" A. V. Humboldt auch die 13000 äquatorialen Pflanzen 
America's für nur den 4ten Theil *) der auf der Erde in 



') oder den dritten Tbeil, weil in den andern Weluheileu wegen 
der grösseren Trockenheit verhältiiissmässig weniger zu er- 
tt. Tvarlen steht. 



«ler heissen Zone , wachseiulen. iBpi , weiten nicht so reich 
gu Pflanzen sind .verhäUnissniässig". .ilie 3nial so grosseu.i 
J^andstriche der übrigen Zonen. Nach Yergieichmig^ der 
Zugaben' deutscher , französischer und anderer europäische^ 
Autoreu, so wie der Floristen und JSriörschiet America's/. 
öi^ähfsich €ler Pflauzenreichlhuin auf: igLeicheitt. Baume itUr 
Verden Parallelen von 0°, 45° und 68° al§ gleich den Zah- 
le«: 12. 4. 1., die mittlere, jährl. Temperatur ist dabei 
= 27°, 5.; 13°; 0,°2 C. j die mittlere Sommertemperatui' 
^<a8P<5 21''.} 12° Centigr. *) Die Yerschiedenheit der ver-r 
Iftältnissniääslg-en Anzahl der Pflanzen (auch die des gegen- 
seitig'en Vorherrschens dieser oder jener, natürlichen Familie)' 
ijr.eiazelnen Zonen, namentlich der nördlichen, erklärt sich. 
aus dem verschiedenen Klima.» Franla-eich mit Piemont, 
Savoyeu und Belgien erstreckt sich vom 42=' 5. bis 61^ N. Br. 
bei mittlerer jährlicher Wärme von lti,° 7 — 11^ Centigr.- 
und ; mittlerer Wärme der Sommermonate von 24° — 19°, und 
hat nach De Candolle's Synopsis von 1806. 3394 Pha- 
nerogamen, 1492 Agamen; nach desselben neuer Auflage 
derselben fast 4000 Plianerogamen nebst fiUccs (pJantae vas- 
eulqsae), und 2000 planiae cellulosae (übrige Kryptogamen), 
Das nördlichere , freilich auch etwas kleinere Deutsch- 
land zählte beim Ei-scheinen von Hoffmann's Flora 
(-1804) nahe an 2000 Phanerogamen (nach Puöhling 2700). 
Von dem imgeheuren Nordamerica keimt man, obgleich 
es aus sehr verschiedenen Provinzen und somit Floren zu- 
sammengesetzt ist, deren mittlere Wärme um 18° von ein- 
ander abweicht, (s. a. p. 27.) bei 16mal grösserer Aus- 
dehnung als Deutschland, nach Pursh erst 2900 Pflanzen; 



p. xr. 
21. 

22. 



.jt 



*) Zu leichterer Uebersicht der Temperatuigrade steht für alle 
l'ol^rende Temp. -Angaben hier die Vergleichinig : dass nämlich 

C. oder des lOOtheil. 

Thermorn. zz; sind . 
R. oder des lic'aumur- 

scheu Tlicnn. ; oder 
F. oder des Fahren- 
heil'schen Tlurmoiii. 



1 

0°,8 

34« 



10° 

8' 
50 



20 
16° 

68° 



25 

20° 

77° 



35 

28° 
,95° 



40° 
32 
104 



19. 



18. 
19. 



p. 22. wie überhaupt gegeü die Pole zu, so besonders bei Nord- 
america ist das Geselligwachsen vieler Pflanzen beschrän- 

18. kend für die übrigen. Island erzeugt 350, Lappland oOO, 
Aeg-ypten im Niltbale und den Oasen nach Delile lOOO, 
der Aüas auf der Seite -von Alg'ier 1600 Phanerog'ainen von 

20. selbst. — Noch sind die autillischeu Inseln bei weitem nicht 

10. durchforschst; noch nicht das Innere Neuhollaiuls ; und nur, 

weil von letzterem bisher nur die Küsteug^egendeUj^ welche 

uoch dazu oft dürr sind und von Salzwiuden bestriche» 

werden, untersucht M'urden, erg'aben sich dort bisher nur 

9. geg'en 3800 Arten Phanerog'amen , während in Südaraerica' 

10. bei den verschiedenen Höhen auf den Gebirgen gleichsam, 

schichtenweise übereinander sehr verschiedene Rlimate und 

so vielerlei Floren sich finden und diese mehr besucht wurden. 

Obg-leich die Zahl der auf der Erde verbreiteten Pflan- 

22. zenarten um das Mehrfache g-rösser ist als die jetzt be- 
bannte Menge, so ist doch zu bemerken, dass bis jetzt 
44000 Arten beschrieben oder in europäischen Herbarien 
befindlich sind , während die Griechen , Römer und Araber 
zusammen kaum 1500 erwähnen. (R. Brown zählt 

23. 33000 *); De C and olle **) über 40000). Von obig-eu 

44000 sind 6000 Agamen blos zelligen Baues; von den 

38000 Phanerog'amen (und Farrnkräuter} g'ehören : 

Europa . , . , . 7000 incl. der mit an- 

dern Weltlheilen 
gemeiuschaftl. 
Dem gemässig'ten Asien (eigenthüml.) 1500 "J 

Dem äquatorial. Asien nebst Inseln 4500 V ^ ^ ' 

Africa ..... 3000 J "^"'^ 

Dem g-emässig'ten America beider 

Hemisphären . . . 4000 

America in der heissen Zone . 13000 incl. Pflanz, der 

Herbarien. 
Keuholland und den Südseeinseln 6000 



38000 



*) s. R. Br. Verm. bot. Schriften, I. S. 11. wo d, Dnickf. 37000. 
'*) 1824 reclinet De Caud. schon über 56000 beieits entdeckte. 



IIa. 

ücbcr tlie Gesetze, welche man in der Vertlieihmg' 
der Pflanzenformen beobachtet. 

[Hier als Einleitung.] 

(Alis der noch nicht erscliienenen zweiten Ausg. von A. v. Hum- 
boldt 's Geographie des plant es. Im Dictioiin. des 
sc. nat. XVI II. 1820. p. 422 — 30. .Später auch in der 
Isis 1822. *) (Vgl. a. unten den Anfang der Iten Beilage). 

Die ZahleuverhältnLsse der Pflanzenfovmen lassen sich 
auf zwei sehr verschiedene Weisen betrachten. Wenn man 
die Pflanzen, in ihrer Anordnung- nach natürlichen Familien, 
studirt, ohne anf ihre geographische VertheihHig- zu achten, 
so fragt man: welches sind die Grundformen ihrer Orga- 
nisation, wonach die grösste Anzahl ihrer Arten gebildet 
sind? g'iebt es mehr Spelzbliithige als Compositae auf der 
Erde? machen diese zwei Pflanzenordnungen zusammen ein 
Viertheil der Phanerogamen aus? wie ist das Verhältniss 
der Monokotyledonen zu den Dikotyledonen ? Dieses sind 
Fragen der allgemeinen Phytologie, der Wissenschaft, wel- 
che die Organisation der Gewächse und ihre gegenseitig-e 
Verkettung untersucht. Betrachtet man aber die Pflanzen- 
arten, die man nach der Analogie ihres Baues vereinigt 
hat, nicht auf abstractem Wege , sondern nach ihren klima- 
tischen Yerhältuissen oder ihrer Vertheilung auf dem Erd- 
bälle , so bieten diese Fragen ein sehr abweichendes Inter- 
esse dar. Welches sind die Pflanzenfamilien, welche in 
der heissen Zone mehr über die übrigen Phanerogamen 
herrschen, als unter dem Polarkreise? sind die ihiiipo- 
skae in der neuen Welt unter gleicher geographischen Breite 
oder auch zwischen gleichen Isothermen-Linien zahlreicher 
als in der alten Welt? Folgen die Formen, welche vom Ae- 
tjuator nach den Polen zu aufhören vorzuwalten , bei dem 
Aufsteigen auf die Gebirge unter dem Aequator demselben 
Gesetze der Abnahme? Weichen die Verhältnisse der Fa- 
milien unter gleichen Isothermen-Linien in der gemässigten 



') Fast •worllicli übersetzt. 



Zone disseits und in der gemässigten jeuseils des Aequa- 
tors von einander ab? — Diese Fragen gehören der 
eigeutlicli sogenannten Pflanzeiigeograpliie au; sie knüpfen 
sich au die wichtigsten Aufg-aben, welche die Meteorologie 
uud die Physik der Erde darbieten. Tom Torherrschen 
gewisser PJlauzentamilieu hängt auch der Charakter der 
Landschaft , der Anblick einer lacheuden , oder majestäti- 
schen Xatur ab. Der Ueberfluss an Gräseru, die grosse 
Savaneu bilden , die 3Ienge der Palineu- oder der Zapfen- 
bäume haben mächtig auf den geselligen Znstand der Töl- 
ker, ihre Sitten nnd die mehr oder minder rasche Eutwi- 
ckeluug der Industrie eingewirkt.. 

Bei denr Studium der geographischen TerÜieünng der 
Formen kann mau die Arten, die Gattungen imd die na- 
türlichen Familien ins Auge fassen. (Humboldt Prolegom, 
in Kov. Gen., tom I. p. XIII., LI. und 33. — s. unten p. 31, 
53, 143, 169 nämlich nach den Raudzilfern.) Oft bedeckt 
eine einzige Pflanzenart, besonders von den geselligen, eine 
weite Strecke Landes. So verhallen sich im Xorden die 
Haiden uud die Kieferwälder, im tropischen America die 
Gruppirungen von einer imd derselben Art von Cacius, 
Croion, Bainhusa und von SraiJiys. Es ist interessant, 
diese Terhältnisse der Termehruug und der organischen 
Eutwickelimg zti untersuchen : mau kann fragen, welche Art 
in einer gewissen Zone die meisteu Individuen hervorbringt; 
oder man kann die Familien nennen, welchen in verschie- 
denen Klimaten die vorherrschenden Arten angehören 

In einer nördlichen Gegend, v*o die Compositae imd die 
Farreukräuter zur Summe aller Phanerogamen im Ter- 
hältnisse von 1 zu 13 und 1: 25 stehen (d. h. \%p man 
diese Terhältnisse findet , wenn man die Gesammtzahl aller 
Phanerogamen durch die Anzahl der Species aus der Fa- 
milie der Compositae oder der Farrnkräuter dividirt^, kann 
eiue einzige Farrnkraut - Species zehnmal mehr Erdreich 
bedecken , als alle Arten der Compositae zusammenge- 
nommen. In diesem Falle herrschen die Farrnkräuter über 
die ComposUde durch ihre Masse, durch die Anzahl der 
Individuen, die zu derselben Art von Pteris oder Po- 
hpodhim s:ehöreu , herrschen aber nicht vor, wenn mau 
nur die Zahl der verschiedenen Formen (Arten) der 
FUices und L'ompositae mit der bummu aller Phanerogamen 



verg-leicht. Da nun die Vervielfalli^nig' nicht bei t\\\en 
Arien den nämlichen Gesetzen fola:!, da nicht olle gleichviel 
Individuen erzeugen, so entscheiden die Ouolienteu, weiche 
die Arten einer Familie in die Summe aller Phafiei^o- 
gamen ergehen, nicht allein über Aussehen oder Phy- 
siognomie (so zu sagen die Art der Einförmigkeit) der Na- 
tur in deii verschiedenen Gegenden des' Erdbodens. Fallt 
dem Reisenden die häufige Wiederholung derselben Arten, 
ihre Masse auf, so auch die Seltenheit mancher anderen 
den Menschen nützlichen Arten. In den Gegenden, wo die 
Rubiaceen, Hiilseupflanzen oder die Terebinthaceen die 
Wälder bilden, ist man erstaunt, -die Stämme gewisser ;A;r» 
ten von Cinchoncty Haematoccylon und Balsambaumeri so 
sparsam altzutreffen. - - , , ,cy 

Bei Betrachtung der Species kaiin:man auch, abgesehen 
von ihrer Yervielfältiguug und Masse, die absolute Anzahl 
der Arten, die zu den Terschiedeneri Familien gehören, un- 
ter allen Zonen vergleichen. Diese Yergleichungsart hat 
De Candolle im Regni vegetabilis systema naturale (T. I. 
p. 128, 396, 439, 4ö4, 510) vorgenommen. Kunth hat 
sie mit mehr als 3300 bis jetzt bekannter Compositae aus- 
geführt. Sie zeigt nicht an, -welche Familie durch Masse 
der Individuen oder Zahl der Arten über die übrigen . Pha- 
nerogamen vorherrscht, sondern, wie viele von den Arten 
einer und derselben Familie diesem, wie viele jenein Lande 
oder Welttheile als einheimisch angehören. Die Resultate 
dieser Methode sind im Ganzen g-enauer, weil man dazu 
nach sorgfältigem Studium einzelner Familien gelangen kann, 
auch ohne die ganze Masse der Phauerogamen zu kennen. 
Die mannigfaUigsten Formen der Farrnkräuter z. B. finden 
sich unter den Wendekreisen, in den gemässiglen feuch- 
ten und beschatleJen Gebirgsgegenden der heissen Zone 
haben sie die meisten Arten; in der gemässigten Zone sind 
deren weniger als zwischen den Wendekreisen, ihre ah- 
solute Anzahl vermindert sich noch mehr gegen die Pole ; 
weil aber die kalte Zone, z. B. Lappland, Arten der Fa- 
milie nährt, welche der Kälte mehr widerstehen, als die 
meisten übrigen Phauerogamen, so herrscheu dennoch, nach 
der Verhält n isszahl der Arten die Farrnkräuter iu Laj)j)land 
mehr vor andern Pflanzen vor, als in Frankreich uiul in 
Deutschland. Die Zahlen Verhältnisse, welche in 
des Verf. Fvoicgom. de distrib. geogr. plantar, bekannt 



10 



gemacht wurde«, uncl welche hier *) nach de« g^rossen 
Arbeilen R. Brown' s berichtigt erscheinen, weichen 
gänzlich von den Verhältnissen ab, welche die Vergleiclimig 
der absolnten **) Anzahl der Arten, die in den verschie- 
denen Zonen vorkommen ergiebt. . Die Abweichnng^, welche 
man vom Aequator nach den Polen, zu beobachtet, ist also 
in den Resultaten der beiden Methoden keinesweges gleich» 
Bei der Methode der Brüche, Welcher wir folgen, g'iebt es 
zwei Variablen, denn g-eht man ans einem Grade oder viel- 
mehr einer isothermen Linie in die andere über, so sieht 
jnan die Totalsumme der Phanerogamcn nicht in demselben 
Verhältnisse sich ändern als die Zahl der Arten einer be- 
sonderen Familie. 

Wenn man von der Betrachtnng^ der Species zu der der 
Abtheilungeji der natürlichen Methode übergeht, so 
kann man sein Ang-enmerk auf die Gattungen , auf Familien 
oder noch grössere Abtheilungen richten. Es giebt einigte 
Gattungen, auch ganze Familien, welche ausschliesslich g'e- 
wissen Zonen ang-ehören, unter besonderer Vereinigung' 
klimatischer Bedingungen gedeihen ; es giebt aber eine grös- 
sere Zahl von Gattungen und Familien, welche in allen 
Zonen und in allen Höhen-Regionen ihre Repräsentanteu 
haben. Die ersten über die Vertheilnng der Formen ge- 
machten Untersuchungen, die von G. R. T r e v i r a n u s , die er 
in s. „Biologie" (Bd. II. S. 47, 63, 83, 129) mitgetheilt, betrafen 
die Vertheilnng der Gattungen auf der Erde. Diese Me- 
thode ist weniger geeignet, allgemeine Resultate zu liefern, 
als die, welche die Anzahl der Arten jeder Familie oder 
grossen Abtheiluug einer Familie mit der aller Phanero- 
gamcn vergleicht. In der kalten Zone nimmt die Manuich- 
faltigkeit der Formen von GalUnigs%verthe (die Zahl der 
Gattungen) nicht in gleichem Grade ab , wie die der Sj)e- 
cies ; man findet dort verhältuissmässig mehr Gattungen in 
einer kleineren Zahl von Arten. (De Candolle Theorie 
elem. p. 190. Humb. TS^ov. Gen. Tom I. p. XVII. et L.) 
Fast eben so verhält es sich auf dem Gipfel hoher Gebirge, 
welche Glieder aus einer grossen Menge von Gattungen be- 
herbergen , die man für ausschliesslich der Vegetation der 
Ebenen anaehöriff hielte. 



*) S. Tab. p. 31. Vergl. auch p. 174- Anm. und deu Schlusg 
dieser Enik-lluiig. **) P. 170. l'i. 



11 



Ich g-lanbte dje verschiedenen Gesichtspunkte andea- 
ten zu müssen, aus welchen man die Gesetze der Verthei- 
luiig der Pflanzen betrachten Kann. Nur wenn man jene 
verwechselt, kann man Widersprüche zu finden g'lauben, 
welche. aber nur scheinbar sind und die man mit Unrecht 
der Unsicherheit der Beobachtungen .zuschreibt in Jahr- 
buch, der Gewächsk. Berl. t8l8. I. 1. S. 18, 21, 30). 
Wenn man sich folgender Ausdrücke bedient: ,, diese Form 
otler diese Familie verliert sich geg-eni <}Te kalte Zone hiiv;- 
sie hat ihre wahre Heimath unter (ieui-nnd 'xlem Parallel-r 
kreise; es ist eine südliche Form; sie ist in der gemäs- 
sJg-ten Zone überwiegend", so muss express dazu gesagt 
werden, ob man von der absoluten lÄuzahl der Arten, ihrer 
mit den Breitegraden wachsenden oder abnehmenden abso- 
luten Häufigkeit spricht, oder ob gemeint ist, dass eine 
Familie unter den angegebeneu Breitegraden vor anderen 
Pflanzenfamilieu vorherrscht. (Letzteres fände für eine ge- 
wisse Famiiie -schon statt in der gemässigten Zone^ wenn 
diese Familie in der gemässigten Zone mir e b e n so viele 
Species hätte als in der heissen, weil die g-emässigte 
nicht eben so viel andere Phanerogamen zählt als in der 
heissen Zone) Jene Ausdrücke sind gut, sie geben einen 
bestimmten Sinn, wenn man zwischen den verschiedenen 
Methoden unterscheidet, nach weichen :man die Mannigläl- 
tigkeit der Formen studireu kann. Auf der Insel Cuba (um 
ein anologes und aus der Staatsökonomie gezogenes Beisjxiel 
zu wählen) zind weit mehr Neger als auf Martinique , und 
doch überwiegt die Masse derselben die Zahl der Weissen 
auf der letzteren Insel weit mehr als auf Cuba. 

Die reissendeu Fortschritte, welche die Pfianzeiigeo- 
graphie durch die Arbeiten von R. Brown, Wahlen- 
berg-, De Candolle, Leop. v. Buch, Parrot, Ba- 
rn ond, Schouw und Hörnern an n gemacht, hat mau 
grossentheils den Torzügeu der Jussienschen natürlichen 
Methode zu danken. Folgt man, ich will nicht sagen den 
künstlichen Klasseuabtheilungen des Sexualsjstems, aber 
auf vagen und irrigen Principien beruhenden Familien (als 
Dumosae £. , Co}ydales, Oleracae) ^ so gelangt man nicht 
dazu, die grossen physischen Gesetze in der Vertheilung- 
der Pflanzen auf der Erde zu erkennen. Roh, Brown 
hat zuerst in seiner berühmten Abhandlung- über die Flora 



n 



NeuhoHands *) tlie wahren Verhälünsse zwischen den Hauj)!- 
abtheilungeu des Pflanzenreichs, den Akotjtedonen, Mono-t 
nnd Dikotj ledonen, • kennen gelehrt. Ich habe i. J. 1615- 
(in d. Prolegg.) vea'sncht, diese Art der Forsthyng- zu ver- 
folgen, indem ich sie. inif verschiedene natürliche. Ordnungeu. 
oder . Familien ausdehnte; — Die 1 Physik der Erde. hat Ihre» 
uuäierischeti Elemente, xvie das. Weltsj stem^ sind mäü' 
■wird erst durch die Tfereiuten Arbeiten reisendier iBotamker' 
zur Kenntniss der wahren Gesetze der Vertheiluug' der Ge-: 
wachse gelang'en. Es Jiandelt sich nicht, bloss danun, Beobra 
achtungen z*isammenziistellen; um genauere' Annäherung!-. bh.« 
erreichen (und ;nur Annäherung' bilden wir uns -ein, zu ge-' 
währen), rauss man die verschiedeneü' Umstände erwäg-en,. 
unter wjelchen' die; Beobachtuugeu,. giemacht, wurden; Mtki 
bin, wie R. Brown, der Meinung-, dass man im tAllg-e*.i 
meinen den» • auf wiTollständige Verzeichnisse aller bekannt! 
gewordenen Pflanzen gegründeten BerechnuugenoSö Ich e vor-; 
ziehen luuss, die aus der Flora beträchtlich grosser imd- 
ihren Gewächsen nach gut bekannter Länder, w^ie Frank-, 
reich, England, Deutschland und Lappland, gezog-en sind.:^ 
Es wäre zu wünschen, dass man schon eine vollständige ; 
Flora voll zwei Raumgebieten , beide ohne hohe Gebirge' 
und Hochebenen, von etwa 20000 (^nadrat-Lieuen - (oder 
etwa 6' — 10000 deutschen <^uadrat- Meilen (zwischen deu 
Wendekreisen in der alten jind in der neuen Welt besasse.; 
Bis dieser Wunsch erfüllt ist, muss man sich mit deu gros- 
sen Herbarien der Reisenden begnügen. Die Standorte der 
Pflanzen sind in den grossen C'ompilatioueu der ,^System. 
vegetahilium"' und ,^Species plantarum'^ so unbestimmt und 
unrichtig angegeben, dass es sehr g'ewagt wäre, sich ihrer 
ausschliesslich zu bedienen; Verf. wandte sie mir als Bei- 
hülfe au, um die durch die partiellen Floren und Her- 
bai-ien erlangten Resultate zu prüfen und etwas zu modi- 
ficiren. Die Menge der tropischen Pflanzen, welche Hr. 



*} General remarhs on the hotany of Terra australis, (Anh. 
zu F lind er 's Voyage IL p. 338. 39. 18140 übers, mit An- 
merkungen In ,,R. Brown' s Verin. botan. Sehr, herausgegeben von 
C. G. Nees v. Esenbeck." Band I. S. 1 — 166. Dann des- 
sen Obseru. systemat. and geographica! on the Herbal of 
the Congo. Aus Tuckej's Narratiue of an expedit. etc. 
app. V. in B. ßr. Verin. bot. Sehr. I. S. 167—366. 



13 



Bou plant! uikI ich nach Europa g-ebracht , imtl unser ge- 
lehrter Mitarbeiter Hr. Kunth herausg-iebt, ist vielleicht, 
der Zahl nach, grösser als irgend ein früher zwischen den 
Wendekreisen gesammeltes; aber es besteht aus Gewächsen 
der Ebenen und Hochebenen der Andes zugleich; die al- 
pinen machen sog'ar einen weit g-rösseren Theil davon aus, 
als in Floren von Frankreich , England und Ostindien, 
'welche auch jede unter g'leichen Breiten die Pröducte ver- 
'schiedener Klimate vereinig'en. In Frankreich scheint die 
Zahl der Arten, welche erst [über 500 Toisen Höhe vor- 
kommen, nicht über f aller Phanerog-amen auszumachen. 
"^De C and olle in den Memoires d^Arcueil. T. III. i). 295). 
Es w^ird [von Nutzen sein, einst die Vegetation der 
Wendekreise und die der g-emässigten Zonen zwischen dem 
40° und 50° der Breite nach zwei verschiedenen Methoden 
zu vergleichen: erstlich durch Ausziehen des Zahlenver- 
hältnisses für eine ganze grosse Landstrecke , Ebene nnd 
Berge zusammengenommen; dann durch Bestimmung- dieser 
Verhältnisse nur für die Ebene derselben Zone. Da erst 
unsere Sammluug'en , vermittelst barometrischer Messung-, 
für mehr als 4000 Pflanzen der heissen Zone die Höhe je- 
des Standortes über dem Meere augeben, so kann man nach 
Beendigung" des Werkes Nova Genera den Verhältuisszahlen 
der hier zu gebenden Tabelle *) dadurch mehr Genauigkeit 
nnd Bestimmtheit g-eben , dass man von den 4000 im Werke 
beschriebenen Phauerogamen alle diejenigen, die über 
1000 Toisen Höhe w^achsen, abzieht luid die Summe der 
nicht alpinen Arten jeder Familie durch die der in den 
kalten und gemässig-ten Reg-ionen desselben tropischen Ame- 
rica's wachsenden dividirt. Dieses Verfahren muss, wie 
wir bald sehen w^erden, bei den Familien, weiche viele 
alpine Species zählen, wie z. B. den Gräsern, den Coin- 
positae, die auffallendsten Erg-ebnisse liefern. **} — Bei 



*) S. die Coluranen für die Leissen Zone in der Tabelle neben 
p. 31 — 33. 

**) Die alpinen' machen grösseren Tlieil aller Arten dieser Fami- 
lien als die alpinen-Arlen von andern Familien. — Und die 
Verhältuisszahlen der nicht alpinen Species jeder Familie er- 
hielte man bekanntlich durch Dividiren ihrer Anzahl in die 
aller nicht alpinen Phanerogameu jenes Landslrichee. 



14 



1000 Toiseu Höhe ist die miUlere Temperafiir •) der Luft 
auf dem Rücken der tropischen Audes 17° C. , gleich der 
mittleren Wärme des Juli zu Paris. Obi>'leicli jnan auf der 
Hocheliene der Cordillereu dieselbe jährliche mittlere Wärme 
antrifft — auf. den Paramos = 8, °4 C. — als in der Ebene 
höherer Breiten, ^weil die isotherme Linie von z. B. 8** 
auf den nördlichen Ebenen dahin trifft wo die Isotherinen- 
Ebene von 8° die Ei-xloberiläche schneidet,) so darf mau 
doch die Analogie der gemässigten Höhen der tropischen 
Gebirg'e mit den Ebenen höherer Breiten nicht zu weit 
g-ehend annehmen: sie sind miuder gross, als man glaubte, 
denn sie werden durch den Eiufltiss der partiellen Verthei- 
luug- der Wanne durch die verschiedenen Jahreszeiten sehr 
modificirt. JProJegg. p. LIV. und des Verf. Memoire sur 
les lignes isotheiines in 3Iem, d\-ä.rcueil III, p. 215. sgq.y 
in Annales ße Cliemie ei de Phys. T. 5. p. 137. , s. a. 
Schweig' ger's Journ, f. Fhysilc u. (Jhem. **). Die Quo- 
tienten der Pilanzenarten einer Familie in die Anzahl aller 
Phanerogamen ändern sich bei dem Aufsteigen von der 
Ebene auf Berge nicht immer in g'leichem Terhältnisse als 
Mach den Polen zu : so ist es mit dem Monokotjledonen 
im Ganzen, so mit den Farrufsruuteru und den Coviposiine. 



*) Wie zwei Stunden des Tages (im Durchsclinitte für das ganze Jahr 
trifft das Maximum 2j StuuJe nach Mittag, das Minimum 
kurz vor Sonnenaufgang ein: der Durclischnitt Leider giebt die 
inittl. W. des Tages,) die mittl. Temperatur des ganzen Ta- 
ges anzeigen, so giebt es auch 2 Tage oder 2 Decaden, de- 
ren mittl. Temp. der des ganzen Jahres gleichkommt. Diese 
mittl. Temp. ist zu Ofen vom 15 bis 20. April und 15 bis 
20. October; zu Mailand 10 bis 15. April und 18 bis 23 Oct,, 
oder zu Braunschweig dessen Millel-Temp. 7,° 88 ß. ist, 
15—23 Apr., und 18—24 Octbr. ; die mittl. Temp. der 4 
Jahreszeiten — Decbr. , Januar und Februar für den Winter 
gerechnet u. s. f, — ist zu Braunschvfc'eig nacli Lach mann 's 
Flora V. Br. I. 182- vom Winter an -f- 1,° 189 K. ; 6,° 976} 
14,° 908; 8,° 440 R. Betrachtet mau die Temp. ganzer Mo- 
nate, so findet man, dass bis zur Isotherme von 2° C. die 
Temp. des Octobers , weniger 1°, mit der mitll. Temp. des 
Jahres übereinstimmt. S. A. v. Humb. Lign. Isoth. in Me'm. 
de la Soc. d'Arc. III. p. 554- Schweigg. Journ. 1829, I, H. 4- 
*») unten p. 153. und 240. Vergl. p. 182- 



15 



(Prolegg. p. LI., Lir. — R. Brown Congo. p. 6. Verm. 
bot. Sehr. I. S. 178. — unten p. 28, 147). 

Mau kann übrigens bemerken , dass die Eutwickeliiug' 
der Pflanzen verschiedener Familien und die Yertheihmg^ 
der Formen weder von den g'eographischen Breiten, noch 
selbst von den isothermen Breiten allein abhäng't , sondern 
dass die Onotienten auf einer und derselben isothermen *y 
Linie der gemässigten Zone nicht immer gleich sind , z. B, 
in den Ebenen America's und des alten Coutinents. Zwi- 
schen den Wendekreisen besteht ein sehr merklicher Un- 
terschied zwischen America , Ostindien xmd den Westküsten 
von Africa. Die Vertheiluug der organisirteu Wesen auf 
der Erde hangt nicht allein von sehr zusammengesetzten 
Idimatischeu Verhältnissen ab, sondern auch von geologi- 
schen Ursachen f) welche uns ganz unbekannt sind, da sie 
mit dem ursprünglichen Zustande der Erde zusammen- 
hängen. Die grossen Dickhäuter fehlen heutzutage in der 
neuen Welt , während wir sie in Asien und Africa ut eh 
unter analogen Klimaten antreffen. Im tropischen Africa 
ist die Familie der Palmen wenig zahlreich im Vergleich 
mit der grossen Menge ihrer americanischen Arten. Diese 
Verschiedenheiten müssen uns, weit entfernt uns vom Spä- 
hen nach den Naturgesetzen abzuwenden, vielmehr reizen, 
diese in allen ihren Verwickelungen zu studiren. Die Li- 
uien gleicher mittleren jährlichen Wärme **) folgen nicht 



-J-) Vergl. Anraerk. und Anhang zu p. 153, 

*) und **) isotherme Linien: A. v. H. zog aus meteorolog. 
Beobachtungen von sehr verschiedenen Orten allgereieine Ge- 
setze für die Vertheihiug der Warme auf der Erde; bildlich 
machte er diese dadurch anschaulich, dass er Linien durch 
diejenigen Punkte zog , welche die nämliche jährliclie Rliitel- 
temperatur geniessen. Er bezeichnete dabei zugleich die Som- 
mer - und Winterwärme in Form eines Bruches. Die nach 
den bisherigen Materialien aufgestellten Zahlen sind nur ap- 
proximativ , bedürfen der Bestätigung oder Berichtigung durch 
Beobachtungen an mehreren Orten, damit dann die durch 
Localität entstandenen Abnormitäten ohne Wirkung bleiben. 
Die isoth. Linien laufen (s. unten pag. 70 Tab.) in der heissen 
Zone ungefähr mit dem Aequator parallel , weichen aber in 
der lemperirten und kalten melir und mehr von dieser Rich- 
tung ab, und erleiden im Westen von den Meridianen 



Ifi 



den Breifckreisen ; sie haben, wie Verf. niiderwarts g-e- 
zeigt hat, ihre couvexen (Polarbieg-UDgen) iiiul cou- 
caveu (d. i. Aequatori al-} Gipfel oder. Bieg-ung-en, 
welche sehr regelmässig- über die Erde vertheilt sind , und 
längs der Ostkiisten und der westlichen Küsten der alten 
»ind der neuen Welt, in der Mitte der Continente und in 
der Nähe der g'rossen Meeresbecken verschiedene Systeme 
bilden. Wahrscheinlich \vird mau, wenn erst physikalische 
Botaniker einen grösseren Theil der Erde durchreiset haben 
werden, finden , dass oft die Linien der Maxima der Zu- 
sammengruppirung-eh (die Linien, die durch die Punkte g-e- 
zogett sind , wo die Brüche die kleinsten Neuner bekommen 



Eiu'opa's und des nürdlichen Afiica's Ledeutende Aeqaatorlal- 
BiegUDgen, eben so gegen Osten, S. das Clia rieben am 
Ende. Für die jahrliche Vertheilung der Wärme gilt als 
Hauptregel, dass die Temperatur der Jahreszeiten unter sich 
•bei den Aequatorial-Biegungen derselbeu isoth. Linie mehr ab- 
weicht, als bei den Polarbiegungen (unter d. isoth. L. v. 20° C. 
Temp. beträgt die Differenz zwischen Sommer- und Wiuter- 
Teinp. im östl. Th. von N. -America, wo sie südlicher fallt 
15° G. 5 in Europa, nördlicher, nur 12° C), und dass auf 
gleicher Breite in den verschiedenen Continenteu die Sommer- 
Temperatur weniger abweicJit als die mittl. jährl. Temp. — 
(noch die isolh. L. von 15° C. hat in N.-America ungefähr 
den Sommer der isoth. L. Aon 20 °C. in Europa; s, p. 700- 

Auch die coQStante Temp. des Bodens, in Quellen ziemlich 
sicher (nur in der heissen Zone nicht so) zu ermitteln, 
nimmt vom Aequator nach den Polen regelmässig abj zwi- 
schen den Tropen ist sie übrigens niedriger, als die der Luft 
darüber hinaus ihr gleich oder höher. Auch auf Höhen nimmt 
sie entsprechend ab. Der Akademiker Kupffer, welcher auch 
für diese Verhällnisse Linien auf einer Charte entworfen hat, 
„iso ge o th erme Linien", rechnet Im Durchschnitte auf 1° 
höherer Breite Abnahme der Bodentemp. um 1° ße'aum, , ia 
Hinsicht der Höhe auf Bergen auf 250 Meter Erhöhung 1° R., 
oder 300 Meter Erhebung = 1,° 3 Re'aum. Abnahme, in den 
niiltl. Breiten. Vgl. Poggend. Annal. d. Ph. 1829. 2s Heft. 
(Die Zunahme der Wärme in grösseren Tiefen der Erde, um 
je 1° C. auf 202 Meter grössere Tiefe, gehört in die Geologie). 
Von Kupffer''s Karte ist die unsrlge Copie; sie ist nach 
Reaumur'schen Temp. -Graden entworfen, enthält aber schon im 
Originale auch A. v. Humb (b Id t 'ö] isotherme Linien, 
letztere in pauktirteu Llmen angegebea. 



17 



haben) isotherme Linien (Linien gleicher mittl. Wärme) 
werden. Theilt man den Erdball nach zwischen zwei Me- 
ridianen lieg'enden Streifen, und vergleicht die numerischen 
Yerhältuisse der Pflanzen unter denselben Isothermenbreiten, 
so findet man, dass verschiedene Znsammengruppirungs- 
Sjsteme da sind. 

Schon können wir bei dem jetzigen Zustande unserer 
Kenntnisse vier Haupt- Vegetations-Systeme *) annehmen: 



*)De Candolle führt (in seiner Abh. Gcogrnphre hoia- 
nique im Dictionn. d. sc, nat. XT III, (1820). p. 411. SfjO 
20 ^^reglons hotnmques''^ kurz auf. — Schon w aber 
(Pfl.-GeogT. S. 505—24) bestimmte schärfer 22 „pflanzen- 
g-eographische Keiche {regna)'"''^ (deren Unigränzung im zu- 
gehörigen Atlas schön bildlich dargestellt ist) , zu deren 
Begründung er fordert: 1. dass wenigstens die Hälfte der 
bekannten Arten eines Erdstriches ihm eigenlhümlich 
augehöre; 2. wenigstens 1/4 der Gatttmgen entweder völlig 
eigenlhümlich sei oder in ihm solcl.es Maximum habe, 
dass ihre ausserhalb vorkommenden Species nur als Re- 
präsentanten zu betrachten seien; 3. dass einzelne Fa- 
milien ihm eigenthümlich gehören oder darin entschiedenes 
Maximum haben (oder doch bedeutende Yerschiedenheit 
der Gattungen). ■ — Ihre Unterscheidung ist schwer , ^veil 
an den Gränzeu zweier die meisten Pflanzen gemein- 
schaftlich sind. 

1) Reich der Saxlfrngae (Steinbreche) und Moose (al- 
j)iuisch-arktische Flora) : alle Länder innerhalb des nörd- 
lichen Polarkreises, und in America und Asien auch 
solche, welche, obgleich auf niederer Breite, ein Polar- 
kliina haben . . . auch ein Theil der schottländischeii 
und scandinavischen Gebirge, uud endlich die Alpenre- 
giouen des mittleren und südlichen Euroj)a's (und des 
Caucasus) : a. Provinz der Riedgräser (arktische Flora, 
prov. Caricum) ; h. Provinz der Primulaceen und Phy- 
teumen (südeuropäische Alpenflora). 

2. Reich der TJmhellatae luid Cruciferae: das nördliche 
Europa mit Anschlüsse der Polarläuder, bis zu den Pj- 
i'enäen, den Gebirgen des südlichen Frankreichs, den A\- 
])en und dem griechischen Hochlande; und der grösste 
Theil von Sibirien und den Ländern am Caucasus: a. 
provincia Cichoracearum (nordeuropäische Flora) ; h. prov, 
-^siragalarunt y Halophytorunty et Cynarocephalariun (Di- 
steln) — (nordasiatische Fl.) 

3. Reich der L,abiatcie und Caryophylleae (mittelländische 
Flora) : die drei südeuropäischen Halbinseln, ferner Klein- 
Asien, der Archipel, das ganze nördl. Africa bis zu dea 
Sandwüsten und die canarischeu und azorischeu Insehi : 

2 



18 



das des neuen Contineuts , des westlichen Af rica , das von 
Ostindien und das von Neuholland. So wie, ungeachtet 
der reg-elmässig'en Zunahme der mittleren jährlichen Wärme 
vom Pole nach dem Aequator zu, das Maximum der 
Wärme in den verschiedenen Gegenden unter verschiedenen 
LängengTaden nicht gleich ist, so giebt es auch Orte, wo 



a. Provinz der eisten: die pyren. Halbinsel; h. Provinz 
der Scabioseu und Salvien: sihll. Frankreich, Italien, 
Sicilien; c. der strauoJiartig-en Lippenblüthigen (levau- 
lische Flora): Griechenland, Kleinasien und der süd- 
lichste Theil der caucasischen Länder ; d. nordafrica- 
nische Provinz, (vielleicht zu b.); e. Provinz der Sem- 
perviven: Nordwestkiiste von Africa und die westli- 
cheren Inseln. *) 

4. Der östl. tcmperirte Theil Asiens: Flora zwischen 
der von Asien und America , doch auch Sclfamineae 
und antlere tropische Familien. (iJ. Rhamnor. et Caprifol.) 

6. Reich der Aster- Arten und Solidagmes: nordöstl. 
Nordamerica. 

6. Reich der Mag-nolien: Florida, Carolina; hier Sci- 
iamineae^ Cycadeae xind andere tropische Formen. 

7. Reich der Cactus - und Piper-Arten: die Ebene 
von Mexico und das tropische Südamei"ica, vielleicht 
incl. Brasilien. Hier auch Ruhiaceae , Passifloreae etc. 
n. Provinz der Farrnkräuter und Orckideae: Westindien; 

b. Prov. der Palmen: der Continent; (c. Brasilien.) 

8. Reich der Cinchonae : die mittleren (H{)hen-_)Regionen 
von Siidamerica (inid Mexico, wo zwar keine Cinchona). 

9. Reich der Escalloniae , F'accinia und JjTinterae : die 
höchsten Berg- - Regionen von Siidamerica; hier auch 
Gräser aus europäischen Gattungen: Bromus etc. Hier- 
her vielleicht Mexico's Hochland als prov. Quercuum et 
Pinorum, 

10. Chilisches Reich: in seiner Flora dem tropischen Ame- 
rica und Neuhollaud ähnlich. 

11. Reich der baumartigen Syngenesisten (Comjfos. arb,): 
Buenos Ayres und der temperirte Theil von Süd- 
America. Flora hat viel Aehnliches mit der europäischen ; 

•) Ad 1, 2, 3. Nicht unpassend ist auch folgende Vergleichung von 
anderem Verf. : „Das Land der Leguininosae ist Italien, besonders 
das siidwestliclie ; wie Grossbritannien das der Moose j ScandinaTien 
der Lichenen ; das ebene Deutschland und Holland das der Junci, 
Cyperoideae und Grainineae; das hochliegende und die 
Schweiz und Savoyen das der R a nu nculac ea e , Pediculares, 
Saxifragae, Hieracia und Crueiferae; Siidfrankreich und 
Spanien der aroniatisclien Pflanzen, als Labiatae und Corym- 
b if ff rn e, " 



19 



gewisse Familien eine grössere Entwickelnng' erreichen als 
irgendwo anderwärts } dies ist der Fall bei den Compositne 
in der g-emässig-ten Zone in Nordamerica und besonders an 
der Südspitze von Africa. Diese theilw eisen Anhäufungen 
hestimmeu die Physiognomie der Tegetation, bilden das, 
was mau die charakteristischen Züge einer Landschaft nemit. 



dagegen kaum etwas von NeuhoUauds und West-Africa's 
Proieaceae und Ericeae etc, 

12. Antarktisches Reich: an der magellanischen Meerenge; 
die meisten Pflanzen eigenthümlich , dazu Formen des 
nördlichen Europa, w^estlichen Africa's, NeuhoUand's 
imd des americauischen Hochlandes. 

13. Neuseeländisches Reich: Flora Gemisch von Südame- 
rica, Südafrica und Neuholland. 

14. Reich der Epacrldeae und Eucalypti: der temperirte 
Theil von Australien : Proieaceae , blattlose Acaciae^ 
3Jyvtinae , Restiac. , Casuarineae, 

15. Reich der Mesembrianthema und Stapellae: der süd- 
liche Theil von Africa. Proieaceae^ Polygaleae^ Uios- 
mcae, Restiaceae^ Ericeae, Irideae, Co7npositae, 

16. Westafricauisches Reich: America's troj)ische Formen 
(Cacii, Piperaceae, Palmae) fehlen fast, dagegen J^egu- 
niinosae, Elae'is etc., viel Gräser (JPanicene) und Cyperaceae. 

17. Ostafricanisches Reich: Flora der indischen ähnlicher; 
Eugenia, Ficus^ Euphorbia y ^ndropogon, Sida, Filices 
und capische Formen. 

18. Reich der Scitamineae (ostindisches Reich) : Indien mit 
seinen Inseln und vielleicht der tropische Theil vou 
KenhoUand. Auch Leguvtinosae^ Cucurbiiac. ; südamerica- 
nische Formen nur S])arsam. 

19. Das indische Hochland (vielleicht zwei Reiche'), in 
der mittlem Region herrschen Melastotnaceae , Orclddeae 
und Filices; die Flora der höheren nähert sich der eu- 
ropäischen, nordasiatischen, z. Th. der japanischen. 

20. Cochinchina und das südl. China: Flora der indischen 
am nächsten. 

21. Flora von Arabien und Persien: der indischen ähn- 
lich; nicht mit der mittellaud. , eher Niihiens, des mitll. 
Africa zu vereinigen ; (etwa : Reich der Cassiae und Mi- 
mosae). — Abyssinien's Hochland vielleicht eignes Reicli. 

22. Die Inseln der Südsee innerhalb der Wendekreise, 
doch wenig eigenthümlich : Brodtfnichtbaum, indische 
und americanische (C/nococca, Guajaciivi) Gattungen. *) 

*) Für Nicht-Botaniker hier Folgendes zur Erläuterung : Monoco- 
tyledoneae iimfassen Gramineae (vrohin Wiesengräser, Rohr, Ge- 
treide), Junceae oder Simseu, Cyperoideae (Riedgräser, Biusen etc.), 

2 * 



20 



In der ganzen gemässigten Zone machen die Spelzblü- 
thigen (d. i. die Gräser, .Cjperoiden und Jutweae) und die 
Compositae zusammen mehr als ein Viertheil aller Phaue- 
rogamen aus. — Ans diesen nämlichen Untersuchungen geht 
hervor , dass die Formen der organischen Wesen in gegen- 
seitiger Abhängigkeit von einander stehen. Die Einheit der 
Natur ist der Art, dass die Formen nach bestimmten unab- 
änderlichen Gesetzen einander beschränken. Wenn man auf 
irgend einem Punkte der Erde die Anzahl der Arten aus ir- 
gend einer grossen Familie z. B. der Gluttuicene , der Com- 
positae oder J^eguminosae kennt, so kann man mit grosser 
Wahrscheinlichkeit sowohl auf die Zahl aller Phanero- 
gamen als auch die Zahl der daselbst wachsenden Arten der 
übrigen Gewächs- Familien schliessen. Kennt man so 
in der gemässigten Zone die Zahl der Cyporoideae oder der 
Compositae y so kann man die der Graminae oder der Legu- 
minosae errathen. Diese Schätzungen setzen ims in Stand, 
zu erkennen, in welchen Abtheilnugen der Gewächse die 
Floren eines Landes noch unvollständig sind; sie sind um 
so weniger unsicher , w enn man sich hütet , die Quotienten 
zu vermengen, welche verschiedenen Vegetations - Systemen 
angehören. 

*} Es verhält sich übrigens mit der Vertheilung der or- 
ganischen Wesen , wie mit anderen Naturerscheinungen. 
Mitten in der scheinbaren Unordnung, welche aus dem 



Orchideae (Knabenkraut, Vanille etc.), Lilienartige, Palmen, Sci- 
tamineae (Tngwerartige) etc. 

Dicotyledoneae (mit 2 Saamenlappen keimende} die voUkomm.- 
neien blühbaren Gewäclise, wohin unter andern folgende Familien: 
Compositae (wozu Cynarocephalae oder Distelartige j Cichorien- 
artige} Astern, Schaafgarbe etc.); Umhellatae oder Doldenpfl. 
(^z. B. Kümmel, Dill); Rubiaceae (Röthe, Labkraut; tropische: 
Cinchona oder Fieberrindebäume etc.) ; Leguminosae (z. B. Boh- 
nen, Klee, Acacia)'^ Borragineae (Hundszunge, Vergissmeinnlcht)j 
Labiatae (Salbei, Münze, Taubenessel); Rhinantheae et Scroful^ 
(Löwenmaul, Kuhweizen); Cruciferae (Rüben, Senf, Brunnen- 
kresse); Caryophylleae)\ Silene , Nelken, Spark, Meirich); Erici- 
nae etc. (Haidekrautartige; Schneerose); Malvaceae (Pappelrose, 
Hibiscus etc.); Euphorbiaceae (Wolfsmilch; Ricinus); Amen- 
taceae (Weiden, Eichen, Birken) und sehr -Yiele andere. — Coni" 
ferae sind unsre Nadelhölzer. — S. a. vor p. 26. * 
*) Neuere Zusätze nach A- v. Humboldt in Annat. de Chim.et de 
Pkys. XVI. p. 267. — 1821. — auch Isis 1822. — Hier Auszug. 



21 



Ineiiianderwlrkeii vieler örtlichen Umstände herrorg'eht , er- 
henut man die nuwandelbareu Gesetze, sobald man mit 
dem Blicke ansehnliche Theile der Erdoberfläche umfasst, 
Avo in einer Masse von Erfolgen die partiellen Störung'en 
sich g-egenseitig- ausgleichen. Die UntersuchHUg-en des Verf. 
»iud in England, Deutschland, Italien und Dänemark und 
durch R. Brown den Zahlenverhältnissen nach an grossen 
Herbarien geprüft, und theils die Zahlen berichtigt, theils 
unerwartet bestätigt gefunden worden. Durch die Menge 
sich mehrender Thatsachen haben die Angaben schon grosse 
Genauigkeit erlangt. Es liegt in der Natur dieser Forschun- 
gen, dass die C oefficienten (die Verhältnisszahlen der 
Pflanzen - Familien) nur allmählig, wie die Beobachtungen 
sich mehren, berichtigt werden können. Die zu dieser Art 
botanischer Arithmetik nöthigen ins Einzelne gehen- 
den Forschungen über das Verhällniss jeder Pflanzen-Familie 
zum Ganzen, sind bereits mifgetheilt. (S. p. 31. f.) — Diese 
Art der Untersuchung, wi& sie der Verf. an den Pflanzen 
versucht hat, wird einst mit Erfolge bei den verschiedenen 
€lassen der Wirbelthiere augewandt werden. *) Die unge- 
heuren Sammlungen des Mitsee dlthtoire naturelle zu Paris 
enthalten 56,000 Ai'ten plianerogamischer und kryptogami- 
scher Pflanzen, 44000 Insekten, 2500 Fische , 700 Reptilien, 
4000 Vögel und 500 Säugethierarten. Europa besitzt ohn- 
gefähr 80 Säugethiere, 400 Vögel, 30 Rej)lilien; es giebt 
also in der nördlichen gemässigten Zone fünfmal so viel 
Vögelarten als Säugethiere, (wie es in Furopa fünfmal so 
viel Composkae als ^mentaceae inid Coniferae ^ fünfmal so 
viel I^eguminosae als Orchideae ivid Euphorhinccae giebt.) 
In der südlichen gemässigten Zone verhalten sich auch auf- 
fallend genug übereinstimmend, die Säugethiere zu den Vö- 
geln = 1 : 4,3. Die Vögel und noch mehr die Reptilien, 
nehi^3n gegen die heisse Zone viel mehr zu als die Säuge- 
thiere. Mau könnte nach Cuvier's Forschungen glauben, 
dass das Verhältniss früher anders gewesen, dass viel mehr 
Säugethiere durch Umwälzungen untergegangen sind, als 



*) Vergl- nun schon v^^irklich: J. Minding: Ueber die geographi- 
sclxe Vertheiluug der Säugethiere. Berl,, bei Euslin, 1829. 103 S. 
4. Auszug in Ferussac's Bullet, d. sc. nat. Mars. 1830. (in 
Bd. XX.) p. 468. 



22 



Vögel. Latreille hat £:ezeigt, welche Gruppen der Inse- 
cteu nach 'dem Pole, welche nach dein Aequator hin zu- 
nehmen. Illig-er hat die Heimath von 3800 Vögeln nach 
den Welttheilen angegehen — weit wenig-er belehrend 
als es nach den Zonen geschehen sein würde. — Es liisst 
sich erklären, wie auf eiuem gegebenen Erdraume die In- 
dividuen einer Pflanzen- oder Thier-Classe einander nach 
Anzahl beschränken, wie nach Kampfe und langem 
Schwanken sich nach den Bedürfnissen der Nahrung und Le- 
bensart ein Zustand des Gleichgewichtes einstellte ; aber die 
Ursachen, welche die Formen räumlich abgegränzt ha- 
ben , liegen imter dem undurchdringlichen Schleier , der un- 
sern Augen alles verdeckt, was den Anfang der Dinge und 
das erste Erscheinen organischen Lebens Latrifft. 

Hinsichtlich des Verhältnisses der Mono- zu den Diko- 
tjledonen, (p. 26.} sieht man sehr regelmässig von der heis- 
seu Zone nach dem Pole hin den Nenner des Bruches klei- 
ner werden. In den versciüedeuen Theilen der heissen 
Zone schwankt das Verhältniss zwischen? 1/5 luid 1/6. Unter 
3880 Phanerogameu aus dem tropischen America sind nach 
dem Verf. 654 Mono - und 3226 Dikotjledonen , die erste- 
ren also :]^6 aller Phanerogameu. In der alten VTelt, "machen 
sie (in Ostindien, dem tropischen Africa und NeuIioUaud) 
X/Xi aller. — In der gemässigten Zone verhalten sich die 
Monokotjledonen nach dem Verf. und De CandoUe: 



in der Barbarei = 1 zu 4, 8 
in Aegjpten =^ 1 : 5 

im Caucasus und 

der Krim = 1 : 6 

im Königr. Neapel = 1: 4,7 
im veuetian. Staate = 1: 4 



in Frankreich = 1 zji 4, 7 
in Deutschland =1: 4 
in der Schweiz = 1 : 4,3 
in Grossbritannien=r i : 3^ g 
inNord-America ^^ 1: 4,6 



In der kalten Zone ist das Verhältniss -beider (s. p. 27): 
in Lappland ;= 1: 2,2, auflsland = 1: 2,2 (nach Schouw). 
Die Mouokotjledonen sind, noch abgesehen von der regel- 
mässigen Zunahme Ae^ Verhältnisses gegen Norden , als 
Feuchtigkeit liebend häufig in England, sparsam in Aegjpten 
und dem trocknen Caucasus. Nach der Höhe aber sind sie 
auf den Alpen, in der Schweiz über der Rhododendron- 
RegioJi =r 1:7, in den Thälern ajier 1 : 4,3. (p.LlI. *); p. 147.) 

Im fruchtbarsten Theile Europa'» in der Mitte der ge- 
niässig(en Zone nälirt ein Landstrich von 30000 ^uadrat- 

■*) D i e s f s wt-iset .iiil die l)<ig. der Aiisjj. der Nov. gen. et sp. in Üv, 
(uitlit in Fol. 5 wie die Marginalien)- eLen so üben Seite S, Z, lü. 



23 



Lieiien an 6000 Pflanzen, worunter 2800 Akotjledonen oder 
Kryptogamen, 3800 Phanerogameu. Unter letzteren sind bei- 
nahe 500 Compositaey 300 wahre Gramineae^ 260 Leg-umi- 
nosne und 200 Cruciferae, aber nur 70 Amentaceae^ 60 Eu- 
phorhiaceae , 25 Mfdvaceae, Die grossen Familien bilden je 
f bis 13, die kleineren wenig-er als ^^ der ganzen Summe 
der Phanerogamen. Dies ist gleichsam der mittlere Zustand 
der Tegetation Europa's iu fruchtbaren Geg'enden zwischen 
42°— 50" nördl. Breite. 

Um auch den Ung-läubigsten vom Bestehen fester Ver- 
hältnisse, von der Begelmassigkeit in der Vertheilung- der 
Formen in Europa in gleicher Zone, zu überzeugen, darf 
man nur die Verhältnisse der Familien in den zwei Nach- 
barländern Deutschland und Frankreich vergleichen. (S. die 
Tab. i>. 31 ; den vom Autor hier überall beigesetzten gleich- 
geltenden Ausdruck im Decimalbruche siehe unten der drit- 
ten Beilage angefügt: letzte zwei Columnen der Tab.) Man 
kann die Ziffern der Tabellen als die Coefficienten für 
jede Familie ansehen: denn multiplicirt man (weil die Dol- 
denpflanzen in Deutschland ^^ , d. i. 0,046 aller Phanero- 
g-anieu, die Cruciferae f? = 0,05G ausmachen) die Suuune 
der Phanerogamen (isotherm gelegener und gleich grosser *) 
Länder) der gemässigten Zone "in Europa mit 0,046 (oder ^j) 
oder mit 0,056, so findet man die Anzahl der Arten aus der 
Familie der Doldeupflanzen und der Cruciferae im g'Cge- 
beiien Lande. 

Die grosse Uebereinstimmung- zwischen beiden Ländern 
(die nur durch die etwas nördlichere Lage Deulschlaiurs für 
einige mehr südlich oder mehr nördlich zimehraende Fami- 
lien etwas Abweichung- erleidet,) ist um so auffallender, als 
ungleiche Summen von Arten bei beiden Ländern zu Grunde 
gelegt sind, für Frankreich 3645, für Deutschland 1884 Pha- 
nerogamen, und viel fehlt, dass die Species einer Gattung- 
und Familie in beiden Ländern ganz die nämlichen wären; 
die Abweichung beträgt gewöhnlich nicht f. 



*) Vergl. d. Schluss-„Excuis", wo auch der Grund der^VeiscIiIeden- 
heit der fiir Fiaukreicl» und Deutschland angegebenen VerJiält- 
nisbC von den durch Mirbel für die „gemässigte Zone" angege- 
benen (nämlich nach dein Ganzen der Vegetation vieler Länder 
entworfenen) Zahlcnverhältnissen sich erklären wird. 



24 



Dadurch zeig-t sich : 1) dass die IT— 1800 Phaneroga- 
iiieii, welche Frankreich mehr hat, als das benutzte Ver- 
zeichniss für Deutschland nach Hoffmanu enthielt, sich un- 
ter die Familien ung-efälir in denselben Verhältnissen ver- 
theilen, die zwischen den gleichzähligen oder den gemein- 
schaftlichen Pflanzen beider Länder statt finden; 2) dass die 
Si>ecies der Leguminosne^ der Cruciferae und der Vmhel- 
laiacy welche Deutschland ausschliesslich zu besitzen scheint, 
sich in Frankreich durch eine entsprechende Anzahl anderer 
Arten derselben Familien vertreten findet. Grössere Abwei- 
chungen entspringen aus der geographischen Lage: Cype- 
riodeae , ^^ in der genjässigten Zone nehmen gegen Nor- 
den zu auf f ; Ericinae von il^ zu ^; — umgekehrt neh- 
men Orchideaey Eiqihorhiaceae ^ ßlalunceae eben so rasch 
gegen den Aequator zu, wie sich dies in der Tab. für 
die Zonen (s. neben p. 31.) zeigt. Der Tabelle beigefügte 
\ "i^d ^ zeigen die Zunahme gegen den Aequator oder den 
Pol hin an. Es ist zu erwähnen, dass die YerhäUnisse 
nicht viel anders ausfallen, wenn man statt grosser Länder 
mit 3800 Arten nur kleine Distrikte wählt; Berlin hat x» 
Leguminosae^ Frankreich y?> Deutschland yV« [Dies gilt für 
Pflanzen mittel massig grosser Verbreitungsbezirke; je 
rbermässig grösser letztere sind, wie bei Gräsern, — oder 
umgekehrt, je kleiner unter dem Mittel: desto mehr Ab- 
weichung in beiden Fällen. — Benutzung dieser Abweichung 
als eines Maasstabes s. m. im ,,Excurse" unten.] 

Wie das Klima System des neuen Continentes von 
dem des alten , vermöge ungleicher Vertheilung der Wärme 
durch die Jahreszeiten, wesentlich abweicht, so zeigt auch 
das americanische Zusammengruppirungs - System 
der Pflanzen seine eigenthümlicheu Züge. Der botani- 
schen Arithmetik [auch botanische Statistik ge- 
nannt] verdankt man die Keuntniss der Contraste zwischen 
den gemässigten Zonen beider Welten. Man vergleiche in 
den Tabellen (p. 31. und daneben) die Ergebnisse von 
Pursh's nordamericanischer Flora mit denen der D. C. 'sehen 
von Frankreich und denen der europäischen kalten Zone, z.B. 
gemäss. N. Am. 

Cruciferae . , . 1/62 

Gräser . . . 1/10 

J.ahiatae . . . 1/40 

Ericinae et Rhodod, . ij36 



Frankr. 


Lappl. 


A3(l/14) 


J/10 


1/19 




1/24 


1/70 


1/125 


1/25 



25 



It. s. w., s. Tab., um den nördlichen Charakter Nord- 
Ainerica's zu erkennen. Die Verschiedenartigkeit zeigt sich 
nicht nur an den Familien der Ericinaey Amcntaceae luid 
Coniferae^ welche man nordische Formen nennen 
könnte, und an Labintae und UmheUiferae , sondern auch 
den Gruciferae, Junceae und Criwiferae ^ welche 3 Familien 
in der heissen und der gemässigten Zone der neuen Welt 
gleich selten sind. 

Es leuchtet ein, dass die Zahlenverhaltiiisse der Pflan- 
zenfamilien interessantere Kesultate liefern würden, wenn 
die Floren der Länder nach bestimmteren geographischen 
Gränzen abgesteckt, die Botaniker aber über die Grundsätze 
der Unterscheidung von Species und Spielarten mehr einig 
wären. Die Floren der Vereinigten Staaten Nord-America's 
umfassen Länder von 9° und 18^ jährl. Mittel-Temperatur — 
Unterschied wie zwischen Calabi'ien und Oesterreich. Erst 
wenn man genaue Floren von Süd-Carolina, Penusjlvanien, 
Neu-England etc. haben wird, wird man regelmässiges Zu- 
nehmen der Familien gegen Süden oder Norden nachweisen 
können ; jetzt kennen wir von dort erst das durchschnitt- 
liche Mittel aus allen diesen Verhältnissen. Manches Land 
gilt iür artenreich zum Theile durch Varietäten, andererseits 
werden neue Arten oft für bekannte der Heimath gehalten. 
Dieses gleicht sich bei Zusammenfassung- grosser Striche und 
Menge der Arten zum Glücke ziemlich aus, ähnlicherweise 
haben sich in den weit vollständigeren neuen Floren Nord- 
America's und Lappland's von Pursh und Wahlenberg 
die Verhältnisse nicht viel geändert gegen die frühern von 
Micha ux und Linue [nur auf Pflanzen sehr grosser oder 
»ehr kleiner — nicht mittelmässiger — Verbreitnugsbezirke 
wird neuer Zuwachs Einfluss haben : von Pflanzen weiterer 
Verbreitung, die auch wohl zugleich gemeiner sind (Gräser), 
wird der erste Florist mehr haben, der zweite weniger 
Nachlese, als von Familien mit räumlich enger umgränzten 
Arten]. Welche Berichtigungen auch des Verf. bisherige 
Arbeiten hierin erfahren dürften, so wird doch Vermehrung 
genauer Beobachtungen immer mehr darthun, dass in einer 
und derselben Hemisphäre, in demselben Gruppirungs- 
sjsteme die partiellen Veränderungen der Coefficienten 
(d. i, der Verhältnisszahlen) nicht sprungweise, sondern 
nach unwandelbaren Gesetzen erfolgen. Möglich, dass das 
Tropen - Verhältaiss der i>i«/w<certe, 1/32 oder l/i3 statt 



26 



1/35, ist, so bleibt darum doch feststeheud, dass die Legu/ni- 
nosae und 3Ialvaceae nach dem Aeqiiator hin zuuehineii, 
wie die Junceae und die Ericinae nach dem Pole. Die 
Quantität der Veräuderungeu, die Raschheit der Zu- 
nahme kann bei einzelnen Ang-abeu in Zweifel g-ezogeu 
werden, aber nicht ihre Richtung-. 

Bei Yerg'leichuug' der Coefficienteu einer und derselben 
Familie in verschiedenen Zonen bemerkt man in der Rasch- 
heit des Steigens auffallende Contraste. In der alten Welt 
ändern sich die Verhältnisse der Gräser, der L,egu?ninosa6 
und der Euphorhiaceae weit wenig-er von der gemässigten 
Zone dem Aequator zu, als von derselben aus nach dem Pole. 

Wer die Erscheinungen nicht in Vereinzelung ansieht, 
wer es vorzieht, die wechselseitige Verkettung der organi- 
schen Wesen ins Auge zu fassen, und den Gang- kennt, wie 
numerische Resultate durch ihre Vermehrung und durch 
sorgfältiges Studium der einzelnen Thatsachen sich berich- 
tigen, wird mit Beifalle eine Art der Untersuchung aufneh- 
men, welche Licht wirft auf den Haushalt der Natur, auf 
die zwischen Klima und den Fonnen der Wesen bestehende 
Verknüjjfung , auf die Vertheilung der Pflanzen und Thiere 
auf den verschiedenen Seiten unseres Planeten. Nur durch 
innnerische Vergleichung der Arten kann man sich eine rich- 
tige Vorstellung bilden vom Vegetations - Zustande 
in einem gegebenen Lande, vom Einflüsse der Temperatur 
auf die Häufigkeit gewisser Formen in der und jener Zone, 
von den charakteristischen Zügen, welche unter isothermen 
Zonen die Gruppirungs-Sjsteme der alten imd neuen Welt 
unterscheiden. 

Die Pflanzengeographie kann als ein Theil der Physik 
der Erde angesehen werden. Wären auch die Gesetze, wel- 
chen die Natur in Vertheilung der Pflanzenformcn gefolgt 
ist, viel verwickelter, als sie es im ersten Augenblicke schei- 
nen, so müsste man sie darum nicht weniger genauen Nach- 
forschungen unterwerfen. Man hat das Entwerfen von Land- 
karten nicht aufgegeben, als mau die Windimgen der Ströme 
und die uuregelmässige Gestalt der Küsten bemerkte. Die 
Gesetze des Magnetismus haben sich dem Menschen aufge- 
schlossen, seit dieser anfing, Linien gleicher Abweichung 
i\m\ gleicher Neigung zu zeichneu, und seit man eine grosse 
Zahl von Beobachtungen, die sich zu widersprechen schie- 
nen, verglichen hat. Es hiesse den Gang vergessen, auf 



27 



welchem die physlacheii Wissenscliaften sich atufenweise 
zu sichereu Resultaten erhoben haben, wenn man glaubte, 
es sei noch nicht Zeit, die numerischen Elemente der 
Pflaiizeugeographie zu suchen. Bei dem Studium eines ver- 
wickelten Phäuomen's beginnt man mit einer allgemeinen 
üebersicht der Bedingungen , welche Einfluss darauf haben 
oder es modificiren; hat mau aber gewisse Beziehungen ent- 
deckt, so findet man, dass die ersten Restiltate, die man 
festliielt , noch nicht genug' von Local-Einliüssen frei sind : 
nun modificirt uud verbessert man die numerischen Ele- 
mente, erkennt selbst die Reg-elmässigkeit in den Wir- 
kungen der partiellen Störungen. Die Kritik macht sich 
bessernd an alles, was zu früh für allgemeines Resultat 
angesprochen w^orden, und dieser Geist der Kritik begün- 
stigt, einmal angeregt, die Ausmitteluiig* der Wahrheit und 
beschleunigt das Fortschreiten menschlicher Kenntnisse. 

(Es folgen die Zahlenverhältnisse eiuiger Pflanzen-Abtheiliiugen 
und Familien, wie sie zum Theil auch in der p. 3i. folgenden 
Tabelle enthalten sind; darum hier nur das Uebiige kurz.) 

Cryptogamae ^ s. p. 18. (Sie haben, die Farrnkräuter 
ausgenommen, im Ganzen sehr grosse Verbreituug'sbezirke.) 
Die aus dem tropischen America von Gebirg-en und Ebene 
mitgebrachten machen ^ aller dort gesammelten Pflanzen; 
es muss aber deren auch dort weit mehr geben. In der 
Lalten Zone sind deren weit mehr als Phanerogamen. 

Farrnkräuter (Filices) machen in der kalten Zone grös- 
seren Theil aus, als in der gemässigten, mehr noch nehmen 
Moose und Flechten nach dem Pole im Yerhältnisse zu. Die 
Farrnkräuter liäugen von eigener Vereinigung- von Schatten 
Feuchtigkeit und Temperatur ab; sie haben ihr Maximum 
(der Nenner des Bruches wird am kleinsten) in tropischen 
Gebirgsläudern, besonders auf kleineren Inseln, wo sie bis 
zu 1/3 nnd noch mehr im Verhältnisse steig'en, (auf Jamaica 3, 
den Südsee-Inseln f, St. Helena und Tristan d'Acunha | al- 
ler Gelässpflanzen.) R. Brown nimmt sie für die heisse 
Zone, Ebenen und Gebirge, = ^'ö au ; in Arabien, in Indien, 
dem tropischen Africa und Neuhollaud sind sie 5^ ; »" v. H'.s 
americanischer Sammlung; zwar nur 5^» Frankreich /y. Sie 
sind am Atlas selten, fehlen fast in Aegypten. (Vergl. 
p. 29., 31., besonders 169. fQ 



2S 



Moiiocoiyledöneae ueLmeu nach dem Pole zu, s. p. 26. 
ff. iiud 31 Tab. 

Spelzbliithige , Glumaceae^ d. i. die Junceae , Cypero- 
ideae und die wahreu Graser zusammeng'enomineu : in der 
heissen, gemässig-ten und kalten Zone wie ^t» f , |; diese 
Zunahme g'eg-eu den Pol hin kommt besonders von den Jun- 
ceae und Crtrexartig'en *) her ; unter den Tropen verhalten 
sich die June, Cyp. und Gram, wie 25, 7, 1; im hohen 
Norden wie 2| , 2|, 1. — Cyperoideae im westlichen Africa 
5^-5, trop. Süd- America ^7, Ostindien 2t > trop. Neuholland ^^ ; 
in Dänemark t^. — Gramineae **) in Ostindien ^2 , West- 
Küste von Africa x^. 

Compositae: in Südamerica, im Durchschnitte der Ge- 
birg-e und Ebenen 1/6 — 1/7, aber in der Ebene und den unter- 
sten 1000 Toisen Höhe nur 5 — 1*5, nämlich 265 spp.; noch 
niedriger, — 500 T. H. , noch weuig-er, nämlich nur 94 
von allen 534 in Süd-Am. g-esammelten Comp. ; dort also in 
der heissen Region weniger — , in der temp. und alpinen 
mehr im Verhältnisse, als in gleicher Geg-end imd Region 
in der alten Welt. Am Cougo und in Sierra Leone a^j, 
Ostindien tV» Neuhollaud x\« lu der gemässigten Zone in 
Nord-Amer. |, am Cap der guten Hoffu. f, in Frankreich y|. 
In Lapplaud und in Kamtschatka ^. 

Hülsenpflanzen, Leguminosae: in Ostindien f , Neuhol- 
land I , westl. Africa f ; im gemässigten Sibirien xt^. (Sm. 
Fl. Brit, 5§7, Schrk. Bavar, ^j, Schweiz xs» Provence x§j. 
Rom /t). 

Lippenbliithig'e, Lnhiaiae: (s. p. 31. Tab,} N. Amer. ^V, 
Frankreich 25. Die Seltenheit dieser Familie und der Cru- 
ciferae in der gemässigten Zone der neuen Welt ist sehr 
auffallend. 

Kreuzbliithig-e , Ci'uciferae: in der heissen Zone fast 
keine, Avenn man von den Berghohen zwischen 1200 und 
1700 Toisen Höhe absieht. 

Rubiaceaei die Pflanzen der g-anzen Familie im trop. 
America 5*5, trop. Africa Jj, Deutschland y'^, Lappland /j. 
Mau muss aber nach Gruppen unterscheiden: die Sternblät- 
trigen, Stellataej ohne zwischengestellte Afterblätter, gehö'- 

*) Die Unlerabtheilung Cariceae nimmt uach <lem Pole zu, die 
wahreu Cyperaceae, im. engera Siune, in der heissen Zoue. 

*•) Unter 40 Ptlanieii aus Noid-Ameiica 70" nürdL Br. 130 W. L. 
V. Grecuw. sijid -| Gräser und Carices. 



29 



hauptsäclilich «Ter gemässig-fen Z. an , xmä sind in der heis- 
3en fast nur auf Gebirgen; die Rub. mit gegenständigen 
Blättern und mit stipulis aber der heissen Zone. Von 
Kuntli's 8 Gruppen der Rub. machen die Coffeaceae | 
aller tropisch-americanischen Riibiaccae. 

Euphorbiaceaei im trop. Neuholland und Ostindien /y, 
westl. Africa 5^^, [Lapjjland -^lis. 

Ericinae und Rhodgäendra ; tropisch America xls ; . . . . 
Lappland -i-^. 

Kätzchentragende, Amentaceae : tropisch America ^Iö ; . . . . 
Lappland 5*^. 

Doldenpflanzen, ZJtnbelliferae ', nnter den Tropen fast 
keine unterhalb 1200 Tois. H; im Ganzen der Ebenen und 
Gebirge aber im trop. America ^^b ; in der gemässigten Zone 
weit mehr in der alten als in der neuen Welt. 

Vergleicht man America und die alte Welt, so findet 
man in America in der heissen Zone %veniger Cyperoidcae 
und Rubiaceae^ aber mehr ComposUae — , in der gemässig'- 
ten weniger Labiatae und Cniciferae, aber mehr Compo- 
sitae ^ Ericinae und Amentaceae als in den entsprechenden 
Zonen bei uns. Nach den Polen hin nehmen zu (nach 
der Methode der Brüche, d. i. im Verhältnisse zur Spe- 
cieszahl aller Phanerog-amen) die GJumaceae^ Ericinae und 
Amentaceae \ nach dem Aequator hin zunehmend sind die 
J^eguminosae y Rubiaceac, Euphorbiaceae und 31alvaceaef 
in der gemässigten Zone scheinen ihr Maximum zu ha- 
ben die Compositae, Labiatae, TJmbelliferae und Cruciferae, 
S. p. 33. f. 

Verf. fordert auf zu genauerer Bestimmung der Anga- 
ben der Tabelle (die hier unten neben p. 31. als „p. 43" 
folgen wird) , welche ungenau scheinen möchten. Die Zah- 
lenverhältnisse in jener Tabelle gellen für Gegenden, die 
in der heissen Zone 28° — 20° C. mittl. j. Wärme haben, 
von der Ebene an bis 750 T. Hohe gehend; in der gemäs- 
sigten Zone für ihre Mitte bei 13° und 10° C. m. j. Tem- 
peratur; in der kalten für 67°— 70° n. Br. -f- 1° — 0° C. 
m. j. T. Die absolute Zahl der Arten der berechneten 
Familien (die den Verhältnis« zahlen immer auch noch 
beigesetzt werden könnte), ist nach den Werken von 
De Candolle, Pursh und Wahlenberg für Frank- 
reich, Nord- America und Lappland j nach Hoffmann 's bot. 
Taschenbuche für Deutschland. 



30 



II. 

Klimatische Vertlieilung- einig-er der wicttig-sten 
Pflanzen-Familien. 

p. X. Nach ewigen Gesetzen verthellte die Natur die Gewächse 
in jeder Zone. — Bei Verg-leichmig verschiedener Pfianzen- 
26. Verzeichnisse ergab sich, dass die Zahl der Monokotyle- 
donen in der heissen Zone zwischen | und § [zwischen den 
Tropen in Africa mitunter j — so am Congo — , im ge- 
birgigen tropischen Süd- America nur /t his f; — verg'leiche 
R. Brown's Verm. bot. Sehr. I. S. 176— 9. über Pil. 
vom Congo]; in der gemässigten zwischen 36" — 52° den 
4ten — , um den Polarkreis den 3ten Theil aller Phanero- 
gamen ausmacht. Unter 3880 Phanerog. , welche A. v. H. 
und Bonpia nd sammelten, sind 654 Mono- und 3226 Di- 
kotyledonen (mit Blumen und Früchten). Die Monokotjle- 
danen mit siaminibus perigynis (Junceae ausgenommen^ und 
stam, epigynis werden gegen den Pol selten, Cannen, Pi- 
sange, Bromelien und Palmen treten kaum über den Wende- 
kreis heraus, während die Monokot. mit Staminihus hypo- 
gynist die Gräser und Cyperoiden, die grösste Kälte aus- 
halten. — Die Familien der Dikotjledonen nehmen, mit 
Ausnahme der Haidearligen , Rhododendren, Nelkenartigen, 
Kätzchen - und Zapfeutragenden , gegen den Pol nach Spe- 
cies- Anzahl in der Art ab, dass die Mouokotjledonen gegen 
den Pol hin im Yerhältnisse zu ihnen zunehmen, wie obige 
und folgende Zahlenverhältnisse zeigen. Yon 600 üpsaler 
27. Phanerogamen überschreiten 342 den Polarkreis nicht, | der 
letzteren sind Dikotjledonen. In Deutschland *) verhalten 



*) Das nördliche Deutschland hat nach A. v. II. mittl, jährliche 
Wärme 8°, 5 C. — das südl. Frankr. 16'', 7} — der nördliche 
und südliche Thell von Nord-America differiren um 18" C — 
N.-America zwisclien 35° und 44° der Br. hat mittl. j. Wärme 
durchschnittlich 16°— 7° C — Deulscliland von 46—54° nördl. 
Br. hat bei 12°, bis 8°, 5 mittl. j. Wärme 21°— 18° «üttl. Som- 
merwärme. — s. a. p. 18« 



31 



sich (nach Hoffm. Flora) die MonoTtof. zur Gesaramfzahl 
tler Phanerog-amen wie 1 zu 4|; in Frankreich nach De 
Candolle 1: 4|, eben so in Nord-America zwischen 
dem 30° und 46° (=r 638 Monokot. , 2253 Dikotjl. — P ursh' s 
Flora) und im gemässigten Theile NeuhoUands *); in Nea- 
pel 1: 4|, der Schweiz 1: 4^, Grossbritanuien 1: 3|. In 
Island und Lappland ist aber wegen grösserer Abnahme der 
Dikotjledouen das Verhältniss der Monokot. zu allen Pliane- p. 38. 
rogamen = 1:3 (genauer 1 : 2, 74) und 1 : 3^^. (in Island 
zählt TV. Jacks. Hook er 268 zellige Agamen, 135 Monok. 
nebst Farrnkräutern, 239 Dikotyledonen; Lappland hat nach 
Wa hlenberg (ältere Fl.) 157 Monokot. , 340 Dikoljled. **) 

Die Agamen mit nur zelligem Baue (d. i. die Krypto- 
gamen L. mit Ausschlüsse der Farrnkräuter , Ljcopodeen, 
Schafthalme und Marsileaceen) sind noch nicht genug aufge- 
sucht, um darauf zu bauen, doch ist in Lappland, Grönland, 
Island und Schottland ihre Zahl der der Phanerogamen 
gleich oder noch grösser; in Frankreich das Verhältniss bei- 
der = 1: 2; in der heissön Zone nach R. Brown nur 
1:6, was wohl glaublich ist,, obgleich v. Humboldt nur 29. 
280 zellige Krjptogamen nach Europa brachte, denn auch 



*) Im ganzen Neubolland sind jetzt 860 Monoc. und 2900 Dikoty- 
ledouen gefunden; nach R. Brown verhalten sich die Zahlen der 
Mono- und Dikotyl. in der heissen Zone und bis 30° S. Br., 
auch bei uns bis 30" N. Br., = 1:5} im tropischen Neuholland 
= 1 : 4 ; in Frankreich aber := 1 : 3, 3., in höheren Breiten neh- 
men die Dikot. immer mehr ab, bis unter den Parallelen von 4AA 
55° S. Br. oder 50° N. Br. das Verhältniss der Mono- und Di- 
kotyledonen = 1: 2^; noch nördlicher =1: 2,2, in Lappland, 
bis 1:2 und in Island 1: 1,7. (vergl. aber die wahrscheinlich 
neuere Berechnung in „Zusätze" der Einl.) ist. — S. auch. R. Br. 
General Remarks iu Verm. bot. Schriften I, 12» [Dass die Di- 
kütyledouen ini hohen Norden wieder zunähmen, (s. R. Br. über 
Congo), ist durch Wormskiold's ^Sammlung aus Grünland 
widerlegt, worin das Verh. = 1: 2, 0« j 

**) Lappland von 64° -71° JM. Br. mittl. j. Wärme 4- 1° bis — 
8° 8- — Spilibergcn 80° "n. Br. bat überhaupt 30 Species Pflanzen. 



3? 



p. XT. iii Amevica sind die Küsten des Ma»dalenenflusses, die Wäl- 
der am Orinoco bei Esmei-alda und Mandavaca , ferner die 
Küsten des antillischen Meeres am Ausflusse der Sinn, sehr 
reich au jenen, bei fast durchs ganze Jahr 28° — 31° C. Luft- 
wäruie. — Die absolute Artenzahl der Agamen mit Ge- 
fässeu (Farrnkr. etc.) wächst verhältnissmässig gegen den 
Aequator, und verhält sich unter dem Polarkreise, in der 
gemässigten Zone und in der heissen = 1. 2. 5 ; relativ 
aber, gegen die Summe der nach dem Pole zu noch mehtf 
abnehmenden Phanerogamen , wächst ihr Verliältuiss nord- 
wärts, denn sie betragen in Frankreich ?ä, in Deutschland 
^z } in Lappland sV aller pl. vnsc, 
30. Yerfolgt man dieses weiter, so findet man, dass die 

einjährigen Mono- und Dikotyledonen besonders der ge- 
mässigten Zone eigen sind, wo sie den 6ten Theil aller 
Phanerogamen betragen, während sie in der heissen Zone 
kaum den 20ten, in Lappland den 30ten Theil derselben 
ausmachen, (De C and olle). Am Pole tödten die Winter 
die Samen, unter der Linie wird alles strauchig (pmnia 
dumescunt.) 

Für den Reichthum ' verschiedener Pflanzenfamilien \mä 
ihr Verhältuiss zur Gesammtzahl der Phanerogamen der 
betreffenden Gegenden, ergiebt sich nach v. Humboldt'» 
und Kunth's Zählungen und Vergleichungen umstehende 
Tabelle. *) 

Damit man ganz genau sähe, in welcher Art gewisse 
Pflanzenfamilien gegen den Pol oder den Aequator zu, au 
Arten zunehmen, z. B. Leguminosen gegen den Aequator, 
wäre sehr zu wünschen, dass man, so wie von Lappland, 
England und Frankreich, auch eben so von Italien , Spanien, 
Nord-Africa so vollständige Floren vorliegend hätte; weil 
ferner in den Gebirgen jeder Zone gewisse Pflauzenfamiiien 



*) Ihre Columnen für Frankreich und Deutschland sind mit den 
oberen der Tabelle des unten folgenden Excurses und letzterem 
selbst zu vergleichen. 



33 



abnehmen, wie Euphorbien n. s. \v., so sollte man auch 
«lie Grösse, Höhe «iiid Richtung' aller Gebirg;sziige kennen. 
Öie sichersten Resultate luid die wahren Gesetze würden 
aus Verg'leichung- von nur ebenen Gegenden aller Zonen 
hervorg-ehen. 

Mit den Graden der Wärme zugleich vermindern sich 
gegen den Pol zu die Malvaceen, Euphorbien, Schmetter- p. 33. 
liugsblüthigen , Zusammengesetztblüthigen (Composktte) und 
Rubiaceen; es mehren sich dagegen im Verhältnisse zur 
Zahl der übrigen da wachsenden Fhaaerogamen die Simsen 
(Jimci), Halbgräser, Gräser, Haiden, Rhododendreen , Nel- 
keiiartigen, Kätzchen - und Zapfeutragenden. Ferner ver- 
schwinden unter Lapplands Gräsern die Audropogonartigen 
und Paniceae, Ton den Cyperoideu findet sich im höchsten 
Korden keine Art mit zweireihigen Schuppen. Von den 
üomposiiis sind nur höchst wenige mit Strahlenblürachen 
unter dem Polarkreise. 

Vergleichen wir die gemässigten Striche beider Conti- 34. 
nente, so muss man sich wundern, nur in Nordamerica, die 
Haideartigen , Kätzchen - und Zapfentragenden und Malva- 
ceen bedeutend zahlreicher, die Doldenpflanzen, Lippenblü- 
thigen. Nelkenartigen und Kreuzblüthigeu (Tetradynamisten), 
desto weniger zu sehen ; die Spelzblülhigen betragen in bei- 
den Hemisphären gleichmässig tfS. 

Compositae sind schon 2500 Arten beschrieben, l^egu- 
minosae über 2000 (R. Br.). Diese zwei Familien mögen 
mit den Sj)elzblüthigei3 (d. i. Cyperold.^ Gram, und June.) zu- 
sammengenommen 1/3 allerPhauerogamen derErde ausmachen.*^ 
In 

*) Cichoraceae nehmen nicht nach dem Aequator verhältnissmässig 
zu, somlern timgekehrt fehlen sie dort beinahe. Von den Com-^ 
positae sind deswegen ihre Unterüblheilungeu je für sich püanzen- 
geographisch zu beirachteu, wie schon mit den Glumaceae ge- 
schehen, die sich nach ihrer Verbreitung verschieden verhallen. — 
Link, Spr. imd Schrader J a h v b ü c h. d. Gew. -K. l. S. 29. — 
Auch bei den AKryptogainen sollte mau so nach den Familien 

3 unter- 







34 


a n i ,s c h - a r i t li ni e - 




Bot 




(p. 31-p. XL) 


Euro 


p ä i s c li e Länder, 


G e w H c h s- 


Zahl der Art 


eu in 


Verhältniss der Familien zur 
Anzahl aller Phauerogamen. 








Abtheilungen 


Frnn]a-. 

42i°-51° 

növdl. Br. 
(Mittlere 


JeutscuJ. J-/npplaiiu. 

46°-54°64°-7i° 


( neuer, n. Dict. d. sc. naf.) 


und Familien. 


nciicll. Jjr. ] 

(Mittlere 


Mittlere 


Frankreich 


^putsclilaiid 


Lappland 




Soininer- 


Soiiunpv- 


Soiiniiev- 


Mittlere j. 


Mittlere ). 


Mittlere]. 




Wiiniie 


Warnie 


^\';iriiie 


M' iirjn p 


Warme 


Wärme 


■ 


24° -19°) 


21°-l8°) 


13°-7°C016°7rll°-l 


12°|-8°§ 


[o __80C. 


Filices. 


^ [60] T j 




1/75 


ißt 


V'^Q 


yi : 63]j 












Monocotyledo" 






1 


\ : 4 2/5 






neae. 




418 


(1:4,7) i: iiß \ 


1 : 3,8 


Cyperoideae. 


134 


102 


55 


Xf'il 


1/18 


|1/^ 


Gramineae, 


284 


143 


49 


1/13 


1/13 


1/10 


Jmiccae. 


42 


20 


20 


, V85 


1/94 


1/25 


Glumaceac i . e. 






124 ^ 


r lys *) 


1/7 n 




Sf{i}?i. praeced. 


^ 460 


2n5 


L(l: 7,9) 


(1 : 7,1) 
1/13 - 


> 1/4 


Orchideae, 


54 


44 


11(12) 


^ 1/67 


1745 














(1/41) 


L,abiatae. 


149 


72 


7 


i/24 , 


V^26 1 


1/70 










ia:'2G,3)f 


jRJiinnnthcae et 










■^ 




Scrofularin. 


147 


76 


17 


1/24 


1/24 


1/29 


Borrugineae. 


49 


26 


6 


i/U 


V"72 


1/38 


Ericinae et 














Rhododendi\ 


29 


21 


20 


1/125 


1/90 


1/25 


Compositae. 


490 


233 


33 


•1/7, 4 


1/3 


1/13 


Ihibiaceae. 








1/73 


1/70 




JJniheW ferne. 


IJO 


86 


9 


17:21 


1/22 


1/55 


Cvudfcrae. 


190 


106 


22 


1/19 


1A8 


1/23 


BlaJvnceae. 


25 


8 





1/140 


1/230 





CaiyophyJleae. 


165 


71 


29 


1/22 


1/27 


1/17 


J^eguminosae . 


230 


fl6 


14 


i 16 


1/18 


1/35 


Euphorhiaceae. 


51 


18 


i 


i/'ro 


iyl02 


1/497 


^metünceae 














(ex.cl. €asiiar.) 


69 


48 


23 


1/90 


1/40 


1/21 


Conlferae. 


19 


7 


3 


1/192 


1/269 


1/165 


^gamae cellu- 














losae. 














Phanerogamac. 


3645 
n. D. C. 


1884 

n.HülTi... 


497 

Wahlenb. 









*) Das Eing'eschlossene ist das noch Genauere, nach A. v, H. 

In Frankreicli sind die Monate, deren MitteUe]nperatur über li° C, ist; Mürz bis 
NoTbr. und (nördliclier :) Mai bis Septbr, 



35 



tische Tabelle. 



(p.XlII.-360 
Arne 



(p.XII.-33.) 
r i c a. 



Zahl d. Arten. 

nach I nach 
v.Hinnb P ur s li 



äcjuator. 

SÜd- 
America 



gemäss. 

Nord- 

Ainerica 



Verhältuiss 

dieser zu allen 
dort.Plianer02;am. 



aquator. 

Siid- 
Americn 



gemäss. 

Nord- 

America 



(p.43,-XV.) Verhältniss derFa- 
milieu (z. Zahl aller Phanerog'.) 
iu [mehr oder minder grossen 
Ländern der] verschiedenen Zo- 
ne n im Allgemeinen. 



]n d. heissen Z, 



uiittl. jährliche 
^Värme 

28° - 20° C. 
zw. 0-10°d. Br. 



remiiss. Zone. 



mittl. jährl. 
^Vänne 

10° - 13° C. 

zw. 45° -52^ 

nördl. Br. 



kalt. Z 
in.j.W 

0°— 

-l°c. 
67°- 

70° Br 



Kichtung 

der 
Zunahme : 
^ nach d, 
Nordpol. 

V nach d. 
Aequat, 

^~"— ^ nach 
beiden. 

-^f-in d. 
gemä.'s. Z. 



654 
68 

256 
9 

333 



95 

69 

30 

600 



[85] 



638 
71 

275 
19 

365 



78 

79 

80 
454 



132 




30 


50 


19 


46 


SO 


23 




40 


314 


148 




113 




28 


3880 


2890 



1/5 1/6 
i/57 
1/15 
1/430 

1/11 



1/40 

1/56 
1/129 

1/6 

1/29 

1/129 

1/204 
1/47 

1/12 



[1 



33] fWenig 
J gehirg. 
\ Land 
. 1/20 

Alte W. 



1:41/2 
1A40 
i/lO 
1/152 

1/8 



1/40 

1/36 

1/36 

1/6 

1/67 

ä/o2 
1/125 
1/72 

iyi9 

1/25 
1/105 



1: 5 
1: 22 



sehr ; 
Lira 



4 



1: 70 



1/3-1/8J 

N. Welt 

1:6 
1: 50 



1: 14 

1: 400 

1: 11 



1: 40 



1: 130 

1 : 18 11: 12 

1: 14 ll: 25 

1: 500 



1: 35 

1: 10 
1: 32 

1: 800 



1: 4 


1: 3 


1: 20 


1: 9 


1: 12 


1:10 


1: 90 


1: 25 



1: 



Mirnp 

V25 



Eiirop. 

iyioo 

4. W. 



Amer. 

1/40 



Amer. 

136 

N.W, 



1/8 I 1/6 
1: 60 
1: 40 

Eni'O'i.lAiner . 

j/18 1 1/60 
1: 2Ö0 

1: 18 
1: 80 

tiurcp.j Amer. 

ly45 1 1/25 



1: 25 



luEben. 1/15 ;1 1: 1 (?) 
Gebirge Ijh r" 



1:70 



1:25 

1:13 

1: 80 
1: 60 

1: 24 


1: 35 

500 

1: 20 



1:1(?) 



1 

J 



-^^- 






1 



1 



/ 



T' 



la Deutschland sind die Monate, deren Mittelteuiperatur iiber 11° C. ist: April bis 

Oct. , und nörd). ]\Iai — Septbr. 
In Lappland sind die Monate, derett MittelteinperaUir über 11° C. ist: Juni bis 

Aug., und nördl. Jun. — Jul, 3 * 



36 

p. 35. In der helssen Zone nehmen Lippenblumen *) und Spelz- 

blüthige verhältnissmässig' ab, unter letzteren besonders die 
Simsen und Cjperoiden; Cruciferae und Dolden fehlen dort 
fast gänzlich; unglaublicher üeberliuss ist dagegen an Le- 
guminosen , Malvaceen und Euphorbiaceen , und mit unge- 
wöhnlichen Formen glänzen dort Familien, zum Theile wie 
die Proteaceae f Diosmeae , Cfisuarinae^ Dilleniaceae und 
Calceolariae nur der südlichen Hemisphäre eigenthümlich. 
Von den bis vor dem Jahre 1815 bekannt gewordenen Pal- 
men gehören 47 Arten der heissen Zone der neuen Welt, 
von diesen gehören aber Neuholland nicht mehr als 6, wäh- 
rend in Süd- America von v. Humboldt und Bonpland 
allein 18—20 ganz neue Arten mit Bliithe und Frucht ge- 
funden und untersucht wurden, (p. 217. f.) Bei uns (in 
Europa) gedeiht Chamaerops humilis noch bei 44'' der Br., 
in Nord- America kommt Chamaerops Palmetto^ deren Stamm 
8 Klaftern hoch wird, nur bis 34° der Br. fort, w^o aber 
die Kälte des Winters der von Europa unter 44° n. Breite 

36, gleich kommt. Auf der südlichen Halbkugel sah Banks 
an den Küsten Neu-Seelands unter 38° südl. Breite noch eine 
Areca^ während in Neuholland die Parallele von 34° schon 
für die südliche Gränze der Palmen gehalten wird. (R. Brown 
Gen. Remarics p. 45). 

A. V. Humboldt's in der obigen Tabelle angegebe- 
nen Verhältnisszahlen der Familien für das tropische Süd- 
America, können die natürliche Vertheilung und Verbreitung 
der Pflanzenformen nicht auf das genaueste darstellen, weil 

37. die Reisenden nicht beständig durch die Ebenen der heissen 



unterscheiden. L'appland hat ^3 Musci et Lichenes aher nur ^^ 
Fungi ; letztere sind mehr in der gemässigten Zone, (in Siälland 
939 Fungi unter 2189 in Summa.) 
*) Frankreich hat 170 Umbellatae bei 149 Lahiatae. — Deutsch- 
land 86 Umb. bei 72 Lahiatae. (Jahrb.) ;„126 Umh. 115 Lah.'^ 
(Lachraann). — Nord- America aber (in anderem pflanzengeogra- 
phischen Reiche) hat weniger Umbellatae als Lahiatae. Vergl. p. 38. 



37 



Zone den Weg nahmen, sondern öfter über die Abhäng-e der p. 37. 
Anden, wo Floren sonst entfernter Gegenden über einander 
folgend angetroffen werden. 

Reich an Arten sind im tropischen Siid-America die 
Familien der Piperaceae , Bignonieae, die Nesselartigen, Te- 
rebinthnceae y Melasiovieae ^ Capparideae^ Passifloreae^ So- 
laneae^ ^sperifoliae^ Ruhlaceae ; A. v. Humboldt und 
Bonpland fanden 88 Arten Ton Piper und Peperomia^ 
80 von Solanum, 41 von Pignoniaj 45 von Lobelia, 32 von 
Psychotria mid verwandten, 23 Buddlcja, 47 von Saccharis, 
41 Convoivuli, 41 Lauri, (mit Pcrsea etc.) — von allen | neu; 
77 F'erbenaceae y (letztere Familie hat in Frankreich nur 
3 Arten, in Lappland keine;) 132 Rublaccae, 95 Labiniaey 
80 Malvaceaey 244 Orchideae. 

Von den dort gefundenen Cruciferae und Vnibeilafae 38. 
kommt keine in der Ebene vor, fast alle ntir in Höhen , de- 
ren mittl. jährliche Wärme unter 14° C. Senebiera pecii- 
naia kommt an den Anden <^aJto's bis 1350 Toisen Höhe 
herab, aber Drabaaretioides und andre fand A. v. H. am An- 
tisana und dein Cotopaxi bei 1900 bis 2000 Toisen Höhe, 
wo oft Schuee Tällt. Fast eben so hoch die Dolden der 
heissen Zone, als Eiyngium-Axteu ^ Hydrocotyle n. a.; am 39. 
tiefsten erscheint von ihnen Eryngimn proteifloritm auf dem 
mexicanischen Yulkane Jornllo bis 530 Toisen Höhe; nur XIF. 
die neue Hydrocot, hirsuta ist in der Ebene, aber schon am 
Ende der heissen Zone, auf Cnba. 

Gegen den Pol zu und auf Berghöhen wird das Yer- 
hältniss der Gattungen zu den in ihnen begriffenen Arten 
grösser als am Aequator, und zwar, weil auch die Galluu- 
gen wärmerer Gegenden einzelne Arten in die kälteren aus- .q 
senden , wo sie dann doch als Gattungen gezählt werden 
müssen. In Frankreich ist das Verhältniss der Arten zu 
den Gattungen = 5,7: 1., in Deutschland =4: 1., iuNorc!- 
America nach Pursh auch = 4:1. nämlich = 2891:712; 
(um Berlin 2,5: t. Kuuth), iu Lappland 2, 3 : (. Die heisse 



38 



Zone , und der Theil der südl. gemässigten in der Nähe des 
siitllicliea Wendekreises, ernährt sehr artenreiche Gattungen; 
dadurch hat Persoon das Verhältniss [der Arten zu den 
Gattungen — 10: 1. *) Bei späteren Entdeckungen in ei- 
nem und demselben Lande mehren sich nicht im bishe- 
rigen Verhältnisse gegen einander Gattungen und Arten. lu 
Pursh's Flora ^dvier. sept. und in Michaux's stehen die 
Arten an Zahl =^ ohugefähr 6 : ä, die Gattungen aber = 4:3 
p. 40. (nicht = 6: 3.). 

41 Solche botanisch -arithmetische Untersuchungen haben 

auf Gesetze geführt, die für bestijnmle Zonen gelten. Wir 

42. sehen natürliche Familien gegen die Pole zu reicher an Ar- 
ten ^verd8n , andere gegen den Aeqtiator zunehmen ; noch 
andere j wie die Lippenblüihigen, Doldeupilauzen und Cni- 
ciferae ia der gemässigten Zone am meisten verbreitet und 
nach beiden Seiten selten werden, wie obige Tabelle schon 
zeigte. Kennt man dies Gesetz einer bestimmten Familie für 
eine gegebene Zone , und weiss man die Zahl der Arten 
dieser Familie, z. B. der Gräser, die in dieser Zone, oder 
diesem Lande wachsen, so kann man nicht nur die Ge- 
sammtzahl aller dort einheimischen Phanerogamen, sondern 
auch die Menge der Arten einer andern Familie: als, der 
Lippeiiblüthigeu, der Dolden u. s. w., mit Hülfe obiger Ta- 
belle ohne grosse Rechnmig- finden. **) 



*} Dies rührt iu den hier angeführleu Beispielen auch zum Theile 
daher, weil grossere Länder aus mehreren Floren bestehen, die 
aus gleichen Gattungen doch verschiedene Arten 
haben. Persoou's Synopsis hat 22000 Species iu 2280 Gattungen. 

**) Beispiel : hat eiue Provinzial-Flora | der'deutschen Umlelliferae, 
so sind auch daiiu uugefalir | der Leguminosae Deutschlands. 
Ausnahmeu (vgl, z. ß. ins Lach mau ns Tah. : die (^"ergleichung 
der Flora Lrauuschweigs mit Deutschlands, in s. Flora von Br.) 
werden bewirkt durch Besonderheit des Bodens, mehr aber 
durch Verschiedeulieit der Grösse der Verbreitung sbezirke der Fa- 
milien, die hei verachiedener Grösse der verglichenen Provinzen die 
Pvecliuung ändert. Iu Deutschland betragen die Spelzblüthigeu 



39 



Nortl- America iu der gemässigten Zoiie wird zwar nicht p.XY. 

44 
reicher an Arten sein , als Earojja und Asien , zeichnet sich 

aber durch Pracht seiner Gewächse aus : MagnoJia iripetala 
und 31. glauca^ mit 3 bis 8 Zoll laugen Blumen und i-2 Fuss 
langen Blättern, gehen bis 43^^ und 45° n. Br., noch drei an- 
dere 3IagnoUae gedeihen wild bis 35° und 38°; Tulpea- 
bamn , 80 — 140 Fuss hoch, wild bei einer mittl. jährlichen 
Wärme, die der Aon Berlin gleichkommt; 2 J^auriy Passi- 45. 
florae, Bignonia radicans^ Arten von Limodortwi , von Cro- 
ton , von Cassia , Cactiis Opuntia kommen bis in Yirginieii 
und weiter bis 40° var^ wo die Winterkäite gleich der von 
London. Fehlen uns diese Formen, weil das Mittelmeer 
uns von Africa abschnitt? — ■ Ucpädavibar Styracißiuc konnte XVJ. 
in America von den Bergen unter 18° n. Br. sich bis in die 40. 
Ebene von Boston, (43°,}) verbreiten. Kord -America hat 
137 Bäume, Europa kaum 45. 

Aber wie die Ostseite von Nord-America so ausgezeich- 
net ist 5 so linden wir auch im Osten der allen Welt, in Ja- 
pan, unter 33 — 36° n. Br. , wo es im Winter gefriert, fast 
überall Bambos , Sago (Cycas revoluia) , Kiefern, Chainav- 
vops excelsa^ JBegoniae und Epidendraceae. 

Die südlichen gemässigten Erdstriche in Africa, Neu- 47. 
Holland und America, verhalten sich an Grösse wie 4, 9 und 10. 
Diese südlichen, durch Seeluft in ihrem Winter gemildert, 
haben im Allgemeinen noch weiter gegen den Pol zu Bäume 
als die nördliche Erdhälfte, z. B. baumartige Farrnkränter, 



^ allei- Pliaiierogamen ; diese Familie wird im Norden yerliilltuiss- 
mässig reicher: nun füllen diese lua Berlin nach K u ii t li ein g-ii- 
zes |, dies zeigt iiördlichereu Gliavakler (wozu freilicli Lei Bt;r- 
liu auch die Sümpfe beitragen, mehr aher doch die Klein- 
heit des verglichenen Distriktes von Berlin: (Sclduss- 
Exours jj. 111.) es ist daraus zu vermiitlieu, iLiss es an solchen 
Familien, die nach Süden zu sich mehren, dafür etwas ärmer 
wird, und so ist es; von Compositis , die im mittleren Deutsch- 
land |- betragen, finden sich bei Berlin nur so viel , dass die ^V 
aller Phauerogamea machen. 



40 



parasitische Orchideen, unter 46° siidl. Br. Von deu Zapfeii- 
tragendeu, 17 Gattaugen nach Richard, kommen zwischen 
deu Wendekreisen nur Ephedra y AJihxgla und uiraucaria 
excelsa an der Ostküste Neiihollands vor ; die heisse Zone 
hat dafür die verwandte Familie der Cycadeae in Menge. 
Die Strohuliferae *) und Galhuliferae *) Rieh, scheinen 
den Norden, Podocarpus ^ Dacrydiuin^ Araucaria und Üal- 
litris die südliche Hemisphäre vorzuziehen; Süd- America 
hat Araucaria und Podocarpus , aber gar keine Kiefern und 
Tannen sah A. v. Humboldt südlich von dem Isthmus, iu 
Mexico und Panama aber dichte Tannen - und Cypresseu- 
Wälder und Wachholder. Neuholland hat 3 Podocat'pi. 
_ AQ Die Conifei^ae strohuliferae machen , wie die spelz- 

blüthigen Monokotyledonen, gegen deu Pol und auf Berggi- 
pfeln, fast die Gränze der baumartigen Gewächse ; auf Neu- 
Caledonien und der Norfolksiusel fand man Araucaria ex- 
celsa ^ und von Neuhollands Gattung Podocarpus liabeu sich 
1 oder 2 Arten an Chili's Küsten eingefunden. Solche üe- 
bereiustimmung der Pflanzen des westlichen America's mit 
denen Neuhollauds sieht man auch an den americauischen 
Protsaceae j welche deu australischen mehr als den africa- 
nischeii verwandt siud. 

III. 

50. Vom gesellschaftliclien und einzelnen Vorliommen 

der Pflanzen. 

XYII- Nicht nur auf die Vertheilung der Arten aus den Pflan- 

zenfamilieu, sondern auch auf das einzelne oder gesel- 
lige Wachsen der Individuen üben der Boden und die Tem- 
peratur ihren EinÜuss aus. Denn dass einige gesellig wach- 
sen, andere einzeln, erfolgt nach bestimmten Gesetzen, und 



*) Abietinae Rieh, oder Sirobuliferae sind: Pinus, Larix, Abies, 
Cunninghamia , Agathis uud Araucaria; — Galhuliferae oder 
Cupressinae : Juniperus, Thuia, Callitris, Cupressus, Taxodium. 



41 



darum fiele uns ein einzelues Pflauzchen des gemeineu 
Haidekraiit's auf irgend eiuem Boden eben so als Aissuahine 
auf, als eine einzeln im Walde laufende Ameise. So finden 
wir nun in der gemässigten Zone der alten Welt: 
gesellig: Polygonum {wiculare, Erica vulgaris, Pinus syl- p. 51. 
vestris, Knccinium Myrtillus, Foa annua, Jiincus bu- 
fonius ; Sphagnum palustre , Dicranum glaucum , Poly- 
irichum commune , Hypnum Schreheri) u4gancus faaci- 
culaids, Ciavaria coralloides etc. 
einzeln: Gentiana ciliata, ^nthericum lAliago, Turntis gla- 
ira, Daphne Mezcreum, Lychnis dioeca, Colchicum au- 
iumnale; Tf^aissia paludosa, Phascum subulatum, Po- 
lytriclium pxliferum , ^garicus imperialis , hycoperdon 
iessellatum, Ciavaria nivea etc. 
Selten aber sind in der heissen Zone gesellige 
Pflanzen; denn die Wälder am Orinoco sind, weil sie atss 
einer grossen Anzahl Arten zusammengewachsen sind, schwer- 
lich hier anzuführen für die Bäume, und dann hat man mit 
Rhizophora 31angle, Sesuvium PoHulacastrum , Croton ar- 52. 
genteuSf Satubusa Guadua, und mit den schönen Sougain- 
villea- und G^otfo/«- Wäldern um den Ursprung des Ama- 
zonenstromes wohl alle geselligeu Pflanzen der Ebene in 
der heissen Zone der neuen Welt aufgezählt. *3 Sie finden 
sich jedoch häufiger, so wie man durch Mexico mehr nach 
dem nördlichen Wendekreise vorschreitet, oder die Anden 
hesteigt, wo man bei 1800 Toisen Höhe die Escallonia 
viyrtilloides , Brathys juniperina und Arten der 3Iolina an- 
trifft. — Von den Proteaceeu. Australiens und des Cap's der 
g. H. sind nach R. Brown nur Banksia speciosa, Ptoiea 
argentea und mellifera gesellig. 



*) Hierher wohl auch die Orchideen 'der heissen Zone, die sich 
auch darin von den nördlichen unterscheiden. — Gesellige Pflanzen 
der heissen Zone sind unter andern auch Cacti, 



42 



IV. 

Ob lind in wie weit beitle grosse Continente 
gleiche Pflanzen erzengen. 

j). 53. Dass Nord - America eiue Anzahl Pflanzen der alten 

Welt besitzt, ist ausser Zweifel; unter Pursh's 2890 uord- 

XVin.americauischen Phanerogamen sjnd 385 europäische, darunter 
39 Gräser, 28 Cyperoideae *), 32 Compositae, 21 Cruciferae, 
18 Caryophylleae. Von diesen sind aber gewiss mehrere erst 
dort eingeschlichen mit den Ansiedlern {Tlriica urens , L,eon- 
todon Taraxacut/iy Berber is vulgaris , Chelidonium maj'tis, 
Kletten), mehrere auch nicht scharf genug untersucht, wie 
auch schon Michaux die nordamericanische Buche und die 
Kastanie trennte, die Pursh zwar nicht absondern will; 
so dass obige Zahl der gemeinschaftlichen vermindert wird ; 
65. gewiss bleiben aber genug , die uubezweilelbar der gemäs- 
sigten und der kalten Zone beider Continente von Anfange 
au gemeinschaftlich angehörten, wie Circaea acpina, Iris 
sibirica, Careoc curla ^ C. divulsa, Linnaea borealis^ Cyno- 
don Dnctyloiij Genüana PneumonantJic , Dryas ociopetalay 
Bctula nana, Satyrium viride , Salioo herbacea etc. , und die 
durch ganz Europa gemeine Potentilla udnserina , ^liius glu- 
iiitosaf Solanum Dulcatnara , Polygonutn aviculare, ^tiemona 
nemorosa, ^drbutus JJva ursi, Vacciniuin uliginosum^ Pyrota 
secunda, P. iiniflora und roUmdiJoUa , 7 T^eroniccte , 6 Itu- 
66.miceSf 5 JSpilobia, 6 Potamogetones ^ 6 Chenopodia ^ 6 Ce- 
rasiia , 4 ^renariae^ 11 Ranunculi. So hat auch Japan 
nach den Beschreibungen mehrere mit America's Ostküste 
gemein. Von den Phanerogamen des ganzen America ge- 
hören 1/40 zugleich dem alten Continente au, alle übrige« 
sind ersterein eigen. (S. a. Nachtrag des End-,,Excm'ses"} 



*) Nord-America hat 275 Gläser, 71 Cyperoiilen, vou eibleieu sind 
uur iy7 beiden Gontiueuteii geiuein, vou letzteren ly3. 



.43 



Ohne Zweifel hat auch die südliche g-emässlgte Zone 
eben so einige Pflanzen (phaneroganie) mit Europa g'emein, 
wenigstens wächst Phleuvi alpinum nach R. Brown an der p, 57. 
Magellanischen Meereng'e, und Neuholland hat 45 europäische 
Phanerogamen, wovon fast die Hälfte spelzblüthige Monoko» 
tyledonen; dies ist um so auffallender, da Aphanes (uwen- 
sis, Samolus T'alerandi und Intens Meracioides dort über 
1500 Seemeilen von der Geg'end der alten Welt entfernt 
sind, w^o sie nördlich wieder erscheinen , denn keinesweges 68. 
gehen sie mit den Meridianen ununterbrochen herüber; selbst 
auf den höchsten Berg-en der heissen Zone findet man sie nicht. 

Von Neuhol lauds Monokotjledouen sind ^-^ — , von den 
Bikotjledoneu 1/193 zugleich auch in Europa, von den Aga- 
nien aber fast 1/3. — Im Ganzen gehören von Neuhollands 
4160 Pflanzen -Species 165 (:= 1/25) Europa und Nordame- 
rica zugleich an. R. Brown erwähnt nicht, welche er für 
erst später in Neuholland eingebracht hält. In Neuholland, 
Deutschland und Pennsylvanien zugleich , also in beiden 
Contineuten und zugleich in der südlichen und nördlichen 
gemässigten Zone wachsen z. B. von Dikotyledonen: 
FoientiUa JLnserina, Primella vulgaris, Samolus f'alerandi,, 
Jlydrocoiyle vulgaris^ Zapania nodiflora ; Monokotyle- 
donen: Lemna minor, Potamogeton perfoliaiuSj Scirpus 
mucronatus, Patiiciwi criis galli , Arundo Phragmites. 

In der heissen Zone zeigt sich besonders der Unter- XIV. 
schied im Vorkommen der niederen (einfacheren) und der •^^' 
höheren Pflanzen; auf den höchsten Gebirgen Mexico's, Cu- 
ba's, Peru's und Neu-Granada's finden sich Moose, die in 
Europa sehr verbreitet sind: Fiinaria hygromeiHca ; Pryum 59^ 
serpyllifolium , Br. caespiticimn , Sphagnum imlustre ^ Dicra- 
num glaucum , Meclccra viticiäosa. In den Orinocowäldern : 
Octohlepharum albidum^ welches auch Africa und Neuhol- 
land augehört. Von Flechten kommen Slicta crocaia, Par- 
melia perforata und Physcia flavicans auf kalten Bergen der 
Antillen und der Anden sowohl als auch in Schottland, 



44 



Frankreich, Spanien und den Alpen vor; in Mexico : Z,ec««o/Y« 
suhfusca wiXiX parella etc., bei Toluca und auf dem Jorullo ; 
Usnea liirta und Parmelia perlata auf Höhen Neu-Audahi- 
siens. Sind die Samen etwa vom Winde dahin geführt, wie 
einige glauben? Gewiss ist, dass manche Agameu zelligeu 
p. 60. Baues der heisseu Zone beider Continente und zugleich der 
südlichen wie der nördlichen gemässigten Zone angehören, 
wie : Siicta iomeniosa , Parmelia perforala , Sticia crocata, 
JDicranum scoparhim, letzteres auf den Gebirgen Nepal's , in 
Deutschland und Neuhollaud, ferner Hypnuin Tamarisci Sw. 
[eine Hookerm] auf Neuseeland , Janiaica , in Brasilien , Ne- 
pal, dem Cap der guten Hoffnung» *} 

Die höheren Agamen finden sich schon nicht zahlreich 

(jl, in der heissen Zone beider Continente, wie Lycopodiutn 
cermim , und taxifolium y Mavsilea quadrifoUa ^ Salvin ia na- 
ians ; von den Farrnkräutern aber sind auch uispidium pun- 
ctulatum und ^splenium monaitthsmum nicht gewiss. 

I Bei den Phanerogamen tritt ganz das Gesetz ein, 

das schon Büffon für die Thiere der heissen Zone fand. 
Unter der grossen Menge Pflanzen, die A. v. Humb. und 
Bonplaud in America zwischen den Tropen sahen, war 
(ausser den billig auch zweifelhaften baumartigen Gewächsen 

62. der Küste: Rhizophora Blangle und ^vicennia tomentosa, 
die zwar den ostindischen gleich sein sollen,) nicht eine 
dikotjledonische **), die nicht wahrscheinlich erst dort 
sich mit den Fremden eingefunden, wie ohne Zweifel Plan- 
iago major f Verhena ojjficinalis , T^aleriana rubra in ^uito 



XX. 



*) Unter 116 Lebermoosen von Java befinden sich Wenigstens 
13 europäische, noch mehrere schon in VVeslindien u. a. und über 
10 auch am Cap und auf den ostafricanischeu Inseln gefundene. (Vgl. 
Nees ab Esenb. Enum. pL crypi. Jauae et ins. adjac. Fase. I. 1830«) 

**') Vgl. Schouw in Jahrb. d. G. I. p. 37. ,,Man könnte aus Au- 
toren an 100 Species aufzählen (die zwar zwm Tlieile erst ge- 
nauer zu prüfen sind), v/elehe die heissen Gegenden America's und 
Asieii's oder Africa's , LesoJiders aber Ost- und Westiudien ge- 
meiubchaflllch besiUeu." — S. übrigens auch die llc Bcibige. 



und Mexico. Sehr ähuliche Formen fimlen nick freilich 
aus europäischen Gattungen, Alc7ie7n{lla, Wal eriana^ Rosa, 
SteUaria^ Erynghim, Ranunculu* , Tajcus, Querais etc., von 
iinsern Ajrten jedoch deutlich abweichend, so \'vie von den 
sibirischen und canadischen. Nur von Mo nokotyledouen 
fand A. v. Hunib. auch im Innern Süd-America's 20 — 24 
Spelzblüthige der alten Welt, und zwar: Cyperus mucrona- ^' 
ius, Cyperus compressus, Cyp. Hydra, Scirpus capitatus, Sc. 
acicularis, triqueter , Fiiirena uinhellata, ^hildgaardia ino- 
nosiachya, Fimhristylis dichotomn, Hypaelyplutn argenteum ; — "*• 
Panicum 3Iyurus, Sctaria glauca, Poa megastachya, P. Era- 
grostis, Lappago racemosa , Festuca Myurus, Microchloa se- 
tacea, ^ndropogon ^Uionil, avenaceus , Dactylocienium ae- 
gyptiacutn. So sind 1/7, nämlich 10/68, der südamerikanischen 
Cjperoiden beiden Continenten gemein. Junceen fand AI. v. 
Humboldt überhaupt g'ar keine, ausser obig-en Spelzblü- 6^« 
thigen aber noch vier Wasserpflanzen , die dem tropischen 
America , nördlichen Europa und Ostindien g-emeinschafllich 
augehören : Salvinia naians , Marsilea quadrifolia , Pistla 
Stratioies, Ruppia maritima. 

So sind, strenge g-euommen, nur die tropischen Dikot j- 
ledoneniu Hinsicht der Yerbreitung- mit den tropischen Thie- 
ren zu vergleichen, von welchen nämlich aus den Classen der 
Säugethiere, der Vögel und der Reptilien nach Ca vi er, 
auch der Insecten nach Latreille, nicht eine Art in der 
heissen Zone beiden Continenten g'emein ist. Was die nord- 
americanischen Thiere betrifft, so sind auch nach Cu- 
vier (gegen Büffon) die dortigen Bisons, Hirsche, Rehe, XXI. 
Kaninchen, Fischotter, Maulwürfe, Bären, Fledermäuse, " ' 
Marder, Stinkthiere gänzlich von den europäischen und sibi-^ 
rischen Arten verschieden, vielleicht auch Luchs und Bi- 
ber, und nur iiu Ursus Gulo , Canis Lupus, Ursus mari- 
iimus , dem Fuchse und vielleicht dem Renuthiere und Eleu» 



46 



tauu kein Unterschied aufgefunden werden. Yon den In- 
secten g-ilt dasselbe *") 

Bevor nun der Verf. z^figt, wie die Pflanzen nach dem 
Klima, wie weit gegen die Pole und auf die Berge sich 
verbreiten und in welchem Verhältnisse der Familien und 

Gattungen: so wird erst folgende Untersuchung: 

T 

V. 

Verg'lc'lcliiing* der Temperatur in der alten und 

neuen Welt in verseliiedenen geoprapliisclien 

Breiten 

vorausgeschickt, mit genauerer Angabe der Temi^eraturver- 

p^ gg^ hältuisse in Zahlen, als früher versucht worden. Den Gang 

87. der Untersuchung gänzlich zu wiederholen , ist hier nicht 

Raum; da das Nöthige jedoch bei der Anwendung im VI. Ca- 

pitel noch vorkommt, so genügt es, hier auf das Original zu 



*) Schouw Pfl.-Geogr. S. 433: „Es wird schwerlich möglich sein, 
die Vegetationsverscbiedenhelten bloss mit Hülfe der jetzigen kli- 
matischen Ursachen zu erklären. Mancher wird hierin einen gu- 
ten Beweis finden für die Wanderungen der Pflanzen und für die 
Meinung, dass alle Individuen einer Art ans eluem genieinschaftl» 
Punkte der Erde abstammen; indem uäm^lich vom Nordpol« gegen 
den Südpol die Länder immer mehr und mehr durch zwischen- 
liegende Meere getrennt werden. Allein dieser Beweis verliert 
sehr an Stärke, weuu man erwägt, erstlich, dass der gegen den 
Südpol zunelimendc Unterschied der Vegetation nicht nur die 
Arten betrifft, sondern auch die Gattungen und Familien, 
und zweitens, dass in der südlichen temperirten Halbkugel selbst 
zwischen Gegenden, wo Pflanzenwanderung möglich Aväre (z, B. 
zwischen der Osiküste und Westküste INeuhollands, zwischen den 
verseliiedenen TJieilen von Süd-Afrlca), der Unterschied auffallend 
ist, die Verbreitungsbezirke der Arten und Gattungen klein , und 
dass also grosse Mannlchfaltigkeit ein Hauptzug in der vegetativen 
Charakteristik der südlichen Halbkugel ist." — Yfle Wanderung 
der Pflanzen einlgermaassen statt finde, und wodurch sie gehin- 
dert werde, s. in E. Meyer: De plant is Labradoriciä lihri tres. 
{Ups. L. Voss. 1830. 8.) p. 216; 207 sq. 



47 



verweisen, dabei auch auf die schon angeführte Abhand- 
lung über die isothermen Linien in 3Iem, d'udrc., Annal, de 
Chim, und in Schweigg. Journ. f. Ch., ferner: Jahrb. der Ge- 
wächsk. I. (1818.) S. 38., aber auch Schouw's Pfl.-Geogr. 
S. 376. Hier nur hauptsächlich Resultate. — In Nord-n.xxn. 
America von Savannah in Georgien bis Boston ist die mitt- 
lere Temperatur fast durchgängig so, wie sie in Europa erst -^q^ 
sechs bis sieben Grade der Breite weiter nördlich ange- 
troffen wird. *) Denn: 



Breiten- 
grade, nördl. 



Mittlere jährliche 
Wärme. 



Alte Welt. America. 



Differenz : 
d.i., kälter in 
N. Amer. um : 



0° 


1 27°,5. 


1 27^,5. C. 1 


0^ 




20. 


1 ')'» 4 


1 25,4. 


0. 




30. 


1 21,4. 


1 1^J,4. 


2. 




40. 


1 17,3. 


1 12,5. 


4,8. 




60. 


1 10,3. 


1 3,3. 


7. 





60. I -4,8. I —4,6. I 9,4. 

wir sehen so, dass die j eni gen um die Erde gehend 



*3 Oder: es ist unter gleiclier Breite im östliclien Nord-America \im 
2 — 7° C. kälter, als im Westen der alten Welt ; s. ob. Tab. Wie 
Asien, besonders das östlicJie , unter gleiclien Parallelen kälter ist 
als Europa, so auch das östliche Nord-Amerisa kälter als die 
Westküste von N. -America. — Das Vorherrschen der Westwinde in 
den gemäss, und kalten Himmelsstrichen begründet den "Unter- 
schied der Kllmale an den Ost - und Westküsten eines und des- 
selben Contineuts, Die westllichen Winde gelangen zu einer östl. 
Küste, 'wenn sie im Winter den vorliegenden mit Scliuee und Eis 
bedeckten Contlnent bereits durchslrichen haben , bringen hingegen 
zu westlichen Küsten Luftschichten, die sich im strengsten Winter 
in Berührung mit demi grossen Oceane erwärmt haben. Das Was- 
ser des atlant. Meeres sinkt im Jan. in 40° n. Er. nicht unter4- 10,°7 K-, 
in 45° Er. nicht unter 9°, 8 herab ; es hat noch in öC^ Br. (in der 
Zone Nord-Deutschlands) eine Wintertemperatur, welche die Luft- 
schichten selbst bei Marseille im Januar nicht erreichen. — A. v. 
Humb. Hauptursachen der Temperatur-Verschiedenh. auf d. Erd- 
kürper. S. 18. 1. 



48 



geilfchfen Kfeise, "^welclie gleiche m\tü. jährliche Warme 
haben, *) nicht ganz dem Aequator parallel gehen, sondern, 
wie die magnetischen Linien, die geographischen Parallelen (der 
Breitengrade) schief schneiden unter variablen Winkeln, Setzt 
man die mittl. jährl. Wärme unter dem Aeqxiator als 
= 1, **) so findet man ohugefähr die Hälfte dieser Wärme 
(bestimmter: halb so ylel Thennometergrade über 0°) in 
Europa unter 45° u. Br. , in America unter 39° d. Br. ; — 
unter gleicher n. Br. von 40° in Eur. noch 0,63 jener Wärme, 
in Amer. nur noch 0,45; unter 50° n. Br. in Enr. noch 0,37, 
p.71.iu America 0,12. Tom 29° ***) bis 50° n. Br. findet sich ein 
XXIII. Temperaturimterschled in Europa von 12° C. , in America 
V. 16°, 5; so macht 1° Vorrücken nach Norden (bis 50° n.Br.) 
in Europa 0°,63 C. Temperaturveränderung , in America 
0^,87 ; am schnellsten schien die Wärme zwischen dem 40 — 
45ten Grade der n. Breite abzunehmen. ****} Wie im östlicheu 



*) Isotherme Linien, s. oben iu Elnl. CIIb..) nnd dem Cliärtchen. 

**) Nämlich die Wärme über des IQOtheiligen Thermometers, 
also weder von der absoluten grössten Kälte (absoluten War- 
, memangel} aufwärts, noch im Vergleiche mit der gerade uns 

angenehmsten Temperatur von 14° Re'aum. ; die Proportionenan- 
gabe ist hier also verführend, da sie von einem auch nur will- 
kührlich angenommenen (zwar vorzugsweise fest besimmba- 
ren) Punkte, dem Gefrierpunkte, ausgeht, ■ — doch praktisch. 

***) Das Original hat durch einen Druckfehler: 3S°- 

**••) So ergab es sich aus der Wärme der verglichenen 

Städte; nach Humb. Lign. isothermes [Mem. de Chim. et de 

Phys. de la Soc. d'Arc. p. 503, 70, 72) nwi. Proleg. p. 72- nimmt 

nämlich die mittlere jährliche Temperatur danach ab : 

•jn zwischen 0° und20° n. Br. in Europa um2°l C. j un neuen Contin. 2° C. 

20°— 30 — — — — 4° _ _ — _ 6° 
30^—40° — — — — 4°,! _ _ _ — 70 
40° — 50° — — — — 7° _ — _ ~ 90 
50° — 60° — — — — 5«>,5 _ — — — 7°,4 
0° — 60° — — — — 22,°6— — — — 31,°4 
andere Orte der Vergleichung zu Grunde gelegt, würden aber 
vielleicht (nach Scliouw S. 375. f.) fnr den Strich zwischen 
40° und 50° n. Br. in Europa nicht 7° W.-Abnalime ergeben 
haben, dagegen zwischen 30° und 40° n. Br. mehr als die ange- 
gebenen 4° Temperatur-Differenz. 



49 



Theile von Nordamerica die mittlere Wärme g-eeren den Pol 
zu weit mehr abiiiiumt als im westliciien Europa, so nimmt 
sie aiichrin Asien (selbst schon von Petersburg uud Moskau 

an) bis Peking' immer mehr ab. *) Die Thatsache aber, dass P» '76. 

XXIV» 

uäesciilus flava, Gymnocladus cnnadensis , ^ristoIocMa Slpho, 

Gleditsdda mo7iosperma in America sich so weit bis nach 
Louisiana uud Ohio verbreiten, hat nicht allein das etAvas 
mildere Klima westlich vom Alleghany-Gebirge, souderu 
vorzüglich die ungleiche Yerbreitung der Wärme durch die 
verschiedenen Jahreszeiten zum Grunde , wegen welcher ^^* 
auch Magnolien und andere tropische Bäume bis zum 36° 
nördl. Br. in America vorkommen, wo die S omni erwärme 
von der der Tropen nur um 4/5 Grad verschieden ist ; denn 
bis 48"^ n. Br. ergiebt sich ein viel grössei'er Unterschied 
zwischen der Sommerhitze und der Winterkälte, als bei uns, 
so dass ungeachtet der weit niedrigeren mittleren jährlichen 
Temperatur doch bei gleichem Breitengrade in America die 
mittlere Sommer warme um 4 Grade höher ist, als in 



*) Ursacben s. p. 70. Anm. — Europa verdankt ein milderes 
Klima seiner Stellung und seiner gegliederten Gestaltung : es hat 
1) den grossen erwärmieii atlant. Ocean unmittelbar im Westen; 
2} zwischen den Meridianen Europa's fällt die Aequatorialzone 
nicht ins Becken des Oceans, wie südlich von dem z. Th, deshalb 
kälteren Asien : das sandbedeckte Africa ist so gelegen , dass Eu- 
ropa von den Luftschichten erwärmt wird, welche, über Africa 
aufsteigend, sich vom Aequator gegen den Nordpol' ergiessen; — 
3) Europa erstreckt sich weniger weit gegen den Nordpol, als Ame- 
rica und Asien, ja es liegt dem grösslen eisfreien Busen nor- 
dischen Meerwassers gegenüber, der durch seine Lage gegen das 
atlant. Meer bedingt ist; die Sommergränze des Eises, welche 
nördlich von Asien und dem westl, americ. Eiscap überall schon 
im 75" d. Br. ist, zielit sich zwischen Spitzbergen und Oitgroc- 
land bis zum 80 und Slten Grade d. Br. zurück. — Das öst- 
liche Nord-America hingegen wird auch erkältet z. Th. durch 
die im Sommer in die ungeheure Kudsonsbai getriebenen Eisberge, 
die aus der Baflinsbai etc. kommen. — Nach A. v. H. in „Haupt- 
ursachen der Temp.-Verschiedenheit auf dem Erdkürper". (Berl. 
1827.) S. 19. 1. 

4 



60 



Europat *) Wie in Nord- America, so ist es auch im östlichen 
Asien. Beispiele geben für den Unterschied der Sommer- 
und Wiiitertemperatur: Philadelphia mit 2i'^ Differenz, Pe- 
king (bei derselben Breite, 39°, 640 sogar 33° Differenz; Qne^ 
bec unter 46°j47' Br, 33^ Differenz, Paris und Nantes nur 

74. 17°, Rom 19° Diff. Philadelphia unter 39° nördl. Br. hat den 
Sommer von Rom und Montpellier, den Winter Ton Wien, 
puebec's Sommer ist wärmer als der von Paris, der Winter 
kälter als der zu Petersburg. Im nördlichen China ist der 
Unterschied vielleicht noch grösser. Zu Enontekis unter 
68°,30' n. Br. ist 30°,3 C. Differenz, (Sommer 12°,7, Win- 
ter 17°, 6 C.) 

75. -Ais besonders wichtig für PÜanzengeographie ergiebt 
sich bei diesen Vergleichungen auch die Beachtung des 



*) Nacli V. Humboldt betragt der Unterschied zwischen der 
mittleren Sommer - nud der mittleren WIntertemperatiir 



luiter der ißothermen 



im westl. Theile 
'es alten Contiii. 
22° CentigT. 
20° — 
18° — 
16° — 
12° — 



im östl. Tlieile 
des neuen Cont. 
30° CentigT. 
29° — 

23° — 
22° — 
15° — 



Linie von 0° 

von 5° C. = 4 R. 

10° C. = 8 E. 

15° C. = 12 R. 

20° C. = 16 R. 

Der Unterschied zvirischen Sommer- und Winter-Temperatur be- 
tragt z. B. in Cumaiia imter 10°,27' n. Br. 10°, 1 C. ; in Rom 
unter 41°,53' n. Br. 16°3 C ; Stockholm 59°20' u. Br. 20°,2 C. 
Die (nördlich immer zunehmenden) Differenzen des einzelnen 
wärmsten und kältesten Monats sind natürlich noch grösser, noch 
weit grösser die Differenzen zwischen den absoluten jährlichen 
Extremen; s. p. 116. • — Somit nimmt die Temperatur der wärm- 
fiten Monate, wovon in höheren Breiten immer mehr für die Ve- 
getation abhängt (s. imten : Kalte Zone : Lappland) gegen die 
Pole zu bei weitem nicht in dem A^erhältnisse ab, wie die mitt- 
lere jährliche Temperatur. — Vergl. p. llö- — Im europäi- 
schen Klimasj'steme erhöht zwischen den Isolliermen von 15** 
und 5' C. , zwischen Rom und Upsala der wärmste Monat die 
mittlere jährliche Wärme um 9 — 10° C. ; weiter nördlich und in 
Ostasien und in America ist die Vermehrung noch grösser. Meni' 
d'Arcueil IIL, 554 und 515 f. 



51 



Unterschiedes der mittleren Sommer-svärme eines Ortes und der 
Geg-end von der mittleren Wärme der Tropeiigegeuden ; z. R. 
die Gegend , welche 15° C. mittlere jährliche Wärme hat, 
hat in Nord-Amei-ica, wo sie unter 36° Br. trifft, 26^,7 mitt- 
lere Sommerwärme, wobei nur 0°,8 C- zur mittleren Ae- 
quatorial- Wärme fehlt; in Euroiia aber ist unter 43"" n. Br. 
(zu Rom) bei mittl. jährl. Wärme von 15°, 8 C. nur 23 mittl. 
Sommerwärme, also 4°, 5 Abstand von der Aequatorial- 
Temperatur ; 



m. Sommer- W. 



Absfand v. 
d. Aecjuat.- 
Teiiip. 



bei m. ]. W. 

Paris in 48° i n. B. von 10^,8 C. hat: 18%9,- also: 9 ,5 

Stockholm 60° — — 5°,7 — — 15^1 — 1^,4 

nördl.Lappl. 68^— — 0° _ _ 11^,5 _ 16^ 

[America unt. 48^ — — 5^ _ _ 190^5 _ 8°,0] 

die mittl. jährl. Wärme (die Zahl der Centes. -Grade überO^) 
verhält sich zur miltleren Sommerwärme bei Rom , Paris, 
Stockholm und in Lappland unter 68^ Br. = 1: 1,5; 1: 1,8; 
1: 3,0; 1: 11,5. 

Was die heisse Zone beti-ifft, so haben sich diejenig-en p. 73- 
geirrt, welche glaubten, Asien und Africa seien heisser als ^^' 
America ; vielmehr haben Senegambien , Madras , Batavia, XX, 
Mauilla , Cumaua , die Antillen , Veracruz und Havana fast 
gleiche durchschnittliche mittlere Wärme von 25° — 27° C. ; 81. 
nur das Küstenland von Peru, und Rio Janeiro sind gemil- 
derter, ersteres wegen der Strömung vom Cap Hörn her 
am kühlsten: 22° — 15° C. — Die südliche gemässigte go, 
Zone hat bis gegen den 34*^ der Breite in beiden Continen- 
ten und Australien fast gleiches Klima; am Cap der guten 
Hoffnung, zu Port Jackson und Buenos Ayres unter 33° 
und 34° s. Br. 19°,4 bis 19°,7 mittl. jährl. Wärme, dabei XXVI. 
kältere Sommer, aber minder kalte Winter, als in der nörd- 
lichen Hemisphäre, im Ganzen Inselklima, (vergl. p. 182.) 

4 * 



62 



darum sieht man banmartig'e Fari'nkräuter und Orchideen 
bis über 40° siidl. Breite , irad andere Bäume mit immer 
p. 85. grauem Laube viel weiter; imd nur ■weg-eu der durch Nebel 
und Fallen von Schnee bis 54° Br. kühleren Sommer kann 
man die Gegend jenseits des 40° südl. Er.^kälter nennen a!s 
bei uns. Lappland treibt bei 70'^ u. Br. aber noch Kiefern 
60 Fnss hoch, wahrend an der Magellanischen Meerenge 

86. Buchen und einige Tf^iniera- Arien , nur gerade noch nicht 
für Wunder gelten. Doch ist die frühere Annahme bedeu- 
tend grösserer Kälte der südl. Erdhälfte wohl ungegrün- 
det: unter 50'^ s. Br. herrscht im dortigen Winter nicht 
so strenge Kälte, als in Preussen und dem nördl. Canada, 

82. der Winter der (61° 1/2 s. Br.) Falklandsinsehi ist milder 
als der zu London (51= \ u. Br.), obgleich schon unter 48° 

85. siidl. Br. die Sommer den Wintern von Toulon, Cadix 
imd Rom nahe kommen. (Yergl. p. 153 , f. nebst Anm.) 

Bei Yergleichung von Orten nach ihrer Erhebung über 
die Meeresfläche und ihrer Polhöhe hat sich ergeben, dass 

87. wenn man in Esnopa unter 46° Breite auf eine Berghöhe 
von 1000 Toisen steigt, dort die mittl. jährl. Wärme der- 

xxTii. »enigen von Lappland — in der heissen Zone aber bei glei- 
cher Berghöhe, derjenigen von C'alabrien und Sicilien gleich 
kommt. Denn mit den ersten 1000 Toisen, die man mitten 
in der gemässigten Zone bergauf steigt, mindert sich die 
mita. jährl. Wärme um 12° C. , (oder 9°, 6 Reaum.) und 
da man zwischen 46° und 65° n. Br. denselben Unterschied 
der mittleren jährl. Temperatur findet , *) so entsprechen 
bei uns 600 Toisen Höhe 9°, 30 der Breite, so das 60 Tois. 
oder 300 par. Fuss [näher 52 273 Toisen oder 102 Meter] 



*) S- p. 70 ; u. p. 71. Anm. Nördlicher scheint die Abnahme der 

o 

Temperatur grösser zu sein, zwischen Upsala und Umea 3°f61 
auf 3,58 Breitengrade. 



53 _ 

Erhöhung^ fast 1 Grade höherer Breite €utsi)rechen. (Vgl. 
Schouw Pfl.-6eogr. S. 490. *) 

Im südlichen Frankreich g-edeihen Maig bis zu 500 p. 163. 
ToisenHöhe, Wein bis 400 Toiseu H., aber nicht um ent- 
sprechende 10° und 8" der Breite, sondern nur 5° und 4° 
der Breite weiter nach Norden (De Ca nd olle); wonach für 
diese Culturpflanzen 90-100 T. Höhe 1° der Breite entsprä- p, xhv. 
chen. [Vgl. nach p. 153.] Esist aber durch Beobachiungeu über 
die Abnahme der Wärme in der Ebene und auf den Höhen 
gefanden (?) dass in der Mitte der gemässgteu Zone you 
der Meeresfliiche bis auf 500 T. H. jede 100 Toisen Höhe 



*) Schou^v nimmt a. a. O. unter Benutzung der bald fol- 
genden und andeier Tabellen A. v. Huuiboldt's und 
der Arbeiten R a m o n d 's , S a u s s u r e ' s u. A. , auch 
eigener, als durchschnittliches Mittel au, dass (besonders 
in Europa) 

85Tois. oder 165 | Meter Höhe 1°C. Temp. -Abnahme, also 
106 i T. od. 207 Met. — 1° Reaum. — entsprechen. 

Nach Kupffer entsprechen im Caucasus 105 Toisen 
oder (i30 F.Höhe (u. nach einer andern Beobachtung 680 F.) 
1° Reaum. Temp.-Abuahme. 

J. Herapath (über Temperatur- Abnahme und über 
Druck der Atmosphäre nach den Höhen — in ^uarterly 
Journ.qf Science, 1820. Jan. — March, p. 169-171.) findet 
im Durchschnitte 1° Fahr. Temp. -Abnahme bei 326 1/8 (engl ?) 
Fuss Höhe; sind es pariser Fuss, so ist Abnahme um 1° R. 
bei je 122 | Toisen Erhebung. 

In America kommt man zwischen den Wendekreisen 
durch 2000 Meter Erhebung in die mittlere jährl. Temp. 
Calabrieiis, in Europa unter 46° n. Br. in gleicher Höhe 
in die m. j. Wärme Lapplands. Ein Berg von 1000 M. 
Höhe unter 40° u. Er. hätte die m. j. W. der Ebene un- 
ter 60° n. Br. 

Aber die Abnahme der Temperatur beim Aufsteigen er- 
folgt nicht gleich massig, denn z. B. zwischen 



54 



in Hinsicht der mittleren jahrl. Wärme 2° d. Hr. entsprechen, 

— — — — Sommerwärme 1°,30 — — •— 

— — — — Herbstwärme 1°,24 — — — 



Höhe 


1 


Aeqnatorial-Zone. 


1 Gemässigte 






Temp. 


also Temp. -Ab-| Zone 






Abnah- 


nähme um 1°C. 




mitt!.). 


me od. 


bei je m. f. Diffe- 


Tois. 


Meter Teinp. 


Differ. 


Tois. 1 Meter Temp. renz 








27,^5C 








12° C. 










5°,7C. 


88 


170 




7°C. 


500 


974 


21, -^S 








5 










3%4f) 


147 


294 




5 2 


100 


1949 


18,°4 








— 0%2 










4 ,1 


122 


232 




4°,6 


1500 


2923 


14,°3 


7<',3tt 


68 


131 


— 4°,8 




2000 


2900 


T%3 


5%5 


91 


180 






2500 


4872 


1 °C. 













f} und fv) also unterschied fast = 1:2. 

(JJgn.isoih. a. a. O. p. 589, 592. u. P/Weg-. p. 151; s. a. 
miteu p. 150-52; das. auch Ursachen der Verschieden- 
heit tler Temperatur-Abnahme.) 

Nach dieser Tabelle entspricht im tropischen America 
(nach Coliunne 5 u. «) zwischen und 4900 Metern Höhe 
im Durchschnitte aller Differenzen 1° C. minderer 
jährl. Wärme 187 Metern Höhe ; in der gemässigten Zone 
(in Europa) zwischen und 2900 M. Höhe l"' C. = 174 
Met. Erhebung. 3Iem. (FArcuell lil. p. 592., s. a. unten 
p. 151. — Für die unterste ßegion zwischen u. 500 
Toisen Höhe iu der gemässigten Zone giebt die augezeigte 
Temp. -Differenz (von 7^ C.) auf jede 71,4 Toisen oder 
428 Ftiss Höhe l'^ C. , oder auf jede 89 1/4 T. oder 535 
F. H. 1^ R. Temp.-Abnaüme (s. p. 72. Aum., u. Tab. folg. S. 

Im Einzelnen gilt nun aber nach A. t. H. für diese 
unterste Region bei uns iu der gemäss, Zone die Temp.- 
Differenz zw. 40= und 50' n. Br. d. i. die Differenz von 
7'C. als = der Temperatur-Differenz zwischen jenen un- 
tersten 500 T. H. ; [ — aber nach Schouw a. a. O. 
S. 376 f. dürfte vielleicht die Temp.-Differenz zw. 
40^—50'' n. Er. mit „7^ C." etwas zu hoch ausgefallen 
sein, ED dass für die untersten 500 T. H. etwas mehr 
als iO"" d. Br. zu rechnen kämen, und danach von bis 
500 T. H. schon gegen je 45 Toisen H. einem Grade d. Br. 
entsprechen würden ; — und die Temp. -Differ. von nur 
5-^,5 C. (flie aber, nach Schouw, vielleicht etwas zu 



55 



also im Ganzen 1° Br. ohiig-efahr = 66 Toisen entspricht j 
vergl. in folg'ender Tab. die Differenzen : (s. oben p. 70.) 



Ebene unter 


mittl. j. Wärme 


m. Sommerw. 


m. Herbst w. 


40° Br. 


17°,3 C. 


25° C. 


17° 


50° — 


10%3 


18° 


10° 


Bergabhänge 








Höher. OTois. 








(46^ Br.) 


120 


20^ 


11» 


500 


5^ 


14°,7 J 


6° 



p. 163. 



gerhige angeschlagen ist} zwischen 50° — 60° n. Br. , die 
nur den untersten 393 T. H. entspräche , gäbe kaum 40 T. 
aufl^Br. zw. 50^-60^ n. Br. Am sichersten aber wohl, sich 
an die zuerst angeführten Durchschnittszahlen zu halten.] 

Wenn aber in der gemässigten Zone zwischen — 500 
T. H. der Temperatur - Unterschied 7° C. = 5\7 R. be- 
tragt (und erst zwischen 500 — 1000 Toisen 5°, 2 C.) so 
entsprechen gerade diese ersteren 7° C. den ,,7'^ C." Un- 
terschied zwischen 40° uiul 50 u. Br. ; aber die 5°, 2 C. 
Unterschied zwischen 500 und löOO T. H., also zwischen 
den höher liegenden 500 T. , entsprechen nicht mehr 
gänzlich den 5°, 56 C. oder 4%4 R. Temp.-Differ., -vs^elche 
nördlicher, zwischen 50^ und 60^ n, Br. sSalt findet; 
vergl. Humb, ,,BLaaptiirsachen der Teaip.-Yerschieden- 
heit etc.'-* S. 16. 

Wichtig ist aber Herapath's Einwendung a. a. O. : 
„Ich zweifle nicht , dass die scheinbar raschere Abnahme 
der Temperatur näher an der Erdoberfläche als in der 
grösseren Höhe daher kam, dass die Beobachtungen bei 
Tage gemacht wurden , und dass das Gegentlieil sich 
zeigen w^ürde, wenn sie bei Nacht gemacht ^vürden, be- 
sonders bei ruhigem und heilem Wetter." — Dieses würde 
die Vez'gleichuug ändern und gleichmässiger maclien. 

In gewisser Höhe i&t endlich (ausserhalb des Bereiches 
der Vegetation) nach y. H n m b. unter allen Breiten eine 
gleiche Temperatur, denn 

nach A. v. Humbodt: nach Gay-Lussac: 



in Höher. 2440' 
2850' 
3012 T. — l, 



iT.4-2%5 
(T.-|-2, 3 



5R. am Chimb. -h 5°, 8 über Paris. 
_}_1,6C-1- 2^0-] nach 

3 — _ _ — 2,0(— 1,2J Re- 
duction weil Paris 
schon 20 T. über d. 
Meere liegt.) 

s. a. Poggendff. Ann. XVIII., H. 3. — Dasneneste Werk 
über diese und ähnliche physikalische Verhältnisse der Erde 
ist: Lehrbuch der mathematischen und physischen Geogra- 
phie, von Dr. J. C. S c h m i d t. Götlingen. 2ter Theil : phys. 
Geogr. 1830. 544 S., mit 1 Kui)fert. 



56 

[hiernach wären zwischen 40° und 60° der Breite auf der 
Ebene die Unterschiede der |ährl. und der Sommer - und 
Herbst - Temperalur gleich gross, wahrend auf Berghohen 
die Sommerwärme nicht in gleichem Maasse abnähme. (?) 
Aber die unten iu Tab. p, 118. und die von Schouw, 
Pfl. Geogr. S. 451., aus der Schweiz angeführten Beobach- 
tungen sagen gerade das Gegentheil: sie zeigen, dass 
auf Bergen im Yergleiche mit der Ebene die Temperatur- 
Abnahme in der wärmeren Zeit des Jahres bedeutender ist 
als in der kälteren und als im Miltel , und dass die S o m- 
m e r - Temperatur der Höhen mehr als ihre mittlere Tem- 
peratur unter der der niederen Regionen zurückbleibt; in- 
dem in den höheren Regionen sowohl die Winterkälte als 
auch die Sommerwärme weniger als tiefer unten und in 
der Ebene von der mittleren jährl. Temperatur abweicht; 
vergl. a. p. 118.] — lieber Verschiedenheit des Erwachens 
der Tsgetation nach der Polhöhe s. unten: 2te Beilage. 

¥1. 
p. 88. Eiiifliiss der Höiicnverscliiedcnlieit auf die Yeg-e- 
talion in verscliiedeiien Zonen. 
(I.j Aequaforial-Zone. 

Wie die Perser die wärmere Ebene und die kühleren 
Berghöhen Iran's eigen benamen , so nennen die Peruaner 
drei verschiedene Striche nach der verschiedenen Höhe und 
89. Wärme: die Ebene (Yntica oder Pajtqyct) die gemässigtere 
höhere Gegend (Chafnpi-Yurica) und die kalte Berggegend 
X'tmci'y die Spanier nennen diese Striche Tierra caliente^ 
T. iemplada und T. fria. (Temperatur vergl. p. 150 ff.) 
Nach dieser dreifachen Abtheihiug soll A) die den Aequa- 
tor am nächsten umgebende Gegend bis 10^ siidl. und nördl. ; 
dann B.) der durchreisete Theil Mexico's von 17° — 21=" 
u. Br. betrachtet werden. 



57 

A. Aequatorial- Gegend zwischen 10° nördl. und p. 90. 
10° südl. Br. *) 

1. Heisse Region. Tierra calienie. — 3000 Toisen 
hoch , mit Sträuchern und Bäiuuen bedeckt ; abfallende Aeste 
wachsen zu Jeder Jahreszeit weiter; Wiesen fehlen; mitt- 
lere jährl. Temperatur 30° — SS''; — umfasst: 

«) an der Küste , — 100 T, Höhe, u. zwar : die Ufer des xxnii. 
antillischen Meeres, Curaaua, Carthag-ena etc.: grossentheils 
ohne Reg'en, die Erde dürr, die Küsten zu Pest geneigt; 
28^ Wärme. — Ferner Venezuela, die LJanos (i. e. plana) des 
Apnre: im Sommer verbrannt, im Winter mit Gras und Mi- 
mosen bedeckt, 31° Wärme, bei Tage 32°— 36'', bei Nacht 
30° — 31°. — Ferner die Küsten der Südsee zwischen 8° 
und 13° s. Er., wo w^em'g' Reg-en, aber Thau, Himmel 
wolkig', 22^ Wärme. Ferner die Wälder am Oricono : fast 
inierträg'liche Hitze, Schlang'en nnd Raubthiere, 26°, 6 m. 
Wärme. — ß) etwas höher bis 300 Toisen: Cumanacoa 



*) In A. V. H.'s Tahleau physique (s. a. Schonw S. 480.) waren 
■vom Fasse des AndesgeLirges ia Süd-America Lis zu seineu Hö- 
hen die Ve ge la tions - Regionen so festgestellt: 

1. Region der unterirdischen Pflanzen, (Pilze und Algen), 

2. — der Palmen und Pisanggewachse von der Meeresfläche 

bis zur Höhe von 1000 Meter oder 514 T. 

3. — baumartigen Farrnkr. v. 400 bis 1600 M. od. 205 bis 821 T. 

4. — Cinchona . v. 700 -—2900 359— 1487 T. 

5« — Wachspalme von 

Qaindiu(Ce;-orj'Zo7z) v. 1800— 2800 923 —1436 T. 

6. — IVJntera granatensis 

und Escallonia . v. 2800 — 3300 1436 — 1 692 T. 

7. — Alpeukräuter v. 3300 —4100 1692 — 2103 T. 

8. — Gräser . v.4100 — 4600 2103 — 2359 T. 

9. — Flechten . V.4600— 4900 2359 — 2512T. 

die niederen einander nicht aUsschliessend, sondern theilweise In 
einander fallend den Gewächsen nach. — Temp. vcrgl. p. 150. 

Ad 4: Die Wälder -von Cinc/iona- Arien erstrecken sich in 
gerader Länge 100 Lieuen weit in der gcjnässigten und Berg- 
Region der Provinzen Huanuco, Carabaya, Apolobaiuba und Yu- 
racardes zwischen 18°— 20° südl. Br. 



p. 14. 



58 

an Neuandalnsien; dann die Ufer des Guainia d. i. Rio ne- 

y. 94. gro, an den Gräiizen (Guyana's luid Brasiliens, reich an Ge- 

xxix. Sträuchen und Bäumen, arm au Kräutern; — Turbaco in Neu- 

Granada; Tomependa am (noch kleinen) Amazonenflusse 

zwischen den Cataracten; alle zwischen 23° und 25° m. j. W. 

95. Diese Striche, — 300 T, H. sind nun die Region der 

Palmen und 3Iusae, welche bis 500 Toisen Höhe reicht; 
Cocos nucifera, 31auHtia flexuosa, Heiiconia, Alpinia, Ca- 
rictty Caesalpinia^ Guajacum, Swietenia, Lecythis, Ttnhulus 
maximiiSf TlieophrastUy Bertholletia eocceha.^ Bonplandia iri- 
foliata etc. SchranTcia hamata, Desmanihus lacusiris, Cocco- 
loba uvifcva , Psychotria aturensis , Eltretia eocsuvca , Ipo 
moea Quamoclii , . . . Rhopala curvaia , . . . Brojnelia Ka- 
ratas; Cacti cerei ; JatropJia gossypüfolia ^ Scoparia dulcisj 
Piper caialpifolium , ^vicennia nitida , Caladium arboreum, 
etc. Fennisetimi uniflorum , Kyllingia odorata etc. u. andere. 

gg^ 2. Gemässigte Region. Tierra templada. 300- 

1100 T. Höhe, mittl. Temp. 22—17° (17° C. ~ Juliwärme 
von Paris). Schattige Bergabhänge mit ^"ellen, reine und 
gesunde Luft, Friihlingsluft , blühende Felder. Hierher: 
der Berg Cocollar in Neu-Andalusien , welcher verhältuiss- 
mässig kalt, suir 17°, 5 m. Wärme, bei nHr408T. H; dann: 
98. Caripe, wo das cuman. Capuciner-Kloster; Caracas in engem, 
^^^* schattigem Thale, reich an Cacao ; milde Wärme, aber selten 
heitere Tage; Carthago, auf heisser Ebene, Pflanzen minder 
dicht; Guaduas in Neu-Granada, mit Chinarindebäumen; Iba- 
gue am Fasse der Anden von ^uiudiü, sehr reich an Pal- 
men, heiterer Himmel, 702 T. Höhe, 220° m, Temp. ; die 
100. Stadt Popajan zwischen den mit Schnee bedeckten Vulkanen 
Sotara und Purace, reich an Quellen, fruchtbar an Pflanzen; 
die Erde beschattet und kalt, 911 T. Höhe, 18° m. \. W. ; 
die Abhänge der Andes zwischen den Orten la Ascension^ 
Mntara, Voysaco etc. 1000 T. Höhe; Loxa in Peru, vom 
augenehmsten Klima, reich an Cinchonaarten, 1060 T. Höhe, 



59 



luittl. }. W. 19^,4. — Dies ist die Region der baumar- 
tigen Farrnkräuter und der Cinc7ionae, deren einige 
{Cinchona landfolin und ovalifoUa) bis zu 1400 und 1600 
T. Höhe hinaufsteigen', andere, wie Cinch. ohJongifolia^ bis 
auf 200 Toisen Höhe her abgehen. Baumartige Farrukräuter 
(zwischen 300 und 800 T. H.): Cyathea speciosa^ villosa, 
Meniscium arborescefts , u4.sp{dium rosiraium, u4. caducum. p. 101. 
Ausser diesen: ^Ipinia occidenialis, Cipura mariinicensis ; 
von Pahnen: Blarünezia caryoiaefolia , Chamaedorea gra- 
ciliSf BactHs GacMpaeSy <Oreodojca montana^ Kunthia mon- 
tanu; dann baumartige Melastoina- Arten , Toumefortia ca- 
racasana etc. Psychoiria ietrandra eic. GaUiim caripense etc. 
Besleria qniiiduensis eic.^ Peperoviiae (300-900 T. H.), Chio- 
nantlms ptthescens ; Justicia Caracasana ti. a. Ckrosma am- 
hrosiaca, Valeriana tomentosa eic; Bocconia fruiescens^ 
CalceoJariae ^ Dorsienia^ Ocotea turhacensts und O. Pichu- 
rhii , Persea sericea , Myrisiica Otoba , Passiflora glaucay 
3Iutisia grandiflora, Tagetes pusilla, Kyllingia eloiigata^ 
Deiulrohiiuii elegaiis, Epidendron antenniferiim. 

3. Die kalte Region. Tierrafria, *) 1100-2460T.H. 



*) Im tropischen Süd-Ameiica ist die Schneegränze 2460 T. 
Baum- u. Stpaiicligräuze 16-1800 T. h. — Abstand beider von 
der Elieue =4:3 oder 3 : 2- Nach der Breite aber würde die 
Schneegränze unter 80° die Meeresfläche schneiden, die Baumgränze 
Lei 71° n, Br. : Abstand beider vom Aequator zu einander ;= 9: 8- 
Weit über die Schueelinle liiuaus liegen der Chimboraro und die 
nach Pen tl and zum Theile noch höheren Pics in Ober-Peru. 
Abstand der Getreide - von der Schneegränze 860 T. 
niittl.jährl.W. bei2460T.H.anderSchneegT. 1° 60] 

mittl. Winterw 1^20 LmChimboraco. 

mittl. Sommerw. ..... l.°25| 

Bei 9" C. m, j. W. sind die obersten Bäume oder Sträucher 
und zwar: Escallonia, Alstonia (1800 T. H.) ; Ericinae, Befa- 
riae, 1600 T. (diese alle sind jedoch nicht mit den höchsten 
Bäumen, als Pinus, sondern nur mit Alnus viridis Aer Schweiz 
oder Betula nana des Nordens (also Sträucbern, nicht Bäumen,) 
zu vergleichen. (Jahrb. d. Gewerhsk. I. 50- f.) 



102. 



60 



Beige mit ewigem Schuee *) in langen Ketten, deren 
Fuss von mildem Klima, bewaldet; der Gipfel aber fast 
kahl, mit weiten dürren Flächen, windig. (Barom, 21 Z. 
11 L, — 15 Z. 9 L.) 

a) Zwischen 1100 und 1600 Tois. Höhe: etwas kalt, 
Himmel meist lieiter|, schon scharfe Winde ,• doch noch 



*) Die Schneegränze richtet eich weniger nach den isothermen Li- 
nien, (sie ist z. B. am Chimboraco bei "-J- 1,°5 C. m. j. W., am. 
St. Gotthard bei — 6° C. m. j. W.), als vielmehr nach den Li- 
nien gleichen Sommers, nach der Hühe der Sommer-Tempera- 
tnr, der Länge des Sommers etc. Sowohl die Scimeegräuze als 
die niedrigere BaumgrÜQze gehen nicht mit einander parallel, son- 
dern convergiren vom Aequator gegen den Pol zn sowohl unter 
sich, als mit der Erdoberfläche, bis beide — unter 71° n. Er. 
die Baumgränie auf der Ebene (nördlich von 71° hüren auch auf 
der Ebene die Bäume auf) und unter 79° oder 80° n. Br. auch 
die Schneegränze — zur Meeresfläche herabkomm.en. S. unten 
Tab. p. 139. Ihre Senkung ist nicht gleichförmig, sie beträgt 
auf jeden Grad höherer Breite: 

zwischen 0° und 20° n. B. je 5,5 Toisen auf 1° Breite, 

-- 30 — 35 — — 36,66 — — _ 
V _ 35 — 45 — — 40 — — — 

— 45 — 61 — — 33.3 — — — 

— 61 — 71 — — 50 — — — 
Ueber die Gräuze des ewigen Schnee's vergl. übrigens ; Leop. 

V. Buch in Gilberts Annaleu d. Phys. XLl. — und; Scale der 
Schncelinie u. der mlttl. Temperaturhöhe in Ble'm. du Museum 
d'hist. n. XV., p. 298-, auch in Eschweiler's Annaleu d. Ge- 
wächskunde IV., Hft. 2- (näclistens erscheinend.) 

Nach Hegetsch Weiler (Reise in d. Geb. v. Glaru« ; auch 
Morgenblatt, 1829, 30« Dcbr.) ist die Schneegränze in d. ösLlicheu 
Schweiz 8000, in der westl, 8400 Fuss hoch bestimmt, nach dem 
Durchschnitte der tiefer herabgeheuden Schneezacken und der hö- 
hern abthaueuden Punkte (wie der vegetabil. Inseln in 10000 F. H. 
nach Saussiire). Einzeln stehende Berge, obgleich nacli niittl. j. 
W. kälter, werden im Somnier durch Sonn- imd VVinil leichter 
schneefrei. Die nördliche Seite des Himalaja ist höher hin- 
auf warm, wegen der grossen nördlichen Hocheböne, wie auch 
durch die kleinere Hochebene Peru's grössere Vir'^ärme der nahen 
Gebirge veranlasst wird , nocli mehr auf der östlichen Gordillere 
in Oberperu. S- p- 139- und nuten Jte Beilage. 



61 



Cincliona- Arten oft vorkommend,- waldig'eThäler, Bäche, l?ahle 
Gipfel mit Gewölke bedeckt,- mitd. ). W. 17^— 12"C. ;— die 
Stadt Ahusguer in Neu-Grauada am Abhänge der Anden, 17''W.; p. 103. 
Pasto zwischen Popayan und ^uito 14°,3 m. W. ; Sta. Fe de 
Bogota 1365 T. H. , 16,°2 m, Tenip. (am Tage meist 14° 
bis 19% bei Nacht 10°— 12°, niedrigste W. 2°,5.); Caxa- 
marca, auf der Bergebene 1464 T. h, ,- Quito am Fusse des 
Eucupichincha mit 15° m. j. W. (Terap. des Mai zu Paris) 
bei 1492 T. Höhe. 

ß) 1600—1900 T. Höhe: rauhe Einöden, von den spa- 104. 
nischen Einwohnern Paravios genannt, vielem Witternngs- 
wechsel ausgesetzt; Schneewasserbäche; Wind, Regen, Ka- xxxr. 
gel, Tag und Nacht Kälte, Nebel, selten Sonnenschein; 
12'',2— 5°,5 miltl. W. Auf dieser Höhe: Micuipampa, eine 
Stadt *) in Peru mit Silberberghaue, in 1816 T. Höhe, sehr ' 
kalt; 5° — 9° am Tage, bei Nacht + 1 und 0,4; Huancave- 
lica mit Zinnoberbane : Terap. des Pariser März. — Unter 
2050 T. H. schneiet es zw. 0^ — 10^ d. Br. äusserst selten. 

7) 1900—2460 T. H. , felsig, kaum bewohnbar, fast io5. 
ohne Bäume , erzeugt sparsam Gras und Flechten ; durch 
fallenden Schnee oft unwegsam , fürchterliche Berge der An- 
des; Getreide gedeiht nicht mehr. Erdspalten durch Frost. 
fe%5bisl°,6 mittl. ). W. Man trifft noch bei 2100 T. H. durch 
das ganze Jahr bewohnte Hirteuhäuser **) mit weidenden 
Rindern, Mauleseln und Pferden, wie die Hacienda de An- 
thana. Bei 2460 T. H. stets Schnee, bei Tage 4° bis 8= W., 
bei Nacht — 2° bis — 6". Fast auf dem Gipfel des Chim- 
bora^o sah A. v. Humboldt im Juni, Mittags, das Ther- 
mometer auf — O",»; Barometer 13 Z. 11 L. 

Pflanzen dieser Region: die Wachs-Palme von Quin- 106. 
diu d. i. Cerojcylon AndicoJa zwischen 900 und 1400 T., 
(Jinchona lancifolia., C ovaUfoIia, Gunnera, Duranta tria- 
cantha etc.; Spermacoce virgaia^ Dichondra sericea, Hiera- 



*) und **) S. Anmerk. zu p. 151. 



'62 

ciian AvUae^ Polymnin, Hex orhicularis ^ Evpigium Iiumile, 
Gesnera ulinifotia , Rusllia formosa , Buddleja polycephala, 
p. 107. B, rugosay Persea andicoJa etc, Lysiantlius y Swertia fjuch- 
dncorniSy Jf^intera graiiaiensis , Ammi cicutarium , udlche- 
tnilla aphanoideSy Quei'cus hogoiensis ^ . . . Escallonia myr- 
iilloideSy AraUa pahnata^ JVeinmannia lailfolia, Pviguicula 
calyptrata y T^alevianae ^ C'nlceolarlae, Carex picJiincheimSy 
Staehelinay Wiercmhevgia repens. Und in der Gegend des 
Schnees, 2000—2460 T. H. : Ribes friguhuiiy Rnimnculua 
Guzmanniy Gentiana quitensiSy CJinquiraga imcrophylla und 
a. Ch.y Azorella aretioideSy Lupinus rianusy Ranunculus mibi- 
genus y Asiragalus genüniflorus y Lobeiia androsacea y Gen- 
tiana caespitosa y Alcheinillae y 2 Espeletiae y 3 Culcitinftt- 
Arten, Deyeujcia rigida. 

108. B. Zwischen den Parallelen von 17° und 21° n. Br. 

(Mexico.) 

1, Heisse Region. 0—300 Toisen Höhe ; 26° mittl. 
j. W. Die Ostküsten Mexico's 25° C. ni. ^Y, ; Vera-Cruz nie- 
drigste Temp. 16% grösste Sommerhitze 36°. Unterschied 
zwischen der Temp. des Augnst's und Decbr. im Mittel 
XXXII. 50^5 c. — Ferner die Westküste 26^,8: Acapnico. Dann 

109. Havana, 25°,6 m. j. Temp. ; das Innere von Cuba 23° T, ; 
znw eilen ein kälterer Nordwind bis weit unter 8° C. ■ — 
Hier die Gewächse: von Palmen 2 Coryphae nnd Oreodoxa 
Candida^ dann Tournefortia veluthucy Cephalanihus salici- 
foliusy Rondeletia asper ay Litsaea glaucescens ; Gomphrena 
gJobosa y Crescetitia pinnata y Bignonia viminalisy Caldasia 
heterophyUa y GyvocarpuSy Thouinia decandra, Goynphia 
Tnexicanay Panicum divaricatumy L,eucophyJluvi atubiguum^ 
Cenchrus myosuroides , Haematojcylon lineatum, Sivieienia 
tneacicana etc. 

110. 2. Gemässigte Region, 300-1000 T. H., mittl. f. 
W. 25°,— 17°5. Xalapa 677 T. hoch, am östlichen Berg- 
abhange; Temp. im Winter bis auf 14° C. herabkommend; 



63 

dann Chilpanzing-o , am Ts-^estlichen Abhängte der mexicani- 
scheu Gebirg-e; Tasco; Valladolid im Königreiche Mechoa- 
can; dann die Berg-ebene auf dem Rücken der mexicanischen 
Bergkette, fruchtbar an Feldfriichten, wo unter andern Gua- 
uaxuato lieg-t; 19", 3 mittl. j. W. 

Pflanzen dieser Region: hiquidamhar ^ \Erythroocylon „_ t\±, 
mexicanum, Piper auriium^ P. terminale, Aralia digiiaia, 
Ehretia rsvoluta, Cnicus pazcuarensis , Tauquclinia corytn- 
hosa,, Symplocos coccinca^ Tagetes ienutfolia^ PsycJiotria pau- 
ciflora, ^eginetia linearis, Hojfinaimseggia gJutidulosa, Con- 
volvulus arhoresceiis , Buddleja jyarviflora , 3Iimulus glahra- 
tus, Glohularia elegans, Salvia mejcicana , T'itex nioJlis, J[r- 
butus densiflora , Caesalpinia obcordata , Eryngium protei- 
florum ly Laurus Cervantesii , Planiago jorullensis , Dnphne 
saliclfolia , Fritillaria harhata, Yucca spitiosa, Cobaea scan- 
dens, Geoj'ginne, ^dlstroeitieria kirtella, Tradescaniia pul' 
chella, Helonias virescens, Luzula alopecuros^ 4 Quercus, 
Taxus moniaiia , Podosaemum setosum , 2 Sleviae , Ban* 
fiisieria rtigosa, 

3. Kalte Region, 1100— 2350 T. H. : 17°,6—0°,8 C. 112. 
in. j. W. Höchste Baunigranze 2000 T. H. , wo Pimts oc- 
cidentalisy — zwischen ihr nnd der Schneeliuie Differenz • 
350Toisen. — Mexico 19°,25' u. Br., 1168 T. hoch: mittl. 
W. 17°; in den wärmsten Monaten bei Tage 16°— 21°, bei 
Nacht 0° — 7°, grösste .Wärme 26°. Mexico's Sommerwärme 
ist der des Juni in Paris gleich, sein Winter dem Aprilaus- 
gange zu Paris; — Toluca 15° m. W. ; — la Puerta del 
Volcan auf dem Vulkane von Toluca, 1749 T. Höhe, 9° W. — 
An den Abhängen der Berge Coffre de Perote, Yolcan de 
Toluca u. a. in 2000 T. H. : m. j. Temp. 7°,5 C; im Septbr. xxxm. 
auf des letzteren Gipfel, 2372 T. H. , Mittags, nur 4,°3. ^*^' 
Zwischen 17—21° Br. schneiet es gegen 1750 T. Höhe oft. 

Pflanzen: Peperomia umbilicata , Quercus crassipes, 
Rosa mexicana, Alnus, Ckeirosiemon platanoides , Krame- • 
rtUf Gastille ja tolucensis^ Buddleja perfoliala, Pinguicula 



64 



maci'op7iyl/a, Lopezia pumila, Sihthorpln retusa, DalM'a su- 
perba , Salvia cardhialis , Cniciis tolucensis , Poientilla nana^ 
Andromcda ledifolia , 2 Arhuti , Pyrola verticillaia , Eryn- 
gium bro?nelinefoUum und E. Phyieuma. — Gegen die Schnee- 
gräuze: Arenaria hryoides , Lychnis puichra^ Chelone gen- 
iianoides , Cnicus niunlis. 
p, 1 J4, Aber obgleich Mexico fast gleiche miül. j. W. mit Siid- 

America im Durchschuitte hat, so variirt doch diese in Mexi- 
co in den einzehieu Jahreszeiten weit mehr, wegen der kal- 
ten Nordwinde; daher grünen viele mexicanische Gewächse, 
an Kälte gewöhnt, wie Cohaea, auch zu Paris noch im No- 
115. vember (kaum 6" C.) — Die Temperatur variirt uäralich 
durch die Jahreszeiten so : 



Hohe iu 
Toisen. 



Süd- America zw. 0^-| 
10"' iiördl. u. sudl. Er. 



Mexico zw. 17°-20° 
uiirdl. Br. 



Mitll, j. die Temp. vaiiiil 
Wärme. durcfi das Jahr : 



Mittl. j. 
Wiirme. 



d. Temp. variirtl ^_^ 
durchs Jahr um 






27°,5 G. 


500 T. 


20°,5 


1000 


18°,5 


1500 


13^,5 


2000 


6°,8 


2500 


+1°,5 



11, "^5 zuGumana j 
12^^,7 - Caracas 
. . . - Popayaiif 
16 °0 - Quito 



26,^ 
19, "8 

iö,°o 

14. °0 

7°.5 

19° auf dem Pi-| — 1°,0 

chliicha 



16°z'i Vera Griiz\ 
. . . - Encero 
22° - Valladolidl 
...RealdelMonlel 



W 



116. Noch auffallender zeigt sich der Unterschied der mittl. 

Wärme des heissesten von der mittl. W. des kältesten 
Monats vom Aequator bis nach Norden liin immer mehr 
wachsend; (vergl. p. 75. und Aum.) 

Cumana 10° Breite 2°, 4 Temp. -Unterschied, 

Havana 23=',8 - 7° - 

Nafchez 31° - 17° 

Philadelphia 39,5- 24 ,6 - 

Quebec 46^,5 - 33° - 

Naiu 57° - 35°3 



248. [X^' Uebergangszone *) :] Canarische Inseln. 

Untere Schneegränze über Teneriffa, unter 28° 17' n. Br,, 
um 1950 T. H. anzunehmen ; der Pic nur 1909 T. hoch. — 

*) Vgl. a. unten: 3te Beilage; und L. v»Buch in ßerl. Abh. d. Akad. 
d. Wissenscb. und in Edinb. Newphilos. Journ, 1826| Apr. — Jun. 



65 



Bmimgränze (der Pinuscanar.') in 1116 T. Höhe. Junipenis 
Ojcjcedr«« geht auf Palma bis 1200 Toisen hoch. — 1. Äfri- 
cauische Region: 0—200 T. H. , miltl. j. W. im Hafen 
2C,7 C. Criihmutnlatifoliumf Euphorbia canariensis, E.haU 
samifera, Prenanthes spinosa. — 2. Angebaute Region: 
Wein, Getreide, bis 430 T. Daphne Gmd'utm, Bosea Yer- 
vamoraf Canarina Campanula etc. — Region der Laiiri — 
bis 680 T. LiCmrus indlca^ foetens^ barbusana. Hex Perado^ 
^rdisia excelsa , Euphorbia piscatoria , Erica scoparia , ar- 
horea. — Region der Pinus bis 980 T. — Pinus canarien- 
sisy Spartium microphyllum etc. — Region der Retama bis 
1730 T. Spartium nubigenum 994 — 1605 T. TioJa chei- 
ranthifoliay Jutiiperus Ojcycedrus^ Festuca laxa. 

[Auf Madeira (nach Kühl, in Flora 1821, S. 225 f.) 
Die Regionen: 1. Cacti bis 630 Fuss hoch. — 2. "VVein 
vom Ufer bis 2030 F. — 3. Castanien 2030—2950. Filices 
RumiceSy Teucria etc. — 4. Sj)artien bis 3920 F. — 5. Eri- 
cae bis 5300 F. H. oder C^ipfel des Pico Ruivo, baumartige 
Vacciniay Lauri. — Zwischen der 4. und 5ten Region ein 
Strich voll Pteris aqtiilina und einigen andern Filices, deren 
grosse Masse von 3920 bis 4080 F. reicht; Laubholz geht 
nicht bis zum Gipfel, oben nur Ericae. — Keine Pinus- 
Region. Die nordischen Familien : Sajcifragae, Caryophyl- 
leae f ^mentaceae, Coniferao fehlen ganz.] 

[Neapel: darüber s. Tenore Essai sur Ja geogr. phys. 
et bot. du roy. de Waples. 1827. 130 S. 8. m. 2 Charten. — 
Gott. gel. Auz. 1829. — Der höchste Berg-, der Gran Sasso 
in den Abruzzen ist 9377 F. hoch üb. d. M., fast das ganze 
Jahr mit Schnee bedeckt. Calabriens Berge 5 — 7000 F. h. 
und darüber. -^- Regionen nach d. Verf. ; 1. Meerstraiids- 
R. : Weiden, Pappeln ; Weinbau; Phillyreae, Juniperus (hry- 
cedru^; Eryng. marit. etc. ; an Felsen Mesembrianthema etc. 
2. Reg. der mittelläud. Ebenen bis 80 T. H. ; Birnbaum, 
Ulme ; U. camp., Rhamnus Alaternus etc. ; 3. R. der Hügel 
50 — 150 T. H. : häufig Lava worauf Flechten: Stereocaulon 

5 



66 

paschale u. a,, Spartium JunceutHy Pteris nquil. nnd Scrofu- 
laria bicolov finden sich darauf zuerst ein. Olea enropaea, 
^iiercus Ilea-y Pinus Pinea (angebaut) , Cercis Siliqnastrum. 
4 Ite Waldregion 150-400 T.H., besteht ganz aus grossen 
Waldbäuinen, z. B. Quercus Robur und C'erris], Acer Pseu- 
dopJatamis und Castanea vesca. 5. 2te Waldregion 400- 
600 T. , hier zuerst die Buche, mit untermischten Nadel- 
hölzern. Atropa Belladonna etc. 6. Gebirgige Region 
600 — 800 T. , auch wohl Wiesen-Reg. zu nemien : Kräuter, 
sonst nur Pinus 3highus und Junij}etHis Sahina. 7. Ite Al- 
pen- Reg. Gipfel der Berge der vorigen Reg. ; bis 900 T. H., 
nur Felsen; Soldanella u. a. Alpenpfl. 8. 2te Alpen-Reg., 
bis 1000 T. H. : nur noch einige Halbsträucher {Salijc re- 
lusa, Arhutus Uua ursi)', Genlianen, Saxif ragen, Anemonen 
u. a. 9. 3te Alpen-Reg. 1000—1500 T. ; nur einige kl. 
Alpenpfl. in der kurzen Zeit, wo der Schnee schmilzt: An- 
drosace villosa und T'itaJiana^ Saxifraga opposiiifolia, hry- 
oides etc. — hier lebt die Gemse und nisten Adler. 10. Eis- 
Region: Cetraria islandica^ zugleich wenige Alpenpflanzen: 
Draba cuspidnta , Artemisia mutellina , hepidium alpijtum 
n. a. — — Von Bäumen sind in Neapel Zapfenbäume und 
Kätzchentragende vorherrschend ; als : Pinus Larijc^ hruttia 
Picea, Jialepensis, Juniperus Ojrycedrus und plioenicea^ selt- 
ner J. cojninunis inid Sabina und Taxus haccata ; Quercus 
Robur fast in allen Waldungen, Qu. pedunculata, austriaca^ 
npennina, bruttla und TJiomasii ^ Qu. Tlex ^ Suber, Pseudo- 
Suber und Cerris , nur letztere erhebt sich zur Region der 
Buche, wo sie oft grosse schöne Waldungen bildet,] 

pag. 
XXXIV. (^I-) Gemässigte Zone. 

117. Siid-America hat noch Städte über der Höhe der Pjre- 

näengipfel, selbst Wohnungen 200 Toisen höher als der Gi- 
pfel des Pic's von Teneriffa ; nicht so ist es in Europa, und 
hier fehlen darum auch noch durch fortgesetzte Beobach- 
tungen zu machende genaue Angaben der Temperatur. Bei 



67 



dem, was aus dem bisher Gesammelten hier als Resultat 
mitgetheilt wird, istuachDe Candolle's Bcraerkung-, dass 
in unserer Zone das Leben der nur im Sommer grünenden 
Gewächse, die im Winter durch Frost erstarren, einzig- von 
der mittleren Temperatur der av ärmsten Sommer- 
monate abhäüg-t, die Angabe dieser letzteren hier auch 
vorzüg-lich berücksichtiget. 

Zwischen 45* und 47° n. Br. ist die m. Temperatur 

in Höhe ronlm. Jährl. Temp.| des kältesten [des wärmsten 
Toisen : 1 

and.Seeküste . 12%5 C. . . 2°,4 C. . . 21%0 C. p. 118. 

zu Genf 180 . 9^6 — 

Teg-ernsee 382 . 5^,8 — 

Klost. Peis- 
senberg in 
Baiern 511 . 5' — 

Chamouny 528 . 4^ — 

Hospiz auf 
d.St.Gott- 
hard 1C65 —0^9— . .— 9%4 — . . 2%5 — 

ColdeGeantl763 — 6°,0 — 2°,5 — 

Zu bemerken ist auch, dass auf Berghohen der Unter- 
schied zwischen der Temperatur des Sommers und Winters 
und der von Tag' und Nacht geringer ist, als in den Ebenen. 
In Europa's gemässig-ter Zone blüht der Pfirsichbaum zu der 
Zeit, wenn die mittl. Wärme des Monats 5^,5 C. ist; der 
Pflaumenbaum bei 8%2 ; und die g;emeine Birke schlägt aus 
bei 11°. Letztere mittl. Temp. (11° für die Birke) hat zu 
Rom der März, zu Philadelphia die Mitte des April's, zu 
Paris der Mai , zu üpsala die Mitte des Juni ; *) bei dem 
Hospiz auf dem St. Gotthard, wo der wärmste Monat kaum 
8° mittl. Wärme hat, kann die Birke nicht mehr wachsen. 

Zwischen 40° und 60° n. Br. und weiter wird ferner -120. 
die mittl. jährl. Wärme durch die des wärmsten Monats 
um 9° C. übertroffen. 



1 Monats : 


Mona! es : 


. . 2°,4 C. 


. . 21%0 C. 


. . 1^2 - 


. . 19°,2 — 


. .— 5°,5 — 


. . 15°,2 — 


. .— 6°,2 — 


. 13%9 — 




. 13^0 — 



*} Vergl. unten die 2te Beilage: nach SchiiMcr. 



68 



A. Der Caucasiis. 42«— 43° n. Br. 

Gränze des ewigen Schnees auf dem Kasbek 1650 Toiseu 
pa?. hoch, uach Eng-elhardt und Parrot; *) oberste Grauze 
XXXV. des Rhododendron caucasicmn 1380 ', der Eberesche (Sorb. 
uucuparia) und Saline caprea 1250 T. ; Jimiperus obJonga 
und Az.alea pontica 1050 T. ; [Birke, JB. «?&«, uach En- 
g-elh. und P. im Mittel nur bis 870 Tois. Höhe, nur an 
einer günstigen Lage 1050 T. H. Eine Schneedecke , die 
noch 753 Toisen über die Schneelinie hinaufgeht, drückt 
auf dem Kasbek die Yegetation herunter. — Nach Kupffer 
entsprechen am Caucasus 630 (oder 680) Fuss Niveau-Dif- 
ferenz 1° Reaum. Temperatur-Differenz.] Hafer und Gerste 
121. 1020, Kiefer (P. sylvestris) 912 Tois.; Eiche 450 T. Höhe. 
Cerastium Kasbek **) geht bis über die Schneegränze , bis 
1813 T. Höhe; zwischen der Schneegränze und der des 
Rliododendron cancasicum wachsen : Leontodon nivalis, Saxi- 
fraga granulata, caespitosaetc.^ ^arenaria lychnidea, 2 Buniaj 
^ira humtlis, Cavex atrojusca , Polygonmn vnginatum , ^l- 
cliemiUa pubescens, ödster alpinus^ Weroiüca getiiianoideSy 
Hypericum hyssopifolium^ Ranunculus caucasicus , Centaurea 
ochroleuca^ noch Cerastium alpinum^ C. frigidum, Swertia 
perennis, Primula JongifoJia^ Ajuga orieniaJis, Scrofularia 
antJiemifolia etc. (Gräser eigentlich wenig.... Parrot.) 



*") Ganze Höhe des Kasbek 2400 Tois. ; Differenz z\\ischen Getrelde- 
und iSchneegi äiize 630 Tois.; Baiiingiäuze 1000 Toisen: höchster 
Baum Betula alba. Zwischen der Gränze der Sliäucher und der 
Schneegr.Hnze 350 T. J zwischen der Gränze der Bäume und der 
Schneegränze 675 T. — S. übrigens P a r r o t Physik der Erde. 
(1815). S, 205 f. — Hippophae. rhamnoides , dort Breniiliolz, 
geht bis 940 Toiseu hoch. 

**) zu Cerastium arvense gehörig. M. a Bleb, Fl. Taurico-Cauc. 
m. , 320. 



69 

B. Die Pyrenäen. 42° 1/2—43° n. Bi-. *) 
Unterste ScIineegTänze 1400 Toisen, unter fast g-leicher 
Breite um 250 Toisen tiefer als im Caucasus; auch auf dem 
Aetna 37^1y2 n. Br. geht sie bis 1500 Tois. herab. In den 
P^'reuäeu ist sie hiernach eig'eutlich zu tief, auf dem Cauca- 
sus zu hoch. Dies häiig't nach LeopokI v. Buch nicht so- 
wohl von der mittl. jährl. Wärme ab, als viehnehr von 
der Summe der Temperaturen der Monate, wo es nicJit 
schueiet und die daher über 0° Wärme haben; die Pyre- 
näen sind aber näher an grösseren Meeren, die die Sommer 
kühlen. — Mittl. jährl. Warnte an der Schneegiäuze in den 
Pjreuäeu bei 1400 T. H. ist 3,°5 C. Obere Gräiize der 
K-iefer (^Pinus unciiuita s. sanguinea L,npeyr. und P. rubra 
Mill'y letztere ist nicht P. rubra WiHd. , sondern Pinus 
sylu., auch : Pin WEcosse) 1250 T. , Weisstanne 1000 T., Tax- 
hdiiim {Taxus haccaia)^WVo\%.^ Stieleiche 750 Toisen. Die 
Rothtaune (P. Ahies />,), die iu den Schweizer-Alpen die p. 123. 
Baumgränze bezeichnet, wird in den Pyrenäen fast nirgends 
in Höhen g-efunden; die Weissbirke erreicht die Pinus rubra 
nicht. Die Baumgränze 1150 — 1200 Tois.; RJiododendra 
am meisten zwischen 900 und 1300 Toisen. Ueber der 
SchneegTänze : Saxifraga oppositifolia^ S. grönlandica ^ S. 
androsacea , RanuncuJus glacialis. — An der Schneegräuze : 
Salix herhaceay ^ndrosace villosa^ Gentiana verna, A.retia 
alpina^ Carex curvula, Silene acaulis, Sempervivum tnonia- 
num und arachnoideum ^ Sibbaldia procumbens^ Saxifraga 
petraea und muscoideSj Azalea procwnbensy BuJbocodium 
vernum. **) 



*) Ueber die Pyrenäen, Alpen und die scandinavischen Gebirge, 
•vergl. Schoiiw in 8. Specimen geographiae physicae compara- 
tivae 1828, und in Berghaus 's Annalen der Erdkunde, 1828, 
October , November. 

**) Charakter der südeuropäischen Alpenflora, nach dem Ha- 
biuis: f. die Zahl der einjährigen Pflanzen ist sehr klein; 2- die 
Blumen sind im Yerhältnisse zur ganzen Pilanze von bedeutender 



70 



C Die Schweizer Alpen 45° 3/4— 46" lyS. 

!»• 125. Untere Gränze des ewigen Schnees 1370 Toisen [in der 

östlichen Schweiz 8000 Fass im Durchschnitte aller Zacken, 



Grösse ; 3. die Farben der Blumen, so wie die der Pflanzen über- 
haupt, siud lebhafter und reiner j 4- die Alpeiipüanzen liel'ern dem 
Viebe kräftigere ^Nahrung ; es sind darunter veriiältnissmässig mehr 
bittere, gcwür^bafle , überhaupt Arznei-Gewächse; 5- Pflanzen 
niit Stacheln und sehr behaarte kommen in den Alpeuregionen 
seltener vor. (Schouw a. a. O. 460-) Vergl. unten p. 154. 
Anm. -f. nordische Pflanzen. 

dergleichen wir die Gebirgsflora des mittl. und südl. 
Europa (oder die Pflanzen die über 4000 Fuss Yorkommen) mit der 
Flora der Ebenen auf gleiche Breite, so bemerken wir, dass 1} 
tropi che Familien, von welchen die Ebenen der tenip, Zone noch 
Repräsentanten aufweisen, in der Gebirgsflora gänzlich verschwin- 
den : Palmae , Aristolochiae ', und dass Familien, die in der heis- 
seo Zone ihr Maximum haben, in der Gebirgsflora ganz vermisst 
Werden : Malfaceae, Aroidaae, Laurinae , T'erehinthaceae ; — 2) 
andere Familien, die iu der heissen Z. ihr Maximum haben u. ia 
der temp. Zone abnehmen, m der Gebirgsflora noch naehr ab- 
nehmen oder auch mir Repräsentanten haben, z. B. Leguminosae 
in der Ebene 1/11 — 1/12, in der Gebirgsflora 1/21; Euphorbia- 
Ceae l/o6 u. ij2,ö5- ■ — 3) Viele Familien, die in der Ebene der 
lemp. Zone iiir Maximum haben, bilden iu der Gebirgsflora ohn- 
.gefähr das nämliche Verliällniss, z. B. Compositae , Cruciferae, 
LPmhelUf,, Rosaceae, Hubiaceaa (^Ställatae'), Ranunculaceae. An- 
dere dieser Familien nehmen gegen die Schneelinie , wie gegea 
den Pol, ab: Liliaceae 1/35 — 1/47, Lahiatae 1/23 — 1/37. Auch 
die Gräser werden in der Höhe weniger zahlreich, 1/13 — 1/18. 
Einige treten in verschiedenen Untergruppen hervor, z. B. von den 
Caryophylleaehabun i\\& AlsiiieaeuT. den höheren Regionen ihr Ma- 
ximum. — 4) Dagegen nehmen folgende Familien in den hohem 
Regionen dem Verhältnisse nach zu : Cariceae, Amentaceae, Pri- 
mulaceae, Gentianeae, Saxifrageae , Musci, Lichenesj fast alle 
diese auch mehr und weniger nach dem Pole zu.] — In Hin- 
sicht der Verhältnisse der Familien leidet folglich die Vegetation 
im mittl. und südl. Europa ohngefähr die nämliclien Verände- 
rungen als vom südliclieu Europa zu den subpolaren und pola- 
ren Ländern; Ausualunen fast nur: dass Primulaceae nicht eben 
gegen den Pol zuneluneu , auch Compositae und Stellatae nicht 
entspreclien , dagegen Carices im Norden noch häufiger sind. 
(Schouw a. a= O. S. 456- f.) 



71 



hl der westlichen 8400 nach Hege t schwel 1er *) ; in der 
südlichen 8600 F.] ; oberste Gränze der Salijc Iterbacea. re- „„„ 
iusa uud reticulata 1270 T., des Rhododendron ferrngineum xxxvi. 
und hirsutum (welche den Befariae der Andes nach Stand- 
orte und Form entsprechen,) 1170 T. ; Rhodod. ferrugineum 
kommt iu den Alpen selten weiter als zn 750 Tois. herab, 
iu Tjrol zuweilen zu 350 T. , in Salzburg- sehr selten bis 
zu 200 Toisen; ferner höchste Graaze der Alnus viridis 
1020 T. , Pinus ^bies 920, P. sylvestris var. montana «lud 
P. hariüc 870, P. Picea 750, Weissbirke 700—750, Roth- 
buche 680 T., Quercus Rohur ß d. i. (). sessilijlora De C. 550. 
Getreide 550, [zuweilen bis 700 und 900 T., 5,auf den iso- 
lirten Bergen 2700 Meter oder 1384 Toisen"?j des Kirsch- 
baums (Prunus Cerfisus) 500, der Walluuss und Casianea 
vesca 400, des Weins 289 T. ; letztere im südlichen Frank- 
reich seihst bei 400 T. Höhe. Baumgränze im Allgemei- 
nen 920; Silene acaiiJis bis 1780; (in Süd- America g-ehen 
von Dikotjledonen fast nur Cidciiium und Espeleiia über 126. 
die Gräser hinauf). — Ueber der Schneegränze findet man: 

Saocifraga opposiiifolia , Cherleria sedoides, Gentiana 127. 
prostrata p-, Gent, verna ß., Silene acaulis^ Areiia lielveticciy 



In dei' Ebene der wärmeren temp. Zone herrschen durch Zahl 
der Arten vor: Compositae , Leguminosae , Gramineae'j uud 
nach diesen In Europa: Lahiatae , Cruciferae , Umbellif. , Ga- 
ry ophylleae, ohngefahr gleich zahlreich. Im Hoc h laude des s ü d I^ 
Europa Compositae, dann Cjperac., Alsineae, Gramin., Crucif., 
Legumin., Rosac, Saxijrageae, Umhelliferae. Nach Zahl der In- 
dividuen herrschen vor : Amentaceae, Gram., Rhododendraceae. 
a. a. O., 439. Das Hochland hat manche elgenlhümliche Gal- 
liiugen, die zunx Theile auch in den Polarlanderu vorkom.- 
men, letztere : Braya, Dryas , Kohresia etc. 
*) (Mittl. jährl. Wärme in jener HoIie — 4° C. 
Winter-Temperatur - — 10° C, 

Temperatur im August - — j— 6'' C. 

llüclistcr Baum nördlicli : Pinus Abies bei 920 T. H. ; südlich : 
r. Larix bei 1050 T. Zwischen der Getreide - und Schneegräiize 
700 Tolseu Dilferenz.) 



n 

ChrysaniJieinum alphium , Saxifraga muscoideSy Draha ai- 
.'•-■; zoides^ ^rnica scorpioides ß., Lepidiutn alpinutny Iberis ro- 
UmdJfoKa^ Pedtcularis rosirata^ Saxifrnga bryoides , Sa7i.)c 
herhacea, Bartsia alpina , ^veita versicolor , Carex curvula. 
Zwischen der Schiieegränze und der oberen des Rho- 
dodendron Jiirsiäum: Phellandrhnn 3ItiteHina^ SoldaneUa al- 
pina ^y AlchcmtUa peniaphylla ^ Ranuncutus gtacialis^ R. py- 
renaeusy Stellaria cerasiioides ^ Cerastium latifolium ^ Avena 
aii'oides, Cavex nigra, Seneclo ahrotanifolius^ Artemisia gla- 
cialisy Rumex digyims , udzalea procera, T'acciiiiutn uligino- 
sin/iy Festiica putnila, Juncus irifidvs, Orchis nigra\ Ophrys 
alpina f T'evonica alpina^ Priinula villosa, Campanula har- 
bata , Trifolimn alpimwi , Tussilago alp. , Draba iovieniosa, 
LiConiodon alpinus, Aniirrhinum alpimim^ Sesslevia coeindea^ 
Arenaria saxatilis , Erigeron vmßorus , Senecio incanus, 
AcJiillea nana, Ranunciilus alpesiris , Phaca frigida und 
tnoniana , Poientilla aurea , Geum reptans , Festuca putnila^ 

\y. 128. P^^'' disiicha. Arenaria polygonoides, Veronica aphyJla, Sa- 
ocifraga aizoon , S. androsacea , Polygonum viuiparum , ^S"«- 

" " lix reUisa^ herbacea, reticnlata^ Cistus- alpesiris , Pedicida- 
ris veriicillata, Geniiaua acanlis, RJiododcndron femigineiivi. 
In der südlichen Schweiz und den nach Süden ge- 
leg'enen Alpen ist die Schneegranze fast dieselbe, aber Abies, 
Fagus nnd Juglans nähern sich ihr mehr, nämlich nicht zu 
450 Toisen, sondern mir 320 Toisen Abstand. *^ 



*) Die Weisstaune geht in den Vogeseu mir 2800 Fuss hoch, 
(iu den Alpen 5000 Fiiss.) ]3ie Birke kümmert hier schon bei 
2000 F. noch mehr bei 3000 F.; nur bis 2000 F. steigt dort die 
Kiefer, am Sooawalde mir bis 1500 F.; Buche kümmert 
zwischen 2600 F. und 3200 F.; Eiche verschwindet sclion un- 
ter 2600 ganz. — Lintz, Ueber die Gräuze zwischen Feld- u. 
Waldcullur. Bonn, 1821. 

,,7800 F. h. (über dem mitlelland. Meere) ist das Ende alles ve- 
getabilischen Lebens in den Alpen des Berner Oberlandes; 
6500 1'. äusserste Gränze der Holzvegelaliou ; so hoch aiimlicli 
noch Rhododendron ferrugiiieum. 



73 

Z>. Die Karpathen, 49° n. Br. p, 249. 

s. a.. p. 139. niid Wahlenberg- Flora Carpathorum prin- 
cipalium. 1814. 

Untere Schneegränze uuter 49°10' n. Br. bei 1330 T. 

Höhe; Gränze der Salix, retusa und S. herhacea 1100 T., 

der Finus Fumilio 930 T., F. Ahies 760 T. — P. Fumilio 

geht von 700 T. H. an *) bis 930 — , F. Ahies^ und selte- 



6350 F. Glänze der Arve d, i. Pinus Cemhra : diese hat noch 

als Nachbarin der Gletscher — aufrechten baumartigen 

Wuchs; — {Pin. sylvestris wird hoch oben zur Legföhre.) 

6200 F. Gränze von Pinus Abies; 

6000 — — Pinus Larix, diese zuletzt kriechend. ■ — Mit 

■wenigen nur localen Ausnahmen ist diese Folge richtig. 
3300 F. iiber d. m. M., = 1500 F. über dem Thuner See Nuss- 

baumgränze und Ende der Thalregion. 
4000 F. Gräuze des wilden Süsskirschbaums} bis hieher Region 
der Voralpen. (Die Region der Kühalpen ist der Rücken der 
Gebirge bis zur Gränze des Holzwachsthnms d. i, 6500 F. über 
d. m. M. ; die der Schaafalpen geht bis zum Ersterben alles 
Pflanzeuwachsthums r=:r 7800 F. h.) — Angaben von Kasthofer 
(Ueber die Berner Kühalpen, 1818- 2te Aufl.). 

Leop, V. Buch erhielt für 45° 1/4 bis 46'^ 1/2 n. Br. folgende 
Resultate im Mittel und nach Befreiung von Zufälligkeilen: 
Schiieegräuze 8520 F. od-, 1420 T, Buchengränze 4815 F. od. 802T. 



Kirschbaumgr. 4164 649 — 

Nussbaumgr. 3564 594 — 

Weiiibau-Gr. 2432 405 — 



Rhododendr, 

obere Gr. 6840 1140 — 

Tannengr. 

{Pin. Ahies) ^iOQ 1070- 

Die Vertheilung und Zahlenverhältnisse der verschiedenen Pfl.- 
Familien in der Schweiz s. in R in gier 's Diss. de distrib. 
geogr.pl. Helv. Tüb. 1823. und Auszug in Schweigg. Journ. 
f. Gliemie etc Neue Reihe, X., 1. J vgl, übrigens ualen im ,,Ex- 
curse" die bei dieser und äimlicher Tabellen Benutzung zu beob- 
achtenden Rücksichten. Es ist die nachträgliche Angabe zu wün- 
schen, auf welche Art und Grundlagen die Bestimmung der 
absol. Zahl der Pfl. gewisser Höhen gemacht ist, ob bloss nach 
Angaben in Büchern: „habitat . . . .": dann konnten manche 
fehlen, die auch oben wacliseii, von welclien aber in Floren 
nicht specicll gesagt ist, dass sie so hoch hinauf oder herab 
gehen ; was die Verhältnisse ändert. 

*) Das Knieholz, P. Pumilio, fängt bei 4200 Fuss Höhe au, über- 
hand zu nehmen; ohngefähr 500 Fuss niedriger fängt diese Region 
im scblcäischen (icbirge an. 



74 

ner Larix, 200—760 T., P. temhm 650—800 T., P. Pken 
100—600 T., P. sylvestris 100—500 T., Fagus sylvaiica 
100—650, Almis incana und Betula alba 100 — 600 T., Be- 
iula carpnthica bis 700 T. H. — Am ewigen Schnee: Poa 
disticka, P. laaca, Ranunculus ghicialis, Gentiana frigida^ 
Saocifruga bryoides, Arntca Doronicuvi^ Prhnula mitiima^ 
Senecio abrotanifoliusj Vherleria sedoides. (S. a. Schouw 
Pfl.-Geogr. S. 468.) 

jimwismi . CHI.) KaXtG Zone. ..,^^^^].^ 

"Bei Vergleichung zweier Orte in verschiedener g-eot^r. 
Breite, aber in gleich hoher Lage, wie Paris mid Upsala, 

o 

London und Umea in Lappland *), findet man einen viel grös- 
p. 129. seren Unterschied in ihren Wintern, als in ihren Sommern ,• 
die Kälte (die Abnahme der niittl. jährl. Wärme) wächst 
nach dem Pole zu schneller, als die miltl. Sommer- 
wärme abnimmt ; darum findet man in der kalten Zone von 
den Bäumen mit abfallendem Laube und selbst von deji Kräu- 
tern, die nur im Sommer grünen, grössentheils dieselben 
Arten, wie unter 48'^ Br. ; von Paris bis über den Polarkreis 
hinaus ändert sich die Flor wenig-; Aehiiliches findet nicht 
xxvH. statt, wie man unter dem Aequator auf die Andes steigt: 
dort ist für jede Höhenreg-ion die Temperatur durch das 
ganze Jahr von der der übrigen verschieden. Darum ist 
in der heissen Zone die Zahl der Gewächse, welche der 
Ebene und den Gebirgshöhen gemein sind, sehr gering-, 
während in der g-emässigten Zone De CaadoUe in Frankreich 
130. über 500 beiden gemeinsame Phauerogämeu zählt. **) Die 



o 
*} Die Sommer von London und Ujnc;i zeigen einen üuterscliied 

von 5°, 3 C. , die Winter aber von 14° 8 Temper.; Paris und 
Upsala 3°, 3 lind 7°, 7 Dirfereuz, denn Paris hat mittl. Sommer- 
Temp. 19°, Upsala 15°,7, Paris,m, Wintcr-T. -}- 3"',4, Ups,— 4° 
**) Von der Ebene bis fast zur Schneelinie gehen in Frankreich: 
Erica vulg. und Tetralix, Nardus striata, Luzula spicata, Po- 
lygonum ai/ic. , Statice Armeria , Lotus cornic. ■ — • S. Im An- 
hange : DG. 's Verzeichn. aller Geblrgspflaju^cn Frauliicich's. 



75 

Gewächsö der gemässigten Zone können sich weiter ver- 
breiten, weil sehr viele weiter geg'en Norden oder auf Berg- 
hohen doch einen gewissen, wenn auch hurzen, Theil des r, ; ,, 
Jahres dieselbe Warme gemessen, wie in ihrer w^ahreu Hei- 
inath; zu Petersburg finden sie im Juli dieselbe Wärme, wie 
zu London im August, selbst zu Euontekis in Lappland im 
Juli gleiche Wärme wie zu Edinburg ; und imter 46° n. Br. , v 
ist es in einer Höhe von 800 Tois. , d. i. nur 600 T. vom 
ewigen Schnee, durch einen kleinen Theil des Jahres so p. 131. 
warm, wie im nördlichen England zu Anfange Juli's. lu 
der heissen Zone ist bei 800 T. Höhe nicht ein Tag den 
Tagen der Ebene gleich; darum können tropische Pflanzen 
im siidl. Frankreich und Italien doch sicher einen Monat des 
Jahres im Freien stehen. Ein anderer Grund , weshalb 
Pflanzen der tropischen Ebenen nicht die Kälte der Audes 
aushalten, ist der, dass sie, an gleicliJileibende Temperatur 
gewöhnt, gegen IVechsel empfindlicher sind, als die der 
gemässigten und der kalten Zone, in welchen seU)st der 
Sommer Temperatur- Wechsel von 15° — 18° giebt. 

' Lappland, 67M/2— 70° Br., m. j. Temp. unter 0». 132. 

Untere Gränze des «wigen Schnees 550 T. *} Oberste 
Gränze des Rhododendron lapponicmn 480 Tois. H. , ßetula 
nana 430, Scdijc kerbacea, Icmata imd reticulaia 350-400 T., 
Beiula alba 280, nuter 68° Br. 300 T. H. (sie fordert ]. xxxvnr, 
Mitteltemper. nicht unter — 2°, 7 C); Plnus sylvestris lb(i T . 



*) So uämlich auf dejn Sulltjelnia in 67'',l/2, Br., u. m70°LelTal- 
■wig; — an Norwegens VVesiküste gelit sie tiefer herab, als wei- 
ter im Lande; an der Küste kommt sie unter 71° if'Z auf366T.H. 
herab ; in 67° Br. 600 T, H. ; am Nordcap , 71° 10', 400 T. [in 
Norwegen: unter 69° 600 T. , 60° um 900 T. ; Schweden: 59° 
1000 T. ; 67° 730 T,, 65° 800 T. H. — „M. j. Temp, am Meere 
am Nordcap 0°," nach Hagelstam —i° C] Unter 67° 1/5, 
ist auf 550 T. H. m. j. T. — 6° C, m. Winter-T. —20° 1/2, m. 
T. des Aug. -p 9° 1/2 j Abstand zw. Baum- und Schneegranze 
250 T., zw. Schnee- u. Getrejde-Gr. 450 T. ; Baumgr. 250T.H. 



76 

[unter 68° 200 T.] sie fordert m. j. T. nicht unter — 0°,6, 
wie JP. Abies nicht unter -j- O^jS C. — Baunigräuze um 

O 

p. 133. Lulea und Quickjock 360 T. , bei Allen in Finmyrken 300, 
bei Saiten in Nordlaud 200 Toisen hoch. Die Weissbirke 
bleibt im Allgemeinen 250 Toisen unter der Schneelinie. 
In ganz Lappland ist keine Eiche, auch in Norwegen nicht 

134. jenseits 63° der Breite j östlicher, in Finnland, sogar we- 
gen der Winterkälte nicht jenseits 61°, in Permien nicht 
über 57'' 1/2 hinaus. Lappland hat P. Abtes, w^elche in 
Schottland fehlt; Lappland aber fehlen P. Picea i\m\ Larix^ 
letztere ist in Sibirien wieder. Reiset man ostwärts aus 
Schweden geg'en die Lena in Sibirien, so verliert man die 
Bäume in dieser Folge nach einander : Eiche und Haselnuss, 
Kieler, P. Abies, P. (Jembra, P. Larix. 

Pflanzen Lapplands über der Schneelinie: Rnnunculus 
glacictlis, Saocifraga oppositifolia , Silene acaulis. Ran. ni- 

135. vulis, Saocifr. nivalis , Diapeiisia lapponica, Uraba alpina. — * 
Zwischen der Schneegränze und dem Rhododendron lappo- 
nicum: Rumeoc digynus, Ranunc. pygmaeus, Dryas octope- 
talttj Salix harbacea, Einpetrinnnigrum^ Cerastium alpimiviy 
Aira spicata, A. alpina , Ranuncul. glacialis , Siellaria ce- 
rastioides, Erigeron unißorus, Alsine biflora, Pedicularis hir- 
suta, Andi-omeda ietragona, A. hypnoides, Rhododend. läpp. 
[Rubus Chamaemorus auf den Gipfeln der Stappeufelsen am 
Nordcap und auf den nahen Inseln.] Heidelbeeren und ge- 
meines Heidekraut, welche in der Schweiz die Schneeliuie 
erreichen, sieht man hingegen in Lappland nicht über 330 
«nd 200 Toisen. [ — In Norweg^en sind die höchsten Sträu- 
cher ßetula nana und Salix glauca.] 



[Gegen Novdeu zu (in der Ebene) verscliwlndet Pinua Abies 
in Norwegen im 67° , Birkeuwälder iu Schweden gegen d. 70" 
d. Br. u. 8. w. Hagels tarn Edinb. New philos. Journ. 1828» 
Jul. p. 305, f. und Botan. Literatiir-Blätt. II. 38 f.] 

Island hat in 63°— 64° n. Br. die Schueegränze bei 416-430 
T. H., in 65° Br. bei 486 T. Höhe. 



77 

Dass im hohen Norden tlie Pflanzen bei der ersten Früh- p. 136. 
ling-sliift 80 unglaublich schnell aus dem Winterschlafe er- 
wachen, [s. a. unten 2te Beilag-e] hat den Grund , dass zwar 
überall, von Rom bis Stocidiolm und von der Ebene bis zum 
Hosjnz des St. Gotthard, die Temperaturzunahme vom April 
zum Mai 5 — 7 Grade beträg-t, diese Vermehrung um 5° — 7° 
aber da, wo wie zu Stockholm und auf dem St, Gotthard 
die mittlere Temperatur des April nur 3° betragt, einen 
verhältuissmässig' viel g-rösseren Wechsel g'iebt, als da, wo 
wie zu Rom des Aprils mittl. Temperatur selbst schon 12'^,7 
ist; eben so, wie wir im Winter den Temperatur-Unter- 
schied zwischen der freien Sonne und im Schatten mehr 
gewahr werden, als im Sommer, obgleich dieser in beiden 
Jahreszeiten gleich ist (3°^— 4°). Ueber 60° nördl. Breite 137 
hinaus wird sogar der Unterschied zwischen der Temperatur 
des April und Mai noch g-rösser, z. B. zu Drontheim 8" — 9"; 
in gleichem Verhältnisse steigt dies dort bis in den Juni *). 
Zum schnellen Ausschlagen im Frühjahre trägt gewiss auch 138. 
die um 3° — 4° wärmere Temperatur des Erdbodens (als der 
Luft) im hohen Korden bei. [Enontekis, mehr im Lande, xxxix 
hat bei — 2'', 8 mittl. Temp. eine weit reichere Vegetation, 
als das Nordcap bei -j- 0^,07 (wo der Sommer durch das 
Meer kühler), oder das Hospiz des St. Gotthard (wo die 
Tage kürzer) bei —0^,09 mittlerer Temperatur.] 

Umstehende Tabelle **) mag nun manches bisher Ge- 
sagte übersichtlicher zeigen: 



•) Zu Rom: April 13^ Mai 19° C. ; Paris April 8°, Mai i5° ; 
Slockhohu diese Monate 2''-8 uud 9°,3; Petersburg 2°,7 «in'HO" 
(Differenz meist 6°— 7') ; Ulea in Finnland — 3° und -|- 5° ; 
Drontheim -\- 1°,3 und 10° ; am Hospiz, des St. Gotthard — 4'= 
uud -|- 2°, 6. Die Frülilingswärme steigt nicht in gleicher Schnelle 
und Verhältnisse in der gemässigten und kalten Zone, sie steigt 
im höchsten IVorden vom Mai zum Juni mehr, als vom April zum 
Mai: zu Genf: April — Mai — Juny; 7°,6; 14°,5 } 16°8: Dif- 
ferenz = 6°,9 und 2°,3;za Enontekis ist Temp. — 3°; -\-2°,i>; 
-f- 9°, 7 : Differenz 5°,5 und 7°,2. 

**) Die Golumuen : Aetna, Apenninen, Karpathen u. Norwegen nach 
Schouw Pflanz.-Geographie 451, 485 und Jahrb. d. G. 1. 49. 



I..139. ^ 





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79 



[Anmerk. zur Tabelle: — Die Polar - Gränzen (in der 
Ebene) des Getreides, die Baunigränze , und die vordere 
oder näheste Schneeg-ränze, die der untersten Schneeo:ränze 
auf Gebirge entspricht, hat E. Meyer in ,,Z>e pJaniis La- 
bradoi'icis^^ p. 162^so zusammengestellt: 

Polarg ranze 

I des Getreides! der Bäume | d. ew. Schnees 



Westl. America 


unbekannt 


64°-65^d.Br. 


69° d. Br. 


c '^i 


Mittleres — 


unbekannt 


65'^-67° 


> 




Labrador 


•<i 


57--58° 


60^-61^ 


_a 4 


West-Grönland 


■< 


61°? 


68°-69'' 




Ost-Grönland 


•< 


unbekannt 


65°? 


S'S 


InselvauMeyen 








'S « 


östl. V. Grönl. ' 


^ 


•< 


71° 


!= i 


Island (Schneel. 








£ -5 


über 3000 F. 








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H. in einigen 










Theilen) 


^ 


■< 


s»- 


m " 


Lapplaud 


69°-70^d.Br. 


71= 


s»- 


■^'3 


Finnland 


67°-68° 


68=-69° 


>■ 


- S 


Oestlich europ. 








i-ä 


Bnssland 


65° 


67o 


69°-70o 


N ^ ^ 


Sibirien amObi 


eo'^-ei" 


66° 


68°-69° 


Z ^fj"^ 


— am Je- 








^1^"^ 


nisei 


68°-59^ 


66^-67° 


70^-71^? 


aj -H ff 


— au der 








'^^1 


Lena 


6l°-64° 


67°-6S° 


inibekannt 


« ^ 


— am Ko- 








-5 -?S 


lyma 


luibekannt 


67° 


69° 


"t u^ 


Kamtschatka 








li'l 


und Land der 








-0 a ^ 


Tschnktschen 


56°-57 


ev-fii^ 


65°-66° 


A 


Mittel 


les*" d. Br. 


|65^ d. Br. 


|68° d. Br 


. 



In der heissen Zone sind die oberste und unterste also 
auch mittlere Schneegränze, der fast immer gleichen Tempe- 
ratur wegen , einander sehr nahe ; in der gemässigten mehr 
und minder abstehend; in der kalten so unregelmässig, dass 
im Sommer kein Land ohne alle Vegetations-Oasen ist, und 
die äusserste Schneegränze, wenn sie exislirt, dem Pole 
sehr nahe sein würde. (Besonders auf Spitzbergen, zwi- 
schen 76° lf2 nördl. Breite, thauen nach Scoresby auch 



80 



die höchsten Punkte zuweilen ab ; untl Regen, nicht Schiiee, 
fällt auch oben im wärmsten Monate.^ a. a. O. p. 105 ff. — 
Die Getreide- , Baum- , und Schueegränze sind aber in der 
Pflanzen-Geographie weniger entscheidend , als die isother- 
men Linien [nebst denen gleicher Sommer - Temperatur], 
weil die erstere sehr von Lebensart und Haushalte der Ein- 
wohner, die der Bäume von der Verschiedenheit der Bäume 
abhängt, welche nicht überall dieselben sind, wie in Europa 
die Kiefer, in Asien der Lercheubaum sich dem Pole mehr 
nähert, obgleich beide Bäume Europa und Asien angehö- 
ren; und weil die Schueegränze endlich so schwer bestimm- 
bar ist. a. a. O. p. 163.] 



p. 140. Gross ist der Unterschied des Klima's an der Schnee- 

gränze nach den 3 Zonen: fast 6mal wärmer ist dieser 
Strich im Sommer in der Polarzone, als unter dem Aequa- 
tor, und darum reichen im Norden die Bäume mehr in ihre 
Nähe hinauf. Bei 2460 Toisen Hohe ist in derj Aequino- 
ctialzone selten Sonnenschein; Tag und Nacht sind gleich, 
veränderliches AVetter, der Schnee schmilzt wenig, daher 
die Region der Espeletia übrigens äusserst dürr. Auch in 
der Schweiz ist (bei 1370 Toisen Höhe) das Wetter verän- 
derlich an der Schueegränze, in deren Region die Draba 
atzoidcs, Soldanella alpina mi\<\ Pedicularis roÄf;'«<« wachsen; 
in 1000 Toisen Höhe schneiet es in jedem Monate, aber 
die Tage sind länger, thauen den Schnee auf und bewäs- 
141. sern fruchtbare Viehweiden. Aber jenseits des 68° der Breite, 
in Lapplaud, ist an der Schueegränze heiterer Himmel, und 
dies so unveränderlich, wie in der Ebene der heissen Zone 
vor der Regenzeit ; davon zeugen dann die zahlreichen Mük- 
ken und Bienen. Der niedrige Stand der Sonne wird durch 
ihr längeres Verweilen am Himmel vergütet *), Das Schuee- 



•) Dauer der längsten Nächte, woraus sich ziemlich entsprechend 
die der Tage im Sommer ergiebt: (Fror. Notiz. ^tXVI. N. 17.) 



bl 



Wasser bildet dort Sümpfe, und erzeugt «ippig-e Sumpf- 
pflanzen in grösserer Menge unter den übrigen Alpenpflanzen ; 
aber das Erdreich, das die Sümpfe umgiebt, ist dürr, so dass 
das Rennthiermoos an den Füssen der Wanderer und der 
Rennthiere eine eigene Krankheit veranlasst. Die lapplan- p. 142. 
dische Bergluft ist im Ganzen viel trockener, als die der 
Schweiz: Regen im Sommer selten; nie Schnee vor dem xf 
September. *) [S. a. Naumann Beitr. z. K. Nor weg. 1824.] 

Hierher gehört noch die 
Angabe der Pflanz enfamilien, die in den verschiede- 
nen Zonen vorzugsweise die Berge in der Nahe der 
Schneegränze bewohnen; zwar sendet fast jede grössereFamilie 



Zu Gayenne u. Pondichei-y 12 Stunden; in St. Domingo 13 St. j 
Ispalian 14 St.; Paris, Dijon , Garcasäonne 15 St.; Arras, Dublin 
16 St.; Copenhagen, Riga 17 St.; Stockholm 18 St.; Drontheim, 
Arcliangel 20 St.; Ulea 21 St.; Tornea 22 St. — Enoutekis 
43 Tage; Wardhuus 66 T.; Gap Nord 74 Tage. Auf Melville- 
Insel durch 102 Tage kein Sonnenlicht. Vgl. a. p. 163- (nach 153.) 
') Es erklärt sich auch das Coavergiren irgend einer Vegetalions- 
linie mit der Schneelinie gegen den Pol zu, (z. B. der Baum- 
gränze, vergl. Anm. zu p. 102-) eben daraus, dass nicht die 
jährliche Mittel-Temperatur die Vegetation bestimmt, sondern 
die Temperatur, welche innerhalb des Vegetationscyclus herrscht, 
und die bildlich durch eine Curve auszudrücken wäre: letztere 
würde sehr hoch xmd dabei sclimal sein, wenn der Ort, wie 
Euontekis, einen kurzen aber heissen Somm^er hat; aber nie- 
drig und breit in den Küstenländern. Jahrbuch, der Gew. 
k. (1818). I. S. 51. Auf die Schneelinie hat die Soramer- 
temperatur weniger, und die Winter tempere tuv mehr Einüuss 
als auf die Gewächse. — S. a. Schon w Pll.-G., Taf. III. 

Endlich ist aucli der Druck der Atmosphäre im gleichen Ab- 
stände von der Schueeliiüe unter verscliiedencn Breiten sehr \or- 
schieden, was nicht ganz ohne Einüuss auf die Vegetation sein 
mag, obgleich De Gandolle, Sprengel imd Wahlenberg 
ihn läugnen; auf jeden Fall hat der Höhenunterschied wenigstens 
Einüuss auf den Grad der (messbaren) Feuchtigkeit; nach Saus- 
sure bei 300 Toisen -|- 2°,6 über dem Meere 83° Hygrometer 
bei 2210 nur 54° am Hygrometer. — a. a. O. — S. endlich auch 
die Einschaltungen und Anm. nacli p. 153 und ferner. 

6 



82 



j), 143. doch einige Arten in diese Höhe aus. Räthiselhaft ist 
es, warum oft sehr verwandte Arten die enfg'eg'eng'e- 
setztesten Staudorte, die einen in g'rösster Hohe, andere im 
flachen Lande vorziehen. 

Im Ganzen erstrecken sich anf die Berg' hohen der 
heissen Zone dieselben Pflanzenfamilien vorzüglich, die 
man auch am weitesten in der Ebene nach Norden 
g-ehen sieht; (nur ist p. 129, 130 zu vergl.). Wirklich feh- 
len beinahe auf den Anden von ^uilo die auch im hohen 
Norden fast verschwindenden Li ppen blüthig-en, Mal- 
vaceen, Euphorbiaceen, w^ogeg'en in beide n die 

144. Haideuartig'en und Gräser gleich sehr verhaltnissmässig 
zunehmen , überhaupt die Monokotjledonen im Verhältnisse 
zu den Dikotyledonen zunehmen. S. p. 147; vgl. p. 27, 28. 
Wohl finden Ausnahmen von Obigem statt : die Anden sind 
zu reich an Sjngenesisten ; wogegen die im Norden häufi- 
g-eu Farrnkräuter dort über 1800 Tois. Höhe seltener sind. 

Es sind nun die beschneieteu Berggipfel der heisseu 

Zone vorzüglich reich an Gräse-J"n {Aegopogon^ Podosae- 

mwtiy uivena^ Crypsis, Festuca etc.), an Composkis*) (Culci- 

iium , EspeJetia , Chuquiraga , JLstev , Eupatorium , ßaccha- 

^■^^' »•J*0, Caryophylleis (uivenaria, Steltaria, Cerasthim, Lychms). 

145. Unter diesen Familien aber noch eingemengt : Kreuzblüthige 
{Draha , Sisymbrhim , Eudema) , Doldenpflanzen {L,aserpki- 
um, Amvii, Setinum,, Azorelln) und RJiinatäJieae (JPedicula- 
ris, Castilleja). Weiter herab, an der Gränze der Sträucher 
und Bäume finden sich Haideartige (^Escallonia, Andromeday 
Arhutus, Clethra, Befuria), AraUae und Guaj'acumartige 
{Symplocos). Auch Rosaceae {PotentUla , JLlchemitla) , Ra- 
tmnculacene , Plantagineae , Saxifrageae , T^alerianeae , Gen- 
iianeae, aber weniger an Zahl; 1 Malvacea (Sida) 2300 T. h. ; 



*) Aus r>bene und Gebirgen des irop. Si'iJ-Amer. ziililt A. v, H. 534 
Compositae auf ■^r. l/ö aus 4300 ph vasc. der Synopsis 'j fast die 
Haltie Jener sind Eupatorieae[\'Oi\ Eupatorium 64 sp.)und Cardua- 
ceae c. Vernoniac. (^Baccharis 54 sp.). Baccharis gehört nur America 
an, in der alten Welt ist dafür Conyza. fP'crneria und Culcitium 
siud nur auf den höchsten Andes. 



83 



selten auch Lycopodiaceen , sehr selten Favrnkraater. Fast 
giiuzUch fehlen Labiatae, Ruhinceney Cucurbitacae^ Apocy- 
neae und Orchideae, deren letztere (Habenariae ^ Ophrydes 
Neottiae^ Epidendra und DendroMa) kaum über tlie strauch- 
artig-en Ericinae hinaufgehen. Am Wendekreise, 19° — 23^ 
uördl. Br., sind die höchsten Baume Coniferae. 

Die Schneegebirge der gemässig-ten Zone, 42"— 46° p. 146. 
iiördl. Breite, besitzen vorzüg'lich Cotnpositnc, Garyophylleae, 
{_Cherleria, Dianthtis, Silene etc.), Cruciferae (Drnha, hepU XLI, 
dtuttif Iberis), Saxifrageae , L,ysimachieae (PrhniiJa, Aretia^ 
Soldanella). Auch häufig" Gentiatieae, Ranunculaceac^ Scro- 
fularinae und Rldnaniheae (^Pedicularis^ Barisia) ; und mehr 
von der Schueelinie abwärts strauchartig-e Ericinae (R/io' 
dodendrotiy jixalea^ Erica .^T'accmmin), Gramineac, die in der 
heisseu Zone zwischen 1900-2100 Toisen Höhe alles be- 
kleiden, werden in der gemässigten Zone g'egen die Schnee- 
linie seltener; doch sieht man g'anz hoch einige Arten von 
Avena ^ Poa^ Fcsiuca:, auch von Care.v, Die höchsten 
Bänme sind Zaplenbäume {Pinu^ , Larijc^ Taxus , Abies^ 
Juniperus) und Amentaceae (Salia:, Alnus , Bctula). Legu- 
minosae sind wenig-e, nur Phaca und Trifolium, Es fehlen 
Ijabiatae f Malvaceae^ Euphorbiaceae, Von Farrnkräutern 147. 
steig't nur Pteris crispa gegen die Berg'g;ipfel; höher als 
die Farrnkräuter g-ehen bei uns, wie in den Andes, Lycopo- 
diaceae. Nach Wahlenberg sind zwischen der Schnee- 
gränze und der oberen des Rhododendron ferrugiucum 131 
Phanerogamen : darunter 18 Mono-, 113 Dikotjledonen, 
ihr Verhältuiss cdso =1:7, während es in der Ebene 1 : 4 
ist, so dass zwischen 42^ — 46° Breite nach der Höhe ge- 
gen die Schneelinie die Mquokotyledonen abnehmen (nach 
dem Pole zu umgekehrt ,• vgl. p. 27.). Unter jenen 113 Alpen- 
pflanzen sind 55 PolypetaJae , 53 Monopetalae , 5 Apctalae^ 
also Series 11. 10 1/2. 1; entspi'echende Progression 
findet sich in der Ebene imter gleicher Breite : 5.4 1/2.1. — 
Die Syngenesisten machen 1/7 der Alpenpflanzen ; die 



84 



Cavyophylleae^ Vriiciferae, Saocif rag eae unH Lysitnacfnene 1/14 
oder 1/18. Alle Glumaceae machen auf den höchsten Al- 
p. 148. pen mir 1/10 aller dortig'en Phanerogamen ; am Fusse die- 
ser Alpen 1/8. Ueber 600 Toisen Höhe ist fast keine 1- 
oder 2jährig-e Pflanze mehr. *) 

An der Schneeg-ränze in der kalten Zone herrschen 
Tor: Caryophylleae {StellaHa, Alsine ^ C'erasiium) , Ericinae 
{Andromeda) , Rmiunculaceae ; sparsamer Gräser, Saxifra- 
gae **), Cruciferae, Carices ; die höchsten Bäume Kätzchen- 
und Zapfentragende (Salto: glauca^ Beiula nana unter den 
Sträuchern.). Zwischen der obern Gränze des Rliododendron 
Japp. und der Schneelinie nur 19 sp., d. i. 1/15 aller lappl. 
Phanerogamen , während in der Schweiz dort noch 1/10 
aller schw. Phanerogamen, nämlich 131 Species. Im Ganzen 
findet man die Ebene der Schweiz doppelt — , ihre Gebirge 
6mal so pflanzenreich als die von Lapplaud. ***) 



*) Die 1 - und 2jährig-en Pflanzen, d. i. die nur Imal Frucht 
tsageu , werden seltener , je mehr man sich vom Aequa- 
tor oder aufwärts von der Ebene entfernt; bei uns gehen 
wenig'e über 5600 Fuss, wonach die perenn. zunehmen. 
Die einjährigen sind auf Gebirgen so selten, dass De 
CandoJle über 1000 — 1200 Meter in Frankreich nur 
15 1- oder 2jährig'e fand, und zwar solche, die den Men- 
schenwohnung'en gefolg't waren. Mein. d'Arc. III. 267. sq. 
Wiest zählte unter 619 Alpenpflanzen nur 22 1 jährige. 

**) In Grönland ist Saocifntga nächst Careac die artenreichste 
Gattung". Jahrbuch, der Gewächs-K. I. 

***} Unterschied der lappländischen u. helvetischen Ye- 
getalion : Biike und Erle wachsen in Lap|)land verhält- 
niss massig' höher; Betulanana in der Schweiz in nie- 
drigen Sümpfen, in La])pland überall beim ewigen Schnee. 
(jß. alba in d. Schw. bei 4400 F. H. kaum 2 Kl. hoch, Erlen 
bei 2700 Fuss kaum 1 Klafter). — Salices nehmen in 
Lappl. grösseres Gebiet ein, auch Empetrunt. Höher hin- 
auf dagegen in der Schweiz die immergrünen Bäume und 
Sträucher: Pinus- auch Pyrus Aria, Sambucus racemosa^ 
Ilejc Aquifolium^ Daphne Mezereum. T i e f e r herab in der 
Schweiz : Uryas , Saxifraga opposUif. , Pinguicula alp. — 
Statt der grünen Matten der Schweiz sind im Norden 
Rennthierflechten, deren Weiss nur durch Birkenlaubgrüu 
g'emildert wird. — Die lappländischen Alpen haben mil- 
den Sommer und lange Tage; in den Karpatheu wechselt 



85 



Es war zu sehen (auch p. 139), dass die Äbsläude der 
BaiiingTänze von der Schneelinie in den verschiedenen Zo- 
nen sich nicht nach einer einzigen Regel richten; aber die P« 149. 
höchsten Baume g'ehören auch nicht in dieselben Familien 
überall. Die Höhe der Baumgranze in den 3 Zonen ver- 
hält sich wie 7i. 4. 1. Ferner erzeugten die Andes g'egen 
die Schneelinie nur Gesträuche mit lederartigen Blättern 
(Escalloniae, Alstoniae^ Thihaudiae, Ardliae^ Gaultheriae^ 
Vaccinia)., die g-eg-en nächtliche Kälte unter — 2° empfind-- 
lieh sind, aber auch nicht über 10° — 12" Mittag-s- Warme' 
fordern; die Wärme auf den Paramos ist immer zwischen 
0° — 9°, und doch trag'en die Sträucher das ganze Jahr Blii- 
then und Früchte. Auch unsere Zapfenbäume verlangen 
viehnehr lange als heisse Sommer; sie sind empfindlich, 
denn ihr Saft bewegt sich auch im Winter, darum g-eht in 
Lappland, aber nicht in der Schweiz, die Birke über die 150. 
Kiefer hinauf. Zu verwundern ist aber um so mehr, dass XLII. 
die Birke im Caucasus über 1000 Toisen hoch [ausnahm- 
weise] Wälder bildet, [in der nördl. Schweiz vereinzelt 
850 Toisen hoch.] 

Die Abnahme der Wärme in verschiedenen 
Höhen *), von den Ebenen bis zu 1500 und 2000 Toisen 
hoch, erfolgt nicht g-leich massig-. Die g;ering;ste Abnahme der 
Wärme beim Aufsteigen findet man zwischen 500 und 1000 
Toisen Höhe, nämlich nm 3°54 C. (in den untern 500 Tois, 



^^n'ey valde Stimulans'^ mit ^^meteoris maxime desirnetiti- 
6ms" ; die helvetischen Alpen sind ,,feriilissrmae ob suc- 
cum abundantem.^^ — Beim Herabsteigen von Lap])hnuis 
Alpen kommt man zuerst in Birkenwald laetisshno viroi^, 
aber gevvachsen auf Boden mit Andromeda und Liclienen, 
oder dazwischen ericeta siccissbiin et pahrdes; in der 
Schweiz dagegen ^^sylvnvi obscuratn abietinn/n priinuin 
intratnus^'- . s.Wahlenh. uo vegeint. et clim. lieh), scpt. 1813. 

*) Siehe die Tabelle in Anmerk. zu p. 87. die eben so gut (151.) 
hierher gehört: sie ist dort die später vom Autor berich- 
tigte Tabelle ans higncs isothermes hx Mem. d'Arc. IlL 
p. 589. 



86 



6",? C. Abnahme , über 1000 Tois. hinauf 4^, 1 ; 7^, 3 und 
G'^yb) auf je 500 Toisen , darum ist die sogenannte Tien'a 
teniplada von 300 — 1100 Toisen, die sonst nicht so gross 
sein würde, der ausgedehnteste .Strich. [Ursachen: „Ex- 
tinction des Lichts durch Wolken über jener Region, Re- 
g'enbihluiig; Verhinderung- des Ausstralens der Wärme in 
den Hinimelsraum durch die dort häufigen Wolken." i. 
1>. 152. isoih. a. a. O. 591,] Der Grund liegt nicht in der Gestalt 
der Andes; denn die Ebenen, die durch Zurückwerfung der 
Lichtstrahlen die Luft wärmen, liegen erst über 1200 Toi- 
sen Höhe. *} Setzt mau die Abnahme der Wärme von der 
Meeresliäche bis 500 Toisen Höhe =100, so ist sie zwischen 
den folgenden 500 Toisen nur 59 j dann von 1000 bis 1500 
= 72 ; von da bis 2000 = 128 ; endlich zwischen 2000 und 
2500 31-96. **) Bei 1000 Tois. Höhe ist die miül. Wärme 
zwischen 17° und 18^ C. — hign. isoth. p. 591. 



*) üeber Hochebenen ist die Wärmeabnahme gering-er, von 
Mexico bis Quito nach A. v. Humboldt im Mittel erst 
auf 258,4 Meter um 1^ C. — Das Gesetz der Wärmeab- 
nahine in der Atmosphäre würde sehr nahe die Tempe- 
ratur der verschiedenen Zonen eines Berges angeben, wenn 
dieser isolirt stände,- nicht so, wenn er aul erhöhtem Ta- 
fellande steht: bei gleicher Höhe wird die Wärme be- 
trächtlicher sein Durch den Einfluss des Tafellandes, 

auf welchem die beiden Cordilleren von Peru ruhen , er- 
klärt sich, wie organisches Leben auf so grosser Höhe er- 
halten wird, so, dass in Peru Ackerbau und grosse Städte 
noch auf grösserer Höhe vorhanden sind , als "wo in dei» 
Anden von Mexico zwischen 18"" — 19^ uördl. Breite schon 
(14075 Fuss hoch) alle Vegetation aufhört, auf Verlänge- 
rung derselben Bergkette; erklärt sich die Anomalie, die 
der höher hinauf schneefreie nördliche Rücken <les Hima- 
laja ergiebt (über dem hohen Tibet.). Die untere Gränze 
des ewig-en Schnees ist an den Abhängen der östlichen 
Cordillera von Oberperu sehr selten unter 17061 Fuss, 
während auf den Andes in Quito , obgleich dem Aequa- 
tor viel näher, diese Gränze schon bei 15750 Fuss hoch 
ist. Nach P e n 1 1 a n d in Ediiib. iVew philos. Journ. 1830. 
Jan. — Apr. 

**) So berechnet nach den verbesserten Dali& in Lign, isoth. i 
in Frolegg. p. 152. waren die Verhältnisse -=^ 100. 28. 
64. 85. 78. 



87 



Uiipasseiul ist es nach allem Gesagten, weiia Autoren, 
bloss um der gleichen mittl. jährl. Temperatur (von 14^-15'^} 
willen, das Klima von Quito (1492 Tois. Höhe), oder St. Fe 
de Bog'ota (1365 Tois.), oder von Toluca in Mexico (1380 T.) 
mit dem des südlichen Frankreichs oder Italiens verglichen p, 153. 
haben, da die Vertheihnig- der Warme durch die Jahres- 
zeiten so verschieden ist; zu Bordeaux und Marseille ist 
die mittl. Winter-Temperatur 6° — 7'^, die der Sommer-Mo- 
nate 21° — 22^; in ^uilo ist fast das g-anze Jahr bei Tage 
16°— 17% bei Nacht 9^—10° C. In Europa können zwei 
Orte, die g-leiche mittlere jährliche Wärme haben, d. i. 
in g'leichen Isothermen, nur um 4° — 5° d. Br. vsrschieden 
seyn; aber zwei Orte von gleicher mittl. Win ter- Tempe- 
ratur (auf gleicher isochimonen Linie) in geographischer 
Breite um 9^ — 10'^ differiren. — Bei uns, in der gemässig- 
ten Zone, hat ein Ort, der (wie eine tropische Höhe von 
1700 Toisen,) 10'^ mittl. jährl. Wärme hat, doch im heis- 

sesten Monate nicht unter 19°. Darum gedeihen europäi- XCIII. 

154 
sehe Fruchtbäume nicht m Quito, weil die europäische 

Sommerhitze dort fehlt, umgekehrt Bäume jener Höhe nicht 

bei uns, weil unsere Winter zu kalt sind, f) Schouw 

S. 379. Vergl. Wahlenberg Flora lapponica. 

[Die schon oben (in Einleitung Seite 16, Anm.) be- 
rührte Temperatur des Erdbodens äussert auch ihren Kinfluss. 



f) ,,Das pflanzliche Leben gedeiht bei einer jeden Pllanzen- 
art innerhalb eines bestimmten Maximum und Minimniu 
von Wärme, Licht und Zeit. Oft betrachtete man nur 
eins: die Temperatur des Sommers oder «les Winters, 
aber das wechselseitige Verhältniss ist wichtig; der Ole- 
ander gedeiht bei Peking im Freien, nicht bei Paris, ob- 
gleich der Winter milder. . . Grund ist die grössere Hitze 
des Sommers zu Peking, wodurch das Holz vollkommener 
reift und der Kälte besser zu widerstehen vermag. Die 
Pflanze gerälh im Winter in eine Art von Erstarrung, 
welche, vom Winterschlafe der Thiere verschieden, ihre 
Lebensfiinctionen ganz aufhält, und mehreren Gewachsen 
eine allmahlige Annäherung zum Pole gestattet. Wenn 



88 



Wähle nberg entdeckte (aach L. v. Buch, s. Edinb. new 
philos. Journ. 1828. Oct. p. 166), dass die mittlere Tempe- 
ratur des Bodens die der Luft um so mehr übersteig't, je 
weiter man nach Norden kommt. Darum hat der Norden 
noch viele Pflanzen, die sonst nicht fortkämen. Zwischen 
den Wendekreisen ist die Temperatur des Bodens reichliche 
2 Grade C. niedrig-er, als die Luft ; bei Edinburg- sind Quellen- 
«nd Luft- Temperatur gleich; (zu Stuttgart hat eine ^"elle 
0°,5 Reaum. höhere Mittel-Temperatur als die Luft) ,• im Nor- 
den , wo die Wässer oben gefrieren , ist die Boden-Tempe- 
ratur grösser, als die der Luft; wo die Wässer im gemäs- 
sig;teu Europa nicht g'elrieren, uud so auch nicht die atmos- 
phärischen Infiltrationswässer, da sind Boden und Luft gleich. 
S. a. Ferussac BuUet. des sc. nai. 1829. Juin, pag. 454. 
Kupffer in Pog'gendorff s Annalen der Physik. 1829. 
Febr. (in Bd. XV.) — Schübler in Schweig-g. Jahrb. 
der Chemie u, Phys. 1830. H. 5. Kämtz ebendas. 1829. H. 4.] 
p. 153. Noch war hier nicht tlie Rede von der um 1/10 g'erijige- 

ren Licht - Extinction , noch dem geringereu Luftdrucke, auf 
^uito's Höllen. Darüber s. v. Humb. Essai sur lu geogr. 
des pianies pag. 105. 

[Bekanntlich wirkt ferner auch die Nähe des Mee- 
re s modicificirend ein : die Differenz zwischen Sommer 
uud Winter ist in seiner Nähe geringer als entfernt da- 
von, also die Sommer kühler; so ist z. B. die Sommer- 
warme in den Gebirgsthälern (wo freilich noch Anderes 
einwirkt) im Osten von Frankreich und in den deutschen 
Rheinländern im Allgemeinen der Sommer wärme solcher 
Orte im westlichen Frankreich gleich, welche 3^ südlicher 



so in Sibirien mehrere Bäume einer Kälte von 53° C. 
widerstehen, so hat dagegen der Soin»ner dort wegen der 
Länge des Tages einen doppelten EiuÜuss , indem ausser 
der Hitze das Uebermaass von Licht eine frühzeitige Er- 
härtung und Reife des Holzes herbeiführt, und aut diese 
Weise die Kleinheit und Starke der Polar- wie der Al- 
penpflanzen bedingt." Mirhel in Mem, du Mus. d'histoire 
nat. Xiy. 350 f. Botan. Literatur-Bl. I. 2 f. 



89 



liegen. Im Westeu der scandinavischen Gebirge ist (S c h o ii w 
Specimen geographiae phys. compar.) die inittl. jährl. Tem- 
peratur um 2^ höher, als im Osten derselben ; auch kleinerer 
Unterschied der Sommer- und Winter - Temperatur. — Im 
Süden der Alpen und im Westen Scandiuaviens ist mehr 
Regen. — Im nordwestlichen Frankreich ist dem Weine 
(siehe oben p, 162, auf Seite 53, f.) die Meeresuähe nach- 
theilig durch das Herabdrücken der ihm nöthigen Sommer- 
wärme, obgleich auch der Winter durch sie dort gemildert 
wird; östlich geht der Weinbau, so wie dieselbe 
Sommerwärme, weiter nach Norden. Vergl. A. v. Humb. 
in Lign. isoth&ttn.^ und Steininger in Hertha X. 1827, 
Aug. — Die niedrigere mittl. Temperatur in höheren Brei- 
ten der südlichen Hemisphäre (s. oben p. 82 — 86.) hängt 
selbst von der frisieren, nicht durch Gebirge gehemmten, 
Luftströmung vom Siidpole her, über die grössere flache 
AVassermasse , ab.] 

Auch das Licht hat Einfluss auf das Gedeihen mancher p. 163- 
Gewächse *;; es wirkt als Licht an sich, und dann, indem 
es an den beleuchteten Gegenständen Wärme hervorlockt. 
So giebt nicht das Thermometer, sondern das Photometer, den 
Grund an^ warum in einigen Gegenden des nördlichen Frank- 
reichs der Wein nicht mehr fortkommt, obgleich bei freiem 
Luftzuge, bei heiterem und trübem Himmel die Temperatur 
der Luft dieselbe sein kann. [Vgl. Anm. vor. Seite.] 

Ferner ist die Feuchtigkeit des Bodens **) nicht 
zu übersehen , welche unter andern bedingt wird durch 
die Höhe der, Wolken anziehenden. Berge t«nd durch 
ihr Gebirgs - Gestein. [Letzteres ***) hat aber auch 



') Je näher dem Pole , desto mehr wohl in Anschlag zu 
bringen; s. pag. 141. Anmerk. 

•*) Alle Sumpfpflanzen der Venne der Ardennen, 
1200 F. hoch, nur Ophrys paludosa ausgenommen, sind 
auch in den Mooren auf dem Jura 4800 Fuss hoch. De 
C a n d o 1 1 e in Mein, de Phys. etc. de la Soc. d'Arc. III. 285. 

***) Brebissou laud zwar zwischen Phauerogamen der 



90 



seineu chemischen Bestandtheileu nach Eiufluss auf die Ve- 
getation. Die Art des Gesteins, die Form des Gebirg-es, 
seine Eigenheiten in der Lag'eriing-, seine grössere oder ge- 
ringere Fähigkeit, zu verwittern, seine stärkere oder 
schwächere Anziehimgskraft zum Wasser, bedingen die Ver- 
schiedenheiten in der Vegetation, die sich unter den Gebirgs- 
arten im Allgemeinen wahrnehmen lassen. Pflanzen auf 
Granit sind nach Saussure's d. J. Untersuchungen weniger 
nahrhaft, als die Pflanzen von Kalkgebirgen. — Die näm- 
lichen Pflanzen des Jura , als Kalkgebirgs , verhalten sich in 
dieser Beziehung ganz anders, als die vom Granitgebirge im 
Chamounythale. (Vgl. a. den Abschn. : Chem. Pflanzen-Physio- 
logie inL. Gmelin's Handb. d. theor. Chemie, 3. Aufl., II, 1487._) 
Granitgebirge, zumal in nördl. Gegenden, ist meist un- 
bebaut, oder sparsam mit Nadelholz, seltener mit Laubholz 



verschiedenen Urgebirgsarten : Granit, Schiefer, auch Sand- 
stein, keinen Unterschied, keine jeder Gebirgsart ausschliess- 
lich zukommende Arien ; nur Kryptogamen scheinen die 
und jene bestimmte Gebirgsart zu lieben (vergl. Verzeich- 
niss in Gar tu. Kopp und Leonhard Propad. der Mi- 
neralogie, 185.) In den secundären Terrains fand er 
aber grosse Anzahl Pflanzen , die dem Urgebirge fremd 
sind. Wichtig ist, dass die in verschiedenen Gebirgsarten 
gedeihenden ^^plantes mijctes'''' ganz abweichendes Ansehen 
bekommen, wenn sie auf geognostisch entgegengesetzten 
Orten wachsen, auch wo unweit von einander, so dass das 
Klima nicht schuld ist. — Algen seien nach Anzahl auf 
secundären Felsarten minder beträchtlich, als auf Urge- 
birge: Florideae scheinen Kalklelseu vorzuziehen; Fuca- 
ceae aber auf den unterseeischen Graniten von Cotentin 
häufig. — Aus seinem vergleichenden Tablean der Pflanzen 
der niederen Normandie folgert Br. : 1) dass die Zahl der 
Phanerogamen , besonders folgender Familien auf den se- 
cundairen Gebirgsarten zunimmt: Papavcrnceae ^ Umbel- 
liferae^ Rubiaceae, Cichoraceae^ GeiHianeae ^ Orchideae^ 
Glohularieae ; dass 2) die Kryptogamen und einige pha- 
nerogame Fan^ilien auf Urgebirge die meisten Arten zäh- 
len, und zwar: Droseraceae, Geranieae , OocnUdeae, Pti' 
ronychieae^ Crassulaceae, Poiygonene, Glumaceae ; 3) dass 
einige, und zwar die wenigsten, auf beiden Bodenarten 
ein gleiches Verhältniss haben. Fnrussac Btillel. des scienc, 
naU 1829. Fevt\ nach Mem, de la Hoc, Linn, de A'ortn. IV. 



91 



bepflanzt, doch seine Thäler oft gute Wiesen. Gneiss- iiiul 
Glimmers chiefei- durch ihr Verwittern günstiger, erziehen 
vorzüglich Nadelholz; so auch ürthonschief er , als leichter 
Verwitterung eingehend , weii fähiger, Pflanzeiihekleidung 
anzunehmen, als die Porphyrgebirge. — Unter den Flötzge- 
birgeu zeigt sich der Sandslein ziemlich günstig, zumal für 
Laubwälder. Auch die Flötzkalkgebirge oft sehr gedeihlich, 
und fruchtbar bei Wein - und Ackerbau. Gypsgebirge zwar 
nicht so, doch ihre Thäler um so ergiebiger. Auf Stein- 
kohlengebirge fehlt es nicht an Vegetation. Der Basalt wird 
da, wo er verwittert, ganz vorzüglich für eine grosse Frucht- 
barkeit geschickt, wozu sein Anziehungsvermögen zum 
atmosphärischen Wasser noch melir beiträgt. Sehr verschie- 
denartig ist die Vegetation im aufgeschwemmten Lande. Un- 
ter den vulkanischen Gebirgen geht manche Lava durch Ver- 
witterung in trefflichen üppig bewachsenen Boden über. — 
Manche Pflanzen lieben vorzugsweise eine Gebirgsart; am 
auffallendsten ist dies bei Salzboden. — Nach Gärtner, 
Kopp und L e n h a r d Propäd. der Mineralogie, S. 186.] 

VII. 

Beitrag" zur Bestimmung- des Klima's, welches einigen 
der wichtigsten cultivirten Pflanzen am zu- 
träglichsten ist. 

Der Weinstock, aus Spanien nach Cumana verpflanzt, p. 155. 
trägt dort durch das ganze Jahr herrliche Früchte ; der Oel- 
baum erlangt aber in Quito zwar die Grösse einer Eiche, 
bleibt jedoch unfruchtbar. Jedes Gewächs verlangt, um Blü- 
then und Früchte zu tragen, nach seiner Art eine besondere 
Vertheilung der Wärme, wodurch sein Saft zum Steigen etc. 
gebracht wird. Hier Einiges für die cultivirten Pflanzen: 
Von 48'^ der Breite nach dem Pole zu nimmt die Summe 
der Temperaturen der wärmeren Monate über dem Gefrier- 
punkte keiueswege» in gleichem Grade ab, wie die jährliche 



92 



Mittel- Temperatur; die inittl. jährl. Wärme von üpsala ver- 
hält sich zu der von Edinbnrg- = 4,3: 8,8, aber die Som- 
mer sind zu üpsala doch viel wärmer, als zu Edinbiirg-, 
wo der Himmel oft bewölkt; Enoutekis , 226 Toisen hoch 
liegend, hat bei nur — 2°,68 mittl. jährl. Temperatur, 29°,58 
Differenz zwischen Sommer - und Winter-Temperatur, daher 
noch Korn und Gärten; während das Nord-Cap auf Mage- 
roe in mittl. j. Temperatur um 3° wärmer, sparsam bewach- 
sen ist , weil die mittl. Sommer-Temperatur dort nur 11° 
p. 156. höher, als die m. Winter - Temperatur. — Cacao verlangt 
feuchte Luft, mittl. jährl. Temperatur nicht unter 23°-29° C. 

Indigo mittl. jährl. Wärme 28° — 25°; wird noch ge- 
baut zwischen 41°— 43° nördl. Br. bei 16°— 14%5 Wärme. 

Pisang, und zwar die Ah'axi Platano-Harton (spanisch) 
mit grosser länglicher Frucht, zur Nahrung gebaut;, mittl. 
jährl. Wärme 28° — 23 , reicht unter dem Aeqiiator nur bis 
600 Toisen Höhe. Die Musa Camhuri gedeiht dort noch 
bis 900 Toisen Höhe und bis 30^—35° d. Br,, in der Ebene 
bei 2i=— 19" Wärme. 

Zuckerrohr kommt am besten fort bei 28° — 23'^ mitfl. 

157. jährl. Wärme, minder gut in der gemässigten Zone bis 36° 
Br. bei 20 — 19 l/i° mittl. Wärme; wird bei Guaduas 590 
Toisen hoch, in Mexico noch 900 Toisen hoch gebaut. 

Coffee, eine planta suhaJpina, verlangt 27° — 18° mittl. 
jährliche Wärme, gedeiht am besten zwischen 0-10' d. Br. 
in 200—500 Toisen Höhe bei 24^—21^ mittl. Warme; sel- 
ten über 1000 Toisen Höhe. 

Gossypium harhadense , hirsutum und rdigiosum ver- 
langen 28^—20° mittl. jährl. Wärme. 
XCIV, ^*® Dattelpalme in der alten Welt zwischen 29°— 35° 

der Breite, bei 23°-21° mittl. jährl. Wärme, wird an Mauern 
noch gebaut in 44° Breite in Italien. 

158. Citrus unter freiem Himmel 17^ mittl. jährl. Wärme; — 
P m e r a n z e u j Citr. vulgaris , u . C. Aurantium (500 Jahre 



93 



alte Bäuöie bei Esa in den Seealpen tragen jeder 40 Pfund 
Blüthe und 4 — 600 Pfund Früchte,) könueu kurze Kälte vou 
— 7%5 ausdauern. 

Oelbainn, g-ebaut 36° — 44=> nö'rdl. Breite, mittl. jährl. 
Wärme, 19° — 14'', 5, mittl. Temperatur des Sommers nicht mi- 
ter 5°,5. In Europa bis 44 tfl^ Breite, in America nur bis 
34^ , •vs'eg'en der kälteren Winter, die dort weiter nördlich bei 
derselben Mittel-Temperatur statt finden. 

Kastanie mittl. jährl. Wärme 9°, 5. p. 159, 

Weinstock in Europa, 36°— 48° Breite, '17" — 10° mittl. 
^ährl. Wärme, auch noch (schlechter) bei 9° — 8°, 7. Mittlere 
Winter-Temperatur -j- 1°; mittl. Sommer-Temper, 19" — 20'^, 
d. i. bis 50° Breite; in America nur bis 40° Breite. 

Getreide (Weizen, Rog-g-en, Gerste, Hafer; — vergl. 
a. p. 102, 125, 132), selbst noch bei —2° jährlicher Wärme, 
wenn nur die Sommmer- Wärme -j- 10° — 12° ist. Korn 
nach T. Humboldt unter dem Aequator bis zu 1600 Toisen 
Höhe (dort die Höhe seiner Gränze zur Höhe der Schnee- 
linie = 2:3); in Lappland wird es bis 68°-70° n. Br. gebaut, 
unter 68° selbst noch in 116 T. Höhe, dort das Verhältniss 
seiner Höhe zu der der Schneelinie =^ (0 bis) 1 : 5.) Gerste 
giebt in Lappland bei 8 1/2^ — 9° mittl. Wärme der Sommer- 
monate gute Erndten , und die Cerealien und KartolFeln fin- 
det man daher bis 69° 1/2 bei Lyngen in der Ebene, und 161. 
unter 68° Breite noch auf 116 Toisen Höhe bei Muuioniska. 
(Wahlenberg-.) *) Hafer und Gerste gelangen im hohen 



*) In Lappland wird bei ^uickjock unter 67^,20' nördl. Br. 
regelmässiger Ackerbau getrieben; in Enontekis unter 68 '30' 
Gerste (und Rüben) gesäet; 'auf Mäsö erzielt mau in 
Gärten Kartoffeln (70°,390 ""d Braunkohl und Stachel- 
beeren). In Asien dagegen hört aller Ackerbau etwas ober- 
halb Tobolsk (60^) auf. In Cauada kann schon unter 51° 
ums Fort Nelson her nichts mehr g-esäet werden. V. Eh- 
renheim. Vgl. p. 70. 71, Aum. und Bot. Liter. Blatt. 
II. S. 39. f. — Der Getreidebau in den Rheiugebirgen 
bleibt, weil sie nicht viel über 300 Fuss hoch sich erhe- 
ben, und also nicht durch höhere Hiuterberge ^fgew die 



94 



Norden schnell vom Keimen bis znr Fnicht. In der g-emäs- 
sigten Zone (Edinburg-) g-edeiht Weizen sehr gut, wenn 
dnrch 7 Monate (20teu März bis 20ten October) die iniltl. 
Wärme 13° ist; oft ist aber letztere dort schon unr 10^ 1/2; 
aber noch um 2° niedng'cre Temp. dieser Monate würde die 
Cerealien nicht mehr reifen lassen. (Playfair.) In den See- 
alpen sah De Candolle Roggen bis in 1100, Waizen in 
900 Toisen Höhe. Des Aequator's Hitze vertrag'en sie nicht, 
und ihr Anbau fängt dort erst in solcher Höhe an, wo sie 
im südlichen Frankreich kaum mehr fortkommen. Ausnah- 
men machen Weizenfelder bei Vittoria in Caracas auf 270 T. 
Höhe und auf Cuba nur wenig- über dem Meere. 



Anhang", 
p. 167. Bemerltimgen über einige Pfl.inzen-Familien. 

169. Filices. 

Die Farrnkräuter kommen nicht so , wie viele Moose 

und Flechten, in mehreren Welttheilen zugleich vor; sie 

sind enger umgränzt; nur sehr wenige hat die neue Welt 

mit der alten gemein, selbst die der tropischen Gebirge sind 

von denen der tropischen Ebenen verschieden. Ton den 

1000 Arten W i 1 1 d e n o w ' s (in Spec. pl. IV.— 1810) gehören 

171. der alten Welt 470 

und zwar der gemässigten und der kalten Zone 170, 

der heissen Zone 300, 

der neuen Welt , 530 

und zwar der g-emässiglen und kalten Zone 70, 

. der heissen Zone 460, 

Gewalt des Windzug-es g-eschützt sind, auf weit niedrigere 
Gränze, als in der Schweiz, beschränkt. Während also in 
der Schweiz noch über 4000 Fuss hoch Fruchtfelder 
sind, g'edeihen bei 2200 Fuss Höhe in den Vogesen nur 
noch Sommerfrüchte (Hafer). Nach Lintz. Diese An- 
g'aben stimmen auch mit den Erfahrungen in Schwaben 
(in ziemlich gleicher nördl. Breite), indem auch in Schwa- 
ben bei etwa 1800 Fuss der Winfergetreidebau und bei 
2200 das Sommergetreide seine Gränze findet. 



96 



also g-ehören 760 davon der heissen Zone, 240 der gemäs- 
sigten und der kalten au. — Wenn der Raum der Erde 
zwischen den Wendekreisen an festem Lande = 1000 ge- u, 172. 
dacht wird, so konnnen davon auf das tropische Africa 

461 Theile, 

auf das tropische America 301 

das trop. Neuholland und die Südseeinseln 124 

das tropische Asien 114, 

demnach verhalten sich die tropischen Theile der alten und 
der neuen Welt =7:3, aber doch hat America bei 3 (301) 
Baum 1/3 mehr Farrnkrauter ; Ursache ist America's Feuch- 
tigkeit und Gebirge, auch dass Africa und Neuholland noch 170. 
nicht genug durchsucht sind. — Jamaica hat 103 Farrnkr. gegen 
764 wirkliche Phanerogamen. Ganz Europa hat nicht über 
70 Farrnkräuter , Lappland 19, England 39; (miter Hoff- 
mann' s 40 für Deutschland sind mehrere Spielarten. *) Nord- 
America hatte nach Michaux 45 Filices und 1575 Phane- 
rogamen. — Nord -America hat zwar enropäische nnd 173. 
nordasiatische Monokotyledonen, aber wenig europäische 
Farrnkräuter, nämlich in Canada, Pennsylvanien «nd Nen- 
Californien nur 6 — 10 Arten: Ophhglossum vulgntuvi, Poly- 
podium ca^caremrif Aspidium Thclypterisy Aspidhim cristntum. 



*j Die Menge der Individuen der Arten ist sehr verschie- 
den: am Eismeere im nördlichsten Norwegen bedecken 
wenige Species den ganzen Boden. — Nach dem Verhält- 
nisse der Arten zahl za 3\leu plantis vascuios. des Landes 
machen sie (D'Urville in ^4im. des scienc. nat. VI. 1825): 
auf der ganzen Erde 1/32 , in Neuholland 1/37, Japan 1/38, 
Schottland 1/31 , Grossbritannien 1/35 , Schweden 1/35, 
Schweiz 1/44, Berlin 1/44, Fridrichsdal 1/41, Paris 1/50, 
Pyrenäen 1/55, Neapel 1/74, Griechenland 1/84, Portu- 
gal 1/116, griech. Archipel 1/227, Aegypten 1/971; Ja- 
maica 1/9, canarischen Inseln 1/14, an Mageil. Strasse 1/14, 
in Island 1/18, Grönland 1/10; am Nordcap „4 unter 26 
Pflanzen" (Sabine) ^^1/7; auf Mauritius 1/8, Falklands- 
inseln 1/15, Küste des tropischen America 1/2 , Siid- 
seeinseln 1/4 — 1/3; St. Helena, und Tristan d'Acunha 2/3! 
in Ostindien, auch im tropischen Neuholland l/'26. 



96 



Ff^ns nquilinn etc. — Dnvctllm pinnnia isl zugleich in Chile 
uiul auf den Philippinen , Osmiuida hnrbara in Neiihol]and 
und am Cap; AspidUwi acnlenfutn von England an über den 
Atlas bis zum Cap, noch nicht in America; unser Bolry- 
cMum Lunaria bedeckt nebst unsreni Phlcmn alpimim alle 
Felsen des Feuerlandes. Hymenophylhim tunbridgense ist 
ausser England auch in NeuhoUand , in Irland, Norwegen und 
Italien. — Adlanimn Capillus Veneris allein kommt im alten 
und neuen Continente , in der nördlichen und südlichen Erd- 
hälfte , in der heissen und gemässigten Zone vor , nämlich 
in England, Jamaica und der Insel Bourbon; sollte Saaiuen 
"v;vi' mit den Filtrirsteinen dahin gekommen sein? — IMit einiger 
Unbestimmtheit werden von Autoren 2 Aspidia, 2 AspJenia 
p. 176. und Hlechnum caudaiutn in der heisseu Zone beider Con- 
tinente angegeben. 

Die Hälfte aller bekannten Farrnkräuter gehört zu den 
4 Gattungen: Polypodunn^ Aspidhan^ Ptcris \i. Asplenium. — 
Meniscium , Anetnia , Hydroglossum , 3Iertensia , Schizaea 
[und Heuere, s. Kaulf uss Enmn, Filicum. — 1824.] scheinen 
nur den Tropen anzugehören ; aber alle nordischen Gattun- 
gen haben auch Species unter den Tropen. America besitzt 
fast gar keine eigene Farrnkraut-Gattung , obgleich es 
eigene Phanerogamen- Gattungen hat, wie Cactus, Calceo- 
laria, Alsiroemeria , Bromelia; denn zu den wenigen Arten 
von Polybotrya, Pleopellis und Marattia dürften sich wohl 
auch in der alten Welt deren noch finden. 

jyg Baumartige Farrnkräuter kannte Linne nur 4, w^ie 

nur 16 Palmen; (bis 1815) sind 25 baumartige Farrnkräuter 
und 100 Palmen bekannt. Baumartige Farrnkräuter Ame- 
rica's sind: 7 Arten Cyathca^ 2 Pteris ^ l31eniscium^ 3 von 

180. Aspidium, 1 Asplenium (arboreum) etc. ; in Australien 4 andere 
Cyaiheae^ 2 DicTcsoniae etc. ; im südlichen Africa und Inseln 
3 Cyatheae etc. — Die ostindischen und capischen baumar- 
tigen Farrnkräuter sind noch zu mangelhaft beschrieben, und 
noch einige andere sind nur vielmehr Bäumchen, kaum 



97 



3—4 Fiiss hoch. Von sütlamerlcanischeu ist Cyntkea speclosa p, jgi, 
das schönste und 25 Fuss hoch ; so hoch wird auch CyulJiea 
excelsa auf Boiirbou. — Baumarlig-e Farrnkräuter kommen ^jgg 
rwar hin und wieder bis ans Meer vor, in Siidamerica aber 
haben sie ihre eigene Region erst bei m. j. Temper. von 
18 — 22° C , in der Luft ewig-en Frühling-s zwischen 400 imd 
800 Toisen Höhe, selten bis 200 Toisen Höhe herab; sie 
heisst dort die Tlerra templada de los helechos *) : in Keu- 
Andahisien bei Caripej in Neu-Granada bei Ibague, Guaduas 186. 
etc.; in Peru zwischen Loxa und dem Amazonenflusse; dann 
bei Xalapa. Ihre Region gränzt an die der Cinclionae '^ Cinch, . 
oblotigifolia und C. longiflora^ mehr Wärme liebend, werden 
selbst dazwischen g-efunden; in Mexico dag-eg'cu wachsen 
die baumartig'en Farrnkräuter, seltsam anzuschauen, zwischen 
Eichen {Quercus ocalapetms Humb.^. 

Im Allg'emeinen g-ehen manche tropische Gewächse w'ei- 181. 
ler g'eg'cn den Südpol, als geg'en den Nordpol. In Mexico 
kommt kaum ein baumartig'es Farrnkraut über den Wende- 
kreis heraus (zwar geht in Nord -America eine Palme bis 
Carolina, 37° nördl. Breite), während südlich die DicJisonia 
(tntarctica mit drei Klaftern hohem Stamme auf Van Diemens 
Land wächst, selbst eine andere Dicksonia auf Neu-Seeland 
46° südl. Breite , wohin, in g-leicher Breite wie Lyon, auch 
die tropischen Gattungen Epidendron und Dendrohium Arten i%% 
aussenden, gefunden ist. Ursache ist, dass ungeachtet der 
niedei*en mittl. jahrl. Warme der südlichen gemässigten Zone, 
= 12°,5 C. , das viele umgebende Meer im Süden die Som- 
merhitze bricht, die Winter mässigt: unter 63° südl. Breite 
schmilzt im dortigen Winter der Schnee sogleich, dagegen 
in unserem Januar (dort Sommer) steigt das Thermometer 
dort selten auf 11° C; selbst unter 42°— 43° südl. Breite 



•) Heiecho ^ ßHoc^ vom arab. feledsch [und dieses wohl von 

'^'^\J\^ (fnladscha) divuiit ; partitus ßiit.'} 
^ 7 



98 

sind dort tliucü Südwinde die Sommer s^ kühl, wie auf 
deu Abhangen der Alpen; auf solche Sommer folgt «iu 
p. 1S3. Wiwter wie zu Roraj ß. oben pag-. 83. 

Filices herhaceae wachsen iu Süd -America tob der 
Meeresküste bis auf die höchsten Berge, nur sind die Höhen- 
Regionen für die Arten fest umg'ränzt; Cheilanthes margi- 

184. naidy Hemionitls rufa eic. sind zwischen 1200 u. 1600 T. H., 
wie bei uns Pteris crispa auf dem St, Gotthard über der 
Gränze der Tannen vorkommt bis 1100 Toisen hoch, in 
Lapplaud bei Enontekis bis 300 Toisen hoch, so dass sie 
in der Schweiz nur 280, in Lapplaud entsprechend 100 T. 
unter der Schueelinie bleibt, rolypoäium (JVoodsia) hypeV' 
boreum geht unter 86° nördl. Breite über BetuJa nana hin- 
auf, [in Schlesien kommt es zwar bis gegen 260 Toisen 
Höhe herab]. 

185. Noch auf Hochebenen nud in Thälern Südamerica's 2100 T. 
hoch, und am Chimborazo 2300 Tois. hoch, siiul Farrnkräu- 
ter, doch daselbst nicht mehr in Massen, in solchen ge- 
deihen sie dort am besten 300 — 1200 Toisen hoch. 

Lycopodiaceae , Equüetaceae ^ Characeae etc. 

Igy Lycopodieu sind im tropischen Süd -America nur alpiit 

und subalpin, viele Arten kommen in der heissen Zone in 
beiden Contiuenten zugleich vor: Lycopodhitn cemuum eic. 

Equisetum bogotense und giganteum gehören dem tropi- 
schen Süd-America eigenthiinilich. JE. arvense ist in Europa, 
Asien und America; E. elongatum zugleich in Italien, Grie- 
chenland und auf Bourbon. 

188. Die Arten der Marsileaceae sind, wie viele andere Was- 

serpflanzen, zum Theile sehr weit über deu Erdkreis verbreitet. 

Chnra compressa in Yenezuela ist die erste tropische 
Cham iu America. Noch ist keine beiden Coutinenten ge- 
meinsame Cknrn bekannt. 



99 



Piperaceae. (Piper nebst Peppromia.) 
Alle Arten derselben haben unter einander so viele Aehn- 
lichkeit der Gestalt, ■wie die der ßlclaslomaceae , Aroideae p. 189. 
und der Malvaceae. Die meisten \vachsen in der heissea 
Zone, doch An der Ä'ähe der Wendekreise, anf der Ebene 
lind in kälteren Höhen. Sie lieben feuchte und laue Luft. 
Zu den 136 Arten in YahTs i'rtMy/jerrti/o kamen durch H um b. tOO. 
und Bonpl. 77 neue; die noch unerforschten heissen Länder 
werden grösseren Zuwachs bringen, — Kaum i/S der bis 
jetzt entdeckten g'ehört der alten AYelt, weil in Africa noch 
zu wenig'e entdeckt sind. In der nördl. Erdhälfte gehen sie 
kaum über den Wendekreis heraus ; in der südlichen wer- 
den noch wenige bis zum 34^ (am Cap 2 Species) imd P. 
enccelsutn ^V südl. Breite g'efnnden (vgl. Filices, p. 181). 191. 
Keine Art ist in beiden Continenten zugleich. 

In America kommen deren mehr in den östl. Theilen vor, jqj^ 
als in den westlichen; Mexico's Küste und Hochebenen sind 
zu trocken für sie, dort sind nur w^euig Arten ; grosse Menge 
aber am %vestlichen Abhänge der mexicanischen Andes, und , 

am östlichen g'egen Vera Cruz, besondere in Xalapa's dun- 
klen Wäldern 700 Toisen hoch, zwischen Liquidambar, Me- 
lastomeu, Psjchotrien und Farrnbäumen. -^ Der Stamm der 193. 
Piperarten wird 15 — 25 F. hoch, ist aufsteigend, das Laub 
dunkelgrün. Peperomiae aber sind fast krautavtig', fleischig', 
mit hellgrünen Blättern, halten mehr Kälte aus, mehrere 
gehen bis 1700 Toisen hoch in die Region der Escallonia 
und JF'intera , wo (in gleicher Höhe mit den Pyreuäeug-i- 
pfeln} das Thermometer oft auf -|- 5° herabg'eht. {Region 
de los Pavamos: 15 — 1800 Toisen hoch.) 

Fragt mau mit R. Brown nach dem „Maximum" der jq^^ 
Familie und Gattung-, so kommt die grösste Menge der Pe- 
peroTttiae in gemässigterem Klima , in Schlünden zw^ 300- 
900 Toisen H. vor, theils an Baumstämmen mit Epideiidri* 
u. a., theils an benetzten senkrechten Felsen. Die eigent- 
lichen Piperarten gehen um 200 Toisen minder hoch hinauf 

7 * 



100 

als Peperomiae , ihr Maximum ist vom Meere bis 500 Tois. 
hoch^ in Schluchten,' zu den alpinen gehören Piper barha- 
tum^ tumidum und pilnliferum, 14 — 1500 Toiseu hoch. — 
i». 195. Von America's 87 Piper-Arten hat eine : Piper javitense am 
Orinoco, kletternden Steng-el , wie in Ostindien Piper ther- 
male und Piper Siriboa, 

19Ö. Aroideae und Typhinae. 

Die meisten Aroideae sind im tropischen Theile des 
neuen Coutinentes, begünstigt durch feuchte Luft mittelst 
Regen und Waldschatten, Von 20 beschriebenen Pathos sind 
nur 3 in Ostindien, noch keiner in Australien sammt den 
Inseln g-efiuiden. Die araericanischeu Arten bewohnen vor- 
züglich die regio subtnoniana zwischen 200 und 600 Toisen 
Hohe. Pathos molacetiSy von Swartz auf Jamaica's höch- 
sten Bergen gefunden, ist in der Provinz Carthagena in der 
Ebene, wo mehrentheils 30« — 34" C. Temperatur ist. Pathos 
pedatus und b-nervius gehen in den Anden bis in die kalte 
Region , 1400 Toisen hoch. Polhos und Caladium sind nur 

197. iu der heissen Zone gefunden. Caladium arboreumss'itA %Qhx 
hoch. Die Arum- Arten sind in der gemässigten Zone zwi- 
schen 30° nud 45° südl. Breite am meisten zu Hause. Dra- 
contium foeiidum L. , in Canada , gehört vielmehr zur Gat- 
tung Calla. Carludovica plamaia ähnelt, wie der ostindische 
Pandanus, am Gipfel und Strünke einer kleinen Palme, sie 
geht von der Ebene bis in die gemässigte Region. Pistia 
Straiioies gehört den Gewässern beider Continente an, wie 
mehrere Marsileae. 

198. Der Strauch Tagua oder Phytelephas (fam. Pandmieae) 
ist einer kleinen Palme sehr ähnlich, ausgezeichnet durch 
den Blätterbüschel von Grösse wie bei der Cocoapalme, dui'ch 
den schuppigen Strunk imd durch Bau und Gewicht der häu- 
figen Früchte. 

Die 2 neuen Typhne^ ienuifolia und iruocillensis , letz- 
ter« bei Truxillo in Peru, geben Beispiele, wie leicht fremde 



«Ol 

■ 11 I II mt 

Arien mit eiiropäiecheu für eins g'ehalteu werden können; 
denn jene wnrdeu von allen Botanikern für T. angxtsiifolia 
H. latifoUa gehalten nach dem Ansehen [erstere theils noch], 

Gramineae und Cyperoideae, p. 199. 

A. T. Humb. und Boupl. fanden in America 343 Spe- 
cies, wovon bjh nen. Mit allen von R. Brown auf Neuhol- 
land und van Diemensland gefundenen und denen in Persoon's 
Synopis sind (bis 1814) 1200 Gramineas bekannt, dazu 900 
Cypcraceae nud 100 Junceae^ zusammen also 2200 Gluma- 
ceae. Ihre Summe beträgt also ^I/IO aller Paanerogamen, '200. 
da man auf die 30,000 beschriebenen (bis 1815) Mono - luid 
Dikotjledoaeu wohl 3000 rechnen könnte, wenn die Rei- 
senden mehr darauf geachtet hätten. Die Glumaceae neh- 
men vom Aeqiiator gegen die Pole (oder auf Gebirgen **) 
hxi Verhähuisse zu andern Pflanzen zu, schneller von Deutsch- 
land bis zum Pole, als vom Aequator zur gemässigten Zone ; 
in Lappland sind 3mal mehr Glumaceae als Compositae^ in . ' 
dem gemässigten Striche Europa's beide ziemlich im Verhält- oqj, 
uisse gleich; in Nord-Ajiierica um 1/4 mehr Comjpositae als 
Glumaceae^ zwischen 32^ und 45°; noch mehr in der heissen 
Zone. Diese beiden Famiiien sind in allen Weltgegenden 
die artenreichsten ; dann folgen die Caryojphylleae , uimetita- 
ceae und Ericinae in der kalten Zone; und l^egiiTninosae, 
Cruciferae tmd Labiatae in der gemässigten; Leguminosae^ 
Rubtaceae nud Malvaceae in der heisfien. (Compositae in Ame- 
rica 1/6 im Ganzen, in Africa nur l/!20.) Unter dem Aequator 
verhalten sich die Gramineae y Cyperaceae und Junceae zu 202. 
einander fast wie 25. 7. 1.; in den gemässigten Breiten der 
alten Welt wie 7. 6. 1; unter dem Polarkreise 2,^. 2, 5. 1.; 
also nur in Lappland die Cyperaceae in Zahl gleich den Gra^ 
mineis. Durch die gemässigte Zone gegen die Wendekreise 



*) Die Abtheilungen nicht in gleichem Maasse: Gramineae 
anders; s. p. 146, 148. 



102 

renninderu sich Cyperaceae und Junceae weit mehr als die 
Gramlneac^ so dass Junci in der heissen gauz verschwin- 
den, auch in Nord-America sind sie unter «gleicher Isotherme 
spai'sumer als bei uns. Die Cyperaceae aber scheinen besser 
alle Cliiuale eriragen zu können, «nd wir finden besonders 
unter ihnen Pflanzen, die beiden Welten augehören: Kyllin- 
gia monocephala , Cyperus vionostachys , Chaetospora aurea 
und andere (si p. 63). So in Neuholland und i» Siid-America : 
Scirpus trtqueter, capilaius und Fmreua unibellata j in Eu- 
ropa und Australien: Scirpus flmians ^ aupimis, setaceiis, la- 
cuslrisy triqiietery Schoenus ßlariscus, C'arejc caespitosa, C. 
p. 203. Pseudocyperus y Juncus maritimus und effusus. üeberhaupt 
sind die Cyperaceae unter dem Wendekreise des Steinbocks 
häufig,* auf 436 Glumaceae von Neuholland kommen 214 
Gramineae und 200 Cyperaceae ^ unter dem Wendekreise des 
Krebses ganz anders. Nach Kunth sind manche Sippschaf- 
ten der Gramineae zwischen den Wendekreisen sehr zalil- 

204, reich: Paniceae , Slipaceae, Chlorideae, Saccharin ae , Ory- 
zeae^ Olyreae und Bambusaceae ^ — uud fehlen oder sind 
selten in Europa , wo aus erstereu kein Paapalum , nur 5 
Stipaceacj wenig- Saccharinae^ nur 1 OryÄ.eaiL.eersia')^ keine 
Cliloridetty Olyrea und Hamhusacea; dag-egen g-ehören un- 
sern g-emässigten Breiten besonders an: Agrosieae ^ Auena- 
ceae, Arundinaceae und Svomeae. Die Hordeaceae (unsere 
Getreide-Pfianzen) i)asseu besonders in die warmen Gegen- 
den Europas und Asiens, während die Alpengräser der al- 
ten und neuen Welt hauptsächlich zu den Agrosteae ^ A.ue~ 
naceae «md Bromeae gehören. Cyperus geliört fast allein 
den Wendekreisen an; von 140 Arten kommen kaum 20 auf 
Europa und Nord-America; in ganz Europa ist weder ein M«- 
riscus noch eine Kiliingiay ächte Cyperaceae (mit zweireihig 

205. dachziegelförmigen Spelzen) nur einige. Die Scirpcac schei- 
nen überall zerstreut zu sei« , und unter allen Mouokoljle- 
donen sind sie es, von denen am meisten gemeinschaftliche 
Arten in beiden Welten vorkommen. Die Batnbusa- ArteUf 



lOS 

f eue banmartigeu Rohre , blühen in America fast nie , häu- 
figer in Ostindien, wo ihre Samen g-egessen werden; auch p. 206, 
sind sie in America nicht überall: sie sind selten in Cara- 208. 
cas und Neuaudalusien, in Guyana und am Rio Negro ; häufig- 
nur mehr im Westen, Grosse Wälder bilden sie nur in 209, 
Neugranada , in der Ebene und gemässigten Thäleru , am 
westlichen Abhaug-e der Anden von Quindiii, am Cauca- 
Flusse, am Rucupichiucha, um Esmeralda und an der Südsee. 
Die Bamhusa Guadua g-eht tou der Ebene , wo sie bis 400 
Toiseu Höhe grosse Wälder macht, bis 860 T. hoch, wo 
sie immer mehr nur vereinzelt in Gebüschen vorkommt. Alle 
Bambusaceen sind eigentlich gesellig. Die Wastus der Insel 
Bourbon ist subalpin, kommt nicht unter 600 T. herab. *) 

P a l m a €. 210. 

Sie wachsen vorzüglich zwischen den Wendekreisen, 
von der Ebene bis 600 ToiseiiHöhe, bei mittl. jahrl. Temp. 
von 19^— 2S° C. , Winters bei Nacht nicht unter 15^ C. (nur 
auf Cuba macht Nordwind kältere Luft) j sehr wenige nur 
gehen auf den Anden in der heissen Zone bis 1300 Toisen 
und darüber hinauf, wie Oreodoxa frigida uud die Wachs- 
palme Ceroxylon Andicola. Ausserhalb der Tropen wachsen 
die Dattelpalme, die Cluciiiaevops humilisy €h. Palmeilo und 
Areca Kovae Zeelaudlae, an Orten, deren mittl. jährl. Wärme 
nicht über 17^ C. ist uud wo es zuweilen einige Tage 
Schnee giebt. 

Zu Linne's Zeit waren nur 15 Palmen bekannt, Ruiz 217 f, 
«nd Pavon fügten 8 hinzu, Willdenow uud Brede- 
meyer 6, A. v, Humb'oldt u. Bonpl. 20. Kunth giebt 
eine Uebersicht aller (bis 1815) bekannten Arten , worin 
aufgezählt sind : «) Mit gefiedertem Laube : die Gattungen : 



*) Die sogenannte Oryx.a parva ist Cheropodium Qui'noa^ kein 
Gras; der Canada-Heis aber eine Species von Zizania, 
Mais wächst nicht wild in America. 



104 

Calamus mit 9 Arteu, Sa§us 3, Phoenix 3, Elate 1 , Coco$ 6, 
Baciris 3, Kunthia 1, Elaeis 2, if/p« 1, Chamaedorea 1, 
Geonoma 2 , Oreodoxa 6 , uAiplianes 2 , Martinezia 6 , Jl^«?i- 
ne^taria 2, ^reca 9, Caryota 2, Seaforthia 6, Ceroacylon 2, 
Manicaria 1, Lodoicea 1, Juhaea t, ^Haiea 1 , Alfonsia 1, 

222 f. ^renga 1, Ptychosperma 1; dazu 18 unbestimmte america- 
nische. &) Mit fächerförmigen Blättern: Corypha 9, /.£- 

222 cuala 1 , Liuisionia 2 , liatania 2, Morasstis s. LoiHainis 1, 
Hyphaene s. Cucifera (oder Doum') 2, (Jhamaerops 2, 272n'- 

230. '^'^J^ 1» Mauriiia 2, Rhapis 3, 2 luibestijnmte americamsche. 

231, Zu allen kommen noch 19 noch minder bekannte in America. 

p. 234. Aas America allein werden also (1816, April) bald 87 

Arteu bekannt sein , die mit den 50 iu der alten Welt bekann- 
ten 137 machen. Iu Willdenow's Spec. plani. stehen 70, 
Humb. und Bonpl. sahen über 45. Die Menge aller Pal-> 
meu, mit den noch uuentdeckten, muss sehr g-ross sein, noch 
sind so grosse Striche der heissea Zone nicht durchsucht, 
«nd die durchschnittliche Kleinheit ihrer Verbreitungsbe- 
zirke, da viele nicht über 50 Meilen weit reichen, lässt in 
entfernteren Gegenden immer neue erv^arten. 

Ihre Gestalt ist sehr verschieden; einige: Kunthia mott' 
tana , Oreodoxa frigida , sind fast rohrrartig schlank ; an- 
dere : Juhaea spectahills eic. 3 Fuss dick. Einige sind ge- 
235. seilig: Mauriiia flexuosa^ Chamaerops hmnilisy andere ver- 
einzelt und vorragend : Oreodoxa regia etc. ; — einige nie- 
drig: ^itaiea aniygdalina ; andere thurmhoch, 160 — 180 Fuss. 
Eiuäge (Coryjjha tectorum etc.) kommen zwischen den Tro- 
pen nur in Ebenen oder bis 300 Toisen Höhe vorj andere 
auf Bergen dem ewigen Schuee näher; zu letzteren gehö- 
ren: Kunthia montana 250 — 800 Toisen hoch, selbst bis 
1000 Toisen, in der Region der Cinchona cordifolia^ in deu 
Wäldern bei Pasto und andern Gegenden; Oreodoxa frigida 
1000 — 1400 Toisen hoch, auf den Audes von ^uindiü; — 
Ceroxylon ^Indicola^ 920 — 1500 Toisen iioch mit Oreodoxa 



105 

fi'lgida und Quercus g^ranatensts ^ bei Nächten ron kamn 
6' — 8" C. Temperalur, am östlichen Al)hang'e der Andes u. 237. 
von ^iiindii^ ii. a. , ^vesllich seltener ; ein paar iiubekaiinte 
Palmen sollen noch höher gehen. *) 

A. V. Kiimb. und Bonpl. fanden sie meistens im Ja- 
nuar und Februar in Bliithe. Wie die Palmen fast die 239. 
schönsten Gewächse sind, so zug^leich die fruchtbarsten; 
auch wo sie unang'ebaut stehen, bedecken die Früchte oft 
3 Zoll hoch den g'auzen Boden, z. B. von Alfonsia^ Cocos 
butyracectf 3Iauriiia ii. a. Eine einzige Scheide der Phoenix 
dactylifera enthält nach Kämpfer über 12000 männliche - 
Blumen. Koch weit mehr hat deren die Alfonsia amygda- 240. 
Ihiai ein kätzchenförmiger Zweig enthielt nach Schätzung; 
1800 männliche Blumen, mm sind in einer Scheide 110 bis 
120 solcher Kätzchen , wonach in einer Scheide 207,000 Blu- 
men, und auf der ganzen Palme, welche 2-3 Scheiden trägt, 
600,000. Die Seje-Palme, das Haiiptnahrungsmittel am Ori- 
noco, hat iu jeder Traube 8000 Früchte, wovon aber viele 
abfallen. 

Orchideae. 

Die Orchideae h\U\Qn eine Hauptzierde der heissen Zone ■ j '" 
dass in Neuhollands tropischem Tlieile wenigere wachsen, als 
daselbst zwischen 33° und 35° südl. Breite, ist Ausnahme; 
die grosse Feuchtigkeit der südlichen Erdhälfte ist Grund, 



*) Dass sie weiter nach oben auf den tropischen Gebirgen 
America's gehen, als der mittleren Wärme eutsprecbend 
nach höheren Breiten, hat zum Grunde, dass sie nicht 
nach der mitll. jährl. Wanne sich richten, sondern, w^ie 
alle holzigen Monokotjledonen, gegen Winter kälte em- 
pfindlich sind, die in höheren Breiten statt findet, wäh- 
rend iu tropischen Gebirgen die Temperatur durch das 
ganze Jahr iiusncr nur wenig sich ändert. In Africa ist 
schon der Wechsel zwischen Tag und Nacht grösser, die 
meist hellen Nächte kühler, oft sehr kalt — (Ehren berg- 
und A.) [durch Austrahlting d«r Wärine iji den freien 
Himmelsranm durch die trocknere w olkenfreie Atmosphäre. j 



100 



p. 242. dass die schönen parasitischen Orchideen sich so weit (p. 47.) 
dem Siidpole nähern, wo sie einen Winter finden, wie auf 
den tropischen Berg-abhangen. Sehr grosse Erudte in die- 
ser Familie wird sich künftig-en Reisenden darbieten ; noch 
ist nicht der 20ste Theil der SchUichten der Andes durch- 
sucht. Ganz Europa hat nur 70—80 Arten , das noch so 
wenig' besuchte America g;ab aber schon 244 , worunter 61 
von A. V. Humb. und Bonpl. ; alle in beiden Continenteu 
entdeckten sind 700 Arten (Willdeno^v zählte 395). 

Obg'leich sie in der heissen Zone der alten und neuen 

243. Welt von der Meeresfläche bis 18 — 1900 Toisen hoch ver- 
theilt sind, findet man doch die meisten, schönsten, wohl- 
riechendsten, üppigsten und brennendsten in den Schluchten 
der Anden von Mexico, Neugranada, Quito, Peru, iu milder 
Luft und Schatten zwischen 800 und 1100 Toisen Höhe, wo 
mittl. jährl. Wärme 19°— 17° C. ist, 

Orchideae mit g^esporntem Labeil fehlen in der heissen 
Zone , sie g'ehören der g'emässigten und kalten anj und zwar 
der nördlichen: Orchis ^ Saienan'a, Cyjiri^edium y OphrySj 
Serapias, Epipactis etc.; der südlichen: Satyriuvi, Pterygo- 
dium^ Disperis, Corychim^ Disa , Pterostylis , Caladenia etc. 

244. Die meisten tropischen gehören zur Abtheiluug Epidendreae^ 
von eigenem Habitus , welche fast alle gesellig und zwar 
auf Bäumen vorkommen , während obige einzeln u. auf dem 
Erdboden. Nur wenige so zu sagen nordische Gestalten 
(Ophrys, Hahenaritty ^Itenstcinia) finden sich unter den 
Tropen auf hoheu Bergrücken, wohl auch auf der Ebene. 
Beiden Continenten gemein sind in der gemässigten Zone 
nur 4: Satyrium viride, Orchis hyparbovea^ Neottia rep(i)^^i 
uiul Neottia tortilis. 



[lieber andere Familien : Leguminosae , CruQiferae etc. s. Schouw 
Griintlz. eiuei- allgemeinen Pilajizeu-Geographie ; Beispiele der, Be- 
handluBg einzelner Galtiingen ebend. J — einzelner Species ebendas, 
nnil, kürzer, iu Sprengel 's Gruudz. der "wissenschaftlichen Pflan- 
zenkunde.] 



107 



Ite Beilag^e. 

lieber die Verbreitungsbezirke der 
Pflanzen. 

Aus Schouw's ,, Grundzüge einer allgeuieiiien Pflanzengeographie". 
(BerL 1823.) S. X67-192. — Auszug, docJi ineistenüieils •vvürllich. 



Als Eiuleitung-: Eintheilimg' der örtlichen Verhält- 
nisse der Gewächse; von Schon ^v, — etwas modificirt 
nach E. M e 3'^ e r. — Schon av unterscheidet znerst die Ortsvcr- 
hältnisse, w^elche nicht nnr den Arten, Gattungen oder hö- 
heren Pflauzeugruppeu , sondern auch jedem Individuum ei- 
ner g'cwissen Pflanzengruppe beigelegt werden können, und 
die jenigen Ortsverhältnisse, welche nur der Art, der Gattuug- 
oder höheren Gruppe als solcher, aber nicht den einzehiea 
Individuen zubomiuen. Jene Verhältnisse umfasst der ge- 
meinschaftliche Name Vorkommen (siatio) der Pfiauzen, 
weil dadurch, wie es scheint, nicht unpassend alle äusseren 
Umstände, imter welchen eine Pflanze vorkommt, bezeichnet 
werden; hierher gehört also das die Pflanze umgebende 
Medium (ob Luft oder Wasser), der Boden u. s.w., — Ver- 
hältnisse, die zwar den Arten beigelegt werden können, aber 
auch den einzelneu Individuen. Die Ortsverhältuisse, 
welche nur der Art oder höheren Gruppe zukommen, sind 
ihre Verbreitungsverhältnisse (Begränzuugsverhällnisse), so- 
wohl in Hinsicht der j^eographischen Breite und Länge, als 
der Höhe über dem Meere, — Verhältnisse, die man unter deui 
gemeinschaftlichen Namen Verbieituugsbezirk (orbis eoc- 
tensionis oder ejcleimio [auch avea Jiach Mejer] begreifen 
kann. — Diejenigen Verhältnisse, in ^yelchea die Indivi- 
duen der nämlichen Art, die Arien der nämlichen Gattung- 
oder die Gattungen der nämlichen Familien zu einander ste- 
hen , oder mit andern Worten die Weise , auf welche die 
einer jeden Pflauzeniorm untergeordneten Formen oder In- 
dividuen auf der Oberfläche der Erde verlheilt sind , lassen 
sich wohl unter dem Kamen Ver theilungs w eise (modus 
dhtribiiiionis oder distribulio) begreifen. Schon w Grundz. 
einer alJgeifteiueu Püauzen-Geographie, S. 140 f. 



108 



Die graiize Pflanzen -Geographie kann in zwei Haupt- 
theile zerfallen : in deren einem das Y o r k o m m e n und 
die Terbrei tuug-sbezirke der Pflanzen, im andern 
die Vertheilnng'S weise, im oben aug'egebeuen Sinne 
dieser Worte, betrachtet wird. Denn wie diese Wissen- 
schaft g-leichsam aus der Yerkmipfung- zw^eier Wissenschaffen 
hervorgeg-aiigen ist, so schaut sie wie mit doppeltem Ge- 
sichte entweder von den Pflanzen aus auf die Räume, 
worauf sie wachsen, nach ihrer Grosse und Beschaffenheit,- 
oder von den Räumen auf die Pflanzen, womit sie besetzt 
sind, nach ihrer Anzahl und Mannig^faltigkeit. E. Meyer 
in De platUh Labntdoricis libri ires. (1830.) p. 168 j 



■l^er Verbreitungsbezirk oder die Verbreitungsaphäre (^Ex- 
tensio) einer Pflanze ist derjenig-e Theil der Erdoberfläche, 
auf welchem die Pflanze angelroflen wird. Die Gränzen die- 
ses Bezirkes werden durch die drei Yerbreitungs-VerhäU- 
uisse. Breite, Länge und Höhe, bestimmt. Der Bezirk ist 
nie iu dem Sinne unuaterbrochen, dass die Pflanze völlig' 
ausschliessend einen gewissen Fiächenraum bedeckt, sondern 
die Individuen werden mit Individuen anderer Pflanzen ver- 
mischt; ferner bilden Boden und andere Yerhaltnisse des 
Yorkommens manche Unterbrechungen des Bezirkes. Es 
giebt aber auch Unterbrechungen im Grossen, ^veiche vor- 
züglich von Temperatur- Yerhältuissen abhänge j ; nur für 
diese wollen wir uns des Ausdrucke?: unterbrochener 
Yerbreituiigsbezirk (^Extensio ini'jrrupta) bedienen; der Ge- 
gensatz hiervon ist zu satrimen hängend er oder unun- 
terbrochener Yerbreltungsbezirk (^Extensio continua). Yiele 
Pflanzen der nördlichen Polarländer zeigen sich wieder auf 
den Gebivgen des südlichen Europa , fehlen aber iu den 
Zwischenlanden! ,• mehrere europäische Pflanzen, besonders 
Kryptogamen, kommen in Neuholland und auf dem Cap vor, 
und fehlen in der heissen Zone; der Haselstrauch ist in 
Schottland und Norwegen häutig , wird gegen Osten all- 
mählig seltener, verschwindet am Ende ganz, kommt aber 
in den ö'sUichpn Theilen Asiens wieder zum Yorscheine. 



109 



Der Bezirk eiiiPr Pflanze kaini folgllcii zwei oder mehrere 
ju Hinsicht der g-eographischen Breite oder Lauge abg-eson- 
derte Erdstriche umfassen. -*} Dies gilt aber nicht in Rück- 
sicht der Höhe, denu schwerlich kommt irg-eiid eiue PÜaiize 
in den höheren und niederen Reg'ionen vor «nd fehlt in den 
mittleren , weil hier nicht , wie in jenen Fällen , ähnliche 
Temperaturverhältnisse sich wiederholen. 

Die Ausdehnung- des Verbreitungsbezirkes in Hinsicht 
der Breite kann passend die Breitenzoue (ZonalaiUudims) 
der Pflanzen g-enannt werden, deren Gränzen die Polar- u. 
die Aeqnatorial- Granze sind (ier^ninus polaris et aequa" 
iorialis.) Die Ausdehnung' in geog-raphischer Läng-e ist die 
Längen zone {zona longitudinis) der Pflanzen; ihre Gränzen 
sind die östliche und westliche {tenninus ovieräalis et 
occidenialis.) Beide bilden die horizontale Ausdehnuug-d^car- 
iensio horizontalis.) — Um die verticale Ausdehnung (exten- 
sio verticalis) zu bezeichnen, scheint der Ausdruck Region 
(regio) der zweckmässigte. Die Gränzen sind die obere 
und niedere {term. superior et inferior.^. 

Noch ist Unterschied zwischen dem natürlichen und 
künstlichen Yerbreitungsbezirke (Extensio naturalis et arii- 
ficialis)'. letzteres ist der durch den Menschen erweiterte. 

Die Breiten - und Längen-Zone einer Pflanze wird mittelst 
der geographischen Breiten- und Längen-Grade bestimmt; da 
aber der Bezirk einer Pflanze gewölmlich nicht auf jedem 
Meridiane sich dem Pole oder Aequator in gleichem Grade 
nähert , und auch nicht auf jeder Breite sich gleichmässig 
gegen Osten und Westen ausdehnt ; so wird es nothwendig, 
die Biegungen der polaren und aequatorialen, der öst- 
lichen und Avestlichen Gränzen, anzugeben. [Beisp. im Atlas 
zu Schouw's genanntem unentbehrlichen Werke]. Man könnte 
anstatt der geographischen Grade auch die Temperaturver- 



*) Beispiele solcher übergreifenden Verbreitung, wie sie 
auch genannt worden ist, s. oben p. 57. u. a. 



110 



hältnlsse , unter welchen eine Püauze anjjelrofieB wird , an- 
geben ; z. B. diese oder jene Pflanze komme zwischen 
j'^— 10° Mitteltemperatiir vor, welche Yerhültnisse man au» 
den au den Gränzeu Statt findenden al)sti'aliireu müsste; al- 
lein da dieses VerhäKniss doch ein von dem rein geographi- 
schen verscliiedenes ist , welches erst durch Schlüsse aus nicht 
immer zuverlässigen Materialien herausgebracht wird: so 
scheint es nicht zweckmässig, dasselbe mit dem rein geo- 
grajjhischen zu vermischen , da auch die Temperatur nicht 
das einzige äussere Moment ist, ^velche3 die Yegetatiou 
bestimmt. Die Gräuzenverhältnisse einer Pflanze hinsicht- 
lich der Temperatiu- dürften wohl nicht unpassend Tempe- 
ratur Sphäre derselben benannt werden. Die Tempera- 
tursphäre und der Verbreituugs bezirk sind in meh- 
reren Rücksichten oft verschieden. Eine Pflanze kann z. B. 
eine kleine Temperatursphäre haben, nnd doch einen grossen 
Verbreituugsbezirk , und unigekehri ; diejenige Pflanze z. B. 
welche am Niveau des Meeres von einem Wcndezirkel bis 
zum andern vorkommt, hat einen Yerbreitungsbezirk, wel- 
cher in Hinsicht der Breite 47° einschliesst, allein eine Tem- 
peratjirsphäre von nur 2°, 5 Cenfigr. (vgl. Anm. zu p. 71. ob.) ; 
eine Pflanze dagegen, die in Europa von 50^ — 60" ihre Hei- 
inath hat, hat zwar nur einen Yerbreitungsbezirk von IC 
der Breite , aber eine Temperatursphäre voa ohugefahr 5°,5 
C. (ebendaselbst). Eine Pflanze, die in den Schweizerge- 
birgen von 3000 — 5000 Fuss über dem Meere vorkommt, 
hat vielleicht einen Yerbreitungsbezirk von wenigen Meilen, 
aber eine Temperatursphäre von etwa 4'" C. *) 

Zur Bestimmung des Bezirks einer Pflanze muss man 
anch zu den Floren der einzelnen Länder und Gegenden 



*) „Viele Ilolzgcwäclise, welche im südlichen Deutschland die nörd- 
lichste Glänze ihres Vorkommens haben, z. B. Vtburnum Lantana, 
die kleineren Cytisi, Erica carnea, Daphne Cneorum u. s. w. wur- 
den (im Winter 18||) durch die ungewohnlicfie Kälte gar nicht af- 
ficirt, und zeigten dadurch aufs Neue, dass es nicht die Strenge des 
"Winters ist, was sie in ihrer Verbreitung authäll." Zuccarini 
in Flora oder botan. Z. 1830. II. S. 753. 



ih 



seiue Zuflucht nehmen; doch ist Vorsicht dabei nöthig- . . , 

iiad noch mangehi hiulang'liche 3Iaterialien 

Die verticale Ausdehnung des Pflanzenbezhkes wird 
«gewöhnlich in Klaftern, Fuss oder Meter angegeben. Die 
Kenntniss der Höhe, welche eine Pflanze erreicht, erhält 
man g'ewöhnlich mittelst Barometer -Beobachtung'en. Man 
Kann nie mit der g-rössten Genauig'keit die obere und untere 
Gränze bestimmen, und darf sich auf kleinere Zahlen als 
löO Fuss nicht einlassen. Viele Localyerhältnisse machen, 
dass dieselbe Pflanze an verschiedenen Punkten eines Berges 
oder einer Bergkette auf sehr verschiedener Höhe angetrof- 
fen wird, z. B. die Lage gegen die Himmelsgegenden, Nähe 
grosser Schneemassen, Grösse und Richtung der benachbar- 
ten höheren Gebirg'e, Bäche und Flüsse, welche die San- 
men der Alpenpflanzen in die Thaler hinunterführen. — Die 
Gränzen der Pflauzenbezirke bestimmt man sicherer da, wo 
sich das Land allmählig- oder durch mehrere grosse Terassen zu 
einer bedeutenden Höhe erhebt, als an dem schroffen Ab- 
hänge eines Berges; denn obgleich in letzterem Falle die 
Terschiedenheiten der Vegetation scimeiler abwechseln, und 
man folglich in bei weitem kürzerer Zeit sehr verschiedene 
Regionen durchwandert, und die Gränzen von weit mehr 
Pflanzen zu bestimmen Gelegenheit hat, so findet doch eben 
deshalb, weil die Regionen so schnell aufeinander folgen, 
leichtere Vermischung der Pflanzen verschiedener Regionen, 

und geringere Schärfe der Gränzen Statt Schouw 

bestimmte erstlich mit dem Barometer die Basis des Berges, 
die Spitzen, die kleinen Plaleau''s oder Terrassen, und die 
ebenen Thäler desselben, und uotirte sorgfältig alle die 
Pflanzen, die er im Niveau von diesen gemessenen Punkten 
antraf ; dann am Abhänge des Berges unmittelbar die Grän- 
zen der vorherrschenden Pflanzen, besonders der Bäume und 
Sträucher, auch Dörfer, Sennhüften u. s. w^ , und nolirte die 
Pflanzen zwischen zwei dergleichen Punkten. Durch Ver- 
g-leichiiDg einer grossen Zahl solcher Verzeichnisse erhält 



112 



luaa eluö von Localverhältnissen weif unaLhäogig'ere Ee- 
stiiumnng' der Pflanzengrauzen , als mittelst eiuzeluer unmit- 
telbarer Messungen der Gränze; und die Bestimmung; wird 
um so sicherer, je häufiger die Pflanze angetroffen wird. 
Man bestimmt die Gränze einer Pflanze nicht bei einzelnen 
allerersten Individuen, sondern w^o die Pflanze einigermassen 
häufig- vorkommt. Die untere Gränze wird übrigens am 
besten bei Ersteigung, die obere bei Herabsteigung des Ber- 
ges bestimmt. Da die klimatischen Verhältnisse, unter ver- 
schiedener geographischen Breite, auf der nämlichen Höhe 
über dem Meere, unter sich sehr abweichen, so giebt uns 
die Angabe der absoluten Höhe keinen hinlänglichen Begriff 
von dem der Pflanze zuträglichen Klima; — so fangen z. B. 
die Getreidearten in den Gebirgen Süd- America's auf der 
nämlichen Höhe an, auf welcher sie in den Schweizer Ge- 
birgen aufhören. Die Baumgränze ist in Lappland 1800 par. 
Fuss, in Norwegen auf 60° — 61° der Breite 3200 Fuss, iu 
der Schweiz 5500 F., in den Andesgebirgen 10800 F. hoch. 
Es könnte daher zweckmässiger scheinen, anstatt den Ab- 
stand von der] Meeresfläche , den von der Schueeliuie anzu- 
geben , weil die Schueeliuie von den Polen gegen den Ae- 
cjuator allmälilig höher steigt. *) Allein da die Pflanzengrän- 
zen doch nicht mit der Schneelinie parallel laufen, auch nicht 
alle Berge tlie Schueeliuie erreichen, so verdient wohl die 
Angabe der absoluten Höhe den Vorzug; doch muss dabei 
immer die geographische Breite bemerkt werden. 

Die Schneelinie darf dennoch nicht übersehen wer- 
den. Man denkt sich darunter eine Linie, die die untere 
Gränze des immerwährenden Schnees bezeichnet. Jene Be- 
stimmung ist nicht leicht. In der heissen Zone ist sie wegen 
fast gleicher Temperatur immer gleich; ausser den Tropen 
nach den Jahreszeiten mehr und mehr versc|iiedeu , darum 
in der temperirten und kalten Zone nur in den Monaten 

*) S. oben p. 139- und Anm. 8h p. 88; aucli p. 149. 



113 



Aiig^ust und September festzusetzen. Die Nähe des Meeres 
macht in der Reg^el, dass sie niedriger wird; so ist sie z.B. 
an der Küste Lappland's niedriger als im Innern. Auf ei- 
nem isolirten Berge ist sie höher, als auf einem der mit ei- 
nem grossen schneebedeckten Bergsysteme in Verbindung 
steht, weil die grösseren Schneemassen die Temperatur her- 
absetzen. Grosse Ebenen, die um die Gebirge Hegen, er- 
höhen die Temperatur, wodurch denn auch die Schneolinie 
höher steigt. *) An sanften Abhängen bleibt der Schnee 
länger liegen, als an schroffen oder an Felsenspitzen; die 
letzteren sind daher oft entblösst, selbst wenn sie über die 
Schneelinie bedeutend erhaben sind. **) Nur weit ausge- 
dehnte Schneemassen bilden die Schneegränze. Von der 
Schneelinie ist die untere Gränze der Gletscher wohl zu un- 
terscheiden ; diese Eismassen gehen oft sehr tief in die Tha- 
1er herunter, und finden sich im Niveau von Getreidefeldern, 
... in Lappland bis zum Meere. 

Die Grösse des Verbreitungsbezirkes ist bei den Pflan- 
zenarten sehr verschieden. ***) Es kommen Arten vor, die 
nicht nur auf eine sehr kleine Breiten- und Längen -Zone 
oder kleine Region, sondern sogar auf einen einzelnen Berg 
oder eine Gegend beschränkt sind. Doch sind diese Fälle 
selten : . . . einige der darunter gezählten Pflanzen sind theils 
schon anderwärts gefunden, theils noch so zu erwarten, 
z, B. Carex haldensis^ Origanum Onites', , . aber einige heissen 
mit Recht ^,pyrenaica''', und Jf^ulffenia carinthiaca ist nur 
in den Gebirgen von Kärnthen gefunden. — Andererseits 
giebt es Pflanzen , die einen ausserordentlich grossen Ver- 
breitungs-Bezirk haben, ja fast auf dem ganzen Erdboden 
verbreitet sind; doch sind auch hier die Beispiele selten,.... 
am häufigsten noch bei Flechten und Moosen . . . . ; [vergl. 



*) und **) s. oben p, 139, p. 150 f. und 102 Anm. 

***) s. hinten im „Excurs" oder 4 Beilage, §. Ill, S. 130. ihren 
Eiufluss auf die Verhältnisszahlen der Pflanzen-Familien 
bei Vergleichuug von Provinzen verschiedener Grösse. 

8 



1X4 



A. V. Hnmb. oben p. 60 f.; awsser^em :] Ruppia mariilina^ 
Scirpustiiarii.j Lappa§orace7n^ Sainohis T^alerandi, Sisytnbr. 
Jfasiurtimn h. ; auch, doch unterbrochener Verbi*eitung' : Alisma 
Plant. f Convolv. sep.^ Luzula camp. etc. [andre s. ob. p. 63 f.] . . 
Welcher Umfang- des Bezirkes der gewöhnlichste 

sei, ist nicht leicht auszumitteln Man kann wohl fol- 

g-eru aus den .... Beispielen (Schouw S. 182 ff.), dass, 
wenigstens in der temperirten Zone der nördlichen Hemi- 
sphäre, eine Breiteuzone von lO^-lS^ die g-ewöhnlichste sei, 
dass dagegen eine Zone unter 5^, so wie eine über 30° d. Br., 
zu den seltenen gehört. *) Doch darf dies nicht als allgemeine 
Reg'el gelten; .... in der temperirten Zone der südlichen 
Hemisphäre [besonders am Cai> der guten HofFn, — vgl. u. a. 
Eckion in „Flora oder botanische Zeit." 1830. II. S. 757.] 
sind die Verbreituugsbezirke in der Regel kleiner, als in 
der temperirten Zone der nördlichen. Ferner gilt die Regel 



*) Dr. C. Pickering nimmt au (in Transactions of the Amer. 
philos. Soc, Philadelphia, III. 2- 1828. p. 274—284. — zwar 
ohne Belege), dass die Verbreitimgsbezirke nordameric. Pflan- 
zen durclisclinittlich durch 5 Breitegrade reichen. — Derselbe iheilt a. 
a. O. (vergl. übrigens oben S. 17. f. Anm.) die "botanische Region" 
des gemässigten Nord-America so weiter ab: 1) Flora canadensis 
vom atlant. bis zuin stillen Meere, südlich begränzt durch den Ore- 
gan, Missuri und Lorenzfluss j 2) FL iler Vereinigten Staaten , zwi- 
schen dem atlantischen Meere und dem Mississippi ; 3) Fl. von Loui- 
siana, zwischen dem Mississippi und den nördlichen Andes ; 4) Fl. 
von Californien , zwischen diesem Gebirge imd dem stillen Meere. 
Uro. 2) davon wird in der Mitte, etwas mehr westlich, fast durch- 
schnitten und mehr nach Süden gedrückt durch die Kalte der nörd- 
lichen Andes; eben so im Osten durch die von Norden her ein- 
schneidenden Alleghanj 's , d, h. , die canadische und sogar die arkti- 
sche Flora und Klima schreiten auf diesen Gebirge« so weit süd- 
lich vor; ein Chärtchen erläutert es a. a. O. — INur auf den Höhen 
der Alleghany's allein findet man Piiius pungens, Rhododendron 
catawbiense , Rhodod. minus , Diphylleia cymosa , Pachysaudra 
[Pachyandrd] procumbens, Aconitum uncinatum, Galax aphyila. 
Manche Pflanzen kommen nur zwischen dem Mississippi und den 
nördlichen Andes vor, wie mehrere Arten \oxi. Pentastemon, Erio- 
gonum, Psoralea, Gaura, Oenothera etc. 

Von Salzpflanzen gehören America allein an ; Uniola maritima, 
Spartina glahra , Gerardia maritima , Aster aubulatus , Aster 
sparsißorus , Solidago laeuigata, Uniola spicata etc. _,- — b e 1 d e u 
Continenten gemeiuscbaftlich : Arundo arenaria , Salsola Kali, 
Pisum maritimum, Claux maritima, Statice Limonium etc. 



115 



nur von den phanerogamen Gewächsen; die kryptog-amen 
haben weit grössere Bezirke 

Da die Temperatur für die Pflanzen das klimatische 
Hanptmoment bildet, und sie sich nach der geographischen 
Länge nicht so bedeutend verändert, als nach der geogra- 
phischen Breite, so haben die Längenzonen der Verbreitung 
in der Regel eine grössere Ausdehnung als die Breitenzonen, 
und die Verbreitungsbezirke bilden folglich gewöhnlich Gür- 
tel, die mit dem Aequator eiuigerniaassen parallel laufen. 
Darum ist in den nördlichen Polarländern eine grosse An- 
zahl von Pflanzen, beiden Continenten gemeinschaftlich; auch 
in der kälteren temperirten Zone kommen mehrere zugleich 
in Europa und Nord-America, besonders aber in Europa und 
Asien vor. Je mehr man sich dem Aequator nähert und je 
grösser also die Zone wird , um so weniger Pflanzen findet 
man , deren Verbreittiiigsbezirke einen vollständigen Gürtel 
um die Erde bilden; doch kommen selbst innerhalb der 
Wendekreise solche Beispiele vor: Pisiia Siraiioies^ Mani-^ 
suris granularis und mehrere Krjptogameu. In der tempe- 
rirten Zone der südlichen Halbkugel scheinen solche Bei- 
spiele eben so selten zu sein, als in der heissen Zone. . . . 

Es fehlt jedoch nicht ganz an Pflanzen, deren Bezirke 
nach der Breite eine grossere Ausdehnung, als nach der Länge, 
haben, und also mit den Meridianen parallel laufenden Gür- 
tel bilden. So kommt Lobelia Dortmanna in Norwegen, 
Schweden, Jütland, Schottland, England, Holland, aber nicht 
im östlichen Theile Eiiropa's noch in Siberien vor. 

Weit mehr aber, als durch geographische Breite und 
Länge, verändert sich die Vegetation nach der Höhe über 
dem Meere. Auf einem Berge in der temperirten oder 
heissen Zone können wir in eben so vielen Stunden die 
nämlichen Vegetationsverschiedenheiten durchwandern , als 
Wochen oder Monate erfordert werden , um sie in Hinsicht 
der Breite anzutreffen. Aber auch auf dieser kleinen Scala 
finden wir» dass die Pflanzen in Hinsicht der Ausdehnung 

8 * 



116 



ihres Bezirkes sehr unter sich abweichen, so dass einig'e 
eine grössere, andere eine kleinere Region bilden. Auch 
hier sind die Extreme selten. In Lappland, wo die Schnee- 
liuie schon auf einer Höhe von 3300 Fuss angetroffen wird, 
fällt es nicht schwer. Pflanzen zu finden, die vom Meeres- 
üfer bis zur Schneelinie aufsteigen; allein bereits in den 
Gebirgen des südlichen Europa sind dergleichen selten : Thymus 
Sefpyllum, Bellis perennis ; Juniperus communis^ wenn Juni~ 
perus nana nur Var. ist ; Thlaspi hursa p. sind Beispiele. In 
den Andesgebirgen ist dies schwerlich mit einer phaneroga- 
mischeu Pflanze der Fall, wohl aber mit krj ptogamen, z. B. 
Dicranum scoparium. Dagegen ist es auch seltei», dass eine 
Pflanze auf nur einige hundert Fuss eingeschränkt ist. Da 
De Candolle in seinem Memoire sur la geographie des 
plantes de France in 3Iejn. . . . d'Arcueil III. die Höhen- 
verhältuisse von 1500 Pflanzenarten geliefert hat, [deren 
Aufzählung weiter unten folgt] , so kann diese Abhand- 
lung über die Frage, welche verticale Ausdehnung am häu- 
figsten sei, einige Aufschlüsse geben. Für 918 dieser Pflan- 
zen findet man in der Abhandlung sowohl die untere als 
obere Gränze angeführt, die übrigen 582 kommen alle nur 
unter 1000 Meter vor; es würde aber sehr irrig sein, die- 
sen nur eine Ausdehnug von 1000 Meter beizulegen, denn 
die mehrsten derselben haben in Frankreich ihre Polargran- 
zen, und gehen daher hier nicht so hoch als in südlicher 
belegenen Ländern, wie Italien, Sicilien u. s. w. Diese 
werden daher hier gänzlich ausgesctdosseu und nur auf die 
ersteren 918 Rücksicht genommen; von diesen haben: 
1 1 Arten eine Region , deren Breite 3000 Meter •) beträgt, 
19 — — — — _ 2500—3000 M. — 

72 — — — _ _ 2000—2500 M. — 

200 — — — _ _- 1500— 2000 M. — 

391 — — — _ _ 1000—1500 M. — 

194 ^ _ _ „ __ 500—1000 M. — 

31 — — — _ — 100— 500 M. — 

*) 1 Meter ist ohngefähr 1/2 Toise oder 3 par. Fuss; genauer 

3 par. Fuss 11,8 Lin. 



117 



Es gehört also sowohl eine Region von 2—3000 Meter 
als eine von 100—500 zn den seltenen, nnd 1000—2000 M. 
ist die gewöhnlichste Ansdehnuug. Die Zahl der Pflanzen, 
welche einen Banm von 2500 — 3000 Meter einnehmen, ist 
vielleicht noch geringer , als sie hier angegeben worden, 
denn De Candolle hat bei verschiedeneu jener 30 Arten 
die untere Gränze auf einer weit höheren Breite (z. B. Hol- 
land etc., was schon gewisser Höhe entspricht}, als die obere 
Gränze bestimmt. 

Für die heisse Zone .... hat A. v. Humboldt in den 
4 ersten Bänden und Anfange des öten der Wova Genera et 
Spec. pl. aequinoct. (1822) bereits für 293 Arten genau die 
obere und untere Gränze bestimmt; von diesen haben: 
10 Arten eine Vie^. über 1000 Toisen. 1 27 eine Reg. v. 300-400 T. 
12 — — — von 800-1000 T. 
15 _ __ — _ 600-800 — 
17 — — — — 500-600 — 
30 _ _ _ — 400-500 — 

Hieraus lässt sich schliessen, dass eine Ausdehnung 
von 100—300 T. (beinahe 200—600 Meter) die gewöhlichste 
ist. Die Regionen scheinen also in der Regel in der heis- 
sen Zone kleiner zu sein als in der temperirten. 

Diejenigen Pflanzen , deren Bezirke in Hinsicht der 
geographischen Breite von bedeutender Grösse sind, haben 
gewöhnlich auch eine grosse Region , und umgekehrt ist 
eine kleine Region gewöhnlich mit einer kleinen Breitezone 
verbunden. Anthyllis Fulneraria wächst in Lappland und 
in der Barbarei, hat also eine Breitenzone von etwa 30°, und 
hat im südlichen Europa eine Region von 3000 Meter nach 
De Candolle. Erica vulgaris in der Ebene von 68°40' 
bis etwa 40° der Breite, geht im südlichen Europa von 
0—3000 Meter Höhe. Unter den Pflanzen, die in Süd-Ame- 
rica eine verticale Verbreitung über 1000 Toisen haben, sind 
Panicum glaucum (1470 Toisen hoch) , Chenopodium am- 
brosioides (1570 T. h.), Plantago major und Agave ante- 



6i _ 200-300 — 

86 100-200 — 

35 lOOTois. 



118 



ricana auch in Hinsicht der Breite sehr verbreitet. Aus- 
nahmen finden indess mit den Strandpflanzen statt; so ist 
z. B. der Bezirk von Cakile marithnn nach der Breite sehr 
ausgedehnt, in Hinsicht der Höhe gar nicht; [weil diese 
Pflanzen Salzboden fordern]. 



2te Beilage. 

Entwickelung der Pflanzen im Frübjalire: Zeit- 
verscliiedenheit nach der g-eograpliisclieii Lag:e der 
Orte. INach S eil ü b 1 e r. (Flora oder botan. Zeit, 

1830. S. 353—368.) Vgl. oben Seite 67 und 77. 

Als Grundla^ze und Muster für ähuliclie VergleicLunsen, 



■üie Bliithen entwickeln sich um Greifs wald 36 1/2 Tage 
später als zu Parma, sonach kommen auf 1° höherer geogr. 
Breite 3,94 Tage Yerspätung der Vegetation. Auch in Nord- 
America ergaben sich durchschnittlich 4 Tage auf 1° d. Br. 
(Parma, in 44^^48' nördlicher Breite, liegt 286 par. Fuss über 
dem Meere, Greifswalde 54°, 4' wenige Fuss über dem 
Meere, auch Hamburg und Chrisliaiiia (59°,550 wenige Fuss. 
Zürich 47^22' 1270 Fuss, Tübingen !U%31' 1010 Fuss, 
Regeusburg 1043 Fuss, Heidelberg 49°, 24' 315 Fuss, Jena 
50°,56' 460 Fuss, Berlin 52°,31' 101 Fuss hoch.) Wegen 
der verschiedeaeu Höhe (um 700 Fuss verschieden} entwik- 
kelt sich die Vegetation in Heidelberg früher als in Tü- 
bingen und llegensburg. — Die mittlere Temperatur von 
Jena und Regensburg ist sich sehr ähnlich, Jena zwar 1°,56' 
nördlicher, aber 582 Fuss tiefer gelegen. Bei Pesth erfolgt 
die Entwickelung fsiilier als zu Zürich, wegen geringerer 
Höhe. Zwischen Mailand und Berlin ergiebt sich (nach 
A. Y. Humboldt) auf 1^ der Breite in den Frühlingsmo- 



119 



naten , nämlich März , April uud Mai , eine Temperadir- 
Abuahme rnn ----- 0,551° Re'aiim.j 

im ganzen Jahre aber - - - - 0.529'' — 

Zwischen Mailand und Hamburg: ist dieser Unterschied 
— 0=,483 im Friihliuge, 0^,440 im Jahre j das Mittel hieraus 
für Dentscliland auf jeden 1° der Breite 0°,516 Reaum. im 
Frühling'e, 0°, 484 im Jahre. Nach A. v. Humb. erg'ab sich 
aus mehreren Vergleichuugen zwischen 40° und 60° nörd- 
licher Breite Abnahme um 5°, CO Reaum , zwischen 50 uud 
60° nördl. Breite Abnahme um 5=,56 Reaum. (s. p. 87. Aura.); 
daraus im Durchschnitte für Deutschland zwischen 45° uud 
55° der Breite auf jeden Grad 0°,508 Reaum. Wenn uuu 
1^ höherer Breite um 3,94 Tage verzögert, so kommt auf 
diese 3,94 Tage eine Temperatur-Eruiederung- um 0,516^ R., 
also: 1 Tag Yerzögerung entspricht 0°,153 R. Q^ bis ^°) 
Wärme-Verminderung, 7 6/10 Tage Yerzögerung entspre- 
chen 1° Reaum. Wärme-Verminderung. Wenn nun anderer- 
seits in den untersten 3000 Fuss der Atmosphäre (bei uns) 
sich die Temperatur bei jeden 533 par. Fass Erhöhung um 
1° Reaum. vermindert *) und 1 Tag 0,133° Reaum. ent- 
spricht, so beträgt die Verzögerung bei 1° Reaum. oder 
533 par. Fuss Höhe 7,51 Tage, bei 1000 Fuss 14,1 Tage. 
Daltou nimmt für 1° Reaum. 540 Fuss Höhe als Verhält- 
«iss an. [Schouw im Durchschnitte aller Zonen und Hö- 
hen 637 Fuss.] Zwischen Genf und dem Hospize des St. 
Bernhard, zwischen 1191 uud 7668 par. Fuss Höhe, ist 
iiu April , Mai und Juni nach 4jährigen Beobachtungen im 
Durchschnitte 1° Reaum. Abnahme bei je 712 Fuss Höhe, 
nach dem Mittel aller Jahreszeiten 1° Reaum. bei 855 Fuss 
Höhe gefunden ; **) ersteres würde in den Frühliugsmonaten 
einer Verzögerung der Vegetation von 10 1/2 Tagen ent- 
sprechen. So kommen im Mittel auf 1000 Fuss höherer 
Lage 10 — 14 Tage Verspätung , auf 100 Fuss Höhe 1 Ins 
1,4 Tage Verspätung auzuuehmeu. 



*) und **) siehe oben Anmerkuug zu pag. 87. 



120 



Im Norden erwärmt sich die Luft wegen längerer Tag'c *) 
im Frühjahre schneller, daher folgen sich die blühenden 
Pflanzen rascher, yieles bei uns getrennt blühende blüh 
dort mit einander; im Süden umgekehrt mehr nach ein- 
einander. Zwischen Hamburg und Christiania findet des- 
wegen nur 2j92 Tage Verspätung auf jeden Grad der Breite 
Statt; 80 bei uns bei rascher Frühlingswärrae nach lan- 
gem "Winter. **} — Umgekehrt zwischen Smyrna (38° 1/2 
nördl. Breite) und dem südlichen Deutschland (48° 1/2 nördl. 
Breite) kommt auf jeden Grad Breite eine Verspätung der 
Blüthen des Mandelbaums um 7,4 Tage, zwischen Zürich 
nud Greifawald nur um 6,3 Tage, zwischen Hamburg und 
Christiania nur um 3,4. — Aber die Blüthenentwickelung 
verschiedener Pflanzen scheint sich in höheren geographi- 
schen Breiten nicht in gleichem Verhältnisse zu verzögern; 
mehrere der ersten Frühlingspflanzen, die schon bei niede- 
rer Temperatur blühen, scheinen sich auch in höhereu Brei- 
ten verhältuissmässig schneller zu entwickeln, als andere, 
die wärmeren Klimaten angehören; denn zwischen Parma 
und Greifs walde zeigt sich auf jeden 1° Breite eine Verzögerung 



bei Ribes Grossular. um 1,85 T. 

— Leucoiumvernutn — 1,90 — 

— Stachys sylvatica — 2,58 — 

— Anemone Hepat. — 2,83 — 

— Sambucus nigra — 3,17 — 

— Triticum sativium-^ 3^41 — 

— Berberis vulgaris — 3,57 — 

— udesculus Hippoc. — 3,63 — 

— Corylus AveUana — 3,79 — 

— Pyrus Malus — 3,96 — 

im Durchschnitte auf jeden Grad der Breite um 3,98 Tage. 



bei Cornus mascula um 4,29 T. 

— Prunus Padus — 4,35 — 

— Primula elatior — 4,46— 

— Seeale cereale — 4,78 — 

— Pyrus conanunis — 4,79 — 

— Prumus domestica — 4,88 — 

— Prunus Cerasus — 5,20 — 

— Viola canina ' — 6,04 — 

— Orchis Morio — 6,33 — 



*) siehe oben Anm. nach p. 153 , und 136 f. 
'•) Das Ausschlagen des Laubes aber findet unter 70° 
nördl. Breite 6 — 7 Wochen später statt als zu üpsala, 

o 

3 Wochen später als zu Tornea; die uachherige Eut- 
Wickelung geht rasch, s. p. 136. 



Es blühete nämlich *) 
zu Parma 



Anemone Hepaüca 

am 22. Mz. 

Ribes Grossularia 

am 13. Apr. 

Fyrus conununis 

am 20. Apr. 
Pyrus 3Ialus 

am 20. Apr. 
Prunus spinosa 

am 25. Mz. 
Convallana majalis 
am26Apr 
u. s. w. 



Tübin- 
gen 



23. Mz. 
16. Apr. 
28. — 
S.Mai 
20. Apr. 
10. Mai 



121 



Heidel- 
berg' 



24. Mz. 
16. Apr. 
24. — 
6. Mai 
19. Apr. 
16. Mai 



Jena 



24. Mz.i 
30. Apr. 
T.Mai 
11. — 
30. Apr. 
11. Mai 



Berlin 



31. Mz. 
17. Apr. 
11. Mai 
13. — 

17. Mai 



Greifs- 
walde 



13. Apr. 
25. Apr. 
21. Mai 
6. Jun. 
20. Mai 
10. Jun. 



*) Die Blüthezeit von 1300 in- und ausländischen perenni- 
renden Gewächsen in ihrer Aufeinanderfolge an einem 
Orte (Breslau) unter Angabe der Tenij>eratur imd Witte- 
rung durch ein ganzes Jahr, auch Uebersicht der ver- 
schiedenen Entwickeluugszustände von 72 Bäumen und 
Sträuchern der Zeit nach s. in: Göppert: Die Wärm e- 
Entwickelung in den Pflanzen. Bresl. 1830. 



„Pflanien, von denen ehiige einen langen "Winterschlaf hallen 
und ihre appeudlculären Organe (BliiUer) verliereji, andere in allen 
Jahreszeiten fortvegetiren, noch andere einer grossen Sommer wärme 
bedürfen, daniit ihre Früchte znr Reife kommeji, sind die empfind- 
lichsten, ia die lehrrelclisten Therinoskope. llir besseres oder schlech- 
teres Gedeilien wird dnrch die kleinsten Modificationen in der Ver- 
theilung der Wärme nnd des Lichtes bestimmt. Dunkle oder lichte 
Wärme wirken anders auf die Gewächse. Kein Thermometer ver- 
mag die Temperatur zu messen, welche die unmittelbare Berüh- 
rung der Sonnenstrahlen im Innern des organischen Pflanzen -Ge- 
webes erzeugt. Ein Gemenge von Chlorgas und Hjdrogeu wird 
augenblicklich, selbst beim niederen Stande der Sonne im December, 
duich directes Licht mit Knall entzündet, wenn zerstreutes Licht 
nicht wirkt. Diese Betraclitungen erläutern die Yegetations-Ver- 
hältnisse der heiteren Contiuental-Klimate und des uebllchien Kü- 
stenhimmels, die Vegetations- Verhältnisse der an festen, undurch- 
sichtigen, lichtabsorbiienden Massen so reichen nördlichen Hemi- 
sphäre und der fast ganz pelagischcn südlichen." A. V. Hum- 
boldt Hauptursachen der Temp.-Vcrsciriedcnh. S. 13. — Vergl. 
oben pag. 154- Anm. und pag, 163 (Seite 89). 

„Die Pflanzenwelt ist der Abdruck des Klima's". Zenker, 
Die Pflanzen und ihr wissensch. Studium. S. 206. 



122 



3te Beilajy«. 

Verg^leichende Uebersicht der phanerogamisclien Ve- 
getation eines Theils der ge massigsten Ueber- 
grangszone (Palästina, Syrien, Klein-Asien u. d. Caucasus, 
Theil des nöidl. Afiica und östl. Europa); der gemäs- 
sigten Zone (Mittel-Europa bis zum Ural und dem kaspi- 
schen Meere nebst dem benachbarten Theile der Tartareij; 
der Eis-Uebergangszone (nördl. Europa, Sibirien und 
Kamtschatka) und der ganzen Eiszone (Polarländer der 
alten und neuen Welt). Auszug. *) 



Familien ; 



Verhältiiiss der Arten der Fa- 
milie zur Summe der Arten 
jeder Zone. 



jemiiss, igeiuäss. I Eis- 1 Eiszone 
lieber- _Zone |Ueber-| 
gangs- . 1 gangs- j 

Zone I I Zone 



Siinime 
de» Arten 
der einz. 
Familien 
in diesen 
4 Zonen 



Verliältniss der 

FainilienzurSuin- 

nie der Phanero- 

"-ainen 



in j in 

Frank- iDewtsch- 
reicli**)] land **) 



(Anzahl d.SpeciesI 8193.1 3981.1 
Typkinae et \ \ I 

Aroidcae j 0,002| 0,002| 

Gramineae ! 0,0611 0,061 

Cyperoideae \ 0,0231 0,0691 



2129. 437.1 10292. )|2i IS] 



0,0031 0| 

0,026| 0,0S8| 
0,0421 0,07l! 



25 

617| 
265l 



!?J 0,157 pJ 0,141 

0,077 0,077 
0,0371 0,056 



*_) Auszug' der Tabelle in Mirbel's jjTJntersuchnng-en über die Ver- 
breitung der i)hanerog'amischen Gewächse in der alten und neuen 
Welt, vom Aequator bis zum Nor(!i)ole" (in Mein, du ßJtiseum 
d'kist. nett. T. XIX. 350—477 oder Ann. 1827, Heft 11 und 12). 
Ein Auszug- dieser Abhandl. und die ganze Tabelle, welche in 
jeder Zone aus jeder Familie die Zahl aller Arten , <lie der hol- 
zigen, der krautartig-en , der krautartigen perennirenden und der 
1 - und 2jährigen, dann das Verhältiiiss der Zahl aller Arten der 
Familie zur Summe der Arten jeder Zone angiebt, ist in den 
Botanischen Literatur -Blättern. 8. Bd. 1, Heft 1. (Regens- 
burg- 1828.) zn finden. 

**) Nach A, V. Humboldt's neuester Berechnnug-, g-anz gleich der 
Tab. in p. 31. — Aus Ann. de Chim. ei de Phys, XVl. 267, sg. 
— hier zur Verg-leichuug- beigefügt. 



123 



Familien : 



jVerhäKniss der Arten der Fa- 
tmilie zur Summe der Arten 
i jeder Zone. 



gemäss. 
Uebpv- 



Zoiie 



ijeiiiass, 
Zone 



Eis- 
Leber- 
gaiigs- 
Zoiie 



liiszoue 



Summe 
de»' Arten 
der einz. 
Familien 
in diesen 
4 Zonen 



"Veiliiiltnjss ier 

FniiiilienzxirSuin- 

uie der Plianero- 

ganien. 



Frank- JDeiitsch- 
reioli I land 



Resiiaceae 

Junceae 

Alismaceae 

Asparaginae 

Colchiceae 

JMiaccae 

Narcisseae 

Irideae 

Orchideae 

Hydrocharldeae 
et Najades 

Balanophoreae 

Palmae 

Coniferae 

jimentaceae 

JJlmaceae 

Urticeae 

Euphorhiaceae 

^ristolochieae 

Elaeagneae et 
Santnlaceae 
Thymelaeeae 
f^aiirinae 
Polygoneae 
Chenopodleae 
^4marantuceae 
Pluntagineae 
Phivibagineae 
Nyctagineae 
Olobularieae 
Pi-iinulnceae 
J^eniihularieae 
Scrofularinae 
Solaneae 
Gentlanene 
^pocyncae 
Acanthaceae 
Polemon iaceae 
Convolvulaceae 
JBorragineae 
Liubialae 
Verhenaceaa 
Jasmineae 



\ 




0,004 
0,003 
0,003 
0,001 
0,021 
0,004 
0,006 
0,012 

0,001 

(ISp.) 
C3S13.) 
0,004 
0,012 
0,001 
0,002 
0,011 
0,002 

0,001 

•^ 0,003, 

(lSi>.), 

0,007i 

0,011 

0,002i 

0,007 

0,0061 

(3S|..) 

0,001 

0,007 

0,001 

0,036 

0,010 

0,005 

0,003 

f4Sp.) 

(1 S|).) 

0,005 

0,0 

0,052 

C4Si>.) 

0,002 




0,010 
0,007 
0,003 
0,002 
0,020 
0,002 
0,006 
0,013 

0,002 





0,003 

0,015 

0,00i 

0,002 

0,009 



0,002 

0,002' 

0,011 
0,031 
0,001 
I 0,005 
0,005 

0,001 
0,014 
0,002 
0,037 
0,009 
0,013 
0,002 

(1 Sp. 
0,003 
0,020 
0,033 
(1 Sp.) 
C2Sp.) 



l'Sp.) 
0,012 
0,008 
0,003 
0,001 
0,018 

0,008 
0,019 



0,002 





0,004 

0,021 



0,003 

0,005 

0,001 

0,001 

0,001 



0,016 

0,022 

0,001 

0,005 

0,00s 





0,013 

0,004 

0,043 

0,004 

0,016 

0,001 



0,001 

0,003 

0,022 

0,036 

(ISp.) 

1 





0,020 

0,005 


0,005 

0,002 



0,012 





0,002 
0,045 








0' 

0,021 




7 

2 





0,025 

0,005 

0,054 



0,009 





0,004 

0,0051 
0,002" 





1 

52 
33 
31 

16 
207 

42 
70 

128 

14 

1 

3 

38 

178 

9 

21 

112 

16 

12 

32 

1 



166 

18 

73 

7i| 

3 

10 

109 

14 

365 

92 

83 

25 

4 

3 

52 

252f 

473 

4 

19 i 



0,012 



0,015 



0,011 



0,0u;) 
0,020 



0,014 



0,023 



0,004 
0,025 



0,010 



0,014 
0,042 



0,014 
0,038 



124 





Verhähniss der Arten Jer Fa- 


Summt 


VerliiillnisJ der 




milie zur Summe der Arten 


der Arten 
der einz. 


Familien zurSum- 
me der Phanero- 




feder Zone. 




Familien 
in diesen 


gamen 


Familien : 


gemäss. 


gemäss. Eii- 


Eiszone 






Ueber- 


Zone. Ueber- 




4 Zonen 


in 


in 




gangs- 


gangs- 






Frank- 


Deutsch- 




Zone 


Zone 






reich 


land 


Ericinae et Rho- 
















doraceae 


0,004 


0,007 


0,015 


0,063 


61 






Ebenaceae 


(2SpO 











2 






Campanulac. et 
















Lobeliaceae 


0,015 


0,014 


0,007 


0,007 


146 






Compositaei 


0,142 


0,131 


0,104 


0,097 


1450 


0,135 


0,125 


Uipsaceae 


0,010 


0,008 


0,005 





94 






T'^alerianeae 


0,005 


0,005 


0,003 





48 






Ruhiaceae 


0,014 


0,016 


0,010 





140 


0,014 
0,0139 


0,0143 


Caprifoliaceae 


0,003 


6,005 


0,005 


0,005 


34 






Umbelliferae 


0,045 


4,045 


0,030 


0,007 


443 


0,048 


0,046 


Saxifrageae 


0,008 


0,013 


0,014 


0,059 


94 






Portulaceae 


0,001 


0,001 


0,002 





16 






Faronychieae 


0,004 


0,003 


0,001 





32 






Crassuleae 


0,009 


0,009 


0,007 


0,009 


91 






Ribcsieae 


0,001 


0,001 


0,003 





12 






Opuntiaceae 


Cisp.) 











1 






Ficoideae 


0,001 


(1 Sp.) 


(ISp.) 





9 






Cucurbiiaceae 


0,001 


0,001 








13 






Onagrariae 


0,003 


0,005 


0,008 


0,014 


26 






Myrteae 


(3Sp.) 











3 






Salicarieae 


0,002 


0,003 


0,003 





21 






Rosacene 


0,024 


0,038 


0,050 


0,061 


295 






Leguminosae 


0,119 


0,070 


0,072 


0,038 


1168 


0,003 


0,056 


Terebinthaccae 


0,002 


,2SpO 








16 






Rhatnneae 


0,003 


0,003 


(5Sp.) 





35 






Coriarieae 


(ISp.) 











1 






Ruiaceae 


0,004 


0,001 


0,001 





39 






0.x(didea6 


(5Sp.) 


(3SpO 


(2 Sp.) 





5 






Ralsamineae 


(ISp.) 


(ISp.) 


Cisp.) 





1 






Geraniaceae 


0,009 


0,008 


0,007 





76 






u^iiipelideae 


(ISp.) 


(ISp.) 








1 






Meliaceae 


(ISp.) 











1 






Jlippocasianeae 


(iSpO 











1 






^cerinne 


0,001 


0,001 


0,001 





10 






Jlypencinne 


0,004 


0,003 


0,002 





41 






Aurantiaceae 


C2SpO 











2 






Tiliaceae 


(3Sp.) 


0,001 


(ISp.) 





6 






Malvaceae 


0,005 


0,003 


0,003 





60 


0,007 


0,004 


Liiieae 


0,003 


0,004 


0,003 


0,002 


35 






Caryophylleae 


0,046 


0,045 


0,058 


0,080 


535 






Fvankeniaceae 


0,001 


(2Sp.) 








8 







125 



Familien : 



Vehällniss der Arten tier Fa- 
milie zur Summe der Arten 
jeder Zone. 



gemäss, 
üeber- 



Zoiie 



gemäss. 
Zone 



I Eis- 

I TJeber- 

gangs- 

Zone 



lEiszoiie 



Summe 
der Arten 
der einz. 
Familien 
in diesen 
4 Zonen 



Polygalcae 


0,002 


0,002 


C5Sp.) 





22 


Droseraceae 


(5Sp.) 


0,001 


0,002 





5 


Violarieae 


0,002 


0,00f) 


0,009 


0,005 


3» 


Cisteae 


■0,018 


0,005 








154 


Capparideac 


0,004 


0,001 








35 


Cruc'iferae 


0,065 


0,063 


0,065 


0,118 
0,002 


717 


Fumariaceae 


0,003 


0,003 


0,007 


37 


fapavernceae 


0,004 


0,004 


0,003 


0,005 


40 


Nymphaen ceae 


0,001 


0,001 


0,001 





7 


Berberi'deae 


0,001 


(2SpO 


0,001 





8 


Menispenneae 


(ispO 





(ISp.) 





2 


Ramniculaceae 


0,023 


0,031 


0,054 


0,050 


272 



Anzahl der Artei'A 
jeder Zone (vieleJ 
sind zugleich inr" 8193 
mehrerenZonen) j 

darunter: holzig-e 

Arten 1262 

hrautartige 6898 

und zwar : kraut- 
artige pereunir. 3861 

1- und 2jährige 2373 



3981 


2129 


437 


357 


193 


46 


3625 


1936 


391 


2610 


1511 


371 


944 


362 


15 



10292 



Die 1- u. 2jähi-igen ma- 
chen nach dem Pole zu 
einen immer kleineren 
Theil der Flora einer 

^, ^„ „ Gegend aus. 

vgl. auch d. kleine Tab. im Anhange nach dem folgenden „Excurse/' 

„Wie es scheint, ist in der Aequato rial- Zone (die in der 
Tabelle fehlt,) deren eigenthiimlichste Formen nicht über 22° — 23° 
der Breite hinausgehen, die Zahl der holzigen Gewächsarten d. i. 
der Bäume, Sträucher und Suffruiices, eben so gross, wo nicht 
grösser , als die der krautartigen ; von da nehmen die ersteren ab, 
wogegen unter den krautartigen die (härteren) perennirenden zahl- 
reicher werden", bis zu 24 : 1 gegen die holzigen. Ganz dieselben 
Verhältnisse findet man an den Abhängen der Gebirge. Der Ver- 
fasser trägt daher die bei den Gebirgen bestimmten Regionen auf 
die beiden Erdhälfteu als Zonen über, als auf gleichsam 2 enorme 
Gebirgskegel (wie ja schon gewöhnlich in der Pflanzengeographie.) — 
Die „gemässigte Uebergangszone'^ hört nördlich (unter 44°-46° d. Er.) 
mit dem Oelbaume auf; die gemässigte Zone mit der gemeinen 
Eiche, die Uebergangs-Eiszone mit der gemeinen Kiefer (Finus syl- 
vestris) im Occidente, mit dem Lerchenbaume im Osten ; die Eiszone, 
welche in 3 Weltheilen nur eine Flora ausmacht und keinen Baum hat, 
geht bis an den ewigen Schnee , ihr nördlicherer Theil hat auch keine 
Sträucher und Halbsträucher mehr. 



rm 



■i»-j.j»j»M.yjmijn»M»<«i 



E X c u r s 

über einige 
bei pflanzengeographischen Vergleichungen 

ZU berücksichtigende Punkte, 

nachgewiesen mittelst der Flora Schlesiens. *) 



(Zuerst erscliienen bei Gelegenheit einer Anzeige inelirerer bota- 
nischen Werke in der ,,Liter.-irisc]ien Beilage zn den >Schlesischen 
Provinzinl-Blättern," November und Deceniber 1829, hier aber 
tlieiis abgekürzt und umgearbeitet , theils weiter ausgeführt.) 



llie durch A. v. Humboldt fast erst geschaffene Pflanzen- 
geog-raphie hat erst seit dem Erscheinen seiner Prolegomena 
mehr Theilnahme gefunden. 

Seit 1817 versuchte auch Schreiber dieser Zeilen um 
seinen jedesmaligen Aufenthaltsort alle phanerogamischen 
Gewächse aufzufinden, in der Absicht, zu sehen, ob die von 
A. von Humbodt für die einzelnen Pflanzen-Familien, und 



*) Die vortrefliclie neue ^^Flora Silesiae^'', verfasst (mit Hülfe 
und laut Yorrede gleichsam im Auftrage des Herrn Medi- 
ciual- Assessor Dr. Günther) von Wimmer und Gra- 
bowski, 1827 — 29, 2 Theile in 3 Bänden — vergl. a. 
,,Lit. Beilage"^ a. a. O. — schien bei ptlanzengeographi- 
scher Tergleichuiig Abweichungen zu ergeben ; aber da 
sie zuverlässig ist, also von hier aus kein Irrthnm ent- 
stehen konnte, so vermochte sie einen Anhaltspunkt zti 
gewähren, und es fand sich, dass einige früher benutzte 
Anhaltspunkte theils, in etwas, anders zu stellen waren, 
theils und hauptsächlich nur unter bestimmten — 
darum hier zu erwähnenden — Rücksichten eine 
Grundlage zum Vergleiche darbieten — und die Anomalie 
verschw'aud. 



127 



namentlich die für «las mUüere Europa, geg'ebenen Zahlen- 
verhältnisse auch in kl ei neu Distritten sich bestütigeii 
könuteii. Es imisste dabei bald iu die Augen fallen , dass 
viele Gewächse die im ganzen Deutschland auch nur Imal 
gezählt wurden, um jede Stadt zum Mitzählen wieder- 
kamen, wie Kiefern, einige Poae etc., und dass solche Ge- 
wächse das Verhältniss ihrer resp. Familien, wozu sie ge- 
hörten, im kleinen Distrikte vermehren. Dieses drang 
sich auch mir bald auf, später wurde es bei Lesung der 
Lehre von den Verbreitungsbezirken in Schouw's „Pflan- 
zengeographie" (s. a. oben: Ite Beilage,) nur noch kla- 
,rer; «m so grösser war dann meine Verwunderung, als 
dennoch sich in den durchsuchten kleinen Distrikten (zu- 
erst iu den Jahren 1817, 1818 um Beuthen a/0. in Nieder- 
Schlesien, später 1820 — 1822 um Bonn, zuletzt vom Jahre 
1823 bis jetzt um Ohlau,) die für die einzelnen Familien 
gefundenen Zahlen auffallend mit den von A. v. Humboldt 
gegebenen übereinstimmten, z, B. die Gramineae gegen 1/13 
bis 1/12, welche A. v. Humboldt in Deutschland als 1/13 
aller Plianeiogamen angiebt, etc. Unterdessen fanden einige 
andere Berechner in andern kleinen Distrikten ähnliches Ver- 
hältniss der Gräser: Hörne mann für Dänemark, s. Flora 
1825, I.; Ringier für die Schweiz 1823; Wiest 1827; 
Lach mann für Braunschweig 1827. Um Dresden ergaben 
sich die Gräser als 1/10 bis 1/11, um Berlin 1/10. — Be- 
vor aber unten gezeigt wird, dass A. v. Humbold t's Ver- 
hältnisszahl für Deutschland's Gräser etwas zu gross war 
(weil dazu nach Hoffmann's Flora zu viel blosse Varie- 
täten nach damaliger Kenntniss derselben für Species mit- 
gezählt wurden) imd sie vielmehr nur 1/14 bis 1/15 ist: 
so mögen hier erst mehrere zum Theile längst von Alex. 
V. Humboldt angewandte, Iheils von Schouw nur au- 
gedeutete, zum Theile auch noch nicht beachtete Punkte 
erwähnt werden, die zu beachten sind, wenn die aus der 
Berechnung für die verschiedenen Länder und Provinzen her- 



138 



vorgehentlen Zahlenverhältnisse der Pflanzen, und die Fol- 
gerungen daraus, so allgemein gültig sein sollen, dass man 
darauf weiter bauen kann; Punkte, ohne deren Berücksich- 
tigimg selbst unter Benutzung der ursprünglich von A. v. H, 
gegebenen Verhältuisszahlen — wenn sie gemissbraucht 
werden — falsche Schlüsse gezogen werden. 

§. I. Die zur Zählung gebrauchten Species in den 
zn vergleichenden Floren müssen von gleicher üragränzung 
sein, etwa wie die von A. v. Humb. oder von Schouw 
zur Zählung angewandten; daher sind manche neuere ver- 
meintliche Arten, welche oft nur Varietäten längst bekann- 
ter sind und die Zahl irrig vermehren, wie z. B. einige 
neue Hieracia , Gräser etc. , wieder auf die ursprünglichen 
zurückführen vor der Vergleichung; und wenn etwa die 
Humboldtische Grundlage falsche Arten oder andere 
irrige Angaben enthielt (z. B. wirklich nach Hoffmanu 
die damals bekannten deutschen Gräser, wonmter viele nur 
Spielarten anderer sind, z. B. bei Agrostis, Festuca u. a. ■ — 
oder zu trennende ältere Arten, wie bei Myosotis): so 
sind auch die Tabellen dieser Grundlage zu ändern, wie 
A. V. Humboldt in anderer Hinsicht selbst später die Zah- 
len geändert hat. *) Tgl. den Versuch unten nebst Tabelle. **) 



*) In der oben Seite 7 — 29 zwischen I. und II. eingeschalteten Einlei- 
tung: „lieber die Gesetze" etc., deren \eibesseite Zahlenverhältniss- 
Augaben schon in den Tabellen ob. bei p. 31- benutzt sind. (S. 34, f.) 

**) Nirgends so sehr als in der Pflanzen-Geographie kommt es 
darauf an , nur von der Natur umgrünzte Species zii haben , nicht 
nach Ansichten so oder anders , besonders nach trockuen Herbarien, 
,, aufgestellte"; mit letzteren muss sie sich da einstweilen begnügen, 
wo bessere Kenutnlss fehlt. Wie ,,iu der ganzen Pflanzenkunde die 
„imvergängliche Integrität und Beständigkeit der Species das ein- 
,,zige Feste ist, um "welches sich sowohl die Lebenswechsel der ein- 
,,zelnen Pflanze d. i. ihre Metamorphose , als auch die Formalab- 
,, weichungen derselben Species d. i. ihre Varietäten , endlich die 
„Aehnlichkeitsbeziehungen derselben Gewächse d. i. ihre Verwand- 
,, Schäften, in fortwährendem Schwünge und Schwankenjdrehen , bei 
„dessen Fahrenlassen selbst dem Zuschauer schwindelt : so beson- 
„ders hier, wo auf die yerglichene Anzahl so viel ankommt.... 
„hier vorzüglich müssen wir uns hüten, zu rechneu wie die Kinder, 
i,welche einen Finger, eiaeu Aita, und einen Menschen zusaiumea 



129 



§. II. Die iialiirllchen Familien miisscu in g'Ieicher 
lJmg:räuzung' genommen werden vou den Berechnern dec 
verschiedenen Provinzen. Hnmbordt versteht unter sei- 
neu Junceae nnr Juncus und LuzulUy denn er führt für 
Deutschland nur 20 Arten an, und so viel zählte Hoff- 
mann unter Juncus (iucl. Luzula) allein. Es findet sich 
keine Ang-abe darüber, nach welchem Autor die Familien 
alle genommen sind; Jussieu allein scheint es nicht zu 
seiu^ — Spätere Berechner folgen verschiedenen Führern: 
Schmaltz zu Dresden's Flora folgt Sprengel's „Anlei- 
leilang"; Andere De Candolle's Flora von Frankreich, 
zweckmässig wegen der grossen Verbreitung von De Can- 
dolle's neuesten systematischen Werken , und selbst in 
letzteren ist Ungleichheit; denn um bei den Junceae zu 
bleiben; so hat DeCandolle in der Flore francaise und 
nach dieser Ringier (Dissert. de disirib. geogr. plantar. 
Heluet. Tab. 1823) auch Acorus; De Candolle's und Du- 
by's Botanicon gallicon^ Paris 1828, hat nur Juncus und 
Luzula^ wie A. von Humb. , Acorus aber bei den Aroi- 
deen; Sprengel hat bei den Junceen auch Tofieldia und 
Richard's Juucagineen: Triglochin nad ScJicucJizeria: bei 
De Candolle sind letztere Alismaceen , Tofieldia eine Col- 
cliicacee; Jussieu hatte die Juncagineen nebst allen Col- 
chicaceen unter seinen ,^Junci.^^ *) Und so anderwärts. 



„für drei Menschen zählen. Die Geognosle unterscheidet zwischen 
„Kalk, und Kalk , wo die Natur, sein Alter , es vorschreibt... und 
„der Botaniker zählt Ursprünglich -geschiedenes und Zufällig-ab- 
, (Weichendes als Gleich'standhaftes zusammen!" Die Schwierigkeit 
muss hier zwar oft entschuldigen, [welche um so grösser ist, wo, 
wie in den natürlichsten Gattungen [Myosotis, Aconitum, Erica etc."), 
nach Einiger Meinung die Species einander von Natur näher zu ste- 
hen, näher verwandt, scheinen, und eben um die ursprüngliche 
Geschieiienheit mancher nunmehr gut scheinenden Arten es sich noch 
und vielleicht ewig handelt ; — und die Unterscheidungen haben 
anderweitigen Nutzen^; aber ohne festen Grund ist kein Heil. 
S. : E. Meyer PL Labrad., p. V— VII. 
*) [n welchem Umfange hat sie nuo z.B. Wiest in seinen vergleichen- 
den Tabellen genommen? und sind sie überall gleich? er hat nicht 
alles selbst berechnet : Auch dieses konnte zur Abweichung der 
Verhältnisse der Provinzen beitragen ; vgl. unten: Tabelle. 

9 



130 



Dies zeigt , wie nöthig' es ist , Jiei den Berechnung'en 
auch auf gleichen Umfang" der Familien zu sehen, also 
eiuem Autor imd einem Werke zu folgen. Eben so ist 
es mit der „Gesammtzahl" der höheren Gewächse, -worunter 
neuere Berechner: Riugier, Wiest u. A. überall nur die 
Phanerogameu zu verstehen scheinen, wahrend A. v. Hum- 
boldt, auch wo er nur kurz von „-Phanerogamen" spricht, 
dennoch alle Mono- und Dikotyledoneu, mit Einschlüsse 
der Filices in Linneischer Ausdehnung des Wortes, also alle 
^^planiae vascuJosfie^^ ^ überall meint, wie man aus seiner 
Angabe der Zahl der Arten eines Landes, z. B. 1884 für 
Deutschland nach Hoffmann, 497 in Lapjdaiid nach Wah- 
ienberg, ersieht, und wie ich es auch bei dem Äachzäh- 
ien aller Arten und Berechnen einzelner Familien fand. Vgl. 
unten die Tabelle. 

$. UI. Nolhwendig müssen die zu vergleichenden Pro- 
vinzen von gleicher Grösse gewfihlt Averden; dies 
wird sich weiter unten , besonders bei Yergleicliung der 
Graser zeigen. Pflanzen, welche grossen Verbreitimgsbe- 
zirk haben, derselbe möge nun mehr räumlich nach Län- 
gen - und ßreitengi'adeu von Natur zugetheilt sein , oder in- 
nerhalb bestimmter Temperaturgrade liegen, werden im 
grossen Lande nur ein mal gezählt , z- B. gemeines Schilf- 
rohr in Deutschland; dazwischen viele andere von kleinerer 
Verbreitung, welche theils überhaupt auf engeren Baum, 
theils auf die speciellsteu Loca'umslände augewiesen sind, 
oder welche sich gleichsam gegenseitig ablösen, wie Eryn- 
gium pJanum und campestre im östlichen und westlichen 
Deutschland: in welchem Falle also 2 Eryugia in ganz 
Deutschland (obgleich in den meisten einzelnen Provinzen 
nur eins) während nur ein Phragmites überall ist, letz- 
terer also im ganzen Deutschland zu den Erjngien wie 
1 zu 2, in Schlesien aber und anderen kleinen Provinzen, 
bei unveränderter Sache, wie in der Rechnung 1 zu 
1 steht, (Wir kommen unten hierauf zurück). Dieses 



131 



wurde schon vor S c h o u w ge f ü h 1 1 , aber von i h ni wur- 
den die Grössenverhältnisse der Yerbreitungsbezirke am klar- 
sten abg-esoudert ; s. die erste der hier vorstehenden Bei- 
lagen. Doch ward der EinSiiss der verschiedenen Grösse 
der verglichenen Länder auf die Verhältiiisszalden der Pflan- 
zenfamilien in denselben (auf das Rechuungsresultat) a. a. 
O. noch nicht entwickelt. Hiervon, und wie umgekehrt 
eben dieser Einfluss auf die Rechnung zugleich als Maass- 
stab benutzbar ist für die durchschnittliche *) relative 
Grösse der Verbreitungsbezirke der Pflanzen ein- 
zelner Familien, wird unten zu ersehen sein, erläutert 
durch Beispiele an den Gräsern: Seite 141,5. Jener Einfluss 
ist nur nach Erfahrung für jede einzehie Familie «nd 
Abtheilung bestimmbar, und ist, da er allein von den Yer- 
breitungsbezirken abhängt , bei jeder Familie und Pflanze 
um so bedeutender, je mehr ihr Yerbreituugsbc «.rk vom 
durchschnittlich mittleren nach p?«s oder minus abweicht. 
§. IV. Das Land muss gleiche Erhebung haben, oder 
vielmehr die Ebene und die verschiedenen Höhen- Regio- 
nen müssen besonders berechnet werden, weil die Höhen 
sich ziemlich so, wie grössere Nähe an den Polen verhalten. 
Dieses Hu mb old tische Gesetz wurde schon in Pi-ingier's 
und Wie st 's Tabellen beobachtet. Es ist zu wünschen, 
dass nicht nur, nach A. v. Humboldt's (in JVova Geneva 
et Sp. pl.) und De Candolie's Beispiele (in ßlemotres 
de Physique et de Chimie de la Soc. d'Arcueil HI.), wel- 
chen Spenner in seiner Flora Friburgensts Brhgov.^ 1825- 
1829, gefolgt ist, in Floren allen Pflanzen die Höhe über 
dem Meere, sondern auch bei Gebirgspflanzen die Expo- 



*) Dass Poa irivialts u. a. einzelne Gräser grosse Ver- 
breitungsbezirke haben , ist bekannt ; aber einen Prüfstein 
und Maassstab für die durchschnittliche Grösse 
der Verbreitungsbezirke der Gewächse einer ganzen Fa- 
milie giebt nur jene Verhältnissäuderung derselben Fa- 
milie bei Vergleichuug grosser und sehr kleiner 
Laudstvecken. 

y * 



132 



sitiou geg'en die Sänne, ob südlich oder nördlich ii. s. w. 
bemerkt werde. — Aufsteigen um je 300 Fuss auf Hohen *) 
erfährt Minderung der jährlichen Mittel-Temperatur in un- 
serer Zone nahe um 1/5° Beaum.^ **) so wie dieses um 
%/2 Grad Beaum. (in der Mitte der gemässigten Zone, zwi- 
schen 40° und 60° der Breite) beim Vorschreiten in der 
Ebene nach Norden um fast genau 1 geographischen Grad 
erfolgt, so dass, wenn es allein auf die mittlere jährliche 
Temperatur ankäme (vgl. aber oben pag. 153 u. a.}j eine 
hier auf den Bergen artenreiche Pflanzen-Familie in da- 
nach berechneter Entfernung weiter nördlich niedriger 
oder auf der Ebene eben so wieder zu erwarten wäre, 
z. B. eine Pflanze, die in den Pyrenäen, 43° nördl. Breite, 
auf 6000 Fuss Höhe vorkommt, 7 Grade weiter nördlich in 
den Sudeten um 7 mal 300 d. i. um etwa 2100 Fuss nie- 
driger ***) , w^enn der Verbreitungsbezirk dieser einzelnen 
Species so weit reicht. (Eine Ausnahme davon scheinen die 
Gramineae zu machen, welche in Lappland 1/iO (bei ims 
nur 1/15) betragen, nach Norden also zunehmen, auf den 
Alpen aber dennoch verhältuissmässig abnehmen, insoweit 
nämlich die Tabellen von Ringier und Wiest darin zu- 
verlässig sein können). Abweichungen in dieser Hinsicht 
ergeben sich aber: et) aus der Vertheilung der Wärme durch 
die Jahreszeiten, der Diflferenz zwischen Sommer - imd Win- 
tertemperatur, welche auf den Bergen nicht ganz gleich ist 
der im höheren Norden: bei den meisten Pflanzen kommt 



*) Der Irrthum in De Candolle's Annahme von 200 Me- 
tern, d. i. über 600 Fuss auf 1° der Breite, nach Cul- 
tur pflanzen berechnet, welche Schouw in Pfl. -Geogr. 
S. 490 tadelt, ist schon von A. v. Humb. in Me7n. d" Are, 
III, p. 596, aufgehoben; s. oben Seite 53: p. 162. 

**) Vergl. oben p. 87 und die dortige Anmerk. (Seite 52 f.) 

***) Im europäischen höheren Norden entsprechen 300 Fuss 
senkrechter Höhe gegen 1 1/2 Grad höherer Breite, näm- 
lich 600 Fuss 120 bis 150 englische Meilen, nach Hagel- 
stam; s.a.Botau. Literatnr- Blätter» II, 1. S. 41. 



133 



es iiiclxt sowohl auf die mittl. jährliche Warme, als viel- 
mehr auf die mittl. Warme des Sommers und ihr Maxi- 
mum an; da nuu diese nach den Polen zu nicht in dem 
Maasse (nicht bei 2° Breite nm ganz 1° R(iaum.) abnimmt, 
als auf den Bergen, weil der unterschied zwischen Sommer- 
und Wiuterteraperatur auf den — nach der mittl. jährlichen 
Temijeratur entsprechenden — Berghohen minder gross ist, 
als in der (nördlicheren ) Ebene [s. oben pag. 75. und p. 87. 
Anmerk.], so entsprechen 300 Fuss grössere Höhe für solche 
Pflanzen mehr als einem Grade der Breite, eine um 10°- 
weiter nach Norden gehende Pflanze wird nicht um lOmal 
300 Fuss hoch auf unsere Berge steigen ; andere , besonders 
Culturpflanzeu , richten sich mehr nach dem Extreme der 
Kälte *), welches sie ertragen; als modificirend kommt im 
Norden noch die grössere Tagesläuge , somit Li cht menge, 
während des sommerlichen Pflanzeuwachsthumes hinzu; — 
ß) aus der Verschiedenheit der Temperaturdifferenz 
nach Verschiedenheit der Höhe und bei dem weiteren 
Vorrücken nach Norden, wenn nämlich, z. B. zwischen dem 
50 und 60 der Breite Grade 1 geographischer Grad der 
Breite die mittl. Temperatur nicht mehr um 1/2 Reaum. 
(10^ Breite nur noch 4°,+ Reaum. **) mindert, und insofern 
über 3000 Fuss Höhe bei »ms sich auch die Wärme durch 
300 Fuss grösserer Höhe nicht mehr gänzlich um 1/2'' R., 
vermindert, und höhere 3000 Fuss nicht mehr um 7° C. 
oder 5°, 5 Reaum., welche Grade den 10, Breitengraden zwi- 
schen 40° — 50° uördl. Breite entsprachen, aber auch nicht 



*} Verhalten aller Bäume und Sträucher des botanischen Gar- 
tens zu Breslau gegen Kälte, ferner den Grad der Kälte, 
welchen eine Menge Gewächse noch aushalten, und Wir- 
kung der Kälte auf die Pflanzen , s. in : G ö p j) e r t : Die 
Wärme - Entwickeluug in den pflanzen. Bres- 
lau, 1830. 

**) Weil die grössere Abnahme um 5°,6 Reaum. oder 7° C. 
zwischen die ersteren 10" Br. nämlich zwischen 40° — 50° 
nördl. Breite trefleu soll , n. oben Seite 64 f. Anm. 



134 



wie die 10 geographischen Grade zwischen 50"^ — 60= uördl. 
Breite um 4°, 4, sonderumir um 4°,2 Reaura. oder 5°, 3 C. *); 
s. ob. pag. 87. Anm. , daselbst auch Herapath's Einwen- 
dung'; — 7) ans Verschiedenheit des Bodens, der Beschat- 
tung, Feuchtigkeit der Luft durch Wald , Wolken u. s. w. 

§. y. Die Vergleichung wird am sichersten statt finden 
bei Ländern, die in dem nämlichen pflanzeugeographischen 
Reiche liegen (s. oben Aum. zur Einleitung, Seite 17), de- 
ren Schouw 22 annimmt nach der bisherigen Durchsu- 
chung der Erdtheile; in der Nähe der Gränze, wo die süd- 
europäische Flora und die nördlichere sich berühren , findet 
plötzlich sehr grosse Verschiedenlieit der pflauzengeographi- 
schen Verhältnisszahlen statt. Schon A. v. Humb. unter- 
scheidet zwischen Systemen des alten und neuen Contineuts ; 
s. Einleitung und Tabelle p. 43. (Seite 35.) Störend ist es 
schon , wenn bei Deutschland die südlichsten Striche , die 
das adriatische Meer berüliren, zugerechnet werden; Schouw 
rechnet letztere zu seinem 3teu Reiche; s. Seite 17. 



Es ist hier nicht Zweck, den Inhalt der Werke vorzu- 
führen, welche als Bahn brechend oder als Material unent- 
behrlichsind, wie, ausser den Humboldtischen, derer von 
L. V. Buch, Wahleuberg, R. Brown, Link und A,, 
und zuletzt vorzüglich Schouw. Nur ist, weil später Be- 
zug darauf genommen wird , als neuerer Schriften für 

•) Nach A. V. ßnmb. entspricht bei uns, in der Mitte der 
gemässigten Zone, auf Gebirgen unten am Fusse bis zu 
30CO Fuss Höhe jeder 1° Reaum. 234 Metern, 1° Ceutigr. 
187 Meter Erhebung; — höher, zwischen 3000 und 6000 
Fuss Höhe: 1" Reaum, 178 Met. oder 1° Centigr. 143 M. 
Erhebung. In Südamerica ist es su unterst anders. Im 
Durchschnitte nimmt Schouw (a. a. O. S. 450). bei 
uns 85 Toisen oder 165 2/3 Meter oder 510 pariser Fnss 
an als entsprechend 1° des huudertheiligeu Thermome- 
ter's, demnach entsprächen 637 par. Fuss 1'^ Reaum. — 
Vergl. oben p. 87. Aumerb. 



135 



DeulschlantI nöthi'^ zit erwähnen: A, Wiest „üntersn- 
chiiug-en über die pflanzeug-eographischen Verhältnisse Deutsch- 
lands" — eine Dissertation, Tübing. 1827, ganz abgedruckt 
in der ,, Hertha" 1827, Juli, und mm auch, vermehrt, in 
Botan. Lit. Blatt. III.: — sehr reichhaltige, mit ümsiclit 
und grossem Fleisse und Zeitaufwande berechnete Tabellen 
(nebst Erläuterungen) über die Flora Deutschland's' nebst der 
Schweiz, ferner Deutschland's allein und ohne Istrien, dann 
der tieferen und der bergigen Gegenden und der Alpen, dar- 
auf der sumpfigen Gegenden verglichen mit Deutschland im 
Allgemeinen, endlich Vergleichung von 8(9) deutschen Special- 
Floren von Ländern und Bezirken verschiedener Grösse *), 
zuletzt auch Berechnung von Krjptogamen. So sehr nun 
dem Verfasser für das Dargebotene zu danken ist , so bleibt 
uns immer noch zu wünschen; denn zwar sind die meisten 
wild wachsenden Pflanzen ausgeschieden , auch (ad §. II. 
der oben genannten Requisite), mit Ausnahme der nach 
Sprengel's natürlichen Familien geordneten Dresdener 
Flora, die Familien gleichmässig genommen, nach De Can- 
dolle, obgleich nur der älteren Floi'e fyangaisc, aber e« 
wird die Angabe vermiast, auf welche Art Verfasser zu den 
Verhältnissen für die bergigen Gegenden gelangt ist; man 
möchte beweifeln, dass, wie es da heisst, z. B. fdie Gramineae, 

[die Cyperotdeae 
in der Ebene ^^5, in den Alpen y?, in der mittl. Reg. doch nur aVl 

tV) TSi -~ TK) 

betragen ; gewiss wurden für die mittlere Region n«ir d i e 
Arten gezählt, bei welchen in Steudel et Hochstetter 



*) Wollten wir damit nach Dänemark S. 141. in den Ver- 
gleich ziehen , s. Flora oder botanische Zeitung 1825. I. 
S. 537. tr. so könnte dieses nach §. III. uic.'it mit ganz 
Deutschland , sondern nur einer grösseren ebenen Provinz 
desselben verglichen werden: so erklärt sich das grosse 
VeihüKniss der Gräser, die über 1/11 ausmachen; vergl. 
unten die Tabelle und S. (141). 



136 



Enuttteraiio piantarum Germ, ei Helvetiae (1826) augefiihrt 
steht: ,,?rt 7noniosis''^y aber die HinzurechnuHg' derjeuig'eu un- 
terlasseu , bei welchen dieses im Buche nicht besonders be- 
merkt ist, die aber deonoch ausser der Ebene oder „«ZpiV/s" 
in montosis wachsen. *} Ein Haupthinderniss richtiger Re- 
sultate ist es dann, wenn, wie hier, Provinzen ungleicher 
Grösse verglichen wcFden, vergl. oben §. III., wonach 
die Vergrösserung des Verhältnisses der weithin reichenden 
Gräser in den kleineren und kleinsten Distrikten mir schein- 
bar ist. Ferner sind (gegen §. I.) die Species nicht glei- 
chen Umfauges, viele blosse Spielarten sind als gleichen 
Ranges mitgezählt in einer Tabelle, in der anderen nach 
britisch gesichteter Flora nicht so; den allgemeinen Ta- 
bellen ist nämlich die genannte Enumeraiio von St. et H. 
zu Grunde gelegt, welche als blosser Prodromus eines grös- 
seren Werkes aus Gründen auch die bezweifelten Arten 
nicht nnterdrückea sollte, sondern zur Prüfung hinstellte. **) 
— Zur Vergleichbarkeit mit den Humboldtischen Ta- 
bellen hätten auch Filices nicht ausgedichlosseu werden dür- 
fen, oder die Humbold tischen wären dazu mit Aus- 
schlüsse der Filices neu zu berechnen. 

Früher schon, 1823, erschien Ringier's vortrefliche 
Dissertation : De distrib. geogr. pl. Helvetiae, mit vielfachen 



*) Es konnte nicht anders ausfallen nach den vorhandenen 
Floren, wenn darin nicht bemerkt ist, wo überall, in 
welchen Regionen allen, eine Pflanze vorkommt. Aber 
wir wissen nun so, dass manche der dort aus den an- 
geblichen Verhältnissen der regio montana gezogenen Fol- 
gerungen nicht fest stehen. Vollständige Verzeichnisse al- 
ler Pflanzen der regio moniana ausschliesslich, und 
anderer einzelnen Regionen, von Bewohnern derselben 
verfasst, die das ganze Jahr botanisireu, werden erst das 
Wahre zeigen. 

*•) Die Angabe des Referenten in der „Literarischen Beilage 
zu den Schlesischen Provinzial-Blätteru" November 1829: 
dass in jeuer Schrift bei den Gräsern die cultivirten nicht 
abgezogen seien, ist ungegrüudet; sie beruhte auf einem 
Irrthume. 



137 



Tabellen über die Mäditlgkeit von 60 Familien in den ver- 
schiedeneu Höhen ; von -welcher nur hinsichtlich der Spe- 
cies , deren einige wohl nur "Varietäten sind , und von den 
Verhältnissen für die regio montana u. a., und den Folg-erun- 
g-en daraus, dasselbe sich sagen lässt. 

Wie das Pflanzengeographische einer Flora sich behan- 
dehi lässt, davon giebt neuerdings in einer Hinsicht die 
Vorrede von Speuner's Flora von Freiburg im Breisgau, 
auf 36 Seiten, ein Beispiel, auch sind im ganzen AVerke bei 
jeder Pflanze die Regionen augegeben, worin sie vorkommt. — 
Ein ausführlicheres Beispiel giebt der ganze erste Theil von 

Lachmann's „Flora der Umgegend von Braunschweig'," 
(Braunschweig 1827) welche die geognostischen und kli- 
matischen und dann die speciell sogenannten pflanzengeogra- 
phischen Verhältnisse eines Raumes von 81 Q Meilen mu- 
sterhaft darstellt. Die Familien sind nach Sprengel, also 
abweichend von De Candolle und von Jussien; die 
Species meistens nach Bluff et Finge rhuth: Compen- 
dium Florae German. gezählt, d. h. uugleichmässig durch 
A'iele nicht sichere Arten; indem darin eine Gattung jmd 
Familie reicher damit besetzt ist, als die andere, also die 
ganze Tabelle für Deutschland S. 264. nicht ganz zuver- 
lässig *),• die Columue für Braunschweig zwar gegründetez-, 
aber Behufs der Vergleichung mit Humboldt's Tabellen, 
als Anhalt, erst auf die Eamilien zu reduciren , wie dieser 
Autor sie umgränzt hat , oder wie De Candolle, also 
viele neu zu berechnen. Auf Einfluss der Höhen Rücksicht 
zu nehmen, fand sich leider keine Veranlassung, da die 
höchsten Punkte des Landes nur gegen 1000 pariser Fuss 
über das Meer erhaben sind. 



*) Es war auch im Compend. Fl. Ger;«. Plan, die in Deutsch- 
land bekannleu Formen möglichst vollständig aufzuzeich- 
nen, zur späteren Prüfung, wohin manche gehören. 



n?, 



Um mm für die pflanzeng-eographlsclicii Tabellen eine 
Gleichheit der Pflanzeuarten, worauf die Tabellen sich grün- 
den, und somit grössere Zuverlässigkeit der Tabellen und 
sicheren Anhaltspunkt zur Yergleichung mit anderen Lan- 
dern zu erlangen, hat Referent, erst für sich, die in Hoff- 
mauu's Deutschland's Flora enthaltenen damals (bis 1800 
und 1804) entdeckten Arten , die z. B. unter den Gräsern 
viele unhaltbare zählten, auf wirkliche ''') meistens Linne- 
sche Arten zurückgeführt, und rechnet deren (aus H off- 
in aun 's Flora) gegen 1807, oder wenn wir mit AI. v. H. 
die 33 Filices L. („42" mit den Varr. **) bei Hoff mann) 
hinzu rechnen — denn nur mit diesen konnten 1884 aus 
Hoffmann's Flora gezählt werden — so sind fast 1840; 
nach dieser Anzahl wurden nun einzelne Familien berech- 
net, und es ergaben sich Verhältnisse , die zwar zum Theil 
von den von A. v. Humb. nach Hoff manu für Deutsch- 
land berechneten etwas abweichen, aber mit benachbarten 
Floren besser im Einklänge stehen. Auf gleiche Art wurde 
Rohling' s Deutschland's Flora vom Jahre 1812 behandelt, 
d. h. mit Ausschlüsse der blossen Spielarten, aber auch 
der angebauten Gewächse, und es fanden sich danach 2600 
wilde Arten, dazu 57 Filices Linn., d. i. mit Equiseten, 
Lycopodien etc. — Speuner's Flora ward berechnet zur 
Vergleichung mit der Würtembergischen in Wiest's Ta- 
bellen: sie zählt etwa 1123 wilde Species, mit den Filices 
1161 Arten unserer Ansicht. Endlich die neue schlesi- 
sche Flora und De Candolle et Duby Boianicon galli- 
cuiii von 1828. Letzteres hat nach Ausscheidung der Va- 
rietäten und Culturx)äanzen 3640, mit den Filices 3600 Species. 



*) Freilich nur nach jetzigem Stande botanischen Wissens, 
den neuesten Beobachtern zufolge , nach Ansichten , ähn- 
lich denen d. Verf. der Flora Silesiae. Bei Zweifeln 
wurde für 3 unsichere nur je nach dem Grade der üu- 
gewissheit 2 oder 1 gezählt, oder für 2 nur 1. 

**; Vergl. Jahrb. der Gewächsk. I. S. 26. 



TiibelJe zu Seite 139 11'. 



DC. Bi,t,in. (inllic 

I 



iloÜ'mann's Deutschi. 
Flora. 



Gqw äclis - Ahllieiliing^en , Familien 
und Gruppen. 



Kühlings Ueutschl. 
Flora. 



Snenner's Flu 



Flora Silesiae. 



Arteu- 
auzaJil. 



Fi/ices, 



Gesammlzahl 



Mono - et Dicofjhdonei 



Dryadeae seu PotentUIeae 
Crassulaccae sine Sedeae ' . 

, Saxifrageae 

Umbellatae 

, CapriJoUaceae cum Hederaceis 

. Rubiaceae • 

, Compositae , 

Cync 
Corymbife; 

, Campanulaceae ........ 

Ericinaö dt Rhododendreae (c. Monotr.) 

. Gentianeae 

. Borragineae {Asperifoliae') .... 
, Rhinanth. etScToful. c. Faron. et Orobanci 

RJännntheae s. Pediciäarinae . . 

Scrofidarinae s. AntiTrhineae , . . 

. Pr/mulaceae 

. Tricoccae sive Euphorbiaceae . . . 

, Amentaceae 

Salicinae 

. Conlferae 

. Orchidene 

. Liliaceaii cum jlsphodeleis , . . , 



3540 

1:14 
1:26 
iilüö 
1:11 

1 :i29,2 
lt'ii95 
1 : 10/2 



3fi00 -^p. 



1 : '29,a 

1;3UÜ 

1 : 18,D 



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1 : 156 


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1 : 128 


1:72 


1:73,4 


15 104 


l:lü6 


1:93 


1:94,7 


1.26,8 


1:27,3 


1:196 


1 : 2UU 


1:72,2 


1:73,4 


1:8 


1 : 8,2 


1:33,4 


1:34 


1:1» 


1 : 18,3 


1:26 


1:26,3 


1:95 


1:97 


1:136 


1:138 


1:118 


1:120 


1!73,7 


1:75 


1:26,2 


1:26,7 


1:56 


1:57 


1:68 


1:69 


1:26,2 


1:26,7 




1:8,8 


1:95.6 


1:97 


1:58 


1:59 


1:104 


1:106 


1:208 


1:212 


1:69,4 


1:76,6 


1:208 


1:212 


1:95 


1:97 



Mi 



1 : 18,6 

1:30 
1:258 
1 : 17,0 

1:25 
1:200 
1:100 
1:56,4 

1:95 
1:82,5 

1:21 
1:113 
1:69,4 

1:8,5 

1:50 
1:17,4 

1:25 

1:72 
1:106 

1:72 
1:64,6 
1:24,4 

1:36 
1:100 
1:25,4 

1:58 
1:100 

1:41 
1:56,4 
1:258 

1:42 
1:200 

1:72 



1:19 

1 : 30,7 
1 : 263 
1 ; 17,4 
1 : 25,6 
1 : 204 
1 : 102 
1 : 57,5 

1:97 

1:84 

1:21,4 

1:115 

1:70,7 

1 : 8,6 

1:51 
1:17,5 
1 : 25,6 
1:73,6 

1:108 
1:73,6 
1 : 65,6 
1 ;24,8 
1:36,8 

1 : 102 

1:25,9 

1:59 

1:102 

1:42 

1: 5'7,5 

1:263 I 
1:43 

1:204 
1:73,6 
1:57,5 



4:65 

1: 113 

1:65 

1:20,6 

1:163 

1:81 

1:8,7 

1:46,4 

1 : 17,6 

1:26,5 

1:70 

1 : 124 

1:84 

1:65 

1 : 29,9 

1 : 47,3 

1:113 

1:27,6 

1:72 

1:93 



1:22,1 
1:110 
1:16,3 i 

1:32,3 
1 : 295 
1:17,6 



1 : 126 
J : 66,4 
1: 115 
1:66 
1:21,1 
1:166 
1:83 
1:8,8 



1:66,5 

1 : 30,5 

1:48,3 

1:115 

1:28,2 

1:73 

1:95 

1:42,9 

1 : 66,4 

1:204 

1:56 

1:190 

1:72 

1:46,6 



1122 



1:7,1 
1 : 13,5 

1:20 
1:624 

1:20 

1:31 
1:224 

1:22 
1 : 28,8 
1 ; 280 
1:102 

1:53 
1:112 
1:160 
1:25,5 
1 ;102 
1 : 62,3 

1:8,9 
1,46,8 
1:20,4 

1:24 

1:86 

1:140 
1 : 102 
1:66 
1:22 
1:37,4 
1:66 
1:22,4 

1:112 

1:86 

1 : 36,2 

1 : 62,3 

1:187 
1:32 

1 : 125 
1:86 



1:14 
1 : 20,7 
1 : 64,5 
1:20,8 

1:32 
1 : 232 
1 : 22,7 
1 : 29,7 
1 : 290 
1:105 

1:55 
1:116 
1:165 
1 : 26,4 
1:105 
1 : 64,4 

1:9,2 

1:48 



1 :105 

,1:68 
1 : 22,7 
1 :3a,7 

1:68 
1:32,2 
1:116 

1:89 
1 : 37,5 
1 ; 64,4 
1:193 

1:33 
1 : 129 

1:89 
1 : 30,5 I 



1:7,8 
1 : 15,6 
1 : 19,7 



1:33 

1:284 
1:273 



1 : 120 
1:118 
1 : 26,8 
1:109 



1 :25,4 
I ; 30,2 

1:84 

1 : !I5 
1 : 109 
1 : 64,6 
1 : 27,4 
1:44,9 

1:94 
1 : 27,4 

11:89 

1:101 
1 :40,6 
1:54,6 

1:237 
1:43 

1:178 
1:84 



1:34 
1:293 
1 : 28,2 

1:28 
1:292 

1:62 

1:46 
1:132 
1:122 
1 : 27,6 
1:112 

1:77 
1 :11,6 

1:63 

1:26 



1:98 

1:112, 

1:66,6 

1,28,1 

l;45,7 

1:97 

1:28 

1:91 

11104 

1:41,7 

1:56 

1:244 

1:44,4 

ltl83 



GcivScIis - Abtlicilmifycn , Familien 
und Gruppen. 



MachA.T. Humboldt. I Nach Ringi 



ri i ^ 

liiitg'erecIiTiet. 



I Deutschlaiul 

ohne 1 GaiizD. 
1 Istrion, Ti.Lach- 
j nach I mann. 
I Wiest. I 
f ohue Filices. 



Braiiuschweij 
Lachmaiiil 



Distrikt 
; (Olllau) 



MoTio- et Dicotyledoneae 



2. Cyperoideae 

3. Junceae . . 

4. Leguminosao 

5. Rammculaceae . 

6. Fumariaceae 

7. Cmcißrae . . 

8. Caryophylhae . 

9. Mali/aceae 
10. Gel 



14. VmbeUatae 

15. CapriJoUaceae c. Hederaceis . . . 

16. Rubiaceae 

17. Compositae 

Cynarocephalae 

Corymbiferae 

Cichoriaceae 

18. Campanulaceae 

19. Ericinae et Rliododtndreae c. Monoti 

20. Gentianeae 

21. Borragineae [Jlsperifoliae) . . . 

22. Rliinanth. et Scroful. c. Veron. et Oraba 

Ithinantkeae s, Pedicularinae 
Serofalarinae a, Antirrkineae 

23. Labiatae 

24. Primulaceae 

25. Tricoccae s, Euphorbiaceae . '. . 

26. Amentaceae ....,,. 

Salicinae ! 

27. Coniferae '. 



1 ; 18,3 
1:26,4 



1:23 
1:17 



l;25 
[1 !83] 
1:83 
li26 
1:29,2 
1:248 
1:71 
[1:71] 
1:497 
1:21 
1:26 



1 : 21,4 

!- 1 : 322 
1:80,5 
1:68 
1:94 
1 : 62,6 
I ; 22,5 



1 : 25,3 
1 : 36,3 
1:83,5 



1 ; 33,6 



1 : 17,8 
1 : 24,5 
1:241 
1:66 
1 : 72,4 
1:103 
1:241 
1:23 

i;'60,3 
1:8,7 
1:36,2 
1 : 22,6 
1:23,3 
1 1 90,5 



1:39 
1:69 
1:21 



1 : 12,3 
1 : 18,6 
1:8-1,4 
1 : 18,4 



li99 

1:49 
1 :113 
1 : 152 

l:24 
1 : 134 
t57(?) 
1:8,4 
1 : 40,7 
1 : 20,9 
1:20,3 

1:53 
1:119 



1:189 

1:48 

"1:227" 



1 :!19 
1:24 
1:206 
1:138 



1 : 12,9 

1:16,8 

1:66 

1 : 18,9 

1:29 
1:262 I 

1 : 25,8 



1:151 

1 : 265 

1:24,1 

1:131 

1 : 62,3 

1:9,8 

1:55 

1:20 

1:31 

1:88 

1:66,2 

1:106 

1:55,7 

1:24,1 

1:39,3 

1:98 

1:24 

1:96 

1:117,8 

1:35 



1:37 
1:236 
1:30,3 
1:24,6 
1:238 
1:107 

1:49 
1:169 
1:236 
1 : 27,6 
1:145 
1:78,8 
1 : 12,4 
1 : 65,5 

1:29 
1:32,8 
i:: 107 

1:91 
1:197 

1:54 
1:28,1 

1:47 

1:98 



1:98 
1:45,4 
1:65,6 
1:295 

1:56 
1:169 
1:69 



1204 
1:7,3 
1 : 15,2 
1 :120,4 
1 : 92,6 
1 :,21,5 

1 : 37,6 
1 : 241 
1:30,9 



1 : 172 
1:241 

1:28 
1:148 

1:80 
1 : 12,6 
1 !66,9 
1:29,4 
1 : 33,4 
1:109 

1:93 
1:200 

1:55 
1 : 28,7 

1:48 
1:100 
1:27,4 
1:109 
1:100 
1:46,3 
1:66,9 



770 


786 ep. 


1:6,8 


1:6,5 


1 : 12,2 


1 i 12,5 


1 ! 16.4 


1 : 16,9 


1:77 


1 ; 78,6 


1 ; 18,8 


1 i 19,2 


1 : 28,6 


1:29 


1:257 


1 :262 


1 : 27,5 


1128 


1:22,6 


1:23 


1:192 


1: 196 


1:86 


1:87 


1:35 


l!35,7 


1:124 


1 : 127 


1:192 


1:196 


1:25 


1 : 25,4 


1:192 


1:196 


1:85 


1:87 


1:9,3 


1:9,3 


1:51 


1:52 


1:19,2 


1 : 19,6 


I ; 27,5 


1123 


1:96 


1:98 


1:85 


l;87 


1:192 


1:196 


1:65 


1:56 


1 : 22,6 


1:23 


1:31 


1:31,4 


1185 


1:87 


1:24,8 


1 : 25,3 


1:96 


1:98 


1:77 


11 78,6 


1:35 


1 1 35,7 


1:592 


1:60,4 


1:257 


1:262 


1:70 


1:71 


1:154 


1:157 


1:100 


1:102 




1:46 



DC. Botdesiae. 



Gewächs - Abtheilung-en , Familien 
und Gruppen. 

Mono - et Dicotyhdoneae 

Glumaceao ........... 

1. Gramineae ......... 

2. Cjperoideaa . 

3. Junceae ,..•..•.«. 



Arteu- 
anzahl. 



410 

241 

136 

33 



Himmtzahl 



oh. 



r 



mit 
FiUc6s. 

1464 s p ■ 

1:8 

1:16 

1:20 

1:77 

i 1:21,5 



13Ö 



Da von den 266 Gramlneae, welche das Botamcon gnlli- 
cuvi I, hat, durch Abzug von 26 cuUivirten und einigeu 
zweifelhaften Arten nur 240 bleiben, in anderen Familien 
aber durchschnittlich nur verhältuissmassig' halb so viel ah- 
ziehbare (cultivirfe etc.) sich fanden , so wurde durch Ab- 
rechnen von je 13 aus 266 die Zahl der bleibenden wilden 
Arten berechnet als t=; 3600. Hegetsc hweiler's Flora 
der Schweiz, worauf sich Ringier's Berechnungen grün- 
den, war nicht zur Hand, auch nicht Gaudiu's, und neuere 
deutsche Floren sind bekanntlich noch nicht vollendet. Es 
wurde das Verhältniss einzelner Familien zum Ganzen be- 
rechnet und diese hier, zur Vergleichuug mit Bücksicht auf 
Schlesien, zusammengestellt : s. unten die Tabelle. 

Endlich wurden, wegen §. IV., Seite 131, um die Yerhält- 
nisse der Pflanzen des flachen Landes von Schlesien al- 
lein auszumitteln , bloss die der Ebene zusammengerechnet, 
welche ohne Füices 1182, mit diesen gegen 1204 betragen, 
das Resultat s. m. in der Tabelle. Deutschland so zu be- 
handeln, ist für den Norddeutschen, der nicht selbst Süd- 
Deutschland und die Alpen oft ganz durchreiset hat, .schwie- 
riger oder unmöglich, weil die Höhen-Angaben in den Bü- 
chern nicht vollstäudig sind. '' 

Das Verhältniss, welches sich in der Ebene für die Glu- 
maceen ergiebt, zeigt bei Vergleichuug mit dem obigen für 
ganz Schlesien Bestätigung dessen, dass die Gramineae 
zwar nach dem Pole hin abnehmen, auf den Berghöhen sich 
aber dennoch umgekehrt verhalten; dass aber für Cyperoi' 
deae und Junci die Höhen der Polnähe entsprechen , - nach 
der allgemeinen Regel. — Zur Vergleichung wurde in der 
Tabelle das fast ebene (zwar kleine, daher die Grami- 
neae 1/12, 9 betragen} Brauuschweig beigefügt. 

Es sollte mit der Tabelle anschaulicher gemacht wer- 
den, wie die Beobachtung der im Eingange genannten Rück- 
sichten uöthig ist, dies wird j)esondets in Hinsicht auf §. HL 



140 



bemevklicli. Der Auszug' Her Huiuboltltischeu Tabelle füir 
Frankreich und Deutschland ward nur beigefügt, um den 
Unterschied von der oberen neueren Tabelle für Frankreich 
etc. zu zeigen j der für Lapjjlaiid zur Anschauung' des Zu- 
nehmeus einiger Familien nach Norden. Die Tabellen von 
Wiest, Ringier und Lachmann zur Vergleichung j 
letztere alle können aber nach Obig-em, }. I, III, auch IV. 
s. S. 128, 130 f. nicht übei'all zuverlässige, nicht ohne jene 
Rücksichten anwendbar sein, und wurden zum Theil nur 
beigefügt , um die aus Nichtbeachtung- einer oder mehrerer 
der obigen Bücksichten entstehenden Cng'leichheiten und Nach- 
theile vor Augen zu legen. *} 

Die Gramineae (No. 1. in der Tab.) betragen hiernach 
nunmehr in Frankreich und Deutschland zwischen 1/14 und 
1/15; nach A. T. Humb. in beiden =1/13 durch mitge- 
zählte Varietäten von ^grosrt's und JFe5f uc« nach Ho ff mann. 
In Schlesien betragen sie 1/15 bis 1/16, in einem kleineu 
Distrikte Schlesiens 1/12. lu ganz Schlesien darum so 
wenig, weil hier die zahlreichen Gräser der südeuropäischen 
Flora , welche , ins südliche Deutschland hereiureichend, 
für Deutschland mitgezählt werden, und zugleich die der kal- 
ten Alpen fehlen, auch kann die strenge Sichtuug bei Ver- 
fassung der neuern Flora einigen Theil haben, w^elche alles 
prüfte; zum Theil könnte der Grnnd der Armuth an Grä- 
sern auch darin liegen, dasa ein hier etwa durch Local- 
ümstände mehr als anderwärts überwiegendes Verhältuiss 
der übrigen Gewächse das der Gräser so herabdrückt, 
wie umgekehrt der Reichthum einer Familie, wie der der 



*) VTobei die Verdienstlichkeit jener Tabellen, besonders in 
Betracht der mangelhaften Hülfsmittel, immer anerkannt 
bleiben muss; mit Hülfe derselben und nach jenen 
Grundlagen vermögen wir ja erst zu sehen, dass es so 
noch nicht vollkommen geht, dann, wo und was da fehlt, 
und welchen Einfluss mancher Punkt hat. Vergl. oben 
Einleitung Seite 27. 



14t 



61timaceeu im Norden, nur mittelbar Folge des Ziiriicktre- 
tens, des Nichtg'edeihens, höherer Gewächse sein bann, (oder, 
wo ganze Erdtheile verglichen werden, anch zum Theii 
Folg-e der Eigenthümlichkeit der verschiedenen pflanzengeo- 
g-raphischeu Reiche ist, s. ob. Eiul. Seite 17; Schouw^ Pfl.- 
Geogr. S. 505 ff.). Dass die Gräser aber im „kleinsten 
schlesischen Distrikte", nämlich um Ohlau, 1/12 ausma- 
chen , und eben so viel auch in noch einem oder zwei be- 
rechneten anderen kleinen Distrikten in Schlesien, z. B. um 
Beuthen a/0. 1/12 (auch um Bonn 1/12,7 nämlich 56 unter 
714} : dies ist durch die Kleinheit des Distriktes von we- 
nigen Quadratraeilen erklärt, bei der allgemeinen Verbrei- 
tung derselben Gräser, als Poae etc,^ welche ganz Schle- 
sien besitzt und die hier grossentheils immer wiederkeh- 
ren, und dies bestätigt so das Recpiisit §. III. (Seite 130), nnd 
zeigt den Grad des Einflusses der Grösse der Provinzen, 
eben so wie die Cyperoideae, und wie auch das Verhältniss 
der Gräser des Breisgan's zu dem im ganzen Deutschland, 
noch mehr ihr Verhältniss in Dänemark =1/11 bis 1/10, 
und das um Berlin = 1/10 denselben zeigen. 



Denn , man setze : jeder von 4 Theilen eines Landes 
hätte seine eine, aber besondere, Art you Erica (es sei nun 
jede von Natur nur auf diesen engsten Raum angewiesen, 
w^ie die J?r/c«e am Cap der guten Hoffnung, oder sie möge nur 
mit dem Ende ihres grösseren Verbreitungsbezirkes über 
nie Gränzen des Landes herein schreiten) , alle 4 Theile 
hätten aber nur eine Pteris (von grossem Verbreitungsbe- 
zirke) gemeinschaftlich: so wüchsen in jedem Theile 1 Erica 
und 1 Pteris y =1 gegen 1, und doch hätte so das ganze 
Land 4 Ericae gegen 1 Pteris =^i:l. Da nun im Durch- 
schnitte Gräser sich gegen Gewächse mancher anderen Fa- 
milien in Verbreitung so überragend verhalten, wie hier 
Pteris, oder wie das geraeine Schilfrohr, (wenn auch nicht 



142 



in einein hohem Grade, als im Beispiele gesetzt ist), und dadnrch 
in der einzelnen Provinz einen verhälfuissmässig' grösseren 
Theil aller Gewächse ausmachen als im ganzen Lande, wie 
wir auch in den folgenden Tabellen in der Thai sehen ; 
da sich ferner die Länder dem Raumverhtütnisse nach zur 
ganzen Zone verhalten, wie die Provinz zum Laude, .dessen 
Theil es ist: so sehen wir, dass auch zwischen Land 
und Zone hei ganz gleichen Floren dennoch das Zahlen- 
Verhältuiss sich ändern würde: die Familien mit Arten von 
weitreichender Verbreitung werden der Artenanzahl nach 
in der ganzen Zone einen kleineren Theil bilden , als in 
den einzelnen Ländern der Zone; Familien mit Gewächsen 
beschränkter Verbreitung gerade umgekehrt. Wohl können 
wir Zone mit Zone vergleichen, wie A. v. Humb. schein- 
bar thut; aber nicht unsere Floren eines Landes mit der 
heisseu oder kalten ganzen Zone , sondern nur mit Län- 
dern der heissen oder kalten Zone. In der That hat selbst 
V. Humboldt, wo er für die „Zoneu^^ die Zahlenverhält- 
nisse angiebt, es wohl nur mit einigen Ländern der Zone zu 
thun gehabt; minder passend dürfte schon die Vergleichung 
Lapplauds oder der kalten Zone mit der Angabe für die 
heisse Zone sein, für w^elche vom tropischen America grös- 
serer Raum als halb Europa zum Grunde gelegt ist, in den 
ganzen Zonen würden aber nach Obigem die Vei:hältniss- 
zahlen anders, für manche Familien oder Gattungen (mit 
Pflanzen geringerer Verbreitung, wie die capischen Ericae) 
grösser — für andere (grösserer Verbreitung — Poa tri- 
vialis ist in mehreren Welttheilen — ) kleiner ausfallen. Wir 
müssen daher A. v. Humboldt 's Tabellen für die „Zonen" 
vielmehr überschreiben: ,,(mehr oder minder grosse} Län- 
der der ... Zone." 

Die Gramineae betragen in ganz Deutschland zwischen 
1/14 und 1/15 , im grössten Theile des americanischen Stri- 
ches der ,, heissen Zone" betragen sie nach v. Humboldt 
1/14; für Frankreich und Deutschland werden sie zwar 1/13 



145 



angegeben, letzteres ist aber zu viel , durch die vielen Spiel- 
arten in Hoffmann's und iu der franzözischen Flora, s. 
dageg-en Tabelle; in der heissen Zone sind unsere Gräser 
durch andere ersetzt, so kamen für sie die Hoffmann'- 
schen Varietäten nicht mit ins Spiel; nur diese Varietäten 
konnten für Deutschland's Gräser 1:13 als Verhältniss ge- 
ben, welches vielmehr für Frankreich und Deutschland 1 : 14,5 
ist nach unserer Tabelle, in Schlesien 1:16. Wie nun ein 
aus Deutschland oder aus Schlesien herausgehobener klei- 
ner Theil ein volles 1/12,5 Gräser zählt, während das 
grössere Land sie nur im Verhältnisse von 1/14 5 , bis 1/16 
hat, so uiuss mau, wenn die tropischen Gräser gleich [rela- 
tiv] grosse Verbreitinigsbezirke haben, wie unsere, auch an- 
nehmen, dass, da ein so ungeheurer americanischer Strich 
der heissen Zone schon 1/14 Gräser rechnet, auch für einen 
kleinen Theil aus diesem, etwa von Deutschland Grösse 
die Gräser sich bei Berechnung iu grösserem Verhältnisse, 
gewiss als 1/12, in noch kleinereu Bezirken als noch grös- 
seren Theil ergeben werden, wonach sie gegen den Aequa- 
tor fast wieder zunähmen. *) Wir sehen so zwar nach 
Norden zu die Gramineae verhältuissmässig zunehmen (in 
Lappland betragen sie 1/10} — aber auch, dass sie nicht 
von uns südwärts weiter an relativer Specieszahl oder 
der VerhäKiüsszahl nach abnehmen, vielmehr eher bei uns 
oder unweit uns ihr Minimum haben, wenn gleich vielleicht 
nicht iu relativer Menge der Individuen dieser Arten, 
und ihrer Masse. **} Dass die Gräser in der heissen Zone 
nicht ab- sondern eher zimehmen, zeigt Brasiliens Vegeta- 
tion, vergl. V. Martius's Flora Brasil. II.: A§rosiologia 



*) Wirklich hat ein Theil von Guinea die Gräser als 1/1 Ö, 
und der tropische von Neuholland 1/10,5; bei Guinea ist 
der Boden Mitursache der Vermehrung der Gräser, hö- 
here Gewächse gedeihen vielleicht weniger als anderwärts. 

**) Dies führt zugleich darauf, wie sehr zwischen Ar- 
tenauzahlj Menge jeder einzelnen und Masse der 



144 



Bt'asUlensis . . auctore C. G. Nees ah EsenbecJc; es sind 
403 Gräser, und A. v.;Humboldt's Terhältniss für grosse 
Thelle der heissen Zone =1/16 bis 1/14 kann auch hier 



Individuen *) zu unterscheiden ist, und yvie es zu wün- 
schen, dass in Floren auch die Menge, in welcher die 
Arten vorkommen, bemerkt werde, zur Veraiischaulichung^ 
der Physiognomie einer Gegend. Hieran knüpft sich mein 
Vorschlag in der Flora oder botan. Zeitung-, 1827, 
S. 427 IF. : dass in Floren das mehr oder minder häutige 
Vorkommen der einzelnen Gewächse, zu leichterem üe- 
berblicke und schärferer Bestimmung, durch Ziffern nach 
dem Grade der Häufigkeit bezeichnet werden möge (wie 
in der chemischen Stöchiometrie Aehnliches geschieht} ; — 
man nehme solche Grade an, wie yiel man wolle, etwa 
4 oder 5 z. B. 1, 2, 3, 4, 5 oder 1, 10, 50, 100; oder 
man nehme lieber 2 Ziffern, eine für die relative Menge 
der Standorte, die andre für die relative Menge der Pflanze 
a n den Standorten im Durchschnitte — ,• was freilich erst 
nach genauerer Kenutniss der Provinz sich bestimmen lässt, 
aber ausserdem auch im Einzelnen anwendbar ist, z.B. 
bei den Gewächsen einer kleineren Gegend, eines Waldes 
sogar, eines Gebüsches, welches am Rheine aus 3 ^Inus 
incana und 1 Alnus glutinosn besteheud, ganz anders aus- 
sieht, als bei umgekehrtem Verhältnisse in Schlesien. Auch 
die relative Grösse, 3Iasse der Pflanzen, Avenigstens un- 
bekannter, in fremden Länden, könnte dann mathematisch 
ausgedrückt werden , schon um der verschiedenen Bodener- 
schöpfung willen. Aehnlich verfuhr, w^ie wir lesen, 
D'Urville mit der Flora der Falklandsinseln : er theilte 
eine Insel in sehr viele gleiche Räume, durchsuchte alle, 
und merkte an, auf wie vielen derselben er jede einzelne 
Pflanze gefunden, und zugleich durch eine zweite Zifier 
ihre relative Menge an den Standorten selbst, beide Zif- 
fern in Form eines Bruches zusauimenstelleud. M. sehe auch 
Steffens in Verhaudl. der schles. Gesellsch. für vaterl. 
Cultur 1827 (Bullet. 8), und A, v. Humb. ,, Ideen zu einer 
Physiognomik der Gewächse^* in s. ,, Ansichten der Natur." 

*} Erst wieder an den gegen 25° südl. Breite und zugleich 
hoch liegenden kälteren Gränzen Brasiliens ahmt die Gras- 
Vegetation den Typus unserer Wiesen nach, w^obei 
' die Gräser dichter gedrängt und uicht mit so verschiede- 
nen andern Pflanzen untermischt sind. v. Martins iu 
Flor. Bras. II. p. 545. Die tropischen Gräser, Paniceae 
etc. sind minder gesellig und -weniger rasenbildend. — 
Im arktischen Kordamerica machen die Gräser und Cype- 
roiden nach Artenanzahl zusammen 1/6, nach Flächenbe- 
deckung aber die Hälfte der Tegetatiou. 



145 



richtig sein;, zählt vielleicht einst das ganze Werk 5000 js/ä«- 
tae vascuhsac, so sind zum 1/14 unr 357 wirkliche Arten 
nöthig*, selbst zu 1/13 nur 385; — kleine Theile Bra- 
siliens von Lapplands Grösse können dann leicht die Gräser 
= 1/10 haben oder 1/11, von Deutschland's Grösse r= 1/12, 
unter Voraussetzung gleich grosser Verbreitungsbezirke, wie 
die der unsrigen. . 

Es verhalten sich aber nur wenige Gewächse In so 
engen Gränzen, wie in obigem (s. S. 141.) beispielsweise 
gesetzten Falle Ericae gegen Pterisj wiif finden in Deutsch- 
land das in kleinsten Bezirken bestehende Verhältniss der 
Gräser von 1 gegen 12 oder 1:12,$ im grossen Lande 
(in Deutschland oder Schlesien) nicht in 1 za viermal 
12 verändert, nicht um das Vierfache, sondern nur um 
etwa ein Sechstheil, nämlich. 1:12,2 ^^ ^'^^>i "• 1:15^5; 
also haben alle Gräser im Durchschnitte nur 1/4/6 d. i. 
nur l/'24 so grosses Ueberwiegen der Verbreitungsbezirke 
als das der Pteris gegen 1 Erica im obigen Beispiel e^ 
da sie nämlich laut jeuer Verhältnissänderung nur um 2/14 
bis 3/15 grosse Verbreitungsbezirke haben, als die Nicht- 
gräser im Durchschnitte, oder genauer: als die durchschnitt- 
liche mittlere Grösse der Verbreitungs-Bezirke (s. §. III. 
und vergl. Ite Beilage), was also hervorgeht aus ihrem Ver- 
hältnisse im „kleinen Distrikte Schlesiens**, verglichen mit 
dem in ganz Deutschland und ganz Schlesien ; s. Tabelle.) 
Der grössere Bezirk einiger der Nichtgräser wird dann 
durch den kleineren der übrigen so ausgeglichen, dass alle 
Nichtgräser im Ganzen d. i. die Gewächse der übrigen 
13/14 oder 14/15 der Vegetation Deutschland's nur 12/15 
bis 12/14 so grosse Verbreitungsbezirke im Durchschnitte 
haben, als die Gräser. 

Wir müssen nach allem diesen glauben, dass die Ce- 
bereinstimmnng im Verhältnisse mancher Pflanzen-Fa- 
milien , namentlich der Gräser , die man bisher zwischen 
ganz Deutschland und seinen Theilen gefunden, daher kam, 

10 



146 



imd dass man den Rechnungsunterschieil nach J. III. des- 
halb nicht so bemerkte, weil für DeiitscLlaud's Gräser bei 
A. V. Humboldt nach Ho ff mann „l/U" angegeben war 
(und zufällige stehn gerade in A, v. Humholdt"s Tabelle 
die Graser oben an, zuerst sich eufdrüugeud) j fand man 
nun gleich in mehreren nur kleinen Distrikten die Griiser 
= 1/12 oder 1/11, so ward solche geringe Vermehrung von 
1/"13 auf 1/12 mit Recht nur auf die Lage im nördlichen 
Dentsclilnnd allein geschoben, wegen allgeuieiuer Zunahno 
der Gräser gegen Norden. So ging es auch Referenten an- 
fänglich, welcher seit 1817 in verschiedenen Gegenden 
Deutschland's 3 kleine Distrikte Behufs solcher Yerglei- 
chungen möglichst vollstüiulig durchsuchte, inul über die 
überall = 1/12 gefundenen Gräser sich freute, sie für blosse 
reine Bestätigung der ersten Angabe von ,,l/rl3'^ für ganz 
Deutschlaiul halteml : während doch Deutschland und Frank- 
reich nur zwischen i/Li und 1/15 Gräser haben, Schlesien 
nur 1/15,5, also die Vermehrung- auf 1/12 meist Folge der 
Grösse der Verbreitungsbezirke (§. III.) war, S. 130; 39Anm. 

Auf unsere Tabelle zu kommen: 

Die Jnnci *) stehen im Breisgan und um Braunschweig 
in grossem Verhältnisse gegen das in Schlesien und in 
Deutschland, wegen grossen Verbreit«ingsbezirkes der mei- 
sten Arten: so kommen wir überall auf Beslaligung von §. III. 

Die Gratnincae geben Wiest' s Tabellen für Deutsch- 
land als =1/12,3 (zu viel), Ringier' s Tabelle für die 
Schweiz =^1/12 an; auch letzteres ist nach §. I. zu viel, 
nämlich zum Theil durch mitgerechnete Varietäten so viel. 



•) In der Tabelle sind unter Junceae nur Juncus und Lu- 
zuia, -weil A. v. Humb. diese nur rechnet; auch die von 
Brauiischweig und der Schweiz schon danach reducirt. — 
In der Cohinuie für Brauuschweig wurden wenige Fajui- 
lien noch zur Atisgleichung^ mit De Candolle's Fami- 
lien etwas geändert, oder ausgelassen. 



147 



da sie sonst auf dem schon ziemlich grossen Baume im Ter- 
hältuisse zu allen andern Pflanzen nach f. III. etwas we> 
niger betrag'eu miissteu; während auch das kleinere Wür- 
temberg 1/'12,5, was aber auch fast noch zu viel ist, ha- 
ben soll. — Hierdurch zeig't sich schlagend der Nachlhell, 
welchen ung'leiche Species , nÜmlich die blossen Tarietäten 
darunter, in der Rechnung- und Vergleichung- bewirken. 

Den Cypet'oideaCj (ü. 3.) muss im Breisg-au die Oert- 
lichkeit ung'üustig" seyn (durch "VTärme und Anwesenheit von 
Sümpfen ?) j bei der Kleinheit des Ländchens waren sie, 
wie bei Braunschweig, auf etwa 1/17 in der Rechnung' stei- 
gend, dieses 1/17 aber wegen südlicher Lage (da unsere 
Hauptabiheilung; derselben, die Cavlcene^ g«?gen Norden zu- 
nehmen,) auf nur 1/18 verringert zu erwarten ; ihr niedri- 
g-es Yerhältuiss daselbst , g^ar nur = IflO , spricht empfeh- 
lend für das Land. 

Die Hülsenpflanzen (Leguininosae) , (N. 4.) ha- 
ben fast gerade nur mittel massige Verbreitnugsbezirke, 
oder sehr wenig- grössere ; daher ist , al)gesehen vom Zu- 
nehmen gegen den Aequator, ihr Verhältniss in kleinen Pro- 
vinzen kaum grösser, als im ganzen Lande, also die Nicht- 
beachtung der Rücksicht f. III. hiebei weniger nachtheilig; 
nur bei Zertheilung der klein:jten Provinzen treten sie in 
obiges Verhalten der Gräser, indem ihr Verhältniss in 
kleineu Bezirken Schlesiens (von etwa 15 Quadrat-Meilen) 
etwas grösser ist, als in g;anz Schlesien (welches sie =1/21 
hat), in einem kleinen Distiikte 1/19, in anderen über 1/18 
und 1/18,4; dass aber Deutschland viel — , Frankreich sehr 
viel reicher daran ist, wird durch ihr aUg-emeiues Zu- 
nehmen nach Süden bewirkt, und somit dadurch, dass sehr 
viele südeuropäische Arten und Gattungen mit ihrem nörd- 
lichen Ende noch in den Süden beider Länder hereiin'oichen, 
die aber, Schlesien gar nicht berührend, auch das genannte 
Vermehren in der Rechnung für dessen kleinen Theil 
(nach §. III.) nicht aufheben können ; welches Aufhebeu, 

10 • 



148 



sogar weites üeberwieg-ea (Wachsen des Antheils in g-anz 
Deutschland durch die südlichen Formen) zwischen Deutsch- 
land und dem (obgleich kleinen) Breisgau sehr merkbar 
ist; die wenigen Legumittosae aber, die Schlesien hat, zäh- 
len kaum eine südliche unter sich, sind also fast alle über 
ganz Schlesien verbreitet, nnd behaupten sich so im klein- 
sten Distrikte das Verhällniss mehrend gegen alle Nicht- 
JLeguminosae f unter denen sehr viele nur an den Granzen 
oder in einigen kleinen Theilen Schlesiens sind. So war 
der Widerspruch nur scheinbar: sie haben nämlich in den 
einzelnen Provinzen allgemeine, scheinbar grosse und in 
der Rechnung wie grosse wirkende Verbreitimg , in grös- 
seren Theilen ganzer Zonen nur mittelmässige — (wor- 
auf §. III, kaum von Eiufliiss ist), in der ganzen Zone 
kleine Verbreitung, im Ganzen viel kleinere als Gräser. 
(Etwas Aehuliches gilt für die südlichen und die alpinen 
Gräser in Deutschland gegen Schlesien; Gleiches für die 
TJmbellaiae in ganz Deutschland, in ganz Schlesien, und 
im kleinen Distrikte.) Verschiedenheit der pfl.-g. Reiche ist 
wohl zum Theil Ursache davon. — In Frankreich ist das Ver- 
hällniss der Leguminosae auch nach Scheu w zwischen 1/11 
und 1/12. 

Die Saxifrageae, (N. 13. der Tabelle) nehmen in der 
Ebene ab, auf Gebirgen und gegen den Pol das Gegentheil; 
so nach Wiest's Tabellen in ebenen Provinzen abnehmend. 

Die Orchideae, (N. 28.) zeigen durch die geringere 
Uebereinstimmuug (vergl. Wiest's und Ringier's Tab.), 
wie sie mehr als andere Gewächse von Oertlichkeit der 
Lage und des Bodens abhangen; in geringerer Höhe neh- 
men sie zu , dies enspricht ihrer grösseren Menge im käl- 
teren Deutschland als in Frankreich; um Dresden betragen 
sie 1 : 58 , um Münster in Westphalen 1 : 35 , um Rosenberg 
in Schlesien 1:78, in Deutschland'» Ebenen nach Wiest 
25 Arten = 1 : 90. 

Die Vmhellatae^ (N. 14.) nehmen, gerade umge- 
kehrt als die Gräser, nach dem Pole hin ab; aber denooch 



149 



■in der Höhe zu, wegen Oertlichkeit ; doch ganz hoch 
sind sie =0; die Schweiz ist reicher daran als Schlesien, 
und die Alpen (1/17) reicher als die Thaler (1/^5), was 
auch in Schlesien schon bemerkbar wird. 

An Cruciferae (N. 7.) ist Schlesien auflallend arm, 
besonders die Ebene, Auf den Schweizer-Alpen sind sie 
dagegen =1/14; sie haben im Ganzen kleine Verbrei- 
tuugsbezirke, daher das Wachsen ihres Autheils im grös- 
seren Lande. 

Dass die Dryadeae seu Poteniilleae (N. 11.) sehr 
grosse Verbreitungsbezirke haben , zeigt sich daran, dass sie 
überall wiederkehrend in kleineu ProTinzen und Distrikten 
ihr Verhältniss immermehr erhöhen, nach §. III; so ver- 
halten sich unter den armen oder kleinen Familien noch: 
Lythrariaef Onagrariae, auch Halorrhageae cum 
. Callit richin is. 

Die Cynarocephalae (17. a.) nehmen gegen Süden 
ZU} die Cichoriaceae vielmehr nördlich und in der Höhe. 

Die JLsperifoliae (Borrag ineae) (N. 21.) wur- 
den der Arteuanzahl nach für Schlesien und Deutschland et- 
was vermindert — und De Candolle's für Frankreich ver- 
mehrt genommen , um Gleichheit der Species wenigstens in 
den oberen Columnen der Tabelle zxi bewirken, wenn auch 
wolil wirklich mehr Arten sein sollten. 

Die Rhitianilteae et Scrofularinae (N. 22.) um- 
fassen hier auch Veronica und Graiiolßf Orohnnche und 
Laihraea; ausgeschlossen sind hingegen JJnnaea und T^er- 
hettay Finguicula und Viricularia^ in der Tabelle der 
Schweiz mögen wohl letztere bei den Scrofularinae mit- 
gerechnet seiu, und hei den BJdnaniheis allein die Oro- 
hancheae dabei. Es geht mit den Rhinaniheae et Scrofu- 
larinae zusammengenommen, wie mit den J^egunnnosae in 
Theilen der kleinen Provinz: sie sind in den Provinzen all- 
gemein verbreitet, nehmen in Theilen derselben zu in der 
Rechnung. Nach unserer Berechnung betragen die Rhi- 



150 



tmniheae et Scrofulcmnae in Lapplaud l/i6, nämlich 17 imd 
2 Species. — Es ist aber nicht, g-ut sie zusammenzufasseu ; 
besser beide besonders zu rechnen, da das Zunehmen der 
Einen (der Scrofularinae) geg-eu Süden das Wachsen der 
andern gegen Norden aufhebt, noch mehr Unsicherheit ge- 
lten die Orohanchae, wenn sie hinzugezogen werden. Beim 
Breisg'au kommt zrim Wachsen des Terhältnissnisses der 
Scrofularinae durch Kleinheit der Provinz noch die siidli»^ 
chere Lage der Provinz als mehrend hinzu; in Schlesien 
zeigt sich so für dieselben von beidem das Gegentheil. 

Bei den Primulaceae (N. 24.) der Ebene von Schle- 
sien, Berlin, Braunschweig* , Ohlau, zeigt sich unter ändern 
recht, wie, Je gleicher die Provinzen einander an Grösse 
sind, desto mehr sich üebereinstimmung- des Verhältnisses 
der Familie zeigt. 

Ameniaceae, (N. 26.) Das Zunehmen einiger Gat- 
tungen im Süden (der Ablheilnng- Cupitli ferne) wird 
iiberwog-en durch die umgekehrt gegen Norden wachsenden 
Salicinae, SaJices machen in ganz Schlesien desweg-en 
grösseren Theil aus, als in Schlesiens Ebene, weil sie im 
Gebirge zahlreicher sind; aber im kleinen Distrikte der 
Ebene deswegen, weil die Arten des flachen Landes 
grösserer Verbreitung sind , wie schon zwischen Schlesien 
und ganz Deutschland sich etwas zeigt, letzteres ist Folge 
(nach §. in.) von den Verbreitungsbezirken; aber der- 
selbe Erfolg in der Rechnung hatte so zwei verschieden© 
Ursachen. 

Für Gonijerae (N. 27.) glebt es keine Regel im All- 
gemeinen i die einzelnen Arten fordern verschiedene kli- 
matische und Boden-Verhältnisse. (S. 40, 80 u. a.) 



Viele Familien verhalten sich, wie oben die hegu- 
mtnosae (N. 4.): im ganzen Deutschland zeigen sie sich 
fast geringerer als mittelmässigcr Verbreitung , in der Provinz; 



151 



aber so gut als von g-rossen Verbreituiigsbezirken , so: La- 
biatae^ Rkinaniheae, Scrofularinae» (No. 23 und 22). 

Ungefähr gleich im "Verhältnisse in ganz Schlesien und 
im kleineu Distrikte bleiben Junceae^ Umbellatae, 
Caprifoliaceae. (No. 15.) 

Bei manchen tragt in kleinen südlich gelegenen Pro- 
vinzen ausser der Vermehrung durch Kleinheit des Distrik- 
tes nach §. III. auch noch die Zunahme gegen Süden bei. 

Verhältnissmässige Vermehrung in kleinen Provinzen 
zeigen also, und haben demnach grosse Verbreitungsbezirke, 
folgende: Gramineae, Dryadeae, Lythrariae^ Ona- 
grariae, Halorrhageae etc. 

Miltelmässige oder noch kleinere Verbreituugsbezirke 
haben die Leguminosae^ Caprifoliaceae^ Cvuci- 
feraei auch alle folgende, welche letzteren sich auch 
(zum Theil aus mehrfachen Gründen) im „kleinsten schle- 
sischen Distrikte" (Ohlau) noch abnehmend in der Rech- 
nung zeigen: Orchideae, SaxifrageaCf Primula- 
ceae^ Gentianeae, (No. 20.) 3Ialvaceae, (No. 9.) Ce- 
lasirinae cum Rhamnels et ^quifoliaceis^ Liilia- 
ceae, (No. 30.) uäspitodeleae , Ruhiaceae; bei den 
Malvaceac und Ruhiacene kommt ihr allgemeines Abneh- 
men gegen Norden als mitwirkend hinzu zur Verminde- 
rung. — Wegen der kleinen Verbreitungsbezirke dieser Fa- 
milien, und der folgenden sehr kleinen Familien, die 
wohl im ganzen Lande Species zählen, aber ans dem klei- 
nen Distrikte ganz oder fast ganz zurücktreten, als: Gros- 
suJarieaCf Globularieae y Resedacenß, Tamariscinae ^ Col- 
vlticaceae, ward es möglich, dass dagegen so bedeutende 
Familien grosser Verbreitung als Gramineae^ Poteniilleae etc. 
in den kleinen Provinzen und im kleinsten Distrikte sich in 
der Rechnung im Verhältnisse immer mehr zunehmend zei- 
gen konnten; wobei zu bemerken ist, wie das U eber- 
schreiten des durchschnittlich mittleren Maasses der Ver- 
breitungsbezirke durch die der Gräser viel bedeutender ist, 



V 



152 



als das Zurückbleiben fast aller jener (^Orchideae etc.) un- 
ter dem Mittelmässigen , so dass das Minus vieler Fa- 
niiiieu erst das Plus der Verbreitung der Gräser compensirt ; 
wir sehen aber, welche anderen Gewächse durch die Grä- 
ser im Raiune überraget werden. 

Bekanntlich ist es nnn zwar nicht die Kleinheit der 
Verbreitungsbezlrke der Pflanzenarten allein, welche eine 
Familie in der oder jenen Gegend zurückdrängt oder nieder- 
drückt, sondern auch wohl Mangel an der geeigneten Be- 
schaffenheit des Bodens etc. , und somit ist die , dadurch 
nothwendig bedingte, Vermehrung der Gräser u, a. im klein- 
sten Distrikte nicht ganz allein Folge ihrer grösseren Ver- 
breitungsbezirkeu 

Wir haben gesehen, wie die verschiedentlich grosse 
(oder auch nicht erfolgende) Aenderung des Verhältnissss 
einer Familie bei Vergleichung grosser und kleiner Di- 
strikte und Länder einen Maassstab giebt für die durch- 
schnittliche Grösse der Verbreituugsbezirke der Arten einer 
Familie, wie die Zunahme der Familien in der Rechnung 
für den kleinen Distrikt Grösse der Verbreitimgsbezirke an- 
zeigt, Abnahme im kleineu Distrikte aber anzeigt, dass die 
Gewächse der Familien durchschnittlich kleineren als mitt- 
leren Verbreitungsbezirk haben. Aber es giebt noch ei- 
nen anderen Maasstab für diese durchschnittliche Grösse der 
Verbreituugsbezirke von Pfl. einer Familie. In Lachmann's 
Flora von Braunschweig, I. Th., wird nämlich die Verschieden-'' 
heit der Zahlenverhältnisse einzelner Familien zwischen der 
besoudern Proviuzial-Flora luid der Flora des ganzen gros- 
sen Landes schön versiunlicht durch eine der grossen Ta- 
belle bei S. 264. beigefügte Columue für das Verhältuiss 
der „Mächtigkeit der Familien der Braunschweigischen Flora 
zu der ffFlora Germattlae^' , worin sich auch der Eiufluss 
der Grösse der Bezirke auf die Rechnung zeigt, welcher 
Biufluss desto grösser ist, je mehr die durchschnittlichen 



153 



Verbreltung'sbezirke der Pflanzen eiuer Familie vom dttrch- 
schnittlich — Mittleren abweichen. Oft ist Verschiedenheit des 
Bodens nach Gebirg'ig'keit etc. Ursache, oft wirken beide Um- 
stände auf die Rechnung-. Ständen alle Zahlen für die deut- 
sche Flora schon fest, wären sie richtig-, so würde man 
danach finden, dass diejenig-en Pfianzenfamilien, deren Ar- 
ten in Braunschweig's Flora einen gerade s o g-rossen Theil 
.aller deutschen,. Arten derselben Familie ausmachen, als 
die Summe aller Br'schen Phanerogamen zur Summe aller 
Phauerogamen Deutschlands, mittlere Verbreifungsbezirke 
hätten : s o verhalten sich nun nach L a c h m a n n ' s Tabelle 
die Solaneae y deren 11 Braunschweig-'sche Species zu den 
30 Deutschland's sich verhalten =1:2,72 7, gerade so, wie 
alle 1060 Br. Phanerag-amen zu allen „2890^' Deutschlands 
= 1:2,72?; wirklich ändert sich auch das relative Verhält- 
niss der Solaneae (nach der Tabelle) zu allen Phanerogamen 
im grossen und kleinen Laude nicht, sie machen um 
Br. wie in Deutschland 1/^6 j — dann nach jener Tabelle 
so die Flaniagineae : ihre relative Menge ist in Deutsch- 
land und um Braunschweig- fast gleich: 1/506 und 1/212: 
ihre absolute Specieszahl „Mächtigkeit" ist daher um Braun- 
schweig gegen Deutschland 1: 2, so (10/28) fast ganz =1 : 2,? ; 
dann TfmhelJatae etc. ; finden wir nun in derselben Tabelle, dass 
die Mächtigkeit der Gramineae um Braunschweig 1:2,« ist, 
d. i. nicht bloss 10/28 sondern 10/26, [richtiger vielleicht 
10/24 der Gräser Deutschlands, weil für Deutschland mit 
„1:12,5*' etwas zuviel angegeben; — für Br. stehen 87 
Species =1:12,2] *), so lässt sich aus der geringen Vei- 
hältnisszunahme um Braunschweig schon etwas auf mehr 
als mittlere Grösse der Verbreituugsbezirke der Gräser 
schliessen. Auftallender ist dies aber bei den Cisteae., 
die bei Braunschweig nur 1/10 aller deutschen Cisteae ans- 



*) Für meine Tabelle wagte ich sie auf 84 zu »edticiren, 
wodurch 1 : 12,9 entstand für Brauuschweig. 



154 



inachen, also nicht 10/57, auch nicht etwas mehr, Sondern 
viel w eu i g- e r als lOfn , es hat doppelten Grund : Klein- 
heit der Verbreitung-sbezirke der (^isteae und das iHereia- 
spielen der mittelländischen Flora in S ü d - Deutschland, wel- 
ches Braunschweig- nicht triflTt. Dass die Saxifrageae 
«m Braunschweig' nur tfl aller deutschen Saxifvageae sind, 
hat zum Theil die Kleinheit der Verbreitung'sbezirke der 
Saxijrageae zum Grande, aber auch zum Theil ihr Gebun- 
densein an specielle und kalte Standorte. — Diese Art 
von Maasstab nun ist mehr empirisch, aber bequemer; man 
bedarf nicht vieler Tabellen zur Verg-leichung'. 

Alles aber bestätig-t den Hanpteinfluss der relativen 
Grösse der verg'lichenen Provinzen g'egen einander auf das 
Rechnung's-Resultat: die durch Yerschiedenheit derselben ver- 
anlasste Aenderung' der Yerhältnisse überwieget oft die durch 
das Zunehmen nach Süden oder Norden oder durch Boden 
etc. hervorg-ebrachte *), und zeigt, dass man nicht nur gleich 
ebene und gleich hohe oder g^leich gebirgig-e , sondern auch 
eben so nothwendig' und oft noch uöthig-er nur g^leich g^rosse 
Länder und Bezirke vergleichen darf, um bei je zweieu 
oder mehreren aus dem grösseren Reichthume des einen an 
einer Pflanzenfamilie Schlüsse ziehen zu können, entweder 
auf das Zunehmen der Familie in irs^eud einer Zone und 



*} Oft wirken beide Momente — nämlich: n) die Grösse 
der Yerbreituug-sbezirke oder die Kleinheit der vergliche- 
nen Provinzen, V) das Zunehmen einer Familie nach ge- 
■\visser Himmelsgegend — einander entgegen »ind heben 
einander theilweise auf, oder überwiegen eins das andere 
im Einflüsse auf das Rechnungsresultat, s. oben Legumi- 
nosacy S. 147 f.; in andern Fällen können sie beide (und 
noch 3tens Local- Verhältnisse) in gleichem Sinne wirken 
und das Resultat also dann doppelte und dreifache Quellen 
haben, wie die Vermehrung des Verhältnisses der Gräser 
um Berlin , (i) durch die Grösse der Verbreitungsbezirke 
der Gräser, 6) ihre Zunahme gegen Norden und c) die 
Beschaffenheit des Bodens bewirkt wird j m. sehe oben 
Seite 38 f., Anm. **) 



155 



iiiifer bestimmten Merltlianen (bestimmter: zn sicherer Fest- 
Bstziing' der pflanzeiigeographischen Reiche uach der Haupt- 
heimath gewisser Familien in denselben — (SchouTV a. a. 
S. 605 ff. und oben „Einleitung-," Seite 17), oder auch um- 
gekehrt auf die Beschaffenheit eines Landes. 

Hatten wir es aber mit gleichen Species und Familien 
zu thun, war die Provinz gleich gross , wurde nur die Ve- 
getation der Ebene berechnet, so gehen Verschiedenheiten 
der Verhältnisszahlen ans Verschiedenheit der klimati- 
schen Verhältnisse, besonders der geographischen Lage 
hervor. Aus dem geringeren Antheile [der Cjperoiden um 
Wien, Mannheim und in der Wetterau, in Dr. Wie st 's Ta- 
bellen, imd dem grösseren um Münster, Berlin, kann auch 
der der Lage der Orte Unkundige auf nördlichere Lage oder 
grössere Kälte der lefzteren Orte schliessen, obgleich hier 
Localverhältuisse etwas mitwirken; war aber selbst die 
Lage gleich, so erlaubte das Vorherrschen der Cjperoiden 
auf besondere Beschaffenheit des Bodens zu schliessen, als 
Sümpfe etc., so dass man also nicht nur aus der nördlichen 
Lage auf Reichsein an einer bestinunten Familie der Pflan- 
zen, sondern auch umgekehrt von dieser auf das Land einen 
Riickschluss (hau kann, auch — in bloss empirischer An- 
wendung — darauf, ob in der Flora einer gewissen Ge- 
gend noch Entdeckung von Arten aus einer bestimmten Fa- 
milie zu erwarten ist, C^gl. oben i>. 42, S. 38.) so wie aus 
der Artenanzahl einer Familie auf die entsprechende der 
anderen oder aller. 



Anmerkung- und Nachtrag-. 

Aus den Zahlenverhültnissen der Pflanzenfamilien auf 
der Ostküste von Labrador zwischen 56° — 58° nördlicher 
Breite, (wo jährliche Mittel-Temperatur — 3", 2 C, mittlere 
Temperatur des Winters — 18" C, des Sommers -|- 9°,2 C), 
dann der Melville- Insel (75" nördlicher Breite, wo — 17° C. 



I5fi 



jährl. Mittel-Temperatur), dann des mittlem Theils des arkti- 
schen Nord-America und endlich Lapplands, welche E. M ey er 
in Plant. LiUbvador. pag-, 174 iF. berechnet, schien her- 
vorzugehen (ib. pag. 1770, ^lass nicht dieselben Fami- 
lien in allen arktischen Ländern im Yerhältnisse ihrer Ar- 
tenanzahl vorherrschen, sondern verschiedene den Cha- 
rakter der einzelnen Floren bediug-en [bei den genannten 
kann wohl die verschiedene Polhöhe nicht völlige Gleich- 
heit gestatten]; die artenreichsten folgen nämlich laxit je- 
nen Verhältmsseu in nachstehenden Reihen auf einander : 



ia Labrador ; 

i. Ericinae. 

3. Gramineae, 
3- Compositae, 

4. Rosaceae, 

5. Amentaceae. 

6. Caryophylleae 
. y. Scrofularinae 

fCjperoideae, 
8' [Saxifrageae. 

CJunceae. 
gS Cruciferae. 

^'Ranunculac. 
etc. 



Melvllle-Insel ; 

/. Gramineae. 
3. Saxifrageae, 
3. Cruciferae. 

fCompositae. 
4f^ Caryophyleae 

Wlanunculac. 

fCyperüideae. 

[Rosaceae. 

fJunceae. 
6'.*) Fulygoneae, 

Leguminosae 
etc. 



im arktischen 

America : 
. Compositae. 
, Cyperoideae. 
. Rosaceae. 

f Amentaceae. 
■ \jOruciferae. 

[Qram'neae. 
Ranunculac, 
, Leguminosae. 
. Ericinae. 
. Caryophylleae. 
fScrofu larinae 
[Saxifrageae. 



in Lappland : 

/. Cyperoideae. 

3, Gramineae. 

3. Compositae, 

4. Caryophylleae. 

5. Amentaceae. 

6. Cruciferae. 
CEricinae. 

■^'LRosaceae. 

CJunceae. 

LRanunculac. 

g. Scrofularinae. 

1 o. Leguminosae 

/ / , Saxifrageae 

etc. 



denn es verhalten sich in jenen 4 Distrikten und Ländern z. B. die 

Gramineae | | | 

z=zi:io,5\ 1 :4ß j l:-l9iO 1 i:io,i 

Saxifrageae | [ f 

■=^ i : 24,i\ 1 :(3,y j i'.3j,2 | t : 38,3 ; u.a. w. 

doch bilden alle jene artenreichsten den G e s a ra m t - Charakter 
der ganzen arktischen Flora. Auch dürfte wohl jene Ver- 
hältniss- Ah weichung, z. B. der Graminene , nicht in der 
That so gross sein, denn der Umstand, dessen auch der 
Verf. anderswo erwähnt, dass das minder Ansehnliche von 
Reisenden nicht gerade zuerst gesammelt wird , und dann 
die Zeit, in welcher der und jener Strich von den Reisen- 
den berührt wird, können etwas Einfiuss gehabt haben, 
z. B. auf die geringe Zahl der mitgebrachten Gläser des 
arktischen Nord-America, die nur 1/19 machen. Diese Ver- 
muthung wird verstärkt dadurch, dass in jenem reichhal- 
tigen Buche de pl. Labrad. in der Untersuchung über die 
Verbreituugsbezirke der meisten einzelneu Pflanzen jener 
Flora (i>. iÜ4 — 218) sich ergiebt: wie zwar 1) die grössere 



157 



Anzahl in gleicher Pohlhöhe nm den ganzen Pol henimg'ehen, ^ 
Iheils als bloss arktische Pflanzen, theils auch der g-emäs- 
sigleu Zone g'emeiusame; andere hiug'eg'en nicht alle Läu- 
geng^rade durchlaufend eine mehr oder minder grosse Lücke, 
hiatus, lassen, die bald in Europa, bald in Asien u. s. w. 
trifft, das Centrum der Verbreitung aber der Lücke ge- 
genüber; wie aber dann 2) nur unter denen, die ihr Cen- 
trum in Europa haben (wo man auch Unansehnliches zu fin- 
den Zeit hatte) viel Gräser aufgezeichnet sind, liingegen ge- 
rade die Lücke (das Fehlen) vieler Gräser und anderer 
Spelzblüfhigen im arktischen mittlem Nord-America (nicht 
in Labrador, wo bleibende Missionäre sammelten} trifft, 
z. B. von Poa pratensis, trluiaJis y cojtipressa y Cnrex aciita^ 
Luzula vernalis etc. ; — und wenn 3) einige Pflanzen, zwar 
nicht Gräser, bis jetzt noch doppelte Lücken zeigen *) (wie 
Gentiana nivalis, die im w^estlichen Nord-America und west- 
lichen Asien und Russland noch fehlt, u. a.): so dürften 
obige Verhältniss-Unterschiede, w^ie die Mehrfachheit der 
Lücken, nicht immer im Nichtvorkommen der Pflanzen, 
sondern zum Theil im Nichtsammeln den Grund haben , da- 
her durch spätere Reisen sich verringern und der gemein- 
same Charakter augenscheinlicher werden. 

Zur Bestimmung des Vegetations-Charakters überhaupt 
darf mau (nach E. Mejer} auch wohl negative Definitio- 
nen gebrauchen: wenn z. B. Kunth in Synops. IV, für 
die Flora von Mexico 67 Haupt-Familien hat , w^elche La- 
brador fehlen , letzteres aber nur 5 , die in Mexico fehlen 
QPrimulaceae, Saxifrageacy HaJorrhageae, Paparaceae, Dro- 
seraceae) : so zeigt dieses schon viel , denn diese Verschie- 
denheit wird nicht durch die weit grössere Anzahl von 
Pflanzen in Mexico allein erklärt. PI. Labrad. 178 f. — 
S o wurden ja auch die pflanzengeogr. Reiche bestimmt. 



Von Nutzen für die Pflanzen- Geographie ist auch die 
Vergleichung der Floren nach den alten Eintheilungen dw 
Gewächse in Bäume imd Sträucher, pereunirende und 2- 
und 1 jährige Pflanzen; vergl. auch Schübler's Arbeiten 
mit Ringier und VTiest, u. A., ferner Mirbel's a. a. O., 
s. S. 125., und E. Meyer' s PI. Labrad. Dieser Autor 
(de pl. Labr. p. 182, sqq.) zählte aus Steudel's Nomen- 

*) von ihren mehreren Centris ausgegangen noch nicht überall 
(waaderd) zusammeufliessen, 1. c. p. 207, 216. 



158 



clnfor hoti, Swarfz's Flora Ind. occid.. De Candolle's 
Synopsis pl. Fl. Gall. und aus Flant, Labrad. folgende abso- 
lute Speciessummen und berechnet die Verbältnisse wie folgt : 

i Arten - Anzahl. 
(Bis zum £r-| 

scheinen der ge-| ßäu- |pcren. j 2iähr. Ijähr 
nannten Pii. :) |me u.| Pfl 
Str. 



ganzen 



Auf der 

Erde 
in Labrador 
*} in d. Schweiz, 

n, Ringier 
*) in Deutschi. 

u.d. Schweiz, 

nach Wiest 
in Frankreich 
iu Westindien 




Verhältulss zu allen 
Phanerogamen. 

B. imdlperenn.jl- und 
Str. I Pfl. 2jähr. 



14727 


11157 


Y 

780 


4324 


34 


109 


5 


6 


245 


1402 


113 


445 


390 


2170 


169 


684 


422 


1807 


156 


822 


463 


199 




94 



2,1 

4,6 



1:9,20 



1:8,75 

1:7,6 

1:1,6 



1:2,9 
1:1.4 



1:1,57 

1:1,8 

1:3,8 



1:6,0 
1:14,0 

1:4,0 



1:4,0 
1:3,3 
1:8,0 



•} (zur Verglelchung beigefügt ; vgl. a. Ende der Tabelle in (Seite 125.) 
woraus zu ersehen , dass in der heissen Zone die Slräucher 
am häufigsten sind, indem sie nach ganzen Familien herr- 
schen, und dass die Kräuter aller Abtheihmgen zurücktre- 
ten ; dass in der gemässigten Zone die Sträucher den klein- 
sten Theil der Flor ausmachen , die einjährigen Pflanzen 
aber zwar nicht den grössten Theil der Flora bilden, aber 
doch vor allen Zonen hier am häufigsten sind , indem sie 
in Frankreich fast 1/3 aller Phanerogamen betragen, auf der 
ganzen Erde nur 1/6; dass endlich in der kalten Zone we- 
der viel Sträncher und Bäume, noch 1jährige Kräuter sind, 
sondern die perennirenden hier vor allen Zonen den gröss- 
ten Theil der phanerogamischen Flora ausmachen. Diese 
Bestimmtiug ist vielleicht charakteristischer für die Zonen, 
als die Verhäituiss-Aenderung der Di-, Mono- und Akotj'- 
ledonen nach der Polhöhe. Fl, Labrad. p. 185. vgl. den 
Scliluss der Tabelle iu Beilage 3. (Seite 125.) 

Ferner Hessen sich nach E. Meyer (1. c. 181 — 192.) 
solche andere Merkmale der Gewächse in Betracht ziehen, 
wonach man sie wohl auch für mehr oder minder voll- 
kommen hält, z, B. Theilung der Blätter. Zerschnittene 
Blätter kommen in allen Abtheiluugeu des Pflanzeureichs 
vor, die damit verseheneu Arten nehmen jedoch, ^vie das 
Variiren mit solchen Blättern, gegen die Pole ab; unter den 



159 



Monokotjledonen findet man deren nur zwischen den Tro- 
pen. Aber eing'eleukt-zusamuieng'esetzte Bläller fehlen den 
Mono- und den Akotjledonen und den apetaleu Dikotyle- 
donen durchaus; die Gewächse mit solchen Blättern niachen 
auf Cuba und im nördlichen Africa gegen I/9 aller Phane- 
TOg-amen, in Frankreich 1/10, in Labrador und Lapplaud 
1/14 — 1/15; die Abnahme geg-en Norden schiene nicht so 
gar g-ross, aber die nordischen gehören nur wenigen Fami- 
lien an, den Mosaceis und Lcguminosis , die auf Cuba aber 
zu 17 der verschiedenartigsten Familien: Btgtionieae, L,c- 
guminosae^ Diosmeae, Tevehhithaceae etc. — — Lederar- 
tige und fleischige i Blätter finden sich am meisten gegen 
Norden — Nadelhölzer und Haidenartige — ; oder in war- 
men Ländern auf steilem Boden, Felsen, Saud: JJiosmene, 
Ficoideae , Cacit. 

Hieran schliesst sich noch die Abhandlung Tom Grafen 
C. V. Steruberg in Flora od. botau. Zeitung. 1829. U, 
Ergänz. -Bl., und andererseits Wilbrand's Uebcrsicht der 
Vegetation Deutschlands nach ihre» natürlichen Fanjiliep , iu 
Flora 1824, I, Itei' Beilage, 



Nimmt man endlich darauf vorzngsw'eise Bückslchtj 
was (ganz abgesehen von der absoluten oder relativen Spe- 
cies- Anzahl) „durch Masse den Totaleindruck einer Ge- 
gend individualisirt^', was die Physiognomie der Natur 
bestimmt, (vergl. a. oben in Einl. S. 8. und 19.) so hängt 
letztere haui)tsächlich von den Pflanzenformen ab, welche 
A. V. Humboldt unter folgenden Collectiv-Namen begreift : 
der der Palmen; der Pisang- oder Bananenform (Fa- 
tailieü Scitamineae [Ganna, Amovium eic.'\ u. Musaceae) ; in Ost- 
Indien etc.; derMalven; der zartgefiederten Mimosen; der 
H a i d e kräuter , Bpacriden und Diosmeeu, bei uns, in 
Neuholland und am Cap der gnteu HolTuung ; der Cacii , im 
tropischen America; der Casuariuen, in Neuholland; der 
Nadelhölzer, am meisten im Norden; der parasitischen 
Polhos ' und JLrutn- Arten, nebst den rankenden Lia* 
nen: Bignoaien) Bauisterien, Bauhiuien etCt; der der Aloe* 



160 



Gewächse; der Grasform: in beiden Indien sind baumar- 
tige Gräser; der Farrnkräuter ; der Liliengewächse; 
der Weiden; der Myrtenartigen; der Lorbeerbäume; 
noch etwan der Moose und Flechten. Darüber s. „Ideen 
zu einer Physiognomik der Gewächse" in Alex. v. Hum- 
boldt's „Ansichten der Natur"; auch: „Archiv für Welt-, 
Erde- und Staatenkunde*'. I. Heft 3. 1811. — Die grosse 
Höhe, zu welcher sich unter den Wendekreisen Berge und 
ganze Länder erheben, und die Kälte in Folge der Höhe, — 
die Temperaturen aller Zonen über einander, — gewähren 
dem Tropenbewohner ausser den Palmen - und Pisang-Ge- 
büschen auch in grösseren Höhen Formen zu schauen, die 
nur dem Norden anzugehören scheinen : Cjpressen , Tannen 
und Eichen, Berberis und Erlen, nahe mit den unsrigeu ver- 
wandt, auf den Gebirgen Mexico'» wie den Andes unter 
dem Aequator. Ohne seine Heimath zu verlassen, vermag 
er alle Pflanzengestalten der Erde zu sehen. Aber ,,auch 
im kalten Norden, in der öden Heide, kann der einsame 
Mensch sich aneignen, was in den fernsten Erdstrichen er- 
forscht wird , und so in seinem Innern eine Welt sich schaffen, 
welche das Werk seines Geistes, frei und unvergänglich, 
wie dieser, ist." (a. o. a. 0.) 



Höhen - Ausdehnung 

der Verbreitung- von (Gebirg-s-) Pflanzen 
in Frankreich, 
meistenstheils zwischen 43° — 46=' u. Breite. 



Aus De Cando lle' s Abhandl. inM^in. de la Soc. d'Arcueil III,, 
pag. 262 — 322. (Hier noch mehr nacli den Fainilien des Botanico,n. 
gallicum zusaininengestellt.) — AlsAnliang zum Schlüsse der Iten Bei- 
lage; m. vgl. diesen, S. 1J6. — (1 Meter ist 3 pariser Fuss iiud nahe 
11,8 par. Linien. 195 Meter ohngefähr lüü Toisen.) 



Plantae vascnlares. — Class. I. Dicotyledoneae 
(Ewogenae). — Subclassis A. Thalamißorae, 



1. Ranunculaceae. Meter. *) 

Clemalis (Atrag-ene) alpin a Met. Anemone vernalis 1400-2400 



zwischen 900 und 2000 
Thalictnim aquilegifol. 1000-1600 

— alpimim 2000-2400 

— foetiduin 900-2000 

— minus (f artS 40)-1300 



— Halleri All. 1600-2400 

— pratensis 0-1200 

— alpina 1000-2400 

— baldensis 1500-2200 
Hepalica triloba (Cütttd) 3o3-1200 



*) Dadurch, dass De Candolle überall die Namen der Orte und 
Berge beifiigl, ('svas aber hier doppelten Raum erfordert hatte,) 
wäre man mit Hülfe jenes Orig'inals im Staude, durch Abrech- 
nung von einigen, z^^veilen hunderten von Metern (die aber g'e- 
gen die schon angegebene Zahl doch nur wenig ausmachen) von 
der Höhe der südlicheren Orte unter 43° etc. nördl. Breite, 
alle Angaben auf Höhen unter einer und derselben Breite von 
z. B. 46*^ zu reduciren; es ist aber schwer zu bestimmen, Avie- 
viel für 1° der Breite die Correction in Metern betrüge, da es 
bei den Pflanzen weniger auf die mittl. jahrl. Wärme (wonach 
gegen 100 Meter 1° der Breite entsprechen würde) als vielmehr 
die Wärme des Sommers ankommt, die jener nicht ])arallel geht 
(vergl, p. 75, 153, 162), wonach jene 100 Meter Höhendifiereuz 
im hohen Norden wohl 1 IJ'l Graden der Breite (nach Verschie- 
denheit der Pflanzen und der Welttheile) entsprechen könnten. — 
Uebrigens kommt es bei den Tausenden nicht so strenge auf ei- 
nigte hundert Meter an. , 



162 



Meter. 

Adonis Ternalis 400-1600 

— pyreiiaica 1800 

Raimnculusheder.SBreta9nc0)-1200 



aquatilis 

rutaefolius 

glacialis 

Seg'uierii 

alpestris 



0)-2100 
1600-2200 
2000-3000 
2000-2600 
1600-2800 



acoiütifol. (SKalmebi) 

50)-2000 
pyrenaeus 1600-2500 
angustifol. 1600 



0- 
1000- 



2000 
1800 



Meter. 
Ranunculitsamplextcaiil. 1200-2400 

— parnassifol. 2000-3400 

— montamis 800-2200 

— Gouaiii 500-2000 
Caltha palustris 0-1800 
Helleborus nigev 0-1300 
Aqiiilegia vulg-aris 400-1400 

— viscosa 1000-1800 

— alpina 1400-2000 
Delphinium iutermed, 1600-1800 
Aconitum Anthora 1000-lSOO 

— Lycoctonum 1000-1800 
Actaea spicata 0-1200 

2. Berberideae. 
Berberis Tiilgaris (^oßant) 0)-1400IEpiinedium alpinum 800-1600 

3. Nymphaeaceae. NupharpmnilaSm, (in montan, Yoges.)« 

4. P apa verac eae. 
Papaver pyrenacicnm 1600-3000 iPapaver Rhoeas 
— alpinum 1800-3000 1 Mecouopsis cambrica 

5. Fiimari.aceae. | Corydalis bnlbosa (3Tante§ 0)-1800 

6. Cruciferae. 

Draba stellata 2000-3400 

Cochlearia saxatilis 500-1800 

— ofiicinalis(£)jlcnlie0>2000 
Tlilaspi raoutanum 800-1800 

— alpestre 1000-1800 
Hutchiusia rotundifolia 1606-2500 

— petraea 0-2000 

— alpina 1000-2400 
Iberis spathulata 2000-3000 

— nana 2000. 
Biscutella laevigata (ßutt. 30)-1600 
Sisymbrium officinale 0-1200 

— obtusangul, 0-1100 

— tanacetifol. 1600-2600 
Erysiinum helveticnm 0-1500 

— alpinum (Zntt 30)-1800 
Capsella Bursa pastoris 0-1400 
Brassica Richerii 1600-2200 
Brassica cheirantlios 0-2500 
Sinapis arvensis 0-1200 
Raphauus Raphanistrum 0-1200 

*) 8. Cistinae. 
0-1400 [Helianthemum marifolium 0-1400 

*) Aus den hier in Parenthesen eingeschalteten Familien, welche nur der 



Nasturtium officinale 


0-1400 


— pyrenaicum 


0-1200 


Barbaraea vulg'aris 


0-1800 


— praecox (sjJanteg 0)-2000 


Arabis alpina 


0-1800 


— auriculata 


200-1200 


*■ ' — serpyllifolia 


1000-2000 


— bellidifolia 


1600-2400 


— coerulea 


2400-3400 


Cardamiue asarifolia 


1200-2000 


— bellidifolia 


1600-3000 


— resedifoÜa 


400-1800 


— amara 


40-1500 


— impatiens(Dil.40)-1200 


— latifolia 


10-1800 


— thalictroides 


1400-2400 


Lunaria rediviva 


30-1600 


Alyssum alpestre (<Senli&? 50)-2000 


— montamim 


0-2000 


Petrocallis j)yreuaica 


1400-3000 


Draba aizoides 


500-1600 


— nivalis 


2000-3000 


(7. Capparideae.) 


Heliaathemum Fumana 


0-1400 



163 



Helianthemtiin oelandlcuiu 
— vulgare 



Meter. 
0-2400 
0-2000 



Meter. 

Heliauthemiiin grandlfl. iÖOO-2000 

— roseum 0-2400 



9. 



yiola pinnata 

— palustris 

— pyrenaica 

— odorata 

— canina 

— arenaria 

— luoutana 



1600-2400 
30-1300 
2000. 

0-1600 

0-1600 

200-1900 

(Änjou 40)-1400 

10. Resedaceae. 



Drosera rotundifolia 
— intermedia 



Violarieae. 

Viola biflora 1000-2400 

— nummuIarifoL'a 1600-2000 

— corauta 1000-2300 

— cenisia 1000-1600 

— — Ct. ovatifol. 1400-2400 

— calcarata 1400-2400 

— sudetica 1200-2000 

i Astrocarpus sesamoides 40-2000 

11. Droseraceae. 

0-1600 iParnassia palustris 40-1600 

40-16001 



12. Polygaleae. 
Polygala vulgaris 0-18001 Pol jgalaChamaebuxus 1000-2200 

— amara 0-2000 1 

(13. Frankeuiaceae.) 14. Caryophylleae. 



Oypsophüa repens 1000-2000 

Dianthus alpestris 1500-2000 

— sylvestris 100-1300 

— deltoides 40-1600 

— caesius 1600-1800 

— glacialis 1800-2800 
— • monspessulau. 300-1600 

Saponaria officiualis 0-1200 

— caespitosa 1800-2000 

— lutea 1800-2500 
Silene acaulis 1200-3400 

— inflata 0-2000 

— — ßuniflora 0r2000 

— — y maritima 

— nutans 

— quadridentata 

— rupestris 

— Saxifraga 

— ciliata 
— ■ vallesia 

Lychuis alpina 
Sag'ina procurabens 
Spergula nodosa 
— sas:iuoides 



Spergula glabra 400-2400 

Larbrea aquatica (Stell, aq.) 0-2000 
Stellaria cerastioides 1600-2500 
Arenaria laricifolia 400-2500 

— — var. saxatil. 1200-1500 

— verna (^artS 40)-1600 

— V. caespit. 40-1600 

— recurva 2000-2800 

— fasciculata 300-1600 
-— uliginosa 1200-1400 

— lanceolata 1600-2500 

— purpurascens 1600-2500 

— montana 0-1300 

— polygnnoides 1600-2500 

— ciliata 1600-2500 

— cerastiif.Ram. 1600-2500 
1800-3000 



1800-3000 

1600-2400 

0-2000 

0-1200 



0-1000 
1200-2000 
1000-2000 
50-2500 
1800-3000 
1200-2400 
1400-3000 

0-1600 

0-1600 

0-1400 

15« Lineas. 
Linum alpimim S00-2000|Liuum tenuifolium 0-1000 

Vollsländigkeit Wege» nach der Reihenfolge des Botanicon gallicutn mit 
aufgeführt wurden, 6ind in De Caudolle's Verzeichnisse a. a. O. 
kciue Speciea als (in Frankreich) auf Gel)iige steigend notirt. 

11 • 



— bitiora 
Cerastiu!)! lauatum 
— ' alpinuni 

— latifolium 

— arvensje 

— — [v. Kasbek bis 3600] 
Cherleria sedoides 1600-3000 



164 



16. Malvaceae. 
Malva Alcea 30-1200 iMalva sylvestris 

17. Tiliaceae. 
Tilia microphjlla Vent. 0-1000 1 Tilia platyphylla Scop. 

(18. Aurantiaceae.) 19. Hypericinae. 

Androsaemnmofficinale (Stcnneä Hypericum perforaliim 

403-1200 

Hypericum quadrangulum 0-1200 

— diibium 200-1800 

20. Acerinae. 
Acer opulifoliiim (^atiS 40)-1200|Acer monspessHlamim 



Meter. 
0-1200 

100-1000 



0-1200 
40-1400 



— inontanuiu 

— fimbriatiim 1000-2000 



O-IOOO 



(21. Hippocastaneae. 22. Meliaceae). 23. AmpeHdeae, 



Vitis vinifera 



24. 



0-800 
Geraniaceae. 



Geraniiun cinereum 

— uodosuin 

— phaeuiii 

— sylTaticum 

26. Balsamineae. 
27. Oxalideae. 



1600-2400 Gerauium pyrenaicum 

0-1200 (3fniou 40)-1000 

0-1400 — lucidum (ßütti^ 80)-1000 

1000-1600 Erodinm glandulosum 1800-2200 

llmpatiensnolitang'. (Htt 30)-1200 
I Oxalis Acetosella 40-1400 

(28. Zyg-ophylleae. 29. Rutaceae. 29. b. Coriarieae.) 



Subclassis B. Calyciflorae. 
SO. Celastrinae. lllex Aqmfolium(SBtctagnc 0)-1000 

31. Rhamneae. 
Bhamnus pnmila 1600-2000 |Rhamnns FraDg^ula 0-1200 

— alpiua 



1600-2000 iRhamnns FraDg^ula 
900-15001 



(32. Terebinthaceae). 


33. Legiiminosae. 




Genista honida 


500-2500 


Anthyllis Vnlneraria 


0-3000 


-^ germanica 


40-1500 


Medicago suftVnticosa 


1000-2000 


— purg-ans(s:)tlcan6 60)-1800 


Trifolium rubeiis 


200-1200 


— tiuctoria 


40-1200 


— alpestre (?) 


1000-1000 


' — sagittalis 


100-1200 


— medium 


40-1200 


— pilosa 


0-1200 


— pratense 


0-2500 


Cytisus Laburmim 


40-1200 


— luontanxim 


40-1600 


— scoparius 


0-1200 


— alpinnm 


1000-3000 


Ououis Natrix 


0-1500 


Lotus coruiculattis 


0-2600 


— lundulonensis 


1800 


Tetrag-onolobxis siliquo! 


u 0-1200 


— fruticosa 


600-1800 


Pliaca frigida 


1200-2400 


— ceiiisia 


500-2000 


— ausiralis 


800-2800 


— procurreus 


0-1200 


— astragalina 


1600-2800 


— striata 


800-1300 


Oxytropis montaiia 


1600-2800 


— Cohnnnaes.parYifl.30-1'^00 


— uralensis 


1600-2800 


Anthyllis uioutana 


400-1000 


— campestris 


500-2000 



165 



Oxjtropisfoetlcla 

— pilosa 
Astragalus hypoglottis 

— purjHireus 

— leoiitinus j 

— bayonneiisis 

— austriaciis 

— Onobr_ychis 

— vesicarius 



Meter. 

2000-2500 

200-1400 

0-1800 

0-1400 
500-2000 


1600 
500-1800 
400-1400 



Meter. 
Astragalns monspessulaii. 0-1800 
— arislatus 500-2000 

Coionilla minima L. (^ar,40)-120O 
Hippocrepis comosa 0-1400 

Hedysarum obscuriim 1600-2400 
Onobrychis supina 0-1200 

— moi'taiia 1400-2000 

Vicia cassubica ß Orobiis 

(=Oiob. sylvat.DC.) 1000-1600 
— oiiobrychioides 100-1600 



54. Rosaceae. 



Ai'menlaca brig-antiaca 


1200-1800 


Potenlilla Anserina 


0-1700 


Cerasus avium 


40-1400 


— Comariim 


0-1600 


— Mahaleb 


0-1200 


— rupestris 


400-1600 


— Padus 


40-1200 


— albaßspleiidens 0-1200 


Dryas octopetala 


800-2500 


— alchemilloid. 


1200-2500 


Genm rivale 


40-1600 


— valderia AU. 


1600-2000 


— pyrenaicHin 


1600-2200 


— caulescens 


400-1600 


— reptaiis 


1800-2800 


— — ß iiival. 


1400-3000 


— montaimm 


1000-2500 


— micraiifha 


2000-3000 


Rubus idaeus (^JariS 40)- 1500 


— Fragaria 


0-2000 


— corylilolius 


0-1800 


Alchemilla vulgaris 


0-2500 


— fruticosiis 


0-1800 


— alpina 


400-2500 


— glandnlosiis 


1000-1600 


— pentaphyUa 1800-2500 


— saxatilis 


200-1600 


Rosa pimpinellifolia 


0- 400 


Fragaria \esca 


0-2000 


— alpiua 


500-1800 


Poteiitilla IVigida 


2000-3000 


— caniua v. dumetor 


. 40-1800 


— grandiflora 


40-2000 


— viliosa 


40-1400 


— Tormeiitilla 


0-1200 


Crataegus Oxyacautha 


0-1600 


— verua 


0-3000 


Coloneaster vulgaris 


12-1600 


— aiirea 


200-1600 


— tomeixtosa 


1000-1600 


— pyrenaica 


1300-2200 


Pyrus aucuparia 


30-1200 


— ' argentea 


40-1300 


— Chamaemespilus 1000-2000 


—^ fruticosa 


0-1800 







(35 — 37. Granateae. Myrtaceae. Cucurbitaceae.) 
38. Onao-rariae. 



Epilobium anguslifoHum 40-1400 

— rosinciiliiifolium 0-2000 

— alpiuum 1200-2600 

— origanifolura 1000-2400 



Epilobium roseum 30-1400 

— montauura 40-1400 

Circacea lutetiana 0-1000 

— alpina *) 1000-2400 

(39. Halorrhageae. 40. Ceratophylleae. 41. Lythrarieae.) 

42. Tamarisciuae. jTamarix germanica 0-1400 

43. Portulaceae. |Moutia fontaua (2Clatg 50)-1200 



*) Circaca alpiua kommt in Schlcsieu bis ins flache Land (120 Meter Ii.). 



166 



TelephJtun Iinperati 
Herniaria alpiiia 



44. Paronychieae. Meter. 

0-1300 iParonychia polygonifol. 1000-2000 

0(?)-2000| 



45. Craßsulaceae s. Sedeae. 



Cotjledon sedoides 1800-3000 

Sediiiu Rhodiola 1200-2200 

— Telephinm 40-1200 

— Auacampseros 1800-2600 

— album 0-2400 

— — ßtiirgidiim 40-2400 

— villosiim 0-1600 

— liirsiitmn 500-2000 

— dasyphyllum 0-2000 



Sedum brcTifoliiim 

— atratum 

— anglicum 

— saxatile 

— acre 

— — ß glaciale 
Sempervivum globiferum 400-2000 

— arachuoid. 400-2500 

— moutanum 100-2400 



1400-2200 

200-2000 

0-2000 

800-2400 

0-1400 

2400 



^46. Nopaleae, 
Ribes üva crispa- 
— alpiuum 

49. Sax 

Saxifraga appositifolia 1600-3400 

— rettisa 1600-3000 

— biHora 1500-3000 

— Cotyledou 360-1700 

— longifolia 600-2400 

— Aizoon 800-2400 

— media 1400-2000 

— aretioides 1400-2200 

— caesia 1000-2800 

— plauifolia 1800-3000 

— aiidrosacea 2000-3400 

— muscoides 1800-3000 

— exarata 1600-2600 

— groenlaudica 2400-3400 

— pubescens 500-2500 

— ajugifolia 1600-3000 

— asceudens 1500-2600 
-— geranioides 1000-2400 



47. Ficoideae.) 48. Grossularieae. 

0-1400 iRibes petraeum 10-1800 

400-16001 — nigrnm (j^uy 50)-2000 



i fr a g e a e. 
Saxifraga ladanifera 

— pentadactylis 1800- 

— hypnoides 0- 

— pedemontana 1200- 

— petraea 1800- 

— granulata 40- 

— granulat. var. 

pendaliJiora 

— Clusii 800- 

— stellaris 600- 
' — cuueifolia 500- 
— ■ umbrosa 1000- 
-— hirsuta 1000- 

— — ßGeum. 400- 

— Hirculus 1200- 

— aspera 1600- 

— aizoides 500- 
Clirysosplen. opposit. TinlAO)- 



1600 
2600 
1200 
2400 
2600 
1600 

2400 
2000 
3500 
2500 
2400 
2000 
1600 
1600 
3000 
2000 
1000 



60. Uinbelliferae. 



Laserpitium aquilegifol. 200-1200 

— asperiim 50-1600 

— hirsutuin 1400-2400 
Daiicus Carota 0-1400 
Heracleiim Sphoudyllum 0-1600 
Peucedauum carTifolium 40-1300 

— Cervaria 40-1300 

— OreoseliDum 40-1300 
Iinperatoria Ostriitlium 0-1400 
Archangelica officiaalis 300-1600 
Aiigelica Razoulii 900-1600 



Angelica pyrenaea 1600-2400 

Biipleiirum longifolium 400-1400 
— ranunctiloides 500 2000 
Athainauta creteusis 400-1500 

Conopodiiim deuudatum 40-1800 
Pimpinella magna 40-1600 

Ligusticum simplex 1600 3000 

Meum Mutellina 1200-2000 

— athamaut. (^tröcn. 50)-2000 
Molopospermum pelop, 1200-2000 
Carum Carvi 40-1800 



167 





Meter, 




Meter. 


Trinia ^laberrima 


0-2000 


Pleurosperinum austriac. 1200-1500 


Seseli Libanolis 


200-1300 


Astrantia major 


500-1600 


— moutauiim 


40-1400 


— minor 


1600-2400 


Ptychotis heterophylla 


0-1800 


Eryngium Bourg-ati 


1400 2000 


Chaerophyllum hirsutum 200-1600 


— Spina alba 


1000-1800 


— aureuin 


400-1(300 


— alpinum 


1200-1800 


Authriscus sylvestris 


100-1400 






51. Caprif oliaceae. 




Sainbiicus racemosa ßutf , 40- 1200 


Louicera alpig'ena 


1000-1800 


Loiiicera nigra 


1600-2000 


«— coeralea 


1200 2000 


— pyrenaica 


400-1600 






(52. LorantheaeO 53. Rubiaceae. 




Valium vermim 


0-1600 


Galium Mollngo 


1400 


— verum 


0-1200 


— saxatile 


1600-3000 


— pyrenaicum 


1600-3000 


— hercynicum 


40-1300 


— pumilum 


1300-1800 


— horeale 


200-1200 


— laeve (^artS 40)- 2000 


Asperula odorata 


0-1000 


— supiaum 


40-1200 


— hirta 


1600-3000 


— Bocconi 


40-2000 


— cynaucliica 


0-2000 


— liuifolium 


400-2000 








54. Valerianeae. 




Centranthns angustif olius 60 - 1000 


Valeriana tuberosa 


0-140n 


Yaleriaua oißcinalis 


1200 


— globnlariifolia 2000-3000 


— Tripteris 


200-1800 


— montana 


800-2000 


- — pyreiiaica 


800 1500 


— Saliunca 


1400-1800 


— dioeca 


30-1200 


— cellica 


1800-2600 




55. Dipsaceae. 




Scabiosa pyrenaica 


1300 1600|Cephalaria alpiua 
56. C o m p s i t a e. 


900 1800 


Cacalia Petasites 


200-1600 


Senecio Doronicum 


1200-1800 


— alpina 


1000-1800 


Doronicum scorpioides 


30 1600 


— leucopbylla 


1800 


— austriacum 


1600-1800 


Tussilago Tarfara 


2400 


Arnica Doronicum 


1400 2000 


— alpiua 


1400 2000 


— scorpioides 


1400-2400 


— alba 


800-1800 


— montana 


0-1600 


— nivea 


1200-2000 


Aster alpimis 


1000-2000 


Ciiieraria aurantiaca 


16002000 


Erigeron canadeusis 


0-1500 


— sibirica 


300 1400 


— alpinus 


50-3000 


— alpina 


1200-2000 


— Tillarsii 


1500 2000 


Senecio iucauus 


2000-3000 


SoHdag'O minuta 


2400 


— artemisifol. (^ 


ac. 50)-1600 


Bellis perennis 


0-2000 


— abrotanifolius 


2400 


Inula montana 


200 1600 


— parviflorus 


2500 


Gnaphalium sylvaticum 


0-1400 


— nniflorus 


2000 3000 


— supinum 


1600-2800 


— Tournefortii 


1000-2000 


— dioecum 


0-1600 


— sarracenicus 


50-1200 


— alpinum 


1600-2600 


— nemoreusis 


200-1600 


— Leontopod. 


1400-2500 



168 





Meter. 


/ 




Meter. 


Chrjsanfhemuinalpiniim 1800 2800 


Carlina acanthifolia 


400-1600 


— Halleri 


1800-2800 


— Chauiaeleon 


200 1600 


— Leucairthein. 


0-2000 


— vnlgaris 


0-1200 


— iiiaximniu 


900-1400 


Picridinm albiduni 


100 2000 


Acliillea Ageratiiin 


0-1000 


Souchns alpinns 


1600-2000 


— Herba-rota 


1800-2500 


— 


Pliuuieri 


1000-1800 


— Ptariuica 


400-1400 


— 


arveusis 


1600 


— moschata 


1800-2800 


Lactuca 


stricta 


800 1600 


— atrala 


1800 2800 


Prenauthes piirj)Hrea 


200-1400 


— nana 


lGOO-2500 




teuuifolia 


900-1600 


— • chamaemelifolia 300 1800 


— 


viniinea 


0-1400 


— com pacta (£)tL 40) -1000 


Taraxacura ])ahistre 


0-1300 


— tauacetifoJia 


1200-1800 


— 


laevigatnm 


2000 


— nobilis 


0-1200 


— 


Dens Leonis 0-1800 


Artemisia glacialis 


1800 3000 


Hierachun aureuin 


1500 2000 


— inntellina 


lrtOO-3000 


— 


praeinorsnm 


300-2000 


— spicata 


IHOO 3000 


— 


auranliacuni 


1500-2000 


— canipestris 


0-1500 


— 


alpinniu 


1500-2000 


— tanacetifolia 


1600-2000 


— 


saxatiie 


300-2000 


— montaua (?) 


100-2000 


—r 


lanatnin 


0-2000 


Arclium lannginosuin 


1800 2400 





Pilosella 


3000 


Carduns carlinoides 


1600-2400 





cyinosnm 


40-1200 


— podacanthus 


800 2000 





albiduin 


1000 2000 


— medius 


1000-1800 





montannm 


1000-2000 


— carlinifolius 


1000-2000 





grandilionim 


1000 2000 


— Personata 


400-1400 





amplexicaule 


1000-1600 


Serratula tinctoria 


0-1600 





ceriiithoides 


1200-2000 


— cynaroides 


1400 2000 





lampsanoides 1000-1400 


Sanssnrea alpina (ganteg 0)2000 





preiiauthoides 800-1600 


Cirsinm ochroleucnm 


1000 1600 





succisaefolinm 1400-1800 


— rufesceus 


1200 1400 





palndosuni 


0-2000 


— spinosissiinum 


800-1600 





])ninellifoliuinl400 2500 


— inonspessnlantim 0-1400 


Hypochoeris lielvetica 


100-1600 


— pjrenaicnm 


1600-2000 


— 


radicala 


0- 1600 


— eriophorum 


0-1200 


Trag-opo 


g"on crocifolins 


400 2000 


— acaule 


0- 1500 


Leontodon incaniis 


800-1800 


— tricephalodes 


800 1«00 


— 


squamosus 


1300-1600 


Leuzea conifera 


0-1000 


— 


moiitauus 


IHOO 2400 


Ceutanrea niiillora 


0-400-2000 


Podospermmn caicitrapifol. 0-1200 


— Cjanus 


0-2000 


Catauanche coerulea 


1000 



— montaua {Htt 50)-2000 

(57. Lobeliaceae.) 58. C a m p a n u 1 a c e a e. 

Jasione montana 0-1500 

— perennis o 1600 

Phjtenma pauciflorum 1400-2000 

— hemisphaeric. 1400 2000 

— Charmelii 800 1600 

— orbiculare 40-1500 



Phyteuma betonicifolinm 800-1800 

— Halleri 800 2000 
Campamila Allionii 1500-2000 

— barbata 1200-2000 

— spicata 800-2000 

— thjrsoidea 600-2000 



169 



Campanula Cervicaria 
— • glomerala 



Meter. 
40-1100 
40-1800 
Tiachelicim 0-1500 
latifolia 800-1500 

rliomboid. 1400-2000 
patula 40-1600 



Meter. 
Campanula linifoiia 1500-2000 

— linifoiia ß. 
valdensis 1300-2000. 

— rotundifolia 0-1600 

— pusilla 1500-2000 

— cenisia 1600-25Ö0 



Vaccinium nlig'inosuin 
— Myrtillus 



Empetrum nigriun 
Arbutus alpina 

— Uva Ursi 
Pyrola imiflora 

— secunda 

— minor (^an§ 40> 

— rotundifolia 
Audroineda polifolia 100 
Erica arborea 



59. 
200- 
40- 

60, 

1600- 

1500- 

300- 

0- 

1000- 



Vacci nium. 

1600|yacciniuinVitisid.[140-]1000-1800 
1600 1 — Oxjcoccos 40-1400 



Ericina e. 



3000 
■2400 
löOO 
2000 
1800 
2000 
1200 
2000 
700 



Erica herbacea 

— vag-ans 

— Tetralix 
Calluna Erica s. vulgär. 
Menziesia Daboeci 
Azalea prociunbens 1200 
Rhododendron ferrug-in. 1500 

— hirsutum 350 



1400 
1000 
2400 
3000 
1000 
2200 
2500 
2400 



Subclassis C. CoroUiflorae. 

(61 — 63. Mouotropeae. Ebenaceae. Jasmineae.} 
64. Apocyneae. 
Cjnanchum Vincetoxicum 0-1500 |Cjnanclium nigrum 

65. Gentianeae. 

0-1500 
800-2000 
100-1600 

1400-2400 

1300-2000 

300-1600 



Menyanthes trifollata 
Swerfia perennis 
Gentiana lutea 

— purpurea 

— punctata 

— cruciata 



66. 



Pneumouanthe 0-800 
acaulis 1000-3500 

pannonica 1400-2000 

Polemonideae. 



0-1200 

600-3000 

1500-2500 
1600-2000 
300-2000 
nivalis (gontain.40?)240o 
campestris 0-2500 

germanica(3fnj[» 50-) 1600 
g'Iacialis 2000-3000 

ciliata 200-1800 

Poleraonium coenüeum 200-1200 



Gentiana verna 

— bavarica 

— pyreuaica 

— utriculosa 



Convolvnlus arvensis 

Ceriuthe glabra 
— minor. 
Onosina echioides 
Ancliusa angustifolia 
Myosotis Lappula 

Ramondia pyrenaica 



67. Convolvulaceae. 

0-1600 iCuscuta minor. (Epithym.) 0-1500 

68. Bor r a «r inea e. 



Myosotis perennis 0-3400 

— nana 1600-2000 

Cyuoglossum offlcinale 0-1400 

— montanum 200-ieOO 



1000-2000 

300-2000 

0-1200 

0-1300 

30-1600 

69. Solaneae. 
900-18001 Atropa Belladonna 
12 



400-1600 



170 



70. Anlirrhlneae. 



Meter. 



Digitalis parviflora 


100-1400 Liiiaria alpina 


400-3000 


— piirpurea 


0-1600 — striata 


0-1600 


Antirrhinum sempervir 


. 900-1600 Scrofnlaria Scopolii 


900-1800 


Liuaria origanifolia 


0-1000 — canina 


0-1600 


— supina 


0-1200 lErimis alpiuus 


400-2000 


— — ß.pyrenaica 200-1800 1 




(71, Orobancheae.) 72. Rhinanthaceae. 




Tozzia alpina 


200-1800 


Euphrasia ofF. ß. alpiua 


1200-2200 


Pedicularis verticillala 


1400-2400 


— — y. minim 


1200-2200 


— palustris 


0-3000 


Yeronica venia 


30-2000 


— rostrala 


1400-2400 


— Numniularia 


1800-3000 


— incarnata 


1300-2000 


— serj)yliifolia 


30-1600 


— tuberosa 


1400-2000 


— alpina 


1600-3000 


— gyrotlexa 


1(300-2400 


— fruticulosa 


1400-2400 


— reciitita 


1200-20G0 


— — ß. saxat. 


1400-2400 


— flamuiea 


2000 


— ])ellidoides 


1600-2500 


— coinosa 


1200-1800 


— Ponae 


1400-2400 


— foliosa 


1400-2100 


— Allionii 


800-2000 


Bhjnaiithus glabra(Cri,s 


t.g-0 0-1800 


— officinalis 


0-1600 


Bartsia alpina 


1500-2000 


— urticifolia 


500-1600 


Euphidsia officiiuilis 


0-1600 


— inoutaua 


0-1400 






— aphylla 


1600-2400 




73. Labiatae. 




Salvia Aethiopis 


100-1600 


Sideritis hyssopifolia 


300-2000 


Ajug'a alpiiia 


900-1800 


Nepeta Nepeteila 


1800 


— pyramidalis 


0-1500 


— latifolia 


1400-1800 


Teiicriuiu IticidiDn. 


1000-2000 


Lavandula Spica 


200-1300 


— pyreuaicum 


800-2000 


Satureia montaua 


60-1400 


— inoutanuiu 


0-1500 


Thymus yulg-aris 


0-2000 


Betonica hirsuta 


1000-2000 


— Serpyllum 


0-3000 


— Alopecnros 


1200-2000 


— alpiuus 


0-2000 


Lamiiim inaculatum 


30-1500 


— grandiflorus 


0-2000 


Slachys alpina 


40-1400 


Melissa ])3-renaica 


1600-2400 


Siilcritis scordioides 


0-1600 


Scutellaria alpina 


500-2000 


(74. Verbenaceae. 


75. Acanthaceae.). 76. Leutibu 


arieae. 


Ping'uicula Insitanica 


0-1000 Pinguiciila g-raudillora 


1000-2400 


— alpiua 


300-2000 
77. Priimilaceae. 




Lysiiiiachia neiuorum 


0-1600 


Audrosace villosa 


1000-1300 


Anagallis fenelia 


0-1400 


— Chamaejasme 2000-3400 


Aiidrosace bryoides 


2000-3000 


— lactea 


800-1600 


— iinhiicata 


1800-3000 


— carnea 


1500-3500 


— alpina 


2400-3600 


Gregoria Vitaliaua 


2000-3000 


— j)iibesceus 


1600-2000 


Primula officinalis 


30-1500 


— ciliala 


2400-3400 


— elatior 


30-1600 



171 



Primula graudiflora 

— margiiiata 

— villosa 

— integrifolia 

Glotnilana cordifolia 
— nana 



Meter. Metei'. 

30-1500 Primula farhiosa 2600 

400-1600 — — ? lougiflora 2000 

1600-2400 Soldanella alpiua 1000-3000 

1600-2800 Samohis Valerandi (,^oU,0)-1400 

78- Globiilarieae- 
400-1600 1 Globiilaria nndicaiilis 1600-2000 
500-2000 I 



Subclassis D. Monoclilamydeae. 
79. Plumbag-ineae. 

0-2000 iStatice Armerica 



0-2400 



Statice plantagiuea 

80. Plan tagiu eae. 
1400-3000 iPlantago lanceolata 
1600-2500 1 — major 

(81. Nyctag^ineae. 82. Amarantaceae.) 83. Chenopodieae. 
Chenopodium Botrjs 0-1400 iBlitum virgatum 0-1400 



Plantag'o alpina 
— arffentea 



0-2000 
0-2000 



— Bonus Henne. 30-2000 1 



Riimex obtusifolius 

— Nemolapathum 

— alpiuus 
^— Acetosa 

— scutatus 



84. Polyg'oneae. 



0-1200 
0-1200 
800-2000 
0-1600 
0-1200 



Oxyria digyna 2000-2500 

Polygouum alpinnm 1600-2600 

— Bistorta 20-1800 

— ayiculare 0-240Ö 



Passerina dioeca 
— nivalis 
Daphne Cneorum 

(85 



84. b. Tliymelaeeae 



900-1600 

1500-2200 

0-2400 



Daphne alpina 

— Mezereum 

— Laureola 



300-1400 

400-2000 

300-400-2000 



Lauriuae.) 86. Santalaceae. ■ 
Tliesium Linophyllum 0-1600 1 Thesium alpinum ("Ingerö 30)-2000 

87. Elaeagneae. |Hippophaerh.amnoid.(^oU»0)-2400 

(88. Cytineae. 89. Aristolochieae.) 90. Enphorbiaceae. 
Buxus sempervirens 0-12001 Euphorbia dulcis 

Euphorbia hyberua (Srlanb 0)-1600 1 



0-1200 



Urtica pilulifera 

— dioeca 

(92. 
Betula alba 
Salix daphnoides 

— fVagilis 

— alba 

— herbacea 

— reticulata 

— pyrenaica 

— arenaria 



91. Urticeae. 
0-9001 Urtica ureuS 
0-20001 

93. Amentaceae. 
Salix giauca 

— retusa 

— pentandra 
Fagus sylvatica 
Castanea vulgaris 
^uercus raceinosa 

— sessiliflora 



Juglandeae.) 

0-2000 

1500-2000 

0-1500 

0-1500 

2000-3000 

1500-2600 

1600-2500 

2000-2500 



0-2000 



1800-2000 

1500-2600 

600-2000 

0-1600 

0-1400 

0-12000 

0-12000 



12 



112 



JoHpsrsB Saiöia. 



*4. Cdaiterae- 
9& Alismaeeae. |Se&»ie£izeria paJbisCtis 20O-1400 






— siranisiBexiKi' 



fast. -s^T^Mm^fSi 



SS- Orctideae- 




im^WmQnM& »fadbaaa 


13M-lS«e 


S^-Sait I — fijTomsHtaScä 


4»>]-IM 


m-Wk-tmmii — Mom»«!» 


§«o-9eeo] 


aa iK2:M0,^Optrjs aJi^iiui 


i&m-i9m 


•-ISßi&l ]S«»i£xai repräK 


sm-i4m 


{^P^rn^ mFyiimi-Eili^aslä& ourdalsa 


ütt-ieoo 


8^. Irideae. 






e-20oo 


2fl0-12«e,| — Temaa 


aio-2000 



im. 



lA a p a g ag qa acirtTfaÜina 



Liliaceae. 



— Maptaeaa 



lem-wm 



CiEudsräi Uianiiiii l««i»-3liii» 



(am. 



Mj3«iiiii&as asra.lf—rft 



»-MO 

©-16flO 



AfffinaB spAa£ira«q;tAiaJaHt > tüit 

— iofHaraanfi«» €!^16<0O 

— Cäriaaimn 4»~36«0 



.); 184. C«Ie&icaTeae, 
l^Ü-'I<ee&j TeirairaiB adünoB 8«0-l$D<0 

ln<>Q--l400 Ta^ieMiai laifaBiiris 80C-18Oe 



Jlfereiuilevat 



— Iiülea 



(tm^ Fifinae, 107. ijrwüieae.} 



1300-2WO 

3i»-13M 

ClJcaL 0T'-»»O 
1300-2000 

(|?aaSlO>2400 



IT? 



Ifft. Cjperaccae. 
harfm — HirTÜt -iO-llKÜOi! — '/.aigr-e- 

Er'tMfhmmm j>»iva«aA<lai.>-3OS>0 j — ca<ecpü«m 

— Targmaf 3fii^lrjl€9di — gj) aM„äKiääi> <t^£:%iL l^yz-l-^^M 

— rapitarf— 000-3000 — dij:5l 



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— alpiM^ 


i^ai^^getQ 




3000-3500 


Carex £«eca 


•-3000 


— Uli ilfiwi 


l09-300v 


— pafikavis 


•-3000 


— pjimaka 

— poM^ioca 

— iMÜda 


3000-JOOO 

30e»-230O 

300-3000 

1300-3000 


— cfcwdOTvMia 


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3IS0« 


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1400-3000 


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0-1000 


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— »SiHBffäifSiiia 



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A^.. 



Letzte Beilajje. 

Zusätze nach Schouw, ßeinwardt, 
D'Urville XU A. 



Zu Seite 14. Anm. — Zu Paris, Holle, selbst zu Abo 
ist die mittlere Warme des Tages (24 Stnudeo} g'leicli dem 
Mittel aus der Temperatur von 10 Uhr Vormittags und 10 Uhr 
Abends; nur im Sommer ist dieser Durchschnitt um 3/4 
Grad höher als das wirkliche Mittel. Brewster. Yergl. 
dagegen Schouw Pflanzen-Geographie, S. 525. 

Zu S. 16. Anm. und S. 48: lieber einige Correctionen 
der bildlichen Darstellung der isothermen Linien, die sich 
ergeben dürften, s. m. Brewster in s. Edinburgh Journal 
of science, April 1830. (y. Froriep's „Notizen" Band 
XXVII. No. 15. S. 226.) — Abbildung der isoth. Linien 
s.a. in Kastner's Meteorologie, Tafel I. (in Th. II, 2.) 

Zu S. 17. f. zur Anm. nach Schouw: s. a. Zenker. 
Die Pflanzen und ihr wissenschaftliches Studium überhaupt: 
1830. — V. Zimmermann Grundziige der Phytologie. 
Wien 1831. — Vollständige pflanzengeographische Literatur 
bis zum Jahre 1822. findet sich bekanntlich in Schouw's 
allgemeiner Pflanzengeographie zusammengestellt, S. 26-34; 
Die meisten neueren Arbeiten sind in vorliegender Schrift 
berührt. — Joh. Heuffel, De DIstrib. geogr. pl. per co- 
mitatum Pesth. Hungariae. {Tlewi. 1827. 8. 39 S.) konnte 
«och nicht erlangt werden. — Wikström's Abh. über 
Guadeloupe in AVestindien ergiebt beim Berechnen grosse 
XJebereinstimmung mit A. v. H'.s Verhältnisszahlen. 

Zu S. 36. Zeile 3 : [G^-amlneae nehmen in der heissen 
Zone vielleicht nur nach Anzahl der Individuen ab.] 

Zu S. 44. Anm. **). — Unter den von R. Brown un- 
tersuchten Pflanzen aus Guinea waren 26 Phauerogamen, 
welche zugleich im tropischen Africa, Asien und America 
einheimisch sind, 7 davon sind Monokotjledonen, alle 7 
Glumaceae; dann 13 (3 Gluntaceae) y die dem tropischen 



175 



Africa und America genieij» aber nicht in Ostindien ei4ihe4- 
misch sind. — Mehr Arten besitzen mit einander gemeiu- 
schaftlich Australien und Europa, nämlich: 15 Dikotjledo- 
nen, 30 Monokotyledonen (13 Halbg-räser, 7 Gräser), noch 
weit mehr Kryptogamen (26 Laubmoose, 14 Lebermoose. .}• 
. M. sehe in R. Brown's Verm. bot. Schriften, l. 131 f. u. 
319 f. die Verzeichnisse. 

Zu Seite 48. Anm. ***) zuzusetzen: laut der hier 
(p. 71.) folgenden Rechnung- war „31° — 50^ nö'rdl. Breite'^ 
gemeint; aber die Tabelle der vorigen Seite, p, 70, ergiebt 
solche Temperatur-Differenz 7wischen 29"^ — 50=» nö'rdl. Br., 
nämlich nicht durch 19, sondern 21 Breitengrade. 

Zu S. 49. Temperaturwechsel in Nord-America , von 
Lovell zusammengestellt nach den amtlichen Beobachtun- 
g>eu von vielen entlegenen Militärposten, sind auch in Fro- 
riep's Notizen XXIV. No. 20. zu finden. — lieber Tem- 
peraturverhättnisse überhaupt und Anderes hier in Betracht 
kommendes, a. Kastner' s Meteorologie I^ auch II, 2. und 
Liuk's Handb. d. physikal. Erdbeschreib, (dessen 3r Th. die 
Atmosphäre u. d. Vertheiluug der org. Körper abhandeln wird.) 

Zu S. 53. Anm. Im Innern der Continente erfolgt 
vielleicht die Wärme - Abnahme nach der Höhe rascher; 
"Wähle nberg (FI. Carpath. p. XCIII.) fand in den Kar- 
pathen (zwar im September, w^o die Abnahme etwas ra- 
scher ist, als im October , in welchem Monate die Wäririe- 
Abnahme vielleicht die inittlere der Jahres giebt) schon auf 
276 Fuss Höhe 1° C, d.i. auf 340 Fuss 1° Reaum., Wärme- 
Abnahme. K ä m p t z in Hall. Lit, Zeit., 1830. No. 146. S. 525. 

Zu S. .56. f. Die mittlere Temperatur des Aequator's, 
welche nach A. v. Humboldt 21°,5 Reaum. oder 27° C. 
oder 81°, 5 Fahrenheit ist, wollte Atkinson als 84", 93 
Fahrenheit annehmen, und so auch 31em, du Mus. d'fuit, 
No. XV. 1828, Heft 4., = 29^ C; Brewster hat aber ge- 
zeigt, dass Humboldt' s Angabe entweder richtig ist, oder 
die Temperatur ausser der Mitte grosser Continente sogar 
noch etwas niedriger ist; Beobachtungen auf Java ergaben 
8V,5 bis 81°,3 Fahrenheit, der nach ostindischen Inseln und 
Küsten berechnete Durchschnitt wäre 80%44 Fahrenheit. 

Zu S. 62. lieber Brasilien s. v. Martins: Die Phy- 
siognomie des Pflanzenreichs in Brasilien, eipe Rede etc. 
1824. und die grösseren Werke dieses Autors. 



176 



Zu S. 62—64: — s. a. Schiede's botanische Berichte 
aus Mexico 5 in Linnäa, IV, V. 

Zu S. 64. Anm.: L. v. Buch: Physikal. Beschreib» der 
Canar. Insehi. (1825. in. Atlas.) n. hiEdi7tb.n. pliilos. i.iSBO^ 
April — July. 

Zu S. 65. Z. 4. zuzusetzen : Pahaen u. Bananen (Zli/i/s«e), 

Zu S. 65. in Z. 7, 10, 11 zuzusetzen: 3), 4), 5). 

S. 65. in Z. 12. Den miltlereu Thell dieser Region 
bildet eine mit Retama (d. i. Spartigum imhigeimm) , wel- 
ches an 9 Schuh hoch wird) bewachsene Sandfläche, die 
TJanos del Retama^ mit vulcanischen Trümmern, Bims- 
stein etc. bedeckt. A. v. Humb. Reise I. Th. 

Zu S. 65. Z. 16. Nach Bowdich geht auf Madei- 
ra die Region des Weinstocks sogar bis 2700 Fuss hoch. 
Die Vegetation der Insel ist übrigens gleichsam aus em-opäi- 
scher und tropischer zusammengesetzt. 

Zu S. 65. Z. 10, 11. V. H. Das italiänische Original 
dieser Schrift von Tenore heisst : Cemto di Geografia fisi- 
Cii e botanica del regno di NapoU. 1827. 

Zu S. 64. nach Z. 6. v. u. — Java (6°- 9" südl. Breite, 
zwischen Ostindien u. Neuholland.) — Nach Rein war dt: 
lieber den Charakter der Vegetation auf den Inseln des in- 
dischen Archipels. — Der Boden der 2300 ^«adratmeilen gros- 
sen Insel Java ist vulkanisch und eigentliümlich; selbst 
Dürre verhärtet ihn nicht. Die Gebirge sind 10 — 12000 Fuss 
hoch und höher, fast überall mit hohen und dichten Wäl- 
dern bedeckt; kaum ein Baum weniger als 100 Schuh hoch, 
das Ganze (wie auch i» Südainerica) durchwunden von 
Schlingpflanzen (Lianen: hier Calaint, Uraniae, JSmiclc-ae 
etc.) und Parasiten aus sehr verschiedenen Gattungen luid 
Familien, verbunden durch mehrere hundert Fuss lange Ca- 
lamus-Rauken; oft ein Baum ein Garten voll Gewächse; 
wurzelfassende Ranken treiben neue Slämme , so auf der 
Insel Semao ein grosser Wald , dessen Bäume alle aus ei- 
nem einzigen Stamme der Flcus Benjrmihia hervorgegangen, 
noch meistens unter einander verhuiuleii. Es giebt wohl 
kein anderes Land , wo auf so engem Räume die Pflanzen- 
formen der entlegensten Gegenden so nahe vereinigt und 
neben oder vielmehr über einander gestellt sind, (vergl. 
Seite 160.) begünstigt durch die wechselnde Temperatur 
auf den verschiedeneu Höhen des Gebirges,* wenige Stunden 



177 



reichen hin, sie alle in ihrem natürlichen Standorte zu über- 
sehen, und den Wechsel des Klima's von der Mittagslinie 
bis zu den Polen zn erfahren. Von unten aufwärts finden 
sich : am Strande (und in der allmählig- aufsteigenden Ebene) ; 
GnlopJiyUum, ^egiceinn' Wrpa \i. a. Palmen, Hhizophora, 
Tournefortia^ ^vicennia ; — Dodonaea^ Barringionia, Sonne- 
ratia als Wiesenblumen; Brugidera ^ Pandamis-^ Yom Ufer 
aufwärts werden die Cocos- , Boi'usstis-^ Corypha- und Fä- 
cher-Palmen seltener; w^o bebauter Roden wieder verwil- 
dert, finden sich Saccharum- Arten als hohes einförmig'es 
Schilfgewächs ein. Die unteren dichten Bergwälder können 
nach der vorherrschenden Pflanaenform Feigenwälder 
heisseUj wohl an 100 i'2c7/Ä-Species, deren wenige höher auf 
die Gebirge steigen ; uutergemischt sind unzählige andere 
Gestalten, besonders: Meliacaeae y Ebenaceae ^ Sterculiae^ 
Sapindiy Caryotae und ^rtocarpi, alle gleich hoch imd 
stark ; dazwischen als Sträucher und Stauden : ^vdisiae^ 
Gvewiae^ Elaeocarpi^ Phyllanihi ^ Saururi', und als dichte 
Kräuter : Muelliae , Justiciae, Dimocarpi, Solana, Scitami- 
tieac , Arohleae , Orcludeae, und die grösseren parasitischen 
Arten der Avaliaceae, Cissl, Urania, Piperaceae, Cyaihan- 
dra, Pothos und Loranthus, das Ganze noch mehr zusam- 
menwebend. — Darüber folgt bis 3000 Fuss Höhe hinauf 
der Rosalama-Wald d. i. Aliitjgia excelsa, eigentlich eine 
I^iqiddambar y dazTvischen Cala?nus- Arien und Ruhiaceae; 
höher die Fichten - oder Cjpresseufonn in aller Pracht, näm- 
lich die schönste Podocarpus und die verwandte Pinus Dam- 
tnara, dazwischen Rhododendron, Filices besonders JJipte- 
ris, und kletternde Kejjenihes. Weiter hinauf herrschen 
viele Arten Lauri, woran Java, wie an Feigeubäumen, be- 
sonders reich ist; dazwischen Eugeniae und andere 3Iyr- 
taceae, Gardenia, Rhodode?idron, 3IagnoIiae und viele Eichen. 
Erst wo Lauri aufhören, 7000 Fuss hoch, wird das Wald- 
gehölz krumm und kriipplich, mit kleineren steifen harten 
Blättern ; Erinnerung- an Alpenhöhen ; hier nun Ericae, An- 
dromeda, T^accinium, Clethra; ßlyrica, niedrige Arten Rho- 
dodendron; zugleich europäische Formen, doch andere Spe- 
cies, nämlich aus den Gattungen Valeriana, Ranunculus, 
BelUs, Hypericum, Lonicera , Gnaphalium, Swertia, eine 
Geniiana: in hohen Gebirgsthälern Doldengewächse, Veil- 
chen, Flieder, Münzen, Poteulillen, Rtimices, Centaureae^ 



17S 



Spiraeae, Isopyra, selbst Carices'^ mir einige von den Kry- 
ptog-amen z. B. Sphagnuin lalif., sind die e«roi)aischeu Arten. 
Auf ähnliche Art, und mehr noch, nährt der Hima- 
laja, um 30^ nörtll. Breite, (nach Govan h\ Edinh. Jotirn. 
of Science IV. p. 277. sq.) auf seinen Höhen, wie zu. er- 
warten. Bäume und Krauter von mehr europäischem An- 
sehen, als am Fusse und in Hiudostan : 3 neue P//u*, 1 Quer- 
cus, lUieum^ Juniperus , li/iododendron , JBeiuJa und Sorhus 
sind auch dort die höchsten Bäume, zuletzt verkrüppelt; 
Tbn Kräutern die Gattungen: Fritillaria^ IMium^ Fmnuria^ 
ConvalJaria f Impatiens^ Polemonimn^ Gentiana, Galiutn^ 
Fragaria^ uindrosace, T^aleriana^ u4conitum etc. ,* Slräucher : 
Ijonicei'a^ Fvonymus, V^ihurnum^ Laurus^ Z>rtjj/«je, Cratae- 
gus^ Spiraea^ Rubus, Ribes u. a. 



Zu Seite 29 bis 40 (und 70) : Zusatz nach S c h o u w, 
Pfianzeiigeographie, S. 400—412, 418— 432 und 430—441. 

Vegetations Verschiedenheiten nach der geographischen 
Breite: 

I. Die charakterisirenden Familien der verschie- 
denen Zonen. 

ff. Folgenile Farn, gehören derheissen Zone ausschliess- 
lich an; ausserhalb derselben haben sie höchstens ein- 
zelne Repräsentanten : Pahnae , Musae , Scitainineae, (Sc. 
et Gannae R. JSr), Piperaceae Kth., JVopaleae seu Opun- 
iiaccae ^ (Cacti^ — nur in America), Blelastomaceae, Me- 
liaccae, Gultiferae^ Saplndaceae, uänonaceae ^ 

h. folgende haben in der heissen Zone ihr Maximum, 
kommen aber in der wärmereu gemässigten Zone so häu- 
fig vor, dass die dortigen Arten nicht blosse Rei)räsen- 
tanten sind: ^roideae, Jjaurinae, ^pocyneae, Terebiniha' 
ceae, uäu7nntia; 

c. folgende haben auch ihr Maximum in der heissen 
Zone, kommen aber bis zum Polarkreise vor: Filices 
(Maximum an den Wendekreisen), Urticeae, EupJiorbia- 
ceae, Solaneae, Convolvulaceae^ Leguviinosae , (wovon die 
Gassieae untl 3Iimoseae fast rein tropisch), Malvaceae ; 

d. von folgenden grossen Farn, sind eine oder mehrere Grup- 
pea tropisch, andere nicht: Gramineae (s. oben S. 28 



179 



hikI 102>, von den Orchideae die Epldctuiradeae tropisch, 
von Labiatis im weitesten Siune die Verhenaceae ^ von 
Borraginels die non nuciferae, von Rubiaceis die, die 
nicht zn den Stellniae h. gehören; 

e, in der wärmeren temperirten Zone (oder Ueber- 
gangszone) haben ihr Maximnm: Resliaceae^ Liliaceae 
D€.f Irideae J., Thymelaeeae , Proienceae , Chenopodleae 
DC. , Asper ifoliae h. (seu Bovrogincae nuciferae) , La- 
biatacy Ericaceae, Cofnpositae^ SteJhäae Li. , Ficoideae J. 
Qßlesevihvianiliemum etc,)f Myriinaef Geranteae, Caryo- 
phylleae j 

f, in der gemässigten Zone überhaupt^ ohne merklichen 
Unterschied des kältern und wärmern Theils, haben ihr 
Maximum : Coniferae , Amentnceae, Cainpanulaceae , JJm- 
helliferae y Rosaceae J., Cruciferae, Ranunculaccae ; von 
Gramineis die Bromeae^ uigrosteae^ Hordeacae Kih. ; ... 

g, in der kälteren gemässigten und subpolaren Zone 
scheinen grösseren Theil zu bilden Fungi^ und von den 
Cyperoideis die Cariccne', 

h. in der Polarzone haben ihr Maximum : JJcJienosae^ Mu- 
sci X, GeiUianear. scct. 1 R. Br.y Saxifrageae^ von den 
Caryopliylleis die uähineae Z)C. ^ von den Amentaceis die 
Saliceae Rieh. — die meisten dieser Familien auch so in 
der Alpenregion der gemässigten Zone. 

II. Die durch Zahl der Arten herrschenden Familien 
sind : 

a. in der heissen Zone folgende: Leguminosaey Gramuia, 
RubiaceaCy Coinposilne, Euphorhiacene y Uriiceae; und 
zwar nach dieser Reihenfolge, doch abweichend nach Ter- 
schiedenheit des Erdtheils ; 

6. in der wärmeren gemässigten Zone: Composiine, 
Leguminosae , Gvavüna , s o folgen sie in der nördlichen 
Halbkugel und südlich auf dem Cap der guten Hofinung; 
in Neuholland gehen L,eguminosae den Composit voran. 
Darauf folgen in der nördl. Halbkugel im alten Conti- 
nente L>abiatae y Catyophylleae y Cntciferfce, XJmbcTliferne 
(s. Tab. S. 34.}, nur wenig variirend ; in der neuen 
Welt aber Amentnceae , Rosaceae y Cyperoideae, Vacci- 
nieae DC; — im südlichen Africa Geranieae, Ericaceae, 
Ficoideae, Proteaceae (diese vielleicht selbBt mehr als 



180 



Gräser); im extra tropischen Theile von Neiihollaud Myr- 
iinae , Profenceae, Cypcroideae^ Epacrtdeac ; 

c. in der kälteren gemässigten Zone: Gramineae^ Coin- 
positae^ Cyperoideae^ Leguminosae^ Ct^uciferae y udmenta- 
ceae , Rosaceae^ TJmhelliferae und Caryophylleae ; — in 
Nord-America treten JJtnbeUiferae und Cruciferae sehr zu- 
rück, uämentaceae hingegen mehr hinauf 5 

d. in der Polarzone: Moose uud Flechten, dann Cariceae^ 
Grcmiineae, Coinpositae, Ahineae^ Amentaceae (Sallc^ae')^ 
Saocifrageae ', vergl. S. 156. 

III. Durch Zahl und Grösse der Individuen 
(Masse) herrschen vor: in der heissen Zone wohl die 
artenreichsten Familien überhaupt, weil dort wem'ge gesel- 
lige Pflanzen sind (s. Seite 41.) In der gemässigten 
Graminecte und Amentaceae^ im kältern Theile zugleich Co- 
niferac ; dann im alten Contineute wohl Ericaceae ; — an 
Africa's Siiuspitze gewiss Proteaceae ^ Ericaceae^ Eicoideae^ 
Irideae; im extratropischen Neuholland Proteaceae, 3Iyr- 
tinae , Epacrideae. In den Polarländeru wahrscheinlich 
Gramhieae , Cariceae, A/ncnfnceae. 

Familien, deren Arten in der gemässigten Zone völlig 
oder grössteutheils Kräuter sind, bieten in der heissen Zone 
Bäume und Sträucher dar , z. B. Leguminosae (wovon Mi- 
moseae imd Cassieae säinmtlich holzig sind) , Malvaceae, 
Compositae , Filices , selbst Gräser nähern sich dort der 
Baumform. 

Die Blätter nehmen vom Pole gegen den Aequator an 
Grösse zu (Pahnae , Blusae ^ Anonaceae^ Melastotnaceaey 
tropische 3Ialvaceae etc.), werden aiich mehr zusammenge- 
setzt {Mhnoseae u. a. tropische Familien) ; auch die Blmnen 
werden dort grösser. — Im Allgemeinen scheint die Voll- 
kommenheit, höhere Entwickeluug^ der PHauzenformen gegen 
den Pol hin abzunehmen. 



Vegetationsverschiedenheiten der geogr. Länge nach : 

I. Polarzone: allgemein grosse üeberelustimmuug. 
(3. auch S. 156. f. nach E. Meyer.) 

II. Nördliche gemässigte Zone. — 1. Zwischen dem 
westl. Theile des alten Coutiueuts (Europa) uud dem 
östlichen des neuen: 



18i 



a. Cruclferaey Utnhellifovae , CaryophyJleae um! hcibiHiae 
sind weit zahlreicher im aKeii Contiucule; 

b. \on den Coinpositae sind Cichoriaceae und Cynavoceplialae 
weit sparsamer in Nord-America , dagegen hat dieses die 
höchst artenreichen Gattungen ^fisier und Solidago'^ 

c. C'nmpamäaceae sind weit mehr in der alten Welt, Lobe- 
liaceae hänfiger in America, beide Familien substituiren 
einander; 

d. eben so verhalten sich Vncchiieae und Ericeae^ letztere 
fehlen ganz in America ; 

e. Colli ferne und JLvienlaceae sind in Nord-America weit 
artenreicher (Pinus, (Juercus), auch dort Wälder bildend; 

f. in Nord-America sind Repräsentanten aus tropischen Fa- 
milien, die in Europa imd Nord-Africa entweder fehlen 
(^Nopaleae, Sckamineae, Cycadeae ^ Anonaceac ^ Sapinda- 
cecae ^ MeJastoinaceae) ^ oder doch sparsamer dergleichen 
haben als Nord-America (Palmaey Laurinae , Apocyneae^ 
TerebintJiaceae , Passifloreae und Cassieae <pc. Mimoseae. 
Nord - America hat überhaupt unter gleicher Breite mehr 
tropische Gattungen. 

2. Sibirien hat in Vegetation weit mehr Aehnlich- 
keit mit Europa; doch in Robinia, PhJocc , ^aesculus u. a. 
Gattungen Annähruiig an Nord-America. Seinen Hauptchara- 
kter bilden : a) Arieareiciilhum A^on ^dslrugahis •, h) dass^>'- 
iemisiac dort ihr Maximum haben; c) Reichthum an Salz- 
Ijflanzen, meist Chcnopodieae , bedingt durch den salzigen 
Boden ; d) dass Cucurhiaiaceae , Polygoneae und vielleicht 
Cyiinrocephalae dort am zahlreichsten sind. 

3. Japan, nördlicher als 30° nördl. BVeite, wo nicht 
selten Schnee fällt , hat dennoch viel aus tropischen Fami- 
lien, nämlich Cycadeae, Scltamineae ^ 3Iusac, Paimne, uino- 
naceae, Sapindaceae etc. [entsprechend den Magnolien Nord- 
America's, doch auflalleuder.] 

III. Heisse Zone. — 1. Tropischer Theil von Asien 
und America, mit einander verglichen: (t) Nopaleae seu 
Cerei (Cacti) sind nur in America; [5 Cacü noch in Nord- 
America um den Arcansa-Fluss. James in Amer. Transact, 
II. Philadelph. 1825] h) Pipernceae, Mclasiomncene haben in 
America viel mal mehr Arten, auch Solaiieae, Borragincae 
und Passifloreae^ letztere sind in Asien äusserst sparsam ; — 
c) weniger überwiegend sind in America Ruhiaccae^ Com- 



182 



poskae, PaTmne; — d) ScUamineae haben im ti'0])L6chen 
Asien entschiedenes Maximum (77 g'eg-en 3 americanische} . 
e) J^egunvinosae sind zahlreicher in Asien (1/8 aller Phaue- 
rogamen, in America kaum 1/10); f) \rolil auch Tiiiaceae, 
Cucurhiataceae (ejccl. Passifl.) und J^ahintae zahlreicher in 
Asien. — Der tropische Theil von America hat im Ganzen 
mehr Eig'euthümlichkeit als derselbe von Asien. — America 
übrigens, bekanntlich feuchter als Africa, auch als Neu- 
hoUand, übertriiFt hierin vielleicht auch Asien. 

2. Das tropische Africa hat wenig^er Eigenthiimliches, 
wenigstens die Küsten; an der Westküste keine ganz eigne 
Familie, die Aehnlichkeit mit Asien ist grösser als die mit 
America. Man vermisst dort America's Cacit, Piperaceae, 
Pahnae , Passifloreae ^ oder diese haben mir wenige Reprä- 
sentanten; hiug'egen sint! Leguminosae weit zahlreicher als 
in America, selbst als in Asien. In Rubiaceis ist Annäh- 
rung' an America , sie bilden in Guinea 1/15, Von allen 
Gattung-en sind fast 3/4 auch in Ostindien; doch hat 
Africa Elaeis ^ PauUinm, ßlnipigkia u. a. mit America g-e- 
mein. ^ddansonia ist Africa eigenthüinlich. 

3. Die tropischen Inseln in der Südsee haben mehr 
mit Ostindien, als mit America, gemein. S. übrigens oben 
S. 19, 18., die meisten Arten sind aber eig-enthümlich. 

4. Der tropische Theil NeuhoUauds hat der Flora 
nach grosse Aehnlichkeit mit Indien, selbst ostindische Ar- 
ten, z. B. Aroideen und viele andre. 

ly. Südliche gemässigte Zone. — Obgleich in der 
nördlichen g-emässig'ten Zone unter g-leicher Breite das 
Klima in den verschiedenen Contineuten so sehr unter sich 
abweicht, die isothermen Linien nämlich bedeutende Bie- 
gungen machen und die WärmevertlieiJung" so verschieden 
ist, — während in der heissen Zone die Isothermen mit 
dem Aequator parallel bleiben: so ist dennoch die Vege- 
tation umgekehrt nach den verschiedenen Längengraden in 
gleicher Breite zwischen den Wendekreisen weit mehr 
verschieden als ausserhalb derselben; was sich wohl zum 
Theil aus der grössern Dürre Äfricas erklärt. So nahm 
die Verschiedenheit der Pflanzenwelt vom Nordpole bis zum 
Aequator immer mehr zu: man würde dejn entsprechend 
gegen den Südpol hin wieder mehr Verahnlichung der Flo- 
ren in hohem Breiten erwarten; dies findet aber uieht 



183 



stell; dis Erfahrung- lehrt, «lass im Geg-enthelle der Unter- 
schied der Contineute in der südlichen g-eninssig-ten 
Zone g^rÖsser ist, als selbst in der heissen; (z. Th. we- 
gen der grossen dazwischen liegenden Meere.) 

1. Neuholland und S'üd-Africa. «) Es fehlen in 
Africa die neuhoUändischen Familien Epacrideae (1/24 der 
neuholläudischen Phaneroganien — wofür am Cap die Eri- 
cacene;), Castinrineae ^ StyUdieae (1/68 in Neu-H.), Myo- 
porinna ^ Tremandreae und Siaclhousiae. h) Myriinae^ die 
in Neu-Holland durch Arten - und Individuen-Menge vor- 
herrschen (besonders Eucalyptus, ßlelaJeuca, Lepfosper7num)f 
haben im südlichen Africa nur Aveuige Stellvertreter. 

c) Von den Mitnoseae gilt dasselbe, welche durch die 
Neu-HoUand fast eigenthünilichen blattlosen Acacme (mit 
blattförmig'en Zweigen) vorherrschen ; 

rf) dagegen hat das südliche Africa so sehr viel Erica' 
ceae (1/28, an 300 Arten} und die in Neu-Holland fehlenden 
Stctpeliae und Aloae; 

e) Süd- Africa hat in Arten - und Individuen-Meng-e die 
in Neu-Holland fast ganz fehlenden Trideae (1/23) , Gera- 
nieae (Xf2S) , Oxalideae (1/SO) ; Ficoideae (1/34 , meistens 
Mesembrianthemn') und andre Saftpflanzen {Stapelin",, Cras- 
sulae) ; — /) Compositne bilden in Süd-Africa fast 1/5 , in 
Neu-Holland nur iyi2. — Von den 437 neuholläudischen 
Gattungen im Isten Theile von R. Brown 's Prodvomus 
sind nur 80 am Cap der g-ulen Hoffnung'. — Andererseits 
giebt es auch üebereinstimnning' : ziemlich g-leiches Verhiilt- 
niss haben in Süd-Africa und Neu-Holland die grossen und 
herrschenden Familien Proteaceae, Asphodeleae , Restiaceaej 
Polygaleae, Diosmeae , wodurch sich beide von der nördl. 
gemässig'ten Zone luiterscheiden, dagegen fehlen in beiden 
die diese nördliche charakterisireuden Cruciferae , Ranun- 
culaceae*), Rosaceae, JJmbelliferae , CttryophyUeac. In 
Neu-Holland und Süd-Africa ist grössere Mannigfaltigheit 
als in der nördlichen Halbkugel; beide haben auf bestimm- 
tem Räume die grösste Menge Arten (noch dazu von klei- 
nen Verbreitungsbezirken) vielleicht auf dem ganzen Erd- 
boden. In Süd-Africa nehmen 280 Ericae kaum so grosses 
Areal ein, als die einzige Art Erica vulgaris im nördlichen 



•} Vergl. aber unten: Falklandsiuseln. S. 186- 



184 



Europa , odor Erica Jirrhacen in »len Läntlern am miüellän- 
<Hschen Meere. Wahrend die europäischen Widder aus we- 
nigen ßaiiinarten bestehen , bilden in Nenholland 100 Eu- 
calypti.^ 200 Proienccae xi. s. yv. die Wähler. Im südlichen 
Ah-ica sind nicht wenig-er Frolaceac , dabei ung-eheure Zahl 
Jjcme, 3Jesemhriaiülicma.y Stapeliaecpc. — üeber Neii-HoUaud 
vgl. a. A. Cunninghaiu (in Bot. Literat. Bh II, 1 — 37.) 

2. In Süd- America ist die gemässigte Zone noch 
zu wenig- bekannt. An der Ostseite scheinen dennoch die 
für Neuhollaud und das Cap charakteristischen Formen Pro- 
ieaceae, Epacrideae, Ericaceae, Myrtinae^ 3Ihnoseue, Iridcae, 
Ficoldeae <f>c. entweder zu fehlen oder sich sehr sparsam 
zu zeigen; dagegen ist anfFallende Uebereinstimmnng- mit 
Europa; von 109 Gattungen (yon Buenos Ayres) sind 70 eu- 
ropäisch und 85 überhaupt in der nördlichen gemässigten 
Zone; mit Africa gemeinschaftlich die Gattungen PoJygnla^ 
O^ralis , Gomphrcna , GnaphnJium <pc. — Die Westküste 
(Ciiili) hat ziemlich eigenthümliche Flora am meisten noch 
mit der des americanischen Hochlandes gemein {EscaUomUy 
(Jalccolaria tpc.) doch auch einige Proteaceae (ßc. die man 
eher an der Ostküste gesucht hatte, selbst neuholländische 
Arten (eine ^raucaria, EvolvuJus villosus <pc.) — Mit beiden 
Floren hat Aehulichkeit tue der Magellanischen Meerenge. 

Neuseeland's Flora nähert sich aber ziemlich der 
von Neuholland und Süd- Africa durch Epacris, ßlelaicuca cßc. ; 
O^uUs , SIesei/ibriaiiiheifuwi ^ GiiapJuäium cßc; auch viele 
neuholländische Arten. — (lieber Chili s. noch folg. S.) 



Die wichtigsten Formen- Verschiedenheiten in der Ye- 
getalion der J)eiden gemässigten Zonen, mit einan- 
der verglichen, dürften sein: 

a) Proteaceae, die im gemässigten NeuhoIJand und südlichen 
Africa eine Hauptfamilie, in Säd-America nur sparsam 
sind, fehlen in der nördlichen geuiässigieu Zone ganz; 
h) Neuhollands Epacrideae desgleichen; 

c) Ficoideae, deren Hauptgattung 3Iescmbrianlhemum in Süd- 
Africa zu Hause ist, haben in der nördlichen gemässigten 
Uebergangszone : Nord-Africa cßc, nur Repräsentanten; 

d) Blyrtinae (NeuhoUands) und Irideae (Süd-Africa's) treten 
nördlich nur sparsam hervor; beinahe so ist es mit den 
Geranieae und Oxalideae; 



185 



r) Tliyinelaeefni. Polygalsae, DJostnen-e, Resllaceae haben in 
der südlichen gemässigten Zone entschiedenes ruaximinn; 

f) Cotiiferne und ^mentaceae hing'egen in der nördlichen, 
iu der südlichen nur Repräsentanten; eben so die Cruci- 
ferae , Umhelli ferne , Hanimculaccae ; in g- e r i n g' e r e in 
Grade g-ilt dieses anch von den Rosaceac, Caryophylleae, 
Labiatae ; 

g) Neuhollands Mlmosecto werden nördlich nur re])räsentirt, 
die blattlosen fehlen nördlich g-anz; von Keu-Holland'g 
Pnpilionaceis haben 3/4 fieie Staubfaden, bei uns sind nur 
wenig solche; 

Ä) von Composiiis sind CichoHacene und Cyttarocephalae 
zahlreich in der nördlichen, arm in der siidl. Hemisphäre; 
i) in der südlichen kommen mehr holzartig'e Gewächse 
vor, selbst aus Familien, die bei uns nur Kräuter auf- 
w^eisen; hierin nähert sich Nord- America mehr ais Eu- 
ropa Neuholland ; 
Ar) in der südlichen sind mehr Saftpflanzen; aber auch mehr 
schmale, trockne, spitzige Blätter und nur selten saftTolle 
essbare Früchte , Pomciceae fehlen dort. 

Beide gemässigte Zonen stimmen aber üb er ein iu 
Mangel an Gliedern tropischer Familien; im Besitze vieler 
Familien und Familien-Äbtheilungen, die in der heissen 
Zone theils fehlen {UmbeUiferae^ Cniciferae, Ranunculnceae 
fpc.') , theils gegen den Aequator abgenommen hatten (CoJii- 
posiinc, Caryophylleae ^ Geranieae^ Bromeae) ^ selbst nördl. 
subpolare (Vnn'ceae , Sajcifragene ^ Gentianeae) kommen auf 
America's südlichem Ende und auf &,'euseeland vor. 



Zu S. 18. Anm. No. 10 und zur Tergleichung; mit S. 
59 — 61, 78 n. 184: — Die Gebirge des südlichen Chile 
ai)er haben schon unter 36= 3 4 s. Breite, um Ant>co, weit 
mehr mit der Magellanischen Meerenge gemein (Schouw's 
antarktischem Reiche, No. 12,); s. Popp ig 's Bericht iu 
V. Froriep's Notizen XXVIl. No. 14. S. 209—17. Dort 
sind zwar noch grossblumige und gesellige Orchideae (^Cytn- 
hidium , . .) und Üeberfluss an eigenen Syngenesisten (Pcr- 
dicium . . . vgl. oben S. 82. Anm.) ; aber Wald wiesen haben 
ziemlich europäisches Ansehen, imd die Waldbäume sind 
aua Familien, die nur iu hohen Breiten vorkommen, z. B. 

13 



186 



5 Blichen -Arten, wovon 2, Fagus alpin a und pumHa 
Popp., als Sträucher und niederliegend , die höchsten Re- 
gionen bewohnen. — Eine Conifera^ die chilische Cjpresse 
{Thuiae n. sp.?) hiklet dort eine eig'ene Reg-ion. 

Zu Seite 74 oben, Znsatz: — Südliche gemässigte 
Zone: luselklima : Falklands-Inseln. — Die Malouinen, 
vor Süd-Americas' Ostkiisfe , 51° — 52° J siidl. Br., zusammen 
200 — 220 Ouadrat-Lieuen, haben wenig hohe Gebirge; Mo- 
räste und Seen. Fast die Vegetation der Magellaui sehen 
Meerenge. Es herrschen (nach Gaudi chaud in AnnaJcs 
des Sciences nat, V.) Lichenen, Farrakräuter , Moose, Cy- 
peroideae, Gratnineae , (Joinposttae ^ Ranunculaceae ; viele 
Algen im Meere; fehlen C/ienopodieae, LaMatae, ^sperifo- 
liae^ Legumviosae. — 7 Gräser mit 4 Juncis und eben so 
vielen Cyperoiden scheinen Herrn des Bodens zu sein, aber 
zwischen ihren Rasen sind Flechten , Moose , Lycopodien. 
Marchantien , u. a. Kryptogamen , zwar auch andere Pha- 
nerogamen mit schwachen und kriechenden Stengeln. G. 's 
Tableau enthalt (mit Kryptogamen) 128 Species, wovon 
42 — 46 neu; 28 — 29 auch in Süd-America, 31 in Europa, 
10 am Cap. Jfuugeivnannia spitiulosa Roth «ud BlarcJiantia 
polymorpha als europäische, 1 neue MarcJumiia ^ 6 euro- 
päische Musci; Filices 4, neue. — 13 europäische Phanero- 
gamen (wovon 5 fraglich)^ darunter 3 Runuces und Pri- 
inula farinosa. — D'Urville, welcher später auf eben 
diesen Inseln mehr sammelte (ebendas. VI. p. 471. sq.) 
zählte 128 Phanerogameu, 97 Kryptogamen mit den Al- 
gen; die 128 Phanerogameu sind aus 80 Gattungen (deren 
20 europäische) , gehören ia 42 Familien , alle sind arm 
an Arten, nur C'arejc ^ Festuca^ Juncus und uizorella 
haben über 3 Species; 20 Phauerogamen sind einjährig,- 
ComposiUic , Gramineae und Cyjjeraceae machen 51 Arten, 
also fast die Hälfte, /34 dieser 51 sind niedrig am Boden; 
sparsamer CmyopJiytleae, Umhelltferae, Ranunculdceae ; end- 
lich Jtmcl, RosacenCy €vuciferae. Seealgeu meistens be- 
kannte. Flechten und Laub - imd Leber-Moose zusammen 
48, davon über die Hälfte europäisch. — Den grössten Theii 
des Bodens bedecken Festuca erecla^ ^Irtindo antarctica und 
pilosa'y dazwischen 5 Sträucher: ChUioirichum avtelloidesy 
Enipetruni rubrum, Perneilia empetrifolia^ Baccharis tridett- 
iaiti und 3Iyrius miinmulat'ia.. 



187 



Zu S. 76. Äxv.n. : In aailern/wesfl., Theileu Islaad's ist die 
Schneelinie über 3200 Fsiss (640 T.) Hohe. Thienemanu. 
2u S. 78. lu den weissen Bergeu iu Nordainerica^ 44"- 
4&'' nördl. Breite, in Kew-Hampshire, ist über der Region 
der gewöhnlichen WalJbänme (der u4cera , Pini und Fagua 
ferruginea,) über 4000 Fuss hoch, eine Region zwergiger 
Fichten {Pinns baisamea und nigroj^ Bigelow, Schouw 
a. a. O. S. 625. 

ZnS. 78. DieGetreide-Gränze ist Tan der Nordseite 

lam südl. Abhänge 
der Alpen in Tyrol 3800 Fuss hoch 1 
der Tyroler Gebirge 4500 Fnss hoch. J 

Am 14222 Fuss hoaea Monte Rosa, iu Süden von der 
Schweiz, dessen höchste Spitze in 45°Ö5'' nördl. Breite, ist 
nach V. Weiden die Seh nee g ranze auf der Südseite 
9500 Fuss hoch (dort höher, bei 11340 Fuss Höhe, noch 
Phanerogamen} ; im Salzburgischen ist sie 8000 Fuss hoch; 
im südlichen Tyrol 8200 Fuss; im Valteliu 8500 Fuss; am 
Simplon und Gries 8600 Fuss; in Savojen 8800 Fuss hoch. 
Die Gränze des Hochwaldes am ßlonie Rosa 7000 Fuss 
hoch, in Salzburg 5000 Fuss, am Splügen 4220. Grunze 
des Getreides am Monte Rosa südlich 6880 Fuss hoch 
(bei Aosta 4938), au seiner Kordseite 4000 Fuss; am Splü- 
gen 3887 F. , bei Aiiülo 3898 Fuss h. Gränze des Weins; 
Südseite des Monte Rosa im Sesiathale 3093 Fuss hoch, 
Kordseite 2200 Fuss h. ; am Splügen 1149 F. h. — ■ Aretia 
pemihia und Myosotis nana auf dem 3Ionte Rosa nicht leicht 
niedriger als 8000 F., sind noch 9640 Fusä hoch schön. Auf 
der Nordseite ist die Gränze der Pflanzen um 1000 Fnss 
niedriger im Ganzen. 

3 Hauptregionen am Monte Rosa: 1} Getreidebau im 
Durchschnitte bis 5000 Fuss hoch. — 2) Toralpeu 6i3 7000 
Fuss hoch. — 3} Alpen. 

Zu S. 73 Aura, und 136. — Wir vernehmen ans erster 
Quelle, wie der unermüdliche Prof. Schübler auch dazu 
Veranstaltungen trifft, nach und nach von einem oder meh- 
reren Höhen punkten abgeschlossene SpeciaLSoreu , als 
Grundlage zu sicheren Vergleichungen zu erlangen. 

Zu S. 106. Zusatz: Algae tnarinae. Nach Lamou- 
ronx, in Annal, des sciencesnat.YU. — Die meisten peren- 
nirenden und holzigeren Meeresalgen finden sich zwischen 

13 * 



188 



tlen Weudekreiseu , eiujährig'e lieben <lie Polarzone; die 
meisten Gattuno-en und Arten sind in der gemässigten 
Zone, als der Heimalh der zwei- nnd einjährigen. — Fu- 
cua (Sargassiim) nnians ist tropisch , geht nicht über 42° 
süillich und nördlich hinaus ; bildet wie? Sarg, hacciferum 
u. a. ganze schwimmende Inseln. Cisiosira meistens zwi- 
schen 25' — 50"^ der Breite; die Terwandten des Fucus (Ci- 
siosira) siliqtwsus an der Südküsle von Anslralien, Japan, 
Kamtschatka. Im atlantischen Meere sind die meisten lutci 
zwischen 44"^ — 55^ der Breite , nicht im mittelländischen 
Meere; Fucus serratus nur an Europa. Lftminariae meist 
zwischen 48^ — 60°. Chorda-Arten leben gesellig', 2 in den 
Antillen, 1 in Europa. Cinucteae nur an Neuhollands Küste. 
Chondri meistens in Europa. Gelidium-Arten meist im indi- 
schen Meere. — Die Floridae sind im Allgemeinen in den 
Polarmeeren und am Aequator selten, ^inansiae, überall 
selten, sind nnr zwischen den Tropen. Flabeilariae nur 
im mittelländischen Meere. — Conferoideae sind zahlreicher 
zwischen 50 — 65^ als anderwärts, zu ihnen gehören die 
meisten Algen der süssen Wässer. Dictjopteren, Padineu 
und Dictj'Oteen nehmen vom Pole nach dem Aequator zu, 
Norwegen hat nur 3. — Bryopsis ist in der gemässigten Zone; 
Caulerpa in der heissen; überiianpt sind die meisten JJlva- 
ceue in der gemässigten und halten Zone, besonders wo 
süsses Wasser ins Meer strön^t, im höhern Meere sind da- 
für Fiicoideae. — Es sind gegen 1600 Arten Algen jetzt be- 
kannt, die vielleicht nur 1/4 aller existirenden ausmachen. ■ — 
Man sehe noch S. 90 Anm. 

Zu S. 90 und Anm. — Dass Pflanzen gew^isse Gebirgs- 
arten vorzugsweise lieben , lässt S c h o u w nach seiner rei- 
chen Erfahrung nur in so fern gellen, als sie verschiedent- 
lich üppig darauf gedeihen, auch abweichende Formen 
erzeugen, ohne (als Species) einer Gebirgsart auschliess- 
lich anzugehören. 

Zu S. 76. Anm. Z. 2. Pinus sylvestris wird noch ge- 
gen TO-* nördl. Breite an 60 Fuss hoch. 

Zu S. 86. Anm. *) und zu S. 113. oben. „Die Cultur 
von Pflanzen , deren vegetatives Leben fast nur auf den 
Sommer eingeschränkt ist, und die blattlos in Winterschlaf 
versinken, könnte durch den Einfluss, welchen w^eitausge- 
dehnte Tafelländer auf die Wärmestrahlung au«übeu, — er- 



189 



klärt werden; nicht aber die geringe Strenge der White*-, 
wenn man HöIien [Hochland Tübel] von 1800 bis 2000 Toi- 
sen annimmt, 6° nördl, von der Tropenzone." A. v. Hum- 
boldt Ueber die Bergketten und Vulcane von Inner- Asien 
. . [uiid Süd- America] in P o g g e n d o r f f s Aunaleu der Physik 
nnd Chemie, 1830, Febrnar und März, (mit Charte,) Seite 
324 ff. s. a. 323, 328 f.; s. a. A. v. Humboldt über das 
südl, Peru in Hertha 1829. Januar, Februar. — Aus erste- 
rer Abhandlung mögen hier einige Ilöhenangabeu folgen: 
das Plateau von Persien von Teheran nach Schiraz und Is- 
pahan scheint mittl. Höhe von ö50 Toisen zu haben. Der 
Boden eines Längenthals zwischen der östlichen und west- 
lichen Andes-Kette in Süd-America hat oft 1500 bis 2000 
Toisen Höhe über dem Meere; der Wasserspiegel des gros- 
sen Sees Titicaca in Ober-Peru liegt 1986 Toisen hoch. — 
Zur Vergleichung mit Persiens Taleilands noch folgende, 
die nicht Längenthäler zwischen 2 Bergketten biUleu: inne- 
res von Russland um Moskau 76 Toisen; Ebenen der Lom- 
bardei 80 Toisen; Plateau von Schwaben 150 Toisen; von 
Auvergue 174 Tois. ; der Schweiz 220 Tois.; von Baieru 
260 Tois. ; von Spanien 350 Toisen — über dem Meere, 

S. 152. Z. 11 V. u. (u. 154 Z. 10, 11) konnte so lauten : die 
Zahlenverhältnis-Aeuderuug der Familien spricht sieh auch noch 
in anderer Art aus, w^elclie (eigentlich Eins mit dem bisher Nach- 
gewiesenen nnd nothweudig daraus hervorgehend, nur ande- 
rer Ausdruck dafür,) in manchen Fällen noch leichtere 
Ermittelung zulassen mag, wenn man nur die Summen 
der Püanzeu des grossen Landes imd des kleinen Distri- 
ktes weiss. 

Zu S. 132. Z. 20. Doch vergl. man das Verhältniss der 
Gräser in grÖssten Hohen der Schweiz, wo sie sich _ 1/iO 
ergeben, und der Pyrenäen, wo sie =^1/12; in: Botan- Lit. 
Bl. I, S. 51, 53. und (Auualen der Gew. kuude) lY, 264. 

Noch zur Erklärung zu S. 148. (Leguminosae.) „Es ist klar, 
dass jede Provinz, welche kleiner ist als die gewöhnliche 
Grösse der Verbreitungsbezirke der Gewächse, unter sonst 
gleichen Umständen desto weniger eigenthümliche Species 
aufweisen kann, je enger ihre Gränzen sind. Welches 
die gewöhnliche Grösse der Verbreituugsbezirke sei," (vgl. 
oben S. 113 fF,) „kanu mau zwar noch nicht genau sagen. 



190 



doch ist gewiss, dass sie um das Mehrfache weiter reicht, 
als der untersuchte Distrikt der Labradorischen Flora" (oder 
als Schlesien), E. Meyer. Fl, Labrad, p. 172. sq. 

Zu S. 73. Anm. Der Titel von Kasthofer's Buche 
ist: Bemerkung'en über die Wälder und Alpen des Berne- 
rischeu Hochgebirges. Aarau, 1818. 

Zu S. 16. Anm. und 77 ff. Ueber Boden -Temperatur 
und über die schützende Wirkung der Schneedecke gegen 
grössere Kälte der Luft im Norden und auf den Alpen , s. 
a. Göppert a. a. O,, S. 200 ff. 

In Isis 1830. Heft IX. S. 865, Mitte der Anm. **) ist 
zuzusetzen: nämlich Flora Silesiae und Flora Fribiirg. — 
ebeudas. S. 877. 4te Col. oben statt „Cap" z. 1. : Lappiaud. 



„Ist nicht die ganze körperliche Natur, das Weltge- 
bäude, unsre Erde, gleichsam eine ungeheure Krjslallisation, 
in welcher, nur nach unerraesslichen Dimensionen, jede» 
Wesen seine nothwendige Stelle im Zusammenhange durch 
die universalen Bildungskräffe eben so erhalten hat, wie 
jedes Theilcheu im Bleiwürfel?" 

(Jen. Lit.-Zeit. 1822. Ko. 51.) 



„Der Einfluss der physischen Welt auf die moralische, 
dies geheimnissvolle Ineinanderwirken des Sinulichen und 
Aussersinulichen , giebt dem Naturstudium, wenn man es 
zu höhereil Ge.siclitspuiikten erhebt, einen eigenen, noch zu 
weuig gekannten Eeiz." 

A. V. Humboldt Ansichten der Natur 
I. S. 178. — vgl. oben S. 8, 26. 



Reg^ister. 



(Die Ziffern weisen hier auf die Seitenzahlen, nicht anf die 
am Rande bemerkte Pagltiirung des Oiigiuals, — f. be- 
deutet : folgende Seite , Ü. mehrere folgende ; T. oder Tab. 
die Tabelle am Sclilusse (zu S. 139 ftO- — Von den er- 
wähnten Pflanzeu-F a in i 1 i e n sind kaum die uubedeutend- 
sten hier ausgelassen, \on Gattungen aber nur die auf- 
fallendsten bemerkt.) 



Acaciae 19i 183. 

Acerinae 12-i, 164,187; 66. 

Acclimalisiren87. (Vgl. auch noch 
Göppert: Die Wärme-Ent- 
■wick. iu d. Pflanzen 8.64 f.) 

Aetna 78. 

Africa 17 f. 19, 28. 35, 105, 181 ff. 

Agamae 31 27. s. Cryptogam. 

Aggregatae (Dipsac.) 18, 124, 167. 

AgTosleae 102, 179, 173. 

Algae 90, 186 ff. 

Alismaceae 114, 123, 172- 

Alleghauy-Geb. 114; 49; vergl. 
17 Anm. : n. 1. 

Alnus 42. 63, 83. — viridis 59. 

Aloe 159 fl. 183. 

Alpen 17, 69 ff. 83. vgl. 61 ff. — 
A.-Fiora 17, 63,68 ff- 81. ff.— 
verglichen mit der der Ebenen 
70 f. 82 f. 

Alpenpflanzen s. e b e n d a s, ii, 88, 
13. in Südamer. 57 — der ver- 
schied. Zouen 61 — 85, 161 ff. 

Alte Welt 29, 47 ff. 34 f. ,122, 180 ff. 
östl. Th. 39, 181. 

Alsiueae 179/. 82 f. 76.'*. Caryoph. 

Amenlaceae 20, 25, 33 f. 29 f. 123 
(excl.Ulm.);70f. vgl. 65; 101; 
150 T, 156, 179 ff. 171. 

America 28 f- 35, 182 ; tropisches 
4, 35, 37, 56 f. 181 f. Tempera- 
tur 47 ff. 64. auf Gebirgen 54 ff. 
86 —gemäss. Süd. -Am. 184 ff- 



Nordamer. 25, 30 f. 35, 39, 87; 
48 f. 51, 114, 181,185; arkti- 
sches 155 f. 

Amomnm (159) s. Scitamineae. 

Ampelideae 124, 164. s. Wein. 

Andes 58 ff. 82, 85 f. 103 ff. 185 f. 

Andropogones 3.3, 19, 45. 

Androsace 68 ff. 170, 178. 

Anonaceae 178, 180 f. 

Antarktische Flora 19. (184, 186.) 

Antirrhineae 6. Scrofulariuae. 

Anzahl der entdeckten Pll. 6.: — 
aus einigen Familien 94ff'> ii 
gewissen Ländern 30 ff- 34 ff- 
139 T. — in allen Zonen zu- 
sammen mit Ausschlüsse der 
helssen Z. 122 ü". 

Apenninen 78, vgl. 65. 

Apocyneae c. Asclepiad. 123, 178, 

181, 169. 

Arabien 19- 

Araliaceae 82, 65 ; 62 f. 177. 
Araucaria 40, 184. 
Areae plantarunx 107« 
Arenaria 82 u. a. 163. 
Aristolochiae 70, 123. 
Arithmetik, boiau. 21 ; s. Tabellen. 
ArktischeLäuder s. Polargegcuden. 
Aroideae 100, 70, 122, 159, 177 f. 

182. 
Artemisia 181, 168- 
Artocarpus 19, 177. 



192 



Asien 17 ff. 80, 181 f. 176 B. Tem- 
peratur 49 f« 

Asparageae 123; Tab.; 172. 

Asperifoüiie 34, 37, l'JäCBorrag.) 
149 Tab. 178, 169. 

Asphodeleae T , 172, 183- 

Aster 18, 82, 181. 

Astragali 17, 166, 181- 

Aurantiaceae 124, 178.5 92- 

Ausschlagen und Blühen der Ge- 
wächse im Frühj. 77, 67, 118 f. 

A tistrallen 6, 19. 28, 31» 40, 46, 96 f. 

182 ir. 

Baccharis 47, 82, 186. 
Baiern 67, 28, 189- 
Bambusa 8, 102 f., 41, 39- 
Bananen 159 (57 f) s. Miisa. 
BaumarligeFarrukräuter 95 ff. 39, 

59, 57, 180. 
Bäume J die letzten« in der Höhe 

78,68,72. f. 56 Anm. (vgl. 112, 

186 f. ; gegen den Pol 76. vgl. 

80, 125. 

Bäume, Sträucher und perenn.etc. 
Pfl. 84,125,158. (67, 39.)180,185. 
Berberideae 125, 160, 162. 
Berge: s. Gebirge. 
Berlin 118, 121; 89, 154 f. 
Betulae 67—78, 83 ir. 59. 
Bignonieae 37, 39, 62, 159- 
Blätter 159, 180, 185- 
Blüihezeil : Verspätung im Norden 

67, 118 ir. 

Boden (15-tf. 159) •' nach s. ehem. 
Bestandthellen 89 f. — Feuchtig- 
keit 89, 181 f. 

Boden-Wärme l6 87 f. 

Borragiuew' 34, 179, 181 j 37, 123, 
149 Tab. 169. 

Brasiliea 18, 144 f. 

Bra-thjs 41 ; 8- 

Braunschweig 14, 16, 38, 137, 152 
i. H6. Tab. 

Braja 71. 



Bveisgau 137 f. 147 Tab. 
Breilenzone einer Pfl. 109« 
Brodtfruchtbanm 19, 177. 
Bromeael02, 179, 185; 73. 
Buchen 66, 69—78, 186 f. 
Buenos-Ayres 18, 51, 184. 

Cacao 92. 

Cacti 96, 8, 18, 41, 58; 39, 178, 181 
f. 159. 

Calamus 176 f. 
Calceolaria 36, 96, 59, 62, 184. 
Campanulaceae 124, 179 ff. 168. 
Canada 114, vgl. 17: 1) ; 156. 
Canarische Inseln 64, 176. 
Cannae (30, 159, 178) s. Scitamin. 
Cap d. g. Hoffu. 19, 179, 183 ü. 159. 
Capparideae 37, 125. 
Caprlfoliaceae 124, 15 IT. 177 f. 167- 
Carlciuae 17, 28, 70 f. 83 f., 156 i 

178 ff. 185. f. 173. 

Carjophylleae 17, 33. 70 f. 83 f. 
124, 156, 163, 179 fl. 185 f. 
(64 f., 101.) 

Cassieae 19, 39, 178 ff. 

Castanien-Region 65 f. 93. 

Casuarineae 19, 36, 183, 159. 

Caucasus 68, 78, 17. 

Celaslrinae 164, 151. 

Cerastlum68— 72, 82, 163. 

Cerei : s. Cacti. 

Ceroxjlon Andlcola 57, 61, 103. 

Ghara 98. 

Chenopodieae 123, 179, 181, 171. 

Chili 18, 78, 184 ff. 

China 19, 49 f. 

Cichoriaceael7, 33, 90, 149 Tab. 

(156.) 181, 185, 168. 
Cinchona 18, 57 ft. 61, 97, 104. 
Cisteae 18, 125, (72,) 153, 162 f. 
citrus 92 i 124 (Aurantiac,). 
Gochiuchiua 19- 
Coffeaceae 29- Coffea 92- 
Cülchicacrae 123, (129, 151} 172. 



1Ü3 



Compositae 8, 19, 23, 70 f. 82 f.; 

I49,167f., 179 ff. 185 f. Verbältn. 

28 f. 33 f. 124,156; Tab. — G. 

arborescentes 18, 82. 
Confervoideae 188. 
Couiferae 20, 25,8, 40, 83, 85, 159. 

T. 172, 177 tf. vgl. 65—78. Verb. 

33 ff. 123 ; Tab. — eüdlicbe u. 

neuhoU. 40,177, 184 ff. 
ConYolvulaceae 123i 114, 178} 

169, (37). 

Coidilleras 58 ff. 85 i. 178, 85. 
Corjmbiferae Tab. 167 f. 
Crassulaceae (Sed.) 124; 18, 90, 

166, 183. 
Gioton 41, 39. 
Cruciferae 17 f. 25, 70 f. 82 ff. 156, 

162, 179 ff. 183, 185 f. Verb. 

28 f. 33 ff. 125, 149 T. 
Cryptogamae 27, 31. gemcinscb. 

inehrer.VVeluh.43.(95>186,178. 
Cucnrbltaceae 19, 124, 181 L 
Culturpflauzeji 91 f. 53- 
Cupuliferae 150. s. unter Ament. 
C;)cadeae 18, 39 f. 181. 
Cynarocepbalae 17, 181, 185, 149 

Tab. 168. 
Cypereae 28, 19, 102- 
Cyperoideae 24, 71, 101 f. 156, 179 

f. 186 ; 173. Vcrhalln. 28. f. 34 ff. 

122, 147 Tab. — gemeinschafil. 

mehrer. Weltlh. 45, lü2, 175. 

Dänemark 135 ; 28. 

Dailelpalme 92. 

Deutschland 24, 30, 34, 122 f. 138 f^ 

T. 158. 118 ff. 
Dicotyledoneae 20, 22, f. 30 f. 82 f. 

gemeiuscb. mehr. W. 43 f. 175. 
Didj namia s.Labiatae.Rbluanlheae, 

Verbeiiaccae etc. 
Dilleuiaceac 36. 
Diosmeae 19, 36, 183 ff. 159. 
Dipsacsae 18(5cablos.), 124, 167- 
Disteln 17. >>. Cyuaroceplilaiae. 



Distributio plantariim 7. 107 f. 
Draba 37, 66, 80, 82 f. 162. 
Droseraceae 125 j 90, 157, 163. 
Dryas71. Dryadeaes. Fotentilleae. 

Ebenaceae 124, 177. 

Eiiijälirige Pfl. 32, 84, 125, 158. 

Einzeln vorkommende Pfl, 40 f. 

Elaeis 19, 104, 182. 

Empetrum 76, 84, 169- 

England 22, 95 f. (vgl. 88).- 

Eutwickelung , rasche der nordi- 
schen Pfl. 77, 118 f. 120. 

Epacrideae 19, 180, 183 f. 159. 

Epideudreae39. 83,97, 99, 179,185. 

Ec£uisetuiu 98. 

Erlcinae 25 ; 8, 19, 156, 159, 169, 
179 ff. 183. — auf Gebirgen 
78, 59, 82 f. 76. (117.) Ver- 
hälin. 29 f. 33 f. 124; Tab. 

Erklärung natürl. Familien 19. 
Erwachen der Vegetation 77, 118 ff. 
Er3ngium37, 62 ff. 167. 

Escalloaia 18, 41, 57, 59, 78, 82, 65, 

184. 

Eucalyptus 19, 183 f. 

Eugeuia 19, 177. 

Eupatorinae 82- 

Euphorblaceae 23, 33 f., 29, 70, 82 f. 
123, 178 f. 171. (65). 

Europa 17, 34, 180 f. 185. Milde 
Temperatur 47 ff., Ursachen 49- 
Vegetation 34 ff., (vgl. 122), 65 ff. 

Exteijslo areae 107 ff. 

Fagus 69—78, 186 f. 171. 

Falklaudsinseln 52, 186} 95. 

Familien: Verbal In. zur Summe 
derPhanerog.8,27ff. 34 ff. 122, 
126 ff. T. (70 f. 82 f.) — Erklä- 
rung einiger Familien 19.(161 ff.) 

Feuchtigkeit des Bodens 89 f. — 
der Luft 182. e. a. Inselkliina 
(uttd 27.). 



194 



Fichten s. Pinus. 

Ficoiileae (^Mesenibrlanth. elc.) 19, 

124, 179 f. 183, 159 f. 
Ficus 19, 176 f. 
Filices 94, Ö3; 8, 178, 186, 173. 

Zahl der beschriebenen 94; tro- 
pische 96, 177; gemeinsch. mehr. 
Weltth, 95. ' — baumaitige 96 f. 
39, 57, 59. 180. 

Fiuulaud 79, 76 f. 

Frankreichs, 24, 51, 69, 87; 31 f. 
34, 122; 87, 84, 116; 138 Tab.; 
161 f. 158. Welnbaugräuze 53, 
89. 

Früchte, saftlose 185. 

Frühling: Temperatur 77, 119. 
Püanzeneufvvickeliing 77, 118 f. 

120 r. 

Fiicus 188; 90. 

Fumariaceae 125, 178. (162.) 

Fuugi 36, 179. 

Galtungen : Verijältniss zil den 
Aneu 37 f. 

Gebirge 57 ff. 111 f. 114, 131 f. 177. 
Temperatur 57 — 78. Temper. 
Tcrglichen rnlt der der Ebene 
52 ff. 125, 132. 

— Vegetation eben so vergl. 14' 
70 f. 58 ff". 132. ; die der tropi- 
schen Geb. hat nur geringe Teiu- 
peratür-W e c hs e l zu erdulden 
87, 75- — Veget.-Verschiedenh. 

56 Ü-. (Tgl. 14, 111.) 70 f. 81 ff. 
114. 

Pflanzen in den verschied. 

Zonen 57—85: der heissen Z. 

57 ff. 78, 82,177; Uebergangs- 
Z. 65. 78, 178; gemJiss. z. 68 ff. 
78, 83, 161 f. : Frankreich 161 f. 
116 i 84. der kalten Z. 76,78 f. 84- 

Gebirgsarlen 90, 188- 

Gemässigte Zone 66 — 75, 78, 179 ff. 
184 ff. Ebene 71. Gebirge 70" 
68 f. 83- — Temperatur 46— 



56- Pfl.-Verhältn. M f. 122 ; 179 
ff.— Südl.^. Z.39, 51,97; 182 ff. 
185 f. 

Gemeinschaftliche Pü. mehrerer 
Weltth. 42 f. 114, 174, 186 ; am 
Pole 157. s. Pflanxen. 

Gentianeae 68 ff. 82 ff. 123; 90, 
151 T. 177 ff. 185, 169. 

Geognost. Verhältn. 90, 188- 

Geraniaceae 90, 124; Tab.; 164, 
179, 185 ff. 

Gesellige Pilauzen40; 8, 103. 

Gesetze in der Vertheilung 7ff. 38. 

Getreide 93 f. 102. — 78 f. 71, 87. 

Globulariae 90, 123, 151, 171. 

Ghimaceae 20, 28 ff. 33 ff, 84, 90, 
101. 139 T. 172 f. — mehrcrea 
Weitth. gemeinsch. 45 , 102. 

Gnaphalium 184, 177, 168. 

Gossypium 92. 

Gramiueae 24 f. 70 f. 101, 132, 

140 ff., 178 ff. 186, 189,173. Ver- 
hältn. 28 ff. 34 f. 122; 142 fr. 

T. Gr. in Südamerica 57, 144. 
Granze des ewigen Schnees J auf 
Geb. 59 f. 112; nach d. verschied. 
Zonen 60, 68, 75 f. 78, 187. — 
in der Ebene 60 , 79. 

— in der Bäume und Sträucher 
ebendas. und S. 73, 81, 125. 
. — des Getreides ebendas. und 
93, 78 f. 71, 187. — des Wein- 
baues 53, 89, 93; 71, 176, 187- — 
anderer cultivlrten Pfl. 92- 

— der einzelnen Pfl. 109. (161 ff.) 
Grünland 79, 31 ; 17: 1) ; vgl. 156- 
Grossularieae 124, lol, 166. 
Gruppirungssysteme (s. a. Reiche) 

17, 24. 

Guajacanae 82, 19, 58. 
Guinea 143, 174, 182. 
Guttiferae 178- 

Halophyta 17, 114, 118 181. 
Halorrhagcae 149} 157. 



195 



Heisse Zone 35 f. 56 ff. 80 ff. 
70, 178 ff. 176. — ' Kaumelu- 
theilung derselben nacK den 
Welttheilen 95. 

Hepalicac 44, 175, 186. 

Hieracium 18, 168- 

Himalaja 60, 78, 86, 178. 

Hippocastaneael24;49 181. 

Hlppophae 68, 171, (123.) 

Hochebenen 86, 78, 189- 

Holzpflanzen 88, 180, 1S5. 125- 

Hordeaceae 102 (s. Getreide) ; 179. 

Hydrocliarideae 123. 

Hydrocotjle 37. 

Hypericinae 124, 164, 177. 

Ilex Aquifolium 84, 164- 
Iinpatiens n. t. 164, 124. 
Indigofera 92. 
Individuen-Menge der einzelnen 

Pfl. 8 f. 107, 144, 159, 180. 

Inselklima 49 f., 52, 97, 186. 

(27, 47, 89.) 
Irideae 19, 123, 179 f- 183 f. 172. 

Island 79, 76, 31. (17:1.) 
Isochimone Linien 87. 
Isogeotherme Linien 16, 88. 
Isotherme Linien 15 f. 47 ff. 77« 
Italien 18, 65, 50 ff. (77 f. 118 ff.) 
Jahreszeiten : Temperatur 119. 8. 

Sommer. 
Japan 181; 18. 
Jasmineae 123. s. Olea. 
Java 176; 44. 
Juncagiueae 129, 172. 
Junceae 18, 25, 28, 33 ff. 123, 

101 f 129, 146 T. 156, 186, 172. 
Jura 89. 

Kalkgebirge 90. 

KalleZone 75ff. : Gebirge 84, 75. 
Kamtschatka 79; (17^1; ; 28- 
Karpathen 73, 78, vergl, 17. 
Kartoffeln : Graute 93. 
Kuieholz 73, 



Kühalpen 73. 

Kunstsprache, pfl.-geogr. 107 f. 
Küstenländer : (milder und küh- 
ler) 51, 89. 

Labiatae 17 f. 28 f. 70 f. 82 f. 33 ff. 
123, 179, 181 f. 185 f. 170. 

Labrador (17:1), 79, 155 f. 158. 

Länge, geogr. 180 ff. 47 ff. 

Längenzone einer Pfl. 109, 115, 
156 f. 

Lappland 75 ff. 78 f. 84, 31, 34, 
50 f. 156. 

Laurinae70, 123, 177 f. 160, 181. 

Lebermoose : gemeinschalil. meh- 
rerer Weltth. 44, 175, 186. 

Lederart. Blätter 85, 159, (^185.) 

Legumlnosae 18 f. 21. 28 f., 70f. 
83, 156, 159, 164, 178 ff. (183 ff.) 
Yerh. 28 f. 33 ff. 124. 147 T. 

Lentibularleae 123, 170. 

Lianen 159, 176. 

Lichenes 18, 70. 57, (160 ; 81, 85.) 
179 f. gemeiusch. mehr. Weltth. 

44, 186. 

Licht 88 f. 121. 

Liliaceae 123, 151 T. 178 f. 160, 

172. 
Llnaceae 124, 163. 
Liquidambar 39, 177. 
Lobeliaceae 37, 115, 124, 181. 
Luftdruck 81. 
Lycopodiaceae 98, 83, 186- 
LysimachieaebS f. 70 17. (s. Prlm.) 
Lyihrariae s. Salicar. 124, l49. 

Madeira 65, 176- 
Magellauien 19, 52, 184 ff. 
Magnoliae 18, 39, 177. 

Mais 53, 103, 173. 

MalouJneji s. Falklands-Inicln. 
Malvaceae 29. 70, 821. 33 ff- 124, 

151 T. 159. 164, 178, 180. 
Marsileaceae 98- mehrerei Weltth. 

44 i. 



196 



Masse (Menge) der ludividueu 8, 

143 f.. 159, 180. 
Meeresnähe 88 f. 47, 113. 
Melaleuca 183 f. 
Melastomaceae 19, 37,;59,178, 180f. 
Meliaceae 124, 177 f. 
Melville-Iusel 155 f. Sl- «■ übrig. 

R. Brown's Verm. bot. Schrift. I.; 

auch Bot. Liter. Bl. I, 53. 
Mesembrianthemum 19, 179 f. 

183 f. ; 65. 
Mexico 18,62; 40. 64, 97, 157. 

, Mimoseael9, 178 ff. 183 ff. 159. 

Mitteltemperatur (des Tages, Jah- 
res) 14: Festsetzung ders. 14^ 
174' s. Temperatur. 

Monate: Temperatur 64, 67, 50} 
34, 14. 

MoDOCotyledoiieae 19 22, 30 f., 34, 
82 f. —^ mehreren Welttheile 
gemeinsch. 42 ff. 102, 106 ; (156.) 

Monte Rosa 187. 

Musa 30,57, 59, 92, 159, 178, 181. 

Musci 17f . 36, 44, 70, 180. (— lie- 

pat. 44') gemeiusch, M. mehr. 

Weltth. 43f. 175, 177, 186. 

Myoporinae 183. 

Myrtaceae 19, 124, 179 ff. 183 f. 

159, 177, 186. 

Nacht-Länge 80 f. -Temp. 57, 61. 

Nadelhölzer s. Coniferae. 

Narcisseae 123. 

Neapel 65. 

Neu- Granada 57 ff. 102 ff. 

Neuholland 19, 28, 31, 40, 46, 179 f. 

182 ff. 159; 96 f. 102, 175. 
Neuseeland 19, 97, 184. 
Nopaleae s. Gacti (18, 39 ff. 58, 

178 ff.) 

Nord-America 25, 30 (• , 35 , 39, 
79, 114, 155 ff. 180 f. Teajper. 
30 f. 35 . 48, 51, 64. 

Nord- Gap 75, 81. 



Nordische Farn. 25, 29, 81 f. 156. 

vergl. 70. (106). 
Norwegen 75 f. 78, 89, 118 ff. 
Nj'ctagineae 123. 

Olea 93, 66, 125. 

Ouagrariae 114, 124, 149 165. 
Opuntiaceae (124) s. C a c t i. 
Orbis extensionis pl. 107. 

Orchideae 105 ; 19, 39 f. 83, 90, 177, 
185, 172. Anzahl 106. Verhältu. 
34, 123, 148 T. 

Orcliis 72, 106 u. a. 172. 

Oriuoco 4, 57. 

Ortsverhältnisse der Pfl. 107 f. 

Ost- und Westküsten der Conti- 
nente ; Ursachen des Temp.— 
Unterschiedes 47. 

Oslludien 19, 51, 28, 181 f. Hoch- 
land 19, 178. 

O-^alideae 124; 90 , 183 f. 

Palmael03f.5 57 ff. 18 f. 36, 70, 
123, 177 f. 159, 18 If. — An- 
zahl 103 f. Kegionen 103 f. 57 ff. 
Fruchtbarkeit 105. 

Pauictae 19, 33, 102, 144. 

Papaveraceaei25, 157; 90, 162. 

Papiliouaceae 185. s. übr. Legum. 

Paramos iu Siid-Ainer. 61, 99. 

Parouychieae 124, 166, 184. 

Passifloreae 18, 37, 39, 181 f. 

Pedicularis 18, 80 u. a. 82 i. 170- 

PerenuircnJe Pll. (und 1- und 2- 
jähr., -verglichen) 84, 125, 158. 
(67, 88 Anm.) 

Persien 19 J 189- 

Personatae s. Scrofiilarinae. 

Peru 61, 84 ff. 103 ff. 189. 

Pflanzen ; Anzahl der entdeckten 
3 — 6. (158). — - ^ criheiluug7f. 
— Verbreitung 107 f. 

— gesellige 40 ; 8-^(183 f.) 

— tropische 57 ff. 67. — erduldea 



197 



Dur geringe Temperat.-Wechsel 

87, 75. 
Pflanzen gemeinsch. raehrer. Welt- 
iheile 42, 113 f (95 f, 98, 102) 186 
Europa's u. Nord-Amer. 42. 95 5 
Europa und Süd-Amer. 43, 45- 
dreier Welttli. 43, 174 ; Eur. und 
Neuhollands 43, 175. i des gan- 
zen Nordens 156 f. 115 ; der heis- 
sen Zone in beiden Continenten 

43, 174. (96). 

— -Familien: Vertlieilung der 

wicluigäten 30 f. 27 f. 34. 122. 
178 ff. (156.^ — ausführlichere 
Behandlung einiger: Filices etc. 
94 ff. C'li«- zu vgl. S. 27. 33 f. 
122 f. 139 f. T.) 

— -Geographie 1, 7 ff. 107 f. 

— -Physiognomik 159f. iSf. 19 } 
69 Anm., 144, 180. 

Plioenix dactj'lif. 92. 

Phyteuma 17, 168. 

Pinguicula 63, 170- 

Pinus 181. Gränze 73, 80, 67— 78, 

188.südliche Verwandte 40 177, 

186. 

— Larlx76; 71, 73, 80, 172. — 
sylvestris u. a. 68—80, 83, 177 f. 
187; 172. 

Piperaceae 99, 18 f. 37, 59, 177, 

181 f. 
Pisang (Musa) 30, 59, 57, 92. 
Plantagineae 82, 123, 153, 171. 
Plumbagineae 123, 171. 
Poa 157. 

Podocarpus 40, 177» 
Polargegenden 17, 79, 155 f. 179 f. 

75 ff., 84, 95, 122 f. 

— - Gränzen der Vegetation 79 f. 
(125, 156). 

— - Pflanzen 156f. 122 ff. ; 88, 76, 
79, 84. 

Polemonieae 123, 178, 169. 
Polygaleae 19. 125, 163, 183 ff. 
Polygoaeae90, 123, 156; 181, 171. 



Pomaceae 185, 121, 165. 
Pomeranze , bittre nnd süsse 92. 
Portulaceae 124, 165. 
Potamogeton 172 ; 43. 
Potentilleae s, Dryad. 149, T. 151, 

(70 f. nnter Rosaceae.) 82, 156, 

165, 169, 177. 
Pothos 100, 159, 177. 
Primulaceae, 17, 68, 70, 73, 123, 

150 f. T. 156, 170 186. 
Proteaceae 19, 36,41, 179 ff. 
Pteris 57. — crispa 98, 83. 
Pyrenäen 69, 78, 83; 17. (161.) 

Quellen: Temperatur 16, 88. 
Quercus 18, 58, 63, 76, 97} 66, 

177 f. 181, 171. ^.. 

Eanunculaceae 18, 70, 82 ff. 125, 

156, 161 f., 179, 183 ff. 
Eanunculus 68—76, 162, 177. 

Kegio 109; 116f. (57ff. 161ff.) 

ßeiche, pflanzengeogr. 17 f. 
Resedaceae 163, 151. 
Restiones 19, 123, 179, 183 ff. 
Rhamneae 18, 65, 124, 151 T. 164. 
Rheingegend : Weiubaiigränze 89. 

Getreidcgränze 93 f. 
Rhiuautheae 34, 82 f. 149 T. 170. 
Ribesieacs. Grossular. 124. (166.) 
Rhododendreae33f.71, (124). 169. 
Rhododendron 68—78, 83 i. 114, 

177 f. 169. 

Rocky Mountains 114 ; 17:1). 

Roggen 93 f. 79, 186. 

Rosaceae 70 f. 82, 124. 156, 165, 

179f. 183ff.l59. s. Potentilleae. 
Rubiaceae 70; 9, 18, 90- (58 f.) 

179, 18if.l67.Verhältn. 34 ff., 

28 f. 124, 151 T. 
Rumex 177; 65,171- 
ßussland 50, 76, 79; 17: 1,2). 189. 

Saccharluae 102, 177/. 
Saccharum 92- ^ 



198 



Salicarieae 124, 149. 
Saliceae 68—78, 83 f. 150 T. 179 f. 
(159). 171. 

Salviae 18- 170. 

Salzpflanzen (Halophyta) 17, 114, 

118, 181. 
Saiitalaceae (Thesinm) 123, 171- 
Sapiudaceae 177 ff- 181- 
Saxifrageae 17, 70 f. 124, 148 T.; 

66—76, 82 ff. (vgl. 65.) 156 f. 
166, 179 f. 185. 

Scaudinavien 17, 75, 89. 

Scliafalpen 73- 

Scheuchzeria 129, 172. 

Schlesien 126, 141 ff. T. 

Schneelinie 60, 112, s- a. Granze. 
— Klima verschieden 80. — Vei— 
hältuiss zur Baum-u. Getrelde- 
gränze 59 f. 71 f. 78 f. 187. 

Schoulauds Gebirge 17. 

Schweden 51, 75 ff. 81. 

Schweiz 70 ff- 34, 78, 83 ff- Tab, ; 
189; 158, 119. 

Sclrpeae 102} 45. s. a. Gyperoid. 
Scitamineae 19, 18- (30. Caunae.J 
159, 177 f. 181 f. 

Scrofularinae 34, 83, 123, 149 f. 

T. 156, 170. 

Sibirien 17: 1.2) ; 76,79,a22). 181. 

Sicillen 18, 78. 

Sllene 82 f. 164. 

Solaneae 123, 153, 178, 181, 169. 

Solanum 37, 177- 

Soldauella 80, 83, 171. 

Solidago 18, 181,167. 

Sommer - und Winter-Tempera- 
tur, mittlere: Unterschied 16, 
50 f. 64,74, — auf Höhen 56, 67. 

Sommergewächse s. Einjähr. Pil. 

Spanien 18,189. 

Species 25, 128. 

Spitzbergen 79, 31- 

Stapeliae 18, 183 f. 

Stationes plantar. 107. 

Statistik, botan. 24, 21> 



Stellatae 28, 70 179; s. Rublac. 
Strandpflanzen 114, 118, 
Sträucher: vergi. mit perenn. |i| 
Pfl. etc. 125; 158- 

— hüchste auf Gebirgen 78; 59, li 
71, 76- f 

Stjlidieae 183. 

Subtropische Zone < Ueberg.-Z, 

Südamrrlca s. America. 

Südl. gemäss. Zone : s. gemäss. Z. 

— Hemisphäre: Temp. u. Vege- 
tation 51 f. ; 39, 97, 182 ff- — 

Falklandsinseln 186 ; 52- 
Südsee-Inseln 19, 95, 182- 
Sumpfpflanzen 89- 
Syngenesisteu 8. Compositae. 

Tabellen der Verhältnisse einzelner 
Farn, zur Zahl aller Phanerog. 
34, 122, 138 f- T.; 27 f. {73, 
152 f.) 

Tageslänge 80 f- 88 f. 133- 

Tag und Wacht: Temp. 57, 61- 

Tannen 72 f. s- Pinus. 

Taxus 63, 69, 83. 

Temperatur der Luft,mitllere : Be- 
stimmung 14, 174; — in der 
Ebene vergl. mit der auf Höhen 
52 f. 125, 132 f. 175. 

— Verhältnisse der verschiedenen 
Zonen und Continente 46 ff- 15 f. 
175: Europa und Nordamerica 
47 f- verschiedne Abnahme (ge- 
gen den Pol zu) nach Ver- 
schiedenheit der Continente 
47 f. 119- — problemat. Un- 
glelchmässigkeit der Abnahme 
(gegen den Pol zu) in Europa 
nach Verschiedenheit der 
Breiten 48 , 54 , 132 f- — Un- 
gleichmässigkeit der Temp, -Ab- 
nahme auf verschiedenen 
Gebirgshühen 54, 85 f. } 133 f- 
Ursachen 86- 

— des Erdbodens 16, 83- 



199 



•/ 



Temperatnrspliäre der Pfl. HO. 

Teneriffa 64- 

Terebinthaceae 70, 18,37} 9, 124, 

178, 181, 159. 
Terminologie 107 ff« 
Termini areanini 109- 
Tetradynainlsten s. Cruciferae. 
Thiere : Verkeilung 21, 44 f. 
Tiiymelaeeae 123, 178 f. 185, 

171. 
Tierra callente 56 f. 

— fria 59, 56. 

— templada 58. 
Tiliaceae 124. 182, 164. 
Tropenländ. s. heisse Zone. 
Typhaceae 100, 122, 172. 

Uebergaugs- Zonen 64, 122 ff. 

178 ff. (183 f.) 
Uinbelliferae 17,29, 70 f. 82, 166, 

177, 179 ff. 185 f. (90.) Ver- 

Läliu. 33ff. 124, 148 T. 
Unterbrochener VerbreitungsLe- 

zirk 108. 
Urliceae 37, 123, 178 f. 171. 

Vaccinleae 179, 181, 169- 

Vacciniura 18. 65, 76, 83, 177. 

Vasculares plantae 5, 130. 

Valerianeae82,124,177f. 167. 

Vegetationsgränzen : in der Höhe 
78,81,59. der Ebene 79 f. (60.) 

Verbeiiaceae 37, 123, 179. 

Verbreitung einzelner Pfl. 8, 107 f. 

Verbreitungs- Bezirke 107: Be- 
stimmung ders. HO f. in der Ebe- 
ne 109 f. , nach der Höhe Hl, 
115. — Ihre Grösse 114 f., 183. 
Messbarkeit der diirchschuitll. 
relativen Grösse 131, 145, 
152 f. 

Verhältnisszahlen (der Pfl. -Fami- 
lien) 9. — Tabellen 27 f. 34, 
122, 139 T. 

Veruonieae 82. 



Verthellung der Pfl. 7, 14, 107 f. 

30 ff. 122 f. — der Wärmenach 
den Zonen und durch die Jahres- 
zelten 14,48 ff. (65, 87 u. a.) 

Vlolarieae 125, 163- (177.) 

Vitis s. Weinbau. 

Vogesen : Vegetalions-Gränzen 72. 

Vollkommenheit im Baue 180, 159. 

Vorkommen der Pfl. 107 f. 

Wachspalme 57, 61, 103. 
Wanderung der Pflanzen 46 Anm. 

vgl. 157} 84, 44.) 

Wärme: Linien gleicher mittlerer 
Wärme 14 f. 47 ff. 77- s. übrigens 
Temp. — Verthellung durch 
die Jahreszeiten 49 ff. 87. 

Weiden s. Salices. 

Weinbau 53, 89, 93, 71, 187. 

Weizen 93 f. s. Getreide. 

Westindien 51, 95, 27; 158- 

Westwinde 47. 

Winde: Eluflus.'. auf die Temp. 
der Welttheile 47, 49, 89. 

Winter-Temperatur, vergl. mit 
.Sommer 50, 64, 67, 56, 74- 

Wintera 18, 57- 

Zahlenverhältnisse der Pflanzen- 
Familien 7 f- , iu verschiedenen 
Ländern und Zonen 34, 122, 126, 
139 f. T. 73. 

Zapleubäume 85 s. a. Coniferae. 

Zellenpllanzen 5, 31- 

Zona longitudinis etc. areae plan- 
tae 109. 

Zonen 57 ff- 48 ff- s. helsse, ge- 
mässigte, kalte Zone. 

Zuckerrohr 92. 

Zunahme gewisser Pfl. -Familien 
nach einer Gegend hin 26 ; 30 IF. 
70, 122. gegen den Pol elc. 29, 
33 f. 38. (70, 823 122. 

Zweijährige Pflanzen 158, 125. 



nem Tlieile von Aniei^iesi 

von A. T. Kiipffer. 




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von Europa und eAemTlieile von America 

eiituorfm \on A. T. Kujiffer: 




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