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Full text of "Pharmazeutische Zentralhalle für Deutschland"

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^/ 



SThis work mast be conralttA 
tt» Boston Medical Ubum 





So<\ 



Pliaxmaxjeutische GentraUialle. 

Herausgegeben von Dr. Alfred Schneider» 



M 1. 



1. Januar 1903. 



XLIV. 



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[^ Paul tJartmann, 

Heidenheim a. B. 





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Düsseldorf* 
Frankfurt m, M- 



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.>iT-^ 



Creolin. 



Ich erkläre hiermit, da0fl Ich trotz einer von der Warenzeichen- Abteilmi. 
des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin lediglich in erster Instanz am 21. November I9i 
abgegebenen Entscheidung nach wie vor der alletnberechtl|pte Inhaber drt^« 
H^arenaelchens Creolin bin and dam leh unnachalchtlich Jede.« 
gerichtlich verfolgen werde« det es unternehmen sollte, in diese melii 
Rechte einzugreifen. 

William Pearson^ 

Hamburg^. 



i 



y^ 



Pharmaceutische Centralhalle 

f&r Deutschland. 

(Gegrflndet toq Dr. Hermann Hager 1859; weitergefflbrt 
Ton Dr. Ewald Geissler 1880 bis 1894.) 

Herausgegeben o \ ^ \ "^ o 

Dr. Alfred Schneider und Ör. Paul Saß? '?,? 



XLIY. Jahrgang. 

(Der Neuen Folge XXIV. Jahrgang.) 

190B. 





Dresden 1903. 

Verleger: Dr. A. Schneiderin Dresden-A. u. Dr. P. Süß in Presden-Blasewitz. 
In Eommifision bei Jalius Springer, Berlin-N., Moubijouplatz 3. 



Inhalts-Verzeichnis 

des 

XLIV. (Neue Folge XXIV.) Jahrganges 1903 

der 

Pharmaceutischen Centralhalle ffir Deutschland. 

Zusammengestellt von G. Hofmann. 



* bedeutet mit Abbildung. 

Ä. 

Aalgift, WiÄung 127. 
AbfUrndttel, subkutitne 334. 
AbnUirUbletten wn Natterer 232. 
Abgüsse von Blfittem eto., Herstellung 116. 
Abortus der Stuten, Ursachen 498. 
Abrl« n. Rlelv, Wirkungen 265. 
Abrotaiol-PastilleD, Anwendung 79. 
Abwasser der Molkereien 683. 

— Untersuchung u. Reinigung 64. 226. 

— Desinfektion mit Chlorkalk 895. 
Aeetat, Bestaudteüe 726. 
Aeetol, Bestandteile 725. 
AeetoB, Ph. Nederl. 395. 

— neue Darstellungsweise 871. 

— Bestmm. in Wasser, Methyl- u. Aethylalko- 

hol 505. 
Aeelophenon, Ph. Nederl. 395. 
Aeetoxon, Eigenschaften 821. 
Aeet. j^yrelignosnm reet.. Ph. Nederl. 395. 

— Tial, Ph. Ital. 569. 
Aeetjleellolose, Lösung in Chloroform 664. 
Aeetyleklorid, Eigenschaften 255. 

— Zersetzung dess. 583. 

Ae^jleii, fieinig. des technischen A. 101. 

— Verwert. der Rückstände 161. 
Aeetyl-metiijl-morpholchiiion 59. 
Acetjlsalleylsftare-Methylester 254. 
Aeidiuii aeetleimi, Ph. Ital. 570. 

— beuoieom, Ph. Ital. 670. 

— borleum, Ph. Ital. 570. 

~ ealneieiira, Eigenschaften 321. 

— eUnleiUD aahydrleam 255. 



I Aeidotii ehromieuiii, l'h. Nederl. 30;). 

— citrienm, Ph. Ital. 670. 

— galUcum, Ph. Ital. 570. 

; — glykolo-salieylloam 436. 

— hjdrobromieam, Ph. Nederl. 396. 

— hydroehiorieam, Ph. Ital. ö71. mH. 
. — hydroeyanleum, Fh. Nederl. 396. 

— laetleum, Ph. Ital. 588. 
medicin. Anwend. 279. 

I — nitrieum, Ph. Ital 588. 

— osmleam, Ph. Nederl. 396 

— phosphoriemii, Ph. Ital. 588. 

— raflgaliieum, Ph. Nederl. 396. 

— selerotinleom, Ph. Nederl. 896. 

— salfurienm, Ph. Ital. 688. 
Aekerlon, zur Rattenvertilgung 204. 
Aeonitinum, Fh. Ital. 588. 

Adeps soillas. Ph. Ital. 629. 
Adhaesleom Hausmann, yerbesscrt 82.'^ 
Adrenalehlorid „Poehl"« 335. 
Adrenalin, medic. Anwend. 273. 

— unyerträglich mit Atropin 512. 
Adr^namine, Bestandteile 573. 
Adsella, Champagner-Milch 24. 
Aesco-Chinin von Flügge 476. 
Aether, Kritik der Prüfungsvorschr. 657. 

— Nachweis von H^Oj 783. 

— Bestimm, der unveränd. Weingeiste.s 914. 

— aeetieus, Gehaltsbestimm. 829. 

— ehloratos, Ph. Ital. 588. 
Termehrte Anwend. 279. 

— Petrolei, Ph. Nederl. 396. 

— phosphoratVB, Pb. Nederl. 454. 

— pro nareosi, Aufbewahrg. 61. 358. 

Kritik der Prüfungsvorschr. 657. 

Aethylaminarat) Eigenschaften 151. 



IV 



Aetbjlehlnlii« Eigenschaften 151. 
Aethylennm bromatnm, Ph. Nederl. 396. 
AetsEpnlyer, arsemkbaltiges 747. 
AMdi-Waehs, Eigensohaften 528. 
Agar-itrar-Kl^l^pfl^ter 153. 
Agarieln-Präparate, neuere 460. 
Agfk-Rleeliatoffe, Vorschriften 892. 
Ahoy, Badethermometer 204. 
Airoipaste, Bestandt. u Ahwend. 29. 
Akag:iii, zur Bei' ig. des Acetylens 101. 
Akkamnlatoren^ Füllsäure für A. 90. 

— Bieiyert^iftang durch A. 500. 
Akne, Symptome der Chlor- A. 309. 
Akoin, lokales Anfisthetikum 279. 
Akokantherin u. Akokanthin 910. 
Akonlt, Weitbestimmung 617. 

Akonltine des Handels, therapeut. Wert 279. 
Aiaim, Bestimm, der Sohwefelsftare 443. 
Albaingin, Eigenschaften 115. 
Alblt. Mittel gegen Kesselstein 258. 
Albolene n. Albolene-Oll 911. 
Albumol, Eierleben ran 246. 
Alooholatnrae, Ph. Kederl. 432. 
Alcool de Menthe de Rieqnettös 381. 
Alcool pasteuris^, Eigensch. 911. 
Aldthyform. Eigenschaften 780. 
Aifln, em Mundwasser 80. 
Allment eomplet Adrian, Bestandt. 833. 
Alkalieyanide. Herstellung 414. 
Alkalolde, murochem. Naohw. 96. 

— Arbeitsmethoden 801. 

Alkannln, Anwendung zum mikroohfm. Naohw. 

fetter Oele 221. 
Alkathymol, Zasammensetznng 8. 

— Eigensobaften 824. 

Alkohol, ein tierisches Stoffwechselprodukt 393 

— Ermittl. des A.-gehaltes in Branntweinfabri- 

katen, Abhandlung 163. 188. 192. 

— Bestimm, in Arzneimitteln 219. 
Bimsteinseife 174. 

— «Binden naoh Dieterioh 571. 

— -Cellit, Eigenschaften 571. 

— -Merkblatt 686. 

— -YerffUtnngen 362. 
Alkohole, neue Reaktion 615. 

— elektrolyt. Darstell. ans Salzen von Earbon- 

säureu 176. 
Alloxan u. Alioxantin, Nachweis 63. 
Aloe, 2 Sorten vom Kap 782. 

— Aioingehalt versohied. Sorten 243. 
Aloin-Formal, Znsammensetz. 725. 
Alnmin. aeetieotartar., Ph. Nederi. 395. 
Alnmininm, kolloidales 24. 

— Geschirre aus A. 284. 647. 
Amasira, Bestandteile 35. 502. 
Ambra, Fälschung 119. 
Ameisensftore, neue Darstellungsweise 274. 

— easometr. Bestimmung 817. 
Andral, Bezugsquellen 94. 
Ammoniak, Bestimm, nach Bayer 836. 
Ammoninmaeetat, zur Fleisohkonservierung 642. 

— bromatnm, Ph. Ital. 588. 

— -rhodanat Wirkung 275. 

— snlfothyollcnm 911. 
Amylen-Ohloralhydrat 679. 
Amyienol, Eigenschaften 19.^. 



; Amylennm hydratom, Ph. Nederl. 396. 
I Amyloid, Eigenschaften 134. 
Amylam Marantae. Ph. Neierl. 427. 

— -Oryzae, Ph. Nederi. 427. 
Am.rrin, Vorkommen 871. 
AmyroL Ei enschaften 436. 
Anaeard-Pflaster^ Helfenberger 671. 
AnaSrobe Baktenen im Darm 581. 
Anämie, Behandl. nach Peilion 98. 
AnSmorenin, Anwendung 287. 
Anästhesiemng Tuberkulöser 898. 
Anllsthetieiim Bottwini, Ph. d. A. 829. 
Anästhet. MIsehnnir QAoh Reynes 749. 
Anltsthol, Anttsthyl u. Anesthol, Zusammen- 

setzg. 683. 
Anatherin-Mnndwasser, Ph. Nederl. 457. 
Anethol, Schmelz- u. Erstarrungspuokt 119. 
Anfier*s Petroleum-Emulsion 174. 
Angofltnrarinde, Alkaloide ders. 722. 
Anilin« o- und p-Toloidin. Nachweis 64. 
Anker-Goniferen-Prftparate 833. 
AnkylostonÜJisis, Wu' mkrankheit 846. 
Anopheles, Brutstätten ders. 98. 142. 
Anstrich, wettet fester nach Bruohhold 131. 
Anstriehrarben, desinflcierende 126. 
Anthelmintienm „Kometzky^' b35. 
Anthesterln, Eigenschaften 151. 
Anthrasol, Eigensch. u. Anwend. 301. 
Antial, alkoholfreies Getrfink 335. 
Antiehlorose, Zusammensetzung 174. 

— mit üuajakol 174. 
Antieomitiale, Bestandteile 303. 
Anti6pileptiqne Uten, Bestandteile 531. 
AntUithion, gegen Kesselstein 258. 
Antimalaria-Pillen, Bestandt. 80. 
Antimellin, Bestandteile 673. 
Antimon, Atomgewicht 21. 

— Nachweis neben Arsen 84. 
Antimorpliin Fromme, Bestandt. 23. 
Antineon, Bestandteile 502. 
Antineroin = Antinerrin 725. 
Antinoson, Bestandteile 725. 
Antiphthisin nach Weber 911. 
Antipyrin, Nachweis 896. 

Antiquitäten aus Elsen u. Bronze, Eonservierang 

268. 709. 
Antiselerosin, Eigensobaften 528. 
Antiseptikum naoh Köhler 531. 
Antiseptoform, Eigensobaften 529. 
Antithyreoidsemm nach Möbius 911. 
Antityphos-Extrakt von Jez 780. 803. 
Antorin, Bestandteile 833. ^ 

Antwerpener Yorsohriften 660. 
Apfelwiekler, Bekämpfung 648. 
Apfelsäure-PastiUen 476. 
Apiol eomponnd in Gelatinekapseln 8. 
Apolysin. Zusammensetzg. 617. 
Apokodein, Darstell, u. Eigensch. 365. 
Apomorphin, Konstitution 43. 

— Verhalten in Mixturen 471. 

— Naohw. im Morphinbydroohlorid 95. 
Apomorphinhydroehlorid, Anwend. 279. 
Apotheke, eine altagyptische 868*. 
Apotheken, General-l^talog 326. 
Apotheker, als Geschäftsmann 422. 

— Stellung zu den Kurpfuschern 211. 



Ajpotheker, üoifonn der Miliifir-A. 682. 
Iqojie aramatlMe desdU. Ph. Nederl. 43^. 

Ph. Ital. 676. 

nsohe Hentallaog 787. 

Aqua addala simpUelor, Ph. Ital. 677. 
•. Amjsdalarun, Ph. Ital. 677. 

- «rbollttta, Ph. Ital. 677. 

- CUoroformli, Ph. Ital 677. 

- ehlonta, Anwendang 824. 
~ Cfnaamoml, Ph. Ital. 677. 

- destfllata, Ph. Ital. 677. 

- GlyeeriBl^ Ph. Nederl. 432. 

- imperialls, Ph. Ital. 677. 

- liqidrttlae, Ph. d'Aov. 829 

- PlelB eoneentr., Ph. Nederl. 454. 
ArekoUn, verfilschtes 909. 
ArgeBtam colloidale, Ph. Nederl. 396. 
Argfnia, Konatitntion ]. 

Argon, Vorkommen in Mineralwäasem 818. 
ArgouB, Bereit einer Lösiing 470. 
Aifyrol, Süber-Vitellin 413. 
~ BMUgs^aelle 824. 

- fianiSeisches 911. 

Ailitel, ISgenBoh. o. Anwend. 81. 
AihoTtai, ägeneohaften n. Wirk. 869. 
AiMMMn, Wirkung 275. 
rar Chinin 707. 



AilsftodiMit, Zahntinktnr 725. 
ArnikBkltten, Giftigkeit 136. 
ArwB^ Abiagerang in tier. und pflanil. Organen 
109. 

— in allen Tieren enthalten 291. 

— Nachw. in Arsenikkügelohen 109. 

— Nachw. nach Outseit 914. 

~ Tolumetr. Bestimm, nach Kleine 597. 
Arseii-FemllB, Eigenschaften 491. 
Aiwnik, Vergiftungen 362. 

— Granfftrbnng dess. 447. 
Aneidk-Ptote, Bestandteile 833. 
Arseasanre Oelatoseii 233. 
ArthrMia de Warner, Bestandt. 361. 
AxsBeien, EinwiokelpaiHer für A. 467. 
Anudmittel, Kontrolle, Vortrag 348. 

— Oleiohmißigkeit starkwirkender 242. 

— ffir Kassenrecepte yerbotene 680. 

— neue 7. 18. 36. 61. 79 107. 122. 135. 151. 

204. 232. 254. 321. 375. 413 436. 439. 

480. 491. 528. 572. 679. 725. 780. 911. 
Arzieltal^Ietten, Prüfung auf richtigen Gehalt 

175. 
Amcltexe, preußische lür 1903. 54 
~ für Bayern 1903 283. 

— EiKfineungstvce des D. A -V. 1903 283. 
Amdwaffefii, Bereitung 321. 
Anram arifoUiim, äther. Oel 209. 
Afl^e, untersuch auf Knoohenreste 363 
Aseptln-CreaDi, Bestandteile 259. 
Asphalt. Sohmelspunktbestimm. 762. 
Asphaltfn« BestandteUe 298. 
AsptrinTPh. Nederl. 397. 

— Verjüng mit A. 558. 
Asthiiift, Behandl. mit dem Atomizer 541. 
Ai4biii»-Broiieliial-Clgarren 476. 
Asthmadgarren yon Neumeier 94. 
Astliau9iilTer yon Neumann 94. 

— Beichenhaller 726. 



Asthmapulyer yon Schiffmann 284. 
Astor, engl. Futtermittel 725. 
Atmung, anoerobe A. 393. 
Atom^ewlehte, internalional festgestellte 21. 
AtomUer, Apparat lur Behandlung des Asthnuk 

541. 
Atoxyl, Anwendung 749. 

— -Eisenwasser, Bestandt 94. 
Atropin, gesamte Synthese 214 

— Verwechsl. mit Antipyrin 161. 

— unyertrfigl. mit Adrenalin 512. 

— Beziehung zu Hyoscyamin 849. 
Atroplninmalkyinilnte, Darstell. 441. 
Augenentzitndnng, eitnge, Behandlung 516. 
Angenwaaser yon Müller 259. 

— von White 258. 
Anlieln, Bestandteile 232. 

— -Pillen, BestandteUe 94. 
Austern, Bestandteile ders. 446. 

— Infektion mit Bakterien 581. 
Antopyrin, Bereitung 298. 
Antoreferat, Begriff 787. 
Antoxydation, Theorie 634. 
Ayaün, Herstellung 725. 
Ayaeol = GuiUiol 725. 



B. 



BaeUU (Stäbchen) der Ph. Nederl. 482. 
BaeiUol, Bestandteile 421. 

— desinficierende Kraft 279. 
Baeillns pertussis Eppenderf 499. 

— prodiglosns, unschädlich 685. 

— sabtilis, Heubacillus 125. 
Baeterium Coli, Eigenschaften 419. 

— frmgi, Erdbeerbacillns 421. 
Baekofen, Versuchsb. nach Baier 402. 
Baekpnlyer, Vorschriften 807. 
Badetabletten yon Sedlitsky 259. 
Bakterien, Beweglichkeit der B 141. 

— Körnchen u. Kerne der B 238. 

— Assimilation yon freiem N. 238. 

— chtomogene Kugelb. 821. 

— Ein wirk, auf die Zuckei arten 822. 
Bakteriengeifieln, Färben ders. 237. 
Bakterienhttmolysine 581. 
Bakterienlampe nach Molisoh 463. 
Bakteriolog. Arbeiten, Aasführung in den 

Apotheken 79. 

Bakteriolytisehe Bakterienprodnkte mit Ei- 
weiß 67. 

Baldrian-Essenz-Bestillat ist ein Qeheimmittel 
780 

Baldrian-JPrilparate yon Carlos 778. 

Balsamnm Copaiyae, Ph. Ital. 029. 

— peruTlannm, Ph. Ital. 629. 

antibakterielle Eigensch. 179. 

Löslichk. in Weingeist 241. 271. 

weißer 781. 

-~ tolntannm, Ph. Ital. 630. 
Bandwurmmittel yon Haidien 24. 

— Thymol als B. 359. 

, Bandwurmkapseln nach Küchenmeister 852. 
,Barol, Uolzkonservierungsmittel 303. 



VI 



Bartflechte, Bohaadlang mit FormaÜD-Glycorin 

08. 
BartoL riohfig: Barol 439. 
Bartwiehse. angarisohe 884. 
Barynin, Cfa u. St, Trennuog u. Bestimmung 

928. 
Baryomchlorid, Darstellung 851. 

— Anwendung als Herzmittel 208. 
Barynmperoxyd, Jodomotrie dess. 222. 
Basedowsan, Gewinn, u. Anwend. 69. 
Basioin, Eigensohaften 178. 
Baomifolle der Ph. Nederl. 431. 
BayDI, Fälschungen 119. 

Beeker's Tee gilt als Heilmittel 640. 
Beef-lroB-Wlne, Zusammensetz. 8. 
Benzidinpapier, zur Erkenn, von Ozon 494. 
Benzin, Sicherheits-6. Mischung 86i^ 
Benzo^sMore, Nachw. in Nahrungsmitteln 444. 
BenzoSstturepastillen, Yorsohrift 281. 
Benzonaphthol, Ph. Ital. 589. 
Bergrkristall, Apparate aus B. 564. 
Berner's Bymphiton. Bestandt. 174 204. 
Bertolin, Bezugsquelle 833. 
Berohigungstee, Bestandt. 363. 
Betain, Darstellung 705. 
Betasterin, Yorkomm u. Eigensch. 440. 
Betol, Ph. Ital. 6S9. 
■— Aüwend. bei Tuberkulose 820. 
Bettendorf ^s Reagens, Ersatz 461. 
Biohloralantipyrln, Anwend. 725. 
Bienenstiche, Wirkung bei Rheumatismus 643. 
Bier, Analyse Münchener B. 113. 

— Münchener ,,Medioinalbier" 323. 

— gefälschtes „Weizonbier" 324. 

— Sarcinakrankheit des B. 580. 

— Erkennen der Kleistertrübung 728. 
Bierdruckapparate, Kontrolle 324. 
Bierhefe, Anwend. bei Erisypel 784. 
Billion, Begriff 787. 

Biogen, Bestandteile 151. 
Biosine le Perdriei, Bestandt. 303. 
BirlrenlrnospenOl, Eigenschafton 19. 
Birkenteer. Yerfölschungen 845. 
Birkenwasser, Bereitung 512. 
Biondi'sche Lösung 462. 
Bisnion, kolloidales Witmutoxyd 911. 
Bismatose, Darstellung 246. 

— Anwendung u. Wirk. 339. 898. 
Bismntum iactieum, Ph. Nederl. 397. 

— oxydatnm colloidale 491. 

— oxyjodat. sabgallicum, Ph. Nederl. 397. 

— oxyjodotannicam 679. 
Bittner's Gieht((l, Bestandteile 323 
Blankin, Bestandteile 732. 

-' in Dresden abgelehnt 849. 
Blankol, Bestandteile 298. 
Blaosinre, Yergiftungen 362. 
Blei, Analyse von Hartblei 49. 

— Wirk, des Wassers auf B. 154. 

— Bestimm, im Wasser mittels Watte 176. 
Bleisiure, mit Essigsfiuro verbunden 281. 
Bleistifte, Bleignhalt des Anstrichs 312. 
Blinddarm-Entztindnngen, Yersioherang gegen 

B. 447. 
BUtzlieht für Photographie 517. 559 732. 765. 
Blninen, galvan. Yerkupfer. frisoher 116. 



Blnt, Erkenn, von Menschenblut 362. 

— Unterscheid, von Menschen- u. Tierblut 90. 

362. 

— Nachw. im Harn 223. 

— kristallographischer Nachw. 'J6i. 281. 

— Nachw. von Chinin im B 6i8. 

— Eiweißbestimm. nach Jollos 704 
Blutegel, Gewinnung des Hirudin 550. 
Binteiweiß in Pulverform 377. 
Blntlleeken, Deen'sohe Reaktion 817. 
Blatkürperelien, Farbreaktionen 176. 
Blntlaus, üekämpfung 466. 
Bintniedersehläge, Erkennung 824. 
Blutprttparat. em neues 124. 
Blutreinignngstabletten, 476. 
Blatreinigungstee, Plauen'scher 529. 
lUntserum, künstliches, Yorschriften 302. 
Blutspektrani, Sichtbarmachung 502. 
Blutstillende Masse, 662. 

Bob, Abführmittel 833. 
Bohrseife, Bestandteile 146. 
Bonalin, Zahnreinigungsnüttel 725. 
Borax, Ph. Ital. 589. 

— natürl. Yorkommen 767. 

— unverträgl. mit Chloral 289. 736. 
Borden-Qiielie in Luchon, Analyse 818. 
Boniyval, Eigensohaften 679. 
Borolln, Dauerwurstsalz 72. 
Borprttparate, angezweifelte Schädlichkeit ders. 

294. 
Boi'slinre, Gewinn, aus Boraten 47. 

— Gewinn, u Preis 274. 

— Beurteil, als Fleischkonservierungsmittol 274. 

— Gutachton von Liebreich 143. 

— Spektroskop. Bestimmung 48. 

— in Südfrüchten enthalten 536. 
BorsMurewatte. Prüf, nach Ph. Nederl. 431. 
Borstiekstoff, Bereit, u. Eigensch. 290. 
Bouiilon-Prflpar. nach Mon^is 193. 
Bouq[uet de Manila, Yorscbrift 832. 
Brandes Maikur-Sarsapailll 323. 

I Brandwunden, Behandi. mit Chlorkalk 225. 

— Behanoi. mit Chinosollösungen 643. 

— Behandi. mit Lindenbast-Abkochung 679. 

— Behandi. mit Xeroform 821. 

— Behandi. mit Cutin-Sudsteck 917. 
Branntwein, Nachw. von Aether 363. 

— Prüf, auf Fuselöl 856. 
BranntweinfahrÜLate, Ermittel, des Alkoliolgo- 

haltes, Abhandlung 163. 183. 192 
Braunkohle, Unterscheid, von Steink. 875 
Brauselimonaden, unerlaubte Zusätze 201. 
Breakfust Ten, Ankündig, verboten 593. 

— — Bestandteile 833. 

Breslauer (^hemiselies Untersuohungsamt 324^ 
336. 362. 

forensische Untersuch. 362. 

Brillantine, Yorschriften 902* 
Brom, Ph Ital. 089. 
Brombeersaft, Yeränderlicbkeit 418. 
Bromochinat. Eigensch. u. Anwend. 61. 
Bromoform Ph Nederl. 397. 
Bromokoll, Dosierung 280. 
Bromokoll-Kesorbin, Anwendg. 81. 
Broniolein, Eigenschaften 7. 
Bromo-Soda, Bestandteile 833. 



VII 



Bronprlpafftte, amerikaDisohe 275. 
Broneegefenstände, Eonsemenuig 268. 709. 
Brot, physiologisoheB B. 726. 

— Simon's iL Steinmetz' B. 806. 

— Schimmelbildiing 324. 

Brlekner, Lampe Sb Co., Bericht 439. 
Brflgelmaim'Bche LOsang 151. 178. 
BnunenkresBe, Yorsicht nötig 731. 
Bftehenehaa 14. 54. 71. 88. 99. 126. 143. 158. 

180. 210. 225. 238. 250. 288. 297. 310. 

32ü. 339. 422. 518. 560. 644. 667. 686. 

750. 766. 785. 842. 880. 901. 919. 
BftelieiTeneiehiils am Sohlnß des Begisters. 
Blehner'sohe Trichter 520*. 
Biekeburger Heilpllaater 323. 
BftirelmUeh, Fettgehalt 664. 
BaiuieB, Denkmal for B. 602. 
Bunea-Brenner, Theorie 291. 

nach Herde 323*. 

ans Ponellan 316 402. 

Borkhart'B KifinterpUlen 529. 
Butter, Einfloß der Fütterung 806. 

— Bestimm, der Wollny'schen Zahl als Vor- 

probe 336. 

— Eintreten der Halphen'sohen Reacktion 842 

— Unterscheid. Ton Margarine 64. 

— Nachw. Ton Margarine 156. 
Batterfett, Eioflaß des Futters 378. 
Batterinl di Sorrento 642. 
Butteniill43li, für Sftuglinge 516. 
BattermilehkonBerre, E^naob. 516. 
BitylehloralaBtlpjrln, Darstell. 93. 
Butyrometer mit flacher Skala 787. 



c. 

(Siehe auch unter K.> 
Caettaa-Pilieii, Beatandt. 174. 
Cadmimn aulforlemB, Ph. Ital. 589. 
Cakes, Verdeutschung 468. 502. 732. 
Calameon» im Ealmusol 120. 
Calaya, Stammpflanze 288. 
Calearia ehlorata, Ph. Nederl. 397. 

vhu Ital. 589. 

Calfinm. 8t «• Ba, Trennung u. Bestimmung 

928 
Calduaehlorid, blutstill. Mittel 280. 558. 

— ejaaamid, Anwendung 414. 

— glyeeraphoaphor. grannl 650. 829. 

— -earbid, Becugsquelle 313. 

— laetophospherieiUB, Ph. Nederl. 397. 

— -perexjd, Jodometrie dess. 222. 

— phoaphoriemn, D. A.-B. IV, Löslichkeit in 

Essigsäure 299. 

— -eulfoielitiiyolat. Dantell. o67. 
CalifiiTi oaliforn. Feigensirup 529. 
CaUmja Toni«, Beatandttile 704. 
Caaipkorm, Ph. ItaL 630. 
Cinipkoasil, Zuaammensetsung 36. 
Cttthari^es, Ph. Ital. 630. 

— Bestimm, des Cantharidins 855. 920. 
Capsslae e. Kreoaoto, Ph. Nederi 433. 
Cipfvkfl CoTBel, Bestandteüe 24. 
Ginaabairaeka, Gewinn, u. Verwand. 830. 



Caro'sche Säure, Formel 884. 
Carol, eine Mundwassereesenz 80. 
Caryophylli, Geschichtliches 20. 
Caaearenna, Bestandteile 8. 
Caseara-Midy, Bestandteile 833. 
Caseara Sagrada, Marktbericht 688. 
Casearlne Leprlnee-Pilleii 246. 
CaÜTO-Balsam, Herkunft u. Eigenschaften 147. 

193. 
Cearinom soUdmn ^^ßlelb'' 757. 
Ceeropi« obtvaa, Anwendung 784. 
Cellalold, Feuergefthrliohkeit 90. 

— Kitten von C- Waren 146. 
Cellulose, lösliche 304. 

— Bestimm, nach ZeiseL 818. 

-> Bestimm, in Nahrungsmitteln 876. 

— schwefelhaltige Hydro-C. 136. 
Cepha^Slin, Untmoheid. von Emetin 154. 
Cera flaya u. »alba, Ph. ItaL 630. 
Cerelnslure, Gewinn u« Eigeoaoh. 249. 
Ceresln, Untersuchung 660. 

Cerens famniosiiB, üntersuohung 249. 

— peeten abtfifüliim, Alkaloidgehalt 249. 
Cerihydroxydreaol 804. 

CharU nltrata, Ph. Ital. 677. 

— slnapisata, Ph. Ital. 677. 
Chelerythrln, Formel u. Eigensoh. 267. 
Chelldoniimi mi^na, Alkaloide dess. 267. 
Chemie, Besiehung sur Pharmaoie 347. 
Chemiker, für angewandte Ob., Kongreß in Berlin 

162. 312. 347. 367. 389. 411 436. 

— öffentliche, 8. Versamml. in Hannover 649. 

— Nahrungsmittel- Ch., Versamml. in Bonn 745. 

— aus der Pharmaoie hervorgegangen 348. 
Chemnitzer Untersuchungsbefunde 268. 
China, Schwefelquellen in China 134. 
Chlnaalkalolde, Beaktionen 619. 
Chlnaelnnol, Bestandteile 24. 529. 
China hydrobromata, Bestandteile 725. 
China-Kola-Coea Oberwegner 833. 
Chlnalgln, Eigensoh. u. Anwend. 7. 
China UqoMa de TrQ, Ph. Nederi. 434. 
Chinaphenln, Zusammensetzg. 61. 81. 
Chinarinde, Aikaloidbestimm. nach Beuttner 633. 

— Prüf, auf Alkaloidgehalt nach Ph. Ital. 630. 
CkinetnnL Zusammensetzung 61. 

— Ph. Nederi. 398. 

Chinin, Italien. Staatsohinin 258. 
~ Prüf, nach Ph. Nederi. 398. 

— Verdeckg. des Oeschmaokes 361. 438. 

— Wirk, auf das Gehörornn 309. 

— Wundbehandlung mit C. 598. 

~ Naohw. in den Flüssigkeiten des Organismus 
618. 

— Ersatz durch Aristochin 707. 
Chlnlngaze, Darstell, u. Anwend. 93. 
Chlidnum arsenieieom Ph. Nederl. 398. 

— blhydroehlorleiim, Ph. Ital. 589. 

— blsnlfMenm, Ph. ItaL 590. 

— ferro-dtrienm, Bestimm, des Chinins 747. 
Chinlnhydroehlörid, antisept. Wirkung 280. 

— -kamphorat. DarBtellung704. 

— lygodnat, ^gensch. u. Wirk. 69. 779. 

— salieylienm, Ph. Nederl 398. 

" tannleom Inslpldnm, Ph. Nederi. 398. 

— — Bestimm, des Chmins 747. 



VIII 



Chinoform, Anwend. bei harnsaurer Diathese 

916. 
Chinoform = Ohlnotropin 911. 
ChloUn Q Chielln = ChieUo 79. 
Chionia, Bestiindt. n. ÄDwaud. 80. 
ChiosterpentiD, Eigenschaften 17. 
Chlor, neue Darstell ongsweise 873. 

— Bestimm, in Abwfissem 895. 
ChloraL unverträgl. mit Borax 736. 
ChloralJijdrat. Wertbestimm. 281. 

— jodometr. Bestimm. 927. 

— Verwendung in der Analyse 356. 
Cbloralhjdrat-Kapseln von Pohl 37. 
Chloralreagens, Darstellung 809. 
Chlorkalk, elektrolyt. Erzeugung 531. 
Chloroform, Aufbewahrung 124. 

— der Ph. Ital. 590. 

— Höchstgabe 146. 

— Farbreaktionen 479. 

— Konservier, durch Alkohol 611. 633 
Chloroformäthermisehanffen, spec. Oew. ders. 

798. 
Chloroform-Throat-Lozenges 8. 
Chlorol, Bestandteile 725. 
Chlorophenol-Paste, Bestandteile 725. 
Choletithon, gt^gon (lallensteine 204. 385. 
Cholelysin ,^trosehein% Bestandteile 151. 
Cholesterin, Derivate dess. 554. 
Cholln, Beziehung zur Epilepsie 115. 

— Anwend. u. Wirk. 280. 

— Verhalten gegen H^SO^ 760. 
Chologren, Bestandt. u Anwend. 193. 
Chologrentabletten, Bestandt. 360. 
Chrom, über die Giftigkeit dess. 87. 

— Chrom, Darstellung (Litteratur) 283. 
Chromsäure, Vergütung 917. 
Chromwasser, kohlensaures 712. 
Chrysoform, Eigenschaften 911. 
Chrysol, Vergoldut gsmittel 72. 
Cigrarrenrauch, enthält Blausäure 269. 
Cigrarrenstummel, Tuberkulose-Üeberträger 52. 
Cinehonen, Kultur in deutschen Kolonien 549. 
Ciueol, Darstell aus Eukalyptusöl 10. 

— siehe auch Enkalyptol. 
Cinnamomum pedatlnerTiom, äther. Oel. 891. 
Citarin, Eigenschaften Jöl. 911. 
Citronenkeme, fettes Oel ders 177. 
CitronenSl, Hersiell. von künstlichem 107. 
CitronensafL Handelssorten 155. 
Citronensaftkur, Beschaffenheit des Harns 179. 
Citronensäure, Vergiftung mit 643. 

— neue Oewinnungsweise 223. 
Citrophen, Zusammen setzg. 617. 
Citrovanille, Anwendung 911. 
CUn's Leciihin-Präparate 5:0. 
Clysmata der Ph. Nederl. 432. 
Codeinum phosphoricum, Ph. Nederl. 399. • 

— hydrojodieum, Eigensch. 911. 
Collemphastrum Anaeardii f>71. 
Collodium Belladonnae 439. 

— siehe auch urfter KoUodinm.- 
Coninm macul.. Wertbestimm. 443. 
Contrataeniam, Bestandteile 246. 
Contratassin, Bestandteile 259. 
CouTolTulaeeen, Harze ders. 789. 
ConvolTuliu u. Jalapin 794. 



Comit, Bestandteile 239. 402. 
ComutiDum eitricum, Eigensch. 911. 
Corpuliii, Bostandteile 690. 
Cortex Castelae Nicholsoni 288. 

— Chinae, Ph. Ital. 630. 

Ph. Nederl. 428. 

siehe auch Clduarinde. 

— Monesiae, Ph. Nederl. 428. 

— Babelaisiae philippin. 288. 

I — Rhamni Pnrshiana, Ph. Ital. 631. 
! — Rhois, Ph. Nederl. 428. 

— Syzygii, Ph. Nederl. 428. 
Coxin, Bestandteile 439. 

- Anwend in der Photograhie 251. 
Crdme de phospliate de ohaux 573. 
Creseent-Pillen und -Tee 24. 
Cuprom abietinicum, Eigensch. 911. 
Curare, Ersatz durch Delpho-Cnrarin 280. 
Casparin u. Galipin, Vorkommen 722. 
Custos, bestandt u. Anwend. 72. 
Cyanide, neue Darstellungsweise 873. 
Cyanin, Anwendung zum mikrochem. Nachw 

fetter Oele 221. 
Cyankalium, silberhaltiges 617. 

— Zusammens. des Handeiso. 258. 
Cypridol, Bestandteile 303. 
Cytosin, Reindarstellung 853. 



D. 



Daktyloskopie, Wesen ders. 517. 
Damascenin, Formel u. Eigensch. 759. 
Dammarölf Eigenschaften 20. 
Datnraöl, Eigenschaften 46. 

— Atiopingehalt 800. 

Dauerhefe, Herstell, von Aceton-D. 36. 131. 
Dauerhefeprftparate des Handels, Beurteil. 224. 
Danmin, angebl. Ersatz des Schellacks 80. 
Dekaiit, gegen Kesselstein 484. 
Dekokte der Ph. Ital. 678. 

— u. Infusa, Bereitung 471. 

Bereit, mit Fluidextraklen verboten 639. 

Dekoktapparat nach Pleißner 331*. 
Delpha-Curarin, Wirkung 280. 
Delphinium-Arten, Alkaloide ders. 913, 

giftig für Haustiere 913. 

Denitrifikation, Art u. Wesen 13. 
Dentalin, Bestandteile 80. 
Dentin, Anästhesie des D. 917. 
Dermalin, Salbengrundlage 204. 377. 
D^siles' Wein, Bestandteile 24. 
Desinfektion der Wohnungen mit heißer Soda- 
lösuDg 464. 

— mittels Formaldehydwasserdampfes 268. 
Desodorin, Bestandteile 725. 

Diabetes, Kritik der Heilmittel 59S. 
Diabetieo, Wein für Diabetiker 725. 
Diaeetylmorpliin = Heroin 79. 
Dialysata ,,Golaz^, günstige urteile 275. 
Diamalt, Eigenschaften 112. 
Diastase, absolute, Gewinnung 319. 
DiazolOsungen, haltbare 304. 
Dicentra formosa, Alkaloide ders. 834. 
Dlgestif-Recourat-Pastillen 303. 



IX 



BigestiT Tea, tanniDfreier Tee 725. 
Blgitalis. Bereitaog des lafasnm 472. 

— Vergiftuug mit D.-Infosum 87. 

— -Präparate, physiologisch dosierte 585. 

— -Tabletten, 587. 

— siehe auch Folia Digitalis. 
Digitoxin, Lösungsmittel 280. 

— Darstjll. u Eigensch 910. 
Bijodaeetjlen, Desinficiens 725. 
D^odokarbazoi, Eigenschaften 7. 725. 
Dikodeylmetluui-liydroelilorld 439. 
IH-18iaog von SchucharJt 705. 
Diomorpliin, Bestandteile, 151. 

Diottin, Heroin a. Peronin, vergleich. Reaktions- 
tabelle 9. 

— Eigenschaften u. Wirkung 820. 
Bioskorides od. Dioskarides? 270. 468. 
Biphtherie-Heilsernm, eingezogene Nummern 

440 688 727. 

neue Art nach Wassermann 203. 

Bezeichnungen des Wiener D. 298. 

Disaeeharide, Synthese ders. 51. 

Dissolrentln, Zusammensetzung 7. 

Piuetal == Tlieobrominnatrinm 436. 

DioretiD, Wirk, aaf die Harnwege 820. 

Doktor-Titel, Mißbrauch 45s. 
I Doktor-Promotion in München 772. 

DoUarina, Anwend. bei der Wurm krank heit 848. 

Domestie-Liniment, Bestandteile 833. 

Dormiol in Lösung 679. 
; Dormiolkapseln, Farbe ders. 152. 
; Dorrobst, Gehalt von SO, 202. 

Drag^ Demazi^re, Bestandteile 833. 

— Soni&on, Bestandteile 80. 
Dmekfilter neuer Konstruktion 688. 
Babois' „kalte Lampe^ 463. 
Bnittttbletten von Wolf 153. 
Bnfton-Gardener-Lioht 902. 
BftngesalKe, Bestimm, des Kalium 206. 
BuotaJ, ausländisches 889. 
Bntoform, gegen Fußschweiß 259. 
BirerBteir's Citronen-Malzhonig 833. 
I^ymal, Anwendung 69. 
Dysenterie, Seium gegen D. 784. 



£. 

Eaa d'Alibonr, Bestandteile 95. 

- de BegUsse, Ph. d^Anv. 829. 

— de Suez, Bestandteile 381. 
Eegonin, Synthese 553. 
Eehinopsdl, Untersuchung 890. 
EdesÜn, Eiweiß des Hanfsamens 690. 
Edinol, photogr. Entwickler 90. 445. 
Efferreseent Aperient, Bestandteile 8. 
Eiehelkakao nach Ph. Nederl. 454. 
Eiebel- Malzextrakt^ Helfenberger 571. 
Etenindeln, Eiergehalt ders. 200. 300. 

- ohne Eier 366. 

— Eröatz der Eier durch Gelatine 520. 
BeriU, Gewinn, als Nebenprodukt 277. 
Eierteigwaren, Beurteilung 578. 

— sogen. Wasserwaren 578. 

- knnstl. Färbung 200. 



Eigon-Seife. Bestandteile 151. 
Eintanehreunktometör nach Zeiß 85ö. 
ICis* Fabnkation von Kunstois 540. 
Eisen, kolloidales 24. 

— Art der Resorption 749. 

— WolzendorlTs E- Anstrich 533. 

— u. Stahl, Bestimm, des £. 638. 815. 
Eisenarseniat., lösliches nach Spiegel 254. 

— lösliches nach Zambeletti 361. 
Eisenehiorid, als Reagens auf Tartrate, Oxalate 

u Citrale 875. 
Eiseneitrat, Unterscheid, von Eisentartrat 51. 
Eisenkognak von Oolliez 493. 
Eisenlieht, Art u. Herstell, dess. 56. 
Eisenmanganpräparate, therapeut Wert 483. 
Eisennatrinmeitrat-Albnminat 725. 
EisennakleYnat, Eigensch. 135. 
Eisenoxyd, in weingeistiger Lösung 110. 
Eisenseh wefeisänre. Zusammensetz. 819. 
Eisen- Vitellln, Eigenschaften 135. 
Eisenwttsser, ex tempore paratae 531. 
Eiweiß) neue Darsteliungsweise 876. 

— Identificierung der Herkunft 370. 

— Oxvdation zu Harnstoff 704. 924. 
liüweißktfrperi, i:n ötoff Wechsel der Tiere und 

FÜanzen 1. 
Eiweißspaltende Fermente, 498. 
Eiweißstoffe, Synthese 521. 543. 

— Produkte der Magonverdauung 495. 
Ekgonin, Synthese 215 
Ekgoninsttnre, Synthese 216. 
Ektogen, Verwendung 151. 
Eleictron, Kurpfuscher-Institut 8. 
Elemi, Eigensch. des Carana-E. 871. 
Elixir de Virginie 83;^. 

— de 8t. Yincent de Paul 833. 

— u. SIrop balsamo-dinretique 833. 
Elli's Kopt wehpul ver, Be&tandt. 124. 
Elvirstein. ist JBimstein 31. 

Email, antimou haltiges 743. 

Emailsoda ist Kryolithpulver 252. 

Emailie-Wandanstrielie 46 J. 

Emetin, Unterscheid, von Cephaelin 154. 

Emplastra, Ph. Ital. 678. 

Empl. adhaesiv. anglie., Ph. Ital. 078. 

— Gratiae Bei vir., Ph. Nederl. 452. 
Empyroform, Anwend. u. Wirk. 459. 
Empyrolnm albnm Pini 912. 
Emuisio Chloroformii (St. Th ) 244. 

— Paraffini (8t. Th ) 244. 
Emulsion Clin, Bestandteile 833. 
Enthaamngsmlttei, unschädliche 94. 289. 

— Wassersoffperoxyd 312. 
Enzianwnrzel, Zuckerarten ders. 282. 

— fettes Oel ders 222. 

Enzymhaltige Präparate, Bestimm, der dias- 
tatischen Wirksamkeit 803. 
Ephedrin, Formel u. Eigensch. 759. 
Epikarin, in Salbenform 470. 
Epilepsie, Auftreten von Gholin 115. 
Epilobiuni, Etymologie '^70. 

— angnstifol., Gebrauch 72. 92. 123. 
Epinephrln, Darstellung 802. 
Eqnin, Soillin u. Taoein 331. 
Equisetum arvense, Gebrauch 209. 483. 
Erbsenkeimlinge, Vorkommen von Oxydusen 97. 



Erdbeeren, Gehalt an Mangan 502. 

— enthalten Salicylfiäare 364. 
£rdbeergreraeh erzeugende Bakterien 421. 
Erdfarben, Untersuch, auf Arsen 875. 
ErdnnßVl, Yerniengung mit Sesamöl 638. 
Erepsin „Cohnheim", Eigensoh. 377. 
Eriein == Mesotan 79. 102. 

Erikolin, Darstell, u. Eigensch. 814. 

Eriodyetion gintinosnm 439. 

Erni's Tuberkulose-Pillen u. Pulver 620. 

Ertrunkene, Hilfeleistung nach Ph. Nederl. 475. 

Esanopheles, gegen Malaria 483. 

Esanophelin, Bestandteile 620. 

Essentia Antimellinl eompos. 824. 

Essenzen, wasserlösliche von Hansel 21. 

Essig, zinkhaltiger 462. 

~ Eisengehalt des farblosen E. 602. 

— Prüf, von stark gefärbtem E. 47. 

— Bestimm, von Mineralsäure 857. 
Essigsäureanhydrid, Darstell. 723. 
Essiggärnng, Enzyme 391. 

Essigsprit, Darstell, aus Q&rungs-Essig 616 
Ester-Dermasan, Eigenschaften 501. 
Etiler Soap (St. Th. 244. 
Enbiose, Darstell, u. Eigensch. 82. 
Eneliinai, Zusammensetzung 61 
Eneliinin, Anwend. bei Malaria 878. 
Eng^ine, Bestandteile 303. 
Eagenol, Bestimm, im Nelkenöl 719. 
EogoHol^ Anwend. u. Wirk. 115. 
Enkain, a und ß Eukain 899. 
Enkalyptol, Ph. Ital. 633. 

— Darstell, nach Merck 10. 

— vielseit. Verwend. 120. 

— -Resorein, Anwendung. 8. 725. 

— -Bonbons, Bestandt. 620. 

— -Mundwasser 335. 
Euklnase, Gewinn, u. Anwend. 151. 
Eumenol, Bestandteile 726. 
Eumorphol, medicin. Anwend. 61. 276. 
Eumydrin, Eigenschaften, 360. 
Euphorbon, Eigenschaften 781. 
Eutbymol, amerik. Mundwasser 335. 
exiex, Etymologie dess. 239. 
Explosionsgemlsehe 154. 
Extensionsverband nach Hausner 290. 
Extraktionsapparat nach Radermacher 84. 

— nach Büttner 651*. 

— für auf dem Filter befindliche Niederschläge 86. 

— für Flüssigkeiten 555*. 
Extraeta flnida, Ph. Nederl. 433. 

zur Sirupbereitung nach Ph. Helvet. 636, 

Extrakte der Ph. Ital. 697. 

— Herstellung haltbarer 241. 

— narkotische, Wertbestimmung 349. 
Extractum Aloes, Ph. Ital. 698. 

— Balsam! tolut. fluid. 82. 

— Belladonnae, Ph. Ital. 698. 

— — Wertbestiinmung 350* 

Bestimm, des idkaloidgehaltes 352. 

— Cannabis Ind., in Mixturen 892. 

— Casearae Sagradae, Ph. Ital. 09S. 

— CheUdonii, Ph. Nederl. 433. 

— Chlnae, Ph. Nederl. 434. 

— olc liquid., Bereitung 777. 
Chiei, Ph. Ital. 699. 



Extraetum Condurango, Idenditätsreaktion 205. 

— Eelilnaeeae augustif. rad. 286. 

— Filieis, in Mixturen 361. 

— Glandium maltosum 571. 

— Hippoeastani seminis 83. 

— Hydrastis, Bestimm, des Hydrastin 494. 

— Hyoeyami, Ph. Ital. 699. 

— Ipeeaeuanhae fluid., Ph. Brit. 226. 

— Liquiritiae, Ph Ital. 714. 

— OpU, Ph. Ital. 714. 

— Seealis eomuti, Ph. Nederl. 452. 
— . Ph. Ital. 715. 

— Strychni, Ph. Ital. 715. 
Extrait de Malte D^Jardin 725. 
Exudol, Bestandt. u. Anwend. 476. 



F. 



Fabingrer's Malzbafer-Zwieback 620. 

Faeees, Beschaffenheit normaler F. 52. 

Fagnline, Bestandteite 361. 

Fäkalien, zur Gewinn, von Spiritus 129. 487. 

Fakirtee, Bestandteile 223. 485. 

Falkenberger Kräutertee 204. 

Fango, Bezugsquelle 90. 

Farben, Wirk, der Teerf. auf die Verdauung 156. 

Farbstoffe, Diffusion in Gelatine u. Wasser 600. 

— Gruppierung der natürl. F. 736. 
Farine alimentaire Tigier 833. 
Farini, Bestand, u. Anwend 476. 
Farin, Anwendung 824. 

Fehling'sche Lösung, verbess. Gebrauch ders. 

819. 
Feigensaft, alkoholische Gärung 929. 
Fei Fauri inspiss., Herstellung 894. 
Feldau'er Kiefer-Moor 833. 
Ferissol, Eigensch. u. Anwend. 572. 
Fermanglobin, Eigenschaften 529. 
Ferrakon, Bestandteile 246. 
Ferramat, Eisenpillen 38. 
Ferroflx, Lötpaste, Bestandt. 56. 
Ferrol, eine Nuklein-Eisenverbind. 7. 
Ferrolin, Bestandteile 502. 
Ferrum albnmin. Linkersdorff 833. 

— oitrie. ammon., Ph. Ital. 590. 

— oxydat. saechar., Ph. Nederl. 411. 
Fersan, Anwend. u. Wirk. 784. 
Fett, Enstehung im Tierkörper 11. 
Fette, fermentative Spaltung 265.. 

— einer babylon. Apotheke 458. 
Fettbestimmung, Methoden der F. in tier. Fetten 

638. 
Fettsäuren, Gewinn, fester F. 176. 

— Titration ders 262. 

— Einwirkung von Metallen 278. 
I FeuergefiUirUeli, was ist f.? 99. 
iFibroleum, künstliches Leder 252. 

Fichtenknospenöl, Eigenschaften 548. 

Fieberkranke, Getränk für F. 95. 

Filmaron, Eigensch. u. Anwend. 321. 

Filterpresse als Dialysator 152. 
I Filtriermasse nach Soxhlet 485. 

Filtrierpapier, Ursache von Irrtümern in der 
i Analyse 378. 



FtagvrUHfe, neuartige 708*. 
Ftageniigel, Poliermittel 626. 
JPink's komprim. HefetaUetten 620. 
Fiim's WasBenuchtspolyeT 725. 
nrmin, Bestandteile? 725. 
Fbehe, anftepntste geräucherte 202. 
Ftedifleiseh, Autolyse dess. 236. 
Ffadematren, Zorstonmg dess. 30. 
Flaehswaelis, Eigenschaften 627. 
FlasehenTenehliiß, ein neuer 269'*'. 

— ^eform-F.'' nach Ffund 313. 
Flatnlin-PUlen nach Boos 108. 
Fleekteaseire ,.l>elphlii'' 493. 
Fltekenreinlsrnngunittel 162. 

FiMk weir« zai^ Fleokenvertilgung &39. 

neekielfe, flüssige 342. 

Flebeh, Konservierungsmittel 259. 462. 642. 

— Eriialt. der naturl. roten Farbs 877. 

— Probeentnahmen zur Untersuch. 143. 

— Leuchten des F. 308. 463. 
FleteehpnlTer nach Ph. Nederl. 455. 
FlenmlBff'sohe LQsung naoh Ph. Nederl. 473. 
FleirpMte, Bestandteile 725. 
raegeapapfer, amerikao. 479. 

— Aufbewahr des arsenhaltigen 219. 
FlShe, üeberträger dos PestbaoiUus 13. 
Firns Chamomillae, Ph. Ital. 631. 
Florit, Herstellung 564. 

Fliikol, eine Art Eukalyptusöl 246. 

— Warnung Tor Anwend. 786. 
Fluor, flüssiges u. festes F. 281. 
FlienuiAriiuii, pilzwidrige Wirkung 91. 
Flaonraasentolbilvre. medio. Anw. 255. 
Fotta Belladoimae, Ph. Ital 631. 

mit Phytolaeea deeandra verfälscht 747. 

~ Digitalis, Wirkungswert 587. 

Uisadien der Unwirksamkeit 910. 

physiolog Wertbestimmung 777. 910. 

siedle auch unter Digitalis. 

Oasserl 529. 572. 

— Eucalypti gloK, medio. Anwend. 288. 

— haeMtolo^ea 903 

— Hyoserami, Ph. Ital. 631. 

— Jabonudi. Yerffilsoh. 849. 
~ Orfhea^ld, Ph. Nederl. 428. 

— Sennae, entharzte 123. 

— Uiae ürsi, Bereitung des Dekokts 104. 
Ftree, Bereit u. Analyse 578. 
Fermaliehyd, Bestimm, nach PfafF 49. 

— Bestimm, naoh Bomija 756. 

— Bestimm, naoh Sohiff 112. 461. 

— Bestimm, in Losungen 929. 

— Kritik der Bestimm. -Methoden 751. 
-- Naohw. in Nahrungsmitteln 12. 

— als Konservierungsmittel 286. 
~ Desinfektion mit F. 100. 481. 

— Kodein als Reagens auf F. 62. 

— Vorkommen u. Naohw. in den Pflanzen 62. 

— therapeut wichtige YerbinduDgen des F. 88. 

— -KaselB, Darsteli^. 89. 

— -Wa«crdflmpf-Dffliiiff¥tiftn 731. 
^«niailii, Nachw. Ton Methylalkohol 96. 
FefnaliMr^me Eseldg 838. 
FtnudlB-GlyeeriH gegen Bartflechte 98. 
Fanaia, als Konsenrierungsinittel 841. 
HnaefoiinpiiiTer, Bestandteile 439. 



Formol g6rian^, Bestandt. 174. 
Formol-Nazine, Bestandteile 303. 
Foster-Lampe, Konstruktion 731. 
Frankolin, zur Reinig, des Acetylens 101. 
Fresenius Laboratorium 226. 649. 
Freß- u. MastpolTer, 7 Sorten 480. 
Frisoni's Oichtheiler, Bestandt. 493. 
Frostinpräparate 760. 849. 
Friiehte, konserrierte, Nachw. künstl. Ffirbung 

117. 
Fmehtsttfte; Erlaubtes u. Unerlaubtes bei der 

Herstellung 27. 

— Methylalkohol in vergorenen F. 12. 
Fruehtweine naoh Sauer 232. 
Frachtsueker, Naohw. im Blutserum 84. 
Fraetus Coloeynthidis, Ph. Ital. 631. 

— Foenieuli, Ernteberioht 276. 
Fruktose, Nachw. im Blutserum 51. 
Fuehsin, volumetr. Bestimm. 437. 
Forol, reiue Bierhefe 361. 

Fnron, zur Konservier, von Wurst 140. 
FuselM, Gehalt an Amylalkohol 597. 
Fußsehweiß, Anwend. von Dnroform 259. 
Futtermittel, Bestimm, der CeUulose 876. 
Futterstoff, neuer nach Meuiengracht 41. 

— amerikan. Kraftfutter 41. 



G. 



Gabler*s All Heil-Tee 834. 
Galanga m^Jor, Beschreibung 851. 
Galatith, Ersatz von Hörn 298. 
Galenische PrSparate, Wertbestimmung 850. 
Gallensteine, Therapie 560. 
Galloparatoloid, Eigenschaften 725. 
Gallu^sKure, Unterscheid, von Gerbsäure 139. 
Galvanisehe Batterlefttllungeii nach Ph. Noderl 

474. 
Gttnsefett, Zusammensetzg. 140. 
GartenkressesamenVi, Untersuch. 890. 
Gftrong, Litteratur über Gärungsprobleme 55. 
GKmngsgewerbe, Ausstellung 399. 
Gasal-Tabletten, Bestandteile 884. 
Gasreinignngsmasse, Bestimm, des Eisenoxyds 

732. 
Gas-Selbstzttnder, Beschreibung 40. 
Gastrin« Bestandteile 493. 
Gastrin-Magentabletten 174. 
Gastropaehla Piai, Vorkommen 666. 
Gasn-Basu, Anästhetikum 303. 
Geflügeieholera, ist anzeigepflichtig 841. 
Gehe & Co., Handelsbehuht 1903 274. 
Gehelmmittel, Verordnung den Verkehr mit G. 

betreff. 689. 

— Verkehr mit G. 830. 930. 

— u. Kurpfuscherei 8. 541. 564. 786. 
Gelatinae ophthalmicae Ph. Ital. 715. 
Glelatine, sterilisierte von Merck 513. 

— Sterilisation für subkutane Einspritzungen 

29. 30. 78. 206. 
Gelatinekapseln von Pohl 37. 
Gelatinepapier, Gebrauch dess. 421. 
Gelatine-Taginal-Tampons 322. 
GelaÜBo-plwfttique, Bestandteile 725. 



XII 



6«lee, Zusatz von Stärkezucker 200. 
Gemüflekonserreii, Färbemittel 264. 
GemüfieschildUiiire, Bekämpfung 648. 
Genfer Neatraüttttszeiehen 103. 
Geranlam-Bleehstoffe, 549. 
G^raadel-Pastilien» Bestandt. 493. 
Gerbsäure, Bestimm, oaoh Buoß 139. 

— unterscheid, von Gallussäure 139. 
Gerbatoff, volumetr. Bestimm. 26. 
Gerbstoffe, Wertbestimm. nach Nölting 621. 
Gerdal, Bestandteile 493. 

Gerlaeh's Präservativoreme 725. 
Germanliim, Atomgewicht 21. 
Germanlnrnwaflserstoff, Eigensoh. 442. 
Gewisser, Ursachen der verschied. Färbung 888. 
GewIlrzpulTer, Verfölsohungen 202. 337. 

— siehe auch Pfeffer, Zimmt u. s. w. 
Giehtpastillen, vegetabilische 289. 
Gtftfi^ehe, Yorkommen u. Giftwirk. ders. 342. 
GiflpflaazeB, indo-malayische 295. 
Ginstentfl, Eigenschaften 20. 

Giobertl's Tinktur, Bestandt. 668. 

Gipsbinden, verbesserte 124. 

Glas, YeränderuDgen bei langer Aufbewahrung 72. 

— löslicher Gehalt an Alkiüi 824. 
Glaswaren, Pieissteigerung 731. 
Gliadine, Getreideproteid 135. 175. 
Globolarla Alypam 872. 
Gloneln = Glonoln 679. 
GlUhk((rper, Herstell, der Fäden 425 
Glyeeratnm Blsmati earbon* (St Th.) 244. 
Gljeerln Ph. Ital. 590 

— Yorkommen von Arsen 51. 

— Gewinnung aus Schlempe etc. 530. 

— Bestimm, nach Buisine 487. 

— keimtötende Eigenschaften 418. 

— Yerwend. zu Pillen massen 894. 
Glyeero-Kola, granuliert 550. 
Glyeerophosphatgrlyeerol, Eigensoh. 436. 
Gljeln, Gebrauch in der Photographie 860. 
Gljeyrrhlzln, als Ersatz des Saccharins 624. 
Gljkoblastol, Bestandteile 174 
Glykograllin, Eigenschaften 322. 
Glykogen^ Bestimm, nach Bigard 207. 

— medicm. Anwend. 912. 
Glykogrenol, Eigenschaften 146. 
GlykoLsanrementhylester, Eigensoh. 6i. 
Glykolsäore-Menthylttther, Eigensoh. 375. 
Glykophenln = Saccharin 725. 
Glykosolvol, Warnung 564. 
Glykozone, Bestandteile 223. 
Gnoskopln, Isomeres des Narkotins 567. 
Gold, kolloidales, Darstellg. 840. 
Goldsehmldt's Eopfschmerzpastillen 204 
Gonokokken, Farblosung f. G. 97. 

— Färbung nach Pappenheim 897. 
Gonosan, Bestandt u. Anwend. 28. 

— gegen Gonorrhöe 898. 
GördePs Tee, Bestandteile 834. 
Graphit, künstlicher 250. 

— Bestimm, in Gesteinen 447. 
Grindella((l, Eigenschalten 548. 
Gniner's P9kelsalz, Bestandt. 462. 
Goaeo, Abstammung 288. 
Gn^Jaehlnol, Zusammensetzung 7. 
Gni^aeld, Bestandteile 679. 



GoiO&<)iB, Eigenschaften 7. 286. 
Gni^akol Ph. Ital. 591. 
Gu^Jakolsnlfosänre, Herstel). 637. 
Goanldln, Bestimmung dess. 292. 
Gummi arabienm Ph. Ital. 631. 

Imitation 400. 

Gnija« baisam, Gewion. u Untersuchg 761. 
Gurken, das Einsäuern ders. 363. 
Gormin, Gewinn, u. Anwend. 912. 
Gnttl, Ph. Ital. 631. 
Gntzelt'scher Arsennachweis 914 
Gynocard]a((l, Uüter»uchung 627. 668. 
Gynocardlaselfe, Anwendung 725. 



E 



Haarfärbemittel 131. 157. 269. 363. 
HaarSl, biUiges 479. 515. 
Haartlnktor von Eneifel 852. 
Haarwasser .,Kanad»^^ 131. 

— Lanohn-H. 441. 

Haarwuehssaffc, Ankündig, verboten 593. 
Haberecht*seher Tee, Bestandteile 725. 
Hactormln, alkoholfreies Getränk 714. 
Hagrebnttenmns, Analyse 578. 
Halman, Bestandteile 24. 
Halogenstürken, Eigenschaften 528. 
Hamananatto, Japan. Käse 64. 
lUtmadorol, Zusammensetz. 335. 
Hämalbamln-Chlna-Elixler 439. 
HttmartoK Ersatz des Hämatogen 834. 
Hämase, Darstell, u. Eigensoh. 705. 
Httmatln-Elwelß, Analyse 723. 
Hämatinogen. Gewinnung 494. 
HKmatlnprttparate, Darstell. 440. 
Hämatofb, Bestandteile 834. 
Hämatogen, Ph. Nederl 452. 

— ist ein Heilmittel 681. 
Httmatoporphyrlnnrle, Entstehung 88. 
Httmomaltln, Blutpräparat 107. 124, 204. 
Httmophosphln-Tabletten 494. 
Hämostatln = Xeroform 725. 
Hamostln = Hamalbnmln 725. 
Hämorrhoiden, Mittel gegen 108. 
Hllnde. kosmet. Gallerte für die H 289. 
Hansel H., Geschäftsbericht 19. 548. 

I Hardlella, Bestandteile 620. 

Harn, bei Citronensaftkuren 179. 
, — der Diabetiker ist eisenhaltig 246. 

-- bei Gebrauch von viel SuUonal 88. 

— Gefrierpunktsbestimmungen 252. 

— Sedimentier-Soheidetrichter 859. 

— Naohw. bezw. Bestimm, von Blutfarbstoff 

228. 

— von Blutkörperchen 925. 

— von Chinin 618. 

— von Eiter 926. 

— von Eiweiß nach Fuchs 400. 

— von Eiweiß nach JoUes 704. 

— von Eiweiß nach Prescher 576. 

— von Eiweiß, Trugschlüsse 925. 
von Galienfarbstoff 478. 924. 

— von Glykogen 478. 

— von Hämatoporphyrin 88. 



xin 



Hftrn von Indikan oaoh.Boama 26. 

— Ton Indikan naoh Ehrlich 307. 

— Ton Indikan nach Biegler 567. 

— von Indikan nach Strzygowski 248. 

— von Indikan naoh Obermayer 925. 

— yon Indoxyl 621. 

— YOQ Jod nach Biegler 565. 

— 700 Eali 138. 

— Yon Laktose 394. 

— von Ozalsäore nroh Albahary 576. 

— von Pentosen 479. 494 

— von Quecksilber naoh Jolles 839. 

— yon Snlfonal 6. 

— von Zacker neben Arbntin 485. 
~ Ton Zaoker mittels Polarisation 484. 

— von Zacker nach GawaIow8ki^926 
Harnibire, Nachw. naoh Riegler^621. 

— medicin. Anwendung 279. 
Hanuedimente, üntersnchnng 297. 
Harnstaffi Kritik der Bestimm. Methoden 733. 

— Oxydation organischer Körper zu H. 702. 
Hartspiritus, verschied. Irten 884. 
Harae, Prüfung der Harth. 96. 
Haschieh, wirks. Bestandt. 616. 
Haaueliwaiiiiii, Beziehung zu Krebs und Tu- 
berkulose 497. 

Haagmaiiii's AdhaeslTam, verbess. 823. 
Haastiere, den H. giftige Pflanzen 913. 
Haut, Mittel zur Pflege der H. 823. 
Hüatehen, wasserdichte, Darstell. ]94. 
Helnra'MAer Seifenspiritiis 550. 
Hefe, Zellkern u. Struktur ders 68. 

— Einwirk. auf. die Inversionskraft 67. 

— bakteridde Wirkung 296. 

— arsenhaltige als Arzneimittel 21. 

— Verkehr mit H. 325. 
Hefeextrakte Oros, Siris a. Wnk 290. 
Hefe-Setfe n. -Tabletten 493. 
HefetaUetteD von Fmk 620. 
Heitfllaater, engl, üniversalh. 833. 
Heidelbeeren, Gehalt an Mangan 502. 
Heidelbeerentinktar, Bereit 494. 
Heilmittel, Erläuter. des Begriffs H. 681. 
HeflpulTer für Sitzbäder 258. 
Hein's Wein-Sohnellklärung 639 
Heinrieh's Tee gegen Magenleiden 258. 
HeUeaanr, Ersatz der Dunkelkammer 467. 
Hell'a Somatoae-Kindernahrung 80. 
HeUlfkeitsprttfer nach Wingen 161. 
Helmerleh'a Salbe. Bereitung 815. 
HelraltDl, Anwendung 898. 
Heloaln, Herkunft u. Anwend. 726 
Henaboleida arseniated 573 
flemaglobine solable, Bestandt. 834. 
Henryks Chloride8;and Jodides 573. 
Heratol, zur Reinig, des Acetylens 101. 
Herba AdoBidis, Ph. Ital. 631. 

— Polygoni aTicnlaris, chemische Untersuchung 

922. 

— Tlolae tricolor«, medic. Anw. 288 

gegen Akne 784.J 

Herbabny's Kalkeisensirup 493. 
Herbarinm, das älteste 701. 
Herba-Seife, Bestandteile 503. 
Hermaziii, gegen Kesselstein 484« 



Hermophenyl, Anwendung 748. 

— Reaktionen 815. 
Heroin, Giftigkeit dess. 142. 225. 

— Nachweis dess. 332. 

— Wirkung 820. 

— Bereit, einer Lösung 470. 

— Peronin u. Dionin, vergleich. Reaktions- 
tabelle 9. 

HeroiDhydroeblorat, Eigenschaften 870. 909. 
Herophosphitea, Bestandteile. 
Hetol, Anwend. bei Tuberkulose 598. 
HetrallD, Eigensch. u. Anwend. 491. 780. 

— Bezugsquelle 772 
HeobaeilloB, Virulenz dess. 125. 
Henfleber, Ursache u. Heilung 376 

— -Heilserom PoUantin 375. 377. 512. 
Heureka, gegen Kekselstein 131. 
Hexamethylentetramin siehe Formia. 
Hexamethjlentetramtntattiiiii-Proteid 135* 
Hilfeleistang bei Vergiftungen und Unglücks- 

fällen, Anweisung der Ph. Nederl. 474. 
Himbeeren, enthalten Salioylsäure 364. 
Himbeersaft, Konservierung 650. 
Hlmbeerslrop. Bereitung 415. 527. 

— von dunkelroter Farbe 923. 
Hiradin, Gewinn, u. Eigensch. 550. 
Histogeaol, Eigensch. u. Anwend. 287. 

I HitaEdraht^Bogeiilampe nach Fester 731. 
' Hotprildlkate sind nicht übertragbar 640. 
HohPs Blutreinigungspulver 493. 

— Eisenpulver 493. 

Hmiensteinhalter naoh Bulnheim 226*. 
Holz, Prüfung des Bauholzes 575. 

— Prüf von Bauh. auf Hausschwamm 665. 
Holzessig, Reinig, von Teer 553. 
Holzfiigen, Aus^sserung ders. 284. 
Holzgeist, Gehalt an Aceton 505. 
Holzöl, chinesisches 477. 890. 
Holzstoff, Farbreaktion mit Amylsohwefelsäure 49. 
HolzwoUe u. UolzwoUwatte der Ph Nederl. 

431 432. 

Homöopatii, Name allein ist kein unlauterer 

Wettbewerb 873. 
I Homöopatlr. Apotheken, Dispensierbefugnis 681. 
'Honig, Piüfang auf Glykose 131. 
t — Gehalt an schwefliger Säure 417. 
|— 5 augebl. Ersatzstoffe 259. 
iHontbin, Reaktiooen 256. 
{— Darstell, ist patentiert 812. 

Hopfen, Ersatz dureh Colombowurzel 674. 
' — angebl. Gehalt an Senföl 909. 

Hopogantabletten, Bestandt. 219. 

Htthaerangenseife von Lauterbach 258. 

Hühnerpest^ ist anzeigepflichtig 844. 

Hundebandwnrm, Schmarotzer beim Menschen 
520. 

Husten, äuP^ere Ursachen 



HydragogiD, Bestandteile 877. 
Hydrarguent, Bestandteile 162. 
Hydrargymm ehloratom Ph. Ital. 
, — earbolicnm 921. 
! — jodatum Ph. Ital. 591. 
I — jodotannicnm 912 
I — präeipit. alb. Ph Ital. 591. 
Hydrastin, Konstitution 452. 566 
\ — Schmolzen mit HarnstofP 560 



591. 



XIV 



Hydrastliiln, Reaktionen 261. 
Hydroeldln, gegen Faßsohweiß 573. 
Hydrogrenlnm peroxydatvm Ph. Ital. 501. 
Hydrolelne, Bestandteile 361. 
HydroBol u. Hydrog^l, Bedeutung 137. 
Hydroxylamiii, Darstellung 260 
HyirrlBsttiire, Synthese 218. 
Hyoseyamin Ph. Nederl. 411. 
— Beziehung zu Atropiu 849. 
Hypnoaoetiii, Formel a. Eigensch. 439. 
HyocUorltmasse, feste 894. 
Hypophosphfte, Jodometrie ders. 208. 
Hyracenm Ph. Nederl. 428. 



Jalapin u. ConTolTulin 794. 

Jasminölf künstliches 526. 

Jaane T^tal, Zusammensetz. 363. 

lehthol, Beatandteile 726. 

lehthyocolla, Ph. Ital. 631. 

lehthjol, Geschichtliohes 691. 737. 

lehthyolldln, Eigensch. u. Anwend. 321. 

lehthyolrohSl, Gewinnung 693. 737. 795. 812. 

Ichthyolpflaster, Anwendung 335. 

lehthyolRalieypräparate nach Yalenta 335. 

IchthyolHnlfosäure, Darstellung 695. 737. 795. 

812. 
Ideiü, Komprimiermaschine 844. 
Ido, ein Gewürzpiäparat 746. 
Jeeorolbntter, Bestandteile 834. 
Jeqniritolsera von E. Merck 287. 
Jeyes Fluid, Zusammensetz. 439. 
IgrniN, ein Anfenerungsmittel 56. 
Indigo, Gewinnung u. Analyse 293. 
Indigrofera tinetoria, Gehalt an Indikan 293. 
Infantln, Kindernährmittel 232. 
Jnfüsa nach Ph Ital. 716. 

— u. Dekokte, rationelle Bereitung 471. 

Bereit mit Fluidextrakten verboten 639. 

Ii^eotio antigronnorrh. Szymanskl 726. 
Insektenstiche, Behandeln mit Jodtinktur 496. 
Jod, Gewinnung in Japan 124. 

— Analyse des reinen 282. 

— Nachw. nach Biegler 565. 

— Eropfindliohk. der Reaktionen 815. 
Jodaceton, Wirkung 679. 
Jodalgin, Ersatz des Jodoforms 61. 
Jodelsensimp. Bereit, ex tempore 36. 
flodengrenol, iaigenschaften 436 
Jodfette, geschwefelte 6. 
Jodfettsänren, schwefelhaltige 205. 
Jodipalme, Jodfettpräparate 375. 
flodkatgut, Bereitung 871. 
JodkodeYn, Eigensch. u. Anwend. 892. 
Jodmono-dibismutmethylen-dikresotinat 726. 
Jodoform, Herstell, mit Acetylen 38. 
Jodoformanilin, Anwendung 572. 
Jodoformgaze, Herstellung 152. 

Jodol, Ph. Itol. 591. 
Jodoleate, Herstellung 477. 
Jodophen, wirkl. Zusammensetz. 276. 287. 
JodophenollÖNungr, Anwend. 7S^. 
Jodpentaflnorid, Eigenschaften 10. 



Jodqneeksilberkäkodylat, Eigensch. 803. 
Jodseifen, Zusammecsetzg. 573. 
Jodnm tribromatnm, Ph. Nederl. 412. 
Jodare Sonffron, Bestand! 80. 
Jodrasogen, Yorsohrift 131. 
Jodyloform, Anwendung 287. 
j Jodzahl, Bestimm, nach Ph. Ital. 613. 
I Ipeeacnanha - Alkaloide, Unterscheidung ders. 

154. 
Ipeeaenanhasänre, Wirkung ders. 568. 
Ira, gegen Zahnschmerz, Bestandt. 493. 
Ischler SehweCelsehlamm 151. 
iHopral, Eigenschaften 679. 
— Anwendung 912. 

Isopjrotritarsanres Eisen, Anwend. 359. 
Isoxime, Wirk, der cyklischen I. 310 
Itrol, Lösungen mit Citronensäare 732. 
Jnlep-Znbereitnngen der Ph. Nederl. 453. 
Jttrgensen's Salbe, Bestandt. 80. 
Jäte (Corchoms) der Ph. Nederl 481. 
Izol, Eigensch. u. Anwend 287. 



! K. 

I (Siehe auch unter C.) 

i 

K und C, ihre Verwendung 468. 
, Kadminm, Analyse des reinen 282. 

Kaffee, Aromazahl dess. 236. 
' — Bestimm, des Koffeins 294. 

— koffe'inarme Sorten 267. 

— Färben des rohen K. 201. . 

— Anputzen des gerosteten 201. 
. KaffeelikVr, Bereitung 434. 

Kaifee91, Eigenschaften 120. 
Kaiserwasser, Bestandteile 726. 
Kakao, Bestandt. des Nnko-Kakao 337. 
Kakao-Kodentabletten von Berhold 94. 
I Kakao91-Emulslon zur Bereitung von Tabletten 

839. 
Kakaopulyer, Fälschung mit Schalen 337. 417. 

462. 
Kaki-Shibn, Gebrauch in Japan 540. 
Kakodylsänre, Reaktionen 293. 
Kakteen, Vorkommen von Alkaloiden u. Sapo- 

ninen 249. 
Kalagna, Zusammensetz. 174. 
Kalameon, Eigenschaften 234. 
Kali-Apparate, zwei neue 85*. 
Kalium, neues Reagens auf K. 138. 

— Bestimm, mit üeberchlorsäure 391. 

— Bestimm, im Kainit und Düngesalzen 206. 

— aeeticnm, Ph. Ital. 591. 

— -bromid, Veruureinigungen 108. 

— chlorienm, Ph. ItaL 591. 
Prüf, mit HgS 118. 

— Jodatum, Ph. Ital. 591. 

— -karbonat, Darstellung 551. 

— -Magrnesinmkarbonat, Darstellung 551. 
— oxyd, Darstellung 727. 

— permanipmienm, Ph. Ital. 591. 

als Verbandsmittel 802. 

Antidot des Morphins 310. 

tetroxalat, als Titersubstanz 915. 

Kalkseife, Salbengrundlage 361. 



XT 



Kalkwasser, Nutzen für Diabetiker 236. 
Kalerael n. Kocksalz, uDvertiüglich 465. 
Kalesin, Bestandteile 502. 
Karapher, Monopol in Japan 828. 

— Gewionnng dess. 866. 

— künstl. Hersellong 118 
Kamphertfl blaa^ E^nschaften 120. 
Eamphidon n. Kamphidin 90. 
Kampkoral, Zosammensetz. 725. 
lannablnet ün Haschich enth. 616. 
Kanten, Japan. Gallerte 112. 
KapJaner Thermalwasser Anal3r8e, 552. 
Eapokai, Eigenschaften 768. 
Karakafriehte, Beeohreibang 527. 
KarbeliBemn, HerBtellong 269. 
Karkolsiiire, synthetische 162. 

— Ursaclie der Botfärbong 239. 
Karbolsfinre-Kapseln von Fohl 37. 
Karbeiwatte nach Ph. Ital. 716. 
Karbonate, Unterscheid, der natürlichen K. 515 
Karboxyithylkampher, Eigensch. 135. 
Karbunkel, Salbe gegen K. 162. 
Kardamomen yon Colombo 850. 
Karlsbader Salz, künstliches 47. 

Karmin, Prüf, nach Ph. Nedeil. 427. 
Kaimlaldsunf, nach Ph. Nederl. 473. 
Karminalaonl^teang, Darstellg, 262 
Kartoffeln, beste Verwertung 399. 

— Verwandlung in Backmehl 541. 

— Sumpfland-K. von Uruguay 902. 
Karteffelknmkhelt, Auftr. in England 648. 
Karteffelmalzmehl, Herstellg. 155. 
Kasena, Beetandteile 529. 

KIse, Prüfung der Weichkäse 102. 

— Einfluß des Zuckers bei der Reifung 125. 

— Bestimm, des Fettgehaltes 224. 
Kasein, sein Zustand in der Milch 877. 

— Klännittel für Wein 89. 

~ -Eisen, Eigenschaft u. Anwetd. 725. 

— -Klebralttel 769. 823. 

— -Ifatrinm, zur Darstell, der Lobertran Emul- 

sion 46. 
Kaskadine, wetterfeste Farbe 90. 
KassiabllitenSl, künstliches 260. 
Kas8mann*s Inhalierflüssigkeit 726. 
Kastanienextrakt-Pflaster, 83 
Kastanienbolzextrakt, Gewinnung 859. 
Kastanien-Kraftmehl, Eigensch. 83. 
Kastanien-Präparate von Flüggo 650. 
Kabtanol, Bestandteüe 852. 
Katatypie, Bedeutung ders. 211. 
Katgnt (Chorda) der Ph. Nederl. 431. 

— zu sterilisieren 142. 
Kalhartogen, Abführpillen 725. 
Katbeterpnrln, Bezugsquelle 920. 
Katzen^emeh, Beseitigung 192. 
Kaiit8ehnk, Gewinn, u. Verarbeii 724 

— Gewinn, auf Ceylon 870. 

— Bestimmung in Pflastern 721. 
Kaatflehnkheftpflaster, Vorschrift 736. 
Kantsehnkitte, Vorschriften 181. 
Kantsehnkpflanzen, Vorkommen 785. 

— Kultur in deutschen Kolonien 549. 
Kaatsehnkwaren^ Analyse 306. 

-* Aufbewahrung 341. 
Kawasanta siehe Gonesan. 



' Kawawnrael, Bestandteile 720. 

KayHerling's Konservierungsflüssigkeit Bi2. 

Keflrine, Bestandt. 476. 

Kefyr, Bereitung nach Ph. Nederl. 453. 

Kepler-Solntion, Bestandteile 94. 
I Keratinierte Kapseln von Pohl 37. 

Kermes miuer., Untersuchung 154. 

Kermelol-Kapseln, Bestandteile 94. 

Kemer-Weller'sche Chininprobe 435. 
I Kesselstein, Mittel gegen E. 15. 100. 131. 250. 
484. 

— Wttrmeieitungsyermögen 54. 
KeachhuNten, Anwend. von Pyrenol 300. 

— Behandlung mit Euchinin 916. 
I — Ist aoseigepflichtig 772. 

KeuchhuKtenbaeillns, Beschreibung 499. 

Kieselschwefelsäure, Putzpulver 480. 

KinderpnlTer, Leipziger 852. 

Kinderyater's Näbrkapseln 726. 

Kitte, Yoischied. Kautschukkitte 181. 
I — Metallcement 603. 
> Klebemittel mit Kasein 769. 823. 

— für Seidenpapier 883. 
Kleiolin, Bestondteile 852. 
Kleister, für Stoffe auf MeUll 626. 
Kiopfer'sche Nährmittel 492. 

Knochen, Unterscheid, von Menschen- u. Tier- 
knochen 205. 

Knochenteer, Untersuchung 867. 

Kobalt, kolloidales 23. 

Kochsalzltffiongf richtige Zusammensetzung der 

physiologischen 114. 
I Koehsalzinfiisionen, Anwendung 146. 

KodeVn, neue Farbreaktion 748. 
I — Oxydationsprodukte 723. 
I — üeberführ. m Thebenin usw. 773. 

KodeY^jodhydrat, Eigensch. 892. 

KolfeYn, scharfe Reaktion 111. 

— Bestimm, nach Eatz 555. 

— Antidot von Nikotin 821. 

, - Gehalt verschied. Drogen an K. 21)4. 

KoffeYnaethylendiamin« Eigensch. 550. 
< Kogrnak, Entfern, von Oummigesohmaok 447. 

Kohlenaäore, gasvolumetr. Bestimm. 596. 

Kohlensaure Oetränke Sterilisation 929. 

Kohlensänrebttder, Bereitung 882*. 

— Benutzung von Zinkwannen 491. 

— Literatur über K. 160. 
Kokain, neue Reaktion 460. 

— Synthese des r-E. 215. 

— als Berauschungamittel 899. 

— freier Verkauf verboten 485. 
'Kokosnußfett, Handelsmann ()58. (>83. 

Kokosöl, Reinigung dess. 153. 

Kola grannlate, Ph. d'Anv. 830. 

Kola-Präparate von Stell 24. 

KolanußlikOr, Bereitung 440. 

Kolarot, Darstellung 233. 

Kole spar, angebi. Eohlensparmittel 131. 

Kollargol, Eigenschaften 583. 

— verbessertes 779. 

— seine wirkliche Zusammensetz. 551. 

— Bereit, von Lösungen 470. 

— €red6, Wirkungsweise 707. 
Kollidin, Zusammensetzg. 725. 
Kolloidale Hydroxyde 804. 



XVI 



Kolloidale Metalle, Darstollung 840. 
Kolophon der nordiscaeu Mehle 8f>l. 

— SchmelzpaDklbestimrauDg 762. 
Kompriiniermasehlne ^deal*^ 480. 
KOnlgr's Nerven stärker, Bestandt. 174. 
Konserrebttehsen, innerer Anstrich 664. 

— Yemieren ders. 732. 
KonserTierungsflüssigkeit für Museen 161. 
Konserrlerangsmittel, gesundheitswidrige 683 

— siehe auch unter Fleiseh usw. 
Kopnlo, Bestandteile 223. 485. 
Kork, weich zu machen 41. 

— unzugänglich fiLr Bakterien 499. 

— Herstell, von Kunstk. 772. 
KorneYn, Uühneraagenpflastor 725. 
Korkstopfen, Halbarmachnng .':82. 
Korpulin^ Bestandteile 619. 
KoHln, Eigenschaften 306. 
Ko»metl8€he Mittel, Ankündigung 640. 
Kosoblttten, Bestandteile 306. 
Kraftfutter, amerikan. 41. 
Krankenzimmer, Räuchermittel 786. 
Kreatlu, Einwirk, von Formaldchyd 48. 
Kreolin, flüssiges u. festes 378. 

— Wiener abasisches 725. 
Kreolinkapseln von Pohl 37. 
Kreophosphat, Zasammensctzung 24. 335. 
Kreo80t, Prüf, auf Phenol 762. 

Kreosot al, bei Lungenentzündung 70. 598. 

— ausländisches 889. 
Kreosotal-Emnlslon nach Coorgi 779. 
Kieosotkarbonat, Anwend. gegen Croup 270. 
Kreosot am eamphorleum 7. 

Kresapolln u. Kresolln, Bestandt. 421. 
Kresolld Denzel, Zusammensetz. 726. 
KresolsehwelelKttare, Herstellung 420. 
KresolselfenlÖHung, Unteisuchg. 596. 
Kresalfol ,Rieders Eigenschaften 321. 
Krenznaeber Mutterlauge, Analyse 563. 

— Qaellensalz 476. 

— SalzpastllJen 476. 
Kriet's Lebenselixir 204. 
Kryogrenln, Eigenschaften 18. 6)7. 
Kunstspeisefett, Herstellung S84. 
Kupfer, kolloidales 24. 

— jodometr. Bestimmung 23r. 
Kupferarsenl', Anwendung l22. 
Kupfereltrat, medicin. Anwonduag 30. 280. 
Kupfervitriol, Wirk, auf Pilze 253. 
Kuprolf eine Nuklein-Enpferverbind. 7. 

— Eigensch. u. Anwendung 90. 573. 
Kttrbiskerne, Gehalt an fettem Oel 526. 
Knrlllseher Tee, Bestandteile 93. 
Knro, Bestandteile 725. 
Kurpfiiseher = Krankenheller 467. 

— auf Aerzte angewandt ist eine Beleidigung 

780. 
Kur- u. Yerpflegrungskosten, Haftung t9i. 
Kwaß, Herstellung 511. 



Laarmann^s Enifettungstee 620. 
Laboda, Bestandteile 246. 
Laeeo, Bestandt. u. Gebr.uch 124. 
Laek, GescbirrJack 144. 



Lady's Friend, Beschreibung 787. 
LahQiann*s ve;.etabil Milch 726 

— Nährsalzextrakt, Bestandteile 726. 
Laktago), Eigenschaften 375. 
Laktalnm = Aluminiumlaktatlösung 726. 
Laktana^roxydase, in ungekochter Milch 514. 
Laktiform, Bereit, u. Anwend. 286 
LaktyltropeYn, Eigenschafren 439 
Lammfutter, Bestandteile 56. 

Lanagen, ein Wollfettpräparat 726. 
Lanolluhaarwa8.ser, Ersatz des Javol 441. 
Lanthan. Atomgewicht *J1. 
Lapsasalbe, Vorschrift 527. 
Laquldana-Farben, Bezugsquelle 90 
Latours Bemedy, Bestandteile 726. 
Lattite, aus Kasein hergestellt 89 
Laudauo Ph Ital 741. 
Lauser ^8 Mafien pul ver, Bestandt. 476 
Lävul'.nsäure, mikrochem Nachw. 63. 
Lebensbalsam von Spudäus 258. 
Lebertran, Gewinnung 38 i 905. 

— großer Mangel an L. 252 

— hoher Prejs 277. 387. 

— Marktberichte 270. 276. 387 438 466 688. 

831. 908. 

— Prüfg u. Wertbestimm. 407. 

— Prü ung nach Ph. Ital. 633. 

— Jodzahl dess 152. 
- hydroxylfreier 439. 

— Zusatz von Eukalyptol 120. 

— Mischen mit Pflanzenölen 446. 

— mit Lecithin 439. 

— küustlcher 376 514. 

— siehe auch Ol. Jeeorls Aselli. 
Lebertran-Emulsion, Bereitung 46. 

nach Löflund 852. 

Lebertran-Malzextrakt-Emulslon 25 
Lebertran-Nttbrkiystier, Bereitung 152. 
Lecithin, Funktionen im Organismus 3. 

— Konstitution 4 

; — Yerh. in der Milch beim Erhitzen 246. 
' — Fettsäuren des Eier-L. 909. 
' — -Lebertran- Malzextrakt 852. 

— -Perdynamin, Bestandt 620. 

— Präparate von Clin u. Co. 529. 
Leclthol, Prüfung u. Analyse 304. 

I — -Malzextraktpnlver 852. 

' Präparate von Riedel 38. 

Legierunger, Woods Metall 116. 

— L'jiowitz' Metall 116. 
Leguminosen- Mehle, französische 579. 
Lehrlings-ZeugniBse, Ausstellung 873. 
Leim, wasserbeständiger 116. 

I — Ersatz für tierischen L. 603. 

I Leinöl, Bleichen kleiner Mengen 910. 

Leimhaltige Jodpräparate 107. 

Leinölflrniß, Prüfung 176. 

Lemongrasöl, Fälsch, mit Aceton 813. 
ILenigallol, Anwend. u. Wirk. llö. 
I Leon! ardi^s Kolikmixtur 493 
! Lepra, Behandlung 623. 
' Leprarin, Eigenschaften 824. 

Lesehnitzer^s Pillen, Bestandteile 726. 

— Sommersprossensalbe 726. 
Lenehtbaktcrien, Untersuchg. 308. 463. 

; Leuchtgas, Giftigkeit dess. 89. 



XVII 



Leveht^as, Beetimm dor Heizkraft 338. 
LenehtBaflseii mit AlumiDium 539. 
LeoehtBteine, Herstellung 674. 
LeodB, Trenn, von Tyrosin 139. 
Levkoe^teii. Reaktionen 837 
LeakMin, Ersatz des Zinnoxyds 746. 
LemreÜB, Eigenschaften 912. 
Lioet-Salz zur Fleischkonservier. 462. 
Lfoht» Herstellnng des hellsten L. 467. 

— merkwürd. Zerlegung dess 920. 
L^ehtdraekpftpfler, Herstellung 425. 
Uektfllter nach Zettnow 446. 
LichtqRelleii für Färbereien u. s. w. 89. 
LIeber's Neivenkraftelixier 726. 
Li-Ferrosol, Zusammensetzg. 80. 
LfIlpRtb«|:eiilaBipeB 902. 
UmonadeB der Ph. ItaL 716. 
Ltmonaden-Slrup, Vorschrift 548. 
Limonin, Gewinn, u Eigensch. 177. 
Llnamentam (Lfnt) der Ph. Nederl 431. 
Lindenbast-Abkochung, bei Brandwunden 679. 
JJnlmentrm Mnrrel 726. 

Littolenm, Herstellung 853. 
Uppaprlnger Tee, Bestandt. 726. 
LIqnId Fne), neuer Heizstoff 116. 
Liquor Aeidl ehromo-aeetico osmiel 279. 

— Alomlnli oleinlei aeth. 726 

— Ammonli anis, Trübung 119. 

Ausscheidung von Anethol 146. 

eanstlei Ph. Ital. 592. 

— Boadini Ph. d'Anv. 830. 

— Carbonla detergena Ph. Noderl. 463. 

— Ferri albnmlnati Ph. Nederl. 453. 
Lyneke 852. 

oxydnti dialys. Ph. Nederl. 412. 

— Ferro-Mangani ürban 852. 

— Hftoioglobinl Dr. Engel 259. 

— Xatrli hypM^hloroai Ph. Nederl. 412. 

— Plnmbi snbaeetlei 1 h. Ital. 592. 

— Santali flavi comp« 333. 

— aedans, Bestandteile 72<t. 

— Thiophosphlni Asehoff 528 

— TrIfeirlnUeomp nach Oehe k Co. 276. 
Uqnor u. Solntlo Bnrowil 23^). 
Llthantraeln, Bestandteile 342. 
Uthfa-Tableta, Bestandteile 8.' 

Llthln, Zusammensetzung 485. 
Litiilun earbonlevB Ph. Ital. 592. 
LtthiniBsalze, Wirkung überschätzt 706. ^ 
LIthol, Ersatz für Ichthyol 303. 
LltiiopoB, Zusammensetz. 312. 
Ltthyol, Eigenschaften 912. 
Ltttle'a Flüssigkeit, Bestandteile 583. 
Lobeek's Wundsalbe, Beetandteile 727. 
Loeo-Krankhelt, vermutl. Ursache 914. 
LSflHer'sche Beize, Bestandteile 580. 
Lofotoly Bestandteile 174. 
LogTMlB/.^aktion auf L. 447. 
Lomoh getrockn. Muskelsaft 18. 
L9s1lelikelt, scheinbare 123. 
L9siui^en, Yerschreibweisen 446. 

— sterile, in Zinntuben 302. 
LStwasaer, Herstellung 502. 
Lnbrflfln u. Lnbrlphtt, Heizstoffe 269. 

Lnft, Anwend. von Höhenluft als Heilmittel 298 
Lvftballon, Kosten der Füllung 844. 



Luftgase, neueotdeckte 724 
; LnftkompressloB, Hygienisches 623. 
; Lnmlnol, Bestandteile 56. 
{LvpanlD, Chemie des R-L. 759. 
; Lnpulin Ph Ital. 632 
'Lnpinose, Ursachen 913. 

Lyeopodiam Ph. Ital. 632. 
I Ljkopaaty Bestandteile 259. 

Lymphe. Keimgehalt ders. 418. 
iLymphol, Bestandteile 25. 529. 

Lysargln^ Eigenschaften 491. 

Lys^ol und Hiiqa6tol, künstliche Riechstoffe 90. 

Lysoforni, Darstellung 333 



M. 



Maeeratio Cbinae Ph. Nederl 432. 

— Condiirango „ „ 433. 
Maellin für Wurstwaren, Bestandt 462. 
Maels, Nachw künstl. Färbung 118. 
Magensaft, Nachw. von Milchsäure 102. 

— Bestimmung der Salzsäure 597. 
Magnesia, Bestimm, nach Riegler 674*. 
Magnesium citrienm, Fälschung 80. 

effer?. Ph. Ital. 716. 

Magnesinmperoxyd, Jodometrie dess 222. 

— Präparate mit M. 219. 
MagnesiumTerbindnngen, organische, Anwend. 

in der Analyse 48. 
Mahler'sche Mittel, Warnung 786. 
MaYsin, Eigenschaften 46. 
MaisOl, Oehalt an Sitosterin 437. 
MaYzo-Liiliiam, Zusammensetz. 174. 
Malaria, Vorbreit, in Brasilien 142. 

— Auftreten in Oberschlesien 484. 

— BeUrapfung in Oesterreich 861. 
Bekämpfung der Anopheles 98. 142. 

— Behandlung mit Esanopheles 483. 

— Behandlung mit Euchinin 878. 

— Behandlung mit Dinatriummethylarsonat 312. 

— Hehandliinf^ mit Natriumsalicylat 821. 

— -Heilserum nach Bracke 404. 
~ -Parasiten, Färben ders. 463. 

— -Pastillen, Bestandteile 361. 
Maltose, Nachw. neben Glykose 436. 
MaItose-Rahm-Konser?e 850. 
Maito-Yerbino, Bestandt. 174. 
Mami, Kinder-Nährmittel 2 ». 
Mandeln, Zuckergehalt ders. 293. 

Verfälsch, mit Pfirsichlcemen 112. 
Mandragorawnrzel, Alkaloide ders. 295. 
Mangan, Bestimm, als Schwefelm. 804. 
Manna Ph. Ital. 632. 

— 2 neue Zucker in ders. 153. 
Männeranziehungsgeträuic 162. 
Man-Mn-Extrakt — Eumenol 720. 
Manaform, Bestandteile 25. 
Mannka<$I, Eigenschaften 113. 
Margarine, fremde Farbstoffe in M. 336. 

— Mängel im Ver!;ehr mit M. 337. 

— Nachw. von Eigrlb 371. 

— Verhalten beim Braten 495. 
Marienbader Rndoirsqnelle 702. 

I Marmeladtn, . ün.stl. Färbung 200, 



xvm 



Maneillalfl, Bestandteile 15. 
Mast- JL JPreßpalTer, 7 Sorten 480. 
MatadorOl, Bedeutung^ 844. 
Mate, Gebianch nnd Eigensch. 713. 

— siehe auch Paraguay-Tee. 
MänseTertllgimf, nener Bacillus 157. 
Mayerhofer^s Nachweis von Arsen 875. 
Mealln, gegen Kesselstein 259. 
Meerwasser, Bestimm, der Nhalt. Bestandt. 859 
Meer und Zusammensetzungen siehe auch See. 
Mehl, Elümp<henbildung 324. 

— kolorimetr. Untersuchung 462. 

— Bestimm, der Stärke 641. 
Mehlfobrikate, künstl. Färbung 118. 
Mekkabalsam, Untersuchung 33. 
Melpom, Bestandteile 852. 

Mel rosatnm Ph. Helret. 637. 
Melusine, Salbengrundlage 6. 
Mensehen-Kanlnehen, Bedeutung 415. 
Mentho-Borol, Bestandteile 193. 
Mentho-Borolsalbe, Bestandt. 620. 
Menthol, Preise dess. 121. 

— Derivate 700. 

Mentholpräparate wässerige 204. 
Menthol-Schnnpfenwatte 94. 
Mentholnm camphorlenm 436. 
Menthon, Synthese 737. 
Menthophenol-KokalCn, Eigensch. 193. 
Mercerlsierte Baumwolle, Erkennung 556. 
Merek, E- Bericht über 1902 255. 279. 286. 
Merknro-Crdme, Bestandteile 162. 852. 
Merknrol, Anwendung 90. 

— Bereit, und Eigensch. 572. 
Mesotan, Anwendungsformen 878. 
Mesotanpflaster, Bestandteile 529. 
MeßgefXine, Reinigung chemischer 101. 

— Graduienmg cltömischer 862. 
MetaUe, kolloidale 23. 137. 359. 

— Herstell, reiner M. durch Destillation 320. 

— Dichte der gepreßten M. 320. 
Metalleement, Bestandteile 603. 
Metallpolltoren, Yoischriften 647. 
Methol-Extrakt und Meth-Trank 139. 
Metolchinon, photogr. Entwickler 482. 
Methylalkohol, Vorkommen in vergorenen 

Fruchtsäften 12. 
Methylaspirin, Eigenschaften 510. 
Methylenblaii, Färbungen mit M. 67. 
Methylene Blne Compound in Gelatinekapseln 8. 
MethyUodid, wirkt blasenziehend 643. 
Methylorange, Wert als Indikator 514. 
Methylpentosen, Vorkommen in Naturprodukten 

60. 
Metol, bewirkt Hautentzündungen 516. 
Metroglyeerin, Eigensch. u. Anwend. 672. 
Mette'sohe Röhrchen, Verwendung 765. 
Metzelerit, Bestandteile 298. 
Micheliafett, Eigenschaften 177. 
Migräne, Behandl. mit Jodkalium 898. 
Migrttnetabletten nach Fuchs 460. 480. 
Migrttnin, Dosierung 339. 

— genießt Markenschutz 681. 
Mikroeoeens phosphoreos 308. 463. 
Mikroorganismen, "Widerstandskraft ti-ockener 

M. 140. 



'Mikroskop, neues nach Siedentopf 730. 
; — Literatur 548. 

— Gebrauch von Fettponceau K 296. 
; Mikroskopisehe Teehnik 421. 
i Mil(5h, Abnahme des Säuregrades 66. 
I — Inkubationsstadium der M. 66. 
i — Fermente der M. 663. 
I— Refraktometerwerte 468. 
I — Uebergang der Fette des Futters in die M. 
I 237. 
I — Zustand des Kaseins in der M. 877. 

— pflanzliche Gerinnungsenzyme 13. 

— Einfluß des Zuckers bei der Gärung 125. 

— «Seh weif lichtmachen» der M. 336. 

— Eontrolle der Marktm. in Tsingtau 231. 

— Flaschenverschluß durch Reform-F. 313. 

— neue Meßapparate 708. 

— Sterilisieren ohne Aufrahmung 285. 

— homogenisierte M. 746. 

— Pasteurisierung in offenen Gefäßen 763. 

— Unterscheid, gekochter yon nngekochter M. 

— 11.264 514. 

— Zerstör, des Lecithins beim Erhitsen 179. 246. 

— Untersuch, der Biestm. 763. 
Gewinnung eisenhaltiger M. 62. 

— Bereit der Müchxucker-M. 884 

— Fettbestimm. nach Adam 682. 

— desgl. mit dem Refraktometer 264 

— desgl. noch Richter 695. 

— desgl. nach Wollny 11. 
~ desgl in Magerm. 86. 729. 

— Methoden der Fettbestimm. 763. 

— Fehler in den Methoden der Fettbestimmung 
682. 

— Naohw. von Chinin 618. 

— Bestimm, der Eiweißkörper nach JoUes 704. 

— Yolumstr. Bestimm, des Kaseins 263. 

— Gehalt an Milchschmutz 447. 

— Bestimm, des Milchzuckers 444 

— Bedeutung des i Nitrat-Nachweises 65. 

— Erkenn, yon .Verfälsch, auf biologischom 
Wege 495. < 

— Konservierung mit Ha Og 66. 

— desgl. mit Kaliumbiohromat 764. 

— desgl mit Formaldehyd 764. 

— Haltbarmachung für analytische Zwecke 156. 
389. 578. 

— Frauen m., Farbreaktionen 368. 
Unterscheid, von Kuhm. 369. 

— Fettgehalt der Büffelm. 664. 

— Zusammensetz, der Schafm. 27. 
Milcheiweiß „Nieoi'S Gewinnung 94. 
MUehfleisehextrakt, Herstellung 343. 
Milehpolrer, Darstelluug 302. 

— Bezugsquellen 447. 
Milehsftiire, technische Verwendung 274. 

— Aenderung der Drehung 854. 

— Bakterien der M. 419. 

— Aufzehrung durch Pilze 207. 
MileliBftiiregll^ng, Enzyme 391. 
MUehsneker, Marktbericht 278. 

— Naohw. von Rohrz. 133. 

— Bestimm, in der Milch 444. 
> MUeharoeker-Mlleh, Beieitung 884. 
I MilitSr, Bekleidung betreff. 425. 
I MiUlose, neues Nährmittel 780. 852. 



XIX 



Ulikraml, Bebmndl. mit Eollaigol 537. 

IfaMnMe, Bestimin. der orsanisohen Siaron 
873. 

HlMnililielleii, Theorie der Botstehuiw 661. 

Ifaiendwaaer, üntemioh. mit dem Refrakto- 
meter 264. 

- Bodenaätse in iwtariiobeii M. 406. 

— künBtliohe, nach Jawonki 531. 
llimel, Beetandt. n. Anwend. 61. 321. 
Xixt Asae foetMae eem^ (8t. Th.) 244. 

- Binall et Seiae (8t. Tb.) 244. 

- de Gaeeara (Mgra^a (8t Tb.) 244. 

- Fenri aronuittea (St. Tb.) 244. 

- Jalapae earn Bkeo (8t Tb.) 244. 
~ Olei Jeaoris (8t. Tb.) 244. 

- Steekesil, Yonohrift 884. 

- saltaiaa aaida Ph. Ital. 717. 
Xobain, neae Reaktion 915. 

— Bleichen kleiner Mengen 910. 
Mohasaneii, FSlsohiingen 841. 

Moaier^eelie Knpferiöeong tum Naohw. von 

Zucker 926. 
Xea^ed • dlbiniii - methylen - dikresotinat, 

Biflenaob. 135. 
MeaemettyliimTerbiMduifeB 553. • 

leasTe BooiBon-FlripaEate 193. 
Mtataafaflaat, Gebraaoh 903. 
XeM-Boee, Parfüm, YorBchrift 812. 
Xen^, Eonstitation 773. 

— neue Farbreaktion 748. 

- Verbalten bei Leicben&nbis 824. 

— Wirir. auf die Absonderung des Magen- 

saftes 820. 

— Nacbw. in Mixturen usw. 437. 

— Bestimm, im Opium nach Ph. Ital. 675. 

— des^. nach D. A.-B. IV. ist unbrauchbar 277. 

— desgl. Eombinationsmethode 76. 

— Be^ieohung der Methoden 73. 
MtrpUaierlTale, Wixkung 820. 917. 
MerpUadltartrat, Gewinnung 258. 
MaifUBkydroelilorid, Prof. auf Apomorphin233. 
Mesehas, neue 8orte : Sinckong-M. 276. 

— känstlicher 869. 
iMehaskemSl, Eigenschaften 121. 
■Metig*s Plombenmasse 475. 
Mesaaltebaiini, Harz dess. 851. 
lesUto-Pfiaiizen 563. 

lest, Erkenn, von Alkoholzusatz 842. 
lotteliv, Bestandteile 377. 
laeflago Ol ara¥iei, Bereitung 472. 871. 
IUI, Menge u. Bestandt dess. in Berlin 252 
lliltttaxiae, BeataadleUe 476. 
ftaaiwaaNr ffir Einder 106. 

- scbinmendes, Bereitung 281. 

- antisept Wirkg. 499. 625. 
Itetel'B Wein-Sdmellkllrmittal 639. 
llanaehMMaif auf Blechdosen ist Torboten 

640. 
IifikataSsse u. MnskatUttten, Beservekohle- 

hydrata den. 851. 
Iitter Ana^s Blutrmnigungstee 246. 
Iitterkan, Eonsenrierung 37. 
~ Tagetationaformen 557. 
lyetoeose, Bestandteile 323. 
iTsgea, Yeraudie über die Wirkung 115. 
lyristidn, Eonstitutimi 720. 



Myrosin, Darstellnog 260. 
Myrrhe, ein Reagens auf M. 



N. 



809. 



NaMaa, Erklärung 321. 35S. 

— Untersuchung 552. 654. 

— Präparate mit N. 912. 
Naftaian, Erklärung 321. 358. 

— Bezugsquellen 583. 

— Analyse 652. 
Nagers KerrenpUlen 246. 
NttrbMen, kristallin. Ausscheidungen 13. 
KihrgelaUne, Einfluß der pbysikal. Eigen- 
schaften 580. 

Nahrnngsbedarf des Menschen 52. 
Nahnuigsmittel, Nachweis von Formaldehyd 12. 

— Naohw. künsti. Farbstoffe 117. 

— Nachw. von Benzoe- und Saücylsäuro 444. 

— Bestim. der Gellulose 876. 

— Eontrolle im Yeikebr mit N. 199. 

— -Chemiei Entwicklung u. Bedeutung; Yor- 

trag 867. 

— -Chemiker, Yersamml. in Bonn 484. 
Namensreeht, Yerletzung dess. 873. 
Naphtha saponata, Naftalac-Ersatz 108. 
Naphthalin, Nachw. von Eolo^bon 248. 
Naphttol, Unterscheid, von a- u. /?-N. HO. 

— -Kohle^ Anwendung 7. 

Nargol, eme Nuklein-Silberverbind. 7. 

— Anwendung 90. 
NarkotU, Eigenschaften 436. 
Narkotin. Eonstitution 449—566. 

— Schmelzen mit Harnstoff 566. 

— Nachw. nach Pettenkofer 855. 
Nasol, Schnupfenmittel 25. 
Natrimn arsenfeieam Ph. Ital. 592. 
-~ Mearbonlemn Ph. Ital. 592. 

— carboaieiim Ph. Ital. 59/. 

— firuetosat, Eigenschaften 528. 
~ Jodatum Ph. Ital. 592. 

— karbonat, Zerfall dess. in Lösungen 142. 

— lygestnat, Eigensch. 779. 

— nitrit^ jodhaltiges 547. 

~ orthoarsenigaaares, Einwirkung auf Motall- 
salzlösungen 50. 

— peroxyd, Jodometrie dess. 223. 
SeifB nach Unna 107. 

— ailikat, medicin. Anwend. 287. 

— thiolaiüfiirieiim Ph. Nederl. 412. 

— — Yerwendun^ in der Analyse 557. 
Natronlauge, nitnthaltige 552. 
Natterer's Abführtabletten 323. 
Natnrforscher-Yersamml. In Cassel 1903 211. 

700. 719. 743. 759. 

Ausstellung 760. 

Naturhellkundiger, Name ist kein unlauterer 

Wettbewerb 873. 
Nelken, Geschichtliches 20. 
Nenndorfer Seife, BestandteUe 259. 
Ntoqninlne Fallldre 852. 
Nerlnm, E^ologie 270. 
NeroL Gewinn, u. Eigensch. 323. 
NeroliSl, Gewinn, u. chinesisches N. 121. 



XX 



Nerrocidin, Eigensch. u. Anwend. 303. i 

Kessels Mnsebelkraft, Zusammensetzg. 619. | 

Nemneier's Asthma-Mittel 94. 

Neurasthenie, Behandlung 98. 

Neuron, Begriff 425. 

Nenresin «Pninier», Bestandt. 80. 

Niekel, kolloidales 23. 

— Tiegel aus N. 131. 

— zwei neue Verbindungen 594. 

— reicher Fundort 146. 

— kohlenoxyd wirkt giftig 898. 

— iraren^ Rostpolitur 181. 
Ni^raUne = Adrenalin 413. 
Niessen's Magenwein 246. 
Nlkofebrina, Bestandteile 80. 
Nikoliein, enthält Morphin 80. 
Nikotin, Synthese des N. 756. 

— Studien über N. 849. 

— Gegengift ist Koffein 821. 
Nim-Soek, Bestandteile 852. 
Nirranin, Verbind, mit Hg(CN), 892. 
Nitrate, Bestimm, des Stickstoffs 859. 
Nitratreagens für Milch 65. 
Nitrobenzol, Vergiftung durch N. 225. 
Nitrosalicylsäore, Indikator 515. 
NiTam^line, Eigenschaften 439. 
Noehtblan, Darstellung 824. 
Noflke^s Pessarien, Herstell. 726. 
Non Ölet, Desinfektionsmittel 24B. 
NormallSsungen nach dem Volumgewichte 26. 
NoYoason-Präparate nach Hinz 541. 
Nadeln, mit Schwefel gefärbt 225. 
NukleYne, Bedeutung in der Natur 2. 
Nnklein-MetaliTerbindnngen 7. 

Nukoa ist reines Kokosöl 231. 
Noko-Kakao, Bestandteile 337. 
Nukoline, Kokosnußfett 658. 



0. 

Oblatenkapseln mit Trockenverschluß 709*. 
Obstkonserren, Krümelbildung: 729. 
Ocimam Tiride, gegen Moskitos 563. 
Odol, antiseptische Wirkung 625. 

— Vorschrift nach Ph. Nederl 466. 
Odorol» Naphthalin pröparat 726. 

Oele, fette, mikroohem. Reaktionen zum Nachw. 

f. 0. 221. 
Nachw. der tierischen oder pflanzlichen 

Abkunft 263. 

Oxydation ders. 854. 

Oelflasehen, Reinigung 116. 
Oelknehen, mikrograph. Analyse 262. 
Oknba-Waelis, Eigenschaften 619. 
Oleander, Heimatland 502. 
Olea aetherea Ph. lial. 632. 

— pingoia Pb. Ital. 633. 

— Vaselini saponata 108. 
Olenm^Abslnthii Ph. Nederl. 428. 

— Amygdalaram Ph. Ital. 633. 

— animale aether. Ph. Nederl. 428. 

— animalelfoetidnm 867. 

— Anisi Ph. Ital. 632. 

— — siehe auch Anethol. 



Oleom aromattenm zur Kreosotal-Emnlsion 779. 

— Anrantll flor. Ph Ital. 632. 

— Bergamottae Ph. Nederl. 429. 

— Caeao Ph. Ital. 633. 

— eadinnm, Untersuchung 891. 

— Ciüepati Ph. Ital. 632. 

— Caiami, verschärfte Prüfung 233. 
enthält Calameon 120. 

— Caryopbyll., WertbestimmaDg 719. 

— Clnnamo'mi, terpenfreies 548. 

— Citri D. A. IV, sollte terpenfrei sein 10. 

— Crotonis, physikaL Eigensch 892. 

— Ganltheriae Ph. Nederl. 429. 

— Hyoseyami Ph. Ital. 717. 

— Jeeorls AseUi Ph. Ital. 633. 
_ siehe auch Lebertran. 

— Jnniperi Ph. Ital. 632. 
empyreamat. 891. 

— Lavandnlae, Efilsch. mit Salicylsäure 120 

— Laori Ph. ItaL 633. 

— Lanroeerasi Ph. Nederl. 429. 

— Lini Ph. Ital. 633. 

— Menthae piper. Ph. Ital. 632. 

— Bestimm, von Menthol 829. 

4 mit Triacetin verfftlscht 747. 

— Merenrloli Blomqolst 512. 679. 

— nnraie, Bestandteile 476. 

— Olivarom Ph Ital. 633. 
siehe auch OllvenSl. 

~- Omphalae megaearpae 439. 

— Petrae = Petrolenm Ph. Nederl. 429. 

— phosphoratam, haltbaies 332. 

— Pimentae Ph. Nederl. 429. 

— Besinae empyrenm.- = Harzöl 298. 

— Rioini Ph. Ital 633. 

siehe auch BieinnsöL 

RnUe Ph. Nederl. 429. 

— Santali Indienm Ph. Nederl. 429. 
Bestimm, von Santalol 829. 

— Sinapis Ph. Ital. 632. 

Bestimm, des Sohwefelgehalts 121. 

— Terebflnthinae Ph. Ital. 633. 
Olivenöl, Prüf, nach Ph. Ital. 633. 

Prüf, mit Becohi'sohem Reagens 579. 

— türkisches 872. 

— tunesisches 872. 

Olivil, Vorkommen und Eigensch. 334. 

Opium, Prüf, nach D. A. LV ist unbrauohl>ar 

277. 
_ Morphinbestimm, s. Morphin. 

— Bereitung des Rauch- 0. 637. 

— die beim Rauchen des 0. entstehenden Pro- 

dukte 637. 
Oresol, Zusammensetzung 679. 
Organ. Körper, Oxydation zu Harnstoff 702. 
Organ. Snhstanz, Zerstörung behufs Analyse 110. 
Orlgannm floribundnm, Thymolgehalt 267. 
Orizabawnrzel, Harzgehalt 792. 
Ornithin, Vorkommen u. Eigensch. 2. 
Orthoehlorphenol, Darstellung 532. 
Orthoform, Vergiftung mit 0. 309. 

— neue Verbindungen 375. 

— -Neu, nene Verbindungen 375. 
Osmiamaftore, medicin. Anwend. 279. 

— Anwend. in der Mikroskopie 221. 844. 
Osseomokoid, Gewinnung 813. 



XXI 



OroB, Daretell. a. Eigensoh. 290. 
OxaMire, neae Darsteliangs weise 274. 
Oxydasen, Reagens aaf 0. 286. 
Oxffea-^fihawatte 108. 
Oxjrorfs tarasit des Pferdes 769. 
Ozon, zur Beinig. yoq Trinkwasser 220. 
— Reaktion mit Beniidin 494. 
Oienatine, Bestandteile 10. 
Osonafture, Gewmnang 290. 
Oxotjple, Pigment*Copiorverfahren 860. 



Paiii-Expeller, Yorschrift 303. 
PaUsdiain, Atomgewicht 22. 
Palmin, Eokosnnßfett 658. 
Pmlmitedistearin, synthetische Darstellung 533. 
PalmSl a. PalmkernSl, Eigensch. 658. 
Pmlmwaehs, Gewinnung dess. 866. 
Paniermehl, Bereitung 929 
Pankreasprilparat, nicht löslich im Magensaft 

107. 
Pankreatin, Ph. Nederl. 412. 

— Ph- Ital. .59 J. 

Pankreatokinase, Tiestandteile 151. 
Pan-Peptie-EUxir a. Tablets 852. 
PapaTOtitt, Ph. Nederl. 412. 
Pikier/ Erfinder des Hadern-P. 251. 

— Untersuch, alter asiat. P. 540. 
Pi^ieratoff, für Gespinnste u. Gewebe 342. 
PapUlln, Bestandteile 852. 
PappelknospenöL Eigenschaften 20. 
PaprikapnlTer, Fälsch, durch Gelen 237. 
Paraffin, Untersuchung 660. 

— Nachw. von Cerefln 331. 530. 
Paraffin-Injektionen, Erblindungen als Folge 

878. 
Paragmay-Tee^Monographie 686. 

— siehe auch Mate. 
Parakresfie, Untersuchung 836. 
Panmitrophenol, als Indikator 514. 
Paraphenylendiainin ist giftig 157. 
Paaseroi, Bestandteile 363. 

Pasta Zinei salieylata, Bereitung 285. 
PastiUen u. Tabletten der Ph. Ital. 717. 
PastUli Hydrarg. Mehlor., Ph. Nederl.-454. 

— jodoferrati eomp. Jalir 29. 
Patentamt, Veröffentlichungen 601. 710. 770. 

863. 
Patentrerletzangen 649. 
Patin«, natürliche u. künstliche 210. 
Pazo*Salbe, Bestandteile 493. 
Peae(N*k*s Bromides, Zusammensetz. 174. 
Pediokoltken, Vorkommen im^Bier 580. 
Peetenin, Vor'.ommen 249. 
Pegnin;(mcht Pegmin), Labmittel 102. 109. 
Peknsol, Bestandteile 573. 
Panised, Fhosphor-Milohzucker 174. 
PenieUlinm breTieaole,zesetzende Wirkung 441. 
Peatomui, zur Bestimmung dess. 235. 
PepdB,lFh. Ital. 593. 

— M^sung der eiweißlös. Kraft 765. 
Pepsin«!, Bestandteile 232. 
Pcrdilomte. Bestimm.^nach Honig 111. 



I Pereat, Insektenpulver 529. 

I Pergamentpapier, Klebstoff für P. 467. 

I Pergamentpapierpflaster. 572. 

Perüladl, Untersuchung 890. 

Perl6ines de Vigier 852. 

Perlen, Entstehung der P. 251. 

Perl-Kollodiiim, Eigenschaften 726. 

Perkoll, Eigensch. u. Auwend. 572. 

Permanganatzahl, Bedeutung 351. 

Peronin, Dioain u. Heroin, vergleich. Reaktions- 
tabelle 9. 

— ein starkes Herzgift 820. 
Perta' Reagens, Bestandt. 668. 
Petersilien«!, enthält Myristicin 720. 
Petit'sche Flüssigkeit, Zusammens. 280. 
Petroklastit, Sprengstoff 31. 844. 
Petroleum, Vorzüge des russischen 338. 

— Verseifung des P. 748. 
Petrolenmbriketts, Bestandt. 116. 
Petrolenm-Emnlsion Angler 174. 
Petroleum-Haarwässer 1.'4. 
Petrox, Bestandteile 135. 

Pettenkofer*s Reagens zum Nachw. von Nar- 

kotin 855. 
Pfeffer, Bestimm, des Piperius 641. 

— Fälschung des weißen 364. 
Pfefferpnlver, Verfälschungen 337. 363. 

— chemische Beurteilung 641. 
Pferd, Parasit Oxyuris 769. 
Pferdedrase, Serum für die P. 97. 
Pferdesterbe-Heilsernm 464. 

— beim Rind u. Kleinvieh 768, 

Pflanzen, Umwandl. anorganischer Stoffe in 
organische in den P. 6j. 

— Assimilation von N 621. 543. 

— Assimilation von Kohlensäure 442, 

— Ausrottung seltener 687. 

— für Haustiere giftige 913. 
Pflanzenehemie, Bedeutung ders. 554. 
Pliannaeent. Gesetze, Auslegung 219. 438. 458. 

593. 639. 680. 780. 873. 

Pharmacie d^Auvers, Formeln 829. 
I Pbannaeop. Italiea editio U No. 35 bis 43. 

I Reageniien 742. 

I Speoialitäten 742. 

Pharmaeop. Nederland«. Supplement 394. 411. 
I 427. 452. 472. 

Pharmakopoe, eine internationale 242. 

Phenaeetin, Ph. Nederl. 412. 

— verfälschtes 321. 

— Identitätsreaktion 896. 

! Phenaeylidin, und Phenaeylplienetidin, Zu- 
' sammensetz. 232. 

PlienanthrenderiTate, Wirkung 483. 
' Phenolin, Bestandteile 108. 
iPhenopast, Bestandteile 259. 
' Phenosalyl, Darstellung 322 
jPhentozon, Bestandteile 7. 
, Phenylglyein, Reaktion 577. 
I — u. Homologe, Darstellg. 909. 

Philipps Becher, Beschreibung 884. 

Phorxal, eisenhalt. Nährmittel 80. 510. 
jPhospatine, Kinder- Nährmittel 25. 
I Phosphagen, Bestandteile 378. 

Phosphatose Vandin 8ö2. 
I Phosphor, roter u. gelber, Eigensch. 82. 



zxn 



Phosphor, Vergiftungen 362* 

— Naohw. in öliger Lösung nach Straub 746. 

747. 

— Bestimm, von freiem P. nach Katz 744. 

— jodometr Bestimm. 926. 

— Kritik der Methoden zum Nachweis 597. 
PhoBphomannitsänre u. Salze ders. 345. 
Phosphorpilien, Bereitung 288. 
Phosphorpräpante, oiganische 1. 
PhoBphonäure, Unschädlichkeit 658. 

— Bestimmung nach Biegler 137. 574*. 

— Molybdän- od. Citratmethode 390. 

— flülung mit Molybdänsäure 839. 
Phosphorsuboxyd, Anwendung 175. 
Photographie: 

Zerstörung des Fixiematrons 30. 900. 

Entwickler „Edinol" 90. 445. 

Wesen der Katatypie 211. 

Coxinverfahren 251. 

die Bakterienlampe 266. 

Photoid-Ghemikalien 268. 

Abschwächung der Silberbäder 341. 

Lichtdruckpapier 425. 

Goldbad nach Hannacke 445. 

Harn als Entwickler 445. 

ti-ansparente Photographien 445. 

Pyrophon-Entwickler 445. 

Zettnow'sche Lichtfilter 446. 

Einriebt, des Helioscur 467. 

Selenotypie 482. 

Fixierbad für Mattbilder 482. 

Platinbad mit Oxalsäure 482. 

der beste organ. Entwickler 482. 

Verstärk, mit H^O, 482 

Entwickler Metolcbinon 482. 

N. C. Fihn 482. 

lichthöfe auf Platten eu beseitigen 482. 

Hautentzündungen durch Metol bewirkt 516. 

im Dienste der Polizei 517. 

Blitzlichtpulver 617. 559. 732. 765. 

Aufziehen der Bilder 517. 

Diapositivplatten ohne Lichthöfe 517. 

Reinigen der Hände von Silberflecken 517. 

Moderne Entwickler 538. 

Positiv-Emaillelack 538. 

Schwefeltooung 538. 

Tonfixierbad mit Thiokarbamid 538. 

Lichtpauspapier schwarz auf weiß 638. 

Kitt für Objektivfassungen 559. 

schöne Cyanotypien 559. 

Gelatine-Emulsion mit Bromsilber 569. 

Löcher im Negativ 559. 

saures Fixierbad 559. 

Verwend. von Ortochrom 669. 

Abschwächer für Celloidinbilder 659. 

Anwend. von Formosulfit 559. 

Entfern, des Natriumthiosnlfats 765. 

plastische Einematographenbilder 860. 

Verfahren der Ozo^ie 860. 

Beschreiben der photogr. Postkarten 860. 

vorzügl. Verstärker 860. 

Standentwicklung mit Glycin 860. 

Aafziehen der Photographien 879. 

Farbenphotographie 879. 

Fijciematronzerstörer 900. 

gute Grüntonung 900. 



Aufnahme von Geschoßwirkungen 900. 
Lichtpaaspi4)ier 900. 
I Stativ auf glattem Boden 900. 

üebermalen von Photogrammen 9118. 
Phenolein S. H. 918. 
blauschwarze Tönung 918. 
überbelichtete Pigmentdrucke 918. 
Literatur 619. 

Photoid-OhemlkaUen, Gebrauch 268. 
I Phthisopyrln, Bestandteile 26. 108. 
' Phthisopyrlntabletten 678. 

Phytbi, Vorkomm. u. Eisensch. 679. 

Plkratol, Eigenschaften 912. 

Pikrinsäare, Loslichkeit in Aether 840. 

— Entfernung von P.-Flecken 31. 883. 
PUlen-EiiiiielimerVhre 300*. 
Pillemnasseiif Zusatzmittel 38. 

— Herstellung guter 878. 

— Verwond. von Glycerin 894. 
PUnlae Aloes eompos^ Ph. Ital. 718. 

— aattoeptleao eompos. 690. 
Wamer 163. 

~ Chalvbeate Warner 153. 
~ aperientes Epensteln 726. 

— aslatieae, Bereitung 488. 

— Baunleii Ph. Nederl. 456. 

— Coehlae, Ph. Nederi. 455. 

— Colae eomp. Hell 493. 

— Ferri earbon. Blaudii, Ph. Ital. 718. 
VaUetL Ph. Ital. 718. 

Jodali Blaneardii^ Ph. Ital. 718. 

— HeUebori et Myrrhae, Ph. Nederi. 456. 

— KlBf, Ph. d'Anv. 830. 

— Rnfl, Ph. Nederi. 456. 

— Strateiii2_Ph. Nederi. 456. 

— tonieae Erb, Bestandteile 704. 

— nnlTersales Fattorl 852. 
PUmles orieiitaies, Bestandteüe 920. 
Piloe«reas SergantlaiiiUy Untersuch. 249. 
Pilze, Empfindlichkeit gegen OuSO« 263. 
PImdlin, ein WoUfettprftparat 439. 
Plne-Flbre als Polstermaterial 603. 
PlnkpUlan, Bestandteile 726. 
Pilioeapsln Ftold, Bestandt. 204. 

Piniis palustris, nars ders. 125. 
Piperidin, parasulfaminbenzoesaures 151. 
Piqnia-Batter, Herkunft 726. 
Pix solablsis, Darsellung 726. 
PlantaiL Bestandt. 726. 
Plantagin-Bonbons, Bestandt. 493. 
Plasminsäuse nach Eossei 3. 
Platin, Preis dess. 664. 

— kolloidales, Darstell. 840. 

— Einwirk, von H,804 834. 
Plesidnm = Pleriolmn 780. 
Plesioform, flüssiges Thiol 680. 
Pledoliim, Zusammensetzg. 122. 232. 
Plagfe*s Reagens nach Ph. Nederi. 473. 
Plambniii aeelieiuii, Ph. Ital. 610. 
Pnenmiii. Anwend. u. Wirk. 322. 
Poelü's Bai physiolofiemn 18. 

Pohl's Familientee, Bestandt. 108. 
Polierrot (Pariserrot), Herstellung 647. 
Pollantin, Heufieber-Heilserum 375. 377. 512, 
Pond's Extrakt, Bestandt 485. 



xxm 



Pofit, üebcrtrag. von Krankheiten durch die P. 

497. 
Powlre de lentUles Adrian 874. 

— de Tiande Adrian 874. 

— Paterson, Bestandteile 852. 
Pourtal-Crrannles, Bestandteile 303. 
Prielpitine. Bedeutung des Wortes 370. 415. 
Pnlßaafgaben für Lehrlinge 226. 270. 
PreteelbeerblAtter, üntersuchg. 814. 

— therapeut. Anwendg. 814. 
Preßhefe, Nachw. von ünterhefe 224. 
Primas, Trookenverschluß-Oblatenkapseln 709*. 
ProdouKKu Eierersatz 174. 
ProploBBalteylsäure, Anwendung 726. 
Pro|»ollsin, wirkl. Zusammensetz. 134. 
Profthetlselie Gruppen, Begriff 2. 
Protargol, Eigenschaften 415. 

-- Bereit einer Losung 470. 

— nnverträgi. mit Zinksulfat 260. 
Proteinstoffß, jodbindende 260. 
Protektor, wert dess. 820. 
Protoeellit, Eigenschaften 571. 
Proton, Zusammensetzung 203. 
Protonokleln, Anwendung 726. 
Protopin, Formel u. Eigensch. 267. 

— Vorkommen 834. 

Protoplasmin, ein Fleisoheiweißpräparat 25. 
Protylin, Eigensch. u. Anwendung 1. 4. 

— Verbindung mit Fe u. Br 436. 
Psendomonas firagariaa 421. 
Priegon, Derivate 700. 

PalTwr, Feinheitsgrade der Ph. Ital. 718. 

— vegetabil. mikiograph. Analyse 262. 
PilTis Boweri, Ph. Ital. 718. 
Puatylen, zur Eeinig. des Acetyleus 101. 
Pvgiäln, milde Wirkung 685. 
PirinlMsen, Oxydationsrersuche 703. 
Pnro, Zusammensetzung 287. 
Pjknoneter nach Rüber 622*. 
Pyraniidan, Ph. Nederl. 413. 

— neue Farbreaktionen 616. 

— Verhalten zu Omnmi arab. 62. 
Pyiaa siehe Pyrenol. 

Pytenol, Eigensch. u. Anwend. 300. 360. 724. 
Pfrolj aseptisches Thermometer 484. 
Pyrolln, ein Desinfektionsmittel 7. 
Pjrrophon, photogr. Entwickler 445. 
Pyrrolldin-a-KarbonsAnre, Bildung 218. 



0. 



Qieekillber, Atomgewicht 22. 

- koüoidales, DarsteUung 859. 840. 

- FiUung mit Zinkstaub 260. 

— Bestimmung mit Kaliumdichromat 924. 

— neue Verbind, für Einspritzungen 375. 

— siehe auch HTdrarfyram. 
Qieeksllbweyaaid, jodometr. Bestimm. 927. 
Qieekillteijodld, zu Einspritzungen 108. 
(iwekiUlieniitrate, Titrimetrie 928. 
(|M€k8ilberoxyd, Kristallformen 550. 

- Herstell. des roten Q. auf nassem Wege 38. 
(liUUJarinf, Bostandteile 726. 



B. 

Radium, Atomgewicht 22. 

— -Salze, Wärmeentwicklung ders. 600. 
Radtx Artetoloehlae eymbifeiae 288. 

— Colombo Ph. Ital. 675. 
Ersatz des Hopfens 674. 

— Ipeeaenanhae Ph. Ital. 675. 

— Bhel pnlT«, Naohw. yon Kurkuma 7S1 

— Sene^ae Ph. Ital. 075. 
Radlaner's antisept Mundperlen 493. 
Raneet, Krankheit der Weinreben 102. 
Baaier-Creme, Yorsohrift 107. 
Basientiein^ Herstellung 903. 
Batanhiapastlllen, Yorschrift 281. 
BattenTerfilruig, neuer Bacillus 157. 

— mit Sculein 174. 

— durch Ackerion 804. 
Beagentleo der Ph. Nederl. 473. 
für mikroskop. untersuch. 473. 

— der Ph. Ital. 742. 

— f&r Sichtbarmachung von Schriftzügen 668. 
Seeepte, Stempelung ders. 438. 

— wiederholte Anfertig, ders. 640. 
Beelna Salbe, Bestandteile 874. 
Refiraktometerauzeigen, Umrechnung 732. 
Reimann's Heilung Ton Bruchleiden 541. 
R^naline (huf^aUe = Adrenalin 303. 
Renoform-Sehnnpl^nlTer 179. 477. 

— -Watte 477. 

Renol, ein Zahnpulver 80. 
Repini^ol, Bestandteile 335. 

— Warnung 664. 
Reaeda-Geraniol, Yorzüge 121. 
Reslna Pinl aus Siebenbürgen 177. 
ReUtehSl, Untersuchung 890. 
Rhabarber, Untersach. des chinesischen 118. 

— Tannoide des chinesischen 662. 

— siehe auch Radix Rhei. 
Rhabarberelixier, Yorsohrift 335. 
Rhamnoside, Yerhalten ders. 760. 
Rhein, yielfaohes Yorkommen 114. 
Rheol-Kngeln, Herstell, und Anwend. 25. 82. 
~ -UrethralstAbehen, Bestandteile 335. 
Rhenmasaa, Eigenschaften 501. 
Rheomatin, therapeut. Wert 558. 

— Anwendung 878. 

Rhenmatismns, Wirkung von Bienenstichen 643. 
Rhizoma Sangninariae eaaad. 582. 

— Seopoliae earnioUeae 288. 

Rhas Toxieodendron, Oiftwirkung 614 
Riei, amerikan. Kaugummi 25. 
Riein und Abrin, Wirkung 25. 45. 
RieinnaOI« Darreich, für Kinder 198. 

— festes in Pulverform 254. 

— so^en. schmackhaftes 254. 

— Reinigung dess. 891. 

— siehe auch Oleam Rieini. 
Rieinnattlkaehen, entgiftete 98. 
Riedel*s Kiaftnabrung, Analyse 536. 
RiemePs Waohol, Bestandt. 493. 
Rigolo's Mittel gegen Fallsucht 573. 
RimaUn, BestandteUe 874. 
Rimabars, Beschreibung 527. 
Rinderwnrm (Beef-worm), Yorkommen 446. 
RIpp's Heilsalbe, Bestandteile 204. 



XX 



Nerrocidin, Eigensch. u. Anwend. 303. 

Kesso's Mnsohelkraft, Zasammensetzg. 619. 

Neumeier^s Asthma-Mittel 94. 

Neurasthenie^ BehandloDg 98. 

Neuron, Begriff 425. 

Nenresin «Prunier», Bestandt. 80. 

Nickel, kolloidales 23. 

— Tiegel aus N. 131. 

— zwei neue Verbindungen 594. 

— reicher Fundort 146. 

— kohlenoxyd wirkt giftig 8P8. 

— waren, ßostpolitur 181. 
Ni6raline = Adrenalin 413. 
Niessen's Magenwein 246. 
Nikofebrina, Bestandteile 80. 
NikoUcin, enthält Morphin 80. 
Nikotin. Synthese des N. 756. 

— Studien über N. 849. 

— Gegengift ist Koffein 821. 
Nim-So<'k, Bestandteile 852. 
Nirranin, Verbind, mit I^CN), 892. 
Nitrate, Bestimm, des Stiokstoffs 859. 
Nitratreagens für Milch 65. 
Nitrobenzol, Veigiftune durch N. 226. 
Nitrosalieylsfture, Indikator 515. 
NiTam61ine, Eigenschaften 439. 
Nochtblan, Darstellung 824. 
Nolfke^s Pessarien, Herstell. 726. 
Non Ölet, Desinfektionsmittel 246. 
NormallSsangen nach dem Volumgewichte 26. 
NoYOzon-Prttparate nach Hinz 541. 
Nudeln, mit Schwefel gefärbt 225. 
NakleYne, Bedeutung in der Natur 2. 
Nnldein-MetallTerbindaBgen 7. 

Nakoa ist reines Kokosöl 231. 
Noko-Kakao, Bestandteile 337. 
Nukoline, Kokosnußfett 658. 



0. 



Oblatenkapseln mit Trockenverschluß 709^ 
Obstkonsenren, Krümelbildungr 729. 
Oeimam Tirlde, gegen Moskitos 563. 
Odol, antiseptische Wirkung 625. 

— Vorschrift nach Ph. Nederl 456. 
Odorol, Naphthalin Präparat 726. 

Oele, fette, mikrochem. Reaktionen zum Nachw. 

f. 0. 221. 
Nachw. der tierischen oder pflanzlichen 

Abkunft 263. 

Oxydation ders. 854. 

Oelflaselien, Reinigung 116. 
Oelknehen, mikrograph. Analyse 262. 
Oknba-Waehs, Eigenschaften 619. 
Oleander, Heimatland 502. 
Olea aetherea Pli. Ital. 632. 

— pingnia Ph. Ital 633. 

— Yaselint saponata 108. 
Olenm^Absinthii Ph. Nederl. 428. 

— Amygdalaram Ph. Ital. 633. 

— animale aether. Ph. Nederl. 428. 

— animalelfoetidam 867. 

— Anisi Ph. Ital. 632. 

— — siehe auch Anethol. 



Oleum aromatleam zur Kreosotal-Emalsion 779. 

— Anraatli flor. Ph Ital. QS2. 

— Bergamottae Ph. Nederl. 429. 
, — Caeao Ph. Ital. 633. 

I — eadinoBi, üntersuchnog 891. 
I - CiüepBti Ph. Ital. 632. 

— Calami, verschärfte Prüfang 233. 
enthält Calameon 120. 

— Caryophyll., Wertbestimmung 710. 

— Cinnamomi, terpenfreies 548. 

— Citri D. A. IV, sollte terpenfrei sein 10. 

— Crotonig, physikal. Eigensch 892. 

— Ganltheriae Ph. Nederl. 429. 

— Hyoseyami Ph. Ital. 717. 

— Je eoris Aselli Ph. Ital. 633. 
— siehe auch Lebertran. 

— Jnnlperi Ph. It«l. 632. 
empyrenmat. 891. 

— Lafandnlae, Fälsch, mit Salioylsäare 120. 

— Laari Ph. Ital. 633. 

— Lanroeerasi Ph. Nederl. 429. 

— Lini Ph. Ital. 633. 

— Menthae piper. Ph. Kai. 682. 

— Bestimm, von Menthol 829. 

4 mit Triacetin verfälscht 747. 

~ Merenrioli Blomqnlat 512. 679. 

— nnrale, Bestandteile 476. 

— Oiivarom Ph Ital. 633. 
siehe auch OlivenSl. 

— Omphalae megaearpae 439. 

— Petrae = Petroleum Ph. Nederl. 429. 

— phosphoratam, haltoaies 332. 
Plmentae Ph. Nederl. 429. 
Besinae empyrenm.- = HarzSl 298. 
BIcini Ph. Ital 633. 
— siehe auch Bleinnattl. 

Bntae Ph. Nederl. 429. 

— Santali indicnm Ph. Nederl. 429. 
Bestimm, von Santalol 829. 

— Sinapis Ph. Ital. 632. 

Bestimm, des Schwefelgehalis 121. 

— Terebinthinae Ph. Ital. 633. 
OlivenSl, Prüf, nach Ph. Ital. 638. 

— Prüf, mit Becchi*8chem Reagens 579. 

— türkisches 872. 

— tunpsisches 872. 

OUtII, Vorkommen und Eigensch. 384. 
Opium, Prüf, nach D. A. IV ist unbrauchbar 
277. 

— Morphinbestimm, s. Morphin. 

— Bereitung des Rauch-0. 637. 

— die beim Rauchen des 0. entstehenden Pro- 

dukte 637. 
Oresol, Zusammensetzung 679. 
Organ. Kürper, Oxydation zu Harnstoff 702« 
Organ. Substanz, Zerstörung behufs Analyse 110. 
Orlganum floribundum, Thymolgehalt 267. 
Orizabawnrzel, Harzgehalt 792. 
Ornithin, Vorkommen u. Eigensch. 2. 
Orthoehlorphenol, Darstellung 532. 
Orthoform, Vergiftung mit 0. 309. 

— neue Verbindungen 375. 

— -Neu, nene Verbindungen 375. 
Osminmsftnre, medicin. Anwend. 279. 

— Anwend. in der Mikroskopie 221. 844. 
i Osseomukoid, Qewinnung 818. 



XXI 



0?«, Darstell, a. Eigensob. 290. 
OzaMare, neue Darsteiiungs weise 274. 
Oxydasea, Reagens «of 0. 286. 
Oxygen-Z|iknwatt6 108. 
Oxytris rarasit des Pferdes 769. 
Oion, zar Beinig. von Trinkwasser 220. 
— Reaktion mit Beniidin 494. 
OiODatliie, Beotaodteile 10. 
OiOBSiiire, Oewinnang 290. 
Oiolyple, Figment*Copiorverfahren 860. 



Pain-Expeller, Vorschrift 308. 
Palladiaiii, Atomgewicht 22. 
Palmin, Eokosnnf^fett 658. 
Palmltodistearin, synthetische Darstellung 533. 
Palmöl u. PalmkernSl, Eigensch. 658. 
Paimwaehs, Gewinnung dess. 866. 
Paalermehl, Bereitung 929 
PUikreaspräparat, nicht löslich im Magensaft 

107. 
Paaki^atiii, Ph. Nederl. 412. 

— Ph. Ital. 59 J. 

Pankreatokinase, Bestandteile 151. 
Paa-Peptie-EUxir u. Tablets 852. 
PapajotfaD, Ph. Nederl. 412. 
Papier," Erfinder des Hadem-P. 251. 

— Untersuch, alter asiat. P. 540. 
Papientoff, für Gespinnste u. Gewebe 342. 
PapUIin, ßestandteUe 852. 
PappelluiaspeiiÖl, Eigenschaften 20. 
Paprikapulyer, Fälsch, durch Gelen 237. 
Paraffin, Untersuchung 660. 

— Nachw. von €erefln 331. 530. 
Paraffin-Injektionen, Erblindungen als Folge 

878. 
Paragruif-Tee, Monographie 686. 

— siehe auch Mnte. 
Pankrease, Untersuchung 836. 
Paranltroplieiiol, als Indikator 514. 
Panphenylendlaiiiln ist giftig 157. 
Passeroi, Bestandteile 363. 

PasU Zinei saUeylata, Bereitung 285. 
PastUlen u. Tabletten der Ph. Ital. 717. 
PastUU Hydrarg. biehlor., Ph. Nederl.'454. 

— Jodoferratl eomp. Jahr 29. 

Patentamt, Veröffentlichungen 601. 710. 770. 

863. 
Patentrerletzongen 649. 
Patina, natürliche u. liünstliche 210. 
Paio-Salbe, Bestandteile 493. 
Peaeoek*8 Bromides, Zusammensetz. 174. 
Pediokolcken, Yorkommen im^Bier 580. 
Peetenin, Vor: ommen 249. 
Pefnin {(nicht Pegmin), Labmittel 102. 109. 
Peknsol, Bestandteile 573. 
Penued, Phosphor-Milchzucker 174. 
PeDieilÜnm breTleaiile,ze8etzende Wirkung 441. 
Pentosan, zur Bestimmung dess. 285. 
Pep8in,:Ph. Ital. 593. 

— Messung der eiweifilös. Kraft 765. 
Pepslnol, Bestandteile 232. 
PereUomte. Bestimm.*nach Honig 111. 



Pereat, Insektenpulver 529. 
Pergamentpapier, Klebstoff für P. 467. 
Pergamentpapierpflaster. 572. 
Perillaöl, Untersuchung 890. 
Perlenes de Yifier 852. 
Perlen, Entstehung der P. 251. 
Perl-KoUodiom, Eigenschaften 726. 
PerkoU, Eigensch. u. Anwend. 572. 
Permanganatxahl, Bedeutung 351. 
Peronin, Dionin u. Heroin, vergleich. Reaktions- 
tabelle 9. 

— ein starkes Herzgift 820. 
Pertz' Reagens, Bestandt 668. 
Peterslliendl, enthält Myristicin 720. 
Petit'sche Flüssigkeit, Zusammens. 280. 
Petroklastit, Sprengstoff 31. 844. 
Petroleum, Vorzüge des russischen 338. 

— Verseifung des P. 748. 
Petrolenmbriketts, Bestandt. 116. 
Petrolenm-Emalsioa Angler 174. 
Petroleum-Haarwilsaer 1.'4. 
Petrox, Bestandteile 135. 

Pettenkofer s Reagens zum Nachw. von Nar- 

kotin 855. 
Pfeifer, Bestimm, des Piperins 641. 

— Fälschung des weilien 364. 
PfefferpnlTer, Verfälschungen 337. 363. 

— chemische Beurteilung 641. 
Pferd, Parasit Oxyuris 769. 
Pferdedrase, Serum für die P. 97. 
Pferdesterbe-Heilsernm 464. 

-— beim Rind u. Kleinvieh 768, 
Pflanzen, Umwandl. anorganischer Stoffe in 
organische in den P. 6J. 

— Assimilation von N 521. 543. 

— Assimilation von Kohlensäure 442, 

— Ausrottung seltener 687. 

— für Haustiere giftige 913. 
Pflanzenehemie, Bedeutung ders. 554. 
Pharmaeent Gesetze, Auslegung 219. 438. 458. 

593. 639. 680. 780. 873. 
Pharmaeie d^Anvers, Formeln 829. 
Pharmaeop. ItaUea editio U No. 35 bis 43. 

Reagentien 742. 

Specialitäten 742. 

Pharmaeop. Nederland.. Supplembnt 394. 411. 

427. 452. 472. 
Pharmakopoe, eine internationale 242. 
Phenaeetin, Ph. Nederl. 412. 

— verfälschtes 321. 

— Identitätsreaktion 896. 

Phenaeylidin, und Phenaeylphenetidin, Zu- 
sammensetz. 232. 
Phenanthrenderitate, Wirkung 483. 
Phenolin, Bestandteile 108. 
Phenopast, Bestandteile 259. 
Phenosalyl, Darstellung 322 
Phentozon, Bestandteile 7. 
Phenylglyein, Reaktion 577. 

— u. Homologe, Darstellg. 909. 
Philip's Becher, Beschreibung 884. 
Phorxal, eisenhalt. Nährmittel 80. 510. 
Phospatine, Kinder- Nährmittel 25. 
Phosphagon, Bestandteile 378. 
Phosphatose Vaodin 8ö2. 
Phosphor, roter u. gelber, Eigensch. 82. 



XX 



Nerroeidln, Eigensch. u. Anwend. 303. 

Kesso's Maschelkraft, ZaBammensetzg. 619. 

Neumeier's Asthma-Mittel 94. 

Xeurasthenie, BehandlnDg 98. 

Keuron, Begriff 425. 

Neurosin «Prunier», Bestandt. 80. 

Nickel, kolloidales 23. 

— Tiegel aus N. 131. 

— zwei neue Verbindungen 594. 

— reicher Fundort 146. 

— kohlenoxyd wirkt giftig 8ft8. 

— waren, Rostpolitur 181. 
Ni6raline = Adrenalin 413. 
Nlessen's Magenwein 246. 
Nikofebrlna, Bestandteile 80. 
NikoUein, enthält Morphin 80. 
Nikotin. Synthese des N. 756. 

— Studien über N. 849. 

— Gegengift ist Koffein 821. 
Nim-Sock, Bestandteile 852. 
Nirranin, Verbind, mit H^(CN), 892. 
Nitrate, Bestimm, des Stickstoffs 859. 
Nitratreagens für Milch 65. 
Nitrobenzol, Veiigiftun^ durch N. 225. 
Nitrosalicylsttnre, Indikator 515. 
Nivam6Une, Eigenschaften 439. 
Noehtblan, Darstellung 824. 
Nolfke's Pessarien, Herstell. 726. 
Non Ölet, Desinfektionsmittel 246. 
NormaUSsangen nach dem Volumgewiohte 26. 
NoTOZon-Prttparate nach Hinz 541. 
Nadeln, mit Schwefel gefärbt 225. 
NaldeYne, Bedeutung in der Natur 2. 
Nnklein-MetallTerbindnngen 7. 

Nnkoa ist reines Kokosöl 231. 
Nnko-Kakao, Bestandteile 337. 
Nukoline, Kokosnußfett 658. 



0. 



Oblatenkapseln mit Trockenverschluß 709*. 
Obstkonsenren, Krümelbildungr 729. 
Ocimnm Tirlde, gegen Moskitos 563. 
Odol, antiseptische Wirkung 625. 

— Vorschrift nach Ph. Nederl 456. 
Odorol, Naphthalin prfiparat 726. 

Oele, fette, mikrochem. Reaktionen zum Nachw. 

f. 0. 221. 
Nachw. der tleiischen oder pflanzlichen 

Abkunft 263. 

Oxydation ders. 854. 

Oelflasehen, Reinigung 116. 
Oelknehen, mikrograph. Analyse 262. 
Oknba-Waehs, Eigenschaften 619. 
Oleander, Heimatland 502. 
Olea aetherea Ph. Ital. 632. 

— pingnia Ph. Ital 633. 

— Yaaelini saponata 108. 
Olenm^AbsInthii Ph. Nederl. 428 

— Amygdalamm Ph. Ital. 633. 

— animale aether. Ph. Nederl. 428. 

— animalelfoetidam 867. 

— Anisi Ph. Ital. 632. 

— — siehe auch Anethol. 



Oleum aromatleam zur Kreosotal-Emalsion 779. 

— Anrantli flor. Ph Ital. QB2. 

— Bergamottae Ph. Nederl. 429. 

— Caeao Ph. ItaL 633. 

— eadinnm, Untersuchung 891. 

— Ci^epnti Ph. Ital. 632. 

— Calami, yerschfirfte Prüfang 233. 
enthält Calameon 120. 

— Caryophyll., WertbestimmiiDg 710. 

— Cinnamomi, terpenfreies 548. 

— Citri D. A. lY, sollte terpenfrei sein 10. 

— Crotonlg, physikal. Eigensch 892. 

— Ganltheriae Ph. Nederl. 429. 

— Hyoseyami Ph. Ital. 717 

— Jf ooris Aselli Ph. Ital. 633. 
— siehe auch Lebertran. 

— Jnnlperi Ph. It«l. 632. 
empyrenmat. 891. 

— Lafandulae, Efilsch. mit Salioylsäure 120. 

— Laari Ph. ItaL 633. 

— Lauroeeraai Ph. Nederl. 429. 

— Lini Ph. Ital. 633. 

— Menthae piper. Ph. Kai. 632. 

— Bestimm. Ton Menthol 829. 

4 mit Triacetin verf&Ischt 747. 

~ Merenrioli Blomqnlst 512. 679. 

— nnrale, Bestandteile 476. 

— 01i?arom Ph Ital. 633. 
siehe auch OllyenSl. 

— Omphalae megaearpae 439. 

— Petrae = Petroleum Ph. Nederl. 429. 

— phosphoratnm, haltoaies 332. 

— Pimentae Ph. Nederl. 429. 

- Besinne empyrenm.- = HarzVi 298. 

— Rieini Ph. Ital 633. 

siehe auch Rieinnt91. 

Rutae Ph. Nederl. 429. 

— Santali indicnm Ph. Nederl. 429. 
Bestimm, von Saotalol 829. 

— Sinapis Ph. Ital. 632. 

Bestimm, des Schwefelgehalts 121. 

— Terebinthinae Ph. Ital. 633. 
Olivenfn, Prüf, nach Ph. Ital. 633. 

— Prüf, mit Becohi'sohem Reagens 579. 

— türkisches 872. 

— tunpsisches 872. 

OllTil, Yorkommen und Eigensch. 334. 
Opium, Prüf, nach D. A. lY ist unbrauchbar 
277. 

— Morphinbestimm, s. Morphin. 

— Bereitung des Rauch -0. 637. 

— die beim Rauchen des 0. entstehenden Pro- 

dukte 637. 
Oresol, Zusammensetzung 679. 
Organ. Kürper, Oxydation zu HamstofF 702. 
Organ. Substanz, Zerstörung behufs Analyse 110. 
Orlgannm floribundnm, Thymolgehalt 267. 
Orizabawnrzel, Harzgehalt 792. 
Ornithin, Yorkommen u. Eigensch. 2. 
Orthochlorphenol, Darstellung 532. 
Orthoform, Yergiftung mit 0. 309. 

— neue Yerbindungen 375. 

— -Nen, neue Yerbinduogen 375. 
Osminmsftnre, medicin. Anwend. 279. 

— Anwend. in der Mikroskopie 221. 844. 
Osseomnkoid, Gewinnung 813. 



XXI 



0?«, Darstell. a. Eigensoh. 290. 
Oxilfliare, neue DareteLangs weise 274. 
Oxydaaen, Reagens «af 0. 286. 
Oxygen-Z|ikawatt6 108. 
(h^iiris t'araait des Pferdes 769. 
Ozon, zar Beinig. von Trinkwasser 220. 
— Reaktion mit Beniidin 494. 
OiODatlne, Bestandteile 10. 
OiOBSiiire, Gewinnung 290. 
Osotypie, Figment*Copiorverfahren 860. 



PdB-Expeller, Yorschrift 303. 
Palladiiuii, Atomgewicht 22. 
Palmin, Eokosnnßfett 658. 
Palmitodistearin, synthetische Darstellung 533. 
Palmin n. Palmkerndl, Eigensch. 658. 
Palmwaehs, Gewinnung dess. 866. 
Paniermehl, Bereitung 929 
Pankreaspräpamt, nicht löslich im Magensaft 

107. 
Pankreatin, Ph. Nederl. 412. 

— Ph. Ital, 59 J. 

Pankreatokinase, Bestandteile 151. 
Pan.Peptie-Elixir u. Tablets 852. 
PapayoÜB, Ph. Nederl. 412. 
Papier,'^ Erfinder des Hadem-P. 251. 

— Untersuch, alter asiat P. 540. 
Papientoff, für Gespinnste u. Gewebe 342. 
PapilUn, Bestandteile 852. 
PappelknospentfL Eigenschaften 20. 
PaprikapnlTer, Fälsch, durch Oelen 237. 
Paraffin, Untersuchung 660. 

— Nachw. von Cerefin 331. 530. 
Paraffin-Injektionen, Erblindungen als Folge 

878. 
Paragnaf-Tee^onographie t^86. 

— siehe auch Mate. 
Pkrakiesse, Untersuchung 836. 
Parani^plienol, als Indikator 514. 
Pamphenylendlamin ist gütig 157. 
Passerol, Bestandteile 363. 

Pasta Zinei salieylata, Bereitung 285. 
PastUlen u. Tabletten der Ph. Ital. 717. 
PastüU Hydrarg. bielilor., Ph. Nederl' 454. 

— Jodoferrati eomp. Jalir 29. 

Patentamt, Veröffenilichungen 601. 710. 770. 

863. 
Patentrerletznngen 649. 
Patina, natürliche u. künstliche 210. 
Paio-galbe, Bestandteüe 493. 
Peaeoek's Bromides, Zusammensetz. 174. 
Peüokolüien, Vorkommen im^Bier 580. 
Peetenin, Vor'.ommen 249. 
Pegnin {(nicht Pegmin), Labmittel 102. 109. 
Peknsol, Bestandteile 573. 
Pemzed. Phosphor-Milchzucker 174. 
Penieillinm bre?ieaoIe,zesetz6nde Wirkung 441. 
Penteean, zur Bestimmung dess. 235. 
Pep8in,lPh. Ital. 593. 

— Messung der eiweißlös. Kraft 765. 
Pcfsinol, Bestandteile 232. 
PüeUorate. Bestimm. ^naoh Honig 111. 



Pereat, Insektenpulver 529. 
Pergamentpapier, Klebstoff für P. 467. 
Pergamentpapierpflaster. 572. 
Perillaöi, Untersuchung 890. 
PeriMnes de Yifier 852. 
PerleoL Entstehung der P. 251. 
Perl-Koliodiom, Eigenschaften 726. 
Perkoll, Eigensch. u. Anwend. 572. 
Permanganatxahl, Bedeutung 351. 
Peronin, Dionin u. Heroin, vergleich. Reaktions- 
tabelle 9. 
— - ein starkes Herzgift 820. 
Pertz^ Reagens, Bestandt. 668. 
Petersiliendl, enthält Myristicin 720. 
Petit'sche Flüssigkeit, Zusammens. 280. 
Petroklastit, Sprengstoff 31. 844. 
Petroleum, Vorzüge des russischen 338. 

— Verseifung des P. 748. 
Petrolenmbriketts, Bestandt. 116. 
Petrolenm-Emnlslon Angier 174. 
Petrolenm-Haarwilsaer 1.'4. 
Petrox, Bestandteile 135. 

Pettenkofer s Reagens zum Nachw. von Nar- 

kotin 855. 
Pfeffer, Bestimm, des Piperius 641. 

— Fälschung des weißen 364. 
Pfefferpnh'er, Verfälschungen 337. 363. 

— chemische Beurteilung 641. 
Pferd, Parasit Oxyuris 769. 
PferdedraKe, Serum für die P. 97. 
Pferdesterbe-Heilsemm 464. 

— beim Rind u. Kleinvieh 768. 

Pflanzen, Umwandl. anorganischer Stoffe in 
organische in den P. 6J. 

— Assimilation von N 621. 543. 

— Assimilation von Kohlensäure 442, 

— Ausrottung seltener 687. 

— für Haustiere giftige 913. 
Pflanzenehemie, Bedeutung ders. 554. 
Pharmacent. Gesetze, Auslegung 219. 438. 458. 

593. 639. 680. 780. 873. 
Pharmaeie d'Anvers, Formeln 829. 
Pharmaeop. Italiea editio U No. 35 bis 43. 

Reag:entien 742. 

Specialitäten 742. 

Pharmaeop. Nederland.. Supplement 394. 411. 

427. 452. 472. 
Pharmakopoe, eine internationale 242. 
Phenaeetin, Ph. Nederl. 412. 

— verfälschtes 321. 

— Identitätsreaktion 896. 

Phenaeylidin, und Phenaeylphenetidin, Zu- 

Rammensetz. 232. 
Phenanthrenderitate, Wirkung 483. 
Phenolin, Bestandteile 108. 
Phenopast, Bestandteile 259. 
Phenosalyl, Barstellung 322 
Phentozon, Bestandteile 7. 
Phenylglyein, Reaktion 577. 

— u. Homologe, Darstellg. 909. 
Philipps Becher, Beschreibung 884. 
Phorxal, eisenhalt. Nährmittel 80. 510. 
Phospatine, Kinder- Nährmittel 25. 
Phosphagon, Bestandteile 378. 
Phosphatose Yandin 852. 
Phosphor, roter u. gelber, Eigensch. 82. 



XX 



Nerrocidin, Eigensch. u. Anwend. 303. 

Nesso^s Moschelkraft, Zusammensetzg. 619. 

Nemneier^s Asthma-Mittel 94. 

Neurasthenie^ Behandlnng 98. 

Neuron, Begriff 425. 

NeuroBin «Fronier», Bestandt. 80. 

Niekel, kolloidales 23. 

— Tieg:el aus N. 131. 

— zwei neue Verbindungen 594. 

— reicher Fundort 146. 

~ kohlenoxyd wirkt giftig 898. 

— waren, Rostpolitur 181. 
Ni6raline = Adrenalin 413. 
Niessen's Magenwein 246. 
Nikofebrina, Bestandteile 80. 
Nikoliein, enlMlt Morphin 80. 
Nikotin. Synthese des N. 756. 

— Studien über N. 849. 

— Gegengift ist Koffein 821. 
Nim-Sock, Bestandteile 852. 
Nirranin, Verbind, mit Hg(CN), 892. 
Nitrate, Bestimm, des Stickstoffs 859. 
Nitratreagens für Milch 65. 
Nitrobenzol, Vergiftung durch N. 225. 
Nitrosalicylsttnre, Indikator 515. 
Nivam^line, Eigenschaften 439. 
Noelitblan, Darstellung 824. 
Nolfke's Pessarien, Herstell. 726. 
Non Ölet, Desinfektionsmittel 246. 
NormaUSsungen nach dem Volumgewichte 26. 
NoTOzon-Präparate nach Hinz 541. 
Nndeln, mit Schwefel gefärbt 225. 
NoldeYne, Bedeutung in der Natur 2. 
Nnldein-MetallTerbinduBgen 7. 

Nnkoa ist reines Kokosöl 231. 
Nnko-Kakao, Bestandteile 337. 
Nnkoline, Kokosnußfett 658. 



0. 



Oblatenkapseln mit Trockenverschluß 709*. 
Obstkonsenren, Krümelbildungr 729. 
Oeimnm rirlde, gegen Moskitos 563. 
Odol, antiseptisohe Wirkung 625. 

— Vorschrift nach Ph. Nederl 456. 
Odorol, Naphthalinpröparat 726. 

Oele, fette, mikroohem. Reaktionen zum Nachw. 

f. 0. 221. 
Nachw. der tierischen oder pflanzlichen 

Abkunft 263. 

Oxydation ders. 854. 

Oelflaseben, Reinigung 116. 
Oelknehen, mikrograph. Analyse 262. 
Oknba-Waehs, Eigenschaften 619. 
Oleander, Heimatland 502. 
Olea aetherea Ph. Ital. 632. 

— pingnia Ph. Ital. 633. 

— Yaselini saponata 108. 
Olenm^Absinthii Ph. Nederl. 428. 

— Amygdalamm Ph. Ital. 633. 

-< animale aether. Ph. Nederl. 428. 

— animalelfoetidam 867. 

— Anisi Ph. Ital. 632. 

_ — siehe auch Anethol. 



Oleom aromatleam zur KreosotaUEmalsion 779. 
I — Anrantli flor. Ph Ital. 632. 

— Bergamottae Ph. Nederl. 429. 
I — Caeao Ph. Ital. 633. 

— eadinnm, Untersuchung 891. 

— Cigepati Ph. Ital. 632. 

! — Calami, yerschfirfte Prüfung 233. 
' enthält Calameon 120. 

— Caryophyll., WertbestimmnDg 710. 

— Cinnamomi, terpenfreies 548. 

I — Citri D. A. IV, sollte terpenfrei sein 10. 
;— Crotonis, physikal. Eigensch 892. 

— Ganltheriae Ph. Nederl. 429. 

— Hyoseyami Ph. Ital. 717. 

— Je eoris Aselli Ph. Ital. 633. 
— siehe auch Lebertran. 

— Janiperi Ph. Ital. 632. 
empyrenmat. 891. 

— Lavandnlae, Fälsch, mit Salioylsäure 120. 

— Lanri Ph. Ital. 633. 

— Lauroeerasi Ph. Nederl. 429. 

— Lini Ph. Ital. 633. 

— Menthae piper. Ph. Kai. 6B2. 

— Bestimm, von Menthol 829. 

4-. mit Triacetin verfälscht 747. 

— Merenrioli Blomqnist 512. 679. 

— nnrale, Bestandteile 476. 

— Ollyarom Ph Ital. 633. 
siehe auch OllvenSl. 

— Omphalae megaearpae 439. 

— Petrae = Petroleum Ph. Nederl. 429. 

— phosplioratam, haltbaies 332. 

— Pimentae Ph. Nederl. 429. 

- Besinae empyrenm.- = HarzVi 298. 

— Rieini Ph. Ital 633. 

siehe auch Rieinns9L 

Rntae Ph. Nederl. 429. 

— Santali indicnm Ph. Nederl. 429. 
Bestimm, von Santalol 829. 

— Sinapls Ph. Ital. 632. 

Bestimm, des Schwefelgehalts 121. 

— TerebintUnae Ph. Ital. 633. 
Olivenm, Prüf, nach Ph. Ital. 633. 

— Prüf, mit Becohi'sohem Reagens 579. 

— türkisches 872. 

— tunpsisches 872. 

Olivil, Vorkommen und Eigensch. 334. 
Opium, Prüf, nach D. A. lY ist unbrauchbar 
277. 

— Morphinbestimm, s. Morphin. 

— Bereitung des Rauch -0. 637. 

— die beim Rauchen des 0. entstehenden Pro- 

dukte 637. 

Oresol, Zusammensetzung 679. 

Organ. Kürper, Oxydation zu Harnstoff 702. 

Organ. Substanz, Zerstörung behufs Analyse HO. 

Origannm floribundnm, Thymolgehalt 267. 

Orizabawnrzel, Harzgehalt 792. 

Ornithin, Vorkommen u. Eigensch. 2. 
I Orthoehlorphenol, Darstellung 532. 
I Orthoform, Vergiftung mit 0. 309. 
, — neue Verbindungen 375. 

— -Nen, neue Verbindungen 375. 

I Osminmsftnre, medicin. Anwend. 279. 
I— Anwend. in der Mikroskopie 221. 844. 
I Osseomukoid, Gewinnung 813. 



XXI 



Or«, Darstell. u. Eigensoh. 290. 
Oxaläiere, neue Daroteliangs weise 274. 
Oxydasea, Reagens auf 0. 286. 
0xygea-2^kawatte 108. 
Oxjüris t'arasit des Pferdes 769. 
Ozon, zur Reinig, von Trinkwasser 220. 
— Reaktion mit Beniidin 494. 
OiOBatiBe, Beatandteile 10. 
OsoBSftiire, Gewinnung 290. 
Oiotyple, Piginent*Copiorverfahren 860. 



PaiD-ExpeUer, Vorschrift 303. 
Palladiiiiii, Atomgewicht 22. 
Palmtii, Eokosnnfifett 658. 
Palraltodisteario, synthetische Dai-stellung 533. 
PalmM u. Palmkernm, Eigensch. 658. 
Palmwaehs, Gewinnung dess. 866. 
Paniermehl, Bereitung 929 
Panbreasprttparat, nicht löslich im Magensaft 

107. 
Pankreatin, Ph. Nederl. 412. 

— Ph. Ital. 59 i. 

Pankreatokinase, Bestandteile 151. 
Pan-Peptie-Elixir u. Tablets 852. 
Papayotin, Ph. Nederl. 412. 
Papier," Erfinder des Hadern-P. 251. 

— Untersuch, alter asiat. P. 540. 
PapIentoflT, für Gespinnste u. Gewebe 342. 
PapUlln, Bestandteile 852. 
PappelknespenSL Eigenschaften 20. 
PaprikapnlTer, Fälsch, durch Gelen 237. 
Paraffin, Untersuchung 660. 

— Nachw. von Cerefln 331. 530. 
Paraffin-Ii^ektionen, Erblindungen als Folge 

878. 
Para^oay-Tee, Monogi-aphie 686. 

— siehe auch Mate. 
Pankrease, Unterduchung 830. 
Paranitrophenol, als Indikator 514. 
Parapkenylendiamin ist giftig 157. 
Paaserol, Bestandteile 363. 

PasU Zinei salieylata, Bereitung 285. 
PastUlen u. Tabletten der Ph. Ital. 717. 
Pastilll Hydrarg. biehlor., Ph. Nederl.'454. 

— Jedoferraü comp. Jahr 29. 

Patentamt, Veröffentlichungen 601. 710. 770. 

863. 
Patentrerletznngen 649. 
Patina, natürliche u. künstliche 210. 
Pazo-Salbe, Bestandteile 493. 
Peaeoek^s Bromides, Zusammensetz. 174. 
Pediokokken, Vorkommen im^Bier 580. 
Peetenin, Vorlommen 249. 
Pegnin {(nicht Pegmin), Labmittel 102. 109. 
Peknsol, Bestandteile 573. 
Pemzed, Phosphor-Milchzucker 174. 
Penieülinm breTieavle,zesetzende Wirkung 441. 
Pentosan, zur Bestinmiung dess. 235. 
Pepdn,lPh. Ital. 593. 

— Messung der eiweißlös. Kraft 765. 
Pepslnol^ Bestandteile 282. 
Pereldorate. Bestimm.Vnach Honig 111. 



' Pereat, Insektenpulver 529. 

I Po-gamentpapier, Klebstoff für P. 467. 

I Pergamentpapierpflaster, 572. 

Ferillaffl, Untersuchung 890. 

Perlenes de Yigier 852. 

Perlen^ Entstehung der P. 251. 

Perl-Kollodlom, Eigenschalten 726. 

Perkoll, Eigensch. u. Anwend. 572. 

Permanganatzahl, Bedeutung 351. 

Peronln, Dionin u. Heroin, veigleich. Reaktions- 
tabelle 9. 

— ein starkes Herzgift 820. 
Pertz* Reagens, Bestandt. 668. 
PetersilienW, enthält Mynsticin 720. 
Petit*sche Flüssigkeit, Zusammens. 280. 
Petroklastit, Sprengstoff 31. 844. 
Petrolenm, Vorzüge des russischen 338. 

— Verseifung des P. 748. 
Petrolenmbriketts, Bestandt. 116. 
Petroleam-£malBioa Angier 174. 
Petrolenm-Haarwüsser 1:'4. 
Petrox, Bestandteile 135. 

Pettenkofer's Reagens zum Nachw. von Nar- 

kotin 855. 
Pfeffer, Bestimm, des Piperius 641. 

— Fälschung des weiBen 364. 
Pfefferpnlyer, Verfälschungen 337. 363. 

— chemische Beurteilung 641. 
Pferd, Parasit Oxyuris 769. 
Pferdedrose, Serum für die P. 97. 
Pferdesterbe-Heilsemm 464. 

— beim Rind u. Kleinvieh 768. 

Pflanzen, Umwandt, anorganischer Stoffe in 
organische in den P. 6d. 

— Assimilation von N 521. 543. 

— Assimilation von Kohlensäure 442, 

— Ausrottung seltener 687. 

— für Haustiere giftige 913. 
Pflanzenehemie, Bedeutung ders. 554. 
Pharmaeent. Gesetze, Auslegung 219. 438. 458. 

593. 639. 680. 780. 873. 

Pharmacie d^Anvers, Formeln 829. 

Pharmaeop. Italiea editlo U No. 35 bis 43. 

Keagentien 742. 

Specialitäten 742. 

Pluirmaeop. Kederland.. Supplement 394. 411. 
427. 452. 472. 

Pharmakopoe, eine internationale 242. 
I Phenaeetln, Ph. Nederl. 412. 
, — verfälschtes 321. 
'— Identitätsreaktion 896. 

Phenaeylidln, und Phenaeylphenetidin, Zu- 
I sammensetz. 232. 

PhenanthrenderiTate, Wirkung 4S3. 
I Phenolin, Bestandteile 108. 
, Phenopast, Bestandteile 259. 

Phenosalyl, Barstellung 322. 
I Phentozon, Bestandteile 7. 
, Phenylglyeln, Reaktion 577. 

— u. Homologe, Darstellg. 909. 
Philipps Becher, Beschreibung 884. 
Phorxal, eisenhalt. Nährmittel 80. 510. 

I Phospatlne, Kinder- Nährmittel 25. 
iPhosphagon, Bestandteile 378. 
Phosphatose Tändln 852. 
I Phosphor, roter u. gelber, Eigensch. 82. 



XXX 



Zinkoxyd u. Kalkwasser löB. 
Zinkperoxyd, Präpar. mit Z. 219. 
Zinn, Eiitzinnuug von Weiliblech 31. 
Zinnabor, als Schminke erlaubt 468. 
Zirkon, Atomgewicht 22. 
Zirkoninmhydroxydhydrosol 804. 
Zneker, physioloff. "Wirkung dess. 70. 
~ Bestimm, nach Riegler 619. 

— verbeas. Bestimm, mit Fehling' scher T^ösung 

819. 
Znekerarteii, Bestimm, mit Merkurinitrat 111. 
Znekerrtlben, Vorkommen von Oxydasen 97. 
Znekorsäfte, Entfärbung dunkler 46. 
Znekersimp für Limonaden usw. 21. 
ZttndhVlBer, chemische Untersuchung 305. 

— ungiftige nach Schwinning 467. 

— Gesetz, das Verbot von Phosphor betreff. 468. 
Zymin, Aceton-Dauerhefe 19. 224. 



Bflchersehan* 

Abwässer, Leitfaden zur Untersuchung 54. 
Ahrens F.^ GÄrungsproblem 56. 
Alkohol-Merkblatt 686. 
Apotheken, General katalog für A. 326. 
Arnold 0., Physikalische Chemie 310. 
Ärxnetbtieh /*. d. D, R,, Supplement 880. 
Ärxneimütel, Verkehr mit A. 180. 
ÄrxnettaQcey preußische für 1903 54. 

— für Bayern 1903 283. 

— Ergänzungs-T. des D. Apoth. -Vereins 288. 
A schon 0., Eampher und seine Derivate 646. 
Bany 7%., Englische Konversation 880. 
BarUin TP., Volksversicherung 14. 

V. BeUinghausen, Forschungsfahrten 55. 
Behrendes, des Dioskorides Arzneimittellehre 

99. 129. 
Biechele J/., Pharmaceut Präparate 766. 
BistrMfcki A., siehe Levy S. 
Blücher K^ Chemische Industrie 840. 
Bocquülon-Limousin^ Medic. nouveaux 71. 
Boorsma TT., Pflanzenstoffe 868. 
Böttger W., Qualität. Analyse 127. 
Brückner, Lampe db Co.^ ^leue Arzneimittel 

327. 
Buchheister Q, A„ Drogisten-Praxis 71. 
Giemische Industrie des Deutschen Reiches 

1901/02 327. 
Classen A., Analytische Chemie 766. 
Glemm W. K, Gallensteinkrankheit 560. 
Orinon (7., Medicam. nouveaux 238. 
Damherges A.^ Heilquellen Griechenlands 560. 
David L., Anfönger im Photographieren 519. 
Dieterieh K, Was ist feuergefährlich 99. 
Donath B., Physikal. Spielbuch 311. 

— Erzeugung der Röntgen-Strahlen 842. 
Domblüth 0., Neue Arzneimittel 297. 
Ehrhardt £., Kautschuk- u. Guttaperchapfianzen 

785. 



Engler Ä,^ das Pflanzenreich 88. 901. 

Fischer E^ Synthese in der Puringruppe 667. 

Fleisch und Fette ^ amtliche Anweisung zur 
Untersuchung usw. 143 

Farmtdae magistr. Berolin. 1903 143. 

Fortschritte der anorg. Chemie in 1892 bis 
1902 54. 

Fränkel M^ Generalkatalog 326. 

Freiberger Bergakademie 881. 

Frühlt4ng R, Zuckerindustrie 339. 

Oarcke A„ lUustr. Flora Deutschlands 667. 

Orüning TF., Eisenpräparate 126. 

Quareschi J., Storia della chimica 750. 901. 

Eager'8 pharmac. techn. Manual 14. 

Blanauseek T, F.^ Technische Mikroskopie 518. 

Bartmann' s Kalender für 1903/4 55. 

Hlasiwetx JJ, Quantit. Analyse 785. 

Hupp 0., Wormser Universal-Exlibris 560. 

Jahrbuch der Naturwissenschaften siehe Wilder- 
mann. 

JÜrgensen Ch^ Unsere Nahrungsmittel 327. 

Kamm F, Französ. Konversation 423. 

Klein A, TT., Bienenzucht 340. 

Knoll db Co,^ Therapeut Notisen 519. 

Koch L.y Mikrosk. Analyse der Drogenpulver 686. 

Kohut A.^ Liebig's Leben und Wirken 848. 

Königsberger L , Biographie von H. von Helm- 
holtz 160. 

Krämer J3., Course in Botany 644. 

Krankentfersorgung^ Handbuch der K. 71. 

Kühn B,, Physikal. chemische Theorien 919. 

Kümmel H^ Zahnarzt und Arbeitersohutz 560. 

Lassar 'Cohn^ Arbeitsmethoden 519. 

Einführ, in die Chemie 919. 

Le Blanc J/., Darsteli des Chroms 283. 

Leonhardt E, der Flußaal 127. 

Levy /S., Darstell, organ. ehem. Präparate 311. 

Luireich 0., Wirkung der Borsäure 143. 

Losch, Kräuterbnoh 750. 901. 

Lohmann A, Binoculare Farbenmischung 225. 

Lücker E, Pharmakogn. Tabellen 766. 

Luhmann E., Kohlensäure-Bäder 160. 

Lüpke R^ Elektrochemie 311. 

M^er's Konversations-Lexikon 210. 881. 

Miethe A., Grundzüge der Photographie 519. 

Migtda TT., Kryptogamen-Fiora 646. 

Möbius P., Schwachsinn des Weibes 284. 

Morpurgo (?., Phytoohem. Studien 518. 

Mylins E., Apotheker als Geschäftsmann 422. 

Neger T., Handelspflanzen Deutschlands 667. 

Neger und Vanino^ der Paraguay-Tee 686. 

9. Oefele, altägyptisohe Parasitologie 160. 

Ostuald TT., Schule der Chemie 760. 

Pharmaceutischer Kalender 1904 880. 

Pietseh J/., Chemikalienkunde 422. 

Pohl W., Handverkaufs- Wörterbuch 327. 

Prescher db Rabs^ Bakteriol. chemisches Prakti- 
kum 297. 

Reychler A. siehe Kühn B, 

Roloff Af., Physikal. Analyse der Mineralwässer 
518. 

Roth's Jahresbericht über das Militär-Sanitäts- 
wesen für 1901 169. 

Schedel H, Wirkung des Chlorbaryums 644. 

Sehiif K, Röntgentherapie 901. 

Schmidt E.^ Pharmaceut. Chemie 180 



XXXI 



SekuUx, O., künstl. organ. Farbstoffe 283. 
Sddiu R, Qualität Analyse 158. 
Speeialitäim, Selbstbereitung 880. 
Süßstof-Ausgabdmch 250. 901. 
Süßstoff'Oeseix vom 7. JuU 1902 260. 
Tkome's Flora Ton Deutschland, 5 Band 645. 
Thoms H.^ Schule der Pharmaoie, IL Chemisch. 

TeU 158. 
Traedufdl F., Aoalytisohe Chemie 518. 
Vanmo L , die Patina 210. 
Vaubel W., Theoretische Chemie 785. 



Verordnungaweiae für Krankenkassen 519. 

r. Vülas K, Asklepiades 919. 

Voümöüer K., Unabhängige Kritik 160. 

Vortvmnn (7., Quantität. Analyse 159. 

Wagner J., Unterricht in der Chemie 339. 

Wagner % lUustr. Deutsche Flora 667. 

Walker J., Anorgan. Chemie 785. 

Weresaajew TF., Bekenntnisse eines Arstet 
128. 

Wildermann M.^ Jahrbuch der Naturwissen- 
schaften 1902/3 645. 




Druck von Kunath & Mahlo, Üresd 



nitier ftttasse 51. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

ZeitBchrift fflr wissenBclitftlielie and geschäftliche Interessen 

der Pharmacie. 

GagrUndat Yoh^Or. H. Hager 1859; fortgeführt von Dr. B. Oeissler. 
Herausgegeben von Dr. A« Sehadider. 



bBoheiiit jadan Donnerstag. — BesajrspreiB TiertelUhrHoh: durch Post oder 

Bnobhandal 2,50 ML, unter BtreifUnd 3,— Mk^ Aneland 8,50 Ift. EmseLne Nnrnmem 30 Pf. 

Anieigen: die aiiunal gespaltene Petit-Zeile 25 Pf., bei gnSsseran Anseigen oder ^Wieder- 

holnngen FMisarmissigiing. — Ctoaehlflsstellei Dresden (F.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 

Letter dar ZeMsehilfl: Dr. A. Sohnaidar, Dresden (P.-A. 21X Sohandanar Strasse 43. 



Ml. 



Dresden, 1« Januar 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang. 



OkeMl» and Pliarmaato: i*rotjUn aod organisohe Phosphorpräpante. — Nachweis von SuUonal. — 
Sekwefelhaltige Jodfette. — Melasine- Grundstoff. — Neue Anneimittel. — Spectalitflten der Firma Parke, 
Bsfis A Co. in Detroit. — Knrpfaaoherei. — Dr. med. Branner's SchnopfenpulTer. — Bcaktionstabelle ffir 
Dionin «aw. — Seaktion aof Santonin. -- Jodpentafluorid. — Salicylsftureftther des Chinins. — Beifenspiritas 
„Vetta". — DarsteUnng ron Cineol. — Darstellung ron Saponin. — Osonatine. — Nahrnngamlttel-Chemie. — 
BakleriologiMlie MttteüiuigeD. ~ Baehenebaii. — Venohiedeiie lUtteilnnseii. 



Chemie und Pharmacie. 



Deber Protylin und organisohe 
Fhosphorpräparate. 

Mitteilung yon C. Sehaerges^ Basel. 

Nach unserer heutigen Erkenntnis ist 
„leben" ohne Eiweiss undenkbar, wird 
doch das Protoplasma, - der Inhalt* der 
Zelleo, ans denen alle Organe bestehen, 
als lebendes Eiweiss im Gegensatze 
zmn unorganisierten Eiweiss ange- 
sprochen. Die Auffassung steht sowohl 
fBr die Pflanzen, wie auch für diellere fest, 
wenn auch im Leben der Pflanze und 
demjenigen des Tieres fundamentale 
Unterschiede für den Stoffwechsel be- 
stehen. Worin besteht der Stoffwechsel 
der Tiere? Im Stoffwechsel der Tiere 
werden alle Eiweisskörper abgebaut, 
oder, wie man sich auch ausdrückt, ver- 
brannt und zwar bei Säugetieren zu 
Wasser, Kohlensäure, Ammoniak und 
Schwefelsäure. Es verlassen Ammoniak 
and Kohlensäure allerdings in Form von 
Hamatofl den Körper. — Bei Vögeln 
and Reptilien hingegen erfolgt der Ab- 
bau, die Oxydation, nur bis zur Milch- 
säure, die sich mit Ammoniak und 
Kohlensäure synthetisch zur Harnsäure, 
„dem stickstoffhaltigen Endprodukte des 



Stoffwechsels dieserTiere" verbindet und 
als solche in den Exkrementen abge- 
schieden wird. 

Im Stoffwechsel der Pflanzen hin- 
gegen erfahren die Eiweisskörper aller- 
dings auch zum Teile einen Abbau und 
es ist derselbe z. B. ein besonders 
energischer in den Keimlingen; die 
resultierenden Spaltungsprodukte sind 
sogar denjenigen ähnlich, welche wir 
durch tryptische Verdauung beim 
„Animal" beobachten können. Es seien 
hier vor allen die Aminosäuren (Ami- 
dosäuren) erwähnt, wie Leucin 
(Aminokapronsäure), Lysin (Diaminoka- 
pronsäure), Aminovaleriansäure bezw. 
das Derivat der letzteren, das „Arginin". 
Vom Arginin wurde von E, Schuhe^) 
die Konstitution eimittelt. Dieselbe er- 
gibt sich aus der Formel : 

NH == C— NH— Cflg— Cflg— Cüg - Cfl— COOH. 



NH, 



I 
NH, 



Es ist demnach Arginin „Guanidin- 
aminovaleriansäure^^ und es kommt 



*) Berichte der Deutschen chemischen Gesell- 
schaft, 30./IiI., S. 2Ö79. 



dasselbe in seiner Konstitution dem 
Glykocyamin (Gaanidinessigsäure) und 
dem Kreatin (der Methylguanidinessig- 
säure) nahe. — Arginin lässt sich in Harn- 
stoff und Ornithin spalten. — Schulze und 
Winterstein haben durch Synthese aus 
Harnstoff und Ornithin Arginin darge- 
stellt und dadurch den einwandsfreien 
Beweis für die Richtigkeit ihrer An- 
gaben erbracht. 2) 

Ornithin ist Diaminovaleriansäure, es 
findet sich dasselbe in den Exkrementen 
der Vögel. 

Der fundamentale Unterschied des 
pflanzlichen und tierischen Stoffwechsels 
besteht nur darin, dass die Pflanzen im 
Stande sind aus Monoaminosäuren 
Ammoniak abzuspalten und zugleich das 
abgespaltene Ammoniak mit unverän- 
derter Monoaminosäure zu Diamino- 
säuren aufzubauen; so wird aus As- 
paraginsäure: Asparagin, aus Glutamin- 
säure: Glutamin. Diese Körper müssen 
als Bausteine für das Eiweiss betrachtet 
werden, wenn auch des weiteren stickstoff- 
freies Material, wie die stets im Pflanzen- 
körper vorhandenen Kohlehydrate wahr- 
scheinlich die stickstofffreien Reste der 
Monoaminosäuren gleichfalls Verwendung 
finden. 

Es ist anzunehmen, dass der Stoff- 
wechsel in den verschiedenen Pflanzen- 
teilen nicht in gleichen Prozessen ver- 
läuft, ebensowenig wie in den ver- 
schiedenen Organen des Animal^ und es 
kann deshalb der wahrscheinliche Auf- 
bau nur angedeutet werden. 

Bei allen hypothetischen, diesbezüg- 
lichen Erwägungen steht doch so viel 
sicher, dass durch den Stoffwechsel stets 
Aminosäuren gebildet werden, und dass 
dieselben als intermediäre Spaltungs- 
produkte der Eiweisskörper anzusprechen 
sind. 

Das Gesagte gilt nun für die Eiweiss- 
körper im allgemeinen, dieselben sind aber 
unter sich sehr verschieden. Unsere 
Kenntnisse über die Eiweisskörper ver- 
danken wir den Arbeiten und Forsch- 
ungen von Drechsely Hoppe - Seiler, 
Hammersten, Kossei, Miescher, Nencki, 

*) Berichte der Deutschen chemischeD OesoU- 
Bchaft, 32./I1L, 8. 3191. 



Plosx und anderer, sowie deren Schüler. 
— Beschäftigen wir uns aber mit der 
chemischen Beschaffenheit des Inhalts 
der Zellen, so erkennen wir^ dass die 
Eiweisskörper an den Funktionen der 
Zelle nicht in freiem Zustande teilnehmen, 
sondern dass sie selbst nur Teile noch 
komplicierterer Verbindungen sind.^j 

Hoppe-Seiler hat die Natur dieser 
Stoffe, welche sich in jeder entwicklungs- 
fähigen Zelle nachweisen lassen, und 
welche Eiweisskörper mit angelagerten 
Atomkomplexen enthalten, festgelegt 
und er legte ihnen den Namen „Proteide" 
bei, im lünblick darauf, dass in ge^^issem 
Sinne eine Analogie mit den Glyfpsiden 
besteht. j: 

In den Proteiden beherrscht die Eiweiss- 
gruppe die Eigenschaften des ganzen 
Moleküls, denn sie sind nach ihrwi Ver- 
halten Eiweisskörper und es ist o^ sehr 
schwer, festzustellen, ob ein einfacher 
Eiweissstoff oder ein zusammengejsetzter, 
d.h. ein solcher mit angelagerten Gruppen 
vorliegt. 

Proteide lassen sich naturgemäss 
spalten in ihre Komponenten und es 
resultieren als Spaltungsprodukte Eiweiss 
und die angelagerte Gruppe. Von 
TCQOGTidtjjbLi abgeleitet werden letztere 
„prosthetische Gruppen" genannt. 

Gerade die prosthetischen Gruppen 
scheinen nun sowohl wirksame Stoffe 
als auch zugleich wirksame Werkzeuge 
für die Lebensfunktionen zu sein und 
sie nehmen nicht nur an der Bildung 
hochkomplicierter Eiweisskörper, als 
vielmehr an der Bildung der lOrgane 
selbst teil. i^ 

Es dürfte sich demnach nacH dieser 
Richtung für die Synthese von Arznei- 
mitteln und diätetischen Präparaten ein 
neues, fruchtbares Feld eröffnen; darauf 
ausgehend, prosthetische Gruppen dem 
Eiweissmoleküle anzulagern. Geradezu 
auffordernde Beispiele giebt ^ns die 
Natur selbst in den Nukleinen,"* welche 
an Eiweissmoleküle Nukleinsäuren (phos- 
phor- und stickstoffhaltige Atomkomplexe) 
als prosthetische Gruppen angelagert 

^) Kosseif Archiv f. Anatomie und Physiologe 
(Phys. Abtl.) 1893, S. 175. ^ 



3 



enthalten. Die Nukleme finden sich 
sdbst wieder mit Eiweiss verbunden als 
Nakleoproteide. Kossei konstatierte, 
dass die Nukleinsäuren in Bezug auf 
chemische Zusammensetzung unter sich 
selbst verschieden sind, so unterscheidet 
sich namentlich die aus Hefe gewonnene 
Nukleinsäure von denen animalischen 
Ursprungs. 

Aber in allen Nuklel'nen bezw. 
Niüdä'nsäuren findet sich Phosphor, und 
es war die Beantwortung der Frage 
von grösstem Interesse, in welcher Form 
sich der Phosphor in den Nukleinsäuren 
befindet. Aufschluss aber diese Frage 
konnten 'Mir die Spaltungsprodukte geben. 
BekanntKch zersetzen Alkalien die 
Nukleinsäure schon bei gewöhnlicher 
Temperatur. Es wird hierbei der 
organische Teil mehr und mehr abge- 
spalten, M dass man zu immer phosphor- 
reichereiT' Verbindungen, d. h. zu Ver- 
bindongeff mit höherem Phosphorgehalt 
kommt. Ein solches Zersetzungsprodukt 
ist KosseVs Piasminsäure. Genannter 
Forscher erwähnt, dass wie die Nuklein- 
säuren auch die in Wasser lösliche 
Piasminsäure Eiweiss fällt; es wären 
demnach derartige Niederschläge als 
künstliche Nukleine anzusprechen, wenn 
nicht in den Samen schon Spaltungs- 
produkte des Nukleins vorliegen würden. 
Bei Behandlung der Piasminsäure mit 
siedenden, verdfinnten Säuren resultieren 
Niikleinbafien(Ouanin, Adenin), stickstoff- 
haltige nicht näher untersuchte organische 
Substanzen und endlich Phosphorsäure. 
Die Phosphorsäure ist nach KosseVs 
Termutung in anhydrischer Form in der 
Nukleinsäure und demnach auch in den 
Nnkleineq bezw. Nukleoproteiden ent- 
halten. 

Kossei huldigt der Anschauung, dass 
in der Nukleinsäure eine Vereinigung 
von mehreren Molekülen Phosphorsäure 
unter Wasseraustritt angenommen wer- 
den mui^ 

unter Zugrundelegung dieser Forsch- 
ungen hat die Firma F, Hoffmann- 
La Boche d; Co., Basel, mit anhydrischen 
PhosphorsäurenVersuche anstellen lassen, 
und diese Versuche führten zur Dar- 
stellang des „Protylins^. Es gelang 



aber nicht nur Phosphor, sondern neben 
Phosphor auch Halogene (Brom und Jod) 
und Metalle (Eisen) in das Eiweiss- 
molekül prosthetisch einzuführen, doch 
es wurden bisher die klinischen Versuche 
nur mit „Protylin" an der Kocher' scheu 
Klinik in Bern zu einem vorläufigen 
Abschlüsse gebracht. 

Da Protyfin nun in den Handel ge- 
bracht wird, werden wir auf die Eigen- 
schaften desselben zurückkommen, doch 
es sei zunächst noch einiges über Lecithin 
gesagt, welches als phosphorhaltiger 
Fettkörper in der jüngsten Zeit eine er- 
höhte Aufmerksamkeit auf sich ge- 
zogen hat. 

Hoppe- Seiler und andere konstatierten 
das regelmässige Vorkommen von Lecithin 
neben phosphorhaltigem Eiweiss (also 
Nukleoproteiden) und sie vermuten einen 
Zusammenhang beider. Allem Anschein 
nach wird im Protoplasma durch A£^- 
milationsvorgänge Lecithin aus Nukleo- 
proteiden gebildet, jedenfalls kommen 
im Protoplasma beide vor, und es ge- 
hören dieselben funktionell zusammen. 
Anlässlich meiner Versuche (1895), die 
ich, angeregt von Dr. 0. Lanx, nun- 
mehrigem Professor der Chirurgie in 
Amsterdam, über Thyreoidea und ihre 
Präparate machte, hatte ich auf den 
bedeutenden Gehalt von Nukleinen und 
Lecithinen in der Schilddrüse hinge- 
wiesen.^) Heute stehe ich nicht an, die 
Anschauung zu vertreten, dass dem 
Lecithin gewiss wichtige Funktionen 
im Organismus zugesprochen werden 
müssen, dass aber dieselben durch Fütter- 
ung, also Einfuhr per os, nicht ver- 
wertet werden können ; ich stütze diese 
meine Anschauung auf die Angaben, 
welche über das Schicksal des Lecithins 
im Organismus von Bokay gemacht 
wurden.^) 

Nach genanntem Autor wird Lecithin, 
wie die einfacheren Fette in seine Be- 
standteile zerlegt, d. h. zunächst ver* 
seift, die Fettsäuren werden zum Teil 
resorbiert, zum Teil später im Körper 
zu Kohlensäure und Wasser oxydiert. — 



«) Pharm. Zeitung 1895, 313. 

^) Zeitsohr. f. physiol. Chemie 1/157. 



Es mag allerdings Glycerinphosphorsäure 
teilweise als solche, teilweise aber als 
Phosphat resorbiert werden. In ge- 
ringen Mengen hat Sontnischewsky 
Glycerinphosphorsäure neben Phosphaten 
unverändert im Harn aufgefunden.^) 

Sigmund Fränkel zählt die Lecithine 
direkt zu den Glycerophosphaten und 
räumt ihnen keine Vorzüge vor den 
anorganischen Phosphaten ein."^) 

Es haben die Glycerinphosphorsäure 
und ihi-e Abkömmlinge die gehegten 
Erwartungen nicht erfüllt. Die Ab- 
spaltung der Glycerinphosphorsäure aus 
Lecithin (soweit Gehirnlecithin in Be- 
tracht kommt), lässt sich aus seiner 
Konstitutionsformel nach Thudichum^) 
leicht erklären, nach welcher es Oleo- 
palmito - glycerinphosphorsaures Tri- 
methyl-Vinyl- Ammoniumhydroxyd ist : 



Cflg-O— H 

I 
CH-O-H 

I / 

CHo 0-P=0 



OH 



C2H3N(CH3)30H 

Trimethylvinyl- 

AmmoDiumbydrozyd 

= Neurin. 



Olycerinphosphorsäare 



CH2O— (CisHssO) 
Oleyl 



CHO— (C16H31O) 
Palmityl 

^OH 

CH20-P=0 

NOH(C2H3N(CH3)30H) 
Neorin 

Thudichum beschreibt reines Lecithin 
als einen weissen, krystallinischen Kör- 
per, der zusammengedrückt eine wachs- 
artige Masse bildet; die Lecithine des 
Handels sind gelblich bis rötlich, fett- 
artig — jedenfalls sind die Lecithine 
verschiedener Provenienz verschieden. 

Nach diesen kurzen litterarischearAn- 
gaben über Lecithin wende ich mich, 



«) Zeiteohr. f. physiol. Chemie IV/21Ö. 

7) Die ArzneimitteUyntheBe, Berlio 1901 (Ver- 
lag von Julitis Springer). 

») Tkudickum^ Chem. Konstitution des Ge- 
hirns (Verlag von Franx Pietxker, Tübiogen). 



um so mehr, als klinische Parallel versuche 
mit Lecithin und Protein in der Kocher- 
sehen Klinik in Bern zu Gunsten des 
Protylins ausfielen, den Eigenschaften 
und dem chemischen Verhalten des 
Protylins zu. 

Dasselbe ist ein gelblich weisses , fast 
geruch- und geschmackloses Pulver. Es 
ist in Wasser unlöslich, auf mit Wasser 
befeuchtetes Lackmuspapier gestreut, 
rötet es dasselbe, jedoch bläut es nicht 
Congopapier. In Salzsäure löst es sich 
beim Kochen unter Spaltung, die Lös- 
ung erscheint zuerst rötlich, später blau- 
violett. Das Piltrat enthält Phosphor- 
säure. In Alkalien ist Protylin löslich, 
mit konzentrierter Ammoniakflftssigkeit 
quillt es gelatinös auf. Es verbrennt, 
sich stark aufblähend, wie alle Eiweiss- 
körper, der hinterbleibende Rückstand 
ist so gering, dass er sich der Wägung 
entzieht. Protylin widersteht der Pepsin-, 
jedoch nicht der tryptischen Verdauung. 

Mit Salpetersäure übergössen, färbt 
es sich wie alle Eiweisskörper gelb, mit 
Wasser aufgeschlämmt und mit Millon- 
schem Beagens erwärmt, färbt es sich 
rosenrot (Reaktion des Tyrosins = Para- 
oxyphenylpropionsäui-e). Die Elementar- 
analyse des Protylins ergab: 
12,98 pCt. N, 43,82 pCt. C, 7,26 pCt H. 

Für die Bestimmung des Phosphor- 
gehaltes hatte Herr Dr. Paul Sdiwarx 
die Güte, eine genaue Methode zusammen- 
zustellen; nach derselben wurden 2,7 pCt. 
Phosphor = 6,18 pCt. P2OB gefunden. 

Ich füge zum Schlüsse diese Be- 
stimmungsmethode noch an: 

3 g Protylin werden mit der ffinfzehn- 
fachen Menge Soda-Salpetermischung* 
(1 : 2) fein verrieben, im Porzellantiegel 
nach üeberschichtung mit etwas Soda- 
Salpetermischung geschmolzen und die 
Schmelze in Wasser unter Zusatz von 
Salzsäure gelöst. 

Die stark salzsaure Lösung wird, um 
alle Phosphorsäure in Orthosäure äber- 
zuführen, drei Stunden gekocht, eventuell 
noch etwas eingedampft und filtriert und 
mit starkem Ammoniak übersättigt, wo- 
bei geringe Mengen von Phosphaten aus- 
fallen, von denen man abfiltriert. Das 



Filtrat (A.) wird vorläufig bei Seite 
gestellt. 

Inzwischen wird der geringere 
Phosphatniederschlag in verdünnter Sal- 
petersäure gelöst und nach Zusatz von 
etwas Ammoniak, sodass die Lösung 
noch schwach salpetersauer bleibt und 
von etwas salpetersaurem Ammonium 
(ca. 10 ccm einer Lösung 1 : 1), mit 
Molybdfinlösung bei ungefähr 60 ^ gefällt. 
— Die Fällung kann zwekmässig durch 
halbstündiges Erwärmen auf dem Wasser- 
bade beschleunigt werden. — Nach zwei- 
stündigem Stehen, bei Anwendung des 
Wasserbades schon nach einer Stunde, 
wird filtriert und der Phosphormolybdän- 
niederschlag mit salpetersaurem Am- 
monium, das ein wenig freie Salpeter- 
säure enthält (100 g Ammoniumnitrat 
10 ccm 25proc. Salpetersäure auf 1 Liter), 
zwei bis drei mal nachgewaschen. — Der 
Niederschlag wird in 2 V2Proc. Ammoniak 
auf dem Filter gelöst und das Filter mit 
^Vsproc. Ammoniak vier bis fünf mal 
nachg^filt. Diese Lösung (B.) vereinigt 
man mit dem bei Seite gestellten Filtrate 
(A.). — Nach völligem Erkalten füge 
man unter beständigem Bühren Magnesia- 
miztnr hinzu (mittels Magnesiumchlorid in 
bekannter Weise hergestellt), rührt ohne 
die Glaswandungen zu reiben noch ca. 
fonf Minuten um und giebt V4 Volumen 
starkes Ammoniak dazu. Die Fällung 
bleibt über Nacht stehen. Alsdann wird 
filtriert, 'mit 2V2Proc. Ammoniak aus- 
gewaschen, bis das Waschwasser nach 
Zusatz von Salpetersäure im Ueberschuss 
durch Silbemitrat kaum noch opalisierend 
getrübt wird und der Niederschlag nach 
starkem Glühen als Magnesiumpyro- 
phosphat gewogen. 

1 g MggPjOT == 0,2784 g P = 0,6376 g 
P2O5. 

Nachweis von Sulfonal. 
Zur Vervollfltändigung emes Ph. G. 42 
[1901], 567, veröffentlichten Referates über 
Beitrftge von Prof. Vitali zum chemiBch- 
toxikologiscfaen Nachweis des Sulfonals und 
ihnlidier Verbindungen (Bollettino chimico- 
fannac 1900, Juli) bringen wir noch das 
Nachstehende, was naturgem&ss auch einige 
Wiederholungen enthält 



Professor Dioscorides Vitali weist darauf 
hin, dass, obgleich die Verwendung von 
Sutfonal in beständiger Zunahme begriffen 
ist; sichere Methoden zur Isolierung von 
kleinen Mengen Sulfonal aus organischen 
Oemischen bisher noch fehlen, und dass 
andererseits noch nidit festgestellt ist, ob 
Sulfonal dem Verwesungsprozess zu wider- 
stehen vermag. Er stellt zunächst fest, dass 
sowohl die von ihm, als auch die von 
Ooldstein und Morro angegebenen Methoden 
zur Isolierung des Sulfonals keine zuver- 
lässigen Resultate geben und teflt dann die 
von ihm gefundene neue Methode mit, die 
selbst die geringsten in organischen Misch- 
ungen enthaltenen Mengen Sulfonal in fast 
absoluter Reinheit gewinnen lässt. Für den 
Versuch hat Vitali 0,1 g Sulfonal in 
Wasser gelöst, mit 1 kg Pferdefleisch und 
200 ccm Harn gemischt^ die Mischung zur 
Trockne eingedampft, mit dem doppelten 
Volumen heissen Alkohols von 90 pCt. 
ausgezogen, im filtrierten Auszug den Alkohol 
abdestiUiert, den wässerigen Rückstand 
filtriert, mit einigen Tropfen Kalilauge 
alkalisch «gemacht und schliessUch mit dem 
dreifachen Volumen Aether ausgeschüttelt. 
Der ätherische Auszug, der freiwilh'gen Ver- 
dunstung überlassen, hinterliess das Sulfonal 
als krystallinischen Rückstand in fast der 
gleichen Menge, als es zugesetzt worden 
war. Die bei langsamer Verdunstung 
ätherischer oder verdünnter, wässeriger 
Lösungen entstehenden Sulfonalkrystalle sind 
ausserordentüch diarakteristisch, vor allem 
aber erscheint dem Autor wichtig, dass selbst 
die geringsten Spuren (Vitali hat z. B. 
0,001 g Sulfonal in 10 ccm Aether gelöst 
und 1 Tropfen dieser Lösung auf einem 
Objektträgei' verdunsten lassen) diese Erystall- 
formen zeigen. 

Was die Identitätsreaktionen für Sulfonal 
anbelangt, so hält Prof. Vitali die bisher 
üblichen auch nicht für ausreichend scharf, 
da seiner Ansicht nach sowohl die Bixert- 
sehe, dieWeferS'Bettink'Bdhey die Schwarx- 
sche, wie auch die Vulpiics^Bche Probe, bei 
Gegenwart anderer schwefelhaltiger organi- 
scher Verbindungen auch die betreffenden 
Reaktionen geben können. Er hat sich 
daher bemüht, eine Reaktion zu finden, die 
charakteristisch und auch geeignet ist, die 
kleinsten Mengen Sulfonal nachzuweisen. 



6 



Er beschreibt diese Reaktion folgender- 
massen: 

Mischt man Sulfonal mit dem dreifachen 
Gewicht Ealihydrat und erwärmt in einem 
ReagensglaS; so entwickelt sich zunächt ein 
lauchartiger, ekelerregender Gemch, bei 
weiterem Erwärmen nimmt die Mischung eine 
gelbe, dann rötliche und nach dem Er- 
kalten eine scharlachrote Farbe an. Bei 
Zusatz von Wasser verschwindet die rote 
Farbe, die Lösung ist trübe und, wenn nicht 
zu sehr erhitzt, von blauer Farbe. Auf 
Zusatz von Salzsäure zum FSltrat geht die 
blaue Farbe in ein flüchtiges Violett über 
unter Abscheidung von Schwefel und Ent- 
wickelung von Schwefeldioxyd. Wird die 
Flüssigkeit zur Trockne eingedampft, mit 
Wasser aufgenommen, mit Salzsäure ange- 
säuert und mit Ghlorbaryum versetzt, so 
entsteht ein Niederschlag von Baryumsulfat 
(BaS04). Wenn man zu der wie oben 
erhaltenen roten Schmelze kein Wasser zu- 
setzty sondern weiter und so stark erhitzt, 
dass das Glas zu schmelzen beginnt, so 
verschwindet die rote Farbe und wird durch 
eine hellblaue ersetzt Diese Färbung führt 
Vitali auf Bildung von künstlichem Ultra- 
marin zurück, da einerseits in Anbetracht 
der hohen Temperatur eine organische Ver- 
bindung die Reaktion nicht erzeugen kann, 
andererseits die Vorbedingung für Bildung 
des Ultramarins (Kieselsäure, aus dem Glas, 
Ealiumhydrat, Schwefel und Kohle) gegeben 
sind. Die Bildung von Ultramarin soll 
nach Prof. Vitali geeignet sein zur Er- 
kennung von allen schwefelhaltigen Ver- 
bindungen. Die obenerwähnte Farbenreaktion 
hat der Autor noch erhalten bei Anwesen- 
heit von 0,001 g Sulfonal. 

Zur Feststellung der Widerstandsfähigkeit 
des Sulfonals gegen die Einwirkung der 
Verwesung stellte sich Prof. Vitali eine 
Mischung von 0,05 Teilen Sulfonal, 500,0 
Teilen Pferdefleisch und 250,0 Teilen 
Wasser her, und überliess die Mischung 
während 30 Tagen sich selbst bei einer 
Temperatur von 14 bis 15^. Obgleich 
nach dieser Zeit die Verwesung einen hohen 
Grad erreicht hatte, konnte das Sulfonal 
nach dem oben beschriebenen Verfahren fast 
in der ganzen verwendeten Menge isoliert 
werden, ebenso bei einem zweiten Versuch, 
bei dem die Mischung über drei Monate bei 



einer Temperatur von 15 bis 25^ auf- 
bewahrt wurde. Der Autor kommt daher 
zu dem Schluss, dass Sulfonal von ganz 
bedeutender Widerstandsfähigkeit gegen den 
Einfluss der Verwesung ist 

Auch die dem Sulfonal analog zusammen- 
gesetzten Schlafmittel: Trional und Tetronal 
sind auf die oben beschriebene Weise am 
organischen Gemischen zu isolieren. Weiter- 
hin sucht Prof. Vitali festzustellen, welche 
Umwandlungen das Sulfonal im Stoffwechsel- 
prozess erfährt, und vor allem, ob es mit 
dem Harn unverändert abgesdiieden wird. 
Er hat zu diesem Zweck aus dem Harn 
zweier Patienten, denen 1,0 g Sulfonal bezw. 
1,0 g Trional dargereicht worden war, in der 
oben beschriebenen Weise das Sulft^nal bezw. 
Trional zu isolieren versucht, n^r hat er 
die Methode insofern geändert, ate er den 
wässerigen Destillationsrückstand (s. o.) vor 
dem Ausschütteln mit Aether, mtf Kalilauge 
kocht, um den Harnstoff zu zeräkzen. Er 
fand in beiden Fällen geringe Mengen der 
Schlafmittel unverändert wieder. Der grOBsere 
Teil aber wird im Köiper zersetzt und zwar 
nehmen Smith und Baumann als wahr- 
scheinlich an, dass er als Aethylschwefel- 
säure in den Harn übergeht Die Unter- 
suchungen des Prof. Vitali haben jedoch 
eine Bestätigung dieser Annahme nidit er- 
bringen können, er giebt allerdings zu, dass 
das negative Resultat dadurch hervorgerufen 
worden sein kann, dass er sehr kleine 
Mengen in Arbeit genommen hajL Wr. 



Sohwefelhalüge Jodfette 

erhalten die Farbenfabriken vorm. Friedr. 
Bayer <& Co.y Elberfeld, nach emem 
patentierten Verfahren, indem sie in Blisch- 
ungen aus Jod und Fetten (fetten Gelen) 
Schwefelwasserstoff gas einleiten. - Diese Prä- 
parate sind therapeutisch sehr wertvoll, da 
die geschwefelten Jodfette vom Organismus 
sehr gut resorbiert weiden. r. Th. 



Melusine -Grundstoff nennt Dr. WctsserMig 
in Frankfurt a. M eine Salben -Grundlage, die 
nach Zusatz von 150 g auf 1 kg eineff Oold-Cream 
giebt, der nicht raozig werden und kein Wasser 
ausscheiden soll. Aosserdem läset sich der- 
selbe mit jeder beliebigen Menge Oel« Fett oder 
Glyoerin mischen. Leider wird seine Zusammen- 
setzung von dem Darsteller nicht mitgeteilt. 

—ix—. 



Neue Arzneimittel. 

Bromolein Als solches wird das mit 
Brom sterilisierte Addittonsprodukt der an- 
geeättigten Fettsämren des Mandelöls be- 
zeidinety eine gelbe, fettige, klare, gemch- 
und geschmacklose Flüssigkeit, die 20 pCt 
Brom enthält Es soll nichts mit dem sdion 
bekannten Bromipin gemeinsam haben. Es 
findet zu subkutanen Injektionen Verwend- 
mig, soll weit wirksamer als die Bromsalze 
sein, aber ohne deren schädliche Neben- 
wirkungen. 

Chxnalgin. Unter diesem Namen findet 
ein Chlnolinderivat Verwendung, das im 
Chinolinkomplex statt eines Kemwasserstoffs 
in Or|)iostellung Aethoxyl, an Stelle eines 
zweite^ Wasserstoffs Amidobenzoyl enthält. 

Mup'ay hat es in vielen Fällen von 
Kopfw^eh und Schnupfen mit gutem Erfolge 
angewendet. Irgend einen nachteiligen Ein- 
flusB ^vi die Herztätigkeit hat er nicht be- 
obad^et (Vergleiche MentxeV^^en Ver- 
zeichnis: Chinaigen = Anaigen.) 

Wr. 

Creosotum camphoricum besteht aus 
gleichen Molekülen Kreosot und Kampher 
nnd ist eine Oh'ge, in Wasser nicht, aber 
in Weingeist, Aether und Olycerin lösliche, 
dicke Flüssigkeit. Angewendet wird e3 zur 
Nervenberuhigung in öliger Lösung (1:5) 
kaffeelöffelweise oder in Gelatinekapseln zu 
je 0,2 g drei- bis fünfmal täglich. (Ph. F.) 

K M. 

Dijodokarbazol entsteht beim Zusammen- 
bringen von Jod, Jodwasserstoff und Karbazol. 
Es ist unlöslich in Wasser, leicht löslich in 
Benzi^, Aether, warmem Alkohol und Eis- 
esBig; es dient als antiseptisches Mittel. 

Disffolvantin ist ein Präparat, das zur 
Reinigung industrieller Abwässer dient und 
folgende ZiiSammensetzung hat: 

Schwefelnatrium ... 60 Teilen 
Kartoffelbrei .... 30 „ 

Wollfett 5 „ 

Oxalsaures Ammon . . 5 „ 
(1 bis 5 kg sollen genügen zur Kemigung 
von 1000 L Wasser). 

Oü^acis, das Chininsalz der Guajakol- 
Bulfonsäure, ist ein gelbliches, amorphes 
Pulver, dem das 

Gnajachinol nahesteht, das als Chinin- 
dibromguajakolat aufzufassen ist von der 
Formel : 



C6H2Br2<()jj4H24N20, 

Es sind glänzende, klinorhombisohe Prismen, 
die in Wasser sehr leicht löslich sind. Das 
Präparat soll die Wirkung semer drei Kom- 
ponenten, Guajakol, Chinin und Brom, ver- 
emigen. 

Naphthol- Kohle. Unter dieser Bezeich- 
nung kommt ein granuliertes Pappelkohlen- 
pulver in den Handel, das mit ^-Naphthol 
imprägniert ist. Es dient zur Desinfektion 
des Darmes und soll die bekannten Wirk- 
ungen der Holzkohle und des /S-Naphthols 
m glücklicher Weise vereinigen. Die Tagee- 
gabe ist 3 bis 6 Kaffeelöffel voll. 

Nuklem- Metallverbindungen sind fol- 
gende: Ferrol, ein Nuklelin, das 6 pCt. 
Eisen enthält, braunes, in Wasser lösliches 
Pulver; Cuprol, ein grünes, 6 pCt. Kupfer 
enthaltendes Pulver, und Nargol, ein hell- 
braunes, in Wasser leicht lösliches, 10 pCt 
SUber enthaltendes Pulver. Seine Lösung 
wird weder durch Kochsalz, noch durch 
Alkalien niedergeschlagen. (Nach Mentxel 
von Parke, Davis & Co, in Detroit, Michigan, 
zu beziehen). 

Phentoson, als antiseptisches und 
Schnupfenmittel empfohlen, besteht aus 

Essigsäure 52 Teilen 

Phenol 2 „ 

Menthol 2 „ 

Kampher 2 „ 

Eukalyptusöl .... 2 „ 

Lavendelöl 1 Teü. 

TFr. 
P]rrolin ist ein Desinfektionsmittel, das 
dadurch erhalten wird, dass Magnesia von 
rohem oder reinem Holzessig in solcher Menge 
gelöst wird, dass ein basisches Salz entsteht 
Patentiert ist das Verfahren E. Quist in 
Helsingfors. (Chem.-Ztg.) — (Dasselbe ist 
nicht mit Byrolin zu verwechseln!) 

K M. 

Salvatol ist nach Giomai. di Farmac., 
Chimic. etc., Septbr. 1900 ein neues Nähr- 
präparat (vergl. MentxeV^&A Verzeichnis: 
Salvatose?). Es besteht aus einem leichten, 
filzartigen Pulver, das nur aus Fleischfasern 
besteht, die durch Austrocknen möglichst 
vollständig vom Wasser befreit sind, denen 
aber jeder Zusatz irgend welchen antisep- 
tischen Mittels fehlt. Wr. 



Einige Specialitäten 

der Firma Parke, Davis &; Co. 

in Detroit (Michigan). 

Nach Angaben dieser Firma bringen wir eine 
kleine Zusammenstellnng von Specialitäten, die 
von derselben in den Handel gebracht werden, 
nebst deren Zusammensetzung. 

Alkathymol, eine Fluidunze = 29,57 com, 
enthält 0,2592 g Borax, je 0,5184 g Natrium- 
bikarbonat und -Chlorid, 0,1944 g -sulfat, 0,0648 g 
-Phosphat, 0,0648 bis 0,1296 g Menthol, je 
0,0648 bis 0,2592 g Thymol und Chloretone, 
je 0,06 bis 0,48 ccm Eukalyptol und Latschen- 
üefemöl, sowie 3,6 ccm Glycerin. Es wird als 
Geruchzerstörer und Antiseptikum zu Gurgel- 
und Mundwasser, bei Nasenkatarrh, auch zur 
Entfernung des Geruches nach dem Rauchen 
empfohlen. 

Beef - Iron - Wlne enthält ausser Eisen, 
Mosquera-Fleischextrakt. Letzteres ist ver- 
mittels frischen Ananassaftes verdautes Fleisch- 
extrakt. 

Casearenna enthält auf 29,57 ccm 2,592 g 
Cascara sagrada, 7,776 g Senna, 15,552 g 
Seignettesalz, je 0,5184 g Chenopodium und 
Kürbissamen, sowie 0,2592 g Natriumbikarbonat. 
Es wird als Abführmittel gebraucht 

Chloroform-Throat Lozenges enthalten kein 
Opium, Morphin oder derartige Präparate, son- 
dern Chloroform, Kubeben, Capsicum, Anis, Süss- 
holz, Zucker, Gummi, Pfefferminze und Lein- 
samen. Sie werden gegen Husten und Halsleiden 
empfohlen. 

Effervescent Aperient enthält Kalium- 
Natriumtartrat, Magnesiumsulfat in Gemeinschaft 
mit einem Kohlensäure entwickelnden Körper. 
Ein Thee- bis Esslöffel voll davon wird in einem 
halb mit kaltem Wasser gefüllten Glase als Ab- 
führmittel eingenommen. 

Lithia Tablets enthalten brausendes Lithium- 
eitrat. 

Thermoftage ist eine dicke Paste, die aus 
Thonerdesilikat, Glycerin, Borsäure, Thymol, 
Eukalyptusöl und Jodammonium besteht 
Angewendet wird sie als Umschlag, nachdem 
sie mit heissem "Wasser etwas verdünnt worden 
ist, bei Wunden, Geschwüren, Verbrennungen 
ersten Grades und Insektenstichen. 

Wltch Uazel Jelly ist ein mit Rosenduft ver- 
sehener Hazeline - Cream. Es wird empfohlen 
gegen Sommersprossen, Insektenstiche, aufge- 
sprungene Hände und Lippen u. dergl. 

Von den elastischen Gelatinekapseln ent- 
halten die 

Aplol Compound: grünes Apiol 0,06 ccm, 
Tansyöl und Sabinaöl je 0,06 bis 0,12 ccm, und 

Methylene Blne eompound (Dr. Orville 
Horwitx): 0,0648 g Methylenblau, 0,09 ccm 
Copaivabalsam, 0,09 ccm Sandelöl und 0,03 ccm 
Methylsalicylat. 

K MentxeL 



Korpfüsolierei. 

Der OrtsgesundheitBrat zu Karlsruhe erifiast 
folgende Warnungen: 

1. Vor einiger Zeit hat sich hier ein Institut 
„Elektron*^ aufgethan, das sich die Behandlung 
von Stoffwechselkrankheiten, wie Gioht, Rheuma- 
tismus, Zuckerkrankheit, Fettleibigkeit und 
Nervensohwäohe vermittelst elektrischer Ströme, 
Glüh- und Bogenliohtbäder n. dergl zur Auf- 
gabe macht. Das „Institut^* stand anfangs unter 
der Leitung eines approbierten Arztes. Nach 
dem Ausscheiden desselben hat jedoch der Be- 
sitzer der Anstalt, Ludwig Kaufmann aus Mann- 
heim, ursprünglich Fleischer von Beruf, selbst 
die Leitung übernommen. 

Es unterliegt nun keinem Zweifel, dass die 
Behandlung eines gewissen beschränkten Ge- 
bietes von Krankheiten durch die Anwendung 
von elektrischen Lichtbädern und Bestrahlungen 
mit elektrischem Licht eine wirksame Unter- 
stützung finden kann. Dagegen ist es stark über- 
trieben und geeignet, das Publikum irrezuführen 
und zu täuschen, wenn diese üohtkuren auoh 
gegen Stoffwechselkrankheiten u. dergl. schlecht- 
hin angepriesen werden. Jedenfalls dürfen der- 
artige Kuren nur nach sachverständiger, d. h. 
ärzüicher Anordnung unternommen uad nur 
unter ärztlicher Leitung durchgeführt werden. 
Bei ungenügender Auswahl der KiankheitsAlle 
und ungeeigneter Anwendung der keineswegs 
indifferenten Kurmittel kann erheblicher Schaden 
gestiftet werden. 

Es muss daher dringend davor gewarnt wer- 
den, ohne ärztlichen Hat und ärztliche Kontrolle 
sich derartigen Kuren zu unterziehen. 

2. In einer in der „Badischen Landeszeitung^^ 
erschienenen Anzeige empfiehlt ein gewisser 
FriUWestphal, Berlin NW., Pritzwalkerstr. 16, 
sein Fflanzenh eil verfahren gegen alle Krankheiten, 
namentlich solche, bei denen kein Arzt helfen 
kann. Wer sich an Westpkal wendet, muss 
zunächst in einem von demselben übersandten 
f^agebogen Angaben über sein Leiden machen. 

Nach derartigen dürftigen Angaben sich ein 
Urteil zu bilden, ob eine Krankheit, und welche 
Krankheit vorliegt, und darnach den entsprechen- 
den Heilplan aufzustellen, ist ein Ding der Un- 
möglichkeit 

I Die Mittel, welche Weatphal verschickt, ein 
Thee, ein Magenlikör und eme Einreibung, sind 
Mischungen und Zubereitungen aus verschiede- 
nen Pflanzenstoffen. Eine Heilwirkung bei Krank- 
heiten besitzen sie nicht. Der von Westpkal 
dafür geforderte Preis übersteigt die Arzneitaxe 
um etwa das Doppelte. 

Da es sich um eine bedenkliche Ausbeutung 
leidender Menschen handelt, wird nachdrück- 
lichst vor der Beratung des p. Westphal gewarnt. 

Dr. med. Bmnner's Sehnnpfenpnivseiy her- 
gestellt in der Stadt-Apotheke zu Wehlen 
(Sachsen), besteht nach Angabe des Herstellers 
aus Chinosol 3,0, Rhizoma Lridis plv. 20,0, 
Coffea tosta 20,0, Saccharum album 7,0, Sacoharum 
Lactis 40,0, Menthol 10,0, Oleum Pini pomi- 
' lionis 0,5. 



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10 



Die Reaktion auf Santonin 

führt man nach der Modifikation von P. 
Pain ^Journal de Pharmacie 1901, 351) 
in folgender Weise aus: Man erwfirmt ein 
wenig Santonin mit einer alkoholischen Lös- 
ung von Aethylnitrit und fügt zu der warmen 
Lösung einige Tropfen Kalilauge. Man er- 
hält so eine viel schönere violettrote Färb- 
ung, als wenn man die Reaktion mit Kali- 
lauge allein anstellt. Auf diese Weise lässt 
sich noch ein Milligramm Santonin deutlich 
nachweisen. p. 

Das Jodpentafluorid 

hat Moissan (Chem.-Ztg. 1902, 1043) dar- 
gestellt, indem er in einem horizontalen Glas- 
rohre, das ein Platmschiffchen mit Jod ent- 
hielt, durch ein Platinröhrchen einen fluor- 
wasserstofffreien Fluorstrom darüber leitete. 
Das Glasrohr endete in ein U-Rohr, das bei 
0^ gehalten wurde. Sobald das Fluor an 
das Jod gelangte, entstand eine wenig 
leuchtende Flamme und in dem U- Rohre 
sammelte sich eine farblose Flüssigkeit, die 
bald fest wurde. Das Jodpentafluorid wird 
bei -f- 8 ^ fest, sieht dann wie Kampher aus, 
es siedet bei --(- 97 ^ und bei 500^ zersetzt 
es sidi unter Abscheidung von Joddampf. 
Es ist sehr reaktionsfähig. —he. 



Salicylsäureäther des Chinins, 

Ginchonidins, Cinchonins und anderer Cin- 
chonabasen stellen die Farbenfabriken vorm. 
Friedr. Bayer db Co. in Elberfeld nach 
folgendem patentierten Verfahren her: Der 
Alphyläther der Salicylsäure („Saloe'O ^^ 
mit den für die Fieberbehandlung sich eignen- 
den Alkaloiden erhitzt und das entstandene 
Phenol abdestilliert. Die zurückbleibende 
Masse enthält das salicylsäure Alkaloid; sie 
wird mit Chloroform behandelt, die Lösung 
durch Essigsäure vom Chinin befreit und 
in das Sulfat umgesetzt; dann wird durch 
Natriumkarbonat die freie Base abgeschieden 
und in weissen Nadeln durch Ausschüttelung 
mit Aether erhalten. R. Th, 



Selfenspiritus ^Yesta^ ist ein mit Natron- 
seife festgemachter Spiritus, der eine 
dorchscheinende hellgraue, in trocknem Zustande 
schwach rötlich - gelbe, weiche, butterartige 
Masse darstellt; —ix,—. 

Pharm. Zig, 870, 



Zur Darstellung von Cineol 
(Eukalyptol) 

wird Eukalyptusöl mit konzentriertester 
Phosphorsäure gut durchrührt , wobei 
eine krystallinische Ausscheidung einer Ver- 
bindung von Cineol und Phosphorsäure esA- 
steht, die leicht von dem Oele getrennt 
werden kann. Das reine Cineol wird dnrdi 
Behandeln der Verbindung mit Wasser oder 
Wassei*dampf aus ihr abgeschieden. Da 
jedoch diese Verbindung nur mit der höehst- 
konzentrierten Phosphorsäure erhalten wird, 
so muss die Säure vor der Wiederverwendung 
in Platingefässen zur Sirupdicke eingedampft 
werden. Nach einem Patente^^.für Merck 
erhält man jedoch eine solche In-ystalliniadie 
Verbindung auch mit Arsensäure. Die 
Regeneration der Arsensäure i^t erheblich 
einfacher, da man sie in ge^wöhnlicfaen 
Porzellan- oder Thongefässen bis zur nöthigen 
Konzentration einengen kann. . Ueber die 
Verwendung des Präparates vetjpgl. Ph. C. 
43 [1902], 279. -he. 



Zur Darstellung von Saponin 
aus Rosskastanien 

werden nach Wdl (Chem.-Ztg. 1902, 587) 
die Kotyledonen zerrieben, getrocknet, zur 
Entfernung von Gel und Harz mit Benzin 
extrahiert und dann mit Alkohol ausgekodit 
Das heisse Extrakt wird filtriert und einge- 
engt, der beim Abkühlen entstehende Nieder- 
schlag, der hauptsächlich aus Saponin be- 
steht, im Vacuum getrocknet,''' wieder in 
Alkohol gelöst, mit Bleihydrox^d zur Ent- 
fernung der Pflanzensäuren behandelt, dann 
mit Aether, um etwa gelösten Zucker nieder- 
zuschlagen. Aus dem Filtrat wird der Alkohol 
teilweise abdestilliert und der Rest dann in 
eine mehrfache Menge Aether eingegossen. 
Das gefällte Saponin wird mit Aether ge- 
waschen und getrocknet Das extrahierte 
Rosskastanienpulver kann als Stärkemehl 
verwendet werden. — A«, 



Ozonatine dient als wohlrieqhendes Loit- 
reinigungspräparat und besteht aus einem reohis- 
drehendea Terpentinöle, parfümieii out gerinseD 
Mengen wohlriechender Oele. In einem W 
sonders konstruierten Apparate wird das Präparat 
durch einen dicken Docht aufgesogen und som 
lanffsamen Verdunsten gebracht. (Zeitschrift l 
Zollwesen u. Beiohssteuern, Bd. 1, S. 124.) P. 



11 



Mahrungsmittal-Ohaini«. 



Die refraktometrisohe 

Fettbestünmungsmethode 

naoh WoUny 

gibt nach den üntenrachangen von Hals 
und Oregg ((äem.-Ztg. 1902, Rep. 216) 
mit der Adam'sdk&i gewichtBanalytischen 
Methode fast übereinBtimmende RoBoltate. 
Die Differenzen schwankten zwischen -|- 0,09 
und —0,007 pCt. Bei Voilmiich erhält 
man meist etwas zn niedrige Resnltate, in 
entrahmter Milch sind sie fast völlig genau. 
Die Naumann'sAe Abändemng gibt bei 
YoUfflilch etwas zu hohe Resultate, bei eni* 
nhmte/^Mileh sind sie zu ungenau und zu 
hoeh. 'Durch längeres Stehen der MUch 
(dm bis f Qnf Wochen) wird nach der refrakto- 
metrischen Methode etwas weniger Fett ge- 
funden (bis 0,04 pCt.). Die Resultate der 
Methode suid also für die praktisdie Ifilch- 
kontrolfe genau genug, jedoch das Verfahren 
ZQ umständlich, um das Oerber'wiie ersetzen 
zu können. (Hierzu vergleiche man Fh. G. 
43 [1902], 35 u. 82.) ^he. 



Ueber die Entstehung des Fettes 
im Tierkörper 

hat Rosenfeld (Ghem.-Ztg. 1902, 1110) 
neuere Untersuchungen angestellt Nach 
Voit sollte das Fett aus dem Eiweisse der 
Nahrung entstehen, aber die Versuche Vaifs 
mi nicht beweiskräftig, weil er das Ver- 
h&ltniss von Kohlenstoff zu Stickstoff im 
Moskeifleische falsch angenommen hatte. 
Dagegen konnten Pfliiger und Verfasser 
naehweisen, dass das Eörperfett aus dem 
Fette und den Kohlenhydraten der Nahrung 
entBtdit Wenn einem abgemagerten Tiere 
m ihm fremdes Fett gereicht wird, so setzt 
ei dieses als „Depotfett^^ an, ohne es wesent- 
lidi zu verändern. So konnten bei Hunden 
die Fettlager mit Hammeltalg, Leinöl und 
Kokosbutter erfüllt werden. Da dieses Fett 
bei Vergiftungen mit Phosphor und Phlorid- 
zin m 8ie Leber eindringt, so ist an Stelle 
der Lehren von der fettigen Degeneration 
die Anschauung von der Fettwanderung zu 
setzen. Aus Kohlenhydraten hat Verfasser 
bei Gänsen ein ölsäurearmes Fett erhalten. 
Er fasst seme Resultate dahin zusammen, 
dasB 1. die Fettbildung aus Eiweiss unbe- 



wiesen ist, 2. das Nahrungsfett ohne wesent- 
liche Aenderungen in Körperfett übergehen 
kann, und 3. aus Kohlenhydraten Fett von 
anscheinend ölsäurearmer Beschaffenheit ent- 
steht. Die gleichen Gesetze gelten für 
Kaltblüter, wie bei Fütterungsversuchen im 
Aquarium festgestellt wurde. Als Beispiele 
führt er an, dass bei den Herbivoren die 
Grasfresser, die nur hartes Fett geniessen, 
hartes Fett ansetzen, während die Kömer- 
fresser das weiche Oel der Kömer auf- 
nehmen. Das Gleiche gilt vom Menschen; 
ein nur von Kokosnüssen lebender Poiynesier 
wird ein der Kokosbutter ähnliches Fett 
haben, während ein von Fischthran lebender 
Mensch thraniges Fett besitzen wurd. Das 
Fett eines 12 jährigen Eskimokindes hatte 
die Jodzahl 79, während das Fett anderer 
12 jähriger Kinder höchstens eine Jodzahl 
von 63 aufweist. Vergleiche auch Ph. G. 
41 [1900], 478 und« [1902], 483. 

—he. 



Zum Nachweise von gekochter 
und ungekochter Milch 

schlägt Utz (Ghem.-Ztg. 1902, 1122) die 
Benutzung von Ursol D vor, das Chlopin 
zum Nachweise von Ozon benutzt hatte 
(vergl. Ph. C. 43 [1902], 353). Er wählte 
eine Lösung von 0,1 g Ursol in 30 com 
absolutem Alkohol, und eine Lösung von 
3 ccm Wasserstoffperoxyd (30 proc) in 
Wasser zu 100 ccm. Diese beiden Re- 
agentien wirken nicht aufdnander. Setzt 
man aber in einem Reagensglase zu 2 ccm 
frischer Milch 0,5 ccm der Wasser- 
stoffperozydlösung und einige Tropfen Ursol- 
lösung, so tritt sofort Blaufärbung ein, die 
bei gekochter oder auch nur einige Minuten 
auf 80 G erhitzter Milch ausbleibt Da 
das Ursol in Lösung sehr wenig haltbar ist, 
hat Verfasser die zu einer Reaktion nöthige 
Menge mit Milchzucker in Tabletten ge- 
presst, die kurz vor Gebrauch in heissem 
Wasser gelöst werden. Zum Ersatz des 
Wasserstoffperoxydes durch einen festen 
Körper hat er nodi kein braudibares Mittel ge- 
funden, da Natriumperoxyd wegen der ent- 
stehenden alkalischen Reaktion unbrauchbar 
ist. Siehe auch Ph. C. 43 [1902], 112 
und 137. —he. 



12 



Die Oegenwart 

von Methylalkohol In den 

vergorenen Säften 

von schwarzen Johannisbeeren ; Aepfeln, 
weissen und blauen Weintrauben^ blauen 
und gelben Pflaumen, Kirschen hat J. Wolff 
(Gomptus rendus de TAcademie des scienoes) 
nachzuweisen versucht. 

Vor der Gärung hat er nur im Safte 
der schwarzen Johannisbeeren Methylalkohol 
finden können, nach der Gärung hatte 
seine Menge bedeutend zugenommen. 

Den Gehalt der vergorenen Säfte an 
Methylalkohol in Volumprooenten zeigt nach- 
stehende Tabelle: 

Schwarze Johannisbeeren 
inehr wie 2 Vol.-pCt. 

Pflaumen^Zwetschgen, gelbe 

Pflaumen gegen ... 1 „ 

Kirschen . . . 0,5 bis 1 „ 

Aepfel .... 0,2 bis 0,3 „ 

Wemtrauben ohne die Käm- 
me vergoren . . . 0,03 „ 

Weintrauben mit den Käm- 
men vergoren 0,15 bis 0,4 „ 

Weintreber . . 0,15 bis 0,6 „ 
Alkohol, durch Vergärung von Rohrzucker 
entstanden, enthält keinen Methylalkohol; 
desgleichen die Rum- und Whiskysorten und 
die handelsüblichen Branntweinsorten. 

Häufig flndet man ihn in Schnäpsen, zu- 
mal, wenn sie unter Verwendung von Beeren- 
saft hergestellt sind. 

Zum Nachweise des MethyUükohols hat 
Wolff die verbesserte TrillaV^^% Methode 
benutzt (vergl. Ph. 0. 40 [1899], 697). 

P. 



kleinen Mengen gearbeitet hat, so hat 
Quantin (Journal de pharm, et de cfaunie) 
85 hl Rum von Martinique daraufhin ge- 
prüft Er destillierte dieselben in einem 
8avalle'%iii&ü Kolonnenapparate, bis eine 
Rosanilinbisulfitiösung nicht mehr rot gefärbt 
wurde. Er erhielt so 2,5 hl eines 54gräd- 
igen Destillates. Die weiter gewonnenen 
Destillationsprodnkte, die nur Spuren von 
Estern und keine höheren Alkohole ent- 
hielten, betrugen 45 hl und zeigten 93^; 
auf 50^ verdünnt, zeigte dieser Alkohol, 
besonders beim Erwärmen, noch das Rum- 
bouquet 

Quunün verdünnte die zuerst erhaltenen 
2,5 hl mit dem zweiten Produkte auf 10 L 
und unterwarf diese einer fraktionierten 
Destillation. Er erhielt 3 Anteile, und zwar: 
1. bei Temperaturen bis zu 50 ^ G. aldehyd- 
artige Körper, die in einer stark abgekühlten 
Liebig'Bdieü R^hre aufgefangen wurden. 
Formaldehyd konnte darin nicht nachge- 
wiesen werden. In dem 2. Anteil hätte 
Methylformiat enthalten sein können; er 
wurde mit Kaliumkarbonat behandelt und 
im DestiUate davon vergebens auf Methyl- 
alkohol geprüft Der 3. Anteil, der zwischen 
64 und 72^ überging, hätte den grOssten 
Teil des freien oder mit Essigsäure veresterten 
Methylalkohols enthalten müssen, war aber 
auch völlig frei von demselben. 

Es ist also mit der grössten Wahrschein- 
lichkeit anzunehmen, dass die echten Rum- 
sorten frei von Methylalkohol sind. p. 

(Vergl. den vorstellenden Aufsatz). 



Natürliche Rumsorten enthalten 
keinen Methylalkohol. 

In Frankreich hat man zu wiederholten 
Malen Methylalkohol in den von den Klein- 
händlern verkauften Rumsorten aufgefunden. 
Es fragte sich nun, ob der Methylalkohol 
ein normaler Bestandteil des Rums ist, 
oder ob er beim Verschneiden desselben mit 
einem durch Methylalkohol verunreinigten 
Alkohol in denselben gelangt war. Trillai 
hatte die Frage schon dahm entschieden, 
dass echte Rumsorten kerne Spuren Methyl- 
alkohol enthalten ; da derselbe aber nur mit 



Zum Nachweise des Form- 
aldehyds in Nahrungsmitteln 

empfehlen Hanget und Marion (Ghem.-Ztg. 
1902, 1043) die Reaktion mit Amidol oder 
Amidophenol. Milch, der Formaldehydlösung im 
Verhältnis 1 : 50 000 zugesetzt ist, zeigt dabei 
eine zeisiggelbe Färbung, während reine oder 
mit Borat oder Karbonat versetzte Milch 
Lachsfarbe annehmen. Fl^chgallerten zeigen 
eme gelbe Färbung, die auf Zusatz von 
Ammoniak schmutzig gelb wird. Nicht mit 
Formaldehyd versetzte Fleischbrühe zeigt 
eine rötiidibraune Färbung, die auf Am- 
moniakzusatz blau wird. (Hierzu vergleidie 
Ph. 0. 43 [1902J, 190. 284.) — A^?. 



13 



Aof einen Fehler bei der Prüf ang < 
von Wein auf Farbstoffzusatz 

macht Surre (Chem.-Ztg. 1902, 665) ftuf- 
merksam. Die Weine, die zur VerhQtang 
oder Heihmg des Brechens mit Sohweflig- 
sänreanhydrid oder Alkalibisolfiten behandelt 
worden sind, geb^ mit Ammoniak bisweilen 



eine sehr intensive Blanfärbong, die zu der 
Vermutung eines zugesetzten fremden Farb- 
stoffes führen könnte. Man muss dann den 
Wein durch Destillation auf schweflige Säure 
prüfen, und beim Vorhandensein derselben 
die Färbung häufig auf sie zurückführen. 
Siehe auch Ph. C. 43 [1902], 294. 



Baktoriologisohe Mitteiiungan. 



Gerinnungsenzyme. 

Fr. Weiss beobachtete, dass Mdch, wenn 
man zu 25 ccm derselben 10 bis 20 ccm 
eineB ungekochten Malzauszuges zusetzte, 
sowohl schon bei gewöhnlicher Wärme, 
ab auch bei einer solchen von 50 ^ koagulierte, 
was bei emem gekochten Auszuge nicht der Fall 
ist Hierauf aufmerksam wurde er durch die Er- 
sehainnng, dass sich bei der Einwirkung 
Ton Malzferment auf EJeber stets ein Ge- 
riniuei bald nach dem Zusätze des Malz- 
aoszuges bildete. Nach Qreen wird noch 
heute der Saft des Labkrautes (Oaiium verum), 
desBeo Eigenschaft in dieser Beziehung schon 
aeit dem 16. Jahrhundert bekannt ist, zur 
Milehgerinnnng verwendet. Ein anderes 
Labf erment fand Baginsky in den Artischocken 
(Carica ]>apaya), Oreen im Ricinussamen. 
Letztwes läset sich durch verdünnte Säuren 
aktivieren. — te-— . 

Pharm. Post 1902, 525. 

Flöhe alz üeberträger des Pest- 
baoillus. 

Flöhe^ welche an einer pestkranken Maus 
bezw. Ratte, in derem Blute die speeifischen 
BaeQlen bereits zirkulierten, oder; welche pest- 
badUenhaltiges Menschenblut gesogen haben, 
änd m der Lage, die Pestbadllen auf den 
Hellsehen za übertragen. Hierin liegt eine 
SrosBe Gefahr, da auch bakteriologische In- 
atitote^ welche mit Tieren, die mit Pest- 



badllen verspritzt werden. Bei einem Floh, 
der pestbacillenhaltiges Blut gesaugt hat, 
bleiben nach Dr. Giuseppe Zirolia die 
Keime während sieben bis acht Tagen leben- 
dig (virulent) unter teilweiser Vermehrung. 
Centraiblatt f. Bakteriol. 32, 14. Vg. 

Ueber Art und Wesen der 
Denitrifikation 

sprach Pfeiffer (Chem.-Ztg. 1902, 666) in 
der chemischen Gesellschaft zu Breslau. 
Etwa 30 verschiedene Arten von Mikro-* 
Organismen sind jetzt bekannt, die bei 
Gegenwart der zu ihrer Ernährung nötigen 
organischen Stoffe aus Nitraten elementaren 
Stiekstoff frei zu machen vermögen. Die 
allgemeine Annahme, dass die Denitrifikation 
mit dem SauerstoffbedOrfnis der Organis- 
men zusammenhänge, ist unhaltbar, da 
einige Arten gerade bei Luftzutritt den 
Salpeter am energischsten zerlegen. Auch 
wird der Stickstoff nicht zur Bildung von 
Organen verbraucht, da bis 95,5 pCt. davon 
gasförmig abgeschieden werden. Es ist 
daher wahrscheinlich, dass die Stoffwechsel- 
produkte der Organismen indirekt zur Deni- 
trifikation Veranlassung geben. ^he. 



Ueber krystallinische 
Ausscheidung in Nährböden. 

Häufig treten in Nährböden (Gelatine 

/sowohl; wie Agar) spärliche Krystalle auf. 

bMülen geimpft sind, arbeiten, unbewusst Dieselben stehen nicht immer mit den 

Am* die Flöhe die Pest verbreiten können. Kolonien in direktem Zusammenhange, oft 



lisst man bekanntlieh Flöhe tierisches 
Bht saugen, so bemerkt man, dass sie zu 
Ende des Saugaktes einen Tropfen Blut 
entleeren, flöhe, die vorher längere Zeit 
S^oogert haben, sollen „wahre Strahlen 
▼OB Blut in weite Entfernungen ausspritzen'' 
vid dies schliesslich zwei bis drei Mal wieder- 
ItolflD, sodass zuletzt unverändertes Blut 
entieert wird. Es können also die Pest- 



sogar ausserhalb des Bereiches der letzteren. 
Wie nun Eschbaum (Ber. d. Deutsch. Pharm. 
Gesellschaft 1902, 177) feststellte, bestehe^ 
diese Krystalle aus Ammoniummagnesium- 
phosphat. Ob bei Ausscheidung derselben 
Bakterien beteiligt sind oder ob der Sauer- 
stoff dazu beiträgt, kann zur Zeit als un- 
bedingt feststehend nidit hingestellt werden. 



14 



BOohersohau. 

H a g e r * 8 pharmaceutisck - tecbnisolies 
Manuale; encyklopädlsche Vorschriften- 
sammlang für Apotheker, Chemiker, 
Drogisten und verwandte Bernfszweige. 
Vollständig neu bearbeitet und heraus- 
gegeben von Dr. Wilhelm Arnold, 
k. Hofapotheker und Nahrungsmittel 



Chemiker^ und Willy Wobbe, Apotheker umfassen aliein sohon 576 Seiten, ein Beweis 



und Betriebschemiker; unter Mitwirkung, 
von Dr. BedaW-München, Dr. Bloss- 
Berlin,^. Brestowsky-WieUfK.Buisson- 
Emmendingen, Konrady - Wörlitz, Dr. 
HolX'Beriui, Dr. Luedtke- AltonsL^ Dr. 
W. . Lohmann 'Berim, Maiymann- 
Leipzig; Dr. Nothnagel- Berlin, A . Roder - 
/!?/(i- Klettendorf; Pe^ersen-Kopenhagen, 
A. rimse/maww-Darmstadt; Dr. C, 
TTwZ/f- Berlin; Dr. J. Zi^Ärer-Dresden., 
7. Auflage des Originalwerkes. Leipzig 
und Berlin; Ernst Oünther's Ver- 
lag 1902. 
"Wenn eine Reihe von Freunden von Dr. 
Eennann Hager, des .^Altmoisters der Pharma- 
zie^^ es unternommen haben, das Andenlren des 
grossen Toten und seiner hervorragenden Ver- 
dienste um das Gesamtwohl der Pharmacie da- 
durch zu ehren, dass dieselben Hager's Manuale 
pharmaceuticum seu promptuarium fünf Jahre 
nach seinem Tode in vollständiger neuer und 
zeitgemässer Bearbeitung als 7. Auflage des 
Originalwerkos ersoheinen zu lassen, so kann 
man von vornherein den Herausgebern und 
ihren Mitarbeitern nur dafür dankbar sein und 
denselben Glück dazu wünschen. Allgemein ist 
denn auch in Fachkreisen das Erscheinen der 
neuen Auflage mit grösster Freude begrüsst 
worden. Ist doch Hager' h Manuale pharmaceuti- 
cum, welches in erster Auflage im Jahre 1859 
erschien und dessen 5 neue Auflagen (die sechste 
erschien im Jahre 1891) allen älteren und 
zweifellos auch vielen jüngeren Fachgenossen 
als ein zweckentsprechendes nützliches Sammel- 
werk mit nach tausenden zählenden Vorschriften 
auch fremder Pharmakopoen bekannt, ein Werk, 
welches in keiner Apotheken fehlen sollte 

Bei der Bearbeitung der neuen 7. Auflage,' 
welche zweckentsprechend in deutscher Sprache 
erscheint, haben es die Herausgeber verstanden, 
die verschiedenen Zweige de* vielgestaltigen 
pharmaceutischen Faches den Lesern nutzbar zu 
machen, da sie von dem Grundsatz ausgingen, 
das Manuale soll dem Praktiker ein Batgeber 
sein, gleichzeitig zu neuer vielseitiger pharma* 
oeutischer Tätigkeit anregen, schliesslich aber 
die Laboratorium&tätigkeit zu einer möglichst 
einfachen und dabei nutzbringenden gestalten. Die 
Namen der Autoren und der hinzugezogenen 
Fachmänner leisten Gewähr, dass die einzelnen 
Kapitel, soweit sie uns heute vorliegen, in 



grösster Vollkommenheit bearbeitet sind. Die 
gegebenen Voi Schriften sind in jeder Hinsicht 
als praktisch erprobt und haben sich als be- 
währt erwiesen. Soweit das Werk, welches in 
12 Lieferungen zu 6 Bogen (zum Preise von ' 
je 2 Mk.) zu unserer Kenntnis gelangt ist, können 
wir die Bearbeitung und Anordnung als eine 
durchaus glückliche und zweckentsprechende 
bezeichnen. Die ß vorliegenden Lieferungen 



für die Vielseitigkeit des Werkes Es ist nicht 
möglich, zur Zeit auf die vielen einzelnen Kapitel, 
welche mit praktischen, orientierenden Ein- 
leitungen versehen sind, mehr einzugehen. Wir 
haben aber die Überzeugung gewonnen, dass 
die gesamte Fachlitteratur genügend berück- 
sichtigt wurde, da neben der einheimisohen auch 
die österreiehisohe, englische, dänisAe, fran* 
zösische, schweizerische und n^jfpiregisohe 
Litteratur möglichst herangezogen wurde. Er- 
freulicherweise sind jene Voischriftbn fort- 
gelassen worden, durch welche die früheren 
Auflagen leicht mit dem Nahrungsmittelgesetz 
uud seinen Folgegesetzen in Konflikt hätten 
kommen können. Beispielsweise finden wir noch 
in der 6. Auflage ein Adeps artefioiosoB, ein 
Butyr. i suis, arteficios. und dergl. 

Wir behalten uns vor, auf das Gesamtwerk, 
sobald es fertig vorliegt, den einzelnen Kapitdn 
entsprechend, zurückzukommen. Wir möchten 
aber heute nicht verfehlen, allen Fachgenossen 
die Anschaffung der neuen 7. Auflage als einer 
vorzügliche Fachlitteratur aufs wärmste an das 
Herz zu legen. Vg, 



Das allgemeine Tolkswohl und dessen 
Schädigung durch die TolksYersicher- 
ung der Versicherungsgesellschaft Victoria. 
Von Werner Bartlin, Köln a. Rh. o. J. 
(1902); Verlag von Ed. HenseL — 
24 Seiten 8«. Preis 50 Pfg. 

Während die bisherigen Streitschriften gegen 
die Volksversicherung zumeist vbn Aerzten 
ausgingen, versucht hier ein Statifebker oder 
Volkswirt durch Vergleiche mit anderen Lebens- 
veisicherungen und sonstigen ziffernmässigen 
Nachweisen das Bedenkliche dieser" Versioher- 
ungsweise darzuthun. Die Abhandlung wird 
weiteren Kreisen zur Unterweisung* über das 
zeitgenössische Versicherungsgesch^ nützlich 
sein. 



-.1 
U'. 



— y- 



Preislisten sind eingegangen von: 

Dr. Iheodor Schuehardt in Görlitz über 
chemische Präparate, Reagentien, Reagenspapiere, 
titrierte Lösungen, Apparate, Mineralien, ver* 
schiedene Sammlungen. 



15 



Verschiedene Mitteilungeii. 



SchüBselfesthalter. 

Unter obiger Bezeichnung bringt die Firma 
F. J, MülleTy mechnische Werkstatt, Saal- 
haosen in Westfalen, einen praktischen 
Apparat in den Handel, der auch in Apotheker- 
krie^D viele Freunde finden wird. Wie 
unsere Abbildung zeigt, besteht der „Schflssel- 
festhalter^' zunächst aus einem Hoizgestell, 




das mit einer kräftigen Klemmschraube an 
jeder normalen Tischplatte festgeschraubt 
w^en kann; an diesem Gestell befinden 
sieh dann zwei Schlitten, in denen sich 
Ketten mit Haken bewegen, die die Schüssel 
oder Schale festhalten. 

Eän uns zugesandtes Muster fällt durch 
idne saubere Ausführung auf. Das neue 
HoIzgeBtell aeigt gegenüber dem abgebildeten 
wesentliche Vorteile; drei aus starkem Holz 
gearbeitete jM^gBleisten werden durch drei 
eboisolehe Querieisten zusammengehalten, 
ond zwar ist jedesmal die mittlere Leiste 
etwa doppelt so breit als die beiden äusseren 
Leisten. Uj^ber der mittleren Querleiste be- 
findet sidi eine Oeffnung, in die sich der 
obere Teil der Klemmschraube (zur Befestig- 
nng an einen Tisch) genau einschieben lässt. 
Damit sich nun das Gestell der Tischplatte 
gat anpasseifikann, sind die beiden schmäleren 
Qoerlästen nut Gummi unterlegt. Die mittlere, 
brate Längitoiste hat an ihren beiden Enden 
öne Vorrichtung, die die Schale oder Schüssel 
festhalten soll. Dieselbe besteht, wie schon 
oben kurz angedeutet, aus zwei an Ketten 
befindlidien Haken ; die Ketten gehen durch 



eben Schlitten, wie die Abbildung deutüch 
sseigt Zum leichteren Verständnis sei nur 
hinzugefügt, dass die Schlitten nach der 
Schüssel zu einen Haken haben, der in die 
Glieder der Kette eingreifen kann. Zum 
Gebrauch wird nun die Kette durch Ver- 
schiebung des Schlittens bis senkrecht unter 
dem Schüssekand möglichst angezogen und 
dann festgehakt. Ein unterhalb des Schüssel- 
randes sichtbarer, zwischen Haken und Kette 
angebrachter Hebel dient nun dazu, die 
Kette straff anzuspannen und somit der 
Schüssel den festen Halt zu geben. Zweck- 
mässigerweise sind nicht nur die Haken, 
die über den Schüssehttnd greifen, innen 
stark mit Gummi ausgelegt, sondern auch 
auf den beiden äusseren Längsleisten dicke, 
auf der Abbildung deutlich sichtbare Gummi- 
polster angebracht 

Obwohl dieser Apparat eigentlich nur für 
Schüssehi hoher Form gebaut ist, eignet er 
sieb doch auch ganz vorzüglich für Mörser 
und Schalen jeder Grösse, wie wir uns selbst 
überzeugt haben ; zu diesem Zwecke braucht 
man nur Brettstücken oder Klötzer von ent- 
sprechender Dicke (solche sind in jedem 
Laboratorium vorrätig) unterzulegen. Auch 
liefert die Furma passende Unterlagen (mit 
Gummiwulsten versehen zum Preise von je 
50 Pfg.)* Der ganze Apparat kostet nur 
4,50 Mk. Ä. Th. 



Kesselstein- Vernlehter „Marseillais^ ist eine 
gelbbraune Flüssigkeit, die aus 10,9 pCt. Trooken- 
substanz und 90,1 pCt flüchtiger Stoffe (Wasser) 
besteht. Die TrookensubsUnz enthält 10,2 pCt. 
organische Substanz (hauptsächlich Gerbsäure) 
and 0,7 pCt. Mineralstoffe. Die Ware ist also 
ein stark gerbatoffhaltigee, wässeriges Pflanzen- 
extrakt. (Ztscbr. f. Zollwesen u. Keichssteuem 
1901, 224) P. 

Yulite, ein Xesselsteingegen mittel, ist eine 
tiefbraune Flüssigkeit. Die Trockensubstanz be- 
trägt 37,8 pCt, worunter sich 35,1 pCt. organ- 
ische Stoffe und 2,7 pCt. Mineralstoffe befinden. 
Die sodafreie Ware stellt ein stark gerbsäure- 
haltiges, wässeriges Pflanzenextrakt dar, dessen 
hoher Zuckergehalt (15,4) aus der Pflanze stammt 
und durch Eindicken karamelisiert ist. P. 
(Zeitscbr. f. Zollwesen u. Reiohsstonem 1901, 243.) 



Zur geffl. Beachtung! Das Register fDr den abgelaufenen 
Jahrgang 43 (1902) wird der Nummer 3 des laufenden Jahrgangs 
ketgelc 



legt werden. 



Verleger and TorantwortUeber Leiter Dr. A. Sekaeider in Dreeden. 



16 



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der Fharmacie. 

GegrBBdet von Dr. H. Ha{:er 1859; fortgeführt tob Dr. B. OeiMler. 
Herao8gegebea von Dr. A. Sehaeider. 

Emdieiiit jeden Donnerstag. — Beingspreis yierteljihrlioh: dnroh Poet oder 

BndihtDdel 2^ Hk., nnter Streifbuid S,— Mk., Ausland 8,60 Mk. Sinaelne Nommern 90 Pf. 

inieigen: die einmal gespaltene Peät-Zeile 86 Pf., bei n-össeren Anseigen oder Wieder- 

hohmgen PteisermABsigong. — GeseUMsstellet Dresden (P.-A. 81), Sohandaner Strasse 43. 

Utar 4er ZeÜMlulft: Dr. A. Solineider, Dresden (P.-A. 81), Sohandaner Strasse 43. 




Dresden, 8. Januar 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang, 



XLIV. 

Jahrgang. 



iDbalt: Chemie nnit Phmrmaele: Beitrag xor Kenntuia des CbiostorpeaUns. — Neue Anneimltfcel. — Aus dem 
Berieht von Heinrich Haensel In Pirna a. £. — Arsenhaltige Hefe. — Internationale Atomgewichte 1903. - Anti- 
Borphin P^omme. — Colloidale Metalle. — Wirkung des Lichtes auf das Sublimat bei der Sublimation an der 
Sonne. -- Neu« SpedaÜtflten. — Herstellung ron Normallösungen nach dem Vol umgewichte. -^ Yolumetrisehe Be- 
itiamung des G«rbstoffas. — StArkebesUmmnng. — Nahrangsmlttel-Gheiiiie. — TlierApentlielie Mittellengeii. -> 
Verscliiedene Mitteilnngen. — Briefweclitcl. 



Chemie und Pharmaoie. 



Beitrag sur Kenntnis des 
Chiosterpentins. 

Von Ed. Htrschsohn^ Dorpat. 

In den Besitz von zwei mir als zu- 
veiUssige Proben flbergebenen Mastern 
des Chiosterpentins gelangt, war es von 
Intei-esse, auch mit dieser Droge ähn- 
liche Versuche anzustellen, wie ich es 
bei meinen früheren Arbeiten mit Harzen, 
Gummiharzen und Balsamen i) ausgeführt 
habe, am so mehr, als über dieses Harz, 
ausser den Versuchen von K Dieterich% 
sehr wenig bekannt geworden. 

Die mir vorliegenden Proben des 
Chiosterpentins waren von fester Kon- 
sistenz, liessen sich zerreiben und er- 
weichten zwischen den Fingern, wobei 
sich ein feiner terpentin- und zugleich 
moskatartiger Geruch entwickelte und 
zeigten sich im übrigen mit der von 
(habourt^ gegebenen Beschreibung fast 
fibereinstimmend. Äethylalkohol von 
97 pCt löste fast vollkommen. 

^) Archiv der Pharmacia 1877, Heft 6. 

*) Helfenfaeiger Annalen 1891^ Seite 33. 

') WifUxierj Beallexikon, IL Band, Seite 749. | 



Methylalkohol (rein, spec.6. 0,8055 
bei 9 ^ C.) löste schwer, und es ergaben 
quantitative Bestimmungen bei der einen 
Probe 70,10 pCt., und bei der anderen 
67,87 pCt. in Methylalkohol lösliche An- 
teile. Aether (absoluter) gab eine 
etwas trübe Lösang, und es blieb die 
filtrierte Lösang auf Zusatz des doppelten 
Volumen Alkohol klar. 

Ebenso gaben eine etwas trübe Lösung 
Chloroform (alkohol- und wasserfrei), 
Amylenhydrat,Paraldehyd, Benzol, 
Toluol, Xylol, Essigäther, Eisessig, 
Bromaethyl,Bromaethylen, Aceton, 
Anilin, Chinolin und Amylalkohol. 

Schwefelkohlenstoff, Terpentin- 
öl (französisches) und Tetrachlor- 
kohlenstoff lösten nur zum Teil. 

Bromlösung (1 Brom, 20 Chloro- 
form) zur Lösung der Harze in Chloro- 
form zugefügt, gab eine anffallende Re- 
aktion. 

Bleiacetat (eine bei Zimmertempera- 
tur gesättigte Lösung von Bleiacetat in 
97proc. W^eingeist) der mit Äethyl- 
alkohol erhaltenen Lösung des Chios- 
terpentins (1 : 10) zugefügt, gab einen 



18 



Niederschlag, der sich beim Erwärmen 
zum Teil löste. 

Eisenchlorid (1 Teil krystallisiertes 
Eisenchlorid in 10 Teilen 97proc. Wein- 
geist gelöst) gab mit der weingeistigen 
Lösung des Harzes eine Trübung, die sich 
weder beim Kochen noch auf Zusatz von 
Aether löste. Ammoniakflflssigkeit 
(0,96 spec. G.) gab mit der weingeistigen 
Lösung des Chiosterpentins eine trttbe 
Mischung. Eupferacetat (gesättigte 
Lösung in 97proc. Weingeist) gab einen 
Niederschlag, der sich beim Erwärmen 
zum Teil löste. 

Petroläther (spec. G. 0,674 bei 9 ^C) 
löste nur zum Teil, und ergaben quanti- 
tative Bestimmungen, dass sich 33,28 
bezw. 35,70 pCt gelöst hatten. Schüttelte 
man den Petrolätherauszug (1:10) mit 
einem gleichen Volumen einer sehr ver- 
dünnten Kupfer acetatlösung (IjTeil 
Kupferacetat, 1000 Wasser), so färbte 
sich der Petroläther grün, und es schieden 
sich unlösliche grün gefärbte Massen aus. 

Uebergiesst man den Verdunstungs- 
rückstand des Petrolätherauszuges mit 
flüssiger Trichloressigsäure (9 Teile 
Trichloressigsäure, 1 Teil Wasser) oder 
Trichloressig-Salzsäure (9 Teile 
Trichloressigsäure, 1 Teil Salzsäure von 
1,12 spec. G.), so wird er rosa gefärbt, 
von letzterem Reagens intensiver, und es 
geht diese Färbung allmählich in Gelb- 
braun über. Ganz ebenso verhält sich 
das Harz, indem auch hier die Trichlor- 
essig-Salzsäure es mit schöner rosa 
Färbung löst, um allmählich in Gelb- 
braun sich zu verändern. 

Ebenso rosa gefärbt wird der Ver- 
dunstungsrückstand des Petrolätheraus- 
zuges von Essigsäurereagens^)(10ccm 
Essigsäureanhydrid und 2 Tropfen konc. 
Schwefelsäure), und es wird diese 
Lösung bald gelblich. 

Verreibt man das Harz mit koncen- 
trierter oder verdünnter (1 : 50) wässriger 
Natriumkarbonatlösung, filtriert und 
vei^etzt das Filtrat mit ^sigsäure im 
üeberschuss, so entsteht eine Trübung. 



*) (Toter dieser Benenn ang habe ich obige 
Misohung {Li^ermann' sehe Oholesterinreaktion) 
in meiner Arbeit über ätherische Gele in der 
Pharm. Zeitschr. f. Russknd 189 J, aafgefährt. 



Ganz ebenso verhalten sich Ammo- 
niakflüssigkeit (0,96), und eine bei 
Zimmertemperatur gesättigte Borax- 
lösung. 

Die vorliegenden Proben des Chios- 
terpentins zeigen ganz bedeutende Unter- 
schiede von den die von J?. Dieterich unter- 
suchten Mustern in ihrer Löslichkeit in 
Petroläther und Terpentinöl, und es ist 
anzunehmen, dass es sich hier wahr- 
scheinlich um Produkte verschiedener 
Pistacienarten handelt, denn Wiggers^) 
gibt an, dass Chiosterpentin noch von 
Pistacea vera gewonnen werde. 

Dass die abgehandelten Proben des 
Chiosterpentins ein Pistacienproduk^sind, 
geht aus dem Verhalten gegen Lösungs- 
mittel und Reagenüen hervor, .md es 
zeigen dieselben eine gewisse ijl^ilich- 
keit mit dem Bombay -Mastix, iisrpranf 
ich bei Gelegenheit zurückzukommen 
hofEe. 

Neue ArzneimitteL .. 

Eryogenin ist nach Luminiere Meta- 
Benzamidosemikarbazid. Es ist ein 
weisses Pulver, das sich in Wasser löst 
Angewendet wird es als Fiebermittel. Die 
Tagesgabe beträgt 0,6 bis 1,2 g. 

Lomol ist zur Trockne gebrachter Mus- 
kelsaft. Darsteller sind Rigaud et Gier- 
mont „ ViaV' Succ^ in Paris, 8 rue Vivienne, 
Bezugsquelle Hen7i <& Kittler in Straas- 
bürg i. E. 

Sangalbumin ist saures Blnteiweu^. Ee 
wird von der Firma: Sicco, medicinisch- 
chemisches Institut in Berlin G. in den 
Handel gebracht. 

Sal physiologicum Poehl enthält sämt- 
liche osmotisch wirksamen Bestandteile d^ 
Blutserums und kommt in Form zu^pmen- 
gepresster Tabletten in den Handel. Die 
l,5proc., in abgekochtem, warmem .Wasser 
bewirkte Lösung entspricht ihrem Sal^ehalte 
gemäss der chemischen Zusammensetzung 
des Blutserums. Verwendung findet, es zu 
Eingiessungen bei Schnupfen und J Blasen- 
katarrh, zum Zerstäuben in die Nasen- und 
Rachenhöhle, sowie in den Kehlkopf ; femer 
als Darmeinguss, um den osmotischen Druck 
der Gewebsäfte zu erhöhen und die Herz- 



^) WiggerSf Grundriss dei Pnarmakognofiie, 
1859, Seite 039. 



19 



tiligkeit zu kräftigen; Bchliesslich zur lieber- 
i Idtimg in die Blutgef&sse, wenn rasche Er- 
höhung des Blntdruckes nötig ist 

Sobistiol. Eine dunkelbraune; eigentüm- 
lich asphaltartig riediende Masse, die aus 
I emem im Departement de l'Ain vorkommen- 
den Gestdn gewonnen wird. Angewendet 
wird es bei Tuberkulose und verschiedenen 
Haatkrankheiten. 
I Snlfhydral ist Schwefelkalcium. Nach 
i Dr. Fontaine ist es ein vorzügliches Heil- 
ond Vorbeugungsmittel gegen alle an- 
steckenden Krankheiten besonders bei Diph- 
theritis und Emp. In Form von Granulös 
bringt es der Apotheker Charles Chanteavd 
in Paris;; 54 rue des Francs-Bourgeois in 
doi Handel. Sie sind durch Henn <& Kittler 
m Stfa8l|>urg i. £. zu beziehen. 

Als tVnrbeugungsmittel werden 5 bis 12 
Kügeldien täglich, bei Erkrankungen werden 
dieielbett in kurzen (wie lang?) Zwischen- 
rinmen kaffeeiöffelweise bis zur Besserung 



Trasulfflmum ist dem Ammonium sulfo- 
iehthyolicum ähnlich. 

Zymin soll eine sterile Aoeton-Dauerhefe 
sein. Zu beziehen ist dieselbe, wie auch die 
daraus hergestellten Tabletten durch Apo- 
theker C. Brady m Wien I, Fleischmarkt 1. 

K Mmtxel. 



Aus dem Bericht von 
Heinrich Haensel in Pirna a. E. 

Birke^ikAOspenöl ist ein von Heinrich 
Eaensel neu hergestelltes ätherisches Oel, 
dtt semes Wohlgeruches wegen für die 
Parffimerie nicht ohne Bedeutung sein dürfte. 
Das Mati^ial zu seiner Darstellung sind die 
Biricenknospen (Oemmae Betulae) — spitze, 
kegdfdrmge, 5 bis 8 mm lange, glänzend 
braune Tnebe. Das Birkenknospenöl besitzt 
sehwachgrünliche Färbung, specifisches Ge- 
widit vrti 0,9592 bei 20 ^ C. und polarisiert 
bei derselben Temperatur im 100 mm-Rohr 
— 6052*: Das bei 20 <> C. noch nicht voU- 
kommen klare Oel beginnt bei 17^ C. unter 
THkbun^^eine krjstallinische Flitter abzu- 
sdieiden; bei 14^ G. geht es in eine brei- 
artige Verdickung über, die beim Sinken 
der Temperatur zunimmt; bei — 4,5 ^ G. 
endfieh ist das Oel so didcflüssig und kry- 
itallinisch erstarrt^ dass es nicht mehr fliesst 



Das Birkenknospenöl löst sich leicht und 
klar in Aether, Amylalkohol, Ghloroform, 
Essigäther und absolutem Alkohol, während 
Petroläther eine trübe Lösung giebt In 
Eisessig, Schwefelkohlenstoff und Kalilauge 
ist Birkenknospenöl unlöslich. Die Ausbeute 
an ätherischem Oel betrug 6,25 pGt., wobei 
das Material noch nicht erschöpft war. 

Citronenöl. Bezüglich des Artikels „Oleum 
Gitri'' im Arzneibuche schreibt der Bericht: 
„Man hätte nur einen Schritt weiter gehen 
und statt des aus den Fruchtschalen ge- 
pressten Gtronenöles, das aus diesem ge- 
wonnene terpenfreie Gitronenöl vor- 
schreiben sollen. Wie man beispielsweise 
bei Kümmelöl nur den sauerstoffhaltigen 
Bestandteil desselben jetzt für pharma- 
ceutische Zwecke zulässig den Kohlenwasser- 
stoff des Kümmelöles füso vollständig aus- 
scheidet, sollte man auch beim Gitronenöl 
verfahren, und zwar umsomehr, als das Ver 
hältnis zwischen sauerstoffhaltigen und sauer- 
stofffreien Bestandteilen msofem noch ganz 
anders liegt, als die sauerstofffreien Bestand- 
teile beim Gitronenöl einen viel breiteren 
Raum einnehmen und in einer Weise die 
sauerstoffhaltigen Bestandteile überwiegen, 
dass man fragen muss, ob, wenn beim 
Kümmelöl der Kohlenwasserstoff als übe^ 
flüssiger Ballast angesehen wird, beim 
Gitronenöl dies nicht noch viel mehr der 
Fall ist Im Uebrigen dürfte die Lösung 
der Frage nicht ohne allgemeines Interesse 
sein, welchen Einfluss die in den ätherischen 
Oelen enthaltenen Terpene bei ihrer Heil- 
wirkung ausüben. Bei Anisöl und Nelkenöl 
schreibt das Arzneibuch bereits, wie beim 
Kümmelöl den sauerstoffhaltigen Bestandteil 
vor, und wenn beim Gitronenöl die Sache 
auch nicht so einfach liegt, wie bei den 
genannten drei ätherischen Oelen, weil im 
terpenfreien Gitronenöle mehrere sauerstoff- 
haltige Verbindungen-neben einander wirken, 
so lassen sich die zu fordernden Kriterien 
doch viel genauer festlegen, als beim Gitronenöl 
des jetzigen Arzneibuches, denn specifisches 
Gewicht, LösUchkeit, Polarisation und Siede- 
punkt sind beim terpenfreien Gitronenöl viel 
enger umgrenzt, ja, man könnte specifisches 
Gewicht und Siedepunkt völlig ausscheiden 
und sich auf Feststellung der Polarisation 
und der Löslichkeit beschränken. Ohne 
diese beiden Kennzeichen wäre aber nicht 



auBzukommen. loh habe schon bei frflheren 
Gelegenheiten nachgewiesen, dass das polari- 
metrische Verhalten meines terpenfreien 
Gitronenöles sich in gewissen Grenzen be- 
wegt und wiederhole, dass ich bei öfteren 
Feststellnngen eine Ablenkung des polarisier- 
ten Lichtstrahles zwischen — 7,26 nnd — 8,03 
gefunden habe. Daneben gibt die Löslich- 
keit in verdünntem Sprit das einfache Mittel 
an die Hand, zu prttfen, ob ein als terpen- 
frei ausgegebenes Gitronenöl tatsächlich 
terpenfrei ist oder nicht, denn leider gibt 
es im Handel sehr viel nicht völlig terpen- 
freies Gitronenöl, wie der in meinem letzten 
Vierteljahrsberidit erwähnte Process vor dem 
englischen Gerichtshof in London — Kings 
Bench Division — zur Genüge bewiesen 
hat Der englische Chemiker E, J. Parry 
erklärte in jener Verhandlung, er habe acht 
Muster terpenfreien Gitronenöles von ver- 
sdüedenen Fabrikanten analysiert und nur 
eins davon — HaenseV^ — als rein be- 
funden; die übrigen hätten einen Terpen- 
gehalt von 8 bis 50 pGt gehabt Es darf 
unter solchen Umständen nicht Wunder 
nehmen, dass das nur sogenannte terpenfreie 
Gitronenöl zu allen möglichen Preisen aus- 
geboten wird. Daher wolle man beim Ein- 
kauf nicht nur auf den Preis sehen, sondern 
nur dort beziehen, wo die Gewähr gegeben 
wird, dass man nicht nur anscheinend, 
sondern tatsächlich terpenfreies Gitronenöl 
erhält.« 

Bammaröl, in einer Ausbeute von 1,06 pGt. 
gewonnen, ist von goldgelber Farbe, sehr 
bitterem Geschmack, besitzt ein speeifisches 
Gewicht von 0,9352 bei 21<> G. und ist 
optisch inactiv. Das Dammaröl ist leicht 
löslich in Aether, Benzol, Ghloroform, Schwefel- 
kohlenstoff, Essigäther und absolutem Alkohol, 
während von 90proc. Alkohol 80 Teile zur 
Lösung erforderlich sind. 

Oinsteröl, aus dem 
von Genista tinctoria L 
von nur 0,0237 pGt 
(„konkretem^O Zustande gewonnen, besitzt 
saure Reaktion und ein speeifisches Gewicht 
von 0,898 bei 33 ^ C. Der Schmelzpunkt 
liegt bei 36^, der Erstarrungspunkt bei 
310 G. Es ist leicht löslich m Aether, 
Ghloroform , Benzol , Schwefelkohlenstoff, 
Amylalkohol; in Essigäther, 90proc Alkohol 
und absolutem Alkohol ist das Ginsteröl nur 



blühenden Kraute 

in einer Ausbeute 

in salbenförmigem 



\ teilweise löslich, in der Wärme geben diese 
drei Lösungsmittel jedoch klare Lösungen. 

NelkenöL Der Bericht bringt interessante 
Mitteilungen über das „Geschichtliche^^ der 
Nelken, welche in dem vor zwei Jahren 
erschienenen Sadebeck'Bdieü Werke Aber 
die Kulturgewächse der deutschen Kolonien 
enthalten sind. Es heisst dort: „Die ersten 
Nachrichten über die Verwendung der Ge- 
würznelken reichen bis auf das Jahr 220 v. Chr., 
wo dieselben von den Ghinesen bereits als 
Kaumittel benutzt wurden. In Europa war 
die Droge im 4. Jahrhundert n. Ghr. eben- 
falls bereits bekannt, wo Kaiser Konstantin 
dem Bischof Sylvester unter anderen Ge- 
würzen und seltenen Erzeugnissen des 
Pflanzenreiches auch 150 Pfd. „Garyophylla^^ 
schenkte. Nach dieser Zeit wird der Nelken 
wiederholt und mehrfach Erwähnung getan, 
und im 7. Jahrhundert machte Paubis 
V, Aegiiia bereits auf den falschen Namen 
„Garyophyllon'^ aufmerksam, der nichts 
anderes als „Nussblatf' ausdrückt Der 
Name „Gewürznägelchen^^, weicher auf das 
äussere Aussehen der Gewürznelken znrQck- 
zuführen ist, stammt indessen erst aus einer 
viel späteren Zeit. Der erste Europäer aber, 
der den Gewürzneikenbaum selbst gesehen 
hat, war Pigofetta, der Gefährte M(igeUan% 
der 1521 den Baum richtig beschrieb. Die 
Angaben Ludovico Barthema\ der schon 
vorher den Baum gesehen haben wiU, sind 
unrichtig ; Barthema hat auf seinen Reisen 
die Gewürzinseln gar nicht erreicht 

Pappelkaospenöl. Das ätherische Oel, 
welches aus den Pappeiknospen gewonnen 
wird, ist ziemlich wertvoll und infolgedessen 
sein Verbrauch ein nur beschränkter. Pappel- 
knospenöl besitzt und gibt aber ein so feines 
und angenehmes Parfüm, dass es sich zu 
besseren Parfümerien recht wohl eignet 
Bekanntlich werden Pappelknospen in der 
Parfümeriefabrlkation, der ihnen zuge- 
schriebenen Eigenschaften wegen, zur Her- 
stellung von Haarölen empfohlen, und da 
bei diesem Verfahren die Pappeiknospen 
extrahiert werden, so geht von dem in ihnen 
enthaltenen ätherischen Oel in die Lösung 
mit über, während umgekehrt die offene 
Frage noch zu beantworten ist, welche der 
wirksamen Bestandteile sich m dem noch 
wenig untersuchten ätherischen Pappel- 
knospenöie vorfinden. 



21 



WasierUsliehe Esseuen der Firma 
Haensel dienen zur Darstellnng alkohol- 
freier Getrilnke und eignen sich besonders 
zar Gewinnung von mit Kohlensäure 
gesättigten Limonaden. Letztere künstlich 
zn färben^ wird wohl nur selten nGtig 
sein, da die Essenzen schon den Farbstoff 
der Pflanzen, ans denen sie bereitet sind; 
aofgenommen haben. 

Der Zuekersirup; dessen man zur Dar- 
stdloDg obengenannter Getränke bedarf, 
wird in der Wdse gewonnen, dass 50 kg 
nngebiaute Raffinade mit 2:> kj; Wasser 
gekocht werden und der erkaltete Sirup 
durch heisses Wasser auf 75 kg ergänzt 
wird. Alsdann werden von der wasser- 
iQeiiehen Essenz 3 kg auf 100 kg Sirup 
zagemiseht Verwendet man die koncentrier- 
fen Easenzen, so ist die Hälfte zu nehmen. 
Auf eine Limonadenflasche genügen 40 bis 
50 g eines derartigen Sunps. Vermittelst 
dieser Essenzen vermag man auch Getränke 
mit 3 bis 10 pOt. Weingeist darzustellen. 



Arsenhaltige Hefe, 

welche an Stefle anderer Arsenpräparate 
verwendet werden soll, wird von Dr. IVank 
und Dr. Laquer (Chem.-Ztg. 1902, 709) 
in nachstehender Weise hergestellt. Hefe 
wird auf arsenhaltigen Nährböden, denen 
nach und nach Arsen in steigenden 
Mengen zugeführt wird, gezüchtet Die 
Abedieidung der in der Hefe entstehenden 
orgtnisehen Substanz erfolgt dadurch, dass 
die Hefe gesammelt und solange mit des- 
tOJiertem Wasser ausgewaschen wird, bis das 
ablaufende Waschwasser keine Spur von 
Aiaen mehr enthält Die so erhaltene, 
anenhaltige Hefe whrd auf mehrere Gär- 
geßtoe yerteilt, welche Arsen enthalten. 
Die Isolierung der arsenhaltigen Hefe erfolgt 
in dersdben Weise; dieselbe wu^ darauf 
geronigt und getrocknet Die so erhaltene 
Substanz bildet ein gelbgrünliches, geschmack- 
loses Pulver, welches weder in Wasser noch 
in Alkohol oder Aether löslich und fein 
polTerisierbar ist Es enthält nach der 
Art der durchgemachten Gärungen bis zu 
0,3 pCt Araen. Vg. 



Internationale 
Atomgewichte 1903. 

Die engere Kommission (bestehend aus 
den Herren F, W. Clarke, T. E, Tkorpe 
und K. Seubert) der im Jahre 1900 ins 
Leben gerufenen internationalen Atom- 
gewichts-Eommission veröffentlicht in der 
Zeitschrift für angewandte Chemie 1902, 
S. 1305 ihre Vorschläge für eine inter- 
nationale Atomgewichtstabelle. Die Atom- 
gewichts-Kommission der deutschen chemischen 
Gesellschaft hatte sich s. Z. für den Sauer- 
stoff als Grundlage ausgesprochen; diese 
Grundlage fand bekanntiich lebhaften Wider- 
spruch und es sind die Meinungen für den 
Sauerstoff bez. Wasserstoff als Grundlage 
einer Atomgewiditstabelle ungefähr zu gleichen 
Hälften geteilt Die internationale Tabelle 
berücksichtigt deshalb beide Gesichtspunkte. 
Schliesslich wird beim praktischen Gebrauch 
die eine der beiden Grundlagen sich besser 
bewähren als die andere, und damit wird 
die Frage s. Z. sich von selbst klären. 

Einstweilen ist es von Wichtigkeit, dass 
für die einzelnen Elemente die wahrschein- 
lichsten Werte namhaft gemacht werden. 
Im allgemeinen stimmt die internationale 
Atomgewichtstabelle mit derjenigen überein, 
welche zu Anfang des Jahres 1902 von 
der oben erwähnten Kommission der deut- 
schen chemischen Gesellschaft veröffentlicht 
wurde. Einige Änderungen erachtete aber 
die internationale Kommission aus den nach- 
stehend angeführten Gründen für angezeigt 
Antimon. Diese neueste Tabelle der ge- 
nannten Kommission führt den von Cooke 
aus seinen Analysen des Antimonbromids ab- 
geleiteten Wert Sb = 120*) auf. Da jedoch 
hierbei die Bestimmungen von Cooks und 
von Schneider aus dem Antimontrisuffid, 
sowie die neueren Arbeiten von Friend und 
Smith nicht zur Geltung gelangen, so können 
über die Richtigkeit dieser Zahl immerhin 
noch Zweifel obwalten und die Kommission 
empfiehlt daher die vorläufige Annahme des 
Mittelwertes 8b = 120,2. 

Oermanium. Die Zahl 72,5 steht mit 
Winkler's Bestimmungen besser im Einklang 
als die früher angenommene Ge = 72. 
Lanthan, Im Laufe des Jahres 1902 



*) Bezogen auf = 16, wie auch die übrigen 
hier angeführten Werte. 



22 



erschienen zwei neue Bestimmungen dieses 
Atomgewichts. Nach Jones ist La = 1 38,7 7, 
während Ä'awwer und P(!7i;/w^Ä; La = 139,04 
fanden. Beide Untersuchungen sind mit 
grossem Geschidi: und vieler Sorgfalt ausge- 
ftlhrt und jede dürfte der anderen gegenüber 
einige Vorzüge besitzen. Es empfiehlt sich 
daher, als sichersten Wert das Mittel aus 
beiden mit La = 138,9 anzunehmen. Diese 
Zahl beeinflusst natürlich auch das Urteil 
hinsichtlich des Atomgewichts des Geriums, 
und die Kommission behält die Brauner'Bciie 
Zahl Ge = 140 trotz der von anderen 
Beobachtern gefundenen niedrigeren Werte bei. 

Palladium. Das Atomgewicht dieses 
Metalls ist immer noch etwas zweifelhaft 
Da die besten Bestimmungen Werte ergeben, 
die zwischen 106 und 107 schwanken, so 
wurde vorläufig das Mittel mit Pd= 106,5 
angenommen. 

QueoksUber, Indem die Kommission hier 
sämtliche Bestimmungen berücksichtigt und 
namentlich den neuesten Messungen von 
Hardin grosses Gewicht zuerkennt, hält sie 
den Wert Hg = 200,0 für den zur Zeit 
bestverbürgten. 

Radium. Dieses Element erscheint in 
der Tabelle zum eraten Male. Vermutlich 
weicht der von Madame Curie gefundene 
Wert Ra = 225 nicht allzuweit von der 
Wahrheit ab. 

Selen, Nach den Untersuchungen von 
Lenker und nach den neuesten Bestim- 
mungen von r/wZ. Meyer erscheint der frühere 
Wert 8e = 79,1 als zu niedrig; unter ge- 
btlhrender Berücksichtigung der neueren 
Messungen setzt die Kommission Se =» 79^2. 

Vran. Nach der neuesten Untersuchung 
von Richards und Merigold ist das Atom- 
gewicht des Urans U = 238,5. 

Wasserstoff. In der auf die Sauerstoff- 
norm bezogenen Tabelle erhielt der Wasser- 
stoff bisher den Wert H = 1,01. Die Zahl 
1,008 ist jedoch immerhin genauer und die 
Abweichung bei 1,01 zu gross, um letzteren 
Wert dauernd beizubehalten. Jede Zahl 
sollte mit der letzten bedeutsamen Decimale 
aufgeführt werden. 

Zinn. Die Bestimmungen von Bongartx 
und Classen, die wohl als die besten gelten 
können, führen auf Sn = 119,0; der früher 
angenommene Wert 118,5 ist fast sicher 
zu niedrig. 



Zirkonium. Hier dürfte der Wert Zr 
= 90,6 der wahrscheinlichste sein. , 

Eine vollständige, mit den vorstehenden 
Änderungen versehene Tabelle der Atom- 
gewichte ist nebenstehend abgedruckt 







= 16 


H = 1 


Alnminiam . . 


AI 


27,1 


26,9 


Antimon . . 




8b 


120,2 


119,3 


Argon . . 






A 


39,9 


39,6 


Arsea . . 






As 


75,0 


74,4 


Baryom . . 






Ba 


137,4 


136,4 


Beryllium . 






Be 


9,1 


9,03 


Blei . . . 






Pb 


206,9 


205,36 


Bor . . . 






B 


11 


10,9 


Brom . . 






Br 


79,96 


, 79,36 


Cadmium . 






Cd 


112,4 


.^111,6 


Caesinm . . 






Cs 


133 


.;• 132 


Calcium . . 






Ca 


40,1 


^' 39,8 


Geiium . . 






Ce 


140 


• 139 


Chlor . . 






Cl 


35,45 


35,18 


Chrom . . 






Cr 


52,1 


'-'' 51,7 


Eisen . . 






Fe 


55,9 


55,5 


Erbium . . 






Er 


166 


164,8 


Fluor . . 






F 


19 


18,9 


Gadolinium 






Gd 


156 


. 155 


Oallium . . 






Ga 


70 


69,5 


Germanium 






Ge 


72,5 


71,9 


Gold . . . 






Au 


197,2 


195,7 


Helium . . 






He 


4 


4 


[ndium . . 






In 


114 


113,1 


Iridium . . 






Ir 


193,0 


191,5 


Jod . . . 






J 


126,85 


125,90 


Kalium . . 






K 


39,15 


38,86 


Kobalt . . 






Co 


59,0 


58,56 


Kohlenstoff 






C 


12,00 


11,91 


Krypton . , 






Kr 


81,8 


81,2 


Kupfer . . 






Cu 


63,6 


63,1 


Lanthan. 






La 


138,9 


137,9 


Lithium . . 






Li 


7,03 


. 6,98 


Magnesium 






Mg 


24,36 


24,18 


Maogan . 






Mn 


55,0 


54,6 


Molybdän 






Mo 


96,0 


95,3 


Natrium 






Na 


23,05 


22,88 


Neodym 






Nd 


143,6 i 


142,5 


Neon . . 






Ne 


20 ^ 


19,9 


Nickel . 






Ni 


58,7 


68,3 


Niobium . 






Nb 


94 


' 93,3 


Osmium . 






Os 


191 


189,6 


Palladium 






Pd 


106,5 


105,7 


Phosphor 






P 


31,0 


30,77 


Platin . 






R 


104,8 , 


193,3 


Praseodym 






Pr 


140,5 ' 


139,4 


Quecksilber 






5« 


200,0 ^ 


• 198,5 


Radium . 






Ba 


225 . 


» 223,3 


Rhodium 






Rh 


103,0 . 


102,2 


Rubidium 






Rb 


85,4 


. 84,8 


Ruthenium 






Ru 


101,7 


100,9 


Samarium 






Sa 


150 


148,9 


Sauerstoff 









16,00 


15,88 


Skandium 






Sc 


44,1 


43,8 


Schwefel 






S 


32,06 


31,83 


Selen . 






Se 


79,2 


78,6 


Silber . 






Ag 


107,93 


107,12 



23 







= 16 


H = 1 


SQioiiun .... 


Si 


28.4 


28,2 


Stickslikff 






N 


14,04 


13,93 


Strontrain 






St 


87,6 


86,94 


Tuital . 






Ta 


183 


181,6 


Tellur . 






Tö 


127,6 


126,6 


fobiam 






Tb 


160 


158,8 


Thalliam 






Tl 


204,1 


202,6 


Thoriam 






Th 


232,5 


230,8 


Thnüfim 






Tu 


171 


169,7 


ütan. . 






Ti 


48.1 


47,7 


Uno. . 






U 


238,5 


236,7 


Yamdin. 






V 


51,2 


50,8 


Wasserstoff 






H 


1,008 


1,000 


Wismnt. . 






Bi 


208,5 


206,9 


Wolfram 






W 


184,0 


182,6 


Xenon ;. . 






X 


128 


127 


Ytterbii^ . 






Yb 


173,0 


171,7 


Ytthnm. . . 






Y 


89,0 


88,3 


Zink . '. . 






Zn 


65,4 


64,9 


Zinn . ' . 






Sn 


119,0 


118,1 


Zirkoniom 






Zr 


90,6 


89,9 



I Unter dem Namen 
Antunorphin Fromme 

wird naofa den Mitteiinngen von Fischer 
und Fendler (Chem.-Ztg. 1902, 694) von 
der Handelsgeselkobaft Noris, Zahn dk Co,, 
Berlin, ein Heilmittel gegen den Morphinis- 
mns in den Handel gebracht, in rechteckigen, 
braunen Flaschen von 60 ocm Inhalt, die 
in plombierten Faltschachteln nntergebracht 
and. Beigegeben smd 1. eine Broschüre: 
^ie neueste Form der Behandlung des 
chronisdien MorphiniBmus mittelst Anti- 
moiphin. Dr. med. Fromme - Stellingen, 
Bez. Hamburg. Preis 50 Pfg. Selbstverlag 
der Handelsgesellschaft Noris Zahn & Co,, 
B^lin'1; 2. eine Broschüre mit Anerkenn- 
imgBselureiben von Aerzten; 3. eine vier 
Oktavdeiten umfassende Oebrauehsan Weisung; 

4. ein^ auf Florpapier gedruckte Mitteilung 
übtf ^e Zusammensetzung des Präparates; 

5. eine Olasmensur für 10 com in Yi ^^^ 
geteOii Der Preis beträgt pro Flasche 18 M. 
Ln den Drucksachen wird das Mittel als 
ifm nfm irgendwelchen Opiaten'^ und „voll- 
kommen unschädliches Heilmittel^' bezeichnet, 
aber vor Mehrgenuss als jedesmal 7 ccm 
und höchstens viermal am Tage gewarnt 
Als Zusammensetzung des Mittels wird an- 
gegeben (vergl. Ph. C. 43 [1902J, 326): 

Tinctura Golombo . . . 40,0 
Dogwoodin. succin. amerikan. 2,0 
Paraguay Koux .... 2,0 



Ghininum hydrochloricum 1,0 

Vinum Mandragorae . . .10,0 
Aqua destUlata .... 50,0 
Vinum Xerense . . . .85,0 
Vmum Hispanicum . . .15,0 
Nach der Untersuchung stellt es eine 
bräunliche, etwas trübe Flüssigkeit von 
weinigem Gerüche und stark bitterem Ge- 
schmacke dar. Specifisches Gewicht bei 
+ 15^ C. = 1,0060. Beim Eindampfen 
hinterbleiben 5,2 pCt. Extrakt und beim 
Verbrennen 0,07 pGt. Asche. Mydriatisch 
wirkende Alkaloide, wie Atropin, Hyosciamin, 
Hyoscin, deren Anwesenheit wegen des 
Mandragoraweins zu vermuten war, konnten 
durch Einbringen einiger Tropfen der em- 
geengten LOsung in das Auge einer Katze 
nicht nachgewiesen werden. Durch Aus- 
schüttehd mit Aether wurde Salicylsäure 
isolirt. Durch Ausschüttehi der alkalisch 
gemachten Flüssigkdt mit Aether wurde 
ein schmieriger, gelber Rückstand erhalten, 
in dem Ohinin nicht nachgewiesen werden 
konnte; also scheint auch diese Angabe un- 
zutreffend zu sein. Der Geruch des Rück- 
standes erinnert auffallend an Co nun. Der 
von den Ausschüttelungen hinterbüebene 
Rückstand wurde salzsauer gemacht, mit 
Ammoniak übersättigt und mit Essigäther 
ausgeschüttelt, wobei sofort eine Base in 
glänzenden Krystallen ausfiel. Die nähere 
Untersuchung, die durdi Parallelversuche 
mit reinem Morphin nachgeprüft wurde, 
ergab, dass man es aller Wahrscheinlichkeit 
nach mit Morphin zu thun hatte. Zur 
Gewissheit wurde es durch Bestimmung der 
specifischen Drehung und die Elementar- 
analyse. Das Antimorphin enthält rund 
1 pGt Morphinchlorhydrat. Die Erklärung 
dieser Tatsache bleibt abzuwarten. (Man 
vergleiche hierzu auch Fh. G. 43 [1902], 
467 u. 607.) _____ —he. 

Colloidale Metalle 

stellte Ehrenhaft (Chem.Ztg. 1902, 707), 
analog der von Bredig vorgenommenen 
Zerstäubung von Edelmetallen auf elek- 
trischem Wege, noch folgende dar: Nickel- 
drähte von 1 bis 2 mm Durchmesser zer- 
stäubten bei 20 bis 25 Amp. im blaugrünen 
Lichtbogen zu einer kastanienbraunen Soole. 
Kobalt, bei 2 mm Durchmesser und 
12 bis 15 Amp. zu einer goldbraunen 



24 



Flüssigkeit. Kapferdrfthte von 1 mm 
Durchmesser geben unter Entwiökelung eines 
hellgrflnen Lichtes bä 12 bis 20 Amp. 
schön Oliven- bis braungrüne GoHoide. 
Aluminiumdrähte von 1 bis 2 mm Durch- 
messer zerstäuben bei Stromstärken über 
30 Amp. zu milchweissen^ opalisierenden^ 
dünne Eisen drahte bei 6 bis 7 Amp. zu 
rotgelben Flüssigkeiten. Dicke Wismut- 
drähte zerstäuben schon bei Y^o Amp. im 
blauen Lichtbogen zu dunkelgrauen Colloid- 
lösungen. Unter günstigen Umständen lassen 
diese Soolen nur wenig grob zerstäubtes 
Metali auf dem Filter zurück. Kupfer-^ 
Kobalt- und NickelcoUoid sind einige Wochen 
haltbar^ Eisen^ Wismut und Aluminium fallen 
nach emigen Tagen aus. Sämtliche Lös- 
ungen weisen die bekannten Eigenschaften 
der MetalicoUoide auf. Die Versuche wurden 
mittelst Wassers von der specifischen Leitr 
fähigkeit 1 bis 2^1 durchgeführt. —he. 



Ueber die orientierende 

Wirkung des Lichtes auf das 

Sublimat bei der Sublimation 

an der Sonne 

beschreibt Raikow (Chem.-Ztg. 1902, 1030) 
interessante Versuche^ die er mit Benzoe- 
säure, Jod; Naphthalin und Kampher in 
Schdbler'^fAieii Exsickatoren, die zum Teil 
mit Asphaltlack undurchlässig gemacht waren^ 
angestellt hat Die Resultate kann man 
dahin zusammenfassen, dass das Sublimat 
sich an demjenigen Wandteile des Sublimations- 
gefässes niederschlägt, der am stärksten be- 
lichtet ist, obgleich derselbe nicht den kältesten 
Teil des Gefässes darstellt, während bei 
einer normalen Sublimation die Kondensation 
der verdampften Substanz stets an den 
kältesten, von dem Dampfe getroffenen 
Stellen des Gefässes stattfmdet. Es scheint 
demnach eine Art Heliotropismus auch 
in der Krjstaliwelt zu herrschen. Wird die 
Richtung des Lichtes durch Veränderung der 
Stellung des Gefässes geändert, so wandert 
das Sublimat an den nunmehr am stärksten 
belichteten Platz. Ausserdem wurde beim 
Jod noch eine Wanderung von dem ge- 
wählten Platze beobachtet, als eine Steiger- 
ung der Intensität der Belichtung eintrat, 
was bei anderen Substanzen bisher nicht 
der Fall war. ^he. 



Neue Spezialitäten. 

Adsella nennt sich eine unbegrenzt halten 
sollende, alkoholfreie Champagner-Milch und 
wird aus pasteurisierter Kuhmilch bereitet. Em- 
pfohlen wird sie als Nähr- und Erfrischungs- 
getränk für Xinder, Erwachsene, Kranke und 
Genesende. Darsteller ist die Adselia-Yertriebs- 
Gesellschaft Berlin, G. m. b. H. in Berlin 27, 
Schillingstrasse 12. 

Bandwurmmittel von Dr. Haidien enthält 
Extractum Filicis und ist aus der Schwanen- 
apotheke in Stuttgart zu beziehen. 

Capsales Cognet enthalten Eukalyptol, Jodo- 
form und Kreosot. Sie werden angewendet bei 
akuter und chronischer Lungenentzündung, sowie 
bei anderen Lungenleiden. Dieselben sind zu be- 
ziehen von Dr. K Bloch in Basel (Schweiz) und 
St. Ludwig i. Eis. 

Chinadnnol ist ein durch Digestion erhaltener, 
gewürzhafter Auszug der Zimmt- und China- 
rinde. Verwendung findet er zur Darstellung 
von Lymphol, einer Leberthranemulsion. (Siehe 
dort). 

Creseent-Plllen und Thee der Firma Tisania. 
Nach Angabe der deutschen Bezugsquelle 
E. Zimmer in Weingarten (Wttl^.) bestehen 
1(X) g aus 40 g Oalamintha Acinos Clairvüle^ 
20 g Polygonum aviculare, je 10 g Polygonom 
Persicaria und Polygonum Lonvolvulus, sowie 
20 g Anthemis arvensis. Angewendet weiden die 
Präparate zur Erleichterung der monatlichen 
Blutunff. 

D^siies Wein enthält die Bestandteile der 
Kolanuss, der Gocablätter, Chinarinde und ein 
Glycerinphosphat. Er soll zur Kräftigung des 
Körpers und zur Förderung der Verdauung dienen. 
Darsteller ist die Firma Societe formiere du vin 
Desiles J. C. Larriveite db Cie. in Paris. Zu 
beziehen ist derselbe durch Herrn db Kütler 
{höh. Dr. Ernst Roth in Strassburg i. E. 

Uaiman enthält in 100 ccm 1 pCt Eisen-, 
1,5 pCt. Kalk-, 1 pCt Blutsalze, 5 pCt Hämo- 
globin. 2,5 pCt tierisches Eiweiss, 2,5 pCt 
Glycerinphosphorsäure, 1 pCt. Kochsalz, 14 pOt. 
Glycerin, 21,5 pCt. Südwein und Anregungs- 
mittel, sowie 50 pCt. Wasser. Wird wie edle 
Bluteisenpräparate angewendet und zwar drei- 
mal täglich einen Kaffee- bezw. Esslöffel voll. 
Darsteller ist Apotheker Ä. Müller in Bad 
Kreuznach. Ph. Ztg. 1902, 1021. 

Kola - Präparate von StoU werden aus 
frischen Kolanüssen hergestellt. Sie zeichnen 
sich durch ihren hohen Gehalt an Kolarot, 
welches das Kolanin enthält, aus. Ihre An- 
wendung ist bekannt. Dargestellt werden: 
Stoll'8 Kolawein, Kaiser Kola« 
Elixir, EUxir de Kola und Kola 
Stoll granuliert Zu beziehen sind diese 
Präparate durch J. Pserhofer's Apotheke in 
Wien I, Singerstrasse 15. 

Kreophosphat ist eine Lösung von Kreosot 
mit Caiciumchlorhydrophosphat versetzt. Ange- 
zeigt ist es bei verschiedenen Lungenleiden. 
Darsteller ist die Firma Dr. B^cherax db de, 
in Bern. 



25 



Lebertbran-Malzexirakt-Emalsioii von Dr. 
Waifider ist mit Eigelb und unterphosphorig- 
auien Salzen hergestellt in der Fabrik von Dr. 
Wmäer'% Malzpräparaten in Bern. 

Ljmphol ist eineLeberthran-Emnlsion, welcher 
Cäünacmnol zugesetzt ist, um dieselbe schmac!.- 
hifter üsd belömmlioher zu machen. Darsteller 
ist der Apotheker W. Lakemeier in Mühlhausen 
a i Ruhr. 

Mami ist ein sterilisiertes, diastasoroicbes 
Vollcxtrakt aus Malz unl Vollmilch. Ange- 
vendet wird es zur Kinderernährung; Darsteller 
ist Apotheker Fr. Quander in Königseo. 

Maniform ist ein Formaldohydhaltiger Seifen- 
creme, der zur Händedesinfektion dienen soU. 
Zq beziehen ist derselbe aus der Simon'achen 
Apotheke in Berlin C. 

Nasol besteht aus oitrononsaurem Menthol- 
Ithar, Olycerin, Weingeist und Wasser Ks wird 
ab Schninpfen mittel angewendet und wird von 
Dr. £ Krau9e in Leipzig, Johannisplatz 4/5 
dargestellt. 

Phospliatlne von Dr Roth ist ein Einder- 
nähimittel, das Eiweiss, Fett, lösliche Kohlen- 
hydrate in aufgeschlossener Form, Nähr- und 
pfao^horsanre Salze enthält Kinder von 3 Mo- 
naten erhalten morgens und abends je einen 
Kaffeelöffel voll Phosphatine, das mit mehr oder | 
weniger verddimter Milch 5 Minuten lang ge- 
kocht wird. Bei älteren Kindern steigert man : 
die Phosphattnemenge bis zu 2 bis 3 Kaffee- ' 
löffel für jede Mahlzeit eines einjährigen Kindes. | 
BezQgRquelle ist die Firma Henn db Kütler in | 
Strassbni^ 1. E. 

Phtbisopyrfn sind Tabletten, die je ausser 
Aspirin {Acetylsalicylsäure) 0,00025 g arsenig- ' 
saores Natrium und 0,1 g Kamphersäure ent- 
halten. Anwendung sollen sie gegen das Ab- 
zehmogsfieher Lungensohwindsüchtiger finden. , 
0]^ben werden nach der Mahlzeit zwei- bis 
Tiermal täglich 2 bis 8 Tabletten mit Milch 
oder Citronenlimonade. Alkalische Getränke sind 
zn meiden. Darsteller ist die iSi'mon'sche 
Apotheke in Berlin C. 

ProtO|4«8iiiiii ist ein Fleische! weisspräpaiat, 
das von der Firma Deutsche Pepton fu ter werke, 
0. m. b. H. in Berlin, in den Handel gebracht 
wird. • I 

lQiMl«Kiigelii enthalten ein haltbares Hefe- 
piBparat. Angewendet werden sie zur Behand- \ 
Iting des weiblichen Trippers und des weissen 
Fhöses. Barsteller ist die rot« Adler- Apothehe 
in Beriln 19, Ross-Strasse 26. 

Rid iBt ein amerikanischos Kaugummi, das 
ans Kok, Nectar (?), Orange, Pfefferminze, 
Boaeo, Soocus und Tutti-Frutti (?) besteht. (Ph.P.) 

Serüijiiiiii von Dr. RoVi ist ein mit 20 pCt. 
Zocker vermischter Auszug von Thymusspecies 
Angewendet wird er gegen Keuchhusten, Kehl- 
ko^- und Bronchial - Katarrh usw. drei- bis 
sechsmal täglich einen Kaffeelöffel voll in Zucker- { 
oder Honigwasser. Darsteller ist Dr. Ernst Roth 
in firma Henn db Kütler in Strassburg 1. E. 



SlrnpiiB aromatteoB. Unter diesem Namen 
kommt ein Sirup unbekannter Zusammen- 
setzung in den Handel. 20 g desselben sollen 
den bitteren Geschmack des Chinins in einen 
süssen, angenehmen verwandeln. Darsteller ist 
Persay Oytd<h Apotheker in Nova (Zalaer Gomi- 
tat), Bezugsfiuelle O. db R. Fritx in Wien. 

Slrapns Bromoformii Beattner wird in zwei 
Stärken hergestellt. Der erstere mit dem Zu- 
sätze „mitis^^ enthält auf einen Kaffeelöffel 
3 Tropfen Broraoform und ist für Kinder bis zu un- 
gefähr drei Jahren bestimmt. Der andere mit 
„fortior" bezeichnet enthält auf einen Kaffeelöffel 
6 Tropfen und soll bei Kindern, die älter als 
drei Jahre sind, angewendet werden. Sie dienen 
zur Heilung von Keuchhusten. Darsteller ist 
die St. Clara- Apotheke von E. Beuttner in Basel 
(Schweiz I. 

Simpus Kolae eomposttns Jiell^ besteht 
aus 2,5 g Chinineisencitrat 0,07d g Strychnin- 
nitrat, 25 g Kola- Fluidextrakt, 25 g Natrium- 
glycerinphosphat, 200 g Pomeransensirup. An- 

g »wendet wird derselbe bei Bleichsucht und 
lutarmut, bei verschiedenen Nervenkrankheiten, 
bei Störungen der Yerdauungswege, sowie einigen 
Herzkrankheiten. Nicht angezeigt ist er bei 
sehr erregten Formen der Hysterie, schwerem 
Bluthusten und hochgradig entwickelter Schlag- 
ader-Verkalkung. Gegegeben werden täglich 
drei Tiieelöffel nie bei nüchternem Magen, die 
Menge kann bis zu 5 Theelöffel gesteigert we. den. 
Darsteller ist G. Hell db Co. in Troppau. 

(Medicin. Blätter 1902, 873.) 
Sirupns sallnm hypophosphorosomm ent- 
hält Kalium, Kalcium, Eisen, Mangan, Chinin 
und Strychnin. £s wird als Stärkungsmittel, 
gegen Nervenleiden und Rachitis empfohlen. 
Darsteller ist die Firma Dr. B^eherax db Oie. 
in Bern. 

Terpinol-Pastillen Dr. Roth's. Je 3 g 

Tei-piuol und Terpinhydrat, 1 g Guajakharz, je 
5 g eingedickte Quillayarindenabkochung und 
ebensolcher des Fahamkrautes, 50 g Zucker- 
und gereinigter Lakri zensaft bis zum Gesamt- 
gewicht von 10 ) g, Pfefferminzöl 35 und bestes 
russisches Anisöl 20 Tropfen. Aus dieser Masse 
werden Tabletten von 0,33 g geformt Anwend- 
ung finden sie bei Husten, Heiserkeit u. dergl. 
Bezugsquelle ist Henn db Kittler in Strassburg 
i E. 

Talerianate de Pierlot, dessen weitere Zu- 
sammensetzung noch unbekannt ist, wird als 
krampfstillendes und beruhigendes Mittel em- 
pfohlen. Zu beziehen ist dasselbe durch die 
St. Leonhards-Apotheke in Basel 

Yarieol ist ein Heilmittel von unbekannter 
Zusammensetzung, gegen Unterschenkelgeschwüre. 
Darsteller ist Dr. Jos, Qöttigy Apotheker in 
Binningen-Basel. 

Yerbln sind Pastillen und Pulver aus Paraguays 
Thee. iarstellor sind Uhrenbcteher db Heydrieh 
in Dresden- A. 



26 



Ueber die Herstellung 

von Normallösungen naoh dem 

Volumgewiohte 

veröffentlichen Küster und Siedler (Chem.- 
Ztg. 1902; 1055) einen längeren Artikel^ 
in dem sie an m^rfachen Beispielen zeigen, 
dass man lediglich durch Einstellung des 
Volumgewichts aus koncentrierten Lösungen 
Normallösungen erhalten kann^ und dass 
dieselben ohne Einstellung auf chemischem 
Wege hinreichende Genauigkeit für den prak- 
tischen Gebrauch besitzen. Nach den an- 
geführten Versuchen bleiben die Differenzen 
gegen wirklich normale Lösungen unter 
0;1 com, sofern die Grundlagen, auf denen 
die Tafeln für das Volumgewicht aufgestellt 
smd, richtig sind. Dies ist z. B. mit den 
Oerlach' Schiff 'Bühen Tafehi für Kali- und 
Natronlauge nicht der Fall, die durch die 
1894 von Pickering veröffentlichten ersetzt 
werden müssen. Zur Ausführung dieser 
Operationen dienen die Tafehi XIII a und b 
der „Logarithmischen Rechentafeln für 
Chemiker" von Küster. -^he. 



Bei der Bestimmung des Harn- 
indikans mittelst Isatinsalzsäure 

(vergl. Ph. 0. 42 [1901], 442) kommt es 
bisweilen vor, dass die Farbe des Chloroform- 
extraktes des mit Bleiessig gefällten und 
mit Isatuisalzsäure behandelten Harnes nicht 
rein rot ist; sondern durch BOdung von 
Indigoblau violette Töne zeigt, sodass die 
kolorimetrische Bestimmung nicht mö^ch 
ist. Nach Bomna (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 
282) tritt nun diese Bildung von Indigoblan 
bereits bei der Behandlung mit Salzsäure 
allein auf; es sind also oxydierende Sub- 
stanzen vorhanden. Daher empfiehlt er zur 
Beseitigung des Uebelstandes die Bi^andlung 
des Harnes mit Reduktionsmitteln' Tor dem 
Zusätze der Isatinsalzsäure. ZinlGWaub ist 
nicht verwendbar, weil er einen ;Teü des 
Indoxyls in Mitleidenschaft zieht^'^Vährend 
Schwefelwasserstoff dies nicht tot Man 
muBS also bei diesen abnormen Hifirnen das 
nach der Bleiessigfällung erhaltene Filtrat 
zunächst fünfzehn Minuten lang mit dnem 
langsamen Strome von Schwefelwasserstoff 
behandeln, filtrieren und dann mit Isatinsalz- 
säure kochen. —he. 



Zur volumetrisohen 
Bestimmung des Gerbstoffes 

kann man nach Thompson (Chem.-Ztg. 1902, 
1085) die Eigenschaft desselben benutzen, 
in alkalischer Lösung sehr rasch Sauerstoff 
zu absorbieren. Den nötigen nascierenden 
Sauerstoff entwickelt Verfasser aus Wasser- 
stoffperoxyd in koncentriei-ter alkalischer 
Lösung unter Zugabe von reinem Blei- 
peroxyd, das aus reiner Mennige mit Salpeter- 
säure hergestellt ist. Die Gegenwart des 
Tannins hindert die vollständige Zersetzung 
des Wasserstoffperoxydes nicht Das Tannin 
wird durch 90proc. Alkohol von anorga- 
nischen und Pektinsubstanzen befreit; bei 
Gerbhölzern oder -Extrakten verwendet man 
besser 90proc. gereinigten Methylalkohol. 
Die Menge des Tannins berechnet man aus 
der Differenz der Sauerstoffmengen, die ein 
bestimmtes Volumen Wasserstoffperoxyd allein 
oder in Gegenwart emer bestimmten Menge 
mit Alkohol gereinigten Gerbstoffes ent- 
wickelt. 0,1 g chemisch reines, wasserfreies 
Tannin absorbiert 20 ccm Sauerstoff bei 0^ 
und 760 mm Barometerstand. ^he. 



Stärkebestimmung. 

Will man die Stärke in einer wenig 
cellulosehaltigen Substanz bestimmen, so 
giebt man nach O. Lietz (Berichte der 
Deutsch, pharmac. Gesellsch. 1902, 153) 
je nach dem Stärkegehalt 2 bis 10 g in 
einen etwa 500 ccm fassenden Koflten, fflgt 
75 ccm einer alkoholischen Kalilauge, eile 
aus 5 pCt. KOH -|- ÖOproc Alkohol her- 
gestellt ist, hinzu, versieht den Kolben mit 
einem Steigrohr und erwärmt auf einem 
Asbestteller über freier Flammer"^ oder im 
Wasserbade 20 Minuten lang unt^ leichtem 
Sieden des Alkohols. Man filtriert den etwas 
erkalteten Inhalt durch eine mit Asbest be- 
legte Siebplatte mit Hülfe der Wasserstrahl- 
pumpe ab, wäscht mit 70proc. heissem 
Alkohol nach und bringt den Rückstand mit 
dem leicht sich abhebenden Asbesi in den- 
selben Kolben zurück. Die an dei^ Trichter- 
wand haftenden Partikelchen werden eben- 
falls in den Kolben zurückgespult Man 
füllt nun auf 200 ccm und invertiert unter 
Zusatz von 20 ccm Salzsäure im siedenden 
Wasserbade 2^/2 Stunden, neutralisiert an- 
nähernd mit Kalilauge, sodass die Flüssigkeit 



27 



sehwich sauer ist, ffi]lt auf 800 com und 
beetimmt in 25 ocm die Dextrose nach 
ÄlUhn und rechnet dieselbe auf Stärke um. 

Enihilt die Substanz Cellulose in grösseren 
Mengen, so giebt man den Rflckstand; der 
nach der Behandlung mit alkoholischer Kali- 
lauge zurflekbleibl^ wieder mit dem Asbest 
in den vorher gebrauchten Kolben und fflgt 



30 bis 60 com einer 3- bis 5proc. wässrigen 
Kalilauge hinzu, bis sich die Masse zum 
grfissten Teil geltet hat Man fOUt hierauf 
auf 400 ocm auf, filtriert 200 ocm ab, 
neutralisiert mit Salzsäure, fflgt noch 20 ocm 
mehr hinzu, invertiert 2^/^ Stunden und 
verfährt eb^so wie oben. Vg. 



■ ahrungsmittal-Ohainia. 



Erlaubtes und Unerlaubtes in 
der Fruohtsaftbranohe. 

Einem Vortrage des OerichtBohemikers 
Dr. C^ischoff in Berlin, gehalten im Ver- 
eine peutscfaer Fmohtsaftpresser in Berlin, 
entnelj^en wir folgende interessante An- 
gaben«: 

Naidi dem Abpressen des Fruchtsaftes 
bleibt. bekanntlich der Pressung. Bischoff 
widendjft einem zweiten Auspressen dieses 
PresBlwjgB (nach Zusatz von Wasser) und 
Hinzqfflgen zu dem ersten Produkte, dem 
sogenannten Muttersafte, obwohl in den 
„Vereinbarungen zu emer euiheitlichen Be- 
nrteihmg von Nahrungs- und Genussmitteln^^ 
diese Frage leider nicht berührt ist 6e- 
Botzlich ist ein solches Verdünnen jedenfalls 
nicht gerechtfertigt, obwohl es „Sitte^^ ist 
Biehtiger ist es jedenfalls, dieses zweite 
Produkt unter entsprechender Deklaration 
EQ verkaufen oder anderweit zu verwenden. 
Beiüglioh des Zusatzes von Salicylsäure 
in def), Fruehtsäften bemerkt Bischoff, dass 
die Verwendung von Salicylsäure von den 
vendii^enen Behörden verschieden beurteUt 
werde.., Bischoff hMt ihre Verwendung zu 
dem gedachten Zweoke auch nicht für be- 
denkli^, weil sie sich zum allergrSssten 
Teile l^idm Kochen des Saftes mit den Wasser- 
dämpfen verflüchtigt Trotzdem rät er im 
eigen^ Interesse der Beteiligten davon ab, 
sie zujbenutzen, wdl sich die Salicylsäure 
unter ^m Einflüsse gewisser Bakterien in 
Karboi^ure und Kohlensäure spaltet und 
entere den Säften einen schlechten, eigen- 
artigen. Gesohmack verleiht Jedenfalls ist 
ein Zusatz von Salicylsäure, wo er ange- 
wendet wird, entsprechend anzugeben. 

Was das Färben anbetrifft, so hält 
Bischoff nur das f^ben einer Ware für 
Tenrerflidi, wenn es geschieht, um ihr den 
Sehdn dner besseren Beschaffenheit, ein 



färbe zu geben, während z. B. ein gewisser 
Zusatz von Kursohsaft zum Himbeersaft keine 
Fälschung, sondern eme an das ästhetische 
Gefühl appellierende Gepflogenheit darstellt 
(Immerhin müssten derartige Zusätze ent- 
sprechend auf der Etikette angegeben werden, 
da sonst der Fälschung Tür tmd Tor 
geöffnet wäre. Sohriftleitung.) 

Zur Zuokerung empfiehlt Bischoff in 
den Fällen, wo dieselbe nicht mit reiner 
Raffinade erfolgen kann, einen Zusatz von 
5 Teiien Stärkezuoker zu 100 Teilen Bohr- 
zucker, um das lästige Auskrystallineren zu 
vermeiden. Ein Zusatz von grösseren Mengen 
sogenannter Sekundaware ist entsprechend 
kenntlich zu machen. 

Für zu weitgehend hält Bischoff , dass 
limonadensurupe nach den „Vereinbarungen^ 
keinen Zusatz von organischen Säuren, also 
Wein- oder Citronensäure, erhalten dürfen, 
sondern lediglich aus Zuöker und Saft be- 
stehen sollen; er glaubt auch nicht, dass 
das Gericht einen solchen Zusatz als eine 
Fälschung betrachten würde. 

Eine künstliche Färbung oder Aroma- 
tisierung ist jedenfalls verboten. p. 



Die Zusammensetzung der 
Sohafiniloh 

haben Trillat und Forestier (Chem.-Ztg. 
1902, 635) mit derjenigen der Kuhmilch 
verglichen und gefunden, dass die Trocken- 
substanz bei der Schafmüoh weit grösser 
ist, als bei der Kuhmilch. Häufig beträgt 
sie 200 g im Liter, und bisweilen wird sogar 
diese Zahl noch überschritten, während bei 
der gehaltreichsten Kuhmilch selten mehr 
als 160 bis 165 g im Liter beobachtet 
werden. Der Unterschied beruht hauptsäch- 
lich im Fettgehalte, Caseln- und Mineral- 
stoffgehalte, da 70 bis 80 g Fett, 55 bis 



70 g CaseYn und 9 bis 10 g Mineralstoffe 
beneres Aussehen bei ursprünglicher Miss- 1 im Liter Schafmilch beobachtet wurden. 



Therapeutische Mitteilungen. 



Gonosan (Eawasaatai) 

ist eine gelbgrüne, ölige, durclischeinende, 
mit Weingeist, Aether und Chloroform 
mischbare Lösmig des a- und /S-Kawaharzes 
in ostindischem Sandelöl. Nicht vorhanden 
sind die in der Kawawurzel vorkommenden 
unwirksamen Stoffe Kawahin und Yangonin. 
Der Geruch des Gonosan ist ein stark 
gewtlrzhafter. 

Während dem Sandelöl, das sich als ein 
gutes Heilmittel des Trippers bewährt hat, 
noch einige Mängel, wie Brennen und 
Sehmerzen beim Harnlassen ^ Yerdauungs- 
beschwerden u. a. zu eigen war, ist dies 
bei der Kawawurzel, der Wurzel von Piper 
methysticum^ nicht der Fall. Schon Dupouy 
hat berichtet, dass auf denjenigen Inseln, 
auf denen diese Wurzel gebraucht wird, 
der Tripper sehr selten auftritt, dagegen 
mit grosser Heftigkeit dort, wo ihr Gebrauch 
unbekannt ist. Der von Letvin mit a-Kawa- 
harz bezeichnete gelbgrüne, stickstofffreie, 
wenig klebrige, ölige Stoff wird durch Kochen 
des trocknen Wurzelpulvers mit Peti'oiäther 
und Filtration nach dem Erkalten, sowie 
durch eine Wiederaufnahme des nacl) dem 
Verjagen des Petroläthers erhaltenen Rück- 
standes in Weingeist nadi Verdunstung dieses 
erhalten. Der in dem Pulver zurück- 
gebliebene harzige Stoff von Sirupbeechaffen- 
heit ist ein stickstofffreies Harz, das vor 
Letvin /^-Kawaharz genannt wu'd. Beide 
rufen sowohl für sich, wenn auch das a-Harz 
mehr als das /3-Harz, als auch vereint, Ge- 
fühllosigkeit hervor. Eine Reihe von Aerzten 
(wie Sannä, Harrison- Allen, Weinstein, 
Finger) haben die Kawawurzel bei Tiipper 
und Blasenkatarrh angewendet und die Be- 
obachtung gemacht, dass durch die Anwend- 
ung derselben die Sclimerzen beim Harn- 
lassen und bei der Erektion im entzündlichen 
Zustande des Trippers beseitigt, die Harn- 
ausscheidung vermehrt wird, und dass die 
Menge des Eiters, dessen gelbgrüne Farbe 
bald in weiss übergeht, so vermindert wh-d, 
dass ein vöUiges Aufhören des Ausflusses 
am achten bis zehnten Tage erwartet wer- 
den kann. 

Der chemischen Fabrik von J. D, Riedel 
in Berlin N. ist es gelungen, das a- und 



/S-Kawaharz frei von Kawahin und Tangonin 
darzustellen. 

Das Gonosan kommt in Geiatlnekapseln 
mit 0,3 g Inhalt in den Handel. 20 pCt 
des Inhaltes sind a- -{- /^-Kawaharz und 
80 pOt Sandelholzöl. 

Dr. Boss (Deutsche Medicinal- Zeitung 
1902, Nr. 98) hat nun beobachtet, dass 
schon am zweiten Tage nadi Einnahme von 
Gonosan sich eine Unempfindlichkeit der 
Harnröhre bemerkbar machte. Alle Er- 
krankten erklärten, beim Harnlassen sowohl, 
wie bei der Erektion nicht die geringsten 
Schmerzen zu empfinden. Nach ungefähr 
acht Tagen war die schleimig-eitrige Trüb- 
ung der ersten Hammenge dnem' sich 
klärenden, nur noch Bröckelchen und Fasern 
entlialtenden Harne gewichen. Gegeben 
wurden je nach der Heftigkeit des Trippers 
täglich acht bis zehn Kapjeln. In den 
meisten Fällen wurden viermal täglich zwei 
Kapseln eine halbe Stunde nach dem Essen 
eingenommen. Da die Wirkung des Kawa- 
santals eine um so grössere ist, je koncen- 
trierter der Harn ist, so ist es notwendig, 
die Menge der Getränke auf ein Mindest- 
maass herabzusetzen. Audi wirken* alle 
kohlensäurehaltigen Getränke, sowie Gewürze 
schädlich und sind dieselben zu meiden. 
Auf Grund der Erfahrungen des Verfassers 
ist die Wirksamkeit des Gonosans folgende : 
Der Tripper verläuft ohne jede unangenehme 
Empfindung, ohne Brennen beim Harnlassen, 
ohne Schmerz. Die Kawa wirkt harntreibend, 
-klärend und beschränkt den Ausfluss. Bei 
Beobachtung richtiger Ernährung bleibt der 
Tripper auf den vorderen Teil der Harn- 
röhre beschränkt und es gelingt, den Tripper 
in der vierten bis fünften Woche zur Heil- 
ung zu bringen. Bei Blasenkatarrh bewirkt 
Kawasantal rasche Klärung des Hains und 
Beruhigung der Blasennerven. H M, 

Die DesiDfektionswirkung des 
Sublamins 

(Quecksilbersulfat - Aethylendiamin) ist nach 
Blumberg Xhem.-Ztg. 1902, Rep. 287) der 
des Sublimats gleichwertig. Dabei reizt aber 
das Präparat selbst in höchster Koncentration 
die Haut nicht; es kann also m stärkerer 
Koncentration angewendet und damit die 



29 



Wirknog besehlennigt werden. Ausserdem 
ist die Tiefenwirkung eine grössere, als die 
das Sublimats. Das Präparat löst sich in 
Wasser augenbliekiich, selbst in hohen Kon- 
OQDtrationen. - ke. 



Pastüli jodoferrati compositi Jahr 
(rergldehe Ph. G. 43 [1902], 629) haben 
äob; wie die Wiener medicinische Presse 1 902, 
Seite 2139 berichtet, als Ersatz des Leber> 
tfarans und des Sirupus ferri jodati bew&hrt. 
Parenski gab es skrophulOsen, blutarmen 
Kindern, sowie solchen, die an allgemeiner 
Sefawftdie litten oder zu Katarrhen der 
Luftwege neigten. Auch Turxansld hat 
bei blutarmen Kindern Körpergewichts- 
zonahme und grössere Esslust beobachtet 
]^ gi:osBer Vorzug dieses Präparates ist 
sein Wohlgeschmack, sowie der Umstand, 
diBB keine Darmerscfaeinungen eintreten, 
sneh wenn die bisherige Ernährung fort- 
gesetzt wird. JET. Af. 

Oeber die Bruns^sche Airolpaste. 

Dr. R. Wanach (St. Petersburger med. 
Woehenschrift, 18. Oktober 1902) hat die 
Ton Bruns empfohlene Airolpaste (be- 
stehend aus Airol 5,0, Mucilago Gummi 
vabid, Glycerin ää 10,0, Bolus alba q. s. 
ad. pastam moilem) mit grossem Vorteil in 
der Wundbehandlung angewendet und 
gefunden, dass dieselbe durchaus geeignet 
ist, den Bindenverband in vielen Fällen zu 
verdrängen. Die Anwendung ist sehr einfach. 

Man trägt die Paste mit einem Spatel 
dick auf die genähte Wunde und drückt 
eine dOnne Schicht Watte darauf. Die 
Ptote haftet sofort fest an, wie guter Kitt 
and schmiegt sich in jedes Hautfältchen. 
Am Tage nach dem Auftragen ist die Paste 
mit der Watte und dem etwa durchgesickerten 
Bhite zu einer festen Platte eingetrocknet, 
die ab^ (und das ist ein ganz wesentlicher 
Pankt) hygroskopisch bleibt, im Gegensatz 
zum Kollodium, das wegen seiner Undurch- 
Üsalichkeit unbrauchbar ist Nach vier bis 
acht bis vierzehn Tagen (so lange hält die 
Paste ebenso sicher, wie im Anfange) kann 
man gewöhnlich das ganze Stück im Zu- 
sammenhange abnehmen, ohne Beschwerden 
ffir den Kranken. Die Paste haftet an der 
Haat etwa in der Art, wie fest gewordener 
Kitt am Glase. Stichkanaleiterungen gehOren 



zu den grössten Seltenheiton und selbst, 
wenn hier und da etwas Eiterung auftritt 
(beim Nähen von Kopfwunden unsauberer 
Personen), so wvd das Sekret dauernd auf- 
gesogen und es kommt nicht zu tiefen Eiter- 
ungen. Vor dem Einflüsse des Speichels, 
des Nasensekretes, des Harns schützt die 
Paste vollständig genügend. Die hygroskop- 
ischen Eigenschaften der Paste gehen so 
wdt, dass oberflächliche Verbrennungen, reine 
oberflächlidie Wunden, ja sogar Granulations- 
flädien ebenso schön heilen, wie etwa unter 
dem trockenen Blutschorf. Nie ist eine 
Reizung der Haut durch die Paste ent- 
standen. Ekzeme heilen oft unter einem 
einzigen Pastenverband. Wanach empfiehlt 
daher den Krankenhäusern und namentlich 
den L4indärzten den ausgedehnten Gebrauch 
der Bruns'wiien Airolpaste. Sie kann die 
teuren und umständlichen Bindenverbände 
in vielen Fällen nicht nur ersetzen, sondern 
übertrifft sie in mehrfacher Beziehung. 

n. Th. 

Ueber Oelatineeinspritzungen. 

Bekanntermassen werden zur Blutstillung 
mitunter Einspritzungen von sterilisierter 
Gelatinelösung gemacht. Ob aber nun der 
Gelatine wirklich die Fähigkeit, das Gerinn- 
ungsvermögen des Blutes zu erhöhen, zu- 
kommt, ist nach Sorgo bisher noch nicht 
erwiesen, wenn auch durch den Versuch der 
Beweis, dass ein Gerinnen des Blutes durch 
die Berührung mit der Gelatine eintritt, ge- 
geben zu sein scheint In dieser Frage 
kann man, vrie er behauptet, einer grossen 
Täuschung unterliegen, indem man den Er- 
folg als einen durch die Anwendung ge- 
gebenen ansieht; er beweist dies auch durch 
einen besonders hervorragenden Fall. Femer 
sagt er, dass bei der Behandlung von Aorta- 
Erweiterungen ein endgiltiger Erfolg in nur 
geringer Zahl eintritt, da bei zwei Drittehi 
derselbe vollstälidig ausblieb. 

Noch trauriger sieht es aber insofern aus, 
als man in einigen Fällen, über die Dr. Krug 
in den Therap. Monatsheften 1902, 282 
berichtet, in Folge von Gelatineeinspritzungen 
trotz erfolgter Sterilisation Tetanus, der mit 
dem Tode endigte, beobachtet hat In wel- 
cher Weise die Sterilisation stattgefunden 
hat, ist nicht berichtet worden, nur wu*d 
gesagt, dass dieselbe in der Apotheke statt- 



30 



gefunden habe. Dass hier aber dem Apotheker 
kein Vorwurf daraus entspringen soU^ be- 
weisen seine weiteren Ausführungen; denn 
einmal ist die Gelatine ein Stoff^ der schwer 
zu sterilisieren ist, und zum anderen wird 
die käufliche Gelatine meist aus nicht em- 
wandfreien Stoffen gewonnen; es ist daher 
kein Wunder^ wenn dieselbe Tetanuskeime 
enthält Infolgedessen empfiehlt er, sich die 
Gelatine selbst aus einwandfreien Stoffen 
herzustellen ; was, wie er sagt, jedoch nicht 
immer möglich ist, besonders wenn man in 
Betracht zieht, dass dieser Körper meist so 
schnell gebraucht wird, dass an eine Selbst- 
darstellung gar nicht zu denken ist. 

In Rückfiidit darauf schlägt er vor, von 
der Anwendung der Gelatineeinspritzungen 
abzusehen. (Hierzu vergleiche man auch 
Ph. C. 42 [1901], 818; 43 [1902], 272.) 

(Die Firma E, Merck in Darmstadt teilt 
mit, dass sie eine ganz einwandfreie Gelatine 
in den Handel bringt und empfiehlt dieselbe 
zur Herstellung von Einspritzungen.) 

Ä M. 

Zur Sterilisierung der Gelatinelösungen 
empfiehlt Dr. Stich (Pharm. Ztg. 1902, 399) 
nachstehendes Verfahren: 



Nach NeutraUsierung leitet man eine hal 
Stunde lang bei 36 bis 38^ G. in Rflok- 
sieht auf die anaSrobe Existenz von Tetanus 
Kohlensäure em, setzt 0,5 pGt KarboliAure 
hinzu, verschliesst die mit 20 g gefflliten 
Fläschchen mit Watte und erhitzt zweimal 
je eine halbe Stunde mit einem Tag Pause 
im Dampfstrom. Solche Lösungen zeigen 
nach Wochen im Thermostaten bei 36 bis 
38^, dem Wachstumoptimum von Tetanus 
gehalten, keine Verflüssigung oder Piizbild- 
ung. Man bewahrt die Fläschchen mit 
Gelatinelösung in Blechkästen auf, die im 
Innern des Deckels einen mit 5proc Phenol- 
lösung getränkten Flanellfieck enthalten. 

(Bei gleichzeitiger Einspritzung einer 
grösseren Menge solcher dergestalt stMisier- 
ter Gelatinelosung ist zu beachten, daas 
damit zugleich eine möglicherweise zibiniicfa 
grosse Menge Karbolsäure in den -''Körper 
gebracht wird. Schriftleitung.) >■- 



Caprom eitrieiim lässt sich nach cw» ArU 
(Wien. Klin. Wochenschr. 1902, Nr. 18) neben 
Itrol (Silbercitrat) in der Augenheilkunde ver- 
wenden. Kupfercitrat, CU2C6H5O7 . 2,5 HjO, ist 
ein grünes Pulver. Verfasser hat es als 5- bis 
lOproc. Salbe gebraucht R. Tk, 



Verschiedene Mitteilungen. 



Ueber die Verwendbarkeit 
verschiedener Oxydationsmittel 
zur Zerstörung des Fixiematrons 

in den photographischen Platten und Papieren 
teilen Segewetx und Lumüre (Chem.-Ztg. 
1902, 705) ihre Erfahrungen über Brom- 
wasser, Jodwasser, Jodsäure, AlkalijodatC; 
Alkalihypochlorite, -chlorate, -Perchlorate, 
Ammoniumpersulfat und Ealiumperkarbonat 
mit Ihre Untersuchungen erstreckten sieh 
auf die Geschwindigkeit der Zerstörung des 
Natriumthiosulfates bei verschiedener Eon- 
centration der oxydierenden Lösung, auf den ! 
Emfluss des Ueberschusses an Oxydations- 1 
mittel auf die Geschwindigkeit, auf den Ein- 
fluss der neutralen, sauren oder alkalischen j 
Reaktion des Mediums, auf die Wirkangl 
des Oxydationsmittels auf das Silberbild, da 
die Oxydationsmittel nicht verwendet werden 
können, wenn sie das Silberbild angreifen. ' 
Sie haben dabei beobachtet, dass das 
Ammoniumpersulfat ein ausgezeichnetes Mittel 



ist, und dass die schlechten Erfahrungen, 
die damit gemacht worden sind, auf einen 
geringen Schwefelsäuregehalt des käuflichen 
Produktes zurückzuführen sind. Neutrales 
Ammoniumpersulfat oder das käufliche 
Produkt im Gemenge mit schwach alkalisdien 
Substanzen greifen das Bild nicht mehr an. 
—he. 

Ueber Thermophore^^ 

wird im Giomale di Farmacia etc., Decbr. 
1899, mitgeteilt, dass sich am besten zur 
FüUung derselben essigsaures Natron eignet 
Dasselbe schmilzt bei 58^ in seinem Erystall- 
wasser unter Bindung von etwa 42^(5alorien, 
diese Wärmemenge .gibt es l^m Er- 
starren wieder ab. Die österreich-ungarisdie 
Thermophor- Unternehmung, Wien, Haupt- 
strasse 6, bringt Apparate für die "verschie- 
densten Zwecke in den Handel, welche die 
Wärme acht bis zehn Stunden lang halten. 
(Hierzu vergleiche Ph. C. 36 [1894], 559.) 

FTr. 



31 



Zar EntnLnnung von verzinntem 
Eisen 

wird daaselbe nach einem schwedischen 
Patente für Bergmann (Chem.-Ztg. 1902, 
635) in dnen Behälter gebracht, dessen 
Winde ans einem stärker elektropositiven 
Metalle als Zinn bestehen, z. B. ans Eisen. 
Dieser Behälter wird mit einer Lauge von 
Alkalibydroxjd gefflllt und ein Depolarisator 
zngeffigt. Es entsteht ein elektrischer Strom 
und die Lauge sättigt sich mit zmnsaurem 
AikalL Aus dieser wird nach vollständiger 
Sättigung durch Emleiten von Kohlensäure 
Zinnoxydhydrat geftllt, mit Säure in Lösung 
gebracht und aus der Lösung das Zinn auf 
elektrolytisdiem Wege in metallischer Form 



Zur iTergoldung von Metallen 
mittelst selbsttätiger Reduktion 

wird nach einem Patente für Oöttig 
(Ghem.-Ztg. 1902, 1111) wSsserige Gold- 
efaloridldsmg durch geeignete Schwefel- 
Tcrbindungen^ wie Natiiumsulfid, Natrium- 
aiBenperBu|fid, Rhodanalkalien n. s. w. zer- 
setzt, wobei man durch Zusätze von Alkohol^ 
Oxalsäure oder anderen organischen Körpern 
Terschieden gefärbte Ueberzüge erhält. 
Natrinmsuifidlösung, Alkohol und Putzmittel 
geben bräunliche, Natriumarsenpersulfidlösung 
nnd Alkohol rötliche^ Rhodanammoniumlö- 
nng mit Alkohol und Oxalsäure- oder Wein- 
iänrelQsnng^ gelbe Farbentöne. Diese hängen 
uitfirlieh auch wesentlich von der Natur des 
zn yergoldenden Metalles ab. Die Eoncen- 
tration der Yergoldungsflfissigkeit hängt von 
da angestrebten Schnelligkeit des Erfolges 
ab mid muss höher sein, wenn die Vergol- 
dung durch. Bmpinsekiy als wenn sie durch 
Sntauefaen geschehen soll. —he. 



Petxoklastlt- Patrone (Sprengpalver) ist ein 
Gemenge, in welchem nach der chemischen 
Analyse enthalten sind: 
72,15 pCt. Natronsalpeter, 
6,39 „ Kalisalpeter, 
0,96 „ Ealiombiohromat und 
20,50 „ andere Substanzen ^Schwefel und 
in Bensol und Chloroform lös- 
liche Körper nnd Kohlenstaub), 
die für Btemkohlenpech charakter- 
istisch sind. P. 
Zeitschr. f. Zoliwesen u. Reiohssteuern, Bd. U, 
8. 58.) 



Silesithwaaren bestehen aus einer stein- 
artigen, undurchsichtigen, blanken, weissgrauen 
oder geförbten Masse. Der Formstoff, welcher 
sich mit dem Messer schaben lässt und im Bruch 
den Gypswaaren gleicht, besteht nach der chemi- 
schen Qntersnchuni^ aus 1 Teil Hars (Schellack) 
als Bindemittel und 2 Teilen Mineralstoffen (Thon, 
Qyps, Kreide, Zinkoxyd und Magnesia). (Zeit- 
schrift für Zollwesen mnd Reiohssteuern, Bd. I, 
S. 124.) P. 



Yankee Cleaner, nach der Aufschrift auf den 
Blechbüchsen ein „Universal - Reinigungs- und 
Polirmittel^^ besteht aus einer dickflüssigen, 
schwach parfümirten Masse von sohmatzigweisser 
Farbe. Nach der chemischen Untersuchung ent- 
hält sie 81,5 pCt. Wasser, 6 pCt. Seife und 
12,5 pCt. Silikate. (Ztsohr. f. ZoUwesen u. Reiohs- 
stouem 1901, S. 158.) P. 



Deutsche Pharmacentische Oesellsoliaft. 

Tagesordnung für die Sitzung am Bonnerstag, 
den 8. Januar 1903, abends 8 Uhr, im Hörsaal 
des II. Chemischen Instituts der Universität 
Berlin (Bonsenstraase 1, II): 

Wissenschaftlicher Experimental - Vortrag des 
Herrn Prof. Dr. W. IfarctoaW - Berlin : „Üeber 
radioaktive Snbstan/.en^S 

Diskussionen über die Vorträge 

1. des Herrn Prof. Dr. K Zuntx: „Ueber 
neuere Nährpräparate in physiologischer 
Hinsicht^* ; 

2. des Herrn Privatdooenten Dr. Th. Weyl: 
„Trinkwasser-Reinigung durch Ozon". 



Briefwechsel. 



ür. P. ik Dr. Zur Entfernung von Pikrin- 
äloraflecken soll sich ausser dem Ph. C. 43 [1902], 
369 erwtUmt^n Mittel auch die Verwendung einer 
XJtfaiomkarfaoDatlösung empfehlen. 



Apoth. F. W. in K. Der zur Entfernung von 
Haaren von der Firma Th, Weigand in München, 
Battermelckerstrasse 11, I angebotene Elvir- 
Stein ist Bimstein 



Zur geffl. Beaohtungl Das Reoister für den abgelaafenen 
Jahnang 43 (1902) wird der Nommer 3 des laufenden Jahrgangs 
Iw iBMeg! werden. 

Yvlegor vad Tenatworttidbcr Leitar I>r. A* 8ehael4«r in Dmdin. 



32 



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I ErtaTz für Choleratropffipf In FülTcr* und 

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Dresden, 15. Januar 1903. 

Der nenen Fol^e XXIV. Jahrgfangf. 



XLIV. 

Jahrgang. 



Inhalt: Oamnie «nd Ph«r«a0l«: Mekkab kisam. -- Anuwlrm. ~ Nene Annelmiitel. - H^rttellong eines Jod* 
cianwlmpa and eines arsenhaltigen Jodeisensinips. — HeratellimK von Dauerii*-fe mittelst Aceton. — Prft|»rato der 
Qslatlnelcapeel-Fabrik ron 0. Pohl, ScbÖnbaum. — Vinam Chinae. Unguentum Caseini -> Konserriemng Ton 
^ftah eomutum. — Ledthol. — Herstellong ron Pillenmsos«^. — Roten Qutcksilberoxyd auf nassem Wege. - 
Daniailang Ton Jodoform ans Aoetylen. ~ Ferramat. - Teehnltehe Klttelluigcn. ~ Yersehiedciie Mlttell- 

QBS«B. ~ Briefwechsel. 



Chemie und Pharmacie. 



Ueber Mekkabalsam. 

Von Ed. Hirsehsohn^ Dorpat. 

Der gegenwärtig im Handel erhält- 
liche Mekkabalsam zeigt gegen manche 
Lösungsmittel auffallende Unterschiede 
Ton den in meinen früheren Arbeiten 
aufgeführten Proben, und da ich in den 
Besitz einiger recht alter Muster des 
Balsam» gelangt bin, so wurden einige 
vergleichende Versuche ausgeführt, die 
recht interessante Resultate ergaben. 

Zu den Versuchen konnten sechs 
Muster benutzt werden: 

1. Mekkabalsam im Jahre 1891 
ans Deutschland von Ä, bezogen. Elin 
Tollkommen klarer Balsam von gold- 
gelber Farbe und schwacher, grünlicher 
Ruorescenz. 

2. Mekkabalsam 1895 aus Kon- 
stantinopel bezogen. Eid etwas ti*über 
Balsam von hellerer Färbung als die 
vorige Probe. 

3. Mekkabalsam 1895 aus Deutsch- 
land von B, bezogen. Wie Probe Nr, 1. 

4. Mekkabalsam ungefähr 30 Jahre 
alt Ein trüber Balsam von röüich- 



gelber Farbe, sehr dünnflüssig und 
von feinem terpentinartigen Geruch. 

5. Mekkabalsam, im Jahre 1840 
bezogen. Wie Nr. 4. Der Geruch ist 
ähnlich dem Eanadabalsam. 

6. Mekkabalsam, ein ebenfalls 
recht altes Muster. Der Balsam befand 
sich in einer sechseckigen mit Gravier- 
ungen versehenen Bleiflasche, war voll- 
kommen fest geworden und konnte nur 
durch Erwärmen aus der Flasche aus- 
gegossen werden. Die Masse ist eine 
zwischen den Fingern leicht erweichende, 
von feinem terpentin- und muskatartigem 
Geruch und enthält Pflanzenteilchen. — 

Weingeist von 95 pCt., im Ver- 
hältnis von 1 Teil Balsam zu 10 Teilen 
Weingeist gemischt, gab mit den Proben 
Nr. 1 bis 4 und 6 eine schwach opalisie- 
rende Lösung; bei Nr. 5 blieb ein Teil 
in Form von Flocken ungelöst. 

Bleiacetat (eine bei Zimmer- 
temperatur gesättigte Lösung von Blei- 
acetat in 95proc. Weingeist) gab mit 
der weingeistigen Lösung bei Nr. 1 bis 4 
eine schwache Trübung, die beim Er- 
wärmen verschwand; bei Nr. 5 und 6 ent- 



Erwärmen zum grössten 'Teil löstet 

Eisenchlorid (1 Teil Eisenchlorid, 
10 T^|le äöproc. Weingeist) bewirkte bei 
einigen Ti-opf en zur weingeistigen Lösung 
zugefügt in Nr. 1 bis 4 keine Veränder- 
ung; bei Nr. 5 und 6 wurde eine Trübung 
erhalten, die auch beim Erwärmen nicht 
verschwand. Versetzte man die Lösung 
des Balsams in Weingeist mit dem 
doppelten Volumen Ammoniakfltissig- 
keit von 0,96 spez. Gew., so wurde 
eine der Milch ähnliche Mischung erhalten. 

Aether (absoluter) gab mit Nr. l 
bis 3 und 5 eine klare Lösung, die auf 
Zusatz der doppelten -Menge 95proc. 
Weingeistes nur bei Nr. 5 trübe wurde ; 
Nr. 4 und 6 gaben eine opalisierende 
Lösung, die auf Zusatz von Weingeist 
klar blieb. 

Essigäther gab mit Nr. 1 bis 3 
eine klare, mit den anderen Proben 
eine opalisierende Lösung. 

Eisessig löste alle Proben mit Aus- 
nahme von Nr. 5, bei welcher Flocken 
ausgeschieden wurden. 

Chloroform und Benzol löst alle 
Proben. 

Aceton löste Nr. 1 bis 4 und 6; bei 
Nr. 5 blieb ein Teil ungelöst. 

Schwefelkohlenstoff löst Nr. 1 
bis 4 trübe, Nr. 5 und 6 nur zum Teil. 

Terpentinöl (französisches) löst 
Nr. 1 bis 3 klar, Nr. 4 bis 6 unvoll- 
kommen. 

Tetrachlorkohlenstoff gab eine 
klare Lösung mit Nr, 1 bis 3; bei Nr. 4 
und 5 war die Lösung opalisierend und 
Nr. 6 wurde nur zum Teil gelöst. 

Amyienhydrat löste Nr. 1 bis 6 
klar und Nr. 6 opalisierend. 

Paraldehyd gab mit Nr. 1 bis 3 
eine klare und mit Nr. 4 bis 6 eine 
trübe Lösung. 

Methylalkohol (spec. Gew. 0,805) 
gab mit den Proben Nr. 1 bis 3 eine 
stark opalisierende Lösung; bei Nr. 4 
bis 6 blieb ein Teil ungelöst. E^e 
quantitative Bestimmung mit der Probe 
Nr. 6 ergab, dass sich in Methylalkohol 
66,87 pGt. gelöst hatten. 

Petroläther (spec. Gew. 0,670) löst 
den Balsam nur zum Teil, und war 



flAlillllillff fif X.$}fflsH 

flüssig; bei Nr.- 4 bfe 6 lest.« »^ine 
quantitative Bestimmung mit dem Muster 
Nr. 6 ergab 46,20 pCt. in Petroläther 
lösliche Anteile. Versuche, die mit der 
Probe Nr. 1 und 2 ausgefiihrt würden, 
um die annähernde Menge der von 
Petroläther nicht gelösten, öligen Substanz 
zu erfahren, ergab folgendes: 

1 com des Balsams Nr. 1 mit 10 ccm 
Petroläther geschüttelt und der Ruhe 
überlassen, hatte nach 24 Stunden wieder 
0,8 ccm abgeschieden; bei Nr. 2 aber 
0,9 ccm. 

Zur Feststellung der Eigenschaften 
des von Petroläther nicht gelösten, öligen 
Körpers wurden etwas grössere Mengen 
des Balsams mit Petroläther behandelt, 
die abgeschiedene Masse getrennt und 
durch Erwärmen vom anhängenden 
Petroläther befreit. 

Es wurde ein dünnflüssiges Oel erhalten^ 
welches auf Papier Fettflecken erzeugte 
und sich in 95proc. Weingeist und in 
Eisessig leicht löste. 

Beim Kochen des Oels mit wässeriger 
Kalilauge entstand eine Lösung, die mit 
Wasser verdünnt alle Eigenschaften 
einer Seifenlösung zeigte. Aus dem 
genannten Versuche geht hervor, dass 
der von den Proben Nr. 1 und 2 erhaltene 
Körper ein fettes Oel und nach seiner 
LösUchkeit in Alkohol und Eisessig und 
der Unlöslichkeit in Petroläther als 
Ricinusöl anzusprechen ist, was auch 
noch durch nachfolgende Versuche be- 
stätigt wird : 

Unterwarf man die von Petroläther 
nicht gelösten Anteile des Mekkabalsams 
der von mir zum Nachweis von fettem 
Oel im Kopaivabalsam\) gegebenen 
Prüfung durch Lösen in alkoholischer 
Natronlauge, Aufkochen und Versetzen 
der Lösung mit gleichem Volumen Aether, 
so wurde bei Nr. 1 bis 3 eine feste 
Gallerte erhalten ; die Proben Nr. 4 bis 
6 blieben längere Zeit flüssig. 

Ganz dieselben Resultate wurden 
erhalten, wenn man den ursprünglichen 
Balsam der obigen Prüfung auf feste 
Oele unterwarf. 



1) Pharm. Zeitsohr. fdr Bosslaad 1895, Nr. 32. 



S5 



Bringt iDAii nach dem Verfahren von 
Maupy^ kleine Mengen des von Petrol- 
Sther nicht gelösten Anteils des Mekka- 
babams mit schmelzendem Natron- 
hydrat zusammen und erhitzt, so war 
bei der Probe Nr. 1 bis 3 ein deutlicher 
6erach nach Kapiylalkohol wahrzu- 
nehmen; die Proben Nr. 4 bis 6 zeigten 
keinen solchen Geruch. 

Beim Schuttein des Petrolätheraus- 
züges mit verdfinnter wässeriger Eupfer- 
aeetatlösung (1 Teil Enpferacetat 
in lOOO Teilen Wasser) färbte sich der 
Petroläther bei allen Proben grfln^ und 
68 schied sich ausserdem bei Nr. 6 eine 
grüne Masse aus. 

Debergiesst man kleine Proben des 
Balsams mit Trichloressig-Salz- 
sänre (9 Teile Trichloressigsäure gelOst 
in 1 Teil Chlorwasserstoffsäure von 
1,12 gpee. Gew.), so entstehen bei Nr. 1 
bis 3 grftnliche, in bläulich und miss- 
farbig Violett Übergehende Färbungen; 
bei Nr. 4 und 5 eine braune, in miss- 
farbig Rotviolett und bei Nr. 6 eine 
schöne rosa in Gelbbraun übergehende. 

Ein Versuch, mit der Probe Nr. 1 
des Mekkabalsams, von dem eine grössere 
Menge zur Verfügung stand, das Mdnusöl 
dorch die Acetylzahl zu konstatieren, 
wurde in der Weise ausgeführt, dass 
eine Portion des Balsams (etwa 5 g) 
mit alkoholischer Natronlauge durch 
Kochen verseift und die klare Lösung 
mit der fünffachen Menge Aether ver- 
setzt, die abgeschiedene gallertartige 
Masse mehrere Male mit Aether ge- 
waschen, die so erhaltene Seife in 
Wasser gelöst und mit verdünnter 
Schwefelsäure zerlegt, die abgeschiedene 
Oelsäure mit der gleichen Menge Essig- 
sänreanhydrid unter Zusatz von ge- 
schmolzenem Natriumacetat gekocht und 
die acetylierte Säure auf bekannte Weise 
weiter behandelt wurde. Es wurde ge- 
fanden: Acetylsäurezahl 140, Acetyl- 
TQseifnngszahl 277, woraus sich die 
Acetylzahl 137 ergibt; die erhaltene Zahl 
stammt nicht ganz mit der von Ricinusöl 
crtialtenen — die Acetylzahl des Ricinus- 



, ^ 8dmdler, Beaktionen 
II- Band, Seite 425. 



Öls beträgt 153 bis 166^) — was wohl 
davon herrühren kann, dass die Oelsäure 
nicht ganz rein war. 

Wie aus den angeführten Reaktionen 
hervorgeht, enthalten die gegenwärtig 
im Handel vorkommenden Mekkabalsame 
Nr. 1 bis 3 Bidnusöl und sind wahr- 
scheinlich durch Digerieren der Pflanze 
oder des Harzes mit Ricinusöl gewonnen 
worden. 

Was die Probe Nr. 5 betrifft, so 
scheint sie Kanadabalsam oder einen 
ähnlichen Körper zu enthalten, da der 
Balsam sich unvollkommen in Alkohol, 
Aceton und Eisessig löst und die 
ätherische Lösung auf Zusatz von 
Alkohol trübe wird, was ebenfalls bei 
Kanadabalsam beobachtet wird, wozu 
noch der Geruch kommt. 

Die Probe Nr. 6 des Mekkabalsams 
zeigt sowohl in der Löslichkeit, wie 
auch in den Reaktionen und dem Gerüche 
eine ganz vollkommene Uebereinstimmung 
mit der mir vorliegenden Probe des 
Chiosterpentins^); auch die Menge der 
von Petroleumäther und Methylalkohol 
aufgenommenen Anteile ist eine sehr 
ähnliche; Petroläther löst bei Nr. 6 des 
Mekkabalsams 46,20 pGt., beim Chios- 
terpentin 35,70 pCt. und Methylalkohol 
bei Nr. 666,87 pCt., beim Chiosterpentin 
67 bis 70 pCt., so dass man annehmen 
muss, dass es sich hier um Harze 
gleicher Abstammung handelt. 

Was die Prob^ Nr. 4 betrifft, so zeigt 
sich grosse Aehnlichkeit mit den ver- 
fälschten Mustern Nr. 1 bis 3; ob hier 
ein wirklicher Mekkabalsam vorliegt, 
lässt sich nur dann entscheiden, wenn 
zuverlässiges Material zur Verfügung 
steht. 



Amasin, von Andr. Locher ,,gegeii Be- 
schwerden der monatlichen Vorgänge" ange- 
priesen, ist nach Angabe des Verfertigers eine 
Theemisohnng (in Pulverform) bestehend ans: 
Sinau 4, Bertram Wurzel 4, Fenchel 5, Kriül- 
fam 3, Abbisskraut 3, Ackelei 3, Paeonie 2, 
Basilienkraut 2, Sarsapazille 13 ^ Rhabarber 22. 
Der Dresdner rharmaceutische Ereisverein hat 
beschlossen, dieses Mittel nicht zu führen. 



und Beagentien, 



») Bmediet, Analyse der Fette 1897, Seite 600. 
4) Pharm. Gentralballe 44 [1903], 17. 



»6 



Neue Arzneimittel. 

TttbarküloalbumiA. Nach einem Flug- 
blattes weiches Dr. med. Thafum-Berlin, 
Dresdner Strasse 57 versendet^ wird nach 
semen Angaben in dem bakteriologischen 
Laboratorium von Dr. Piorkowski ein 
specifisches Heilmittel gegen Tuberkulose 
aus Tnberkelbacillen hergestellt^ welches 
seiner Natur entsprechend Tuberkulo- 
albumin^ kurz: TA^ genannt wird. Dar- 
gereicht wird es mehrmals täglich zu 5 bis 
15 Tropfen. Das Tuberkuloalbumin bildet 
eine klare, farblose Flüssigkeit und enthält 
nach Angabe des Aufschriftszettels 1 pCt. 
feste Heilsubstanz. Es kommt in farblosen 
Olasstöpselflaschen zu 10 g Inhalt in den 
Handel, soll aber ins Dunkle gestellt werden. 

Camphossil. Unter diesem Namen wird 
dn Kondensationsprodukt des Eamphers und 
der Salicylsäure in den Handel gebracht, 
das eine krysfallinische, fettige, zerfliessende 
Masse darstellt von kampherartigem Geruch, 
fast geschmacklos und unlöslich in Wasser. 
Es wird in Gaben von 0,5 g als Anti- 
pyretikum und Antiseptikum gegeben (be- 
sonders bei Typhus und Diarrhöe). 
L'Orosi, Marx J900. W-r. 



Zur Herstellung 

eines Jodeisensirups und eines 

arsenhaltigen Jodeisensirups 

ex tempore giebt O. Orixxi im Maiheft des 
Boll. chim. f armac. 1 900 f olgendeVorschriften : 
1. Jodeisengirup. 
Ferrum dtricum ammo- 

niatum viride 
Kalium jodatum (oder 

Natrium jodatum) äa 2,5 Teile 
werden in 

Aqua destillata ... 5,0 Teilen 
gelöst und die filtrierte Lösung mit 

Sirupus Simplex . . . 90,0 Teilen 
gemischt 10 Teile Sirup enthalten je 
0,25 Teilen Kalium jodatum und Ferrum 
citricum ammoniatum. 

2. Arsenhaltiger Jodeisensirup. 
Die Vorschrift ist dieselbe, nur werden 
statt 5 Teilen Aqua destillata 1 Teil Liquor 
Kalii arsenicosi und 4 Teile Aqua destillata 
genommen. 10 Teile Sirup enthalten 
0,001 Teil arsenige Säure. IF—r. 



Herstellung von Dauerhefe 
mittelst Aceton. 

Nach den Beobachtungen von R, Alheri, 
E, Buchner und R. Rapp treten durch 
langsames Eintrocknen der Hefe 
derartige Veränderungen der Organismen ein, 
dass das Produkt gewöhnlich keine Zymase 
mehr enthält. Bei rascher Abtötung 
der Hefe durch Einwirkung chemischer 
Stoffe wird dagegen ein gärkräftiges Pro- 
dukt erhalten. 

Die Herstellung solcher Dauerhefe mittelst 
Aikohol-Aether verlangt, dass der Alkohol 
durch Nachwaschen mit Aether vollständig 
und schnell entfernt wird, da er auf die 
Zymase schädigend einwirkt Das Aceton 
hat sich dagegen als ein Stoff erwiesen, 
der die Hefe rasdi abtötet aber die Zymase 
weniger schädigt. 

Zur Darstellung von brauchbarer 
„Dauerhefe" geben R. Älberf, E, Buchncr 
und R. Rapp in den Berichlen der Deutsch. 
Chem. Ges. 35, 2376, folgende Vorschrift an: 

500 g frisch ausgewasclienc und durch 
starken Druck möglichst vom Wasser be- 
freite ünterhefe wird zu einem groben 
Pulver zerrieben und auf einem Sieb in 
3 Liter Aceton eingetaucht Nun wird die 
Hefe durch Schütteln des Siebes und Reiben 
der Masse durch die Maschen des Siebes 
gepresst und dadurch in möglichst fein ver- 
teiltem Zustande mit dem Aceton in Be- 
rtlhrung gebracht. Nachdem die Hefe 
10 Minuten lang mit dem Aceton in Be- 
rührung gewesen ist, wird letzteres ab- 
gegossen und die Hefe auf einem Saug- 
apparat trocken gesaugt Dann wird die 
Hefemasse nochmals auf einige Minuten mit 
frischem Aceton in Berührung gebracht, 
abermals abgesaugt und 3 Minuten lang 
mit Aether behandelt; der Aether wird 
durch Absaugen und Ausbreiten der fein- 
verriebenen Masse auf Filtrierpapier entfernt 
zuletzt wird die Dauerhefe bei 45^ im 
Trockenschranke geti*ocknet 

Die auf diese Weise erhaltene Aceton- 
Dauerhefe ist ein fast weisses, staub- 
trockenes, steriles Pulver. 

Die Zuckervergärung mittelst dieser Aceton- 
Dauerhefe setzt rasch und kräftig ein. 

Durch längeres Lagern nimmt die Gär- 
kraft der Dauerhefe ab. 



8T 



Die Präparate 
der Oelatinekapsel-Fabrik 
von O. Pohl in Schönbaum 
bei Danzig. 

In dieflom VerzeichniB Bind diejenigen 
Gelatinekapsel- Sorten aufgeführt, die in 
letzter Zeit haaptsftchlich im Gebranch 
waren, nach nngefährer SchAtzung über 
400 Sorten; da dieeee aber noch nicht samt- 
liehe überhaupt vorkonunende Sorten sind, 
80 kann man sich einen Begriff von der 
GrofiBartigkeit dieses 6e8chflft«:7.wo: j( s und 
der Bedeutung für die Piiaiuiucio luaclieu. 

Bei jedem Arzneistoffe sind die gangbaren 
Gaben, sowie die Anwendung kurz ange- 
geben; mitunter sind auch Bemerkungen 
aogefflgt, welche die VorzOge der Kapsel- 
farm ffir das betreffende Arzneimittel be- 
sondere hervoriieben und ähnliches, z. B. 



Karbolsfture-Kapseln haben yor Pillen 
den Vorzug, dass sie mfolge der Verdflnn- 
Qog der Karbolsäure mit Oel auf die 
Schleimhäute weniger ätzend wü*ken. 

Cbloralhydrat-Kapseln; die mit Oel 
beröteten Kapseln haben vor den mit Wachs 
bereiteten Chlond perl6 den Vorzug, dass 
sie sidi leichter im Magen aufll^sen. 

Creolin- Kapseln. Um zu verhfiten, dass 
das Creolin auf die Magenschleimhäute ätzend 
wirkt, sind Mischungen von Creolin mit 
Natrinmbikarbonat und Leberthran im Ge 
brauch. 

Keratinirte (Dünndarm-) Kapseln sind 
Dolöslich in verdünnten Säuren, löslich in 
alkalischen, aber auch m neutralen 
Flüaagkeiten, ein Umstand, dem beim Em- 
Ddunen solcher Kapseln Beachtung zu 
ädienken ist, falls der Magensaft m Folge 
eines krankhaften Zustandes nicht die ge- 
Dflgende Menge Salzsäure enthält. Es ist 
daber bei der Abgabe darauf aufmerksam 
zn machen, dass die Kapseln am besten 
mit stark verdünnter Salzsäure — 15 bis 
20 Tropfen officineller Salzsäure auf ein ülas 
Walser — einzunehmen sind. 

Vinum Chinae. 

Auf Grund von Versuchen, die P. Yvon 

Journ. de Pharm, et de chim.) angestellt 

^t) steigt der Alkaloidgehalt des Ghina- 

▼^nes entsprechend der zugesetzten Säure- 



menge, und es ist dabei die Daner der Ein 
wu-kung des Lösungsmittels von geringerer 
Bedeutung als es bisher angenommen worden. 
Nach 24 Stunden war bereits der Höchst- 
gehalt erreicht Verwendet man ange- 
säuerten Weingeist, so kann die Dar- 
stellung von Chmawein auf 48 Stunden 
beschränkt werden. Der so gewonnene Wein 
kann bis 84 pGt der in der Rinde vor- 
handenen Alkaioide enthalten, während auf 
die frühere Weise höchstens 64 und manch- 
mal nur 8 pGt herausgezogen wurden. 
Demnach schlägt Yvon folgende Vorschrift 
vor : 50 g gepulverte Chinarinde weiden mit 
100 g 60proc Weingeist, dem 0,6 g Salz- 
säure (25proc) zugesetzt werden, übergössen 
und unter öfterem Aufschütteln 24 Stunden in 
Berührung gelassen. Darauf wurd 1 Liter 
Bordeauxwem zugesetzt, abgepresst und nach 
mehrtägigem Stehen filtriert. —i%^. 



Unguentom Oaseini. 


Das Journal de Pharmade 1902, 214 


gibt zur Herstellung dieser Salbe folgende 


Vorschrift: 


Caseinum .... 14,0 g 


Kali causticum . 


. 0,43 g 


Glycerinum . . 


• 7,0 g 


Vaselina flava . 


• 21,0 g 


Zincum oxydatum 


• 0,5 g 


Benzol 


. '10,5 e 


Jk^\^AA*'%^ Vi/ • • • 

Aqua q. 8. . . 


ad 100,0 g 



Zur Konservierung von Seeale 
comutum 

empfiehlt im Februarheft des Bell, chimic. 
farmaceutic. 1900 Antonio Botturu das ge- 
trocknete und gepulverte Mutterkorn mit 
Schwefeldiozydgas zu imprägnieren und in 
luftdicht geschlossenen Gefässen aufzu- 
bewahren. Nach jedesmaliger Entnahme 
leitet Autor wieder Schwefeldiozydgas in 
das Gefäss. (Da die Verwendung von 
Sohwefeldiozyd zur Konservierung von 
Nahrungsmitteln schon verpönt ist, schemt 
uns seine Verwendung zur Erhaltung von 
Arzneimitteln erst recht nicht am Platze. 
Schriftleitung). Wr. 



LeoithoL 

AoMer den Ph. 0. 48 [1902]; 484, mit- 
getoflten yon Seiten der Firma J, D. Riedel 
in Berlin bereits fertig zun Gebrauch her- 
gestellten Präparaten des Ledthols werden 
Yon obiger Firma nooh folgende Vorschriften 
empfohlen: 

I. Ledthol „Riedel'' 5,0 

Radix et Sucens liqniritiae qnantam satis 
ad pilolas 100. 

Obdnoe Saooharo ant Argento. 
Dreimal täglich ein bis zwei Pillen zu 
nehmen, 
n. Ledtfaol „Riedel'' 5,0 

Radix Altfaaeae quantum satis ad 
irihdas 100. 

Im übrigen wie bei Nr. I. 
m. Ledtbol „Riedel" 10 g 

Oleum Olivarum provindale Optimum 
490 g. 

Fiat solutio limpida. 
Zweimal täglich einen bis zwei Theo- 
Uffel Yoll zu geben. 
IV. Ledthol „Riedel" 2 g. 
Oleum Jecoris Aselli 98 g. 
Im übrigen wie bei Nr« ni. 

Ä Jf . 

Zur Herstellung von 
Fillenmassen 

gibt das Journal de Pharmaoie folgende 
Zusammenstellung von zweckmässigen Zu- 
sätzen. Für Alkaloide empfiehlt es: 
Amjlum, Milchzucker, Kaolin und Honig; 
für kohlensaures Ammon: TVaganth 
(Glycerm ist zu vermeiden); für Methylen- 
blau und Pyootanin: EaoUn und 
Vaselin; für Ghloralhydrat: Amylum, 
Traganth, Honig, Altheewurzel, Glyoerin; 
für Greolin: Kaolin; für Argentum 
nitricum, sowie für Permanganate: 
Kaolin und Vaselin; für zerfliessliche 
Substanzen: Kanadabalsam oder Kaolin 
mit Vaselin. Wr, 



Rotes Quecksllberoxyd auf 
nassem Wege. 

E. Dufan legt un Journ. Pharm. GUm 16, 
Seite 439 die Nachteile der Verwendung von 
unreinen QuedksUberoxyd-Präparaten in der 
Therapie, namentlich der Augenheilkunde, 
dar und gibt deshalb folgende Vorschrift 



für die Bereitung des roten Quedoilberoxyds 
an: Man löst 100 g Quecksilberchlorid m 
500 cem destilliertem Wasser, andererseits 
180 g Kaliumkarbonat m 500 ocm ddetO- 
liertem Wasser. Letztere LOSüng fügt man 
zur ersteren hinzu, erhitzt und setzt das Kochen 
so lange fort, bis der gebildete tatone 
Niederschlag rot geworden ist Man ttast 
absitzen, dekantiert, fügt 500 eem 15 bis 
20 g Kafihydrat endialtendes Wasser hinzu 
und kocht von neuem dnige Minuten. 
Sdiliesslich wäscht man bis zum Verschwinden 
der Ghlorreaktion. Man gewinnt so ein 
orangerotes, amorphes Pulver, das ohne 
Bückstand flüchtig ist und sieh m schwachen 
Säuren ohne Oasentwiddung Itet Mikro- 
skopisch erscheint das PH^iarat als ein 
krystallinisches Pulver, das aus sehr kleinen 
Krystallen besteht Bb ist sehr leicht zerreib- 
bar und erträgt sehr gnt das Zenreiben, 
welches ihm alle Charaktere des gelben 
Oxyds verleiht Die mit diesem Qoeek- 
silberoxyd hergestellten Salben wirken nor 
in geringem Orade sduneraend. Se. 



Zur Darstellung von Jodoform 
aus Aoetylen 

Idtet man nach Gomte (Ghem.-Ztg. 1902, 
Rep. 278) in eme kalte wässerige LOsnng 
von Quecksilberchlorid Aoetylen ein und 
lässt auf das gebildete QuecksUbersalz 
GlHgGH:GHGl Jod und Natronlange em- 
wirken. Die Reaktion veiiäuft nach den 
Qleidiungen: 

3 Jg + 6NaOH = 3NaOJ-f 3NaJ + SHjO. 
2GlHgGH : GH . Gl + 3NaOJ + HgO = 
GHJg -f HgGlg + HGOjNa + 2NaOH. 
Statt der Quecksilberverbindung kann man 
auch die Silber- oder Kupferverbindung be- 
nutzen. Auch Acetylenschwefelsäure gibt 
mit Jod und überschüssiger Iproc Natron- 
lauge Jodoform: 

GH2:GHS04H + 3NaOJ = 
GHJg + S04Na8 + HGOjNa + H^O. 
— Ä«. 

Ferramat ist der gesetzlich gesohützto Name 
für Dr. Stockmann*8 EisenpilJen, die ausser 
Eisen Bitterstoffe und Gewürze enthalten. Dar- 
gestellt werden dieselben in dem LaboraAoriam 
von Ä. Sarfert' Stockmann in Reichenbadi i. V. 

K M, 



89 



Technische M 



Eine neue Säulen-Tarierwage 

mit automatisoher Einstellung 

des Tariergewiohts. 

Gelegentlich einer Monats-Versamm- 
inng des Leipziger Apotheker- Vereins 
wnäe darch den Mechaniker Herrn Ed, 
£^ßn«- Leipzig eine praktische Neuer- 
img vorgeführt y welche zum i*aschen 
Tmeren in den Apotheken als recht ge- 
eifDet erscheint and auch allgemeinen 
B^aU der Anwesenden fand, sodass 
verschiedene Bestellungen auf diese 
Wage abgeschlossen wurden. 

IMe Eüirichtung ist aus 
beistehender Abbildung leicht 
zu erkennen ; der linkeWagen- 
halter ist mit einer Vertief- 
ung versehen, die durch eine 
Hebelplatte verschlossen 
wird. In diese Vertiefung 
bringt man durch den Tarier- 
becher die erforderlichen 
Hagelkörner. Sobald die 
Hagel in die Oefibiung fallen, 
ist dieselbe fest verschlossen ; 
unterhalb des Tellers ist 
in dem Kasten eine Rille 

angebracht, die einen 
schrägen Abfluss nach der 
Mitte des Kastens zu besitzt, 
sodass ein rundes Korn von 
selbst nach dem mittleren 
Teile läuft, wenn es aus 
dem Teller auf die ab- 
stdgende Bahn gelangt ist. 
Das letztere geschieht, so- 
bald em kleiner Knopf nach 
unten gedrückt wird, der die;Schale mit 
den Tarierkömem öffnet. Es können also 
nur runde Bleikömer zu diesen Arbeiten 
benutzt werden, und es sind demnach 
alle eckigen oder flachen Kömer, wie 
(jranaten oder gehätnmerte Bleikömer, 
ausgeschlossen, weil solche den Lauf 
nach unten nicht nehitien, sondern liegen 
bleiben würden. HAt man aber stets 
gute, nicht zu kleine Bleikömer, so geht 
das Tarieren sehr schnell. 

Die Vorzüge f dieser neuen Wage 
sind folgende: Es dürfte wohl j fest- 
stehen, dass durch Schwankungen^ der 



itteilungen. 

Schalen, welche durch die Art der Be- 
seitigung der gebrauchten Schrotkömer 
bisher unvermeidlich waren, die Abnutz* 
ung der Axen beschleunigt wurde. 
Diese Schwankungen fallen bei der 
neuen Einrichtung fort. Ein geringer 
Druck auf den hervortretenden Knopf 
in der Schale, welche nach Beendigung 
der Wägung und nach Abnahme des 
gewogenen Qegenstandes festliegt, 
genügt, um den kleinen Becher in der 
Mitte der Schale nach unten zu öffnen 
und die Schrotkömer auf eine schiefe 




Ebene fallen zu lassen, auf welcher 
dieselben nach der Ausflussrinne und 
von dieser in den untergeschobenen 
leeren Becher rollen. Eine längere 
Brauchbarkeit der Wage dürfte die 
Anwendung der neuen Vorrichtung un- 
zweifelhaft im Gefolge haben. Ein be- 
sonderer Vorzug ist der Umstand, dass 
der einfache Druck auf den Knopf 
weniger Zeit erfordert, als das Nehmen 
eines Bechers, das Kippen einer Schale 
und das Beiseitestellen eines Bechers 
zusammengenommen, welche Mani- 
pulationeiij^nach Erledigung jeder einzel- 



40 



nen Wägung bisher erfolgen miissten. 
Zeit wird erspart Und da8 Wägen be- 
sdileunigt. Der eine der Becher bleibt 
so lange unter der Ausflussrinne stehen, 
bis derselbe sich gefüllt hat und wird 
dann gegen den inzwischen leer ge- 
wordenen ausgewechselt. Bei der er- 
forderlichen Aufmerksamkeit ist somit 
ein Verlust an Schrotkörnem ausge- 
schlossen. Diese Tarierwagen werden 
mit Kasten oder Brett geliefert. Die 
Einrichtung lässt sich auch an alten 
Wagen leicht anbringen. Die End- 
und Mittelpfannen der in der Werkstatt 
für Feinmechanik des Herrn Behrens- 
Leipzig angefertigten Tarierwagen sind 
aus bestem Achat gefertigt, die Axen 
aus bestem Gussstahl hergestellt, glas- 
hart und geschliffen, die Messingteile 
mit gutem, haltbarem Lack überzogen. 
Der Verfertiger hat in letzter Zeit 
eine Anzahl vorzüglicher Instrumente 
geliefert, welche den höchsten Anforder- 
ungen entsprechen, unter Anderen sehr 
gute chemische Wagen und specifische 
Gewichtswagen nach Mohr und Westphal. 
Es sei hier bemerkt, dass Herr liehrens 
diese Instrumente nicht fabrikmässig 
herstellt, sondern in seiner Werkstatt! 
mit wenigen Arbeitern arbeitet, sodass 
jeder Artikel durch seine Hand gehen \ 
muss. Auch für Reparaturen kann ich 
die Firma bestens empfehlen. 

Marpmann Leipzig:. 

I 

Gas-Selbst zünder. 

Die in diesen enthaltenen Zündpillen 
werden aus Meerschaum cder einem anderen 
feuerbeständigen Stoff hergestellt und mit 
einer Lösung von Wasserstoffplatinclilorid 
durchtränkt. Durch Verglühen (wenn nötig 
in einem reducierendcn Gasgemische) wird 
das Platinsalz in Platiumohr übergeführt. 

Um mittelst dieser Zündpillen eine Ent- 
zündung von Leuchtgas zu erzielen, ist es 
nötig, mehrere feine Platindrälito in dieselben 
einzubetten, welche die durch den glühenden 
Schwamm erzeugte Wärme bis zur nötigen 
Höhe aufspeichern. Die Widerstandsfähig- 
keit derselben ist jedoch eine so geringe, 
dass sie nicht lange vorhalten/; auch unzer- 
setztes Platluchlürid infolge seiner Neigung, 
Wasser anzuziehen, ihre Wirkung oft zu 



einer unzuverlässigen macht. Diesen Uebel- 
ständen begegnet man nach einem neueren 
patentierten Verfahren dadurch, dass die 
Zündmasse aus einem Gemisch von Platin- 
chlorid und -Cyanid, sowie einer feuer- 
beständigen Säure (z. B. Kieselsäure) besteht. 
Einverleibt wird dasselbe einem alkahschen 
Erd- oder Edclerdmetaiioxyde. Beim Ab- 
glühen bildet sieb reines, metallisches Platin 
in beiden, für diesen Zweck notwendigen 
Formen, als Mohr und Metall in einer so 
innigen Mischung und von solcher Festigkeit, 
die durch die Anwesenheit der Kieselsäure 
noch gehoben wird, dass man der Zünd- 
masse jede beliebige Gestalt zu geben 
vermag und dieselbe eine grosse Stossfestig- 
keit erhält. -—tx—-. 

Neueste Erfind, u. Erfahr. 

Eine neue Scheideflasche, 

die von Glaacr (Ghem.-Ztg. 1902, 11 45) 
als Ersatz für die Floientiner Flasche 
empfohlen wird, ist in der nachstehenden 
Figur abgebildet. Die Florentiner Flasdie 
hat den Mangel, in den Fällen, in denen 
die Flasche nicht zufällig mit der leichteren 
obenauf schwimmenden Flüssigkeit ganz 
angefüllt ist, eine scharfe Trennung nidit 
zuzulassen. Es muss dann die Flüssigkeit 
erat wieder in einen Scheidetriditer umgefüllt 
werden, wodurch Zeit und Material verloren 
gehen. Die neue 
Vorrichtung best^t 
einfach aus einer 
Flasche mit Ablass- 
hahn und einem in 
den Hals eingesdiliffe- 
nen Scheidetrichter. 
Man lässt die beiden 
zugleich destillieren- 
den Flüssigkeiten, 
z. B. Wasser und 
ätherisches Gel, so- 
lange in den Scheide- 
trichter bei ge- 
schlossenem Hahne 
desselben fliessen, bis 
er nahezu gefüllt ist. 
Dann lässt man die 
schwerere Flüssigkeit in die Flasche ab. 
Die Destillation kann während dieser 
Gperation ruhig weitergehen. Weitere Vor- 





41 



Züge sind geringere Zerbrechlichkeit, leichtere | Firma F, Bitt & Co,y G. m. b. H. zu 
Reiiugong und vollBt&ndige | Verhütung der Doberan, Mecklenburg, geliefert, der er durch 
Verdanstung. Der Apparat wird von der i D. R G. M. 186 836 geschätzt ist. ^he. 

Verschiedene 

Ein neuer Futterstoff. 

In D&nemark erhielt, wie die Milch-Ztg. 

1902, S. 72 mitteilt li. A. Menlemjrncht 

in Afflens ein Patent auf einen aus Knochen 

oder Eingeweiden und Sirup oder Melasse 

dargestellten Futterstoff. Dem nach dieser 
I neuen Methode zubereiteten Futterstoff, 

weldier Kohlenhydrate, Fett, Eiweissstoffe 

und emige Salze, sowie als charakteristischen 

Bestandteil reichliche Mengen von phosphor- 
I saurem Kalk enthält, bleiben, entgegen dem 
I früheren Verfahren, die wertvollsten Stoffe 

der Knochenmasse, das Fett und der Leim- 
stoff erhalten. Die Herstellung ist folgende: 

Knochen, rohe, sowohl als gekochte werden 

zerstossen oder zerschrotet, und die zerstossene 

Masse wird kurze Zeit hindurch in Sirup 

oder Melasse gekocht. Hierauf wird ein Teil 

der Flüsfflgkeit durch Centrifugieren, Seihen 

oder ähnliche Hilfsmittel ausgescLieden, oder 

xa der warmen Mischung geeignete trockene 

Futter- oder Füllstoffe, wie Torf, Sägemehl 

oder dergi. hinzugesetzt bis die Masse die 

gewflnschte Festigkeit erreicht hat. Die 

ausgeschiedene Flüssigkeit, welche etwas 

^nsgekochtes Fett und Leim enthält, kann 

beim nächsten Kochen wieder benutzt werden. 

Aebnlich ist die Herstellung des Futterstoffes 

aus Eingeweiden. Dieselben werden ge- 
reinigt und nach dem Aufkochen in Sirup, 

Melasse, Wasser oder Dampf fein zerteilt, 

hierauf in Sirup oder Melasse nochmals auf- 

gekodit, wozu man den beim ersten Kochen 

benutzten Sirup oder Melasse wieder an- 
wenden kann. Alsdann wird die Mischung 

ebenso behandelt, wie die aus den Knochen 

gewonnene Masse, Der neue Futterstoff 

Brief w 

Apoth. C. in Pr. Ein cheraischos Patent- 
tweau unter der Leituo«^ vod Chemiker Dr. Fritx 
fuehs und Ingenieur Alfred Hamburger besteht 
seit kurzem in Wien VIT, Siebensterngasse 1. 
^ Apoth. W. in P. Es ist Tatsache , dass 
'"^esamöl, das in Kanistern b'^zogen worden ist, 
*enn es in denselben verbleibt, eine Braunfärb- 



zeichnet uch durch grosse Haltbarkeit aus, 
welche durch die sterilisierenden und kon- 
serviei enden Eigenschaften der Zuckerstoff d 
und der im Sirup oder der Melasse befind- 
lichen Salze bewirkt wird, und wurd wegen 
seiner Zusammensetzung vielleicht eine ziem- 
liche Bedeutung erlangen. Bit. 

Um Korke weich su machen, 

warf man dieselben bisher in heisses Wasser. 
Wurden diese nun beim Verschliessen von 
Flaschen stark zusammengepresst, so wurde 
auch aufgesogenes Wasser herausgedrückt. 
Abgesehen davon, dass das nicht appetitlich 
ist, wird auch dadurch dem Flascheninhalte 
leicht ein Korkgeschmack verliehen und dem 
Inhalt Stoffe zugefügt, die demselben schäd- 
lich sein können. Um diesem Uebelstande 
abzuhelfen, verfährt man nach Mitteilungen 
des Patentbureaus von ß. Luders in Görlitz 
in der Weise, dass man die Korke in einem 
Drahtnetze in ein verschliessbares Oefäss 
hängt, auf dessen Boden sich eine Schicht 
von mit Wasser angefeuchtetem Sand oder 
Steinen befindet, und nun auf 150^ eriiitzt. 
Die Korke nehmen von den entwickelten 
Wasserdämpfen so viel auf, dass sie voll- 
kommen weich werden, ohne jedoch bei der 
weiteren Behandlung Wasser abzugeben. 

— te— . 

Amerikanisches Kraftfutter ist ein Oemenge 
von Spreu, SameDSobaieD des Buchweizens, 
wildem Bachweizen und anderen Unkraatsamen, 
vermischt in ganz unerheblicher Menge mit 
Spitzen von (xetreidekörnern U' d Reisstückohen. 
Den Hauptbestandteil des Kraftfatters stellt die 
Spreu dar (Zeitschr. f. ZoUweseo u Reichs- 
steuern, Bd II, S. 22.) P. 

e c h s e I. 

ung und Blechgeschmack annimmt. Daher ist 
es empfehlenswert, das Gel bald nach Ankunft 
auf jJGlasf laschen zu füllen. (Yergl. Raabe's Ber. 
1902, November.) 

Anfhige. Woraus besteht die Universal- 
salbe von Gerhard Lewen in Rheinberg am 
Nioderrhein ? 



Ber hetttlg. Nummer Hegt das Register ffir Jen Jahrg. 1902 lief. 

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43 



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und Reagentien. Bearbeitet von Dr. A. Sehneider und Dr. Jid. JJUehul. 
(Ph. C. 37 [1896], No. 28 und 29, nebst Nachtrag dazu Ph. C. 88 [1897], No. 35 bis 37) 
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Kftehtng «U^n 1 Stück 90 Pf. 

Eriluierungen aeu der Verordnung vom Jahre 1895, be- 
treffend den Handel mit Giften (Soudei-abdruck aus Ph. c. 36 

[1895], No. 21) 1 Stück 90 Pf. 

DresdenerVorschriften aeur Herstellung nicht offiaBineller 
pharmaceutischer Zubereitungen | herausgegeben vom Verein 

der Apotheker Dresdens und der Umgegend. Genehmigter Originalabdruck Ph. C. 41 
[1900], No. 13 bis 16. Solaoge, wie das Original yergrlffeii ist, 1 Stück 1 Mk. 

VeroiHlnung vom Jahre 1896, betreffend die Abgabe stark: 

wirkender Araeneimittel, sowie die Beschaffenheit und Bezeichnung der 
Arzneigläser und Standgefässe in den Apotheken (mit Erläuterungen). Sonderabdruck aus 
der Ph. C. 87 [1896], No. 34 

Zum Aufziehen auf Pappe eingerichtet 1 Stück 10 Pt, 2 Stück 15 Pf. In Form 
kleiner Heftchen 8x12 cm gross, in den Wagekasten zu legen, oder in die Tasche zu 
stecken, 1 Stück 10 Pt, 5 Stück 40 Pf. 

Veraeeichnis der in' allen Apotheken des KSnigreichs 
* Sachsen irorrStig aeu haltenden Araeneimittel (gültig 

vom 1. Januar 1901 ab). — Serie» — Zorn Aufziehen auf Pappe 1 Stück 10 Pf. 

Veraeeichnis der neuen Araeneimittel nach ihren im 
Handel Qblichen Hamen, sowie nach ihrer wissen- 
schaftlichen Beaeeichnung. Bearbeitet von Apotheker Hugo MerUxel 
(Sonderabdrack aus Ph C. 48 [1902], No. 21 bis 39). Mit Papier durchschossen und mit 
steifem Umschlag versehen ; 1 Stück 2 Mk. 50 Pt 

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IV 



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AStSrOl • jj mj OChB^^ m Oläsem k 25, 50 und 100 grm. 
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dnioh Fdat oder 
idS^fiOldL SinselneNiuBmfin aOPf. 



huiingen 
Letter 



IMsermlsaigong. — GeeeUHssteUet Dresden (P.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 
der ZellMMII: Dr. A. Sohneider, Dresden (P.-A. 21), Sohandaner Strass e 43. 




Dresden, 22. Januar 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang. 



iBkalt: Ohenie md Plianeei«: KoosUtation dea Apomorphtns. — Schwefel - Lebertnm. -- Hentellnng einer 
LtbertnuieiniÜAioD. — Enülrbang donUer ZuekerlOsangen. — Malaio. — ZueMmueoaeUung ron Spesiol. -* Dfttundl. 
- Oel von BMDbaeas racemosa. -- Prüfang tob stark gearbtom Essig. — Einwirkung; des Bleichens auf Bienen- 
wachs. — OewinnuBg Ton Borslore — Neues krystallislertes Wismntaalioylat. — Sal purgans. — Elnwlrkumg des 
Fonaalddiyds aof Kreatiti nnd Kreatinin. — ZosammenseUung des Stftrkejoditls. — Anwendung organischer 
MagneslBBiTerbindangen su analytischen Zwecken. — Spektroskopische Bestimmung der BorsSare. ^ Analyse ron 
Htrtbki. ~ Bestimmans Ton Ponnaldehyd. — Beiktion auf Uotsstoff mit Amylsohwefelsiare. — Einwirkung dea 
«tkosnenigsMiren Natnums auf MetallsalsiOsungeo. >- Vorkommea von Arsen im Glyoerin. — Synthese emiger 
BMMT Disacehazide. ~ Nachweis Ton FVnchtiucker. ^ Unterscheidung ron Eisendtrat und Biseatartrat. — m 
Bestimmung Ton Nitraten in Trinkwissem. — HTvIeBiiche Uitteilnngen. — TeohBlBOhe MitteUengen. — 
BSehenehav. ~ vmeliied«Ae MlttoUiugeB. 



Chemie und 

Ueber die Konstitation 
des Apomorphins. 

Wasserentziehende Mittel — wie 
Oxalsäure I Schwefelsäure, Salzsäure, 
Phosphörsäure, Chlorzink — wirken in 
doppelter Weise auf das Morphin ein. 
Bjdd fähren sie es in verschiedenartige 
Kondensationsprodukte über(Trimorphüi, 
Tetnunorphin) usw., bald entziehen sie 
üuiL ein Molekfil Wasser nach folgender 
Gleichung 1): 

CitHiöNOs = HgO + CnHiTNOg 

Moiphio Apomorpbin 

Das Produkt dieser Reaktion, das 
Apomorphin, ist mit ganz anderen 
physiologischen Eigenschaften ausge- 
stattet, als das Morphin. Es ist kein 
Naifcöticum mehr, sondern ein sehr 
^ergisches Brechmittel. 

Es war bisher, wohl hauptsächlich 
wegen seiner ungünstigen physikalischen 
Eigenschaften, wenig untersucht worden 
^ hat somit auch fttr die Frage nach 
der Konstitution des Morphins keine 

^) Man yergleiohe Wrighi, Ann. Spl. 7, 172. { 
%0r, Ber. d. Deatdoh. Chem. Qee. 4 [1871], 121. | 



Pharmaoie. 

Bedeutung gehabt. Die einzige Angabe 
über seine Konstitution stammt von 
Da?ikwortt% welcher eine MonoacetyL- 
yerbindung des Apomorphins beschreibt. 
Auf diese Angabe ist auch die bisherige 
Annahme zurflckzuführen, dass im Apo- 
morphin das eine der beiden Sauerstofl- 
atome in Form eines Hydroxyls, das 
andere, ähnlich wie im Morphin, äther- 
artig, beiderseitig an Kohlenstoff ge- 
bunden, enthalten sei. 

Nunmehr hat R, Pschorr^) gemein- 
schaftlich mit seinen Schülern B. Jaeckel 
und H, Fecht das Studium des Apo- 
morphins aufgenommen und dessen 
Konstitution im wesentlichen aufgeklärt. 

Zunächst konnten die genannten 
Autoren, im Widerspruch mit Dankwortt's 
Angaben, durch Benzoylierung nach 
Schotten- Baumann und durch Methyl- 
ierung mit Diazomethan mit Sicherheit 
zwei Hydroxylgruppen im Apo- 
morphin nachweisen. Da die empir- 
ische Formel des Apomorphins: C17H17NO2 

2y Ann. d. Phann. 228, 572 

:») Ber. d. Deatech. Chem. Ges 85 [1902], 4377. 



44 



ausser Zweifel steht, so ist die Existenz 
eines „indifferenten" Sauerstoffatoms, 
wie solclies sich bekanntlich im Morphin 
vorfindet, ausgeschlossen. 

Es lässt sich daher die Formel des 
Apomorphins zunächst zergliedern in 
Ci7Hi5(OH)2N. 

Der Stickstoff im Apomorphin 
ist tertiärer Natur. Unterwirft 
man den mittels Diazomethan herzu- 
stellenden Dimethyläther des Alkaloides 
der Ho/mann'schen Abbaumethode durch 
erschöpfende Methylierung, so entsteht 
aus dem zunächst gebildeten Jodmethylat 
durch Erhitzen mit Alkali eine tertiäre 
Base, welche den gleichen Eohlenstoff- 
gehalt wie die quatemäre Verbindung 
besitzt Hieraus ergibt sich, dass der 
Stickstoff im Apomorphin in 
ringförmiger Bindung vorliegt. 
Der weitere Abbau über das Jodmethylat 
der neugebildeten tertiären Base führt 
zur Spaltung in Trimethylamin und ein 
stickstofffreies ungesättigtes Phenanthren- 
derivat, aus welchem durch Oxydation 
eine Dimethoxyphenanthrenkarbonsäure 
hervorgeht. Aus der Bildung von 
Trimethylamin ist zu schliessen, dass 
eine Methylgruppe bereits am Stickstoff 
im Apomorphin haftet, die Entstehung 
der Dimeüioxyphenanthrenkarbonsäure 
weist darauf hin, dass beide Methoxyle, 
also auch die Hydroxyle des Apomorphins 
nicht an dem Seitenring, sondern an 
dem Phenanthrenkem selbst angelagert 
sind. Dies führt zur Auflösung der 
Formel in 

[CuH8(0H)a] : [CHg . CHg . N . CHs]. 

Unter Berücksichtigung dieser Tat- 
sachen und der Analogie mit den Ring- 
systemen anderer Opiumalkaloide, be- 

L J (CBt)« 

Ha N 

Erhitzen mit 
CHg KOH 




IH« 



Dimethylapomorphinjodmethylat 



sonders demjenigen des Papaverins, ist 
es nun am wahrscheinlichsten, dass im 
Apomorphin ein Pyridinring bezw. 
Chinolin- oder Isochinolin-Ring vorliegt. 
Das Apomorphin Iftsst sich somit naeh 
Pschorr als ein PhenaathrenohinoliA- 
derivat auffassen, etwa von der Formel: 



/i 



H2 N.CH3 

^/VN)H. 



^H 



HO 



*/\y\y^^' 



HO 



ähnlich dem 



Apomorphin 



CHa N 




HsC . 0\y y 
HsC . 
CHb . 



Y 



PapaTerin. 



CH3 



In dieser Formel des Apomorphins 
kann allerdings dieStellungderHydrozvle 
und des Ringsystems nur als vorläufig 
angenommen und nicht als sicher be- 
wiesen gelten. Doch ist es sehr wahr- 
scheinlich, dass die beiden Hydroxyle 
die Stellung 3 . 4 einnehmen, sowie 
auch femer, dass die Anlagerung der 
Kohlenstoffatome des Seitenringes nicht 
an der Kohlenstoff brücke des Phenanthren- 
kemes erfolgt ist. 

Der oben erwähnte Abbau des Apo- 
morphins durch erschöpfende Methylier- 
ung Ifisst sich unter Zugrundelc^ng 
dieser Formel wie folgt ausdrücken: 



H3C . OJ 
HsC 



l/tis 
iCHg 



+ E 



Dimethylapomorphimethin 



45 



n. 

HsC. 



^ KOH 



cV-V^ 



Dimethylapomoiphimethinjodmetfaylat 



HeC . I 

I 

3,4>Dimetbozy-?-vmyl- 
phenanthren 



CH:CHa + N(CH8), + HJ 
Tiimethylamiii 



m. 



HjC. 



«CO J 




u 



CHrCH, 



Oxydation mit 

^'-°' , H.C.(K 
B^CO 




3,4-Di inetlioxy-?-Tmy 1-phenanthren. 



OOOH 

3,4-Dimethox7 phenanthren-P-karbonsänie. 



Wenn man sieb nnnmebr die Frage 
Torle^, welche Beziehungen zwischen 
dem Morphin und Apomorphin bestehen, 
80 erkennt man, dass die beim Apo- 
morphin erzielten Ergebnisse keineswegs 
die Oxazinformel 

H ^^ 

CHs 




NCH 



/ 



ttr das Morphin, wie sie von Knorr^) 
entwickelt worden ist, stützen. Viel- 
mehr kommt man hierbei zu der An- 
sidit, dass das Morphin, wie das bereits 
früher von Vongerichten^) vermutet wor- 
den ist, vielleicht doch als ein mit dem 
Phenanthrenkem in Beziehung stehen- 
des Chinolin- oder Isochinolin- Derivat 



aufzufassen sei. So könnte im Si^ne 
dieser Auffassung nach Pschorr fflr das 
Morphin etwa folgende „Pyridin^- 
Formel in Betracht kommen: 



N.CHs 




«) 6er. d. Deutsoh. Ohem. Ges. 88 [18(^9], 747; 
▼«Kkidie aaoh Ph. C. 89 [1898], 203. 

^ Ana. d. Cbem. 210 [18811 307. Ber. d. 
OeQ'tch. Chem. Gm. 88 [lOOi»], 35tf ; 84 [1901], 
U64. Ph. 0. 40 [lb99], 115. 



Eine solche Formel hat viel Bestechen- 
des fOr sich, sie steht aber nicht im 
Einklang mit den Ergebnissen, welche 
bei der £fo/mann'schen Abbaumethode 
des Morphins, der Morphol- und 
Morphenolspaltung, erhalten wurden. 

^ So. 

Schwefel-Lebertran 

(Oleum jecoriB aselli snlfnratum) ist nach 
Pharm. Poet 1901, 31, eme von J. W. 
Nobel bei 125^ hergestellte LOsnng von 
5 g Sulf ur depnratuin m 300 g Oleum 
jeooris aselli. Nach siebenstfilndigem Er- 
hitzen hatte sich der Schwefel geiOst und 
schied sich nicht mehr aus. R, Tk. 



46 



Zur Herstellung 
einer Lebertranemulsion 

wird im Giom. di Farm. Chim.^ Sept. 1900, 
Caselnnatrium empfohlen, da es wesent- 
lich billiger ist, als das sonst verwendete 
CaseYnsacdiarat. Das ffir 1 L Emaision 
nötige Caselnnatrium (Darstellnng siehe Ph. C. 
28 [1887], 569) erhält man durch Mischen 
des aus 1 L Milch gewonnenen Caselns mit 
einer Lösung von 5 g Natrium bioarbonicum 
in 100 g Aqua laurocerasi und 50 g Aqua 
destillata. Die resultierende, durchscheinende 
Flüssigkeit von etwa 200 ccm wird in einer 
Flasche von 2000 ccm Inhalt nach und nach 
mit 500 g Lebertran versetzt, hierauf werden 
250 g Sirupus simplex hinzugefügt und 
mittelst destilliertem Wasser zu 1000 com 
ergänzt. Statt des Kirschlorbeerwassers, 
das nicht allein als Geschmackskorrigens dient, 
sondern auch konservierend wirkt, kann, 
•wenn das Präparat mit Kreosot versetzt 
wird, auch destiiliertes Wasser genommen 
werden. __^ Wr. 

Zur Entfärbung 
dunkler Zuckerlösungen 

bei der Inversion zur optischen Zncker- 
bestimmung empfiehlt Buisson (Ghem.-Ztg. 
1902, Rep. 311) kalt gesättigte Permanganat- 
lösung, von der auf 100 ccm Flüssigkeit, 
die 20 g Melasse enthalten, 20 bis 100 ccm 
(meist 50 bis 80 ccm) gebraucht werden. 
Die Resultate sollen sehr gute sein. Bezüg- 
lich des Einflusses der Temperatur soU man 
nicht nur die ganzen, sondern auch die 
Zebntelgrade berücksichtigen. — Ae. 



Das Malsin 

ist eine von Donard und Lalbä (Chem.- 
Ztg. 1902, 1110) aus getrocknetem und 
entfettetem Maismehle durch Extraktion mit 
Amylalkohol gewonnene Eeiweisssubstanz. 
Es ist ein äusserst feines, weisses Pulver 
von der Zusammensetzung Cig4H9QoN4605iS, 
in kaltem und heissem Wasser unlöslich; 
erst bei langem Kochen mit Wasser tritt 
geringe Hydrolyse ein. Von der Substanz 
sind 4 bis 4,5 pCt. im Mais enthalten. 



Ueber die Zusammensetzung 
von SpezioL 

Die Untersuchung wurde von Otädo 
Volptno (Oiom. Farm. Chim. 61, 502) aus- 
geführt Die unter .dem Namen Speziol 
neu m den Handel gebrachte Droge ergab 
beim Trocknen der Substanz 8,51 pCt 
OewichtB-Verlust, 6,84 pGt Asche, 19,11 pGt 
Aether- und 27,96 pGt Alkohol -Extnkt, 
beide bezogen auf die Trockensubstanz. 
Speziol, du zimmtfarbenes feines Pulver, 
besteht hauptsächlich aus Nelken, femer 
aus Zimmt, Muskatnuss und geringen Mengen 
von Maisstärke, sowie olivenschalenartigem 
Pulver. Se. 

Ueber das Daturaöl 

veröffentUcht Holde (Mitt d. Königl. techn. 
Versuchsanstalt 1902, 66) eine eingehendere 
Arbeit. Aus dem lufttrocknen Samen des 
Stechapfels, Datura Strammonium^ wurden 
durch Extraktion mit Benzol 16,7 pCt Od 
erhalten, in welches das Alkaloid nicht mit 
übergegangen war. Das Oel war grünlich- 
bis bräunlichgelb, von eigenartigem Gtorncfae 
und setzte in der ersten Zeit des Stehens 
sehr viel flockigen, dunklen, zum Teil ganz 
harzigen Bodensatz ab; musste daher zur 
Klärung mehrfach filtriert werden. Kurze 
Zeit auf 0^ C. abgekühlt, gelatiniert es; 
nach ganz kurzer Abkühlung bei — 5^0. 
war es dünn salbenartig, nicht fUessend, bei 
— 15^ C. ziemlich zähe. Nach drözehn- 
stündigem Erwärmen auf 50^ 0. war es 
in dünner Schicht zu emer festen Haut 
getrocknet, während es bei Zimmerwirme 
noch nach 23 Tagen in dünner Schicht 
völlig flüssig blieb und erst nach 35 Tagen 
anfing, fest und klebrig zu werden, dann 
aber auch bald ganz eintrocknete. Die 
Konstanten sind: 

Spec. Gew.: 0,9175 + 15^ 0. 

Jodzahl: IIB 

Veroeifungszahl: . . .186 
Aus den festen Säuren wurde dureh 
häufiges Fraktionieren mit Magneatumacetat 
ausser der bekannten Datnrasänre CL7H34O2 
vom Schmelzpunkt 55^ 0., eine Säure vom 
Molekulargewichte 261 und Sehmelzponkt 
60 bis 62 C. und eine Säure vom Schmelz- 
punkt 53 bis 54 ^ C. und über 286 liegendem, 
aber noch nicht genau bestimmten Molekular- 
ge\Yichte abgeschieden. ~//c. 



Das fette Oel 
7on Sambucns raoemosa 

wM nach Zeüner (Chem.-Ztg. 1902^ 706) 
108 deo rafen Beeren dee in unseren 
Qebirgsgegenden h&ufigen Strauches ge- 
wonnen und diente zuweilen als Volks- 
kOnittel. Seine Fettsäuren bestehen aus 
etwa 79 pOt flttssigen Fetts&uren, haupt- 
debfidi Oel- und Linobäurey und 21 pGt 
taten Fettsäuren, Palmitinsäure und Araohin- 



Dm stark geflbrbten Essig auf 
seinen Essigsfturegehalt 

£D prüfen, schlägt Durien (Annales de 
Hiannade) folgende Methode vor: 

In eben Messeylmder; der m Yiq oem 
eisgeteüt ist, bringt man 6 com einer 5prac 
Sodalteung, sehicbtat 6 ecm 95proc. AUcobol 
darUber, fflgt mittelst einer Pipette 1 ecm 
Entg hinzu und mischt, nachdräi man den 
Cyfinder mit dem Daumen venchlossen hat 
Nadi beendigter Beaktion bringt man den 
Cjfinder mit der Oeffnung nadi unten in 
ein GefäsB mit Wasser, liest die Menge des 
enengten Kohlendiozyds ab und berechnet 
hieraus die Menge der Essigsäure. TFr. 



Ueber die Einwirkung 
des Bleichens auf Bienenwachs 

berichtet Berg (aiem.-Ztg. 1902, 605), dass 
die Säurezahl sehr vergrOesert wird, bei 
der Natnrbleicfae am wenigsten, bei der 
ChromsäBrebleiehe am meisten. Die Ester- 
zahl bleibt bei Natur- und Permanganat- 
Ueiche unverändert^ bei der Chromatbleiehe 
wird sie durch Hydrolyse vermindert. Dar 
dmoh wird das Verhältnis zwischen Säure- 
uad Esterzahl so herabgedräckt, dass die 
Vermutung eines Zuatzes von Stearinsäure 
hervorgerufen wird. Die Yerseifungszahl 
wird meist etwas eriiftht Die Jodzahl 
wird, obwohl nmn annehmen sollte^ dass 
dsrdi das Chromsänregemisch die Jod- 
anhahmefähigkeit sehr vermindert würde, 
dadnrdi erii5ht, während sie durch die Natur- 
imd Permanganatbleiche herabgesetzt wnrd. 
Die Bixhner'ntiM Zahl wird durch diese 
BUcbartan ebenfalls herabgesetzt, durch die 
Qsematbleiehe infolge der Hydrolyse meist 
etwas erhöht Die Refraktion bleibt 
eaeh der Natur- und Permanganatbleiche 



unverändert, nach der Ohromatbleiehe sinkt sie. 
Der Schmelzpunkt steigt nach der Chro- 
matbleiehe, bei den anderen Arten smkt er 
ein wenig. Die italienischen Wachse ver- 
halten sich in manchen Beziehungen anders. 

Bei der Gewinnung von 
Borsäure 

aus Boraten enthielten die entstehenden 
sauren Mutterlaugen noch grosse Mengen 
Borsäure, deren Verarbeitung aber nicht 
lohnend war, weil die Menge der Laugen 
eine zu grosse war. Nach einem Patente 
für Partheil und Rose (Chem.-Ztg. 1902, 
1111) erhält man diese Borsäuremengen 
quantitativ ohne Abdampfen dadurch, dass 
man die Mutterlaugen mit Lösungsmitteln, 
die sich mit ihnen nicht mischen, wie Aether, 
Essigäthw, Chloroform, behandelt ^he. 

Ein neues kryställisiertes 
Wismutsalieylat 
von der Formel (C7HeOs)8Bi208, das sich 
weder durch Alkohol und Aether, nodi 
durch Wärme bis zu 100 ^ C. zersetzt, 
erhielt Thibault (Chem.-Ztg. 1901, Bep. 207), 
indem er 15 g kryställisiertes Wismutnitrat 
in salpetersaurer Lösung durch Aetznatron 
oder Aetzkali fällt. Durch Rochen ver- 
wandelt sich das Oxydhydrat in kryställi- 
siertes, rdnes, wasseifrdes Oxyd. Dieses 
wkd ausgewaschen, 10 g Salicylsäure in 
ungefähr 200 com Wasser zugegeben und 
auf dem Wasserbade erhitzt, bis unter dem 
Mikroskope keine undurchsichtigen, gelben 
Nadeln von wasserfreiem Wismutoxyd 
gefunden werden. Dann dekantiert man 
heiss, wäscht mit kaltem Alkohol und Aether 
aus und trocknet Das erhaltene Wismut- 
salieylat ist ein deutlich kryställisiertes, 
röüicbgraues Pulver aus kleinen durch- 
sichtigen Prismen. Wasser zersetzt es in 
der Kälte langsam, schneller in der Wärme. 
Mit Salicylsäure gesättigtes Wasser ist ohne 
Wirkung. Säuren und Alkalien spalten den 
Körper. Hierzu vergl. Ph. G. 43 [1902], 93. 
— A«. 

Sal purgans wird jetzt in Oesterreioh das 
künstliche Karlsbader Salz genaont, da der 
BrannenverwaltUDg darch die öeterreichisoben 
Gerichte das alleinige BenutzuDgereoht. des 
Namens „Karlsbader Salz^\ ganz gleioh. ob das 
natürliche oder künstliche anter dem- 
selben verordnet wird, zugesprooben worden ist. 



48 



Bind Einwirkung 
des Formaldehydes auf Kroatin 

und Kreatinin 
In wtaeriger LOsong findet nach Jaffe 
(Ghem.-Ztg. 1902; Rep. 278) bei gewöhn- 
licher Temperatur nieht statt Dagegen ent- 
steht bei erhöhter Temperatur schnell ein 
Kondensationsprodukty das zu 80 bis 90 pGt 
der theoretischen Ansbeate in zolllangen, 
facbloseoy gUbizenden Nadeln krystallisiert 
Die Zusammensetzung ist Ge^ii^sOs nnd 
entspricht wahrscheinlich der Formel 



/NOHgOH 
C^NCHgOH 
\n(OI18)OH2CO 
Das Ereatm geht m das Anhydrid; das 
Kreatinin, über; welches sich genau so ver- 
hält Das gebildete Diozymethylen-Ereatinin 
redudert ammoniakalische Silberlösung nicht; 
sondern gibt einen flockigen; farblosen; 
gelatinösen Niederschlag; der sich in grossem 
Ammoniaküberschusse löst Fuchsinschweflige 
Säure bleibt in der Kälte farblos oder färbt' g^dass" etwa vorhandene Kohlenwass^ratotf^ 



des Jodes in Stärkelösungen nach Entfern- 
ung des ersten Anteils wurde sehr gering 
gefunden. — Ae. 

Die Anwendung organischer 

Magnesiumverbindungen 

2U analytisohen Zwecken 

empfiehlt Tschugajew (Ghem.-Ztg. 1902, 
1043) zum qualitativen Nachweis von 
Hydroxylgruppen und zur Trennung von 
Kohlenwasserstoffen und Alkoholen. Diese 
Verbindungen vom Typus RMgJ werden 
durdi Wasser und viele Hydrozylverbind- 
ungen (Alkohole; Phenole und Oxime) nach 
folgender Oleichung zersetzt: 

RMgJ + RiOH = RH + RiOMgJ. 
Es muss also die auf Hydrozyl zu prilfende 
gut getrocknete Bubstanz mit dem im üebe^ 
Schüsse vorhandenen Metiiylderivate, GHsMg), 
zusammengebracht werden. Ist dannHydroxyi 
vorhanden, so beginnt eine Methanentwickd- 
ung. Die Bubstanz whrd dabei in die nidit- 
flttchtige Verbindung ROMgJ fibergefflhit, 



fflch nur sehr langsam rötiich. 



-Äe. 



Ueber die Zusammensetsung 
des Stärkejodides 

haben Andrews und Ooettsch (Ohem.-Ztg. 
1902, Rep. 278) folgende Beobachtungen 
gemacht Klare^ bei etwa 150^ G. bereitete 
St&rkelösungen nehmen in der KAlte eine 
der Formel (CßHi 005)1 2J entsprechende Jod- 
menge auf; dagegen bindet Starke, die mit 
einem Ueberschusse von Jod kurze Zeit auf 
00^ 0. erhitzt wird, eine der Formel 
OeHio05)i2J2 entsprechende Jodmenge. Bei 
längerem Erhitzen von Stärke und Jod auf 
100^ 0. entsteht schliesslich eine farblose 
LOsupg, welche die Hauptmenge des Jodes 
als organisches Jodid, einen kleinen Teil 
desselben als Jodwasserstoffisäure enthält, 
während die Stärke vollstäodig in Glykose 
fibergegangen ist. Beim Schtttteb von 
Stärkejodidlösun^en mit Chloroform werden 
zuerst beträditliche Mengen Jod an letzteres 
abgegeben; dann aber erfolgt die Abgabe 
sehr langsam. Die Lösungen zeigen auch 
keinen Verteilungskofifficienten von Jod 
zwischen Stärke und Chloroform, wie zu 
erwarten wäre, wenn das Jod nur in der 
Stärke gelöst wäre. Die Dampfspannung 



die ja nicht verändert werden, besondere bei 
vermindertem Drucke, abdestilliert werden 
können. Dem Rfiokstande kann der Alk<riid 
durch Wasser entzogen werden. ^he. 

Zur spektroskopischen 
Bestimmung der Borsäure 

wnrd nach Muraro (Ghem.-Ztg. 1902, Rep. 
281) von einer 0,02proc Borsäurelösnng sn 
50 ocm Wasser so viel aus einer Bürette 
zugesetzt^ bis im Spektroskope die ffir Bor 
charakteristischen Streifen B (a) und B {ß) 
sichtbar werden. Das Gleiche geschieht mit 
der zu untersuchenden Lösung, und man 
erhält den Borsäuregehalt derselben aus dem 
Verhältnisse der angewendeten Mengen der 
beiden Lösungen. Dieser darf jedoch nidit 
zu sehr von dem der Vergleichslösnng ab- 
weichen, sodass man gegebenenfalls ehi- 
dampfen oder verdfinnen muss. Kalhim-, 
Natrium- und Magnesiumsalze hindern die 
Anwendung der Methode nicht; die Lösung 
muss dann mit Salzsäure angesäuert werden. 
Die Salze von Calcium und anderen Metallen 
müssen mit ammoniakalischem Ammonium- 
karbonat gefäUt werden. Verfasser empfiehlt 
die Methode besonders ffir Mm^ralwäaser. 

— Ae. 



49 



Die Analyse von Hartblei 

ist eine häufig wiederkehreode Arbdt für 
Hfltten- und ünterauchungslaboratorien und 
dabei kommt es meist nur darauf an, den 
AntimoDgehalt mit einiger Genauigkeit fest- 
zustellen. Da dies in möglichster Oeechwindig- 
keit gesdiehen muss^ so sind die gewöhn- 
liehen, zwar genauen ^ aber zeitraubenden 
Methoden nicht anwendbar. Man verwendet 
daher meist die elektrolytische Ausfäliung 
des Antimons aus seiner Sulfosalzlösung, 
wobei aber nicht selten Differenzen bis zu 
2 pGt. vorkommen. Da Hnrtblei ausser 
Blä und Antimon mdst nur sehr geringe 
Meogen anderer Stoffe enthält und die 
Voinmgewicfate dieser beiden Bestandteile 
bedeutend von einander abweichen^ so lag 
der Gedanke nahe, die Bestimmung des 
VohiiDgewichtB zur Feststellung des Antimon- 
gehsites zu verwenden. Es ist bereits 1887 
Ton 0. Faunce angewendet worden; von 
Nissenson waren aber nur unbrauchbare 
Resultate erhalten worden. Neuerdings haben 
Küster, Siedler und Thiel (Chem.-Ztg. 1902, 
1107) die Versuche wieder aufgenommen 
und anfangs ebenfalls ausserordentlich 
achwankende Werte erhalten, bis sie der 
Bemerkung Faunce% man solle nur blasen- 
freie Sitlcke verwenden, Bedeutung beilegten 
and darch ein besonderes Abkühlungsver- 
fahren dafür sorgten, dass Hohlräume im 
Innern nicht entstehen konnten. Damach 
eihielten sie bei sechzehn Analysen desselben 
Hartbldes nur Abweichungen bis zu 0,08 pCt. 
Fehler, während die specifischen Gewichte 
?om Mittel um höchstens fünf Einheiten der 
dritten Decimale abwichen. Besonders vor- 
teilhaft ist die Geschwindigkeit der Bestimm* 
ang. Eine Beschreibung des Verfahrens 
und dne neue Tabelle soll in der Zeitschrift 
fflr anorganische Chemie veröffentlicht wer- 
den. — he. 

Eine neue Methode zur 
Bestimmung von Formaldehyd 

gibt Pfaff (Chem. Ztg. 1902, 701) an, die 
ach auf die Kondensation von Formaldehyd 
mit Hydrazanhydrat zu Formalazin gründet. 
Die Reaktion verläuft nach der Gleichung 
2CH2O + N2H4H2O =C2H4N2 + 3 H2O. 
Htt verwendet eine Lösung von bekanntem 
Hydrazinhydratgehalte, deren Titer mit 



Vio-Normalschwefehäure bestimmt wird. Die 
Hydrazinhydratlösung wird im Ueberschusse 
mit der su untersuchenden Formaldehyd- 
lösung 1 Stunde lang digeriert, und das 
nicht gebundene Hydrazinhydrat mit • V^q- 
Normalschwefelsfture unter Benutzung von 
Methylorange zurücktitriert. Bei dieser 
Neutralisation bbdet 1 Molekül Schwefelsäure 
2 MolektUe Hydrazin unter Bildung des Di- 
ammoniumsemisulfates [N2H4]2H2S04 nicht 
des Diammoniumsulfates N2n4H2S04. Man 
muss den Titer der Hydrazinhydratlöeuag 
I vor jeder Bestimmung neu feststellen, da er 
sehr veränderlich Ist Die Methode ergab 
mit der Romijn'w^eia Jodmethode gut über- 
einstimmende Resultate. Vergl. auch Ph. G. 
43 [1902], 190 und 284, und 44 [1903], 12. 
-^he. 

Zu der Reaktion auf HolzstoJBf 
mit Amylschwefelsäure 

(vergleiche Ph. C. 43 [1902], 336) bemerkt 
Hertkom (Chem.-Ztg. 1902, 632) ergänzend, 
dass diese Reaktion nicht auf die Amyl- 
schwefelsäure allein beschränkt sei, sondern, 
dass sämtliche Alkylschwefelsäuren und 
aromatischen Sulfosäuren mit Holzstoff mehr 
oder weniger intensive Färbungen geben, 
während reine Cellulose und daher auch 
schwedisches Filtrirp. pier meist ganz unge- 
färbt bleiben. Bei den hochmolekularen 
Alkoholen und aromatischen Kohlenwasser- 
stoffen treten die Färbungen leichter und 
intensiver ein, als bei den niederen Gliedern. 
Diese geben meist blaugrüne, grüne und 
gelbe Färbungen, welche unbeständig sind 
und bald verschwinden. Dabei kommt es 
auch auf die Koncentration des Reagens au ; 
je stärker die Säure ist, um so intensiver 
sind auch die Färbungen, so lange die Kon- 
centration so gehalten wird, dass eine Ver- 
kohlung des Faserstoffes ausgeschlossen ist 
Die Solventnaphthasulfosäuren geben tief- 
blaue Töne, während die Anthracensulfo- 
säuren und ihre Oxydationsprodukte pracht- 
volle rote Färbungen geben. Am intensivsten 
sind die Färbungen, wenn man die Erwärm- 
ung der aromatischen Benzolkohlenwasser- 
stoffe mit koncentrierter Schwefelsäure bis 
zum Auftreten der scliwefligen Säure fort- 
setzt; dann wird aber auch der Zellstoff 
etwas angefärbt, aber in einer von der Holz- 
stofffärbung verschiedenen Tönung, —he 



50 



Deber die Einwirkung des 

orthoarsenigsauren Natriums 

auf Metallsalzlösungen 

veröffentlicht Reiehard (Chem.Ztg. 1902, 
1141) eine längere Untersachnng, aus der 
folgendes hier angeführt werden möge. 

I. Einwirkung auf Eupfersalze. 
Bringt man eine Lösung von orthoarsenig- 
saurem Natrium mit einer Lösung von 
schwefelsaurem Kupfer zusammen, sodass 
die Kupferlösung immer im üeberschusse 
ist, so entsteht ein hellgrüner, schleuniger, 
flockiger Niederschlag von arsenigsaurem 
Kupfer, der durch Dekantation ausgewaschen 
und bei gewöhnlicher Temperatur getrocknet 
werden muss. Das Präparat hält ungefähr 
10 pCt., wahrscheinlich chemisch gebundenes 
Wasser zurück, die erst bei 120 bis 130 ^ C. 
entweichen. Mit Ammoniak nimmt es eine 
tiefblaue Farbe an, und zwar um so dunkler, 
je koncentrierter das Ammoniak ist; beim 
Neutralisieren oder Verflüchtigen des Am- 
moniaks scheidet sich das Arsenit unver- 
ändert wieder aus. Auf die ammoniakalische 
Lösung bleibt selbst starke Kali- oder Natron- 
lauge ohne jede Einwirkung, auch bei Siede- 
temperatur, bis sich das Ammoniak voll- 
ständig verflüchtigt hat. Dann tritt eine 
Abscheidung von rotem Kupferoxydul ein. 
Diese Abscheidung ist quantitativ, wenn der 
Natronlauge noch arsenige Säure zugesetzt 
und Wärme angewendet wird. Baryum- 
peroxyd wirkt in der Kälte nur wenig ein ; 
in direktem Sonnenlichte scheidet sich ein 
grauschwarzes Pulver aus. Bei Anwendung 
von Wärme tritt sofort eine Abscheidung 
von grauschwarzem Kupferoxydhydrat ein. 
Das Salz entspricht der Formel 

öCuO.AsaOs. 

II. Einwirkung auf Quecksiiber- 
ozydsalze. Die Darstellung geschieht 
m der oben angegebenen Weise, man muss 
aber grelles Tageslicht möglichst fernhalten 
und den Niederschlag sofort abfiltrieren, da 
auch reines Wasser das Arsenit zersetzt. 
Dabei bildet sich zunächst Quecksilberoxydul 
und dann metallisches Quecksilber. Dieselbe 
Zersetzung geht durch Ammoniak und Natron- 
lauge vor sich, aber fast augenblicklich. 
Um sie quantitativ verlaufen zu lassen, muss 
auch hier überschüssige arsenige Säure vor- 
handen sein. Beim Erhitzen über 150^ C. 



sublimiert zunächst reine arsenige Säure 
und erst, nachdem diese vollständig ent- 
wichen ist, zerfällt der Rückstand in Sau^- 
stoff und metallisches Quecksilber. Mit 
koncentrierter Schwefelsäure bildet sich ein 
weisses, basisches Salz. Die Formel des 
gelblichen Salzes ist: SHgO.AsgOs. 

III. Bei der Einwirkung auf 
Quecksilberoxydulsalze entstellt eben- 
falls ein weisses Produkt, das schnell gelb- 
lich wird und beim Trocknen an der Luft 
schwefelgelb wird. Es ist aber nicht so leicht 
durch Wasser zersetzlich, wie das Oxydsalz. 
Auf Zusatz von Ammoniak verseil wmdet 
aber sofort die gelbe Farbe und ein graues 
Pulver fällt aus. Kalilauge bewirkt sofortige 
Zersetzung. Beim Digerieren von in Wasser 
suspendiertem Quecksilberoxydularsenit mit 
Sodalösung entsteht arsenige Säure, die von 
der Sodalösung aufgenommen wird, und 
Quecksilberoxydul in Flittern. Baryt- 
hydrat und Baryumperoxyd reduderen das 
Arsenit sofort. Beim Zusatz von Salzsäure 
zu m Wasser suspendiertem Oxydularsenit 
entsteht Quecksilberoxydulchlorid (Kalomel). 
Die Formel des Arsenits ist : 3 Hg20 . AS2O8. 

IV. Mit Silbersalzen erhält man das 
Arsenit 3 Ag20 . AS2O3. Beim Behandein 
dieses Arsenits mit Natronlauge oder Am- 
moniak entsteht Silberoxyd und metallisches 
Silber, mit Ammoniak nur bei getrocknetem 
Arsenit, während frisch gefälltes Arsenit sich 
zu einer farblosen Flüssigkeit löst, aus der 
nach mehrtägigem Stehen mit absolutem 
Alkohol eine Doppelverbindung von arsenig- 
saurem Silber mit Ammoniak auskrystallisiert, 
2Ag20As203 -|- 4NHc,, die jedoch nicht 
wasserlöslich ist, sondern sich nur auf Zu- 
satz von überschüssigem Ammoniak löst. 
Diese Silbersalze sind auch lichtempfindlich. 
In Cyankalium löst sich getrocknetes SUber- 
arsenit nur schwer, frisch gefälltes leicht 
und vollständig. 

V. Bei der Einwirkung auf Nickel- 
salze ist es nicht nötig, dass das Nickel- 
saiz im Ueberschuss ist; es ist aber vorteil- 
hafter, weil sich dann das schleimige Arsenit 
leichter auswaschen läset Das an der Loft 
getrocknete Salz enthält 21 pCt. Wasser, 
die es erst bei 120 bis 150^ C. verliert 
Das Arsenit ist leicht löslich in Natronlauge, 
nur unvollständig in Ammoniak mit schön 
blauer Farbe. Setzt man zu dieser Lösung 



51 
GyankaBumlOsiiiig, so entfKrbt fde sich sotori (1,17 Bpeo* Gfew.) zu. Den KiedendilAg 



and aimmt eine ledergelbe Tönung an. Salz- 
aluro xenetst das Anenit in Niekelehiorür 
und anenige Sftnre. Barythydrat wirkt nnr 



vom Natriumchlorid filtriert man Über 
Watte ab. Man gibt in ein Reagensrobr 
5 ccm des zn prüfenden Glycerina und 



wenig; Barynmperozyd gar nicht ein, letzteres 1 10 ccm des Reagens^ schüttelt um und 
aoflh nicht auf die LOsung in Ammoniak ; erhitzt auf dem siedenden Wasserbade. Es 
und Cyankalium. Die ammoniakalische LOs- 1 tritt eine braune Firbuug und ein briun- 
«ng wird durdi Zink in der Kälte teüweise . lieber flockiger Niederschlag ein. Selbst 
tenetzt. Die Formel ist Ni|4As20i7. 'bei Yioo mg erhält man die Färbung und 

VI, Bei der Einwirkung auf Kobalt- jOach einigen Tagen einen sichtbaren Nieder- 
Bslze erhält man die Verbindung CotAsjOio'«*^*« »^ ^^ ^^^^ ^^ Reagenwohres. 

Yon amethystähnlicfaer Farbe und schleimiger^ { ~^ 

sehr voluminöser Beschaffenheit An der ^._ o,^*i,a«ä a4»4<«««. ^^»a^ 

Loft getrocknet, hält sie 20 pa Wasser ^^^ Synthese einiger neuer 

nrttck. Sie ist in verdünnter Schwefelsäure Dlsaceliaride 



Ueht IMich mit der Farbe des Kobalt- 
nitrates. In Natronlauge und Ammoniak 
ist ne mit blauer Farbe löslich, schwieriger 
nseh dem Trocknen. Hit Cyankalium ent- 
Brben sich diese Losungen sofort und wer- 
den ledergelb. Barynmperozyd zersetzt 
Kobaltarsenit sofort; Ist aber Cyankalium 
zngegen, so bleibt die Reaktion aus. Da 
Kobaltozyd von Cyankalium nicht ange- 
griffen wird, so hat man in dieser Reaktion 



mtFischeruad Armstrong (Chem.-Ztg. 1902, 
Rep. 294) durch Einwirkung von Aeeto- 
chlorglykose und analoger Kürper auf die 
Natriumverbmdungen der Hezosen gelungen. 
Sie haben drei Zucker vom Typus der 
Maltose gewonnen, die sie ihrer ^ykosid- 
ähnlichen Struktur wegen Glykosido- 
galaktose, Oalaktosidoglykose und 
Galaktosidogalaktose nennen. Das 
meiste Interesse beansprucht die Galaktosido- 



em Mittel, Ni^^el von Kobalt zu trennen. 1 glyko^ da sie in der Struktur und ihrem 

Vn. Gadmiumsalze werden blendend , ^f'lf*^, ß^f ^^™ ^^ ^^«^ f«^" 
weiss gefäUt Die erhaltene Verbindung «^^^^^ f«« ^^«jy/«»*«»^ 
OdjAs^Og ist eines der allerbeständigsten I f^^^«»«, ^«^ ^.^^xT*.?. ^^f" !f> T 
Aiaenite. In frisch gefälltem Zustande igt i die Verfasser die Idenütät mit derselben für 
ee eine schleimige Masse, die beim Trocknen I ▼»*™*«^«h h alten. ^ke. 

an der Luft 12 pCt Wasser gebunden hält. r v. 

An der Luft zieht die Veriiiindung Kohlen- ^^^ NaohweiB 

liore an und löst sich leicht unter geringem , von Fruchtsuoker, LäVUloSO, 
Aafbrausen in Sdiwefelsäure. Von Ammoniak, i ist Neuberg und Strauss (Chem.-Ztg. 1902, 
Kalüange, Barythydrat, Baryumperoxyd und i Rep. 315) in Blutserum und anderen mensch- 
kcUensauren Alkalien wird es weder in der liehen Oewebssäften gelungen. Sie benutzten 
Kähe, noch beim Erwärmen angegriffen, die Eigenschaft des asymmetrischen Methyl- 



Cyankalium IM das arsenigsaure Cadmmm 



I 



Phenylhydrazins, nur mit Fruktose ein 
krystailinisches charakteristisches Fruktose- 
methylphenylosazon zu bilden. ^he. 

Auf das Vorkommen 

von Arsen im Olycerin Zur Unterscheidung von 

macht A>Kjrat//^(Chem.-Ztg. 1902, Rep. 175) Eisenoitrat und Eisentartrat 
aofmerinam. Selbst in Olycerinen, die für empfiehlt O. Orixxi im Boll. chim. farmac., 
pkannaeentisehen Oebrauch bestimmt waren, ' April 1900, salicylsaures Natron. Eisen- 
konnte er 3 bis 5 cg Arsenigsäureanhydrid ' citrat gibt mit der Lösung desselben sofort 
in einom Liter nachweisen. Zum Nachweise eme granatrote Färbung. Eisentartrat ver- 
onpfidilt er das von Engel und Bemard ^^iert sich mit dem Reagens zunächst gar 
>agegebene empfindliche Reagens. Man nicht, erst nach einiger Zeit tritt die rote 
^ 20 g Natriumbypophosphit in 20 ccm Färbung ein. Hierzu vergleiche auch 
Waner und gibt 200 ccm reine Salzsäure Ph. G. 43 [1902], 40. PT-r. 



52 



Die Bestimmung von Nitraten 
in Trinkwässern 

geschieht nach Caxeneuve and Difoumel 
(Chem.-Ztg. 1901^ Rep. 208\ indem man 

1 Liter WasBer zur Trockne dampft; den 
Rückstand in 5 ocm Wasser löst und mit 
0;05 g Bruoin in einem kleineu Porzellan- 
schälchen auf dem Wasserbade eindampft. 
Dann setzt man einige Tropfen Ameisen- 
sfture zu dem Rückstande in der noch 

Hygienische 

Beitrag zur 
Faeces - Untersuchung. 

Anschliessend an den Fh. G. 47 [1902], 1^ 
yerOffentfichten Aufsatz von Dr. v, OefelCy 
betreffend die üntersuchungsweise der 
Faeces, bringen wir heute die Forderungen; 
welche der Verfasser an einen gesunden 
Stuhlgang stellt 

Derselbe soll von dickbreiiger oder weich- 
geformter Beschaffenheit sem, keine dem 
blossen Auge auffälligen, unveränderten 
Speisereste enthalten und eine zwischen 
sdiwai^braun bis braungelb stehende Eigen- 
farbe haben. Sein Aetherauszug sei von 
brauner oder gelber Färbung. Der Geruch 
soll ein normaler oder nicht zu stark süss- 
lieh sein. Er habe eine alkalische wässerige 
Reaktion. Der ürobilingehalt muss deutlich 
nachweisbar sein, dagegen darf Biliverdin 
nicht vorhanden sein, ebenso wie sich Pepton 
nicht nachweisen lassen darf. Zwar ist 
das Vorhandensein von Trümmern von 
TrippelphosphatkrystaUen oder schlecht aus- 
gebildeten ErystaUen des Trippelphosphates 
gestattet, nicht dagegen ein auffälliger Ge-' 
halt an wohl ausgebildeten Krystalien. Bei 
der mikroskopischen Untersuchung dürfen 
keine (oder nur in spärlicher Anzahl) Muskel- 
fasern vorhanden sein, StärkekOmer soll 
man nur vereinzelt fmden. Die Trocken- 
substanz betrage 16 bis 28 pCt., von 
denen bis 6 pCt. Neutralfett bezw. auch 
höhere, freie in Wasser unlösliche Fettsäuren 
gestattet sind. Von Erdseifen dürfen bis 

2 pOt, von koaguliertem Eiweiss 4 bis 
8 pCt. vorhanden sein, nicht dagegen native 
Albumine, Albumosen und präformierter 
Zucker. 

Subpathologische Zustände sind ein Ge- 
lialt von 6 bis 8 pOt. der Trockensubstanz 



heissen Schale und gibt sofort etwas destillier- 
tes Wasser zu. Man erhält eine gdbe 
Färbung, welche nach 12 Stunden oder auf 
Zusatz von etwas Wasserstoffperoxyd nach 
einer Viertelstunde in Rosa umschlägt Man 
kann die Empfindlichkeit bis zu 1 : 1000000 
steigern. Quantitativ können die Nitrate 
auf diese Weise koiorimetrisch besthnmt 
werden. Vergi. Ph. C. 42 [1901], 247 und 
43 [1902], 71. -A^ 

Mitteilungen. 

an Neutralfett, ebensoviel an freien, wasser- 
unlöslichen Fettsäuren, 2 bis 4 pCt Erd- 
seifen, 2 bis 4 oder 8 bis 10 pGt coa- 
gulierte Eiweisse. H. M. 

Ueber den täglichen 
Nahrungsbedarf des Menscdien 

hat Neumann (Chem.Ztg. 1902, Rep. 301) 
neue experimentelle Studien in langen 
Perioden (bis zu zehn Monaten) angestellt 
und gefunden, dass es möglich ist, mit einem 
erheblich geringeren Eiweissquantum , im 
Mittel 74,2 g bei 66 bis 72,5 kg Körper- 
gewicht, Gleichgewicht zu erhalten, wobei 
auch noch die Menge der Kohlenhydrate 
erheblich vermindert werden konnte, sogar 
auf weniger als die von Voit geforderte 
Normalmenge, allerdings unter beträchtlicher 
Erhöhung der Fettmenge, die aber im 
Kalorienwerte noch hinter der Erniedrigung 
der Kohlenhydrate zurQckblieb. Ein Unter- 
schied im Nahrungsbedürfnis während des 
Sommers oder Winters konnte nicht fest- 
gestellt werden. Es ergab sich, dass Gleidi- 
gewicht unter ausserordentlich schwankenden 
Verhältnissen erzielt werden kann, dass also 
eine normale, ffir alle giltige Kostmenge sieh 
nicht aufstellen lässt, dass aber im allgemeinen 
für Personen mit leichter Arbeit eine Kost- 
menge von 70 bis 80 g Eiweiss, 80 bis 90 g 
Fett und 300 g Kohlenhydraten ausreicht 

Cigarrenstummel 
als Tuberkulose-Ueberträger. 

Die von Schwindsüchtigen gerauchten 
Cigarrenstummel vermögen nach Versuchen 
von L. Peserico (Archiv f. Hygiene 44, 3) 
die Tuberkulose unmittelbar, selbst bis zu 
zwei Wochen nachher, wenn dieselben an 
trockenen Orten aufbewahrt werden, zu 
übertragen. Vg. 



53 



Technische llitteilun*gen 



Neues Universal - Spektroskop 
mit veränderlicher Dispersion. 

Für eine grofse Anzahl spektral-analytischer 
Tenndie m der Physik sowie in der Chemie 
ist es erforderlich, Spektroskope ron starker 
and sehwjleherer Zerstreanngskraft zur Hand' 
za haben. Wahrend nun an Stelle der 
grÖBBeren Instrumente schon längst sogenannte 
UniTersalapparate getreten sind, die aber 
infolge der umständlichen Handhabung und 
der Höhe des Preises sich nicht sehr ein- 
gebflrgert haben, ist diesem üebelstande in 
dffl kleineren Spektroskopen bis heute noch 
garnldit abgeholfen worden. 

Die Werkstätten ffir Präcisions- Mechanik 
und -Optik von Hans Heele in Berlin 0. 27, 
Grfiner Weg 104, bringen nun neuerdings 
ein Universal-Spektroskop mit veränderlicher 
Zerstreuungskraft in den Handel. 

Die nebenstehende Abbildung zeigt 
dieses (in wirklicher Länge 330 mm messende) 
nea konstruierte Spektroskop, welches den 
oben erwähnten üebelstand beseitigt und 
welches gestattet, mit verschiedener, also 
starker und schwacher Zerstreuungs- 
kraft zu arbeiten. Zu diesem Zwecke hat 
diB Instrument zwei Geradsiohtsprismen, 
welche beide zusammen eine Zerstreuung 
von etwa 12 ^ ergeben, wodurch infolge 
der sehr starken Zerstreuung das Spektroskop 
mit Vortdl ffir Funkenspektren benutzt 
werden kann. 

Soll das Spektroskop jedoch zu Ab- 
Borptions-Untersuchungen Verwendung 
finden, so ist nichts weiter nötig, als das 
die beiden Prismensätze enthaltende, in 
Figur A abgebildete Auszugsrohr, heraus zu 
ziehen, und den in Figur B abgebildeten 
PrismoikOrper zu entfernen. — Es wird 
dann also nur mit einem Prismensatz 
gearbeitet, der eine Zerstreuungskraft von 
etwa 60 besitzt 

Behufs dnes sohneilen und leichten Wieder- 
einsetzens der dnzelnen Teile sind Ftthrungs- 
lehlitze vorhanden, bei welchen nur darauf 
Acht zu geben ist, dass sie in die ent- 
q^reehraden Ffihrungsstifte gleiten. Die 
Einst^ung des Brennpunktes geschieht 
mittelB des bei K befindlichen Knopfes. 

Das Instrument ist mit verstellbarem 
Spalt, mit Skale mit beweglichem Beleuch- 
tangaapiegel , mit Vergleichsprisma und 
Be^ergiashalter ausgestattet 




54 



BOcherschau. 

Königlich Proastisohe Anneitaxo für 1 903. 
Berlin 1903. R, Oaertner'% Veriags- 
bnchhandlnng (Hermann Heyfelder). 

Den EiokaoüBpreisen uDd dem Wegfall der 
Steaerfreiheit des BraontweiDS far gewisse 
Priparate eotspreohead, sind mehrere Arznei- 
mittelpreise Terändert worden; auch einige 
Arbeitspreise (Komprimieren nnd Sterilisieren) 
haben geringe Yerfinderong erfahren. 



Die Fortschritte der anorganischen 
Chemie in den Jahren 1892 bis 1902. 
Vierte bis sechste liefenmg. Stuttgart 
1902 nnd 1903. Verlag von Ferdinand 
Enke. XXIV nnd 544 Seiten gr. 8^. 
Plreis 12 Mark. 

Die anfltoglich (Ph. C. 43 [1902], 513) in 
Ausdoht genommenen fünf Liefemogen sind auf 
seohs angewachsen, ohne dass sioh aber dadurch 
das Erscheinen dos trefflichen Werkes verzöi^ert 
hätte. In der yierten Lieferung bringt R. J. 
Meyer die Hydroxylaminsalxe zum Atoohlusse 
und behandelt sodann Calcium, Strontium, 
Baryum, während Nass Beryllium, Magnesium, 
Zink, Cadmium, Strtiar aber Blei, Thallium, 
Kupfer, Silber und Quecksilber bearbeitete. In 
der fünften Lieferung fasst Muthmann eine 
Anzahl seltener Erden zusammen, während Nass 
Bor, Aluminium, Olas, Mörtel, Zement, Ton- 
waren, Ultramarin, Skandium, Oallium, Indium 
und Europium, Zeisel dagegen Mangan und Eisen 
bespricht In der sechsten Lieferung fiel letzterem 
Kobalt und Nickel zu. Chrom, Molybdän, 
Wolfram, Uran; radioaktive Stoffe stellte Baur, 
aber Vanadium, Tantal und Niob Nass zu- 
sammen, während Baur mit Oold und der 
Platin-Gruppe absohliesst. Das reichhaltige 
Sachregister umfa««Bt 25 zweispaltige Seiten ; 
zum Titel wird ein Inhaltsverzeichnis und 
eine Zusammenstellung der Zeitschnftenbezeioh- 
nungen geliefert. Letztere nimmt leider auf das 
Hauptwerk Bezug und lasst daher für die, 
welche nur die „Fortschritte'' kaufen, an Brauoh- 
baxkeit zu wünschen übrig. 

Der nunmehr abgeschlossene vorliegende 
Supplementband des dreibändigen ,.HaQdbuoh 
der anorganischen Chemie von Otto Dommer'* 
bildet nicht nur eine erwünschte Ergänzung 
dieses rasch beliebt gewordenen Werkes, sondern 
auch an sich eine erireuliche Bereicherung des 
chemischen Schrifttums. Sorgfalt und Fleiss 
leuchtet bei allen Abschnitten hervor; dabei hat 
der Herausgeber die Einzelteile zu einem ein- 
heitliohen Ganzen zu verbinden gewusst, welches 
sich vorteilhaft vor der Mosaik so mancher von 
rührigen Verlegern zusammengestoppelten, 
modernen „Sammelwerken" auszeichnet Selten 
nur findet i^man in der Fülle des Gebotenen 
Anlass zu Ausstellungen. So hätte das 
Aluminium-;Amalgam kurz angeführt 
werden können; femer wird Europium zwar 



an der im Sachregister (Seite 1005) angefahrton 
Stelle (Seite 652) von Mtähmann erwähnt, ein 
zweites Mal (Seite 724) aber aosffthdioher von 
Nass. Die wieder verschollenen und deshalb 
mit Recht nicht in besonderen Abschnitten 
behandelten Elemente, wie z. B. (Seite 675) 
Neptunium, hätten im Inhalts- Verzeichnisse 
und noch mehr im Register Beräcksiohtigiuig 
verdient, da der Leser sie dort sucht -«y. 



Leitfadon ftr dio Untersuchuiig von Ab- 
wasser. Von Dr. Famsteiner, Dr. P. 
Buttenberg, Dr. 0. Korn, Chemiker (sie!) 
am Hygienischen Institut zu Hamburg. 
München und Berlin 1902; Dnick und 
Verlag von R, Oldenbourg, VI nnd 
66 Seiten gr. 8^. Prds Mk. 3.—. 

Nach einer Einleitung über die „Bedeutung 
der Abwasseruntersuchung^S die „örtliche Be- 
schaffenheit^^ und die «.Entnahme der Proben^ 
wird die „Untersuchung des Abwassers im 
Laboratorium^ ausführlich besprochen. Die 
angewandten Methoden sind zumäst die bei der 

Sewöhnlichen Wasseruntersuchung angewandten, 
och werden auch einige eigenartige, insbesondere 
englische üntersuchungsweisen berücksichtigt, 
so die Vierstundenprobe Fotsler^B^ die Dret- 
minutenprobe, die Bebrütungsprobe u. s. w. aur 
Bestimmung der Oxydierbarkeit von Ab- 
wasser durch Kaliumpermanganat. — Sodann 
werden berücksichtigt: Untersuchung von 
Sohlammproben (Seite 46 bis 51) und von 
Gasen, Beurteilung der AbwässAr, charakter- 
istische Bestandteile von etwa 40 verschiedenen 
industriellen Abwässern, sowie „Reagentien 
und Lösungen^'. Den Schluss bilden ein „Schema 
für die Berechnung und JoumaliS'erung^% ana- 
Ivtische Tabellen und ein Schrifttum-VerzeiGhma. 
Beigeheftet sind sechs Stück der jS^AnefTsohen 
Schriftprobe 1,0 zur Bestimmung der Durch- 
sichtigkeit. Vier Textbilder stellen meist 
bekannte analytische Geräte dar. 

Bei dem hohen Preise könnte der Verlag die 
Ausstattung durch Beigabe eines Registers ver- 
vollständigen ; auch würde eine Bezififerung der 
Abschnitte, deren üeberschriften im „Inbalts- 
verzeichnis^ nicht durchweg zutreffend wieder- 
gegeben sind, und eine angemessenere VertaQung 
des Stoffes bei einer Neuauflage, an der es dem 
einem wirklichen Bedürfnisse enigegenkommen- 
don Büchlein nicht fehlen kann, die Brauch- 
barkeit erhöhen. — /. 



Bibliotheeapoiyteehniea. 5. Abteilung: Chemie, 
Pharmacie, Alchimie. Verzeichnis (214) des 
antiquarischen Bücherlagers von Ä. Biete- 
felcFs Hofbuchhandlung (Ltebermann S Oo.) 
in Karlsruhe (Baden). 



55 



GäniBj^proUem von Prof. Dr. Felioc 
Ahrens. — Stattgirt 1902, Verlag von 
I Ferdinand Erike, 50 Seiten gr. 8^ 
- Rrew Mk. 1.20. 
Bas vorliegende 12. (Bchluss-) Heft des 
yn. Bandes der von demseloen Verfasser heraus- 
gegebenen ,,Sammlang chemischer nnd ohemisch- 
taetmischer Vortzi#:e^^ yeraoschaniicht die Aus- 
bildimg der Gä'ungslehre durch Anführung 
ans den einschlägigen Schriften von Lfavoüter, 
Gay • LussaCy Latour ^ Schwann^ Berxelius, 
Liiig, BshnhoUx, Pattettr, Baeyer, BrefeUU, 
Traube, Nägeli und Bußhner. Die Belagstellen 
weideo meist wörtlich und ausführlich, die 
französischen zum Teil in der Ursprache wieder- 
gegeben. Das französische : ,,Tesume^* wird Seite 
448 m f^Besume^^ verdeutscht oder vidmehr 
Teistömmelt, anstatt der naheliegenden Wieder- 
gabe mit: „Erc^bnis^S Zu scharf urteilt der 
Verfasser anscheinend auf Seite 454: „Wie 
höhniaeh Uin^ die Bemerkung von BerxeUua 
tbar die Arbeit von OaffmardJuai<nur: ,, „Aehn- 
liche Versuche, mit ganz gleichen Schlussfolger- 
imgen in Rücksicht auf die Katur der Hefe, 
sind von Oagmard LtUour angestellt worden. 
Dieser hat sich femer überzeugt^ dass die Kraft 
der Hefe nicht durch Kälte verstört wird, selbst 
durch die, welche bei der Verdunstung der 
festen Kohlensäure entsteht'^ *^ 

Bas Gebotene ist zwar an sich noch keine 
Geschichte der Gärungslehre, liefert aber will- 
kommenen Stoff für eine solche und wird des- 
halb Manchem, der sich über die Entwickelung 
ond den dermaligen Stand der Zymase frage 
QDterrichten will, von Nutzen sein. — Zum 
ScUosse meint der Verfasser, dass mit 
der Entdeckung der Zymase der Physiologe den 
Streit: „Was ist die Gärung?'' dahin ent- 
schiedea habe, dass diese ein chemischer Vor- 
pqg sei; die weitere Arbeit aber gehöre dem 
Cbfimiker: „Er hat zunächst zu versuch^ die 
Zymase der Hefezelle zu entreissen, sie den 
Gelüsten der Peptase zu entziehen und von 
ibien zahlreichen Begleitern abzutrennen; in 
reiner Wechselwirkung zwischen ihr und Zucker 
mnss sich dann ergeben, ob die Gärung eine 
l'ennentreaktion ist, aus der das Ferment un- 
veiSndert hervorgeht, oder ob dasselbe in irgend 
einer Weise an der Reaktion teilnimmt und sich 
sdbst dabei verändert." — y. 



B.vaaBdliBgahaasen^a ForachaBgafahrton 

üa iUüehen Eismeer 1819 bia 1821. 

Aitf Onind des maeiBelien Originalwerks 

henungegeben vom Verein für Erdkunde 

an Dresden. Leipzig 1902; Verlag von 

8. Hirxel. VU and 203 Seiten S^. 

Preis Mk. 5.—. 

Im Binbliflk anf die dermalen im Süil^ar- 

9kißtB tälieen Forsohungsaohiffe, unter denen 

9Kk bekanotUeh auch dar vom Deutschen Reiche 

aaqgaaandte „Oaoss" befindet, veranstaltete der 

oImb genannte Verein einen deutschen Auszug 



aus dem im Boohhandel vergriffenen und anti- 
quarisch oder durch Bibliotheken selbst in Ruaa- 
uuid selten erhältliohen Werke des berfihmton 
SeefiihrerSf der auf seiner nur zwegährigen Erd- 
umsegelung 29 neue Inseln, worunter J9 im 
Tropengebiete, entdeckte. Dto Bearbeitung be- 
sorgte der n>raobkundige Schriftleiter der „Zeit- 
sohrift für Gewässerkunde^ R Oraveliui. Für 
ernste Leser wird die nüchterne Darstelluog des 
mutigen Deutechrussen einen wohltuenden Ge^n- 
sats zu der neuerdmgs auch in wisseoschaftbche 
Beisewerke eingedrungenen Stinunungssohilder- 
nng bilden. So angenehm sobhe Wissensohaft- 
liohkeit berührt, um so schwerer beereiflioh ist 
es, dass der Verlag die sonst tadulose Aus- 
stattung nicht durch das bei einer derarti^jen 
Veroifentlichung nötige Register und durch eine 
Umrechnung der russischen Mafsangaben in die 
jetzt bei uns gebräuchlichen ergänzte. 



Kalender fftr 1903 Jund 1904 ihren werten 

Gesdiäftsfreunden gewidmet von der 

Firma Paul Hartmann, grOssto dentsche 

Verbandstoff - Fabrik in Heidenheim 

a. Brenz. 

Die vorlieffende Schreibmappe enthält den 

Kalender auf starkem Löschpapier gedruckt; 

swisohen den Blättern eingeheftet finden sich in 

feiner lithographischer Art ausgeführte Bilder 

aus Schwaben (Heidenheim mit Sohloss Ballen- 

stoin, Burg HohenzoUem, üraoher Wasserfall, 

Aussicht von der Kuohalb, Tübingen, Sohloss 

Lieohtenstein). — Die etegant auMrastettoto 

Schreibmappe wird jeder gern in Gebrauoh 

nehmen. 

! Der am Schlüsse verzeichnete ,,Hückblick auf 
die Entwicklungsgeschichte der Firma^* legt ein 
beredtes Zeugnis von der raschen Ausdehnung, 
grossen LeistungsAhigkeit und den vielen 
Anerkennungen ab, deren sich das bestbekannte 
Haus allezeit zu erfreuen hatte. 



PrdsllBten sind eingegangen von: 

Vereinigten homöopathischen Apo- 
theken (Täschner db Co,, A, Marggraf und 
Carl Grüner) zu Leipzig über homöopathische 
Arzneimittel, Hausapotheken, Bücher, Etiketten 
und andere Papierwaren, homöopathische Speciali- 
täten, Bedarfsartikel usw. Der umlänglichen 
und übersichtlichen Preisliste sind angäängt: 
ein Verzeichnis der wichtigsten homöopathischen 
Arzneimittel and ein vollständiges Arzneimittel- 
Verzeichnis, beide für den praktischen Gebrauch 
sehr brauchbare Zusammenstelluagen. 

F.Beiehelt in Breslau, Antonienstrasse 22/23, 
über Chemikalien, Vegetabilien, chemische und 
pharmaceutisohe Präparate usw. 

Hermann Schmidt in Coburg über Holzspan- 
schaohteln, gedrehte Holzbüdmen, Holzspunde, 
Fässer. 

Konty S Lange in Magdeburg über Korb- 
flaschen, Demiiolms, Medicinglas, Tropfflaschen, 
Dunkelkammorlampen , dreiteilig-farbige Üeber- 
iNcnea für elektrisohe Glühlampen. 



56 



Verttehied^ne MitteElunfieii. 



Bei mit Zinnsalzen beschwerter 
Seide 

treten im Gewebe lange Zeit nach dem 
Färben, meist erst nach monatelangem 
Lagern mitunter braune Flecken auf, die 
teils rundlich von Erbsengrösse, teils ge- 
streckt von 2 bis 8 cm Länge sind. Das 
Gewebe ist an diesen Stellen mürbe, oft 
völlig zerstört. Die schadhafte Ware stammt 
nach den Untersuchungen von Ottchen, 
Roth und Thomann (Chem.-Ztg. 1902, 
Rep. 190) meist aus südlichen Gegenden 
und zwar geschah die Fabrikation in vielen 
Fällen nachweisbar unter Verhältnissen, die 
nicht die nötige Sauberkeit gewährleisteten. 
Bemerkenswert ist, dass beschädigte Seide 
mit anderen Posten zusammen chargiert (be- 
schwert) war, die keine Beschädigung auf- 
wiesen. Nach den eingehenden Versuchen 
ist erkannt worden, dass Schweiss ähnliche 
Flecken hervoiruft, dass also die Schädigung 
wahrscheinlich von der Berührung der Seide 
mit schweissigen Händen verursacht worden 
sein kann. Wahrscheinlich findet eine Zu- 
sammenwirkung des Schweisses und der 
Avivagebestandteile, Oele usw., statt. Manche 
der Flecken zeigen jedoch Formen und 
Ausdehnung, für welche diese Erklärung 
nicht genügt. ^he. 

Das Wärmeleitungsvermögen 
des Kesselsteines 

und von KesseUnstricbmitteln wurde von 
Ernst (Chem;-Ztg. 1902, 707) bestimmt, 
um zu prüfen, ob derartige schlecht leitende 
Schichten die oft vorkommenden Aus- 
beulungen der Kesselwände verursachen 
können. Aus den gefundenen Werten 
ergibt sich in der Tat eine solche Tempe- 
raturerhöhung der metallenen Eesselwände, 
die vollkommen genügt, um ihre Festigkeit 
soweit zu reducieren, dass sie dem Dampf- 
druck nicht mehr Widerstand leisten können 

Eisenlicht 

wird durch Eiseneiektroden, die im Innern 
mit einer Wasserkühlung versehen sind und 
an Stelle der Kohlenstifte in den elektrischen 
Stromkreis eingeschaltet werden, als ein 
violettes licht erhalten. Dasselbe soll die 



Augen weniger angreifen, wie es avch 
weniger zur Beleuchtung, als vielmdur in 
der Photographie zur Erzielung chemisdi 
wirkender Strahlen Verwendung finden soU. 
Noch mehr erhofft man von ihm eine 
liehtheilwirkung bei der Behandlung von 
Hautkrankheiten, wozu es bereits von 
Professor Finsen benutzt wird. — fo— » 
SüdcL Äpoth.'Ztg. 1902, 122. 



Spiritusga49 

erhält man durch Verflüchtigung eines 
Gemisches von W^geist und ErdOl in 
einem Verdampfer und darauf erfolgender 
Erhitzung in einem Vergaser bis zur Bot^i 
Das so erhaltene Gaagemenge brennt mit 
stark leuchtender Flamme, ohne Teer 
abzuscheiden, aber etwas Russ bildend. 
Ein Kubikmeter soll 20 Pfennige kosten. 
Südd. Apoth.'Ztg. 1902, 131. 



Lammfatter ist ein Oemenge aus geschrotenem 
Mais, gebrocheoPD Erbsen, zerkleinertem JobaoDis- 
brot, Eleie von Hafer und zerkleineiten Oel- 
k neben. (Ztscbr. f. Zoliwesen u. Reiobsstenem, 
Bd II, S. 25.) P. 

Lumlnol und Salubrlne, zwei Qeheimmittel, 
baben nach den Untersucbun^ en Sehafftir^B 
Cbem.-Ztg. 1902, Q20) folgende Zusammensitz- 
nng: Lnminol. ein in Bleohbächsen ver- 
sendetes Teppicbreinigungsmitt'l, zum Pr^se 
von 4,50 Fr. für 5 L ist eine 2proj. wSsseÜge 
Lö«<nng von Natronseite, deren wahrer Wisit, 
abgesehen von der Blechbüchse, 10 ots. betrlgt. 
Das „DeKinfektionsmittel^* Salabrine be- 
steht ans Tafeln von rohem N phtHa^n und ist 
mit etwas Nitrobenzol parfümiert. — ke. 



Ferroflx ist eine Lötpaste für Ousseisen und 
besteht aas Eupferozydul und Borax. Das 
patentamtlich geschätzte Verfahren ist folgendes : 
Nach Auftragung der Paste schmilzt der Borax 
und schützt dadaroh die vorher mit Siure 
gereinigte Lotstell»* vor der Oxydation und durch 
don im Eisen befindlichen Kohlenstoff wird das 
Kupferoxydul zu Kapfer redudert Bringt man 
nun noch Hartlot auf diese Stelle, so bildet sioli 
mit dem fein verteilten Kupfer eine Legierung, 
die mit den kohlenfreien Eiseuflächen eine sehr 
dauerhafte Verbindung eingeht H, M, 

Südd. Äpoth.'^Ztg, 1902, 360. 



Ignls ist ein AnfeuerungsmittM, welches der 
Hauptsache nach aus Petroleum und Natrooseife 
besteht isog. Petroleum eife oder festes Petro eum). 
(Zeitschr. f. Zollwesen u. Beichssteuem, Bd. IL 
8. 26 ) P. 



Verleger und TereiitwortUelMr.Ldtar Dr. A. BekMldOT la DiMtai. 



m 



Berichtigung. 



Der Mitteilcmg einer deatschen Zeitang zufolge soll in Oesterreich in unseren 
Patent-Cigarien durchschnittlich 0,9 Prozent^) an Gerbsäure gebundenes Nicotin 
gefunden worden sein, woraus gefolgert wird, dass die ,,nicotinfreien^^ Patent- 
Cigarren also nicht „nicotinfrei*^ seien und daher einen hygienischen Fortschritt 
nicht bedeuten könnten. 

Trotz vielfacher und beständiger Aufklärung Ton unserer Seite, in unseren 
Preislisten, Drucksachen und Kundmachungen in der Presse taucht also immer 
wieder derselbe Irrtum über das Wesen der Patent-Cigarren auf, ein Irrtum, 
welcher unsere Patent-Cigarren mit den sojgenannten „nicotinfreien*^ Cigarren be- 
dauerlicher Weise stets von neuem auf gleiche Stufe stellt. 

„Nicotinfreie^^ Cigarren haben aus technischen Gründen bisher noch von 
keiner Fabrik hergestellt werden können und Professor Gerold, nach dessen Ver- 
fahren be anntlich unsere „Patent-Cigarren^^ angefertigt werden, verwahrte sich von 
vornherein geeen jedes Nicotin- Auslaugen. 

Wir erklären daher nochmals : Der ^heime Hofrat Professor Dr. med. Gerold 
ging von dem Grundsatze aus, dass der Tabak aufhört« Genussmittel zu sein, sobald 
er dem Versuch einer Nicoün-Entziehung ausgesetzt wird. (Siehe unsere Preis- 
liste) Erst nach langjäl\rigen Mühen in Ezperimental- Versuchen und physiologischen 
Beobachtungen gelang es ihm, sein bekanntes Verfahren aufzustellen. Nach diesem 
wird das Nicotin im Tabak als gerbsaures Nicotin gebunden und gestaltet sich so 
im Rauchg»'nu&s, unter dem gleichzeitigen Einfluss der antidotisch wirken- 
den Imprägnationsstoffe physiologisch unschädlich für den Raucher. 

Wir haben weder Mühe noch Kosten gescheut, um diese physiologische 
Wirkung wissenschaftlich wie empirisch nachprüfen zu lassen. Nicht verfehlen 
wollen wir, den Herren Aerzten hier unseren Dank auszusprechen für die uneigen- 
nützige Hülfe, welche uns von ihnen nach dieser Richtung hin gewährt wurde. Zu 
weit^hend wäre es, an dieser Stelle alle oder auch nur einen Teil dieser ünter- 
BU^'hungen und deren einwandfreie Ergebnisse hier anzuführen; gerne sind wir 
aber bereit, die darauf bezügliche Litteratur den Herren Aerzten zur Verfügung 
zu stellen. Diese üntersuchungs- Resultate ergeben zur Evidenz, dass die nach dem 
Gerold'schen Verfahren hergestellten Fabrikate die gesundheitsdienlichsten Cigarren 
der Gegenwart sind. — 

Wendt's Gigarrenfabriken Äktiengesellscliaft, Bremen. 

*) Der DurchschnittB-Nicotingehalt bei Tabaken ist 2,0 bis 2,5 Prozent. 



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l Gogründet von Dr. H. Hager 1859; fortgeführt von Dr. B. QdMler. 

Herausgegeben von Dr. A. SAaeider. 

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Bnohhaadel 2,50 ML, unter Streiftand 3,— Mk., Ausland 3,50 Mk. Sinielne Nummern 30 Pf. 
Anaeigen: die einmal gespaltene Petit-ZeQe 25 Pf., bei grösseren Anieigen oder Wieder- 
holungen Pieiaeraiissigang. — OeaeUftatelle t Dresden (P.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 
Letter ier ZeMMhrill: Dr. A. Sohneider, Dresden (P.-A. 21), Soliandaner Sirasse 43. 




Dresden, 29. Januar 1903. 

Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang« 



Inhilt: Okemle and Pharnifteie: Konstitution und Sjntheso des Thebaols. — Synthese des Acetyl - methyl- 
morpholcliiiions. — Vaaolimeotam salicyUtum 10 proc. — Vorkommen Ton Methylpentosan in Naturprodukten. — 
Nene Arzneimittel. — Darstellung und Aufbewahrung von Aether pro narcosi — Olykolsfturementhylester. — 
Thallokoa. — Verhalten des Pyramidons eu Gummi arabicum. ~ Eisenhaltige Milch. — Aetherisches Oel des 
ddnaiflehen Stemanis. — Babresdn. — Bestimmung des Tannins. — Formaldehyd in den PÜansen. — Mlkro- 
ehcmiseher Nachweia von AUozan, AHuxantin und Ton LftTulinsftnre. — Nachweis von Anilin, o- und p-Toluidin. 
- Nakraassmittel-Chemie. — Bakt^riolosiiolie MltteilaDgen. — Therapentisohe Mitleilwigeii. — BSeher- 
■efefti. — VeneuedeBe HttteUangen. — BrienreeliML 

Chemie und Pharmaoie. 



Konstitution und Synthese des 
Thebaols. 

Jf. Freund^) hat, wie früher in dieser 
Zetochrift (Ph, C. 40 [1899], 240) be- 
richtet worden ist, mit dem Thebaln 
Ümliche Spaltungen durchgeführt wie 
äe beim Abbau des Morphins und 
Kodeins beobachtet worden sind. Beim 
Mitzen desselben mit Essigsäure- 
aahydrid erhielt er neben einem basischen 
atidstofflialtigen Produkt eine stickstoff- 
freie Verbindung, die Thebaol ge- 
lUOliit wurde. E^ gelang Freund, nach- 
zQWeisen, dafe sich dieselbe vom 
FkeDanifauren ableitet und zwar den 
Dimethyläther eines Trioxy- 
pkenanthrens 

(CH3 0)2ChH7 0H 

«antellt. 

Die Stellung der drei Substituenten 
Ql-Fhenanthrenkem vermochte Freund 
Bfeftt vollständig aufzuklären. 

«PUnmehr hat PsrMrr^ in Gemein- 

^.-Ber d. Deutsch, ehem. Oes. 27 [1894], 2961 ; 

«Ctö95], 941; 30 [1897], 1357; 32 [1899], 108 

^ Ber. d. Deutsch, ehem. Ges. 3« [1902], 440Ü. 



Schaft mit Seydel und Stöhrer in weiterer 
Ausführung seiner Synthesen von Phenan- 
threnderivaten die Synthese des Thebaols 
bezw. des Thebaolmethyläthers durch- 
geführt und dadurch bewiesen, dafs das 
Thebaol eia S,6-Dimethoxy-4-oxy-phen- 
anthren von der Formel 



-'\/\ 



H.C.O— 



^' 



\ 



OH lö •' 



darstellt. 



O.CH3 



Die vergleichende Untersuchung des 
Thebaolmethyläthers aus Thebain und 
des entsprechenden synthetisch dar- 
gestellten Körpers wurde von E. Von- 
gerichten^) durchgeführt und ergab die 
völlige Identität beider Präparate. 

Die Synthese des Thebaolmethyläthers 
(bezw. Thebaols) von Pschorr gestaltet 
sich f olgendermaf sen : 

3) Ber. d. Deutsch, ehem. des. 35 [1902], 4410^ 



58 



Vicinaler o - Nitrovanillmmethyläther 
(bezw. (v)-o-Nitrovanillm) bildet, mit 
p-Methoxyphenylessigsänre kondensiert, 
ein Derivat der a-Phenyl-o-Nitrozimmt- 
sänre, welches durch Reduktion in die 
zugehörige Aminoverbindung fibergeht. 
Erhitzt man die hieraus erhältliche 
Diazoverbindung unter geeigneten Be- 



dingungen, so entsteht unter Abspaltung 
von Stickstoff das Derivat einer Phenan- 
threnkarbonsfture, welche durch Destilla- 
tion in das entsprechende substituierte 
Phenanthren bezw. durch Oxydation in 
ein Phenanthrenchinonderivat überge- 
ffihrt werden kann: 



HsC.ol^NOg 

O.CH3 
(OH) 



CHO 



CH2.COOH 

I 



/\/^% 



+ 



V. 



HaC . 



C.COOH 



CHo 



y NO. I 



(OH) 



CH •v /S. /COOH 

— -\yCOOH /\/\/ 

HsC.olJNNOH I -. HjC.oL y\yls 

Ö.CH3 .^ OCH., ]| 

(OH) _ (OH)^ 

OCH3 



' CHo 



Durch diese Synthese ist auch die insofern besonderes Interesse verdient, 
Stellung der beiden Methoxylgruppen | als die Konstitution des Thebaols eine 
im Thebain bewiesen, so dass die von j unverkennbare Analogie mit derjenigen 
Freund aufgestellte Oxazinformel des- 1 des Morpholmonomethyläthers aus Mor- 
selben sich nunmehr folgendermafsen| phin ergibt: 
gestalten würde: 



H3C . 




Vielleicht aber kommt dem Thebain 
eine dem Apomorphin ähnliche Kon- 
stitution zu, so dafs es keinen Oxazin-, 
sondern einen Pyridinring enthält. 

E. Vongerichtm^) macht darauf auf- 
merksam, dafs der nunmehr gewonnene 
Einblick in die Konstitution des Thebains 

^) Es ist bis jetzt noch unentschieden, wo die 
beiden additioneilen Wasserstoff atome haften. 
6} Ber. d. Deutsch, ehem. Ges. 35 [1902 ,. 4410. 




H3C.O- 

)H \y 

Monomethyläther des Morphols. 



H3C.O 




O.CHs 



Thebaol. 



Das weist wieder auf eine Analogie 
in der Konstitution von Morphin und 
Thebain hin. Se, 



59 



Synthese des 

icetyl- methyl - morpholchinons. 

Die Konstitution des Metbylmorphols 
als 3-Methoxy-4-oxyphenanthren 



H, 



■»c-o-k,A/\ 



j ist früher (Ph. C. 42 [1901], 749) er- 

I örteit worden. 

Pscharr und Vogtherr*) haben nun 
eine Synthese des Acetylmethylmorphol- 
diinons (3 - Methoxy - 4 - acetoxy - phen- 

*) ßer. d. Deutsch. Chem. Ges. 85 [1902], 
4412. 



anthrenchinons) durchgefärt, welche sich 
eng an diejenige der Thebaolderivate 
anschliesst, die vorstehend geschildert 
warde. Sie besteht in folgendem: 

Vicinales o-Nitroisovanillin wird nach 
der Perkin'schen Reaktion mit Phenyl- 
essigsäure kondensiert, wobei die (a)- 
Phenyl - 2 - nitro - 3 - acetoxy - 4r - methoxy - 
zimmtsäure resultiert. 

Diese wird reduciert, das Reduktions- 
produkt diazotiert und die Diazoverbind- 
ung unter geeigneten Bedingungen er- 
hitzt 

Es entsteht unterStickstoffentwickelung 
die 3 - Methoxy - 4 - oxy - phenanthren - 9- 
karbonsäure, welche acetyliert und durch 
Oxydation mit Chromsäure in 3-Methoxy- 
4 - acetoxy - phenanthrenchinon (Acetyl- 
methyl-morpholchinon) übergeführt wird. 



,CHO 



H3C.0IJNO2 

OH 

(y) o-NitroisoYaaillia 



HgC 



CHj— COOH 

I 



CH 



4- 



\/' 



HsC . ol^NOi 



C . COOH 

/\ 



OlyN.NOH 
OH 




COOH 



\/ 



CO 



H.C . 0— 



CO 



O.COCHg [j 
icetylmetbjImorpholohinoD. 



Sc. 



VasoUmentum saUcylatum 
10 proc. 

In Nr. lOö der Pharm. Zeitung wünscht 
an Herr W. Hartmann Auskunft darüber, 
ob es andern Kollegen gelungen sei, 



ein Salicylrasoliment mit mehr als 5 pCt. 
Salicylsfturegehalt herzustellen. In Nach- 
folgendem gestatte ich mir, eine Vor- 
schrift hierzu zu geben: 

10 Teile Salicyls&ure 
werden unter gelindem Erwärmen in 

40 Teilen Oelsäure 
gelöst, dann 

40 Teile gelbes VaselinOl und 

10 Teile Liquor Ammonii spirituosus 
zugesetzt. Das Vasoliment wird in 
massig warmen Räumen aufbewahrt. 

Dr. C. Bedail. 



60 



Ueber das Vorkommen 
von Methylpentosan in Natur- 
produkten 

hat Rom Sollied (Chem.-Ztg. 1902, 1138) 
nach dem Verfahren von Tollmis und 
Widtsoe durch Destillation mit Salzsäure 
und Beobachtung im Spektralapparate Unter- 
suchungen angestellt. Die Spektralreaktion 
ist zwar nicht so scharf, wie die mit Phloro- 



glucin- Salzsäure auf Pentosen, doch soll sie 
für denjenigen, der sicli mit ihr vertraut 
gemacht hat, zu Zweifeln keinen Anlaas 
geben. Die beiden Reaktionen auf Pentosan 
und Methylpentosan (vergl. Ph. C. 88 [1897], 
296. 631; 41 [1900], 274; 42 [1901], 
586) stören sich gegenseitig nicht und können 
an demselben Destillate beobachtet werden. 
Er erhielt die nachfolgenden Resultate: 



Pflanzenteil 
Laminaria saccharina 
Sarcophyllis edulis . . 
Fucus serratus I . . . 
„ II . . . 



Fucus vesiculosus I 



II 



Ascophyllum nodosum 



Blumen von Syringa vulgaris 
Blätter „ „ „ 

Blumen von Gerasus Padus 
Blätter „ „ „ 

Blumen von Pirus Malus . 
Blätter „ „ „ 

Blumen von Pirus communis 

Blätter „ „ „ 

Querdtron 

Manna (Fraxinus omus) . . 

Quassia 

Blätter von Betula odorata 
„ „ Quercus pedunculata 



Fraxinus excelsior 
Acer 



„ „ Salix 

„ fj Fagus silvatica 

„ „ Sorbus aucuparia . 

„ „ Tilia grandifolia . 

„ „ Rheum undulat. . 
Blattstiele von Rheum undulat. 
Nadeln von Picea excelsa . . 

„ „ Pinus sylvestris . 

(Vergl. auch Ph. C. 48 fl902J, 





In folgenden nach einander 


Angewandte gewoDoenen Anteilen vod 


je 


] ieDge 


30 com wurde Methylfurfurol 


in Gramm 


gefunden 


Pentosan 


3 


Keine Reaktion 


6,22 


3 


?? }) 


2,86 


2 


3 bis 7 schwach 


6,85 


2 


4 bis 5 sehr schwach 
(3 bis 7 gab gelbe Färbung) 


7,68 


2 


4 bis 8 
(3, 9, 10 zweifelhaft) 


9,41 


2 


3 bis 6 schwach 
(7 zweifelhaft) 


7,59 


2 


4 bis 8 
(3 und 9 zweifelhaft; 


10,21 


2 
3 
3 
3 
4 
4 


keine Reaktion 

7? » 


keine Reaktion 


(5 zweifelhaft) 




2 


keine Reaktion 
(4 und 5 zweifelhaft) 


JJ " 


3 


keine Reaktion 


'» J.' 


5 


2 bis 7 stark 


V *? 


5 


keine Reaktion 


sehr wenig 


5 


3 bis 5 


vorhanden 


5 


1 bis 6 


>* 


3 


keine Reaktion 
(3 und 4 zweifelhaft) 


}} 


6 


3 bis 5 (2 zweifelhaft) 


)} 


5 


3 bis 4 
(2 und 5 zweifelhaft) 


V 


5 


keine Reaktion 


?> 


6 


V 7» 


?; 


6 


2 bis 5 (5 schwach) 


)f 


5 


2 bis 5 (5 schwach) 


)) 


6 


keine Reaktion 


wenig 1 bis 4 


6 


V }} 


wejiig 1 bis 5 


4 


}) yi 


vorhanden 


6 


1 bis 5 


>« 



353.) . 



-ke 



61 



Neue ArzneimitteL 

Bromoehinal (Chixiinum dibromsalioy- 
lienin aeidam) ist das Chininsalz der Dibrom- 
saliejlsäare. Es bildet gelbliche, bei 197 
bis 198^ schmelzende Krystalle, die in 
Wuser, W^geist und Aether sehweriöslich 
and. Wie Professor Carl v. Noorden in 
der Ther. d. Gegenw. 1903, Januar, mitteilt, 
bat er es bei Fiebernden am Ende des 
Unterleibstyphus und Streptokokkenseptikämie 
wie Lungenentzündung angewendet. In 
Mengen von 0,6 bis 0,75 g zweimal täglich 
übt es den gleichen Einfluss auf die Fieber- 
hitze, wie die Halbgrammgaben von salz- 
samrem Gliinin. Es wurde gut vertragen. 
Wegen seines Bromgehaltee wurde es auch 
in soldien Fällen gereicht, in denen auf 
den Sdilaf eingewirkt werden sollte. Obwohl 
der Erfolg ein gflnstiger zu sein schien, 
will der Verfasser noch kein abschhessendes 
Urteil abgeben^ da die behandelten Fälle 
noch zu wenige waren. Er spricht aber 
die Hoffnung aus, dafs es bald auch von 
anderer Seite geprüft werden möge. Dar- 
gestellt wird dasselbe von der Firma Ver- 
einigte Chininwerke vorm. Zfimyner <& Co, 
\ in Frankfurt a. M. 

Chinaphenin ist eine Verbindung des 
Chinins mit Fbenetidin, die als Chininkohlen- 
Bäorephenetidid aufzufassen ist. Dargestellt 
wird es von der Firma Vereinigte Chinin- 
fabiiken vorm. Zimmer <& Co. in Frank- 
furt a. M. (Weiteres über dieses neue 
Kttd bringen wir in Nr. 6.) 

Eaehinal ist der Karboxyäthyläther der 
Chioaalkaloide, die als Gemisch unter dem 
Namen Chine tum bekannt sind. Dasselbe 
wird unter Anwendung von Natronlauge 
nnd Chlorameisensänreäthyläther dargestellt. 
Empfohlen wird es als ein entbittertes 
Chinin (Hi. Weekbl. 1903, Nr. 1). 

Eamorphol ist die neuere Bezeichnung 
ftr das Serum gegen Morphinvergiftung, 
über welches wir in Ph. C. 43 [1902], 670 
boiefatet haben. Dasselbe wird von der 
Rrma J. D. Riedel in Berlin N. 39 dar- 
gesteitt 

Jodalgü ist ein 50 pCt. Jod enthalten- 
te Jodofonnersatz, der frei von Geruch, 
ia Wasser Utelich und ungiftig ist. Er soll 
lK>he antiseptische Wirkung besitzen. Weiteres 
ist noch nicht bekannt (Nouv. Rem. 1903, 
Nr. \\ 



Hirmol soll ans 3 Teilen Phenol in 

100 Teilen Formalin gelöst bestehen. Das^ 

selbe wird bei krebsartigen und anderen 

: Geschwüren angewendet (Pharm. Ztg. 1903, 

! 28). Man vergleiche Ph. C. 42 [1901], 170. 

I H. Mcntxel. 

I Zur 

! Darstellung und Aufbewahrung 

i von Aether pro narcosi 

' empfiehlt Stolle (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 328) 
' gewöhnlichen Aether zwei bis drei Tage in 
' einer durch ein Chlorcalciumrohr geschlossenen 
Flasche über Natriumscheiben stehen zu 
lassen, und zwar auf 1 L Aether etwa 
1 10 g Natrium. Dadurch wird Wasser und 
Alkohol in Natriumhydroxyd und Natrium- 
äthylat übergeführt und in absolutem Aether 
' unlöslich gemacht Freie Säure wird neu- 
tralisiert und Vinylalkohol durch den nas- 
cierenden Wasserstoff reduciert bezw. durch 
das Natriumhydroxyd verharzt. Aethylperoxyd 
oder Wasserstoffperoxyd wird reduciert. 
Den reinen Aether giesst man durch ein 
Filter ab und bewahrt ihn über etwas 
frischem Natrium auf. —he. 

Der Olykolsäurementhylester, 

der bei völliger Geschmacklosigkeit und Reiz- 
losigkeit doch die wichtigen und therapeutisch 
wertvollen Wirkungen des Menthols noch 
besitzt, wu*d nach einem D. R.-P. für die 
Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer (Chem.- 
Ztg. 1902, 1159) dargestellt durch Erhitzen 
von 7,6 kg Glykolsäure mit 15,6 kg 
Menthol während sechs Stunden auf 175^ C. 
Das Reaktionsprodukt wird im Vakuum 
destilliert und aus Ligroin und zuletzt aus 
Alkohol mehrmals umkrystallisiert. Es sind 
gut ausgebüdete, weifse, glänzende Nadeln, 
die in Wasser nur wenig, in den meisten 
organischen Lösungsmitteln leicht löslich 
sind und bei 87^ C. schmelzen. Durch 
Alkalien und Alkalikarbonate wird der Ester 
leicht verseift, ebenso durch den alkalischen 
Darminhalt, ein Vorzug vor den bekannten 
FettBänreestem des Menthols. —he. 



Thallokos ist ein den Augentropfgiäsern 
gleicher Tropf apparat, der mit einer 2proc. HöUen- 

I stein- oder 20proc. Protargollösung gefüllt ist. 
Wird als V'orbeugungsmittel gegen Tripper ver- 

) wendet. —tx — . 



G2 



Das Verhalten des Fyramidons ' 
zu Gummi arabicum 

beruht nach Versuchen von M, v. Wnldheim 
nicht auf irgend einer chemischen Umsetzung 
beider, sondern es besteht zwischen den 
Oxydasen des Gummis, ganz gleich, ob 
dieselben isoliert oder in grösserer FlQssig- 
keitsmenge vorhanden sind, und dem Pyra- 
midon, dessen Lösung durdi jene blauviolett, 
später rosa bis gelb gefärbt wbrd. 

Diesem Uebel soll man durch kurzes 
Erwärmen der Gummilösung auf 80 ^ (bevor 
das Pyramidon zugefügt wird) vorbeugen 
können. — te—. 

Ztsckr, d. Allg. österr, Apoth.-Ver. 1902, 38, 



ständiger als Phenolphthalel'nlÖBung ist, wird 
durch einen Tropfen Yio-Normal-Schwefel- 
säure sofort entfärbt Borax und Alkali- 
karbonate rufen ebenfalls Rotfärbong hervor. 
Bullet, eommerc. 1902. Nr. 8. —Ix-. 



Eisenhaltige Milch. 

L. Oiordani hat, wie wir der Rev. mens, 
d. mal. de Tenfance 1902 entnehmen, Tieren 
Eisencitrat in allmählich steigenden Gaben 
unter Beobachtung geeigneter Ruhepausen 
eingespritzt und festgestellt, dafs zwar die 
Milchmenge sich etwas verringert, dagegen 
ihr Eisengehalt sich verdoppelt bis verfQnf- 
facht. In der Milch wurde es als eine 
organische Verbindung in leicht verdaulicher 
Form gefunden. Verfasser hegt die Hoffnung, 
dafs es auf diese Weise gelingen wird, eine 
Milch, die sich besonders zur EmlUirung 
blutarmer Kinder eignet, zu erhalten. 

—tx - . 

Das ätherische Oel 
des chinesischen Sternanis 

enthält nach Tardy (Chem.-Ztg. 1902, 608) 
einen rechtsdrehenden Terebenthenkohlen- 1 
Wasserstoff (Pinen), einen linksdrehenden > 
Terpilenkohlenwassei Stoff (Phellandren), Es- 
tragol (p-Methoxyallylbenzol^, rechtsdrehendes 
Terpilenol , Anethol , ein linksdrehendes 
Sesquiterpen, Anisaldehyd, Anisketon, Anis- 
säure und geringe Mengen von Hydrochinon- 
äthyläther. Safrol wurde nicht gefunden. 

-he. 



Rubrescin 

erhält man nach J. Silber ^ wenn Resorcin 
auf Chloralhydrat einwirkt. In Chloroform 
ist es unlöslich, wenig löslich in Aether, 
leichter in Aethyl- und Methylalkohol, sowie 
in Wasser. Verwendet wird es in der 
Alkalimetrie als Indikator. Die Iproc. 
alkalische tief dunkelrote Lösung, die be- 



Zur Bestimmung des Tannins 

benutzt Crouxel (Chem.Ztg. 1902, Rep. 174) 
die Fällung mit Analgesin (Dimethylphenyl- 
pyrazolon), das man zu der wäfiserigen 
Lösung des tanninhaltigen Körpen hinza- 
gibty bis kein Niederschlag mehr entsteht 
Die Menge des verwendeten Analgesins ist 
der des gefällten Tannins gleich. LSast 
Qich das Ende der Reaktion schwer ^kennen, 
so setzt man einen Ueberschuss an Analgesiii 
und die doppelte Menge Natriambikarbonat 
zu; es scheidet sich dann ein klnmpiger 
Niederschlag aus, der auf gewogenem Filter 
gesammelt, mit Wasser gewaschen und bd 
100^ C. getrocknet und gewogen wird. 
Analgesintannat ist ein braungelbes Produkt 
von der Konsistenz einer PiUenmasse, erhärtet 
an der Luft und hat dann harzartigeD 
Bruch. ^ke, 

Formaldehyd in den Pflanzen 

nachzuweisen, bringt Dr. Gino Polaeci im 
Giomale di Chimica, Farmada etc. einige 
vorläuHge Mitteilungen. Er hat es udi zur 
Aufgabe gemacht, das von vielen Forseheni 
bereits angenommene, aber nodh nicht 
bewiesene Vorhandensein von Formaldehyd 
in den grünenden Pflanzen als Zwischen- 
produkt der Assimilation nachzuweisen und 
unterwirft zu diesem Zwecke grüne, längere 
Zeit belichtete Pflanzenteile nach vorher- 
gegangener Zerkleinerung der Destillation. 
Im Destillat ist es ihm gelungen^ Form- 
aldehyd mit Sicherheit nachzuweisen. Er 
hat dabei als ausserordentlich empfindliches 
Reagens auf Formaldehyd und dessen 
Polymere eme Lösung von Codein m 
Schwefelsäure erkannt, die mit den geringsten 
Spuren von Formaldehyd eine violette 
Farbe annimmt, während andere Aldehyde 
(Acetaldehyd, Propylaldehyd usw.) dies nidit 
tun. Da die Reaktion besonders schön 
bei Anwesenheit von polymerisiertem Form- 
aldehyd eintritt, so lässt Autor das oben- 
erwähnte Destillat bei gewöhnlicher Tempe- 
ratur verdunsten, wodurch das darin ent- 
haltene Formaldehyd in Paraformaidehyd 



03 



fibergeführt wird, das als weiflBÜoher Rüek- 
stand hinterbleibty und die Reaktion mit Kodeltn 
sehr schön gibt Ein mit einer Formaldehyd- 
I06img angestellter Gegenversach gab die- 
selben Resultate ; wie der Versuch mit 
Oirysanthemnm^ Malven-, Ahorn-, Linden-, 
Kastanien-Blftitem. 

Aufser der Kodeinreaktion hat Polaeci 
noch folgende ausgeführt: 

li Vennischen des erwähnten DestiUats 
mit Anilin wasser; es entsteht ein deutlicher 
wafser Niederschlag. Auch diese Reaktion 
bezeichnet der Autor als sehr empHndlich 
für Formaldehyd. 

2. Ein noch an der Mutterpflanze befind- 
lidier, dem Sonnenlichte ausgesetzter grüner 
Zwdg wird in eme wässerige, durch schwef- 
liche Säure entfärbte Fnchsinlösung getaucht. 
Der Zweig nimmt allmählich eine rötlich 
violette Farbe an, während die Flüssigkeit 
farblos bleibt Nimmt man statt lebender 
Zweige abgestorbene, so tritt eine Färbung 
derselben nicht em. 

3. Ammoniakalische Silberlösung wurd 
durch das Destillat reduciert. 

4. Mit Nestler'B^em Reagens getränktes 
Papier wird vom Destillat geschwärzt, in 
derselben Weise, wie dies durch Formaldehyd 
geschieht 

5. Mit dnigen Tropfen Methyl -Phenyl-! 
bydrazin zersetzt entsteht ein schwerer,' 
wdfser Niederschlag, der ebenfalls Charakter- ' 
istisdi für Formaldefayd ist 

Verfasser schliefst aus den Ergebnissen 
seiner Untersuchungen, daas in den grünen 
Tdlen der Pflanzen Formaldehyd vorhanden 
ist, das befähigt ist, sieh in eine sechsfache 
polymere Verbindung umzuwandeln, und 
dieser, der Glukose isomere Körper erzengt 
dann wdterhin Stärke. Er glaubt, so das 
Phänomen derümwandlungvon anorganischen 
in organische Stoffe in der Pflanze gelöst 
zu haben. W-^-r, 

Zum 
mikrochemisohen Nachweise 
von Alloxan, Alloxantin und 

von Lävulinsäure 

gibt Behrens (Chem.-Ztg. 1902, 1152) 
folgende Anweisung. Aus der Mischung 



der beiden ersten Körper kann das Alloxan 
durch kaltes Wasser extrahiert werden; es 
bildet grofse prismatische Krystalie des 
triklinen Systems, während Alloxantin viel 
kleinere rhomboidische und rechtwinkelige 
Täfelchen von 200 bis 300 jll Grösse bildet, 
die stark polarisieren und das polarisierte 
licht, erstere in der Richtung einer Kombe, 
letztere unter einem Winkel von 15 bis 
25^, auslöschen. Durch Phenylhydrazin 
wird Alloxan zu Alloxantin reduciert und 
es entstehen alknählich gelbliche Linsen 
und Sphäroide des Phenylhydrazons von 
Alloxantin. Mit Semikiurbazidchlorhydrat 
und Natriumacetat erhält man farblose, 
stark polarisierende, rechtwinklige Stäbchen 
von 150 ;u Gröfse. Ohne Zusatz von 
Aoetat sind die Krystalie nicht gut aus- 
gebildet Durch die Murexidreaktion kann 
nur Alloxantin nachgewiesen werden. 
Baryumhydroxyd liefert mit Alloxantin einen 
blau violetten, pulverigen Niederschlag, der 
sich bei Siedehitze entfärbt und zu Stäbchen 
und Sternchen der Baryumsalze von AUoxan- 
säure und Dialursäure umwandelt Alloxan 
gibt mit Baryumhydroxyd farblose Körnchen. 
Mit Thallonitrat und geringem üeberschusse 
von Natriumhydroxyd, am besten in der 
Wärme, entsteht bei Alloxantin ein pulver- 
iger Niederschlag, der sich sofort in orange- 
gelbe Nadeln von 400 ju Länge umwandelt, 
die auch in heissem Wasser fast unlöslich 
sind. Bei Alloxan entsteht ein nicht 
krystallinischer gelber Niederschlag, der sich 
beim Erhitzen löst und beim Erkalten 
unverändert wieder abscheidet Die Lävulin- 
säure gibt mit Phenylhydrazinacetat eine 
weisse Trübung, in der sich in kurzer Zeit 
rhomboidische und symmetrische sechsseitige 
Tafeln mit spitzem Winkel von 60^ und 
bis 500 JU Länge, ausserdem oft gekrümmte 
und zu Rankenwerk verwachsene Stäbchen 
bilden. Die Polarisationsfarben sind sehr 
lebhaft, die Auslöschung gerade, doch sind 
die Krystalie nach dem Umrisse und ihrem 
Verhalten beim Neigen als monoklin zu 
betrachten. Das Charakteristische ist die 
Tafelform der Krystalie. Das Semikarbazon 
krystallisiert träge in Gestalt schiefwinkliger 
Stäbchen von 600 ja Grösse und mit einem 
spitzen Winkel von 77^. Die Lösungen 
desselben bleiben aber lange übersättigt. 

hc. 



64 



Zum Nachweis von Anilin, 

o- und p-Toluidin 

geben Biehringer und Busch (Chem.-Ztg. 
1902^ 1128) ein Verfahren an: Man kocht 
die sehwach salzsaure Lösung der Basen 
mit ^nigen Tropfen Eisenchlorid auf; wobei 
Anilin und o-Toluidin einen aus blauen oder 
blaugrfinlichen Flocken bestehenden Nieder- 
schlag geben, während p-Toluidin sofort eine 
intensiv bordeauxrote Farbe erzeugt; die 
dauernd unverändert haltbar ist. Diese rote 
Farbe ist noch zu erkennen, wenn 1 g 
p-Toluidin in 3 L schwach salzsaurem Wasser 
gelöst ist. Zur Unterscheidung zwischen 
Anilin und o-Toluidin bedient man sich des 
RosenstiehVEdieii Verfahrens. Man setzt 
zu einer aus gleichen Volumen Wasser und 

Mahrungsmi 

Die Unterscheidung 

von Butter und Margarine 

oder anderen Fetten 

kann man nach Deguide (Chem.-Ztg. 1902, 
Rep. 298) in der Weise erreichen, dass 
man das Fett in einem GefSsse mit ab- 
gerahmter Milch unter allmählicher Erhöhung 
der Temperatur andauernd schüttelt. Bei 
37,5 C. soll dann die Butter vollständig 
emnlgiert werden, während bei der Margarine 
und den anderen Fetten die Fettkügelchen 
sehr gross bleiben und beim Schüttehi 
ineinander fliessen. Selbst bei höherer 
Temperatur findet keine Emnlgierung statt 
-he, 

Hamananatto, 

eine Art vegetabilischen Käses, wird nach 
Satva (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 174) in Japan 
aus Sojabohnen hergestellt. Das Produkt 
hat einen angenehmen salzigen Geschmack 
und einen Geruch nach frischer Brotkruste. 
Die Bohnen werden gut gewaschen, weich 
gekocht, auf Strohmatten ausgebreitet und 
mit der reichlichen Hälfte Weizenmehl ver- 
mengt. Dabei entwickeln sich Schimmel- 
pilze. Dann wird die Masse drei Tage 
lang dem du*ekten Sonnenlichte ausgesetzt, 
um die Pilze zu töten und dann in flache 
Kübel gebracht. Nach zwölf bis dreizehn 
Tagen wird Kochsalz und Ingwer zugesetzt, 
dann dreissig Tage lang unter Druck auf- 



Aether bestehenden Flüssigkeit 1 bis 2 Tropfen 
des Gemisches, schüttelt tüchtig um und 
setzt einige Tropfen klarer Chlorkalklösnag 
zu. Das Wasser zeigt eine braunviolette 
Färbung, da sich die violette des AniliBS 
mit einer braunen, durch das o-Toluidm 
hervorgerufenen, mischt Das p-Tolnidin 
giebt keine Färbung. Bei kräftigem Durdi- 
schütteln wird die braune Farbe vom Aether 
aufgenommen, während dann daa Wasser 
die reine Anilmfärbung zeigt Hebt man 
nun den Aether ab und schüttelt ihn mit 
Wasser, das mit 1 bis 2 Tropfen verdünnter 
Schwefelsäure angesäuert ist, so entsteht bei 
Anwesenheit von o-Toluidin eine blaurote, 
an Permanganatlösung erinnernde, beständige 
Färbung. Reines Anilin aus Sulfat gibt 
keine Spur dieser Färbung. —ßie. 

ttel-Chemie. 

bewahrt. Die fertige Masse enthält ^ 
44,73 pCt Wasser und in der Trocken- 
substanz 3,57 pCt. Eiweissstickstoff, 3,44 pGt 
Fett, 6,87 pCt Rohfaser, 8,40 pCt Kohlen- 
hydrate, 18,54 pCt. Asche (einschliesslich 
des Kochsalzes). ^he. 

Vanille -Fälschung. 

Je grösser der Krystallfiberzug der Vanillen- 
schoten ist, für desto wertvoller werden sie 
gehalten. Dies ist jedoch nicht der Fall; 
denn die am meisten bevorzugten mexi- 
kanischen Vanillesorten besitzen denselben 
nicht immer. Um ihnen aber ein besseres Aus- 
sehen zu geben, werden sie bekanntlich künstlich 
mit einem Reif von HenzoSsäurekrystallen 
versehen. Wenn sich auch letztere von 
denen des Vanillins durch die Gestalt unter- 
scheiden, was vermittelst einer Lupe leicht 
zu erkennen ist, und auch der Schmelzpunkt 
beider verschieden ist, so ist der chemische 
Nachweis noch viel leichter. Bringt man 
zu einer weingeistigen Phlorogludnlösung, 
die mit Salzsäure versetzt ist und sich auf 
einem Uhrglas befindet, ein Kryställchen, 
so ruft Vanillin die bekannte Rotfärbung, 
die bei der Benzoesäure ausbleibt^ hervor. 

Bull, des Sciences pharm. — ix — . 

Sangids ist ein AVurstfärbemittel, das aus 
Borsäure und einem in Weingeist nur unvoll- 
kommen löslichen, dnnkelroten Teerfarbstoff be- 
steht. Wegen seines Borsäuregehaltes darf das- 
selbe nicht mehr verwendet werden. — tx — . 



65 



Die hohe Bedeutung der 
Nitratreäktion hinsichtlich der 
MUch- Hygiene und MUch- 
Verwertung. 

Dr. A" Oerber und P. Wieske in Zürich 
rerSffentiichtea hierflber eine längere Arbeit 
I in der ,^ileh-Zeitiing'', 31, 1902, S. 82. 
Hiemaeh kommen Nitrate in der frisch und 
ronliehst von der Knb ermolkenen Milch 
niebt vor. Selbst bei direkter Verfütterung 
I mit den Nahmngsmitteln geht Salpeter nicht 
I in die Milch Aber. Aach die Milch von 
I Kfihen^ welche grosse Mengen stark nitrat- 
haltigen Wassers erhielten, war von Nitraten, 
¥16 Bodde fand, absolut frei. Findet daher 
die chemische Analyse in einer MUch Nitrat, 
80 ist damit unzweifelhaft bewiesen, dafs 
mit der Milch nach ihrer Gewinnung etwas 
Ung^öriges vorgegangen ist Seit dem 
Vorsefalage Uffelmann% fflr den Nachweis 
einer Yerwisserung der Milch sich des 
NadiweiseB der Salpetersäuren Salze zu be- 
dienen, sind verschiedene chemische Methoden 
fOr diesen ^trat-Nachweis augegeben worden, 
vdche bis in die letzten Jahre hinein fast 
diirdigängig auf der Anwendung von 
Khwefelsaarem Diphenylamin beruhten. 
Keines dieser Verfahren hat aber eine 
nennenswerte Verbreitung gefunden, da die 
H«reteUnng und Anwendung der Reagens- 
fltaigkeiten umständlich und zeitraubend 
vL Bedeutend einfacher ist das von 
Fritxnumn angegebene Verfahren unter 
Anwendung von Formaldehyd. Derselbe 
fand, dafs sich bei der Milch-Fettbestimmung 
nadi Dr. N, Gerber bei Zusatz von einem 
Tropfen lOproc Formaldehyds zur Milch 
der Zusatz nitrathaltigen Wassers durch 
das Auftreten einer violetten oder blauen 
FSrbung der Säureschicht zu erkennen gab. 
Spiter wurde diese Methode dahin ver- 
bönert, dafs die Reaktion nicht mehr im 
Qerber'&äieBL Butyrometer mit der Fett- 
iMBtimmung zusammen, sondern im Reagens- 
g^M für sich allein vorgenommen wurde. 
Zn 2 ecm Milch werden 2 ccm chemisch 
rase Sdiwefebäure und 1 Tropfen einer 
. schwadten Formaldehydlösung zugesetzt; 
catitaht an der Berührungsstelle von Mildi 
und Sdiwefelsäure ein blauer Ring, oder 
&rbt sich die Flüssigkeit beim Schütteln 
Uau, 80 sind in der untersuchten MUch 



salpetersaure Salze vorhanden und zwar 
um so mehr, je kräftiger und dunkler die 
blaue Färbung ist. Das chemische Wesen 
der Reaktion ist noch nicht genau klar- 
gelegt; jedenfalls ist sie an das Vorhanden- 
seiir von Kasein gebunden, mit welchem 
das Formaldehyd eine schwer lösliche Ver- 
bindung eingeht. Die FHtxniann'wiit 
Methode ist verschiedenen für die Molkerei- 
praxis konstruierten Apparaten, welche die 
Bezeichnung „Hydro'' und andere Namen 
führen, zu Grunde gelegt worden. Die 
Verfasser haben die Nitratprüfung mittelst 
Formaldehyd und Schwefelsäure noch weiter 
vereinfacht. Sie stellten durch zahlreiche 
lange Zeit fortgesetzte Versuche fest, dafs 
man ohne Furcht vor etwa eintretender 
und unwirksam machender Zersetzung, 
Schwefelsäure und Formaldehydlösung von 
vornherein mit einander vereinigen kann, 
wodurch das Tropfenabzählen und das 
Tropffläschchen erspart und die Reagentien 
verbilligt werden. Nach der Methode der 
Verfasser setzt man im Reagensglas zu einer 
kleinen Menge Milch eine gleiche Menge 
Formaldehyd-Schwefelsäure (von dem Ver- 
fasser „Nitratreagens'' genannt). Bei Violett- 
oder Blaufärbung enthält die Milch Nitrate. 
— Das „neue" Verfahren, die Vereinigung 
der Nitratprüfung mit der Fettbestimmung 
die sog. „Nitro-Acid-Butyrometrie" ist weder 
neu noch zuverlässig; dieselbe wurde, wie 
bereits erwähnt, schon von Fritzfnann be- 
schrieben, weldier jedoch bei der weiteren 
Ausbildung seiner Nitratbestimmungsmethode 
die Nitrat- und die Fettbestimmung wieder 
von einander trennte. Hierauf lassen die 
Verfasser die Gründe folgen, aus denen die 
kombinierte Methode zu verwerfen ist. 

Die Nitrate können nun auf mancherlei 
Wegen in die MUch gelangen. Salpeter 
kann der Milch zugesetzt werden in der 
Absicht, den bei der Verfütterung von Kohl- 
rüben u. s. w. in MUch und Butter sich 
zeigenden Rübengeschmack zum Verschwinden 
zn bringen. Auch durch unvorsichtige 
Hantierung mit Düngemittehi (GhUesalpeter) 
könnte die MUch verunreinigt werden. Bei 
unsauberer Behandlung der Kühe, bei unter- 
lassener oder ungenügender Reinigung des 
Euters vor dem Melken und durch sonstige 
mit Unsauberkeit zusammenhängenden Zu- 
fällen können in die MUch kleine Mengen 



66 



Stallmist hineingelangeD, bei dessen Zer- 
setzung neben Ammoniak auch Nitrite nnd 
Nitrate entstehen. Endlich können Nitrate 
in die Mileh dnrch Zusatz von nitrathaltigem 
Wasser hineingelangen. Um mittelst^ der 
Nitratprobe die Milch auf Verwässernng 
prüfen zn können, mnss man sich jedoch 
zunächst vergewissert haben, dass die 
Wasser der milchliefemden Gegend audi 
wirklich Salpetersäure enthalten. Bei nitrat- 
freiem Wasser würde die Reaktion eben 
nicht eintreten und ein eventueller Wasser- 
zusatz unentdeckt bleiben. Andemteils muss 
man sich bei den verschiedenen Möglich- 
keiten der Nitratverunreinigung hüten, bei 
positiver Reaktion ohne Weiteres den Vor- 
wurf der Verwässerung zu machen. Auf 
welche Weise auch immer die Nitrate in 
die Milch hineingelangt sein mögen, in jedem 
Falle stellt die Nitratreaktion zweifellos fest, 
dass mit der Milch während oder nach 
ih^-er Gewinnung etwas Ungehöriges vorge- 
gangen ist, das der Aufklärung und Abhilfe 
bedarf. Verfasser berühren bei dieser Ge- 
legenheit noch die Frage, ob zwischen der 
mit Eintritt der warmen Jahreszeit sich 
steigernden Kindersterblichkeit und dem 
Wechsel der Fütterungsart der Kühe nicht 
ein ursächlicher Zusammenhang besteht. 
Häufig stellen sich bei den Kühen bei dem 
Uebergang von der Trockenfütterung zum 
Grünfutter dünnflüssige Stühle ein, mit 
denen natürlich eine gröbere Verschmutzung 
des Euters und der anliegenden Partien ein- 
hergeht. Es ist daher auch aus diesem 
hygienischen Grunde bei eintretender Nitrat- 
reaktion auf jeden Fall dem Scbmutzgehalt 
der Milch und seiner Zusammensetzung Auf- 
merksamkeit zu schenken. Btt. 



Bei der Konservierung 
der Milch 

ist nach Rosam (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 189) 
eine Menge von 0^2 pGt. Wasserstoffperoxyd 
zur Sterilisierung nicht ausreichend ^ be- 
sonders, wenn schon starke Bakterienver- 
mehrung eingetreten ist. Dann wäre eine 
solche Menge des Desinficiens nötig, dass 
eine unzulässige Verdünnung der Milch ein- 
treten würde. Bessere Resultate werden 
erhalten, wenn man das Wasserstoffperoxyd 
der unmittelbar vorher 80 bis 45 Minuten 



auf 65 bis 70^ 0. erwännten Milefa zu- 
fügt Soll die Behandlung in grtaeren 
Mengen erfolgen, so müssen die dazu ver- 
wendeten Blechgefässe besonders sorgfältig 
verzinnt und gut verscbliessbar sein und 
die Ifildi darin öfters durchgemischt werden. 
Der durch das Wasserstoffperoxyd hervor- 
gerufene eigenartige Geschmack der Mildi 
soll selbst bei regelmässigem Genüsse weder 
eine schädliche Wirkung noch Widerwülen 
hervorrufen. Das käufliche sog. medidnisehe 
Wasserstoffperoxyd ist für diesen Zweck 
infolge seines Baryum- und Arsengefaaltes 
nicht verwendbar, das reine Merck'dA% 
Produkt ist zu teuer. Am lichtesten wird 
sich eine unschädliche Lösung aus Natrium- 
peroxyd gewinnen lassen. Vergl. Ph. C. 48 
[1902], 14, -Äe. 



Untersuchungen über die 

Abnahme des Säuregrades der 

MUch 

stellte A. Kirsten G,Milch-Zeitung'^ 31, 1902, 
S. 114) an. Aus dieser längeren Arbeit 
und den zahlreichen Untersuchungen geht 
hervor, dafs beim Stehenlassen der 
Milch in offenen Gefässen, beim 
Centrifugieren und beim Rochen in 
offenen Gefässen die Säure der 
Milch eine Abnahme erfährt; diese 
Abnahme läfst sich auf den teil- 
weisen Verlust der in der Milch ge- 
lösten freien Kohlensäure znrfick- 
führen. Es wird somit die Säure der 
frischen Milch nicht allein durch die 
in der Milch enthaltenen sauren 
Phosphate, sondern zum Teil auch 
durch den Gehalt der Milch an ge- 
löster, freier Kohlensäure bedingt 
— Das von Soxhlet gefundene sogenannte 
Inkubationsstadium der Milch, d. i. der 
Zeitraum, in welchem trotz Vermehrung 
der Säurebakterien die Milch auf ihrem 
Anfangstiter stehen bleibt, wfirde richtiger 
in der Weise zu deuten sein, dafs man 
unter Inkubationsstadium den Zeit- 
raum versteht, in welchem durch die 
Tätigkeit der Milchsäurebakterien 
nur soviel Milchsäure gebildet wird, 
wie der beim Stehenlassen der Milch 
entweichenden, in Bezug auf die 



67 

Säarewirkung gleichwertigen Menge Säure zeigen, je nachdem die Miichsäure- 
Kohlensänre entspricht. Die Milch | bildiing im gleichen Malse des Kohlensäore- 
kum im Inknbationsstadium entweder ein | Verlustes stattfindet oder hinter diesem 
Oleichbleiben oder auch eine Abnahme der > zurückbleibt. Btt. 



Bakteriologische Mitteilungen. 



Bei den Mefhylenblaufärbungen, 

besonders bei der von Romafiowski, sind 
Zersetzungsprodukte des Methylenblaus wirk- 
sam. Bei seinen Versuchen darüber be- 
nutzte Michaelü (Ghem.-Ztg. 1901^ Rep. 
215) als konstanteste FarblCsung Un^ia's 
polychromes Methylenblau. Als wesentlichen 
Bestandteil desselben erkannte er das 
Methylenazur. Es wird aus der eosinsauren 
Lösung durch Chromatin in roter Modifikation 
abgeschieden. Die Gegenwart unveränderten 
Methylenblaus ist nicht erforderlich ^ . aber 
zur Entstehung von Eontrastfärbungen 
wfinfichenswert. Die Bereitung der Lösung 
erfolgt am besten wie folgt: 2 g Methylen- 
blau (medicmale) werden in 200 ccm Wasser 
gelöst, genau 10 ccm Yio-Normal-Natron- 
lange zugeffigt, eine Viertelstunde gekocht 
.und nach dem Erkalten mit genau 10 ccm 
Vio-Normal- Schwefelsäure versetzt und 
filtriert Vor dem Gebrauche wu-d 1 Teil 
dieser Lösung mit 5 Teilen Eosinlösung 
1:1000 versetzt; durchgeschüttelt und eine 
Viertelstunde auf die Präparate einwirken 
gdaseen. — Ä«. 



üeber die Wirkung von Alkohol 

und Säuren auf das Invertin 

der Hefe 

veröffentlicht Bokamy (Chem.-Ztg. 1902, 
701) eine Studie, aus der hervorgeht, dass 
das Invertin durch dreitägige Behandlung 
mit absolutem Alkohol bei gewöhnlicher 
Temperatur nur wenig von semer Wirkung 
elabtbBt, während das Inversionsvermögen 
fttt ganz aufhört, wenn der Alkohol bei 
45^ C. einwirkt In frischer Presshefe, die 
3 Tage bei gewöhnlicher Temperatur in 
5pioe. Formaldehydlösung aufbewahrt 
worden war, war das Inversionsvermögen 
eher nodi gesteigert, während andere En- 
zyme gegen Formaldehyd sehr empfindlich 
Bind. Durch Emwirkung des Formaldehyds 
bd 45^ C. wurde die Inversionswirkung 
völlig zerstört Wurde trockene Presshefe 
m emem üeberschnss von 0,25 proc. Oxal- 



säure 2 Tage belassen und dann, nach dem 
Abgiessen der Säure, m Rohrzuckerlösung 
verbracht, so zeigte sie gleichfalls hohes 
Inversionsvermögen. Die entgegenstehenden 
Erfahrungen anderer sind wohl darauf zurflck- 
zuführen, dass sie die Säure während der 
bei 50 <^ 0. durchgeführten Inversion zu- 
setzten. Auch 0,5 proc. Oxalsäurelösung 
ergab kein anderes Resultat Weiter wurden 
Versuche mit 0,1 bis 0,25 und 0,5 proc. 
Flusssäurelösungen angestellt, die nur geringe 
Vermmderungen der Inversionskraft ergaben, 
sodass die Flusssäure bei den in der Gährungs- 
technik angewendeten Eoncentrationen die 
invertierende Kraft der Hefe nicht schädigt, 
womit aber nicht bewiesen ist, dass andere 
Funktionen darunter leiden. Zum Beispiel 
fand Verf., dass auch 2 proc. Essigsäure und 
2 proc. Milchsäure in zweitägiger Einwirkung 
an dem Inversionsvermögen nichts ändert, 
während das Gährvermögen der Hefe bereits 
durch Iproc. Essigsäure in einigen Tagen 
vernichtet wkd. 

Man vergleiche auch Ph. 0. 42 [1901], 
588. -^he. 

Zur TuberkelbaciUen- und 
Sporenfärbung 

kann man nach Müller (Chem.-Ztg. 1901, 
Rep. 214) mit Vorteil statt der Säuren 
Kaliumperkarbonat oder Wasserstoffperoxyd, 
das unmittelbar vor der Anwendung mit 
Alkalikarbonat alkalisch gemacht wird, ver- 
wenden. Ealiumperkarbonat entfärbt Fuchsin, 
nicht aber Methylenblau. Eine verlängerte 
Einwirkung schädigt die Präparate nicht. 
Auch Sporenfärbnngen lassen sich auf diese 
Weise ausführen, wenn man an Stelle von 
Karbolfuchsin Anilinwasserfuchsm verwendet 

Zur Herstellung von 
Verbindungen bakteriolytischer 
Bakterienprodukte mit Eiweifs, 

die nur schwer in die tierischen Zellen 
diosmotisch eindringen, daher im Tierkörper 



68 



haltbar sind und ilire bakteriolytischen 
Wirkungen lange Zeit hindorch entfalten, 
so dass sie immunisierend wurken, wird nach 
dem Patente von Emmerich (Chem.-Ztg. 
1902, 709) die Lösung der aus Bakterien- 
flüssigkeitsknlturen gewonnenen bakterien- 
tötenden Stoffe auf 38^ C. erwärmt, mit 
dem halben bis gleichen Volumen frischen 
Tierblutes, dem zur Verhütung der Gerinnung 
0,5 pGt. oxalsaures Natrium zugesetzt ist, 
vermischt und unter stetem Schütteln 0,3 pCt. 
Aetzkali in lOproc. Lösung zugefügt. Statt 
des Blutes kann auch 2 bis 5 pCt frische 
Kalbs- oder Schweinemilz, die in sterilisierter 
Fleischhackmaschine fein zerteilt wu-d, der 
Lösung zugesetzt und unter allmählichem 
ZufliessenUssen von 0,5 bis 0,4 pCt kohlen- 
saurem Kalium in 20proc. Lösung im 
sterilisierten Mörser gut verrieben werden. 
Die Mischung wird, eventuell unter Zusatz 
von 0,15 bis 0,2 pCt Trikresol zur Ver- 
hütung von Bakterienentwickelung, eine bis 
drei Stunden auf 38^ C. gehalten. —he. 

Der Zellkern der Hefe. 

Mit dem Zellkem bei den Hefezeüen und 
mit der Struktur desselben beschäftigt sich 
eine Studie von L. Fmibergj die er im 
Dezemberheft 1902 der „Berichte der 
Deutschen Botanisdien Gesellschaft^' veröffent- 
licht Nachdem das Vorhandensein eines 
Zellkerns in der Hefe von verschiedenen 
namhaften Autoren festgestellt und von 
anderen wieder angezweifelt worden war, 
gelang es Möller, den sichern Nachweis für 
die Existenz desselben zu erbringen. Von 
Ziemann und 2jettnoiv wurde für die 
Kemfärbung der Hefe die Methylenblau- 
Eosinfärbung, welche Ronmnowski mit 
vielem Erfolge für die Malariaplasmodien 
angewandt hatte, eingeführt. Nach dieser 
ausgezeichneten Färbemethode hat auch der 
Autor gearbeitet. Bei richtiger Zusammen- 
setzung der Farblösung nimmt das Proto- 
plasma der tierischen, sowie der pflanzlichen 
Zellen eine Blaufärbung an, der Zellkern 
färbt sich dagegen rot und der Nukleolus, 
sofern ein solcher vorhanden ist, wieder 
blau, wie dies die Tafel des Autors durch 
Zellen von Visda Faba, sowie aus Ganglien 
und Geschwülsten des Menschen zur An- 
sdiannng bringt. Anders verhalten sich 
die Kerne einiger niederer, tierischer, ein- 



zelliger Organismen, nämlich der Sporozoen 
und Süsswasserrhizopoden, einschliesslich der 
Amöben. Diese letzteren nehmen, genau 
wie die Hefezellen, eine rote Kemfärbung 
an, wenn sie mit Methylenblau- Bo»n 
behandelt werden. Nun ist bekannt, dass 
es die Chromatinsubstanz in der Zelle ist, 
die sich mit dem llot aus Methylenblau- 
Eosin färbt; mithin bestehen die Kerne der 
Hefen, die der Plasmodien in ihrem Zustand 
als Amöben, sowie die der Protozoon aus 
Ohromatm allein. Ein Kemkörperchen und 
die ganze Organisation eines höheren Zell 
kemes fehlt ihnen, sie bestehen lediglich 
aus Chromatinsubstanz; wir können also 
nur von einem „Kernpunkt^' bei den Hefe- 
zellen reden. Es ist Feinberg mithin 
gelungen, die Angaben Hofmeister% der 
Nukleolussubstanzen in dem Hefezellkem zu 
finden meinte, zu widerlegen. Um ganz 
sicher zu gehen, fertigte der Autor auch 
Mikrotomschnitte von in Alkohol gehärteten 
Hefen an. Es konnte aber nirgends unter 
dem Ghromatinkörper ein Nukleolus oder 
eine sonstige feinere Struktur des Keines 
nachgewiesen werden; die aus Fyrenin und 
Plastin bestehende Nukleolussubstanz fehlt 
somit den Hefezellen. Von dem der erwähnten 
einzelligen Organismen unterscheidet sich 
der Kernpunkt der Hefe dadurdi, dass er 
sich allerwärts dicht an das Protoplasma 
der Zelle anschliesst, während bei ersterem 
sich deutiich eine Zwischenzone, die gar 
keinen Farbstoff aufnimmt, unterscheiden 
lässt. Es gelingt bei emiger Hebung leicht, 
nach der von Feinberg angewandten 
iZa/7eano^'schen Färbungsmetiiode, sich von 
der Richtigkeit der ei*wähnten Tatsachen 
selbst zu überzeugen und den so oft 
angefochtenen Kernpunkt der Hefe selbst 
zu suchen. Man verfährt hierbei so: Hefe 
wird auf ein gereinigtes DeckgUis dünn aus- 
gestrichen und getrocknet, zehn Minuten in 
absolutem Alkohol gehärtet und wieder 
getrocknet. Jetzt gibt man die Farblösung, 
bestehend aus: 1 ccm koncentrierter, wässer- 
iger Methylenblaulösung, 8 ccm Wasser, 
3 Tropfen 5proc. Natriumkarbonatiösung, 
der man 1 ccm Iproc. wässeriger Eosin- 
lösung unter Umschütteln hinzugefügt, darauf 
I und färbt etwa zwei Minuten lang ohne 
< Erwärmen. Nach dem Abwaschen hellt 
I man durch Einbringen in absoluten Alkohol 



69 



auf; genügt das nicht, so nimmt man 
WasBer, dem auf 20 com 1 Tropfen Etsig- 
Bänre zugesetzt ist. Man bettet in Balsam 



ein und betrachtet mit Oel-Immersion und 
dem stärksten vorhandenen Okular. 

Dr. R H. 



Therapeutische Mitteilungen. 



Basedowsan 

ist, wie schon in Ph. 0. 43 [1902], 651, mit- 
geteilt wurde, ein Serum zur Heilung der 
Basedüw'^chevL Krankheit Dasselbe wird 
Ton Ziegen und Hammeln, denen die Schild- 
drfiae entfernt ist, gewonnen. Da es sehr 
leicht verdirbt, sind zu 100 g desselben 
0,5 g Karbolsäure zugesetzt. Einverleibt 
wird es erstens durch drtünal tägliche Em- 
nahme von 15 Tropfen in einem Theelöffel 
Portwein oder dergleichen. Die Gabe steigert 
man schnell bis zu dreimal täglich einen 
Theelöffel. Dann aber auch wird es in Mengen 
von 0,25 bis 0,5 bis 1 ccm unter die Haut 
in den Röcken eingespritzt Es sollen dabei 
nur ganz geringe Schmerzen auftreten. Der 
Der schnelle Pulsschlag wird verlangsamt 
bis zur Regelmäasigkeit, die Schilddrüsen- 
sflhwellung geht zurück und wird weicher. 
Der Kranke wird wieder kräftiger und 
seme Esslnst erhöht sich. H. M. 

Phafrm, Ztg. 1902, 1008. 

Chininlygosmat. 

Dr. J. Hevesi berichtet in dem Gentral- 
blatt für Chirurgie 1902, Nr. 1., dass er 
dieees Präparat (Ph. C. 42 [1901], 339) 
der vereinigten Chininfabriken Zimmer <& Co. 
in Frankfurt a. M. seit anderthalb Jahren 
in den verschiedensten FäUen angewendet 
babe. Dasselbe wurkte bei unremen Wunden, 
JAoehenden und brandigen Geschwüren 
gemehzerstörend und antiseptisch. Aus- 
wttdiungen * ^mit anderen antiseptischen 
Mittehi waren nie angewendet worden und 
stets fand Heilung ohne Eiterung statt. 
Aoaserdem hebt er auch die blutstillende 
Wirkung dee Chininlygosinates hervor. Das 
Präparat wurde als Streupulver, als lOproc. 
GlyeerinmisGhung und als 30proc. Gaze 
(zor Wundaustupfnng und als Deckverband) 
rerwendet Ein damit verfertigtes englisches 
Ptkster bewährte sich bei oberflächlichen 
Sehnitir und Ritzwunden, sowie bei Haut- 
dMehQrfungen vorzüglich. H. M. \ 



Dymal. 

Dieses Nebenprodukt der Giflbstrümpfe- 
darstellung, weidies salioylsauree Did3rm ist 
und von den vereinigten Chininfabriken 
Zimmer & Co, in Frankfurt a. M. in den 
Handel gebracht wird, ist ein feines, rötlich- 
weisses Pulver, das sieh nicht zusammenballt 
und mit dem Pinsel gut aufstreuen lässi 
Ausser den von Dr. Kopp beobachteten, 
von uns bereits in Ph. C. 42 [1901], 151, 
mitgeteilten Eigenschaften besitzt dasselbe 
einem Berichte des Dr. Joe, Munk in der 
Aerztl. Centralzeitung Wien 1902, Nr. 13, 
zufolge noch den nicht zu unterschätzenden 
Vorzug, dass man von dem, wenn auch 
noch so dicht aufgestreuten Pulver am 
nächsten Tage beim Verbandwechsel keine 
Spur mehr vorfindet, da es der Wundfläche 
nicht so anhaften bleibt, dass Aussehen 
und Beschaffenheit der Wunde nicht wahr- 
nehmbar sind. Das Dymal ist also gänzlich 
aufgesogen, so dass nach Abnahme des 
Verbandes der Zustand der Wunde genau 
beurteilt werden kann. Ein weiterer Vorteil 
ist, dass sich die Verbandstoffe ohne vor- 
heriges Anfeuchten leicht von der Wunde 
lösen lassen. 

Ausser bei direkten Wunden wurde es 
wirksam bei Wundsein und Ausschlag 
befunden. Versucht wurde es femer bei 
akutem Nasen- und Rachenkatarrh zu Ein- 
blasungen, wodurch rasche Heilung erzielt 
werden konnte. Bei seiner Verwendung 
in den Nasenhöhlen ist eine gewisse Vorsicht 
nötig, da grössere Mengen, seien sie ein- 
geblasen oder aufgeschnupfl^ auf der Nasen- 
schleimhaut ein ähnliches (lefühi hervorrufen, 
wie man es empfindet, wenn man sich im 
Flusswasser untertaucJit und dabei viel 
Wasser in die Nase gelangt. Dieses Gefühl 
hält ungefähr eine halbe Stunde an, ist die 
Menge grösser gewesen, so löst sie Nies- 
reflexe aus. H. M. 



70 



Sublamin. 

lieber dieses Präparat haben wir schon kurz 
in Ph. 0. 43 [1902], 108 und 613 berichtet. 
Dasselbe wird von der chemischen Fabrik 
auf Aktien (vorm. E, Scheriiig) in Berlin N., 
MüUerstrasse 170/171, in rotgefärbten 
Tabletten zu 1 g, die sich in Wasser sofort 
lösen, in den Handel gebracht. Angewendet 
whrd eine Lösung von 1 pro Mille. Wie 
vielfache Versuche, die von Prof. Dr. Krönig , 
Dr. Blumberg, Dr. Schenk, Dr. Zanfal, 
Dr. Paid und Dr. Sarvey angestellt worden 
sind, beweisen, fehlt demselben jede Reiz- 
wirkung; seine Tiefenwirkung ist eine 
grössere, als die anderer QuecksUberpräparate, 
da es Eiweiss nicht zur Gerinnung bringt 
und daher tiefer eingreifen kann. Besonders 
empfiehlt es sich, dasselbe zur Hände- 
desinfektion zu gebrauchen, da es, wie die 
Versuche gezeigt haben, die in dieser Frage 
weitgehendsten Ansprüche erfüllt Paul und 
Sarvey empfehlen dasselbe ganz besonders, 
da es auch in stärkerer Lösung, wenn die 
Haut mit hochvirulentem Eiter in Berührung 
gekommen ist, wegen seiner fehlenden Aetz- 
Wirkung angewendet werden kann. 

Zur Desinfektion der Hände werden 
diese zunächst mit lauwarmem Wasser und 
am besten mit Schmierseife unter Benutzung 
einer Bürste acht bis zehn Minuten lang 
gewaschen. Nach Abspülung der Seife 
werden dieselben während fünf Minuten 
unter Zuhilfenahme einer Bürste mit 
Sublaminlösung (1 : 1000), wenn nötig, einer 
stärkeren, behandelt. 

Zu Scheidenausspülungen wu-d es als 0,1 
bis 0,2proc. Lösung empfohlen. H M. 
ThioooL 

Seine Hauptverwendung hat dasselbe bei 
Tuberkulose (vergl. Ph. C. 43 [1902], 174) 
gefunden. In der ärztlichen Gentral-Zeitung 
1902, Nr. 8, empfiehlt Dr. Eberson-Tarnow 
dasselbe zur Behandlung der Lungen- 
entzündung. Er hat es mit Senegaaufguss 
gegeben und nach einem bis zwei Tagen 
Fieberfall, und später Genesung beobachtet 
Kindern unter einem Jahr werden 0,5 g, 
im ersten bis dritten Jahre 1 bis 1,5 g, 
im dritten bis sechsten Jahre 2 bis 3 g, 
bis zum zehnten Jahre bis 4 g. Erwachsenen 
5 g in 24 Stunden gegeben. Unangenehme 
Nebenerscheinungen sind bisher nicht be- 
obachtet worden. —tx — . 



EreoBotal, 

welches bisher zur Bekämpfung der Lungen- 
schwindsucht, des Typhus usw. angewendet 
wurde, hat sich in neuerer Zeit nach Mi^ 
teilungen von Dr. van Zandt, F. Stokes, 
Leonard Weber, H. Smith und v. a, als 
ein hervorragendes Mittel gegen Lungen- 
entzündung bewährt Es trat nicht nur 
eine zeitige Entfieberung ein, sondern es 
wurde auch selten eme Krise beoaditet, 
wenn es rechtzeitig gegeben worden war. 
Alle rühmen eine schnelle Heilung. Dar- 
gestellt wird es von der chemischen Fabrik 
von Heyden in Radebeul bei Dresden. 
Vergl. Ph. 0. 43 [1902J, 579. -u— . 

Ueber die physiologische 
Wirkung des Zuckers 

bringt die MUch-Zeitung 1902, S. 69 aus 
„Deutsche Zuckerindustrie'' ^e Mitteilung 
von Prof. E. 0. v. Lippmann über dies- 
bezügliche Versuche des Sanitätsrat Dr. 
Schücking. Nach den heutigen Kennt- 
nissen ist die Anhäufung von Kohlen- 
säure als letzte Ursache des Herz- 
stillstandes zu betrachten — in einer 
Stickstoff-Atmosphäre erfolgt dieses bekannt- 
lich erst ganz bedeutend später. Man dürfte 
daher voraussehen, dass die Natrium- Ver- 
bindungen der Zuckerai-ten, welche leicht 
löslich smd, und in Lösung begierig Kohlen- 
säure aufnehmen, zur Beseitigung der 
Kohlensäure brauchbar sein würden. Eine 
Durchspülung mittelst Natriumsaccharatlöeung 
von 0,03 pCt mit Kochsalzzusatz von 
0,7 pCt. ergab als Tierversuch, dass tat- 
sächlich nahezu erschöpfte, ja selbst bereits 
stillstehende isolierte Herzen zu neuer, 
längere Zeit andauernder Funktion angeregt 
werden können, üeber die Infusion mit 
dproc Lösungen verschiedener Zuckerarten 
berichteten schon Landaver, Ranke, Cohn- 
heim und Lichtheim '^ es wurden hierbei 
aber üebelstände beobachtet, welohe sidi 
jedoch beseitigen lassen, wenn man dem 
Blutserum genau isotonische Lösungen be- 
nützt, nämlich intravenös solche, die 3 pGt. 
Fruktose, 0,3 pCt. Natriumsaocharat und 
0,6 pCt Kodbsalz, subkutan solche, die 
2 pCt. Fruktose, 0,3 pCt. Natriumsaccharat 
und 0,5 pCt. Kochsalz enthalten. Noch 
bessere Resultate scheint das Natriumfrukto- 
sat zu ergeben. Bei Tierversuchen an 



71 



Hunden and Kaninchen, denen Aber drei 
Viertel dee gesamten Blntee entzogen wurden, 
iess man im letzten Augenblicke, wenn 
berotB Pals und Atmung stiUstehen, die 
erw&hnten Löeungen auf 37^ vorgew&rmt 
md unter entsprechendem Drucke in die 
grosBon Venenstamme einlaufen und es trat 
aamahmslos sofortige Erholung ein. Auch 
aobald die Lösung an hochgradiger Blut- 



leere mit deren Folgen leidenden Menschen 
eingespritzt wurde, war der Erfolg ein schlagen- 
der und bestand stets in deutlichem Nach- 
lassen der Krankheitserscheinungen. Das 
|Herz arbeitete sofort kräftiger, der Tonus 
' der Gefässe wurde gesteigert und Stauungen 
im Pfortadersysteme konnten überwunden ' 
I werden. Btt. 



BOcherschau. 



Formnlaire des mödioameats nouveanz 

ponr 190S, pari?. Bocquülon-Limonsin, 

docteur en pharmacie de Tüniversit^ de 

Paris. Introduction par le Dr. Huchard, 

m^ecin des höpitaux. 15® ^tion. 

librairie J.-B, BaiUUre et fils, 19 nie 

Hautefeuille, Paris. — Preis gebunden 

Mk. 2.40. 

Unseran Mitteilnngen über die Anordnung and 

Zweckmiflsigkeit dieses Büchleins — vergleiche 

Pk C. 42 [1901], 762 und 43 [1902], 328 — 

liaben wir nichts mehr hinzuzuffigen. Die dies- 

jilihge, bereits fanfzehnte Auflage beweist zur 

Qeo^ die Beliebtheit. 

Neu aufgenommen sind die Absätze über: 
Adrenalin, Anaesthesin, Arrhenal, Cbielin, Gaprol, 
Gymol, Dermosapol, Caloiumeosolat, Epiosin, i 
liigaform, Gazu-Basu, Calcium glyoeroarsenioi- 
cum. Glykosal, Histogenol, Hypnopyrin, Jodophen, 
Laktaoin, Hydrargyrum iactioam, Lecithin, 
Naftalan, Pargatin, Betiool, Rheumatio, Saloobinin, 
Smatol, ülmaren, Valyl, Vioform u. s. w. 

Ä. Th. 

Handbuch der Drogisten • Praxis. Ein 
Lehr- und Nadischlagebuch für Drogisten, 
Farbwarenh&ndler etc. Im Entwurf vom 
Drogisten - Verband preisgekrönte Arbeit 
von Ö. A. Buchheister. Siebente Auf- 
lage. Mit 234 in den Text gedruckten 
Abbildungen. Berlin 1903; Verlag von 
JtUilis Springer. — Preis gebunden 
Mk. 11.20. 
l^anm zwei Jahre sind seit dem Erscheinon 
^ letzten Auflage (6. Auflage 1900) verflossen 
Qui doch bringt uns das Jahr 1903 schon wio- 
<ier eine neue Auflage dieses empfehlens werten 
Boches. Üeber den Tnhalt haben wir bereits 
«ff Genüge bei Besprechung der fünften Auf- 
«ge (Ph. C. 86 [1895], Ö49) und der sechsten 
Anflago (Pb. C. 42 [1901], 832) berichtet. 

Die rasche Aufemanderfolf^ der beiden letzten 
Aollagen wurde durch die Einführung der Kais, 
vererdnung über den Verkehr mit Arzneimitteln 
^Mrhaib der Apotheken vom 22. Oktober 190U 
«oer durch das Erscheinen der vierten Aus- 



Eüget^Bohen Handbuchs der Pharmaoeutischen 
Praxis sur Notwendigkeit, um das Buch auf der 
Höhe der Zeit zu erbalten. 

Die neue Rechtschreibung findet in Buch- 
Imtter^s Handbuch weitgehendste Berück- 
sichtigung, sodass dasselbe auch in dieser Be- 
siehung den Anforderungen der Neuzeit gerecht 
Wird. R, Th. 



Handbuch der Krankenversorgung und 
Krankenpflege, herausgegeben von 
Oearg Liebe, Paul Jacobsohn, George 
Meyer. Zweiter Band, zweite Abteilung, 
2. Lieferung, Berlin 1903. Verlag 
von Äugtest Hirschwald NW. Unter 
den Linden 68. — XIV und 1044 
Seiten gr. 8^. Preis des ganzen Werkes 
80 Mark. 
Die neuerdings mehr und mehr bei wissen- 
schaftlichen Werken beliebte Arbeitseinteilung 
führte im vorliegenden Handbuohe bis zu einer 
dreifach vertretenen Herausgabe. — Bei der 
Bedeutung der Heilmittel für die Kranken- 
versorgung erwartet man bei einem derartigen 
Hand uche entsprechende Berücksichtigung der 
Pharmacie. Aber obgleich der Text aus etwa 
40 Einzelabhandlungen von gegen 35 verschiede- 
nen Verfassern zusammengesetzt ist und sich 
unter den bei solcher Mosaik unvermeidlichen 
Wiederholungen oft in behaglicher Breite über 
die nxannigfachsten Zweige und Beziehungen der 
Krankenversorgung ergeht, so sucht man doch 
einen von einem Fachmanne bearbeiteten Ab- 
schnitt über Arzneimittelbeschaffung vergeblich. 
In der vorliegenden S c h 1 u s s lieferung bildet 
den Hauptinhalt (877 Seiten) die von Ernst Roth 
zusammengestellte „Bibliographie der ge- 
samten Krankenpflege^^ Auch hier findet sich 
die Pharmacie mehr als stiefmütterlich vernach- 
lässigt. Da jedoch bei dieser Zusammenstellung 
auf den sonstigen Inhalt und die Hauptrichtung 
des Handbuchs Rücksicht zu nehmen war, so 
kann man dem fleissigen Verfasser aus diesem 
Mangel ebensowenig einen Vorwurf machen, wie 
aus dem Minderwerte, welche derartige Literatur- 
verzeichnisse eines Laien — der Verfasser ist 
Bibliothekar von Fach — notwendigerweise 

___ zeigen. In der Einleitung gibt er selbst zu, 

S^ des Arzneibuches für das Deutsche Reich | dass aus vielen Büchertiteln der Inhalt der be- 
^ acUieaslich auch durch die Neuauflage des [treffenden Schriften ungenügend hervorgehe. 



72 



ilafs eine Scheidung des eiDSchlägigtMi Sclirift- 
tums von dem der Hy^ene „sehr schwer'' durch- 
führbar sei usw. Die Einzelaufführung zahl- 
reicher belangloser Zeitungsbeiträge erschwert 
ebenso, wie die Ermangelung eines alphabetischen 
Autoren registers und die missglückte Einteilung 

Verschiedene 

Borolin wird ein Dauerwurstsalz genannt, 
das, der Wurst zugesetzt, derselben ein schönes 
und gesundes Aussehen rerleihen, den Wohl- 
geschmack erhöhen und die Wurst sowohl vor 
dem Verderben, als auch vor dem Grau werden 
schützen soll, abgesehen davon, dass ein Zusatz 
von Salz nicht mehr nötig ist. Es stellt ein 
weisses, grobkörniges, in Wasser leicht lösliches 
Salzgemisch dar. Bei seiner Untersuchung 
durch Ä, Günther wurden gefunden: 46,63 pCt. 
Rohrzucker, 23,3 pCt. Kochsalz, 13,25 pCt Bor- 
säure, 5,91 pGt. Borax, 9.84 pCt. Kalisalpeter 
und 0,27 pCt. Natriumsulfat. (Arbeiten aus dem 
Kaiserl. Ges.-Amt, Bd. 19, Heft 2.) — /*— . 



in etwa 100 vui-schiedeno <in sich alphabetisuli 
angeordnete) Reihen den Gebrauch. Mehrfache 
Stichproben zeigten trotz der Ueberfülle des 
Angeführten ein häufiges Fehlen von einschlägigen, 
selbständigen Veröffentlichungen. —y. 



ütilit ist nach Lücke (Chem.-Ztg. 1902, Kep. 
175) ein neues Düngetkonservierungsmittel, das 
infolge seines Gehaltes an freier Schwefelsäure 
und Phosphorsäure und schnell aufnehmbar n 
Kaliverbindungen den Harnstickstoff vollständig 
konservieren und den Stalldünger soweit an 
schnell wirksamem Kali und Fhosphorsäure an- 
reichem soll, dafs die Stallmistdüngung bereits 
im ersten Jahre die erreichbaren Höchsternten 
bringen soll. Danach könnte sich die Landwirt- 
schiSt von dem Markte der käuflichen stickstoff- 
haltigen Düngemittel unabhängig machen. 

—he. 

Briefw 

Apoth. T. in L. Um eine Trübung beim | 
Vermischen von Tinotura Hydrastis 
Canadensis und Tinctura Hamamelis 
Virginianaeiu vermeiden, empfiehlt M, Hamdi 
(Journal de Pharmaoie 1902, 213) auf 15 g des 
Gemisches einen Tropfen Salzsäure hinzuzufügen. 

Apoth. M. in St. Die Veränderungen, die 
das Glas bei langer Aufbewahrung erleidet, 
atinunen doch nicht so ganz mit denen des 
Zinns (Ph. C 42 [1901], 570) überein. Es ist 
ja Tatsache, dass sich alte Glasröhren garnicht 
odei nur mit grösster Vorsicht biegen lassen 
und beim Erhitzen matt oder undurchsichtig 
werden. Diese Beobachtung macht man aber 
vorzugsweise an Laboratoriumsgeräten, die be- 
kanntlich stets Säuredämpfen, insbesondere von 
Salzsäure, ausgesetzt sind. Ich glaube daher, 
die Erscheinung auf einen Verlust des GUses 
an Alkali zurückführen zu müssen. An anderen 
Gebrauchs- und Schmuckgegenständen, die sich 
nicht gerade in der Laboratoriumsluft befinden, 
wird sich die Veränderung vielleicht erst nach 
Jahrhunderten zeigen, da hier wohl hauptsäch- 
lich die Kohlensäure aus der Luft wirken mag. 

Dr. F. in Str. Epilobium angusti- 
folium L war früher als Radix et Herba 



Chrysol nennt der Ingenieur louace in Lausanne 
(Centrai-Zeitung für Optik und Mechanik 1908) 
ein Vergoldungsmittel, dessen Zusammensetzung 
noch unbekannt ist. Mit demselben können 
sowohl schwache, wie starke Vergoldungen in 
den verschiedensten Farbentönen bewerkstelligt 
werden. Die zu vergoldenden Gegenstände, 
welchen man vorher die feinste Politur geben 
kann, werden auf einige Sekunden bis Minuten 
in das Chrysolbad gelegt, um die jeweilig 
gewünschte Vergoldungsstärke zu erreichen. Die 
Politur leidet nicht dabei, auch wird kein 
galvanischer Strom dazu benutzt. H. M, 

Castos, Dr. Bernstein'^ „Schutzetui zur Ver- 
hütung geschlechtlicher Erkrankungen" enthält: 

A. Mittel zur Verhütung des weichen Schankers 
und der Syphilis: 1. Gustos Cream, aus 
Vaselin 5, Salicylsäure 0,25, Benzoesäure 0,(ß 
bestehend, zum Einfetten; 2. Gustos Salz, 
aus Kaliumpermanganat 5,0 und Borax 1,0 be- 
stehend, zum Waschen. 

B. Mittel zur Verhütung des Trippers. Pro- 
taigolschutztropfen, bestehend aus Protargol 1,0, 
Wasser 3,0 und Glycerin 1,0, zum Einträufeln. 

Gustos wird nach Beschluss der Pharmaoeat 
Kreisvereine in den sächsischen Apotheken nicht 
geführt. 

e c h s e I. 

Lysimachiae Ghamaenerion ofEicinell und galt 
nach Ernst HaUier (Flora von Deutschland 1888) 
als ein „erweichendes, zerteilendes, schleimiges, 
gelinde zusammenziehendes Heilmittel. Die 
jungen Blätter geben Kurilisohen Thee^^ Aehn- 
lich lauten die Angaben in Georg Drag&idorff 
(Die Heilpflanzen 1898): „Emolliens, Resolvens, 
Mucilaginosum, Adstringens; Theesurrogat^S Die 
ältere Quelle, welche beiden Forschem diente, 
scheint dieselbe gewesen lu sein. — In der 
Beal-Encyclopädie von Geisaler und MoUer 
(1888) sind keine Einzelheiten erwähnt; Bery 
(Pharmakognosie 18Ö9), Eager (Handbuch der 
pharmaceutischen Praxis, 1876) und Döbereiner 
(Deutsches Apothekerbuch, 1842) und andere 
einschlägige Bücher erwähnen die Droge gar 
nicht bezüglich ihrer arzneilichen Anwendung. 
— Herba Lysimachiae purpureae stammt von 
Lythrum Salicaria L; Herba Lysimachiae 
luteae oder vulgaris stammt von Lysinuiohia 
vulgaris L; Herba Lysimachiae humifusae 
stammt von Lysimachia Nummularia L, — 
Ist einem unserer Leser etwas näheres bekannti 
wo und zu welchem Zwecke Epilobium 
angustifolium und andere Epilobium-Arten als 
Volksheümittel angewendet werden? 



Varle^r and vorantwortUobar Leiter r>r. A. Snhneiiler iii DroRdon. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

Zeitschrift für wissenscliaftlielie and geschäftliche Interessen 

der Fharmacie. 

Oegriladst ^00 Dr. H. Hager 1859; fortgefOhrt von Dr. B. OeisBler. 
Heraosgegeben von Dr. A. Sehaeider. 

Knohdst jeden Donnerstag. - Beingspreis Tierteljflhrlioh: durch Poet oder 

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Leiter tar ZeilMhrlll: Dr. A. Schneider, Dreeden (P.-A. 21), Sohandauer Strasse 43. 



^6. 



Dresden, 5. Februar 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang 



lakaH: Ohemie and Phsrmaeie: Stand der MorphinbesUmmangafrage im Opium. - Oelatine-Einspritiungen.^ 
NeM Arzneimittel. — Nene SpecialliSfcen. — Arh6oi. — Chinaphenin« — BromocoU-Resorbln. — Extractum Balsaml 
tolatani flnidam. — Eabloae. — Rlieol-Kugeln. — Boter uod gelber Phoaphor. Traube'achea Verfitbren snr Ge- 
vianoog Ton Theocin. — Prftparate aoa Roaalcftataiiieii. — Herstellung araenfreier SalaaSure. - Nachwela kleiner 
Mengen Antimoa« - Frachtaucker im Blutaerum aaw. — Neuer fVaktionaapparat. — Zwei neue Kaliapparate aar 
Beatimmang der Kohlenafture bei der organiachen Elementaranalyae. — Bxtraktlonaapparat f&r auf dem Filter be- 
fiadücbe NiederachlSge. — Nahnmicaiiiittel • Chemie. — Therapevtisehe MitteiJniigen. — fifiehenokao. ~ 
VeneUedene KitteUiuigen. — Briefweehsel. 

Chemie und Pharmacie. 



Zum Stand i 

der Morptainbestiinmungsfrage i 

im Opium. I 

Von Apotheker Dr. phü. Qeorg Wetgel^ Hamburg. 

In den letzten Jahren, besonders aber 
seit Erscheinen des D. A.-B. IV sind 
von verschiedenen Seiten Veröffentlich- 
imgen betrefEs Prüfung des Opiums auf 
Morphingehalt erschienen, die teils Ejitik 
üben an den bisher bekannten Methoden 
and deren Vor- und Nachteile besprechen, 
die andernteils abgeänderte bezw. neue 
Methoden in Vorschlag bringen. 

Nach einer absolut sicheren Methode 
znr Bestimmung des Morphins im Opium, 
welche bei kurzer Zeitdauer zuverlässige 
imd genaueste Resultate liefert, wird 
noch immer gefahndet, wenn auch die 
bisher flblichen, insbesondere die Präf- 
ungsvorschriften der D. A.-B. DI und IV 
rdativ brauchbare Resultate ergeben. 

und dies mit Recht; denn bei einer 
80 wichtigen und weitverbreiteten Droge 
wie Opium ist es als nötig ?u erachten, 
den Gehalt an seinem wirksamsten und 
luiQptsäcUichsten Alkaloid, dem Morphin, I 



genau bestimmen zu können, zumal sich 
seit Erscheinen des D. A.-B. IV, womit 
die Aufnahme der neuen Prüfungs- 
vorschrift des Opiums auf Morphin ver- 
bunden ist, Reklamationen darüber, dafs 
das von jeher mit einem garantierten 
Mindestgehalt von 10 pCt. Morphin ge- 
handelte , kleinbrotige Guöv6 - Opium 
dieser Bedingung nicht immer entspräche, 
eingestellt haben. Die Reklamationen 
haben sich allerdings — nebenbei be- 
merkt — bei genauer Nachprüfung meist 
aJs unbegründet erwiesen, denn die 
Grossisten in Eleinasien, welche den 
Opiumexport in grossem Mafsstabe be- 
treiben, wissen wohl, dass das Opium 
von Engros-Häusem in Deutschland auf 
seinen Gehalt an Morphin vor seiner 
Weitergabe streng nachgeprüft und nur 
solches mit dem garantierten Mindest- 
gehalt von 10 pCt. acceptiert wird. 

An dieser Stelle möchte ich noch auf 
den Schlufesatz des D. A.-B. IV unter 
Opium zu sprechen kommen, nach wel- 
chem eine Regelung des Morphingehaltes 
(falls unter 10 bezw. über 12 pCt.) durch 
Mischen zweier verschieden morphin- 



74 



reicher Opiumsorten bewerkstelligt wer- 
den soll. 

In diese Notwendigkeit wird der Apo- 
theker wohl kaum oder höchst selten 
versetzt werden, und dies glücklicher- 
weise; denn wie wenigen Apothekern 
dürfte immer verschieden morphiu- 
reiches Opium zur Verfügung stehen! 
Viel leichter Heise sich allerdings morphin- 
reicheres Opium durch Zusatz indiffe- 
. renter Stoffe, wie es auch die Arznei- 
bücher mehrerer anderer Länder vor- 
schreiben (2. B. Ph. Nederl. Kartoffel- 
stärke, Ph. Danic. Weizenstärke, Ph. Brit. 
Milchzucker), auf den voi-schriftsmäisigen 
Gehalt reducieren, aber Gehalt an Stärke 
verbietet ja ausdrücklich das Deutsche 
Arzneibuch. 

Aller dieser Verlegenheit wird man je- 
doch dadurch enthoben, daCs die deutschen 
Engros-Häuser nur Opium mit garantiert 
10 pCt. Morphin minimal, wenigstens 
zu pharmaceutischen Zwecken, accep- 
tieren und handeln, während wiederum 
-die Engros-Häuser im Produktionslande 
für diesen Zweck kein morphinreicheres 
Opium als mit 12 pCt , dem dafür ge- 
zahlten Preise entsprechend, liefern, | 
sondern höherprocentiges — natürlich 
auch zu höherem Preise — an Fabriken, 
die Morphin und seine Salze herstellen, 
verkaufen. Nicht etwa ausschlielslich 
das naturelle Produkt, wie es gerade! 
fällt, wird — speciell für pharmaceutische 
Zwecke - gehandelt, sondern meist 
das bereits im Produktionslande geprüfte, 
eventuell je nachdem dort schon ver- 
schnittene und auf den geforderten Ge- 
,Jialt eingestellte Produkt wird exportiert. 

In ähnlichem Sinne spricht sich darüber 
Ituch R. Jedermann in einer ganz kürz- 
lich erst erschienenen Veröffentlichung 
(Chem.-Ztg. 1903, Nr. 4, S. 34 u. 35) 
.aus. 

Von den in letzter Zeit zur 
Morphinbestimmung im Opium in Vor- 
schlag gebrachten Methoden seien 
beispielsweise erwähnt die von : Oordin 
ynd Prescott, (Pharm. Review 1899, 6 
,r- Ref. Ph. C. 41 [1900], 129; titri- 
,?netrische Gehaltsbestimmung, Extra- 
Jiieren des Opiums mit einem Gemisch 
von Ammoniak, Alkohol, Chloroform und 



Aether etc.). K. Dieierich (Helfenberger 
Annalen 1896, 329; Bestimmmg naA 
D. A.-B. in, jedoch nur zehn Minuten 
langes Ausschütteln mit Essigätber etc.). 
OuiUermond bezw. Bancher (Moniteur 
de la Pharm. 1899, 3461 — Ref. Pharm. 
Zeitung 1900, 451; Extrahieren des 
Opiums mit warmem, 7^proc. Wein- 
geist etc.). Stoeier (Pharm. Weekblad 
1901, Nr. 21 — Ref. Ph. C. 42 [1901], 
518; Macerieren des Opiums mit Wasser 
unter Zusatz von Aetzkalk etc.). Reichard 
(Chem.-Ztg. 1901, Nr. 77 — Ref. Ph. C. 
42 [1901], 784; Bestimmung des Morphins 
durch Einwirkung ammoniakalischer 
Chlorsilberlösung etc.\ 

Diese Methoden haben sich zwar 
mehr oder weniger als annehmbar 
und in mancher Beziehung auch als 
vorteilhaft erwiesen, doch hat sich bei 
genauer Nachprüfung unter vergleichs- 
weiser Heranziehung der Methoden der 
D. A.-B. in und IV gezeigt (vergleiche 
auch Merck'% Bericht über das Jahr 
1901 — Ref. Pharm. Ztg. 1902, 178i, 
dafs sie diesen gegenüber keine be- 
sonderen Vorzüge besitzen, so dafs es 
vorläufig nicht von Vorteil wäre, 
letztere durch erstere zu ersetzen, zu- 
mal wenn man bei der Morphüi- 
bestimmungsmethode folgende m ai s - 
gebende Gesichtspunkte gleich- 
zeitig in Betracht zieht: 

1. Einfaches Verfahren, 

2. Kurze Zeitdauer der Analyse, 

3. Völlige Isolierung des im Opium 
enthaltenen Morphins, 

4. Reines, von den übrigen Alkaloiden, 
mekonsaurem Ealk, harzigen Anteüen 
etc. freies Morphin. 

Aber auch die Methoden der D. A.-B. 
in und IV sind vielfach der Kritik unter- 
worfen und auf Grund vergleichswaser 
Prüfungen und dabei gemachter Erfahr- 
ungen je ihre Vor- und Nachteile ge- 
bührend gekennzeichnet worden. 

Zunächst wurde darauf hingewiesen, 
dals die Methode des D. A.-B. IV durch- 
schnittlich 0,5 bis 1 pCt. weniger Morphin 
ergiebt, als die MeÜiode des D.A.-B. ül. 
Um hierbei gleichzeitig nochmals auf 
die vorher erwähnten Reklamatione»! 
zurückzukommen, sei gesagt, date die 



76 



Smyraaer und KonstaBtinopeler Handels- 1 
hfiBser aDem Anscheine nach das zam ! 
Ekport bestimmte Opium weiter nachj 
da- Methode des D. A.-B. EI, welche, 
ihnen geläufig ist, untersuchen bezw. 
aof den garantierten Gehalt von 10 pCt. 
einstellen ; daraus erklären sich die jetzt 
ab and zu auftretenden Reklamationen 
ttnd Differenzen ganz von selbst (vergl. 
auch Dr. P. Siedler, über persisches 
O^UHJ, Pharm. Ztg. 1902, 786). 



Ich untersuchte kürzlich eine grölsere, 
aus Smyma eingetroffene Partie Opium, 
und zwar eine Durchschnittsprobe davon 
aus 40 Broten genommen. Das Opium 
enthielt 16 pCt. Gesamtfeuchtigkeit. Die 
Morphinbestimmungen wurden nach den 
Methoden der D. A.-B. III und IV in 
verschiedenen Abänderungen ausgeführt 
und dabei in nachstehender Tabelle ver- 
zeichnete Resultate erzielt: 



Methode 


Morphin im Opium 

mit noch 
4 pCt Feuchtigkeit 
'.bei 600 getrocknet) 


Morphin 

im wasserfreien 

Opium 

(berechnet) 


1. Methode D. A.-B. IV \ gewogen 
(nach 248tdg. Stehen) j titriert 

defigL 1 Rewogen 
(nach 489tdg Stehen) / titriert 

2. Methode D. A.-B. lü 1 gewogen 
(nach 6stdg. Stehen) / titriert 

deogl. \ gewogen 
(naeh 248tdg Stehen) / titriert 


10.12 pCt. 
9,80 „ 

11>01 „ 
10,84 „ 

10,71 „ 
10,77 „ 

11,34 „ 
11,44 „ 


10,43 pCt. 

10.21 „ 

11,47 „ 
11,30 „ 

11,16 „ 

11.22 „ 

11.82 „ 
11,92 „ 



Die in vorsteh^nler Tabelle zusammen- 
gesteUten Ustersachungsergebnisse be- 
stät^fen in vollen Umfange von neuem 
idie die bisher gemachten und in den 
Fachzeitschriften festgelegten Erfahr- 
ungen betreffs der Üntersuchungs- 
▼orschrifteai d^ D. A.-B. HI und IV. 
In der Tat enthielt das betreffende 
Opium, nach D. A.-B. IV geprüft, mit 
dem Durchschnittsgehalt von 4 pCt. 
Feuchtigkeit nur 9,80 pCt. Morphin. 
Dieses Opium aber zu beanstanden, 
wäre unter Berücksichtigung der übrigen 
Resultate kaum berechtigt gewesen; 
man kann ebenso gut den Gehalt des 
wasserfreien Opiums an Morphin 
(10,21 pCt.) annehmen, weil das D. A.-B. 
sich darüber nicht deutlich genug und 
etschOpfend ausspricht, sondern nur 
al^iemein vorschreibt, dafs das Opium- 
ptiiver nicht mehr als 8 pCt. Feuchtig- 
kot CTtbalten soll. 

Femer ergeht man, dafs das Morphin 
in der vorgeschriebenen Zeitdauer sich 
dorchaus nicht völlig abscheidet, sondern 
etwa 0,5 bis 1 pCt. in der Lauge bezw. 
Waschflössigkeit gelöst bleibt und sich 



erst bei längerem Stehen zum Teil noch 
abscheidet. Weiter ist ersichtlich, dals 
die Methode des D. A.-B. in durch- 
schnittlich etwa 0,5 bis 1 pCt. mehr 
Morphinausbeute ergiebt, als die des 
D. A.-B. IV. 

Dals durch Titrieren des Morphins 
nach der Methode des D. A.-B. KI in 
diesem Falle etwas mehr gefunden wurde, 
als durch Wägen, mag seinen Grund 
darin haben, dafs besonders reines 
Morphin vorlag und aufserdem noch das 
im Filter sitzende mitbestimmt wurde; 
gewöhnlich fällt ja sonst hierbei der 
Titrationsbefund etwas geringer aus als 
der Wägebefund infolge Anhaftens von 
geringen Mengen harziger Bestandteile 
und dergleichen an den Morphin- 
krystallen. 

Anders verhalten sich aber die 
Resultate beim Titrieren und Wägen 
nach der Methode des D. A.-B. IV. 
Hierbei fällt meist und oft nicht uner- 
heblich der Titrationsbefund niedriger 
aus als der Wägebefund (bei zahlreichen, 
im Laufe des veiüossenen Jahres auge- 
I stellten Untersuchungen wurde eine 



76 



Differenz bis über 0,5 pOt. beobachtet), 
was durch den Mehr- oder Mindergehalt 
des Morphins an mekonsaurem Ealk and 
Narkotin, welch' beide wohl beim Wägen 
mit als Morphin bestimmt werden, beim 
Titrieren aber nicht in Betracht kommen, 
bedingt sein dürfte. Man darf daher 
— will man ein genaueres Resultat 
haben - bei der Methode des D. A.-B. IV 
das Titrieren nicht unterlassen, wenn- 
gleich dies auch von verschiedenen Seiten 
infolge des fast rein weifs resultieren- 
den Morphins als unnötig hingestellt 
worden ist. Es ist vielleicht hierbei 
daran gedacht worden, den durch diese 
Methode niedriger ausfallenden Morphin- 
gehalt durch den etwas höher liegenden 
Wägebefund auszugleichen. 

Alle diese schon früher veröffentlichten 
und auch hier wiederum gemachten Er- 
fahrungen laufen darauf hinaus, dals 
die neue Prüfungsvorschrift des Opiums 
auf seinen Morphingehalt im D. A.-B. IV, 
wenigstens in ihrer jetzigen Gestalt, als 
kein glücklicher Griff und rationeller 
Fortschritt anzusehen ist, zumal unter 
Berücksichtigung der sich daraus ent- 
wickelten Uebe^tände im Handel mit 
Opium. 

Dagegen hat sich gezeigt, dafs eine 
aus den beiden Vorschriften der 
D. A.-B. III und IV kombinierte 
Methode recht brauchbar ist und 
zu gleichmäfsigen und annehm- 
baren Resultaten führt. Diese 
Kombinationsmethode besteht darin, dafs 
man zuerst nach dem D. A.-B. IH bis 
zum Erhalten der Morphinkrystalle ver- 
fährt und das Morphin dann nach dem 
D. A.-B. IV titrimetrisch bestimmt. Die- 
selbe ist von Drogen -Grofshäusern als 
vorläufig mafsgebend acceptiert und 
gelangt daselbst bei den laufenden 
Untersuchungen zur ständigen Anwend- 
ung. Auf diese Weise erfordert die 
Analyse weniger Zeitaufwand und führt 
zu einem verhältnismäfsig genauen 
Resultate. Ergiebt — nach dieser 
Methode geprüft — ein nicht über 60 ^ 
getrocknetes Opium, das die normale 
Feuchtigkeit von noch 4 bis 5 pCt. auf- 
weist, einen Minimalgehalt von 1 U pCt. 
Morphin, so liegt kein Giund vor, das 



Opium zu beanstanden, wenn man be- 
rücksichtigt, dafs aufserdem noch min- 
destens etwa 0,5 pCt. Morphin in der 
Lauge gelöst zurückbleibt. Gleichzeitig 
geht man bei Anwendung dieser Methode 
Konflikten, die sich neuerdings im Handel 
mit Opium herauszubilden scheinen, aus 
dem Wege. 

Vorgenannte Kombinationsmethode 
deckt sich übrigens fast mit der von 
Merck (Bericht über das Jahr 1901) auf 
Grund zahlreicher Prüfungen als zur 
Zeit am zuverläfsigsten angegebenen 
Methode, welche sich unmerklich von 
ersterer nur dadurch unterscheidet, dab 
an Stelle des Gemisches von 17 Teilen 
Ammoniakflüssigkeit und 83 Teilen 
Wasser besser und vom wissenschaft- 
lichen Standpunkte aus exakter Normal- 
Ammoniak vei-wendet wird und das Ge- 
misch zur Abscheidung des Morphins 
nach zehn Minuten langem Schwenken 
nicht nur sechs, sondern vierundzwanzig 
Stunden sich selbst überlassen bleibt. 
Diese Abweichungen mögen berechtigt 
und von Vorteil sein, doch wird durch 
das 24stündige Stehen die Analyse in 
die Länge gezogen; femer dürfte dem 
Landapotheker, der sein Opium unter- 
sucht, nicht immer genau stimmender 
Normal-Ammoniak zur Verfügung stehen 
bezw. ihm die jedesmalige Einstellung 
zu umständlich sein, während er si<£ 
eine Mischung von 17 Teilen Ammoniak- 
flüssigkeit vom richtigen specifischen 
Gewicht 0,96 und 83 Teilen Wasser 
durch genaues Wägen leicht herstellen 
kann. Es soll eben im allgemeinen auch 
auf ein „möglichst einfaches und leicht 
ausführbares Verfahren" Rücksicht ge- 
nommen werden. Bei Prüfimgen in 
grösseren analytischen Laboratorien ist 
allerdingsNormal- Ammoniak vorzuziehen, 
obgleich der Unterschied der anzu- 
wendenden Flüssigkeit an Ammoniak- 
gehalt, wie aus nachfolgender Berech- 
nung ersichtlich, ein unbedeutender ist, 
und die daraus eventuell entstehenden 
Analysendifferenzen sehr geringe sein 
dürften. Es enthalten: 

Normal-Ammoniak 

1 L = 17 Teile NH3 

6 ccm -= 0,1 Oi^ Teile NH3 



77 



Gemisch aus: 
17 Teilen Ämmoniakflüssigkeit 
(spec. Gew. 0,96 bei 15<>) 
; 83 Teilen Wasser 

1 L = 16,16 Teile NH3 
6 ccm = 0,969 Teile NH3 

(Bei 6 Gramm erhöht sich der Am- 
moniakgehalt natürlich je noch nm ein 
geringes.) 

Die sogenannte Eombinations- 

\ methode, welche der Vollständigkeit 

I halber hier Platz finden soll, würde 

; demnach in folgenden Wortlaut zu 

lassen sein: 

„Zur Herstellung des Pulvers werden 
die Opiumbrote in dünne Scheiben zer- 
schnitten und bei einer 60^ nicht 
übersteigenden Temperatur getrocknet. 
lOü Teile Opiumpulver sollen, in nach- 
stehender Weise geprüft, 10 bis 12 Teile 
Morphin enthalten und durch Trocknen 
bei 100^ nicht mehr als 8, im Durch- 
schnitt 4 bis 5 Teile an Gewicht ver- 
lieren. 

Zur Bestimmung des Morphingehaltes 
rdbt man 6 g mittelfeines Opiumpulver 
mit 6 g Wasser an, spült die gleich- 
massig fein verriebene Mischung mit 
etwas mehr Wasser in ein trockenes, 
gewogenes EOlbchen und bringt dessen 
Gesamtinhalt durch weiteren Wasser- 
znsatz auf das Gewicht von 54 g. Man 
lässt unter häufigem Umschütteln die 
Mischung eine Stunde lang stehen, prefst 
dieselbe dann durch ein Stück (von 
etwa 13 qcm Gröfse) vorher ausge- 
waschene, trockene Leinwand und filtriert 
von der abgeprelsten Flüssigkeit 42 g 
durch ein trockenes Faltenfilter von 
10 cm Durchmesser in ein trockenes 
Kölbchen ab. Die 42 g Filtrat versetzt 
man mit 2 g einer Mischung aus 17 g 
Ämmoniakflüssigkeit und 83 g Wasser, 
mischt gut, aber unter Vermeidung über- 
flüssigen Schütteins, und filtriert sofort 
durch ein FaltenfiJter von 10 cm Durch- 
messer. 36 g dieses Filtrates mischt 
man in einem genau gewogenen Kölb- 
chen durch Schwenken mit 10 g 
Aether, fugt 4 g der obigen verdünnten 
Ammoniakflüssigkeit hinzu, setzt das 
Schwenken fort, bis sich die Flüssigkeit 



geklärt hat, verschliefst und überläfst 
dieselbe der Ruhe. Nach 6stttndigem 
Stehen bringt man zuerst die Aetibier- 
schicht möglichst vollständig auf ein 
glattes Filter von 8 cm Durchmesser, 
giebt zu der im Kölbchen zurückbleiben- 
den wässerigen Flüssigkeit nochmals 
10 g Aether, bewegt die Mischung einige 
Augenblicke und bringt vorerst wieder 
die Aetherschicht möglichst auf das 
Filter. Nach Ablaufen derselben giefst 
man die wässerige Lösung ohne Rück- 
sicht auf die an den Wänden des Kölb- 
chens haftenden Krystalle auf das Filter 
und spült dieses, sowie das Kölbchen 
zweimal mit je 5 g äthergesättigten 
Wassers nach. Nachdem das Kölbchen 
gut abgelaufen und das Filter vollständig 
abgetropft ist, löst man die Morphin- 
krystalle nach dem Trocknen in 25 ccm 
Yio-Normal-Salzsäure, giesst die Lösung 
in einen Kolben von 100 ccm Inhalt, 
wäscht Filter uud Kölbchen sorgfältig 
mit Wasser nach und füllt die Lösung 
schlielslich auf 100 ccm auf. 50 ccm 
dieser Lösung werden abpipettiert und 
in einer etwa 203 ccm fassenden Flasche 
aus weilsem Glase mit noch 50 ccm 



Wasser gemischt, dann soviel Aether 
zugesetzt, dafs die Schicht desselben 
die Höhe von etwa 1 cm erreicht. Nach 
Zusatz von 5 Tropfen Jodeosinlösung 
läfst man soviel Vio'Normal-Kalilauge, 
nach jedem Zusätze die Mischung kräftig 
umschüttelnd, zufliefsen, bis die untere, 
wässerige Schicht eben eine blafsrote 
Färbung angenommen hat. Zur Er- 
zielung dieser Färbung sollen nicht mehr 
als 6,4 ccm und nicht weniger als 
4,1 ccm \'io-Normal-Kalilauge erforder- 
lich sein, was einem Mindestgehalt von 
10,11 pCt. und einem Höchstgehalt von 
11,97 pCt. wasserfreien Morphin ent- 
spricht. Der zum Titrieren nicht be- 
nutzte Teil der wässerigen, salzsauren 
Morphinlösung soll die bei Morphium 
hydrochloricum aufgeführten Reaktionen 
geben." — 

Die Helfenberger Morphinbestimmungs- 
methode von E. Dieterich, nach welcher 
das Morphin durch nur zehn Minuten 
langes kräftiges Schütteln mit Essig- 
äther isoliert wird, ist infolge der 



7S 



kurzen Zeitdauer der Analyse und des 
durch Anwendung von Essigäther sehr 
rein weils resultierenden Morphins mehr- 
fach zur Prüfung empfohlen worden. 
Nach dieser Methode arbeitend, gelangt 
man allerdings schneller zum Ziel, er- 
hält aber stets mindestens einige Zehntel 
Procente Morphin weniger, als nach der 
beschriebenen Eombinationsmethode ge- 
prüft, wie auch aus den vergleichenden 
Analysen Merck's (Bericht über das Jahr 
1901) ersichtlich ist. Infolge dieses ihr 
anhaftenden Fehlers ist die Methode, 
wenn es sich um eine möglichst genaue 
Analysierung handelt und die doch 
schliefslich in jedem Fall zu wünschen 
ist, nicht zu empfehlen, vor allem nicht 
bei Erledigung von Streitfragen. 

Die noch besonders zu erwähnende 
ReicMrd'sche Methode, die auf der 
reducierenden Eigenschaft des Morphins 
basiert, und welche vorerst zu Hoff- 
nungen berechtigten Anlats gegeben 
hat, führt auch nicht zu einwandfreien 
Resultaten. Abgesehen davon, dais sie 
bezw. die bei Ausführung derselben sich 
nötig machenden Operationen für den 
kleinen Laboratoriums- bezw. Apo- 
thekenbetrieb zu umständlich sind, 
wird ihr Wert und ihre Genauigkeit 
durch andere, meist im Opium noch 
enthaltene Substanzen mit ebenfalls 
reducierenden Eigenschaften in Frage 
gestellt, und die Methode dadurch vorläufig 
illusorisch gemacht. Beichard sagt selbst 
in seiner letzten Abhandlung (Chem.-Ztg. 
1902, Nr. 92) betr. Opiumprüfung als 
Erwiderung auf Merck's Ausführungen, 
dafs er nicht behaupte, dafs die von 
ihm vorgeschlagene bezw. in Erwägung 
gebrachte Methode zur quantitativen 
Wertbestimmung des Morphins und 
Opiums durch Reduktion mittelst Silber- 
salzlösungen bereits eine vollkommene 
sei. 

Auf die Unvollkommenheit [ist denn 
neuerdings auch wieder in einer Arbeit 
von Dr. G. Heyl (Pharm. Ztg. 1903, 
Nr. 4, S. 36 bis 38), welche die Reichard- 
sehe Methode zum Gegenstand der|^Nach- 
prüfung hat, hingewiesen worden. ' Heyl 
hält auf Grund seiner Versuche und 
deren Ergebnisse die Anwendung der 



von Reichard angeregten Methode zur 
quantitativen Bestimmung des Morphins 
— speciell im Opium — für vorläufig 
zwecklos. Es bedarf vorerst noch 
weiterer eingehender und aufklärender 
Versuche, ehe man von der wirklichen 
Brauchbarkeit dieser Methode überzeugt 
sein kann. 

Sollten etwaige Reklamationen infolge 
der noch in Kraft stehenden Prüfungs- 
vorschrift des D. A.-B. IV foitdauem 
und sich ständig wiederholen, so müfsten 
entweder die Exporteure sich dazu ver- 
stehen, ein etwas morphinreicheres, d. h. 
ein nicht bis zur äufserst zulässigen 
Grenze verschnittenes Opium zu expor- 
tieren, oder aber es mü[ste, woran schon 
von anderer Seite gedacht worden ist, 
ein nach orientalischen Analysen 
etwa 1 1 pCt. Morphin enthaltendes Opium 
gehandelt werden; freilich hätten dann 
die Konsumenten die Differenz der Mehr- 
forderung von Seiten der Exporteure 
zu tragen. 

Ueber Gelatine-Einspritzungen. 

Nach Durchsicht der Notiz der Schrift- 
leitung der Pharm. CentralhaUe44 [1903], 
29 u. 30, die Herstellung von Injektions- 
gelatine betreffend, teile ich mit, dals 
die Gelatine hier drei bis vier Stunden 
im Kohlensäure-Strome bei 36 bis 38^ 
gehalten und darnach mit 0,5 pCt. 
Karbolsäure, wie angegeben, in Pausen 
sterilisiert wird. Das längere Stehen- 
lassen bei Luftabschlnis bezweckt, etwa 
vorhandene Sporen zur Entwickelung 
zu veranlassen. 

Die Karbolsäuremenge ist nicht zu 
fürchten, da während der Sterilisation 
ein Teil verdampft. Quantitative Mefe- 
ungen des Gelatinedestillats mit Brom 
ergaben 0,06 bis 0,08 g Phenol in 
20 ccm 20proc. Gelatinelösung, und 
mehr als diese Menge wird selten täg- 
lich benutzt*). Dazu sind nach Hunderten 
von Injektionen, die mit Anwendung 
der Carnot - Laucereattx' sehen Methode 
hier und sonst nach dem angegebenen 
Sterilisations -Verfahren ausgeführt wur- 



♦) Dosis maxiina 0,1 g, pro die 0,3 g. 
D. A.-B. IV. 



79 



den, WirkangeO; die auf Phenol- 
angriffe schlielsen liefeen, nicht be- 
obachtet worden. Zudem verhalten sich 
erfahrangsgemäfs viele ätzende Sub- 
stanzen, wie Säuren u. a., in dickem 
Schleim oder Leim, wie hier angewandt, 
therapeutisch anders als in wässeriger 
Ldsimg, was auch schon chemisch durch 
die anfiLnglichen Fällungen solcher 
Körper in dicken Leimen angedeutet ist. 
Wie bereits anderen Ortes wiederholt 
ausgesprochen, lassen sich die der 
Äp^eke zufallenden und ihr auch 
flnsmziell nutzenden bakteriologischen 
Arbeiten meist mit einfachen Mitteln 
imd Apparaten (Blechemballagen etc.) 
ansfiihren. Sie können selbst kon- 
struiert werden und kosten dann 
laeherljeh wenig. Es ist daher nicht 
XU verstehen, dafs viele Apotheker 
solchen, zu ihrer Technik gehörenden 
Arbeiten fem bleiben und ihre OMcin 
langsam zur Dispensierstätte von In- 
dostrie-Spedalitäten und Gteheimmitteln 
zusammenschrumpfen lassen. Neue 
Arbeitsideen sind dem Fache zuzuffthren, 
auch ehe der festgenagelte Studienplan 
der Pharmaceuten eine zeitgemäfse 
Aendemng erfährt. 

Dr. Stich, 
Analyt Labor, d. städt. Krankenhauses in Leipzig 



Neue AraneimitteL 

Abrotanol-Pastülen. Dieselben bestehen 
ans einem aus der Artemiaia Abrotanum 
gewonnenen Extrakte und Menthol und sind 
mit Sehokolade überzogen. Angewendet 
werden sie als Stopfmittel, nnd zwar drei 
Ins Tier Pastilien auf den Tag. Die von 
Dr. 0. Helfer (Wiener med. Presse 1903, 
110) angestellten Versuche haben ergeben, 
Mb dieselben sich gnt bewähre, wenn die 
TQ^esduiebene Ernährung eingehalten wird. 
Dargestellt werden sie von der Firma O. 
Bßü <fe Co. in Troppau. 

Qielin und Chiolia sind durch Druok- 
fBidor entstandene, wiederholt vorkommende 
Kamen fflr Chielin, ein Tulpenzwiebelpräparat 
(Ph. C. 41 [1900], 92). 

Kaeetyfanorphin ist chemisch identisch 
Büt Heroin und wu*d wie dieses ange- 
wendet 



Eiieia ist der frühere Name für Mesotan 

(MeÜioxymethylester der Salicylsäure — 

Ph. C. 43 [1902], 506. 592). 

I Heu-lFrotropin ist methylendtronensanres 

bezw. anhydromethylcitronensauresUrotropin. 

Es enthält 40,7 pCt Urotropin (Hexamethylen- 

tetramln). Sem Geschmack ist angenehm 

säuerlich. Gegeben wird es zu 1 g (= zwei 

(Tabletten) in einem Glase Wasser gelöst 

'drei- bis viermal täglich. Kinder erhalten 

2 bis 3 g auf den Tag, verteilt auf viei^ 

bis fünfmal. Anwendung findet es wie 

Urotropin bd Blasenkatarrh. 

Saaguinol rossicum (wohl richtiger 
russicum) ist ein dunkelbraunes, geruchloses 
I Pulver, das sich in Wasser leicht lOst. Vor 
lieht und Feuchtigkeit gesdiOtzt an einem 
trockenen Orte aufbewahrt, Ist es sehr lange 
'ohne Zersetzung haltbar. Es enthält un- 
zersetztes Hämoglobin und wu'd aus steril 
gesammeltem Kälberblute durch Trocknen 
bei niedriger Temperatur m einem Strome 
steriler, trockener Luft gewonnen. Darge- 
stellt wird ea in dem Laboratorium von 
Dr. Weinschenker in St Petersburg. Das- 
selbe ist nicht mit dem Sanguinal Krewel 
zu verwechseln. 

Serum Thyreoidini nadi Dr. Möhius 
wird ein von Hammeln, denen die Schild- 
drtlse entfernt worden ist, gewonnenes Serum 
genannt; dasselbe dient zur Bekämpfung 
der Basedow'BAen Krankheit Bezugsquelle 
desselben ist die Firma 0, d; K Fritz 
in Wien. 

Siccole. Dieselben werden nach folgen- 
dem, zum Patent angemeldetem Verfahren 
dargestellt Aetherische oder fette Ode, be- 
sonders Rieinusöl, sowie eine annähernd 
gleiche Menge Magnesia werden in ebenso- 
viel Wasser fein verteilt und die nach Ver- 
dunstung des Wassers zurückbleibende harte 
Masse zu Pulver zerrieben. (Vergl. hierzu 
Ph. G. 43 [1902], 290.) Darsteller Ist Sicco, 
medidnisch-ehemisches Institut in Berlin G. 2. 

Sulfoguajaoin ist ^Chininsnlfoguajakolat. 
Dargestellt wu-d es, indem man die aus 
gleichen Teilen Guajakol und Schwefelsäure 
erhaltene Guajakolsulfosäure mit der zehn- 
fachen Menge Wasser . verdünnt und j nach 
Zusatz von Baryumkarbonat zur Vertreibung 
der Kohlensäure erhitzt. ^ Nach stattgehabter 
Filtration wird eine Chinindisulfatlösung (wie 
stark und wie viel von dersdben?) hinzu- 



80 



gefügt und eingedampft. Es werden kleine^ 
gelbe Schnppen, die in Wasser nnd Wein- 
geist löslich sind nnd bitter schmecken^ er- 
halten. Anwendung finden sie bei Tuber- 
kulose und Bronchialkatarrb. (Chem. Centralbl. 
1903; I, Nr. 3.) // MentxeL 



Neue Specialitäten. 

Alfln wird ein Blütenmundwasser yon angeb- 
lioh antiseptisoher und erfrischender Wirkung 

f mannt. In den Handel bringt es die Alfa- 
ompagnie, Dental-Manufactury G. m. b. H. in 
Esslingen a. N. 

Antimalarla- Pillen (Pillole antimalariehe) 
der Firma BisUri <t Co. in Mailand sind die 
früher unter dem Namen „Esanofele" im 
Handel befindlichen Pillen (aus Chinin, Eisen, 
Rhabarber, Arsen und Enzianextrakt bestehend). 

Carol nennt sich eine Mundwasseressenz, die 
wie Odol zusammengesetzt sein soll. 

Chionia wird eine Tinktur aus Ghionanthus 
▼irginica genannt. Dieselbe dient zur Anregung 
der Leber und ist durch die Firma O. <ib R. Fritx 
in Wien zu beziehen. 

Baaniin ist eine von Apotheker Daum in 
Wiesbaden erfundene Masse, die in ihren Eigen- 
schaften denen des Schellacks aus Indien gleich 
sein soll und diesen ersetzen kann. Auch kostet 
es nur halb so viel, üeber die Zusammen- 
setzung ist näheres nicht bekannt. 

Bentalin, ein in Tuben gefülltes Zahnreinig- 
ungsmittel, besteht nach Mindes (Pharm. Praxis) 
aus 700 Teilen medicinischer Seife, 1000 Teilen 
Schlemmkreide, 50 Teilon Benzoesäure, je 
10 Teilen Thymol und Myrtol, 40 Teilen Pfeffer- 
minzöl, 1400 bis 1500 Teilen Glycerin. 

Uell's Somatose - Klndemahrnng enthält 
10 pCt Somatose, 78 pCt. Kohlenhydrate und 
7 pCt andere Proteinstoffe. Dieselbe ist leicht 
verdaulich und von bestem Geschmacke. Dar- 
steller ist die Firma G. Hell db Co. in Troppau. 

Jodure Souffron. unter diesem Namen wird 
sowohl ein chemisch reines Kalium-, wie Natrium- 
jodid in den Handel gebracht. — Die Dragees 
Sauffron enthalten entweder je 0,26 g chemiscU 
reines Kalium- oder Natriumjodid. Bezogsquelle 
ist die St. Leonhards- Apotheke in Basel. 

Jttrgensen's Salbe soll aus 1 bis 2 g Salicyl-, 
1,5 g Borsäure, 66 g Zinkozyd, 33 g Lebertran 
und Pyoktannin aur. q. s. in Spiritus gelöst be- 
stehen. 

Li-Ferrosol ist ein Lithium enthaltendes 
Ferrosol «Losung eines Doppelsaccharates von 
Eisenoxyd-Chlomatrium). Es wird zur Heilung 
der Gicht empfohlen. 

Magrnesiiim eitrlcum wird als sogenanntes 
„naturliches Citrat" empfohlen, das sich auch 
noch durch seine Billigkeit auszeichnen soll. 
AVie 0. Hell d; Co. in der Pharm. Post mit- 
teilen, besteht dasselbe auf Grund einer von 



ihnen ausgefühi-ten Untersuchung aus 50 pCt. 
Rohrzucker, 25 pCt Weinsäure und 27 pCt 
Natriumbikarbonat. Es hat also mit Citronen - 
säure nichts zu thun und verdient den ihm 
beigelegten Namen nicht. 

Nenrosin FVunier (vergl. auch Ph. G. 96 
[1895], 63 u. 740 <. Unter diesem Namen kommt 
ein Sirup, Granules und Oblaten in den Handel. 
Sie enthalten alle glyoerinphosphorsauren Kalk. 
Haupt-Niederlage ist die Firma Chassaing et Cie. 
in Paris, 6 Avenue Victoria. 

Nicofebrln(a) besteht aus Arsenanhydrid, 
den wirksamen Bestandteilen von Trifolium 
fibrinum und der Chinarinde. Es wird gegen 
Sumpffieber, wie überhaupt gegen Fieber em- 
pfohlen, l'arsteller ist Apotheker Luigi BaguU 
in Pavia. (Siehe auch Ph. C. 43 [1902], 355.) 

Nieoliein ist bereits Ph. C. 43 [1902], 505 
und 630 erwähnt worden; neuordings ist das 
Präparat auf Veranlassung des Dr. Friedrich 
Müller chemisch untersucht worden. Auch hier 
wurden, wie die Pharm. Zeitung 1902, 967 mit- 
teilt, 2,35 pCt. freies Morphin gefunden, und 
zwar als Salicylat. Einem Berichte des Profeason 
Dr. Carl Th. Mömer in Upsala, den derselbe 
in der Deutsch. Med. Wochenschrift 1902, 892 
veröffentlicht hat, entnehmen wir, dafs derselbe 
im Nioolicin so viel Morphin gefunden hat, dals 
dasselbe 4,37 pCt. entspricht. Bereohnet man 
die Morphinmenge auf Grund des gefundenen 
Schwefelsäuregehaltes, so ist das Ergebnis gleich 
4,46 pCt. Dieser Verfasser sagt, dals das Morphin 
als Sulfat vorhanden sei. Zu bemerken ist noch, 
dals eine Flasche mit 100 ocm Inhalt 12 Mark 
kostet (ein auiserordentlich hoher Preis 1) 

Phorxal ist ein eisenhaltiges Nähr- ULd 
Kräftigungsmittel, dessen nähere Zusammen- 
sotzung zunächst noch unbekannt ist und das 
in nächster Zeit im Handel erscheinen wird. 
Zu beziehen ist dasselbe von der Firma O. db 
R Fritx in Wien. 

Benol ist ein Zahnpulver unbekannter Zu- 
sammensetzung, das von dem Renol- Werke 
m. b. H. in Leipzig in den Handel gebracht 
wird. 

Salviol ist ein Mittel gegen KehlkopfgesdiwürB. 
Seine Zusammensetzung ist bis jetzt von dem 
Darsteller, Engel- Apotheke in Mühlheim a. Ruhr, 
noch nicht veröffentlicht. 

Seng ist eine Essenz aus Panax Schinaeng. 
Sie wird als Magenmittel gebraucht Za be- 
ziehen ist sie durch O. db R. Früx, in Wien. 

Thymospasmin Carto» enthält auiser Thymiao- 
extrakt noch Bromoform. Angewendet wird es 
gegen Keuchhusten und wird Kindern je nach dem 
Alter tropfenweise (zweistündlich 1 bis 6 Tropfen) 
gegeben. Darsteller ist die Apotheke Oirtax, 
in Paris, 81 ruo Lafayette, Bezugsquelle die 
St. Leonhards-Apotheke in Basel. 

Washlng Fluid ist eine Lösung von 90 Teilen 
verwitterter Soda, 10 Teilen krystallisirtem 
Natriumsulfid und 2 Teilen Borax in Wasser, 
(Angsb. Seifens.-Ztg.) H. MentxeL 



81 



Arheol 

ist ein von Riehl ans dem Santelöl ge- 
wonnener Alkohol (CX5H26O). Derselbe stellt 
eine ölige farblose Flüssigkeit dar; seine 
Wirkung ist dieselbe wie die des Santelöles, 
ohne mit diesem die störenden Nebenwirk- 
ungen zn teilen. Es sollen diese Störungen 
nach Riehl von dem Gehalte des Oeles an 
Ariitol abhängen^ und zwar in der Weise^ 
dalfl^ je mehr Arh^l das Oel enthält^ desto 
weniger treten die Nebenerscheinungen auf; 
während bei einem Mindergehalt das Um- 
gekehrte der Fall ist Die verschiedenen 
Santdöle des Handels enthalten 30 bis 
90 pGt Arh^l. Bei einem derartig wechseln- 
den Gehalte des wirksamen Stoffes ist es 
erklärlich, dafs die Ansichten über den Wert | 
des Santelöies so weit aus einander gehen, 1 
da die gemaditen Erfahrungen doch immer [ 
von der Güte des vorliegenden Oeles ab- 1 
hingen. In dem Arh6ol haben wir nun 
einen stets gleichmäbig zusammengesetzten ' 
Köiper, dessen Wirkung auch stets dieselbe 
lein wird. ! 

Dr. Carlo Rava^ini berichtet in der 
TTierapie der Gegenwart 1902, 534 über 
die von ihm mit dem Arii6ol gemachten Eiv 
fahmngen. Er fafst sein Urteil dahin zu- 
sammen, dals es die rasche Aufeinanderfolge 
des Dranges, Harn zu lassen, sowie die 
schmerzhafte Harnentleerung rasch bessert. 
Beim Tripper liefs es ihn dort im Stich, 
wo es nicht angezeigt war. In den aller- 
meisten Fällen wurde es gut vertragen. 
Eiweifsausscheidungen wurden nie beobachtet. 

In den Handel kommt es in Kapseln mit 
je 0,2 g Inhalt Auf den Tag werden zehn 
bis zwölf Kapsehi gegeben. Darsteller ist 
die Fharmade Astier in Paris, 72 Avenue 
Kleber. R M. 

Chinaphenin, 

welches in voriger Nummer kurz erwähnt 
worden ist, stellt eine Verbindung des 
Qiinins mit Phenetidin dar und ist daher 
ah Qiininkohlensäurephenetidid aufzufassen. 
Dargestellt wird es durch Einwirkung von 
Chinin auf Paraäthoxylphenylcarbammsäure- 
ehlorid oder auf Paraäthoxyphenylisocyanat 
Seine Zusammensetzung entspricht der Formel: 
NH.CeH^.OC^Hs 
^^^0 . C20H28N2O 
IHeaer neue Körper steht dem Euchininin 



(Ohinincarbonsäureäthylester) sehr nahe. Es 
ist ein weifses, geschmackloses Pulver, das 
sich in Wasser schwer, in Weingeist, Aether, 
Chloroform und Säuren, mit welchen es Salze 
bildet, leicht löst. Das Chinapheninsulfat 
bildet gelbe Krystalle, die in Wasser leicht 
löslich sind. Mit den gebräuchlichen Alkaloid- 
reagentien giebt Ghinaphenin Niederschläge, 
auch liefert es die ThaÜeiochin-Reaktion, da- 
gegen einen gelben Herapathit. Weingeistige 
Kalilauge zersetzt den Körper. 

Angewendet worden ist es bei Keudi- 
husten. Säuglinge erhielten dreimal täglich 
0,15 bis 0,2 g, ältere Kmder ebenso oft 
0,2 bis 0,3 g. Wie Professor C t\ Noorden 
in der Therapie der Gegenwart 1903, Januar, 
mitteilt, war der Erfolg ein entschieden 
günstiger; die Anfälle verminderten sich. 
Dabei wurde es gut vertragen und Neben- 
wirkungen nicht beobachtet. Die beste 
Darreichnngsform sind Schokoladeplätzchen; 
sehr kleinen Kindern giebt man es in Bülch 
oder Suppen. 

Als Fiebermittel steht Ghinaphenin zwischen 
dem langsam wirkenden Chinin und den 
schnell wirkenden Präparaten (Antifebrin, 
Phenacetm, Laktophenin, Pyramidon). Mengen 
von 1,5 bis 2 g (m zwei Teilen gegeben) 
erniedrigen bei Unterleibstyphus und Lungen- 
entzündung, wie 1 bis 1,5 g salzsaures 
Chinin, die Fieberhitze. Sehr günstig war 
auch der Erfolg in einigen Fällen von Nerven- 
schmerzen. 

Dargestellt wird dies Präparat von den 
Vereinigten Chininfabriken vorm. Zimmer 
db Co., G. m. b. H. in Frankfurt a. M. 
K M. 

BromocoU-Resorbin. 

Das BromocoU, die Brom - Tannin - Leim- 
vei'bindung von der Aktiengesellschaft für 
Anilin - Fabrikation in Berlin SO. 36, wird, 
wie wir in Ph. C. 42 [1901], 633 und 
43 [1902], 542 bereits berichtet haben, an 
Stelle der Bromalkalien angewendet. In 
neuerer Zeit stellt dieselbe Firma eine 20proc. 
Bromocoll-Salbe (-Resorbin) dar. Die- 
selbe hat sich, wie Dr. Max Joseph im 
Dermatol. Centralbiatt, April 1901 mitteilt, 
ausgezeichnet bei Juckreiz der Haut be- 
währt. Dasselbe wird auch von Dr. P. 
Junius bestätigt, der die Salbe in vielen 
Fällen angewendet hat. - tx . 



82 



Extractuxu 
Baisami tolutani fluidum. 

J. Mindes teilt in der Pharm. Praxis 
folgende ihm vom Apotheker Ch. Marei 
fiberlasaene Vorschrift mit. 

250 g Toinbalsam werden in 500 g 
BOproc. Weingeist gelöst und diese Lösung 
mit 250 g Wasser gemischt. Von diesem 
Gemenge werden 350 g abdestilliert and 
das Destillat mit Nr. I bezeichnet Darauf 
wird der Balsam der Destillierblase ent- 
nommen und mit soviel warmem Wasser 
gewaschen, dafs das Gewicht dieses, ein- 
schliefslich des in der Blase zurückgebliebenen 
Restes, nach dem Filtrieren 650 g beträgt. 
Diesem Filtrate wird das mit I bezeichnete 
Destillat zugefügt und das Ganze, wenn 
nötig, auf 1000 g erg&nzt. Zu bemerken 
ist noch, dafs die Destillation bei ganz 
mäfsigem Feuer zu erfolgen hat, weil das 
Extrakt bei stärkerem Erhitzen einen 
unangenehmen Geruch annimmt. — ^ . 

Eubiose. 

Dieses neue Blutpräparat, welches wir 
in Ph. C. 42 [1901], 788, bereits kurz 
erwähnt haben, wird von der Eubiose- 
Gesellschaft m. b. H. in Hamburg in den 
Handel gebracht. Dasselbe ist eine dick- 
flüssige, rotbraune Masse, die beim Entkorken 
der Flasche und beim Ausgiefsen leicht 
perlt. Giefst man etwas Eubiose in 
ein mit Wasser halb gefülltes Glas, so 
entsteht zunächst eine etwas trübe, bräun- 
liche Lösung, die bald zu einer roten, klaren 
unter Abgabe von etwas Kohlensäure über- 
geht. Es geht hierbei die unter dem 
Einflufs der Kohlensäure entstandene, wohl- 
haltbare Hämoglobinverbindung bei Zutritt 
von Sauerstoff in das rote Sauerstoff- 
Hämoglobin über. Dargestellt wird es aus 
stark verdichtetem Hämoglobin, dem etwas 
Vanille zur Geschmacksverbesserung zugesetzt 
ist, durch Versetzen desselben mit Kohlen- 
säure in einem bestimmten Verhältnis. Das 
Verfahren ist zum Patent angemeldet Der 
Geschmack ist ein angenehmer und leicht 
prickelnder; Eubiose belästigt weder Magen, 
noch Darm, da sie kein Glycerin enthält. 
Wenngleich der Preis (ungefähr 250 gMk. 2.25) 
im Verhältnis zu anderen Hämatogenpräparaten 
ein höherer ist, so ist es doch billiger, da 



zu seiner Anwendung nur kleinere Gaben 
von einem halben Tee- bis Efslöffel, je 
nach dem Alter, mehrmals täglich nötig sind. 
Eine von Dr. Lebbin und Dr. Breskmei' 
in Berlin ausgeführte Untersuchung ergab 
als allgemeine Zusammensetzung: 

Bei 1050 flüchtige Stoffe 69,250 pCt. 

davon Wasser . . . 63,850 „ 

„ Weingeist . . 5,400 „ 

Feste Bestandteile . . . 30,750 „ 

davon organische . . 29,106 „ 

yy anorganische 1,644 „ 

Gesamt-Stickstoff . . . 4,671 „ 

Schwefel 0,164 „ 

Phosphor 0,175 „ 

Eisen 0,076 „ 

—tx—, 

Rheol- Kugeln, 

über welche wir bereits in Ph. G.44 [1903], 25 
kurz berichtet haben, werden nach der Monats- 
schrift f. Gynäkol. u. Geburtsh. 1902, XVI 
aus Hefe mit dem Gelatinenährboden, dem 
organische Stickstoffverbindungen zugesetzt 
sind, um die Hefe länger lebensfähig zu 
erhalten, dargestellt. Die fertigen Kugelii 
werden zum Schutze gegen etwaige Luft- 
bakterien mit Paraffin überzogen. Bakterio- 
logische und klinische Versuche haben er- 
wiesen, dafs Termittelst dieser so gewonnenen 
Hefe Gonokokken getötet werden, allff 
Wahrscheinlichkeit infolge der verstärkten 
Enzymwirkung. H. M. 



Roter und gelber Phosphor 

werden von Wegscheider und Kaufler, wie 
die Pharm. Post mitteilt, auf Grund von 
Untersuchungen nicht ab polymorphe Formen, 
sondern als chemisch verschiedene Körper 
angesehen. Sie begründen dies einmal 
dadurch, dals die Langsamkeit, mit der das 
Gleichgewicht sich zwischen rotem Phosphor 
und Phosphordampf einstellt, einmal durch die 
Verschiedenheit der ReaktionBgeschwindigkeit 
beider bedingt ist, zum anderen daduidi, 
da£s sowohl Lösungen, als auch Sohmelzeii 
von rotem Phosphor unter 200^nid)t odff 
doch nur sehr langsam krystallisieren. Wenn 
jedoch Polymorphie angenomm^ wird, se 
wäre sie als eine stark übersätti^ Löaaag 
bezw. überkaltete Sohmelse des roten 
Phosphora aufzufassen. —tx—. 



83 



Das Traube'sche Verfahren zur 
Gewinnung von Theooin, 

ftbtf weldi€B wir bereits Ph. C. 43 [1902], 
604 berichtet haben , ist folgendes: Die 
aus Easigsäare bezw. Chloressigsäme leicht 
dantdlbare Cyaneesigs&ure (CN..CH2COOH) 
verdiohtet siGh mit Dimethylhamstoff 
NH(CHg) 

I 
CO 

I 

NHcCHg) 
sa l;3-Dimethyl-4-amino-2,6-diox7-PyTiiiiidin 
N(CH8)— CO 



CO 



CHo 



NcCHs)— C=NH. 

DifiMs liefert mit salpetriger Säore eine Iso- 
nitroeoverbindong, die durch Reduktion mit 
Sefawefelammoninm in das 1,3 - Dimethyl- 
4,5-diamino-2,6' dioxy-Pyrimidin 

N(CH3)— CO 

I I 

CO C . NH2 

I II 

N(CH3)— C . NHj 
fibergehi 

Behandelt man letztere Verbindong mit 
AttoaeBBftnie, so geht sie unter zweifacher 
Waaserabspattang in Theoem Ober: 

N(CH3)-C0 

I ! 

00 C . NHg + H . coon = 

N(CH3)~C.NH2 

NCCHa)— CO 

. I I 

2H4O4.CO C— NH 

I I ScH 

N(0H3)-~C— n/ 

Theooio. 
(Wfe aus obiger Formel deutlich hervor- 
P^f lehK hifolge eines Druckfehlers in 
VHerer fa1lha*eB Angabe ein Sauerstoffatom. 
I^ Fehler ist dort aus den zwei fehlenden 
Endungen des emen Eohlenetoffatoms leicht 
«Wit«A, Scbriftleitung.) -a-. 
Therap, Monatsh. 1902, 650. 



Präparate aus Rosskastanien. 

Aeikulo- Bade -Extrakt Flügge enthält 
50 pCt. KastanienauBzug nach Flügge. 
Dasselbe hat einen hohen Gehalt an 
Saponinen und phenolhaltigen Bitterharzen. 
Verwendet wird es zu Bädern und Ein- 
reibungen bei Gicht y Reifsen, Nerven- 
schmerzen, Hüftweh, Hexenschufs und Frost- 
beulen. 

Eztractum leminii Hippoeaitani purum 
spiiium Flügge lOst sich leicht in Wasser, 
Weingeist und diesen enthaltenden Fifissig- 
ketten, auch ist es in jedem Verhältnis mit 
Fetten und Salben mischbar. 

Kaitanienextrakt- Pflaster Flügge iBt 
ein durchlochtes Pflaster wie die amerika- 
nischen Pflaster. Angewendet wird es m 
den unter Aeskulo-Bade-Extrakt angegebenen 
Fällen. 

Kaitanien-Kraftmehl Flügge ist ein vor- 
zügliches Nähr- und Kräftigungsmittel, das 
entbittert und sterilisiert ist. Es bemtzt einen 
hohen Eiweifs-, Fett- und Stärkegehalt, 
sowie einen sehr hohen Gehalt an „natür- 
licher" Phosphorsäure (P2O5), ungefähr 
0,8 pCt. Es wirkt knochenbildend und 
nervenstärkend. 

Diese Präparate sind von Karl Engel- 
hard, Fabrik pharmaceutischer Präparate 
in Frankfurt a. M., zu beziehen. 

(Vergl. hierzu ¥h. C. 42 [1901J, 333.) 
R M. 

Herstellung 
arsenfreier Salzsäure. 

In neuerer Zeit hat Otto Hehner dahin- 
gehende Untersuchungen angestellt, ob beim 
Kochen von Arsensänre mit konoentrierter 
Salzsäure sieh Arsen verfluchtet. Scheinbar 
ist dies der Fall. Whrd jedoch jede Spur 
(HTganiseher Stoffe ferngehalten, so tritt eine 
Anenverfiflohtigung nicht ein, denn sehen 
geringe Mengen Staub der Luft vermögen 
die Arsensäure zu reducieren und können 
die Veranlassung sein, dafs Spuren von Arsen 
als Arsenchlorür übergehen. Will man dem- 
nach eine völlig arsenfreie Salzsäure eriialten, 
so soll man auf Vorschlag des Verfassers 
reduderonde Stoffe zusetzen und so lange 
abdestillieren, bis sich im Destillat kein Arsen 
mehr nachweisen läfst; die nachher noch 
übergehende reine Salzsäure wird gesondert 



84 



aufgefangen. (Das Verfahren ist nicht neu; 
vergl. Beckurts, Ph. C. 25 [1884], 479. 
Schriftleitung.) Dafs durch Zugabe 
oxydierender Mittel bei der Destillation der 
Salzsäure das Arsen sich in der Retorte 
zurückhalten liefse, hält er ftlr unmöglich. 
The Analyst 1902, 268. — te— . 



Zum Nachweise kleiner Mengen 
Antimon 

in Gegenwart von viel Arsenik hat Denigds 
(Bull. Soc Pharm. Bord.42; 25) drei Methoden 
ausgearbeitet; nach welchen sich noch 
0;001 mg Antimon selbst bei Gegenwart 
einer fünfhundertmal so grofsen Menge Arsen 
erkennen läfst 

1. Die Methode mit dem Platin- 
Zinnpaar. Eine Lösung von Antimon in 
einem Gemisch von 1 Teil reiner Salzsäure 
(1;18 spec. Gewichts) und 3 Teilen destil- 
liertem Wasser wird in einer Platinschale 
mit emem Stück Zinnblech derartig in Be- 
rührung gebradit, dafs das letztere das Platin 
berührt Nahezu momentan scheidet sich 
ein brauner Fleck von elementarem Antimon 
auS; wenn die Lösung mindestens 1 mg 
Antimon im Eubikcentimeter enthält; bei 
geringerem Gehalte dauert die Abscheidung 
länger. Die untere Empfindlichkeitsgrenze 
liegt bei 0,04 mg Antimon un Eubikcenti- 
meter. Eine Arsenlösung, deren Arsengehalt 
nicht grösser ist als 5 mg ün Eubikcenti- 
meter, giebt bei längstens halbstündiger Be- 
rtUirung mit dem Phitin-Zinnpaar keine Ab- 
scheidung. 

2. Die Methode mit dem Silber- 
Zinnpaar. Die Lösung wird auf ein 
Silberblech gebracht und Zinn emgetaucht, 
wobei Antimonabscheidung alsbald stattfindet. 
Arsen mufs zunächst völlig oxydiert sem; 
der Eontakt mit dem Silber -Zinn darf 
höchstens fünf Minuten dauern. Auf diese 
Weise ist noch 0,001 mg Antimon bei 
Gegenwart der tausendfachen Arsenmenge 
nachweisbar. 

3. Der Nachweis mit Caesium- 
salzen. Nach Oodefroy zeichnet sich das 
Antimon-Gaesiumjodid durch Unlösiichkeit in 
sauren Medien aus. Deniges löst deshalb 
1 g Jodkalium und 3 g Chlorcaesium in 
10 ccm Wasser und fügt einen Tropfen 
einer Iproc. Ammoniaklösung hinzu. Eine 
Salzsäure oder schwefelsaure Antimonlösung, 



die mindestens 2 mg Antimon im Eubik- 
centimeter enthält, giebt damit einen roten; 
eventuell in hexagohalen Lamellen sich alh 
scheidenden Niederschlag. Bei Abwesenheit 
von Wismut sind dieselben für Antimon 
charakteristisch. In schwefelsaurer Lösung 
ist so noch 0,001 mg Anthnon nachweis- 
bar, selbst wenn es mit der fünfhundertfachen 
Menge Arsen vermischt ist Die Arsen- 
menge darf allerdings nicht mehr wie 5 mg 
in 0,1 ccm Lösung betragen, sonst scheidet 
sich Jod ab, das man aber leicht durch 
etwas schweflige Säure zum Verschwinden 
bringen kann. 

Die Methoden eignen sich sowohl zur Unter- 
suchung der im JfarsA'schen Apparate er- 
haltenen Spiegel, als auch zur Prüfung von 
Salzgemischen auf Arsen und Antimon. 
__ P. 

Fruchtzucker im Blutserum usw. 

Fruchtzucker tritt, wenn auch nicht immer, 
sowohl un menschlichen Blutserum, als auch 
m anderen Gewebssäften auf, und zwar 
ganz unabhängig davon, ob Lävulose ge- 
reicht worden ist oder nicht. C Neuberg 
und H. Strauss (Zeitschr. f. phys. Chemie 
1902, 36. 227) haben in fünf FäUen mit 
Sicherheit das Vorhandensem von Frucht- 
zucker nachgewiesen. Es gelang ihnen dies 
bei Untersuchungen von Ex- und Trans- 
sudaten, sowie von Blutserum vermittelst des 
asymetrischen Methylphenyihydrazins, das 
wohl mit Lävulose, nicht aber mit Glykose, 
Mannose oder Chitosamin Fhiktosemethyl- 
phenylosazon bildet. — te— . 

Ein neuer Extraktionsapparat 

ist von Badermacker (Chem.-Ztg. 1902, 
1177) konstruiert und von Kahler <6 Mariini 
zu beziehen. Die Hauptänderung gegen- 
über dem Soxhlef^fäiea Apparate besteht 
darin, dafs statt des Dampf zulmtungsrohres 
ein äufserer Mantel vorhanden ist^ der oben 
durch mehrere Oeffnungen mit dem Qefäfse 
für die Extraktionshülse und dem Kühler 
in Verbindung steht. Dadurch wird «ner- 
seits erreicht, dafs die Extraktion bei höherer 
Temperatur, d. h. nur wenige Orade unter 
dem Siedepunkte des Lösungsmittels, statt- 
findet und daher schneller geht, andereneitB 
ist das zerbrechliche Abflufsrohr geschützt 



85 




Zwei neue Kaliapparate 
zur Bestimmung der Kohlen- 
säure bei der organischen 
Elementaranalyse. 

Einer freundlichen Mitteilung der Firma 
C. Gerhardt, MarqtuirVB Lager chemischer 
Utensilien zu Bonn a. Rh., entnehmen wir 
d&B Nachstehende: 

Der Apparat D. R. G. M. 185 893, Fig. 1, 
ist möglichst klein und leicht gebaut, sein 
Gewicht beträgt ohne Fflllung nur 20 bis 
25 g. Vermöge seiner Bauart, in der er 
von ähnlichen Apparaten vollständig abweicht, 

leistet er eine 

'völlig sichere 

Gewähr für 

eine voll- 
ständige Ab- 
sorption der 
Kohlensäure. 
In einem 
cyKndrischen 
Gefäfs smd 
vier ein wenig 
abgeplattete 
^g- 1- KugeUi auf- 

gehängt; drei derselben enthalten je ein 
hakenförmig gebogenes Röhrchen, während 
die obere ohne Röhrchen ist und nur als 
Sdintz dienen soll. Die Lauge wird in das 
äobere cyhndrische Gefäfs gefüllt und die 
Verbrennungsgase treten ebenfalls zuerst in 
dieses Gefäfs ein. Die eingefüllte Lauge 
wird nun in den Kugeln in die Höhe gedrückt, 
wodorch dieselben zu Waschfhischen gestaltet 
werdra. Auf dem Boden des Gylinders 
bleibt noch eine etwa 1 cm hohe Schicht 
Lange stehen, was sehr wesentlich ist Die 
nnn kommenden Verbrennungsgase müssen 
über diese Schicht wegstreichen und verHeren 
sehen hier, bevor sie in die zu Waschflaschen 
ausgebildeten Kugeln gelangen, den gröfsten 
Teil ihrer Kohlensäure. Dann erst gehen 
sie durdi die drei V^aschflaschen und noch 
6in Kalirohr. 

Sottte am Schlüsse der Verbrennung die 
Lange zurfickgesaugt werden, so tritt sie 
SOS den Kugeln wieder in den grofsen 
Cyfinder; hei der Grölse dersdben ist jede 
Gehhr, dais Tropfen mit herausgerissen 
werdtti, völlig ausgeschlossen. 

Der Apparat D. R. G. M. 186 788, Fig. 2, 
ist ebenfalls möglichst kleb und leicht 




gebaut. Sein Gewicht ist ungefähr das 
gleiche. 

Bei ihm sind in einem cyiindrischen 
Gefäfs drei nach unten hin geöffnete Glocken 
über einander aufgehängt Die beiden 
unteren Glocken 
tragen an einer 
Seite je ein kleines 
Röhrclien, welches 
unter die nächst 
höhere Glo^e führt 
Die oberste Glocke 
dagegen hat an 
einer Seite eine 
Oeffnung. 
Die Verbrennungs- 
-*-- gase werden nun 

Fig. 2. zuerst unter die 

unterste Glocke geführt; sowie diese angefüllt 
ist, tritt der Ueberschufs an Gas durch das 
kleine Gasleitungsröhrchen unter die mittlere 
Glocke. Wenn auch diese mit Gasen gefüllt 
ist, so treten die in der mittleren Glocke 
befindlichen Gase m die oberste Glocke und 
die in der unteren Glocke befmdlichen Gase 
wandern in die mittlere Glocke. Gleichzeitig 
füllt sich die untere Glocke mit frischen 
Gasen an. 

Die kleinen Gasleitungsröhrchen, welche 
abwechselnd auf verschiedenen Seiten der 
Glocken angesetzt sind, führen nun die 
Gase während der Verbrennung nacheinander 
unter alle drei Glocken. 

Eine gewisse Zeit müssen die Gase unter 
einer jeden Glocke verweilen, ehe es ihnen 
gestattet ist, in die folgenden überzutreten. 
Nachdem die Gase dann alle drei Glocken 
durchlaufen haben, treten sie in das 
cylinderische Gefäfs ein und sind auch hier 
noch einige Zeit mit der Lauge in Berührung. 
Sie verlassen dann den Apparat durch ein 
aufgeschliffenes Kalirohr. 

Durch diese Anordnung wird eine sichere 
Absorption der Kohlensäure bedingt. Femer 
ist der Apparat noch mit einer gröfseren 
Kugel versehen, welche etwa zurücksteigende 
Lauge aufnehmen soll. 

Hervorzuheben ist die zierliche, handliche 
Form und die geringe Gefahr der Zerbrech- 
lichkeit der beiden Apparate gegenüber 
dem Oeifsler'wihen Kaliapparat. Beide 
Apparate sind im Laboratorium praktisch 
ausprobiert; es kann tadelloses Arbeiten 
gewährleistet werden. 



86 



Extraktionsapparat 

für auf dem Filter befindliche 

Niederschläge. 

Um Filter mit Niederschlägen beim 
Extrahieren der letzteren unberührt im 
Trichter lassen zu können , beschreibt 
A, Owiggner (Zeitschr. f. angew. Chemie 
1902, 882) einen Extraktionsapparat. Der- 
selbe besteht aus einem etwa 130 ccm 
fassenden Kölbehen, femer aus einem in 
dasselbe eingeschliffenen Extraktionstrichter, 
welcher nur im unteren Teile konisch, im 
oberen Teile aber cylinderisch geformt ist, 
endlich aus einem vernickelten, dem Donath- 
sehen metallenen Innenkühler nachgebildeten, 
aber für obigen Zweck entsprechend ab- 
geänderten Metallkühler, welcher dem breiten 



abgesdiliffenen Rande des Apparates aufliegt 
Der konische Teil des ExtraktionstrichterB 
besitzt drei durch Einbuchtungen hergestellte 
Glasspitzen, welche zur Auflage des lang- 
stengeUchen Analysentricht^B dienen. Damit 
die verdichtete Flüssigkeit aus dem Kühler 
immer auf den Filterrand tropft, sind die 
Tropfspitzen des Kühlers an besonderen 
Ringen, welche mittelst Bajonetteverschluls 
am Kühler aufgeschoben und befestigt 
werden können, angebracht und in zwei 
bis drei Längen ausgeführt, um den Apparat 
wenigstens für die gebräuchlichsten Analysen- 
trichter- und FUtergröIsen verwendbar zu 
machen. Die Höhe des zusammengesteUten 
Apparates beträgt etwa 350 mm. Als 
Bezugsquelle ist die Wiener Firma W. J. 
Bohrbeck'% Nachfolger zu nennen. BU, 



Mahrungsmittel-Chemie. 



Apparat konstruiert, über den in der MUch- 
zeitung 1903, 37 berichtet wird. 

Das Verfahren stützt sich auf die ver- 



Zur Bestimmung 
des GlyceriQB im Weine 

gibt Trillat (Ohem.-Ztg. 1902, 1198) eine ^. ^ ^ ^ ^,., ^ ^ . 

neue Methode an, die auf der Eigenschaft ' ««^!«^^^« ^'ri^TI! ^""l ^"^ ^"^ T 
des reinen Essigesters, Glycerin in einer : ^»"«J^«^??^ /f**P^*»^ ^^u^'oT'' ^ 
Menge von 9 pCt. zu lösen, beruht. 50 ccm ' ^^^"^ ^^'^^' ^"^^ wesentliche RoUe spielt, 



Wein werden in einer Silberschale auf dem 
Wasserbade bei etwa 70^ 0. auf ungefähr 
em Drittel eingedampft, dann 5 g pulverisierte 
Tierkohle zugesetzt, gut gemischt und bis 
zur Trockne eingedampft. Nach dem Ab- 
kühlen wird der Rückstand un Mörser mit 
5 g ungelöschtem Kalke verrieben, das Pulver 
in eine Flasche gebracht und einige Minuten 
mit 30 ccm getrocknetem und von Alkohol 
befreitem Essigester kräftig ausgeschüttelt 
Die klare Flüssigkeit wird abgegossen und 
der Rückstand nochmals mit Essigester aus- 
geschüttelt. Dann wird der Essigester in 
einer Schale bei 60^ C. bis zu konstantem 
Gewichte abgedampft und das Glycerin 
gewogen. ^he. 

Neuer Apparat 

zur Fettbestimmung in der 

Magermilch. 

Da angeblich in der Praxis die gebräuch- 
lichen Methoden, die des Centrifugierens oder 
die Anwendung des TFbZ/n^ 'sehen Refrakto- 
meters, zur Bestimmung des Fettgehalts der 
Magermilch auf verschiedene Schwierigkeiten 
stofsen, hat A. Bernstein einen neuen 



ist dieses durch Zusatz eines gemessenen 
Volumens Essigsäure vorher in Lösung za 
bringen, worin eine wesentUche Verbeaser- 
ung des alten Verfahrens liegt Der Apparat 
selbst besteht aus zwei Glascylindem, in 
die blaue Qlasstäbe eingesetzt sind. In dem 
emen Glasrohre befmdet sich als KontroD- 
flüssigkeit eine Lösung (die Zusammensetzung 
derselben ist nicht bekannt), deren Transparenz 
einem Fettgehalt der Magermilch von 
0,20 pCt. entspridit In das andere Glas 
kommt die Milch und die Essigsäure, beide 
durch Mefsgefäfse zu messen. Nach dem 
Einsetzen des blauen Glasstabes wird die 
Durchsichtigkeit geprüft. Ist die Säure- 
Milchmischung undurchsichtiger als die 
Kontrollflüssigkeit, so enthält die Magermileh 
mehr als 0,2 pCt. Fett. 

Nach derselben Art soll noch dn 
Apparat für Vollmilch in den Handel 
kommen. 

Der patentierte MUchprüfer wird von der 
Firma Oöran Lantesson, Berim, Jäger- 
strasse 63 vertrieben ; ob er auch in wiasen- 
schaftlichen Instituten die alten Methoden 
verdrängen wird, bleibt abzuwarten. 

— flfo/. 



87 



Therapeutische HKtteihingen. 

Giftigkeit des Chroms. chronischeD Hantleiden nnd 7eralteter Syphilis 

In Nr. 26 d« 27. Jahrgang« des „Reiehe- &«brSachüche Oüntx'«^e Chrom waBBer 



Medizmai-Anzeigei^^ v. 1 9. vorvorigen Monats 
(Seite 505 bis 507) maeht Heibig daran! 



(Ph. C. 24 [1883], 476; 32 [1891], 257; 
35 [1894], 364; 43 [1902], 480). Ueber 



infmericsam, dafs zwar die akute und ^f^^^eß nriejlU^ Rudolf^ Kobert{LehT^^^^ 
sobaknte Ghromvergiftnng hinreichend be- 
kannt seien nnd dagegen zweekmäfsige Vor 



bengirngsinafsnahmen in den Fabriken ge- 
troffen wflrden, dafs aber hinsichtlich der 
eh roni sehen Ghromvergiftung die soge- 
nannte ,^hinonekro8is diromica'^, die eine 
Zentomng der Nasenscheidewand be- 
wirkt, sowohl in neueren ärztlichen Sammel- 
werken, als auch bei einem nnd demselben 
gewerbehygienisehen Schriftsteller widei^ 
q^reohend anfgefafst werde. Man betrachtet 
j^ Zerstörung nämlich entweder als ort- 
bebe Aetzwirknng oder als Teilerscheinung 
der allgemeinen Ghromkrankheit. Bei der 
seit der Entdeckung des Chroms durdi 
Vauqtietm (1797) mehr und mehr zu- 
nehmende gewerblichen nnd wissenschaft- 
lichen Verwendung dieses Elements kommt 
den erwähnten Vergiftungen eine wachsende 
Bedeutung fflr die Gesundheitspflege zu. 

In der Heilkunde waren seit der ersten 
Verwendung des Ghroms (1829 als E2Gr04 
naeh Jacobson zu Moxen) die Meinungen 
getölt Immer neue Verwendungen, so der 
Sinre (GrOg) als Aetzmittel, des K2Gr04 
ah Brechmittel (1840) und als Alterans, 
desEgCrsO? ebenfalls als Brechmittel (1857), 
ab Antisyphiliticum (1851), als 
Expektorans (1892) usw., wurden 
▼orgeBdilagen, fapden Anklang oder Wider- 
Bprnch und gerieten meist bald in Vergessen- 
heit Der Vorzug des Ghroms, dafs es bei 
akuter Vergiftung, falls sie nicht töUch ver- 
linft, nicht leicht bleibenden Nachteil zurück- 
libt, und dafs bei längerem Gebrauche 
Qirom weit weniger als etwa Quecksilber 
imd Arsen chronische Vergiftung bewirkt, 
liefs die Aerzte besonders bei langwierigen 
Haatkrankheiten nnd bei Syphilis immer 
nieder auf Ghrompräparate zurückkommen. 
Von diesen stehen für die tatsächliche Ver- 
wendung zor Zdt vornehmlich zwei in Frage, 
aimlich die 2- bis lOproc wässerige Lös- 
img der Säure als Sondermittel gegen 
Fnisschweifs (1888 von Eckstein em- 
pfohlen) und das bei Magengeschwüren, 



der Intoxikationen, 1 . Auflage, Stuttgart 1893, 
Seite 295): „Die arzneiliche innerliche Ver- 
wendung von „ „Ghromwasser" " ist gesetz- 
lich zu verbieten, denn dasselbe enthält 
chromsaures Kali'^ 

Der Verfasser weist zum Schlüsse auf die 
Notwendigkeit einer erneuten Ermittelung 
der Erscheinungen der chronischen Ghrom- 
vergiftung und einer Prüfung des Heil- 
werthes von Ghrom bei Syphilis und Haut- 
krankheiten hin und meint: „Ueber lang 
oder kurz werden sich voraussichtlich auch 
die zeitgenössischen Fabrikpharmakoiogen 
mit der Prüfung organischer Ghrom- 
Verbindungen beschäftigen. Von diesen 
wurde bisher nur die Verbindung mit Leim 
und Gelatine in der Technik verwandt 
Metallorganische Verbindungen des Ghroms 
wurden bisher nicht analysiert Es ist aber 
wohl anzunehmen, dals man auch in der 
aromatischen Reihe Ghromverbindungen zu 
Heilzwecken hersteilen wird^^ 

AUerdmgs scheint es auffällig, dafs bisher 
über organische Ghromverbindungen, und 
zwar selbst über die technisch angewandten 
(mit Leim) so wenig bekannt wurde. Anderer- 
seits beschrieb man aber in den letzten 
Jahren zahh*eiche neue anorganische Ver- 
bindungen. Von diesen dürften zunächst 
die mit Hg und As eine Prüfung auf Heil- 
wirkung verdienen. — ^. 



Vergiftung 
durch Digitalisaufgufs. 

Durch gewohnheitsmäfsigen Gebrauch 
eines Iproc. Digitalisaufgusses vergiftete 
sich ein Schmied. Derselbe nahm sowohl 
tagsüber bei der Arbeit, als auch abends 
einige Efsiöffel voll von dieser Arznei. Auf 
diese Weise hatte er in seinen fünf letzten 
Jahren etwa 500 bis 600 g DigitaUsblätter 
verbraucht — <»— . 

Münch. Medic, Wochenschr. 1902, Nr. 38. 



88 



Hämatoporphyrinurie 

wurde von James Tifson und Alfred C. 
Croftan (Piiilad. Med.*Journ., 17. Mai 1902) 
bei einer 50jährigen Frau^ die Jahre hin- 
durch Suifonai in Gaben von 1 bis 3^5 g 
als Schlafmittel gebraucht hatte^ beobachtet 
Der Harn war portweinrot, enthielt Spuren 
von Eiweifs, sowie eine geringe Zahl granu- 
lierter und Epithelcylinder. Nach dem so- 
fortigen Aussetssen des Sulfonals ergab die 
Untersuchung des Harns an den drei folgen- 
den Tagen nachstehende Mengen H&mato- 
porphyrin (eisenfreies Hämatin}: nach den 
ersten 24 Stunden 1^683 g, am zweiten 
Tage 1,013 g und am dritten Tage 0,098 g. 
(Vergl. Ph. C. 41 [1900], 441.) n, M. 

Ueber therapeutisch wichtige 
Verbindungen des Formaldehyds 

berichtet Ooldschmidt (Chem.-Ztg. 1902, 
606). Aus Monomethylanilin und Mono- 
äthylanilin entstehen mit Formaldehyd und 
Salzsäure die Verbindungen C6H5NCH3CH2CI 
und CeH5NC2H5GH2Ci, die in heilsem 
Wasser löslich sind. Alkalien scheiden aus 



der verdünnten wässerigen Lösung eine 
Base aus, die in Chloroform löslich ist und 
durch Aether gefällt wüd. Die Verbmdungen 
des Formaldehyds mit den Estern der drei 
AmidobenzoMluren, die bei Anwesenheit von 
konoentrierter Salzsäure entstehen, haben 
desinficierende und stark schmerzstillende 
Eigenschaften, die sie geeignet machen, an 
Stelle des Orthoforms zu treten. Zur Dar- 
I Stellung dieser Verbindungen zersetzt man 
I die Chloride in verdünnter Lösung mit 
{Natronlauge und löst die gefällte Base in 
I Chloroform und fällt mit Aether aus. Es 
sind geruchlose, amorphe, weifse und un> 
giftige Pulver, die sich nur in Chloroform 
lösen. Aus Acetylphenylhydrazin, Salzsäure 
und Formaldehyd erhielt Verfasser dnen 
gelblichen, hochschmelzenden, in den üblichen 
Mitteln unlöslichen Körper, der sich nach 
mehrtägigem Stehen bei Zimmertemperatur 
abscheidet. Er entsteht aus 2 Teilen Acetyl- 
phenylhydrazin und 3 Teilen Formaldehyd 
unter Austritt von 2 Tmlen Wasser, und 
eignet sich als reducierendes Mittel gegen 
Krätze. —he. 



BDohepsohau. 



Das Pflaiizenreioh (Regni vegetabilis con- 
spectus). Im Auftrage der Königl. Preuss. 
Akademie der Wissenschaften heraus- 
gegeben von Ä. Engler. (Leipzig, 
W. Engelmann.) 
Das seit Ende 1900 im Erscheinen begriffene 
Werk ist nicht etwa als eine zweite Auflage der 
„Natürlichen Pflanzenfamilien'* anzusehen, son- 
dern es bezweckt, eine kritische Aafzfthlang und 
knappe Beschreibung sämtlicher sicher bekannter 
rflanzenarten und ihrer Varietäten zu geben, 
unter Beteiligung des Herausgebers und etwa 
30 anderer Botaniker, die sich bereits zur Mit- 
arbeit verpflichtet haben, soll in dem ,.Pflanzen- 
reich^^ eine dem heutigen Stande des Wissens 
entsprechende Grundlage geschaffen werden für 
jegliche wissenschaftliche Arbeit, welche auf die 
Pflanze in ihrer Eigenschaft als Glied des grofsen 
natürlichen Sy>tems zurückgreift. Das Werk 
wird daher jedem als Nachschlagewerk unent- 
behrlich werden, der sich auf irgend einem Ge- 
biete der reinen oder angewandten Botanik be- 
tätigt. Er wird darin nicht nur eine Uebersicht 
über die ungeheure Menge der Pflanzenarten 
und ihre natürlichen Verwandtschaften finden, 
sondern sich über jede emzelne Pflanze und ihre 
Charaktere schnell und sicher orientieren können. 
Die zahlreichen Litteraturnachweise, die Beich- 
haltigkeit an guten Abbildungen, die Berüok- 



I sichtigung der Synonyme verleihen dem Ganzen, 
wie den Einzelbeschreibungen einen besonderen 
Wert; für die Leser diesei Zeitschrift sei be- 
merkt, dass den Nutz- und fleilpflanzen jeder 
Familie in dem Abschnitt „Verwendung^* ein 
breiter Raum gewährt wird. Die Bearbeitungen 
der einzelnen Familien sind selbständig paginiert 
und mit eigenen Registern versehen, sodass jedes 
Heft ein abgeschlossenes Ganzes darstellt, das 
für sich im Buchhandel bezogen werden kann. 
Die Reihenfolge des Erscheinens ist unabhängig 
von der Stellung der einzelnen Familien un 
System 

Die vorliegenden Bearbeitungen: Musaceae 
(K Schumann), Typhaceae und Sparganiaceae 
yP. Oraebener), Pandanaceae (0. Warburg ), 
Monimiaceae (Perkins und Oilg), Rafflesiaoeae 
und Hydnoraceae (Oraf xu Solms-LaubaehJ, 
Symplocaceae Brand), Naiadaceae (Rendie), 
Aceraceae (PaxJ, Myrsinaceae (Mex), Tropaeolaceae 
(Bnchenau) und Marantaoeae (K. sSihumann) 

feben einen Begriff von dem aufserordentlichen 
leiis und dem Geschick, mit denen die einzel- 
nen Beaibeiter ihre schwierige Aufgabe zu er- 
füllen wissen, und von der Bedeutung, welche 
das „Pflanzenreich^^ für die botanische Wissen- 
schaft und ihre Nachbargebiete erlangen wird. 
Wir werden zeitweilig auf die später er- 
scheinenden Hefte zurückkommen. 

W. Bu»8e. 



89 



Verschiedene 

Die Giftigkeit des Leuchtgases 

I berobt nach den Untersudiungen von Ferch- 
kmd und l ahlm ^Chem.-Ztg. 1 902, Rep. 187) 

I nicht nnr auf dem Kohlenoxydgehalte, da 
Leachtgas bei Hunden schon in weeentlich 
geringerer Menge, als dem Kohlenoxydgehalte 
entspradi, tötlich wirkte. Für Frösche, die 
gegen Eohlenoxyd verhältnismässig wenig 
empfindlidi sind, ist Leuchtgas überhaupt 
ein stärkeres Gift. —he. 

Eine Lichtquelle, 

vermittels der es den Färbereien möglich 
I ist, die Farbtöne (Nuancen) wie bei Tage 
la unterscheiden, haben nach der Deutsch- 
Amerikanischen Apotheker-Zeitung Daffne 
nnd Oardner erfunden. Das Verfahren beruht 
auf der Durchleitung der Lichtstrahlen des 
el^trischen Bogenlichtes durch eine Kupfer- 
salfatlösnng. Am geeignetsten für diesen 
Zweck erwies sich nach Versuchen, die von 
Becker angestellt worden sind, eine 7,5 proc. 
LSsnng. Der Erfolg war ein überraschender; 
denn während bei dem Bogenlicht aliein 
der Farbton als ein anderer, als der bei 
Tageslicht betrachtete, erschien, war sein 
Aussehen das gleiche bei Anwendung der 
Eupfersulfatlösung. H. M. 



Mitteilungen. 

Produkt soll die bakterientötende Eigenschaft 
des Formaldehyds ohne dessen Reizwirkung 
besitzen. —he. 



Eine Formaldehyd-Kaseiu- 
verbindung 
wird nach einem Patente für Doyen (Chem.- 
Ztg. 1902, 1182) in der Weise hergesteUt 
dafs pulvoiönnigee Kasein nach Digestion 
mit Formaldehydlösung getrocknet, dann 
mit verdünnter Alkalilauge und darauf mit 
koneentrierter Formaldehydlösung behandelt 
wird. 1 kg pulverförmiges Kasein des 
Handels wird mit einer Formaldehydlösung 
aus 250 ccm 40proc. Formaldehydlösung 
mid 2,25 kg Wasser 24 Stunden digeriert, 
das abgesetzte feste Produkt getrocknet und 
gepulvert, dann in 4 L Wasser, welchem 
50 g Natronlauge beigefügt sind, 24 Stun- 
den stehen gelassen, darauf dekantiert und 
2 L Wasser und 500 ccm 40proc. Form- 
iUefaydlösung zugefügt Nach acht bis 
zehn Tagen wo-d wieder dekantiert und in 
emem grossen Gefässe mit 20 L Wasser 
100 g Natronlauge, dann mit destilliertem 
Wasser gewaschen und getrocknet. Das 



Das Easeiu als Klärmittel für 
Wein. 

Dr. Fascettiy der Leiter der Kgl. Station 
für Molkereiwesen zu Lodi, giebt im letzten 
Jahresberichte eine beachtenswerte Uebersicht 
über die vielseitige Verwendung des Kaseins 
in der heutigen Industrie. Besonders grofs 
ist der Verbrauch der Vereinigten Staaten 
von Nordamerika an diesem Artikel, der in 
der Papierfabrikation m immer steigender 
Menge, zum Leimen und Färben des Papiers, 
sowie zur Pappefabrikation Verwendung 
findet. Zum Leimen eignen sich besonders 
Mischungen von Kasein mit Harz. 

Ein neues Kaseinprodukt, das den Namen 
„Lattite'^ führ^ ist bestimmt, dem Celluloid 
bei der Herstellung von Knöpfen, Kugeln 
usw. Konkurrenz zu machen. Es be- 
steht aus frisch gefälltem Kasein, das mit 
Kalkmilch, Baryumchlorid und Magnesium- 
oxyd behandelt würd und dem dann Borax 
oder Bieiacetat und Stärke zugesetzt werden. 

Bei der Beurteilung des Kaseins kommt 
in erster Linie sein Eiweifsgehalt in Frage. 
Lösliches Kasein, für manche technische 
Zwecke besonders geeignet, wird ausschliefs- 
lich in Deutschland und Holland hergestellt 
Letzteres wurde mit recht gutem Erfolg 
von Fascetti zur Klärung des Weines an- 
gewandt, wobei wie bei anderen Klärmitteln 
eine Verminderung an Weinsäure und Gerb- 
stoff eintrat, die indessen, da unerheblich, 
die Güte der Weine nicht beeinträchtigte. 
Man stellt solche Lösungen von bestem, 
trockenem, in Wasser löslichem Kasein, das 
höchstens ganz schwach alkalisch reagieren 
darf, her, wie man sich Lösungen von ge- 
trocknetem Eiweifs darstellt. 10 g Kasein 
werden mit Wasser von 40 bis 50^ 0. Über- 
gossen, bis zur vöUigen Quellung stehen ge- 
lassen und dann unter Schütteln auf 400 bis 
500 g mit Wasser aufgefüllt. Solche schwache 
Lösungen klären sehr gut und es genügen 
10 g Kasein, um 1 hl Wein zu klären. 
Das Kasein ist also ein sehr billiges Klär- 
mittel, —del. 



90 



Der neue Entwickler „EdinoP* 

(vergl. Ph. C. 43 [1902], 258) ist nach 
Weintraub (Cheio.-Ztg. 1902, Rep. 192) 
das Salzsäure Salz des m-Amido-o-oxybenzyl- 
alkohols oder ein Alkohol des p-Amidophenois. 
Sein Reduktionsvermögen kommt dem des 
Hydrochinons, des stärksten bis jetzt be- 
kannten Entwicklers, mindestens gleich. 
Zur Reduktion von 1 g Silbemitrat zu 
metallischem Silber genügen 0,096 g Edinol 
= 0,076 g der freien Base, und 0,08 g 
Hydrochinon oder 0,16 g p-Amidophenol. 
Dieser grofse Unterschied gegenüber dem 
p-Amidophenol beruht auf dem Eintritt der 



' Methoxylgruppe in den Benzolkem. Ein 
I Vorzug des Ediuols besteht noch dann, 
1 dafs es nur die vierfache Oewicbtsmenge 
j Sulfit nötig hat, während o- und p-Amido- 
jphenol die zwölffaohe Gewichtsmenge SuHit 
j erfordern. — ä«. 

! Deutsche Pharmaoeutisohe Ghesellseliaft. 

Tagesordnung der Sitzung am Sonnabend, 
den 7. Februar 1903, abends TVj Uhr, pünkt- 
lich im neuen Pharmaceutischen Institut der 
Universität Berlin in Steglitz-Dahlem. ! 

Herr Professor Dr. R. WiUsUUter aus München : j 
Ueber die Methodik zur Ermittelung der chemi- { 
sehen Konstitution der Alkaloide. 



Briefwechsel. 



Apoth. A. Fr. in M. Cuprol, gegen Augen- 
bindehautentzündung, Mercurol, für denselben 
Zweck, bei Syphilis, Mittelohrentzündung em- 
pfohlen, sowie Nargol sind Metalisalze der 
Nukleinsäure, und zwar ersteres das Kupfer- 
(6 pCt.), das zweite das Quecksilber- (10 pCt.) 
und letzteres das Silbersalz (10 pCt.). Dieses 
wird in allen den Fällen angewendet, in denen 
sonst Silbeisalze zur Verwendung gelangen. 
(Ph. C. 44 [1903], 7.) Darsteller ist die Firma 
Farkef Dans db Co, in Detroit (Michigan), zu 
beziehen ist es durch Brückner^ Lampe S Co. 
in Berlin 0. 19, Neue Grünstraf se 11. 

Apoth. W. in P. Robosol ist Seesalz. 

Apoth. M. in Str. Die FeuergefMhrlicbkeit 
des Celluloids wird noch vielfach unterschätzt. 
So berichtete vor kurzer Zeit die Stralsb. Post, 
dass in Bischweiler am ersten Weihnachts- 
feiertage ein 17jähriges Mädchen in der Kirche 
in der Nähe des geheizten, an einer Stelle durch 
den Ofenmantel nicht geschützten Ofens safs. 
Plötzhch fing der in den Haaren befindliche 
Celluloidkamm Feuer und dieses ergriff das Haar. 
Obwohl die Flammen bald erstickt wurden, hatte 
das Mädchen an Kopf und Händen Brandwunden 
davongetragen. 

Apoth. B. in Br. Easkadine ist eine 
wetterfeste Kaltwassorfarbe, die Oel- und Leim- 
farben ersetzen soll. An und für sich ist sie 
ein deckfähiges, weilses Pulver, das mit fast 
allen Erd- und Metallfarben abgetönt werden 
kann. Mit kaltem Wasser angerührt, kann es 
auf jede Oberfläche gestrichen werden. Seine 
Verwendung soll sich einschliefslich der Arbeit 
um zwei Drittel billiger stellen, als ein Oelfarben- 
anstrich, während der des Kaskadine ansehn- 
licher und baltbarer als jener sein soll. Darge- 
stellt wird diese Farbe von der Chemischen 
Fabrik Bense db Eicke in Einbeck. — Bratt- 
6t4r^er's Laquiduna-Farben kommen streich- 
fertig in den Handel und sind auf frischem 
Gement und Zink ein haltbarer Anstrich. Zu 
beziehen sind dieselben von der Lackfabrik 
J. W. Cleff in Düsseldorf. Die Zusammensetz- 



wcissen Pulver, von dem zwei Kaffeelöffel voll 
in 1 L abgekochtem Wasser gelöst werden sollten. 
Drei Stunden nach jeder Mahlzeit sollte ein 
Glas von dieser Lösung getrunken werdea. £b 
war reine Soda. 

Dr. W. iti L. Schwefelsäure nach dem Kon- 
taktverfahren stellt die Sacchaiinfabrik A.-O. 
vorm. Faklberg, List t§b Co., Salbke-Wester- 
hüsen, her. Als Specialiiät empfiehlt die Firma 
Füllsäure für Akkumulatoren; für Berlin 
wurde der Qeneralvertrieb der Firma Oebr. 
Sckubert, NW., Quitzowstrasse, übertraMi. 

M. IL in W. Fango, vulkanischer Mineral- 
schlamm aus Battaglu in Oberitalien^ können 
Sie von der Fango - Gesellschaft WaÜer db Co., 
Berlin W., Behrenstrasse 58 beziehen. Es kom- 
men Büchsen mit 4,5 und 30 kg Fango in ge- 
brauchsfertigem Zustande mm Versand. INtf 
Kilogramm kostet ab Berlin 35 Pfennig. 

Apoth. L. in B. Lyseol und Muquetol 
sind künstliche Riechstoffe, die von W, Maß- 
I mann in Roermond (Holland) dargestellt werden. 
Weiteres ist uns auch nicht bekannt 



ung von Easkadine und Laquiduna - Farben ist 
uns unbekannt. , 

Apoth. H. M. in Str. üeber die beiden neuen I 
Arzneimittel Camphidon und Gamphidin 
finden Sie Ph. C. 42 [1901], 767 nähere Angaben. 

P. in W. Auf getrocknetem Obat ist die 
Schildlaus (Ph. G. 39 [1898], 104. 214) nioht 
fortpflanzungsfähig. 

Dr. F. in Str. Allerdings, die Eftmoglobin- 
krystalle können zur ünterscheiduiig voa « 
Menschenblut und Tierblut herangezogen werdea. : 
Die Formen der Hämoglobinkrystallo des MeDfichw- 
blutes sind so oharakteristisoh verschieden, dafs ' 
mit bestimmter Sicherheit geschlossen vrerdeo 
kann, ob das zur Untersuchung vorliegende | 
Blut Menschenblut oder Tierblut ist Dadk [ 
Krystalle aus frischem, wie auch aus noch nicht 
allzu lange Zeit angetrocknetem Blut hMgestellt 
werden können, so kann die Krystallisation mit 
Erfolg in der forensischen i raxis benutat werden. 

Dr L. in B. Sin aus einem Kloster stammea- > 
des Yerdauungsmit tel bestand aus einem 



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Letter der Zeitselirift: Dr. A. Schneider, Dreaden (P.-A. 21). Sohandaner StrasM 43. 




Dresden, 12. Februar 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV, 

Jahiffang. 



Inhalt: Ohemie viid Phttrmaele: Flaoraatriam gegen Pilte — Epilobiam «ngastlfoHom. — BatylohloraUntipyriii. 
'" Entgifteter Ricinuskuchen. — Chinliigaie. — Tachiolo. — Unacbfldliches EnthaArungsiulttel. — Nene Specialitäten. 
E«u d'AUboor. — Nahrhaftes Getrftnk für fieberkranke. ~ Naehwei« des ApomorphiDs in Morpbiam hydro« 
ebloricam/— Beatironiang von Salpetersäure in WAsaern mittelst Zinnchlorfir. — Mikrochemischer Nachweia einiger 
Albüoide. — Nachweis und BeaUmraung Ton Methylalkohol in Formalin. — Bc^Ummune der organischen und 
isincTaliscbcn Voninreinigungen der Hartharse. - Bakteriolosltelie Mltteilnnicen. — TherapentiMhe Mit» 
teilVBgttn. — ßfteliersoha«. ~- VeitoliiedeAe Mltteilangen. — BriefwfohseL 



Chemie und 

Fluomatrium gegen Filze. ' 

Unter den pilzwidrigen Stoffen dürfte 
das Flttomatriain ein besondei^es Inter- 
esse beanspruchen. 

Die Fluoride werden nach Effronfs 
Vorschlag in der Bierbrauerei angewendet, 
am Hefe yor Bakterien und Infektion 
za schützen; sie sind für Bakterien schäd- 
licher als ttr Hefe. 

Ich stellte vier Versuche mit Fluor- 
Äalrium an (s. Pflüger's Archiv Bd. 90) : 
a) mit Oylproc, b) mit 0,2proc., c) 
0,5proc., d) 1 proc. Lösung; in je 500 ccm 
LösBDg wurden je 5ü g Preßhefe ge- 
bracht 

Die 0,1 proc. Fluornatrium-Lösung 
zagte si(Ä nach sieben Tagen trübe. 
Nach Ausweis dar mikroskopischen 
Untersuchung war die Trübung hervor- 
genden durch Bakterien, Schimmelf&den 
Bfid Hefe. 

Also hindert 0,1 proc. Fluomatrium- 
Jiteiing das Bakterienwacbstum nicht 



Die Hefe salbst war nqch lebens- 
kräftig. Auch alle ihre enzymatischen 
Fähigkeiten waren noch erhalten. 



Phapmaoie. 

In der 0,2 proc. Fluornatrium- 
Lösung aber wuchsen keine Bakterien. 
Die Lösung zeigte nach sieben Tagen 
eine Pilzbaut, welche nur aus größeren 
Pilzen (Schimmelfäden, ausgewachsener 
Hefe), nicht aus Bakterien bestand. 

Die Hefe war noch am Leben, ihre 
enzymatischen Kräfte waren nicht zer- 
stört; mit Rohrzuckerlösung trat z. B. 
kräftige Gärung ein, was darauf schließen 
läßt, daß die anderen Enzyme der 
Hefe auch noch wirksam waren, da ja 
das Gärvermögen in der Regel zuerst 
erlischt. 

Gelbfärbung der Flüssigkeit war 
noch nicht eingetreten; also war kein 
Absterben der Hefe in nennenswertem 
Maße vorgekommen. 

In 0,5 proc. Fluornatrium-Lösung 
hingegen stirbt die Hefe, wenigstens 
zum Teil, binnen sieben Tagen ab; die 
Eluomatrium-Lösung zeigte gelbbräun- 
liche Färbung. 

Geruch der Flüssigkeit etwas scharf, 
fast wie nach Formaldeliyd. 

Die sieben Tage alte Fluomatrium- 



92 



Hefe vermochte Rohrzackerlösung noch 
kräftig za vergären. 

Hingegen erlosch in der Iproc. 
Fluornatrium-Lösung binnen vier 
Tagen das Gärungsvermögen nahezu. 
Nach zwei Tagen war die Gärkraft 
noch deutlich vorbanden, aber es ent- 
wickelte sich ein etwas unaugenehmer 
scharfer Gärgeruch. Auch bei der 
Maltosegärung (nach zwei Tagen) war 
ein eigentümlich scharfer Geruch zu 
bemerken. 

Die Farbe der Fluomatrium-Lösung 
war nach sieben Tagen gelbbräunlich, 
infolge des Absterbens von Hefezeilen 
und Austritt von färbenden Substanzen. 
Was die Vermehrungsfähigkeit anlangt, 
so erhielt ich bei einem Züchtungs- 
versuch mit vier Tage alter Fluomatrium- 
Hefe (1 pCt. Fluornatrium) in Nähr- und 
Gärlösung (ohne Fluornatrium) noch 
positives Resultat; die Hefetrübung (mit 
Spaltpilztrübung vermischt), trat so früh 
auf (nach 60 Stunden), daß nicht auch 
an eine Luftinfektion gedacht werden 
konnte. 

Ich wiederholte nun den Versuch unter 
Aufstellung eines Kontroiversuches ohne 
Infektion und fand, daß in letzterem binnen 
60 Stunden nichts wuchs, während die mit 
einer Spur Fluomatriumhefe inficierte 
Nähr- und Gärlösung binnen 60 Stunden 
wiederum deutliche Pilztrübung ergab. 
Es war wiederum Hefe mit Spaltpüzen 
vermischt gewachsen. 

Daß 1 pCt. Fluornatrium das 
Wachstum der Organismen nicht ganz 
unmöglich macht, ging aus dem Auf- 
treten einer Trübung und der Haut- 
bildung auf der Lösung des Fluornatrium- 
Versuches mit 1 pCt. Fluomatrium 
hervor; allerdings erst nach langer Zeit 
— nach zwei Monaten — . 

In einem Versuch mit einer 2proc. 
Fl uo r na trium- Lösung aber zeigte 
sich selbst nach zwei Monaten keinerlei 
Wachstum. Die Lösung über der Hefe 
war klar, durch herausgedrungene Hefe- 
substanzen etwas gelbbräunlich gefärbt 
Keine Spur von Bakterien oder Schimmel. 
Sogar bei jahrelangem Stehen 
bildet sich in 2proc. Fluornatrium- 



Lösung keine Pilzvegetation^ 
wie mir folgender Versuch zeigte: 

Fleisch (frisches Ochsenfleisch) wurde 
mit 2proc. Fluomatriumlösung über- 
gössen (etwa der fünffachen Menge) und 
in einem bedeckten Gefäße stehen 
gelassen. Nach drei Jahren keine Spur 
von Fäulnis- oder sonstigen Bakterien; 
Lösung klar. 

Ebenso verhielten sich Pflanzenblätter 
(von einem Veilchenstock); sie waren 
nach drei Jahren noch iutakt, grüo, 
ohne alle Pilzvegetation. 
. Dui'ch öproc. Fluornatrium - Lösung 
wurden die Blätter gebleicht. 

Da eine 2proc. Fluornatrium- 
Lösung billig herzustellen ist, so würde 
vielleicht ein Ersatz des teuren und 
feuergefährlichen Spiritus durch jene 
Salzlösung beim Konservieren von 
Pflanzen und auch Tieren ins 
Auge zu fassen sein. Das Einschrumpfen, 
welches der Spiritus hervorruft, unter- 
bleibt hier ebenfalls, die grüne Farbe 
der Pflauzenblätter erhält sich u. s. w. 
Es wäre also angezeigt, darüber Ver- 
suche zu machen. Th, Bokomy. 

Epllobium angustifolium*). 

Schon seine deutschen Namen: „schmal- 
blätteriger Weiderich, Schotenweiderich, 
schmalblätteriges Weidenröslein, fran- 
zösische Weide, Eberkraut, Feuerkraut, 
St. Antoniuskraut, Bergschoten, wilder 
Oleander, ünholdenkraut" verraten, daß 
das Kraut dem Volke gut bekannt ist, 
daß es in Bezug auf seine arzneilichen 
Eigenschaften viel versucht wurde, im 
übrigen, daß ihm unter dem jetzigen 
landläufigen Namen nachzuspüren nicht 
genügt. 

Officinell (richtiger „gebräuchlich") 
waren einst die etwas adstringierend 
schmeckenden schleimigen Blätter, die 
foliaLysimachiaeChamaenerii (x<i/Mä 
zu Boden gestreckt, vi^qcdv Epheu), die 
als Wundkraut geschätzt wurden. Die 
zarten Frühlingswurzelsprossen wardea 
wohl wie Spargel gegessen. In Kam« 
tschatka wurde (und wird?) das Stengd« 
werk für einen Leckerbissen gehalten 



*) Antwort auf die Anfrage in Nr. 5. 



93 



nnd zu mehreren Gerichten and nach' 
Krimheninckow mit dem Fliegen- 
sehwamme Agaricus mnscarius zu einem 
Ranachtrank yerarbeitet. Das ganze 
Eraat, Blfttter, Stiele und Wurzeln 
bflden den sog. Eurilischen Thee. 
Die Blätter mit sibirischem Heracleum 
gekocht und gftren gelassen, sollen einen 
„starken und schönen Essig^ geben (?). 
Die jungen Blätter werden als Suppen- 
würze gebraucht. Die Wurzel wird zu 
einem nahrhaften Brot verbacken. 6e- 
I kocht gibt sie eine süße Brühe, die 
I gegoren ein starkes Getränk gibt. Ebenso 
läßt sich Stärke aus ihr gewinnen. 
Selbst die Samenwolle hat man technisch 
zu verarbeiten versucht. 

Kann eine Pflanze wohl verschiedenerer 
Anwendung sich rühmen?! Kaum. Seit 
Alters her, wo die Lysimachia ein viel 
gebrauchtes und hochbertthmtes Arznei- 
: kraut und der Lysimachia siliquosa, der 
erst IAnn4 den Namen Epilobium [hü 
auf loßUyif Hülse, Schote) gab, wurden 
begreiflicherweise dieselben Ehren zu 
TeU. Mit welchem Recht, ist vorerst 
nicht zu ermessen. 

Soviel ich sehe, hat nur Reinsch 1845 
die Wurzel des Epilobium angustifolium 
untersucht, und die gefundenen Bestand- 
tefle (etwas Zucker, Stärkemehl, Pflanzen- 
schldm,Eiweiß, brauner Farbstoff, Pektin, 
Pflanzenfaser und Salze) lassen auf 
irgend welche Arzneiwirkung nicht 
8(Meßen. Eine moderne Untersuchung 
wfirde a priori solche Schlüsse allerdings 
YieQeicht auch nicht erlauben, denn, so 
skeptisch man auch gegen die Behaupt- 
ungen Homero's oder Lieberes beispiels- 
weise, daß ihr Polygonum aviculare oder 
Sideritis allein wirke, weil es in Bußland 
o4er in der Eifel gewachsen sei, sein 
maß, so muß man doch zugeben, daß 
ißt Boden, der der Pflanze Nahrung 
darbietet, tatsächlich von wesentlichem 
Einfluß auf ihre Bestandteile ist. Viel- 
leicht klärt eine Untersuchung Eamos- 
badalischen und mitteleuropäischen 
Epflobiumkrauts diese Frage. 

Hermann Schelenx. 



ButylohloralantipyriiL 

Zur DarsteUung dieses Körpers von der 
Formel C15H17ON2CI3 werden 10 g Butyl- 
ohloralhydrat mit 9,7 g Antipyrin durch Reiben 
so lange gemischt, bis die Maase teigig wird. 
Diese wird nach Zusatz einer gleichen Menge 
Wasser, das mit einigen' Tropfen konoen- 
trierter Salzsäure versetzt ist, bis zur Lös- 
ung erwärmt Es scheiden sidi alsdann 
gelbliche Krystalle aus, deren Schmelzpunkt 
bei 70 bis 71^ liegt und die sublimierbar 
sind. 

Werden äquivalente Mengen Antipyrm 
und Chloralhydrat in warmem Wasser ge- 
löst, so krystalüsiert derselbe Körper von 
gleicher Zusammensetzung weiß aus, jedoch 
liegt sein Schmelzpunkt bei 68 bis 69^. 
Das Butylchloralantipyrin ist in Weingeist, 
Aether und Chloroform leicht löslich, in 
15,12 Teilen Wasser löst es sich bei 25^. 
Mit Ferrisalzen färbt sich die weingeistige 
Lösung rot, Fehling'whe Lösung wird in 
der Wärme nicht reduciert Kalilauge übt 
auch in der Wärme keine zersetzende Wirk- 
ung auf dasselbe aus. (Bell. dum. farm.) 
Ä M. 

Entgifteter Bicinusprefskuchen. 

Die giftige Eiweißsubstanz, welche die 
Verwendung der Ridnusölkuchen zur Yieh- 
ffltterung hmdert, ist m der Kälte m einer 
lOproc. Kochsalzlösung löslich. Um die 
Preßkuchen unschädlich zu machen, genügt 
es, sie zunächst sechs bis acht Stunden in 
einer Kochsalzlösung unter fleißigem üm- 
rfihren zu maoerieren; dann läßt man sie 
durch die Filterpresse gehen und wäscht 
mit salzhaltigem Wasser aus, bis keine 
Eiweißsubstanz mehr vorhanden ist, d. h. 
bis die Waschwässer keinen Niederschlag 
beim Erhitzen mehr geben. Dann preßt 
man ab. (Hierzu vergl. Ph. C. 43 [1902], 
617). P. 

Pharm. Journal 1902, 213. 



Chiningaze 

nach Art der Iproc Jodoformgaze wird dar- 
gestellt aus 5 g Chinin, 15 g Wemgeist, 
170 g Wasser und 500 g Gaze. Ver- 
wendung und Wirkung ist dieselbe wie die 
der Jodofonngaze (vergl. hierzu Ph. C. 43 
[1902J, 321). H. M. 



94 



Tachiolo. 

DieseB bereits Ph. C. 43 [1902], 604 
erwähnte nene Wundheilmittel wird durch 
Behandlung von Silberoxyd mit Fluorwaaser- 
Btoffsänre als ein leicht zerfließliches Salz, 
Fluorsilber, das in Wasser 1 : 1000 gelöst 
sich unverändert hält, gewonnen. Außer 
seiner das Sublimat übertreffenden Wirkung, 
Bakterien und deren Keime zu töten, wirkt 
es nicht giftig und übt keinen die Gewebe 
schildigenden Einfluß aus. Lösungen in 
obengenanntem Verhältnis eignen sich auch 
zu Einspritzungen in die Harnröhre und zu 
Eingießungen in die Gebärmutter. Soll die 
antiseptische Wirkung mit einer mäßig 
ätzenden vereinigt werden, so wird es 1:100 
gelöst — <jt— . 

Unsohädliches Enthaarungs- 
mitteL 

Jodtinktur 3 g 

Terpentinöl 6 g 

Riciuusöl 4 g 

Alkohol 48 g 

Kollodium 100 g 

3 oder 4 Tage werden die betreffenden 
Stellen mit der Flfissigkeit bestrichen, wo- 
nach das gebildete Häutchen beim Abziehen 
alle Haare mit fortnimmt P. 



Neue Specialitäten. 

Amiral. Unter diesem Namen kommt eine 
Seife in den Handel, die bei ihrer äufserlichen 
Anwendung zur Entfettung dienen soll. Ihre 
Zusammensetzung ist uns unbekannt. Bezugs- 
quelle ist die Firma Hooek di de. in Hamburg, 
Knochenhauerstrafse 81. 

Atoxyl - Eisenwasser enthält Atoxyl (Meta- 
arscnsäureanilid) und Eisencitrat in kohlensaurem, 
destilliertem Wasser gelöst. Es ist ein billiger 
Ersatz für Levico- und Roncegnowasser. In 
den Handel gebracht wird es von Apotheker 
Dr. Meyer in Berlin, Mefspalast. (Ueber Atoxyl 
vergl. rh. C. 48 [1902], 171, 234). 

Aoliein sind Pillen, die folgendermafsen zu- 
sammengesetzt sind: Eisenpeptonat, frisch be- 
reitetes Eisenoxyd, Anisfrüchte, Carduibenedikten- 
kraut, je 20 g, salzsaures Chinin, 4 g, Wacholder- 
saft bis zum Gesamtgewicht von 350 g. Wie- 
viel Pillen daraus hergestellt werden, giebt der 
Darsteller, L. Hoffmann' ^ Apotheke in Lorch 
(Rheingau), nicht an. Angewendet werden sie 
gegen Blutarmut und Nervenschwäche. 

Kakao - Kodeltniabletten Berthold sind 
Tabletten, die in der Mitte durch eme Rinne 



geteilt sind, sodafs sie leicht in zwei genau 
gleiche Hälften zerbrochen werden können. Sie 
enthalten 0,03 und 0,04 g reines Kodein. Dar- 
steller ist die Firma E. Merck in Darmstadt. 
(Pharm. Ztg. 1903, 58.) 

Kepler -Solution ist Malzextrakt mit Leber- 
tran. Derselbe wird auch mit Hypophosphiten 
geliefert Darsteller ist Burroughs^ Weüeome 
dt Co. in London, Bezugsquelle Linkmheü db Co. 
in Berlin W. 35. 

Kermelol (auch Kermelol „Ludewig") sind 
keratinierte, versilberte Kapseln, von welchen 
25 Stück 7,5 Filixextralvt und 0,16 g Santonin 
enthalten. Kittel (Therap. Monatsh. 1903, Nr. 1) 
hat mit dieser für Erwachsene berechneten Gabe 
stets Erfolg gehabt. Dai^gestellt werden die- 
selben von Apotheker Lud^oig in Rufs (Ostpr.). 

Menthal-Sehnapfenwatte, deren nähere 
Bestandteile noch nicht bekannt sind, wird von 
der Frankfurter Verbandstoff - Fabrik 0. Degen 
dt de, in Frankfurt a. M. - Bockenheim, Rödel- 
heimer Landstrafse 21, in den Handel gebracht. 
(Soll jedenfalls Menthol-Schnupfenmittel heifsen!) 

MUeheiweifs ^Nleol^ wird gewonnen, indem 
sterilisierte Magermilch mit Säure gefallt, der 
Niederschlag in Soda gelöst und wiederum gefallt 
wird. Das Kasein wird durch abwechselnde 
Behandlung mit Salzsäure nnd Natron in einen 
löslichen Zustand übei^fühit. Darsteller ist 
die ohemische Fabrik Oscar Nicolai in Jüchen 
(Rheinland). 

Neumeier^s Asthmapalver besteht aus Datnn 
Stramonium, Herba et Radix Brachycladi, liobelia 
inflata, Kalium nitricum, Natrium nitrosom, 
Kalium jodatum und Zucker. 

Neiimeler's Cigarillos enthalten Herba et 
Radix Brachycladi, (Dannabis indica, Grindeliae 
robustae, Folia Eucalypti globuli und Folia 
Stramonii nitrata. Sie besitzen keine Papier- 
hülle, sondern sind in ein Pflanzenblatt der 
Gattung Nicotiana tabacum, dem sowohl der 
geringe Ni Lotingehalt, als auch die harzigen 
Bestandteile nach einem besonderen Verfahren 
entzogen sind, eingewickelt. 

Neu - Sidonalwasser enthält Neu - Sidonal 
(inneres Anhydrid der Chinasäure) in kohlen- 
saurem, destilliertem Wasser gelöst. Anwend- 
ung findet es bei gichtischen Erkrankungen. 
Darsteller ist Apotheker Dr. Meyer in Berlin, 
Mefspalast. (Ueber Neu -Sidonal veiigl. Ph. C. 
48 [1902], 335). 

Sanittttseiweils ^Nlool^ ist ein Gemisch von 
Milcheiweifs„NicoP^ (S. d.) mit einem Erzeugnis aus 
Rinderblut, welches organisch gebundenes Eisen 
enthält. Anwendung findet es bei Blutarmen. 
Darsteller ist die chemische Fabrik Oscar Nicolai 
in Jüchen (Rheinland). 

Tinogen, dessen Zusammensetzung unbekannt 
ist, ist eine Essenz, die mit Wasser, Weingeist 
und Zucker gemischt ein Getränk (Wein) geben 
soll. Darsteiler ist Richard ScherreSf Fabrik 
pharmaceutischer Präparate in Rössel (Ostpr,). 

H, Mentxel. 



95 



Eau d'Alibour. 

Copri snlfnrid .... 2,0 
Zind sulfurid .... 7,0 

CSrod 0,4 

Ounphorae qnant satis ad Bataration. in 
Aqua destillata .... 200,0 



Nahrhaftes Getränk für Fieber- 
kranke. 

Man sdiält zwei Citronen; die äußere gelbe 
Binde kommt mit den Gitronensdieiben in 
die Limonade, w&hrend man die darunter 
li^ende weiße Rinde fortwirft Die Gitronen- 
sdieiben mit der gelben Rinde legt man 
nun mit zwd Stfickdien Zucker in eben 
Top^ gießt ^/4 L kochendes Wasser darüber 
nnd läßt langsam unter zeitweiligem um- 
rfifaren abkflhlen. Ist die FlQssigkeit lau- 
wann geworden, gießt man sie ab und quirlt 
06, indem man langsam das Wdße von 
zwei Eiern zufügt Man seiht die jetzt 
fertige limonade durch ein Musselintuch 
nnd läßt de kalt trinken. Vg. 

Müneh. Med. Wochensehr. J902, 29. 



Nachweis des Apomorphins in 
Morpliium hydrochloricum. 

Handelt es sieh um den sofortigen Nach- 
weis geringer Mengen von Apomorphin neben 
MoTpfain^ so setzt man nach Angabe von 
Helch (Pharm. Post 1902, 757) zu der 
wässerigen LOsung des Morphinhydrochlorids 
änen TVopfen emer 5proc Eahumbichromat- 
IfiBUBg an Stelle des sonst üblichen Ealium- 
karbonatzusatzes hinzu. Dadurch erzielt 
man dne sofortige Oxydation des Apo- 
Dorpfa]n& Schüttelt man nun mit Ghloro- 
form aus, so genügt schon die Anwesenheit 
▼on 0,0ö mg = 0,03 pCt. Apomorphin in 
5 eem salzsanrer Morphinlösung 1 : 30, um 
sofort eine noch deutliche Färbung im Chloro- 
form zu ertiahen. 

Der Vorzug, das Ealiumkarbonat durch 
Kalhunbifihromat zu ersetzen, ist ein doppelter, 
da eineneits die Reaktion schärfer ist, anderer- 
■eiti aber man nicht abzuwarten braucht, 
bis der Luftsauerstoff genügend oxydierend 
eingewirkt hat, da das Kaliumbichromat so- 
fort das Apomorphin oxydiert und damit 
gvehüttelteB Chloroform rötlich violett färbt 

Vg. 



Bestimmung von Salpetersäure 
in Wässern mittelst Zinnchlorür. 

Nach Divers und Tarnen -Haga ver- 
wandelt eine überschüssige Zinnchlorürlösung 
die Salpetersäure in Hydroxylamin unter 
der Voraussetzung, daß eine genügende 
Menge Wasser vorhanden ist, um die Ein- 
wirkung von Salz- und Salpetersäure auf 
einander zu vermeiden. 

Nach Henriet (Rupert de pharmacie 1902, 
Seite 214) verläuft diese Reaktion quantitativ 
nach folgenden Gleichungen: 

3SnCl2 4- KNO3 + 8HC1 = 
3SnCl4 4- NII2OH . HCl + KCl + 2H2O. 

Das überschüssige Zinndilorür wiid dann 
mittelst Jod nach der Oldchung: 

SnClg + 2J + 4HC1 = SnCl4 + 2HJ 
zurüoktitriert. 

Man löst einersdts 14 g Zinn in reiner 
Salzsäure, füllt zu einem Liter auf und 
bringt die Lösung unter Eohlensäuredruck, 
um eine Oxydation derselben möglichst zu 
vermeiden. 

Anderersdts werden 8 bis 9 g Jod mit 
20 g Kaliumjodid zu einem Liter gelöst. 

Zur Bestimmung der Salpetersäure werden 
m einem Kolben 50 ccm Wasser im S&nd- 
bade bei 110^ C. zur Trockne verdampft, 
nach dem Erkalten je 10 ccm reine Salz- 
säure und Zinnchlorürlösung hinzugefügt 
und zehn Minuten unter Luftabschluß 
(Kohlensäureeinleiten!) im Abzüge gekocht. 
In gleicher Weise verfährt man mit einem 
Kolben, der kein Nitrat enthält Naph dem 
Erkalten fügt man zu beiden Kolben 10 ccm 
destilliertes Wasser und einige Tropfen 
StärkelöBung und titriert mit Jod. 

Die Milligramme Stickstoff im Liter 
ermitteln sich dann nach der Formel: 



(n — nQ . a . 1 000 
50 



, worin n die beim 



blinden Versuche verbrauchten ccm x und 
n', die für das zu untersuchende Wasser 
verbrauchten ccm Jodlösung bedeuten. 

14 .X 

a == — — -- und X ist die Gewichtsmenge 
762 

Jod, die in 1 ccm enthalten ist 

Die Resultate stimmen besonders bei 

kleinen Mengen von Salpetersäure sehr gat; 

Eisensalze müssen durch Zusatz von 

Ammoniak vor dem Eindampfen ausgefällt 

werden. p. 



96 



Zum mikrooliemischeii 
Nachweise einiger Alkaloide 

bringt Surre (Ohem.-Ztg. 1902, Rep. 189) 
einen Tropfen der neutralen oder schwach 
sauren Alkaloidlösung in die Mitte eines 
kleinen Uhrgiases und setzt einen Tropfen 
eines der drei Alkaloidreagentien von Mayer, 
Bouchardat oder Marmi und einige 
Tropfen absoluten Alkohols zu, und läßt 
unter dem Polarisationsmikroskope auA- 
krystallisieren. Die Alkaloide erkennt man 
an ihren charakeristischen Erystallformen. 
Bei Vergiftungsfällen sind die Reaktionen 
in Extrakten von Körperteilen nicht mehr 
absolut verläßlich. ^he. 



Nachweis und Bestimmung 
von Methylalkohol in Formalin. 

Duyk (Journal de Hiarmacie d^Anvers 
1902, S. 469) hat eine Reihe von Form- 
aldehydlösungen (Formalin, Formol) unter- 
sucht und darin Methylalkohol gefunden. 
Theoretisch soll ja beim Ueberleiten von 
mit Luft gemischten Holzgeistdämpfen fiber 
Kohlen, welche sich in einer metallischen 
Röhre befinden und auf Rotglut erhitzt sind, 
nur eine wässerige Formaldehydlösung ent- 
stehen, in Wirklichkeit aber entzieht sich 
ein Teil des Holzgeistes der Reaktion und 
geht als solcher in das Handelsprodukt über. 

Um den Gehalt an Methylalkohol zu 
bestimmen, beseitigt man zunächst das 
Formaldehyd, indem man es durch Zusatz 
von Ammoniak unter guter Kühlung in das 
nichtflfichtige Hexamethylentetramin über- 
führt. Nach dem Absetzen prüft man die 
Flüssigkeit, ob sie schwach alkalisch ist und 
destilliert sie unter Zusatz von etwas Soda. 
Das Destillat wird durch Zusatz von etwas 
verdünnter Schwefelsäuie neutralisiert und 
beim Destillieren die Fraktionen zwischen 
65 und 100^ aufgefangen. Die Bestimmung 
des Methylalkohols in letzteren geschieht 
nach der klassischen Methode, indem man 
ihn mit rotem Phosphor und Jod in Jod- 
methyl überführt und letzteres in eiuem 
graduierten Cylinder unter Wasser auffängt. 
Mittels einer einfachen Rechnuug kann man 
aus dem gemessenen Volumen des Methyl- 
jodids den Oehalt an Methylalkohol berechnen. 



Duyk hat auf diese Welse festgestellt, dals 
die Handelsprodnkte gewöhnlich 3 bis 10 pCt 
Methylalkohol enthalten. P. 



Die Bestimmung der 
organischen nnd mineralischen 
Verunreinigungen der Hartharae 

nimmt Hertkom (Ghem.-Ztg. 1902, 602) 
in der Weise vor, daß in eipem mit Glas- 
stab tarierten, 50 bis 125 ccm fassenden 
Becherglase 5 bis 10 g feinst gepulvertes 
Harz mit 25 bis 50 ccm einer Misdmng 
von 20 bis 25 Teilen Amylacetat, 40 bis 
50 Teilen Amylalkohol und 25 bis 40 Teüen 
fiber 96 gewichtsprooentigen Alkohol über 
goßen werden, wobei das Harzpulver mit 
dem Glasstabe fortwährend in Bewegung 
gehalten werden mnss^ bis eine Klumpen- 
bildung nicht mehr zu fürchten ist Dana 
wird das Glas auf ein Wasserbad von 70 
bis 80^ C. gesetzt und bei bedecktem Glase 
eine halbe bis eine Stunde digeriert Ist 
sämtliches Kopalharz in Lösung gegangea 
und der Bodensatz pulverförmig und nicht 
backend geworden, so läßt man in der 
Wärme völlig absitzen und dekantiert die 
klare Harzlösung in ein größeres reines 
Becherglas. Zu dem Rückstände gibt man 
von neuem 20 bis 25 ccm Lösungsmittel 
und verfährt wie vorher, und wiedeiholt 
das so oft, bis em Tropfen der Dekantier- 
flüssigkeit auf dem Platinbleche keinen 
Rückstand hinterläßt Die späteren Dekantier 
flüssigkdten filtriert man durdi bei 105^0. 
getrocknete nnd gewogene Filter, da sie 
sich nicht so leicht klar dekantieren lassen. 
Man darf jedoch die Filter während der 
Operation nicht eintrocknen lassen, da sonst 
die Poren verstopft werden und nur unvoll- 
kommen sidi wieder auswaschen lassen. 
Der harzfreie Rückstand wu^ zweimal mit 
Aether ausgespült, die FUter hinzugefügt 
und im Becherglase zuerst im offnen, dann 
im geschlossenen Trockenschrank bei 105^ G. 
bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Die 
Asche wird entweder in dem Troekenrflck- 
Stande oder im ursprünglichen Eopale mit 
salpetersaurem Ammon bestimmt Bei. [der 
Lösung des Harzes muß man sich hüten, 
zuviel Lösungsmittel zu nehmen, da sonst 
die Lösung nicht klar und dünnflüssig wird. 



97 



Neue Gtonokokkenfärbung. 

Ä, von Wahl veröffentlicht im Central* 
bUtt fOr Bakteriologie eine neue Art^ am 
Gonokokken zn färben^ die, da de sehr 
wQBentliohe Vorteile gegenüber der alten 
MeAylenblau- Methode bietet, sieh die Be- 
aehtnng der ärztlidien Welt «ehern wird. 
Der Autor verwandte eine Anramin-Thionm- 
iSmmg, die nach folgender Vorschrift her- 
gesteUt ist: 

Koneentrierte alkohol. Anramin- 

iOsong 2 com 

Sphitns (95proc) 1,5 „ 

koneentrierte alkohol. Thionin- 

löanng 2 „ 

koneentrierte wtaerige Methyl- 

grünlöenng 3 „ 

Wasser 6 „ 

Die hierbei verwandten konoentrierten alko- 
holischen FarbstofflOsnngen werden so be- 
reitet, daß der Farbstoff in heißem Alkohol 
geltet nnd die LOsnng nach dem Erkalten 
filtriert wird. Die LOsnng ist sofort ge- 
branehsfertig. 

Die Gnmdfarbe der Priiparate ist hell- 
grfln, wShrend die Gonokokken rötlidiviolett 
bis schwarz erscheinen, sodaß ihre Anffind- 
nng gegen früher, selbst bei dick ausge- 
strichenen Präparaten, wesentlich erleichtert 
ist Ein besonderer Vorteil der Methode 
besteht noch darin, daß sich die meisten 
anderen die Lokalflora der betreffenden 
Sdüeimh&ute bildenden Bakterienarten mit 
dieser LOsung gar nicht oder nur sehr 
flchwadi fftrben. ^del. 



e Mitteilungen. 

Serum für die Pferdedruse. 

Gegen jene für die Pferde so gefährliche 
Krankheit der Nasenschleimhaut und des 
Rachens stellen Dr. Piarkowski und Kreis- 
tierarzt Dr. J. Jejß ein Streptokokkenserum 
aus frischem Eiter her, welches in der Praxis 
sich sehr gut bewährt hat 

In dem frischen Eiter finden sich 
lange, gewundene Streptokokken, welche auf 
alkaliischen Agar- und Bouillonkulturen isoliert 
und rem gezüchtet werden. Nachdem die 
Vurulenz dieser isolierten Mikroben an Mäusen 
geprüft ist, schreitet man zur Bereitung des 
Serum, wozu sich am besten große Haus- 
tiere, wie Pferde, eignen, die in üblicher 
Weise allmählich gesteigerte Mengen einge- 
spritzt erhalten. Dieses Serum, welches 
bei verschiedenen Remonte-Depots eingeffihrt 
ist, zeidmet sich durch hochgradige Wertig- 
keit aus. (Hierzu vergleiche man auch 
Ph. C. 43 [1902], 311 und 570.) Vg. 
Berl Elin, Woehenschr, 1902, 1125, 



Emwirkung der Peroxyde und 
Qzydasen auf Toxine. 

Nach Mitteilung von Sieber zerstören 
Caldumbioxyd und Wasserstoffperoxyd die 
Toxme der Diphtheritia und des Tetanus, 
wShrend die Oxydasen des Tier- und Pflanzen- 
rndiee die genannten Toxine neutralisieren. 
Die giftschfitzende Wirkung der Oxydase 
gegenQber den Toxinen ist bedeutend. Fällt 
die Ouajakreaktion bei den Oxydasen positiv 
ans, so ist auch die zerstörende Wh-kung 
des Giftes bei derselben vorhanden. Vg. 
Deutsche Medici: dt- Zeitung 1902, 1179. 



Das Vorkommen 

von Oxydasen in Zuckerrüben 

und Erbsenkeimlingen. 

Auf der deutschen Naturforscherversamm- 
lung des verflossenen Jahres machte in der 
Botanischen Abteilung Professor Reinke 
Mitteilungen über in seinem Institut von 
Dr. Scheel ausgeffihrte Untersuchungen von 
Oxydasen, die sich in den Zuokerrflben und 
in Erbsenkeimlingen finden. 

Rüben geben direkt mit Ouajaktinktur 
die Oxydasenreaktion; weit intensiver fällt 
die Blaufärbung jedoch aus, wenn man 
Wasserstoffperoxyd hinzufügt So gaben 
10 g zerriebene Zuckerrüben mit 10 ecm 
Wasserstoffperoxydlüsung (von 1,8 pGt 
Gehalt) und 40 ccm Wasser in einer Minute 
12 ccm Sauerstoff, der durch das Sauerstoff 
aus dem Wasserstoffperoxyd frei machende 
Ferment der Rüben abgespalten wurde. 
Nach einer Stunde betrug die abgeschiedene 
Sauerstoffmenge 62 ccm, womit das Höchst- 
mafs erreicht war. Es gelang indessen 
nicht, das Ferment zu isolieren; durch 
anhaltendes Erwärmen oberhalb 42^.0. trat 
Unwirksamkeit des Fermentes ein. 

Der Prefssaft von zerriebenen Erbsen- 
keimlingen zeigte ebenfalls sofort Blau- 



98 



färbuDg mit Onajakbolztmktur (es ist. nötige 
daß die Tinktur mindeBtens sechs Wochen 
alt sei), die sieh gleichfalls nach Hinzufügen 
von Wasserstoffperoxyd noch wesentlich 
steigerte. Es gelang hier, das Ferment mit 
Alkohol zu fallen, mit Glycerin aufgenommen, 
bläute es sich schwach, mit Guajaktinktur 
aber lebhaft nach Zusatz von Wasserstoff- 
peroxyd. 

Der Frefssaft der Erbsenkamlmge, wie 
der von Zuckerrüben wurde aufserdem mit 
Glycerin und toluolhaltigem Wasser versetzt, 
letzteres um Bakterien fem zu halten. Aus 
dem Preßsaft wurde alle Kohlensäure ver- 



jagt, mdem man anhaltend Luft dureh- 
Idtete. Nach zwölf Stunden hatten aicfa 
im Prefssaft von 50 g Erbsenkeimlingen 
16 bis 36 mg Kohlensäure gebfldet, dieselbe 
entstand allein unter Mithülfe der Oxydase, 
die auf den Traubenzucker oder dne ando« 
in den Erbsenkdmlingen enthaltene oxydier- 
bare Substanz einwirkte. Es war hierbei 
die Mitwh-kung von Bakteiien oder Hrfen 
ebenso ausgeschlossen, wie die des lebenden 
Protoplasmas der Zellen der Keimlinge. 
Leider ist die Arbeit zu einem völligen 
Abschlufs nicht gelangt. —dd. 



Therapeutisohe Mitteilungen. 



Formalin-Olycerin gegen 
Bartflechte. 

Nach Angabe von Jordan (Fortschr. d. 
Mediz. 1901, Nr. 19) wird die erkrankte 
Hautstelle zuerst mit Terpentinäther abge- 
waschen, dann mit Seife und warmem Wasser 
gereinigt und mit einer 4proc. Formalin- 
Olyoerinlösung so lange gerieben, bis eine 
intensive Rötung auftritt Sodann wird die 
Stelle mit emer in der Lösung befeuchteten 
Kompresse mehrere Stunden bedeckt, darauf 
abgetrocknet und mit einer milden Salbe 
bestrichen. Nadi einer einmaligen diesbe- 
züglichen Behandlung ist meistens Heilung 
erzielt Vg. 

Behandlung von Neurasthenie 
und Anämie. 

Peilion empfiehlt, nachstehende Lösung 
zu Einspritzungen unter die Haut, zur Hdl- 
ung der Neurasthenie und Anämie, in Mengen 
von 10 ccm anzuwenden: 

Acidi carbolici .... 
Natrii glycerophosphorici 
Aquae deetillatae .... 
Wiener Med. Blätter 1902, 854. 



0,1 

3,0 

30,0 



Vg- 



Malariabekampfung. 

Zur Bekämpfung der Mückengattung 
Anopheles', die bekanntlich die Malaria- 
parasiten auf den Menschen überträgt und 
von der in der Pharm. Centraihalle 42 [1901], 

729 ausführlicher die Rede war, dient be- j verderblich sind, während Maschinenöl sie 
kanntlich das Petroleum. Dr. Rivas hat nicht schädigt, unsere einheimischen Mücken 
nun gleichzeitig mit Petroleum und dem , von der Gattung Culex erliegen dem Petroleum 
schwerer flüchtigen Maschinenöl eine Reihe gleichfalls. In Gegenden, die sehr von 



von Versuchen angestellt, die er im Gentral- 
bUtt für Bakteriologie veröffentlicht Er 
kommt zu dem Resultat, daß sowohl bei 
Versuchen im Laboratorium wie im Freien 
selbst sich das Petroleum ungleich besser 
zur Vernichtung der Larven, Puppen, und 
ausgebildeten Mücken (Gelsen) eignet, wäh- 
rend die Erfolge mit Maschinenöl gering 
waren. Es gelang Dr. Rivas auf firioni, 
einer in der Nähe von Pola gelegeneii Insel, 
durch Zugießen aller Tümpel, Pfützen und 
offenen Wasserflächen, die den Aufenthalts- 
ort der Mückenlarven bilden, die Mücken 
fast völlig zu vernichten. Es wurden während 
eines ganzen Sommers auf der früher arg 
von Malaria heimgesuchten Insel nur sechzig 
Mücken gefangen. Einen ähnlichen guten 
Erfolg mit Petroleum habe ich selbst zu 
Rovigno in Istrien gesehen, wo ein in der 
Nähe des Bahnhofs befindlicher Tümpel 
durch das Aufgießen von Petroleum alsbald 
unschädlich gemacht wurde.' Dr. Rivas 
hat beobachtet, daß die Larven selbst dann 
nodi starben, wenn sie nur kurze Zeit mit 
dem Wasser, auf das einige Tropfen Petroleum 
gegossen waren, in Berührung blieben, und 
erklärt dies aus einer Eontaktwirkung 
des Petroleums. Mir scheint, daß gewisse 
Oxydationsprodukte des Petroleums, die sich 
auch im Masut finden und die in geringer 
Menge im Wasser löslich und, den Larven 
der Mücken, wie vielen anderen Lebewesen 



99 



Mfleken geplagt sind, dürfte rieh ein Ver-I hierzu 
mdi auf den Tflmpeln lohnen. ( Vergleiche I Ph. G. 



den Anfaatz Aber 
43 [1902], 217.) 



Naphthafisehgift» 

-de/. 



BOohersohau. 



Des Pedanioi Dioikuridei ans Anaiarboi 
Ameiinittdllehre in fünf Büchern. 
Uebereetzt und mit BrkUbmngen vei^ 
sehen von Prof. Dr. Betendes, Stutt- 
gart 1902; Verlag von Ferdinand 
Enke. Vm und 572 Seiten gr. 8^. 
P^ Mk. 16.—. 
Von der besten Mateha medioa des kJassisohen 
Altertums, der suqi vXrjs iajQixffs des Dioakurides, 
kuB schon 1546 eine deutsche üebersetzung 
(TOD Jbh, Daniz toq Ast) heraus; dennoch. er- 
whflint die vorliegende schon deshalb will- 
kommen, weil sie in ausführlichen Erlfiuterungea 
die neueren sfurachlichen und sachlichen Fort- 
schritte im VerstSndnisse des groÜBen Anasarbeers 
beräoksichtigt Eine Einleitung stellt das wenige, 
was über das Leben des Verbssers bekannt ist, 
losimmen, weist die Bedeutung des Werks in 
botanischer und pharmakologischer Hinsicht 
nach, fuhrt in Kürze die Handschriften, Tezt- 
aosgaben und älteren üebersetzungeD an und 
bespricht in kritischer Weise Mafse und Ge- 
wichte der im Texte enthaltenen Bezepte. Der 
timlich wortgetreuen üebersetzung der einzelnen 
KxpiUl folgt je eine ausführliche Erläuterung 
in Petit-Sohrift Den SchlnÜB bilden drei alpha- 
betische Sachregister in griechischer, lateinischer 
uod deutscher Sprache. — Das Werk wird 
in keiner wissenschaftlichen pharmaceutischen 
Bächerei au entbehren sein. Seine Benutzung 
eischeint in einer Zeit, wo man gewohnt wird, 
dafs seichtes Feuilletongeschwätz sich für Ge- 
schichte der Wissenschaft ausgibt, mehr als 
je notwendig und bei der trefQichen Ausstattung 
imd der trotz aller Gründlichkeit leicht losbaren 
Daistellung anziehend. •— y. 

Was ist fenergefthrlich! Von Direktor 
Dr. phü. Karl Dieterich in Helfenberg. 
Nach einem Vortrage des Autors, den 
derselbe als stellvertretender Branddirektor 
der Feuerwehr der diemischen Fabrik 
Helfenberg A.-G. gehalten hat München. 
Druck und Verlag der Zeitung für 
FeuerlSechweflen (Ph. 8. Jung), 
lo diesem Vortrage ist in erster Linie Rück- 
sicht auf Feuerwehrleute genommen worden und 
<& Antwort eme mehr allgemeine, als eine solche, 
^, wie der üebersohrift nach zu erwarten 
ist, besondere, d. h. die verschiedenen einzelnen 
feoergeffthrliohen Körper in Gruppen je nach 
ihrer Qefthrlichkeit gesondert enthält Demnach 
bietet die Antwort der Frage .^Was ist feuer- 
ReOihriich*^ im wesentlichen für den erfahrenen 
Fichmann wenig neues, aber viel des Anregenden. 
Schon die Erläuterung, was feuergefährUch ist, 



an und für sich betrachtet, ist wohl selten in 
einer ähnlichen Weise zusammengefafst worden, 
wie hier und es würde dies schon allein genügen, 
diese kleine Schrift auch weiteren Kreisen zu 
empfehlen. Es ist aber auch in derselben noch 
einiges erwähnenswert, was sie beachtenswerter 
macht, als es beim flüchtigen Lesen zunächst 
erscheint Die Frage der Feuergefährliohkeit 
hat Vortragender folgendermafsen kurz beant- 
wortet: Feuergefährlich sind alle organischen 
Körper, die leicht brennbar sind, d. h. einen 
hohen KohlenstofFgehalt und eine niedrige Ent- 
zündungstemperatur haben. Alle diese Körper 
sind um so feuergefthrlioher, je mehr sich ihr 
Aggregatzustand der Gasform nähert, wie z. B. 
speoifisch leichte Flüssigkeiten (Aether, Alkohol, 
Benzin, Petroleum) und je günstiger die Ver- 
hältnisse fftr ihre Verbrennung liegen, d. h. je 
mehr Luft, also Sauerstoff, vorhanden ist. 

Um nun die Entzündungsbedingungen 
nach Möglichkeit zu erniedrigen, bezw. wenn 
ein Brand bereits stattfindet, nach MögUohkeit 
fu beseitigen, werden von dem Vortragenden 
verschiedene Ratschläge, von denen einzelne ja 
schon bekannt sind, gegeben Auf einen möchte 
aber doch das allgemeine Augenmerk gelenkt 
werden und das ist der, dafs, wenn in irgend 
einem Baume Feuer ausgebrochen ist, die Geftfse, 
welche Aether, Benzin usw. enthalten, mit Säcken, 
Tüchern oder dergl. bedeckt werden und nun 
tüchtig mit Wasser bespritzt werden. Der 
Zweck ist jedem Einsichtsvollen klar, doch ist 
dies gelegentlich des Vortrages in deutlichster 
Weise durch zwei Versuche vor Augen geführt 
worden. In dem einen Falle wurde Aether mit 
fester Kohlensäure vermischt über einer Spiritus- 
flamme erhitzt und es schlug sich an dem 
Gefäfse, in dem sich die Aethermischung befand, 
der Wasserdampf der Luft nieder, anstatt dafs 
der Aether sich entzündete Der Gegenversuch 
war der, dafs ein glühend gemachter Eisenstab 
in reinen Aether getaucht, diesen zur Ent- 
flammung brachte. 

Diese wenigen Stellen mögen genügen, um 
den Beweis zu bringen, dafs es zu wünschen ist, 
wenn obengenannte Schrift weiteren Kreisen 
bekannt wünle, und es wäre mit Freuden jm. 
begrüfsen, wenn in Rücksicht auf die vom 
Vortragenden gegebenen Erklärungen alle die- 
jenigen, die mit derartigen Stoffen umgehen 
müssen, sich dessen bewufst werden möchten, 
was zur Verhütung von Feuer und Explosionen 
zu tun wäre, ebenso wie sie aus denselben 
lernen können, welche Mafsregeln bei aus- 
gebrochenem Feuer zu ergreifen sind. 

Besonders empfehle ich diese Schrift allen 
denen, die Lehrlinge halten, um diese nicht 
allein in Bezug auf die Feuergefährhchkeit der 
Körper, mit denen sie umgehen, aufmerksam zu 
machen, sondern auch schon deshalb, well noch 



100 



manchoB andere Belehrende darin enthalten ist 
— Im Ansohlafs hieran sei es nur gestattet, anf 
ein Erlebnis hinzaweisen, das einem meiner 
früheren Mitarbeiter, als er noch Lehrling war, 
begegnet ist. Es wurde ein Ballon gebrancht. 
Unter den anf d^m Hofe befindlichen war ein 
alter offen daliegender Aetherballon. Um sioh 
genauer za überzengen, ob derselbe rein sei, 
hielt derselbe ein brennendes Streichholz zur 
Beleuchtung hinein. Die Folge war eine Ex- 
plosion des dann noch immer vorhandenen 
Aetherluftgemisohes. AehnUohe Yorkommnisse 
mit Spiritusffissem, aus Unkenntnis oder aus 
Scherz yeranstaltet, sind schon wiederholt in 
Tageebl&ttem berichtet worden. H, iC 



Preiallsten sind eingegangen von: 

Chemischer Fabrik Zwönitz von Apotheker 
Paul Emtschel über phannaceutische Präparate, 
technische Präparate, Verbandstoffe. 

J. W. Sckwcurxe in Dresden über Drogen, 
Chemikalien, Yegetabilien im ganzen und ge- 
schnittenen Zustande, Farben, Lacke u. s. w. 

Versithiedene 

Neue Desinfektionsmethode mit 
Formaldehyd. 

Zn diesem Zwecke wird ein von Kreü 
angegebener Apparat benutzt. Derselbe ist 
aus emailliertem Eisenblech gefertigt, mht 
anf drei Füssen und besteht ans einem 
unteren cylindrisohen, zur Aufnahme von 
drei Gnßstahlbolzen bestimmten, sowie einem 
oberen trichterförmig erweiterten Teil. Die 
je 3 kg schweren Bolzen werden im Herd- 
feuer bis zur Rotglut erhitzt, in den unteren 
Teil des Apparates gebracht und die vor- 
bereitete Formaldehydlösung dar&ber ge- 
gossen. Sofort nach dem Elinguß hat der 
Ausführende das Zimmer zu verlassen, da 
schon nach 20 bis 30 Sekunden das ver- 
dunstete Formaldehyd in dichten Dampf- 
wolken den Raum zu erffiUen beginnt. Man 
rechnet bei siebenstündiger Desinfektions- 
dauer auf den Kubikmeter 2,5 g, bei drei- 
stündiger 5 g Formaldehyd. Da aoßerdem 
noch Feuchtigkeit zu einer gründlichen Des- 
infektion nötig ist, verdampft man x mal 
25 g einer lOproc. Formaldebydlöenng (die 
sich leicht aus der 40proc Lösung herstellen 
läßt); dabei sind 25 g Wasser auf einen 
Kubikmeter gerechnet Nach Ablauf der 
Einwirkungszeit wird der Apparat aus dem 
Zimmer entfernt, die erkalteten Bolzen wer- 
den durch höchstens zwei neue glühende 



Chemischer Fabrik auf Aktien (vonnals E 
Schering) in Berlin über chemische Piapaiate 
für Phannaoie, Fhotogr^hie nnd TechniL Der- 
selben ist eine „Emballagen-Preisliste" beigefügt 

Buchhandlung Gustav Foek in Leipzig; Lager- 
Verzeichnis Nr. 213 über reine und angewandte 
Chemie, Fharmacie, Technologie, Hygiene, 
Bakteriologie, Mikroskopie usw. 

Robert Tettmer in Berlin SW. 12, Liste über 
vorrätige Adressen nach Berufszweigen geordnet 
für Deutschland und Ausland). 

Rump db Lehnera in Hannover über DiMa, 
Chemikalien, medicinisch - pharmaoentische 8pe- 
cialitäten, Farben u s. w. 

Henn db KiUler (Inhaber Dr. E. Roth) m 
Strafsburg i. £. über ausländische Spedalitlten 
und Mineralwässer. 

Karl Engelhard in Frankfurt a. M. über 
Oelatinekapseln , gepreiste Tabletten, Pasten, 
Pastillen, Pillen, Seifen, Aetzstifte, Suocus- 
Präparate usw. 

0. Erdmann, chemische Fabrik in Leipzig- 
lindenau, über chemische . Präparate, titrierte 
Lösungen, garantiert giftfreie Farben, Frucht- 
äther nnd -Essenzen. 

Mitteilungen. 

ersetzt nnd darauf der Apparat in den Banm 
zurückgebracht nnd mit 5 bezw. 10 g 
Salmiakgeist zur Verdonstung übergoeaen. 
Geprüft wurde die Methode von Bdtxke 
(Hygien. Rundschau 1902, Nr. 11) und 
Dieudonn4, Die bakteriologischen Unter 
Buchungen ergaben gleiohgünstige Ergebnisse. 
Wenn dieser Apparat auch nicht gefahrloser 
als alle anderen ist, so ist er bei einem 
Preise von 12 Mk. billiger als dieselben. 

Hierzu erlaubt sich der Referent zu be- 
merken, dass fast dasselbe viel billiger er- 
reicht werden kann. Zu diesem Zwedce 
wird ein Plättbolzen (wie solche in jedem 
Hause vorhanden sind) in eine entsprechende 
Formaldehydlösung in gltlhendem Zustande 
versenkt. Es entstehen dann genügende 
Mengen Formaldehyddämpfe nnd Feuchtig- 
keit, um ein Zimmer so anzufüllen, daß eine 
bakteriologische Prüfung zn demselben Er- 
gebnis wie bei obigem Apparate gelangt 
Eine nachträgliche Verdunstung von Am- 
moniak hätte natürlich auch hier stattzu- 
finden. 

üealjpsnm- Extrakt ist ein Mittel gegen 
Kesselstein und besteht ans einem mäfsig kon- 
centrierten, gerbstoffhaltigen Pflanzenauszug, vor 
dem der bayerische Dampfkeesel-Revisioneverein 
warnt. —I»—. 

Bayer. Brauer-Journal. 



101 



Ueber die Reinigung 
von chemischen MeJDBgeräten. 

Sdtons einiger Interefleenten sbd geeichte 
Meßgerftte beanstandet worden, weil diese 
Gerftte bei einer Naobprflfang sich ate ttber 
den zaJSasigen Betrag unrichtig, and zwar 
als zu groß heraosgestellt haben. Die hier- 
über angestellten Erhebungen haben zu dem 
Ergebnisse geffihrt, daß die Gerftte nach 
erfolgter Eichung durch die Verfertiger oder 
HSadler dner erneuten Reinigung^ und zwar 
mittekt verdünnter Flußsäure unterzogen 
worden sind. Ein derartiges Verfahren muß 
als unsachgemftß bezeichnet werden, weil 
das genannte Reinigungsmittel Glas auflöst 
and dadurch eine mitunter wesentliche Ver- 
größerung des Rauminhaltes herbeifahrt. 
Sind die Geräte beim Lagern derart unrein 
geworden, daß die Abgabe bedenklich er- 
adidnt, so hat die Reinigung ausschließlich 
mit mechanischen Mitteln zu erfolgen. Hierzu 
gehört Ausschtitteln mit Seifenwasser und 
zerideinertem Fließpapier bei Kolben und 
größeren Meßgläsern, Ausbflrsten mittelst 
I starkhaariger Bürsten und Seife bei Büretten 
ond kleineren Meßgläsern und schließlich 
Aosspfllen mit koncentriertem heißen Seifen- 
waaser bei Vollpipetten und Meßpipetten. 
Jede Zuhilfenahme von stark wirkenden 
Qiemikalien, Säuren, Laugen usw., nament- 
lich aber von mehr oder weniger verdünnter 
Fhißsäure zum Zwecke der Reinigung nach 
erfolgter Eichung ist dagegen unbedingt zu 
vermeiden. Gleiches gilt für die Reinigung 
anderer Geräte aus Glas, wie der gläsernen 
Eidikolben, der Alkoholometer und Aräo- 
meter, der Fehlergläser usw. (Mitt. d. Kaiserl. 
Normal -EidiungS' Kommission 1902, 179.) 



Ueber die Veronreinigungen 

des technischen Acetylens und 

seine Reinigung 

findet sieh eine eingehende Arbeit von O, 
I Seppeier im Journal f. Gasbeleuchtung u. 
WasBarersorgung 46, 779, 802, 820. Ver- 
btter be^Nridit n. a. eine von ihm ausge- 
vbeitete Methode der quantitativen Bestimm- 
QBg der Verunrdnigungen des Acetylens und 
beriditet über vergldchende Untersuchungen 



verschiedener, zur Reinigung dienender Massen. 
Solche sind: Raseneisenerz, die Ohrom- 
säuremasse Ulhnann'^ mit dem Handela- 
namen „H e r a 1 1'^, das „ A c a g i n'*,*) dessen 
wesentlichster Beetandteil Chlorkalk ist, das 
„Puratylen'S welches ebenfalls Chlorkalk 
enthält, femer Salze von Schwermetallen, 
insbesondere Eisenchlorid und Kupferchlorür, 
welch Icftztere Masse im Handel den Namen 
„ Frankolin '' führt. Keine andere Masse 
hält die VerunreiniguDgen des Acetylens so 
quantitativ zurück, wie das Heratol, welches 
daher hinsichtlich der gründlichen Reinigung 
an die Spitze zu steilen ist. Die anderen 
erwähnten Mittel halten hauptsächlich nur 
die, allerdings am spärlichsten vorhandenen 
phosphorhaltigen Bestandteile zurück. Be- 
züglich der Entfernung des Schwefels steht 
Dur das Acagin dem Heratol nahe, während 
die übrigen Massen in dieser Beziehung wenig 
leisten. Puratylen und mehr noch das 
Frankolin lassen stets gewisse Mengen 
Schwefel im Acetylen zurück. Bei den 
anderen Vorzügen der genannten Reinigungs- 
massen aber, und da der Schwefelgehalt, 
der sich unter einer gewissen Grenze hält, 
wie die Erfahrung mit Leuchtgas zeigt, keine 
Benachteiligung des Konsumenten bedingt^ 
fällt jener Mangel nicht zu sehr ins Gewicht: 
Die Ausgiebigkeit der untersuchten Reinig- 
ungsmittel ist auf je 1 kg Masse bezogen: 
Heratol 5000 L, t>ankolin 9000 L, Puratylen 
10000 L, Acagin 13000 L. In der Praxis 
können sich diese Zahlen um 10 bis 20 pGt 
erhöhen. Ein Nachteil der genannten Massen 
das Frankolin etwa ausgenommen, ist aufser- 
dem noch der, dafs sie das Acetylen etwas 
angr^fen und demselben, allerdings nur 
minimale Mengen, neuer Bestandteile zufügen. 
Jedes der vorgeschlagenen Reinigunpmittei 
zeigt demnach gröfsere oder geringere Mängel, 
solange jedoch keine Mittel geschaffen wer- 
den, welche frei von diesen Mängeln sind, 
verdienen nach Ansicht des Verfassers die 
jetzigen Mittel immeriiin die Anerkennung 
dafs sie dem Zwecke der Acetylenreinigung 
befriedigend dienen. BtL 

Zeüschr, f. angew, Chem, 1903, 16. 
*) Das Acctyler gas-Reinigungsmittel A o a g i a 
ist von der AIIgemeineD Karbid- and Aoe^yien- 
Gesellschaft m. b. H. in Berlin NW., Schiff- 
baaerdamm 25, zu beziehen. 



102 



Tachyphag- 

. Zur Ergänzung der Bemerkung über den 
„Reforrasarg" (Ph. C. 43 11902], 671) 
seien den Mitteilungen der Fabrik von O. 
Pfeiffer nachstehende Angaben entnommen. 
Als Erfinder des „Taehyphag^^ werden 
Lainbert Stader und O. Böser -Müller zu 
München genannt, für welche Otto Völker 
das erwähnte Patent erwarb. Letzteres wurde 
später an die obengenannte Fabrik verkauft. 
Die Bezeichnung 12 464 VIII/30c bedeutet 
jdie Anmeldungsnummer des kaiserlichen 
Patentamtes „und kam s. Z. irrtümlich in 
die Prospekte'^ Dagegen bezieht sich 
„Wz. 51 194^' auf kein Patent, sondern auf 
das für das Wort „Tachyphag" erworbene 
Warenzeichen. — Von Pettenkofer 
liegen zwei Gutachten vor. Beide wurden 
im hygienischen Institute der Münchner 
Universität unter dem 30. Juni 1891 und 
31. December 1893 ausgesteUt, das erste 
ist auch „Dr. Ludwig Pfeiffer, Assistent 
am hygienischen Institut^' gezeichnet Sie 
beziehen sich beide auf zwei vergleichende 
Versuche mit je einem drei Wochen alten 
Hunde. Dem zweiten Gutachten findet sich 
hinter der Unterschrift zugefügt: „Anmerk- 
ung. Nur in Kürze wollen wir noch er- 
wähnen, daß, ganz abgesehen von der 
überaus wohlfeilen Herstellung des Tachy- 
phag, auch von nationalökonomischem Stand- 
punkt aus betrachtet die vorgeschlagene 
Bestattungsweise von nicht zu unterschätzen- 
dem Werte ist, indem mit derselben eine 

Brief w 

Dr. F. in Str. Iricin oder Irisin gibt es 
nicht, aber Ericin = Mesotan (Salioylsaure- 
Methoxymeihylester). Vergl. Ph. C. 43 [1902], 
506 und 592. 

K. V. in D. Sie haben Recht, das Ph. C. 
48 [1902], 247 erwähnte Präparat mufsPegnin 
and niobt .,Pegmin^' heifseo; der Name ist von 
d( m griechischen Worte jti^ywfu = ich gerinne 
abgeleitet. 

Dr. F. in B. Bei der Reaktion des Mi Ich - 
säurenaohweises im Magensaft tun Sie gut, 
wenn Sie den nach dem Probefrühstück ausge- 
hobeiten filtrierten Inhalt mit Aether versetzen. 
Nar die wirkliche Milchsäure geht in denselben 
über, nicht aber die dieselbe vortäaschenden 
FarbstofiSp Man setzt dann zu der sehr ver- 
dünnten Eisenchloridlösang (zu 5 com Aqua 
destiUata 2 Tropfen einer lOproc. Eisenohlorid- 
lösnng) tropfenweise den ätherischen Auszug 
des Magensaftes hinzu. 

Apoth. M. in Str. Der Vorzug der mit 



große Ersparnis an Holz verbunden ist. 
Man bedenke nur^ welche große Massen 
dieses wertvollen Materials jfthrlieh dem Erd- 
boden übergeben werden, um hier ab nutz- 
lose Masse allmähiieh der Vermodernng 
anheimzufallen.^^ — Diese Holzerspaiok 
dürfte sich aber zum guten Teil, wenn ni<dit 
völlig, dadurch ausgleichen, daß man zum 
Gipsbrennen Feuerungsstoff braucht. Auch 
von dieser volkswirtschaftlichen Erwägung 
aus erschdnt demnach eine sargloae Be- 
stattung geeigneter. Heibiff. 



Rancet 



ist eine Krankheit, die in Sicilien, wie die 
Chem.-Zeitschr. berichtet, an aus Amerika 
stammenden Weinreben beobachtet worden 
ist Dieselbe verhindert die davon befallenen 
Stöcke, Früchte zu tragen, an deren Stelle 
sich kleine, knospenartige Auswüchse bilden, 
worauf die Stöcke selbst absterben. Da 
diese Erscheinung von Pi'ofessor G. Bfiosi 
als, ansteckend erkläi*t worden ist, so werden 
zur Bekämpfung dieser Krankheit die be- 
fallenen Stöcke verbrannt und es sollen erst 
nach einiger Zeit wieder Neuanpflanzungeo 
gemacht werden. h. M. 



Titangltthlampe. Dieselbe enthält an Stelle 
des Kohlenfadens einen im elektrisohan Ofen 
dargestellten Titan-Carbidfaden, der 1000 Brenn- 
standen vorhalten soll, ohne dass die Birne tiübc 
wird oder durch höhere v'^pannung leidet. 

Südd. Apoth.'Ztg. 1902, 872. — te— . 

e c h 8 e I. 

Fegnin hergestellten Milchlabung (vergleiche 
Ph. G. 4S [1902], 247. ist zweifellos, da durch 
die Hersteilung feinster Gerinnsel sioher eine 
ausgiebige Pepsinverdauung im Magen ermög- 
licht wird; indes hat dieselbe auch Nachteile, 
da sich bald eine gewisse Trägheit der Ver- 
I dauungs Organe bemerkbar macht. Sie tun daher 
gut wenn Sie möglichst frtihzeitig Mahlzeiten 
mit nicht gelabter Milch einschalten. 

Dr. W. in L. Bei der Reifung der Weich- 
käse sind Milcbsäurebakterien, Schimmelpilze, 
peptonisierendo Bakterien, sowie Hefen beteiligt 
Durch die ganze Masse wird aoerst MilchslUm 
gebildet, alsdann wird diese Milchsäuire von der 
Oberfläche her neutralisieit, sodann jeht die 
Peptonisierung unter Auftreten allaÜscher 
Reaktion an der neutralisiectoa Obei^äbhi» vor 
sich. Sind für die peptonisierenden Bakterie^ 
von vornherein günstige Bedingungen vorhanden, 
so können dieselben allein mit den Milchsäure- 
bakterien die Reifung herbeiführen. 



Verlegrr and Teruitwortlleb« Leiter Dr. A. Sehneider tn Dretden. 



Pharmaceutische Centralhalle 

ffir Deutschland. 

Zeitsebrift fflr wiBBensehBftliehe nnd gesehftftliche Interessen 

der Pharmaeie. 

Gogrnndet yon Dr. H. Hager 1859; fortgefthrt von Dr. B. Qetesler. 
HeraoBgegebeii Ton Dr. ▲• Bduieider. 



bnliaiit j«d«i 



diiioh Pott odei 



DonneriUf. — BesnjrBpreiB TiertelUhrlioli: 

BiMhliandel 2,50 Mk., inter SMfbftnd 3,— ML, AnBland 3,60 Mk. Stmeln« Nommeni 30 Pf. 

Inieigen: die einiiuJ gwpalteiie Petü-Zeile 25 Pf., bei otaoreii Ameigen oder 'Wieder- 

bdnngen Ptviaermiangiuig. — GeeeUUlwtellet Dresden (r.-A. 21), Sohandaner Strasse iS. 

LeHer tar ZsHseiilll: Dr. A. Sohneider, Dresden (P.-A. 21), Sohandaaer Strasse 43. 



MS. 



Dresden. 19. Februar 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang. 



lalttit : Okemle ud Phamaeie: Sohati des AbMiohens der Genfer Veretabamng. — Mandrelnigang von Kindern. 
- Nene Armelinitiel. — LeimhalUg» Jodprftparate. — Pankretipriparmt. — Salbenartige Masse. — KQnstliches 
Gilronenai. — Kttnstilche Herstellung yon Ceylon-ZimmtOl. — Basier-Crfime. — Neue Speclalitftten. — Unreines 
Isliambromid. — Einsprltsungen tob Quedcsüberjodid. — ArsenikkQgelehen ohne Arsenik. — Pegnin. — Ablagor- 
das nonnalen Arsens in einigen Organen der Tiere und Pflansen. — Bisenozyd in weiageistiger Lösung. ~ 
eheidnng der bdden Naphthole. — Quantitatiye Bestimmung des Schwefels. — Zerstörung der organischen 
ub ~ Reaktion auf KolftKn. — Anwendung Ton Merkurfnitrat bei der Bestimmung von Zuckerarten. — 
— Bestimmung des Formaldehyds. — Nahrancsmlttel-Ohemie. — Pharma- 
Therapeatiaelie Hittellwigen. — VendüedenelUttellangen. 



Umeneheidi 



Bestimmung Ton Perchloraten. 
kognoaie. 



Ohemie und Pharmaeie. 



Schutz des Abzeichens der 
Genfer Vereinbarung. 

Wiederholte Anfragen von Betroffenen 
Teranlassen uns, das in Nr. 18 des „Reichs- 
GesetzblaU'' yom 26. März 1902, Seite 
125 und 126, unter Nr. 2854 yeröffent- 
Uehte: „Gesetz zum Schutze des Genfer 
Neatralitätezeichens" vom 22. desselben 
Monats hier zur Sprache zu bringen 
und etwaigen abweichenden Meinungs- 
äafierungen Ober diesen Gegenstand 
seitens Sachkundiger oder Beteiligter 
aitgegen zu sehen. Wie so viele, bilden 
auch die beregten Bestimmungen einen 
Beleg far die oft gehörte Behauptung, 
unsere Zeit habe wenig Beruf zur 



Das Gesetz umfaßt sieben Paragraphen, 
von denen § 2 (Strafandrohung), § 4 
(Zeit des Inkraft-Tretens, nämlich am 
1. Juli 1903), § 5 (Abstempelung der mit 
dem roten Kreuze bereits bezeichneten 
Waren), § 6 (Verlängerung der vor 
4m 1. JuH 1901 erteilten Erlaubnis 
zur Führung des roten Kreuzes in 
Warenzeichen, Firmen und Vereins- 



namen bis zum 1. Juli 1906, sowie 
Gebührenfreiheit der bis zu diesem Tage 
angemeldeten einschlägigen Abänder- 
ungen im Handels- und im Vereins- 
Register) und § 7 (Ausschluß der nach 
dem 1. Juli 1901 angemeldeten Waren- 
zeichen mit dem roten';Kreuze) hier zu- 
nächst ebensowenig in Frage kommen, 
als in § 1 der 2. und 3. Absatz, worin 
näheres Aber die zur Führung des roten 
Kreuzes berechtigten Gesellschaften der 
freiwilligen Hilfe festgesetzt wird. 

Es kommen demnach zunächst nur 
in Betracht § 1, Absatz 1: 

„Das in der Genfer Konvention zum 
Neutralitätszeichen erklärte Rote Kreuz 
auf weißem Grunde, sowie die Worte 
„Rotes Kreuz^ dfirfen, unbeschadet 
der Verwendung für Zwecke des 
militärischen Sanitätsdienstes, zu ge- 
schäftlichen Zwecken, sowie zur Be- 
zeichnung von Vereinen oder Gesell- 
schaften oder zur Kennzeichnung 
ihrer Tätigkeit nur auf Grund einer 
Erlaubnis gebraucht werden." 
und § 3: 



104 



„Die Anwendung der Vorschriften 
dieses Gesetzes wird dorch Abweich- 
ungen nicht ausgeschlossen, mit denen 
das in § 1 erwähnte Zeichen wieder- 
gegeben wird, sofern ungeachtet dieser 
Abweichungen die Oefabr einer Ver- 
wechslung vorliegt." 
Im Texte des Gesetzes sind „Zeichen" 
und „Rotes Kreuz" anscheinend gleich- 
bedeutend gebraucht/ sodaß man unter 
rotem Kreuze stets ein solches im 
weißen Felde vermuten könnte. Der 
Genfer Vertrag vom 22. August 1864 
setzte in § 7 als Neutralitätsabzeichen 
für die Spitäler, Ambulanzen und Aus- 
leerungen^) „eine auszeichnende und 
überall gleiche Fahne" (un drapeau 
distinctif et uniforme) fest ohne näheres 
zu bestimmen, als daß diese Fahne 
CBl&gge) »das rote Kreuz auf weißem 
Grunde" (croix rouge sur fond blanc) 
tragen solle. Das deutsche Gesetz sieht 
nun überall da von dem weißen Grunde 
ab, wo es (in § 5, 6 und 7) hinsichtlich 
der Waren, Verpackung, Umhüllung, 
Warenzeichen, Firmen und Vereine 
den Ausdruck: „Rotes Kreuz" ohne 
Zusatz gebraucht. Femer nimmt die 
Strafandrohung in § 2 : „Wer den Vor- 
scbriften dieses Gesetzes zuwider das 
Rote Kreuz gebraucht, wird mit Geld- 
strafe bis zu einhundertfflnfzig Mark 
oder mit Haft bestraft", nur Bezug auf 
das Kreuz, nicht auf den Grund. Hier- 
nach durfte sinngemäß auch in § 1 : 
„auf weißem Grunde" nicht gesagt 
werden. 

Sachlich bedenklich und der gericht- 
lichen Willkür unzulässig viel Spielraum 
gestattend, ist in § 3 von „Abweich- 
ungen" die Rede: „mit denen das in 
§ L erwähnte Zeichen wiedergegeben 
wird." Hier ist also nicht nur, wie bei 
der Strafandrohung im unmittelbar vor- 
hergehenden § 2, bloß vom „Roten 
Kreuze" die Rede, sondern von dem in 



>) im Texte : las evacuations ; Lueder (Genfer 
Konvention, Erlangen 1876, S. 363) übersetzt: 
„Aasräumungen^S von Schmidt - JEmsthausen 
(Princip der Genfer Konvention, Berlin 1874, 
S. 52) : „Räomungstransporte'^ ; die amtliche 
deutsche Üehersetzung (Kriegs-Sanitäts-Ordnung 
vom 10. Januar 1878, Beilage d, S. 606) lautet 
sonderharer Weise : „Verbindeplätze und Depots^*. 



§ 1 erwähnten derartigen Kreuze, also 
„auf weißem Grunde." Der Richter 
wird hiemach letzteren bei etwaigen 
Abweichungen mit berücksichtigen 
müssen. Wenn nun aber dieser Grund 
keine Verwechslung gestattet, also nicht 
etwa perlgrau oder hellfleischfarben 
oder dergl.; sondern braun oder dtronen- 
gelb, apfelgrün, himmelblau oder dergl. 
gefärbt ist, oder, wenn ein rotes Kreuz 
ohne Grund unmittelbar auf eine ge- 
musterte Ware gedruckt oder als Firma 
ausgeschnitten und lose angehängt oder, 
wenn es gar aufgestellt ist^ soll dann 
der Richter frei sprechen? Nach § 3 
ist die Frage zu bejahen, nach § 2 zu 
verneinen. — Auch in der achtzehnten 
Kommission des Reichstages (Seite 3651 
des sechsten Anlagebandes der steno- 
graphischen Berichte, 1902) wurde ver- 
geblich angefragt, ob eine Verwechslung 
stattfinden könne und dann strafbar sei, 
wenn ein rotes Kreuz sich im schwarzen 
Felde befände. 

Einen weiteren Einwurf gegen die 
Fassung des letzteren Paragraphen bildet 
die Bezugnahme auf § 1 und damit auf 
die Genfer üebereinkunft. Um über 
eine Abweichung bestimmt zu urteilen, 
muß vor allem das Urbild genau be- 
zeichnet sein. Dies geschieht aber in 
§ 7 des Genfer Vertrages ebensowenig, 
wie in späteren Zusatzbesümmungen^). 
Die Üebereinkunft hatte als selbstver- 
ständlich angenommen, daß die distinkte 
und uniforme Fahne der militärischen 
Sanitätseinrichtungen (nicht etwa der 
freiwilligen HUfe, auf welche die 
Konvention überhaupt keinen Bezog 
nahm) auf irgend eine Weise, vielleicht 
administrativ, festgesetzt würde. Dies 
geschah aber bisher nicht, sondern man 
nahm stillschweigend an, daß auf einer 



2) Die Zusatz-Artikel vom 20. Oktober 1868 
suchten im Seekriege das Neutralitätszeichen 
der militärisohen Lazarethschiffe von dem der 
Hilfsvereinsschiffe zu trennen, indem sie fax 
erstere einen grünen, für letztere einen roten 
Batterie- Anstrich vorsohrieben. Leider zog man 
aber dabei keine Folgeschlüsse für die ebenso 
nötige Trennung der Flagge und für die Unter- 
scheidung des Abzeichens des Heereskianken- 
dienstes von dem der freiwilligen Yereinshilfe 
beim Landkriege. 



105 



beliebig gestalteten Fahne oder Flagge 
das schweizer Wappen — der Vertrag 
wurde ja in Genf abgeschlossen — an- 
gebracht werde, allerdings nicht in der 
schweizerischen Farben- Verteilung: weiß 
anf rotem Grunde, sondern, wie § 7 
des Vertrages verlangt, umgekehrt : rot 
anf weißem Grunde. Hiemach durfte 
das Kreuz das Tuch (Feld) nicht in der 
Weise, wie dies z. B. von dem roten Kreuze 
der montenegrinischen Flagge geschieht, 
in vier gleiche Felder teilen, sondern 
es mußte gleicharmig in der Mitte des 
weißen Tuches ohne dessen Ränder zu 
berühren schweben. Die Schriften 
fiber den Genfer Vertrag geben nicht 
an, ob diese traditionelle Aufiassung des 
sogenannten Genfer Abzeichens bisher 
irgendwie durch internationalen Vertrag 
festgelegt wurde ; auch Heibig, der dem 
„Abzeichen der Uebereinkunft^ in seiner 
«Enieuerang der Genfer Uebereinkunft'' 
(Dresden 1899, Seite 19 bis 21) einen 
besonderen Abschnitt widmet, schweigt 
darttber. Der Richter wird sich aber 
doch an den Begriff eines gleicharmigen, 
sehwebenden Kreuzes halten müssen und 
damit keineswegs ein breitrandiges, acht- 
spitziges, stehendes, Passions-, Tatzen-, 
Patriarchen-, Antonius-, Andreas-, Schä- 
eher- usw, usw. Kreuz verwechseln 
dnrfen. 

Auch die „Begründung^ des deutschen 
Gesetzes kennt keine bindende inter- 
nationale Abmachung über die Gestalt 
des Kreuzes, sondern sagt (Seite 2541 
des 5. Anlagebandes der stenographischen 
Bmchte über die Verhandlungen des 
Seiehstages, 10. Legislaturperiode, II. 
Session; Berlin 1902 h^JuUus Sitten'^ 



„Demgemäß besteht die allgemein 
flb liehe Form des Neutralitüts- 
Zeichens in fünf gleichen, kreuzweise 
zusammengefügten Quadraten auf 
weißem Grunde." 

Die Quadratform dürfte bisher 
wohl selbst bei heraldischen Bildern 
Bidit streng eingehalten worden sein. 

h der oben erwähnten achtzehnten 
Beidistags-Kommission (a. a. 0., 6. An- 
hgeband, Seite 3661) blieb es als im 
Zorans schwer zu übersehen der Ent- 



I Scheidung der (rerichte überlassen, ob 
sogar das (achtspitzige) Malteser- 
Kreuz von dem Neutralitäts- Zeichen 
erheblich genug abweicht, so daß es 
ohne besondere Erlaubnis weiter benutzt 
werden könne. 

Die Farbenbezeichnungen bieten 
ebenfalls zu Zweifeln bei der Auslegung 
Anlaß, unter „weiß" wird offenbar 
der heraldische Silbergrund oder weiß 
im gewOhiüichen Sinne verstanden. 
Was ist aber „rot?" Nicht einmal 
in der physiologischen Optik ließ sich 
darüber Einigung erzielen. H. v. Helm- 
holtx (Handbuch der physiologischen 
Optik, 2. Auflage, Hamburg und Leipzig 
189B, S. 278; 1. Auflage, 1885, S. 226) 
versteht unter „Rot" Zinnober. Es 
ist dies eine einfache Farbe von dem 
weniger brechbaren Ende des Spektrums 
mit der Wellenlänge von etwa 790 bis 
660 ßjifXj während die Hering'sche Schule 
unter „Rot" Purpur, aJso eine im 
Spektrum fehlende, durch Mischung von 
dessen beiden Enden entstehende, zu- 
sammengesetzte Farbe begreift. Noch 
unklarer wird der Begriff, wenn man 
etwa „dunkelrot" sagt, womit manche 
Physiologen, wie z. B. B4e1ard eine 
Farbe des blauen Endes des Spektrums, 
zwischen dunkelblau und violett be- 
zeichnen usw. — Selbst die Heraldik 
gibt keine zuverlässige Entscheidung; 
sie zählt zwar das Rot zu den einfachen 
Farben, aber nicht im physikalischen 
oder physiologischen Sinne. Eines der 
neusten Lehrbücher, nämlich A. und 0. 
Ortleb's: „Kleines heraldisches Lexikon 
oder Handwörterbuch" (Kahla o. J., A. 
Weiteres Vertag, Seite 108) sagt: „Zu 
Rot verwendet man Zinnober (ehedem 
nahm man wohl auch Mennige), zur Schraf- 
fierung Purpur und für hellere Töne 
Mennige". /. «/. Weber's illustrierter 
Katecfismus Nr. 61 (v. Sacken, Heraldik, 
5. Auflage, Leipzig 1893, Seite 13) führt 
unter „Rot" neben Purpur noch Kirsch- 
rot als in Spanien zuweilen gebräuchliche 
Feldfarbe an. 

Einen Schutz gegen richterliche Ver- 
urteilung dürfte vielleicht § 5 des 
deutschen Gesetzes gewähren, falls der 
Beteiligte vor dem 1. Juli 1903 Waren 



106 



mit fraglicher Auszeichnung (z. B. einem 
roten Kreuze ih blauem Felde) 
beklebt und dann mit einem amtlichen 
Stempelabdrucke zu versehen nach- 
sucht. E^rfolgt die Abstempelung, so 
bleibt allerdings der Fall bedenklich, 
wird sie aber wegen Unähnlichkeit des 
Abzeichens abgeschlagen, dann kann 
auch ein Gericht nicht leicht das frag- 
liche Zeichen als „Rotes Ereuz'' aiS- 
fassen. Der angezogene § 5 lautet 
nämlich: 

„Die Vorschriften dieses Gesetzes 
finden keine Anwendung auf den 
Vertrieb der bei der Verkttndung des 
Gesetzes mit dem roten Kreuze be- 
;_ zeichneten Waren, sofern die Waren 
^ oder deren Verpackung oder Um- 
häUung nach näherer Bestimmung des 
Reichskanzlers mit einem amtlichen 
Stempelabdrucke versehen werden." 
Da es sich bei der Genfer Ueber- 
einkunft um eine völkerrechtliche, inter- 
nationale Sache handelt, so wäre bei 
dem vorstehend besprochenen Gesetze 
Rücksichtnahme auf das Ausland 
nötig gewesen. Es kann die Ge- 
nehmigung zur Fährung des roten 
Exeuzes nicht einseitig von einer Regier- 
ung an private Vereinigungen erteilt 
werden, denn alle Vertragsstaaten, 
welche der Genfer üebereinkunft bei- 
getreten sind, haben im Kriegsfalle 
ihrerseits die mit dem roten Kreuze 
belehnten Vereine als neutral (unver- 
letzlich) anzuerkennen, falls das Neu- 
tralitätszeichen künftig überhaupt einen 
ernsten Zweck verfolgt und fernerhin 
nicht nebenbei, wie bisher, als Reklame- 
zeichen für Cigarren, Pariser Gummi- 
artikel, Menstruationsbinden u. dergl. 
dient. Zum Mindesten mußte das Gesetz 
bestimmen, daß die mit der Führung 
des roten Kreuzes belehnten Ver- 
einigungen den Genfer Vertragsmächten 
namhaft zu machen seien. 

Femer fehlt im Gesetze eine Bestimm- 
ung über die mit dem Genfer Neutralitäts- 
Zeichen versehenen ausländischen 
Waren, SchifEsflaggen,Firmenzeichen usw. 
Darf die Zollbehörde die Einfuhr hindern? 
Ist der kaufmännische Vertrieb imlnlande 
gestattet? Werden Sendungen aus dem 



Auslande mit dem Neutralitäts- Zeichen 
von der kaiserlichen Post weiter be- 
fördert? Diese und ähnliche Fragen 
hätten sich bei vorheriger internationaler 
Verständigung über den einzubringend» 
G^etzentwui? von selbst erledigt Jetzt 
werden sie widersprechende Entscheid- 
ungen der Gerichte und willkürliche 
Eingriffe der Verwaltungs-Behörden zur 
unliebsamen S'olge haben. 

Man könnte vielleicht meinen, daß 
sich die Schwierigkeiten gegenüber dem 
Auslande dadurch mildem würden, daß 
dieses die deutschen Bestimmungen 
allmUüich in seine Gesetzgebungen anf- 
nimmt. Solches ist aber ohne eine 
internationale Vereinbarung keines- 
wegs zu erwarten. Denn in einear 
Anzahl Ländern bestehen bereits dn- 
sehlägige Vorschriften, so in üngani 
seit 1889, in Belgien seit 1891; des- 
gleichen seit 1894 in Dänemark, 1896 
in Rumänien, 1896 in Serbi^i and 
Portugal usw. Einige dieser Verbote 
nehmen u. a. auf Armbinden, andere 
auf Fakturen und Rechnungen, eine auf 
internationale Schutzmarken und eine» 
was beachtlich erscheint, auf die An- 
rufung der öffentlichen Wohltätigkeit 
Bezug usw. Die Form der Bestimmungen, 
nämlich Erlaß, Gesetz, Vereinsreglement 
oder dergl. läßt ebensowenig, wie die 
Höhe der angedrohten Strafen an 
Mannigfaltigkeit zu wünschen übrig. 

Es Uegt Mer zweifellos ein Gesetasstoff 
vor, dessen zweckmäßige Gestaltung 
sich nur nach vorhergegangener Vereiiir 
barung zwischen den Vertragsmächten 
der Genfer Üebereinkunft jBnden lieBi 
welcher aber keineswegs durch ein- 
seitiges Vorgehen eines einzelnen Qrofi- 
staates befriedigend erledigt werden kann. 



Zur Mundreinigung von Kindern 

eignet sich folgende Voischrift 0,5 g 
Thymol, 5 g Benzoesäure, 2,5 g Pfeffer- 
minzwasser, 2,5 g StemaniBwasBer^ 6 g 
Cochenilietilictnr und 230 g 80proo. Wein- 
geist. Zum Gebrauch wird es mit Wasser 
verdünnt. jj. m, 

ZUckr. d. Aüg, österr. Apoth,-Ver, 1903, 37. 



107 



Nene AmieimitteL 

Sftmomaltm ist OzyhSmoglobinmaltose. 
Eb 8oU die drafaohe Menge der wiriuamen 
BestendteQe des Hämatogens nnd außerdem 
die wiilaamea Bestandteile des Maises ent- 
hahan, sein Oesetunaek soll angenehm und die 
Haltbarkeit eine nnbegrenste sem. Darsteller 
ist die ehemisehe Fabrik Ton Apotiieker 
find Hentsehel in Zw()nitz. 

Vnaa's Hatriamperoxyd-Seife wird nach 
K, Töüner ans 30 Teilen flflssigem Paraffin 
und 70 Teilen medicinischer Seife mit 2 bis 
20 Teilen Natriomperoxyd innig vermischt 
daigestellt ffie dient zur Erweichung und 
Eotfemungvon Sommersprossen. In leichteren 
FlOen wendet man sie täglich einmal^ vor 
dem Schlafengehen^ in schwereren bei jeder 
WaaehuBg, etwa dbreimal täglich, an. Man 
Yvsdi&nmt sie mit einem Wattebausch so 
lange auf der Haut^ bis dieses Auftragen 
•dimenhaft empfanden wird und wäscht 
dun rasch den Schaum ab. H, MmUxel, 



Leünhaltige Jodpr&parate 

Yon antiseptischer Wirkung steDt Max Cotm in 
Berim hernach einem amerikanischen Patente 
durch Auflösen von Kaliumjodid und Oelatine 
m Wasser, welcher LOsnng er Jod zusetzt 
(wieviel oder bis zu welcher Erschemung 
«dt die Bfldd. Apoth.-Ztg. 1902, 361 nicht 
flnQ. Darauf Mt er das Gemisch hart 
werden, trocknet und pulverisiert es. 

— te— . 

Ein Fankreaspr&parat, 

dai von dem Magensafte nicht aufgenommen 
wird, steih die Chemische Fabrik Rhenania 
m Aadien nach einem amerikanischen 
Pttente durch Mischen einer Pankreatin 
eatfaalteaden LOsung mit emer alkalihaltigen 
TummKtonng und Ausfällen durdi eine 
andere Säure dar. Der erhaltene Nieder- 
sddag enthält auf 100 Teile Pankreatin 
20 Teile Oerbsäure chemisch gebunden, ist 
im Magensaft nidit, dagegen im Darme 
UtaBd. R M. 

Eine salbenartige Masse 

9iiXli man dadurch, daß man Holzöl, 
ms Haeocoeea vemida und Dryandiia cordata, 
dem 0,5 bis 10 pGt. Schwefel zugesetzt 
and, erwärmt, bis sidi der Schwefel gelöst hat 



Bdm Erkalten erstarrt dieses Gemisch zu 
einer heUgelben schmalzartigen Masse, die 
zu pharmaceutischen und technischen Zwecken 
verwendet werden kann. (D. R. P. Nr. 137340 
— Dr. H. Alexander in Hamburg.) 

— <»— . 

Eünsfliohes Citronenöl 

wird nach einem der Fbrma Heine db Co. 
in Leipzig patentiertem Verfahren folgender- 
maßen hergestellt Es wird z. B. eine 
Mischung von 92 Teilen limonen und 
Phellandren mit 7 Teilen eines Oenüsches aus 
Citral, CStronellal, Geraniol und Oeranylacetat 
hergesteUt, oder man versetzt ein gleiches 
Oemisch, dem die beiden Terpene, Umonen 
und Phellandren, fehlen mit 1 Teil normalem 
Oktyl- oder Nonylaldehyd, becw. mit einem 
Gtomisoh der beiden Fettaldehyde. Die 
Menge der letzten beiden richtet sich nach 
Art und Stärke des gewünschten Citronen- 
geruches. —<»--. 

GhmiU'Zlg. 26, 1045. 



Zur künstlichen Herstellung 
von Ceylon -ZimmtöL 

Dasselbe besteht außer aus Zimmtaldehyd, 
Phellandren und Eugenol aus normalen 
Amylmethylketon, normalen Nonyl- 
aldehyd, Guminaldehyd, Caryo- 
phyllen, Linalool und dessen Isobutyl- 
ester, Cymol, Benzaldehyd, Phenylpropyl- 
aldefayd, Furfurol, Pinen und Eugenol- 
methyläther. Ffir die Bildung des Geruches 
sind besonders die durch gesperrten Druck 
hervorgehobenen Verbindungen wichtig. 
Das Verfahren ist der Firma Schimmel <& Co. 
in Miltitz-Leipzig patentamtlich geschützt 

Ghem.'Ztg. 26, 1045. —tx—. 



Rasier-Crdme. 

10 kg Schweinefett, 8 kg Oliven- oder 
Sesamöl, 7 kg Gochinkokosöl werden bei 
35^ C. geschmoksen, darauf werden in 
dünnem Strahle 12,5 kg 4proc. Kalilauge, 
die mit 1,5 kg 15proc Pottaschelösung ver- 
setzt sind, hinzugefügt und die Masse bis zum 
Dickwerden gerührt Parfümiert wird mit 
10 g Lavendel- und je 50 g Gitronell-, 
Spieck- und Thymianöl. ^tx—. 

Neueste Erfind, u. Erfahr. 



108 



Neue Speoialitäten. 

NaphthA sapoBAta ist «in billiger Naftalan- 
ersfttz, der in der ohemischeo Fabrik des Apo- 
thekers Pwd Hmiaehel in Zwdnitz dargestellt 
wird. 

Olea Yasellni sspoiiftto nennt die chemische 
Fabrik von Apotheker Paul HenUehel in Zwönitz 
ihre, den Yasogenen chemisch and physikalisch 
ähnlichen Prtparate, die ebenso wie die Yasogene 
an einem warmen Orte aufbewahrt werden müssen. 

OxygVB-Zahnwatte enthält 15 pGt. Thonerde- 
Natrinmperoxyd. Darsteller ist Apotheker Pink 
in Berlin, Marsilinsstraße 20. 

PheBoIlii, ein Kresolseifengemisch, wird von 
Hubert Baete db Ch., Teerprodoktenfabiik in 
Braunschweig, hergestellt. 

Phthisopyriii besteht aus Aspirin, arseniger 
und Eamphersäure Darsteller ist cUe SwMn- 
sehe Apotheke in Berlin. 

Polü^B FamiliaBthee ist Qerba Oaleopddis. 
Bezugsquelle ist Georg Pohl in Berlin, Bmnnen- 
straße 157. 

Br. Roofl' FlatnUn-PUlen enthalten 4 g 
Natriumbikarbonat, 4 g Rhabarber, 4 g Magnesium- 
karbonat, je 3 Tropfen Fenchel-, Kümmel- und 
PfefferminsöL Daiaus werden 100 Pillen ange- 
fertigt Nach jeder Mahlzeit nimmt man drei 
bis vier Pillen. 

Tadiysan ist eine Einieibung, die zur Schmerz- 
linderung dienen soll. Ihre Zusammensetzung 
ist unbekannt. Darsteller ist die chemische 
Fnbrik des Apothekers Paul Hentsehel in Zwömtz. 

M. Sehtttse's BlatrelnlgnngspiilTer enthält 
10 g kohlensaure Magnesia, 5 g Natriumohlorid, 
65 g Mat^nesiumsulfid (soll woU -sulfat heißen), 
25 g doppelt kohlensaures Natrium, 35 g Sjüium- 
sulfid (wohl -sulfat), 0,3 g Wismutsalicylat, 0,3 g 
Lithiumkarbonat, 0,lö g Weinsäure. Bezugs- 
quelle beider Präparate ist die Firma Eduard 
Wiidt in Bad Köstritz, Beuß. 

M. Sehfltze's HeUsalbe besteht aus 505 g 
Cünnamyl-Salicylsäure, 250 g Siam-Benzoesäure, 
240 g Perubalsam, 105 g Myrrhentinktur, 12,5 kg 
amenkanischer Yaseline, 1 ,5 kg stLssem Mandelöl, 
50 g Styrol, 2,5 kg Zinkoxyd, 3,4 kg gelbem 
Bienen wachs und 12,5 kg konoentr. Yasogenen. 

Bn Sprang«r'8 Heilsidbe besteht nach An- 
gabe der beistellenden Firma, J)t,8pranger'^ Wwe. 
Inh. Otto Peteredarff in Neubrandenburg i. M. 
aus 0,48 g Olvenöl, 0.04 g Mennige, 0,04 g 
Eampher, 0,12 g Colopnonium, 0,02 g Wachs, 
0,02 g Lebertran. (Yergl. Ph. C. 87 [1896], 465. 

Br.Spranger's Magemtropfen derselben Firma 
haben folgende Zusammensetzung : 0,02 Bhabarber, 
0,06 Enzian, 0,06 Baldrian, 0,06 Calmus. 0,02 Aloe, 
0,01 Safran, 0,02 ZiHwerwurzel, 0,02 Thymian, 
0,04 Wacholdersaft, 0,05 Melissenkraut 02 WaU- 
nußblätter, 0,04 römische Kamillen und 0,5 Wein- 
geist Die Zahlen scheinen sich auf Kilogramm 
zu beziehen. Das Präparat wird je nach Wunsch 
klar oder mit Bodensatz geliefert 

Bas neaeste Mittel gegen Hilmorrlioiden 
ist das Hufeisen vom linken Hinterfuße des Esels. 
Ein südfranzösischer Hufschmied macht damit 
glänzende Geschäfte, da er sich für jedes einzelne 



Stuok 5 Francs bezahlen läßt. (Sudd. Apoth - 
Ztg. 1902, 899). H. MenHd 



Unreines Kaliumbromid, 

welches sich in dem zweifachen Gewidite 
Wasser nicht vollständig iOste^ ist Demandre 
(Journal de Pharmade d'AnverB 1902, 138) 
unter die Hände gekommen. Der Rfiekstand 
bestand aus Kafinrnsnlfat^ und zwar war es 
in einer Menge von 0,912 pGt vorhanden. 
Außerdem enthidt das Pri^parat nodi 
Kaliumbromat und -carbonat P. 



Einspritzungen 
von QueoksUberjodid. 

1. Oelige Einspritzungen nadi der Vor- 
schrift von Panas: 

Quecksilberbijodid . 0,04 g 

Steriles OlivenOl . q. s. zu 10 ccm 
Man mischt 3 Tdle feinstes Olivenöl mit 
1 Tdle Alkohol von 95 <> und sohflttelt das 
Gemisch öfter. Nadi 48 Standen giefit 
man den Alkohol ab und eiiiitzt das Od 
eine Viertetetunde bis 115<^ C. Nach dem 
Abkühlen auf etwa 65^ wird das Queok- 
silberjodid hinzugefügt. Nadi der Auflösung 
desselben filtriert man durch sterile Watte 
und sammelt das Oel in trockenen und 
sterilisierten Giftsem. 

Nach Baxin setzt man als schmenstülen- 
des Mittel synthetischeB Gnajakol hinzu, und 
zwar 1 g auf 045 g Qnecksilbeijodid und 
30 ccm Od. 

Diese Lösungen, auch solche aus Mandel- 
und Aradiisöl berdtet, zdgen den Uebel- 
stand; daß sich nach dem Erkalten Queck- 
sUbersaiz ausscheidet Man kann dies w- 
mdden, wenn man nach Lenudre 1 g 
Quecksilberjodid im Wasserbade in 50 ccm, 
vorher durch viertelstündiges Erliitzen anf 
1 10 sterilisiertem Ridnusöl löst, 3 g Guajakol 
hinzufügt und mit sterilidertem Olivenöl auf 
100 ccm auffüllt 

2. Wässerige Lösungen sind sdt 1901 
von Broey, Civatte und Praisse in folgen- 
der Zusammensetzung verwendet worden: 

Quecksilberjodid .... 0,047 g 

Natrinmjodid 0,047 g 

Natriumkakodylat . . . 0,300 g 

Wasser ad 10 ccm 

Auch wurden Zusätze von 0,75 pCt Chlor- 
natnum zu vorstehender Ix)8ung gemaebt. 

P. 



109 



Arsenikkügelclien ohne Arsenik. 

lA Frankracfa sollen Fabrikanten Anenik- 
körner ohne einen Glehalt von Arsenik in 
den Handel bringen, um das Vorhanden- 
sein von Arsenik raseh festzustellen, nimmt 
man nach CarUs (Rupert de Pharm. 1902, 
203) ein bis zwei Kömohen und verreibt 
sie mit gleichen Gewichtsteilen Kafinnmitrat 
und Natriumkarbonat Das Oemisch erhitzt 
man auf einem Porzellandeckel bis zur 
dunklen Rotglut Der Zucker und andere 
organiBcbe Verbindungen verbrennen und 
redneieren dabei die Arsenverbindung, wo- 
durch der sehr charakteristische, knoblauch- 
artige Geruch auftritt um letzteren noch 
dentiieher zu machen, fügt man Holzkohlen- 
polver hinzu und fährt mit dem Erhitzen 
fort P. 

Pegnin. 

Im Anschluß an die m Ph. 0. 42 [1901], 
72 und 43 [1902], 247 gebrachten Mit- 
teUungen tiber das von den HGdister Farb- 
werken dargestellte Pegninpulver bringen 
wir heute die Gebrauchsanweisung, wie man 
KohmUch vermittelst desselben Idcht ver- 
daulich macht 

Die für den eintägigen Gebrauch be- 
stimmte Milch wfard gleich nach Empfang 
in eine große Flasche, die nicht ganz voll 
werden darf, gefüUt Die Flasche wird in 
einen Topf mit kaltem, höchstens lauwarmem 
Waaser gestellt, das Wasser zum Kochen 
gebracht und darin eine halbe Stunde lang 
erhalten. Darauf wird die Milch auf AO^ G. 
aUmählich abgekühlt oder, wenn sie schon kälter 
geworden, ungefähr so weit wieder erwärmt 
Bei dieser Temperatur wird auf ein Liter 
Mileh ein gestrichener Eßlöffel (9 g), auf 
eine Soxhlet-FUiBciie zu 200 g du ge- 
Btridiener Theetöffel Pegnin zugesetzt. Nach- 
dem dieses durch kurzes Schütteln verteilt 
worden ist, wartet man das Gerinnen der 
Uleh ab, welches nach wenigen (gewöhn- 
üeh 2 bis 3) Minuten eintritt Sollte die 
Hileh nicht gerinnen, so ist sie mit Walser 
TerdGnnt Deshalb darf Säuglingsmilch auch 
east nach dem Pegninzusatz durch Verdünn- 
ong mit höchstens der gleichen Menge, wo- 
möglich abgekochten Wassers bereitet wer- 
den. Die so bereitete Milch darf nicht 
ir stark erhitzt werden und ist 



Im der Reichen Flasche gut verkorkt an 
einem kühlen Orte aufzubewahren. 

Bei Bedarf wird die nochmals geschüttelte 
Milch in die Saugflasche gefüllt und auf 
37,5^ C. durch Erwärmen in lauwarmem 
Wasser gebracht Jedes stärkere Erhitzen 
macht das fein verteilte Gerinnsel wieder 
grobflockiger und macht dann ein noch- 
maliges Durchschütteln der Müoh erforder- 
lieh. Ist die Milch richtig dargestellt, so 
läßt sie sich leicht durdi die kleine Oeff- 
nung des Gummihütebens durchsangen. Ist 
gröberes Gerinnsel vorhanden, so bringt man 
am Hütchen eine etwa 3 mm lange spalt- 
förmige Oeffnung an. 

AUe Flaschen und Korke müssen stets 
gut gereinigt und ausgekocht werden. ^Man 
vergl. auch Ph. G. 44 [1903], 102.) H li. 

Ablageningen des normalen 

Arsens in einigen Organen der 

Tiere und Pflanzen. 

Armand Oauiier ist seit einiger Zeit 
mit interessanten Versuchen über Ablager- 
ung von Arsen in den Organen der Tiere 
und Pflanzen beschäftigt (man vergl. Compt. 
rend. de FAcad. des sdences 130, 286; 
131, 361; 136, 833). Bei der Untersuch- 
ung der Vögel und Fische auf eben 
eventuellen Arsengehalt stellte sich heraus, 
daß Vogeleier, fischeier und Fischfleisch kein 
Arsen bezw. weniger als V20000000 ^^^ 
Oewichtes Arsen enthalten. Dagegen fand 
sich Arsen im Flaum und in den schillern- 
den Fahnen der Schwanzfedern (Augen) des 
männlichen Pfaues, fehlte aber wiederum 
in den gewöhnlichen Flügel- und Schwanz- 
federn und ebenso in den Federkielen der 
erwähnten arsenhaltigen Schwanzfedern. Das 
Vorkommen von Arsen in Flaum und den 
omamentalen Schwanzfedern entspricht der 
von OauHer früher beobachteten Anhäuf- 
ung dieses Metalloides in der Behaainmg und 
im Gehörn der Säugetiere. 

Femer fand sich Arsen als Begleiter des 
Jods in allen chlorophyllfreien Algen, be- 
sonders in den Seewasseralgen. Audi im 
Meerwasser, und zwar in erster Linie im 
Plankton desselben fand Oautier geringe 
Mengen von Arsen. 

Das Arsen des Meeres und des aufge- 
schwemmten Landes stammt höchst wahr- 



110 



1 



scheinlich ans dem UrgeBtein, denn 100 g 
Granit von Vire (Bretagne) enthielten 0,06 mg 
Arsen. Das Arsen kommt also in geringer 
Menge, aber ohne Ausnahme in dem Urge- 
stein, dem Erdboden, dem Meer, den Pflanzen 
und in den Land- nnd Seetieren vor. Bei 
den Tieren lagert sich das Arsen m gewissen 
Organen, vor allem in den Organen ekto- 
dennischen Urspmngs ab; es steht in enger 
Wechselbezidmng zur Tätigkeit der Haut, 
des Gehirns und der Fortpflanzungsorgane, 
ist aber nicht in allen Organen gleichmäßig 
verbreitet. Se. 

Eisenoxyd 
in weingeistiger Lösung 

wurde dem Joum. d. Pharm, et d. Ghim. 1 6, 209 
nach in verschiedenen Proben von 92proc 
Weingeist, der fast 20 Jahre m eisernen 
Gefäßen aufbewahrt worden war, beobachtet 
und zwar enthielt 1 L 1 bis 1,25 g. 
A. Minet hat sich mit der Frage beschäftigt, 
in welcher Verbindung das Eisen gelöst sei. 
Die Proben machten den Eindruck, als ob 
sie trüb seien, doch gaben sie keinen Nieder- 
schlag in der Ruhe und auf dem Filter 
blieb auch nichts. Weder Kochen, noch 
Zusatz von Wasser oder Glycerin erzeugten 
eine Fällung, wohl aber schied sich nach 
Zusatz von Natriumchlorid nach dem Er- 
wärmen eine gelatinöse Masse, deren Aus- 
sehen dem Ferridihydroxyd entsprach, aus. 
Eine gleiche Abscheidung fand auf Zusatz 
von etwas Schwefel- oder Gerbsäure statt. 
Die weingeistige Lösung wurde weder durch 
Ferrocyankalium noch durch Rhodankalium 
verändert. Wenn man der Lösung Glycerin 
zusetzte und bei niedriger Temperatur 
destillierte, so ging der Weingeist eisenfrei 
über und das zurückbleibende Glycerin hatte 
das Eisenoxydhydrat zurückgehalten. Dem- 
nach liegt die Vermutung sehr nahe, daß 
das Oxydhydrat in coUoidaler Form gelöst 
war. H. M, 

Zur Unterscheidung der beiden 
Naphthole 

dient eine wässerige Lösung von Jodsäure. 
Nach Vincent (Rupert, de Pharm. 1902, 
216) gibt diese Lösung mit a-Naphthol einen 
flockigen, gelbweiPen Niederschlag, der sich 
rasch violett färbt. 



Biit ^-Naphthol entsteht ein Niedenehlag, 
der sidi nach und nach rot färbt. Nadi 
dem Absetzen ist die Flüssigkeit gelb, der 
Niederschlag rotbraun gefärbt p. 



Zur quantitativen Bestimmung 
des Schwefels 

hat Petersen (Ghem.-Ztg. 1902, Rep. 355) 
die Eigenschaft einiger Sulfide und Thio- 
sulfate benutzt, in alkalischer Lösung durch 
Wasserstoffperoxyd in Sulfate überzugehen. 
Die entstandene Schwefelsäure wutl dann 
als Baryumsulfat bestimmt In Scfaießpulver 
ist der Schwefel auf diese Weise schneller 
und sicherer zu bestimmen, als nach den 
übrigen Methoden. Auch zahhreiche organ- 
ische Schwefel Verbindungen, wie Sulfoham- 
stof f , Allylsulf ohamstoff , Thiocarbanilid, 
EaliumxanÜiogenat, Dixanthogen, Schwefel- 
kohlenstoff, Rhodankalium, Phenylsenföl nsw^ 
lassen sich nach dieser Methode behandefai; 
bei anderen, wie Thiophen, Aetiiylsuifid, 
Thiophenol, Aetiiyhrhodanid, kann der Schwefel 
auf diese Weise nicht in Schwefelsäure um- 
gewandelt werden. In Estern verhalten siofa 
die einzelnen Schwefelatome verschieden; 
so wird in der Sulfokohlensäure nur Ys des 
Schwefels umgewandelt —ke. 



Bei der Zerstörung 
der organischen Substans 

für geriditliche Untersuchungen nach dem 
von Fresenitis Dabo angegebenen Wege 
geht viel Chlor dadurch verloren, daß das 
chlorsaure Kalium auf der Oberfläche 
schwimmt bezw. nicht tief genug untertaucht. 
Infolgedessen schlägt Prof. Bruglants in 
den Annales de Pharmade 1902, 309, vor, 
nicht das krystallisierte, sondern komprimierte 
Salz zu verwenden, denn dieses sinkt infolge 
seiner Schwere rasch zu Boden und der 
Gasverlust ist ein sehr geringer. Mit 400 g 
komprimiertem Salz zerstörte Verfasser 245 g 
Magen nebst dessen Inhalt, 1100 g Ein- 
geweide, 180 g Herz und Lunge, 250 g 
Gehirn und 715 g Leber, Milz und Niere; 
zusammen also 2490 g organisches Gewebe. 

— te— . 
(Anmerkung d^ Schriftleitung: Sehr be- 
quem ist bei der Zerstörung von organischen 
Stoffen für geriohtüche Analyse daa Kalium- 
chlorat als Lösung 1 : 20 zuzusetzen.) 



111 



Eine sehr empfindliche Reaktion 
auf Koffein 

besteht darin ^ daß man eine Lösung von 
Kaiiiunfenieyanid in Salpetersäure mit der 
n prüfenden FIQssigkeit kocht und mit ein 
venig Wasser verdfinnt. Beim Vorhanden- 
Bein von Koffein oder auoh von Harnsäure 
(«ahiseheinMeh auoh von Theobromin. — Lei- 
tung) bildet sich ein blauer Niederschlag 
von Berliner Blau. p. 

Journal de Pkarmacie d^Änvers 1902, 472. 



Anwendung von Merkuri- 

nitrat bei der Bestimmung von 

Zuckerarten. 

Zur Entfernung von Farbstoffen und 
loderen die Polarisation beeinflussenden 
FinemdkOrpom aus Zuckerlösnngen benutzt 
San gewöhnlich basisches oder neutrales 
fileiaeetat; die Verwendung des ersteren hat 
ieuht einen Verlust von Zucker zur Folge, 
wihrend das letztere gewisse Stickstoff- 
Verbindungen nicht zu fällen vermag. 

Patern und Dufan (Les nouveaux remMes 
; 1902, 229) empfehlen deshalb die Anwend- 
ing von saurem Merkurinitrat. Letzteres 
wird durch Traubenzucker nicht redudert, 
invertiert die Znckerarten nicht und beem- 
flaCt audi ihr Drehungsvermögen nicht, 
wenn man genau nach der gegebenen Vor- 
lehnft verfährt Um ein von Oxydulsalz 
freies Präparat zu erhalten, löst man 220 g 
gelbes Quecksilberoxyd in 300 bis 400 g 
Wttser Tud der gerade genügenden Menge 
Salpetersäure. Dann fügt man einige Tropfen 
Natronlange bis zum Erscheinen eines gelb- 
kannen Niederschlages hinzu, füllt zu einem 
Uter auf und filtriert 

Bei der Zuckerbestimmung selbst verfährt 
man folgendermaßen: Zu 20 cem Trauben- 
nekerlteong setzt man 10 cem Merkuri- 
■HfSiddemig und 10 cem Wasser. Zu dem 
Oonisdie lä(5t man aus einer graduierten 
Barette unter lebhaftem Umschütteln tropfen- 
weise verdünnte Natronlauge fließen, bis 
ttn Tropfen der sich klar vom Niederschlag 
absetzenden Flüssigkeit blaues Lackmuspapier 
nickt mehr rOtet. Ist die Lauge frei von 
Karbonat, so sieht der Niederschlag erst 
weiß aus^ wird dann braungelb und färbt 



sich immer mdir. Man füllt die neutrale 
oder kaum alkalische Flüssigkeit auf 
50 cem auf, schüttelt um und filtriert die 
klar bleibende Flüssigkeit 

Will man Glykoselösungen mittelst J^eMVz^- 
scher Lösung unter Verwendung von Merkuri- 
nitrat bestimmen, so fallen die Resultate zu 
niedrig aus, weil der Zucker nicht nur durch 
die Fehüng'Bdie Lösung, sondern auch zum 
Teil durch das noch in Lösung befindliche 
Quecksilbersalz oxydiert wird. Letzteres ent- 
fernt man durch etwas Salzsäure und Natrium- 
hypophosphit [OfiS g auf 10 cem), Erwärmen 
und Filtrieren. Die Spuren von Hypo- 
phosphit beeinfinssen das Resultat nicht.*fj 

P. 



Zur Bestimmung von 
Perchloraten 

empfiehlt Honig i^Chem.-Ztg. 1903, 32), 
statt nach der Methode von Selckmann 
metallisches Blei zur Reduktion zu verwenden, 
wobei die Schmelze allmählich eine teigige, 
klumpige Beschaffenheit annunmt, die ein 
gleichmäßiges Erhitzen unmöglich macht, 
fein verteiltes Eisen in der Form von 
Ferrum limatum zu benutzen, wobei 
als Verdünnungsmittel chlorfreier Natrium- 
oder Ealiumsalpeter dienen kann, wenn 
nicht an und für sich schon ein solches 
Gemisch vorliegt. In Gemischen von Salpeter 
und Ealiumperchlorat, die von letzterem 
nicht mehr als 5 pOt. enthalten, wird das 
Perchlorat bei der Schmelzhitze des Salpeters 
(330 bis 339 <^ C.) durch Ferrum limatum 
bei einhalbstündigem Erhitzen quantitativ 
zu Chlorid reduciert, wobei die Schmelze 
dünnflüssig bleibt und leicht mit einem 
Glasstabe sich mischen läßt. Die Zersetzung 
wird am besten m einem Nickeltiegel aus- 
geführt, weil Porzellantiegel durch die 
erstarrende Schmelze zerrissen und Platin- 
tiegel durch schmelzenden Salpeter stark 
angegriffen werden. Auf 5 bis 10 g des 
Gemisches von Salpeter und Perchlorat 
werden 2 bis 3 g Ferrum limatum genommen. 
Während der Reduktion soll die Flamme 
den Tiegelboden berühren, ohne ihn auf 
wahmdimbare Glut zu bringen. Das Chlor 
wtfd dann gewichtsanalytisch bestimmt. 
Erreicht der Perchloratgehalt des Gemlschea 



US 



10 pOt., 80 erfolgt die Reduktion unter 
schwacher Feuerersoheinung und ein auf- 
gedecktes Uhrglas beschlAgt sich mit einem 
Anfluge von verdampfendem Alkalichlorid. 
Von den übrigen geprüften Metallen, welche 
bei der Erhitzung mit Perchlorat ohne jedes 
Verdünnungsmittel äußerst heftige Reaktionen 
geben, die die Methode für quantitative Be- 
stimmungen unbrauchbar machen, eignet sich 
Magnesium nicht, weil auch bei groüer Ver- 
dünnung die Umsetzung noch zu stürmisch 
ist; Zink- und Aluminiumpulver geben der 
Schmelze, wie Blei, eine zähe Beschaffenheit, 
sodaJ eine gleichmäüige Erhitzung nicht 
möglich ist, während Zinn emerseits so 
stürmisch reagiert, daß zur Verdünnung nur 
kohlensaures Alkali verwendet werden kann, 
andererseits sich auch deswegen nicht eignet^ 
weil die Ghlorbestimmung bei Gegenwart 
von Zmnverbindungen umständliche Trenn- 
ungsoperationen erfordert. ^he. 



Zur Bestimmung des 
Formaldehyds 

veröffentücht Schiff (Ohem.-Ztg. 1903, 141 
eine neue, sehr einfache Methode, die Bid 
auf die Gleichung 

SCHgO + 2NH4CI + 2K0H = 
N2(CH2)3 + 2Ka + öHgO 
stützt Man verfährt so, daß man von dem 
zu prüfenden Formaldehyd etwa 10 % 
genau abwägt, auf 200 ccm verdünnt und 
neutralisiert Andererseits werden 0,5 g 
Salmiak m 3 bis 4 ccm Wasser ^öst, 
neutralisiert, 10 com der verdünnten Aldehyd- 
lösung zugesetzt und mit Lackmustinktni 
und Normallauge titriert 1 ocm Normal- 
Kalilauge = 0,045 g Formaldehyd. Die 
Ueberelnstimmung mit der jodometriBcfaen 
Bestimmung ist eine sehr gute. Statt des 
Chlorammoniums kann man auch Ammoninm- 
sulfat verwenden (vergl. auch Ph. C. 44 
[1903], 49. -Ä«. 



Nahrungsmittel-Chemie. 



Zur Untersuchung von Mandel- 
fabrikaten 

auf Zusatz von Pfirsichkemen schlägt 
Ckwolles (Chem.-Ztg. 1903, 33) die Be- 
nutzung der Krets^BGh&n Reaktion (vergl. 
Ph. C. 43 [1902J, 598) mit Salpetersäure 
und 0,lproc. Lösung von Phloroglucin vor, 
weil das Pfirsichkernöl eine intensiv himbeer- 
rote Färbung gibt, während Mandelöl nur 
eine schwach rosarote Färbung zeigt. Ein 
Gehalt von 10 pCt. PHrsichkernöl in Mandelöl 
kann mit Sicherheit erkannt werden; auch 
kann man aus der steigenden Intensität der 
Färbung auf die Menge des Pfirsichkernöles . 
schlienen. —he, ; 

Diamalt ! 

ist eine dicke, sirupartige Masse von angenehm | 
kräftigem, etwas säuerlichem Geruch und 1 
süßlichem Geschmack. Sein specifisches j 
Gewicht ist gleich 1,4826. Der Wasser- 
gehalt schwankt zwischen 24 und 28 püt., 
der Gdialt an Asche beträgt 1,3 pCt., 0,718 
bis 1,51 pCt. Milchsäure, 4,G8 bis 5,06 pCt. 
stickstoffhaltige und etwa 68 pCt. Stickstoff- 1 
freie Bestandteile sind vorhanden. I^etztere! 
bestehen in der Hauptsache aus Maltose.' 
In Wasser löst es sich zu einer grünlich- ' 
gelben Flüssigkeit auf, Trübung derselben 



veranlassen vorhandene Stärkekömer, Hefe- 
Zellen, Bakterien und formloses GerinnseL 
Verwendung soll es in den Bäckermen als 
Milchersatz fmden. 

Obiges Präparat ist von Dr. Brahm und 
Buchwald untersucht und das Ergebnis in 
der „Mühle^' veröffentlicht worden. H. M. 

Kanten (CoUe vegetale). 

Eine neue Ausfuhrware Japans ist eine 
aus einer „Tengusa^^ (Gelidium comeum) 
gewonnene Gallerte. Die Alge kommt 1 
der japanischen Küste in bedeutendi 
Mengen vor. In China war die Galleii 
schon seit langer Zeit geschätzt und wii 
in immermehr wachsender Menge 
Europa geliefert. Verwendung findet 
zur Bereitung von Zuckerwaren und 
solchen Betrieben, die eines derartig^ 
Leimes bedürfen. Um diese AlgenmsA 
gebrauchsfertig zu machen, wird dieselb 
gebleicht, getrocknet und in Bündel gepaefc 
Von den beiden Handelssorten ist die feinef 
in schmale Streifen, die andere in quadratiflehe 
Form geschnitten. Die HaupthandelsplSts 
befinden sich in der Nähe von Osaki 
Nach Deutschland kamen im Jahre 190( 
mehr als 73 000 englische Pfund. H. M. 
Pkaf^. Post 1903, 9. 



113 



Ueber die ZusammenBetBung 

der Münchener Biere 

gibt Prior (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 343) 



folgende Zusammenstellung. Sie bezieht sioh 
auf die üntenuchnng von 17 dunklen und 
15 hellen Bierproben im September 1902. 



9 



rS 3 






- 2- 



5 J 



H 

Q 



2 ^ 



•2 



Sa 



CO 



a 






Hödiste Zahlen 
Niedrigste Zahlen 
Ifittelwerte . . 



HMiste Zahlen 
Niedrigste Zahlen 
Mittelwerte . . 



Gramm iu 100 g Bier. 

Dunkle Biere: 

7,94 4,11 3,14 3,50 0,23 

5,82 3,17 1,14 2,21 0,15 

6,52 3,64 1,81 3,22 0,18 

Helle Biere: 

5,99 4,18 2,16 3,23 0,19 

4,37 3,20 1,01 1,88 0,14 

5,27 3,66 1,61 2,26 0,17 



14,16 
12,47 
13,52 

13,17 
11,74 
12,35 



57,34 
43,73 
51,79 



38 
20 
30 



64,27 12,5 
52,58 6,5 
57,32 9,1 



Sämtlidie Biere waren frei von Erythro- \ Würzen bereitet (Ueber die Beurteilung 
dextrin, somit aus vollständig verzuckerten von Bier vergleiche Fh. C. 36 [1895], 478.) 

Pharmakognosie. 

Manukaöl. 'stanzen ist festgestellt worden, daß Harze 

Die Blätter des Manukabaumes (Lepto- ™ Rhabarber überhaupt nicht vorkommen, 

spennum seoparium) geben bei der Destillation ^^^ ^^^ ^^ Rheotannoglykosiden und ihren 

eine kleine Menge emes hellbraunen Oeles Umsetzungs- und Spaltungsprodukten keine 



von aromatischem Gerüche, ähnlich dem 
Eukalyptusöl, und herbem Geschmacke. Die 
Dichte ist bei + 12® C. = 0,916; der 
Siedepunkt beträgt 260 <> C. Die Lösung 
in Schwefelkohlenstoff wird durch Schwefel- 
aäiire purpurrot gefärbt; ähnliche Färbungen 
geben Salz- und Salpetersäure. P. 

Pharmae. Journal 1902, 368. 

Untersuchungen über 
den chinesischen Hhabarber 

Bind neuerdings von Tschirch und Heu- 
berger (Archiv der Pharmade 1902, 628) 
lasgefOhrt worden. Nach denselben finden 
seh im Rhabarber offenbar als primäre Bild- 
mgen der Pflanze zwei neben einander, 
nicht als Doppelglykoside vorkommende 
Köiperklassen : Tannoglykoside und 
Anthraglykoside. Beide lassen sich 
oieht scharf von einander trennen und sind 
sehr leicht zersetzlich; so z. B. entstdien 
im Aetherauszuge die Spaltungsprodukte der 
Anfluraglykoside: Ghrysophansäure, Emodin 
und Rhein. Bezügüdi der wirksamen Sub- 



abführende Wirkung zukommt Die ab- 
führende Wirkung auf den Darm üben die 
Anthraglykoside und ihre Umsetzungs- und 
Spaltungsprodukte, die freien Oxymethyl- 
anthrachinone, aus. Durch Versuche von 
Esslemont und Asher ist bewiesen, daß 
die Ghrysophansäure (0,5 g) und das Emodin 
(0,2 g) auf Vermehrung der Darmperistaltik 
beruhende Abführwirkung zeigen. Wenn 
nun diesen beiden Körpern und dem Rhein 
solche Wirkungen zukommen, so muß man 
annehmen, daß die Wirkung der wasserlös- 
lichen, gepaarten Oxymethylanthrachinone 
der Anthraglykoside, eine noch ausgesprochen 
stärkere sein muß; und da die gepaarten 
Oxymethylanthrachinone die freien fiber- 
wiegen, so beruht denn auch die Wirkung 
des Rhabarbers auf den Anthraglykosiden. 

Das Rheotannoglykosid ist entgegen den 
Angaben Atveng's als nicht abführend wirkend 
befunden worden ; vielmehr glauben die Ver- 
fasser, daß es die tonische, leicht adstringierende 
Wirkung des Rhabarbers bewirkt 

Bezüglich der Darstellung und Eigen' 



114 



Schäften der Abbauprodnkte^ welche aus dem 
mit verdttnntem, dann mit starkem Alkohol 
gewonnenen Perkolate dorch Behandehi mit 
Aether^ Aceton, Benzolalkohol, Wasser, 
Alkohol und wtoerigem Ammoniak erhalten 
worden, muß auf das umfängliche Original 
verwiesen werden. p. 



Zur Kenntnis der Bestandteile 
abführender Drogen. 

Durch halb- bis emstfindiges Kochen 
gleicher Teile Alo&-Emodin und Chromsäure 



in Gegenwart von Bsesaig erhielt 0. A, 
Oesterle (Sehw^. Wodiiensohr. f. Ghem. u. 
Pharm. 1902, 600) ein in Ghlorofonn un- 
lösliches Produkt, das aus Pyridin in rot- 
gelben Nadehi vom Schmelzpunkt 314^ 
krystallisierte und mit dem von Tsckirch 
und Heuberger aus dem Rhabarber isolierten 
Rheltn identisch zu sein sohemt Audi aus 
den Rad[ständen des Alodirysins konnte 
Oesterle mittelst Pyridin ein wahrscheinlich 
mit RheYn identisches, krystallinisches Produkt 
isolieren. 8c, 



Therapeutische Mitteilungen. 



Die physiologische Kochsalz- 
lösung. 

Sehr häufig wird zu subkutanen Injektionen 
und InHltrationen, z. B. von Hetol oder 
Gelatine, jetzt eme physiologische Kochsalz- 
lösung verordnet Es dürfte daher von 
Interesse sem, etwas über die richtige Zu- 
sammensetzung dieser Flüssigkeit zu er- 
fahren; em Artikel von Dr. Fritx Engel- 
lymnn m Nr. 4 der Deutschen Medicinischen 
Wochenschrift bietet einen Anhalt dazu. 
Es herrscht eme große Unklarheit, welche 
Eoncentration der Kochsalzlösung eigentlich 
als die richtige ^^physiologische'' angesehen 
werden muß, und schwanken die Angaben 
zwischen 0,5- bis 0,9proc. Salzlösung. — 
Ein in physiologischen Laboratorien noch 
heute viel gebrauchtes Versuchstier ist be- 
kanntlich der Frosch. Eine Salzlösung, in 
der die Muskeln des Frosches nach seinem 
Tode am längsten ihre Erregbarkeit be- 
halten, dürfte wohl zuerst mit dem Namen 
der „physiologischen'' belegt worden sein, 
zu einer Zeit, wo man die Untersuchungen 
van fHoff'^ über osmotische Vorgänge noch 
nicht kannte. Diese von Pfeffer in so 
glänzender Weise weiter ausgebauten Gesetze 
vom osmotischen Drud^e geben uns den 
Schlüssel, weshalb diese Lösungen so geringe 
physiologische T^kungen haben, weshalb 
sie nicht ungünstig auf die Körpergewebe 
emwirken, warum in ihnen befindliehe rote 
Blutkörperchen ihre Gestalt nicht verändern; 
nämlich, weil sie dem Blutserum isotonisch 
sind, d. h. weil sie die gleiche Koncentration 
an osmotisch wirksamen Stoffen wie dieses 
aufweisen. 



Für das Serum der Frösche beträgt nun 
die richtige Koncentration einer Kochsalz- 
lösung 0,6 pOt. (nach anderen Autoren 0,64 
bis 0,7 pCt), aber für jede Tierklasae sind 
diese Zahlen verschieden. 

Die roten Blutkörperchen, die in sehr 
feiner Weise auf die osmotischen Verhält- 
nisse der Flüssigkeif, in der sie sich befinden, 
reagieren, zeigen nun bei den Säugetieren 
kemeriei Veränderungen in einer 0,9proc. Koch- 
salzlösung. Stärkere Lösung ruft Schrumpf- 
ung (Plasmolyse) hervor, in schwäeherer 
(z. B. Wasser) quellen sie auf. In beiden 
FäUen würden sie im Körper mehr oder 
weniger inaktiviert werden. Engelmann 
hat außer anderen Methoden die Oebier- 
punktsbestimmung zum Nachweis der Isotonie 
des Blutserums mit einer 0,9proo. Natrium- 
chloridlösung benutzt. Beide Flüssigkeiten ge- 
frieren bei 0,56^. 

Für die Praxis ergibt sich aus diesen 
Arbeiten, daß man als physiologische Koch- 
salzlösung, d. h. dem menschlichen Blute 
gegenüber, indifferente, lediglich die 0,9proc. 
zu betrachten hat und nicht, wie es immer 
noch so vielfach in Aerzte- und Apotiieker- 
kreisen irrtümlich geschieht, £e 0,6proe. 
Wer die außerordentiichen Wurkungen nicht 
isosmotischer Lösungen auf die tierische wie 
pflanzliche ZeUe zu beobachten Gelegenhdt 
hatte, wird dem Autor voll beistimmen, der 
nach dem Vorgange von Braun und Heinxe 
mit allem Nachdruck fordert, daß dem 
Kranken nur isotonische Lösungen emge- 
spritzt werden, durch die allein Queilung 
oder Wasserentzidiung der Gewebe ver 
mieden werden kann. Ganz besonders gilt 
dies von größeren InfDtrationen. Ist der 



115 



Eodiaftlzlfeang Cocain zagesetsst, so empfiehlt 
es sich, eine O^dproc. NatriamKtoang zu ver- 
we&deiiy da ja auch dem Cooaln ein ge- 
wJBBer osmotischer Wert zukommt ^^del. 



Ueber die Rolle des Cholins 
bei der Epilepsie 

hat Donath (Chem.-Ztg. 1902, 1203) fol- 
gnde Beobachtnngen gemacht Das Gholin 
ist ein Spaltungsprodukt des in der Him- 
imd NerFensnbstanz vorkommenden Leeithins 
und findet sich in der Cerebrospinalflüssig- 
keit der Epileptiker, besonders nach ELrampf- 
an&Uen. Experimentell wurde nachgewiesen, 
daß wSsserige Gholinlösungen nach Einspritz- 
ung unter die harte Hirnhaut die heftigsten 
Enmpfanfille sistieren. Bei Tabes und 
Jaek^m'ddier Epilepsie wurde uuTerändertes 
Ledtfam gefunden. ^he. 



Albargin. 

Eine Verbindung der Oelatose mit Silber- 
nitrat^ über deren Herstellnng usw. wir in 
Ph. G. 42 [1901], 482 berichtet haben, 
das Albargin, unterscheidet sich therapeutisch 
von den Silberverbindungen, wie Ichthargan, 
Itrol, Aetol, durch das Fehlen von Reiz- 
wijfamgen. Gegenüber den Silberdweiß- 
Terbindnngen (Argonin, Protargol u. a.) be- 
utst es einen höheren Silbergehalt und ist 
Idditer lOelidi als diese; seme Lösungen 
reagieren neutral. Albargin besitzt die Fähig- 
keit, zu dialysieren, eine Eigenschaft, die 
den Eiweißverbindungen abgeht Ein weiterer 
üebelstand der letzteren ist der, daß man 
bodiprocentige Lösungen anwenden muß, 
wodurch ihre Anwendung mit Rücksicht auf 
den Kostenpunkt erschwert wird. Ange- 
wandt wird das Albargin in 0,1- bis 0,2proc 
Usungen (die im Notfalljmit gutem Brunnen- 
waaser dargestellt werden können) zu Spül- 
nngen und Einspritzungen. In den Handel 
kommt. esTso wohl als t voluminöses, schwach 
gelb gefib^btes Pulver, als auch m Form 
von Tabletten zu 0,2 g. Damit letztere 
ädi schneller lösen, ist es zweckmäßig, de 
vor dem Gebrauch j mit ][emem Spatel oder 
euer Messerklinge zu^zerdrücken. 

Dargestellt^ wird /das TAlbargin von den 
Farbwerken vormals Meister, Lucitts <& 
Brümng in Hödist a. M. —tx-. 



Ueber das Myogen, 

ein modernes Eiweißpräparat, über weiches 
wir bereits berichteten (Ph. 0. 42 [1901], 506), 
gibt eine Arbeit von Dr. med. et phil. O. 
Neumann, Privatdocent in Kiel, einige 
Auskunft, die derselbe in der Münchner 
Medicinischen Wochenschrift (Jahrg. L, 3) 
veröffentlicht Dr. Neumann hat an sidi 
selbst Verdauungsversuche mit dem Myogen 
unternommen. Die Bestimmung der aus- 
geschiedenen Stickstoffmenge im Harn wie 
im Kot erfolgte nach KjeldahL Das 
Ergebnis war f Qr das Präparat recht günstig, 
wenn auch Verfasser nicht die übertriebenen 
Hoffnungen, die von mancher Seite an die 
neueren Eiweißpräparate geknüpft werden, 
zu teilen scheint. Bemerkenswert bleibt in 
dieser Bezidiung, daß frisches Fleisch stets 
noch besser ausgenützt wurde, als die bisher 
bekannten Eiweißpräparate. Gegenüber dem 
Plasmon und dem Soaon zrichnet sich Myogen 
durch etwas bessere Ausnützung von Seiten 
des Körpers aus, ja, es übertrifft hierin 
sogar das frische Fleisch. In Form von 
Gakes bessert sich der Geschmack des 
Mittels wesentlich und and letztere als ein 
gleichzeitig Kohlehydrate führendes, höchst 
koncentriertes Nahrungsmittel empfehlenswert. 
—de/. 

Lenigallol und EugalloL 

lieber diese beiden Pyrogallusabkömmlinge 
haben wir bereits in Ph. G. 39 [1898], 507 
kurz berichtet Einer Veröffentlichung des 
Dr. Pranx Poör, in der er mehrere ELrank- 
heitsfälle bespricht, entnehmen wu*, daß das 
Lenigallol bei Beginn des akuten Ekzem 
angezeigt ist, wo es den Blutandrang und 
die Exsudation schnell vermindert und das 
Jucken behebt Bei nässender Flechte wirkt 
es vereint mit der Zinkpaste trocknend. 
Als 30- bis 50proo. Lenigallol- Vaseline löst 
es Homschichten ohne entzündliche Erschem- 
ungen ab. Bei seiner Anwendung sind gegen- 
über der Pyrogallussäure keine Vergiftungs- 
erscheinungen oder Albuminurie beobachtet 
worden. Auch übt es seine Wirkung nur 
auf die kranken Hantstellen ohne Beein- 
trächtigung der gesunden Haut aus. 

Das Eugallol hält er für ein sehr gutes 
und hervorragendes Mittel gegen Schuppen- 
flechte, welches vor dem Ohrysarobio den 
Vorteil des geringeren ReLzes und vor dem 



116 



Pyrogallol den der Ungiftigkeit hat — 
Beide Präparate stellt die ehemiBche Fabrik 



Verschiedene 



von KnoU d; Co. in Lndwigahafen a. fih. 
dar. -^tx—. 



Reinigung von Oelflaschen« 



5 bis 20 g oder mehr Quillayarinde, je 
nach der Größe des Gefäßes, werden in 
dasselbe getan. Dann fügt man soviel kaltes 
oder lauwarmes Wasser hinzu, daß man 
bequem schütteln kann. Bei nicht alten 
Flaschen oder solchen, die nicht verharzende 
bezw. trocknende Oele enthalten haben, 
genügt eine einmalige derartige Behandlung, 
um durch Nachspülen mit reinem Wasser 
dieselben blank zu erhalten. Ein Nach- 
spülen mit Weingeist unterstützt das Aus-: 
trocknen. — /*— . 

Joum. d. Pharm, v. Els.-Lothr. 1902, 253, 




Das galvanische Verkupfern von 
frischen Blumenblättern 

bewirkt man nach Hofbauer (Neueste Er- 
findungen und Erfahrungen 1903, 6) am 
besten, indem man weiües Wachs mit Aether 
schüttelt und die Blätter mit der klaren 
Lösung übergießt Nach dem Trocknen 
überzieht man die Blätter mit Hilfe eines 
feinen Pinsels mit Graphit und wiederholt 
das Wachsen und Graphitieren. Dann hängt 
man die Blätter mit Hilfe eines eingesteckten 
Kupferdrahtes in das Kupferbad, welches 
aus einer 20proc. Kupfersulfatlösung mit 
wenig Schwefelsäure besteht, und elektro- 
ly^iert zunächst bei 2,5 und schließlich bei 
2 bis 1,8 Volt. P. 

Zur Darstellung von Abgüssen 

von Blättern, Früchten, Insekten u. dergl. 
bedarf man sehr leicht schmelzbarer Legier- 
ungen, die Cadmium enthalten müssen, um 
die Gegenstände vor Schaden zu bewahren. 
Zu solchen gehört Wood'^ MetaU, das aus 
2 Teilen Zinn, 4 Teilen Blei, 7 bis 8 Teilen 
Wismut und 1 bis 2 Teilen Cadmium 
besteht. Sein Schmelzpunkt liegt z?nschen 
66 und 72 ö. Femer Ligowitx's Metall, 
das aus 4 Teilen Zinn, 8 Teilen Blei, 
15 Teilen Wismut und 3 Teilen Cadmium 
dargesteUt wird. Bei 55^ wird es weich 
und ist bei 66^ vollkommen flüssig. 
Harm. Oewerbebl. —tx — . 



Liquid Fuel 

ist ein neuer Brennstoff für Schiffsdampf- 
masohinen, der ans flüssigen Naphtfaarück- 
Btänden durch Destillation und weitere 
Reinigung vermittelst gespannten Dampfes 
gewonnen wird. Es ist eine braune, dick- 
flüssige, ölartige Flüssigkeit, die einen petrol- 
artigen Geruch und ein spedfisehes Gewicht 
von 0,922 bis 0,935 hat Man soll von 
ihr ungefähr ein Sechstel weniger an Ge- 
wicht gebrauchen, als wie von bester Stein- 
kohle, um die gleiche Menge Kraft su er- 
rdchen, abgesehen davon, daß ihre Zufuhr 
sowohl, als auch das Hmembringen in die 
Feuerung durch Druckleitung eine wesent^ 
lieh leichtere und |gparsamere ist Rohstoff 
hierzu soll in fast unbegrenzter Menge in 
den Naphthaquellen von Bomeo und Texas 
vorhanden sein. — te— .. 

Oesterr. Chem^-Ztg, 

Wasserbeständigen Leim 

erhält man, indem zunächst je 60 g 
Sandarak und Mastix in 1 L Weingeist 
gelöst werden und man darauf 60 g wdßes 
Terpentinöl zusetzt Au3eidem beratet 
man eine recht starke Leimlösung, der man 
fast dieselbe Menge Hausenblase zufügt 
Die weingeistige Lösung wü^ bis zum 
Kochen erwärmt und darauf hmgaam von 
der warmen Leinilösung bis zum EIntstehen 
eines dünnen Breies, der sich noch leicht 
durch ein Tuch seihen läßt, hinzugefügt* 
Zum Gebrauch wird diese Mischung wie 
gewöhnlicher Lehn behandelt Kaltes Wasser 
hat keinen Einfluß auf geleimte Stücke, 
welche auch heißem Wasser gegenüber 
lange Zeit Widerstand leisten. (Apodi!-Ztg.) 

—tx—. 

Petroleumbriketts 

werden von einer englischen Gesellschaft 
hergestellt und bestehen aus: 

Raffiniertem Petroleum 75 bis 85 pGt. 



Natriumhydroxyd . 
Dickem Terpentin 
Fichtenharz . . 


3 

8 
2 


ff 
ff 
ff 


4 

13 

5 


Margarine . . . 
Kokosfett . . . 
Chemische Revue 1902. 


2 
0,2 


ff 


2,5 
0,5 



i 



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Dresden. 26. Februar 1903. 



Der netten Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang. 



bkalt: Chemie ooil Pkttmaei«: Nachweis kttnsüicher iTarbstoff« in Nahraogs- and Genu 8 mittein. ~ Prfifnng 
von Kaliom ehlorioam. — Daratellnng von Kampber. — Bericht von Sohlmmel 4 Co. - Bericht Ober die Lage des 
MariEtea f&r Medidnaltnui. -- Nene Anneimittel. — Kupfer- Aieenit. — Neue dalbengrundlage. — Eotharxte Sennee- 
tttter.— ßiqwform. — Scheinbare LOsUohkeit aolOslicher KOrper. — Neues Blutpriparat. ~ Anfbewahrung ron 
ChUMefonn. — Yerbeaaerte Gipsbinden. - Neue Specialitftten. — Hars von Pinus palustris MQll. -^ Bekterlolo- 
SiNhe HttteUmigen. — Hyictenisohe KitteilvnseD. — Bachencliito. — Versehledeiie Mitteiliuffeii. -- 

BmfweekMl. 



Chemie und Pharmaoie. 



Der Nachweis künstlicher 

Farbstoffe in Nahrungs- und 

Gtonufsmitteln. 

Von Dr. Eduard Spaeth. 

Im Jahre 1897 veröffentlichte ich an 
dieser Stelle, Seite 884, zum Nachweis 
TOB Teerfarbstoffen in Würsten eine 
Methode, die darin bestand, daß mittelst 
Natrinmsalicylat die Farbstoffe sehr 
lacht aas der Fleischmasse in Lösung 
gebracht und auf Wolle ausgefärbt wer- 
den konnten. Auf Grund weiterer prak- 
tischer Versuche habe ich in der Zeit- 
schrift f. Untersuchung der Nahrungs- 
and Genußmittel 1901, 4, 1080 in einer 
die Isolienmg der Farbstoffe aus Wurst- 
waren behandelnden Arbeit kurz darauf 
anfmerksam gemacht, daß sich das Ver- 
fahren des Isolierens der Farbstoffe ver- 
mittelst des salicylsauren Natriums auch 
fir gef&rbte Meh&abrikate sehr gut ver- 
wenden läßt. 

Weitere in verschiedener Richtung 
ÄngestelltellVersuche haben nun ergeben, 
daß besonders aus gefärbten konservier- 



ten Früchten (Preißelbeeren, Marmeladen) 
die zugesetzte künstliche Farbe ver- 
mittelst des Natriumsalicylates sehr schön 
und vollständig auszuziehen und auf 
Wolle zu fixieren ist. 

Will man letzterwähnte Nahrungs- 
mittel, die konservierten Früchte, auf 
künstUche Färbung prüfen, so verfährt 
man am besten in folgender Weise: 

Etwa 30 bis 50 g der Früchte wer- 
den mit Wasser in einem Becherglase 
verdünnt, einige Gramm salicylsaures 
Natrium hinzugegeben und das Becher- 
glas mit Inhalt im kochenden Wasser- 
bade ungefähr eine halbe Stunde lang 
erhitzt. Man filtriert nach dieser Zeit 
durch ein Filter, wäscht den Rückstand 
und das Filter gut mit heißem Wasser 
aus und setzt zum Filtrate einige Eubik- 
centimeter verdünnter Schwefelsäure. 
Hierauf bringt man — die sich aus- 
scheidende Salicylsäure ist ohne Einfluß 
und geht auch bei weiterem Erwärmen 
wieder in Lösung — das in einem Becher- 
glase oder in einer Schale befindliche 
Filtrat, die angesäuerte Farbstofflösung, 



118 



in das kochende Wasserbad, gibt einige 
Fäden fettfreier reiner Wolle dazu und 
erhitzt wieder etwa eine halbe Stande 
lang. Nach dieser Zeit ist, wenn künst- 
liche Farbstoffe Verwendung gefunden 
haben, die Wolle mehr oder weniger 
intensiv gefärbt; man wäscht die Wolle 
mit Wasser und darauf mit Alkohol 

Durch die angegebene Behandlungs- 
weise erhält man die FarbstofiQösung 
frei von den die Wolle verupreinigen- 
den Beerenbestandteilen uncT infolge- 
dessen eine einheitlich und schön ge- 
färbte Wolle. 

Um die Farbstoffe aus gefärbten Mehl- 
fabrikaten zu isolieren und auf Wolle 
niederzuschlagen, werden diese Mehl- 
produkte mit 60proc. Alkohol und nach 
Zusatz einiger Gramm salicylsauren 
Natriums im Wasserbade erhitzt und 
aus dem Filtrate in gleicher Weise die 
Farbstoffe auf Wolle fixiert. Ich konnte 
aus gefärbtem Gries, gefärbten Eier- 
nudeln die Farbstoffe leicht isolieren. 

Noch erwähnen möchte ich die Aus- 
färbung der Farbstoffe aus gefälschten 
Gewürzen. 

Die in einzelnen Gegenden, besonders 
im nördlichen Bayern, reichlich Ver- 
wendung findende Macisblflte wird wegen 
des ziemlich hohen Preises viel gefälscht. 
Abgesehen von dem Zusatz der billigen 
Bombaymacis habe ich Macisproben 
untersucht, die fast ganz aus gefärbten 
gemahlenen, getrockneten Semmeln be- 
standen, mit Macisöl parfümiert waren 
und echte Macis nur in geiinger Menge 
enthielten; trotzdem waren diese Ge- 
würze noch als garantiert rein be- 
zeichnet. Durch die gewöhnliche Be- 
sichtigung ist diese Fälschung sehr 
schwer zu erkennen, leicht selbstver- 
ständlich durch das Mikroskop. 

Aus diesen Macisproben gelang es 
mir leicht, in der bei der Ausfärbung 
der Mehlfabrikate angegebenen Weise 
die Farbstoffe zu isoliei:en und auf Wolle 
auszufärben. 

Zur Prüfung 
von Kalium chloricum. 

Das Arzneibuch verlangt, daß die 
Lösung von chloraaurem Kalium mit 



Schwefelwasserstoffwasser unverändert 
bleiben soll. Da nun wohl in vielen 
Fällen nicht Schwefelwasserstoffwasaer 
genommen, sondern direkt Schwefd- 
wasserstoff eingeleitet wird, so mödite 
ich darauf hinweisen, daß bei letzterer 
Art eine weiße Trübung von aus- 
geschiedenem Schwefel entsteht^ die 
leicht zu falschen Schlüssen führen kann. 
Diese Ausscheidung wird durdi die 
Chlorsäure, durch Reduktion derselben 
bezw. durch Bildung von Wasser und 
Schwefel, verursacht. Diese Zersetzung 
bewirken selbstverständlich auch alle 
anderen leicht reduderbaren Verbind- 
ungen. Es ist also nicht immer 
angebracht , Schwefelwafiserstoffwasser 
durch Schwefelwasserstoff zu ersetzen. 



Darstellung von Eampher. 

Die Amp^e Electro- Chemical Company 
in Jersey-City eriiielt ein Patent Nr. 134553 
auf die vorliegende Erfindung, weldie äch 
auf die Einwirkung wasserfreier Oxabtare 
auf wasserfreies Pmen bei eriiöhter Tem- 
peratur grfindet. Hierdarch werden Ester 
der Terpenreihe gebOdet, welche durdi 
Oxydation m Kampher übergefOhrt werdoi 
können. Patentansprüche sind : I.Verfahren 
zur Darstellung von ELampher, dadurch ge- 
kennzeichnet, daß durch längeres Erhitzen 
von wasserfreiem Pinen (Terpentin) mit 
wasserfreier Oxalsäure auf Temperaturen 
über 100^ ein Gemisch erzeugt wird, wel- 
ches hauptsächlich aas Kampber, sowie dem 
Ameisen- und Ozalsäureester eines Terpen- 
alkohols besteht, woraus der Kampher durch 
fraktionierte Destillation, am besten hn 
Vakuum, isoliert werden kann. 2. Aus- 
fühmngsform des Verfahrens nach An- 
sprach 1, dadurch gekennzeichnet, daß das 
erhaltene Gemisch mit einer Base, z. K 
Kalk, behufs Zersetzung der dann enj 
haltenen Ester behandelt wird, worauf 
Abscheidung von Kampher und Bomed 
destilliert wird. 3. Ausfühmngsform des Yei 
fahrens nach Ansprach 2, dadurch gekenn 
zeichnet, daß das erhaltene Gemisch si 
Kampher oxydiert wird. Btt. 

Zeüsehr. f, angeic. Chemie 1902^ 1046. 



119 



Aus dem Bericht 

von Sohimmel ft Co. 

(Inhaber Oebr. Fritzsche) 

in MiltitB bei Leipsiig. 
Ambra, grau. Zwei ans veraohiedenon 
Gegenden Btammende Stoffe animalischen 
Üfq[>nmg8, die ffir Ambra gelialten oder 
anagegeben worden^ gelangten zur Unter- 
flodbnng. Der eine Stoff war v(m talgartiger 
Beschaffenheit mit benzoSartigem Gemchey 
der andere Stoff war von grauer Farbe 
und fettig porOser Beschaffenheit Die 
Üntowidinng ergabt dafi sie nicht ans 
Ambra bestanden. 

Ausöl. In einem in spanischer Sprache 
abgefaßten, der Firma Schimmel dt Co'. 
ingegangenen CSrknlar war die Behauptung 
anfgestellty „ein Kennzeichen für die Reinheit 
te Anetfaols sei ein Erstarrnngspunkt von 
22 bis 23 0; alle niedriger schmelzenden 
Mparate seien claeoptenhaltig und fttr die 
Fabrikation von Amsettelikör unbrauchbar'^ 
Die Firma Schimmel dk Co, erklSrt 
Uerzu, daß sie den Erstarrungspunkt von 
fakch dargestelltem Anethol stets höher als 
bd 21^ bb hinauf zu 22<^ gefunden, hin- 
sagen den Schmelzpunkt bei 22,5 bis 22,7 ^ 
bestiount habe. (Das Arzneibuch gibt 
bekanntlidi als Schmelzpunkt 21 bis 22 <> 
I an. Schriftleitung.) Der Bericht von 
I Schimmel dk Co. fährt weiter fort: 

„Sdmielz- und Erstarrungspunkt sollen ja 
eigentlich bei derselben Temperatur liegen, 
indessen wird man im allgemräien den 
Sntarnmgspunkt stets etwas niedriger finden, 
ab den Schmelzpunkt, da eine kleine Ver- 
iSgemng bdm Eintreten der Erystallisation 
oder etwas zu starke Unterkühlung not- 
gedrungen zu Beobachtungsfdilem ffihren 
Bfllaien. Wir können daher die Forderung,. 
Aaethol mfisse bei 22 bis 23 <) erstarren, 
: all unzutreffend bezeichnen. Wir garantiertti, 
i dafi unser Anethol von absoluter Rdnheit 
st und von keinem anderen Produkt flber- 
troSea werden kann, weder in semen 
pbjsikalisdien Eonstanten, noch in Feinheit 
des Aromas und Ausgibigkeit 

Ans Apothekerkreisen sind uns seit Ein* 
fOhrang des neuen Arzneibuches wiederholt 
Klagen darftber zugegangen, daß die anethol- 
hahige Ammoniakflflssigkeit (Liquor Ammonii 
aaiaatas) bisweilen zur TrQbnng neige, und 



man war der Ansicht, da^ diese Erscheinuüg 
auf die Verwendung des Anetfaols an Stelle 
von Anisöl zurüokzufOhren sei. 

Obgleich uns die Unrichtigkeit dieser 
Annahme von yomherein klar war, sind in 
unserm Laboratorium zahlreiche Versuche 
angestellt worden, um die Bedingungen für 
das Eintreten der oben erwähnten Trübung 
festzustellen, wobei Anethol einerseits und 
Anisöl andererseits zur Verwendung kamen. 
Es wurde bei der Hersteliung der Mischung 
zuniehst genau nadi Vorschrift des Arznei- 
buches verfahren, dann die Alkoholstärken 
sowie die Ammoniakstärken variiert und 
außerdem dem Anethol bezw. Anisöl etwas 
Anisalddiyd hinzugefügt, der bei älteren 
Priiparatai event. infolge von Ozydations- 
vorgängen entstanden sein und die Trübung 
veranlaßt haben könnte. Schließlich wurden 
die Bestandteile auch in anderer, als der 
vom Arzneibuch vorgeschriebenen Reihenfolge 



Bei allen diesen Versuchen wurden stets 
klare und auch bei längerer Aufbewahrung 
klar bleibende Flüssigkeiten erhalten. Dies 
änderte sich auch nicht, als die Beobachtungs- 
temperatur auf 4' ^^ erniedrigt wurde, bis 
auf einen Fall, wo ein Weingeist von 
80 Volum-Procenten zur Verwendung ge* 
kommen war. Hier trat schon nach ver- 
hältnismäßig kurzer Zeit eine Trübung ein, 
die schließlich zur Ausscheidung des Anethols 
führte. Aber auch diese Mischung wurde 
bald wieder völlig klar, als «e bei Zimmer- 
temperatur wiederholt geschüttelt wurde. 

Nach alledem können wir eine entstehende 
Trübung des Liquor Ammonii anisatus nur 
darauf zurückführen, daß entweder ein viel 
zu schwacher Weingdst zur Verwendung 
kommt, oder aber die Temperatur des Auf- 
bewahrungsortes eine ganz besonders niedrige 
ist. Die letztere Ursache wäre nur von 
geringer Bedeutung, da die Trübung in 
diesem Falle nach kurzer Aufbewahrung 
der Flüssigkeit bei Zimmertemperatur wieder 
verschwinden würde. 

Wir sind zur Zeit noch mit Versuchen 
beschäftigt, ob das Anethol vielleicht durch 
längere unzweckmäßige Aufbewahrung infolge 
von Polymerisationserscheinungen schwerer 
löslich wird und werden in unserm nächsten 
Bericht hierauf zurückkommen.^' 

BayöL Eine Prüfung der im Handel 



120 



befindlichen Bayöle ergab; dal^ Ver- 
fälschungen derselben mit Bayöl-Terpenen, 
die bei der Darstellung extrastarker Oele 
in reichlicher Menge abfallen, sowie außerdem 
gleichzeitig mit Petroleum vorkommen. 

Eukalyptol (Cineol). ;,Wir möchten 
hiermit wiederholt darauf hinweisen^ daß ein 
reines Eukalyptol optisch inaktiv sein muß; 
optisches Drehnngsvermögen deutet stets auf 
Verunreinigung. Der Schmelzpunkt unseres 
Produktes liegt bei — 1^. 

Die Verwendung des Eukalyptols ist mit 
der Zeit eine recht vielseitige geworden^ 
und zwar nicht nur in der Medicin^ sondern 
auch auf Grund seiner vorzüglichen Eigen- 
schaften als Toilettemittel zur Zahnpflege 
und Desinfektion der Mundhöhle. 

Medicinisch wird es verwendet bei Tuber- 
kulose; LungengangräU; Pneumonie, Asthma, 
katarrhalischen Affektionen der Hamwege, 
äußerlich als Desinficiens beim Wundverband, 
femer zu Einreibungen bei Rheumatismus, 
Neuralgien usw. Nach Dvquesnel lälH sich 
der unangenehme Geruch und Geschmack 
des Lebertranes durch Zusatz von 
Eukalyptol (2 Tropfen auf 150,0 Oleum 
Jecoris Aselli) verdecken. 

Diese Mitteilung dürfte von Interesse 
sein, da fortwährend Anfragen nach einem 
praktischen Mittel zu diesem Zwecke bei 
uns einlaufen. 

Sehr gut sollen sich auch Eukalyptol- 
Einspritzungen gegen Malaria bewährt haben. 
Nach einer Veröffentlichung von Dr. Peter 
Büro m Eubin wird es mit fettem Oel 
vermischt eingespritzt. Gabe 0,33 g.^' 

KaflbeöL E. Erdmann erhielt durch 
Destillation gerösteter Kaffeebohnen mittelst 
Wasserdampf 0,0557 pGt. eines stark nach 
Kaffee riechenden braunen Oeles vom 
specifischen Gewichte 1,0844 bei 16^; die 
BestandteUe desselben sind neben Spuren 
von Essigsäure bis zu 42 pCt Vaierian- 
säure, Furfurolalkohol mit etwas Furfurol, 
außerdem in den höchsten Fraktionen ein 
Stickstoff enthaltender Körper, der das Kaffee- 
aroma im höchsten Maße besitzt. 

Kalmnsöl. Beckstroem hat den im 
Kalmusöl aufgefundenen, bisher Kalmus- 
kampher genannten Körper vom Schmelz- 
punkt 168 mit dem Namen „Caiameon'^ 
belegt, da sich herausgestellt hat, daß dieser 



Körper kein Alkohol und kein Keton^ 
sondern dem Cmeol zu vergleichen ist 

Kampheröl. „Die Produktion beider 
Sorten, des leichten und schweren Ödes, 
ist seit mehreren Monaten wieder in flottem 
Gange. 

Infolge einer veränderten Technik bd 
der Herstellung haben sich die Eigenschaften 
beider gegenüber den früheren Fabrikaten 
etwas verändert. Die specifischen Gewichte 
sind jetzt niedriger, und zwar hat das 
sogen, leichte Kampheröl ein solches von 
etwa 0,900, das sdiwere ein solches von 
etwa 0,930. Ersteres ist von gelblicher, 
letzteres von grüner Farbe. 

Außer diesen beiden gewmnen wir jetzt 
ein drittes Produkt von prächtig blauer 
Farbe und dickflüssig, welches sich zur 
PorzeUanmalerei namentlich auf glatten 
Flächen als sehr brauchbar erwiesen hat 
und, nach den Angaben von Fachleuten, 
das Nelkenöl ersetzen kann. Es ist unter 
der Bezeichnung: 

Kampheröl blau, dickflüssig, 
in unsere Listen aufgenonunen worden. 
Muster davon stehen zu Diensten. 

Dieses Oel hat, bei einer Siedetemperator 
von ungefähr 280 bis 300 o 0., bei 15<* 
ein specifischee Gewicht von etwa 0,95 bis 
0,96, dreht die Ebene des polarisierten 
Lichtstrahls nach rechts (wir ermittelten in 
einem Falle -j- 32^ 55) und scheint in der 
Hauptsache aus einem Körper alkoholischer 
Natur zu bestehen, denn nach der Behand- 
lung mit Acetanhydrid erhält man eine 
ziemlich beträchtliche Verseifungszahl. Trotz 
seiner tiefblauen Farbe färbt es, wie Ver- 
suche uns gezeigt haben, die Seifen nicht; 
es kann somit als Fixierungs- und Binde- 
mittel für gewöhnh'chere Seifenparfttms ver- 
wendet werden. Unsere Produktion dürfte 
sich auf mehrere tausend Kilo im Jahre 
belaufen.^' 

LavendelöL Während Sckimrnel dt Co. 
früher einmal in einem LavendelölmiiBter 
Benzoesäure gefunden hatten, weldie ver- 
mutlich zugesetzt war, um bei der Ester- 
bestimmungsmethode einen höheren Ester- 
gehalt und also bessere Beschaffenheit des 
Oeles vorzutäusdien, fand Weber vor kurzem* 
im Lavendelöl einen Zusatz von 1 pOt> 
Salicylsäure, entsprechend 1,75 pOt Ester ( 
(Linalylacetat). 



121 



ManthoL Der jährliche Gesamtverbraaoh 
an Menthol belauft sich auf 35 000 bis 
40000 kg. Der höchste Preis von 140 Mk. 
für 1 kg war im Jahre 1881; derselbe 
ging allmählich zurück auf 90 Mk., um 
1883 wieder auf 130 Mk. zu steigen. Die 
niedrigsten Preise von 15 Mk. bis 22 Mk. 
entetanden in den Jahren 1887 bis 1898 
infolge koJossaler Ueberprodnktion, gegen 
die Act schließlich die japanische Regierung 
ins Miüel legte. 

Von da ab hat sich der Wert zwischen 
25 Mk. bis 37 Mk. bewegt, und er dürfte 
sieh audi femer ungefähr in mittlei*en 
Grenzen halten. 

MoschusköraeröL Infolge eines Gehaltes 
an Palmitinsäure ist das Moschuskömeröl 
bei gewöhnlicher Temperatur fest; da der 
Gehalt an Palmitinsäure beim Gebrauch 
Tietfach stört, so haben Schimmel c^ Co. 
dieees Oel von der Fettsäure befreit und 
bringen es in flüssigem Zustande in den 
Handel Dasselbe bleibt in jeder Temperatur 
fUterig; es besitzt ungefähr die sechsfache 
Stärke des gewöhnlichen Oeles; es hat 
das Bpedfisdie Gewicht 0,909 und löst sich 
boeitB m 5 bis 6 Raumteilen 80proc. 
Alkohols klar. 

Veroliöl (Orangenblütenöl). Die Rolle, 
wddie die Naturöle spielten, ist jetzt wesent- 
üeh weniger wichtig, als ehedem, da das 
künstliehe Oel sich in Qualität so vervoll- 
kommnet hat, daß man der ersteren voll- 
kommen entraten kann. Um überhaupt ein 
normaleB Oel zu haben, wird es sich not- 
wendig machen, daß man die Orangenblüten 
anesteOs nur auf ätherisches Gel, andemteils ' 
nnr auf Wasser destilliert und nicht, wie' 
68 jdzt gesdiieht, das ätherische Oel gewisser- ! 
maßen als Nebenprodukt bei der Wasser- i 
dflrtülation gewinnt oder umgekehrt. Man' 
wird also, wie es ja zum Teil auch schon I 
froher geschehen ist, das Wasser cohobieren | 
mtaen und zwar so lange, bis es geruchlos ist ' 
Zum Verfälschen des Nerollöles wird 
vielfadi das destillierte bittere Pomeranzenöl 
verwendet, indem man dasselbe über 
Orangenblfiten destilliert 

ünmey und Bennett berichten über em 
ehmeasches Neroliöl von Citrus triptera 
(tofoliata), einer in Südeuropa üppig ge- j 
Übenden Gitrusart, deren Früchte den! 
Mandarinoi ähneln. Das gelbbraune Oel| 



zeigte sehr schwache blaue Fluorescenz; es 
besitzt einen eigentümlichen häßlichen Geruch. 
Obwohl das Gel einen Vergleich mit dem 
französischen Neroliöl oder den importierten 
Petitgrainölen nicht aushalten kann, wird 
es doch infolge seines sehr angenehmen 
Geruches sich zur Verwendung m der 
Parfümerie- und Seifenfabrikation gut eignen. 

Beseda-GeranioL „Daß wv das Geraniol 
als Basis für den ResedarGeruch benutzen, 
hat begründete Berechtigung, da Geraniol 
in einer großen Anzahl von Blüteuölen und 
wahrscheinlich auch im Resedaöl enthalten 
ist Jedenfalls ist es als Geruchsträger für 
Reseda dem Fett vorzuziehen. Unser 
Reseda-Geraniol ist ohne fremde Zusätze 
zur Fixierung des Geruches, wie sie bei 
der Reseda-Pomade in Anwendung kommen, 
bereitet Festgestellt ist von allen, die es 
verwenden, da'i es als Grundlage für Reseda- 
Produkte von keinem anderen Präparat 
erreicht wird und daß mit ihm durch Bei- 
fügung von feinen duftigen Gerüchen, wie 
lonon und flüssigem Irisöl usw., Produkte 
von höchster Vollkommenheit und Natur- 
wahrheit hergestellt werden können.'' 

Eosenöl. Eine neuartige Verfälschung 
des Rosenöles ist bekannt geworden. Da 
das mit Geraniumöl verfälschte Gel einen 
hohen Erstarrungspunkt besitzt, so wird 
einem solchen Gele ein Gemisch von Salol 
und Antipyrin zugesetzt, welches die Eigen- 
schaft hat, den Erstarrungspunkt auf die 
gewünschte Höhe herabzudrücken. Die 
Fälschungsweise hat ziemlichen Umfang 
angenommen; da aber beide Körper leicht 
nachzuweisen sind, so werden die Fälscher 
gezwungen sein, sich bald nach einem 
anderen Fälschungsmittel umzusehen. 

SenföL P. Roeser hat im Journ. de 
pharm, et de chimie den Vorschlag gemacht, 
das y,Gada?ne^''wihe Verfahren zur Be- 
stimmung des Schwefelgehaltes im Senföl 
dahin abzuändern, daß man den Ueberschuß 
an Silbernitrat in ammoniakallscher Lösung 
bestimmt, anstatt ihn, wie gewöhnlich, in 
saurer Lösung nach dem Volhard^&chea 
Verfahren zu ermitteln. Danach soll man 
also, wenn die Umsetzung des Thiosinamins 
mit Silbemitrat nach 24 stündigem Stehen 
erfolgt ist, zu 50 ccm des klaren Filtrates 
emen Ueberschuß von Vi o-Normal-Cyankalium- 
lösung hinzugeben und den Ueberschuß des 



122 



GyankalmmB mit Yi o ~ Normal - Silbemitrat- 
lÖBung hei. Gegenwart einiger Tropfen 
schwach ammoniakallscher Jodkalinmlösnng 
(5proc.) znrücktitrieren. Vergleichende Be- 
stimmungen nach diesem Verfahren und 
nach den Methoden von Oadamer und 
Dieterich haben nach den Angaben Roeser's 
irgendwie erhebliche Unterschiede nicht 
gegeben." 

Zibeth, abessiaisoher. ;,Wie bereits 
in unserem Bericht vom Oktober 1900; 
S. 99 erwähnt, haben unsere Chemiker 
zuerst un Zibeth das Skatol nachgewiesen, 
dem dieses Sekret der Zibethkatze in der 
Hauptsache semen Geruch und somit sdnen 
Wert verdankt. Zibeth enthalt natflrliches 
Skatol in feinster Verteilung, also für den 
Parfümeur in sehr handlicher Form. Wir 
haben davon 0,1 pOt. aus dhrekt importiertem 
Zibeth isoliert, welches Verhältnis emen 
Anhalt für die Verwendung geben kann." 



Bericht über die Lage 
des Marktes für Medicinaltran. 

Die Firma Brückner, Lampe d; Co, 
in Berlin veröffentlicht einen Bericht der 
Firma Heinr, Meyer dk Co. in Ohristiania 
über die augenblickliehe Lage des Fisch- 
fanges bei den Lofoten-Inseb. Wu* ent- 
nehmen demselben folgendes: 

„In Lofoten nahm der Aufsichtsrat Ober 
die Fischerei am 16. Januar seine Tätigkeit 
auf. — Bis jetzt ist aber noch nichts aus- 
gerichtet worden. Stürmisches Wetter hat 
während der meisten Zeit geherrscht Der 
Hauptgrund aber zu dem negativen Resultate 
ist darin zu suchen, daß kein Fisch vor- 
handen ist, weshalb z. Zt eine große Mut- 
losigkeit unter der Fischerbevölkerung 
herrscht. — Die Ursache des Ausbleibens 
des Fisches ist noch nicht erforscht. Die 
aUgemeine Annahme ist, daß der Seehund, 
der sich in großen Mengen längs der Küste 
des Eismeeres bis Lofoten eingefunden hat, 
den Fisch verjagt. Vielleicht ist jedoch der 
Zufall auf noch unbekannte Naturverhältnisse 
im Meere zurückzuführen. Sowohl vom 
Staate, wie auch von privater Seite sind 
mehrere Dampfechiffs - Expeditionen aus- 
gerüstet, um den jetzigen Aufenthalt des 
Dorsches auszuforschen. — Bis jetzt leider 
ohne Resultat. 



Findet der Dorsch sich bald ein, so ist 
bis jetzt nicht viel verloren, da gewöhnlich 
bis zu dieser Zeit nur wenig in Lofoten 
ausgerichtet ist Das ünheimlidiste ist 
jedoch, daß, soweit man zurückgehen kann, 
die Küste sich niemals so total fischfrei, wie 
jetzt, gezeigt hat Die Lager hier im Lande, 
namentlich in Dampftran, sind geräumt und 
Notierungen fehlen. 

Nachschrift. Soeben wird uns tele- 
graphisch gemeldet, daß eine der ausgesandten 
Expeditionen jetzt „Skrei^' Lofot-Doracfa in 
der Tiefe vor den Lofoten angetroffen hat 
Man hofft, daß dies ein Zeichen ist, daß 
der Fisch hn Begriff steht, sich auf seinen 
Laichplätzen einzufmden, sobald der Seehund 
verschwunden. Ob mit Recht, wird die 
Zukunft zeigen.'' 

Die Firma Brückner , Lampe & Co, fügt 
dem hinzu: „Daß es unter solchen Ve^ 
hältnissen jetzt unmöglich ist, einen Preb 
für Medicinaltran festzusetzen, ist leicht 
erklärlich. 

Es ist leider zu befürchten, daß sid), 
wenn nicht eine baldige Aendening eintritt, 
für die norwegische Fischerbevölkerung eine 
ähnliche Ejisis emstellen wird, wie sie m 
der Bretagne unter den Sardinenfischem 
herrscht'' 

Neue ArzneimitteL 

Plesiolnm ist ein dem sulfoicbthyolsaur^ 
Ammonium ähnliches Präparat Zu begehen 
ist dasselbe durch O, dk R. Fritz in Wien. 

Serum contra Pertussün Leuriauz ist 
ein Serum zur Heflung des KeuchhusteDS. 
Dasselbe kann von O, <& R. Fritz in Wien 
bezogen werden. 

Theophyllinum purum , Theophyllin- 
Natrium und Theophyllin Natrio-salioylat 
sind chemisch gldch den entspredienden 
Theodnprf^araten. Zu beziehen sind die- 
selben durch O. i& R. Fritz in Wien. 
(Vergl. Ph. 0. 48 [1902], 604). 

Ä MentxeL 

Kupfer- Arsenit 

wird von Salomon m New -Orleans (Med. 
and Surg. Journal) zur Behandlung des 
typhusartigen Fiebers empfohlen. Es scheint 
nicht nur bakterientOtend; sondern auch Ört- 
lich zu wirken. Gegeben wird es in wässer- 
iger Aufschwemmung, und zwar 0,0006 bis 
0,0007 g alle drei Stunden. H. M. 



123 



EpUobium angustifolium. 

Der VerfasBer maeht uns darauf anfmerk- 
ttBi; daß in miBerem Artikel Ph. C. 44 
[1903], 92 nodi folgende Druckfehler sieh 
befinden: 

Seite 92, Zdle 17 steht n^gcov statt vrjQuyv. 

Seite 93, Zeile 2 steht Kroschemnckow 
stitt ErcLScheninikow. 

Seite 93 am Ende steht Eamoebadalischen 
statt Kamtadiadalisehen. 



Eine neue Salbengrundlage, 

welehe die natfirfiehen Fette und Oele, 
sowie die daraus gewonnenen Säuren nebet 
Wachs ersetzen soll, besteht aus Acidyl- 
abkOmnüingen aromatischer Stoffe. Die- 
selben kOnnoi dureh Einwirkung aromatischer 
Stoffe auf Fettsäuren gewonnen werden. 
In Betracht kommen hierbei Anilin, Basen 
der Naphthalmreihe, aromatisehe Diamine 
und Homologen, wie die Monoalkylabkömm- 
finge aller dieser genannten Stoffe. So wird 
L B. Paraffin (Schmelzpunkt 40 bis 41 ^ 
durch Bdmiscfaen von 10 pCi Stearinsäure- 
amlid (Schmelzpunkt 85^ auf den Schmelz- 
punkt 68^ gebracht Die so gewonnenen 
neuen KOrper haben einen höheren Schmelz- 
punkt, als die zur Verwendung gelangten 
Fette bezw. Fettsäuren, wodurch natürlich 
aneh bei den Fetten usw., denen sie zuge- 
setzt werden, der Schmelzpunkt erhöht wird. 
Außerdem vermögen sie den Fetten und 
Minenüfetten eine größere Aufnahmefähig- 
keit von Wasser zu verleihen. Das 
Verfahren ist Dr. 0, Liebreich in Berlin 
patentiert — te— . 

Pharm. Eundaoh. 1903, 26. 



Obwohl in keinem Arzneibuche entharzte 
Sennesblätter aufgeführt smd, wird vom 
Verfasser folgende Prfifung vorgeschlagen. 

Zerkleinerte Sennesblätter werden mit der 
zehnfachen Menge Wasser zwei Tage lang 
maceriert, dann filtriert und von dem FQtrat 
eine bestimmte Menge auf dem Wasserbade 
bis zum konstanten (Gewicht getrocknet 
Die Menge des Trockenextraktes beträgt 
bei entharzten Blättern 5 bis 6 pGt und 
darf 7 pCt nicht übersteigen. 

Nicht entharzte Blätter geben eine 
doppelt so große Menge Trockenrflokstand. 

Pharm. Pösi. — te — . 



Ueber entharzte Sennesblätter 

berichtete in der Oesterreichisdien pharma- 
eeatischen Gesellschaft A. Kremel in Wien. 
Eb waren Versuche angestellt worden, indem 
önmal die Sennesblätter (Alexandriner und 
Thmeveily) mit Wasser, dann mit 70- 
oder 90proe. Weingeist ausgezogen wurden 
und die Ergebnisse mit einander verglichen, 
ffiffbei wurde auch die Dauer der Maceration 
und die Menge des Extraktionsmittels berück- 
aditigt. Für die Praxis wurde als günstigstes 
Vediiltnjs die fünffache Menge 90proc 
Weingeistes, um die Blätter zu entharzen, 



Sapoform 

wu^ dargestellt, indem man 100 ccm Oel« 
säure mit 60 ccm Weingeist mischt und 
dieser Flüssigkeit allmählich eine Lösung 
von 20 g Aetzkali in 60 ccm Wasser unter 
Umschüttehi zufügt Nach 12- bis 24- 
stündigem Stehen werden 250 ccm 40proc 
Formaldehyd zugefügt Auf diese Weise 
wird eine klare, sherryfarbige Flüssigkeit 
erhalten, die mit Wasser und Wmngeist gut 
misehbar ist —tx^. 

Zeüsekr. d. Äügem. ösierr. Äpoth.'V6r0ma 
1903, 8. 



Soheinbare 



LöBliohkeit unlöslicher Körper. 

Viele unlöslidie Körper scheiden sich, wie 
durch Untersuchungen von Lobry de Bruyn 
feetgesteUt worden ist, wenn sie sich in 
Gelatinelösung befinden, nicht in der Weise 
ab, daß sie sich zu größeren, als Nieder- 
schlag sichtbaren Anhäufungen sammeln 
können, wefl die Beweglichkeit ihrer Mole- 
küle durch die Gelatine sehr stark gehemmt 
wird. Wie Gelatine, üben auch Gummi, 
Dextrin, Eiweiß, Gerbstoffe, Schleim und 
Harn, nach Paal auch Lysalbin- und 
Protalbinsäuren und nach Vaudin starke 
Zuckerlösungen denselben Einfluß aus. 

Lobry de Bruyn hat an Silberchromat 
und -düorid, sowie freiem Sohwefel (aus 
Thiosulfat gewonnen) nachgewiesen, daß 
Rohrzuckerlösungen wie Gelatine, jedoch 
weit schwächer, wirken. (Ber. d. Deutsch. 
Chem. Ges. 1902, 3079.) -te-. 



124 



Neues Blutpräparat. 

Die Herstellang eines nahrhaften, gegen 
änßere Einfittsse nnempfindlichen Blut- 
präparates wird nach einem der Chemischen 
Fabrik von Paul Henischel in Zwönitz i. S. 
patentierten Verfahren dadurch bewirkt, daß 
defibriniertes Ochsenblut mit dem gleichen 
Volumen Aether durehgeschttttelt und an 
einen kühlen, dunklen Ort so lange gestellt 
wird, bis sich im unteren Teile das Oxy- 
hftmoglobin als klare Schicht gesondert hat. 
Das nicht vom Aether befreite Oiyhämo- 
globin wird in der Luftleere bei 40^ ein- 
gedampft, nachdem ein Malzauszug zugesetzt 
worden ist Dieser letztere Zusatz bezweckt, 
eine Reduktion des Oxyhämoglobins zu 
Hämoglobin während des Eindampfens zu 
verhindern. -~tx _ . 

Ghem.'Ztg. 1902, 1046. 



Zur Aufbewahrung von 
Cbloroform 

schreibt in ihrem September -Berichte die 
Firma E, Merck in Darmstadt: Es ist eine 
alte, aber oft vernachlässigte Tatsache, daß 
das reinste Chloroform, auch wenn es nach 
Vorschrift des Deutschen Arzneibuches 1 pGt 
Weingeist enthält, Neigung zur Zersetzung 
und Bildung des gefährlichen Phosgens 
zeigt, besonders wenn es mit feuchter Luft 
längere Zeit in Berührung kommt. Letzteres 
ist aber der Fall, wenn Chloroform, dem 
Bedarf entsprechend, aus großen Flaschen 
oder BalloAS in kleinen Mengen allmählich 
entnommen wu^. Bezieht man aber Chloro- 
form aus irgend welchen Qründen in einer 
großen Flasche, so ist es ratsam, nach An- 
bruch derselben den ganzen Inhalt in kleine 
Flaschen abzufüllen, und zwar so, daß letztere 
vollständig angefüllt sind. Dabei ist darauf 
zu achten, daß die Flaschen keine 
Feuchtigkeit enthalten. Auch sollten 
Flaschen, deren Inhalt verbraucht worden 
ist, nicht ohne vorherige sorgfältige Remig-| 
ung zur erneuten Füllung gelangen. j 
H. M. 

Verbesserte Gipsbinden 

bestehen bn Gegensatz zu den bisherigen, 
die nur eine Stofflage besitzen, aus mehreren 
Stofflagen, m denen das Oipspulver ein- 
gebettet ist. Dadurch wird einmal das 
Ausfallen bezw. Fortgeschwemmtwerden des 



Gipses beim Eintauchen in Wasser verhütet, 

zum anderen erhält der Gips> der nicht 
(befeuchtet worden ist, durch das feucht 
! gewordene Gewebe dasjenige Wasser, welches 
ler braucht, um zu erhärten. Die Firma 
; 8. Immenhamp bringt dieselbe in den 

Handel. 

lieber eine andere verbesserte Gipsbinde 

siehe Ph. C. 42 [1901], 768. 

Neue Specialitaten. 

£111*8 Kopfwehpolver bestehen je aas 0,6 g 
Antifebrin. 

Lacco wird ein aus Magermilch mit Kohlen- 
säure versetztes Getränk genannt. Dasselbe 
soll nach den Ausführungen des Erfinders 
j Dr. Herxfeld in Fürth anregend auf die Magen- 
, und Darmvei'daaung, sowie auf die HamorgaDe 
und die Nerven, mildernd bei Katarrhen der 
Luftwege und mäßigend auf die Gallenabscheidung 
wirken. Jedenfalls ist es infolge seines NShr- 
stoffgehaltes ein empfehlenswertes alkoholfreies 
Getränk. (Südd. Apoth.-Ztg. 1903, 41. 

Petroleum -Haarwässer. Petrole Hahn 
besteht aus je 10 Teilen weißem, geruchlosem 
Petroleum und Citronellöl, 5 Teilen Ridnusöl 
50 Teilen 90 proc. Weingeist und 75 Teilen Wasser. 

P e t r 1 i n e enthält 0,6 g Chininsulfat, 4 g 
aromatische Essigsäure, 30 g spanische Fliegen- 
tinktur, 30 g Chinatinktur, 60 g Rosmarin- 
spiritus, 90 g Melissenwasser, 120 g Bayrum, 
150 g Weingeist, 1000 g Wasser, aber kein 
Petroleum. 

Ein drittes „Wasser ^^ besteht aus 1 Teil 
reinstem Petroleum und 2 Teilen Mandelöl. 
(Pharm. Ztg.) 

TIsanus Royal Hospital Deslnfeetantjent- 
hält Teerabkömmlinge, Harze und Alkalien. 
Diese Mischung ist von brauner, teerartiger 
Farbe, hat stark alkalische Reaktion und besitzt 
stark desinficierende Wirkung. Mit Wasser 
verdünnt gibt es eine milchige Flüssigkeit 
Säurezusatz scheidet 80 pCt. Gele, die sich auf 
Zusatz von Alkalien nicht zu lösen scheinen, 
ab. Eine flüssige Seife, die untersucht worden 
ist, enthält dieses Mittel als Grundstoff. 

Pharm. Praxis. 

Zahn - Cement von Dr. Bobtn besteht aus 
1 Teil Trioxymethylen, 100 Teilen Zinkoxyd und 
femer Steinkohlenkreosot, sowie 40 proc. Form- 
aldehyd zu gleichen Teilen soviel, um eine 
weiche Paste zu erzielen. (Bull, com^ 

H. Mentxel. 

Die Joderzeugnng In Japan nimmt ^nach 
Chem. and Diugg. immer mehr zu. Zur Zeit 
werden aus der Asche von Seetang ^^ungeftbr 
1(0000 engl Pfund gewonnen, von denen 50- 
bis 60000 im Lande verbraucht und der Rest 
ausgeführt wird. Rohjod geht hauptifichlioh 
nach London, Jodide (besonders! Kaliumjodid} 
nach Britisch und Holländisch Indien, Ohioa 
und Australien. — <*— . 



125 



Das Han 
von Finus palustris Müll., 

£d hanptriUdüieh m Amerika zur Gewinn- 
wag von Terpentinprodokten, beeonden von 
amerikanMiem Kolophonium benutzte Spedes, 
haben Tsckirch und Koritschoner (Archiv 
d. Pharmazie 1902^ 568) untersucht. Das 
Rohharz ist farblos oder von strohgelber 
Rffbnng, hat die Konsistenz des Honigs und 
deutlichen Terpentingeruch und -geschmack ; 
es enthält gegen 5 pCi Verunreinigungen 
(Biadenpartikel und Sternchen). Das Harz 
fleibet ist In Aether, Alkohol, Aceton, (%loro- 
form, Benzol, Toluol, Schwefelkohlenstoff 
ond Tetrachlorkohlenstoff Ideht löslich, in 
Pätroläther dagegen unlflslich; von Wasser 
wird nor der Bitteistoff aufgenommen. Die 
Slurezahl betrug (direkt bestimmt) hn 
Mittel 80^6, (indirekt) hn Mittel 87,1. Die 
Voneifungszahlen waren (kalt) im Mittel 149, 
Wß im Mittel 170,8; die Jodzahl betrug 
im Mitlei 87,9. 



Aus dem bei der trockenen Destillation 
über 250^ übergehenden Destillate wurden 
perlmutterartig glänzende, blau fluores- 
cierende, vOüig geruch- und geschmacklose 
Kristalle gewonnen, die bei 98^ schmolzen 
und sich als Beten (OigHig) erwiesen. 

Durch LOsen des Harzes in Aetfaer, 
fraktioniertes Aussehfitteln mit Iproe. Am- 
moniumkarbonat, Natriumkarbonat- und Kali- 
hydratiOsung und Gewinnung der Harzsäuren 
durch Eintragen der Harzseifen in mit Salz- 
säure angesäuertes Wasser usw. wurden 
folgende KOrper isoliert: 

I. Paiabi6ninsäure, CisH^oOg 
Palabiätinsäure, C^o^soOs 
a- und )3-Palabietinsäure, 
C16H24O2 
n. Beten, etwa 10 pCt, 
ni. Aetherisches Oel, etwa 21 pdt., 
IV. Bitterstoff, verunreinigende Substanzen 
und Wasser, etwa 2,5 pCt. 

P. 



etwa 
66,5 pCt 



Bakteriologisohe Mitteilungen. 

Baoillus subtilis fakultativ Ueber den F,|nf<i^rg 

pathogen. des Zuckers auf die in der 



Dr. Kayser, Augenarzt an der Universitäts- 
klinik in Freiburg veröffentlicht un Central- 
blatt fflr Bakteriologie einige FSÜle von hoher 
Virulenz die Bacillns subtilis, der allgemein 
vo-breitete Heubacillus, zeigte. Im Labo- 
ratorium gezüchtete Bässen gelten allgemem 
ab harmlos und erwiesen sich auch auf die 
KoDJunktiva oder selbst in den Glaskörper 
des Auges von Kanmcben gebracht als nicht 
ptthogen. Ganz anders verhalten sich 
Bacillen die durekt aus Erde stammen und 
die vieDeicht beim Aufhacken derselben 
nuttels eines Fremdkörpers m den Glas- 
bhper des Auges gelangen. Hier erweist 
■dl Bacillus subtilis als außerordentlich 
pathogen; seine Anwesenheit führt zum 
Verinst des Auges. Es wurden verschiedene 
RUle beobachtet, wo er allein bei Vor- 
vimdungen des Glaskörpers als Eitererreger 
auftrat und stets sicher in allen seinen Be- 
aktionen als Bacillus subtilis erkannt wurde. 
Asch hier zeigt sich also wieder, wie em 
im allgemdnen barmloser Organismus unter 
gewiBsen Bedingungen und in gewissen 
Haasen pathogen werden kann. -^del. 



Miloh und dem Käse vor sich 
gehenden Gärungen 

haben Babcock und Eussell (Chem.-Ztg. 
1902, Bep. 346) Versnehe angestellt, in- 
dem sie lüicfa durch Dialyse vom Zucker 
befreiten. Dann trat an Stelle der normalen 
sauren Gärung Fäulnis ein unter starker 
Vermehrung der verflüssigenden Bakterien. 
Zusatz von Bohr- oder Traubenzucker führte 
wieder die ursprünglichen Verhältnisse her- 
bei. Beim zuckerfreien Quark tritt die Ver- 
mehrung der löslichen Stickstoffverbindungen 
langsamer ein, wird aber schließlich inten- 
siver, während die Strukturveränderung und 
der Geschmack der Beifung sich nicht bilden. 
Ein so gewonnener Käse zeigt emen wider- 
lichen, faulen Geschmack. Auch hier kann 
durch Zusatz von Zucker wieder normale 
Beifung erhalten werden, wenn auch solcher 
Käse dem normalen nie ganz gleichwertig 
wird, weil bei dem Auswaschen auch in der 
Milch enthaltene Enzyme, die bei der Käse- 
reif ung von Bedeutung sind, mit verioren 
gehen. —ke. 



126 



Hygienische 

Ueber desinfloierende Wand- 
anstriche mit besonderer Berück- 
sichtigung der Tuberkulose. 

lAfdia Babinotüitsch hat eine Reihe 
von Wandanstrichfarben auf ihr Verhalten 
Toberkelbaeillen (Sputum) gegenüber ge- 
prüft (ZeitBchr. f. Hygiene 40; 529). Die 
mit den Angtriehen versehenen Platten wurden 
bei Zimmertemperatur unter Tagealidit oder 
lichtabsehluß gehalten. Bereits am vierten 
Tage nach Auftragung des tuberkulösen 
Sputums auf die mit zwei sogen. Emaille- 
färben bestriohenen und bei Licht aufbe- 
wahrten Platten erwiesen sich die Tnberkel- 
bacillen abgetötet^ wfthrend dies auf einer 
,;Pef ton"- Platte und der „Zonca"-Platte 
erst am sechsten Tage der Fall war. Auf 
der zur Eontrolle angelegten Holzplatte mit 
Sputum hatten die Tuberkelbacillen noch 
nach 81 Tagen ihre Virulenz bewahrt, 
w&hrend der darauf erst nach ungefihr vier 
Monaten angestellte Tierversuch negativ aus- 
fiel. Die vier erstgenannten Farbanstriche 
besaßen daher dem Tuberkelbacillus gegen- 
über ein hohes Desinfektionsvermögen. 

Bei emer Hyperolinfarbe waren nur 
geringe bakteridde Eigenschaften zu ver- 



mitteüungen. 

zeichnen ; dagegen spricht Verfasserin der 
AmphibolinfarbC; zwei geprüften Oel- 
farben (Blei- und Zinkweiß), sowie einer 
Wasserfarbe überhaupt jegliches Desinfektions- 
vermögen dem Tuberkelbacillus gegenüber 
ab. (Hierzu vergleiche man auch Ph. G. 
42 [1901], 739.) 8c. 

Zur Reinigung von Trinkwasser 
im Felde 

empfehlen Vaiüard und Georges (R6peit 
de Hiarmade 1902, Seite 492) drei 
Sorten komprimierter Tabletten. Nr. 1. Aus 
10 g Kaliumjodid, 1,56 g Kaliumjodat und 
etwas Methylenblau werdoi hundert Tabletten 
hergestellt; desgleichen fertigt man als Nr. 2 
aus 10 g Weinsäure und etwas Fudisin 
und als Nr. 3 aus 11,6 g Natrinmthioeulfftt 
je hundert Tabletten. Für 1 L Wasser 
genügt eine Pastille einer jeden Qattnng. 
Ist das Wasser trübe, so mnss man ei 
einer oberflftohlichen FQtration unterwerfen. 
Sonst löst man in ein wenig Wasser die 
Pastillen 1 und 2 und fügt die Lösung zu 
dem zu reinigenden Wasser. Nach zwanzig 
Ifinuten fügt man Pastille 3 hinzu, weldie 
das freie Jod bindet (Vergl. hierzu Ph. G. 41 
[1900], 324). P. 



BOeiiersoliau. 

Studien über Chemie und therapeutisoken 1 ,,Eine Verdauung der Eiseualbuminate in 
Wert der officinellen Eisenpräparate l ^^^ &det mjcht statt Diejenigen ESsen- 
von Mag. Wilfielm Orümng, Riga 
1902, Verlag von K Kymmers Buch- 



handlung. — 63 Seiten S^. 

In der Einleitung führt der Verfasser kurz 
neuere ErUftrungsveisuche der Eisen Wirkung 
von Bung0, Harnhurger , Landwehr, Podwüaotxky 
usw. an und bespricht darauf die mannigfachen 
Eisen e i w e i ß - Verbindungen im allgemeinen. 
Von den Eisenpräparaten werden im einzelnen 
zunächst die officinellen abgehandelt, sodann 
gesondert die officinellen und sonstigen Albu- 
minate und Blutpiäparate. — Bei dem 
Widerstreit der Meinungen auf diesem Gebiete 
wird der Leser nicht allenthalben mit den ge- 
äußerten Ansichten einverstanden sein, so bei- 
spielsweise über die Wertlosigkeit des Blutes 
als Nährmittel (8. 61) oder über die Giftigkeit 
des Wasserstoffes, der durch metallisches msen 
von der Salzsäure des Magens entwickelt wird 
und in statu nascendi reducierend wirkt (8. 23). 

Die eigenen Versuche Orüning^B erstrecken 
sich sowohl über Eier- als Serum- Albiunin und 
führten zu dem Ergebnisse (8. 21): 



albuminate, welche sich im Darm der Resorption 
entziehen, werden durch die Trypsinveidaaung 
in unlösliche Peptonate übergeführt imd mit 
den Fäces abgeschieden. Die schwarzen Eisen- 
stühle brauchen durchaus mcbt durch Aufnahme 
von Schwefelwasserstoff aus dem Darm zu ent- 
stehen. Femer erklärt sich die von allen 
Forschem gemachte Beobachtung, daß die Eisen- 
albuminate nur im oberen Teile des Dünndarms 
resorbiert werden, da sie doch auf ihrem weiteren 
Wege durch die Trypsinverdauung unlöslich 
werden." 

Bei Heranziehung der Xonenlehre zur Er- 
klämng physiologischer Vorgänge ersoheint Vor- 
sicht rätuch; zur Zeit überläßt man die thera- 
peutische Ausnutzung dieser Theorie am besten 
noch den Badeschriften, in denen sich Ionen 
an Stelle der etwas verbrauchten ozonisierten 
Luft aus dem nahen Eiefemwalde als HeO- 
faktor gut ausnehmen. 

Das beige^bene Dmckfehler- Verzeichnis hatte; 

einige Vervollständigung verdient (Seite 3 Dieirid^ 

irrig, statt Dieierich; Seite 4 finden sich in 

dem Merck'aoiien: „Fer cremol*^ drei, Seite 47 

j zwei Satzfehler usw.). — y. 



127 



GroBdrifls der qnalitativea Analyse vom 
Sttndpankte der Lehre von den Ionen 
von Dr. Wtlh. Böttgef, Aflslstent am 
physikaljseh-ehemiflehen InBÜtut der Uni- 
versität Leipzig. Mit zehn Flgoren, drei 
Tabellen nnd einer Spektraltafel. Leip- 
zig, 1902. Verlag von Wilhelm Engel- 
mann, Preis Mk. 7. — . 
Seitdem sieh die I/ehre von den Ionen immer- 
mehr Bahn bricht , ist es freudig zn begrüßen , daß 
flb ml diese Lehre anfgebaates Bach, welches 
die Gnmdrisse der qualitativen Analyse behandelt, 
enohienen ist 

Das 249 Seiten umfassende Buch bringt zu- 
Dißhst eine Einleitung, in welcher der^weok 
der Analyse, Reaktionen nebst Einleitung der 
Aufgabe, Prinzip der Analyse und die Omppen- 
leagentien besprochen worden sind. Es folgt 
dann ein größerer Abschnitt über die Unter- 
BochuDg einer Losung auf die metallischen Be- 
sfauidteile in sechs Gruppen geteilt. Der darauf- 
folgende Teil umfaßt in fünf Gruppen die ünter- 
saohung einer L&sung auf die Anionen. Die 
vollständige Analyse eines gegebenen Gegenstandes, 
die Lösung bezw. AufschließuDg fester Gegen- 
sütede und die selteneren Elemente bilden die 
vetteren Abschnitte. 

Die gegebenen Erklärungen sind in leicht faß- 
fiofaer Form gegeben. Die Anordnung ist dem 
Qaog der Untersuchnog entsprechend getroffen, 
aodaß dieser fast neben dem Studium der einzelnen 
Stoffe miteelemt wird, zum mindesten aber sich 
späterhin Idohter einprfigen wird, um unnötige 
Wiederholungen zu vermeiden, hat Verfasser auf 
früher Mitgeteiltes verwiesen. 

In Heftform beigegebene Tafeln erleichtem das 
Arbeiten im Laboratorium. Auf diesen Tafeln 
and Vermerke, die sich auf den eigentlichen 
Tto beziehen gemacht und dem Arbeiter ge- 
atstten, wenn er sich über eine Sache im ün- 
Uaren befindet, das weitere schnell aufzufinden 
ond nachlesen. 

Nicht allein, daß dieses Buch sich allen anderen 
Shiilichen würdig anreiht, sondern noch mehr 
der umstand, daß dasselbe als erstes die lonen- 
lehie in Bezug auf die Analyse als Lehr- und 
Lernstoff behandelt, sind Gründe, um die An- 
Mhtffang desselben auf das Wärmste zu empfehlen. 
Oerade auf dem Wege der Untersuchung lernen 
vir so recht die Eigenschaften der chemischen 
StoSle kennen. Auf ihm werden auch sicher die 
lehren der Ionen sich leichter einbüi^m, als 
I diea bisher der Fall war. Für alle diejenigen, 
denen die lonenlehre nicht vollkommen klar ist 
ond die sich nicht ein Sonderwerk über dieselbe 
ttsehaffen wollen, kann dieses Buch auch nach 
dieser Richtung hin Ampfohlen werden. 

'^ H. M, 

Bloekkalender (1903) der Firma Heinrich 
Mattoni in Qießhübl-SaaerbrunD; Fran- 
zeDsbad, Karlsbad usw. 



Esttido ohimico sobre algumas Fraotas 
Braaiieiraa pelo Dr. &. Martina. 
Ghimico do Servigo Sanitario do Estado 
e Prof. de Chimica e Physica no Institnto 
,^Lanro Sodr6'^ Bdem, Imprensa 
Official 1902. 



Der gemeine Flnssaal (Angnilla vulgaris 
Flem). Ein Beitn^ zur Kenntnis 
semer Naturgesduchte, sowie seiner 
wirtschaftlichen Bedeutung von E. 
Leonhardt Stuttgart 1 902 (£'.i%efe;. 
— 56 Sdten 8«. — Rreis Mk. 1,20. 
Der Aal ist unter den gröBeien, uns nahe- 
stehenden, einheimischen Tieren das unbekannteste. 
Seine Entwickelungsgeschichte übertrifft an 
Dunkelheit noch die von Ascaris lumbriocides L. 
Einer Einzelschrift über den Aal kann es deshalb 
an anziehendem Stoff nicht fehlen, denn der 
zweifelhafte Artbegriff und Geechlechtsunter- 
schied, das Auftreten der Aalbrut an den Fluß- 
mündungen und die Wanderungen der jungen 
Tiere auf den Aalleitein bis über die Wehre 
odar durch mangelhafte Trinkwasserfilter in den 
Leitungsröhren bis in die oberen Stockwerke 
stadtischer Häuser, die rätselhafte Yerbündelung 
bei der Rückkehr der ausgewachsenen Tiere ins 
Meer nnd ihr dortiger Verbleib, der von Qraui 
und CaUmdrucmo wahrscheinlich gemachte 
Larvenzustand als Leptocephalus brevirostris, 
das Fehlen der sonst weit verbreiteten und 
selbst die Ostsee durchwandernden Angnilla 
vulgaris FUm, in dem Flußgebiete des schwarzen 
Meeres und Gaspisees, die Aalbmtversendung 
durch Fischerei-Vereine und die Hüninger 
j^hzuchtanstalt des Deutschen Reichs, der 
eigentümliche Aalfangbetrieb in der Lagune von 
Comacchio und vieles andere bieten einer Ab- 
handlung über den auch volkswirtschaftlich 
wichtigen Fisch anziehenden Stoff in Fülle. 

Das vorliegende Buch führt zahlreiche Einzel- 
heiten in Etlrze vor und gibt für eingehendere 
Forschung ein ^habetisch geordnetes Ver- 
zeiohnis von 64 VerdffenUichnngen. Auf den 
sonstigen Inhalt einzugehen, ist hier nicht der 
Ort; nur hinsichtlich des Aalgiftes (Seite 36 
und 37) sei bemerkt, dalJ hier die Heranzieh- 
ung eines Fachkenners' rätlich gewesen wäre. 
Denn es erscheint bedenklich, wenn in einer 
vorwiegend für Nichtärzte berechneten Schrift 
bestimmt gesagt wird: „Eine Vergiftung tritt 
nur ein, wenn das Aalblnt in die Blutbahnen 
des Menschen oder Tieres gelangt; im Magen 
wird das Gift durch die Magensäure zerstört.^ 
Auf der vorhergehenden Seite wird nach Spring^ 
fdd angegeben, daß Ostsee-Fischer „mehrtägige 
Schwellung und Rötung^^ des Auges beobachten, 
wenn ihnen Aalblut beim Schlachten in*s Auge 
spritzt (also nicht unmittelbar in die Blutbahn 
gelangt). 

F. Pennanaria (Farmacista italiano 12 [1888], 
328) beschreibt eine Vergiftung durch innere 
Anwendung von in Wein gerührtem Aalblute. 



128 



Das Tom Verfasser gezeichnete Erankheitsbild 
lälU zwar an Deutlionkeit kaum zu wünschen 
übrig, es war aber die Bemerkong nötig, daß 
sich die Schilderung nur auf das Mossö'sche 
Aalgift, das lohthyotoxicum, bezieht, während 
Ton anderen anderwärts verschiedene Angaben 
gemacht wurden und R, Eobert (Lehrbuch der 
Intoxicationen, 1. Auflage, Seite 334) schon 1893 
meinte „daß wir im Aalblut vielleicht sogar 
zwei Gifte annehmen müssen.^^ —y. 

Bekeantnissd eines Arstes. Von W, 
Weressdjew. Einzige vom Verfasser 
genehmigte üebersetzung von Heinrieh 
Jokannson. Mit dem Bildnis des Ver- 
fassers. 3. Auflage. Stuttgart 1902; 
Verlag von Robert Lutz, 286 Seiten S^. 
Preis Mk. 2.—. 
Der Ich-Roman schildert den Lebensgang eines 
Hannes, welcher ohne Neigung zum gelehrten 
und insbesondere ohne jede Befthigung zum 
äratlichen Berufe dennoch Medioin studiert 
und sogar als Arzt prakticiert Weno das Buch, 
wie im Vorwort (Seite 13) versichert wird : „bei 
einem Teil meiner Leser einen wahren Sturm 
der Entrüstung hervorgerufen^^ hat, so war dieser 
Teil wohl der unkundige, denn der Sachkenner 
findet nur bereits bekannte, sowohl berechtigte, 
als auch unbegründete Einwürfe gegen das 
Lehren, Lernen und Ausüben der Hcolwisseu- 
schaft und Heükunst wiedergekäut Taucht aus- 
nahmsweise ein eigenartiger Gedanke auf, so ist 
er meist derart, daß dadurch nicht sowohl Ent- 
rüstung, als vielmehr Lachen, um einen physio- 
logischen Ausdruck zu brauchen, ausgelöst wird. 
Der junge Arzt gehört zu den stiefmütterlich 
ausgestatteten Geistern; „ich bin^\ heißt es 
Seite 73, „so dumm, so wenig fähig, die um- 
stände zu erwägen, daß ich zum Arzte nicht 
tauge; ich bin nur fähig, wie ein Feldscher zu 
handeln, nach der fettigen Schablone". Auf 
Seite 152 sieht der Held der Erzählung ein: 
„daß ich bei dem Entschluß, mich der Medizin 
zu widmen, nicht die entfernteste Vorstellung 
von den Anforderungen besaß, denen der Arzt 
zu genügen hat". — Da aber das „Milieu" 
russisch ist, so wird weiter prakticiert; denn 
die Mitbewerber leisten noch weniger, wie es 
auf Seite 68 heißt : ,4ch' fühlte mich hilflos und 
ungeschickt wie zuvor, unfähig zu dem gering- 
sten selbständigen Schritte. Dabei sah ich, daß 
ich keineswegs unter memen Kommilitonen 
stände; im Gegenteil, ich stand über der Mehr- 
zahl . . ." Leider hat diese Auswahl der Un- 
flihigsten in Rußland zur traurigen Folge, daß 
nach Ssikoraki (Seite 273) im Alter von 25 bis 
35 Jahren die Selbstmörderzahl lOpCtder 
gestorbenen Aerzto erreicht. 

Die geschilderten Vorgänge, insbesondere die 
Krankengeschichten, sind zumeist schwer glaub- 
haft ; zur Beschwichtigung der Zweifler teilt das 
Vorwort (Seite 18) mit, „daß im belletristischen 
Teile der «Bekenntnisse» nicht nur die Familien- 
namen, sondern auch die Personen und die 



Seen er ie fingiert sind". Es liegt also eine 
Art Halbdichtmig nach dem Vorbilde Emtt 
Beloic'8 vor (dieser ließ vor sieben Jahren 
anonym : ^Lehtnupp h „Beichte eines Sohwadrons- 
Arztes von 1870/71" zu Berlin bei Bugo StemiU 
erscheinen). Leider sind die Grenzen des belle- 
tristischen Teiles weder äußerlich noch inhalt- 
lich zu erkennen. 

Von Einzelheiten seien nur zwei, eine chemische 
und eine pharmakologische, als bezeiobnend her- 
vorgehoben. Nach Seite 59 mui^te man in der 
Prüfung wissen, ,,daß das Leucin eine Para- 
ozyfenilamidobensoin-Sänre ist'*. Ob der üeber- 
setzer, der sich auch sonst seiner Aufgabe wenig 
gewachsen zeigt, hiei die russische Schrift des 
Textes nicht zutreffend transscribiert hat oder 
ob der Verfasser, dem laut Seite 20 bereite im 
Gymnasium nicht einmal das lateinische 
Passivum etwas „anging", über das griechische 
Buchstabieren gestolpert ist, bleibe dahingestellt 
In Deutschland versteht man unter Leucin oder 
XäaeoTyd, CE^i^^OE- Ctf2-CH(NHj)— GOGH, 
die Amido- Normal-Kapronsäure, also eine der fetten 
Reihe angehörende Verbindung, die physiologisch 
wie pathologisch von solcher Bedeutung ist| daß 
die Kenntnis ihrer Konstitution selbst einem 
russischen Arzte kaum schaden kann. Was soll 
aber eine Paraozyphenylamidobenzoylsäure''' 
Möglicherweise liegt eine Verwechselung mit 
Tyrosin vor, das oft gleichzeitig neben Leucin 
entsteht und Para-Oxyphenyl-a-Amido-Piopion- 
säure ist. 

Während die Bandwurmabtreibung mit 
Farnwurzelauszug in Deutechland seit des seligen 
Riehard Mohrmann'B Zeiten ein Lieblingsgebiet 
mancher Kurpfuscher wurde, scheint man das 
Eztractum Filicis in Rußland tragisch zu nehmen. 
Denn Seite 171 heißt es: 

„So wandte sich im Anfang meiner Praxis 
eine Frau an mich , die an Bandwurm litt 
Das beste und (Seite 172) sicherste Mittel 
gegen Bandwurm ist Farrenkrautextrakt loh 
schlage in den Büchern nach, wie man das 
ülittel verordnet, und lese : «Das Mittel hat 
viel von seinem guten Ruf eingebüßt, weil 
man es in zu kleinen Dosen verabfolgte . . . 
Aber mit seiner Verabfoigung muß man vor- 
sichtig sein : in zu großen Dosen ruft es Ver- 
giftung hervor . . » Also in den einzig 
wirksamen, nicht «zu kleinen» Dosen muß 
ich «sehr vorsichtig» sein. Wie kann man 
unter solchen Umständen die nötige Vorsicht 
beobachten ? . . . Ich erklärte der Patientin, 
dai^ ich sie nicht behandeln könnte, sie 
möchte sich an einen andern Arzt wenden. 
Die Kranke sah mich erstaunt an. «Ich will 
ja Ihre Mühe bezahlen,» sagte sie. «Sie miß- 
verstehen mich, darum handelt es sich nicht 
. . . Sehen Sie . . . diese Kur muß mit großer 
Gründlichkeit vorgenommen werden, und ich 
habe jetzt keine Zeit dazu . . .» Die Frau 
zuckte die Achsel und entfernte sich.^^ 
Unter den in neueren Werken verzeichneten 
halben Schock Bandwurmmittein sind doch einige 
milde, wie Cnprum oxydatum (Hager), auä 
läßt sich dem Untiere oft rein diätetisch auf den 



129 



Lnb rücken. Luigsame oder aosuyerltoige 
Wirkung kommt bei einer letohten Erkrankong, 
welche das Leben nicht bedroht, kaum in Frage. 
Aber selbst bei Famkrautworzel-Extrakt beruhten 
die bekannt gewordenen tötliohen Yergiftangen 
meist entweder auf Verweohselang mit anderen 
Extrakten oder sie waren dem seit Jahren Ter- 
kssenen Bettelheim' sehen Verfahren (wenn bei- 
spielsweise, wie Berichterstatter einen Fall aas 
ikten kennt, die Sohlandsonde nicht in die 
Speise-, sondern in die Laftr5hre geführt wird) 
zQZQSohreiben. 

Der sonstige Inhalt des Baches, insbesondere 
die sozialistisohen Betrachtangen and die wider- 
sprachsToUen Ansichten über ärztliche Ethik 
oder über Standesfragen, sei der einschlägigen 
Ficbpresae zu würdigen überlassen. Ob 
russische Verhältnisse vom Verfasser 
richtig beurteilt werden oder diesem ebenso, 
wie Rein eigener Beruf, infolge einer falsch aus- 
gewählten und trüben Brille als Zerrbilder er- 
scheinen, bleibe dahingestellt; Einzelheiten dem 
Yentändinisse des deutschen Lesers durch Er- 
Ünterungen näher zu bringen, unterläHt die 
üebersetzung. 

Bei der Versendung der Besprechungs- 
stücke erfand der Verlag ein neues Verfahren. 
Ir hält nämlich zunächst die Schlußbogen zurück 
und läßt Tor deren Nachlieferung die Verpflichte 
ong unterfertigen, binnen sechs Monaten eine 
Besprechung zu liefern. Der Zusendung liegt 

Verschiedene 

Oewinnung von Spiritus aus 
FäkalieiL 

In der Geselischaft für Naturkunde 
;,l8i8^ in Dresden hielt Herr Professor Dr. 
V.Meyer am 22. Januar d. J. einen hoch- 
interessanten Vortrag über ^^Spiritnsge- 
winnung aus Fäkalien'^ 

Nadi dnem zum deutschen Patent 
angemeldeten Verfahren von Dornig in 
Traehaabei Dresden wird dnroh sogenannte 
trodcene Destillation von festen mensdilichen 
Fikaüen Sjüritna erzeugt; der sich in che- 
miseher Hinsicht von einem aus Kar- 
toüefai; Roggen und anderen Früchten ge- 
wonnenen Produkte nicht unterscheidet 
Diese Biidnngaweise von Aethyl-Alkohol^ 
Mer unbekannt; war an sich wenig wahr- 
acheinlieh; und um so auff&lliger erschienen 
& Angaben über die große Ausbeute an 
Spiritus. 

Der Vortragende beriditete nun über 
nien Versuch, den er im ^^Laboratorium'' 
te Erfinders und nach dessen Angaben 
sorgfältigst durchgeführt hat; das Ergebnis 
war, daß ans 1 kg fester Fftoes außer einer 



eine bewegliche Klage über das „Resensions- 
wesen*^ bei. Dieses mag sich im Verfalle be- 
finden, welcher aber dorsh von den Verlegern 
durch die erfolgreiche Ausgestaltung des Wasch- 
zetteltums wesentlich mit herbeigeführt wurde. 
Für den Fall, daß ,,Sie keinen eigenen Artikel 
bringen wollen,'' (n^ der Verlag seiner Schluß- 
sendung ein „urteil Peier Bosegger's^*^ an. In 
diesem Prachtstücke von Waschzettel heißt es 
wörtlich : „ Weresnc^ew^ der junge russische Arzt, 
gesteht ein, wie unendlich gering sein Können 
ist trotz unermüdlicher Studien und Forschungen, 
wie wenigen er geholfen, wie viele er durch 
sein Irren geschädigt, getötet hati und doch 
möchte ich gerade diesen Werrtssc^ew zu meinem 
Arzte wählen.^ Wenn dies keine Ironie sein 
sollte, so beweist der „Heimgarten'' damit, daß 
man eine ganze Bibliothek Lesefutter schreiben 
und für einen Dichter eelten kann, ohne ein 
Urteil über ärztliche Anforderungen und Leist- 
ungen erworben zu haben. — y. 



Des Pedanios Dioskorides ans AAaiarbos 
Ameimittellehre. 

In Ph. C. 44 [1903], 99 ist leider ein Druck- 
fehler stehen geblieben, es heißt nicht : Pedanioa 
Dioskurides, sondern Dioskorides. Dioskurides 
war ein Schüler des Redners IsokreUes und hatte 
nicht den, sagen wir, Vornamen Pedanios, 

Rr. 



reichlichen Menge von brennbaren Gaae^^ 
und einem sehr übelriechoiden Teer durch 
passende Destillation des Wassers, dnroh da3 
die Gase getrieben wurden , etwa 80 g 
Spiritus gewonnen wurden. Die Versuche 
wurden im Laboratorium der technischen 
Hochschule wiederholt, wenn auch nicht mit 
gleich günstigem Erfolge, dagegen fand aber 
eme vom kaiserlichen Patentamte gesandte 
Kommission von drei Chemikern, denen sich 
zwei Dresdner Chemiker zugesellten, bei 
emem in Trachau selbst in obiger Weise 
ausgeführten Versuche, daß tatsächlich 1 kg 
Fäoes gegen 70 g Alkohol lieferten. Auf 
100 kg Fäces berechnen sich 7 kg oder 
9 L Alkohol, eine erstaunlich hohe Ausbeute, 
wenn man bedenkt, daß aus 100 kg Kar- 
toffeln, zu deren Verarbeitung noch 5 kg 
Malz, sowie Hefe erforderlich sind, bestenfalls 
11,5 L Alkohol gewonnen werden. 

Die Tragweite des Dormg'Bthen Ver- 
fahrens steht außer Frage, falls es gelingt, 
auch im großen Maßstabe Fäkalien tonnen- 
weise zu verarbeiten. Bisher fehlen aber 
Versuche im Großen; man kennt noch nicht 



130 



die tJnacheii der Schwankungen in den 
Ansbenten an Spiritus, man beherrscht über- 
haupt den Proceß noch nicht so, wie es zu' 
einer rechnerischen Beurteilung des Ver- 
fahrens durdiaus notwendig ist. Wohl aber 
erlauben die vom Vortragenden angestellten 
Versuche, emige Fragen zu beantworten, die 
in jedem Falle bei der technischen Aus;, 
ftthrnng des Verfahrens in Betracht kommen. 
So läßt sich schon jetzt sagen, daß die 
Fäkal-Gase (ans 1000 kg fester Fäees 
soll sich eine Menge von 225 bis 250 cbm 
gewinnen lassen) sowohl zum Heizen, wie 
auch zum Beleuchten dienen können; un 
ersteren Falle werden sie die Ersparung von 
Brennmaterial beim Destillationsprocesse er^ 
möglichen. Auch der als Nebenprodukt 
erhaltene Teer und die koksartigen Rttck- 
stftnde werden sich leicht verwerten lassen. 
Aus der Zusammensetzung der Gase, die bis 
auf einen höheren Oehalt an Kohlensäure 
der des Leuchtgases und anderer Schwelgase ' 
ähnlich ist, so wie aus der chemischen i 
Zusammensetzung der Fäces läßt sieh ani ! 
nähernd besümmen, welche Mengen Spiritus ; 
bn besten Falle gewonnen werden können; 
7 bis 8 Procent werden äas Maximum sein,' 
die von anderer Seite gemachte Angabe, 
daß 40 und mehr Procente gewonnen werden 
können, widerspricht aUen Gesetzen der 
Chemie und muss ins Reich der Phantasie 
verwiesen werden. 

Der Vortragende betonte nochmals die Not- 
wendigkeit scharfer Prüfung des Domt^'schen 
Verfahrens und rationeil durchgeführter Ver*«^ 
suche im Großen (die in Dresden begründete 
„Spiritusgeseilschaft Dornig^' beabsichtigt, dies 
zu tun), ehe man weitgehende Entschlüsse 
fassen könne, und beleuchtete zum Schluß 
die Folgen der Einführung obigen Verfahrens 
zur Verwertung der Fäkalien für den Fall, 
daß* es sich technisch bewähren sollte. Die' 
Reinhaltung der Städte und Flußläufe würde 
dann In anderer besserer Weise gelingen,^ 
als dies jetzt der Fall ist. Der Spiritus;; 
der auf solche Weise hergestellt an sich 
denaturiert ist, müsste lediglich gewerblichen, 
Zwecken dienen. Die Beziehungen desselben 
zu dem aus dem Stärkemehl der Feldfrüchte 
erzeugten würden sich nicht gerade einfach 
gestalten. Der Reichsfiskus würde es an 
hochgradigem Interesse, wieviel Fäkalspiritns 
erzielt wird, nicht fehlen lassen. An eineiä 



Beispiei wurde dargelegt^ daß ans den 
Fäkalien einer Stadt von 100000 Ein- 
wohnern jährlich 4500 hl Spiritus (bei 
Annahme einer siebenprooentigen Ausbeute} 
erzeugt werden könnten« Welche Umkehr 
der wirtschaftlichen Verhältnisse! Die Fäkalien 
sollten der Landwh*tBchaft als Dünger zu 
gute kommen, und obiges Verfahren bezweckt 
Igerade Herstellung emes Produktes, das 
;bisher nur in landwirtschaftlichen Gewerben 
erzeugt wird! 

Die dem Vortrage folgende lebhafte Dis- 
kussion führte zur Besprechung einiger 
dunkler, geradezu rätselhafter Punkte in 
dem Verfahren, die noch der Aufklärung 
harren; insbesondere wuxl man auch der Be- 
ischaffenhdt (Herkunft, Alter, Anfbewjdurong, 
Bakteriengehalt usw.) der zu verwendenden 
Fäkalien alle Aufmerksamkeit schenken 
müssen. (Nach Dresdner Anxsiger.) 



Eine hydrostatische Zeigerwage 

zur Bestimmung des spedfischen Gewichts 
fester Körper hat Kannegießer (Ghem.-Z^. 
1 903, 35) konstruiert Sie ist der äußeren 
Form nadi wie eine Briefwage gebaut und 
unterscheidet sich von dieser nur durch Hin- 
zufügung eines auf der oberen Wagsdiale 
stehenden Tauehgefäßes, das bis zu dner 
bestimmten Marke mit Flüssigkeit gefüllt 
wird, und dner zweiten, an dem Hebel- 
Parallelogramme unten angebrachten Wag- 
schale. Die Wage ist so eingerichtet, daß 
der Zeiger beim Aufsetzen des gefüllten 
Tauchgefäßes auf dem Nullpunkt der Skala 
steht und erst beim Eintauchen dee zu 
wägenden Körpers einen Ausschlag anzeigt 
Der Körper wird zunächst auf der unteren 
Wagschale gewogen und dann an einem 
Faden oder in einer durchlöcherten Schale, 
deren Auftrieb vorher bestimmt worden ist, 
an einem Stative in das Tauchgefäß emge- 
hängt Die Wage ist mannigfaltiger An- 
wendung fähig. .-ke, 

Woodit 

ist eine gummiähnliche Masse, die aus dem 
Biasentang gewonnen wurd. 10 bis 30 Teile 
Tang werden zerschnitten, gewaschen, mit 
emer alkalischen Flüssigkeit neutralisiert und 
unter Druck mit 5 bis 20 Teilen Holzstoff 
und 5 Teilen Mastix gekocht, bis sich eine 



181 



zihe Maase gebildet hat Zu dieser wird 
80 viel EüsgewascheDer ParakautBchnk ge- 
gebea, daß 100 Teile erhalten werden. 
Zar Vnlkaniaiening wird Schwefel verwendet 
Das Verfahren ist in England W. Wood und 
H. Bartlett in Mltchand, Sorrey^ dnrch 
Patent geeehütEt (Ghem.-Ztg. 1903; 20.) 



PreiBaofischreiben. 

Ein Preisansschreiben im Gesamtbeträge von 
40000 Mark erläßt der Verein der Thomas- 
phosphatfabriken zu Berlin für Arbeiten aof 
dem Gebiete der „Steigerang des Boden- 
ertrages naoh Tbomasmehldüngnng, 
unter Mitwirkung von Mikroorganismen. 
Dk Bewerbungen sind bis 1. Februar 1906 an 
den genannten Verein zu richten: Berlin, 
ffafenplatz 4. 



ffUke spar** soll naoh der Oebranohsanweia- 
nng Heixmatexial ersparen and das Anheilen 
Ton Oefen erleiohtem. Es besteht naoh der 
ohemlaohen ünteranohnng an 77 pCt. aas Kooh- 
aala; außerdem fanden sieh neben größeren 
Mengen Eiaenoxyd geringere Mengen Sulfate 
und Ealiaalie Tor. (Zeitaohr. f. ZoUwesen and 
Beichaateaem, Bd. I, S. 186.) R 

Dieses Eohlensparmittel ist demnach weiter 
nichts als ein mit Sisenoxyd rot gefiirbtea Vieh- 
sais. Die Benutsung ist eine gleichseitige 
Schädigung der Kesseiwinde. Denmach wurden 
die Srsparniase auf der einen Seite bald zu einer 
Mehiauflgabe auf der anderen werden, wenn das- 
selbe tatalchlioh angewendet wird. — to — . 

Hemreka nennt eine Mailänder Firma ein 
Kesselsteinmittel, das aas einem gerbstoffhaltigen 
Pflansenauszuge besteht Der bayerische Dai^- 
kessel-BeviaionsTerein warnt vor dessen An- 
wendung. 



Brieffweohsels 



£. J. in B* Sie wünschen eine „einfache 
nnd zuveiiässige Methode, um Verfälschung 
TQQ Honig durch Qlykose nachweisen zu 
können". — Die „Vereinbarungen zur einheit- 
lichen Untersuchung und Beurteilung Yon 
NahruDgs- und Genußmitteln, sowie Gebrauchs- 
G^genständen für das Deutsche Reich, Entwurf 
oadi den Beschlüssen der auf Anregung des 
Kaiseiiichen Gesundheitsamtes einberufenen 
Kommission deutscher Nahrungsmittel-Chemiker, 
Verlag yon JidiuB Springer, Berlin 1899", geben 
in Heft U, Seite 118 und 119 eine Ihnen zu 
empfehlende Methode an. Wegen Eaummangel 
mn dieselbe, zu der noch yerschiedene Be- 
merkungen und Zusätze gemacht werden, nicht 
wöitiich zum Abdruck kommen. Kurz angegeben 
ist die Methode folgende: Honig wird in Nähr- 
lofiong gelöst, die Lösung durch Kochen 
sterilisiert, mit Weinhefe (am beaten rein 
gezüchtete) — nicht Preßhefe — vergoren. 
Die ansgegorene, geklärte Flüssigkeit wird 
polarisiert, ev. durch Alkoholzusatz auf Dextrin 
(Mang), welches dem Stärkezucker beigemengt 
Bt, geprüft. 

G. T* in A* Eine Vorschrift zu Jodvasogen 
iit nidit bekannt, dieselbe wird yon den 
Fabrikanten geheim gehalten. Vorschrift zu 
Vasolimen tum jodatum, einem dem Jod- 
nsogen ganz ähnlichen Präparate, finden Sie 
in der Pharm. Centralhalle 41 [1900], 756. 782. 

Apoüi. W. in BL Die desinficierende 
Wirkung des Sublimats wird durch un- 
mittelbares Nachwaschen mit Seife zweifellos 
beeinträchtigt! Wie jeder antiseptisch 
wirkende Köiper eine gewisse, yon seiner des- 
ioficierenden Braft und der angetvandten Menge 
ibhängige Zeit braucht, um zu wirken, so auch 
Snblimat; durch sofortiges Nachwaschen mit 
Seifenwasser wird also ein Teil Sublimat weg- 
gndiwemmt, ein anderer Teil wird zu fett- 
aniem Qnecksilberoxyd (QuecAsilberohlorid -j~ 



fettsaures Alkali) umgewandelt, welches zwar 
auch noch, aber yiel schwächer desinficierend 
wirkt 

H. N. in Br. Rein-Nick eltiegel an Stelle 
der Platintiegel zu yerwenden, ist keineswegs 
zu empfehlen. Dieselben halten sich in der 
Luft des Laboratoriums sehr schlecht, sie laufen 
an und müssen oft geputzt werden; ebenso 
laufen sie beim Erhitzen an und bekommen eine 
rauhe Oberfläche, was Fehler bedingt. 

Apoth. M. in ])• Nach neueren üntersuch- 
ungeD enthält das Haarfilrbemittel „Af a^', dessen 
Etikette mit einer solchen , die den Namen 
,,Fo'' trägt, überklebt ist, gesundheitsschädliche 
Chromate und Eupfersulfate. Nähere Mit- 
teilungen finden Sie in der Zeitschrift d. Allg. 
österr. Apotii.-Ver. 1902, 1527. — Das Haar- 
wasser „Kanada" enthält, wie wir in der 
Zeitschrift d. Allg. österr. Apoth. -Ver. gelesen 
haben, freie Salpetersäure. 

Dr. P. in Str. BruehhokFs weti»rfester An- 
strich besteht aus 75 pCt Silberschlacke, 24 pCt. 
LeinölfimiB und 1 pCt. Kreosotöl. 

Anfh^re Welche Sorte Hefe wird zur 
Herstellung yon Aceton -Dauerhefe yerwendet? 
a) Bierhefe, welche ja, wie bekannt, für den 
Backproceli yerpönt ist oder b) Preßhefe, 
welche bekanntiich direkt in Hefefabriken dar- 
gestellt wird, oder eyent. eine o) extra gezüchtete 
Reinhefe. Ich nehme an, daß bisher FreiU 
hefe yerwendet wurde, nur scheinen mir die 
zum Abpressen yerwendeten 50 bis 100 Atmo- 
sphären (Ph. C. 43 [19021, 497), unnötig und 
yielleicht auch durch mehrfaches Auswaschen 
mit Aceton zu ersetzen. 

(In der Ph. C. 44 [1903], 36 abgedruckten 
Vorschrift zur Herstellung von Aceton-Dauerhefe 
ist „frisch ausgewaschene und durch starken 
Druck möglichst yon Wasser befreite Unter* 
hefe^^ vorgeschrieben. 



Yflr]fl|«r nnd tenuiiirorUtalMr Leiter Dr. A. Soknelder in Dratdea. 



132 




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^10. 



Dresden, 5. März 1903. 



Der nenen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang. 



Iihilt : Oheaiie und Pharmaele: Nachweis des Bohnnokera im Milchxaoker. — Untenaehang^ einer Schwefelquelle 
k Dentsoh-China. — PropoUtia. — Amyloid. ~ Nene ArmelmltteL — Yohimbin. * Giftigkeit der Arnika- 
kitfteo. — ZimmiTeililaehang. — Eine schwefelhaltige Hydrocellulose. — Colloidale Metalle. — Neue gewiohtsana- 
IjUsche Bestimmang der Phosphorsinre und Magnesia. — Nene Methode aar Bestimmung des Selens in organischen 
Verbindungen. — Kalibestimmung im Harne. — Quantitatire Bestimmung der OerbsAure. — Quantitatlre Trennung 
TOB Leocin und Tyroeln — Mabmngsmittel-Chemie. — Baktcrlologliehe Mitteilancen. — TherapenÜiehe 
MitteUiuigeB. — BteEerMhae. — VencMedene Mlttellnngen. — Briefwecheel. 



Chemie und 

Zorn Nachweis des Bohrzuokers 
im MilchEucker. 

Von a E. Garlaon-Land. 
Im Journal de Pharmacie 1896, 101 
erwShnt Conrady (siehe auch Ph. C. 36 
[1895], 209), daß man noch 0,1 pCt. 
Rohrzucker im Milchzucker mittelst 
Bdsorcin nachweisen kann, wenn die 
Probe in folgender Weise ausgeffihrt 
wird: Man lOst 1 g Milchzucker in 
10 ccm Wasser und fflgt 0,1 g Resorcin, 
sowie 1 ccm concentrierte Salzsäure 
hinzu und läßt fünf Minuten sieden. Ist 
Rohrzucker im Milchzucker vorhanden, 
M) wird die Flüssigkeit rot. Da das 
Resultat dieser Probe in hohem Grade 
TOB der Ausführung abhängt, wird 
fdgendee sicherlich interessieren, umso- 
mehr, weil die Probe sowohl in neueren 
Lehrbfichem der pharmaceutischen 
^ Chemie, als auch in Pharmakopoen auf- 
geDounnen ist 

Wie bekannt, erleidet Milchzucker 
beim Kochen mit verdünnten Säuren 
öae Spaltung in Galaktose und Trauben- 
zacker. Beim Kochen verdünnter Lüs- 
ongen von Traubenzucker mit Salzsäure 



i 



Pharmacie. 

und Resordn fand ich, daß das Auf- 
treten der roten Färbung in naher Be- 
ziehung zu der nach dem Kochen er- 
haltenen Concentration der Flüssigkeit 
{Schuivanow's Reaktion) steht. 

Dasselbe Verhalten muß also auch 
beim Milchzucker eintreten, was durch 
nachstehendes bewiesen wird. 

Bei fünf Minuten langem Kochen von 
1 g notorisch reinem Milchzucker mit 
1 ccm Salzsäure (25proc.), 0,1 g Resordn 
und 10 ccm Wasser in einem Reagens- 
glase von 15 mm Durchmesser trat nur 
Gelbfärbung der Flüssigkeit ein; beim 
Kochen in einem Reagensglase von 
20 mm Durchmesser unter vollkommen 
gleichen Bedingungen besaß die rück- 
ständige Flüssigkeit deutlich rote Färb- 
ung, und der Rückstand betrug natür- 
lich weniger als im ersten Falle. Das 
Sieden wurde Über einer Spirituslampe aus- 
geführt und war nicht gar zu stürmisch. 

Also bedarf die Probe einer Aender- 
ung, und schlage ich auf Grund des 
I oben geschilderten Verhaltens folgendes 
I vor, so weit man diese Probe überhaupt 
'als glücklich gewählt ansehen kann. 



134 



Zur Anwendung kommen dieselben 
Reagentien im gleichen Verhältnis wie 
oben, jedoch nur in halb so großer 
Menge, also; 0,5 g Milchzucker, 
0,5 ccm Salzsäure (25proc.), 0,05 g 
Resorcin, 5 ccm Wasser. Ob ein Reagens- 
glas von 15 oder von 20 mm Durch- 
messer verwendet wird, ist gleichgiltig, 
nur wird dasselbe mit einem Kork ver- 
schlossen, in welchem ein Stück Kapillar- 
rohr befestigt ist. 

Das Sieden kann bei dieser Einricht- 
ung länger als fünf Minuten fortgesetzt 
werden, ohne daß Rotfärbung der Flüssig- 
keit eintritt; andererseits tritt bei weniger 
als 1 pCt. Rohrzucker im Milchzucker 
binnen vier Minuten Rotfärbung ein. 

Das Obenerwähnte ist außerdem ein 
Beweis dafür, wie genau man auf die 
Arbeitsweise achten muß, wenn man 
mit organischen Verbindungen ar- 
beitet. 



Untersucliung einer Schwefel- 
quelle in Deutsch-China. 

Durch den Gouvernements-Apotheker 
Nebel in Tsingtau wurde im Jahre 1901 
das Wasser aus 3 in der Nähe von 
Tantau belegenen Quellen einer vor- 
läufigen Untersuchung unterzogen. 

Tantau ist ein unfern der Bahnstrecke 
Tsingtau-Tsinanfu in der chinesischen 
Provinz Schantung belegenes Dorf. Es 
befinden sich dort mehrere bereits von 
Chinesen roh gefaßte heiße Schwefel- 
quellen, die seit uralten Zeiten zu 
Bädern und zu Trinkkuren benutzt 
werden sollen. Die Temperatur der- 
selben mag annähernd 80<> C betragen, 
da erzählt wird, daß man Eier darin 
hart kochen kann. Die Untersuchung! 
wurde deshalb ausgeführt, weil es nicht I 
ausgeschlossen schien, daß einst diese j 
Quellen auch von den an dei' ostasiatischen 
Küste ansässigen Europäern zu Kur- 
zweken benutzt werden. 

Alle 3 untersuchten Quellwässer ent- 
halten die gleichen Bestandteile, wenn' 
auch in verschiedener Menge. Die' 
Mengen- Verhältnisse der stärksten seien j 
hier mitgeteilt; 1 

in 100 Litern waren enthalten: ! 



CaS04 + 2H2O = 75,46 g 
CaClg = 04,4 g 

MgClg = 4,6 g 

NaCl = 223,3 g 

Organische 

Materie = 9,5 g 

Femer geringe Mengen Karbonate, 
freie Kohlensäure und Schwefelwasser- 
stoff. 

Die Menge des letzteren wurde in 
dem wochenlang in mangelhaft ver- 
korkten Bierflaschen auf dem Transport 
gewesenen Wasser noch zu 0,292 g in 
100 Litern ermittelt. Die Menge dieses 
ist an der Quelle sicher eine höhere. 
Die Reaktion des Wassers war neutral. 
Erst nach dem Kochen trat schwach 
alkalische Reaktion ein. 

Eine genauere Untersuchung konnte 
mit dem ungenügenden und mangel- 
haften Material nicht ausgeführt werden. 
Tsiugtau, den 7. Januar 1903. 

Nebel, 



Ueber Propolisin. 

Das von Spiegier in Kunnersdorf 
b. Bernstadt i. S. in den Handel ge- 
brachte Propolisin, welches sein^ 
Namen von dem Vorwachs der Bienen 
ableitet und nach Angabe des Herstellers 
ein Trockendestillationsprodukt aus einem 
klebrigen, harzigen, balsamischen Stoffe 
vorstellt, welcher von den Bienen auf 
den Blattknospen zalilreicher Bäume 
und Sträucher ges immelt wird, begegnet 
in Bezug auf Wirksamkeit und Ab* 
stammung mehrfiichen Zweifeln. Das 
Propolisin hat, was Geruch und Ge- 
schmack, sowie seine physikalischen und 
I chemischen Eigenschaften betrifft, eine ; 
i außerordentliche Aehnlichkeit mit rohem ^ 
|B ernstein öK welches ja in früheren 
Jahrzehnten als Heihnittel noch ver- 
wendet wurde, später aber wohl wegen 
seiner Unwirksamkeit in Vergessenheit 
kam. 

Amyloid. 

Einen Beitrag zur Chemie des Amyloids * 
liefert Monäry (Med. Blätter 1902, 840). 
Nach dessen Untersudiangen ist dasselbe 
kein Eohlenhydrat, sondern ein Nokleln, 
welches an schweflige Chondroitinsäure bezw. 
deren Derivate gebunden ist Vg, 



i 



135 



Neue ArzneimitteL 
Carbozyftthylkampher stellt LoUce Dok- 
bim (Phann. WeekbL 1903, 6) dar, indem 
er zn einer weingeistigen (90proo.) Kampher- 
iCsong eine entsprechende Menge wein- 
geistiger Aetznatronlange zusetzt nnd darauf t 
eine im Verhältnis zum Aetznatron über- 
adiOssige Menge GhlorameisensäureftthyleBter , 
hinzatrOpfeli Es scheidet sich Natrinm- 
düorid unter Bildung dee Aethers ab. Das 
Qewinnergebnis wird mit Wasser verdünnt 
ond es steigt infolge seiner geringeren Dichtig- 
keit der Carboxyäthylkampher an die Obe^ 
fi&ehe, w&hrend der üeberschuß an Chlor- 
imtisensäureester uch zu Boden setzt. Nach 
mebrmafigem Waschen mit Wasser wird er 
mm Trocknen mit Magnesia geschüttelt und 
dordi ein trocknes Filter filtriert. 

Dieser Aether stellt eine farblose Flüssig- 
keit mit einem specifischen Gewichte von 
0.915 dar und gibt die Jodoformreaktion. 
Fird er erhitzt, so geht er in Kohlensäure- 
ädivläther, Wdngeist, Kohlensäure und 
Kampher über. Er ist in Wasser und 
Benzol nicht, dagegen in Weingeist und 
Aether löslich. Der Geruch ist scharf und 
kimpforartig, der Geschmack ein bitterer 
md beißender. Das erstrebte Ziel, ein 
genichloses Kampherpräparat zu erhalten, ist 
demnadi nicht erreicht worden. 

Eisen- Vitellin (^englisch: Iron -Vitellin) ist 
eine organische Eisenverbindung, die ein 
lotes in Wasser vollkommen leicht lösliches 
Fairer daiBteilt Die klare, rote Lösung 
besitzt neutrale Reaktion, ist geruch- und 
Sescfamackloe. Anwendung fmdet es bei 
Nvtarmut und Bleichsucht. 

EezamethyleiitetramintaaBin - Proteid 
esthilt diemisdi gebunden 50 pCt. Gerb- 
gtee und 10 pOt. Bexamethylentetramin. 
^ ist ein gelblich-braunes, feines Pulver 
ibe Gerudi und Geschmack. Seine Wirkung 
Kroht darauf, daß es erst im Darme die 
lerbeäure frei läßt und sich mfolgedessen 
Bekämpfung dee Durchfalls und solcher 
Darmkrankhdten ägnet, die vermittels ebenso- 
virkender Mittel behandelt werden. 

lodpetrox enthält nach dem Am. Joum. 
RiniL 1902, Dee. 588, 6 pCt Jod in 
Petiox, welches kernen üeberschuß an A1- 
haben darf, auch ist dasselbe nicht 
haltbar v^ergl. Petroz\ 



MoAOjod-dibismut-methylen-dicresotinat 
ist eme chemische Verbindung, die aus 
45 pGt Wismut, 15 pCt Jod und 3 pCt 
Formaldehyd besteht. Es ist ein blaß rotes, 
sehr fernes, unlösliches Pulver ohne Geruch 
und Geschmack. Anwendung findet es als 
Wundheilmittel, da es bei Berührung mit 
der Wnndfläche Jod und Formaidehjd ab- 
spaltet. 

Nuolaüuauras Eisen von der Formel 
C4oHj|2Nu(Fe203)4(P206)2, 8H2O) ist die im 
Eigelb vorhandene Verbindung, die im Magen 
gleich den anderen Eisenverbindungen nicht 
m Chlorid übergeführt wird. Auf Grund 
von Versuchen an Tieren hat es den Eisen- 
gehalt der Leber wesentlich gesteigert. Es 
soll selbst in großen Gaben ungefährlich 
sein. 

Petrox wird nach dem Am. Joum. Pharm. 
1902, 588, erhalten aus 100 ccm flüssigem 
Paraffin (oder weißem Petroleum), 25 ccm 
Oelsäure und 25 ccm. Spiritus Dzondii. 
Oelsäure und Petroleum werden unter 
Schütteln gemischt, darauf der Ammoniak- 
spiritus zugegeben. (Wir haben hier nur 
einen amerikanischen Ersatz der Vasole 
u. dergl. vor uns.) 

Serum Thyreoidim. In der Ph. C. 44 
[1903], 79 ist als Bezugsquelle für dieses 
Präparat die Firma O. d; R. Fritz in Wien 
namhaft gemacht; wh: fügen dem hinzu, 
daß das Thyreodin-Serum von der chemischen 
Fabrik von E. Merck in Darmstadt hei^ 
gestellt wird und audi von dieser bezogen 
werden kann. s. 

Silber -Vitellin ist ein dunkelbraunes 
Pulver mit 30 pGt Silbergehalt, das in 
Wasser leicht lö^ch ist Durch Natrium- 
chlorid und Eiweiß wird keine Fällung er- 
zeugt. Seine Wirkung ist eine tiefgehende. . 
Es hat sich als Ersatz anderer Silber- 
verbindungen in 3 proc. Lösung bei Tripper, 
Ohren-, Nasen- und Halsleiden bewährt. 

Das in den Nouv. Rem^. erwähnte Silber- 
Proteld scheint mit diesem Präparat gleich- 
bedeutend zu sein; denn dieses soll durch 
Behandlung von Vitellin mit Silbemitrat 
gewonnen werden, während das Vitellin auf 
bisher noch unbekannte Weise durch Um- 
wandlung ans Gliadin, einem Getreide-Froteld, 
erhalten wiid. Es enthält ebenfalls 30 pCt. 



136 



Silber. Kur wird es m genannter Zeitschrift 
Silber-Proteltd genannt. 

Vaselina WUbnrine ist in dem chemischen 
Laboratoriam des ailgem. Österr. Apothek.- 
Vereins (Zeitsch. d. allg. österr. Apoth.-Ver- 
eins 1902) untersacht worden, und es wurde 
folgendes Ergebnis gefunden. Die physi- 
kalischen Eigenschaften einschließlich der 
Löslichkeitsverhältnisse nnd normal, der 
Schmeizpunkt liegt bei 40^ G, der Er- 
starrungspunkt bei 37^. Beim Glühen ist 
sie vollstAndig flflchtig. Unter dem Mikroskop 
sind keine Krystalle wahrnehmbar. Die 
Reaktion ist fast neutral. Die gesdimolzene 
Probe gab an das doppelte Gewicht Wein- 
geist, mit dem sie geschattelt vnirde, nichts 
ab, das Lakmuspapier rötet Die abgegebene 
Menge an Säure ist so gering, daß sie b^ 
der Titration, nur 0,004 pOt als SO3 be- 
rechnete Säure ergab. Die gelb aussehende 
Farbe ging beim Zusammenreiben mit con- 
centrierter Schwefelsäure zwar in braun, aber 
nicht in dunkelbraun oder gar schwarz über. 
Da Harze und Fettsäuren nicht vorhanden, 
ist die Jod- und Verseifungszahl belanglos. 
Demnach entspricht dieselbe den Anforder- 
ungen der Österreich. Pharmakopoe. 

Zu beziehen ist diese Vaseline durch die Firma 
Lotiis Ritz d; Co. in Hamburg. 

H. Mentxel, 

Das Yohimbin 

ist nach den Untersuchungen yonWingfieimer 
(Chem.-Ztg. 1903, Rep. 20) der Methylester 
der Yohimboasäure. Es läCt sich durdi die 
berechnete Menge Kalilauge verseifen. Die 
freie Yohimboasäure schmilzt unter Zer- 
setzung bei 259 bis 260 ^ C; gegen licht 
und Luft ist sie viel beständiger als Yohimbin. 
Durch Esterificierung der Yohimboasäure mit 
höheren Alkoholen kann man zu den Homo- 
logen des Yohimbins gelangen. Der Aethyl- 
ester krystallisiert aus Aether m langen, 
glänzendweiPen Nadeln. Das Ehodanid des 
Aethylesters krystallisiert aus 50proc Wein- 
geist in quadratischen Tafeln. Isoamyl- 
yohimbin bildet feine glänzende Nadeln, die 
bei 143 bis 145 ^ C schmelzen. ^he. 

Giftigkeit der Arnikablüten. 

Der innerliche Genuß von Arnikabiüten- 
Aufguß ist keineswegs ungefährlich. So 
berichtet Dr. Leibhoh in der deutsch. Medic 



Ztg. 1902, 1062, von einer schweren Ver- 
giftung, welche sich ein Mädchen durch eine 
Abkochung von 20 g Flores Amicae zu- 
gezogen hatte. Das Mittel war derselben 
als Abortivum empfohlen worden und hatte 
den Zweck voUstsiidig erreicht Vennutiidi 
hatte das nicht ungefährliche Arnicin diese 
Wirkung hervorgerufen. Vg. 



ZimmtverfBlsohung. 

Dr. Schmitx-Dumoni berichtet in der 
Zeitschrift für öffentliche Chemie über me 
f^lschung des Zimmts, die er in der Praxis 
im Dr. Hefelmann'Bfben Laboratorium zu 
Dresden beobachtet hat Farbe, Gemdi 
und Geschmack der zu untersuchenden Probe 
stimmte mit Caasia-Rinden-Zimmt gut flber- 
em, nur unter dem Mikroskop ließen üch 
der Cassia-Rmde fremde Elemente, unter 
anderem keulenförmige Stärkekömer, Ijüieit- 
und Treppengefässe wahrnehmen. Es handelte 
sich um eine Verfälschung mit Rhizoma 
Gaiangae pulv. Durch emen solchen Zosati 
wird das Aroma alter, lange gelagerter 
Zimmtsorten erhöht, außerdem ist Rhizoma 
Gaiangae pulv. schon zum halben Preise 
selbst von schlechten Zimmtsorten zu kaufen. 
Um den brennend scharfen Geschmack des 
Galgants zu vermeiden, hatten die gescfaiektea 
Fälscher extrahierte Wurzehi vermählen. 
—dd. 

Eine schwefelhaltige Hydro- 
cellulose, 

die beim Erhitzen mit EautBchuk ihrei 
ganzen Schwefel zur Vulkanisation des Kaut- 
schuks hergibt und selbst als diemiach ge- 
bundener Beetandteil in die GnmmimaflW 
übergeht, wird nach ebem Patente yqb 
Sthamer (Chem.-Ztg. 1902, 1206) dar* 
gestellt, indem man 200 kg feingemahkna 
Hydrocellulose in so viel oonc Salzsäure von 
24^ B^. emträgt, bis alles gelöst und ein 
noch gut zu bewegender Brei entstanden ist 
Dann werden unter gutem Umrühren 70 
Chlorschwefel langsam zugesetzt und 
einiger Zeit die Masse in nicht zu viel kall 
Wasser eingetragen, wobd sich die Sul& 
hydrocellulose abscheidet und auf Fill 
abgesaugt wird. —Ae. 



137 



Ueber ooUoidale Metalle 

Int, wie wir der Fhann. Poet 1902, 736 
eDtnehmen, Ftof. Bamberger einen Vortrag 
gdntteo. Demnaeh hat schon Oraham ge- 
funden, daß jedes Coiloid in zwei Formen 
Toriianden ist, einmal in der gelösten, 
^jdroBoP, und in der eoagnüerten, 
„HydrogeF genannt Auch war es ihm 
bebnnt, daß der 8ol*)k5rper durch Oe- 
rinnnng in die andere des 6el**)stoff flber- 
gehen kann. Anf Onmd der neueren Forsch- 
mgen dürften in den coUoidaien LOsongen 
flbertiaupt keine LOsongen, sondern nur Ge- 
menge von äußerst feiner Verteilung vor- 
fiegen. 

Zur Gewinnung von coUoidaien Metallen, 
z. B. Gold, taucht man nach Bredig zwei 
etwa IY2 °^m dicke Golddrfthte in eine 
außen mit Eäs gekahlte Sdiale, die mit 
ninem, kohlensäurefreien destillierten Wasser, 
dem Spuren von Natronlauge zugesetzt sind, 
geffillt ist, ein. Nadi Verbindung der Gold- 
drihte mit emer Gleichstromldtung von 
8 las 10 Amperen nSbert man die Gold- 
spitzen bis auf 1 bb 2 mm Abstand. Hier- 
bei bDdet sich unter der OberOUche des 
Waaeers ein kleiner zischender Lichtbogen 
vnd man bemerkt, daß vom negativen Pole 
au das Gold m purpurroten Wolken sich 
leb m der ganzen Flüssigkeit ab ,,SoH', 
teib in grOss^'en Stückchen, welche durch 
IStration getrennt werden können, ver- 
breitet 

Auf diese Wdse wird dne tief dunkebote 
eoHoidale LOsung von ungef&hr 140 mg im 
liter erhalten. Die Farbe dieser Lösung 
idOt sich jahrelang unverändert Auf dem- 
«Iben Wege kann man auch Platin- und 
' Sber-Sol gewmnen. Die Silberdrfthte müssen 
. Menü eine Di<^e von nur 1 mm haben. 
Sb Lösung des Silbers besitzt ehie tief dunkel- 
kanne bb dunkeloiivgrüne Farbe. Palladium, 
ki£mn und Cadmium geben auch auf diese 
Webe Sole. 

Bb chemischen Darstellungen des Gold-, 
Slber- und Queeksilber-Golloid sind von uns 
berotB in Ph. 0. 38 [1897], 562; 43 [1902], 
447 SUber, 89 [1898], 354, 489; 43 [1902], 
U7 Gold; 39 [1898], 553; 40 [1899], 

*) Ton solutom. 
**) ^n gelatinosum. 



404; 43 [1902], 436 Quecksilber gebracht 
worden. 

Lottermoser hat auch auf diemisohem 
Wege coUoidales Wismut und Kupfer ge- 
wonnen. (Siehe auch Ph. C. 40 [1899], 404). 

Zur Unterscheidung einer coUoidaien von 
einer wahren Lösung schüttelt man sie mit 
Schwerspat GoUoide werden dabei zu Boden 
gerissen, gelöste Körper verbleiben in der 
Lösung. Die Größe der Teildien, die in 
den MetaUsuspensionen enthalten sind, wird 
mit 0,00014 mm angegeben, sodaß sie die 
Molekularausmessung höchstens um das 1000- 
bis lOOOOfache übertreffen. ^tx^. 



Eine neue gewichtsanalytisohe 

Bestimmung der Fhosphorsäure 

und Magnesia 

nach der Molybdinmethode empfiehlt Biegler 
(Ghem.-Ztg. 1908, Rep. 21). Er versetzt 
die ammoniakalisohe Lösung von pho6pho^ 
molybdXnsaurem Ammon mit Ghlorbaryum, 
wobei die Phosphorsftnre quantitativ als phos- 
phormolybdänsaures Baryum, Ba27(Mo04)24 
PaOg + 24H2O1 ausfällt Die mit Salpeter- 
säure angesäuerte Lösung des Phosphates, 
welche höchstens 50 mg P2O5 enthalten darf, 
wird zum Kochen eihitzt und mit 50 com 
einer 25proc Ammoniummolybdatlösung ver- 
setzt Nach zwei Minuten langem ruhigen 
Stehen wird zwei Minuten kräftig geschüttelt, 
nach zweiBtündigem Stehen abfiltriert und der 
Niederschlag mit einer 20proc Ammonium- 
nitratlösung ausgewaschen. Dann wird der 
Niederschlag vom Filter in einen Kolben ge- 
spritzt und in einigen ccm Ammoniak gelöst Die 
60 bis 70 ccm betragende Flüssigkeit wird 
mit einem Ueberschusse, etwa 20 bis 25 ccm 
lOproc. Cblorbaryumlösung versetzt, durch 
gelindes Umschütteln gemischt und der Nieder- 
schlag nach dem Absetzen filtriert, gewaschen 
und bei 100 ^^ C getrocknet Durch Multi- 
plikation des Gewichtes des Baryumphosphor- 
molybdates mit 0,0175 erhält man die ent- 
sprediende Menge Phosphorsäure (P2O5). In- 
folge des hohen Molekulargewichtes der Ver- 
bindung kann man auf diese Weise noch 
Behr kleine Mengen Phospkorsäure genau 
bestimmen. Wie die Phosphorsäure kann 
man auch die Magnesia nach dieser Methode 
bestimmen, indem man die Salpetersäure 
Lösung des Magnesiumammoniumphosphates 



138 



mit molybdänsaurem Ammon versetzt und 
den Niederschlag in angegebener Weise weiter 
behandelt Die Magnesia erhält man durch 
Multiplikation des Gewichtes des phosphor- 
molybdänsauren Barynms mit 0;0099. 

—he 

Eine neue Methode 

zur Bestimmung des Selens in 

organischen Verbindungen 

gibt Frerichs i^Archiv der Pharmacie 1902, 
656) an. Er zerstört etwa 0,2 bis 0,3 g 
Substanz nach Carius mit Salpetersäure (1,4 
spec Gew.) unter Zusatz von etwa 0,5 g 
Silbemitrat. Der Rohrinhalt wird zur 
Trockne verdampft und der Rttckstand mit 
einigen Tropfen Wasser verrieben, dann mit 
Alkohol auf dn Filter gebracht und mit 
Alkohol gewaschen, bis im Filtrat kein Silber 
mehr nachweisbar ist Das Filter mit dem 
Rückstände whrd dann in einem Becherglase 
mit etwa 20 ccm Salpetersäure und 80 ccm 
Wasser so lange gekocht, bis der Rückstand 
völlig gelöst ist. Nach Zusatz von 100 ccm 
Wasserund 1 ccm Eisenammonalaunlösung wird 
mit 0,1 Normal-Rhodankaiiumlösung titriert. 
1 ccm = 0,00395 g Selen (abgerundetes 
Atomgewicht für Selen 79.) 

Es entsteht bei der CaWu^'schen Methode 
ausschließlich selenigsaures Silber. 

Auf diesem Wege läßt sich auch die 
Bestimmung von Selen neben Halogen aus- 
führen, doch ist es etwas schwierig, das 
Halogensilber völlig von dem selenigsaurem 
Silber durch heißes, salpetersäurehaltiges 
Wasser zu befreien. p. 

Zur Kalibestimmung im Harne 

empfehlen Äutenrieth und Kemheim (Chem.- 
Ztg. 1903, Rep. 5) die Fällung mit Natrium- 
kobaltinitrit Dieses Reagens gibt noch mit 
den verdünntesten Ealilösungen euien gelben 
Niederschlag von Kaliumnatriumkobaltinitrit 
Co(N02)6(KNa)3 + XH2O. Die Kalimengen 
dieses Salzes sind sehr verschieden, das 
Natrium vertritt es mehr oder weniger in 
äquivalenten Mengen. Die übrigen Alkalien 
und alkalischen Erden werden durch das 
Reagens nicht gefällt. Zur quantitativen 
Bestimmung werden 50 ccm des filtrierten 
Harns mit 6 bis 10 ccm des Kobaltreagens ^"^ 
gilt durchgeschüttelt, über Nacht stehen 



gelassen, und das ausgeschiedene Kobaltgelb 
auf emem nicht zu kleinen, aschefreien Füter 
gesammelt, mit kaltem Wasser, dem einige 
Tropfen Reagens zugesetzt sind, abgespült 
und bei 110 bis 120^0. getrocknet Den 
trockenen Niederschlag bringt man in eine 
Porzellanschale, verascht das Filter im Platin- 
tiegel und zieht die Asche mit heißem Wasser 
aus und setzt den filtrierten Auazug dem 
Niederschlage zu. Dann zersetzt man den 
Niederschlag durdi gelmdes Eriiitzen mit 
10 bis 15 ccm 25proc. Salzsäure, bis das 
Kobaitgelb mit tiefblauer Farbe in LOsang 
gegangen ist, die man zur staubigen Trockne 
emdampft. Den Rückstand übergießt man 
mit etwas Wasser und 10 bis 15 com einer 
schwefelsäurefreien, etwa 18proo. Ueberchlor- 
säure, rührt gut durch und erhitzt auf dem 
Wasserbade solange, bis reichlich wdße 
Nebel von Ueberchlorsäure auftreten bezw. 
der Rückstand staubfrei geworden ist Das 
trockene Gemenge der Perchlorate von Kalium, 
Natrium und Kobalt wird mit 10 ccm 96pn>e. 
Alkohols, der 0,2 pCt Ueberohlorsäare ent- 
hält, gut durchgerührt und das ungelOst 
bleibende Kaliumperchlorat in einen gewogenen 
Goochtiegel gesammelt und mit Ueberchlo^ 
säurehaltigem Alkohol und dann mit einer 
Mischung von gleichen Teilen Alkohol und 
Aether ausgewaschen, bis das Filtrat beim 
Eindunsten kaum einen Rückstand hinterläßt 
Der Tiegel wird dann bei 120<> C getrocknet 
und gewogen. WiU man das Kalium als 
Kaliumplatinchlorid zur Wägung bringen, 
so wird das trockene Kobaltgelb im Hatin- 
tiegel gelinde geglüht, mit Wasser ausgezoges 
und der Auszug mit Platincfaloridchlo^wa8Be^ 
stoffsäure zum Sirup eingedampft und mä 



^J Das Reagens soll nach der Vorschrift ia 
Erdmann ^ Anorganischer Chemie 1900 S. 613 
hergestellt werden, welche folgendermaßen lautet; 

„30 g krystallisiertes Kobaltnitrat werden in 
60 ccm Wasser gelöst, mit 100 ccm einer oon- 
centarierten Natnumnitritlösung (entsprechend 
50 g NaNOo) gemischt und 10 ccm Eisessig 
zugegeben. Nach einigen Sekunden beginnt eine 
lebhafte Entwickelung von farblosem Stickoxydgas 
und das Kobalt geht in die dreiwertige Fono 
über, was sich an der Farbenändening der 
Lösung beobachten lälit. Da das käufliche Na- 
triumnitrit meist eine Spur Kalium enthält setit 
das Reagens beim Stehen über Nacht gewöholidi 
ein wenig eines gelben Niederschlages ab, von 
dem man dann abfiltriert. Die so erhaltene 
Lösuncr kann zum Gebrauch verdünnt werden."* 



139 



Alkohol ausgewaschen. Die Verf. haben 
gefunden^ daß jeder mensehliohe Ham^ 
normaler und pathologer, Kali enthält 



Zur quantitativen Bestimmung 
der Gerbsäure. 

gibt ÄMO/; (Chem.-Ztg. 1903, Rep. 22) 
folgende Methode an. Erforderlich sind eine 
Vo NormalsodalOeung^ eine Ferrisulfatlösnng, 
die nldit nnter 50 g Ferrisnlfat in 1 L ent- 
hllt nnd der Sodalösnng mindestens ftqni- 
valent ist, nnd eine Normal-Essigsäure mit 
5 g Natrinmtartrat in 1 L. Die Ferrisnlfat- 
Usang ist im Dunkeln aufzubewahren. Der 
Gferbsäuregehalt der zu prüfenden Lösung 
soll 0,4 pCt. nicht übersteigen. 50 com 
der GerbsänrelOsung werden in einem 250 ccm 
Kolben zuerst mit 10 ccm der SodalOeung 
nnd dann mit ebensoviel Ferrisulfatlösung 
Tereetzt, umgeschüttelt und sofort 25 ccm 
der Essigsänre zugegeben. Nach kräftigem 
ümsdifittefai wird der Koibeninhalt erhitzt, 
eine Minute lang im Sieden erhalten und 
dann fUtriert Der Niederschlag wird so 
lange mit heiPem Wasser gewaschen, bis das 
Flitrat eisenfrei ist nnd nach dem Trocknen 
geglüht. Aus dem Gewicht des erhaltenen 
Eisenoxjdes ergiebt sich der Oeibsäuregehalt 
dmtsh Multiplikation mit 

321,22.0,7001 _ 

56 = ^'^^^- 

Zur Unterscheidung von Gerbsäure 

Nahrungsmi 

Kethol-Extrakt und Meth-Trank. 

Naeh emer Bekanntgabe des „Dresdner 
Anzeigers^ hat „die Königlich sächsische 
Bagierong den obersten Landesfinanzbehörden 
der übrigen deutschen Bundesstaaten mit- 
geteilt ^ daß der Pächter der Königlichen 
WeinbergB-Domäne in Niederpoyritz bei 
Dresden, der bisher ein Malzsurrogat unter 
dem Namen ,y9fiß er Weizenmalz -Extrakt^^ 
QBw. in den Handel brachte, neuerdings unter 
da Frachtbiiefbezeiohnung „Chemikalien, 
nieht feuergefährlich'^ einen Extrakt — 
Methol-Extrakt — zum Zusätze für Bier 
uf Transportfässem versendet Der Extrakt 
toll Saccharin enthalten, dessen Verwendung 
in Gewerben bekanntlich verboten ist.'' 

Vermutlich aus diesem Methol-Extrakt oder 



und Gallussäure empfiehlt er dieselbe 
Reaktion in folgender Ausftlhrung. Die 
Gerbsäurelösung wird so weit verdünnt, daß 
sie auf tropfenweisen Zusatz einer Ferri- 
sulfatlösung (20 g in 1 L) in einem Reagens- 
glase von zwei cm Durchmesser noch eben 
durchsichtig ist Dann versetzt man 10 ccm 
dieser verdünnten Gerbsäurelösung mit 2 bis 
5 Tropfen der Ferrisalzlöeung, fügt ebenso- 
viel einer Sodalösung (28 g krystall. Soda 
in 1 L) und 4 bis 10 Tropfen einer Essig- 
säure von 1,04 spec Gewichte, die 5 g 
Natrinmtartrat in 1 L enthält, hinzu. Nach 
dem U^nschütteln entsteht ein schwarzer 
Niederschlag, der beim Erhitzen nicht ver- 
schwindet, während Gallussäure bei gleicher 
Behandlung keinen Niederschlag gibt. Ein 
Zusatz von einem Tropfen der Ferrisulfat- 
lösung zu der verdünnten Lösung erzeugt 
bei Gallussäure eine Schwärzung, die sofort 
in Gelb übergeht, während sie bei Gerbsäure 
bestehen bleibt —he. 

Zur quantitativen Trennung von 
Leuein und Tyrosin 

empfehlen Habermann und Ehrenfeld 
(Chem.-Ztg. 1903, Rep. 6) das Erhitzen 
des Gemisches am Rückflußkühler mit einem 
Alkohol-Eisessiggemisch, wobei das Leucin 
sehr leicht in Lösung geht und das Tyrosin 
sich am Boden des Gefä'!es als pulverige 
Masse ausscheidet, die (ev. mit der Luft- 
pumpe) abfiltriert werden kann. —he. 



ttel-Chemie. 

einem anderen ähnlichen Präparat schemt 
ein „Meth-Trank^^ bezeichnetes Getränk 
hergestellt zu sein, welches hier seit einiger 
Zeit in Handel ist und abscheulich süß 
schmeckt Die Etikette dieses Meth-Trankes 
lautet mit Hinweglassung hier nebensäch- 
licher Bemerkungen folgendermaßen: Dem 
I Nahrungsmittel-Gesetz v. 14. Mai 79 u. dem 
Saccharingesetz v. 6. Juli 98 entsprechend. 
Meth-Trank, bereitet durch Mischung aus 
! 0,020 Zucker, 0,750 Wasser, 0,200 Gulm- 
I bacher, 0,005 Extrakt u. künstl. Süßstoff. 
\ Vorgenannter Extrakt ist aus vorzüglichen 
{ Oonleuren, aromatischen Pflanzen-Auszügen, 
, künstl. Süßstoff und garantiert reinem Weizen- 
I Malz bereitet. Bestes Erfrisdiungsgetränk 
mit nur 0,08 Alkoholgehalt u. ist unerreicht 



140 



an Wohlgeschmaek. Es ist kein Bier, sondern 
nur eine erfrisdiende Limonade mit hoch- 
feinem aromatischen Qesehmack. Enthält 
künstl. SaOstoff lt. Gesetz vom 6. Juli 1898. 

Ueber die Zusammensetzung und 
Bildung des Oänsefettes 

haben Weiser nnd Zaitschek (Chem.-Ztg. 
1903, Rep. 23) Versnche angestellt. Sie 
fütterten Gänse teils mit Mais, teils mit 
Besenhirse. Die Fette der auf verschiedene 
Art gefütterten Gänse wichen aber fast 
gamicht von einander ab; was mit den 
Beobachtungen anderer Autoren nicht im 
Einklänge steht. Die Verf. erklären sich die 
Ergebnisse dadurch, daß das Futter arm an 
Fett war, sodaß das resorbierte und unver- 
ändert abgelagerte Fett verschwindend wenig 
dem Fette gegenüber war, das sich aus 
Kohlenhydraten bildete. Dieses neugebiidete 
Fett muß dann bei beiden Futterarten gleich 
gewesen sein. _ — Äe. 

Neues Konservierungsmittel für 
Wurst. 
Auf der Hauptversammlung der Ver- 
einigung öffentlicher analytischer Chemiker 
Sachsens^ deren Bericht in der Zeitschrift 



für öffentliche Chemie abgedruckt ist, lenkte 
Herr Dr. Moos die Aufmerksamkeit anf 
die neuauftauchenden Konservierung»- 
mittel. Die großen Thüringer Worat- 
fabrikanten, denen jetzt durch das Gesetz 
die Anwendung der beliebten schwefUgsanren 
Salze und anderer Konservierungsmittel ver- 
boten ist, fühlen das Bedürfnis im Interesse 
des Aussehens ihrer Waren ein neues un- 
schädliches Konservierungsmittel einzuführen. 
Natürlich kommt ihnen die chemische In- 
dustrie bereitwilligst entgegen. Unter dem 
Namen ;,Furon^' wird als gänzlich un- 
schädlich und den Bestimmungen des Rachs- 
kanzlers vom 18./2. 02 nicht zuwiderlaufend, 
ein angeblich völlig neues Präparat ange- 
priesen. Dasselbe erwies sich als Kali- 
salpeter und essigsaure Thonerde. Die 
konservierende Kraft des Mittels scheint 
nach Beobachtung des Herrn Dr. Moos 
in der Tat gut zu sein, ein damit behandeltes 
Stück Wurst hielt sich in Farbe und Ge- 
ruch bei Zimmertemperatur 10 Tage un- 
verändert. Wie es freilich mit der Gesnnd- 
heitszuträglichkeit dieses Präparates steht, 
bleibt zunächst der Entscheidung der Aerzte 
überlassen; jedenfalls ist bis auf wdteres 
vor der Anwendung desselben zu warnen. 

—del. 



Bakteriologische Mitteiiungen. 



Die Widerstandskraft trockener 

Mikroorganismen. 

In Pringsheim'B Jahrbüchern für wissen- 
schaftliche Botanik; Band 38, pag. 291 bis 
341, hat Walter Kurxtvelly eine Arbeit 
über die Widerstandsfähigkeit trockener, 
pflanzlicher Organismen gegen giftige Stoffe 
veröffentlicht, die es verdient, etwas ein- 
gehender betrachtet zu werden, besonders 
gilt dies von dem Teil der Arbeit, der sich 
mit den niederen Organismen beschäftigt. — 
Wie bekannt, sind an sich die Samen und 
Sporen der Pflanzen mit emem hohen Grade 
von Widerstandskraft gegenüber den ver- 
schiedensten Schädigungen begabt, Kurz- 
welly untersuchte nun die Einwirkung 
chemischer Körper auf ausgetrocknetes 
Protoplasma und behäutete Sporen. An 
älterer Literatur fand er Arbeiten vor von 
Hoffmann, der feststellte, daß mit Wein- 
geist befeuchtete Botrytissporen nach dem 



Abdünsten desselben auskeimten^ von PasteuTy 
der 1877 dasselbe für Sporen von Bacillas 
Anthracis mitteilt, von Claude Bernardj 
der frische Bierhefe nach vier Tagen in ab- i 
solutem Alkohol lebensfähig fand, während I 
vorgetrocknete nach eineinhalbjähriger Anf 
bewahrung in demselben noch aussprosste 
und von verschiedenen anderen Autor» 
z. B. Eppstein, Minervini, Lade usw. 
Uebereinstimmend mit ihnen konnte Kurx^ 
welly feststeUen, daß mit dem Wassergehalt 
der untersuchten Objekte oder dem Wasser- 
gehalt der angewandten chemischen Stoffe^ 
sich die verderbliche Wirkung der letzterenj 
auf das pflanzliche Protoplasma steigerte, j^ 
trockener hmgegen die Organismen dnd und 
je wasserärmer die chemischen Körper, diel 
man anwendet, um so länger halten sich die, 
ersteren lebensfähig. Auf die Betraohtungeoi' 
die Kurxweüy hieran knüpft, kann hier 
nicht näher eingegangen werden, ich onrähne, 
nur, daß dampfförmig angewandte Stoffe 



141 



giftiger wirkten als im flOflsigMi Zustand. 
Ab Objekte dienten dem Autor: 1. Pibris- 
sporen: Pbyoomyoes nitens und Aspergillus 
oiger; 2. Hefe: Saoeharomyoes cerevisiae; 
3. vegetative Spaltpilze : Micrococeos (Baeilias) 
prodigiosns und Sardna rosea; 4. Bakterien- 
iporen: die von Badllos subtilis. Geprüft 
wwde ihr Verhalten gegen wasserfreien Al- 
kohol, Aether, Benzol, Schwefelkohlenstoff 
and Chloroform. Die Methoden des Autors 
erwies«! sich als durchaus einwandfrei. Es 
wurde erreicht, daß die Chemikalien völlig 
wisnrfrei zur Verwendung gelangten, und 
daß sich beim Aussäen nach ihrem Aufent- 
halt in den Flflssigkeiten, keine Spuren der 
letzteren mehr an den Objekten befanden. 

Von den Resultaten sei erwfthnt, daß sich 
wie zu erwarten war, die Danerformen weit 
rasiBtenter erwiesen, als die vegetativen Zu- 
itinde; eine Ausnahme bildet Hefe, die sich 
in vielfacher Hinsicht wie Sporen verhält 
Was die Giftwirkung der chemischen Körper 
betrifft^ so sind im allgemeinen Alkohol und 
Schwefelkohlenstoff schädlicher als Aether, 
Benzol und Chloroform. Die angewandten 
Stoffe sind wasserfrei weniger schädlich als 
im mit Wasser verdünnten Zustande. 

Antiseptica werden in Lösung von wasser- 
freiem Alkohol in ihrer Wirkung, gegenflber 
wäsBeriger Lösung, herabgesetzt Durch 
vorheriges Austrocknen der Organismen (im 
ExaidLator) wurde ihre Widerstandsfähigkeit 
g^en hohe Temperaturen sehr gesteigert. 
Solehe vorgetrocknete Sporen von Phycomyces 
nitens halten sich in absolutem Alkohol 
beser und länger keimfähig, als wenn sie 
lufttrocken aufbewahrt werden. Aus dem 
reiehen Zahlenmaterial, das der Autor in 
▼iaien Tabellen niedergelegt hat, seien nur 
einige interessante Daten hier aufgeftlhrt: 
'Lofttrodcrae Organismen, direkt in wasser- 
freie Medien gebracht, waren wenig resistent 
Sireina waren in absolutem Alkohol nach 
24 Stunden noch, Saccharomyces cerevisiae 
Dseh 3 Tagen, ungetrocknete Sporen von 
Aspergillus keimten noch nach 62 Tagen 
in Schwefelkohlenstoff, nach 72 Tagen in 
sh9ohitem Alkohol Vorgetrocknete Sporen 
v<m letzterem Filze nach 94 Tagen in 
Schwefelkohlenstoff, nach 267 Tagen in ab- 
nfaitem Alkohol nach 549 Tagen in Benzol, 
nadi 642 Tagen in Aether keimten sie noch 
ans. Es trat femer Wachstum der Sarcina 



rosea, die vor ihrem Einbringen in die 
chemischen Körper im Exsickator vorge- 
trocknet war, ein nach Aufenthalt von 
3 Tagen in Chloroform, 7 Tagen in Schwefel- 
kohlenstoff, 14 Tagen in Aether und Benzol. 
Eingetrocknete Bierhefe, die keine Sporen 
gebildet hatte, petzte, in Nährlösung gebracht, 
ihr Wachstum fort, nachdem sie einen Aufent- 
halt von 209 Tagen in Benzol oder 244 
Tagen in Schwefelkohlenstoff oder 363 Tagen 
in absolutem Alkohol oder 419 Tagen in 
Aether durchgemadit hatte. 

Der Raum verbietet, auf weitere inter- 
essante Versuche einzugehen; erwähnt sei 
nur, daß Sublimat in wasserfreiem Alkohol 
1 : 1000 in dmer Einwirkungsdauer von 
56 Tagen von Aspergillus Sporen vertragen 
wurde, 3 pCt Phenol -Alkohol 133 Tage. 
Der Wert der sonst so wirksamen Anti- 
septica erwies sich also als minimal, sobald 
dieselben in wasserfreiem Alkohol gelöst, 
angewandt werden, wie schon R. Koch für 
verschiedene andere Desmfektionsmittel be- 
wiesen hat, daß sie unwirksam sind, sobald 
man das Wasser ausschließt 

Als praktische Schlußfolgerung aus den 
Arbeiten KurxwellyB ergibt sich, daß 
wasserfreier Alkohol, Aether, 
Schwefelkohlenstoff, Chloroform 
usw. nicht ohne weiteres als steril 
betrachtet werden können, um so 
weniger, als sich in der Luft zumeist aus- 
getrocknete Sporen und Bacillen befinden, 
die also sehr wohl in den Fittssigkeiten oder 
in den nicht sterilisierten Flaschen enthalten 
sein, und so beim Reinigen der Wundflächen 
in die Wunde gelangen können. —<lel. 



Beweglichkeit der Bakterien. 

Um die beweglicheren Mikrobien von den 
minder beweglichen zu trennen, legten Camot 
und Oamier Sandtubenknlturen an, indem 
sie Kulturen in flüssigen Nährboden dne 
bestimmte Schicht^emen Sandes passieren 
ließen nnd die zuerst durchgedrungenen 
Mikroorganismen sammelten. Die Resultate 
dieser Versuche zeigten, daß von den beweg- 
lichen Mikroorganismen Cholera-, Typhus- 
badllus, Bakterium coli, Bacillus subtilis die 
Sandschicht zuerst durchdrangen. Diesen 
Versuchen kommt praktische Bedeutung zu, 
da zur Reinigung des Trinkwassers Sandfilter 



142 



verwendet werden, welche Cholera- und 
Thyphusbacillen somit am ehesten zu passieren 
in der Lage sind. Da zu Trinkwasser- 
reinignngszwecken diese^ die mensdiliche 
Gesundheit am meisten schädigenden giftigen 
Keime in erster Linie femgehalten werden 
sollen, so folgt daraus, daß. die Sandfilter 
in keiner Weise eine vollkommene Wasser- 
remignng gewährleisten. 

Medie. EUUier 1902, 837, 



Um Katgut zu sterilisieren, 

verfährt man nach Claudius (Deutsche 
Zeitschr. f. Chhr. 64 H. 5 n. 6) folgender- 
maßen. Von gewöhnlichem rohen Eatgnt 
werden ohne jede Vorbereitung zwei zu- 



sammengeknüpfte Fäden, die sich auf emer 
starken Giasspule befinden, in eine LöBong, 

I die aus je 1 Teil Kaliumjodid und Jod in 
100 Teilen Wasser besteht, auf die Daner 

' von adit Tagen gelegt Die so behanddten 
Fäden können fünf Monate aufbewahrt 
werden. Vor ihrer Verwendung legt man 
die Fäden in 3proc. Karboiwasser oder eine 
unschädliche, sterile Flüsagkeit, um über- 
schüssiges Jod zu entfernen. Das Uebrig- 
gebliebene kommt in die Jodlösung zurflek. 
Diese Fäden sind von pechschwarzer Faibe 
und heben sich infolgedessen gut vom Ge- 
webe ab, sie smd bildsam und dehnbar, 
wie sie sich auch leicht knüpfen lassen. 



Therapeutische Mitteilungen. 

Giftigkeit des Heroins. | ganzen Gegend stehende Gewässer, wo die 

Das Heroin (Diacetylmorphin) ist nach Larven der Anopheles (vgl. Ph. 0. 42 [1901], 
Mitteilung von Prof. Hamack (Münch. \ 730), die ja streng an Wasser gebunden 
Med. Wochenschr.) schon von Wright (vor s«»^? 8><* hätten entwickeln können, fehlten. 
25 Jahren) und dann von Hesse (vor 1 5 Jahren) ^' Lutx fand nun, daß das Wasser, das viele 
hergestellt worden. Das Heroin ist nach tropische Bromeliaceen, die über stengel- 
Hamaek ein überaus gefährliches Mittel, umfassende und spiralig gestellte Blätter y&- 
jedenfalls viel giftiger als Morphin. i fügen, beständig in dem von den Blättern 

Die Elberfelder Farbwerke haben nach geWldeten Trichtern führen, die alleinige Brnt- 
Eamack die Gabe von 0,005 g „für zuweilen statte dieser Mückenart war und daß eine völlige 
etwas hoch^' bezeichnet und empfehlen von ; Anpassung an den Aufenthalt in diesem 
dem leichtlöslichen Heroinum hydrochloricum Bromeliaceenwasser bestand. In Betracht ah 
0,003 g als Einzelgabe, 0,01 g als Tages- 1 Wasserbehälter kamen besonders die Arten: 
gäbe; das Mittel zählt also zu den giftigsten i Vriesia, Nidularium, Billbergia, Aechmea, 
des Arzneischatzes und muß daher mit Bromelia. —de/, 

großer Vorsicht angewendet werden. 

Einwirkung des Spinnenbisses 

auf den Harn. 

Wie Prof. R. Robert wiederiiolt betont 
hat (vergl. Oh. C. 48 [1902], 359), bedtrt 
sowohl unsere Kreuzspinne, als audi andere 
Spinnen^ z. B. die sog. russische Spinne, in 
allen ihren Körperteilen ein stark hämoly- 
tisches Gift. In der Medic Woche 1902, 336, 
teilt Prof. Kobert mit, daß der Harn eines 
von einer Spinne gebissenen Mannes am 
Tage nach dem Biß große Mengen Eiweiß, 
reidilich Methämoglobm, Oxyhämoglobin und 
Urobilin enthielt. 

Interessant ist, daß es in Chile gelährliebe 
Spinnen gibt, deren Biß heftige Krämpfe 
hervonnft, worauf meistens der Tod eintritt 



Malaria in Brasilien. 

Einen weiteren Beitrag zur Kenntnis der 
Malariaverbreitung liefert Dr. A. Lutz, 
Direktor des bakteriologischen Instituts von 
Sao Paulo in Brasilien im bakteriologischen 
Oentralblatt. Anläßlich eines Bahnbaus 
durch das waldige Kfistengebirge erkrankten 
zahlreiche Arbeiter an Malaria. Im Blut 
der Erkrankten fanden sich Plasmodien. 
Verschiedene Mosquitos, verdächtig als Ueber- 
träger, waren nicht selten in den Wäldern. 
Schließlich stellte sich eine besondere Art, 
wieder der Gattung Anopheles angehörig, Ano- 
pheles Lutzii, als der alieinige Verbreiter 
der übrigens leicht auftretenden Krankheit 
heraus. Das Merkwürdige war, daß in ^er 



143 



BOohepsohau. 



AnweiBQAg Ar die Probeentaahme nnd 
ehemische Untersuchung von Fleisch 
und Fetten. Ausführnngsvorschriften 
zum Gesetz vom 3. Juni 1900, betr. 
die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. 
(BAanntmadiung des Reichskanzlers vom 
30. Mai 1902). Berlin 1902, Selbst- 
verlag des Deutschen Apotheker- Vereins. 
Preis Mk. 0,30. 
Dieses siebzehn Seiten umfassende Heft ent- 
liflt al>e auf die Fleisohsohau bezüglichen Gesetze 
und zwar znnäohst dasjenige, welches die Unter- 
sochang und geeundheitspolizeiliohe Behandlung 
des in das Zollinland eingehenden Fleisches be- 
trifit Diesem folgt die Anweisung for die Probe- 
entnahme zur chemischen Untersuchung von 
Heisoh einschUefilich Fett, sowie für die Vor- 
pröfong zubereiteter Fette. Den Schluß bildet 
die Anweisung für die chemische Unteisuchung 
von Fleisch und Fetten. 

Obwohl diese Schrift sich durch ihren so 
viohtigen Inhalt, ihre Orößenabmsesnngen (sie 
Mt sich bequem in die Tasche stecken, um bei 
etwaigen Strsitfftllen stets zur Hand zu sein), 
Uaren Druck auf gutem Papier schon von selbst 
empfiehlt, fühlen wir uns dennoch veranlaßt, die 
lUgemeine Aufinerksamkeit auf dieselbe zu lenken 
und zu deren Anschaffung zu raten. H, M, 



Heber die. Wirkung der Borsäure und 
des Borax. (Ein zweites Outaebten.) 
Von Dr. Oscar Liebreich. Mit fünf 
Tafeln. Berlüi 1903, Verlag von August 
EirschwaM, NW.^ Unter den linden 68. 
IV und 80 Seiten gr. 8^. Preis 4 Mark. 
In dem lebhaften, auch in der Tagespresse 
geführten Streite um die Giftigkeit der Borsfiure 
kommt vorliegender VerÖfFentiichung Bedeutung 
so. Im Gegensatze zu England, wo man nach 
Yeröffentlichung der Gutachten von 78 Behörden, 
; HatnrforBohem, Aerzten und sonstigen Faoh- 
kennem einen gewissen Boraxzusatz bei Nahr- 
ugsmitteln mit Ausnahme der Milch gestattete, 
erließ das Deutsche Boich auf Grund der nener- 
üngs sogenannten „amtlichen Wissenschaft'^ als- 
^ild ein Gesetz, dessen Ausführung, wie aller- 
dings vorauszusehen war, bereits infolge von 
^stehenden HandelsvertrSgen anf Hin&misse 
stieß, nnd dessen Abänderung nach der in ent- 
sprechenden Ffillen früher gemachten Erfahrung 
nur eine Frage der Zeit zu sein scheint. Es 
kommt deshilb vorliegende Veröffentlichung des 
flteeawirti^ namhaftesten deutschen Fharma- 
■oiogen kemeswegs zu spSt. 

las Gutachten selbst umfaßt wenig über 
13 Dmekseiten. Es gelangt auf Gmod von Ver- 
soeken an Hühnern tmd Kaninchen, dorch 
bitische Würdigung der berichteten Vergiftungs- 
^6 von Menschen, Katzen usw., durch Hinweis 
^ die Verwendung bei Blasenentzündung usw. 



zu dem Ergebnisse, „daß der i^raz und die 
Borsflure zu den Substanzen gehören, welche 
bei zweckmäßiger Anwendung keine Gesundheits- 
schfldigun^ hervorrufen können^'. 

Der „Nachtrag"' (Seite 16 bis 26) wendet 
sich cegen die am 24. Februar vorigen Jahres 
im „Beichsanzeiger^^ veröffentlichte und in An- 
lage 6 (Seite 72 bis 80) abgedruckte „technisohe 
Begründnng^^ des Bundesrats beschlusses vom 
18. desselben Monats. Ein „Zweiter Nach- 
trag" (bis Seite 61) zeigt zunflchst an einigen 
Diagrammen und Tabellen die Beeinflussung der 
Nahrungsausnutzung durch Borsflure und 
wendet sich sodaxm gegen die Deutung der BosU 
sehen Versuche. IMreich kommt zu dem Er- 
gebnisse (Seite 47): 

„Nach dem Ausfall der i2o«^'sohen Ver- 
suche und nach Beobaohtuufsen an Menschen 
sind die Borprflparate keine Brechmittel. Die 
brechenerregende Wirkung und eine Beis- 
wirkung auf den Magen tritt erst nach be- 
deutend größeren Dosen auf, als sie (ür die 
Nahrungsmittelkonservierung in Frage kom- 
men. Sie treten bei Menschen nur bei (S. 48) 
großen Gaben in starker Goncentration auf. 
Diese letztere Einwirkung hat aber für die 
Nahrungsmittelfrage keine praktische Be- 
deutung." 

Drei Anlagen enthalten Versuchsergebnisse 
mit Gaben von tflglich 3 g Borsfiure an Menschen 
und mit intravenösen Injectionen bei Kanin- 
chen. In Anlage 4 berichtet Poaner über die 
Anwendung „l^i Erkrankungen der tieferen 
Harnwege", während in Anlage 6 elf Kranken- 
geschichten mit Borgebrauch mitgeteilt werden. 
Vier Tafeln geben Abbildungen von Nieren- 
befunden bei Versuchstieren wieder, nämlich 
„Plate r (anscheinend ihres Umfanges wegen 
doppelt gezählt) und „Taf. II", „HI" und „lY*'. 
— Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes wäre 
zu wünschen, dal^ der Verfasser den Inhalt 
dieses und des in der „Vierteljahrsschrift für ge- 
richtliche Medicin" (3. Folge, 19, 1) veröffent- 
Uohten, ersten Gutiushtens in Buchform über- 
sichtlich zusammenfaßte. — y. 



fFormuIae magistrales berolinenses. Mit 
dnem Anhange; enthaltend: 1. Die 

I Handverkaufs-Preise in den Apotheken. 

, 2. Anleitung zur Kosten-Ersparnis bei 

I dem Verordnen von Arzneien. Heraus- 

' gegeben von der Armen - Direktion in 
Berlin. Ausgabe für 1903. Berlin 1903. 
R, Oaertner'B Verlagsbuchhandlung 

I (Hermann Heyfelder) 8W., Schöne- 

, bergerstraße 26. 



Preislisten sind eingegangen von: 
Dr. R. QUm in Köln a. Bh.-Fihrenfeld über 
medicinisohe und pharmaceutische Special- 
fabrikate , Hausapotheken , Taschenapotheken, 
Ambulanzen. 



144 



Verschiedene 

Die Wurmkrankheit im 
Ruhr-Kohlenbesdrk. 

Seit emigen Tagen gdit eme bis zur 
Stunde wenigstens onwidersprodhen gebliebene 
Nachrieht darefa die Presse, derznfolge ein 
sehr erheblicher Bruchteil der im Ruhrer 
Kohlenbezirke arbeitenden Bergleute von einer 
auf parasitärer Grundlage beruhenden Krank- 
heit befallen sein soll. Wie weiter gemeldet 
wird, soll es sich bei dieser „Wurmkrankheit" 
um einen Schmarotzer aus der Ordnung der 
Fadenwtlrmer, den Dodhmius, auch Anohy- 
lostomum duodenale genannt, handeln. Die 
Heimat dieses Sdimarotzers smd der Orient 
und das Tropengebiet In Aegypten, nament- 
lich im Nielgebiete, im Norden Madagaskars, 
in Brasilien ist dieser Schmarotzer häufig 
beobachtet worden. Der italienische Arzt 
Dubini hat ihn zuerst im Dünndarm des 
Mensdien gefunden. Oriesinger dagegen 
hat während seines Aufenthaltes in Aegypten 
in diesem Parasiten die Ursache der soge- 
nannten tropischen Bleichsucht angesproch^. 
Der Wurm selbst ist auQerordentlidi klein; 
das Männchen 6 bis 10 mm, das Weib- 
chen 9 bis 18 mm lang. Die Eier dieses 
Sdimarotzers sind oval; haben eine Länge 
von 0,05 mm und eine dünne, durchsichtige 
Schale. Die Klüftung der EizeUe beginnt 
im Schaleninhalte, sobald das Ei die Oe- 
schlechtswege des Muttertieres verlassen. In 
diesem befruchteten Ei entwickelt sidi, sobald 
es an einen feuchten Ort gelangt, ein Embryo, 
der m diesem Jugendzustand geschlechtslos 
ist — dies ist die sogenannte Rhabditisform. 
Nachdem dieser Embryo seine Dannanlage 
ausgebildet und die Sdiale abgestoßen hat, 
ist er zu einem freien, selbständigen Leben 
im Wasser wie auf feuchter Erde befähigt. 
Allem Anscheine nach wird der Wurm in 
dieser Form und durch den Genuß schlammigen, 
von ihm besetzten Trinkwassers — also 
direkt und ohne die Vermittelung eines 
Zwischenwirtes — auf den Menschen über- 
tragen. In den oberen Teilen des Dünn- 
darmes haftet er, entwickelt hier seine 
chitinige Mundkapsel und gleichzeitig erlangt 
er hier seine Geschlechtsreife. Bei Leichen- 
öffnungen findet man ihn mit dem rückwärts 
gewandten Kopfe an der Darmschleimhaut 
hängend, mit den Ohitinhaken seines Mund- 
randes an einer Darmzotte befestigt Die 



MJitteiluiigeii. 

Rückenfläche ist gegen die Dannwand ge- 
kehrt. Außerdem fand man den Schmarotzer 
auch innerhalb des Unterschleimhautgewebek 
Dieser Eingeweidewurm ist ein richtiger 
Blutsauger; seine Nahrung besteht in dem 
Blute des Wirtes. Bei der raschen und 
massenhaften Vermehrung des SchmarotzenB 
treten die mannigfachsten Folgeerscheinungen 
dieser durch ihn herbeigeführten Blutent- 
mischung hervor. Allgemeine Sohwäehesu- 
stände, langsam verlaufendes Sieditom, wie 
bei Bleiehsudit — auch Tod kOnnen eintreten. 
Die Verbreitungswege sind meistens durch 
das von dem Wurme besetzte Trinkwasser 
— viellacht das Berieselungswaaser — ge- 
geben; aber auch durch allerhand sonstige 
Unsauberkeiten, Essen mit scbmutzigeD 
Händen, Benutzen unsauberer Waschhäuser 
kann der Parasit in den menschlichen Leib 
hineingelangen. Es wird also, wie im „B. T.' 
ausgeführt wird, vor allem notwendig sem, 
die Trinkwasserverhältnisse in jener Gegend 
auf das sorgfältigste zu überwachen and 
auch sonst strenge hygienische Maßnahmen 
zu treffen. Wie moh aus den hier gemaditen 
Mitteilungen ergibt, handelt es sich nicht 
um eine den Bergarbeitern als solche zu- 
kommende Krankheit, denn der Bergbau 
an und für sich hat mit dieser Wurmkrank- 
heit nicht das mindeste zu tun, viehnehr 
kann dieser Schmarotzer überall Emgang 
finden, wo ihm dazu Gelegenheit geboten 
ist Zu uns nach Deutschland ist er ans 
Oberitalien durch italienische Arbeiter ve^ 
schleppt worden. In der Schweiz wurden 
unter den Arbeitern am Gotthardtnnnel die 
ersten auf diesen Schmarotzer bezüglichen 
Beobachtungen gemacht Allmählich vet- 
breitete er sich von hier aus über ansehnfidie 
deutsche Gebietsteile. Hoffentlich wird es 
den vereinten Bemühungen der Sanitäts- und 
Verwaltungsbehörden gelingen , den unlieb- 
samen Bindrmgliug wieder zu besatigen. 
Dresdner Aminger, 

Oesohirrlaok. 

16 Teile Terpentinöl, 4 Teile gelbes Wad»» 
2 Teile Berliner Blau, 1 Teil Kienross. Die 
beiden letzteren werden mit etwas Klauen- 1 
fett angerieben und der Waohslösung iage-| 

fügt — te— . 

Südd. Apoth.-Ztg. 1903, 60. 



145 



Neaes Vergleiohs-Spektroskop 

Fttr viele Zwecke, be- 
sonden für forüanfende 
UntefBaehongeiiy wie die- 
•elben z. B. in Ghenusefaen 
und Ftrben-Fabriken vor- 
genommen werden^ ist es 
TOQ jeher als wünschens- 
wert cnohieneD; derartige 
spektroskopiseheyergieiefa- 
uigen in möglichst knrzer 
Zeit, ohne die Genauigkeit 
der Resultate zn beein- 
fhnsen, ausführen zu 
Umien. 

Das nebenstehend ab- 
gebildete, von der Firma 
Eons Heeky Werkstätten 
fSr Prftcisions- Optik und 
•Mechanik zu Berlin 0. 27, 
GrOner Weg 104, gebaute 
neae Vergleichs- Spektro- 
skop ist nun dgens für 
derartige schnelle Ver- 
gieichungen bestimmt. 

Eän Spektroskop ä Vi- 
sion directe trftgt vom 
vor seinem Spalt ein mit 
ihm verbundenes Gehäuse 
Of in weldiem sich zwei 
hut übereinander, aber in 
entgegengesetzter Richt- 
ung gelagerte rechtwinkel- 
ige Beflezions-Prismen von 
großer Oeffnung befinden, 
derartig, daß von jeder 
Seite yermittels der zu 
beiden Seiten des Ge- 
htees befindlichen Be- 
leaditung8q[»iegel B gleich- 
zeitig licht in das Spek- 
Mcop gelangt und auf 
^ese Weise zwei Spektren von genau 
gleicher Dispersion und Helligkeit 
erzeogt werden. 

Zwischen Prismen-Gehäuse und den beiden 
m aUen Richtungen beweglichen Beleucht- 
imgHpiegehi sind die beiden zur Kontrolle 
der Messung gegeneinander austauschbaren 
Gefäße T aur Aufnahme der betreffenden 
LOnmgen angeordnet 

Um jedes störende Nebenlicht zu 



tar schnelle Vergleichungen. 




vermeiden, ist {der Spalt derartig angebracht, 
daß die beiden Spaltbacken dicht an die 
Prismen-Flächen anliegen; die Lage des 
SteUringes zum beliebigen Verstellen der 
Spaltweite ist in der Abbildung unter S zu 
ersehen. 

Preislisten sind eingegani^en von: 
W. Spoerhase, vormals G. Staudinger iSb Co. 
in Gießen (Hessen) über PrÄcisionswagen und 
Gewichte für wissenschaftliche und technische 
Zwecke. 



146 



. Bohrseife wird nach dem Bayer. Ind.- u. I 
Gew.-Bl aus 57 pCt. Oel, 15 pCt. Seife und 
28 pCt. Wasser erhalten. Eine andere Proben 
enthielt 75 pCt. Oel (hauptsächlich Kohlenwasser- 
stoffe), 15 pCt. Seife und 7,5 pCt. Wasser, 
Dieselbe dient zur Milderung der Reibung des 
Bohrers und dadurch zur Erhöhung seiner 
Schneidewirkung. i 



Niekel wird in Neu - Ealedonien nach eine 
Mitteilung des Journal de Commerce in großen 
Mengen gewonnen, und zwar aus dem Oarnierit 
oder Numeait, einem Magnesium - Nickelsilikat 
Yon großer Reinheit, das 7 bis 10 pCt. reines 
Metall, frei von Arsen und Schwefel, enthält. 
Es kommt daselbst in so großen Lagern yor, 

Brieffw 

N. N. in T. Über Glykogen ol finden Sie 
— dem Berichte von E. Merck in Darmstadt 
1901 entnommen — einige Mitteilungen in 
Ph. 0. 42 [1901] 255. Jener Bericht schrieb 
damals: ,,Das Glykogenol findet sich im tier- 
ischen Körper und ist ein dem Glykogen nahe^ 
verwandter Stoff, über dessen Herstellung und 
chemische Natur nach Beendigung der im Gange 
befindlichen Untersuchung berichtet werden soll.". 
Dieser Bericht ist — soviel uns bekannt ist — 
noch nicht erschienen. 

Apoth. £. in J. Celluloidgegenständ6' 
lassen sich sehr gut mittelst Zapon (Auflösung 
von Celluloid in Amylacetat und Amylalkohol) 
leimen. Die betr. Stellen werden durch Ab- 
schaben mit einem scharfen Messer angefrischt, 
mit Zapon bestrichen und dieses zehn Minuten 
lang einwirken gelassen. Dann wird nochmals 
frisches Zapon aufgestrichen, die Teile vereinigt: 
uad umschnürt oder beschwert einige Stunden 
trocknen gelassen. 

Apoth. Seh. in D. Daß beim Zufügen von 
Liquor Ammonii anisatus zu wässeriger Flüssig- 
keit sich das Anethol sofort in großen 
Krystallflocken ausscheidet, was den 
Arzneien kein gutes Aussehen verleiht, ist nur 
dann der Fall, wenn die wässerige Fiüs-igkeit 
ausnahmsweise kalt ist. Bei Flüssigkeiten von 
Zimmertemperatur tritt diese Ei'scheinung nicht 
ein, auch nicht bei mehrtägigem Stehen. 

Apoth. B. m B. Um den Strahl der Spritz- 
fiasche beliebig unterbrechen zu können, empfahl 
D. Richards in der Chemiker-Zeitung 1900, 547. 
folgendes Verfahien, welches mit kleinen Ab-' 
weichungen schon seit vielen Jahren in Labo-* 
ratorien in Gebrauch ist. Das Einblaserohr wird- 
mit einem Bunsen ^Yeniil versehen, während 
dem Spritzrohr die gewöhnliche Form gegeben 
wird. Durch eine dntte Bohrung des Pfropfens 
wird ein Rohr von a-förmiger Gestalt geführt.^ 
Beim Gebrauch wird das untere seitliche Rohr-' 
ende dieser Röhre mit dem Finger geschlossen 
^ill man den Strahl unterbrechen oder die 
Flasche fortstellen, so öffnet man durch Ab^^ 
heben des Fingers das Rohr und es wird infolge- 
dessen der innere Luftdruck autgohoben. '\ 



daß die dortigen Metallwerke sich zu den ersten 
Bezugsquellen der Welt emporgearbeitet haben, 
und die Verwendung des Nickels eine immer allge- 
meinere wird, umsomehr, als der Preis ständijg 
gesunken ist. Ein Nebenbuhler des Gamierit 
ist der im Ural vorkommende, ihm fthnliohe 
Etewdanskit. — te— . 

Deutsohe Pharmaoentische GeseÜBohaft. 

Tagesordnung für die am Donnerstag, den 
5. März 1903, abends 8 Uhr, im Restaniant 
„Zum Heidelberger^^ (Eingang: Dorotheenstraße) 
stattfindende Sitzung. Vorträge: 

1. Herr Dr. Haiis Aronson: Über Darstellung 
und Eigenschaften des Antistreptococcen-Senim. 

2. Herr Dr. C, Mannieh: Über das ätherische 
Oel einer Andropogon-Art aus Kamerun. 

e c h s e I. 

y. in A« Nach den überaus günstigen Er- 
fahrungen, welche bei schweren Erkrankimgen 
mit Kochsalzinfusionen gemacht sind, kann die 
ausgedehnte Anwendung derselben überall dort 
empfohlen werden, wo eine Verdünnung der 
im Organismus cirkulierenden Giftstoffe und 
ihre vermehrte Ausscheidung durch Anregung 
der Harnabsonderung erbo&t werden kann. 
Ganz besonders bei Vergiftungen durch giftige 
Stoffe, wie Kalium chloricum, sowie auch andere 
giftige Körper hat die physiologische Kooh- 
saizinfusion vorzügliche Dienste geleistet Be- 
züglich der Technik ist zu erwähnen, daß die 
Lösung ungefähr 40^ C. warm sein und 
intravenös in den Oberarm eingeführt werden 
soll. Selbstverständlich setzt die Ausführung 
der Operation eine gewisse Praxis des aas- 
führenden Arztes voraus. 

Apoth. H. Seh« Die Angabe einer anderen 
(geringeren) Höchstgabe für Chloroformium 
e chlor alo als für das gewöhnliche Chloro- 
formium des D. A.-B. IV ist nicht begründet, 
denn das Cbloralchloroform ist doch nicht stärker 
als das gewöhnliche Chloroform, sondern allen- 
falls reiner. Da die Verunreinigungen aber — 
wenn überhaupt — nur in Spuren vorhanden 
sind, so bedingt die gröHere Reinheit nicht 
gleichzeitig etwa eine grö/^ere Concentration. 
Wenn die von Ihnen genannte Tafel für Chloro- 
formium und für Chloroformium e cbleialo ver- 
schiedene Höchstgaben nennt, so lassen Sie 
sich dadurch nicht beunruhigen, sondern 
nehmen Sie die vom Arzneibuch für Chloroform 
allgemein angegebene Höchstgabe auch für das 
Cbloralchloroform an. 



Aiifiragen. 

1. Wer stellt Pneumin (durch Einwirkung 
von Formaldehyd auf Kreosot) her? 

2. Ist einem unserer Leser ein Buch bekannt, 
welches dieVerwendung von Chemikalien, 
wie Chlor, Benzin, Eisenchlorid usw., in den 
verschiedenen Zweigen der Industrie und Technik 
behandelt? 



Verleger und TenmtvorUioher Leiter Dr. A» Sehnelder In Dreideii. 



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1 : 3,6 „ „ ,, 70 „ ,, 
1 • li2 n n 7» ÖO „ „ 
10—12 Onunm aromatisieren 100 Liter Lik9r you 80 pCt ohne an trttben. 

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Zweigrtabrik AVSSIO» B5hmeii. 



Creolin. 



(ch erkläre hiermit, da«fl Ich trotz einer von der Warenzeichen-AbteUung 
des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin lediglich in erster Instanz am 21. November 1001 
abgegebenen Entscheidung nach wie vor der »lielnbereehticte InliAber des 
%»reBseleheBS Creelin büi and daee ieli lumaehsichilieli Jeden 
gnrieatlleii verfoii^eB werde» der es unternehmen sollte, in diese aieliie 
a e eh te einzugreifen. 

William Pearaon^ 

Hambarnr. 



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Jodpräparate 

Laetophenin 

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Gegründet von Dr. H. Hager 1859; fortgeftthrt von Dr. B. Qeiasler. 
Hemugegebea yon Dr. A. Schaeider. 

Enoheiiit jeden Donnerstag. -> Beingspreis Tierteljährlloh: dnioh Poet oder 

Bndihjmdel 2,50 Mk., unter Streifbend 8,— Mk., AnaUnd 3,60 IOl Sinielne Nummern 30 Ff. 

Anieigen: die euumd gespaltene Petit-Zeile 26 Pf., bei größeren Anseigen oder Wieder^ 

hohmgen Preiaermäßigong. — OeaekMIIaateOe t Dresden (P.-A. 21), Sohandaner Btrafie 43. 

Leiter der Zetlsekrlfl: Dr. A. Sohneider, Drcoden (P.-A. 21), Sohandaner Straße 43. 



MU. 



Dresden, 12. März 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



xuv. 

Jahigang. 



iBkaU : Cheaiie and Fharmaeie: Zar KenntaiB des G«tiTo-BalMms. — Nene Annelmittel. — Anttketterin. ^ 
ATTCoißobiilin — Dormiolkapeeln. — Lebertran - Nfthrklystier nach Zeuner. — Hentellang Ton Jodoform- besv. 
Salolgaze. — Jodsahl dee Dorseh-LeberirenB. — Fllterpresse ala Dialymtor. — Nenes Verfahren rar Belnigang des 
XokoBOlee. — Pflaaierherstellang. — Zinkoxyd und Kalkvaaser. — Neue Speeialitftten. — Reaktion aar Untenehetdang 
ia Ipecacnanha-Alkaloide. — Henartigea Exploflionafemiach. — Ueber den Mineralkermee. - - Wirkung dee Waaaer« 
ftof BleL — NahTBDgtmittel-Chemie. — Bakterioloaiaehe HttteUnnsen. — Therftpeatlselie Kittellaacea. — 
fiadienchaii. — Vertcliiedene HitteUnngen. — Brielweobiel. 

Chemie und Pharmaciea 



Zur Kenntnis des 
Cativo -Balsams. 

Von Dr. G, Wetgel, Hamburg. 

In der am 20. September 1902 er- 
schienenen Nummer des „Pharmaceutical 
Journal" wird über einen Harzbalsam, 
welcher im verflossenen Jahre unter 
dem Namen „Cativo" von Carthagena 
(Columbien) nach London importiert 
vui-de, berichtet, und referiert darüber 
auch neuerdings die Pharm. Ztg. in 
Nr. 8 dieses Jahres. 

BetrejSender Harzbalsam kam im April 
vorigen Jahres in einer Partie von 
10 Eisten mit je 2 Kanistern zu je 
ca. 20 kg Inhalt auch nach Hamburg 
an den Harkt und zum Angebot. Im 
Auftrage der Firma Julius Orossniann 
Merselbst unterzog ich den Harzkörper 
äner näheren Untersuchung^ und wurden 
die dabei erzielten Ergebnisse bereits 
im Juli-Bericht genannter Firma ver- 
öffentlicht. Diese Mitteilungen waren 
allerdings zunächst für den Kunden- 
kreis bestimmt, also nur einem be- 
schrankten Teil der Oeffentlichkeit zu- 
gtogig. 



Als Beitrag zur weiteren Kenntnis 
dieses Harzbalsams und zur Ergänzung 
der von Holmes und Umney angestellten 
Untersuchungen und deren Resultate 
sollen die meinigen nun auch an dieser 
Stelle Platz finden. 

Vorher möchte ich aber gleichzeitig 
auf die im Pharm. Joum. von E, M, 
Holmes gemachten Mitteilungen näher 
eingehen und darüber referieren. 

Derselbe schreibt in der Hauptsache 
wie folgt: 

Eine Probe eines Produktes, Cativo 
genannt, wovon kürzlich 40 Kisten nach 
London zum Verkauf gesandt wurden, 
übergab die Firma Wright, Layman <& 
Umney dem Museum of the Phannaceuti- 
cal Society daselbst. Seinem ganzen 
Charakter nach vermutete man von 
Seiten der Exporteure, daß es mit 
Copaivabalsam verwandt sei. 

Die zähe harzige Masse war unter 
dem Namen Cativo von Carthagena in 
Columbien eingeführt worden. Die 
Untersuchung ergab jedoch keine Aehn- 
lichkeit mit Copaivabalsam, weder in 
Bezug auf Konsistenz, noch Qerucb. 



148 



Der Harzbalsam ist nndorchsichtig, 
von schmatzig hellbrauner Farbe nnd 
schwach bitterem Geschmack, jedoch 
ohne besonders wahrnehmbaren Gerach; 
er gleicht infolge seiner Elebrigkeit dem 
Vogelleim. 

Da die Flora der vereinigten Staaten 
von Colambien noch wenig bekannt ist, 
war zunächst geringe Hoffnung auf 
Identifiderung der Droge vorhanden. 
Eingehende Nachforschungen in ver- 
schiedenen einschlägigen botanischen 
Werken zeigten jedoch, daß nach An- 
gaben Ben&arrC^ „Cativa^ der landes- 
übliche Name des Baumes ist, welchen 
Ofiesebach als Prioria copaifera be- 
zeichnet und beschrieben hat Be- 
schreibungen dieses Baumes, von anderen 
Forschem stammend, besagen u. a. 
femer, daß sich dieser ganz allgemein 
auch in den sumpfigen Landschaften 
längs der Panama-Eisenbahnlinie vor- 
findet, und die größten Bäume dieser 
Art auf dem Isthmus eine Höhe von 
100 Fuß und mehr erreichen; der 
Stamm soll bei diesen im Durchmesser 
etwa 5 Fuß messen. 

Die Arten Prioria und Copaifera sind 
einander nahe verwandt und unter- 
sdieiden sich äußerlich in der Haupt- 
sache nur wenig durch einige ab- 
weichende botanische Merkmale in Be- 
zug auf Gestaltung der Kelchblätter, 
BVuchtknoten und Fracht. 

Betreffs der Verwendung dieses Harz- 
körpers war es Holmes nicht möglich, 
Auskunft zu erhalten, doch ist nach 
seiner Ansicht das Harz wohl mehr für 
äußerlichen als innerlichen Gebrauch, 
der Beschaffenheit nach zu urteilen. 

Um das Produkt des Baumes und den 
Baum selbst von einander zu unter- 
scheiden, hat man im Produktionslande 
verschiedene Endsilben gewählt und be- 
zeichnet ersteres mit „Cativo", letzteren 
mit „Cativa". 

TJmney nahm eine eingehendere chemi- 
sche PriUung des Harzes vor und teilt 
darüber mit, daß es eine gelblichbraune, 
halbfeste Masse von eigentümlichem, un- 
angenehmem Gterach bildet Diese be- 
steht hauptsächlich aus saurem Harz, 
weldies kleine Mengen einer öligen 



Substanz enthält, und ist in 90proc 
Alkohol nicht, wohl aber in Aether 
völlig löslich, unter dem Mikroskop 
zeigte sich eine Art von Emulsion, mit 
kleinen Oeltröpfchen vermischt. 

An Wasser gibt das Harz nichts ab, 
jedoch bis zu 83,5 pCt. Lösliches an 
90proc. Alkohol. Diese Lösung, filtriert 
und vom Alkohol befreit, hinterläßt ein 
gelbbraunes, zähes, durchsichtiges Harz. 

Folgende Eigenschaften und chemische 
Eonstanten wurden noch bestimmt: 

Flüchtige Substanz und 
Feuchtigkeit . 

Asche . . . 



6,5 
1,54 
126,6 
27,2 
153,7. 



pa 



Säurezahl . . 
Esterzahl . . 
Verseifungszahl 

Ich lasse nun den von mir im Juni v. J. 
verfaßten kurzen Bericht"*") über diese 
Droge folgen, um daran anschließend 
einige vergleichende Betrachtungen und 
j weitere Mitteilungen zu knüpfen. 
' „In den letzten Wochen kam von Süd- 
amerika ein Harzbalsam zum Angebot, 
„Cattevo" resp. „Cativo" genannt. 

Das Produkt stammt nach Mitteilungen 
der Importeure aus Venezuela und ist 
die Absonderung eines Baumes, der den 
Namen „Terebentina** haben und der 
Fichte nahe verwandt sein soll. Mit 
diesen Angaben im Widerspruch steht 
eine von wissenschaftlicher Seite (vom 
botanischen Museum zu Hamburg durch 
Güte des Herrn Dr. Voigt) stammende 
Auskunft, die besagt, daß „Cative de 
Mangle'' (ein sehr klebriger Harzbalsam) 
von Bursera accuminata stamme und ^ 
daß „Caüva'' mit Prioria copaifera | 
Ofiesebach, die der Copaivabalsampflanze 
sehr nahe steht, identisch sei. 

Den bei der Untersuchung festge- 
stellten Eigenschaften des Harzbalsams 
nach zu urteilen, dürfte dieser allerdings 
eher von einer Burseracee oder Caesal- 
piniacee als von einer Conifere stammen, 
da die Coniferenbalsame bei der Des- 
tillation wohl alle etwa 20 bis 30 pCt 
ätherisches Oel ergeben, während der 



*) Dieser Bericht sowie eine Probe des Balsams 
vom Verfasser eingesandt, liegt Tor. 

(Die Sohriftleitung.) 



149 



Cativo-Balsam nur verhältnismäßig sehr 
geringe Mengen — etwa 2 pCt. -— Oel 
enthält, das sich mit Wasserdampf 
schwer übertreiben läßt und wahrschein- 
lich ans höher siedenden Terpenen be- 
steht. Jedenfalls sind die Namen Cattevo 
— Cativo — Cative - Cativa die von 
den Eingeborenen der Pflanze bez. deren 
Harz gegebenen. 

Die chemische Untersuchung dieses 
Balsams, welcher zähflfissige Konsistenz, 
braungrünliche Farbe und charakter- 
istischen, ziemlich unangenehmen Ge- 
rach besitzt, ergab, daß^er aus etwa 
75 bis SOpCt. an Alkali gefundenen Harz- 
säuren, 
13 „ unverseifbaren Bestand- 
teilen, 
I 2 „ ätherischem Oel, 

3 „ Feuchtigkeit und Verun- 
reinigungen 
besteht. A^ 

Die an Alkali g€H»«mdenen Harzsäuren 
in wässeriger Lösung fallen beim Ein- 
gießen derselben in angesäuertes Wasser 
als weißlichgelbe, zähe Masse aus; der 
anverseifbare Bestandteil ist ebenfalls 
zäh und von gelbbrauner Farbe. 

Was die eventuelle Verwendbarkeit 
dieses Cativo-Balsams betrifft, voraus- 
gesetzt, daß er überhaupt in regel- 
mäßigen Posten und zu billigem Preise 
an den Markt kommt, so dürfte er sich 
infolge seiner stark klebrigen Eigen- 
schaft zur Lackfabrikation nicht eignen, 
dafür aber ein Ersatzmittel für Terpen- 
tin bei der Leim- (Fliegenleim etc.) Be- 
reitung sein. Infolge des hohen Ge- 
haltes an verseifbaren Bestandteilen 
dürfte der Balsam vielleicht auch zur 
Herstellung von Harzseife, resp. als 
Bindemittel in der Papier- und Stuck- 
branche Beachtung finden.'* — 

Ein Vergleich der von Holmes ge- 
machten Angaben mit den meinigen er- 
gibt, daß dieselben im Großen und 
Ganzen flbereinstimmen. 

Wie wenig Wert man oft den Mit- 
teilungen der Ex- bez. Importeure bei- 
messen kann, erhellt daraus, daß der 
diese Harzabsonderung gebende Baum 
flTerebentma" heißen und der Fichte 
nahe verwandt sein sollte. Diese Leute 



urteilen infolge ihrer wissenschaftlichen, 
Unkenntnis meist nur nach äußeren 
Merkmalen und berichten nach ihrem 
Gutdünken, ohne nähere NacMorschungen 
und Untersuchungen anzustellen. Aller- 
dings fehlt wohl auch häufig die Ge- 
legenheit dazu. 

Die andere Ansicht der Exporteure, 
daß Cativo-Balsam dem Copaiva-Bsdsam 
ähnlich sein könne, hat schon eher und 
zwar insofern eine gewisse Berechtigung, 
als — wie bereits gesagt — Prioria und 
Copaifera nahe verwandte Arten sind. 

Die Möglichkeit, daß der Balsam die 
Absonderung (Cative de Mangle) von 
Bursera accuminata ist, wird dadurch 
hinfällig, daß diese Pfianze neben Icica 
und Amyris Caranna das Antillen- 
Garannaharz liefert (vergl. K Dieterichf 
Analyse der Hanse, S. 109), welches als 
Verfälschung von Elemi benutzt werden 
soll. Das Carannaharz wird auch als 
eine leicht erweichende, braungränliche 
Harzmasse beschrieben, und ist es in- 
teressant, aus der Bezeichnung „Cative 
de Mangle" zu ersehen, daß der Name 
Cative (bez. Cativo) scheinbar von den 
Eingeborenen ganz allgemein für der- 
artige Harzsekrete gebraucht wird. 

Während Holmes einen Geruch des 
Harzkörpers nicht feststellen konnte, 
fand Umney diesen eigentümlich und 
unangenehm, welche Wahrnehmung sich 
mit der meinigen vollkommen deckt; der 
widerliche Geruch kommt besonders beim 
Erwärmen des Balsams deutlich zum 
Vorschein. 

Ich stellte nachträglich noch die Ver- 
seifungszahlen und die Löslichkeit des 
Balsams fest und fand: 

S.-Z. d. E..Z. J^Z. h. 

1~131.97 IS 167.24 

2. 126.92 26.66 153.58 

3. 127.11 28.13 166.27 
Umn^ fand: 126.5 27.2 163.7 

Die geringen Differenzen sind jeden- 
falls auf den wechselnden Wassergehalt 
des Balsams zurttckzufUhren. 

Der Balsam war völlig löslich in 
Aether, Kssigäther, Petroläther, 96proc. 
Aethylalkohol , Methylalkohol , Amyl - 
alkohol, Benzol, Xylol, Schwefelkohlen- 



m 



Die Lös 



Stoff, Msessig: Chlorof 0] 



gelbbraunrüter Farbe. /^^^'^^ h oIH; -r[ 

My^'Äe feeF^ ÖfeW^tkM ,802^: 

ii«Beffl]l#>iluF'"kiy '5!Kurt6ätifti'"öfWä%rien 

«'iStf »*e iBöStariatefl^ 4ti • teöBerfeir K*M 

lymsfi'nni^^ini'mm^ böi a<*'tJntJi#i 
9ÄÄ^'^ei^G{aiHöreiiTial^e ^^öWÄÄSt^öV 
^^DäS'"Ö81fret^ '^uifle^>!ii'^Aetlfer* g^^^^ 
üttÜ'<!läLMtt^fräktl^'ili6iH;i^ 
i&alÖÖÄnfeWsgS&felifiW«!.'' ipi*c' Sod^- 

.iti'ftäiden^"5ffl^'mMfife^''tfÄ!i«r''f^fötf. 
EäMÄyctfrfUöbilbg ' ' ähr^ * NaWdiitii' ' dieä^ 
ilfö&ti'ÄeHi-'*tö'''aer'ätbeAs<«t6b Häte- 

5procr mifliijÄlöäuti^ »altis^^fehüttfelt: 
^ Aibtcbeidangiider HäiüiäiiiB' ads /der 
PUCBsdfeidöttHlgt 'i^ardk'iletztei^' iriMBit 
Soittsftüiiidiüitii' UeberadiviB iiiigeeäaeHes) 
WMs^ari'^gej^lKDGBtaY' iMm .itiAlb- '-uter 
milchig -/IiiUonragridie'gai^ a3s. 
2flhel i^elbln^d Massel di»chi^d;imrbte 
mehrfaäito^^AafiöSQsl^tihd Aiisttilenidei;''' 
selben konnte die Harzsäure (mobt alsr 
fe^^^s^<i^rddakti>etilIalt6n:werdto^ i'¥on 
46b räiä€teiHl>eh iMheHsohen (Hara^eniDg 
wurde der Aetheii abdtetilliitotriind nlaä 
ziinte^leibende, ebenfalls zähe Harz mit 
2po^: Kalijiydfciitlösfgag^l Jirg^re Zeit auf 
dm . 1i\(as^i:ba4e mit ^ifrctiströmenden 
\^^^an^{)f!.|ehaüq^^^ daß je- 

do^lj €ane .weitere yen^seififjjjg"^ ^UJüjf^t; 
der.Rä(jkstaha liennzei9lihete sich dal^er 
aiVüüV6i^selj0 äl?' R^sfen, 

welclrey*etenfafts ein'ei zähe, gelb^ Mässfe' 
darsteUjte.. 

";B^1 ;.vöi-g(^^aün't^r'' ^ei&er V^rseifang 

[ji^^feali ' iihid ' diüpcfetrömendem Wassei; 

'f.iüäclitci'sie^ übrigens :nach m 



Destillate wider. Erwarten ein sehr an- 
mmiW';^m(i^"^ich OrangenWutea 
UV. FrucnftirbrBäTl)emerkbar, und lie " 

mymiidng'%^^^ bei di« 

V^äftihgÄ Kör 

Oäoffptiife'^fw^ Mengen woli 

rlMet^drif'litehörej abgespalten werden.' 
Kt^staiyatibükersucHfe' ndt der Haiij 
^SM m 'äm^äs^Hn alkoholischJ 
Lösung verliefen resultküos ; die LösH 
uäp; 'mMe ..Ä^'i^ Eisscl] 
st^öl^lEaitf, .lH[^ Verduna 

de^'llköÄolä^^^ hur ' iahe Harzmass 
wäch6 %stäm^^phefö«)ilde nicht e4 

keii#Äii;v='' '\T' 

^ß^i 'dfe'f • ibcteiieä TO dl 

Balsams .traten die li^i'^^l^zen hier gü 
wfft^chdn ßi^climtiÄg'efA^'ztt Tage. Zi 
nächst ging die , g&kr^6 Menge d( 
ätherischen Öel'es .fitfer^^ farbld 

Blfissi^keK'''mili'| dein iih^^^ 
unangenehmen ^ O^i^ücJi' ^ ' hes Balsani 
dann, bei . ,stärk^er Erh^t2;^ing gelbi 




ich. brau 



Hkrzöl, 

stleöheftd 'flilä brenzlicfi^' ^ter nai 
teerigen 2försfeteuä^f(idtilcteiji rieche 
zuletzt steif ei' ^chy^kj^^t^e^. 

Det CativoTBsJsm M als'Caesalpini 
ceenhaf? ^ lihd .^lif' Griitid äüif dies b 
stätigfendep. UntersucÄting^ergl^^ t 
B^esWoIsänr^jiarz äii'2:ttspi^ecti.eii/ da » 
Haupibe^iandtQil aus' Haifzsätite gebil< 

x^ifd. Beictontlibh-' felllV^#^A 
seiner , f erniihptojpe; rfer ' Öäföe (I 
Harzö un4 diö'BafzbehfiJtjBif' tö^Öb) nnl 
Resinol^iirß'iarze * die .CotiiierÖ- u 
CäjBsalwniäte^nharze^^^ soWi^' d[a^' 'Aga 
cusharz zusammen. . V '''' ^ ' ^ ' 

' jiefretts ' ;der ' V ei- w e xi d b ar k e 
dieses auf ^&üi Markti' nöjü^er^cfeienenl 
tiCarzprodükte^ habe / icH '* VortlCT^^eJ 
einige' Ve'rmutung^'^'au^gesproct^ b« 
Vorschläge' gemachli. *fömjj^ woiJ^ 
haben sich aticn' Wß'ök ^ft^ - 
wahrsclieinlich 2^\i Versüchszv^fecke 
kominen lassen, sind jWoch btfeki 
wieder* darauf zurückgepomihefi^ . _ 
gß^chlps^en werden mllx,^dätt'äel" 12? 
vorläu'Äg kein .fcebnd^i^s Tbj^^^ 
weckt 'fot.' Ob önid ViVÄ^*""*** 
die pröge auch iiedlcän^i^ei] 
uti(jl 4pzneijic% Wji^|iii^^-tii '''''' 
aDzuwarxenv 






Kl 



!'^'"i Hill/ 



Neue Arzneiptiffi 

AethylehiniA krystaUiAert fMd>k>B,i«diimjlst 
U 116 bis 1170 C, ist isdb y^ibittoiwto. 
IfleBciimaeke^ der erst spfttecj ^ . güM 
iohwaefa bitterer wird. VetawendaQg imAot 
«% wie alle Ghininsalze. ! . < 

AethylamiAnrat gehört ztr'Aen 'hkmiitire- 
Jhe&den Mitteln und soll bei Qickt^ «rie 
In Blasensteinen Verwendung^ ^fihd^l •' ' 

Biogen st gleich Hopogan^'lf^a^ll^ äiä 
esiüDiperoxvd und Milchzncker). Siehe 
C.43 [19021, 602. ^ , , 

CholelyaiA-Stroachein ist eine iflUssigk^it; 
20 pCt NatriamoleYnat enÜiält. , An- 
endet wird sie zur Anregung der Öarie. 
Präparat wird dargestellt^ von l dip^ 
la J. E. Stroschein, chemisch^ Fabrik 
Berlm C. 36, Wienerstr. 37 (vergl. ^lerzu 
C.43 [1902], 630). ^ ^ ^ . 

ist anhjdromethylencitr(][^en(|awr^ 
m. Dasselbe spaltet leich]^ , ^.9^" 
lyd ab nnd hat die Fähigk^^ ,Ha(A; 
Ansscheidangen zn lösen, sowie die 
imefähigkeit des Harns für Hamsänre 
erhöhen, und dadurch deren E^eimimg 
B8 dem Körper zn begünstigen. Es wird 
I Gaben von 2 g drei- bis yiermal tüglich 
i der echten Gicht und zur Schmerzstillung 
I veraltetem Rheumatismus gegeben. Dar- 
BUer ist die Firma Farbenfabriken vono^ 
Kßrfr. Bayer & Co. m Elberfeld. 
Diomorphin ist der Name für die 
rägelmann'Bche Lösung (1 g Dionin, 
jL g Morphin, 10 g Wasser). Bei asthma- 
lehen Anfällen genügt eme halbe Spirftze, 
I den Krampf rasch zn beheben. D(e 
g soll sich jahrelang erhalten, MorpKU- 
nicht entstehen. 

Kgon-Seife enthalt 5 pGt Jod-Eigon; ' 
SiJdaase wird als gelbes Pulver aus 
Zwölffingerdarm des Schweines erhalten, 
ihr ist die En^erokinase Päivlöiv^^ in 
ders wirksamer',' i^orin vorhanden. 
,^^ Darat wi^.mkeraüniQrten Kapseln 
Jen 'Handel/ gepraicht , und wird zur 
^^mö^ne per Pankreasverdauung ver- 
i miiY.TwMA Nr. 2.) 

a. 1» em. gelbliches, geruch- und 

Iqpäi,. m Wasset uicot löshches 

cperoxjd ist . Verwendung 

r^ Wunobäiandlung , s<Xwie 



in allen den''toi^,%''<$»%8%as8er8totf. 
per^zi^ mMeU gebnltldilt t^i' Ü^ XÜem 
Zweöke emirff<jhlt '4 '^h^ '^ ''^^ lä^i^ 
löft (Jbef LöWiig '^Ü 4 t"W«Wftrirt'% 
sMttehi. ' (Biipl ab I%^.V * \ ^ - *' ^^« 

Isoiler. tfcliwefeUchlamm, Aer au^ dem 
Salzher'ge däselbtit gewonnen wirdj kommt 
nun auch' in Oestalf komprimierter Tabletten 
in den Bändel und ist dnrcli ht, S^dUiü^u 
zu beziehen. Wien/ meä/ Pr, lÖbä. iSijs! 

Paakreatokinaae nennen Hallion und 
Carrion eine Mischung aus Eukinase und 

liegender Darmyer4^|mg^gewendet w€a*den. 
In den Handel, kommt Riie in keratini arten 
Öeiatinekapselnl (Nunw remt^d, 1 90 1. Nr. 2.) 
Parafmlfaminbenzo^saures Pipen^i^ 
(Ce|[4J802NH^ . .{X>0^ , CV,HijNi ^i^Jt a?aa 
durch so langes Erhitzen von 1 Te^^^*?^^^^ 
und 2 Teilen Parasulfaminbenzo^iure ^ 
wäsßCfifger Lösung, bia vollkommeiie Jtil^ung 
emgetreten,*,|f^, ^>ch dw.Ex^?it^,^eidf| 
sich em weißes knstallinisebes {>ulyer f^ 
Der 9<?tmelzpunkt 'liepl bei 22S'VP' t>as 
Venahren ist «durch amerÜMißi^ches P&teJE^I^ 

in London geschützt. (Pli. Kdöch! , 1 9p^^7^.) 



der römischen KamUle eben Phytosterin- 
körppx ,g«?r9P;?tn ^jm4 €r;j\^,,^B9r..lj ^6 



öo 



Blüten i,Ä' bfs ' ^f«. ^^ -« x.««.^.^*i* 
stellt ein wöifleÄf Ptd^r-M,' Welches bei 
22i b» l^23<)<!h8cht^lzi1^d'Mebeitii((^^ 
V\yi4nd ü^gtl^gO kt: 'MäH g^wi^t ällmm^ 
cNirch 15' bis M' ll'agö 1^^^ '!l!»t^^ 
der ^lüf^ in P^tk-öliÜie^ b»'85 bte'8+^'fe 



Thy^feogi'dbttiöi; 






Osi/;aW ftihrtjjijstzii 4^. i^W*>Wfffl;i(vff?t 
Ph, 0.43 [190^] U3),;^^(l *w:1^9rt^flffiinen 
von J|(^ in den Schilddrüsen gf^^j,^; jgar 

an d<^^ ^orhanden^«^ 7q^^^oU9l4 (K^iyii^^ 
ist^ AI^ mikroskopisch ko|lf^fja|g jßfjfsen 
waren jodfrei. Es steht somit em enger 
Zusammenhang zwischen ]^olloidbildung und 
den^ Auftreten des J6dtn*yi:c|oglölpüJtife. 



152 



Dormlolkapseln. 

Die Chemische Fabrik von KaUe dk Co, 
in Biebrioh a. Rh. legt ihren Dormiolkapsehi, 
welche jetzt ein anderes Aussehen zeigen 
als früher, einen Zettel folgenden Inhalts bei: 

;^ie weiße Farbe der neaen elastischen 
E^apseln rührt daher, daß beim Füllen der 
noch wannen Oelatine-Kapseln etwas Gelatine 
von dem Dormiol gelOst wird, welche sich 
bdm Erkalten ausscheidet Das Dormiol 
ist unverändert'^ 



Lebertran-Nährklystier nach 
Zeuner. 

Zeuner gibt in den Therapeutischen 
Monatsheften folgende Vorschrift an: 

Pankreatin 5 g 

Eingedampfte Ochsengalle . . 0,5 g 

Kochsalz lyö g 

werden in 

WaBser 50 g 

geslüst und die LOsung 2 Stunden 
hindurch mit 

Dampflebertran 250 g 

digeri^ und öfter geschüttelt, 

hierauf Eukalyptusöl ... 3 Tropfen 
hmzugefügt 

Die gut umgeschüttelte und auf Körper- 
wirme gebrachte Emulsion wird in einer 
Menge von 60 bis 100 g mittelst Klystier- 
spritze in den Mastdarm gespritzt 



Man reibt das Jodoform mit dem Glyoerii 
in einer Schale zusammen und fügt sovi^ 
von der van Stvieten'wibßa Flfisäg^e 
hinzu, daß die zu imprägnierende Gas 
vollständig davon durchtränkt werden k 
Man läßt gut abtropfen und verpackt d 
Gaze noch feucht in Pergamentpi^ier. 

Bei der Herstellung der Salolgaa 

verfährt man ebenso, trocknet jedoch d| 

Salol im Luftbade, pulvert es fein un 

schlägt es durch ein seidenes Sieb. Vg. 

Äpoth.-Ztg. 1902, 85S. 



Herstellung von Jodoform- 
bezw. Salolgaze. 

Mit Vermeidung des kostspieligen Ver- 
brauchs von Aether und Alkohol kann man 
nach nachstehender Vorschrift eine sehr 
gleichmäßig verteilte Jodoform- bezw. Salol- 
gaze herstellen. Die wirksamen Bestandteile 
müssen dabei in sehr feiner Verteilung zur 
Anwendung gelangen. Die Vorschrift zur 
Herstellung einer dOproc. Jodoformgaze 
z. B. lautet folgendermaßen: 

Jodoformium subtiliss. pulv. . 30 g 

Glycerinum 30 g 

Liquor van Swieten*) . . . q. s. 
Tela depurata 100 g 



*) Vergi. Ph. C. 90 [1889], 16. Eioe Auf- 
lösung von 0,06 bis 0,1 g Bydrargyrum bichlor. 
in 10() g verdünntem Alkohol. 



Jodzahl des Dorsch-Lebertrani 

Die Jodzahlen über Lebertran gehen 
der litteratur weit auseinander. Dr. J. Wi 
hat (Zeitschr. f. Unters, d. Nähr.- und Genußi 
1902, 1193) in 21 Proben Medicinaltran a 
verschiedenen Apotheken und in 39 Trani 
von H, Bull in Bergen neben den sp« 
fischen Gewichten die Jodzahl mit Jodmon 
Chlorid in Eisesug sowie auch nach Eü 
bestimmt lieber die Resultate gibt 
stehende Uebersicht Aufkli&rung. 

Speeifisches Zahl der Mittlere 
Gewicht: untersuchten Oele Jodzahl 
0,9200—0,9204 1 154,5 
0,9205—0,9209 — 
0,9210—0,9214 — 
0,9215—0,9219 4 165,2 
0,9220—0,9224 16 167,9 
0,9225—0,9229 9 171,8 
0,9230-< ,9234 12 172,6 
0,9235—0,9239 9 174,4 
0,9240—0,9244 3 176,4 
0,9245—0,9499 2 179,6 
Vg. 

Fiiterpresse als Dialysator.' 

Eme Filterpresse als Dialysator^ weli 
eine sehr schnelle und bequeme Art 
Arbeitens ermöglicht; empfiehlt Dr. < 
Bongartx in der Apoth.-Ztg. 1902, 857 
Herstellung des Liquor Ferri dialysati 
anderer zu dialysierender Flüssigkeite 
Die Filterpresse ist für den Dialysienmi 
Vorgang mit vier Rahmen für den aufz 
nehmenden Liquor mit fünf Ablaufkammi 
und mit acht mit Durchlauföffnungen v 
scheuen Pergamentblättem ausgestatt« 
Jeder Rahmen kann 1250 ccm Flüssigk( 
aufnehmen. Die Dialyse dauert höchste 
48 Stunden und man kann in einer Wod 
bei Anwendung der fünf Rahmen^ wei 
man ohne Unterbrechung arbeitet, bis 18 I 
Liquor Ferri dialysati fertig stellen. *^ Vg^ 



158 



Neaes Verfifthien snir Reinigung 
des Kokosöles. 

Das KokosOl wird einer vorläiifigen Be- 

IiandhmgmitBftnrehaltigem Wasser unterworfen 

und dann in einem Gefäße mit feinem EjJk- 

palver, welches anf 50 bis 60^ erhitzt wird^ 

nnterstflndigem Umrflhren zusammengebracht 

Dueh den Kalk werden die freien Fettsäuren 

Yollstftndig gesättigt In der Filterpresse 

wird dann das Oel von der gebildeten 

Kalkseife getrennt nnd dann mit 2 pCt. 

Alkalikarbonat baltigem WoBser bis auf 

100® C. erhitzt, bis der eigentümliche Ge- 

mdi verschwunden ist Das Oberschflssige 

Alkalikarbonat wird durch Waschen mit 

Wasser entfernt Das geruch< und geschmack 

lose Od ist zu Speisezwecken verwendbar 

und wird nicht ranzig. Die aus der Kalk- 

seife durch Säure freigemachten Fettsäuren 

können in der Seifenfabrikation verwendet 

werden. Neueste Erfind, u. Erfahr. 1 902, 557. 

P. 

Fflasterherstelliing. 

Hdßkochende Agar-AgarLOsung wird auf 
Platten oder Gewebe gegossen und das nach 
dem Trocknen ertialtene lose oder auf dem 
Gewebe haftende Häutchen, wenn nötig, mit 
einem Klebstoff versehen. Um demselben 
die Neigung zum Schrumpfen nach der 
Anwendung zu nehmen, setzt man Seife, 
besonders Kaliseife zur heißen Agar-Agar- 
lösnng hinzu. Auch ist der Zusatz von 
Glyoerin zu empfehlen. Antiseptische Mittel 
und Heihnittel können ebenfalls zugesetzt 
werden. Das Verfahren ist durch Deutsches 
Reichspatent Dr. M, Bauer in Wien ge- 
sehtttzt (Vergl. hierzu Ph. G. 43 [1902], 
171, 172 unter Getön- und Tegon-Prä- 
parate). Apoth.-Ztg. 1903, 73. E. M. 



Wasser zusetzt, die sich alsdann sehr leicht 
einmengen lassen. Nadi vier Tagen ist ein 
Hartwerden der so bereiteten Mischung nicht 
beobachtet worden. H. M, 



ZinkQxyd und Ealkwasser. 

Gelegentlich der Herstellung emer Mischung 
ans Kalkwaaser und Kirschlorbeerwaaser mit 
Zinkozyd, Stärke und Mandelöl wurde von 
J, Snow die Beobachtung gemacht, daß 
dieselbe bald eine harte Masse bildete. 
CouUhurst vermeidet dies dadurch, daß er 
Zinkoxyd und Stärke zunächst mischt, darauf 
mit dem Olivenöl anreibt, in ähnlicher Weise, 
als ob man eine Fillenmaase gewinnen will, 
und erst dann das £Lirschlorbeer- und £jük- 



Neue Speoialit&ten* 

Die Duittabletten von Wolf db Sohn ia 
Karlsruhe bestoben nach der Pharm. Ztg. aus 
einem aosammengepreßteo Gemisch von Beis« 
stärke, Ma^esiumkarbonat und Iriswurzelpulver, 
welches mit Heliotrop-Veiicheo- oder Fliederduft 
getränkt wird. Als gee)<rnrtA Duftstoffe empfiehlt 
die SeifeD8ieder-Zt|E. folgeude : VeilchoiKÖOg 
JoDon, 50 g YlaDg-Ylangöl, 200 g Moschus- und 
200 g Benzoetinktur; Heliotrop: HeJiotropia 
200 g, Vamilin 60 g, Mosohastinktur 100 g, 
Beuzoetinktur 200 g; Flieder: Terpiueol 200 g, 
Muguet (Fritache db Co,) 200 g, Mosohustinktur 
2i g, Benzoetinktur 200 g Diese Duftmengen 
genügen für 10 bis 16 kg der Orundmasse. 

Pllnlae aatiseptleae Co. Warner bestehen 
aus 1 gr (0,0648 g; NatriumsuUat, 1 gr (0,0648 g) 
Salioylsäure, 0,1 gr (0,00648 g) Oapsioumpnlver, 
1 gr (0,0648 g) Pepsin, 0,125 gr (0,0081 g) Bzeoh- 
oußextrakt. Empfohlen werden dieselben gegen 
VerdaunnKsbesohwerden. Darsteller ist die Firma 
Wm, R. Warner db Co. in Philadelphia. 

Pilolae Clialybeate Co. Warner enthalten 
2f& ST (0,162g) MassaChalybeate (deren Zusammen- 
setzung unbekannt ist) und 0,125 gr (0,1081 g) 
Brechnußextrakt. Sie sollen zur ^verleibupg 
von Eisen in Verbindung von Brechnuß dienen. 
Darsteller ist Wm, B. Warner db Co. in 
Philadelphia. 

Salbenartige Spiritnsseife wird dadurch 
erhalten, daß man eine Lösung von 25 bis 35 pCt. 
Seife in 75 bis 65 pCt. erwärmtem Weingeist 
erkalten läßt und die nach dem Erkalten erstarrte 
Masse vermittelst besonderer Vorrichtung bis 
zur Entstehung einer Paste, die in luftdichte 
Behälter oder Tuben gefüllt wird, verreibt 
D. R. P. für R. Adam in Friedenau bei Berlin. 
— Also eine Art Opodeldok ohne Ammoniak 
und ätherische Oele. Schriftleitung. — 

Straka's Chininhonhons enthalten in jedem 
Stück 0,25 g Chinintannf^t Dieselben sollen 
niemals hart werden und stets leicht löslidi, 
sowie dabei von angenehmem Geschmack sein. 
Zu beziehen sind dieselben durch die Firma 
Q, db R. FrtU in Wien. 

Sirup d^pnratif Lavrav wird folgendermaßen 
dargestellt: Je 126 Teile Radix Bardanae. Radix 
Lapathi acuti, Radix Saponariae, 250 Teile lignum 
Gnagaoi, 200 Teile Stipites Duloamarae, 30 Teile 
Folia Sennae werden zwölf Stunden lang mit 
5000 Teilen heißem Wasser digeriert, die filtrierte 
Eolatur auf 700 Teile eingedampft und mit je 
250 Teilen Mel depuratum und Zucker zum Sirup 
gemacht. 

Ztsehr. d, ÄUg, öaterr. Apoth.- Ver. 1903, 80. 

K Menixel. 



154 

Reaktionen zur Unterscheidung der Ipecaouanha-Alkaloide 

gibt Lcrwin (Chem.-Ztg. 1903, Rep. 25): 

Emetin: Gepha@lin. 

MilUm'B Reagens: selbst bei 2 : 100 farblos, beim 2 : 100 schon bei gewöhnlidier 
Erwännen nur gelblich. Temperatnr violett, geht beim 

Erwärmen durch alle Farben 
bis ins Dunkelbraune, aadi bei 
1 : 1000 sehr deutlich, bei 
1 : 5000 noch nachweisbar. 



Mereuriaoetat: 



Fröhde's Reagens: 



2 : 100 farblos, beim Erwärmen 
etwas gelblich und trüb. 

grünlichgelb, dann grün, schließ- 
lich hellblau. 



Neuartiges Explosionsgemisch. 

Schießbaumwolle, die mit Natriumperozyd 
durditrftnkt ist, erleidet nach Beobachtungen 
von L, Vanino (Zeitschr. f. angew. Chemie 
1902, 1299) keine Umsetzung, jedoch ver- 
mögen nur einige Tropfen Wasser eine 
Entzündung hervorzurufen. Enthält das 
Wasser Formaldehyd, so ist die Wirkung 
dne noch viel kräftigere; denn letzteres wird 
durch Natriumperoxjd derartig beeinflußt, 
daß, wenn man zu einer Formaldehjdlösung 
eine Messerspitze Peroxyd zufügt, eine Zer- 
trümmerung des Qlasgefäßes unter heftigem 
Knalle erfolgt —tx- 



üeber den Mineralkermes. 

Ueber die Zusammensetzung des früher 
in hohem Ansehen stehenden Eermes mineralis 
cum oxydo stibico sind die Ansichten be- 
sonders über die Art der darin vorkommenden 
Erystalle geteilt Meist wird der Kermes 
als ein Qemenge aus amorphem Antimon- 
tiisulfid mit großen Mengen Antimonoxyd 
(z. T. aus Kalium- oder Natriumantimonit 
bestehend) betrachtet Als Antimonoxyd 
wird gewöhnlich der Teil desselben angesehen, 
weicher beim Behandeln mit Weinsäure in 
Lösung geht, ohne daß dafür experimentelle 
Bewdse gebracht werden. Nach E. Schmidt 
bestehen die Krystalle, welche sich in dem 
mit Sodalösung nach der früher officinellen 
Vorschrift dargestellten Kermes finden, im 
wesentlichen ausNatriumpyroantimoniat 
NagHgSbgOv + eHgO. 

K Feist (Archiv, d. Pharmazie 1902, 241) 
hat die Krystalle, welche sich aus den Kermes- 
Mutterlaugen unter obigen Bedingungen 



2 : 100 farblos, beim Erwärmen 
violett, wird immer dunkler, bei 
1 : 5000 noch deutl. Reaktion, 
indigoblau, dann grünlichschwarz, 
schließlich tief dunkelgrün. 
—he, 

allmählich ausschieden, untersucht und sowohl 
in chemischer, wie krystallographischer Hin- 
sicht als übereinstimmend mit dem Natrium- 
pyroantimoniat gefunden und somit die 
Ansicht von E. Schmidt bestätigt 

Die von Böse gemachte Beobachtung, 
daß der Kermes leichter oxydfrei zu erhalten I 
sei, wenn zu seiner Darstellung Pottasche 
statt Sodalösung angewendet wird, findet 
darin seine Erklärung, daß das unter dem 
Einflüsse der Luft gebildete Natriumpyro- 
antimoniat viel schwerer in den Mutterlaugen 
löslich ist, als die entsprechende Kalium- 
verbindung, p. 

Wirkung des Wassers auf Blei. 

Destilliertes Wasser wirkt auf Blei, wie 
Fr, Clowes in den Chem. News 86, 168 
mitteilt, nicht, wie aligemein angenommen 
wird, infolge seines Gehaltes an Kohlensäure, 
sondern durch den gelösten Sauerstoff ein. 
Gasfreies Wasser übt auf Blei keinen merk- 
baren Einfluß aus, während von demselben, 
wenn ein Sauerstoffstrom eingeleitet wird, 
100 Teile 0,023 Teile Blei, dagegen bei 
Gegenwart von Kohlensäure nur 0,008 Teile 
lösen. Bakterien sind hierbei nicht be- 
teiligt, da es ganz gleich ist, ob das Wasser 
sterilisiert ist oder nicht —tx—. 



Manneotetrose und Manninotriose, zwei 
Zackerarten der Manna. Tanret hat in der 

Manna zwei neue Zucker, die Manneotetrose 
und Manninotriose gefunden. Die Manna in 
Thränen besteht zu etwa ^'g, die Manna in 
Körnern bis zu Vs *^8 diesen Zuckerarten. 
Apoth.'Ztg. 1903, 51. Vg, 



155 



II a h p u n g • m i 1 1 e I - C h e m i e. 



Verjagung derselben der Saft mehrere Male 
abgedampft werden. Aas dem spedfiflohen 
Gewicht des alkoholfräen, wie des von der 
flficbtigien Säure befreiten Safts kann man 
dann direkt den Extraktgehalt bestimmen. 
Anders Hegen die Verhältnisse, wenn stark 
gezuckerte Citronensäfte zur Untersuchung 
vorliegen. Zusätze von 10 pCt Rohrzucker 
sind nicht selten. Hier kann man natur- 
gemäß den Eztraktgehalt nicht den von 
Farrensteiner ausgestellten Tabellen, eben- 
sowenig den bekannten Zuckertabellen ent- 
nehmen, man muß vielmehr in dem vor- 
liegenden Saft Citronensäure durch Titration 
und den Zucker aki Invertzucker nach 
Inversion durch selbständiges Erhitzen ohne 
weiteren Säurezusatz auf dem Wasserbad 
quantitativ bestimmen unter gleichzeitiger 
Herstellung geeigneter Vergleichslösungen. 
Bezüglich der vereinfachten diesbezüglichen 
Extraktbestimmung verweisen wir auf die 
Originalarbeit. Betreffs der Beurteilung, ob 
ein Natur- oder Eunstprodukt vorliegt, ist 
die Mitteilung von Farrensteiner von 
Interesse, daß bei reinen Säften ein erheb- 
licher Extraktrest übrig bleibt, worunter 
man bekanntlich den Wert versteht, welcher 
sich aus dem Geeamtextraktgehalt durch 
Abzug der freien Säure und des Zuckers 
ergibt Alte alkoholhaltige Säfte enthalten 
erhebliche Mengen Gitronensäureester. Die 
vom Verfasser untersuchten reinen Citronen- 
säfte enthielten sämtiich erhebliche Mengen 
Stickstoff. Zweckmäßig soll man die Säfte 
auf Gljcerinzusätze prüfen, da derartige 
Zusätze zur Erhöhung des Extraktgehaltes 
vorkommen. Vg. 

Eartoffelwalzmehl, 

eine Form, den widitigsten Volksnährkörper 
die Kartoffel zu konservieren, soll ein Herr 
S. van Westrum nach der Tägl. Rundsch. 
vermittelst einer von ihm erfundenen Trocken- 
masehine gewinnen. Bisher scheiterte das 
Konservieren der Kartoffeln daran, daß 
man nicht im Stande war, sie in geeigneter, 
haltbarer Weise zu trocknen. Wenn dies 
dem obengenannten Herrn wirklich gelungen 



Untersuchung und Zusammen- 
setBung von Citronensaft. 

Unter der Bezeichnung „Reiner Citronen- 
saft aus frischen Früchten'^ usw. kommen 
im Handel häufig Gemische aus Citronen- 
Binreldsung mit wenig Citronensaft oder 
sogar reine Kunsterzeugnisse aus Citronen- 
BinreldBung in den Handel. Abgesehen 
von Zusätzen von Weinsäurelösungen, welche 
in bekannter Weise leicht nachweisbar sind, 
▼erden wässerige Citronensäurelösungen mit 
Anszflgen von Citronenschalen und ^em 
Conservierungsmittel Alkohol oder Salicjl- 
Anre, nicht selten auch mit einem Farbstoff 
renetzt. Es kommen aber auch, wie 
Dr. Farrensteiner in der Zeitschnift für 
Untersuchung der Nahrungs- und Genuß- 
mittel 1903, 1 anführt, Citronensäfte in 
da Handel, deren Fälschung auf wissen- 
Mbftlleher Grundlage beruht Bezüglich 
der Untersuchung bezw. Zusammensetzung 
raner und verfälschter Citronensäfte möchten 
wir auf die interessante wissenschaftliehe 
Arbeit von Farrensteiner im Original in 
der genannten Zeitschrift verweisen; der 
Leser ist dadurch in der Lage, sich ein 
Uares Bild hierüber zu verschaffen. Kurz 
andeuten möchten wir, da eine direkte 
gewiehtsanalytische Extraktbestimmung, wie 
bei der Weinbestimmung, nicht angängig 
eneheint, da die diesbezüglichen Werte zu 
niedrig ausfallen. Es beruht diese Tatsache 
an! einer starken Zersetzung des in den 
aat&rlichen unvergorenen Citronensäften 
tttiialtenen Zuckers, welcher immerhin zu 
I bis 2 pCt m den Säften vorhanden ist. 

I farrensteiner empfiehlt daher eine indirekte 
Ettraktbestimmung, d. h. den Extraktgehalt des 
CStronensaftes aus dem specifischen Gewicht 
bo-echnen. Zu diesem Zwecke hat 
cneibe eine auf rein wissenschaftlicher 
iTondlage beruhende, sorgfältig ausgearbeitete 
[Isbdle mit einer Interpolationstafel für die 
Snbdten der vierten Dechnale ausgearbeitet, 
OB welcher man direkt den Extraktgehalt, 
L b. den Gehalt an wasserfreier Citronen- 
Aore, ablesen kann. Enthält indeß der zu 

Bttlersudjende CStronensaft Alkohol, so ist 

derselbe durch Abdampfen vor der specifischen ! gein sollte, so wäre es ein erfreuliches 
ßeTOhtsbestimmung zu entfernen. Sind Ereignis. —U—, 

pWitige Säuren vorhanden, so muß zur| _ — 



156 



Schweflige Säure im Dörrobst. 

A, Beythien and P, Bohrisch (Zeitschr. 
f. Untere, d. Nähr.- u. Qeuuöm. 1902, 401) 
haben die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, 
daß ein großer Teil des im Handel befindlichen, 
aus Amerika eingeführten Dörrobstes erheb- 
liche Mengen schwefliger Säure enthält 
Dieselbe ist aber nicht als freie schweflige 
Säure, sondern als aldehydschweflige Säure 
vorhanden. Wie Dr. Famsteiner (dieselbe 
Zeitschr. 1902, 1124) mitteilt, ist dieselbe 
zum größeren Teil in gebundener Form 
(vermutlich an Zucker) vorhanden, was auch 
TT. Krepp (dieselbe Zeitschr. 1903, 66) 
bestätigt Mit Recht weist nun Fresenius 
und Orünhut (Zeitschr. f. analyt Chemie, 
42. Jahrgang, Seite 33) darauf hin, daß 
freie und aldehydschweflige Säure in ihrer 
physiologischen Wirkung sehr verechieden 
sind und nur die er st er e schädigend wirkt 
Da nun die freie schweflige Säure im Ver- 
hältnis zu der aldehydschwefligen Säure nur 
in geringen Mengen vorhanden ist, so ist 
durch den Genuß geschwefelten Dörrobstes, 
wie es jetzt aus Amerika eingeftlhrt wird, 
eine Gesundheitsschädigung für den Konsu- 
menten nicht so leicht zu befürchten. 
Immerhin ist es eine erfreuliche Tatsache, 
wenn durch die Reichsregierung die Einfuhr 
dieses ausländischen Dörrobstes möglichst 
überwacht wird. 

Bezüglidi der Bestimmung der aldehyd- 
schwefligen (an Zucker gebundenen) Säure 
macht Kerp darauf aufmerksam, daß dieselbe 
sehr beständig ist und keineswegs durch eine 
einmalige Tiitration mit Jodlösung bestimmt 
werden kann, da nur ein stufenweiser Zer- 
fall dieser Verbindung herbeigeführt werden 
kann. Vg. 

Haltbare Milch 

erhält man nach emem Dänischen für Bücka, 
Hansen und Wimmer in Kopenhagen ge- 
schütztenPatente durchEindampf enVon frischer 
Milch in der Luftleere unter Umrühren, bis 
dieselbe nur noch ungefähr 30 pOt. Wasser 
enthält. Sie stellt nun haselnussgroße Brocken 
dar. Man entnimmt dieselben dem Kessel 
und trocknet an der Luft, bis nur noch etwa 
1 9 pCt Wasser vorhanden sind. Hat man 
CS bei dem Nachtrocknen vermieden, daß 
die Wärme bis nahe zum Schmelzpunkte 



der Butter kam, so ist dies Trockenprodakt 
sehr haltbar und verdirbt beim Aufbewahren 
nicht; denn das Fett befindet sich in dem- 
selben in Form von Kügelchen, die von der 
eingetrockneten Milch umhüllt sind und so 
vor der oxydierenden Wirkung der Luft 
geschützt werden. Die Masse löst sich in 
siedendem Wasser unter Bildung einer Emulsion 
vollkommen auf. Ghem.-Ztg. —t%-. 

Nachweis von Margarine in 
Butter. 

Nach Ansicht von H, Kreis und Ä. Haffwr 
(Zeitschr. f. Unters, d. Nähr.- u. Genußm. 
1903, 22) ist es nicht ausgeschlossen, dafi 
der Nachweis von Stearinsäure in der Butter 
als ein Beweismittel für den Zusatz von 
Margarine zu derselben angesehen w^en 
kann. Hehner und Mitchell haben n&mlicfa 
bei der Prüfung der Fettsäuren aus über 
100 Butterproben nach ihrem Verfahren in 
der überwiegenden Mehrzahl keine, od«* nnr 
ganz geringe Ausscheidungen von Stearinsäure 
beobachten können, während m Margarine bis 
zu 24,8 pCt Stearinsäure gefunden wurde. 
Sollten Uebersättigungserscheinungen aos- 
gescblossen sein, so könnte die Methode 
eine ungemein große Bedeutung erlangen, 
da man mittels derselben in der Lage wäre, 
Verfälschungen von Butter auch dann nach- 
zuweisen, wenn das VerfälschungsmitteL kein 
pflanzliches Fett enthält. Vg. 

üeber die Wirkung künstlicher 
Farben auf die Verdauung 

hKtWirwgradow (Chem.-Ztg. 1903, Rep. 27) 
Versuche angestellt, indem er Eiweißlösungea 
unter Zusatz einer Reihe von Farben der 
aromatischen Reihe einer künstlichen Ve^ 
dauung unterwarf. In den meisten Fällen 
veränderte sich das Eiweiß durch Zusati 
der Farbe. Safranin, Ponceau R. R^ Aza* 
Fuchsin, Orange II, Görulein. S. Phloxia 
R B. N., Jodeosin, Chrysalin, Magdalarot, 
Azo - Flavin , Benzopurpurin behinderiea 
schon in 0,01- bis 0,lproc Zusätze die 
Verdauung sehr stark, während Chinolingelb, 
Methylengrün, Säuregrün, Jodgrttn, Aio- 
säuregelb C, Gelb T., Naphtholgelb, Anilin- 
grün, Primulin, Auramin 0., Anilmorange^ 
Martiusgelb, Metanilgelb auf die Verdauung 
nur mdur oder weniger verlangsamend eni- 
wirken. Ag. 



157 



Bakteriologische Milleilungen. 



Wurstvergiftung. 

Sckumburg berichtet in der Zeitschrift 
fflr Hygiene; Jahrgang 1902; über einen Fall 
von Wurstvergiftung durch Rinderwurst; der 
fidi in Hannover ereignete und nicht weniger 
ab 34 Menschen betraf. Es traten bei allen 
DarmerkrankungeU; die sich durch heftige 
Dordifälle Äußerten; eiu; 66 andere Personen; 
die von der nämlichen Wurst gegessen hatten, 
erkrankten nicht M&use und Ratten starben 
von den Wurstresten unter Erscheinungen 
sehweren Dannkatarrhs. Der bakteriologische 
Befand ergab eine Proteus^Art als den mut- 
maßlichen Krankheitserreger. Mit Rein- 
knlturen des isolierten Bakteriums geimpfte 
Versuchstiere gingen em. Es kann normaler 
Wene aus Wurst Bacterium Proteus nicht 



Zur Ratten- und Mäusever- 
tilgung. 

Nadi Beobachtungen von Bouger ist 
Gorynethrix pseudotuberculosis ein fflr Ratten 
und Mäuse tödlich wirkender BaoUlus. Die 
Gabe ist eine sehr kleine. Seine Wirkung 
flbt er auS; ganz gleich; ob er unter die 
Haut gesprizt wird oder in den Magen 
gelangt Durch Versuche an Haustieren 
ist festgestellt worden; daß er auf diese 
kernen schädlichen Einfluß ausübt Es 
wird die Hoffnung ausgesprochen; ihn zur 
Massenvertilgung von Ratten und 
Mäusen verwenden zu können. 

Auf emen anderen Bacillus; den Bacillus 
Dauysx, macht Dr. E, Wiener wiederum 
aufmerksam. Die Kulturen desselben werden 



isoliert werden; wo es darin vorkommt, muß : auf EierU; die mit 8 bis 10 Tropfen einer 



man ihm also besondere Aufmerksamkeit 
sdienken. Referent erlebte in Dresden einen 
analogen Fall. Eine Arbeiterfamilie erkrankte 
an schwerem Darmleiden nach Oenuß von 
gehacktem Rindfleisch; aus dem sich gleich- 
falls eine vhrulente Proteus-Art isolieren ließ. 



Iproc. sterilisierten Sodalösung versetzt worden 
sind; angelegt Die lebenden Kulturen flben 
Hühnern und Kaninchen gegenüber kerne 
schädlichen Wirkungen aus, während Ratten 
durch dieselben getötet werden. (Bul. com.) 
(Man veigl. hierzu Ph. C. 43 [1902]; 194; 
240 und 311.) -tx-. 



Therapeutische Mitteilungen. 



r 



Sidonal und Sidonal „neu'*. 

Sidonal ist ein weißeS; geruchloses Pulver; 
Idcht löslich in Wasser und von angenehm 
säuerlichem Geschmack. Wie schon in 
Ph. 0. 42 [1901], 209 berichtet wird, hat 
aich dasselbe bei Gicht zur Entfernung der 
Hamsänreablagerungen bewährt. Es wird 
besonders in akuten Fällen von Dr. Mylius 
(Therap. Monatshefte 1900; December) em- 
pfohlen; und zwar hat es nach Tagesgaben 
von 5 bis 8 g in etwa vier Tagen eine 
derartige Besserung herbeigeführt, daß der 
Kranke das Bett verlassen und ohne fremde 
Hilfe Gehversuche frei von größeren Schmerzen 
machen konnte. Auch fahrte es bei chron- 
iflcfaer Gicht in geringeren Gaben baldige 
Bcawmng und spätere Wiederherstellung 
herbei. Wurde es bei dem ersten Auftreten 
von Anzeichen eines Gichtanfalles in Gaben 
von 5 g auf den Tag gereicht, so pflegten 
die Erscheinungen nach 1 bis 2 Tagen zu 
verschwuiden und es kann behauptet werden, 
daß es infolgedessen überhaupt zu keinem 
Giehtanfall kam. 

Für die chronische Gicht ist das Sidonal i 



„neu" (Ph. C. 43 [1902]; 335) wegen seines 
billigeren Preises mehr zu empfehlen. Dieses 
kann sowohl eingenommen werden; als auch 
unter die Haut gespritzt bezw. als Darm- 
einguß verabreicht werden; auch soll es alle 
Vorteile der Chinasäure ohne deren Nach- 
teile besitzen und vollständig unschädlich sein. 
Beide Präparate werden von den Ver- 
einigten chemischen Werken; Aktiengesell- 
schaft in Charlottenburg; Salzufer 16; dar- 
gestellt und auch in Tabletten zu 1 g in 
den Handel gebracht —tx - . 

Ueber eine Vergiftung durch 
ein flüssiges Haarfärbemittel, 

einer LOsung von salzsaurem Paraphenylen- 
diamiu; berichtet das Arch. m6dic de Toulouse. 
Eine Dame zog sich nach einer etwas 
reichlichen Behandlung des Haares mit diesem 
Mittel einen heftigen Kopfschmerz zu; der 
Kopf brannte ihr wie Feuer. Nach dem 
Auflegen von Kataplasmen aus Kartoffel- 
mehl und Waschungen mit Borsäurelösungen 
verlor sich die Hautentzflndung in drei 
Wochen, P, 



158 



BOchersoha 



Schule der Pbarmaoie. Herausgegeben 
von Dr. J, Bolfert, Prof. Dr. H. Thoms, 
Dr. E. MyliuSy Dr. K, F. Jordan, 
n. Chemischer Teil. Bearbeitet 
von Dr. Hermann Thmns, Professor 
und Leiter des Pharmaoentischen Instituts 
der Universität Berlin. Mit 83 in den 
Text gedruckten Abbildungen. Dritte 
verbesserte Auflage. Berlin 1903, Ver- 
lag von Julius Springer. Preis Mk. 7, — . 
Die Einföhrang der jungen Leute in das so 
weite Gebiet der Chemie ist immer eine schwierige 
Sache, um so mehr, als nicht jedem Lehrherm 
die Gabe zuteil geworden ist, den Lehrstoff zu 
einem schmackhaften zu machen. Diesem 
üehelstande abzuhelfen waren einige, als Lehr- 
meister wohlbekannte Fachleute von jeher 
beflissen und schon verhältnismälMg frühzeitig 
erschienen Bücher, die sowohl den Lehrherm 
unterstützen, als auch, wenn nötig, ersetzen 
sollteu. Letzteres zu erreichen, wird wohl 
niemand imstande sein; denn es gibt gerade in 
dieser Wissenschaft so viele, oft als Kleinigkeiten, 
die man glaubt vernachlässigen zu können, 
angesehene Dinge und Handgriffe, die einem 
jeden erst gezeigt werden müssen und nicht 
aus einem Buche, auch wenn dasselbe noch so 
klar und eingehend geschrieben ist, gelernt 
werden können. 

Soll nun ein derartiges Werk den Unterricht 
des Lehrherm in weitestgehendem MaHe unter- 
stützen, so muß vor allem in demselben der 
Stoff so angeordnet sein, dal^ nicht allein vom 
leichter Verstandlichen zu dem mehr Aufmerk- 
samkeit und üeberlegung Erfordemden über- 
gegangen wird, sondem auch ein Weg gegeben 
werden, sowohl das Verständnis, als auch Lust 
und Liebe für das Vorzutragende zu erwecken. 
Sehr leicht scheitert der beste Wille und voll- 
kommenes Selbstverstehen des Lehrenden daran, 
daß er den ITuterrichtsstoff an der falschen 
Ecke beginnt. Heutzutage braucht man dies nicht 
allzusehr zu befürchten, da es einige gute Leitfäden 
in obenausgeführter Richtung gibt. Zu den 
besten von ihnen zählt nun die „Schule der 
Pharmacie", deren chemischer Teil, vor zehn 
Jahren zum ersten Male erschienen, nunmehr 
seine dritte Auflage erlebt. Daß diese Neu- 
erscheinung eine verbesserte und vermehrte 
ist, war von vornherein zu erwarten; denn 
welcher Verfasser könnte sich den neuesten 
Ermngenschaften der chemischen Forschung 
entziehen und sie seinen Schülern vorenthalten ? 
Man kann die Erweitemng schon daran erkennen, 
daß die Seitenzahl dieses Buches von 456 auf 
492 gestiegen ist, wobei wir nicht vergessen 
dürfen, daß in der Neuausgabe der analyrische 
Teil der fj iiheren Ausgaben fortgefallen ist, um 
bei der Neubearbeitung der i&ätena Teiles der 
Schüler <ier Fhanuacje, ,4^ Warenkunde, idenpi' 
selben zugeteilt zu werden. ^ ^. 

Abgesehen davon, daß die eben angefiihrien 



Tatsachen schon an und für sich eine Ver- 
mehmng des gebotenen Stoffes beanspruchen, 
wurde der Verifassar noch durch den Umstand, 
daß seine Hörer dieses Buch als Leitfaden 
benutzen, veranlaßt, der organischen Chemie 
einen größeren umfang zu geben. In der 
anorganischen Chemie trägt der Verfasser bei 
der Besprechung der Säuren, Basen und Salze 
der neueren lonentheorie Bechnung. 

Die Folge einer Rücksichtnahme auf die 
Studierenden ergab die Notwendigkeit, Angaben 
über die Ausführung und Berechnung der 
Elementaranalyse, sowie über Molekulargewichts- 
bestimmungen zu bringen. Die Neaeinführung 
dieser Dinge mag bei vielen, wenn sie das 
Buch durchblättern, so lange als überflüssig 
erscheinen, als ihnen die Veranlassung dazu 
nicht bekannt ist Es ist dieser Teü der 
organischen Chemie hauptsächlich für die 
Studierenden geschrieben und kann bei dem 
Unterricht des Lehriinges vollständig übergangen 
werden, obgleich ich es nicht für ganz unan- 
gebracht halte, wenn der Lehrling wenigstens 
einen schwachen Begriff von diesen Dingen auf 
Grund der in diesem Buche gegebenen Erläuter- 
ungen erhält. Die anderen Vermehrungen 
erstrecken sich auf die oiganisch - chemischen 
Verbindungen, welche für die Medicin und 
Pharmacie von Wichtigkeit sind. Die Alkaloide, 
ätherischen Oele und andere Pflanzenstoffo, 
deren Forschungen als abgeschlossen anzusehen 
sind, haben auch hier entsprechende Berück- 
sichtigung gefunden. An und für sich ist der 
organische Teil in der Hauptsache in derselben 
Weise eingeteilt, wie die Rickter'w^B Chemie 
der Eohlenstoffverbindungnn. 

Einige veraltete Abbildungen sind durch neue 
verbesserte ersetzt worden. 

Nach allem oben Gesagten eigibt es sich, daß 
in dieser Neuauflage ein verjüngter Lehrmeister 
für unseren Nachwuchs erschienen ist. Möge 
derselbe überall freudigen Herzens dort auf- 
genommen werden, wo er anklopft, auch bei 
den Studierenden. BL M. 



Anleitung zur qualitativen chemischen 
Analyse nebst Vorübongen von Dr. phil. 
Rudolph Seldis. Heidelberg 19G2, Carl 
Winter's Universitätsbuchhandlnng. Preiß 
Mk. 1.60. — Wandtafeln der qualitatiTsn 
chemischen Analyse von Dr. Rud, Seldis. 
Tafel 1: Prüfung auf Basen. Tafel 2: 
Prüfung auf Säuren. 1903. Verlag der- 
selbe. Preis Mk. 2.—. 

Veranlassung zur Herausgabe dieser 4^^tm«p 
die zum Gebrauch in Universitats Laborltondo 
bezw. in solchen von ItealgyTttttiisieri mafl lötf- 
BohnleB bSBtimint ist, war die ^von -dein Vwfailifr 
gewonnene Ueberzeugung , dftß, .dif(,;)4(f^Hi|}^ 



159 



Die Anordnaog ist eine derartige, dal) zaoäohst 
eiDe Binteilaog der Chemie und darauf Er 
UaternogeD, was unter Säuren, Basen und Salzen 
za Torstehen ist, gegeben wird. Wenn aach 
dies Buch nur für Anfönger geschrieben ist, so 
wiie eine kuize Belehrung über die Ionen hier 
im Platze gewesen. Es fol^ dann der praktische 
Teil, der aus den Reaktionen der Basen, denen 
der SSuren und dem Gang der Analyse besteht 
Sb ist immer nur eine Trennung augegeben, um 
den Lernenden nicht zu yerwirren, weil der Ver- 
fasser glaubt, daß der Betreffende nach erlangter 
üebang die weiteren Trennungswege leichter er- 
faßt Diese Annahme wird auch in den aller- 
meisten FSlien zutreffen und kann das unterlassen, 
andere Trennungsweisen anzugeben, nicht getadelt 
werden. 

Dem Buche sind zwei Tafeln beigeheftet, die 
in nbersichtlicher Weise den Oang der Analyse, 
auf der ersten Tafel die Auffindung der Basen, 
auf der zweiten die der Säuren darstellen. Diese 
Mein umfassen nur die im Buche besprochenen 
Stoffe. 

Als Sonderau^gab sind zwei fast gleiche Tafeln 
TOD dem Verfasser heraas gegeben worden. Auf 
der Tafel für die Basen finden sich auch die 
seltener rorkommenden Stoffe, wie Palladiam, 
Nlobinm, Cerium, Tttriam, Erbium u. a. an den 
Stellen, an denen sie beim Gang der Analyse 
gefonden werden. Die Großeausmessungen der 
Ikfeln, wie deren Druck empfehlen sie zur Be- 
nutzung bei der Vorlesung, wie zum Aufhängen 
in Laboratorien. 

Da das Buch sich für Anfänger, die doch immer- 
hin einer gewissen praktischen Unterweisung in 
Bezug auf die Ausführung bedürfen, sehr gut 
eignet, weil es kurz und klar geschrieben ist, 
sowie nur das zunächst Liegende bringt, so können 
wir dasselbe zur Anschaffang empfehlen. In 
noch höherem Maße können wir den Ankauf der 
Wandtafeln anraten. K M, 



SO üebuAgs-AufgabeA als erste Anleitiuig 

IUI quantitativen Analyse. Von Dr. 

P. Weselsky, weiL ProfeBsor an der 

k. k. Teehnischen Hochschale in Wien 

und Dr. R. Benedikt, weil. Professor 

an der L k. Technischen Hochschule in 

Wien. Dritte Auflage, neu bearbeitet von 

Dr. Oeorg Vortmann, o. ö. Professor 

an der k. k. Technischen Hochschute 

in Wien. Leipadg und Wien 1902, 

Franz Deuticke. 

Der Verfasser bringt hier eine Zusammenstellaug 

^n üebangsaufgaben für den Studierenden, der 

Ach mit den quantitativen Analysen zu be- 

B<dilftigen anfangen solL Die Zahl derselben ist 

■0 bemessen, dai) sie ungefähr ein Halbjahr in 

Ansprach nimmt, um die gegebenen Beispiele zu 

belügen. Die Reihenfolge ist eme derartige, 

<Uß sie mit der leichtesten beginnt und mit der 

Bokwiehgsten endigt Im allgemeinen ist die ge- 

wichtsaoalytische Bestimmung gewählt worden und 



nur bei einigen (z. B. Zink, Chlorkalk) neben dieser 
die maßanalytische mit herbeigezogen worden. 
Das Buch gibt die Trennungs- und Bestimmungs- 
wpge an, ohne sonstige Fingerzeige, wie sie für 
eine Untersuchung eigentlich unerläßlich sind, 
anzugeben, da der Verfasser die Mitwirkung des 
Lehrers voraussetzt und hofft, daß der Lernende 
nach Durcharbeitung derselben sich in jedem 
größeren Lehr- oder Hilfsbuch der quantitativen 
Analyse zurechtfinden wird. 

Nach allem diesem ergibt es sich fast von 
selbst, daß der Kreis derjenigen, für die es be- 
stimmt ist, ein begrenzter ist. Es kann dies 
Buch nur von solchen Anfängern benutzt werden, 
die von Jemandem ULterwiesen werden oder auch 
von solchen, denen die nötigen Kunstgriffe der 
Analyse bereits bekannt sind. Für diese alle 
bietet diese Sammlung eine empfehlenswerteÜnter- 
lage, in ausreichender Weise das vom Verfasser 
Gewollte zu erreichen. H. M. 



W. Roth'a Jahresbericht über die Leist- 
ungen und Fortschritte auf dem 
Gebiete dea Milit&r-Sanitätsweseni. 
Herausgegeben von der Redaktion der 
Deutschen militftribrztlichen Zeitschrift 
Bericht für das Jahr 1901. XVI und 
181 Seiten 80. ~ Berlin 1^02, Ernst 
Siegfried Mittler db Sohn, SW. 12, 
Kochstraße 68 bis 71. Preis 4,50 Mk. 
In gewohnter Weise und mit der üblichen 
Verspähmg von etwa ^a Jahren erscheint der 
bewährte Bericht über das Militärsanitätswesen 
im 27. Jahrgänge. Unter den im Vorwort 
außer dem Heraasgeber namentlich aufgeführten 
19 ICtarbeitem, worunter Vertreter des Ruhe- 
standes, der Kriegsflotte, des österreichisch- 
ungarischen, italienischen und griechischen 
Heeresgesundheitsdienstes, fehlt leider ein fach- 
männischer Bearbeiter des Heilmittelwesens 
ebenso, wie diesem Dienstzweige im Inhalts- 
verzeichnisse kein besonderer Abschnitt vergönnt 
wird. Es fällt dies um so mehr auf, als die 
preuliische Kabinetsordre vom 14. Mai 1902 
über die Angliederung der Militär- Apotheker an 
das Sanitäts-Korps bereits unterm 30. desselben 
Monats (mit dem Ausführungs - Erlasse des 
preußischen Kriegsministeriums vom vorher- 
gehenden Tage) im Armee -Verordnungsblatt 
Nr. 18 veröffentlicht wurde. — y. 



Farmaoia cum era in eztrema veohime. 

Genf erinta d-lni Farmadst S. Ed. Rheindt 
tinuta !n sedinta adunarei de la 18 Main 
1902 a Asociatiunei Generale a oorpnlui 
Farmaoeutic din Romlnia. — (Extras 
din Buletinui Asociatinnei Oeneraie a 
corpului Farmaceutio din Romlnia Nr. 1 
anul IV, Noembrie 1902). „Minerva", 
Institut de Arte Grafice ai Editura, 
Bucnreati, Str. Regala, 6, 1902. 



160 



Studien über die altägyptische . Para- 
Bitologie von Baron Dr. Felix von 
Oefele. (Bad Neaenahr in Rheinpreußen.) 
Zweiter Teil: Innere Parasiten. Zoo- 
logische Systematik der Aegypter. 

Sonderabdrack aus Archives de Parasitologie 

von Eaphael Blanchard. Paria 1902, Sooiete 

. d'editions scientiüqaes, Bue AntoiDe Dubois 4. 



Die kUBstUehea Kohlensäure-Bäder. Von 
Dr. E, Ltihmann, Berlin 1902, Ver- 
lag von Max Brandt <& Co., NW., 
Spenerstr. 19. — 24 Seiten S^. 

Der Yorliegende Sonderabdruclc aus der: „Zeit- 
schrift für die gesamte EohleDSäure-Industrie^^ 
beschreibt nach einleitenden Bemerkungen über 
natürliche kohlensäurehaltige Mineralwässer und 
über : „Die Eigenschaften der Kohlensäure" einen 
vom Verfasser angegebenen und von N. Oressler 
in Halle a. S. ausgeführten R i e s e 1 apparat zur 
Herstellung von kohlensäurehaltigem Bade- 
wasser. Für ein viertel- bis halbstündiges Bad 
von 30 bis 34 « C. wird 0,5 cbm Wasser und 
ebensoviel gasförmige oder 1 kg flüssige Kohlen- 
säure gerechnet. Em anderes Gerät dient für 
kohlensaure Gasbäder. — Anführungen aus dem 
Schrifttume über die physiologische Wirkung 
der Kohlansäurebäder und Bemerkungen über 
deren Verwendung zu Heilzwecken bilden den 
Schluß. — y. 



EermanB von Eelmholtz von Leo Koerägs- 
berger. Erster Band. Mit drei Bild- 
nissen. Brannschweig 1902; Druck 
und Verlag von Friedrich Vieweg <& 
Sohn. Xn und 375 Seiten gr. 8<>. — 
Preis: in L^nwand gebunden 10 Mk. 

Drei von Meiaenbaeh^ Riffarih db Co. in 
Schöneberg ausgeführte Heliogravüien stellen 
den großen Physiologen und Physiker aus den 
Jahren 1848, 1867 und 1876 dar und ergänzen 
die vorzügliche Ausstattung des Werkes, dessen 
Wert darin beruht, daß es in eingehender, 
trefflicher Darstellung die Arbeiten Helmholtx's 
in ihrer allmählichen Entstehung mit erschöpfen- 
der Sachkunde vorführt. Bei Lebensbeschreib- 
ungen, welche kurz nach dem Ableben des 
Geschilderten erscheinen, und zumal dann, wenn 
die Angehörigen reichlich Stoff geliefert haben, 
sind selbstredend Rücksichten mancherlei Art 
zu nehmen. Doch wäre immerhin für den 
zweiten Band eine gleichmäßigere Behandlung 
der einzelnen Lebensabschnitte zu wünschen. 
So wird beispielsweise anläf^lich der kaum ein- 
jährigen und für seine wissenschaftliche Ent- 
wickeiung wenig bedeutsamen Anstellung Helm- 
hoUx's bei der Berliner Kunstakademie (1848/9) 
eine 10 Seiten umfassende Probevorlesung 



abgedruckt und sonst mancherlei über die 
kunstakademische Lehrtätigkeit mitgeteilt,während 
dem fünfjährigen Militärdienste (1843/8) als 
Eskadronchirargus nur wenige Zeilen gewidmet 
sind. Da einige anektodenhafte Erzählungen 
aus diesem Dienste in Feuilletons von Zeit zu 
Zeit wiederkehren, auch über das Ausscheiden 
aus dem Heere verschiedene Meinungen bestanden, 
so wären von einer so ausführlichen Lebens- 
beschreibung nähere Mitteilungen zu erwarten 
gewesen. Femer fehlen häufig Angaben, wie 
sich HeknhoÜx zu eingreifenden Zeitbegeben- 
heiten stellte. Als juoger Mann hat er sich 
während der Märzts^e 1848 wohl schweriiuh 
mit seinen Zirkeln eingeschlossen. Versagten 
hier die Akten und sonstigen QueUen , oder 
schienen auch nach mehr als einem halben 
Jahrhunderte noch allerlei Rücksichten geboten ? 
Der vorliegende Band bricht mit dem Jidure 1861 
ab; das Erscheinen des zweiten wird von zahl- 
reichen Lesern vermutlich mit Spannung erwartet 



Das Eeiensionsexemplar und die bezaUte 
Rezension. Zur Wahrung der Unab- 
hängigkeit literarischer Kritik. Von 
Karl VolhnöUer. Zweite vermehrte 
Auflage. Erlangen 1902, Verlag von 
Fr. Junge. 16 Seiten 8<>. Preis 40 Pfg. 

Der lohalt der Schrift ist wichtiger, als der 
Titel vermuten läßt Es handelt sich nicht nar 
um die Tagespresse, in der die Bf'sprechung von 
neuen Büchern bereits mit Erfolg durch den 
Waschzettel bei Seite gedrängt wurde, sondern 
um den Versuch« an Stelle der wissenschaft- 
lichen Kritik auch in die Fachzeitschriften be- 
zahlte Anpreisungen zu bringen. Zur Unter- 
weiHung über diese Zeitfrage eignet sich die vor- 
liegende Streitschrift Das darin entworfene 
Bild ist unerfreulich: auf der einen Seite das 
Winseln der Blätter nach Inseraten, auf der 
andern die Ablehnung derjenigen Rezensionen, 
welche keine Lobhudeleien sind, durch die Ver- 
leger. Bei alledem dürften die tatsächlichen 
Veri^ältnisse, auch was die Fachpresse betrifft, 
im allgemeinen noch trüber sein, als der Ver- 
fasser sie darstellt Abhilfe kann man nur da- 
durch erwarten, daß die Anpreisang durch Ge- 
wöhnung allmählich an Wert verliert und sich 
dann nicht menr lohnt, während die gegenständ- 
liche Beurteilung bleibende Bedeutung bewahrt 
— Für die anständigen Fachzeitschriften besitzt 
übrigens das RezenMonsstück als solches keine 
Ausschlag gebende Bedeutung, da die betrefifen- 
den Kritiker zumeist nicht vom Rezensieren 
oder überhaupt von der Feder leben und sich 
Fachwerke oft zum eignen Bedarfe anschaffen. 
Auch kommt bei dem Aufwände, welchen die 
Herausgabe einer besseren Fachzeitschrift er- 
fordert, eine Mehrausgabe von einigen Hundert 
Mark jährlich für Bücherankauf kaum in Be- 
tracht und wird reichlich durch das Gefühl der 
Unabhängigkeit von der Mildtätigkeit eines frei- 
gebigen Verlags aufgewogen. —y. 



161 



Verschiedene 

Nenhoiten in Verbandstoffen. 

Yerbaadwatte-EartrolleA, 5 oder 10 om 
breite^ 5 m lange, durch RoUkomprimieruDg 
aaf Ueinsten Raam gebrachte Wattebinden, 
welche sich nach dem Abrollen von selbst 
wieder auflockern , liefert das Medicinische 
Warenhaus in Leipzig, Roß-Straße 13. 

Siezile Wattefüal&ppchen, 20X10 cm 
große gepreßte WattestOcken, mehr anfsangend 
als Verband watte und Mnll, zeigt das 
Medicmische Warenhans in Leipzig, Roß- 
Süiße 13, an. 

Atropin statt Antipyrin. 

In einer Prager Landwehrkasemenkantine 
klagten mehrere Personen Aber Eopfschmer- 
len. Einer derselben begab sich znm Maroden- 
lirter nnd bat um Antipyrin. Nicht allein 
dieser, sondern noch fünf andere erhielten 
Ton dem Krankenwärter statt Antipyrin 
Atropin. Die sehr bald Erkrankten mußten 
in das Krankenhaus geschafft werden. Wie 
aber dem W&rter das Atropin zugänglich 
war, wird nicht in den Prager Tagesblättem 
enihlt — te— . 

Verwertung der Rückstände der 
Aoetylendarstellung. 

Die Rflekstände der Aoetylendarstellung 
bestdien in ziemlich reinem Aetzkalk, der 
■eh ohne Anstand zur Mörtelbereitung ver- 
wenden läßt, zu Dlingungszwecken nach 
Professor Dr. Sozhlet (Landw. Wochenbi. 
T. Bayern) aber nur dann unbedenklich ver- 
wendet werden kann, wenn die aki pf lanzen- 
idildlich bekannten Verbindungen: Sohwefel- 
eaidum, Schwefelaluminium und wahrscheln- 
Mk audi unterphosphorsaurer Kalk durch 
monatelanges Liegen an der Luft in die 
vnsdiädliohen schwefelsauren und phospho^ 
sauren Verbindungen verwandelt worden sind. 
Dann kann dieser Abfall als Kalkdünger für 
kalkarme Bodenarten benutzt werden. 

P. 

Wendt's Patent- Cigarren 
and -Cigaretten. 

Die anter diesem Namen in den Handel 
Sebraehten Rauchfabrikate beruhen auf 
«wm Verfahren, welches Professor Oeheim- 



Mitleilungen. 

rat Dr. Gerold in Halle angegeben hat 
Bekanntlich hängt die schädigende narkotische 
Wirkung der Tabakblätter von dem Gehalt 
an Nikotin ab. Dr. Gerold verwandelte 
nun dasselbe durch einfache Behandlung 
der Rohtabake in unlösliches, gerbsaures 
Nikotin, außerdem entdeckte derselbe im 
Zusatz einer Abkochung von Origanum 
vulgare ein physiologisch absolut sicher 
wirkendes Gegengiftmittel. Em Auslaugen, 
wodurch die ätherischen Gele, sowie sämtliche 
leichtlösliche Stoffe, die den Tabak wohl- 
schmeckender madien, entfernt werden, 
findet hierbei nicht statt Vg. 

Deutsehe Medietnal- Zeitung 1902, 980. 



Zur Prüfung der Helligkeit auf 
Arbeitspl&tBen. 

Um bei der Liehtprüfung auf Arbeitsplätzen 
Helligkeiten, welche weniger als 50 M.-K. 
betragen, prüfen zu können, vergl. Ph. G. 43 
[1902], 156, 314, 395, hat Baurat Wingen 
einen „Helligkeitsprüfer'' konstruiert, mit dem 
nach Angabe von Sü;), Apoth-Ztg. 1903, 26, 
eine Tagesbeleuchtung von 10 bis 50 M.-K, 
Helligkeit schnell und zuverlässig geprüft 
werden kann. Es ist möglich, in kurzer 
Zeit sämtliche Plätze in Schulen usw. mit 
demselben auf ihre Helligkeit zu prüfen. 
Da der Apparat nicht teuer und leicht zu 
handhaben ist, so dürfte derselbe zweifellos 
vielfache Verwendung finden. Derselbe ist 
von F. Tressen^ Breslau I, zu beziehen. 
Vg. 

Eonservierungsflüssigkeit für 
Museen. 

Formaldehydlösung . . 60 g 

Glycerin 120 g 

Alkohol 30 g 

Wasser 1000 g 

Der Zusatz von Glycerin ist nur dann nötig, 
wenn man die Stücke weich erhalten will 
Filtrieren über Tierkohle macht die Flüssig- 
keit völlig farblos. In dichte Objekte, wie 
Leber und Lungen, macht man am besten 
Einschnitte, um das Eindringen der Flüssig- 
keit zu begünstigen. Bei sehr dicken Stücken 
nimmt man besser 80 bis 100 g Formaldehyd- 
lösung auf obige Mengen. p. 



162 



Synthetische Karbolsäure. 

Der Zeitschrift „Chemische Industrie'^ ent- 
nehmen wir nachstehende Mitteilung üher die 
Wirkung des englischen Ausfuhrverbots für 
Karbolsäure. 

„AJs die englische Regierung im Januar 1900 
das bekannte Ausfuhrverbot für Karbolsäure 
erUeß, das mit einem Schlage die ganze konti- 
nentale Salicylsäure- Industrie lahm zu legen 
drohte, ging man in Deutschland daran, sofort 
die HersteUung von synthetischer Karbolsäure 
aus Benzol in die Hand zu nehmen. Mit welchem 
Erfolge dies geschehen, bezeugt ein soeben 
veröffentlichter Bericht des englischen Konsuls 
in Stuttgart. "Waa man damals warnend vorher- 
gesagt, sei leider eingetroffen, Deutschland habe 
sich unabhängig {gemacht von der englischen 
Zufuhr an Karbolsäure, die es früher nicht 
entbehren konnte. Mit der Herstellung von 
synthetischer Karbolsäure aus Benzol habe die 
chemische Industrie Deutschlands abermals 
einen groPen Erfolg erzielt. Wenn auch zu 
bedauern sei, daH England die Kosten zu zahlen 
habe, so müsse doch zugestanden werden, dal^ 
das englische Ausfuhrverbot vom Jahre 1900 
die deutsche Chemie geradezu auf den Weg 
der Selbsthilfe gedrängt und dadurch die englische 
Industrie geschädigt habe." 



Wasser soviel, daß es im Ganzen 950 Teile 
sind. Zur Herstellung ist es nötig, die Salze 
in einem Teile des Wassers zu losen, darauf 
die übrigen Stoffe und zuletzt den Aetherwein- 
geist zuzusetzen. Dieses Mittel soll Flecken 
aus allen Wollstoffen entfernen, schwarzes Tuch 
glänzend machen, Teppiche reinigen usw. 
Sctentif. Amerie. —ix—. 



BUtz-Beinigiingsmittel besteht aus 31 Teilen 
starker Ammoniakflüssigkeit, 93 Teilen Kali- 
seifentinktur, 7,8 Teilen Soda, 7,8 Teilen Borax, 
31 Teilen Aether, 31 Teilen Weingeist und von 



V. Internationaler Eongreä 
für angewandte Chemie. 

In den Tagen vom 2. bis zum 8. Juni 19(3 
soll im Reiohstagsgebäude zu Berlin der 
V. Internationale Kongreß für angewandte 
Chemie abgehalten werden. 

Der Kongrei^ umfa(it zehn Abteilungen, deren 
achte die Gebiete Hygiene, medicinische und 
pharmaceutisehe Chemie und Nahrungsmittel- 
Chemie bearbeitet. 

Um die pharmaceutisehe Chemie in Vorträgen 
oder Referaten auf dem Kongresse woidig 
vertreten zu sehen, versenden die Herren 
Medicinalrat Froelich^ Oberstabsapotheker Dr. 
Holx, Vors. d. Deutsch. Apoth.-Ver. Dr. SaU^ 
mann, üniversitätsprofessor Dr. Thoms ge- 
meinsam einen Aufruf an die Fachgenossen 
mit der Bitte, dem Kongresse Interesse zuzu- 
wenden, sich persönlich an den Verhandlungen 
zu beteiligen und, wenn möglich, einen Vortrag 
zu übernehmen. Die genannten Herren sehen 
der baldgefälligen Mitteilung des Themas eines 
solchen Vortrages gern entgegen. 



Brieffimeohsel. 



K. V. in D. Paraamidobenzoesäure-Aethylester 
ist Anaesthesin „Ritsert^^ üeber die Anwend- 
ung usw. vergl. Ph. C. 43 [1902], 307. 326. 

Apoth. PL in C« Gegen Karbunkel empfahl 
Dr. Stroll in der Münchn. med. Wochenschrift 
vor längerer Zeit das Auflegen einer Salbe aus 
2,0 Salicylsäure, 20,0 Honig, 10,0 Amikablüten- 
extrakt, genügend Roggenmehl, um eine weiche 
Salbe zu geben. — Dr. Pfleiderer empfahl vor 
einiger Zeit in der AUg. Homöopath. Zeitung zu 
demselben Zwecke eine Salbe aus 2,0 Honig, 
2,0 Roggenmehl und 0,5 frischer Preßhefe. 

Apoth. J. y« M. in M. Von Präparaten, welche 
dem Qaecksilberresorbin ähnlich, jedoch mit 
Seife hergestellt sind, nenne ich Ihnen folgende; 
vielleicht befindet sich dasjenige, nach dem Sie 
fragen mit darunter: Hydrarguent besteht 
aus 92,34 o/q Quecksilberoleat, 2,2% Oelbäure, 
5,4% Wasser und etwas Glycerin. Mercuro- 
creme besteht aus neutralem stearinsaurem 
Kahum, Glycerin und 33,3% Quecksilber (Ph. 
C. 43 [1902], 326). Vielleicht ist einem unserer 
Leser noch ein mit Seife hergestelltes, neues, 
Quecksilber enthaltendes Präparat bekannt. — 

Apoth. £• €• in H. Der von Dr. Thamm in 
Berlin an alle Aerzte versandte gedruckie Brief 
enthielt eine Unmenge Krankengeschichten; das 



was in jenem Briefe für den Apotheker Interesse 
bot, ist Ph. C. 44 [1903], 36 mitgeteilt worden. 
(Jeber die Gewinnung und Bestandteile der 
Tuberkuloalbumins war in dem Briefe nichts 
gesagt, auch sonst ist uns nichts darüber be- 
kannt geworden. 

A, in R. Das von einer Witwe in Spandau 
vertriebene Männeranziohungs- und Er- 
frischungsgetränk ist ein Gemisch, be- 
stehend aus einem schwachen Kantharidenauszug, 
Leinöl und Menthol. Leider ist sie in der B^ 
rufungsverhandlung freigesprochen worden, weil 
ihre Kunninnen einstimmig erklärten, nicht be- 
trogen worden zu sein; denn das Mittel hat seine 
Wirkungausgeübt (nämlich auf ihre eigenen 
Männer). 

Apoth. F. in E. Der Vorstand des Verbandes 
deutscher Schokoladefabrikanten hat seine Ver- 
bandsmitglieder gewarnt Suppenpulver n 
färben, da angesichts der Gerichtsentsoheidungen 
aus letzter Zeit sich jedos Mitglied der Ge&hr 
aussetzt, bestraft zu werden, wenn es Suppen- 
pulver färbt. Sie können daher unseres Er- 
achtens derartige schokoladen haltige Suppenmehle 
zweifellos beanstanden und wird der Betreffende 
auch bestraft werden, besonders dann, wenn der 
Zusatz der Farben zwei pCt. übersteigt 



Yflrleger und Twuitwortilebar Leiter Dr. A« Sehiielder In Oretdni. 



Pharmaceutische Centralhalle 

fCLr Deutschland. 

ZeitBchiift für wissenscliaftlielie nnd geschäftliche Interessen 

der Pharmiicie. 

O^irBndet von Dr. H. Hager 1869; fortgeftthrt von Dr. B. Qeissler. 
Heraasgegeben von Dr. A. Sehaeider. 

Awdieiiit jeden Donnerstag. — Beiuespreis yierteljährlioli: dnroh Poet oder 

Boddiindel 2,50 Hk., unter Straifbend S,— HL, Aneland 8,60 IQ. linielne Nummern 90 Pf. 

▲nxeigen: die eüunel geepettene Petit-ZeDe 86 Pf., bei gröBeien Asseigen oder Wieder- 

holimgen Flmeennäßigang. — qeeehlftwlellei Breeden (P.-A. 21), Sohandener Straße 43. 

Mter ier ZeitMlurill: Br. A. Sohneider, Dresden (P.-A. 21), Sohandanar Straße 43. 



Mm 



Dresden. 19. März 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



xuv. 

Jahrgang. 



lahalt: Ghemle und Pharmazie: Ermittelung des Alkoholgehalts in Branntireinen, Likören und Fruchtsäften. ~ 
äpeeislititen. — Kontrole Ton Arsneitabletten auf ihren Oehalt an stArkwirkenden Arsnelmitteln. — Gliadine. — 
Fhosphorraboxyd. — Elektroljtiache Darstellung Ton Alkoholen aus Salsen yon Karbonsftaren. ~ Oewinnuug fester 
FetUlaien — PrOfnng Ton LeiDOlArnissen. — F&rbereaküonen der Blutkörperchen Ton Zuckerkranken. — Qualitatiye 
and quntitatiTe Bestimmang Ton Blei nnd anderen Schwermetallen im Wasser Termittels Watte. — PharmA- 
kognosie. — Therapentisehe MltteüniiaeB. ^ ßtieheniehaii. — Venohledene MltteUnngen. 

■ ssssssass ' ■ ., ■ ■ ■ I , , >.,, , ■ ., ^ ^ _ ^ _ a esssa 

Chemie und Pharmacie. 



Die Ermittelung des 
Alkoholgehalts in Branntweinen, 
Likören und Fruchtsäften. 

Von Franx Zetxsehe, 
ianstenten am Egl. Sachs. Laboratorinm für Zolle 
and Verbranchssteuern in Dresden. 

Zur Feststellung der Alkoholmenge 
in Branntweinfabrikaten, die derartig 
Hut Zucker, ätherischen Oelen und 
anderen Stoffen versetzt sind, daß eine 
znyerlässige Bestimmung des Alkohols 
dorch direkte Spindelung mit dem 
Alkoholometer ausgeschlossen ist, gibt 
die Anlage 2 zur Alkoholermittelungs- 
ordnung (Branntweinsteuer- Ausführungs- 
bestimmungen, amtliche Ausgabe, BerUn 
1900, siebenter Teil, Seite 27) ein Ver- 
fahren an, das seit Dezember 1891 durch 
Bmidesratsbeschluß für die steuertech- 
nischen Untersuchungen maßgebend ist. 
Während bis dahin die Alkoholbestimm- 
ong durch einfache Destillation und 
Spindelung des Destillates vorgenommen 
wnrde (vergl. die Vorschriften in der 
Anlage zu der durch Bundesratsbeschluß 
vom 26. Mai 1889 eingeführten Anleit- 
nng zur Ermittelung des Alkoholgehaltes 



im Branntwein), wodurch natürlich nur 
der Gehalt an nichtflüchtigen Extrakt- 
stoffen beseitigt wurde, sucht die jetzige 
Methode auch die Entfernung der übrigen 
Zusatzstoffe, namentlich der ätherischen 
Oele, aus der alkoholischen Lösung durch 
Aussalzen derselben mit Kochsalz zu 
erreichen. Das Verfahren ist folgendes: 
In eine verschließbare Hahnbürette 
mit Teilung von 10 bis 300 ccm füllt 
man bis zur Marke 30 Kochsalz, dann 
genau 100 ccm der zu untersuchenden 
Flüssigkeit aus einem Meßglase, spült 
dieses mit Wasser nach, setzt das Wasch- 
wasser der Flüssigkeit in der Bürette 
zu und füllt mit Wasser bis zur Marke 270 
auf. Dann wird die Bürette verschlossen 
und kräftig geschüttelt; falls sich das 
Salz vollständig aufgelöst hat, werden 
so lange kleine Mengen Salz zugesetzt, 
bis sich eine einige Millimeter hohe 
Schicht ungelöstes Salz am Boden der 
Bürette abscheidet. Dann wird die 
Bürette etwa eine Stunde der Ruhe 
überlassen, wobei sich vorhandene äther- 
ische Oele auf der Oberfläche als eine 
ölige Schicht abscheiden. Die Abscheid- 
ung kann man durch öfteres Anklopfen 



164 



an die Bürette beschleunigen. Dann 
wird das Volumen der alkoholisch- 
wässerigen Kochsalzlösung (also abzfig- 
Uch der Oelschicht) abgelesen und genau 
die Hälfte derselben, 60 ccm der ursprüng- 
lichen Essenz entsprechend, in den 
Destillierkolben abgelassen, darauf unter 
Zusatz von 100 ccm Wasser auf 100 ccm 
in das Meßglas abdestilliert und das 
Destillat gespindelt. 

In der langen Zeit der Anwendung 
hat das Verfahren verhältnismäßig nur 
wenig zu Schwierigkeiten Veranlassung 
geboten und neuerdings ist es allgemein 
für diese Untersuchungen vorgeschlagen 
worden (vergl. Vereinbarungen zur ein- 
heitlichen Untersuchung und Beurteilung 
von Nahrungs- und Genußmitteln usw. 
für das Deutsche Reich, Heft H, S. 125). 
Unsicherheiten zeigten sich nur zeitweise 
bei der Prüfung von gewissen Gruppen 
von Flüssigkeiten, die meist trübe 
Destillate ergaben und dadurch die Ge- 
nauigkeit der Ablesung beeinträchtigten. 
Dadurch ist Hefelmann zur Angabe einer 
neuen Methode veranlaßt worden, die 
auf der Ausschüttelung der auf 40 bis 
60 Vol.-pCt. verdünnten alkoholischen 
Flüssigkeit mit dem doppelten Volumen 
der angewendeten Menge liissenz an 
Petroläther und nachfolgender Destil- 
lation der abgeschiedenen wässerig- 
alkoholischen Flüssigkeit beruht (vergl. 
Ph. C. 37 [1896], 683). 

Eine ähnliche Methode ist dann im 
Jahre 1900 in Anlage 21 zur Brannt- 
weinsteuer - Befreiungsordnung (Brannt- 
weinsteuer - Ausführungsbestimmungen, 
achter Teil, Seite 99) zur Untersuchung 
von alkoholhaltigen Parfümerien, Kopf-, 
Zahn- und Mundwässern, deren Alkohol- 
gehalt nicht nach Maßgabe der Alkohol- 
ermittelungsordnung festgestellt werden 
kann, vorgeschrieben worden, die folgen- 
dermaßen ausgeführt werden soll: 

50 g der Parfümerien usw. werden 
mit 50 g Wasser und 50 g Petroleum- 
benzin von der Dichte 0,69 bis 0,71 in 
einem Scheidetrichter kräftig geschüttelt. 
Nach mindestens zwOlfstündiger Ruhe 
wird das Gewicht der unteren Schicht 
bestimmt, ihre Dichte mit der WestphaU 
sehen Wage oder einem Pyknometer bei 



15^ C. ermittelt und daraus die absolute 
Menge des Alkohols in dieser Schicht 
berechnet. Durch Vervielfältigung mit 2 
wird die in der untersuchten Flüssigkeit 
enthaltene Alkoholmenge gefunden. Ent- 
halten die Parfümerien Harze und andere 
Extraktivstoffe oder freie Säure, so wer- 
den 50 g derselben mit 50 g Wasser 
versetzt und nach eventueller Neutrali- 
sation 90 g abdestilliert, auf 100 g auf- 
gefüllt und dann in der angegebenen 
Weise ausgeschüttelt. 

In Oesterreich ist eine ebenfalls auf 
der Ausschüttelung der verdünnten 
Branntweinfabrikate mit Petroläther. 
fußende Methode vorgeschrieben. Sie 
ist nach dem Entwürfe des Beamten 
der k. k. landwirtschaftlich -chemischen 
Versuchsstation in Wien, Dr. Frcmx 
Freyer, im XX. Stücke des Verordnungs- 
blattes für den Dienstbereich des 
k. k. Finanzministeriums für die im 
Reichsrate vertretenen Königreiche und 
Länder vom 24. Mai 1902, Seite 156 
mit folgendem Wortlaute veröffentlicht: 

Bleibt bei der Vorprüfung auf feste 
Ektraktstoffe durch Abdunsten einer 
Probe kein Rückstand, so werden 
100 ccm der zu prüfenden Flüssigkeit 
in einem 200 ccm-Eölbchen verdünnt 
und mit Wasser bei genau 15<> C. zur 
Marke aufgefüllt; dann werden 50 ccm 
der Flüssigkeit in einer geteilten Glas- 
röhre mit etwa 10 ccm Petroläther ver- 
setzt (soll wohl heißen überschichtet), 
der Stand der alkoholischen Flüssigkeit 
genau (bei 15 ^ C.) abgelesen, die ^hre 
verschlossen und durch wiederholtes Um- 
drehen gut gemischt. Starkes Schüttete 
ist zu vermeiden, da sich der Petrol- 
äther leicht emulgiert und dann eine 
Trennung der beiden Flüssigkeitsschich- 
ten sehr schwer zu erreichen ist Nach 
vollständigem Absetzen liest man (bei 
15 ö C.) die Volumverminderung d der 
wässerigen Schicht ab, welche mit 4 
multipliciert die Volumverminderung a 
für die 200 ccm gibt. Man hat also 
100 ccm der ursprünglichen Probe nicht 
auf 200, sondern auf 200 — a ccm ver- 
dünnt. Den Rest der 200 ccm bringt 
man in einen Scheidetrichter und schüttelt 
ihn mit etwa 50 ccm Petroläther ans. 



i 



165 



Die in der geteilten Röhre befindlichen 
50 ccm können nach erfolgter Ablesung 
wieder zur Hauptmenge im Scheide- 
ttichter gefügt werden. Die ausge- 
sciifittelte Flüssigkeit prüft man nun auf 
das Vorhandensein von Estern (Frucht- 
ithem\ indem man 25 ccm derselben 
nnter Zusatz Von Phenolphthalein genau 
neutralisiert, 25 ccm Vsnormale alko- 
hoBsche EaEllauge zufügt und ungefähr 
zwölf Stunden stehen l^ßt. Dann wird 
mit Vs'iormaler Säure zurücktitriert und 
ans der Differenz der verbrauchten Säure 
geg^en den in gleicher Weise festge- 
stellten Titer der alkoholischen Kalilauge 
der fetergehalt unter Berücksichtigung 
der VeHünnung berechnet und als 
Aethylacetat ausgedrückt. Beträgt der- 
selbe mehr als I pCt., so ist das Aus- 
adifitteln noch drei- bis viermal mit 
oeaen Mengen Fetroläther zu wieder- 
iioien. Bei Eölnerwasser usw. kann die 
Prüfung auf Ester unterbleiben und 
jjeich weiter vorgegangen werden, wäh- 
rend bei Rumessenzen von vornherein 
dreimal ausgeschüttelt wird, worauf man 
die Ebterb^timmung vornimmt und dann 
eteBtueil weiter ausschüttelt, bis der 
Ert^ehatt unter. 1 pCt. gesunken ist. 
Von der erhaltenen, vollständig ge- 
UStten adkoholischen Flüssigkeit be- 



stimmt man mittelst des Pyknometers 
das speciflsche Gewicht und den dem- 
selben entsprechenden Alkoholgehalt in 
Volumprocenten. Derselbe gibt mit 

multipliciert den Alkoholgehalt 



100 
der ursprünglichen Probe. 

Weitere Methoden der Alkohol- 
bestimmung in den genannten Flüssig- 
keiten sind mir bisher nicht bduinnt 
geworden. 

Kürzlich ist nun gegen die Kochsalc- 
methode der Einwand erhoben Worden, 
daß unter Umständen in der in der 
Bürette abgeschiedenen Schicht der 
ätherischen Oele noch Alkohol enthalten 
sei, der damit der Bestimmung entzogen 
werde. Zur Vermeidung des daraus 
entstehenden Fehlers wurde vorge- 
schlagen, zur Destillation nicht die HäUte 
der wässerigen Schicht, sondern die 
Hälfte der Gesamtflüssigkeit, also ein- 
schließlich der abgeschiedenen Oelschicht, 
zu verwenden. Die Berechtigung dieser 
Angabe möge folgender Vorversuch 
zeigen : 

1. Eine Citronenessenz, die 
[ungefähr 47 Vol.-pCt. Alkohol und 
130 Vol.-pCt. ätherisches Oel enthielt, 
j ergab nach der Eochsalzmethode : 



Abgeschiedene Oelschicht: 35 ccm 

Spindelung des Destillates: 17,0 + 18^ C. = 16,5 w. St.i) 

1 L = 0,9731 kg 
10000 L = 9731 kg = 2027,3 L Alkohol. 
Demnach in der Essenz: 40,55 Vol.-pCt. Alkohol. 



Da hier ein beträchtlicher Alkohol- 
veitast zu konstatieren war, wurde der 
DertillationsrÜckstand mit Wasser ver- 
dtnnt und nochmals 100 ccm abdestilliert. 

Die ^indelung des Destillates ergab : 
0,0 + 180 c. = 0,0 w. St. 
Also war der vorhandene Alkohol voll- 
sünctig fibtt'gegapgen. 

Nur wnrtfe die abgeschiedene Oel- 
ff^idtt mit 200 ccm concentrierter Eoch- 
sÜäSsung nochmals ausgeschüttelt und 
tie Hfttfte davon auf 100 ccm abdestil- 
Ken. Es tturde erhalten: 

Abgeschiedene Oelschicht: 28 ccm 



Spindelung des Destillates: 

3,7 + 17« C. = 3,5 w. St. 
Also waren noch 8,77 Vol.-pCt. Alkohol 
in der Oelschicht zurückgeblieben. 

Dieser Versuch bestätigte also voll- 
kommen die obige Behauptung und legte 
eine nähere Prüfung dieser Verhältnisse 
nahe, da man andererseits auch die Er- 
fahrung gemacht hat, daß durch das 
Ausschütteln mit Kochsalz durchaus nicht 

') Ueber die Aasführung der Berechnung 
vergl. die Ziffer 7 der Anlage 2 zur AUcohol- 
ermittelungsordnung, S. 31, und die zugehörigen 
Tafeln. 



166 



alle aromatisclien Bestandteile zu ent- 
fernen sind. Der oben gemachte Vor- 
schlag könnte nur dann eine befriedigende 
Lösnng ergeben, wenn es erwiesen würde, 
daß die Concentration des Alkohols in 
der Schicht der ätherischen Oele and 
in der wässerigen Schicht die gleiche 
sein mfißte. Diese Bedingung kann 
wohl in einzelnen Fällen mehr oder 
weniger genau erfüllt sein, eine Not- 
wendigkeit dazu ist bei der großen Ver- 
schiedenheit der Eigenschaften der in 
Betracht kommenden Körper nicht zu 
erwarten. 

Da die aromatischen Zusatzstoffe sehr 
verschiedener Natur sein können und 
zum großen Teil schwer quantitativ zu 
bestimmen sind, so hielt ich es für an- 
gezeigt, mich bei den folgenden Ver- 
suchen zunächst nur an eine Oruppe 
derselben zu halten, nämlich an die 
Aethyiester der Fettsäuren, die einer 
Bestimmung leichter zugänglich sind 
wegen ihrer Verseifbarkeit. Ich be- 
nutzte Ameisensäure-, Essigsäure- und 
Buttersäureäthylester, die bei Zusammen- 
setzung derartiger Essenzen auch sonst 
verwendet werden, und zwar einzeln 
oder in Gemischen. Die Ester wurden 
zur Entfernung eines etwaigen Gehaltes 
an freier Säure oder freiem Alkohol 
mehrmals mit Wasser gewaschen und 
dann sofort zur Znsammensetzung der 
Versuchsessenzen verwendet. 

2. Zuerst wurden die Ester einer 
genaueren Prüfung unterzogen. 

a) Absoluter Ameisensäure- 
äthylester wurde zweimal mit Wasser 
gewaschen. 

Spec. Gewicht: 0,9283 + IS« C. 
Also entspricht die Dichte dieses Esters 
derjenigen einesAlkohol- Wassergemisches 
von 68,24 Vol.-pCt. Alkohol. 

50 ccm des Esters wurden mit 200 ccm 
Wasser Verdünnt, mit Kochsalz gesättigt 
und kräftig geschüttelt. E^ schieden 
sich 37 ccm wieder ab. Die Hälfte der 
232 ccm betragenden Lösung wurde auf 
100 ccm destilliert und ergab bei der 
Spindelung 0,0 + IS» C. = 0,0. Das 
specifische Gewicht des Destillates war 
0,99970 + J50 C. = 0,2 Vol.-pCt. 
Alkohol. Demnach betrug der schein- 



bare Alkoholgehalt desFiSters 0,4 Vol.-pCt 
Bei der Verseifung mit Natronlauge er- 
gaben 25 ccm des Destillates einen Ester- 
gehalt von 0,598 ccm, für 200 ccm 
Destillat: 4,78 ccm. 25 ccm der un- 
destillierten Kochsalzlösung zeigten bei 
der Verseifnng einen Estergehalt von 
0,837 ccm, also für 232 ccm Kochsalz- 
lösung 7,78 ccm Ester. Bei der Destil- 
lation sind demnach 1,5 ccm Ester ver- 
loren gegangen^). 

Die Kochsalzlösung hat 13 ccm Erster 
aufgenommen ; davon waren, wie sich aus 
der unten folgenden Prüfung ergibt, 
4,7 ccm Wasser. Es blieben also in 
Wirklichkeit rund 8 ccm wirklicher Elster, 
von denen rund 5 ccm im Destillat 
erschienen und da einen scheinbaren 
Alkoholgehalt von 0,4 Vol.-pCt. hervor- 
brachten. 

10 ccm des Esters wurden mit 75 ccm 
Doppelt-Normal-Lauge vei-Sbift, die über- 
schüssige Lauge zurücktitriert und der 
Alkohol auf 100 ccm abdestilliert. Es 
wurden zur Verseif ung verbr. acht: 
113,6 ccm Normal-Lauge. 

In den 10 ccm Ester sind also 5 «23 g 
Ameisensäure und 8,41 g = 9,06 ccm 
Ameisensäureäthylester und ein Wasser- 
gehalt von 0,94 ccm vorhanden gewesen. 

Da bei der Bildung von 8,41 g Ameisen- 
ester 2,05 g Wasser austritt, so be- 
rechnet sich der zur Bindung von 5,23 g 
Ameisensäure notwendige Alkohol zu 
8,41 —5,23 = 3,18 + 2,05 = 5,23 g. 

Das Destillat hatte das specifische 
Gewicht 0,99059 +15« C. = 5,33 g 
Alkohol in 100 ccm. Demnach war 0,1 g 
oder 0,13 ccm Alkohol mehr vorhanden. 

b) Absoluter Essigsäureäthyl« 
est er wurde zweimal mit Wasser ge-_ 
waschen. 

Spec. Gewicht: 0,9077+ 15 »C. (ent- 
spricht dem eines Alkohol -Wasser 
gemisches von 62,74 Vol. -pCt Alkohol). 



2) Vielleicht ist diese Erscheinong so zu, er- 
kläreo, dali der Ester in der Eochsalzlösong nun 
nicht mqhr gelöst, sondern geradezu emulgieit,; 
und infolge seiner geringeren Dichte mehr oder 
weniger aufgestiegen war. Das Destillat >tammiB 
aus den unteren, die zur Prüfung genommene' 
und destillierte Kochsalzlösung aus den oberen 
Schichten. 



167 



50 ccm des Esters wurden mit 200 ccm 
Wasser yerdunnt, mit Kochsalz gesättigt 
und kräftig geschüttelt. E^ schieden 
sich 46 ccm des Esters wieder ab. Von 
den durch die Kochsalzlösung aufge- 
nommenen 4 ccm sind 3,5 . ccm Wasser, 
wie aus der Prüfung des Eiters hery'or- 



Die Hälfte der Lösung wurde auf 1 00 ccm 

destilliert und ergab bei der 
I Spindelung: 0,0 +19» C. = 0,0, 

war also alkoholfrei. Da der geringe 
; Estergehalt keinen wesentlichen Einfluß 
; aasfiben kann, ist das spec. Gewicht 
^ hier nicht bestimmt worden. 

10 ccm des Esters verbrauchten zur 
I Verseifung 95,96 ccm Normal- Lauge, 
I enthielten also 8,44 g = 9,30 ccm reinen 



Der Alkoholgehalt berechnet sich zu 
4,31 g und wurde zu 4,31 g gefunden. 

c) Absoluter Buttersäureäthyl- 
ester ergab folgende Werte: 

Spec. Gewicht: 0,880 +150 C. (ent- 
q)richt dem eines Alkohol -Wasser- 
gemisches von 74,11 Vol.-pCt. Alkohol). 

Bei der Ausschflttelung von 60 ccm 
Ester mit ungefähr 200 ccm Eochsalz- 
tesung wurden etwa 46 ccm wieder ab- 
geschieden. Es ist also hier fast nichts 
Ton dem Butterester zuräckgehalten 
worden, da der Wassergehalt bereits 
5 ccm ausmacht 

Spindelung des Destillates: 
0,0 +170 C. = 0,0. 
Eän Alkoholgehalt war demnach nicht 
Torfaanden. 

10 ccm des Esters verbrauchten zur 
Verseifung 68,10 ccm Normal -Lauge, 
oithielten also 7,90 g= 8,97 ccm reinen 
Biitterester. 

Der Alkoholgehalt berechnet sich zu 
3,07 g und wurde zu 3,11 g gefunden. 

Aus diesen Versuchen geht hervor, 
daß durch Verwendung dieser Ester der 
Alkoholgehalt der daraus hergestellten 
nicht wesentlich beeinflußt 



worden sein kann, und daß merkwürdiger- 
weise auch der Einfluß auf das speci- 
fische Gewicht des Destillates, den die 
durch reine wässerige Kochsalzlösung 
absorbierten Ester ausübten, kein großer 
war, daß er sogar wesentlich geringer 
war, als man nach dem specifischen Ge- 
wichte des betreffenden Esters erwarten 
konnte. So mußte rechnerisch in dem 
Destillate unter a ein scheinbarer Alkohol- 
gehalt von ungefähr 2,25 Vol.-pCt. ver- 
mutet werden, während nur 0,8 Vol.-pCt. 
gefunden wuiden. 

3. Es wurde nun folgendermaßen ver- 
fahren: Einerseits wurden 126 ccm abso- 
luter Alkohol mit Wasser auf 260 ccm 
verdünnt, andererseits je 126 ccm des- 
selben Alkohols mit je 60 ccm eines 
der genannten Ester versetzt und dann 
mit Wasser auf 260 ccm verdünnt. Diese 
vier Essenzen wurden nun nach der 
Kochsalzausschüttelungsmethode unter- 
sucht, in den Destillaten durch Spindel- 
ung und pyknometrisch der Alkohol- 
gehalt festgestellt, dann die Destillate 
mit Natronlauge verseift^), nochmals auf 
dasselbe Volumen destilliert und wieder 
der Alkoholgehalt bestimmt. Aus der 
Verseifungszahl läßt sich der in d^n 
Destillaten enthaltene Ester und' damit 
auch der Esteralkohol berechnen. Zieht 
man dann diesen von dem Alkohol- 
gehalte des nach der Verseifung er- 
haltenen Destillates ab, so erhält man 
den ursprünglichen wahren Alkohol- 
gehalt. Die Ausschüttelung der abge- 
schiedenen Oelschicht wurde bis zu drei- 
mal mit 200 ccm Kochsalzlösung wie- 
derholt. 



') Die YerseifuDg geschah anfangs mit wässer- 
iger Natronlauge am Rückflußkühler im sieden- 
den Wasserbade. Da aber dabei stets uiigenaue 
Resultate erhalten wurden, so wurde die Ver- 
seif ungszahl durch Stehenlassen von 25 ccm der 
Losungen mit 25 ccm wä.sseriger Doppelt-Normal- 
Natronlauge über Nacht bei gewöhnlicher Tem- 

geratur und durch Zurücktitneren mit Normal- 
alzsäure bestimmt 

a) Die esterfreie Vergleichsessenz ergab folgende Werte: 

Spedflsches Gewicht: 0,93658 +150 C. = 49,54 Vol.-pCt. Alkohol. 
Spindelung: 43,5 +18 C. = 42,6 w. St. = 49,93 Vol.-pCt. Alkohol. 
Specifisches Gewicht des Destillates: 

0,97116 = 24,98 = 49,86 VoL-pCt. Alkohol. 



168 

Spindelang des Destillates: 

22,0 +21<> C. = 20,0 w. St. = 48,84 Vol.-pCt. Alkohol 
Verseifungszahl auf 100 ccm Essenz: 

0,2 ccm Normallauge = 0,01 ccm Alkohol. 
Specifisches Gewicht des Destillates n. d. Yerseifang: 

0,97152 +1B0 C. = 24j58 = 49,16 Vol.-pÖt. Alkohol 
Spindelung des Destillates n. d. Yerseifang: 

21,5 +200 C. = 20,0 w. St. == 48,86 Vol-pCt. Alkohol. 
Der wahre Alkoholgehalt der Essenzen betrag also im Mittel 49,4 Vol-pCt 

b) Ameisenesteressenz. 

Specifisches Gewidit: 0,9119 +150 C. = 60,89 Vol-pCt. Alkohol. 
1. Aasschättelung. Menge der Abscheidung 10 ccm. 
Specifisches Gewicht des Destillates: . 

0,97401 + 150 c. = 22,15 Vol-pCt. = 44,30 Vol-pCtl in der 

Spindelung des Destillates: f Ausschüttdang 

20,0 +20 C. = 18,5 w. St. = 45,30 Vol-pCtJ 
Säurezahl des Destillates (auf 100 ccm): 

13,2 ccm Normallauge = 0,5 ccm Ameisensäure, ratsprechend 
0,77 ccm Esteralkohol 
Verseifungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

75,0 ccm Normallauge = 5,96 ccm Ameisenest^ 
= 4,35 ccm Esteralkohol 
Insgesamt sind also 5,12 ccm Esteralkohol vorhanden gewesen. 
Specifisches Gewicht des Destillates n. d. Verseifung: 

0,96748 +150 C. = 28,34 Vol-pCt. 
Spindelung des Destillates n. d. Verseifung: 

25,0 +190 C. = 23,5 w. St. = 28,58 Vol-pCt 
Daraus berechnet sich der wahre Alkoholgehalt des Destillates zu 23,22 bezw. 
23,46 Vol-pCt. und derjenige der Ausschättelung zu 46,44 bezw. 46,92 VoI.-pCt 
n. Ausschüttelung. Menge der Abscheidung 0,0 ccm. 
Specifisches- Gewicht des Destillates: 

0,9992] +15 C. = 0,52 Vol-pCt. = 1,04 Vol-pCt. 
Spindelung des Destillates: 

0,5 +16 C. = 0,5 w. St. = 1,26 Vol-pCt, 
Die Kochsalzlösung und das Destillat waren neutral 
Verseifungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

35,0 ccm Normallauge = 2,79 ccm Ameiseneeter 
= 2,03 ccm Esteralkohol. 
Specifisches Gewicht des Destillates n. d. Verseif ung: 

0,99527 +150 C. = 3^23 Vol.-pCt. 
Spindelung des Destillates n. d. Verseifung: 

2,5 +140 C. == 2,5 w. St. = 3,14 Vol.-pCt. 
Daraus berechnet sich der wahre Alkoholgehalt des Destillates zu 1,20 bezw. 
1,11 Vol-pCt. und derjenige der Ausschüttelung zu 2,40 bezw. 2,22 Vol-pCt 
Die Gesamtmenge des gefundenen Alkohols beträgt also 48,94 bezw- 
49,14 Vol-pCt. 

c) Essigesteressenz. 

Specifisches Gewicht: 0,90484 +150 C. = 63,97 Vol-pCt. Alkohol 
I. Ausschüttelung. Menge der Abscheid ung 21 ccm. 
Specifisches Gewicht des Destillates: 

0,97396 = 22,20 Vol-pCt. = 44,40 Vol-pCt. m der 

Spindelung des Destillates: 1 Ausschttttehmg 

20,0 +20 C. = 18,5 w. St. = 45,30 Vol-pCt 



in der 
AusschfttteluBg 



in der 
Aosschflttelang 



169 

Verseif ungszahl des Deetillates (auf 100 ccm): 

38,20 ccm Normallauge = 3,70 ccm Esaigester 
= 2,21 ccm Esteralkobol. 
Specifisc^es Gewicht des Destillates n. d. Yerseifang: 

0,97211 +150 C. = 24,01 VoL-pCt 
Spindelang des Destillates n. d. Verseifong: 

20,6 +170 C. = 20,0 w. St. = 24,46 Vol.-pCt. 
Daraus berechnet sich der wahre Alkoholgehalt des Destillates zu 21,80 bezw. 
38,26 Vol.-pGt. nnd derjenige der Ansschüttelong zu 43,60 bezw. 44,50 Vol.-pCt. 

n. Ansschttttelnng. Menge der Abscheidnng 10 ccm. 
Specifisches Gewicht des Destillates: 

0,99503 +15 C, = 3,40 Vol.-pCt. = 6,80 Vol.-pCt. 
Spindelong des Destillates: 

2,6 + 180 C. = 2,6 w. St. = 6,27 Vol.-pa.i 
Verseifangszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

17,40 ccm Normallauge = 1«68 ccm Essigester 
= 1,0 ccm Esteralkohol. 
Specifisches Gewicht des Destillates n. d. Verseifnng: 

0,99486 +160 C. = 3^52 VoL-pCt. 
Spiadelong des Destillates n. d. Verseifnng: 

3,0 +180 C. = 3,0 w. St. = 3,76 Vol.-pOt. 
Daraus berechnet sich der wahre Alkoholgehalt des DestOlates zu 2,52 bezw. 
S,76 VoL-pCt. und derjenige der Ausschättelung zn 5,04 bezw. 5,52 Vol.-pCt. 

m. Ausscbflttelung. Menge der Abscheidung 7 ccm. 
Specifisches Gewicht des Destillates: 1,00000. 
Spindelung des Destillates: 0,0 +16^ C. = 0,0 w. St. 
Versdfnngszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

16,0 ccm Normallange == 1,44 ccm Essigester 
= 0,87 ccm Esteralkohol. 
Specifisches Gewicht des Destillates n. d. Verseifnng: 

0,99832 +160 C. = 1^13 Vol.-pCt. 
Daraus berechnet sich der wahre Alkoholgehalt des Destillates zu 
0,26 Vol.-pCt. und derjenige der Ausschättelung zu 0,62 Vol.-pCt. 

Die Gesamtmenge des gefundenen Alkohols beträgt also 49,16 bezw. 
50,54 Vol.-pa. 

d) Butteresteressenz. 

Specifisches Gewicht: 0,89368 +I60 C. = 68,66 Vol.-pCt. Alkohol. 
I. Ausschüttelung. Menge der Abscheidung 29 ccm (5 ccm mehr, als 
Ester vorhanden sind). 

Specifisches Gewicht des Destillates: \ in der 

0,97443 = 21,73 Vol.-pCt. = 43,46 Vol.-pCt. I Aus- 
Spindelung des Destillates : [ schfittel- 

19,0 +190 C. = 18,0 w. St. = 44,12 Vol.-pCt. I ung 
Verseifungszahl auf 100 ccm Destillat: 

2,4 ccm Normallauge = 0,14 ccm Esteralkohol. 
In 100 ccm Destillat wai*en also 0,29 ccm Butterester enthalten. 
Specifisches Gewicht des Destillates n. d. Verseifung: 

0,97444 = 21,72 Vol.-pCt. 
Spindelung des Destillates n. d. Verseif ung: 

19,0 +180 c. = 18,0 w. St. = 22,07 Vol.-pCt. 

Daraus berechnet sich der wahre Alkoholgehalt des Destillates zu 21,68 bezw. 
21,93 Vol.-pCt und deijenige der Ausschättelung zu 43,16 bezw. 43,86 Vol.-pCt. 



170 



Menge der Abscheidang 23 ccm (l com weniger, 



n. Ausschüttelung. 
als Ester vorhanden). 

Specifisches Gewicht des Destillates: 

0,99674 = 2,90 Vol.-pCt. == 6,80 Vol.-pCt. 
Spindelang des Destillates: 

3,0 +21^ C. = 2,5 = 6,26 Vol.-pCt. 
Verseifungszahl auf 100 ccm Destillat: 

0,0 ccm Normallauge = 0,0 ccm Elsteralkohol. 
Bei der Destillation wurden dieselben Werte wie vorher wieder erhalten, 
lü. Ausschüttelung. Menge der Abscheidung 23 ccm. 
Specifisches Gewicht des Destillates: i- ,^ .^ 

0,99983 = 0,11 Vol.-pCt. = 0,22 Vol.-pCt. ^^^^^^^ 
Spindelung des Destillates: 0,0 +2lo c. = 0,0 j scnuttemng 

Da hier kein Estergehalt in dem Destillate ist, so muß dieser allerdings 
unwesentliche Betrag als Alkohol mitgerechnet werden. 

Demnach ergibt sich, in sehr guter Uebereinstimmung mit dem in a be- 
stimmten, der Gesamtalkoholgehalt der Essenz zu 49,18 bezw. 50,12 Vol.-pCt 



in der 
Aus- 
schüttel- 
ung 



Aus dieser Versuchsreihe geht hervor, 

1. daß die abgeschiedene Ester- 
schicht Alkohol einschließt, und 
zwar um so mehr, je größer sie ist; 

2. daß man in solchem Falle durch 
mehrmaliges Ausschütteln den Ge- 
samtalkoholgehalt mehr oder weniger an- 
nähernd finden kann; 

3. daß durch die Ausschüttelung mit 
Kochsalzlösung nicht der gesamte 



Estergehalt der Essenz abgeschiedea 
wird, und zwar um so weniger, je wasser- 
löslicher der Ester ist; 

4. daß der Einfluß, den der Gehalt 
der Destillate an Estern auf das Resultat 
ausübt, in jedem einzelnen Falle- 
ein verschiedener, nicht dem sped- 
fischen Gewichte des Esters propor- 
tionaler, daher unberechenbarer ist 

Eine Zusammenstellung wird das deat- 
lich zeigen. 



I. Ameisensäureester. E^ entspricht 1 ccm: 

im Ester allein (nach dem spec. Gewichte) 0,53 ccm Alkohol, 

• A T? /scheinb. Alkoholgeh. 60,89 Vol.-pCt. i also auf 24 ccm Ester\ r 0,46 cm 

^•^•^^^^^^Vwahrer Alkoholgeh. 50,00 „ i 11 ccm Alkohol /l Alkohol, 
in den Destillaten tritt eine Erhöhung des specifischen Gewichtes 
ein, sodaß zu wenig Alkohol gefunden wird. Erst nach der Verseifang 
wird der wahre Alkoholgehalt gefunden. 

II. Essigsäureester. Es entspricht 1 ccm: 

im Ester allein 0,63 ccm Alkohol, 

in der Essenz 0,62 „ „ 

in den Destillaten (auf 100 ccm Destillat) 0,1; 0,1; 0,52; 0,2 „ „ 

in der m. Ausschüttelung tritt wieder Erhöhung des specifischen Gewichts ein. 

m. Buttersäureester. Eä entspricht 1 ccm: 
im Ester allein 0,74 ccm Alkohol, 

in der Essenz 0,81 „ „ 

in den Destillaten (auf 100 ccm Destillat) 0,52; 0,50; „ „ 

Eine Erklärung für diese Erscheinungen ist mir nicht möglich zu geben. 

Vergleicht man andererseits die für den Gesamtalkoholgehalt aus dem 
specifiischen Gewichte mit und ohne Berücksichtigung des Estergehaltes er- 
haltenen Werte, so findet man 



171 



ohne I Beräcksichtigang r 
mit / des Estergehaltes i 



AmeiBeDeeteT- 
essens 
45,34 
48,84 



E98i((e8ter- 
essenz 
51,20 
49,16 



Bntterester- 

668601 

49,48 
49,18 



Differenz -3,50 
Vol.-pCt. 



+ 2,04 
Vol.-pCt. 



+ 0,3 
Vol.-pCt. 



ester und je 3 ccm Essig- und Butter- 
ester mit Wasser auf 100 ccm erhalten 
worden war, neben der Eochsalzaus- 
schfittelungsmethode noch die anderen 
obengenannten Methoden angewendet 
wurden. 

a) Eine Vergleichsessenz mit 
gleichem Alkohol-, aber ohne Ester- 
gehalt gab ähnliche Werte wie die in 3a, 
sodaß man den wahren Alkoholgehalt 
der Essenz wieder zu 49,4 Vol.-pCt. 
annehmen muß. 



Der Einflnß ist also immerhin unter! 
Umständen bedeutend, und um so schwer- 
wiegender, als man nie weiß, in wel-, 
eher Bichtung er sich geltend macht. 
Es mußte also das Bestreben bleiben, ' 
ein Verfahren zu finden, welches die 
(praktisch) vollständige alkoholfreie 
Abscheidung der Aromatica gewähr- 
leistet. 

4. Zu diesem Zwecke wurde nun eine 
Versuchsreihe angestellt, in der auf ein 
und dieselbe Elssenz, die durch Auffttllen 
von 50 ccm Alkohol, 4 ccm Ameisen- 

b) Direkte Alkoholbestimmung in der Essenz. 

Specifiscbes Gewicht: 0,92252 +15^0. = 66,02 Vol.-pCt. 
Spindelung der auf die Hälfte verdünnten Essenz: 

23,5 +230 C. = 21,0 w. St. = 51,17 Vol.-pCt. 
Bei der Verdünnung tritt starke Trübung und geringe Esterabscheidung 
ein, die deswegen nicht mehr voll auf das specifische Gewicht einwirkten. 

c) Kochsalzausschüttelung. Menge der Abscheidung 5 ccm. 
Specifiscbes Gewicht des Destillates: 

0,97179 +16^ C. = 24,31 Vol.-pCt. = 48,62 Vol.-pCt. 
Spindelung des Destillates: 

22,5 +23« C. = 20,0 w. St. = 48,80 Vol.-pCt. 
Verseif ungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

25,2 ccm Normallauge == 1,46 ccm Esteralkohol. 
Specifiscbes Gewicht des Destillates n d. Verseifung: 

0,97013 = 25,91 Vol.-pCt. 
Spindelung des Destillates n. d. Verseif ung: 

24,0 +230 C. = 21,5 w. gt. = 26,18 VoL-pCt. 
Daraus berechnet sich der wahre Alkoholgehalt des Destillats zu 24,45 bezw. 
24,72 VoL-pCt und derjenige der Essenz zu 48,90 bezw. 49,44 Vol.-pCt.*) 



in der 



d) Methode der Anlage 21 (vergl. 
weiter oben Seite 164). 

50 g der E^enz neutralisiert, mit 
Wasser auf 100 g aufgefüllt, 90 g da- 
Yon abdestilliert, zu 100 g ergänzt und 
nüt Petroläther ausgeschüttelt. 

*) Infolge aoderweiter Abhaltang trat zwischen 
der Ansfährang dieser und den naobfolgenden 
onter unter d, e and f anfgeführten Bestimm- 
uigBD eine Pause von ungeffthr vier Wochen 
ein. Hiernach wurden wesentlich andere 
Resultate erhalten, die aber nicht auf die Yer- 



schiedenheit der Methoden, sondern auf eine 
Yeräaderung der Essenz, wahrscheinlich durch 
Dissooiation eines Teiles der Ester (des Ameisen- 
esters>, zurückzuführen waren. Eine Kontroll- 
bestimmung nach der Eoohsalsmethode ergab 
folgende Werte: 

Specifiscbes Gewicht des Destillates: 
0,97063 = 26,44 Vol.-pCt. Alkohol = 
50,88 Vol-pCt 

Verseifungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 
21,6 ccm Normallauge = 1,25 ccm Esteralkohol. 

Specifiscbes Oewicht des DestiUates nach der 
Verseifung: 0,96872 = 27,22 VoL-pCt. 
Wahror Alkoholgehalt des Destillates: 26,97., 
wahrer Alkoholgehalt der Essenz: 51,94 YoL-pOt« 



172 



Gewicht der wässerigen Schicht: 
96,6 g = 99,69 ccm. 

Spec. Gewicht der wässerigen Schicht : 
0,96793 = 22,93 Gew.-pa. Alkohol. 

Demnach waren in 96,5 g Flüssigkeit 
entsprechend 50 g Essenz, 22,13 g 
Alkohol; also in 100 g Essenz 44,26 g 
Alkohol oder in 100 ccm Essenz 51,88 ccm 
Alkohol enthalten. 

Verseifungszahl für 25 ccm der Flüssig- 
keit : 0,85 ccm Nonnallauge = 0,05 ccm 
E^terdkohol; also sind in 99,69 ccm 
Flüssigkeit, entsprechend 54,2 ccm 
Essenz, 0,199 com Esteralkohol enthalten, 
dal^er in der 100 ccm Essenz ent- 
sprechenden Flüssigkeitsmenge 0,37 ccm 
Esteralkoho]. 

90 ccm der Flüssigkeit werden mit 
Natronlauge verseift, neutralisiert und 
wieder auf 90 ccm abdestilliert. 

Specifisches Gewicht des Destillates: 
0,96759 +150 C. = 23,18 Gew.-pCt. 
Alkohol. 

Demnach sind in 96,5 g des Destillates 
entsprechend 50 g Essenz 22,73 g Al- 
1 



kohol und in 100 g Essenz 44,74 g 
Alkohol, also in 100 ccm Essenz 52,38 
ccm Alkohol enthalten. 

Daraus berechnet sich der wahre 
Alkoholgehalt der Essenz zu 52,01 Volum- 
procent. 

e) Methode von Hefdmarm. 

Da Hefelmann in dem bereits ange- 
zogenen Artikel (S. 686) schreibt, die 
Verdünnung der Essenzen sei nur bis 
auf einen Alkoholgehalt von 40 bis 
60 Vol.-pGt. notwendig, so wurde die 
nur 50 Vol. -pCt. Alkohol enthaltende 
Versuchsesaenz zunächst unverdünnt an- 
gewendet. Außerdem wurde zur Aus- 
schüttelung ein Petrol&ther vom speci- 
fischen Gewichte 0,644, zwischen 25 und 
55^ C. siedend, und ein Schwerbenzin 
vom spec. Gewicht 0,771, zwischen 110 
und 180 ö C. siedend, angewendet. Beide 
Fabrikate waren in vorzüglicher fiein- 
heit von der Zweigniederlassung d^ 
Bremer Chem. Fabrik A.-G. in Elaffen- 



und 



com 



bach-Neukirchen bei Chemnitz bezogen. 
Ausschüttelung der unverdünnten Essenz 

a) mit Petroläther. 100 ccm Essenz und 200 ccm Petroläther. 80 ccm 
der wässerigen Schicht wurden auf 100 ccm destilliert. 

Specifisches Gewicht: 0,94807 +15<> C. = 42,63 Vol.-pCt. Alkohol. 
Daraus berechnet sich der Alkoholgehalt der Essenz zu 53,15 Vol.-pCt! 
Verseifungszahl des Destillates (für 100 ccm): 

21,6 ccm Normallauge = 1,24 ccm Esteralkohol. 
Specifisches Gewicht des Destillates n. d. Verseifung: 

0,94797 +150 C. = 42,59 Vol.-pCt. Alkohol. 
Demnach ist der wahre Alkoholgehalt des Destillates 41,35 Vol.-pCt. 
deijenige der Essenz 51,89 Vol.-pCt. 

b) mit Schwerbenzin. 100 ccm Essenz und 200 ccm Benzin. 80 
der wässerigen Schicht wurden auf 100 ccm destilliert. 

Das Destillat war stark getrübt und roch nach Benzin. 
Specifisches Gewicht des Destillates: 

0,94682 +150 C. = 43^33 Vol.-pCt. Alkohol. 
Daraus berechnet sich der Alkoholgehalt der Essenz zu 54,10 Vol.-pCt! 
Verseifungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

21,6 ccm Normallauge = 1,24 ccm Esteralkohol. 
Specifisches Gewicht des Destillates n. d. Verseifung: 

0,94720 = 43,05 Vol.-pCt. Alkohol. 
Demnach ist der wahre Alkoholgehalt des Destillates 41,81 VoL-pCt 
derjenige der Essenz 52,26 Vol.-pCt. 

2. Ausschüttelung der auf die Hälfte verdünnten Elssenz 
a) mit Petroläther. 50 ccm Essenz, 50 ccm Wasser und 100 
Petroläther. 80 ccm der wässerigen Schicht auf 100 ccm destilliert. 
Specifisches Gewicht des Destillates: 

0,97551 + 150 C. = 20,64 Vol.-pCt. Alkohol. 



und 



ccm 



173 



und 



ccm 



Daraus berechnet si^h der Alkoholgehalt der Essenz zn 51,60 Vol.-pCt. 
Verseifungszahl des Destillates (anf loo ccm): 

8,4 ccm Normallauge = 0,48 ccm EsteralkohoL 
Spedflsehes Gewicht des DestiUates n. d. Verseifung: 

0,97603 +160 0- = 21,13 Vol.-pCt, Alkohol. 
Demnach ist der wahre Alkoholgehalt des Destillates: 30,66 Vol.-pCt 
deijeuige der Essen«: 51,63 Yol-pCt 

b) mit Schwerbenadn. 60 com Essenz, 60 ccm Wasser und 100 
BsQzin. 80 ccm der wässerigen Schicht auf 100 ccm abdestilliert. 
Pas Destillat opalescierte schwach. 
Spedfiscbes Gewicht des Destillates: 

0,97683 +160 C. = 20,82 Vol.-pCt. Alkohol. 
Daraus berechnet sich der Alkoholgehalt der Essenz zu 50,80 Vol.-pGt. 

Y^rseifung^zabl des DestiUates (auf lOO ccm): 

8,0 ccm = 0,46 ccm Esteralkohol. 
SpeciSsches Oewicht des Destillates n« d. Verseif ung: 

0,97607 +160 c. = 21,09 Vol.-pCt. Alkohol. 
Demnach ist der wahre Alkoholgehalt des Destillates: 0,63 Vol.-pGt. und 
dsfjemge der Essenz 51,58 Vol.*pCt. 



lösung dreimal mit je 60 ccm Petrol- 
äther ausgeschfittelt und nach jeder Aus- 
schflttelung 26 ccm mit 26 ccm 72^^^' 
maier alkoholischer Natronlauge kalt 
verseift. Vorher wurde mit Normal- 
lauge die Sfturezahl bestimmt. 



sigsiaTe 


Aethylaoetat 


K 


S 


2,81 


4,05 


3,61 


1,68 


3,60 


0,63 


3,38 


0,66 



f) Oesterreichische Methode 

100 ccm Essenz wurden auf 200 ccm 
y«rduunt. 60 ccm davon, mit 10 ccm 
Petrolither ausgeschfittelt, zeigten eine 
Volumverminderung d = 1 ccm; dem- 
nach war die Oesamt-Volumvenoinderung 
Ä = 4 ccm. DwB wurde die Qesamt- 

Auf 100 ccm der ursprünglichen Essenz berechnet, wurde erhalten: 

Sftoresahl Yerseifnngszahl 
com N.-LAoge oom Vi-N.-Lauge 

1. Die Essenz selbst: 46,80 92,0 

2. Nach der 1. Ausschfittelung: 43,60 36,0 

3. « „ 2. „ 41,«0 14,4 
^ » » 8. „ 39,60 12,8 

Damit war der Estergehalt auf 0,6 pGt herabgedrttckt. 

Spedflsches Gewicht der wfisserigen Flfissigkeit : 

0,97179 +16<> C. = 24,38 Vol.-pCt. 

196 24 83 
Darausberechnet sich der Alkoholgehalt der Essenz ZU — ' '' - 47,69 Vol-pGt. 

Die Flfissigkeit wurde neutralisiert und auf das sdte Volumen abdestilliert. 

Specifisches Gewicht: 0,97016 +16« C. = 25,89 Vol.-pCt. Alkohol. 

196 26 89 
Daraus berechnet sich der Alkoholgehalt der Essenz ZU L^.' = 80,74 VoL-pa. 

Aus dieser ZusammensteUung ist zu | nach der Originalvorschrift unter Um- 
daß die cUrekte Bestimmung ständen, bei größerem Säuregehalte, zu 

niedrige Werte. Man erhält den wahren 
Wert erst nach Neutralisation der Säure 
und Destillation, und auch dieser ist 
hier noch etwas niedrig ausgefallen. 

Bei der Hefelmann^^^n Methode hat 
sich gezeigt, daß die Verdünnung auf 
40 bis 60 Vol.-pCt. Alkohol wohl ge- 
nagt, um die vollständige Abscheidung 
des Petroläthers zu bewirken, während 



vollständig falsche Werte geliefert hat, 
daB aber die Kochsalzmethode hier, 
wo die Abficheidung nur gering war, 
trete der nicht vollständigen Entfernung 
4er Ebter kaum schlechtere Resultate 
ergeben hat, als die anderen drei 
Methoden, während sie in der Ausffihr- 
VBg bei weitem die einfachste ist. 
Die österreichische Methode gibt 



174 



das Schwerbenzin zu einem kleinen 
Teile zurückgehalten wird. Dagegen 
ist die Entfernung der Ester niclit voll- 
ständig genug, um richtige Resultate 
zu liefern, wie bei der Verdünnung auf 
einen Alkoholgehalt von 25 Vol.-pCt. 
In letzterem Falle nimmt das Schwer- 
benzin noch eine Kleinigkeit mehr 
von den Estern auf, als dec Petroläther. 
Aus den Resultaten unter f ersieht 
man, daß eine vollständige Entfernung 
der Ester auch durch Ausschütteln mit 
Petroläther nur schwer gelingt, daß man 
jedenfalls eine mehrmalige Ausschüttel- 
nng anwenden muß, um den Estergehalt 
unter 1 pCt. herabzudrücken. 

(Sohlul^ folgt). 



Speoialitäten. 

Antiehlorose ist ein neues Blutpräparat, das 
60 pOt. gereinigtes flüssiges Hämoglobin, 3 pCt. 
Glycerin, 20 pCt. Sherry-Wein und als Rest 
geschmackverbessemde Zusätze enthält. Eine 
im chemischen Laboratorium von Br. Grübler 
ausgeführte Untersuchung ergab folgenden Be- 
fund: Eiweiii 9,3125 pCt, Troclenrückstand 
12,99 pCt., Ascho 0,58 pCt., Eisen 0,032 pCt. 
(FejOa), Phosphorsäure 0,0448 pCt., (PoOg) 
Natriumchlorid 0,1 2«i pCt. Dieses Präparat 
wird auch als: 

Antiehlorose mit GmOakol, letzteres in Form 
von Thiokol (a-guajakolsulfosaures Kalium) in 
den Handel gebracht. Bas Thiol^ol ist in einer 
Menge von 0,1 g auf den EHlöffel darin ent- 
halten. Dargestellt werden beide Präparate von 
Br. Kunze, Hirsch- Apotheke in Leipzig. Bie- 
selben sind nicht zu verwechseln mit den 
Eisenpillen ,,Antichloros'' (Ph. C. 38 [18971, 
583). 

Alkoliolbimsteinseire nach Professor von 
Mikulicz ist eine Vereinigung von Bimsteim 
mit einem nach einer besonderen Angabe von 
Vollhreehi dargestellten festen Seifenspiritus. 
Ba diese Seife Bürsten und Waschschüsseln 
entbehrlich machen soll, so eignet sie sich sehr 
gut zur Besinfektion der Haut und Hände. 
«Med. Woche 1903, 42.) 

Bemer's Sympliiton ist eine Tinktur aus 
Eadix Symphiti l : 6 mit Myrrhen- und ßenzoe- 
tinktur zu je 2 pCt versetzt (Zeitschr. d. Allg. 
österr. Apoth.-Yer.) 

CafÜna - Pillen enthalten den wirksamen 
Bestandteil von Cereus graudiflora, und zwar 
jede PiUe 0,01 grains (= 0,00.648 g). Sie 
werden zur Anregung der Herztätigkeit empfohlen. 
Barsteller ist die Firma Sultan Drug Co in 
St. Louis, Mo., Nord-Amerika. 

Formol gerian^ enthält 40 Teile Formaldehyd, 
*J0 Teile doppelt destillierte Geraniumessenz, 
40 Teile SOproc. Weingeist Anwendung findet 
es gegen hohle Zähne. 



Gastrin Magentabletten bestehen aus linden- 
kohle, Magnesiumkarbonat und Sagradannde zu 
gleichen Teilen. Sie werden gegen Magenleiden 
angewendet. Ihr Hauptwert liegt in dem Gehalt 
an Kohle, welche unter Luftabschluß in die 
Pulverform überführt wird. Barsteller ist 
Apotheker Kurtxwig inBerlin N. 21 (M. 61. 1903, 
118) 

Glykoblastol enthält 35,22 pCt. Weingeist 
und 61,64 pCt. Glycerin, sowie ungefiUir 0,19 pCt 
dem Karbol nahestehende Körper. Es ist eine 
gelbliche Flüssigkeit, die mit verschiedenen Oelen 
parfümiert ist und einen scharfen Geschmack 
(Kapsicin?) hat Es wird von der Firma J.. Sarg^ 
Sohn dj Co. m Liesing bei Wien in den Handel 
gebracht 

Kalagaa wird ein pflanzliches Heilmittel für 
Schwindsucht, dessen nähere Zusammensetzung 
noch unbekannt ist, genannt. Zu beziehen ist 
dasselbe aus der Pharmaoie du I^tc von /. 
Forster in Luzem. 

Lofotol ist ein mit Kohlensäure gesättigter 
Lebertran. 

Maiso-Lftliiiiiii ist ein Lithiumsalz der Mais- 
säure, welche aus Green Gern gewonnen wird 
Anwendung findet es bei Blasen- und Haro- 
röhrenkatarrh, sowie Tripper. Zu beziehen ist das- 
selbe von Henry Pharmaecd Co, in Louisville Ky. 

Malto-Yerblne ist ein Malzpräparat mit 
Herba Santa und wird gegen Hals- und Lungen- 
leiden empfohlen. Barsteller ist die Maltine- 
Company in Brooklyn-New-York. 

Pastor Königes Nervenstllrker ist eine 
Flüssigkeit, die aul'er 15 pCt Kaliumbromid, 
no h die Bromide des Natrium und Ammonium 
enthält 

Peacock's Bromides enthält in einer Fluid- 
Unze (29,57 ccm) 15 grains (0,972 g) Kalium-, 
Natrium-, Ammonium-, Calcium- und Lithium- 
jodid. Barsteller ist die Peacock Chemical Co. 
in St, Louis, Mo., Nord-Amerika. 

Pemzed nennt sich ein Phosphor-Milchzucker, 
der von Alfred Schmidt^ Greifenapotheke in 
Basel, in den Handel gebracht wird. 

Petroleum- und Hypophospliit - Emulsioi 
Angier wird als Ersatz des Lebertrans von der 
li'irmaThe Angier Chemical Co. Itd in London £. C. 
31 und 32 Snow Hill empfohlen. 

Prodomos ist ein Eierersatzmittel für 
Bäckereien. Es besteht aus mit einem gelben 
Azofarbstoffe versetztem Kartoffelmehl. 

SenleVii und Rattentod bestehen hauptsächlich 
aus zerriebenen Meerzwiebeln. 

Solution Gloees enthält die organischen Jod-, 
Brom- und Sulfo -Verbindungen von Florideen 
im Verein von Phosphaten, Laktaten, Calcium- 
und Eisensalzen und soll als Ersatz für Leber- 
tran dienen. Barsteller ist Paul Oloeß^ ehern* 
pharmaceutisches Laboratorium in Solothurn. 

Torley's Mileh- und HaetpalTer enthält 1 
bis 2 Teile Johannisbrod, 2 Teile Mais, l Teil 
Gerste oder Malz und 1 Teil Erbsen oder Bohnen. 
Bas zum Vortrieb kommende Pulver ist ein 
grobes, wird von den Tieren gern genommeo, 
wie es auch die FrelUust anregt, nur .soll der 
Preis ein sehr hoher sein. Ä Mentattl. 



175 



Kontrole von Araneitabletten 

auf ihren Gehalt an 
starkwirkenden Arzneimitteln. 

BeiTabletten, welche starkwirkende Arznei- 
mittel, z. B. Heroin enthalten, ist eine 
qointitatiye Beetimmang wegen der Klein- 
heit der Einzelgabe mit den Ablieben chemiBchen 
Hitfsmitteln wie Schmelzpunktsmethode nicht 
immer möglich. Interessant ist daher, wenn 
Plrof. Dr. med. Dreser darauf hinweist, daß 
eine Kontrole gerade solcher Äußerst stark 
wirkender Tabletten wohl möglich ist, so- 
bild es sich am Salze oder sonst die 
Etektridtilt leitende Formen des Arzneikörpers 
von genflgender Löslichkeit in Wasser handelt 
Für Glykoside, weiche die Elektricität nicht 
loten, wie Digitaliskörper, ist dieses anaiytisdie 
Hilbmittel nicht anwendbar. 

Wir verweisen unsere Leser auf die Arbeit 
im Original (Therap. Monatshefte 1902, 415). 
Handelt es rieh also um die Elektricität 
leitenden Bestandteile der Tabletten, so kann 
die Gehaltsbestimraung nach der Kohlrausch- 
schen Methode zur Bestimmung der elektrischen 
Ldtfähigkeit mittelst des Telephons mit voller 
Sicherheit durchgeführt werden. Sobald 
geringe Substanzen vorliegen, so mu'i die 
von Arrhenius eingeführte breite Elektroden- 
fonn gewählt werden. Vg 

Gliadine, 

welches von uns in Ph. C. 44 [1903], 135 
erwähnt worden ist, ist ein Getreideproteld. 
Daaeelbe wird mit warmem Weingeist dem 
Mdile entzogen. Der erhaltene Auszug wird 
akdann zur Trockne verdampft, mit Aether 
behandelt und wieder getrocknet. Man er- 
hält auf diesem Wege eine weiüe, zerbrech- 
lidie Masse. Dieser neue Körper unter- 
scheidet sich von dem Gliadin sowohl durch 
seine ehemische Zusammensetzung, wie durch 
seine LösHehkät Letztere ist in Bezug auf 
Salzlösungen, seien dieselben schwache oder 
starke, gleich der des Vitellin, einem aus 
dem Eigelb und gewissen Pflanzen gewinn- 
baiem Proteid. 

Ans dem Vitellin wird das an gleicher 
Stelle mitgeteilte Silber- Proteid (oder 
Vitellin) erhalten, indem zu seiner Lösung, 
so lange eine Silbemitratlösung zugesetzt 
^, bis kein Niederschlag entsteht, die 
ftberat^ende Flüssigkeit wird abgegossen, 



der Niederschlag auf dem Riter gesammelt 
und in der Luftleere getrocknet. 

Sein hoher Silbergehait (zweimal mehr, 
als die anderen Silberproteine), sowie seine 
leichte Löslichkeit zdchnen es ganz besonders 
aus; denn ein Nachtischlöffel Wasser ver- 
mag 30 g aufzulösen, während die anderen 
höchstens zu 5 pCt. gelöst werden. Selbst 
seine stärksten Lösungen werden weder durch 
Eiwei.l noch durch Natriumcblorid gefällt 
Die ersten Darsteller sind A. C. Barnes 
und H. Hüls. 

Nouv. Remtdes. H. M. 

Phosphorsuboxyd 

(P4O) wu-d erhalten, wenn gewöhnlicher 
Phosphor in wässerig -alkoholischem AlkaU 
gelöst und die Lösung mit verdünnter Säure 
gefällt wird. Eine zweite Gewinnungsart ist 
die, da^ man Essigsäureanhydrid auf eine 
Essiglösung von unterphosphoriger Säure 
einwirken lält. Dieser neue Körper unter- 
scheidet sich in der Hauptsache vom Phos- 
phor dadurch, da') er sich in einer eiskalten 
alkoholisch-wässerigen I^ösung von Alkali 
immer vollkommen klar, stets ohne Oas- 
entwickelung, wie auch eben so schnell etwa 
löst, wie zerriebenes Natriumchlorid in 
Wasser, während Phosphor Immer nur lang- 
I sam, stets unvollkommen unter Gas- 
I entvnckelung in Lösung geht Damit ist 
auch gleichzeitig der Beweis geliefert, daß 
I ihm kein Phosphor beigemengt ist. 

Durch Tierversuch hat R. Kobert (siehe 
jTherap. d. Gegenw. 1903, Febr. 59) fest- 
gestellt, da^^ Gaben von 0,5 bis 1 g Phosphor- 
suboxyd mehrere Tage hintereinander frQh- 
1 morgens unter Fleisch einem Mittelhunde 
, gereicht, kemerlei Störungen des Wohl- 
i befindens hervorriefen. Auf Grund dieses 
Ergebnisses kommt Verfasser zu dem SchluP, 
daß die Giftwirkung des Phosphors nicht 
einer seiner Oxydationsstufen, sondern nur 
ihm allein zukommt. Auch ist hierdurch 
der Beweis geliefert, dali das von Prof. 
Michaelis dargestellte Phosphorsuboxyd 
frei von Phosphor ist; denn es hätte 
mindestens Erbrechen und Appetitlosigkeit, 
wenn nicht schwere Vergiftung eintreten 
müssen, selbst wenn der Phosphorgehalt 
1 pCt. betragen hätte. Vom arzneilichen 
Standpunkte aus hält er es auch für wert- 
los, Ä M. 



176 



Zur elektrolytischen Darstellung 

von Alkoholen aus Salaen von 

Earbonsäuren 

werden nach einem Patente von Moest 
(Caiem.-Ztg. 1908, 104) die Salze von 
aliphatischen nnd solchen aromatischen 
Earbonsäuren, welche die Karboxylgmppe 
in einer aliphatischen Sätenkette haben, in 
Oegenwart anorganischer Salze, die nicht, 
wie die Haloide und Nitrite an der Anode 
schädliche Produkte liefern, der Elektrolyse 
unterworfen. Folgendes Beispiel wird an- 
geführt: Eine Lösung, die im Liter 180 g 
Natriumaoetat und 200 g Natriumperchlorat 
enthält, wird zwischen Platinelektroden bei 
einer anodischen Stromdichte von 5 bis 
20 Amp. auf 1 qdm und einer Temperatur 
zwischen 15 und 30 ^ G. elektrolysiert. Den 
allmählich alkalisch werdenden Elektrolyten 
neutralisiert man von Zeit zu Zeit mit Essig- 
säure. Bewegung wirkt günstig. Bei einer 
Stromstärke von 10 Amp. dauerte die 
Elektrolyse zehn Stunden. Nach Beendig- 
ung wurde der gebildete Alkohol abdestilliert, 
es waren 34 g oder 37 pCt. der theoretischen 
Ausbeute. Bei höheren Fettsäuren ist die 
Ausbeute geringer. Bei mehrbasischen Säuren 
kann unter Umständen nur eine Earboxyl- 
gruppe durch Hydroxyl ersetzt werden. 
-he. 

Zur Oewlnnung fester Fett- 
säuren, 

die für die Stearinfabrikation verwertbar smd, 
läßt man nach einem Patente von Delarue 
(Ohem.-Ztg. 1903, 104) concentrierte Schwefel- 
säure nicht auf die freien Fettsäuren, son- 
dern auf die Kalk- oder Magnesiaseifen ein- 
wirken in solcher Menge, daß sowohl die 
Zersetzung der Seifen, als auch die Ein-j 
wbkung auf die Fettsäuren vor sich geht. 
Dabei wu'kt die Schwefelsäure auf die Fett- 
säuren in statu nascendi ein, wodurch der 
Ertrag an festen Stoffen um ein Viertel er- 
höht werden soll. —he. 

Zur Prüfung von Leinölfirnissen 

auf Verfälschung mit Mineral- oder Harzöl 
empfiehlt Neander (Chem.-Ztg. 1903, 52) 
das Zei/rBeke Butterrefraktometer, welches 
nach seinen eigenen Beobachtungen bei reinen 
Jjeinölfimissen die Grenzlinie bei 89 bis 



90 Skalenteilen zeigt, während die beiden 
Fälschungsmittel ziemlich beträchtliche Er- 
höhungen der Refraktion bewirken. Zar 
Unterscheidung der beid^i FälsdiungBÖls 
zieht dann Verfasser noch die VerseifnngB- 
zahi heran, die bei reinen Firnissen zwisehen 
190 und 195 liegt Ist diese bei hoher 
Refraktometeranzeige nur wenig emiediigt 
(auf etwa 170), so ist auf Zusatz von Hanoi 
zu schließen. Bei starker Herabaetzong der- 
selben muß der Firniß Mineralöl enthalten. 
Soll die Methode wirklich sichere Retnhats 
ergeben, so darf die SchwanknngsgröCe der 
Refraktometeranzeigen für reine FüniBee 
nicht sehr groß sein. Verfasser hat bei 
allen untersuchten Sorten sehr gleiehmifiige 
Resultate erhalten, während sie sieh mit 
denen anderer Autoren durchaus nidit deekeo. 
Es müssen also darüber noch weitere Be- 
obachtungen angestellt werden. ^ke. 



Färbereaktionen 
der Blutkörperchen von Zucker- 
kranken. 

Da sich die Blutkörperchen Zuckerkranker 
nüt basischen Anilinfarben im Gegensatz m 
den normalen färben, so untersuchte Le 
Ooff (Acad. des Sdences) die Farbreakti(men 
des reinen und kohlensauren Hämoglobina 
für sich, und dann normales, mit Olykose 
versetztes Blut, und fand, daß sich nun die 
normalen Blutkörperchen, wie die Zucker- 
kranker färbten. Er nimmt daher an, daS 
Glykose und Hämoglobin in letzterem Falle 
verbunden vorkommen. — to— . 



Qualitative und quantitative Be- 
stimmung von Blei und anderen 
Schwermetallen im Wasser ver- 
mittels Watte. 

(jewöhnliche gereinigte Watte ist aaeb 
Mitteilung von O. Frerichs (Apotb. Ztg. 
1902, 882) im Stande, Schwermetalie in 
gelöstem Zustande zu binden nnd man kaan 
daher den qualitativen, wie qnantitativeD 
Nachweis derselben, z. B. von noch 1 mg 
Blei in etwa 10 L Wasser, in anßerordenflidi 
kurzer Zeit erbringen. 

Zur quantitativen Bestimmung bedient man 
sich mehrerer unten ansgezogener OlasrOhran, 
welche mittels durchbohrter Korke m ein- 



177 



tnder befestigt und mit Watte rollgestopft 
sM. Um das foriwihreiide Anfgielien des 
WasBen aof die FütrieiTorriehtiiiig so rer- 
nMiden, wird die oberste Olasröbre direkt 
nt der, die SQ imtersaeheiide Wassermenge 
eatfaaHeiideB Flasche is Verbindniig gesetst, 
nddas «nterste ROhrehen wtederom mit einer 
Saagvorrielitmig yerbniideD, vodaß das fort- 
wibniide Naehgieße» dadurch ttberfltlSBig 
wild. Will nan das LeitittgBirasBer qvali- 
tsÜT oder qoaatitatiT aaf sHnen Bieigehalt 
prihn, so kann man die Wattefilter in 
«faeher Weise direkt an einen Habn der 



Wasserleitang befestigen, selbstverständlich 
muß man die Menge des ablaufenden 
Waasen feststellen. Die Filter werden 
dann mit verdflnnter Sfture, um die Sehwer- 
metalle in LOsung zu bringen, behandelt, 
dieselben gut naehgewasehen und die Metalle 
dann in der üblichen Weise bestimmt Man 
kann naturgemäß somit auch ein nicht ein- 
wandfreies Wasser auf diese Weise durch 
eme einfache Filtration Ton Schwer- 
metallen befreien und völlig gebraBchs* 
Obig machen. Vg, 



Pharmakognosie. 



maheliafett 

kiMBBt von der Magnoliacee MieheKa Gham- 
paea uad sebekit tos den Emgeborenen 
bereitet and ^yMlnjaktijanipaka'' genannt ra 
wwden. Das rohe Fett hatte ButterkonsBtens, 
takdbrauie Farbe und schmolz bei 44 bis 
45^ Das spedfisohe Gewicht war 0,90a, 
te Wassergehalt gkMi 2,6 pCt, der Asche- 
gshsit betrug 0y2 pGt. Auf Orund der 
qmäkaHTmL uad Etemevtaranalyse besteht 
es aus 70 pCt Triolela und 30 pGt. 
Tnpahnitin« 
Pk. Weckhl. 1903, Nr. 6. — Ä— 



Ueber 



das fette Oel der Citronenkeme 
und das Limanin. 

Das fette Oel wurde von Peter» und 
Frerichs (Archiv der Pharmade 1902, 659) 
tm CItronen- und Apfelsinenkemen durch 
SctiaktMii mittels Aethers gewoBueii. Es 
Uatsrblieib beim Verdunsten des Aethers m 
hdigelb gefärbtes Od von stark bitterem 
Gesehmacka Die ätherische Lösung schied 
beim Stehen farblose Ejrystalle aus, die aus 
limonm, dem Bitterstoff der Citronenkeme, 
bataaden. Limoninfreies, mild wie Mandel- 
Sl MhnMkendes Oel wurde durch Extraktion 
<hr Kerne mit niedrig dedendem Petroläther 
«Idten. Die Dichte des Ödes betrug 0,9 
M 15^, &n Jodzahl 109,2, die Yerseifungs- 
«U 1SS^4, die Aeethylsäurez^ 195,8 
Uli dfo AeeCbyhnhl 18,7. Durch nähere 
Uvterendiuag wurde festgestdlt, daß das 
Oll aus im OIfcerinestem der Odsfture^ 
Ast Unehäui^; der PUmittn- und Stearin- 



säure, sowie der linolea- und Isolinolen- 
säure besteht 

Das Limonin (OS2H26O7) erhielten die 
Verfasser durch Auskochen des entfetteten 
Gitronenkemmehles mit Alkohol und Reinigen 
des erlialtenen Rohlimonins durch Lösen in 
alkoholischer Kalilauge und Versetzen mit 
Salzsäure als schöne, farblose, glänzende 
Blättchen, die bd 275^ sdimoizen; die 
Elementaranalyse bestätigte die vorstehende 
Formel. Das Molekulargewicht wurde zu 
411,5, statt zu 402, ermittelt Im übrigen 
bestätigte es dch, daß das Limonin gegen 
Oxydationsmittd sehr beständig ist P. 



Ueber Siebenbärgische Resina 
Pini (von Picea vulgaris). 
Das Roi^rodnkt bestand aus einem un- 
sauberen Gemenge tou Harz, Naddn, Holz 
und Rindeostückehen und besaß dnen aroma- 
tisdien Geruch. Bis auf 20 pCt Ver- 
unreinigungen war das Harz hdcht löslich im 
Aetber und den übrigen Harzlöeungsmitfedn. 
Nadi der von Tsckirch und Koch (Arohiv 
d. Pharmazie 1902, 272) vorgenommenen 
näheren Untersuchung besteht die Resina 
Phii aus: 

1. freien Harzsäuren, von denen 
die eine krystallinisch ist, die anderen 
amorph sind (Picipimarinsäure 0| 2H20O2, 
Piceapimarsäure C20HS0O2 u. a.); 

2. einem Resen von der Formel C19H30O5 

3. einem ätherischen Oele; 

4. Spuren von Bitterstoff, Farbstoff, Wasser 
und verunreinigenden Substanzen. 

P. 



178 



Therapeutische Mitteilungen. 



Basioin, 

über welches schon in Ph. G. 41 [1900], 534 
kurz berichtet wurde, ist eine Vereinigung 
von 60 pCt. Chinin und 30 pCt. Koffeün 
und findet gegen Kopfschmerz Anwendung 
in Gaben von 0,1 bis 0,2 g. Außerdem 
wird es als Grundstoff zur Herstellung einer 
großen Reihe von Zusammensetzungen mit 
scharf wirkenden Alkalolden verwendet. Es 
besitzt hierbei eine schier unbegrenzte Lös- 
lichkeit in Wasser. Mit jedem Alkalold 
nimmt der Stoff Eigenschaften an, welche 
bald den bekannten tierischen Antitoxinen, 
bald den Opiaten angehören. Mit Berberin, 
Mutterkorn, Sarsaparilla, Eisen, Arsen und 
allen narkotischen Extrakten vereinigt, nimmt 
es Eigenschaften an, die sich als besonders 
wirksam gegen eine große Reihe von akuten 
und chronischen Krankheiten erweisen. Die 
Basicin-Vereinigungen werden eingenommen, 
unter die Haut gespritzt und eingerieben, 
schädliche Nebenwirkungen sind nicht be- 
obachtet worden. Ganz besonders sei auf 
die morphinartige Wirkung der Atropin- 
Basicinvereinigung hingewiesen. Ueberall, 
wo bis jetzt Morphm angezeigt war, kann 
eine Lösung von 0,01 g Atropin, 5 g 
Basicin und 5 g. Wasser unter die Haut 
gespritzt werden und ist dem Morphin vor- 
zuziehen. H. M. 

Aus den Zusammenst. n. Arzneim. von J. M. 
Andreae. 

Dr. Brügelmannsche Lösung 

zum Einatmen bei Asthma wird als Ersatz 
des Salpeterpapiers und der Stramonium- 
präparate von obengenanntem Arzte in der 
D. Med. Ztg. 1903, 86, empfohlen. 

Die Wirkung all dieser Präparate kam 
dadurch zustande, daß der Rauch die 
Rachen- und Bronchialschleimhaut traf und 
so durch einen Gegenreiz gegen den Krampf 
verursachend, einen Husten auslöste. Eine 
Krampf Stillung suchte man durch Zusätze 
von Morphin^ indischem Hanf, Belladonna u.a. 
narkotische Mittel zu erreichen. Als Be- 
ruhigungsmittel seien sie unvollkommen, da 
sie einmal Hals- und Lungenkatarrh ver- 
ursachen, die Zimmer und Kleider verräuchem 
und zum anderen an die Hauptstelle, die 
Nasenschleimhaut nicht oder wenigstens nicht 
genügend hinkommen. 



Seit längerer Zeit hat man nun erkannt, 
daß das Atropin den Anfall aufhebt, nur 
hat es den Fehler, daß es oft in Gaben 
gegeben werden müßte, die Vergiftangs- 
erscheinungen veranlassen würden. Es lag 
daher der Gedanke sehr nahe, dieses Mittel 
in feinst verteiltem Zustande anf die Nasen-, 
Rachen- und Bronohialschleimhant selbst ein- 
wirken zu lassen, und dies ist überrasden- 
{ der Weise gelungen. Zu diesem Zweck ist 
I ein Mittel hergestellt worden, das ans einem 
Kokapräparat und Atropin, denen etwas 
Gocaün, Glycerin und eine Säure (welche 
ist nicht gesagt), letztere zur Haltbarkeit, 
zugesetzt sind, besteht. Vermittels eines 
besonders gebauten Zerstänbungsapparates 
wird dies Mittel in nebelhaftem Zustande 
durch beide Nasenlöcher in tiefen Atemzügen 
ein bis zwei Minuten lang eingeatmet Ist 
der durch das Asthma veranlaßte Reiz nicht 
zu heftig, so ist die Wü*kung großartig, zum 
mindesten aber besser, als die des Stra- 
monium. Die verbrauchten Mengen sind 
sehr gering, können demnach nicht schadeD, 
wenn das Mittel häufiger angewendet wird. 
Allerdings dürfen wir nie vergessen, da!) 
dasselbe nur ein Linderungs-, kein 
Heilmittel ist. 

Bei hochgiadigen Fällen eignet es sich 
nicht, und wendet er in diesen das Diomorphin 
(s. Ph. C. 44 [1903], 151) an. Jedoch auch 
dieses ist ebenso wie Morphin kein Heil- 
mittel. Eine Heilung, bezw. deren Möglich- 
keit kann nur auf anderem Wege erzielt 
werden. 

Die Brügelma7in'Behe Lösung wird von 
der Askanischen Apotheke in Berlin, Bern- 
I burgerstraße 3, wo auch der Apparat za 
erhalten ist, dargestellt K M, 



Das Spleniferrin 

ist nach Claasx ein Milzparanuklelnferrat 
mit 25 pCt. Eisen, und steht als ein stick- 
stoffhaltiger Phosphorsäureglyoerinester mit 
dem Lecithin in naher Verwandtschaft Eb 
ist in 0,5 proc. Pepsinsalzsäure fast unlöslich, 
wu-d aber von verdünnten Alkalien bei 
Gegenwart von Glycerin äußerst leicht auf- 
genommen. Demnach durchläuft es den 
Magen fast unzereetzt, um alsdann vom 
Darme aufgenommen zu werden. Es kommt 



179 



sowohl als Uretoff^ in Gestalt eines schoko- 
ladenbraunen, gerach- nnd geschmacklosen 
Palveis, wie anch in OrigiDalglSsern als 
FllJen in den Handel. Von Letzteren er- 
bilteQ Erwaebsene dreimal täglich nach der 
Mahlzeit 2 bis 3^ Kinder 1 bis 2 Stück. 
tVergl. hierzu Ph. C. 40 [1899], 784.) 
W. med. Presse 1903, 174. IL M, 



Renoform, 

das von uns in Ph. C. 43 [1902], 653 
bereits kurz erwfthnt worden ist, ist ein 
Sdmupfpiilver, das nadi Vorschrift des Dr. 
Bruno Ooldsckmidt von der Firma Dr. 
Freund nnd Dr. Redlich in Berlin dar- 
gttteUt wh^. Um dieses Präparat za erhalten, 
irerden zn einem ans feinstem Borsäure- 
und Mildiznckerpalv^ bestehenden Gemisch, 
2 pCt. trockenes Nebennierenextrakt F. u. R. 
ragesetzt Das Ergebnis zeichnet sich durch 
große LOstichkeit aus und bewirkt in Be- 
rahmng mit Schleimhäuten gefäßyerengemd 
auf dieselben ein, und zwar in dem Sinne, 
daß Abschwellung und mit dieser eine ge- 
wisBe Schmerzlinderung eintritt, und vor 
allem Blutstillung bewirkt wird. Die Pulver- 
form gestattet seinen Gebrauch sowohl in 
der Hand des Arztes wie Nichtarztes. Es 
bat sich in IlUlen verlegter Nasenatmung 
und -blutung vollkommen bewährt, Reiz- 
enwhdnuogen, wie sei bei Adrenalin be- 
obaditet worden sind, werden durch dieses 
Ptäparat nicht hervorgerufen. 



Die Analyse des Harnes eines 

Kranken nach der Behandlung 

des Bheumatismus mittels einer 

Citronensaftkur, 

bei der der Kranke jeden Tag den Saft von 
ner, sechs, acht, ja bis vierzehn Citronen 
Mbm, ergab nach Delassus (Repertoire de 
Pharmade 1902, 293), daß der Säuregrad 
und der Oehalt an Harnstoff bedeutend 
abgenommen hatte. Die Kur ergab eine 
bemerkenawerte Besserung im Zustande des 
Kranken; jedoch erwies sich die Kur bei 
änem Rflckfalte als unwirksam. p. 



Ueber die Abnahme des 
Lecithins in erhitzter Miloh 

beriditen Bordas und Racxkowski (Chem.- 
% 1903, 57;. In MUch, die über offenem 



Feuer dreißig Minuten auf 95 ^ C. erhitzt 
worden war, betrug die Abnahme 28 pCt. ; 
bei der Erhitzung auf gleiche Temperatur 
und während dei*8elben Dauer auf dem 
Wasserbade betrug die Abnahme nur 
12 pCt Bei Temperaturen von 105 bis 
110^ C. im Autoklaven traten Verluste bis 
zu 30 pCt. ein. Zur Pasteurisierung wird 
demnach die Milch am besten auf dem 
Wasserbade erhitzt. Auf diese Zersetzung 
des Lecithins wollen die Verfasser die Ver- 
dauungsstörungen zurackfflhren, die bei 
Neugeborenen beobachtet werden, welche 
ausschlielilich mit sterilisierter Milch 
ernährt werden. _;^. 

Ueber die 

antibakteriellen Eigenschafcen 

des Perubalsams. 

Da die Ansichten bezüglich des anti- 
bakteriellen Wertes des Perubalsams aus- 
einander gehen, indem Riedlin energische 
Wachstumshemmung der Cboieravibrionen 
konstatierte, während Bräutigam und Novack 
selbst mit starken Concentrationen nur geringe 
Wachstumsverlangsamung feststellen konnten, 
so prüfte Piorkowski (Berichte der Deutsch. 
Pharm. Gesellschaft 1902, 386) das Ver- 
halten verschiedener Sorten Perubalsam, von 
Peruol (einer 25proc. Peruskabmlösung in 
Oel) und der Komponenten des Perubalsams 
(Cinnamin, Zimmtsäure und Styradn) gegen 
Staphylokokken, Streptokokken und Pyo- 
cyamuskulturen u. a. nach. Die Verauche 
ergaben, daß eine antibakterieile Kraft des 
Perubalsams so gut wie ausgeschlossen ist, 
und da'J die geringen konstatierten Wachs- 
tumshemmungen einzig und allein der im 
Balsam enthaltenen Zimmtsäure zuzu- 
schreiben smd. Offenbar ist die von Riedlin 
beobachtete, energisch antiseptische Wirkung 
auf Rechnung eines mit ätherischen Oelen, 
die bekanntlich stark desinficierend wirken, 
verunreinigten Präparates zu setzen. 

Die wundheilende Wirkung des Peru- 
balsams dürfte einzig und allein auf seiner 
Deckfähigkeit beruhen. p. 



Preislisten sind eiogegaogen von: 

Karl Fr. TöUner in Bremen über pharma- 

ceutische, sowie technische Präparate und 

Speci alitäten. 



190 



BOehttrsehan. 



AnsflitarlioheB Lehrbuch der Pharma- 
ceutisohett Chemie; bearbeitet von Dr. 
Ernst Schmidt, 6eh. Regierungsrat, 0. 
Prof. der phannaoentiechen Chemie und 
Direktor des pharmaceutischen Instituts 
der tJniveiBitftt Marburg. Zweiter Band: 
Orgahische Chemie. Vierte ver- 
mehrte Auflage. Erste Abteilung^ Vor- 
wort und Inhalt I. ADgemeiner Teil. — 
II. specieÜer Teil: A und B. Organische 
Verbindungen mit offener und ge- 
sohloBBener Kohleustöffkette. Mit 96 ein- 
gedruckten Holzstichen. Zweite Ab- 
teilung. IL Spedeller Teil: Von C; 
Teerfarbstoffe bis Schluß — Nachtrftge 
— Sachregist» - - Berichtigungen. Mit 
19 eingedruckten Holzstichen. Braun- 
schweig 1901y Druck und Verhig von 
Friedrich Vieweg & Sohn, Preis: 
geheftet Mk. 34, in 2 Bände gebunden 

Es ist eine längst bekannte und wiederholt 
ausgesprochene Tatsache, daß die Chemie zu 
einer der heryonagendsten Wissenschaften, be- 
sonders unseres deutschen VaterlaEKles, geworden 
ist. Emsiger Eifer, fleißiges Arbeiten xmd nicht 
zum mindesten tiefes Nachdenken sind die 
Helfershelfer, die sie auf die Höhe gebracht 
hi^n. Wohl uns, daß in diesem Sinne weiter 
gearbeitet wird, und von hochangesehenen 
Männern, wie es der Verfasser dieses so groß- 
artigen Werkes ist, eine Saat in unsere Jugend 
gel^ wird, die zu der gewissen Hoffnung be- 
rechtigt, daß die Ernte dereinst eine segens- 
reiche sein wird, segensreich für die Schüler 
selbst, segensreich für die Allgemeinheit Leider 
wird die Tätigkeit der Chemiker von einer 
großen Anzahl unserer Mitbürger nicht in 
genügendem Maße gewürdigt und oft von vielen 
mit einem Dünkel auf sie herabgesehen, ids ob 
die Leistungen derselben jeder Bedeutung bar 
wären. Zum Glück hat ein solches Verhalten 
den wahren Jünger der Chemie noch niemals 
abgehalten, unbeirrt weiter zu forschen und zu 
arbeiten, auch für diejenigen, die ein solches 
Streben nicht anerkennen wollen oder es ver- 
mögen. 

Um so freudiger schlägt aber unser Herz, 
wenn wir eine neue Fracht geistiger Arbeit auf 
dem Gebiete der Chemie vor uns haben. Neu, 
nicht nur größer ist die Frucht; denn die 
Forschung und das tiefere Eindringen in die 
Erkenntnis des Aufbaues der chemischen Körper, 
insbesondere der organischen Stoffe, trägt immer 
und immer neues zum alten und auch dieses 
erhält manchmal ein neues Gesicht oder Gewand. 

Erfordert schon die Kenntnisnahme aller neuen 
Errungenschaften eine scharfe Beobachtungsgabe, 
so ist es noch höher zu schätzen, wenn der 



Beobachter und Selbstforscher in der günstigen 
Lage sich befindet, alles, was seine Schüler, ja 
nicht sie allein, nein auch wir Alten, die #ir 
die Hochschmle schon langst veriaaseft hebte, 
wissen müssen, um auf der Hohe der Zeit n 
bleiben, in einer so vortrefflichen Weise zu 
lehren. Wie es wohl selten ein Zweitet kann. 

Wohl mag manchen ein geheimer Si^adder 
erfassen, wenn er das dicke, 1944 Seiten um- 
fassende Buch vor sieh sieht und daran denkt, 
daß er den Inhalt desselben bis zur Staats- 
prüfung un Kopfe haben soll. Nur getnach, 
junget Freund, fang flur nfiveftagt ii und tef- 
tief Dich in diee &ch, und wenn Dn Hit Ver- 
stand darin lißst, wirst Du bald merken, daH 
die Sache doch nicht so ängsüich ist, wie sie 
anssiehf. 

EMsf Plan des vorfiegenden Buche» ftal Mae 
weeeatüdien AenderungM eifafaren, dagegen isk 
auf die neuesten Errungenschaften der Lehre 
und der Anwendung, sowohl als auch aaf 
Neuetungen und Veroessertragen, welche durch 
die Technik odeT dnreh die b«iih Fnl«Ri(ii( 
msammelten Ikfdirongen ein|;eti!Men siodi 
Rücksicht genommen worden. Besonders hahn 
hier die Art und Weise der üntersuchnnff von 
Nahrung«- und Gentißmitteln , die de* Wert- 
8(Mtzung von Arzneimitteln emsofillefflich dsr 
Rohstoffe und gidenisehea Präpnato, sbwie die 
Prüfungen der vierten Ausgabe des Deutschea 
Arzneibuches den Torzug erhalten. I^eue Arznei- 
mittel, Welche voi vornherein den Stempel ^ 
Eintagsffiegen tragen, sind nicht beniclmiti^ 
worden. 

Auf die besonderen, einzelnen Vennehrnnm 
und Verbesserungen näher einzugehen, ist nst 
unmöglich, besonder schon deäiaih, als der 
Raum für die Berichterstattong ein zn ^ 
messener ist Andererseits haben die trftherai 
Auflagen dieses Werkes einen für eine Neu- 
auflage würdigen Empfang vorbereitet, so daS 
es eigentlich feiner Worte zur Empfehlung be- 
dürfen t^ftrde, wenn whr es Aieht für uasers 
Pflicht hielten, das Werk einer so schsffens- 
freudigen Geistesgi^ße so zu würdigen, wie ee 
sich gebührt. Mit diesem neuen Buche ist hjib 
ein Wegweiser gegeben, an dessen Hand wir 
ruhig und sioher über Berg und durch weite 
Täler, über Bäche und Flüsse schreiten Üönnen; 
denn nicht jeder yerma^ den Wegf dlein tStüA 
Führer durch das weite Land der ChcMie) b6^ 
sonders der oiiganisehen, zu wandern, ohne sa 
straucheln. Sei uns ge^ßt, Du Führer durch 
das Gebiet der Chemie I A M. 



Qnmdzttge über die EegeluBg dei Ta^ 
kehre mit Ameimitteln auTserbalb dar 
Apotheken und die Beaufaiehtapmg 
desselben. (Preußischer MinisterialeriaO 
vom 22. Dezember 190^2.; Berim. 
Selbstverlag des Deutschen Apotheker- 
Vereins. Preis 30 Pf 



181 



Versohiedene 

Feuersicherer Siegelapparat 

Dieser neue Apparat besteht nadi Mit- 
tahmgen des PatentbuieaiiB von Richard 
Lüders ans einem schnhfOrmigen, an einem 
Stativ befestigten Bebälter, der mit Siegellack- 
Stangen oder -stücken gefüllt wird. An 
leinem Boden befindet sich ein elektrischer 
Heizkörper, der den Lack znm Schmelzen 
bringt Ein kleiner, dnrch den Finger leicht 
in Bewegong zu setzender Schieber öffnet 
eine An^iaßöff nung, dnrch die man beliebige 
Mengen geschmolzenen Lackes heraustreten 
laeeen kann, sodaß sowohl groHe wie auch 
kleine Siegel hergestellt werden können. 
Da der Lack mit kemer offenen Flamme 
in Berührung kommt, so bleibt derselbe sehr 
ran. Außerdem ist es auf diese Weise 
mögüeh, mit der gleichen Menge Lack 
dreimal mehr Siegel anzufertigen, als wie 
bisher. Ein weiterer Vorteil liegt darin, 
daß man diesen Apparat, da er keine 
offene Flamme hat, auch in Räumen be- 
netzen kann, in denen bisher wegen Feuers- 
gefahr nicht gesiegelt werden konnte. 

K M. 



Kautschuklösungen, 

weiche in der Technik und in den Gewerben 
mannigfache Anwendung fioden, werden nach 
Aniis (Neueste Erfind, u. Erfahr. 1903, 7) 
folgendermaßen hergestdlt: 

Marineleim: 10 Teile guter afrika- 
niseher Kautschuk werden unter unausge- 
setztem Rübren m 10 Teilen Benzin gelöst 
imd dann 20 Teile Asphalt in geschmolzenem 
Zostande zugesetzt Beim Gebrauche wird 
die feste Masse im Wasserbade verflüssigt 
ond die zu Tcrbindenden Flächen auf 100^ 
ffwlnnt. 

Kitt für Fahrräder: 1 Teil bUliger 



■itteilungen. 

Rohgummi wird geschmolzen und der Schmelze 
9 Teile Asphalt zugesetzt Durch Zusatz 
von 0,5 Tdlen Harz- oder Teeröl kann man 
die Elasticität vermehren. 

Im weißen Marineleim, zum Wasser- 
dichtmachen der Taue, sind 2 bis 5 Teile 
Asphalt durch Teeröl ersetzt 

Kautschuk leim, znm Anstrich von 
Holz werk in feuditen Räumen dienend, ist 
eme Lösung von Kautschuk ui mit Schwefel 
gesättigtem Schwefelkohlenstoff. 

Kautschukkitt oder Kautschuk- 
eement erhält man durch Schmelzen von 
15 Teilen Kautschuk mit 1 Teil Talg oder 
Wachs; dann setzt man Kalkhydrat, bis 
eine dicke Masse entstanden ist, und schließ- 
lich 2 Teile Mennige zu. 

Die Glas kitte bestehen aus Lösungen 
von Kautschuk in Chloroform mit oder ohne 
Zusatz von Mastix. 

Kautschukkitte für Leder sind 
Lösungen von Kautschuk in Benzol, 
Benzin, Chloroform, Schwefelkohlenstoff oder 
Kantschukschmelzen mit Pech, Teer oder 
Asphalt 

Säurefesten Kautschukkitt erhält 
man durch Lösen von 10 Teilen Kautschuk 
in 30 Teilen Leinöl und Zusatz von 30 Teilen 
Ton, oder durch Lösen von 5 Teilen 
Kautschuk in 10 Teilen Benzol und Zu- 
mischen von 15 Teilen Ton. p. 



Rostpolitur für Niokelwaren 

wird nach der Augsb. Seifens.-Ztg. durch 
Verrühren von 5 kg Stearinöl mit 125 g 
Salmiakgeist, darauffolgendes Hinzufügen 
von 250 g Benzin und 375 g Wemgeist 
und nochmaliges gutes Durchmischen er- 
halten. Dieselbe wird in gut verschlossenen 
wdthalsigen Flaschen aufbewahrt, -—tx.—. 



€nicuerund der 6e$tcllundcm 

JM die CmiieruNg der BeiteliNNg der durcn die Fo$t bexogeiieii 
Sticke geitamn wir uns ergebenst üufMierksa« xn nacbeN; dieselbe ist 
locb vor m\m\ des IDonats red)txeitig w bewirken, dawit keine 
QiterbrecbuNg in der Zusendung eintritt 

Ceiftmg der »»PbamidceunscDeii Centralbane''. 



i TCBMitwortli«h« Lrftn Dr. A. 8ehB«14flr In Dnttai. 



182 



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^IS. 



Dresden, 26. März 190ä 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIY. 

Jahrgang. 



pUt: OMaie mM€ Pkanaaele: Ermittelang des Alkoholgehalts in Branntweinen, LikOren and PruchtsAften. -- 
peKttigong e« MetüiginiKitM^g. ^ Zur KtmatiAw des CatiyooBalsams. -- „Monsit'* lHonillon-PrSparate. — An^enol. 
r BfaüaiMöl ftr Kiader. — Mentoplieiiol-Goealn. — Mentho-Borpl. — Chologtn. -* WMserdiclrt« Hiutchen. — 
I BrietweekMl. 



Ohemi» und 

Die Bhrmittelung des 
^oholgelialts in Branntweinen, 
Likören und Fruchtsäften. 

Yen Franx Zeixsehe, 
Aasistenten am Kgl. Sachs. Laboratorram für Zölle 
Qod Terbranobseteaern in Dresden. 
(Schluß.) 

5. In gleicher Weise wurden nun die 



Pharmaei». 

verschiedenen Methoden bei einer Essenis 
angewandt, die in 100 ccm 50 ccm Alkohol, 
25 ccm gemischte Ester, 10 ccm Ameisen-, 
10 ccm Essig- und 5 ccm Butterester 
and den Kest Wasser enthielt. Sie hatte 
also wieder einen wahren Alkoholgehalt 
von 49,4 Vol.-pCt. 



in der 
Ausschüttelung 



a) Direkte Alkoholbestimmung in der Essenz. 
SpeeMsdies Gewicht: 0,90204 +15» C. = 65,17 Vol.-pCt. Alkohol. 

b) KoehsalzauBSchttttelnng. 

I. Ansschättelnng. Menge der Abscheidung 15 ccm. 
Spedflsches Gewicht des Destillates: 
0,97182 +160 c. = 24,30 Vol.-pCt. = 48,60 Vol.-pa 
Spindelnng des Destillates: 

21,0 +17« C. = 20,5 w. St. = 50,12 Vol-pCt 
Yerseifongszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

47,6 ccm Normallauge = 2^76 ccm Esteralkohol 

n. AasBcbüttelung. Menge der Abscheidung 10 ccm. 
Edelfisches Gewicht des Destillates: 
0,99780 +150 C. = 1,48 Vol.-pCt. = 2,96 Vol.-pCt. 
Spindelnng de» Destillates: 

1,5 +140 C. = 1^5 ^. St. = 3,76 Vol.-pCt. 
Verseüangazahl des Destillates (auf 100 ccm): 

14,8 ccm Normallauge = 0,86 ccm Esteralkohol. 
Spedfifehes Oewleht des Destillates n. d. Verseifung: 

0,99689 +15 C. = 2,10 Vol.-pCt 



in der 
Ansschättelnng 



184 



zum Teil ersetzt worden sind; sodaß 
das Resultat nicht so fehlerhaft erscheint 
wie es ist. 



Spindelung des Destillates n. d. Verseifung: 

3,0 +140 C. = 3,0 w.. St. = 3,76 Vol.-pCt. 
Daraus berechnet sich der wahre Alkoholgehalt des Destillates zu 1,24 bezw. 
2,90 Vol.-pCt. und derjenige der Ausschflttelung zu 2,48 bezw. 5,80 Vol.-pCt^) 

Man sieht also, daß bei der ersten — """' "^ "' * ' 
Ausschttttelung etwa 2,5 Vol.-pCt. Alkohol 
verloren gegangen sind, die allerdings 
durch die noch vorhandene Estermenge 
c) Methode der Anlage 21. 
50 g Essenz mit 50 g Wasser und 60 g Petroläther ausgeschflttelt. 
Gewicht der wässerigen Schicht: 89,9 g. 
Die Flüssigkeit neutralisiert und aufs alte Gewicht abdestilliert. 
Specifisches Gewicht der wässerigen Schicht: 

0,96537 +150 C. = 24,52 Gew.-pCt. Alkohol. 
Demnach sind in 89,9 g Flüssigkeit, entsprechend 50 g Essenz, 22,31 g 
Alkohol, also sind in 100 g Essenz 44,62 g oder in 100 ccm Essenz 52,24 ccm 
Alkohol enthalten. 

Verseifungszahl für 25 ccm der Flüssigkeit: 4,6 ccm Normallauge; auf 
100 ccm Essenz ungefähr 34,0 ccm Normallauge = 1,97 ccm Esteralkohol. 



d) Methode von Hefelmann. 

60 ccm Essenz wurden mit 50 
Wasser verdünnt und mit 100 
Petroläther ausgeschüttelt, von 
wässerigen Flüssigkeit 80 ccm 



tralisiert 
destilliert. 



ccm 

ccm 

der 

neu- 

und auf 100 ccm ab- 



Hier hat also die Methode ein wesent- 
lich zu hohes Resultat ergeben, das 
mit dem unter Nr. 6d nur scheinbar 
identisch ist, weil dort der vorhandene 
Alkoholgehalt ein anderer war (vergl. 
die Anmerkung zu 5 c). Auch ist der 
Gehalt an Estern in dem Destillate 
noch beträchtlich. 

Speciflsches Gewicht der Flüssigkeit: 

0,97357 +150 C. = 22,58 Vol.-pCl Alkohol, 
Daraus berechnet sich der Alkoholgehalt der Essenz nach Hefelmarm'B 
Angaben zu 56,45 VoL-pCt., also ganz bedeutend zu hoch. 
Verseifungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

12,4 ccm Normallauge = 0,74 ccm Esteralkohol 
(auf 100 ccm Essenz 1,61 ccm Esteralkol) 



Der Fehler bei dieser Methode liegt 
in der Berechnung. Dabei ist nämlich 
stillschweigend angenommen, daß das 
\'olumen der wässerigen Flüssigkeit 
von 100 ccm nicht viel abweicht. Ist 
das aber der Fall, wie hier, wo das 
Volumen nur 89,5 ccm betrug, so ist 
der Faktor 2,5 nicht den Tatsachen ent- 
sprechend. Unter Berücksichtigung dieses 
Umstandes ist die Rechnung folgende: 

In 80 ccm Flüssigkeit wurden ge- 
funden 22,58 ccm Alkohol, demnach 
sind in 89,5 ccm, entsprechend 50 ccm 
Essenz, 25,26 ccm. Die Essenz enthält 
also 50,52 Vol.-pa. Alkohol. 

Speciflsches Gewicht: 0,96863 +150 



Etwas hoch ist das Resultat immer 
noch, obgleich der Estergehalt schon 
ziemlich niedrig ist 

e) Oesterreichische Methode. 

100 c«m Essenz wurden auf 200 ccm 
verdünnt, 50 ccm davon, mit 10 ccm 
Petroläther ausgeschüttelt, zeigten eine 
Volumenverminderung d = 5,5 ccm. 
Demnach betrug die Gesamtvolumve^ 
minderung a = 22 ccm. Dann wurde 
die Gesamtlösung fünfmal mit je 50 ccm 
Petroläther ausgeschüttelt und schliefi- 
lieh das spedfische Gewicht der wässe^ 
igen Schicht bestimmt: 



C. = 27,30 Vol.-pCt. 



^) Bezüglich der großen Abweichungen zwischen den Bestimmungen diiroh Pyknometer 
oder Spindelung veigleiche man die weiter unten folgenden Erörtemtig^'n. 



185 

Daraus berechnet sich der Alkoholgehalt der Essenz zu i-—-^ — 

48,59 VoL-pa. ^^^ 

Yerseifungszahl der Flüssigkeit (auf 100 ccm): 
1,2 ccm Normallauge = 0,11 g Aethylacetat = 0,07 ccm Esteralkohol. 
Das Resultat ist um ein geringes zu niedrig. 



6. Bildlich wurde dasselbe Verfahren 
anch noch mit einer Essenz wiederholt, 



die in 100 ccm neben 60 ccm Alkohol 
40 ccm verschiedene Ester enthielt. 

a) Direkte Alkoholbestimmung in der Essenz. 
Speciflsches Gewicht: 0,87573 +16^ C. = 75,75 Vol.-pa. Alkohol. 

b) Eochsalzausschüttelung. 

Menge der Abscheidnng: 42 ccm. 
; 1. Zur Destillation wurde die Hälfte der wässerigen Flfissigkeit genommen. 
I Speciflsches Gewicht des Destillates: v 

I 0,97565 +150 C. = 20,50 Vol.-pCt. = 41,00 Vol.-pCt. I in der 

Spindelung des Destillates: ( Essenz. 

17,0 + 170 C. = 16,5 w. St. = 40,66 Vol.-pCt- ' 
Verseifungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

22,8 ccm Normallauge = 1,32 ccm Esteralkohol. 
2. Zur Destillation wurde die Hälfte der Gesamtflüssigkeit genommen. 
Speciflsches Gewicht des Destillates: \ 

0,97162 +150 = 24,49 Vol.-pCt. = 48,98 Vol.-pa. I in der 
Spindelung des Destillates: f Essenz. 

21,0 + 170 C. = 20,5 w. St. = 48,12 VoL-pCt. ' 
Hier wird also der Fehler beinahe ausgeglichen. 

c. Methode der Anlage 21. 
50 g Essenz mit 50 g Wasser und 50 g Petroläther ausgeschüttelt 
Gewicht der wässerigen Schicht: 82,4 g. 
Speciflsches Gewicht der wässerigen Schicht: 

0,96308 +150 C. = 26,51 Gew.-pCt. Alkohol. 
Demnach sind in 82,4 g Flfissigkeit = 50 g Essenz = 21,795 g Alkohol, 
also in 100 g Elssenz = 43,59 g Alkohol und in 100 ccm E^enz = 51,18 ccm 
Alkohol. 

Auch hier ist der gefundene Wert zu hoch. 

Verseifungszahl für 25 ccm der Flüssigkeit: 11,6 ccm Normallauge, auf 
100 ccm Essenz ungefähr 79,8 ccm Normallauge = 4,62 ccm Esteralkohol. 

d) Hefelmu7in'Bche Methode (mit modiflcierter Berechnung und ohne 
Destillation). 

50 ccm Essenz mit 50 ccm Wasser verdünnt und mit 100 ccm Petroläther 

ausgeschüttelt. 
Menge der wässerigen Schicht: 82,5 ccm. 
Speciflsches Gewicht der wässerigen Schicht: 

0,9700 +150 C. = 26,03 Vol.-pCt. 
Demnach sind in 82,5 ccm Flüssigkeit = 50 ccm Essenz = 21,475 ccm 
Alkohol. Die Essenz hat einen Alkoholgehalt von 42,95 Vol.-pCt. 
Hier ergibt sich also ein wesentlicher Fehlbetrag. 

e) Oesterreichische Methode. 

Volumenverminderung d = 8 ccm. 
Gesamtvolumenverminderung a = 32 ccm. 
Spec. Gew. der Flüssigkeit nach fünfmaliger Ausschüttelung mit Petroläther: 
0,96721 +150 C. = 2d,58 Vol.-pCt. Alkohol. 

Daraus berechnet sich der Alkoholgehalt zu j^-^- = 48,01 Vol.-pCt. 

Das Besultat ist um etwa 1,6 pCt. zu niedrig. 



186 



Man sieht also aas den Vei^suchen ! zugleich auch der Weg, wie man ziij 



4 bis Hj daß die Methoden alle mehr 
oder weniger große Fehler ergeben, 
wenn der Gehalt der Essenzen an aroma- 
tischen Substanzen steigt. Da die Fehler, 
außer bei der Methode nach Anlage 21, 
in Alkoholverlusten bestehen, so ist 
anzunehmen, daß die abgeschiedenen 
aromatischen Stoffe, auch wenn sie 
mit Petroläther ausgeschüttelt 
worden, Alkohol einschUeßen und der 
Bestimmung entziehen, wie dies insbe- 
sondere folgende beiden Versuche auch 
für die österreichische Methode 
zeigen. 

7. Viermal je 25 ccm Essenz (mit 
40 ccm Estern in 100 ccm) wurden mit 
25 ccm Wasser verdünnt und mit 10 ccm 
Petroläther ausgeschüttelt, die erhaltene 
Gesamtpetroläthermenge mit 80 ccm 
Wasser ausgeschüttelt, auf 100 ccm mit 
Wasser verdünnt, der scheinbare Alkohol- 
gehalt bestimmt, dann mit Normallauge 
verseift und der wahre Alkoholgehalt 
darin festgestellt. 

Es wurde gefunden, daß aus den 
100 ccm Essenz 3,40 ccm Alkohol in 
den Petroläther aufgenommen worden 
waren. 

Andererseits wurde die Gesamtmenge 
an Petroläther, die bei Ausführung der 
österreichischen Methode an 100 ccm 
derselben Essenz erhalten worden waren, 
mit 100 ccm Wasser ausgeschüttelt und 
in der wässerigen Lösung der wahre 
Alkoholgehalt bestimmt. 

Er wurde gefunden zu 3,89 ccm 
Alkohol. 

Hieraus ergiebt sich, daß wahrschein- 
lich die gesamte Alkoholmenge, zum 
mindesten aber die allergrößte Menge, 
die bei der Ausschüttelung mit Petrol- 
äther von diesem aufgenommen wird, 
bei der ersten Ausschüttelung absor- 
biert wird, so lange die Menge der vor- 
handenen aromatischen Stoffe groß ist, 
daß aber vom Petroläther allein kein 
Alkohol aufgenommen wird 



wirklich richtigen Resultaten koi] 
kann. Die Methode muß sich auf 
Grundsatze aufbauen, daß man zi 
nächst die Gesamtmenge d| 
Aromatica ohne Rücksicht auf dl 
mitgerissenen Alkohol von i{^ 
Hauptmenge des Alkohols trenneii 
dann den mit einem indifferent 
Lösungsmittel verdünnten aromi 
tischen Körpern den Rest dl 
Alkohols mit Wasser entzieh« 
und schließlich aus der wässerij 
alkoholischen Lösung den letzte 
Rest jener wieder mittelst d< 
indifferenten Lösungsmittels eitij 
fernen kann. 

Der Beweis für die Richtigkeit die 
Satzes wird aus den nachfolgenden 7 
spielen klar werden: 

8. 100 ccm Essenz (40 ccm Ester ; 
100 ccm enthaltend) wiirden in der 
die Eochsalzmethode gebräuchlic 
Bürette von 300 ccm Inhalt auf 200 
verdünnt und mit 50 ccm Petroli 
ausgeschüttelt. 
Menge der Abscheidnng: 91 ccm,< 
Menge der Flüssigkeit: 169 ccm.j 
Die wässerige Schicht wurde in 
trockenes Gefäß abgezogen und die i 
der Bürette gebliebene Aetherschid 
mit 50 ccm Wasser ausgeschüttelt ' 
Menge der Abscheidung: 84 ccm,' 
Menge der Plilssigkeit : 57 ccülI 
Die wässerige Schicht wurde abg 
und mit der zuerst erhaltenen ver 
die Aetherschicht aus der Bürette 
fernt und von der wässerig-alkohoü 
Flüssigkeit 162 ccm = 74 derselben' 
der Bürette mit 25 ccm Petroläther 1 
geschüttelt. 
Menge der Abscheidung: 28 ccm,^ 
Menge der Flüssigkeit: 159 ccm.^ 
Nun wurden ans der Bürette 106 
= 2/3 öer in ihr enthaltenen wJ 
alkoholischen Flüssigkeit, die der 
der gesamten wässerigen Lösung 
sprechen, in den Destillierkolben abge-^ 
lassen und auf 100 ccm abdestilli^. 



A.US dieser Erkenntnis erscldießt sich 
Specifisches Gewicht des Destillates: 

0,97161 +15<> C. = 24,50 Vol.-pCt. = 49,0 Vol.-pCt. 
Spindelung des Destillates: 

20,5 -f-16 C. = 20,0 w. St. = 48,95 Vol.-pCt. J 



in der 

Eeaenz 



187 




i-^e ^ m'^r-^^' 4^;9 g' 



ralkohoL 

Vol.-pCt 
VoL-pCt. und 

Igeiide Werte: 

Ct. 



Ct. l 



in der 
Essenz 



lylacetat 

so vor Ver- 
liützt werden 
zt der Tetra- 
inlich ein noch 
\i\gen für die 
er Petroläther, 
ige Beobacht- 

\'ersuch aus- 

(40 ccm Ester 
50 ccm ^^'^a8ser 
iid dann noch 
traclilorkohlen- 
ie Tetrachlor- 
ilie im ganzen 
ässerigen Lös- 
wurden ver- 
eiten Bürette 
Wasser ausge- 
tVasser wieder 
ülilenstoffe ent- 
wurden mit der 
ösung vereinigt 
nochmals mit 
Stoff behandelt, 
rcli diesen auf- 
mn wurde die 
ungauflöüccm 



pCt. 



in der 
Essenz 



20,0 +15" C: - 2{\,{} w. St - 4B.HB V51^pCtJ 
Verseifungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 

11,2 ccm Normallauge ^ 0,91:* g Aethylacetat. 
Die Resultate sind wesentlich un- 1 erst die weiteren TetraclilorköIilenstofE- 
?ÖBstigerj wenn man nur die erste Aus- Ausschüttelungen folgen läüt- 
, «chüttelung mit Wasser wäscht und dann Diese Methode gibt auch bei liriherem 




188 



Alkoholgehalte der Essenzen noch richtige 
Resultate. 

10. 100 ccm einer Elssenz aus 76 ccm 
Alkohol, 20 ccm Estern nnd Wasser 
wurden mit 60 ccm Wasser verdflnnt nnd 
mit 60 ccm und yiermal mit je 26 ccm 
Tetrachlorkohlenstoff ansgeschfittelt. Die 
vereinigten Tetrachlorkohlenstoffauszüge, 
Speciflsches Gewicht des Destillat^: 

0,95636 +160 C. = 37^20 Vol.-pa. = 
'Spindelung des Destillates: 

3i,0 +180 C. = 31,0 w. St = 
Verseifungszahl des Destillates (auf 100 ccm): 
9,6 ccm Normallauge = 



welche 42 ccm aufgenommen hatten, 
wurden dreimal mit je 60 ccm Wasser 
gewaschen und verloren an dieses wie- 
der 33 ccm. Die wässerigen Flimg- 
keiten wurden nach ihrer Vereinigung 
nochmals mit 26 ccm Tetrachlorkohlen- 
stoff ausgeschüttelt und die Hälfte der- 
selben auf 100 ccm abdestilliert. 



74,40 Vol.-pCt. 
74,54 Vol.-pCt. 



in der 
Essenz 



Es erübrigt nun zum Schlüsse, 
die vorstehend theoretisch gewonnenen 
Resultate auf eine Anzahl Beispiele aus 
der Praxis anzuwenden, um zu zeigen, 



0,86 g Aethylacetat 
zu welchen Ergebnissen man mit der 
neuen Methode gelangt und wie die- 
selben sich zu denen der alten Methode 
verhalten. 



11. Zunächst wurde eine Citronenessenz benutzt, die zur Erhöhung des 
Gehaltes an aromatischen Stoffen noch einen Zusatz von Butterester erhalten 
hatte. 

I. Eochsalzmethode. Abscheidung 30 ccm. 

a) unter Abrechnung der Ester-Oelschicht : 
Spindelung des Destillates: 

18,0 +160 C. = 18,0 w. St. = 44,18 Vol.-pCt 

b) unter Zurechnung der Ester-Oelschicht: 
Spindelung des Destillates: 

20,0 +160 C. = 20,0 w. St, = 48,96 Vol.-pCt 
n. Petroläthermethode (siehe Ziffer 8). 
Spindelung des Destillates: 

19,6 +160 C. = 19,6 w. St = 47,79 Vol.-pCt 
in. Tetrachlorkohleostoffmethode (siehe Ziffer 9). 
Spindelung des Destillates: 

20,6+190 C. = 19,6 w. St = 47,71 Vol.-pCt 

Esterschicht sind sie etwas zn hoch), 
während die beiden neuen Metiioden 
fast übereinstimmende Werte liefern. 



Man sieht also, wie die Eochsalz- 
methode (la) wesentlich zu niedrige 
Resultate ergibt (unter Zurechnung der 



12. Citronenessenz ohne besonderen Zusatz. 

I. Eochsalzmethode: Abscheidung ccm. 
Spindelung des Destillates: 

31,0 + 170 C. = 30,6 w. St 73,44 Vol.-pCt 
Das Destillat ist milchig trabe und bei der Spindelung läßt sich deshalb 
der Alkoholgehalt schlecht ablesen. 

n. Petroläthermethode: 
Spindelung des Destillates: 

30.5 + 160 C. = 30,6 w. St = 73,54 Vol.-pCt. 
Das Destillat ist klarer, aber noch stark opalescierend. 

m. Tetrachlorkohlenstoffmethode: 
Spindelung des Destillates: 

31.6 +180 c. = 30,6 w. St = 73,39 Vol.-pCt 
Das Destillat ist vollständig klar. 



189 



die neuen Methoden noch einen Vorteil 
dadurch, daß sie eine sicherere Ab- 
lesung gestatten. 



Da hier eine Abscheidnng der aroma- 
ächen Stoffe als Schicht nicht erfolgt 
ist, so geben alle drei Methoden das; 
gleiche Resultat. Aber trotzdem bieten ' 

13. Rumessenz. 
I. Eochsal^methode: Abscheidung ccm. 

Spindelung des Destillates: 

33,6 + 160 c. = 33,0 w. St. = 79,18 Vol.-pCt 
n. Petroläthermethode: 
Spindelung des Destillates: 

34,0 + 190 C. = 32,5 w. St. = 77,89 Vol.-pCt 
III. TetrachlorkoliUnstoffmethode: 
Spindelung des Dc^itillates : 

32,6 + 17« C. = 32,0 w. St. = 76,87 Vol.-pCt. 
Da hier beim Ausschfltteln starke 1 Volumen nicht mit voller Sicherheit 
Emulsion entstand, die sich nur sehr der gesamte Alkohol im Destillate yor- 
schlecht und langsam klärte, wurde! banden war. Deshalb muß in solchen 
yersneht , durch eine vorhergehende j Fällen eine Destillation auf das doppelte 
DestiUation diesem Uebelstande abzu- 1 Volumen vorgenommen werden. Bei 
hdfen. E^ ergab sich dabei, daß bei dieser wurde erhalten: 
einer Destillation auf das gleiche 
Spindelung des Destillates: 

16,0 + 170 C. = 15,5 w. St. = 76,30 Vol.-pCt. 
Hier gibt also die Eochsalzmethode um 2,3 pCt zu hohe Werte. 

14. Eognakessenz: 

I. Eochsalzmethode: Abscheidung ccm. 
Spindelung des Destillates: 

31,5 +170 C. = 31,0 w. St. = 74,59 Vol.-pa. 
n. Petroläthermethode (nach Destillation auf das doppelte Volumen): 
Spindelung des Destillates: 

16,0 +190 C. = 15,0 w. St. = 73,81 Vol.-pCt. 
m. Tetrachlorkohlenstoffmethode (nach Destillation auf das 
doppelte Volumen): 
Spindelung des Destillates: 

15,0 + 160 C. = 15,0 w. St. = 73,88 Vol.-pa. 
Hier ist die Differenz nicht so groß, wie bei Nr. 14. 

15. Pfirsichessenz. 

I. Eochsalzmethode: Abscheidung 5 ccm. 
Spindelung des Destillates: 

36,0 + 160 C. = 36,6 w. St. = 84,79 Vol.-pCt. 

II. Petroläthermethode: 
Spindelung des Destillates: 

36,0 + 160 C. = 35,5 w. St. = 84,79 Vol.-pCt. 
Hier ist ein Unterschied der beiden | Gewichte 1,05, in der geringen im 
Methoden nicht vorhanden^ weil der : Destillate noch vorhandenen Menge auf 



I 



zngesetzte aromatische Bestandteil, das specifische Gewicht desselben nicht 
Benzaldehyd , mit dem spedflschen I wesentlich einwirken kann. 
16. Bananenessenz. 

I. Eochsalzmethode: Abscheidung 5 ccm. 

a) unter Abrechnung der Abscheidung; Spindelung des Destillates: 

39,5 + 160 c. = 39,0 w. St. = 92,47 Vol.-pCt. 

b) unter Zurechnung der Abscheidung; Spindelung des Destillates: 

40,0 +170 C. = 39,6 w. St. = 93,50 Vol.-pCt. 



190 

n. Petroläthermethode: 
Spindelang des Destillates: 

38,5 +170 C. = 38,0 w. St. = 90,24 Vol.-pCt. 
17. Heliotropelssenz. 

I. Eochsalzmethode: 
Spindelung des Destillates: 

28,0 +240 C. = 25,0 w. St. = 60,52 VoL-pCt. 
n. Tetrachlorkohlenstoffmethode: 
Spindelung des Destillates: 

26,5 +170 C. = 26,0 w. St. = 63.07 Vol.-pCt 



dieses specifisch schwerer. Auch Petrol- 
äther führte hier nicht zum Ziele. 



Da durch das Kochsalz das Heliotropin 
nicht vollständig abgeschieden wird und 
in das Destillat fibergeht, so wird 
18. Marasquinoessenz. 

I. Eochsalzmethode: Abscheidung ccm. 
Spindelung des Destillates: 

24,5 + 17 C. = 24,0 w. St. = 58,40 Vol.-pCt. ^ 

n. Petroläthermethode: 
Spindelung des Destillates: . 

24,5 + 170 C. = 24,0 w. St. = 58 40 Vol.-pCt. 
IQ. Tetrachlorkohlenstoffmethode (nach Destillation auf das 
doppelte Volumen): 
Spindelung des Destillates: 

12,0 +140 c. = 12,0 w. St. = 59,35 Vol.-pCt 



schütteln mit Tetrachlorkohlenstoff eine 
so starke Emulsion eintrat, daß die 
Klärung nicht einmal in mehreren Tagen 
vor sich gegangen war. Als dann 
aber Kochsalz bis zur Sättigung 
eingetragen wurde, trat sofortige 
und vollständige Klärung ein. 

19. Bitteressenz: 

Bei der Verdünnung mit Wasser trat 
eine starke Abscheidung fester Stoffe 
ein, die sich allmählich am Boden der 
Bürette zu einer 30 ccm fassenden 
Schicht zusammenballten. 



Das höhere Resultat bei der Tetra- 
chlorkohlenstoffmethode ist dadurch 
hervorgerufen worden, daß die zur 
Alkoholermittelungsordnung gehörigen 
Tafeln in halben Ptocenten fortschreiten, 
und daß bei der Anwendung von nur 
50 ccm Essenz, wie es bei der Tetra- 
chlorkohlenstof&nethode unter vorher- 
gehender Destillation auf das doppelte 
Volumen nur angängig ist, der dadurch 
hervorgerufene Fehler vervierfacht wird. 

Interessant war die Untersuchung 
der Marasquinoessenz insofern, als trotz 
der vorherigen Destillation beim Aus-| 
I. Kochsalzmethode: 

a) Unter Abrechnung der Abscheidung; Spindelung des Destillates: 

24,0 +17 C. = 23,5 w. St. = 57,22 Vol.-pCt. 

b) Unter Zurechnung der Abscheidung; Spindelung des Destillates: 

26,?> +16 C. = 26,0 w. St. = 63.11 Vol.-pCt. 
n. Tetrachlorkohlenstoffmethode (nach vorheriger Destillation 
auf das doppelte Volumen): 
Spindelung des Destillates: 

13,5 +19 C. = 13^0 w. St. = 64,15 Vol.-pCt 
Auch hier war ein Zusatz von Kochsalz zur Klärung nötig und ffihite 
zum Ziele. 

20. Floridawasserparfttm. 

I. Kochsalzmethode: Abscheidung aus 60 ccm Essenz etwa 20 ccm. 
Spindelung des Destillates: 

11,0 +140 C. = 11,0 w. St. = 54,49 VoL-pCt. 



191 

Das Destillat wurde mit Petroläther ausgeätbert und nochmals destilliert. 
Spindeloiig des Destillates: 

11.5 +140 C. = 11,5 w. St. = 56,94 Vol.-pCt. 
n. Tetracblorkoblenstoffmethode: 

Spindelong des Destillates: 

11.6 +160 C. = 11^5 ^.st. = 66,92 Vol-pCt. 
Die Methode dar Anlage 81 hatte hier das gleiche Besultat ergeben. 
n. OdoL 

L Eocbsalxmetbode: 
Spindelnng dJM Destillates: 

36,0 + 160 C. = 35^6 ^. st = 84,79 VoL-pCt. 
IL Fetrolätbermethode (nach vorheriger Destillation anf das 
doppelte Volumen): 
Spindelnng des Destillates: 

18,0 +180 C. = 17^0 w.St = 83,50 Vol.-pCt. 
m. Tetracblorkoblenstoffmethode: 
Da das Odol sich besonders durch 1 sehr schlechte Resultate, da bei zwei Ver- 
mflchige Trübungen beim Verdünnen | suchen nur 79,03 bezw. 76,71 VoL-pCt 



Alkohol gefunden wurde. Deswegen 
wurde scUießliGb nur bei der allerletzten 
Ausschttttelung Kochsalz angewendet 
und dabei richtige Resultate erhalten. 



auszeichnet und schwer sich klärende 
Flüssigkeiten gibt, wurde hier gleich 
?ou iotfang an bei der Ausschttttelung 
Kochsalz zugesetzt. Dies ergab aber 

Simdelung des Destillates: 

17,0 +150 C. = 17,0 w. St = 83,58 Vol.-pCt. 

22. Eau de Cologne (selbst hergestellt mit einem Alkoholgehalte von 
79,6 Vol.-pa.). 

I. Eochsalzmethode: 
Spindelnng des Destillates: 

34,6 +170 C. = 34,0 w. St. = 81,37 Vol.-pCt. 

II. Tetrachlorkohlenstoffmethode: 

a) 50 ccm angewendet. 
Spindelnng des Destillates: 

17,0 +170 C. = 16,5 w. St. = 81,12 Vol.-pCt. 
Speclflsches Gewicht des Destillates: 

0,97616 +150 0. = 19,99 Vol.-pCt. = 79,96 Vol.-pa. 

b) 100 ccm angewendet im entsprechend großen Scheidetrichter, um die in 
Ziffer 9 angebenen Mengenverhältnisse innehalten zu können. 

Spindelnng des Destillates: 

33,5 +170 C. = 33,0 w. St. = 79,13 Vol.-pCt. 
Hier ist der Einfluß der Abrundungj Aber auch die Methode der Anlage 21 
der Rechentafeln deutlich zu erkennen. • liefert nicht iramer einwandfreie ßesul- 



Man kann also die Ergebnisse vor- 
stehender Arbeit in folgende Sätze zu- 
sammenfassen: 



täte, ebensowenig wie die beiden anderen 
genannten Verfahren, die im Wesentlichen 
eine leichtere Ausführbarkeit vor ihr 



Die Eochsalzmethode gibt mehr oder 1 voraus haben, weil die mehrfach not- 



weniger unzuverlässige Resultate, sodaß 
ein mit den Verhältnissen nicht genau 
Vertrauter nie erkennen kann, ob der 
gefundene Wert den Alkoholgehalt einer 
Essenz richtig, zu hoch oder zu niedrig 
angibt Ihre Beibehaltung und Weiter- 



wendige Wägung umständlicher ist und 
leichter zu Verlusten Veranlassung gibt, 
als die einfache Abmessung der Volu- 
mina in einem Qefäße. 

Zum Schlüsse müchte ich noch die 
genaue Ausführungsweise der beiden 



Verbreitung ist also kaum zu empfehlen. 1 von mir vorgeschlagenen Methoden geben: 



192 



1. Petroläthermethode. 100 ccm 
der zu untersuchenden alkoholischen 
Flüssigkeit werden entweder direkt in 
der 300 ccm fassenden Bürette auf 
200 ccm verdünnt, oder zunächst unter 
Wasserzusatz auf 200 ccm destilliert 
und das Destillat unter Nachspülen mit 
etwas Walser in die Bürette übergeführt 
und mit 60 ccm Petroläther ausgeschüttelt. 
Nach der vollständigen Trennung der 
beiden Schichten wird die wäßrige 
Schicht nach Feststellung ihres Volumens 
in ein trockenes Gefäß abgelassen und 
die in der Bürette zurückgebliebene! 
Petrolätherschicht mit 50 ccm Wasser 
geschüttelt. Nach abermaliger Trennung 
der Schichten wird das Volumen der 
wäßrigen Schicht festgestellt und diese 
zu der ersten hinzugeffigt und gemischt. 
Die Petrolätherschicht wird aus der 
Bürette entfernt. Darauf werden von 
der insgesamt erhaltenen wäßrig-alko- 
holischen Flüssigkeit drei Viertel in die 
Bürette gefüllt und unter Zusatz von 
Kochsalz bis zur Sättigung mit 25 ccm 
Petroläther ausgeschüttelt, nach der 
Schichtentrennung das Volumen - der 
wäßrigen Schicht abgelesen und zwei 
Drittel derselben in den vorher gerei- 
nigten Destillierapparat gefüllt und unter | 
Wasserzusatz 100 ccm abdestilliert. Da 
auch hier die Hälfte der gesamten 
wässrig-alkoholischen Flüssigkeit , ent- 
sprechend 50 ccm der ursprünglichen 
Flüssigkeit, zur Destillation genommen 
wird, bleibt die Berechung des Alkohol- 
gehaltes dieselbe wie bei der Kochsalz- 
methode. 

2. Tetrachlorkohlenstoffme- 
thode. 100 ccm der alkoholischen 
Flüssigkeit werden entweder direkt in 
der Bürette auf 150 ccm verdünnt oder 
besser werden 50 ccm derselben zunächst 
unter Wasserzusatz auf 100 ccm ab- 
destilliert. Das Destillat wird unter 
Nachspülen mit Wasser in die Bürette 
übergefühit, auf 150 ccm aufgefüllt und 
das erste Mal mit 50 ccm und dann 
noch drei- bis viermal mit je 25 ccm 
Tetrachlorkohlenstoff ausgeschüttelt. Die 
Tetrachlorkohlenstoffauszüge werden 
nach jedesmaliger Schichtentrennung aus 
der Bürette abgelassen und in einem 



Scheidetrichter vereinigt, in dem sie 
dann dreimal mit je 30 bis 50 ccm 
Wasser gewaschen werden. Die drei 
Waschwässer "werden mit der wäßrig- 
alkoholischen Flüssigkeit in der Bürette 
vereinigt, Kochsalz bis zur Sättigung 
zugefügt und nochmals mit 25 ccm Tetra- 
chlorkohlenstoff ausgeschüttelt. Nach 
vollständiger Klärung der Schichten 
durch Stehenlassen Hber Nacht wird der 
Tetrachlorkohlenstoff abgelassen und von 
der wäßrig-alkoholischen Lösung genan 
die Hälfte in den Destillierkolben ge- 
bracht und 100 ccm abdestilliert. Die 
Berechnung des Alkoholgehaltes bleibt 
auch hier die gleiche. 

Vorteilhaft wäre es für diese Methode, 
um die Genauigkeit der Bestimmung bei 
Benutzung der amtlichen Tafeln dadurch 
nicht zu beeinträchtigen, daß nur 50 ccm 
angewendet werden können, 100 ccm 
Flüssigkeit und eine entsprechend größere 
Bürette (ca. 500 ccm Inhalt) zu ver- 
wenden, die zur Vermeidung zu großer 
Länge zwischen den Marken 230 und 
380 ccm eine kugelförmige Erweiterung 
haben könnte. Es würden dann 100 ccm 
der Probe auf 300 ccm zu verdünnen 
sein, während die Tetrachlorkohlenstoff- 
mengen und die Volumina der Wasch- | 
Wässer nicht vermehrt zu werden : 
brauchten. 



Beseitigung des Katzengeruches. 

Zur Beseitigung des unangenehmen 
und lange haftenden Geruches, der 
wahrzunehmen ist, wenn Katzen ge- 
schlossene Räume verunreinigt haben, 
war bisher kein Mittel bekannt. Gerade 
in Apotheken ist aber — durch Baldrian 
angelockt — der Besuch seitens der 
Katzen ein sehr häufiger. 

Ausgehend von der Erwägung, daß 
die Riechstoffe des Katzenhams Amin- 
basen seien, und daß solche mit Fonn- 
aldehyd geruchlose Verbindungen geben, 
habe ich in einem durch eine Katze 
verunreinigten Keller, aus dem sich der 
bekannte unangenehme Geruch trotz 
täglichen Lüftens während mehrerer 
Wochen nicht entfernen ließ, etwa 100 g 
Formaldehydlösung versprengt und dann 



193 



Türen und Fenster verschlossen gehalten. 
Nach zwei Tagen war der Katzengeruch 

verschwunden. ä. Schneider, 



Zur 
Kenntnis des Cativo-Balsams. 

Um einer falschen Auffassung vorzubeugen, 

nuieht ans der Verfasser darauf aufmerksam^ 

daß es (Fh. G. 44 [1903], 149) bei Angabe 

der Zusammensetzung des Balsams wie folgt 

heißen muß: 

I ;,£r besteht aus 75 bis 80 pGt. an 

: Alkali gehenden (nicht ^^gebundenen'O 

1 Hansäuren/' 



„Monsis** Bouillon-Präparate. 

Unter diesem Namen kommt zum Preise 
von 10 Pfg. in eleganter, kiemer Blech- 
bpsel ein Fleischextraktpräparat in den 
Handel, das mit heißem Wasser Obergossen 
dazu ^enen soll, schnell eine Tasse Fleisch- 
brühe zu liefern. Der Inhalt der Kapseln 
ist 3,2 bis 3,7 g schwer, von der Konsistenz 
eines trocknen Extraktes, von brauner Farbe 
und dem Geruch des Fleischextraktes. Die 
Analyse ergaV folgende annähernde Werte : 
Wasser 3 bis 5 pGt., Fett 6 bis 7 pGt. 
Das Fett wurde auf refraktometrischem 
Wege als lUndsfett erkannt Asche 70 bis 
75 pGt. In derselben betrug der Gehalt 
an CSilomatrium 65 pGt. und mehr. Peptone 
konnten mit Hilfe der Biuretreaktion nicht 
nachgewiesen werden, hingegen gelang der 
qualitative Nachweis von Fleischbasen. Der 
Oesamtstickstoff betrug 2,2 bis 2,5 pGt. 
entsprechend einer Fleischextraktmenge bis zu 
25 pCt Nach diesen Ergebnissen erscheint 
^onsis'' als ein Fleischextrakt, dem Fett 
und sehr erhebliche Mengen Kochsalz, 
vieUeidit noch mit emigen Gewürzen, zuge- 
Ü^ sind. Eine Kapsel enthalt höchstens 
1 g Fleisdiextrakt Der Preis für Liebig's 
FleiBchextrakt ist für ein viertel Pfund engl. 
(113,4 g) = 2,10 Mk. ^del. 



Bicinusöl fär Kinder. 

Um l^cinusöl Kindern zu geben, empfiehlt 
George Little in Brooklyn (Med. Joum.) 
folgende Zusammensetzung: 

Ricinusöl 50 

Glycerin 50 

Wintergrünöl 1 

Gut umzuschfltteln! Einen Theeföffel bis 
Eßlöffel voll, je nach dem Alter. 

Das Glycerin verdeckt den Geschmack 
des lücinusöles vortrefflich und unterstützt 
seine Wirkung; da Wintergrünöl bei uns 
ein wenig benutztes und wenig beliebtes 
Geschmacksverbesserungsmittel ist, so dürfte 
an sdne Stelle Zimmtöl oder Pfeffermtnzöl 
in geeigneter Menge zu setzen sein. 



Menthophenol-Cocain 

wird durch Zusammenschmelzen gleicher Teile 
' krystallisierter Karbolsäure und Menthol bei 
' gelinder Wärme und Zusatz eines gleichen 
; Teiles Cocalnchlorhydrats erhalten. Das 
j Ergebnis ist eine farblose, sirupartige in der 
Kälte erstarrende Flüssigkeit. Die erstarrte 
I Masse lä*-t sich wieder leicht verflüssigen. 
Dieselbe ist in kaltem Wasser nicht, in heißem 
Wasser, Weingeist, Cblor<oform und langsam in 
Glycerin löslich. Anwendung findet es als 
äußeres Betäubungsmittel, indem ein Watte- 
bäuschchen in die Schmelze eingetaudit und 
auf die betreffende Stelle aufgelegt wird, was 
meist nur für wenige Minuten nötig ist. 
U Union phamt 1903, 1. H. M. 



Amylenol 

iBt Salieylsäureamylester. Verwendung findet 
^ innerlich und äußerlich bei rheumatischen 
Leiden. Auch soU er uch nach Hrnon 
iL'nnion pharm.) als Umschlag auf die 
Lebergogend gegen Leberkolik bewähren. 

H. M 



Mentho-Borol 

ist Menthol -Borsäureester. Darsteller ist 
j Paul Obe;l in Solothurn. E. M. 

j Chologen 

wird auf Grund einer zwölfjäliri.en Ver- 
, suchsreihe, die von Dr. Hob. Glaser (Korresp. 
Bl. f. Schw. Aerzte 1903, 73) angestellt 
I worden ist, als ein Mittel, das in drei ver- 
schiedenen Zusammensetzungen von Queck- 
silber mit aromatischen Fflanzenstoffen aus 
den Gruppen der abführenden und zugleich 
gallentreibenden Mittel (Podophyllin) und 
der blähungsbefördernden und krarapfstilien- 
den Gewürze und Oeie (Melisse, Kampher 
und Kümmel) hergestellt wird. Sie kamen 
früher als Chologen 1, 2 und 3 in Pillen vor, 
jetzt erscheinen sie der besseren Verabreichung 



194 



wegen in Tablettenf orm im Handel. Sie dienen 
zur Behandlung der Oallensteinbildnng. 
Meist wird Nr. 2 verordnet nnd mit drei 
Tabletten auf den Tag begonnen, in gewinen 
Fällen Nr. 3; deren Wirkung öftere noch 
durch Darreichung einer Mischung aus 2 g 
Salzsäure (1 g Strychnostinktur), 30 g 
Oondurangowein und Wasser zu 200 g, 
(eben Eßlöffel voll zum Mittag- und Abend* 
essen) unterstQtzt wird. Sollte eine Ver- 
stopfung bei Anwendung von Nr. 2 aäer 3 
weiterbestehen, so werden außerdem noch 
zweimal täglidi eine Tablette Nr. 1 gereicht 

In semem fast vierzehn Seiten langen 
Aufsatze begründet Verfasser die Anwendung 
sdnes Mittels im Gegensatz zu Oelen, 
Seifen u. dergl. und weist an der Hand 
von 100 Fällen die außerordentliche, nie 
versagende Wirkung des Chologens nach. 
Es muß hier nur noch hervorgehoben werden, 
daß derselbe keine scbablonenmißige Be- 
handlung voraussetzt, sondern auch eine 
jedem Falle entsprechende verlangt Wer 
sich darüber näher unterrichten will, muß 
auf obige Veröffentlichung verwiesen werden. 

Einer in demselben Blatte Seite 136 im 
Briefkasten stehenden Mitteilung nach be- 
steht das Chologen aus: ELalomel, Podophyllin, 
Kampher, Melisse und Kümmel. Die 
Kalomehnenge ist so berechnet, daß bei 



dner dreimonatücfaen BAandlnng höchstens 
1 g verbraucht wfard. 

Darsteller ist die Firma: Physk>l<^isdir 
chemisches Laboratorium Hugo Bosenberg 
(der selbst zu den Geheilten gehört) in 
Berlin W. 50, Achenbacbstraße 2. B. M. 

WaBserdiclite Häutohen 

m endloser Form aus Hansenblase, KollodiusB, 
lAck u. dergl. stellt die ehemisdie f^biik 
Helfenberg, A.-G., vorm. E, Dieterieh m 
Helf enberg, nach einem derselben patentierten 
Verfahren dar. Ckmcentrierte Hanaenblaas^, 
Kollodium- oder Lacklösung wird wo w«it 
abgekühlt, daß sie fast erstarrt ist In 
dieser dicken Gestalt wkd sie vermittelet einer 
gewöhnlichen Pflasteratreichmaschine auf 
beiderseitig nut Paraffin (das aus 75 Teilen 
festem und 25 Teilen flüssigem besteht)^ 
getränktes Gonceptpapier gestriehea. Daxaif 
wird die bestrichene Papierrolle über em 
heiße Trommel gezogen. Die PuraffmmasM 
schmilzt und das Häutohen kann dine weiterai 
endlos abgezogen werden. Vermittelst dei 
Paraffin ist dasselbe wasserdicht gemaeb^ 
kann aber auch noch außerdem mit einsr 
Laeklösung bestrichen werden, sodaß es aaA 
dem Aufkleben auf die verietzte Haut von 
Wasser nidit angegriffen werden kann. 
Apoth,-Ztg, 1903, 127. R M. 



Brieffweohsel- 



Apoth. W. H. B. Es ist auf alle Fälle 
empfehloDswert, zur BereituDg von Decoctum 
foliorum üvae ürsi die Bärentraubenblätter 
nicht im ganzen Zostande, sondera geschnitten 
zu verwenden. Die Bärentraubenblätter werden 
infolge ihrer lederartigen Beschaffenheit und 
wegen des Waohsäberzages, den sie an der 
Oberfläche tragen, ziemlich schwer ausgezogen. 

Apoth. J. V. M. in M. Unter Bezugnahme 
auf Ihre Anfrage schreibt uns die Firma 
P. Beiersdorf S Co. in Hamburg -Eimsbuttel 
folgendes: „Im Briefwechsel der Nr. 11 der 
Pharm. Centralhalle sind mehrere Präparate 
erwähnt, welche dem Quecksilber -Resorbin 
ähnlich, jedoch mit Seife hergestellt sind. Zu 
unserem Bedauern sehen wir, daß dabei unser 
Sapo mercurialis unguinosus nach Unna 
nicht mit angeführt ist, nach dessen Vorbild erst 
all die Hydrarguent usw. hergestellt sind. Zu 
Ihrer eigenen Orientierung gestalten wir uns. 



Ihnen ein Muster von unserem Si^ «eroariai» 
unffuinosus zu übersenden, damit sie Oelegenheit 
haben, sieh persönÜch von den Vorzügen dss 
Präparates der Quecksilbersalbe des ArzDeibuches 
gegenüber zu übersengen; die im WeeenfUeh« 
darin bestehen, daß das Präparat nicht fettet, 
sondern nach Bedarf mit Wasser ab^wascken 
werden kann, und daß das Einreiben leichter und 
schneller von statten geht Bei dem Gebrauoli 
von Sapo mercurialis unguinosus muß aDerdis^ 
beachtet werden, daß die Verreibung mit gut 
angefeuchteten Händen vorgenonunaiL 
wira. unser Sapo mercurialis wird auch in der 
für die meisten Zwecke, denen das Präpsntt 
dient, bequemsten Form der Gelatinekapsels 
in den Handel gebracht^^ 



Anfragen. 

Woraus besteht Liniment GSneau fSr 
Pferde von L, QSneau? 



Erneuerung der Bestellung. 
Der Postauflage der heutigen Hummer liegt ein 
Post-Bestellzettel zur geffl. Benutzung bei. 



195 



Inhalts -Yerzeiehniss 

des I. Vtoi-t#IJahres v#m XLIV. Jahrgange (I908) 

der MPliax*xnaoeutischeii Oentralhalle**. 



* bedeutet mH AWldoBg. 
Aalgift, Wirkaog 127. 
Abgfiße TOD Blitten «te. 116. 
ikotaiiol-PtetiDe& 79. 
Abiriaser, üntanaohuig 54. 
AooMen-Beinigong 101. 

- terwert. der BfUduMiUk 
161. 

AoethyinethylnorpliolohiiMHi 
59. 

Adnlla, ChMnpagiiwmileh 24. 

Afllte 1^ aarooci 61. 

AeayUaumiiil 151. 
I Aathylohinin 151. 
I Axir-Agar-Pflastor 153. 

! AMipittie sa 

AUuniilatef«D, niMore 90. 

AlbngiB 116. 

AlfiD, ein MandwMwr 80. 

Alkakide, NiKdiiraiB 96. 

AlkathyiD^S. 

Alkohol, BMBittL is BnuMtwoi»- 

fibrikalni 169, 
AlkoholliimstmiiBeü» 174. 
Alkoh^, «lektrolyt DmloU. 

ns Msea der £«rhonol«n 

176. 
Alkm», liiolkiPM69. 
Alominiiiiii, Kolloidales 94. 
Amniia 95. 

Aiibfa, lUaolraiig 119. 
Amiral, BexigoqueUe 94. 
Amyleftol 193 

Am^oidf EigODO^ftAm 194. 
Aoimie, Behao^hmg 9a 
AmÜmI, BeliBielfpiuil^t 119. 
Aoder'i Bnnlflioii 174 
AuiD and Tohridto, Naohw. 64 
Anophelee, Bratstttten 99. 142. 
Atifiiali. mltoffefller 191. 

— desinfloleieader 128. 
Antheeterm 151. 
AniMdome 174. 
At6mabffia-PiUea 8D. 
Antimon, AtongvwMbi 21. 

— Hachw. aabea Aneo 84 
AotiDoipUo, Aaalrae 29. 
Apd m Kapoein a 
ApoBorpfiin, KoBOÜtulion 43 

- 9acfi wein 95. 
Arginfai, Konatitatioti 1. 
Arhfiol, Sigenaek. il Anwend. 

81. 
Anikibläten, Oi/ügkeH 196. 
Arno, Abiageraiig 1» tferisoiien 

tud pflanzl Organeo 109. 
AnenftkUgelriien, Frnhmg 109. 
AnnrimM, novo 7. 18. 86. 

61. 79. 107. 122. 135. 151 
AizMitablettffi, PrftAmg 175. 



Arzneitaxe, preuHische 54. 
Asthmapulyer a. -Cigarren 94. 
Atomgewichte, revidierte 21. 
Atozyl-Eisenwaeser 94. 
Atropin, statt Antipyrin 161. 
Aalidn-Pillen 94. 

■aoillQS labtilis 125. 
Bakterien, Bewe^hkeit 141. 
Bakteriokig. Arbeiton, Anafübc- 

ong in den Apothoken 79 
Bakteholytiaohe Bakterien- 

produkta, HeratoUiing 67. 
Bau. perayiaa^ Wirknag 179. 
Bandwnrmmittel 24. 
Bartflechte, Bokandlong 98. 
BärentranbenUätter, Abkoohaag 

194 
Basedowean, Anwendung 69. 
Baaioin, Eigenschaften 178. 
Bayöl, Fälsohongen 119. 
Beef-Iron-Wino & 
Beroer'B Bymphiton 174 
Bier, Analysen 113. 
Biogen, Bestandteile 151. 
Birkenknospenöl 19. 
Blei, Analyse von Hartb. 49. 

— Wirk. Ton Wasseranf B. 
154. 

— Bestimm, mittels Watte 176. 
Blumen, galraa. Verkupf. 116. 
Blut, Erkennung 90. 
Blutkörperchen. I^rlmng 176. 
BlntptXparal, ein neues 124. 
Bohrsetfs 146. 

Borolin, Wurstsali 72. 
Borsäure, Gewinnung 47. 
^ spektrosk. Bestimm. 48. 

— Outaohten von Liebreiofa 143. 
Bouillon-Prflp. Moosts 193 
Branntwexnfabrikate. Ermittol. 

de» Alkoholgehaltes 163. 
Bromoohioal 61. 
Bromokoll-Resorhin 81. 
Bromolein 7. 
Brugelmann*sehe Lösung 151. 

178. 
Büchersobau 14 54. 71. 88. 

99 126. 143. 168. 180. 
Butter, Naohweis ron Margarine 

64. 156. 
Butylohloralantipyrin 93. 

Cactina-Pillen 174. 
Calamoon, im Kalmusöl 12a 
Camphossil, Zusanuaeosetz. 36. 
Gapaales Cognet 24. 
Carol, Mundwasser 80. 
Garyophylü, Oeschichtl. 20. 
Gascarenaa, Bestandi 8. 
CatiTo-Bateara 147. 193. 



Celluloid, Feuerffeftnrliohk. 90. 

— Kitten von C.- Waren 146. 
Cellulose, schwefelhaltige 

Hydro-C 186. 
Gephaelio, Reaktionen 154. 
Ohemiker, l^ongreß in Berlin 

162. 
China, Schwefelquellen in G. 

134. 
Ghinacinncd 24. 
Chinalgio 7. 
Ghinapnenin 61 81. 
Chinetum 61. 

Ghininlygosinat 69. 
Chionia 80. 
Chiosterpentin 17. 
Chloralhydrat-Kapseln 37. 
Chloroform, Aufbewahrong 124. 
^ Höchstgabe 146. 

— -Throat-Lozengen 8. 
Cbolelysin Stroschein 151. 
Cholin, Auftreten 115. 
Chologen 193. 

Chrom, Oifbgkeit 87. 
Ghrysol, fttr Vergoldung 72. 
Cigamnstummel, BchädUohkeit 

52. 
Cineol, Darstellung 10. 
^ siehe auch Eakalyptol. 
Citarin 151. 
Citronenkemöl 177. 
Gitronenöl, künstliehes 107. 
Gitronensaft, Handelssorten 155. 
Citronensaftkuron 179. 
Gresoent-^illen u. -Theo 24. 
Gustos, Bestandteile 72. 

aammaröl 20. 

Daturaöl 46. 

Daoerhefe, Hetstellung 36. 131. 

Daumio 80. 

Denitrifikation 13. 

Dentalin 80. 

Desiies' Wein 24. 

Diacotylmorphin = Heroin 79. 

D.amalt 112. 

Digitalis, Vergiftung 87. 

Dijodokarbazol 7. 

Diomorphra 151. 

Dioiiin, Heroin a. Peronin 9. 

Disaccharide, Synthese 51. 

DiBSolventin 7. 

Dormiolkapseln 152. 

Dragees Soaffron 80. 

Dofttabletten 153. 

Dymal 69. 

Bau d'Alibour 95. 
Edinol 90. 



196 



£fiferyeBcent Aperient 8. 
EigOD-Seife 151. 
Eisen, kolloidales 24. 
Eisencitrat, Erkennang 51. 
Eisenlicht 56. 
EisenDukleinat 135. 
Eisenoxyd, in Lösang 110. 
Eisenvitellin 135. 
Eiweißkörper im Stoffwechsel 

der Tiere n. Pflanzen 1. 
Ektogen 151. 

Elektron, Eorpf ascherei 8. ^ 
Elh's Kopfwehpulver 124 
Elvirstein, ist Bimstein 31. 
Emetin, Reaktionen 154. 
Enthaarungsmittel 94. 
Epilepsie, Auftr. von Cholin 115. 
Epilobium augustif. 72. 92. 123. 
Erbsenkeimlinge 97. 
Ericin = Mesotan 79. 102. 
Essenzen von Hansel 21. 
Essig, Prüfung 47. 
Eubiose 82. 
EuchiDal 61. 
Eugallol 115. 
Eukalyptol, Darstellung 10. 

— Verwendung 120. 
EukiDa.se 151. 
Eumorphol 61. 
Explosionsgemische 154. 
ExtraktioDsapparate 84. 86. 
Extr. Baisami tolut. fluid. 82. 

— seminis Hippocastani 83. 

Faeces, normale 52. 
Fäkalien, Gewinn, von Spiritus 

129. 
Fango, Bezugsquelle 90. 
Farben, Wirk, der Teerf. auf die 

Verdauung 156. 
Ferramat 38. 
Ferrofix 56. • 

Ferrol 7. 

Fett, Entsteh, im Tierkörp« r 11. 
Fettsäuren, Gewinn, fester 176. 
Feuergefährlich, was ist f. ? 99. 
Fieberkranke, Getränke 95. 
Filterpresse als Dialysator 152. 
Flatulin-Pillen 108 
Flecken reinigungsmittel 162. 
Fleisch, Untersuchung 143. 
Flöhe, Pestüberträger 13. 
Fluornatrium, Wirkung 91. 
Folia Sennae, entharzte 123. 
Formaldehyd, Nachweis 12 

— Bestimmung 49. 112. 

— Kodein als Reagens %2. 

— Desinfektion mit F. 100. 

— Therapeutisches 88. 

— Vorkommen in Pflanzen 62. 
Formaldehyd- Kasein 89. 
Formalin-Glycerin 98. 
Formol geranie 174. 
Früchte, Färbung der konserv. 

177, 
Fruchtsäfte, Herstellung 27. 



I — Methylalkohol enth. 12. 
I Fruktose, im Blutserum 51. 84. 
j Furon, z. Wnrstkonservier. 140. 
Futterstoff, 2 neue 41. 

' Gallussäure, Reaktion 139. 

Gänsefett, Zusammensetzg. 140. 
I Gährung, Literatur über G. 55. 

Gas-Selbstzünder 40. 

Gastrin Magentabletten 174. 

Geheimmittel 8. 

Gelatine, Einspritzungen 29. 

— sterilisirte Losungen 30. 78. 
Gelatinekapseln von Pohl 37. 
Genfer Neutralitätszeichen 103. 
Gerbsäure, Bestimmung 139. 

— Unterscheid, v. Gallussäure 
139. 

I Gerbstoff, Bestimmung 26. 

Germanium, Atomgewicht 21. 
i Ginsteröl 20. 

Gipsbinden, verbesserte 124. 

Glas, Veränderungen 72. 

Gliadine 135. 175. 

Glycerin, Vork. von Arsen 51. 

Olykogenol 146. 

Glykoblastol 174. 

Glykolsäurementhylester 61. 
I Gonokokken, Fäibung 97. 

Gonosan 28. 

Guajachinol 7. 
I Guajacin 7. 

Haarfärbemittel 131. 157. 

Haarwasser „Kanada'^ 131. 

Haiman, Bestandt 24. 

Hamananatto, Japan. Käse 64. 

Hämatoporphynnurie 88. 

Hämomaltin 107. 

Hämorrhoiden, Behandlung 108. 

Hansel H., Geschältsberichte 19. 

Harn, Nachw. von Indikan 26. 

von Hämatoporphyrin 88. 

i — Bestimm, von Kali 138. 
! -■ Nachw. von Sulfonal 6. 88. 

— bei »C tronensaftkuren 179. 

I Harze, Prüfung der Harth. 96. 
I Häutchen, wasserdichte 194. 
, Hefe, arsenhalt, als Arznei 21. 

— Struktur ders. 68. 

— Inversionskraft 67. 
Hell's Somatose-Nahrung 80. 
Helligkeitsprüfer 161. 
Horatol, Reinigungsmasse 101. 
Heroin, Giftigkeit 142. 

— Peronin und Dionin ü. 
Heubacillus, Virulenz 125. 
Heureka, gegen Kesselstein 131. 
Hexam eth ylentetramin tan nin - 

Proteid 135. 
Holzstoff, Farbreaktion 49. 
Honig, Prüfung 131. 
Hydrarguent, Bestandt. 162. 
Hydrosol u. Hydrogel 137. 

Ignis, Bestandteile 56. 
; Jod, Gewinn, in Japan 124. 



Jodaigin 61. 

Jodeisensirup, Bereitung 36. 
Jodfette, gesohwefelte 6. 
Jodoform, Herstellung 38. 
Jodoformgaze, Herateuang 152. 
Jodpentafluond 10. 
Jodure SoufEron 80. 
Jodovasogen, Vorschrift 1.^1. 
Ipecaouanha-Alkaloide 154. 
Ischler SohwefelsohUmim 151. 
Jürgensen's Salbe 80. 

Kaffeeöl 120. 

Kakao-Eodeintabletten 94. 

Kalagua, Bestandt? 174. 

Kali-Apparate, 2 neue 85*. 

Kalium, Reagens auf E. 138. 

Kaliumbromid, Prüfung 106. 

Kaliumohiorat, Prüfung 118. 

Kampher, küustliohar 118. 

Kampheröl blau 120. 

Kamphidon u. Kamphidin 90. 

Kanten, Japan. Gallerte 112. 

Karbolsäure, synthetisohe 162. : 

— in Kapsein 37. \ 

Karboxyläthylkampher 135. i 

Karbunkel, Salbe gegen K 162. 

Karlsbader Salz, künstliches 47. { 

Karto£felwalzmehl 166. { 

Käse, Reifung 102. 125. 

Kasein, als Klärmittel 89. 

Kaseinnatrium, Anwend. 46. 

Kaskadine 90. 

Kastanienextrakt-Pflaater 83. 

Kastanien-Kraftmehl 83. 

Katßut zu sterilisieren 142. 

Katzengeruch, Beseitigung 193. 

Kautschukkitte 181. 

Kawasauta siehe Oonoaan. 

Kepler-Solution 94. 

Keratinierte Kapseln 37. 

Kermes miner.. Untersuch. 154. 

Kermelol-Kapseln 94. 

Kesselstein, Gegenmittel 15. 100. 
131. 

^ WärmeleitungSTermögen 54. 

Kitte. Kautsohukk. 181. 

Kobalt, kolloidates 23. 

Kochsalzinfusionen 114. 146. 

Kofifein, scharfe Reaktion lU. 

Kohlensäure-Bäder 160. 

Kokosöl, Reinigung 153. 

Kolapräparate von Stell 24. 

Kole spar, Heizmittel 131. 

Königes Nervenstärker 174. 

Konservierungsflüsaigkeit 161.^ 

Korke weioh zu machen 41. 

Kraftfutter, amerik. 41. 

Kroatin, Einwirkung von Form- 
aldehyd 48. 

Kreolin-Kapseln von Pohl 37. 

Kreophosphat 24. 

Kreosotal, Anwendung 70. 

Kreosotum oamphoricum 7. 

Kryogenin 18. 

Kupfer, EoUddalea 24. 



197 



Kapfennenit 122. 
Eupferoitrat 30. 
Kuprol 7. 90. 
Kariiischer l^ee 93. 

Laoco, Bestandt. 124. 
Lack, OescbirrUok 144. 
Lammfatter, Beetandt. 56. 
LiQthan, Atomgewicht 21. 
Lsqoiduna Parben 90. 
Littita, Eafä'nprodakt 89. 
LlTolinsäare, Nachweis 63. 
Lebertnm, Jodzahl 152. 
~ Zosatz von Eokalyptol 120. 
LebertranemulBion 46. 
Lebertran-Malzextrakt 25. 
LebertraD-Nährklystier 152. 
Ledthin. EonstitntioD 4. 

— Funktion im Organiimas 3. 
Ledthol ,^edel'' 38. 
Legierungen, 2 nene 116. 
Lemi, wasaerbeständiger 116. 
Leimbaltige Jodprftparate 107. 
Leinölfirnisse, Prüfang 176. 
Leoigallol 115. 

Leuchtgas Giftigkeit 89. 
Leucin, Trenn, von Tyrosin 139. 
licbtquellen für Färbereien 89. 
Li-Ferrosol 80. 
limonin, Eigenschaften 177. 
lioiment Oeneau 194 
Liquid Fael 116. 
liq. Ammonii anis., Ausscheid- 
ung Ton Anethol 119. 146. 
lithia-Tablets 8. 
Lofotol, BestandteUe 174. 
Lomol 18. 

Löelichkeit, scheinbare 123. 
Luminol 56. 
Lymphol 25. 
Lyseol und Magnetol 90. 

■ads, knnstl. fUrbung 118. 

Magensaft, Untersuch. 102. 

Magnes. citr., Fälschung 80 

MagDesinmrerbindungen , orga- 
nische, Anw. in der Analyse 
4& 

MttBin 46. 

Maizo-Lithium 174. 

Malaria, in Brasiiien 142. 

— Bekämpfung der Anopheies 
98. 142. 

Malto-Terbine 174. 
Maml, Kindemährmittel 25. 
Mandeb, Nschung 112. 
Manna, 2 neue Zuckerarten 153. 
Mäoseraniiehangiagetrflnk 162. 
Maouform 25. 
Manukaöl 113. 
MaisaiUais 15. 
MiuMTertügong 157. 
Mehi&brikate, Untersuch. IIB. 
Mekkabalaam, Untersuch. 33. 
Meluame 6. 
Mentho-Borol 19a 



Menthol, Preise dess. 121. 
I Menthol-Schnupfenwatte 94. 

Menthophenol-Cocain 193. 

Mercnrocreme 162. 

Merkniül 90. 
; Messgeräte, Reinigung 101. 

Metalle, kolloidale 23. 137. 

Methol-Eztrakt 139. 

Methylalkohol, Vorkommen 12. 

Methylenblau, Färbungen 67. 
' - in Gelatinekapseln 8. 

Methylpentosen, Vorkommen 60. 

Mioheliafett, Eigensoh. 177. 

Mikioorganismen, Widerstands- 
I kraft trockener 140. 

Milch, Haltbarmachung 156. 
; — Konservierung mit H2OS 66. 
' — Fettbestimmung 11. 

— desgl. in Magermilch 86. 

— gekochte und ungekochte 11. 

— Gewinn, eisenhaltiger M. 62. 

— Nitratnachweis 65. 

— Abnahme des Säuregrades 66. 

— Abnahme des Lecithins 179. 

— InkubationsHtadium 66. 
Gerinnungsenzyme 13. 

— Gang der Gärung 125. 

— Analyse der Schafm. 27. 
Milcheiweiß „NicoP 94. 
Milchzucker, Prüfung 133. 
Mirmol 61. 
Monojod-dibismut-methylen 

dikresotinat 135 
Morphin, Bestimm im Opium 73. 

Kombinations-Methode 76. 

Moscbuskernöl 121. 
Mundwasser für Kinder 106. 
Mutterkorn, Aufbewahrung 37. 
Myogen, Wirkung 115. 



I % ährböden, Ausscheidungen 13. 
I Nahmngsbedarf des Menschen 

52. 
I Nahrungsmittel, Nachw. von 
Formaldehyd 12. 

desgl. von künstL Farb- 
stoff 117. 

Naphtha sapooata 108. 

Naphthol, Unterscheidung 110. 

Naphthol-Kohle 7. 

Nargol 7. 90. 

Nasol 25. 

Natrium, orthoarsenigsaures 50. 

Natiiumperoxyd-Seife 107. 

Nelken, Geschichtliches 20. 

Neroliöl, chioesisches 121. 

Neumeier's Asthmamittel 94. 

Neurasthenie, Behau ilung 98. 

Neurosin „Prunier* 80. 

Nickel, kolloidales 23. 

— Tigel aus Nick 1 131. 

— Rostpolitur für N 181. 

— reicher Fundort 146. 
Nicofebrina 80. 
Nicolioin 80. 



Nitratreagens für Milch 65. 
NormallösuDgen, Herstell. 26. 
Nukle'ine, ihre Bedeutung 2.; 
Nuklein-Metail Verbindungen 7. 

Oelflaschen, Reinigung 116. 
Olea Vaselini saponata 108. 
Oleum Calami, Untersuch. 120. 

— Citri D. A. IV. 19. 

— Jecos. Aselli, Mangel 122. 

— Lavandulae, Fälschung 120. 

— Sinapis, Prüfung 121. 
Opium, Morphinbestimm. 73. 
Organ. Substanz, Zerstörung 110. 
Ornithin 2. 

Oxygen Zahnwatte 108. 
Ozonati ne 10. 

Palladium, Atomgewicht 22. 
Pankreaspräparate 107. 
Paokreatokinase 151 
Pappelknospenöl 20. 
Paraphenylendiamin, giftig 157. 
Pastilli jodoferrati comp. 29. 
Peacock's Bromides 174. 
Pegnin (nicht Pegmin) 102. 109. 
Pemzed, Bestandteile 174. 
Perchlorate, Bestimmung 111. 
Porouin, Dionin u. Herom 9. 
Petroklastit-Patrone 31. 
Petroleum briketts 116. 
Petroleum- Emulsion 174. 
Petroleum-Haarwässer 124. 
Petrox 136. 

Pflanzen, Lebensprozeß 63. 
Perdedruse, Serum 97. 
Phenolin 108. 
Phentozon 7. 
Phorxal 80. 
Ph sphatme 25. 

Phosphor, roter und gelber 82. 
Pbosphorpräparate, organ. 1. 
Phosphorsäure, Bestimm. 137. 
Phosphorsuboxyd, Anwend. 175. 
Photographie 30. 90. 
Phthisopyrin 25. 108. 
Pikriusäureflecken, Entfern. 31. 
Pillen massen, gute 38. 
Pilulae antisept Warner 153. 

— Chalybeato Warner 153. 
Pinus palustris, Harz 125. 
Piperidin, parasulfaminbenzoe- 

saures 151. 
Piasminsäure 3. 
Pleiiolum 122. 

Poehl's Sal phjrsiologicum 18. 
Pohl's Familienthee 108. 
Prodomos, Eierersatz 174. 
Propolisin 134. 
Prosthetische Gruppen 2. 
Piotoplasmin 25. 
Protylin 1. 4. 
Puratylen 101. 
Pyramiden, Verhalten 62. 
Pyrolin 7. 



l^ueoksilboF, Atomgewicht 22. 

— Jodid, zu £iii9pritzaDg 108. 

— oxyd. Herstell, des roton Q. 
auf nassem Wege 38. 

Radium, Atomgewicht 22. 
Banoet, Bebenknuikheit 102. 
Basieroreme 107. 
HattenTertiUaog 157. 174. 
Banofonn, Sohnapfpnlrer 179. 
Benol, Zahnpulver 80. 
Reseda-Oeraoiol 121. 
Beaina Pini, F^üfaDg 177. 
Rhabarber, Uot«ntich. 113. 
BheÜD, Vorkommen 114. 
Rheol-KngelD 26. 82. 
Bici, Kaugummi .5. 
Rioinusöl für Kinder 193 
Bicinusölkuohen 93. 
Hobosol 90. 

Boaenöl, neue Ffilaohung 121. 
Boßkastanien, Präparate 83. 
Rotes Krens, Schatz 103. 
Rubrescin, Indikator 62. 
Rum, enthält keinen Methyl- 
Sal physiolog. Poehi 18. 

alkohol 12. 
Sal purgans 47. 
Salioylsäurefither des Chinins 10. 
Balolgaze, Herstell. 152. 
Salubrine 56. 
Salvatol 7. 
Salve, Alphyläther der Salicyl- 

säure 10. 
Salviol 80. 

Salzsäure, arsenfreie 83. 
Salbenartige Masse 107. 

— Spiritusseife 143. 
Salbengrundlage, neue 123. 
Sambuous raoemosa 47. 
Sangalbumin 18. 
Sanguinol rossicum 79. 
Sanguis, Wurstfarbe 64. 
Sanitätseiweiß „Nicol'' 94 
Santonin, Nachweis 10. 

Sapo meroorial. unguinosus 194. 
Sapoform, Darstell. 123. 
Saponin, aus Roßkastanien 10. 
Särge, Reformsärge 102. 
Schafmilch« Zusammensetz 27. 
Scheideflasche nach Glaser 40*. 
Sohistiol 19. 

Schildlaus, Fortpflanzung 90. 
Schimmel & Ck) , Bericht 119. 
Schnupfen pul ver 8. 
Schokolade-Suppenmehle 162. 
Schulen, Helligkeit 161. 
Schüsselfesthalter 15*. 
Schütze's Heilmittel 108. 
Schwefel, Bestimm HO. 
Schwefellebertran 45. 
Schwefelsäure, Darst 90. 
Schweflige Säure, im Dörrobst 

156. 
Sculei'n, Rattentod 174. 
Seide, beschwerte 56. 
Selen, Atomgewicht 21. 



198 

Selen, Best in <NrgaQ.Verbind.l38. i 
Seng, Sohinsengessenz 80. 
Serthymin 25. 
Serum contra pertussim 122. 

— für die Pferdedruse 97. 

— Thyreoidini 79. 136. 
SesamÖl. Aufbewahr. 41. 
Siocole, Darstellung 79. 
Sidonal u. S „neu^' 157. 
Sidonalwasser 94. 
Siegelapparat 181. 
aiber-FrotoLd 135. 175. 
Süber-Vitellin 136. 175. 
Silesith waren 31. 

Sirop deparatif Lavray 153. 
Sinwus aromat Gyula 25. 

— Bxomoformii 26. 
~ Ferri jodati 36. 

— Kolae compo9. 26. 

— salium Hypophospbor 25. 
Sol und Gel, Bedeutung 137. 
Solution Gloess 174. 
Speoialitäten, engUache 8. 

— neue 24. 80. 94. 106. 124. 
153. 174. 

Spektroskop von Heele 53*. 145*. 
Speziol, Bestandteile 46. 
Spinnen, giftige 142. 
Spiritusgas, Herstell. 56. 
Spleniferrin 178. 
Spranger's Heilmittel 108. 
Spritzflasche, neue 146. 
Stärke, Bestimmung 26. 
Stärkejodid, Zusammenseta. 48. 
Sternanisöl, chinesisches 62. 
Stoffwechsel, Bedeutung 1. 
Straka's Ghininbonbons 153. 
Sublamin, Wirkungswert 28. 

— Anwendung 70. 
Sublimat, verring. Wirk. 131. 
Sublimation, Verlauf 24. 
Solfhydrat 19. 
Sulfogu%jacin 79 

Sulfonal, toxikol. Nachw. 5. 

— Identitätsreaktion« 
Tabak, nikotinfrei 161. 
Tachiolo, Darstell. 94. 
Tachyphag, Reformsarg 102 
Tachysan, Bezugsquelle 108. 
Tannin, Bestimmung 62. 
Tarierwagen nach Behrens 39*. 
Tengusa-Gallerte 112. 
Terpentin, Chios-T. 17. 
Terpinol-Pastillen 25 
Thallokos, Anwendung 61. 
Thebaol, Konstitution 67« 
Theocin, Gewinnung 83. 
Theophyllin und Präparate 122. 
Thermoioge, Bestandteile 8. 
Thermophore, Füllung 30. 
Thiokol, Anwendung 70 
Thomasniehl, Wert 131. 
Thorle/s Milohpulver 174. 
Thymospaamin, Beatandt 80 
Thyreoglobulin 161. 
Tinct. Hydrastis cuitd. 72. 



Titan-Karbidfaden VSL 
Toxine, Einwirkung 97. 
Trasulfanum, BesUndi 19. 
TuberkelbaciUen, FkAiu« 6 
Tttberkuloalbumin 36. Ibi. 
Tyrosin, Trenn, von LwM 
IJoalypsum-Extrakt 100. 

üngt. Caseini 37. 
Unin, AtomgewioWa^. 
Urotropin „neu 7«. 

Vaseline WübaJine 136.^ 
Vasolimentum sÄÄoyJ»: ' 

Verbandstoffe, ^^^^^• 
VerdauuDgsmittal W. 
Ver«ol4ang n»ch Gotbg 31. 

Vinogen. WeinoMen« 9^ 
VinuSi China«, B«^H|^* 
Yisaius De8iaf©ot«ntlÄ 
Vuüte, gegen Keeselstein 15. 
Wacli, Bleichen d». 47. 
Wage, bydroetatMolie 130. 
WaSdknstriohe, desinßa 126. 

Washing Üiiid 80. ^ 

Wasser,*Be8t.derHN9pÄj 

- Beinigang von Ifinkw.m 
Felde 126. . , . «^ 

Wasserstoflf, Atomg^wiAt ä 
Watte, zur Beatunmuiig tei 

SohwefmefoUen 176. ^ 
Wein, Klärung mij,^^^ 

- Bestimm. d«8 Olyoei« «» 

- Prüf, auf Farbstoffe 13. 
Weinreben, Krankheit 102- 
Weißblech, Eotainn«»g 3j' 
Wendt's Patent-Ciaarren IW* 
Westphal'sohe Heitottri * 
Wismut, kolloidales 24. 
Wismutsalioylal 47. 
Witch Haael JeUy 8. ^ .^ 
Woodit, KautBüiitikf«^ i»- 
Wurmkrankh«it 144. 
Wurst, giftige Bind« 
—Konaervieruugin. 
Wuratftrbemittol n-- 

WuTBtBal» ,,Bo^S 
Yankee-aewiJiJ J»J 
Yesbi».» ar-^-»- * 
Tohim\>m, ^ 

Zibetla^iar-' 
ZimmtiS^ 
Ziai * ^ 



16V 



y«ri6f«r und TenuitworÜlolMr lisltar Dr. A. 8i 



Pharmaceutische Centralhalle 

f&r Deutschland. 

ZeitBelirift für wisseiiselnftllehe nod gesehäffliehe iBteressen 

der Pharmaeie. 

Oegrltaid«! vob Dr. H. Hager 1869; fortgefUirt tob Dr. B. Qeiialer. 
Heraugegeben ron Dr. A. Sdueider. 



. DoBttorstsg. — BesBgspreis Tierteljihrlioh: diiro& Post od«r 

BiMldMMdflk 8,50 W$., uBttf StEÜlbMid 8,— Mk., ABsIand 8,60 Uk. Xinieliie NBrnttm 80 PI 
Anieig^B: die einmal geepaltene Fetü-ZeOe 25 Pf., bei adßereo ÄMaägm oder Wieder^ 
hdnngeii Pteisennlßigang. — GeiehlllMtellei Dreeden (F.-A. 2l\ Sohiadaner Stimße 43. 
^ SMtMMII: Dr. A. Schneider, Dreeden (P.-A. 81), Sehvidftiier Stnße 48. 



JK14. 



Dresden, 2. April 190ä 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang. 



lahalt: Chemie end Pharmeeie: Einiges ans dem Handeleyerkehr mit NahranftsmiUeln. — Drogeabesag su 
iMfliBinteii JmhieeceltaiQ. *~ Pfeton. — Neue Art det Diphtherieeeram. — Neue Arsneimittel. — Ahej. — Wlseerlge 
XcDtLolprftpantte. — SpeciaUtlten. — IdentitAtebestimmuDg vod Condantogo-Eztrakt. ~ Polfvalentet Beb weine» 
Mdw-earam, — Sefairefeltolüge Jodfettsauren. — tJntencbeldang der Tier- und Menicbenknocben. — Salpeter- 
-^ im Trijünrmeeer. — Scbnelle BeetimmiiDg Aet fUlium im Kelalt und DOngeetöieii. 1— HIrtebe- 
ueen. — Olykogenbeetimmung. ~ Milchsftarezehrang dareh Pilie. — Die Jodometrie Ton B^ypopbos- 
pbitaD n. HTpopbospbKtao. — Bwlamcblwid. — PkerAakogeoeie. — Blelieneiev. — Veneftiedeee 

Hltteiiiuiceii. 



I Wft 



Chemie und Pharmaeie. 



Emiges ans dem Handelsverkehr 
mit Nahrmigsmitteln. 

Von Eoips - Stabsapotheker Varges. 

Wenn man heute auf die letzten zwei- 
nadzwanzig Jahre, welche nach der Er- 
laasung des Nahrungsmittelgesetzes vom 
14. Mai 1879 verstrichen sind, zurttck- 
blickt, so kann man wohl sagen, daß 
der mit aUen Kräften seiner Zeit auf- 
gekommene Kampf gegen die Nahrungs- 
mittelverfälschung insofern erfolgreich 
gewesen ist, als die groben Verfälsch- 
nngen des direkten VermOgensvorteiles 
wegen, wie z. B. Zusatz von Wasser 
zur MQch, Entrahmung derselben, Zu- 
satz von Margarine u. dergl. zur Butter, 
betrttgerische Vorgänge, welche in un- 
gfatubUch häufigen Fällen vorkamen, 
iinmer seltener geworden sind. Es ist 
ach dem Import direkt verfälschter 
Nahrangsmittel aus dem Auslande, wie 
not Ciottonöl versetztes Schweineschmalz 
usw., ein kräftiges Halt zugerufen wor- 
den. Mit diesem geringen Erfolge ist 
Aer nur die kleinste Aufgabe der Nahr- 
iDigsimttel - Kontrolle gelöst worden ; 



schweres ist derselben jedoch noch vor- 
behalten geblieben. Ist doch zur Zeit 
allen jenen Fabrikationszweigen der 
Fehdehandschuh hingeworfen worden, 
welche Nahrungsmittel in nicht völlig 
einwandfreier hygienischer Weise her- 
stellen. Hier steht häufig durch jahre- 
langen Geschäftsbrauch einge- 
führte unzweckmäßige Fabri- 
kation, wodurch der Fabrikant be- 
stimmte Rechte sich erworben zu haben 
glaubt, einerseits hygienischem Bedenken 
gegenüber, andererseits suchen nicht 
selten die Fabrikanten den Anschein 
zu erwecken, daß ihre Waren durch 
besondere Herstellungsmethoden ver- 
bessert worden sind. In Wahrheit ist 
aber minderwertigen Produkten ein 
besseres äußeres Kleid angezogen wor- 
den, während unter diesem äußeren 
glänzenden üeberrock nicht selten 
schmutzige üntergewänder versteckt 
werden, d. h. mit offenen Worten, der 
Käufer wird durch die äußere Be- 
schaffenheit über den inneren Wert der 
I Ware irregeführt. Dieses Unwesen kann 
I die Nahrungsmittelkontrolle nur schwierig 



^ 



200 



bekämpfen, da nach einer reichsgericht- 
lichen Entscheidung nur dann eine Ver- 
fälschung im Sinne des § 10 des Nahr- 
ungsmittelgesetzes vorliegt, wenn nicht 
die dem Nahrungsmittel inne wohnen- 
den Eigenschaften ihrem Wesen und 
Werte nach mit der äußeren Verbesser- 
ung gleichen Schritt gehalten haben. 
Aus diesen Gründen ist die Bekämpfung 
eines derartigen Unwesens schwieriger 
in der Praxis, wie man erwarten sollte. 
Eine notwendige Folge ist, daß von 
einer reellen Nahrungsmittel -Industrie 
verlangt werden muß, dem kaufenden 
Publikum durch Deklaration bekannt 
zu geben, welche außergewöhnlichen 
Fabnkationsvorgänge mit ihrer Ware 
vorgenommen sind; es sind auch nur 
solche Bezeichnungen zu wählen, welche 
einen Irrtum über die wahre Beschaffen- 
heit der Ware ausschließen. 

Man kann nun wohl mit großer Freude 
anerkennen, daß von vielen Seiten, wie 
z. B. von der Teigwaren-, Schokoladen- 
Industrie usw., mit Offenheit und Klar- 
heit vorgegangen wird, zweifellos wer- 
den auch andere Industriezweige diesem 
Beispiele folgen. Das Publikum wird 
dadurch erzogen werden, wieder gute 
Ware richtig beurteilen zu können, und 
mehr auf die Qualität derselben, wie auf 
die Quantität Wert zu legen; der Detail- 
handel aber wird nicht mehr auf den 
Großhandel einen ungesunden Druck 
ausüben, große Mengen für wenig Geld 
zu liefern, und unreelle Konkurrenz, oft 
unlauterer Wettbewerb, in dem Detail- 
handel wird wieder möglichst einge- 
schränkt werden. 

Vielleicht wird es den Lesern dieser 
Zeitschrift nicht uninteressant sein, wenn 
wir denselben einige Gebräuche, welche 
zur Verbesserung des äußeren Ansehens 
der Nahrungsmittel, sowie zur Verbillig- 
ung derselben in der Fachlitteratur be- 
kannt wurden, in das Gedächtnis zurück- 
rufen. 

Immer mehr ist die Herstellung ver- 
schiedener Nahrungsmittel aus der Küche 
in die Fabrikationsräume der Groß- 
industrie verdrängt worden, da sowohl 
die maschinelle Darstellung der Nahr- 
ungsmittel die manuelle Geschicklichkeit 



in Bezug auf gleichmäßiges und schönes 
Aussehen bald übertraf, als auch vor 
allem die wirtschaftlichen Verhältnisse 
unserer Zeit, wie auch Bequemlichkeit 
des Kttchenpersonals dazu beigetragen 
haben, Nahrungsmittel, welche sonst in 
der Küche gemacht wurden, jetzt von 
der Großindustrie zu kaufen« — ESne 
große Rolle spielen im Haushalte die 
Teigwaren, worunter Eiemudeln, Eier- 
graupen u. dergL zu verstehen sind. 
Während dieselben früher allgemein in 
der Küche hergestellt wurden, werden 
dieselben jetzt meistens gekauft and ist 
eine Großindustrie aus diesem Brauek 
entstanden. Die gelbe Farbe eines reellen 
Produktes wird durch das ESgelb der 
zugesetzten Eier erzeugt. In der 
Industrie findet man häuflg mit Azo- 
farbstoffen gelb gefärbte Produkte. 
Kommt der denkende Käufer nicht un- 
willkürlich zu den Gedanken: „Was 
soll diese Färbung, soll dadurch viel- 
leicht der Ware das Aussehen einer mit 
viel Eiern angefertigten gegeben wer- 
den?^ Also fort mit dem flberflassigen 
Färben der Eierteigwaren." 

Marmeladen von Himbeeren, Erir 
beeren, eingemachte Preißelbeeren und 
andere Obstprodukte, welche jetzt von 
den Hausfrauen vielfach gekauft werden, 
statt, wie früher allgemein, selbst her- 
gestellt zu werden, sind mit roten Teer- 
farbstoffen vielfach gefärbt. Wozu 
wiederum hier die Färbung? Drängt 
sich nicht unwillkürlich der Verdacht 
auf, daß unreifen, schlechten Beeren 
bezw. anderen Früchten durch ein Bot- 
färben das Aussehen einer besseren Be- 
schaffenheit absichtlich gegeben wurde? 

Oelee's, z. B. Apfelgelee usw., ent- 
lialten bedeutende Zusätze von Stärke- 
zucker, während zur HersteUung selbst 
wieder minderwertige Produkte, wie 
amerikanische Obst abfalle verwendet 
werden, der Käufer wiederum einge- 
dampften Saft der Süßäpfel erwartet 
Ist es gerechtfertigt, daß überhaupt so 
vielfach Stärkezucker an Stelle des Bohr- 
zuckers ohne Deklaration zu den ver- 
schiedensten Produkten verwendet wird, 
beispielsweise in der Fabrikation ge- 



201 



wisser Zacker- und Konditoreiwaren, 
besonders in der Bonbonfabrikation? 

Sehokoladen- bezw. Schokoladensuppen- 
mdüe werden vielfach gefärbt, da die- 
sdben ans Gemischen von Mehl, Zucker 
ndt oft nur geringem Eakaozusatze be- 
stehen. Was hat der Zusatz eines 
donklen Farbmittels, wie Santelholz, 
wohl ffir einen anderen Zweck, als den, 
den Anschein beim kaufenden Publikum 
za erwecken, daß recht viel Kakao in 
dem Pnlyer vorhanden ist, während tat- 
säehlich das Schokoladengemisch ohne 
Färbung eine hellere Farbe zeigen wlird^ 
und somit das kaufende Publikum sofort 
eiietmen kann, daß der E^akaozusatz 
nicht 2dlza groß ist? -~ Unter 

Brantalimonaden versteht das Publi* 
fana ein zuckerhaltiges, brausendes Ge- 
trlnk, dessen Aroma von Fruchtsäften 
kratammt Häufig enthalten diese 
Limonaden indessen Fruchtäther und 
lodere Zusätze, welche zu den ent- 
^rechenden Früchten keine Beziehungen 
liaben, sondern nur durch ihr Aroma 
daran erinnern; vielfach enthalten die- 
lelben Zusätze von Saccharin und' 
Stärkesirup, ebenso Farbzusätze: 
Allgemein beinahe werden zu den- 
BraoseUmonaden saponinartige Zu- 
iiätze gemacht, um ein lang anhalten-i 
des kfinstliches Schäumen zu erzielen. 
Kaffee. Vor nicht albsu langer Zeit 
mchtete es jede Hausfrau als zu den 
Obliegenheiten gehörig, den Kaffee roh 
anzukaufen und in der eigenen Kfiche 
n brennen. Diesen Verhältnissen Rech** 
mg tragend, wußte der Kaffeehändler 
bald den geringeren Kaffeesorten durch 
leeignetes Färbeverfahren das Ans- 
ahen edlerer Kaffeesorten zu geben. 
Die zur Färbung benutzten Farben 
warm äußerst mannigfaltig, wieBerliner- 
^lau, Indigo, Kupfervitriol, Ultramarin, 
erbsanres Eisen, Azogelb usw.; durch 
Bnsiliche wässerige Quellung und nach- 
erige Färbung gelang es, dem bleichen 
pd daher wenig beUebten Kampinas- 
^ee Farbe, OrOße und Aussehen des 
dien Menado-Kaffees zu geben. Jetzt, 
ro bemahe nur noch gebrannte 
^eesorten gehandelt werden, sind die 
^rbesserungs- bezw. Verschönerungs* 



versuche mit großem pekuniären Erfolge 
auf das Gebiet des gebrannten Kaffees 
vom Verkäufer zur Erzeugung eines 
besseren Aussehens übertragen worden. 
Man findet jetzt im Handel fast nur 
gleichmäßig in der Farbe aussehende 
Kaffeesorten. Die schOne gleichmäßige 
Farbe stammt nicht selten von braunen 
Kaffeefarben oft auch von Eisen- 
ocker her. In jedem Rohkaffee be- 
finden sich schlechte Bohnen, die sich 
beim Rösten mißfarbig brennen; auch 
feine und edle Kaffeesorten färben sich 
allerdings häufig ungleich und mißfarbig. 
Setzt nun der Verkäufer Kaffeefarbe 
hinzu, so erspart er sich das lästige 
Aussuchen; das Gefährlichste ist aber, 
daß es ihm dadurch leicht wird, minder- 
wertigen Kaffee, havarierten (durch den 
Seetransport gelittenen), vor allem 
Triage, worunter verkümmerte, wert- 
lose Kaffeebohnen zu verstehen sind, 
darunter zu mischen ; eine gleichmäßige 
Färbung verwischt diese Vorgänge. Da 
bekannüich frisch gebrannter Kaffee 
infolge des beim Röstproceß ausge- 
schwitzten KaffeeOles sich fettig anfühlt, 
so setzt der Kaffeeröster nach dem 
Brennen etwas Pflanzenöl, und da 
letzteres leicht ranzig wird, auch wohl 
Paraffinöl hin und wieder zu. Angeb- 
lich um eine Verfiflchtigung der aroma- 
tischen Stoffe, eine Verminderung des 
Kaffeeöles zu verhindern und die Ober- 
fiäche der Bohnen gegen äußere Ein- 
flüsse, wie Feuchtigkeit, abzuschließen, 
in Wahrheit aber, um auch minder- 
wertigen Kaffeebohnen ein schöneres 
Aussehen und besseren Geschmack zu 
geben, werden dieselben mit Eiweiß 
und Zuckercouleur glasiert bezw. 
kandiert. Auch mit Schellack lackierte 
Kaffeebohnen kommen in den Handel. 
Während des Röstprocesses schließlich 
werden auch Kaffeebohnen mit dem 
wässerigen eingedampften Extrakt der 
wertlosen Kaffeehülsen zur Be- 
schwerung befeuchtet. 

Kakaopulver erhalten vielfach Zusätze 
von Kakaoschalen; bei billigen 

Theeiorten kommt nicht selten ein 
Zusatz von extrahierten Thee- 
blättern, Rückstände aus der Koffein- 



202 



gewinnnng in den Handel. — Das tadel- 
lose Aeoßere, sowie die helle Färbung 
des aus Amerika importierten 

Dörrobstes, wie kalifornische Apri- 
kosen, Prünellen, Pfirsiche usw., 
verdankt dasselbe der Einwirkung 
schwefliger Säure. Alle diese 
Früchte enthalten diese nicht unschäd- 
liche Säure, wenn auch in gebundener 
Form, in erheblichen Mengen und sind 
daher vom hygienischen Standpunkt aus 
nicht ganz unbedenklich. 

Fische. Hinweisen mOchte ich auch 
kurz darauf, daß ich kurzlich äußerlich 
mit Oel aberzogene Bäcklinge, um 
denselben ein frisches, fettes Aussehen 
zu verleihen, sowie konservierten, ge- 
färbten geräucherten Lachs vor- 
fand. — Werfen wir noch einen kurzen 
Blick auf die 

Gewürz-Industrie, so finden wir, daß 
hier zur Zeit ideale Zustände noch nicht 
vorliegen. Die Gewürz -Industrie, be- 
sonders die Gewürzmüllerei, bringt Pro- 
dukte in den Handel, welche nicht 
immer als gute zu bezeichnen sind, und 
findet für ihre schlechte, gepulverte 
Ware willige Käufer, da das kaufende 
Publikum vielfach die Kenntnis von dem 
Wert guter Gewürze, besonders in un- 
zerkleinertem Zustande, verloren hat; 
Hausfrauen kaufen aus Gründen der 
Bequemlichkeit meistens Gewürze nur 
in gepulvertem Zustande. Strafrecht- 
lich läßt sich gegen den Verkauf solcher 
minderwertiger Gewürze nur selten er- 
folgreich einschreiten, da es schwer ist, 
den Beweis zu erbringen, daß dem 
Pfeffer absichtlich ein gewisser 
Procentsatz Pfefferschalen, -bruch, -staub, 
-stiele und Spindeln, Erde, Sand zuge- 
setzt ist, oder daß Zimmtpulver z. B. 
erhebliche Mengen von Bruchzimmt ent- 
hält, wodurch ersteres erheblich weniger 
wert ist. unter Bruchzimmt ver- 
steht man kleine Zimmtfragmente, die 
beim Einsammeln der Rinde im Pro- 
duktionslande beim Bündeln der langen 
Rindenteile ausgeschieden werden. Dieser 
Bruchzimmt ist an und für sich wertlos, 
außerdem stark durch Sand und Schmutz 
verunreinigt. Unter den im Handel 
vorkommenden Macisproben, welche 



häufig als garantiert reine Macis ver- 
kauft werden, versteckt sich nicht selten 
ein erheblicher Zusatz der werüosen 
wilden Bombay -Macis, während der 
reelle Gewürzhandel unter Macis allein 
Banda-Macis versteht. Der Bombay- 
Macis ist geruch- und geschmacklos 
und daher als Gewürz wertlos. Ge- 
würznelkenpulver ist vielfach mit 
Mutternelkenpulver, den Prttcht«i 
des Gewürznelkenbaumes, sowie mit 
Nelkenstielen versetzt. Im Handel 
kommen schließlich Muskatnüsse vor, 
welche sofort durch ihre Leichtigkeit 
auffallen, aber trotzdem äußerlich gut 
aussehen. Dieselben sind im Innern 
zerfressen von dem sogen. Muskat- 
wurm, welcher großen Schaden im 
ürspmngslande anrichtet. Die Wurm- 
löcher erwiesen sich als zugekittet, die 
weißen höckerigen Farbflecke ruhen vom 
Liegen im Kalkbrei her. Kardamom- 
pulver enthält vielfach ganz erhebliche 
Mengen der mitvermahlenen oder direkt 
zugesetzten Samenschalen. Das Mit- 
vermahlen derselben müßte dem Käufer 
angegeben werden, da man unter dem 
vermahlenen Samen allein die beste 
Gewürzware versteht. Minderwertige 
Vanille wird manchmal mit Peru- 
balsam und Benzoesäure bestricheiu 
wodurch derselben größeres Aroma ve^ 
liehen wird; die Schoten werden auch 
mit künstlichem Vanillin bestreut 

Die hier kurz angeführten, in der 
litteratur angegebenen und meistens 
nur vereinzelt vorgekommenen Fälto 
sollen nicht den Anschein erwecken, 
als ob der Handelsverkehr mit Nah^ 
ungsmitteln ein unreeller wäre, sondern 
dazu beitragen, daß das kaufende Publi- 
kum nicht allzu große Anforderungen 
an den Verkäufer stellt und nur Wert 
darauf legt, für sein Geld eine ent- 
sprechende, d. h. nicht zu große Menge 
guter Ware zu erhalten. ZweifeH« 
wird durch die schlechte wirtschaftlidm 
Lage und die Konkurrenz, oft unlauteren 
Wettbewerb, im Detailhandel ein Drock 
auf die Großhändler ausgeübt, möglichst 
billige, d. h. minderwertige Ware fBr 
wenig Geld zu liefern. Das sind unge- 
sunde Zustände; eine Heilung derselben 



203 



kann nur dann eintreten, wenn das 
kaufende Publikum alle Handlungen 
kennt, welche tlberflfissiger Weise mit 
den Nahrungsmitteln vorgenommen sein 
können, und mehr Wert auf die Quali- 
tät, wie auf die Quantität der gekauften 
Ware legt. 



Drogenbezug zu bestimmten 
Jahreszeiten. 

Dem Jahresbericht von Caesar & Loretx 
in Halle entnehmen wir nachstehende gmppen- 
woBC ZnsammensteUung der hauptsächlichsten 
Vegetabflieo, wonach die Ablieferung derselben 
7on neuer Ernte in den erlangbar besten 
Qualitäten von genannter Firma alljährlich 
ofdgen kann. 

Mitte bis Ende Mai: Flores Acaciae, Flores 
Farfarae und dnige der ersten Frühlings- 
Ufiten. 

Mitte bis Ende Juni: CJortex Aurantii et 
(Sri, Flores Aurantü, Gheiri, Gonvallariae; ' 
Genistae, Hippocastani^ Lamii albi, Primnlae^ ' 
RoHmarini^ Violae odoratae et tricoloris; Folia 
AurantSy Betulae^ Eucalypti, Rosmarin!; Trifolii 
fibrini; Herba Asperulae, Gochleariae cum 
floribuSyConii maculati sine f loribus,Con vaUariae 
majaliSy Equiseti majoris, Hederae terrestris, 
MOlefolii, Polygalae amarae cnm floribus, 
ürtieae, Yeronicae; Radix Asari cnm herba, 
Garfinae, CaryophyUatae, Consolidae, Cyno- 
^oni, Ebufi, Ononidis, Pimpinellae. 

Mitte bis Ende Juli: Flores Chamo- 
oillae vulgaris, Ghrysanthemi, Gyani, Gnaphalii, 
Hippocastani, Lavandnlae, Maivae silvestris, 
heoniae, Rhoeados, Rosae, Sambuci, Tiliae, 
IMfoiiialbi, Verbasd; Folia Digitalis, Farfarae, 
Malvae, Melissae, Menthae piperitae et crispae, 
Hyrtüü, Sambud, Uvae Ursi; Herba Adonidis 
vernaKs, Agrimoniae, Anserinae, Bursae 
pastoris, Gapillomm Veneris, Chelidonii, 
Sqnieeti arvensis, Enphrasiae, Fragariae, 
Fmoariae, Genistae tinctoriae, Gratiolae, 
Hepaticae nobilis, Hyoscyami, Hyperici, Ledi 
palustris, Lycopodii, Marmbii aibi, Ononidis, 
FlantaghÜB, Polygoni avicularis, Pulmonariae 
aaeolataeet arboreae> Rubi fruticosi, Scabiosae, 
Vobenae, Violae tricoloris et odoratae. 

Angost bis September: Flores Althaeae, 
Aniicae, Boraginis, Calcatrippae, Galendulae, 
Qiamomillae Romanae, Maivae arboreae, 
MiUefoüi, Stoechados citrini, Tanaceti; Folia 
Ahhaeae, BeDadonnae, Boraginis, Gastaneaei' 



vescae, Jnglandis, Ribis nigrae, Salviae, 
Sennae, Stramonii; Herba Abrotani, Absyntfaii, 
Aconit! Napelli, Adonidis aestivalis, Angelicae, 
Aristolochiae, Amicae^ Balsamitae, Betonicae, 
Gardni benedicti, Gentaurii, Ghenopodli 
ambrosioidei, Gochleariae in foliis, Dracuncnli, 
Ericae, Fraxini, Galeopsidis grandiflorae, 
Hyssopi cum fioribus, Meliloti, Origani vulgaris, 
Rutae hortensis, Saniculae, Saturejae, Serpylli; 
Lactucarium et Opium; Radix Arnicae, Rhei 
Austriaca et Sinensis, Serpentariae; Seeale 
comuium; Semen Colchici, Foeni graeci, 
Linu 

September bis Oktober: Flores Humuli 
Lupuli; Folia Nicotianae; Fmotus Anethi, 
Anisi vulgaris, Aurantii, Garvi, Goriandri, 
Gydoniae, Gynosbati, Foeniculi, Juniperi, Myr- 
tilli, Papaveris, Rhamni cathartic^ Sambud; 
Herba Artemisiae, Basilid, Majoranae, Rhois 
toxioodeudri, Spartii scoparii, Spilanthis 
oleraoeae, Thymi; Radix Senegae, Taraxad; 
Rhizoma Galami, Hydrastis, Tormentillae: 
Siliqua dnlcis; Semen Gardui benedicti et 
Mariae, Gonii, Gucurbitae, Gydoniae, Gynosbati, 
Erucae, Paeoniae, Papaveris^ sowie die übrigen 
Sämerden. 

Oktober bis November: Die später ein- 
gehenden Herbstwurzeln, wie Radix Althaeae, 
Angelicae, Bardanae, Golchid, Helenü, Levis- 
tid,Liquiritiaemundatae, Pyrethri, Valerianae; 
Rhizoma Filids. Vg, 

Proton 

ist ein aus abgerahmter Milch dargestelltes 
Nährpräparat, das 81,31 pGt. Eiweißstoffe, 
1,83 pGt Fett, 4,83 pGt Kohlenhydrate, 
2,98 pGt Asche und 9,05 pGt Wasser 
enthält. Darsteller ist die Aktien-Gesellschaft 
Separator in Stockholm. —tx^. 

Münch. Medie, Wochenschr. 



Neue Art des Dipbtheriesenim. 

Man unterscheidet zwd verschiedene 
Arten Diphtheridmmnnsera. Die eine davon 
wirkt ausschließlich auf die vom Bakterienldb 
ausgeschiedenen spedfischen Gifte, während 
die andere Art die dem Bakterienleib an- 
gehörenden Ejäfte entkräftigt Prof. Wasser- 
mann hat jetzt dn Serum für Diphtherie- 
bacillen hergestellt, das nicht nur rein anti- 
toxisch ist, sondern auch auf die Leibes- 
substanzen der Diphtheriebadllen sdbst dn- 
wirkt 

DeuUch. Medic, Woch, 1902, 786. Vg. 



204 



Neue ArzneimitteL 
Dennalin ist eine neue sterile Salben- 
gnmdlage unbekannter Zusammensetzung. 
Darsteller ist die Dermalingesellschaft in 
Berlin-Schlachtensee. 

Hämomaltin ist der Name des von uns 
in Fh. C. 44 [1903]; 124 beschriebenen 
neuen Blutpräparates. 

Salocreol stellt eine Flüssigkeit von 
neutraler Reaktion, öliger Beschaffenheit und 
brauner Farbe dar; es besitzt fast gar 
keinen Geruch. In Wasser ist es nicht, 
dagegen in verschiedenen Alkoholen, Aether 
oder Chloroform löslich. Es ist eine Ester- 
Vereinigung der verschiedenen Phenole des 
Buchenholzteeres bezw. des Kreosotes mit 
Salieylsäure. Alkalien, Alkohole, auch 
Olycerin bei andauernder Einwirkung (wie 
längeres Kochen mit Wasser) verseifen es, 
und die Salicylsäurereaktion mit Eisenchlorid 
ist leicht ausführbar. Die äußere Haut 
nimmt es ohne unangenehme Empfindungen 
auf, ohne dauernde Flecken zurückzulassen. 
Nach J. Onexdas {B. Aerzte-Ztg. 1903, 
Nr. 4) wird es bei Rheumatismus, Oichl^ 
Rose und verschiedenen Lymphdrüsenent- 
zündungen als Pinselung verwendet. Dar- 
steller ist die Chemische Fabrik von Heyden, 
Aktien-Gesellschaft in Radebeul-Dresden. 
H. MerUxel. 

Ahoy 

ist der Name für ein Badethermometer, das 
im Wasser stehend schwimmt und in diesem 
Zustande abgelesen werden kann, da sich 
die Skala in dem Handgriff außerhalb des 
Wassers befindet DasThermometer ist 30 cm 
lang und wurd in emer Ahomhülse das 
Dutzend für 6 Mark von der Firma Jok, 
Herrn. Fritx in Altena geliefert — te— . 

Wässerige Mentholpräparate 

erhält man unter Anwendung von Quillaja- 

tinktur, in welcher man das Menthol löst. 

Diese Lösung wurd alsdann allmählich dem 

Wasser zugesetzt. In dem R6p. de Pharm. 

1903, Nr. 1 schlägt de Cr^santignes 

folgende Vorschriften vor. 

1. Für den innerlichen Gebrauch: 
Menthol . . . 0,03 bis 0,05 g 
Quillajatinktur .... 5 g 

Glycerin 10 g 

Wasser ... bis zu 120 g 

Esslöffelweise einzunehmen. 



2. Oegen Kopfschmerzen: 
Menthol . . . 0,15 bis 0,3 g 
Quillajatinktur .... 10 g 
Wasser ... bis zu 150 g 

3. Für Mundwasser: 

Menthol ... 0,1 bis 0,2 g 
Quillajatinktur 20 g 

Iproc. Borsäurelösung . 1000 g 

— te-. 



Speciaiitäten. 

Ackerion ist ein Battenvertügungsmittsl^ 
welches ein Baryompräparat entbSlt Darstellttf 
ist die chemische Fabrik von Maa Podm vi 
Leipzig. 

Bemer's Symphiton ist eine Tinktnr 
Radix Symphyti 1 : 5, versetzt mit je 2 pCt; 
Tioctara Benzoes und Myrrhae. 

Cholelithon ist ein Salc zur Eotfernung voi 
Gallen steinen. Seine Zosammensetzung ist ncoi 
unbekannt Darsteller ist Apotheker Ringle 
in Asobaffenburg. 

Falkenberger Kräuter -Thee besteht an 
20 Teilen Faolbaumrinde, 20 Teilen Gascai 
sagrada, 20 Teilen Sennesblätter, 5 Teile 
Malvenblüten, 5 Teilen Calendiilablüten, 5 Teile 
Pfefferminzbiättem, 10 Teilen Süßholzwurze 
Darsteller ist die Chemische Fabrik Falkenbei 
in Falkenberg Grünau bei Berlin. 

Goldschmidt's schnellwirkende KopfeehnK 
pastillen enthalten in jedem Stück 3 grainsf 
Acetanilid, 2 gr Eamphermonobromat und 1 
Koffein. (Am. Ap.-Z^.) 

JKrIets Lebenselixier besteht ans Rhabarbet 
tinktur, Arnika, Zittwerwurzel , Safranextrak 
Zucker und Weingeist. 

Pinocapsin Fluid enthält in 100 Teile 
10 Teile Oleum Pini sylvestris, 10 Teile Iiqu( 
Ammonii caustioi, 20 Teile Fmctos Capsi 
annui, 50 Teile Alkohol methylicus, 5 Te£ 
Aether, 3 Teile Camphora, 2 Teile Olea äthan 
(Rosmarin, Thymian, Lavendel u. a.). DaisteUi 
ist die Chemische Fabrik Falkenberg in TbUh 
berg-Grünau bei Berlin. 

RSpp^s Heilsalbe, welche von der Apotfael 
in Pölzig (Sachsen - Altenburg) versendet ^" 
besteht aus 10 Teilen Terpentin, .20 Teilen 
20 Teilen Paraffin, 20 Teilen Wachs, 20 Teil« 
Borsäure (Vj, 3 Teilen Myrrhen. H. IL 

Trophonine besteht aus den Nährstoffen d< 
Fleisches, Weizenlileber, Nukleoalbuminen 
Yerdauungsenzym. Es ist ein Nährmittel, 
hauptsächlich bei Nervenfieher, Magen- 
Yerdauungsbeschwerden verwendet wird. He 
steller ist die Firma Reed S Camiek in N( 
York, 42 bis 46, Germania-Avenue, Jersey Cät 

K Me$9txeL 

1 f?rain -^ 0,0648 Gramm. 




205 



Identitätabesüminang von 
Condurango-Eztrakt. 

Die Lafon'sAe Seaotion auf Digitalin 
(7Wgl. Hl. C. 87 [1896], 444) ist zur Iden- 
fittobeBtimmimg des Gondoningo-Extraktes, 
sowie aneh des Condurangowemes sehr gut 
verwendbar. Dr. Firbas (Zeitschr. d. allg. 
detenr. Apoth^-Vereiiis) gibt zur Ansftthnmg 
der Eeaktion die naehstehende, zweek- 
ait^fireehend geftnderte, einfache VoriBchrift an : 
Das Extrakt wird durch gelindes Ein- 
dampfen von Alkohol befreit und nach dem 
Erkalten mit eoncentrierter Chlomatrium- 
iQsong versetzt Von dem sofort sich aus- 
aeheidenden reiehlicfaen braunen Niederschlage 
wird abfiltriert, letzt^er mit con- 
oentrierter QilomatriumlOsun z noch etwas 
aadigewaschen und nun in einem Eölbohen 
ttmt dem Fflter mit etwas Chloroform über- 
goflsen. Man erhftlt auf diese Werne rasch 
eine fast farblose Lösung des Gondurangins 
hl Giloroform, während die Extraktivstoffe 
imgelM; zurtt<A:bleiben.*) Diese Ghloroform- 
iQiong ftrbt sich mit einer llischung aus 
gleichen Teilen eoncentrierter Schwefels&ure 
oder Salzsäure und Alkohol beim leichten 
i Erwärmen grfin, bei Zusatz einer Spur 
\ EiBenehlorid sehr schön grünblau. Vg. 



PolTvalentes Schweineseuche- 
Serum. 

Nadidem von Ftof . Löffler und Schütz 
der die Sdiweineseuche verursachende Bacillus 
entdeckt worden war, versuchten die Pro- 
inoren Wassefmatm und Ostertag die 
aktive Immunisierungsmethode, um diese 
eigenartige Lungen- und Darmerkrankung 
a bekämpfen. Besser als diese erwies sich 
die passive Methode zur Vorbeugung. Weitere 
Beobaehtnngen haben gezeigt, daß nur das 
aas Pferden gewonnene Serum dem BacUlen- 
äamm entgegen wirkt, aus dem es gewonnen 
iii Man stellt infolgedessen ein Serum 
dar, das durdi Immunisierung von Pferden 
gegen möglichst verschiedene Schweine- 



*) Das Ausziehen des Niederschlages mit 
Alkohol, in welchem sioh das ConduraDgin nicht 
lost, ist untonlich, weil die mit in Lösung 
gehenden Extraktivstoffe die Losung dunkel &rben 
und zur Anstellung der Farbenreakiion angeeignet 
laadien. 



seuehenstämme erhalten worden ist Dasselbe 
behält bei gedgneter Aufbewahrung seinen 
Wirkungswert ungefähr während sedis 
Monaten. Erkrankte Tiere zu unpfen hat 
keinen Zweck, da dieses Serum nur ein 
Schutzserum ist Herrscht neben der 
Seuche noch die Schweinepest; so ist dazu 
zu bemerken, daß dies Serum nur gegen 
erstere Edimkheit schützt Am besten ist 
es, Ferkel, die in verseuchten Stallungen 
geboren sind, sowie Schweine jeden Alters, 
die von außerhalb in verseuchte Ställe 
kommen sollen, zu impfen. Besonders in 
den ersten Lebenstagen eignen sich die Ferkel 
dazu. Sollten sie in der Entwickelung zu- 
rQckbleiben, so werden sie nach drei Wochen 
nochmals geimpft Zu beziehen ist dies 
Serum vom Bakteriologischen Laboratorium 
der Vereinigung Deutscher Schweinezüchter 
in Berlin 8W, Wilhehnstraße 143. 
MofMtsh. f. p. Tierhsük, K M, 



Schwefelhaltige Jodfettsäuren. 

Läßt man auf freie ungesättigte Fett- 
säuren z. B. auf Lemölsäure und Oelsäure 
Jod in Gegenwart von Schwefelwasserstoff 
em wirken, so erhält man schwefelhaltige 
Jodfette, welche wasserlösliche Fette zu 
bilden vermögen und das Jod in fester 
Bindung enthalten. Die Farbenfabrik von 
Friedr, Bayer <& Co, in Elberfdd hat ein 
derartiges aus Oelsäure hergestelltes PHlparat 
sich patentieren lassen. Dasselbe enthält 
etwa 12 pGt Jod und 2 pCt Schwefel. 

Äpoih,'Ztg. 1902, 746. Vg. 



Unterscheidung der Tier- und 
Menschenknochen. 

In derselben Weise, wie man das Blut 
der einzelnen Tierarten auf biologischem 
Wege von einander zu unterscheiden vermag, 
kann man auch nach Dr. Schütze ver- 
mittelst der Präcipitinreaktion die Knochen 
unterscheiden, vorausgesetzt, daß noch ge- 
nügend eiweißhaltige Substanz in dem zu 
begutachtenden Knochenstück enthalten ist, 
daß nach Zusatz des betreffenden Immu- 
serums überhaupt noch eine Prädpitinbildung 
au erzielen ist Vg. 

Deutsche Med, Woehmaekr, 1903, 62. 



206 



SalpeterB&arebeatimmung im 
Trinkwasser. 

0. Schmaiolla gibt in der Apoth.-Ztg. 
1902; 697 eine einfache Salpetersäure- 
bestimmong im Trinkwasser an, welche ihre 
Vorzüge dadnrch vor den sonst üblichen Indigo- 
titrieningsmethoden hat, daß eine ständige 
Mischung von 30 ccm concentrierter Schwefel- 
säure und 1 bis 2 ccm Indigolösung bei einer 
gleichmäßigen Temperatur von 100^ G mit 
dem zu untersuchenden Wasser titriert wu-d; 
ohne daß der Titer durch mehrere Versuche 
erst bestimmt zu werden braucht. Smd 
erganische Substanzen in reichlichen Mengen 
vorhanden^ so müssen dieselben vorher 
zerstört werden. 

Die Methode selbst ist wie folgt aaszuführen: 
Als Lösungen dienen die übliche iDdigolösung, 
hergestellt durch Anreiben von 4 bis 5 g reinem 
Indigoblau und Indigokarmin mit etwa 80 bis 
100 g c(»icentrierter Schwefelsäure und Auffüllen 
zum Liter Wasser, und eine Ealiunmitratlösung, 
welche in 1 com 0,001 N^Oj enthält (1,870 
KNOg = 1000 com). Der Wert der Indigolösimg 
gegen N2O5 wird nun wie folgt bestimmt. In 
ein £.ölbchen von weißem Glase werden 30 com 
ooncentrierter Schwefelsäure gefällt und zu 
dieser aus einer Glasbahnbürette 1 ccm der 
noch einmal 1 + 1 verdünnten Indigolösong 
fließen gelassen. Andererseits füllt man eine 
zweite 50 ccm Glasbahnbürette mit einer Kalium* 
nitratlösung, welche durch Verdünnen der obigen 
Nitratlösung mit der 24 fachen Menge Wasser 
hergestellt ist (4 ccm 4- 96 ccm Wasser), und 
die in 25 ccm 0,001 N2O5 enthalt Mit dieser 
Lösung wird die Indigoscbwefelsäure titriert und 
zwar verfährt man derart, daß man die Indigo- 
lösung während der Titration in einem kochenden 
Wasserbade hält. 

Mau lälit die Kalium nitratlösmig wie bei einer 
gewöbnlicheß acidinietdsoheii liestimmung unter 
letbaftem Schweiiken zuflieJ't^n und hält das 
Kcjibciien mit der [ndigoschwefelsaare von Kubik- 
centimeter zw KubiVoeutimetßr 2 bis 3 Minuten 
im Wflsserbade (lOO» Gj^ bis iiy blaue Indigo- 
farbe ganK verschisTinden ist und die Lösung 
fast gan^ farblos erscheint Die Schwefelsäure 
erhitsfit sich nach jedem Zusatz auf etwa 105 bis 
110'^ und diese Temperatur gleicht sich im 
Wasserbade wieder schnell auf 100 » aus. 

Der Titer wird nun so eingestellt, daß die 

Miächuug von 30 ccm Scibwefelsäure 

1 ccm IrniiiToI^f^i^nir durch 3 bis 8 ccm 

ßkfv cTJtia^t^t und, dail also 1 ccm 

biß 0,Ü<>^32 g NjOg 

..also im objgen Falle 

verbraucht^ so wird 

olösung verdünnt: 

;x, X = 1,4, 1 ccm 

ccm verdünnt und 




nun noch einmal auf gleiche Weise emffestellt, 
und der gefundene Wert für einen Kubikoenti- 
meter Indigolösung vermerkt 

Hatte man bei der Wasserprüfung ein stärker 
nitrathaltiges Wasser ixi untersuchen, so wird 
entweder das Wasser entsprechend verdünnt, 
oder aber mit gleichem Erfolge statt 1 ccm 
Indigolösung auf 30 ccm Schwefelsäure 2 ccm 
genommen. Man titriert, bis die blaue Indigo- 
farbe über einem weißen Untergrunde kawm 
mehr zu erkennen ist. 

Die Berechnung gestaltet sich sehr einfach. 
Angenommen, daß 1 ccm der Indigolösung = 
0,0003 NsOs anzeigte und bis zur Entfirboog 
8 ccm Wasser verbraucht worden wären, so 
enthielte das Wasser 

8: 0,0003 = 100,0 :x, 

X = 0,0037 pCt. NjOj 
oder im Liter 37 mg N2O5. 



Schnelle Bestimmuiig 

des Kalium im Kainit und 

DüngesaLsen. 

Das Verfahren stützt sich auf die Tat- 
sache, daß Ealiumchloiid einen NiedeisAlag 
mit Plaiinchlorid in überschüflsigem Wrär 
geist gibt, während dies bei den Ghloriden 
des Magnesiums, Natriums und BaryuniB 
nicht der Fall ist. 

Die Ausführung geschieht in der Weiae^ 
daß 10 g des Salzes in etwa 300 oem 
salzsauren Wassers hn Halbenliter -Kolben 
gelöst und mit Baryumchlorid ün üeberschufi 
zur Ueberfühmng aller Sulfate in Ghloiide 
gekocht werden. Nach dem Erkalten wird 
mit 96proc. Weingeist bis zur Marke auf- 
gefüllt, umgeschüttelt und filtriert 25 ccm 
(= 0,5 g Substanz) werden mit 5 bezw. 
15 ccm Platinchloridlösung und 125 oem 
96proc. Wemgeist versetzt, fünf Minnten 
gerührt und der Niederschlag durdi einen 
Oooch'^f^^n Tiegel abfiltriert. Nach dem 
Abwaschen mit Weingeist und Aetiier wird 
derselbe bei 100 <> zwei Stunden getroekneC; 
und alsdann gewogen. Nach Auflösung 
des Niederschlages m heißem Waaaer wird 
der Tiegel mit BOproc. Wdngeist, darauf 
mit Aether gewaschen, wiederum getnx^et 
und gewogen. Der Untersdiied zwischen dea 
ersten und zweiten Gewicht ist dasjemge 
des Ealiumplatinchlorids. 

Dies Verfahren hat sich den anderen 
gegenüber als ein sehr gut übereinstimmendes 
bewährt (Zeitschr. f. angew. Ghem.) ^tx—. 



207 



Härtebestimmung des Wasaera. 

Yielfach wird die Hftrte des Waaser mit 
SeifenlSflimg beBtimmt^ wenngleich diese 
Methode hesondeFB bei sehr harten Wtaem 
oieht ganz einwandfrei ist nnd man nnr 
dnreh sehr starke Verdünnung annllbemd 
riehtige Werte erhalten kann. Die Salze 
der Erdalkalimetalle nnd des Magnesiuns 
wiiken versohieden anf die SeifenlOsnng ein 
nnd zwar werden die Calcinmsalze sofaneUer 
ab Magnesiomsalze gefällt liegen viel 
Galeiom- und Magneaiumaalze m euiem 
Wasser vor, so bedient man sich daher 
iweckmiasig der TFar/Aa'schen Methode 
ZOT Härtebestimmung nach Angabe von 
Peters in der Apoth.Ztg. 1903, 25, welche 
wir ab durchaus brauchbar empfehlen können. 
Das Verfahren beruht auf der Neutralisation 
das Wassers mit Yio N.-Salzsfture, um die 
Karbonate und Bikarbonate in Chloride über- 
sofBhren, Ausfällen des Kalks und der 
Magnewa mit einem Gemische einer Yio ^-' 
K^riumkarbonat und Yio N.-Natrium- 
hjdroxydlOsung und Zurücktitrieren des über- 
adhüasigen Alkalis mit Y^q N.-Salzsäure. 
Die Ausführung der Wasseruntersuchung 
fS^ttaJißt dch folgendermaßen. „100 ccm 
Wasser werden nach Zusatz emiger Tropfen 
AEsarinlOeung als Indikator in der Eochhitze 
mit Yi,^ N.-Salzsäure titriert, bis die zwiebel- 
rote Farbe in gelb umschlägt und auch 
Bach anhaltendem Kochen nicht wiederkehrt 
Dqreh Multiplikation der verbrauchten Kubik- 
eentimeter Y^o N.-Salzsäure mit 2,8 erhält 
man die temporäre Härte des Wassers m 
leatBehen Härtegraden, da 1 com Yio^.- 
Sahsämre 2,8 mg Galciumoxyd (CaO) ent- 
yridit Darauf wird das neutrahsierte 
Wasser mit einem üeberachuß einer Lösung, 
befttdiend aus gleichen Teilen Yio N.-Natron- 
lange und Yio N.-Natriumkarbonatiösung, 
Tenefzty einige Minuten gekocht, abgekühlt 
nnd nach dem Abkühlen auf 15^ auf 
200 cem aufgefüllt In 100 ccm des 
nitralB wird das übeischüssige Alkali durch 
Titntion mit yx^^rSakAuie unter Be- 
nutzung Ton Methylorange als Indikator 
znrfickgemessen. Durch Multiplikation der 
veibrancfaten Kubikcentimeter der Yio^*' 
A&alilauge, bezogen auf 200 ccm des 
FDtrats, mit 2,8 erhält man die Gesamt- 
^iike des Waflsers in deulBchen Härtegraden.^' 
Die Besultate stimmen mit den Oewichts- 



analytisdien Bestimmungen (des MgO u. GaO) 
sehr gut überein. Vg. 



Olykogenbestimmung. 

Bajcard giebt in der Zeitschrift f. Unter- 
suchung der Nahmngs- und OenussoHttel 
1901, 781 nadwtaheiide Methode an: Man 
IM das Fisiaeh oder die Wurstmasse in 
Sproc aikdiolischer Kalilauge, verdünnt mit 
dC^uroe. Alkohol, fiUrir^ wäscht mit letiterem 
ans und lütt den FiMerrüekstand in wässer- 
iger 8proc. Kalilauge, fUtrirt, säuert mit Essig- 
säure schwach an und fällt mit Alkohol. 
Vg. 

MilchBfaregehnmg dureh PUml 
lieber Zenetsnng der freien Milchsävre 
durch gewisse Pilflarten beriditet W^rnier 
in den Berichten der Deutschen Boiamschen 
Oesellschaft Es fiel dersn Autor auf, daß 
bei der Sauerkrautgäbrung ein der flinemng 
dureh die Bakterien entgegenlaufender Rroeefi 
stattfand. Diese Entsäuenug setzte immer 
eist un qiftleren Verianf der Oälurung ein 
nnd awar au dem Zeitpunkte, wo die Ober- 
fläche der gährenden KrautbrMie dch mit 
einer Rahmhaut bedeckte. In den Pilzen, 
die diese Bahmhaut bilden, wurden die Zer- 
störer der Mildisäure erkannt. Je grOßer 
die Obeiflädie der Gährfässer und je weniger 
tief dieselben sind, um so mehr muß natüriieh 
der Veriust an Milchsäure ins Gewiebt f aüen. 
Am besten eignet sich für die Entsäuerung 
eine mittiere Temperatur, doch findet der 
Voi^gang auch bei 6 bis 8 ^ langsam statt 
Als Milchsäure aufzehrende Organismen 
stellte der Autor: „Oidium lactis^ und zwei 
Kahmhefen: ,^ccharom7ce6 Mycoderma^ 
I und n fest Alle drei Organismen ent- 
säuerten l,2proc. MUchsäarelüaniikgen bei 
15 ^ G in weniger als zwei Wochen TöUig. 
Die Entsäuerung und das nachherige Ver- 
derben des Sauerkrauts ist also besonders 
das Werk dieser Kahmhautbilder, die bisher 
wenig beachtet wurden. Es ist von Interesse, 
daß sich auf den gegohronen 0,5 bis 1 pOt. 
Milchsäure enthaltenden Flüssigkeiten stets 
Oidium ansiedelt, während Penioillium oder 
andere Schimmelpilze nur ganz ausnahms- 
weise auftreten. Untergährige Hefe ließ die 
Yersucbsflüssigkeiten unverändert Von^(/er- 
hold wurde schon früher für Baeterium Coli 
MilchsäurezerstOrung nachgewiesen. ~-del. 



208 



Die Jodometrie von Hypo- 
phosphiten u. Hypophosphaten. 

Das JodabBortionsvermögen der phosphor- 
igen Säure ist in saurer und neutraler 
Lösung ein sehr geringes, während in bi- 
karbonatalkalischer Losung die Reaktion inner- 
halb Stundenfrist quantitativ beendet ist 
Ganz entgegengesetzt ist nach Rupp und 
Finck (Archiv d. Pharmade 1902, 663) das 
Verhaltender unterphosphorigen Säure 
indem ihre Oxydationsgeschwindigkdt gerade 
in alkallsierter LOsung die allertrSgste ist, 
in angesäuerter Lösung hingegen je nach 
dem Dissociationsgrade der zugefflgtcm Säure 
ansteigt. Die Oxydation vollzieht sich also 
quantitativ umso rascher, je weitgehender die 
Dissodation der unterphosphorigen Säure 
zurückgedrängt wird. Die Oxydation der 
phosphorigen Säure wäre also als lonen- 
reaktion zu betrachten, während man die 
Oxydation der unterphosphorigen Säure 
als eine Reaktion der undissociierten HsPO^ 
Molekeb auffassen muß. 

Die Versuche wurden mit dem pharmar 
eeutisch wichtigsten Hypophosphit,dem6aldum 
hypophosphorosum angestellt. 

Nach den Formeln 

1. H3PO2 + = HgPOs und 

2. H3PO3 + = H3PO4 
berechnet sich 0,00165 g unterphosphorige 
Säure = 1 ccm n/10 Jodlösung oder für 
Caiciumhypophosphit nach den Gleichungen 2 

0,00425 g = 1 ccm Vio-Normal-Jodiöeung, 

o n« ^^H2P02 I o T ri-. ^^H2P04 

^- ^* <H2P02 + ö J — Ca <H2po^ 
0,002125 g = 1 ccm Vio-Normal-Jodlösung. 

Beim Stehenlassen von verdünnten Calcium- 
hyposulfitlösungen mit Jodlösung unter Zu- 
satz von 0,5 bis 1,0 g Natriumbikarbonat 
zeigt es sich, daß die starke Wu-kung der 
unterphosphorigen Säure unter diesen Be- 
dingungen so gut wie nicht zur Betätigung 
gdangt. 

In starkschwefelsaurer Lösung verlief die 
Reaktion nach der Formel 1, d. h. die unter- 
phosphorige Säure wurde zu phoephoriger 
Säure oxydiert Da sich nun die phosphorige 
Säure in bikarbonatalkalischer Lösung mit 
Jod titrieren läßt, so mußte die Titrations- 
flüssigkdt nach der Alkalisierung noch eine 
gletchgroue Menge Jodiösung unter Oxydation 



der phosphorigen Säure zu Fhosphorsänre 
verbrauchen. Und tatsächlich giebt die Summe 
der bei den zwei Titrationen verbrauchin 
Jodmengen den Gehalt an Calcmmhypo- 
phoephit an. Den Gehalt aus der Titration 
m saurer Lösung allein zu beredmen, 
ist deshalb nicht angängig, weil spuren- 
weise die gebildete phosphorige 
Säure auch in der schwefelsauren 
Lösung wdter oxydiert wird und zwar 
m um so höherem Betrage, je länger die 
Reaktionsdauer ausgedehnt wird. Anderer 
sdts fällt das Resultat auch unriditig aus, 
wenn man in saurer Lösung zu kurze Zdt 
oxydiert Die richtigen Versuchsbedingungen 
erhält man, wenn man das unterphosphoiig- 
saure Salz zunächst in schwefelsaurer Lösung 
mit Überschüssigem Jod etwa zehn Stunden 
stehen läßt, den Jodüberschuß mit Thioanlfat 
zurückmiß^ mit emem kldnen üeberscfausie 
von Natriumbikarbonat versetzt, abermaii 
Jodlösung zusetzt und nach 1 bis 1 Y2BtBnd]gem 
ruhigem Stehen zurückmißt 

Die erstmalige Rücktitration kann, wie 
Paralldversuche gezdgt haben, umgangen 
werden, indem man die vid überschüng« 
Jod enthaltende Lösung nach 10 bk 15 
Stunden direkt neutralidert und nach weiterai 
IV2 Stunden mit TUosulfat titriert Die 
Neutralisation mit Bikarbonat muß, um Jod- 
veriuste zu vermdden, recht vornchtig rnns- 
geführt werden. Man löst am besten l^g 
des Prilparates in 100 ccm Wasser und 
versetzt 5 ccm dieser Lösung mit 50 oem 
Yio Normal-Jodlösung. 

Bd der Jodometrie der frden 1lnte^ 
phosphorigen Säure zdgte es ddi, daß d« 
angewandte PHlparat gegen 8 pGt phoephorige 
Säure enthidt 

Es versteht dch wohl von sdbst, daß die 
auf maßanalytischem Wege erhaltenen Resoltato 
durdi dne Prüfung der verwendeten PHIparato 
auf gewichtsanalytischem Wege kontroUert 
wurden. -P- 

Bariomohlorid, 

das schon früher an Stdle der DigitaHs ab 
Herzmittd empfohlen worden ist, wurde 
von K Schaedel (Deutsche Med. Z^. 1903, 
170) neuerdings nach dieser Richtung hin 
geprüft Die bidier damit erzidten Erfolge 
sind stets günstige gewesen. Die Gaben 
betrugen meist 0,02, 0,03 und 0,05 g 
zweimal täg^ch mit Milchzucker genüsdit 
izwd Stunden nach dem Essen. — a— . 



201) 



Pharmakognosie. 



Deber das ätherisohe Oel von 
Asarmn arifolium. 

Die Blätter nnd besonders die Wurzeln 
der imerikaniachen Pflanze Asarnm arifolimn 
besitzen einen angenehmen ^ aromatiBchen 
Geroch; der an SaBsafrasGl erinnert Ans 
der Wnrzel konnte E, R. Miller (Archiv 
d. Pharmade 1902, 371) 7 bis 7,5 pGt 
des angewandten Troekengewiehtee an äther- 
iMhem Oele gewinnen. Es war schwerer 
wie Wasser, drdite die Schwingungsebene 
des polarisierten Dehtstrahles nach links 
oad war in Alkohol, Aether, Chloroform, 
Bttizol, ESsessig, Methylalkohol und Amyl- 
aJkohol leicht in allen Verhftltnissen löslich. 
Mit Schwefelkohlenstoff, Essigftther, Petrol- 
Über und TerpentmOl gibt es eine trttbe 
Misehung. Conoentrierte Schwefelsäure lOst 
das Oel wie das Sassafrasöl mit intensiv 
roter Farbe. Durdi Schflttehi mit Kalilauge 
fieferte es eme geringe Menge eines phenol- 
artigen Eöipers, der aus Eugenol und noch 
emem anderen, nicht weiter identificierten 
Phenole bestand. Bei der fraktionierten 
Destillation des von Phenol befreiten Oeles 
wurden I-Pinen und in der Hauptsache Safrol 
gewonnen. In den unter vermindertem Druck 
erhaltenen Fraktionen wurde Methyleugenol 
nnd Methyhsoeugenol nachgewiesen. Die 
hochsiedenden fVaktionen waren sämtlich 
optisch aktiv und zwar rechtsdrehend, eine 
figenschaft, die wahrscheinlich auf das Vor- 
handensein eines Sesquiterpenes zurflckzu- 
{ftfaren ist. Außerdem wurde noch das Vor- 
handensein von Asaron festgestellt, welches 
beim Stehen in der Kälte zu einer krystalli- 
oisehen Masse erstarrte. Asaron ist nun- 
mehr in nachgenannten Pflanzen festge- 
itellt worden, nämlich in den Blättern 
ron Piper angustifohum, in den Wurzeln 
von Asarum europaeam, sowie arifolium und 
neaerdings in dem Rhizome von Acorus 
Galamus. P, 

Harba Equiseti aroensis 

WTude von Alters her als gelinde zosammen- 
ziehendes und haintreibendes Mittel benützt. 
Bie Pflanze besitzt aber auch blutstillende 
Wirbmg; Han-PuUchkin bedient sich des fein- 
gepulverten Krautes, von dem er einen Eßlöffel 
^ mit einer Trasse heißem Wasser aufgieHt. 
TSgiich 2 bis 3 Tassen zu trinken. 



Ueber das Vorkommen von 

Strophanthin, Cholin und Trigo- 

nellin in der Wurzel von Stro- 

phanthus hispidus. 

Die Wurzeln von Strophanthus hispidus 
sind Aber meterlang, 2 bis 3 cm dick, 
dickfleischig, hin und wieder gabelförmig 
geteüt und in Abständen von 1 bis 4 cm 
einseitig oder vollständig wurstfOrmig ein- 
geschnürt Ein Querschnitt der von einer 
dicken, hellbraunen EoiUage bedeckten 
weißlidigranen Rinde, die einen scharfen 
unangenehmen Oerudi und sehr bitteren 
Geschmack hat, nimmt mit emem Tropfen 
concentrierter Schwefelsäure vorflbergehend 
eine blaugrQne Farbe an, welche später m 
eine braune flbergeht. Der Holzkörper gibt 
dagegen keine Strophantinreaktion. 

Als Ausgangsmatorial der von W. Karsten 
(Berichte d. D. Pharm. GeseUsch. 1902, 239) 
vorgenommenen Untersuchung diente die 
vom Holzkörper befreite, zerkldnerte Rinde, 
die 0,6 bis 0,7 pro mille Ausbeute an Stro- 
phantin lieferte. Das so erhaltene Strophantin 
bildet nach dem Trocknen em amorphes^ 
neutral reagierendes, hygroskopisches Produkt 
voi stark bitterem Geschmacke, in Alkohol 
und Wasser leicht löslich, unlöslich in Aether, 
Chloroform und Petroläther. Mit concentrierter 
Schwefelsänre färbt es sieh dunkelrot. Bei 
der Hydrolyse des Strophantins wurde 
Strophanthidin als hellgelbes, amorphes und 
— obwohl un Wasser unlöslich — hygro- 
skopisches Produkt erhalten, das in Alkohol 
und Eisessig leicht löslich, in Chloroform 
schwer löslich und in Wasser, Aether und 
Petroläther unlöslich ist. Der Schmelzpunkt 
der wasserfreien Substamz liegt bei 180^. 
In concentrierter Schwefelsäure löst es sich 
mit ziegelroter Färbung, die lange Zeit 
bestehen bleibt. Beim Verdflnnen fällt es 
weiß wieder aus. 

Der bei der Bildung des Strophanthidms 
gebildete Spaltzucker ist wahrscheinlich 
Rhamnose. 

Die Untersuchung der stickstoffhaltigen 
Körper ergab, daß dieselben aus Cholin und 
Trigonellin bestanden, die beide in erheblicher 
Menge in der Wurzel vorhanden sind. P. 



210 



BOohersohau. 



Meyer'f Oroifei KoAveriations-Lezikon. 
Ein NachBchlagewerk des allgemeinen 
Wissens. Sechste; gänzlich neubearbeitete 
und vermehrte Auflage. Mit mehr als 
11 000 ^Abbildungen im Text und auf 
über 1400 Bildertafeln , Karten und 
Plänen, sowie 180 Textbeilagen. Erster 
Band (A bis Astigmatismus) und Zweiter 
Band (AstUbe bis Bismarck). Leipzig und 
Wien, Bibliographisches Institut 1903. 

Das „moderne" Eonversations-Lexikon ent- 
spricht nicht mehr dem durch die Benennung 
eigentlich gekennzeichneten engen Begriffe, ,,8toff 
und Stütze für die Unterhaltung über Staats- 
und gelehrte Sachen in geselligen Kreisen zu 
bieten;" es ist yielmehr ein „Naohsohli^ewerk 
des allgemeinen Wissens" geworden. So hat 
auch das jetzt in sechster Auflage neuerscheinende 
Ife^er'sche Eonversations-Lexikon (von dessen 
Begründern und Herausgebern in jahrzehnte- 
langer Arbeit unter der Unterstützung von zahl- 
reichen Mitarbeitern aus allen Gesellschaftskreisen 
vortrefflich ausgebaut) längst aufgehört, nur ein 
gefälliges Auskunftsmittel für die Unterhaltung 
des Laienpublikums zu sein. Das Werk will 
vielmehr der Vertrauensmann der Familien, wie 
der Gelehrten weit sein, es gehört nicht nur in 
die Hausbibliothek, auch der Fachmann kann 
dasselbe in seiner Bücherei nicht entbehren. 

Von den größeren Artikeln, welche die Pharmacie, 
Chemie, Botanik oder verwandte Gebiete in den 
vorliegenden zwei ersten Bänden bebandeln, sollen 
folgende erwähnt werden: Alaun, Ahorn, Birke, 
Laubbäume im Winter, Arzneipflanzen, Bienen- 
zucht, Ameisen, Ameisenpflanzen, Bandwürmer, 
Ammoniten, natürliche Aussaat (Vorrichtungen 
zur Verbreitung der Pflanzensamen), Bier und 
Bierbrauerei mit Abbildungen in Schwarzdruck, 
ferner Aquarien, Bakterien, Araceen, Apfel, Birne, 
Algen, Arktische Fauna, Aethiopische Fauna, 
Australische Fauna, Beerenobst, Alpenpflanzen 
mit vorzüglich ausgeführten bunten Tafeln. 

Bei dem Artikel Apotheke (8. 629, 1. Spalte 
unten) ist zu bemerken, daß nicht nur in Bayern, 
Württemberg, Baden und Braunschweig, sondern 
auch in S a c h s e n die Apotheken-Concession nach 
dem Ableben oder Ausscheiden des Inhabers an 
den Staat zurückfällt und von diesem jetzt nach 
öffentlicher Ausschreibung neu vergeben wird. 

Bei demselben Artikel (S. 629, 2. Spalte, Mitte) 
ist zu dem Satze : „üntei bleibt die vorgeschriebene 
Eennzeichnung (nämlich der beabsichtigten Uebcr- 
Bchreitung der Höchstgabe durch das Zeichen!), 
so hat sich der Apotheker nach den gegebenen 
Vorschriften zu richten" zu bemerken, daß für 
den angedeuteten Fall merkwürdiger Weise keine 
ausreichenden amtlichen Vorschriften bestehen, s. 



Die Patina. Ihre natflriiche und kfinstKehe 
Bildung auf Kupfer und dessen Legier- 
ungen. Bearbeitet von Dr. L. Vanim 
und Dr. E. Seitter, Gh^niker. Wien, 
Pest, Leipzig 1903. A. BarÜeben'% 
Verlag. Preis Mk. 0,80. 
Wohl wenig Menschen wird es geben, die 
beim Anblick von mit Patina überzogenen 
Dächern und Denkmälern dieselben nicht be- 
wunderten. Je älter das Gebäude oder die 
Gestalten, desto schöner die Patina, aber auch 
um so tiefer ist der Eindruck für uns, wenn 
wir an die Zeiten denken, die an ihnen vorüber- 
gerauscht. Der heutigen rastlos vorwärts eilenden 
Menschheit dauert es zu lange, bis sich dieser 
üeberzug von selbst gebildet hat*), sie will ihn 
früher haben, um den Anblick schon bei Leb- 
zeiten zu genießen. Dieses Streben ist aber, 
wie so vieles, nicht allein der Neuzeit eigen, 
sondern auch schon im Altertum vorhanden 
gewesen. Damals, wie heute, hat man es ver- 
standen, Metallilächen künstlich mit jenem 
blauen bis ins grüne, oder auch den dunklen, 
braunen, matten Üeberzug, der ihnen das Aus- 
sehen eines altehrwürdigen Gegenstandes verlieh, 
zu überziehen. 

Li diesem kleinen Büchlein haben die Ver- 
fasser alles über Patina wissenswerte zusammen- 
gestellt. Zunächst die natürliche Bildung und 
dann die künstliche Erzeugung. Zu letzterer 
sind eine Reihe von Vorschnften gegeben, denen 
sich solche von Lacken anschließen. Da die 
Mehrzahl der hier gegebenen Mitteilungen meist 
so verstreut in der Literatur veröffentlicht sind, 
so war dies allein schon ein Verdienst der 
Verfasser, dieselben als Sammelweric zu bringen. 
Da wir aber auch sonst über die Geschichte der 
Patina und ihre Entstehung in ergiebiger Weise 
unterrichtet werden, so möchte doch die all- 
gemeine Aufmerksamkeit auf diese Schrift 
gelenkt werden, weil sie dieselbe in reichem 
Maße verdient und seine Anschaffung im Ver- 
hältnis zu dem Gebotenen eine geringfü^ge ist 



Freislisten sind eingegangen von: 

«7. D. Biedel, Großdrogenhandlung in Beriin 39, 
über Drogen, chemisch - pharmaceutische Prä- 
parate, Rea^entien, Specialitäten, homöopathische 
Arzneimittel. Angehängt ist ein „Mentor'^ für 
die Namen neuerer Arzneimittel usw. 

Reichold db Co., chemische Fabrik in Binningen 
(Schweiz) und Si Ludwig (Elsaß), über Guajakol- 
präparate, Morphinpräparate usw. 



*) Lifolge der jezt gebräuchlichen EohleD- 
feuerung überziehen sich Kupfer- oder Bronce- 
gegenstände, die in unseren Städten anigestellt 
sind, statt mit grünem Edelrost (Patina), mit 
schwarzem Schwefelkupfer. Schriftleitung. 



211 



Versoliiedena Mitteiliiiigeii» 

dationen hervorzurafen, deren Schlaßergebnis 
naeh dem Vorhergeeagten das positive Bild 
ist^ vorausgesetzt, daß man als Reaktions- 
schicht photograpbisches Papier verwendet, 
an dessen Biidsdücht der Sauerstoff Silber 
ausfällt Vg. 

Tägl Rundseh. dureh. Süddeuiseh. Äpoth.'Zeü, 
^___^^ 1903, 61. 



Zur SteUimg der Apotheker 
gegenüber den Eurpfüsohem 
und Oeheimmittel- Fabrikanten. 

Der Verein der Apotheker Dresdens und 
der Umgegend hat in seiner Sitzung am 
24. Februar 1903 naehstehende Resolutionen 
tngenommen : 

1. Die Yenammlung spricht ihre 
Ansicht dahm aus, daß die Unterstützung 
Ton Kurpfuschern durch direkte Oe- 
adAftBverbindungy Versendung von Arz- 
neien derselben an Patienten usw., der 
pharmaeeutisehen Standesehre nicht ent- 
spridit 

2. Die Versammlung spricht die 
Hoffnung aus, daß von den Mitgliedern 
des Vereins die Verwendung von Ein- 
wickelpapieren der Geheimmittel- 
Fibrikanten in Zukunft vermieden 
werde. 

Eatatypie. 

Unter Eatatypie versteht man das Photo- 
gnphieren ohne lacht; d. h. die Bilder- 
ImteUung unter Anwendung kataiytischer 
Vorgänge, indem wahrend des photograph- 
iKhen P^cee8es ein chemisch nicht aktiver 
Körper dne chemische Veränderung, Oxy- 
dation, einleitet In einer Photographie ge- 
nfigen die geringen m der Biidschicht vor- 
handenen Mengen von Platin (Platinpapier) 
oder Silber (Bromsilberplatte); um katalytische 
^kungen auf eine daraufgeiegte, bezw. 
gedrückte Reaktionaschicht, womit ein Papier 
entsprechend tiberzogen ist, auszuQben. Da 
diese Reaktion sich nach der Menge des auf 
der Photographie- lagernden Katalysators 
nebtet, diese Menge aber von Licht und 
Sdiatten des BOdes abhängt, so ergibt sich, 
daß als Resultat des Vorganges eine Kopie 
des Bildes in der Reaktionsschicht entstehen 
muß. Nun ist eines der auf wirksamste Art 
kataljtiseh zu beeinflussenden Stoffe das 
Waaaerstoffperoxyd, das bei seinem Zerfall 
Sauerstoff entwickelt Man ist also in der 
Uige, indem man em photographisches Negativ 
mit einer ätherischen Lösung von Wasser- 
itoSperoxyd benetzt, in der darauf ge- 
drtekten Reaktionsschicht lokalisierte Oxy- 



Deutsohe Pharmaoeutischa Oesellschaft. 

Tagesordnong für die am Donnerstag, den 

2. April 1903, abends 8 Uhr im Hestauraot 

„Zum Heidelberger^^ (Ehigang: Dorotheenstraße) 

stattfindende Sitzung. 

Herr Prof. Dr. P. Preuß, früherer Direktor 

des Botanischen Gartens zu Victoria in Kamerun: 

Bisherige Ergebnisse und Aussichten der 

deutsohafrikanischen Eoltaien. 



76. Yersanunlung Deutscher Haturforsok«r 
und Aente ia Cassel. 

20. bis 26. September 1903. 

Der Vorstand der Abteilung (13) für Phar- 
macie und Pharmakognosie ladet zu den 
Verhandlungen der Abteilung ein. 

Da den späteren Mitteilungen über die Ver- 
sammlung, die im Juni zur Versendung gelangen 
sollen, bereits ein vorläufiges Prognunm beigefögt 
werden soll, so bittet der Vorstand, Vorträge 
und Demonstrationen — namenÜich solche, 
die in Cassel größere Vorbereitungen erfordern — 
wenn möglich bis zum 15. Mai bei Herrn 
Medicinalassessor Looff anmdden zu wollen. 
Vorträge, die erst später, insbesondere kurz vor 
oder während der Versammlung angemeldet 
werden, können nur dann noch auf die Tages- 
ordnuns kommen, wenn hierfür nach Erledigung 
der frimeren Anmeldungen Zeit bleibt-, eine Ge- 
währ hierfür kann dsSier nicht übernommen 
werden 

Die allgemeine Gruppierung der Verhandlungen 
soll so stattfinden, daß Zusammengehörendes 
tunlichst in derselben Sitzung zur Besprechung 
gelangt, im übrigen ist für die Reihenfolge der 
Vorträge die Zeit ihrer Anmeldung maßgebend. 

Da auch auf der bevorstehenden Versammlung, 
wie seit mehreren Jahren, wissenschaftliche 
Fragen von allgemeinerem Interesse soweit 
möglich in gemeinsamen Sitzungen 
mehrerer Abteilungen behandelt weiden 
sollen, so wird gebeten, Wünsche für derartige, 
von Abteilung 13 za veranlassende gemeinsame 
Sitzungen ebenfalls an Herrn Medicinalassessor 
Looff gelangen lassen zu wollen. 

unterzeichnet ist die Einladung von den Herren 
Looff, Nagdl, Thomas, Orethen, Haas. 



Y«riflfer und TenuktwortUehor Lei(«r Dr. A. Sell]iel4«r in DrMden. 



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Ferratose 

Jod-'Forratoso 
Galinssanre 




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Clycerin 
GDQjacol 
Jodpräparate 

Lactophenin 

Horpliinm 

Papaln 

Plienacetin 

Pilocarpin 

Pyrogalinssflore 

Resorcin 

Salicylsänre ond 

Präparate 
Santonin 
Stryclinin 
Terplnhydrat 
Tlieopliyllin und 

Salze 
Yeratin. 



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^ oitronensaura und weinsaure ^Salze, 

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Dresden, 9. April 1903. 



Der neuen Folge XXIV. Jahrgang. 



XLIV. 

Jahrgang. 



IllWt: Ckmmie etld Pk irniael«: Syntlieseti in der Troplngruppe. — Aaslegung phannftceatlseher GeseUe. — 
Hippriaia- DiMl 2HnkperozjdlMUig^ Pr&p«rate. — AlkoholbMUmmang in Arxneimiiteln and EMvns-n. — Anwend- 
iBg 4ta Obobs tat Bi'iQigung von TrinkwMwr. -^ Mlkrocbemische Reaktion snin Nachwels fetteu Gels. - Jodo- 
aettto dv PeMxrde von Caldom, StronUam, Baryom, Magn« tium and Natrlan. ~ Nachweis roo Blutfarbstoff im 
Bara. — NfMMr PKwe[) rar Gewinnans Ton CitroneniAore — Specialitäten. — Naanuasaiittcl-Clieaile. — 
MMrfielogiMlie imeltimgee. — Therftpffetlselie MItteiiiiDcen- — Bttehertchen. — YenrelüedeBe Mit- 

teilwigen. 

Chemie und Pharmaeie. 



Synthesen in der Troplngruppe. 

Wir haben in Früherem über die 
Konstüntion^) und Synthese^) der 
wichtigen Alkaloide Atropin und Cocain 
Mitteilung gemacht nnd berichten heute 

L 0eber eine sweite Synthese des 
Lüre^idüu. 

Auch diese wurde von R. Wiüstätter 
ausgeführt (Man yergl. Ann. d. Chem. 
SM [1903], 1.) 

Sie geht aus vom a-Methyltropidin, 



dessen synthetische Bildungsweise aus 
Suberon früher^) erörtert wurde. Läßt 
man auf das Salzsäureadditionsprodukt 
des a-Methyltropidins Natriumbikarbonat 
in wässeriger Lösung bei gewöhnlicher 
Temperatur einwirken, so wird das 
Chloratom gegen Hydroxyl ausgetauscht^) 
und es entsteht das v'-Methyltropin, in 
allen charakteristischen Derivaten mit 
dem Alkamin aus v'-l^opii^^) überein- 
stimmend : 



»(CHb)2 

C!Hr-CH— CH 



mit HCl 



N(CH8)s 



CHg — CH^ CH 



=i. 



CHg— CH=CH 



N(CHs)8 

I 
CH2 — CH — CI12 

I 
CH.OH 

CH2-CH=CH 



Das Methyltropin liefert durch An- < in das schön krystallisierende quaternäre 



lagerung von Brom ein Dibromid, welches, 
aos seinen Salzen in Freiheit gesetzt, 
8^<m bei gewöhnlicher Temperatur 
leicht durch intramolekulare Alkylierung 

Bu C. Se [18d8], 219 und 40 [1899], 84. 
«) Ebenda 42 [1901], 713. 
') Ebenda 4d [1901], 715. 



Ammoniumbromid übergeht nach dem 
Schema: 



4) Ein geringer Teil der Hydrochlorbase 
isomerisiert sich zum TropidiDchlormethylat. 

*) Bei dem Abbau von Tropin und t;;-Tropin 
duroh Methylierung nach A. W. Hofmaim ent- 
stehen zwei geometrisch isomere Alkamino, 
welche als des-Methyltropin und v'-Methyltropin 
bezeichnet werden. 



214 



CH« 



N(CH3^2 
CH CH2 



CH.OH 



OH2 CH GH2 

i /CH, 



CH2— CHBr-CHBr 






CH, 



N^CH, 
I^Br i 

CH CHBr 



OH 



Bei der Behandlang mit Zinkstaub ! Dabei treten Brom und Hydro^lgroppe 



und concentrierter JodwasserstofEsäure 
wird das bromierte Ammoniumsalz anter 
Erhaltung des Tropanringes reduciert. 

CHs CH CHBr 



zugleich aas und es entsteht Tropidin- 
jodmethylat. 



CH, 



CH 



CH, 



I /CH, I 
Nf CH, CHOH + Hg 
|N I 
-CH-^CH, 



-CH 

N^CH. CH 



CH, 



CH- 



CHaÖH +Hßr +H2O 



-CH2 



Das Jodmethylat wird in bekannter 
Weise in das Chlormethylat tibergeführt. 
Das letztere liefert bei der Destillation 
unter yermindertem Druck das Tropidin. 

II. Synthese des Tropins. 

Das Tropidin läßt sich in y-Tropin 
umwandeln, wie schon früher^) kurz 
erwähnt wurde. Der Weg von der 



ungesättigten Base zum Alkamin fahrt 
über ihre HalogenwasserstofiEadditioiis- 
produkte. Das Bromwasserstoffadditions- 
produkt des Tropidins, das (3)-Brom- 
tropan liefert, wie Willstätter^) gefunden 
hat, am besten beim Erhitzen mit 
Schwefelsäure im Einschlußrohr auf 
200 <> das v'-Tropin. 



CH, 



CHo 



-CH CH2 

I I 

N.CHs CH.Br 

I I 

-CH CH2 



CH2 CH- 



-CHg 



CHa 



I 

N.CH3 CH.OH 

I 
-CH CH« 



Dadurch ist die Synthese des t/^-Tropins 
und auch die des Tropins vollständig 
geworden, da v-Tropin sich nach einer 
Untersuchung von R. WiUstätter und 
F. Iglauer^) durch Oxydation zu Tropinon 
und Reduktion des Ketons mit Zink- 
staub und concentrierter Jodwasser- 
stoffsäure in Tropin überführen läßt. 

Die Bildung der beiden Alkamine 
bedeutet, wie WiUstätter hervorhebt, die 
totale Synthese der Solanaceenalkaloide 
Atropin, Atroparain und Belladonin, 
welche bekanntlich Ester des Alkohols 
Tropin mit Tropasäure und Atropasäure 
sind und nach A, Ladenburg's Unter- 
suchungen aus den Komponenten durch 
Esterificierung dargestellt werden können. 
Die Synthese des Hyoscyamins, das sich 
nach den Arbeiten von Oadamer^) eben- 
falls aus inaktivem Tropin und aus 
1-Tropasäure zusammensetzt, ist sehr 
nahe gerückt. Ein Cocaalkaloid, das 



Tropacocain, ist der Ester von v-Tropin 
mit Benzoesäure; da es sich nach C. 
Liebermann^^ aus diesen Bestandteilen 
leicht zusammensetzen läßt, so ist es 
gleichfalls auf vollständig synthetischem 
Wege zugänglich geworden. 

III. Die gesamte AtropinsyAthefe stellt 
sich nunmehr in folgender Weise^*): 

1. Synthese des Glycerins (Faraday^ 
Kolbe^ Melsens, Boerhave, Friedet und 
Silva) . 

2. AusGlycerin: Glutarsäure (Berthelot 

«) Ph. C. 42 [1901], 717. 

7) Ber. d. deutsch, ehem. Ges. .14 [1901], 3163- 
Ann. d. Cham. 326 [1903], 23. Man vei^. auch 
Ä. Ladenburg Ber. d. deutsch, ohem. Qes. S5 
[1902], 1159, 2295 und 2538. 

*^) Ber. d. deutsch, ehem. Gos 88 [19001, 1170. 

») Arch. d. Phann. 239 [1902], 294. / 

W) Ber. d. deutsch, ehem. Ges. 34 [1891], 2336. 

11) Diese ZusammensteUung wurde von Ä. 
Ladenhurg gegeben; man veigl. Ber; d. deutsch, 
ohem. Ges. 8-> [1902], 1162. 



Öl5 



I 



1 



Ond de Luca, Cahaurs und Hofmann, 
ErlmmeyeTy Lermantoff Oikl Markow- 

3. Olatarsäure in Snberon {C. Brown 
und Walker f BoussingauU) , 

4. Snberon in Tropidin (Willstätter) . 

5. Tropidin in Tropin (Willstätter, 
Ladenburg). 

6. Synthese der Tropasäure {Berthelot, 
Yiüig und Toüens, Friedet, Ladenburg 
md Rüghdmer), 

(Mi- CH CH.COOH 



CHg 



N.CHsCH.OH 
-CH— CHo 



Eogonin = 
/?-Carbon8äaie des Tropins. 

Noch bevor in diesen Einzelheiten 
Eonstitation des Ecgonins klargelegt 
rorden war, bot das Tropinon schon 
Aasgangsmaterial für den ersten 
'ersuch einer Ecgoninsynthese^^. Die 
lusäore - Anlagerung fährte zum 
Ecgonin von der Formel: 

CHg CH -CH2 



N.CHs C<^ 



CH«- 



l 



H- 



I ^COOH 
CH2 



a-Cocain, zu Verbindungen, welche 
Habitus beträchtliche Aehnlichkeit 
dem natflrlichen Cocain und seinen 
bkOmmlingen aufweisen, die aber die 
tationelle Verschiedenheit in 
ichen Beaktionen erkennen lassen. 
Nunmehr ist es Wübtätter und Bode^^) 
gdungen, mittelst der Einwirkung von 
Sohlensäure auf ein Alkalisalz des 
Ülropmons und durch darauffolgende 
Beduktion des Reaktionsproduktes, die 
Alkamine der Tropangmppe in eine 
»nsäUre, ein Ecgonin, äberzu- 
Da das Ausgangsmaterial auf 
ithetischem Wege zugänglich geworden 
üit, so ist damit die vollständige Syn- 
fliese eines Cociüms durchgeführt, welches 
Idnsiditlich seiner Struktur mit dem 
natfirlichen Cocain identisch ist, sich 




7. Aus Tropin und Tropasäure: Atropin 
(Ladenburg) . 

lY. Synthese von r-Cocain. 

Durch R. Willstätter und W. Müller^^) 
ist nachgewiesen worden^ daß im Ecgonin 
das Hydroxyl den nämlichen Ort ein- 
nimmt, wie im Tropin und daß sich 
die Carboxylgnippe am benachbarten 
Eohlenstoffatom befindet. Demzufolge 
findet die Eonstitutionsauffassung von 
Ecgonin und Cocain ihren Ausdruck in 
den Formeln: 

CHg CH CH.COOCH3 

i I i/H 

I N.CHs c<; 

1 I i^O.CO.CeHft 

CH2 CH - CHg 

Cocain 1= 
Benzoylecgoninmethylester 

von diesem aber durch seine optische 
Inactivität unterscheidet. 

Tropinonnatrium, in Aether suspen- 
diert, verbindet sich bei gewöhnlicher 
Temperatur mit Kohlensäure zu einem 
Produkte, das glatter bei gleichzeitiger 
Einwirkung von Natrium und Kohlen- 
säure auf das Aminoketon entsteht. Das 
rohe tropinoncarbonsaure Natron liefert 
bei der Reduktion mit Natriumamalgam 
in kalt gehaltener, stets schwach saurer 
Lösung ein Gemenge zweier isomerer 
Verbindungen von der Zusammensetzung 
des Ecgonins (CgHuON . COOH). 

Das eine Reaktionsprodukt, das ge- 
wöhnlich nur den fünften Teil des Ge- 
menges ausmacht und mit Hülfe seines 
in Alkohol leichter löslichen Chlorhydrats 
isoliert werden kann, ist ein wahres 
Ecgonin. Es Lst ein S