(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Pharmazeutische Zentralhalle für Deutschland"

Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commcrcial parties, including placing technical restrictions on automatcd qucrying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain from automated querying Do not send aulomated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogX'S "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct andhclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers reach new audiences. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http : //books . google . com/| 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch fiir Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .corül durchsuchen. 



■1 



^Thie woi K I. ... t t o cunnltad 
b tbe BMton Medical lilam 





Ji 




>.%, 




\»»/. 


P 


^ 



r 



^ Ufew York "^ 



Lohnender Handverkaufsartikel. 
>=^ Johnson A Johnson 's '<! 

Capsicin-Pfiaster 

)8 2 Dubend Pflaster )n einem Garten, Jedes Pflaster In einem Umschlas mit 

EMirauchsanweisuflg. 

Billigstes Original Amsrikanisohes Capaioin-Pfllastep. 

Unster TOD Päastem and illustrirte FreislisteD mit güostigsten Bezogsbedingungen 
gratis und franco. 

:6»nenU-Vertr«tor: 

Leopold Enoch, Hamburg VH. 



Fabrikfli: 

New-Brunswick. N. J. U. S. A. 



tA. <:j % '/ acj hei 



T«r«lnlgto ChlnlnfsbrikvB 

ZIMMER & Co., FRANKFURT A. M. 



EUCHININ 

•ntbittoPtos Chinin. 

SALOCHININ 

Antinetipalgieum* 

EUNATROL 

Cholagogum. 

VALIDOL 



EUPY|Ri,N 

A nti pyrotlou m. 

RHEUMATII 

Antlpli«umatleum> 

FORTOIN 

Airtitfarrhoiouni. 

UROSIN 



DYMAL 



airtlaaptlaohas Wundstraupulvsp. 

Llttcntoi DDd lU« MDilifCD IM«1I( ni Diuuton. 

Fernere Speetalitlton: 
Chinin, iClilnin-Parleii, Cooftln, GaffislD, Bxtracfa, Jodprkpuate etc. 



fi^. ikiU VV üi-j Hi 



Pharmaceutische Centralhalle 



fOr Deutschland. 



(Gegründet Ton Dr. Hermann Hager 1859; weitergefflhrt 
Ton Dr. Ewald Geissler 1880 bis 1894.) 



Herausgegeben 



TOO 



Dr. Alfred Schneider. 



i -' 



XLIII. Jahrgang. 

(Der Neuen Folge XXni> Jahrgang-) 

190'^ 



V t 



• * » 



• m i 



. nt » » § 




« ^ * < * 



» < 



. : • • : •. 



Dresden 1902. 

Verleger: Dr. A. Schneider, Dresden. 

In Oommiaaon bei Jolinfl Springer, Berlin-N., Monb\joaplatz 3. 



/ J 



> > 



• •• • 

• • • t • I 





• ••• 


• 


• 






• • 


V 


• 




• •• • 


m 


• 




• •! "••! 


m 


• 






* 


* 





• • • 



.: . 



» • 






» 



Inhalts-Verzeich niss 



des 



XLIU. (Neae Folge XXIIL) Jahrganges 1902 



der 



Pharmaceutischeo Oentralhalle für Deutschland. 

Zasammengestellt von 0. Hof«QajMi. 



* bedeutet mit Abbildnog. 

A. 

jibsiiitli (Liqneur), Analyse 6. 
ihngtaAtkter nach Hanek 378. 
leetoB-Chlorofomi^ Eigenschaften 149. 
AeetoBtiilflt^Bsyer, Eigenschaften 274. 
AeetopjrlB, Beceptfonnel 150. 
Aeetoioii siehe Benzozon 388. 
Aeetyleiu OxydationsverHaohe 227. 

— Reinigung dess. 288. 
AeetylaaUeyMore ^Heyden*« 451 

in Tablettenform 456 

Addofvf», Bestandtheile 270. 
Aeldnn ehromleiim puriss. 150. 

— ettrleum, Gewinn, in Mexiko 275. 

— hydiDehlorlenm D. A. lYJ Neutralisations- 

punkt 387. 483. 
Aeeuitliie des Handels, Wirkungswerth 150. 
AdrenallB, Bereit, u Eigensoh. 49. 

— Formel u. Wirkung 163. 
iente-YeneieliiilBse, Beachtung der officiellen 

A. 153. 
AeseordA, Anwendung 515. 
Aether, WSgbarkeit des Aothers 485. 
AetlMT, Beetimm. des Alkohols 24. 

— Beinigen u EntwXsaern 186. 

— Explosivität dess. 318. 

— oxonlsatiis, Zusammensets. 515. 
Aetho-Methyl^ Zusammensetz. 628. 
AeknnitleltrSger, neuer nach Lewin 129. 
Afril« Eigenschaften 390. 
AMdi-Waehfl oder Boghan 655. 
Agar-Agar, Abstammung 271. 

chirurgische Verwendung 159 

Agar ^eydcn'^, Bestandtheile 632 
AgarlelBsftare u. deren 8alae 251. 
AgglHtine, Begriff 410. 
AguriB, Eigenschaften 275. 
Akrolda, verbind, mit Proteinstoffen 3L0. 
Aiaglii, ZusammeDseta. 567. 
JÜamiii-OiieeiDBiiberi Zusammensetz 515. 
Alaun, Vergiftung mit A. 841. 
Alboferrln, Eigenschaften 275. 
llbuDeii OtI deeum, Prüfting 415. 
Albimfa aus Eigelb, Eigensoh. 128. 



Albumose nach Hundhausen 298. 
Aldehyde, neuo Reaction nach Rimini 79. 
Aletiis Cordlal, Anwendung 515. 
Aleuronat y^nen^, Zusammensetz. 263 324. 

Präparate damit 298. 

Alexine, Begriff 400. 
Alinit, Knollchenbakterien 271. 651. 
Alkalipersulfiite, Bestimmung 68. 
Alkaloide, farbige 227. 

— Ausschüttelung ders 172. 

— Bestim. ihrer Löslichkeit 282. 

— Bedeut. ders. in den Pflanzen 231 

— vergleich. Untersuchung der Methoden zum 

Nachweis der A. 375. 
Alkohol, Farbenreaction auf A. 609. 

— absolntus. speoif. Gewicht 376. 
Alkohole, Giftigkeit ders. 573. 

— Wirkung auf den aiteriellen Blutstrom bei 

äusserlicher Anwendung 33. 
Alkoholfreie Oetrttnke, Begriff 597. 

Herstellung ders. 508. 

Allophylns edolte, Gebrauch 270. 
Alloxan, als Reagens 472. 
Aloe, neue Reaotion 367. 

— Ursache der Elunge'schen Reaction 193. 

— erweiterie Prüfung 436. 

— Beschreib, der Uganda- A. 431. 
Aluminium, Zusatz von Phosphor 365. 
Alveloz-MUeh, Abstamm. u. Anwend. 515. 
Amarol = Ingestol 515. 
Amidopvrln = Pyramiden 350. 
Ammoniak, festes, Darstellung 119. 

— Bildung durch Elektrioität 121. 

— Nachw. durch Kupfersulfatfiltrirpapier 549. 
Ammonlnn^odld, Bräunung zu verhüten 66. 
Ammonlnn^odlde, organische, Wirkung 325. 
Amphotere Reaction, Bedeutung 336. 
Ampullen für Diphtherie-Heilserum 404. 
Amylarin, Bildung 325. 

Am.Yloform, Fabrikant dess. 322. 
Amylsaliejlat, Eigenschaften 151. 
Anabanum, Bestandtheile 39. 
Anaesthesin „Ritsert^, Eigensoh. u. Anwend. 
307. 325. 

Präparate damit 628. 

Anaesthet. Mittel von Gh. Fischer 619. 
Anaeathin = Anaesthel 39. 



IV 



Anal, Bestandth. u. Anwend. 5^5 

Analan, Beetandtheile 515. 

Analffol, Zahnwatte 653 

Anamyl-Brot nach Sarason 405 

Anaspalin, Bestandtheile 515. 

Anatom. Präparate, Conseryirang mit Form 

aldehyd 514. 
Aneson od. Anesln 149. 
Anethol, ein angeblich ausgiebigeres 233. 
Anstriche, wasserdichte n. wasserfeste 59 
Anthranilsänremethylester, Bestimm. 237. 

— im Neroliöl, Eigensch. 245. 

— analyt Verwendung 278. 
Antiaethylin, Gewinn n. Anwend. 515. 
Antlalbolzen, Bestandtbeile 307. 
Antideenbin, Verwendung 514. 
Antldlphtherin^Wittsteln'« 542. 
Antifermente, Untersuchung 428. 
Antiformin, Eigenschaften 390. 
Antigermin, Eigenschaften 389. 
Antiherpin, Bestandtbeile 516. 
Antlhypo-Kalinrnperearhonat 161. 
Antikol, Be8t.indtheile 516. 
Antimikrobin, gegen Keuchhusten 653. 
Antimon, Trennung von Zinn 535 
Antimorphin ,,Fromme% Bestandtbeile 326. 
Verkaufspreis 334. 

Eigenschaften 467. 

enthält Morphin 607. 

Antipyrin, Regeb bei Verordnung 571. 

— Wirkung auf den Thierkörper 189. 
Antlseptienm nach Cohn 101. 
Antisputol, Anwendung 115. 

— Bestandtbeile 311. 
Antistanpin^ Bestandtbeile 509. 
AntlBtreptokokkensemm, 570. 
AntlByphilis-Westen. Gebrauch 601. 
Antithyreoidin = Thyreoid-Berom 495. 
Antitoxine. Untersuchung 428. 
Apfeiin, alkoholfreies Getränk 622. 
Apfel theo, kalifornischer 13. 

— von Petsch 618. 

Aphitoxin, ein Ungeziefermittel 630. 
AphtUsin, Anwendung 350. 

— Zusammensetzung 516. 
Apiin und Apiose 297. 
Apomorphin, Identitätsreaction 469. 
ApothelLen, über Errichtung von A. 893. 

— Bathgeber beim Kaut von A. 343. 
-- Buchführung 343. 462. 

— Beobachtungen bei RoYisionen 659. 

— Sonntagsruhe in A. 365. 
ApothelLer, Gang der Ausbildung 235 

— Militärdienst betr. 329. 

— Haftpflicht- Veisicherung 386. 

— gewerbliche Lage ders. 395 
ApothelLergehilfen, Zulassung ausländischer 235. 
Apparate, Prüfungsanstalt für A. 179. 
Appert*B Gonservir.- Verfahren 649. 
Appretur, mangelhafte 295. 
Appretnrleim, bestandtbeile 609. 

Aqnm AmTgdalar. dnpl^ Haltbarkeit 415. 

— Caleariae efTerreseens 375. 

~ Cinnamomi, Gehalt an Zimmtsäure 21. 

— Lanroeeraai, Prüfung 415. 

— Magnesiae elferTeseena 375. 



Arabinose, Bestimmung ders. 319. 
Araehistfl, Bellier'sche Reaotion 598. 
Aramina, neue Pflanzenfaser 35i, 
Argemone Mexieana 31. 
Argentnm eolloidale, Heilerfolge 197. 
Artotochin, Formel, Hersteller u. Anwendung 

505 618. 
Axrhenal, Eijrensoh. u. Anwend. 262. 

— Unterscheid, vom kakodyls. Natrium 266. 
Arsen, Fäll, aus AmmoniumoarbonatlOsung 6. 

— Nachw. geringer Mengen von 8b 8. 
Arsenhaemol, TherapeutisoheB 635. 
Arsenik, Abgabe im B^ndverkaaf 289. 
Arsitriol, Zusammensetzung 326. 

ArsynaL Unterscheid, von ko' odyls. Natrium 266. 
Artemisin^ Eigenschaften 65, 97. 

— Oxydationsprodnote 247. 
Arvenol, Sohnupfenmittel 165 

Arzneibneh £ d. Bentaehe Beteli IV., Mängel 

der Nomenclatur 582. 
Arzneien, Besorg, durch Postboten 230. 

— Abgabe durch homöopath. Vereine 281. 
Arzneimittel, Verkehr mit A. 343. 382. 

— Aufbewahr, u Signirung 864. 

— dem Ohr sohädliche 15. 

— neue 5. 39. 64. 108 165. 171. 186. 235. 

246 262. 283 290. 299. 307. 315. 325. 
334 350. 358. 388. 403. 426. 457. 484. 
495. 515. 570. 601. 628. 651. 

Geschichte ders, 499. 

Handelsnamen u wissenscbaftl. Bezeich- 
nung No 21—25. 27—39. 

ErläuteruDg 328. 

Arzneimittelnamen, volksthümliche 513. 

Arzneimittel-Taxe für Drogisten 614. 

Arzneisehränke für Aerzte 625. 

Arzneitaxe, preuasische für 1902 19. 

— Ergänz. T. für Baden 1902 142. 
Asaram eanadense, äther. Gel ders. 70. 
Asbestgeräthe für Krankenbäuser lf8. 
Asearideneier, Erkrankung durch A. 271. 
Asperyillos Aunigatna, Vorkommen 255. 

Aspirin „Beyer^, Untersuchung 451. 

— — in Tablettenform 455. 

Anwend. u. Erfolge 340. 577. 

mit NaCO, gemischt 631. 

Asthmamittel, homöopathisches 48. 

Asthma-Rttaeherpulrer „Vesnv^^ 653. 

Atarsyl, Bezugsquelle 542. 

Atoxyl^ neues Arsenpräparat 171. 284. 

Atropin. methylobromatnm, Anwend. 628. 

— snlftuienm, Schmelzpunkt 275. 
Atrosein, Bezieh, zu Hyosein 47. 
Anenba Japoniea, Untersuchung 70. 
Aadiphon Bemard, Warouog 638. 
Angen, Verletzungen durch Ealk 197. 
Anramin sc gelbes PyolLtanin 516. 
Annun regetabile = Perezon 516. 
Anstem, als Typhuserreger 554. 
AntoelaTen, Bezugsquellen 199. 
Anxil von Mayer, Bestandtbeile 43. 
Arenose, Bestandtbeile. 516. 



B. 

Ba«illiis flnoreMens liquefoeiens 286. 

— nobilis, Beifangseneger des Sohweizerkäses 

140. 
Baekwaaren, verdorbene 42. 
Baeterinm eoll, Yorkommen im Brotteig und 

MeU 575. 
Bakteriell^ Bedeutung in Natur und Technik 

643—651. 

— Nachweis bestimmter B. nach Neisser 304. 
BakterienimmaiiitftL Begriff 408. 
Bakteriologie, ihre Bedeutung 643—651. 
Bakterioljtiflehe Körper, Begriff 410. 
Balina, Leberthrantabletten 601. 

Balsame und Harze, N-Gehalt 178. 
Bals. peraTianum, weisser 273. 416. 
Bandwürmer, Giftigkeit ders. 359. 
Band Wurmmittel von Jungclausen 583. 
Barbiorstnben, Hygiene ders. 169. 
Bamängen'B „Tademeenm^* 630 
Barthel's Benzin-Yerbrennungsofen 463'*'. 
Barjnm^ Beindarstellung 69. 
Basedowsaa^ ein Serum 651. 
BasoU Bestandtheile 516. 
Banme tranqnilie, Yeigiftung 355. 
BaTarIm, ist gemahlener Borax 6)7. 
Beeqaerel-StralileD, Erzeugung 621. 
Beizen, Schwarzbeize für Messing 272. 
Bellier's Beaetion, modificirt 598. 
Beaedietiner-Liqneiir, Nachahmung der Aus- 
stattung strafbar 437 
Bengn^^s schmerzstill. Balsam 296. 
Beniealn, Zusammensetzung 516. 
Benzin, Siedepunkt 275. 

— Prüfung durch Geruch 600. 
Benzingelatine, zur Fleckenreinigung 59. 
Benzin -Yerbrenniinfsofen nach Barthel 463*. 
Benzol, Beinignng von Thiophen 389. 
Benzozon, Eigensch. u. Anwend. 388. 
Berberln, Beziehung zum Canadin 97. 

— Nachweis in Pflanzen 281. 
Bergkrankieit, Ursache ders. 243. 
Bernstein, Erkenn, der Echtheit 501. 
Bertolin, Bestandth. u. Anwend. 350. 
Bie^ Nachw. von Arsen 269. 

— feststellung ob pasteurisirt 250 

— Feststell, von Zuckerzusatz zum Weis^b. 611. 

— Elärmittel nach Däunert 388. 
BierhefeeettlB 358. 

Bierhefetabletten, therapeut Werth 575. 
Biermann^s elektr. Apparate 5. 
Bimsteinalkoliolfleife 258. 
Bindfaden, haltbarer zu machen 602. 
Biammtoee, Anwendung u. Wirkung 195. 
BIsmntnm proteinienm = Blsmntose 

— snbnitrienm, Yergiftung 379. 
Bitnmen, Bestimm in Gesteinen 525. 
Biasengries^ Mittel gegen B. 613. 
BlansSvre, zur Gonservir. von Obst 361. 
Blenorriioi, Protargolgelatine 651. 
BieiweisB, Ersatz duroh Zingolin 366. 
BUtzUehl^ billige HersteUung 100. 
BHtzUeh^tionen, SchadHchkeit ders. 195. 
Bltaen, beschleunigte Gerbung ders. 243. 

— Zusammensetzung des Fettes 265. 



Blut, Bestimm« des Eiweisses 352. 

— Bestimm, der Eiweisskörper 338. 

— Bestimm des Zuckers 237. 

— Gefrierpunktbestimmungen 58. 

— Erkennung von Menschenblut 199. 533. 

— Unterscheid, von Menschen- und Thierblut 

165. 633. 

— der Epileptiker, Eigensoh 211. 

— Yeränderung bei Ballonfahrten 243. 

— Yeränderung bei Yergiftung mit Benzol- 

körpern 256. 

— Zersetzung durch die Hundszecke 500. 
Blntaeidaibamin = Haemalbmidn 516. 
Blutegel, Aufbewahrung ders. 619. 
Boedeker^sche Reaction auf Sulfite 389. 
Bolinenhttlsen-Fluidextraet 154. 
BohrS], wasserlösliches 568. 

Boletol, Gewinn, und Eigensch 123. 532. 
Boletns-Arten, Blauwerden ders. 532. 
Bonformin, Bestandtheile 516 
Bolus, weibl. oder männl Geschlecht? 158. 
Bonifaeiusbrunnen bei Salzschlirf 199. 
Borax. Wirkung auf den Organismus 671. 

— Yerhalten in glycerinhalt. Lösung 189. 
Boroeites, Zusammensetz. 516. 
Borogen, ein Borsäureäthylester 113. 

— Bezugsquelle 628. 

Borsäure, colorimetr. Bestimmung 124. 

— Yerhalten in alkoholischen Lösungen 82. 

— Nachweis in Würsten 536. 

— Giftigkeit zweifelhaft 314. 

— Zulässigkeit als Conserdrungsmittel 459. 

— Wirkung auf den Organismus 211 671. 
Bor-Wasserstofl^roxjdiSsung, Herstell. 359. 
Brandol, Bestandtheile 653. 
Brandwunden, Behandlung mit Brandol 653, 

mit Chorkalk 486, mit KMnO^ 486, mit 

Xeroform 512. 
Brasilian. Heil- und Nutzpflanzen 270. 
Brasilin, Constitution 65. 
Braunolin, Wundheilmittel 5. 516. 
Breslauer üntersuchungsamt 292. 
BriUantine, Yorschriften 344 
Bromal, Nachw. bei Yergiftungen 237. 
Bromeigon« Bromgehalt und Anwend. 306. 
Bromeliia ist nicht = Bromalin 641. 
Bromhaemol, Therapeutisches 635. 
Bromide« Nachweis nach Yiard 470. 

— Einnanme bei kochsalzarmer Nahrung 362. 
Bromipin Merek, Wirkung 187. 
Bromoeoll, lösliches 542. 

Bromofkrina, bromsalzhaltiges Mehl 108. 
Bromoform, Nachw. bei Yeigiftungen 237. 
Bromopan, bromsalzhaltiges Brot 108. 
Bromopyrin« Bestandtheile 516. 
Bromothymin, Bestandtheile 516. 
Bromphenol, Anwendung 516. 
Bromsalz-Tabletten nach Ritter 359. 
Bromtanninverbindungen, geschmacklose 8. 
Brot, Gelinck'sches Brot 499. 

— Anamyl-B. nach Sarason 405. 

— russisches Hungerbrot 14. 

— Fettbestimmung 192. 

— mit Blei vergiftet 344. 

Brueea Samatrana, Samen ders. 164 
i Brueinhydrobromat, Eigenschaften 151. 



Vi 



Brunnen, ReiniguDg vod CO2 mit Na^O^ 467. 

Bni^eokampker, Eigensch 466. 

Bttehersehaa 34. 58. 73. 99. 114 142. 168. 

256. 286 322. 328. 342. 3n6 363. 382. 

393. 406. 420. 428 448. 460. 478 487. 

498. 513. 524. 536. 581. 614. 623 638. 

655 
Büretten mit Schwimmern 215. 
Bnfonln und Bnfotalin 299. 
Butter, Bestimm des Salzgehalts 258 

— wechselnde Eeichert-Meissl'sche Zahl 111. 

— Gehalt an flüchtigen Fettsäuren 111. 

— betrügpr. Wassergehalt 552 
Butterfett, Spalt, durch Mikroorganismen 57. 
Butteröl, Bestandtheile 190. 
Butyrometer nach Henzold 34. 

— nach Gerber, modificirt 141. 
Byehowsk's Probe auf Ei weiss HO. 
B}'nin, Bynol und Bynophosphlte 516. 

c. 

(Siehe auch unter K.) 

Caefioline, Eigenschaften 652 

Caeaolol« zur Verfälsch, der Chocolade 611. 

Caeaomiieb, stenlisirte 42. 

Caeaolol, ehem. Zusammensetz. 29. 

— Gang der Untersuchung 312. 
Caeaopnlper, Nachw von Santelholz 523. 
CiOeputSl, Ersatz durch Eucalyptol 233. 
Calaya, Stammpflanze und Anwend. 334. 
Calelum, neues Atomgewicht 366. 

— Bestimmung als Oxalat 320. 
CaIeium^ulfat, Einwirk. Ton BaSO^ 300. 
Caleiumsulfid, innerl. Anwendung 230. 
Camphoearbonsänre, Eigenschaften 571. 
Canadin, Beziehung zum Berberin 97. 
Caneroin nach Adamkiewicz 572. 
CapUlar- oder Adsorptionsanalyse 670. 
Capslcln, Bestandtheile 516. 
Carborundum, Analyse dess 610. 
Carminol, Bestandtheile 630 
Carnabyn, Bestandtheile 516. 
Camosin, Formel und Herstellung 417. 
Carolinium, neues Element 61. 

Canren, Verwendung in der Parfiimerie 277. ' 
Caseln, technische Verwendung 276. , 

— wassenmlösliches 385. 

— mit Phosphorsäuro in wasserl. Verbind. 30. 

— Oxydation zu Harnstoff 109. 
Casimiroa edulis, Samen ders 164. 
Cassia Fistula^ Entsteh, der Bohrlöcher 270. 
CaTalli's Reaction zum Nachw von Sesamöl 167. 
CedemholzKl, aus der Atlas-Ceder 233. 
Cedro91, wabrscheinl Abstammung 233. 
Cellobiose, Eigenschaften 79. 

Celluloid, ohne Kampher 115 
Celiulose, Acetylderivate ders. 5 0. 

— Wasserstoff- und Methangährung 211. 

— Physiologie des C. 587. 

— Wesen der C.-Gährung 589. 
Cement, Gang der Analyse 95. 
Cer^ Abscheid, aus Ceriterden 268 
Cerebrln und Opoeerebiin, Anwendung 163. 
Ceriumgruppe, Trenn, der Metalle ders. 124. 



Obampagnerweisse, Essenz dazu 552. 
Obansebiq. Bereit, und Wirkung 269. 
Cbarcot'scoe Erystalle, Zusammensetz. 304. 
ObaulmugraOl siehe €i-ynoeard1a9L 
Cbenuker, Versammlung der Nahrungsmittel-Ch. 
1902 376. 

— für angewandte Chemie, Congress 395. 

— öffentl. analyt., Versammlung 616. 
Cbemisebe Yerblndunren, Gewichtsänderong 

bei Bildung ders 609. 
Obinaferrin oder Cbiferrin, Bestandtheile 653. 
Cbinarinde, Alkaloidbestimmung nach Mytten- 

aere 316. 
-=- Bewerthung nach dem „unit*' 376. 
Cbinasllure mit ürotropin, Wirkung 189. 
Cbinldinsalze, neue Reaction 367. 
Chinin mit Urethan, Anwendung 154. 
Chinin, Erklärung seiner Wirkung 398. 

— zur Wundbehandlung 321. -^i 
Cblninhydrobromid, neutrales .''i34. 
Clüninsalze, neue Reaction 367. i^' 
Chinojodin, Anwendung 516. H 
Chinotropin, Wirkung 189. < '. 
Chirol, Ersatzmittel für Ch. 314. ' 
Chitin. Constitution 110. 
Cbitosiamin, Birotation dess. 123. :)< 
Chlor, directo Vereinigung mit C. 3l4. 
Cliloralamyl, Zusammensetzung 516; 
Cbloralbydrat, Verh im Organismus 45. 
~ anstatt Spanischfliegen pflaster 508. 
ChloraUn = ChloroUn 516. 
Cbloreton = Aeeton-Cbloroform. 149. 
Chloride, Nachw nach Viard 470. 

— gasvolumetr. Bestimm, nach Riegler 28. 
CblorkaU£, Anwend. bei Brandwunden 486. 
Chlorniagnesinm , Verhalten im Eesselspeise- 

wasser öul 567. 
Chlorodyne, Ersatz ders. 594. 
Chloroform, Darstell, nach Besson 267. 

— verschärfte Prüfung 543. 

— Prüf, mit Marqui's Reagens 544. 

— toxikolog. Ermittelung 545. ^i- 
Cblorophyll, zur Chemie des G 261^. 

— Wanderungen in\ Plasma 94. 

— Veränderung im Thierkorper 111 
Chlorosalol = Chloi'salol 516. ' ' 
Chiorlilber, Verbind, mit organ Basen 468 
Cboeoladenmehle. minderwerthige 4g. 
Chocolappendicitis, Bedeutung 64 1{ i 
Cholelysin, Bestandtheile 630. '^ 
Cholerabaeillen, Färben ders. 514. 
Cholesterin, Ester dess. 7. j 

— neue Reaction 357. ' 
Chromsflure, Nachw. durch HgO^ 12. 

— gegen Maul- und Klauenseuche 150. 

— -Vergiftung, Gegenmittel 641. . 
Cliromwasser, Heilwirkung 480 nvi 
Oineolarsenat, Eigenschaften 651. a^-. 
Citronensaft, Haltbarmachung 626. 

— gerichtliche Definition 308. 
Citronensfture, Nachweis nach Stahre 250. 

— Gewinnung in Mexiko 275 
Citronenscbalen, eingesalzene 419. 
CoeaYn, veiglichen mit Yohimbin 49. 

— Spaltung durch HCl 95. 

— Unterscheidung von Eucain 291. 



vtt 



Coeaiiiol sieh^ ' Anaesthedn ^Bltaert^^ 
(MoiB, vegetabil Müch 172. 
CoeofiSI, EntsäQern uDd Klären 83. 
Coffein. Vorkommen 232. 
CoffeTigodide, Eigenschaften 317. 
Goffel^Jodol, Jodoionnersatz 616. 
Cogiuie, Nachweis von Cholin 522. 
Colehleum antiuiui«, Golchicingehalt 632. 
Coldiisal, Zusammensetz 516. 
GolluVl, Bestandtheile 39.'). 657. 
GoUargoly Anwend. bei Milzbrand 578. 

— Bereitung der Lösung 578 
Coliodiimif wer war Entdecker V 18. 

— Ersatz dess. 618 

Ctlloide, Gelatiniren organ. G. 418. 

— Verhalten gegen rothe Goldlösung 27. 
CeUoidale Metalllösungen, Reactionon 226. 
Colophoiiiiuii, Zusammensetzung 55. 

— Bestimm, neben Fettsäuren 547. 
Conponnd liquid J^ehardson 516 
CoinerTliiuig«fl11S8lirlE6lt nach Asche 361. 
ContratoBsin Bayer, Bestand th. 601. 
ConTaUamarlB, Zuckerbestandtheile 339. 

Coli Cldiuie, Bereit, und Werth eines Decots 

88. 119. 
siehe auch Chinarinden« 

— Cinnamoml^ Handelsnotiz 273. 

— Meierei, charakterisirt durch eine Flechte 575. 
Cotton91, Halphen'sche Probe 43. 109. 
Cottonsnet, Analyse 43. 

Crferl ,^6yeg^, Bestandtb. 516. 
CretinismuB, Serum gegen 0. 358. 
CrolottQl, Nachw. in der Jodtinctur 447. 
Cnrin (nicht Anrin), Eigenschaften 165. 

— Formol und Anwendung 187 

— Fabrikant dess 322. 

Cumarin, Entwickl. in den Pflanzen 278. 
Cimlealin, Eaoinchenblutserum 516. 
Copania Temalis, Gebrauch 270. 
Cnprargol, Eigensch. und Anwendung 151. 
Cnpnun rednieievm 350 
Canre, Beziehung zu Physostigmin 16. 

— und Cnrartki, Analyse 327. 
Cntin, Ersatz für Catgut 516 

Cfltol, Zusammensetzung und Anwend 516. 
Cyanhimogiobin, krystallisirtes 66. 
Cyanide, Bestoim. neben Chloriden 27. 
Cyanwasserstoff, Bestimm, nach Archetti 470. 

— siehe auch Biansfture* 
Cynoflosdn Riedel, Eigenschaften 251. 
CypressenSl, Anw. bei Keuchhusten 233. 
Cjtlsin« Constitution 93. 






D. 



Damtaaa, Bereitung und Anwendung 516. 
Hammar, Nachweis von Coniferenharz 576. 
DamtaÜEtarien» noth wendig für die Verdauung 19. 
Bannsteine, schwefelhaltige 475. 
Daaerhefepriparate siehe auch Hefe 575. 
Deekiiiwr, billiger Ersatz 380. 
Heeoeta und Infasa, rationelle Bereitung 87, 118. 
— Gebrauch in China 626. 
l^nbitaflL Yorbeugungsmittel 514. 
Denig^*s fiea^ens zum Nachweis der Citronen- 
siore 250 



Denitrifikation, Bedeutung 650. 
DeriTal, Bestandtheile 39 542. 
Dermogen, Bestandtheile 651. 
Dermosapol» Bestandtheile 151. 
Dednfeetlonsmlttel von Weyl 49. 

— einheitliche Werthbestimmang 394. 
Dliurrin, I^enschaften 405. 
Diabetes, Entstehung dess. 101. 589. 

— führt den Tod herbei 15. 

— -Seram, Herstellung 542. 
Diaeetylionon, Darsteli. und Eigensch. 166. 
Diacetyi^ialpetersäare, Eigenschaften 534. 
Diamant, Herstellung aus Kohle 6. 
Diamidoazopapier« Gebrauch 40. 
Dlgitaleln, Zusammensetzung 542. 
Digltailnnm german., enthält Digitoxin 542. 
Digltalis-Dialysate von Golaz 520. 
Digitalis- Priparate mit bestimmtem Wirkungs- 

werth 226 580. 572. 
DIgltoflaTon, identisch mit Luteolin 56. 
Dlmethylsnlfat, Giftigkeit 94. 241. 
Djotet nach Bauer, Bestandtheile 601. 
Dionin Merek, Anwend. u. Wirkung 341. 475. 
Dlosmal, Darstell, u. E'gensch. 465. 
Dlosphenol, Buccokampher 466 
Dloxygen, Lösung von H, Og 262. 516. 
Diphtherie-Antitoxin, eiweissfreies 4^. 618. 
Dlpht\eriebaeilleD, Färben ders. 514. 
Diphtherie • Heilseram, hoohwerthiges, von 

Merck 159. 

— — VerpackuQg und Kennzeichnung 250. 

Verpackung in Glasampullen 404. 

praktischste Anwendung 413. 

eingezogene Nummern 19. 187. 605. 

Dlsehwefdsänreanhydrid, Untersuch. 67. 
Dinretlnbenzoat, Anwendung 349. 

Dona und Haneeh, Bestandteile 263. 
DormioU Anwendung und Wirkung 512. 
Dorsteria Kleineana, Warzcl ders. 70 
Doüa, Bandwurmmittel 542. 
D* B. P« A. ist eine unzulässige Bezeichnung 308. 
Dreieelce nach Staneck 213. 
Dresdner Untersnebnnirsamt 41. 551. 
DressePs Nerrenfloid, Bestandtheile 115. 
DrosenSI, Prüfung auf Reinheit 274. 
Duotol, Anwendung 477. 
Dnplitest, neues Reagenspapier 41(>. 
Dymal, Antiseptikum 516. 
Dynamogen, Bestandtheile 108. 

Easton's Sirop, Bestandtheile 542. 

Ersatz dess. 594. 

£aa de Jayelle, Desinfectionsmittel 194. 
Ecthoi, Bestandtheile 331. 
Edestinprftparate, Eigenschaften 11. 
Edinol, Bezugsquelle 258. 
Ehrlieh's Seitenkettentheorie, 413. 
EleheDholzmVbel künstlich zu altern 230. 
Eier, Verkehr mit E. in Breslau 292. 

— Erkennung yon Kalkeiern 554. 

— Vermehrung des Eisengehalts 192. 549. 
Eiernndeln ohne Eier 42. 

— Erkennung von gofärbten 572. 
Eiersir ap, Vor&chrift 351. 



vin 



Eierteiirifaareii, ünterBaohoog 292. 

— Nachweis von Theeifarbetoffen 523. 
Eisen» BestimmuDg von Ca im Eisen^SlQ. 

— BMtimmaog von P im Eisen 320. 

— BestimmuDg des S im Boh-E. 300. 

— techoiscbes, Entwicklung von Isonitril; 208. 

— Aofnabme dess. im menschlichen Organis- 

mus 634. 

— titrimetr.-colorim. Bestimm, in Nahrungs- 

mitteln 536. 
Elseiieltnit, Unterscheid, yon Eisentartrat 40. 
JKaenhmeniol, Therapeutisches 635. 
Etsen-KalliinitartnitlSsiuig, Bereitung 509. 
Elsen-Manganeitrmt und -phosphat 38. 
EiseDSomatose, Anwendung 334. 
Eiaenwtoer, natürliche, Aufbewahrung 428. 
Elskopfwasser, Bereitung 481. 
Eiter, Gehalt an Glykogen 212. 
Eiweisa, Fällung durch Anilinfarben 209. 

— Spaltung durch Papayotin 283. 

— desgl. durch Bacillus fluorescens 286. 

— zur Kenntniss des E.-Molekel 189. 

— (Eier-E.) ein gutes Klebemittel 17. 

Verhalten gegen Formol 207. 

Identificirung 608. 

Eiweiaskörper (E.-sto£fe), neue Forschungen von 
Jolles 109. 

— Bestimmung durch Thiosinamin 1. 

— Löslichkeit in Thiosinamin 210. 

— bei Bakterien und Pilzen 240. 

Eiweiaa-Syntliese im Thierkörper 254. 
Elaterin, Darstellung und Anwendung 516. 
Eieetnarium Hlerae Pierae 593. 
Eleetrieimi» Bestandtheile 653. 
Elektriaehe Bogenlampen, verbesserte Glüh- 
stifte 674. 

— Isolation 100. 

— Taschenlampen 616*. 

Elixir de Garns. Vorschrift 641. 
Eiixolde, Darstellung 517. 
Elkowan, Anwendung 246. 
Emaille, weisse 227. 
Embryonin, Anwendung 246. 

Empl. Hydrmrgyri, Bestimm, des Hg 173. 

— Minll, französisches 416. 
Emnlaion merenrlelie de Dunean 593. 
EnBntleo, Bestandtheile 653. 
Energin^ Gewinnung 246. 

— chemische Zusammensetzurg 263 
Enwekain nicht Enwekain 568. 
Enzyme, Einwirkung des Sonnenlichtes 84. 

— 4 Wirkungsgruppen 667. 

— Geschwindigkeit der Wirkungen 240. 

— yergL auch Ferment und Hefe. 
Eplien Ton Gabnn, Wurzel dess. 70. 
Epilepsie, Behandlung mit Nitroglycerin 613. 
Epineplirin, Eigenschaften 173. 

— Anwendung und Wirkung 579. 
Epiorln, Bildung 323. 326. 

— Etymologie 674. 

Epithol-Gold und -Silber, Anwendung 628. 
Epstein's Polygonnm-Thee 43. 
Erdbeeren, Untersuchung 285. 

— Vorkommen von Salicylsäure 138. 

Erden, seltene, Fftllung und Trennung ders. 470. 



Erdl^l, Darstellung aromatischer Kohlenwasser- 
stoffe 130. 
Ergotinnm Llpdense 369. 
Erysipel, Behandl durch rothe liohtstrahlen 255. 
Essenee de Salsepareille, Vorschrift 595. 
Esalgsäureanhydrid, Darstellung 96. 
Ebterbildang, Beschleunigung durch Pyridin 67. 
Estragonöl, Verwendung 234 
Etiketten, Klebemittel für E. 17. 

— für Sirupe u. s. w. 385. 

Eaeain a und ß^ Unterscheidung von Cocain 291. 
Eneain (B)-aeetat, Vorzüge 276. 
Enealyptol Massenfabrikation und medioinisohe 

Verwendung 279 
Eaeaiyptos, Etymologie 115 131. 169. 
Eneaiyptns-Fomudin, Bestandtheile 601. 
EnealyptusSl, Eigenschaften in Beziehung zur 

Nervatur der Blätter 277. 
EadomentoJ, Bestandtheile 517. 
Eagol, Bestandtheile 517. 
Eolyptol, Bestandtheile 517 
Eonutrol, Anwendung gegen GalleDsteine 303. 
Enphorbla-Arten, giftig für Fische 100. 
Exalgln, Vergiftung durch E. 381. 
Exeelsior-Lampenkn^In, Bestandtheile 674. 
Extraete, Behandlung mit Magnesia 134. 
Extraetfonsapparat nach Landsiedl 550*. 

— ein Heiss-E. 550*. 

Extr. Casearae Sairr., Entbitterung 505. 
^ Coloeynthidis, Prüfung 260. 

— Hippoeaatanl. Bereitung und Wirkung 54 

— Phaseoli flrlgide parat. 154. 

— Bamknllni, Herstellung 504. 

— Sarsaparillae eomp«, Vorschrift 595. 

— Urae Ural floid., Anwendung 495. 



F. 

Faeees« systemat Untersuch. 1. 

— Technik der Analyse 527. 
Fäolniss, Process der F. 648. 

Fanghi di SelafSani, Eigensch. n* Anwendung 

92. 601. 
Farbendmek auf Glas, Porzellan etc. 129. 
Farbmalz, geschmackloser Auszug 210. 
Fehling'sche Lösung, modifioirt 175. 
Fellow's Sirop, Ersatz 290. 594. 
Fenina = Phenaeetin 517. 
Fensterseheiben, undurchsichtige 169. 
Fergon, Zusammeosetzg. 186. 
Ferment, Bedingungen der Wirkung 555. 

— vergi. auch Enzyme u. Hefe. 
Ferralbin, Zusammensetzg. 262. 
Ferrleodil = Ferrum kakodyllenm 334. 
Ferroleum, Bestandtheile 426. 
Ferromanganln, Znsammensets. 350. 
Ferrometer nach Jolles 213. 
Ferrosilieinm, Bestimm, des Si 1S8. 123. 
Ferrum redaetnm, Bestimmung des Fe nach 

Schmetalla 48. 
Fette, Entsfturen u. Klären ders. 83. 

— Prüf, auf Oxysäuren 30. 

— Bestimm, der Aetherzahl 53. 

— Bestimm, der Jodzahl nach Hanus 39. 

— Bestimm, der Erstarrungstemporatur 72. 



IX 



tie, Abscheid, der Gboleeterine 299. 

Yerbüidiiiigen mit J n. 8 318. 

Benohnang dee Di^yoeridgebalteg 72. 

Dtntall gemiaohter Giyoende 300. 

tkiMgkeit, Jodeiiueibaogen 637. 

tatifte lam Schreiben auf Olas 344 

rii, Oxydation zu Harnstoflf 109. 

kr, über das Weeen dee F. 156. 

ier, leichte Verasohong 7. 366. 

ritt, eis Enatzmittel deas. 272. 

leBgl. baoh Harikom 304 

le, lar Darstell. Ton Nährpriparaten 86. 

Hftigkeit des Petroleum für F. 217. 

hfiuigpilaaaea, saponinhaltige 13. 

■HapUleB, TOD Boos 388. 

'4«dla, Anwendong^OS. 

keanialguigaHittel d9. 

kwasMT, Vorsohrift 331. 

leh, Nihrwerth von Bindfleieoh 41. 

tothwerden beim Koohen 552. 

Fnaohe dea Leaohtena 633. 

ionserrir. mit sohwefUgs. Saison 130. 

aibstoib som FIrbeo 622. 

«aeti betreif. die Oonsernmngs- und Flrbe- 

mittel 138. 
lekbesehaB, Srlftateroog dea Geaetzea über 

F. 138. 
ilMrtnety sein Natswertb 68. 
• = oonoeatr. Flmdextracte 517. 
;ei, üebertriger des Brechdurchfalls 564. 
BBee*8ohe Kryatalle, Bildung 236. 
» Inleae sime ealyeibvs 274. 
aleadalae, reiohe Ernte 84. 
mhuif achlechte Ernte 84. 
hHwhadoa, schwache Ernte 84. 
da. eine Salbeogruadlage 617. 
r, dektrolyt Darstellg. 3ia 
laatit Beatim nung &1. 
wsceiapiH^ier nach Zellner 297. 
nttfeer, Antisepticum 604. 
K^ Selbstreinigung den. 474. 
dgkdteB, Bestimm, der Dichte 49. 
> BelladaiVBM, YerfUschungen 12. 
>ieeo, ünterauohung 465. 
HgttallB. Bereitung u. Werth einee infoaoms 

91. 132. 

- jabreaaeiti. Unterschied in der Wirkung 64. 

- mit beatimmtem Wirkungswerth 226. 530. 
572. 

Buae. Fllaeh. mit Casria moataMa 604. 
Tae UraL Prftparate ders 495. 
» Food, Bestandtheile 653. 
laldekyd, Monographie 421. 
aolutea flüaaigea 207. 
it Seife vemückt 282. 
Motionen u. Nachweisa dess. 180. 
ichw. in Nahrungsmitteln 190. 284. 
lantit Bestimm, nach Yanino 26. 40. 
irknng aiof Pflansen 69. 
aidekjdidn, haltbarer 423. 
elprotda, Anwendung 617. 
esol, BestandtheUe 39. 517. 
ilaa* Lab(»atorinm 199. 4SI. 
salbe nach Laasar HO. 
itgeMea ele.,lNaohw. ron Gocheaille und 
Theerfarhstoffen 523. 



Fmehtsftfle, Fftlschungen 41. 

— künstliche, Begriff 176. 

— unterscheid, natürlicher von künstlichen 191. 

354 

— Herstell. klarer u. alkoholfreier 532. 
FratU, alkoholfreies Qetrftnk 63*. 
Fungleld, Bestandtheile 522. 
Forolseife, Bierhefeseife 358. 
Faruieuline, therapeut Werth 575. 
FaselSle, Vorkommen von Butylalkohol 264. 
Foasabdrlleke, Herstellung ders. 199. 
FossbodenVle, brauchbare 674. 
Faasaehwelss, BehandL mit Ttonoform 362. 

— Behaodl. mit Formalin 475. 
Fattaraitttel, Bestimm, des Fettes 126. 

— HerstelL leicht verdaulicher 344. 

G. 

Qablanol, Herstell, u. Anwend. 334. 
Gähning ohne Fermente 506. 

— oheousohe Formel für den Prooess der 0. 647. 
Glasefett, Zusammensetsg. 269. 
Gala-Gala, Herkunft u. figensoh. 155. 
Galaxblltter, Abstammung 180. 
Galaayme, Bereitung 517. 

Galgaat^l, BestandtheUe 310. 
Gallensteine, Behandi mit Eunatrol 303. 
Gallenstelnonrea des Yinnai 638. 
Gallkunln, Beetandth. u. Anwend. 159. 
GallogeB, Eigensoh. u. Anwend. 602. 
Galiussttore, Reindarstellung 66 

— Bestimm, in Gerbstoffen 111. 
Gase, Schftdlichkeit der Essengase 99. 

— Stahlflaschen für comprimirte 0. 672. 
GasgangrUn, Ursache der Krankheit 196. 
Gasgemenge, explosive 175. 
Gaaterin, Bezugsquelle 463 
Gastrieiii, Henteller 629. 
GaaltheriaVl, Enats durch Mesotan 606 
Gehe A Co., Handelsbericht 1902 273. 
Geheimmittel, Definition von Wendt 304. 

— Gesetz, Entwurf 606. 

— u. KnrpAiseherei 5. 43 116. 038. 
Gelatine, als Filienkonstituens 226. 

— subcutane Eiospritz. mit G. 212. 
-- Tetanoskeime enthaltend 272. 

— Naohw. in Eingemachtem 536. 611. 

— Erhöhung dee Sohmeixpunktes 537. 
Gelattnekapseln, Füllen mit äther. Gelen 565. 
Gelatinepapler, Ersatz der Deckgifiser 380. 
Gelatliiireii von orgao. Colloiden 174. 

Gelon u PrSparate dess. 171. 

Gelose, Naohw. in Eingemachtem 536. 611. 

Gerhatoff (Gerbsftitre), siehe auch Tannlii. 

Methoden der Bestimmung 9. 

GerbstolTe, Erkenn, von GallussAure 111. 
Gerste, verringerte Keimfähigkeit 625. 
Getreide, Einfluss von Cyangas 239. 
Gewebe, elektrolyi XJndurchdringlichmachung 

100. 
Gewehr91, verursacht Panaritium 33. 
Crewttrze, Verftlschungen 13. 
drewflrzpulver, Verfälschungen 302. 
GUÜgkeltagrad, Festatellung 311. 
Gimmmunltftt, Begriff 408. 412. 



Giftspinnen, Versuche auf ihre Giftigkeit 33 
Giflrerkaiil^ üeberwachuog 289. 
Olandiila snprarenalls, Priiparate 163. 

— Thrreoldea siee. piily. 163. 
GUtoer (Medicin-G.) mit Mundstück 539. 
Glas, Löten auf Metall 243. 

Glasuren, Zusammensetz. der matten o krystal- 

Imischen 28 
Glazine, ßestandtheile 641. 
Globnllofde Wlrkmiy, Begriff 402. 
Globus-Sättlger nach Röbler 450. 
GltUiweiiioI, Bestandtheile 653. 
Glutannol, Eigenschaften 298. 
Gluteitmelil (nicht Gluton), Herstellung 263. 316. 
Glutolsemm Sehlefeh, Anwendung 579. 
Glaton, Leimalbumose, Eigensch. u. Gebrauch 

108. 166. 186. 27ü. 
Glyeerln, Bestimm, nach Zeisel u. Fanto. 42<). 

— Bestimm, nach Chanmel 541. 

— Bestimm, im Rohglyoerin 360. 

— starke Reaction mit KMnO^ 534. 

— Umwandl. in Zucker 652. 
Glyeerinm solldifieatum 517. 
Glyeerinseifeii, Bestimm, des Zuckergehalts 238. 
Gif e«rolatiiiii aromatieam 653. 
Glykogren, Physiologisches 585. 
Glykomorrhiim, Ersatz des Leberthran 334. 
Glykonsänre, Eigenschaft u. Anwend. 150 
Glykosal, Eigenschafton 151. 

— Receptformeln 543. 
GlykoBurle, Ursache ders 101. 
Gold, Ffillung in krystallin. Form 681. 

— Bestimm, mit Na2S208 472. 

— eolloidales, Herstellung 447. 
Goldchlorttr, Bereit mit flüssigem Chlor 52. 
Goldbydrosol, blaue Färbung dess. 521. 
Goldldisungr, rothe. Herstellung 27. 

Reagens auf Colloide 27. 

Goldlot mit Cadmium 243. 

Goldzahl, Bedeutung ders 27. 

Gonorrhöe, Behandlung mit Salpetersfiure 241. 

Gorit = Caleiamperoxyd 517. 

Gral-Oblaten u. Apparate dazu 365. 

Grannies de Catillon, Bestandtheile 629. 

Guaeamphol, Zusammensetz. 517. 

GniO*^^^ ^^ Verbindung mit Zimmtsfiure und 

Tannin 458. 
Gn^Jakholz- u. Gnajakhantinetnr, Wcrth als 
- Reagens 112. 

GmO'^'^i^^^L ^^''^^' Bestandtheil 97. 
Gnatannln^ Bereit, u. Eigensch. 509. 
Gnmmlsehlttuehe, gasdichte 46. 

— mit Asbest überspoonene 168. 
Gnttaenratabletten, Bestandtheile 262. 517. 
Guttapercha, Werthbestimmung 569. 
Gntteetolf Schutzverband nach Dieterich 403. 
Gynoeardia91, Anwend. bei Lepra 178. 
Gyps, Hfirten durch Borsäure 539. 
Gypsahdrtteke, Herstellung 85. 115. 

Haaransfiill^ Mittel gogen H. 210 
Haarfftrbemittel ."^42. 563. 641. 674. 
Haarsehnppenwasser, Analyse 553. 
Haarwuchsmittel „Lo?aerln^ 553. 



Ifaewaphoskol. Zusammensetzui^g^ 39 
llaemarrhol» Bestandtheile 386. 
Ilaemataeid = Haemalbnmin W2. 
Haematln-Elwelss nach Plönnis 506. 
Haemalofor, Bestandtheile 517. " 
Haemalofen, Bereitung 62h. 

— badisohe Vorschrift 172. 

— Trübewerden dess. 618. 

— als Nährmittel frei verkäuflich 281. 
Haematoyen-Caeao, Bestandtheile 316 
Haematoxy Un - Phosphorwolf ramsXnre , Zu • 

sammensetrung 159. 
Haemlnal, Bestandtheile 517. 
Haemoga^lol Therapeutisches 035. 
Haemogren „Groppler^^ 517. 
Haemoglobin, Therapeutisches ^34. 

— chemische und physikalische Eigenschaften 266. 

— Bildung durch Schwermetalle 381. 
Haemol-Malzextraet, Eigenschaft tj02. 
Haemol-Prftparate, TherapeutisoheB 634. 
Haemolyalne, Be^iff 414 ; ^^ 
Haemoneurol, Bestandtheile 517.^ 
Haemoprotometer naoh JoUes ^8. 
Haemoetatin, Eigenschaft und An^endun^ 629. 
Haemostin = Haemalbnmin jIM. * 
Uaemotrophlnnm nenrotonleun^1(68. 
Hafrreaeao, Kasseleir, Analyse W/ 

— Bestandtheile 459. ^^ 

>- Bestimmung des HafermöhlgAaltes 12a 824. 

Httirel, chemische etc. Untersucl^Bjg^n 474. 

Halmaplast, Bestandtheile 517. 

Haimose, Zusammensetzung 517 
I Haloform» Bestandtheile und Anwendung 457. 

Haloldsalze, mikroohem. Bestimmung 470. 
I Halphen'sehe Probe anf CottonVl 43. 

— Chemismus ders. 109. 

Halter fBr AeagensirlVMr u. s. w. 524*. 
Haaffaser, Röstmethoden 311. 849. 
Hanfgarn, Unterscheidung yon Jute 43. 
Haptophore Gruppe, Bedeutung 413. 
Harn» Conservirungs-Yersuohe 75.' 
mit Thymol 117. 166. 

— — mit Formaldehyd 249. 

— Vorkommen von AlloxyproteftMlure 521. 

— Ausscheidung von Ammonial^^l. 

— Entstehung von Antipyrinhatustoff 521. 

— Emulsionsalbuminurie 174. 

— Vorkommen von gallertartig^ 469. 

— Vorkommen von HarncylindiiSHi in eivreiss- 

freiem H. 497. '''' 

— Abminderung der Harnsäur^^S'' - 

— Bedeutung der Magnesia im^'ff. 73. 

— bei Gebrauch von KatriumrhOdanid 392. 

— nach Gebrauch von Purgatin 545. 

— nach Gebrauch von Pyramidhn 521. 

— Entstehung von Rubazoiisäur^521. 

— Gefrierpunktbestimmungen 5d.* 

— Nachweis bezw Bestimmung von Acetessig- 

säure 249. 469. >»- 

— von Arsen auf biolog. Wego-194. 

— von Blut naoh Rössel 24. ^^"^ 

— von Chlor 535. 

— von Eisen 634. 

— von Eiweiss mit Anilinfarben 909. 
naoh Bychowak 110. 

— ^ mit Mctaphosphorsäure 3ü9. 



XI 



Hath, Nachweis von Eiweiss nach PoUacoi 

301 
am i&ankenbett 481. 

— Ton Formiüdehyd. 596 

— von Harnsäure 535 

— Yon Hippursäure 68. 

— von IndioaD, colorimetrisch 301. 
bei Oegenwart von Jodsalzen 52. 

— von Jod nach Deniges 69. 

oaoh Jodipin-Einspritzang 620. 

— von Nftriten, gasomelrisch 52. 

— von Oxybuttereäure 2ß 235. 
^ von Pentosnrie 292. 

— von Pepton neben ürobilin 26. 

— von Pyramiden 344. 

— von Santonin 268. 

— von der Oesammtsäore 351. 

— von StickslofP oaioh Jolles 7. 

~ von Zocker mit Fehlinga Lösung 205. 

nach Neümann. 208. 

mit' ^itrophenylpiopiolsäure 236. 

mit 'Phenylhydrazin 26. 46 

nacK Träger 175. 

am ,|[rankenbett 481 

Haniflee)c|)|i. Entfernnung ans Wäsche 385. 
Hani«iBrc^ Nachweis, nach Biegler 338. 

— Bestimjiung nach Jolles 81. 

— desgl. nach Rüdisch 535. 

— desgl jgit dem Uriebpeter 264. 

— neues Oxydationsproduct. ld7. 

— Lösiichlieit in Nncleinsäure u.Thymin8fiure 242 
Hanaaore AblägeniDgtii im Körper und Mittel 

zur Lösung derselben 32. 
ffanaeAinente, Litteratur 322. 
Harnstoff, Bildung aus Casein und Fibrin 109. 

— künstliche Bildung 609. 

— medicinische Anwendung des reinen H. 152. 
HutapirltiM. Bereitung J59. 608. 640. 

Han, Bestimmung in Fetten. Seifen u. s. w. 549. 
Harz« und Balsame, Ngehalt 178. 
HarslelBi, Bestandtheile 657. 
Haiuaehwamm, biologischer Nachweis 56. 

— 5 Bekämpfun^mittel 389. 

— Vertil|gpg mit 51ikrosol 604. 
Haa^aekeB,. Behandlung desselben 635 
HedoBal^(Posirung 341. 

Hefe, Physiologie der H. 586. 

— Assimilations-Energie 202. 

— Abh^iling über die Oährkraft der H. 555—565. 

— ihr wirken bei der Gährung 647. 650. 

— Widei;gt^ndsfähigkeit gegen lofection 98 

— WirlLi^Bg von Furfurol .auf H, 240. 

— Gewinnung von Albumosen, Peptonen u. s. w. 

ans H. 32. 

— Oewinf^g des Protoplasma 56. 

— Züchtung besonderer Arten 649. 

— Herste^nng von Dauerhefe 497. 

— Banerhefepräparate des Handeis 575; 

— Beetimihung des Kartoffelmehls 127. 511. 

— siehe^uauch Bierhele, Daherliefe, Preag- 

liefe u. s. w 
Helfenberger Anaalen für 1901 415. 421. 
HellelBa, Schneckenzucker 668. 
HelMbie » Extr. materiae Keratogenae 517. 
Helietrepiii, Verwendung in der Parfümerie 279. 
Helmfloi, Eigenschaft und Anwendung 596. 



H^ltbiOy Zusammensetzung 517. 
Hemoqalnine, Bf standtheiie 626. 
Heptylaminseifeii, Versuche 520. 
Herbarleo, Trocknen der Pflanzen 315. 
Hermitln, Darstellung und Verwendung 450. 
Herniophenyl, Bestandtheile und Eigensch. 159. 
Hernnva- Pastillen nach Koswill 653. 
Heroin, Wirkung 311. 
Herolnhydroehlorid, Wirkung 341. 
Hetol, Ad Wendung in der Augenheilkunde 3ö5. 
Hetol-CoffeYii, Eig'^nschaften 358. 
Hetolsangoinal, Eigenschaften 602. 
Heyden-Agar, Bestandtheile 632 
HUIesol-Kapseln und -Pillen 467. 
Himbeersaft und -simp, gefälschter 4\. 

— Prüfung auf Echtheit 354. 

— Erkennung des künstlich gefärbten 654. 
Hirseli, B., Nekrolog 627. 

Hirse, Veränderung durch Hitze 337. 
Histogenol, Zusammensetzung 262. 
Hodensaft, Zusammensetzung und Wirkung 163. 
HSHensteinhalter nach Löwin 58. 
HttUensteinfieckeD, Entfernung 385. 
HofTmann's Abftthrpnlver, Bestand! heile 631. 
Holde'sche Methode zur Bestimm, des Paraffins 

in Petroleumrückständen 472. 
Holz, durch die ganze Masse seh warz zu f&i ben 19 

Kitt zum Ausfüllen von Löchern 525. 
Holzlcohle, Entfärbungs vermögen 215. 
Holzstoff, Reagens auf H. 163. 

— neue Farbreaction 336. 

Holztlieere, mediciniscb angewandte Sorten 230. 
HomSopathische Arzneibtteher 448. 
Honig, Fälschungen 42. 

— Apparat zur Prüfung 503. 

— verschiedener Bienenarten 476. 
Hopogan-Pr&parate, Eigenschafton 602. 
V. Hilbrscbe Losung, Ersatz ders. 39. 

mit beständigem Titer 427. 

Httimerangen-Collodiam, Vorschrift 295. 
Htthnerangensalbe» Bestandtheile 580. 
Hiiile digitaliqae» Bestandtheile 358. 
Hnndszeelie bewirkt Zersetzung des Blutes 600. 
Hydraeetln = Pyrodin 517. 
Hydrargyram bijodatum. Löslichkeit 276 

— Jodokakodylieam 290 

— iaetieom, Anwendung 303. 

— solfnrienm aethyiepdiaminatnm 160. 
Hydroeeiin, Bestandtheile 517. 

— und Hydrosterin nach Schleich 23. 
Hydroxyiamin, neue Farbreaction 123. 
Hyoseln, Beziehungen zu Atroscin 47. 
Hyper-Sampliire, Bestimdtheile 522. 
Hypnoiiy Zusammensetzung 517. 
Hypnopyrin, Bestandtheile und Anwendung 457. 

J. 

Jalapin, Zuckerbestandtheile 339. 
JasminblttthenSL Eigenschaften 31. 
Jatropha angostidens. Vorkommen von Blau- 
säure im Bhizom 377. 
Iboga, Ibogain, Ibogin 3 1 55. 98. 246. 
lehtammon, Eigenschaften 186. 
lehtargon, gute Wirkung 272. 
Ichthermol, Anwendung 017. 



XIC 



lehthofeB^ Bezugsquelle 570. 
lehthosot, Znsammensetzg. 262. 
lehthoflotpiUen, Bestandueile 262. 
lehthyodin = Isarol 426. 
lehthyol-CaleiniDL EigeBSch. n. Anw. 242. 276. 
lelithyol-Elseii^ Eägensoh. u. Wirk. 242. 

siehe auch Ferriehthol. 

lehthyolsalieyl, Eigenscb. u. Anwend. 629. 
lehthyolsalieylpilleii nach Bohden 403. 
JMorin = Natterer's Leberthran 651. 
Jeeorol, LeberthranemnlsioD 602. 
Jeqniritol, Anwendung 160. 

— •Serum, Anwend. u. Wirk. 160. 
ImmiiiiisinuigBwerth, Beetimmang 413. 
Immiuiltit, natürliche n. künstliche 397. 407. 
•— active u. passive 408. 411. 

Indigo, colloidaler 607. 

Indol, neue Darstellang 153. 

Infeetton, unterschied von Intoxication 400. 

Infeetlonsstoife, Uebersicht nach Behring 397. 

Infnsa n. Deeoeta, rationelle Bereitung 87. 118. 

luftuum Bigitalia, Bereitung 91. 132. 

— Ipeeaenanhae, unterscheid, von Inf. Senegae 

206. 
Insekten, sind Erankheitsübertriger 340. 
Instrumente, Conseryir. mit Boraxlösung 61. 
Jod, Darstell, des reinsten 317. 

— Atomgewicht 468. 
JodailMield, Wirkungsweise 636. 
•Todehinin u. Jodeinehonin, Bereitg. 91. 
Jodferratin, Eigenschaften 602. 
Jodfemtose, Bestandtheile 542. 
Jodfleeken, Entfernang 385. 

Jedipin Merok, Wirkung 187. 636. 

— subcutane Anwend. 140. 620. 
Jodismus. Ursache dess. 303. 
Jodmonobromid, Darstellung 39 
Jodoeoffeyn,^Anwendung 517. 
Jodolen, Bezagsqnelle 169. 

Jodofonn, Ersatz durch Knochenkohle 322. 

— Ersatz durch Jodyloform 334. 

— Ersatz durch Jodylin 486. 
JodoBolTin, Bereit, u. Anwend. nl7. 
Jodozol-Präparate, Bezugsquelle 570. 
Jodqneeksilberliaemo!, Therapeutisches 635. 
Jodsfture, Zersetz, durch Morphin 261. 
JodTBSol,1 Bestandtheile 517. 

Jodjlin, titsatz fQr Jodoform 486. 
Jodyloform, Ersatz^ des Jodoforms 334. 
Irispigment, chemisch reines 160. 
Isarol, Eigenschaften 426. 
Isosalleylaiinre, Darstellung 458. 
Itrol, Anw. in der Augenheilkunde 477. 525. 
Jurenla, giftiges Haarfärbemittel 542. 674. 

K. 

(Siehe auch unter C.) 

Kilse, Keifungserreger der verschiedenen Arten 
K. 139. 

— Neuerung in der Bereitung 500. 
Kaffeebsnm, Vertheilung des Coffeins im E. 232. 
KakodylprXparate von Merok 151. 
KakodylsMore, Ermittei. bei Vergiftung. 25. 
Kakodylsaores Natrium, Unterscheidung von 

methylarsiosaurem N. 266. 



Kalf Room (Kfilberrahm), Bcstandth. 626. 
Kalirohsalze, Kaiibestimmung 248. 
ITAllnm- Bestimm, mit Pikrinsäure 79. 

— abgekürzte Bestimmung 610. 

— earbonienm, arsenhalt^;es 617. 

— MearlM>niit, Normallösungen 337. 

— eyanid, Gewinnung 70. 

bei Einwirkung von Enpferrhodanür 207. 

— liydroxyd, Lösliohkeit in Wasser 267. 

— Jodid, Bestimm, nach Vincent 174 
Wirkungsweise 636. 

~ -o-snlfognajakolat 174. 

— perearlK»nat, Ersatz des H^Os 8. 
Eigenschaften u. Anwendung 161. 

— permanganat, Anwend. bei Brandwunden 486. 
JCalk, Eigensch. des geschmolzenen 154. 
KalkWne (bei Geflügel), HeUmittel 553. 
Kalkniedersehlftge, Prüf, auf Magnesia 265. 
Kalodn, Bestandtheile 423. 517. 

Kampher, Schicksal im Organismus. 70. 

— Bestimm, in Kampherölen 610. 

— künstl. DarsteUung 566. 
KamplierBaelit, \Vesen ders. 568. 
Eanalfase, Absaugung ders. 168. 
KanftneheI^ Ausrottung ders. 19. 
Karbolgase, Bestimm, des Phenols 40. 
Karboilysoform, Eigenschaften 467. 
Karbolsänre, Anwend. von conoentr. E. 150. 
Karlsbader »ala, Gewinnung 619. 

künstliches, Vorschrift 58. 

Kartolfeln, bakterielle Krankheiten 287. 

— als Nahrung bei Diabetes 196. 
Kartoffelstirke, quantit. Bestimm. 268. 
Kastanienkolzextraet, Naohw. in Gerbebrüheu 

610. 
Kantsehnkwaaren, Untersuchung 338. 360. 
Kefir, Verordnungsweise 61. 
Kefir-Ferment-Pastüien 403. 
Kehlkopfepiegel, Anlaufen zu vermeiden 60. 
Keim'sche Mineralfarben 180. 
KeroB-Lieht, Vorzüge 640. 
Kesselspeisen Wasser, Gehalt an Mgd« 428. 

601. 567. 
Ketoaen, Isolirung ders. 301. 
Kenehhusten, Behandl. mit Antimikrobin 653, 

mit Aristouhin 618, mit Oypressendi 233, 

mit Dionin 341, mit Korylsfiure 255, mit 

HsOt 198. 

— Ansteohingsgefahr 580. 
Kiedrieiier Sra-udel, Analyse 215. 
Kieselsäure, Heilwirkung ders. 242. 
KiriM, aus Japan 657. 

Kitt, für Locher im Holz 525. 

— für Marmor 502. 

' — guter Messerkitt 568. 

— aus Metallsalzen 886. 

— Pluss-Staufer-Eitt 657. 

— säurefester 599. 

< Klebmittel für Flaschenetiketten 17. 
Kleber, rationelle Verarbeitung dess. 29. 
Klebermehl, Herstell, nach Wanghöffer 29. 
Knoehenkohle, Ersatz für Jodoform 322. 
KnOllehenbakterien, Bedeutung 651. 
Kntfterleh, russischer 43. 322. 

— Analyse 54 

Kobalt, mikroohom. Nachweis 3ü9. 



XlII 



. Ersats des« im Säden 33. 

lAwlg^Sprailel, Analyae 674. 

mwandL in Diamant 6. 

^dmte, Phygiok)gi8ohes 583. 

Iteo beim Trookoen 109. 

Ljd, Wirk, anf die BlatkohleDSfture 113. 

«re, elektrolyt Umwandlung 93. 

. nach Wisser 18a 

»ff, Darst Ton fein yertheiltem 130. 

auf in der Natur 646. 

eh, Beetandtheile 657. 

'erfahren bei Herstellung von Sohwefei- 

neanbydrid 439. 

, Zusammensetz. 618. 

Mare ge^n Eenchhusten 256. 

kylla, iMpieme Schanpftucher 385. 

Abetamm. n. Anwendonc 164. 
^ aromat Malseztnot 290. 
irkl. Zusammenaetzung 98. 
lina, Beetandtheüe 542. 
Ibe, Vergiftung mit K 272. 
M im HimdelüTerkaur 378. 
teÜMiatalteB sind Gewerbe 308. 
IriMen, nnzul&sige Bescbrinkungen 308. 
IteB, Anzeige gelftbrlioher 450. 
Intersuch. über die ürsaobe 271. 

QeBobmaoksTerdecknng 376. 
MÜH, Bestandtbeile 518. 
EOHiorriiao], Bestandtbeile 335. 
d nHeTden"^, Anwend. u. Wirkung 106. 
!9. 

jeL Anwend. 518. 
m, Bestandtb. u. Anwend. 518. 
ift, Eigensobaften 841. 

Anwendung 578. 
ene, als Bandwurmmittel 580. 
ageugliser, Herstellung 46. 208. 

Bestimm, mit Aluminiambleob 437. 

Banal Bestimm, nacb Cohn 69. 

. naob Repiton 319. 

'er, elektrolyt Bestimm, im Eisen 319. 

tiung der Farbe 230. 

irk. Ton Milobsäure 474. 

itnit; in der Augenheilkunde 477. 

BOTaleriaiiat, Eigensch. 37. 

esfiiat, Bestandtbeile 350. 

hoiaaflr, Einwirk, auf Ealiumoyanid 207. 

alafti Constitution der ammoniakalisohen 

:. 4()8. 

«hcf ist kein beleidigender Ausdruck 378. 

L. 

Krkommen in Pflanzensäften 632. 

Vorsobrift zu PillenL 530. 

B, Beöeptformd 161. 

»B, Bestandtb. u. Anw. 518. 

falen-PrIparate 566. 

B, in Milch Torhandenes Koblenhydrat 654. 

I, Ersatz dess. 67. 
isobes 835. 

lim exjgeaatiun sterile 39. 

II, Bereit, u. Eigenscb. 510. 
Ha, Ersatz des Terpentinöls 61. 
sehe Frostsalbe 110. 

fe far Kinder 619. 



Laxol, Beetandtheüe 518. 
Leben (gegobrene Milch), Bereitung 240. 
LeberkoUk, Bebandl. mit Salzsäure 476. 
Leberthran, Ersatz durch Glykomorrbum 334. 
^ mit Pankreatin 603. 

— siehe auch OL Jeeoite AsellL 
Lebertbranemnlaloa ^^JeeoroF 602. 

— dem Scott*8ohen Präpar. ähnlich 290. 
Lebeitliraiiseife, überfettete 186. 
LebertlinuiUbletten „BaUna"" 601. 

— nach Natterer 603. 

Leeitiün, MittheU. über L 163. 169. 180. 

— für subcutane Sinspriti. 366. 
-^ in Gapsein 379. 
Leelthlaaerrln-Pastillea 602. 
LedtUmpriparat nach Weiricb 653. 
Leeühinslmp, Vorschrift 351. 

LedthiB ,.Rieder' = Leeitbol ^^iedel' 484. 
Leelthel (Otoleeltbla) 484. 520. 

— (Schneidemühler Präpar.) lOa 518. 
Leder, mit Bittersalz beschwert 295. 
LeginmfeB, Analyse ders. 122. 

— farbige Qold-L 256. 

— weisse MetaU-L. 256. 
Lein, Hydrolyse des L. 320. 

— üeberfuhr. in ein Nährpräparat 53. 

— Ersatz für tbierischen L 672. 
LeBigmlloI, Bezugsquellen u Anwend. 579. 
Lepsin, Zusammensetz. 518. 

LethlB, Bestandtheile 518. 
< Lenehtbakteriea, Heliotropiamus 271. 
ILeBehtsitze für photogr. Zwecke 589. 

LeBeoBOitoe dlanlleBa, neuer Oebrungserreger 
508. 

LibaBol = AÜas-Cedemholzöl 233. 

— Anwend. n. Bezugsquelle 542. 
LIehi, chemische Wirkungen 468. 

— heuende Wirkung des blauen elektrischen L. 16. 
. LIehttriger, ein angeblich patentirter 641. 

LlmoBaden, geriobt). Eotscbeidnng 176. 

LimoaeB, zurHaltbarnucb. des Ol. phosphor. 260. 

LlBalylaeetat, Eigenschaften 279. 

LIbIbl salieyL aromat. Boarget 174. 

LlBOgea u. rräparate mit L. 309. 
|LtBtlBe, Eigenschaften 378. 

Lipjedol, Herstell, u. Eigenscb. 350. 418. 

Lipobromoi, Darstell, u. Eigenscb. 350 418. 
iLiquear de Gowlaad, Yorschrift 593. 
.LtqBeare, Giftigkeit deis. 573 

Llqaor AIbbübU aeet., Bereitung 283. 

Klärung 38. 

— AmmoBil eaost., arsenhaltiger 80. 153. 

— anaesthetieBs HollaBdieBS 322 

— Caleli Jodo-ferrati 5. 

— Ferro-kangaBl Splex 417. 

— ForfliailBi sapoBatns 653. 

— Haeraoglobinl 172. 
Listerlae, Bestandtbeile 653. 
Lithal, BestandtheUe 518. 
Lithium saloio-phospliorleum 161. 
LOsBBgea, Herstell, „per deeeeasam^^ 261. 
L5theB, Hartlothen mit Borax 567. 
Loofliis' ToBie, Bestandtheile 663. 
LoretiB, Bezugsquellen 542. 
LoTaeria, Haarwuchsmittel 553. 
LoiaiBol, Haarfärbemittel 641. 



XIV 



Ludolphl's StOT6 PolM, Bestandth. 626. 
Luft, Oiftigkeit der ansgeathmeten 195. 
Lnftidfifleii, Aafbiasen den. 501. 
Lapiuiii, Formel a. Abbau 305. 
LuteoMik, identisoh mit Digitoflavoo 66. 
Ljsiii, Ozydationsproduote 566. 

— Synthese des L. 607, 
Lysol, Vergiftangen doroh L. 15. 
-— der Name ist geaohützt 619. 
Lysol-Lysoform Eigeusohafteo 603. 

M- 

Kaeiln-PastlUeii, Bestandtheile 518. 
Maeis, PrüfiiDg aof Bombay-M. 338. 
MftnsebaeilliiflL ein neaer wirksamer 240. 
Mäusedorn (Kuicas aouieatos), üntersach. 70 
Magensaft, Bestimm, der Salssftare mit Diamido- 
axopapier 40. 

— Bestimmung der Milchsäure 188. 

— Bestimmung^ der Gesammtsäure 352. 

— Anstellung der Labprobe 376. 

— Vorschrift zu künstlichem 457. 
Magnallnm, Eigenschaften 18. 

Magnesia) zur Beinigung yon Extraoten und 
Tinoturen 134. 

Magnesia nsta mit Milchzucker, als Abführ- 
mittel 637. 

Magonla pnbesoens, Gebrauch 270. 

Mahwa-BIttthea, Zuckergehalt 285. 

MidoraaSl, Untersuchung 419. 

Malaria, Behandlung mit Dinatriummethyl- 
arsinat 286. 

Malfhns-Prftparate, Untersuchung 376. 

Maltoferroehln, Zusammensetzung 630. 

Maltogen, Einschalten 2^. 

Malzweine, Heistell. nach Sauer 316. 

MammaUn, Milchpflaster 246. 

Mandarin, eine ungiftige Farbe 14. 

Mandeln, bittere, Ersatz ders. 127. 

— Fälschung der bitteren M. 238. 
Mandragora, Kennzeichen der echten 274. 
Manganesia, Bestandtheile 518. 
Manganeitrat, lösliches 38. 
ManganTerbindnngen, lösliche 38. 
Margarine, Herstell, mit Wachs 115. 

— mit butterähnl. Geruch u. Geschmack 239. 

— Bestimmung von Borsäure 473. 
Marienbader Pillen nach Kleewein 379. 
Marmor, Kitt für M. 502. 
Marsltrlol, Zusammensetzung 326. 
Marsyl, Bestandtheile 108. 
Masehinenpntzmlttel,. Bestandtheile 18. ' 
Massa pilolamm dioretlea eomp. 629. 
Manl- und IDanensenelie, Behandlung mit 

Chromsäure 150. 
Maximaldo6«i-Tabelle in Versen 498. 
Medieinalwesen in Sachsen, Bericht 289. 
Mediglyelnprftparate nach Dietrich 408. 
Meenrasser, Gehalt an Gold und Silber 243. 
Mehl, Fettbestimmung 192. 

— Glastafelprobe 42. 

— mikroskop. Untersuchung 510. 

— mit Baupen yerunreinigt 293. 

— Nachweis von Milben 527. 
Melan, DarstelL und Anwend. 603. 



Melibiose, DarstelL und Eigensoh. 120. . 
Mennieke*s Desinficir.-Seife 257. 
Menthoform, Schnupfenmittel 166. 
Mentliol, mangelhaftes 280. 
Menthoroi giebt es nicht 485. 
Merek E., Bericht über 1901 149. 159. 
MereurlTaniUln, Formel und Eigensoh. 299. 
Merenroer^me, Eigensoh. 326. 
Mereorol, Eigensoh. 162. 
Messing, Sohwarzbeize für M. 272. 
Messinggelbbrenne, Herstellong 230. 
Mesotan, Eigensoh. und Anwend. 506. 592. 
Metalle, destillirte 11. 51. 

— blutbildende Eigenschaft der S c h w e r m. 381 . 
Metallflgaren, Analyse antiker 15 L 
Metanilgelb, ist nicht giftig 14. 

Metlion, Analyse 41. 

Methonal, Zusammensets. |i. Anwend. 518. 
Methyial. Zusammensetz. u. Anw. 518. 
Methylalkohol, Naohw. in weingei^jtigen Flüssig* 

keiten 25^ 546. ^ 

Methylarsinsanres Katrlnm , Tjuterscheidung 

von kabodyls. N. 266. 
Methyl-Ürethan. Anwendung 51 
Metroglyeeiin, Ersatz für Mutte:^orn 388. 
Miesmuscheln, Giftigkeit ders. f 
Migrttnin, hygroskop. Eigensoh. 

— Abgabe von selbsthergestelltem .437. 
Mikroorganismen in Natur und Tj^hnik, Vor- 
trag 643-651. ' 

Mlkroslcopie, Abwendung von Irirthümem 138: 

— Conservir. von Sedimenten 339. ■ 
MikrodLopisehe Präparate, Einbettung in 

Paraffin 380. 

— Dauer Präparate, Herstellung 254. 
Mikrosol, Eigenschaften 889. 

— gegen Hausschwamm 604 

MUarothelia analeptoldes , Yorkommen auf 

Cort. Mezeroi 575 
Mileh, bei Trookenfütterung der Kühe 296. 

— Fettgehalt bei gebrochenem Melken 83. 

— gute M. von tuberkulösen Kühen 128. 

— Gehalt an Laotosin 654. 

— Gehalt an Phosphorsaure 523.,, n . 

— Abniüime des Säuregrades 177|. 

— Auftreten der Baudouin'schen Reaction 473. 

— bakterielles Verhalten bei Borjpczusatz 537. 

— Wirkung des Oefrierens 8 ,^. 

— Sterilisirung durch H2O2 14. .-v.« 

— sterilisirte IL von tuberkulösen^ühen 57. . 

— Sterilisationsapparat nach Kol^M 213. 

neues Verfahren zur £rhitzun|2.der8. 500. 

— Unterscheid, von rol|er und gekeehter M. 112. 

— Erkenn, erhitzt gewesener 137«.^ 

— Vorkommen u Nachw. von A||phol 125. 

— Bestimmung des Milchzuckers ^^9t>. 

— Nachw. von Saccharin 597. [^ ,. 

— Feststellung des Sohmutzgehaüs. 238. 

— Naohw. der Wässerung 85. 82.*. 

— Frauenm., mikroskop. Beuit|#Q. 177. 

— 7- Fettsäuren der F. 494. 
neue Reaction der F. 239. 

— mit Pegmin gelabte Kinde rm. 247. 

— Färben der Mat^erm, 475. 

— sogen, vegetabilische M. 172. 
— Weith der Ziegenm. 366. 



XV 



tmelwe, DuMDL a. EigeoBoh. 130. 
trefraetoBetor nach Wollny 35. 82. 
isSwe, BctttimiiL; im Mageniaft 188. 
ftch^w. im Weine 496. 
n^rirk. auf Kupfer 474. 
ithen^pkere, Wetth ders. 213. 
isrndtn*, Verhalten beim Trocknen 109. 
aetimmang in der Miloh 136. 
lynologiflohes 587. 
3 Zusatz zur liilöb niobt empfeblenswertb 



it MftfiiesU QSta ab Abffihrmittel 637. 
Br-Apotheker, Neuordnung 329. 
■riuÄ, F&rben des blauen H; 148. 
^rmmimnm^ Gewinnung 603. 
naMder, knnttlicbe, Vorscbriften 370. 
rmlipriaaer, natürJ.« pbysikalisoh-cbemiecbe 
Unferauokang 189. 444. 

- Eifkteriengebalt 339.* ' 

- VMiialten der COi und des Kalkes 444. 
anstliche, Yoraobriften, 370 

- JMntelliinig mit Brunnen waaser 281. 



Kftkrextmet nach Eichelbaum 631. 
NKkTgelatlne, Scbmelzpunkt 32. 
NMkrailttel, Heratelinng nach Krause 255. 
KilkrpriiMrate, ver^^eicb. Werth derselben 4. 

— aus Leim beigestellt 53. 

— aus Fischen hergestellt 85. 
Nfthrziieker nach Soxblet 94. 236. 
K&kaelde nach Schleich 24. 
Nagelaekiniitz, Tuberkelbadllen enth. 321. 
yakrangamlttel, vergleich. Werth dera. 4. 

— Nachweis von Arsen 113. 

— Nachweis von Benzoesäure und Salzen' 53. 
— - Bestimmung von Kisen 536. 

— Extraction der SalicylBAare 536. 

— Nachweis von Formaldehyd 284. 

— Prüfung auf Schimmel 53. 

— Conservirung mit Sulfitcelluloseablauge 295. 
NaluiuigB« und Gemiaaiiilttel, einbeitl. Unter- 
suchung 429. 

Nakrangsmi^M-Ckemlker, Versammlung 376. 
Napktka-FIsehfIfle, Abhandlung 217 bis 225. 



Napkthol Unterscheid, von a- und /?-N. 534. 
nüiwaer-FlMekeBf Verwendung fremder ' Natriam blearboa., Wundverband mit N. 16. 

4^ ! — bisnl/At, Eigenschaften 162. 

■■av^^Prfif. nabb D ' A. 17 unbrauchbar 417.-^ — earbdiuit, Bildung im thier. Organismus 300. 
^■re^lmd, Bestandtheiie 295. 542. — eyanld, Gewinnung 70. 

redpVeiohe Fftulniss deia. 258. t— bydrid, EigenschiJten 124. 

B^l^^ntnng des Wortes 836. 1 — peroxjd, Eigenschaften 438. 

rkiHii, elektrolvt. Abeobeidung von Ya 471. • — peroxydbydrat, Darstellung 438. 
rMipoxyd«, blaue 96 — peroxyd-PastllleB zur 0-&itwickelung 673. 

Ufai^BtopkilA, Enzymbildnng 253. t — persiüfiat, Anwendung 162. 

oaeMrefelaiiireaBkydiid, Ufiterauchungen^ — pbospkat, ein neues 265. 

e?. - 



rkodanld, Wirkung auf den Harn 392. 

- salieylat, Verwend. in der Analyse 210. 225. 

— tauroekolat, Zusatz zu NlÜlirboden 162. 
tklosoUkt, als Beagens 291. i 

Bestimmung ohne S-Abscheidung 379. 

pidB,- Widerständsflbigkeit gegen Üulniss Natterer^s Leberthnuitabletteii 603.' 

81. I Natarforseher-Yersamiiiliuig in Karlsbad 422. 

)eBtitBm. durch Zersetzung der Jodaäure 261 NebennleFenprllparate von Merck 163. 
}oii8that]on in Beziehung zur Wirkung 323. Keo-Arsyeodil, Zusammensetzung 326. 



t Pelto, Bestandtb. der Answurbasobe 568 
rerie, Analyse 44. 
rextraeto zu Bidem 626. 
pUfeiÜBCklorid, Bildung 323 



)xydition durch Bussulasaft 485 
pklBsneki Gegenmittel 505. 
pkiBveririftug, Serum gegto M. 670. 
•Ikf oldarbeiteii, flerstelinng 256. 
«InuKr Herstell.' d^ künstlichen 2248. 
ii|iiiti^eitilguifsiiiUteI 600. 
£, Abnahme der Säure 157. 
iMtte^s Pillea, Bestandtheiie 653. 
Blla^Aiiaestk^aiBi 467. 
Irä-Nkna, Präparate u. Anwend. 161. 
Bbalfetee^ Ka]sckung»n"294. 302« 
Dey^M^ SigeBsobafteif 39Ö. 
elinfanaea, Bildung ders 520. 
eÜBfllnataiia, Gewinnung ders. 96. 
elo^m, Zusammensetzung '307. 
9/fen nach PldnnüB, Bigensoh 506. 
Mend^ Sigensohaflen 326. 
relln.'* Analyse 43.^ 

raxMirlii, im weissen Pembalsam 273. 
xQdem, Serum gegen M. 368» 

ihrbMen, Deycke'sohe IM. 



Nepkente, Bereitung und Anwendung 518. 
, NeroliSl, chinesisches 550. 
, Nerroeidin, Eigenschaften 307. 
, Neorogen, künstliphes Badesalz 335. 

New SUn, Anwendung 603. 

Nickel, Trennung von Zink 119. 
, — Fällung mit Sohwefelammonium 209. 

Nleofebrln Baglnl, Bestandtheiie 335. 

Nieolioln, Bestandtb. und Anwend. 505. 630. 

NieotiaDln, Träger des Tabakaroma 360. 608. 

Nltragin, Knöllclienbakterien 651. 

Nitpeglyaeria^ Anwendung bei Epilepsie 613. 

NItylin, Bestandtheiie 629. 

Nivalln-Paste, Bestandtheiie 484. 

Nori, japanisches Nahrangsmittel 283. 



0. 

Obermayer^sches Reagens 301. 
Oblaten in Beutelform 625. 
Obst, amerikanisches, Gehalt an SO2 302. 
— Conservirung mit Blausäure 361. 
Obstarten Gehalt an Pentosan 358: 



für die Bestimm, der Keimzahl im Wasser 380. , ObstsAfte, alkoholfreie 1 14. 



XVI 



Obstweine u. Obstsäfte, Begriff 114. 
Odda, ein Kindei-nähimittei 307. 

— Analyse desselben 494. 

Oele, äther^ Giftigkeit derselben 573. 
Gebalt an Naphthalin 631. 

— fette, neue Parbreactionen 598. 

desgl. auf gebleichte 1. 0. 609. 

Oelffemttlde, Desinfection ders. 554. 
osthol, neue Salbengrundlage 335. 
OfenUtt, Vorschrift 60. 

Oleam Amygdalaniiii, Gewinnung 193. 

— Anlsi mit verstärktem Anisgeschmack 233. 
~ AnraDtll flonim, Bestandtheile 245. 
Ausäthem des Destillationswassers 278. 

— Bergramottae, Verfälschung 233. 

— Garyophyll., Bestimm, des Eugenols 278. 

— Citri, wirkliche Abstammung 233. 

— Jecoris Aselli, Prüfung nach D. A. IV 118. 

Bestimm, der Jodzahl nach D.A. IV 417. 

siehe auch LeberiJmui. 

— Lavandnlae, Fälsch, mit Benzoesäure 277. 

— — Fälschung mit Salicylsäure 534. 

— OÜTanun siehe Olivenöl. 

— phosphoratiun, tödtliche Wirkung 198. 
Herstellung von haltbarem 259. 290. 

— Bosse siehe BosenöL 

— Thymi, Beurtheilung 31. 

OiiveiiSl, Ursache des Ranzigwerdens 261. 

— enthält ein gemischtes Glycerid 191. 
Olntkombolsaft, Abstamm. u. Eigensch. 152. 
Ononin, Eigenschaften 97. 
Onyxwaaren, Erkennung der echten 600. 
Oophorin, Bereitung 518. 

Opiimi, russisches 84. 

— Handelsnotiz 276. 

— Verfälschungen 277. 354. 

— Herstellung von Extract und Tinctur 417. 

— Wirkung auf den Dann 486. 
Opoeerebrin-Tabletten 163. 
Orexintannat, Anwendung 162. 
Orelnreaetion , Spektroskop. Verhalten 238. 300. 
Oreld, goldähnliche Legirung 244. 

Oresol, Eigenschaften 326. 

Orfanisehe Sabstanzen, Zerstörung für die 

Analyse 248. 508. 
Organosol, Bestandtheile 518. 
Orfanotherapeut. Präparate von Merck 163. 
Ori, Bestandtiieile 496. 
OrigOB-Tabletten, Bestandtiieile 283. 
Oro-Spritze nach Gretsch 641. 
Orthoehinone, Additionsproducte 189. 
Orthoehlorphenol, Anwendung 518. 
Orthoform, ist giftig 163. 
,,08e^* und .,idi8^S Bedeutung dieser Endungen 230. 
Ossofen, Homatogen-Leberthran 518. 
Oviübnmiii siehe unter Eiwelss. 
Ovoieeithin siehe unter Leeithio. 
Ovo-LeeithiB nach Riedel 484. 520. 
Ovos, Gewinnung und Werth 331. 518. 
Oxalsäure, Vorkommen im Pflanzenreiche 94. 
Oxyeeilnloseii, neue Untersuchungen 67. 
Oxydasen, oxydirend wirkende Enzyme 668. 
Oxygenophor nach Franke 674. 
Oxylin, Zusammensetzung 376. 
Oxylith-Pastilieii, zur 0-Entwickeiung 673. 
Oxymorphiii, Eigenschaften 485. 



Ozon, Nachweis mit Ursol-Reagenspapier 353. 

Ozonal, Bestandtheile 565. 

Ozonoform, Darstellung und Eigensch. 5. 518. 

p. 

Panamabttte» Herstellung 674. 
Pankreadea, Anwendung 518. 
Pankreaspräparat. ein im Magensaft anlöslioheB 
298. 

— mit Sohwermetallen 604. 
Paakrobliin, Anwendung 518. 
Papayotln, Eiweisspaltung durch P. .283. 
Papier, älteste Bereitung von P. 314 

— wasserdichtes 599. 

— mikroskopische Prüfung 257. 
Paplerbentel sind keine VorrathsgefSsse 272. 
Paprika, sogen. Merkantil-P. 13. 
Pi^ynu, »»der** oder „die" P.? 314. 
Paraffin, Bestimm, iu Petroleumrückständen 472. 
ParafdaelnbettBiigeD, Ausführung 303. 
Parafflnli^eetloneii. subcutane 51. 
ParamoL photograpbisoher Entwickler 18. 
Paranose, ein «bdprfiparat 246. 

Parodyne, Bestandtheile 518. 
Paroleln b», Bezugsquelle 542. 
Pastenr's Forgehanfeii 407. 
Paftearislrea, Wesen dess. 649. 
Pastllll jodoferrati „Jahr"' 629. 
Patentgeseti, Verletieung dess. 388. 

— neues französisches 313. 
Peebmann v., Nekrolog 366. 

Pelton, desinfioirenler Wandaostrioh 481. 
Peffmin, zur Herstellung von Xindermiloh 247. 
Penfeilltam brevleaile, zum Nachweis von 

Arsen 194. 
Pentosan im Obst und anderen Vegetabiliea 353. 
Pentosane, Bedeutung für den Organismus 192. 
~ Physiologie der P. 590. 
Pentosen, Bildung von Milobsäure 227. 

— Physiologisches 585. 
Pentoeereagens nach Bial 292. 
PeptobromeigOB, Eigensoh. und Anwendung 306. 
Peptonpasten naoh Schleich 23. 
Perforation der Alkalolde 172. 
Peristropbe angnstJfolia 253. 

Peroxole, Begriff 518. 

Persodlne, Anwendung 162. 

Pemolseife, Anwendung 316. 

PestbaeUlns, Verhalten in der Thierleiohe 56. 

Petroleam, mexikanisches 568. 

— rumänisches 294. 

— Giftigkeit für Eisohe 217. 
Petrolenmätber, Analyse dess. 10. 
Pfeffer, gekalkter 576. 
Pfefferknehea, verdorbener 42. 
Pfefferpnlver, Verfälsohungen und Nachweis 

ders. 238. 271. 293. 553. 570. 

— Färben mit Frankfurter Schwarz 302. 
Pfellglfle aus DeutsohostafHka 234. 389. 
Pferdefleiseh, Nachweis dess. naoh Hasterlik 167. 

— desgl. naoh fiuppin 269. 

Pflanzen, Bestimmung ihrer Nahrung 96. 

— Bedeutung der Alkaloide 231 

— Waohsthnm ders. beeinflusst durch CO, 

der Luft 419. 



XVII 



Fflni», Asamiiationstiifttigkeit 201. 380. 

- ürooknen fOr^ Herbtrium 915. 
PittMigljkoiNK Zaokenrten den. 339. 
PflameMlfte, Lkb onthaltenda 632. 

- sogen. Tentirkte Heilwirkung 531. 
Pflaitentreiduippuiit nach Böoklen 641. 
FfliUMi und PlU«meBHi«8, FÜBchnngea 302. 
PhagMTtoie, Begriff 402. 
PkttmaeentiMlie GeeetM, Anslegaiig den. 153. 

166. 235. 281. 308. 378. 388. 437. 447. 
Pha»aeie, Qeschiohte der P. 68. 

- xar Zeit der Eeilsohriftknltar 78. 
PkanuMie d'AsTen, Yorechrüten 593. 
PharMko^ Üniversal-P. von Hirsch 2^6 420. 
Pkeetae, ZuaunmeDsetzang 518. 
PheMeett», Identitätsreactioo 520. 
PhiBetidteviB «gmiMvleum 306. 
FleMlektkaleim, als Abfähi mittel 17. 
PUletUmi, Eigenschaften 537 
PUoroghida, Holzstoffreaeens 163. 
Phespkate, Wirkang als Düngemittel 100. 

- gUYolametr. Bestimmung nach Riegler 28. 
Phesphel, Bestandtheile 39. 

Phes^er, Aufbewahrung 289. 

- Ermittelang nach Binda 69. 

- Beetimmang nach Meillere 508. 

- untersuch, über den rothen P. 247. 
^hespliorleberthniB, haltbarer 259. 290. 

- mit COs imprSgnirt 331. 
*hes^ontare, Ansscheidnng im Thierkörper 111. 
*hejnhoiTerg;lflttBg, Art der Wirkung 477. 

- Yennehmng des Leberfettes 198. 

- Nachweis des P als phosphorige Säure 80. 

- Naohw. des P bei Gegenwart Yon Alkohol 81. 

- mit PhosphorstreichhöÜBchen 295. 
iH^tograpUe, Entwickler ,^aramol'^ 18. 

- floflsige Uohtfilter 19. 

- billiges BUtsücht 100. 

- Anwendung Ton Antihypo 161. 
neuer Entwickler «^ino.^^ 258. 

' Wirkung gemischter Entwickler 485. 

- Leaohtsitse 539. 
Batwiekler ^J'inakol'' 657. 

- litteratur 73. 382. 406. 449. 
IfTBolyatB, Krötengift 241. 
lya«!, Daretellung 570. 
ijmmUgwaiaLt Besiehung zu Curare 16. 
ijtolaee« deeuAra, falsche Belladonna 12. 
jUmtwta^ Ester dess. 7. t 
krinsfttfi^ Entfernung von P.-Flecken 369. 
lealjMfc, Vorschrift 530. 

loeaniB, Constitution dess. 66. 441. 
Qzydationsprodukte 206. 
Identititsieaotion 361. 
oflBJfclBivre, Pllefstare u. s. w. 206. 
■Isie aferieatct KleewelB 351. 
ArgtmU Bitr. eui Morpkfaio 593. 
Cnudnek (Ph. d'A.) 59a 
Mrr^nrg. Joasti (Ph. d'A.) 593. 
Kmlli Jodatl (Ph. d'A.) 593. 
(Ph. d*A,) 593. 



PoaMkyUlBl (Ph. d'A. 593. 
resorWates BoMea 403. 
SsBifidida sMeharmtl 603. 
aas P«iries und P. Coirre 593. 
te, Assimilations-Energie 201 



Pllae, Marktkontrole 496. 
Pllnmeheniiig auf Wollenstoffon 254. 
PfaiieBtpilTer, yerlUschtes 553. 
Pisakol, photographisoher Entwickler 657. 
PiMoI, Gebrauch und Bezugsquelle 230. 
Plljeeor, parfümirtor Leberthran 518. 
PliSfcfa^ kiystallinische Structur dess. 68. 

— Qewmnung und Yerwendung 438. 
Plattametalie, Trennung ders. 327. 
PlaneB'sches ÜBtersBehugsamt 238. 
P15bbIs' Myogen und H&matin- Ei weiss 506. 
PlBSK-StoofiBr-Kitt, Bestandtheile 657. 
PBeBttOBBtltoxlBe, Begriff 399. 
PneumoB^Bf Bestandthmle 542. 

PoleyU. Analyse dess. 320. 
PoIobIbbi, neue Versuche 533. 
PolygOBBBi Perslemrla, Analyse 54. 322. 
PomeranaeBsehaleB, eingesalzene 419 
Porodor, Eigenschaften 507. 
PonellBBkrakeB mit Celluloiddeckel 625. 
PostmarkeB, Kennzeichnung 331. 
Potio BleokoUea (Ph. d*A ) 593 
PotollB-PrlparBte 426. 603 605. 
PrelSBBfgabeB für Lehrlinge 199. 296. 
Presshefe, Bestimmung der Stftike 459. 607. 
Prlmula obeonlea, ist giftig 3 '2. 
Propol-PropollsiBTasofeB 235. 
ProfoUsfai, Bedeutung des Namens 169. 

— Bestandtheile 630. 
Protargol, Verwendung 355. 

— Bereitung von Lösungen 507 

— u. CoeiÜBhydroelilorldsindunvertriglioh 507. 
ProteTBe, barscher Charakter 11. 
ProtelBBBi pyoeyaBeom, Eigenschaften 151. 
ProtOBlasma, Funktionen des P. 555. 

PadI, BestandtheUe 553. 
PolflÜB, Eigenschaften 64. 
PolBiofonB, Eigenschaften 64. 
Pfllfergestoelie, Ansivoc ders. 124 
PulreriLBpselB nach Hastreitor 46. 

— sich selbst Öffaende 568. 
PbItIs BspergeBS nach Müller 603. 
Paregf , Analyse 322. 

Purgatol = PBrgatlB 326. 

ParteB, Bestandtheile und Anwendung 335. 

Puroflae, Bestandtheile 630. 

PBroform, Bestandtheile 518 

PbtobbI, Bestandtheile 519. 

Pirpur, Bildung dess. 228. 

PyoeyaBeBS-ProtelB, Eigenschafter 151. 

PynuBldoB, Salze dess. 163. 

— Verordnungsweise 481. 
PyrBB-TablettCB, Bestandtheile 315. 
PyrIdlB, Verbindung mit Kupferhodanid 121. 
PyrIdIntBBBBt, Anwendung 457. 
PyrrolderiYate, Physiologisches 486. 
Pyrostat, Bestandtheile 295. 
PyraioloBiim pheByldlmethylleom SBlkylieBm 

22. 
Pyxol, Bestandtheile 519. 

CL 

QBebraeho-ExtrBete, Analyse 10. 
Quecksilber siehe auch Hydrargyrnm. 

— maassanal. Bestimm, nach Cohn 69. 
- eolloidBleB, Herstellung 486 



xvm 



Qneeksllberprobe, Verbess. der trocknt'n 622... 
QueeksUber-Salbenseire, Prufoug 417. 

Baeahont, Vorschrift 481. 
BadloaetiTitlt, iDdaoirte 68. 
Badiotherapie, Begriff 539. 
BadirpiÜTer, Vorsohrift 244. 
Badlomstralilen, Haatverbrennung 500. 
Radix Belladonnae, Fälsohaog mit Pbytolacoa 
abyssinica 506. 

— Colombo, Alkaloide ders. 632. 

— Ipeeaeiuuüiae, vergleioh. Werth der Rio- u.' 

Carthagena-I. 252. 

ADgabe des Alkaloidgehalls 274. « 

Bereit, n. Werth eines Infosums 90. 

— Senegae, Bereit, a. Werth eines Dococts 90. 

— Talerlanae, Bereit u. Werth eines Infosums 90. 
Raffinose, Bestimmung ders. 236. 
Rahnln, ist gewöanlicbe Naphthalia 553. 
Bamkalin-Präparate, Bestandtb. 504. 
Batten, Vertilgung durch den Danyszbaoillus- 

194. 311. 
Baaeh u. Boss, Verhinderung 502. 
Baopen, Schädlichkeit der Haare 366. 
Beafensglllser, zum Fischer'schen Nachweis von?; 

Zacker im Harn 46. 
Beagensglashalter, nach Morgenstern 525*. 
Beagenspapler, Gebrauch sehr alt 568. 

— von Zollner 165. 

— „DapUtest*' 416. 

— mit Nitro-Stärkelös. zum Nachw. von Jod 6^ ■ Salbenmtthle nach Zemsch 599*. 
Beagentien-Sehrttnke für Aerzte 625. • Salbensehaehteln, fett- und wasserdichte 99. 
Be«epie, latein. Sprache auf dens. 19 . ^Salia anaesthetiea Schleich 23. 



Bosana, Lebcrtbrantabletten 60d. , . 

Bose's Nährmittel 180. 

Bo8en((l, Hauptbestandtheile dess. 278. 

>— Darstellung des künstlichen 65. 

BoBshaar, künstliches 156. 365. 

Btfster^s Olobus-Sättiger, 450. 

Babazonsänre, Vorkommen 344. 

Bublne, Erkenn, der reoonstruirten 244 

Bliben, neuer gefährl; Feind 60. 

— Bildung des Zackers 2ö3. 
Bnmphins-Medailie, Bosohreibuag 71. 
Bnssnlasaft ozydirt Morphin 485. 

8. . 

^aeeae amylaceae, Oblaten-Beutel 625. 
^aecharin, Synonyme desselben 573. • 
! — Nachweis in Milch 597. f • 

— Nachweis neben .SaHcylsäure. 510|^ 
Saeeharomyees Satarnus 253. ,• l . 
Saecharum D. A. IV, Untersuchung ^^ 7. 
Särge, rationelle Herstellung 671. , « ' 
Säuglingsnahnuig, Bedeut. der Minei^iL^ze 176. 
Safloröi, Eigenschaften 282 , 655. ^'n; 
Safran, Ve^älschungen 13. 5ö3. 
Safirol, specifisohes Gewicht 280. 
Sake, Bereitang in Japan 380. 
Sai Gregory, Bestandtheile 519. 
Salaperlen, Bestandtheile 108. 
Salbei»], Bestandtheile 228. 
Salbenfrrundlasre „OSthol'' 335. 



ffl 



BeoeptblfttCer mit Vordruck 272. 
Beeep^ounild, richtige Führung 289. 
Beeeptoren, Bedeutung ders. 414. 
Beehensehleber nach Soherer 85. 
Bedaeirende Substanzen, Nachweis im Organist 

mus 352. 
Bagnlirgltthlampe, Konstruktion 344. 



Sallcylglykolstture, Darstellung 39 
Salicylsäure, Nachweis neben Saccharin 510. 

— als Conservirangsmittel verboten 244. 

— Extraction aus Nahrungsmitteln 536. 

— Vorkommen in vegetab. Nahrungsmitteln 6.'2. 
Salicylsäiireirly^^rincBter 39. 80. 
Salievlsäureamylester, Anwendung 637. 



Belehert-Melsl'sche Zahl, Schwankungen llliriSaiieyisäiiremethylester siehe GanltlieriaVL 



BennthiersehnenfHden 17. 
Benoform, Bestandtheile 653. 
Bepstlekan, neue Zündhölzer 640. 
Beaistenz u. Immunität, Begriff 413. 
Besorelnseife, Untersuchung 520. 
Blieumasan, Bestandtheile 835. 519. 
Bhenmatln, Eigenschaften 164. 381. 
Bhizoma Calaml, keine Herbsternte 84. 
Bhus-Arten, Giftigkeit ders. 576. 
Blein, EiKenschaftou 164. 
BlelnuBmehl, Giftigkeit dess. 617. 
Blemensehmlere in Eerzenform 539. 
Binder, Schutzimpfung gegen Tuberkulose 98. 
Bipp^sche Heilsalbe, Bestandtb. 533. 
Bobin, Milchzwieback 519. 
Bobol, BesUndtheile 519. 
Boboraty cbem. Zasammensetzg. 263. 
Boborln ist kein Geheimmittel 378. 
Bobuston, harstellung u. Eigensch. 603. 
Boeeo-Pllaater, Bestandtheile 653. 
Bodagen, Gewinn, u. Anwend. 457. 
Btfntgen-Strahlen, Sichtbarkeit 34. 

zu Heilzwecken 639. 

Schutzüberzug gegen R 600. 



Salipin, Bestandtheile 519. 
Salpeterbakterien, Bedeutung 650. 
Salpetersäure, Nachweis mit Brucin«249. 
Salpetrige Säare, Nachweis mit Bnuin 249. 
Salvatorwasser, Untersuchung 444. .-* ' 
Salubrina, Eigenschaften 506. oV 

Salze, Nachfarben durch 6estrahlun^§. 
Salzsäure Neutralisationspunkt der o&idnellen 8. 
387. 483. ♦' 

— Nachweis von Arsen mit EJ 12II 

— gasvolumetr. Bestimmung nach fiÜBgler 28. 

— Bildung im thierischen Orgamsnxd» 300. 
1 Sanatogen, Analyse 44. -^i.^ 

I Sandalina-Oel, Untersuchung 502. .= 
I Sandarak, Fälschungen 228. " • 

I Sandplattenftlter nach Fischer ] 8aid}30. 
I Sanguigenwein, Bestandtheile 262. 
' Sanidkapselu, Bestandtheile? 481. 
I Sangostol, Bestandtheile 5. 
I Sanol, Bestandtheile 519. 
i Sanolenm, Zusammensetzung? 481. 
I Santal Zadeek, Bestandtheile 603. 
' Santonin, Anwendung bei Tabes 164. 

— und Santonsfture, Constitution 206. 



Saplndus Saponaria, Gebrauch 270. 
Sapomentliol, Beetandtheile B36. 
Sapones kallni llqnldl nach Dieterich 40B. 
Saponine, Nachweis in Getränken etc. 597. 

— Yerbreitung im Pflanzenreiche 55. 
SatoB, antisept. Rasir-Greme 629. 
Saaer & Oi^eekel, Prüfanganstalt 179. 
Saaentoff, specifisches Yolnmen 210. 

— neuer Entwickelungsapparat 672. . 
SaToniü, Bereitung 519. 

— Eigenschaften und Anwendung 566. 
Seharlaeh, Serumtherapie 196. 

— Behandl. mit Sozojodolnatrium 212. 

— Anwendung von Ichth^ol-ljanolinsalbe 212. 
Seharlaeksemm, Gewinnung G04. 
SeliaamweiBstener-Gesetz, Gültigkeit 568. 
SelilllddrilBe wirksame Substanz ders. 163. 
SeUaunel & Co., Bericht 1902 233. 277. 
Sehimmel-, Spnws- und Spaltpilze, Unter- 
scheidung 644. 

Sekizopliyeeck, mikrochem. Untersuchung 258. 
Sehlatmittel ^us Mohnköpfen 101. 
BeUeieh's PrSparate, Aufzählung 23. 
MüeiniblldBiif in ZuckerlÖsungen 254. 

— in Nahrungs- und Genussmittein 598. 
Sehlttoselselülder aus Gelluloid 395. 

Sehmelzpimktlbestimmaiig, Apparat von Klinck- 

hardt 248. 
Sduiarehen, Verhinderung 671. 
Sehanpfttteher, papierne 385. 
BehSn's Wunderbalsam 43. 
Sehraaben mit Metallführung 422. 

— Yerhütung des Festrostens 450. 

SckriftfSlMhaBgeii, Ermittelung 422. 

Sehaker^me Vorschrift 365. 

Sehalea, Messung des Tageslichts 156. 314. 

— Belichtung der Arbeitsplätze 395. 
HekwefeJsäare, Nachweis von As mit EJ 121. 
Sckwefelsäareanhydrid, Darstellung 96. 

— desgl. durch das „Eontakiverfahren^^ 439. 
fiehwefeliraquirstoff, Nachweis 573. 
SehweHt^saare Salze als Preservesalz ver- 
boten J30. 

Sdiweiaefett, Schmelzpunkt 415. 

Seopella earaMiea, falsche Belladonna 12. 

Seett's Emalslon, Ersatz 290. 

SeTtoaemin, Vorkommen 258. 

Sebaa PlamH Bereitnag 519. 

SeeknuiUieilvlSchutzmittel 392. 

Seide, Festigkeit von Natur- und Kunstseide 85. 

— künstliche, Herstellung 100. 

Untersehfeidung von echter S. 156. 

Setfea, eiweisshaltige 174. 

~ Zuckergehalt der sogen. Glycerins. 238. 

Selea, biologischer Nachweis 508. 

Seleaia, Herkunft des Namens 641. 

SeleawasseFsfbff, physikal. Eigenschaften 121. 

Semea CoeeoyaidU, fettes Gel ders. 193. 

Semlearbazide, Eigenschaften 468. 

SealVl, Bestimmung dess. 427. 

Seag, Bestandtheile 519. 

Septoforaia, Zusammensetzung 458. 

Seila, Synthe.se des S. 608. 

Serlae, Verhalten gegen Formel 207. 

Senua, Gewinn, dess. im Allgemeinen 401. 



Semm aativenimeiix 519. 

— bromatam und S. Jodatum 519. 

— masealare 326. 

Serumglobaline, Verh. gegen Formol 207. 
Serampaste u. Serompalver nach Schleich 23. 
SeramprMparate, Literatur 34. 

Sesamla, Sesamöl-Emulsion 651. 
SesamOl, Uebersicht der Beaotionen zum Nach- 
weis dess. 167. 

— Irrthum beim Nachweis dess. 312. 

— Baudouin'sche Reaotion 674. 

— Bellier'sche Reaction 598. 

— Soltsien*sche Reaction 43. 674. 

— Reaction auf gebleichtes S. 609. 
Sieeogea = Sieeo duplex 604. 
SIeeoIam Rielai, Eigenschaften 290. 
Sieeoplllen, überzuckerte 603. 
Sidoaal „aea^S Eigenschaften 335. 
Silber, Bestimmung nach Riegler 28. 

— Entfernung von Tintenflecken auf 8. 244. 

— eoUoidales, Herstellung 447. 
Stlberbeazeat, Löslichkeit 314. 
Silberpaiaauelein-Yerbladaageu 246. 
Silberperoxyaitrat, Formel 61. 
Silberplattiruiiir von Brittania-Metall 258. 
Silidam-Kalk-Stahlbraaaea 351. 

Siris, Gewinnung und Werth 331. 
Sirinskugela, Bestandtheile 674. 
Slrolia, identisch mit Sirosol 359. 
Sirop de Dosart und S de Oibert 593. 
Sirosol, Bestandtheile 359. 519. 

— Bezugsquelle und Anwendung 582. 
Sirupe, haltbar zu machen 246. 
Sirapas Aaraatli eort., süsser 463. 

— CaleU laetophosphoriei (Ph. d'A.) 593. 

~ Ferri, Cbinini et Stryekniui p»bospkor. 
(Pb. d'A.) 594. 

— glyeero-pkosphorieus 39. 

— Hydrarg. Jodati (Pk. d*A.) 593. 

— Hypopko8pliitumeompos.(Pk.d^A.)290.594. 

— Jodo-tauniens (Pk, d*A ) 594. 

— KaiU bromati (Pk. d'A.) 593. 

— Simplex, Gehalt an Invertzucker 544. 
Sitogea, Gewinnung und Werth 331. 
Smaiagdiae^ Hartspiritus 294. 542. 
Soda, natürliche in Mexiko 277. 
Sodortablctteu, Bestandtheile 519. 
Solanin, Zuckerbestandtheile 3^9. 
Soleaoid, Ableitung des Wortes B66. 
Soloeol = Solveol 542. 

Solutiein, Bestandtheile und Anwendung 505. 
Solutio Ammoaii valeriau. Pierlot 594. 

— Chiaini hydrochlor. (Pk. d'A.) 594. 

— Coffeini pro ii^eet snbcut. 290. 
Solveol-Präpaiate nach Hillebiecht 467. 
Solvin nach Möller, Bestandtheile 604. 
Solvosal-LitkiBin, Eigenschaften 161. 
Somaferrol, Bestandtheile 653. 
Sommersprossea sind eine Krankheit 378. 
Somaal, Zusammensetzung 334. 
Somaoform, Besandtheile 542. 651« 
Sorgkum-HlrBe, Gultur dess. 354. 

— Glykosid dess. 405. 
SoBon, Analyse 44. 

Soxklet's Nährzuoker, Eigenschaften 94. 
Heistellung 236. 



XX 



Spedalltilteii, neue 653. 

— in Dresden abgelehnte 173. 249. 606. 

— von Aufrecht untersuchte 630. 

— -Taxe für Apotheker, 1902 462. 
SpeekM, Bereitung u. Eigenschaften 510. 
Speichel, Nachweis von Jod nach Deniges 69. 
Spieg^ler's Beagens, modificirt von Pollacci 801. 
Spielwaaren aus Hartblei 60. 

Spinnen, giftige 359. 

Spirituosen, mit Paprika verschärft 41. 

— künstliches Altem 261. 531. 

Spiritns, Herstellung aus trocknem Holz 294. 

— fester (Smaragdine) 294. 

— für Glühlichtlampen 294. 

— Abgabe von nicht denaturirtem 106. 

— kein steuerfreier mehr 166 

— siehe auch Alkohol, Branntwein, Weingeist. 

— Yalerianae oompos. 426. 

Sputum der Phthisiker, Untersuchung 45. 

— Untersuchung auf Tuberkelbacillen 632. 
Stärke, Entstehung in der Pflanze 583. 

— Löslichmachen mit Persulfat 535. 
Standgefilsse für Oele etc. 625. 

— aus farbigem Glas, Werth ders. 666. 
Stassfurter Salz, neues Mineral in dems. 351. 
Steinbaeh^B Rhaninintabletten 437. 
Stenoearpin, Bestandtheiie 519. 
SterbUehheit in Indien 657. 

Stemanis, Giftigkeit dess. 392. 
Stickstoff, specif. Volumen 210. 

— Kreislauf in der Natur 645. 
Stüliniria sebifera, Oel ders. 59ß. 
Stoff, Unzerstörbarkeit 485. 
Streptokokkengift, Herstellung 311. 
Strontiun^odid, Bräunung zu verhüten 66. 
Stryehniein, Eigenschaften 530. 
StryehniUr Reaction mit Brom 236. 

— Abgabe im Handverkauf 289. 

— Verminderung der Giftigkeit 486. 
Stylophomm diphyllum 6 

Stypiieln, Anwendung und Wirkung 164. 321. 

— Anwendung als Salbe 511. 
Styrolin, Ester des Styrax 519. 
Styrosapon, Bestandtheiie 519. 
Sublamfai, Eigenschaften 108 

— Anwendung und "Wiitomg 613. 
Sublimat, Bestimmung in Pastillen und Ver- 
bandstoffen 175. 

SublimatlSsung, Aufbewahrung 264. 
Snecus Liqulritiae erud^ Prüfung 417. 

— e tesübuB parat., Zusammensetzung 163. 
Sttssstoffe, Verwendung künstlicher 176. 
Sulfite, Nachweis nach Bödeker 389. 
Sulfiteelluloseablange, ein Ck)nservirungsmittel 

295. 
Sulfibenzo^saures Natrium 519. 
Sulftiniria, Bezugsquelle? 481. 
Suppositorien, neue Grundmasse 264. 

— Bereitung nach Ax 543. 
Suppositorienpresse nach Jenny 666*. 
Snprarenaden und Suprarenin, Daratellung 

und Anwendung 519. 

T. 

Tabak, Bindung des Nikotins 57. 

— Träger des Aromas 360. 606. 



Tabakkampher, Untersuchung 608. 
Tabletten, schnelles Zerfallen dera. 272. 

— -Presse, von Keyl 368* 
Tabulettae Rhamnini Steinbaeh 437. 
Taehlolo, Antiseptioum 604. 
Taehyphag, Gebrauch u. Herstell. 671. 
Tttsehelkrout, gegon üeberbeine 381. 
Tanaeetin Biedef, Eigenschaften 251. 
Tannalborin, Bestandth. 519. 

Tannin, Umwandlung in Gallussäure 235. 336. 
Tannin-Aleuronat, Bestandth. 519. 
Tannoform, gegen Fosssch weiss 362. 

— Entfernung von T.-fleoken 362. 
Tapeten, arsenhaltige 296. 
Tauroeholnatrium, Bestandth. 519. 
Tavel-Tabletten, Bestandtheiie 51. 
Taxe, Ergänzungs-T. des D. A. V. 356. 
Taxin Formel u. Eigensch. 484. 
Tegon u Präparate dess. 172. 
Teigwaaren, Nachw. von Na2C03 u. Alaun 270 
Tellur, Atomgewicht 52. 

— biologischer Nachweis 508. 
Tellursäure, Darst. u Eigensch. 120. 
Tellurwismut, Analyse dess 471. 
Teppiehseife, Bestandtheiie 295. 
Terpentinöl, Ersatz dess. 61. 

— Fälsch, mit White Spirit 247. 
Tetranitrol = Erythroltetranitrmt 164. 
Thalassol, Herst, u. Verwend. 450. 
Theo, Vergiftung durch T 392. 

— Verfälsch, mit Theefrüchten 460. 

— Erkenn, von ausgezogenen 654. 
Theepflanze, Vertheilung des Alkaloids 232 
Theoein, synthet Theophyllin 604. 
Theophyllin, Ersatz durch Theocin 004. 
Thermarthin-Pastillen, Bestandth. 542. 
Thermol Bestandtheiie 519. 
Thermometer, sog. blinde Th. 129. 

— wissensohaftl. Prüfung 214. 
Thermophore, Fuss- u. Handwärmer 213 
Thermophor-O^ummi-Compressen 386. 
ThierSl, Eigenschaften 7. 

Thigenol, Eigensch. u. Anwend. 9i. 612. 

Thioessigsäure, Eigenschaften 609. 
Thiokol, Anwend. u. Wirkung 174. 
Thioi, Anwend. u Wirkung 342. 
Thiophen, neue Reaction 470. 

Thiosinamin, sur Bestimm, von Eiweisskörpem 1 . 

— Lösungsmittel für Eiweisskörper 210. 

Thorium, Trenn, von Cer, Didym eto 320. 

Thymen, Verwendung 280. 

Tbymol, zur Hamoonservirung 117. 166. 

— künstliche Darstell. 277. 

Thymol-Ürethan, gegen Bandvmrm 453. 
Thjmotal = Thymol-Urethan 458. 
Thymotol = Aristol 519. 
Thymoxol, Bestandtheiie 519. 
Thyreoglobulin, wirks. Substanz der Schild- 
drüse 163. 
Thyreoid-Serum, Gewinn, u. Anw. 495. 
Timermann'scho Lohbäderkur 115. 
Tineturae, Behandl. mit Magnesia 134. 

— Herstellung „per deseensum^^ 261. 

— müssen sie klar und ohne Bodensatz efieüi? 

42Ö. 436. 659-670. 



XXI 



IlMlum Uattenm orimt, 152. 

— Binaa PastMlt, gfgen üeberbane 381. 

— CUw^l^mnll eMipM (Ph. d*A.) 594. 

— IHgltaUa mit be^iramtom Wirknn^werth 

530. 572. 

— Feni eUor. aetk., Wirkung des Sonnen- 

lichtes 66e. 

— Jedl» Bereitong ,^r deseeuuB^ 405. 

Nachw. Ton Crotonöl in ders. 447. 

Gehalt an HJ 566. 

— Luiüi alH Wirknng 152. 

— 8W»h«Btld mit bestimmtem Wirbugswerth 

672. 
TenkateluMi, Kaohw. in Yaniile-Priparaten 597. 
Texlne, EntiEiftang durah Perozyde 15 

— Yenaohe über Entstehnng den. 253. 
Texaphore Gruppe«, Bedeutung 414 
TraabeBpllx, Bekämpf, mit NaHCX)) 514. 
TnautoL Anwendung 190. 

TnteiA, Gewinn u Anwend 619 
TdkwBhjdrlB, Anwendung 519. 
MeUerbvtylalkohol, Darstellung 109. 
Triehlereealgsfture als Reagens §61, 
Triehter nach Harten 46. 
TriferriB, Eigensch. n. Wirkung 152. 
TrixkgweUire, bleibaitige De(£el 60. 
TrtnepheBOB, Bestandtheile 246. 
TrefMoealB, Anwendung 322. 

— Haltbarkeit des salisauren 210. 
Trepelli, ein Waschmittel 616. 
TrepfenAiigerilasehe nach Schulse 214. 
Trepin, Bildune aus Tropidin 317. 
Tr^B, Darstauung 61. 

— mit Eisen, Anwendung 159. 
Traseeek's minenL 8emm 282. 
Tmksveht, Mittel gegen T. 43. 

— Heilung durah Arxaeien 331. 
Trybel, ein MundwMser 653. 

Tuben JaliqMe, Bestimm« des Hangehalts 

103—108. 
TiberkelhMUleB, Fettsubstans ders. 12a 

— FSrbung nach Laiforque 194. 

— im NagelaehmutB 821. 
Tabeikelted, Anpreisung dess. 447. 
TuberkiUn, neue Verpackung 289. 

— attes u. neues 408. 

— I. B. Darstell, u. Eigensch. 409. 

— Vexordnung über die Verdünnung und Ab- 

gabe 404 493. 
Tube^uleae, BehandL mit rohem ileisoh 196, 
mit Hamstcff 903, mit Knobhiuoh 613 
mit Perco u. Zimmisiura 45, mit Schwefel- 
wasserstoff 613, mit Zimmtsiure 275. 

— Uebertragbarkeit auf Binder u. Ziegen 633. 

— der Binder, Pasteur'sche Schutximpfung 98. 
TossifeglB, gezuckertes Ciymianextract 519 
Typhu-AggifltlastkHi, Aufhebung 211. 
T^ubadlleB, Unterscheidung tcu der Ooli- 

gruppe 193« 
Tyrogwi, Anwend. in Kisereien 139. 



u. 



üagseutui CreM, Anwendung 580. 
— Hydr ur gy r l eis., Entmischung 605. 

Bestimmung des Hg 652. 

üreft pura, medicinische Anwendung 152. 
ürslhau mit Chinin, Anwendung 154. 
ürleeMcter nach Buhemann 264. 
Uropwlft-T^Mettett nach Stephan 495. 
UrosMiol, Eigenschaften 651. 
ürosta-Kalk-fitehl-BruMB 355. 
ürsol-BeafCBspttfler, Bereitung 353. 
ürttetfte, Waschung bei U. 637. 



ülHsreu, Eigenschaften und Anwendung 403. 
UliM*8 KiliterwelB, Gehsünmittel 308. i 



Valeutu, Büdung 825. 326. 
VmierlMUi-Esseu. Bestandtheile 426. 
Vvuidfai, dektrolyt Abscheidung Yon Mo 471. 
VauAiteprlptfAte, medicinische Anwend. 196. 
TmOIc, BUdung des Vandlins 280. 
VmüIUb, neues Verfahren sur Daistellung 88. 

— VerfiÜschung und Preis 280. 

— Einwirkung Ton Bonsaldehyd 110. 
Vantholir, im Stassfurter Sals 351. 
Vasollmeat, Vorsohriflen nach Mindea 809. 
Vasond«Pr8p«nitei Anwendung 565. 
VeffeteUae, Analyse 48. 

VeUa, sur Petroleum-Reinigung 496. 
Veratrta, hydrolytische Spiltung 337. 
VergoldMg bei bewegtem Bade 258. 
Vcnwidfluld, Zusammensetsunff 286. 
Verwesuuf, Procees der V. 646. 
Tiehy-i)ulB», Untersuchung 473. 
?la ie SegulB, Vorechrilt 594. 
VIbm CUaae eempoa. (Ph. d'A.) 594. 

— Oi^Ue, Vorschrift 290. 

— Cote-PepslBi nach Hell 879. 

— Jodo-tnuleuni (Ph. d'A.) 594. 

Vieleil, krystallis., für Wasserprüfungen 459. 

Viro, Bestandtheile 487. 

Vitallu, Bestandtheile 653. 

Vitellia, Eigensohatten 494. 

Velesn, Bestandtheile 519. 

~- •Kafsels gegen Phthisis 403. 

Wachs, Prüfung nach Jean 178. 

— TerlUschtes 539. 

— Terftlsohtes türkisches 437. 

— aus CuUhk^ grobe FUschung 812. 
WIsehe Ton Krsnken, Beinigung 385. 
Walliisse, geschwefelte 18. 654. 
WanCB, Beseitigung der Hautw. 199. 
Wasser, Bestimmung von HgS 100. 

— Enteisenung von Qrundw 214. 

— Verunroinigung mit C-N- Verbindungen 267. 

— Beaction mit krystaUis. Violett 459. 

— Messunff des elektr. LeitungsTCimOgens 143*. 

— bakteriologische Untersuchung 288. 

— Bestimmung der Keimsabi 380. 
_ Isolirung von Typhusbacillen 497. 

— Trinkwasser, Gewinnung yon ffutem T. 489. 

Beinig. mit Brom nach Schamburff 340. 

Deeinfection mit NatriumUsuUht 162. 

Bestimmung der HNO, 71. 

ein sogen. Gonigens für T. 295. 



Pharmaceutische Centralhalle 



Zeitschrift 



für Deutschland 

wissenflcliaftlielie and geBchSftliche lotereBscn 
der Pharmacie. 

Gegrnndet von Dr. H. Hager 1859; fortgeführt von Dr. £. Getssler. 

Heraosgeg^^h^n tob Dr« A. Sehseider. 

Ersokaiot jeden- DoDDersUg. - BesTtgspreis yiertelj ährlich: dnroh Post oder 

Buchhandel 2,50 Mk.^ unter 8treifbAnd 3.— Mk., Ansland 3,50 U. EinBeloe Nmnmem 30 Pf. 

Anzeigen: die'einmai gespaltene Petit-Zeile 26 Pf., bei gittaBiarefi AnmgiDn oder Wieder^- 

. holnng^ PMisenDfiesigiuig. ^ ^»eseiiillbMtellei Dresden (P.-A. 31), Scbaadaaer Strasse 43. 

Leiter der SMtseMft: Dr. A. Schneitler« Dresden (P.-A. 21)* S^bandaner Strasse 43. 

.An der Leitunj^ betheüigt: Dr. P. Süss in Dresden-BIasoWitz. . 



M h 



Dresden, 2. Januar 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLIIL 

Jahrgang 



InUftlt: Cbeafe wid Pliarinaclft ■ LOsuni; and quantitative Bestimuiuog coikgttlirter EiweiaskOrper durch 
Thlodnamln. — Ueber ErnSbrung, NahrungBiu ttei und Nftbrprtpanite. — Nene Arzneimittel. — Ueber die durch 
2< nhlongen eneu.ten Nachfarben Ton Salzen. — Harniaore Niederschlftge im Harn. — Oiheimmittel. — 2or 
dire<^en Umwandlang der Koble in Piamant. — Stjiopborum dipbyllum. — Analyse von Absynth. — Die FUIung 
ues Arsens. Die Terschiedenen Ester des Cholesterin« . und Phjtosterins. - Als Ersatz fttr die KjeldahKBe- 
stiumong in dw klinischen Hamai<tersuchung. Eigenschaften des TtüerOles. — Veraschung too Filtern. — 
Kacbweis Ton geringen Mengen Antimon in Arsen. — Ersatz ffir Wai-serstoffperozjd. — Wirkung des Gefrieren s 
•nf Mileh. -^ Daistellung Ton fast geschmacklosen Bromtanninverbindungen. — Vergleichung der gebräuchlichen 
GerbstoffbeatimmungBmetboden. — Analyse Ton Petr.tleamftther. — Anajyse kalUOsiicber Qnebracho-Extracte. — ' 
Ueber den basischen Charakter der Proteinmolekel. — Destillirte Mitalle. — Chroma&ore durch Wasserstoffperinyd.. 
PhanutkogBOsre. — Nahrungraittel-Ckeaiie. Therapeiiti«ehe MitthellaBgen. — VersAhiedene |Ut* 

thf ilnngen. — Briefweehflel. 



^ 



■»■ 



\ 



Chemie und Pharmacie. 



Ifösung und quantitative 
coagulirter Eiwe 



köpper durch TMosinamin. 

(Yorl&ufige Mittheilaog.) 

Nachdem dei* Herausgeber der Pharma- 
eentischen Centralhalle meinen Analysen- 
gang ffir die systematische Faeces- 
Untersuchung günstig besprechend 
reproducirt hatt^ habe ich einige Male 
das Wort zur Faecesanaiyse ergriffen. 
Mein Analysengang fttr die Faeces- 
UBtersuchung war nur ein vorläufiger 
Vorschlag. Sehr verschiedene Punkte 
befriedigten mich selbst nicht recht und 
darunter vor Allem die Frage der 
ProtdmkOrper. 

Ffir Stoffwechseluntersuchungen war 
bisher die Stickstoffbestimmung im Ge- 
brauch. Wollen wir soweit gehen, so 
mfiflsten wir consequent quantitative 
Elementaranalysen der Faeces vor- 
nehmen. Wir bekftmen dann unsere 
Procente an 0, H, C, N, S, P, K, Na 
etc. Kern Mensch wfisste aber hier ffir 
die einzelne Stoffe die normalen Grenzen 
ffir den gesunden Menschen anzugeben. 



Wäre endlich diese Tabelle ziemlich 
exact gelöst, so würden bei einem 
einzelnen Patienten die gefundenen 
Ueberschreitungen dieser Grenzen bei 
einzelnen Stoffen weder die Beurtbeilung 
der Erkrankung nach irgend einer Seite, 
noch die Wahl geeigneter Behandlungs- 
methoden erleichtem. Da viele dieser 
Stoffe aber ebensowohl in resorbirbaren^ 
oder wenigstens assimilirbaren Molektilen 
als auch in unverdaulichen Molekfilen, 
z. B. Pflanzenwachsen etc.. enthalten s^ 
können^ so ist eine solche Analyse 
mindestens ebenso von den genossenen 
unverdaulichen Nahrungsbestandtheüen 
als von Störungen der Verdauungs* 
thätigkeit abhängig. Es ist also sär 
fraglich, ob ffir eine Elementaranalyse 
der Faeces auch nur annäherungsweise 
Grenzen zwischen normalen und patho- 
logischen Procentzahlen aufistellbar sein 
worden. 

Ich habe darum ffir meine rein 
practischen Zwecke bei den Faeces- 
analysen von der Elementaranalyse 
absahen und die einzelnen Stof^;ruppen 



in^s Auge fassen mfissen, welche die 
wichtigsten Nahrangsstoffe des Menschen 
bilden. Fflr die Fettgrnppe habe ich 
nichts Grundlegendes zu ändern. Mein 
Versuch, die aus gewogenen Fett- 
säuren zuräckgerechneten Neutralfette 
Nonnalfette zu nennen, wurde miss- 
yerstanden und ich nenne auch diese 
nun Neutralfette. 

Aber in der Proteingruppe glaube 
ich wesentlich Neues bieten zu können. 
Hier wurde früher auf die Elementar- 
analyse zurfickgegriffen und der ge- 
fundene Stickstoff als Eiweiss berechnet. 
So wurden nicht nur Ammoniak und 
alle secundären Ammoniakverbindungen, 
sowie Harnsäure, Harnstoff und andere 
zufällige Abbanproducte in den Faeces 
einfach zu den Eiweissstoffen addirt, 
sondern sogar vorher noch einer 
gewaltigen Multiplication zur Vergrösser- 
ung des Fehlers unterzogen. Aber 
ganz abgesehen davon, ist auch der 
Stickstoff der echten Proteine in den 
Faeces für gamichts ein Maassstab. 
Es giebt eine ganze Reihe von Protäinen, 
welche im Verdauungskanale überhaupt 
nicht verändert werden können. Wenn 
eine Kuh ein seidenes Taschentuch und 
einen Tafelschwamm frisst, so dürfen 
wir den unverdauten Abgang dieser 
Stoffe nicht als Fehler der Verdauungs- 
organe, also auch den enthaltenen Stick- 
stoff nicht den verschleuderten Proteinen 
zurechnen. Wenn nun auch der Mensch 
nicht gerade seidene Taschentücher und 
Tafelschwämme uncontrollirbar ver- 
scUuckt, so sind doch entsprechende 
Stoffe bald mehr, bald weniger in jeder 
Nahrung enthalten. Besonders bei den 
Patienten sind solche Stoffe häufig, seit 
die Nachäfferei jedes englischen Spleen 
unsere besser situirten deutschen 
Patienten in der Weise angesteckt hat, 
dass sie in arzneiloser Erankheits- 
behandlung als Nahrung für jede 
chronische Krankheit das Wiederkäuer- 
futter: „Grahambrot" mit den an jedem 
Brotladen prangenden Begleitworten 
„ärztlich empfohlen^ zur Botokuten- 
würdigen Magenfüllung benützen. 

Eüne Stickstoffzahl besagt also gar- 
nichts für die Beurtheilung der Faeces 



auf sufficirte oder insufficirte Ver- 
dauungsarbeit. Propeptone sind bei 
fleberlosen Patienten bis jetzt überhaupt 
nicht festgestellt. Peptone können nur 
als ganz bestimmter einseitiger Ver- 
dauungsfehler aufgefasst werden. Aber 
auch native Albumine können bei der 
Coagulirung der Eiweisse im Magen in 
den Faeces nicht als Rest unausgenützter 
Nahrung erwartet, also auch nicht ab 
Maassstab verwendet werden. 

Ich stellte mir also die Aufgabe, einen 
einzelnen Eiweisskörper oder eine ab- 
gerundete Gruppe von Eiweisskörpern, 
welche in jeder Nahrung enthalten und 
ausserdem leicht verdaulich für die 
menschlichen Verdauungsorgane bezw. 
leicht resorbirbar sind, aus der Masse 
der Faeces auszuziehen, rein darzusteUen 
und zu wägen. 

In der chemischen Literatur fand ich 
kein geeignetes Verfahren angegeben. 
Dagegen kannte ich ein empirisch- 
medidnisch gefundenes. In den Eörper- 
organen sind alle Proteinkörper für 
gewöhnlich mehr oder weniger hyalin 
wie alle nativen Eiweisskörper. In den 
Narbengeweben dagegen sind dieselben 
undurchsichtig wie alle coagulirten, 
denaturirten Eiweisskörper. Die coa- 
gulirten Eiweisskörper sind unlöslich, 
die nativen wenigstens coUoidal. Nun 
ist es medicinisch möglich, durch 
subcutane Einspritzungen von T h i o s i n- 
amin selbst an ganz fernen Stellen des 
Körpers die coagcdirten undurchsichtigen 
Narbengewebe (selbst Leukome der 
Hornhaut des Auges), hyalin durch- 
sichtig und geschmeidig wie gesundes 
Gewebe zu machen und mit nach- 
folgender Jodkalitherapie selbst theü- 
weise zur Resorption zu bringe n. 

Was im Beagenscylinder glückt, gluckt 
nicht immer auch in den sehr verwickelten 
chemischen Verhältnissen des mensch- 
lichen Körpers. Aber umgekehrt, dachte 
ich, muss eine Reaction, welche in den 
verwickelten Verhältnissen des mensch- 
lichen Körpers in der glatten Weise 
wie beim Thiosinamin erfolgt, auch in 
den einfachen Verhältnissen des Beagens- 
cylinder möglich sein. Ich kochte also 
hartgesottenes Hühnereiweiss in einer 



» 



heissbereiteteii concentrirten Thiosin- 
aminlOsimg und erhielt das hartgesottene 
Hähnereiweiss wirklich gelöst^ in einer 
Weise, dass anch bei yermehrtem 
Wasserznsatz die Lösang fortbestand. 
Mit den verschiedenen FiUlnngsmitteln 
for Giweiss konnte ich das so gelöste 
Eiweiss wieder fällen. Und bei Ent^ 
fernnng des Thiosinamin erhielt ich ein 
feines pulveriges Prädpitat des arsprüng- 
lichen Hähnereiweisses. Es ergab sich 
for eine weitere Reihe von coagulirten 
Eiweissen, welche dem Hühnereiweiss 
mehr oder weniger nahe stehen und als 
Nahmngsstoffe geschätzt sind, dass 
dieselben von Thiosinamin gelöst werden 
und .sich nun als echte Lösungen und 
nicht als coUoide Massen verhielten. 

Diese Eli'gebnisse sind noch weiter 
yerfolgbar zur Fractionirung von 
Eiweissgemischen und habe ich, soweit 
Praxis, Hieroglyphen und Keilschrift mir 
Zeit lassen, schon verschiedene hierher 
gehörige Versuche angestellt. 

Wichtig war mir die Frage nur, für's 
Erste für die Faecesanalyse. Die Eiweiss- 
körper, welche der Mensch in der Nahrung 
za sich nimmt, sind durch Kochung 
meist coagulirt. Uncoagulirte wie z. B. 
beim Genüsse frischer Milch werden im 
Magen coagulirt. Brauchbare Eiweiss- 
körper der Nahrung, welche unverändert 
in den Faeces verschleudert werden, 
müssen darum als coagulirte Eiweisse 
gesacht wei-den. Und dafür eignet sich 
die Thiosinaminmethode. 

Die Technik derselben ist folgende : 
Ein aliquoter gewogener TheU der 
Faeces wird mit Sand und Thiosinamin 
nnd etwas Wasser zum Brei angerilhrt 
nnd auf dem Wasserbade (Sgerirt 
Dann wird die Masse auf dem Filter 
durch Aufguss siedenden Wassers 
erschöpft. Ein Vorzug dieser Methode 
ist auch die Entfernung des Geruches 
der Faeces durch das lliiosinamin. Im 
Filtrat befinden sich nun die Eiweise^ 
das Thiosinamin und eine Anzahl StofEe, 
welche in Alkohol löslich sind. Im 
Filtrat werden nun mit Pikrinsäure die 
Eiweisse gefällt oder noch besser, wie 
^ bei meinen Analysen Dr. Kaeppel 
anf meinen Wunsch macht, wird das 



Filtrat sehr weit eingeengt durch Ab- 
dampfen und dann wiederholt mit 
absolutem Alkohol vermengt und abfiltrirt 
oder decantirt Der jedesmal zurück- 
bleibende Niederschlag enthält in zu- 
nehmender Reinheit die gesuchten 
coagulirten verdaulichen aber ver- 
schleuderten Eiweisse der Faeces. 

Frei von coagulirten Eiweisskörpem 
ergaben sich die Faeces nie. Sogar 
weiter ergab sich sowohl ein allzu 
niedriger als anch ein allzu hoher 
Gehalt an denselben als pathologisch. 
Es möge hier eine Tabelle der Eiweisa- 
bestimmnngen mit Thiosinamin in 
Faeces meist von Badegästen durch 
Dr. Kaeppel folgen. 



Prooente 






coagulirte 


Ei- 


In deu Faeces 




weisse durch 


voD Untt^r- 


Procente 


ThioBinamin 


suchungen 




gelöst 








bis 2 1 


[)Ct. 


16 


6 
pathologisch 


2 „ 4 


11 


44 


17 
sobpathologisch 


4 „ G 




47 


ISlBor- 
21 /mal 


6 „ 8 




54 


8 „10 




40 


16 
subpathologisch 


10 „12 




16 


6 1 




12 „14 




13 


5 




14 „16 




10 


4 




16 „ 18 




4 


2 


^ 


18 „20 




1 


0,3 




20 „22 




1 


0,3 


'§) 


oo 04 




5 


2 


's 


24 „26 




' 3 


1 


t 


26 „28 




1 


0,3 


S« 


28 „30 




1 


03 




30 „32 




1 


0,3 




48 „50 




1 


0,3 J 





258 



100 



Die erste Grnppe enthält vielfach 
Patienten, bei denen nach dem Verhalten 
der Phosphate und nach anderen Anhalts- 
punkten ungewöhnlich weit in den 
Dünndarm herein die saure Beaction 
angehalten hatte. Anch im Uebrigen 
ergiebt das Resultat der Eiweiss- 
bestimmung durch die Thiosinamin- 
methode Resultate, welche werthvoUe 
Anhaltspunkte für das ärztliche Handeln 
sind. Somit glaube ich in der T h i s i n- 
aminmethode eine Bereicherung 



der Faecesanalyse gefanden zu 
haben, welche die Analyse mehr dem 
Ziele nähert, eine werthvoUe ünter- 
suchungsmethode für die ärztliche 
Diagnostik zu werden. 

Bad Neuenahr, Rheinpreus en. Oefele, 



Ueber Emäliruiig, Nalirungs- 
mittel und Nährpräparate 

sprach Zeltner (Chem.-Ztg. 1901, 923) in 
Hamburg. Zur Erhaltung des Kräftebestandes 
bedarf der Mensch der Zufuhr von Kraft, 
die ihm die Nahrung La der in ihr aufge- 
speicherten Energie liefert Diese wird aus- 
gelöst durch die Verdauungsorgane. Bei 
grösserer Zufuhr, als sie zur Deckung des 



augenblicklichen Bedarfes nothwendig ist, 

wird eine Art Reservefonds angelegt Der , ä" 'Ä;p;;~iBr Rednw'TeT Aiiricht,"dii^ 



dieser Stoffe an. In derselben Beziehung 
sind die Geschmacksverbesserer und Anreg- 
ungssubstanzen zu erwähnen. Da das Wasser 
der Hauptbestandtheil des Organismus ist, 
so muss für den nöthigen Ersatz gesorgt 
werden. Die Baliaststoffe dienen nicht nur 
zur Erzeugung des Sättigungsgeffihles, son- 
dern auch zur Verdünnung der Nährstoffe, 
sodass diese den Verdauungssäften grössere 
Angriffsflächen darbieten, und zur Beschleunig- 
ung der Fortbewegung im Darme. 

Den besten Aufschluss über den Werth 
eines Nahrungsstoffes giebt langandauemde 
Beobachtung während der Verwendung, wie 
es bei der Erkenntniss der Möglichkeit des 
Ersatzes von Eiweiss durch Kohlenhydrate 
und Fett und der Gleichwerthigkeit von 
pflanzlichem und thierischem Eiweiss der 
Fall gewesen ist. Bezüglich des Werthes 



Nahrungsbedarf richtet sich nach dem Körper 
gewicht, nach Alter, Geschlecht, Beschäftig- 
ung und nach den Anforderungen, die an 
die Leistungsfähigkeit des Organismus ge- 
stellt werden. Die Hauptnährstoffe sind 
Eiweiss, Fett und Kohlenhydrate, die zur 
Bestimmung ihres Energiegehaltes in Calori- 
metem verbrannt werden können. Da aber 



Schellfisch, Schwemefleisch und Hülsenfrüchte 
gleiche Mengen Eiweiss billiger liefern als 
Tropon, wobei das Fehlen von Anregungs- 
stoffen im Tropon noch nicht in Rechnung 
gezogen ist Nach einer [Jmfrage bei den 
deutschen Apothekern sind Fleischextract, 
Fleischsäfte, die Blutpräparate, Tropon, 



, -^. . . ,-„ . - , „„. ^ , I Plasmon und Somatose augenblicklich am 

das Eiweiss im Körper nicht völlig verbrannt I ^^^ ^ Gebrauch, weniger Sanatogen, 
wurd, so muss der W&rmeeffect der m Harn Nahi^toff Heydm und Nutrose. Fleisch- 



und Koth wieder erscheinenden Zersetzungs- 
producte bestimmt werden und von dem 
Gesammtwärmeeffecte abgezogen werden. 



extract und Maggies Suppenwürzen sind 
keine Nährmittel, sondern Anregungsstoffe. 
Von den Fleischsäften ist Furo der wichtigste 



Die Differ^z bezeichnet ÄMfew«- als physio- „„^ ^^^ den Fafen^n'schen stark verdrängt. 



logischen Nutzeffect. Ein ungenügend er- 
nährter Mensch zerstört zur Deckung des 
Kräfteverbrauches Eiweiss und Fett des 
Körpers. Von den Nährstoffen ist die Haupt- 



Somatose ist das wichtigste Albumosen- 
präparat Tropon steht durch seine Unlös- 
lichkeit hinter vielen zurück. Gegen die 
Case^npräparate, von denen Plasmon das 



energieqnelle das Eiwdas Es steigert die ! ^j^^igste ist, haben sich, wie überhaupt 
körperhdie LeBtungsfähigkeit Verbrauchte ; ^^ Nährmittel animalisclier Herkunft, 

erhebliche Bedenken erhoben. Völlig ein- 
wandfreie Nährmittel sind das Aleuronat von 



Eiweissstoffe der lebenden Zelle können nur 
durch Eiweiss ersetzt und müssen dem Kör- 
per als Eiweiss zugefürt werden, da er keine 
Eiweisssynthese zu vollziehen vermag. So- 
weit jedoch das Eiweiss nur als Energie- 
quelle zur Verbrennung im Körper dient, 
kann es durch Kohlenhydrate und Fett er- 
setzt werden. Die Salze und die sogenannten 
Extractivstoffe der Nahrung sind für die 
Resorption von Bedeutung, weil sie den Ver- 
dauungsactus anregen und so eine bessere 
Ausnutzung bewirken Dabei kommt es 
mehr auf die QuaUtät als auf die Quantität 



HundhaiLsen und das Roborat, das von 
Ebstein und Anderen sehr empfohlen wird. 
Es wird gewonnen durch Lösen und Wieder- 
ausfällen der Eiweissstoffe von Reis, Weizen 
und Mais und enthält 85,3 pCt. Eiweiss, 
das bis auf geringe Spuren verdaulich sein 
soll. Ausserdem enthält es 0,53 pCt. Lecithin, 
das eme grosse Wirksamkeit auf die Miich- 
secretion haben soll. ^he. 



Neue ArBneiinittel. 

BranaoliA ist em von C, W, Barenthin 
in Berlin W. in den Handel gebrachtes 
Wnndheilmittel^ welches aus Arnicatinctur, 
Wallrath, Talg, Wachs, Oel und Myrrhen- 
auszug besteht 

OsoBoform ist eine vom Apotheker 
S. Radlaiier in Berlin angefertigte Zu- 
sammensetzung des Ozonsauerstoffes mit 
einem Destillate der Edeltanne. Er dient 
zur Desinfection der Wohnräume, sowie zur 
Luftverbeflsening Oberhaupt. In verdtlnntem 
Znstand soll es zu Mund- und Gurgelwasser 
Verwendung finden. 

Saagostol (Liquor Galcii jodo-ferrati) ist 
ein Kalkeisen-Präparat der Kreuzbergapotheke 
in Berlin, weiehes an Stelle der anti- 
ihadiitisdien Mittel und des Phosphor- 
lebertfarans Verwendung finden soll. Vg. 



Ueber 
durch Strahlungen erzeugten 
Nachfarben von Salzen 

beriditete Ooldstein auf der Vereammlung 
deutsche Naturforscher und Aerzte in 
Hamburg (Chem.-Ztg. 1901, 918). Die 
Bgensdiaft, m einer Kathodenstrahlenröhre 
durch Kathodenstrahlen gefärbt zu werden, 
hat et nidit nur bei den Alkalihaloiden, 
sondern auch bei anderen Salzen gefunden, 
wenn diese vor der Bestrahlung geschmolzen 
oder stark erhitzt werden. Die Salze färben 
sieh auch in ultraviolettem lichte und durch 
Badiumstrahlen. Besonders intensiv waren 
die Färbungen von Kaliumsulfat: grasgrttn, 
Natriomsulfat: grau, Natriumcarbonat: rosa. 
Durch den Einfluss von Tageslicht ver- 
sdiwinden die Farben allmählich wieder. 
Geglühter Flusaspath färbt sich grau und 
leuchtet während dieser Zeit im Dunkeln 
intensiv. Wird eine Mischung von Salzen 
bestrahlt, so entsteht nicht eine Mischfarbe 
der Gomponenten. Minimale Verunreinig- 
ungen geben den Farben einen anderen 
Ton. Vi 0000 Kochsalz ändert die Farbe 
vollständig. Absolut reine Oxysalze scheinen 
keine Nadifarben zu erhalten, doch bei 
^/s5ooo Verunreinigung treten solche auf. 
Die Nachfarben sind also ein Reagens auf 
Verunreinigungen. Die Verwendung von 
Badiumstrahlen ist sehr bequem, da man 
das Salz nur einige Z^t auf dem Radium- 



{MTäparate liegen zu lassen braucht. Mehrere 
verschiedene Verunreinigungen erkennt man 
daran, dass die Nachfarben wechsebi, und 
auch beim Verschwinden nachemander sidit- 
bar werden, weil sie verschieden empfindlich 
gegen Tageslicht smd. Die Lösungen der 
gefärbten Salze sind durch nichts verschieden 
von den Lösungen der ungefärbten. Ver- 
fasser glaubt, dass bei dem Schmelzen feste 
Lösungen des einen Salzes im anderen 
entstehen und dabei Jonisirung eintritt, 
wodurch dann die Nachfarben ermöglicht 
werden. Dann mOsste bei den Alkalihaloiden, 
bei denen die Nachfarben ohne Verun- 
reinigung und ohne Erhitzen auftreten, stets 
ein Zerfall der Molekeln vorhanden sein. 

Harnsaure Niederschläge im 

Harn. 

Rlemperer stellte fest, dass die Addität 
des Harns, ausgedrückt durch das Verhält- 
niss der Gesammtphosphorsäure zu den 
sauren Phosphaten, durch Einwirkung der 
Kohlensäure nicht verändert wird, reine 
Harnsäure dagegen, durch dieselbe zur Aus- 
scheidung gebracht, saures hamsaures Natrium, 
wJe Kalium, durch Einwirkung derselben ge- 
löst wird. Die freie Kohlensäure erschwert 
somit die Löslichkeit der freien Harnsäure 
im Harn und erleichtert die Ijöslichkeit der 
ürate. 

In der Diät der Uratiker ist somit für 

eine der neutralen sich nähernde Reaction 

und hohen Kohlensäuregehalt im Harn zu 

sorgen, indem gemischte Kost und alkalische 

kohlensäurehaltige Büneralwässer genommen 

werden. 

Wien. Med, Presse 1901, 1622. Vg. 

GeheimmitteL 

Ein gewisser JET. Th. Biermanns, Fabrikant 
galvano - elektrischer Specialapparate in Wies- 
baden, veräeudet eine Broschüre, in welcher er 
seine elektrischen Ableitungsketten, einen 
elektrischen Gürtel, einen galvano-elektrischen 
Massageapparat und einen FrottirheiUApparat 
ge^en Gicht, Ischias, Rheumatismus, Nerven- 
und andere Kankheiten anpreist. Der Orts- 
gesundheitsrath zu Karlsruhe hat schon in 
früheren Jahren vor dem Bezug der Biermann- 
sehen Apparate gewarnt, da denselben nicht die 
zugesagte Heilwirkung zukommt, und ninunt 
anlässlich der neuerlichen Verbreitung der 
Broschüre Anlass, seine Warnung zu wiederholen. 



Zur direoten Umwandlung der 
Kohle in Diamant 

geht Ludtvig (Chem.-Ztg. 1901, 979) da- 
von aus, dafis alle durehsichtigen elementaren 
Körper Nichtleiter der Elektricität sind. Die 
eintretende Leitanf2lhigkeit des Kohlenstoffs 
kann aber dnrch geeignete Messinstnimente 
leicht beobachtet werden. Die zweite Vor- 
auflsetznng war die^ dass bei gewöhnlichem 
oder erhöhtem Drucke eine allotropische 
Umwandlung fast immer durch Temperatur- 
ändemng erreicht werden kann. Begünstigen 
andere Körper die Umwandlung, so bewirken 
sie nur eine Erniedrigung der Umwandlungs- 
temperatur. Nach dem Versuche von Pepys 
geht bei Rothgluth das Eisen mit dem 
Kohlenstoff als Diamant eine Verbindung 
ein. Dem Verfasser gelang es, zu zeigen, 
dass unter hohem Druck (3100 Atm.) die 
Bildung des Diamanten bei Gegenwart von 
Eisen bei niederer Temperatur (Rothgluth) 
ohne Anwendung des Gontactmittels bei 
Schmelztemperatur des Kohlenstoffs erfolgt. 
Zn diesem Zwecke wurde eine Eisenspirale 
in Retortenkohlenpulver eingebettet und 
durch den elektrischen Strom in hochge- 
spannter Wasserstoffatmosphäre bis zur Roth- 
gluth erhitzt Wenige Minuten nach Strom- 
schluss stieg der durch die Kohle verursachte 
anfänglich geringe Widerstand auf den Wider- 
standswerth der Eisenspirale. Die die Spirale 
berührende Kohle war also nichtleitend ge- 
worden. Eine genaue Untersuchung der 
Kohle ergab das Vorhandensein von hell- 
glänzenden Kryställchen von den specifischen 
Eigenschaften des Diamantes, die durch die 
narbige Oberfl&chenbeschaffenheit an die 
Jfoma/2 'sehen Diamanten erinnerten. 

— he. 



Ueber Stylophorum diphyllum 

machen SdUoiterbeck und Watkins (Chem.- 
Ztg. 1901, Rep. 334) folgende Mittheilungen. 
Es ist eine in niedrigen Wäldern von Ohio 
bis Tenessee und Wisconsin und Missouri 
wachsende Papaveraoee, dem allgemeinen 
Habitus nach dem gewöhnlichen Schöllkraute 
ähnlich, aber mit grösseren, rauheren und 
dunkleren Blättern. Die Blüthen sind gelb, 
mohnartig. Beim Zerquetschen geben alle 
Pflanzentheile einen gelben Saft Die Wurzel 
wird als mögliche zufällige Beunischung zu 
Hydrastis erwähnt Die Pflanze enthält 



folgende Bestandtheile: 1. Ghelidonin, Stylopin 
(ein neues Alkaloid vom Schmelzpunkt 216^j 
in sehr geringer Menge und Sanguinarin. 
2. Die an die Alkaloide gebundene Säure 
ist Chelidonsäure. In reichlicher Menge ist 
chelidonsaures Kalium vorhanden. 3. Als 
Farbstoff wurde in geringer Menge ein kry- 
stallinischer, wahrscheinlich mit dem von 
Probst in Ohelidonium majus aufgefundenen 
Ghelidoxanthin identischer Körper gefunden. 
4. Schliesslich war noch ein unbestimmter 
Körper vorhanden, der im Gerüche an 
Cumarin erinnerte. -he. 

Die Analyse von Abssmth 

nimmt Htibert (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 309) 
auf folgende Weise vor: 200 ccm Absynth 
werden mit Wasserdampf so lange destillirt, 
bis das Destillat vollkommen klar übergeht 
Die ätherischen Ode gehen dabei voUstäadig 
ins Destillat über. Der Rückstand wird zur 
Sirupdicke eingedampft und mit Chloroform 
erschöpft. Der Rückstand des Chloroform- 
auszuges wird als Harz gewogen. Er soll 
nicht mehr als 0,5 g in 1 L betragen. Bei 
grösserem Werthe hat man es weiter zu 
prüfen. Zur Bestimmung der ätherischen 
Oele wird das Destillat mehrmals mit Petrol- 
äther ausgeschüttelt und die Petrolätheraus- 
züge in einem gewogenen KrystalliaatioDS- 
gefässe vereinigt, unter einer Glocke in einem 
Strome trockener Kohlensäure abdestillirt 
und gewogen. Zur Prüfung auf fremden 
Farbstoff werden 20 ccm Abs3mth auf dem 
Wasserbade eingedampft, der Rückstand mehr- 
mals mit je 5 ccm Chloroform ausgezogen, 
das Chloroform abdeatillirt imd der Rückstand 
mit destillirtem Wasser aufgenommen. Ist 
die Lösung farblos oder nur schwach geib 
gefärbt, so ist eine künstliche Färbung nidit 
vorhanden. — h. 



Die Fällung des Arsens 

aus einer angesäuerten Lösung der Sulfide 
in Ammoniumcarbonat, ist nur dann nach 
Vanino und Ofiebel (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 
331) eine vollständige, wenn m geschlossenen 
Oefässen und in Gegenwart von viel Wasser 
gearbeitet wird, welches den freiwerdenden 
Schwefelwasserstoff absorbiren kann. Sonst 
muss man zur quantitativen Fällung des 
Arsens noch Schwefelwasserstoff einleiten. 



I 






Die Tenohiedenen Ester des 
Cholesterins und Phytosterins 

haben Bömer und Wifiter (Zeitschrift f. 
NahroDg»- und Geniuem. 1901^ 865) dar- 
gestellt, nm ihre Eigenschaften zum Nach- 
veise pflanzlicher Fette in thierischen Fetten 
za benutzen. Die Darstellung der Ester 
geschah durch einstündiges Erhitzen der 
Alkohole mit der fünffachen Säuremenge 
io didLwandigen zugeschmolzenen Glasröhren 
von 15 mm Wate und 20 cm Länge im 
siedenden Wasserbade. Dann wurde der 
Inhalt der Röhren mit Aether aufgenommen 
und auf dem Wasserbade bis zum Ver- 
schwinden des Aethera und der fibersehfissigen 
Säure erwärmt^ m Alkohol gelöst und 
krystaDisiren gelassen. Die Benzoösäure- 
ester wurden abweiehend davon durch halb- 
stfindiges Eriiitzen der Alkohole mit der 
gieidien Menge Benzoylchloiid un Reagens- 
giue und in einem Schwefelsäurebade auf 
IGO^Cgewonnen. Das Keactionsproduct wird 
in Aether gelöst und der Ester mit Alkohol 
gefiUlt und dies Verfahren so lange fort- 
gesetzt, bis der Ester seinen Schmelzpunkt 
nicht mehr ändert Die Schmelzpunkte der 
Phytosterinester liegen mit Ausnahme der- 
jenigen des Buttersäureesters höher, als die 
da- entsprechenden Choiesterinester. Eben- 
so wie die aus veroehiedenen Pflanzenfetten 
dargestellten Phytosterine^ haben auch die 
ro^sehiedenen Ester schwankende Schmelz- 
punkte. Nach Ansicht der Verfasser kann 
der Sehmeliqpttnkt des Essigsäureester zum 
Nachweis von 1 bis 2 pGt Pflanzenfett in 
tUerisehem Fette dienen^ da der Schmelz- 
ponkt des Essigsäure-PhTtosterinestevs 123,5 
bis 135,0^ C. und der des Cholesterins 112 
biB 113« C. ist -he. 

Als Ersata für die 
Kjeldabl - Bestiimnang in der 
kUmsohen Harnuntersuchung 

empfiehlt JoUes (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 318) 
die Oxydation der Stickstotfkörper durch 
Kaliumpermanganat und die Entwickelung 
des Stickstoffs durch Bromlauge. 5 ccm 
Haro, der zuvor mit dem gleichen Volum 
WasBer verdfinnt war^ werden mit Wasser 
auf etwa 150 ccm verdfinnt; nach Zusatz 
von 2 ccm concentinrter Schwefelsäure auf 
dem Drahtnetze erwärmt und mit einer 



Oyiproe. Losung von Kalinmpermanganat 
cubikcentimeterweise so lange versetzt, bis 
die Färbung bei ^/^stündigem Kochen nicht 
mehr verschwindet. Dann wird der üeber- 
schuss des Oxydationsmittels durch einige 
Tropfen Oxalsäure entfernt und unter steter 
Kühlung mit Lauge von 32 <) B^. alkalisch 
gemacht Die LOsung wird nun in das 
Schüttelgefäss des Azotometers übergeführt, 
der Stickstoff in Freiheit gesetzt und ge- 
messen. Bei pathologischen Harnen sollen 
zuweilen etwas grössere Abweichungen von 
den Bestimmungen nach Kjeldahl gefunden 
werden, was den Werth der Methode für 

klinische Zwecke beeinträchtigen würde. 

—he. 

Ueber die Eigenschaften des 

Thieröles 

macht Tjetyftrs (Chem.>Ztg. 1901, Rep. 336) 
folgende Angaben: Das specifische Gewicht 
ist 0,96 bis 0,98, die Hauptmenge destillirt 
bei einer Temperatur über 180^ C. Die 
Hauptbestandtheile des Oeles sind die Nitrite 
der Palmitinsäure (30 pGt, iSiedepunkt 251 <>) 
und der Stearinsäure (10 bis 15 pGt, Siede- 
punkt 271 <) C). Die Anwendung des Thier- 
öles ist eine sehr geringe. Ausser in der 
Medioin wird es hauptsächlich zum Dena- 
turiren von Branntwein benutzt Da das 
dazu benutzte Oel beim Destilhren bis 90 <> 
nicht mehr als 5 ccm, bis 180^ aber min- 
destens 50 Vol.-pCi Destillat liefern soll, 
und das ursprflnglidi gewonnene Thieröl 
diese Bedingung nicht erfüllt, so muss es 
einer fractionirten Destillation unterworfen 
werden, wobei die von 200 1ms 250^ G. 
siedenden Antheile abgeschieden werden. 
Aus Knochen erhält man ebenso gut zur 
Denaturirung geeignetes Oel, als aus Leder- 
abfällen, Klauen und Hom; bei letzterem 

Materiale ist aber die Ausbeute grtaer. 

--he. 

Zur Veraschung von Filtern 

die stark mit Salzen durchtränkt sind und 
deshalb schwer verbrennen, benutzt Zc^/b//^;/ 
(Chem.-Ztg. 1901, 1008) einen i2o.^e'schen 
Tiegel von Porzellan oder besser Platin, 
durch dessen DeckeiOffnung er emen lang- 
samen Sauerstoffstrom aus einer Bombe oder 
einem Kipp*wA\en Apparate eintreten lässt 



8 



Zum Nachweis von geringen 
Mengen Antimon in Arsen 

giebt Denigds (Chem.-Ztg. 1901, 1003) 
folgende 2 Methoden an. 1. Zinnmethode. 
Tancht man in die salzsanre (1:4) Lösung 
des antimonhaltigen Productes in einer Platin- 
schale einen die Schale berührenden Zinn- 
streifen ein, so wird das Antimon sofort als 
branner Fleck niedergeschlagen, wenn seine 
Menge nicht weniger als 1 mg in 1 ccm 
Lösung beträgt. In einer gleichen Lösung 
von Arsensäure entsteht erst ein Nieder- 
schlag, wenn die Menge des Arsens mindestens 
5 mg in 1 ccm Lösung beträgt, und die 
Eintauchezeit des Zinns über eine halbe 
Stunde ausgedehnt wird. Zur quantitativen 
Bestimmung muss man mit Vergleichstörungen 
von bekanntem Gehalte arbeiten. 2. Ver- 
fahren mit Gäsiumsalzen. Zu diesem Zwecke 
benutzt man ein Reagens aus 1 g Kalium- 
jodid und 3 g Gäsiumchlorid in 10 ccm 
Wasser, indem man auf einem Objectträger 
zu einem Tropfen des Reagens einen Tropfen 
der sauren Antimonlösung (mit höchstens 

1 mg Sb. in 1 ccm) zusetzt und nach 
einigen Minuten unter dem Mikroskope be- 
obachtet Es entstehen je nach ihrer Dicke 
gelbe oder granatrothe hexagonaie Tafeln, 
die häuGg sternförmig gruppirt sind und 
aus Antimoncäsiumjodid bestehen. ^fie. 

Als Ersatz für Wasserstoff- 
peroxyd 

das seiner geringen Haltbarkeit wegen der 
Verwendung Schwierigkeiten entgegenstellt, 
empfiehlt Treadwell (Ghem.-Ztg. 1 901, 1008) 
das von der Aluminiumgesellschaft in 
Neuhausen in hoher Reinheit hergestellte 
Kaliumpercarbonat, das bei trockner Auf- 
bewahrung dauernd haltbar ist Man erhält 
sofort eme Wasserstoffperoxydlösung, indem 
man das Salz in verdünnte kalte Säure ein- 
trägt KsCgOe + 2 H2SO4 = 2 KHSO4+ 

2 002-1- H202* Diese Lösung lässt sich 
ausgezeichnet zum Nachweise von Titan, 
Vanadin, Ghrom, Ger und zur Oxydation 
von Ferrosalzen verwenden. Auch für al- 
kalisches Wasserstoffperoxyd kann das 
Kaliumpercarbonat gut verwendet werden; 
desgleidien zur Reduction. Hypochlorite 

nd Hypojodite werden glatt zu Ghloriden 
nd Jodiden reducirt Das Handelsproduct 



ist etwa SOprocentig und enthält nur geringe 
Spuren von Ghlorid und Sulfat als Ver- 
unreinigung, —he. 

Die Wirkung des GeMerens 
auf MUch 

haben Bor das und Racxkowski (Ghem.-Ztg- 
1901, 1052) beschrieben. Die Milch hatte 
vor dem Gefrieren folgende Zusammensetz- 
ung in 100 ccm: 13,97 g Trockensubstanz, 
0,83 g Asche, 4,80 g Fett, 4,60 g Milch- 
zucker und 3,72 g Gaseto. Nach dem Ge- 
frieren bei —100 G. konnten deutlich vier 
Theile unterschieden werden. Der obere 
weiche Theil schien nur Fett zu enthalten, 
die blätterige Peripherie war durchscheinend^ 
die Mitte bildete einen weissen Kern, zum 
grossen Theil aus GaseXn bestehend. Der 
untere Theil schien ganz aus Gasein zu- 
sammengesetzt zu sein. 100 ccm Schmelz- 
flüssigkeit der einzeben Theile enthielten: 

Peri- Oberer Mittlerer Unterer 
pherie Theil Theil Theil 
Trookensahstanz 6,53 32,21 26,75 41,53 
Asche .... 0,46 0.61 2,10 2,78 
Fett .... 1,54 21,68 1,58 0,79 
Milchzucker. . 2,81 3,52 10.64 18,65 
CaseiD. . . . 1.72 6,40 12,43 19,31 

— Ae. 

Zur Darstellung von fast 
geschmacklosen Bromtannin- 
verbindungen 

behandelt man nach einem Patente der Actien- 
Gesellschaft für Anilinfabrication, Berlin 
(Ghem.-Ztg. 1901, 1017) Bromtanninlösangen 
mit Formaldehyd und fällt die Oondensations- 
prodncte aus. 15 Gew.-Th. Tannin werden 
in 75 VoL-Th. Alkohol von 95 pCt gelöst 
und dazu bei gewöhnlicher Temperatur 
15 Gew.-Th. Brom zur Bildung von Dibrom- 
tannin hinzugefügt. Die Lösung erwärmt 
sich stark und wird am Ende der Reaction 
hell. Zu dieser Bromtanninlösung setzt man 
7,5 Vol.-Th. 40proc Formaldehyds hinzu, 
läset eine Stunde stehen und bringt die ent- 
standene Verbindung durch Zusatz yon 
350 Vol.-Th. concentrirter Salzsäure zur 
Ausscheidung. Das Product wird abgesaugt, 
mit Wasser gewaschen und an der Luft ge- 
trocknet Es enthält 25 pCt Brom. 



9 



Eine Verg^eiohung der 



Oerbstoflfbestiminimgs* 



mefhoden 



giebt Procter (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 291). 
Eb ist diea die Methode des „Intematioiialen 
Yereba der Lederindustrie -Chemiker^' and 



die der ,,AflBOGiation of Official Agricnltoral 
Chemista''. Die Verschiedenheiten erkennt 
man ans folgender Gegenfiberstellang: 



Amerikanisobe Methode 



Inteniationaie Methode 



AnalysenmeDge 



Aoflösen der Oerbextraote 



Filtriren der QerbetofHös- 
nngen 



Eindampfen 



Trocknen 



Entgerben 



0,8 g iösliohe Substanz 
in 100 ocm 

Auf 50 G. erhitcen, nm- 

rühren, erkalten lassen. 

Lösen bei 800 C, über 

Naoht langsam abkühlen 

lassen 

Znsatz von gewasohenem 

Baryornsnlfat (event. aaoh 

Kaolin) erlanbt, 150 com 

Filtrat yerworfen 

In flachen Porsellansohalen 

von nicht weniger als 6 cm 

Durchmesser 

24 Stunden im 'Wasser- 
schrank, 8 Stunden im Luft- 
bad bei lOö bis 110» C. oder 
bis zur Constanz im Yacuum 
bei 700 C. 

Schüttolmethode 



0,35 bis 0,46 g gerbende 
Substanz in 100 com 

umrühren, nur bei dick- 
flüssigen Extracten erhitzen. 
In kochendem Wasser lösen, 
schnell abkühlen und auf- 
füUen 

Durch Faltenfilter 605 extra 

hart, 17 cm Durchm., ron 

SohUieh&r db Sehüü, 200 com 

Filtrat yerworfen 



Bei 100 bis 105« C. im 

Lufttrockensohrank oder im 

Yacuum unter 100» C. bis 

zur Constanz 



Filtermethode. 



Benn Eindampfen der Lösungen spielt 
nach dem Verfasser die Form der Sdiale 
keine Rolle, wohl aber die Zeit des Trocknens, 
die in der amerikanischen Vorschrift viel zn 
lang angenommen ist Beim Auflösen der 
Extracte wird nach der internationalen Vor- 
sdiiift ein kleinerer mittlerer Fehler ertialten, 
als nach der amerikanischen. Beim filtriren 
durdi Papier 509 anstatt 605 wurden bei 



einigen Extracten keine ganz klaren FUtrate 
und durch die snspendirten Stoffe 5 bis 
6 pGt. Lösliches mehr erhalten. Bei Zu- 
gabe von 3 pCt Kaolin wurden auch bei 
Papier 590 stets klare FUtrate erhalten und 
dieselbe Menge Lösliches gefunden, wie mit 
Papier 605. Bei der Entgerbung ergaben 
die verschiedenen Methoden folgende Durch- 
schnittszahlen an Nichtgerbstoff in Procenten: 



ESehenholz-Extract 
Mnnosa-D-Extract . 
Hemlock-Extract . 
Qoebracho-Extract 



Filtermethode 


Schüttelmethode 


Palmer's Methode 


13,95 


15,54 


17,3 


10,73 


12,84 


17,2 


12,72 


13,77 


16,3 


11,56 


14,46 


17,9 



Der mittiere Fehler ist bei der Palmer- i gebrauchten Brühen wird die Schüttolmethode 
fleheo Methode am grössten, bei den anderen , empfohlen, da dann eine kleine Menge Säure 
bdden fast gleich, sodass kein Grund vor- , die Qerbstoffabsorption sehr zu befördern 
Hegt, die Fütermethode zu verlassen. Bei i scheint —he. 



10 



Zur Analyse von Petroleumäther 

liefern Balbiano und Paolini (Chem.-Ztg. 
1901; 932) einen wichtigen Beitrag) und 
zwar handelt es sich um die Bestimmung 
der cykliBchen Kohlenwasserstoffe und der 
Olefine. Die cyklisohen Kohlenwasserstoffe 
gehen bei der Oxydation mit Salpetersäure 
normale Dicarbonsäuren, die In der Regel 
dieselbe Anzahl von Kohlenstoffatomen wie 
der betreffende Kohlenwasserstoff enthalten. 
Die Trennung der entstandenen Dicarbon- 
säuren gelingt durch Destillation mit über- 
hitztem Wasserdampf, wobei die Bernstein- 
sauren und Glutarsäuren in verschiedenen 
Fractionen übergehen, während die Adipin- 
säuren zurückbleiben. Die Trennung der 
Glutar- und Adipinsäuren kann auch leicht 
dadurch geschehen, dass die Glutarsäuren 
in Anhydride mit Essigsäure anhydrid über- 
geführt werden. Während diese Methoden 
bereits auf den Untersuchungen von Zelinsky, 
Ktshner, Markovmikoff und Asdian 
beruhen, ist die bisher von Allen zur 
Bestimmung der Olefine benutzte Methode, 
die Bromabsorption emer bestimmten Fraction 
zu bestimmen, nicht sicher, da Brom auch 
von anderen Körpern, z. B. den cyklischen 
Kohlenwasserstoffen, absorbirt werden kann. 
Hier haben die Verfasser die Beobachtung 
von Deniges benutzt, dass die Olefine 
mit Queduilberoxydsalzen complexe Ver- 
bindungen liefern, aus welchen durch 
Behandlung mit Säuren die Olefine frei 
erhalten werden können. Sie benutzen eine 
in der Kälte gesättigte Lösung von Mercuri- 
aoetat Wird davon eine ein Molekular- 
gewicht Mercuriacetat enthaltende Menge 
mit einem Mol.- Gewichte Trimethyläthylen 
geschüttelt, so erhält man sofort vollständige 
Lösung, während auf Zusatz einer Lösung 
von ein Mol.-Gewicht Kaliumbromid, die mit 
einigen Tropfen Kalilauge alkalisch gemacht 
ist, ein zäher weisser Niederschlag erhalten 
wurd, aus dem durch Destillation mit Salz- 
säure das Trimethyläthylen wieder befreit 
werden kann. Wird die Fällung mit 
Kaliumbromid nicht vorgenommen, so wird 
die Wirkung des Mercuriacetates eine 
oxydirende, wobei sich nach einiger Zeit 
Lamdlen von Mereuroacetat, schliesslich 
sogar untermengt mit Quecksilber, absetzen. 
Nach ungefähr fünfzehn Tagpn ist die 
Reaction beendet. Das Olefm ist ganz 



zersetzt. Aus dem Trimethyläthylen wurden 
grosse Mengen Aceton und Acetaldehyd, 
sowie eine geringe Menge eines nach 
Kampher riechenden Oeles erhalten, das dn 
Condensationsproduct aldehydischer oder 
ketonischer Natur war. Die Reduction des 
Mercuriacetates tritt nicht ein mit Benzol 
und vielen Varietäten von Petroleumbenzinen. 
Wird dieser aber eine kleine Menge Amylen 
oder Gaprylen zugesetzt, so beginnt nach 
einigen Stunden die Bildung von Mereuro- 
acetat. Eine gesättigte Lösung von Mercuri- 
acetat, zwei oder drei Minuten lang mit 
einer O,lproc. Amylenlösung in Benzol, 
braucht zehn Stunden bis zur Absdieidung 
von Mercuroactat, Gaprylenlösung braucht 
20 bis 25 Stunden. Die Ausführung der 
Prüfung geschieht folgendermaassen: 10 bis 
12 ccm emer kaltgesättigten Lösung von 
Mercuriacetat wird zwei bis drei Minuten 
lang mit 3 bis 4 ccm des zu prüfenden 
Petroläthers geschüttelt, und in geschlossenem 
Gefässe bei Zimmertemperatur sich selbst 
überlassen. Ist nach 24 bis 36 Stunden 
die wässerige Lösung durch kleine weisse, 
glänzende Lamellen getrübt, so kann man 
auf die Anwesenheit von Oiefinen schliessen. 
Auf diese Weise haben Verfasser aus 
einem amerikanischen Petroläther ein Olefin 
isolirt, das durch genauere Untersuchungen 
als das Hexylen CeHi2 von der Formel 

CH3 CH3 



G 



uH 



erkannt wurde. 



GH., 

I " 
CH3 



— //c. 



Ueber die Analyse kaltlöslicher 
Quebr acho - Extracte 

theilen PaesshT und Appvliu^ (Chem.-Ztg. 
1901, Kep. 295) folgende Beobachtungen 
mit: Die Extracte lassen sich in zwei 
Gruppen trennen, von denen die eine 2 bis 
6 pGt. Mineralstoffe ; hauptsächlich Sulfite, 
enthält und ein mehr oder weniger röthliches 
Hautfiltrat liefert, während die andere mit 
nur 0,5 bis 2 pGt. Mineralstoffen normales 
Verhalten zeigt. Die angestellten Versuche 



11 



ergaben, dass die Anwesenheit von Biaolflt 
die Absorptionsfähigkeit des Hautpulvers 
herabsetzt, es wird weniger Gerbstoff ge- 
funden als bei Abwesenheit von Bisolfit. 
Bei der ersten Gruppe von Extracten ergab 
die Verwendung von Freiberger Hautpulver 
niedrigere Resultate, als die Verwendung von 
Wiener Hautpulver. Eingebende Versuche 
habai gezeigt, dass diese Verschiedenheit 
darauf beruht, dass das Wiener Hautpulver 
0,86 bis 0,99 pOt freie Salzsäure enthält, 
wihrend das Freiberger Pulver völlig säure- 
frei ist Nun reagirten die in Frage kommen- 
den Extracte alkalisch, wodurch die Gerbstoff- 
aafnahme durch das Hautpulver gleichfalls 
gehemmt wurde. Diese Wbrkung wurde 
aber bei dem Wiener Pulver durch die darin 
enthaltene Säure verhindert, während sie bei 
dem Freiberger Pulver durch Zusatz von 
Säure unschädlich gemacht werden konnte. 
Jedoch halten die Verfasser die Verwendung 
eines sauren Pulvers nicht für zulässig, da 
ein solches tiefgreifende Veränderungen der 
einzelnen Bestandtheile hervorrufen kann. 
Die Verhältnisse in neutraler und ganz 
gehwach saurer Lösung müssen bei alkalisdien 

Extracten noch getrennt bestimmt werden. 

— he. 

Deber den basischen Charakter 
der Froteinmolekel 

hat Osbfyrne (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 800) 
Untersuchungen mit folgenden Resultaten 
angestellt Die Proteine gehen m Folge 
ihrer Basidtät lonenreactionen mit den Säuren 
dn, mit denen sie echte Salze bilden. Proteln- 
Btoffe, die leicht sauer oder neutral reagiren, 
sind Salze der basischen Prote'insubstanz. 
Die Säure dieser Salze kann von den in 
Wasser unlöslichen Proteinen getrennt wer- 
den, indem man sie mit Alkali gegen Phenol- 
phthalein neutralish*t, das dadurch unlöslich 
abgeschiedene Protein abfiltrirt, eindampft 
nnd die eriiahenen Salze untersucht. Aus 
Natriumchloridlösnngen wie gewöhnlich be- 
reitete Edestinpräparate sind in reinem Wasser 
stark lösliofa, und zwar ist der löslidie Theil 
doppelt so sauer gegen Phenolphthalein, 
wie der unlösliche. Der Säuregrad des un- 
löslichen Hieiles ist gleich demjenigen einer 
Verbindung von 1 Mol. Edestin mit 1 Mol. 
Salzsäure, wenn ersteres das Molekulargewicht 
14 500 hat^ das zweimal so gross ist, wie 



das einfachste aus der Analyse berechnete, 
wenn zwei Atome Schwefel in der Molekel 
sind. Edestin bildet also ein Mono- und 
ein Dichlorid. Die Krystalle des Edestins 
und seiner Salze sind isomorph. Die freie 
Base wird, wenn sie in reinem Wasser 
suspendirt ist, durch nahezu die berechnete 
Menge Salzsäure aufgelöst, weldie zur Bild- 
ung des Dichlorides nöthig ist. Während 
des Zusatzes der ersten Hälfte der Säure 
findet eme Lösung nicht statt, sondern erst 
beim allmählichen Zusätze der zweiten Hälfte 
in der zugesetzten Säure proportionaler Menge. 
I^e Sulfate sind weniger löslich als die 
Chloride. Die zur Lösung von Edestin er- 
forderliche Menge von Essigsäure entspricht 
! noch mehr dem berechneten Werthe, als 
es bei Salzsäure der Fall ist. Phosphorsäure 
reagirt auf Edestin als einbasische Säure, 
entsprechend ihrer Ionen H' und HgPO^. 
Zur Lösung ist ein geringer Uebendmas 
über die berechnete Menge nöthig. Mit 
Salpetersäure wird ein dem Dichlorid ent- 
sprechendes Salz gebildet Andererseits sättigt 
Edestin Kalium- oder Natriumhydroxyd in 
einer der Bildung des Monochlorids ent- 
sprechenden Menge, und zur Lösung von 
Edestin ist ein Molekel Alkali auf eine 
Molekel Protein nöthig. Die Lösliohkeits- 
verhäHnisse des Edestins entsprechen denen 
eines Globulins, insofern, als es in reinem 
Wasser unlöslich, in neutralen Kochsalzlös- 
ungen von gentSgender Stärke iöslidi ist 
Edestinmonochlorid ist in Wasser unlöeltoh, 
in Salzlösungen leicht löslich. Edestindichlorid 
und Natrium- oder KaUumedeetin sind in 
Wasser löslich, bei Gegenwart einer geringen 
Menge eines neutralen Salzes unlöslich, m 
stärkeren Salzlösungen wieder löslich. Die 
Thatsache, dass Edestin, wie auch seine mit 
starken Säuren gebildeten Salze in neutralen 
Kochsalzlösungen löslich sind, beweist, dass 
zur Lösung von Globulin die Gegenwart 
von Alkali nicht nöthig ist ^he. 

Ueber destiUirte Metalle 

berichtet KahUxfum (Chem.-Ztg. 1901, 919). 
Er hat bisher 24 Elemente im Vacuum 
destiUirt und 9 näher untersucht. Der 
Zweck der Destillation ist vollkommene 
Reinigung, da die Metalle mit keinem anderen 
Körper in Berührung kommen. Das Kenn- 
zeichen der Reinheit ist völlige Homogenität 



la 



des DestillateB und Constanz des Spectrams. 
Beim Tellur gelang es, nach der ersten 
Destillation 25, nach der zweiten 21 Spectral- 
linien zum Verschwinden zu bringen. Von 
den destillirten Metallen wurde zunächst die 
Dichte und specifische Wärme neu bestimmt. 
Femer wurden Versuche angestellt über die 
Veränderung der Dichte bei starker Pressung. 
Während gewöhnliches Kupfer erst rasch^ 
dann langsam an Dichte zunimmt, nimmt 
destillirtes Kupfer erst an Dichte zu, dann 
wieder ab. Aehnliches fand Verfasser für 
die specifische Wärme und schliesst daraus, 
dass die Dichte keine specifische Eigenschaft des 
Stoffes, sondern eine individuelle des 
Körpers sei. he. 

Beim Nachweise der Chrom- 
säure durch Wasserstofiperozyd, 

wobei durch Bildung von Ueberchromsäure 
Blaufärbung eintritt, stört die Gegenwart 



von Vanadinsäure nach Reichard 
(Ghem.-Ztg. 1901, Rep. 317) die Reaction 
ausserordentlich. Setzt man zu einer eben 
blau gewordenen Chromsäurelösung, die änige 
MUligi'amme Chromsäure enthält, eine Lösung 
von vanadinsaurem Ammon, so tritt noch 
nach wenig Augenblicken eine Braunfärbung 
der Flüssigkeit ein, wenn das vanadinsanre 
Salz Ys ^'^^ angewendeten Chromsänre 
beträgt Die Einwirkung hört auf, wenn 
die Chromsäure das Neunfache des Vanadin- 
salzes ausmacht. Die Vanadinsäure wird 
dabei nicht verändert. Die störende Whrknng 
der Vanadinsäure lässt sich aber beseitigen 
durch Zusatz von Phosphorsäure oder 
Natriumphosphat oder arsensaurem Natrium ; 
andere Salze smd ohne Einfluss darauf. 
Die Ueberchromsäurereaction wird ebenso 
wie durch Vanadinsäure auch durch Molyb- 
dänsäure und Wolframsäure beeinflusst. 

--he. 



Pharmakognosie. 



Ueber zwei Verfälschungen der 
Folia Belladonnae 

und zwar mit dem Blatt der Fhytolaoca 
decandra und dem Blatt der Scopalia 
camiolica syn. Scopoiia atropoides berichtet 
Prof. Hartiüig in der Schweiz. Wochenschr. 
1901, 430. 

Erstere Pflanze ist in Nordamerika heimisch, 
aber seit langer Zeit über das ganze Mittel- 
meergebiet verwildert Nach Mittheilung des 
Herrn Benihardiy Leipzig, wird die Droge 
im Gebiet von Venedig gesammelt und sollen 
Tausende von Kilos für den Export in den 
Handel kommen. Die Wurzel der Pflanze 
kommt auch als Radix Belladonnae neuer- 
dings in den Handel. Die älteren Blätter 
wirken abführend, während die jüngeren 
zu Salat verwendet werden. Die Blätter 
selbst sind den BeUadonnablättem ähnlich 
und daher mikroskopisch schwer zu unter- 
scheiden, bei der mikroskopischen Unter- 
suchung fallen die geradlinig-polygonalen 
Epidermiszellen und die Oxalat - Raphiden- 
bündel in den mit Chloralhydrat durch- 
sichtig gemachten Blättern als unterscheiden- 
des Merkmal auf. 

Die Pflanze Scopalia carniolica ist im 
östlichen und südöstlichen Europa heimisch 



und kommt theils aUein als BeUadonna, 
theils mit echten Blättern gemischt über 
Triest in den Handel. Die Blätter gleichen 
im Aussehen den BeUadonnablättem ausser^ 
ordentlich, sind daher nur schwierig zu 
unterscheiden. Die für letztere characteriati- 
sehen verschiedenen Haare fehlen der 
Scopalia. Als ein positives Merkmal vor 
Allem ist sodann das Fehlen der Spalt- 
öffnungen auf der Oberseite zu bezeichnen, 
was sich bei der zerschnittenen Droge leicht 
feststellen lässt, schwierig aber beim feinen 
Pulver. Vg, 

Ein anderes neues Handels- 
surrogat der Folia Belladonnae 
wurde von Aleksaruhvw (Ghem.-Ztg. 1901, 
Rep. 333) festgestellt Es bestanden näm- 
lich von einer grossen russischen Firma be- 
zogene Folia BeUadonnae aus Blättern der 
Phytolacca decandra. Es scheint eine Vei^ 
wechslung beim Einsammeln stattgefunden 
zu haben. Die beiden Droguen sind ean- 
ander ähnlich, weisen aber doch charak- 
teristische histologische Unterschiede anf. In 
den Handbüchern ist diese Verwechselunga- 
möglichkeit nicht erwähnt, aber Verfasser 
hält eine diesbezügliche Bemerkung fflr 
wünschenswerth. —ke. 



I 



13 



Ueber saponinhaltige Fischfang- 
pflanzen 

9pndk Schär (Ghem.-Ztg. 1901, 922) auf 
der YenamBiliiDg der Natorfoncher und 
Aozte m Hambnrg. Oreshoff führt in Beiner 
Arbeit Aber 100 derartige Pflanzen an, von 
dfflien sehr viele saponinhaltig sind, sodaas 
man mit zienüicher Siefaerhttt neuanf tauchende 
FiBchfangpflanaen für saponinhaltig erklären 
buui. £He Flsdie scheinen idiosynkratisch 
gegen Saponine zu sein, da homöopathisch 
kleme Dosen zn ihrer Betäubung genügen. 
Verfasser erwähnt sodann die hauptsächlich- 
flten Fischiangpflanzen. Bei den Gameiiiaoeen 
sind es die Gattungen Gamellia mit Camellia 
ätea, dem ohinesisehen oder schwarzen Thee, 

■ahrungsmi 

Ans dem Bericht über die Thätigkeit der 
UatersucbungsaBstalt für Kalirungs- und 
Gennssmitiel des Allgemeinen üster- 
reichiBchen Apothekeirereins 

ior die Zeit Yom 1. September 1900 bis 
31. August 1901, erstattet vom Direktor der 
Anstalt, Dr. Af. Mansfeld, 

Frtelite. Eine Probe Nüsse war stark 
geschwefelt Dieselben enthielten 32 mg freie 
schweflige Säure und gaben ausserdem starke 
Sdiwefelsäure-Beaction, von der bereits oxydirten 
schwefligen Säure herrührend. Califomischer 
Apfeltfaee (Pomoferrose) besteht ans zer- 
kleinerten getrockneten Aepfeln. Der nach Art 
des Thees bereitete Aui^uss i^t sehr schmackhaft. 

OewUne. Unter der Bezeichnung ^Mer- 
cantil-Paprika^* kommt vielfach ver&lschte 
Waare in den Handel. Eine Probe war extrahirt, 
gelb gefärbt und war mit Sand und Stengel- 
theilen verunreinigt. Eine zweite Probe enthielt 
14 pGt. Mineralstoffe, davon 3 . 2 pCt. Sand. 
Eine Probe war mit Maisstärke verfälscht. 
Piment war mit Nussschalen verfälscht, 
Zimmt mit Holztheilen und Haselnussschalen. 
Zwei Proben besassen einen zu hohen Aschen- 
gehalt von 8.17 pCt, bezw. 7.93 pCt., 
herrührend von einem Zusätze von Ocker; der 
unlösliche Antheil der Asche betrug 4 . 62 pCt , 
bezw. 3 . 6 pCt. Eine Zimmtprobe ergab 
bei der Vorprüfung mit Chloroform einen Absatz, 
welcher jedoch nicht mineralischer Natur war, 
sondern sich als Rohrzucker erwies. Der Zusatz 
betrug 6 pCt. Diese Fälschung wurde hier zum 
Erstenmale beobachtet. Safran war künstlich 
befeuchtet Der Wassergehalt von zwei Proben 
betrug 20 pa. Eine Probe enthielt 2.5 pCt. 
Beschwerungsmittel, bestehend aus Weizeußtärke 
and mineralischen Substanzen. 

Wefak Eine Probe Rothwein enthielt einen 
Alaunzusatz, Sherryweiue waren gegipst, und 



und Shima. Die Sapindaceen sind ihres 
Saponinreiohthums weg^ bekannt, von den 
Sapotaoeen ist es Bassia oder lUipe latif olia 
mit 9 pGt Saponin in den Kotyledonen, 
deren Pressknohen zum Fischfang benutzt 
werden. Unter den Zygophyllaeeen ist 
Balanites bereits den Arabern als Fischgift 
bekannt gewesen. Das zur selben Familie 
geh((rige Ouajaeom officinale ist ebenfalls 
saponinhaltig. Unter den Scrophnlariaeeen 
ist besonders die Gattung Verbascum, von 
der eine Art nach Theophrast berats von 
den Römern zum Fischfang benutzt wurde. 
Das ans dieser Pflanze, Verbaacnm sinuatnm, 
von Rosenthaler isolirte Saponin iSsst sieh 
in die von Robert aufgestellte Saponinreihe 
gut einordnen. —he. 

ttel-Ohemie. 

ein Malagawein ergab die Olycyerhizinprobe auf 
Anunoniak, was auf einen Zusatz von Süssholz- 
Extract hinwies. Vg. 



Zur Beurfheilimg der Weine. 

Der Verein sohweis. analytischer Chemiker 
hat auf seiner Jahresversammlung zu Basel, 1901, 
folgende Beschlüsse gefasst, betreifend die Be- 
urtheilung der galliurten Weine, der Trester- 
weine, der Trookenbeerweiue, der Hefeweine 
und der Getränke, welche unter der allgemeinen 
Bezeichnung „Kunstwein" in den Verkehr 
kommen : 

Bei der Beurtheilung dieser Getränke in 
hygienischer Besiehung, sowie hinsichtlich Ver- 
dorbenheit sind die für Wein festgesetzten Normen 
geltend. 

Bei der Beurtheilung betr. Richtigkeit der 
Declaration sind nachstehende Definitionen zu 
berücksichtigen. 

Omlliflirte Weine. 

Gallisirte Weine sind unter Zusatz von Wasser 
und Zucker aus dem Safte der Trauben bereitete, 
vergohrene Getränke, bei deren Herstellung die 
Herabsetzung des Gehaltes an fixer Säure und 
die Regolirung des Alkoholgehaltes bezweckt 
wurde. 

Gallisirte Hothweine, deren Extractgehalt unter 
11 0/^ und gallisirte Weissweine, deren Extraot- 
gehalt unter 10 ^Voo ü^S^i ^iod als zu stark ge- 
streckt zu beanstanden. Gallisirte Weine, deren 
Alkoholgehalt unter ö Vol -pCt. liegt, sind wegen 
der Gefahr der Verderbniss r-n beanstanden. 

Als rationell gallisirt können die in Ge- 
schmack und Geruch normalen, gallisirten Weine 
bezeichnet werden, deren Znsammensetzungs- 
Verhältnisse innerhalb der für Naturweine gleicher 
Herkunft festgestellten Grenzen liegen. 

Tresterweine. 

Unter Tresterweinen versteht man Getränke, 
welche hergestellt worden sind durch Vergähren- 



14 



luBUk Ton Zackerwasser an Weintrestern, mit 
oder ohne Zusatz von Wein. F&r die znm Ver- 
kaufe bestimmten Tresterweine gilt als Norm, 
dass die sn einem gewissen Quantum süsser 
Trester zogeeetste Menge Zaokerwasser nicht 
grösser sein darf, als die yorher von diesen 
Trestem abgepresste Menge yon Traubensaft, 
sofern nicht auch Wein zugesetzt wird. 

Troekenbeerweine. 

Unter Trookenbeerweinen versteht man die 
Prodnote, welche aus fiosinen oder Gorinthen 
nach Zusatz von Wasser durch alkoholische 
Oährung mit oder ohne Zusatz von Wein ge- 
wonnen werden. 

Für die Beurtheilung der süssen Trockenbeer- 
weine gelten die im Lebensmittelbuch im Capitel 
Süsswein festgestellten Normen. 

Hefeweine. 

Unter dieser Bezeichnung sind Getränke zu 
verstehen, welche durch Auspressen von Wein- 
hefe oder durch Vergfihrenlassen von Zacker- 
wasser an Weinhefe hergestellt werden. 

Knnstweine. 

Kunstweine, welche nicht unter einer ihrer 
Herstellungsweise entsprechenden Bezeichnung, 
sondern unter der allgemeinen Bezeichnung 
„Eunstwein^^ in den Verkehr kommen, müssen 
eine den Naturweinen ähnliche Beschaffenheit 
haben, sie dürfen keine Stoffe enthalten, welche 
den Naturweinen vollständig fremd sind. Von 
den für Naturweine festgesetzten Nonnen sind 
bei der Beurtheilung der Eunstweine nur die- 
jeni^n zu berücksichtigen, welche in hygienischer 
Beziehung in Betracht fallen. 

Sckweix, Wochenschr, f, Ghem. u. Pharm, 
1901, Nr. 48. 

Hungerbrot. 

Ueber die Zusammensetzungen einiger 
Mehle und Brote aus Hungergegenden Russ- 
lands geben Dr. Maurixio und Dr. Böhmer 
(Zeitsohr. d. Unters, f. Nähr.- u. Oenussm. 
1901, 1017) Folgendes an: 

Mehl Nr. 1 bestand aus Roggenkleie, zer- 
quetschtem Haferkömermehl mit 15 bis 20 
pGt Komradenscbalen, sowie 30 bis 35 pOt. 
anderen Unkräutern und Spreu; 

Mehl Nr. 2 aus 30 bis 40 pCt. Weizen- 
mehl bezw. -kleie, das Uebrige waren Holz- 
stückehen und Unkräuter; 

Brot Nr. 3 aus Thon und Mehl; 

Brot Nr. 4 ans Wurzeln einer Schilf- 
sorte mit wenig Weizenmehl; 

Mehl Nr. 5 ans Eiohelmehl und -schalen, 
Mais und Roggen; 

Mehl Nr. 6 aus Roggen und Buchweizen 
mit viel Chenopodium und sonstigen Unkraut 
samen, auch viel erdigen Theilen. 

Brot Nr. 7 aus Eiohelmehl, Roggen, Buch- 
weisen, Mais und viel Chenopodium. Vg. 



Die Sterilisirung der Milch 
durch Wasserstoffperoxyd 

ist nach Chick (Cbem.-Ztg. 1901, Rep. 302) 
bei einem Zusatz von 0,2 pCt. eine völlige, 
während 0,1 pCt. genügt, um sie eine Woche 
und länger ungeronnen und süss zu erhalten. 
Noch grossere Verdünnungen sind wenig 
wirksam. Die Bestandtheile der Milcli er- 
leiden durch den Zusatz keine Verändei-ung. 
Leider macht sich aber das Wasserstoff- 
peroxyd in der Milch schon bei äusserst 
geringem Gehalte durch einen eigenthüm- 
lichen Beigeschmack bemerkbar, der auf 
keine Weise zu beseitigen ist. Dadnrdi 
kann die Methode nicht zur Gonservirung 
von Milch zu Genusszwecken verwendet wer- 
den; wohl aber ist sie gut anwendbar zur 
Gonservirung von Milchproben im Labora- 
torium, wenn man die eingetretene Verdtlnn- 
ung bei der Analyse berücksichtigt, ^fte. 



Mandarin und Metanilgelb 
sind nicht giftig! 

Unter den Farbstoffen, welche bei der 
Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln, 
z. B. Conditoreiwaaren, vielfach benutzt wer- 
den, befinden sich auch zwei Farbstoffe, 
das Mandarin (Sulfanilsäure-azo-^-NaphthoI) 
und das Metanilgelb (Metanilsäure-azo- 
diphenylamin). Im Gegensatze zu Dr. Weyl, 
welcher beide Farbstoffe als giftig bezeichnet 
hatte, konnte Professor Frentxel auf Grund 
von Thierversuchen, sowie an einer Versuchs- 
person feststellen, dass beide Farbstoffe in 
den Mengen, in weichen dieselben mit Nahr- 
ungs- und Genussmitteln in den menschlichen 
Körper gelangen, auf keinen Fall schädlich 
wirken können. Vg. 



Apparat zur Bestimmung der 
Qualität des Weizenklebers. 

Bei der Bestimmung des Werthes eines 
Weizenmehles bezüglich seiner Backfähigkeit 
spielt die Beschaffenheit des Klebers eine 
Hauptrolle. Die Menge desselben ist nicht 
so maassgebend, wie seine Ausdehnungs- 
fähigkeit Je besser ein Teig knetbar und 
je gleichmässiger und bedeutender seine 
Dehnbarkeit und Volumvergrösserung ist 
und je vollkommener derselbe seine einmal 
angenommene Form bewahrt, um so besser 
wird auch das Gebäck sein. Die verscbie- 



16 

denen KJeberaorten zeigen ein sehr abwichen- ; MesBingkugel, an weleher Bich ein Stiel be- 
des Verhalten. Guter Kleber ist plastiBch, findet Dieselbe wird in ein Odbad gehingt, 
leieht und glatt dehnbar, schlechterer zähe, die HOhe des Oelstandes ist festgestellt und 
sehr faserig nnd sdiwer knetbar. Zur Fest- ' das Ganze wird eine Viertelstunde lang er- 
steDimg des Ausdehnungsvermögens und semerlhitzt. Aus der Berechnung der Volums 
Dehnbarkeit hat Prof. Lieber fnann einen 'des Klebers, zufolge der Bestimmung der 
Apparat in der Zeitschrift für Untersuchung Steighöhe des Ödes wird seine Gflte be- 
derNahrongs- und Genussmittel 1901, 1009 werthet Verfasser giebt gleichfalls eine 
angegeben. Der vermittelst Gypsmasse aus- Werthzahl fQr die Gflte desselben an. 
gewaädiene Kleber wird mit den Fingern Der Apparat ist bei C'ald4roni (t Co, in 
so geformt, dass er die Grösse und Gestalt Budapest zu haben. Der Preis beträgt 
enies SilbergnldenB annimmt und kommt in I 48 Gulden, jedoch ohne Trampe. Vg 

ane mit zahlreidien Löchern versehene i 

Therapeutische Mittheilungen. 

Annoimittel, welche dorn Ohr Anwendung überhaupt solle man sich mehr 
schädlich werden können. *° ^'® Mindest-, als die bisher empfohlenen 
P. OiÄter in Pkris zahlt in seinem Vor- Höchstgaben halten am besten sei die inner- 
träge, welcher von ihm auf dem 8. inter- ^'^^^ Verordnung überhaupt völhg hmtenan 
nationalffli Gongress zu Paris g^alten wunie, ^ "*'*®"- ^9- 

nachstehende Mittel auf, welche der HOrkraft 

besondere gefährhch werden können: Chinin- Entgiftung der Toxine durch 
salze, Salieylsäure und Salicylate, Quecksilber, PerOXyde, BOWie Oxydasen« 
Chenopodium vermifugum, Phosphor, Tabak : y iS/W^r - Petereburg entdeckte, der 
nnd Haschich, Alkohol, Kohlenoxyd, Blei, Deutschen Medicinal-Zdtung 1901, 977 zu 
CWorofonn und Aether. Besondere nach polge, dass oxydirende Substanzen, z. B. 
CWoroformnarkose kann dauernde Taubheit ' vVasseretoffperoxyd, Galciumperoxyd, sowie 
«ntreten. Zur Behandlung letzterer Krank- Oxydasen (d. s, direct oxydirend wirkende 
hat empfiehlt Vortragender den galvanischen ; Enzyme) Toxine, wie Diphtherie-, Tetanus- 
oder faradisdien Strom mit Pilocarpin- toxin und andere, in kurzer Zeit vollständig 
injectionen. Vg, entgiften. So wurden 5 ccm Diphtherietoxin, 

Therap. Manatsh. 190h 491. ^^ lOOOfadi tödtliche Dosis reprilsentirend, 

'LvBolvfirsifhiniren ^* ^* durch 0,5 g Galciumperoxyd innerhalb 

rw • i*,it x«^xi. 1. . * T I einiger Stunden unschSdlich gemacht. Bei 

Zwe, WDe von töd^oher innerer Ly»^- g,eich«itiger Einverleibung von Toxinen 

wpftnng tbeAt Dt Burgl ^taA. Med. „„^ Oxjd.^ in den ITiierkÖTHjr blieb da« 

Woehen«chr. 1901, 1524) mit Im An- ^hier .m Leben. E« gelang dem VerfaaMr 

•diu. hieran weist dereelbe darauf hm, da« j ^^^ pj^ ^i^ Diphtherie 



das Lysol trotz seiner vorzfiglichen anti- 



immun waren, um so mehr Oxydasen zu 



«ptiaAenEigenechaft^ibiJgröflae^ .^ ^^^ ^^^^ immuniairt 

Hau^[Mirthjen oder ausgedehnten Wundflächen Z.^^^ y 

selbst in Iproc Lösung, namentlich bei * . . ._ 9- 

Kindern, zu mdden sei. Stärkere Lösungen : -. „ , , . TliÄhAtA« m Allifii 
yäm überhaupt unzweckmässig. Concen-!^®^ ^^^ ^®^ UiaDeies meiUll] 
trirtee Lysol wirkt auf unversehrte Hautj ^^ »Is eine S&Urevergiftung 
Stzend und giftig, und sind dadurch die aufisufafiSeiL 

sdiwereten Vergiftungserecheinungen, selbst 
ein Todesfall, hervorgerufen worden. Jnner- 



Bei Diabetes mellitus ist der Stoffwechsel 
bekanntlich ein durchaus anormaler. Ver- 
iidi wirkt es ebenfalls ätzend und giftig; die' schiedene Kliniker haben wiederholt darauf 
beste Behandlung bei innerlichen Lysol- hingewiesen, dass direct giftige Snb- 



?erg^iungen sei daher die Entfernung des- 
selben durch die Magenpumpe und recht- 
adtige Magenspfllung. Bei der innerlichen 



stanzen im Körper hierbei entstehen müssen, 
welche Athemnoth, Schlafsucht und Tod als 
Folgen der Zuckerkrankheiten hervorrufen. 



16 



Es unterliegt nun nach den neuesten 
ForBohungen keinem Zweifel, dass es Säuren, 
vor Allem die Oxybuttersäure aind, welche 
sich im Körper in Folge mangelhafter 
Oxydation anhäufen und eine Sänrevergiftung 
direct in den Organen bewu*ken. Die 
Quantität der vom Körper gebildeten als 
Säure wirkenden Producte übersteigt die 
Menge der in den Oeweben vorhandenen 
oder aus denselben dannresorbirten alkalischen 
Factoren und kann diese überschüssigen 
Säuremengen durch Oxydation nicht un- 
schädlich gemacht werden. Sie entziehen 
den Carbonaten und Phosphaten des Blutes 
und der Gewebe die Alkalien und be- 
einträchtigen lebenswichtige Gruppen der 
Eiweissmoleküle, deren normale, physiologische 
Function vernichtend. Nach Angabe von 
Dr. Busse, Münchn. Med. Wochenschr. 1901, 
1404, sind die schweren Organ Veränderungen, 
wovon sich derselbe an der Hand zahl- 
reicher Sectionsbefunde von im Coma 
diabeticum Gestorbener überzeugen konnte, 
die directe Folge der Giftwirkung der im 
Organismus gebildeten freien Säuren, vor 
Allem der /S-Oxybuttersäure, welch' letztere 
aus dem Blute und den Organen von 
Diabetikern in gewaltigen Mengen extrahirt 
werden konnte. Die Alkalescenz der 
Organe und des Blutes war aufgehoben, die 
Säuren frei geworden und gebunden im 
Organismus zu finden. Die inneren Organe 
selbst machten denselben typischen Eindruck, 
wie wenn sie von einer mineralischen Säure 
zerstört wären. Vg, 

Ueber die gegenseitigen 

Beziehungen zwischen Curare 

und Physostigmin 

theilt Bothberger (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 
310) mit, dass ein durch Curare gelähmter 
Muskel wenige Secunden nach der Injection 
von Physostigmin in den Kreislauf des lebenden 
oder in die zuführende Arterie des todten 
Thieres seine Erregbarkeit vom Nerven aus 
wieder erhält und neuerlich durch Curare 
gelähmt werden kann. Das Physostigmin 
hat denselben Angriffspunkt, wie das Curare. 
Der Antagonismus bezieht sich nur auf die 
Muskelwu-kung. Darauf beruht die Wieder- 
belebung curaresirter Thiere, wobei die er- 
regende Wirkung auf das Gentrainerven- 
System, vor Allem das Athemcentrum, unter- 



stützend wirkt Ein durch Curare völlig 
gelähmtes Thier erhält durch Physostigmin 
seine volle Beweglichkeit wieder. In vitro 
paralysiren sich die beiden Gifte nicht In- 
jicirt man eine Mischung derselben, so tritt 
zunächst die vollständig und ungeschwäohte 
Curarelähmung ein, der nach ungefähr einer 
halben Stunde die spontan eintretende 
Wiederbelebung folgt Atropin beeinflusst 
die Wiederbelebung nicht wesentlich, unter- 
drückt aber die durch Physostigmin hervor- 
gerufenen fibriUären Zuckungen und die 
erhöhte Drüsenthätigkeit — Ae. 

Die heilende Wirkung des 
blauen elektrischen Lichtes. 

Dr. Miniii stellte durch Beobachtungen 
fest, dass man das blaue elektrische licht 
statt Cocainlösungen anwenden kann, um 
Incisionen schmerzlos zu machen und Wunden 
schmerzlos zu vernähen. Vorzügliche Heil- 
erfolge ergiebt dasselbe auf dem Gebiete 
der Behandlung von Hautverbrennungen, 
sowie Verbrennungen der Schleimhaut Ver- 
fasser stellte femer fest, dass das weisse 
und blaue elektrische Licht nicht nur ver- 
schieden, sondern einander direct entgegen- 
gesetzt wirken, die beste heilende Wirkung 
wird durch Belichtung vermittelst einem ans 
weissem Glas gefertigten Glühlämpchens von 
50 Kerzen Lichtstärke erzielt, das für einige 
Minuten durch ein blaues Glühlämpchen von 

50 Kerzen Lichtstärke ersetzt wird. Vg. 
Med. Wochenschr. 1901, 36 37. 

Einen Verband mit Natrium- 
bicarbonat 

bei eiternden Wunden empfiehlt Charteret^ 

I wodurch eine Abkürzung der Heilungsdauer 

; erzielt wird. Die eiternden Wunden werden 

'zunächst mit einem Antisepticum abgespült 

und dann mit einer in 2 bis 6procentige 

Lösung von Natriumbicarbonat getauchten 

Compresse bedeckt Ein derartigei* Verband 

wird häufig erneuert Die Compresse muas 

stets feucht gehalten werden, damit sie nicht 

festklebt und beim Verbandwechsel die nene 

Haut nicht abgerissen wird. Vg, 

Wiene Med. Presse 1901, 1630, 

Preislisten sind eingegangen von: 

C. A. F. KtMbawm, chemische Fabrik zu 
Berhn über wissenschaftliche organische and 
anorganische Prttparate, Theerfarbstoffe, Filtrir- 
flüssigkeiten. 



17 



Verschiedene Mittheilungeii. 



Desinfection von Bennthier- 
sehnenfädeiL 

Dr. H. Greife theUt in der Mflnohener 
MedidDisehen Wooheiiflchrift 1901, 25 folgen- 
des, in der gynXkoiogiechen Universitätsklinik 
za Moskau übliches Desinfeetionsverfahren 
f&r Beimtfaiersehnenfiden (Ph. G. 42 [1901], 
433) als Naht- nnd ligatarmateriai mit: 

1. Die Sehnenf&den werden darch zwei- 
tigige Aetherbehandlong entfettet 

2. Dieselben werden einen Monat lang 
in Oleum ligni Juniperi eingelegt. 

3. u. 4. Das Oel wird durch zweitägige 
Behandlung mit Aether und zwei- bis sieben- 
tiiigige Behandlung mit Alkohol wieder entr 
fernt 

5. Die so präparirten Fäden werden in 

Alkoho] aufbewahrt und können zum 6e- 

bnmeh beliebig schmiegsam gemacht werden 

dareh einen Wasserzusatz bis zu 3 pCt. 

R, Th, 

Klebemittel für Flaschen- 
etiketten. 

Das zum Aufkleben der Flaschenetiketten 
benutzte Klebemittel soll nicht nur eine ge- 
nügende Elebekraft besitzen, um das Fest- 
baften der Etiketten dauernd zu bewirken, 
sodass sieh dieselben auch an mehr oder 
weniger feuchten Orten nicht so bald los- 
lösen, sondern es ist auch wünschenswerth, 
dasB das Schimmeln und Verderben des ge- 
lösten Klebemittels, sowie das Fleckigwerden 
der damit aufgeklebten Etiketten möglichst 
atu^eschloesdn sei. 

Am wenigsten tauglich för das Etikettiren 
der Flaschen, weldie länger und allenfalls 
andi an feuchten Orten gelagert werden 
sollen, erweist sich als Klebemittel der 
Kleister, weil derselbe leicht seine Klebc- 
kraft verliert, sodass dann die Etiketten sich 
loslösen ; auch ist überdies der Kleister sehr 
der Schimmdbildung ausgesetzt, wobei ein 
Fleekigwerden der Etiketten leidit veranlasst 
werden kann. Es ist daher unter allen Ver- 
hiltnissen immer rathsam, die Verwendung 
von Kleister zum Aufkleben der Etiketten 
ron Flafldien auszuschliessen. 

Besser ist schon eine Lösung von 
arabischem Gummi zum Auf kleben der 
Flascboietiketten geeignet, weil die damit 



aufgeklebten Etiketten sehr fest haften und 
auch ein Schimmeln der aufgeklebten Etiketten 
nicht so leicht vorkommt, doch ist die Halt- 
barkeit gegenQber längerer Feuchtigkeits- 
einwirkung keine sehr grosse. 

Sehr gut mit Bezug auf Klebefähigkeit 
bewährt sich das Dextrin zum Aufkleben 
von Flaschenetiketten, doch ist auch dieses 
Klebemittel wieder stärker dem Schimmel 
ausgesetzt Nach Versuchen, welche an der 
Kgl. Lehranstalt für Obst- und Wembau zu 
Geisenheim a. Rh. angestellt worden sind, 
ist ein Zusatz von 0,5 ^/qq Thymol zum 
Dextrin empfehlenswerth ; die Klebfähigkeit 
des Dextrins wird nicht gestört und die 
Etiketten bleiben gut erhalten. Das Thymol 
verwendet man am besten in Form einer 
lOproc alkoholischen Lösung, mit welcher 
man leicht dem Wasser, welches man zum 
Lösen des Klebemittels verwendet, im ge- 
wünschten Verhältnisse den erforderlichen 
Zusatz machen kann. 

Am besten jedoch bewährt sich das Auf- 
kleben der Flaschenetiketten mit frischem 
Eiweiss, weil dieselben dann, wenn sie 
nach dem Aufkleben abgetrocknet sind, so 
fest haften, dass sie sich selbst dann nicht 
loslösen, wenn die Flaschen längere Zeit im 
Wasser liegen; auch ein Schimmeln der mit 
Eiweiss aufgeklebten Etiketten ist fast absolut 
ausgeschlossen, die Kosten stellen sich auch 
kaum höher als wie bei der Anwendung 
von arabischem Gummi, weil das Eiweiss 
von einem Ei für nahezu 100 Etiketten 
genügt. 

Die im Handel vorkommenden Klebemittel 
für Flaschenetiketten bestehen gewöhnlich 
der Hauptsache nach aus .Dextrin oder 
arabischem Öummi, mit verschiedenen Zu- 
sätzen, die jedoch nicht immer die Klebe- 
fähigkeit erhöhen. 

Ztschr. f. d. yes. Kohlensäure'Ind. 

Phenolphthalein 
als AbführnütteL 

Das Phenolphthalein empfiehlt Dr. Vamossy 
als ein dem Natrium- und Magnesiumsulfat 
gleich werthiges Abführmittel, welches bei 
Mensclien schon in Gaben von 0,1 bis 0,15 g 
eine ausgezeichnete abführende Wirkung aus- 
übt und dabei mild wirkt. Vg. 
Deutsche Med. Zig, 1901, 923. 



18 



Ein Heuer photographisoher 
Entwickler ,,Paramol" 

ist nach Eichenffrün (Chem.-Ztg. 1901, 916) 
der m-Amido-o-oxybenzyialkohol. In seinen 
photographischen Eigenschaften steht er 
zwischen den Entwicklern der Phenolklasse, 
Pyrogallol, Hydrochinon u. s. w., und denen 
der Amidophenolklasse, den sogenannten 
Rapidentwicklern, Rodinal und Metol. Das 
Paramol übertrifft letztere an Abstimmbar- 
keit und Weichheit. Da es langsamer durch- 
entwickelt und durch Nairiumbicarbonat 
leicht abgeschwächt werden kann, so können 
Expositionsfehler leicht ausgeglichen werden. 
Von Hydrochinon und Pyrogallol unterscheidet 
es sich durch rapidere Wirkung ohne Sohleier- 
bildung. Auch bezüglich der Löslichkeit 
steht das Paramol zwischen beiden Klassen. 
Die Basen der Rapidentwickler sind so schwer 
löslich, dass sich concentrirte Vorrathlösungen 
nur mit Aetzalkalien darstellen lassen, wäh- 
rend concentrirte ParamoUösungen auch mit 
Alkalicarbonaten bereitet werden können. 
Eder, Miethtt und Precht haben sich lobend 
über Paramol ausgesprochen. —he. 

Maschinenputzmittel. 

Ein Maschinenputzmittel, das sich zum 
Rein- und Blankerhalten von Maschinen- 
theilen aus Stahl und Eisen vorzüglich 
bewährt hat, giebt das chemische Labora- 
torium des bayerisdien (lewerbemuseums in 
Nürnberg an. Dasselbe besteht aus 5 Th. 
Terpentinöl, 25 Th. Stearinöl, 25 Th. Polb- 
roth und 45 Th. Thierkohle. Mittelst 
Spiritus versetzt man diese Mischung bis zu 
dünnflüssiger Gonsistenz und trägt sie dann 
mit einem Pinsel auf die zu reinigenden 
Gegenstände auf. Der Alkohol verdunstet 
und man reibt unter Zuhilfenahme einer 
trockenen Mischung von 45 Th. Thierkohle 
und 25 Th. Polirroth den Ueberzug nach. 
Die so behandelten Stellen sollen dann 

glänzend und blank erscheinen. 

Zeitschr. f. iL ges. Ko/Uens.-Ind. 

Wer hat das Collodium 

entdeckt? | 

lieber die Entdeckung des Collodiums' 
sprach Prof. KahWaum - Basel auf der 
Naturforscherversammlung in Hamburg 
(Münch. med. Wochenschr. 1901, 1896). 
Er erklärte, dass in den Eucyklopädien mit 



vollem Unredit Maytuird als Entdecker 
desselben genannt wurde; diese Ehre gebührt 
Chfistmn Friedrieh Schönhein (1799 bis 
1868\ dem Entdecker der Schiessbaum- 
wolle! Er ist auch der Entdecker ihres 
Lösungsmittels und der medicinischen Ver- 
wendung des Lösnngsproductes, des „Kleb- 
äthers". Schönbein hat schon im No- 
vember 1846 die Löslichkeitsverhältnisse der 
Schiesswolle gekannt und ihre Verwendbar- 
keit in der Wundpflege nicht nur durch- 
schaut, sondern auch Fachmänner zu Ver- 
suchen angeregt. Im Februar 1847 war 
diese neue Wundbehandlung nach Schim- 
bein'B Vorschlägen in Genf schon Stadt- 
gespräch und am 24. März 1847 hielt der 
Prof. der Medicin Karl Otistav Jmig in 
der naturforschenden Gesellschaft zu Basel 
einen Vortrag, in welcher er über eine 
grosse Zahl klinischer Fälle mit Goliodium- 

behandlung in Basel und in Bern berichtete. 

K. Th, 

Ueber die 

technologischen Eigenschaften 

des Magnaliums 

macht Dlegel (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 30.3^ 
folgende Angaben. Mittelst schneidender 
Werkzeuge einschliesslich der Feile ist es 
leichter zu bearbeiten als Aluminium, wenn 
es mehr als 14 pCt. Magnesium enthalt. 
Hämmerbar in kaltem Zustande ist es bei 
einem Gehalte von 14 pGt. und weniger 
Magnesium. Bei grösserem Magnesiumgehalte 
wurd es spröde und bricht beim Hämmern. 
Bei 6 pGt. und weniger Magnesium kann 
durch das Ealtverdichten eine erhebliche 
Steigerung der Festigkeit erzielt werden. 
Die Sohmiedbarkeit ist bei einem Gehalte 
von 6 pCt. und mehr Magnesium gleich 
Null. Bei einer Temperatur von eben 
Dunkelrothgluth fällt das Magnalium aus- 
einander, bei geringerer Temperatur ist es 
brüchig. Magnalium mit 2 bis 4 pCt. 
Magnesium lässt sich nach dem Erwärmen 
auf 400^ G. ähnlich wie rothgltthendes 
Kupfer schmieden. Die Schmelztemperatur 
ist ungefähr 600 ^ G. Weichlöthen mit Zinn- 
loth ist in gewöhnlicher Weise nicht aas- 
führbar. Gegen Seewasser ist es sehr un- 
beständig, sodass es für Schiffszwecke kaum 
anwendbar ist. ke. 



19 



Zu flOsaigeii Liohtflltem fOr 
Dunkelsimmerlampen 

«npfieUt Davenpori (Ghem.-Ztg. 1901, Rep. 
324) eme wisBerige 2proc. LOrang von 
^Mindarin 0. extrm^ der Actien-Geselbchaft 
tOr Anilm-Fabricatioii in Berlin. Sie giebt 
«in heUerai licht als Snbinglas und ist etwas 
lidierer süs BiehromatlOsnng; der sie nnr 
wenig an Helligkeit nachsteht Das fUtiirte 
Licht enthalt etwas Qelb, während bei der 
BichromaÜOsong noch Oelb und Grfln etwas 
durchgeht In Folge dessen ist anch das 
Mandaiinfilter ffir die Entwickeinng ortho- 
fhromatiaeher Platten mehr zu empfehlen. 
Dnrch Zosalz von Eoein an der Bichromat- 
lOsoDg kann aneh diese etwas sicherer ge- 
macht werden. -^k». 



KAnigUeh prenssiscke Ameitaxe 
ftr 1902. 

Neben den durch die Schwankongen der 
ÜDgioi-IMse bedinaten Aendenmgen finden 
wir uDtar „Allgemeine Bestimmnngen** bei Nr. 10 



folgeoden (hier duioh f(ssperrtea Draok hervor- 
gehobeoen) wichtigen Zosatz: Bei der Abgabe 
fabrikmissig heri^eliter Arsneizabereitnngen, 
welche nur in feTti|;er Anfmachong (Original- 
packnog. in den Haooel kommen, ist ein Znschlsg 
von 60 pOt SU dem Ankaolbprsise sn berechnen, 
sofern nicht eio höherer Original- 
yerkaufspreis seitens des Herstellers 
festgesetst ist Porto oder Fracht dürfen 
ausserdem nicht in Anrechnung gebracht werden. 



Eingesogenes Siphtherie-Heflsenun.. 

Bas mit den Nummern 47 und 60 versehene 
Diphtherie-Heilserum aus der chemischen Fabrik 
von E. Merck zu Barmstadt ist wegen ein^- 
tretener bacterieller Verunreinigung zur £m- 
ziehung bestimmt worden. 



Dentsoha Pharmaoantisoho Gesallsehaft 

an Berlin. 

Bie Januar • Sitzung der Beutschen Pharma- 
oeutischen Qeselischaft findet diesmal am Bonners- 
ti^, den 9. Januar im ,3oidelbeiger^^ statt und 
nicht sm ersten Bonnerstsg des Monats Januar. 



Brieffwe ohsel. 



Herr Br. ing. K., Dr. Wir können Ihre 
initgetheilten Ansicht durchaus nicht beipflichten. 
Die ifl*»nri«M*-h geschriebenen Beoepte sind in 
der ganzen Cultur-Welt leicht veistlndlich, was 
nicht der Fsll wäre, wenn die Recepte in der 
jedesmidigen Landessprsohe verschrieben würden. 
Aunerdem hat sich im Laufe der Jahrhunderte 
eine Technik des Beceptschreibens ausgebildet, 
4ie bei Anwendung der lateinischen ^radie eine 
Pdkäsion und Knappheit des Austuructo aus- 
gebildet hat, welche von einer anderen Sprache 
kaum übertroffen werden dürfte. Ausserdem 
Verbietet sich ans technischen Gründen die An- 
wendung der Landessprache für die pharma- 
ceotische Nomandstur, da es zu den grössten 
IGsshdligkeiten führen würde, wenn jeder Patient 
sofort ersehen könnte, was er verschrieben er- 
halten hat Bie medicinischen Facultäten haben 
sieb daher stets für die Beibehaltung der 
lateinischen Sprache ausgesprochen. Vg. 

R. B. in C. Bie Fleischsaftbehandlung 
ist ohne Zweifel bezüglich ihres Nährweithes, 
ihrer Wirksamkeit und verfaältnissmäsaig billigen 
HeisteUung der Fabrikpräparate oft vorzuziehen. 

Apoth. H. Heb« in Str. Sie sind im Irrthum 
SehoUdius hat durch seine Versuche von steriler 
Ernährung von Hühnchen einwandsfrei nachge- 
wiesen, dass zur normalen Entwickelung der- 
selben die Mitwirkung; von Barmbakterien un- 
omgangiich noth wendig ist. Auch beim Men- 



schen sind voraussichtlich dieselben fax die Ver- 
dauung noth wendig. Sie brauchen nicht besorgt 
zu sein^ der Magen sorgt durch seine S&uze und 
andere Fermente bereits, dass die Bakterien nicht 
überhand nehmen, wenn anch ihre Menge so 
gross ist, dass eine 2Sahl nicht angegeben wer- 
den-kann. 

Apoth. IL in B« um der Eaninchenplsge 
enersisch entgegentreten zu können, empfehlen 
wir Ihnen, in die Oeffnungen der^nie Lappen, 
die mit Schwefelkohlenstoff getrttnkt sind, zu 
legen und die Ausginge möglichst zu ver- 
schiiessen. Schon Ph. C. 87 ri896], 49, hatten 
wir Schwefelkohlenstoff-Capseln gegen Enger- 
linge, Maikäferlarven u. dei]^. empfohlen. In 
der oben angedeuteten Weise lässt sich das 
Präparat aber auch zur Vertilgung grösserer 
Schädlinge verwenden. Wir rathen Ihnen aber, 
die Arbeiter genügend auf die Explosions- und 
Feuergefthriichkeit des ' Schwofelkohlenstoffs 
aufmerksam zu machen. R, Tk, 



Anfrage. Womit lässt sich Holz (z. B. Birken- 
holz) durch die ganze Masse dauerhaft 
schwarz färben, sodass auch beim Bnrch- 
schneiden eines Stückes die Erscheinung von 
Ebenholz gewahrt bleibt? Solches Holz soll in 
kleineren Stücken Verwendung für Stockgriffe 
u. 8. w. finden. 



yerles«r und Termtvortlicher Leitsr Dr. A. Sclmeider in Dreeden. 



20 



^ Yerlüf Ton YnBilen liQeclL & Bn pFeclit in {fdttiigeH. 4- 

Handkommentar 



zum 



Arzneiliuch iOr das Beutsche Heich 

vierter Ausgabe — Phamuteopoea Oermamea, edüio IV. 
3. Aufl. des Hirsoh-Selaeider'Mhcai Eommentars zum Deutschen Aizneilmch: 

Mit einem Abiiss der Maassanalyse. 

Mit verBleleheiider BerOoksIcKüguDg der frOheren deHtsohen u. a. PharnakopSen 

bearbeitet Von 

Dr. Alfred Schneider, und Dr. Paul SOse, 

Kotps-Stabsapotbeker A. D. ^poftliekttr und 

Assittent a. Hygien. Inst. d. Teehn. Hochaohule 
in Dresden, 

unter Mitwirkung Ton 

F. Gttller, Aieiitent am botanischen Institut der Technischen Hochschule in Karlsruhe. 

Dr. med. C Helbig, Oberstabsarzt a. D. in Serkowits b. Dresden. 

W. W o b b e , Apotheker und Chemiker der ehem. Fsbrik Monbijou in Bern. 

Preis vollständig etwa ao Mark, 



Nach Vollendung der Lieferungsausgaben wird der Preis wahrscheinlich erhöht werden. 

Der Handkommentar wird von hervorragenden Vertretern des Faches und von 

der Fachpresse bestsns empfohlen, wie verschisdene vorliegende briefliche 

Mittheiiungen und die Besprechungen in den Fachzeitschriften beweisen. 

yor Kurzem erschien Lieferung 8. 

Bestellungen nimmt Jede Bnehhandlony an. 



Deutsche Hausfrauen! 

Die in ihrem Kampfe um*s Dasein schwer ringenden armen 

Tbfirln«:<'r Handweber bitten um Arbeit! 

Dieselben bieten an: 
Ttoehttteher, Serrietten, Tasehenttteher, Hand- und Kttehentfleher, Sehetaertttehen Bein- uA 
Halb-Leinen. Bettseufe, Betiktf pen und Drells, Halbwollene Slelderatoffe, Altättringlaehe 
und Spmebdeeken, Kylliiluser-Beeken n« s. w. 

Sämmiliche Waaren sind gute Handfabiikate. Viele Tausend Anerkemnmgsschreiben liegen 
Tor. Muster und PrelarerselebnlsBe stehen auf Wunseh portofrei zu Biensten, bitte toiv 
langen Sie dieselben I 

TbOringer Weber -Verein Gotha 

Yoraitzender C. F. Orttbel^ Kaufmann und Landtagsabgeordneter. 
Der Unterzeichnete leitet den Verein kaufmännisoh ohne Vei]gütun^. 

I?ie Jahrgänge 



18^36 bis 1869, 1871, 1876 bis 1878, 1881 bis 1900 der PharmaceutisoheD Centralhalle werden it 



bedeutend errngsaigten 



abgegeben dnroh die GeBohäftsstelle : 

Dreeden-A., Schandauer Strasse 43. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

Zeitsehrift flli wissenscluiftliche und gesclAftliche Intereesen 

der Pharmaeie. 

Gegrllnd«! Ton Dr. H. Hager 1859; fortgeführt voii Dr. B. Qeinler. 

Herausgegeben von Dr. A. SAaoider. 



»■• 



todiflint jedfln DonnerBtftff. — BeixijMipreiB Tierteljlhrlioh: dnroh Post oder 

BnohhiDdel 2,50 Mk., unter Streifband 8,— Mk., AnsUuid 8,60 IQ. linielne Nummern 30 Pf. 

Anseigen: die einmal gespaltene Petit-Zefle 26 Pf., bei nteseren Ameigen oder Wiedei^ 

boliugen PreisenDiaaigang. — OeeehlliHtolles Dresden (P.-A. 21), Scbandaner Stresse 43. 

Lrftar ier Zsitiduift: Dr. A. Sclineider, Dresden (P.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 

An der Leitung betheiligt: Dr. P. Süss in Dresden-r 




Dresden, 9. Januar 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLm. 

Jahrgang 



Inhalt: GkeBt« ud PMarm««!«: Ueber den G«halt des oflicinellen Zimutwaascn an Zimmtatura. ~ Pjn- 
wlooam phenTldimethylicnm salicylicuin. — Ueber Sehleicfa'scbe Präparat«. — Maohweis rcn Blutfarbatoli im 
Harn - Die Bestimmung dea Alkohols im Aethylltber. — üeber die Ermittelung der Kakodjlaflure in Ver- 
giftongsfUleii. — Pr&fong weingdaligw FIQaaigkeiten auf Methylalkohol. — Die Bestimmung der Beta-Oxyhutter- 
siare im Harne. — Quantitative Bestimmung des Formaldehjds. — Ole quantitatire Beatimmung Ton Zu^er 
mitt»*]8t Phenylhydraidn. — Nachveis ron Hampepton. — Bestimmung ron Cyanid neben Chloriden. — Hoch* 
rothe (loldlOaung ala Beagens auf Colloide. — Zusammensetiung der matten und krystallinischen Glasuren. — 
Gaarolnmetrische Bestimmangsmetbode der Chloride etc. — NahraB||SlllUtel-€henile. - Ph«imake|ni«tie. 
— Bakteriologijche MittheuvBgea. ~ Therftpeatl<ehe M IttheUongeB. — BSokttreeama. — Venehledene 

MitthrilnBgm. 

Chemie und Pharmaeie. 



Ueber den Gehalt 

des offleineUen ZimmtwasBers 

an Zimmtsäure. 

Ton Dr. Eugen Holdemumn in lichtenthal. 

Es könnte auf den ersten Blick als 
an den Haaren herbeigezogen erscheinen, 
Versuche Aber den Gehalt dieses im 
Grossen und Ganzen nnr als Geschmacks- 
corrigens in Betracht kommenden gale- 
nischen Präparates anzustellen and 
darüber an dieser Stelle zu berichten, 
allein, wenn man die Verwendung, die 
dasselbe in dem genannten Sinne bei 
dem Liquor Fern albuminati findet, in's 
Auge fasst, so kann doch der saure 
Charakter der freien Zimmtsäure, die 
in einem lege artis bereiteten Zimmt- 
wasser enthalten ist, nicht ganz unbe- 
rücksichtigt bleiben. In dem Liquor 
Fern albuminati des D. A.-B. IV ist 
der nach der Vorschrift zur Fällung ge- 
brachte und bis zum Verschwinden der 
Chlorreaction ausgewaschene Eisen- 
albnminat in einem Minimum von freier 
Natronlange gelöst und man ist bei der 



rationellen Darstellung des Präparates 
naturgemäss bestrebt, dieses Minimum 
von fixer Lauge so wenig als möglich 
zu Überschreiten, da ein Ueberschuss 
von freiem Alkali nicht nur den Ge- 
schmack ungünstig beeinfiusst, sondern 
auch bei der Elinführung grösserer Gaben 
die freie Säure des Mageninhaltes un- 
nöthig abstumpft. 

Bei der Darstellung YonEisenalbuminat- 
liquor im Grossen, bei der man gerne 
den Albuminatniederschlag für 50 bis 
100 kg fertigen Präparates auf einmal 
zur Lösung bringt, gelingt die Einhalt- 
ung des zur Lösung absolut erforder- 
lichen Minimums an Alkalilauge besser, 
als dies bei einzelnen oder wenigen 
Litern der Fall ist. Man kommt meistens 
schon mit einer etwas geringeren Menge 
als der für l kg vorgeschriebenen 3 g 
aus und in diesem Falle spielt die Acidität 
des Zimmtwassers entschieden eine RoUe. 
Die Wirkung derselben äussert sich in 
einer beim Lagern auftretenden mehr 
als erwünschten Wiederausscheidung des 
Eisenalbuminats. welches, in dem Ver- 



22 



bältniss wie der Säuregehalt des Zimmt- 
wassers grösser gewesen ist, auch nach 
kräftigem Dorchschuttehi des bisweilen 
noch in der trüben Form begehrten 
Präparates, nicht längere Zeit suspendirt 
bleibt. 

Um den Einfluss, den der Zimmtsäure- 
gehait quantitativ ausübt, kennen zu 
lernen, bezw. festzustellen^ ob ein älteres 
Zimmtwasser durch Oxydation des in 
ihm enthaltenen Aldehyds säurereicher 
geworden ist und so in dem genannten 
Sinne stärker wirkt als frisch destillirtes, 
dazu bot mir vor Kurzem die Darstell- 
ung eines Ballons Zimmtwassers für 
diesen Zweck die zufällige Veranlassung. 



zu neutralisiren oder die alkalische Wirk- 
ung von 0,32 g, also mehr als 10 pCt., 
der verwendeten Natronlauge aufzu- 
heben. 

Man könnte den Einwurf machen, dass 
die Steigerung der Acidität des Zimmt- 
wassers allenfalls auch auf Kosten einer 
Essigsäurebildung, herrührend von dem 
Alkoholgehalt des Präparates, zu schrei- 
ben wäre. Zur Entkräftung dieses Ein- 
wurfs wurden einige hundert Cubik- 
centimeter des Zimmtwassers mit über- 
schüssigem Natriumbicarbonat znr 
Trockne verdampft und der Rückstand 
auf Acetatreaction geprüft, was jedoch 
zu einem negativen Resultate führte. 



Es stand mir gerade noch Zimmtrinde Jedenfalls besitzt das Zimmtwasser in 
zu Gebote, wie sie vor ungefähr Jahres- dem in ihm enthaltenen Zimmtaldehyd, 



frist zur Darstellung von Zimmtwasser 
gedient hat ; Alkoholzusatz und Digestions- 
dauer werden gleichfalls wie bei der 
früheren Destillation eingehalten, die 
letztere im gleichen Apparate ausgeführt 
und das frisch bereitete Zimmtwasser 
gegen das im Anbruch ein Jahr ge- 
lagerte, acidimetrisch mit Vio-Normal- 
lange titrirt. Als Substanz wurde gegen 
meine Gewohnheit statt der durch den 
Index vorgezeichneten 148 g nur das 
runde Gewicht von 100 g in Arbeit 



der sich beim Lagern zum Theil an der 
Oberfläche und der Gef ässwandung aus- 
scheidet, ein geborenes Prohibitivmittel 
gegen die Essigsäurebildung, denn, wenn 
eine solche einmal eingeleitet gewesen 
wäre, so hätte sie sich mit einer ver- 
hältnissmässigso geringfügigen Aciditäts- 
erhöhung nicht begnügt. Leider kann 
die letztere zur Zeit nicht mit voller 
Beweiskraft behauptet werden, da die 
Feststellung der Acidität in frischem 
Zustande zur Zeit nicht zur Ausführung 



genommen und für das ältere Destillat i gekommen ist. Immerhin wäre es von 
12 ccm Vio-Normallauge, für das frisch Interesse, wenn diese Mittheilungen zu 
bereitete genau die Hälfte, nämlich nur ähnlichen Beobachtungen an anderen 



6 ccm verbraucht. 

Die Zimmtsäure CeHBCHCHCOOH hat 
das Molekulargewicht I48, sie ist ein- 
werthig, der Index pro Cubikcentimeter 
Vio-Normallauge beträgt mithin 0,0148 g. 
Es rechnet sich hieraus der Gehalt des 
älteren Zimmtwassers auf 0,1776 pCt., 
der des frisch bereiteten auf 0,0888 pCt. 

Setzt man diesen Werth in die Ge- 
wichtsverhältnisse der Vorschrift zu 
Liquor Ferri albuminati ein, so ver- 
mögen die in den vorgeschriebenen 100 g 
Zimmtwasser, wenn dieses dem ein 
Jahr gelagerten entstammt, enthaltenen 
0,1776 g freier Zimmtsäure von dem 
n 3 g der zur Lösung des Ferri- 



Orten anregen und die gefundenen 
Resultate zur Bekanntgabe gebracht 
würden. (Vergl. auch den Kommentar 
von Schneider- Süss, Seite 185.) 



Pyrazolonum plienyl- 
dimethylioum salicylioum. 

Bemardino Tei empfiehlt im Bollettino 
chimic-farm. folgendes Herstellungsverfahren 
zur Darstellung von salicjlsaurem Phenyl- 
dimethylpyrazolon : 

1 Th. Salicylsänre wird in 2 Th. Aether 
und 1 Th. Phenyldimethylpyrazolon In 2 Th. 
Wasser oder in Chloroform gelöst. Die 
beiden Salzlösungen werden dann mit ^iur 



ander gemischt. Will man schöne Krystalle 
albuminats vorgeschriebenen löproc. erzielen^ so krystallisirt man zweckmässig 
Natronlauge (= 0,45 g NaOH) nach daas zuerst abgeschiedene Prodnct ans 
dem Ansatz: Alkohol um. r, Th. 

148:40 = 0,l/76:x= 0,048 g NaOH- 



33 



üeber Sotüeioh'sohe Präparate. 

Die PeptoApaste (Pasta peptonata 
Schleich) iet eine wasserlösliche, reizlose 
Klebepasta, die aus Pepton-Gummi, Zinkoxyd; 
Arnjlum n. s. w. zusammengesetzt ist Sie 
wird um das betreffende Wnndgebiet, nach- 
dem dieses mit einem dicken Gazebausch 
bedeckt ist, dick aufgestrichen, und dann 
wird sowohl über die Wundfläche, wie auch 
fiber den Pastenring, ein rundes Gazestttck 
angedrückt Die Pasta trocknet in fünf 
bis zehn Minuten steinhart an und bildet 
80 einen festen Wundrahmen, von dem beim 
jedesmaligen Verbandwechsel die Mitte 
herausgeschnitten wird, sodass die Wunde 
aaf diese Weise blossgelegt erscheint Nach 
erfolgter Besichtigung und Erneuerung des 
erforderliehen Heilmittels wird die neue 
Peptonpastenschicht über den alten Rahmen 
aufgestrichen, wiederum ein rundes GazestUck 
über Wundfläche und Pastenring angedrückt 
und so fort, bis die Heilung erfolgt ist Der 
Fasteniing wird sodann durch ein Bad 
aufgeweicht und entfernt. 

Die Peptonpasta ist mit Jodoform, Ichthyol, 
Dennatol u. s. w. in beliebigen Mengen 
misehbar und kann sogar auf Schleimhäute 
aufgetragen werden. Ganz besonders 
ODpfiehlt sich z. B. die Anwendung einer 
33 Y3 proc Jodoformpeptonpasta zur Heilung 
Ton Katarrhen der Gebärmutterschleimhaut. 

Die Quecksilber - Peptonpasta (Pasta 
peptonata cum Hydrargyro Schleich) ist 
eme wasserlösliche Quecksilberpasta. Dieselbe 
wird zu 5 bis 10 g an Stelle des fettigen 
Unguentum cmercum angewendet und zwar 
mit einem dicken Pinsel bis zur vollendeten 
Anftrocknung aufgetragen. Sobald sich 
Schädlichkeiten zeigen, nimmt der Kranke 
dn Bad; dadurch wb*d die Pasta abgewaschen 
und jede weitere Quecksilbereinwirkung 
verhütet Somit ist die Möglichkeit geboten, 
im Kothfalle auch hohe Quecksilbergaben 
(20 bis 25 g) anzuwenden. 

Es empfiehlt sich, vor der Einpinselung 
die betreffende Stelle etwa mit einer 
schwachen SubllmatlÖsung (1:10000) an- 
zufeuchten. Auch läset sich die Queck- 
«Iber-Peptonpaste mit Zinnober färben, dast 
sie an gewissen Körperstellen nöthigenfalls 
wie eine Schminke verwendet werden kann. 

Die Serumpaste (Pasta serosa Schleich) 
soll an Stelle chemisch differenter Körper 



in der Wundbehandlung treten, um als ein 
dem Gewebe verwandter Körper die Rück- 
bildung der erkrankten Theile in die Wege 
zu leiten. Das aus dem Serumpulver durch 
Mischung mit Wasser hergestellte Präparat 
hat die Consistenz des Honigs und ist durch 
Zusatz von Zinkoxyd haltbar gemacht Es 
wird ohne andere Zusätze verwendet gegen 
das Wundsein kleiner Kinder und Ver- 
brennungen ersten und zweiten Grades. 
Die Serumpaste ist, wie alle Eiweisspräparate, 
mit den üblichen Wundmitteln (Ghrysarobin, 
Dennatol, Ichthyol, Jodoform, Quecksilber 
u. s. w.) mischbar und bei Anwendung dieser 
Mittel eine Vorzügliche Grundlage an Steile 
der fettigen Salbengrundlagen. NamentUeh 
empfiehlt sich ihre Anwendung in einer 
Mischung mit gleichen Theilen Unguentum 
Hydrargyri oxydati flavi (10 pCt) bei 
slü'ophulösen Ekzemen in der Ohrgegend. 

Die kosmetische Hauteröme besteht 
aus einer Mischung von Wachspasta (Pasta 
cerata Schleich, vergl. Ph. C. 41 [1900], 
482) mit gelber Vaseline und einem Zusatz 
von etwas Zinkoxyd. 

Das Serampulver (Pulvis seroeus sterili- 
satus Schleich) ist em aus getrocknetem 
Ochsenblut und Zinkoxyd hergestellter 
Eiweisskörper, der sicher sterilisurbar ist und, 
ohne weiteren Zusatz, therapeutisch als 
Streupulver für nässende Flächen zur An- 
wendung kommt In Verbindung mit 
anderen Pulvern, wie Dermatol, Glutol, 
Jodoform u. s. w., besitzt es auf Wunden 
gebracht eine äusserst wundreinigende Eigen- 
schaft Nach Untersuchungen von Oottsteifi 
und Schleich hat das Serumpnlver mit 
gleichen Theilen Glutol (Glutolserum 
Schleich) die Eigenschaft, bei abgestorbenem 
Zellenmaterial das Glutol in seine Gom- 
ponenten: Formalin und Gelatine zu 
zerlegen und so die Wu*kung des Formalins 
in statu nascendi eintreten zu lassen. 

Hydrooerin Schleich ist ein aus Wachs- 
pasta, Vaseline und viel Wasser bestehendes 
Piräparat^ das wegen seines Waehsgehaltes 
dnen guten Ersatz für Lanolin und Adeps 
lanae bildet Ein analoges Präparat ist das 

KjdiOBt^Tisi Schleich (vergl. über Stearin- 
paste Ph. C. 41 [1900], 482). 

Salia anesthetica Schleich (zur In* 
filtrationsanaesthesie) sind Tabletten, deren 
Bestandtheile den Schleich'sdien Lösungen 



24 



Nr. 1, 2 und 3 (Kochsalz, CocaKn und 
Morphium in comprimirter Form) entsprechen. 
Die Tabletten werden unmittelbar vor dem 
Gebrauch in abgekochtem, destillirtem 
Wasser (eine Tablette auf 100 g Wasser) 
aufgelöst. Es empfiehlt sich, die Lösungen, 
wenn irgend möglich, stets frisch zu bereiten, 
da nach Verlauf von acht Tagen Zersetzungen 
einzutreten pflegen. Hierzu vergleiche auch 
Schleich's Narkosengemische Ph. 0. 40 
[1899], 254. 

N&hseide empfiehlt Schleich auf Glas- 
spulen aufgezogen und in Wasser sterllisirt^ 
in Gylindem, die mit sterilisirter, durch 
Wärme verflüssigter Nährgelatine angefüllt 
sind, aufzubewahren*. Der Cylmder wird 
oben mit sterilisirter Watte abgeschlossen. 
War das Nähmaterial und die Gelatine 
wirklich steril^ so erstarrt die klare Gelatine 
und bleibt ein vorzüglicher Prüfstein für 
die Eeimfreiheit. 

Schleich'^ Wachsyaselinbinden sind 
sterilisirte Gazebinden, die mit Hydrocerin 
imprägnirt sind. Ein Zusatz von Bor 
(Borvaselinbinden) verstärkt unter 
Umständen die Heilung wesentlich. 

Ueber Sckleich's Marmorstaubseife 
vergl. Ph. C. 41 [1900], 482. 

Prof. Dr. C. L, Schleich'^ Präparate 
werden unter seiner Aufsicht von Hof- 
apotheker Dr. Laboschin, Victoriaapotheke, 

Berlin SW., Friedrichstrasse 19, hergestellt. 

B, Th, 

Nachweis von Blutfarbstoff 
im Harn. 

Zum unzweideutigen Nachwels der ge- 
ringsten Blutspuren im Harn empfiehlt 0, 
Rössel (Schweiz. Wochensclir. f. Chem. u. 
Pharm. 1901, 557) folgende Methode. Der 
mit Essigsäure stark angesäuerte Harn wird 
mit dem gleichen Volumen Aether geschüttelt 
Bildet sich in Folge grösseren Eiweissgehaltes 
eine Emulsion, so kann man die Abscheidung 
des Aethers durch Abkühlen m Eiswasser 
oder durch Zusatz einiger Tropfen Alkohol 
oder Essigsäure beschleunigen. Der Aether- 
auszug wird in ein zweites Reagensglas ge- 
schüttelt, welches einige Tropfen destilürtes 
Wasser enthält Hierzu werden 15 bis 30 
Tropfen altes Terpentinöl oder 5 bis 10 
Tropfen frisches Wasserstoffperoxyd gebracht, 
leicht geschüttelt und zuletzt 10 bis 20 



Tropfen einer ungefähr 2proc. frischen 
Barbados- Aloinlösung hinzugesetzt, welche 
man sich am zweckmässigsten jedesmal frisch 
bereitet, indem man Aloinpulver in der Menge 
einer Prise in ein Reagensglas wirft und 
dasselbe in 2 bis 4 ccm wässerigem Wein- 
geist löst. Die Mischung wird hierauf tüchtig 
durchgeschüttelt Auch wenn der Harn so 
geringe Spuren von Blutfarbstoff enthält, 
dass dieselben sich spectroskopisch nicht nach- 
weisen lassen, tritt eine deutliche Röthang 
der wässerigen Schicht innerhalb von 1 bis 
3 Minuten ein, die nach ungefähr 10 Minutm 
in schönes Kirschroth übergeht Vg. 



Die Bestimmung des Alkohols 
im Aethyläther 

kann nach Freyer (^Chem.-Ztg. 1901, Rep. 
308) nach der maassanalytischen Methode 
von Adam, die auf der Einwirkung von 
Acetylchlorid auf Alkohol basirt, vorgenom- 
men werden. Zunächst muss man durch 
einen Vorversuch die in dem Aether ent- 
haltene Menge von Alkohol und Wasser 
annähernd bestimmen durch Ausschütteln 
mit dem gleichen Volumen gesättigter Ghlor- 
calciumlösung in einem graduirten CyUnder. 
Die dabei erhaltene Differenz kann entweder 
nur Alkohol oder nur Wasser oder ein Ge- 
misch von beiden sein. Da nun 5 g Acetyl- 
chlorid, die nach Adam zu einer Bestimm- 
ung gewonnen werden, 2,95 g Alkohol oder 
1,15 g Wasser entsprechen, so darf man, 
um richtige Resultate zu erhalten, nur so 
viel Aether zur Bestimmung nehmen, dass 
die Menge des dai*in enthaltenen Alkohols 
und Wassers nicht mehr als 1 g beträgt 
Zu dem Zwecke wägt man in einem 100 ccm- 
Maasskölbchen die vierfache Aethennenge 
ab, füllt mit wasser- und alkoholfreiem Aether 
zur Marke auf und benutzt für den Versuch 
25 ccm. Die llterstellung nimmt man mit 
25 ccm des verwendeten reinen Aethers vor. 
Unter Umständen kann man den Versuch 
mit emer etwas grösseren Aethennenge 
wiederholen, indem man unter Berücksichtig- 
ung der gefundenen Alkohohnenge diejenige 
Menge von Alkohol und Wasser berechnet, 
die 5 g Acetylchlorid entspricht, da 1 g 
Alkohol 1,7 g Acetylchlorid und 1 g Wasser 
4,33 g Acetylchlorid gebrauchen. — a«. 



26 



Ueber die Ermittelung der 
KakodylsAure in Vergiftongs- 

fällen 

hüm Vitalins (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 334) 
Uotersaehnngeii folgende Resultate ergeben. 
Die Eokodylsänre ist in Wasser höchst lOe- 
lieh nnd sogar zerfliesslichy aber auch nicht 
nnwesentfich löslich m Aethyl-, Amyl- nnd 
Methylalk<rfiol, sowie in Chloroform. Die 
wlnorige Lösung des Natriumsalzes wird 
dnrdi Schwermetallsalze gefällt DieKakodyl- 
8änre ist selbst gegen die stärksten Oxy- 
dationsmittel, wie Kaliomofalorat nnd Saiz- 
ainre, Salpetersäure, Königswasser, voU- 
Btindig beständig. Durch Galcination mit 
Kaliumperjodat, Natriumperoxyd und Kalium- 
persnlfat entwickelt sich ein Geruch nach 
Kakodyloxyl, aber audi so ist die Oxydation 
nidit vollständig. Beim Erhitzen von Kakodyl- 
linre mit Magnesiumpulver entwickelt sich 
such Eakodylgeruch und es bleibt ein 
schwarzer Rückstand, der mit verdünnter 
SahEsänre ein wie Arsenwasserstoff riechen- 
des Gas entwickelt, das einen mit Silber- 
Bitrat getränkten Papierstreifen schwärzt. 
Eakodylsaures Natrium verhält sich ähnlich. 
Wird in einem Reagensglase eine wässerige 
Kakodybäurelösung mit Zink und Sdiwefel- 
fläore versetzt, so entwickelt sich nicht 
Arsenwasserstoff, sondern weinliche Dampfe, ' 
£e wie Kakodyloxyd riechen und Silber-' 
nitratpapier wie dieses rothbraun färben.- 
Bd Benutzung des Marsch'Bdken Apparates 
and Erllitzen des Rohres in der Nähe der* 
ausgezogenen Stelle, erhält man keine Arsen- 
ringe, sondern man hört zuerst eine kleine 
Explosion und dann verdichten sich Wasser- 
tropfen. Verf. nimmt an, dass sich aus 
dem Kakodyloxyd Arsendimethyl bildet, das 
aus dem Rohre entweicht. Die Reaktionen 
sind sehr empfindlich; den Kakodylgeruch 
eriiält man noch mit 0,00001 g. Die Zer- 
störung der Kakodylsäuremolekel und der 
Nachweis des Arsens durch die gewöhnlichen 
Reagentien gelingt nur nach mehrstündigem 
Kochai mit oonc. Schwefelsäur& Aus der 
LSsung kann dann nach dem YerdOnnen 
durch Zink Arsenwasserstoff entwickelt werden. 
Zur Abscheidung der Kakodylsäure aus den 
tfaierischen Substanzen verdampft man nach 
dem Ansäuern mit Weinsäure zur Trockne, 
aeht den Rückstand mit 90proc Alkohol 



aus und destUlirt den Alkohol ab. In dem 
kleinen wässerigen Rückstande kann die 
Kakodylsäure durch die genannten Reactionen 
nachgewiesen werden, lian kann auch so 
verfahren, dass man der Substanz Chloro- 
form und so viel Alkohol zusetzt, dass das 
Chloroform sich löst, und nach dem Schütteln 
wieder so viel Wasser zugiebt, dass das 
Chloroform sich wieder abscheidet Es ent- 
hält dann die Kakodylsäure in fast remem 
Zustande. Weitere Versuche haben ergeben, 
dass die Kakodylsäure unverändert durch 
den Harn aus dem Körper abgeschieden 
wird. —ke. 



PruAmg 

weingeistiger Flüssigkeiten auf 

MethylalkohoL 

Habermayin nnd Oesierrekher geben 
in der Zeitschrift für analytische Chemie 
1901, 721 nachstehende Vorschrift zur Prüf- 
ung von Methylalkohol in wangeistigen 
Flüssigkeiten an. 

Man versetzt 10 ocm der zu prüfenden 
Flüssigkeit, wenn sie ausschliesslich Wasser, 
Aethyl- und eventuell Methylalkohol enthält 
mit 2 Tropfen Kalilauge gewöhnlicher Con- 
centration und nach dem Umschwenken mit 

1 oder 2 Tropfen etwa 7io'^oi™^~^'^^^°^~ 
permanganatlösung, schüttelt die Flüssigkeit 
rasch durch und beobachtet die Farben- 
veränderung. Während bei weingeistigen 
Flüssigkeiten, welche keinen Methylalkohol 
enthalten, die ursprünglich rothe Farbe erst 
nach mehr als fünf Minuten \n braungelb 
übergeht und in dieser Zeit der Farbenüber- 
gang durch violett in blau und grün meistens 
leicht und sicher beobachtet werden kann, 
wobei insbesondere das Qrün stets mehrere 
Minuten voriiält, erfolgt der Umschlag bei 
methylalkoholhaltigen, weingeistigen Flüssig- 
keiten bis zu gelb längstens innerhalb einer 
Minute, und zwar so, dass der Uebergang 
in violett und blau gar nicht, in grün im 
gtlnstigsten Fall nur durch ganz kurze Zeit 
wahrgenommen werden kann. 

Ist der Gehalt an Methylalkohol geringer 
als 5 pCt., so treten die Farbenübergänge 
nicht so deutlich hervor. Es empfiehlt sich 
daher, die zu prüfende Flüssigkeit einer 
fractionirten Destillation zu unterwerfen, 
wobei bei der ersten, etwa 50 ccm betragen- 



26 



den Fraction ein Prodnet erzielt wird, das 
genügende Mengen Methylalkohol enthält, 
um die Verschiedenheit der angegebenen 
Farbenveränderungen genügend deutlich er- 
kennen zu lassen. Vg 



Die Bestünmung 
der /^-Oxybuttersäure im Harne 

geschieht nach Bergeil (Chem.-Ztg. 1901, 
Rep. 299) in selur veremfachter Weise 
folgendermaassen: 100 bis 300 ccm Harn 
werden bei schwach alkalischer Reaotion 
(durch Zusatz von Natriumcarbonat) auf 
dem Wasserbade zum Sirup eingedampft, 
der Rückstand nach dem Erkalten mit 
Phosphorsäuresimp unter Kühlung, dann 
mit 20 bis 30 g feingepulvertem, geglühten 
Eupfersulfat und 20 bis 25 g sehr fein- 
kömigem Sande verrieben, wodurch ein 
trockene$ Pulver entsteht Di^ so getrocknete 
Masse wird in einem Soxhlefwiiea Extractions- 
apparate mit durch Kupfersulfat entwässertem 
Aether erschöpft^ was nach einer Stunde 
erreicht ist Dann wird der Aetherrückstand 
mit 20 ccm Wasser aufgenommen, mit sehr 
wenig Thierkohle entfärbt und die Links- 
drehung bestimmt Die specifische Drehung 
ist nach Moffnus-Levy 24,1 2 o. Auf diese 
Weise wurde Normalhamen zugesetzte 
/3-Ozybuttersäure innerhalb der Fehlergrenze 
der Polarisationsmethode vollständig wieder- 
gefunden, andererseits in Normalhamen 
eine in trockenem Aether lösliche, links- 
drehende Substanz niemals gefunden. 
Ebenso wurde die zugefügte iSäuremenge 
in einem Hame wiedergefunden, der nach 
Zusatz von 5 pGt. Traubenzucker vergohren 
war. —he. 

Die quantitative Bestimmung 
des Formaldehyds 

gelingt nach Vanino und Seitter (Chem.-Ztg. 
1901, Rep. 332) mit Kaliumpermanganat, 
wenn man den Ueberschuss in stark schwefel- 
saurer Lösung mit einer Lösung von Wasser- 
stoffperoxyd zurOcktitrirt. 35 ccm 1/5-Normal- 
Kaliumpermanganat werden in einer Olas- 
stöpselflasche mit einer abgekühlten Misch- 
ung von 30 g concentrirter Schwefelsäure 
und 50 ccm Wasser versetzt und tropfen- 
weise unter ümschüttein 5 ccm einer ungefähr 
Iproc. Formaldehydlösung hinzugelassen. 



Nach zehn Minuten langem Stehen unter 
mehrmaligem Umschütteki wird der Per 
manganattiberschuss mit Yio-Normal-WaÄ3er- 
Stoffperoxydlösung zurücktitrirt. —he. 



Die quantitative Bestimmung 
von Zucker mittelst Phanyl- 

hydrazin 

kann sich nach Schah (Chem.-Ztg. 1901, 
Rep. 318) zweier Wege bedienen. Bei der 
Einwirkung von Phenylhydrazin auf Glykose 
in der. Wärme verbinden sich , zwei Mol. 
Phenylhydradn mit 1 Mol. Glykose, während 
durch den dabei freiwerdenden Wasserstoff 
eine dritte Molekel Phenylhydrazin in Am- 
moniak und Anilin zerfällt. Man kann also 
entweder das überschüssige Phenylhydrazin 
bestimmen, oder auch das gebildete Anilin 
und Ammoniak. Bei Zuckerbestimmungen 
im Harn kann der erstere Weg nicht ge- 
wählt werden, weil im Harn nocli andere 
Körper enthalten sind, die mit Phenylhydrazin 
Verbindungen eingehen. Man muss also 
das Ammoniak und Anilin bestimmen. Da 
aber normaler Harn stets etwas Ammoniak 
enthält, so muss dieses gesondert bestimmt 
und in Abzug gebracht werden. Verf. ver- 
fährt so, dass der Harn mit Phenylhydrazin 
und Eisessig gekocht wurde, und dann die 
Basen unter Zusatz von gebrannter Magnesia 
unter vermindertem Drucke überdestillirt und 
titrirt werden. 1 Mol. der Basen entspricht 
180 G.-Th. Glykose. Nach den Versuchen 
des Verf. ist die Methode brauchbar, —ke. 

Der Nachweis von Hampepton 

wird bei Gegenwart von ürobilin dadurch 
erschwert, dass dieses bei der Fällung des 
Peptons mit fällt und beide Körper die 
Biuretreaction geben. Die Abscheidung des 
Harnpeptons geschieht mit PhosphorwoUram- 
säure oder Ammoniumsulfat. Mit Phosphor- 
wolframsäure geht das Ürobilin eine Ver- 
bindung ein, aus dem Ammoniumsulfatnieder- 
schlage kann es aber mit Alkohol nach 
Bang ausgewaschen werden. Bleiacetat 
eignet sich auch nicht, da auch das Pepton 
mit gefällt wird. Am besten gelangt man 
nach Ce?iiy (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 320) 
zum Ziele, wenn man den Harn nach Hof- 
meister mit Tannin behandelt und den 
Niedei-schlag mit Barythydrat zerlegt Dann 



37 



gofingt die Entflrbang der meist dunkel ge- 
Urbten FtfiasigkQt diirdi sdiwaefaes Erw&rmeD 
nnd anhaltendes Schütteln mit Lnft Der auf 
diese Weise vorbereitete Harn kann mit der 
Binretreaction anf Hampepton geprfift werden. 
Zsfalrdefae Harne wnrden in der Weise unter- 
sndity dass die Phosphorwolframsinrenieder- 
sdüftge mit Barythydrat zeilegt nnd mit 
Luft geschüttelt wnrden. Sie ergaben in 
dsi letzten FUtraten nur Spuren von ürobilin 

aacfa bei grosserem ursprünglichen Gehalte. 

— Ae. 

Zur Bestimmung von Cyanid 
neben Chloriden 

benutzt Oatehouse (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 
331) folgende Methode, die darauf beruht, 
daas beim Zusatz der doppelten Menge Silber- 
Kteong, die zur Bildung des Doppelcyanides 
gentigt, ein Niedenchlag yon Silbercyanid 
entsteht Man misst eine bestimmte Menge 
der GyanidlOeung ab und titrirt mit ^ic 
Normal-Silberlöeung, bis eine bleibende Trfib- 
nng entsteht. Dann setzt man der LOsung 
dasBdbe Volumen SilberlOeung nochmals zu. 
Von da ab wird dann das Silbemitrat zur 
FUlung des Chlorids verbraucht. Der End- 
punkt der Reaction wird durch Kalium- 

efaromat, wie gewöhnlich, kenntlich gemacht. 

— A«. 

Die hoohrothe Ooldlösung als 
Reagens auf CoUoide. ' 

Nach Mittheilung von R. Zsigmondy^ 
(Zeitschr. f. analyt. Chemie 1901, 697) ist! 
die rothe Goldlösung als Reagens für manche 
(üoUoide geeignet, und zwar Iftsst sich das 
Verhalten derselben gegen eine wohlcharakter- 
iorte Goldiöeung durch Zahlen zum Aus- 
dmck bringen, welche ähnlich wie die Hübl- 
sehe Jodzahl und die Köttsdorfer'sche Ver- 
seifnngszahl bei der Fettanalyse zur Charakter- 
irtik der Colloide beitragen können. Ver- 
faner bezeichnet als Goldzahl diejenige An- 
zahl von Milligrammen Colloid, welche eben 
nicht mehr ausreicht, um 10 ccm einer gut 
berdteten, hocfarothen Goldlösung vor dem 
sofortigen oder kurze Zeit nach Zusatz von 
1 ecm Eodisalzlösung eintretenden Farben- 
UDsehlag in Violett oder dessen Nuancen 
zn bewahren. Eine genaue Vorschrift der 
HerateUung der hochrothen Goldiöeung ist 
folg^de: 



' 120 ccm Wasser, welches dvrch Destillation 
von gewöhnlichem destillirten Wasser unter An- 
wendung eines Silberkühlers hergestellt uod 
in einem Kolben aus Jenaer Geräthe^las aufge- 
fangen wurde/ werden in ein Jenaer Bechezglas 
gebracht und zum Kochen erhitzt Während 
des Erwärmens fügt man 2,5 ccm einer Lösung 
von Ooldchlorid - Chlorwasserstoff (6 g der 
Krystalle von Goldchlorid, welche sich nach ge- 
nügendem Eindampfen einer Lösung von reinem 
Gold in Königswasser beim Erkalten ausscheiden, 
zum Liter gelöst) und 3 bis 3,ö com einer Lös- 
ung von reinstem Kaliumcarbonat (0,18normal) 
hinzu. 

Gleich nach dem Aufkochen fügt man unter 
lebhaftem Umschwenken der Flüssigkeit ziemlich 
schnell, aber partbien weise 3 bis 5 ccm einer 
verdünnten Lösung von Formaldehyd (0,3 ccm 
käuflichen Formols in 100 ccm Wasser) hinzu 
und erwartet unter Umrühren den meist nach 
einigen i^ecunden, längstens einer Minute er- 
folgenden Eintritt der Keaction. Man beobachtet 
dabei das Auftreten einer hellen, in wenigen 
Secunden intensiv hochroth werdenden Farbe, 
die sich nicht weiter verändert. 

1 L Goldiöeung enthält 0,005 Ms 0,006 
pCt Gold im Werthe von 15 bis 18 Pfennigen. 
Versetat man nun diese Goldiöeung mit 
Salzen, Säuren und Basen, so geht ihre rothe 
Farbe fast momentan in eme blau- oder 
schwarzviolette über und das Gold scheidet 
sich nach mehrstündigem Stehen vollständig 
ab. Setzt man aber vor der Ausführung 
der Reaction z. B. eine geringe Mrage 
Gelatine (Yso ^^ Goldgehaltes) zu der Gold- 
lösung, so wud das Gold nicht gefällt und 
es tritt kein Farbenumschlag ein. Wie 
Gelatine wirken viele andere Colloide, aller- 
dings in sehr verschiedener Weise. Verfasser 
konnte nun bei quantitativer Verfolgung 
dieser Verhältnisse zu einer Eintheiiung der 
Colloide in verschiedene Klassen gelangen. 
Der Versuch selbst wird in folgender Weise 
ausgeführt: 

In einem kleinen Becberglase oder Reagens- 
glase werden 5 bis 10 ccm der rothen Goldlös- 
ung mit einigen Tropfen der Colloid lösung ge- 
mischt, hierauf wird 0,5 bis 1 ccm einer etwa 
lOproc. Kochsalzlösung hinzugefügt. Tritt kein 
Farbenumschiag ein, so kann man sicher sein, 
dass ein wirksames Colloid vorhanden ist. Ver- 
ändert sich die Farbe so, dass sie blau oder 
violett wird, so setzt man zu einer neuen Probe 
Goldlösung mehr von der Colloidlösung hinzu 
und sieht nach, ob bei Eochsalzzusatz ein Farben- 
umschlag eintritt; verändert sich die Farbe nicht 
oder sehr langsam, so kann man die Anwesen- 
heit eines wirksamen Colloides als erwiesen an- 
sehen. 

Nach ihrem Verhalten nun gegen die 
Goldlösung lässt sich euie Kintheilung der 



28 



C!olloide in Elaasen verschiedener Wirksam- 
keit durchführen. 

I. Klasse. 
Die wirksamsten Colloide: 
Ooldzahlen 0^005 bis 0,1 mg 
Gelatine l 

Rüss. Knochenleimf • ^'^^^ ^^ ^^^ 
Hansenblase . . . 0,01 bis 0,02 
Casei'n 1 

Heterofibrinose' ' ' ^'^^ 

II. Klasse. 
Weniger wirksame Colloide: 

Goldzahlen 0,1 bis 10 mg 
Gummi arabicum . . 0,1 bis 0,4 

Albumin 0,1 bis 0,25 

Carrageen .... 0,5 bis 1,0 
Olelnsaures Natrium . 0,4 bis 1,0 

III. Klasse. 
Wenig wirksame Colloide: 

Goldzahlen 10 bis 500 mg 
Dextrin, 
Weizenstärke, 
Kartoffelstärke, 
Tragantfa. 

IV. Klasse. 
Unwirksame Colloide: 
Coli. Kieselsäure, 

Altes coli. Zinnoxyd, 
Schleim der Quittenkeme. 

Bei der Bestimmung der Goldzahlen sind 
mehrfache Umstände zu beobachten: 1. £in- 
fluBS der Qualität der Goldlösung; 2. Ein- 
fluss der Verdünnung; 3. Einfluss der Ver- 
suchsdauer; 4. Bereitungsweise der Colloid- 
löBung; 5. Alter der CoUoidlösung. 

Die Goldlösung lässt sich schliesslich zu 
folgenden Operationen verwenden: 

a) Zur Prüfung auf Anwesenheit eines 
wirksamen CoUoids in einer Flüssigkeit 

b) Zum Nachweis gewisser Fälschungen 
und Qualitätsunterschiede. 

c) Zur Ermittelung des ungefähren Ge- 
haltes einer Lösung an CoUoiden. Vg, 



Ueber die Zusammensetzung 
der matten und krystallinischen 

Olasuren 

geben Auscher und Quillard (Chem.-Ztg. 
1901, Rep. 336) folgende Aufschlüsse. Die 
matten Glasuren sind wie die übrigen farb- 
igen Glasuren zusammengesetzt unter Hinzu- 
fügung von Rutii, der das Mattwerden her- 



vorzurufen scheint. Das Einbrennen ge- 
schieht mit reducirender Flamme. Die kry- 
stallisuien Glasuren entstehen durch Ein- 
führen von lltem in die Masse. Besonders 
gute Krystalle entwickeln sich in zink- und 
magnesiahaltigen Glasuren. Die Erystall- 
glasuren sind amorphe Glasujen, in denen 
sich während des Schmelzprocesses krystaliisir- 
bare Bestandtheile im Ueberschuss auflösen 
und beim Abkühlen auskrvstallisiren. Die 
Krystallbildner werden durch Schmelzen für 
sich hergestellt und den Glasuren dann bd- 
gemischt Es sind Silicate von Kali und 
Zink. Erfordert der Brennprocess redu- 
cirende Flamme, so muss das Zink, seiner 
leichteren Reductionsfähigkeit wegen, durdi 
Magnesium ersetzt werden. Die Krystall- 
glasuren werden auf das farbige oder weisse 
glasirte und gebrannte Porzellan aufgetragen 
und in schwachem Feuer eingebrannt. Ausser- 
ordentlich langsame Abkühlung ist zur Er- 
zielung schöner Krystalle nothwendig. 

—he. 

Eine einfache gasvolumetrische 

Bestimmungsmethode 
der Chloride, der Chlorwasser- 
stoflbäure, des Silbers und der 

Phosphate. 

Professor Dr. Riegler (Zeitschr. f. analyt. 
Chemie 1901, 633) benutzt nach einer 
interessanten Arbeit zur Bestimmung der 
Chloride, der Chlorwasserstoffsäure, des SUbers 
und der Phosphate das Prindp, dass 
Silberchlorid bei der Behandlung mit 
Hydrazinsulfat (N2H4H2SO4) und 
Natronlauge als Silber in metall- 
ischem Zustand ausgeschieden und 
Stickstoff dabei frei wird: 

4 AgCl -f N2H4H2SO4 -f 6 NaOH = 
4 Ag 4- 4 NaCl + Na2S04 + 6 HgO + Ng. 

Es lässt sich demnach aus dem Volum 
des entwickelten Stickstoffs das entsprechende 
Gewicht Chlorsilber berechnen. Theoretisch 
entsprechen 2 Atome Stickstoff = 22,08, 
4 Molekülen =: 573,52 Chlorsilber oder 
1 Theil Stickstoff entspricht 20,424 Chlor- 
Silber. Wie VerfaFser jedoch gefunden hat, 
beträgt in Wirklichkeit die Menge Chlor- 
silber, welche einem Theile Stickstoff ent- 
spricht, nur 20,2 Theile. 

Bei der Bestimmung der Chloride, der 



89 



Gh]orwaflBerBtof£Bftiire, des Silbers and der 
Phosphate konuDt es nim darauf an, die 
eotspreehenden Ghlorsilbenerbindniigen her- 
nstelleiL Die CMoride und Chlorwaaserstoff- - 
siore werden naeh bekannter Methode mit, 
Silpetersänie und 5proe. SilbemitratlOsnng ' 
behandelt; Silber wird mit Cblomatrinmiös- ! 
nng versetzt; die Phosphate mtlssen snerst 
in Silberphosphat umgesetzt werden, worauf 
die SUberphosphatltenng, welche mit Salpeter- 
säure angesäuert wurde, ebenfalls mit Chlor- 
DstriumlOsung behandelt wird nach der 
Gleidiang: 



Ag3P04 + 3 Na Ol = Na8P04 -f SAgO; 
demnadi entsprechen einem Molekül P2O5 
sechs MolektUe Ghlorsilber. Das Chlorsilber 
wird nun bei allen Bestimmungen mit 0,5 g 
Hydrazinsulfat und 10 ocm einer lOproc 
Natronlauge in dem bekannten Knap- 
Wafffier'schen Azotometer weiter behandelt. 
Aus dem Volum des entwickelten Stickstoffs 
wird die gesuchte Substanz berechnet 
1 mg Stickstoff entspricht 15 mg Silber, 

^ ff J) ff Oß^ yy P2^6» 

Wir verweisen im Uebrigen auf die Original- 
arbeit. Vg, 



■ahrungsmi 

Ueber die ZusammeiuietBung 
der Cacaobutter 

berichtet KUmont (Ghem.-Ztg. 1901, Rep. 
309), dass es ihm gelungen ist, durch 
frtetionirte Krystallisation aus Aceton das 
Gteaofett in drei Bestandtheile zu zerlegen, 
ron denen der erste nach mehrfacher Ery- 
stalKsation die Jodzahl und den Schmelz- 
punkt 64 bis 700 G. zeigte. Er besteht 
ins einem Gemisdie von Palmitin- und 
Stearinsftnretrigiyoerid. Der zweite Theil 
k ein bei 31 bis 320 G. schmelzendes, 
ans Aceton in warzenförmigen Drusen kry- 
stüUsirendes Fett von der Zusammensetzung 
^HiQiOe, mit der Verseif ungszahl 196,4 
md Jodzahl 28,9; es wurde als Palmitin- 
siure-Oelsäure-Stearinsäuretriglycerid erkannt. 
Der dritte Theil war ein gemischtes Glycerid 
Ton der Zusammensetzung C5iH9eOe, mit 
dem Schmelzpunkte 26 bis 27 ^ C, der 
Veneifnngszahl 210,5 und der Jodzahl 31,7. 
Oehftoretriglycerid konnte nicht nachgewiesen 
werden. — he. 

Neues rationelles Verfahren zur 
Verarbeitung von Kleber durch 
Behandlung mit Wasserdampf. 

Dr. L. Wenghöffer bat gefunden, dass 
man den Kleber ohne Anwendung com- 
plidrter Apparate dadurch in höchst einfacher 
Weiee in eine durdi Auswaschen von der 
noch beigemengten St&rke zu befreiende, 
locht zu pulverisirende und für die Ver- 
wendung von Nährzwecken besonders 
geeignete Form flberffihren kann, wenn man 
3ni in einem Autoklaven auf tellerartigen, 
durehloditen EisB&tzen (entsprechend dem 



ttel-Chemie. 

'bekannten Soxklefw^em Dampftopfe) m 
dünnen Schichten (etwa 5 bis 10 cm) etwa 
mne Stunde unter etwa einer Atmosphäre 
Dampfdruck erhitzt und dann den Dampf 
■ abbläst Die Druckverminderung treibt die 
erhaltene schwammige, porOse Masse auf, 
sodass ibr Volum etwa um ein Drittel ver- 
, grOesert wird. Man gewumt so schwammige, 
jmit zahh^chen grosseren und kleineren 
j Poren durchsetzte Kuchen, welche sich leicht 
, zerkleinero und durch mehrmaliges Waschen 
!mit Wasser von der noch beigemischten 
Stärke befreien lassen. Reagirt das Wasch- 
wasser mit JodlOsung nicht mehr, so bringt 
man die Masse in Trockenräume, in denen 
sie bei 30 bis 40^ C in 12 bis 24 Stunden 
trocknet und nun eine spröde, leicht zer- 
brechlidie Masse bildet, welche in einer 
Feinmüble leicht zu feinem Mehl vermählen 
werden kann. Das so gewonnene 
Klebermehl enthält mindestens 
90 pCt. Eiweiss, während Aleuranant 
und andere Klebermehle höchstens 
80 bis 82 pGt. Eiweiss nebst 5 bis 
10 pCt Stärke etc. enthalten. WiU 
man ein Präparat herstellen, welches neben 
dem Kleber als pflanzliches Eiweiss noch 
animalisches Eiweiss enthält, so mischt man 
den Kleber im ersten Stadium der Selbst- 
gährung, d. h., wenn er nach der Ab- 
scheidung aus dem Mehl beim Liegen unter 
Wasser seine Zähigkeit verloren hat und 
BläschenbUdnng an der Oberfläche zeigt 
(was je nach der Temperatur in sechs bis 
zwölf Stunden der Fall ist) mit Gasein etc. 
und behandelt dieses Gemisch genau so, 
wie für den Kleber allein vorstehend 
angegeben ist. Dr. F. 



30 



Herstellung einer wasser- 

löBlichen Verbindung 

des Caseins mit Phoäphorsäure. 

BekanntUch wird die Lösung des Caseins 
in verdünnten Säuren durch Alkali und 
stärkere Säuren gefällt Auch Salze ver- 
ursachen eine Fällung; welche aber je nach 
der Natur des Salzes verschieden ist So 
wird zum Beispiel aus der phosphorsauren 
Losung des Gaseins durch lösliche Carbonate 
reines Gasein gefällt, im tleberschuas dies 
Fällungsmittels löslich. Acetäte fällen eben- 
falls reines Gasein und die Säure findet sich 
quantitativ im Filtraie wieder. Chloride 
verursachen eine Fällung, die in remem 
Wasser löslich ist, aber keine Phosphorsäure 
enthält. An Stelle der letzteren ist Salz- 
säure getreten unter Bildung von salzsaurem 
Gasein. Sulfate erzeugen eben in Wasser 
unlöslichen Niederschlag. Es ist also nicht 
möglich, durdi die genannten Fällungen ein 
Produot zu gewinnen, das gebunden Fhos- 
phorsäure enthält Die Yerblndung kann 
aber isolü-t werden, wenn man die Lösung 
des Gaseins in Phoerphorsänre mit einem 
phosphorsaurem Salz, spec. einem piimären 
Phosphat versetzt Die entstandene Fällung 
ist in warmem Wasser löslidi xSnd enthält 
die Phosphorsäure m chemischer Bindung, 
sodass sie durch Auswaschen mit verdünnter 
Phosphatlösung nicht entfernt werden kann. 
Der Phosphorsäuregehalt kann durch Be- 
stimmui^g der Säureabnahme im Filtrat des 
Niederschlages oder durdi Verbrennung des 
fertigen P^roductes nach Liebig bestimmt 
werden. Im letzten Fall ist dann die aus 
dem Phosphor des Gasein entstehende, 
sowie die dem anhaftenden Kaliumphosphat 
entsprechende Menge Phospborsäure in Ab- 
zug zu bringen. 100 Th. finden annähend 
4 bis 4,5 Th. Phosphorsäure. Das Product 
bildet ein Nährpräparat, das zugleich 
die med. Wirkung der Phosphor- 
säure besitzt 

Zur Darstellung wird ein kg lufttrockenes 
oder eine entsprechende Menge frisch alh 
gepresstes feuchtes Caseln mit 300 g einer 
25 proc Phosphorsäure m stariEcr Ver- 
dünnung m der Kälte oder unter gelindem 
Erwärmen gelöst Zu der Lösung wird 
solange primäres Alkaliphosphat gegeben, 
bis die FäUung voUständig und das Filtrat 



wasserhell ist Der Niederschlag wird ans^ 

gewaschen und abgepresst 

Diese Verbindung ist der chemisoheD 

Fabrik Rhenania in Aachen patentirt worden. 

Dr F. 



Zum Nachweise der Gitronen- 
säure in Weinen 

benutzt Spica (Ghem.-Ztg. 1901, Rep. 332) 
den Umstand, dass ne sich beim Erwärmen 
mit conc. Sdiwefelsäure zuerst in Keton- 
dicarbonsäure, Eohlendioxyd und Waoser, 
dann weiter die Eetosäure in Aceton und 
Eohlendioxyd zersetzt Das entstehende 
Aceton lässt sieh dann nachweisen. 100 g 
Wein werden bis zur Syrupdicke auf dem 
Wasserbade eingedampft, der Rfickstand 
mehrmals mit absolutem Alkohole behandelt, 
filtrirt und das Filtrat mit alkoholischer 
Ealilauge versetzt, bis es nur noch schwach 
sauer ist Nach dem Abfiltriren des ab- 
geschiedenen Ejüiumbitartrates neutralisirt 
man im Filtrat die noch anwesende Gitronen- 
säure mit der Ealilauge. Der dadurch ent- 
stehende Niederschlag, der Eaiiumcitrat und 
Ealiumtartrat enthält, wird auf einem Filter 
gesammelt und getrocknet, in einem kleinen 
P^obiergläschen mit wenigen Tropfen conc 
Schwefelsäure versetzt und auf dem Wasser- 
bade erwärmt. Durch die darin enthaltene 
Weinsäure wird die Flüssigkeit braun. 
Nach dem Erkalten wird sie mit Wasser 
verdünnt, mit Ealilauge neutralisui und mit 
einigen Tropfen Natriumnitroprussidlösung 
versetzt Entsteht eine rothe, beim Versetzen 
mit Essigsäure in Violettroth übergehende 
Färbung, so ist Aceton und damit (Stronen- 
säure im Weine nachgewiesen, da Weinsäure^ 
Aepfelsäure, wie auch natürliche, citronen- 
säurefrde Weine die beschriebene Reaetion 
nicht geben. _A#. 



Zur qualitativen Prüfling von 
Fetten auf Oxys&uren 

verfährt Lidow (Ghem.-Ztg. 1901, Rep. 332) 
auf folgende Weise: In ein verschiiessbareB 
Röhrchen wird eine abgewogene Mengen 
etwa 5 g, Fettsäure, chemisch reine Pahnitin- 
säure, Fettsäure aus Leinöl oder technisch 
reine Stearinsäure ohne Gehalt an Oxyiänren 
und das zu untersuchende Fett in emer 
Menge von 12 bis 60 pOt der Fettsäure 



31 



gebracht und das Gemiaeh im Parafflnbade 
«nf 200 bis 2500 G. erhitzt Gleichzeitig 
viid ein gleiches ROhrchen mit der gleidieD 
Menge FettaSnre eibitzt Der Gehalt an 
fmar Fettsänre des zn nntersuchendeu Fettes 
wirf besonden bestimmt und miiss bei der 
Berechnnng berfickaichtigt werden. Nach| 
zwei bis vier Standen wird das Reaetions-i 
prodaet in beuBSem Alkohol gelOst und mit' 



V2- Normal -Kaiilange titrirt Enthält* das 
Fett Oijsluren, so tritt eine Esterificimng 
mit der Fettslnre ein und der Yerbrandi 
an Kalilauge wird dadurch geringer als in 
dem ControbrOhrchen ohne Fett sein. Zur 
quantitativen Bestimmung ist das Yerfahren 
nidit geeignet, weil es von NebenumstSnden 
beeinflusst wird. Zur qualitativen Pirüfung 
leistet es gute Dienste. — Ae. 



Pharmakognosie. 

In ätherischem Jasminblüthenöl I ^^ IbogaXn ist fast unlöslich m Wasser, 



bildet sich nach Hesse (Chem.-Ztg. 1901, 
Rep. 333) der Anthranils&uremethylester in 
naehweisbarer Menge erst bei der Enfleurage 
der Blfithen. Aus frischen BIflthen mit 
IHlditigen LOsungsmittehi erhaltenes Od war 
frei davon. Bei der Destillation von Jasmin- 
bUttiien mit Wasserdampf erii&lt man den 
grOssten Theil des Oeles im Destillations- 
waaser. Das dabei erhaltene Od enthält 
bestimmt wdt weniger als 0,2 pGt Indol. 
Eb ist in seinen Eigenschaften dem durch 
Extraction gewonnenen sehr ähnlich, doch 
besitzt es den auffallend hohen Gehalt von 
1;5 pCt Antfaranilsäuremetbylester, während 
dss aus frischen BIflthen extrahirte Od frd 
davon ist und das bei der Enfleurage ent- 
stehende Od 0,24 bis 0,3 pGt enthält. 



sehr löslich in Alkohol, Aether, Chloroform, 
Benzin und den meisten Lösungsmitteln. 
Schmdzpunkt 152^ C; der Geechmadc 
eigenthrQoilich styptisch, lUmlicfa dem des 
Cocains. Es dreht die Polarisationsebene 
nach links, oxydirt sich Iddit an der Luft 
und bildet mit Säuren Salze. Das salzsaure 
Salz krystiülisirt vollkommen, besonders in 
saurer Ldctnng. Die Formd ist G52H«6l^e02* 

Ueber Thymianöle 

machen Jeancard und Sali (Chem^Ztg. 1901, 
Rep. 309) folgende Bemerkungen. Die Ode 
werden nach ihrem Gehalte an Phenolen 
beurtheilt, wobd angenommen wiird, dass 
ein rdnes Od 25 bis 30 pCt. Phenole ent- 
halten soll. Die Verfasser haben aber häufig 



AndererseitB «d^en d» destillirte und das | e^^A^> ^^. d« Phenolgehalt in mnen 
eifaahirte Od keinen oder nnr sehr geringen 2'^*?J'*°xt^ }"' ? ^^ «^wanken kann. 



Gehalt an Indol, während die bd der 
Enfleurage entstehende zehnfache Menge Od 
den grossen Gehalt von 2,5 pCt Indol auf- 
weist — A«. 

Unter dem Namen Iboga 

ist nach Dybmvski und Landrin (Chem.- 
Ztg. 1901, 1052) eine am unteren Ogowe 
and am Fernand Naz wachsende Pflanze 
bduinnt, deren holzige Theile nach Aussage 
der Eingeborenen bdm Genüsse die Kräfte 
heben Und das Schlafbedürfniss besdtigen 
sollen. Auch als Apbrodisiacum soll sie ver- 
wendet werden. Das wirksame Prindp der 
Pflanze scheint nicht nur, wie Baillan an- 
giebt, in der Kinde, sondern im ganzen Holz- 
kdrper und besonders in den Wurzebi ent- 
halten zu sein. Es ist nach den Untersuch- 
imgen der Verfasser ein dgenthtlmliches 
Alkaloid, Ibogaln genannt, ein vollkommen 
krystallisirter, hell bemstdnfarblger Körper. 



Bd ihren Untersuchungen Über die Ursadie 
dieser Schwankungen haben sie gefunden, 
dass bd der Wasserdampfdestillation die 
phenolhaltigen Antheile des Ödes zum Schlüsse 
übergeben. Man kann also aus denselben 
Pflanzen mehr oder weniger phenolreiche 
Ode erhalten, je nachdem man länger oder 
kürzer destUUrt Das spedfische Gewicht 
nimmt mit steigendem Phenolgebalte für 
1 pCt Phenol um 0,0013 bis (1,0015 zu. 
Ebenso wächst die Löslichkdt in verdünntem 
Alkohole^ . die Oberflächenspannung und die 
Visoodtät bd zunehmendem Phenolgehalte. 

—he, 

Argemone Mexicana, 

die in den südlichen Staaten von Nord- 
amerika, Me:uco und Westindien dnheimisch 
ist, enthält nach den Untersuchungen 
Schlottcrbeck'% (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 334) 
kein Morphin, sondern Protopin und Berberin. 
Das Argemonin PeckoWs ist wahredidnlich 
mit Protopin identisch. ^he. 



32 



Bakteriologische Mittiieiiungen. 



Gewinnung von Albumosen, 

Peptonen und anderen stick- 

stoffhaltigen Körpern aus Hefe. 

Die Hefe hat in letzterer Zeit eine 
ausserordentlich vielseitige Bearbeitung ge- 
funden. Peters benutzt dieselbe zur 
Gewinnung von AlbumoseU; Peptonen, eine 
Methode, weiche beachtenswerth erscheint. 

Nach seinem Verfahren versetzt man 
100 Qew.-Th. trockene Hefe, die vorher 
durch geeignete Wirkungen gereinigt wurde, 
mit 800 Oew.-Th. Wawer und höchstens 
4 Th. Weinsäure. Dann wnrd diese Mischung 
geschüttelt, um die Bestandtheile in ge- 
nügende Berührung zu bringen. Die 
Mischung wird zuerst langsam auf 60^ C. 
gebracht, um die Hefe abzutödten und eine 
Sterilisation zu bewirken. 

Dann wird die Temperatur auf 45 bis 
500 G. erniedrigt und hierbei 12 bis 15 
Stunden gehalten. Gegen das Ende des 
Verfahrens steigert man die Temperatur 
auf 78 G., um von Neuem zu sterilisu-en 
und eventuell die noch nicht in Lösung 
gebrachten Albumine zu coaguliren. Nach 
dem Erkalten fiitrirt man und dampft das 



Filtrat langsam bis zur Sirup- oder Pasten- 
consistenz ein. Die pastenartige Masse 
wurd in 2 Y2 'I^* Wasser gelöst und von 
Neuem fiitrirt Das erhaltene Filtrat wird 
bis zur gewtlDschten Consistenz eingedampft 
Die Analyse des Filtrates und der auf dem 
Filter gebliebenen Rückstände zeigte dass 
ein Drittel der Kalisalze aus dem Hefen- 
extract ausgeschieden worden ist Dr. V. 



Ueber die Erhöhung 
des Schmelzpunktes der Nähr- 
gelatine mittelst Formalins 

hat van't Hoff (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 303) 
Versuche angestellt Da Gelatine durch 
Einwirkung grösserer Mengen Formalin in 
eine unschmelzbare Masse verwandelt wird, 
war zu vermuthen, dass bei Zusatz von 
Formalinmengen, die ihre Verwendung als 
N&hrboden noch nicht beeinträchtigen, ihr 
Schmelzpunkt in Wünschenswerther Weise 
erhöht werden kann. Es zeigte sich, dass 
bei Zusatz von 1:500 die Gelatine selbst 
in kochendem Wasser fest bleibt, bei 1:1750 
erst bei 40^ C. im Wasserbade schmilzt 



Therapeutische Mittheilungen. 

Die hamsauren Ablagerungen behandlung empfohlen wurden. Alle diese 

des Körpers und die Mittel zu ^^^^ ^*^®° °^^^ ^^® günstigen Heflerfolge 

ihrer 'LoRimir erzielt, wie man erwartet hatte. Für die 

Werthschätzung der Gichtmittel muss es 



Dem diesbezüglichen, von W, His in 



daher als ein Fortschritt bezeichnet werden, 



Hamburg gelegentlich der Naturforscher-Ver- 1 ^enn die Methoden und Anschauungen der 
Sammlung gehaltenen interessanten Vortrage j physikalischen Chemie genauere Eenntniss 
entnehmen wn- Folgendes: [ über die Lösungsbedingungen der Hams&uie 

Seitdem Pierson im Jahre 1798 als Be-' und ihrer Salze verschaffen. Die physik- 
standtheil der gichtischen Ablagerungen dlejalische Chemie lehrt, dass beim Zusammen- 
Hamsäure erkannt hatte, wurden alle mög- ' bringen einer Säure mit mehreren Basen 



liehen Mittel empfohlen, um auf chemischem 
Wege dieselben zu lösen. Ausser Borax 
war es in erster Linie die älteste und meist 
angewandte Gruppe der Alkalien, Lithium- 
und Kaliumsalze und das Gemenge vor- 



aus der Lösung immer dasjenige Salz zuerst 
ausfällt, dessen LösUchkeitsproduct am ge- 
ringsten ist. Es nützt also nichts, wenn 
neben der Harnsäure Basen vorhanden sind, 
die ein höheres LösUchkeitsproduct haben, 



schiedener Alkalisalze, das Strohschein'wAi^ deren Salze leichter löslich sind. Harnsäure 
Uricedin, in zweiter Linie die Gruppe der und ihre Salze zerfallen m Lösung durch 
Diamine, wie Piperazin, Lysidin und andere elektrolytische Dissociation in ein Wasserstoff- 
Basen und in neuester Zeit die Chinasäure bezw. Metall-Ion und in das Harnsäure-Ion. 
mit ihrem Lithiumsalz, dem U rosin, und Dieses letztere, nicht das voUständige Sänre- 
dem Rperazinsalz, dem Sidonal, Iwelche molekül, tritt bei der Salzbildung in Reaetion. 
nicht selten mit grosser Redame zur^Gicht- ', Anders wird die Saclie, wenn die Harnsäure 



33 



mit tnderen Stoffen eine Verbindung ein* 
geht, die in wSsaeriger LOsung nicht mehr 
das Hamsftare-Ion^ sondern ein anderes Ion 
abspaltet Solche Hamsänreverbindnngen 
imteriiegen anderen LOeungs- und Reactions- 
bedingnngen. Es mflssen dalier wirksame 
Mittel gefunden werden, welche im Harn 
eine chemische Verbindung eingehen. Der 
Gbemiker mflsste sein Hauptaugenmerk auf 
Bolefae Stoffe lenken, weiche eine wesentlich 
Idehter IMicfae Verbindung ergeben als Ham- 
siiure und ihre Alkalisalze. Diese Verbind- 
ung mOsste unter den im Körper vorhandenen 
Bedingungen entstehen können, den Körper 
nnzersetzt durchlaufen, bezw. an der Ab- 
lagenmgastätte der Harnsäure frei werden, 
dabei auch unschädlich sein. Dass solche 
Mittel hergestellt werden können, zeigen 
bereitB ähnlich vorhandene Verbindungen 
der Harnsäure, wie mit Nuclelnsäure, 
Thymuasäure und mit Formaldehyd, welch' 
letztffl^s die Diformaldehydhamsäure bildet. 
Es erklärt sich auch auf diese Weise die 
Wirkung des Urotropins (Hexamethylen- 
tetnunins) als Hammittel. Die Harnsäure 
ist im Harn als solche, nicht als 
ehemische Verbindung vorhanden. 
Beim Ansäuern des Harns mit Salzsäure 
fillt sie nur unvollständig aus, weil sie in 
flberaättigter Lösung verbleibt. Verhindert 
num jedoch eine üebersättigung durch an- 
haltMide Bewegung, indem man geringe 
MengMi fester Harnsäure, beispielsweise ebe 
Mischung von 1 mg Harnsäure mit Milch- 
aeker hmzugiebt, so fällt dieselbe völlig 
ans. Es ist dies eine neue Harnsäure- 
bestimmungsmethode von His, allerdings 
moas der Harn 48 Stunden lang durch einen 
Motor in Bewegung gehalten werden. Die 
nach dieser Methode erhaltenen Harnsäure- 
werthe stimmen mit den durch Silberfällung 
eriialtenen innertialb gewisser Qrenzen flberein. 
Mit den chemischen Mitteln ist aber der 
Bnfluss auf die gichtischen Ablagerungen 
nicht erschöpft Da in diesen Gelenkherden 
die Thätigkeit der Phagocyten zum Still- 
itsnd gekommen ist, so sind die Eingriffe, 
welche die Blutznfuhr und den Lymphstrom 
vennehren und einen lebhaftwen Leukocyten- 
tbfluss herbeiführen, von Wirksamkeit 
Locale Behandlung, wie Moorumschläge, 
HeMuftbad und dergl., ist daher neben 
diemisehen MitteLa zu empfehlen. Vg, 



Wirkungen von Methyl-, 

Aethyl- und Fropylalkohol auf 

den arteriellen Blutstrom bei 

äusserer Anwendung. 

Nach üntereuchnngen von Büchner^ 
Flicks und Megele (Arch. Hyg. 40, 347) 
waren die geprüften Alkohole bei localer 
Anwendung im Stande, mehr als andere 
chemische Stoffe eine Erweiterung der Blut- 
gefässe beim Warmblüter zu bewirken; 
primär handelte es sich um eine Erweiter- 
ung der Arterien. Die Intensität dieser Em- 
wirkung nahm bei den Alkoholen mit der 
grosseren Kohlenstoffkette zu. Die Wirkung 
beruht auf localer Reizung, ist abhängig 
von der Conoentration und äussert sich am 
stärksten auf die Gefässe der Bauchh()hle, , 
weniger stark auf jene der Muskulatur des 
subcutanen Bindegewebes. Die antünfectiOse 
heilende Wirkung der Alkoholverbände be- 
ruht nicht auf dem Eindringen des Alkohols 
in die Gewebe, sondern es handelt sich hier 
um eine indirecte Einwirkung als Reizmittel 
auf die Oberhaut und die verschiedenen 
lebenden thierischen Gewebe. Die Reizung 
erklärt sich einmal durch die wasserentziehende 
und dann durch die gerinnungswirkende 
Eigenschaft der Alkohole. Die Giftwirkung 
des Alkohohnoleküls bleibt an und ffir sich 
hier ganz ausser Betracht Se, 

Gewehröl als Ursaohe des 
Panaritiums. 

Stabsarzt Dr. Deelemann hält es nicht 
für ausgeschlossen, dass das Gewehr-, sowie 
Schaftöl, welches theils aus Mineralöl, thells 
aus Gemischen von diesem mit Pflanzenölen 
besteht, und mit welchen die Gewehre, Schaft 
und Liauf eingerieben werden, unter Um- 
ständen durch die freiwerdenden Fettsäure- 
spuren zur Bildung eines Fermentes beitragen, 
in Folge dessen die vielfachen Panaritium- 

geschwüre in der Armee auftreten. Vg, 
Deutsche Müü. Zeitschr, 1901, 93. 



Ein Koehsalzsnrrogat der Kegerstämme im 
Sudan bestand Dach v. Bunge (Ghem.-Ztg. 1901, 
Rep. 332) aus einer Pflanzenasche von Salsolaceen, 
die 10,27 pGt. NssO und 492 pCt. EsO, also 
auf 1 Aequivaleot Kali 5,96 Äquivalente Natron , 
enthielt. Unsere natronreichste Caltarpflanze, die 
Rankelrübe, enthält auf 1 Äquivalent Kali nur 
7fl Aeqoivalent Natron. —he. 



34 



Buch erschau. 



Sanun-i Bakterieatozin - und Orgaa- 

FMLparata. Ihre DaEBteUung; WirkangBr 

wdse und Anwendung. För Chemiker, 

Apotheker, Aerzte, Bakteriologen etc. 

dargestellt von Dr. pharm. Max v, 

Waldheim. — Wien, Pest, Leipzig 

1901. A, Harileben's Verlag. VHI 

and 404 Seiten 8^. -— Preis 6 Mark. 
Das vorliegende Bach des durch sein ,,Pharmac. 
Lexikon" (Ph.C. 40 [1899J, 568, 821 ; 41 [1900], 387) 
bekannten Veifässers bildet den 250. Band des 
Sammelwerks: ,^ j5ai^^d»'8 . chemisch tech- 
nische Bibliothek*^ Der erste Theil (bis Seite 244) 
umfasst 25 Gruppen Serum- und Bakterientoxin- 
Präparate, der zweite 28 Gruppen Oiganpiäpahite; 
Den Sohluss bildet ein reichhaltiges Sach- und 
Autoren-Register. Die einzelnen Gruppen sind 
in jedem der beiden Theile in alphabetischer 
^Reihenfolge angeordnet. Im ersten Theile 
geschah die Eintheilung grundsätzlich nach den 
Krankheiten, wie Blattern, Cholera, Diphtherie, 
Krebs, Pest u. deigl. Für Präparate, welche 
sich darunter nicht wohl unterbrin^n liessen, 
wurden zwei Aushilfeabschnitte, nämlich „kiinst- 
liche und medicamentöse Sera" und „Reconvales- 
centenblutserum" eingefügt. Für . die Organ- 
präparate bilden die Körpertheile, denen sie 



entstammen, .den Eintheilungsgrundsätz, z. B. 
Bronchialdrüsen, Eierstock, Gehimanhang, Hoden 
u. s. w. Dabei werden „Blutegel", ,Jäomsub- 
stanz" und „Nuklei'nsloffe" er^zend ein- 
geschoben. Allenthalben findet sich im Texte 
das Schriftthum oder, wo ein solches fehlt, der 
Hersteller, soweit thunlich, angegeben. Jedem 
Theile geht eine Einleitung voraus, welche das 
Geschichtliche berücksichtigt, beziehentlich die 
Darstellung der Organpräparate beschreibt 

Selbst diejenigen Leser, welchen die Seram- 
und Oigantherapie nicht fremd ist, werden von 
der Reichhaltigkeit des von dem Verfasser 
gesammelten Stoßes überrascht sein. Die 
hingebende Beschäftigung mit dem Gegenstande 
bewirkte zwar eine gewisse Yorüebe und eine 
b i einem Nichtarzte erklärliche XJeberschätzang 
dieser Heilweisen, doch fehlt das Bestreben 
nach kritischer Sichtung der ungleichartigen 
Quellen keineswegs. Vor Allem aber bleibt der 
Fleiss in der Verarbeitung der in zahlreichen 
Zeitsohriften und Einzelveröffentlichun^en zer- 
streuten Thatsachen und das Geschick m deren 
übemchtlicher Zusammenfassung anzuerkennen. 
Für den Pharmaceuten wird das Werk wegen 
der zahlreichen Angaben über Hersteilung, 
Beschaffenheit und Bezugsquelle einzelner Prä- 
parate hin und wieder auch von geschäftlichem 
Nutzen sein. — y. 



Verschiedene Mittheilungeii. 



Die Sichtbarkeit der Röntgen- 

straMen. 

lieber dieses Thema sprach Dr. Crxellitxer 
(a. 0.) in der Physiologischen Gesellschaft 
zn Berlin (Deutsche Med. Wochenschr. 1901, 
307). Kurz nach der Entdeckung der 
iZön/g'ßnstrahlen galten dieselben als unsicht- 
bar^ welche Annahme sich aber später als 
ein Irrthum erwies. Genannte Strahlen sollen 
den Stäbchenapparat reizen und elektrische 
Ströme m der Retina hervorrufen. Bei der 
Nachprüfung dieser Versuche an sich selbst 
überzeugte sich CrxelUtxe»^ zunächst davon, 
dass die Lichteindrücke durch geschwärzte 
Brillen oder durch Versenken des Kopfes 
in einen lichtdicht schliessenden schwarzen 
Kasten femgehalten würden. Pezügiich der 
22on/^ß//8trahlen stellte er dann fest, dass 
die Art des zu deu Röntgenr^Xir&ii benutzten 
Glases von wesentlicher Bedeutung ist. Wenn 
die Röhren von weichem Glase waren, konnte 
Orxellitxer keine Einwirkung bemerken; 
waren dieselben aber aus hartem Giase ge- 
arbeitet, 80 konnte er eme deutliche Beein- 
fluflsong des Auges wahrnehmen. Dann 
schob er Bleiplatten zwischen das Auge und 



die Lichtquelle, sodass nun gewisse Theile 
des Auges frei blieben und konnte die Be- 
obachtung machen, dass durch die vorderen 
Augenmedien keine wesentliche Absorption 
der Strahlen stattfindet, dass keine Fluorescenz 
im Innern des Auges erregt wird, und dass 
der Macula keine besondere Empfmdlicheit 
für ifön^pe/istrahlen zukommt 

Aus diesen Beobachtimgen lassen sidi 
nach Ansicht des Vortragenden wichtige 
Schlüsse ziehen, nicht nur für die Projections- 
lehre der Gesichtswahmehmungen, sondern 
auch für die Praxis, wenn bei Kranken mit 
undurchsichtigen Augenmedien die Function 
der Netzhaut geprüft werden soll. R. Tk, 



Eine Modificatioii 
des Gerber'Bchen Butjrromet^rs 

hat Henxold (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 308) 
in der Weise vorgenommen, dass er ähnlich 
wie bei der Bürette von Schellbach die 
Rückseite der gradnuten Röhre mit weisser 
Emaille und einem mittleren farbigen^ blaaen 
oder rothbraunen, Streifen versehen liCBB, 
wodurch naturgemäss die Oencnigkeit der 
Ablesung gesteigert wird. ^he. 



36 



Benat2Euzig des Mfloh- 

refractometers sam Nachweis 

einer KEüchwässerang. 

Die FettbestimmiiDg vermittelst des WoUny- 
nhen Milchrefeactometen ist zur Maasenfeti- 
beBtimmiing nach Anaieht aller derer, welche 
damit gearbeitet haben, vorzflglich geeignet; 
naefa den Mittheilongen von Dr. Braun kann 
dasselbe ebenfalls znr Bestimmung des Milch- 
rocken benutzt werden. Dr. Naumann 
machte femer darauf aufmerksam, dass ver- 
mittelst desselben das Serum bestimmt und 
daxm aus einer Tabelle das specifische Ge- 
widit desselben abgelesen werden könne. 
Nadi Angabe von BerirauU schliesslich 
kann die Bestimmung des Brechungsindexes 
der Molken zur directen Ermittelung von 
MUehfiUsdiungen durch Wasserzusatz benutzt 



werden. Auf Orund eingehender Untersuch- 
ungen vermittelst des JVi//n{;A*8chen'Refracto- 
meters der Firma Zeisa in Jena kommt Utz 
(Oesterr. Chenu-Ztg. 1901, 22) ebenfalls zu 
dem Ergebniss, dass vermittelst des Brech- 
ungsindexes sehr wohl Fälschungen der Milch 
durch Wasserzusatz festgestellt werden kön- 
nen. FQr die Untenuchung des Serums 
liess derselbe die Milch freiwillig gerinnen. 

Das Serum emer guten Vollmilch ergab 
folgende Werthe: 1,3431 bis 1,3442 bei 
150 G., bei 20 »C. durchschnittlich 1,3424. 
Die absichtliche FSlschung der Milch durch 
Wasserzusatz geschah mit Leitungswassar, 
weldies durdisohnittlich 0,015 g N2O5 im 
Liter enthält. Die Refraction des Wassers 
betrug 1,3328 bei 15^ G. Hierbei wurden 
folgende Werthe erhalten: 



Volhnilch mit 5 pCt Wasser, Refraction bei 15 C. 1,3425 bis 1,3430 



79 


w 


10 


» 


ff 


ff 


» 


150 „ 


1,3418 


ff 


1,3425 


n 


n 


20 


» 


ff 


ff 


ff 


150 „ 


1,3411 


ff 


1,3412 


n 


n 


25 


W 


ff 


ff 


ff 


150 „ 


1,3405 






n 


n 


30 


w 


ff 


ff 


ff 


150 „ 


1,3394 


ff 


1,3403 


n 


n 


33Vs 


?? 


ff 


ff 


ff 


150 „ 


1,3401 






n 


?> 


40 


w 


?> 


»> 


J> 


15» » 


1,3390 


ff 


1,3393 


n 


n 


50 


)} 


ff 


ff 


ff 


150 „ 


1,3384 


ff 


1,3388 


rt 


f} 


60 


ff 


ff 


ff 


jy 


150 „ 


1,3373 







(Unseres Erachtens nach dürften die Be- 
stimmungen des Milchzuckers wie des Serums 
mittelst des Refraetometers nur einen rein 
theoretischen Werth haben, selbst wenn, 
was wir durchaus bezweifeln, diese Methoden 
Töüig einwandsfrei wären. Denn welcher 
Sachverständige würde vor Gericht auf Grund 
einer derartigen Serumbestimmung einen 
eventuellen Wasserzusatz beschwören. Der 
einnge Vorthdl der Methode dürfte der sein, 
dasB In dner geringen Menge Milch, wie 
vom Verfasser angegeben „10 ccm^', mehrere 
Bestimmungen gemacht werden können. In- 
dessen dürfen diese Bestimmungen unseres 
Eraditeos immerhin nur als Yorproben an- 
gesehen werden, da der wichtigste Beweis 
bd der Feststellung emes Wasserzusatzes^ 
fie Bestimmung der Trockensubstanz, quan- 
titativ mit emer solchen geringen Menge 
nicht gemacht werden kann« Im Uebrigen, 
wer würde sidi zur Serumbestimmung ein 
derartiges, theures Refractometer anschaffen, 
zomal wir doch für die Mikhuntersuchung 
einfädle und absolut genaue Methoden 
haben. D. Referent) Vg, 



Oiftspümeii. 

Versuche von Prof. Köbert, welche er in 
erster Linie an der Karakurte, der berüchtig- 
ten südrussischen Giftspinne, anstellte, haben 
ergeben, dass das Gift nicht blos in den 
Kiefern der Spinne seinen Sitz hat, sondern 
im ganzen Körper vertheilt ist. Dasselbe 
ist schon in den eben ausgekrochenen 
Spinnen, auch in den Spinneneiem vor- 
handen, durch Kochen wird es bis zu einem 
gewissen GrAde zerstört Versuche ergaben 
femer ebenfalls die Giftigkeit der Kreuz- 
spinnen. Andere Spinnen, die auf ihre 
Giftigkeit hin untersucht wurden, zeigten sich 

als ungiftig. Vg. 

Wiene r Med. Blät ter 1901, B53, 

Deutsche Pharmaceutische Oesellschaft. 

Tagesordnung für die den 9. Januar 1902, 
Abends 8 Uhr, in Berlin NW. im Restaurant 
,,zum Heidelbeiger*^ stattfindende Sitzung: Dr. 
A» SektdU im Hofe: Uoltar und Fabnkation 
von Indigo in Britiscb-Indien. Dr. F. Esch- 
bäum-. Neuere Erfahrungen über Tropfengewichte 
«mit Demonstrationen >. Dr. M, Piorkotcski: Die 
specifificheB Sera and ihre Verwerthung bei der 
FieisohuntersuohnDg. Dr. P. Siedler: üeber 
einige Pflanzenstoffe. 



Verlegtr uad vcnatvortlSthcr Leiter Dr. A. Sckaaldar in DrMdan. 



Schering's Urotropin 

wild auch in Foim von 

Pastillen ih % gr 

ohne PreiaanfBchlag in den Handel gebracht. 

Die Pastillen tragen £ur aicheren Eennzeicbnung und zur Vermeidung von T< 
wechselnngen mit anderen Medicamentsn die Prägung „Crotr^pla". 

Chemische Fabrik auf Actien 
(vorm. L Schering), 

Berlin M., MQUerstpasse 170/171. 



von PONCET, Glashütten- Werke, 

BERLIN S. 0., P. A. 16, Köpnicker- Strasse 54, 

eigene 6lashOttenwerke Frledrictishalii N.-L 

Kr 

6maill»teKmal*ar»i uni 
SeSr iflm alarti 

«.TAI ^la« 'jLSädl FoTZ«Xl>»^ - Gl wfl ■ ■». 

Fabrik und Lager 

■iiniBlUeher 

Ctefftsse und Utensilien 

tnu phmrfflaMntlsehen Oebiaoek 

empfehlen noh lar rollstliidJgeD Eirniohtang von Ipothebeo, sowie tiir KrgiDtnDg eiBMlner 

OetSaae. 

Äeearate AatfObmng b»l Junbaui bllllgta Prthta. 





KlestKnlir-Iiilisonegerie 
Terra Kea Calcinata 

S Gnudlagor.ZahDptilT.ii-pMten 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

Zeiteehiift für wissenscliaftliclie asd gescliäftliche Interessen 

der Pharmacie. 

Gegründet von Dr. H. Hager 1859; fortgefllhrt von Dr. E. 

Heraosgegeben von I)r. A. Sdiaeider. 



»■^ 



Enoheint jeden Donnerstag. — Bezugspreis yiertelj&hrlich: dnroh Post oder 

Bnohluuidel 2,50 Mk., nnter S&eifband 8,— Mk., Ausland 3,60 Mk. Einzelne Nummern 30 Pf. 

Ansei gen: die eiiunal gespaltene Petit-Zefle 25 Pf., bei ntteseren Anzeigen oder Wieder* 

hdimgen Preisermfissigang. — GesehlftateUet Dresden (F.-A. 21), 8chandaaer Strasse 43. 

Leiter ier ZeltBebrlft: Dr. A. Schneider, Dresden ^.-A. 21), Schandaner Strasse 43. 

An der Leitung betheiligt: Dr. P. Süss in Dresden-Blasewitz. 



MB. 



Dresden, 16. Januar 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLIIL 

Jahrgang 



bdialt: Okeaiie «nd Pharmacie: Kupferisovalerionat. — Liquor Aluminii aoetici« — Ldsliche Msngan- 
▼erbindungen. -~ Ein neues sar Dantellung von Vanillin. — Nene Arxneimittel. -^ Zur Bestimmung der Jodnhl 
Ton Fetten. — Zur DarsteUnng ron Süllcylglykolsäure. — Zur (Jntenrbeidung des Eisencitrata von Kaliumeisäi~ 
tartrat. — GewichtaanalytlBche Bestimmung des Formaldehyds. — Einfache Bestimmungsmethode der Salzsftare 
des Magensaftes Termittelst Diamidoaxopapiers. — Bestimmung des Phenols in Karbolgase. — Nahrungsmittel* 
Chemie. — Therape«tl«ehe IIIttheiiaD|;en. — Teohnisohe Mittheiliuigen. 



Chemie und Pharmaeie. 



Eupferisovalerianat, Cu(C5H902)2. 

Von Dr. W. Kinxel, Pjoskau 0.-8. 

In der Literatur finden sich über das 
Kupferisovalerianat verschiedene An- 
gaben bezüglich des Erystallwasser- 
gehaltes. Sdimidt, Pharm. Chem., giebt 
das Salz ohne Krystallwasser an, da- 
gegen enthält es nach Beilstein nach 
zwei Befunden 1 Molekel Krystallwasser. 

Nach dem ganzen Verhalten — öUge 
Beschaffenheit beim Abseheiden, geringe 
LösUchkeit in Wasser u. s. w. — war 
es miwahrscheinlich, dass das gewöhn* 
Uch sich bildende Salz Krystallwasser 
enthielte. Es wnrde daher ans reinem 
ausgewaschenem Cuprihydroxyd und 
rdner Isovaleriansänre äe Verbindung 
dai^i^tellt. Es ergab sich ein nament- 
lich bei überschüssiger Valeriansäure 
leicht Ölig bleibendes Salz, welches in 
neutralem Zustande nur sehr wenig in 
Wasser (auch in heissem) löslich war, 
dag^en sehr leicht in etwa gleichen j 
nieflen absoluten Alkohols, ebenso auch 
reichlich in Aether. Aus BOproc. Alkohol 



umkiystallisirt lieferte der Körper schöne, 
intensiv grüne Nädelchen, zu zarten^ 
lockeren, kugeligen Drusen von Krystall- 
gruppen geformt. In verdünntem Alkohol 
ist der Körper mit sehr intensiv grüner 
Farbe löslidb, so zwar, dass eine noch 
dunkelgrüne Lösung auf Zusatz von 
Mineralsäuren eine nur schwach gefärbte 
Flüssigkeit ergiebt. 

Interessant ist diese starke Färbung 
deswegen, weil sie eine Erklärung giebt 
zu der schönen Reaction mit Kupfer* 
acetat auf Harzsäuren in den Hars» 
gangen der Coniferen u. a. Die organ* 
Ischen Kupfersalze der Säuren mit 
grösserer Molekel zeichnen sich eben 
durch eine sehr starke Färbung aus. 

Der bei gewöhnlicher Temperatmr 
zwischen Fliesspapier getrocknete und 
kurze Zeit im Exsiccator aufbewahrte 
Körper bildete dunkelgrüne, auch bei 
längerem Verweilen unter dem Exsiccator 
unter dem Mikroskop keine Spuren von 
Verwitterung zeigende, klare Nädelchen. 

Analyse: 0,5320 g des Körpers er- 
gaben 0,1679 g Cu — statt 0,1592 g, be- 



38 



rechnet auf Gu(C5H9 02V — also 
23,71 pCt. Cu (berechnet 23,90 pCt). 

Derselbe enthält also in reiner ge- 
wöhnlicher Form kein Erystallwasser 
nnd ist sehr schwer löslich in Wasser; 
immerhin ist es möglich, dass ein wasser- 
haltiges Salz existirt. Das Salz hat 
einen sehr starken Baldriansäuregerach. 
Da es bei vorsichtigem Erhitzen sich 
nnzersetzt sublimiren lässt, ist es auch 
unmöglich, die Eupferbestimmung 
direct durch Einäschern und Glühen 
zu bewirken. Vielmehr muss der 
Körper dazu am besten in das Nitrat 
fibergeführt werden unter yollkommener 
Austreibung der Valeriansäure. Dann 
liefert die Analyse bei den nöthigen 
Vorsichtsmaassregeln die obigen genauen 
Werthe. 

Da manche Salze der Valeriansäure 
medidnische Verwendung gefunden 
haben, dürfte vorstehende Bemerkung 
als Beitrag zur Charakteristik der 
Valerianate von Interesse sein. 



Liquor AinnniTiii acetioi 

zu klären, giebt die Pharm. Ztg. 1901, 
SSO, folgende Vorschrift an. In den Trichter 
legt man zuerst einen lockeren Pfropfen 
Glaswolle, darüber eine Schicht Sand und 
schliesslich eine Schidit Talcam oder Asbest 
Durch so em Filter können täglich 3 bis 
4 L des Liquors geklärt werden. 
•^'Bei der Hersteliang des Präparates em- 
pfiehlt es sich, die schwefelsaure Thonerde- 
lOsung zu filtriren, bevor Essigsäure und 
Calciumcarbonat zugesetzt werden ; denn die 
schwefelsaure Thonerde IM; sich meistens 
nidit ganz klar in Wasser, wahrscheinlich 
wegen eines Gehaltes an basischem Salz, 
wodurch dann anch basische essigsaure Ve^ 
bindungen entEttehen, die eine TrQbung her- 
Tormfen. R. Th. 

Lösliche Manganverbindongen. 

Nachstehende Bereitungsvorschiiften giebt 
F. B. Power in der Brit I^arm. Conference an: 

Lösliches Mangancitrat. Dnrch Fällung 
7on 100 Th. kryst Mangansnlfat mit 140 Th. 
krysi Natriumcarbonat wird ein Mangano- 
carbonat erhalten. Dasselbe mischt man im 
fenditen Znstande mit etwas Wasser nnd 
62,8 Th. Citronensäure und erwärmt anf 



dem Wasserbade. Das so erhaltene Mangan- 
dtrat wird ebenfalls feucht mit 105 Th. 
kryst Natriumcitrat bis zur Verflflssignng 
erwärmt, dann bis zur FQtrirbarkeit mit 
Wasser verdünnt und durdi Ausbreiten anf 
Glasplatten in Form von Lamellen gewonnen. 

Lösliches EisenmaAgancitrat. Das oben 
erhaltene Mangancitrat wird f encht mit einer 
FerridtratlOsnng gemischt und ebenso weiter 
behandelt. Das Präparat smd gelbliehbraune, 
in Wasser leicht lösliche Ernsten. 

Lösliches Eiseamaagaiiphosphat wird 
aus 100 Th. Mangansulfat, 240 Th. NaMnm- 
phosphat und einer entq>rechenden Menge 
Ferridtratlösung dargestellt Das Präparat^ 
welches eigentlich ein CStrophosphat ist, büäeA 
grünlichgelbe, in warmem Wasser gut lös- 
liche Blättchen, die ungefähr 7 pCt Mn und 
14 pCi Fe enthalten. Vg. 

Ztaekr, d. Aüg. österr. Äpoth.- Ter. 1901, 1077. 

Ein neues Verüaliren 
zur Darstellung von Yanillim. 

Vanillin entsteht bekanntlich dnrch Ein- 
wirkung von Chloroform auf die alkalische 
Lösung von Gnajacol, ebenso führt die Ein- 
wirkung von Formaldehyd anf alkalisdieB 
Gnajacol zu dem bekannten Riechstoff der 
VaniUesehoten. Auch ans m -Chlor- p-nitro- 
benzaldehyd, sowie aus Eugenol kann Vanillin 
synthetisch erhalten werden. Die nun bis 
jetzt bekannten Methoden zur Darstellung 
durch oxydativen Abbau von Eugenol und 
dessen Derivaten liefern nur verhältnissmässig 
geringe Ausbeuten, und zwar in Folge von 
Nebenreactionen, die sich nidit vermeiden 
lassen. Es hat sich nun gezeigt, dass sich 
Vanillin in weit besserer Ausbeute und 
fast völliger Reinheit erhalten lässt, wenn 
man zur Methylirung von Protocatechu- 
aldehyd oder dessen Dimetallsalzen das Di- 
methylsulfat benutzt Es wird hier also 
direct aus Protocatechualdehyd Vanillin er- 
halten, zum unterschiede eines frOherea 
patentirten Verfahrens, in welchem die Bild* 
ung von Vanillin aus Ptotocateehualdehyd- 
kohlensäuremethylester beschrieben ist 

Zur Darstellung werden z. B. 14,2 kg 
Protocatechualdehyd in conoentrirter Soda- 
lOsung gelöst und 12,6 kg Dimethylsulfat 
unter kräftigem Rühren zugesetzt Nach 
einiger Zeit beginnt die Umsetzung, die 
nach mehrstündigem Erwärmen im Wasser- 



89 



» 



bade beendet ist. Man sinert an, extrahirt ! 
mh Aether, dampft den Aether ab and zieht ! 
den RQckstand mit Chloroform aus, wobei | 
das Vanillin in Ldsung geht und durch Um- 
krystalllfliren leicht gereinigt werden kann. 
Geringe Mengen von unangegriffenem Proto- 
eatechnaldehyd bleiben zurück und können 
wieder in den Plrocees zurückgeführt wer- 
den. Dr. V. 

Nene AraneimitteL 

Anaeithia. DieBezeichnungy^Anaesthin^' 
eineB KrebamittelB beruhte auf einem Irrthum. 
£b handelt sich bei diesem Mittel um das 
Khon lingere Zeit bekannte Pr&parat 
AnaesthoL 

Anabaaum ist eine Zusammensetzung von 
mehreren Adstringentien und Antisepticis in 
Salbenform gegen Afterekzeme. 

Derival, eine Specialität gegen Rheumatis- 
mnfl, von dem chemischen Institut Janus in 
Berlin hergestellt, soll eme Mischung von 
SeoÜBpiritas, Salmiakgeist und TerpentmOl, 
die sieh zersetzt und Thiosinamin bildet, sein. 

Formosol, von demselben Institut hergestellt, 
ist ein neues Mittel, welches ein mit Essig- 
iSore versetztes Formalin zu sein schdnt 
ond für Irrigationen empfohlen wird. 

Haemaphoskol (Glycerinphosphorsäure- 
Kola-H2matogen) ist ein Nervenstftrkungs- 
mitteL 

Laaolinnm oxygenatnm sterile, „Lanolin, 
Saneratoff-Toilette-Creme'', wird als keimfreie 
neutrale Salbengrundlage wegen seines Ge- 
haltes an activen Sauerstoff zur antiseptischen 
Wundbehandlung empfohlen. 

Fhosphol oder Simpus glycero-phosphoricus 
iacticus hat folgende Zusammensetzung. 
Gale. glyoerophosphor. neutr. 28,1 g, Natr. 
tart eryst 9,25 g, Natr. sulf. 4,00 g, Kai. 
taif. 2,00 g, Fern sulf. 4,60 g, Mang, 
solf. 2,80 g, Chinin, bisulf. 4,10 g, Strychnin. 
Bolf. 0,042 g, Sacch. alb. 775 g, Aq. d. ad. 
1000 ccm. 

Balieyls&ure-GlyceriAester, welche als 

geniehlose antiseptische und antirheumatische 

Mitte] verwendet werden sollen, stellt man 

naeh einem E. Täuber patentirten Verfahren 

D. R. P. No. 126311 durch Einwirkung 

Ton Mlneralsfturen auf Gemische von Salicyl- 

iiore und Glycerin dar und zwar in einer 

der angewandten Salicylsäuremenge, höchstens 

iqnivalenten Menge. Vg. 

Pharm, Rundschau 1901 705, 



Zur Bestimmung der Jodsalü 
von Fetten 

empfiehlt Hanus (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 332) 
an Stelle der v. HübrBdien Lösung, deren 
geringe Haltbarkeit und grosse Einwirkungs- 
dauer sehr störend ist, und an Stelle des 
Jodmonochlorides, das sehr unangenehm in 
der Handhabung ist, die Verwendung einer 
Lösung von Jodmonobromid in Eisessig. Zur 
Darstellung des Jodmonobromides Itat man 
zu 20 g fein zerriebenem Jod unter stetem 
Rühren und Abkühlen auf 5 bis 8 ^ G. aus 
einem Scheidetrichter 13 g Brom tropfen- 
weise innerhalb zehn Minuten zufliessen, 
wobei eine graue krystallinische Masse ent- 
steht Das überschüssige Brom wird durch 
einen starken Kohlensäurestrom verjagt und 
von dem Jodmonobromid werden 10 g in 
einer Reibschale m 500 ccm Eisessig gelöst 
Diese Lösung verändert ihren Titer in zwei 
Tagen überhaupt nicht und in vier Monaten 
nur um 10 pOt Ein weiterer Vortheil vor 
der r. /iü6/'schen Lösung besteht darin, 
dass die Einwbkungsdauer eine sehr kurze 
ist In zehn bis fünfzehn Minuten ist selbst 
bei trocknenden Gelen die Jodabsorption be- 
endet Die Resultate der neuen Methode 
stimmen mit den mit v. IIührBdtieT Lösung 
erhaltenen Zahlen gut überein, so dass diese 
zum Vergleiche herangezogen werden können. 
Um richtige Resultate zu erhalten, muss man 
bei Jodzahlen unter 120 einen Jodüberschnss 
von 80 pGt, bei höheren Jodzahlen einen 
solchen von 100 pCt der absorbirten Jod- 
menge zugeben. Von festen Fetten werden 
0,6 bis 0,7 g, bei Gelen mit Jodzahl unter 120 
0,2 bis 0,25 g und bei Gelen mit höherer 
Jodzahl 0,1 bis 0,15 g und 25 ccm Jod- 
monobromidlösuDg zugegeben. Man läset 
die Fette mit der Lösung fünfzehn Minuten 
unter mehrmaligem Umschütteln stehen und 
titrirt dann nach Znsatz von 15 ccm lOproc. 
JodkaliumlöBung in gewohnter Weise mit 
Thiosulfat zurück. —hs. 

Zur Darstellung von Salicyl- 
glykolsäure 

und ihren Salzen werden nach Patenten von 
Knoll (& Co, (Chem.-Ztg. 1901, 1064) die 
Ester der Säure entweder bei niederer 
Temperatur der Verseifung durch Alkalien, 
oder bei höheren Temperaturen der Ver- 



40 



seifang durch Säuren unterworfen. Mit 

Alkalien verlftoft die Verseifung einheitlich, 

wenn die Temperatur von 5 biß 10^ C. 

nicht überschritten wird. Je wärmer die 

Reactionsmasse wird; umso mehr treten Salicyl- 

säure und Glykolsäure als Nebenproducte 

auf. Bei der Säureverseifung liegt im Gegen- 

theil die günstige Temperatur für 80proc. 

Schwefelsäure oder 25proc. Salzsäure bei 

40 C, für Essigsäure sogar bei 100 <> C. 

Zur Ausführung lässt man 10 kg Salicyl- 

glykolsäureester unter Rühren in eine Mischung 

von 16 kg 25proc. Natronlauge mit ebenso 

viel Eis einfliesseU; giesst die klare Lösung 

unter Kühlung in 20 kg 20proc. Salzsäure, 

saugt die zu einem Brei erstarrte Masse ab, 

wäscht gut mit Wasser und trocknet. Man 

erhält so eine weisse, aus fast reiner Salicyl- 

glykolsäure bestehende Krystallmasse. 

—he. 



Zur Unterscheidung des Eisen- 
citrats von Ealiumeisentartrat 

löst man nach Angabe von Paolo Fiora 
das Salz in Wasser und fügt einige Tropfen 
einer lOproc. Siiberlösung hinzu. Der sich 
sofort bildende Niederschlag vertheilt sich 
im FaUe des Citrates durch Schüttehi, wäh- 
rend derselbe beim Tartrat bestehen bleibt 
und sich nach und nach vermehrt. Die 
Gitratlösung verändert sich nicht, sobald sie 
an einem dunklen Orte aufbewahrt wird, 
während die Farbe der Tartratlösung ver- 
blasst und der Niederschlag sich in Folge 
Bildung von metallischem Silber schwärzt. 

Ztschr, d. AUg. österr. Apoth.-Ver, 1901, 1274. 



Oewichtsanalytische 
Bestimmung des Formaldehyds. 

Eine Bestimmung des Formaldehyds ver- 
mittelst Silbemitrats mit Zuhilfenahme von 
Natronlauge und nachheriger Behandlung 
des Niederschlags mit verdünnter Essigsäure 
giebt Dr. Vanino (Zeitschr. f. analyt. Chem. 
1901, 720) an. Wird Formaldehyd mit 
SUbemitrat und Natronlauge versetzt, so 
scheidet sich elementares SUber und Silber- 
oxyd aus. Auf Zusatz verdünnter Essigsäure 
geht Silberoxyd in Lösung, während das 
ausgeschiedene Silber unverändert zurück- 
bleibt nach folgenden Reactionen: 



4AgN03 + 4 Na OH = 
2 AggO + 4 NaNOg + 2 HgO. 
2 AggO + 2 NaOH + 2 HCOH = 
2 HCOONa + 4 Ag + 2 HgO. 
Zur Ausführung der Methode löst man 
2 g Silbernitrat in Wasser, giebt reine chlor- 
freie Natronlauge bis zu stark alkalisdier 
Reaction hinzu, lässt dann sofort unter Um- 
rühren die Formaldehydlösung zufliessen und 
^tellt das Gemisch vor Licht geschützt bd 
Seite. Nach ungefähr einer Viertelstunde 
giesst man die klare überstehende Flüang- 
keit auf ein zuvor gewogenes Filter, digerirt 
den Niederschlag drei- bis viermal mit un- 
gefähr 5proc. Essigsäure und bringt den- 
selben auf's Filter. Man wäscht nun mit 
durch Essigsäure schwach angesäuertem 
Wasser aus, bis durch Zusatz von ver- 
dünnter Salzsäure keine Ghlorreaotion mehr 

eintritt, trocknet bei 105 ^ und wägt. 

' Vg, 

Einfache Bestimmungsmethode 
der Salzsäure des Magensaftes 
vermittelst Diamidoazopapiers. 

Ist der verfügbare Mageninhalt sehr 
gering und eine schnelle Bestimmung er- 
wünscht, so kann man sich an Stelle der 
Titrirmethode nach Angabe von Professor 
Ehüiom mit Erfolg des Diamidoazopapiers 
bedienen. Erhält man bei der Vorprüfung 
deutliche Rothfärbung, so bringt man zwei 
Tropfen des unfiltrirten Magensaftes in ein 
Porzellanschälchen, fügt zwei Tropfen Wasser 
hinzu, verrührt, prüft auf dem Papier und 
verdünnt so lange, bis keine Rothfärbung 
mehr auftritt, unter Zählung der Tropfen. 
Verdünnungszahlen unter 3 dürften die 
subnormalen, 3 bis 6 die noimalen, über 6 
die supernormalen Aciditäten darstellen. 

Deutsche Med.-Ztg. 1901, 1143. Vg. 

Bestimmung des Phenols in 
Earbolgaze. 

20 g der zu untersuchenden Gaze wer- 
den nach J. O. Tresh in einen Kolben 
von 700 ccm Inhalt gebracht, 500 ccm mit 
Salzsäure angesäuerten Wassers und einige 
Kömchen Zink hinzugefügt und 300 ocm 
abdestillirt. Die Gesammtmenge von Phenol, 
welche sich im Filtrat befindet, wird in der 
üblichen Weise durch Titriren mit Brom be- 
stimmt Vg. 
Ztschr. d. AUg. ös.'err. Apoth.- Ver. 1901, 1274. 



41 



■ ahrungsmittel- Chemie. 

Bericht ftber die Thätigkeit des 

chemischen Untersuchungsamtes 

der Stadt Dresden im Jähre 

1900. 

Erstattet von Dr. Adolf Bcythien^ 



I>ir8otor des ohemisohen UntersaohoDgBamtes 
der Stadt Dresden. 

Dieser 23 Seiten umfassende, in treffender 
^üne and sachgemässer Weise erstattete Bericht 
ceichnet sich vortheilhaft vor den Mittheilungen 
mderer üntersuchungsanstalten dadurch aas, 
iass Dicht nur den Fachgenossen viel des 
interessanten geboten wird, sondern ganz be- 
tODders auch weiteren Kreisen derselbe zu 
dogeheoder Leetüre zu empfehlen ist Denn 
iberall, wo es angebracht soheiot, werden bei 
ien 6ioz<^lnen Nahrungsmitteln zweckmässige, 
•cbgemisse Erlfiuteiungen zur allgemeinen 
ielehruDg gegeben, häufig hinweisende Vergleiche 
66 wirkEchen reellen mit ihrem angepriesenen 
Terth angestellt, auch hin und wieder Batü- 
ibllge ertheilt, wie der Laie durch einfache 
eibfitberstellung die Anschaffung theuerer 
pedalitäten mit geringen Kosten umgehen kann. 

Die im chemischen Untersuch ungsamt an- 
Bstellten Untersuchungen umfassen alle Gebiete 
BT Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände, 
ieie Zweige der Technik, Analysen der Leitungu-, 
niDDeD- und Abwässer, von Geheimmitteln, 
pedabtäten, sowie aus der Gerichtspraxis. 
Dem auf eine rege Thätigkeit im Unter- 
ichungsamt schliessenden interessanten Bericht 
itaehmen wir m Kürze das unseren Leserkreis 
»ooders Interessirende. 
Blere. Methon. Die Analyse dieses in der 



11 



Zeit des Kampfes gegen den Alkohol überau> 
modern erscheinenden, alkoholfreien Getränke^ 
ergab folgende Zusammensetzung: 

Specifisohes Gewicht . 1,0223 

Alkohol 0,08 pCt 

Extraot 6,02 

Mineralstoffe .... 0,04 

Säure 0,09 

Invertzucker .... 4,57 
Eiweissstoffe .... 0,04 „ 
Polarisation . . . —2,80. 
Dasselbe war also in der Hauptsache als eine 
mit Kohlensäure unter Druck gesättigte Inyert- 
zuckerlösung sd zusehen. 

Branntwein und Spirituosen« Seitdem die 
Gastwirthe und Kleinhändler vielfach den Ge- 
brauch angenommen haben, die billigeren Trink- 
branntweine durch einfaches Verdünnen von 
Spiritus mit Wasser selbst herzustellen, ist ihr 
Bestreben darauf gerichtet, an dem theuersten 
Bestandtheil, dem Alkohol, möglichst zu sparen, 
ohne dass die Trinker, deren Zunge in dieser 
Hinsicht recht empfindlich ist, von der stärkeren 
Wässerung etwas merken. Dieses Ziel erreichen 
sie durch Zusatz scharf schmeckender Pflaozen- 
eztracte aus Papnka, Pfeffer, Paradieskörnem, 
welche ein Kratzen im Halse verursachen und 
in den Consumenten den Glauben erregen, dass 
sie einen starken Branntwein geniessen. 

Von 8 nach dieser Hinsicht eingelieferten 
Essenzen enthielten 3 soharfschmeckende Stoffe, 
nämlich Paprika und Pfeffer. 

Fleiseh. Interessante Untersuchungen wurden 
nach der Richtung hin angestellt, welche von 
den in einer Arbeitsanstalt verwandten Fleisoh- 
borten den höchsten Nährwerth besassen und 
am preiswerthesten waren. 
Die Analyse ergab folgende Werthe: 



DerbM RindflelMh Bpannxippe Baaehflelaeb 

Für 1 Mk. erhält man Nährwertheinheiten 1020 1700 1867 

IOC g Eiweissstoffe kosten 74 Pfg. 60,1 Pfg. 48,8 Pfg. 



Demnach enthält von allen untersuchten 
leischsorten das Bauchfleisch des Bindes nicht 
ir die meisten Nährwertheinheiten, sondern 
ich das Ei weiss zum billigsten Preise. 

Verdorbene Warst. Bei einer Wurst, welche 
1 Dunkeln leuchtete und dadurch grosse 
estürzung in einer Familie hervorgerufen hatte, 
udelte es sich um eine bekannte, durch das 
Bcterium phosphoresoens veranlasste Erschein- 
ig. Anlass zu gesundheithchen Befürchtungen 
g daher nioht vor. 

Unabhängig von der Mitwirkung des Amtes 
imen noch zwei überaus schwere Vorgehen 
igen das Nahrungsmittelgesetz zur gerichtlichen 
burtheilung. l>ie eine Verhandlung gegen 
Den hiesigen Fleischer förderte die abscheuliche 
latsache zu Tage, dass derselbe schon seit 
ton zu seiner Blut- und Leberwurst klein 
(hackte Rinds- und Kalbsaugen, sowie den 
osputz aus Schweinsohren und Rindermagen 
irwandt hatte. Die Folge dieses ekelhaften 
erfahxem^ weldieB dem Wissenden den Appetit 



I 

!an solcher Wurst verleiden dürfte, war die 
Verurtheilung zu 600 Mark Geldstrafe. 

Em anderer, auswärtiger Fleischer hatte eine 
von dem Fleisch besohauer we^en hochgradiger 
Tuberkulose in den Abort geworfene Rinderlunge 
wieder hervorgeholt und nach oberflächlichem 
Reinigen und Kochen ruhig verkauft. Seine 
Verurtheilung zu 1 Jahr Geföngniss erschien 
als eine strenge aber gerechte Sühne dieser 
unerhörten Gewissenlosigkeit 

Fmehtsäfte. Nach Ansicht des Bericht- 
erstatters ist bei den in Frage kommenden 
Waarengattungen trotz des Ueberganges der 
Fabrikation aus den Kleinbetrieben an die 
Grossindustrie keine Besserung bezüglich der 
Qualität eingetreten. An Stelle des früher 
ausschliesslich benutzten Rohrzuckers werden 
jetzt Himbeersäfte, Fruchtgelees, Marmeladen 
; oft mit dem billigeren Stärkesirup versüsst, der 
wegen seiner, durch den hohen Deztringehalt 
vernrsaohten , zähklebrigen Beschaffenheit die 
Produote dicklicher, du \ysmi gehaltreicher 



43 



ersoheinen iMsst Daneben bürgert sich der 
Zusatz künstlioher rother Theerfarbstoffe immer 
mehr fein. Während früher jeder Producent 
seine Ehre darin sachte, durch Verwendung 
auserlesener Früchte und sorgfältiges, peinlich 
sauberes Arbeiten tadellosen Himbeersirup von 
der bekannten schönen rothen Farbe und 
kräftigem Aioma zu erzeugen, halten jetzt viele 
Fabrikanten das alles nicht mehr für nöthig. 
Sie nehmen, wie einer derselben anführte, die 
Früchte „wie sie gerade kommen, ohne Aus- 
wahl; überreife, dunkeirothe, krüppelhafte, 
weisse, harte^^ Sie haben auch gar kein 
Bedürfniss für gute Beeren, die natürlich theuier 
sind, da sie ja in Farbe und Essenzen das 
Mittel besitzen, ihrer TVaare auf billigere Weise 
jeden gewünschten Anschein eines vortrefTlichen 
Productes zu verleihen. 

Von den eingelieferten Proben waren die 
Himbeermarmelade, zwei Himbrersirupe und die 
eingekochten Preiselbeeren mit 20 bis 50 pCt. 
Stärkesirup verfälscht, die drei ersteren überdies 
durch Theerfarbe intensiv roth gefärbt. 

Honigr* Bezüglich der chemischen Honig- 
Untersuchungen sind noch dieselben Schwierig- 
keiten vorhanden. Von 61 untersuchten Proben 
mussten vier als in gröbster Weise durch Zusätze 
von 30 bis 70 pCt. Stärkesirup verfälscht 
beanstandet werden, nämlich em sogenannter 
„Reiner Blüthenhonig^S ein Tafelhonig, ein Schles- 
wig-Holstein scher Tafelhonig und ein sogenannter 
Blüteiüionig (Ersatz). Der letztere wurde in 
runden Blechbüchsen feilgehalten, welche an 
in die Augen fallender Stelle in grossen Buch- 
staben die Inschrift „Blüthenhonig^' und unter- 
halb in ganz kleinen Lettern das eingeklammerte 
Wort (Ersatz) trugen, während ausserdem noch 
ein „Blüthenhonig leckender Bär^' als Schutz- 
marke, sowie die Angabe „Nur echt mit dieser 
Marke^^ angebracht war. 

Chocoladenmehle« Mehrere dieser Gemische, 
unter denen man doch ein Gemisch von Cacao 
und Zucker zur Chocoladensuppebereitung ver- 
stehen sollte, bestanden aus 50 bis 60 pCt. 
Zucker und öO bis 40 pCt. MeM mit nur 9 bis 
18 pCt. Cacao, denen überdies, weil sie von 
Natur selbstredend ganz hellfarbig ausgesehen 
haben würden, durch Zusatz eines braunen 
Theerfarbstoffes und gemahlenen rothen Sandel- 
holzes das braune Aussehen echter Ghocolade 
verliehen worden ^ai. Der wirkliche Werth 
dieser zu 1,20 Mark verkauften Producte betrug 
nicht mehr wie 80 Pfennige. 

Kasseler Hafereaeao. Die Analyse ergab 
einen Fettgehalt von 13,95 pCt und eine Jodzahl 
von 48,03, woraus sich unter Zugrundelegung 
einer Jodzahl von 34 für Cacaobutter und von 
103 für Haferfett, sowie bei Annahme eines 
mittleren Fettgehaltes im Cacao von Z6 pCt. und 
im Hafer von 7 pCt. die Menge des vorhandenen 
Hafermehles zu 40 bis 6 ' pCt. berechnen würde. 
Bei diesem hohen Gehalte an Hafer erschien es 
durchaus berechtigt, das Product den abgabe- 
pflichtigen Erzeugnissen aus Hafer zuzurechnen. 
Sterlliairte Caeaomileh. Eine Molkerei 
stellte im Berichtsjahre, anschoiuend zur 



besseren Yerwerthung ihrer abgerahmten Milch, 
ein Product obenstehender Bezeichnung her, 
welches in einem jeder Flasche beiliegenden 
Beclamegutaohten nicht nur als ein überaas 
preis werthes, sondern auch allen hygienischen 
Anforderungen entsprechendes Nahrungs- und 
Genussmittel empfohlen wurde. Die Unter- 
suchung mehrerer auf Grund privater Beschwerde 
entnommener Proben, deren Preis zehn Pfennige 
für ^/g kg betrug, ergab, dass eine mit geringen 
Mengen Cacao versetzte Magermilch vorlag, in 
welcher sich der Preis der Nährwertheinheit 
zu 0,105 Pfennige, also ebenso h^ch, wie im 
Cacao selbst, einem notorisch theueren Nahrungs- 
mittel, stellte, während dieselbe Nährstoffmenge 
in der Milch nur 0,04 Pfennige kostet. Die 
Haltbarkeit der Probon erschien recht gering, 
indem dieselben schon nach 2 Vi tagigem Stehen 
durch Gerinnung ungeniessbar wurden 

Mehle. Die regelmässigen polizeilichen 
Bevisionen der Mehlhandlungen, bei welchen die 
Beamten an Ort und Stelle die Glastafelprobe 
anstellten, ergaben eine weitere Abnahme der 
früher beobachteten Missstände, indem nur 33 
verdächtige Proben aufgefunden wurden, von 
denen 20 wegen eines hohen Gehaltes an lebenden 
Milben zu beanstanden waren. In der zweiten 
Hälfte des Jahres sind milbenhaltige Mehle 
überhaupt riicht angetroffen worden. 

In Folge der Anzeige eines Gehilfen gelangte 
das von einem Bäckermeister zum Biotbaoken 
benutzte Mehl zur Untersuchung, welches von 
Larven, Puppen und ausgewachsenen Exemplaren 
eines zu den Schwarzflüglern (Melanosomata) 
gehörenden Käfers völlig durchsetzt war nnd 
daher als zum menschlichen Genuss ungeeignet 
bezeichnet werden musste. 

Geriebene SemmeL Ebenfalls durch Dennn- 
tiation eines Gehilfen, dass sein Meister alto, 
verdorbene Semmel klar stossen lasse und dann 
entweder zur Herstellung von Backwaaren, ins- 
besordere als Mohnkuchenfüllung benütze, oder 
aber als geriebene Semmel an seine Kunden 
verkaufe, wurden zwei Proben altbackene 
Semmel im ganzen und zwei in gestossenem 
Zustande eingeliefert. Die ganzen, zum Theil 
mit Mohn bedeckten Semmeln gewährten dnroh 
anhängende Schmutztheile und einen dichten 
grünen IJeberzug von Pinselschimmel einen 
ekelhaften Anblick und erschien daher, ebenso 
wie die geetossene Masse, hochgradig verdorben. 

Pfefferkaehen. Eine Firma hatte einen 
Vorrath etwa ^4 Jshre alter Pfefferkuchen, 
welche mit Motten und Maden bedeckt und 
daher unverkäuflich erschienen, durch Abbürsten 
oberflächlich von den thierischen Lobeweeen 
reinigen, darauf mahlen und absieben lassen 
und wünschte ein Gutachten darüber, ob sie 
dieses Material zur Herstellung neuer Kuchen 
benutzen dürfe. Das eingelieferte Product 
erwies sich als ein unappetitlich aussehendes 
braunes Pulver, in welchem sich neben alten 
Teigresten, rothen und weissen Zuokerpartikeln, 
Chocoladenstückchen , zerbrochenen Mandeln, 
Stanniolblättchen entdecken Hessen. 

Eiemudebi. Von den 21 Proben, welche 



43 



lUe eise lebhaft gelbe Farbe beeasseo, waren 2 

ib Haosmaohemadelii, die übrigen 19 aber 

ooter der ansdräoklichen Bezeichnang Eier- 
nodeln feilgehalten worden. Trotzdem enthielten 
10 derselben gar keine Eier, sondern verdankten 
ihr schön gelbes Aussehen allein einem Zusatz 
TOD gelber Farbe. An der gelben Farbe der 
Nudeln kann bekanntlich nicht erkannt werden, 
ob yiel Eier darin enthalten sind. Oerade die 
am sohönsren aussehenden besitzen oft am 
wenigsten Werth. 

8pel8e91e« Beanstandet wurdet mehrere 
Proben als Gemische mit 50proc. Baumwoll- 
samenöl, sowie mit Zusatz von Sesamöl und 
anderen biUii^en Oelen. 

Hinsichtlich der Methodik der Untersuchung 
sei darauf hingewiesen, dass zum Nachweis des 
Sesamöles neben der BouddouM aoherx besonders 
die iSo^^msfi'sche Zinnchlorürreaction Anwendung 
findet, da diese auch bei den mit Furfurol allein 
Bothiiirbnag gebenden portugiesischen und 
algerischen Oden ein sicheres ürtheil gestattet. 
Die Halj^ten^Bohe Prüfung auf Ck>ttonöl wird 
nach dem Vorschlage Yon Wfxunpdmey0r wieder 
mit Amylalkohol ausgeführt und liefert dann 
überaus scharfe Resultate. 

Tegetaline und Myrolin« Zwei Fette von 
gleicher Beschaffenheit, weisser Farbe und 
butterartiger Gonsistenz, welche auf Grund ihrer 
Yerseifnngszahl Ton 260,4, beziehungsweise 261,3 
als Gocosfett anzusprechen waren. Obwohl ihre 
Bezeichnung nur eine sehr dunkle Ahnung von 
ihrem Ursprung erwecken konnte, musste von 
einer Beanstandung abgesehen werden, da sie 
trotz ganz gleichen lussehens wegen ihres 
abweichenden Geschmacks auf Grund der citirten 
Eteichsgerichtsentscheidung nicht als dem 
Schwetneschmalz ähnlich bezeichnet werden 
konnten. 

CottoBSHet. Ein aus Amerika eingeführtes 
Fett Yon gelber Farbe und butterartiger Oon- 
Dstenz, welches nach Angabe der Importeure 
lin Gemisch von 95 pCt. vegetabilischem Oel 
mit 5 pCt Bindsfett darstellen sollte. Die 
inalTBe ergab eine Jodzahl des Fettes von 91,1 
ind der Fettsäuren von 92,6, sodass entweder 
an Gemisch Ton Cottonöl mit mindestens 20 pCt. 
Calg, oder wahrscheinlicher von abgepresstem 
Baumwollstearin (Cottonölmargarin) mit Rinder- 
^ Torlag, dessen Menge dann aber nur 5 pCt 
»tragen konnte. 

Gekeliiimtttel und Speeialitflten. Mittel 
^egeuTrunksucht. Eine von einem hiesigen 
Surpfoscher yerabfolgte dunkelbraune, fuselig 
iechende Flüssigkeit war nichts als ein mit 
Suckercouleur braun gefärbtes Gemisch von 
rerdünntem fuselölhaltigem Spiritus mit 1,2 pCt. 
Kochsalz und 1 3 pCt. Glaubersalz. 

Nural erwies sich als das frühere mit viel 
Seciame angepriesene Nutrol. 

D. SehMs Wund er baisam. Das zum 
t^reise von 1,50 Mark für ein 50 g-Fläschchen 
n den Verkehr gebrachte „beste und billigste 
JniTsrsal-, Volks- und Heilmittel gegen fast alle 
Lisiden^ erwies sich der Etikettenaufechrift ent- 
sprechend als ein alkoholischer Auszug vei- 



sohiedener Pflanzen, wie Gnra^aoschalen, Zimmt, 
Muskatnuss, Galgantwursel, Waldmeister. Kal- 
mus Rhabarber u. s. w.. welchem eine geringe 
Menge Peru baisam, sowie ein Harz, veimuthlich 
Olibanum zugesetzt worden war. Der Verkauf 
des überaus uieueren Präparates ausserhalb der 
Apotheken wurde für strafbar erklärt. 

Epsfein's Polygonum-Thee (Bussisoher 
Knoterich). Dieses seit einiger Zeit mit grosser 
Redame als unfehlbar aogepriosene Mittel gegen 
Hals- und Brustleiden, besonders aber gegen 
Schwindsucht, welches in Originalpacketen zum 
Preise von 1 Mark für 70 g abgegeben wird, 
besteht aus nichts anderem, als dem zerkleinerten 
&autc des gewöhnlichen Vogelknöterichs, der 
überall bei uns als gemeines Unkraut anzutreffen 
ist. Nachdem das Berliner Polizeipräsidium 
vor dem Mittel eine öffentliche Warnung erlassen 
hatte, in welcher dasselbe als wirkungslos 
beieichnei und der wirkliche Werth des zu 
1 Mark verkauften Päckchens zu ungefähr 
10 Pfennigen '!) angegeben wurde, erfolgte auch 
hier Beanstandung des Thees, weil derselbe im 
Hinblick auf die irreführende Bezeichnung als 
ein Geheimmittel angesehen wurde. Trotzdem 
erkannte das Schöffengericht auf Freisprechung, 
weil nach der un widerlegten Behauptung des 
Angeklagten auch in den hiesigen Apotheken 
der gewöhnliche Vogelknöterich unter der Be- 
zeichnung ., Russischer Knöterich^^ abgegeben 
wird. 

Mayer' ^ Anxil, ein gegen AdemgeRuhwüre, 
offene Beinschäden, chronische Flechten, Schnitt- 
und Brandwunden angepriesenes Universalmittel, 
setzte sich aus (olgenden drei, in Pappschachteln 
befindlichen Präparaten zusammen: 

1 Badepulver: ein Gemisch von 2 Th. Seifen- 
pulver und 1 Th Schwefel zur Herstellung 
partieller Bäder, 

2. Wundstreupulver: 8 bis 10 Th. Kampher, 
1. Th. Getaceum und 

3. Blutreinigungsthee: Gemisch yon Wach- 
holderbeeren (Fructus juniper.). Pimpinellwurzel 
(Radix pimpinel.), Arnikablüthen (Flores arnicae), 
1' aulbaumhnde (Gortex rhamni frang.), Guigakholz 
(Lignum guigaci). 

Von den drei Präparaten war nur das Bade- 
pulver für den freien Verkehr zugelassen, 
während der Verkauf der beiden übrigen ausser- 
halb der Apotheken auf Grund der Kaiserlichen 
Verordnung vom 27. Januar 1890 als strafbar 
bezeichnet wurde. 

Asthma- Mittel. Ein unbemittelter 

Kranker hatte von einem Leipziger sogenannten 
Homöopathen zum Preise von 2,50 Mark pro 
200-g Flasche eine braune Flüssigkeit bezogen. 
Nachdem der Aermste bereits acht Flaschen 
verbraucht hatte, kam ihm der Gedanke, das 
Mittel möchte doch wohl wirkungslos sein. Die 
Untersuchung ergab, das mit '/4 pCt. Zucker- 
couieur braungefärbtes Wasser vorlag. Preis: 
2,50 Mark. Werth: Nulll 

Hanfgarn« Zwei Proben Hanfgarn waren in 
den Verdacht einer VerHUschung durch Jute 
gerathen, weil sie einige mit Salpetersäure braun 
wordende Fasern enthielten. Auch die übrigen 



44 



als far Jute oharakteristisch angegebenen 
Beactionen traten deatlich ein, indem einige 
Fasern mit Phloroglucin und Salzsäure roth 
wurden, mit Jod und Schwefelsäure hingegen 
farblos blieben. Trotzdem zeigte die mikro* 
skopische Untersuchung der sich abweichend 
verhaltenden Fasern, dass unzweifelhaft reiner 
Hanf vorlag, und man sieht hieraus, dass die 
chemischen Beactionen bisweilen im Stich lassen. 
Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Alle 
drei Beactionen beruhen auf dem Umstände, 
dass die Hanffaser nahezu reine Cellulose, die 
Jutefaser hingegen stark verholzte Cellulose 
darstellt. Sobald also die älteren oder die nahe 
der Wurzel befindlichen Theile der Haafpflanze 
mit verarbeitet werden, ist es nicht ausgeschlossen, 
dass einzelne Fasern in das Qarn gelangen, 
welche die sonst für Jute charaktei istischen 
Holireactionen geben. Die mikroskopische 
Prüfung muss dann die sichere Entscheidung 
liefern. 

Moorerde. Ein zu Badezwecken bestimmter 
Moor erwies sich als ein Gemenge von erdigen 
Bestandtheilen mit zersetzten Pfianzenresten, 
welche sich aus Sumpfpflanzen, wie Binsen, 
Schilf, Schachtelhalmen u. s. w., femer aus 
Wurzelfasem, Holz- und Binden fragmenten 
zusammensetzten, während die eigentlichen 
Torfmoose nahezu völlig fehlten. Es handelte 
sich also wie bei dem Pyrmonter und anderen 
Bademooren um ein Niederungsmoor. Die 
chemische Analyse eigab neben einem Wasser- 
gehalte von 79,54 pCt. für die völlig getrocknete 
Substanz folgende Zusammensetzung: 

Wasserlösliche Bestandtheile 1,12 pCt 
davon anorganisch . . . 0,30 
organisch . . . 0,82 
In Salzsäure lösliche Bestand- 
theile 35,88 

davon anorganisch . . . 8,74 

organisch . . . 27,14 

Gesammt-Humus .... 33,62 

Mineralstoffe 18,26 

Gesammteisen 2,10 

Freier Geeammtschwefel . . 0,06 
Wa8serau£saugungsvermögen 476,00 „ 
Ausserdem war in dem wässerigen Auszuge 
Ameisensäure und Ammoniak in geringer Menge, 
aber keine Schwefelsäure zugegen. 

Demnach stellte die untersuchte Substanz 
zwei fr lies eine Moorerde dar, wenn sie auch im 
Hinblick auf die geringe Menge von 2 pCt. 
Eisen und das völlige Fehlen von SchwefeUsies 
nicht als ein Mineralmoor bezeichnet werden 



»1 



»1 

n 

11 

11 



konnte. Da sich nun aber in der Beurth^ong 
von Bademooren in letzter Zeit ein grosser 
Umschwung vollzogen hat, indem, mit Ausnahme 
der Aerzte der renommirten Mineralmoorbäder, 
welche das Hauptgewicht auf die Anwesenheit 
grosser Mengen Schwefelkies legen, die medi- 
cinischen Autoritäten mehr und mehr der 
Ansicht hinzuneigen scheinen, dass es sich bei 
dem Erfolge der Moorbäder weniger um chemische 
Bestandtheile, als mehr um eine mechanische 
Einwirkung handelt, so erschien die Brauchbar- 
keit des Moores keineswegs aussichtslos, um so 
mehr, als dasselbe im Hinblick auf seinen hohen 
Humusgehalt den berühmten Moorbädern nicht 
nachsteht und in Bezug auf das zur technischen 
Verwerthung besonders wichtige Wasserauf- 
saugungsvermögen die meisten Mineralmoore 
sogar übertrifft. 

KiUirpräparate* Sanatogen. Dieses be- 
kannte diätetische Präparat erschien als ein 
schneeweisses Pulver, welches beim Yerrähren 
mit wenig kaltem Wasser stark aufquoll und 
sich beim Erwärmen völlig zu einer milchigen 
Flüssigkeit löste, aus welcher es durch Säuren 
wieder ausgefällt wurde. Die Analyse ergab 

Wasser 8,34 pCt 

Asche 5,37 „ 

Phosphorsäure . . . 2,49 „ 
Stickstofibubstanz . . 82,75 „ 
Diese Befunde lassen das Sanatogen als ein 

mit Glycerinphosphorsäure gelöstes Oasein 

erscheinen. 

Soson. Das untersuchte Nährpräparat zeigte 
sich unter dem Mikroskope als vorwiegend aus 
Muskolfasern zusammengesetzt und war demnach 
zu den abgabepflichtigen Kleischpräparaten zu 
rechnen. Die Analyse ergab folgende Werthe: 

Wasser 9,18 pCt. 

Asche 0,61 ,, 

Aetherextract (Fett) . 0,17 „ 
Stickstoffsubstanz . . 90,04 „ 
Demnach zeigt das Soson, analog dem Tropon, 
die Zasammensetzung von ziemlich reinem, aber 
unlöblichem Eiweiss. Vor dem Tropon hat es 
den Vorzug, ausschliesslich thierischen Ur- 
sprunges zu sein, während es den Naohtheil des 
ersteren theilt, dass die darin enthaltenen Nähr- 
stoffe wesentlich theurer sind, als in den üblichen 
Nahrungsmitteln. Es stellt also eine billige 
Ei Weissquelle nicht dar und kann daher für die 
Zwecke der Masseneruährung ebenso wenig wie 
das Tropon in Frage kommen. 

Varges^ Nahrungsmittelchemiker. 



Therapeutische 

Ueber Chloralhydrat 

schreibt C. ArchangeUky (Ztschr. f. physiol. 
Chemie), dass dasselbe zwar nur langsam 
aus dem Blut in daB Centralnervensystem 
dndringe, aber stärker in demselben fest- 
gehalten werde, als in der Leber. Er 
arbeitete nach folgender Methode zur Be- 



Mittheilungen. 

Stimmung desselben: Gleiche GewichtstheOe 
Organe und 20proc. Phosphorsäure wurden 
zwölf bis zwanzig Stunden destillirt, bis eine 
Probe des Destillates unter Zusatz von Natron- 
lauge und Sublimat erhitzt auch nach längerem 
Stehen keine Trübung mehr zeigte. (Diese 
Reaotion weist noch 0,00006 g Chloral- 



45 



hjdrat in 5 eem Wasser nach. — Auf die 
Schwerfiflchtigkeit dieses Arzneimittels bei 
der DestüJation mit Wasserdampf war schon 
Ph. G. 40 [1899], 543 hingewiesen worden.^ 
Gelb gefärbte oder getrübte Destillate müssen 
nochmals mit Phosphorsänre destillirt wer- 
den ^ bis sie farblos nnd klar sind. Eine 
zweite Destillation mit gnter Efihlung nnter 
Zusatz von etwa 10 ccm Phosphorsänre 
(20proc) war stets nothwendig, wenn Gehirn 
oder Leber znr Untersuchnng benutzt wurde. 
Beim Stehen bildete sich meist eine geringe^ 
flockige Trfibnng, die ohne Schaden abfiitrirt 
wurde. Das filtrirte Destillat wurde auf 
dem Waaserbade mit 30 bis 50 ccm Normal- 
Natronlauge zersetzt und auf 20 bis 30 ccm 
abgedampft Zur genauen Neutralisation 
des RfickjBtandes wurde Essigsäure verwendet 
nnd dabd die Entwickelung von Kohlen- 
säore gebührend berücksichtigt Die neutrale, 
fUtiirte Flüssigkeit wurde mit der gleichen 
Menge gesättigter Sublimatlösung versetzt 
ond ein bis zwei Stunden stehen gelassen. 
Aach jetzt konnten noch flockige Nieder- 
schläge ohne Bedenken abfiitrirt werden, 
da bei der Ameisensäure auch nach fünf 
big sechs Stunden sich in der Kälte mit 
Sublimat noch keine Niederschläge bilden. 
Erat beim Erhitzen entsteht der Niederschlag 
von Quecksüberchlorür. Um sicher zu gehen, 
wnrde fünf bis sechs Stunden lang auf dem 
kochenden Wasserbade stehen und dann 
einige Stunden erkalten gelassen; dann erst 
wurde der Niederschlag gesammelt, ausge- 
waschen, getrocknet und gewogen. Das 
gefundene Gewicht mit 0,351 multiplicirt, 
entipricht der zersetzten Menge Chloral- 
bydrat B. Th. 

Alkohol und Zimmtsäure gegen 
Lungentuberkulose, 

Dr. Adolf Hoff, Assistent der I. internen 
Abtheilung a. d. Allg. Poliklinik in Wien, 
veröffenüicht in der Heilkunde 1901, Heft 4 
dne Abhandlung über therapeutische Ver- 
sacihe zur Beförderung des natürlichen Heil- 
vorganges bei der Lungentuberkulose. Er 
verabreicht Perucognac („Perco" von der 
Pinna Dallmann dt Co, in Gummersbach, 
Rheinland), welcher ungefähr 5 g Zimmt- 
säure in 1 L enthält, vor jedem Essen (drei- 
mal tä^ch) ein Qläschen, und eine Arsen- 



Z'immtsäurelOsung nadi folgender Vor- 
schrift: 

Rp. Addi arsenicosi . . . 0,1 
Kalii carbonici depurati 0,2 
Addi cinnamylici . . 0,3 
Goque cum Aqua destillata ad perfectam 
solutionem et remanentiam 5,0. 
i Adde: Spiritus vini Cognac . 2,5 
Extracti Laudani aquosi 0,3 
quod in 

Aqua destillata ... 2,5 
solutum et dein bene filtratum sit. 

D. S. Nach dem Mittag- und Abend- 
essen je 6 Tropfen in einem Kaffeelöffel 
Wasser zu nehmen und allmählich bis auf 
zweimal täglich 22 Tropfen zu steigen. 

Eine Vereinigung dieser beiden Mittel hält 
Hoff für die zweckdienlichste Behandlungs- 
methode der Phthise. 

Um nun zu sehen , ob die Zimmtsäure 
auch wirklich in die Lunge, wo sie doch 
wirken soll, gelangt, untersuchte Aufreckt- 
Berlin das Secret, welches aus der Lunge 
stammt, nämlich das Sputum. 

Zu diesem Zwecke wurden 75 g reich- 
lich bacillenhaltiges Sputum eines mit Peru- 
cognac behandelten Phthisikers mit ebenso- 
viel heissem Wasser verdünnt und mit 
Natriumphosphat versetzt. Dabei musste 
natürlich darauf geachtet werden, dass der 
Kranke bei der Sputumentnahme in der 
Mundhöhle oder im Speichel keine Reste von 
dem eingenommenen Perucognac u. s. w. 
mehr hatte. — Der bis zur Sirupdicke einge- 
dampfte Rückstand wurde mit gebräuntem 
Gyps versetzt, völlig eingetrocknet, die Masse 
sammt den Hofmeister'Mhen Glasschälchen 
gepulvert und das Pulver im SoxAte/'schen 
Extractionsapparat mit Chloroform ausge- 
zogen. Nach dem Verdunsten des Chloro- 
forms wurde der Rückstand in heissem 
Wasser gelöst, die Lösung im Vacuum ein- 
gedampft und der Krystallisation überlassen. 
Der Rückstand erschien unter dem Mikroskop 
in feinen Nadeln, die sich im Wasser schwer 
lösten und in deren Lösung Eisenchlorid 
einen bräunlichgelben Niederschlag erzeugte. 
Beim Verdampfen des Rückstandes mit 
Salpetersäure entwickelte sich, namentlich 
bei stärkerem Erhitzen, ein Geruch nach 
Bittermandelöl, wodurch die Gegenwart von 
Benzoesäure bezw. Zimmtsäure bestätigt 
whrd. B. Th. 



46 



Technische M 



Dr. Neumann's Beagensglas. 

Paul Altmaim zu Berlin verfertigt nach 
Angaben von Dr. Neumann besondere 
Reagensgläser zur Ausführung der Fischer- 
Bchen Phenylhydrazinprobe zum Nachweis 
des Zuckers im Harn. 

Dieses neue Reagensgias hat an seinem 
unteren Ende drei Marken, die den Inhalt 
von 3; 5 und 7 ccm angeben; etwas ober- 
halb dieses graduirten Theiles befindet sich 
eine kugelförmige Erweiterung. Die Form 
dieses Reagensglases zeigt uns die Abbildung 
in Ph. 0. 37 [1896], 49. 

Zum Gebrauche werden von dem zu unter- 
suchenden Harn 5 ccm (also bis zur Marke 5) 
eingefüllt, sodann bis zur Marke 7 mit einer 
50proc., mit Natriumacetat gesättigten Essig- 
säurelösung aufgefüllt und der ganze Inhalt 
nach Zusatz von 2 bis 3 Tropfen Phenyl- 
hydrazin gekocht Man lässt bis auf 3 ccm 
(Afarke 3) eindampfen, kühlt rasch ab, lässt 
noch einmal aufkochen und dann langsam 
erkalten. 

Zeigt sich ein goldgelber, krystallinischer 
Niederschlag, so entliielt der Harn Zucker. 
Die Reaction ist so empfindlich, dass noch 
0,02 pCt. Zucker mit Sicherheit nachzu- 
weisen sind; es können dann noch die gelben, 
meistens garbenförmig angeordneten Phenyi- 
glykosazonnadeln unter dem Mikroskop deut- 
lich beobachtet werden. Der Preis für ein 
solches Reagensglas beträgt 72 Pfg. (Ge- 
schäftsbericht von C. TV. Hausmann, 
St GaUen, 1901, 79.) R. Th. 

Neuer Trichter. 

Merck'B Repert. beschreibt einen Trichter 
nach Angabe von D. S. Horton , der zur 
Verhütung des Glucksens an seiner Ausfluss- 
röhre einen conisch geformten hohlen Mantel 
trägt, welcher am Trichter befestigt ist, aber 
dodi der Luft freien Austritt gestattet — 



ittheilungen. 

Sollte man nicht dasselbe Ziel billiger er- 
reichen können, wenn man in ähnlicher 
Weise zwischen Ausflussrofar und Flaschen- 
hals einen Mantel klemmt, der nur aus Well- 
pappe, wie sie als Packmaterial überall zu 
finden ist, entsprechend geformt ist? Es 
ist nur darauf zu achten, dass die Rinnen 
vertical, nicht horizontal verlaufen. Die 
Pappe lässt sich ja ohne Kostenaufwand 
jedesmal erneuern und der einfache glatte 
Trichter lässt sich leichter sauber halten. 



Gas nicht durclilasseiide 
Oummischläuche 

stellt man m der Weise her, dass man die- 
selben mit einer Mischung, die folgender- 
maassen zusammengesetzt ist, überzieht: 

5 Th. Gummi arabicum und 3 Th. Melasse 
werden in 1 5 Th. weissem Wein gelöst und 
unter fortwährendem Umrühren, damit das 
Gummi arabicum nicht niedergeschlagen wird, 

6 Th. Alkohol hinzugesetzt. 

Das Entweichen von Gas aus Gummi- 

Bchläuchen wird durch eine derartige 

Behandlung verhindert Vg. 

Pharm. Rundseh. 1901, 704. 



Neue Pulverkapseln, 

welche ohne Aufblasen sich öffnen, hat R. 
Hastreiter'Wj&i sich patentiren lassen. Das 
Papier, aus welchem die Kapseln hergestellt 
werden, wird durch eine zu diesem Zwecke 
construirte Maschine nach dem Princip der 
Uhrfeder auf der einen Seite ausgedehnt^ 
während die andere Seite unverändert bleibt. 
W^n das Papier die Maschine verlässt, rollt 
es sich zusammen und behält diese Eigen- 
schaft, auch wenn es gefalzt und gepreest 
wird, y-g^ 

Ztsehr. d. Ällg. österr. Äpoth-Ver. 1901, 1274. 



Zur gefälligen Beachtung. 

Der beutigen Nummer liegt da.s Inhalts 'Yerzeichniss für den Jahr- 
gang 1901 bei. Wer dasselbe nicht erhalten sollte, wolle es umgehend verlangen. 

Einzelne Nummern xur VervolLständigung früherer Jahrgänge sind 
gegen Einsendung von 30 Pfg. für jede Nummer xu beziehen von der 

Geschäftsstelle der Pharmaceutischen Centralhalle, 

IheMen-A., Schandauer- Strasse 43. 

^ 

Verleger und venntwortiieher Leiter Dr. A. Sdineider In üreaden. 



IV 



+ A 



4. 4« 



[oh erkläre hiermit, da«« Icia trotz einer von der Waarenzeichen-Ahtheilung 
des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin in erster Instanz am 21. November v. J. mündlich 
abgegebenen Entscheidung naeh wie vor der alleinberechtigte Inhaber de« 
Ibraareaseiehen« Creelln bin und das« ieh iinnaehsichtlleh Jeden 
geriehtlich verteilten werde« der es unternehmen solltö, in diese meine 
Keehte einzugreifen. 

William Pearsoiiy 

Hambnrir* 





ser 

Pastillen 

und 

Thermalsalze 

der 
KtfnigL PreussiBoheii Bade-Terwaltung 

Bad Ems. 

Billigste Bezugsquelle 

J. HTeae 4; Sohn, Hains a«Bh. 

lledlclnal- Weine 

dlreoten Import. 



pro liier von 1J20 Mk. an 

1^ 



Slierry, herb 
Skenj^ mild . . 
Malaga, dunkel und 

rothgolden . . ,, ,, i, 1)50 
Portwein, Madeira „ ,, ^ h^ 
Tarragona . . . „ «71 li— 
Baaea Moaeatel . „ „ ,, 0,90 
TBistouert und franoo jeder deiltsohen Bahn- 
station. Muster gratis und franoo. 

GebrOder Bretschneider, 

meianellema i. Sachsen. 



9» 



n 



« 



»1 w 



Anilinfarben! 

in allen Nnanoen, speoiell für 

Tintenfabrikation 

präparirt, wie solche zu den Vorsohriften das 
Herrn Engen DIeterieli yerwendet und in dessea 
Manual empfohleo weiden, hält stets auf Lager 
und Tersendet prompt 

Franz Scliaal, Dresden. 



7umA\usterversaiidt lur \\[ 




Kieseliiiilir-IiiliisoneMrli 
Terra Sflicea oaciiuita 

Onindlage {.ZahninilT. u -Faitn 




Bei BerfLcksiclLtigang dei Anzeigen bitten wir auf die 
„Pharmaeentisclie Centralhalle** Bezng nehmen zn wollen. 




Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

ZeitBduift für wissenBcliaftlielie und geschftftliohe InteresseB 

der Pharmieie. 

OegrOndot Ton Dr. H. Hafer 1859; fortg«fthrt von Dr. B. OeiMler. 

Heraiiflgegeben Ton I>r. ▲. BckMitler. 

hiehflmt jadni Donnerttac. ^ Beingtprtis Tiertaljährlioh: doroh Pott odar 
Bwdihaiidel 2fiOUL, utor SMAuid a,— ML, Ausland 8,60 IQ. linaelM NimimMii 90 Pf. 



Anieigan: die emmal gaBpaltaaa Petit-Zaüa 86 Pf., bei nöBsaren Anaeigea oder Wieder- 
iMhmgeii PieiaenDlBsigiiDg. — GweMflMt eilet Draeden (P.-A. 91), Sohandaaer Stiaaae 43. 
Lrfter der ZiHwMfl: Dr. A. Sohneider, Dreeden (P.-A. 81), Sdiandaner Straate 43. 
Ao der Leitiuig betheiligt: Dr. P. SAaa in Dreaden-Blaaewits. 



M4L. 




XLIIL 

Jahrgang 



[fthaK: OhoBi« ud PfearBa«!«: Ueber Hyotdn and Atroacln. - MwMMnalyliMlM BMUmmunf de« BImiib 
Ib Fcmun rädactmu. — AdreaAlln, dai wirkMine Prindp der SupnreBatdr&Mn. — Zar Bettinmoiig der Diehle 
roB FliHigkeitfii. — Zar Hentellang elnee DeeinfecUonemiUel. — Ueber dat Yohimbin ,, Spiegel**. — Hentellung 
nbentener Punffln-Injeetlonen. — TeTel-Tablotlen. — Ueber MetaUdeetflUiion im Veenom und Ober deettlUrte 
UetaUe. — Dne Atomgewicht de« reinen Tellor«. — Oaeouetrlsohe Beetimmongen von Kitriten Im Harn. — Zam 
ffaehweia ren Indozyl-SehwefMeiore im Htm. ~ Verbindnngen dee G«ldee mit Chlor. — NaliraBaaMlIt«!- 
- Pkanuike^oeie. ~ Bakterloloctoche MittheifiuMceB. — Ther a pe att we a e MittaellaBgva. ~ 
aaeheneliaa« - VerMUedeee ■ItthcUaBaa. — BriefirechML 



Chemie und Pharniacie« 



Ueber Hyoaoin und AtroaoiiL 

Da VerwiiTang in der Benennung des 
Manaceenalkaloids CnH2iN04 herrscht 
[lach Ladenburg nnd Hes.se Hyosdn, 
ach Schmidt Scopolamin), hat Hesse ^) 
as Hyosdn und das isomere (inactive) 
itro8cin,.yon Neuem untersucht. 

Hfoeein wurde 1882 von Ladenburg ^ 
afamorphen Hyoscyamln entdeckt und 
orch das Qoldsalz, das Jodhydrat und 
iromhydrat charakterisirt ; die ihm zuge- 
!hriebene Zusammensetzung C17H23O3N 
at sich später als unrichtig erwiesen. 
>as von Merck in den Handel gebrachte 
yosdnbromhydrat 

C17H81O4N . HBr + 3H2O 

ithftlt als Verunreinigung höchstens 
pu-en fremder Basen. Ein Qrund, 
^n dieser Spuren das chemisch reine 
Kaloid in Scopolamin umzutaufen^;, 
^ nach Hesse nicht vor, besonders 
i das käufliche Hyoscinjodhydrat rein 
t Die physiologische Wirkung des 



*) Joarn. praci ehem. \2] 64, 353. 

*) Ann. d. Chemie 800, 299. 

^ E, ScknwU, Aich. d. Pharm. 388, 380. 



käuflichen Scopolamins ist nur dann 
eine etwas andere, wenn dieses Präparat 
erhebliche Quantitäten von Atroscin 
enthält. 

Hyoscin wurde dann später noch in 
verschiedenen Solanaceen gefunden. 
Die Darstellung erfolgt aus ScopoUa 
atropoides dadurch, dass die saure 
Alkaloidlösung mit Kalium- oder 
NatriumcarbonaÜösung schwach alkalisch 
gemacht und mit Chloroform extrahirt 
wird; dieses nimmt neben färbenden 
Substanzen nur Hyoscin auf, welches 
durch das Bromhydrat gereinigt wird. 
Bei der Darstellung aus der an Hyoscin 
reichen Datura alba kann man direct 
das Bromhydrat gewinnen. Wird das 
mit zwei Molekfilen Wasser krystall- 
isirende Bromhydrat in Wasser gelöst, 
so erhält man [ajo = — 32,9 0. Hyoscin 
bildet einen farblosen Sirup, der in 
dünnen Schichten zu einem Fimiss ein- 
trocknet vom Schmelzpunkt etwa 50<>. 
Es reagirt stark alkalisch und giebt 
neutrale Salze. Durch Einwirkung von 
Salzsäure bei iOO<> erhält man neben 
Oscin Atropasäure nnd etwas Tropid, 
durch fiberschässiges Barytwasser bei 



48 



600 entsteht Tropasäure, beim Kochen 
aber oder bei Verwendung von Kali 
erhält man Atropasäure. 

AtroBcin hat Hesse ^) zuerst, wenn 
auch nicht ganz rein, dargestellt, und 
es dann in dem käuflichen sogenannten 
Scopolaminbromhydrat nachgewiesen. 
Damit identisch ist das inactive 
Scopolamin von E. Schmidt, das Hyoscin 
von Bender und das krystallisirte 
Scopolamin von Luboldt. Atroscin, 
C17H21NO4, krystallisirt gewöhnlich mit 
zwei Molekülen Wasser und zeigt dann 
den Schmelzpunkt 3 i bis 37 0. War 
die Masse vor der Kiystallisation stark 
entwässert, so erhält man ein Mono- 
hydrat, C17H21NO4 -|- H2O, vom Schmelz- 
punkt 66 bis .'lyo. Das entwässerte 
Alkaloid schmilzt bei 82 bis 83 0. Das 
Monohydrat geht an der Luft leicht in 
das Dihydrat über. Atroscin ist optisch 
inactiv und liefert bei der Spaltung mit 
Kali oder Baryt Oscin und Tropasäure 
oder Atropasäure. 

Das Hyoscin lässt sich in das 
Atroscin überführen. Beim Er- 
hitzen des entwässerten Hydrobromids 
über den Schmelzpunkt (auf 192 bis 197^) 
findet unter Bräunung eine langsame 
Inactivirung , also Umwandlung in 
Atroscin, statt. Das Alkaloid selber ist 
beim Aufbewahren im Dunkeln unver- 
ändei'lich; im Licht wird es sehr lang- 
sam umgewandelt. Alkalicarbonate, 
Kalk- und Barytwasser sind bei gewöhn- 
licher Temperatur ohne Einwirkung. 
Baryt wirkt bei 60 ^ spaltend. Alkalien 
in starkem Ueberschuss in alkoholischer 
Lösung bewirken Spaltung; in kalter, 
verdünnter, wässeriger Lösung erzeugen 
zwei Aequivalente Kali keine Veränder- 
ung. Dagegen erhält man durch Spuren 
von Alkalien in alkoholischer Lösung 
eine schnelle Inactivirung. Demnach 
gestaltet sich die Darstellung von 
Atroscin folgendermaassen : 10 gHyoscin- 
bromhydrat werden in 60 ccm Alkohol 
gelöst, mit 0,117 g Natriumhydroxyd 
in concentrirter wässeriger Lösung 
versetzt und zehn Stunden stehen ge-l 
lassen; dann wird neutralisirt, der 

*) Ann. d. Chemie 271, 121. 



Alkohol verjagt, der Rückstand mit 
Soda und Chloroform bebandelt und das 
nach Verdampfen des Chloroforms 
hinterbleibende Alkaloid in flachen 
Schalen, mit etwas Wasser bedeckt, 
krystallisiren gelassen. Ist die Tem- 
peratur gegen 25^, so muss ein fester 
Krystall eingeimpft werden. 

Bio physiologische Wirkung das 
Hyosoins und Atroscins ist beruhigend, 
ohne schädliche Nebenreactionen, wie 
beim Atropin; auch die mydriatische 
Wirkung übertrifft die des Atropins um 
das mehrfache Das Atroscin ist dem 
Hyoscin vorzuziehen. Käufliches „Scopo- 
' Jamin - bromhydrat " enthält beide 
Alkaloide in wechselndem Verhältniss. 
Der Schmelzpunkt schwankt daher 
zwischen 178 und 190 ^ Das Atroscin 
ist wegen seiner Krystallisationsfähigkeit 
besonders auch bei der Herstellung von 
I Verreibungen (z. B. mit ßicinusöl) leichter 
zu handhaben. ^s^. 



Maassanalytische Bestünmung 
des Eisens im Ferrum reductmn. 

Folgende einfache und bequeme Methode 

: zur maasaanalytischen Bestimmung des Eisens 

I im FeiT. reduet. veröffentlicht O. Schmaioüa 

'in der Pharm. Ztg.: 0,3 g Ferr. rednct 

werden in versehliessbarer Flasche mit 5 

bis 10 ccm Wasser übergössen; die Flasche 

wird in kaltes Wasser gestellt, darauf 

1,6 g grob geriebenes Jod hinzugesetzt 

und bis zur Lösung des Jods unter steter 

Bewegung im kalten Wasserbade gehalten. 

Nach halbstündigem Stehen bei gewöhnlicher 

Temperatur und zeitweiligem Bewegen wird 

das überschüssige Jod mit Vio-Natriumthio- 

sulfatlösung bestimmt. Entsprechend einem 

Mindestgehalt von 91proc. metallischem Eisen 

dürfen bei Anwendung chemisch reinen Jods 

höchstens 28,5 ccm zur Bindung des Jods 

nöthig sein. 

Da dies Verfahren einfach ist, so dürfte 
diese Methode der im Deutschen Arzneibuch 
angegebenen vorzuziehen sein, zumal das 
Jodkalium ganz fortgelassen ist. Aus dem 
zum Waagen des Jods benutzten Gefäss 
kann man nach beendeter Beaction die etwa 
haften gebliebenen Jodtrümmer durch ein 
paar Tropfen Jodkalilösung entfernen und 
vor der Titration dem Ganzen zufügen. 



49 



Adrenalin^ das wirksame Princip | ^^ AdrenalmB ist sehr groas. Vergl. auch 
^ ^ ,^ . Ph. C. 42 [1901] 483. -Ae. 

der Suprarenaldrusen - . - 

hat Joh'chi Takamine (Chem.-Ztg. 1901, Zur Bestimmimg der Dichte 

Rq). 342^ in reiner beständiger nnd krystall- VOn Flüssigkeiten 

iarterForm isolirt Snprarenalkapseln wurden giebt Oirardet (Chem.-Ztg. 1901, Kep. 349) 
fein zerkJeinert, etwa 5 Standen lang in an- einen Apparat an, der ans zwei senkrechten 
geBäaertem Wasser bei 50 bis 80 ^ C. digerirt Röhren, die oben durch ein Querrohr ver- 
Dnter öfterem UmschOtteln und Ersatz des einigt sind und unten in zwei offene Geflsse 
verdampften Wassers. Dann wurde die tauchen, besteht. Hinter dem einen Rohre 
Temperatur 1 Stunde lang auf 90 bis 95^0. ist ein Maassstab mit Millimetertheilung, 
erhöht, um die Eiweisssubstanz zum Gerinnen hinter dem anderen ein solcher mit ftlnf 
ZQ bringen. Bei diesen Operationen muss Theilstrichen in Abständen von 100 mm 
min die Flflssigkeit möglichst wenig der angebracht. Die Nullpunkte der beiden 
Lnft aussetzen , um die Oxydation des ' Skalen liegen beliebig. Man füllt nun in 
Adrenalins zu einer inactiven Substanz zu das eine Gefäss destilhrtes Wasser, m das 
veriifiten. Die Masse wird schliesslich ab- andere die zu prüfende Flüssigkeit, saugt 
gepresst und von der FlQssigkeit getrennt durch das obere Verbindungsrohr die Luft 
und dann von Neuem mit durch Essig- oder aus den senkrechten Röhren, bis die FlQssig- 
SaJzsäore schwach angesäuertem Wasser. keit in dem eben Rohre über den Theil- 
digerirt Die Flüssigkeiten werden vereinigt strich 500 gestiegen ist, und stellt dann 
und stehen gelassen, damit sich das Gel ab- , die Flüssigkeit genau auf diesen Theilstrich 
scheidet Dann wird das klare Extract im ein, liest im anderen Rohre ^en Stand N 
Vaeuum bis zur geeigneten Stärke eingedampft ab, lässt in dem ersten Rohref die Flüssig- 
ond zu dieser Lösung das 2- bis 3 fache keit bis zum Nullpunkte ausfliessen und 
Volumen absoluter Alkohol zugegeben. Die liest den Stand n im anderen Rohre wieder 
fiitrirte alkoholische Lösung wird im Vaeuum ab. Dann berechnet sich die Dichte D 
v^ampft und der Rückstand mit Ammoniak ans folgender Formel: 

deutlich alkalisch gemacht. Nach mehreren in ^ — ^ 

Stunden wird der entstandene gelbbräunliche ^^^ ^ — ^~^^ . 1 ; D — ^^ 
Niederschlag in Säure gelöst und genügend p^^^ ^^^ ^^^^^ Flüssigkeiten kann 
Alkohol und Aether zugegeben. Adrenahn ^^ ^.^^^ ^^^ Flüssigkeitssäule von 
»t cme leichte, weisse, mikrokrystallmische ^^^ ^^ i,t\xmt^, sondern benutzt nur 
Substanz mit verschiedener Krj'stallforni, von ^^^^^ ^^^ ^^^ ^^^ 200. 100 mm Länge, 
sdiwach bitterem (Tcschmack und hmterlässt — Ae" 

ein Betäubungsgefühl auf der Zunge. Trocken 

ist es völlig beständig, reagirt schwach ZUT Herstellung eines 

alkaliseh, ist schwer löslich in kaltem, leichter Desinfeotionsniittel 

" ^'^J?' .I^T'' '?* "''\'*''l''!J! ^cT" ^^ nach ebem Patente von Weyl (Ohem.- 
and Alkalihydroxj'den nnd bildet Salze. ^^ ^^^^ ^^gj) ^^^^ ^^^ ozonhaltigee 

Ammoniak und Alkahearbonate l<5flen «s nicht q„ ^ 2eit in Seifenlösnng eingeleitet 

lÄe empirische Formel ist wahrscheinlich „„^ ^:^ tx«„«« ;«, v»«.,^ ^x^Z^a^^^u 
n u xTTk rk- u • 1 • 1, w u u * *"^^ "*® Lösung im Vacum eingedampft. 
U10H15NO3. Die physiologische Wirksamkeit he 



Ueber das Yohimbin „Spiegel". 

machen Arnold und Bchrena (Chem.-Ztg. 1901, 1083) folgende Angaben. Als salz- 
saures Yohimbin C22H2gN203HCl wird das Alkaloid der Yohimbeherinde, die von einem 
Baume Kameruns stammt, als Aphrodisiacum neuerdings viel verwendet. Physiologische 
Hüerveriuche bestätigten die behauptete Wirkung des von der Chemischen Fabrik Güstrow 
gelieferten Präparates. Das Salz hinterlässt auf der Zunge einen pelzigen Geschmack 
imd eine an Cocain erinnernde vorübergehende Anästhesie. Auch in der physiologischen 
Wirkung ist eine gewisse Aehnlichkeit mit Cocain vorhanden. Es wurde in Folge dessen 
^e vergleichende Untersuchung angestellt. 



60 

SCooaYu: Yohimbin: 

Die [freie Base krystallisiri in grossen Die freie Base krystaliisirt nar bei Licht- 
Prismen^ wird durch Licht und Sauerstoff abschiuas aus Aether, Alkohol und Essigäther 
nicht verändert Schmelzpunkt 98 ^ C. Leidit in stark lichtbrechenden, prismatischen Nadeln. 
Ifislich in Aether^ Alkohol, Pctroläther. Bei Lichtzutritt fällt noch ein harzartiger 

Körper aus, der die Kr3rstaUisation verhindern 

kann. Durch Einwirkung des lichtes wird 

der Körper gelb, dann orangeroth, auch in 

Lösung. Schwacher Qeruch nach Benzaldehyd; 

leicht löslich in Aether, Alkohol, Essigäther, 

schwer in Petroläther. Schmelzpunkt 232 ^ G. 

bei 218 G. starke Bräunung. 

Das Chlorid krystaliisirt in Nadeln, die Das Ghlorid krystaitisui aus Alkohol in 

sich zu schuppenförmigen Blättchen gruppiren. kleinen büschelig verzweigten Nadeln. Beim 

Schmelzpunkt 183 ^ C. Verdunsten einer schwachen wässrigen Lösung 

bleibt ein fimissartiger Ueberzug ohne 
krystallinische Struktur zurück. Schmelzpunkt 
2900 G. bei 245 <> G. starke Braunfärbung. 
Mit Goldchloridlösung (1 : 100) giebt die Mit Goldchloridlösung entsteht ein grau- 
Lösung des Ghlorides iP,5 : 100) hellgelbe violetter, amorpher, leicht in oonc. Salzsäure 
Trübung, die aus mikrokrystaUinischen Nadeln löslicher Niederschlag, 
bestand, die nur schwierig in conc Salzsäure 
sich lösen. 

Mit AmmoDiummolybdat weisser, amorpher Mit Ammoniummolybdat weisser, amorpher 
Niederschlag, mit Quecksilberchlorid weisser Niederschlag. Mit Quecksilberchlorid weisser 
Niederschlag aus mikroskopisch kleinen Nadel- Niederschlag aus kleinen farblosen Nadeln, 
eben, leicht löslich in Wasser. Ammoniak leicht löslich in Wasser; Ammoniak trübt diese 
fällt aus dieser Lösung einen amorphen Lösung nur vorübergehend, 
weissen Körper. 

Mit Jodjodkalium amorphe, schwarzrothe Mit Jodjodkalium amorphe, trübbraune 
Flocken mit Metallglanz. Flocken. 

Mit Tanninlösung weisse, flockige Fällung. MitTanninlösung vorübergehende Trübung. 
Mit Platinchlorid (1 : 30) hellgelber Nieder- Mit Platinchlorid amorpher, gelblich- weisser 
schlag aus mikroskopischen , federartig Niederschlag, nach dem Eintrocknen harz- 
gruppirten Nadeln. artig glänzend. 

Mit Nessler'% Reagens weisse, krystall- Mit Kessler'» Reagens weisse, amorphe 
inisch werdende Fällung. Fällung. 

Mit Ghromsäure (5 pGt) fein verfilzte, Mit Chromsäure fein verfilzte, gdbe Nadeln, 
gelbe Nadeln, auf Zusatz von Ammoniak in auf Zusatz von Ammoniak verschwindend. 
Blättchen übergehend. 

Durch 5 Minuten langes Erhitzen mit Durch Erhitzen mit Schwefelsäure und 
oonc. Schwefelsäure auf dem Wasserbade Wasserzusatz tritt Spaltung ein, es entst^t 
und nachfolgenden Wasserzusatz tritt Geruch schwacher Geruch nach Menthol. Dnrdi 
nach Benzoesäuremethylester auf. DieBenzoe- Ausschüttehi mit Aether wird nichts erhalten, 
säure kann ausgeäthert werden. Nach dem Uebersättigen mit Ammoniak ging 

ein Körper mit basischen Eigenschaften in 

den Aether über, der in Wasser leicht lö» 

lieh war, in Nadehi krystallisirte und mit den 

Alkaloidreagentien Fällungen gab. 

Mit rauchender Salpetersäure bleibt es Mit rauchender Salpetersäure färbt es sich 

farblos, audi nach Zusatz von alkoholischer schmutzig dunkelgrün, dann hellgelb. Die 

Alkalilauge. gelbe Farbe wird nach Zusatz von alkoholischei* 

Alkalilauge kirschroth. 



61 



Cocain: 

Löst man Cocain in conc Sdiwefelsäure 
and streut Chlorkalk darauf, so bleiben liösung 
und Chlorkalk farblos. 

Caro's Reagens wird durch Cocain nicht 
verändert. Formalmsdiwefelsäure giebt eine 
farblose Losang. Ein Körnchen in 1 ccm 
20proe.alkoholi8eherBenzaldehydlöeung gelöst, 
giebt auf Zusatz von conc. Schwefelsäure 
eine khu'e, goldgelbe, dann braune Ijösung. 

Mit einer Mischung von Kaliumdiehromat 
oDd oonc Sdiwefelsäure nimmt es namentlich 
beim Erwärmen eine beständige smaragd- 
grUoe Farbe an. 

Mit conc. Pikrinsäure entsteht ein gelber, 
volammöser Niederschlag, der mikrokrystall- 
iniseh wird. 

Eine Mischung von Kalomel mit CocaYn 
färbt sich beim Befeuchten mit Wasser schwarz. 



Tohinbin: 

Löst man Yohimbin in conc Schwefelsäure 
und streut Chlorkalk darauf, so färben sich 
die Chlorkalktheilchen intensiv orangeroth. 

Caro's Reagens wird schmutzig grün, dann 
schwach rosa und wieder grOn. Formalin- 
Schwefelsäure giebt eine braune Färbung. 
Mit Benzaldehyd und Schwefelsäure giebt es 
eine trtlbe, dunkelbraune Mischung, die vom 
Rande aus violettroth wird. 

Das Yohimbin wird schmutzig blau, dann 
schmutzig grün. 



Mit conc l^krinsäurelösnng entsteht eine 
gelbe mikrokrystallinische Fällung, die harz- 
artig die Wände des Glases bedeckt 

Ein Gemisch mit Kalomel färbt sich nicht 

Yohimbin redudrt alkalische Silberlöenng. 

-he. 



Hentellong subcutaner FaraflEln- ' schnelle Zubereitung der 7>7?yjr8chen 

Infusionslösung ermöglichen. 



Injectionen. 

Nach der Entdeckung von Prof. Gersuny 
in Wien köünen Defecte des menschlichen 
Körpers, vor Allem der Haut, durch subcutane 
Pu:affin-Injectionen verdeckt und dadurch 
gleiefazeitig neue, subcutane Gebilde erzeugt 
werden. Dr. Stein, Assistent der Berg- 
inann^whßüL Klinik, giebt nun der Pharm. 
Post 1901, 819 zu Folge nachstehende Vor- 
sdirift zur Herstellung der subcutanen Paraffln- 
Injectionen, wie auch denselben Zwecken 
dienende Vaseün-Paraffinsalbe an. Das Paraffin 
wird am besten in Tafeln bezogen und eben- 
so wie das zur Verwendung kommende 
Vaaelin vom Apotheker selbst, sterilisirt, in- 
dem derselbe das Paraffin in einer Kochflasche 
mm Schmelzen bringt und dann unter Zu- 
hilfenahme eines Dampftrichters dasselbe in 
niedrige, sehr weithalsige Flaschen filtrirt. 
Die Sterilisation wird in einem Trockenofen 
bei einer Temperatur von 200^ bei einer 
balbstfindigen Dauer vorgenommen. Nach 
ter Sterilisation ist das Paraffm zum Gebrauch 
bereit Vg. 

Tavel - Tabletten. 

Dr. Debrumier in Frauenfeld bringt 
Tabletten in den Handel, welche mit Zu- 
itimmung von Prof. Tavel in Bern die 



Die einzelne Tablette, welche 2,5 g 
Natrium carbonicum puriss. und 7,5 g Natrium 
chloratum puriss. enthält, genfigt zur einfachen 
Heretellung von 1 Liter Infusionsfiflssigkeit 
Der Preis der Tabletten ist ein sehr geringer. 

Vg. 

Ueber Metalldestillation im 
Vacuum und über destillirte 

Metalle. 

Prof Kahlbofnn berichtet ('Zeitsohr. f. an- 
gew. Cliem. 1901, 1235) fiber das Ergebniss 
seiner Untersuchung des'illirter Metalle, 
welche spectralanalytisoh erfolgte, dass die 
so erhaltenen Metalle zwar ausserordentlich 
rein, aber noch nicht absolut rein waren. 
Der Vertauf der Destilhitionen, deren Dauer 
bis zu 600 Stunden betrug, wurde in der 
Weise beobachtet, dass die Porzellanröhren 
vermittelst X-Strahlen durdileuchtet wurden. 
Bei der Bestimmung der spedflschen Gewichte 
der destillirten Metalle, welche im Vacuum 
geschmolzen und dann in Ridnusöl sehr 
hohen Drucken bis zu 20 000 Atmosphären 
ausgesetzt waren, «.ergab sich die interressante 
Thatsaohe, dass das speeifische Gewicht zu- 
nächst grösser wurde, aber von einem be- 
stimmten DrvLck an in deutlich wahrnehm- 
barem Maasse abnahm. Vg. 

Hierzu vergl. auch Ph. C. 43 [1902] 11. 



52 



Das Atomgewicht des reinen 

Tellurs 

ist nach den Bestimmungen Köthner^s 
(Chem.-Ztg. 1901, Rep. 351) 126,7 (H = 1). 
Die Kontrole der Reinigung geschah durch 
das ultraviolette Spektrum, und es ist wahr- 
scheinlich, dass alles bisher untersuchte 
Tellur nicht ganz frei von Verunreinigungen 
war. Als sicheres Verfahren, die letzten 
Beimengungen zu entfernen, wurde die 
Destillation des Metalles im Vacuum und 
nachherige Ueberführung in das basische 
Nitrat erkannt Das basische Nitrat bietet 
gewisse Vorzüge vor anderen Wägungs- 
formen und kann mit einiger Mühe in 
völliger Reinheit und constanter Zusammen- 
setzung erhalten werden. Die AtomgewichtSr 
bestimmungen wurden durch Glühen des- 
selben und Wägen des zurückbleibenden 
Tellurdioxydes ausgeführt. Durch ver- 
gleichende Spektralanalyse Hess sicli eine 
ganze Reihe von Uebereinstimmungen von 
Tellurlinien mit solchen anderer Elemente, wie 
Kupfer, Antimon, Thallium und Indium nach- 
weisen, und zwar veränderten sich diese 
Linien bei fortgesetzter Reinigung nicht, 
während die Linien der wirklichen Ver- 
unreinigungen, Wismuth, Antimon, Kupfer, 
Silber, Gold, allmälilich verschwanden. Es 
scheint also das Tellur zu Kupfer, Antimon, 
Thallium, Indium, in gewissen Beziehungen 
zu stehen. —he. 



Zum Nachweis von 



Oasometrische Bestimmungen 
von Nitriten im Harn. 

Eine quantitative Bestimmung des Nitrite 
gehaltee im Harn giebt P. Ocrlinger in der 
Zeitschrift für angew. Chemie 1901, 1250 
an. Dieselbe beruht auf der von Oailhat 
angegebenen Methode, dass, wenn man zu 
einer überschüssigen neutralen Ammonsalz- 
lOsung eine ebenfalls neutrale Metalhiitrit- 
lösung hinzusetzt und das Gemisch zum 
Sieden erhitzt, eine regelrechte Stickstoff- 
entwickelung stattfindet, entsprechend den 
Gleichungen : 
NH^Cl + MeNOg = MeCl -f NH4NO2. 
NH4NO2 = 2 H2O -}- Ng. 
Aus dem Volum des entwickelten und in 
einem Azotometer aufgefangenen Stickstoffs 
lässt sich die Menge des Nitrits berechnen. 
Harnstoff beeinträchtigt die Reaction nicht. 

^9- 



Indoxyl-Schwefelsäure im Harn 

bei Gegenwart von Jodsalzen schreibt B, 
Hendrix (patholog. Laborat. Amsterdam) 
in der Nederl. Tejdschrift voor Geneeskunde 
1901 Nr. 8 Folgendes: 

Es ist eine bekannte Thatsache, daas die 
Indicanreactionen im Harn resultatlos bleiben, 
wenn derselbe Jodsalze enthält; das Chloro- 
form färbt sich nämlich dann durch frei 
gewordenes Jod violett, anstatt blau. Diesem 
Uebelstande suchten Frenkel, Kühn, Kollo 
u. s. w. dadurch abzuhelfen, dass sie Kalium- 
oder Natriumthiosulfat dem Harn zusetzten 
(Ph. C. 42 [1901], 585). Ebenso kommt 
man auch zum Ziel, wenn man Kalilauge 
von der üblichen Stärke zusetzt; abgesehen 
davon, dass man letztere öfter zur Hand 
hat, bietet sie auch noch den Vortheil, daas 
eine Schwefelausscheidung, wie sie sich bei 
Anwendung von Thiosulfat bilden kann, 
vermieden wird. 

Hendrix empfiehlt die Reaction folgender- 
maassen auszuführen: Wird bei der Reaction 
nach Jaff4-Stokvis oder nach Obermayer 
das Chloroform violett gefärbt, so glesst 
man die überstehende Flüssigkeit vom 
Chloroform ab, setzt verdünnte Kalilauge 
zu und schüttelt die Chloroformlöeung damit 
Durch die Bildung von Jodkalium ver- 
schwindet dann die violette Färbung, sodass 
das Indigoblau gegebenenfalls zum Vorschein 
kommt. ß. 2%. 



Verbindungen des Goldes 
mit Chlor 

können nach den Versuchen von Meyer 
(Chem.-Ztg. 1901, 1088) durch flüssiges 
Chlor quantitativ hergestellt werden, und 
zwar Goidchlorid in schönen Erystallen in 
Folge des Löslichkeitsunterschiedes des 
Chlorides in Chlor bei verschiedenen Tem- 
peraturen. Durch Studium der Dissociation 
dieses Chlorides können die Temperatur- 
und Druckbedmgungen genau angegeben 
werden, die erforderlich sind, um das 
Goldchlorür zu erhalten. Auch geht daraus 
hervor, dass es nur eine einzige weniger 
als AuClß chlorirte Verbindung giebt, AuCl. 

—he. 



63 



II a h r u n g s m j 1 1 e I - C h e m i e . 



Zum Nachweis der 
Bensoesäure und ihrer Salze 
in Nahrungsmitteln 

vfiühtt man nach Brevans (Chem.-Ztg. 
1901; Rep. 355) in der Weise, daas man 
die Substanz mit Wasser versetzt (von Flüssig- 
keiten nimmt man 200 ccm), die Lösung 
filtrirt, mit einigen Tropfen verdünnter 
Sehwrfelsäure versetzt nnd im Scheidetrichter 
dreimal mit je 50 ccm eines Gemisches ans 
gieicben Tlieiien Aether nnd Petroläther aus- 
schüttelt Die drei Aosschüttelungen werden 
irereinigt, filtrirt nnd bei gewohnlicher Tem- 
peratur verdunsten gelassen. Der Rückstand 
vird auf das Vorhandensein von Saccharin 
iod Salicylsäure durch den Geschmack und 
nit Eisendilorid geprüft. Die Anwesenheit 
'on Benzoesäure darf vermuthet werden bei 
»Vorhandensein von baumartigen Erystallen, 
iromatischem Gerüche und Entwickelung 
tark reizenden Dampfes beim Erhitzen. Ist 
reder Salicylsäure noch Saccharin vorhanden, 

giebt man in ein trockenes ProberOhr- 
!ben etwa ^2 <^<^™ Anilin, welches 0,02 g 
iosanilin in 100 ccm gelöst enthält, sowie 
ine kleine Menge des Rückstandes und er- 
itzt das Gemisch 20 Minuten lang auf dem 
landbade zum Sieden. Wenn Benzo^äure 
orhanden ist, hat die zuerst granatrothe 
ISaa^eit eine mehr oder weniger veilchen- 
iane Fib'bang angenommen. Man giebt 
inige Tropfen Salzsäure hinzu, um das über- 
üiQssige Anilin in wasserlösliches Chlorhydrat 
mzowandeln, und löst in Wasser. Es bleibt 
ine nnlösüehe, dunkelblaue Substanz zurück, 
ie man auf dem Filter auswäsdit, bis alle 
iolette Farbe verschwunden ist und dann 

1 Alkohol löst —he. 

lUr Früfang der Nahrungsmittel 
auf Sclmnmel. 

In den Reichsvereinbarungen Heft 1, S. 20 
etreffe Prüfung der Nahrungsmittel auf 
ehimmel soll die betreffende Probe in ein 
lit Watte verschlossenes und 25 bis 30 ccm 
Nasser enthaltendes steriles Kölbchen in der 
lenge eingetragen werden, dass sie gut 
nrohfeuchtet erscheint und dann das Kölb- 
len bei 30 bis 40^ bebrütet werden. 
>r. Thiele macht nun in der Zeitschr. f. 
Dgew. CSiem. 1901, 314 darauf aufmerksam; 



daas diese Versuchsanordnung zu sehr falschen 
Schlüssen führen kann, da gerade bei dieser 
Temperatur penicillium glaucum nicht gedeiht^ 
weil das Temperaturoptimum für diesen ge- 
meinsten Vertreter des Schimmels als bei 
gegen 20^ anzunehmen ist Vg. 

Zur Bestimmung 
der Aethenahl bei Untersuchung 

von Fetten. 

J. fWundlich giebt in der Oesterr. 
Chem.-Ztg. 1901, Nr. 20, nachstehende etwas 
abgcändeite Methode der Bestimmung der 
Aetherzahl an, welche man zur Controle der 
Verseifungs- und Säurezahl bei Fetten zweck- 
mässig anwendet. 

Die alkoholische Lösung des Fettes wird 
mit ^j^inormdl wässriger Kalilauge neutralisirt 
und dieselbe sodann zur Trockne verdampft, 
worauf man erst die Verseifung mit 25 ccm 
y2normal alkoholischer Kalilauge in der 
üblichen Weise vornimmt 

Auf diese Weise wird vermieden, dass 
ein Theil des Neutralfettes der Veneifung 
entgeht Vg 

Ueberfuhrung von Leim in ein 
Nährpräparat 

Dr. Brat in Rummelsburg ist ein Ver- 
fahren zur Ueberfuhrung von Leim in ein 
leicht lösliches, wenig klebendes und nicht 
gelatinirendes Nährpräparat patentirt worden, 
welches dadurch gekennzeidmet ist, dass 
der Leim in wässeriger Lösung unter Zusatz 
geringer Mengen Säuren oder Alkalien bei 
Temperaturen unter 100^ mehrere Stunden 
erwärmt, die Lösungen sodann neutralisirt 
und nach Befreiung von den entstandenen 
Salzen zur Trockne eingedampft werden. 

Zur Darstellung werden 250 g Gelatine 
in 2500 ccm Wasser gelöst und nach Hin- 
zufügen von 50 g Salzsäure während sechs 
Stunden über dem Wasserbade auf 60 bis 
70^ erhitzt Nach Neutralisation mit Soda 
werden durch 2 4 stündige Dialyse die ge- 
bildeten und vorhandenen Salze entfernt. 
Die dialysirte Flüssigkeit wird Hltrirt und 
bei gelinder Temperatur eingedampft. Man 
erhält etwa 180 g eines porösen, leicht 
pulverisirbaren Productes. 

Nach einem weiteren Verfahren werden 



54 



250 g Gelatine in 2500 ccm Wasser gelöst 
und mit 40 g Soda auf 90 ^ unter Rühren 
während seohs Standen erwftrmt, mit Salz- 
säure neutralisirt und wie oben behandelt 
An Stelle von Salzsäure können auch Sehwefel- 
säure, Schwefligsäure, Phosphorsäure, bezw. 



an Stelle der Soda andere schwach alkalische 
Substanzen verwendet werden. Die Dialyse 
kann bei Anwendung von Schwefelsäure 
und Phosphoi'säure durdi Fällung (mit Kalk) 
ersetzt werden. Dr. V. 



Pharmakognosie. 



Beitrl^e cur Eenntniss 
von Polygonum Peraioaria, 

dem gemeinen Knöterich, giebt Horst (Chem.- 
Ztg. 1901; 1055). lieber seine wesentlichen 
Beetandtheile sind nur die in der Materia 
medica Oeoffroy vom Jahre 1762 ent- 
haltenen Angaben bekannt Ausserdem weiss 
man noch, dass der Knöterich zum Gelb- 
färben der Leinwand und in der Volksheil- 
kunde als Mittel gegen Hämorrhoiden be- 
nutzt wird. Verfasser stellte seine Versuche 
an trockenem und frisch gesammeltem 
Materiale an, und zwar wurden auch die 
Auszüge mit verschiedenen Lösungsmitteln 
systematisch untersucht. Die. quantitative 
Analyse ergab folgende Resultate: 

Feuchtigkeit . . . 10,07 pCi 

Asche 6,52 

Aetherisches Oel . . 0,053 

Wachs 1,92 

Tanmn 1,52 

Schleim, Pecktinstof f e 5,4 2 



n 



y) 



77 



w 



2,18 




3,97 




0,31 




27,61 




0,0464 




3,24 




Natrium, 


Kalium, 



Oxalsanrer Kalk. 

Gesanmitstickstoff 

Ammoniak . . 

Gellulose . . . 

Flflchtige Säuren 

Zucker . . . 
Die Asche enthielt 
Magnesium, Kalk, Eisen, Chlor, Schwefel- 
säure, Kieselsäure, Phosphorsäure und reich- 
liche Mengen Mangan. Im Petrolätheraus- 
zuge wurde ein wachsähnlicher Körper ge- 
funden, der aus Oleinsäure -Phytosterinester 
neben freiem Phytosterin und freien Säuren 
bestand, von denen Oleinsäure und eine 
feste Säure vom Schmelzpunkte 55 ^ C. 
isohrt wurden. Der Aetherauszug enthielt 
Harz und Chlorophyll. Im Alkoholauszuge 
wurden neben anderen Körpern Queroetin 
und Phlobaphen erkannt. Der Quercetin- 
gehalt begründet also die Anwendbarkeit 
des Knöterichs als Färbemittel; es stimmt 
mit dem Quercetin der Querdtronrinde über- 



ein. Ein Glykosidgehalt des Krautes konnte 
nicht nachgewiesen werden. Während der 
Arbeit bildete sich aber ein krystalliairtes 
Caldumsalz des Quercetins. Das gereinigte 
Phlobaphen stellte eme graubraune Masse 
dar, die beim Erhitzen mit verdünnter Sdiwef Öl- 
säure Glykose abspaltete, deren Osazou bei 
177 bis nS^ C. schmolz. Unter den 
flüchtigen Basen waren geringe Mengen mit 
specifischem Amingeruche enthalten; dagegen 
war Ammoniak in grosser Menge vorhanden. 
Die mit Phosphorwolframsäure gefällten Basen 
bestanden aus zwei oder drei Körpern. Der 
eine war in Chloroform und Amylalkohol 
löslich, der zweite unlöslich und ähnelte sonst 
dem Cholin, der dritte war durch QuecksUber- 
nitrat fällbar und erinnerte an die Amido- 
säure Vemin. Das ätherische Oel besteht 
zum grösseren Theile aus flüchtigen Fett- 
säuren, namentlich Essig- und Buttersäure, 
der Rest aus zwei neutralen Körpern, einer 
festen krystallinischen, kampherartigen Sub- 
stanz von angenehmem Gerüche, Persicariol, 
und einer Flüssigkeit. Die erhaltenen Mengen 
an ätherischem Oel und festen Basen war 

zu gering, um sie eingehender zu studiren. 

- Äe. 

Eztractum Hypooastani und 

Saponine. 

Das Rosskastanienextract wird bei der 
Dienstbarmachung des Kastanienmehles der 
Rosskastanien zum Zwecke der Volks- und 
Krankenemährung gewonnen, nachdem die- 
selben vollständig entbittert sind. (Vergl. 
Ph. C. 42 [1901], 28 und 333). Bd der 
Entfernung der Bitterstoffe aus denselben 
wird eme alkoholische Lösung emes GemiacheB, 
welches zum grösseren Theile aus Glykosiden 
besteht, erhalten, diese eingedickte Lösung 
stellt das Extractum Hypocastani dar. In 
letzterem sind nach Analysen von Laves 
(Ph. C. 42 [1901], 333) TOproc. Glykoside 
enthalten, worunter 86proc. Saponine. Die 



55 



Coumtmz des Extnust« ist dickflüaBig^ die 
Farbe heUbraniiy eharakteristiBch ist der bittere 
Gescbmad:, und mit Waaeer entsteht eine 
sehanmende Emnbion. Da die Saponin- 
snbetanz erfahrongsgemiBS von therapeutiacher 
Wirkung ist, der in den Roaakaatanien ent- 
hahenen Saponinsabstanz dagegen Mhftdigende 
Wirkungen, wekfae den meisten der biaber 
bekannt gewordenen Saponinen zukommen, 
f ehien, so leuchtet ohne Weiteree ein, dass diesem 
Mparat eine grosse Heilwirkung zukommen 
mosB. 

Die Saponinsubstanzen sind im Pflanzen- 
reidi sehr verbreitet, man kennt nach 
KnisthaVs fiber 150 verscliiedene Pflanzen, 
io denen sie vorkommen. Eine Saponin- 
dissificining aber ist bis jetzt noch nidit 
mit Uebereinstimmung der Chemiker erfolgt. 
Dass eine Einheit hierüber bis jetzt nidit 
vorbanden ist, dürfte den veraehiedenen 
Methoden der Darstellung zur I^uit fallen. 
Soviel steht indessen fest, dass man nicht 
bereohtigt ist. Ober die Wirkung emes 
therapeutischen Oesammtpr&parates aus dem 
Veriialten eines einzelnen isolirten Saponin- 
körpers zu schliessen, da neben dem Einfluss 
der eigentlichen Saponine in den saponin- 
baitigen Substanzen noch eine Reihe anderer 
die Saponine begleitender Componenten in 
Beb^t kommen. 

In der That hat das Rosskastanienextraot 
bd schmerzhaften Affectionen der Hautdedcen, 
wie Neuralgien und Rheumatismus, sieh be- 
wlhrt 

Die Anwendnngsform desselben ist folgende : 

1. Als reines Eztract, direct auf die Haut 
gestrichen oder als Bad mit Wasser vereint 

2. Als 5prooentige alkoholische LOsnng 
des Extractes. 

3. Diesdbe unter Zusatz von Chloroform. 

4. Als ausgestrichenes schlechtes mit 20proc 
Extractgehalt 

Referat des von Dr. Schürmayer auf der 
Versammlung deutscher Naturforscher und 
Aerzte zu Hamburg gehaltenen Vortrages. 
(Hierzu vergl. Ph. C. 48 [1901], 404). 

Vg. 

Zur Eenntniss des Colophoniums 

rerötfentlicfat Fahrion in der Zeitschr. f. 
SDgew. Chem. Heft 48/49 eine sehr inter- 
essante, umfangreiche Arbeit, welche wir im 
Original zu lesen dringend empfehlen. Nach 



derselben bestdit das Colophonium im Wesent- 
lichen aus der Syivinsäure (C20 Hso O2) und 
zwar in Form einer amoiphen ModificatioB. 
Durch Behandlung mit wisarigem Alkohol 
oder durdi Einleiten von Salzsiuregas in 
die alkoholische Lösung kann dieselbe in 
krystallisirende Form mit betricfatlicfa höherem 
Schmelzpunkt fibergefllhrt werden. Bei 
längerem Erhitzen geht sie in die amorphe 
Modification Aber. In Folge dieser beiden 
Doppelverbindungen ist die Sylvinsäure in 
hohem Grade zur Selbstoxydation geneigt. 
Die entstandenen Selbstoxydalttonsproduete 
kommen im Colophonium in wediselnden 
Mengen vor und ericllren die verschiedene 
Zusammensetzung verschiedener Colophonhim- 
arten. Die entstehenden Oxysylvinsäuren 
smd niclit die Endproducte der Selbstoxydation, 
wie die Dioxy- und Tetraoxysylvinsiure be- 
weisen, deren Zusammensetzung aber noch 
niclit gentlgend erforscht zu sein seheint. 
Als seoundflre Oxydationsproducte treten Ze^ 
Setzungen ein, als deren Pjroduete beim Er- 
wlrmen theUweise flftchtige Substanzen ent- 
stehen, welche ebenfalls in Colophonium vor- 
kommen. Ausserdem enthilt dasselbe einen 
neutralen, verseif baren Körper, wahrscheinlich 
ein S&ureanhydrid. 

Nach Fahrian'B Ansicht ist von einem 
guten Colophonium zu verlangen, dass seine 
Sfturezahl möglichst hoch bez. möglichst 
nahe an deijenigen der reinen Sylvin- 
säure: 185,4 liege, dass dagegen seine 
Aetherzahl, sowie sein OehaHanm Petroläther 
Unlöslichem und Unverseifbarem möglichst 
niedrig liege. Vg. 

Ueber das Ibogin, 

das wirksame Prindp emer am Congo 
emheimischen Pflanze aus dem Oenus 
Tabemaemontana, machen fToZ^* und Hechel 
(Chem.-Ztg. 1901, 1114) MittheUnng. Das 
Material scheint nicht von derselben Herkunft 
gewesen zu sein, wie das von Dybowsky 
und Landrin (vergl. Ph. C. 43 [1902], 31) 
untersudite. Die Untersuchung der Verfasser 
erstreckte sich auf die Wurzehrinde, die von 
den Eingeborenen am meisten gesucht wird, 
die Stammrinde und die Blätter. Es wurde 
das Alkaloid Ibogin isofirt Es scheint der 
Formel C2eH32N202 zu entsprechen. [Die 
RindeJ^der Zweige enthält ausserdem ein 
krystalÜahrtes Produet, das sieh im Schmeli^ 



56 



punkte (206 bis 207 <> G.) vom Ibogin 
unterscheidet. Das Ibogin bildet deutliche 
weisse Krystalle, die dem orthorhombischen 
Systeme anzugehören scheinen und bis 
1 cm lang erhalten wurden. Es schmilzt 
scharf bei 152^ C, ist unlöslich in Wasser, 
löslich in allen organischen Lösungsmitteln 
und besitzt einen herben Geschmack, der 
danach kflhl wird. Es ist linksdrehend, 
\a]ie^%= —12,880. -he. 



Die Identität von Digitoflavon 
und Luteolin, 

die bereits von Ditter und v. Kostafiecki 
vermuthet worden war, wird von Kiliani 
und Mayer (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 353) 
auf Grund neuerer Beobachtungen bestätigt 
Die Digitalisblätter enthalten also Luteolin, 
und die Bezeichnung Digitoflavon ist jetzt 
überflüssig. —he. 



Bakteriologische Mittheiiungen. 



Das Verhalten des Pestbacillus 
im thierischen abgestorbenen 

Körper, 

lieber das Schicksal der Pestbacillen in 
der Thierleiche giebt 8t. Sata (Archiv für 
Hygiene, Bd. 32, S. 1) auf Grund von 
Untersuchungen an Tbierleichen pestinficirter 
Thiere folgende Mittheilungen. Bis zum 
vierten Tage nach detn Tode gelang die 
Isolirung von Pestbacillen aus den Leichen, 
von diesem Tage an begannen sie ihre Form 
zu verändern. Infectiös dagegen erwiesen 
sich noch die Organe sechzehn Tage alter 
Leichen; die Pestbacillen vermehren sich 
noch in denselben, mehrfach wucherten sie, 
wie Verfasser feststellen konnte, durch die 
Haut bis auf deren Oberfläche hindurch. 

Vg. 

Der Nachweis des Haus- 
schwamms 

und ähnlischw Pilze ist nach Marpmann 
(Chem.-Ztg. 1901, Rep. 344) nur durch 
biologischen Versuch sicher zu erbringen. Hier- 
zu bringt man eine grössere Menge des theils 
morschen, theils noch gesunden Holzes, gut 
zerkleinert und mit frischem Harne befeuchtet, 
in Blechbüchsen, die zur Hälfte oder ^/g da- 
mit angefüllt werden und verschliesst mit 
dem dazugehörigen Deckel. Wenn nach 
einigen Tagen oder Wochen Pilzhyphen entr 
standen sind, so impft man davon auf 
sterile Ham-Pepton-Gelatme über und be- 
obachtet das wjsitere Wachsthum. Von diesen 
Gulturen impft man gesundes Tannenholz, 
legt die Holzseheiben in sterile Glasdosen 
und befeuchtet mit sterilem Wasser. In 
diesen Culturen ist ^^nn bald die Ent- 
wicklung des spedfischen Geruches, der 
Hyphen, besonders in den Markstrahlen des 



Holzes, und die Ausbildung eines specificiren- 
den Fruchtlagers zu beobachten. —he. 

Neues Verfahren zur Gewinnung 
des Protoplasmas der Hefe. 

Die vorliegende Erfindung besteht in der 
Ausscheidung des Protoplasmas auf kaltem 
Wege aus der Hefe, indem der Presshefe 
oder gar flüssigen Hefe eine gewisse Menge 
Gummi arabicum, Ghlomatrium, kohlensaures 
Natron, Zucker oder irgend ein anderer 
Körper zugesetzt wird, welcher die flhig- 
keit hat, die Processhefe zu verflüssigen, 
wobei nach stattfindender Gährung der Masse 
von Zeit zu Zeit neue Mengen Plresshefe 
zugesetzt werden und das Ganze gut ge- 
mischt wird. Wenn z. B. einer Menge von 
100 kg Presshefe unter guter Mischung 
10 kg gepulvertes Gummi arabicum zuge- 
setzt werden, so befindet sich nach vier bis 
fünf Stunden die flüssige Masse in voller 
Gährung; wenn ungefähr zwanzig bis vier- 
undzwanzig Stunden später 50 kg Presshefe 
zugesetzt werden, welche mit der Masse 
innig gemischt werden, so wird nach zw« 
bis drei Stunden, die ganze Masse wieder 
flüssig und die Gährung beginnt von Neuem. 
Wenn an den nächstfolgenden Tagen ähn- 
liche Mengen Presshefe unter denselben Be- 
dingungen zugesetzt werden, so erzielt man 
dasselbe Resultat. Diese Operation kann 
während zehn, fünfzehn, zwanzig l'agen 
und mehr bis zu dem Augenblicke der 
IVennung des Protoplasmas von dem Rück- 
stände wiederholt werden. 

Dieses Verfahren ist der Firma Foroe 
Soci6t6 Anonyme zu Anvers (Belgien) patentirt 
worden. Dr. V. 



57 
Deber die Spattung des Butter- Bpalten können. Das bei der Kftsereifung 

fettes durch Mikroorganigmen «"«ehe»«»« :^°*"^?^ ^ , ^ Zimmer. 

-r ,«. «. -«^ « .^^v temperatür ohne Emfluss auf die Fettapalt- 
md von Laa:a (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 358) ^^J^ _^^ 

jTemidie angestellt worden. Als Nährboden, 

reicher neben groeaem Gehalte an Nähr- o^vÄ-in^t^WA** m^^^Umiw^A-^ ^^w% 
toffco das Fett m fein yertheUter Form Schädlichkeit rteriliBlrter, VOn 

nthSlt, wurde Käse verwendet Es wurden tuberkulösen Kuheu 

m Arten Mflchsäuiebakterien, zwei Tyrotrix- herstammender^ MUch. 

Lrteo, Bae. fluoreeoens liquefaciens und zwei Ganz besonders interessante Mittheilungen 
08 Baeksteinkise isolirte Bacillen, Oidium im Hinblick auf die von Koch auf dem 
letis und Penidllium glaucum aus Gorgonzoia- Londoner Congress gemachten VerOffentlich- 
lae, ein Hueor aus schimmeligem Käse ungen über die schädliche Wirkung von 
ad eine Tomla ähnliehe Hefenart aus Back- Milch, welche von tuberkulösen Kühen her- 
teinkäse geprüft Die Milchsäurebakterien stammt, macht Michelaxxi (durch deutsch« 
od die Tyrotiixarten waren indifferent, alle Mediz.-Ztg 1901, 1157.) Nach dessen Unter - 
äderen bewirkten Spaltung des Fettes. | suchungen geht der Tuberkelbadllus bei 
üeee Spaltung geht nicht bei allen Glyoeriden , einem tuberkulösen Thier mit gesundem 
es Butterfettes g^eichmässig vor sich. Be- Euter nicht in die Milch über, wohl aber 
ümmend ist dabei die mit steigendem ist das Milchserum solcher Thiere ^ftig 
folekulargewichte zunehmende Schädlichkeit | und giftiger als , das Blutserum, da die 
er frden Fettsäuren für die Pilze und die Toxine schnell durch die Milch ausgeschieden 
achtere Spaltbarkeit der Glyceride höherer werden. Da eine Erwärmung auf 100 ^ 
'ettBäaren. Durch die Schimmelpilze wer die Stoffweehselprodttote des Tuberkulose- 
en die flüchtigen Fettsäuren weiter zerlegt, badllus nidit zerstört, so bildet auch das 
lic fluoreecens liquefaciens spaltet die Kochen tuberkulöser Kuhmilch keine Garantie, 
ilyceride sowohl der flücht]§en, als nicht- Versuche des Verfassers haben bewiesen, 
Ukehtigen Fettsäuren. Bei Penidllium und dass Milch von tuberkulösen Thieren 
facor konnte die Ursache der Fettspaltung auch wenn sie sterilisirt ist chronische 
a der Gegenwart von Enzymen gefunden Erkrankungen des Organismus hervor- 
rerden, die Monobutyrin und Butterfett rufen kann. Vg> 

Therapeutische Mütheiluiigeii. 

O^en die „Bhldimg** des Cigarren die gleiche Menge Nikotb m den 
Nikotins im Tabak Rauch übergeht, wie aus einer den gleichen 
ueh dem ÖcroWschen Verfahren, durch Nikotingehalt besiteenden gewöhnHehen 
Behandlung mit Gerbstoff und dem Extracti?«^- l'J'^^' .^«f '^ PCt des vor- 
roü Origannm vulgare, wendet «eh Kies- »"^^«"«° Nikotins m den Rauch übergmgen 
'/«j,(Chem..Ztg. 1901, 1112). Das Nikotin ""^ ^^ pCt in das unverbrannte Ende 
rt im Tabak an Harzsiuren gebunden; wanderten, und dass von d^ m den Ranch 
xm Verglimmen wird es in Freiheit gesetzt übergegangenen Menge 77,5 pCt unzersetzt 
md verdampft zum TheU, der andere TheU geblieben sind. Daher kann der Rauch 
rird von der Gluthzone in geschmolzener *"<* °'^* ""«^^S ««"' *'« f ^!''-^* ^ 
'orm uaefa dem Ende zu getrieben, sodass, J'^'^^J»" Thierversuchen behauptet Die 
1er miverbrannte TheU der glimmenden Versuche, das Nikotin an nichtflachtige 
Sgarre immer nikotinreicher wird. An Snbstanzen zu binden, um es vor dem 
toen Verfailtnissen kann die Bindung an Verdampfen zu schfltzen, smd ebenso^olg- 
^«rbstoff nichts tadern, ab dass etwa '«"' *'« *«J«?je«^' .^'« ^"f^ Emfflgung 
lerbsaures Nikotin als solches verdampft, entsprechender Vorrichtiingen in die Cgarre 
Xes ist aber nicht der FaU. Femer hat oder das Mundstück eme Absorption des 
«eh Thoms festgesteUt, dass ans den N'kotins bezwecken. -he, 

»eh Gerold'afiuia Verfahren hergeetdlten 



J 



68 



BOoherschau. 



Arneibnoh fttr das BeuUohe Reich, vierte 
AoBgabe (Fharmaoopoea Oermanioa, 
editio IV) in Taschenformat; ent- 
haltend sämmtliche Vorschriften, auf be- 
stimmte Gewichtsmengen berechnet, nebst 
vielen Arbeitstabeilen. Zugleich ein Ein- 
schreibebucfa. Ein Hilfsbuch beim Ar- 
beiten in der Receptur und Defectur 
von Dr. Max Biechele, Apotheker. 
5. Auflage. Halle a. S. 1901, Druck 
und Verlag von C, A, Kaemmerer dt Co. 
gebunden Mk. 3. — . 



Die vorliegende fünfte Auflage des obigen 
B&ohleins bat insofern eine Aenderuog erfahren, 
als darin nur die Arsneistoffe Aufnahme ge- 
funden haben, für welche das Arzneibuch Vor- 
BohrifteD sur Herstellung giebt. Für die meisten 
Fripaiate wurden bestimmte Oewiohtsmengen 
berechnet und dieselben tabellarisch, übersidit- 



lich eingetragen. Die dera Texte gegenüber- 
liegenden Seiten wurden jedesmal freü^elaBseDf 
damit auch andere Präparate schriftlich einge- 
tragen werden können. Weshalb Seite V bis vll 
auf Seite 1 fast wörtlioh wiederholt wird, ist 
nicht ganz Uar. Am Scblnsse befindet sich 
ausser dem Beagentienverzeichniss und den 
Tabellen A, B und C eine üebersicht über die 
zwischen -|- 12 und 26*^ eintretenden Veränder- 
ungen der bei den Revisionen der Apotheken 
feetznstdlenden spedfisohen Gewichte von Flüssig- 
keiten ; ferner ein Verzeichniss der Atomgewichte 
derjenigen Elemente, welche für das Deutsche 
Arzneibuch in Betracht kommen, eine Tropfen- 
tabelle für die Praxis, Alkohol -Tafeln und eine 
Tabelle zur Verdünnung des Weingeistes nut 
Wasser. 

Für die Beliebtheit des Baches spricht, dass 

!es schon in seiner fünften Auflage erschienen 

ist, während das Deutsche Arzneibuch doch erst 

|in vierter Auflage vorliegt Zumal den Herren 

i Defectaren wiidBiechele^B Arzneibuch in Tsaohen- 

format ein guter Freund sein. R, Tk, 



Verschiedene Mittheiluiigeii. 

Die Anwendung von .glichen nicht die Vorgänge im Hunger und 

OefMerpunktsbestimmungen imj^^ Fleischextractzufuhr, sondern das Yet- 

Bliit und TTAm Isuchsthier wurde mit einer beinahe eiweisB- 

,., , ^ rjr.. , *. „ ,. freien Grundkost ernährt, der dann während 

Nach von Dr. Kümmel (Wien. Mediz. ^j^^ ^^^^ ^^^ Tagen mehr Fleischextraet 

^ü£ ' ^^i!l^T""^**^^tT^'!li2««rfügt weiden konnte, als es von Rubfier 
geben Gefaerpunktbestomungen im Blut und ^ ^^ ^^ Dj^ ^^^^^ tarnen zu 

Harn (vergl Ph. C. 42 [1901], ^^Vj^ell^rnB^i^iB^dn^sö^^ 

TTu y.'^T^'^ ^^r. ^1. ^°^T, Stoffe des Fleisches zu ungefähr zwei Dritteln 
töchügkeit der Nieren. Derselbe empfiehlt ^ Stoffwechsel theilnehmen und dem Körper 
daher vor chirurgischen Emgnffen derarüge I ^^^^^ ^^^^^len. -äT 

Bestimmungen zu machen. Bei emer Herab- 



Die Beseiohnung „künstliches 
Karlsbader Salz** 



Setzung des Gefrierpunktes des Blutes von 

— 0|56^ C kann die kranke Niere ohne 

Gefahr entfernt werden, sobald man sich von ,.,«., .,^.,, 

dem Voriiandensein beider Nieren überzeugt I "»^ ^^'' Stadtgememde Karlsbad naturgemäß 

hat Bei einer Senkung des Blutgefrierpunktes 1«*^° ««** lingerer Zeit unerwünscht, weil 

unter 0,58 G. darf die Entfernung dagegen i ^^ ^^?. *' "l. ^f? "•°t^\ ^i'T**^ 
nur mit aller Voreicht vorgenommen werden, natürliche Karlsbader Salz dadurch 

Das siehemte Ergebniss über die Nieren- 1 Y«"««'' ^^^^ ^'^^«^ ^ö"*^*«' Es wäre 
thätigkeit selbst giebt eine vergleichende Fest- i*^«! angebracht, eine neue entepre^ende 

Stellung der physikalischen und chemischen S^'^^.'"'^«.^."' ^1 °^t?-^ i%^*?- 
ünte^luchungderdurchdenUretherenkathete^ Rundschau 1901, 702 schlägt dafür die 
ismus entleerten Secrete beider Nieren. ^amen Pulvis aperiens comp., als 

Yg deutsche Bezeichnung Thermalsalz, ent- 

sprechend dem lateinischen Sal thermamm. 

Der NutSWerfh des FleiSOh- ^^h auch künstliches Sprudelsalz er- 
extractes scheint als passender Name. Vg. 

ist nach neueren Versuchen von Frentxel 

und Nasnßro Toriyama (Ghem.-Ztg. 1901, Ein neuer Höllensteinhalter. 

Rep. 357) nicfat£[so gering, wie es von ■ Einen neuen HöUensteinhalter, weldier die 
Bubner behauptet worden ist Sie ver- ' Vortheile hat, dass das Silbemitrat nicht mit 



59 



deoHlnden in die Zwinge eingeklemmt zn 
fffriffli brancht, wodnrdi natorgemiM auch 
das Sehwurzwerden der Finger verhindert 
wird, sowie ferner, daas eine Redaetion des 
?or liehteinflinB gesehfitsten SUbemitratee 
ueht stattfinden kann, giebt L, Letüin in 
IvBeriiner Klinischen Wooheneehrift 1901, 
1227 an. Dieser Bosnaagen antomatisobe 
ietanitteltriger ans vernickeltem Metaü, 
n wddiem eine Answeehalnng des Höllen- 
ifkoA gegen Knpf ereolfat , Kupfer- Alaun 
sieht mOgfich ist, Hast das Aetzmittel in 
lern AngenbKck des Oebranehs in die Zwinge 
treten und nach dem Oebranoh wieder dar- 
UB in einen donklen Ranm verschwinden. 
Diirdi einen Droek auf die Deckeltchraabe 
;ieitet der Stift ans einem Olafibehftltniss in 
Be Klemmzange. Dnrch Gegendmek an 
rgend einem Gegenstand kann man ihn be- 
Ü>ig lang ans der Zwinge hervortreten 
issen, nnd ein Aufhören des Druckes ver- 
inhast dnen Schluss der silbernen Klemm- 
inge und das Festklammern des Stiftes. 
Sbeoso leicht gleitet der Stift, nachdem er 
loreh Federdnck aus der Zwinge befreit 
ind das Instrument mit der Spitze nach oben 
lahalten wird, in den dunklen Behälter zu- 
fiek. Duidi Lösen der Deckdsdiraube Iftsst 
idi das GlaarOfarehen mit seinem Inhalt ent- 
enen und durch ein anderes ersetzen. 

Wasserfeste und wasserdichte 

Anstriche. 

Nachstehende Angaben für wasserfeste 
nd wasserdichte Anstriche haben sidi nach 
Gttbeihmg von Ingenieur F, Milius (Bayer. 
nd.- n. 6ew.-Bl 1901, 384) in der Praxis 
orzfigüch bewährt 

1. Eine Misdiung von 3 Th. gebranntem 
^alk nnd 1 Th. Kochsalz werden der An- 
triefafarbe zugesetzt 

2. Eine ParaffinlOsung in schwerem Stein- 
Lohlentfaeeröl, wddie man durch Schmelzen 
on 1 Th. Paraffin in 3 Th. Stdnkohlen- 
lieeröl erhält Die LOsung wird durch Ein- 
teilen m heisses Wasser flüssig erhalten. 

3. Wasserglas. Dasselbe darf aber nicht 
^ frischen Bewurf aufgetragen werden. 
He Bildung des Calciumcarbonates ist abzu- 
rarten. 

4. 10 Th. scharf getrockneter Sand, 3 Th. 



an der Luft zerfallener Aetzkalk, 2 Th. 
Kreide oder Kalksteinpniver wetden mit 
NatronwasserglaslOsang v(m 33^ gemischt 
Durdi Zusatz von Wasser wird der Anstrich 
in gewünschter Weise verdünnt Der letzte 
Farbenanstrich wird, um dem Ausblühen 
von kohlensaurem Nab*on vorzubeugen, zweck- 
massig mit einer verdünnten LOsung von 
Fixirungswasserglas überzogen. 

5. Ein anderer, wetterfester Anstrich, 
welcher mit jeder beliebigen Erdfarbe gemischt 
werden kann, wird folgendermaassen her- 
gestellt: iVs kg Weizenmehl werden mit 
Wasser zum dünnen Sirup verrührt und 
und dieser langsam in 25 L kochendes 
Wasser eingegossen und darin 0,5 kg Zink- 
vitriol gelost Zu der LOsung setzt man die 
gewünschte Farbe hinzu. Vg. 



Als Fleckentfemungsmittel 

empfiehlt die Phaimaoeutische Rundsehan eine 
Benzingelatine, die wie folgt hergestallt 
wird: In einer Literflasche lOst man 120 g 
weisse Seife in 180 g heissem Wasser. 
Hierzu fügt man 30 g Ammoniakflüasigkeit 
und füllt die Flasche mit Wasser auf etwa 
750 eem. Durch Znsatz von Benzin wird 
die Flasche dann ganz voll gefüllt Von 
dieser Mischung nimmt man nach kräftigem 
Umschütteln einen TheelOffel voll und mischt 
ihn in eber 250 g- Flasche mit Benon« 
Unter fortgesetztem Benzmzusatz wird an- 
dauernd kräftig nmgeschüttelt, bis diese 
Flasche voU ist Auf diese Welse wird eine 
Gelatine erhalten, mit der sich vorzüglich 
allerlei Flecke entfernen lassen, auch aus 
fein gefärbten Stoffen. R. Th, 



Zur Herstellung von Hartspiritus 

benutzt die Actiengesellschaft für Spiritus- 
beieuchtung und -Heizung in Leipzig (Ghem.- 
Ztg. 1901, 1064) statt der bisher gebräuch- 
lichen Seife neuerdings NitroceUulose. Man 
setzt dem Spiritus 20 bis 40 pGt. Collodium 
! hinzu, oder löst Nitrocellulose in dem mit 
Aether versetzten Spiritus auf und erhält 
leine gallertartige Masse, der beliebige Form 
j gegeben werden kann. Bei der Verbrenn- 
ung verbleibt fast kein Rückstand, —k. 



60 



Zur Auslegung des Gesetzes, 

betreffend blei- und zinkhaltige 

Gegenstände, 

vom 25. Juni 1887. 

Spielwaaren. Das Landgericht I Berlin 
hat genrtheilt, dass ,,Schreihäbne'^; ein be- 
kanntes Kinderspielzeug aus Hartblei; wel- 
ches 80 pCt. Blei und 20 pCt. Antimon 
enthält; als nicht gesundheitsschädlich an- 
zusehen seien, da nach dem Urtheil medicin- 
ischer Sachverständiger eine Blei vergif tun g, 
durch chemisch nicht gelöstes Blei ausge- 
schlossen; eine Gefährdung des Stoffwechsels 
im menschlichen Körper dagegen nicht grösser 
sei; als bei den nach dem GesetZ; betreffend 
den Verkehr mit blei- und zinkhaltigen 
Gegenständen ausdrücklich gestatteten Blei- 
legirungen ftlr Ess- und Trinkgeschirre und 
Saugpfropfen. 

Verkehr mit Trinkgesohirr. Um eine 
wQnschenswerthe Einheitlichkeit und eine 
dem Gesetz «ntsprechende strengere Auf- 
fassung in der Auslegung der Bestimmungen 
in § 1; Ziffer 1; des obigen Gesetzes seitens 
der Polizeibehörden zu schaffen, hat die 
Landesregierung von Mecklenburg- Schwerin 
bestimmt; dass die bezeichnete Gesetzes- 
bestimmung nicht bloss für die Deckel der 
Trinkgefässe (Seidel u. dergl.); sondern auch 
für die mit dem Inhalt nicht in Berührung 
kommenden Metalltheile (KrückeU; Gewinde, 
Ghamiere) zu beachten sei ; die Verwendung 
einei' Ijegirung von mehr als 10 pCt Blei 
ist daher untersagt. Vg. 

Ein neuer gefährlicher 
Rübenfeind, 

der zu den Zünslern gehörige Schmetterling 
Eurycreon stricticalis, nähert sich nach 
Zieiihski und Osfa.sxeivski (Chem.-Ztg. 
1901; Rep. 299) aus Mittelasien bedenklich 
den mitteleuropäischen Gnlturgebieten. Er 
bildeit in einem Jahre zwei bis drei 
Generationen und seine Raupen fallen in 
riesigen Mengen fast alle Culturpflanzen 
(ausser Getreide) an und vernichten sie bei 
ihrer unglaublichen Gefrässigkeit in kurzer 
Zeit. Die Bekämpfung der Schmetterlinge 
und Raupen ist schwierig; leichter ist die der 
PuppeU; indem die Felder flach gepflügt 
und dann gewalzt werden. —he. 



Ofenldtt. 

Für eiserne Oefen empfiehlt sich an 
Stelle des Ph. C. 41 [1900], 153 er- 
wähnten Kittes aus 3 Th. Lehm mit 
2 Th. Borax ein Brei aus Mangan- 
peroxyd und Wasserglas, der sich 
nach freundlicher Mittheilang von P. 
E. Richter vorzüglich bewährt. Nach 
Versuchen des Berichterstatters lässt 
sich je nach der Breite der zu ver- 
schmierenden Fugen die Zähigkeit des 
Teiges durch Wahl eines gröberen oder 
feineren Braunsteinpulvers und durch 
Zusatz von mehr oder weniger Wasser- 
glas bemessen. Unerlässlich ist aber 
ein genügendes, auf mindestens 24 Stun- 
den bemessendes Eintrocknen, ehe die 
kalt verkitteten Ofentheile wieder er- 
hitzt werden. — >•. 



Zur Vermeidung des Anlaufens 

der Kehlkopfspiegel empfiehlt Amhem 
(Geschäftsbericht von C Fr. Haus))iann, 
St. Gallen, 1901, 76) das Eintauchen der- 
selben in 72Pi*oc. Lysoformlösung. Der 
Spiegel wird in die LOeung eingetaucht und 
die daran haftende Flfissigkeit vor der Ein- 
führung in die Mundhöhle rasch abge 
schleudert. Auf der Mundschleimhaut wird 
die Lösung wegen ihres Wohlgeruches meist 
angenehm empfunden und wird durch die- 
selbe niemals Uebelkeit erregt; ein brennen 
des Gefühl im Munde wurde nicht wahrge- 
nommen. 

Die drei Minuten lang mit Sicherheit an- 
dauernde Wirkung des Lysoforms wird jeden- 
falls durch seinen Seilengehalt verursacht. 
Leider muss die 72P^oc. Lysoformlösung täg- 
lich frisch bereitet werden, da sie sich nicht 
lange hält. 

Die Beobachtung Artiheim'^ ist auch von 
Wichtigkeit für alle Diejenigen, die ge- 
zwungen sind, BriUen, Klemmer oder der- 
gleichen zu tragen, da das Anlaufen dieser 
Gläser ebenfalls auf solche Weise vermieden 
werden kann, obwohl sich im Aligemeinen 
hierzu die Ph. C. 38 [1897], 94 empfohlene 
Glycerinseife besser eignen dürfte. 

Ä. Th, 



61 

Das sogenannte '■^ «in^ Doppelverbindnng von Silber- 

SilberDeroXVnitra'L pernilrat mit Silberperoxyd. Uie Unter- 

AML . suchangen Innntarit (Ghem.-Ztg. 1901, 
welehes bei der Elektrolyse von Silberniti-at j^^ 35 ^^ bestätigen die Formel Ag^NO,,. 
iwiaehen Platinelektroden als schwarze, ^r achlieist aber aus der Analogie mit dem 
kiTBtalliniBche Süberverbindung entsteht, p^ducte der Elektrolyse des FluorBÜbere, 
wurde von Ritter nnd Orotlhm für ^ ^j^ Zusammensettnng Ag.jF.O,« hat, 
Sdberperoxyd gelialten. i*scher nnd „„^ ^^ p,„^r j^^ine Saueretoff Verbindungen 
Makh «igten, dass die Verbrndung be. ^^^ ^ ^^ p^^^ 4^ 3^ P ^^^ 

civ •^- "> ^^»«"t»^*. Süberoxyd m.d gAg^o,, iVaAgF entsprechen muss, dass 
Sdbenutrat zerttllt Fischer j^ ihr die .uch das Silberperoiynitrat nichts ändert» als 
Formd 2Agj02, AgNOs, HjO; ^aAfa g^gsO^, AgNOj ist Ausser 2 Ag30,lV..AgF 
5AgA,2AgN03,H20, während &r2.to/,,rt?^t*'v^as^r auch eine vibiiduSg 
« fttr 4Ag20s, 2AgN0s, HjO hielt Schhess- 2Ag,o„ AgF, in die die erslore bei an- 
befa haben Mulder nnä Sulx nachgewiesen dauernden Digerieren auf dem Wasserbade 
da» kern Wasser dann enthalten ist, und ; „„^ Waschen mit heissem Wasser Obergeht 
aus sie sehr gut der Formel Ag7f«0i] = _^g 

SAggOj, AgNOj entspricht Danach ist es 



*. ^^ ^-r X. " 



Briefwechsel. 

R. Th. in Th. Streichhölzer ohne Kopf sind • Dr. B. in Str. Dass zur Darstellung des 
dnrchaos nichts Neues. Indessen haben sich Tropon die Bäckstände, welche bei der Be- 
dwseiben in der Praxis deshalb nicht bewährt, reitung von Liebig's Fleischextract hinterbieiben, 
weU die Entzündung oft yersagte. Diesem Uebel- Verwendung finden, ist immerhin denkbar. Ob 
Stande soll durch ein neues Patent von Pau/.os in WirkhchJceit geschieht, ist für uns ohne 
Bergwoe in Kopenhagen jedoch abgeholfen wer- Interesse. Jedenfalls sind jene Rückstände wegen 
den, und zwar imprägoirt der Erfinder die Zünd- i ihres hohen Gehaltes an MnskeleiweiSä ein ge- 
hölzer mit Chloraten, worauf dieBelben dann in i eignetes Material für beregten Zweck, 
eine Alkaliblei hyposulfitlösung getaucht werden. Apoth. L. in D. Als Gonservirungs- 
Am besten eignet sich hierzu Kaliumbleihypo- flüssigkeit für die Instrumente aus Stahl, 
solfit, weil dasselbe ganz un hygroskopisch ist. Nickel oder einer Le^irung eignet sich Borax- 

B. P. in y. Bei den jetzigen hohen Preisen lösuog vorzüglich; selbst alte verrostete Instru- 
der verschiedenen TerpentinöLsorten werden nach- mente werden durch das Auskochen und Auf- 
stehende Surrogate empfohlen, welche nach An- bewahren in ßoraxlösun«; in wenigen Wochen 
gäbe der Verkäufer dieselben zu ersetzen ver- wieder blank. 

mögen: 1. Canadisches Terpentinöl von M. M. Dr. W. in W. Das neue Element Card inium 
Ltwaon it Co, in Liverpool, importirt durch Ge- wurde bei der Fractionirung des reinen Ti orium- 
bröder Barthel in Hamburg; 30 pCt billiger, nitrates gefunden; es kommt also mit Thorium 
2. Patent Turpentine von Samuel Banner dt Co. vereint vor.' 

in liverpooL Dasselbe kostet nur die Uälfte Apoth. A. in L. CJeber die Zubereitung der 
des echten Terpentinöles. 3. Tarpintyne von Kefir milch, sowie üt<er das Wesen der Pilze 
Wu. F. Walker in Liverpool, 30 pCr. Erspaniiss. fin cn ^'ie Vh. C. 88 [1887], 333 und 42 [1901], 
4. Tarpenteen von The Deo Dil Company Limited 1S3 don gowdnschten Aufschluss. Ueber die 
in London. Durch Allen, Chemiker in London, , Verordnungs weise schreibt l)r. S. Änanow 
sehr empfohlen, ö. Turpcntinölersatz von B. , (Piospect Nr. 81 der Kaukas. Pharm Handelsges , 
Reissberger. Das demselben patentirte Verfahren , Tiflis 1901) etwa Folgendes: Die Kranken be- 
beruht auf Herstellung einer Mischung von ginnen mit einem Glase, welches sie schluck 
Petroleum und Kämpheröl. 6 Terpentinölersatz, weise, am besten promenirend austrinken. Die 
TOD der Firma Bröehin db Co, in München in Gabe steigt alimählich bis auf zwei, drei, selten 



den Handel gebracht auch Larizolin genannt, 
besteht zum grössten Theil aus Kohlenwasser- 



sogar auch vier Flaschen täglich. Nor dem 
Trinken stellt man das Glas Kefirmilch in warmes 



Stoffen der Terpenreihe. Es soll dies Präparat Wasser, und zwar wird die warme Milch drei- 
eine vorzügliche Imitation des französischen mal täglich: früh nüchtern dann eine Stunde 
Terpentinöls sein. 7. Schliesslich wäre noch das nach dem Frühstück und schliesslich zwei^tun- 
Paint-oil zu erwähnen Ob Sie indes mit einem | den nach dem Mittagessen genossen. i4e Kur 
dieser Surrogate, an denen, wie Sie sehen, kein ; kann mit kurzen Unterbrechungen monatelang 
Mangel ist, den gewünschten Zweck erreichen, i fortgesetzt wei'den, jedoch ist es empfehlent^werth, 
bezweifeln wir; vor Allem glauben wir, dass Obst, ferner alles Fette und auch den Magen 
die damit hergestellten Farbenanst riebe und überfüllende Speisen und Getränke zu vermeiden, 
lackirungen nicht hart werden ^9- \ B. Tk, 

Verlier und venmtwortlioher Leiter Dr. A. Schneider in Hreadeii. 



62 



„Ichthyol" 



und 



^Xcfetbyor-Verbindungeii 

uns g«lkfert in OriginalbflehMn xa 5 Ko^ 1 Ko^ Vi Ko., 
und in Ot^^inalfiMebflO n 60 gnn., 45 |rm. md 90 grm. 

Tfhfh^'fAvtM^^ o^^ Thfohydrocarbfirttm tnlfonlenm- 
iyi,u/il7VlWirni forraaldehydatum („Ichthyol".FormaI- 

dahyd). TORflglidm Darm-Antiseptikoin, von nna geliefert 
in OriginakbpiidLiuigen in 25 grm. ond 50 grm. 

Trlltli^v/v^M^^ od. Argentum thlohydrocarbflro-talfbnlcani 

9fAMnimvi\^U soiabfle 0,IchthyolMllber),lösüeh in kaltem 

■owie warmem Wasser, SOP/q Silber enthaltend, herror- 

ragendstes Antigonorrhoikom, Ton wdm geliefert in Original- 

flaechchen ra 10 gm. 

,,Id>tbyoV^-Calciuni fa«oii.Mte> J,!^^'! 

nnd gesehmackloi, knrzww „Ichthyol'' -Tabletten fenannt, 
neae Form fQr interne Ichthyol-Darreichong, in Odginal- 
■ehaebtehi xn 60 Tabletten. 

^^:^riththtsV* ^^ „Ichthyol''-Eieen, enth. 3Vfl% «gan. 
ffYK.rriUJliJ\^l gebnnd. ESseD, in Tabletten k 0,1 gr., gemeh- 

nnd geschmacklos, indicirt bei Chlorose nnd AMemle, in 
Originalschaehtefai xn 50 Tabletten. 

Nf^t^arsV^ Mata-Kresol-Anytoi solubile, enth. 40% MeU- 
»yj^A^iaovi 1^,.^^}^ Desmfeetionsmittel in der GÜvigie, in 

Originalpackungen xn 50 grm. 

(^Ait^atsV^ oder Encalyptol-Anytol eolttblle, enth. S5% 
ffK^U%^UK^% Eucalyptol, fOr xahnarztliche Verwendung, bei 
Stomatitis etc., in Originalabpackungen zu 50 grm. 

70d-.Hliyt0l- eolubiU f^.^Z^t^'in'SSS^. 

Packungen xu 50 grm. von uns geliefert 

Wisfenschaftliche Abhandlungen Ober vorstehende Prftparate, 
welche ausschliesslich Ton uns allein hergestellt werden, nnd deren 
Zeichen uns gesetxlich geschQtxt sind, yersenden gratis nnd franko 

Tcfttbyol • 6mll$clHift K^Mihiii*i% 



Binbanddecken 

ffir jeden Jahrgang pasBond, k 80 Ff. (Aua- 
Uind 1 Mk.), zu beziehen durch die Ge- 

schiiftBBtoUe Schandiuer Strasse 43. 



.nim//,ustervers:indt fiv ( . 

^ \ A ■ \V' \A \' \ ; . V A\ tX^\ \ \\\\V\\\ v\^' w ^A V . \ \ 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

Zeitedirilt für wiBsensehaftliehe and geBeh&füiehe Interessen 

der Pharmade. 

GagrQndet ▼on Dr. H. Hager 1869; forticeftbrt von Dr. B. Oeissler. 

Heransseffebien von Dr. A. S«ka«ider. 



• ■• 



biefaauit j«d<ni Donnerstag. — Besngspreis TiertelilhrHoh: dnroh Poet oder 
Boehhandal 2,50 Mk., nnter Streifband 8,— ML, Ansland 3,60 Ift. EinieUie Nnmmeni 30 PI 
Anseigen: die euunal gespaltene Petit-Zeile 26 Pf^ bei grösseren Anseigen oder Wieder- 
hohugen Praisermissigang. — Gesehlftastelle t Dresden (P.-A. 21), Scbandaner Strasse 43. 
Leiter ier ZettsehrUI: Dr. A. Sohneider, Dresden (P.-A. 21), Sohandaoer Strasse 43. 
An der Leitung betheiligt: Dr. P. Sdss in Dresden-Blasewitz. 



Mb. 



Dresden, 30. Januar 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLHL 

Jahrgang 



aUt: Chemie md Pkanuele: FmtU, ein mlkohoifr«iM •«•trink. — JahretMitUcba Sohvmnkongen in der Stärk» 
b Wirkungawerth«« d^ Polin Digitnli«. — Neue Anneimittel. — Gonetitution des Branillns. — ▲iteoildn. ~ 
)inteUattg Ton kSnetiidievi RoeenAle. — Conetitation des Pilocarpins. — Ein gut krysta lii>irbaree Cjanhftmog^obin. 
- Gevinnang Ton Qallitialare. — Brinnang der Jodide dea Htrontiuma und Ammoniuma — Oxjcriluloeen. — 
hntellnng eines Lano in-fejvatsmiitele. — Quanütative Baterbildnng. — Mono- und Di chweleltiunhjdrld. — 
llkrokrjitalline Stroctor d ■ Plattna. — Indndrte RadloectiTltSt — ^atimmung der Alkdipertulfate — Hlppur- 
Ine-Bevtimma' g im Hun. — Zur Geaehlchte der Pharmacie. — Msaaaanalytleche Beittnini. Ton Quecksilber ete. 
krjvm. — Bf«Kenspapier cum Nachweis tod .lod ▼»•rmittelst Nitro-SUbrkelOsung. — Wirkung des i-ormald hjda 
Bf dea Athmanga- n. Assimilationsprooess der Pflansen. — Ermiitel. dea Phosphors. — 0*-wlnnuog von Kallum- 
ad Katrinmejaoid — Schicksal cykHscher Terpene und des Kampbors im thieriscben Organismus. — Ph&rOUl- 
kof^osie. — NAhrangsmittel-Chemle. — Bfloiiersehan. — ßriefweeiiseL 



Chemie und Pharmacie. 



Frutil, 
ein alkoholfreies Getränk. 
Der Ersatz der alkoholhaltigen Ge- 
ränke durch alkoholfreie ist, nach 
erschiedenen Richtungen hin betrachtet, 
BT die Gesundheit und das Wohlbe- 
^den Vieler entschieden von Vortheil. 
5n solches Getränk, welches neben 
Freisein von Alkohol sowohl die 
Sgenschaften eines wohlschmeckenden, 
orststillenden und gut bekömmlichen 
lenußsmittels wie die eines Nahrungs- 
littels besitzt, ist Frutil. Dasselbe 
nrd mit Hilfe ganz neuer maschineller 
üprichtungen unter Ausschluss gesund- 
eitsschädlicher Zusätze und jedweder 
lerohrung mit metallenen Flächen aus 
einer Apfelconserve dargestellt, 
ietztere ermOglieht eine continuirliche 
[abrication des Frutils, über welche 
in staatlich geprüfter Nahrungsraittel- 
hemiker laufende Controle ausübt Bei 
|er Bereitung der Apfelconserve sind 
Ansätze von Conservirungsmitteln usw. 
ausgeschlossen. Frutil ist ein reines 
^xtractionsproduct conservirter Aepfel, 



(/< 










welches zur Hebung seiner erfrischen- 
den Wirkung mit Kohlensäure 
imprägnirt ist, es besitzt eine röthlich- 
gelbe Farbe und völlige Klarheit und 
ist in mit „Kronenkorken" verschlosse- 
nen Flaschen bei jeder in Frage kommen- 
den Temperatur haltbar; im Anbruche 
währt die Haltbarkeit mehrere Tage. 
Das Oefifnen der mit Kronenkork ver- 
schlossenen Flaschen geschieht mit Hilfe 
einer besonderen, kleinen Vorrichtung 



64 



in leichtester und bequemster Weise 
(8. d. Abbildung). Die Conservirung 
des Fmtils geschieht lediglich durch 
geeignete Filtration und Pasteurisirung 
des Aepfelsaftes. Bestimmungen der 
hauptsächlichsten Bestandtheile 
des Fmtils werden allmonatlich ausge- 
führt, deren Ergebnisse dem Abnehmer- 
kreise zugänglich gemacht werden. Bis 
jetzt wurden folgende Werthe festge- 
stellt : 

Specüüschee Gewicht bei 15 ^G. 1,0334 bis 1,0347. 
100 ccm Frutil enthalten: 



S 





o 



I o 



g 



reichliche 
Mengen 

do. 

do. 










S 



M 
O 

I 



g g 



8,47 
8,77 

8,80 



6,05 
5,93 
5,62 



o 






0) 



I 



g g 






g 



0,67 
0,83 
0,69 



0,71 
0,34 
0,35 



0,041 
0,105 
0,124 



9 



g 



0,29 
0,21 
0,27 



Conservirungsmittel (Borsäure, Salicyl- 
säurei und Sässstoffe (Dulcin, Saccharin) 
waren nicht nachweisbar. 

Das Verhältniss des Invertzuckers 
zum Rohrzucker entspricht dem natär- 
lichen Vorkommen in den Aepfeln. In 
einer Flasche Frutil (0,6 L) sind rund 
40 g Gesammtzucker enthalten, eine 
Menge, die im Haushalte des mensch- 
lichen Körpers sicherlich mitredet. Das 
Freisein von Alkohol ermöglicht vor 
allen Dingen auch die Verabreichung 
des Frutils an Kinder, und nicht weniger 
zuträglich dürfte Frutil ffir Kranke und 
Genesende sein. Frutil wird von der 
Obst -Kelterei Gebrüder Donath in 
Laubegast - Dresden hergestellt; der 
Einzelpreis für die Flasche (einschl.) be- 
trägt 45 Pfg. —g. 

Jahreszeitliche Schwankungen 

in der Stärke des Wirkungs- 

werthes der Folia Digitalis. 

Auf Grund eigener, mehrere Jahre hin- 
durch fortgesetzter Beobachtungen theUt Dr. 
Focke in der Therapie der Gegenwart 1902, 
44 mit, dasB der jahreszeitliche UnterBchied 
in der Wirkung der offidneilen Digitalis- 
blätter grösser ist, als man erwarten sollte. 



In den Monaten nach der Blatternenerung 
in den Apotheken war die Wirkung der- 
selben stets am stärksten und in dem halben 
Jahre vor der Erneuerung am schwächsten 
gewesen. Dr. Focke richtete daher die Stärke 
seiner Reoepte nach der Jahreszeit ein. Im 
Juli oder August, sobald die neuen Blätter 
in der Apotheke angekommen waren, ver- 
ordnete derselbe ffir einen Erwachsenen 0,5 g, 
stieg dann von Monat zu Monat bis zum 
October auf 1 g, bis Januar auf 1,5 g und 
endete im Juli schliesslich bei 2 g, also bei 
etwa dem Vierfachen der ursprünglichen 
Höhe. Da nun der Arzt nicht immer wissen 
kann, wann die Digitalisblätter in den Sommer 
monaten in den Apotheken erneuert werden, 
wiederum aber eine allmähliche Abnahme 
der Wirkung der Blätter durch ihr Altem 
bedingt ist, empfiehlt Verfasser, auf den 
Recepten die Gabe ffir alte und ffir neue 
Blätter gleichzeitig, den Monaten entsprediend, 
anzugeben. Zum Beispiel: 
Rp. Infusi foliorum Digitalis 
sive annuorum 2,0 
sive reeentium 0,6 ad 150,0. 
(Ffir [Folia] annua = vorjährige Blätter 
kann man noch praktischer die Jahreszahl 
hinzusetzen.) 

Focke zweifelt nicht, dass bei Nutzanwend- 
ung seiner Erfahrungen bezfi^ch der Verab- 
reichung die Brauchbarkeit dieses so oft ge- 
tadelten Heilmittels ffir die Praxis im wesent- 
lichen Grade sich erweitem und erhöhen 
liesse. Vg, 

Neue Arzneimittel. 

Pnlmofonn. Unter diesem Namen wird 
Methylenguajacoi, also eine Vereinigung 
von Guajaool mit Formaldehyd, als ein ge- 
ruch- und geschmackloses Guajacoiprl^arat 
zur Behandlung der Phthise in den Handel 
gebracht Als Gabe werden 0,5 bis 1,0 g 
(viei^ bis ffinfmal täglich in Pulvern) ange- 
geben. 

Pnlmin ist das dem Pulmoform ent- 
sprechende Ereosotpräparat; es bildet 
ein gelbliches Pulver ohne Geruch und Ge- 
schmack. Das Pulmin wird, wie auch das 
Pulmoform, von der Firma Dr. Speier d^ 
V. Karger, chemische Fabrik zu Beiün N. 54, 
Lothringer Str. 41, hergestellt und in den 
Verkehr gebracht 



65 



Ueber^die Constitattoii des Brasilins 

TorOffentfiehen CHlbody, PerMn nnd Totes 1 Permanganat unter sehr verschiedenen Be- 
((%em.-Ztg. 1901, £ep. 353) folgende Unter- dingongen geprüft nnd dabei ausser Oxal- 



saehnngen. Sie haben das Verhalten des 
TYimethylbrasflins Gi6Hh02(OOH3)9 gegen 



säure, Essigsäure und Ameisensäure folgende 
Oxydationsproducte erhalten: 



A. Eine Säure der Formel CigHigOg, Schmelzpunkt 208 ^ 0. 

B. ,, ,, „ „ CioHioOfi, „ 1740 C. 

C. „ „ „ „ CioHioOe, „ 195^ C. 

!)• M M n V ^12^12^6; " 129" C. 



ff 



y> 



jj 



Die Säure B krystallisirt in langen Nadeln, 
ist zweibasisch, enthält eine Methoxylgruppe 
and ist em Resordnderivat von der Formel: 

CHgOj^OCHaCOgH, 
l^COgH 

abo 2-Garbox7-5-methoxyphenoxye6sig8äure. 
Die Säure G krystallisirt aus verdtlnnten 
vSaserigen Lösungen in flachen Prismen mit 
2 MoL Erystallwasser und aus concentrirten 
Losungen in langen, dünnen, wasserfreien 
Nadeln, ist zweibasisch und enthält zwei 
Meihoxylgruppen. Sie wurde als m-Hemipin- 
sänre erkannt: 

CHgo/NcOgH 
CHgOl JcOaH 

Die Säuren A und D, welche Brasilin- 
nnd Brasilsäure genannt wurden, sind noch 
nicht völlig untersucht Aus der Isolirung 



der Säuren B und geht hervor, dass 
Brasiün sowohl einen Reeorcm-, als auch 
einen Katechinkem enthält^ und die Structur 
dieser Säuren giebt einen werthvollen An- 
halt für die Bindungsweise der beiden Kerne. 
Für das Brasilin kommen folgende beiden 
Formeln in Betracht: 




_/\ 



OH 



OH. GH GHg 



und 




— he. 



Das Artemisin 

bat Merck aus der Mutterlauge der Santonin- 
daratellnng isolirt Es unterscheidet nach 
den Untersuchungen von Bertolo (Ghem.- 
Ztg. 1901, Kep. 353) sich vom Santonin 
durch den Mehrgehalt eines Atomee Sauer- 
stoff. Es bUdet farblose, bei 200 <> G. 
sdimeh&ende Säulen und löst sich in Alkohol 
im Yeihältniss 1 : 3 und im warmen Wasser 
im Yerhältniss 1 : 60. Die Substanz wird 
dnrdi das Licht gelb gefärbt, jedoch 
schwächer als Santonin. Die alkoholische 
Loenng 1 : 10 zeigt das Drehungsvermögen 
[a][i =z — 84,3®. Mit wässeriger oder 
alkoholischer Natronlauge giebt der Körper 
eine carminrothe Lösung. Gegen emige 
Beagentien veiiiält er sich wie Santonin. 
Durch langes Kochen mit Natriumoarbonat« 



lösung giebt er das entsprechende Salz und 
mit Hydroxylamin und Phenylhydrazin das 
betreffende Monozim bezw. Hydrazon. 
Artemisin enthält demnach, wahrscheinlich 
wie Santonin, eine Lactongruppe. — ^. 

Zur Darstellung 
von künstlichem Rosenöle 

werden nadi Schimmel (Ghem.-Ztg. 1901, 
1119) einer Mischung von Qeraniol, 
Gitronellol, Phenyläthylalkohol und Gitral 
Aldehyde der Methanreihe mit 7 bis 10 
Kohlenstoffatomen und linalool zugesetzt. 
Folgende Mischung hat sich bewährt: 
80 Th. Geraniol, 10 Th. GtroneUol, 1 Th. 
PhenyläÜiylalkohol, 2 Th. Linalool, 0,25 Th. 
atral und 0,5 Th. Octylaldehyd. . ^he. 



66 



Ueber die Oonstitutton des 
Pilocarpins 

veröffentlidit Jowett (Chem.-Ztg. 1901; 
1087) weitere Beiträge. Bei der Oxydation I 
des Iflopilocarpins mit Permanganat entstehen i 
neben Essig- nnd Pilopsäure kleine Mengen 
Flropionsänre nnd einer nenen^ Homopilop- 
slnre 08^12^4; genannten Sftnre. Die frflher 
ffir die Pilopsänre aufgestellte Formel 
C7H10O4 wnrde mehrfach bestätigt Die 
Rlopsänre schmilzt bei 104 <> C (corr.) nnd 
ist rechtsdrdiend, [a]lb% — + 36,1 ^ in 
wässeriger Lösung, nnd [a]17% = -|- 32^ 
bei voihandenem überschüssigem Alkali. 
Beim Schmelzen mit Kaiiumhydroxyd bei 
hohen Temperaturen bildet sich nur ein 
Produoty normale Buttersäure, bei niederen 
Temperaturen entsteht noch daneben eine 
kleine Menge einer krystallisirten, isomeren, 
ungesättigten Säure, welche bei 190^ G. 
schmilzt; der grössere Theil der Säure wird 
unverändert zurückgewonnen. Die Homo- 
pilopsäure giebt beim Schmelzen mit Kali 
bei mittlerer Temperatur a-Aethyltricarballyl- 
säure Qg^is^^e* Verfasser schlägt folgende 
Constitutionsformeln vor: 

C2H5.CH - CH.CO2H 



CO . . CH2 

Pilopsäure. 

CgHß . GH — GH — GHg . GOgH 



I 
GO . . CH2 

Homopilopsäure. 



— he. 



Andererseits verleiht der Eintritt der Cyaii- 
gruppe der Blutfarbstoffmolekel selbst eine 
Resistenz, die in mancher Hinsicht grösser 
zu sein scheint als jene, die durch die 
Kohlenoxydgmppe im Kohlenoxydhämoglobin 
bewirkt ist. Bock'B Photomethämogiobin 
ist Gyanhämoglobin, das durch die von dem 
Sonnenlichte ausFerricyankalium abgespaltene 
Blausäure entsteht. ^he. 



Bei der Gewinnung von Gallas- 

säure 

bereitet es Schwierigkeiten, die nach dem 
Auskrystailisiren der Hauptmenge in der 
Mutterlauge zurückbleibende Säuremenge rein 
zu gewinnen. Nach Heinemann (Ghem.-Ztg. 
1901, 1065) kann man sie zum weitaus 
grössten Theile in Form des Bleisalzes nahe- 
zu rein abscheiden. Man verwendet auf 
1 Mol. Säure 1 bis 1,25 Mol. Blei in der 
Form von essigsaurem oder basisch esug- 
saurem Blei in ganz schwach essigsaurer 
Lösung und hält die Goncentration so, dass 
nicht mehr als 2 pGt. freie Essigsäure entstehen 
können. Der entstehende Niederschlag wird 
mit Wasser oder schwadier Esrigsäure ge- 
waschen und dann mit verdünnter Schwefel- 
säure zersetzt, wodurch man eine Lösung er- 
hält, aus der die Oallussäure rein ausr 
krystaUisirt --he. 

Um eine Bräunung 
der Jodide des Strontiums und 



Ein gut krystallisirbares Cyan- 
hämoglobin, 

das in einer Molekel eine Molekel Blausäure 
gebunden enthält, existirt nach den Unter- 
suchungen Zeynek'B (Ghem.-Ztg. 1901, Rep. 
356). Diese Cyangruppe kann nur eine 
jener Valenzen sättigen^ an denen im Oxy- 
hämoglobin die locker gebundene Sauerstoff- 
molekel haftet Daher ist die Festigkeit, 
mit der das Gyan gebunden wird, auffallend, 
da aus den Lösungen weder das Vacuum, 
noch das Dorchleiten indifferenter Gase, 
selbst bei gleichzeitigem Erwärmen auf 40 ^ 
das Gyan zu entfernen vermag. Auch auf 
die .trockene Substanz wirkt das Vacuum 
bis zur Temperatur von 40^ G. nidit ein. 



Ammoniums 

zu verhindern, welche bekanntlich bald (aodi 
bei Aufbewahrung in dunklen Gläsern) statt- 
findet, brmgt Mansier auf den Boden der 
Flasche etwas Natriumbicarbonat, darüber 
eine Lage Baumwolle und dann das 
Strontiumjodid. Durch Erhitzen im Wasser- 
bad wird das Bicarbonat unter Entwicklung 
von Kohlensäure zersetzt, welche die Luft 
aus der Flasche verdrängt 

Jodammonium conservirt man, indem 
man auf den Boden der Flasche etwas 
Ammoncarbonat bringt und darüber das 
Ammonjodid, durch Glaswolle getrennt, 

schichtet Vg. 

Ztschr. d. ÄUgem. österr. Äpoth - Ver. J 901,1274. 



67 



üeber die Oxycellulosen 

Dtebt Nastukoff (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 
353) folgende Angaben: Er hat stets mehr 
ab 90 pOt Ansbente an /^-Qxyeellalosen 
eriuüten, wenn er auf 1 6ew.-Th. schwedisches 
FUtriipapier von Schleicher dk SchüU nur 
etwa 2,5 Gew.-Th. Salpetersftore yom spec. 
Gewicht 1,3 nahm, sodass das Papier kaum 
nasB endiien, und in einem Kolben am 
Rfli^nsskühler eine Stande auf dem Wasser- 
bftde erhitzte, die Salpetersäure durch Ab- 
nogffl auf einer Nutsche und Waschen 
mit klemen Mengen Wasser entfernte. Diese 
^xycellaloee war in siedendem Ammoniak 
rollBtkndig löslich; die eoncentrirte Lösung 
liatte das Aussehen von Miloh. Verfasser 
iiat dann die Baryumsaize der ß- und y- 
DxyoeUuloeen dargestellt und giebt folgende 
Charakteristik für ß- und ;/ - Oxycellulosen. 
l. Die p^-Oxycellttlosen und ihre Salze sind 
lart, die /-Oxycellulosen und ihre Salze spröde. 
l Der Baryumgehalt der Baryumsalze der 
^ Ozyeelhilosen beCrftgt etwa 5 pGt., der- 
enige der Salze der }'-Oxycellulosen nur 
iwa 1 pGt 3. Beim Einengen von wSsser> 
g;^ Lösungen der Natriumsalze der ^-Oxy- 
eliolosen auf dem Waaserbade oder im 
^eeator hinterbleiben glänzende, vom Glase 
seht abtrennbare Häutchen, während ähn- 
idie Bildungen aus den Lösungen der- 
fatrium- und Ammoninmsalze der ß-Onj- 
ellulosen nur beim Eintrocknen im Exsiccator 
ntstehen und auch dann noch anderen 
labitus als jene zeigen. Im Gegensatze 
D den Salzen der ^-Oxycellulosen bflssen die 
latriumsalze der y}-Oxycellulosen durch 
"rodmen bei 80 bis 100^ G. viel von ihrer 
ösliefakät ein. Die Ammoniumsalze der- 
üben sind zunächst in heissem Wasser vöUig 
fllich, nach dem Trocknen bei 80^ C. lösen 
e rieh nur noch m Ammoniak und ver- 
sren diese Löslichkeit auch noch zum Theil 
31 dem Trocknen zwischen 80 bis 100 ^^ C. 

-he. 

Zur HerBtellung 
eines Lanolin-Ersatzmittels 

ird nach einem Patente von Zähl db 
"isemann (Chem.-Ztg. 1901, 1119) durch 
irzes Eiiützen auf 300 ^ G. diokflfissig 
^wordenes chinesisches Holzöl mit unver- 
icktem vermischt und dem Ganzen etwas 
Tadis zugesetzt —he. 



Quantitative BaterbUdung 

mit organischen Sänreanhydriden, die in der 
Kälte nur langsam reagiren, lässt sich nach 
Verley und Bölsing (Chem.-Ztg. 1901, 
Rep. 341) durch Zusatz von Tyridin 
erreidien. Es tritt sofort lebhafte Reaction 
ein und unter starker Temperaturerhöhung 
bilden sich fast momentan und meist 
quantitativ die betreffenden Ester. Die 
darauf gegründete quantitative Be- 
stimmungsmethode kann namentliefa bei 
Untersuchung von ätherischen Oelen mit 
Vortheil angewendet werden. Die Verfasser 
benutzen eine Mischung von 120 g Essig- 
säureanhydrid und 880 g Pjrridin. Beim 
Zusätze von Wasser bOdet sidi sofort 
Pyridinacetaty das durch Alkalien in Alkali- 
acetat und Pyridin zerlegt wird, die beide 
gegen Phenolphthalein neutral reagiren. 
Man kapi also die Säure titriren. Zur 
Bestimmung werden in emem 200-ooni- 
Kölbchen 1 bis 2 g des Alkohols (oder 
Phenols) mit 25 ccm der Säuremischung 
ohne Kühler eme Viertelstunde im Wasser 
bade erwärmt, nach dem Erkalten mit 
25 ccm Wasser versetzt und die nidit 
gebundene Essigsäure mit PhenolphthaleTn 
zurflcktitrirt Diese Methode benutzten 
Verfasser zur Bestimmung des Eugenols im 
Nelkenöle. Man erhält dabei richtige 
Resultate, wenn das Oel kein anderes 
Phenol und keinen Alkohol enthält Es 
muss aber eine genaue phyiukalische Prüfung 
des Oeles vorausgehen. Die Methode 
Umney's kann selbst bei normalen Nelken- 
ölen grosse Irrthflmer veranlassen, während 
die Methode von Thoms*, Wägung als 
Eugenolbenzoat, bei Nelkenölen mit abnorm 
hohem Terpengehalte zu niedrige Resultate 
ergiebt — A«. 

Ueber Mono- und 



hat Oddo ((3iem.-Ztg. 1901, Rep. 838) 
Untersuchungen gemacht Er bestimmte die 
Molekulargewichte der beiden Modificationen 
in Phosphoroxyohloridlösungen und fand, 
dass die prismatische Form bei 13,8^ 
schmilzt und der einfachen Formel SOs 
entspridit^ während die faserige Form das 
doppelte Molekulargewicht, S|0^ ent- 
sprechend, besitzt Das Monoanhydrid ist 



68 



als waflserentziehende Snbeianz viel wirk- 
samer als das Dianhydrid. Dieses lässt 
sich ohne Schaden zwischen den Fingern 
drüdsen. Das Monoanhydrid löst sich sofort 
in Schwefelsäure^ die andere Form dagegen 
nur sehr langsam. Ebenso verhält sich 
das Dischwefelsänreanhydrid träge gegen 
organische Substanzen, wenn man jede 
Temperaturerhöhung verhindert , die eine 
rasche Umwandlung in das Monoanhydrid 
bewirkt Das Dischwefelsänreanhydrid hält 
sidi in einem Reagensglas 3 mehrere Tage 
an der Luft fast unverändert; das Mono- 
anhydrid verwandelt sich bald in das 
Dianhydrid. Verfasser stellt für die beiden 
Anhydride folgende Formeln auf: 

>S = und >S<: >4 

— Ä«. 

Die mikrokiystalline Struotur 
des Platins 

hat Andrews (Ohem.-Ztg. 1901, 1116) 
studirt. Ein Stfick eines kleinen Klumpens 
reinen Platins wurde polirt und in ein 
Gemisch von Salpeter- und Salzsäure gelegt. 
In der Kälte fand keine Einwirkung statt, 
aber bei weniger als zwei Mindten langem 
Kochen entstand eine Aetzung, die unter 
dem Mikroskope zeigte, dass das Metall aus 
grossen Krystallkömem bestand, die wieder 
krystallinische Structur zeigten und zwar 
Würfel und Oktaeder. ^he. 

Ueber die 
inducirte Badioactivität 

haben Ourie und Debieme (Ghem.-Ztg. 1901, 
1141) gearbeitet Alle Körper, die in einem 
geschlossenen Oefässe mit festem radium- 
haitigen Baryumsalze zusammengebracht 
werden, werden radioactiv. Das feste Salz 
kann besser durch die wässerige Lösung 
ersetzt werden, da die Wirkungen regelmässiger 
und intensiver smd. Verschiedene Körper, 
wie Kupfer, Platin, Blei, Zinn, Aluminium, 
Glas, Papier, Wadis, Zinksulfid, erlangen 
dieselbe inducirte Activität, wenn sie unter 
denselben Bedingungen in denselben be- 
grenzten activirenden Raum gebracht werden. 
Die Strahlung dieser activirten Körper ist 
wie die des Radiumsalzes selbst zusammen- 
gesetzt aus zwei Strahlengruppen, von denen 



nur eine im magnetischen Felde ablenkbt' 
ist. Die indudrte Activität ist von dem 
Drucke und der Beschaffenheit des in dem 
activirenden Räume befindlichen Gamb 
unabhängig. Gewisse Substanzen werden 
leuchtend, wenn man sie in einen activirenden 
Raum bringt —he. 

Die Bestimmung der Alkali- 
persulfate 

geschieht nach AUard (Ghem.-Ztg. 1901, 

Rep. 354) völlig genau, wenn man 50 com 

Persulfatlösung (1:200) mit 20 com einer 

Eodiumjodidlösung (25 : 100^ zusammenbringt 

und nach 30 Mmuten das ausgesdiiedene 

Jod zurttcktitrirt Die Reactionsgleichnng 

ist: SgOgKj + 2KJ = 2S04Ka + 2J. 

Zusatz von Schwefelsäure verursacht zu hohe 

Resultate. Die Bestimmung lässt sich ebenso 

auch auf die Ammoniumsalze anwenden. 

— A«. 

Hippursäure-Bestimmung 
im Harn. 

O, Bem-Picci giebf folgende zuverlänige 

Methode zur Bestimmung der Hippnrsäure 

im Harn an. Der Harn wird mit Ghlorbaryum 

und Barythydrat ausgefällt, worauf das mit 

Salzsäure angesäuerte Filtrat mit EsaigäÖier 

extrahirtwird. Die gegebenenfalls vorhandene 

Benzoesäure kann aus dem Aetherextract 

mit Petroleumäther gewonnen werden. Die 

Hippursäure selbst bestimmt man quantitatir 

direct durch Feststellung des in ihr enthaltenen 

Stickstoffes. Vg. 

Wien. Med, Presse 1901, 2238. 



Zur Oeschichte der Pharmaoie. 

Ein Comite d'orgaDisation mit dem bekannten 
rührigen Zoologen und Mediciner Professor 
Dr. Baphaiä Blanchard, Mitglied der Pariser 
Academie und Professor der Facult&t, an der 
Spitze hat durch Circular für den 29. Januar 
51/1 TThr in das kleine Amphitheater der medi- 
cinischen Facultät zur Begründung einer Societe 
Fran^aise d*histoire de la modecine ein- 
geladen. Da auch „les soienoes, qui b'j rattachent^ 
eingeladen sind, versprioht die Societe^ auch die 
Oeschichte der Pharmaoie zu umfassen. Bei 
der Thatkraft der Leute an der Spitze und bei 
deren Ansehen in französischen Begierungskreisen 
und im Auslände wird die B^rändung eines 
Museums zur Oeschichte der Mecucin und Natur- 
wissenschaften sehr rasch nachfolgen und unter 
den günstigsten Aussichten in's Leben treten. 



69 



Eine maassanalytisohe 

Bestimmimg von Quecksilber, 

Kupfer und Zink 

giebt Cokft (Gh6iii.Ztg. 1901, Rep. 354). 
Da Qneckailberrfaoduiid Hg(8CN)2 ^^ ^ 
WasBer ftnaserot schwer IMieher KOrper ut, 
80 kann man die QuecksUberlOeung mit 
einem gemeaaenen UebeFBchuaae von 
^'lO-Normal-Rhodanammonium veraetzen und 
nadi Znaatz von Eiaenalaun and Salpeter- 
säure mit YiQ'Normal-SObemitrat snrQok- 
txtriren. Die Rflcktitration mit Silbemitrat 
sdblieaat aUerdinga die Anwendbarkeit auf 
Qneeksüberehlorid oder aalzaanre LOaungen 
ans. Das Qneeksilberrhodanid bildet mit 
Alkalirfaodaniden complexe Verbindungen, 
von denen die vom Typus R ^ 2Hg(SCN)4 in 
Wasaer leicht lOsHch smd, und eine Anzahl 
von Metallen aus ihren Salzlösungen als 
Qneeksilberdoppelrhodanide !&Uen. Diese 
and bei Kupfer und Zink im Wasser fast 
müOsliefa und eignen sich daher sowohl 
zar gewiditsanalytischen als auch zur 
vohimetrischen Bestimmung der Metalle. 
Man ÜUh mittelst eines gemessenen lieber- 
sdiTisaes einer Losung von Kaliumqueeksliber- 
ihodanid das Rupfer und Zink aus und 

titiirt mit Vic^o^^^S^^™^^ ^^ ^^^' 
Bchtaige Rhodanidlösung nadi Volhard 
zorflek. —ke, 

Beines Baryum 

hat Ountx (Chem.-Ztg. 1901, 1114) dar- 
gestellt Er benutzte zur Erhitzung des 
Barjumamalgams eine besondere Vorricht- 
ung, da sie sehr regelmlBsig und sehr lang- 
sam erfolgen muss. Bei 1000^ G. erhielt 
^ dann reines Baryum. Es besitzt metall- 
ischen Glanz und ist auf frischer Schnitt- 
fläche silberweiss. Oberhalb 1000^ G. ist 
es voUstiLndig geschmolzen und sehr flüchtig. 
Eb ist weich wie Blei, dagegen brttchig bei 
Qnecksilbergehalt Es oxydirt aich rasch 
an der Luft und entzündet sich. Wie 
lithium und Galcium bildet es ein Ammonium 
mit braunrothen Reflexen, das in flüssigem 
Ammoniak ziemlich iösäch, aber wenig 
beständig ist Baryum zeraetzt leidit 
Wasaer, absoluten Alkohol und selbst eine 
Ltenng von Baryumalkoholat — Ae. 



Reagenspapier aum 

Nachweis von Jod vermittelst 

Nitro-St&rkelösung. 

Zum einfachen und sehnellen Naehwais 
von Jod im Harn und Speichel empfehlen 
Deniges und </. Sabmxis in Bordeaux 
(Münch. Med. Woehensehr. 1901, 3038) ein 
Beagenspapier, welehes in folgender Weise 
hergestellt wird: In einer Porsellanseliale 
wu^ 1 g Stärkemehl mit 10 com kaltwn 
destillurtem Waver angerieben, Uersa werden 
unter Rühren 40 com heisses Wasser hinsn- 
gefttgt, worauf man das Gemiaoh ehi bk 
zwei Mmuten kochen Hast Nach dem Ab- 
kühlen setst man 0,5 g salpetrigsaures 



Natnum 



mit 



den nun beide Seiton eines starken Schreib- 
papiers angefeuchtet, wobei man jedoch zu- 
erst die eine Seite trocknen liest und dann 
eist die zweile Hllfte ebenfalls befeuchtet 
Beim Gebrauch dieses in kleine Streifen 
geschnittenen Pftpierss benetzt man dasselbe 
mit der Flüssigkeit, in der man das Jod 
nachweisen will, und fügt mittekt eines Glas- 
stibchens einen Tropfen emer lOproc 
Schwefelsinre hinzu. Die EmpfindKchkeit 
der Reaetion ist so soharf, dass ea noch 
möglich ist, em Tausendstel eines Ifilligmmms 
Jodkali m emem Tropfen der LOsung dieses 
Salzes nachzuweisen. Vg, 



Die Wirkung des Formaldebyds 

auf den Athmungs- und 

Assimilatlonsprooess 

der Pflanoen 

ist nach den Versuchen TonCn (Ghem.-Ztg. 
1901, 1180) eine anreisende, wenn seme 
Menge eine gewisse Grenze nicht über- 
schreitet Bei Versuchen an kleinen Thieren 
wurden ihnliche Ergebnisse «halten. _Aa. 

Zur Ermittelung des Phosphors 

in solchen Fällen, wo eine Erkennung im 
MitscherUch'Bcikeai Apparate durch Anwesen- 
hdt von Aethylalkohol oder Teipentinül ver- 
hindert wird, empfiehlt Binda (Ghem.-Ztg. 
1901, Rep. 354), eine kleme Menge der 
phosphoihaltigen Flüssigkeit auf emer Glas- 
platte im Dunkeln schnell zu verdampfen 
und mit emem Glasstobe su streieben, wo- 
bei das Leuchten doch auftritt — A^ 



70 



Zur Qewiimuag von 
Kalium- und Natriumcyanid 

aas Bchwaohen Losungen nnd schlammigen 
lAOgen der CytmdAittlilen giebt man nach 
dem amerikaiÜBchen Patente Nr. 687 258 
(Qhenu-Ztg. 1901, 1142) zn diesen Lösungen 
die Lösnng eines IMichen Zinksalzes nnd 
scheidet den kOmigen Niedersdilag von Zink- 
eyanid von der LOsnng. Bann läset man 
aiif deaseibeli die LOsting von etwa 2,6 Th. 
Natrinrnhydrox jd nnd 1 Th. Calciumhydroxyd 
anf 1 Th. Zink des Niederschlags einwirken^ 
giebt die Ltettag eines Alkalisnlfides hinzu 
tmd entfernt ans der das gewOnschta Alkali- 



Cyanid enthaltenden LOsung das entstandene 
Zinksulfid. 



— ne. 



Das Schicksal cyklischer 

Terpene und des Kamphers im 

thierischen Organismus 

ist nach den Untersuchungen von Fromm 
und HUdehrandt (Chem.-Ztg. 1901, 357j 
das, dass sie durch Oxydation oder 
Hydratation in Monohydroxylderivate ver- 
wandelt werden, falls das dargereichte 
Präparat nicht bereits eine Hydroxylgruppe 
enthält. Diese Hydroxylverbindungen werden 
an Glykuronsäure gepaart und so aus- 
geschieden, —hc. 



Pharmakognosie. 



Ueber die Bestandfheile der 
Wurzel des Epheus von Gabun, 

Klaineana, in der Heimat ,^ondo'' 
^Ensenezi'^ genannt, machen Heckel 
und SMagdenhauffen folgende Angaben: 
Die Wursel ist 25 bis 50 cm lang nnd 
3 bis 4 em diek^ mit einer ziegelrothen Rinde 
vereehen und riecht stark . nach Cumarin, 
was fde scharf von den Wurzeln von Dorstenia 
Gontrayerva L. und Brasiliensis Lam, unter- 
scheidet Ans dem Peirolätherextracte der 
Ilondowurzel wurden eumarinartig riechende 
feuie Erystalle gewonnen von der Zusammen- 
setzung C12H5O3 und dem Schmelzpunkte 
iaO<> G. Die Verfiiwer nannten die Ver- 
bindung, Pseudocumarin. Das alkoholische 
Extract enthielt Harze und Gerbstoff. Die 
aus Dorstenia Brasiliensis mit Petroläther 
erhaltenen KrystaHc schmelzen bei 189^ G. 
Die harzige, in Ghloroform lösliche Substanz 
hat dieselbe Zusammensetzung, wie die aus 
Dorstenia Ehiineana gewonnene. Die reich- 
lieh vorhandene Asche besteht bei beiden 
Pflanzen aus Kalk, Eisen, etwas Phosphaten 
und viel Sulfaten. Die holzartigen, cellulose-, 
fltlAe- und znekerartigen Sobstanzen sind 
in D. Brasiliensis in geringerer Menge vor- 
handen, als in der Ilondowurzel. —Zu». 

Das ätherische Oel 
von Asarom canadense 

enthält nach den Cntersuehungen von 
Power und Lees (Ghem.-Zfeg. 1901, 1100) 
folgende Bestandtheile. 1. ein Phenol, 
G9H12O2, von . kreosotartigem Qemehe, 



2. Pinen, 3. d-Unalool, 4. 1-Bomeol, 5. 
1-Terpineol, 6. Geraniol, 7. Methylengenol, 
8. ein blaues Oel, das oberhalb 260 <> G. 
siedet und aus Sauerstoffverbindungen 
alkoholischer Natur besteht, 9. ein Lacton 
G14H20O2 von sehr aromatischem Oemche, 
nur in sehr geringer Menge, 10. Palmitin- 
säure, 11. Essigsäure, 12. ein Gemisch von 
Fettsäuren GeH2202 — G12H24O2. — Äe, 

Die Beservekohlenhydrate 
von Aucuba japonica 

bestehen nach Champenais (Ghem.-Ztg. 1 901, 
1115) aus einem Galacten, einem Mannan 
und einem Pentan, die das homartige 
Eiweiss bilden und bei der Hydrolyse 
Galactose, Mannose und eine Pentose, 
wahrscheinlich Arabinose geben. -^he. 

Die Zusammensetzung 

der Beservekohlenhydrate 

des Mäusedorns 

(Ruscus aculeatus L) hat Dttbat (Ghem.- 
Ztg. 1901, 1141) untersucht Der Mäuse- 
dorn ist em Strauch aus der Familie der 
Asparagineen, besitzt erbsengrosse Samen 
mit sehr kleinem Keimlinge. Die Haupt- 
masse ist ein homartiges Eiweiss, von dem 
100 g bei der Hydrolyse 27,92 g Mannose, 
27,64 g Giykose (?), 13,61 g Invertzucker 
und 0,68 g Pentosen enthalten. Die Reserve- 
kohlenhydrate bestehen also aus Saccharose, 
Mannanen, Dextranen und einer kleinen 
Menge Pentosanen. -^he. 



71 



■ ahrungsmittel-OKemie. 



Quantitative Bestimmung der 
Salpetera&ure im Trinkwasser. 

Vereinfadite üntersachDngBmethoden znr 
quantitative!} BeBtimmong der Salpetenftnre 
im TrinkwasBer geben (jeder für sich nnab- 
hingig) Dr. Noll in der Zeitsdirift ffir 
ingewandte Chemie 1901; 1317 und 
N. Kasijamin im Ardiiv Ar Hygiene 
Band 38, Heft 4, an. Beide benutsen 
B r n e i n znr Bestimmnng folgendermanasen : 

Noü Hast anf 10 com dea zn nnter- 
sndienden Waaaen eine LQsong von 0,05 g 
Bniein in 20 



angeblich anf salpetrige Sinre 
soll; was indeas O. iLun^^-Zlirich in einer 
intereasanten Arbeit 1902, 1, in keinem 
Zusammenhang mit der JVblTaolien Ver- 
öffentlichong widerlegt Lunge'B Yerrodie 
beweisen eindeutig und einwandafrei, iam 
Bmein nur anf Salpeterrtnre; nicht auf 
aalpetrige Sinre reagirt nnd daaa, wenn 
man eine Bmdnreaction bei einem aalpeter 
ainrefreten Nitrit erhih^ dies darin Hegt, daaa 
deh während der Beatmunnng aelbtt ans 
der aalpetrigen Sinre Salpeteraliire bildet 
Diaa mnsa ateta ebtreten, wenn die aalpetrige 



oem Sdiwefj;«nre spei S" °"^?^f -*^ 'i^Jü.'TÄ 
ter Umrühren V* Minite f^ >"«*tj«fort Mm VMimamM 



Znaammentreffen mit einem Uebenohnaa 



Gew. 1,840) unter 

einwirken und gieaat daa Ooniach in eben o^ # ■ . • ;i* r\ .^ 

ni. ^ \. nLii A :« a -;^ w-.--u4-iVoo conc Sohwefelaänre m die Dauenorm 

ffeÄner-aeben Cyhnder, m dem .cfa bereito NitresytoAwefehtui* flbergehen kuB. 

70 eem Wasser befinden. Das m unter- „.„'.avlZ^^ ,1.4 ^^ 

, j — , „ . .« 1« 1. 1 will man aiso Snbstanaea anf du Anweaen- 

mehende Wasaer mnss vr. so verdünnt . fl.i.^^„«™. «*i^« ..i»iM.i^ 

w«den,daaBinlLnichtmehrab60mK'5f von Salpetersfaire neben salpetriger 

äüpMmftni« enthalten «nd, da eüi zn hoher , ^»»^^P'««»'. "^"TJ^r^^f"^ 

S^SalpetenÄuremitBnicinFlrbnngenlY.«"^*" t?« "^^TTw^T.*^* 

• u* j: ruM j. «^ «^^^..^„^^.dieae vor Verdünnung mit Waaser aAlltaen; 

£i l^r ^^^'"^ Veranlassung.^ ^^^ ^ 3^^ .^ ^^^^^^^ ^ 

Als Yer^disOflssigkeit verwendet man **;T"'?*"" vmetien. 
«ne Lfl^S von 0,1871 g Kaünmnitrat 1 J^.f ?»^^» r^SkUj^ 
im Liter, 10 ocm denelben entil««*« , J^^"!"^ sTwefSS^TT a<SS 
1 mg Salpetenfane. Von dieser Ujunglß^r"^""«", SAweWstare 1 .3000, 

w«S. 5 Weventneü weniger xnr Zi'«^ *p Slf "^ "? "^u^ 
.. j A Bi --A :«5— .»#^^^. . h» «w Rothiirbuug m eine Schale oder 
rtimmnng verwendet Ea ist mdeaa erforder- ' m* ■ »^ e a a u ^ 

,. , r^ ^ ^ , . u-#i«--:«w^:* «*u ^-»-.* Tiegel mit 5 ccm dea an unteranchenden 

M^ dass d» Vergle.ch«fl(teagkertmrt dert 2L. einfliessen lisrt, d«i bei starkam 

W auf 10 cem auf grfOltt wird, duiit g^ ^„g^^j^t (meh^ als 20 mg im 

ileto 10 eem Wasser und 10 eom Ver- r?'^'*™Tr''T^ _V^ . m» im 

gleiefasfHtaigkeit aur Verwendung gelangen. ^^^ ^«^*»»* ^«*» ">«• ^'» «^ 
Zu der VergleiehlOaung; welche dem 

S^lpetenAuregehalt de. 5«^» . "^^^ Tlteriaeung der SalpetenAuregehaH d>»et 
sein muaa, giebt man die Bmemachwefel- ! ,, ® . ^ ... , ^. „ ,• 

-Irl- ^^ X •. ^ « « 11 lableaen Verfaaaer acbreibt ebenfaUa vor. die 

Blnre (0,05 g : 20 ccm), liaat ebenfaUa I T. ' V^ ^\ IZ a^J \^ 
u \M' \ • u /AI 1^ A^ m- eventuell vorhandene aalpetrige Siure vomer 
74 Minute emwffken (die Zeit der £m-i ^ r -d 

wMnmg iet genau inne zu halten!) und' ._. ^/ . ., . «,-* «k^— ^-^« 

. , ? i-i • L • ij:„j^^»--k«- . Wie Referent aich aelbat überzengen 

riesrt daa Gemisch m einen Henner Bcbeia\, . . x j- « xr^n -JÜI«^ 

^der, der mtt 70 eem destiUirten Wasse«! t»^*^ ."* .^« ^"' ^SlL "«^* 
ugefBUt ist Naeh dem Entweiehen derl^«*»*« ^"<*»" " empfahlen. K,. 

UtftUasen Usst man von der starker Enmphins - Madaflle. 

Zum Andenken an den im Jahre 1627 ge- 
boreoen und am 16. Juni 1702 ffeetorbenen 
iadischen Naturforsoher (horgEberhardBympkms 
beabaiohtigt der Voratand dea ColoDial-Moaeuma 
Muo aua T, «.«»«. .w. »,...«. 2tt Haariem eine DenkmüAze prKgeo an laaaen. 
m^ '^ As...i^K^ »«rK""&n'»«iwa vA« Üä^/ ' I>»öm1^ ^^Td Id 811061 26 boUändiache Oulden, 
80 Bt dieaelbe nach Angabe von mu .^^ ^^^^ ^ holüindisohe Gulden koatan. B^ 

voriier zn bestunmen und m Abaug zu gteliungen sind an den .,Difeotor dea Oolonial- 
briagen oder zu entfernen^ da Brucin . Mnaeuaa au Haariem (NiederiaMle) an richten. 



vom VerfaaBer empiriaoh aufgeatettten Seala 
liaat aich auf Omnd der verbrauchten 



geBirbten FlOaaigkeit aoviel ab, bia die 
Fari^enintemritit cfieaelbe iat Die zn ver 
wendende Bmcinachwefeiainre darf nicht 
aber vienmdzwanzig Stunden alt aein. 
Iat aalpetrige Sinre im Wasaer vorhanden^ 



72 



Die Bereohnnng de« 
Diglyceridgehaltes von Fetten 

geschieht nach Benedikt nnd Cantor aas 
der Aoetylverseifongszahl c, der Verseifangs- 
zahl K und dem Molekulargewichte M des 
Digiycerides, dessen Natur als bekannt vor- 
ausgesetzt wirdy nach der Formel: 

_ 100 M (c— K) 

~ 56100 — 42 c 
Diese Formel kann aber nur angewendet 
werden, wenn das Fett frei ist von Olyoeriden 
der OxyfettBäuren^ da diese ebenfalls eine 
Aoetylzahl besitzen oder es muss diese noch 
bestimmt werden. Dieser Weg ist durch 
die zweimalige Aoetylirung sehr umständlich. 
FOr diesen Fall giebt Freundlich (Ghem.- 
Ztg. 1901, 1129) eine neue Formel, mit 
Eülfe deren man aus der Aetherzahi d des 
Fettes und der Ausbeute an Oesammtfett- 
s&uren F den Diglyoeridgehalt berechnen 
kann: 

_ _ -, 1683 (100 — F) — 38 d 

51612 
Bedeuten a, ß, }^, ^ die in 1 g Fett ent- 
haltenen Mengen von Diglyeerid, Triglycerid 
einer Fettefture^ Triglycerid einer Oxyfett- 
sftnre und freier Fettsäure, M, M], Ms, M3 
ihre Molekulargewichte, so ist 

L aM + ^Mi + yMg -f «Mg = 1. 
Die Ausbeute an Oesammtfettsäuren F er- 
giebt sich 

IL F= 100a (M — 56)4- 100ß(Mi— 38) 
4- 100 y (M, — 38) + 100 d (M3) = 100 
[oM -f ßMi -I- T'Mg -f «M3 — 56 a — 38 i? 
— 38 y] = 100 [1 — 56 a — 38 /? — 38 y]. 

Die Verseifungszahl K berechnet sich zu 
IIL K = 56100 (2 a + 3 /? + 3 y + (J). 

Durch Addition der 3fachen Oleichung II 
zur 38£achen Oleichung III erhält man 

3 ^ 4. -Urlr- = 3 - 92 a + 38 (J. 



100 ' 56100 
Da femer 

D 

a = 



und 6 = 



S (Säurezahl) 



100 M 56100 

ist, so erhält man durch Einsetzen 

2683 (100 — F) — 38 (K — S) 



D = M 



= M 



92 X 561 
1683 (100 — F) — 38 d 



51612 

Sind kei|ie löslichen Fettsäuren vorhanden, 
so tritt an Stelle von F die Hehner'wiie 



Zahl. Die Gegenwart von Oxysäuren ist 
hierbei vöUig gleichgiltig. 

(Voriäufig dürfte es aber an einer Methode, 
die Oesammtfettsäuren genau quantitativ 
zu bestimmen, fehlen. D. Ref.) ^ke. 

Zur Bestimmung 
der Erstarrungstemperatur von 

Fetten 

und berdts eine grosse Anzahl von Methoden 
angegeben worden, die nach SkvJcoff (Chem.- 
Ztg. 1901, 1111^ höchst willkürUch und 
selten den theoretischen Bedingungen ent- 
sprechend sind, während es an Yersuehen 
fehlt, die in der physikalischen Chemie ge- 
bräuchlichen Methoden in die Fettchemie xu 
übertragen. Er empfiehlt deshalb die Ver- 
wendung des Apparates von Eykmann, 
der aus einem 3 cm weiten und 11 cm 
hohen cylindrifchen Oefässe besteht, das in 
ein äusseres, 5 cm weites Oefäss einge- 
schmolzen ist Zwischen beiden Oefäasen 
Ist eine OooA^e^'sche Leere hergestellt wor- 
den. Das Qefäss wird mit einem Kork- 
stopfen, in dem ein in ^5 Grad getheiltes 
Thermometer befestigt ist, geschlossen. Etwa 
5^ oberhalb der Erstarrungstemperatur be- 
ginnt man, den Apparat kräftig umzuschüttein 
und hört mit Schüttehi auf, wenn der Inhalt 
deutlich trübe und undurchsichtig geworden 
ist In den meisten Fällen braucht man 
jedoch den Dewar'w^en Vaouummantel nicht, 
sondern kann sich mit zwei in einander ge- 
steckten Olasgefässen, die durch Korkstopfen 
verbunden werden, behelfen. Die erhaltenen 
Resultate decken sich mit den nach der 
Methode von Wolf bauer erhaltenen und sind 
0,3 bis 0,7 C. höher als nach der Methode 
von Daliean, Für niedrigschmelzende, bei 
Zimmertemperatur nicht erstarrende Körper 
hat Schtschamnsky einen Apparat oon- 
struirt, der dne Vereinfachung des Beck^ 
TTzann'schen Apparates vorstellt Das innere 
Gefäasist wieder 3 cm weit und 11 cm lang; es 
wird von einem etwas weiteren umschlossen. 
Ein grösseres Kühlgefäss nimmt den ganzen 
Apparat auf, der noch mit Rubrem im Kühl- 
gefäss und im innersten Gefässe ausgestattet 
ist, da hier nicht geschüttelt werden kann. 
Zu genauen Bestimmungen darf die Ktthl- 
fiüssigkeit nicht tiefer als 2 bis 3 <> nnt^ 
der Erstarrungstemperatur der untersuchten 
Substanz abgekühlt sein. ^he. 



73 



BOohersohau. 



Aeadenmgea des Anaeibaohes ftr cLm 
Deuttehe Beicht 17. Antptbe, gegen- 
öber der IIL Ausgabe. Nach den Ar- 
beiten von Hartvnch, Düsterbehn und 
Wobbe knn znaammengcBtelit von A, 
Boderfeld, Apotheker. Berlin G. 2, 1901, 
Selbetverlag des Deutschen Apotheker- 
Vereins. Preis 75 Pfg. 
Dtä Heltühen entb&lt auf 00 SeitOD die Arznei- 
mittel, hfA deneo Aenderongen getroffen worden 
aod. Wir finden hier nioht nur knn die neue 
Faasong, sondern auch in Klammem dahinter 
die Angaben der dritten Ausgabe. Wahrend das 
Büchlein dem deutschen Apotheker das Ein- 
irbeiten in das neue Arxneibuoh erleichtert, 
kion es den ausländischen Gollegen, die im Be- 
title der dritten Ausgabe sind, die Anschaffung 
der Nenaufiage erspsien. R. Tk. 



Den Berechnungen wurden die von der Gom- 
mission der Oentschen Chemischen Gesellschaft 
festgesetxten internationalen Atomgewichtssahlen 
lu Grunde gelegt 

Am Sohlasse des Buches befindet sich noch 
eine fiilfistabelle, die die Faotoren sngiebt, mit 
welchen die m der Haupttabelle su 100 pCt. an- 
genommenen Mengen xn multipliciren sind« falls 
es sich um andere Stärkegrade oder um 
äquiralente Mengen handelt. 

Die vorliegenden Tabellen sind das Product 
jahrelangen Fieisses und werden viele Chemiker 
den Yerfsssera Dank wissen. R, Th. 



Chemische AeqniTaleastabellea ftlr die 

Praxis zur schnellen Ermittelung der 

Beziehungen zwischen Ansgangsmaterial 

und Product für Chemiker, Techniker 

und Fabrikanten von A, Oimbel und 

K. Almenräder, Drs. phil. Hannover 

1901; Verlag von Qebrüder J anecke. 

86 Seiten B^. Plreis gebunden 3 Mk. 
Das Bncli ist in Form einer Tabelle zusammen- 
gestellt; in der ersten Spalte sind die Producte 
in alphabetischer Anordnung aurgetuhrt. Die 
iDgenommene Nomenclatur ist die deutsche, wie 
Bie jetzt in Fachkreisen Im Gebrauoh ist; auch 
ist dem Namen des FMparates stets die Formel, 
um Verwachseiungen mit ihnlich klingenden 
Namen vorzubeugen hinsugeftigt. In der zweiten 
Spalte finden sich die zur Darstellung der be- 
treflEonden Präparate theoretisch nöthigen Ge- 
wichtsmengen von Materialien. Die dritte Spalte 
eothilt die theoretische Menge Product, die aus 
den Gewichtseinheiten der Materialien zu er- 
warten ist 



H. W. Vogels Photographie. Em kurzes 
Lehrbuch fttr Fachmänner und Lieb- 
haber. Bearbeitet von Dr. E, Vogel. 
Mit in den Text gedruckten Abbildungen 
und Tafeln. Braunschweig Druck und 
Verlag von Friedrich Vietveg A Sohn. 
Plreis gebunden Mk. 2.50. 

Das vorliegende Buch ist nicht su verwechseln 
mit H. W, VogeTB Photographischer Praxis 
(Ph. C. 42 [1901], 744) und dem Taschenbuch 
der praktischen Photographie >Ph. C. 42 [i^iOl], 
775); es ist eine erweiterte Sonderausgabe des 
von H. W, Vogel verfassten Artikels „Photo- 
graphie** in Muapraifs Chemie Nach dem Tode 
doM y^erfassers wurde die Bearbeitung Dr. E. 
Vogel übertragen, der das Buch so gesUltet hat, 
dass es einmal einen üebcrbück ü^r die Ent- 
wickelung der Photographie und den heutigen 
Standpunkt der photographischen Tecknik giebt, 
dann aber auch zum praktischen Gebrauch ffir 
Fachmanner und Liebhaber geeignet ist Viele 
Abbildungen im Text tragen zum leichteren Yer- 
ständniss des Inhaltes wesentlich bei. 

H. W. VogeTs Photographie ist also nicht nur 
ein Nachschlagebuch, sondern auch eine ange- 
nehme Leotüre. R. Th. 



Brieffw 

H» Seh. in L« Dem Ausfallen von oxalsaurem 
Kalk im Harn kann allerdings durch irstliche 
Behandlung vorgebeugt weroen. Wenn auch 
ersterer in zwetlachsaurera Phosphat, Verbind- 
ungen, welche im Harn vorkommen, löslich ist, 
10 flOlt bekanntlich Harnsäure und oxaisanrer 
Kalk bei reichlicher Anwesenheit von zweifach- 
Mmrem Phosphat in sauren Harnen wiederum 
tos Nach Ansicht von Klemperer ist es die 
Magnesia in erster Linie, welche den Oxalsäuren 
Kau in Lösung zu halten vermag. Nach dessen 
Angabe ist das beste Lösungsverhftltniss, wenn 
der Qxalslurewerth 1J& mg auf 100 g Harn 
aieht überschreitet und der procentische Magnesia- 



e e h s e I. 

gehalt mindestens 20 mg betritt. Will man 
nun eine Ernährung anwenden, welche relativ 
wenig Kalk und viel Magnesia enthält während 
sie zugleich nur geringe Oxalsäuremengen bildet, 
so ist Milch, Ei, Theo überhaupt nicht und mög- 
hchst wenig Gemüse zu geniessen, dagegen ist 
der Genuss von reichlich Fleisch, Fett, Brot. 
MehlspeiBen, Beis und Leguminosen, Aepfeln imd 
Birnen zu empfehlen. Den Magnesiagehalt im 
Harn kann man ausserdem erhöhen, wenn täg- 
lich 2 g Bittersalz eingenommen werden. Oxahum 
und die Bildung oxalsaurer Nierensteine könnten 
dadurch wohl verhindert werden. 



Ycriagw aod TcnuitwortUdbtr Leiter Dr. ▲. Scluieider in OxMdn. 



tarenxeii 
lovembet 
itlgte ] 
4!liBirli 

Ite, in il 




SocieU 


Chimique des Usines du 


Rhone. 


AotieDgesellsobftft mit 6000000 FranoB EapitaL 


Central-Baraau liyon, 8 Qu»! de Betz. 


Borax. 


Sallcyls. Natron. 1 med. Methylen-Blau. 


Sera. 


Borjänre SCUR. 


Methyl Sallcylat Hydrochlnen 






Pyrazolin. KelenireinesChlorttthyl). 


Serum. 


Trloxymetiiylea. 


PhosphotsKCieo- Kelen Methyl iMischuae 


Aseptisches Nor- 


Synthetische« 


sol-Phosphit) \ TonChloräthyiu-Chlor- 


maisenim. 


Phenol. 


Guaiakophosphal 1 methjl) 


Organa- Senim. 


Resorcin. 


(Guajakol-Phos- | SüsestolT Monnet. 


6us|akellslrtes 


Sallcylsflura. 


phit). Vanlllln-Monn't. 


Orgsno-Serum. ' 



HandTerkaufl 



(Sromocollsalße 20°\o 

Gegen Jucken verochie lenster Art, 
— bei Hämorrhoiden, Urticaria etc etc. e-*-^^ 

Actien-Gesellschafft fflr Anilin-Fabrikation 



PtaaraiAe. Abth. 



Berlin H. O. 3«. 



medlcinal-H^elne , ' 

dipeoter Impopt. 

SketTf, harb . pro Liter von 1,20 Hk. an 

Sbenr, mild . . „ „ « li^O „ „ 
Mklas«, dunkel and 

rotbgolden , . „ „ „ l,öO „ „ 

Fartweln, Madeira „ „ „ 1,50 „ ,, 

Tamnu . . . „ n « 1<— n « 

SWBM HOMMtel . „ „ ., 0,90 „ „ 

TuiBtenert und fruico jeder deutschen Babn- 
gtatioD. Muster gratis uud franco. 

Gebrüder Bretschneider, 

NiedemUeBW i- Sacbxeii. 



Anilinfarben! 

in allen Noanceu, apeoieU für 

Tintenfabrikation 

prfiparirt, wie solche zu den TorBohriftsD des 
Herra EnRe« Dletoriek Terweodet uad in dessen 
Uanoal eoipfohleo werden, hfilt stets uif lüger 
und Tersendet prompt 

Franz Schani, Oresden. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

ZeitseJirift fOr wissenschaftliche und gesch&fUiche Interessen 

der Pharmacie. 

OegrOndat Ton Dr. H. Hager 1869; fortgeftihrt von Dr. E. Qeissler. 

Herausgegeben Ton Dr. A. 8eha«ider. 



» f 



teohemt jeden Donneretag. - Beiagepreie TierteljShrlioh: dueh Poet oder 

BeohliaBdal 2^ Mk., «nto fiMflMUid 3,— Mk., Ausland 8»60 Wl Xfaiielne NnmiMni 30 PfL 

Anieigen: die einmal geepahene Petü-ZcOe 86 PL, bei nöeeeran Anaeigen oder Wieder- 

bohingen Pkeiaennifleigmig. — OeeeklftateDei Dreeden (F.-A. 21), Bohandaaer StrMee 48. 

Leiter der Zettoehrllt: Dr. A. Schneider, Draeden (P.-A. 81), Sdiandaner Straew 43. 

An der Lettnng betheiligt: Dr. P. BOae in Dresden-Blaaewits. 



^6. 



Dresden, 6. Februar 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLIIL 

Jahrgang 



Inhalt: Chemie und Pharmaele: Bdtrige sur HarDConBerTirung. — Zur Ptaarmade der Uteaten Keilichriftcoltiir. 
^ Vene BameOoa der Aldehyde. — Cellobioae. — QuaottUÜTe BeatiBiinilog des Kaliums durch Pikrinalon. -^Vu^ 
wtia der phoaphorigen Sture In LeichenUieilen unter Berfiek-lchUgung onaa ror dem Tode geooinmeiieii Hjpo- 
pboiphiiee. — Arsen als Yerunreinigvng Ton Ammoniakitenng. — Hersipllung Ton SaütsylaloreglyoeriBeater. — 
Phoipbnmaehwela bei (Gegenwart Ton Alkohol. — Die Methode aar Harnataiebeatimmung Ton J olles. ~ Wider- 
itandsflUiigkeit des Morphins g^gen Fialoiss. — Mahmngsmittel-CheMie. — Phermako|nioile. — Venohiedeite 

MHtiie&eBaea. 



Chemie und Pharmacie. 



Beitrage zur Hamconservirang. 

IBttheilang aus dem hygieniflch-chemischen 

Laboratorium zu Dresden-Albertstadt, 

von Corps -Stabeapotheier Varges, 

In wiederholten FäHen wurden mir 
Yon auswärts seitens mir bekannter 
Persönlichkeiten, welche zur Cur bezw. 
Erholang verreist waren, Hamproben 
oft aus weiter Feme eingesandt, um 
festzustellen, ob ein günstiger oder 
ungfinstiger Erankheitsverlauf, soweit 
die chemische Harnanalyse darüber 
Aafschluss geben konnte, vorlag. Da 
das Erankheitsbild bekannt war, und ich 
daher genau wusste, worauf es bei der 
chemischen, nicht selten recht com- 
plidrten Untersuchung ankam, so muaste 
Sorgfalt darauf verwendet werden, dass 
die Hammengen bei der Einlieferung 
im Laboratoriom durch die Post — es 
waren von der ersten Hamentleerong 
an gerechnet, einschliessend die Zeit- 
daner des Ansammeins der Tagesham- 
mengen von 24 Stunden und des Post- 
transportes fast drei Tage, meistens 
darüber, verstrichen — Veränderangen 



und Zersetzungen nicht erlitten. Die 
Tagesbammengen waren aus dem 
Gmnde nothwendig, weil die Thätigkeit 
beider Nieren controlirt werden sollte, 
da die Producte der beiden Nieren 
häufig sich als verschieden erwiesen, 
auch zwischen den Hamen von zeitlich 
verschiedener Abscheidung nicht un- 
erhebliche Unterschiede sich heraus- 
gestellt hatten. Werth war auch darauf 
zu legen, dass Schleimbüdung vermieden 
wurde, damit die mikroskopische Prüfung 
möglichst wenig beeinträchtigt wurde. 
Erfahmngsgemäss ist es nun selten der 
Fall, dass ein pathologischer Ham 
besonders in grösseren Mengen nicht 
bald nach der Enüeemng eingehende 
Veränderungen erleidet in FoJ^ge von 
Vorgängen, welche durch Mikro- 
organismen hervorgerufen werden, und 
welche man allgemein als Hamg&hrung 
zu bezeichnen pflegt. Besonders durch 
einen längeren Posttransport, wozu das 
viele Schütteln, Temperatur u. dgl. wohl 
beitragen mag, erwiesen sich häufig die 
Hamproben bei ihrer Ankunft am 
Bestimmungsort als zur chemischen 



76 



Untersuchang nicht mehr geeignet. Es 
lag daher der Gedanke nahe, dem 
Patienten bei seiner Abreise ein geeignetes 
Conservirungsmittel in den entsprechen- 
den nnd genügenden Mengen mitzugeben, 
da eine Hamsterilisation in grösseren 
Hammengen besonders vom Laien 
schwierig auszuführen ist, auch Eiweiss 
durch den Vorgang ausgeschieden, sowie 
eine ' quantitative Zuckerbestimmung 
dadurch beeinflusst werden konnte. Bei 
der Durchsicht der diesbezüglichen 
Literatur über Hamconservirungs- 
methoden finden sich manche Angaben, 
durch welche chemische Zusätze sich 
Harn conserviren lässt. In dem vor- 
züglichen Werke von Neubauer & Vogel 
„Aiüeitung zur qualitativen und quanti- 
tativen Analyse des Harns" beispiels- 
weise wird eine grössere Anzahl 
chemischer Mittel aufgeführt. Nach 
Angabe von Alexander Müller^) sind 
schwefelige Säure, Salzsäure, Salpeter- 
säure, Schwefelsäure, Oxalsäure, Essig- 
säure, Chlorkalk, Ealiumbichromat, 
Eupfersulfat, Bleinitrat, Schwefelkohlen- 
stoff, Aether, Alkohol, Chloroform, 
Thymoly Salicylsäure und Gampher hierzu 
geeignet. 

Donath^) erachtet salzsaures Chinolin, 
Artkus und Hüber ^) Fluomatrium, 
Cxabek und Weü^) Natriumselenit für 
zweckmässig. Hugtiel^ empfiehlt zur 
Conservirung des Harns den Harn von 
24 Stunden entweder mit 2 ccm einer 
Lösung von 10 g Quecksilberchlorid, 
1 g Natriumchlorid in 100 ccm Wasser, 
oder mit der gleichen Menge einer 
Lösung von 5 g Quecksilberjodid, 10 g 
JodkaUum in 100 ccm Wasser bezüglich 
von 10 g QuecksUbercyanid in 100 ccm 
Wasser zu lösen. 

Bei der Durchsicht dieser Angaben 
sieht man indessen sofort, wie unzweck- 
mässig eine willkürliche Herausnahme 

1) Berichte der Deutschen Chemischen Gesell- 
schaft 19, Ref. 257, 1886. 

2) Berichte der Deutschen Chemischen Gesell- 
schaft 14, 184, 1881. 

8) Arch. de Physiol. norm et pathol. 24, 655, 
1892. 

^) Archiv für experimentelle Pathologie 32, 
448, 1893. 

&) Chemisches Centralblatt 1894, 1, 846. 



irgend eines beliebigen Conseryirungs- 
mittels wäre, dass man vielmehr zuvor 
reiflich überlegen muss, welches dieser 
Mittel wohl das geeignetste für den 
jedesmal vorliegenden Fdl der chemischen 
Untersuchung ist. Hat man genaue 
Angaben darüber, worauf es bei der 
Analyse ankommt^ auf welche patho- 
logischen Bestandtheile des Harns man 
zu prüfen hat, so ist es nicht schwierig, 
dasjenige Conservirungsmittel richtig 
auszusuchen, welches die vorzunehmende 
Untersuchung nicht beeinträchtigt. 
Schwieriger aber wird der Umstand, 
wenn man überhaupt keine Anhalts* 
punkte dafür hat, was die Untersuchung 
ergeben wird. Greift man irrthflmli(£ 
ein Conservirungsmittel heraus, welches 
aus irgend einem Grunde auf einen 
pathologischen Bestandtheil des Harns 
chemisch reagirt, so muss naturgemäss 
diese Bestimmung falsch werden. Ich 
stellte daher Untersuchungen darüber 
an, um mir Gewissheit zu verschaffen, 
ob es überhaupt Hamconservirungsmittel 
giebt, welche in allen pathologischen 
Fällen ohne Bedenken für den Ausfall 
der chemischen Untersuchung dem Harn 
zugesetzt werden können. Jeder nun, 
der sich mit Harnanalyse eingehender 
beschäftigt, wird sich ohne Weiteres 
klar darüber sein, wie schwierig über- 
haupt und mit welch' grossem Zeitauf- 
wand eine diesbezügliche Untersuchang 
sich gestalten würde, wenn sich die 
Einwirkung auf die eventuell möglich 
seltenen pathologischen Hambestand- 
theile erstrecken sollte. Ich konnte 
mich daher auf die am häufigsten im 
Harn vorkommenden abnormen Bestand- 
theile wie Eiweiss, Zucker, Indican, 
Gallenfarbstoffe, Aceton und Acetessig- 
säure beschränken. Zu meinen Unter- 
suchungen nahm ich die Tages-Ham- 
mengen, in denen ich ohne Zusatz von 
Conservirungsmitteln genannte Bestand- 
theile möglichst quantitativ vorher 
bestimmt hatte. Ueberblickt man noch 
einmal die grosse Anzahl der oben 
aufgeführten Chemikalien, so leuditet 
es ohne Weiteres ein, da?s der grösste 
TheQ, vor Allem die Säuren, aus leicht 
einzusehenden Gründen von vornherein 



77 



aosgescliieden werden mussten. 
Es erschieDen nach meiner 
Anfflcht besonders zn einer 
eingehenden Prüfung geeignet: 
Qaecksilberchlorid , Queck- 
db^'odid , Qnecksilberozy- 
cjBsSAj Cbinosol (an Stelle 
des Salzsäuren Chinolin), 
Flaoniatriam , Salicylsftnre 
and Chloroform. 

Nach meinen Yoryersuchen 
erwies sich ein Znsatz nach- 
stehender Mengenverhältnisse 
för je 1500 ccm Harn am 
zwedonftssigsten : 

0,25 g Quecksilberchlorid 
0,10 g Qnecksüberjodid 
0,10 g Qaecksilberoxy- 

cyanid 
lyO g Cbinosol 
1,0 g Fluomatrium 
1,5 g Salicylsäure 
10 ccm Chloroform. 
Schon bei der quantitativen 
Eäweissbestimmung ergab sich, 
liass durch Quecksilberchlorid 
und Fluomatrium allerdings 
nur geringe Mweissmengen 
nach eintägigem Stehen aus- 
piSBt wurden Auf eine 
pmtitative Znckerbestimm- 
mg dagegen hatten dieselben 
ceinen störenden Einfluss. 

Zur Feststellung der Ein- 
rirknng der Conservirungs- 
Qittel auf Traubenzucker wurde 
D emem zuckerhaltigen nicht 
onservirten Harn, sowie in 
len conservirten Hamen der 
fUckergehalt nach der Me- 
hode von AUiehn fortlaufend 
estimmt (l^ehe Tabelle auf 
täte 78.) 

Es ergiebt sich aus der 
U>elley dass innerhalb drei 
(lochen durch den Zusatz 
er Conservirungsmittel der 
iQckergehalt in den mit 
hloroform und Cbinosol con- 
ervirten Hamen am wenig- 
ten abgenommen hatte. Das 
äcfaste gfinstige Resultat er- 
ab der Zusatz von Queck- 



h 



CO 



o 
d 

M 



3 



00 



ll 



SP .SP 




g 

II 



I 

Q 



tu 

1 

a 

& 

■3 




t 



g 

o 



^ 






g 

O 

a 



•a 
a 

hm 

o 
a 



I 



-a 
a 



O Q 

a o 



•rf. 
g< 

o 



•I 



§ I 



g 
gl 



g 

o 

G 



-a 
a 

M 



J 



-3.9 -9 



I 

eo 



a 

9 

M 

O 

OS 
OD 




i^ 

'^J« 



00 



I 






t e 



t 



e 

e 

Q 



O 

a 



o 
a 






s 



§ 

.SS 

«■9 



I 

III III 






% 



a 






^ ^ I 

JM ^ 3 



s 5«S 



»4 8 






|<3 -.3g I 






a 









II III I 



§ 

'S.» 

3 



S 



1" 



I 
I 



a 






li 

2 'S 



31^ 



•g 
1 

£ 



6 

o 
a 

•§ 

e 

es 

I ix) 



S 

i 



S 

.2 .2 
'S "3 8 



o 



I 



a 





I 



I 



I 

g 



78 



naoh 1 Tage 
pCt. 



Dach 8 Tagen 

pa 



naoh 14 Tagen 
pa 



naoh 3 WocheD 
pCt. 



Harn ohne Gonserviningsmittel 
mit Qa^ cksilberchlorid 
„ Queoksilberjodid . . 
„ Queoksilberozycyanid 

,, Chinosol 

„ Flaornatrium . . . 
„ Salicylsäare . . . 
„ Chloroform . . . . 



11 



11 



3,30 
3,35 
3.30 
3,31 
3,32 
3,36 
3,36 
3,29 



292 
3,32 
3,30 
3,30 
3,31 
3,33 
3,33 
3,29 



1,8 

3,30 

3,26 

3,28 

3,30 

3,28 

2,80 

3,27 



0,4 



235 
3,03 

1.8 
3,20 



silberoxycyanid. Da man aber erfahr- 
un^gemäss einen Harn wohl nie länger 
wie 14 Tage zur Untersuchung auf- 
heben wird, so sind die drei genannten 
Conservirungsmittel ohne Weiteres bei 
zuckerhaltigen Hamen brauchbar. 

Interessant war die Einwirkung der 
Conservirungsmittel auf den Säuregehalt 
des Harnes ; die Säurebestimmung führte 
ich nach der Methode von Maly und 
Hofmann aus, wie dieselbe im Lehrbuch 
der physiologischen Chemie von Aof 
Haimnarsten angegeben ist. Bei allen 
Hamproben konnte ich erst nach vier 
Tagen eine ganz allmähliche fortlaufende 
Abnahme des Säuregrades beobachten, 
lieber die diesbezüglichen Säure- 
bestimmungen werde ich besonders 
berichten. 

Ueber den Verlauf des Aussehens 
und Gerachs eines eiweiss- und zucker- 
haltigen Hames mit und ohne Con- 
servirangsmittel giebt die Tabelle auf 
Seite 77 Aufschluss. 

Eine nachtheilige Einwirkung des 
Chinosols und des Quecksilberoxycyanids 
auf die Indican-, Aceton-, Gallenfarb- 
stoff- sowie Acetessigsäurebestimmung 
konnte ich nicht feststellen. Der Zusatz 
des Quecksilberjodids mit Jodkalium 
erschwerte den Nachweis der Gallen- 
farbstoffe, da der Ham durch diesen 
Zusatz zu dunkel gefärbt wurde. 

Ich glaube daher, Chinosol und 
Quecksilberoxycyanid, zumal auch 
die Farbe des ursprünglichen Harns 
durch diese Zusätze nicht verändert 
wird, in erster Linie und für alle in der 
Praxis vorkommenden Fälle empfehlen 
zu können. In zweiter Linie dürfte 



sich der Zusatz von Chloroform als 
brauchbar erweisen, wenn auch die 
Acetonbestimmung etwas höhere Werthe 
ergeben hatte. 



Zur Pharmaoie 

der ältesten Eeilschriftcultar. 

Die älteste bisher erreichbare Cultur 
Mesopotamiens ist die Zeit des Königs 
Qudea. Ob wir dieselbe dreitaoseod 
oder fünftausend vor Christi Gebart an- 
zusetzen haben, ist einstweilen neben- 
sächlich. In jener Zeit gab es nodi 
keinen Apotheker im modernen Sinne. 
Der bekannte Keilschriftforscher J^Von^soti» 
Thureau- Dangin hat 1901 in der Kevue 
d'histoire et de litt^rature religienses 
auf Seite 481 bis 494 eines der wichtig- 
sten Documente des Königs Oudea über- 
setzt In Columne IV, Zeile 1 7 and 18 
wird von der Stadt gesprochen, welche 
durch ein religiöses Fest theils sehr be- 
schäftigt ist, theils anbetend auf den 
Knieen liegt. Besonders auf letztere 
Thätigkeit legt hier Thureau - Dangin 
Gewicht Da heisst es nun von der 
Stadt, sie sei wie die Matter eines 
kranken Menschen, welche einen Arznei- 
trank (wörtlich : Wasser der Gesundheit) 
bereite. Wir sehen daraus, dass der 
Arzneitrank in jenen Zeiten ohne Apo- 
theker in der Familie des Patienten be- 
reitet wurde. Ob allerdings die ver- 
schiedenen CoUynen und Salben etc. 
auch von Familienangehörigen ausge- 
fertigt wurden, möchte ich aas guten 
Gründen bezweifeln. Das musste wohl 
der Arzt selbst besorgen. 

Bad Neaeoabr, Rheinpre aasen. Oefeie, 



79 



Bfne neae Reaotion der Aldehyde 

giebt Rimini (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 363) 

NO2H 
aa. Dte Nitrohydroxylaminsäure || 

NOII 
i^tet ach leicht m salpetrige Säure und 
den Rest NOH, der bei Anwesenheit eines 
Aldehyds mit diesem die entsprechende 
Hjdroxamsäore bildet 

R . COH + NOH — R . C<2^„ 

Da dese Säuren sidi in theoretischer Menge 
bflden mid aaeh in den kleinsten Quantitäten 
mit Eisenchlorid starke Rothviolettfärbnng 
geben, sind sie zum Nachweise der Aldehyde 
lehr geeignet Eine Schwierigkeit besteht 
larin, dass die zugleich entstehende salpetrige 
^e in saurer Lösung die gebildeten 
Ijdroxamsänren leicht zersetzt Verfasser 
at aber gefunden, dass die von Piloty 
lefondene Säure C^U^ . SO2 . NHOH von 
Udehyden wie Hydroxylaminsäure gespalten 
nrd, unter Bildung der Benzolsulfmsäure 
od des Restes NOH. Dieser bildet mit 
lern Aldehyde die entsprechende Hydroxam- 
inre. Zur Darstellung der Säure wird die 
Ikobolische mit doppelnormaler Kalilauge 
emischte Lösung des Aldehyds mit der 
qmvalenten Menge der Pilofy'wAien Säure 
iBd dann noch mehr Lauge versetzt. Die 
teaetion vollzieht sich in der Kälte bei 
inhalbstOndigem St'^hen. Aus der Mischung 
inn nach Verdampfen des Alkohols die 
[jdroxamsäure durch Ansäuren mit ver- 
Qmiter Schwefelsäure gefällt werden, oder 
e wird nach dem Ansäuern mit Essigsänre 
nreh Kupferaoetal gefällt das Kupfersalz 
i wenig Wasser suspendirt, mit Salzsäure 
ersetzt und aus der Lösung die freie 
[ydroxamsäure durch Aether oder Essig- 
tiier extrahirt --he. 

Cellobiose 

&ben Skraup und König (Chem.-Ztg. 1901, 
iq). 363) eine aus Schleicher- SehtilPsdiem 
Htri^papier dargestellte Polyose benannt 
ie wurde erhalten durch Acetylirung der 
^iBaloee mit einem Gemische von Essig- 
toreanhydrid und ooncentrirter Schwefel- 
inre. Das Acetat schmolz constant bei 
28® C. Bei der Verseifung mit alkohol- 
leher Kalilauge lieferte es ein Product, das 
ut Phenylhydrazin kein Glykosazon, sondern 



eine dem Monosehvdrazon ähnliche Ab- 
Scheidung gab. Aber die bei der Analyse 
erhaltenen Werthe stimmten sehr gut für 
das Octacetylderivat einer Biose. Die Biose 
ist verschieden von der aus Stärke ent- 
stehenden Maltobioee und wahrscheinlich 
auch von allen anderen bisher beschriebenen 
Bioeen. Mit verdünnter Schwefelsäure 
invertirt geht sie vollständig in Glykose 
über; sie schliesst sich also an Maltose, 
Isomaltose und Trehalose an. Versuche der 
Verfasser bewiesen, dass die Cellobiose aus 
morphologisch verschiedenen Cellulosen 
entsteht. — A«. 

üeber 

die quantitative Beatimmung 

des Kaliums durch Pikrinsäure 

(vergl. Ph. C. 42 [1901], 618^ macht 
Reichard (Chem.-Ztg. 1901, 1151) nähere 
Angaben. Es hat sich bei seinen Versuchen 
ergeben, dass die Löslichkeit des Kalium- 
platinchlorids in Wasser weit grösser ist, als 
die des Kaliumpikrates (0,9 bezw. 0,4 g in 
100 ccm Wasser). Für die Anwendung 
des Kaliumplatinchiorids sprechen vor allen 
Dingen die hohe Differenz der Atomgewichte 
und die Unveränderlichkeit des zu wägenden 
Platins; fOr die Bestimmung als Kalium- 
pikrat die grössere Unlöskichkeit und der 
Umstand, dass das ermittelte Kalium wirklich 
in Substanz zur Wägung kommt, nicht nur 
das entsprechende Platin, das ja auch mit 
Spuren von Ammoniak verbunden gewesen 
sein konnte. Femer ist noch das gute 
Krystallisationsvermögen des Kaliumpikrates 
von Wichtigkeit, da gut krystallisirende 
Körper von grosser Reinheit zu sein pflegen. 
Das Kaliumpikrat wird selbst in den 
grössten zulässigen Verdünnungen in vor- 
züglich ausgebildeten Krystallnadeln ab- 
geschieden, die, namentlich bei Fällung in 
der Wärme, die Eigenschaft haben, sich zu 
dnem Haufwerk zu verfilzen. Ftlr die 
quantitative Abscheidung des Kaliumplatin- 
diloiids ist der Zusatz von Alkohol un- 
erlässlich, und dabei dauert die Absdiddung 
oft noch 24 Stunden, während das Pikrat, 
selbst in 2proc. neutralen Losungen in 
wenigen Minuten weit vollständiger und 
ohne Anwendung eines besonderen Hilfs- 
1 mittels ausfällt Bei der quantitativen 



80 



BeBÜmmung des KatiamB sind vorher zu 
entfernen die Ammonium-, Rnbidinm-, 
Gaesium- und Thaltiumsalze. Verfaflser geht 
dann auf die weitere Behandlang dee 
Kalinmpikrates. ein. Es spielt dabei die 
leichte Explosionsfähigkeit des Kalinmpikrates 
eine Rolle, nnd es entsteht die Frage, ob 
es zwedanässiger ist, das Salz als Pikrat 
nach dem Trocknen bei niedriger Temperatur 
zn wägen, oder es unter Zerstörung der 
Pikrinsäure in em anderes Salz, etwa das 
Sulfat, überzuführen. Diese letztere 
Operation ist keineswegs eine einfache und 
die grosse Differenz der Molekulargewichte 
von Elalium und Ealiumpikrat 39 : 267 
geht verloren. Es ist also die directe 
Wägnng des Kalinmpikrates vorzuziehen. 
Die Reinigung des gefällten Pikrates kann 
nur mit Wasser geschehen, da es von 
Alkohol stärker als von Wasser gelöst wird 
und Aether das Natriumpikrat noch schwerer 
löst als das Kaliumsalz. Man muss also 
mit mögtichst wenig Waschwasser auszu- 
kommen suchen, was dadurch erleichtert 
wird, dass das Haufwerk der Krystalle die 
Decantation auch kleiner Mengen Wassers 
erlaubt und dass die wirklich auf das Filter 
gelangten Krystalle nach dem Trocknen des 
Filters an der Luft mit dem ' Pinsel 
quantitativ vom Filter entfernt werden 
können, da sie in Folge ihrer guten Aus- 
bildung stark glitzern. Nach dem Aus- 
waschen werden die Krystalle bei 70 bis 
80^ C. getrocknet und zeigen dabei in 
einer Stunde oonstantes Gewicht. Verfasser 
benutzt zu der ganzen Operation (von der 
Fällung bis zur Wägung) gewogene, voll- 
ständig glasirte, halbkugelförmige Porzellan- 
schalen mit AusgUBB. —he. 

Nachweis der phosphorigen 

Säure in Leichentheilen 

unter Berücksichtigung eines 

vor dem Tode genommenen 

Hypophosphites. 

Der chemische Nachweis einer Phosphor- 
vergiftung durch die Bestimmung der 
phosphorigen Same ist in der forensischen 
Praxis gebräuchlich, wenn elementarer 
Phosphor in den Untersuchungsobjecten 
nicht aufgefunden wird. Schwierig gestaltet 
sich indess die Untersuchung, wenn die 



vergiftete Person vor ihrem Tode irgend 
ein unterphosphoriges Salz, die bekannt£ch 
innerlich ärztlicherseits verordnet werden, 
zu sich genommen hat 

Willkommen ist daher eme Veröffent- 
lichung von Th, Panzer in der Zeitschrift 
f. Unters, der Nähr.- u. Genussm. 1902, 11, 
über das Verhalten von unterphosphorig- 
saurem Calcium im thierisehen Körper. 
Auf Grund eingehender Thierversuche giebt 
derselbe nachstehende Regeln: 

Kommt eine Phosphorvergiftung in Frage 
und läflst es sich nachweisen, dass die 
angeblich vergiftete Person auch nur einige 
Tage vor ihrem Tode kein Hypophosphit 
genommen hat, so braucht auf die unter- 
phosphorige Säure überhaupt keine Rücksicht 
genommen werden. 

Wenn sich dies aber nicht mit Sicherheit 
nachweisen ISsst, so sind von der Unter- 
suchung auf phosphorige Säure der Inhalt 
des Magendarmkanales und der Harn 
auszuschliessen. Sollte ein Hypophoq[ihit 
eingenommen sem, so wird das Ergebniss 
der Untersuchung dadurch nicht beemträehtigt, 
da das Salz den Organismuss schnell durdi- 
wandert, ohne irgendwo zurückgehalten zu 
werden und sehr rasch wieder durch den 
Harn ausgeschieden wird. In den Organen 
der Versuchthiere, kiemer Hunde, konnten 
Spuren von unterphosphoriger Säure nadi 
Einverleibung einer verhältnissmässig grossen 
Menge eines Hypophosphits nach kurzer 
Zeit nicht mehr nachgewiesen werden. Vg. 

Arsen als Verunreinigung von 
Ammoniaklösung 

beobachtete Oottheil (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 
365). Eme im Handel bezogene 25proe. 
Ammoniakflüssigkeit enthielt 0,057 pGt AsgOs- 
Verfasser verlangt deshalb, dass der officinelle 
Salmiakgeist auf eben etwaigen Arsengehalt 
geprüft werde. —ke. 

Herstellung 
von Salioylsäureglyoerinester. 

E. Täuber erhielt folgendes Verfahren 
patentirt: Gemische von Salicylsäure und 
Olycerin werden mit Mineralsäuren in einer 
der angewandten Salicylsäuremenge hüchstens 
äquivalenten Menge behandelt 



81 



FhoiiphomaohweiB 
bei Gegenwart von AlkohoL 

In dem MitscherUch'Miien Phosphor- 
nadiweiB besitzen wir ein Verfahren, ver- 
mittebt dessen wir ansserordentliofa geringe 
Mengen dieses Giftes schnell nnd znyerilssig 
nadiweiBai können. Indessen kann das 
Emtreten des Fhosphorienehtens dnroh eine 
Reihe von Substanzen, wozu auch yor 
lUem der Alkohol gehört, vollständig 
Teriiindert werden. /. Habermann und 
i. Oesterreicher geben nun m der Zeit- 
sefarift fflr analytische Chemie 1901, 762, 
dn einfaefaes Verfahren an^ welches jedem 
GeriditBcfaemiker willkonunen sem wird, 
nach weldiem selbst grosse Mengen Alkohol 
das Phosphorlenchten bei der Destillation 
rneht verhindern. Dasselbe tritt stets anf, 
wenn man die alkoholreichen Fraotionen 
mit sntspredienden Mengen von destilUrtem 
Wasser in Verbindung bringt Man ver- 
Sndort zu diesem Zwecke den beim 
MüscherücK^eii Verfahren verwendeten 
Liebig'wäiexi Efihler in der Weise, dass 
das obere weitere Ende einen zweifach 
durchbohrten Eorkstopfen erhält, dessen 
eine Bohrung den absteigenden Ast des 
Loftkflhlers enthält, während die andere 
Bohrung dnen kleinen mit destillirtem 
Wasser gefüllten Hahntrichter trägt Das 
Verfahren selbst wickelt sich in der Weise 
ib, dass man in dem dunklen Räume das 
Fortschreiten der heissen Dämpfe in der 
Lnftkflhlvorrichtung mit der Hand oontrolirt, 
worauf man, wenn dieselben in den oberen 
weiteren Theil der Ldebig'whea Efihler 
gelangen, aus dem Hahntrichter Wasser 
zntropfen lässt Bei Anwesenheit von 
Phosphor [tritt das Leuchten im Efihhrohr 
odtf unter umständen auch in der Vorlage ein. 

Die Destillation der zu prüfenden Flüssig- 
keit kann femer auch in gewöhnlicher 
Weise bei Tageslicht vorgenommen und das 
Destillat in einzelnen, am Beginne der 
Destiüation kleinen, Fractionen aufgefangen 
werden. Letztere werden dann in einem 
dnnklen Raune jede für sich mit Wasser 
verdünnt, ;Wobei bei Oegenwart auch sehr 
geiinger Fhosphormengen blitzartig oder 
andauernd auftretendes Phosphorieuchten 
beobachtet wird. Vg, 



Die Methode lar Hamifture- 
bestünmung von JoUes 

ist naeh den Untersuchungen von Makawka 
(Chem.-Ztg. 1901, 1159) als eine sehr gute 
zu bezeichnen, da sie zuveriässige Resultate 
giebt bei verhältnissmässiger Einfachheit der 
Ausführung. Die gewichtsanalytische Methode 
von Ludwig - Salkowski giebt zwar auch 
zuverlässige Resultate, stellt aber grosse An- 
forderungen an Zeit und persünliehe Geschiek- 
liehkeit, während die titrimetriache Methode 
von Hopkins und Föhn Anlass zu Fehlem 
giebt, da der Endpunkt der Reaetion nur 
ein oonventioneU festgesetzter ist und nur 
bei grösserer Uebung richtig zu treffen ist 
Ausserdem werden bei ihr auch andere 
oxydable Stoffe, wie Haxnf arbstotfe, weldie 
von der Harnsäure nicht vollständig ge- 
trennt werden können, als Harnsäure mit 
bestimmt Ebenso wird nach Wömer bei 
der Stickstoffbestimmung nach Kjeklahl anch 
der Stickstoff mit bestimmt und als Harn- 
säure mit gerechnet, der aus schleimigen 
und eiweisshaltigen Beimengungen der ab- 
geschiedenen Harnsäure stammt JoUes 
basirt seine Methode darauf, dass die Harn- 
säure unter bestimmten Bedingungen quan- 
titativ in Harnstoff übergeführt werden kann, 
dessen Stickstoff in alkalischer Lösung durch 
unterbromigsaures Natrium freigemacht und 
gemessen werden kann. Die Harnsäure 
wurd aus dem Harne durch Ammoniumaoetat 
und eoncentrirtes Ammoniak gefällt Die 
ausgeführten Bestimmungen haben sowohl 
bei reiner Harnsäure, wie bei Hamen im 
Mittel 2,1 pCt höhere Werthe ergeben, als 
die gewichtsanalytische Methode von Ludmig- 
SaUcowski, Da diese aber bei reiner Ham- 
säure ungefähr 2 pCt zu wenig angiebt, 
so dürften die Resultate der JbUe^'schen 
Methode sehr exaete sein. ^ke. 

WideratandBfählgkeit 
des Morphins gegen Fftulniss. 

Dass das Strychnm m faulen Leichen- 
theilen nodi lange Zeit bis gegen drei Jahre 
nach dem Tode eines vergifteten Lebewesens 
nachzuwosen ist, wenn dieses Oift nidit 
durch einen Audaugeproeess aus der ver- 
gifteten Leiche entfemt war, wurde von 
verschiedenen Qelehrten bestimmt bewiesen. 
Ansahen über die Widerstandsfähigkeit 



82 



anderer Alkoloide sind dagegen in der 
literator nur epArlich vorhanden. Interessant 
ist daher die Angabe von Th. Paiixer in 
der Zeitschr. f. Unters, der Nahmngs- und 
Gennssmittel 1902, 8, nach welcher Morphin, 
welches in Leiehentheilen von zwei Selbst- 
mördern in nennenswerthen Mengen vor- 
handen war, noch nach sechs Monaten trotz 
starker Fäninissvorgänge sicher nachgewiesen 
werden konnte. Allerdmgs wnrde durch 

N a h r u n g 8 m i 

Benutzung 

d')8 Milohrefraotometers zum 

Nachweis einer MUchwässerung. 

Von Corps-Stabsapotheker Ut%. 

In dieser Zeitschrift 1901, No. 2, 
S. 36, findet sich ein Referat der von 
mir in der Oesterr. Chem.-Ztg. 1901, 22, 
veröffentlichten Arbeit „Zur Milchunter- 
suchung mittelst Refractometers**. Der 
Referent Vg, kommt zu dem Schlüsse, 
dass die Bestimmungen des Milchzuckers 
wie des Serums mittelst des Refracto- 
meters nur einen rein theoretischen 
Werth haben, selbst dann, wenn die 
Methoden völlig einwandsfrei wären, 
was Referent bezweifelt. Derselbe 
führt dann fort: „Denn welcher Sach- 
verständige würde vor Gericht auf Grund 
einer derartigen Serumbestimmung einen 
eventuellen Wasserzusatz beschwören." 

Hierzu möchte ich hier ausdrücklich 
auf die Originalarbeit verweisen, in 
welcher es wörtlich am Schlüsse heisst: 
,,Doch soll damit nicht etwa gesagt 
sein, dass man vielleicht Polizeibeamten 
diese Art der Untersuchung übertragen 
könne; im Gegentheil, sie soll im 
Jjaboratorium des Nahmngsmittel- 
chemikers zur Unterstützung, bezw. 
Bestätigung der bereits ge- 
fundenen Analysenresultate 
dienen, wie denn überhaupt die 
Benrtheilung eines Nahrungs- 
mittels auf Grund einer einzigen 
Bestimmung ausgeschlossen ist." 

Ich habe diesen Passus absichtlich 
zugesetzt, damit es nicht den Anschein 
gewinnt, als ob ich mit der Bestimmung 
der Refraction des Serums die Be- 
stimmung von Trockenrückstand, Fett, 



die Gegenwart von groesen Mengen Fäulnue* 
Stoffen die Abecheidung und RemdartteUnng 
des Morphins im Vergleich zu soldien fWen, 
in denen die Leichentheile frisch zur Unter- 
suchung kommen, sehr ersohwert Es ist 
durch die Versuche Panzer' ^ somit der 
BeweiB erbracht, dass Morphin einige 
Monate lang der Fäulnias wiederstehen 
kann. Vg, 



ttel-Chemie. 

spec. Gewicht der Milch und des 
Serums als überflüssig erachte. Da 
dem Referenten jedenfalls dieser Absatz 
entgangen ist, bitte ich die verehrliche 
Sciuiftleitung um gefällige Aufnahme 
dieser Richtigstellung bezw. Ergänzung. 

Verhalten der Borsäure in 
alkoholischen Lösungsmitteln. 

Nachdem in den letzten Jahren zum Be- 
dauern aller Derjenigen, welche die Ver- 
öffentlichungen auf dem Gebiete der Nahr- 
ungsmittelchemie mit Interesse verfolgt haben, 
neuere wissenschaftliche Arbeiten von K. 
Famsteiner in Folge seiner beschränkten 
freien Zeit nicht mehr erschienen waren 
veröffentlicht derselbe jetzt in der Zeitschrift 
für Untersuchung der Nahmngs- und Ge- 
nussmittel 1902, 1 eine höchst interessante 
Arbeit: „Beitrag zur Kenntniss der Borsäure'' 
und beweist damit; dass er seine vor- 
züglichen wissenschaftliche Erschliessungen 
noch nicht aufgeklärter Punkte dieses 
seines Specialgebietes zu unserer Freude 
uns nicht gänzlich vorenthalten will. 

Eine bekannte Methode zur Bestimmung 
der Borsäure ist die Titration derselben in 
einer Lösung, welcher gewisse Mengen mehr- 
atomiger Alkohole, z. B. Glycerin oder Mannit, 
zugesetzt sind (vergl. Ph. G. 42 [1901] 50). 
Dar Indicator lässt die Gegenwart von freiem 
Alkali erst dann erkennen, wenn eine Um- 
setzung nach der Formel: 

H3BO3 -f REO = RBO2 4- 2 H2O 
sich vollzogen hat. 

Welche Rolle nun mehratomige Alkohole 
bei dieser Reaction spielen, darüber ist man 
sich noch nicht völlig klar. Jörgensen 
glaubt, dass esterhaltige Verbmdungen mit 
der Borsäure sehr leicht zu Stande kommen. 



83 



welche in grtaerem MaMse die Eigensehaften 
einer Sftore besitzen, ale die Bon&are seitwt 
Famsieiner hält dieee Annahme ffir nicht 
wahischeinhchi da es auffallend ist, daas so 
leiefat sich bildende Ester bei der Neutralisation 
sich 80 leicht zersetzen sollten. Er glaubt 
vielmehr^ daas der Grund ftlr den Eintritt 
der Reaction leichter vom physikalisch- 
chemischen Standpunkt zu erküren sei in 
der Erwägung, dass die Alkalisalze der Bor- 
sinre allein durch Wasser bereits in erheb- 
fiehem Maasse in ihre Componenten ge- 
spalten werden. Durch den Zusatz von 
Gljcerin oder Mannit wird die Dissodation 
in Folge der Veränderung des Lösungsmittels 
vielleicht ^curch Bildung complexer Molekül- 
gruppen aufgehoben. Um sich über diese 
Vermutbung näheren Aufschluss zu ver- 
schaffen, hat der Verfasser das Verhältniss 
der Borsäure in alkoholischen Lösungsmitteln 
näher ins Auge gefasst. Diesbezügliche 
Untersuchungen, Titrationen mit rein methyl- 
alkoholischer und in rein äthylalkoholischer 
Lösung, haben höchst interessante, wissen- 
achaftlidie Erfolge ergeben, welche zur quan- 
titativen Borsäurebestimmung in der Praxis 
Verwendung finden können. Die Sättigung 
der alkoholischen Borsäurelösung geht in 
methyhükoholischer Lösung mit Kalium und 
Natrinmhydrozyd, sowie mit Baryumhydroxyd 
m normaler Weise von statten, sobald die 
Gegenwart von Wasser nach Möglichkeit 
«ugeseUoeson wird. Geringe Abweidiungen 
konnten auf den Einfluss des durch die 
Reaetion entstehenden Wassers zurückgeführt 
werden. Aethylaikohol scheint dagegen ähn- 
lidi wie Wasser die Verbindung der Bor- 
säure mit dem Alkali zu verhindern, es ent- 
stehen saure, in Alkohol schwer lösliche, 
vaaserhaltige Kalium- und Natriumsalze, 
während in methylalkoholischer Lösung 
gerade die Gegenwart einer gewissen Wasser- 
menge unerlässliche Bedingung für die Bild- 
ung eines Salzes ist Es ergiebt sich indessen 
aas dem verschiedenen Verhalten der Bor- 
säure gegenüber Alkalien in den beiden 
alkoholischen Lösungsmitteln, dass nicht der 
Ausschluss des Wassers allein die volle Ent- 
faltung des sauren Charakters der Borsäure 
bedingt, sondern, dass auch eine specifische 
Emwirkung des Lösungsmittels selbst für 
die Function der Verbindung H3BO3 als 
embasische Säure vorauszusetzen ist, wie 



es die Versuche mit Methylalkohol ergaben. 
Eine Bestimmung des Borax, in welchem 
bekanntlieh zwei Moleküle Bonäure als frei 
und zwei Moleküle als gebunden anzusehen 
sind, kann in der Weise erfolgen, dass man 
eine methylalkoholisehe BoraxlOsang bei 
Gegenwart von Methylorange mit methyl- 
alkoholischer Sohwefelsäare bis zur Röthung 
versetzt; es lässt sich dann die gesammtc 
Borsänre in das Destillat überführen. Dieaes 
Verfahren zur Borsäurebetlimmung lässt mA 
bei Gegenwart von viel Chloriden anwenden, 
da der Uebergang von Salzsäure m das 
Destillat hierdurch vermieden werden kann. 
Farnsteiner'B fleiesige Arbeit empfehlen 
wir jedem Interessenten im Original zu lesen 
und hoffen wir, dass seine praktische Be- 
mfsthätigkeit jetzt ihm genügend Zeit übrig 
lasse, um die in manchen Punkten vor- 
handenen Lücken seiner Untersnchungen, 
worauf er selbst animerksam maeht, nodi 
auszufüllen. Vg. 

Ein Verfahren sum Entsäuern 
und Klären von Fetten, 

namentlich von Cocosöl, von Jüssen (Chem*- 
Ztg. 1901, 1164), soll die Verseifung von 
Neutralfett bei der Behandlung mit Kalk- 
miksh und die schnelle Klärung des Oeles 
bewirken. Dureh verdünnte Jjangen wurd 
selbst bei 100 <> C. das Neutralfett schwer 
verseift, wenn die Kalkmilch in äusserst 
feiner Vertheilung in das Gel eingeführt 
wird, während die freien Fettsäuren augen- 
blicklich neutraUsirt werden. Man bedient 
sich zu diesem Zwecke eines Dampfatrahl* 
Zerstäubers, da ein Luftgebläse die Kalk- 
milch zu sehr trocknet Nach beendeter 
Einführung der Kalkmilch wui3 dann die 
Masse sofort entwässert, um das Gel von 
der Kalkseife zu trennen. Die Entwässer- 
ung erfolgt unter gleichzeitiger Klärung des 
Oeles durch Emblasen von Luft m die noch 
heisse Masse. _Ae. 

Ueber gebrochenes Melken 

sind früher von Koblock, Boussingault, 
Hellriegel, Cotta und Clark Untersuchungen 
angestellt worden, mit dem Resultate, dass 
der Fettgehalt der einzelnen MilchfractioneQ 
ununterbrochen wächst, sodass die zu- 
letzt ausgemolkene Milch am fettreichsten 
ist Dagegen hatte Hofftiarm gefunden^ 



84 



daas der Fettgehalt beim Beginne des Ans- 
melkeDB dee anderen Zitzenpaares wieder 
niedrig ist, um gegen das Ende wieder an- 
zusteigen. Um diesen Widersprach anfzn- 
klären, stellte Achermann (Ghem.-Ztg. 1901^ 
1160) gleiehfalls Versnehe an. Er kommt 
zu folgenden Resultaten : 1. Jede Zitze liefert 
einzeln eine Milch; deren Fettgehalt normal«^ 
weise von Anfang bis zu Ende des Melkens 
ununterbrochen steigt 2. Werden aber die 
Zitzen, wie gewOhnhoh, paarweise gemolken, 
so zeigt die üiGlch nach dem Ausmelken des 
ersten Paares ein Maximum an Fettgehalt, 
wird dann beim zweiten Zitzenpaare wieder 
fast so schwach, wie beim Beginne des 
Melkens und steigt von Neuem bis zum 
zweiten Maximum. 3. Die Anfangsminima 
für den Fettgehalt der Milch aus den einzel- 
nen Zitzen zeigen geringe Unterschiede, so- 
dass jedes folgende Minimum etwas höher 
ist als das vorhergehende. Verfasser konnte 
nachweisen, dass der Widerspruch zwischen 
den Resultaten BoitssingaiUfA und seinen 



eigenen dch erklären liess durch die ver- 
schiedene Grösse der Fractionen. Während 
er gleichmässig Fractionen von etwa 250 com 
angewendet hat, hatte BoussingatUt die 
mittleren Fractionen 1 bis 1^2 ^ gewählt 
und die einzelnen Zitzenpaare nicht getrennt 

Die Einwirkung des 
Sonnenlichtes auf die Enayme 

ist nach den Versuchen Em7nerling^B (Ghem.- 
Ztg. 1901, Rep. 368) im Allgemeinen nur 
eine geringe ; vielfach konnte ein schädlicher 
Emfluss kaum nachgewiesen werden. Nur 
in vereinzelten Fällen zeigte sich eine Ab- 
nahme der spec. Enzymwirkung,' wie beim 
Lab und der Hefenmaltase. Doch dürften 
dabei auch Mängel der Methoden mitspielen. 
Bei Pepsin und Trypsin wurden nicht über- 
einstimmende Resultate erhalten, da das liebt 
bald ohne Einfluss zu sein schien, bald 
schädigend wirkte. —ke. 



Pharmakognosie. 



Aus dem Oesohäftsbericht von 

Gebrüder Westermann, 
Vegetabilien - Grosshandlung zu 

Wunsiedel, 

entnehmen wir folgende interessante Mit- 
theilungen über Drogen: 

Tieres Calendulae. Zum ersten Male 
und nach vielen Mühen ergab sich in hiesiger 
Gegend eine wirklich lohnende Ernte. Es 
war schwer, die Landleute zum Anbau einer 
ihnen unbekannten Pfhinze zu bewegen. 

Flores Sambuci. Das Auftreten von 
Ungeziefer in ungeheuren Mengen an den 
Holderbüschen hat das Sammeln der Blüthen 
in diesem Jahre fast zur Unmöglichkeit ge- 
macht. 

Flores Stoachados. Die früher im Fichtel- 
gebu*ge massenhaft wachsende und sehr gut 
gedeihende Pfhmze schemt thatsächlich am 
Aussterben zu sein. In vergangenen 
Jahren wurden von unseren Sammlern einige 
200 Centner und mehr abgeliefert Das 
ganze Ergebniss im Jahre 1899 waren 80, 
1 900 6 5 und 1 90 1 nur etwa 40 Gentner. Dabei 
war die Nachfrage sehr gross, und wurde insbe- 
sondere von Frankreich jeder Preis bewilligt. 
(In Frankreich werden daraus bekanntlich 



die dort sehr üblichen Immortellenkränze 
gefertigt. Schriftleitung.) 

Bhizom% Calami. Die Herbstgrabung 
wurde in Folge des frühzeitig eintretenden 
Frostes zur Unmöglichkeit 



Ueber russisohes Opium 

berichtet Ooldberg (Ghem.-Ztg. 1901, Rep. 
367). Obgleich es in Russland verschiedene 
Gegenden giebt, in denen der Mohnbau nutz- 
bringend betrieben werden könnte^ wird er 
bis jetzt doch nur höchst selten ausgeübt, 
wozu auch die Vorschrift der russischen 
Pharmakopoe, dass türkisches oder klein- 
asiatisches Opium gebraucht werden muss, 
obgleich das russische Opium durchaus werth- 
voll ist, viel beiträgt. Verfasser hat Proben 
aus dem Semirjetschenskischen Gebiete unter- 
sucht Es stdlt flache gewölbte Klumpen 
verschiedener Grösse vor, eingewickelt in 
Mohnblätter, innen weich und elastisch, von 
hellbrauner Farbe und glattem Schnitte mit 
wachsartigem Glänze, eigenthümlich narko- 
tisdiem Gerüche und scharfem, bitterem Ge- 
schmack. Bei der mikroskopischen FHlfnng 
wurden 'fheile der Fruchtkapsel, aber keine 
fremden Verunreinigungen oder Beimeng- 



86 



miffsn gefunden. Vier Proben hatten 15,3 
bis 17,2 pGt Waawr, 4,25 bis 4,4 pCt 
iadie^ 38,5 bis 39,7 pGt waaeerlteliche Be- 
tedtbeile und 7,00 bis 7,75 pCt Moiphm. 
YeifaaBer macht den VorBcfaiag, den Waaser- 
gchfth, der btt Opinnipulver ron 4 bis 10 pGt 



sehwankt, auf 5 pGt und den Morphin- 
gehalt einheitKoh anf 10 pGt festznsetEen, 
nnd die moiphin&rmeren Sorten, wie das 
mssisehe Opinm, mit morph{nrei<^en Sorten 
zn mengen. ^ke. 



Verschiedene Mittheilungeii. 

Ueber die Festigkeit von Natur- und Kunstseide 

haben Strehlenert nnd Westergren (Chem.-Ztg. 1901, 1100) üntersachnngen angestellt 
mä dabei folgende Werthe erhalten: 



Chinesische Seide, nicht avivirt 
Französische Rohseide 

Seide, abgekocht nnd avivirt 

„ rothgefSrbt, beschwert 

„ blanschwarz, 110 pCt Beschw. 

„ schwarz, 140 pGt Beschw. 

„ schwarz, 500 pGt Beschw. 

Chardonnet, nngeflKrbt 

LehneTf ungefärbt 

StreMenert, ungefärbt 

Pauly, ungefärbt 

Gross dk Skam, Viscose 

Gross db Skarn, neueste Viseoseseide 

Baumwollgarn 



Nttarseider 



n 

n 
n 



Donofiumseide. 



AbsoL Festigkeit in kg 


pro 1 


mm 


trocken 


nass 


53,2 


46,7 


50,4 


40,9 


25,5 


13,6 


20,0 


15,6 


12,1 


8,0 


7,9 


6,3 


2,2 


— 


14,7 


1,7 


17,1 


4,3 


15,9 


3,6 


19,1 


3,2 


11,4 


3,5 


21,5 




11,5 


18,6 



Zur Darstellung von 
Nährpräparaten aus Fischen 

rerden die zerkleinerten Fische nach 
Ihnüewsky (Ghem.-Ztg. 1901, 1144) mit 
rerdttnnter Ltenng von kohlensaurem Natron 
lertrtig behandelt, dass eine Aufweichung 
md tfaeilweise eine chemische Veränderung 
bi Fleisches eintritt Dann wird die Masse 
üt tro^enem Dampfe erhitzt, durch Siebe 
TBpreBst und aus der erhaltenen breiigen 
faflse die eiweisshaltigen Stoffe mit Säure 
Hflgesdiieden. Das zurflckbleibende, vom 
^ett befreite, eiweissfreie Filtrat wird durdi 
Sntrocknen und Pulverisiren zu einem Nähr- 
liparate verarbeitet — Aa. 



Bechenschieber für die 
Laboratoriumpraads. 

Die Ausrechnung der Analysen erfordert 
^anntlich viel Zeitverlust. Zur Verringerung 
tt erforderlichen Zmtaufwands empfiehlt 
yt.Tkiek (Zeitachr. f. öffentl. Chem. 1901, 
^67) die legaritfamisch-graphiBche Redientafel 



von Scherer. Dieselbe ist nichts weiter als 
ein sehr langer Rechenschieber, der auf den 
zehnten Theil seiner Länge zusammengeklappt 
wurde und so eine Platte von 21x33 cm 
darstellt. Die Ablesung mittelst desselben 
ist selbst bei sehr roher Einstellung auf 
mindestens 1/2000 zuveiiäasig. Witt man 
sich dieses Rechenschiebers nicht direct zur 
Ausrechnung der Analysen bedienen, so kann 
derselbe jedenfaUs zur Gontrole anderer 
Rechnungen ausgezeichnete Dienste leisten. 

Deutsche Phannaoeutische Oesellsohaft. 

Tagesordnung für die am Domierstag, den 
6 Februar 1902, Abends 8 Uhr, in Berlin NW. 
im Restaurant ,,zum Heidelbergei^^ (Eingang: 
Dorotheenstradse) stattfindende Sitzung: 

Dr. P. Siedler: üeber einige Pflanzenstoffe. 

Privatdocent Dr. i2. Kolkwü*: Üeber die Be- 
deutung der Biologie für die Beurtheilung des 
Wassers. 



Anfrage. Wer fertigt Gypsabguss von 
Gypsabguss? Welches Veifahren wendet man 
dazu an? 



Verleger und Teimntwortlloher Leiter Dr. A. Schneider In Dresden. 



88 



mal frisch herzustellen sind, wofflr der 
in der Taxe ausgeworfene Arbeitspreis 
ein angemessener ist, so erübrigt sich 
eine Kritik aller dieser Vorschriften von 
selbst. Es ist femer eine alte Erfahr- 
ung, welche nicht genug hervorgehoben 
werden kann, dass äberall dort, wo auf 
die Anfertigung der Aufgüsse und Ab- 
kochungen die allergrösste Sorgfalt in 
der Innehaltung der Eochzeit, des 
häufigeren Umrührens und dergleichen 
verwendet wird, diese nicht unlohnen- 
den Arzneiformen mit Vorliebe seitens 
der Aerzte wegen ihrer schnellen Heil- 
wirkung gewählt werden. Die Brauch- 
barkeit der verschiedenen pflanzlichen 
Drogen lässt sich für die Praxis in dieser 
Verordnungsform ohne Zweifel durch 
sorgfältige Arbeitsweise erweitem, und 
wird nicht selten auch der Arzt von 
der Verordnung der täglich neu ange- 
botenen, noch wenig erprobten Arznei- 
mittel absehen und seine alten vertrauten 
und bewährten Mittel bevorzugen. 

Der Zweck der vorliegenden kleinen 
Arbeit nun, welche der Praxis entstammt 
und der Praxis dienen soll, war der, 
festzustellen, ob es zweckdienlich sei, 
in einem grösseren Geschäftsbetriebe, 
beispielsweise in der Apotheke des 
hiesigen Gamisonlazareths , sobald 
mehrere gleichartige Aufgüsse und Ab- 
kochungen gleichzeitig zur Anfertigung 
in die Apotheke gelangen, was täglich 
vorkommt, dieselben in einer Infundir- 
büchse zusammen anzusetzen, und wie 
lange die Eochzeit dann sein müsste, 
um stets dieselbe Extractausbeute zu 
erlangen. Ich habe -die Versuche auf 
Decoctum cort. Chinae, — rad. Senegae, 
— rad. Valerianae, sowie schliesslich 
auch in etwas weiterer Form auf Auf- 
güsse von Radix Ipecacuanhae, Folia 
Digitalis und Radix Valerianae ausge- 
dehnt, die ich, da dieselben einiges 
Interesse haben dürften, hiermit der 
Oeffentlichkeit übergeben möchte. Bei 
den Versuchen hat mich in dankens- 
werther Weise Herr Dr. Josing, z. Z. 
einj.-freiw. Apotheker im hygienisch- 
chemischen Laboratorium, unterstützt. 
Zur Feststellung der Ausbeute der Ab- 
kochungen und Aufgüsse wählte ich die 



einfache Methode der Extractbestimm* 
ung, wenn ich mir auch klar darüber 
war, dass mit dieser Bestimmung aUein 
die Frage bezüglich des Wirkungswerthes 
nicht völlig zu beantworten sei. Bei 
den Chinaabkochungen bestimmte ich 
noch den Alkaloidgehalt nach der Vor- 
schrift des Deutschen Arzneibuches, wie 
dieselbe bei Extractum Chinae ange- 
geben ist Bei der Bereitung der Ab- 
kochungen und Aufgüsse ^mrden die 
Angaben des Arzneibuches genau inne- 
gehalten, die Extracte im Wassertrocken- 
schrank nach der amtlichen Vorschrift 
der Extractbestimmung bei der Unter- 
suchung von Weinen getrocknet Um 
gleichzeitig sich zu überzeugen, um wie 
viel höher die Extractausbeute bei China- 
decocten ist, wenn ein Säurezusatz bei 
der Auskochung in der Porzellaninfundir- 
büchse bereits gemacht wird, wurden 
die Bestimmungen auch nach dieser Richt- 
ung hin ausgedehnt Wie die Versuche 
erwiesen, ist es durchaus zweckmässig, 
stets bei einer diesbezüglichen Verord- 
nung bei der Abkochung bereits die 
Säure zuzusetzen, da der Extractgehalt 
und auch der Alkaloidgehalt dadurch 
bedeutend höher wird. Die China- 
abkochungen wurden heiss durch ein 
sehr dichtes Colirtuch geseiht, ein Er- 
kalten beim Eingiessen in die Extract- 
schalen wurde vermieden, um ein Ans- 
fallen der Alkaloide und des Gerbstoffes 
zu verhindern. 

Cortex Chinaa. 

Um den dm chschnittlichen Elxtract- 
gehalt einer Chinaabkochung festzu- 
stellen, wurden zuerst mehrere Abkoch- 
ungen gemacht. (Siehe Tab. auf S. 89 
oben.) 

Es ergiebt sich hieraus, dass eine 
Eochzeit von fast zwei Stunden noth- 
wendig ist, um denselben Extract^^ehalt 
wie bei einer einfachen Abkochung zu 
erhalten. Um mir Gewissheit zu ver- 
schaffen, wie viel Extract dieselbe Rinde 
bei einer weiteren einstündigen Abkoch- 
ung — im Ganzen wurde also dieselbe 
Rinde drei Stunden lang gekocht — noch 
hergiebt, wurde sie in derselben Weise 



Pharmaceutische Centralhalle 

fär DeutschlancL 

Zeitsehrift ftti wisBensehaftliclie and gegch&füiche Interesseii 

der Phannaeie. 

Oagiltaidet von Dr. H. Hager 1859; fortgeführt Fön Dr. B. Qtiwler 

Herausgegeben von Dr. A. 8diB«lder. 

todMiiit jeden Donneretmg. — Beiugspreis Tierteljlhrlioh: dnroh Poet oder 

BaddiaBdel 2^ Mk^ unter Straifbnnd 3,— Mk^ Ausland 3,60 Mk. Xineelne NnmBera 30 PL 

inieigen: die einmal gespaltene Petit-Zeile 25 Pf., bei niteseren Anseigen oder Wieder- 

Mongen PreisermSssigong. — desehUtarteUes Dresden (P.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 

Lsller «er ZeHsehrUt: Dr. A. Sohneider, Dreeden (P.-A 21), Sdiandaner Strasse 43. 

An der Leitong betheiligt: Dr. P. Snas in Dzesden-Blasewits. 



^ 



M"!. 



Dresden, la Februar 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLIIL 

Jahrgang 



iBhalt: Okoüe ui PhanuMle: Beititge zur Bereituiig toh AbkoehaaiKeii oiid AufgftsMii In dor Apotheke. — 
Dantellitog Ton Jodehinln und Jodetnchonln. — Thi^enol. — Fanghi di selofanf. — In der Pharmade yenrendele, 
KOB ofganiachen SEoren abgeleitete WismutTerbindongen. — Constitution des Cytistns. — Synthese Ton onraniseben 
SioitB, Koklenhr« raten and eiweissartigen Stoffen. — Giftigkeit des DimethylsuUates and renrandter Bster. — 
SItnaeker von coxMet.— Voi kommen freier OxalsAnre im Pflansenreicb. — Chloropbyllwanderungen im Plasma. 
— Spsltong des Cocalnhydmchloiids In slkohotiscber LOsanc dorch Clilonrasseratoir. — Gementanaljrse. — Be- 
atimiDitng der Terwerthbüen Pflanxennahrung. — Die ▼erschledenen bisuen Moljbdtnoxjde. — Darstellang ron 
fcrigrtnreanhydrid. ~ Gewinnang der Mrelinaabstanx. » Darstellaog Ton SchwefelsAunanliydrld. — FlianMa- 
kttipoele. ~ B*kterlel«sls€h« JUtthellmaceB. — fiteherieliA«. — Teohnieohe Mittheilnngen. - Ver- 



■ehiedene MittlieilQngcii. — BriefweckML 



Chemie und Pharmaoie. 



Beiträge aar Bereitung von 

Abkochungen und AufigiUsen 

in der Apotheke. 

Hittheilnngen ans dem hygiemsoh-chemisohen 
Laboratoiiom zn Dresden- Albertstadt, 
▼on Corps-Stabeapotheker J. Vorges, 

Eb ist eigentlich zn verwundern, dass 
hin ond wieder in der Fachliteratur 
immer noch Vorschläge gemacht werden, 
welche die genau und bestimmt ge- 
haltenen Angaben des Arzneibuches für 
das Deutsche Reich zur Bereitung der 
Abkochungen und Aufgüsse der Rinden, 
Wurzeln und Blätter nicht beachten 
and die Benutzung des Wasserbades 
mmOthig zu machen versuchen. Gonrady 
nun Beispiel empfiehlt in der Schweiz. 
Wochenschrift f. Chemie u. Phannaeie 
1898^ 449, ein Verfahren, wonach die 
verwendete Droge vor dem Gebrauch 
fein gemahlen und durch heisses Wasser 
nadi Art der Percolation erschöpft wer- 
te soll. Digitalisbl&tter, Ipecacuanha- 
wnrsel, Chinarinde sind nach seiner An- 
gabe Diit kochendem Wasser, Senega- 
wnrzd dagegen mit heissem Wasser 



von 60^ zu percoliren. Im Auslande, 
besonders in Amerika, werden Abkoch- 
ungen und Aufgüsse vielfach mit fluid- 
extracten gemacht, auch Dr. Knarr em- 
pfiehlt in der Pharm. Zeitung 1892, 823, 
die Benutzung der fluidextracte und 
giebt beispielsweise eine Vorschrift für 
eine concentrirte Chinaabkochung an. 
Dr. Oefele hält es für zweckmässig, bei 
der Bereitung eines im Sommer halt- 
baren DigitaBs - Auf gusses die Blätter 
vor dem Aufgiessen mit dem gleichen 
Gewichte feingepulverten Magnesinm- 
carbonats zu versetzen und dem fertigen 
Aufguss Alkohol und Glycerin zuzu- 
setzen. Vor Allem soU eine Ab- 
scheidung der Phosphate, welche den 
pflanzlichen Mikroorganismen zur Nahr- 
ung dienen, dadurdi bewirkt werden. 
In Hageres pharmaceutischem Manual 
schliesslich finden wir eine Reihe von 
Vorschriften sogenannte concentrirter 
Aufgüsse und Abkochungen. Da der 
Apotheker verpflichtet ist, die Vor- 
schriften des Deutschen Arzneibuches 
genau und gewissenhaft zu befolgen, 
wonach diese Arzneiverorduuiigen jedes- 



90 



Eadix Seaegae. 

1. Deoootum radicis Senegae 10 : 200 nach D. A.-B = 2,73 g Extract = 27,30 pCt. 

2. „ „ „ 10 : 200 imvorschriftemässig i^ 2,518 g Extract = 25,18 pCt. 
(in Porzellazischale bei gelindem Kochen, unter Ersatz des 'Hassers eine halbe Stunde) 

3. Decoctum radicis Senegae 30 : 600 nach D. A.-B. 

a) eine Stunde gekocht — 7,985 g Extract ^= 26,61 pCt 

b) dieselbe Wurzel (eine weitere halbe Stunde gekocht =^ 1,5270 g „ ^= 5,09 „ 



Wir sehen hier, im Gegensatz zu dem 
Decoctum corticis Chinae, dass bei der 
dreifachen Menge der angewandten 
Senegawurzel bereits nach einer ein- 
stündigen Abkochung fast derselbe 
Extractgehalt in Procenten erlangt 
wurde, wie bei einer einfachen Ab- 
kochung, dass femer bei der zweiten 
Abkochung von einer weiteren halben 
Stunde der Extractgehalt um 4,35 pCt. 
höher wie bei der einfachen Abkochung 



31,70 pCt 

ist Man wird leicht vermuthen, dass 
hier eine Iftngere Eochzeit schädlich 
sein muss, da erfahrungsgemäss bei 
längerer Einwirkung des Wasserdampf- 
bades Körper (Sapotoxine) aus der 
Wurzel herausgezogen werden können, 
welche die milde Wirkung der Senega- 
wurzelabkochung aufheben und eine mehr 
toxische mit kratzendem Geschmack ver- 
bundene Wirkung hervorrufen. 



2. 
3. 



Radix 

1. Decoctum radicis Valerianae 10 : 200 nach dem D. A.-B — 2,424 g Extract = 24,24 pCt 
„ „ „ 10 : 200 unvorschriftsmässig*) = 2,762 g „ = 27,62 

„ „ „ 30 : 600 nach D. A..P. 

a) 1 Vi Stunde gekocht -- 6,852 g Extract = 22,84 

b) dieselbe Wurzel eine weitere halbe Stunde ge- 
kocht, D. A.-B — 1,020 g „ = 3,04 



V 



ti 



4. Decootum radicis Valerianae 30 : 600 unvorschriftsmässig'): 

a) nach 1 V« stündigem, sehr gelindem Kochen . . 
b. nach VfStündigem, sehr heftigem Kochen . . 

5. Infnsum radicis Valerianae 10 : 200 nach dem D. A.-B. 



6. 
7. 
8. 



17 



»» 



« 



n 



^^ 



^^ 



V 



^1 



10 : 200 unvorschriftsmässig^) 
(5 Minuten gekocht) 

30 : 600 nach dem D. A.-B. 
(15 Minuten gekocht) 

30 : 600 unyorschriftsmässig ') 
(15 Minuten gekocht) 



25,84 pCt 

== 5,585 g Ertract =: 18,61 pCt 
.r^ 2,340 g „ :^ 7,80_ „ 

26,41 pCt 
2,1605 g Extract — 21,60 pa, 
- 2,670 g 



6,011 
6,820 



g 



»7 



« 



?7 



26,70 
= 20,03i 
— 22,73 



^^ 



'7 



Es ergiebt sich hieraus, dass hier I Abkochung der gewonnene Extractgehait 



ebenfalls, bei einer gleichzeitig in triplo 
angesetzten Abkochung, fast eine zwei- 
stündige Eochdauer nothwendig war, 
um fast denselben Extractgehait wie 
bei einer einfachen Abkochung zu 
erlangen, dass femer die Extractaus- 
beute bei einer unvorschriftsmässigen 



von der Art des Kochens wesentlich 
abhängig war. Bei den Aufgüssen 
lagen die Verhältnisse günstiger. Hier 
entsprach die dreifache Dauer der Eoch- 
zeit der Extractausbeute eines einfachen 
Aufgusses 10:200. 



Badix Ipecaouaiüiae. 

1. Infasnm imdicia Ipeoaonanhae 0,6:200 nach dem D. A.-B. 0,080 g £ztraot 

2. „ „ „ 0,5:200 onyorsohriftsmässig«) 0,124 g 

3. « „ „ 1,5:600 nach dem D. A.-B. =- 0,27 g 

(entsprechend drei Aufgössen 0,6:200) 



« 



11 
11 



17,80 p(JL 
24,80 .. 
18,00 ^ 



^) Durch Kochen auf freiem Feuer in einer Porxellanschale eine halbe Stunde mit kaltem 
Wasser aogeeetst unter Ersatz des verdampften Wassers. 

^ Absiohtlioh bei sehr gelindem Kochen, sonst wie bei ^). 

^) u. B) Wie bei ^), jedoch mit heissem W.i«$8er angesetzt 

**') In einer Porzeilaoschale mit heissem Wasser Übergossen und fünf Minuten im Sieden 
erhalten. 



9] 



L InfoBam radicis Ipeoaocuuihae conc. 5 : 90, Alkohol 10 g^) nich D. A.-B. : 

I) durch Istündiges Kochen: 
40ccm dee genau 100 oom betragenden AnfgnaBes filtrirt 
40 „ „ „ 100 „ „ „ nnfiltrirt 

b) doroh 1 Vtstündiges Kochen: 
40ocm des genaa 100 com betragenden Aufgassee filtrirt 
40 „ „ „ 100 „ „ „ nnfiltrirt 



0,289 gSxtraol 
0,3395g „ 



V 



M 



11 



0,324 g fixtract 
0,383 g 



*i 



iMpCt 

17,0 „ 

16,2 pGt 
19.15 n 



Der dreifach angesetzte Aufgnss 
stimmt mit dem einfachen gnt überein. 
Bei der Verwendung des concentrirten 
Hager'sdien Aufgusses mfisste, um einen 
amiähemden Ex&actgehalt wie bei dem 
YorschriftsmSssigen zn erhalten, ein 
JQtrirter, durch IV2 Stunden langes 
Eocben erhaltener Aufgnss verwendet 
werden. Da' aber durch längere Eoch- 



■ dauer der Emetingehalt in der 
Ipecacuanhawurzel fast vollständig zer- 
stört wird, sodass eine derartige Ab- 
kochung eine vollständig andere Wirk- 
ung haben kann, so ist die Benutzung 
einer solchen concentrirten Abkoch- 
ung aus diesem Grunde allein durchaus 
zu verwerfen. 



PoUa IMgitalit. 

1. Infosom foliorom Digitalis 0,5: 200 nach D.A.-B. nnfiltrirt 0,196 g Extraot 

2. „ „ „ 0,5:200 unvorsohriftsm.'*) , 0,20 g „ 
1 „ „ „ 1,5:600 nach D. A.-B. „ - 0,57 g „ 

(entsprechend drei Aufgüssen 0,5:200) 
4. „ „ ^ ooDc. 5:90 Alkohol 10') nach D. A.-B.: 

40 ocm des genau 100 oom betragenden Aufgusses filtrirt 0,667 g £ztract 
40 « „ „ 100 ., „ „ nnfiltrirt - 0,657 g 



39,2 pCt. 

40,0 

38,0 



11 



11 



»1 



1» 



•1 



>i 



32^ pa 

82,8 „ 



Bei den Digitalisblätter - Aufgüssen 
stimmen einfache und dreifache Ai^gfisse 
gut fiberein. eine eventuell mit dem 
coDcentrirten Aufguss nach Hager her- 
gestellte Arznei wfirde einen niedrigeren 
Extractgehalt aufweisen. 

Fassen wir das Ergebniss der vor- 
liegenden Udnen Arbeit kurz zusammen, 
80 folgt daraus, dass Abkochungen von 
Drogen in jedem voriiegenden Falle der 
irztlichen Verordnung entsprechend fflr 
sich, allein im Dampfbad anzufertigen 
sind. Mehrere Abkochungen desselben 
Aizneimittels gleichzeitig in einer 
Infnndirbfichse anzusetzen, ist unzweck- 
mässig, weil die Ektractausbeute nicht 
mit der Eochdauer gleichmässig fort- 
schreitety auch Zeit- und Feuermaterial- 
Ergpamiss damit nicht verbunden ist. 
Bei den Aufgüssen scheinen, soweit die 
allerdings geringen Analysendaten vor- 
liegen, die Yeitältnisse günstiger zu 
liegen. Es empfiehlt sich aber auch 

^ Nach Vorsehrift Yon Hager^ Kanuale phar- 
maoeut, editio VI, 8. 383. 

B} Wie bei lafosum radicis Ipecacoanhae. 

^ Nach YoiBOhrift Ton Hager, Manuale phar- 
■aoeiit., editio VI, 8. 382. 



hier, da Zeiterspamiss ebenfalls damit 
nicht verbunden, audi die Eochdauer 
nur eine sehr kurze ist, jeden Aufguss 
stets für sich allein anzufertigen. 
Durchaus zu verwerfen ist die Benutzung 
der concentrirten Aufgüsse nach der 
Vorschrift von Hager, 

Zur Darstellung von Jodohinin 
und Jodoinohonin 

werden nach Oster may er (Oiem.-Ztg. 1901, 
1165) sehr verdünnte wässerige oder alko- 
holisohe Lösungen von Chinin- oder Cinchonin- 
salzen mit einer Auflösung von Chlorjod in 
Salzsäure versetzt. 50 g salzsaures Chinin 
werden bei 40 bis 50^ C. in 2 L Wasser 
gelöst Desgleichen werden 15 g Jod in 
30 g starker Salzsäure durch Chlor gelöst 
und mit Wasser auf ^'2 ^ verdünnt Dann 
giesst man m langsamem Strahle die Jod- 
lösung in die Chininlösung. Die anfangs 
gelbe Flüssigkeit entfärbt sich nadi und 
nach vollständig. Durch Ammoniak oder 
em anderes Alkall wkd das jodirte Alkaloid 
ausgefällt, gewaschen und schnell im Vacuum 
getrocknet ^he. 



92 



Thigenol. 

üeber dieses neue Sohwefelpräparat be- 
richtet die Firma F, Hoffrnann, La Boche 
db Co. zu Basel und Orenzach in einer be- 
sonderen Schrift; der wir Folgendes ent- 
nehmen : 

Das Thigenol ist das Natriumsalz der 
Solfosfture eines synthetisch dargestellten 
SulfoöleS; welch' letzteres 10 pCt fest ge- 
bundenen Schwefel enthält. 

Als Salz einer schwefelhaltigen Säure der 
Fettreihe mit organisch gebundenem Schwefel 
äussert Thigenol neben seinen antiseptischen, 
antiparasitären und die Resorption erhöhen- 
den Eigenschaften auch eine sdimerzstillende. 

Der ungesättigte Charakter des Thigenols 
documentirt sich dadurch; dass das zur Ver- 
wendung gelangende Sulfoöl die Jodzahl 178,5 
besitzt. Auf die Lösungen des Thlogenols 
wirken Natronlauge, sowie die wasserlöslichen 
Salze der Alkali- und Erdalkalisalze fällend 
bezw. aussalzend. Von den Alkalisalzen ist 
das Natriumsalz für therapeutische Zwecke 
als das beste erkannt worden, weil bei dessen 
völliger üngiftigkeit alle Bedenken sowohl 
für äuaserlichen; wie innerlichen Gebrauch 
hinwegfallen. 

Die Eigenschaften des Thigenols sind kurz 
zusammengefasst folgende : Thigenol löst sich 
leicht in jedem Verhältniss in Wasser und 
verdünntem Weingeist zu äusserst schwach 
alkalisch reagirenden Flüssigkeiten. Aus 
seinen Lösungen wird die freie Säure durch 
Mineralsäuren und Essigsäure gefällt. Der 
flockig gefällte Niederschlag geht beim Aus- 
schütteln mit Aether leicht und völlig m 
denselben in Lösung. Thigenol hinterlässt 
beim Verdunsten .35 pCt. Rückstand. 

Thigenol ist unbegrenzt haltbar und in 
gut verschlossenen Gefässen, um das Aus- 
trocknen zu verhindern, aufzubewahren. Fest 
oder zu dick gewordenes Thigenol kann 
durch Versetzen mit Wasser und leichtes 
Anwärmen rasch wieder zur gewünsciiten 
Dicke gebracht werden. 

Prof. A. Jaquet zu Basel hat das Thigenol 
auf seinen arzneilichen Werth geprüft, und 
zwar hat er es entweder unvermischt an- 
gewendet oder in Form einer 20proc. Salbe 
mit Vaselin oder als Paste (Thigenol 4 g, 
Zineum oxydat., Amylum ää 3 g, Glycerin, 
Aqua äa 1 g, üngt. Glycermi 8 g). 

Auf die Haut eingeriebeu, trocknet das 



Thigenol sehr bald zu einem braunen, glänzen- 
den, nicht klebenden Fimiss, der leidbt mit 
lauwarmem Wasser entfernt werden kann. 
Bei der Einreibung ist es gut, die Hand 
mit Wasser zu befeuchten, wodurch das 
Mittel gleichmässiger aufgetragen werden 
kann. 

Prof. A, Jaquet schreibt über die An- 
wendung des Mittels weiter: „Um den ESn- 
druck, den ich bei der Anwendung des 
Thigenols von der Wirkung des Mittels ge- 
wonnen habe, zusammenzufassen, glaube ich, 
dass dieses Präparat sich in der Dermatologie 
mit Vortheil verwenden lassen wird. Es 
besitzt den Vorzug der Geruchlosigkeit, 
trocknet zu einer nicht klebenden Decke 
auf der Haut ein, lässt sich mit Wasser 
leicht abwaschen, und die mit demselben 
beschmutzte Wäsche ist ebenfalls leicht 
zu reinigen. Was die Wirkung anbe- 
langt, so tritt die juckreizstillende Wiik- 
ung in den Vordergrund, ausserdem wirkt 
es entzündungsmildemd und leicht resorbirend; 
es muss jedoch in dieser Hinsicht zu den mild- 
wu*kenden Mitteln gerechnet werden. Bei 
sehr empfindlicher Haut oder bei starken 
Entzündungserscheinungen kann es audi 
reizend wirken und in solchen Fällen muss 
die Anwendung mit Vorsicht geschehen.'^ 



Fanghi di Sclafani 

wt nach v. Fleisch! (Chem.-Ztg. 1902, 
Rep. 5) ein wenig bekanntes, bei Akne 
rosacea sehr wirksames Mittel. Es besteht 
ans einer aus Sicilien stammenden Erde 
vulkanischen Ursprungs, einem feinen hell- 
grau-gelben, zu runden, leicht zerreiblichen 
Knöllchen geballten Pulver. Es hat einen 
schwachen, nicht charakteristischen Gernch, 
sauren erdigen Geschmack und stark saure 
Reaotion. Das spec Gewicht ist 2,098. 
Nach einer Analyse von Egii besteht 6B 
aus 79,64 pGt. elementarem Schwefel, in 
sehr feiner krystallinischer, in Schwefel- 
kohlenstoff löslicher Form. Der Rest sind 
Sulfate des Strontiums, Baryums, Calciumfl, 
verschiedene SUioate und Reste pflanzlichen 
und thierischen Ursprungs. Der therapeutische 
Werth beruht wohl hauptsächlich auf der 
feinen Vertheilung des Sdiwefels, die feiner 
ist als bei gefälltem Schwefel und Schwefel- 
blumen. _Ae. 



93 



Bei den in der Fbarmaoie 

verwendeten, von organisclien 

Sauren abgeleiteten Wismut- 

verbindungen 

fflon man nach Prunier (Ghon.-Ztg. 1901, 
Bep. 367) zwei Gruppen nntenefaeiden : 
1. Wische Salze, wie Wismntsalicylat, 
neatialea Wismutcitraty sowie das Lactat nnd 
lüüat 2. Wismut- organisdie Säuren und 
ihreDenYate,wieWi8mntgaUu8säure (Dermatol) 
nod die Wismutgallate, Wismntdiricinsäure 
und Derivate, sowie die Produote analoger 
Constitution (Airol, Jodogallidn u. s. w.). 
Das Benzoat und Salioylat des Wismuts 
osdi der Vorsdirift des Codex fran^ais nnd 
loch nur Chemische und kOnnen nicht als 
8th% angesehen werden. ThibavU hat 
aber gezeigt, daas ein frirkliches Wismut- 
ndicjlat von der Formel (G^ He 03)5 Bi2 0$ 
existirt, das in der Wftrme aus wasserfreiem 
Wismutoxjd und Salicyls&ure entsteht FQr 
& Wismutgallussfture entspricht folgende 
Formel am besten den Eigenschaften: 

yCOjH 
GeHÄ^2>Bi . OH + H«0. 

\0H -Äe. 



Zur Constitution des Oytisins 

hat Freund (Chem..Ztg. 1901, 1154) 
folgende Untersuchungen angestellt. Beim 
Erhitzen mit Jodwasserstoff zerfallt das 
Alkaloid C11H14N2O in Ammoniak und den 
KOiper GiiHnNO, der bei 1990 G. schmilzt 
In dieser Substanz ist eme Methylgruppe 
7(^ianden, die bei der Oxydation m Carboxyl 
übergeht 

CioH8(CH3)NO = CioH8(C02H)NO. 

Die dadurch eriialtene S&ure krystallisurt in 
Nadehi, die sich erst oberhalb 350 ^ C. 
zersetzen. Der Körper CnHiiNO liefert 
em Mononitroderivat vom Zersetzungspunkte 
275 <> C. Durch Zersetzung des Alkaloides 
mit Jodwasserstofisäure entsteht neben dem 
erwähnten Körper noch eine stark coniinartig 
riechende Base, die in Form ihres Platin- 
silzes iaolirt wurde, von der Formel G11H15N. 
Die Verbindung CuJIhNO wird durch 
Natrium und Alkohol in die sauerstofffreie 
Bm C11H15N redudrt -he. 



Die Synthese von organischen 

S&uren, Kohlenhydraten und 

eiweissartigen Stoffen 

aus Kohlensäure auf elektrolytischem Wege 
ist J. WaUher (Ghem.-Ztg. 1901, 1151) 
gelungen. Die Beziehungen zwischen 
Katalyse und Elektrolyse lassen insofern 
em Zusammenfallen des Wesens beider 
Processe feststellen, als sie als ein statt- 
findender Ausgleich zwischen verschiedenen 
Molekeln unter Aufnahme oder Entziehung 
von Wirme betrachtet werden können. 
Die hierdurdb hervorgerufenen Aendemngen 
eines Stoffes sind Aendemngen eines be- 
stimmten Oleichgewiditszustandes; 1. unter 
Abgabe von Wftrme, entsprechend einer 
Aufnahme von Sauerstoff oder Abgabe von 
Wasserstoff, 2. unter Aufnahme von Wftrme, 
entsprechend einer Aufnahme von Wasser- 
stoff oder Abgabe von Sauerstoff. Weitere 
Anhaltspunkte ergaben sich aus den 
Ftocessen, bei denen in der Technik bereits 
Gontactwirkung zur Geltung gekommen ist, 
und es konnte eine Reduction der Kohlen- 
säure in wSsseriger Lösung, erhalten durch 
stftndiges Einleiten bei etwa 15^ 0., mit 
einem LOsungscoCfficienten von 1 : 1000, zu 
Oxalsfture, Gitronens&ure, Weins&ure, Kohlen- 
hydraten und fräe Gegenwart von ammoniak- 
und schwefelhaltigen Stoffen, eiweissartigen 
Körpern in einfachster Weise erreicht werden. 
Die Kathode erhielt eine dem Elektrolyten 
ausgesetzte Fl&che von 1000 qcm, die 
Anode war ein kleiner Pinsel aus Platin- 
draht Die Kathode bestand am besten 
aus eisenoxydhaltigem Aluminiumsilicat ge- 
mischt mit Kohle. Als Diaphragma diente 
Pergamentpapier. Die Stromstärke zur 
Bildung von Oxalsfture ist 2 Amp., für 
Weinsfture 3,5 Amp., Oitronensäure 4 Amp., 
Kohlenhydrate 5 Amp. Damit nur eines 
dieser Producte gebildet werde, muss die 
Stromstärke entsprechend regulirt werden, 
durch Einschaltung von Widerständen, Aua- 
fäUung der gebildeten Säuren durch kohlen- 
sauren Kalk, durch Zusatz von hochmole- 
kularen Substanzen mit schwachem Leitungs- 
vermögen, wie Pflanzeneiweiss, oder Er- 
wärmung des Anodenraumes. — A^. 



94 



Die Oifügkeit des Dimethyl- 
sulfates und verwandter Ester 

besteht nach den Untersuchimgen Wehers 
(Oiem.-Ztg. 1902^ Rep. 5) m ausserordentlich 
heftigen örtlichen Reizwirkungen und einer all- 
gemeinen Wirkung dem Nervensysteme 
gegenüber, die zu convulsivischen Krämpfen, 
schliesslich zu Koma und Lähmung führt. 
Die totliche Oabe beträgt 0,05 g für 1 kg 
Kaninchen bei Einspritzung unter die Haut 
Beim Menschen schemt die erst nach erfolgter 
Resorption des Dimethylsulfaies auftretende 
AUgememwurkung keine Rolle zu spielen, 
sondern nur die örtlichen Reizwirkungen. 
Man muss sich vor der intensiven Berührung 
und Emathmung der Dämpfe hüten. Diäthyl- 
Sulfat besitzt nicht die örtliche, aber ähnliche 
Allgemeinwirkungen, bei anderen Estern 
fehlen die Gonvulsionen. —Ae. 



Nach Versuchen von Dr. Frucht leistet 
derselbe in der Ernährung kranker Säuglinge 
vorzügliche Dienste und ist er naefa 
dessen Urtheil eines der besten Kinder- 
nährmittel. Besondere Vorzüge sind der 
billige Preis, sowie die e'nfache Herstellung 
der Nahrung für das Kind im Hause. In 
der zweckentsprechend verdünnten Kuhmildi 
vermag er vollständig den Fehlbetrag an 
Fett und Milchzucker zu ersetzen, ohne 
Gähmngen im Darme dabei hervorzurufen. 

Vg. 



Nährzucker von Soxhlet. 

In diesem Nährzucker (vergl. Ph. G. 42 
[1901], 188) hat Prof. Soxhlet ein als 
Fettersatz geeignetes Kohlehydrat hergestellt, 
welches die unangenehme Nebenwirkung 
einer reichlichen Müchzuckerzufuhr nicht 
besitzt 

Nach Angabe von Dr. Frucht, Kinder- 
arzt in Plauen i. Vgtl. (Münch. Medic. Wochen- 
schrift 1902, 57;, ist die Verzuckerung der 
Stärke so gestaltet, dass unter Ausschluss 
der Eiweissstoffe auf einen Theil Dextrin 
ein Theil Maltose kommt, weil Soxhlet 
durch Versuche festgestellt hatte, dass je 
maltoseärmer und dextrinreicher das Gemisch 
der Verzuckerungsproducte ist, auch bei 
grossen Gaben keine diarrhöischen Stühle 
auftreten. Ausserdem hat dieser Nährzucker 
einen bestimmten Säuregrad zur Unter- 
stützung der Magensalzsäure und einen 
bestimmten Kochsalzgehalt, um die Chlor- 
armuth der Kuhmich, die Ursache der 
geringen Salzsäureproduction im Magen zu 
beseitigen. 

Der Nährzucker selbst ist ein weisses, 
etwas hygroskopisches Pulver, welches sich 
sehr leicht in Wasser zu einer gelblich 
gefärbten, etwas opalescirenden Flüssigkeit 
von angenehmem Malzgeruch löst. Der 
Geschmack ist weniger süss wie Rohrzucker, 
zagegen süsser wie Milchzucker. Der Nähr- 
ducker besitzt femer keine abführende 
Wirkung, wirkt im Oegentheil stopfend. 



Ueber das Vorkommen 
Oxalsäure im Pflanzenreich 

berichten Mömer und Vertergsen (Ghem.- 
Ztg. 1902, Rep. 5). Sie fanden in dnem 
dunklen und kühlen Keller zufällig einen 
weissen baumwolleähnlichen Pilz, Hyphen 
bombicina Persoon, dessen Saft einen scharf oi 
sauren Geschmack hatte. Daraus wurden 
wohl ausgebildete farblose Krystalle von 
stark saurem Geschmack erhalten, die 
Gongopapier blau färbten. Das wtaerige 
Extract des Pilzes wurde mit Aether aos- 
■ geschüttelt und die ätherische Lösung vom 
I Wasser getrennt, eingedampft, der Rück- 
stand mit Wasser erwärmt und filtrirt, wobei 
eine geringe Menge harzartiger Masse 
zurückblieb. Aus dem Flltrate schieden sich 
grosse Krystalle aus, die kein Kalium mit- 
hielten und beim Verbrennen keinen Rück- 
stand hinterliessen. Beim Zusatz einer 
Kalklösung zur Lösung der Krystalle fiel 
Galciumoxalat aus. Die vom Aether getrennte 
wässerige Lösung enthielt Monokaliumoxalat 
mit etwas Magnesium- und Natrinmsalz, 
kein Calcium. Der Saft enthielt also neben 
freier Oxalsäure Monokaliumdioxaiat, welches 
viel grössere Acidität als das gewöhnlich 
vorkommende Monokaliumoxalat besitzt 

Die Chlorophyllwanderungen 
im Plasma 

smd nach den Untersuchungen Seun's (Ghem.- 
Ztg. 1902, 14) nicht Eigenbew^nngen der 
Chlorophyllkömer, sondern Bewegungen des 
Plasmas, die aber durch einen Anreiz der 
lebenden Ghlorophyllkömer hervorgerufen 
werden. Bei todtem GhlorophjU finden ancii 
keine Wanderungen des Plasmas statt 

—he. 



95 



Ueber den 



Vorgang bei der Spaltung 

des CooainhydrochloridB 

in alkoholisoher Lösung 

durch CSilorwasserstoff 

bat Emrst (Ghem.-Ztg. 1902, 27) folgende 
üotemndning genaeht Coealn wird beluuuit<- 
lidi dnrdi Mmeralaiiiraa in Ekgonin, 
MeAykikoliol und BensoMLore gespalten, 
wobei flidi ein Gernoh naeh BensoMLore- 
DMthyleBter bemerkbar maebt, der aneb 
beim Erbitzen des Cocains mit alkobolieoher 
Kalilaage auftritt Die Bildung dieses Esters 
wird gew(Smlich als seenndire Reaction 
n^asst Dabei konnte nun der Ester 
entweder in statu nascendi ans den Methoxyl- 
md Benzoylgmppen entstehen, oder er 
bildet ädi erst in einer zwäten Phase aus 
dar BenzoMlure und dem Methylalkohol 
IKese Frage wollte Verfasser auf folgende ' 
Wein entBcbeiden. Wenn man durdi em | 
Qenuseh von BenzoMlure, Aethyl- und 
Mediylalkdiol gasförmigen Chlorwasserstoff 
leitet, die Ifisebung mit Wasser verdünnt 
and den ausgesdiiedenen Ester mit ge- 
glUhtem Natriumsulfat entidtoert, so erhält 
oaii den Ester desjenigen Alkohols, der in 
grtotsr Menge vorhanden war. Wenn man 
diher eine alkoholisehe CoealnKVeung mit 
Chlorwasserstoff zerlegt, so muss sich, wenn 
Me Benzoesäure und Methylalkohol entsteht, 
flcfaKesslieh der Aethylester bilden, wenn aber 
der Metbylester in statu nascendi entsteht, 
wflrde er bis zum Schlüsse des Versuches 
sie solcher vorbanden bleiben. Verfasser 
fand bei seinen Versuchen nur den Aethyl- 
ester. Da nun aber die Bedingungen für 
die Bildung des Metbylesters bei diesen 
Versuchen viel günstiger waren, als sie es 
beim Erhitzen des Coca1[os mit alkoholischer 
Lange und wässeriger ChlorwasserstofflOsnng 
nnd, so folgert Verfasser daraus, dass die 
Entstehung des Esters bei jenen Fällen 
nicht als eine einfache secundäre Reaction 
der fruen Benzoesäure und des Methyl- 
alkohols aufzufassen ist, sondern, dass dabei 
wahraeheinlicfa nodi andere Producte als 
Benzoesäure auftreten, welche mit Methyl- 
verbindungen BenzoSsäuremethylester geben 
können. ^he. 



Für die Cementaaalyee 

wurde durch efaie Commission der Society 
of Chemical Industrie (Chem.-Ztg. 1902, 30^ 
ein Gang für die Schnellmethoden, sodass 
also die vollständige Analyse in einem Tage 
eriedigt werden kann, in der Weise aus- 
gearbeitet, dass ein Cemeot und em Kalk- 
stem sor^ältig untersucht wurden und an 
17 versdiiedene Chemiker Proben gesendet 
wurden mit dem Elrsudhen, sie nach eigener 
Methode zu untersuchen, sodass die Aus- 
führung in einem Tage möglich wäre. Die 
erzielten Analysen wurden emer Kritik 
unterworfen und die unzulän^dien Meäioden 
nach Mö^dikeit ausgeschieden. Bei der 
Cementanalyse ergaben sich folgende 
Differenzen: OlQhveriust bis 2,16 pOt, 
Kieselsäure bis 2,38 pCt, Tlionerde bis 
1,94 pCt, Eiscnoxyd bis 1,46 pCt, Thon- 
erde und ESsenoxyd bis 2,04 pCt, Kalk 
bis 2,29 pOt., Magnesia bis 0,63 pCt, 
Schwefelsäure bis 0,41 pCt Die CommisBion 
empfiehlt folgenden Oang: 0,5 g Cement 
werden über dem Gebläse zwanzig Mmuten 
erhitzt, dann mit Salzsäure zweimal auf dem 
Wasserbade zur Trockne verdampft, die 
Kieselsäure, wie gewöhnlich, abgesdiieden, 
filtrirt, nodi nass hn Platintiegel getrocknet 
und über dem Gebläse geglüht Eisenexyd 
und Thonerde werden mit Ammoniak in 
sehr geringem Ueberschuss heiss gefällt, 
wieder gelfist und gefällt Der Kalk wird 
aus den veremiglen Losungen heiss gefällt^ 
zwei Stunden stehen gelassen, filtrirt, ge- 
waschen, geglüht, und alsbald gewogen, 
dann zur Abecheidvng kleiner Mengen 
Thonerde wieder gelOst und die Thonerde 
mit Ammoniak, der Kalk mit Ammoninm- 
oxalat gefällt und der Niederschlag mh 
Kaliumpermanganat filtrirt Die Magnesia 
wird durch phospborsanres Natrium und 
Ammoniak gefällt und die Bildung des 
Niederschlages durch zwanzig Minuten langes 
Sdiütteln befördert Der Niederschlag whrd 
über dem Gebläse gegltlht Zur Reduetion 
des Eisens zum Zwecke des Fütiirens mit 
Permanganat wird Schwefelwasserstoff 
empfohlen. Der Ueberschuss »t durch einen 
Kohlensänrestrom zu entfernen. Zur Be- 
stimmung des Glühveriustes werden 100 g 
bis zur Gewichtsconstanz auf dem Gebläse 
geglüht ^ke. 



96 



Ueber die Bestimmung der 

verwerthbaren Fflanzemiahrung 

imter Benutzung verdünnter 

Lösungsmittel 

geben Hall und Plymen (Chem.-Ztg. 1901, 
1163) folgendes Urteil ab. 1. Zwischen 
„verwerthbarer'^ und ^^nicht verwerthbarer^' 
Phosphorsänre und Kali im Boden kann 
kein scharfer Unterschied gemacht werden, 
da jedes Verfahren zur Bestimmung der 
,,verwerthbaren'^ Stoffe empirisch ist, und 
das Resultat von der Stärke und Natur der 
verwendeten Säure abhängt 2. Schwache 
Lösungsmittel geben aber bessere Auskunft 
darQber, was ein Boden an anorganischem 
Dünger nothwendig hat, als ein Lösungs- 
mittel, wie starke Salzsäure, sie geben kann. 
3. Von den untersuchten Säuren giebt 
1 proc. Citronensäurelösung mit den früher 
erhaltenen am meisten übereinstimmende 
Besultate, obgleich die gleiche Auslegung 
nicht auf Resultate angewendet werden darf, 
die ans allen Typen von Böden erhalten 
sind. — A6. 



71 Gewichtstheile Chlor (zwei Atome) und 
64 Th. schweflige Säure (rdchllcfa dn MoL) 
gleichzeitig über 328 Th. (vier Mol.) ent- 
wässertes essigsaures Natrium geleitet, in 
einem mit Rührwerk und Kühler versehenen 
Kessel. Der Gasstrom muss so regnUrt 
werden, dass die Temperatur im Innern des 
Kessels 20 ^ C. nicht wesentlich überschreitet 
und die schwefüge Säure stets in geringem 
Ueberschusse vorhanden ist. Die Gase 
werden unter Bildung von Essigsäureanhydrid 
abdestUlirt, welches nach Beendigung der 
Reaction aus der breiförmigen Masse rasch 
absorbirt wird. Die Ausbeute ist sehr gut 

Zur Gewinnung 
der Myelinsubstanz 

wird nach Zerbe (Ghem.-Ztg. 1902, 17) 
bald nach dem Abschlachten entnommenes 
Thiergehirn mit Aether extrahirt und das 
Extract mit Aceton versetzt In der Aetber- 
Acetonlösung bleibt das Gholesterin, während 
sich mehrere Bestandtheüe abscheiden» Den 
Niederschlag löst man wieder in Aether, 
wobei das Protagon zurückbleibt, während 
in den Aether das Ledthin und die Myelin- 
substanz übergeht Beide trennt man dnrdi 



Ueber die versohiedenen blauen 
Molybdänozyde 

madite Bailhache (Ghem.-Ztg. 1902, 31) ^""°"*"' "7,?^"; "T^ a^^^^ ^Tt^JT. 

MiHh«inn<.«n v.f lrn«««r J Lhi\.\rJ^ «r. ^nsatz vou Alkohol, wobci dic Myelmsub«tani 

ausfällt Nach dem Waschen mit Alkohol 
und Aceton hinterbieibt sie als amorphe^ 



Mittheilungen. Mit grosser Leichtigkeit er- 
hält man solches beun Ausgang von der 

Verbindung MoOK2SOq, da man nur auf, „ ,. , . w jj. m i- u*^ 

eine gen/gen? LJU Lösung dieses ä^-^t:.«^, *1^ *L ^ ^IST*? 
Sulfates die Luft einwirken zu lassen braucht 



Man beobachtet dabei emen Uebergang der 
Farbe von Braun über Grün nach immer 
reinerem Blau. Dabei setzt sich am Boden 
des OefSsses ein Gonglomerat ab, das oft 
sehr regelmässige, jedoch nicht krystallinische 
Würfel bUdet Die Zusammensetzung dieses 
Körpers ist aber nach den Entstehungs- 



bald lehmgelb wird. Sie ist löslich in 
Aether, Benzol, Ghloroform und wird durch 
Alkohol und Aceton gefällt Die Substanz 
soll medicinische Verwendung finden. 



Zur Darstellung 
von Schwefelsäureanhydrid 



. lässt man nach einem Patente von de Haen 
umständen verschieden. Verfasser hat zwei ' ^qj^^^j .^^^ ^^q^^ ^^^4) ^ Gemisch von 

blaueKörper erhalten Mog Os 2M0O4 6H2O und , gch^efliger Säure und athmosphärischer 
(M02 03)3 (M07 024)2 I8H2O. Trotzdem zeigen ^^j^ ^^^ erhitzten Asbest streichen, der 



beide Verbindungen absolut dieselben 
charakteristischen Eigenschaften. —he. 



Zur Darstellung 
von Essigsäureanhydrid 

unterwirft man nach dem D. R.-P. 127 350 

(Ghem.-Ztg. 1902, 15) die Salze der Essig- igt billiger als Platin und braucht Uemew 

säure der gleichzeitigen Einwirkung von Apparatur wie Eisenozyd. 

Chlor und schwefliger Säure. Es werden 



Vanadinsäure in fein vertheiltem Zustande 
enthält Nach weiteren Angaben des 
Erfmders (Chem.-Ztg. 1902, 6) werden etwa 
84 pCt der schwefligen Säure in Anhydrid 
übergeführt, wenn man die Gontactmasse 
auf etwa 465 ^ C. hält. Die Vanadinsänre 



97 



Ph«rinakognosiei 



In der Binde von Ouajacum 
officinale 

hst Sehaer (Ghem.-Ztg. 1902, Rep. 5) einen 
zur EÜMBe inest Saponine gehörigen Körper 
gcfonden. Er findet aioh anch in geringer 
Menge im Holze, aber am wenigsten im 
Hirze. Dies steht in Uebereinstimmung 
mit der froheren Anwendung wSsseriger 
Deooete. Verfasser vermuthet, dass hier 
der eigentiiehe wirksame Bestandtheil im 
Gegensätze zn den ans dem Harze dar- 
geateUten KOrpem vorliege, dnrch den der 
frflfaere Ruf der Gnajakrinde als Spedficom 
gegen Syphilis gerechtfertigt werde. -^ke. 



Das Ononin, 

wie es Yon den diemischen Fabriken ge- 
liefert wird, ist nach v, Hemmelmayer 
(Chem.-Ztg. 1902, 14) nicht immer von 
gleicher Zusammensetzung. Nach Merck's 
Angaben wird das Ononin dargestellt, indem 
der m Wasser nnlOeliche Theil des Wein- 
genteztractes in alkoholischer Lösung längere 
Zeit bei 40 <> G. mit BleigiStte digerirt und 

das nach dem Abdestilliren des Alkohok - -- ^. . - ^^ i i 
xarftokbleibende rohe Ononin aus Alkohol ^^^ KenntaiSS des ArtemiSins 
omkrystallisirt wird. Dieses Rohononin hat *®"®°^^^.^ ^^ ^^^ (Ohem.-Ztg. 1901, 
Verfasser untereucht und daraus sieben ve^ 



Die Beziehnngen 
des Canadins sum Berberin 

hat Oadamer (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 3) 
aufgeklärt Das Canadin kommt neben 
Hydrastin und Berberin in dem Rhizom von 
Hydrastis canadensis in kleiner Menge vor. 
Es hat die Zusammensetzung C20H21NO4, 
enthält aber vier Atome Waaserstoff mehr 
als Berberin und ist mit dem Hydroberberin 
isomer. Es sind reinweisse bei 132,5^ G. 
schmelzende Exystalle, die sich durch Be- 
handlung mit Jod in alkoholischer Ltenng 
in Berberin überführen lassen. Durch 
Reduction mit Zink und Schwefelsäure geht 
das so erhaltene Berberin aber nicht in 
Ganadin über, sondern in das isomere 
Hydroberberin vom Schmelzpunkt 166 bis 
167 <> G. Dem Verfasser ist es nun gelungen, 
das Hydroberberin in rechts- und links- 
drehendes Ganadin aufzuspalten, wovon 
letzteres mit dem natürlichen Ganadin 
identisch ist Das d-Ganadin schmilzt bei 
139 bis 1400 und dreht 298^ nach rechts, 
das 1-Ganadin ebensoviel nach links, ^he. 



Mfaiedene Körper iaolirt Bei der Unter- 
nehung des Ononins konnte die Function 
der Sauerstoffatome aufgeklärt werden. 
Dorch Alkalien wird das Ononin in Ameisen- 
alure und Onospin gespalten, durch ver- 
dünnte Säuren in Formononetin und Zucker, 
und endlich wurde erwiesen, dass die Spalt- 
ung mit Alkalien bei längerer Einwirkung 
bis zur Bildung von Zucker und Ononetin 
fortschreitet. Das Molekulargewicht des 
Formononelins ist viel geringer, als bisher 
sngenommen wurde. Die neue Formel ist 
Qft^nOs und kann mit den bisher be- 
kannten Umsetzungen desselben und den 
dabei entstehenden Producten in Einklang 
gebracht werden. Im Formononetin konnte 
eine Hydrozyl- und eine Methoxylgmppe 
niehgewiesen werden. Die am schwersten 
lösliche Verbindung der Gruppe ist das 
Glykosid Onon G89H32O12. Das Glykosid 
Ftondonospin ist in seiner Löslichkeit dem 



Rep. 365) im Anschluss an die neueren 
Veröffentlichungen (vergl. Ph. G. 43 [1902], 
65) ihre bisher eriialtenen Resultate mit. 
Das Artemisin ist wie das Santonin ein lActon. 
Es 196t sidi beim Erwärmen in wässerigen 
Alkalien und BaryumhydrozydlOsung unter 
Bildung der entiE^rechenden Salze einer ein- 
basischen Säure. Die auf Laekmus neutral 
reagirende LOsung des Baryumsalzes giebt 
mit Silbemitrat einen weissen, mit Eisen- 
chlorid einen fleiBchfarbenen Niederschlag. 
Das Silbersalz lässt sich durch Umsetzung 
mit Jodmethyl in den Artemisinsäureester 
flberfdhren. Durch Behandeln mit Jodwasser- 
stof fsäure wurde die Anwesenheit von Methoxyl- 
gmppen im Artemisin festgestellt Bei der 
Zinkstaubdestination verhält es sich ähnlich 
dem Santonin. ^hs. 



Ueber die BestandtheUe der 
EoBoblüthen 

macht Lobeck (Ghem.-Ztg. 1902, Rep. 3) 
Ononin sehr ähnlich und deshalb nur schwer | folgende Mittheilungen. Das Jl/(?^rcA;'sche 
?on ihm zu trennen. ^ke. > Handelspräparat Kosin (vergL Ph. 0. 42 



98 



[1901], 220), welches aus citronengelbeD 
Nadeln vom Schmelzpunkte 142^ C. be- 
stand, konnte in a-Kosin vom Schmelzpunkt 
160^ C, in dtronengelben Nadeln kiystall- 
isirend^ und in ß-Kosin vom Schmelzpunkte 
120<^ C, das in gelben Prismen krystallisurt, 
getrennt werden. Verfasser giebt die Zu- 
sammensetzung G23H30O7 an. Das Prolo- 
kosin und das Kosotoxin wurde aus äther- 
ischem Eoeoextract gewonnen. Das Proto- 
kosin bildet, aus Weingeist krystallisirt, kleine 
farblose, bei 176^ C. schmelzende Krystalle 
von der Zusammensetzung G29H3gOg und 
enthält zwei Methoxylgmppen. Kosotoxin, 
CSgeHs^Oio? wurde nur als gelblichweisses, 
amorphes Pulver erhalten. Es enthält nur 
eine Meihoxylgruppe; da aber alle anderen 
Kosokörper zwei Methoxylgmppen enthalten, 
so muss wahrsehemUch die Formel verdopp6lt 
werden. Aus käuflichem Eosoextract wurde 
noch ein neuer Röiper als gelblichweissee 
Pulver erhalten, das aus äusserst feinen 
mikroskopischen Nädelchen von der Zu- 
sammensetzung (Ci9Hi20io)n bestand. Der 



Kdrper ist in heissem Alkohol schwer Itelich, 
in Aetzalkalien und Ammoniak mit rofli- 
brauner Farbe leicht löslich. Er enthält 
auch Methoxyl. 



Ueber das Ibogin 

berichten Lambert und Hechel (^Obem.-Ztg. 

1902, 31) weiter, dass es m subcutaner 

Injection beim Frosch ein Aufhören der 

freiwilligen und Reflexbewegungen unter 

Bestebenbleiben der Muskel- und Nervenrdz- 

barkeit erzeugte. Die Atbmungsbewegungen 

verschwinden innerhalb einer mehr oder 

weniger beträchtlichen Zeit, während das 

Herz weiter schlägt Bei Meerschweindien, 

Kaninchen und Hunden tritt der Tod unter 

Zuckungen ein, in Folge Stillstandes der 

Athmung. Die anästhesirenden Eigenschaften 

des Ibogins lassen sich mit denen des 

Gocaüns in mehreren Beziehungen vergleidien. 

Die untersuchte Wurzel stammte von 

Tabemanthe Iboga de Baillon, nicht von 

Tabernae montana(vergl. Ph. G. 43 [1902], 55). 

—he. 



Bakteriologische Mittlieilungeii. 



Immunisirung der Binder 
gegen Tuberkulose. 

Professor Behring, dem bekanntlich der 
Nobel - Pkeis für seine Arbeiten auf dem 
Gebiete der Diphtherietherapie zugefallen ist, 
hat über dieses Thema, den Bestimmungen 
der Nobel ' Büttang entsprechend, vor der 
schwedischen Akademie zu Stockholm einen 
Vortrag gehalten. 

Duich Behring'% Versuche ist die Mög- 
lichkeit der Tuberkulose -Immunisirung er- 
wiesen und konnte eine immunisirende Wirk- 
samkeit der fttr Rinder sehwachvirulenten 
Taberkelstämme festgestellt werden, da et- 
fahrungggemftss die Virulenz der Tuberkel- 
baciUen fflr die verschiedenen Thierarten ver- 
schieden sein kann; beispielsweise ist ein 
für Meerschweinchen vollstftndig abge- 
schwSehter Tuberitelbacillenstamm noch ziem- 
lich virulent für Kaninchen und Pferde. 
Die vom Menschen stammenden 
Tuberkeibaeillen verhalten sich, wenn 
sie lange Zeit im Laboratorium auf 
künstlichem Nährboden fortgezüchtet 
sind, für Rinder wie ein Vaccin zum 
verderblichen Virus. Frisch aus dem 



Menschen dagegen heraus gezüchtet« be- 
sonders auch, wenn man sie durch Ziegen- 
kOrper hindurch geschickt hat, besitzen sie 
für Rinder dne hohe Virulenz. 

Zur weiteren Erforschung dieser Verhält- 
nisse hat Behring Unterkunftsrftume und 
Weideplätze für eine grosse Rinderzahl sieh 
verschafft Den grossen Geldpreis aus der 
Nobel'Btihung will derselbe verwenden, um 
den Beweis zu erbringen, dass eine praktiaehe 
Durdifflhrbarkeit einer Bekämpfung der 
Rindertuberkulose auf dem Wege der Pasteur- 
sehen Schutzimpfung mOglich ist Vg. 

Therapie der Gegenwart 1902, 25. 



Um Hefe gegen Infection 
wider8tand8£Uiiger zu machen, 

setzt man nach dem D. R. P. Nr. 127355 
(Ghem.-Ztg. 1901, 1165) dem Hefengnte 
ausser Milchsäure noch mindestens 5 pCt 
der zugesetzten MUchsänre einer flüchtigen 
Fettsäure hinzu. Nach Versuchen kann man 
der Milchsäure ohne Schaden bis dO pCt. 
Buttersäure zusetzen. ~^ke. 



99 



BBcherschau. 



ünproiig der Syphilis. Eine medicmiBche 
^ und kultiirgesehichtUche Untereuchnng. 
Von Dr. med. Iican Bloch, Erste 
AbtheOnng. Jena 1901, Verlag von 
OtJLstav Fischer, — XIV nnd 313 
Seiten gr. 8». — Preia 6 Mark. 

Seit Jahren vertritt der Verfasser den neu- 
zeitlichen Ursprung der Syphilis und deren 
NichtvoiiDBunen bm den alten Völkern und in 
der Vorgeschichte. Für das letztere den 
voraussichtlich unschwer zu fuhrenden Beweis 
beixubringen, behält sich die zweite Abtheilung 
des Werkes vor. Die vorliegende erste weist 
in ebenso gründlicher, wie überzeugender Weise 
zimächst nacli, dass am Ende des fünfzehnten 
Jahrhunderts die Syphilis thatsächlich als eine 
for die alte Weit völlig neue Krankheit auftrat, 
deren Ursprung die meisten Quellen auf die 
Belagerung von Neapel durch Karl VIll. von 
Frankreich im Frühjahre 1494 zurückführen. 
Die wenigen entgegenstehenden urkundlichen 
and sonstigen Angaben sind nach der über- 
zeugenden Darlegung des Verfassers irrig oder 
nussverstanden. 

Schwieriger, aber dennoch gelungen erscheint 
die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit des 
durch seine Empfehlung der antisyphilitischen 
Mercurialtherapie bekannten Utax de hla (1462 
bis nach 1542) bezüg ich der Eii^chleppung der I 



Erkrankung aus Westindien, von wo aus durch 
die Entdeckungsfahrten des Gkristopk Oohumbua 
die Seuche zunächst nach Spanien gelangte. 
Für die Richtigkeit dieser Ansicht fiüirt der 
Verfasser u. A. die Kenntniss von Heilmitteln 
gegen Syphilis an, der die europäische Medizin 
zunächst rathlos gegenüber stana. Es sind dies 
in Mexiko das Kraut tletlemaitl als Auf- 
guss getrunken, femer als Wundstr«.upulver das 
Kraut tlaqueqnetzal oder auch Kupfer- 
feilspäne. Gegen aufbrechende Pusteln wird 
atolle (Maismasse in Wasser aufgekocht), 
vermischt mit den Samen des Krautes michi- 
nanatli oder ein Aufguss der Wurzel 
quauhtepatli, vier oder fünf Mai täglich als 
Getränk neoen Bädern empfohlen. — In Haiti 

(Espanola, Quizquella), wo die Krankheit 
Guaynaras oder hipas, taybas und ipas 
hiess, behandelte man sie mit Guajak. Der 
grösseren Frische dieses Holzes in Westindien 
schrieb man neben der wärmeren Witterung 
den milden Verlauf der Erkrankung bei den 
Indianern zu, während diese sich wohl einfacher 
durch eine lange Durchseuchung der eingeborenen 
Bevölkerung erklärt — • Ausser Guajak ver- 
wandten die Eingeborenen von Haiti Map u an 
und Tuna. In Südamerika bildeten die Sarsa- 
parille, im südlichen Nordamerika Sassafras 
volksthümliche Syphilisheilmittel , während die 
gesammte alte Welt und Australien keine 
solchen besaasen. — y. 



Technisohe M 



Fett- und wasserdichte Salben- 

Bohachteln. 

Wir wollen nicht versäumen, das 
Interesse unserer Leser auf eine Neu- 
heit in der Cartonnagenfabrikation za 
lenken, fä sind dies die von der Firma 
C, Bender, Cartonnagenfabrik zu Dres- 
den-N., soeben in den Handel gebrach- 
ten, unter Oebranchsmasterschntz stehen- 
den, aus Holzstoff und Celloidiu ge- 
fertigten fett- und wasserdichten Salben- 
schachtehi mit Deckel, welche als Ersatz 
for Thon-, Porzellan- und Glastöpfe 
ZOT Aufnahme von Salben, Pulvern und 
Pillen dienen sollen. Die Deckel der 
neuen Salbenschachteln lassen sich be- 
schreiben; ganz in Wegfall kommt das 
bei einfachen Büchsen nöthige Zubinden. 
Diese Vortheile der neuen Schachtel, 
votunden mit deren Billigkeit (Preis 
wie gewöhnliche Pappschachteln) 
geben den Salbenschachteln WerÜi, 
omsomehr, als sie in ihrer gefälligen 
cylindrischen Form sich für alle phar-j 



ittheilungen. 

maceutischen Zwecke, nii^t blos zur 
Aufnahme von Salben, sondern aach 
für alle Pulver und Pillen, besonders 
für solche, welche hygroskopisch sind, 
sehr gut eignen. Die Schachteln em- 
pfehlen sich audi, wegen ihres bequem 
abnehmbaren Deckels, für abgefasste 
Salben, wie Coldcream, Lanolincream, 
Borvaselin, Zinksalbe, Pomaden usw.; 
die gebrauchten Salbenschachteln lassen 
sich in derselben Weise wie Thon- und 
Porzellankruken wieder reinigen. 

Zu beziehen sind die fett- und wasser- 
dichten Salbenschachteln von der Firma 
C. Bender zu Dresden-N., Tannenstrasse. 



Eine Vornohtung 

zur Verdünnung der aus dem 

Schornsteine entweichenden 

sohftdliohen Oase 

hat Wislicmus (Gbem.-Ztg. 1901, 1164) 
angegeben. In den eigentlichen Schornstein 
ist ein zweiter niedrigerer eingebaut, der 
behufs Einführung von Luft bazw. anderen 



Gasen mit anf- nnd abflteigenden Rohrdorch- 
fnhnrngeu vorsehen ist Die diesem inneren 
Schomsteine zn^Qhrte Luft tritt durch 
dessen obere Mündung und durch die Rohr- 
dnrdifflhmngen in die Essengase ein, mischt 
8i<di mit diesen innig und verdflnnt eie bis 
nnter die Schftdlichkdtsconcentration. —ke. 



Eine zur elektrisohen Isolaüon 

oder als Ersata für Oummi and 

Holz verwendbare Masse 

<ri)Ut man nach Smith (Chem.-Ztg. 1901, 
1165), venn man Äcetaldehjd oder Par- 
aldefayd oder polymerisirten Formaldehyd 
mit Methylalkohol nnd KarbolaSare ver- 
mischt und der Hasse beim Erkalten mit 
Cfalorwasserstoffgas gesättigtes Fuselöl zu- 
setzt Das erhaltene Prodnct wird geformt 
nnd mit ParafTm getränkt —hr. 



Zur Herstellung von künstlicher 

Seide 

wird nach Petit (Chem.-Ztg. 1902, 16) ein 

Verschiedene 

BilUges Blitzlicht 

wird nach der photographiscfaen Chronik auf 
folgende Weise hergeetellt: Eine gewöhn- 
liche Thoopfeife, In die ein Stück Baum- 
wolle, um einen mnd gebogenen Eisendraht 
gewunden, gesteckt ist, gestattet ausgezeichnet 
zu blitzen. Es wird zuerat das Blitzpulver 
in die Thonpfeife geschattet und dann der 
Kranz ans Metalldraht, mit Baumwolle rer- 
sehen, aufgesetzt Man muss die langen 
holländischen Thonpfeifen, welche bis zn 
60 cm Länge haben, anwenden, weil sonst 
der Blitz den Augen gefähriich werden könnte. 
Vor der Ärb^t taucht man den Eisendraht 
in Spiritus, worauf man denselben so an- 
biinel dasa die Spiritusfackel am Bande 
nnt Das durch geblasene Pulver 
urch schnell zur Verbrennung 
lie ganze Vorrichtung nur ein 

Bayer. Aid.- u. Oew.-Blatt. 



Qemifioh aus 100 Gewichtatheileu trockener 
Nitrocellalose, 7 Th. Eautschuklöeung und 
5 Th. Zinnchlorttr benutzt, das innig mit 
duander und mit einer geuQgenden Medge 
ränes Lösungsmittels, wie Benzol, um dem 
Ganzen eine znm AuAzi^en von F^den 
gedgnete Conustenz zu geben, vermengt 
wird. —h». 



Die Dndurohdringliohmaohung 

von Geweben 

auf elektrolytischem Wege 

geschieht nach Schioman und de Castro 
(Chem.-Ztg. 1901, Rep. 372) in der Weise, 
dass mau die Gewebe mit der LOsimg ^nes 
Metallsulfatea (1 Th. Nick^otfat, 1 Hi. 
Ammoniak, 6 Th. Wasser) tränkt, den üebe^ 
schuss abpreest und die Gewebe zwischen 
zwei Hatten dem elektrischen Strome aus- 
setzt Man erhält so einen HetaUniedersohUg 
auf der Faser. ~he. 



Miltheilungen* 

ein Harz gebunden ist. Sie z^gt uch zu- 
nächst durch «ne Coagulation der eiwoias- 
haltigen Flllssigkeiten in der Nähe der Kieme« 
durch die Gerbsäure, und Beeinflussung des 
Gefühlsuervensyst^ms durch die flflchtige 
Substanz. Die Wolfsmilohpflanze wird Ins- 
weilen zur Vergiftung der Flsohe in Flnse- 
läufen benntzt —k«. 



e Wirkung der 
lohpflanze auf Fische 

Kyle (Chem.-Ztg. 1902, 13)1 
halte dereelben an Gerbsäure | 
r flüchtigen Substanz, die an 



Dnroh Vegetationsversaohe 
über die Düngewirkung 
verschiedener Phosphate 
haben Kdlner und Böttcher (Chem.-Ztg. 
1902, 8) zunächst nachgewiesen, dass (Üe 
Resultate Wagner'a, Leffeck'a und Maerker'a, 
dass die Phosphorsäure der Knochenmehle 
keine Wirkung als Düngemittel zeige, durch 
begleitende Umstände hervorgebracht worden 
seien, nicht durch die Form der Phosphor- 
säure. Ea hat sich gezeigt, dass der kohlen- 
saure Kalk durch Nentralisation der Humus- 
säuren das AufschliessungsvermOgeD des 
Bodens sehr herabsetzt, und daas dadurch 
eämmtliche Phosphate in ihrer Wirkung be- 
einträchtigt werden, am meisten nntflrlidi 
die schwer aufschlieesbaren Knochenmehle. 
Nach den Versuchea der Verfasser stellt üch 



101 



der Mehrertrag an Trockenmibstaiiz über 
„uBgedfliigt^ (ohne PfOs) auf je 1 g ange- 
wandte PhoaphorBftnre In einem ans homoB- 
reichem Sande bestehenden Versachaboden 
mh 0;05 pGt Phoflphors&nre und 0,52 pCt 
CaO ohne Galdnmearbonat fttr folgende 

Hiosphate auf: 

Verbal tniss : 
Ohne Mit Ohne Mit 
Xalk Kalk Kalk Kalk 

8aperphoiphat . . 169,7 g 150,3 g 100 89 
Ghinchas-GnaDO . . 78,1g 43,7 g 46 26 
Lobos-Goano ... 58,8 g 30,3 g 35 18 
Algier-Phosphat A . 65,6 g 23,>s g 39 14 
Algier-Phosphat B . 69,0 g 1 7,5 g 35 10 
Rohes indisches 

Knochenmehl . . 93,3 g 56,2 g 55 33 
Entfettetes, nnent- 
leüntes Knochen- 
mehl, fein . . . 88,5 g — 52 — 
Entfettetes, unent- 
leimtee Knochen- 
mehl, grob . . . 52,6 g — 31 — 
GedSmpftesKnochen- 

mehl, fein . . . 86,9 g — - 51 — 
OedimpftesKnoehea- 
mehl, grob . . . 47,2 g — 28 — 

Die beiden Algierpfaosphate nnd der Loboe- 
Onano haben also eine Wirknng ansgettbt, 
die nur 35 bis 40 pOt derjenigen der wasser- 
Mehen Phosphorsäare betragen hat. Die 
niefat entieonten drei Knochenmehle zeigten 



bei gatem Zerkleinernngsgrade eine Wiik- 
mig von 50 bis 60 pGt, bei mangelhafter, 
in kAoflichen Prodncten oft wahrnehmbarer 
Beschaffenheit^ wnrden sie noch sefalecfater 
ansgenntzt, als die feingemahlenen Roh- 
phosphate. Die wesentlich bessere Wirknng 
der entieimten Knochenmehle bemht haoptsSch- 

lich anf ihrer mehlartigen Beschaffenheit 

— he. 



Zur Darstellung eines 

Jod und Leim enthaltenden 

Antisepticums 

wird nach Cohn (Chem.-Ztg. 1902, 33) Jod- 
kalinm nnd eine Leimsabstanz in Wasser 
gelöst, die Lösung mit Jod versetzt, geh&rtet, 
getrocknet und die Masse dann gepulvert 
Dabei kann als Lösungsmittel anch eine 
wfisserige Pflanzenabkochung verwendet wer- 
den. Das durch Patent gesehOtzte PH^arat 
soU in luaserlicher Anwendung auf eiternde 
Wunden gestreut werden. Seine Wirksam- 
keit beruht anf dem Gehalte an freiem Jod, 
das in dem trocknen Pnlver geruchlos und 
nicht flüchtig isl^ b« der Anfeuchtung des 
Pulvers aber durch die Wunde zur Wirk- 
ung gelangt — Ae. 



Briefwechsel. 



IL T. in 8* 8. Unter Glykosnrie ist das Auf- 
treten von solchen Mengen Zucker im Harn zn 
Tentehen, dass derselbe mit den bekannten ge- 
wöhnlichen Methoden nachgewiesen werden kann. 
Nach Pavy bestehen vier Quellen der Olykosuhe, 
and zwar kann der Znoker herrühren: 1. von 
nicht aasimilirten, in's Blnt und den Harn über- 
ffehenien Kohlenhydraten. Der gewöhnliche 
Wrg, lof dem der Organisrans die Kohlenhydrate 
aufzuspeichern nnd ihren üebertritt in's Blut 
in Gestalt von Zucker zu verhindern pflegt, ist 
die Verwandlung derselben in Fett. Es geschieht 
dies sehr wahrscheinlich theils in den Darm- 
sotten, theils in der Leber. Ausserdem dienen 
die Kohlenhydrate zum Aofban der Protein- 
snbetanzen; schliesslich werden dieselben auch 
ia Glykogen verwandelt 2. Als eine andere 
ÜtBaohe ist aufgespeichertes Glykogen anzusehen, 
welches in tolge von in abnormer Weise auf- 
tretender Hydrolyse m Znoker verwandelt wird ; 
3. können Proteusubstanzen durch anssergewöhn- 
hche Vorgänge Zucker abspalten, welcher im 
Htm ausgeschieden wird; 4. kann schliesslich 
Zocker aus Fett in entsprechender Weise zurü« k- 
gebildet werden, wie aus Kohlenhydraten 
viadenun Fette sich bilden können. Vg, 



Apoth. K. in F. Allerdings wird die Gefahr 
des Schlafsaftes (aus Mohnköpfen hergestellt) 
von den Laien viel zu sehr unterschätzt So 
entnehmen wir dem Pharm. Weekblad eine Notiz, 
wonach in Hilversum em 16 Tage altes Kind 
auf diese Weise ums Leben gebracht wurde. 
Das Kind war Abends nach 9 Uhr unruhig ge- 
worden und bekam gegen 11 Uhr zwei Thee- 
löffel voll von einem Sohlafsafte, der mit einer 
Abkochung von vier Mohnköpfen hergestellt 
worden war. Darauf musste der Säugling zwar 
aufstossen und erbxechen, schlief aber später 
fest ein und starb. Die Leichenschau ergab, 
dass der Tod durch Morphin verursacht war. 
Auch fanden sich noch Reste der Abkochung. 
Dr. Jaoobi theilte mit, dass viel mehr Kinder 
als man überhaupt ahnt solchen Scblaftropfen 
und ähnlichen Getränken erliegen. WaUer sagte, 
dass scheinbar ganz unschuldige Getränke, bei- 
bpiels weise Thee oder auch mancher Brei für 
sehr junge Kinder von tödtlicher Wirkung sein 
könnte. Anch von Leden^HuUebosch, der den 
Magen- und Darminhalt, das Herz, die Milz und 
das Blut untersucht hatte und die Spuren der 
Vergiftung gefunden hatte, versicherte, dass der 
Missbrauch, Schlaftropfen zu verabreichen, ansser- 
oidentUch viel beim Volke angetroffen würde. 



Ytrlefw uid fcnntwortlitthtr Leit« Dr. X, 8«kneid«r in Dntdan. 






Olas-Filtrirtricilter 

mit Innenrippen, 

das Beste \ind. Fraktisoliste 
ftlr jegfliclie Filtration, 



M Cbn. Otitm 



von PONCET, GlasbOttenwerke, 

Fabrik und Lager 

ehem. pharmac. Oefasse und Utensilien, 

Berlin S. 0, Köpnicker-Strasse 54. 



E"mser 
B Pastillen— 
Thermalsalze 
der 
'■'hdgl . Praurisdien Bids-Tennütug 
■ B«d Ems. 

Billigste BeiDgsquelle 
J. Irena & Sohn, JHnInz a. Bh: 



JHedlelnal-W^eliic 

dlraoter Import. 

Sberrj, herb . pro litcr ron 1,20 Mk. an 

8ben7, mild . . „ „ „ 1,50 „ „ 
Ifalaya, doukel und 

rDtbgoldeo . . ^ .in liBO „ „ 

Portweil, lbd«ii« „ „ „ 1,50 „ „ 

TmmfOBM . . . „ II „ 1|— „ „ 

BsBM HoMfttel . „ „ ., 0,90 „ „ 
Tuntenert and fnnco jeder dentsdien Bahn- 
■tatioD. Mtuter grtüa nnd fnoco. 

Gebrüder Bretechneider, 



Anilinfarben! 

in allst) Naancea, speciell füi 

Tintenfabrikation 

piiparirt, wie solche m deo Vorsohriften dee 
Herrn Smgvm DMerleh renreodet und ia deesei 
UsDiiat empfohlen werden, bftlt stets miT I^gtt 
and versendet prompt 

Franz Schani, Dresden. 




I ÖniDdlagor.ZahnpDiT.a-PaBlen 
1. W.B«;e *8a>«,Huik«rt. 



Einbanddecken 

»r jeden Jahi^ng psasend, gegen Einsendong Ton 80 Pf. (A.agUnd 1 Kk.) zu beciehen duroh d 
Oesohüftsstelle: 

Dresden-A., t^ehandauer Strasse 43. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland 

ZeitBelirift für wiBsengehaftlielie und geBchftftliehe IntnraBSeB 

der PharmMie. 

Oegrüiid«! ¥00 Dr. H. Hager 1859; fortfoftlirt Ton Dr. B. Odasltr. 

Henwagegeben Ton Dr. A* SekMid«r. 

iMhfliii jtdMi DoBii«rtUc. ~ Beinftpreii ▼{•ftelUhrliok: dwoh Pott odBr 

BMhhanM 2^ ML, unter SMfbftDd d,— Mk^ Ausland 8,60 ML SiniaLM Nnmmen 90 Pf. 

Anseigen: die eininal gespaltene Peät-ZeQe 25 Pf., bei grösseren Anseigen oder "Wieder- 

belimgeB Pmieemilssignng. — QeseUfiMMIet Drseden (P.-A. 21), Sehndaaer Stxaase 48* 

Letter der ZellseMA: Dr. A. Schneider, Dresdsn (P.-A 21), Boluttdaaer Strase 48. 

An der Leitong betheiligt: Dr. P. Sftss in Dreeden-Blasewits. 



MS. 



Dresden, 20. Februar 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



xLm. 

Jakrgaag. 



likaH: Choele aad Pbeniftele: Beitiige inr PrStang der Jatepenlm«!!« aaf Ihrtn Hangehali^ — Ht ae AnB«f- 
■Ütri. — Olatoo. — GiWMoUl 
fflirtMliBunii. — Dar ChiMiiamw 

aOohob. — BeitiifB sar GoBititation Om Uhitin«. — Btoneike, emponcuio&e KiweiMpiooe tm uam« — fimwirKanc 
IVB BaoaMeliyd auf Vanillin. ^ Lmmt'icIm Fro«tMilb6. ~ V«rliiderang«n das OUorophjlb bafan OQrtkMe dann 
da TM wMiu er. — BrkMmnnc und BMtfanmanf dar QidlaaaAu« In Qerbttoflbn. — Anaaelieidang dar Phuiplior- 
tUn. - Nekrangnilttel-Oliemie. — Urg^9mU6h% mtUteUttgen — Nehersehen. ~ VeraeMedene ttll* 

taeUangea. — BrIefireeaaeL 



VC : Mimtngv aar rrviaiiK uor .iBisiicuBJiviioa »ui un«n amrwgmmu». — x^mvn mwwnof^ 

Heydan. — Verhalten der Kohlenhydrate beim Trocknen. — Elnlgei Ober die 
u der Halphen'aoban Reaetlon aof GottaiiOl. — Parslelluic daa Triehktbiiljl* 
totlon des Chitlna. — BInfhehe, empfindliche Eiweiaaprabe im Harn« — Btnwirknnf 



SS 



Chemie und Pharmeoie. 



Beiträge 

nr Frfiflmg der JalapenknoUen 

auf ihren Harsgehalt 

ton Apoäieker Dr. Oeorg Weigd-Htmhwrg. 

Der Gehalt der JalapenknoUen an 
Han ist ein sehr wechselnder, man 
schfttzt ihn aof etwa 6 bis 15 pCt; doch 
aoU eine gute und preiswerthe Waare 
dorGhschnittlich nicht weniger als 10 
bis 12 pCt. Han enthalten. Harzreiche 
Wurzel wird auf dem Drogenmarkt 
stets schnell und zu hohen Preisen 
8ii^;ekaufty während die sogenannte 
Drogistenwaare, d. h. harzarme Wurzel, 
wenig Beachtung findet. 

Seit Bestehen des deutschen Arznei- 
baches haben die von diesem an den 
Harzgehalt der JalapenknoUen gesteUten 
Aofonlerungen geschwankt. Wfihrend 
Ausgabe I im Durchschnitt 10 pCt. 
Teriangte, forderte Ausgabe 11 einen 
Miadestgehalt von 10 pCt; Ausgabe IQ 
Mtzte denselben auf 7 pCt. herab, 
jeden&Us beräiflusst von der vielfach 
bat gewordenen Ansicht, dass der 



Harzgehalt der in den Handel kommen- 
den Jalape im Laufe der Jahre ab- 
genommen habe und zwar wahrscheinUch 
dadurch, dass die EnoUen bereits vorher 
schon durch Extraction (Legen in 
Alkohol) eines Theiles ihres HiGU*zgehalte8 
beraubt würden, in Folge dessen jetzt 
eine harzreichere Wurzel mit durch- 
schnittUch 10 pCt. schwerer zu be- 
schaffen sei als früher. K. Dieterich 
(Apoth.-Ztg. 1901, No. 100) motivirt erst 
kflrzUch noch diese Ansicht dahin, dass 
möglicherweise eine andere Art der 
Gewinnung, vieUeicht auch eine frflher 
nicht stattgehabte Fermentation, welche 
schon durch unabsichtUches Üeber- 
einanderschichten grösserer Mengen 
beim Trocknen herbeigeführt werden 
könne, die Redudrung des Harzgehaltes 
bedinge. 

Die Richtigkeit obiger Annahme in 
Bezug auf den Rückgang des Harz- 
gehaltes in der Jalape ist aber ebenso 
sehr angezweifelt und bestritten worden. 
So sdireibt Prof. Thoms bei Besprechung 
des deutschen Arzneibuches IQ in dieser 



104 



Zeitschrift (Ph. C. No. 62, Jahrg. 1890): 
„Die Jalapenknollen sollen schlechter 
geworden sein — durch die Natur oder 
die Menschen? Gute Jalapenknollen 
des Hajidels — und nur diese soUten 
pharmaceutische Verwendung finden — 
geben auch heutigen Tages noch 
mindestes 10 pCt. Harz.^ Auch ander- 
weitig in der Literatur (z. B. Hageres 
Handb. d. pharm. Prax., neue Bearbeitg. 
von Mucker und Hartwich, 11, S. 104) 
wird auf das Irrige dieser Ansicht hin- 
gewiesen-und gesagt, dass auch gegen- 
wärtig Knollen mit 10 pGt. Harz noch 
unschwer zu beschafiFen sind. 

Dieser Meinung muss auch ich mich 
anschliessen, da ich Gelegenheit hatte 
zu beobachten, dass z. Zt. auf dem 
Drogenmarkt noch genug Angebot von 
Waare graiacht wird, die durchschnitt- 
lich 10 bis sogar 15 pCt. Harz enthält. 

Das Arzneibuch IV hat nun jedenfalls 
deshalb die Mindestforderung an Harz 
wieder auf 9 pCt. erhöht, was umsomehr 
berechtigt eracheint, wenn man die 
Arzneibücher anderer Länder zum Ver- 
gleich h^anzieht, die in ihren Anforder- 
ungen meist auch nicht bescheidener 
sind; so verlangen z. B. Ph. Austriac. 
10 pa., Ph. Britic. 9 bis 11 pCt, Ph. 
Ünit-Stat 12 pCt., Ph Italic, von dem 
getroclmeten Pulver ebenfalls 12 pCt., 
PL GaJlic. sogar 16 bis 18 pa. 

Was nun die PrtLfungsvorschrift des 
deutschen Arzneibuches betrifft, so ist 
^ese — abgesehen von wenigen Text- 
änderungen — in den verschiedenen 
Ausgaben immer die gleiche geblieben. 
Das Arzneibuch giebt für die Ennittelung 
des Haizgehaltes in der Jalape überhaupt 
keine besondere Vorschrift; es lässt 
denselben nach der gleichen Methode 
bestimmen, wie sie zur Gewinnung des 
Harzes ans den Knollen vorgeschrieben 
wird. Die Unzulänglichkeit dieser 
Prüfungsvorschrift in Bezug auf die 
Ermittelung des Gesammtbarzgehaltes 
ist neuerdings bereits von verschiedenen 
Seiten erörtert und unter Beifügung 
von Analysenresultaten bewiesen worden. 
So haben Dr. Fromme (Apoth.-Ztg. 
No 99, Jahrg. 1900 — Ref. Ph. C. No 1, 
Jahrg. 1901), Dr. Karl Dieterich (ebenda 



No. 100, Jahrg. 1900 -> Ref. Ph, C. 
No. 1, Jahrg. 1901) und Dr. Schweissinger 
(Ph. C. f. Deutschi No. 1, Jahrg. 1901) 
darauf hingewiesen. Nach der Arznei- 
buch-Vorschrift verfahren, wurde stets 
weniger (bis über 2 pGt.) Harz gefunden, 
als wirklich vorhanden war. Es wäre 
gewiss am Platze gewesen, im Arznei- 
buche getrennte Vorschriften zu geben 
und zwar einestheils eine solche für die 
Gewinnung des Harzes im Allgemeinen, 
andemtheüs eine solche für die 
quantitative Prüfung der Wurzel auf 
ihren Harzgehalt Zum Mindesten hätte 
im letzteren Falle an Stelle des groben 
— feines bezw. mittelfeines Pulver vor- 
geschrieben werden müssen, da bekannt- 
lich feinere Pulver schneller und voll- 
ständiger sich ausziehen lassen als 
gröbere. 

Ganz abgesehen von den Forderung'en 
des deutschen Arzneibuches ist es be- 
sonders für den Grossdrogisten, welcher 
doch auch für Betriebe, die sich mit 
der Herstellung der Besina Jalapae im 
Grossen befassen, sowie für andere 
Länder, deren Arzneibücher verschiedene 
Anforderungen in Betreff des Harz- 
gehaltes dieser Droge stellen, zu liefern 
hat, von Werth, eine sichere and 
bewährte Methode zu besitzen, durch 
welche in möglichst kurzer Frist der 
Gesammtgehalt der Droge an Harz 
ermittelt werden kann, um baldigst in 
der Lage zu sein, über etwaige Angebote 
entscheiden zu können, denn nach der 
Höhe des Harzgehaltes richten sich 
selbstverständlich der Werth der Droge 
und damit verbunden die Höhe des 
Preises. 

Von diesem Standpunkt ausgehend, 
sind von mir mit genannter Droge 
Versuche in verschiedener Weise unter- 
nommen worden. 

Fromme erhielt bei Anwendung 
der Vorschrift des deutschen Arznei- 
buches aus grobem Pulver im Mittel 
6,63 pCt., aus feinem Pulver dagegen 
7,96 pCt, während der wirkliche Ge- 
sammtharzgehalt der betr. Droge im 
Mittel 8,47 pCt. betrug, also 1,84 pCt 
mehr als wie nach der Vorschrift des 
D. A.-B. IV erhalten werden konnte. 



106 



DenOesammtgehalt ermiMtelVomme, \ 
indem er 5 g des ohne Remanenz 
erhaltenen feinen und bei 100 <^ getrock- 
neten Polyers in einem mit Wasser und 
iasm mit Alkohol ausgewaschenen Lein- 
wandbentel in einen Standcylinder 
hingte, der mit 30 g 90 proc. Weingeist 
Yon 35 bis 40 o angeffillt war. Täglich 
wurde der Weingeist dnrch neuen 
ersetzt I bis er nach dreimaliger 
Emeaenmg kaum noch eine Färbung 
annahm. Die Auszfige wurden vereinigt 
and filtrirt und in einer Platinschale 
aof dem Wasserbade zur Verdunstung 
des Alkohols erwärmt. Der Harzrfick- 
stand wurde yiermal hintereinander mit 
je 5 ccm siedenden Wassers gewaschen, 
un die wasserlöslichen Anteile zu ent- 
fernen, und schliesslich unter Zusatz 
ron etwas Alkohol auf dem Wasserbade 
& zur Oewichtsconstanz getrocknet. 

Im Anschluss hieran möchte ich 
srwähnen, dass ich ein Trocknen des 
?Qlyers Yor der Analyse nicht für 
lagebracht und richtig halte, da durch 
len Verlust der Droge an Feuchtigkeit 
laturgemäss der Harzgehalt höher ge- 
Quden wird, als er in der Handelswaare 
tatsächlich Torhanden ist 

Eine gute Waare soll Oberhaupt 
lerartig getrocknet in den Handel 
[ommen, dass sie sich in kleineren 
fengen, wie zur Prüfung nöthig, ohne 
Tössere Schwierigkeiten pulvern lässt, 
nd dies genfigt ffir den Zweck der 
Fntersuchung auf Harzgehalt. Bei 
mer minderwerthigen, feuchten Waare 
tet sich natfirlieh ein Trocknen — 
dion vor dem Pulrerisiren behufs Aus- 
Ihrong der Analyse — nicht umgehen, 
och ist dann der Verlust an Feuchtig- 
eit bei der procentualen Umrechnung 
es Harzgehaites mit in Betracht zu 
iehen« 

Die yorstehende Methode dfirfte wohl 
eim Anstrag von Streitfragen (eine 
oldie yeranksste in der 'Hiat auch 
^romme zu seinen Untersuchungen) am 
latze sein, doch ffir die Praxis des 
^fossdrogisten, wo es oft drängt und 
!eit Geld ist, indem man sich Ober 
Waare in erster Hand'' schnell ent- 
Qheiden muss, nicht anwendbar sein, da 



das Resultat einer Analyse, Aema 
Beendigung erst ungefthr am vierten 
Tage möglich ist, zu lange auf sich 
warten lässt IVamme knfipft an seine 
interessanten Untersuchungen noch die 
beachtenswerthe Bemerkung, dass das 
D. A.-B. IV in Folge seiner besonderen 
Vorschrift nicht nur eine Wurzel von 
9 pCt., sondern eine solche von etwa 
11 bis 11,6 pCt. Harzgehalt verlangt, 
der Händler daher einen Unterschied 
machen mfisse, zwischen officineller 
Waare, d. h. solcher, die nach Vorschrift 
des D. A.-B. IV geprüft 9 pCt Harz 
enthält, — und einer Waare, die völlig 
extrahirt einen G^esammtgehalt von 
9 pCt. Harz aufweist. 

Sckweissinger , welcher sich eben- 
falls mit der Prfifung der Jalapenknollen 
beschäftigt hat, bestätigt durch seine 
Befunde und Angaben diejenigen 
Fromme^^ und giebt gleichzeitig eine 
weitere Methode bekannt, mittelst 
welcher er gute Resultate erzielt haben 
will. Dieselbe hat in dieser Zeitschrift 
Platz gefunden, doch möchte ich die 
Methode zum besseren Verständniss 
meiner Ausführungen hier nochmals 
kurz wiederholen. 

Nach Sckweissinger werden 10 g der 
feingepulverten Jalapenknollen in einem 
Schflttelcylinder mit 100 ccm Weingeist 
fibergossen, 24 Stunden unter mehrfachem 
Schfltteln bei etwa 30 ^ ausgezogen. 
Von der fiber dem abgesetzten Pulver 
stehenden alkoholischen Harzlösung 
pipettirt man dann vorsichtig 60 ccm 
ab, lässt den Alkohol unter Elrwärmen 
verdunsten und wäscht das zuitlck- 
bleibende Harz nach Vorschrift des 
Arzneibuches mit Wasser, worauf das 
Harz getrocknet und gewogen wird. 

Nach dieser Methode arbeitend, erhielt 
Sehweissinger 13 pCt. Ausbeute an 
Harz, während sich aus grobem Pulver 
von derselben Lieferung Jalapenwurzel 
nach Vorschrift des D. A.-B. nur 9,6 pGt. 
— also 2,4 pCt. weniger — isoliren 
Messen; eine allerdings etwas grosse 
Differenz, die ich bei meinen Unter- 
suchungsergebnissen nicht constatiren 
konnte. 

Sckweissinger erhielt bei Anwendung 



106 



dieser Methode, wie er schreibt, stets 
gleichmässige Resultate, und dürfte 
daher dieselbe schon ihrer Einfachheit 
halber derjenigen des D. A.-B. vorzu- 
ziehen und besonders für die Prüfung 
der Jalapenwurzel bezw. deren Pulver 
in der Apotheke zu empfehlen sein. 

Nur möchte ich die Vorschrift dahin 
ergänzen, dass die abpipettirten 50 ccm 
des alkoholischen Auszuges durch ein 
kleines Faltenfilter von etwa 8 bis 10 cm 
Durchmesser zu filtriren sind, und das 
Filter mit etwa 10 ccm Weingeist 
nachgewaschen wird, um die im Auszug 
etwa noch suspendirten, wenn auch 
geringen Antheile des Pulvers zu 
entfernen. Auch darf bei dieser 
Methode häufiges Umschfitteln, wie 
Schweissinger besonders erwähnt, 
nicht unterlassen werden, da hierauf 
ein mehr oder minder günstiges Resultat 
beruht. 

Zu den Untersuchungen, welche ich 
ausführte, wurde ein Jalapenwurzel- 



pulver verwendet^ welches auf folgende 
Weise erhalten worden war. Um eine 
rechte Durchschnittsprobe zu prüfen, 
wurde etwa ein Kilogramm eines Ge- 
misches theils rundlicher, theils länglicher 
trockener aber nicht besonders getrock- 
neter Knollen (die harten und 
glatten, rundlichen Knollen enthalten 
bekanntlich mehr Harz als die länglich 
gestreckten und stark eingeschrumpften) 
in grobe Stücke zerstossen, davon etwa 
die Hälfte weiter zerkleinert und so 
fort, bis schliesslich ungefähr je 100 g 
feines und grobes Pulver verblieben, 
welch' jedes Pulver für sich dann ohne 
Remanenz gestossen und gesiebt, nicht 
etwa abgeschlagen worden war, worauf 
besonders geachtet wurde. 

Folgende Zahlen zeigen den Harz- 
gehalt an, welcher bei Anwendung von 
je genau 5 bezw. 10 g theils feinen, 
theüs groben Pulvers nach den ver- 
schiedenen Prüfungs-Methoden ermittelt 
wurde: 



1. Methode des 
D. A.-B. IV. 

2. Methode nach 

Fromme 

3. Methode nach 
Schweissinger 



{ 
{ 
{ 



Aus feinem 
Pulver : 

1. 9,05 pCt. 

2. 9,13 pCt. 

1. 10,52 pa. 

2. 10,40 pCt. 

1. 9,90 pCt. 

2. 9,74 pCt. 



} 
} 
} 



Im Mittel: 



9,09 pCt. 

10,46 pa. 

9,82 pCt. 



Aus grobem 

Pulver: 

8,63 pCt. 

8,46 pCt. 

9,20 pCt 
9,34 pCt 

9,28 pa. 

9,21 pa. 



Im Mittel: 



} 
} 



8,54 pCt 

9,27 pa 
9,24 pa 



Dieses Zahlenmaterial beweist und 
bestätigt die von Fromme bezw. 
Schweissinger gemachten und im 
Vorhergehenden näher beschriebenen 
Angaben in Bezug auf 4ie „quantitative" 
Unbrauchbarkeit der Methode des D. A.-B. 

Die Durchschnittsprobe der von mir 
untersuchten Droge enthielt, wie aus 
den Analysenzahlen ersichtlich, in Wirk- 
lichkeit 10,46 pa. Harz, während nach 
der Vorschrift des D. A.-B. nur 8,54 pa, 
also fast 2 pa. (1,92 pa.) weniger 
erhalten werden konnte. 

Als dritte Methode wandte ich noch 
folgendes Veiiahren an, auf welches ich 
durch Hageres Handbuch der pharma- 
ceutischen Praxis (neue Bearbeitung von 
Eartvdch und Fischer^ ü, Seite 104) 



aufmerksam gemacht wurde. Daseibit 
heisst es: „Die Bestimmung des Han- 
gehaltes wird vorgenommen, indem man 
5 g der gepulverten Droge in einem 
Soxhlet mit 95 pa Alkohol extrahirt, 
den Auszug verdunstet und wägt"* 

Diese Vorschrift änderte ich daUB ab, 
dass ich genau 5 g des Jidapenwonel- 
pulvers mit ungefähr derselben Volnmen- 
menge (gleich der etwa vierfachen Ge- 
wichtsmenge) gewaschenen und grob ab« 
gesiebten Flusssandes vermischte und 
das Gemenge — in eine Extrahirhfilse 
gebracht — im&Kz:Afe^'schenExtractions- 
apparat mit etwa 60 g 96proc. Weingeiil 
auf dem Wasserbade 1 bis 3 Stunden 
behandelte. Hierbei ergab sich, da« 
schon zwei Stunden flotten Eztrahireus 



107 



voOaiif genflgen, mn das gesammte Harz 
in Losung za brlngeii. 

Der alkoholische, dnnkelgelb gefärbte 
Aomig wurde in ein gewogenes Becher- 
glas filtrirt, fbrtmctionskOlbchen and 
Ntor mit Wdngeist nachgespült and 
die Flfissigkeit auf dem Wasserbade 
▼oräehtig zur Trockne eingedampft. 
Der Harzrftckstand warde zwei- bis drei- 
■al nach einander mit etwa 30 ccm 
hassen, destillirten Wassers unter Um- 
sehwenken digerirt, wobei sich das erste 
Waschwisser dnnkelgelb, das zweite nnr 
MlgelbUdi Ürbte, das dritte blieb nn- 
gefibtt. Das Waschwasser worde immer 
erat nach don Erkalten abgegossen, was 
den Vortheü mit sich bringt, dass sich 
beim Abkfihlen anter einigem Schwenken 



1 
3. 



Ans feinem Im Mittel: 

Pnlver: 

10,27 pCt. 1 ,^ .^ ^ 

10:54 pct. ( 1«'*^ pct- 



Demnach betrag also der Gesammt- 
harzgehalt der zor Untersnchang heran- 
geeogenen Droge im Dorchschnitt etwa 
10,5 pCt, was bereits nach der Methode 
fhmme's festgestellt worden ist. 

Hieraas ist non deutlich ersichtlich, 
dass man bei Anwendung dieser Prüf- 
nogSTorschrift am schneitoten und zn- 
gleich sicher den wahren Harzgehalt 
der Droge ermitteln kann, und dfirfte 
diese Methode daher die einzig richtige 
spedell för das Laboratoiium des Gross- 
drogisten sein. 

Es gehen bei dieser zwar in Folge 
der andauernden und lebhaften Extraction 
yerfaSltnissmässig grössere Mengen von 
wasserlöslichen Substanzen, wie Zucker, 
Stärke, Gummi und Farbstoff mit in 
die alkoholische Harzlösung Ober, doch 
ist dies ohne Bedeutung und Einfluss 
auf das Endresultat der Analyse, da 
diese Substanzen sämmtlich durch das 
darauffolgende Auswaschen des Harzes 
mit heissem Wasser wieder entfernt 
werden Eine Veränderung bezw. Zer- 
setzung des Harzkörpers und eine event. 
dadurch gleichzeitig bedingte Beeinfluss- 
ung (des Analysenergebnisses, hervor- 
genifen durch das anhaltende Behandeln 



'das Harz zusammenballt, yöUig am 
Boden und an den Wandungen des Ge- 
fässes absetzt, und somit beim Abgiessen 
des Waschwassers kein Verlust an Harz 
eintritt. Schliesslich wurde das im Harz 
Trockenschrank mit Wasserbadumkleid- 
ung bis zur Gewichtsconstanz getrocknet 
und gewogen. 

Das Trocknen bei einer lOOo nicht 
fibersteigenden Temperatur bis zur Ge- 
wichtsconstanz ergiebt selbstredend ein 
genaueres Resultat, als wenn man 
das Harz nach Vorschrift des D. A.-B. 
so lange austrocknet, bis es nach dem 
Erkalten zerreiblich geworden ist 

Die Analysen nach der letzten Methode 
ergaben an Harz: 

Aus grobem Im Mittel: 

Pulver: 

10,38 pa \ ..,. ^ 

10,34 pCt f ^"'^^ P^^- 

mit Alkohol von höherer Temperatur 
als 30 bis 40 0, ist ebenfalls ausge- 
schlossen, da nach der Methode 
Fromme*^ dasselbe Resultat erzielt wurde. 
(Vergl die Analysenzahlen^ 

Um nochmals kurz die Vortheile der 
letztbeschriebenen Methode zusammen- 
zufassen und zu kennzeichnen, sei auf 
Folgendes hingewiesen: 

1 . Dieselbe ermöglicht, den Gesammt- 
harzgehalt der Droge in verhältniss- 
m&ssig kurzer Zeit — schon in einigen 
Stunden — festzustellen, während eine 
Analyse nach den übrigen Vorschriften 
ausgeführt, besten Falles am zweiten, 
sonst aber erst am dritten oder vierten 
Tage beendigt werden kann. 

2. Bei dieser Methode kann weniger 
Rücksicht auf die Feinheit des zu unter- 
suchenden Pulvers genommen werden, 
da, wie aus den vorher angegebenen 
Analysenresultaten ersichtlich, feines wie 
grobes Pulver, in der beschriebenen 
Weise behandelt, fast ganz gleich gute 
Resultate ergaben. 

3. Der Umstand, dass man nach dieser 
Methode den wirklichen Gesammtharz- 
gehalt zu ermitteln im Stande ist, macht 
die Beurtheilung des Werthes der Droge 



108 



leicht nnd lässt zugleich darauf schliessen, 
ob eine offlcinelle, d h PharmakopOe- 
Waare yorliegt. Ergiebt die Analyse 
einen Gesammtgehalt von mindestens 
etwa 10,5 bis 11,6 pCt Harz, so liegt 
wohl ohne Zweifel eine Droge vor, wie 
sie das Deutsche Arzneibuch fordert. 
Letzteres ist nicht der Fall, wenn der 
auf ^ese Wdse ermittelte Harzgehalt 
unter 10,5 pOt. liegt 



Neue Arsneimittel. 

Bromopaa (Hoffmarm) ist em bromsalz- 
haltiges Brot von angendimem Geschmack, 
das fflr längeren Bromgebraucfa empfohlen 
wild. Ein Brot (30 Pfg.) enthält 1 g 
Bromsalz. 

Bromofarina (Hoffmann) ist bromsalz- 
haltiges MeU zum Selbstbadcen der Brote. 
Den Vertrieb der beiden Präparate besorgt 
die Strauss- Apotheke von Max Friedländer 
m Berim G. 2., Stndauer Str. 47. 

LeoithoL Die Apotheke zu Schneidemühl 
fertigt ein organeisenhaltiges, aromatisches 
Hämogiobinpräparat, welches sie mit dem 
Namen Dynamogen belegt hat; ein ähn- 
liches Präparat, welches ausserdem noch 
Glyeerinphosphorsänre enthält, führt den 
Namen Lecithol. 

Marsyl (oder nach französischer Schreib- 
weise Haisyle) ist die Benennung für mehrere 
Präparate französischer Herkunft, welche 
kakodylsaures Eisenoxyd enthalten. Das 
Wort scheint aus Mars, dem Zeichen für 
Eisen, und der Endsilbe yl des Wortes Kakodyl 
zusammengesetzt zu sem. 

Salaperlen. unter diesem Namen bringt 
Wittens Apotheke zu Berlm W., Potsdamer 
Strasse 84c^ Salaeetol und Santdöl enthaltende 
IMen m den HandeL 

lublamin. Unter diesem Namen bringt 
die Ghemische Fabrik auf Aetien (vormals 
E. Schering) zu Berlin das Queck8ilbersu]fa^ 
äthyleudiamin als ein neues, dem Sublimat 
besonders in der Tiefenwirkung überlegenes 
Mittel zur Desinfidrung der Hände des Arztes 
m den Handel. Nach Angabe der Fabrik 
wirkt das Sublamin selbst m hoher Con- 
centration nicht reizend und schont es da- 
AsoA die Hände in weitgehendem Maasse. 



OlutOXL 

Leimprl^arat (vergl. Ph. C. 42 
[1901], 803) steUt Brat (Deutadie Medie. 
Wochenschr. 1902, 22) her, indem er Säuren 
auf Gelatine mehrere Stunden bei höherer 
Temperatur einwirken lässt, die Säuren dann 
neutnüisurt und das dialyrirte bezw. filtrirts 
Product eindampft Dieses Präparat, welehes 
gemahlen ein weisses Pulver daisteUt, ist 
leicht löslich in Wasser und gelatinirt selbst 
in concentrirten Lösungen nicht mehr, 
besitzt jedodi densdban Nährwertii wie die 
Gelatine. Die Verdaulichkeit ist eine got^ 
die Ausnutzung die vollkommenste. Für 
alle KrankheitBzustände, in welchen duisi- 
stillende Getränke verabfolgt werden, oder 
eine flüssige Diät erforderlich ist, "vjsA es 
seme guten Dienste leisten. Dasselbe be- 
ansprucht nicht ein Volksnahrungsmittel zn 
sein, ist aber immerhin als ein brauchbarem 
diätetisches Mittel anzusehen. Vg. 



Ueber Creosotal Heyden 

berichtet Dr. Marcel Lairel m La Normindie 
MMicale etwa Folgendes: 

um durch häufige Greosotal-Darreidiung 
den Körper und besonders die Athmungs- 
organe antiseptisch zu beeinflussen, ver- 
abreichte er schliesslich folgende Tagesgaben: 
Von der Geburt bis zum 1. Jahr 0,25 g bis 1 g 
Vom 1. Jahr bis zum 4. Jahr 1 g bis 4 g 

;> ^' w f^ w • • » ^ ß w ^ 8 

» 7. „ „ „ 10. „ 5 g „ 6 g 
in zwei Fällen wurden sogar 10 g gegeben, 
ohne dass Vergiftungserscheinungen be- 
obachtet werden konnten. 

Das GreoBotal wurde in einer Gummi- 
Emulsion von 60g verordnet und zwar so, datf 
die obigen Gaben innerhalb 24 Stunden 
auf zwei bis acht Mal in heisser MSoh 
genommen werden mussten. In allen Fällen 
empfiehlt es sich, grosse Tagesgaben su 
verabreichen, da das Mittel im Darm langsam 
absorbirt wird und dort eine andauernde 
Workung ausübt Das Creosotal wirirt 
nicht nur prophylaktisch und heflend, 
sondern beugt auch frühzeitigen nnd 
indhrecten Gomplicationen vor. r, J%, 



109 



Auf das venohiedene 

Verhalten der Kohlenhydrate 

beim Trocknen 

madit Schulze (Ohem.-Ztg. 1902, 7) auf- 
merksaa. ESozelne vertieren bei 100^ C. 
ihr KrystallwasBer nieht vollaUbidigy andere 
eiMden berats andenreite Zeraetanngen, 
wieder andere verhalten nefa venehieden; je 
nadi der Art des Troeknena. So verticört 
bd 100<> C. der MUchzndcer sein KryataU- 
viflser niefat ganz, während die Maltoee be- 
reitB bei 110^ C. einen weiteren Gewidits- 
reriaat dnroh Anhydridbildung erleidet, was 
wk äoflaeriich dnreh alhn&hliche Brinnnng 
kennzeichnet Bei der Melitoee (Raffinoee) 
miiBB man erst längere Zeit bei etwa 15^ C. 
trocknen nnd erat dann die Temperatur anf 
100 <> Bteigem. Eriiitzt man sofort anf 100 <>, 
80 fldimilzt die Melitose und lisst sich nicht 
mehr nnzersetzt entwüsBem. Stachyoee, 
LoiHose nnd Glykogen verändern sich bei 
Temperaturen, ^e mehr oder weniger ttber 
1000 liegen. Meist kommt man znm Ziele, 
wenn man die Kohlenhydrate in einem Strome 
von trockner Luft oder von Wasserstoff auf 
wenig Qber 100 ^ erhitzt Nur bei Milch- 
zucker musB die Temperatur höher gewählt 
werden. — he. 

Eimges über die Eiweisskörper. 

Dr. Adolf JoUes hat seine VerBuche 
(Ph. C. 42 [1901], 736) fortgesetzt und 
berichtet Ober seine bisherigen Resultate in 
der Hygienischen Rundschan 1901, 1133. 
Er hatte Emährungsversuche mit zwei 
ESweisskörpem vorgenommen, deren Ve^ 
halten bei der Oxydation eine m&gtichst 
grosse Verschiedenheit zeigt Es war dies 
Gasein, das bei der Oxydation etwa 73 pCt 
Stickstoff als Harnstoff giebt, und flbrin, das 
etwa 45 pGt Stickstoff als Harnstoff liefert 

um nun das Verhalten dieser beiden 
Stoffe nn Organismus zu beobachten, wurden 
daraus Cakee gebacken und dieselben 
periodenweise an eine Versuchsperson ver- 
abrächt Dabei stellte sich dann heraus, 
dass sich die grossen Differenzen der 
Oxydationsversuche auch beim Nährversudie 
inederfinden. Beim Versuch mit Caseln 
gmgen 19,7 pOt Stickstoff unausgenfitzt 
ab, während beim Fibrin 34 pCt. nicht 
ansgenfltzt wurden. Es ergiebt sich daraus^ 



dass die harnstoffbildenden Gruppen 
von grosser Wichtigkeit fflr die 
Ernährung sind. 

Gruppen, die nicht in Harnstoff flber- 
gehen, beispielsweise Hexonbasen, dürfen 
jedoch nicht als absolut werthlos bezeichnet 
werden, wenn schon ihre Ausnutzung im 
Organismus verhältniasmässig gering ist, 
indem eine Vermehrung der nieht hamstoff- 
bildenden Gruppen mit einer Vermehrung 
des nicht ausgenützten Stickstoffes ver- 
bunden ist Die Hexonbasen konnten nidit 
im Harn, wohl aber in den Faeces nach- 
gewiesen werden; dadurdi ist ein qualitativer 
Beweis erbracht, dass ein Theil des Stiek- 
Stoffverlustes auf Rechnung dieses Theiles 
des Eiweisscomplexes zu stellen ist R. Tk, 

Der Chemismus der Halphen- 
schen Reaotion auf Cottonöl 

ist nach den Untersuchungen Baikow^B 
(^Chem.-Ztg. 1902, 10) analog den Veränder- 
ungen , welche Aldehyd- und Ketonverbind- 
ungen unter Einfluss des freien Schwefels 
erleiden. Dies kann in zwei Richtungen 
gesdiehen, indem die entstehenden Svlfo- 
aldehyde und Sulfoketone entweder in 
schwefelhaltige Verbindungen mit Neben- 
bildung von Schwefelwasserstoff fibergehen 
oder sich unter Regenerirung des Bchwefeb 
zu schwefelfreien Complexen eondensiren. 
Die Entstehung von Seh w^elwasserstoff bei der 
Halphen'ndien Reaction (Ph. 0. 40 [1S99], 
490, 552 U.41 [1900], 303) wurde vom Verf. 
nachgewiesen. Es gelang aber nicht, durch leine 
geringe Menge Schwefel eine grössere Menge 
Cottonöl gegen die Halphen'siiie Reaction in- 
activ zu machen, während eine genügende Menge 
Schwefel volle Passivität des Oeles hervor- 
bringt. Daraus kann gesdilossen werden^ 
dass die Veränderungen nur in der erkten 
Richtung eintreten. Die Versuche Hessen 
auch schliessen, dass die Menge der activen 
Substanz im Gottonöle keine sehr geringe 
sei. — Ä«. 

Die Darstellung 
des Triohlorbutylalkohols, 

der ein locales Anästheticum und Antisepticum 
bildet, geschieht nach Ouedras (Chem.-Zig. 
1901, 1173) m der Weise, dass man in 
einen kleinen Kolben Aetzkali bringt und 



110 



mittelfit einof TropftriehteiB tropfenweiBe ein 
Gemiseh aiiB gleichen Volnmen Chloroform 
nnd Aceton znfliessen lässt bei einer Tem- 
perator von 30^ C. Ist man mit dem Ein- 
tragen fertig, so erwärmt man eine Stande 
lang anf 50^; nm das ttberschtissige Aceton 
und Chloroform abzutreiben. Im Kolben 
bleiben dann Tricblorbutylalkohol und Kali 
und Verunreinigungen zurück. 

OHCIj + CHsOOCHs + KOH = 
OHs 



COg— 0— OH + KOH. 

I 
CHa 

Aus diesem Gemenge destillirt man den Tri- 

ohlorbutylalkohol mit Wasserdampf ab, der 

beim Erkalten sich in weissen Ejystallen 

abscheidet Er besitzt einen sehr Charakter- 

istisehen kampherartigen Geruch, schmilzt 

M 80 bis 810 und siedet bei 167 » In 

kaltem Wasser ist er fast unlOslich, in heissem 

UM er sich zu 2 pGt. In Alkohol, Aether, 

Benzin, ESsessig, Chloroform und Aceton ist 

er löslich. Verdünnte Alkalien und Säuren 

sind ohne Wirkung auf ihn. —he. 

Beiträge zur Constitution des 

Chitins 

habeaFraenkd und Kelly (Chem.-Ztg. 1901, 
1163) geliefert Durch Behandlung des 
Chitins mit coneentrirter Schwefelsäure er- 
hielten sie ein am Stickstoff acetylirtes Mono- 
aoetylchitosamm. Es lOst sich in Wasser, 
nidit in Aether, lässt Atix aus Methylalkohol 
nmkrystallisiren, reducirt alkalische Eupfer- 
salzlfisung und schmilzt bei 190^ C. unter 
Zersetzung. Ausserdem wurde ein mit 
Chitosan isomeres Monoacetyldichitosamin er- 
balten. Die Verfasser leiten das Chitin nicht 
von einer Biose, sondern von einem Poly- 
saccharide ab und geben ihm dementsprechend 
eine höhere Moiekularf ormel als die gewöhn- 
lich angenommene. — ^. 

Eine einfache, dabei empfindliche 
Eiweissprobe im Harn, 

besonders dann zu empfehlen, wenn nur 
einige Tropfen Harn zur Verfügung 
stehen, ist nach Angabe von Dr. Z. Bychowsk 
(Deutsche Media Woch. 1902, 33) folgende: 
Man schüttet in ein Reagensglas oder in 
irgend ein anderes beliebiges, farbloses 



GefSss, welches heisses Wasser eathih» 
einen Tropfen Harn. Enthält letzterer nnr 
Spuren Eiweiss, so entsteht in dem Wasser 
eine sehr leicht wahrnehmbare opalesdreiide 
Trübung, die ganz an die Raudiwolke einsr 
Gigarre erinnert Diese Reaction, die 
eigentlich nnr als eine AbSndemng der 
Kochprobe ach erweist, ist viel empfindlidier 
und entsdieidender als die Kochprobe aelbet^ 
da sie auf Farbenoontraat zwischen dem 
farblosen Wasser und opalesoireiideiii 
ooagolirtem Eiweiss beruht Bezflglieh der 
Ausführung der Ptobe ist es zweekdienlkii, 
das Reagensglas anf schwarzen Untergrund 
zu halten. Für den practiscben Ant, weloher 
am Krankenbett sich bereits eine Gewinbeit 
über die Anwesenheit von Eiweiss vendiaffeii 
will, wird diese einfache Methode gvfte 
Dienste leisten. Ob die Trübung toh 
Phosphaten herrührt, kann man sich dnreh 
Zusatz von Essigsäure leidit übenseugea. 

Vg. 

Durch Binwirkong 
von Benzaldehyd auf Vanillin 

unter Qegenwart von Zinkchlorid ab Con- 
densationsmittel entsteht nach Rogoro (Ghein.- 
Ztg. 1902, fiep. 3) Benzoldivanillin nmeh 
der Gleichung: 
GeHöOHO + 2 CgHsCOHO) . (OCHs) . OH = 

C6H5'^^C6H2(CHO).(OOH8).OH '^■"«" 
ein Derivat des Trq)henylmethan8. Es sind 
leichte, weisse, mikroskopische Nadeln, die 
bei 221,5 bis 222,5 <> G. (coir.) «iAma^ffi 
und sich dabei in eme roüibraune Flüasig- 
keit verwandeln. Das Reaetionsprodnet neigt 
sehr zur Verharzung. Es reducirt ammoniek- 
aUsehe SilberlOsung in der Eilte, FekUng- 
sehe Lösung benn Erwftrmen, ist Ktalich in 
Natronlange, Ammoniak und Natrinmcarbonat, 
aber unlMich in Natriumbioarbonat ^ke. 

Lassar'sche Frostsalbe 

gegen Frostbeulen leichterer Art: 
Unguentum Plumbi 
Vaselinum flavum . aa 40,0 g 
Oleum OUvarum . . . 20,0 g 
Addum carbolicum . . 2,0 g 
Oleum Lanvandulae . . gtt XXX 
Diese Salbe wird, auf dicke Lappen ge- 
strichen, über Nacht als Hand- oder Fass- 
verband aufgelegt. 

Therapie der Q^emoart 



111 



Die Verinderungen, welche du 

CSüorophyll beim Durohgaag 

durch den Thierkörper 

arftlirt, hat Schunck (Ghem.-Ztg. 1902, 13) 
ontenodit Bisher wurde meist behauptet, 
di8 Chlorophyll verbune den KOrper unver- 
iiidert Bei der Eixtraetion der Exkremente 
emer Koh, die eine Zeit lang nnr mit Oras 
gefuttert war, mit aedendem Alkohol wurde 
flin dunkelgrOnliehbrauneB Extraot erhalten, 
d« nadi der Filtration benn Anasohtttteln 
mit Aether eine goldgelbe Lösung von 
Fbylloxanthin ergab. Das alkohofisehe Extraot 
ergiebt beim Abkfihlen einen dunkel ge- 
fiUbten, Qoddgen NlederBcfalag, der bei der 
Extraetion mit Chloroform in's Purpurne 
zielende blaue KrystaOe hinterltat Der- 
selbe Körper wird auch erhalten, wenn man 
& getrodmeten Exkremente direet mit sieden- 
dem Glüoroform extrahirt Die Exkremente 
anderer mit Qras gefütterter Thiere liefern 
gleiehfaDs diese Substanz. Verfasser nennt 
ne Skatoejanin. Die LOsung in CShloroform 
pebt ein Absoiptionsspectrum von 5 mit 
denen des Fhylloejanins fast identischen 
Streifen. Durch Extraetion der Exkremente 
mit durdi Schwefelsäure angesäuertem 
Alkohde und weitere Reinigung, namentlich 
Trennung von Skatocyanin, wurde noch eine 
krystaOinische Substanz von mattrother Farbe 
gewonnen, deren Ghloroformlösung keine 
Absorptionsstreifen zeigte. ^hs. 



Zur Erkennung und Beetammung 
der Oallu88&ure in GterbstoflSm 

kann man nach Spica (Ghem.-Ztg. 1902, 
Rep. 4) eine KalinmplumbitlOsung verwenden, 
die man darstellt^ mdem man Bleiessig dureh 
KaUumhydroxyd fiUt und den Niederschlag 
mit der nöfliigen (nicht übersebflSBigen) 
Menge Kaliumhydroxydlösung löst Wird 
diese Lösung mit yerdOnnter Oallussiore- 
lösung zusammengeschüttelt, sodass Oxydation 
dureh die Luft eintreten kann, und dann 
mit WsMer verdttnnt, so tritt eine kermes- 
rothe Färbung ein. Diese Seaction wird 
von Gerbsäure weder gegeben noch 
yerfaindert Man kann rie auch sur eolori- 
metrischen Bestimmung der Oallussiars 
benutzen. -.^. 

Die Ausscheidung der 
Fhosphors&ure 

geschieht nadi Bergmann (C!hem.-Ztg. 1901, 
Bßp. 5) nach subeutaaer Iigeelion beim 
PfkmzeaifresBer (Hammel) fast voUständig 
dureh den Darm, beim Fleisdifreaser (Hund) 
durch den Harn. Dieses BesnUat ändert 
sich nicht, wenn gleichzeitig Kalk in mch- 
llcher Menge gegeben wird. Auch organiseh 
gebundene Phosphorsänre wud, und zwar 
in anorganisdier Form, beim Hunde im 
Harn, beim Hammel im Koth ausgeschieden. 



■ ahrungsmittal- Chemie. 

Der Oehalt des Butterfettes an 



flüchtigen Fetts&uren* 

Ph>f. Dr. P. Vieih in Hameln verbeut- 
üdit in einer längeren Abhandhing (Mildi- 
Ztg. 1901, 177) die bw Ende 1900 ge- 
foadenen Ergebnisse seiner Erhebungen Aber 
fc Zasammsaeefezung von Bntterfett einiger 
Mo to re ha , während er Aber seine frflheren, 
Hhrmd emes Jahres gemachten diesbezfig- 
fahsB Beobaehtnagen bereits in der ,4^ch- 
Zeifamg^, 1899, Nr. 50, berichtete. Ver- 
hmer erwähnt, dass vielfach Molkereien be- 
•ihaUigt werden, mit Fkremdstoffen verfälschte 
Butter in den Handel gebracht zu haben, 
««nn letztere arm an Verbindungen flflditiger 
Miritarea befunden wurde, sodass die 
Reiehert - MeissrBdke Zahl unter 24 lag, 



dass aber dabei die vielfadien Nadiweise, 
dass niedrige Reichert -^eissVwii^ Zahlen 
in Butterfett in manchen Oegenden nicht 
die Ausnahme, sondern die Regel bilden, 
sodass man sie mit grosser Bestimmtheit er- 
warten kann, flbenehen worden seien. Nicht 
all^ in England hatte es Verfasser vielfach 
mit reiner Butter, welche arm an Veri>tnd- 
ungen flQchtiger Fettsäuren war, zu thnn, 
sondern er fand auch, dass im nördfichen 
Theile der Provinz Hannover niedrige 
Seichert'Meissrndit Zahlen zu Zeiten regel- 
mässig auftreten. Die Untenuchungen wurden 
an regelmässig zu Anfang und Mitte des 
Mimats emgesandten Proben frischer Butter 
von vier Molkereien vorgenommen und es 
ergab sich, dass, wie im Voijahre, {so auch 
im Herbst 1900, die Reichiri»Mm$Cu«b% 



112 



Zidil b«f 4tt6D vier Molkereien unter 26, bei Molkerei in den beiden Jahren fast ▼SUig 
dreieii unter 24 nnd bei zweien (ostfriesischen) , gleich und sind aus folgender Tabelle zu 



sogar, unter 23 sank. Die Schwankungen 
und Durohschnitle waren für jede einzebe 



ersehen: 



WesennarBoh 
Esens . . 
Georgsheil . 



Beobr. 1898 bis Novbr. 1899 
SobwankODgen Dnrohsohnitt 
84,9 bis 30,2 27,6 

23,9 bis 29,1 27,2 

22,8 bis 30,6 26,9 

22,8 bis 31,3 27,1 



Decbr. 1899 bis Noybr. 1900 
Schwankangen Darchscbnitt 
24,6 bis 29,9 27,6 

23,2 bis 30,9 263 

22.4 bis 31,0 26,9 

22,8 bis 30,9 27,1 



Aus den vom Verfasser gleichKeitig auf- 
gezeielineteii Ourren über den Gehalt des 
BnttertettM an flüchtigen Fettsäuren ist zu 
^ersehen^ Äui der Verlauf simmtlicher acht 
Jahi^esourven im Allgemeinen ein sehr Shn- 
licher ist IXe Reickert - MeissFiKte Zahl 
erreicht ihMi Höhepunkt in den Frühjahrs- 
monaten, dann fftQt sie ziemlich stetig, bis 
sie im Oetober/November den niedrigsten 
Stand erreicht; hierauf steigt sie sehr sehneil 
bis etwa auf den Jahresdurchsehnitt und 
aUmlhÜeh weiter. Die Ursachen, welche die 
€irw8hntBn Verftndenmgen in der Zusammen- 
setEutig dea Butterfettes veranlassen, sind in 
verschiedeiien Verhiltnissen, wie in der Rasse 
der Thiere, in deren Fütterung, in ihrer 
Haltung und in dem Verlauf der Lactations- 
Periode zu suchen. Wenn im Allgemeinen 
während der Stallhaltung im Winter sidi 
ein Ansteigen, dagegen während des Weide- 
ganges im Sommer ein Abfallen der Reichert- 
Meissr^chea Zahl zeigt, so liegt es nahe^ 
Haltung des Viehes und Zusammensetzung 
des Butterfettes in Beziehung zu einander 
zu bringen. Da die Hauptkalbezeit in allen 
Fällen in das zeitige Frühjahr — März, 
April — fällt, so tritt das Sinken der 
Reichert' Meissrsehen Zahl mit dem Fort- 
sohreiten der Lactationsperiode ein und 
der niedrigste Stand fällt in die Altmilchs- 
periode. Wie weit die einzelnen Einflüsse 
bestnnmend auf den Oebalt des Butterfettes 
an Verbindungen der flüchtigen Fettsäuren 
einwkken oder wie weit ein Zusammen- 
wirken versdiiedener Einflüsse in FVage 
kommt, müehte Verfasser bis jetzt noch 
nicht endgUtig entscheiden. Btt, 



Guajakprobe zur Untenoheidimg 
der rohen und gekochten Mileh. 

Wie F, Olage m Hamburg (Milch-Ztg. 1 901, 
182) mitthtilty ist von den rerschiedenen 



zur Unterscheidung roher und gekoditer 
Milch angegebenen Verfahren von Arnold, 
Soxhlet, Rubner, Storch, die von Arnold 
mitgetheilte Methode am einfachsten. Sie 
besteht darin, dass man zur Milch 10 pGt 
oder etwas mehr Guajakholztinctur hinzu- 
giebt und nach dem ümschütteln beobachtet 
Rohe oder nicht bis 80^ G. erwärmte MQch, 
oder gekochte, aber nachträglich erheblich 
mit roher versetzte Milch zeigen eine schnell 
auftretende, allmählich stärker werdende und 
wieder langsam ablassende Bläuung^ während 
über 80^ erwärmte Milch mit der braunen 
Tlnctur nur schmutzig gelb erscheint 
Bereits abgebiasste oder geschwundene 
Blaufärbungen können durch nochmaligen 
Zusatz von T^nctur wieder verstärkt oder 
neu hervorgerufen werden. Arnold nimmt 
an, dass die Bläunng durch in der MUch 
vorhandenen activen Sauerstoff bedingt sei^). 
Auch Ostertag, welcher eingehende Ptüfungen 
mit der Amold'atten Probe vornahm, stellt 
fest, dass die Guajakprobe ein zuverlässigeB 
Unterstützungsmittel bildet Die Keaction 
mit einer Guajaktinctur veranlasste den 
Verfasser, eine grössere Anzahl (zusammen 60} 
zu prüfen. Hierbei ergab sieh, dass von 
31 verschiedenen Xjuajakholztinoturen 
14 rohe Milch stark, 1 sehr wenig und 16 
gamicht blau färbten, alle aber veränderten 
gekochte Milch nicht Von 27 Ouajakhan* 
tinoturen gaben 4 mit roher Mileh eine 
genügend starke Bläuung, 2 eine ungenügende 
und 21 keine. Gekochte Milch wurde 
ebenfalls durch keine derselben gebläut 
Die Tinetnren dürften vielfach aus bereilB 
oxydirtem, nicht mehr brauchbarem Harz 
hergesteUt worden sein. Es bleibt demnach 



M Die indirekte Ursache dürfte wohl in dem 
Yoroandensein einer Oxydase (eines Fermentes: 
,Jjactase"), welche beim Pasteurisireii oder 
Kochen der Milch zerstört wird, liegeo. 



113 



allein die Holztinetur flbrig. Von allen 
dem Verfasser gelieferten Hoiztinotiiren 
waren zwar nnr knapp 50 pGt braiidtbar, 
diese aber dnrdiweg zuverilssig^. Verfasser 
empfiehlt daher, ansdrficklich Ouajakholz- 
tinetur zu fordern^ and dieselbe vor ihrer 
Verwendung in der Praxis zonSehst mit 
einer Probe frisefaer roher Milch zn prQfen, 
wobei eme intensive Blaufärbung entstehen 
mnsB. Tritt keine oder eine nicht genügende 
BlanfKrbnng em, so moss eine bessere 
Tbetnr ans anderer Quelle beschafft werden. 
Heber die Haltbarkeit der Tinctnr liegen 
umfangreichere Erfahningen nicht vor, nach 
den Beobaditongen des Verfassers bleiben 
dieselben aber, gut verkorkt, sicher sehr 
lange, mindestens neun Monate, wahrscbein- 
lieh aber vid ISnger wirksam. Ausserdem 
ist es rathsam, nur kleine Quantitäten, 
welebe schnell anfgebrancht werden, vor- 
räflug zu halten und diese von Zeit zu Zeit 
wieder nachzuprüfen (vergl. Ph. C. 37 [1896], 
18, 38 [1897], 392, 89 [1898], 498, 
«1 [1900], 368, 673, 42 [1901], 149). 

^ Gnajak holztinetur d Holz, 5 Weineeist 
90 proc.) und Guajak h a r z tinchir (1 Harz, 
25Weiiigeist 90 proc.j, beide frisch bereitet, 
▼enusachten in roher Miloh keine Bläaung der- 
selben^ aber nachdem sie mehrere Wochen in 
gelbbraunen Gläseru bei Seite gestellt worden 
waren, erzeugten sie beide, roher Milch zu- 
gesetzt, eine Blaufärbung, eine auch schon früher 
▼on anderer Seite angefahrte Thatsache; in der- 
selben Weise verhielt sich rohe, jedoch sauer 
gewordene Mich, während auf 80® erhitzte sowie 
gekochte Milch eine Blaufärbung nicht erkennen 
Bessen. Man versetzt in einer weiten Probir- 
rohre etwa 20 ocm Miloh mit 2 bis 3 ccm der 
betreffenden Ünotar und bewirkt die Mischung 
durch kräftiges Schütteln. Jedenfalls muss man sich 
vor der Ingebrauchnahme über die Wirksamkeit, 
die „Reife" s Esterbildung?) der Guajakholz- oder 
-harstinctar überzeugen. Sü»9, 



NaohweiB kleiner Hengen von 
Arsen In Nahrnngsmitteln. 

J. C, Bemtrop giebt in der Zeitschrift 
fflr analjüeehe Chemie 1902, 12, eine 
empfeUenawerthe Methode lom Naebweia 
klenier Mengen von Armn in Nahninga- 
mitteln (FlflsBigkeiten, wie Bier, Snppen 
a. dergL) an, welche den Vorzug hat, daaa 
die organischen Snbatanzen nicht lerstdrt 
werden brauchen, nm das Arsen un ehie 
geeignete Form aberzufOhren, m welcher es 
als solches festgestellt werden kann« Bei 
dieser Methode wird die an nntersiichende 
Snbetans, nachdem das Anen in der Flüssig- 
keit durch ninznfflgung von einigen Tropfen 
Brom durch einfaches StehenliMwen ?on 
ungeOhr zwölf Stunden in eoie Arsenaisre- 
Verbindung Obergeffihrt worden ist, mit 
Ammon im üeberschuss, sodann mit einer 
Lösung von Natriamphosphat und scfaheas- 
lieh mit Magnesiamixtnr in bekannter Weise 
verseist Der sich Usrbei bildende Nieder- 
schlag von AmmonmagnesiumjdiQephat nimmt 
das entstandene Ammonmagnesiumarseniat 
in stdi auf. Der Niederschlag wird mit 
verdflnnter Schwefelstare (1 : 8) gelöst und 
die erhaltene Lösung in einem J^eUahl- 
sehen Kolben unter Hinzufflgnng von kleinen 
Mengen Salpetersfture erhitzt, bis dieselbe 
ganz faiblos geworden ist und Schwefel- 
s&uredftmpfe zu entweichen b^gmnen. Durch 
dieses Verfahren werden, et^i^a vorhandene 
Eiweissstoffe zerstört. Man kann nun die 
Flüssigkeit nach der Methode von OtUzeit 
oder Marsh oder auch nach jeder anderen 
weiter auf Arsen untersuchen. Vg. 

r 

Borogen ist ein von Dr. Wßchier zur Be- 
handlung der Respirationswege empfohlener 
Borsäureäthylester. R Th. 



Hygienische 

Die Wirkung des Kohlenozyds 

auf den Kohlensäuregehalt des 

arteriellen Blutes 

besteht nadi den Versuchen von Saiki und 
Wakayama (Chem.-Ztg. 1901, Rep. 368) 
darin, dass ein starkes Sinken des Gehaltes 
tn Kohlensäure und Sauerstoff eintritt, da- 
gegen tritt beim Pflanzenfresser (Kaninchen) 
ein zwei- bis viermal so grosser Milchsäure- 



ittiieiiungen. 

gehalt auf, als unter normalen VeAftltniasen. 
Beim Fleisdifresser war diese Zunahme nicht 
so gross, weil die gebildete Säure den Körper 
als Ammoniumsala verlässt Indes ist es 
nach den Versuchen der Verfasser und 
anderer Autoren wahrscheinlieh, dass ausser 
der Säure Wirkung noch ein anderer Qrund 
für die Abnahme der Bludiohlensäare bei 
der Kohlenoxydvergiftung gegeben ÜBt 



114 



BOcherscha 



Das CoBipriimren von Arsneitabletten 
von F, Utx, Corpa-Btabfl-Apotheker im 
kgl. bayer. II. Annee-Gorps und Vorstand 
dor diemischen UntenudrangsstatiiHi. 
Mit in den Text gedniokien Figuren. 
Veriag von Julitis Springer, Berlin 
1901. Preis Mark 2,40. 

Vorstehendes, 86 Seiten umfassendes Werk- 
ohoi, ist Yon seinem Verfasser, welcher als 
Vorstand der Tabletten -Station des II. kgl. 
bayer. Anneecorps reichlich Gelegenheit hatte, 
theoretische wie praktische Kenntnisse in der 
Anfertigung von Tabletten sich zu erwerben, 
und weldier über diese seine gesammelten 
Kenntnisse wiederholt in Zeitschriften beriditet 
hat, mit Sachkenntniss und grossem Fleias 
geschrieben worden. Es wird daher jedem 
Apotheker, welcher Tabletten im Grossbetrieb 
anfertigt, aber auch dem Apotheker, welcher 
nur im Kleinbetrieb, d. h. in der Apotheke 
ärztlicherseits verordnete Arzneimittel com- 
pnmiren will, eine willkommene Gabe sein. 
Was dieses Weikchen in erster Linie dem mit 

Ifarsehiadene 

Alkoholfreie und 
alkohoUialtige Gtotranke« 

In jttngster Zeit maohte dne Notis ttber 
^yAlkoholiea^^ die Runde dorcfa die Tages- 
presse. Der wenig infonnirte Verfasser de^ 
sdben hatte versucht^ einetseits durch Ver- 
weehselnng der Begriffe ^^Fruchtsftfte^' 
und y^Fmohtweine^' bezw. „Obstweine**, 
anderersdts durch Behanptongen über 
sehlechto Bekömmlichkeit der Frucht- bezw. 
Obstwdne Bennrubigung und Misstranen in 
gewisse Volkskreise hinanzutragen, und zwar 
zu Onnsten der Traubenweine, Biere und 
Liköre. Eine hierauf bezfigiiche Richtig- 
stellung dürfte wohl von allgemeinem Interesse 
sein. 

Die aus Beerenfrüchten bezw. Obst ge- 
wonnenen Fruchtsäfte (Moste) werden 
jetzt in mehreren Orten Deutschlands, so 
auch in nächster Nähe Dresdens, völlig 
alkoholfrei und, nach vorhergegangener 
Filtration und Pasteurishrung, jahrelang 
halt bar in den Handel gebracht Diese 
Getränke enthalten die w^tsseriöslichen Be- 
standtheile der Früchte, sie sind, wenn ur- 
sprünglich zu sauer und wenig zuckerreich, 
wie z. B. der Preisselbeer- und Johannis- 
beeisaft, unter Verdünnung mit Wasser und 
Zusatz von Rohrzucker trinkbar gemacht; 



der Anfertigung comprimirter Tabletten sich 
Beschäftigenden werth machen wird, das sind 
die mit nicht zu verkennendem Geschick ver- 
öffentlichten praktischen Erfahrungen. Die 
Vorbereitung der Arzneimittel zum Comprimiren, 
wie das Comprimiren selbst, ist eingehend und 
verständlich geschildert. Die Tablettenmaschinen 
für den Oross-, wie für den Kleinbetrieb sind 
unter Benutzung vorzüglicher Clicbes beschrieben, 
ihre Znsammensetzung erklärt und genügend Hin- 
weise gegeben, wie die Maschinen saoh- und 
fachgemäss zu behandeln sind. Eine grosse 
Anzäil Tablettonvorschrifton*) werden mitgethmlt 
und Winke für die Verpackung und Aufbewahnmg 
der Tabletten gegeben. Den Schluss des 
Werkchens, welches vom Verieger vorzüglich 
ausgestattet ist, bildet eine Zusammensteiinng 
von Verordnungen bezw. Landesvorsohriften 
bezüglich comprimirter Tabletten. 

Wir bezweifeln nicht, dass das Büchlein sich 
viele Freunde erwerben, und d.iss jeder Leser 
und Käufer bei seiner Benützung Befried^nng 
finden wird. vg. 

'*') Diese Vorschriften haben nioht nngs- 
theilten Beifall gefunden. Sohriftltg. 

HittheilungMk 

sie sind ausnahmslos gut bekömmlieh 
und besitzen gleichzeitig die Eigenschaften 
emes Gennss- und emes Nahrangs- 
mittels. Sehr schmackhaft^ erfrischend und 
vorzügüoh bekömmlieh ist vor Allem der 
kohlensäurehaltige, alkoholfreie Apfel- 
saft, welcher, nach verschiedenen Verfahren 
hergestellt, unter versdiiedenen Bezeich- 
nnngen sidi einer gesteigerten Naefafrage 
erfreut 

Was die aus den frisch gewonnenen, ent- 
sprechend znber^teten FruchtBäften in Folge 
kunstgerechter, alkoholisoher Oähmng er- 
haltenen Frudit- bezw. Obstweine anbelangt, 
so werden dieselben, je nach ihrer Goncen- 
tration und ihrem Alkoholgehalte, eingetfaeilt 
in alkoholarme (müde) Weine, in Tischweine 
und in Dessertweine; die alkoholarmen 
Frucht- bezw. Obstweine, mit dnem Oehalte 
von etwa 4 pCt Alkohol, sind als «,Knr- 
weine'^ im Gebrauche. Alle diese Weine 
sind in keiner Weise schädlicher — in 
grösserer Menge genossen — , ab 
Traubenwebe, Biere oder Liköre. Der „be- 
rüchtigte^^ Gehalt an Fuselölen (höheren 
Alkoholen, die summarisch als Amylalkohol 
berechnet werden") beträgt in den Tranben- 
wemen mehrere hunderistel Volnmprooente, 
in den Frucht- bezw. Obstwdnen kaum so 
viel oder ein wenig mehr. Eine,|berauscbtnde", 



11» 



^erren lerrftttende^ Wbrkimg kommt diesen 
gormgen Mengen Foselöl nicht zu, viel- 
mehr ist und bleibt es der Alkohol (Wein- 
gÖBt), der, in grOeserm Quantitäten fortge- 
wtit dem menschliohen Körper emverleibt^ 
inf die Gesondheit naelitheilig ebwiikt Die 
Fuselöle sind in den Weinen meist als Ester 
(FVnefatftäier), d. b. mit organischen S&uren 
rerbonden, enthalten, ond bedingen als solche 
neben den Estern des gewöhnlichen Alkohols 
(Aebjialkohols) und gewissen Aldehyden 
das „Bonquet^ oder die i^Blume'' der Weine; 
es änd also Riechstoffe, wie sie in Acpf ehi, 
Birnen, Erdbeeren, Himbeeren u. s. w. zum 
Theil bercitB Torgebildet und. Dass diesen 
Stoffen, welche wir in den Aepfein, Birnen 
0. s. w. zu uns nehmen, und die sich bei 
der Oihmng bezw. Nachgährung der Fracht- 
Bifte an wenig Tcraiehrea oder yennindem 
können, in den obwaltenden, homöopathisdien 
MengenveihältnisBen eine Beeintrftehtignng 
der menschlichen Gesundheit nicht inne- 
wohnt, wird sieherlich ameb jeder Nicht- 
farhmann begreifen. G. D. 

Kampherfreies Celliüoid. 

Von Herrn Dr. Zühl nnd Eisemann, 
chemisch -technisches Laboratorium zu 
Beriin SW. 39, Belle Alliance Str. 95, 
tf halten wir folgende Zuschrift: 

Nach jahrelangen Versuchen, einen 
dem, bei der CelloloidhersteUung bisher 
unentbehrlich gewesenen Eampher gleich- 
werthigen Körper aufzufinden^ scheint 
es nun gelungen zu sein, ein Celluloid 
herzustellen, welches keinen Eimpher 
rathfilt. Die Eigenschaften desEamphers, 
Nitrocelinlose zu lösen und einen brauch- 
baren Elrsatz des Kamphers bei der 
Fabrikation von Celluloid abzugeben, 
kommen den Phosphorsäureestem der 
Phenole, Kresole und Naphthole zu. 



Die mit diesea Körpern hergestellten 
Producte aekhnen sich dadurch aus, 
dasa sie ToSkommeu geruchlos sind und 
ausserdem erheblich schwerer verbrennen, 
ab das mit Eampher hergestellte 
CeDuloid. In gewissen FSllen empfiehlt 
es sich, den mit Triphenyl-, Trikresyl- 
und Ttinaphthylphosphat heiffesteUten 
celluloidähnlichen Massen ein ge- 
schmeidig machendes Mittel, z. B. 
venetianischen Terpentin, fette Oele 
(Ricinusoel) und dergl., zuzusetzen. 



Hentelltuig von Margarine 
mittelst WaoliB. 

Nach einem genommenen Patentanspruch 
stellt Augtiste PeUerin in Paris eine 
Margarine durch Zusatz von pflanzlichem 
oder thierischem Wachs her, welche der 
Mikshbutter in physiologischer Hinsicht voll- 
kommen ahnlich, dabei jedoch bedeutend 
besser haltbar ist Die Herstellung derselben 
geschieht in der Weise^ dass zu den ver- 
wendeten Oelen nnd Fettes, oder ent- 
sprechenden Emulsionen, wlhrend ihrer 
Verarbeitung su Magarine oder nach deren 
Fertigstellung Y2 ^^ ^ p(^ Wachs zugesetst 
wfrd. Vg. 

Timermann'sche lohb&derkur. 

län gewiss« TimmmaiMn von Hambarg bietet 
in Zeitungen Hilfe gegen „BlatstookuDff'^ an. 

Auf Anfrage empfiehlt er seine Lohheumethode, 
durch welche das Blut und der Körper gränd- 
lieh geiemigt und die Bintoiroalama wieder 
hergestellt werde, und erbieiet sieh gegen ein 
Honorar von 6 bis 20 Mk. zur Uebei Sendung 
einer genauen Anweisung sur Selbstheüung. 

Die Anweisung enthfllt viele Unrichtigkeiten 
und falsche Yoistelliiogen. 

Der Gesnndheitsrath su Karlsruhe warnt 
dringend vor dem Oebrauoh der Tim&rmam^ 
sehen Lohbäderkur. 



Brief wa oh sei. 



Apoth. B. in B. Des Wort ^Eukalyptus'' ist 
SM der Voisilbe 9h s wohl, gut und dem 
Ysrbahc^ectiv (maJivstt6g) von MaJi£n<Of umhüllen, 
Tsrikfillea, bedecken absnleiten. Wahrsoheinlioh 
besieht sich der Name auf die lederartigen 
Butter und bedeutet „wohlbedeokt«'. Das Wort 
nBekalyptni*^ ist deomaoh mit k su sohreiben. 

S. Sek in Pr« üeber das Antisputol ist 
ans nur bekannt, dass es ein zur Dettnficirang 
der Bpacknäpfe dienendes Pulver ist 



Apoth. W. in Clu Dr. Dreud'% Nerven- 
fluid ist eine neue Aufiage dee Weismann' 
sehen Schlag wassere (Ph. C. 42 [1901], 396). 

Antwort, G^vpaabdrücke in vollendeter Weise 
fsrtigt Herr Jfocr Dalbeic, Kgl. Techniker am 
Kgi. Beichsarohiv zu München. 

Drackfehlerberiehtigusg« Seite 67 Spalte 2 
Zeile 5 von oben lies: Pyridin statt „Tyridin". 



Ywl 



aekaelies Ib 



I :r 



108 



leicht and ISsst zugleich darauf schliessen, 
ob eine officinelle, d h PharmakopOe- 
Waare vorliegt. Ek^giebt die Analyse 
einen Gesammtgehalt von mindestens 
etwa 10,5 bis 11,6 pCt Harz, so liegt 
wohl ohne Zweifel eine Droge vor, wie 
sie das Deutsche Arzneibuch fordert. 
Letzteres ist nicht der Fall, wenn der 
auf diese Weise ermittelte Harzgehalt 
unter 10,6 pCt. liegt 



Neue AnneimitteL 

Bromopaa (Hoffmarm) ist em bromsals- 
haltiges Brot von angenehmem Oeeohmaok, 
das fUr Ungeren Bromgebraucfa empfohlen 
wird. Ein Brot (30 Pfg.) enthält 1 g 
Bromsak. 

Bromofarina (Hoffmarm) Ist bromsals- 
haltiges Mehl zmn SelbstbadLen der Brote. 
Den Vertrieb der beiden Präparate besorgt 
die Straufls-Apotheke von Max Friedländer 
in Berfin G. 2^ Stralauer Str. 47. 

LeoithoL Die Apotheke zu Schneidemfihl 
fertigt em organeisenhaltiges, aromatisches 
Hämoglobinpräparat, welches sie mit dem 
Namen Dynamogen belegt hat; ein ähn- 
liches Präparat, welches ausserdem noch 
Oljoerinphosphorsämre enthält, führt den 
Namen LeoithoL 

Marsyl (oder nach französischer Schreib- 
weise liarsyle) ist die Benennung ffir mehrere 
Pdlparate französischer Herkunft, welche 
kakodylsaures Eiaenoxyd enthalten. Das 
Wort scheint aus Mars, dem Zeichen für 
Eisen, und der Endsilbe y 1 des Wortes Kakodyl 
zusammengesetzt zu sem. 

Salaperlen. unter diesem Namen bringt 
Witte'B Apotheke zu Berlm W., Potsdamer 
Strasse 84c^ Salaoetol undSantelOl enthaltende 
Perlen m den Handel 

lublamin. unter diesem Namen bringt 
die Oiemiscfae Fabrik auf Actien (vormals 
E. Schering) zu Berlin das Quecksilbersulf at- 
ätfaylendiamin als ein neues, dem Sublimat 
besonders in der Tiefenwirkung überlegenes 
llDttel zur Desinficimng der Hände des Arztes 
in den Handel Nach Angabe der Fabrik 
wirkt das Sublamin selbst in hoher Con- 
eentration nicht reizend und schout es da- 
Amth die Hände in weitgehendem Maaase. 



Oluton. 

Dieses Leimpräparat (ver^. Ph. C. 42 
[1901], 803) steUt Brat (Deutsche Medic 
Wochenschr. 1902, 22) her, indem er Säuren 
auf Oelatine mehrere Stunden bei höherer 
Temperatur einwirken iässt, die Säuren dann 
neutralisirt und das dialyrirte bezw. fiUrirtB 
Product eindampft Dieses PHlparat^ wekhes 
gemahlen ein weisses Pulver daistellt, ist 
leicht lOslicfa in Wasser und gelatinirt selbst 
in ooncentrirten Losungen nicht mehr, 
besitzt jedoch denselben Nfihrwertii wie & 
Oelatine. Die Verdaulichkeit ist eine gnte^ 
die Ausnutzung die vollkommenste. Für 
alle ErankheitBzustände, in welchen doislr 
stillende Oetränke verabfolgt werden, oder 
eine fiflssige Diät erforderlidi ist, irird es 
seme guten Dienste leisten. Dasselbe be- 
ansprucht nicht ein Volksnahrungsmittel zu 
sein, ist aber immerhin als em brauohbarcB 
diätetisches Mittel anzusehen. Vg, 



Ueber Creosotal Heyden 

berichtet Dr. Marcel Loirel m La Normandie 
MMicale etwa Folgendes: 

um durch häufige Greosotal-Darräohung 
den EOiper und besonders die Athmungs- 
organe antiseptisch zu beeinflussen, ver- 
abreichte er schliesslich folgende Tagesgabea: 
Von der Geburt bis zum 1. Jahr 0,25 g bis 1 g 
Vom 1. Jahr bis zum 4. Jahr 1 g bis 4 g 

n ^' w ti » • • w ^ g w 5 il 
n '^' n n w ^ö* n ^ g n ^ ? 

m zwei Fällen wurden sogar 10 g gegeben, 
ohne dass Vergiftungserscheinungen be- 
obachtet werden konnten. 

Das Cireosotai wurde m einer Onmmi- 
Emulsion von 60g verordnet und zwar so, das 
die obigen Gaben innerhalb 24 Stundeo 
auf zwei bis acht Mal in heisser MOch 
genommen werden mussten. In allen Falles 
empfiehlt es sich, grosse Tagesgaben xa 
verabreichen, da das Mittel im Darm langsazn 
absorbirt wird und dort eine andauernde 
Wirkung ausfibt. Das Oeosotal wirkt 
nicht nur prophylaktisch und heilend, 
sondern beugt auch frühzätigen und 
indhecten (üomplicationen vor. R. Tk, 



109 



Auf das venobiedene 

Verhalten der Kohlenhydrate 

beim Trocknen 

BUflfat Schulze (Ghem.-Ztg. 1902, 7) anf- 
merkaam. Einzdne vertieren bei 100^ G. 
ihr KryatallwaaBer nieht yollstftndig, andere 
erieiden bereits anderweite ZerBetinngen, 
wieder andere verhalten sich yenehieden, je 
Bieh der Art des IVoeknens. So verliert 
bä 1000 C. der Milchzndcer sein KrystaU- 
waaser nicht ganz^ wihrend die Maltose be- 
reitB bei 110^ C. einen weiteren Oewiehts- 
rerlnst dnreh AnhydridbUdnng erleidet , was 
lieh ftuflserlich dnreh aUmftbliche Brftnnnng 
kennzelehnet. Bei der Melitose (Raffinosel 
miuB man erst Ungere Zat bei etwa 75^ C. 
trodmen nnd erst dann die Temperatur anf 
100 steigern. Erhitzt man sofort anf 100 <), 
so schmilzt die M elitoee nnd Hast sich nicht i 
mehr onzersetzt entwSssem. Stachyose, 
LoiHose nnd Glykogen verändern sich bei 
Temperaturen, die mehr oder weniger Aber 
100 liegen. Meist kommt man znm Ziele, 
wenn man die Kohlenhydrate in einem Strome 
von trockner Luft oder von Wasserstoff auf 
wenig über 100^ erhitzt Nur bei Milch- 
zacker muss die Temperatur höher gewählt 
werden. — he. 

Einiges über die Eiweisskörper. 

Dr. Adolf Joües iiat seine Versuche 
(Ph. C. 42 [1901]; 736) fortgesetzt nnd 
beriditet über seine bisherigen Resultate in 
der Hygienischen Rundschau 1901, 1133. 
Er hatte Emährungsversuche mit zwei 
Eiweisskörpem vorgenommen, deren Ver- 
halten bei der Oxydation eine möglichst 
grosse Verschiedenheit zeigt Es war dies 
Gaseln, das bei der Oxydation etwa 73 pCt 
Stidcstoff als Harnstoff giebt, und Fibrin, das 
etwa 45 pOt Stickstoff als Harnstoff liefert 

Um nun das Verhalten dieser beiden 
Stoffe im Organismus zu beobachten, wurden 
daraus Gakes gebacken und dieselben 
periodenweise an eine Versudisperson ver- 
abreieht Dabei stellte sich dann heraus, 
dass sich die grossen Differenzen der 
Oxydationsversuche auch beim Nfthrversuche 
wiederfinden. Beim Versuch mit CaseKn 
gingen 19,7 pOt Stickstoff unausgenfitzt 
ab, während beim Fibrin 34 pGt. nicht 
ausgenützt wurden. Es ergiebt sich daraus, 



dass die harnstoffbildenden Ornppen 
von grosser Wichtigkeit fflr die 
Ernährung sind. 

Gruppen, die nicht in Harnstoff Über- 
gehen, beispielsweise Hexonbasen, dürfen 
jedoch nicht als absolut werthlos bezeichnet 
werden, wenn schon ihre Ausnutzung im 
Organismus verhältnissmässig gering ist, 
indem eine Vermehrung der nicht hamstoff- 
bildenden Gruppen mit einer Vermehrung 
des nicht ausgenOtzten Stickstoffes ver- 
bunden ist Die Hexonbasen konnten nicht 
im Harn, wohl aber in den Faeces nach- 
gewiesen werden; dadurch ist ein qualitativer 
Beweis erbracht, dass ein Theil des Stick- 
stoffverlustes auf Rechnung dieses Theiles 
des Eiweisscomplexes zu stellen ist B. Tk, 

Der Chemismus der Halphen- 
schen Reaoüon auf Cottonöl 

ist nadi den Untersuchungen Raikow^B 
(^Chem.-Ztg. 1902, 10) analog den Veränder- 
ungen, welche Aldehyd- und Ketonverbmd- 
ungen unter Einfluss des freien Schwefels 
erleiden. Dies kann in zwei Richtungen 
geschehen, indem die entstehenden Svlfo- 
aldehyde und Sulfoketone entwed^' m 
schwefelhaltige Verbindungen mit Neben- 
bildung von Schwefelwasseretoff übergehen 
oder sich unter Regenerirung des Schwefeb 
zu schwefelfreien Gomplexen condensiren. 
Die Entstehung von Schwefelwasserstoff bei der 
Halphen'Bdieii Reaction (Ph. G. 40 [1899], 
490, 562 U.41 [1900], 303) wurde vom Verf. 
nachgewiesen. Es gelang aber nicht, durch eme 
geringe Menge Schwefel eine grossere Menge 
Cottonöl gegen die Halpfien'Bcbe Reaction in- 
activ zu machen, während eine genllgendeMenge 
Sdmefel volle Passivität des Oeles hervor- 
bringt. Daraus kann gesdilossen werden, 
dass die Veränderungen nur in der ersten 
Richtung eintreten. Die Versuche Hessen 
auch schliessen, dass die Menge der activen 
Substanz im Gottonöle keine sehr geringe 
sei. — Äa. 

Die Darstellung 
des Triohlorbutylälkoliols, 

der ein locales Anästheticum und Antisepticum 
bildet, geschieht nach Ouedras (Chem.-Ztg. 
1901, 1173) in der Weise, dass man in 
einen klemen Kolben Aetzkali bringt und 



118 



Meogen Biweiss und Zucker, der Harn 
war bereits in schwacher Gährung und 
enthielt ausser Hefezellen zahlreiche 
Bakterien. Der Harn wurde mit einem 
Körnchen Thymol geschüttelt, über 
Eieselguhr, in der Art, wie ich dies 
früher Ph. C 40 [1899], 88, beschrieben 
habe, filtrirt und in einer neuen Flasche 
mit einem Kömchen Thymol aufbewahrt; 
auch heute, nach über drei Jahren, 
hält sich dieser Harn noch unverändert. 



Zur Frufang des Leberthrans. 

Im Arzneibuche für das Deutsche 
Reich ist zur Prüfung des Leberthrans 
auf Sejfisch- und japanischen Thran die 
Kremetsche Idenditätsreaction neu auf- 
genommen. 15 Tropfen Leberthran 
sollen sich beim Schütteln mit 3 Tropfen 
rauchender Salpetersäure erst feurig 
rosa, dann citronengelb färben. Nach 
JDüsterbehn färben sich Sejfischthran 
und japanischer Leberthran hierbei 
braun, die Farbe bleibt zwei bis drei 
Stunden beständig und wird schliesslich 
ebenfalls gelb. Bobbenthran verändert 
bei der gleichen Behandlung seine Farbe 
anfangs nicht, später wird sie nicht 
gelb, sondern braun. Diese Salpeter- 
säurereactioa soll so charakteristisch 
sein, dass man die genannten Ver- 
fälschungen des Leberthrans bis auf 
25 pCt. herab deutlich erkennen kann. 

Ich war nun nicht wenig überrascht, 
als ich fand, dass mein im vergangenen 
Jahre von zuverlässigster Quelle be- 
zogener sogenannter Meyer^scher Leber- 
thran sich auf Zusatz von rauchender 
Salpetersäure deutlich und dauernd 
braun färbte, und wie von verschiedenen 
CoUegen bestätigt wurde, dass auch ihr 
Thran diese Prüfung nicht aushalte. 

Eine neu eingetroffene Sendung gab 
nun endlich die geforderte Rosafärbung, 
die allmählich in orangen- dann in 
citronengelb überging, am schönsten 
dann, wenn die I^fung nicht im 
Reagenscylinder, sondern auf einem 
Uhrglas vorgenommen wurde. Bei Ver- 
wendung von 30 Tix)pfen Leberthran 
und 3 Tropfen rauchender Salpetersäure 
ei*folgte der Uebergang in citronengelb 
entsprechend rascher; Schmidt lässt 



sogar 1 bis 2 ccm Leberthran mit l bis 
2 Tropfen rauchender Salpetersäure 
mischen Jehn- Crato betonen mit Recht, 
dass man eine rauchende Salpetersäure 
vom speciflschen Gewicht 1,60 ver- 
wenden muss. 

Da nun nicht anzunehmen ist, dass 
die oben angefülirte Bezugsquelle ver- 
fälschten Leberthran liefert, liegt die 
Frage nahe, ob die Kremersche Reacüon 
nur bei frischem Thran zutrifft, und 
länger aufbewahrter Leberthran die 
Reactionen eines Sejflschthrans giebt 

a BedalL 



zur Bereitung von 
Abkochungen und Aufgüssen 

von Ä. Conraely 'Wörliiz. 

Unter diesem Titel bringt J, Varges 
inNo 7 dieser Zeitschrift Untersuchungen, 
die ich leider nicht ganz unwidersprochen 
lassen kann, da Herr Varges nur meinen 
Vortrag auf der Schweizer Naturforscher- 
Versammlung, Bern 1898 (Schweiz. 
Wochenschr. f. Pharm. 1898, 449), er- 
wähnt, nicht aber meine weitere Ver- 
öffentlichung über diesen Gegenstand 
in der Apotheker-Ztg. 1^99, No 55, 414bis 
416 und ebensowenig die meine Unter- 
suchungen voll bestätigenden Arbeiten 
von Benyschek (Pharm. Post J899, 9). 

Zunächst habe ich stets ein grobes 
Pulver und nicht, wie Herr Varges 
schreibt, „ein feines" zu meinen Ver- 
suchen verwendet — Am meisten 
musste mir aber auffallen, dass der 
betr. For^res'sche Aufsatz mit der 
a priori für mich verdammenden Wendung 
beginnt: „Es ist eigentlich zu ver wundem, 
dass hin und wieder in der Fachliteratur 
immer noch Vorschläge gemacht werden, 
welche die genau und bestimmt ge- 
haltenen Angaben des Arzneibuchs 
unnöthig machen sollen" — Warum 
um Gottes Willen soll denn gerade 
die Arzneibuchsvorschrift nach 50 Jahren 
nicht auch einmal verbessert werden 
dürfen? Ich konnte trotz langen Suchens 
keine bemerkenswerthe Arbeit über 
dieses Thema finden, die die Einführung 
der heutigen officiellen Methoden wissen- 
schaftlich rechtfertigt. Und nachdem 
das Percolationsverf ahren bei uns Büi^r- 



11» 



recht eriangty lag doch wohl aach nichts 
Biher, als es einmal sinngemäss fttr 
Infasa and Decocta zu verwenden und 
beide Methoden za vergleichen. Das 
18t von mir geschehen nnd hoffe ich, 
dass eine Nenanflage des Arzneibachs 
aach meine nnd Bmyschek^s Arbeiten 
la einer Neoredaction der Artikel 
Decocta nnd Infasa benatzt. 



Schon aas diesem Qrande kam mir 
die Far^e^'sche Arbeit sehr gelegen, da 
aach deren Resnltate bei Cortex Chinae 
eine Nenbestätigong meiner Arbeiten 
einschliessen — Ich gestatte mir daher, 
nnter Hinweis auf die Far^etf^schen 
Zahlen in No 7 meine Resultate aas 
der Apotheker-Zeitang 1899, 416, hier 
noch einmal mitzatheiüen. 



I Cortex Chinae (7,6 pCt. Oesammtalkaloide) 10 : 200 

Decoct nach dem Arzneibach ohne S&ure: Trockenrflckstand 1,73 



Infuso-Percolat 10:200 „ „ „ 

E mit 1,5 Salzsäure: Decoct 10:200 = „ 

Infuso-Percolat mit 1,5 Salzsäure 10:200 =: „ 

Eine zweite Percolation von Decoct- und Percolatrftckstand 

ergab aus ersterem 0,76 Trockenrflckstand 
„ „ lelzterem 0,^0 „ 

Eine dritte Percolation ergab aus Decoct noch 0,28 

„ Percolat „ 0,097. 



2,65 
1,83 
3,20 



In dem eingedampften Extract einer 
oenen Portion wurden nach dem Ver- 
bhren der Ph. Helv. 0,6 g Oesammt- 
alkaloide gefunden. 

Der Oehalt an Chinatannaten wurde 
nach dem Verfahren von van Ledden- 
Bulseöoseh mit 20 proc. Natriumacetat 
zu 1,13 ermittelt — Die Resultate der 
abrigen Handelsmuster finden sich 
tabeUarisch geordnet in der oben an- 
gezogenen ^beit. — Von I habe ich 
aach Percolata von 5 : 200 und 16 : 200 
dargestellt. Während das Percolat 
ö:20') als relativ erschöpft angesehen 
werden konnte, zeigte das Percolat 
15 : 200 noch einen Bflckstand von 
4,5 g, was gegenflber den Zahlen von 
10 : 200 einen Verlust von etwa 6 pCt. 
bedeutet und bereits zur Oenflge zeigt, 
dass von Chinarinde ctmcentrirte Decocta 
herzustellen einfach unmöglich ist. 



satz von 12 g Ammoniumrhodanid m höeh- 
stens 50 cem WasBer gelM und mit dam 
Extraetionsgemische, 1 Vol. Amylalkohol und 
25 Vol. Aethylither, mehrfach ausgeschüttelt 
Dann wird von derZinklOsung daaEztractions- 
mittel abgedampft, der Rfldcstand mit wenig' 
Salzsäure aufgenommen, in einer Porzellan- 
schale das Zink mit Natriumcarbonat gefUU 
und nach dem Fütriren als Zinkoxyd ge- 
wogen. Die wSsserige Nickellösung wird 
eingedampft, der Rflckstand kurze Zeit stark 
geglüht, um das Ammonlamrhodanid zu ler- 
aetzen, das Nickel mit verdünnter Salpeter- 
säure extrahirt und nach Neutralisation und 
Ueberfühmng in das Ammoniumdoppeloxalat 
elektrolysirt Die erhaltenen Werthe sind 
sehr genau. -he. 



Zur Trennung 
von Nickel und Zink 



bomtzen Rosenheim und Huldschinsky 
((%6iiL-Ztg. 1902, Rep. 12) die LOsBchkeit 
des Ammoniumzinkrhodanids in einem Amyl- 
iftobol-Aethergemisch, während die nicht 
«MDplexe Niekelverbindung unlöslich ist Die 
ar Trockne eingedampften Salpetersäure- 
{röen ZinkniekeUQsnngen werden unter Zu- 



Festes Ammoniak. 

Nach einem Patente der chemisdien Fabrik 
Maquart db Schuh zu Bettenhansen er- 
hält man ein hochprocentiges festes Am- 
moniak, wenn man 3 bis 5 Th. stearin- 
saures Natrium (Kernseife) in 10 Th. wässer- 
igen Ammoniaks unter schwachem Erwärmen 
IM und die LOsung sofort unter beständigem 
Umrühren in 85 bis 90 Th. 30p>oc Am- 
moniak, das auf etwa 40 <> erwärmt ist, giesst 
Nach kurzer Zeit erstarrt die Flüssigkeit zu 

emer festen Masse. Vg. 

3e%fenfabrika$U 1902, 58, 



104 



Zeitschrift (Ph. C. No. 52, Jahrg. 1890): 
„Die JalapenknoUen sollen schlechter 
geworden sein — durch die Natur oder 
die. Menschen? Gute JalapenknoUen 
des Handels — und nur diese sollten 
pharmaceutische Verwendung finden — 
geben auch heutigen Tages noch 
mindestens 10 pCt. Harz.'' Auch ander- 
weitig in der Literatair (z. B. Hageres 
Handb. d. pharm« Prax., neue Bearbeitg. 
von Macher und Harttoick, H, S. 104) 
wird auf das Lrrige dieser Ansicht hin- 
gewiesen-nnd gesagt, dass auch gegen- 
wärtig Knollen mit 10 pGt. Harz noch 
unschwer zu beschaffen sind. 

Dieser Meinung muss auch ich mich 
anschliessen, da ich Gelegenheit hatte 
zu beobachten, dass z. Zt. auf dem 
Drogenmarkt noch genug Angebot von 
Waare graiacht wird, die durchschnitt- 
lich 10 bis sogar 15 pCt. Harz enthält. 

Das Arzneibuch IV hat nun jedenfalls 
deshalb die Mindestforderung an Harz 
wieder auf 9 pCt. erhöht, was umsomehr 
berechtigt erscheint, wenn man die 
Arzneibächer anderer Länder zum Ver* 
gleich h^anzieht, die in ihren Anforder- 
ungen meist auch nicht bescheidener 
sind; so verlangen z. B. Ph. Austriac. 
10 pa., Ph. Britic 9 bis 11 pCt, Ph. 
Unit-Stat 12 pCt., Ph Italic, von dem 
getrockneten Pulver ebenfalls 12 pGt., 
PL Gallic. sogar 15 bis 18 pCt. 

Was nun die Prfifungsvorschrift des 
deutschen Arzneibuches betrifft, so ist 
diese — abgesehen von wenigen Text- 
änderungen — in den verschiedenen 
Ausgaben immer die gleiche geblieben. 
Das Arzneibuch giebt fflr die Ermittelung 
des Harzgehaltes in der Jalape überhaupt 
keine besondere Vorschrift; es lässt 
denselben nach der gleichen Methode 
bestimmen, wie sie zur Gewinnung des 
Harzes aus den Knollen vorgeschrieben 
wird. Die Unzulänglichkeit dieser 
Prüfungsvorschrift in Bezug auf die 
Ermittelung des Gesammtharzgehaltes 
ist neuerdings bereits von verschiedenen 
Seiten erörtert und unter Beifügung 
von Analysenresultaten bewiesen worden. 
So haben Dr. Fromme (Apoth.-Ztg. 
No 99, Jahrg. 1900 — Ref. Ph. C. No 1, 
Jahrg. 1901), Dr. Karl Dieterich (ebenda 



No. 100, Jahrg. 1900 -- Ref. Ph. C. 
No. 1, Jahrg. 1901) und Dr. Schweissinger 
(Ph. C. f. Deutschi No. 1, Jahrg. 191)1) 
darauf hingewiesen. Nach der Arznei- 
buch-Vorschrift verfahren, wurde stets 
weniger (bis über 2 pCt.) Harz gefunden, 
als wirklich vorhanden war. Es wäre 
gewiss am Platze gewesen, im Arznei- 
buche getrennte Vorschriften zu geben 
und zwar einestheils eine solche für die 
Gewinnung des Harzes im Allgemeinen, 
andemtheUs eine solche für die 
quantitative Prüfung der Wurzel auf 
ihien Harzgehalt Zum Mindesten hätte 
im letzteren Falle an Stelle des groben 
— feines bezw. mittelfeines Pulver vor- 
geschrieben werden müssen, da bekannt- 
lich feinere Pulver schneller und voll- 
ständiger sich ausziehen lassen als 
gröbere. 

Ganz abgesehen von den Forderungen 
des deutschen Arzneibuches ist es be- 
sonders für den Grossdrogisten, welcher 
doch auch für Betriebe, die sich mit 
der Herstellung der Besina Jalapae im 
Grossen befassen, sowie für andere 
Länder, deren Arzneibücher verschiedene 
Anforderungen in Betreff des Harz- 
gehaltes dieser Droge stellen, zu liefern 
hat, von Werth, eine sichere and 
bewährte Methode zu besitzen, durch 
welche in möglichst kurzer Frist der 
Gesammtgehalt der Droge an Harz 
ermittelt werden kann, um baldigst in 
der Lage zu sein, über etwaige Angebote 
entscheiden zu können, denn nach der 
Höhe des Harzgehaltes richten sich 
selbstverständlich der Werth der Droge 
und damit verbunden die Höhe des 
Preises. 

Von diesem Standpunkt ausgehend, 
sind von mir mit genannter Droge 
Versuche in verschiedener Weise unter- 
nommen worden. 

Fromme erhielt bei Anwendung 
der Vorschrift des deutschen Arznei- 
buches aus grobem Pulver im Mittel 
6,63 pCt., aus feinem Pulver dagegen 
7,96 pCt, während der wirkliche G[e- 
sammtharzgehalt der betr. Droge im 
Mittel 8,47 pa. betrug, also 1,84 pCt 
mehr als wie nach der Vorschrift des 
D. A.-B. IV erhalten werden konnte. 



191 



wie die wiMerige LOsang 6m Sohwefel- 
äoxjdB, Dnreh fiestimmiing dar Gefrier- 
panktBenuedrigang ist festgeBtellt worden, 
dMB die Tettarsänre ein NiehtelektrolTt ist 
Die Formel der TeUnrBäure ist nioht 
flsTeO^ -f 2HsO, sondern HeTeOe zu 
sdireiben, da die beiden Molekeln Wasser 
G<Histitationswa8ser sind. ^hs. 



Die Verbindungen des Pyridins 

mit Kupferrhodanid und 

Kupferrhodanür 

beaefareibt Litterscheid (Ghem.-Ztg. 1902, 
Bq». 30). Durch Auflösen von frisch- 
gsÄlltem Kupferrhodanid in siedendem 
Pyridin und Erkaltenlassen erhält man die 
Yerbmdung 

ChK-CsHsN— CNS I 2aHRN 
^CsHgN— CNS ^ ^ ^ 
ais grfine starkgllnzende Nadeln, die beim 
liegen an der Luft allmAhlioh Pyridin 
rerfieren, aber in einer Pyridinatmosphftre 
Töliig haltbar sind. Die zwei Moleküle 
Pyridhi yerüert die Verbindung auch durch 
ErwSrmen mit Wasser oder beim Auf- 
bewahren Aber Schwefelsäure und wird 
dabei hellgrtln. Aus der Auflösung von 
Kupferrhodanid in siedendem Pyridin erhält 
man nach dem Einleiten von Schwefeldioxyd 
farehsiefatiget, ungefärbte Tafeln der Ver- 
bindung 

Cu— CsH^— CNS 
I + O5H5N, 

Cu—Cj^HftN— CNS 
die bald das Molekfll Pyridin verlieren und 
ädb grihüich färben. Diese letztere Ver- 
bindung erhält man auch durch üebergiessen 
frisch bereiteten Kupferrhodanfirs mit Pyridin. 
Beim Kochen dieses Salzes mit Pyridin tritt 
unter starker Grflnfärbung die Umwandlung 
in die eistgenannte Verbindung ein. — A«. 



Znxn qualitativen Nachweis 

von Arsen in Salzsäure und 

Schwefelsäure 

geben Seybel und Wikander (Chem.-Ztg. 
1902, 50) folgende Methode. Einige Cubik- 
eentimeter der möglichst ooncentrirten Salz- 
Binre werden mit wenigen Tropfen concen- 
trirtar Jodkaliumlösung versetzt, wobei bei 
einem Gehalte von 0,05 g AS2O3 und dar- 
über in 1 L Säure ein deutlicher, .gelber 



Niedersdilag von AsJs, Arsentrijodid, ent- 
steht Bei 0,01 g AS2O3 m 1 L Säure tritt 
noch Gelbfärbung ein. Bei Schwefelsäure, 
die auf ungefähr 45 <) B6. verdünnt werden 
muss, ist die Empfindlichkeit die gleiishe. 
Jedoch tritt bei reiner Schwefelsäure von 
45^ B^ nach Zusatz von Jodkalium nach 
längerem Stehen auch eine gelbe Färbung 
von Jod ein, während bei Anwesenheit von 
0,01 g AS2O3 in 1 L Säure noch eine merk- 
liche Trübung eintritt Es ist gleichgiltig, 
ob das Arsen als arsenige oder als Arsen- 
säure vorhanden ist, da in beiden Fällen 
das in Säuren schwer lösliche Arsentrijodid 
gebildet wird nach den Gleichungen: 

A82O8+ 6HG1+ 6KJ = 2ASJ3+6KCI+ 3H,0 

AS2O5 + 10Ha+ 10 KJ = 

2ASJ5+ lOKCl + öHaO 

AsJg = AsJg + J2. — Äe. 

Die physikalischen Eigen* 
Schäften des SelenwasserstoflBB 

sind nach Forcrand und Fonzes-Dtacon 
(Chem-Ztg. 1902, 117) folgende. Die 
Siedetemperatur des verflüssigten Selen- 
wasserstoffes unter normalem Druck ist 

— 42^ G., das specifische Gewicht bei dieser 
Temperatur 2,12. Durch Abkühlung auf 

— 85 ^ G. gdit der Selen Wasserstoff in feste 
Form über, deren Sdmielzpunkt bei — 64^ C. 
liegt Die Löslichkeit des Gases in Wasser 
ist bei 22,50 C. 2.70 Vol., bei 13,2^ 0. 
3,31 Vol., bei 9,65 » C., 3,43 Vol., bei 
40 G. 3,77 Vol., sie ist also nicht sehr gross. 

Die Bildung des Ammoniaks 
durch Elektricität 

geht nach den Untersuchungen v. Hemptinne'i^ 
(Chem.-Ztg. 1902, 93) bei den kurzen Ent- 
ladungen leichter von statten, als bei grosser 
Funkenlänge. Die gebildete Ammoniakmenge 
ist grösser bei geringerem Luftdrucke, 
namentlich unter Anwendung eines Ruhnir 
korff 'sehen statt eines Testa'wiien Inductions- 
apparates. Ebenso steigt die Menge des 
Ammoniaks bei Abnahme der Temperatur, 
sodass bei — 78 ^ G. zweimal soviel 
! Ammoniak gebildet wird, als bei gewöhn- 
, lieber Temperatur. Stille Entladung wirkt 
' langsamer als der elektrische Funke, —he. 



104 



Zeitschrift (Ph. C. No. 52, Jahrg. 1890): 
„Die Jalapenknollen sollen schlechter 
geworden sein — durch die Natur oder 
die. Menschen? Gute Jalapenknollen 
des Handeb — und nur diese sollten 
pharmaceutische Verwendung finden — 
geben auch heutigen Tages noch 
mindestens 10 pCt. Harz." Auch ander- 
weitig in der Literatur (z. B. Hageres 
Handb. d. pharm. Prax., neue Bearbeitg. 
von Fischer und Harttmeh, 11, S. 104) 
wird auf das Irrige dieser Ansicht hin- 
gewiesen'-'nnd gesagt, dass auch gegen- 
wärtig Knollen mit 10 pGt Harz noch 
unschwer zu beschaffen sind. 

Dieser Meinung muss auch ich mich 
anschliessen, da ich Gelegenheit hatte 
zu beobachten, dass z. Zt. auf dem 
Drogenmarkt noch genug Angebot von 
Waare gemacht wird, die durchschnitt- 
lich 10 bis sogar 15 pCt. Harz enthält. 

Das Arzneibuch IV hat nun jedenfalls 
deshalb die Mindestforderung an Harz 
wieder auf 9 pCt. erhöht, was umsomehr 
berechtigt erscheint, wenn man die 
Arzneibücher anderer Länder zum Ver- 
gleich heranzieht, die in ihren Anforder- 
ungen meist auch nicht bescheidener 
sind; so verlangen z. B. Ph. Austriac. 
10 pa., Ph. Britic. 9 bis 11 pCt, Ph. 
Unit-Stat 13 pCt., Ph Italic, von dem 
getrockneten Pulver ebenfalls 12 pGt., 
PL Gallic. sogar 16 bis 18 pCt. 

Was nun die Prfifungsvorschrift des 
deutschen Arzneibuches betrifft, so ist 
diese — abgesehen von wenigen Text- 
änderungen — in den verschiedenen 
Ausgaben immer die gleiche geblieben. 
Das Arzneibuch giebt für die Emittelung 
des Harzgehaltes in der Jalape überhaupt 
keine besondere Vorschrift; es lässt 
denselben nach der gleichen Methode 
bestimmen, wie sie zur Gewinnung des 
Harzes aus den Knollen vorgeschrieben 
wird. Die Unzulänglichkeit dieser 
Prfifungsvorschrift in Bezug auf die 
Ermittelung des Gesammtbarzgehaltes 
ist neuerdings bereits von verschiedenen 
Seiten erörtert und unter Beifügung 
von Analysenresultaten bewiesen worden. 
So haben Dr. Fromme (Apoth.-Ztg. 
No 99, Jahrg. 1900 — Ref. Ph. C. No 1, 
Jahrg. 1901), Dr. Earl Dieterich (ebenda 



No. 100, Jahrg. 1900 -> Ref. Ph. C. 
No. 1, Jahrg. 1901) und Dr. Schweissinger 
(Ph. C. f. Deutschi No. 1, Jahrg. 1901) 
darauf hingewiesen. Nach der Arznei- 
buch-Vorschrift verfahren, wurde stets 
weniger (bis über 2 pCt.) Harz gefunden, 
als wirklich vorhanden war. Es wäre 
gewiss am Platze gewesen, im Arznei- 
buche getrennte Vorschriften zu geben 
und zwar einestheils eine solche fflr die 
Gewinnung des Harzes im Allgemeinen, 
andemtheils eine solche für die 
quantitative Prüfung der Wurzel auf 
ihi*en Harzgehalt Zum Mindesten hätte 
im letzteren Falle an Stelle des groben 
— feines bezw. mittelfeines Pulver vor- 
geschrieben werden müssen, da bekannt- 
lich feinere Pulver schneller und voll- 
ständiger sich ausziehen lassen als 
gröbere. 

Ganz abgesehen von den Forderungen 
des deutschen Arzneibuches ist es be- 
sonders für den Grossdrogisten, welcher 
doch auch für Betriebe, die sich mit 
der Herstellung der Resina Jalapae im 
Grossen befassen, sowie für andere 
Länder, deren Arzneibücher verschiedene 
Anforderungen in Betreff des Harz- 
gehaltes dieser Droge stellen, zu liefern 
hat, von Werth, eine sichere and 
bewährte Methode zu besitzen, durch 
welche in möglichst kurzer Frist der 
Gesammtgehalt der Droge an Harz 
ermittelt werden kann, um baldigst in 
der Lage zu sein, über etwaige Angebote 
entscheiden zu können, denn nach der 
Höhe des Harzgehaltes richten sich 
selbstverständlich der Werth der Droge 
und damit verbunden die Höhe des 
Preises. 

Von diesem Standpunkt ausgehend, 
sind von mir mit genannter Droge 
Versuche in verschiedener Weise unter- 
nommen worden. 

Fromme erhielt bei Anwendung 
der Vorschrift des deutschen Arznei- 
buches aus grobem Pulver im Mittel 
6,63 pCt, aus feinem Pulver dagegen 
7,96 pCt, während der wirkliche (Je- 
sammtharzgehalt der betr. Droge im 
Mittel 8,47 pCt. betrug, also 1,84 pCt 
mehr als wie nach der Vorschrift des 
D. A.-B. IV erhalten werden konnte. 



106 



DenGesammtgehaltennitteltejFVtmim«; | 
indem er 6 g des ohne Remanenz 
eiialtenen feinen nnd bei 100^ getrock- 
oeteD Polyers in einem mit Wasser nnd 
dann mit Alkohol ausgewaschenen Lein- 
wandbeatel in einen Standcylinder 
hiSngte, der mit 30 g 90 proc. Weingeist 
Yon 35 bis 40 <> angefflllt war. Tftglich 
Würde der Weingeist dnrch neuen 
ersetzt y bis er nach dreimaliger 
Emenemng kaum noch eine F&rbnng 
uinahm. Die Anszflge wurden vereinigt 
und filtrirt und in einer Platinschale 
Ulf dem Wasserbade zur Verdunstung 
des Alkohols erwärmt. Der Harzrfick- 
rtand wurde viermal hintereinander mit 
je 6 ccm siedenden Wassers gewaschen, 
im die wasserlöslichen Anteile zu ent- 
men, und schliesslich unter Zusatz 
ron etwas Alkohol auf dem Wasserbade 
)is zur Oewichtsconstanz getrocknet. 

Im Anschluss hieran möchte ich 
irwShnen, dass ich ein Trocknen des 
Myers vor der Analyse nicht fflr 
^gebracht und richtig halte, da durch 
len y^ust der Droge an Feuchtigkeit 
[aturgemiss der Harzgehalt höher ge- 
onden wird, als er in der Handelswaare 
batsSchlich vorhanden ist 

Eine gute Waare soll flberhaupt 
lerartig getrocknet in den Handel 
:ommen, dass sie sich in kleineren 
lengen, wie zur Prüfung nOthig, ohne 
Ttaere Schwierigkeiten pulvern lässt, 
nd dies genügt fflr den Zweck der 
fntersnchung auf Harzgehalt. Bei 
iner minderwerthigen, feuchten Waare 
tat sich natürlidi ein Trocknen — 
dum vor dem Pulverisiren behufs Aus- 
Ihnmg der Analyse — nicht umgehen, 
och ist dann der Verlust an Feuchtig- 
eit bei der procentualen Umrechnung 
es Harzgehaltes mit in Betracht zu 
Lehen. 

Die vorstehende Methode dürfte wohl 
eim Anstrag von Streitfragen (eine 
ilehe veranksste in der ^at auch 
'romme zu seinen Untersuchungen) am 
latze sein, doch für die Praxis des 
Ifossdrogisten, wo es oft drängt und 
!eit Geld ist, indem man sich über 
Waare in mster Hand*' schndl ent- 
cheideu muss, nicht anwendbar sein, da 



das Resultat einer Analyse, deren 
Beendigung erst ungeOhr am vierten 
Tage mögUch ist, zu lange auf sich 
warten iSsst Fromme knüpft an seine 
interessanten Untersuchungen noch die 
beachtenswerthe Bemerkung, dass das 
D. A.-B. IV in Folge seiner besonderen 
Vorschrift nicht nur eine Wurzel von 
9 pCt., sondern eine solche von etwa 
11 bis 11,6 pCt. Harzgehalt verlangt, 
der Händler daher einen Unterschied 
machen müsse, zwischen officineller 
Waare, d. h. solcher, die nach Vorschrift 
des D. A.-B. IV geprüft 9 pCt Harz 
enthalt, — und einer Waare, die völlig 
eztrahirt einen Gesammtgehalt von 
9 pCt. Harz aufweist. 

Schweiasinger , welcher sich eben- 
falls mit der Prüfung der Jalapenknollen 
beschäftigt hat, bestätigt durch seine 
Befunde und Angaben diejenigen 
Fromme^s und giebt gleichzeitig eine 
weitere Methode bekannt, mittelst 
welcher er gute Resultate erzielt haben 
will. Dieselbe hat in dieser Zeitschrift 
Platz gefunden, doch möchte ich die 
Methode zum besseren Verständniss 
meiner Ausführungen hier nochmals 
kurz wiederholen. 

Nach Schweissinger werden 10 g der 
feingepulverten Jalapenknollen in einem 
Schflttelcylinder mit 100 ccm Weingeist 
Übergossen, 24 Stunden unter mehrfachem 
Schütteln bei etwa 30 ^ ausgezogen. 
Von der über dem abgesetzten Pulver 
stehenden alkoholischen Harzlösung 
pipettirt man dann vorsichtig 50 ccm 
ab, lässt den Alkohol unter Erwärmen 
verdunsten und wäscht das zuiück- 
bleibende Harz nach Vorschrift des 
Arzneibuches mit Wasser, worauf das 
Harz getrocknet und gewogen wird. 

Nach dieser Methode arbeitend, erhielt 
Schweissinger 12 pCt Ausbeute an 
Harz, während sich aus grobem Pulver 
von derselben Lieferung Jalapenwurzel 
nach Vorschrift des D. A.-B. nur 9,6 pCt. 
— also 2,4 pCt. weniger — isoliren 
Hessen; eine allerdings etwas grosse 
Differenz, die ich bei meinen Unter* 
suchungsergebnissen nicht constatiren 
konnte. 

Schweissinger erhielt bei Anwendung 



104 



Zeitschrift (Ph. C. No. 62, Jahrg. 1890): 
„Die Jftlapenknollen sollen schlechter 
geworden sein — durch die Natur oder 
die. Menschen? Gute JalapenknoUen 
des Handels — und nur diese sollten 
pharmaceutische Verwendung finden — 
geben auch heutigen Tages noch 
mindestens 10 pCt. Harz.^ Auch ander- 
weitig in der Literatur (z. B. Hageres 
ELandb. d. pharm. Prax., neue Bearbeitg. 
von Fischer und Harttmck, 11, S. 104) 
wird auf das Irrige dieser Ansicht hin- 
gewiesen'-und gesagt, dass auch gegen- 
wärtig Knollen mit 10 pCt. Harz noch 
unschwer zu beschaffen sind. 

Dieser Meinung muss auch ich mich 
anschliessen, da ich (Gelegenheit hatte 
zu beobachten, dass z. Zt auf dem 
Drogenmarkt noch genug Angebot von 
Waare gemacht wird, die durchschnitt- 
lich 10 bis sogar 16 pCt Harz enthält. 

Das Arzneibuch IV hat nun jedenfalls 
deshalb die Mindestforderung an Harz 
wieder auf 9 pCt. erhöht, was umsomehr 
berechtigt ei^cheint, wenn man die 
Arzneibücher anderer Länder zum Ver- 
gleich heranzieht, die in ihren Anforder- 
ungen meist auch nicht bescheidener 
sind; so verlangen z. B. Ph. Austriac. 
10 pa., Ph. Britic. 9 bis 11 pCt, Ph. 
Ünit-Stat 12 pCt., Ph. Italic, von dem 
getrockneten Pulver ebenfalls 12 pCt., 
Ph. Gallic sogar 15 bis 18 pCt. 

Was nun die Prüfungsvorschrift des 
deutschen Arzneibuches betrifft, so ist 
diese — abgesehen von wenigen Text- 
änderungen — in den verschiedenen 
Ausgaben immer die gleiche geblieben. 
Das Arzneibuch giebt für die Ermittelung 
des Harzgehaltes in der Jalape überhaupt 
keine besondere Vorschrift; es lässt 
denselben nach der gleichen Methode 
bestimmen, wie sie zur Gewinnung des 
Harzes ans den Knollen vorgeschrieben 
wird. Die Unzulänglichkeit dieser 
Prfifungsvorschrift in Bezug auf die 
Ermittelung des Gesammtharzgehaltes 
ist neuerdings bereits von verschiedenen 
Seiten erörtert und unter Beifügung 
von Analysenresultaten bewiesen worden. 
So haben Dr. Fromme (Apoth.-Ztg. 
No 99, Jahrg. 1900 — Ref. Ph. C. No 1, 
Jahrg. 1901), Dr. Karl Dieterich (ebenda 



No. 100, Jahrg. 1900 -^ Rrf. Ph. C. 
No. 1, Jahrg. 1901) und Dr. Schweissinger 
(Ph. C. f. Deutschi No. 1, Jahrg. 1901) 
darauf hingewiesen. Nach der Arznei- 
buch-Vorschrift verfahren, wurde stets 
weniger (bis über 2 pCt.) Harz gefunden, 
als wirklich vorhanden war. Es wäre 
gewiss am Platze gewesen, im Arznei- 
buche getrennte Vorschriften zu geben 
und zwar einestheils eine solche für die 
Gewinnung des Harzes im Allgemeinen, 
andemtheils eine solche für die 
quantitative Prüfung der Wurzel auf 
ihren Harzgehalt Zum Mindesten hätte 
im letzteren Falle an Stelle des groben 
— feines bezw. mittelfeines Pulver vor- 
geschrieben werden müssen, da bekannt- 
lich feinere Pulver schneller und voll- 
ständiger sich ausziehen lassen als 
gröbere. 

Ganz abgesehen von den Forderungen 
des deutschen Arzneibuches ist es be- 
sonders für den Grossdrogisten, welcher 
doch auch für Betriebe, die sich mit 
der Herstellung der Resina Jalapae im 
Grossen befassen, sowie für andere 
Länder, deren Arzneibücher verschiedene 
Anforderungen in Betreff des Harz- 
gehaltes dieser Droge stellen, zu liefern 
hat, von Werth, eine sichere und 
bewährte Methode zu besitzen, durch 
welche in möglichst kurzer Frist der 
Gesammtgehalt der Droge an Harz 
ermittelt werden kann, um baldigst in 
der Lage zu sein, über etwaige Angebote 
entscheiden zu können, denn nach der 
Höhe des Harzgehaltes richten sich 
selbstverständlich der Werth der Droge 
und damit verbunden die Höhe des 
Preises. 

Von diesem Standpunkt ausgehend, 
sind von mir mit genannter Droge 
Versuche in verschiedener Weise unter- 
nommen worden. 

Fromme erhielt bei Anwendung 
der Vorschrift des deutschen Arznei- 
buches aus grobem Pulver im Mittel 
6,63 pCt., aus feinem Pulver dagegen 
7,96 pCt, während der wirkliche (3te- 
sammtharzgehalt der betr. Droge im 
Mittel 8,47 pa. betrug, also 1,84 pCt. 
mehr als wie nach der Vorschrift des 
D. A.-B. IV erhalten werden konnte. 



106 



DenGfesammtgehalt enDiÜdtelhmime, \ 
indem er 6 g des ohne Remanenz 
ez^tenen feinen nnd bei 100 o {retrock- 
neten Polyers in einem mit Wasser und 
dann mit Alkohol ausgewaschenen Lein- 
wandbeutel in einen Standcylinder 
hängte, der mit 30 g 90 proc. Weingeist 
Yon 35 bis 40 o angefflUlt war. Täglich 
wurde der Weingeist durch neuen 
ersetzt, bis er nach dreimaliger 
Erneuerung kaum noch eine Färbung 
annahm. Die Auszflge wurden yereinigt 
und filtiirt und in einer Platinschale 
mf dem Wasserbade zur Verdunstung 
des Alkohols erwärmt. Der Harzrück- 
rtand wurde viermal hintereinander mit 
je 5 ccm siedenden Wassers gewaschen, 
un die wasserlöslichen Anteile zu ent- 
iemen, und schliesslich unter Zusatz 
Fon etwas Alkohol auf dem Wasserbade 
ns zur Gewichtsconstanz getrocknet. 

Im Anschluss hieran möchte ich 
awähnen, dass ich ein Trocknen des 
Myers vor der Analyse nicht fOr 
ingebracht und richtig halte, da durch 
len Verlust der Droge an Feuchtigkeit 
tatnrgemäss der Harzgehalt höher ge- 
imden wird, als er in der Handelswaare 
batsficblich yorhanden ist 

Eine gute Waare soll überhaupt 
lerartig getrocknet in den Handel 
:ommen, dass sie sich in kleineren 
(engen, wie zur Prüfung nOthig, ohne 
rössere Schwierigkeiten pulyem lässt, 
nd dies genügt für den Zweck der 
Intersuchung auf Harzgehalt. Bei 
mer minderwerthigen, feuchten Waare 
isst sich natürli^ ein Trocknen — 
ebon vor dem Pulyerisiren behu& Aus- 
ihnmg der Analyse — nicht umgehen, 
och ist dann der Verlust an Feuchtig- 
eit bei der procentualen Umrechnung 
es Harzgehaltes mit in Betracht zu 
ieheiL 

Die vorstehende Methode dürfte wohl 
eim Austrag von Streitfragen (eine 
3ldie veranksste in der ^at auch 
^romme zu seinen Untersuchungen) am 
latze sein, doch ftU* die Pnods des 
Irofisdrogisten, wo es oft drängt und 
fiit Gtold ist, indem man sich über 
Waare in erster Hand^ schnell ent- 
diaiden muss, nicht anwendbar sein, da 



das Resultat einer Analyse, derm 
Beendigung erst ungeflihr am vierten 
Tage möglich ist, zu lange auf sich 
warten lässt. IVamme knüpft an seine 
interessanten Untersuchungen noch die 
beachtenswerthe Bemerkung, dass das 
D. A.-B. IV in Folge seiner besonderen 
Vorschrift nicht nur eine Wurzel von 
9 pCt, sondern eine solche von etwa 
11 bis 11,6 pCt Harzgehalt veriangt, 
der Händler daher einen Unterschied 
machen müsse, zwischen ofiScindler 
Waare, d. h. solcher, die nach Vorschrift 
des D. A.-B. IV geprüft 9 pCt Harz 
enthalt, — und einer Waare, die völlig 
extrahirt einen G^esammtgehalt von 
9 pCt. Harz aufweist 

Schweissinger , welcher sich eben- 
falls mit der Prüfung der JalapenknoUen 
beschäftigt hat, bestätigt durch seine 
Befunde und Angaben diejenigen 
Fromme^s und giebt gleichzeitig eine 
weitere Methode bekannt, mittelst 
welcher er gute Resultate erzielt haben 
will. Dieselbe hat in dieser Zeitschrift 
Platz gefunden, doch möchte ich die 
Methode zum besseren Verständniss 
meiner Ausführungen hier nochmals 
kurz wiederholen. 

Nach Schweissinger werien 10 g der 
feingepulverten JalapenknoUen in einem 
Schüttelqrlinder mit 100 ccm Weingeist 
Übergossen, 24 Stunden unter mehiiachem 
Schütteln bei etwa 30 ^ ausgezogen. 
Von der über dem abgesetzten Pulver 
stehenden alkoholischen HarzlOsung 
pipettirt man dann vorsichtig 60 ccm 
ab, lässt den Alkohol unter Erwärmen 
verdunsten und wäscht das zuiUck- 
bleibende Harz nach Vorschrift des 
Arzneibuches mit Wasser, worauf das 
Harz getrocknet und gewogen wird. 

Nach dieser Methode arbeitend, erhielt 
Schweissinger 12 pCt. Ausbeute an 
Harz, während sich aus grobem Pulver 
von derselben Ldeferung Jalapenwurzel 
nach Vorschrift des D. A.-B. nur 9,6 pCt. 
— also 2,4 pCt weniger — isoliren 
Hessen; eine allerdings etwas grosse 
Differenz, die ich bei meinen Unter- 
suchungsergebnissen nicht constatiren 
konnte. 

Schweissinger erhielt bei Anwendung 



104 



Zeitschrift (PL C. No. 52, Jahrg. 1890): 
,,Di6 Jalapenknollen sollen schlechter 
geworden sein — durch die Natur oder 
die Menschen? Gute Jalapenknollen 
des HaMels — and nur diese sollten 
pharmaceutische Verwendung finden — 
geben auch heutigen Tages noch 
mindestens 10 pCt. Ebrz.^ Auch ander- 
weitig in der Literator (z. B. Hageres 
Handb. d. pharm. Prax., neue Bearbeitg. 
von Fischer und Hartimch^ 11, S. 104/ 
wird auf das Irrige dieser Ansicht hin- 
gewiesen'-und gesagt, dass auch gegen- 
wärtig Knollen mit 10 pCt. Harz noch 
unschwer zu beschaffen sind. 

Dieser Meinung muss auch ich mich 
anschliessen, da ich Gelegenheit hatte 
zu beobachten, dass z. Zt. auf dem 
Drogenmarkt noch genug Angebot von 
Waare gemacht wird, die durchschnitt- 
lich 10 bis sogar 16 pCt. Harz enthält. 

Das Arzneibuch IV hat nun jedenfalls 
deshalb die Mindestforderung an Harz 
wieder auf 9 pCt. erhöht, was umsomehr 
berechtigt ei^cheint, wenn man die 
Arzneibücher anderer Länder zum Ver- 
gleich heranzieht, die in ihren Anforder- 
ttngien meist auch nicht bescheidener 
sind; so verlangen z. B. Ph. Austriac. 
10 pCt., Ph. Britic. 9 bis 11 pCt, Ph. 
Ünit-Stat 12 pCt., Ph. Italic, von dem 
getrockneten Pulver ebenfalls 12 pGt., 
PL Gallic. sogar 15 bis 18 pCt. 

Was nun die Prüfungsvorschrift des 
deutschen Arzneibuches betrifft, so ist 
diese — abgesehen von wenigen Text- 
änderungen — in den verschiedenen 
Ausgaben immer die gleiche geblieben. 
Das Arzneibuch giebt für die Ermittelung 
des Haizgehaltes in der Jalape überhaupt 
keine besondere Vorschrift; es lässt 
denselben nach der gleichen Methode 
bestimmen, wie sie zur Gewinnung des 
Harzes aus den EnoUen vorgeschrieben 
wird. Die Unzulänglichkeit dieser 
Prflfungsvorschrift in Bezug auf die 
Ermittelung des Gesammtharzgehaltes 
ist neuerdings bereits von verschiedenen 
Seiten erörtert und unter Beifügung 
von Analysenresultaten bewiesen worden. 
So haben Dr. Fromme (Apoth.-Ztg. 
No 99, Jahrg. 1900 — Ref. Ph. C. No 1, 
Jahrg. 1901), Dr. JEuarl Dieterich (ebenda 



No. 100, Jahrg. 1900 -- Ref. Ph. C. 
No. 1 , Jahrg. 1901) und Dr. Schweissinger 
(Ph. C. f. Deutschi No. 1, Jahrg. 1901) 
darauf hingewiesen. Nach der Arznei- 
buch-Vorschrift verfahren, wurde stets 
weniger (bis über 2 pCt.) Harz gefunden, 
als wirklich vorhanden war. Es wäre 
gewiss am Platze gewesen, im Arznei- 
buche getrennte Vorschriften zu geben 
und zwar einestheils eine solche für die 
Gewinnung des Harzes im AUgemeinen, 
andemtheUs eine solche für die 
quantitative Prüfung der Wurzel auf 
ihren Harzgehalt Zum Mindesten hätte 
im letzteren Falle an Stelle des groben 
— feines bezw. mittelfeines Pulver vor- 
geschrieben werden müssen, da bekannt- 
lich feinere Pulver schneller und voll- 
ständiger sich ausziehen lassen als 
gröbere. 

Ganz abgesehen von den Forderungen 
des deutschen Arzneibuches ist es be- 
sonders für den Grossdrogisten, welcher 
doch auch für Betriebe, die sich mit 
der Herstellung der Resina Jalapae im 
Grossen befassen, sowie für andere 
Länder, deren Arzneibücher verschiedene 
Anforderungen in Betreff des Harz- 
gehaltes dieser Droge stellen, zu liefern 
hat, von Werth, eine sichere und 
bewährte Methode zu besitzen, dnrdi 
welche in möglichst kurzer Fnst der 
Gesammtgehalt der Droge an Harz 
ermittelt werden kann, um baldigst in 
der Lage zu sein, über etwaige Angebote 
entscheiden zu können, denn nach der 
Höhe des Harzgehaltes richten sich 
selbstverständlich der Werth der Droge 
und damit verbunden die Höhe des 
Preises. 

Von diesem Standpunkt ausgehend, 
sind von mir mit genannter Droge 
Versuche in verschiedener Weise unter- 
nommen worden. 

Fromme erhielt bei Anwendung 
der Vorschrift des deutschen Arznei- 
buches aus grobem Pulver im Mittel 
6,63 pCt, aus feinem Pulver dagegen 
7,96 pCt, während der wirkliche (Je- 
sammtharzgehalt der betr. Droge im 
Mittel 8,47 pCt. betrug, also 1,84 pCt 
mehr als wie nach der Vorschrift des 
D. A.-B. IV erhalten werden konnte. 



127 



Sabstanz mit 1 g Pepsin Merck (das keine 
bestimmbare Mengen Aetherextract enthielt), 
480 eem Wasser nnd 20 ocm 25proc. Salz- 
dare bei 37 bis 40 <> C. 24 Stunden der 
Verdaaang ausgesetzt, der Rackstand ab- 
fiitrirt, gewaschen, getrocknet nnd mit Aether 
extrahirt wurde, während die Filtrate mit 
Aether ansgeschttttelt nnd der Aetherrflckstand 
dem übrigen Extracte zngefflgt worde. Die 
m Folge des Klebergehaltes schlecht filtriren- 
den Stoffe wurden klar erhalten durdi 
Filtration durdi Porzellantrichter, deren Sieb- 
platte mit Papier nnd gezupftem Asbeste 
beechiekt war, unter Zuhilfenahme der Sang- 
pampe. Die erhaltenen Resnitate sind folgende: 
1. Die zweite zwOlfstflndige Eztraction ohne 
Pulvern ergab keine nennenswertbe Steiger- 
img der Aetherextractmenge. 2. Bei Pulver- 
isirung vor der nochmaligen Extraction ver- 
mehrte sich die Menge des Aetlierextractes 
um 0,3 bis 0,4 pOt 3. Bei der Extraction 
Dsdi vorheriger Verdauung nadi Dormeyer 
veihidten sich die einzelnen Substanzen sehr 
verschieden. Die gefundenen Werthe fflr 
Palmkemkuchen, Weizen kicie, Wieeenheu, 
Dinkelstroh, Strohstoff, Tropon, Leinkuchen, 
Schafkoth lagen innerhalb der Fehlergrenze 
(0,3 pCt.). Bei Sesamkuchen, Rapskuchen, 
getrockneter Schlempe betrug die Erhöhung 
dns Fettgehaltes 0,35 bis 0,51 pGt., der 
ursprünglichen Substanz, bei Baumwollsaat- 
mehl, Fleischmehl, Mohnkuchen, Malzkeimen 
und Biertrebem 0,7 bis 1,14 pCt, aber bei 
Kleberpräparaten 4,78 bis 5,74 pGt. Durch 
qualitative Reactionen konnte nachgewiesen 
werden, dass es sich tlberall, namentlich beim 
Kleber, in der Hauptsache um wirkliches 
Fett handelte. Bei den vom Verfasser aus- 
geffihrten Ausnutzungsversuchen mit Kleber 
erhielt er unter Zugrundelegung der gewöhn- 
lichen Fettanalyse negative Werthe fflr den 
Vo^uungscoSfficienten des Fettes, während 
die nach Dormeyer gefundenen Zahlen 
bnudibare Resnitate lieferten. ^ke, 

Bestimmung des Kartoffelmehls 
in der Hefe. 

Ein fflr die Praxis genflgend genaues und 
dabei einfaches Verfahren zur Bestimmung 
des Mehlgehaitcß ^Kartoffel- oder Weizen-, 
mehles) in der Hefe giebt Dr. A, Heljebra^idl 
in der Zeitschrift fOr Untersudiung der Nähr 
ungs- und Oenussmittel 1902, 58 an. Der 



selbe hatte die Beobachtung gemacht, dass 
Mehlzusätae in der Hefe in einer alkalischen 
FlQssigkeit schnell und rein weiss sich ab- 
setzen, während todte Hefe sich lange Zeit 
schwebend erh&lt. Zur quantitativen Be- 
stimmung reibt man nun die auf ihren Mehl- 
zusatz zu prflfende, genau abgewogene Menge 
mit 20 ccm Sodalösung (mit 7 pCt wasser- 
freier Soda) an und leitet in das in ein 
150 ccm fassendes Spitzglas gegebene Ge- 
misch eine Minute lang einen gelinden CSilor- 
Strom (vier bis fttnf Blasen in der Secunde) 
ein. Nach Unterbrechung des Chlorstroms 
fallt man die FIflssigkeit mit destilluiem 
Wasser bis zum Rande auf, Usst eine halbe 
Stunde lang stehen und giesst dann von 
dem Bodensatz vorsichtig ab. Man fflllt 
nun wiederum mit Wasser auf, Usst das 
gefüllte Spitzglas wiederum eine halbe Stunde 
stehen und wiederholt denselben Vorgang 
noch einmal. Der Bodensatz wird dann 
auf einem gewogenen Filter gesammelt, mit 
Wasser gründlich nachgewaschen und nach 
einander mit Alkohol, Aether, Petrol&ther 
behandelt Nach eiustündigem Trocknen 
bei 100 bis 105 <> steUt die Stärke ein rein 
weisses Pulver dar. 

Es empfiehlt sich, den Mehlzusatz zur 
Hefe als wasserfreie Stärke anzugeben, da 
die Angabe hierdurch noch genauer wird, 
zumal man nicht weiss, welchen Stärkemehl- 
gehalt das Mehl in jedem einzelnen Falle 
gehabt hat. Vg, 

Als Ersatzmittel für bittere 

Mandeln 

werden nach Angabe von Frot. L. Wittmdck- 
Berlin (Zeitschr. f. 5ffentl. Chemie 1902, 33) 
in der Bäckerei und Conditorei Pfirsich- 
kerne, auch die Kerne unserer grossen, 
runden, blauen Pflaumen, sowie Aprikosen- 
kerne benutzt Femer werden geraspelte 
frische Goeoskerne als Ersatz ffljr süsse 
Mandeln aus England eingeführt 

Die Samen selbst unterscheidet man am 
besten durch den Geschmack. Bittere 
Mandeln schmecken von Anfang bis zu Ende 
angenehm bitter, während die anderen 
Surrogate anfangs fast alle etwas sflsshch, 
nachher aber unangenehm bitter schmecken. 
Goeoskerne sind leicht durch ihre härtere 

Beschaffenheit beim Genuas erkennbar. 

Vg. 



1*8 



Feststellung des Hafermehl- 
gehaltes im Hafercacao. 

Eine genaue und dabei einfache Methode 
der Bestimmang des Hafermehlgehaltes im 
Hafercacao ist der Hafercacaofabrikation 
sehr erwünscht, da es im Interesse der 
Fabrikanten liegt, daas der Hafercacao nicht 
als reiner Gacao verzollt wird, sondern je 
nadi dem Gehalte an Hafermehl eine Rück- 
vergQtnng stattfindet. Dr. Peters, welciier 
sich mit dieser Frage eingehender beschäftigte 
nnd in der Ph. C. 42 [1901], 819 bis 827, 
eine interessante Arbeit hierüber mittheilte, 
ist mit der Bestimmang der Jodzahl des 
ans dem Hafercacao extnüürten Fettes zu 
genügend genauen Resultaten nicht gelangt. 
Dr. Ooske ist nun m der Lage^ in der 
Zeitschrift für OffenÜiche Chemie 1902, 22, 
eine Methode anzugeben, welche für die 
Praxis als genügend genau zu bezeichnen 
ist, da der Gehalt an Hafermehl bis zu 
1 pCt. Differenz und weniger bestimmbar 
ist Das Verfahren beruht auf der Ver- 
schiedenheit der specifischen Gewichte des 
zur Herstellung des Hafercacaos verwandten 
präparirten Hafermehles und des Cacaos. 
Zur Bestimmung werden 13 cm lange 
Glasröhrchen von 15 ccm Inhalt mit Glas- 
stopfen benutzt, welche in Yiq ^^y ^^^^ 
mit 1 anfangend, getheilt sind. In eines 
derselben werden 3 g Hafercacao und bis 
zur Marke 1 ein Gemisch von Chloroform 
und Aethylenbromid im Verhältniss von 



8 zu 1 gegeben. In ein zweites Röhrehea 
wird 3 g Hafercacao, welches genau 50 pGt 
Hafermehl enthält, gegeben und dasselbe 
ebenso wie das erste behandelt. Das (Ge- 
misch inuss nach dem Durchschütteln genau 
auf 1 einstehen. Nach Gentiifugation von 
einer halben Minute haben sieh zwei 
Schichten gebildet, eine obere feste, aus 
Hafermehl bestehend, und eine untere aus 
der Cacaosnspension. Da die Trennung 
beider Schichten gut zu erkennen ist, so 
lässt sich der Gehalt bis auf 1 pGt genau 
ablesen. Durch Vergleich mit dem 50 pOt 
Hafercacao enthaltenden Röhrchen läast sieh 
der Gehalt an diesem in der fragliehen 
Probe dann berechnen. Vg, 



Von den Kohlenhydratgruppen 
im Albumin aus Eigelb 

ist nach Neuberg (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 12) 
ein Theil des abspaltbaren Zucken als 
Chitosamin liefernde Gruppe vorhanden. 
Ausserdem wurde noch eine zweite Substanz 
aus der Gruppe der Kohlenhydrate, wahr- 
scheinlich d-Zuckersäure, beobachtet; es 
konnte jedoch nicht festgestellt werden, in 
welcher Form der die Zuckers&ure liefernde 
Complex im ursprünglichen Proteinkörper 
vorhanden ist Diese Beobachtung ist im 
Hinblick auf die von Hofmeister und seinen 
Schülern angenommene „zweite Kohlen- 
hydratgruppe^' m emzelnen Albuminen von 
Bedeutung. —he. 



Bakteriologische Mittiieilungeiii 



Oute MUch von tuberkulösen 

Kühen. 

Nach den Untersuchungen von Osterdag 
(Ghem.-Ztg. 1901, Rep. 370) über den 
Taberkelbaeillengehalt der Milch von Kühen, 
die auf Tuberkulin reagirt haben, klinische 
Ersdieinnngen J der Tuberkulose aber noch 
nicht zeigen,^ ist dabei stets ein negatives 
Resultat erhalten worden ; ein positiver Fall 
musste auf Verunreinigung der Milch, wahr- 
scheinlich mit Kothbestandtheilen, zurück- 
geführt werden. Es entstanden weder bei 
der Verfütterung, noch bei der Verimpfung 
des Rahmbodensatzes auf Meersehweinchen 
tuberkulöse Ersehonungen. Die in Folge 
der gegentheiligeu'^^Veröffentlichungen von 
Babinowitsch und Kempner vorgenommene 



Wiederholung führte zu dem gleichen 
Resultate. Sogar in einem Falle von acuter 
Miliartuberkulose war die Milch völlig frei 
von Tuberkelbadllen. Die mikroekopisohe 
Untersuchung von Ausstrichpräparaten stand 
mit dem negativen Ausfalle der Thierversuohe 
stets im Einklänge. Dagegen macht Ver- 
fasser erneut auf die grosse Gefahr der 
Eutertuberkulose aufmerksam. — he. 



Die Fettsubstanz der Tuberkel- 

bacillen, 

wie sie aus trockenen Bacillenmassen durch 
Ghloroformextraction in einer Menge von 
ungefähr 39 pCt. gewonnen werden kann, 
ist nach Kresiing (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 
14) eine dunkelbraune Masse mit gUasen- 



199 



dem Brache^ von der GoDsistenz des Bienen- 
waehses und dem typisclien Oeraohe der 
Ttaberknloeecahnren. Sie Bchmilzt bei 46^. 
Aub dem PhosphorBiaregehalte der beim 
Yerbrennen mit NatriuDicarbonat nnd Am- 
monimnnitrat erhaltenen Aacfae wurde ein 
Leettbingehalt von 0,1 G pGt berechnet 
AosBerdem worde Cholesterin nachgewiesen. 
Die Conatanten waren: Sftnrezahl 23,08^ 



Veraeifnngszahl 60,70, Aetfaerzahl 37,62, 
Hehner'wte Zahl 74,24, Reichert- Meiasl- 
sehe Zahl 2,01, Jodzahl 9,92. Sehmela- 
pnnkt der Fettsäuren 53,5 o, der Alkohole 
43,5 bis 440. Freie Fettalnren 14,38 pOt 
Alkohole 39,1 pGt Doreh die Verseif ong 
wurden 25,76 pOt wasserMsHche Stoffe ge- 
büdet. -A«. 



Technische M 



Zur EnUdnnung 
von WeissblechabfäUen 

leistet nach Nauhardt (Chem.-Ztg. 1902, 
50) das Verfahren des D. R. P. 118358 
usgezeidinete Dienste, indem es die bis- 
herigen Mängel der schwammigen Ausscheid- 
ung des Zinns, der Un^ollständigkeit der 
Entzinnnng nnd der Verunreinigung des 
^ns mit Eisen voilstftndig beseitigt und 
fftr die industrielle Ausbeutung die besten 
Erfolge venprkht Der aus etwa 100 Th. 
Wasser und 10 Th. concentrirter Schwefel- 
Blnre von 60 o B^. gebiklete Elektrolyt wird 
durch Zusatz von Ammoniumsulfat so weit 
tbgestnmpft, dass er Eisen, Kupfer und 
andere Metalle nicht mehr angreift, das Zinn 
aber vollkommen lOst und nach genügender 
Sättigung in reinem, krystallinisch-pulver- 
fönnigem Zustande an der Kathode absetzt 
Der Apparat besteht aus einem mulden- 
förmigen, hölzernen Bottich, der innen mit 
Bleiplatten ausgekleidet ist, die die Kathode 
bilden. Als Anode werden die Weissblech- 
abfalle, verzinnte Kupferdrälite u. s. w. in 
eine Trommel aus Rohr oder Weidengeflecht 
gefüllt, deren innere Flädien ebenfalls mit 
leitend verbundenen Bleiplatlen bedeckt sind. 
Die Trommel taucht zur Hälfte in den 
Elektrolyten und wird in langsame Drehung 
venetzt Die nöthige Stromspannung be- 
trägt 1,7 Volt und darf nicht viel über- 
schritten werden; die Stromdichte beträgt 
25 bis 35 Amp. pro qm. Mit diesem Apparate 
ist nicht nur die Entzinnung in vollkommen- 
ster Weise gelungen, sondern es konnten 
aneh durch Polwechsel irgend welche in das 
Bad gehängte und an den negativen Pol 
angeschlossene Eisen- und Kupferdrähte in 
ganz kurzer Zeit (zehn Minuten) vollkommen 
verzinnt werden. —he. 



ittheilungen. 

Neuer Aetsmitteltrftger. 

Prof. Dr. Lewin hat einen neuen 
Aetzmittelträger angegeben (Berfiner Klin. 
Wochenschrift 1901, Nr. 49), der ähnlich 
manchen Taschenbleistiften gehandhabt wird. 
Durch Druck auf das hmtere Ende des 
Aetzmittelträgers bei abwärts gehaltener 
Spitze gleitet der Aetzstift heraus^ um nach 

I Aufhören des Drückens von der zangen- 
artigen Spitze festgehalten zu werden. Nach 

I dem Gebrauch drückt man bei aufwärts 
gehaltener Spitze abermals auf das hintere 
Ende, worauf der Aetzstift in das im Innern 
befmdliche OlasgefftBS gleitet Dadurch ist 
der Aetzstift m der Zeit, wo er nicht ge- 
braucht wird, der Einwirkung des lichtes 
entzogen. 

I Zu beziehen ist dieser neue Aetzmittel- 
träger von dem Medidnischen Waarenhaus 
zu Berlin, Friedrichsir. 108. 

Bünde Thermometer. 

Das von Vorstädter angegebene sogen, 
„blinde^' Thermometer giebt die Möglichkeit, 
dem Kranken seine Körpertemperatur zu 
I verheimlichen, um ihm schädliche Aufregung 
fernzuhalten. Das Thermometergefäss trägt 
keine Scala; dieselbe wird vielmehr erst 
seitens des Arztes oder der Angehörigen des 
Kranken zum Zwecke des Ablösens aussen 
auf das Thermometer geschoben. 

Zu beziehen ist das blinde Thermometer 
von dem Medidnischen Waarenhaus zu Berlin, 
Friedrichstr. 108. 

Farbendruokverfiahren 
für Olas, Porsellan, Metalle. 

Jules Fraru^ois Barbe zu Berlin-Schöne- 
berg bringt einen Apparat in den Handel, 
mit dem es möglich ist, Olasflaschen, Porzellan- 
bflchsen u. s. w. durch Gummistempel zu 



130 

bedrucken, sodftas den eingebrannten selir weicher Art, mit concentrirter Schwefeisftnie 
fthnliche haltbare Schilder entstehen ; ein nnter Zuhilfenahme von Sauerstoff ttbertrftg^n, 
Eänh^rennen ist nicht nöthig. Die so erzeugte | wie schwefelsaurem Quecksilber, bis die 
Schrift ist wetterbeständig, abwaschbar, halt- ' Kohle unter Entwickelung von Schwefel- 
bar und in verschiedenen Farben herstellbar. , dioxyd und Kohlendioxyd den gewünschten 

Feinheitsgrad erlangt hat. Die Ausbeute 

Zur Darstellung von j wird um so geringer, je länger man erhitat, 

. *r 1«, j. jM> *^®' ^^ Kohlenstoff ist auch um so feiner 

fern vertüeütem Komenstoff • ^^ hochwerthiger. Man kann ein Product 

erhitzt man nach Majert (Ghem.-Ztg. 1902, erzielen, das sich zur feinsten Tusche eignet 
15) möglichst fein zerkleinerte Kohle, irgend und in Wasser suspendirt bleibt. • Ae. 



Verschiedene Mittheilungeii. 

Ueber die Darstellung |««^^ Homologen. Femer reagiren die 

««^i.«%«4<«^v«<^«'ir^i«iA«««rA.oA«Mi4'^4Vw entstehenden aromatischen Kohlenwasser- 

aromatlscherKohlenwasserstoflfe . ^^^^^ ^.^^ ^^ B^^^ ^„^ Permanganat, 

aus dem Erdole ^eU sie keine Dihydro- und Tetrahydro- 

berichtet Zelinsky (Chem.-Ztg. 1902, 68). Verbindungen enthalten. — Ä«. 

Er untersuchte das aromatische Product, das 

aus rohem Erdöl nach der Methode von 

Nikiforow durch consecutive Zersetzung MÜOhmelasse 

unter erhöhtem Drucke in einem eigens i wird dun*ii Vermengen des Eiweisses der 
dazu construirten Apparate erhalten worden Magennilch als feuchtes, griesartiges Pulver 
war. Die zwischen 75 ^ und 180^ G. über* mit Melasse und eventuell trockenen Futter- 
gehende Fraction des Productes macht . mittein hergestellt und liefert eine pulverige 
14,1 pCt des verarbeiteten Erdöles aus etwa 20 pGt. Wasser enthaltende Masse, die 
und besteht aus 58 pCt. Benzol, 28 pGt 15 pCt. Protein, 5 pCt Amidosäuren, 2,5 pCL 
Toluol, femer in geringen Mengen m-Xylol ' Fett, 20 pGt. Zucker, 18 pCt Rohfaser, 
und p-Xylol, Spuren von o-Xylol und 5,7 pOt Asche und 10,7 pGt stickstofffreie 
^-Cumol. Die beiden ersten Kohlenwasser- Extractstoffe hat FUtterungsversuche fielen 
Stoffe sind so rein, dass sie direct in fast vorzüglich aus. Die BeriinerMildicentrale stellt 
theoretischer Ausbeute in die entsprechenden bereits nach Sirohmer (Chem.-Ztg. 1902^ 
Nitroderivate übergeführt werden können. Rep. 14) täglich 500 Meter -Gentner davon 
Durch Behandlung der Fraction mit her, die bei 20 pCt. Wassergehalt mit 11 Mk. 
Schwefelsäure und Alkali erhält man ein I pro Meter-Gentner verkauft werden, ^ke. 
sehr reines Product aus 65,5 pGt bei 80 



Der Zusatz von sobwefligsauren 

Salzen zu Schabefleisch in 

Preussen verboten. 

Der Kampf gegen das Preserveealz 
(,>schweflig8aure Salze'^) als Zusatz zum 



bis 81 C. siedenden Benzols und 29 pCt. 
Toluol vom Siedepunkte 109 bis 111 o G. 
Das gewonnene Erdöl-Benzol hat das spec 
Gewicht 0,8762 bei 19 V4® den Brechungs- 

19 

index Qp =* 1,4987 und den Schmelz- 
punkt --j- 40 G. Die Eigenschaften des 
Erdöltoluols stimmen mit denen des gewöhn- ' Hack- bezw. Schabefleisch seitens der Fleischer 
liehen Toluols fiberein. Die Fraction 180 : in Preussen ist jetzt beendet. In Berlia 
bis 200 G. enthielt Tetramethylbenzol; die waren wegen diesbezüglichen Zusatzes Strafen 
höher siedenden Fractionen enthielten 1,5 bis erlassen worden, gegen welche die Angeklagten 
2 pGt Naphthalin, und in der noch höher 1 Berufung bei dem Kammergericht eingdegt 
siedenden, im Vacuum abdestiilirten Fraction hatten. Dies hat nun die Vorentscheidung 
konnte Anthracen nachgewiesen werden. ! jetzt bestätigt, und somit ist die Verwendung 
Gharakteristisch für das Erdöl- Benzol und j des Preservesalzes daher überall in Preussen 
-Toluol ist das Fehlen des Thiophens und j von jetzt an strafbar. F^. 

Vtrtogtr and TenntwortiUh« L«it«r Dr. ▲• 8e]iB«id«r In nrMdm. 



m 



•f- 4« 



Mos^etig-Battist. 



Bester und billigster Terband Stoff 

approbirt von 

Hern Prof. Dr. Albert MoMtIf . Ritter lom MeeriMf, 

PrinwAnt iee k. k. AllgemelneA KnmkeiluMies ete. et«, te Wta. 

Alleinige Fabrikanten: 

Varehiigto 6ummiwaar«h-Fabriken Harburg-Wiea« 

ErMKlicb in allen Droguen- vnd VerbamMeff-Handlungen. 



+ : »r 



^ .u 



Warna geaatalioh oeaohOtet. 



Die flOestgen Vaeogen-Praparate jnncirlirhp ^^ »^^r iueeerliche An- 
«erden eowohl flr '""^' iii^iir ^^n^yi^j^vererdnet. 

Wir warnen um so naetidrOokllchor vor'Abfobe von 

I M IT ATI O N 8 - Pplpai-atan 

■nii'beHiorken» dnee wir nwi Soi>iitze <ee woHleeorindeten gnten Rufes unterer echten 
Präparate jede Verlejzano unserer eesetzllch qesrtiflt ten Rechte geriohMieb vorfolfon 

wpi den, 

Vasogenffabrik Pearaon St Co. 

6. m. b. H, HAMBURG. 



Acid. citrle, No. pro analysi, No. I D. A. B. IV, 
No. II blelfrei fttr Qennstzwwke. 

▲eid. tartaric No. I D. A. B. IV, No. II bleifrei 
xa OenoBasweekea. 

Cklniii ferro cttriej. Um. 

Coitex eitri'frnet. 

Ferr. eitrto oxrdat l/Um. 

KaL «itrie. 



ff 



KaL tarto'^ic 

Magaef . dtri«. efferrM«. 

Tartaros boraxatns. 

depvratns. 

natrunatns. 

ferratu. 
Aqnä dsttllL, D. A. B. IV, 1 BaUon Mk. 1.- ezel., 
Toa 8 BftlloBB ab 100 kg Mk. 1.— «zol. ab Fabrik. 



Dr. E. Fleischer A €o.^ ehem. Fabr., Bonslao a. Klbe. 



Handverkauf I 



<3SromocoUsal6e 20^ 

Oegtri Jucken vei sohle ienfiter Art. 
— bei HämoiThoiden, Urticaria etc. etc. 



Aetien-Gasallachaft ffOr Anilin-Fabrikation 



Pharmae. Abth. 



Berlin ü. O. aa. 



Cbigenol „Rocbc" "^ 

dn neu«« tfntbettHliefi S«hw«|laIpr!^Mrat n beil«lteii dnnli [die GroMO-Dn^oin 

ISaa^aiSl in Bleehutatmu tob Vi, "» V« ond '/lo KIlofTUui. SBaaSBiSa 

■ Alleinige Fabrikanten: __^_^— ^ 

F. Hoffmann -La Roche & Cie. ?abS'k°« 

BASEL (Schveiz) und QREHZACH (Bsden). 



' Eüfleluhatzmjlte 
W auB friBclien Frilchteo, haltbar, sehr gangbare Handverkanfaartikel I 
Probet, m. 1 kg Mk. 2.90, m, 2 kg Uk. 450 1 frei ontar 

„ 16/2 Fl, (120 g) oder 7/1 Fl. (275 g) Mk. 5.50 f Nachnabme. 
EtÜwtaH u. PrM^klr a«r Wuaech kostealoa briBegeben I 

Pralill««! nnd Mular koalHiiloa Ton — ■ 

Vr. B. riclreliiir A Co., ehem. Fabr., Rsmiau m. BIk«. — Oegr. 1873. 




•^ "•**"'""" Glas-Filtrirtrichter 

mit Innenrippen,. 

das Beste und Praktisoliste 
für jeglioh.e Filtration, 



von PONCET, Glashöttenwerke, 

Fabrik und Lager 

ehem. ptaarmiM!. GefJUse nnd IJtenRiIlcii, 

Berlin S. 0., Köpnicker-Strasse 54. 



Die Jahrgänge 

1881, 1883, 1B84, 1888 bis 1901 der FhannaoeDtiBoheii OeDtnlhaUe werden N bedwteal 
' ' ' i Pieueo abgegeboD daroh die Oeeohiiftsatalle : 

Dresden-A., Schandauer Strasse 43. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

Zeitschrift für wissenschaftliche aad geschäftliche Interessen 

der Pharmaeie. 

Gegründet von Dr. H. Hager 1859; fortgeführt von Dr. B. Oeissler. 

Heraasgegeben Ton Dr. A. Sehaeidw. 



»»» 



Encheint jeden Donnerstag. — Besngspreis Tierteljährlioh: daroh Post oder 
Bnehhsodel 2,50 ML, unter Streifband 8,-- Mk., Anstand 3,60 mOl Xinselne Nummern 30 Pf. 
Anzeigen: die einmal gespaltene Petit-Zeile 25 Pf., bei grösseren Anseigen oder Wieder- 
holungen PreisermSssignng. — Gesehlftsstelle i Dresden (P.-A. 21), Scbandaaer Strasse 43. 
Leiter der Zettsebnlt: Dr. A. Sohneider, Dresden (P.*A. 21), Scbandaaer Strasse 43 
An der Leitung betbeiligt: Dr. P. Süss in Dresden-BIasewitz. 



MW. 



Dresden. 6. März 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLIIL 

Jahrgang 



Tobalt: Chemie nnd Pharmaeie: Zur Etymologie des Oattanganamens „Eukalyptus". — Nochmals das Digitalis- 

faifas. — Magnesia carbonica zur Reinigung Ton Extracten and Tfnctnren. — Nahrengsmittel - Okemie. — Bak* 

tcriologisehe HittlicilaBgeB — Therapevtiaelie MittheUiuigeii. - Teehaiielie MittlieUviigea. 

-• Bflohenchan. 



Chemie und Pharmaeie. 



(( 



Zur Etymologie des 
OattangsnamenB „Eukalyptus 

Von Prof. H. Kufix-Krattse 

Zu der in No. 7 dieser Zeitschrift 
unter „Briefwechsel" als wahrscheinlich 
»ogenommenen Bedeutung der Bezeich- 
nung „Eukalyptus^ sei zur Förderung 
tles sprachwissenschaftlichen Interesses 
nachstehendes bemerkt: 

Der etymologisch richtig mit „wohl- 
bedeckt'' wiedergegebene Name „Euka- 
lyptos** nimmt Bezug auf die eigen- 
thflmUchen Verhältnisse der äusseren 
BIflthenkreise und zwar insbesondere 
&uf das Verhalten des Kelches. Die 
bekanntlich zu den Myrtaceae - Lepto- 
spennoideae - Eukalyptinae gehörige 
Gattnng Eukalyptus besitzt dement- 
sprechend einen oberständigen Kelch, 
welcher aber im Veriauf der Blttthen- 
entwickelung ringsumschnitten, „mtttKen- 
artig'' abgestossen wird. Diese Eigen- 
thfimlichkeit kommt auch in der, wie 
es scheint in der Neuzeit in Vergessen- 
heit gerathenen, deutschen Benennung 



dieser Gattung: „Schönmtttze" ^) 
oder „Schönhaube" '^ zum Ausdruck. 

Ein analoges Verhalten zeigen die 
Blüthenknospen des bekanntlich eben- 
falls zu den Myrtaceen gehörigen 
Caryophyllus aromaticus — 
unsere Gewürznelken. Nur werden bei 
dieser Gattung anstatt des bleibenden 
Kelches die vier an den Spitzen anfäng- 
lich ebenfalls haubenartig zusammen- 
hängenden Kronblätter abgestossen: 
ein Vorgang, welcher sich an den ge- 
trockneten Gewürznelken nach deren 
Aufweichen in Wasser leicht beobachten 
lässt. 

Als historisch bemerkenswertli sei 
noch erwähnt, dass nicht die ölführen- 
den^ sondern die Gummiharze („Kino") 
producirenden Glieder dieser arten- 
reichen Gattung — Harhüich führt in 
seinem der allseitigen Beachtung zu 

*) önger^ Handbuch der Pharmaeie, 1830, 
ir. Band, 2. Hälfte, S. 948. Kostdetxky, All- 
gemeine med. -pharm. Flora, 1835. IV. Band, 
8. 1519. 

•) Leunis^ Botanik iSchul- Naturgeschichte), 
8. Auflage, 1875, S. 175. 



132 



empfehlenden Werke „Die neuen Arznei- 
drogen ans dem Pflanzenreiche" einige 
vierzig Arten anf — zuerst das pharma- 
ceutische Interesse auf dieselbe gelenkt 
haben. So erwähnen Oeiger (1830), 
wie Kostektxky (1835) lediglich 
Eukalyptus resinifera, während 
ja bekanntlich gegenwärtig Eukalyptus 
Globulus und die wie diese Art 
ölerzeugenden Spedes im Vordergrund 
des pharmaceutisch medidnischen, wie 
technischen Interesses stehen. 



Nochmals das Digitalisinfüs. 

In Nr. 7 der Pharmaceutischen Central- 
halle sind von Herrn Corps-Stabsapotheker 
«/. Varges Inf use und Decocte in dankens- 
werthester Weise untersucht. In der 
Einleitung werde ich aber in einer Weise 
citirt, die nur einem mehrfachen Miss- 
Verständnisse entstammen kann. Zu- 
nächst muss ich betonen, dass ich Arzt, 
und zwar Civilarzt bin und zweitens, 
dass sich meine Bemerkungen nur auf 
Untersuchungen der Digitalis und ihrer 
Ersatzmittel erstrecken. Die Vorschrift 
des Deutschen Arzneibuches ist für den 
Verkehr zwischen Apotheker und Arzt 
nur bindend, wenn keine spedellen 
anderen Verabredungen bestehen oder 
keine anderen Vorschriften auf dem 
Becepte enthalten sind. So wenig das 
Arzneibuch den Arzt hindert, Tinctur, 
Extract, Acetum, Pulvis oder Infusum 
zu verordnen, so wenig ist der Civil- 
arzt verhindert, auch andere oder ab- 
geänderte Präparate zu verordnen, be- 
sonders wenn er sich mit dem dispen- 
sirenden Apotheker darüber näher ver- 
ständigt hat. 

Das Arzneibuch ist auch durchaus 
kein unwandelbares Gesetz. Nach Um- 
lauf weniger Jahre erscheint in jedem 
Lande eine andere, sich fortwlübirend 
ändernde Pharmakopoe. Und nidit diese 
Keuausgaben bringen wesentlich Neues 
in die Pharmacie, sondern umgekehrt 
ist die jedesmalige Veränderung im 
Arzneibuche eine Codifidrung der in- 
zwischen eingetretenen Veiänderungen 
in der pharmaceutischen Praxis. 

Bei der Verwendung der Digitalis 
purpurea haben sich aber bei Arzt wie 



Apotheker mehrfach in der Praxis Fehler 
eingeschlichen, fflr welche daa Arzn^- 
buch nicht verantworüich ist. Das 
bessere chemische Verständniss setze 
ich hier beim Apotheker voraus, und 
darum wandte ich mich in einem phar- 
maceutischen Fachblatte an den Apo- 
theker. Wenn das nach meiner Ansicht 
richtige Verhältniss zwischen Apotheker 
und Arzt besteht, so muss auch der 
Arzt die allgemeinsten Orundzüge der 
Arzneibereitung beherrschen, und es 
müssen von Zeit zu Zeit gelegentliche 
Besprechungen zwischen Apotheker und 
Arzt stattfinden, wobei sich die beiden 
Stände als Sachverständige nach den 
beiden verschiedenen Richtungen er- 
gänzen. Meine Notiz war als Material 
für solche Besprechungen und Abmach- 
ungen gedacht in den Händen de& 
Apothekers. 

Den Fehler auf Seite einiger Apo- 
theker verurtheilt Varges selbst Elr be- 
trifft das concentrirte Infus nach Hager\ 
Vorschrift. Ich halte diese Inf use nach 
Hager, wenn ohne Zustimmung des 
ordinirenden Arztes verordnet, für eine 
Uebertretung klarer, unzweideutiger 
Vorschriften ebenso wie Varges, Wenn 
der Arzt davon unterrichtet ist und sich 
einverstanden erklärt, kann von einer 
Uebeitretung keine Rede sein. Dann 
liegt aber ein vom Gesetz nicht be- 
rührter Eunstfehler von Arzt und Apo- 
theker vor. Nachdem Hager im pharma- 
ceutischen Manual Vorschriften für con- 
centrirte Infuse autgenommen hat, ist 
es mir in meiner früheren Praxis be- 
gegnet, dass Apotheker bona fide handel- 
ten und ohne mein Vorwissen aus con- 
centrirtem Infus und Aqua destillata 
das verordnete Infus zu mischen ver- 
suchten. Auf die Bedenken für die ge* 
wünschte Wirkung muss ich hier nodi 
zurückkommen. 

Der angedeutete Fehler auf Seiten der 
Aerzte ist veranlasst durch eine falsche 
Philanthropie, welche dem unberechtigt 
sten Geschrei der Erankenkassen nad^ 
Verbilligung der Arzneimittel, selbst an 
falscher Stelle, nachgiebt. Es findet sich 
in Folge dessen die Empfehlung, Kassen* 
kranken Digitalisblätter zu verordnea 



isd 



und das Infos von den Angehörigen des 
Patienten anfertigen zu lassen. Auch 
hier wird meist ein Fehler in der Wirk- 
ung, also ein Kunstfehler entstehen. 

Wo keine speciellere Vorschrift 
zwischen Apotheker und Arzt verab- 
redet ist (und um den Vorschriften zu 
genflgen, muss diese Verabredung auf 
jedem einzelnen Recepte kenntlich ge- 
macht werden), muss natürlich die Vor- 
sduift des Arzneibuches genau einge- 
halten werden. Wo aber solche Vor- 
schriften gemeinsam ausgearbeitet wer- 
dea, m()chte ich fftr Digitalis nach wie 
Tor meine Empfehlung in Erinnerung 
bringen. Den Apotheker im CiviUeben 
mftsste ich erst noch kennen lernen, der 
das Einvernehmen mit dem Arzte da- 
durch schroff stört, dass er verweigert, 
ein Recept anzufertigen, welches erst 
eine Mischung von Digitalisblftttem und 
Hagnesiumcarbonat vor dem Infnndiren 
vorschreibt. Ein Verweis auf das Arznei- 
bach und die Erklärung, nur das ein- 
fache Infus ohne Hagnesiumcarbonat 
anfertigen zu wollen, wikrde von jeder 
Aufsichtsbehörde zu Ungunsten des Apo- 
thekers entschieden werden. Selbst eine 
Apotheke, in welcher ich fiber manche 
anstatthafte Aenderung an klaren Vor- 
schriften meiner Recepte zu klagen hatte, 
fertigte das Digitalisinf us mit Magnesium- 
earbonat an und fragte mit unverkenn- 
barem Spotte über meine angebliche 
Unkenntniss der ünlöslichkeit des 
Magnesiumcarbonates im Briefkasten der 
Pharmaceutischen Zeitung nach dem 
Zwecke dieses Zusatzes. Ich sah von 
mer Antwort in jener Zeitung ab und 
gab die Notiz an die Apotheker-Zeitung 
(Ph. C. 36 [1897], 380). 

Ich fasste mich damals sehr kurz und 
so konnte meine damalige Mittheilung 
von Herrn Varges missverstanden wer- 
den, indem er schreibt : „Vor Allem soll 
eine Abscheidung der Phosphate, welche 
den pflanzlichen Mikroorganismen zur 
Nahrung dienen, dadurch bewirkt wer- 
den. ** Gegen diesen Satz muss ich Ver- 
wahrung einlegen, so weit der Relativ- 
satz in Betracht kommt. Ich betonte in 
meinem Artikel von damals die Gontact- 
zosetznng und „ausserdem" ge- 



legentlich den N&hrboden für Mikro- 
organismen. 

Herr Varges hat die Extractergebnisse 
bei verschiedener Darstellung festge- 
stellt. Eine Abweichung des Extract- 
gehaltes ist ein Beweis Mr einen Fehler 
und darum ist die Arbeit von Herrn 
Varges dankenswerth. Eine Ueberein- 
stimmung des Extractgehaltes ist aber 
wenigstens für Digitäis kein Beweis 
eines guten Präparates. Fttr letzteren 
Satz mfissen wir uns an die glykosidische 
Natur der wirksamen Stoffe der Digitalis 
erinnern. Eine quantitative Bestimmung 
wie bei den Alkaloiden ist fttr die 
Glykoside nicht leicht möglich. Trotz 
der Vielgestaltigkeit der Digitalisstoffe 
will ich sie hier der Einfachheit des 
Ausdruckes wegen unter Digitalin und 
die Zerset/.ungsstoffe unter Digitaliresin 
summarisch zusammenfassen. 

Bei der leichten Spaltbarkeit der 
Glykoside schon im Contact mit anderen 
Stoffen können in verschiedenen Digitalis- 
infusen die 40 pCt. Extract erhalten 
sein. Darunter kann aber das eine Mal 
das Digitalin als solches und das andere 
Mal in denSpaltungsproducten vonDigitali- 
resin und Zucker aiuftreten. Auf die Ge- 
wichtsverhältnisse hat dies keinen Eän- 
fluss. Die Wirkung ist aber eine völlig 
veränderte, denn Digitalin ist der Träger 
der Digitaliswirkung und Digitaliresin 
wirkt nach Art des Pikrotoxin, was 
z. B. in der Diurese einen Gegensatz 
der Wirkung darstellt. So lange aber 
chemisch Digitalin und Digitaliresin 
nicht im gegenseitigen quantitativen 
Verhältnisse erweislich sind, müssen 
die Erfahrungen des Arztes am Kranken- 
bette mit den Ergebnissen des Apo- 
thekers zusammengehalten werden. 

Nach meinen, viele Jahre zurttck- 
liegenden Untersuchungen besteht ein 
grosser Theil der festen Stoffe des 
Digitalisinfuses aus pectinähnlichen 
Stoffen und phosphorsauren Doppelsalzen 
mit einer zweiten organischen Säure. 
Ohne Anwesenheit von Rlzen im Contacte 
mit den erwähnten therapeutisch in- 
differenten Stoffen können die Digitalis- 
glykoside in die Digitaliresingmppe und 
Zucker zerfallen. Dies kann durch 



134 



Fehler in der Bereitung des Infoses und 
durch Aufbewahren des fertigen Infuses 
entstehen. Wenn im warmen Sommer 
dazu noch Pilzwirkung kommt , so sind 
solche Zersetzungen noch rascher, und 
zwar schon am ersten uud zweiten Tage 
zu befürchten. Ein Nachweis des nor- 
malen Elztractgehaltes kann dann nur 
bis zu einem gewissen Grade die vor- 
schriftsmässige Bereitung beweisen und 
dies nicht einmal nach dem zweiten 
Infusum foliorum Digitalis von Herrn 
Varges. Aber ein Arzt, der ein Digilalis- 
infus für 36 Stunden ausreichend ver- 
schreibt, kann sich auch damit nicht 
zufrieden geben, dass das Infus in wirk- 
samem Zustande die Apotheke yerlässt 
Auch in der Krankenstube nach 24 Stun- 
den muss das Infus unzersetzt sein. Ich 
halte darum ein exactes Arbeiten nach 
dem Arzneibuche bei Bereitung des 
Digitalisinfus für sehr gut; aber icli 
halte diese Bereitung doch noch für 
verbesserungsfähig Nach meiner An- 
sicht ist die Bereitung eines guten 
Digitalisinfuses eine Kunst und wäre 
diese Einsicht stets bei Arzt und Apo- 
theker vorhanden gewesen, so wäre nie 
ein Missgriff in der Weise möglich ge- 
wesen, die Anfertigung von Digitalis- 
infusen durch Laienhände zu empfehlen. 
Eine Kunst kann sich aber immer noch 
vervollkommnen Und ein Vorschlag 
zur Vervollkommnung, nicht zur Stürz- 
ung des Arzneibuches war meine Em- 
pfehlung des anfänglichen Zusatzes von 
Magnesiumcarbonat und des schliess- 
lichen Zusatzes von Alkohol und Glycerin 
Und nicht eigenmächtig von Seite des 
Apothekers soll dies geschehen, sondern 
nach Rücksprache mit dem Arzte und 
nach Belehrung des letzteren durch den 
Apotheker als chemischen Sachver- 
ständigen über die Inconstanz der 
Glykoside. 

Ich glaube, dass nach dieser Erklär- 
ung Herr Corps - Stabsapotheker Varges 
mich nicht mehr als den Vertreter einer 
Gegenpartei ansieht, sondern sich über- 
zeugt, das wir auf dem gemeinsamen 
Boden stehen, die Elrh^tung alter 
galenischer Präparate zu wünschen, 
aber ein exactes Arbeiten zur Erzielung 



höchster Wirksamkeit zu fördern and 
zu verbessern. 

Bad Neaen&hr, BheinpreosseD. Otfek, 

Magnesia carbonica 

zur Beinigimg von Extracten 

und Tinoturen. 

Im AoBohlusB an die vorstehende Arbeit 
von Oefele sei im Folgenden unser kunes 
Referat — Ph. C. 88 [1897], 380 — aof 
Wunsch des Herrn Verfassers etwas aas- 
fOhrlicher wiederholt: 

Auch bei der Neuauflage unserer I%arma- 
kopöe war eines der schwierigsten Giq^itel 
dasjenige der Extracte; der Aufschwung der 
Verwendung von Fluideztracten hat dooh 
noch nicht den Verbranch von eingedickten 
Extracten verdrängen können. Audi die 
rerschiedenen reinen Alkaloide, Glykoside 
und Säuren können diese Art Extracte nie 
ganz entbehrlich machen. Drogen, wie 
Digitalisblätter, enthalten eine Summe be- 
kannter und unbekannter verschiedener Stoffe, 
deren Zusammenwirken erst die empirischen 
Erfolge am Krankenbette gewährleistet Das 
Extract soll nun alle diese Bestandthefle in 
concentrirter handlicher Form bieten. Zur 
Herstellung eines concentrirteeten ExtraetCB 
müssen aber ausser den Auszugsflüssigkeiten 
auch die indifferenten Stoffe, wie Chlorophyll, 
Pektine, lösliches Pflanzeneiweiss und Zueker 
entfernt werden. Bei dem organisohen 
Charakter der differenten Stoffe muss auch 
den anorganischen und organisch - anorgan- 
ischen Grenzstoffen besondere Beachtung 
geschenkt werden. An und für sich treten 
viel leichter zersetzende chemische Wechsel- 
wirkungen in Mischungen von organischen 
und anorganischen Stoffen auf, als in Misch- 
ungen rein organischen Charakters; die 
lonentheorie und die Unmöglichkeit, solche 
Mischungen wasserfrei zu halten, machen 
diese Thatsache auch erklärlich. Ausser- 
dem ermöglichen aber auch diese anorgan- 
ischen Beimengungen das Gedeihen pflani- 
licher Mikroorganismen, deren Anwesenheit 
die wirksamen Stoffe zerstörend beeinflussen 
kann. Diese anorganischen Bestandtheile 
der bisherigen Extracte sind vielfach aach 
schwer löslich, scheiden sich darum in alten 
Extracten aus und sinken wegen ihres höheren 
specifischen Gewichtes allmählich zu Boden. 

Zu den schlimmsten Beimengungen ge- 



136 



hören anefa die phosphorsaaren Doppelsalze, 
die nieht nur id den eingedlokten Extraeten, 
sondern aadi in den Tinctnren als acfaäd- 
Geher Ballast vorkommen. Ihre Entfernung 
ist ja onfacfa, soweit es sidi um den Aus- 
zug von Drogen mit vorwiegendem Gehalte 
in ditferenten Alkaloiden und Glykosiden 
handelt. Magnesia usta könnte selbst wieder 
zersetzend wirken, es ist deshalb die m- 
differentere Magnesia carbonica zu verwenden. 
In seiner Praxis, besonders gegenflber Medi- 
eunenten der so sehr zersetzlichen Digitalis- 
gmppe, machte Oefele schon lange Gebrauch 
Ton der Magnesia carbonica. Die gesammte 
Magnesia mit Stoffen, die ffir die Arznei- 
whrkung indifferent, für die Haltbarkeit aber 
sehr different sind, wird im FUterrflckstand 
aosgescbieden. Dies schliesst die Verwende 
nng der Magnesia carbonica für Extracte 
ans^ deren Mutterdrogen wirksame, in der 
Magnesiabinduug unlösliche Stoffe enthalten, 
z. 6. bei der Jalape. Aus dem verbleiben- 
den Wirkungafelde wftren vor Allem die 
narkotischen Extracte und Tinctnren und die 
entsprechenden Präparate der Di^talisgmppe 
mit Magnesia carbonica zu reinigen. 

Die Technik der Magnesiareinigung be- 
steht z. B. bei einer concentrirten Infustinctur 
der Digitalis darin, dass man erst em wtaer- 
iges Infusum auf warmem Wege darstellt, 
der Colatur Magnesia carbonica (Pulvis 
subtilissnnus) im Gewicht der verbrauchten 
Folia Digitalis zurflhrt und nun auf dem 
Wasserbade auf einen Bruchtheil der ur- 
sprünglidien Flüssigkeit eindampft, z. B. auf 
das fünffache bis siebenfache Gewicht der 
verbrauchten Folia Digitalis. Diesem Pro- 
dncte wird das gleiche Gewicht TOgrädigen 
Alkohols zugesetzt, das Ganze durchgeschüttelt 
nnd bis zum Absetzen bei Seite gestellt. Damach 
wird durch Abgiessen, Pressen und Filtriren 
eine klare, haltbare Digitalisinfustinetur von 
Yio Concentration gegenüber der Rohdroge 
gewonnen. Bei der Verschiedenheit der 
differenten Digitalisstoffe in ihrer Alkohol- 
und WasserlMichkeit entspricht die eben 
erwähnte Digitalisinfustinetur einem ver- 
besBoten Infusum concentratum. Der offi- 
einellen Tlnetur als gereinigte alkoholische 
TInetur entspräche folgendes Recept: Gleiche 
GewicfatstheUe Pulvis foliorum Digitalis und 
Magnesiae carbonlcae werden innig gemischt 
ond mit dem sieben- bis achtfachen Digitahs- 



gewicht absoluten Alkohols zur Tmoturberdt- 
ung angesetzt Da der Magnesiazusatz die 
LOslichkeit der Hanse und Fette aufhebt, 
so ist die Verdünnung des Alkohols zur 
Maceration unnOthig und es kann daher mit 
concentrirtestem Alkohol gearbeitet werden. 
Dieser verhindert vereint mit dem Magnesia- 
zusatz fast völlig den Uebergang von an- 
organischen Verbindungen (auch der Kali- 
und Natronverbindungen) in das Macerat 
Nach Fertigstellung des Letzteren wvd mit 
destillhiem Wasser ungefähr auf das Andert- 
halbfache des Macerates (gleich dem zehn- 
fachen der Digitalisrohdroge) aufgefüllt und 
einige Tage stehen gelaasen. Dann wird filtrirt, 
da jetzt die trübende Suspension nicht mehr 
durch das Filter geht Das Absetzen war 
genügend lange ausgedehnt, wenn das Flltrat 
völlig klar erscheint Dieser Tbctura Digitalis 
1 : 10 könnte zweckmässig auch zur An- 
fertigung der verschiedensten Dispensations- 
formen ein gereinigtes Fluidextract der Stärke 
1:1 an die Seite gestellt werden. Man 
brauchte nur die obige Infustinctur oder 
besser die letztere alkoholische Tinctur auf 
zwei Drittel des Gewichts der verbrauchten 
Digitalis vorsichtig einzudampfen, durch 
Glycerinzusatz auf das ursprüngliche Digitalis- 
gewicht zu ergänzen und zu fUtriren, um 
das Fluidextract 1:1 zu erhalten. Ohne 
Glycerinzusatz kann aber auch zu einem 
dicken Extract eingedampft werden, das dem 
Extractum Digitalis der Pharmakopoe ent- 
spräche. In gleicher Weise hätte auch eines 
der narkotischen Kräuter, wie Belladonna 
zum Beispiel, gewählt werden können. 

Aber nicht nur für Präparate, die ein 
und mehr Jahre in der Apotheke vorräthig 
gehalten werden, sondern für die Dispensation 
ex tempore kann die Magnesia gleichfalls 
Verwendung finden. Gerade für die Digitalis 
wieder ist es im Sommer unangenehm, dass 
Infuse oft schon am zweiten Tage zersetzt 
sind. Hiergegen kann man direct den 
Digitalisblättem vor der Infusion die kohlen- 
saure Magnesia beisetzen und das fertige 
Infu9 mit etwas Alkohol und Glycerin an- 
statt des Sirupes versetzen. Dieser Zusatz 
ist gleichzeitig Conservirungsmittel und für 
die meisten Menschen ein zusagenderes Ge- 
schmackscorrigens als der Zuckergeschmack 
des Sirupes. r. Th, 

Äpoth,'Ztg, 1897, No. 40. 



136 



M a h p u n g s m i 

Die Bestimmung des 

Milchsuckers in der Milch durch 

Folansation und BeducÜon. 

Allgemein gilt die Bestimmung des Milch- 
zackers in der Milch mittelst der optischen 
Methode als unsicher, indem man annimmt, 
dass die Milch neben Milchzucker noch andere 
rechtsdrehende, nicht reducirende Kohlen- 
hydrate enthalte, welche bewirken, dass in 
der Regel durch Polarisation unrichtige, und 
zwar höhere Resultate als durch Bestimmung 
mittelst FßA/m^^Bcher LOsung erhalten wer- 
den. Zuerst berichtete wohl Ritthausen 
über ein solches von Milchzucker verschie- 
denes Kohlenhydrat Schmöger fand, „dass 
die gewichlBimalytisdie Zuckerbestimmung 
m der Milch nach Tollens, in geringerem 
Maasse auch nach Soxklet, nicht unwesent- 
lich niedrigere Zahlen liefere als die polari- 
metriflche Analyse'' und folgert aus seinen 
Versuchen: ,^onach könnte man wohl auf 
den Gedanken kommen, dass in der Milch 
ausser dem Milchzucker noch eine zweite 
Substanz ist, welche ebenfalls nach rechts 
dreht, aber im Verhältniss zum Drehungs- 
vermögen schwächer redndrt als der Milch- 
zucker/' B6champ will aus den milch- 
zuckerfreien Extractivstoffen der Kuhmilch 
einen dextrinähnlichen Körper durch Fällung 
mit Bleiessig erhalten haben, welcher Fehling- 
sehe Lösung erst nach dem Aufkochen redu- 
cirt, während Milchzucker schon bei niedriger 
Temperatur Reduction bewirke. Er hält die 
polarimetrische Bestimmung des Milchzuckers 
in der Milch ftlr ebenso fehlerhaft, wie die 
Bestimmung durch Reduction. v. Räumer 
und Späth gelangten neuerdings durdi ihre 
Untersuchungen zu der Ueberzeugung, „dass 
die Bestimmung des Milchzuckers auf polari- 
metrischem Wege unzulässig sei, da die so 
gewonnenen Resultate mit den auf gewichts- 
analytischem Wege erhaltenen Zahlen in 
vielen Fällen nicht übereinstimmen, indem 
ein dextrinartiger Körper die durch Polarisation 
gewonnenen Zahlen beeinflusse". 

Sie setzten zu 50 ccm ungekochter oder 
zu vorher gekochter Milch 10 ccm Bleiessig, 
ffillten zu 100 ccm auf und polarisirten 
das Filtrat. Die Polarisation des Filtrates 
ungekochter Milch ergab der Reductions- 
methode gegenüber stets zu niedrige Resultate, 



ttel-Chemie. 

die von gekochter Milch ergab y^Ai gute 
Uebereinstimmung" mit der gewiditi- 
analytischen Methode und „gute Ueberein- 
stimmung" wurde erhalten, wenn man 
100 ccm des durch halbstündiges Erhitzen 
der Milch mit Essigsäure erhaltenen Semms 
mit 10 ccm Bleiessig versetzte und das 
Filtrat davon im 220 mm -Rohr polarisirte. 
Da jedoch auch bei einzehien Miichproben 
durch Polarisation bedeutend höhere Werthe 
als durch Reduction erhalten wurden, so 
folgerten sie, dass manche Milchproben einen 
zweiten rechtsdrehenden, aber nicht redn- 
cirenden Körper enthielten, oder dass dieser 
wenigstens nicht in jeder Milch in einer das 
Untersuchungsergebniss störenden Menge 
enthalten sei. 

In einer längeren und eingehenden Arbeit 
über dieses Thema berichtet nun Dr. A, 
Scheibe (Müch-Zeitung 1901, 113), dass nach 
seinen Untersuchungen die von v. Raumer 
und Späth gelegentlich gefundene Ueber- 
emstimmung nur eine scheinbare sei, welche 
durch die Gompensation verschiedener lusher 
unbekannter oder nicht beachteter Fehler, 
welche in stärkerem Maasse der polari- 
metrischen, in geringerem der Reductions- 
methode anhaften, bewirkt wird. Verfasser 
fand, dass die Salze der Milch das Ergeb- 
niss der gewichtaanalytischen Milchzucker- 
bestimmung beeinflussen können und aus 
den Resultaten seiner angestellten zahlreichen 
Versuche ergiebt sich: 1. Die Niehtberfick- 
sichtigung des Niederschlagsvolumens läset 
bei Anwendung der Polarisationsmethode den 
Milchzucker zu hoch erscheinen. 2. Die 
Resultate, welche nach der gewichtsanaly- 
tischen Reductionsmethode mittelst FehUfig' 
scher Lösung, und zwar nach Ausschluas 
des störenden Einflusses der Kalksalze, er- 
halten werden, stimmen mit jenen nach der 
Polarisationsmethode vollkommen überein, 
sobald bei dieser die Fehler ausgeschaltet 
werden, die man bisher durch Vernachlässig- 
ung des Niederschlagsvolumens und durch 
die hier unzulässige Anwendung von Blei- 
essig gemacht hat. Zum Schlüsse fasst Dr. 
A. Scheibe die von ihm richtig gestellten 
Methoden der gewichtsanalytischen and 
polarimetrischen Bestimmung des Milchzudcen 
wie folgt zusammen: 



137 



QewiehtfaiialTtUehe Battimmiuig mittelst 
FeUing'soher Löiimg: 
25 eem Milchy verdOnnt mit 400 ocm 
Wasser, werden mit 10 ccm der als Be- 
standtheil der Fehling'Bohen Lösung 
rorr&tbig gehaltenen Knpfervitriol- 
lösnng (69,28 g im Liter), dann mit 
3,5 bis 4 eem Normalnatronlange, dar- 
an! mit 20 ccm einer kalt gesättigten 
Lösung von Fluornatrium versetst, 
naeh halbstflndigem Stehen zu 500 
eem aufgefüllt und 100 ccm des 
Fiitrats mit 50 ccm Fehling'sQher 
Lösung in einer tiefen Porzellanschale 
6 Minuten lang im Sieden erhalten. 
Das ausgeschiedene Kupferoxydul 
wird im Asbestrohre gesammelt, im 
Wasserstoff Strom reducirt und die ent- 
sprechende Mllehzuckermenge aus der 
von Soxhlet angegebenen Tabelle 
berechnet 

PolariMetrisehe BestimmuBg: 
75 ccm Milch werden mit 7,5 ccm 
Sehwefelsfture von 20 Oew.-pCt und 
7,5 eem einer Quecksilberjodidlösung 
versetzt, die wie folgt bereitet wird: 
40 g Jodkalium werden in 200 ccm 
Wasser gelöst, mit 55 g Quecksilber- 
Jodid getfcbflttelt, zu 500 ccm aufge- 
fflllt und von ungelöst gebliebenem 
Qnecksilberjodid abfiltrirt. Nach dem 
Auffüllen der mit den Kl&rflttssig- 
keiten versetzten Milch zu 100 ccm 
wird das Filtrat im 4 dm-Rohr bei 
17,5<> C. polarisirt Bei Benutzung 
des Halbschattenapparates mit doppel- 
ter Quarzkeilcompensation von 
Schmidt und Hänsch ist ein 
Saecharimetergrad auf 0,16428 g Milch- 
zaeker in 100 ccm Lösung umzu- 
reehnen. Bei Polarisationsapparaten 
mit Kreistheilung und Natriumlicht 
ist bei 20^ G. zu polarisiren und ein 
Grad im 4 dm-Rohr = 0,4759 g Milch- 
zneker in 1 00 ccm zu setzen. 

Zur Beseitigung des durdi das Volumen 
des Niederschlags hervorgerufenen Fehlers 
ist entweder folgende Correctur anzubringen: 
bei Vollmilch (2,8 bis 4,7 pCt. Fettgebalt) 
ist der gefundene Milchzuekergehalt mit 0,94, 
bei Magermilch mit 0,97 zu mnitipliciren, 
oder es ist ^bei Rahm und Colostrum unter 
aUen Umstfinden"! das Volumen des Nieder- 



schlags wie folgt zu ermitteb und zu be- 
rücksichtigen : a) Es ist das Drehungsver- 
mögen von 10 g reinem lAüchzueker, gelöst 
in 75 ccm Wasser, versetzt mit 7,5 eem 
der 20proc Sohwefehfture und 7,5 ocm der 
Quecksilberlösung, aufgefüllt zu 100 com, 
zu bestimmen. Die so gefundenen Gramm 
Milchzucker entspredien dem M^ der Formel 

b) In 75 ccm der zu untersuchenden Milch 
werden 10 g Milchzucker unter Erwftrmen 
gelöst, nach dem Abkühlen mit 0,5 ccm 
conoentrirtem Ammon versetct, nach zehn 
Mmuten langem Einwirken des Ammons 
7,5 ccm 20proc Sehwefelsfture und 7,5 ccm 
Quecksilberlösung hinzugefügt, zu 100 ocm 
aufgefüllt und das Filtrat polarisirt; zieht 
man von der so ermittelten Drehung jene 
ab, welche durdi 75 com der Milch allein 
verursacht wird, so bildet der sich hieraus 
ergebende scheinbare Gehalt an Grammen 
zugesetzten Milchzuckers das M^ der Formel. 

c) Das Volumen des Niederschlags berechnet 
sich: das Volumen der Flüssigkeit -{- dem des 
Niederschlagsvolumens (= NV) = 100 ccm; 
diesem Volumen entspricht M'; das Volumen 
der Flüssigkeit = 100 — NV; diesem 
Volumen entspricht M^ oder 100 :M2 = 

(100-NV):M»;NV = ^^'"-/^'''- 

M 

d) Der wiridiche Gehalt der Milch an Milch- 
zucker berechnet sidi durch Multiplication 

,. . 1. r. ^ . .100 — NV. 

des schembaren Gehaltes mit -—- 

100 

Zar Erkennung 
erhitst gewesener Milch 

verfahren du Bot und Koehlej' (Ghem.-Ztg. 
1902, Rep. 13) in der Weise, dass sie der 
Ifilch 2 pOt einer Iproc. Lösung von 
Waaserstoffperoxyd zusetzen und das in 
erhitzter Milch nicht zersetzte Wasserstoff- 
peroxyd durch Jodkaliumstftrkekleister nach- 
weisen. Zu 50 ccm Milch setzt man 1 com 
Wasserstoffperoxy d , schüttelt krftftig, giesst 
3 ccm in ein Reagensglas und setzt die 
gleiche Menge JodkaKumstftikekleister hinzu. 
Nach dem Umschütteln tritt bei roher Milch 
starke Blaufärbung ein, erhitzte Milch bleibt 
rein weiss. Formaldehyd und Kalium- 
bichromat stören die Reaction nicht, ebenso 
wenig das Sauerwerden der Milch. Die Er- 
kennungsgrenze liegt bei 800 G. _j^ 



138 



Zum Gtosets, 
betrefEend die Sohlaohtvieh- 



iind Fleischbeschau 

entnehmen wir der Denteohen Medicinai- 
Zeitung Folgendes: 

Auf Gnind der Bestimmangen im § 21 
des Gesetzes^ betreffend die Schlaehtrieh- 
und FleiBohbesefaaUy vom 3. Juni 1900 
(Reiohs-OesetzbL S. 547) hat der Bnndesrath 
die nachstehenden Bestimmungen beschlossen: 

„Die Vorschriften des § 21 Abs. 1 des 
Gesetzes finden auf die folgenden Stoffe, 
sowie auf die solche Stoffe enthaltenden 
Zubereitungen Anwendung: Borsäure und 
deren Salze, Formaldehyd, Alkali- und Erd- 
alkali-Hydroxyde und -Carbonate, schweflige 
Säure und deren Salze, sowie unterschweflig- 
saure Salze, Fluorwasserstoff und dessen Salze, 
Salicylsäure und deren Verbindungen, chlor- 
saure Salze. Dasselbe gilt für Farbstoffe 
jeder Art, jedoch unbeschadet ihrer Verwend- 
ung zur Gelbftrbung der Margarine und 
zum Färben der Wursthflllen, sofern diese 
Verwendung nicht anderen Vorschriften zu- 
widerläuft^^ 

Der § 21 lautet: ^^ei der gewerbs- 
mässigen Zubereitung von Fleisch dürfen 
Stoffe oder Arten des Verfahrens, welche 
der Waare eine gesundheitsschädliche 
Beschaffenheit zu verleihen vermögen, 
nicht angewendet werden. Es ist verboten, 
derartig zubereitetes Fleisch aus dem Aus- 
land einzuführen, feilzuhalten, zu verkaufen 
oder scMift in Verkehr zu bringen. 

Der Bnndesrath bestimmt die Stoffe und 
die Arten des Verfahrens, auf welche diese 
Vorschriften Anwendung finden. 



Der Bundesratfa ordnet an, inwieweit die 
Vorschriften des Abs. 1 auch auf bestimmte 
Stoffe und Arten des Verfahrens Anwend- 
ung finden, welche eine gesundheitsschädlidie 
oder minderwerthige Beschaffenheit der Waare 
zu verdecken geeignet rind.'' — 

Durch diese Bekanntmachung ist nunmehr 
die Frage, ob der Zusatz der erwähntea 
Conservirungfr- bezw. Färbemittd erlaubt sei 
oder nicht, endgiltig geltet und die Recht- 
sprechung den Zweifeln bei der BeurtfaeQ- 
ung dieser Frage enthoben. Die sich oft 
gegenüberstehenden Ansichten der Gutachter 
über die Gesundheitsschädlichkeit kommen 
jetzt nicht mehr ausschliesslich in Betracht 

Salicylsäure in den Erdbeeren. 

Bei einer Prüfung der Erdbeeren auf einen 
eventuellen Zusatz von Salicylsäure zur Con- 
servirung ist Vorsicht sehr am Platze, damit 
Irrthümer in der Beurtheiiung bei den dies- 
bezüglichen Untersuchungen ausgeschlossen 
werden. Wie L. Portes und A. Desmoheres 
(Annales de Ghimie analytique 1901, 401 
bis 407, durch Schweiz. Wochensehr. für 
Ghem. u. Pharm. 1902, 11) an der Hand 
von Versuchen festotellten, ist m den Erd- 
beeren eine Substanz vorhanden, welche die 
Reaction der Salicylsäure ^ebt dnd welche 
wahrscheinlich der Methyläther der Salicyl- 
säure ist 

Bezüglich der Entscheidung der Frage^ 
welches die maximale Menge der Salicylsänre 
I ist, welche in den Erdbeeren vorkommen 
kann und von welchen Mengen an es sich 
um einen Zusatz dieser Säure zu den Früchten 
handelt, werden besondere VerOffentliohungen 
von den Verfassern in Aussicht 'gestellt 



Beim 



Bakteriologische Mütiieilungen. 



macht Em. Senft (Pharm. Post 1902, 97) 
darauf aufmerksam, dass zwei häufige Ve^ 
unreinigungen oft grosse Irrthümer hervor- 
zurufen geeignet smd. Es handelt sich hier 
zunächst um Korkzellen, oder besser gesagt, 
sklerotisirte Zellen des Korkes, die 
aus dem Verschluss der Flasdien mit soge- 
nannten „wurmstichigen^^ Korken herrühren. 
Das Bild des „wurmstichigen'^ Korkes 
kommt dadurch zu Stande, dass die sklero- 
tisurten Korkzellen, die gewöhnlich zu ganzen 



Nestern verbunden in dem normalen Kork- 
gewebe liegen, sich dann leicht loslösen und 
die so entstandenen Höhlen oder „Wurm- 
gänge'^ im Korke mit einer bröckeligen Masse 
ausfüllen. Dieses Material fällt dann beim 
Stöpseln einer Flasche mit solchem Korice 
in die m der Flasche enthaltene Flüssig- 
kät und zeigt, unter dem Mikroskope ge- 
sehen, unregelmässige, rundliche Gebilde von 
blassröthlieh- bis dunkelbrauner Färbung. 
Dieselben erscheinen bald vereinzelt, bald 
zu ganzen Gomplexen vereinigt und sind 



139 



entweder acfauppig oder mit dieker Wand 
imd rodibmimeni Inhalt verBehen. Hin und 
wieder zeigen sieh anch Gebilde mit ge- 
sehiditeten Wänden. 

KfinBdich kann man sich ein solehes Bild 
henteUea, wenn man das Oeschabad ans 
dem Inhalte einer solchen KorkhOhlnng in 
starker Kalüange nntersaeht 

FQr die Praxis ergiebt sieh der Rath, wie 
dgentlidi selbatFerständlichy zur Anfbewahr- 
ong der mikroekopischen Reagentien nur 
GlaaBtOpeelflaschen zu benatzen. 

fSne andere Vemnreinigong von aoflsen^ 
die oft zu Tftuschnngen Anläse giebt, ist 
meist dnreh unvorsichtiges Oeffnen ver- 
Bieter Flaschen hervorgemfen, wenn der 
Lsflk nicht ganz sorgfältig entfernt wurde. 
Selbstredend kann hier nur von den ganz 
kleinen Theüchen die Rede sein, da ja 
griSssere Stflckchen sich schon leicht makrö- 
skopiflch erkennen lassen und somit Irrungen 
«msdiliessen. 

Siegellacksplitter erscheinen scharf- 
kantig, durchsichtig; bei billigen Sorten ge- 
wöhnlieh farblos; bei besseren Sorten jedoch 
and sie sch5n violett gefärbt Wird einem 
Boldien Pri^arate Alkohol zugesetzt, so lösen 
■eh die Splitter leicht auf; beim Erhitzen 
ffiflssen sie zu unregelmässigen Tröpfchen 
ZDsammen. 

Um diese Erscheinigung nachzuprilfen, 
kratze man (nicht schaben !) etwas Lack von 
einer Flasche ab und untersuche das Pulver 
in Wasser. Ä. Tk, 

Ueber die 
Anwendung von Reinculturen 

bei der Eäaebereitung im 

Allgemeinen und des Tyrogen 

im SpeoieUen. 

(Nach der „baltischen WocheoscLrift^). 

Ptof. a Happich (MUch- Zeitung 1901, 
676) veröffentlicht hierüber eingehende Mit- 
äieihmgen. Der Käsereifungsprocess ist be- 
kanntlich eine Arbeitsleistung von niederen 
FOzen, welche eine Umwandlung der che- 
mischen und physikalischen Zusammensetzung 
der fadesduneckenden; schwer verdaulichen 
Qoarkmasse hervorrufen^ wodurch erst die 
wohlschmeckende leicht verdauliche Form 
entsteht, welche wir mit Käse bezeichnen. 
Je nadidem bei diesem Process Schimmel- 



pilze oder Bakterien die Hauptrolle spielen, 
spricht man in der Praxis von Schimmel- 
bez. von Bakterienkise und die Thatsadie, 
dass aus keimfreier Milch hergeatellter oder 
mit keimtödtenden Mitteln versetzter Käse 
übertiaupt nicht zur Reife gelangt, beweist, 
dass wirklich Bakterien die Ursache dieses 
Umwandlungsprocesses sind. Es ist also 
ganz besonders vom Käser darauf zu achten, 
dass in dem Käse die richtigen Pilze m 
Ueberzahl vorhanden sind, und dass bei der 
weiteren Behandlung der Käse diesen Pilzen 
die gflnstigsten Bedingungen für ihre Weite^ 
entwidkelung geboten werden. Durch die 
von der Praxis für jede Käseart auage- 
arbeitete Reihe ganz bestimmter Regeln wnd 
in der Käserei trotz der Benutzung von 
ein und demselben Ausgangsmaterial, die 
VerMuedenhett der einzelnen Käsearten er- 
zielt Wenn nun die Käsereifung durch 
Bakterien bedingt ist, so musste es auch 
gelingen, diese Bakterienpflänzchen zu 
isoliren, zu cultiviren und als Reincultur in 
der Pk^xis wie eme Saat zu verwerthen. 
Eine Reihe von K&searten wurde bakterio- 
logisch näher studürt und Versuche mit 
künstlich cnltivurten Reifungserregern sind 
mit: dem Roquefort-, Edamer-, Brie-, Orana-, 
Parmesan-, Gheddar, Gammelost- und Emmen- 
thalerkäse angestellt worden. Hierbei ergab 
sich, dass man es bei der Käsereifung mit 
sehr complicirten biologischen und chemischen 
Vorgängen zu thun hat Die Käsereifung 
ist eine sog.. unechte Oährung, ein Vorgang, 
bei welchem nicht ein einzelner Pilz, sondern 
ganze Gruppen verschiedener Pilze thätig 
smd, die sich gegenseitig in der Arbeit unter- 
stützen. Die Versuche aber zeigten, dass 
es sehr wohl möglich ist, durch Reinculturen 
die Käsereifung schneller, g^eichmässiger und 
besonders mit grösserer Sicheriieit herbei- 
zuführen. Am ehesten geübt und am be- 
kanntesten dürfte wohl die Anwendung von 
künstlich cultivirten Reifungserregem bei 
dem Roquefortkäse sein, jenem aus Schaf- 
milch bereiteten Schimmelkäse, dessen Aua- 
sehen, specifisches Aroma und scharfer 
Geschmack durch den giün.n Pinselschimmel 
bedingt wird. Letzterer wird auf besonders 
dazu präparirtem Brod cultivirt, das Brod 
gepulvert und der KSsemasse augesetzt Die 
grössten Erfolge erzielte die Bakteriologie 
bei dem Lieblingskäse der Norweger dem 



140 



Gammelosi Hier gelang es sämmtliche an 
dessen Reifangsprocess betheiligte Bakterien 
zn isoliren nnd als Reincnltnr für die Praxis 
nutzbar zu machen. Die Reifung dieses 
Käses wird naeh 0. Johna- Olsen durch 
2 Bakterien- und 2 Schimmelarten bedingt^ 
deren Gulturen in Norwegen fabrikmässig 
dargestellt werden. Der Käse wird aus 
pasteurisirter oder kdmfreier Milch herge- 
stellt und mit Hilfe dieser Pilze gegoren 
und gereift Unter den Bakterien der Harz- 
käse, zu denen auch der Sdiweizerkäse 
gehört, kommen besonders 2 Gruppen als 
Reifungserreger in Frage. 1. Die Milch- 
sfturebakterien und 2. specifisdie Pilze^ die 
ein labähnliches^ eiweisslösendes Ferment aus- 
scheiden und von Duclai4x mit dem Namen 
Tyrothrix belegt wurden. Darfiber^ welche 
von beiden Gruppen die eigentlichen Reffungs- 
erreger sind, sind die Ansichten noch ge- 
theilt Prof. AdatnetXy welcher für die 
zweite Gruppe eintritt, zu deren Gunsten 
überhäuft mehr Thatsachen sprechen, studirte 
besonders den Reifungsprocess des Emmen- 
thaler Käses. Nach seinen Beobachtungen 
geht der Reifungsprocess des Sohweizerkäses 
von aussen nach innen vor sich, die Käse- 
rinde bietet den Tyrothrixarten vortreffliche, 
den echten Milchsäurebakterien aber un- 
günstige Entwickelungsbedingungen. Es ge- 
lang Prof. Adametx mit ik Klecki zusammen 
unter enteren ein Bacterium zu finden, das 
schon in der Kultur verschiedene typische 
Merkmale und Vorgänge zeigt, die bei der 
Reifung des editen Schweizerkäses beobachtet 
werden. Adametx folgert daher auch noch 
aus weiteren Versuchen, dass er in dem be- 



sagten Pilz den specifischen Reifungs- und 
Aroma-Erreger des Schweizerkäses gefunden 
hat und nannte den Pilz semer werthvofien 
Eigenschaften wegen Bacillus nobilis, den 
Edelpilz des Schweizerkäses. Neuerdings 
werden nun von der chemischen Fabrik 
H. Beerend in Bremen Reincnlturen des 
Bacillus nobilis unter dem Namen Tyrogen 
zum praktischen Gebrauch für Käsereien 
feilgeboten. Dasselbe ist ein weisses Pulver, 
welches in dunkelen etwa 100 ccm fassen- 
den Gläsern zum Verkauf kommt Es ge- 
langt zur Anwendung einmal durch Zusatz 
zur verkäsenden Milch und zweitens durch 
Einreiben in die Käserinde. Nach der Ge- 
brauchsanweis mg beschleunigt das Tyrogen 
die Käsereifung und ruft im Käse das feine 
specifische Aroma des Emmenthaler Käses 
hervor. Es wirkt schädlichen Gährungen 
im Käse entgegen und verleiht dem Käaerei- 
betriebe eine grössere Sicherheit lieber die 
mit dem Tyrogen erzielten Resultate verlauten 
keine übereinstimmende Mittheilungen und 
da bei der grossen praktischen Wichtigkeit 
dieser Frage, weitere Versuche mit Tyrogen 
sehr erwünscht wären, so räth Vä-fasser 
allen Käsereibesitzem in ihrem eigenen 
Interesse an, einen Versuch mit dem Tyrogen 
nidit zu unterlassen. Verfasser bemerkt 
zum Schluss, dass darauf geachtet werden 
möchte, dass das Präparat stets frisch in die 
Hände der Käser gelangt und spricht den 
Wunsch aus, dass auf den Etiquetten der 
für den Export bestimmten Gläser die Daten 
ftlr die Dauer der Gebrauchsfähigkeit des 
Präparates und seiner Bereitung angegeben 
würden. Btt, 



Therapeutische Mittheilungeiii 



Ueber Jodipin 

beriditet Dr. I^nA:ß-Friedrichroda im Corre- 
spondenzblatt des AUgem. ärztl. Vereins von 
Thüringen 1901, Nr. 6 u. 7 unter Beschreib- 
ung mehrerer Specialfälle und giebt diesem 
Präparat den Vorzug vor allen anderen Jod- 
mitteln. Er hat in seiner Klinik mit der 
innerlichen Darreichung der lOproc Lösung 
keine Erfolge gehabt, da sich die Kranken 
wegen des öligen Geschmackes und des 
folgenden Aufstossens, sowie wegen fast 
regelmässiger Appetitstömngcn bald sträubten. 



das Jodipin einzunehmen; selbst eine Ver- 
abreichung in Gelatinecapseln blieb erfolglos. 

Dagegen bezeichnet er die Anwendung 
als Einspritzung unter die Haut ffir 
beide Lösungen (10- und 25procentig) ab 
äusserst bequem, sicher und wirksam, 
wenn es gilt, hn Körper zu irgend emem 
Zwecke eine Jodablagerung zu errichten. 
Die Patienten werden dabei in keiner Weise 
belästigt; wenn man auch m vielen FlDen 
mit der lOproc Lösung auskommt^ so kann 
man doch bd kräftigen Patienten audi die 



141 



25proe. LOsang in voller Gabe anwenden, 
ohne irgend welche anangenehme Zwiaohen- 
älle befflrchten zu mflssen. 

Insbesondere weist Dr. Wanke darauf hin, 
dasB er sich durch genaue Beobachtung 
davon überzeugt hat, daas man mit 100 g 
der 2 5proc Lösung nur etwa sieben 
Pravazspritzen von 10 ccm Inhalt füllt 
Der Kranke bekommt also mit sieben Spritzen 
schon 25 g Jod und nicht erst, wie bisher 
geredinet wurde, mit zehn Spritzen, lieber 
dieses Verhältnias bei der lOproc. LGeung 
wurden keine Beobachtungen angestellt. 

Privatdocent Dr. ( 'arlGromen, I.Assistenz- 
arzt an der königl. Universitätsklinik für 
Syphilis und Hautkrankheiten zu Bonn, 
sdireibt auf Grund seiner Versuche (Archiv 
for Dermatologie und Syphilis, Phig 1901, 
Heft 1 u. 2) ebenfalls, dass er die subcutane 
Jodipineinverleibung der innerlichen Darreich- 
™g gegenüber weitaus bevorzugt, und zwar 
keineswegs deshalb, weil die interne Jodipin- 
behandlung etwa weniger gute Resultate 
gdiefert hätte, sondern weil es ihm vor 
Allem wünschenswerth erschien, die Mög- 
Kehkeit und den Werth der Injectionstherapie 
festzustellen. Abgesehen davon, dass bei 
Einspritzungen unter die Haut in erster 
Linie eine Schädigung der Verdaungswege 
von vornherein weniger zu erwarten ist, 
hält er es, zumal bei unzuverlässigen Kranken, 
för einen Vortheil, wenn man mit absoluter 



Sicherheit innerhalb einiger Tage so viel Jod 
einverleiben kann, als zu einer wodienlangen 
sonstigen Jodbehandlung erforderlieh ist. 

Zur mnerlichen Anwendung des Jodipins 
schreibt Dr. Grouven im Gegensatz zu Dr. 
Wanke : 

InnerUch wurde 10 proc Jodipin in 
fünf Fällen angewandt. Dasselbe wurde 
vermöge seiner absoluten Geschmack- 
losigkeit stets ohne Schwierigkeit genom- 
men. Sollte die ölige Beschaffenheit in seltenen 
Fällen unangenelim empfunden werden, so 
würden die gebräuchlichen Corrigentien, wie 
Cognac, Kaffee, Schwarzbrot, sich wohl aus- 
reichend erweisen. 

Nach Einspritzungen zeigte sich hin und 
wieder ein geringes Gefühl von Spannung, 
welches sich jedoch durch Massage binnen 
Kurzem beseitigen Hess, ohne dass jemals 
irgend welche dauernde oder erhebliche Ver- 
änderungen an den Injectionsstellen siditbar 
geworden wären. Zur Erleichterung der 
Injectionstechnik erwies es sich als empfehlens- 
werth, das 25proc Jodipin vorher etwas 
anzuwärmen. Aber weder bei der inner- 
lichen, noch bei der subcutanen Anwendung 
konnten jemals Erscheinungen beobachtet 
werden, die auch nur als leichteste Grade 
von Jodismus aufzufassen gewesen wären. 

Im Uebrigen vergleiche man die ausführ- 
üche Arbeit von Hesse, Ph. C. 41 [1900], 1, 
über Jodipin Merck, R. Tk, 



Technische M 



Oerber'Bches Butyrometer. 

Bei Benutzung der (jVr/ypr'schen Acid- 
ButjTometer wird es öfters unangenehm em- 
pfunden, dass die Ablesung der Fettschicht, 
namentlich des oberen Meniscus derselben 
nicht in allen Fällen gleich scharf geschehen 
kann. 0. Henxold (Milch - Zeitung 1901, 
613) veröffentlicht eine Modification dieses 
Bntyrometers, bei welcher der oben er- 
wälmte Uebeistand beseitigt ist. Er erreichte 
die Mögfichkeit einer sehr scharfen Ablesung 
dadurch, dass er einen rothen Faden in die 
weisse der ScaU gegenüber liegende Glas- 
wand emschmelzen liess. Die richtige Breite 
^eses Fadens war vorerst durch Versuche 
^«tgestellt worden, ebenso die Farbe des- 
selben, welche am besten tiefblau oder roth- 



ittheilungen. 

I braun ist Die Ablesung bei diesem Butyro- 
\ meter, von welchem der Verfasser seiner 
Mittheilung auch eine Abbildung in leerem 
und in gefülltem Zustande beigefügt hat, 
geschieht bei auffallendem lichte, und zwar 
so, dass man sich mit dem Rücken nach 
dem Fenster zu stellt, das Butyrometer mit 
der Scala nach vorne genau in die richtige 
Sehhöhe hält und abliest Die Theilstriche 
und Zahlen der Scala sind schwarz und in 
das Glas eingebrannt, wodurch dieselben 
unauslöschlich sind und sich noch schärfer 
aki die eingeätzten vom Glase abheben. Der 
Preis der Butyrometer ist trotz aller dieser 
Verbesserungen gegen die bisher gebräuch- 
lichen nicht erhöht worden. Die Firma 
Ehrhardt d: Metxger Nachfolger in Dann- 
stadt läast die Butyrometer mit grösster Sorg- 
falt anfertigen und wird jedes Instrumen.t 



142 



an venchiedendn Pankten auf die Richtig- 
keit seiner Angaben geprüft Btt. 

Blaies Mtlitttrtaeh. Das preussische Kriegs- 
ministerium hat verfügt, das^ die blauen Militär- 
tuche, für welche bisher die Verwendung von 
natürlichem Indigo vorgeschrieben war, in 
Zukunft ausschliesslich mit künstlichem 
Indigo gefärbt sein sollen. Vg. 



Deutsche Pharmaoentisclie Oesellsohaft 

Tagesordnung für die am Donneistag, den 
6. März 1902, Ahends 8 Uhr, in Berlin NW. 
im Bestaurant „zum Heidelberger^^ (Eingang: 
Dorotheenstrasse) stattfindende Sitzung: 

Herr Privatdocent Dr. 0. Bmmerling: Ueber 
Enzyme. 

Herr Apotheker 0. Lietx: Ueber Stärke- 
bestimmungen. 



BOcherschau. 



Aantliclie Ethik. Die Pflichten des Arztes j 

in allen Beziehungen seiner Thätigkeit. ! 

Von Dr. med. Albert Moll. Stuttgart; 

1902, Verlag von Ferduiand Enke. 

XIV und 650 Seiten gr. 80. Preis: 

16 Mk. 

Vor den zahlreichen in dem letzten Jahrzehnte 
ersohienenen Veröffentlichungen über ärztliche 
Deootologie, Standespflichten und verwandte Ge- 
biete zeichnet sich die vorliegende durch Um- 
fang und durch das Bestreben aus, möglichst 
alle Beziehungen der ärztlichen Thätigkeit zu 
berücksichtigen. In dem reichhaltigen Sach- 
register findet sich (Seite 63ü) der Apotheker 
als viermal erwähnt aufgeführt. An der ersten 
Stelle (Seite 80) wird in Kürze auf Vor- 
liebe oder Abscheu einzelner Kranken für 
Heilmittel, beziehentl. auf den Glauben an die 
Wirkung theurer Arzneien oder an Aeusserlich- 
keiten, wie Farbe u. dergl., hingewiesen und 
vor der Verschreibung unnöthig grosser 
Mengen gewarnt. AJs Beispiel dient aus 
einem ungenannten „berühmten Buch, das von 
einem ersten Forscher herausgegeben ist^\ ein 
Gecept gegen Diphtherie, „in dem über 1(X) g 
versohneben werden, von denen stündlich ein 
Tropfen zu nehmen ist^^ — Auf Seite 338 findet 
sich die Verwerflichkeit betont, des Apothekers 
Wohlwollen seitens des Arztes „durch un- 
lautere Mittel, z. B. theure Recepte zu er- 
reichen^^ •— An dritter Stelle (Seite 401) wer- 
den die beiden Fragen, nämlich des den Aerzten 
„von den Apothekern auf die entnommenen 
Waaren^^ gewährten Rabatts einerseits und des 
von manchen Aerzten den Apothekern bei deren 
Behandlung zu^billigteu Honorarnaohlasses 
andererseits gestreift Es heisst dort: „Die 
Frage verdient eine Prüfung, und zwar um so 
mehr, als das Wort eines Apothekers colportirt 
wird, die Aerzte verdienten deshalb von selten 
der ApoÜieker besonderes Entgegenkommen, weil 
sie gewissermaassen deren Stodtreisende seien.^^ 
Wo diese mindestens taktlose Bemerkung „col- 
portirt wird^', findet sich nicht angegeben. Jeden- 
falls ist der erwähnte HonorarnaoUass eine ört- 
lich verschiedene, zumeist aber wohl unbekannte 
Gepflogenheit, und bei dem Rabatte muss man 
onteracheiden, ob es sich um ein Beoept „ad 
usum proprium^^ bei eigener Erkrankung des 
Arztes oder um ein solches ,,ad meam rationem" 
xum unbefugten Weitervertriebe oder etwa nur 
um eine dem Arzte staatlich genehmigte Haus- 



apotheke handelt. In allen drei Fällen fällt die 
ethische Beurtheilung wesenthch verschieden 
aus. — Die vierte bezogene Stelle (Seite 402) 
erscheint ohne Belang. Die im Register uner- 
wähnt gebliebene Hand- oder Hausapotheke 
(Dispensiraostalt) wird Seite 195 berührt nod 
daselbst die Frag«* aufgeworfen, ob nicht der 
Landarzt ein Verkauisrecht bezüglich der 
Tablo'idmedicamente erhalten solle, „um gerade 
den armen Landbewohnern unnöthige Wege und 
Kosten zu sparen. Dass hiermit eine erweiterte 
Kenntniss der Pharmakologie für den hierzu 
berechtigten Landarzt verbunden sein muss, halte 
ich allerdings für selbstverständlich.^^ Eine der- 
artige Kenntniss bleibt bekanntlich seit Jahr- 
zehnten bei Führung von Handapotheken in 
besonderer Prüfung nachzuweisen, und zwar m 
Preussen von Homöopathen, in einigen anderen 
deutschen Staaten auch von Allopathen. 

Wie sich aus Vorstehendem ergiebt, kommt 
die Beziehung des Arztes zum Apotheker im 
Verhältnisse zur Stärke des Werkes zu knapp 
weg. Manche häufige Gepflogenheit, wie die 
früher üblichen Neujahrsgaben, der Verschreib- 
ungsvordruok mit dem Namen der Apotheke, 
die Verabfolgung von Arzneien und Verband- 
mitteln durch Aerzte an Kranke, die Ver- 
weisung von Kranken bei Bezug von Arzneien 
an Drogisten als billigere Bezugsquelle, das nur in 
einer bestimmten Apotheke käufliche, mit einem 
vereinbarten Worte bezeichnete HeilmitteK femer 
über Wortschutz gewisser Mittel u. s. w. finden 
vielleicht bei einer Neuauflage des anregend ge- 
schriebenen, vom Verlage gut ausgestatteten 
Buches Erwähnung. — 7. 



Ergämungstaxe zur Königlich Preussischen 
Arzneitaxe für 1902. Im Auftrage des 
Ansschusses der Apotheker in Baden für 
den Gebrauch in den Apotheken des 
Grossherzogthums Baden. Herausgegeben 
von Hermann Stein, Zehnte Auflage. 
Karlsruhe 1902. Druck und Verlag 
der S, Braun'Bthen HofbuohdruokereL 
Preis 2 Mk. 

Die vorliegende zehnte Auflage, wiederum 
von Apotheker iSifo»t»-Durlach ausgearbeitet, trägt 
den inzwischen eingetretenen Veränderungen 
Rechnung und reiht sich im Uebrigen ihrer 
Voigängerin würdig an. R. Tk, 



y«-l6f«r und Ttnntwoiilloliir Leiter Dr. A« Schneider In Drasdeo. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

ZeitBehrift für wissenschaftliche und gesehftfüiche Interessen 

der Phnrmacie. 

Gtegrltndet von Dr. H. Hager 1869; fortgeführt von Dr. B. Odssler. 

Heraii8gegeb(Bn yon Dr. A. Sflhsslder. 



• » ♦ 



Bndienit jeden Doniierstag. — BesngspreiB Tiertelilhrlioh: diiroli Poet oder 

BnoUittidel 2^ ML, unter Streifbend S,~ Mk., Aoalend 3,60 Mk. Sinnlne Nummern 90 Pf. 

Anseigen: die einmal geepeltene Petit-Zeile 25 Pf., bei gröoeeren Ameigen oder Wieder- 

holoDgen PreiaenDiseigoDg. — GeeeUfiHtellei Dresden (P.-A. 21), Bohandnner Btneee 43. 

Leiter der ZeitMMfl: Dr. A. Sohneider, Dreeden QE^.-A. 21), Sohendener Straeee 43. 

An der Leitung betheiligt: Dr. P. Bfiee in Dzeeden-Blaaewiti. 



MU. 



Dresden. 13. Mftrz 1902. 

Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



xLm. 

Jahrgang. 



Iihalt: Chemie und Pharmaeie: Ueber du elektrische LcitangiTennOgttn natfirlioher WiM«r. — Au« dem Bericht 
von E. Merek *a Deimstadt. — Zar Auslegnng pharmaoeaüscber Gtoaetie. — Neue Derftellang Ton Indol. — Dordi 
Anen ▼emmeiiilgtee Ammoniak. — Ein neaee Cmninpraperat sar mbcataneii and intrsTenOten lajeotion. — Ueber 
t» Eifoiaehalien des geeehmolaenen Kalke». — Die Zusammenaetsang einiger antiker MetallgegenstAnde. — Bx- 

traetom Phaseoli. — PkanuÜLOgnoaie. — YcneuedeBe HittheltaBaen. 



Chemie und Pharmaeie. 



Ueber das 

elektnsclie Leitungsvermögen 

natürlicher Wässer. 

Von M. PletBsner in Pulsnitz i. S. 

Zur Beortheflong der Reinheit des 
Wassers im physikalisch - chemischen 
Sinne hat man das elektrische Leitungs- 
vermögen des Wassers herangezogen. 
Bei diesem Verfahren ist man in der 
Lage, Verunreinigungen des Wassers 
festzustellen, welche durch chemische 
Hilfsmittel nicht mehr oder nur mit 
einem unverhältnissmässigen Aufwände 
an Zeit, Mfihe und Sorgfalt aufzufinden 
sind. Ein destillirtes Wasser, welches 
ab chemisch rein zu bezeichnen ist, 
und welches anstandslos zu allen phar- 
maceutischen und chemischen Arbeiten 
benutzt werden kann, zeigt ein elektrisches 
Leitungsvermögen von 5 bis 9 . 10 *. 

F. Kohlravsch\) und in letzter Zeit 
7. PauP) haben gezeigt, dass man diesen 
Werth noch weiter erniedrigen kann, man 

^) F. Koklrauseh, Lehrbuch der praktischen 
Physik 1901, 414. 
*) T. Pauly Pharmaoeutische Zeitung XLV, 82. 



nimmt nämlich dann für die Destillatioiis- 
gefässe eine besonders schwer lOsliche 
Glassorte und wendet besondere Vor- 
sichtsmaassregeln an, am den Ver- 
unreinigongen vorzubeugen, die dnrdi 
Berfihrung des Wassers mit atmo* 
sphärischer Luft hervorgerofen werden. 
Es ist damit erreicht worden, dass die 
oben angegebenen WerÜie auf ein Zehntel 
erniedrigt worden sind. 

Oleich werthvoD wie zur Benrtheil- 
ung der Reinheit destillirten Wassers 
erweist sich das elektrische Leitungs- 
vermögen auch fOr die Beurtheilung 
von Gebrauchswässem auf Gleichmässig- 
keit und Gfite^. AuszuschUessen von 
dieser Art der Benrtheilung sind von 
vornherein natürliche Wässer, welche 
einen sehr hohen Trockenrückstand 
haben*). 

Ist ein Gebrauchswasser auf Grund 
chemischer Analjrse und bakteriologischer 
Untei*sachung als wohlgeeignet &r Ge- 



! 3) Pharmaceutische Centralhalle 89 [1898], 821 , 
bezw. Deutsche Medicinische Wochenschrift 1898« 
624. 

«) Apotheker-Zeitung 1901, 454. 



lU 



PiUss und technische Zwecke bezeichnet 
worden, so erübrigt nur noch für den 
Betrieb fortlaufend festzustellen, dass 
es von gleichmässiger Beschaffenheit 
sei- Die Verunreinigungen, denen es 
ausgesetzt ist, können verschiedene Ur- 
sachen haben; es können sich unter- 
irdische Zuflüsse hinzufinden, welche eine 
Veränderung des Wassers hervorrufen, 
es können aber auch Tagewässer ihren 
Weg zu den Quellen und Brunnen finden. 
Dieser letztere Umstand ist gefährlich 
und muss liierauf das Hauptaugenmerk 
gerichtet werden. Die Tagewässer be- 
stehen aus atmosphärischen Nieder- 
schlägen, welche reichlich mit den Be- 
standtheilen der Luft und der Boden- 
oberfläche geschwängert sind oder aus 
Abfallwässern der Lidustrie oder solchen 
menschlicher und thierischer Herkunft. 
In allen Fällen enthalten sie Salze, 
welche in wässeriger Lösung, vermöge 
ihrer Dissociation das Leitungsvermögen 
stark vermehren. Es sind hauptsäch- 
lich Chloride, Sulfate, Nitrate und Nitrite. 
Unberücksichtigt mag vorläufig bleiben, 
inwieweit Wasser von einem abnorm 
niedrigen elektrischen Leitungsvermögen, 
welches sich also dem chemisch reinen 
Wasser nähert, in hygienischer Bezieh- 
ung Bedenken erweckt. Bekanntlich 
soll chemisch reines Wasser giftig sein. 

Für den verantwortlichen Leiter einer 
Wasserleitung ist es von Wichtigkeit, 
sich jederzeit von der gleichmässigen Be- 
schaffenheit des Leitungswassers zu über- 
zeugen, noch mehr muss es ihn inter- 
essiren, auch die einzelnen Entnahme- 
brunnen darauf prüfen zu können. Bei 
Hochwasser oder sonstigen das Grund- 
wasser beeinflussenden Umständen oder 
auch bei baulichen Veränderungen tritt 
sehr leicht in einem der Entnahme- 
brunnen eine Veränderung ein und ist 
• es werthvoll, nachweisen zu können, 
in welchem die Veränderung stattge- 
funden hat. In den meisten Fällen be- 
gnügte man sich, rein äusserlich das 
Wasser auf Klarheit, Aussehen, Ge- 
schmack , Geruch und Temperatur zu 
prüfen. Von Zeit zu Zeit betraut man 
einen Chemiker mit der Vornahme einer 
genauen Wasseranalyse, sowohl in 



chemischer, als auch in bakteriologischer 
Hinsicht. Diese chemische Untersuch- 
ung wird jährlich ein- bis zweimal, in 
manchen Städten auch monatlich vor- 
genommen und so kann es vorkommen, 
dass eine Veränderung des Wassers 
erst nach einem Monat oder gar nach 
einem Jahr gefunden wird Jedenfalls 
verstreicht ein Zeitraum, der genügend 
ist, um höchst unangenehme Störungen 
im Befinden der (Konsumenten zu er- 
zeugen. Die Städte, die in kurzen 
Intervallen jeden einzelnen Entnahme- 
brunnen ihrer Wasserleitung untersuchen 
lassen, sind sehr selten, meist begnöp;! 
man sich damit, eine Analyse des Leit- 
ungswassers vornehmen zu lassen Das 
Leitungswasser ist aber ein Mischwass^ 
der verschiedenen Entnahmebrunnen 
oder Quellen und wird sich eine Ver- 
änderung im Wasser einer der Ent- 
nahmebrunnen nicht sehr deutlich kund- 
geben. Im elektrischen Leitungsvermögen 
hat man bei sonst günstigen Verhält- 
nissen ein Mittel, um bequem täglich 
jeden einzelnen Entnahmebrunnen anf 
gleichmässige Beschaffenheit zu prüfen. 
Constatirt man hierbei irgend welche 
Veränderung, so muss durch chemische 
Analyse und bakteriologische Untersuch- 
ung der Grund dieser Veränderung nach- 
gewiesen werden 

Die Bestimmung des elektrischen Leit- 
ungsvermögens von Flüssigkeiten ge- 
schieht nach der von F, Kohlrausch^) 
angegebenen Anordnung, wie sie auch 
W. OsUvald^, zu seinen Messungen benutzt 
und mit einigen praktischen Aenderungen 
in die chemische Praxis eingeführt hat 
An der Wheatston' ^c\ier{ Brücke ver- 
gleicht man eine Flüssigkeitssäule von 
zu bestimmendem Leitungsvermögen mit 
einem Widerstand von bekannter Grösse 
in der Weise, dass man das Gleich- 
gewicht in der Brücke durch Verschie- 
ben des Schlittens ermittelt. Dieser 
Punkt wird mit Hilfe eines an die Brücke 
eingeschalteten Telephons an dem Ver- 
schwinden der Wechselströme des Induc- 



^) F. Kohlrauaeky Lehrbuch für praktische 
Physik 1901 411. 

«) W, Osiufold^ Zeitschrift für physikalische 
Chemie 2, 9. 



145 



tioosapparates festgestellt. Die von 
bdd^ Autoren benatzten Widerstands- 
geKsse sind von Glas, and arbeiten sie 
mit nnr einem kleinen Volnmen. Sie 
mnssten das Widerstandsgef äss aus einem 
Material wählen, welches Säoren und 
Basen g^eichmSssig widersteht, nnd bei 
der EMtbarkeit der Präparate mnsste 
man sich bestreben, anch mit kleinen 
Mengen arbeiten zn können. Die Fehler, 
welche das Arbeiten mit einem kleinen 
Volamen mit sich bringt, kommen nicht 
in Betracht, da sie dnrch feinere Apparate 
nnd durch genaues Innehalten der Tem- 
peratur mit einem Thermostaten wieder 
wett gemacht werden. Das Arbeiten 
mit einem Thermostaten erscHien mir 
für die Praxis zn schwierig und 
da beim Arbeiten mit Wasser die Menge 
und die Aetzwirkung nicht in Frage 
kommen, so versuchte ich, nut einem 
grossen WiderstandsgefSisse in bequemer 
Wdse zum Ziel zu gelangen. Die fibrige 
Anordnung entnahm ich der Ostwald' 
sehen. 

Man benOthigt zur Ausführung der 
Versuche: 

I. Ein kleines Chromsäure - Tauch- 
Element 

n. Einen Inductionsapparat und be- 
nutzt man mit Vortheil hierzu die klein- 
sten im Handel beziehbaren medicinischen. 
Um die Schwingungen kürzer zu machen, 
feQt man das Hämmerchen etwas ab. 

HL Messbrflcke, bestehend aus einem 
110 cm langen Holzklotz, auf dem ein 
käufliches Metermaass mit Millimeter- 
emthdlung befestigt ist, und bespannt 
mit einem 0,2 mm starken Constanten- 
draht oder iridiumhaltigen Platindraht, 
der an beiden Enden mit Klemm- 
schrauben verbunden ist. Auf dem Mess- 
stab gleitet ein Schlitten aus Messing- 
blech so hin, dass er den Draht nicht 
berfihrt An dem Schlitten befindet sich 
eme Klemmschraube und angelöthet ein 
federndes Drahtst&ck, welches am freien 
Ende messerartig breitgeklopft ist und 
anf dem Messdrsdit gut anliegend ein^ 
sicheren Contact herstellt. 

IV. Einen Vergleichungswiderstand. 
Man schafft sich drei biliare Spulen 
von 10 — 100 — 1000 Ohm an oder, wenn 



der Widerstand des Wassers schon be- 
kannt ist, eine Spule von entsprechen- 
dem Widerstand. 

V. Ein Widerstandsgefäss. Ein vier- 
eckiger, astfreier Ldndenholzkasten, 
Grundfläche 20 x 40 und Höhe ca. 30 cm. 
Der Kasten wird zunächst sorgfältig 
gefimisst, darauf mit Asphaltlack aus- 
gestrichen und nach dem Trocknen ge- 
prüft, ob er auch vollkommen wasser- 
dicht ist. In diesen Trog passt man 
zwei starke Kupferplatten 40 x 30 cm 
sorfältig in Riefen ein, versilbert die 
eine gereinigte Seite mit Cyan^dlber, 
erwärmt die Platte und streicht auf die 
andere Seite einen eingedickten Asphalt- 
lack auf, welcher in der Kälte hart ist. 
Darauf schiebt man die Platte noch im 
warmen Zustande ein und presst sie 
gut an die Holzwand an. Nachdem man 
so beide Platten eingeffihrt hat, ver- 
streicht man die Riefen noch mit warmem, 
dicken Asphaltlack. Eine nochmalige 
Prüfung auf Wasserundurchlässigkeit ist 
vor dem Gebrauch empfeUenswertL Die 
versilberten Kupferplatten mftssen vor 
dem Gebrauch sorgfältig mit Aether ge- 
reinigt werden. 

VI. Ein kleines BeWsches Hörtelephon, 
wie es im Handel für 4 bis 5 Mk. zu 
erhalten ist. 

Die Apparate ordnet man, wie nach- 
stehendes Schema zeigt, an und ver- 
bindet sie mit dicken, umsponnenen 
Kupferdrähten. (Vergl. Abb. S. 146). 

Der gesuchte Widerstand W wird 
sich zum bekannten Widerstand R wie 
die Drahtstttcken A— B zu B— C ver- 
halten. 

R A— B 



W 



"B— C 



oder 



W = R.B— C 



A— B 
Diesen Punkt hört man mit dem 
Telephon T ab. Die Wechselströme, 
welche bei Ungleichheit der Brttcke ihren 
Weg durch das Telephon nehmen, sind 
kenntlich an dem Rauschen ; tritt Gleich- 
gewichtszustand ein, so verschwindet 
dieses Rauschen vollständig oder man 
kann wenigstens ein Minimum be- 
obachten. 



146 



Mit den ersten Arbeiten an der Brücke 
muss der Messdraht calibrirt und die 
Capadtät des Widerstandsgefässes er- 
mittelt werden. Die Calibrirong ge- 
schieht am besten, wenn kein Normal- 
draht zur Verfügung steht, mit wandern- 
den Drahtstttcken. Verzichtet man auf 
grössere Genauigkeit der Zahlen und 
will man nur relativ richtige Werthe 
haben, so kann man beim Arbeiten mit 
nur einem Vergleichswiderstand auf diese 
Correctur verzichten. Die Drähte haben 
meistens ein gutes Caliber. Der Fehler 
kommt durch das Arbeiten mit einem 
Vergleichswiderstand in jede 
Beobachtung, ist also für Ver- 
gleichszahlen ohne Belang. Die 
Capacität des Widerstands- 
gefässes, d. i der Widerstand 
bei Fällung des Gefässes mit 
einer Flüssigkeit des Leitver- 
mögens 1 , entspricht annähernd 
dem theoretischen Werthe. Die 
geometrische Abmessung, wel- 
che zur Bestimmung des theo- 
retischen Werthes herange- 
zogen wird, ist bei Verwendung 
eines parallelepipedischen Troges 
sehr einfach, man hat nur 
nOthig, Abstand I und Fläche q 
der Pole zu bestimmen. Die 
Capacität des Troges wird 

durch die einfache Formel — 

q 

dargestellt. ImvorliegendenFalle 
würde 1 = 20 cm und q = 20 x 40 
= 800 qcm sein. 

800 ' 

Experimentell wird die Capacität des 
Troges mit Vöo - Normal - Kaliumchlorid- 
lösung, deren Leitungsvermögen bekannt 
ist, festgestellt. 

C =-- X . W, 
wo X das specifische Leitungsvermögen 
einer Vöo - Normal - Kaliumchloridlösung 
bei ISO, nämlich 0,002397, und W den 
gefundenen Widerstand, nämlich 10,28, 
darstellt 

C = 0,002397 . 10,28 = 0,02464. 
Dieser Werth kommt dem berechneten 
theoretischen Werth 0.025 sehr nahe. 

Von Vortheil erweist es sich, fort- 



laufend bei einer Temperatur von 18<> 
zu arbeiten. Bei dieser Temperatur 
finden sich die Angaben der meisten 
Autoren verzeichnet; es ist Stuben- 
temperatur und ohne Schwierigkeiten 
hält sie sich in einem hölzernen Kasten 
stundenlang gleichmässig. Die Erwärm- 
ung zu dieser Temperatur ist auch nicht 
schwierig Das Leitungsvermögen nimmt 
mit steigender Temperatur zu, und zwar 
um 2 pCt für jeden Grad bei allen 
Elektrolyten, welche hier in Frage 
kommen. Kleinere Abweichungen kann 
man hiermit corri^ren. 



WidcrsrandsgcfflAS. 




Ei«ni«nt 



Die Zahl der Salze und organischen 
Verbindungen, von welchen eine Be- 
einflussung der natürlichen Brunnen zn 
erwarten ist, ist eine sehr grosse. Der 
Hygieniker muss sein Augenmerk auf 
die Salze richten, von denen er weiss, 
dass sie stets als Folge schädlicher Zu- 
flüsse der Brunnen auftreten. In erster 
Linie kommt hier das Kochsalz in Be- 
tracht und erscheint ein Brunnen, wel- 
cher eine wesentliche Chlorvermehrung 
zeigt, hinreichend verdächtig. Das Leit- 
ungsvermögen des Wassers wird schon 
durch ganz kleine Beimischungen von 
Kochsalz bedeutend vermehrt So ve^ 
mehrt schon ein Zusatz von 0,01 NaQ 
auf das Liter das Leitungsvermögen des 
deetillirten Wassers um das vielfache. 



147 



Ate Zersetznngsprodacte organischer 
Natar, eingeführt durch Fäcalien oder 
verwesende Organismen, sind Ammoniak 
and salpetrige Säure, auch Phosphor- 
säore stets im Wasser zu beanstanden 
Diese Sdze sind gute Elektrolyte und 
vermehren das Leitnngsvermögen schon 
in geringen Mengen bedeutend. In nach- 
stehenden Tabellen sind eine Reihe von 
Salzen auf ihr Verhalten in verschie- 
denen Medien geprüft worden Es sind : 

Natriumchloridy 

Natrium-Ammoniumphosphat, 

Magnesiumsulfat 

Ammoniumnitrat, 

Natriumnitrit und Calciumchlorid, 

Hamstoffnitrat. 

Die Messungen sind bei 18^ vorge- 
nommen und finden sich die gemessenen 
Widerstände bei dieser Temperatur an- 
gegeben. Die Widerstände sind auf den 
vorher beschriebenen Trog von 16 L 
Malt bezogen und in Ohm ausgedrückt. 
Die zweite Rubrik enthält das hieraus 
berechnete specifische Leitungsvermögen. 
Um zum Leitungsvermögen der Salze 
zu gelangen, ist von diesem Werthe 
das Leitungsvermögen des verwendeten 
Wassers in Abzug zu bringen. In der 
dritten Rubrik endlich finden sich die 
Aequi valent - Leitvermögen angegeben . 
Bei Natriumchlorid und Magnesiumsulfat 
sind die von Kohlrausch angegebenen 
Werthe unter der Zahl in Parenthese 
vermerkt Es zeigt sich, dass sie nicht 
wesentlich von den von mir gefundenen 
Werthen abweichen. Berücksichtigt man 
hierbei, dass kein Thermostat benutzt 
worden ist, und dass die Temperatur- 



ablesung in roher Weise nur mit einem 
in Vi Orade getheilten Thermometer 
geschehen ist, so müssen die Zidüen 
befriedigend genau erscheinen, jedenfalls 
genau genug, um sie mit Vortheil in 
der Praxis zu verwerthen. 
Die Salze sind in Mengen zugesetzt, 

dass die Ldsungen V5000- ^^^ Vi 000- 
normalen entsprechen Statt des Am- 
moniumphosphates ist das zweibasisch 
phosphorsaure Natriumammoninm mit 
vier Molekülen Erystallwasser benutzt 
worden, da es ein gut kiystaUiairendes 
Salz ist. Natriumnitrit ist in Verbind- 
ung mit Calciumchlorid untersucht worden. 
Als Lösungsmittel für die Salze dienten : 

1 . Destill. Wasser von l)r.Stnive,DTe8ien. 
Das Leitungsvermögen schwankt von 
5,9 . 10 « bis 9,6 .10 «.Es ist chlor- 
frei und hält auch die übrigen Proben 
des Deutschen Arzneibuches aus. 

2. Pulsnitzer Privatwasserleitang. Es 
sind hier Proben im Juni und im October 
entnommen worden. Das Wasser ist 
sehr rein, enthält nur 0,120 Trocken- 
rückstand im Liter, hat eine Härte von 
1 ,3 Grad deutsch und entstammt Oranit- 
formationen. Die Schwankungen im 
Leitungsvermögen sind gering, sie be- 
tragen 124 bis 130. 10—« 

3 Wasser der Dresdner Wasserleit- 
ung, entnommen in Dresden - Neustadt. 
Es enthält 0, 1 69 Trockenrückstand und 
hat eine Härte von 5 Grad deutsch. 
Auch hier sind die Schwankungen im 
Leitungsvermögen nicht bedeutend, von 
205 bis 216.10-6 und sind Proben 
ebenfalls im Juni und im October zum 
Vergleich herangezogen worden. 



l. Magnesiumsulfat. 






Wdst. in Ohm 


Elektrisches 


Aequi valent- 


V2MgS04 + 7H20. 






bei 18 
0=0,02454*) 


Leitvermögeo 
bei ISO 


LeitvermÖKen 
bei ISO 




1. 


Dest. Wasser 


2549 


0,0000096 






2. 


Pulsnitz 


196,5 


0,0001249 


— 




3. 


Diesden 


115,4 


0,0002126 




Vsooononual 


1. 


Dest. Wasser 


784,1 


0,0000313 


108,3 


= 0,0246 MgS04 + 7H20 










(109) 


im Liter 


2. 


Pulsnitz 


169,9 


0,0001444 


97,6 




3. 


Dresden 


107,1 


0,0002291 


83,5 


Viooonormal 


L 


Dest. Wasser 


228 


0,0001076 


{»8,0 


= 0,i233MgSO4 + 7H2O 










(100) 


im Liter 


2. 


Pulsnitz 


114,9 


0,0002136 


88,7 




3. 


Dresden 


83,75 


0,0002930 


80,4 



148 



m 


2. Ammoniumnitrat. 








NH4NO 


•s- 










Wdsi in Ohm 


Elektrisches 


Aeanlvalent- 






bei 180 


Leitrennögmi LeitreimSgeB 




, 


C =» 0,02464 


bei 18« 


bei 18« 




1. Dest Waaser 


3793 


0,0000064 


— 




2. PulHnitÄ 


190,9 


0,0001286 






i. Dresden 


119,4 


0,0102063 


— 


Vsooonormal 


1. Dest Wasser 


777,6 


0,0000316 


126,46 j 


= 0,0160 NH4NO3 


2. Piilsnitz 


160,6 


0,0001629 


122,0 


im Liter 


3. Dresden 


107,7 


0,0002279 


113,0 


Viooonormal 


1. Dest. Wasser 


189,2 


0,0001297 


123,3 


= 0,0801 NH4NO8 


2. Pulsnitz 


99,3 


0,0002471 


118,6 


im Liter 


3. Dresden 


77,4 


0,0003170 


111,7 


3. N 


a tri um- Ammoniumphosphat. 


1 




V8NaNH4H0P4 


+ 4H80. 










Wdst. in Ohm 


Elektrisdies 


Aequivaient- 






bei ISO 


Leitveimögen 


Leitvennögen 






C:= 0,02464 


bei 18» 


bei 180 




1. Dest. Wasser 


4194 


0,0000058 


— 




2. Pulsnitz 


190,9 


0,0001228 






3. Dresden 


119,4 


0,0002063 




Vöooo'ionual 


1. Dest. Wasser 


1881 


0,0000128 


36,06 


0,013Vi4NaNH4Hl>O4+ 


2. Pulsnitz 


178,3 


0,0001376 


46,6 


4H2O im liter 


3. Dresden 


114,3 


0,0002146 


46,6 


Viooonormal 


1. Dest. Wasser 


439 


0,0000601 


44,37 


0,06974 NaNH4HP04+ 


2. Pulsnitz 


141,2 


0,0001738 


46,3 


4H2O im Liter 


3. Dresden 
4. Harnstoff 


99,6 
nitrat 


0,0002466 


41,3 




CO(NU^8)2HN08. 








• 


"Wdst in Ohm 


i Elektrisches 


Aeqoivalent- 






bei 180 


Leitrennogen Leitvermögen 






C = 0,02464 


bei 180 


bei 18« 




1. Dest Wasser 


2616 


0,0000093 


— 




2. Pulsnitz 


198,9 


0,0001234 






3. Dresden 


113,4 


0,0002164 


— 


Vöooonormal 


1. Dest. Wasser 


335,7 


0,0000731 


318,6 


0,03463 CON2H4HNO3 


2. Pulsnitz 


187,6 


0,0001308 


37,0 


im Liter 


3. Dresden 


110,4 


0,0002230 


33,0 


yiwonoimal 


1. Dest Wasser 


60,9 


0,0008668 


367,4 


0,12317 CON2H4HNO8 


2. Pulsnitz 


61,0 


0,0004023 


278,9 


im Liter 


3. Dresden 


101,3 


0,0002422 


26,8 



Verdfinnte Lösungen von Harnstoff- 1 Zahlen besitzen nur einen relativen 
nitrat verändern beim Stehen ihr elek- ; Werth, sie sollen nur zeigen, dass auch 
trisches Leitungsvermögen bedeutend, durch Hamstoffnitrat das Leitungsver- 
Schwankungen bis zum mehrfachen Be- 1 mögen erhöht wird, 
trage des Werthes treten ein. Die obigen i 



14» 



6. Natrinmnitrit mit 


Calcinmchlorid. 






NaNOj + * 


/aCaClg. 










Wdst. in Ohm 


Elektrisches 


Aeqniyalent- 






bei ISO 


Leitvermögen 


Leitvermögen 




• 


C =^ 0,02454 


bei 18« 


bei ISO 




1. Dest. Wasser 


2664 


0,0000092 


— 




2. Pcdsnitz 


196,4 


0,0001252 






3. Dresden 


114,6 


0,0002141 


— 


yiwfflotuL^i 


1. Dest. Wasser 


596,6 


0,0000412 


(160,0) 


0,0l24NaNO2 0,0111 


2. PnlRT)it.z 


156,0 


0,0001673 


(160,5) 


CaCl2 im Liter 


3. Dresden 


99,9 


0,0002456 


(167,5) 


^iw/iiormBl 


1. Dest. Wasser 


148,1 


0,0(i01657 


(156,5) 


0,062üNaNO2+ 0,0654 


2. Pulsnitz 


88,6 


0,0002770 


(151,H) 


CaCls im Tiiter 


3. Dresden 

6. Natriamc 
NaCl 


68,3 

hlorid. 

• 


0,0003593 


(145,2) 






Wdst. in Ohm 


Elektrisches 


Aequivalent- 






bei 18« 


Leitvermögen 


Leitvermögen 






C = 0,02454 


bei 18" 


bei 18» 




1. Dest Wasser 


3153 


0,0000077 


— 




2. Pulsnitz 


187,6 


0,0001308 






3. Dresden 


118,9 


0,0002064 


__. 


Vöoooiiormal 


1. Dest Wasser 


836,4 


0,0000293 


107,8 


= 0,0117 NaCa 








(107,8) 


im Liter 


2. Pulsnitz 


162,6 


0,0001509 


100,5 




3. Dresden 


108,3 


0,0002266 


101,0 


VioooDormal 


1. Dest Walser 


214,1 


0,0001146 


106,8 


= 0,0586 NaCl 








(106,5) 


im Liter 


2. Pulsnitz 


106,4 


0,0002306 


99,8 




3. Dresden 


80,1 


0,0003064 


100,0 



Aus vorstehenden Nachweisen geht 
hervor, dass die hygienisch im Wasser 
am meisten gefürchteten Salze die elek- 
trische Leitfähigkeit auch in natürlichen 
Wässern dermaassen erhöhen, dass ihre 
Beimischnng leicht erkannt werden kann. 
Schon kleine Mengen von Vioo ? un 
Liter machen sich an der wheatston- 
8ch^ Bracke recht bemerkbar. Chemisch 
sind diese Mengen nur durch zeitrauben- 
des Abdampfen mehrerer Liter Wasser 
nachzuweisen Rechnet man die Zeit 
for Erwärmung, der Wassermenge von 
16 oder 18 L auf 18^ ab, so nimmt 
eine Messung des elektrischen Leitver- 
mögens nur wenige Minuten in Anspruch. 
Die Methode erscheint besonders ge- 
eignet für die fortlaufende Controle von 
Entnahmebrunnen und Filtern. Die 



Grenzen der Methode würden an natür- 
lichen Wässern zu erproben sein, die 
einen grösseren Trockenrückstand als 
die in vorstehenden Versuchen berück- 
sichtigten besitzen. 



Aus dem Bericht 
von E. Merck zu Darmstadt 

über das Jahr 1001. 

Aceton-Chloroform. Das Aceton-Chloro- 
form, in Amerika auch unter dem Namen 
„Chloreton'' bekannt, ist das Trichlor- 
substitutionsproduet des tertiären Butyi- 
alkohols der Formel HO . CvCH3)2CCl8, dessen 
Iproc. wässerige Lösung „Aneson'' oder 
^,Anesin'' genannt wird. In festem Zustand 
stellt das Aceton-Chloroform (darstellbar durch 
Einwirkung von Kalilauge auf ein Gemenge 



*) Widerstand in Ohm bei 18 ^ bezogen auf ein Widerstandsgefäss von der Capicität (C) 
= 0,02454. 



160 



von Chloroform and Aceton) weLne, nach 
Kampher schmeckende Krystallnadeln dar, 
die flieh in Wasser schwierig, in Alkohol 
und Glyoerin leichter lösen. 

Das Aceton-Chloroform wird vorzugsweise 
von amerikanischen Aerzten als Hypnoticnm, 
örtliches Anaestheticam nnd Antisepticam 
empfohlen. 

Acetopyrinnm (Antipyrinum aceto-salioyli- 
cnm). Die Einzelgabe des Präparates ist 
für Erwachsene 0,5 g (Ph. C. 42 [1901], 
311); Kindern verabreicht man das Mittel^ 
je naißh dem Alter, in Gaben von 0,15 bis 
0,4 g mehrmals täglich; und zwar verordnet 
man dasselbe bei grösseren Kindern in Pulver- 
form, bei kleineren in Form einer Schfittel- 
mixtur nach folgender Vorschrift: 
Rp. Aoetopyrini .... 1,5 

MucUaginis gum. arabic. 

Aquae Foeniculi 

Simpi simplicis ää • • 25,0 
MDS.: WohlgeschQttelt täglich dreimal 
einen Kinderlöffel (7,5 ccm) zu geben. 

Addum oarbolionm puriss. liquefactum. 
In der reinen flflssigen Karbolsäure glaubt 
V. Bruns ein Mittel gefunden zu haben, 
das bei inficirten Wunden volle Des- 
infectionswirkung entfaltet, ohne zu schaden. 
Eine Karbolvergiftung ist hierbei nicht 
zu befürchten, da diese bekanntlich nur 
auf verdünnte Lösungen erfolgt, während 
man sich der reinen, concentrirten Säure 
bedienen kann, ohne dass bei deren An- 
wendungVergiftungser8chemungen,Sehmerzen 
oder örtliche Schädigung zu beobachten wären. 
Nach Honsdl beträgt nämlich die tödtliche 
Gabe von concentrirter Karbolsäure bei inner- 
licher Darreichung 8 g; wogegen verdünnte 
Lösungen schon bei 2 bis 3 g Karbolsäure- 
gehalt tödtlich wirken. Die Anwendung 
besteht darin^ dass die inficirten Wunden 
mit einem in reine, flüssige Karbolsäure ge- 
tauchten Gazebäuschchen ausgewischt wer- 
den, wobei man hn Ganzen 2 bis 6 g der 
Säure verbraucht. Die Anwendungsdauer 
beträgt eine Minute, dann folgt eine Aus- 
waschung mit absolutem Alkohol, der schon 
von den Amerikanern als Antidot gegen die 
Karbolsäure gepriesen wurde und weit mehr 
von der Säure aufzunehmen im Stande ist 
als Wasser (vergi. hierzu Ph. G. 32 [1891], 
399). Der Nachschmerz ist bei dieser Be- 
handlungsmethode gering; es stellt sich nur 



späriiche Absonderung ein, sodass man den 
ersten Verband zwei bis vier Tage liegoi 
lassen kann. Die genannten Forscher nnd 
weit davon entfernt, das Karbolsäureverf afaren, 
welches sich durch seine Dauerwirkung vor 
der Sublimatmethode auszeichnet, als ein 
für jede eiternde Wunde passendes hinzu- 
stellen, doch glauben sie, dasselbe bei 
schweren, inficirten Wunden empfehlen zu 
können. 

Acidum ohromioum puriss. oryit 
(schwefelsäurefrei), CrOg. Braunrothe, in 
Wasser leicht lösliche Krystalle, deren 
Schmelzpunkt bei 190^ C. liegt Wie neaer- 
dings F. Jaire der Pariser Akademie der 
Medidn mittheilt, besitzen wir in der Ghrom- 
säure ein geradezu spedfisch wirkendes Mittel 
gegen die Maul- und Klauenseuche der 
Rinder. Die von der Krankheit befallenen 
Stellen des Mundes werden vermittelst eines 
in 33proc wässerige Chromsäurelöeung ge- 
tauchten Wattebauschs leicht überstrichen 
und diese Behandlung genfigt schon, am 
die Thiere, welche sich tagelang weigerten, 
Futter zu nehmen, nach fünf Minuten zum 
Fressen zu bringen, sodass es selten nötiiig 
wird, die Aetzung zu wiederholen. Etwas 
schwieriger und länger dauernd gestaltet och 
die Behandlung der Gliedmassen, aber auch 
hier ist der Erfolg sehr zufriedensteUend. 
Die Chromsäureätzungen ziehen niemsk 
Nebenerscheinungen entzündlichen Charakto« 
nach sich und zeigten sich, zumal bei 
Schweinen, welche von der Krankheit m&A 
in sehr schwerem Grade befallen waren, 
besonders wirksam. 

Acidum glyconionm. 

OH . CH2 . (OH . 0H)4 . COjH. 

Oxydationsproduct von Glykose oder Rohr- 
zucker, das eine sirupförmige Masse bildet, 
welche Fehling^wiie Lösung nicht redncirt 

Diese Säure, welche bisher nur rein wiaseD- 
schaftliches Interesse besass, hat durdi die 
Studien von L. Schuar^i (Prager med. 
Wochenschr.) ftlr die praktische Mediein 
Wichtigkeit erhalten, da sie bei Coms 
diabeticum geradezu lebensrettend zu wirken 
scheint. 

Aoonitiae des Handels. Dem reinen 
krystailisirten Aconitin (im Wirkungswertlie 
gleich mit dem Präparate von Thiquesnel) 
wird gewöhnlich 0,0002 g als Einzelgabe 



161 



und 0yOOO5 g als TagoBgabe angeschrieben 
(naeh von Renterghem darf erhebfieh bOher 
gegriffen werden: 0,00025 g, ja selbst 
0,0005 g als Einzelgabe). Die drei Aoonitine: 
Aeonitinnm erystallisatnm , Fteudo- und 
Jtpaeonitin sind nidit ihrer Art nach, son- 
dern nnr dnreh den Qrad ihrer physiologischen 
Wirkung von dnander verschieden, nnd zwar 
entspricht ein Theil des* krystallisirten 
Aoonitins seinem Wbrknngswerthe nach 0,4 
bis 0,5 Tb. Psendaconitin und 0,8 Th. 
Jtpaeonitin. Das krystallisirte Aconitin wirkt 
also etwa am die Hälfte schwächer als das 
I^eadaconitin, während das Japaconitin am 
Y5 stärker wirkt als das Aeonitinnm cry- 
Btallisatam. Diesem Verhältnisse entsprechend 
würde auch „in praxi^ die Verabreichang der 
drei Alkaloide festzosetzen sein. Die Einzel- 
gabe ffir das amorphe Aeonitin beträgt nadi 
V. Bmterghem 0,010 bis 0,015 g, die Tages- 
gabe bis 0,06 g. 

Amylium salieylioom (Salicylsäareamyl- 
«ter) C6H4<g5^Q^jj Farblose, licht- 

brechende FIfissigkeit, deren Gernch an Salol 
erinnert. Siedepankt bei 270^ C. Das 
Präparat löst sich in Aether, Alkohol nnd 
Oiloroform, ist dagegen in Wasser nahezu 
nnlOshch. 

Da das Amylsalicylat einen weit weniger 
anfdiinglidien Gerach besitzt als das bei 
Rheamatismen (Einpinselang anf die Gelenke, 
innertich in Gelatinekapseln) sehr geschätzte 
Methylsalicylat, so versuchte ß. Lyonnet, 
das letztere durch die Amylverbindung zu 
ersetzen. 

firaeinnm hydrobromicum. Das Brudn 
findet neuerdings Anwendung in der Augen- 
heilkunde in ähnlidier Weise wie das 
Strychnin, dem es wegen seiner geringen 
Giftigkeit vorzuziehen ist Da das reme 
Brudn sehr schwer löslich ist, wird das 
bromwasserstoffsaure Salz zur Anwendung 
empfohlen. 

Cuprargol (vergl. Ph. C. 42 [1901], 484) 
ist eine Kupfemadelnsänre- Verbindang, 
welehe ein mattes, grauweisses Pulver vor- 
stellt und sieh, wenn auch langsam, bis zu 
SdVs pOt. in Wasser löst. Die Lösungen 
sehäamen und sollen sich durch Haltbarkeit 
SQBzeicfanen. Das Goprargoi wurde von E. 
Emmert als ein gutes, secretionsbeschränken- 



des und entzttndungswidriges Heilmittel be- 
zeichnet 

Dermosapol. Unter diesem Namen hat 
Rohdwi eine überfettete, balsamische Leber- 
thranseifenmasse therapeutisch empfohlen, 
welche aus einem Gemenge von 50 pOt 
parfflmirtem Leberthran mit Perubalsam, 
WoUfett, Fett, Glyoerin und Alkali besteht 
und grosse Resorptionsfähigkeit zeigt (vergl. 
Hl. C. 42 [1901], 500). 

Olycosal (D. R. P. Nr. 126311) ist der 
von Taeuber zuerst dargestellte Mono-Salicyl- 
säure-Glycerinester. Das PHiparat bildet 
eui weisses Krystallpulver, das bei 76^ 0. 
schmilzt, sich in kaltem Wasser zu etwa 
1 pGt; in heissem Wasser aber ausser- 
ordentlich leicht löst; auch in Alkohol ist 
das Präparat leicht löslich, während es von 
Aether und Chloroform etwas weniger leicht 
aufgenommen wird. Mit Glycerin ist das 
Glycosal mischbar; von Alkalien und kohlen- 
sauren Alkalien wird der Estor sehr leicht 
verseift 

Das Glyoosal besitzt die antiseptisohen 
und antirheumatischen Eigenschaften der 
Salicylsänre und soll in der Medicm an Stelle 
anderer Salicylate Verwendung finden, da 
es vor diesen den Vorzug besitzt, den Magen 
weit weniger zu belästigen und nur selten 
Ohrensausen hervorzurufen. 

Kakodylprftparate. Das Magnesium- 
kakodylat ist fflr Einspritzungen unter die 
Haut gut geeignet, da es leicht löslich ist 
und viel Arsen (48 pCt.) enthält — Das 
Quecksiiberkakodylat ist fflr die medi- 
cinisdie Praxis wenig geeignet, da es sehr 
giftig ist und seine Einspritzungen sehr 
schmerzhaft sind. — Das Guajakol- 
kakodylat ist eine wenig haltbare Verbind- 
ung ; es zerfällt leicht in seine Bestandtheile. 

Proteinum pyooyaaenm Honl. Dieses 
Präparat ist ein Extract aus Culturen des 
Bacillus pyocyaneus, das nach der Buchner- 
sehen Methode mittelst Kalilauge gewonnen 
wird. Es bildet eine grflnlich-gelbe, leicht 
alkalisdi reagirende Flflssigkeit, deren Geruch 
an Lindenblüthe erinnert, ist vollkommen 
unschädlidi und enthält sonach keine leben- 
den Keime: das Protein bewahrt auch bei 
längerem Lagern seine Whrksamkeit, wenn 
es an einem trockenen, vor licht geschützten, 
kühlen Orte aufbewahrt wird. 

Das Pyocyaneos-Protein Ist an der k. k. 



152 



Mhmificben Univenitätsklinik von Professor 
Janowsky zu Prag dnroh Honl und Bu- 
kavsky bei Unterschenkelgeschwüren mit 
überraschendem Erfolge praktisch zur An- 
wendung gezogen worden. Die Anwendung 
geschieht in Form eines Umschlages, indem 
man ein mit dem Ptotein durchtränktes 
Oazebänschchen auf das Geschwür legt und 
mit einem leichten Verbände fixirt Der 
Umschlag soll zweimal täglich erneuert und 
die kranken Qliedmaassen von Zeit zu Zeit 
(2 bis 4 Mal in der Woche) gebadet werden. 
In allen Fällen, in welchen das Protein an- 
gewandt wurde, trat vollkommene Heilung 
ein. Als Nebenerscheinung der Protein-An- 
wendung wurde von einigen Patienten 
leichtes Brennen auf der Wunde angegeben, 
das sich jedoch nur bei den ersten Um- 
schlägen fühlbar machte. 

Snoens Olutkombol. Der klebrige Saft 
aus der Rinde von Abroma angustum. 
Familie der Büttneriaoeae, Heimath: Vorder- 
indien. Vulg. Bez.: Olutkombol. 

Im Jahre 1872 hat B, M, Siroar zu- 
erst die Aufmerksamkeit der ärztlichen Kreise 
auf die therapeutischen Eigenschaften des 
Olutkombolsaftes gelenkt, den er als ein 
ausgezeichnetes Emmenagognm bei men- 
struellen Störungen rühmte. Im Laufe der 
folgenden Jahrzehnte wurde das Medicament 
von indischen Aerzten vielfach erprobt und 
die Erfahrungen Sircar's in vollem Umfange 
bestätigt 

Tinotnra Blittarum orientalium aus der 
zur Ordnung der Orthoptera gehörigen 
Periplaneta orientalis (Schwarze Tarakane 
oder Schabe) bereitet. 

In neuester Zeit berichtet Berti Madhub 
Basu über die erstaunenswerthe Wirkung 
der Blattatinctur bei Keuchhusten, wo ihm 
dieselbe zu einem vollen Erfolg verhalf, 
nachdem alle üblichen Arzneimittel im Stiche 
gelassen hatten. Der genannte Forscher 
gab die Tinctur m Zuckerwasser 2 stündlich 
in Oaben von 1 bis 2 Tropfen. 

ÜBCtora Lamii albi. Aus den Blüthen 
von Lamium album bereitet. 

Schon vor 14 Jahren suchte F lorain 
den von Zacutus Liisitanus begründeten 
Ruf des Lamium album als Blutstillungs- 
mittel wieder zu beleben. Seit dieser Zeit 
hat J. S. Kalabiri sich mit dem eingehen- 
den Studium dieser Pflanze befasst und 



dieselbe sowohl in pharmakologischer, wie in 
therapeutischer Richtung geprüft Man glebt 
die Tinctur in Mengen von 40 Tropfen in 
Wasser alle 2 Stunden, bis der Stillstand 
der Blutung erfolgt 

Triferrin ist paranuclelnsaures Eisen, das 
etwa 22 pOt Eisen nebst 2^2 P^^ organisch 
gebundenem Phosphor enthält und aus Kuh- 
milchcasein durch Verdauung und Fällung 
des Verdauungsproductes vermittelst Eisen- 
oxydsalzen dargestellt wird. (Ph. C. 42 
[1901], 353.) Das Triferrin ist in schwacher 
Sodalösung leicht und klar KysUch, unlöslich 
dagegen in verdünnter Salzsäure von der 
Conoentration des gewöhnlichen Magensaftes. 

Wie Salkowsky mittheUt, steigert die 
Verfütterung von Triferrin den Eisengehalt 
der Leber um das Dreifache, und es Ist 
dieses Präparat daher als leicht asnmilir- 
bares Eisenmittel bei Chlorose wohl zu 
empfehlen. O, L. Rlemperer, welcher das 
Triferrin nach dieser Richtung klinisch ge- 
prüft hat, beobachtete denn auch bei 
chlorotischen Patienten neben Abnahme der 
subjectiven Beschwerden, eine erhebliche Zu- 
nahme des Haemoglobingehaltes des Blutes. 

Man giebt das Triferrin in Mengen von 
0,3 g dreimal täglich in Pulverform oder 
läast Tabletten herstellen, welche 0,3 g 
Triferrin mit etwas Ghocolade enthalten. 

Urea purissima. Durch dieses, bisher 
nur als Diureticum verwandte Präparat will 
H. Harper auch bei mehreren Phthisikem 
günstige Resultate erzielt haben. Der ge- 
nannte Autor wurde zu dieser Therapie 
durch die Erwägung veranlasst, dass die 
Gichtkranken, deren Oewebe Urate und 
Harnstoff im Ueberfluss enthalten, gegen 
Tuberkulose mehr oder weniger immun sind. 
Versucht man nun den tuberkulösen, mensch- 
lichen Organismus durch reichliche Zuführung 
von Harnstoff zu einem ungünstigen Nähr- 
boden für den Tuberkelbacillus zu machen, 
so ist anzunehmen, dass ähnliche Verhält- 
nisse geschaffen werden, wie beim Arthritiker. 
Auch die günstige Wirkung der kürzlich 
gegen Lungenschwindsucht empfohlenen, 
reinen Fleischmast muss auf diese Weise 
erklärt werden Harper verbindet daher 
die Hamstoffdarreichung (Gaben von 1,3 g 
3 bis 4 Mal täglich) mit einer Diät, die an 
Uraten und Nuclein reich ist (Fleisch, Eier 
Thymusdrüse u. s. w.). 



163 



Zur Analegung 
pharmaceutiBoher Oesetse. 

(Yei^ aaoh Ph. C. i2 [1901], 21. 369. 416. 

536. 703.) 

76. Teneioimitt der Aerita. Zufolge 
Yerfflgang der Herzog!. Anhalt Regierung 
vom 4. Deeember 1901 erhalten die Vor- 
8tiDde der Apotiieken von den Namen der 
in den betreffenden Kreieen prakticirenden 
approbirten Aerzte, Zahnärzte und Thierärzte, 
sowie deren Stellvertreter durch die Kreis- 
phyBiker und Kreisthierftrzte amtlich Kennt- 
jm und dfirfen stark wbrkende Arzneimittel 
als Heümittel nur auf Orund von Recepten 
abgeben^ welche von einem der amtlich mit- 
getbeflten ^probirten Aerzte, Zahnärzte oder 
nieiirzte verordnet sind. 

Bei Recepten, weldie von den ausserhalb 
des Herzogthums in der Nähe der Landes- 
grenze wohnenden und in den Grenzorten 
prakticirenden Aerzten, Zahnärzten oderThier- 
insten verschrieben werden, bleibt es in vor- 
kommenden raien den Vorständen der Apo- 
Aeken flberlaasen, durch geeignete Nach- 
fragen bei den zuständigen Kreismedicinal- 
beamten sich die erforderliche Kenntniss zu 
?enehaffen. 

Wenn Recepte als dringend oder eilig be- 
ttidmet werden, so ist es in Ausnahme- 
fiUlen den Vorständen der Apotheken ge- 
stattet, von der oben getroffenen Beetimm- 
img abzusehen. Jedoch darf dies nur ge- 
Bdiehen, wenn die Emzelgabe des stark 
wirkenden Arzneimittels aus dem Recept 
erriehtlich ist, und die in der Bekanntmach- 
nng vom 27. Juli 1896 festgesetzte Ge- 
wiehtsmenge nicht tlberschritten wird. Femer 
hat der Apotheker in solchen Fällen die 
Pffiefat, durch eine bei dem betreffenden 
Kreismedicinalbeamten nachträglich sofort 
umstellende Anfrage sich die erforderliche 

Aufklärung zu verschaffen. 

Deutsehe Medieinal-Zeitung. 



Neue Darstellung von Indol. 

Dr. J, Boes berichtet in der Pharm. Ztg. 
1902, 131, dass er ein neues Herstellungs- 
verfahren gefunden habe. Nachdem A . Hesse 
(Ber. d. Deutsch. Cbem. Ges. 34, 2916) in 
dem bei den Bnfleurage der Jasminblüthen 
entitehenden Oeie etwa 2,5 pCt Indol ge- 
hnden hatte, stellte Dmnstedt (D. R. Fat. 



125 489, 1901) dieses Präparat durch Er- 
hitzen von Pyrrol mit Alkali dar. 

Dr. f/. Boes ging von einer aus dem 
Heiassetheer gewonnenen FYaction vom 
Siedepunkte 250 bis 260^ aus, die von 
sauren Oelen betreit war. Der Gehalt an Basen 
betrug etwa 5 pGt Das Oel wurde mit 
Waaserdampf destUUrt und das Destillat in 
Aether aufgenommen. Zur Entfernung von 
Anilinbasen wurde die Lösung wiederholt 
mit verdtlnnter Salzsäure ausgesditlttelt; dann 
wurde der Aether abdestiilirt und aus dem 
Rückstand das Rohindol mit Wasserdampf 
abgetrieben. 

Zur Reinigung wurde das aus dem 
milchigen Destillate mit Aether ausgeschüttelte 
Rohindol nach dem Abdestüliren des Aethers 
in Benzol geltet, mit der berechneten Menge 
Benzol-PikrinsänrelOsung vernetzt und durch 
Fällen mit Petroleumäther in fast reines 
Indolpikrat übergeführt. Das Indol wurde 
dann mit Ammoniak frei gemacht und mit 
Wasserdampf abdestiilirt Die Aetheraus- 
schüttelung des Präparates wurde verdampft 
und in Indol mit wenig Wasser krystallisiren 
gelaspen. Die so erhaltenen Blättohen 
schmolzen bei 52^; die Ausbeute war jedoch 
so gering, dass das Verfahren für die Praxis 
ungeeignet erscheint. £. Tk. 

Durch Arsen verunreinigtes 
Ammoniak. 

Nach einer Mittheilung von Dr. 0. Oottheil 
(Schwmz. Wochenschr. für Chem. u. Pharm. 
1902, 40) kommen im Handel Ammoniak- 
flüssigkeiten vor, welche deutliche Mengen 
Arsen enthalten. Da das Deutsche Arznei- 
buch eine Prüfung auf Arsen nicht vor- 
schreibt, so würde es eine Aufgabe der neuen 
Pharmakopoe -Gommission sein, zu entschei- 
den, ob Ammon auf Arsen geprüft werden 
soll und welche Reaction dann vorzuschreiben 
seL Allerdings werden sich grössere Arsen- 
mengen bei der Reaction mit Salpetersäure 
und Silbemitrat, welche das Deutsche Arznei- 
buch zur Prüfung der Halogene angiebt, 
zeigen, eine Verunreinigung dagegen in 
geringem Maasse ist hierbei nicht zu er- 
kennen. Zum Nachweis solcher geringen 
Arsenmengen im Ammoniak würde es sich 
empfehlen, letzteres mit einem Ueberschuss 
Salzsäure zu versetzen und Schwefelwasser- 
stoff einzuleiten. Ky. 



154 



Ein neues Chininpräparat zur 
suboutanen und intravenösen 

Injection 

empfiehlt Oaglio (Chem.-Ztg. 1902, Rep.33). 
Es ist eine Verbindung von Ghinmchlor- 
hydrad mit Urethan, ist sehr löslich in 
Wasser, von neutraler Reaction nnd ohne 
Reizwirkung. (Ph. C. 39 [1898], 426). 
Zar Darstellnng löst man 3 g salzsaures 
Chinin und 1,5 g Urethan in 3 g destillirtem 
Wasser in der Wärme. Der neue Körper enthält 
2 Mol. Urethan auf 1 Mol. Chinin. Eine analoge 
Verbindung, die sich ebensogut zu subcutanen 
Injectionen eignet, erhält man aus Urethan 
und bromwasserstoffsauiem Chinin. Chinin- 
sulfat ist nicht verwendbar, da Urethan es 
nicht löst Die in der Verbindung enthaltene 
Urethanmenge übt keine allgemeine Wirkung 
aus. Das Pk^äparat hat in der Klinik gute 
Resultate ergeben. —he. 



Ueber di 



des 
geschmolzenen Kalkes 

macht Moüsan (Chem.-Ztg. 1902, 116) 
folgende Mittheilungen. Man erreicht volles 
Schmelzen des Kalkes, dem auch bald das 
Sieden folgt, erst bei einer Stromstärke von 
300 Amp. und 50 bis 70 Volt. Die an 
den weniger heissen Theilen des Ofens und 
zwischen den ungeschmolzenen Kalkstücken 
condensirten Krystalle zeigen verschiedenes 
Aussehen, gehören aber alle dem cubischen 
System an. Sie wirken nicht auf polari- 
sirtes Licht. Bettet man die Krystalle in 
Canadabalsam ein, so zerspringen sie nach 
einem halben Jahre und reagiren dann 
lebhaft auf polarisirtes Licht. Das spedfische 
Gewicht vor nnd nach dem Schmelzen ist 
verschieden, sodass, wie bei der Magnesia, 
eine Polymerisation des Kalkes zu vermuthen 
ist. Die Neutralisationswärmen von 
amorphem und krystallisirtem Kalk durch 
durch Salzsäure ergaben keine merklichen 
Differenzen. Verfasser hat Krystalle ver- 
schiedener Metalle durch einfaches Ver- 
dampfen aus dem Bade von geschmolzenem 
Kalke erhalten, besonders wenn keine 
Oxydation stattfindet Bei der angewendeten 
hohen Temperatur hatte das siedende Platin 
2,5 bis 3 pCt. Calcium gebunden, —he. 



Die Zusammensetzung einiger 
antiker Metallgegenst&nde 

aus den Sammlungen des Louvre veröffent- 
licht Bertheht (Chem.-Ztg. 1902, 116). 
Ein Frauenfigürchen aus dem 26. Jahrhundert 
V. Chr., mit beiden Armen ein Körbchen 
auf dem Kopfe haltend, ist von kupfeirother 
Farbe und zeigt eine doppelte Patina. Es 
besteht aus einer Legirung von 1 Th. Blei, 
etwas mehr als 4 lli. Kupfer und einer 
nennenswerthen Menge Schwefel, der aus 
dem verarbeiteten Erze stammt Zinn, Zink, 
Antimon und Arsen sind nicht vorhanden. 
Ein babylonisches FigQrchen unbekannten 
Datums enthielt Kupfer, Zinn, Eisen, Sauer- 
stoff und Calciumcarbonat Das Piedestal 
eines kleinen babylonischen Stieres mit dem 
Aussehen von Bronze mit Silberinkrustatione& 
enthielt nur Kupfer, Zinn und Eisen. Eine 
Substanz aus der Nekropohs des Abau- 
Roash von der vierten Dynastie in Egypten 
stellte ein Gemisdi von Thon und Biei- 
chlorid dar und enthielt ein viertel Carbonat 
Sie hatte sich durch Veränderung emes 
Bleigegenstandes während des jahrhunderte- 
langen liegens in den salzigen Gewässern 
gebildet Diese Salze beschleunigen und 
veranlassen sogar die Oxydation von Metallen 
wie Eisen, Kupfer, Blei, Silber, und die 
Bildung von Chloriden, Oxychloriden und 
Oxyden. —he. 

Extractum PhaseolL 

Apother C. Stephmi (Kronenapotheke) 
zu Dresden-N. stellt neuerdings ein Extractum 
Phaseoli via frigide paratnm her, von dem 
75 bis 100 g mit dreiviertel bis 1 Liter 
Wasser verdünnt werden. Das umständliche 
Abkochen der Bohnenhülsen zur Bereitung 
des Theeaufgusses wird dadurch vermieden. 
Das Extract entliält nur wenig Alkohol; ist 
dessen vollständige Entfernung erwünscht, 
so genügt ein einmaliges Aufkochen der 
hergestellten Lösung, um denselben zu ver- 
treiben. 

Zur Verdeckung des Bohnengeschmackes 
kann auch Bouillon, Fleischextraet oder 
Maggi'sche Suppenwürze dem Getränk bei- 
gefügt werden. 

Ueber die diuretische Wirkung des Bohnen- 
hülsen -Fluidextractes liegen günstige Em- 
pfehlungen von ärztlicher Seite vor. 



155 



Pharmakognosie. 



Gala-Oala. 

PHLparat ist nach Dr. W. O. 
Boorsma (Teysmannia 1901) eine spröde, 
rothbman bis fast schwarz gefärbte, harzartige 



Wäscht man diesen Bleiniederschlag aas 
und behandelt ihn mit verdünnter Schwefel- 
säure, so entsteht ebe orangerothe FlQssig- 
keit, aus der sich der Farbstoff mit Essig- 



Masse die auf Aesten von venichiedenen **«' ausschütteln lässt; der Verdampfungs- 

rückstand ist in Wasser fast völlig löslidi. 
Auch in Alkohol ist der Farbstoff leicht 
löslich; dagegen nicht in Benzol oder Chloro 



Blnmeo im Westen von Java bis zu 1 mm 
Dieke angetroffen wird. In Mittel- und Ost- 
Jtva ist GlalarGala kaum bekannt, woraus 
hervorgeht, dass das Harz dort sicher nidit 
in grösseren Mengen vorkommt Die Ein- 
geborenen halten es für Ameisenexcremente 
oDd sprechen daher von ,,tai semut'^ In 
Wiiklichkeit ist aber eine Art Lackschild- 
laus die Erzeugerin und Gala - Gala also 
ein Lackharz. 

Im Handel kommt es in Stangen in ver- 
schiedener Grösse vor: meist sind dieselben 
15 bis 20 cm lang und 1 bis 2 cm dick, 
manchmal regelmässig, cylindrisch, auf dem 
Broebe glatt und wenig mit Schorffragmenten 
Q. 8. w. verunreinigt, manchmal aber auch 
weniger sauber zubereitet und auf dem 
Brache bröckelig. Da dieses Harz in der 
Hitze weich wird, und beim Erkalten wieder 
zu einer harten Masse erstarrt^ die an Eisen 
imd Holz haftet, ist es »n vortreffliches 
BefestigungsmitteL Auch als Arzneimittel 
findet Gala-Gala Verwendung, und zwar 



form. Die wässerige Lösung wird durch 
Natronlauge oder Ammoniak purpurroth ge- 
färbt undgiebt mit Kalk- oder Barytwasser 
einen purpurvioletten Niederschlag. Kocht 
man die wässerige Lösung mit verdünnter 
Schwefelsäure, so bleibt die Farbe bestehen, 
verschwindet aber auf Zusatz von Zink in 
Folge der Waaserstoffentwickelung. 

Die genannten Eigenschaften hat das 
Gala-Gala-Präparat mit Garminsäure oder 
Carminroth, dem färbenden Bestandtheil des 
Carmins aus Cochenille gemeinsam. 

Das Rohproduct wird gereinigt, indem es 
in heissem Wasser geknetet wird. Man sollte 
nun meinen, dass beim Erhitzen mit Wasser 
der rothe Farbstoff völlig verioren ginge; 
jedoch kann eine völlige Extraetion dieser 
„Laccalnsäure'' erst durch eine langdauemde 
Behandlung erzielt werden. Das Kneten 
dauert aber nur kurze Zeit 

Die Laccalnsäure ist nicht frei, sondern 



röd ee gepolvert mit Kaff«, MoakatnuBS ; ^ g^^ ^i Gala-Gala yorhandon; denn kocht 

!IliS**".^' ""? ^u_"f..-?"".T"^!.I'^" n»n da» Pulver mit WaaBer und sehflttelt 

die Abkochung mit Essigäther, so bleibt die 
letztgenannte fiflssigkeit farblos; fügt man 
dann aber etwas Salzsäure hinzu und 
schüttelt nochmals, so geht der Farbstoff in 
den Essigäther über. 

Es giebt noch eine andere Art Gala-Gala 
im Handel, die äusserlich von der eben 
erst beschriebenen ganz verschieden ist^ die 
aber mit Schellack zu vergleichen wäre. Es 
sind unregelmässig plattgedrückte, oberfläch- 
lich kannelirte, meist mehr oder minder ge- 
drehte Stangen, die glatt abbrechen, keine 
Verunreinigungen enthalten, und innen 
dunkelbraun, nadi aussen hin heü graubraun 
abtönen. Bei der Gewinnung wird nämlich 
das Harz ganz geschmolzen und durch ein 
Tuch geseiht. Die abweichende Färbung 
wird vermuthlich durch lang andauerndes 
Emlegen in Wasser erzielt Es ist nicht 
unwahrscheinlich, dass Gala-G&hi mit dem 
„Ambuku'^ der Malayen identisch ist R.Th 



abreicht, damit sie schneller zu Kräften 
kommen sollen. 

Zieht man gepulvertesGala-Gak nacheinander 
mit Petroleumäther, Aether, Alkohol und 
scUlcBslidi mit Wasser aus^ so zeigt sich 
Folgendes: 

Petroleumäther nimmt nur eine geringe 
Menge eines hellgelben wachsartigen Körpers 
uf. 

Aether löst einen braunrothen, fettigen, 
Uebrigen Rückstand miteigenartigemybarzigem 
Oemch. 

Alkohol nimmt die grösste Menge des 
PolverB auf; nach dem Verdunsten des 
Uisnngsmittels bleibt ein harter, bröckeliger, 
dunkelbrauner Körper zurück. 

Befan Erhitzen mit Wasser geht das Meiste 
in Lösung; man erhält schliesslich eine rothe 
Rtlttlgkeit, in der Bleiessig einen grau- 
violetten Niedersdüag hervorruft, während 
die fibentehende Flüssigkeit farblos wird. 



156 



Verschiedene llittheHungen. 



Das Wesen des Fiebers. 

lieber das Wesen des Fiebers äussert sich 
Dr. Ed. Äronsohn (Deutsche Med. Wchschr. 
1902, 76) auf Grund experimenteller Unter- 
suchungen und Zusammenfassung der auf 
den verschiedensten Wegen gefundenen That- 
saohen f olgendermaassen : 

Das Wesen des Fiebers besteht in einer 
krankhaft gesteigerten Reizung der bekann- 
ten Wärmecentra (Orosshim u. dergl.), wo- 
durch der motorisch-trophische Apparat der 
EOrpermuskeln und der Gefftssmuskeln zu 
erhöhter WSrmeproduction, gesteigertem Stoff- 
verbrauch und Veränderung in der Wärme- 
abgabe angeregt wird. Die Fiebertypen 
werden durch die Reizarten , die namentlich 
bei den Infectionskrankheiien sehr mannig- 
faltig sind und auch andere Oehirncentren 
und Organe gleichzeitig mit beeinflussen^ 
bestimmt. Der Grundtypus ist die durch 
directe, mechanisdie, elektrische oder chemische 
Reizung des Wärmecentrums mit Ausschluss 
jeder anderen Erkrankung des Körpers auf- 
tretende Erhöhung der Körpertemperatur. 



seide blau-violett, Gellulosesdde grau-blau 
bis grau- violett^ Gelatineseide und Natursade 
werden gelb und zerfallen allmählich. Der 
Stickstoffgehalt der Naturseide beträgt 
16,6 pGt., in den Kunstseiden nur 0,07 bis 
0,15 pCt. Die Färbung der Kunstseiden 
ist wegen ihrer geringen Haltbarkeit in 
feuchtem Zustande sehr sdiwierig. Das 
künstliche Rosshaar besteht aus dner 
Anzahl Gollodiumfäden, die vor der Goagulir- 
ung vereinigt worden sind, da einzefade so 
starke Fäden zu spröde wären. ~^. 



Um das Tageslicht in Schulen 



Ueber Kunstseide und ähnliche 

Producte 

macht Westergren (Chem.-Ztg. 1902, 116) zu ermitteln, welche 50 Meterkerzen nicht 
folgende Mittheilungen. Im Aussehen weichen 



ZU 

empfiehlt Whigen eine einfache Methode, 
welche Dr. Cohn in Breslau, eine Autorit&t 
auf dem Gebiete der Schulhygiene, als vor- 
züglich empfiehlt (Deutsche Med. Wchschr. 
1902, 103). Dieselbe besteht darin, das 
Chlorsilberpapier, sogenanntes Aristopapicr, 
wie es in der photographischen Praxis ge- 
bräuchlich ist, dem licht ausgesetzt wird. 
Da bekanntlich für jeden Schülerplatz eine 
bestimmte lichtmenge (50 Meterkerzen im 
Roth nach Weber'% Photometer^ erforderiiefa 
sein sollen, so sucht Wingen in einfacher, 
für die Praxis genügender Weise die Plätze 



die nach den verschiedenen Methoden 
erhaltenen Fasern sehr merklich von ein- 
ander ab. Sowohl natürliche, wie künstliche 
Seide, mit Ausnahme der Gelatineseide, 
brechen das polarisirte Licht doppelt Im 
feuchten Zustande büssen die künstlichen 
Fasern sehr an Zugfestigkeit ein. In con- 
oentrirter Schwefelsäure schwillt die Kunst- 
seide aller Art auf und Itet sich beim 
Erwärmen. Concentrlrte Salpetersäure greift 
nur die Naturseide, nicht die Kunstseide 
bei Zimmertemperatur an, während 40 pCt. 
Kalilauge Gelatinseide schnell löst, die anderen 

Sorten nur aufqueUen lässt: erst beim » • ,. ^ • ^ • 

ra » ■• • i. j- • !l -^ a Preislisten sind emgeiooeen voo: 

Erwärmen lösen «eh die meisten mit Ans- e & d 

nähme der Pauly- und Viscoseseide. Die ^/- P: ?^^^^^^ ^^^J^^ 39 ubw Droge, 
V j^ 'a ' a ^ i. T II- CbemikalieD, pharmaoeut Präparate, ReaceDoeB. 

Kunstseide wird durch warme Lauge gelb ^ig ADhang angefügt ist der „Mentor för d» 

gefärbt, echte Seide nicht, sodass dieses j Namen neuerer Arzneimittel*' uad eine Pr«§- 
Verhalten als Unterscheidungsmerkmal dienen lüete bomöopathisoher Arzneimittel, 
kann. Durch Ghlorzinkjod wird Goilodium- j 

Vtrtofu und ? •nuktwortUobir Leiter Dr. A« Sehaeftd« In Oiwdfli. 



haben. Zu diesem Zwecke werden die Blitt- 
chen zu Anfang der Stunde auf jeden Sdiüler 
platz ausgelegt, am Schlüsse der Stunde ein- 
gesammelt und dunkel aufbewahrt Abends 
werden sie zehn Minuten in unterschweflig- 
saurem Natron fixirt und Nachts in einem 
Becken wie alle Photographien ausgewässert 
Alle Papiere, die im Laufe einer Stunde 
dunkler geworden smd als die Probe, zeigen 
gute Plätze, alle, welche blase geblieben mid, 
zeigen schlechte Plätze. Auf diese Weise 
können alle schlecht beleuchteten Arbeite* 
platze ermittelt werden. Vg, 



m 



z. ^ 



Ich eiUftiB hiermit, dAMi Ich trotz einer von der Waarenzeichen-Abtheiluii^ 
des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin in erster Instanz am 21. November t. J. mündlich 
al^gegebenen Entscheidung umetk wie vor der alleiiilftrereehtlg;te laliAber de« 
Uraareiiselclienii €realla bin und das« leh uaaaelislclitlleli Jedea 
(erleMUeii Terfol^ea werde» der es ontemehmen sollte, in dieee aaelae 
Heclite einzugreifen. 

William Pearsoii| 

Hamliiirgr. 



^ + ^ 



B. R. OebntnehsiiiaBter. 




Meu. 




Meu. 



aias - FUtrlrtrlcbtor 

mit Innenrippen, 

das Beste und Praktisoliste 
für jegliche Filtration 

offeriren 
von 7 9 11 16 24 Ctm. Grösse 

von PONCET, Glashuttenwerke 



Fabrik und Lager 

ehem. pharmae. Oefässe and Utensilien. 

Berlin S. 0., Köpnicker- Strasse 54. 



Das salzsaure Salz des Alialoids der Yohimbe-Kinde, welches von ersten 
ärztlichen Autoritäten als 

Spccificnm gegen Impotentia virilis 

empfohlen wird, bringe ich unter der Bezeichnung 

Yohimbinum hydrochloric. „Riedel'' 

in den Handel. 

Gnemische Fabrik von J. D. Riedel, Berlin N. 39. 



IV 



Herzogliche technische Hochschule 



Abtheilung ffOr Pharmacie. 

Begrlnn des Sommer-Semesters am 8. April 1902. 

i sind yom 



Relchsprilfung ffOr Pharmaceuten. 

Verzeichniss der Vorlesungen u. Uebungen. 

fieeknrts : Pharmakogoosio mit UebuDgen, Pharmaceutisohe Chemie, Abwässerreioigaog, Leitung 
des pbarmaceatisohen Laboratoriums (berechtigt zur praktischen Ausbildung von Nahrungs- 
mittel-Chemikern). 

W. BlasiiiB; Botanik. Zoologie, Mikroskopisohe Uebungen. 

Linde: Pharmakognostisohes Praktioum. 

Meyer: Organische Experimentaiohemie. 

Troeger: Analytische Chemie. 

Weber: Experimental-Physik und Physikalisches Prakticum. 

Zu jeder weiteren Auskunft ist der Vorstand des pharmaceutischen Laboratoriums, Medidnal- 
rath Professor Dr. Beekurts bereit ])er Hector: Beokurts. 




Die 



Jahrgänge 

1881, 1883, 1884, 1888 bis 1901 der 

„Pharmaceutischen Centralhalle'' 

werden zu bedeutend ermässigten Preisen abgegeben durch die 




Geschäftsstelle: 



Dresden ' ffl^f Seßandauer Sfr, 43, 




JDeatfsche Hansfranen! 

In unserer Noth um Arbeit wenden wir uns an Sie und bitten um Abnahme von: 

Tisebtttehem und Servietten, Thee- und Kaffeegedecken, Hand- und Kllcbentllebem, 
Scheuer- und Staubtüehem, Bettzeugen in weiss und bunt, Leinewand in allen 
Breiten, Hemdenstoffen, Scbttrzenstoffen u. s. w. Auf Wunsch alles fertig genäht, 
gestickt und gewaschen. Ganze Aussteuern! Viele lobende Anerkennungen! 

Obgleich die Weblöhne hierselbst bis dreimal niedriger sind, liefern wir die 
fertigen Waaren dennoch von 20 MariL an firanco und senden Muster und Preise gern 
und postfrei zur Ansicht 

Vereinigang Lansitzer Handweber (derz. Vors.: Emil Schoelzke) 

Sitz in Lindepode i* der Lausitz. 

3 13 der »mtl. best. Statuten: Die Mitglieder des Vereins (VorstAnd n. s. w.) besiehen fOr ihre 
Mühewaltung keine Vcrg&taog. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

ZeftBdiTift fOi wiBsensehaftUelie nnd gesohUftliehe Inteiessen* 

der Phannaeie. 

Gtegründet Ton Dr. H. Hafer 1859; fortgefthrt von Dr. B. Oelstler. 

Heraosgegeben yon Dr. ▲. S«hi«ider. 



'»•♦ 



Irioheixit jeden Donnerittg. — Besugspreis yierteliihrlich: durch Pott oder 

Bnehhandel 2,50 Mk., unter Streifbftnd 8,— Mk^ Ausland 8,60 ML linielne Nommem 90 PI!! 

A nieigen: die eininnl gespaltene Petit-Zeile 85 Pf., bei srösseren Anieigen oder Wieder- m 

liehmgen PMitenDiBsigQng. — CksehlftsrteOet Dresden (F.-A. 81), Sohandnuer Strasse 43«^ 

Leiter ier Zellsekrifl: Dr. A. Schneider, Dresden (P.-A, 81), Sohandaner StrMse 43. i \ 

An der Leitong betheiligt: Dr. P. Sfiss in Dresden-Blasewits. 



Mi9. 



Dresden, 20. März 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLIIL 

Jahrgang« 



Inhalt: Chemie und Pharmaeie: Die SAare im Weine. — Dm Geschlecht ron Bolat. — Aus dem Bericht Ton 
K< Jfcrck m Damstadi. — Neue Axsaelmittel. -> Zur Aatlegaiig pharmaocnttacher Qetetae. — DlaoetyiienoB. ^ ^ 
Kdn steoerfreler Braontvelii fOr die Apotheken mehr. — Qluton. — Zur HamooaserTimng. — X*^ 
Olieade. — TeehalMke Mittheilaacea. — BAohenehaa. — BriefireehseL 



Chemie und PharmaeieB 



Die Säure im Weine. 

Die SAnre im Weine besteht zum 
grossen Thefle ans Weinstein, ron den 
nicht flüchtigen Sänren ans Weinsftnre, 
Aepfelsänre, Bemsteinsänre, von den 
fluchtigen Säuren aus Eäsigsäure und 
kann bekanntlich sowohl abnehmen, 
wenn sich z. B. Weinstein absetzt, oder 
aber auch zunehmen, wenn z. B. der 
Wein stichig wird nnd in Folge dessen 
die flfichtigen Säuren eine Vermehrung 
erfahren haben. Es haben schon seiner 
Zeit Müller ' Thurgau, Kulisch, Wart- 
mami darauf hingewiesen, daas bei der 
Abnahme der Säure im Moste, die wohl 
vor Allem in Betracht kommt, da die 
Zunahme wohl zu den Seltenheiten ge- 
hören dürfte, die Hefe eine sehr wichtige 
Bolle spielt und man ist sich schon 
lauge darüber einig, dass verschiedene 
Eefearten, ganz abgesehen von ihren 
uiorphologischen Eigenschaften , auch 
phjttologisch verschieden wirken können, 
dU8 sie verschieden schnell Zucker ver- 
gihren und als Endproducte der Gähr- 
ung mehr oder weniger Alkohol, Glycerin, 



Bemsteinsäure, flüchtige Säuren u. s. w. 
hervorbringen können. 

Es hat nun E. Kayser Most mit ver* 
schiedenen Hefearten geimpft und die 
Abnahme der Säure nach fünf Monaten 
einer quantitativen Untersuchung unter- 
worfen. 

Das Ergebniss seiner Beobachtungen 
findet sich in der Revue de viticulture 
No. 372, Tome XV und soll an dieser 
Stelle in Kürze wiedergegeben werden. 

Der Most wurde behandelt mit einer 
Hefe Nr. 7, einer Hefe Nr. 16 und einer 
Hefe Nr. 35. 

Hefe 

Nr. 7 

GeBammtsäure 5,54 

nach 150 Tagen 
hatte sie abgenommen — 1,17 
Nicht flüchtige 

Säure 6,14 

nach 150 Tagen 
hatte sie abgenommen —0,83 
Flüchtige Sänre 0,38 
* nach 160 Tagen 
batto sie abgenommen — 0,27 

Es hatte also in einem Zeiträume von 
fünf Monaten mit der einen Hefe die 



Hefe 

Nr. 16 


Hefe' 
Nr. 35 


6,68 


6,24 


— 0,15 


-0,87 


5,37 


5,88 


-0,16 
0,22 


-0,17 
0,20 



— O.Ol 



0,25 



158 



nicht flüchtige S&ure um 16,1 pCt., mit 
der anderen Hefe nm 2,8 pCt. und mit 
der dritten Hefe um 9,7 pCt. abgenom- 
men, während die flüchtige Säure im 
ersten Falle um 85 pCt., im zweiten 
Falle um 1 pCt. und im dritten Falle 
um 83 pCt. abgenommen hatte. 

Wir sehen also, dass sich diese ver- 
schiedenen Hefeailen sehr verschieden 
bei der Abnahme der nicht flüchtigen 
Säuren sowohl, als auch ganz besonders 
bei der Abnahme der flüchtigen Säuren 
verhielten. 

Nicht allein die Hefenait, sondern 
auch der Zutritt der Luft hat eine nicht 
zu unterschätzende Rolle bei der Ab- 
nahme der Säure im Moste. Es hatviun 
ebenfalls Kayser die Wirkung des Luft- 
zutrittes näher untei-sucht', indem er die- 
selbe einerseits sehr beförderte, anderer- 
, seits dadurch mehr oder weniger ab- 
schnitt, dass der Most mit einer ziem- 
lich langen Glasröhre mit der Aussen- 
luft in Verbindung gesetzt wurde. 

Es folgt das Ergebniss seiner Unter- 
suchung : 

Luftzutritt Luftzutritt 

gross vormindert 
Gesammtsäure 
nach der ersten Gährung 7,62 7,75 

n. 90 Tagen abgenommen — 0,28 — 0,14 
Nicht flüchtige Säure 
nach der ersten Gährung 7,40 7,53 

n. 90 Tagen abgenommen — 0,12 — 0,10 

Flüchtige 8fiure 
nach der ersten Gährung 0,176 0,172 

nach 90 Tagen .... —0,126 —0,032 

Im ersten Falle bei grossem Luftzu- 
tritte hatte die nicht flüchtige Säure 
um 1,7 pCt., im zweiten Falle bei ver- 
mindertem Luftzutritt um 1,3 pCt. ab- 
genommen, während die flüchtige Säure 
im ersten Falle um 72 pCt., im zweiten 
Falle nur um 1 9 pCt. abgenommen hatte. 
Ausser der Hefeart und dem Luftzutritt 
ist auch die Temperatur ein wichtiger 
Factor bei der Abnahme der Säure, und 
zwar fand Kayser, dass die nicht flüchtigen 
Säuren am meisten abnehmen, wenn die 
Temperatur am höchsten ist; merk- 
würdigerweise nehmen die flüchtigen 
Säuren bei 10 o und 35^ weniger als 
bei 250 ab. 

Ein Theil der Säure nimmt aber auch 
durch Esterbildung ab. Berthelot hat 



schon seiner Zeit die Mittheüong ge- 
macht, dass gleiche Aeqaiyalenttheüe 
Alkohol und Essigsäure schon nach fünf 
bis sechs Monaten ^s d^i* Ester des 
Weines zu bilden im Stande sind, während 
die Bildung mit Weinsäure und Bern- 
steinsäure eine viel raschere ist. 
So fand Kayser: 

Anfangs Nach 

3 MoDaten 

Nicht flüchtige Säure . . 5,738 4,398 

Flüchtige Säure .... 0,383 0,118 

Nicht flüchtige Ester . . . 1,313 1,200 

Flüchtige Ester 0,006 0,202 

Summe der nicht flüchtigen 

Ester und Säuren . . 7,051 5,598 
Summe der flüchtigen Ester 

und Säuren .... 0,389 0,320 

Man sieht also hieraus, dass sowohl 
die nicht flüchtigen als auch die flüchtigen 
Säuren eventuell auch zu Gunsten der 
Esterbildung abgenommen haben, wenn 
es auch schwer fallen würde, das Ver- 
hältniss festzustellen, in welchem es 
geschah, da, wie vorher schon erwähnt, 
Hefeart, Luftzutritt und Temperatur 
ebenfalls ihren Antheil daran gehabt 

haben. Maurice Bemard. 



Das Geschlecht von Bolus. 

Bei Uebemahme von Fremdwörtern 
aus dem Griechischen zeigt der neuere 
Sprachgebrauch besonders im Deutschen 
eine Abneigung gegen das weibliche 
Geschlecht, td^ solches nicht scharf 
durch eine für dieses auch bei Eigen- 
namen bezeichnende Endung, wie a, e, 
ie u. s. w. hervorgehoben wird. So sagt 
man der Diameter, das Atom, obwohl 
beide (selbst im Lateinischen) weiblich 
sind. ESne eigenthttmliche Ausnahme 
machen die Arzneibücher mit dem 
Worte Bolus, indem diese Bolus 
alba etc. schreiben; nur die Belgisdie 
Pharmakopoe schreibt Bolus Anneniae 
pulveratns. Allerdings steht das 
classische fi ßcbXog (die Erdscholle) im 
Gegensatze zu 6 ß6Xog (der Wurf). . 
Aber schon bei späteren Griechen ver- 
wischt sich dieser Geschlechtsunterschied 
' und das lateinische bolus (Bissen, Glück, 
Schaden) wird genau, wie bolus (Wur^ 
Würfel), von Terentius, Plautus, Varro 
u. A. als männlich gebraucht In 



159 



VUktret's y^HandwOrterbnch der ge- 
samten Medidn^' (l. Band, 1. Anflage, 
Seite 209; 3. Auflage, Seite 266) heisst 
es gedankenlos genug: „Bolus, m'^ und 
wenige Zeilen später „a) Bolus alba'' 
sowie: „b) Bolus rubra". 

Für das in lateinischer Form fiber- 
Dommene Wort liegt keine Veranlassung 
Yor, es in dem Geschlecht seines 
griechischen Stammwortes zu gebrauchen, 
um so weniger dann, wenn es auch in 
mehrere neuere Sprachen als Masculinum 
übergegangen ist. Letzteres geschah 
aber bei bolus, bol, bolo u. s. w. 

Heibig, 

Aas dem Bericht 
von E. Merok zu Darmstadt 

über das Jahr 1901. 
(Schluss von Seite 152.) 

Agar-Agar. Dieses bekannte Gelatine 
biUende Product hat bisher ausschliesslich 
bei bakteriologischen Arbeiten Verwendung 
gefonden, kann jedoch nach S, P. Kramet 
andi in der chirurgischen Praxis werthvoUe 
Dienste leisten. Kramer injidrte bei seinen 
ünterBuchnngen über die Behandlung von 
Bnutwunden eine auf 40^ C. erw&rmte 
Gelatme aus 4 Th. Agar-Agar und 100 Th. 
emer physiologiBchen Kochsalzlösung in die 
Brusthöhle von Thieren und beobachtete, 
dasB die Masse nach Verhiuf von 48 Stunden 
ihrvn gelatinösen Charakter verloren hatte 
und in einen Klumpen verwandelt war, 
weldier von zahhreichen Kundzellen durch- 
setzt war, durdi deren Thätigkeit die Masse 
aOmlhMdi resorbirt wird, während gleich- 
zeitig an ihre SteOe nengebiidetes Binde- 
gewebe tritt 

IMphfherieheüterum. Die Anwendung 
dieses nunmehr allgemein anerkannten, 
bervorragenden Heilmittels der Diphtherie ist 
durdi die Einführung des von E, Merck 
«if dem Gontinent zuerst dargestellten, 
hoehwerthigen Präparates ungemein er- 
ieichtai und vereinfacht worden. In Folge 
sones hohen Immunisirungswerthes genügen 
lelbst bei den schwersten Infectionen ver- 
bÜtnissmäBsig geringe Mengen des Serums 
zur Heilung, und es gelingt daher, die un- 
ttgenehmen Nebenerscheinungen, welche die 
Ebf&brung schwächerer Präparate mit sich 
brachte;, immer mehr und mehr einzudämmen. 



Wie A, A, Borchmann ausfahrt, können 
diese Nebenwirkungen fraglos ohne Beem- 
trächtigung der Heilkraft noch weiter (um 
I 6,4 pGt) beschränkt werden, wenn man das 
' Serum nach dem Vorschlage 0. H. Spronck'B 
I vor der Anwendung eine halbe Stunde lang 
i auf 58 ^ G. erwärmt 

Eisentropon. Das bekannte Nährmittel 
Tropon kommt gegenwärtig auch mit einem 
Gehalt an Eisen (50 pCt. Tropon, 2,5 pGt 
Eisen) in den Handel. Es soll nach J. 
Winterberg und R. Braun m Folge seines 
Oehaltes an gut resorbirbaren Eiweisskörpem 
auf die allgemeinen Emährungsverhältnisse 
einen günstigen Einflnss ausüben und stets 
ohne üble Nebenerschttnungen und Folgen 
vertragen werden. Die Oabe des Präparates 
beträgt dreimal täglich einen Kaffeelöffel 
voll und wird am besten mit etwas Chooolade 
gegeben. 

Oalliamixu Unter diesem Namen kommt 
eme Flüssigkeit in den Handel, welche vier 
Volum Ozon in einem Volum einer unschäd- 
lichen Flüssigkeit gelöst enthalten soll. Das 
Mittel findet in der Thierheilkunde An- 
wendung. 

HaematoxyliB - Phosphorwolframsäure, 
von Malory zum Färben histologischer 
Präparate angewendet, hat folgende Zu- 
sammensetzung: 

Haematoxylin 0,1 

Wasser 80,0 

Ebosphorwolf ramsäure 

(lOproc. wässerige Lösung) 20,0 
Wasserstoffperoxyd ... 0,2 

Hermopheayl ist ein QnecksUbematrium- 
phenoldisulfonat, welches 40 pCt metailisches 
Quecksilber enthält Es bildet ein weisses, 
amorphes Pulver, das sich in kaltem Wasser 
sehr leicht (bis zu 22 pCt.) löst (vergleiche 
Ph. C. 42 [1901], 500. 734). Nach L. 
Bemard ist das Hermophenyl das dnzige 
Quecksilbersalz, das man einer Seife einver- 
leiben kann, ohne dass es seme Wirksam- 
keit embüsst oder reizt und nekrotisirt wie 
das Sublimat. Durch die Iproc. Seife wird 
derselbe Grad relativer Aseptik der Hände 
erzielt, wie durch Waschungen mit (1 : 1000) 
Sublimatlösungen und -Seife. Iproc Hermo- 
phenylgaze und -Watte können im Sterili- 
sationsofen während einer Viertelstunde auf 
120^ G. erhitzt werden, ohne die geringste 
Veränderung zu erleiden. Beide Verband- 



leo 



mittel IdBten dieselben Dienste wie Jodofonn- 
gaze nnd Salicylwatte. In der cfaimrgiflGhen 
Praxis werden 1- bis 2proc wisserige Lös- 
ongen zn feuchten Umsohlftgen verwandt, 
1- bis 3proc LOsungen können zn Instilla- 
tionen und Gompressen anf Schleimhäute 
Verwendung finden. 

Hydrargynun sulfuiicum aethyleadi- 
aminatum. Das von Krönig und Blum- 
berg als Antisepticum empfohlene Hydrar- 
gyrum dtricum diaethylenaminatum (Ph. G. 
4S [1901]^ 521) konnte nur m Form einer 
Lösung hergestellt werden^ ein Nachtheil; 
den das entsprechende Sulfat nicht besitzt 
Dieses Präparat bildet ein weisses^ in Wasser 
lösliches Pulver^ das^ wie die Versuche Blum- 
b€7'g^B am Microcoocus tetragenus dargethan 
haben, in seiner antiseptischen Wirkung dem 
Citrat nicht nachsteht und wie dieses als 
Desmfectlonsmittel für die Hände und die 
Haut mit Vortheil angewandt werden kann. 
Eine absolute Eeimfreibeit der Hände wird 
nach Th. Paul und 0, Sarwey aber auch 
durch diese Verbindung ebensowenig erzielt 
wie durch Sublimataetyl- und Methylalkohol 
oder durch Sublimataceton und Sublimat- 
lanolin. 

Irispigment. Das chemisch reine Iris- 
pigment des Ochsenauges stellt dn braunes^ 
in Wasser, Aether, Alkohol und Chloroform 
unlösliches Pulver dar. Dieser den Melaninen 
angehörige Körper wurde von Nieden zur 
Tätowirung von Homhautflecken benutzt 
Hierbei wurde derart verfahren, dass man 
das Pigment in einer Reibschale mit etwas 
Wasser zu einer ausserordentlich feinen, eben 
noefa flüssigen Suspension verarbeitete, welche 
mit der Tätowimadel in die zuvor ge- 
schaffenen Stichöffnungen verrieben wurde. 

Jeqniritol und Jequiritolserum. Diese 
beiden Präparate wurden von P. Römef 
in die Augenheilkunde eingeführt (Ph. C. 
42 [1901], 795). Das Jeqniritol ist ein 
aus den Samen von Abrus precatorius ge- 
wonnenes Abrinpräparat, welches nach wesent- 
lich verbesserter Methode unter besonderen 
Vorsichtsmaassregehi dargestellt wird. Es 
wird in Lösung gebracht, sterilisirt, mit 
50 pCt Olyoerin versetzt und auf einen 
bestimmten, stets gleichbleibenden physio- 
logischen Wirkungswerth eingestellt, sodass eme 
genaue Mengenabgabe, welche bei dem Abrin 
und Jequirity-Infus nicht möglich ist, seine 



gefahrlose {Anwendung in der Prazia ge- 
stattet Das Jeqniritol wird in vier v»- 
schieden starken Lösungen abgegeben, von 
denen Nr. 1 als Standardlösung so bemessen 
ist, dass 0,01 oem derselben eine weine 
Maus von 20 g öewicht bei saboatSBer 
Injeotion sieher binnen vier Tagen tOtet 
Die Stärke der anderen Lösungen ist auf 
den betreffenden Fläschchen vermeint 

Das Jequiritolserum ist ein naeh 
Behring'wiieni Prindp gewonnenes Heil- 
serum, welches ähnlich dem von Ehrlich 
zuerst dargestellten Abrinsemm die Wirkung 
des Jeqmritols im mensohlichen Körper schnell 
und sicher zu paralysiren vermag, und zwar 
sowohl bei localer Anwendung (im Conjunctival- 
sack), als aueh bei subcutaner Injeotion. Es 
wird zur Conservirung mit 0,25 pGt Phenol 
versetzt und besitzt eine so hohe, immun- 
isirende Kraft, dass 0,1 ocm genügt, um 
eine weisse Maus gegen die hundertfach tödt- 
liehe Gabe Jeqniritol zu schützen, wenn 
Jeqniritol und Jequiritolserum vermischt einge- 
spritzt werden. 

Das Jeqniritol und das Jequiritolserum 
werden in der bakteriologischen Abtheilung 
der Jf(?rcÄ:'schen Fabrik hergestellt Sie ge- 
langen in einem Besteck, enthaltend vier 
abgestufte Lösungen von Jeqniritol und vier 
Röhrchen Jequiritolserum, in den Handel. 
Das Jeqniritol ist in Fläschchen gefülll,. 
welche am Hals einen Aetzring und an einer 
Stelle desselben eine Feilkerbe tragen ; beim 
Abbrechen des Halses ist darauf zu achten, 
dass diese Feilkerbe richtig, d. h. vom Kö^ 
per abgewendet gehalten wird. Naeh 
dem Oeffnen des Fläschchens halte man 
dasselbe mit der beigegebenen Glask&ppe 
bedeckt Die Pipette reinige man unmittel- 
bar nach dem Gebrauch mit Wasser nnd 
dann mit Alkohol; vor dem Gebrauch darf 
dieselbe mit Alkohol oder Karbolsäure nicht 
benetzt sein, das sonst das Jeqniritol gerinnt 
Dem Jequiritolbesteck ist vorläuGg nur die 
obige, zur localen Anwendung nöthige Menge 
Heilserum beigegeben, welche in den meisten 
flllen genügt Es wird sich aber empfehlen, 
für eine allenfalls nothwendig werdende 
subcutane Injection stets auch mehrere lose 
Fläschchen Jequiritolserum vorräthig zu halten. 

Kalium percarbonioum, K2C20e- Dieses 
zuerst von Ä. v. Hansen durch Elektrolyse 
von Pottaschelösungen gewonnene Garbontt 



161 



bildet eb farbloses Polyer; das dnrob Wasser 
oaeh folgender Gleiehong langsam zenetzt 
wild: 

K2C2O6 + HjO = 2KHC08 + 0; 
mit Mwefelaftnre behandelt^ zersetzt sieh 
das Kalhunperearbonat unter Bfldnng von 
Wsnenloffperoxyd : 

K2C80e + 2 8O4H2 = 
2KH8O4 4- 200« + HjOj. 

Das Salz ist daher ein bequemes Aosgangs- 
mtterial zur €towinnmig von Sanerstoff, so- 
wie zmr Bereitong von Wasserstoffperoxyd- 
Ifinmgen nnd findet gegenwärtig bereits in 
der Wissensdiaft und Technik für verschie- 
dne Zwecke Verwendong. So hat Ä. 
Mäüer das Kalimnpercarbonat benutzt, am 
den EntfibrbnngSFerhist zn nmgehen, weJcher 
bei den fiblidien Entfftrbongsmethoden von 
I^berkelbaciUenpräparaten, namentlieh bei 
linger andanemder BinwiriEimg von Sänre, 
eintritt Er behandelt zn diesem Zwecke 
die mit 50- bis TOproe. Alkohol abgespulten 
hiparate eme Yiertelstmide mit 5- bis 10- 
proc KalhimperearbonatlOsang, spfllt nach 
ofolgter Differenzirang ab nnd färbt mit 
Methyienblan nach. 

Femer hat E, VcUenia nachgewiesen^ dass 
das uiter dem Namen ^^Antihypo^ zur 
ZentOnmg ron Natriumtiiioeiilfat in Negatiren 
mid PootiTeD empfohlene Pr&parat nur 
EsKumperearbonat sein kOnne und begrfisst 
die Einführung dieses Salzes in die photo- 
grsphiaehe Fmk ab eine werthrolle Neuer- 
img. Weiterfam empfiehlt F. P. TreadweU 
das Kaüumperearbonat als Ersatzmittel des 
Waaserstoffperoxyds in der analytischen 
Ohemie zum Nachweis desTitans, Vanadms 
OiromSy Gers und zur Oxydation von Ferro- 
lalzen zu Ferrisalzen. 

Laotaam (Fh. 0. 42 [1901], 458) oder 
Biamutom bilactomonotannieum bildet ein 
gelbeSy in Wasser unlMicheSy gerudi- und 
geaehmaAkMes Polver. 

Diese neue Wismutverbindung hat sidi 
in den Händen von Moncorvo bei den 
Dianh5en der Säuglinge, acuter und 
ehioniseher Enteritis, sowie tuberkriöser 
DannsBtzfindung der Kinder wohl bewährt. 
Aieh DiairiiOen, welche sidi im Verlaufe 
von Malaria und der Malariacachexie ein- 
stefleo^ werden vom Lactanin gttnstig be- 
einOiiMt Zugleich wird das Mittel, selbst 
von nur wenige Tage alten Kindern, recht 



gut vertragen. Man verordnet das Lactanin 
am besten nach folgender Vorsdirift: 
I^. Laetanini . . 2,0 bki 3,0 
Simpi gummosi . . . 40,0 
MDS.: Wohlumgeechflttelt, täglich drei 
bis fünf Tlieelöffel voll zu geben. 

lägnum und Badix Muirae-Puamae. 
üeber diese von E. Merck in den europä- 
ischen Arzneischatz emgeführte Droge hat 
vor Kurzem Th, Peckolt eingehend be- 
richtet Nach dessen Untersuchungen ent- 
hält dieselbe eine alkaloidartige, krystaU- 
inische Substanz, das Muirapuamin, 
femer einen amorphen Bitterstoff, etwas 
Fett und zwei Harzsäuren. 

Wie E. Merck bereits frtlher mitgetheOt 
hat, steht die Muira-Puama bei den brasfli- 
anisohen Eingeborenen als Aphrodiriaenm in 
hohem Ansehen und wird zu diesem Zweck 
nidit nur innerlich genommen, sondern vor- 
zugsweise auch in Form eonoentrirter Ab- 
kochungen zu Genitalbädem benfltzt Das 
Deeoct (15 g zu 240 Colatnr) wud weit^v 
hin essl5ffelweise bei Ruhr, Menstrualkolik 
u. s. w. gegeben. Die Tinctur (1 : 5), weiche 
mit Alkohol vom spedfischen Gewicht 0,847 
herzustellen ist, verabreidit man in Gaben 
von 5 bis 8 Tropfen dreimal täglich bei 
Paralyse und Rheumatismen; ^eichzeitig 
kann man mit dieser Tinctur Einreibungen 
vornehmen lassen. Bei Impotenz giebt man 
dreimal täg^ch 10 bis 16 Tropfen und lässt 
zweimal täglich locale Bäder anwenden, 
weldie auf 630 g Wasser 120 g Muira- 
Poamatinctur enthalten. Vom Fluidextract 
verordnet man dreimal täglich 10 bis 20 
Tropfen. Bei Dyspepsie und als Tonicnm 
gebraucht man ein Vinum Muirae- 
Puamae, von dem man bei jeder Mahlzeit 
ein kleines Kelchglas voll nehmen lässt 
Dieser Wem wird nach folgender Vorschrift 
bereitet: 

Rp. Extracti Muhrae-Ptiamae 

spir. spiss. . . . 4,0 
Solve in 

Spuitus vini (90proc.) . 25,0 
adde 

Vini Xerensis . . . 975,0 

Lithium salolo-phosphorieom. Dieses 
auch unter der Bezeichnung Solvosal- 
Lithium in den Handel kommende Mlparat 
bildet ein in Wasser (1 : 20) gut IMiches 
Pulver und kennzeichnet sich nach den 



163 



Untenmohungen von W. Zechel als Diuretioum 
und Antarthriticam^ indessen bedarf die 
Anwendung in dieser Eichtung noch weiterer 
Beobachtung. Die innerliche Gabe des 
Präparates beträgt 0,25 g drei- bis viermal 
täglich; zur Desinfection des Mundes bedient 
man sich wässeriger Lösungen von Solvosal- 
Lithium in der Stärke von 1 : 200 bis 500 
oder benützt besser das billigere Solvosal- 
Kalium in gleicher Goncentration. 

Herourol. Unter diesem Namen kommt 
von Amerika aus eine Verbindung des 
Quecksilbers mit Hefenucle'insäure in den 
Handel. Dieselbe stellt sich als ein bräunlich- 
weisses Pulver dar, das in Wasser, besonders 
in der Wärme, leicht löslich, in Alkohol 
aber unlöslich ist. Eäweisshaltige Flüssig- 
keiten werden vom Mercurol nicht gefällt; 
Alkalien sind ohne Emwirkung auf das 
Präparat Das Mercurol besitzt in hohem 
Grade die den Quecksilberverbindungen 
eigenen therapeutischen Wirkungen. Zur 
Behandlung von Gonorrhoe werden 0,5 bis 
Iproc. wässerige Lösungen vorgeschlagen, 
während man bei Augenkrankheiten all- 
mählich bis auf 5proc. Lösungen steigen 
kann. Gegen Syphilis wird das Präparat 
innerlich in Pillenform und in Gaben von 
0,06 g verabreicht Ein wesentlicher Nach- 
theil des Mercurols besteht in dessen leichter 
Zersetzlichkeit.^ Besonders wässerige 
Lösungen fallen dieser leicht anheim, sodass 
dieselben schon nach drei Tagen unbrauch- 
bar werden. 

Hatrium persulfuricum. Das Natrium- 
und Ammoniumpersulfat sind vorzügliche, 
appetitanregende Arzneimittel. Am besten 
verwendet man die unter dem Namen 
„Persodine^^ bekannte wässerige Lösung 
(Ph. C. 42 [1901], 172), und giebt hiervon, 
je nach dem Alter der Patienten, ein Thee- 
bis zu einem Esslöffel im Zeitraum von 
24 Stunden und zwar vor jeder Nahrungs- 
aufnahme. 

Eine dem Persodine ähnlich wirkende 
Lösung stellt man sich nach folgender 
Formel her: 

Bp. Natrii persulfurid . . 2,0 
Aquae destUlatae . . 300,0 

SDS.: Je ein Esslöffel voll eine halbe 
Stunde vor den beiden Hauptmahlzeiten zu 
nehmen. 

Vatrinm bisulforiciim, NaHS04 + II2O. 



Farblose, in Wasser leicht lösliche Krystafle. 
Dieses Präparat bezeidmen Louis Parker 
und Samuel Rideal als das geeignetste 
Mittel, um mit Typhusbaoillen inficirte 
Trinkwässer für im Felde steheude 
Truppen gefahrlos und trinkbar zu machen. 
Das Salz wird in Form lacht löslicher 
Pastillen, deren jede 0,3 g des Bisulfats 
enthält, den Truppen auf dem Marsch mit- 
gegeben. Es ertheUt dem Wasser einen 
säuerlichen Beigeschmack, der zur Stillung 
des Durstes beiträgt; auch kann man die 
Pastillen bei Wassermangel auf der Zunge 
schmelzen lassen, em Verfahren, das gleich- 
falls durststillend wirkt 

Natrium taurocholicum wird von 
Conkey als Zusatz zu Nährboden verwendet 
nach folgender Vorschrift: 

Taurocholsaures Natron 0,5, Pepton 2,0, 
Agar 1,5, Leitungswasser 100,0 Th. Die 
filtrkte Nährlösung erhält einen Zusatz von 
1,0 Th. Lactose. Legt man auf diesem Nähr- 
boden Stichkulturen an, so zeigt sich nadi 
24- bis 48 stündigem Aufenthalt im Brut- 
schrank bei 42^ G. in dem mit Baeterium 
Coli geimpften Röhrchen eine wolkige 
Trübung, während das mit Baeterium T^hi 
geimpfte Röhrchen klar bleibt Giebt man 
dem Nährboden statt Lactose einen Glukose- 
zusatz, so stellt sich in beiden Röhrcfaen 
Trübung em, nur beginnt sie bei Goliculturen 
am Boden des Röhrchens, während sie sich 
bei Typhusculturen zuerst an der Oberfläche 
zeigt. Der Natriumtaurocholat- Nährboden 
hemmt auch das Wachsthum aiiderer 
Bakterien erheblich und dürfte sich deshalb 
zur Isolirung von Baeterium Coli und Typhi 
besonders eignen. 

Orexinum tannienm. Die Fabrikanten 
des Orexins bringen von nun an nur nocli 
Orexinum tannicum in Substanz und in 
Form von Tabletten in den Handel, dagegen 
wird der Verkauf der reinen Base und des 
Hydrodilorats gänzlich eingestellt, eine 
Maassregel, welche durch die geringere 
Wirksamkeit dieser beiden Präparate 
geboten war. 

Es ist wohl zu beachten, dass dss 
Orexintannat nicht gleichzeitig mit 
Eisenpräparaten gegeben werden darf, 
da sich hierbei eine Eisentannat-Tmte 
bildet, welche die Wirkung des Pd^arates 
beemträchtigt. 



163 



OrgaatheTapautisohd Pr&parate. 

Gerebram. Hallibfirton ist der positive 
NaehweiB des Cholins in den Extracien 
dordh DarsteUnng des ent^rechenden, wohl 
efaankterisirten FlatincUoriddoppelsalzes ge- 
faiDgeiL 

Die neaerdings nach PoehV^iem Ver- 
fahren dargesteilten Opocerebrintabletten 
enthalten pro Stück 0^2 and 0^3 g Opocerebrin. 

Glandula snprarenalis nnd Neben- 
aierenpr&parate. Die Versocbe znr 
laolirang des wirksamen Prindps der Neben- 
nieren werden noch immer eifrig tortgesetzt 
und haben zwei amerikanische Forscher, 
lokiehi Takamhie and Th. B. Atdrich, 
unabhlngig von einander^ zn ein nnd dem- 
selben KOiper geführt^ dem die Wirkung 
der Nebenniere in der potenzirtesten Form 
innewohnen soll. Dieser Körper, den beide 
Forscher ,^drenalin'' nennen, ist wahrschein- 
lioh mit Abefs ;,£pinephrin'' insofern ver- 
wandt, als das letztere ein Benzylderivat des 
Adrenalins vorstellt Das Adrenalin wird 
ab eine krystallinische Substanz beschrieben 
and besitzt nach Takmnine vermulhlich 
die empirische Formel C1QH15NO3, nach 
Aldrich C9H13NO8, ist in trockener Form 
vollkommen beständig, reagirt schwach 
alkalisd), Utet sich schwer in kaltem, leichter 
in heissem Wasser, sehr leicht m Alkalien 
und Säuren, mit welchen es Salze bildet. 
Die physiologische Wirksamkeit des 
Adrenalins ist eine ausserordentlich grosse, 
denn es vermag noch in der kleinen Menge 
von 0,000001 g auf 1 kg Körpergewicht 
den Blutdruck deutMdi zu steigern. 

Glandula Thyreoidea sicc. pulv. 
Ißt der weiteren Erforschung der physiologisch 
wiifcsamen Substanzen der SchilddrOse haben 
sich A. Oswald, femer Oswald gemeinsam 
mit E, V. Gyon beschäftigt, nachdem ersterer 
Fonefaer sdion vor mehreren Jahren zu 
dem Resultate gelangt war, daas wir in dem 
Thyreoglobulin den einzig wirksamen, 
jodhaltigen Körper der Schilddrflse zu sehen 
haben. Die Fortsetzung dieser Forschungen 
ergab, dass Dr&sen, welche strumöe entartet 
sind, nur jodarmes Th3rreoglobulin bergen. 
Reichlich vermehrt wird der Jodgehalt des 
Thyreogiobulins bei Individuen, die mit 
Jodkalium behandelt wurden, woraus auch 
zn schliessen ist, dass das Thyreoglobulin 
äi Fähigkeit besitzt, das Jod zu binden. 



Das Thyreoglobulin, das bis zu einem 
Drittel des Trockengewichtes der DrQse 
betragen kann, entfaltet alle bisher dem 
Jodothyrin zugeschriebenen Wirkungen, 
während die übrigen aus der SchilddrOse 
gewonnenen Producte, auch wenn sie jod- 
haltig sind, nicht die physiologischen Eigen- 
schiften des Jodothyrins besitzen. 

Succus e testibuB paratus. Walter 
E. Dixon hat es sich zur Aufgabe gestellt, 
die Zusammensetzung und physiologische 
Wirkung dieses Organextractes zu erforschen. 
Dasselbe besteht aas Proteiden, organischen 
Substanzen, welche bei Koehhitze nicht 
verändert werden, and organischen Salzen. 
Von den i'rototden bildet den Hauptbestand- 
theil ein Nudeoprotel'd und diesem allein 
kommt auch eine bemerkenswerthe Wirkung 
zu, indem es durch Hemmung der Herz- 
nerven den Blutdruck erniedrigt. 

Orthoform. Während beim Auftauchen 
des Orthoforms allgemein seme üngiftig^eit 
hervorgehoben wurde, mehren sich gegen- 
wärtig die Stimmen, welche seine Giftig- 
keit ausser Frage stellen. 

Oyolecithin ist ein Synonym für Lecithin, 
das in neuerer Zeit als ausgezeichnetes 
Tonicum das lebhafteste Interesse der Aerzte 
erregt und in ausgedehntem Maasse zu 
Versuchen benutzt worden ist. 

Phloroglucin, CßHgCOHia + HgOCl : 3 : 5). 
Gelbliche Krystalle, löslich m etwa 100 Th. 
Wasser, sowie in Alkohol und Aetber. 

Die auf folgende Art dargestellte Lösung 
von Phloroglucin findet unter dem Namen 
„Phloroglucinol^' als vorzügliches Holz- 
stoffreagens Verwendung. 

Man löse 2 g Phloroglucin in 25 ccm 
Weingeist und füge 5 ccm Salzsäure zu. 

Verholzte Gewebe werden bei Befeuchtung 
mit dieser Flüssigkeit sofort fuchsinroth 
gefärbt, eine Eigenschaft, von welcher seit 
geraumer Zeit in der Technik ausgedehnter 
Gebraudi gemacht wird, um den Holzschliff 
in Papieren etc. nachzuweisen. 

Pyramidonum bicamphoricum, — oam- 
phoricum neutrale und — salicylioum. 
Diese Salze des Pyramidons, welche ebenso 
löslich sind wie das reine Pyramidon ver- 
einigen mit der Pyramidonwirkung diejenige 
der damit verbundenen Säuren. Nicht zu- 
lässig ist die Verabreichung des Pyramidons 
und seiner Sab&e nach Bobin bei Diabetes, 



164 



da diese Präparate hierbei die Zuokeraus- 
Bcheidung wesentlioh erhöhen. 

Sheumatiii. Diese neue Verbindung, 
salicylsaures Salicylohinin (Salochinin) — 
vergl. Ph. C. 42 [1901], 633 — , bUdel 
weisse geschmacklose, in Wasser schwer 
lösliche Nadeln vom Schmelzpunkt 179^. 

Bicin. M, Jacobi fand, dass sich dasi 
von E, Merck dargestellte, käufliche Rieb 
durch Einwirkung von Trypsin insofern 
reinigen lässt, als die dem Präparate 
anhängenden Eiweisskörper hierbei völlig 
abgespalten werden. Das gereinigte Ridn 
bewahrt seine typische Giftigkeit, sowie sein 
Aggtutinationsvermögen fttr rothe Blut- 
körperchen vollständig. 

SantoiUB. Die dem Santonin eigenthüm- 
liche Wirkung auf die Netzhaut des Auges 
berechtigt zu der Annahme, dass diesem 
Mittel auch ein weitergehender Einfluss auf 
den sensiblen Nervenapparat zukomme. Von 
dieser Voraussetzung geleitet, hat C. Negro 
versucht, durch das Santonm die blitzartigen 
Schmerzen der Tabetiker zu bekämpfen und 
das Mittel hat in der That bei einer grossen 
Anzahl von Tabes -Fällen weit günstigere 
Erfolge ergeben, als man von den üblichen 
SchmerzstiUem zusehen gewohnt war. Die 
Gabe darf niemals 0,15 g Santottin täglich 
übersteigen und wird in Theilgaben von 
von 0,05 g auf dreimal in dreistündlichen 
Zwischenräumen verabreicht 

Semina Bruoeae Bumatraaae. Von 
Brucea Sumatrana Roxb, Familie der 
Simarubeae. Heimath: Süd-China, malaische 
Inseln und Australien. Vulg. Bez.: Eo-Sam 
(chinesisch). 

Auf diese in Europa wenig bekannte, 
von chinesischen Aerzten jedoch seit Langem 
gebrauchte und als Antidysentericum gerühmte 
Droge (Ph. C. 41 [1901], 511, 684, 740) 
hat zuerst Dybowski aufmerksam gemacht 
E. Hechel und Fr, Scfüagdenhauffen 
haben die Droge in der Folge botanisch 
identificirt und in chemischer Richtung auf 
ihre Bestandtheile genau untersucht. Die 
Untersuchung ergab neben einem bedeutenden 
Procentsatze von fetten Oelen an wirksamen 
Bestandtheilen: Quassm, Saponin und einen 
zweiten, vom Quassin verschiedenen Bitter- 
stoff. Bertrand und Phisalix sind zu der 
Ueberzeugung gelangt^ dass die Wirksamkeit 
des Ko-Sam durch ein demselben eigenthüm- 



liebes, in Wasser und verdünntem Alkohol 
lösliches Glykosid, das Rosamin verursacht ist. 

Semiaa Casinüroae edolis. Von 
Casimiroa edulis. Familie der Rutaoeae. 
Heimath: Mexiko. Vulg. Bez.: CSiochitzapotl, 
Iztactzapotl, Zabote sonifero und Zabote 
blanco. 

Innerlich genommen wirkt der Kern 
einschläfernd. Dieser Eigenschaft verdankt 
die Pflanze auch ihre Benennung „Zabote 
sonifero^. Jos4 Sanckex fand in dem 
Samen ätherlösliches Harz, ätherunlösliches 
Harz, ätherisches Od, Fett, Gummi, Giykoee, 
Stärke, Aschenbestandtheile, sowie einen 
krystallinischen Körper, der Alkaloidreactionen 
zeigt und wahrsdieinlich der Trag«' der 
physiologischen Wirkungen des Zabote- 
Samens ist 

Stypticin ist als eines der werthvollsten 
Blutstillungsmittel zu betrachten. Auch in 
der Zahnheilkunde erfreut sich das Stypticin 
m Form von Gaze und Watte als Blut- 
stillungsmittel nach dem Zahnziehen einer 
steigenden Beliebtheit. 

Tetranitrol ist ein Synonym für Erytfarol- 
tetranitrat (vergi. Ph. C. 38 [1897], 123). 

Wasserstofiperozyd 100 Volumprooent 
=r= 30 Gewichtsprocent Durch die Ein- 
führung des absolut reinen, säurefreien 
oOproc. Wasserstoff peroxyds in die thera- 
peutische Praxis ist die Anwendung dieses 
trefflichen und ungiftigen Antisepticums ent 
eine sichere und nach jeder Richtung hin 
einwandfreie geworden. Dasselbe entspricht 
auch den Anforderungen der modernen 
Wissenschaft, welche gewohnt ist, sich in 
ihren Formeln der Gewichtsprocente 
zu bedienen und gestattet, genau gestellte 
Wasserstoffperoxydlösungen jeder unter 
gewöhnlichen Verhältnissen errdohbaren 
Stärke durch einfache Mischung mit 
destillirtem Wasser anzufertigen. So hat 
man zur Bereitung einer Iproc Lösong 
nur 1 Th. des SOproc. Präparates mit 
29 Th. Wasser zu verdünnen; zur Hersteliong 
der für chirurgische Zwecke gewöhnlich 
verwandten 10 volumprocentigen, d. h. 
> gewiditsprocentigen Lösung ist eine 
Verdünnung von 1 Th. des SOproc Prä- 
parates mit 9 Th. Wasser erforderlich. Das 
Verhältniss des gewichtsprocentigen zu dem 
seither in dem Handel vorhandenen voliim- 



166 



prooeDtigen Waflaerstoffperoxyd ist somit 

FQr die pharmaoeatisohe Praxis durfte 
ron Widitigkeit aeb^ daaa man naeh Rrumlt 
und lApinois ^xroe. Waasento^lMroxyd- 
Itasgen durdi den Zusatz von 3 pGt Bor- 
Ame fibr den Zeitnram von 14 Tagen 
haltbar maehen kann, sodass in denselben 
wibrend dieser Frist kanm Vio pCt des 
TOibandenen Sanerstoffs in Verlnst geräth. 

Fttr die f orensisehe Medicin ist von Wiehtig- 
koty dasB naoh einer Mittheilnng von CoUan 
das dproc Wasserstoffperoxyd Thierblnt 
von Mensehenblnt zu nnterseheiden 
gestattet, indem das letztere mit Waserstof f- 
pcroxyd weit mehr Sanevatoff entwiekeK 
als das Thierblnt 

Yohimbin« Dnrefa die Untersnchnngen 
von E. Oüg ist nns endiieh über die Stamm- 
pflanze der Tohimbäi^-Rinde, Aber welofae 
bisher ünUaiheit hensohte. Gewissheit ge- 
wordoL Diese Binde, die das Ansgangs- 
material fflr die Yohimbinbereitung bildet, 
stammt von der in Kameron heimisehen, 
baumartigen Rubiaeee Corynanthe Johimbe 
f. Schuhmann. 

Zellner'a Beagenspapier. D. R. P. 
Nr. 124922. Die Darstellung dieses Reagens- 
papiers, dessen Empfindlichkeitsgrenze gegen 
Alkalien 1:3 Millionen, gegen Ammoniak 
1 : 5 Hillionen beträgt, ist durch die Erwäg- 
img veranlasst worden, dass an den CSiemiker 
nnd Bakteriologen zuweilen die Aufgabe 
horantritt, Spuren eines Alkalis, besonders 
dflB Ammoniaks, nachweisen zu mflssen, fttr 
welche Zwecke die bisher flblicfaen Reagena- 
papiere nidit den erforderlichen Empfind- 
Behkeitsgrad zeigten. Die ausserordentliche 
Empfindlidikeit des ZeUner'wiS^en, Reagens- 
papiea beruht auf dem Farbenspiel, mit 
weichem Flnoresceln bei Gegenwart von 
Alkalien reagirt (Fh. & 42 [1900], 521). 
um die Reaetion deutlich erkennbar zu 
maehen, schafft man zuerst emen dunklen 
Hmtergnmd, indem man geeignetes Papier 
mittelst der LQsung eines schwarzen, Sub- 
stantiven, neutralen Farbstoffes behandelt 
Wird nun auf eine solche dunkel prftparirte 
FlSdic die Emuhdon einer Fluorescelnlösung 
in emer neutralen Spirituslackidsung aufge- 
tragen, so eriiält man ein Reagenspapier, 
das die gewünschten Eigenschaften zeigt 

Bei der Auafllhrung der Prüfung verfährt 



man f olgendermaassen : Der auf ihre Reaetion 
zu prflfenden FMssigkeit ist mittekt eines 
Glaastabes eme Spur zu entnehmen und 
damit das Reagenspapier zu befeuchtevi. 
Bei Anwesenheit von Alkali entsteht auf 
dem Papier eine intensiv grttne, leuchtende 
Clrbung, welofae durch die geringste Menge 
einer organischen oder anorganischen Säure 
aufgehoben wird. Will man Ammoniak 
uaehweiaeD, das beim Erhitzen aus emer 
Flfissigkeit entweicht, so begiesst man das 
eine Ende des Papierstreifens mit etwas 
destillirtem Wasser, während man das andere 
Ende mit einer Pfaicette fasst Nun erhitzt 
man die zu prOfende Flflssig^Lett im Reai^ens- 
glase und hält daa befeuchtete Ende des 
Papiers in den Dampf; die geringste Menge 
Ammoniak wird eme lebhaft hellgrOne Färb- 
ung hervorbringen. Dieses Verfahren em- 
pfiehlt sich besonders, wenn es sich um den 
Nachweis von ausserordentlieh geringen 
Mengen Ammoniak handelt, z. B. in den 
meisten Brunnenwässern, femer zur Unter- 
scheidung von etwa gleiehzätig vortiandenen 
Alkalien und bei dunklen oder stark ge- 
färbten FlOssigkeiten. 

Das Olasgeflss, in welchem das Beagens- 
papier aufbewahrt wird, ist nach Gebrauch 
sofort wieder zu verschiiessen, auch empfiehlt 
es sich, die Reactionsfähigkeit des Papiers 
durch Gontrolverauche zu erproben; hierbei 
ist jedoch auf die Reinheit des verwandten 
Wassers besonders zu achten. 



Neue Arzneimittel. 

Arvenol. Unter diesem Namen bringt 
Apotheker Carl Suppes zu Heddemheim- 
Frankfurt a. M. ein Schnupfenmittel 
in den Handel Dasselbe besteht aus einer 
Lteung von Menthol, Thymoi und Kampher 
in Aether. 

Zum Gebrauch tropft man auf die m 
einem länglieh -runden Glasgefäss (Arvenol- 
Olive) befindliche Watte 20 Tropfen Arvenol, 
läset den Aether verdunsten und führt die 
an der Arvenol-Olive befindlidie AnsatzrOhre 
in die Nase, sodaas beim Einathmen die 
Dämpfe der genannten Stoffe in Berührung 
mit den Schleimhäuten kommen. 

Aum. Unter diesem Namen ist Ghinolin- 
wismutrhodanat mit einem Gehalt von 25 pGt. 
Stärke im Handel Das „Aurin pro injectione'< 
ist Chinolinwjsmutriiodanat ohne Slärkezusatz, 



166 



Edinger verwendet das Letztere zu Einspritz- 
ungen bei Gonorrhöe nach folgenderVorschrift: 
1 Th. Anrin wird mit 5 Th. Wasser und 
5 Th. Glycerin fein verrieben and das Ge- 
misch mit so viel Wasser versetzt, dass das 
Gesammtgewicht 200 Th. beträgt. Man 
erhftlt so eine milchig getrübte Flüssigkeit, 

deren Bodensatz fast weiss erscheinen muss. 

Deutsche fned. Woohenaehrift. 

Meathoform. Als Ersatz für das Forman 
(Ph. G. 42 [1901], 704) stellt das Sanitäts- 
geschäft von C. Fr. Hausmann zu St. Gallen 
emen Ghlormethyl-Menthyläther her, der, wie 
das Forman zu gleichen Theilen mit Vaselinöl 
gemischt, unter dem Namen Menthoform 
in den Handel kommt. 



Zur Auslegung 
pharmaceuüsclier Gesetze. 

(Vergl. auoh Ph. C. 43 [1902], 153.) 

77. Abgabe von nieht denatnrirtem 
Branntwein im navermischten Zustande 
ist auch auf Eecept unzulässig. 

Nach emer Erklärung des Provinzial- 
Steuerdirectore zu Magdeburg ist es unzu- 
lässig und wird deshalb untersagt, nicht 
denaturirten Branntwein, sei es zur Wund- 
behandlung oder zu anderen Heilzwecken, 
an Leidende oder Aerzte steuerfrei abzu- 
geben, auch wenn der Arzt dieses in Form 
eines sogenannten Receptes angeordnet hätte. 

Es steht das mit der Bestimmung der 
einschlägigen Gesetze in Uebereinstimmung, 
wonach die Abgabe von unversteuertem 
Branntwein im unverarbeiteten Zustande 
schlechthin verboten ist. 

Zum Abwaschen der Haut vor Operationen, 
zur Desinfection der Hände des Arztes, so- 
wie zu den Alkohol-Dunstverbänden u. s. w. 
darf daher unversteuerter Branntwein nicht 
abgegeben werden. 

Diacetylionon 

stellen Haarntann und Reiner ^ Holzminden, 
nach einem patentirten Verfahren her, indem 
sie rohes, oder nur durch Wasserdampf- 
destillation gereinigtes Aoetylpseudoionon 
(Gitralidenaoetylaceton) m die ftinffache 
Menge SOproc. Schwdelsäure unter Kühlung 
auf 10^ und bei fleissigem Rühren eintragen. I 



Hernach wurd die Mischung auf etwa 50^ 
vorsichtig erhitzt und in Wasser gegoseeo. 
Dabei scheidet sich Gel ab, das gesammelt^ 
mit Wasserdampf übergetrieben und im 
Vacuum rectificirt wird; die unter 25 mm 
bei 170 bis 177^ (imcorrig.) siedenden An- 
theile werden aufgefangen. 

Erwärmt man Acetylionon mit alkaüschsD 
Lösungen^ so spaltet sich lonon ab. Aoetyl- 
ionon hat bei 18^ ungefähr das spec Gew. 
1,03 und den Brechungsindex 1,521; es ist 
ein gelbliches Gel von angenehmem Geroeh. 
D. R. P. 126 960. Ä, Th. 



Kein steuerfreier BranntweiQ 



die Apotheken mehr. 

Vor einigen Tagen hat die RaidistagB- 
GommissioU; welcher die Berathung von 
Branntweinsteuer-Angelegenheiten übertngen 
ist) den Beschluss gefasst, dass den Apotfaeken 
in Zukunft kein Branntwein mehr steaeifrä 
abgegeben werden soll. Die Steuer- Mehr- 
einnahme des Reiches in Folge dessen soll 
eine Million Mark betragen. 

Der Reichstag hat noch über diese An- 
gelegenheit zu berathen. 



Gluton. 

Gluton ist ein in Form der Gelatose nach 
einem besonderen Verfahren von H. Brat 
(Münch. Med. Wchschr. 1901, 1854) her- 
gestelltes Leimpräparat, welches nicht mehr 
gelatinirt. Dasselbe läset sieh in kalter, 
flüssiger Form mit Fruchtsäften, Gitronenaifi, 
Zucker oder Saccharin geniessen. VeibsMr 
glaubt, dass das Präparat, zumal der Lam, 
bezüglich der Ernährung viel zu wenig be- 
rücksichtigt werde und bei Fettsucht, Diabetes^ 
auch bei Blutungen mit Erfolg beutst wer 
den könne. (Vergleiche auch Ph. C. iS 
[1901], 803 und 43 [1902], 108. Vg. 

Zur Hamconservirang. 

Der MittheUung über Hamoonservinmg 
durch Thymol (No. 9, 1902) ist noch hinni- 
zufügen, dass dieser Körper zuerst von 
Lewin iVirchow's Archiv. Bd. 65) für die 
Conservirung empfohlen wurde. 



167 



■ahrungsmittel-Ohamie. 

Nachweis von Fferdefleisoh. 



Dm von Dr. A. HasterUk in Mflnchen 
angegebene Verfahren znm Nachweis von 
FferdefleiBch, wonach die AnwcBenheit des- 
fletben ab erwiesen zn betrachten ist, wenn 
die Jodzahl des ans einzehien Fleischstflcken 
z.B. ms Braten oder gehacktem, magerenFleisch 
ausgezogenen Mnskelfettes 80 erreicht nnd 
äberBchreitety kann anch nach neueren Unter- 
goehimgen desselben als dorchans brauchbar 
fikr die Praxis empföhlen werden. Verfasser 
wwt dagegen noch einmal ausdrücklich 
dsnnf hin (Zdtschr. d. Unters, d. Nähr.- 
md Gennssm. 1902, 157), um falschen 
Anffsssungen vorzubeugen, dass das Ver- 
fahren fOr die Untersuchung von feingehacktem 
FleiBeh^ wie solches für die Wurstbereitung 
benutzt wird, aus leicht einzusehenden Grün- 
den nidit geeignet ist 

Diese Jodbestimmungsmethode hat wegen 
ihrer Einfachheit seine Vorzüge, zumal der 
Naehwds von Glykogen nach Bräutigam und 
Edelmann durdiaus unzuverlSssige Reaction 
giebt Wie HasUrlik feststellen konnte, 
ergab ein zu Verglrichszwecken hergestellter 
Braten aus Rindfleisch die gleiche Reaction 
mit Jod — nftmlich einen burgunderrothen 
bis violetten Ring — wie der aus Pferde- 
hergestellte Braten. Vg, 



Zum Nachweis des Sesamöls 

werden ausser 

BaudauMn Reagens (Ph. 0.87 [1896], 95), 
Behrens' Reagens (Ph. 0. 37 [1896], 431), 
Bishop'B Reagens (Ph. G. 40 [1899J, 680) und 
Tocher'n Reagens 37 [1896], 457) 
folgende Reactionen empfohlen: 

Vennittebt Ammoniumvanadat 
2 g vanadinsaures Ammon, 
50 com Wasser, 
100 ecm Sdiwefebäure. 

Das Reagens giebt beim Schütteln mit 
Sesamül eine intensiv blaue Färbung, weldie 
naeh nnd nach in schwarz mit grünlichem 
Sdnnuner übergeht 

Vermittelst Resorcin. 

2 ccm Oel^ 2 ccm mit Resorcin gesättigtes 
Beazb und 2 ccm absolut wasserhelle Sal- 
peteisäure (spec Gewicht 1,38) werden ge- 
schüttelt, man hat nun die obere Gel- und 
die untere sich allmählich abscheidende Säure- 



schicht zu beobachten. Bei SesamOl wird 
die Oelscfaicht sofort violettblau und die 
Säureschicht blaugrfln gefärbt Die Grün- 
färbung der Säure ist für SesamOl 
charakteristisch. 

Vermittelst Formaldehyd. 
100 ccm Schwefelsäure, 
50 ccm Wasser, 
10 ccm Formaldehyd (etwa 40proc). 

Mit SesamOl giebt das Reagens eine 
Emulsion von scbwarablauer Farbe. Mit 
Olivenül, Baumöl u. s. w. giebt das Reagens 
mehr oder minder intensive Gelbfärbung. 

Cavalli'B Reaction. Man bringt, ohne 
zu mischen, gleiche Theile des Gelee mit 
einem Genüsch von 3 Th. Salzsäure und 
2 Th. Salpetersäure zusammen. Es tritt 
Rothfärbung ein. Die Grenze der Empfind- 
lichkeit Hegt bei 10 pGt Vg. 

Bulgariscbe Weine. 

Der Weinbau spielt in Bulgarien eine 
grosse Rolle und ist der Verbrauch an Wein 
ein ausserordentlich grosser, zumal Bier- 
brauereien daselbst bis vor Kurzem fast ganz 
fehlten. Die Beschaffenheit der bulgarischen 
Weine ist im grossen Ganzen eine vorzüg- 
liche, wie Dr. .V. Prtkotv (Zeitachr. f. Unters, 
d. Nähr.- u. Genussm. 1901, 1153) an der 
Hand eines grossen Analysenmaterials nach- 
weisen konnte. Hauptsächlich werden schwere, 
herbe Rothweine gekeltert, jedoch auch zahl- 
reiche Weissweinsorten gewonnen, welche 
hinsichtslich ihres Geschmacks und ihrer 
Farbe südfranzösischen und spanischen Wdss- 
weinen ähneln. Die Wembereitung selbst 
ist mit wenigen Ausnahmen (beispielsweise 
in den staatlichen Wein- und Ackerbau- 
schulen zu I^ewna und Sadowo bei Fhilippopel) 
eine der modernen Weintechnik nicht ent- 
sprechende zu nennen; so wird das Oeffnen 
der Beeren fast noch allgemein dadurch 
bewerkstelligt, dass dieselben mit blossen 
Fassen in Bottichen oder mittelst hölzernen 
Keulen zerdrückt werden. Die PhyUoxera 
hat bis jetzt 11 pCt. der bulgarischen Wein- 
berge vernichtet Als Ersatz für den fehlen- 
den einheimischen Wein werden bedeutende 
(Mengen aus der Türkei und Griechenland 
I eingeführt. Vg, 



168 



Blloh«psohau> 



Die Coltiir des weiblioken Körperi als 
Onmdlage der Franenkleidung. Von 
Paul Schultxe. Mit 133 innstrationeii, 
Buchsdimnck von J, V, Cissarx, 4. bis 
6. Tausend. Verlegt bei Eugen Diederichs 
in Leipzig 1902. 152 Sdten br. 80. 
Plreis: in Leinwand gebunden 5 Mk. 
Unter den zahlrelohen KampÜBohriften gegen 
liodetborheiten, inabeBondere gegen das wider- 
sinnige Schnüren nimmt die Torliegende insofern 
eine eigenartige Stellung ein, als sie nicht von 
einem Arzte, sondern von einem Mai er verfanst 
wurde. Die Wahl der durchweg sorgsam, zum 
Theil in künstlerisoher Vollendung hergestellten 



Abbildungen traf nicht, wie dies im gleiohen 
Verlage bei anderen Werken bisweilen geschah, 
der letztere, sondern der kunstverstind^e Ver- 
fasser, und zwar mit glüoklioher Hand. Ausiw 
der durch das Schnüren bedrohten Gestalt des 
Rumpfes nimmt sica das Buch noch des 
durch naturwidrige Schuhformen geffthrdeten 
Fusses der Frau an. Auch das durch lüe 
Durchbohrung des Ohrläppchens toreastaUate 
äussere Ohr des Weibes hätte einige Abbdd- 
ungen und einige Seiten des anregend ge- 
schriebenen Textes verdient. Leider werden 
künstlerische Gründe ebenso veigeblioh, wie bis- 
her die firstUohen, gegen die Uayemunft an- 
kämpfen, ^-y. 



Technische 

sUdtiaoher Kanäle. 

In einem das obenstehende Thema be- 
handelnden Artikel der ^^Oesterr. Zeitsehrift 
für den öffentl. Baudienst'' von Ingenieur 
Rud, Müüer zn Wien wird der gewiss be- 
achtenswerthe Vorschlag gemacht, den Luft- 
raum der städtischen Kanäle mit den Feuer- 
ungen grosser Elektricitäts- Centralen oder 
sonstiger industrieller Etablissements mit 
grossen Eesselbetrieben so in Verbindung 
zu bringen, dass die Eanalluft unter den 
Rost geführt; also vom Kamin der Feuer« 
nngsanlage abgesaugt wird. Dieses einfache 
Ventilationsmittel könnte auch in solchen 
Etablissements Verwendung fmden, in denen 
eine energische Ventilation grosser Räume 
verlangt wird, für welche die Anlage natür- 
licher Lüftung nicht immer ausreicht^ wie 
beispielsweise bei Mälzereien zur Ventilation 
der Malztennen. 

Das Austreten der stinkenden Kanalgase 
auf die Strasse, das sich mitunter der Nase 
sehr bemerkbar machen kann, würde da- 
durch verhindert werden. Es ist zu be- 
achten; dass die Kanalgase immer auf die 
Strasse treten und die Luft verschlechtem, 
ohne dass es durch die Nase gerade du'ect 
zu bemerken sein braucht 

Bayer. Ind.- u. Oew.-Blatt. 

Denselben Vorschlag, den nach 
obigem Herr Ingenieur Rud, Müller zu 
Wien gemacht hat, machte bereits vor einer 
Reihe von Jahren gelegentlich eines Vor- 
trages Herr Geheimrath Dr. Hempely Professor 
an der Technischen Hochschule zu Dresden. 
Ob der Vorscbhig damals oder zu anderer 



ittheilungen. 

Zeit in Zeitschriften veröffentlicht wurde^ ist 
uns nicht bekannt Schriftleitung.) 



Leiolit durch Feior 

SU sterilisirende Asbestg^rftCbe 

in Krankenhäusern. 

Von der Annahme ausgehend, dass das 
Feuer das idealste Abtödtungsmittel fOr 
infectiöse Keime aller Art ist, empfiehlt 
Komfeld'Wiea (Deutsche Med. Wochensehr. 
1902, Veremsbeilage S. 42), Apparate aus 
Asbest in den Krankenhäusern zu verwenden 
und hierdurch zur Bekämpfung der Tnber- 
kulose mit beizutragen. Es ist ihm nach 
langen Vorversuchen gelangen^ SpneksahaleU; 
Leibschflaseln; das gesammte Mobiliar der 
Krankenstube (sämmtliche Mdbel, Deokeu-; 
Boden- und WandbekMdung) einsehüesaBch 
der Leib* und Wirthschaftswiadhe; Trink- 
und EssgesehirT; BehwJUnme; Katbeter und 
dergleichen aus Asbest herznsteUan. Asbest- 
wolle kann ebenfalls statt der Watte ver- 
wendet werden. Durch Efaiwirkung des 
Feuers können diese Geräthsehaften nash 
dem Gebrauch leidit durch AbtOdtnng aller 
Keime sterilisirt werden. Da der Asbest 
billig ist und in grossen Massen vorkonml) 
so erscheint es uns durchaus zweAmisilg, 
diese Anregung des Verfassers in die ¥na 
zu übertragen. Vg. 

Nicht anbrennbaren Oiimiiu- 

Bchlauch, 

welcher mit Asbestftden umflochten isl^ die 
ausserdem noch zum Schutze des Asbestas 



1:69 



mit einer nnverbraimliehen Aiutriohmaflse 
llbenogen sind, bringt die Finna Müller dt 
Kork in Pankow bei Berün in den Handel. 

Der m beliebiger Lfaige abschn^bare 
Sdüandi ist ebenso leicht beweglich nnd 
biegsam wie gewöhnlicher Gommiadilaaeh; 
hat alao darin Vorzttge rofr äbm bekannten 
Metallfldilanch. Bei Berfihmng mit heiasen 
Gegenständen, wie sie jeden gewöhnlichen 
Gommischlanch besdiidigen^ leidet der mit 
Asbest Aberzogene Gnmmiichlaneh nidit 



UndurohsiohtigeFenstenolieiben 

stellt man dadnreh her, dass man anf die 

Fenstendieibe folgende LQsnng mittelst Pinsei 

anfsireiAt: 

Zinksnif at 3 Th. 

Magnesinmsnlfat . . . 3 „ 

Dextrin 2 „ 

Wasser 20 „ 

Beim Trocknen krystaDisiron die Salae in 

fernen Nadehi ans, wodurch die Fenster- 

sdieibe nndnrchsieiitig wird. 

Deutsche Drog.-Ztg, 



Bri»f w« ohsel. 



BL in L. Ueber Lecithin finden Sie wie- 
derholt Mittheilangen in der Pharmaceutischen 
Centraihalle, z. B. 88 11897 , 14S. 350; 39 [1898J, 
704; 40 [1899], 448; 42 [1901], 649. 659. 741. 
Ausserdem finden Sie im Jahresbericht von E, 
Jferel;- Dannstadt für 1900, Seite 130 ausführ- 
liche Mittheilungen über denselben Gegenstand. 

Apoth. B. in A. Das Ph. C. 41 [1900], 393 
erwähnte Jodolen (Jodeiweiss) wird von der 
chemischen Fabrik von Kaik iit Co, zvl Biebrich 
1 Bhein hergestdit. üeber Zusammensetzung 
md Jodolgehalt verweisen wir . Sie auf Ph. C. 
42J1901], 338. 

Herrn H. in S. Sie entsinnen sich, noch eine 
«ödere Deutung des Wortes „Eukalyptus^^ 
angefühlt gefunden zu haben. Es erscheinen 
Bimlich bei manchen Arten dieser Myrtaceen- 
SBttoDg die einzelnen Hochstämme durch die 
herabhängenden Rindenfetzen „wohl ein- 
gehüUt^S Schon im Jahre 1890 zeigte der da- 
mals noch recht junge Waldbestand, den die 
Tn^pisten zu Tre fontane bei Rom angelegt 
hatten, Qires Erinnems an den Hochstämmen 
TOD K ^obnlns, bez. £. amygdalina diese Er« 
achetnnng. Yielteicht liesse sich durch Nach- 
söhligen in L'HSriiier de BnMle, Yon dem 
die Gattung benannt wurde, eine Entscheid- 
QBg über diese yersohiedenen Deutungen des 
nSakalyptns'' (Ph. G. 4t [1902], 116. 131) geben. 

Herrn K« in T. Der Name des viel ange- 
pnssenen Propolisin (Ph. C. 41 [1900], 405) 
ist YOD i} xQdjioXis, Vorstadt, Vorbau, auch im 
Bieaenstook, daher: Bienenharz, gebildet. Nach 
Angabe des Hsrst^ers soU es sich um ein 
l^näcen-DestilliUionsproduct aus einem klebrigen, 
barneen, balsamischen Safte handeln, „welcher 
▼OQ den Bienen auf den Blattknospen zahlreioher 
Blome und ^trftncher gesammelt wird. 

Dr. T. n. in Ito Ob allgemein gültige 
l^ysienisohe Bestimmungen für das Barbier-, 
Frisir- und Haarsohneidegewerbe erlassen 
Biwl, ist nns nicht bekannt. In dem Regierungs- 
beark Danzig sind diesbezüghche Verordnungen 
▼oriumden. Darnach mnss in den Frisirstuben 
die peinlichste Sanberkeit obwalten. Personen, 
^be an einer Haut- oder Haarkrankheit leiden, 
dürfen das Gewerbe des Krisirens, Barbierens 
ud Haarsohneidens nicht ausüben. Die Aus- 



übung des Gewerbes nmss stets mit sauberen 
Händen Torgenommen werden. Für das Personal 
muss ausreichende Waschgelegenheit, ebenso 
müssen sanbere und trockene Handtücher Tor- 
handen sein. Alle beim Frisiren u. s. w, zur 
VerwendoBg kommenden Tücher, Frisirmäntel 
und dergleichen müssen sauber sein. Sessel, 
an die der Kopf gelehnt werden soll, sind vor- 
her mit einer sauberen Schntsdecke zu bedecken. 
Soheeren, JLämme, Basirmesssr, Bürsten, Pinsel 
und alle sonstigen Gerftthe sind nach jeder Be- 
nvtanng sofort zu reinigen« nnd zwar mit Aus- 
nahme der Bürsten durch Seifenlaug«. Die ge- 
meinsame Benutzung von Schnurrbartbinden, 
Puderquasten und Schwänmien ist yerboten. 
Wattebäusche und Blntstilinngsmittel sind nach 
dem Gebrauche zu yemiohten. Personen, welche 
an einer Haar- oder Hautkrankheit dos Kopfes, 
an Ungeziefer oder an einer ansteckenden Krank- 
heit leiden, dürfen in Frisir-, Barbier- oder Haar- 
scbneidestuben nicht bedient werden. Tücher 
und Geräthe, welche bei der Bedienung ausser- 
halb dieser Geecbäftestuben verwendet wurden, 
müssen, bevor sie wieder in Gebrauch genommen 
werden, in starker, warmer Seifenlauge gründ- 
lich gewaschen und durchgekocht werden. 
(Veröff. d. Kaiseri Gesondheita-Amt 1900, 357.) 
Hienu vergleiche man Ph. C. 87 [1896], 811; 
40 [1899], 759; 42 [1901], 251. 



AafrageM. 

1. Es kommen Trinkwässer vor, welche 
folgende Beaotionen aeigen: 

L Diphenylamin und Schwefelsäure wird 

momentan blau, dann sofort gelb gefärbt. 

n. Heliotropin und Sehwefelsinre wird gelb- 

roth gefärbt, 
m. JhJmofNft'sohe Nftritieaotion wird braun- 
roth, statt rosaroth. 

Hat Jemand diese Beaotionen beobachtet und 
kennt Jemand die Körper, welche im Wasser 
die betreffenden Beactioneo geben? 

2« Wer liefert Baryumaluminat? 

3. Nach welcher Vorsohrift sind „Beechams 
Pills*^ hergestellt und wozu dienen dieselben? 



■ad vflnBftirarllka« Letttr Dr. A. SehBtiaer In Diwdn. 



170 



, Jchth^pol' imd 

^Icbtbyor-Verbindungen 

uns gttikfert in Origliwlbachsen ra 5 Ko.» 1 Ko., Vt Ko., 

V4 KOb, V» Ko., 

■od in OnginaUkuKhflo Ml 90 fim^ 45 pm. «id 90 gm. 

^ thth^f^^%%%^^ od«r Thtohydrocarbflraiii tBlfonlcnni- 
ffXWlv%^i%jrm formaldehydatum („Ichthyol-'-Formal- 

dohyd)| voneflglichai Darm-Aiitiseptikam, von nnf feliefert 
in önginakbpackangen n 35 gnn. and 50 grm. 

T ihth^^it^t%^^ od. Araentam thiohydrocarbflro-talfonIciiM 

yyA.u/il7arsan golublleOiIchthyolMlIbert.löaUch inkaltem 

■owie warroem Wasser, 90^/o Silbar enthaltend^ henror- 

ragendsteg Antigonorrhoiknm, vm ins gelitfert in Oiigfoal- 

flftschehen in 10 gnn. 

und geschmacklos, konweg „Ichthyol''- Tablettan mnannt, 
nene Form für mtema Ichthyol-Darrtfchong, in Original» 
sdiachtefai zn 50 Tabletten. 



^^rvi€hthc%V^ o^^ „lchtfayol'«-Elaan, enth. 3Vs% 
ffT^*^^*^^^^^^^ gebund. Eisen, in Tabletten & 0,1 gr., geroah- 
ond geschmacklos, üidicirt bei Chlorose and Anaemie, in 
Originalschachteln zu 50 Tablatten. 

1VT^t^ar>l^< Meta-Kreaol-Anytol aolnblla, enth. 40% M«ta- 
yyj^li^iaoiJI K^3^j^ Desinfectionsmittel in dar Oürwgia, in 

Originalpackungen zu 50 gnn. 

f^\ir^at\V* oder Encalypiol-Anytol aolabila, enth. i5% 
»y^MUlOWii Encalyptol, fflr sahnärztliche Verwendung, bd 
Stomatitis etc, in Originalabpackungen zv 60 gnn. 

Packungen zu 50 grm. von uns geliefert 

Wissenschaftliche Abhandlungen .über vorstehende Prftparate, 
welche ausschliesslich von uns allein hergestellt werden, und deren 
Zeichen uns gesetzlich geschützt sind, versenden gratis nnd franko 

Ichthyol • €mll$(baft R^tMKtii*i% 

eoraes, i^maiitii $ €0. n<liiii;iiry« 



FOr Koblon- 



fimerung 



Dampfapparate 

neuestep Constpuotion« 



W» neaestep Constpuotlon« iPH — 

De(itlllli>» Reetilleir«, flterlllalr- und TAcmunapparAte, 
SeliBelliDftin€llr»pp»rAte, Presaen, Troekensehriliike. 

■■ Einrichtungen chemisch-pharmaceut Fabriken. 

Frans Hering^^ Jena. 



FOr 
Sashelznu 



I ' 




k 
□ 



a 
o 

C - 

« PSi 



KV Funck Sämmtliche 

"" Capiiialae, Perlae 

la. QualiUf, genich- und gesohmackfrei, exict dosirt. 
0«eetiL «eMh. OxeOSOtStlleX X, ZX, XXX. 
Saniol II mit hohem Rabatt. 
P,»-,.!-------, ----.;■ El».! mit und ohne Flltx - Extra«t (H-V. 

DanaWUnniniTcd mit Pinnendruok des BestellerK 

empfiehlt die chsmisohs Fabrik Ton 

Ernst Funck zir Radebeul -Dresden. 

«tvr. 18»«. Export pmcIi «llen WeltthellM. 



von PONCET, Glashütten -Werke, 

BERLIN S. 0., P. A. 16, Köpnicker- Strasse 54, 

aigena GlashDttenwerke Frledrichsbaiii N.-L 

-A-tellei ~ 

Cmaillate/lmotMtrti uni 
SeSr i/fm alorai 

Fabrik und Lager 

■ImmtUeher 

Oelttsse und ITtenslIlen 

HM phirmuMullMkm O«bt»0h 

«Bpfchlen aioli tu ToUstindigeD Einriobtiiiu; tod Apotheken, sowie ntr Rrglunng eiaidM 

OetlaM. 

Äeauvt» ÄaafObruag btl daribmat büHgta fftifM. 

tJUiQrooliniscßurz. 

Eingetragenes WaarenseicheD D. R P. a. 

ihtaUuehes Quecksilber enthaltendes Oewebe xur BehantUung der Lues. 

Empfohlen Ton Dr. A. BUsehko-Berlin 

,yei^L Berliner klinische Wochenschrift No. 46, 1899). 

No. 1 = Mk. 1,50. No. 2 = Mk. 2,60. No. 3 = Mk. 4,- 

■tt W/^Babirtt. 

Bezug daich die bekannten Specüditätengeech&fte oder direkt von 

P. Belersdorf & Co., 

chemische fi'abrik, Hambnrg-EImBbflttel. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

ZeitBoMft für wissenschaftliehe and geaeh&füielie InteressoB 

der Pharmacie. 

OagrOndet von Dr. H. Haffer 1869; fortgaftüirt ron Dr. B. Oeiasler. 

Herausgegeben yon I)r. A. Sehadder. 



»■• 



btAmi jedMi DoniiersUg. — Besngfipreis Tierteljährlioli: dnroh Poft od«r 

Bnoiiliandel 2^ Mk^ imtor Stieifbiiid a,— Mk^ AnBland 8,60 iLk. Smiebe Kninm«» 30 Pt 

Anieigen: die einmal gespaltene Petü-Zeile 26 Pf., bei « x toor en Anieigen oder Wieder- 

bfllnngea PMiaenDlaaigiing. — Ocaehlftartelle t Bxeeden (P.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 

Letter tar ZeMwkrIll: Dr. A. Schneider, Dresden ^.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 

An der Leitung betheiligt: Dr. P. Süss in Dresden-Biasewits. 



^IS. 



Dresden. 27. März 1902. 

Der nenen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLnL 

Jahrgang. 



Iihatt: Okemle «nd Pkamaele: N«ao AnMlmittel. ~ HMinUogen. ~ Godoin. - Die FwforBtloii dm Alkaloids 
au alkalisehen nilaslgkeltfeii. — QuantitaÜTe Bettimmaog dn Queokiilben im Emplastrom Hydnurgyri. -^ Abft« 
tekate Speefaüitatoo. — Ueber das Verhalten Ton Eplnephrin. — Linlmentam ■alieylmtam aromatieam Boatv*^. — 
ItaaUonealbiiminiirie. — Das KaUnm-o-ralfognajakolat (Tbiokol). -> Daa Gelatüiireii Ton «rgaaiaehen CoUoiden. » 
Etedaihaltige Seife. -~ Maaaaaoalytisehe Beitlnimolur yoa Jodkaliam. — Die qaantiUtlTe 2uckerbe«timmiuur in 
flhIwiliMlinw fiame. — Bei der maaesaiialTtleelien fieetimmonc toh QaeeksUberehlorid. — < Ffir ezploaiTe Qaa- 
iHMBye.— NalurangSBlttel-OheBie. — Pkarmakocnoile. —VenehledenelUttlieUaBceB. — BriefweehseL 

Vierteijalffes-Begliter. 



Chemie und Pharmacie. 



Neue Anmeimittel. 

AtozyL Unter diesem Namen bringen 
die Vereinigten diemischen Werke zu 
Chark>ttenbarg; Salznfer 16^ das fast 
nagiftige Meta-Arsensänre-Anilid in den 
Handel Die subcutane Einspritzung selbst 
sehr grosser Gaben soll ohne jede Ifistige 
Nebenerscheinung ertragen werden. Das 
Atoxyl soll so wenig giftig sein, dass bei 
seiner Anwendung ohne Qefahr 40 bis 
50 Mal mehr Arsen ehiverleibt werden 
kann, ab bei Verwendung der gebräuchlichen 
unorganieefaen Arsenpriparate. Als Oabe 
ttr Einspritzung unter die Haut werden 
0;05 bis 0,2 g auf den Tag angegeben. 

OeloB-Ptftparato gehören, wie wir einer 
Dnieksaehe der Firma Sans dt Peschka 
za Wien entnehmen, ihrem Wesen nach in 
die Gruppe der Glyoerin-Ldme; sie bestehen 
iDs einer unIMidien, äusserst zarten Deek- 
sehidit und einer wasserlöslichen Klebmaase. 
I^ie Deeksehicht wird hergestellt aus einer 
ebstisdien Agar -Masse, wekshe trotz ihrer 
Ztttheit sehr zähe ist; dieselbe hat aber 
f&r die arzneiliche Wirkung keinerlei Be- 
dentongy sondern dient ausschliesslich als 



Deckmittel der EUebemasse; die letztere ist 
eine gelatinöse Mischung, welche Feuchtigkeit 
gut annimmt und sidi mit allen arzneilidien 
Zusätzen leicht versetzen lässt 

Die Klebekraft der Oelone entspricht den 
höchsten Anforderungen, welche man heut- 
zutage an ein Pflaster stellen kann; sie 
zeigen ausserdem noch den Vortheil, dass 
selbst langlagemde, ausgetrocknete Präparate 
durdi Befeuditung mit warmem Wasser 
wieder gebrauchsfähig gemacht werden können« 

Eine Reizwirkung ist bei den Oelonen 
gänzlich ausgeschlossen, weil die Klebemasse 
absolut reizlos ist. 

Ein anderer Vortheil der Oelone ist, dass 
sie die Wasserabgabe durch die Haut nicht 
hindern, wie es die bisher in Verwendung 
stehenden Pflaster immer thun, dass sie aber 
trotzdem in Folge eines massigen Zusatzes 
von Seife eine tieferdringende Wirkung 
erzielen, wie die bereits in Handel ge- 
kommenen Glycerin-Leime. Ferner ist der 
VortheU hervorzuheben, dass die Gelone 
durch ihren Feuchtigkeitsgehalt eine kühlende 
und juckstillende Wirkung erzielen. 

Die Gelone sind schmiegsamer und 



172 



elastischer als alle bisher bestehenden 
Pflaster^ fügen sidi jeder Körperfonn leicht 
an nnd können auf höckerige Körpertheile 
ohne Randeinschnitte gelegt werden, wodurch 
das oft so Ifistige Anfrollen der Ränder 
vermieden wird. 

Wird das aufgelegte Präparat von aussen 
befeuchtet, so lässt es sich ohne Mfihe, ohne 
Zerrung der erkrankten Stelle und in Folge 
dessen ohne Schmerz für den Patienten 
entfernen. 

Die Gelone können mittelst Sublimatlösung 
sterilisirt werden. 

Von Präparaten sind zu nennen: Salicyl- 
seifen-Gelon, ein guter Ersatz für das 
bisherige „englische Pflaster'^, femer Zink- 
Gelon, kurzweg ,,Gelon-Adhaesiv^' genannt. 
Dasselbe ist ein mit Agar behandelter Greton, 
auf welchem die Zink-Klebemasse aufgetragen 
ist, welcher, gut befeuchtet, eine vorzügliche 
Klebekraft entfaltet, andererseits dm*ch Be- 
feuchtung leicht uud schmerzlos abgelöst 
werden kann und kein Ekzem erzeugt 
Weiter sind Präparate mit Ichthyol, Chrysaro- 
bin, Naphthalan, Quecksilber zu nennen. 

Tegon-Präparate. Bei den Tegonen ist 
Agar selbst der Träger des Arzneimittels, 
zur Grundlage wird Gazestoff verwendet; 
de kommen dort zur Anwendung, wo das 
Arzneimittel durch die Feuchtigkeit der 
Wunde oder der unmittelbaren Umgebung 
ausgelaugt werden kann, oder wo ein 
nicht klebendes, antiseptisches Deckmittel 
gebraucht wurd. 

Einstweilen wird nur das Ichthyol-Tegon 
und zwar zu Vaginal-Tampons verwendet, 
indem man Wattekugeln mit Ichthyol-Tegon 
umhüllt. Diese Tampons haben den Vortheil, 
dass sie von der Patientin leicht sowohl ein- 
als auch ausgeführt werden können, dass 
sie die Wäsche nicht verunreinigen und die 
Vagina immer gleich ausgedehnt erhalten. 



gelöst und einige Tage unter öfterem üm- 
schütteln stehen gelassen. 

Klare, braunrothe Flüssigkeit (Haemo- 
globinextract, sowie Etiketten und Cartons 
liefert Apotheker Friedr, Onst, Sauer zu 
Berlin G. 2.) 

Für Bayern wurde bereLts vor zw« 
Jahren vom Münchener Apothekerverein 
eme Vorschrift für die HersteQung dieses 
Präparates unter dem Namen Liquor 
Haemoglobini aufgenommen (ver^ttche 
Ph. 0. 41 [1900], 739). 



CooloiiL 

Unter dem Namen „Codoin^^ kommt ein 
wässeriges Extract von frischem liaia in den 
Handel, der zuvor von Gellulose mögliehst 
befreit worden ist Es ist eine milchartige 
Flüssigkdt und wird auch als „vegetabilisdie 
Milch^' bezeichnet Der Gehalt an Froteünr 
Stoffen ist grösser als der der fYnuenmilch, 
dagegen enthält es weniger Fett Seme 
Zusammensetzung ist in Procenten folgende: 

Wasser 46,51 

Stärke 29,25 

Proteinstoffe 8,87 

Laotose 8,33 

Gellulose 4,14 

Fett 1,89 

Salze 0,01 

VOroai. TT—r. 



Haematogen. 

Die Badische Ergänzungstaxe für 1902 
giebt folgende Vorschrift zur Hentellung 
von Haematogen: 

100 Th. Haemoglobinextract werden in 
emer lauwarmen Mischung von 
150 „ Wasser, 
30 „ Glycerin, 
20 „ Weinbranntwem und 
0,3 „ Helfenberger Benedictineressenz 



Die Perforation der Alkaloide 
aus alkalischen Flüssigkeiten 

mit Chloroform ist nach den Versuchen von 
Springer (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 33) 
quantitativ bei Veratrin, Godeln, Strydhnin, 
Cocain, Atropin, Chinin, Narkotin, Connn 
und Nicotin, also bei allen Alkaloiden, die 
im Allgemeinen für toxikologische Analysen 
in Betracht kommen, ausser bei Morphin, 
das nur schwer in reines Chlorofonn über- 
geht Es ist nach dem Ausfällen mit Ammo- 
niak durch ein mit 10 pCt Alkohol ver 
setztes Chloroform zu extrahuren. 

(lieber die sog. Perforirmethode zur Aus* 
sehüttelung von Alkaloiden und einige dazu 
benutzte Apparate vergl. Ph. C. 34 [1893], 
102; 38 [1897], 584; 40 [1899], 342). 



173 



Quantitative Bestimmnng den \ ^ niedrig. Der QueeksObergehaU des PfUstera 



bleibt dagegen nahezu eonatant| wenn es 
in geeehloaMnen Gartona aufbewahrt wird 
und gänalich nnverindert bei Anfbewahrong 
in Blechbflchsen. Vg. 



Queoksüben im Bmplastnim 
HydrargjrrL 

Die Bestimmung des QnecksilbergehaiteB 
im Emplastrom Hydrargyri kann naeh der 
?(» Gliichnann für die QüeeksUberbestimm- a w i v ♦ a « 

img in üngnentom Hydrargyri angegebenen ADgelennte SpeolalltateiL 
Csiomel- (Hypopho^hit) und Oxalatmethode ; ™e ^on» Dresdener Pharmaeentisehen 
(yergl Ph. C. 41 [1900], 93) bestimmt we^ I Kreisverein gewlhlte Commission rar Be- 
den. Es sind aber nachstehende Ueme^ von iSntachtnng neu auftanehender 
Dr. Firbas (ZtsAr. d. AUg. öeterr. Apajtti..jpl»»rniaceuti8cher Specialititen hat 
Vereins) angegebene Aendemngen empfehlens- 1 ^«B^lo«^' ^^ naehverzeiehneten Mittel m 
werth. Wegen der härteren Gonsistenz des den Apotheken des Dresdener Hiarmaoeat- 
Pflasters ist die Einwirkung von 75 oem »*<« Kreisvereins nioht in Vertrieb an 
?erdünnter Salpetersäure auf 5 g genau aAmen: 

gewogenes Pflaster im Erlenmeyer- KGlbchen Martina von Ed. Martin in lindenan. 
mit aufgesetztem Glasrohr zuerst auf dem SechsÄmter Brustthee, 
WasBerbade, seUiessüdi unter vorsichtiger ;; Blutreinigungsthee 

Zuhilfenahme der freien Flamme zweekmiasig. ^o» Q*'- Westermann in WunsiedeL 
Ein längeres Auswasdhen wie bei der Salbe. Dresdner Drei-Königsthee von 
mit warmem Wasser kt angebracht, sodaaBJ Ö. Werthmann m Dresden. 

das Volumen der Aufsehlussflflssigkeit sammt> 

Waachwaaser 500 ccm beträgt Dafür wer- Ueber daS Verhalten VOn 
den in den einzelnen Bestimmungen auch ISninAnhFin. 

100 ccm statt 50 ccm, beziehungsweise , , b, *j w uku^^ n^ juv. -i 

onn «— -♦•♦* 1 AA ..-«« «^*»^.^^/^ n— ^^ den Blutdruck erhöhenden Bestandtheils 
200 com statt 100 ccm verwendet Das a«««i«i««Mrii«. «•-*i»* aj^i /pk-™ 7f» 

entstandene Bleichlorid wird bei der ^!f^!''PI^^ maAtjlfte/ (Chem-.Z^. 

Calomelmethode durch das grössere ^ ^,^5 ?«P- 23)^^^^ 



Volumen in Lösung gehalten; eine etwa zu 
weit gehende Reduction zu metallischem 
QneeksUber durch die Baryum- oder Alkali- 
hypophosphitlösung lässt sich vermeiden, 
wenn man etwas Wasserstoffperoxyd hin- 
nsetzt 

Bei der Oxalatmethode empfiehlt es 
ach, die quantitative Entfernung des Bleies 
mit verdünnter Schwefelsäure vor der Titration 
mit Kaliumpermanganat vorzunehmen, da 
lonat das ausfallende Bleisulfat m seiner 
feinen Verttieilung die Erkennung des Farben- 
mnadüages von farblos in Rosa erschwert 
Alles in Allem ist die Calomelmethode wegen 
ihrer grösseren Einfachheit der Oxalatmethode 
▼orznziehen. 

Dr. Mrbeis giebt auaeerdem noch einige 
praktische Mittheilungen, wonach der Queck- 
■Ibergehalt des Pflasters immer mehr sinkt, 
je linger das letztere bei der Bereitung, 
Streiehung oder nachher der Wärme ausge- 
ätzt wird. Der Quecksilbergehalt in den 
höflichen gestrichenen Quecksilberpflastem 
i>t häufig aus diesem Grunde audi etwas 



natflrliohem Zustande reduourt es Silbemitrat 
und andere MetaUsalze, nicht aber Fehling- 
sehe Lösung. Nach der Behandlung mit 
Schwefelwasserstoff oder mit Zinn und Salz- 
säure, oder nach der Verseif ung seines Benzoyl- 
oder Acetylderivates un Autodaven reduoirt 
es alkalische Kupferiösung energisch. Gleich* 
zeitig ändern sich auch andere Eigenschaften. 
Es wird nicht mehr so leicht auf Zusatz 
von verdüimtem Ammoniak oxydirt und 
krystallisiri leichter. Das Adrenalin genannte 
Handelspräparat reducirt auch Eupfersulfat; 
es scheint aber ein Gemisch von echtem und 
reducirtem Epinephrin und Spuren fremder 
stickstoffreicher Substanzen zu sein. Das 
redueirte Epmephrin entspricht der Formel 
GioHnNOs; die v, Fürth'wciie Angabe, es 
sei Tetrahydrodioxypyridm oder Dihydro- 
dioxypyridin ist nicht mehr haltbar. Das 
redueirte Epinephrin kann vier Säureradieale 
aufnehmen. Mit benzolthiosulf onsaurem Kali 
und Eisenchlorid giebt es eine smaragdgribie 
Fibrbung, auf die eine colorimetiische Be- 
stimmungsmethode gegrflndet werden kann. 



174 



Lioimentum galioylatum 
aromaticum Bourget. 

Znr Behandlung der Grippe lässt Prof. 
Bourget Brust und Rücken des im Bett 
liegenden Ejranken mit nachstehendem Lini- 
ment einreiben und den Kranken dann 
tüchtig sdiwitzen: 

Aeidum salicyEcum 4,0 

Metbylium salicylicum 10,0 
Oleum Eucalji^iti 5,0 

Oleum Salviae 3^0 

Oleum Maddia 5,0 

Oleum camphoratum 30,0 
Spiritus Juniperi 120,0 

Schon nach 20 bis 30 Minuten ist im 

Harn SaÜcylsäure nachweisbar. 

Therap. Monatsh. 



Emnlsionsalbuminurie. 

Eine eigenthümliche Emulsion von Eiweiss- 
körpem^ denen AUantoin und Harnsäure 
möglicherweise beigemischt war, konnte H. 
Kramer (Deutsche Med. Wochenschr. 1902, 
Vereinsbeil. S. 46) in zwei Harnproben von 
zwei Kranken 48 Stunden vor ihrem Tode 
feststellen. Die Harnproben waren milchig 
getrübt, die Trübung verschwand weder 
durch Erwärmen, noch durch Säurezusatz; 
auch liess sich dieselbe weder durch Filtriren 
noch Centrifugiren unterscheiden. Verfasser 
glaubt, diese Erscheinung einer Eiweiss- 
emulsion als ein Anzeichen der schwersten 
unheilbaren Nierenstörung ansehen zu müssen. 

Da eine derartige Erscheinung in der 
Literatur noch nicht veröffentlicht ist, jeden- 
falls aber häufiger vorkommen dürite, so 
will Verfasser mit seiner Veröffentlichung 
zu einer eingehenden chemischen Untersuch- 
ung derartiger Hamproben anregen. Vg, 



Das Oelatiniren 
von organischen Colloiden 

wird durch die Anwesenheit von Salzen in 
der Lösung in verschiedener Weise beeinfluest 
Nach den Untersudiungen von Levites 
[Ghem.-Ztg. 1901, 1130) beruht die Ver- 
langsamung und das voUständige Ausbleiben 
des Gelatinirens auf grösserer Lfösliehkeit 
der CoUoide in Salzlösungen im Vergleich 
zu derjenigen im Wasser. Er nimmt an, 
dass die Gallerte, analog den Krystallen, 
nur in gesättigten Lösungen entstehe und 
dass der Sättigungepunkt unter dem Ein- 
flüsse der die Colloide lösenden Salze 
hinausgerückt werde. Den grössten Einflun 
in dieser Hinsicht zeigen Rhodanmetalle. 

- he 



Das Kalium-o-sulfoguajakolat 

(Thiokol) 

ist nach Vogt (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 24) 
besonders im Ai^angsstadium der Tuberkulose, 
so lange noch keine Cavemen nachweisbar 
sind, von gutem Einflüsse. Das Präparat 
wird von Kranken in allen Stadien gut ver- 
tragen. Der Gasstoffwechsel scheint nach 
den Untersuchungen BiriefB durch Thiokol 
nicht gehemmt zu werden. —he. 



Eiweisshaltige Seife. 

Das Patent zur Herstellung eiweisshaltiger 
Seife der Gompagnie i?a^ -Nürnberg beruht 
darauf, dass das mit Formaldehyd be 
handelte Albumin fertiger, fein zertheilter 
Seifenmasse zugesetzt und das Gemisch 
zweckmässig in der bei der Hersteilung pilirter 
Seifen üblichen Weise verarbeitet wird. 
(Hierzu vergleiche Ph. C. 42 [1901], 390.^ 

Z&itschr. f. angew. Chemie 1901, 86 7. Vg. 

Maassanaljrtische Bestimmung 
von Jodkalium. 

M, Vincent (Les nouveaux remMes 1900, 
280) verwendet die Methode von Bertket 
in abgeänderter Form, welche darin besteht, 
Jodsäure im Ueberschuss zuzusetzen und das 
nach bekannter Gleichung aus Jodsäure und 
Jodkalium in wässeriger Lösung sich bildende 
Jod mittelst Natriumthiosulfat zu titriren. 

Man löst 1 g Jodkalium in 1 L destillii^ 
ten Wassers; femer 2 g Jodsänre in 
1 L destillirten Wassers. Je 100 oem der 
Lösungen mischt man und füllt sie in eine 
Bürette. Dann verdünnt man 5 oder 

10 ccm einer Yic^o^™^'^^^^^™^^^^*^' 
lösung mit etwas Wasser, fügt 2 g doppel- 
kohlensaures Kali hinzu und lässt die obige 
Jodlösung Tropfen für Tropfen dnkufen, 
bis die zugefügte Stärke gebläut wird. 
(Hierzu vergleiche auch Ph. G. 41 [1900), 
301.) P. 



175 

Die 'dar Entfernnng widersetzen, Bodan die 

quantitative Zuokerbestimmimg Endreactionen vendileiert werden. Bei der 

in diabetischem Harne gewichtoanalytisohen Beetimmnng gehen rie 

_j,,, « jji. u_^j j. "^ unlößbchor Form in die Niedanchl&ge 

wrf iitafig dadurch erschwert da» die ^^^ ^^ ^^^^ ^^ ZumffiÄ 

A»«i|e.dimg des Kapferhydroxydnl bo fem ^^^^^ ^^ „^ ^^^ /^.^ ^ p,^ 
raftedt 18^ da88emAb8.t2enl«8en oder, 1900 393^ j^^^^ ^^ ^^ Quecksilber 
ratnren nicht mögi.ch »t Die bwherl yj^jj^ 'abscheidet durch metalUscbes 
^f^^^^*^f,,Y^'^Si^^ttdnmüemgm^^ das Feitosalz in Ferrisal« dnreh 
mpto concentnrtor Chlorcalcmmltenng, KaUumpermanganat verwandelt unter gleleh- 
mrt Rltnrpapier, oder schneUee Abltühlen ^^j Zenrtörung der F^bstolfe und daa 
fthren nicht immer zum Ziele und es ; ^^ jodometrisch bestimmt 20 ccm d« 
ble.b«i dann nur die pohinmetns<^e und s„b|ia,atiasung weiden mit einer Messenpitze 
die Gihnin^meüioden welche beide nur ^^„ p^ ,^^^ „„^^ ^^ g^^^ 

annähemde Wertne geben, da ansser Zucker .„^ a*««^^ i-«« .*^i.^.. «Ji™^- j— .« 
j. j ox « • • • L« ,,eine btande lang stehen gelassen , dann 

noch andere Stoffe polamren können und bjat^rt und 10 ccm des BUtiats mit 5 ocm 
die üeberfflhrung des Zuckers m Alkohol , verdünnter Schwefelsfture und Mangansulfat- 



niefat absolut quantitativ ist. Immerhin 
können damit für fortlaufende Unter- 
soehnngen genfigend gute Vergleichsresultate 
erhalten werden; doch ist es von Vortheil; 



lösung 1 : 10 in eine Oiasstöpselflasche 
gebracht und mit Permanganatlösung 1 : 100 
bis zu bleibender Rothfärbung oder Trübung 
versetzt Nachdem letztere durch etwas 



Stehen das ausgeschiedene Jod mit ^/iQ-'SoTmal- 
Thiosulfatlösung zurücktitrirt. Durch den 
Mangansulfatzusatz wird die dem Eisenchlorür 
entstammende Ghlorentwiokelung verhindert 
Der Kochsalzgehalt der Pastillen stört nicht 
wohl aber ein etwaiger Salmiakgehalt Zur 
Vermeidung eines Fehlers wird 1 g eisen- 
freies Bleiweiss mit dem Eisenpulver zugesetzt 
Für Sublimatverbandstoffe ist die Methode 
nicht brauchbar, da die Auszüge zu volummte 
sind und ohne Verluste nicht emgedampft 
werden können. Hierzu vergleiche auch 
Ph. C. 33 [1892], 71. —he. 



diecrhaHer^^^ Werthe auf gewijtsana- ^^^^^^ ^^,^^^,^^ . ^^^^ ^ ^ 

l^em Wege controliren ^n können, j^^kalium zugesetzt und nach einstündigem 

DieB haben Troeger und Meine (Archiv d. ^ 

Pharm. 1900, 305) mit einer modificirten 

Fehling'sAesi Lösung erreidit, in der die 

173 g Seignettesalz durch 100 g Glycerin 

im Liter ersetzt sind. Der Kupfergehalt 

dieser Lösung wurde in der Weise ermittelt, 

dssB in einem aliquoten Theil derselben 

nadi dem Ansäuern das Kupfer als Halb- 

BobwefeUnipfer bestimmt wurde. 60 ccm 

(fieser Kupferlöeung wurden mit 5 bis 20 ccm 

Harn^ je nach dem Zuckergehalte, lö Minuten 

lang in öner Porzellanschale ertiitzt, in 

etsQD Messkolben von 100 ccm übergespült 

und zur Marke aufgefüllt, die für die 

Temperatur von 45 <> eingestellt war. Zu ~ 

J«riiteunginrd8pecfa^^ FÜT explosive Gusgemenge 

kriftig geschüttelt, und durch zwei dichte, , , *^ „ . . , 7 

Filter filtrirt. Em Theil des erkalteten ' ^^^^ ™"^' ^* ^" Explosion eine bestimmte 
Rltrats wirf abgemessen und darin wieder Entzündungstemperatur nothwendig ist, die 
der Kupfergehalt in obiger Weise bestimmt "^^ ^ ^* ^^ brennbaren Gases wechselt, 
PBr die dabei sich ergebende Differenz , °*®^ ^^^*'^ (Chem.-Ztg. 1902, Rsp. 18) 

wild die entsprechende Zuckermenge aus ®^® ^^^ ^""^ ^°*^^® ^'"""^^ ^^ ^^ ^"«^ 
den TabeUen entnommen. -he, I ^pg^verhältniss, ober- oder unterhalb der 

die erforderliche Temperatur wegen der 

"Ra« Atifm -»MAo<»a«k««Ai«rH«Ai«/^«« I DeceutTalisation der Wärme nicht mehr er- 
-j „ i^ 1 111^ reicht wird, die also den „Explosionsbereich'^ 

Bestimmung von Quecksüber- ^ einschüessen. Die folgenden Werthe sind 

Chlorid mit der Bunte'Bchen Explosionsbürette im 

inge&rbten Sublünatiösungen oder Sublimat- 19 mm-Rohre erhalten; die Zahlen bezeich- 
pastiilen ist es sehr störend, dass die nen den Procentgehalt der Mischung an 
Farbstoffe sich mit grosser Hartnäckigkeit brennbarem Gase. 



176 



Enallgaagehalt in der 













Explosionsgrenzen 


£xplo8ionäbereioh 


explosiven 


Mischung 


untere obere 




untere Grenze 


obere Oi 


Kohlenoxyd .... 16,6 74,96 


58,4 


24,7 


15,8 


Wasserstoff 








9,45 66,4 


57,0 


14,2 


21,2 


Wassergas . 








12,4 66,75 


54,3 


18,8 


20,9 


Aoetylen . 










3,35 62,3 


49,0 


11,7 


14,0 


Leaohtgas . 










7,9 19,1 


11,2 


17,4 


31,2 


Aethylen 










4,1 14,6 


10,5 


16,4 


23,9 


Alkohol . 










3,95 13,65 


9,7 


15,0 


24,2 


Methan . . 










6,1 12,8 


6,7 


18,3 


27,5 


Aether 










2,75 7,7 


5,0 


19,3 


22,6 


Benxol . . 










2,66 6,5 


39 


19,9 


22,3 


Pentan . . 










2,4 4,9 


2,5 


21,6 


22,5 


Benzin 










3,4 4,9 


2,5 


— 





Die an sich seharf bestimmbaren Grenz- 
wertfae werden durch die Weite des Oefftsses^ 
Druck und Temperatur, sowie Art der Zünd- 
ung beeinflusst und erleiden Abweidiungen 
bis zu 10 pGi (reringe üntersdiiede zeigt 
der in den Gasgemengen vorhandene Knall- 
gasgehalt Im Benzol- oder Pentan -Luftr 
gemisch ist mehr Knallgas an der unteren 
Grenze vorhanden, als behn Wasserstoff. 
Durch Beimischung von Kohlensäure würd 
der Explosionsbereidi verkleinert, und zwar 
erffihrt die obere Grenze in Folge des Sauer- 
stoffmangeki eine raschere Einsohrftnkung 



als die untere. Die Explosion hört auf bd 
Leuchtgas, wenn 7Y2 P^t., bei Kohlenoxyd, 
wenn IOV2 P^t Kohlensäure vorhanden 
sind. Verfasser empfiehlt daher das Aus- 
bUsen von Gasrohmetzen vor Inbetriebsetz- 
ung mit Verbrennungsgasen. Die Pnuus 
hält sich bei Heiz- und Beleuchtungsvw- 
richtungen über der oberen Grenze, beim 
Gaamotorenbau jedoch an der unteren Grenze 
des Explosionsbereiohes, um mit mögUchit 
geringen Gasmengen mögüchst grosse Kraft- 
leistung hervorzubringen. ^ke. 



N « h r u n g s m i 1 1 e I - O h e m i ei 



Ausnutzung der Mineralsalze 
aus der Säuglingsnahrung. 



Wendung zur Herstellung von Limonadea 
verboten. 

Nach der Entscheidung des LAndgerichte 
Nach Untersuchungen von M, Blauberg München bleibt es sich ^eicfa, in welch« 
(C!orresp.Blatt f. Schweiz. Aerzte 1902, 23) der die künstliche Limonade bildenden Zu- 
— derselbe hatte quantitative Bestimmungen bereitungen (z. B. dem Fmchtsafte oder der 



der in der Nahrung zugeführten und durch 
Harn und Faeces in Folge des Stoffwechseta 
ausgeschiedenen liGneralstoffe vorgenommen 
— werden die Salze der Frauenmilch, ganz 
besonders Eisen, Magnesia, Kalk, Phosphor- 
säure, vom Säugling viel besser ausgenützl^ 
als ^ejenigen der KuhmOdi, die Salze der 
letzteren wiederum viel besser als diejenigen 
von Kindermehl (Kufeke) und die Salze 
der unverdünnten Milch besser als diejenigen 
der verdünnten verwerthet Vg. 

Die Verwendung 
von künstlichen Süssstoffen, 

wie Saccharin und dergleichen, ist nach dem 
Beichsgesetze, den Verkehr mit künstlichen 
SüBsstoffen betreffend, bei der Herstellung 



von Bier, Wein, likOren, Oonserven und 

Fruofateäften, msbesondere auch deren Ver- , (Vergl. Ph. G. 42 [1901], 28V 



Geechmacksessenz) der künstliche Süasstoff 
enthalten ist; es ist also der Emwand ak 
unerheblich zu betrachten, dass SaochaiiB 
nur zur Fabrikation der GeschmackseBsens 
verwendet worden sei, und letztere nicht 
unter das Süssstoffgesetz falle. 

Nach einer Reidugerichtsentscheidung vom 
22. März 1900 sind Limonaden als Frucht- 
Säfte anzusehen, die durch kohlenaanres 
Wasser verdünnt worden sind. 

Eine neuere ReichsgerichtsentBcheidnng 
vom 4. October 1900 hingegen hält es 
nicht für erwiesen, dass Brau8elim<made 
em Fruchtsaft hn Sinne des § 1 des be- 
treffenden Gesetzes ist 

Zweifellos fallen aber auch künstliehe 
Fruchtsäfte unter das Süssstoffgesetz, das 
ja allgemem nur von FVuchtBäften spricht 

P. 



177 



Beurtheilnng 
der Oüte der Fraueninfloli nach 
ihrem mikroskopischen Bilde. 

Verdannngs- und ErnfthrnngastOningfeii 
kommen bei BroBtsiü^ngen häufig vor, 
einendtB dardi imzwefikmftnige üeber- 
ffittenmgy andereneits wiederum duroh wenig 
gute Beediaffeuheit der Milcli selbet. Die 
Ifileh bezflglich ihrer guten BeBohaffenheit 
ZQ beurtheilen ist nieht ein! aeh, die bekannte 
^agelprobei" ist nur in dem ungQnstigBten 
Fall verwendbar^ wenn der Milohtropfen ganz 
angensdieinlich wlMeiig ist und schon bei 
goinger Neigung des Daumens abfliess. 
Dr. Friedmann empfiehlt nun in einer 
interwsanten Arbeit (Deutsch. Med. Wochen- 
Bduift 1902, 66) die mikroskopische unter- 
BQohnng der IGlch mit besonderer Berflek- 
■chtignng der Fettktlgelchen als in den 
meisten Fftllen brauchbar und als eme em- 
bebe Meäiode. Die Herstellung des mikros- 
kopischen PrftparatB selbst erfordert wenig 
Z^, auf einem langen Objecttrftger wird 
ron jeder BrustdrOse nach erfolgtem Ab- 
qiritzen je ein Tropfen aufgefangen. Es 
iA durdiaus nothwendig die Milch beider 
Brüste zu untersuchen; meistens sind Ver- 
sehiedenheiten vorhanden und nicht selten 
lieht die Milch der einen Seite normal aus, 
wihread die andere Seite die Anzeidien 
einer bereits degenerirten Mflch giebt Häufig 
Bogen auch Oeschmacksverschiedenheiten der 
Müeharten vor. Bei der mikroskopischen 
ünteisudiung der Milch kommt es nun auf 
die GrössenverhAltnisse der Milchkfigelchen 
an, sodann auf ihre Anzahl. Die Fett- 
kügelchen der Milch lassen sich der GrOsse 
nach in 3 Gruppen eintheilen: ui grosse, 
mittelgrosse und kleine. Die grossen sind davon 
am spärtiGhsten, während die mittelgrossen 
am zahlreicfasten vorhanden sind. Beherrschen 
die klonen Ktlgelchen das Gesichtsfeld, so 
hat man es offenbar mit einer bereits stark 
degenerirten Milch zu thun. In emer nor- 
malen Milch sind die Fettkügelchen dicht 
an einander gedrängt, nur selten finden sich 
Bpiiliehe Lücken. Treten die Fettkügelchen 
spirlieh auf, etwa wie Fettaugen auf einer 
mageren Brühe, so ist die Milch zweifellos 
sdüedii Eme eingehendere chemische Unter- 
saehung des Milchserums auf seinen Gehalt 
an Eiweiss, Zucker und Salzen wird das 



mikroskopisdte Urtheil wohl immer bestätigen, 
sodass die Folgerung erlaubt sein dürfte, 
dass eine Milch, die es an dem wichtigsten 
Punkte der Fettproduction — und — 
Emulsion fehlen lässt, bezüglich der chemischen 
Zusammensetzung ihres Serums kaum anders 
sich erweben wird. Bei der Ammen- 
wahl sollte daher das Mikroskop 
heut zu Tage mehr mitsprechen, 
als es bisher meist üblich war. 

Vff- 



Abnalmie des Sänregrades in 

der Milch. 

unter Säuregrad der Milch versteht man 
das MaasB für diejenige saure Reaction der 
Milch, welche ausser durch die sauren Phos- 
phate auch durch die in der Milch gebildete 
Mildisäure hervorgerufen wird. Arthur 
Kirsten (ZeitBchr. f. Unters, d. Nähr.- u. 
Genussm. 1902, 97) konnte nun an der 
Hand zahhreicher Untersuchungen nachweisen, 
dass die Säure der frischen Milch nicht allein 
durch die in der Milch enthaltenen sauren 
Phosphate, sondern zum Theil auch durch 
den Gehalt der Milch an gelöster, freier 
Kohlensäure bedingt ist Beim Stehen- 
lassen der Milch in offenen Gefässen, beim 
Centrifugiren und beün Kochen in offenen 
Gefässen erfährt die Säure der Milch eine 
Abnahme, die durch den Verlust der in der 
Milch gelösten, freien Kohlensäure bedingt 
ist Das von Soxhlet gefundene sogenannte 
Jncubationsstadium der Milch müsste daher 
als derjenige Zeitraum aufgefasst werden, 
in welchem durch die Thätigkeit der Miloh- 
säurebakterien nur so viel Milchsäure ge- 
bildet wird, wie der beim Stehenlassen der 
Milch entweichenden, in Bezug auf die Säure- 
wirkung gleiehwerthigen Menge Kohlensäure 
entspricht Die Milch kann im Incubations- 
stadium entweder eb Gleichbleiben oder auch 
eine Abnahme der Säure zeigen, je nachdem 
die Milchsäurebildung im gleichen Maasse 
des Kohlensäureverlustes stattfindet oder 
hinter diesem zurückbleibt. 

Die Kohlensäure ist ein wesentlicher Be- 
standtheil der beim Centrifugiren oder beim 
Umschütten der Milch entstehenden Schaum- 
gase und beuD Setzen des Schaumes wird 
ein Theil der Kohlensäure von der Milch 
wieder aufgenonmien. Vg. 



178 



Pharmakognosie! 



Zur FrüfuBg des Wachses auf 
VerfSlschungen 

BGhlftgt Jean (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 22) 
folgende Methoden vor. Die Trennung von 
Harz und Stearinsäure gelingt in dem in 
Alkohol loslichen Theile mittelst der Zink- 
salze, von denen nur das harzsaure Salz in 
Aether löslich ist Man erhitzt das Wachs 
mit SOproc. Alkohol auf dem Wasserbade, 
liBst abkflhlen und filtrirt unter Nachwaschen 
mit kaltem Alkohol. Durch Wägung des 
getrockneten Filterrfickstandes erhält man 
die Menge von Harz und Stearinsäure. Die 
alkoholische Lösung wird von der Haupt- 
menge Alkohol befreit, der Rückstand mit 
Aether aufgenommen, Zinkoxyd zugesetzt und 
geschflttelt. Reagirt die Lösung nicht mehr 
sauer, so filtrirt man das Stearinsäure Zink 
ab und wäscht mit Aether nach. Das 
ätherische flltrat wutl im Scheidetrichter 
mit Wasser und Salzsäure geschüttelt, die 
Harzlösung mit Wasser nachgewaschen, der 
Aether abdestillirt, der Rückstand getrocknet 
und gewogen. Zu dem gefundenen Ge- 
wichte des Harzes muss man noch 1,6 pCt. 
als Correctur hinzu addiren. Den Stearin- 
säuregehalt findet man aus der Differenz 
der ersten und zweiten Wägung. Zum 
Nachweise von Paraffin wird das Alkohol- 
unlösliche mit alkoholischer Kalilauge ver- 
seift und das Unverseifte mit Aether aufge- 
nommen. Zum Nachweise von Talg werden 
5 g verseift, die Seife mit Baryt gefällt und 
im Filtrate das Qlycerin bestimmt. 1,64 Th. 
Glycerin = 20,5 Th. Talg. -Äe. 



Chaulmugraöl = OsmoeardiaöL 

Bei der Behandlung der Lepra wurde 

durch subcutane Anwendung des CÄiaulmugra- 

Öles nadi Angabe von Doenitx Heilwirkung 

erzielt Das Oel selbst wird aus den Samen 

der Gynocardia odorata, einem indischen 

Baume, gewonnen. Die Reaction, welche 

durch Einspritzung in sehr kleinen Mengen, 

0,1 bis 0,2 g, hervorgerufen wurde, zeigte 

sich durch bedeutende Temperaturerhöhung; 

die örtliche Einwirkung durch Röthung der 

afficirten Stellen. Nach Ph. C. 39 [1898], 

139 werden innerlich 0,5 g und mehr in 

Gapeebi nach dem Essen verabreicht 
Therap. MonaUh. 1900, ßYö. Vg. 



Ueber den StickstoflQsehalt von 
Harzen und Balsamen 

berichtet Oorodkow (Chem.-Ztg. 1900, 
Rep. 193). Der qualitative Nach was da 
Stickstoffes wurde durch die Lassaiquß'wS^ 
Probe und Glühen mit Natronkalk geffihri 
Keine Stickstoffreaction gaben Redna Oopal, 
Res. Benzoö Slam, Res. Pini, ScheUadk, 
Sandarao, Mastix, Ra9. Anime, Res. Dammarie 
elect. Res. Tradiylobii Mossamb., Terebis- 
thina cocta, Res. Oleae Europeae, Ro. 
Xanthorrhoeae flavae. Spuren von Stick- 
stoff ergaben: Res. Xanthorrhoeae mbr. in 
gran., Lacca in tabul.. Res. Guajaei, Gum. 
Eiemi Mexic., Gum. Elemi alb. Deutlidie 
Stickstoffreaction gaben: Res. Xanthonhoese 
fuscae, Lacca in gran.. Res. Ganarüstricti, 
Res. Ghoreae robustae, Res. Tacamathacie^ 
Res. Labdani, Res. Icirae heptophjllae, Bei. 
Sanguinis Draconis. Quantitativ wurde der 
Stickstoff nach Kjeldahl und Will - Varrefi- 
trapp bestimmt. 



Res. Sanguin. Drac . 


. 0,70 pCt. 


N. 




0,41 „ 


w 


Lacca in granis . . 


. 0,43 „ 


ff 




0,62 „ 


n 


Res. Labdani . . . 


. 0,06 „ 


w 




0,38 „ 


w 



Nach der L(issaiff?ie'Bchen Probe moaste 
ein grösserer Stickstoffgehalt erwartet werden, 
sodass es sich hier wahrscheinlidi um Ghinolin 
oder ein Derivat handelt 

Res. Xanthorrh. fuscae 



Res. Ganarii stricti 



Res. Heptaphyllae 



Res. Tacamathacae 



1,12 pCt N. 

1,75 

0,29 

0,27 

1,92 

0,30 

1,19 

1,42 

2,12 



w 
n 
» 
n 

n 






m 






n 



V 



Die Natur dieser stickstoffhaltigen Körper 
muss erst noch festgestellt werden. 

Von den Balsamen gaben kerne Readion: 
Bals. Canad., Styrax liquidus pur. ver., Bik 
Peruvian., Spuren Stickstoff: Ol. Bals.Gopaivie; 
Styrax liquidus, Bals. Gurjun., Terebinthint 
commun. Tereb. de Ohio, Tereb. larido. 
Vergleiche Ph. C. 41 [1900], 456. -he. 



179 



Versohied^ne 

Die ProAingaanstalt für Apparate 

und Reagenüen, 

Dr. Sauer ft Dr. Ooeckel, 

Berlin W., Wilheimstraase 49. 

(Ein neues Speciallaboratorium.) 

Zn den versdiiedeneii Spedallaboratorien 
vA neaerdingB in obiger Anstalt ein yoU- 
stiBdig nenes hinzagekommen, welohes nidit 
nur wie entere bestimmte Zweige der Wissen- 
schaft nnd Technik interessirt, sondern fflr 
die Yorscbiedensten chemischen nnd physik- 
aüsehen Arbeiten, sei es anf rein wissen- 
Behaftlichem, analytisdiem oder teebnisebem 
Gebiete, von grosser Bedentong ist 

Deshalb mochten wir anoh spedell die 
Aufmerksamkeit der Pharmacenten nnd Nahr- 
irngsmittelcbemiker anf die Arbeiten des 
neuen Institutes lenken, die unter saeh- 
kondiger Leitong in der sorgfältigsten PrOf- 
img der sahtareichen Messinstramente bestehen, 
für welche amtJidie Prfifnngsvonicfariften 
Didit bestehen nnd die bisher an Genauig- 
keit viel in wllnschen übrig Hessen. 

Den Wertfa solcher Instrumente sucht das 
Institut femer durch genaue kurze Daten 
bezftglidi der Justirung auf den Instrumenten 
aelbst, sowie durch correcte Angaben mit 
Bezug auf die Gebrauchsweise und Berichtig- 
nngen in einem besonderen Prüfungsschein 
zn eriiöhen. Denn was nfltzen nach einem 
bestimmten System richtig justirte Instrumente, 
wenn dasselbe nicht durdi genaue Definition 
Meht zu erkennen ist und z. B. bei Aräo- 
metern die Ablesungsart, bei Büretten, 
Pippetten, Messkolben auf Ausguss die Ent- 
ieenmgsart, bei anderen Instrumenten die 
EinsteUungsart usw. nicht bekannt gegeben 
wird. Solche Angaben erleiditem ungemein 
die Arbttten, namentlich mit solchen Instru- 
menten, deren man sich nicht regelmässig 
bedient und zu deren Gebrauchsweise die 
nfittiigen Vorschriften nicht immer gleidi 
zur Hand sind und in vielen Fällen über- 
haq»t nicht beschafft werden können. 

Von den zahlreichen Messinstrumenten, 
fibor die ein in jeder Weise sorgfältig aus- 
geaibeiteter, mit wichtigen Daten versehener 
^d lAuBtrirter Eatslog Auskunft giebt, und 
& audi von dem Institut bei massigen 
^tAen zn beziehen sind, nennen wir Aräo- 
ifteter aller Art, Pyknometer, Yolumenometer, 



Mittheiliiiioen. 

chemische Messgeräthe, Titrirapparate, Special- 
apparate fOr die Untersuchungen von Harn, 
Milch, Bier, Wein, Essig, Zucker usw., Apparate 
zu absoluten und relativen Gasmessungen, 
wie Azotometer, Calcimeter, Nitrometer, gas- 
analytische Apparate nach Bunte, Hempel, 
Lunge, Winkkr u. a. 

Bezüglich der gasanaljrtisehen nnd gas^ 
volumetrischen Apparate heben wir hervor, 
dass dieselben in vollständig neuer Art unter 
BerQcksichtignng der Menisousoorrection be- 
reits für eine bestimmte Sperrflüssigkeit, 
wie Wasser oder Quecksilber, corrigirt sind, 
dass femer die Justirung und Prüfung ab- 
weichend von Flüssigkeitsbüretten für solche 
Abiaufzeiten erfolgte, nach welchen bei Be- 
nutzung von an der Glaswand adhärirenden 
Sperrflüssigkeiten ein Nachfliesaen nicht mehr 
stattfindet 

Im engsten Zusammenhang mit den Mess- 
instrumenten ist auch den Maassflüssigkeiten 
seitens des Institutes bezüglich Einstellung 
und Definition ganz besondere Aufmerksam- 
keit geschenkt worden. Die von dem 
Dentschen Arzneibuche, IV. Auflage, vorge- 
schriebenen Maassflüssigkeiten versieht das 
Institut mit der Bezeichnung Liter 

— -Q - (0= 16), wodurch zum Ausdruck 

gebracht wird, dass die Lösung im wahren 
liter für die Gebrauchstemperatur 15^ C. 
unter Benutzung der AtomgewichtstabeUe 
= 16 erfolgte. Diese Definirung halten 
wir für sehr wichtig, da im Handel vielfach 
anders bereitete Lösungen ohne jede nähere 
Bezeichnung vertrieben werden. 

Es unterliegt keinem Zweifel, dass der 
Pharmacie und Nahrungslniltelchemie m 
diesem SpeciaUaboratorinm ein wichtiger 
Factor zur Erhöhung der Genauigkeit 
chemischer Arbeit entstanden ist und können 
deshalb auch wir die Gründung der Herren 
Dr. Sauer dt Dr. Ooeckel als ein sehr zweck- 
mässiges Unternehmen nur mit Freude be- 
grüssen. 

Eingegangen ist das : 
Venekhnlss der Torlesnngen und Uebnagen 
an der Grossherzog lieh Technlsehen Hoeh- 
sehnle zn Barmstadt über Chemie, ein- 
schliesslich Elektrochemie und Pharmacie. 
Das Sommer - Semester 1902 beginnt den 
22. April 1902. 



180 



Brieffweohsel. 



Apoth. H. in G. Reactionen mm Nach- 
weis von Formaldehyd giebt es sehr viele; 
sie finden dieselben in der Pharmaceatisohen 
CentralhaUe 86 [1895], 630; 37 [1896], 191. 263. 
391. 461; 89 [1898], 611; 40 [18991 101; 41 
[1900], 198. 355; 42 [1901], 651. 78o, sowie 43 
[1902] in der nächsten Nnmmer. 

Dr. W. in P. Nach einem Gutachten von 
Prof. C. Framikel kommt dem Bandplattenfllter 
der Firma Fischer in Worms (vergl. Ph. C. 36 
[1895], 286) in bakteriologischer HiDsicht kein 
vorzog vor dem alten Sandfilter sn. Damit soll 
die Brauchbarkeit in anderer Hinsicht, z B. zur 
Enteisenung, natürlich in keiner Weise bezweifelt 
werden. 

Apoth. J. M. in B. Näheres über Rose^B 
Nährmittel: Eulactol, Eraftmilch (Eulactolum 
liquidum), Eisenkraftmilch (Ferrolactolum) ist 
uns nicht bekannt geworden* lieber die Diabetes- 
milch vergleichen Sie Ph. C. 42 [1901], 12 und 
Eulactol Ph. C. 40 [1899], 78. 528. 

BL in L. Lecithin in der für pharma- 
ceutische Zwecke vorgeschriebenen Reinheit 
fertigt als Specialität die chemische Fabrik von 
Dr. Uieodar Sehuehardt zu Görlitz. 

Apoth. F« in W. Die Eeim' achen Mineral - 
färben haben Wasserglas als Grundlage, 
dem Ehxlfarben beigemengt sind; diese Anstriche 
sind sehr wetterbeständig, weil sich das kiesel- 
saure Natron mit dem Mörtel chemisch verbindet. 
Die £0fm'schen Farben eignen sich zum An- 
strich von Mörtel, Gement, Gjps, Ziegel, Holz, 
Leinwand, Zink, Glas. 



Anfragen. 

1. Ist einem unserer Leser ein Stoff bekannt, 
welcher, der Oelfarbe zugesetzt, das Ansetzen 
resp. Anwachsen von Wasserpflanzen uad 
Muscheln (z. B. hei Schiffen, eisernen Pontons 
etc.) verhindert? (Soviel uns bekannt ist, 
findet Euphorbium zu diesem Zwecke Ver- 
wendung. Schriftleitung.) 

2. Es wird eine Vorschrift zu Spiritus thio- 
saponatus gewünscht. . 

3. Wie wird Carbolsulforicinol her- 
gestellt? 

4. Yen welcher Pflanze stammen die jetzt im 
Handel befindlichen Galazblätter, was ent- 
halten sie und wozu werden sie verwendet? 
(Drageniorff führt in seinem Buche „Heil- 
pflanzen^* nur an : „Galaz aphylla L. (G. rotundi- 
folia Mich.) — Nordamerika — als Wundmittal 
officinell. 

5. Eine Vorschrift zur Herstellung von 
Styrax calamitus im Grossen wird gewünscht; 
die JBo^er'sche Vorschrift mit extrahirter China- 
rinde ist bekannt. 

6. Wie reinigt man Quecksilber, 
welches als Contact gedient hat? (Nach 
unserer Ansicht kann die Reinigung eines aof 
diese Weise verunreinigten Quecksilbers nicht 
sonderlich schwierig sein, da dasselbe für ge- 
wöhnlich nicht mit anderen Metallen verun- 
reinigt sein dürfte. Schriftleitung.) 



des I. 



Inhalts -Verzeichniss 

Vierteljahres wem XLIII. Jahrgange (1902) 

der „Pharm aceutisohen Oentralhalle**. 



* bedeutet mit Abbildung. 

Absinth (liqueur), Analyse 6. 

Aceton - Chloroform , Eigensch. 
149. 

Acetopyrin, Beceptformel 150. 

Acid. carbol. pur. conoentr. 150. 

— chromioum puriss. 150. 

Aoonitine des Handels 150. 

Adrenalin, Eigensch. 49. 163. 

Aerzte -Verzeichnisse , Beach- 
tung der oCüciellen 153. 

Aether, Bestimm, des Alkohols 
24. 

Aetzmittelträger nach Lewin 
129. 

Agar-Agar, chiruiig. Verw. 159. 

Albumin aus Eigelb 128. 

Aldehyde, neue Reaotion 79. 

Alkalipersulfate, Bestimm. 68. 

Alkaloide, Ausschüttelung 172. 

Alkohole, Wirkung auf den 
arteriellen Blutstrom 38. 

Ammoniak, festes, Darstell. 119. 



Ammoniak, Bildung durch Elek- 

tricität 121. 
Ammoninmjodid, Aut bewahr. 

66. 
Amylsalicylat, Eigensch. 151. 
Aneson oder Anesin 149. 
Anabanum, Bestandtheile 39. 
Anaesthin = Anaesthol 39. 
Anstriche, wasserfeste 59. 
Antihypo, ZusammenseU. 161. 
Antisepticum nach Ck)hn 101. 
Antisputol, Anwendung 115 
Apfelthee, Kalifornischer 13. 
Aqua (Ünnamomi, Prüfung 21. 
Argemone Mejdcana 31. 
Arsen, Fällung aus Ammonium- 

carbonatlösung 6. 

— Nachw. von Antimon im A. 8. 
Artemisin, Eigensch. 65. 97 
Arvenol, Schnupfenmittel 165. 
Arzneimittel, neue, 5. 39. 64. 

108, 165. 

— dem Ohr schfidUohe 15. 



Arzneitaze, preuss. für 1902, 19. 
— , Ergänzunff für Baden 142. 
Asarum canadense 70. 
Asbestgerftthe, unverbrennL 168. 
Asthmamittel, homöopath. 43. 
Atoxyl 171. 

Atroscin und Hyoscin 47. 
Aucuba japonica 70. 
Aurin, Anwendung 165. 
Auxil von Meyer, Bestandtii. 43. 

Bacillus nobilis , BeifongB- 
erreger des Schweizerki8e8l40. 
Backwaaren, yerdorbene 42. 
Barbierstuben, Hygiene 169. 
Baryum, BeindarsteUunff 69. 
Benzingelatine, Gebrauch 59. 
Berberin und Canadin 97. 
Biermann's elektr. Apparate 5. 
Blitzlicht, billige HersteU. 100. 
Blut, Gefrierpunktbestimm. 58. 
— unterscheid, von Menaoheo- 
und Thierbl. durch HaO, 165. 



181 



Bohnenhälflexi-Flmdaxtnct 154. 
Metol, Sigensoh. 123. 
Bolu, weibL od. mAnnl. ? 158. 
Borogen, ZasammenseU. 113. 
Bontore, Verhalten in alkohol- 
iflchen Ldanngen 82. 

— odoiimatr. Bestimmong 124. 
BeisUüi, Constitution 65. 
Bmunolui, Wandheilmittel 5. 
Bromopao, Beetandtheüe 108. 
BromoEuina, Beetandtheüe 108. 
BromtanninverbinduDgen 8. 
Brot, rüflsiackeB Hangerbrot 14. 
Brnoea Samatzana 164. 
Brooinhydrobromat, Eigenaoh. 

161. 
Bücherschaa 34. 58. 73. 99. 

114. 142. 168. 
Butter, fluchtige Fettsäuren 111. 

— Beiohert-Meissl'sohe Zahl 111. 
Butterfett, Spaltung duroh 

Mikroorganismen 57. 
Butyrometer naoh Henzold 34. 
-- nach Gerber, modifioirt 141. 
Bychowsk's Probe auf Eiweiss 

110. 

Caciomiich, sterilisirte 42. 
GacaoöL ehem. Znsammensets. 

29. 
Ginadin und Berberin 97. 
Gsrohneum, neues Moment 61. 
Cssein mit Phosphorsäure in 

▼ssaerlÖsL Verbindung 30. 

— Oxydation zu Harnstoff 109. 
Casimiroa eduüs 164. 
OmUi's Beaction 167. 
CeUobiose, Eigensoh. 79. 
Cellaloid ohne Kampher 115. 
Cement, Analyse 95. 
Cerebrin und Opocerebrin 163. 
Cehumgruppe, Analyse 124. 
Chaulmu^a-Oel 178. 

Chinin mit Urethan, Anwend. 

154. 
(3iitin, Constitution 110. 
Ghitosamin, Birotation dees. 123 
OüoTslhydrat, Verhalten im 

Organismus 45. 
Ghloreton s Aoeton-Chloroform 

149. 
Chloride, Bestimmung naoh 

Biegler 28. 
Chlorophyll, Veränderungen im 

Thierkörper 111. 

— Wanderungen im Plasma 94. 
QiOGoladenmehle 42. 
Cholesterin, Ester dess. 7. 
Chnunsfture, Nachw. mit HtO, 

12. 

-- gegen Maul- und Klauen- 
seuche 150. 

Cocain, Spaltung durch HCl 95. 

— Tergliohen mit Yohimbin 49. 
Coobin 172. 

Cocosöl, Entsäuern 83. 



CoUodium, Entdecker dess. 18. 
Colloide, Verhalten gegen rothe 
Ooldlösung 27. 

— Gelatiniren 174. 
Colophonium,Zusammensets. 55. 
Cort Chinae, Bereitung und 

Werth eines Decocts 88. 119. 
Cottonöl, Halphen'sche Probe 

43. 109. 
Cottonsuet, Analyse 43. 
Cuprargol, Eigensch. u. An- \ 

Wendung 151. | 

Curare und Physostigmin 16. 
Cyanhämoglobin. kryitallis. 66. 
Cyanide, Bestimmung 27. 
Cytisin, Constitution 93. 

Darmbakterien 19. 

Decoeta und Infusa, rationelle 
Bereitung 87. 118. 

Derival, Bestandtheile 39. 

Dermasapol, Bestandtheile 151. 

Desinfeotion naoh Weyl 49. 

Diabetes, führt den Tod herbei 
15. 

Diacetylionon, Eigensch. 166. 

I Diamant, Herstell. aus Kohle 6. 

Diamidoazopapiere, Gebrauch 
40. 

DigitoflaYon = Luteolin 56. 

Dimethylsulfiit, Giftigkeit 94. 

Diphtherie - Heilserum , ein- 
gesogene Nummern 19. 

— — hochwerth. von Merok 
159. 

Disohwefelsäureanhydrid 67. 
Dorstenia Kleineana 70. 
Dresdner Untersuchungsamt 41. 
Dressers Nerrenfluid 115. 
Dynamogen, Bestandtheile 108. 

Bdestinpräparate, Eigensoh. 11. 
Eiemudeln ohne Eier 42. 
Eisencitrat und Eiseniartrat 40. 
Eisenmangancitrat 38. ' 
Eisenmangaophosphat 38. 
Eiweiss, gutes Klebemittel 17. 
Eiweisskörper, Bestimmung 1. 

— Forschungen von Jolles 109. 
Elektrische Isolation 100. 
Emplastrum Hydrargyri, Queck- 
silber-Bestimmung 173. 

Enzyme, Wirk, des Lichts 84. 
Epheu von Gabun 70. 
Epinephrin 173 
Epetein's Polygonumthee 43. 
Erdbeeren enth. Salicylsäure 

138. 
Erdöl, Darstellung aromatischer 

Kohlenwasserstoffe 130. 
Essigsäureanhydrid , Darstell. 

96. 
Esterbildung, Beschleunigung 

durch IVridin 67. 
Etiketten, Klebemittel für E. 17. 
Euoalyptus,richtiger Eukalyptus 

115. 



Eukalyptus, Etymologie 115 

131, 169. 
Euphorbia-Arten, giftige 100. 
Extracte, BehandL mit Magnesia 

134. 
Eztr. Hippocastani, Wirk. 54. 
~ Phaseoli frig. parat 154. 

Faeoes, systemat. Untersuch. 1. 
Fanghi di Sclafani, Anwend. 92. 
Farbendruck auf Glas etc. 129. 
Fensterscheiben, undurchsicht 

169. 
Ferrosilicium Analyse 122. 183. 
Ferrum reduot, Prüfung 48. 
Fette, Bestimm, der Aetherzahl 

53. 

— Bestimm, der Jodzahl 39. 

— Bestimm, des Erstarrungs- 
punktes 72. 

— Diglyceridgehalt 72. 

— Entsäuern und Klären 83. 

— Prüf, i^uf Oxysäureo 30. 
Fibrin, Oxydation zu Harnstoff 

109. 
Fieber, über das Wesen des F. 

156 
Filter, Veraschen ders. 7. 
Fische, Nährpräparate aus F. 

85. 
Fischfangpflansen 13. 
Fleokenreinigungsmittel 59. 
Fleisch , Conserrirung mit 

sohwefligs. Salzen verboten 

130. 

— Gesetz, betr. die Conservir. 
und Färbemittel 138. 

— Nährwerth von Rindfleisoh 
41. 

Fleischbeschau, Erläuterung des 
Gesetzes über F. 138. 

Fleischeztraot, Nutzwerth 58. 

Flores Calendulas , -Sambuci 
und -Stoechados, Ernteergeb- 
nisse 84. 

Flüssigkeiten , Bestimm, der 
Dichte 49. 

Folia Belladonnae, Verfälsch- 
ungen 12. 

— Digitalis, iahreszeitl. unter- 
schied in üer Wirkung 64. 

— — Bereitung und Werth 
eines Infusums 91. 132. 

Formaldehyd, Bestimm. 26. 40. 

— Wirkung auf Pflanzen 69. 

— Reactionen 180. 
Formosol, Bestandtheile 39. 
Frostsalbe nach Lassar 110. 
Fruchtsäfte, Fälschungen 41. 
Frutil, alkoholfreies Getränk 63*. 
Futtermittel, Bestimmung des 

Fettes 126. 

dala-Gala, Abstamm. u. Eigen- 
schaften 155. 
Galliamin, Anwendung 159. 



182 



Gallussäure, Reindarstellung 66. 

— Bestimm, in G erbstoff en 111. 
Gase, Schädlichlieit der Esseng. 

99. 

Gasgemonge explosive 175. 

Geheimmittel 5. 43. 115. 

Golon- Präparate 171. 

Gerbstoff (Gerbsäure), Methoden 
der Bestimmung 9. 

Gerbstoffe, Gehalt an Gallus- 
säure 111. 

Gewebe, elektrolyt. Undurch- 
dringliclimachung 100. 

Gewehröl, Einwirkung auf die 
Haut 33. 

Gewürze, Fälschungen 13. 

Giftspinnen 35. 

Glandula suprarenalis 163. 

— Thyroidea sicc. pulv. 163. 
Glasuren, matt u. kiystallin. 28. 
Gluton, Eigenschaften 108. 166. 
Gly konsäure, Anwendung 150. 
Glykosal, Eigenschaften 151. 
Glykosurie, Ursache • ders. 101. 
Goldchlorür, Bereitung 52. 
Goldlösung, rothe, Herstell. 27. 

Reagens auf CoUoide 27. 

Goldzahl, Bedeutung ders. 27. 
Guajakholz- und Guajakharz- 

tinctur, Werth als Reagens 
112. 

Guajak rinde, wirks. Bestandth. 

97. 
Gummischläuche, gasdichte 46. 

— mit Asbest übereponnen 168. 
Gypsabdrücke, Herstellung 85. 

115. 

Haemaphoskol, Zusammensctz. 

39. 
Haematogen 172. 
Haematozylin - Phosphor- 

wolframsäore 159. 
Hafercaoao, Kasseler 42. 

— Gehalt an Hafermehl 128 
Halphen'scho Reaction 43. ing. 
Han^;am, Untersch. von Jute 

43. 
Harn, Bedent. der Magnesia 73. 

— Abminder, der Harnsäure 5. 

— CoDBervirungsmittel 75. 

— Conserrir. mit Thymol 117, 
166. 

— Nachweis von Blut 24. 

— einfache Probe auf Eiweiss 
110. 

— EmolsioDS- Albuminurie 174. 

— Gefrierpunktsbestimm. 58. 

— Bestimm, der Hippursäure 
68. 

— Nachw. von Indican 52. 

— Nachw von Jod 69. 

— Bestimm, von Nitriten 52. 

— Best, der /?-0xybutter8äure 
26. 

— Naohw. von Pepton 26. 



Harn, Bestimm, des Stickstoffs 7. 

— Bestimm, von Zacker 26. 46. 
175. 

HarD säure, Best, nach Jolles 81. 
Harnsaure Ablagerun^^en im 

Körper und Mittel zur Lösurtg 

ders. 32. 
Harnstoff, Bild, aus Casein 109. 

— medicin. Anwendung 152. 
Hartspiritus, Bereitung 59. 
Harze, Stickstoffgehalt 178 
Hausschwanm, biolog. Nachw. 

56. 
Hefe, Widerstandsfähigkeit 
gegen lofection 98. 

— Nachw. von Mehlzusatz 127. 

— Gewinn, von Albumosen 32 

— Gewinn, des Protoplasma 56. 
Hermophenyl, Eigensch. 159. 
Himbeersirup, gefälschter 41. 
Hodensaft, Zusammensetz. 163. 
HöUensteinhalter nach Lewin 

58. 
Holz schwarz zu ffirben 19. 
Holzstoff, Reagens auf H. 163. 
Honig, Fälschungen 42. 
Hübrscho Lösung, Krsatz 39. 
Hydrargyr. sulfor. aethylon- 

diaminatum 160. 
Hydrooerin u. Hydrosterin 23. 
Hydrozylamin,Farbreaction 123. 
Hyoscin und Atroscin 47. 

Jasminblüthenöi 31. 
Iboga und Ibogain 31. 
Ibogin, Untersuchungen 55. 98. 
Jequiritol, Anwendung 160. 
Indol, neue Darstellung 153. 
Infusa und Decocta, rationelle 

Bereitung 87. 118. 
Infus. Digitalis, Bereitung 91. 

132. 
Instrumente, Conservirung mit 

Bora^ösung 61. 
Jodchinin u. Jodcinchonin 91. 
Jedipin, subcutane An wend. 140. 
Jodolen, Bezugsquelle 169. 
Jodmonobromid, Darstell. 39. 
Irispigment, ehem. reines IGO. 

Mäse, Reifungserreger der ver- 
schiedenen Arten K. 139. 
Kakodylpräparate, neue 151. 
Kakodylsäure. Ermittelung 25. 
Kalium, Bestimmung 79. 

— - und Natriumcyanid 70. 
Kaliumjodid, maassanalytische 

Bestimmung 174. 

Kaliumpercarbonat, Eigensch. 
u. Anwend. 8. 161. 

Kalk, geschmolzener 154. 

Kampher, Schicksal im Organis- 
mus 70, 

Kanalgase, Absaugung ders. 168. 

Kaninchen, Ausrottung 19. 

Karbolgaze, Prüfung 40. 



Karbolsäure, Anwend. concentr. 

15 . 
Karlsbader Salz, künstliches 58. 
Kefir, Verordnungsweise 61. 
Kehlkupfspiegel,HaDdhabung60. 
Klebemittel für Etiketten 17. 
Kleber, Verarbeitung dess. 29. 
Klebermehl, Hei-stellung 'J9. 
Knöterich, russischer 43. 

— Analyse 54. 

Kochsalz, Ersatz im Haushalt 33. 
Kohle, ümwandl. in Diamant 6. 
Kohlenhydrate, Verhalten beim 

Trocknen 109. 
Kohlenoxyd, Wirkung auf die 

Blutkohlensäure 113. 
Koblöusäure, elektrolyt. Um- 
wandlung 93. 
Kohlenstoff, fein vertheilter 130. 
Ko-Sam, Abstamm. u. Anwend. 

164. 
Kosin, wirkl. Zusammensetz. 98. 
Kreosotal „Heyden^*, Wirkung 

108. 
Kupfer, maassanal. Bestimm. 69. 
Kupferisovalerianat EigenscL 

37. 
Lactanin. Receptformeln 161. 
Lanolin, Ersatz dess. 67. 
Lanolinum oxygen. sterile 39. 
Larixolin, statt Terpentinöl 61 
Lassar'sche Frostsalbe 110. 
Lecithin 163. 169. 180. 
Lecithol, Bestandtheile 108. 
Legirungen, Analyse 122. 
Leim, als Nährmittel 53. 
Licht, heilende Wirkung des 

blauen elektrischen L 16. 
Linimentum salicylatum aromat 

Bourget 174. 
Liq. Aluniin. acet., Klärung 3b. 

— Ammon. caust., arsenhaltiger 
80. 153. 

— Calcii jodo-ferrati 5. 
Lithium salolo-phosphor. 161. 
Luteolin = Di^itoflavon 56. 
Lysol, Vergiftung durch L. 15. 

Wäusodorn, Untersuchung 70 

Maul- und Klauenseuche, Be- 
handlung mit Chromsäure 150. 

Magen^^nft, Best, der Salzs. 40. 

Magnalium, Eigenschaften IB. 

Magnesia, zur Reinigung tod 
Extracten und Tincturen i34. 

Mandarin, ist nicht giftig 14. 

Mandeln, Ersatz der bittern M. 
127. 

Mangancitrat, lösliches 38. 

Manganverbindungen , lösliche 
38. 

Marf^arine, Herstell mit Wachs 
115. 

Mar&yl, Bestandtheile 108. 

Maschinenputzmittel 18. 

Mehle, Olastafelprobe 42. 



183 



Melibiose, Darst. il Eigeusch. 
120. 

Meothofonn , Sohnupfenmittel 
166 

Merck £., Bericht 1900, 149. 159 

Mercarol, Eigenschaften 162. 

MetaUe, de^tUli^te 11. 51. 

MetaÜf^g^oren, antike 154. 

Metanilgelb, ist nicht giftig 14. 

Methon, Analyse 41. 

Methylalkohol, Nachw. in wein- 
geistigen Flüssigkeiten 25. 

Mikroskopie, Irrthümer 138. 

Milch, Fettgehalt deis. bei ge- 
brochenem Melken 83. 

— Wirknng des Gefrierens 8. 

— Nachweis der Wässerang 
35. 82. 

— Sterilisirung durch HjOj 14. 
~ sterüisirte M. von tuber- 
kulösen Kühen 57. 

— gute M. von tuberkulösen 
Kühen 128. 

— Unterscheidung von roher 
und gekochter M. 112. 

— Erkennen erhitzt gewesener 
137. 

— Vork. u. Nachw. von Alkohol 
125. 

— Bestimm, des Milchzuckers 
136. 

— F»u6n-M. 177. 

— Säuregrad 177. 
Miichmeiasse, Darst u. Eigensch. 

130. 
Milchrefractometer 35. 82. 
Milchzucker, Bestimm, in der 

Milch 136. 

— Verhalten beim Trocknen 
109. 

Militärtuch, Färben des blauen 

142. 
Molybdanoxyde, blaue 96. 
Monoschwefelsäureanhydrid 67. 
Moorerde, Analyse 44. 
Morphin, Widerstandsfähigkeit 

gegen Fäulniss 81. 
M^ Abnahme der Säure 157. 
Uoira-Puama, Anwend. 161. 
Myelinsubstanz, Gewinnung 96. 
Myrolin, Analyse 43. 

lahigelatine, Schmelzpunkt 32. 
Nährpräparate, aus Fischfleisch 
85. 

— aos Leim hergestellt 53. 

— vergleichender Werth 4. 
Nährzucker von Soxhlet 94. 
Nähseide nach Schleich 24. 
Nahrungsmittel, vergleichender 

Verth ders. 4 

— Nachw. von Benzoesäure 53. 

— Naohw. von Anen 113. 

— Prüfung auf Schimmel 63. 
Natriumbimrbonat, Wondver- 

hand 16. 



Natrium bisulfat, Eigensch. 1' 2. 
Natriumhydrid, Eigensch. 124. 
Natrium persulfat, Anwend. 162. 
Natriumtaarocholat, Anw. 162. 
Nebenniereopräparate 16^. 
Nickel, Trenn, von Zink 119. 

Obstsäfte, alkoholfreie 114. 

— und Obstweine, Begriff 114. 
Ofeokitt, Vorschrift 60. 

Ol. Jeooris Aselli, Prof. 118. 

— Thymi, Beurtheilung 31. 
Olutkombotsaft, Eigensch. 152. 
Ononin, Eigenschaften 97. 
Opium, rusdaohes 84. 
Opocerebiin-Tabletten 163. 
Orexintannat, Anwend. 162. 
Organotherap. Piäparate 163. 
Orthoform, ist giftig 163. 
Ovolecithm ss Lecithin 163. 
Oxalsäure, York, im Pflanzen- 
reich 94. 

Oxyoellulo»en, neue Forsoh. 67. 
Ozonoform, Eigenschaften 5. 

Paprika, sogen. Merkantil-P 13. 

Paraffininjectionen, subcutane 
51. 

Paramol, Entwickler 18. 

Pepton pasten nach Schleich 23. 

Persodine, Anwendung 162. 

Pestbacil.ufl 56. 

Petroleumäther, Analyse 10. 

Pfefferkuchen, verdorbener 42 

Pferdefleisch, Erkennung 167. 

Pflan/en, Nahrung ders. 96. 

Pharmaceutische Gesetze, Aus- 
legung ders. 153. 166. 

Pharmacia, Geschichte der P. 68. 

— z. Z. der Keilschriftcultur 78. 
Phenolphthalein, Abführmittel 

17. 
Phloroglucin, Reagens 163. 
Phosphate, Analyse 28. 

— Wirkung als Düngemittel 
1(X). 

Phosphol, Bestandtheile 89. 

Phosphorsäure, Ausscheidong 
im Thierkörper 111. 

Phosphor Vergiftungen, Ermittel- 
ung des P 69. 80. 81. 

Photographie, Entwickler 18 

— flussige Lichtfilter 19. 

— billiges BUtzlicht 100 

— Anwend. von Antihypo 161. 

— Literatur 73. 
Phytolacca decandra 12. 
Phytosterin, Ester desa. 7. 
Physostijgmin und Curare 16. 
Pilocarpin, Eigensch. 66. 
Platin, krystidlin. Structur 68. 
Polygonum Persioaria 54. 
Propolisin, Bedeutung 169. 
Proteine, basischer Charakter 1 1 . 
Fh>teinam pyocyaneum 151. 



Prüfungsanstalt für Apparate 

u. Beagentien 179. 
Pulmin, Eigeaaeh. 64. 
Puimoform, Eigenach. 64. 
Pulvereemische, Analyae 124. 
Pniverkapaeln nach Haatreiter 

46. 
Pyocyaneus-Proteio , Eigensch. 

151. 
Pyramiden, Salze deaa. 163. 
Pyridin mit Eupferrhodianid 

12L 
Pytmzolonum phenyl- 

dimethylicum salicylicum 22. 

liuebracho-Extraote, Analyse 

10. 
Quecksilber, maassanalytische 

Bestimm, nach Cohn 69. 

Radioaotivität, induoirte 68. 
Radix Ipeoacuanhae, -Senegae 

und -Valerianae, Bereit, u 

Werth eines Infusums oder 

Deoocts 90. 
Reagensgläaer nach Fischer 46. 
Reagenspapier mit Nitro-Stärke- 

lösuog zum Nachw. von Jod 

69. 

— von Zellner 165. 
Recepte, lateinische Sprache 19. 
Rechenschieber nach Scherer 

8ö. 
Reichert-Meisarsohe Zahl 111. 
Rennthiersehnenfilden 17. 
Rheumatin, Eigensob. 164. 
Rhiz. Calami, wird theuer 84. 
Ricin, Eigenschaften 164. 
Rinder, Schutzimpfung 98. 
Röntgen - Strahlen , Sichtbarkeit 

34. .. 
Rosenöl, künstliches 65. 
Rosshaar, künstliches 156. 
Rübeo, gefährl. Feind 60. 
Rumphius-Medaille 71. 

Safran, Verfälschungen 13. 
Salaperlen, Bestandtheile 108. 
Salbenschachteln , fett- und 

wasserdichte 99. 
Salia anaesthetica Schleich 23. 
Salicylglykolsäure, Darstell. 39. 
Salicylsäureglycerinester 39. 80. 
Salze, Nachfarben 5. 
Salzsäure, Nachw. von Arsen 121 . 

— Bestimm, nach Riegler 28. 
Sandplattenfilter 180. 
Sangostol, Bestandtheile 5. 
Sanatogen, Analyse 44. 
Santonin, Anw. bei Tabes 164. 
Saponine, Verbreitung 55. 
Säuglingsnahrung, Bedeutung 

der Salze 176. 
Schilddrüse, wirks. Subst 163. 
Schlafmittel aus Mohnköpfen 

101. 



184 



Sohleich'8 Piäparate 23. 

Schulen, Messung des Tages- 
lichts 156. 

Schwefelsäure, Nachw von As 
121. 

Schwefelsäureanhydrid, Darst. 
96. 

Schwefligsaure Salze als Pre- 
servesalz verboten 130. 

Schön's Wunderbalsam 43. 

Soopolia camiolica, falsche 
Belladonna 12. 

Seide, künstliche, Herstellang, 
Festigkeit u. Unterscheidung 
von echter S. 85. 100. 156. 

Seife, ei weissh altige 174. 

Selenwasserstoff, Eigensch. 121. 

Serumpaste nach Schleich 23. 

Serum-Präparate, Literatur 34. 

Sesamöl, Soltsien'sche Beaction 

43. 

— Uebersichtd.Reactionenl67. 
Silber, Bestimm, nach Riegler 28. 
Silberperoxynitrat, Formel 61. 
Sirup, glycero-phosphoricus 39. 
Solvosal-Iithium, Eigensch. 161. 
Soson, Analyse 44. 
Soxhlet's Nährzucker 94. 
Specialitäten, abgelehnte 173. 
Speiohely Nachw. von Jod 69. 
Spielwaren aus Hartblei 60. 
Spirituosen, mit Paprika 41. 
Spiritus, nioht mehr steuerfrei 

166. 

— Abgabe von nicht denatur. 
166. 

Sputum der Phthisiker 46. 

Strontiumjodid, Bräunung 66. 

Stylopborum diphyllum 6. 

Styptioin, Wirkung 164. 

Subliunin, Eigenschaften 108. 

Sublimat, maassaaalytisohe Be- 
stimmung 175. 

Suocus e teetibus par. 163. 

SüBSStoffe, künstliche, Verwend- 
ung 176. 



Tabak, Bindung des Nikotins 57. 
Tavel-Tabletten, Bestandth. 51. 
Tegon-Präparate 172. 
Tellur, Atomgewicht 52. 
Tellursäure, Eigenschaften 120. 
Terpentinöl, Ersatz dess. 61. 
Tetranitroi, Zuftammensetz. 164. 
Thermometer, blinde Th. 129. 
Thieröl, Eigenschaften 7. 
Thigenol, Eigenschaften 92. 
Thiokoll 174. 
Thiosinamin, zur Bestimm, von 

Eiwei68körpM*a l. 
Thymol , zur . Harnoonservir. 

117. 166. 
Thyreoglobulin, Wirkung 163. 
Timermann'sche Lohbäder 115. 
Tincturen, Behandlung mit 

Magnesia 134. 
Tinot. Blattarum Orient. 152. * 

— Lamii albi 152. 
Toxine, Entgiftung 15. 
Triohlorbutylalkohol, Darst. 109. 
Trichter nach Horton 46. 
Triferrin, Eigensch. und Wirk. 

152. 
Trinkgeschirre mit bleihaltigen 

Deckeln 60. 
Tropon, Darstellung 61. 

— mit Eisen, 'Anwendung 159. 
Trunksucht, Mittel gegen T. 43. 
Tubera Jalapae, Bestimm, des 

Harzgehaltes 103 bis 108. 
Tuberkelbacillen , FettsubHtanz 

128. 
Tuberkulose der Rindei, 

Pasteur'sche Schutzimpfung 

98. 

— Behandl. mit Zimmtsäure 45. 
Tyrogen, Anwend. in Käsereien 

139. 

Urea pura, medicin. Anw. 152 
ürethan mit Chinin, Anw. 154. 

Tegetaline, Analyst 43. 



Vanillin. Darstellung 38. 

— Einwirk, von Benzaldehyd 
110. 

Wachs, Prüfung 178. 
Wallnüsse, geschwefelte 13. 
Wasser, Messung des elektr. 
Leitungs Vermögens 143*. 

— Deeinfeotion mit Natrium- 
bisulfat 162. 

— Bestimm, der Salpetersänre 
71. 

Wasserstofi^rozyd, Ersatz 8. 

— 30proc., Anwend. 164. 

— Einwirk, von KMn04 123. 
Wein, rationell gallisirt 13. 

— Abnahme der Säure 157. 

— Nachw. von Citronensäure 30. 

— Gehalt an Fuselöl 114 

— Trester- und TrockenweiiM 
13. 

— bulgarische Weine 1Ü7. 

— Beurth. der Eunstweine 13. 
Weingeist. Flüssigkeiten, Prof. 

auf Methylalkohol 25. 
Weissblech, Entzinnung 129. 
Weizenklober, Werthsohätz. 14. 
Westermann's Gesohäftsberioht 

84. 
Wiener Untersuohungsanstalt 

13. 
Wismutverbindungon^organ. 93. 
Wundbehandlung mit NaHGOs 

16. 
Wurst, ekelhaft zubereitete 41. 

— im Dunkeln leuchtende 41- 

Tohimbin, Wirkung 49. 

— Abstammung der Yohimbebe- 
rinde 165. 

Kellner's Beagenspapier 165. 
Zimmt, Yerfillsohungen 13. 
Zink, Bestimm, nach (}ohQ 69. 

— Trennung von Nickel 119. 
Zündhölzer ohne Kopf 61. 



Erneuerung der Bestellung. 

Der Postaufflage der heutigen Nummer liegt ein 
Post-Bestellzettel zur gefl. Benutzung bei. 

Auszug ans den beztLgliohen Bestimmungen der Post. 

Zur Emenerung von Zeitungsbestellungen , welche Ende dieses Monats abl&u fen 
bedarf es der Vorausbezahlung des Betrages. Auf den ununterbrochenen und voll 
ständigen Bezug der Zeitung kann nur gerechnet werden, wenn die Anmeldung recht- 
zeitig geschieht. 

Erfolgt die Besteliung ei*st nach Beginn der Bezugszeit, so werden bereits 
erschienene Nummern, soweit sie überhaupt noch zu beschaffen sind, nur auf 
ausdrückliches Verlangen nachgeliefert. Für das in diesem Falle nach dem 
Verlagsorte abzusendende postdienstliche Schreiben sind von dem Besteller der Zeitung 
an die Post 10 Pfennige zu zahlen. 

Verleger uud vcraiitwortlieber Leiter Dr. A. Solmelder in Oreedeo. 



m 



[oh erldAie hiennit, dAMi Ich trotz einer !Yon der Wauenzeiohen-Abtlieiliiiig 
des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin in erster Instanz am 21. November y. J. mündlich 
al^g^gebenen Entscheidung Baeli wie vor 4er alieinbereehtlgie laluiher de« 
W^ereaaelelieBe Creeila bin vnd daM leh un«AehfllcllUlek Jedes 
S^rleMlieh Terfelgen werden der es unternehmen sollte, in dieee miebe 
einzagraifsii. 

William Pearsoüi 

Hamburif. 



4. 4« 



dUieroolintscßurz. 

Eingetragenes Waarenseichen D. R. P. a. 
MäalUsches Quecksilber enthaltendes Oezaebe zur Behandlung der Lues. 

Empfohlen von Dr. A. Blasehko-Berlin 
,Yeigl. Berliner klinische Wochenschrift No. 46, 1899). 

No- I = Mk. 1,50. No. 2 = Mk. 2,50. No. 3 = Mk. 4,— 

mtt «O^/o Bakiitt. 
Bezag durch die bekannten Spedalitätengeechifte oder direkt von 

P. Beiersdorf A Co«, 

chemische Fabrik, HambarnT-ElmsbOUel. 



Verlag ifon Julius Springer in Berlin N» 






Soeben erschien: 



Die 



Preussische Apothekenbetriebsordnung 

und die 

Anweistmg fflr die amtliche Besichtigang der Apotheken« 

Vom 18. Febrnar 1902. 

Nebst erginzeoden Verordnongen und gerichtlichen Enticbeidungen. 



Preis: 50 Pf. 



Zu bezieben durch Jede Buchhandlung. 



u 



^ 



Cbigcnol „Ko(be 

ein Bflties lynthetiBeliw B«hirefelprttpftrat zu beztehen dnroh die OroMO-Droferien 

t*BISiaa^ fn BleebesUgnoBS ron Vi. '/» Vt und Vio Kilogramm. I^XSISl^ 
— • Alleinige Fabrikanten : =^^=^^==1 

F. Hoffmann- La Roche & Cie. g^SSL"« 

BASEL (Schweiz) und GREMZACH I 



P. R. Oebrattehsmiuter. 



Glas - puf "•*'^"**''''**"* 

mit It 

das Beste u 
für jeglic 



von PONCEl 

Fabrik 
ehem. phannac. SelSsse 

Berlin S. 0.. Käpnicker 



nirbofi 






D. R.- 



jeder Grosse durc 

ohne 

JJIq einfichQ Oobranoli 
inwendong dsicb JBdeiaann. 'WlasaoKhifÜlcjie Litei 
T. Hfs, Inst iLUoiT FreibniK-) tuiil Pmap. gnüi. Eini 
klook*, dMlBfidn 40 cbm Rssni. Dnnelictie Bntaltimg« 
p«t Port mnagafilhn. Ralalt nnr von 10 Down im 



Bei Berfieksichtigaog der Anzeigen 
„Fharmaceatisehe Gentralhallc 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

ZeitBehrift für wisseiucliaftliehe and geschAftllohe loteresBen 

der Phftrmaeie. 

GagrBndet 7on Dr. H. Hager 1859; fortgeführt von Dr. B. Oeissler. 

Hennsgegeben yon Dr. A. Sdueider. 



» f 



Inohäiit jedm Donneritag. — BeiujrspreiB Tierteljährlioli: dnroh Post oder 

BaeUiaDdel 2,50 ML, unter StreiflMUid S,— Mk., Ausland 8,60 Mk. Einsehie Nnrnmem dO Pf. 

Anieigen: die eiimial gespaltene Petit-Zeile 25 Pf., bei «ikiseren Anseigen oder Wieder- 

liofamgea Fkeuennissigimg. — GesehlllssteDe i Dresden (P.-A. 21), Schandaver Strasse 43. 

Ldtar tar SeHsekrlll: Dr. A. Sohneider, Dresden (P.-A. 21), Sohandaner Strasse 43.. 

An der Leitong betheiligt: Dr. P. SQss in Dresden-Blasewltx. 



^14. 



Dresden, 3. April 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLm. 

Jahrgang. 



inkalt: Ckeaie und Pbamaeie: Die HQchtlgen Sturen im Weine. — Neue Anneimittel. -> üeberfettete Leber- 
teaieife. — Znm Beinigen nnd Entwluan Ton Aether. — Das Jodipln Merck. — Ueber Crurin. ~ Du 
MMiqrftt Iferck. — Ein nauM Oxjdationtprodttcfe der Harnsäure. -- Eingexogenea IMphiheriehellB rnm. — Be- 
Idmmnng der Milduftnre Im MagenMft. — l>ie Belnigung Ton Gasen. — Verhalten «inea Gemischea von Borax, 
Vitriomblearbonnt, Waaser nnd Olycerin. — Die phjaikaliach-chemiaehe Untersuchung der Mineralwisaer. — Sala- 
«t%B Additioiisprodacte von Mineralalnren und Orthoehinonen. — Chinsafture in Verbinduns mit Orotropin, daa 
«f. Chinatropin. — Zur Kenntnlaa der aromatischen Gruppe der Elweiaamolekel. — Die Wirkung des AmipTrlna 

ßden ThiierkOrper. — Zur Beetimmniq; kleiner Mengen Schwefelwasseratotr in natfkrii<dion Wisa«ti. — Einwir- 
r Ton Nonnalachwefelaftnre auf WaaaeratoffliMroxTd. — Tranmatol. — NahrVB|(iiiütt6l-0hemie. ~ Phanna- 
nofle. — Bakterloloclioke MittheiliiiuieB. — Hygienische HittheUvngeB. — Tkerapeatitehe Mit- 

th^nngen. — YeneUedcBe MtmeUmgea. — BrlefweehseL 

Chemie und Pharmaeie. 



Die flüchtigen Sftaren im Weine. 

Wenn auch im Weine Ameisensäure, 
Battersänre, Baldriansänre, vielleicht 
auch noch höhere Fettsäuren, letztere 
wohl nur bei krankhaften Zuständen des 
Weines, thatsächlich vorkommen können, 
SD ist doch ihre Quantität so gering, 
ds8s sie ruhig unberäcksichtigt gelassen 
werden kann und bei der Bestimmung 
4er flächtigen Säuren blos auf die Essig- 
ttore, die fibrigens allein die Stichigkeit 
md in Folge dessen die Minderwerthig- 
keü eines Weines hervorruft, das Augen- 
öl zu richten ist. 

Schon Pasteur^) und Duclanx haben 
durch ihre grundlegenden Versuche den 
^zweifelhaften Beweis erbracht, dass 
jede alkoholische Oährung als Neben- 
iroduct die Bildung von Essigsäure mit 
sich bringt, und dass dieselbe, da sie 
ab ein Product der Zersetzung des Zellen- 
Itewebes aufzufassen ist, gerade dann 
tuftritt^ wenn der Zucker verschwunden 
te. Es ist auch daher eine bekannte 



') Annales de l'Eoole normale saperieure. 



Thatsache, dass der Wein, wenn er nach 
möglichst vollständiger Oährung von der 
Hefe getrennt wird, viel weniger flüchtige 
Säure bezw.Essigsäure aufweist, als wenn 
man ihn längere Zeit in Contact mit 
der Hefe lässt, weil es gerade letztere 
ist, die sozusagen durch Ausscheidung 
die Essigsäure bildet. 

Auch Kayser und Barber^ sind zu 
denselben Resultaten wie Pasteur und 
Ditclaux gelangt und haben in känst- 
lichen Mosten, je nachdem verschiedene 
Hefenarten zur Anwendung gelangten, 
flüchtige Säuren in wechselnden Mengen 
von 0,152 bis 1,B8 g im Liter nach- 
weisen können. 

Die Bildung von flüchtigen Säuren 
dürfte wohl aber auch ausser durch Hefe, 
femer durch Mikroorganismen, die fast 
immer im Weine mehr oder weniger 
vorhanden sind, begünstigt werden, da- 
her auch die Thatsache, auf die übrigens 
schon Ouyon^) seiner Zeit hingewiesen 

'-) Etudes 8ur las levares da vin. Bevno 
de yiticalture tome VIl, p. 441. 

' Revue de viticnlturo tomo VIT, p. 46. 



186 



hat, dass in möglichst bakterienfreien 
Weinen selten mehr als 0,20 g flüchtige 
Säuren im Liter nachgewiesen werden 
konnten, während in bakterienreichen 
Weinen Mengen von 0,60 g und sogar 
noch mehr nicht zu den Seltenheiten 
gehörten. 

Es ist vielleicht nicht ausgeschlossen, 
dass ebenso wie das (bei der Verwesung 
stickstofEhaltiger organischer Substanzen 
sich bildende) A^mmoniak durch niedere 
Organismen zu Salpetersäure oxydirt 
wird, ausser durch den Essigpilz, dessen 
Keime in der Luft immer mehr oder 
weniger vorhanden sind (und die sich 
dann im Weine weiter entwickeln, in- 
dem sie die Rolle eines Sauerstoffüber- 
trägers spielen), auch noch durch andere 
Organismen Alkohol zu Essigsäure 
oxydirt werden kann. 

Maurice Bemard, 



Neue Arzneimittel. 

Fergen ist eine von Leerbeck <& Holm 
hergestellte organische Eisenlösung ähnlich 
dem Albnminat. Es enthält nach Angabe 
der Fabrikanten weder freies Alkali, noch 
Säure nnd ist von steriler, haltbarer und 
stets gleicher Zusammensetzung. Zu be- 
beziehen durch Apotheker C. 0,H,Thedenius, 
Göteburg. Der Preis einer Originaiflasche 
von 500 g beträgt 2 Kronen. B. Tk, 

Gluton. Das Ph. C. 42 [1901], 803, 
bereits kurz erwähnte Gluton ist ein diätetisches 
Gelatinenährpräparat, welches bei 
Blutungen, Diabetes und fieberhaften Zu- 
ständen angezeigt ist. Es eignet sich zur 
Darreichung in Limonadenform als Gluton- 
Brause -Limonade und als Gluton -Brause- 
Limonade für Diabetiker. Hergestellt wuxl 
Gluton von der Actien - Gesellschaft für 
Anilinfabrikation zu Berlin 80. 36; die 
Gluton- Brause -Limonaden werden von der 
Lwco^'schen Apotheke zu Berlin NW. in 
den Handel gebracht. 

Nach Brat (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 23) wird 
Gluton aus Gelatine in der Weise gewonnen, 
dass dieselbe mehrere Stunden mit Säuren bei 
höherer Temperatur behandelt, dann neu- 
tralisirt und das dialysirte oder ßltrirte Pro- 
duct eingedampft wird. Das Gluton gelatmirt 
nicht mehr und 2,8 ccm einer Iproc. Lös- 



ung geben mit 8 ccm TOproo. Alkohols 
keine Fällung, ebenso auch nicht 3 ocm einer 
öproc. Lösung mit 5 Tropfen 3 pGt Platin 
enthaltender Platinchloridlösung. Stoffwechsel- 
und Ausnutzangsvenuche ergaben gute Ver- 
daulichkeit und vollkommene Auanutzung. 
Das Verhalten war gleich dem der andtfen 
Nährpräparate, so lange die verabrdcfat«! 
Mengen nicht die Grenzen der Ersatzmög- 
lichkeit von Nahrungseiweiss übersduitta, 
wobei schon durch kldnere Mengen Ghiton 
dieselbe Wirkung erreicht wurde, als durch 
Eiweissnährpräparate. Man vergl. auch FL 
G. 43 [1902], 108 und 166. —ke, 

Ichtammon. Unter diesem Namen bringt 
die Rrma F. ReickeU zu Breslau, Antonien- 
Strasse 22, ein Präparat in den Handd, 
welches durch sein Ausgangsmaterial , seil 
Herstellungsverfahren und seine Eigenachafteo 
dem Ichthyol (Ammonium sulfoicfathyolicum) 
gleichwerthig sein soll. 



üeberfettete Lebertliranseife 

empfiehlt Dr. i2oMen-Lippspringe bei Lungen- 
tuberkulose, da er dieselbe als werthyoli« 
Unterstützungsmittel bei der Behandlung de^ 
selben schätzen lernte (Ph. C. 40 [1899]» 
707). 

Besonders empfehlenswerth sind Präparate 
mit Jodeisen und 5 pCt. Jodkalium, ebenso 
auch mit Formalin. Die Seifen werden f«t 
geruchfrei und in Idcht von der Haut 
resorbirbarer Form in dem Dr. Strohmeyer 
sehen Laboratorium in Hannover hergesi 

Zum Reinigen und Entwässe 

von Aether 

wird nach einem Dr. H. Timpe in B 
patentirten Verfahren der Rohäther mit 3 
bis 50proc. Schwefelsäure bei gewöhnlieh 
Temperatur geschüttelt. Nach diesem Ver- 
fahren gelingt es, ohne Destillation und aus- 
schliesslich durch Schütteln des Rohlihen 
denselben vollkommen zu reinigen und io 
absoluten Aether überzuführen. 

Bei Anwendung einer 38proc. Schwefel- 
säure betrug die Ausbeute an absolntan 
Aether vom spec Gewicht 0,722 bei 15® C 
59 bis 60 pCt. des zu verarbeitenden Boh- 
äthers. Der in die Säure übergegangene 
Rest, welcher im Wesentlichen aus Alkohol 
und Aether besteht, wird abdestillirt und 



i 



187 



weiter natztar gemacht, während die Schwefel- 
siare auf's Neue asur Reinigang von Boh- 
idier dienen kann. Dr V. 



Das Jedipin Merok 

kt nach Ludbelli (Chem.-Ztg. 1 902, Rep. 24) 
ein Bicheres Mittel zur Beurtheilnng der 
Motilität des Magens^ da es nur im Darme 
gelullten wird. Bei der Spaltung desselben 
hat die Galle die grösste Bedeutung, in 
zweiter Linie der Pankreas- und der Darm- 
saft Speichel wirkt nicht auf das Mittel. 
Bei sechs Individuen mit normaler Verdau- 
ung trat die Jodreaction zwischen 25 Minu- 
ten und 1^/4 Stunden nach Verabreichung 
des Jodipins auf; das Verschwinden erfolgte 
zwisehen 24 und 50 Stunden. Kann man 
das Vorhandensein einer Magen- oder Leber- 
erkrankung ausBchliessen, so vermag die 
Jodipinprobe ein sicheres Ejiterium für die 
Diagnose einw Pankreaserkranknng abzu- 
geben. Nach Schuster ist die subcutane 
Einverldbung von lOproc Jedipin in zehn 
bis fflnfzehn Injectionen zu 1 g eine be- 
achtenswerthe Bereicherung bei der spect- 
fischen Behandlung der Eklampsie der Säug- 
linge. _- . -he. 

Ueber Crorin« 

Diesen Namen, abgeleitet von seiner ur- 
sprünglichen Anwendung zur Behandlung 
des Unterschenkelgeschwürs (ulcus cruris), 
fuhrt bekanntlich ein Mittel, welches seiner 
chemischen Zusammensetzung nach Chinolin- 
wismutrhodanat mit der Formel: 

(C9H7N . HSGN)2 Bi (SCN)8 

danteUt (Ph. 0. 41 [1900], 402). Nach 
Prof. E, Jacobi (Deutsche Med. Wochenschr. 
1901, 905) ist es ein Gonokokken tödten- 
des Adstringens. Das Präparat konunt mit 
Znsatz von 25 pCt Stärke, sowie auch ohne 
StiSrke in den Handel. Fflr Injectioniszwecke 
ist nur das stärkefreie Präparat zu ve^ 
wenden. Letzteres hat den Vorzug, nicht 
zn reizen, besitzt dabei kräftig gonokokken- 
födtende Wirikung, wirkt se<»retlons- 
beschräakend und kOrzt die Gonorrhöe- 
merklich ab. Es ist nothwendig, die In- 
jeetionsfiflasigkeit, welche vor dem Gebrauch 
btftig durdigesehüttelt werden muss, m 
vki^liiehst feinem Zustande herzustellen, was 
man durch Anreiben mit Gl jcerin und nach- 



heriges Ausfällen mit Wasser nach folgen- 
der Vorschrift erreicht: 

Crurini lg 

contere cum 

Aquae destillatae 

Glycerini aa 5 g 

adde paullatim 

Aquae destillatae q. s. ad 200 g 
Bei diesem Verfahren wird nach den 
Untersuchungen Edinger's das organische 
Doppelsalz dissocini unter Bildung von 
Ghinolinrhodanat, basischem Wismutrhodanat 
und freier Kliodanwasserstoffsäure. Auf 
diese Weise kann die Rhodangruppe, welche 
bekanntlich bactericide Eigenschaften besitzt, 
in Form der freien Rhodanwasserstoffsäure 
zur Wirkung kommen. Vg. 



Das Bromipin Merok 

schränkt nach Freiberg (Chem.-Ztg. 1902, 
Rep. 24) die epileptischen Anfälle mindestens 
an Zahl und Stärke ein, beruhigt bei nervOsen 
Erregungszuständen sicher und ruft bei 
BcrophulCsen und schwachen Individuen selbst 
bei anhaltendem Gebrauche weder Ausschlag, 
noch irgend welche anderen nachtheiligen 
Ersdieinungen hervor. ^he. 



Ein neues Oxydaüonsproduct 
der Harnsäure 

hat Scholtx (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 19) 
durch Einwirkung von Wasserstoffperoxyd 
auf neutrales hamsaures Natrium erhalten. 
Es ist eine Säure von der Zusammensetzung 
Cn Hn Nn On oud wahrscheinlich n = 4, da 
das Natriumsalz C4H3NaN404 existirt, wäh- 
rend aus dem Baryumsalze C4Ba2N404 her- 
vorgeht, dass alle Wasserstoffatome durch 
Metalle ersetzbar sind. In Rücksicht auf 
die Abstammung von der Harnsäure kann 
es kaum ein anderer Körper sein als Tetra- 
carbonimid : 

/ NH . C . CO . NH 

0< II I = 

^NH . C . NH . CO 
Harnsäure 



^^ NH . CO . NH^p^ 
^^^NH . CO . NH>^^ 



•~Äe. 



Eingezogenes Diphtheiieheilserum. 

Nach AnordDoog der Behördeo wird das 
Diphtherie-Heilseram No. 31 der obemischen 
Fabrik E. Merek za Darmstadt eiogezogen. 



188 



Bestimmung der Milchsäure im 

Magensaft 

A. VoumcLSOS ' A^e^ giebt in der Zeit- 
schrift für analytische Chemie 1902^ 172 
nachstehende zu empfehlende Methode zur 
qualitativen und quantitativen Bestimmung 
der Milchsäure im Magensaft an. Dieselbe 
beruht darauf, dass diese Säure bei Anwesen- 
heit von freiem Jod und etwas Aetzalkali 
Jodoform bildet, welches sofort nach seiner 
Bildung mit Methylamin eine Isonitrilverbin- 
dung bildet; deren Geruch die geringsten 
Spuren der Milchsäure nachweist. Das be- 
nutzte Reagens ist folgendermaassen zusam- 
mengesetzt: 

Jod 1,0 

Kaliumjodid 0,5 

Methylamin 5,0 

Destillirtes Wasser . . . 50,0 

Die qualitative Prüfung selbst wird 
folgendermaassen angestellt: 5 ccm des zu 
untersuchenden Magensaftes werden fiitrirt 
und, wenn das Fiitnit schleimig ist, mit dem 
gleichen Volumen destillirten Wassers ver- 
dünnt Diese Flüssigkeit wird dann in einer 
kleinen Glasröhre mit einer kleinen Menge 
lOproc. Kalilauge bis zur stark alkalischen 
Reaction versetzt Die Mischung wird einige 
Minuten gekocht und mit 1 bis 2 ccm des 
oben angegebenen Reagens versetzt Spuren 
von Milchsäure bis zu 0,005 pCt können 
durch den widerlichen Isonitrilgemch deut- 
lich nachgewiesen werden. Liegt ein Magen- 
saft vor, welcher noch geringere Spuren ent- 
hält, so ist derselbe mit Aether zu extrahiren 
und der Extractionsrückstand dann zu unter- 
suchen. Enthält derselbe femer flüchtige 
organische Säuren oder andere flüchtige 
Stoffe, wie Alkohol, Chloroform, Aceton usw., 
so empfiehlt es sich, denselben zum dritten 
Theil einzudampfen. 

Die quantitative Bestimmung führt 
man folgendermaassen aus: 30 ccm des zu 
analysirenden Magensaftes werden auf ein 
Drittel des Volumens abgedampft, dann in 
einer Retorte mit 15 ccm emer wässerigen 
Kalilauge und 0,5 g Jod vermischt und das 
beim Erhitzen UeberdestiUu*ende durch einen 
Kühler (Wasser) condensirt Man destillirt 
zunächst bei niederer Temperatur, dann bei 
stärkerer, bis auf 105^ gesteigerter Hitze, 
bis Yio ^^ Volumens der Mischung über- 



gegangen sind. Alles Jodoform ist jetzt mit 
den Wasserdämpfen überdestiUirt Dasselbe 
kann nun gewicht»- oder maassanalytiflch 
bestimmt werden. Im ersteren Falle wird 
es auf einem gewogenen Filter gesammelt, 
dasselbe mit destillirtem Wasser ausgewaschen 
und bei 60^ G. getrocknet 0,1 g des ge- 
fundenen Jodoforms sind 0,0229 g MQdi- 
säure äquivalent Die maassanalytjsche Be- 
stimmung, welche noch vorzugehen ist, führt 
man in der Weise aus, dass man die von 
der oben genannten Destillation gesammelte 
Flüssigkeit mit 50 ccm Wasser verdünnt 
und die gleiche Menge einer lOproc alkohol- 
ischen Kalilauge hinzufügt. Die erhaltene 
Mischung wird in einem Becherglase bis zur 
vollkommenen Durchsichtigkeit umgerührt 
Die Jodmenge dieser Flüssigkeit wird in be- 
kannter Weise mit Yio* Normal -Silbernitrat- 
lösung bestimmt Vg. 



Reinigung von Oasen, 

die unter Anwendung flüchtiger Säuren dar- 
gestellt werden, ist bei Anwendung von 
Waschflaschen nie ganz vollständig. Eine 
auf diese Weise gereinigte, aus Marmor- und 
Salzsäure entwickelte Kohlensäure enthält 
stets Spuren von Chlorwasserstoff. Nadi 
Visser (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 17) gelingt 
die Reinigung leicht und vollständig, wenn 
man statt der Waschflaschen ein WattefOter 
verwendet, welches zum Theil mit einer ent- 
sprechenden Verbindung — hier mit Soda- 
lösung — imprägnirt ist Verfasser benutzt 
ein Olasrohr von 13 cm Länge und 26 mm 
Durchmesser, das eine 8 cm lange, mit kalt 
gesättigter Sodalösung getränkte und wieder 
getrocknete Watteschicht und eine Schicht 
reine Watte enthält Mit diesem Rohre stand 
eine zweite engere Glasröhre in Verbindnag, 
die mit ziemlich fest gepreester, angefeuchteter 
Glaswolle gefüllt war. Bei den Versuchen 
des Verfassers konnte, selbst nachdem 67 L 
Kohlensäure, entsprechend dem Vwbranche 
von 1 L Salzsäure, durch das Absorptions- 
rohr hindurchgegangen waren, beim Ans- 
wasdien der Glaswolle keine ChlorreaetiiHi 
erhalten werden, während beim Ersatz dtf 
Wattefilters durch Waschflaschen, die mit 
Wasser und NatriumbicarbonatlÖBung gefüllt 
waren, in der Glaswolle bereits nach viel 
geringerem Gebrauche deutliche GbloneadioB 
erhalten wurde. ^ht. 



189 



Verhalten eines Gtemisches 

Ton Borax, Natrinmbioarbonat, 

Waseer und Olyoerin. 

Reibt man Borax und Natrinmbioarbonat 
mit Wasser an, fflgt das Glyoerin hinzu 
und stopft die Flaaehe in, so wird naeh 
einiger Zeit der Stopfen in die Höhe 
getrieben, indem sich Kohlensäureanhydrid 
entwickelt Fflgt man der Mischung von 
NAtriumbiearbonat, Wasser und Glyoerin 
den Borax in klemen Mengen zu, so ertiält 
man unter Kohlensäureentwickelung eine 
vOffig klare LOsnng. 

Diese Beobachtung, welche wir J. Dauphin 
(AnnaL de Pharm. 1900) verdanken, wirft 
ein interessantes licht auf das V^alten 
der Borsäure in wässeriger und glyoerin- 
haltiger LOsung. In Wasser gelOst ist 
Bonäure eine schwache Säure und ohne 
Einwirtcung auf Lakmuspapier. 

Das Natriumbibomt Na^B^O? ist ein Salz, 
dessen Säure nidit vollständig gesättigt ist; 
in einer LOeung nun, welche 30 pCt. 
Qlyeerin enthält, wirkt die freigewordene 
B<H«äure, wie eine stalle Säure, d. h. sie 
entwickelt naidi der Formel: 

lONaHCOg + Na2B407 = 
4Na9B03 + lOCOj -f SHgO. 

ans dem Natriumbicarbonat Kohlensäure- 
anhydrid. Eme ähnliche Beobachtung 
wnrde bereits frtther schon gemacht; vergl. 
Ph. C.86 [1895], 603. P. 

Die phyaikalisch-chemisohe 
üntersnchnng der Mineralwftsaer 

ist nach Jüttner (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 21) 
nidit, wie Koppe meint, eine wesentlich 
Nenes zu Tage f5rdemde Ergänzung oder 
eme werthvoUe Controle, da die Gefrierpunkts- 
bestimmung mit Fehlem behaftet ist, denen 
ni Folge die Berechnung der Molecularzahl bei 
sehwäeheren Brunnen nicht genauer wird, 
als die aus der chemischen Analyse unter 
Annahme völliger Dissociation der starken 
Elektrolyte gewonnene, und auch die Er- 
nütteiung der Leitfähigkeit fflr bereits 
analysirte Wässer von keiner grossen Be- 
dentung ist Wohl aber ist sie bei fehlen- 
der Analyse geeignet, die moleculare und ionale 
Stiike annähernd finden zu lassen, ^ke. 



Salaarüge Additionsprodacte 
von MineralBauren und Ortho- 

ohinonen 

hat Kehnnann (Chem.-Ztg. 1902, 107) er- 
halten. I%enanthrenchinon liefert ein pracht- 
volles, lange, rothe Nadeln bildendes Nitrat 
0|4Hg02 -|- HNO3 und Ohrysochinon ein 
blaues, zweisäuriges und ein chocoladen- 
farbenes, einsäuriges Sulfat Diese Verbind- 
ungen bieten insofern ein besonderes Inter 
esse, als die Orthochlnone die IVototype ve^ 
schledener Farbstofiklassen sind. ^he. 



Chinasäure in Verbindung mit 
Urotropin, das sog. Chinatropin, 

vermindert nach Angaben von Weiss (Deutsche 
Med. Wochenschr. 1900, 15) die Harnsäure- 
ausscheidung bedeutend, während die normaler 
Weise nur in Spuren ausgeschiedene Hippur- 
säure wesentlich vermehrt wird. (Vergleiche 
auch Ph. G. 48 [1901], 431.) Vg. 

Zur Kenntniss der aromatischen 
Oruppe der Eiweissmolekel 

theilt Duceeschi (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 23) 
mit, dass er bei der Behandlung der durch 
Zerkochen von Eiweiss aus Eiern, Blut, Hom- 
subetanz mit Salzsäure erhaltenen Amino- 
säuren mit salpetriger Säure und bei nach- 
folgender Reduetion Zimmt- und Fumarsäure 
erhalten hat Aus Tyrosm bildet sich 
Zimmtsäure nicht, wahrscheinlich aber Phenyl- 
alanin, ein im Pflanzenreiche weit verbreiteter 
Eiweissbestandtheil. -he. 

Die Wirkung des Anttpyrins 
auf den Thierkörper 

äussert sich nach Ssufktlotrski (Chem.-Ztg. 
1902, Rep. 23) darin, dass der Stickstoff- 
wechsel und die Menge des Harnstoffes deut- 
lich erhöht ist. Die Menge des ausgeschie- 
denen Harnes ist bedeutend grösser. Bei 
Infectionen mit Staphylokokken und wahr- 
scheinlich auch mit anderen Fieber hervor- 
rufenden Krankheiten kann Antipyrin patho- 
logische Veränderungen der Leber und be- 
sonders der Nieren hervorrufen. Bei erhöhter 
I Temperatur zeigt es deutlich toxische Eigen- 
schaften, -hp. 



190 



Zur Bestimmung kleiner 

Mengen Schwefelwasserstoff in 

natürlichen Wässern 

benutzt Wifikler (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 21) 
eine alkalische BleisalzlöBung, die in 100 ccm 
25 g Seignettesalz, 5 g Natriumhydroxyd 
und 1 g Bleiacetat enthält. Als Yergldchs- 
löBung dient eine Lösung von sulfarsenig- 
saurem Ammonium, die man durch Lösen 
von 0,0367 g reinen, trockenen Arsentrisulfids 
in einigen Tropfen Ammoniak und Auffüllen ' 
auf 100 ccm erhält. 1 ccm dieser Lösung | 
= 0,1 ccm Schwefelwasserstoff. Zur Be- 
stimmung werden 100 ccm des zu prüfen- 
den Wassers zu 5 ccm der Bleilösung ge- 
geben und in einem zweiten Gefässe die 
Mischung von 5 ccm des Bleüreagens und 
100 ccm destillirtem Wasser mit so viel 
Ammoniumsulfoarsenitlösung versetzt, bis die 
Färbung beider Flüssigkeiten gleich ist Aus 
dem Verbrauch an Arsenitlösung erhält man 
den Schwefelwasserstoffgehalt. Bei Wässern, 
die über 1,5 ccm Schwefelwasserstoff in' 
1 L enthalten, ist die Reaction zu stark, 
bei solchen, die weniger als 0,2 ccm im 
Liter enthalten, muss man Y2 bis 1 L in 
Arbeit nehmen wegen der schwachen Färb- 
ung. — Ä€. 



Dass bei der Einwirkung 

von Normalschwefelsäure auf 

Wasserstofl^eroxyd 

im Gegensatz zur Annahme Armstrongs 
keine Perschwefelsäure entsteht, hat Bach 
(Chem.-Ztg. 1902, 107) dadurch nachge- 
wiesen, dass er Lösungen von Wasserstoff- 
peroxyd in Normalschwefelsäure und Normtl- 
essigsäure titrirte, wobei in beiden Fällen 
gleiche Permanganatmengen verbraucht und 
gleiche Sauerstoffmengen entwickelt wiirden. 
Es bildet sieb also bei der Einwirkung von 
Normalschwefelsäure keine Verbindung, welche 
auf Permanganat ohne Einfluss ist, wie Per- 
schwefelsäure. Dasselbe Resultat wurde er- 
halten, wenn säurefreie Wasserstoffperoxyd- 
lösung zu angesäuerter Permanganatiöeung 
zugesetzt und der entweichende Sauerstoff 
aufgefangen wurde. ^he. 

Traumatol 

empfiehlt Kaminsky (Chem.-Ztg. 1902, Kep. 
24) als bestes Mittel zur Heilung der Tuber- 
kulose, da es selbst in hohen Gaben nicht 
giftig ist und die Verdauungsorgane nicht 
angegriffen werden, sogar rasch in bessere 
Function treten. Die mit Traumatol be- 
reiteten Pillen des Verfassers sind völlig ge- 
schmacklos. — he. 



Mahrungsmi 

Formaldehydnachweis in 
Lebensmitteln. 

Dr. C. Arnold und C. Mentxel geben 
in der Chemiker- Zeitung 1902, 246 eine 
äusserst empißndliche Reaction zum Nach- 
weis des Formaldehyds in Lebensmitteln an; 
dieselbe gelingt nodi in einer 25000fachen 
Verdünnung und kann direct in Milch, Bier, 
Fleisch und Fetten vorgenommen werden. 

Man löst in 3 bis 5 ccm der zu prüfen- 
den kalten Flüssigkeit ein erbsengrosses Stück- 
chen salzsaures Phenylhydrazin, setzt 2 bis 
4 Tropfen (nicht mehr) einer frischen oder 
alten 5- bis lOproc. Natriumnitroprussidlös- 
ung und hierauf tropfenweise eine 10- bis 
15proc. Alkalihydroxydlösung (8 bis 12 
Tropfen) hinzu, worauf sofort eine je nach 
der^MengeJdee^Formaldehyds blaue bis blau- 
graue, längere Zeit beständige Färbung 
entsteht. 

Die Empfindlichkeit der Reaction kann 



ttel-Chemie. 

noch erhöht werden, wenn das Nitropmasid- 
natrium durch Ferricyankalium ersetzt wird. 
In alkoholischen Lösungen entsteht mdes die 
scharlachrothe f^bung erst dann, wenn so 
viel Wasser zum Alkohol gesetzt whrd^ dasB 
das Ferricyankalium in der wässerigen alko- 
holischen Lösung gelöst bleibt Für den 
Nachweis von Formaldehyd in Milch und 
Fleisch ist indes die Reaction mit Nitro- 
prussidnatrium au empfehlen. Vg, 



Butteröl. 

F. Utx berichtet in der Zeitschrift für 
öffentliche Chemie 1902, 148 über ein Fett, 
welches zu Backzwecken unter dem Namen 
Butteröl angeboten wurde. Dasselbe war 
von dickflüssiger Consistenz^ ungefähr wie 
erstarrtes Olivenöl. Bei gewöhnlicher Tem- 
peratur war kein charakteristischer Oemch 
oder Geschmack wahrnehmbar. Die chemische 
Analyse ergab, dass das „Butteröl" lediglich 



191 



I 



Ins BtnmwolkMunenOl bestand. Ansdieinend 
werden jetzt eme grtaere Anzahl Oele bezw. 
GenuBdie derselben unter Namen, welche 
beim Publikum eine T&a«ebnng herYorznrafen 
geeignet abd, importirty wie z. B. Nnt-Bntter 
(?ergl. Ph. C. 42 (1901], 274), Vg, 

Bei seinen Untersnchongen über 

die Unterscheidung natürlicher 

von künstlichen Fruchtsäften 

hat Lohmann (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 22) 
gefonden, dass durch die vom Deutschen 
Arzneibuch IV vorgeschriebene Vergähmng 
der Kirschen und Hhnbeeren die gesammte 
Menge der Peetinstoffe ebensowenig ausge- 
fiUt wird, wie durch den in grossen Frucht- 
saftpressereien üblichen Zusatz von 15 pCt 
Weingeist Versetzt man in einem calibrirten 
Rohre 10 ccm Saft mit 40 ccm Weingeist, 
80 werden die vorhandenen Peetinstoffe aus- 
geschieden und ihre Menge kann bestimmt 
werden. Verfasser kommt zu folgenden 
Resultaten: 1. Das Ausfällen der Peetinstoffe 
ist eine brauchbare Vorprüfung, um festzu 
stellen^ ob ein natürlicher oder ein künst 
lidier Fruchtsaft, oder aber ein Gemisch 
beider vorliegt. 2. um ein sicheres ürtheil 
ftber den Orad der Verfftlschnng zu be- 
kommen, ist eine ausführliche Analyse: Oe- 
ummtaSure, zuckerfreies Extract, Asche und 
Alkalität derselben erforderlich. 3. Die vom 
Deutschen Arzneibuch IV angegebene Methode 
der Prfifung auf künstliche Fflrbung durch 
Ausschütteln mit Amylalkohol ist zur Er- 
mittelung der zur Zeit verwendeten Farb- 
stoffe unbrauchbar. —he. 

Ein gemischtes Olycerid im 
Olivenöle 

haben BoUe und Stange (MittheUungen 
a. d. Kdnigi. techn. Versnehsanst. 1901, 110) 
nachgewiesen und niher untersucht Sie 
schieden aus dem Olivenöle die festen 
Glyeeride durch Abkühlung der ätherischen 
LOsnng des Oeles auf — 40 bis — 45^ C. 
in emem Bade von Alkohol und fester 
Kohlensäure ab. Bei stetem Durchrühren 
sehieden sie sich als krystallinische weisse 
Niederschläge ab, die noch mehrfach auf- 
gelöst und wieder gefiUlt wurden. Schliess- 
fiflfa wurden sie von den letzten Spuren 
flMger Glyeeride durch wiederholtes Um- 



krystallifliren aus Alkohol-Aether bei Zimmer- 
temperatur befreit Auf diese Weise wurden 
bei vier reinen Olivenölen aus 400 bis 700 g 
Oel 5 bis 10 g reiner, fester Glyeeride 
gewonnen. Sie bildeten eine weisse 
porzellanartig aussehende Masse, die bei 
Berührung mit der Hand sofort schmolz. 
Der Schmelzpunkt lag 1^ ober- oder unter- 
halb 30^ C., je nachdem er bei der 
krystallisirten oder umgeschmolzenen Substanz 
bestimmt wurde. Beim Erhitzen des 
Glyceridee auf 55 <^ C. zeigte sich kein 
erneutes Erstarren. Aus verdünntem Alkohol 
krystallisirte es in fächerförmig angeordneten 
weichen Nadeln. Die Gonstanten des 
Glyceridee waren 

Spec Gewicht 0,980 +15« C. 

Verseif ungszahl 196. 

Jodzahl 30. 

Schmelzpunkt 29 bis 31 o G. 

Gesammtfettsäure 95,82 pOt 

Glycerinrest C3H5 3,65 „ 

Die Gonstanten der Fettsäuren waren 

feste Säuren flüssige Säuren 

des Glycerides des Glycerides 
VeiBeifungszahi 211 199 

Molekulargewicht 265,4 282 

Jodzahl 90 bis 91 

Schmelzpunkt 52 bis 53 flüssig 

54 bis 56 
54 bis 57 
59 bis 61 
Das Mengenveriiältniss von fester und flüssiger 
Säure wurde zu 2,2 : 1 und das Molecular- 
gewidit des Säuregemisches zu 273 ermittelt 
Diese gefundenen Werthe stimmen auf 
ein festes gemischtes Glycerid von der 
Formel C8H5(Ci7Hs302)8CigH3802 oder 

yGi8H8602 

Q3H5— O16H81O2 

CigH8302 

Zur Klarlegung, welche dieser beiden 
Formeln der Wahriieit entspricht^ wurden 
die festen Säuren des Glycerides von Holde 
weiter untersucht durch fractionirte Fällung 
mit Magnesiumacetat nach Heintx, Be- 
stimmung der Schmelzpunkte und Molekular- 
gewichte und durch entsprechende Vergleiche 
mit einem moleoularen Gemische von Stearin- 
und Palmitinsäure. Dabei ergab sich ein 
grosser Unterschied in dem Verhalten der 
Fractionen der natürlichen Fettsäuren und 
der Fractionen des Säuregemisches, sodass 
mit ziemlicher Sicherheit die erste Formel 
als die richtige angesehen werden kann. 



192 



Eb ist also ein gemischtes Glyeerid der 
Oelsätire und einer Sänre mit nnpaarer 
Anzahl von Eohlenstoffatomen; von denen 
man bisher annahm, dass sie in der Natnr 
nicht vorkämen. Es sind nun ihre Be- 
ziehungen znr Gdrard'Bdien Daturinsäure 
(Schmelzpunkt 54,5 ^ C.) und der Krafft- 
schen Margarinsäure (Schmelzpunkt 59,5 ^ 0.) 
aufzuklären. ^he. 

Fettbestimmuiig in Mehlen und 

Broten. 

Erfahrungsgemäss erhält man zu niedrige 
Werthe in der Fettbestimmung, wenn man 
Mehle oder zerriebenes, getrocknetes Brot 
direct mit Aether, Petroläther oder Tetra- 
chlorkohlenstoff extrahirt. J. C. Berntrop 
giebt nun in der Zeitschrift für angewandte 
Chemie 1902, 121 ein empfehlenswerthes 
Verfahren zur Fettbestimmung in Broten 
und Mehlen an unter gleichzeitiger Beant- 
wortung der Frage, ob Brot mit Milch, mit 
Wasser oder unter Hinzufügung eines anderen 
Fettes als Milchfett gebacken worden ist. 

Die Methode gestaltet sich folgendermaassen : 
150 g frischen Brotes werden mit 500 ccm 
Wasser und 100 ccm starker Salzsäure in 
einem Kolben während zwei Stunden auf 
freiem Feuer am Rttckflusskühler gekocht. 
Die hierbei entstehende braune Flüssigkeit, 
welche nur Cellulose und Fett als unlösliche 
Stoffe enthält, wird auf gewöhnliche Tem- 
peratur abgekühlt und durch ein benetztes 
entfettetes Saugfiiter filtrirt. Der Rückstand 
wird mit kaltem Wasser bis zum Schwinden 
der sauren Reaction ausgewaschen, worauf 
derselbe während einer Stunde bei 100 bis 
110^ getrocknet wird. Die leicht vom 
Papier zu entfernende Substanz wird hier- 
auf mit ausgeglühtem Sand zu Pulver ver- 
rieben und letzteres mit dem zu Stücken 
zerschnittenen Filter in bekannter Weise ver- 
mittelst einer Extractionshülse nach Schleicher 



dk SchiÜl mittelst Petroläther, Aether od« 
Tetrachlorkohlenstoff extrahirt 

Da nach der beediriebenen Methode reMh 
liehe Fettmengen mittelst einer einngoi 
Extraction erhalten werden können, so kiui 
man dieselben leicht in bekannter Weiw 
weiter prüfen, besonders kann mittelst der 
Reichert" MeissFddkea Zahl festgetteUt wo^ 
den, ob das Mehl zur Brotberdtong nut 
Milch (Voll-, eventuell auch Magermilch) an- 
geteigt war oder ob dasselbe Mai^rinezottts 
und dergleichen enthält. Vg. 



Bedeutung der Fentosane f&r 



den menschliclien Organismiu« 

Ueber die Ausnützung der Pentosane int 
menschlichen Körper, jener neuen Stoflf 
gruppe, worunter Substanzen zu versteh 
sind, welche Furfurol liefern (sogenanm 
„Furfuroide'O und deren Kenntniss und 
stimmungsweise den vorzüglichen Arböt 
von B. Tollens zu verdanken ist, hal 
J. König und Fr. Reinhardt (Zdtscbr. 
Unters, d. Nähr.- u. Genussm. 1902, 1 
an zwei Versuchspersonen interessante V 
suche angestellt. Dieselben erhielten nel 
genügend protein- und fettreicher Nahrun 
als pflanzliche Grundnahrung sechs versdiii 
dene pflanzliche pentosanhaltige Nahrani 
mittel, und zwar eingemachte grüne Büd) 
erbsen, reife Erbsen, Rothkohl, eingemaeh 
Salatbohnen, Soldatenbrot und Grahambiol 
je einer Versuchsreihe entsprechend. Dii 
Versuche ergaben, dass die Pentosane d 
Nahrungsmittel beim Menschen nicht nur i 
hohem Grade zur Ausnutzung, sondern an 
zur Verwerthung gelangen. Dass die ai 
genutzten Pentosane im Körper verwertb 
sem mussten, folgte unter Anderem au 
daraus, dass der Harn der Versu 
nur geringe Mengen furfaroUiefemde So! 
stanzen enthielt. V§ 



Pharmakognosie. 

Anreicherung des ESisenS im Ei I ^^^ im Ei angereichert wird, beantworte! 

und dieBbezügUche Pütterungs- \ ^'' Hoffmann {Zä\^x. f. aiml. Cheoitj 

versuche mit anderen ^^^^' ^^^^ ^^^' ^^ ^^ Eisengehahi 

versucne mii anaeren ^^^^^^ durchschnittlich 1,8 mg im Ei ohn^i 

MetallgalBen. schale beträgt, dadurch zwar etwas, aberj 

Die Frage, ob durch Verfütterung von doch nur sehr unwesentlich erhöht werte 
leieht resorbirbaren Eiaenpräparaten das, kann (vergl. Ph. C. 43 [1901J, 568). Wi$ 



193 



die mikroakopitohe üntenuehiing der sum 
BeittiMk führenden LymphdrOeen bewieeen, 
warai nfolge der Fflttening mit Himogallol 
md FeRohimol dieselben mit Eiaen überf flllt 
Dt fibear vom Ei nieht mehr Eisen anf- 
genommen wird, so moas die Natur Vor- 
kehnmgen besitsen, das ttbersehflssig dem 
Eientock ragefOhrte Eisen nioht in's Ei 
gelangen an lassen. 

Beim Yerfflttem von Kupferprftparaten 
dnreh GnprohAmol ging kein Kupfer in 's 
EL Dasselbe wird, da es normal nioht 
mm Ei gehört, aueh von dem Organismus 
nieht reaorbirt und ausgesehieden, wfthrend 
das Eisen ein normaler Bestandtheil des 
ESes ist und in demselben sogar etwas 
angoreiflhert werden kann. 

Bei einer toxischen Arsenvergiftung fanden 
odi Spuren tou Arsen im ES, bei einer 
Queeksilbervergifknng dagegen fand sieh 
letiteres nieht in dem Ei vor. Vg, 



Die Kliinge'sohe Reaotton des 
Barbaloins 

mit KupfenuUat und Natriurochlorid eine 
kirsdirotfae Färbung zu geben, kommt nach 
Uger (Oiem^-Ztg. 1900, 626) nicht dem 
Bsrbaloin (Ph. C. il [1900], B3, 216), 
londem dem von diesem sehr hartnäckig 
festgehaltenen Isobarbalom zu. Femer soll 
die Oap-Alo6 em dem Barbaloin aus der 
Barbados-Alo€ identisches Aloin enthalten, 
tnsserdem aber noeh ein von den bisher 
bekannten verschiedenes AloIn. 



Da8 fette Oel Ton Semen 
Cooeoguidii, 

dem Samen von Daphne Ouidium, Merzere- 
um und anderen Arten, das zu 36 bis 37 pCt 
darin enthalten ist, ist nach Peters (Ghem.- 
Ztg. 1902, Rq>. 33) grünlich gelb, an der 
Luft verhsjrzend und hat das spee. Gewicht 
0,9237 bei -f 1 5<> G. Die Verseifungazahl ist 
916 bis 197, die Jodzahl 125,9 bis 126,3. 
Von festen Fettsäuren shid nur Palmitm- und 
Stearinsäure, von flfissiger Oelsäure, Unol- 
säure, Linolensäure und IsoHnolensäure als 
Olyoeride enthalten. — Ae. 

Ueber MandelöL 

Das im Handel befmdliehe Mandelöl wird 
nach Allen und Brewis (Britiah Pharma- 
ceutical Conference nach Pharm. Ztg. 1900, 
728) meist aus bitteren Mandebi gewonnen. 
Der Oelgehalt wird in der Literatur meist 
zu hoch angegeben und flbersteigt 45 pCt 
in süssen und 38 pCt in bitteren Mandeb 
nicht Je nach der Herkunft sind die Oele 
verschieden, jedoch sind die Unterschiede 
in den Farbenreactionen gering. Verfilsch- 
ungen sollen selten seb, häufiger Substitution 
durch Pfirsich- oder Aprikoeenkemöl, welch' 
letztere wiederum gern verschiedentUdi ver- 
fälscht werden. Unter sieben untersuchten 
Mustern von Pfirsichkemöi erwies sich nur 
ein einziges unverfälscht. Ueber Prfifung 
von MandeU^l vergleiche Ph. C. 41 [1900], 
657. P. 



Baktoriologisohe Mittheiluiigeii. 



Unteracheldung der Typhus- 



von der Ooligruppe. 

Ebe Trennung der Typhusbacillen von 
der Ooligruppe haben V, Drigalski und 
H. Conradi (Ztschr. f. Hyg. u. Infeetions- 
kraakh. 1902, 283) im Koch'ubea Institut 
in Berfin in einer vorzüglichen Weise auf 
Gnmd des verschiedenen Gährvermdgens 
dieser Gruppen durchgeführt. Von den 
Zsckerarten eignete sich hierzu am besten 
der Milchsaeker. Die Voisehrift zu dem 
Veifshren selbst, besonders die Anfertigung 
deslIilchzDcker-LadEmusagarB, erfordert pein- 
Hehe Sorgfalt und ist nicht ganz einfach. 
Wir empfehlen daher, das Original bezüglich 



der Einzelheiten durchzulesen. Bei der An- 
fertigung der Lackmustinctur, welche nach 
der Vorschrift von Kuhel- Tiernann erfolgen 
soll, hätten wir nähere Angaben über Stärke 
derselben u. s. w. gewflnsdit. Was das 
Verfahren nun selbst betrifft, so besteht das 
Qiarakteristische des Wachsthums der Coli- 
baeillen gegenüber dem der Typhusbacillen 
auf dem Milchzucker -Lackmusagar darin, 
dasB der GolibacUlus durch Zersetzung des 
Mildizuckers Säure bildet, durch Aufnahme 
des Laekmusfarbstoffes sich dabei rotfa ftrbt, 
während der TjrphusbacUlus die Proteln- 
snbstanzen für sich sofort verbraucht und 
sich wegen der dabei entstehenden basisdien 
Produete blau färbt Die Anlage von Ober- 



^ 



194 



flächencolonien ist aus dem Grunde noth- 
wendig, weil der Stoffwechsel genannter 
Bakterien nur bei ungehindertem Luftzutritt 
erfolgt. Es ist daher sehr zweckmässig, 
dass die Verfasser in dem Erystallviolett B 
Höchst ein Mittel gefunden haben, welches 
als Zusatz zum Nährboden das Aufkommen 
einer Menge saprophjtischer Keime hintan- 
h&lt, ohne den Typhusbacillus zu schädigen. 
Die endgiitige Bestimmung der Bacillen er- 
folgt durch Agglutmation. Vg. 



Biologisoher Arsennaohweis im 

Harn. 

Abel und Buttenberg empfehlen zum 
biologisdien Arsennachweis (mit Penicillium 
brevicaule, vergl. Ph. C. 41 [1900], 38. 276. 
282) den Harn unverdflnnt zu gebrauchen, 
Scholtx dagegen empfiehlt, den Hamgeruch 
vorher mit Thierkohle zu entfernen. Ist 
sehr wenig Arsenik vorhanden, so empfehlen 
Pirof . Dr. OaUi- Valerio und Dr. Strxyxowski 
(Pharm. Post 1900, 650), den Harn mit 
etwas Soda und Salpeter einzuäschern ; wird 
mehr Soda genommen, so muss mit Wein- 
säure neutralisirt werden. Vg, 

Bau de Javelle 
als Desinfectonsmittel 

empfiehlt m 30facher Verdünnung Bexafi^on 
(Chem.-Ztg. 1902, Rep. 24), da es innerhalb 
drei Stunden die verschiedenen Infections- 
erreger, besonders den Tuberkelbacillus, in 
der Wäsche vernichtet Nur einige Sporen- 
bfldner des Erdbodens erfordern stärkere 
Lösung und längere Einwii^ungsdauer. (Der 
praktischen allgemeinen Anwendung dürfte 
die starke Schädigung der Wäsche entgegen- 
stehen. Der Referent) -^he. 



virulenter als solche aus anderen Organen 
und Blut Junge Ratten sind empfindficher 
als ausgewachsene und eignen sich daher 
sehr dazu, die Virulenz des BaciUns zu er- 
höhen, auch ist die Rattenspecies (Rasse) 
im Stande, einen gewissen Einfluss auf den 
Virulenzgrad auszuüben. Bei einer Massen- 
Vertilgung ist es daher ratbsam, mittelst 
Vorversuchen an einigen Exemplaren der 
localen Rattenbevölkerung eine für die be- 
treffende Rasse besonders passende, d. b. 
vhnlente Cultur herznstellen. Wegen der 
starken Säurebildung des Bacillus legt man 
zweckmässig Gulturen in stark alkalisofaem 
Agar an, und bei der Aufschwemmung der- 
selben benutzt man statt der gebräudilichen 
Kochsalzlösung Sodalösung. Vg, 



Eine Naohprüflimg der Deyoke- 
sohen Nährböden 

ergab nach Bosse (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 25), 
dass auf den durdi vorangehende ktlnstlidie 
Verdauung der Eiweisskörper dargeeteUten 
Nährböden gewisse pathogene IGkroorganis- 
men durch Entwickelungshemmung der be- 
gleitenden Mikroben besser oder wenigstene 
deutiicber kenntlich sich entwickeln. Für 
Diphtheriebacillen ist ein durch sechsstündige 
TiTpsinverdauung gewonnener Nährboden 
ganz vorzüglich und erlaubt ein trefflicfaes 
Anreicherungsverfahren. — A«. 



Battenvertiigiing mittelst des 
DauyszbaoilluB. 

Dr. Bronstein veröffentiioht m der 
Deutschen Medidnischen Wochenschrift 1901, 
577 seine Versuche, welche er mit dem 
DauysxhsufäXiuB bezüglich seiner Virulenz 
für Ratten angestellt hat (vergl. Fh. C. 42 
[1901], 115. 355) und kommt zu dem Er- 
gebnisB, dass derselbe durchaus pathogen für 
Ratten ist und mit Erfolg zur Rattenvertilg- 
ung verwendet werden kann. Aus Milzsaft 
gewonnene Gulturen erwiesen sich bedeutend 



Zur Färbung von Tuberkel- 

baoillen 

empfiehlt Lafforque (Monatshefte f. prakt 
Dermatologie 1900, 260) bei der ZiM- 
Nicolle'%(iieii Flb'bemethode^ um zu gründ- 
liche Entfärbungen zu veilifiten; lOproc 
Lösungen von Weinstein- oder Citronensänre, 
weldie langsamer wu-ken und die Operation 
leichter verfolgbar machen, üeber Oibbs' 
Färbeflüssigkeit vergleiche man Ph. C. 38 
[1897], 568. -Ad. 



Oflieieller Stundenplan für die Stndireniei 
der Pharmaeie in Bostoek. 

Derselbe umfasst drei Semester in zwei SensD, 
je nachdem ob das Stadium im Sommer- oder 
Wintersemester begonnen wird. Vertreten aind 
u. A. auch Oeschichte der Medicin und Pharmacie. 
praktische und gerichtliche Toxikologie. 



195 



Hygienisehe 

SchadUobkeit der BUtzUoht- 
Patronen. 

Das Abbrennen von MagneBium (Draht 
oder Spfthnen) zur Bdenehtong beim Photo- 
graphiren ist, obwohl sich em Nebel von 
Magnedumoxyd bildet^ nnschAdlich. Die 
Blitzliditpatronen aber, die ans einem Oe- 
misch von Magneeinmpalver und Kalinm- 
ehlorat bestehen, sind dagegen in ver- 
schiedener Hinsicht gefährlich; einmal kann 
schon bei der Bereitung durch unvorsichtige 
B^iandlung eine Entzündung eintreten, dann 
sind schon wiederholt beim Abbrennen solcher 
Gemiscfae gefährliche Verbrennungen von 
Gesicht und Händen vorgekommen, weil die 
Explosion eben eine ganz energische ist 
^e dritte Gefährlichkdt erwähnt Dr. Gräfe 
in der Deutsdien Medidnischen Wochen- 
schrift. In einem engen Räume waren zahl- 
räche BlitsKchtanfnahmen kurz hinter ein- 
ander ausgeführt worden; eine Person, die 
bald darauf diesen Kaum betrat, wurde be- 
wusstlos, kam erst nach zwei Stunden wie- 
der zum Bewusstsdn, hatte kaum fühlbaren 
Pnlfl^ Erbreeben, Kopfschmerzen, Taubsem 
der Hände und Füsse, starken Bronehial- 
bktaiTh, herabgesetztes Sehvermögen. 

Augenarzt Dr. Gräfe führt diese Ver- 
giftongserscheinungen auf die Einathmung 
giftiger Oase zurück, als welche im vor- 
liegenden FaOe Ghloroxyd und Chlordioxyd, 
ioflserat giftige KOrper, in Frage konomen 
können. 

Es ist daher vor der Anwendung von Blitz- 
liditpatronen mit Kaliumchlorat dringend 
sn warnen und zu empfehlen, nur reines 
Magnesium in Gebrauch zu nehmen. 



ittheilungen. 

athmete Luft in von Menschen überfüllten 
Räumen, wie Kirchen, Theatern, Tanzböden 
u. s. w. giftig sei, zumal der Glaube allge- 
mein verbrdtet ist, dass einerseits ein Sauer- 
stoffmangel daselbst eintrete, andereraeits 
aber dn erhöhter Kohlensäuregehalt vor- 
handen sei, durch umfangreiche diesbezüg- 
liche Versuche. Bekanntlich ist noch nicht 
einmal eine Luft, wdche nur 15 pCt. Sauer- 
stoff bd Anwesenhdt von 2 bis 4 pGt 
Kohlensäure enthält, giftig. Es entstdien 
nach Angaben des Verfassers ausser Kohlen- 
säure und Sauerstoff in den Lungen des 
Menschen keine giftigen Stoffe bei der 
Athmung. Zdtwdse enthält zwar die aus- 
geathmete Luft Spuren Ammoniak, dasselbe 
ist aber kein Plroduot des Stoffwechsels, son- 
dern durch Zersetzungen m der Mundhöhle, 
besonders bd eariösen Zähnen, durch Kranke, 
wdche an der Lunge und Luftröhre er- 
krankt sind, bedingt. Das Ammoniak kann, 
wie Thierversuche gezeigt haben, unter Um- 
ständen schädigend wirken, auf keinen Fall 
aber ist in der ausgeathmeten Luft dne 
giftige organische Substanz badscher Natur 
(Alkaloid?), wie man häufig annahm, en^ 
halten. Mit Recht macht Verfasser darauf 
aufmerksam, dass, wenn in überfüllten, 
schlecht gdüfteten Räumen bd einzelnen 
gesunden Menschen, Ohnmachtsanfälle, Un- 
behagen und andere ähnlidie Erscheinungen 
eintreten, dies nicht durch eine dnhdtliche 
Ursache — Giftwirkung der Luft — erklärt 
werden kann, da diese Erschebungen dann 
bei den meisten ebenfalls dasdbst verweilen- 
den Menschen emtreten müssten. Es kann 
sich in solchen Fällen nur um empfindsamere, 
erregbare Menschen handeln, und zwar m 
Folge Störung der Regulation von Körper- 
temperatur in einer veränderten Umgebung 
oder in Folge Ekelerregung durch riechende 
Stoffe verschiedenen Ursprungs und ähnliche 
Ursachen. (Vergleiche hierzu die Arbdt 
von Lübbert in Ph. C. 86 [1894J, 541.) 
" - Vg. 

Therapeutische Mittheilungen. 

Die Bismutose, deswegen dem Tannalbin vor, wdl letzteres 

weiche wir schon Ph. G. 42 [lOOlJ, 254 den Speichel und Magensaft ungdöst dureh- 
beq^rochen hatten, wu-d auch von Dr. Kuck- ' wandert und ev«t im oberen Dann, nach 
^wsbaden empfohlen (Therapie der Gegen- ' Emwirkung des Trypsins, gerbend zu wüken 
wart 1901, Nr. 1 1 ). Er zieht die Bismntose beginnt Bismutose zdgt bei gldcher phydo- 



Deber die Giftigkeit der | 
Ausathmungsluft. I 

Dr. Formänek (vergl. auch Ph. C. 42 ] 
[1901], 258) widerlegt die Annahme (Arch. 
'• Hyg. 1900, Qd. 38), dass die ausge-, 



196 



logischer Wirkung eine viel bessere Löslich- 
keit Die bei salpetersaurem Wismut zu- 
weilen beobachtete Giftigkeit soU durch die 
EiweissumhüUung der Bismutose aufgehoben 
werden. 

Bismutose ist sowohl als Tonicum^ wie 
als Adstringens sicher wirkend und unschäd- 
lich; Appetit und Nahrungsaufnahme werden 
nicht beeinflusst Mit der Verabreichung 
soll man im Beginne der Erkrankung dreist 
Yorgehen und das Mittel bei Kindern unter 
einem halben Jahre em- bis zweignunmweise 
stündlich^ bei älteren Kindern theelöffelweise 
verabreiclien. 

Im Anfange wurde durchweg zu wenig 
verabreicht; bei reicheren Gaben jedoch war 
die Wirkung sofort eine promptere. Als 
Klystiere und Magenausspülungen sind lOproc 
und 20proc. Stärke-Aufschwemmungen mehr- 
mals ti^^lich angezeigt; bei der Reconvales- 
oenz werden die halben Gaben weiter ver- 
abreicht. 

Für die Daireichung empfiehlt es sich^ 
der entsprechenden Menge Bismutose die 
doppelte Menge von warmem Wasser oder 
dflnnem Reisschleim langsam hinzuzusetzen; 
durch Umrühren entsteht dann rasch Brei- 
Gonsistenz. Der so zubereitete Bismutose- 
brei löst sich emulsionsartig in beliebiger 
Menge Flüssigkeit (Eiweisswasser; Abkoch- 
ung von Kalbsfüssen^ dünnem Thee, Reis- 
schleim). 

Bismutose-Cakes enthalten 1 g 

Bieonutose. Das Salz, sowie sem Präparat 

fertigt die Fmna Kaile dt Co, in Bibrich a. Rh. 

R, 7%, 



Medioinische Verwendung des 
Vanadiums in Verbindung mit 

Strychnin. 

Lyonnet, Martx und Martin empfehlen 
Vanaidinpräparate in Gaben von höchstens 
5 mg täglich^ wegen ihrer specifischen 
Wirkung auf den Appetit. Besonders ebe 
Verbindung von m-vanadinsaurem Natron 
und Strychnin in wässeriger Lösung (jeder 
Esslöffel zu 1 mg) ist mit gutem Erfolge 
ba Tuberkulose, Chlorose^ Gardnom und 
Neurasdienie als ein werthvolles HeOmittel 
zu verwenden. Vg, 

Deutsehe Jded.-Ztff. 1902, 135, 



Zur Serumtherapie des 
Scharlach. 

Eine Behandlung des Scharlach nach der 
Behring*B^eti Methode mit Schailadk- 
Immunserum ist leicht zugänglich, wol der 
Erreger dieser £ü*ankheit unbekannt ist. Ei 
wurde daher in der ersten medicinisdieii 
Klinik m Berlin nachstehende Scharlach-Be- 
handlungsmethode angewendet: Patienten, 
welche diese Krankheit überstanden hatten, 
wurde Blut entzogen und daraus ein Serum 
hergestellt, das zur Prüfung kam. Von 
diesem „Reconvalescentenserum'' wurden zu- 
nächst 10 com, später 20 ccm eingespritzt 
Es war eme auffallend günstige Wirkung 
zu beobachten; vor Allem wurde der Krank- 
heitsverlauf abgekürzt Vg. 

Müneh. Medic, Woehensehr. 1902, 159. 



Behandlung der Tuberkulose 
durch rohes Fleisch. 

Furster-Vtm (Wiener Med. Blätter 1900, 
637) bdbandelt die Tuberioiloee mit rohen 
Fleisch; welches er schabt (vergL Fh. & 
38 [1897], 408; 41 [1900], 753) und duidi- 
siebt Aus dieser Ifasse formt er klenie 
Kflgelchen und bringt sie je nach dem Ge- 
schmack des Kranken in Fruchtgelee, Zaeker 
u. s. w. Die Eügelcfaen werden dann ver 
schluckt, ohne gekaut zu werden. Auf fieso 
Weise kann der Kranke 100 bis 300 g 
rohes Fleisch unbeschadet täglich lu sich 
nehmen. Uneriftsslich ist der g^ehieitige 
Oebrauch alkoholischer Qetrftnke, die esslOffel- 
weise alle Stunden gegeben werden. Vg. 



OasgangrftiL 

Unter Gasgangrftn versteht man bekannt- 
lich eine Krankheit, welche heutzutage zwar 
selten, aber immer noch, und beB<HiderB auf 
dem Lande, vorkommt^ deren Hauptmerk- 
male Nekrose, Zerfall des Gewebes und 6«- 
entwickelung sind. Interessant ist es^ zi 
erfahren, dass Dr. MuscateUo (Mfindi. Med. 
Woehensehr. 1900, 1303) den gasblldend« 
Bacillus, von ihm Bacillus aSrogenes capsnlatni 
genannt, isofiren konnte. Es Ist dies 
grosser, unbeweglicher, mit einer Ejipael 
sehener und an den Enden abgenmdetar 
Mikroorganismus, der selbst keine pathogeae 
Wirkung ausflb^ so lange er mit gesondea 
Geweben in Berührung kommt, dagegen äeh 



j 



197 



venoehrt und Gasgangrto hervorruft, sobald j Kalkverietznng veruraachieii BesehAdigong 
er in Gewebe gelangt, die bezüglich ihrer i des Auges auf die Verbrennung dadurch 
Lebensfähigkeit erhebMch erkrankt sind, in > Eurflckgefflhrt wird; ist falsch. Beim LOsehen 



Folge dessen er dann tMtend auf dieselben 
einwirkt Dieser Mikroorganismus ist keines- 
wegs neu, sondern mit dem von E. Fraenkel 
in der Gasphlegmone gefundenen identisch. 
Er entwiekdt sich sowohl in abgestorbenen, 
sowie m dea einer schweren Degeneration 
anheimgefallenen Geweben. Bei Lebenden 
ruft er gasbildende Infectionen, „Gasgangrin^, 
bei Leichen die sogenannten „Schaumorgane'' 
hervor Vg. 

Ueber eoUoidaleB metalliitohe» 

SUber. 

Es unterliegt keinem Zweifel, daas Ore(U*B 
Entdeckung der Herstellung von eoHoidalem 
Sflber durch Einreibung einer 15proc. Salbe 
oder durch intravenOseEmspritzung von 10 bis 
20 g einer ^f2pToe. LOeung (vergl. 1%. G. 
42 [1901], 812) bei aUen durch Staphylo- 
md Strqitokokken erzeugten Krankheiten 
vorzQgiiche Heilerfolge erzielt hat, weldie 
ebenso gfiastig bei OeleokrhenmatiBmus, 
Pneamonie^ nach Angaben Oredff% einge- 
trelen sind (Deutsche Med.-Ztg. 1900, 1155). 
Doreh Thierveisache wurde bewiesen, dass 



des Aetzkalks mit Wasser erfaitit sich der- 
selbe nicht sofort und schnell, sondern an- 
fänglich nur langsam; es dauert ffinf bis 
zehn Minuten, bis die Masse die Temperatur 
von 40^ C. erlangt hat Bdm Loschen 
geringer Mengen Aetzkalk mit verhAltniss- 
mSssig grossen Mengen Wassers ist eine 
Temperaturerhöhung sehr unbedeutend oder 
fast gar nicht wahrzunehmen. Beim Ein- 
träufehi von Zuckerwasser dagegen tritt eine 
schnelle Temperaturerhöhung ein und ist 
daher dasselbe nicht anzuwenden. Die 
Anwendung des Wassers allein ist sehr zweck- 
mSssig, muss aber in vernünftiger Weise 
ausgeführt werden. Der Laie darf z. B. 
nicht das Auge mit Tflchem oder Schwämmen 
auswaschen, sondern der Verletzte muss so- 
fort auf ebene Erde gelegt werden. Man 
nimmt nun ein gereinigtes GefSss mit Aus- 
guss^ z. B. Kaffeekanne, Topf u. s. w., hält 
Lider sodann mit gereinigten Händen weit 
ausemander, und läast nun vorsichtig aus 
einer Höhe von ^2 ^ ^en dflnnen Strahl 
so lange durch das Auge laufen, bis aller 
Kalk aus demselben entfernt ist Dann 
i der intravenOeen Einspritzung zuerst die bringt man den Kranken zum Augenarzt 
lAnge, dann die Leber mit dem eolloidalen i Auf diese Weise angewandt, ist das Wasser 
Biber flberlastet wird; naoh einem Tage sind | in reichlichen Mengen für das Gewebe des 
ie Organe hiervon befreit, es befindet sieh , Auges chemisch und physikalisch unschäd- 



dsaa noch in Milz, Nieren und Darm, und 
Bsek vierzehn Tagen ist keine Spur mehr 



lieh. Die empfohlene Anwendung von Gel 
verhindert die zerstörende Wvkung des Kalkes 



im K^^rper zn finden, da es vollständig aus- ' nieht, noch hält sie dieselbe auf, dagegen 
geschieden ist Wh-d die Einspritzung mit | igt dasselbe als schmerzlindernd zu empfehlen. 
1 pa Eiweiss versetzt^ so wird dasselbe Es empfiehlt sich, öldurchtränkte Watte- 
ran Thefl vom Darm resorbirt, zum Theil bausche zur behutsameren Säuberung von 
tnsgesdiieden. (lieber den chemischen Nach- Kalkpartikelchen zu benutzen. Grössere 
weis vergleiche Ph. C.^2J1901], 436.) Bedeutung hat das Glycerin, da dasselbe 

^i9^- die Eigenschaft hat, gelöschten Kalk leicht 

Hüfeleistung duroh Laien 
bei KaUnrerletBungeii des Auges. 

Die Fordenmg Andrme\ (der Medidner, ^^ ^^^ ^u^ Glycerin vom Auge schlecht 
K»wie Chemiker zu^eich ist) das durch Aetz- 1 vertragen. 
Uk mletzte Auge mit reichlkhen Mengen: Wenn nun dem Gel (Ph. G. 42 [1901], 



zu lösen und die Wärmeentwickelung des 
sich löschenden Kalks herabzusetzen. Immer- 



Wassern zu behandeh (veigl. PL G. 41 
[1900), 13) hüt Dr. Stutxer (Deutedie Med. 
Woflhensdurifl 1900, 594) tflr durohaus 
nreokmässig. Die Anschanung, dass beim 
ZosttBinentreffea von Wasser mit Gakium- 
pril|Mraten ein so hoher Hitzegrad entwickelt 
viid, dass ein grosser Theil der durch die 



344) sowohl, wie auch dem Glycerin bei 
Kalkverietzungen einige Bedeutung zukommt, 
so sollte doch stets Wasser in der be- 
sdiriebenen vemflnftigen Weise benutst wer- 
den, zumal es stets bei der Hand ist und 
eine Zerstörung des Auges durch eine schnelle 
Hilfe möglichst verhindert wird. Vg. 



198 



Phosphorvergiftung 

durch Phosphorlebertbran mit 

tödüiohem Ausgange. 

Einen sehr interessanten Fall einer tödt- 
lichen Phosphorvergiftung mit Phosphor- 
leberthran durch eine ganz gebräuchliche 
Gabe 0,01:100; wovon täglich zwei Thee- 
lOffel zu nehmen waren, veröffentlicht Dr. 
Nebelthau in der Mttnch. Med. Wochenschrift 
1901, 1362. Dem zweijährigen Kinde waren 
sechs Theelöffel des Leberthrans innerhalb 
60 Stunden verabreicht worden. Da das 
kräftige, gesunde, nur etwas rhachitische 
Kind an ausgeprägter Phosphorvergiftung 
gestorben war, so lag der begründßte 
Verdacht einer falschen Recepianfertigung 
vor. Die Phosphorbestimmung wurde von 
Geheimrath Volhard und Dr. Kugel folgen- 
dennasssen ausgeführt: Aus 50 ccm der 
Phosphor-Leberthranlöeung wurde der Phos- 
phor in vorgelegte Jod-Jodkaliumlösung über- 
destillirt und die Oxydation desselben durch 
Einleiten von Chlor bewerkstelligt Diese 
Methode ist einfacher, als das Einleiten des 
überdestillirteii Phosphors in Silberlösung 
und Oxydation mit Königswasser nach An? 
gäbe von Scherer. Es stellte sich heraus, 
dass nur ^/^ des in dem Leberthran ent- 
haltenen Phosphors in das Destillat überging. 
Der Rest desselben war daher eine Verbind- 
ung mit den Fetten des Leberthrans ein- 
gegangen. 

Die chemische Analyse ergab, dass der 
Leberthran nicht mehr Phosphor enthielt, 
als verschrieben und das Recept also ge^ 
wiBsenhaft angefertigt war; trotzdem war 
das Kind daran gestorben. Diese Thatsache 
dürfte zur grössten Vorsicht bei der Ver- 
ordnung des Phosphors mahnen, da in 
diesem Falle bereits 3 mg innerhalb sechzig 
Stunden bei dem Kmde den Tod herbei- 
geführt hatten. Thatsächlich ist die Gabe 
oben angegebener Verordnung 0,001:100 
zu hoch, wenn man bei einem zweijährigen 
Kinde den fünften bis sechsten Theil der 
Gabe eines Erwachsenen, die für Phosphor als 
Einzelgabe 0,001, als Tagesgabe 0,003 g be- 
trägt, annimmt Da nun erfahrungsgemäss eine 
viel geringere Phosphorgabe gute Wirkung 
bei Kindern bereits ausübt, so empfiehlt 
sich folgende Vorschrift: 0,001 Phosphor 



auf 100 Leberthran. Die Gabe kuin 
nötfaigenfalls gestdgert werden. Vg. 



Kartoffel als Nalirung bei 
Diabetes mellitus. 

Prof. Mossä' Toulouse weist auf Grund 
von Untersuchungen nach, dass der Eraati 
des Brotes durch die Kartoffel sogar M 
täglichem Genuss von 1200 bis 1400 g 
die Zuckerausscheidung durch den Harn, 
sowie das Allgemeinbefinden des an Diabetei 
mellitus Erkrankten selbst beim Pankreu* 
diabetes günstig beeinflussen kann. Selbst- 
verständlich muss der E^artotfelgenoss über- 
wacht und eine Zu- o4er Abnahme dei 
Zuckergehalts im Harn festgesteUt werden 
und darnach der Kartoffelgenuss gestattet 

oder verboten werden. Vg. 

Deutsche Med.-Ztg. 1900, 1167. 

Wasserstoffperoxyddampfe 
gegen Keuchhusten. 

Da die Dämpfe von Phenol, weldie bei 
Keuchhosten gern angewandt werden, duidk- 
aus nicht unschädlich sind, so hat Baroui 
(Les nouveaux remMes 1900, 237) die Karbot 
säure durch Wasserstoff peroxyd nun »setrt. 
Man faltet zwei je 1 qm grosse Stücke alter 
weisser Leinwand verschiedene Male zuBim* 
men, legt sie auf einen Teller, tränkt m 
mit etwa 80 g WasserstoffperoxydlOsnag 
(von 12 Vol.-pCt.) und hängt me dann über 
eine Leine in der Nähe des Kranken. BinneD 
kurzem macht sich der Erfolg durch eine 
Abnahme der Häufigkeit und Stärke der 
Hustenanfälle bemerkbar. (Man vergleidie 
auch Ph. C. 42 [1901], 354). P. 



Vermehrung des Leberfattes 
bei Phosphorvergiftungen. 

Bei Phosphorvergiftungen ist nadi Bbm 
(Deutsche Med. Woohenschr. 1900, Beil. 237) 
das Leberfett erheblich vermehrt, und zwar 
entstammt der höhere Fettgehalt eineiBeili 
der fettigen Entartung der Leber selbst in 
Folge Zerstörung der fettbildenden Substames, 
wie Lecithm und Eiweiss, andererseits rilfait 
der grösste Theil desselben aus den Fett- 
säuren her, welche aus eben diesen Mutter 
Substanzen in allen Geweben des KöipOB 
gebildet worden sind. Vg. 



199 

Verschiedene Hittheilungen. 

Fharmaoeutischer Kreisverein IConästenz mit einer TintenroUe ausgerollt 

Zwickau. ^^ ^^ andere legt man einen Bogen glattes 

Den Lehrilngen der Vereinsmitglieder wer 



den ffir dieses Jahr folgende Preis aufgaben 



Papier. Die Person tritt nun zuerst auf die 
Platte mit der Tinteosehicht, dann auf die 



^^^. , mit dem Papierbogen. Maa erh&lt auf diese 

1. Die Familie der Rosaceen. Einel^«'»« einen «mgeEeichneten Abdruck, den 

■ man naoh Aufstreuen von Talk sofort 



botanische Ausarbeitung unter Beigabe selbst- 
gesammeiter und zwecks Unterscheidung der 
ünterfamihen und Gattungen priparirter 
Pflanzen. 

2. Besdireibung offioin eller Wurzeln 
und Wnrzelstöcke und Anfertigung von 



trocknen kann. Vg. 

Bonifaoius als Wortmarke gesohtttst. 

Die Actien- Gesellschaft Bad Salzschlirf theilt 
uns mit, dass ihr die Worte ,3onifaciusbmnnen^\ 
Querschnitten zur Beobachtung mit der Lupe, i „Bonifaciusquelle^' und ,^nifacius'' für Mineral- 
3. Darstellung von Calcium carbonicum wasser und Salze als Schutzmarken beim Patent- 



praecipitatum. 
4. Untersuchung von zwei gegebenen 



amt eingetragen worden sind. Sie warnt des- 
halb vor dem ferneren Verkauf von einschlägigen 
Fabrikaten, welche die Wortmarke „Bonifaeius^^ 



Proben Kalium bromatum und Berech- 1 tragen 

nnng des Gehaltes an Chlorkalium. ' ^er SaizsohUrfer Bonifaoiusbrunnen findet bei 

Lehrlmge m der ersten Hälfte der Lehr- 1 S!'*'^^^«^'"»^'"?^» /*^^*^^^ "^fil' 

.^ , , ^ ,. . ;i • »iA T 1. I Beacbtung, welche m dem stetig steigenden Ab- 

zeit haben die ersten drei, altere Lehr- L^^tz zum Ausdruck kommt PersSbe betrug 
Imge sämmtliche Aufgaben zu bearbeiten.) im Jahre 1899 123000 Flaschen, 

Anmeldungen zur Betheiligung an den; v v 1900 255000 ^ 



„ 1901 288000 „ 
Der fiionifaoiosbrunnen hält sich jahrelang un- 
verändert klar und bildet keinen Niedersonlaff, 
sodass duroh das Lagern desselben nienuds ein 



Plreisarbeiten sind bis zum 15. April an den 
Unterzeichneten zu richten, der nähere An- 
weisung und Unterauchungsobjecte versendet 

Der Ausschuss ' ^.'-^jm, Verlust eintreten kann. Die Flaschen sind li^nd 
#-^ j. T>_ • u -x j TU r 1»°* kehlen Orte aufzubewahren. In der Regel 

für die Preisarbeiten der Lehrünge. werden 30 Flaschen zur Cur verordnet Der 

I. A.: BrÄcitw^-Oelsnitz i. V. Bonifaciusbrunnen enthält 0,2182 Th. Lithium 

in 1000 Th. 



HersteUung von Pussabdrücken. [ ^^ chemische Labonterlum Fresenius zu 
Eme einfache, forensisch wichtige Methode, | Wiesbaden war im vergangenen Semester von 
FassabdrQi&e zu machen, beschreibt Timmer ' 47 dtudirenden besucht, darunter 19 Ausländer, 
m der ZeÜsehrift für orthop. Ch^urgie, Bd. IX, ; »^»«i" ^es Sommer-Semeste« am 24 April 1902. 
rr £x ft \m^ X ' rM i A i ' Statuten sind von der Oeschäftsstelle der Phar- 

Heft 2. Man nimmt zwei Glasplatten; auf maoeutischen Centralhalle zu beziehen. Ver- 

die eine wird etwas Druckfarbe von guter gleiche die Anzeige in heutiger Nummer. 

Briefwechsel. 

ipoth. T. in L. Zar Beseitigung von Qaat- einem mit schwach alkalischer Seife hergestellten 
Warzen werden in der Münch« med. Wochen- Blut wasch wasser konnte das Menschenblut eben- 
Khrift 1900, 1128 folgende Mittel empfohlen: falls ohne Weiteres festgestellt werden. 
1. Hydrargyrum bichlorat 1, Collodium elast- Apoth. I)r. F. m H. Fabriken, «reiche Au to- 
ieum 30; täglich aufzupinseln 2. Acidnm olaven fertigen, sind z. B. folgende: Friedr, 
aahcylicum, Alkohol absolutus £ 1, Aether ^^, Söhne zu Barmen - Rittershausen, Paul 
2,8, Collodium elastioum 6. Ausserdem finden Sckütxe zu Oggersheim i. d. Pfalz, F, H. Meyer 
Äe Ph. C. 86 [1895], 446 und 41 [1900], 593 1 zq Hannover-Heinholz. Für gewisse Zwecke 
noohweiteie Angaben. ikann man Einsatzgefttsse aus Olas oder 

Dr W, in P, Die gewünschte lüttheilung^o'^ölian anwenden; ein Zerbrechen dieser 
ibden Sie Ph. C. 42 [1901], 162 und 818. ö®^» iß* »^«geschlossen wenn der Druck auf 
Sach einer neueren Arbeit von Dr. Uhknhuih ^^ Seiten derselben wirkt 
(Deutsch. Med. Wechenschr. 1901, 261) gelingt 
dir Blutnachweis auch bei Menscbenblut, wel- 
okes einer inteosiveB, bis 3 Monate dauernden, 
itinkenden Fäulniss ausgesetzt worden war. In 



Dr. B« in M. Ihre interessante Arbeit konnte 
leider für diese Nummer nicht mehr in Betracht 
kommen, da dieselbe wegen der Feiertage schon 
drei Tage früher lusammengestellt werden musste. 



Vwiflfw nod ▼•vMitirortUolMr Leiter Dr. A. Bekneider in Dreeden. 



Phaimaceutische Centralhalle 

fiir DeutschlancL 

Zeitschrift für wissenschaftliche und geschäftliche iDteressen 

der Pharmacie. 

Gegründet von Dr. H. Hager 1859; fortgeftihrt von Dr. B. Oeisnler. 

Herausgegeben von Dr. A« Sehneider. 

Encheint jeden Donnerstac« — Beingspreis yierteliährlioli: doroh Post oder 

BüchhaDdel 2,50 ML, nater Streüband 8,— Mk., AnslaDd 3,50 Mk. Srnselne Nnmmem 30 Pf. 

Anzeigen: die einmal gespaltene Petit-Zeile 25 Pf., bei flxteseren Anzeigen oder Wieder- 

holnngen PteisemiiBsigang. — GesdiMtHtelle s Dresden (P.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 

Letter der Zelteelirlft: Dr. A. Schneider, Dresden (P.-A. 21), Schandaner Strasse 43. 

An der Leitung betheiligt: Dr. P. Süss in Dresden-Blasewitx. 



^15. 



Dresden, 10. April 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. | 



XLUI. 

Jahrgang 



labalt: Cbeiiiie und Pharmacie: Einiget Ober die AsaimiUtionflenersle d< r Pflaosea — Quantitative Zacker- 
bestimmuni; in diabetischem Hart.e. — Constitution der Santoninsfturo. — Pilocarpin. — Zur schnellen Unter- 
Kfaddong eines lofusum I pecacnanhae und Infusum Senegae. Absolutes Koracaldehyd in flQssiger Fomi. — 

Darch Einwirkung Ton KupferrhodanQr auf Kaliunicyanid. — Ein Vnterscheidungsmerkmal des OTiubumins, der 

I Serine und der Serumglobuline. — Neumann'sche Phenylhydrazinprobe sum Zuckernachireis im Haro. >- Eigen- 
thämliche Reaction von technischen Eisensorten. — Anilinfarben als Kiweissfftllungsmittel und Nachweis tod Eiweiss 
im Him. — Braunl&rbnng der LOsung beim Fällen von Nickel mit Ammoniumpoly«ulfid. — Haltbarkeit des salx- 

I Moren Tropaoocaln. — Specifische Volumina ron Sauerstoff und Stickstoff beim Siedepunkte des Sauerstoffs. — 
Austeilung eino% mfiglichst geschmacklosen Farbmalzauszuges. — Gewinnung Ton reinem nativen Eiweiss. — Ver- 
vnduDg des Natriumaalicrlat^s etc. — Mittel gegen Haarausfall. Preialisien. — BakterioloKiavIie Mittheil« 
ugfi — Hyigieniaehe Mittheimngen. - Therapeatiüche MUtheilnngen. — Teehnlsche lUtthellnngen. — 

Verschiedene Mitthelinngeii. — Briefwechsel. 



Chemie und Pharmacie. 



über die Assimilations- 
energie der Pfla.n2en. 

Von TA. Bokomy. 

Da nur die Pflanzen Eohlensäare 
nnd andere einfache Kohlenstofl- 
Terbindangen assimiliren können, wäh- 
rend das Thierreich fertige Eiweissstoffe, 
Kohlehydrale, Fette vorfinden muss, um 
bestehen zu können, so verdient jene 
assimilatorisch -prodnctive Kraft nnser 
höchstes Interesse. 

Bekannt ist die grosse Ässimilations- 
energie der Pilze. Eine quantitative 
Bestimmung derselben ist trotzdem noch 
ziemlich wenig versucht worden. Fol- 
gendes sind einige Versuche des Ver- 



Ein Schimmelwachsthumsversuch*) in 

folgender Nährlösung 

Wasser 1000 g 

Glycerin 5 g 

Monokaliumphosphat . . 0^ g 
Magnesiumsulfat ... 0,1 g 
AmmoniuiDSuIfat ... 0,S g 

wurde bei Zimmertemperatur durch- 



geführt. Die Aussaat betrug sehr 
wenig, nur eine 2 mg Trockensubstanz 
entsprechende Schimmelmeuge. 

Nach 4 Wochen wurde der Schimmel 
auf einem Filter gesammelt, gewaschen 
und dann getrocknet, schliesslich bis zur 
Gewichtsconstanz bei 100^ erhitzt. 

Es ergab sich 2,0 g Trockensubstanz. 
Das Trockengewicht hatte sich also 
während 4 Wochen auf das Tausend- 
fache vermehrt! 

Der Versuch wurde in einer grösseren 
offenen Porzellanschale durchgeführt; die 
Nährlösung war mit gestandenem, also 
lufthaltigem Wasser durchgeführt; wäh- 
rend des Versuches konnte immer Sauer- 
stoff an der grossen Oberfläche absorbirt 
werden, so dass die SchimmelpUze den 
ihnen so unentbehrlichen Sauerstoff 
reichlich vorfanden; auch halten sich 
Schimmelrasen lange Zeit an der Ober- 
fläche, wo die grösste Sauerstoffmenge 
vorhanden ist, schwimmend. 

*) Siehe hierüber anch Pflueg^ Arch. f. ges. 
Physiol., März 1902, tind ,.ferauer- u. Hoiifcn- 
Ztg.", Februar 1902. 



209 



Schwieriger gelingen quantitative 
Glycerin-Versuche mit Hefe, weil 
sich dieselbe bald zu Boden setzt und 
den wenigen dort vorhandenen Sauer- 
stoff rasch verbraucht. Damit fällt die 
Energiequelle weg, welchesonst dieAssimi- 
lation ermöglicht. Es wird also nur 
anfangs eine geringe Assimilation statt- 
finden, später ein Stillstand und dann 
wohl gar eine ungünstige Wirkung ein- 
treten. 

Factisch ergaben mir auch nur die- 
jenigen Versuche einige Trockensubstanz- 
Vermehrung, welche nach kurzer Zeit 
unterbrochen wurden, die anderen Ver- 
minderung. 

Um deutliche Differenzen zu erhalten, 
wandte ich grössere Hefemengen als 
bei den Zucker- Versuchen an, nämlich 
je 50 g Presshefe von 28,27 pCt. 
Trockensubstanz auf 200 ccm Lösung. 
Nach Beendigung der Versuche wurde 
die Flüssigkeit von der am Boden fest 
zusammenhängend abgesetzten Hefe ab- 
gegossen, letztere dann einigemal aus- 
gewaschen. Hierauf wurde die Hefe 
bis zur Gewichtsconstanz getrocknet. 

Glycerinversuche mit Hefe von 
22stündiger Dauer: 

I. 

200 g 
10 g (d. i. 5 pCt.) 



Wasser . 
Glycerin . 
Hefe . . 



Wasser . 
Glycerin . 
Hefe . . 

Wasser . 
Glycerin . 
Hefe . . 

Wasser . 
Glycerin . 
Hefe . . 



50 g 

n. 

200 g 
20 g (d. i. 10 pCt.) 
50 g 

m. 

200 g 
30 g (d. i. 16 pCt.) 
60 g 

IV. 

200 g 



pCt. Trockensubstanz. Also in jedem 
Falle eine Vermehrung, da die ur- 
sprüngliche Trockensubstanz nur 28,27 
pCt. betrug. In einem Falle (EI.) war 
die Trockensubstanz fast um ein Drittel 
vermehrt worden binnen 22 Stunden! 

Die angewandte Temperatur war! 
Zimmertemperatur. Weggelassen waren 
hier mineralische Zusätze jeder Art, 
weil durch diese wohl nichts gebessert 
worden wäre. Soviel Mineralstoff als 
die Hefe binnen 22 Stunden beansprucht J 
war ja in der angewandten Presshef( 
ohnedies schon enthalten. 

Was aus dem Glycerin bei den er- 
wähnten Versuchen geworden ist, 
welcher Form es assimilirt wurde, d2 
wurde nicht festgestellt Eine Probf 
auf Glykogen (mit Jodlösung) fiel ni( 
deutlich positiv aus. 

Um stärkere Trockensubstanzver 
mehrung zu er/.ielen, wählte ich ein< 
Versuchsanstellung, bei welcher die Hef< 
sich nicht zu Boden setzen konnt< 
sondern beständig in der Flflssigkeil 
auf und ab bewegt wurde, zugl( 
auch eine relativ so geringe Menge 
trug, dass jede Hefezelle von ein< 
Ueberfluss an Nahrung umgeben m 
ohne dass diese aber eine schädlicbi 
Concentration erreichte. 

Das kann in zweierlei Weise ei 
reicht werden: 1. durch Einleiten vc 
Luft in die Nährlösung, 2. durch Gäbi 
ung. In beiden FäUeü reissen die 62 
blasen die Hefe in die Höhe, beii 
Niedersinken wird sie dann von nen( 
Gasbläschen erfasst u. s. w. 

Beide Methoden führen zum Zide, 
doch ist die Gährungsmethode die ein- 
fachere. Man braucht nur einen gfihr- 
fähigen Zucker zuzusetzen, dann bleibt 
die Hefe von selbst in Bewegung. 
Bei Durchleitung von Luft bildet die 



40 g (d. i. 20 pCt.) gewöhnliche Sauerstoffathmung die 



50 g 



V. 



Wasser . 
Glycerin . 
Hefe . . 

Rs ergab sich 

Bei I. 30,2 pCt. Trockensubstanz; 



200 g 

60 g (d. i. 30 pCt.) 
50 g 



Energiequelle für die Assimilations- 
leistung der Hefe, bei Gährung der Zei- 
fall von Zucker in Alkohol und Eohlai- 
säure. 

Es zeigte sich, dass beide Eneiigie- 
quellen fast gleich gut sind ; es erfolgte 
eine Trockensubstanzzunabme auf 



n. 31,0; ni. 37; IV. 36,7; V. 36,7 | das fast Dreifache binnen 2 Tagen, 



203 



wenn Pepton al» Stickstoffquelle 
gereicht wurde. 

Um die ffir die Ernährung günstigste 
Menge von Ealiumphosphat, ferner 
Ton Ammonsalz bei Hefe auszu- 
probiren, wurden je 1 g Hefe von 0,31 g 
Trockensubstanz in je 1 Liter folgender 
Nähr- und O&hrlOsung gebracht: 

L 

Wasser IL 

Bohrzucker 5 pCt 

Monokaliumphosphat .0,1 „ 
Magnesiumsulfat . . .0,1 „ 
Ammoniumsnifat ... 0,6 „ 
Hefe lg 

n. 

Wasser IL 

Rohrzucker .... 5 pCt. 
Monokaliumphosphat .0,1 „ 
Magnesiumsulfat ... 0^1 „ 
Ammoniumsulfat ... 0,5 „ 
Hefe lg 

m. 

Wasser iL 

Rohrzucker 6 pCt. 

Monokaliumphosphat . 0,5 „ 
Magnesiumsulfat . . .0,1 „ 
Ammoniumsulfat ... 0,5 „ 
Hefe lg 

IV. 

Wasser IL 

Bohrzucker 5 pCt. 

Monokaliumphosphat . 1 „ 

Magnesiumsulfat ... 0,1 „ 

Ammoniumsulfat ... 0,5 „ 

Hefe lg 

V. 

Wasser IL 

Bohrzucker 5 pCt. . 

Monokaliumphosphat .0,1 „ 
Magnesiumsulfat . . .0,1 „ 
Ammoniumsulfat . . .1,0 „ 
Hefe lg 

Man sieht^ dass die Nährsalzlösungen 
gleich angesetzt wurden, bis auf den 
Gehalt an Ealiumphosphat, bezw. 
Ammoniumsulfat , deren günstigste 
Menge eben ausprobirt werden sollte. 

Nach zweitägigem Aufenthalt im Brut- 
ofen bei 30 <^ wurde die Hefe der 
äozelnen Versuche auf FQtem ge- 
sammelt, etwas gewaschen, dann sorg- 



fältig abgenommen und bei 100^ ge- 
trocknet bis zur Gewichtsconstanz. 

Es ergab sich bei L 0,49 g; IL 0,48 g; 
m. 0,58 g; IV. 0,40 g; V. 0,20 g 
Trockensubstanz. 

Am günstigsten wirkte also 0,5 pCt. 
Monokidiumphosphat und 0,5 pCt. 
Ammoniumsulfat. 1 pCt. Ammoniumsulfat 
war zu viel und hatte eine nachtheilige 
Wirkung auf die Hefe, wie aus dem 
Sinken des Trockengewichtes von 0,31 
auf 0,20 hervorgeht. Offenbar waren 
Hefezellen abgestorben und hatten 
Trockensubstanz in die Flfissigkeit aus- 
treten lassen. 

Die Trockensubstanz hatte sich bei 
L um 39 pCt, n. um 55, HI. um 87, 
IV. um 29 pCt. vermehrt; bei V. um 
35 pCt. vermindert — binnen 2 Tagen! 

Um den Einflnss der Temperatur 
zu sehen, wurden Versuche von der 
gldchen Art wie I. bei 20^ C. und bei 
5^ angestellt. In ersterem Falle trat 
eine Trockensubstanz Vermehrung von 
0,31 auf 0,51 (also um 64 pCt.) ein; 
in letzterem eine Verminderung von 
0,31 auf 0,24 ein. 35 <^ ist also etwas 
zu warm fBr die Assimilation der Hefe, 
da mittlere Temperaturen eine grossere 
Zunahme der Trockensubstanz ergeben. 
5® aber ist wieder zu kalt, als dass 
eine merkliche Assimilation eintreten 
konnte. 

Wesentlich grosseren Trockensubstanz- 
zuwachs ertilUt man übrigens, wie er- 
wähnt, wenn statt Ammoniumsalz etwa 
Pepton oder Asparagin als Stickstoff- 
quelle geboten wird. BeiPeptonemährung 
konnte ich eine Trockensubstanzver- 
mehrung von 0,31 auf 0,88 binnen 
2 Tagen beobachten. 

Solche rapide Assimilation und solchen 
Ansatz bemerkte ich nie bei einer grünen 
Pflanze, weder bei organischer Er- 
nährung, noch bei Kohlensäure-Assimi- 
lation. 

Unter den zahlreichen organischen 
Eohlenstoffquellen, welche für 
grüne Pflanzen als brauchbar ge- 
funden wurden, seien nur einige hervor- 
gehoben: Methylalkohol, Form- 
aldehyd (als Methyl- oder als form- 
aldehydschwefligsaures Natron dar- 



204 



Pfi'boten), Essigsäure (wie alle folgen- 
den Säuren als Salz dargeboten), 
Milchsäure, Weinsäure, Asparagin- 
säure, Aepfelsäure, Asparagin, 
Pepton, Glycerin, Rohrzucker, Dex- 
trose, Milchzucker, Maltose u. s. w. 

Entstärkte Algen und andere grüne 
Pflanzen setzen Stärke an, wenn sie (bei 
Eohlensäareausschluss) in geeignete 
Lösungen dieser Substanzen versetzt 
werden. 

Quantitative Versuche über die Aas- 
giebigkeit dieser organischen Ernährung 
sind in geringer Zahl angestellt worden. 

Verfasser stellte quantitative Er- 
nährungsversuche Versuche mit 
Formaldehyd an*).EineO,lproc.Lösung 
von formaldehydschwefligsaurem Natron 
wurde mit etwas Dikaliumphosphat ver- 
setzt, um die schädliche Wirkung des 
bei der Spaltung freiwerdenden sauren 
schwefligsauren Natrons zu hindern 
Von dieser Lösung wurde das Reductions- 
vermögen gegen Ealiumpermanatlösung 
bestimmt. Nach 10 Tage dauerndem 
Aufenthalt der Algen in derselben wurde 
dasReductionsvermögen wieder gemessen 
und aus der bedeutenden Abnahme be- 
rechnet, dass der Gehalt der Lösung 
an formaldehydschwefligsaurem Natron 
binnen 10 Tagen durch die assimilirende 
Thätigkeit von 10 g Spirogyren von 
240 mg auf 125 mg gesunken war. 
Bei einem zweiten Versuch hatte eine 
Abnahme von 221,3 auf 134,4, bei einem 
dritten Vei^uche von 231,3 anf 156,2 mg 
stattgefunden. 

10 g Spirogyren (feucht gewogen) 
hatten also binnen 10 Tagen verbraucht 
bei Versuch 1) 115 mg formaldehyd- 
schwefligsaures Natron; bei Versuch 2) 
96,9 mg; bei Versuch 3) 75,1 mg 
dieser Substanz. 

Um den Einwand zu beseitigen,dass mög- 
licherweise eine blosse Selbstoxydation 
der Substanz^ durch den Luftzutritt 
hervorgerufen, jene Abnahme wenigstens 
theilweise bedinge, wurde eine Probe 
mit 0,1 pCt. formaldehydschwefligsaurem 
Natron + 0,05 pCt. Dikaliumphosphat 
ohne Algenzusatz in der beschriebenen 



*) Pettenkofer^a Arch. f. Hygieno 1892, p. 203. 



Weise aufgestellt. Es zeigte sicli, dass 
binnen 7 Tagen keine Abnahme des 
Reductionsvermögens stattfand. Jene 
Verminderung des Reductionsvermögens 
bei obigen Versuchen ist also auf 
Rechnung der Algenvegetation zu setzen. 
Die Algen verbrauchten das formaldehyd- 
schwefligsaure Natron zu ihrer Er- 
nährung, indem sie aus dem einen Be- 
standtheil desselben (CH2O) Kohlehydrat 
bildeten. 

Rlze traten in den Nährflfissigkeiten 
nicht auf; sie konnten also nicht zum 
Verbrauche der organischen Substanz 
beitragen. Gerade in dieser Hinsicht 
ist formaldehydschwefligsaures Natron 
besonders günstig, da hier die sonst so 
gern erscheinenden Pilze fem bleiben, 
und somit das Versuchsresultat ein- 
deutig ist. 

Ganz ähnliche Versuche wurden auch 
mit Glycerin angestellt; nur wurde 
statt des Vikaliumphosphates Mono- 
kaliumphosphat angewendet. 

Es wurde eine Lösung hergestellt, 
welche 5 Tropfen reines Glycerin auf 
200 ccm Wasser enthielt und ausserdem 
0,05 pCt. Monokaliumphosphat und 
0,05 pCt. Chlorkalium. Die Lösung 
wurde mit 10 g Spirogyra nitida ve^ 
setzt und 24 Stunden stehen gelassen. 
Hierauf wurde mit Permanganat titrirt 
Die Algen gediehen sehr gut in der 
Lösung und häuften Stärke in den 
Chlorophyllbändem an, wie verschiedene 
Male herausgenommene Proben zeigten. 

Nach 10 Tagen wurde das Reductions- 
vermögen der Flüssigkeit gegen Kaüum- 
permanganat abermals festgestellt; es 
hatte bedeutend abgenommen, nämlich 
um 66,2 pCt. Die Algen hatten also 
ungefähr zwei Drittel des Glycerins, 
etwa 0,16 g (wenn 5 Tropfen Glycerin 
= 0,25 g gerechnet werden\ binnen 
10 Tagen verbraucht. 

Bei einem zweiten ähnlichen Versuch 
ging der Gehalt an reducii*ender Sub- 
stanz (Glycerin) binnen 5 Tagen tun 
25,4 pCt. zurflck; ohne Algen (im 
Oontrollversuch) fand eine Abnahme der 
organischen Substanz nicht statt. 

Die Rechnung ergab, dass 10 g 
Spirogyra nitida (feucht gewogen) in 



205 



ersterem Falle binnen 10 Tagen 168 mg 
Glycerm, in letzterem binnen 6 Tagen 
66,4 mg desselben verbranchten. 

Aach die Menge der neugebildeten 
Trockensubstanz wnrde ermittelt bei 
einigen weiteren Versuchen. 

Denn der oben erwähnte Verbrauch 
beweist, noch nicht, dass eine ent- 
sprechende Menge Trockensubstanz wirk- 
lich angesetzt wurde. 

I. 
Formaldehydschwefligs.Natron 0, 1 pCt. 



0,06 „ 

0,1 „ 

0,025 n 

0,05 „ 

Spur 



Dinatriumphosphat 

Caldumnitrat 

Magnesiumsulfat 

Caiciumchlorid . 

Eisenchlorid (neutralisirt) 

Spirogyren von 0,09 g Trockensubstanz. 

n. 

(ohne Formaldehyd). 
Mononatriumphosphat . . . 0,02 pGt 

Caldumnitrat 0,1 „ 

Magnesiumaulfat .... 0,026 „ 

Caldumcblorid 0,05 „ 

Bisenchlorid Spur 

Spirogyren von 0,09 g Trockensubstanz. 

Binnen 9 Tagen stieg die Trocken- 
substanz bei I. von 0,09 g auf 0,12 g; 
bei 11) sank sie von 0,09 auf 0,07 herab. 
Die Algen blieben bis zum Schluss des 
Tersaches in beiden Fallen lebendig. 



n 



n 



n 



Die Abnahme bei 11) rührt offenbar 
von der Atbmung der Algen her. 

Weitere Versuche, wobei die Menge 
des formaldehydschwefligsauren Natrons 
etwas erhöht wurde, sind folgende: 

m. und ma. (gleich). 
Formaldehydschwefligs. Natron 0,2 pCt. 
Dinatriumphosphat .... 0,1 „ 

Caldumnitrat 0,1 

Magnesiumsulfat .... 0,026 

Ealiumchlorid 0,05 

Monokaliumphosphat . . . 0,02 
Eisenchlorid (neutralisirt) . Spur 

rv. und IVa. (gleich). 
Formaldehydschweflig8.Natron 0,3 pCt 
Dinatriumphosphat .... 0,2 „ 

Caldumnitrat 0,1 „ 

Magnesiumsulfat .... 0,025 „ 

Ealiumchlorid 0,05 

Monokaliumphosphat . . . 0,02 
Elisenchlorid (neutralisirt) . Spur 

V. und Va. (gleich) 

(ohne Formaldehyd). 
Monokaliumphosphat . . .0,1 

Caldumnitrat 0,1 

Magnesiumsnlfat .... 0,025 

Kaliumchlorid 0,05 

Eisenchlorid (neutralisirt) Spur 

Nach 5tftgiger Versuchsdauer 
gab sich bei: 



w 



r> 



pCt. 



er- 



HD 


Trockensubstanzyermahrung 


von 


0,07 


g 


anf 0,10 


g 


lila) 


n 


n 


0,07 


g 


„ 0,11 


g 


IV) 


» 


r 


0,07 


e 


„ 0,12 


g 


IVa) 


n 


»? 


0,07 


« 


„ 0,11 


g 


V) 


Trockensubstanzverminderung 


n 


0,07 


g 


„ 0,05 


g 


Va) 


n 


w 


0,07 


g 


„ 0,06 


g 



Die quantitattve Zucker- 
begtimmnng in diabetischem 

Harne, 

über die ein Aufisatz in No 13 (S. 175) 
dieser Zeitschrift handelt, führt auch 
in den Fällen, wenn der Harn nur einen 
Bmchtheil eines Procentes Zucker ent- 
kat, beim Titriren mit Fehling'scher 
Umag zu guten Vergleichsresultaten, 
wenn man den folgenden Weg 
einschlägt: 

Wie bekannt, geben solche Ha^ne, 
welche wenig Zucker enthalten, bei der 



üblichen Titration mit Fehling^scher 
Lösung einen schmutzigen, nicht genau 
erkennbaren Umschlag, sobald das 
Verhältniss des Zuckers zu verschiedenen 
sonstigen Hambestandtheüen ein un- 
günstiges ist. Bei zuckerreichen Hamen, 
die zweckentsprechend vor der Titration 
mit Wasser verdünnt werden, ist dieses 
ungünstige Verhältniss nicht vorhanden. 
Hieraus folgt, dass man im ersten Falle 
nur nöthig hat, das günstige Verhältniss 
von Zucker zu anderen, die Reaction 
beeinflussenden Stoffen (Nicht - Zucker) 
I durch Beifügung von Zucker herzustellen. 



206 



Zu diesem Zwecke bereitet man sich 
eine Lösung yon 1 bis 1,5 pCt. Glykose, 
mischt, nachdem man von dieser den 
richtigen Zuckergehalt ermittelt hat, 
50 ccm der Zuckerlösung mit 50 ccm 
des zu untersuchenden Harns und 
bestimmt den Zuckergehalt dieser 
Mischung. Hat die Zuckerlösung z. B. 
einen Zuckergehalt von 1,42 pCt und 
die Mischung mit Harn zu gleichen 
Theilen einen solchen von 1,02 pCt., so 
ist der Zuckergehalt des Harns: 

1,02 - ^ = 0,31 g 
(Zucker in 60 ccm Harn), das ist also 

0,62 pCt. V, L.H, 

Zar Constitution der 
Santoninsäure und Santonsäure 

macht Wedekind (Ohem.-Ztg. 1902, 137) 
folgende Bemerkungen: Der Uebergang der 
Santoninsäure in Santonsäure durch Kochen 
mit Barytwaaser soll nach Francesconi in 
einer Wandenmg der Doppelbindung in die 
Nähe der Garboxylgnippe bestehen. 

CHs 

C CHg 



weisend sein, wenn die Santoninsäiire nur 
ein Monoxim bilden könnte. Sie liefert aber 
auch ein, wenn auch unbeständigeB, Dioxim. 
Ebenso soll die Santoninsäure nach Frafices- 
coni unter dem Einflüsse von Salzsäure keine 
stabile Endform, Desmotroposantonin, biideii. 
Aber auch das ist partiell und langsam ge- 
lungen. Die Oegenwart euier gewöhnlichen 
Kohlenstoffdoppelbildnng im Santonin wir 
schon deswegen unwahrscheinlich, weil es 
sich nicht zu einem Dihydrosantonin redn- 
cü'en lässt 



HgC 
00 



/ 



\ 



\ 



9/\ 



/f 



GHOH 

OH— CH— COOH 
CHs 



t)\/ 
C CHj 

CHs 

Santoninsäure 



CHs 

C H CHg 

n,c/ ^-^ NooH 



OCL A JO— CH— COOH 

\i/C\/ PH 

C H CHj ^'"8 

CHs 

Santonsäure 

Die Santonsäure, die im Gegensätze znr 
Santoninsäure zur directen Anhydridbildung 
nicht befähigt ist, ist ein Dioxim, da die 

I 
Gruppe — 00H=0- CHOHgOOOH auch 



in der tautomeren Form 

— 00— OH— OHOH3OOOH 



reagiren kann. Die Existenz dieses Dioxims 
wfl rde ab er nur dann für die Formel be- 



Ueber Pilocarpin 

machen Pinyier und Schtvarx (Ohem.-Ztg. 
1902, Rep. 39) folgende Mittheihmgen: Bei 
der Oxydation mit 3 Mol. Kaliumpermanganat 
bei gewöhnlicher Temperatur erhält man ab 
Hauptproduct eine der Aepfelsäure homologe 
Säure: OgH]405. Bei der Oxydation mit 
Ohromsäure bei 80 bis 90^ 0. entsteht me 
Säure: O11H16N2O5, die darch Kalinm- 
permanganat bei gewöhnlicher Temperatur 
in die Säure: C7H12O5 verwandelt wird. 
Wenn man aber das Pilocarpin mit 5 MoL 
Permanganat bei 80 <> oxydhi^ entsteht ab 
Hauptproduct die Säure mit 7 0, in ge- 
ringerer Menge die Säure mit 8 0. Die 
Säure: 0gHi4O5 benennen die Verfaassr ab 
„Homopilonialsäure'', deren Lactonsänre: 
GgHisO^ als „HomopUopsäure^ und die Säure: 
O7H12O5 als ,;PilomalBäure'^ und deren Lacton- 
Bäure: O7H10O4 als „Pilopsäure^^ Die bei 
der Oxydation mit Permanganat früher auf- 
gefundene indifferente Substanz ist wahr- 
scheinlich Methylhamstoff. Das Pilocarpifi 
ist nidit em Sirup, sondern wurde in langes 
Nadeln vom Schmelzpunkte 3A^ krystalfiort 
erhalten. Vergl. auch Ph. 0. 43 [1902J, 66. 



Zur schnellen Unterscheidung 

eines Infusum Ipecacuanhae und 

Infüsum Senegae 

empfiehlt F. Utx (Zeitschr. f. öffentl. Chemie 
1902, 92) die im deutschen Arzneibueh UI 
beschriebene Identitätsreaction. Man macbt 
die Mixtur stark mit Salzsäure sauer und, 
fügt Jodwasser hinzu. Das Ausbleiben einer 
blauen Färbung, sowie das Ausbleiben einer 
Reaction mit Mayer"% Reagens ergiebt, de» 
ein Infusum Senegae vorliegt Auch Ge* 
mische beider Infusen sind auf diese WeiM 
leicht erkennbar, Vg. 



207 



Absolutes Formaldehyd in 
flussiger Form 

hat Rcdkow (Chem.-Ztg. 1902, 135) dar- 
gestellt, indem er der etwa 40proc. kauf- 
liehen FormaldehydlOenng das Wasser mit 
wasserfreier Potüische, Caiciomoxyd oder 
Qilorealeimn entzog. Setzt man der Form- 
aldebydlösnng Pottasche zu, so tritt eine 
hellyioletthlane Färbung auf, die bei weiterem 
Zusätze in graugelb umschlägt Ist die 
Sättigung so weit erreicht, dass sich die 
Pottasche auch bei heftigem Schütteln nicht 
mehr löst, so trennt sidi die Lösung in 
kurzer Zeit in zwei klare Schichten, von 
denen die untere die wässerige Pottasche- 
lOsung, die obere den aus der Lösung 
abgesdiiedenen Formaldehyd, wahrscheinlich 
in emem Gemische verschiedener polymerer 
Modificaiionen, darstellt Aus 350 ccm 
40proc. Lösung wurden nach Zusatz von 
200 g Pottasche nach einer halben Stunde 
etira 150 ccm Formaldehyd abgeschieden. 
Sie wurden im Scheidetrichter von der 
Pottaschelösung getrennt, nochmals mit 
Pottasche durchgeschüttelt und durch ein 
trockenes Filter filtrirt. Diese Flüssigkeit 
hatte das spedfische Gewicht 1,1902 bei 
16^ G. Sie war leicht beweglich, roch 
stark nach Formaldehyd und mischte sich 
klar in jedem Verhältnisse mit Wasser, 
Alkohol und Aether. Sie destilluie unzersetzt 
unter gewöhnlichem Drucke und zwar mit 
voBchiedener Anfangstemperatur, je nachdem 
sie mit Galciumoxyd, Pottasche oder Chlor- 
ealeiam getrocknet ist Bei der ersten 
DestiUation der getrockneten Flüssigkeit 
findet Kohlensänreentwickelung statt Die 
Hauptmasse destiUirt bei 91^ G. und ver- 
ändert beim Stehen mit Galciumoxyd in 
hennetisch verschlossener Flasche ihr Aus- 
seien und ihren Flflssigkeitszustand nicht 
Ist die ursprünglidie Lösung mit Pottasche 
oder Chlorealcium getrocknet, so destilUrt 
zwischen 110 und 112^ C. nach dem 
üebergange der Hauptmenge als Flüssigkeit, 
dne Modification, die im Kühler zu einem 
farblosen, gallertartigen, voluminösen Körper 
erstarrt und den Kühler verstopft. Nach 
dem Abiaasen des Kühlwassers schmilzt er 
wieder und sammelt sich in der Vorlage 
ab farblose, etwas trübe Flüssigkeit lieber 
112^ G. erstarrt das Destillat auch bei 
sorgfältigster Kühlung nicht mehr. Wurde 



die ursprüngliche Flüssigkeit mit Galcium- 
oxyd getrocknet, so bildete sich keine 
erstarrende Modification. Der DestUlationa- 
rückstand hat bräunliche Farbe und riecht 
stark nach Karamel. Der gelatineartige 
Körper roch stark nach Formaldehyd und 
löst sich in Wasser, namentlich warmem, 
klar auf. — A«. 

Durch Einwirkung von Kupfer- 
rhodanür auf Kaliumoyanid 

entstehen nach Itxig (Ghem.-Ztg. 1902, 
Rep. 37) folgende drei complexe Verbind- 
ungen: 

L KGN, Cu2 (CN)2 -f. HgO. 
IL 2 KGN, dug (CN)2. 
in. 4 KGN, 2KGN8, Gu2(CN)2 + HgO- 

Bemerkenswerth ist die Bildung der ersten 
Verbindung, die hier leicht entsteht und aus 
Kaliumcyanid und Kupfercyanür nicht er- 
halten werden konnte, und die Bildung des 
Rhodanocyanids III, welches als Kalisalz 
der Guprorhodanocyanwasserstoffsäure auf- 
gefasst werden muss. ? : Quecksilberrhodanid 
setzt sich mit Kaliumcyanid in der Weise 
um, dass 1 Mol. Qnecksilbercyanid und 2 Mol. 
Kaliumrhodanid entstehen, von denen sich 
das Gyanid mit] 1 Mol. Rhodanid zum 
complexen Kaliumquecksilberrhodanocyanid 
KHg(GN)2CNS vereinigt. Hier kommt man 
also nur zu einem Rhodancyanid von be- 
kanntem Typus. ^he. 



Bin Untersoheidungsmerkmäl 

des OvalbumiuB, der Serine und 

der Serumglobuline 

besteht nach OuMn (Ghem.-Ztg. 1900, 
Rep. 368) darin, dass die Serinlösungen, 
wenn sie mit 15 bis 20 pGt Formol ver- 
setzt werden, keinen Niederschlag geben 
und nach gewisser Zeit die Eigenschaft, 
durch Wärme oder Salpetersäure in der Kälte 
coagulirt zu werden, verlieren. Ovalbumm 
behält nur die Eigenschaft der Goagulation 
durch Salpetersäure in der Kälte. Die 
Serumglobuline werden allmählich durch 
Formol unlöslich gemacht Goneentrirte Löa- 
ungen geben ein gallertartiges Goagulum, 
verdünnte einen flockigen oder pulverförmigen 
Niederschlag. — A«. 



208 



Neumann'sche Phenylhydrazin- 

probe zum Zuckemachweis 

im Harn. 

Die Anwendung des Phenylhydrazins zum 
qualitativen Nachweis des Tranbenznckers 
im Ham ist durchaus keine neue^ hat sich 
aber noch nicht so allgemein in die Praxis 
eingeführt, wie sie es verdient. E, Fischer 
hat bekanntlich zuerst das Phenylhydrazin 
zum Nachweis des Zuckers im Ham empfohlen, 
dann wurde die Fi^cher'&ehe Probe von 
t\ Jaksch (vergl. Ph. C. 38 [1897], 135) 
und später von Kowarshy (vergl. Ph. C. 40 
[1899], 537) zweckmässig verändert, trotz- 
dem Hessen die vorgenommenen Abänderungen 
immer noch nicht eine schnelle, praktische 
Ausführung der Methode zu. Jüngst ver- 
öffentlichte nun Neumanii von Neuem eine 
veränderte Phenylhydrazinprobe, die sich an 
die oben erwähnten eng anschliesst, und 
welche von Margulies (^Berl. Klin. Woch. 
1900, 881) einer eingehenden Nachprüfung 
unterzogen wurde. Diese Methode wird vom 
Verfasser als die beste zum Nachweis des 
pathologischen Zuckers im Ham zur all- 
gemeinen Anwendung empfohlen, da sie 
ausserordentlich empfindlich, sehr charakter- 
istisch und bequem ausführbar ist, vergleiche 
auch Ph. 0. 41 [1900], 158. 

Zur Ausführung der Methode bedarf man 
eines Kugelreagensglases, wie es bei P. 
Altmann, Berlm, Luisenstrasse 47 (Ph. G. 
43 [1902], 46), angefertigt wird, welches 
man aber sich auch selbst leicht herstellen 
kann. Dieses Reagensglas ist Ph. C. 37 
[1896], 49, abgebildet. Man bringt drei 
Marken zu 3, 5 und 7 ccm in demselben 
(vom Boden an gerechnet) an und bläst 
ungefähr in der Mitte das Qlas zur Kugel 
aus. Bis zur Marke 5 wird nun der zu 
untersuchende Ham gegossen, sodann wbrd 
bis zur Marke 7 eine mit essigsaurem Natron 
gesättigte Essigsäure (Gehalt derselben ver- 
gleiche weiter unten) aufgefüUt und 2 bis 
3 Tropfen von reinem unzersetztem Phenyl- 
hydrazin hinzugefügt. Das Ganze wird 
sodann gekocht und bis zur Marke 3 mittelst 
Reagensglashalter eingedampft, schnell unter 
der Wasserleitung abgekühlt, noch einmal 
aufgekocht und wieder abgekühlt Ist 
Zucker vorhanden^ so findet man mikro- 
skopisch die gelben Phenylglycosazonkrystalle. 



Interessant ist, dass man, je nach der 
Stärke der mit essigsaurem Natron gesättigten 
angewandten Essigsäure, es in der Hand 
hat, die Schärfe der Probe zu modificireQ. 
Nimmt man eine 50proc. Essigsäure zum 
Ham^ so erhält man bei 0,02 pCt. Zneker 
noch Krystalle, während bei 75proc. Sänre 
die Grenze bei 0,05 pCt. und bei Eisessig 
bei 0,1 pOt. liegt. Ferner ist übeirasdiend, 
dass normaler Ham, der doch häuHg Trauben- 
zucker enthält, die Phenylglykosazonprobe 
'nicht giebt; wahrscheinlich verhindern in 
demselben andere daselbst vorhandene 
Substanzen die Krystallisation. 

Geringe Mengen Eiweiss stören die Reaction 
nicht, wohl aber Phosphate. Die Osazone 
der Pentosen krystallisiren viel schwerer, 
Lactose kommt nur bei Wöchnerinnen Tor, 
sodass hierdurch Fehlerquellen ausgeschloesen 
sind. Es ergiebt sich aus dem Vorstehenden, 
dass die Neiimann'^iäiQ Methode in Folge 
der hohen Empfindlichkeit, zumal bei 
Glykosurien geringen Grades, besonders 
wegen der einfachen Handhabung für die 
Praxis sehr zu empfehlen ist Vg. 

Ueber eine 

eigenthümliche Beaotion von 

technischen Eisensorten 

berichtet C(yrdier (Chem.-Ztg. 1902, 136). 
Wird kohlenstoff- und stickstoffhaltiges Eisen 
in verdünnter Salz- oder Schwefelsäure ge- 
löst und während der Wasserstoffentwickel- 
ung oder später mit Alkali oder Ammoniak 
übersättigt, so tritt deutlich der Geruch nad 
Isonitril auf. Diese Reaction tritt aber 
nur auf, wenn Kohlenstoff und Stidutoff 
gleichzeitig im Eisen vorhanden sind. Ein 
Gemisch von kohlenstofffreiem, stickstoff- 
haltigem Eisen mit stickstofffreiem, kohlenstoff- 
haltigem Eisenpulver giebt den Carbylaoiin- 
geruch nicht. Er tritt jedoch auf, wenn das 
Gemisch vorher anhaltend stark gegifibt 
wurde. Es scheint demnach Kohlenstoff und 
Stickstoff im Eisen in der Form eines Radicals 
vorhanden zu sein. Die Intensität der Reactioo 
hängt bei vorhandenem Kohlenstoffe von 
dem Stickstoffgehalte ab. Der Geruch rühit 
von einer leicht flüchtigen Verbindung her, 
welche von Wasser nicht, wohl aber von 
verdünnten Mineralsänren zurückgehalten 
wird und walirscheinlich Aethylcarbylamin 
ist. — Ae. 



209 



Anilinfarben als Eiweiss- 

OllQngBmittel und Nachweis von 

Eiweiss im Harn. 

Prof. Dr. Martin Heidenhain in Tübingen 
beweist in einer inteireBsanten Arbeit, deesen 
Original hiermit zur Leetfire empfohlen sein 
mOge^ in der Münchner Medidniseben Woehen- 
sduift 1902; 437^ daes die sauren Anilin- 
farben ganz vorzüglidie Eiweissfftllnngsmittei 
sind, wenn man dieselben durch Ansäuern 
ehemisdi wirksam macht, da die sogenannten 
nnran Anilinfarben als färbendes Prindp 
eine Farbsäure enthalten, welche allermeist 
an Natrium gebunden ist Viele Anilinfarben 
besitzen somit eine ausserordentliche FäUungs- 
knft für Eiweiss. Hit der Zahl der saueren 
Ornppea: SOsH^GO.OH, sowie der Hydroxyl- 
gruppe OH wächst die Fällungskraft und 
mit dem Eintritt der Amidogruppen in's 
Molekül sinkt dieselbe wiederum. Dieses 
Ergebniss, dass viele Anilinfarben eine ausser- 
ordentlidie IlUlungskraft für Eiweiss besitzen, 
kann in der Medidn praktisdi verwertfaet 
werden. Giesst man z. B. eine verdünnte 
Lösung des Violettschwarz zu einer saueren 
Ldsung von Serumaibumin oder Gaseln, so 
erhSlt man, falls nennenswerthe Mengen 
Albumin vorhanden sind, eme ungemein 
sehnelle Ausscheidung desselben in Flocken. 
Selbst in Verdünnungen von 1:20000 er- 
hält man nach einigem Warten schöne, 
flockige Fällungen, welche durch den Farb- 
stoff schon gefärbt und daher leicht er- 
kennbar sind. 

Znm Nachweis von Eiweiss im Harn 
B&uert man letzteren mit Essigsäure (0,4 pCt.) 
unter Erwärmen schwach an, damit das Ei- 
weiss in Acidalbumin übergeführt wird. Zu- 
viel Essigsäure wirkt störend, da dieselbe 
fflr Rch allein eiweisslösend wirkt. Man 
benutzt nun bei einem vorausgesetzten Ei- 
weissgehalt von 1:1000 bis 1:5000 eine 
Farblösung von 0,2 pCt und giesst auf 
15 ecm Harn 2 bis 3 ccm der Farbe hin- 
zu. Ist ein Eiweissgehalt von 1:10000 
bis 1:20000 vorhanden, so verwendet man 
nur 3 ccm der Farblösung, bei einem Eiweiss- 
gehalt von 1:40000 2 ccm, bei 1:60000 
1 ecm. Die Farbsäure verbindet sich mit 
dem Albumin chemisch und ruft die Aus* 
seheidung hervor. 

Diese Eiweissverbindungen mit der Farb- 



säure sind stabiler wie die Natriumsalze, 
besonders besteht eine eigenthümliehe Ver- 
wandtschaft zwischen aromatischen Sulfo- 
säuren und dem Eiweiss, die so fest ist, 
dass selbst 5proc. Schwefelsäure nicht immer 
eine Zersetzung hervorzurufen vermag. 

Dass die Farbsäure thatsächlich an Eiweiss 
gebunden ist, geht aus Folgendem hervor. 
Bekanntlich ergeben basische Anilinfarben, 
wenn sie mit sauren Anilinfarben zusammen- 
gebracht werden, eine Fällung. Diese 
Fällungen, die sogenannte Neutralfarbe, eine 
Verbindung der Farbsäure und der Farbbaae, 
entsteht bei der Gegenwart von Eiweiss 
nicht, weil die Farbsäure an Eiweiss ge- 
bunden ist und durch die Farbbase nicht 
mehr abgespalten werden kann. Man kann 
daher vermittelst Amidoazokörpern 
die Bildung der Acidalbumine an der 
Hand sehr schöner Farbenreactionen 
sichtbar vorführen. Zum Beispiel ergeben 
dunkelblau Amidoazosulfosäuren mit dem Ei- 
weiss rothgefärbte Salze- Acidalbumine. Eben- 
so nimmt Serumalbumin aueh freie Farb- 
basen auf und bildet mit ihnen entsprechend 



gefärbte „e i w e i s p. s a u e r e 
Albuminate. 



Salze«, 



Die Braunfftrbung der 

Lösung beim Fällen von Nickel 

mit AmmoniumpolyBulfld 

beruht auf der Löslichkeit des Schwefel- 
nickels in Schwefelammonium. Das in Lös- 
ung bleibende Nickel kann durch Zusatz 
von Ammoniumchlorid oder -aoetat nieder- 
I geschlagen werden. Um aber jede Ver- 
^ änderung der gelösten Nickelverbindung zu 
vermeiden, haben Antony und Magri 
(Ghem.-Ztg. 1902, Rep. 37) die Lösung im 
Vacuum eingedampft, wobei die Lösung erst 
Schwefelwasserstoff und Ammoniak abgiebt; 
ist die Zersetzung des Schwefelammons voll- 
ständig, so schlägt sich das Nickel in Form 
eines schwarzen Pulvers nieder, dessen Analyse 
die Zusammensetzung NiS^ ergab. Es wird 
nur wenig von concentrirter, fast gar nicht 
von verdünnter Salzsäure angegriffen; 
Salpetersäure löst es schnell unter Schwefel- 
abscheidung. Beim Erhitzen unter Kohlen- 
säure auf 300^ G. giebt es auch Schwefel 

ab und verwandelt sich in Schwefelnickel NiS. 

Ar 



210 



Ueber die Haltbarkeit des 
salBsauren Tropacocain. 

Nach Angabe von E, Merck verhalten 
sidi neutrale wässerige salzsaure Fropa- 
oocalnlösungen anscheinend beliebig lange 
Zeit ohne irgend welche weiteren Vor- 
kehrungen, wie vorherige SterUisation. 
Ebenso haltbar erweisen sich die Lösungen 
beim Erhitzen, selbst wenn man dieselben 
längere Zeit am Rttckflusskühler im stärk- 
sten Sieden erhält Man kann daher 
dieselben unbedenklich längere Zeit zur 
Sterilisunng kochen. Salzsaures Cocain ist 
dagegen beim Kochen viel weniger wider- 
standsfähig, da eine Zersetzung desselben 

hierbei Idcht eintritt Vg. 

Sckweix, Woehensehr. f. Ghem. u. Pharm. 

1902. 86. 



Oewinnung von 
reinem nativen 

Nach von Oefele ist Thiosinamin (AUyl- 
sulfoliarnstoff) — vergl. Ph. C. 43 [1902], 1 
— in wässeriger Lösung ein ausgezetchnetes 
Lösungsmittel für Eiweisskörper. Die chemi- 
sche Fabrik von E, Merck hat ein diesbe- 
zügliches Patent No. 128125 vom 29. Mai 
1901 zur Gewinnung von reinen nativen 
Eiweissstoffen genommen, welches dadurch 
gekennzeichnet ist, dass man Thiosinamin 
als Lösungsmittel für Eiweissstoffe verwendet 
und aus der erhaltenen Lösung die Eiwm- 
stoffe in bekannter Weise durch Alkohol 
oder Alkohol niid Aether ausfällt Tg. 



Die speoifischen Volumina von 

Sauerstoff und Stickstoff beim 

Siedepunkte des Sauerstoffs 

hat Vewar (Chem.-Ztg. 1902, 138) be- 
stimmt Nach Anbringung aller nöthigen 
Correcturen, welche sich auch auf die 
Volumenzunahme des Gefässcs bei 3 bis 
4 Atm. Druck und auf die Beeinflussung 
des Volumens durch Temperaturwedisel be- 
zogen, fand er durch Wägen einer Flasche, 
die mit den Gasen beim Siedepunkte des 
Sauerstoffs gefüllt war, bei gewöhnlicher 
Temperatur, dass 1 L Sauerstoff bei 760 mm 
und 90,5 ^ absoluter Temperatur eine Masse 
von 4,428 g und ein specifisches Volumen 
von 225,82, und dass Stickstoff bei 78 ^ 
absolut ein specifisches Volumen von 221,3 
besitzt Nach der Berechnung der Masse 
eines Liters Saueretoff aus den Regrumlt- 
sehen Zahlen erhält man nur 4,3137 g, 
sodass die Contraction bei den niedrigen 
Temperaturen 2,46 pCt. grösser ist, als bei 
gewöhnlicher Temperatur. —he. 

Zur Darstellung 

eines möglichst geschmacklosen 

Farbmalzauszuges 

wird nach Schramm (Chem.-Ztg. 1902, 140) 
das Farbmalz auf kaltem Wege ausgelaugt 
die erhaltene Flüssigkeit filtrirt und dann 
zur Dichte der Zuckercouleur eingedampft. 
Dadurch sollen die Bitterstoffe weniger ge- 
löst werden. — ä«. 



Die Verwendung des Natrium- 

salicylates zur Bestimmung von 

Gemischen aus Terpenalkoholen 

und ihren Estern, 

wie sie von Charahot und H4bert ange- 
geben worden ist, unter Benutzung dner 
50proc. Lösung von Natriumsalicylat, führt 
nach den Versuchen von Darxens und 
Armingeat (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 22) zu 
keinem selbst annähernd richtigen Resultate. 
(Vergleiche das Referat über ähnliche Ver- 
wendung des Natriumpalicylates in Ph. G. 
41 [1900], 126.) -he. 

Mittel gegen HaarausfalL 

Tirisselmann empfiehlt in der ZeitBohr. 
f. Kosmetik folgendes Mittel gegen Haar- 
ausfall. Nachdem der Haarboden Abends 
mit einer milden Seife unter Zusatz von 
etwas Fett, wie Lanolin u. dergl., gewaschoi 
und abgetrocknet ist, trägt man auf die 
noch feuchte Kopfhaut folgende Mischung 
auf: 

Spiritus rectificatissimus 10,0 g 
Acidum tannicum . . 5,0 g 
Spiritus coloniensis . 2,0 g 
Spiritus Sinapis . . 10,0 g 
Spiritus Vini gallici . 80,0 g 
Man vergleiche auch Ph. C. 38 [18971, 
678, 769, 789 und 39 [1898], 519 u. 562. 

Preislisten sind eingegangen von: 

G. db R. Früx zu Wien über Drogen, Chemi- 
kalien, pharmaceutische Präparate, Beagentieo, 
SpecialitÄten, Verbandstoffe u. s. w. 

Hasche db Woge zu Hambarg über Ghemikaiieo, 
Diogou, phaimaceulisuhe Präparate u. s. w. 



211 



Bakteriologische MiHheilungen. 



Wechselwirkung swischen 
Typhus und Pneumonie-Toxinen. 

Dorch MiBchnng von 30 Tropfen Pneu- 
moniesenim mit einem Tropfen Thyphns- 
senun wird nach Kranis Litter. Beil. d. 
DentBchen Med. WodienBchr. 1900, 208, in 
letzterem die Fähigkeit, Ag^ntination hervor- 
zamfeD; aufgehoben, ein Tropfen T}^phiis- 
sennn dagegen mit 30 Tropfen Bouillon 
agg^Qtinirt sofort Ueber ThyphoB-Aggln- 
tinin vergl. man Fh. C. 41 [1900], 45. 

Ein Parasit im Blute der 



Nach Angabe von Bra (Medic Blätter 
1902, 101) findet man beständig im Blute 
dtf Epileptiker kleine, schwach lichtbrechende, 
kieht bewegliche, vereinzelt oder zu zwei, 
mdst zu Ketten angeordnete Punkte. Es 
handelt sich um eine Speciaiart von Strep- 
tocoeoen, welche man nur im Blute der 
Epikptiker findet Vg, 

Ueber die Wasserstoff- und 
Methangährung der Cellulose 

hat Omeliansky (Chem.-Ztg. 1902, 133) 
Untoreudiungen angestellt Reines schwed- 
isdies FUtrirpapier wurde in Kolben unter 
Zusatz von Kreide und einer mineralischen 
NähntofflOsung nach Infection mit Schlamm 
oder Pferdemist bei 35^ G. der Gähning 

Wasserstoff gähning 

Angewandte Celhilose 3,4743 g 

ünzersetzter Rfickstand 0,1272 g (3,(> pCt) 

Qjl,,^ I Flüchtige organische Säuren 2,2402 g (64,5 pCt) 

producte ^^^'«°«f^^^^ • • • • ^'^!^^ «!(28,4 pOt.^ 

(Wasserstoff bezw. Methan . 0,0138 gl ' 

Beide Währungen sind physiologisch sehr Mengen von Essigsäure und normaler Butter- 
ähnlich, bei beiden entstehen bedeutende säure. —he. 



ausgesetzt Die Kolben waren mit Ableit- 
ungsröhren fflr die entstehenden Oase ver- 
sehen. Die Incubationsdauer schwankte von 
einer Woche bis xu einem Monate und 
mehr. Bei der Gähning Itete sich die Kreide 
und das Papier erhielt zahhpelche feine Oeff- 
nungen, sodass es wie angefressen aussah. 
Bei fortschreitender Gährung versdiwand das 
Papier fast vollständig. Die angesammelten 
Gase erwiesen sich in emer Versuchsreihe 
als Methan und Kohlensäure,, in einer anderen 
als Wasserstoff und Kohlensäure. DieWasser- 
stoffgähmng tritt ein, wenn die zur Infection 
benutzte Cultnr vorher erwärmt wird. Ein- 
mal eingelotet, behalten beide Gährungs- 
arten in einer ganzen Reihe von Gultnien 
ihren Charakter bei, in den weiteren 
Generationen flbt das Erwärmen keinen Ein- 
fluss auf den chemischen Charakter der 
Gährung aus. Bei Mischinfectionen mit 
solchen Culturen flberwog stets die Methan- 
gährung. Wurden zwei Culturen gemischt 
inficü^ die eine 15 Minuten lang auf 75^ 
erwärmt, die andere nicht, so stellte sich in 
der ersten Wasserstoffgährung, in der zweiten 
Methangährung ein. Die BaciUen der beiden 
Gährungen sind morphologisch sehr ähnlich, 
sehr feine, schwach gekrümmte Stäbchen, 
an deren einem Ende kugelige Sporen utzen; 
Versuche, sie auf anderen festen Nährböden 
zu isoliren, waren ohne Erfolg. Den quan- 
titativen Verlauf der Gährung zeigt folgende 
Zusammenstellung : 



Methangährung 
2,0815 g 

0,0750 g (3,6 pCt) 
1,0223 g (49,1 pCt) 

0,1372 gl ' *^ 



Hygienische 

Ueber die Wirkung der 

Bors&ure auf den Stoffwechsel 

des Menschen 

•teilte Ptof. Rtibfier (Hyg. Rundschau 1902, 
161^ interessante experimentelle Untersueh- 
ongen an Menschen an und kommt zu dem 
&gebniBS, dass bei den Versuchspersonen, 
weiche borsänrehaltige Nahrungsmittel zu 



itttieilungen. 

sich genommen hatten, Aenderungen in der 
Kothausscheidung eingetreten waren, woraus 
auf eine geringere Verwerthung der Nahrung 
an und für sich geschlossen werden konnte; 
ebenfaUs war eine Gewichtsabnahme der 
Personen wahrnehmbar. Femer stieg die 
Kohlensäure- und Wasserdampfausscheidnng, 
und ein bedeutend grösserer Umsatz der 
stickstofffreien Stoffe konnte festgestellt wer- 



212 



den. Die Borate üben demnach einen den 
Fett und Kohlenhydratumsatz steigernden 
Einflnss ans. Durch den ständigen Genuss 
von borsäurehaltigen Nahrungsmitteln — be- 
kanntlich beträgt der Zusatz der Borsäure 
nicht selten über 3 pGt — können daher 
bedeutende Veränderungen im Stoffwechsel 
eines Menschen hervorgerufen werden. Wie 
liubner feststellte^ kann ein Mehrverbrauch 
an Energie von 22 pCt. hierdurch herbei- 
geführt und der Umsatz der stickstofffreien 
Stoffe um fast 30 pGt erhöht werden. Die 
Verminderung des Fettbestandes im mensch- 



lichen Organismus aber kann zu einer ge- 
sundheitlichen Schädigung Veranlassung geben, 
unter Umständen auch zu einem rascheren 
Zusammenbruch des eiweisshaltigen Materials 
führen. Welche schwerwiegenden Folgen 
hieraus namentlich für die Kinderemähnmg, 
dann bei alten und körperlich herunter gekom- 
menen Personen ; bei Genesenden sich dureii 
fortgesetzten Genuss borsäurehaltiger Nahr- 
ungsmittel ergeben müssen, liegt wohl auf 
der Hand. Ein grundsätzliches Verbot bor- 
säurehaltiger Zusätze zu Nahrunpmittehi st 
demnach nur mit Freuden zu begrüssen. 
....™^. Vg. 



Therapeutische Mittheilungen. 



Behandlung des Scharlachs mit 
Sozojodolnatrium. 

Dr. iSi^^^A:^- Oranienburg empfiehlt in der 
Deutschen Medicinal-Zeitung 1902, 109 zur 
Vernichtung des Scharlacherregers Sozojodol- 
natrium in Verbindung mit und ohne Itrol 
als specifisches Mittel. Die allgemeine Be- 
handlungsweise besteht in Bettruhe, reiner 
Milchdiät, am besten in Form von Milch- 
mehlsuppen, Reinhaltung der Mundhöhle, 
indem man nach jeder Mahlzeit jungen 
Kindern, welche noch nicht gurgeln können, 
eine Iproc. Kochsalzlösung zu trinken giebt, 
ältere lässt man mit ein bis zwei Esslöffel 
voll 30- bis 50proc. Spiritus gurgeln und 
dann mit Iproc. Kochsalzlösung nachspülen. 
Schliesslich hat die Reinigung des Darmes 
durch grosse Einlaufe von Iproc. Kochsalz- 
lösung zu erfolgen. 

Als Schfittelmixtur giebt derselbe unter 
Anderem folgende Zusammenstellung: 

Itrol 0,5 

Sozojodol - Natrium . . . 5,0 
Spiritus . . . 20,0 bis 50,0 
Aqua destillata ad . . . 200,0 

vg^ 

Bei Scharlach 

ist Ichthyol-Lanolinsalbe (5- bis lOproc.) nach 
Seiberi -'New-York eine vorzügliche Ein- 
reibung. Es müssen 30 bis 90 g Salbe 
längere Zeit hindurch jedesmal eine halbe 
Stunde lang sorgfältig verrieben werden. 
Die Anschwellung der Haut geht dadurch 
nach der ersten Einreibung zurück, das 
Jucken lässt nach, phlegmonöse Haut- 
affectionen werden verhütet und die Körper- 



temperatur sinkt nach wenigen Stunden- 
Bei Erkrankung des Rachens und der Nase 
empfiehlt Verfasser Spülungen mit 5proe. 
Ichthyollösung. (Vergl. Ph. C. 38 [1892], 
60.) Vg. 

Die subcutane Einspritzung von 

Gelatine 

ist nach Freudweiler (Wiener Med. PresBe 
1900, 1702) nicht ohne Weiteres bei Nieren- 
entzündung (vergl. Ph. C. 39 [1898], 893. 
902) als blutstiUendes Mittel zu empfehlen, 
da dieselbe unter Umständen sehr nachtheil- 
ige Wirkung haben kann und oine Zerseti- 
ung des Blutes möglich ist. Als Uraaehe 
hierfür nimmt Verfasser an, dass die Gelatine 
oder ihre Zerspaltungsproduote den Köiper 
durch die Nieren verlassen, dieses Organ 
dadurch sehr gereizt und die an und fttr 
sich schon erkrankte Niere in naditheiligem 
Sinne beeinflusst wird. (Vergl. hierzu auch 
Ph. 0. 42 [1901], 774 u. 818.) Vg. 



Glykogengehalt in den Eiter- 
körperchen. 

Brefle (Deutsche Med.-Ztg. 1900, 1136) 
berichtet, dass nach seinen Untersuchungen 
das Glykogen sich mehr oder minder reieh- 
lieh in den Eiterkörperchen constant findet 
In alten, sowie in tuberkulösen Eiterherden 
bleibt die Reaction auf Glykogen hänfig 
ganz aus oder tritt nur schwach auf. Er 
Bohliesst, dass überall da, wo im Eiter die 
Jodreaotion eintritt, es sich um einen aetiven 
entzündüchen Process handelt Vg. 



213 



Technische II 



Ferrometer. 

Dr. Jolles bat einen Apparat zur colori- 
metiischen Eisenbestimmung anfertigen lassen, 
welcher mit Leicbtigkeit mit dem bereits in 
die klinisehe Praxis eingeffibrten Hämometer 
von Fidschi verbunden werden kann (ver- 
gleiche Ph. C. 41 [1900], 557). Der Eisen- 
gehalt wird colorimetrisch mit Hilfe eines 
Giaskeiles bestimmt, in die Rhodanverbind- 
uog (Ibergeführty und deren Farbenintensität 
durch Vergleich mit jener des Glaskeiles 
des Fleischrwhen Il&mometers festgestellt 
VerfaBser weist darauf bin, dass die Be- 
stimmung der Ferrometer- und Hämometer- 
zahl zusammen werthvolle Aufschlüsse be- 
zflgBeh der Blutbeschaffenheit zu geben ver- 
mögen. Was den Eisengehalt des Rindes- 
alten betrifft, so sind auf Grund von Unter- 
sachungen zwei Perioden durch eine be- 
sondere Anreicherung des Eisengehalts ge- 
kennzeichnet, die des Ueberganges von der 
SäuglingBem&hrung isur gemischten Kost und 

die der Geschlechtsreife. Vg, 

Münch. Med. Wochenschr. 1901, 342. 

HUchthermophore. 

Dr. W. Silberschmidt hält die Anwendung 
der zur Zeit im Handel befindlichen Bülch- 
thermophore ffir die Säuglingsemährung 
nicht als empfehlenswerth, da dieselben nicht 
geeignet seien, die im SoxhleVwiXieti Apparte 
erhitzte Milch warm zu halten. Die Keim- 
zahl nahm, wie er feststellen konnte, nach 
sechs Stunden zu und war nach neun 
Standen beinahe so gross, wie in der rohen 

Milch. (Vgl. Ph.C. 41 [1900], 574). ^7. 
Gorrespbl. der Schtceix. Äerxte 1902, 115. 

Handtaschen, Muffw'ärmer, sowie 
Fasswärmer 

hat die Deutsche Thermophor-Actiengesell- 
aduft (Fh. C. 41 [1900], 574) construirt, 
die es ermöglichen, ohne Feuer andauernd 
wvme Hände und Füsse zu haben. Die- 
selben sind kleine, bequem in der Tasche 
oder im Muff zu tragende Apparate, die 
seibstSadig in Folge ihrer chemischen un- 
BcfaldMchen Füllung, drei bis vier Stunden 

eine gut ftlhlbare Wtane abgeben. Vg. 
Deutsche Med.-Ztg. 1900. 1144. 



ittheilungen« 

Neuer Milchsterilisationsapparat 
für den Hausgebrauch. 

Dr. E, Kobrak beschreibt in der Berliner 
Klinischen Wochenschrift 1902, 187, einen 
guten Milchsterilisationsapparat, vermittelst 
dessen es möglich ist, die Milch bei möglichst 
niedrigen Temperaturen zu sterilisiren. 
Derselbe ist dadurch besonders im Haus- 
gebrauch praktisch, dass eine Thermometer- 
oontrole seitens der Hausfrau nicht unbedingt 
nothwendig ist. Dieser Pasteurisirapparat, 
welcher von der Firma J. Hirschhm'nj 
Berlin SO., Köpnickerstrasse 149, hergestellt 
wird und daselbst zum Preise \on 16,75 Mk. 
zu haben ist, hat folgende Zusammensetsung: 
Ein Kochgefäss trägt an einer bestimmten 
Stelle eine Marke. Bis dahin wird das 
Gefäss mit Wasser geffUlt, welches auf dem 
Herd zum Sieden gebracht wurd. Man 
entfernt dann dasselbe vom Feuer und setzt 
aus einem beigegebenen LitergefSss 1 L 
kaltes Leitungswasser zu. Jetzt erst kommt 
der Emsatz mit den Milchflaschen in das 
Wasserbad, wodurch innerhalb von fUnf 
Minuten eine Anfangstemperatur von 65^ 
in den Flaschen erzielt wird. Die Temperatur- 
oonstanz bezw. ein Temperaturabfall auf 
nicht unter 60 <) während 1 Y2 Stunden 
wird dadurch erhalten, dass das Gefäss über 
einen in der Mitte eines runden Untersatzes 
befindlichen Rost gestellt wird, auf dem 
drei StQck der überall erhältlichen Dalli- 
Glühkohle vorher mittelst Spiritusflamme 
zum Glühen gebracht worden sind. Diese 
Glühkohlen bieten dann eine in sich 
abgeschlossene Wärmequelle, die immer die 
gleiche Wärmemenge abgiebt. Die erzeugten 
Anfangstemperaturen und der Temperatur- 
ablauf ist bei diesem Apparat constant, 
ohne dass Thermometercontrole erforderlich 
ist. Im Sommer liegen in Folge des 
wärmeren Leitungswassers die Temperaturen 
um 3 bis 5^ höher. Die damit erzielte 
erhöhte Sterilisationswirkung kann indess 
im Sommer nur willkommen sein. Vg. 



Neuerungen an Laboratoriums- 
Apparaten. 

Dreieck. Das von Stanek angegebene 
Dreieck, welches die Firma Max Kahler tSb 
Martini zu Berlin fertigt, besteht aus einem 



n 



814 



mit drei gebohrten LOohem Teniehenen RiDge, 
in welchem drei an den Enden abgerundete 
oder mit Piatinblech bedeckte Stäbchen ans 
fenerfestem Thon stecken. Dieselben sind 
verschiebbar, sodass man also die Vorricht- 
nng leicht für Tiegel verschiedener 
Gritasen passend machen kann ; dordi kleine 
Schraaben werden die Stäbdien in ihrer 
passenden Stellang festgehalten. Der Ring 
ist an emem der üblichen Gestelle zu be- 
festigen und trägt gleichzeitig noch einen 
verstellbaren Schornstein für den Bunden- 
sehen Brenner. 



Zur Enteisenung von Grund- 
wasser 

wird nach emem Patente von Oesten (Ghem.- 
Ztg. 1900, 1000) eisenfreies, sehr sanerstoff- 
rdches Wasser in die einen Rohrbrunnen 
umgebende Bodenschicht geleitet Durch 
Diffusion soll sich der Sauerstoff dem Grund- 
wasser mittheilen und das darin enthaltene 
Eisen durch Oxydation niederschlagen. Dieses 
wird dann von dem als Filter wirkenden 
Boden zurückgehalten. (Vergleiche Ph. 0. 

41 [1900], 13 und 42 [1901], 342). 

— he. 



Tropfenfängerflasohe 

D. E. G. M. 155927. 

Diese neue Flasche hat den grossen 
Vortheil, dass Flasche und Ausflussröhre 
aus einem Ganzen sind. Ein Heraus- 
fallen der Ausflussröhre ist in Folge 
dessen ausgeschlossen ; bekanntlich 
passirt das bei den bis jetzt bekannten 
Flaschen recht häufig, namentlich dann, 
wenn der Inhalt zur Neige geht. Auch 
ist der Preis gegenüber den jetzt 
bekannten Flaschen ein bedeutend 
niedrigerer, (ungefähr 40 pCt.). Da die 
neue Tropfenfängerflasche in allen 
Grössen herstellbar ist, dürfte sich 
dieselbe ganz besonders fttr ätherische 
Oele eignen, ebenso filr fette Oele, 
Balsame, Linimente u. s. w. Auch ohne 
Glaskappe (als Einsatzgefäss für 
Sirupe), ist dieselbe sehr praktisch und 
sauber. 

Anfragen, sowie Bestellungen sind zu 
richten an Apotheker M, J. Schuhe zu 
Tharandt bei Dresden. 



Winke zur Früfang 
von Thermometern f&r wiasen- 
schaftliclie Zwecke 

giebt Kühn (Chem.-Ztg. 1 902, 106). Von 
den verschiedenen Glassorten kommen in 
erster Linie das Borosilicatglas 59111 und 
das Normalglas 16 III der Firma Schott 
(& Oen, in Betracht, von den Thfiringer 
Gläsern eigentlich nur das Ordner <t 
Friedrich'stke Resistenzglas, da Thermo- 
meter aus anderen Thüringer Glfisem An- 
stiege des Nullpunktes von 4 bis 5 ^ C 
zeigen und künstliche Alterung, wie sie hä 
den Jenaer Gläsern vorgenommen wird, 
nicht geglückt ist Zur Prüfung der FüUmig 
erhitzt man das Thermometergefäss in dnem 
Reagensglase über einer Spiritus- oderBunsen- 
flamme, bis das Quecksilber bis an das Ende 
der Theilung gelangt ist Das Ansteigen 
in waagerechter Lage muss in möglichst 
ruhiger, stetiger Weise vor sich gehen. Reiast 
das Quecksilber mit plötzlichem Ruck über 
2800 C. oder später, so ist die Stickstoff- 
füilung mangelhaft oder fehlt ganz. Beim 
Zurückgehen des Quecksilbers dürfen in der 
Capillare weder Quecksilbertheilchen hängen 
bleiben, noch ein blaulichgrauer Niedersdüig 
oder kleine Bläschen zu erkennen sein. Die 
Milchglasscala muss unbeweglich angebradit 
sein, die beste Befestigung ist die „Fuess- 
sche^^ mit Glassattel und Feder, die der ScaU 
die nöthige Ausdehnung gestattet Bei der 
Richter'^en Befestigungsweise muss man 
darauf achten, dass die Scala auf der Ver- 
engung des äusseren Rohres aufliegt, di 
sonst leicht eine Zei'sprengung desselben ein- 
treten kann. Die Theilung selbst muss ein- 
geätzt oder eingebrannt sein und darf nidit 
mit Tusche beschrieben und laddrt sein. 
Bei letzteren brennt Theilung und Schrift 
ganz weg oder der Lack wird braun und 
vArhindert das Ablesen. Die Prüfung der 
Theilung und Justirung kann sich für den 
Laien nur auf Nachprüfung der Fundamental- 
punkte durch Einbetten in feingesofaabteB 
Eis und Einhängen in den Dampf sieden- 
den Wassers unter Zuhilfenahme der Baro- 
metercorrection erstrecken. Eältethermoffleter 
prüft man durch Einbetten in feste Kohlen- 
säure, wobei in der Flüssigkeit keine Kry- 
stalle auftreten dürfen. Da eine völlig waaser- 
freie Füllung sehr schwierig ist, iura man 



215 



dAbei sehr wählerisch sein mOasen bezfigUeh 
der Bezugsquelle. Fabrikthennometer und 
Stoekthermometer müssen unter genauer 



enge Oeffnung der Capillare des Stoekes 
aufweisen, da sonst bei anderer Eintauch- 
tiefe und zu weiter Capillare Abweichungen 



Angabe, wie weit der Stiel eingetaucht wer- von 30 bis 40^ C. möglich sind. -^ke. 
den soll, bestellt werden und eine möglichst | 



Verschiedene Mittheilungen. 



Holskohle mit 
grossem Entfärbungsvermögen 

wird nach Ostrejko (Chem.-Ztg. 1902, 139) 
dargestellt durch Behandeln eines beliebigen 
kohlenstoffhaltigen Materials in kleinen 
Stücken mit Galciumchlorid oder -acetat oder 
Verbindungen von Magnesium, Baryum oder 
Silidum und darauf folgendes rasches Er- 
hitzen auf Rothgluth unter Luftabschluss. 
Es werden nur gasige DestiUationsproducte 
erhalten. Man kann die Salzlösungen fort- 
lassen, wenn man feuchtes Material oder 
überhitzten Dampf anwendet Das ge- 
wonnene Product kann mit einer Säure, 
dann mit Wasser gewaschen und dann nodi- 
mals zur Rothgluth erhitzt werden. Es 
können gehacktes Holz, Hobelspähne, Kohlen- 
staub, gewasdiener Toif, Naphtharflckstände, 
Pech, Rflbenschnitzel und feuchte Kartoffel- 
adieiben oder Kartoffelstficke verwendet 
werden. —ke. 

Kiedrioher Sprudel. 

Die von Prof. H, Fresenius 1899 aus- 
geführte Analyse des Wassers des Eiedricher 
Sprudels bei EltviUe a. Rh. ergab nach emer 
gütigst übersandten Abhandlung die folgen- 
den Resultate: 

In 
1000 (Jew.-Th. 

Chlomatrium 6,819597 

Chlorlalium 0,376383 

ChlorlitÜium 0,055793 



Chlorammonium 

Chlorcalcium 

Bromnatriam 

Jodnatrium 

Schwefelsaurer Kalk 

„ Strontiaii .... 

,, Baryt 

Kohlensaurer Kalk 

Kohlensaure Magnesia ..... . • 

Kohlensaures Eisenoxydul . . . *\ 
,, Manganoxydul . . . 

Arsensaurer Kalk 

Phosphorsaurer Kalk . . . 
Kieselsäure 

Summe 

Kohlensäure, mit den einfachen 

Carbonaten zu Bicarbonaten ve'r-' 

bundene 

Kohlensäure, völlig freie .... 

Summe aller Bestandtbeile 



0,000489 
0,982792 
0,003075 
0,000017 
0,121346 
0,023328 
0,000414 
0,173064 
0,086738 
0,013485 
0, Ö2405 
0,000207 
0,000035 
0^049571 

'8,708739 



0,127617 
0,178860 

9,015216 



Mit der von C. Bischoff 1888 ausge- 
führten Analyse sind grössere Differenzen 
vorhanden bezüglich des Gehalts an kohlen- 
saurem Kalk und kohlensaurem Eisenoxydul, 
was sich erkl&ren lüsst, weil Bischoff die 
Analyse bald nach Beendigung der Bohrung 
ausführte. 

Der Kiedricher Sprudel gehört zu den 
Kochsalzquellen, und zwar stellte er nach 
seiner Temperatur von 24,3^ und wegen seines 
Kochsalzgehaltes den Uebergang zwischen 
den kalten Soolquellen und den Kochsalz- 
thermen dar. Bezüglidi der Bestandtbeile 
(nicht der Temperatur) zeigt er grosse Aehn- 

lichkeit mit dem. Wiesbadener Koehbrunnen. 

P. 



Briefwechsel. 



Apoth. Br« in 8. Wir empfehlen Ihnen das 
höehst interessante Werk: ..Klinische Diagnostik 
innerer Krankheiten mittel&t bakteriologischer, 
chemischer und mikroskopischer Untersuch nngs- 
methoden von Dr. Rudolf von Jakseh''' Sie 
werdeo hier alle in Frage komnendeu Unter- 
SQchungsmethoden finden, welche in der Praxis 
vorkommen. Vorzüghche Abbildungen sind dem 
Werke beigefügt 

Apoth. B. in B. üeber die Benutzung 
▼om Schwimmern bei Büretten nimmt G. 
^^mg$ (Zettschr. L angew. Chem. 1900, 936) zu 



der Veröffentlichung von Kreitling (vergL Ph. 
C. 41 [19001, 557) SteUunff. Er bestätigt, dass 
Analysenfehler durch die älteren, sog. Erdmann' 
sehen Schimmer sich herausstellen können, da- 
gegen können die von Kreitling angegebenen 
Fehler bei Ku^elschwimmern nicht vorkommen. 
Apoth. H. Br. in 0. Die näheren Beding- 
ungen für das Preisausschreiben für Lehr- 
linge der Mitglieder des Pharmaceutischen Kreis- 
vereins Zwickau finden Sie in voriger Nummer 
auf Seite 199. 



Verleger aud recaatwortUfllMr Ldter Dr. A« Sekaeider In Draedin. 



-4 Salz- 1- 
Schürfer 
Bonifaciusbrupnen. 

60 Flu«hen fnuico Mk. 24,00. 
Auftrag beliebe man den Grossisten auf- 
zugeben, welche häufig in dei Lage sind, 
io Folge gäastiger FrachtverbättDisse 
billigeren Preis zu stellen. 



Anilinfarben! 

io alleo NoanoeD, spedell tüi 

Tinteniabrikation 

piipuirt, wie solche za den Vorachrilteii des 
Herrn Engen Dtoteilek verwendet nnd in dessen 
- Manual empfohlen weiden, hfilt stets anf Lagei 
und versendet prompt 

Franz Schaal, Dresden. 



B. B. ßebniBOhsmuBter. 



Glas- 

n 

das Bee1 
für je 

von POM 

Fi 

ehem. pharmae. Oel) 

Berlin S^, KSpn 



^^— ^ llandTei 

Qogen Jucken ver 
^^^^ bei Hämorrhoiden, 

Aoiien-Gesellschaft f i 

PhKrmRC. Abtb. -4 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

Zeitsehiift ffli wissenschaftliehe and geseh&ftliche loteressen 

der Pharmacie. 

GeKTttndet von Dr. H. Hager 1859; fortgeführt von Dr. R. Geissler. 

Heraasffeffeben von Dr. A. SehB«ider. 



♦>♦ 



Kneheint jeden Donnerstag. — Bexagspreis Tierteljährlioh: doroh Post oder 
Bachhandel 2,50 Mk., unter S&eifband 3,— Jft., Ausland 3,60 IQ. Einxelne Nummern 90 Pf. 



Anseigen: die einmal gespaltene Petit-Zeile 25 Pf., bei nösseren Ameigen oder 
holnngen PkräermissigiiDg. — Geseklflmtellei Dresden (P.-A. 81), Sohandaner Strasse 43 
Leiter ier Zettsekrllt: Dr. A. Schneider, Dresden ^.-A. 21), Sohandaner Strasse 43. 
An der Leitung betheiligt: Dr. P. Süss in Dresden-BIasewitc. 



MU. 



Dresden, 17. April 1902. 



Der neuen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLIIL 

Jahrgang. 






Inhah: Chemie ud Ptaaraifteie: Die Naphthafiachgifte und ihr Einflust aaf Fitche, andere Thicre und Bakterien. 
- Vervendong des Katriamaalicjlatcs aar Bestlmmoag toq Oemischen aus Terponalkoholen an*i ihren Eat>m. — 
DigitaUa-Prlpwate mit bestimmtem physlologi xhen Wirkungawerth. — Oelaiine ata PiUea-Bindemittel. - Ein aa- 
tgrns aal eolloidale MetalUOsnngen. — Farbige Alkaloide. — Wirkung einiger Oxjdationamittel auf Acetyien. — 
Neue Verblndangen dea Wiamnttrichloridee and Wiamattrijodidea. — Blldang Ton Milohaiore aua Pentoaen durch 
Aetakali. ~ StiokatofThaltige Bestandtheile der Zaokeralfte. — Weisse Emaille. — Pharmakogiiogie. 

venehledeae MlttiieUnagee» ~ Briefweeh««!. 



Chemie und Phermaoiei 



Die Naphthaflscbgifte 
und ihr Einfluss auf 
andere Thiere und Bakterien. 

Von Mag. pharm. J, Kupxis. 
(Autorreferat.) 

In den letzten fflnfzehn Jahren ist 
die Vernnreinigang der Flüsse mit 
Naphthaprodncten in allen Naphtha 
prodncirenden Ländern, besonders aber 
in Rassland, öfters erörtert worden. In 
Rnssland handelt es sich hauptsächlich 
mn die Verunreinigung der Wolga, deren 
Wasser viele Millionen Menschen trinken 
nnd deren Fischreichthum zu den Haupt- 
nahmngsmitteln eines grossen Theiles 
der Bevölkerung Centialrusslands ge- 
hört Die Verunreinigung stammt von 
dem Transport der Erdölproducte aus 
Baku in hölzernen Barken her. Gute 
Barken weisen bis 3 pCt. Leckage auf, 
schlechte aber viel mehr. Wenn man 
fior 3 pCt. Leckage annimmt, so erhält 
man im Laufe der letzten zehn Jahre 
bis 60 Millionen Pud Naphthaproducte, 
welche in den Fluss durch Ledkage ge- 



rathen sind. Hierzu muss man noch 
hinzufügen die nicht kleinen Mengen, 
welche durch Havarien, Naphthaheiz- 
abfälle etc. den Fluss verunreinigen. 
Die Fischereiindustriellen schreiben die 
Ursache des rasch abnehmenden Fisch- 
reichthums der auf der Wolga schwim- 
menden Naphthaschicht zu und bemühen 
sich, gesetzliche Bestimmungen zu er- 
halten, dass die Erdölproducte nicht 
mehr in hölzernen Barken transportirt 
werden. Dagegen protestiren die 
Naphthaindustriellen, denen die An- 
schaffung einer eisernen Naphthaflotte 
mehrere Millionen Rubel kosten würde. 
Die Naphthaindustriellen sprechen dem 
Erdöle jede schädliche Wirkung ab und 
stützen sich dabei auf die Untersuch- 
ungen von Dr. zool. Nikolsky^), welcher 
das Erdöl für die Fische vollständig 
unschädlich fand. Zu ganz anderen 
Resultaten gelangten Prof. Tschermah-^) 
und Cand. Arnold^). Nach ihren Unter- 

*) Westnik ribopromyscblennoati 1894. 
^ Ebendaselbst 1896. 
3) Ebendaselbst 1897. 



218 



suchungen war das Erdöl wieder für 
die Fische ein tödüiches Gift. 

Die Arbeiten genannter Autoren waren 
nicht mit genügender Genauigkeit aus- 
geführt worden. Es waren weder Sauer- 
stofEbestimmungen des Wassers gemacht, 
noch die Menge der im Wasser gelösten 
Naphthaproducte bestimmt worden, so 
dass man annehmen konnte, dass die 
Fische in den Versuchen deshalb am 
Leben blieben, weil zu wenig Gift ge- 
löst war, oder aus Sauerstoffmangel zu 
Grunde gingen. Diese Mängel früherer 
Forscher ausschliessend , unternahmen 
Prof. Chlopin^) und Stud. NiMtin eine 
Eeihe von Versuchen und stellten un- 
zweifelhaft die Giftigkeit des Masutes 
(Naphtharückstände) , des Erdöles und 
des Petroleums fest. Femer stellte 
Prof. Chlopin fest, dass die giftige Wirk- 
ung nicht den Naphthabasen zukommt, 
deren er sechs aus dem Masute isolirte, 
und äusserte die Meinung, dass das 
Naphthagift in den Kohlenwasserstoffen 
oder deren Derivaten zu suchen sei. — 
Die Befürchtungen der Hygieniker, dass 
das mit Naphtha verunreinigte Fluss- 
wasser den Menschen schaden könnte, 
sind gar nicht so unberechtigt, denn 
öfters sind Todesfälle in den mit 
flüchtigen Naphthagasen überfüllten 
Naphthafabriken vorgekommen und nicht 
einmal sind ernste Vergiftungen mit 
Speiseölen, welche mit Naphthaölen ver- 
fälscht waren, beobachtet worden. — 
ungeachtet aller Arbeiten war es bis 
jetzt noch eine offene Frage, was eigent- 
lich im Erdöle für die Fische giftig wirkt 
und deshalb wurde mir von Herrn Prof. 
Dr. Ö. W, Chlopin der Vorschlag ge- 
macht : 

1. die Giftigkeit oder Ungiftigkeit der 
verschiedenen gebräuchlichen Naphtha- 
producte für die Fische experimentell 
zu constatiren, 

2. die Löslichkeit der Naphtha in 
natürlichen Gewässern zu untersuchen 
und 

3. das Naphthagift zu isoliren. 
Zuerst war es wichtig, die für das 

Leben der Fische nöthigen Bedingungen 



*) Wratsch 1898, Nr. 51. 



festzustellen, damit der Einwand nicht 
gemacht werden konnte, dass die Fische 
bei den Experimenten in Aquarien und 
Glasbanken deshalb zu Grunde gingen, 
weil sie sich in Verhältnissen, die der 
Natur nicht entsprechen, befanden. Es 
war dabei in erster Linie die chemische 
Zusammensetzung des Wassers, der Ge- 
halt an freier Kohlensäure und Sauer- 
stoff in Betracht zu ziehen. Das Wasser- 
leitungswasser, in dem die Experimente 
ausgeführt wurden, enthielt in einem 
Liter Milligramme: 

KCl 2,68 

NaCl 36,0 

CaS04 15,3 

CaCOg 237,66 

MgCOs 79,8 

CO2, freie und halb ge- 
bundene 160,0 

bei 8® 7,1 ccm Sauerstoff und Spuren 
von Eisenoxyd und Kieselsäure. Diese 
chemische Zusammensetzung übte keinen 
bemerkbar schädlichen Einflnss auf die 
Fische aus, da circa 160 Fische (8 bis 
20 g schwer) im Aquarium des Labo- 
ratoriums drei Monate lebten. In einem 
anderen Aquarium lebten vier Rothangen 
zwei Jahre. In einem dritten Versudie 
lebten zehn Fische in 10 L Wasser 
siebzig Tage, ohne zu Grunde zu geh^L 
In diesen Vei-suchen wurde das Wasser 
allerdings täglich gewechselt. Versuche, 
in welchen das Wasser gar nicht ge- 
wechselt wurde und die Menge des 
Wassers auch gering war, wurden auch 
ausgeführt. Es erwies sich, dass in 
1 L Wasser zwei Fische (10 bis 16 g 
schwer), in 2 L zwei Fische, in 4L 
zwei Fische sieben Tage lebten, ohne 
zu erkranken. Am wichtigsten für das 
Leben der Fische ist die Menge des im 
Wasser gelösten Sauerstoffes. 

Bei einem Gehalte von 1 bis IV2 ccm 
Sauerstoff im Liter schwimmen die Ksche 
noch normal. Ein etwas niedrigerer 
Gehalt verursacht das Schwimmen unter 
der Wasseroberfläche und ein gieriges 
Luftschnappen, und wenn die Sauerstoff- 
menge im Liter bis auf circa V2 ^^ 
zurückgeht, dann tritt der Tod ein. 

Die Mittelzahl aus je fünf Versuchen 
gab an, dass 



919 



die Fische bei einem 
Gfehalte von ccm 
Sauerstoff im Liter 
unter der Wasser- 
oberfläche 
schwammen : 
Weisslinge 1,09 
GrOndlinge 
Kaulbarsche 
Barsche 
Brachse 
Bothaagen 



0,91 
0.96 
0,88 
0,82 
0,84 



dieselben Fische 
starben, als das 
Wasser ccm Sauer- 
stoff im Liter ent- 
hielt: 

0,96 
0,63 
0,71 
0,72 
0,62 
0,6 

Die den Fischen schädliche Eohlen- 
s&uremenge ist eine so hohe, dass sie 
nie im Wasser durch Ausathmung der 
Fische und durch Aufnahme aus der 
Luft entstehen kann. Bei einem Ge- 
halte von 126 mg freier Kohlensäure 
un Liter waren alle Fische noch gesund, 
bei 200 mg schwammen sie in derRttcken- 
lage und bei 288 mg starben Rothaugen, 
Weisslinge, Barsche und Kaulbarsche; 
GrOndlinge hielten auch diese Menge aus. 

Bei den Experimenten mit den Lös- 
ungen der Naphthaproducte waren die 
Fische in viel günstigere Verhältnisse 
gestellt, da die Versuche blos wenige 
Stunden oder höchstens sechs Tage 
dauerten, die Sauerstoffmenge gewöbn- 
fich nie weniger als 1V2 ccm betrug 
und die Wassermenge für jeden Fisch 
(10 bis 30 g schwer) in den Glasbanken 
5 bis 10 L, in den Aquarien aber 20 bis 
30 L gross war. 

Die zum Experimente nöthigen 
Naphthalösungen wurden durch Schätteb 
der Naphthaproducte mit Wasserleitungs- 
wasser und sorgfältiges Filtriren be- 
reitet. Nachdem im Filtrate die Menge 
der gelösten organischen Substanz durch 
Titriren mit IDinO^ bestimmt worden 
war, wurden in die flltrirte Flüssigkeit 
die Versnchsfische hineingelassen. Neben- 
bei waren Controlgef ässe aufgestellt mit 
Wasser, das keine Naphtha enthielt. 
Die Sauerstoffmenge controlirten wir 
sorgfältig und war sie auf IV2 cciQ im 
liter gesunken, so wurde Luft mit einem 
Doppelgebläse dem Wasser zugeführt. 
In den Naphthaauszflgen, die giftig waren, 
zeigten die fische anfangs eine ganz 
besondere Munterkeit, darauf schwam- 
men sie unter der Wasseroberfläche und 



schnappten begierig Luft, obwohl im 
Wasser reichlich Sauerstoff vorhanden 
war. Darauf folgten stark erhöhte 
Reflexe und Schwimmen in der Rücken- 
lage. Zuletzt lagen sie ruhig auf dem 
Boden der Gefässe, wobei das Athmen 
immer langsamer und langsamer wurde, 
bis der Tod eintrat. 

Die mit mehr als 300 Fischen ausge- 
führten Versuche erwiesen, dass die Los- 
ungen von Petroläther, Benzin, Ligroin 
in Concentrationen von 1 : 3000 bis 5000 
unter sehr stark erhöhten Reflexen den 
Tod der Fische in zwei bis vier Stun- 
den herbeiführen. Weniger giftig sind 
die wässerigen Auszüge der Naphtha- 
fraction zwischen 120 und 150 0. Un- 
giftig waren die wässerigen Auszüge 
aus gut gereinigtem Petroleum des Erd- 
öles zu Baku und Grosny, obwohl wir 
sehr starke Auszüge benutzten (1 Th. 
Petroleum und 2 Th. Wasser). Die 
nächste Naphthafraction — das Solaröl 
— gab sehr giftige Auszüge (1 : 100), 
in welchen die Fische in 3 bis 5 Stun- 
den zu Grunde gingen. Die Auszüge 
(1 : 10) aus Spindelöl, Pyronaphtha, 
Maschinen- und Cylinderölen waren den 
Fischen vollständig unschädlich, dagegen 
tödteten die Auszüge aus Masut und 
Rohnaphtha (l : 100) die Fische in kurzer 
Zeit. Zur Oxydation der im Wasser 
gelösten organischen Substanz verlangten 
Solaröl-, Masut- und Rohnaphthaauszüge 
4 bis 16 mg Sauerstoff im Liter; die 
ungiftigen Petroleum-, Pyronaphtha- und 
Schmierölauszüge aber circa 3 mg Sauer- 
stoff. In ersten Lösungen nahm die 
Menge des zur Oxydation verbrauchten 
Sauerstoffes mit der vergrösserten Menge 
des Naphthaproductes zu, während bei 
den letzteren die 3 mg sich nicht ver- 
änderten, ob die Auszüge 1:10 oder 
auch 1 : 1000 gemacht worden waren. 
Tödtlich für die Fische waren nur 
diejenigen Solaröl-, Masut- und Roh- 
naphthaauszüge, zu deren Oxydation 
über 4 bis 6 mg Sauerstoff im Liter 
aufging. 

Bei den Experimenten, in welchen 
circa 50 ccm Naphthaproducte auf 80 L 
Wasser schwammen, erhielten wir 
folgende Resultate: 



220 



Die in Lösungen so giftigen Petrol- 
äther, Benzin nnd Ligroin verflüchtigten 
sich auf dem Wasser schwimmend sehr 
rasch nnd übten daher anf die Fische 
keinen schädlichen Einfluss ans. Alle 
giftige Auszüge gebenden Producte — 
Masut, Solaröl, Itohnaphtha — machten 
das Wasser auch giftig beim Schwim- 
men auf der Oberfläche. Alle ungiftigen 
Schmieröle, sowie Pyronaphtha und 
Petroleum wurden, auf dem Wasser 
liegend, für die Fische giftig. Sämmt- 
liche Naphthaproducte, mit Ausnahme 
von Petroläther, Ligroin und Benzin, 
wurden durch Oxydation an der Luft 
flockig und specifisch schwerer, weshalb 
sie anf den Boden des Gefässes sanken. 
Dadurch ist das Vorkommen der Naphtha 
im Schlamme der Wolga und der Wasser- 
leitungsreservoire, die ihr Wasser der 
Wolga entnehmen, erklärlich. 

Die verschiedene Wirkung der Naphtha- 
fractionen auf die Fische wies darauf 
hin, dass wir es hier mit mehreren 
Giften zu thun haben. Um zu erfahren, 
ob die Hauptbestandtheile der ersten 
Naphthadestillate,die Grenzkohlenwasser- 
stoffe und die Naphthene, giftig sind, 
führten wir mit diesen aus dem Erd- 
öle zu Baku isolirten Kohlenwasserstoffen 
Versuche aus. Hexan, Heptan, Nonan 
lösten sich leicht im Wasser im Ver- 
hältniss 1 : 6000. Diese Lösungen waren 
für die Fische ein rasch tödtendes Gift. 
Lösungen 1:10000 sind entweder gar 
nicht giftig oder rufen nur leichte Krank- 
heitserscheinungen hervor. Giftig sind 
auch Hexa-, Hepta-, Octonaphthene in 
ebensolchen Concentrationen , wie die 
Grenzkohlenwasserstoffe. Die Lösungen 
der Naphthene rufen stark erhöhte 
Reflexe hervor. Mit der Zunahme des 
Siedepunktes nimmt die Löslichkeit der 
Kohlenwasserstoffe im Wasser ab und 
mit ihr auch die Giftigkeit. So sind 
Decanaphthen, Tetra- und Pentodeka- 
naphthene vollständig ungiftig. 

Es besteht also das Fischgift des 
Petroläthers, Benzins und Ligroins aus 
den Grenzkohlenwasserstoffen der Zu- 
sammensetzung CeHu bis C9H20 und den 
NaphthenenC6Hi2bisC8Hi6. Die üngiftig- 
keit des Petroleums, sowie die des 



Paraffins schloss sowohl die höher sied< 
den Naphthene, als auch Grenzkohli 
Wasserstoffe aus der Gruppe derNaphths 
fischgifte aus. 

In den mit destillii*tem Wasser 
reiteten Masutauszügen wurden die Fischi 
blos vorübergehend krank ; wurd^ a1 
Auszüge mit demselben Masut aus 
ungswasser gemacht, so starben di( 
Fische sehr bald in den ersten zw( 
auf einander folgenden Auszügen, 
dritten Auszuge wurden sie krajik, 
holten sich aber nachher. Der vi( 
und fünfte Auszug war unschädli( 
Diese Versuche wiesen darauf hin, dj 
die giftige Substanz des Masutes d< 
Charakter einer schwer löslichen 
haben muss, die mit den Salzen d< 
Wasserleitungswassers eine leicht lös-| 
liehe Verbindung giebt. 

Zur Isolirung des Giftes behandeltail 
wir 1000,0 Masut mit V2Proc. Natron- 
lauge. Die wässerige Flüssigkeit wurde 
abgetrennt und der Masut mit destDlir- 
tem Wasser bis zur neutralen Reaction 
ausgewaschen, gab weder giftige Lös- 
ungen für die ^che, noch wurde auf 
dem Wasser schwimmend giftig. Es 
waren die giftigen Bestandtheile in die 
wässerigen alkalischen Auszüge fibe^ 
gegangen. Die alkalischen Lösungen | 
wurden eingeengt, mit Salzsäure ange- 
säuert und mit Aether ausgeschüttet 
Nach dem Verdunsten des Aethers blieb 
eine gelbliche, angenehm riechende Masse 
nach, die wir mit 95proc. Alkohol be- 
handelten. Der im Alkohol unlösliche | 
Theil bildet eine harzige Masse und isti 
den Fischen unschädlich. Aus dem in 
Alkohol gelösten anderen Theile wurde 
der Alkohol verjagt und der Rückstand 
mit Hilfe von Natriumcarbonat im Wasser 
gelöst. Nach Zusatz von Chlorcaldom 
zu der Lösung erhielten wir eine an- 
genehm riechende Flüssigkeit und einoi 
Niederschlag. 

Der Niederschlag besteht aus d^ 
Calciumsalzen der Naphthensäuren. Die 
über ihm stehende Flüssigkeit wurde 
mit Schwefelsäure angesäuert und 
destillirt. Das DestiUat entiiält bis jetzt 
noch nicht näher untersuchte flüchtige 
Säuren und Phenole. Die Menge der 



221 



Phenole und flflchtigen Säuren ist nicht 
gross. Aus 1000 Th. Masut extrahirten 
wir 4,0 derselben. Phenole sind blos 
im Mahnte und im Rohöle n^hweisbar. 
Die Mchtigen Säuren und Phenole sind 
blos in geringem Grade giftig. Soyiel 
dieser Substanzen, wie viel sie in 520,0 
Masut enthalten sind, tOdteten die Fische; 
die halbe Menge des Giftes rief blos 
yorflbergehende Krankheitserscheinungen 
bei den Fischen hervor. Der aus Calcium- 
salzen der Naphthensäuren bestehende 
Niederschlag wurde mit Salzsäure zer- 
setzt und die freien Säuren mit Aether 
extoihirt. Wenige Milligramme der 
Säuren in 1 L Leitungswasser aufgelöst, 
riefen rasch den Tod der Fische herbei. 
Es besteht also das Gift der höheren 
Naphthafractionen aus Säuren, haupt- 
sädilich aus Naphthensäuren, denen in 
der Bohnaphtha und im Masut geringe 
Mengen Phenole und flfichtiger Säuren 
beigemengt sind. Zur quantitativen Be- 
fitinunung der Säuren und Phenole 
wandten wir oben beschriebenes Ver- 
ehren an und benutzten ausserdem noch 
eine zweite Methode: Die helleren 
Naphthaproducte wurden in einem Ge- 
mische von 1 Th. Aether und 2 Th. 
Alkohol gelöst und der Säuregehalt mit 
^lonorm^ - alkoholischer Natronlauge 
titrirt, wobei Phenolphthalein als Indi- 
cator diente. Die dunkleren Naphtha- 
producte wurden öfters mit 95proc. 
Alkohol extrahirt und in den vereinigten 
Auszögen wurde dann der Säuregehalt 
bestimmt. 

Aus Peü'oläther, Benzin, Petroleum, 
Pyronaphtha, Spindelöl, Maschinenöl und 
Cylinderöl wurden keine Säuren extrahirt. 

Das £ohöl aus 
Bibi ^bat enthielt 0,83 pCt 
Balachany „ 1|12 „ 
Grosny] n h^ » 

Im Masut aus Baku waren 1,12 pCt. 
imd in dem aus Grosny] 1,24 pGt. ent- 
halten. Mehr als diese Producte ent* 
hielten die Solaröle Säuren = 2,82 bis 
3,2 pCt. 

Giftige Kohlenwasserstoffe (Destillate 
bis 120<^ waren im Erdöle zu Bibi 
Ejbat 5,26 pCt., zu Balachany 3,25 pCt. 
QDd zu Grosny] 9,75 pCt. enthalten. 



Im reinen Zustande kann man die 
Naphthensäuren durch Verseifung ihrer 
Ester erhalten. Wir bereiteten unsere 
Säuren aus den alkalischen Abfällen der 
Petroleumfraction des GrosnyJ'schen Erd- 
öles. Die aus den Abfällen durch Zer- 
setzung mit Salzsäure erhaltenen Boh- 
säuren wurden in Methylalkohol gelöst 
und das Gemisch mit trockenem HCl 
gesättigt. Die nach einigen Stunden 
entstandenen Ester wurden abgetrennt, 
mit 1 pCt. Sodalösung ausgewaschen 
und fractionirt. Nach Verseifung der 
einzelnen Fraction mit EOH, Zersetzen 
des Ealiumsalzes mit Schwefelsäure und 
Extrahiren des Gemisches mit Aetihier 
und Verdunsten des Aethers erhält man 
die reinen Naphthensäuren. Bis jetzt sind 
aus dem Erdöle zu Baku isolirt worden: 
Hepta-, Octo-, Nona-, Deca-, ündeca-, 
Dodeconaphthensäuren, von welchen 
mehrere wieder Isomere haben. (Die 
Literatur der Naphthensäuren ist in Dr. 
R. Wischins „Die Naphthene^ zusammen- 
gefasst, Braunschweig 1901.) Aus den 
Versuchen, in denen einige bis diü^ 
ungiftige Producte auf dem Wasser 
schwimmend die Fische tödteten, sahen 
wir, dass das Naphthagift da entsteht, 
wo es früher nicht yorhanden war. Bei 
weiterer Verfolgung dieser Beobachtung 
war es in der That zu constatiren, dass 
im Petroleum, Pyronaphtha und den bis 
dahin ungiftigen Schmierölen durch 
Oxydation an der Luft Naphthensäuren 
entstanden. Im Masut und Rohöl selbst 
entstanden aber keine Säuren mehr, 
nachdem die darin zuerst vorhandenen 
entfernt worden waren. Die Verwand- 
lung der ungifügen Stoffe in giftige ist 
vom Sonnenlichte und hoher Temperatur 
abhängig. 

Wir haben mehrere Reihen Versuche 
angestellt. In den im Herbste und 
Frfthling in Jurjew ausgeftlhrten Ver- 
suchen vergrösserte sich der Säure- 
gehalt blos wenig, dagegen war aber 
eine starke Vermehrung der Säuren in 
den Versuchen zu constatiren, die in 
der Stadt Grosny] (im Kaukasus) im 
Sommer ausgeführt wurden, wo neben 
dem Sonnenlicht auch die ffitze des 
Sttdens ihren Einfluss ausübte. Ich 



292 



fähre hier einige Zahlen der Grosnyj- 
schen Versuche an. (Tabelle s. unten.) 
Sehr wenig Säuren entstehen im Ma- 
sut, etwas mehr in der Bohnaphtha, 
aber am meisten in der Pyronaphtha, 
dem Petroleum und den Schmierölen. In 
der Bohnaphtha selbst verwandelte sich 
die ganze Quantität des Oeles, die sich 
überhaupt in Säuren verwandeln konnte, 
in etwa 14 Tagen, da nach dieser Zeit 
blos eine geringe Säurezunahme wahr- 



nehmbar wurde. In der Pyronaphtha, 
im Petroleum und den Schmierölen war 
selbst bei den gänstigsten Verhältnissen 
ein Monat nicht hinreichend für Bildung 
aller Säuren. — Da im Petroläther, 
Benzin, ligroin und Paraffin durch Oiy- 
dation an der Luft, was wir durch 
mehrere Versuche feststellten, keine 
Säuren entstanden, so sind die Grenz- 
kohlenwasserstofiEe aus den Säurebildneni 
ausgeschlossen. 



Zur Neutralisation der Säuren in 100,0 Naphthaprodnot waren erforderlich i/io-n.-alkohoL Na OH 

Am Anfange des Versuches Nach 1 Monate 

Im Erdöle aus Bibi Ejbat 25,4 ccm i/io-n.-alkohol. Na OH = 32 com Vio-^-'^ohol. Na OH 



„ „ „ Balachany 


35,6 


n 


^^ 


77 


= 44,3 


77 




•* 


„ „ ,, Grosnyj 


43,2 


r 


77 


77 


= 55,0 


77 




«« 


„ Masut aus Baku 


25,0 


?» 


•7 


77 


= 27,0 


V 




•♦ 


„ „ „ Grosnyj 


36,5 


V 


77 


77 


=s 37,7 


77 




11 


„ Pyronaphtha 


0,1 


n 


77 


77 


» 48,6 


77 




M 


„ Spindelöle 


0,15 


>? 


77 


77 


= 24,4 


77 




77 


„ Maschinenöle 


0,1 


1, 


77 


77 


= 12,15 


»* 




17 


„ Petroleum 


0,2 


,1 


77 


77 


= 24,9 


77 




'1 


„ Solaröle 


73,3 


?i 


77 


7> 


= 97,4 


77 




11 



Ebenso können es nicht die Naph- 
thene sein. Im Petroleum, das mit 
Schwefelsäure und Natronlauge gereinigt 
war, entstand in dem TheUe, welcher 
bis 220^ siedet, keine Säure, in der 
Fraction zwischen 220 bis 250<> blos 
geringe Spuren, mehr aber in der Frac- 
tion zwischen 250 bis 270 bis 3000. Wie 
bekannt, befinden sich in den Fractionen 
bis 220^ die Naphthene mit 12 Atomen 
Kohlenstoff und in der Fraction zwischen 
220 bis 250<) die letzten der bis jetzt 
benannten Naphthene. 

Destillirt man ein von Naphthensäuren 
befreites Petroleum, so entstehen in ihm 
schon während der Destillation Säuren. 
Offenbar zerfallen hier die Kohlenwasser- 
stoffe und unter ihnen mfissen solche 
entstehen, die durch Oxydation an der 
Luft Säuren geben. 

Nach den Untersuchungen von Markou^ 
ntkoWf Tumskyy Krämer und anderen 
bestehen die höher siedenden Naphtha- 
fractionen aus noch ungesättigteren 
Kohlenwasserstoffen als es die Naphthene 
sind. Unter diesen Kohlenwasserstoffen 
befinden sich auch Terpene und Naph- 
thylene, welche sich sehr begierig an der 
Luft oxydiren. 

Die Giftigkeit der Naphthaproducte 



ist abhängig von der im Wasser ge- 
lösten Quantität der Kohlenwasserstolb 
und Naphthensäuren. Die giftigen 
Kohlenwasserstoffe lösen sidi in 
jedem Wasser in solchen Mengen, 
dass das Wasser für die Fische giftig 
wird. Auf die Löslichkeit der Naphthen- 
säuren üben die im Wasser gelöstes 
Salze einen grossen Einfluss aus. Den 
Einfluss der Salze auf die Löslichkeit 
der Naphthaproducte ermittelten wir, in- 
dem wir 10 ccm Naphthaproducte mit 
1 Liter destillirten Wassers, dem eine 
bestimmte Menge der Salze hinzugefOgt 
war, schüttelten. Das Wasser wurde 
nach 2 Stunden abfiltrirt und die darin 
gelöste Menge organischer Substanz mit 
KMn04 bestimmt. Die Löslichkeit aller 
von Naphthensäuren befreiten Producte 
ist viel geringer als die der säurehaltigen; 
folglich sind die Naphthensäuren die aa 
meisten im Wasser löslichen Naphtfaa- 
bestandtheile. Wenn wir die Löslichkeit 
der Naphthaproducte im destülirtai 
Wasser als ^nheit annehmen, so wird 
im Verhältnisse zu dieser Einheit die 
Löslichkeit durch Chlomatrinm, Ghlo^ 
kalium, Chlorcaldum, ChlormagnesiiiB« 
Gips, Natrium- und Magnesinmsalbi 
erniedrigt. Erhöht wird die LOS- 



>S3 



liehkeit der Naphthaprodncte durch 
Caldnm- nnd Magnesinincarbonate. So 
Yoiraachten die 0,1 Caldumcarbonat 
enthaltenden Masntanszfige zur Oxy- 
dation der gelösten Substanz 2,62 mg 
Sauerstoff mehr, als die ohne Calcium- 
carbonat bereiteten. Magnesiumcarbonat- 
haltige Auszuge yerlangten 1,67 mg 
Sauerstoff mehr. Bei weiteren Ver- 
suchen erwies es sich, dass geringe 
Mengen Sulfate und Chloride in Gegen- 
wart von Carbonaten die Löslicbkeit 
der Naphthaprodncte nicht beeinflussten ; 
wohl aber war eine Erniedrigung der 
Löslichkeit zu constatiren, wenn Sulfate 
and Chloride in solchen Mengen zugegen 
waren wie sie im Meerwasser vorkommen. 
Ans oben Gesagtem folgt, dass die 
Naphthaprodncte sich am besten in 
solchem Wasser lösen, welches caldum- 
nnd magnesiumcarbonathaltig ist und 
wenig Siüf ate und Chloride hat. Solches 
Wasser ist eben in den Seen und Flüssen. 
Das Gesagte gilt besonders für den 
Masut, der hauptsächlich die Wolga 
verunreinigt Die Säuren des Solaröles 
sind leichter im Wasser löslich und ihre 



Löslichkeit wird nicht in solchem Maasse 
von den Salzen beeinfiusst. 

Mit dem isolirten Hauptgifte des Erd- 
öles — den Naphthensäuren — stellten 
wir Versuche an mit verschiedenen 
Fischen. In der Natur kommen blos 
die Kalk- und Magnesiasalze der Naphthen- 
säuren in Betracht. Jedoch zu unseren 
Versuchen nahmen wir nicht diese, da 
sie grössere Wassermengen zur Lösung 
erfordern, sondern vertheilten die Säuren 
selbst mit gleicher Gewichtsmenge 
Natriumcarbonat emulgirt im Wasser- 
leitungswasser bis zur gewünschten Con- 
Centration. Die Experimente wurden 
in Aquarien ansgeftthrt, wobei auf jeden 
Fisch 40 bis 80 Liter Wasser genommen 
war. Die Naphthensäuren sind fUr die 
Fische ein tödtliches Gift. Es kommt 
dabei weniger auf die Grösse des Fisches 
als auf die Art desselben an. Kein 
Fisch konnte im Wasser, dem 20 mg 
Säuren im Liter zugefügt waren, leben. 
Bei einem Säuregehalte von 3 mg im 
Liter waren noch alle Fische mit Aus- 
nahme der kleinen Kaulbarsche gesund. 



Familie 
der i^he 



Benennnng der Fische 



Grösse Naphthen- i Nach wie viel 



der Fische 1 ^^^^ 



Standen der 
Tod eintrat 



Oanoidi 
Silaridae 
dnpeidae 
Percoidae 



Esocidae 
Cyprinidae 



Gobiidae 
Cyclostomata 



Acipenser ruthenicus 
Siluros gianis 
Cliipea caspica 
Perca fiaviatilis 
Acerina cemua 

„ russica 
Lucioperca sandra 
Ebox lucius 
Cyprinus carpio 

„ vimba 
Canusaius auratus 
Abramis hrama 
Gubio fluviatilis 
Scardinius erythrophthalmus 
Bqualius cephalus 
Albumus lucidns 
Tinea vulgaris 
Gobios ratau 
Petromyzon fluviatilis 



85 bis 120 g 

400g 
30 bis 36 g 

10 bis 15 g 
5 bis 12 g 

20 bis 22 g 

120 g 

77 bis 137 g 

20 bis 25 g 

20 g 

5 bis 15 g 

11 bis 18 g 
10 bis 14 g 

12 bis 20 g 
30 g 

10 bis 12 g 

90g 
20 bis 30 g 
40 bis 56 g 



7» 



5 mg 
10 „ 

5 

o 

3 

5 

5 
10 
20 
20 
20 
10 
10 
10 
20 

5 

20 
20 
10 



71 



24 

36 

6 bis 8 

16 bis 23 

6 bis 12 

27 

32 
16 bis 22 
26 bis 28 

26 
8 bis 16 
45 bis 60 
25 bis 31 
11 bis 26 

17 
21 bis 29 

96 
19 bis 20 
56 bis 62 



Am empfindlichsten gegen das art Meeresgrundein und auch die Neun- 
Naphthagift sind die Ganoidi, Welse, | äugen. Weit gefährlicher als für die 
Heringe, Barsche, Hechte. Widerstands- Fische selbst sind die Naphthensäuren 
fibiger sind die Vertreter der Karpfen- 1 für den Fischlaich und die Fischbrut. 



224 



Durch den Einfluss der Säuren verlässt 
die Fischbrut frühzeitig das Ei und geht 
sehr bald darauf zu Grunde. — Be- 
finden sich Fische längere Zeit in 
schwachen Naphthalösungen, so ge- 
wöhnen sie sich nicht daran, sondern 
es tritt vielmehr eine chronische Ver- 
giftung ein. 

Die Naphthensäuren sind auch tödt- 
lich fär die Krebse und Frösche. 38 bis 
42 g schwere Krebse starben im Wasser, 
das 5 bis 10 mg Säuren im Liter ent- 
hielt, in achtzehn bis sechzig Stunden. 
50 mg Säuren im Liter tödten einen 
Frosch nach zehn Stunden, während bei 
einem Gehalte von 0,1 g ein anderer 
Frosch in zwei Stunden starb. Sehr 
charakteristisch waren bei den Fröschen 
die Lähmungen der Extremitäten. 

Einer 2,86 kg schweren Katze wurden 
0,51 g aus Masut gewonnener T^aphthen- 
säure per os gegeben. Etwa eine halbe 
Stunde verhielt sich die Katze ruhig, 
darnach erbrach sie. Nach zwei Stun- 
den konnte sie nicht stehen; nach vier 
Stunden verfiel sie in einen tiefen Schlaf 
und erst am anderen Tage fing die Katze 
an, zu gehen. 

Einer zweiten, 2,55 kg schweren Katze 
wurden 1,83 g aller in Naphtha ent- 
haltenen Säuren gegeben. Die Säuren 
wurden mit Hilfe von 0,5 g Natrium- 
carbonat im Wasser gelöst. Nach fünf 
Minuten erbrach die Katze, nach einer 
halben Stunde waren die hinteren 
Extremitäten gelähmt; nach einer Stunde 
tiefer Schlaf, nach fünf Stunden tiefer 
Schlaf und kaum bemerkbares Athmen. 
Nach neun Stunden war sie todt. 

Im dritten Versuche tödteten 4 g Säure, 
mit Gummi arabicum emulgirt, eine 
3,2 kg schwere Katze nach zehn Stunden. 

Versuch 4. Einem 12,3 kg wiegen- 
den Hunde wurden 3,5 g Säure per os 
gegeben. Nach zwei Stunden erbrach 
er und verfiel in einen, den ganzen Tag 
dauernden Schlaf. Aus dem Schlafe 
geweckt und aufgehoben, konnte er 
nicht stehen, sondern legte sich hin. 
Am anderen Tage war der Hund wie- 
der gesund. Am dritten Tage wurden 
demselben Hunde 8 g Säure gegeben. 
Dieses Mal dauerte der Schlaf blos zwei 



Stunden und nach fünf Stunden frass 
der Hund das ihm vorgelegte Fleisch. 

Ich selbst habe einmal 0,6 g und das 
zweite Mal 1 g von einem Gemische 
aller reinen Naphthensäuren eingenom- 
men. Ausser Beschwerden im Magen 
und Uebelkeit waren keine schlechte 
Folgen bemerkbar. — 

Um die Gewässer vor Verunreinigung 
mit Naphthensäuren zu schätzen, mnss 
man für die Säuren eine Anwendung aas- 
findig machen. Bis jetzt haben sie 
keinen Werth. Alle Vorschläge, die zn 
ihrer Verwerthung gemacht sind, haben 
wenig Erfolg gehabt. Mehr Erfolg ver- 
spricht derjenige Vorschlag, der auf den 
anticeptischen Eigenschaften der Sänren 
beruht. Dank der Untersuchungen //a9u\ 
Semlet-'s, Ckaritsctikow^s wissen wir, dass 
die Naphthensäuren Holzparasiten ver- 
nichten. Charitschkotc hat ein beson- 
deres Verfahren ausgearbeitet zum hn- 
prägniren der Eisenbahnschwellen mit 
dem Kupfersalz der Naphthensäurra, 
um das Holz vor Fäulniss zu schützen. 

Da die Einwirkung der Naphthen- 
säuren auf pathogene Mikroorganismen 
noch nicht untersucht war, so unter- 
nahm ich diese Arbeit. Zu den Ver- 
suchen benutzte ich Choleravibrionen, 
Staphylococcus albus, — flavus und 
— aureus, Typhusbakterien, B. Coli 
commune und B. Anthracis. In Emul- 
sionen der Naphthensäuren mit Bouillon 
1 : 4000 wuchsen selbst nach 24stündiger 
Einwirkung alle zu unseren Versuchen 
genommenen Bakterien. In V2oPi'^ 
Emulsionen gingen die Choleravibrionen 
nach fünf Minuten zu Grunde. Eine 
Vioproc. Emulsion tödtete Staphylococcus 
flavus und — albus schon nach zehn 
Minuten und St. aureus nach einer Stande. 
Widerstandsfähiger gegen die Naphthen- 
säuren waren Milzbrand- und Typhus- 
bakterien und B. Coli commune. Jedoch 
eine 4proc. Emulsion vernichtet auch 
diese Mikroorganismen in dreissig Stun- 
den. Eine lOproc. Emulsion tOdtet 
Sporen tragende Milzbrandbacillen in 
fünf Minuten; zur Vernichtung von 
Typhusbakterien und B. C'oli conunune 
braucht sie eine Stunde. 

Aus Gesagtem geht hervor, dass die 



226 



billigen Naphthensäaren ziemlich starke 
antiseptische Eigenschaften besitzen und 
besonders w&hrend der Choleraepidemien 
gate Dienste leisten können. 

Fassen wir die in dieser Arbeit er- 
haltenen Besnltate kurz zusammen , so 
erhalten wir Folgendes: 

1. Giftige Bestandtheile für die Fische 
sind in allen Rohnaphthasorten, im Masut, 
Solaröl, Petroläther, Benzin und Ldgroin 
enthalten. 

2. In den Fabriken gut gereinigtes 
Petroleum , Pyronaphtha , Spindel-, 
Maschinen- und Cylinderöl enthält keine 
giftigen Bestandtheile, aber alle oben 
genannten Naphthaproducte werden 
giftig, wenn sie der Einwirkung der 
Luft und der Sonne ausgesetzt sind. 

3. Das Naphthafischgift besteht aus den 
Grenzkohlenwasserstoffen der Zusammen- 
setzung C5H12 bis CgHig, Naphthenen der 
Zusammensetzung C6H12 bis CgHie, ge- 
lingen Mengen flächtiger Säuren und 
Phenole und aus den Naphthen- 
säaren, welche das Hauptgift dar- 
stellen. 

4. Die Quantität der giftigen Kohlen- 
wasserstoffe ist in den im Handel be- 
findlichen Rohölen 5,25 bis 9,76 pCt. 
Die Quantität der Naphthensäuren, 
Phenole und flüchtigen Säuren beträgt 
in den verschiedenen giftigen Handels- 
prftparaten 0,83 bis 3,2 pCt. 

5. Im Masut entstehen keine Säuren 
mehr. In der Rohnaphtha bilden sie 
sieh wenig. Sehr viel Säuren entstehen 
durch Oxydation an der Luft im Petroleum, 
in der F^ronaphtha und den Schmier- 
ölen. 

6. Die Giftigkeit des Naphthafisch- 
giftes ist abhängig von der Quantität 
des im Wasser gelösten Giftes. Die 
giftigen Kohlenwasserstoffe, Phenole, 
die fluchtigen Säuren und die Säuren 
des Solaröles sind so viel in jedem 
Wasser löslich, dass es giftig wirkt. 
Aaf die Löslichkeit der Säuren des 
Masutes üben die im Wasser gelösten 
Salze grossen Einfluss aus. Die Säuren 
des Masutes lösen $ich nur dann im 
Wasser und werden für die Fische giftig, 
wenn das Wasser die Carbonate des 



Calciums und Magnesiums enthält. 
Chloride und Sulfate in solchen Mengen, 
wie sie im Sflsswasser vorkommen, ver- 
mindern die durch die Kalk- und 
Magnesiumcarbonate bedingte Löslichkeit 
nicht; wohl aber wird diese LOslichkeit 
erniedrigt, wenn Chloride in solchen 
Quantitäten zugegen sind, wie sie im 
Meerwasser vorkommen. 

7. Die Kohlenwasserstoffe mit dem 
Siedepunkte bis ISO <^ tödten die Fische 
in Lösungen von 1:3000 bis 1:5000. 
Die Naphthensäuren wirken tödtlich in 
Lösungen von 1:60000 bis 1:333000. 
Sehr empfindlich sind die Vertreter der 
Heringe, Störe, Barsche, Hechte, Wdse. 
Widerstandsfähiger sind die karpfen- 
artigen Fische, Aale, Meeresgründen 
und Neunaugen. 

8. Die Naphthensäuren sind tödtlich 
ffir Krebse, Frösche, Katzen und sind 
nicht unschädlich fflr Hunde. Einzelne 
Gaben von 0,6 bis 1 g ffigen dem Men- 
schen keinen bemerkbaren Schaden zu. 

9. Die Naphthensäuren besitzen vor- 
treffliche antiseptische Eigenschaften und 
können daher als Desinfectionamittel be- 
nutzt werden. 

Diese Arbeit ist im Hygienisdien 
Institut zu Dorpat ausgeffthrt worden 
und ich halte es ffir meine angenehme 
Pflicht, dem Director des Instituts, Herrn 
Prof. Dr. ö. W. Chlopiri, welcher mir 
das Thema vorschlug und bei der Ans- 
ftthrung der Arbett stets mit Bath und 
That behilflich war, meinen besten Dank 
auszusprechen. 



Die Verwendung des Natrium- 

salicylates sur Bestimmung von 

Oemiachen aua Terpenalkoholen 

und ihren Estern. 

Von Herrn Apotheker A. Oonrady 
in Wörlitz i. A. erhielten wir folgende 
Zuschrift: 

„Bezugnehmend auf Ihr Referat in 
Nr. 15 der Centralballe (43 [1903], 210): 
„Die Verwendung des Natrimnsalicylates 
zur Bestimmung von Gemischen aus 
Terpenalkoholen und ihren Estern^ ge- 
statte ich mir. darauf hinzuweisen, dass 
die Priorität für die Einfuhrung einer 



n 



226 



SOproc. Natriumsalicylatlösung nicht 
Charabot und Hubert zukommt, sondern 
mir. Meine Versuche liegen allerdings 
zehn Jahre zurück ; es findet sich mein 
Referat aus den Sitzungsberichten des 
Chemischen Clubs zu Erfurt bereits 
im Jahrgange 1892 der Centralhalle 
(33 ri892], 199). 

Ich habe damals vergleichende Ver- 
suche zur Eugenolbestimmung neben 
der rÄo??w'schen Benzoyl-Methode (Ph. C. 
32 [1891], 589) ausgeführt und gelangte 
zunächst zu recht guten Resultaten; 
spätere Wiederholungen bei anderen 
Temperatnrverhältnissen gaben aller- 
dings sehr starke Abweichungen. Die 
Versuche von Darxens und Armingeat 
dürften wohl auch deshalb absolut 
negativ ausgefallen sein, weil sowohl 
Charabot, als Darxens Temperatur- 
schwankungen nicht berücksichtigten." 

■ A, Gonrady. 

Digitalis -Präparate mit 

bestimmtem physiologischen 

Wirkungswerth. 

Die DigitaliBpräparate entfalten bekannt- 
lich je nach ihrer Herkunft eine verschiedene 
Wirksamkeit Die Verschiedenheit derselben 
ist abhängig vom Jahrgang der Blätter, 
sowie dem Standort, Sammelzeit der Pflanze 
und dergl. mehr. Die chemische Analyse nur 
allein ist nicht un Stande, die Frage des 
wiridichen pharmakologischen Wirkungs- 
werthes galenischer Digitalispräparate zu 
entscheiden, da dieselben mehrere Glykoside 
enthalten, deren quantitative Bestimmung 
neben einander mit Schwierigkeiten ver- 
bunden ist. Physiologische Versuche zur 
Feststellung ihrer Heilwirksamkeit sind daher 
ungleich einfacher als die chemischen, zumal 
die Werthigkeit der Digitaliskörper durch die 
Feststellung des Sjrstolischen Stillstandes des 
Froschherzens leicht und genau bestimmt 
werden kann. Nachdem Prof. Oottüeb 
bereits früher darauf aufmerksam gemacht 
hatte, dass die in den Apotheken verabfolgten 
Digitalispräparate ebenso gut auf ihre 
pharmakologische Wirkung zu prfifen seien, 
wie dies beim Heilserum geschieht, weist 
jetzt Dr. Fraenkel (Therap. d. Gegenw. 1902, 
106) darauf hin, dass es zweckmässig sei, 
dass der chemische Grossbetrieb diesbezüg- 



Als Reagens auf coUoidale 



kann man nach Vanino (Chem.-Ztg. 1902, 
Rep. 66) Schwerspath benutzen, der nnr 
auf Suspensionen, nicht auf wirkliche 
Losungen wirkt Lösungen von Farbstoffes, 
wie Fuchsin oder Gentianin, behalten ihre 
Farbe nadi dem Schütteln mit BaryumsolfAt 
bei, dagegen entfärbt sieh die mtensiT 
rubinroth gefärbte colloidale GoldlOsung nidi 
Zsifftnondy, die dem Auge auch als voll- 
kommene Lösung erscheint, sofort Ib 
ähnlicher Weise verhalten sidi andere 
colloidale Lösungen, wie von Silber, Schwefel- 
arsen. Man muss sich dabei dnes guten 
Filters bedienen, um alles BaryumBiiifat 
zurfickzuhalten. - he. 



liehe galenische Präparate mit bestimmtem 
„Titer^^ auf den Markt bringt Oder der 
Staat mflsste, wie er ein Institut ffir die 
wissenschaftliche Prüfung des HeUsenms 
geschaffen hat, ebenfalls für Stätten sorgen, 
an denen der Arzt Gelegenheit hätte, die 
Digitalis -Präparate, die er in der Praxis 
verwendet, thierexperimentell auf ihren 
Wirkungswerth prüfen zu lassen. Es würde 
dadurch vermieden werden, dass Digital» 
Präparate in wechselnder Stärice in den 
Handel kommen können. Eine Gefährdung 
der Kranken durdi zu starke PHLparate 
wäre ausgeschlossen, durch unterwertfaige 
Präparate wiederum kann die Heiiang 
derselben dann nicht verzögert werden. 

Vg 

Gelatine als Pillen-BindeiiutteL 

Zur Bindung ätherischer Ode, Kreosot, 

Guajacol, Karbolsäure, Menthol, Salol oder 

ähnlicher Stoffe in Pillen empfiehlt es sidi, 

Gelatine-Gallerte als Bindemittel zu benutzen, 

weldie man zweckmässig vorräthig hSlt. 

Ihre Herstellung geschieht in der Weise, 

dass man die Gelatine in etwas heissem 

Wasser aufweicht und nach dem Abtropfen 

des Wassers dieselbe auf dem Dampfbad 

im dritten Theile ihre) Gewichtes Glycerin 

löst Die RUen lassen sich auf diese Wdse 

sehr klein herstellen, selbst wenn man nicht 

schwere Pillen - Zusätze wie Argilla, sowie 

Süssholz- oder Altheepulver wählt Vg. 

Pharm, Rundschau 1902, 4d. 



2S7 



Ueber farbige Alkaloide 

mieht OrUyw (Ghem.-Ztg. 1902, Rep. 67) 
folgende Mitthenungen : Bisher hielt man 
Berberin und HannaUn für farbig, während 
Qielerythrin und Sangninaiin farblos sind 
mid nur gefirbte Salze geben. Nach Fischer 
ist das reine krystaUinische Hannalin auch 
farblos nnd hat nur m dickeren Schichten 
die Farbe des Honigs. Verfasser konnte 
ans dem Harmalinum pomm der Fabrik 
Sdmchardt nnr schwer ein farbloses FrJBir 
parat eihalten. Die Anwendung von Tliier- 
koUe war ^olglos, da beim ümkrystaUisiren 
ans Alkohol das Hannalin sandfarben er- 
halten wurde. Yerfaaaer führte es in das 
aalzsanre Salz über, fiUte es theilweme mit 
Ammoniak nnd filtrirte den Niederschlag ab. 
Das Filtrat wird dann mit überschüssigem 
Ammoniak geflU^ der Niederschlag in Salz- 
säure gelM, ans heissem Wasser nmkrystall- 
isiit mid mit kaltem Wasser nachgewaschen. 
In heissem Wasser geiOst nnd mit Ammoniak 
gefimt, wnd es farblos. Es ist also nnr 
das Berberin ein gefärbtes Alkaloid, während 
Hannalin, Giderythrin nnd Sangoinarin farb- 
los sind. Die Salze des Hannalins sind 
dtronengdb, die des Ghelerythrins eigelb 
und die des Sangninarins rothgelb. — Ae. 



stoftsänren unter Bildung theilweise prächtig 
krystallisirender Salze reagiren. So wurden 
folgende Körper dargestellt: 
Wismuttrijodpyndinchlorhydrat 
BiJsC^HgNHCI, 
schön rubinrothe Prismen; 

2 : 3-W]smuttrijodp7ridinjodhydrat 

2BiJ3 305H5NHJ; 
Wismutjodidchinolinjodhydrat 

BiJgCgHTNHJ, 

rothe EjTBtällchen; 

Wismutjodidchinolinbromhydrat 
BiJgCgHTNHBr, 
hellorange, seidenglänzende Erystallmasse ; 
1 : 2-Wismntdiäthyknilinchlorid 
Bia82C6H6N(C2H5)2HCI, 
grosse, weisse Kiystalle; 

1 : 3-Wismutdiäthylanilmdilorid 

BiClsaCßHsNCCgHöNaHCl; 
1 : 2-WiBmutdimethylanilindblorid 
Bi CI3 2 Cß H5 N ((Sa8> HCl, 
schön ausgebildete, kleine Prismen, ^ke. 



Die Wirkung einiger 
Oxydationsmittel auf Acetylen 

hat Basckieri (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 66) 
festgesteDt Beim Einleiten von Acetylen 
in ^en kalten Kolben, in den eine alkaliache 
oder saure PermanganatlGsung zutropft, wird 
das Permanganat sofort reducirt und es 
treten als Oxydationsproducte Ameisen-, Oxal- 
ond Kohlensäure auf. ChromsäurelOsungen 
wirken nicht ein. Beim Durchleiten von 
Aeetylen durch in emem Kugelapparate ent- 
haltene rauchende Salpetersäure (specif. Ge- 
wicht 1,52) ist die Reaction zuerst lebhaft. 
Neben anderen Reactionsproducten konnte 
Verfasser Trinitromethan feststellen, —he. 

Ueber neue Verbindungen 
des Wismuttrichlorides und 



Die Bildung von Milchsäure 
aus Pentosen durch Aetikali, 

die von Araki bereits beim Erhitzen von 
Arabmose mit Natronlauge beobachtet wor- 
den war, konnte Katxuyama (Ghem.-Ztg. 
1902, Rep. 66) durch seine Versuche be- 
stätigen, wobei er sowohl l-Arabinose, als 
auch Xylose in wässeriger Lösung mit Aetz- 
kali erhitzte und in beiden Fällen als Zer- 
setzungsproduot Gährungsmilchsäure eriüelt, 
die er als Zinksalz isolirte. -^he. 



^ 



berichten Vanino und Hauser (Chem.-Ztg. 
1902,Rq|.66). Diese Körper büden bekanntUch 
mh organischen Basen Verbindungen basischen 
Charakters, die wieder mit Halogenwasser- 



Oeber die 
Bestandtheile der Zuckersäfte 

berichtet lAppmnjin (Gh6m.-Ztg. 1902, 
Rep. 58), dass neben den Hexonbasen 
Arginin, Lysin und Histidin in Melassen und 
deren Laugen eine mit MscheT'% a-Pyrrolidin- 
carbonsäure identische Säure, Cystin, Skatol- 
und Indolderivate gefunden worden sind. 
Die Triebe ausgewachsener Rüben enthalten 
neben anderen noch nicht beschriebenen 
Verbindungen Phenylalanin. — A0. 

Weisse Emaille. 

Ausser der Ph. C. 41 [1900], 305 mil^ 
getheilten Emaille, wird in der deutschen 
Goldschmiedezeitung noch empfohlen als 
leicht schmelzbar Zinn und Bleioxyd aä 50,0, 
reines Quarzmehl 60,0 und Kochsalz 25,0. 



n 



228 



Pharmakognoftitt« 



Nachweis schleimreioher 
in gepulvertem Handelssimmt. 

Nach einer Mittheiltmg von Dr. J. Hock- 
auf (ZeitBohr. d. AUg. ÖBterr. Apoth.- Vereins 
1902, 61) kommen im Handel nicht selten 
Zimmtpulverproben vor, welche bedeutende 
Mengen sehr schleimreieher, fast geraeh-, 
sowie geschmackloser und daher werthloser 
Rindenparthien enthalten, die ilurer ana- 
tomischen Beschaffenheit nach aber nur 
wenig von Alteren Rinden verschiedener 
CSnnamomum- Arten abweichen. Ein der- 
artiger Zusatz muss, da der Werth des 
Zimmtgewürzes dadurch herabgesetzt wird, 
als Fälschung bezeichnet werden. Der Nach- 
weis soldier schleimreicher Rindenparthien 
erfolgt leicht in der Weise, dass 1 g des 
zu prüfenden Zimmtpulvers mit 5 ccm Wasser 
in einem Reagensghis geschüttelt wird. Wäh- 
rend die normalen Rindentheile sich schnell 
zu Boden setzen, bleiben die schleimreichen 
Rinden an der Oberfläche und bilden eine 
steife, gallertartige Masse. Lässt man eine 
derartige Probe längere Zeit stehen, so 
ist die Oberfläche bald mit Filzwucherungen 
bedeckt. Reiner chinecdscher Röhrenzimmt, 
wie auch andere gute Zimmtsorten zeigen, 
ebenso behandelt, selbst nach monatelangem 
Stehen keine Pilzwucherungen auf der 
Flüssigkeitsschicht Vg. 

Ueber 



des Purpurs 

macht DuMs (Chem.-Ztg. 1902, 151) Mit- 
theilungen. Der Farbstoff ist bei den See- 
thieren, die ihn liefern, nicht vorgebildet 
Verfasser hat die Purpurdrfisen von Musex 
brandaris mit Alkohol und Olycerin be- 
handelt Der Alkohol hebt die Wirksamkeit 
der pnrporbfldenden Substanz für eine Zeit 
lang; Wärme vernichtet sie ganz. In dem 
Gljcerinzusatz finden sich unter dem Mikro- 
skope eme Menge kleiner Kömchen, ähnlidi 
denen, welche Verfasser als „Vacuoliden^ 
in den photogenen Organen von leuchtenden 
Thieren beschrieben hat Es konnte aber 
weder durch ein saures, noch ein neutrales 
oder basisches Lösungsmittel aus dem Glyoerin- 
auszuge eine Spur emer aetiven Substanz 
isolirt werden. Also müssen jene Körner 
es sein. Sie sind ziemlich voluminös und 
gehen nicht durch Filtrirpapier; viele Zymasen 
verhalten sieh aber ebenso. Verfasser unter 



scheidet danach Makrozymasen und Mikro- 
zymasen. Er schlägt für die Makrozymase 
des Purpurs den Namen „Purpnrase^ und 
für die lichtempfindliche Substanz „Purpurn^ 
vor. —h^. 

Einen neuen Körper im 
deutschen Salbeiöl 

hat Seyhr (Ghem.-Ztg. 1902, Rq). 61) 
isolirt, den er „Salven'^ nennt Er siedet 
bei 142 bis 145 ^ C. und hat die Zusammen- 
setzung GjoHig. Die physikalischen Eigen- 
schaften, namentlich der sehr niedrige Siede- 
punkty sprechen für einen gesättigten Köiper. 
Wahrscheüilidi ist die Constitution folgende: 

CH(0H3)a 

C 



CHg 
CH 



/> 



\. 



CHg 

\/CH2 

CHCHg 



Ueber 
eine falsche Sandaraksorte 

berichtet R, Hauke ( Zeitschr. des allgem. Osten. 
Apothekerverdns, 1900, 1124), weldier m 
Muster davon durch Vermitdmig der ilrms 
O. dt R, Fritz in Wien erhalten hatte. 
Der mit der Bezeichnung „Sandanica uso*', 
„Sandaraque en larmes lav6e'' versehene 
Sandarak wurde von der Firma selbst sIb 
verdächtig bezeichnet und war angeblich 
spanischen Ursprungs. Das ungewöhnlich 
schöne Muster bestand aus blass citronen- 
gelben, durchsichtigen, stielrunden Stückchen, 
im Bruche spröde, muschelig, beim Kanen 
Anfangs wie echter Sandarak zu Pulver zer 
fallend, später jedoch an den Zähnen klebend. 

Beim Erwärmen im Wasserbade erweichten 
die Stücke und das Pulver, und flössen 
endlich zu einer zähen weichen Masse sn- 
sammen, während reiner Sandarak auch bei 
Stunden langem Erwärmen im Wasserbade 
unverändert bleibt 

Die Befunde der weiteren chemischen 
Untersuchung, welche in nachstehender 
Tabelle mit den Untersuchungsresultaten von 
reinem Sandarak und Golophonium xu- 
sammengestellt sind, bestätigten die Ver- 
muthung, dass em künstfiches Plrodud, bei 
welchem Golophonhun em Hanptbestandttid 
bildet, vorliegt 



1 


i': 
1 ' 


'1 


r 


1 


'. f|fliil il 
1^1|l|lfäl 

1 l| 'j 1 


2 

1 


i 

i 


i 

1 

I 


1 ^ 

= 11 


1 
1 


1 * 


: 



■3 I |i 

■i I r^iii 

S I egä£S 



-st 



ä? 

-r 



il 

Sil 

■3|l 



aso 



Verschiedene 

Besorgung von Arzneien durch 
die Postboten. 

Das Königlich Bayerische Ministeriam hat 
genehmigt; dass in Nothfällen Postboten und 
PostilionC; denen sonst gmndsätzlich die 
Uebemahme von Privatbesorgungen verboten 
ist, Arzneimittel kostenfrei nach Orten 
verbringen ; an denen sich keine Apotheken 
befinden, doch soll hierans ein Anspruch auf 
eine ständige gebührenfreie Beförderung von 
Arzneien an Kranke durch das Postpersonaf 
nicht abgeleitet werden. Diese Zulassung 
ist nur dne ausnahmsweise und auf Noth- 
fälle beschränkte; ne setzt voraus, dass die 
Zeit der Fertigstellung einer dringlichen, in 
kürzester Zeit benöthigten Arznei mit der 
Zeit des Abganges des Postboten oder 
Postillons nach dem Wohnsitz des Ki-anken 
zusammenfällt, sowie, dass nur bei Ver- 
mittelung durch diesen Postbediensteten das 
Arzneimittel rechtzeitig an Ort und Stelle 
kommt, keine andere Vermittelungsgelegen- 
heit besteht, oder doch bei Besorgung durdi 
eigenen Boten dem Bedürftigen unverhältniss- 
mässig hohe Kosten erwachsen, endlich, dass 
die ordnungsgemässe Postaufgabe unmög- 
lich ist 



MiHheilungen. 

Messinggelbbrenne, 

sdiön gelb bis hochroth färbend, erhält man 

nach der deutschen Ooldschmiedezätnng^ 

Jahrg. III, No. 14 durch Lösen von 2 Th. 

natürlichem Malachit in einer Mischung von 

1 Th. Aetznatron in 10 Hi. Wasser. IMe 

zu färbenden Oegenstäude werden einige 

Minuten in die Beize getaudit, je nach der 

gewünschten Stärke des Farbtones. 

... Kpti^. 

Färbung von 
Kupfergegenst&nden. 

Kupfergegenstände eiiialten schöne Kupfer- 
farbe und hohen Olanz dnrdi Sieden in 

Weinstein -Wasser. ^ix. 

Deutsehe Qoldsehmiedexig., Jahrg. IH 

No. 14. 



Um fertigen Eichenmöbeln eine 
natürliche Alteichenfarbe 

zu erteilen, setzt man dieselben der Ein- 
wirkung von Ammoniakgas aus ; ein Anspritzen 
ist zu vermeiden. Das Eichenholz nimmt 
in Folge seines hohen Gehaltes an Gerbsäure 
eine braune Farbe an, welche vollkommen 

licht-, luft- und wasserfest ist Vg. 

Zeiisehr. f. angew. Chemie 1902, 160, 



Brieffweohsei. 



H. n. W. in H. Als Mittel, um das An- 
wachsen von Wasserpflanzen und Muscheln 
bei Schiffen u. s. w. zu verhindern, empfiehlt 
die chemische Fabrik von Victor Alder in Wien X, 
Humboldtgasse 42, das von ihr hergestellte Pinol. 

Apoth. F. F. in B. Im Lateinischen be- 
zeichnet die Endung osns, osa, osnm einen Zu- 
stand, wie das deutsche ös, z. B. farinosns, 
spinosus, tuberosus, bulbosus u. s. w. Auch die 
Endung „ose^^ in der Chemie und Medicin 
verweist auf die Bedeutung des vorhergehenden 
Stammwortes, also „wie beschaffend^ z. B. 
Glykose, ein süss schmeckendes Kohlen- 
hydrat; Dextrose, ein rechtsdrehendes 
Eohlenhydrat; Tuberkulose, eine durch Enöt- 
chenbildung ausgezeichnete Krankheit 
etc. Aehnlich ist es mit der Endung ,,idis" 
oder „ides" (botanisch) und itis (medicinisch) ; 
letztere Endung weist auf eine Entzündung hin 
z. B. Periton-itis := Bauchfellentzündung. 

Apoth. H. Seh. in Str. Die in der Heilkunde 
angewendeten Sorten Holztheer haben meistens 
mehrere Namen: 

Birkentheer = Oleum Betulae, — betulinum, 
— Rnsci; 

Buchentheer = Oleum Fagi empyreumaticum, 
Pix Fagi. 



Wacholdertheer = Oleum Juniperi empy- 
reuraationm, — Gadi, — cadinum; 

Nadelholztheer = Pix liquida, Pix Abietinamm. 

Apoth. W. in D. Caloiumsulfid wird 
nach Merck innerlich mit Erfolg bei eiterigen 
Processen gegeben, mehrmals täglich in Gaben 
von 0,06 g. Es tritt schnell Stillstand in der 
Eiterung und Rückgang in der Schwellung ein. 
Die mittlere Tagesgabe von Calciumsulfid be- 
trägt 0,25 g. Als Mittel gegen Influenza findet 
Sie es Ph. C. 87 [1896], 109 erwähnt. Vg. 

Apoth. St. in K. Nach einem Outachten 
von Prof. C. Fraenkel kommt dem Sand platten- 
filter der Firma Fischer in Worms (vergleiche 
Ph. C. 3« [1895], 286) in bakteriologischer 
Hinsicht kein Vorzug vor dem alten Sandfilter 
zu. Damit soll die Brauchbarkeit in anderer 
Hinsicht, z. B. Enteisenung natürlich in keiner 
Weise bezweifelt werden 

Anfragen. 

1. Wie wird Haemoglobinextract her- 
gestellt? 

2. Welche Firma liefert Benzol zur Dena- 
turirung von Branntwein unter steueramtücheffl 
Verschluss, oder ein Benzol, welches den Prüf- 
ungsvorschriften des Ausführungsgeeetzes der 
Branntweinsteuer entspricht ? 



V«rl«tMr aod ▼«nuntvorüieb« L«i««r Dr. ▲. Setoeidflr In Oratdan. 



< s 



i 



Silberne Medaille London. 

Imterutlonsl KxUUUoB 18.S1. 



la Capsulae gelatin. 
und elasticae 

nnd Perlae in «llen bekannten Sorloo 

nnd TerpackaDßOD für In- Qad Aosland 

in Ulligstcn Pieiseu bei amgebondcr 

Bediannng. 

«. Polil, 

Sc]a.8aa.T3«.'\aj3a.-PK.m Tilg. 



Anilinfarben! 

io Bllen SoBDOMi, tpeoieU fdr 

Tintenfabrikatioii 

pTiparirl, wie solche za den TorachriftaQ dee 
Boim Esgmi DleterM Terwendet und in desBon 
Hsniul empfohleo werden, halt stets Inf Lag«! 
und TBisendet prompt 

FrauE Scba»!* Dresden. 

Signirapparat j. V.?;?.!!, 

6toluaa M Olalti, llihna. 

zarHeratalliuig daoariialter Schilder n. AnÜMihriften 
in allen TOikoiiiiu«ideii GrBasen in sohwuser, 
misaeT od. lotber Sohrift. Mt 1878 2S00O In 
Bthrmhe, TielhwhsDigeteiohnet. Anden Slfiilr* 
Appnnttc sind IfachahmnDKeD. ■ Patent 
tBfemeldet ■ Nener Klapphdenvenohluss lum 
FeMbaKen des Uieales. Preise d. MuH'er ^rHim. 



r. Ei'iist Miidow 

HAMBURG. 



Künstliche 
Mineralwassersalze 

■TeekmXasl^stcr Enati 

der TenMdeten natNrileken 

KliteralwIaMr. 

■ edleiKlmehe 

Bransesalze. 

Dr. Sandov'g 
brausendes 

Bromsalz 

(50 Vo) 
(Aleall brornKtnni 
effervesc. Sandow) 

Mlneralwassersalze und 



in Flscons mit Maastig'liis 



Zu beüieben dnich die be- 
liuuit«n En^osh&Dser in Dro- 
hen and pbarmaceu tischen 
Special itäten, sowie direct von 
der Fabrik. 



Die Jahrgäog:e 

I. bis X. und 3^11. 

d.iiPharmacautisohanCentpaihall«*' 

werden zu kaafen gesucht. 

Oefl. Aufböte an die Gescbäftsstelie det 
„Phannaceutiscben Centralhalle". 



EF Funck Sämmtliche 

"^ Capni^alae und Perlae 

la. Qualität, gerooh- und geschmackfrei, exact dosirt. 

G«eetzi. gesch. Cxeoso ta^llox X, XX, ZXX- 

Santol mit hohem Rabatt 

Bandwupmmittel 



mit und ohne Filix-Extrnet (H.-V.) 
mit Firmendnick den Be^telloni 
-■ aromat wirkend .^^i^i.^^ 
empfiehlt die Fabrik ^ 



Ernst Funck za Radebeul -Dresden. 



Bxpart aaek all«a Welttheliea. 



Pharmaceutische Centralhalle 

für Deutschland. 

Zeiteehiift fflr wiseenaelu^liehe und geeeliftfUiehe loteresMii 

der Pharmaeie. 

Oagrtadflt tob Dr. H. Hafer 1869; fortgeftüirt tob Dr. B. OelMd«r. 

Heniug«g«b« Ton Dr. A. S«luMld«r. 



'»••■ 



Enditiiit jtdw DoBs^rstag. — B^BUcspreif TierteljIhrHoli: dvroli Ftet od«r 
BoohhiBdel 2^ IOl, uiler sSraifbnd &— KL, Ai^ übmIim NtmuMm 80 PI 

Aniaigen: die «mil gesptttoM Peät-Zcila 86 Pt, bd oteann AnMign oder IHidmv ^^ 
Mnagen Rwwigrmiwigimg. — QiiliiftMtcllit Dradan (P.-A. 81), Sehandmer StiMit 43.?^ 
~ ZiÜMMfl: Dr. A. Sohndd«, Draid«i ^.-A. 81), SohindMar Stnaw 48. . ] 
As d«r Lütong betheiUgt: Dr. P. Süm in Dnaden^BlaflewIti. 



^17. 



Dresden. 24. April 1902. 

Der nenen Folge XXIII. Jahrgang. 



XLm. 

Jahrgang. 



lakalt: OheMle aad FkanuMl«: hoötJümikm und Bedtntimg d«r Alkalolda in dm PflanieB. — Dnrdi 8#fc- 
soMts fvrdlekfter Forauüdehyd. — Aob dam B«rioht tob Scliiininal A Co. — Pfaüglfla mu DaatMh-Ott-AMka. — 
Atazyl, elii imom AnaB|n^»nt. — Zar Aoalefiuif phanoMeatlaoher GaMtie. — Bniriechea LmioUb. ^ Nase 
AmeiiBlttal. — Niiehvato dar Oxjbattaaiore Im dttn. — Dia Ümwandlaag ▼<« Tkanln In Gallnntara. — Br- 
■Ittalvnc daa Trmabanaaekan Im Hatna. — Trttung anf Str^chnln mit mm. — AnwendoBf roa Blat- nod 
Kaacfainikolila bei dar BaMnoaabastlmmaiiff. — BozElat'a Klhnaekar — > INa Snbataas, weleha dia BUduac dar 
FIoieBoa'aehan KiytteUa bedingt. — Erkamuing und qoaatltotiTa Bestimm ang tod Antliraiiilsittrameibjlaalar. — 
Bnüttahmg daa BroaMforma and Bromala. — Baatlmmonff sehr Ualiiar Maagen tob Tnuibansuckar. — Baadmmuag 
im Zucker im Blata. - Paa apaetroakopiaeha Varbaliaii der OzimraaodoB. — ZndkarbaatlmmaDg 1b OlyaetinaeÜBB. 

Teetoto<fc» MmfceUMigeii. - VwMMed— e MJgbgilogea. - Brlefwa^fcg^L 

CheiiBi« lind Phapaaiaoie. 

LocaUsation und Bedeutung 2. B. in Samen and Binden, in der 

d«r Alkaloide in den Pflanzen. . X^e Alkaloide beim Keimen ver- 

schwinden, was auf eine Verwendung 
zur Ernährung schliessen Hesse, hat sich 
als unrichtig erwiesen. Wenn beim 
Austreiben der Kartoffel, femer beim 
Keimen des Samens von Datura 
Stramonium und Strychnos nux vomica 
eine gewisse Verminderung der Alkaloide 
beobachtet wurde, so ist das wohl auf 
die geringe Exactheit der Methoden, 
femer auf die Vertheilung auf einen 
grösseren Raum zurtlckzufflhren. 

Wenn man der Pflanze das Alkaloid 
als einzige Stickstoffnahrung darreicht, 
so wird dasselbe nicht verwendet. 

Verschwindet das Alkaloid aus der 
Pflanze (was bei vielen Alkaloidpflanzen 
z. B. am Schlüsse der Vegetationsperiode 
beobachtet wurde), so geht damit keine 
Vermehrung der Eäweisssubstanzen Hand 
in Hand. Was aus ihnen dann eigent- 
lich wird, ist nicht entschieden. Jeden- 
falls ist die Pflanze im Stande, ihr 
Alkaloid zu zerstören. 

Aus letzterer Thatsache und der 



Die Physiologie dieser merkwürdigen 
Stoffe ist zum Theil noch recht dunkel, 
wiewohl denselben eine früher ungeahnt 
grosse Verbreitung im Pflanzenreich zu- 
kommt und ein eifriges Studium der- 
selben zu den verdienstlicheren physio- 
logischen Arbeiten gehört Wo und wie 
entstehen sie, welches ist ihr femeres 
Sehicksal im Pflanzenkörper? 

Biologisch weiss man, dank den 
neueren Untersuchungen, etwas mehr 
darüber. Sie haben der Hauptsache nach 
eine „ökologische^ Bedeutung, sei es, 
dasB sie das Fressen durch TMere oder 
das Eindringen von Parasiten verhüten. 

Nach O. Cbmtrian^B neuesten ünter- 
sachongen über die Pflanzenalkaloide 
(alcaloides v^g^taux, Brüssel 1900, H. 
LamarHn) weist das ganze Verhalten 
der Alkaloide in der P&nze darauf hin, 
dasB dieselben zum Schutze der Pflanzen 
die&en; sie werden an solchen Orten 
vpd zu solchen Zeiten angehäuft, wo 
ein Sehatz dringend nothwendig ist. 



232 



^ 



weiten Verbreitung der Alkaloide im 
Pflanzenreich leitet Verfasser die Ver- 
muthung ab, dass auch in jenen Pflanzen, 
welche keinen Alkaloidgehalt erkennen 
lassen, Alkaloid gebildet, aber ebenso 
rasch wieder zerstört wird. Aach bei 
den Pflanzen, die normaler Weise Alkaloid 
bilden, kommt es vor, dass unter be- 
sonderen Verhältnissen kein Alkaloid 
nachweisbar ist; so vermochte Vogel in 
den Cinchona-Pflanzen unserer Gewächs- 
hänser kein Alkaloid nachzuweisen. Der 
Gehalt an Alkaloiden fällt überhaupt je 
nach den Culturbedingungen sehr ver- 
schieden aus, sodass z. B. in Schottland 
der Schierling gelegentlich kein Coniin 
enthält und die Bakterien bekanntlich 
mit verschiedenem Grade von Virulenz 
gezüchtet werden können (im letzteren 
Falle handelt es sich zum Theil auch 
um giftige Eiweissstoffe). 

Der Ursprung der Alkaloide ist nicht 
bekannt; jedenfalls werden sie nicht 
direct bei der Assimilation gebildet. Sie 
entstehen immer an Punkten lebhaftester 
Zellthätigkeit. 

Von besonderem Interesse ist es, dass 
die Alkaloide von furchtbarster Giftig- 
keit, wie Strychnin, Morphium, von 
manchen Pilzen in genügend verdünnter 
Lösung zur Nahrung verwendet werden 
können, wie denn überhaupt hinsichtlich 
der Giftwirkung ein grosser Unterschied 
zwischen den einzelnen Organismen 
besteht. 

Die in manchen physiologischen 
Schriften ausgesprochene Ansicht, dass 
die Alkaloide von ihren Producenten 
selbst nicht weiter veraibeitet werden, 
bedarf nach Clautrian einer Berichtig- 
ung, denn sie verschwinden z. B. bei 
Papaver somniferum allmählich gegen 
Ende der Vegetation. 

Specielle Studien, worüber man das 
Original nachsehen möge, hat Clautrian 
über das Coffein gemacht. Dasselbe 
wurde bis jetzt gefunden in Coffea (zu 
den Rubiaceen gehörig), Thea (Theaceen), 
Paullinia (Sapindaceen), Hex (Diaceen), 
Nea (Nyctagineen) , Theobroma, Cola, 
Sterculia (Sterculiaceen). Ueber den 
Gehalt der einzelnen Pflanzentheile an 
Alkaloid wurden besonders an Kaffee 



n 
n 



»1 



und Thee Beobachtungen gemacht; 
Bomburgh und Lohrnann theUen dar- 
über Folgendes mit (1890): 

Coffea arabica L. enthält in 

jungen Blättern 1,6 pCt OefEeu, 

aosgewaohsenen Biättem . . 1,1 „ ^ 

Coffea liberica Hiem. enthält in 

jungen Blättern 0,6 pCt. CofffliD, 

ausgewaooBenen Blättern . . 0,0 „ „ 

Im Jahre 1896 theilten dieselben Ver- 
fasser noch folgende Resultate mit: 

A. Jaya-Eaffee, Coffea arabica L. 

Ausgewachsene Blätter . . .1,1 pGt CofffflA, 

junge Stengel 0,6 „ „ 

alte Stengel 0,2 „ „ 

B. Liberia -Kaffee, Coffea liberica 

Hiem. 

Blumenblätter 0,3 pCt. Oofftto, 

Fruchtwand Spuren 

Unreife Samen 1,2 pCt 

Reife Samen Ii3 „ 

Samonhaut Spuren „ 

Junge Pfl.o.en{B;^5- ; ; J;« P^ « 

Rinde Spuren „ 

In der Theepflanze haben Bomburgh 
und Lohmann folgende Verhältnisse ge- 
funden : 

Camellia Thea (Thea sinensis ei 
Thea assamica): 

ni«*v«« f Blumenblätter ... 0,8 pCt. CoffeiB, 
ßl'^^ö'^i Kelchblätter ... 1,6 

T?..Ä«k*^ f Fruchtwand . . .0,6 
Fruchte I g^^^^ 0,0 

Erstes und zweites Blatt . . 3,4 
Fünftes und sechstes Blatt . . 1,6 
ätengelstüok zwischen dem 

fünften und sechsten Blatt . 0.5 
Haare der jungen Blätter . 2,2 

Der hohe Gtehalt der Haare (d. i 
Epidermisgebilde) iSsst auf eine Anhäuf- 
ung des Alkaloids in der Oberhaoti 
scUiessen, was auch sonst beobacht 
wurde. Interessant ist auch, dass Th( 
in den Samen kein Alkaloid enthilt 
während Kaffee hier am meisten 

Th. JBokoffißf. 

Durch SeifOBUsatz verdickter 
Formaldeliyd. 

Nach einem Dr. R. Oruppler erdieiltei| 
Patent kann man durch verschiedenartigoi 
Zusatz von Seife zu Formaldehyd feste m 
salbenartige Gemische von viel Formaldehjd 
mit wenig Seife erzeugen. Der moo<h 
molekulare Formaldehyd bleibt als 8oMMr| 
in denselben erhalten und völlig wirfcsam. 



11 



n 



»1 



»1 



71 



W 



>» 



11 



233 



AiuB dem Bericht 

von Scbümnel fr Co. aa Mütits 

bei Leipsig. 

Apiü 1902. 

AaisöL Im Handel offerirt man nener- 
dingi zu höherem Pteise Anethol, das eine 
nm 25 pGt grossere Ausgiebigkeit als 
gewOhnlidies reines Anethoi besitzen soll. 
Bei olherer PrOfnng steUten Schimmel <& Co, 
hingegen fest, dass dieses Prodnot die ihm 
naefagerfihmte Eigensdiaft nicht besitzt, son- 
dern sogar einen niedrigeren Erstammgs- 
ponkt als ihr reinstes Anethoi zeigt. Von 
einer grösseren Ausgiebigkeit kann also nicht 
die Bede sein. Andere zum üeberfluss noch 
vorgenommene Ver^eiche ergaben ebenfalls 
negative Resultate. 

Weiter bringt man seit einiger Zeit in 
Italien eine Flfissigkett m den Handel, durch 
die man im Stande sein soU, den Anis- 
geschmaek zu verstärken. Da man 
den Verikauf sehr geheim betreibt, so ver- 
mutfaen Schimmel dt Co., dass es sich viel- 
Jeieht um eine Lösung von Saccharin handelt 

Bergamottöl. Aus den Fruchtschaien 
einer nicht reifenden Bastardfrucht wird ein 
iIb ,,£Bsence of black bergamof' bezeichnetes 
Oel gepresst, das gelegentlich als Verf&lsch- 
nngsmittel des Bergamottöles Verwendung 
findet. Da es sehr dunkelfarbig ist und 
ansserdem ziemlich hohes specifisdieB Ge- 
wicht (bis 0,898) und niedrigen Estergehalt 
bentzt, so dürfte sein Nachweis nicht schwer 



Ci^eputöL Die Umsätze in diesem 
Artikel werden unmer unbedeutender, seit- 
dem Eucalyptusöl so billig geworden ist, 
da« ersterer nicht mehr zur Darstellung 
von CSneol benutzt werden kann. 

In der neuen Ausgabe der schwedischen 
Fharaiaeopöe ist an Stelle von Cajeputöl 
das röne Eucaiyptol (CSneol) aufgenommen 
worden. 

Cedenholiöl. Das Oel des Holzes der 
Aüas-Geder (Oedrus atlantica ManetH) Shnelt 
dem Sanddholzöleund wird, wie dieses, gegen 
Blasenkatarrh angewendet Der Fabrikant 
des Atlas-Gedemholzöles (Apotheker P. Boisse) 
hat diesem Oele, um Verwechsehing mit dem 
gewflhnlidien Gedemholzöie zu vermeiden, 
den Namen Libanol Boisse gegeben. Als 
Gabe bei Blasenkatanh werden täglidi 3 g 



in Kapseln während sechs bis acht Tagen 
gegeben. Trahut empfiehlt das Atlas-Cedem- 
holzöl auch in Mischung mit Leberthran 
(5 : 100) bei Bronchitis und Tuberkulose. 
Das Atlas -Cedemholzöl nimmt dem Leber- 
thran den unangenehmen Geschmack; es 
wird von den Kranken gern genommen; 
der Auswurf bessert sich schnell. Oegen 
Ausschläge verwendet man ee in Salbenform 
mit Yaselm (20 : 100). 

Cedroöl (über dessen Abstammung siehe 
weiter unten unter CStronenöl) hat Burgess 
untersudit Nach seiner Meinung ist das 
Cedroöl des Handels in den meisten Fällen 
eine Mischung von CStronen- und Verbenaöl, 
der hin und wieder sogar kleine Zusätze 
von Bosenöl gemacht werden soUen. 

Cedroöl wird meist nur auf besonderes 
Veriangen zur Zeit der Fruchtemteauf Sidlien 
oder in Reggio-Calabrien hergestellt; man 
trifft es selten rein hn Handel an, da die 
Fabrikanten es mit mehr oder minder grossen 
Mengen Citronen- oder Pomeranzenöl mischen. 

CitroaenöL Häufig noch werden Gtronen- 
und Cedro- oder Cedratöl mit einander ver- 
wechselt; erst kürzlich wieder wurde der 
Beweis dafür in den Referaten geliefert^ die 
versdüedene Zeitschriften unabhängig von 
dnander über eine das Cedratöl betreffende 
Abhandlung brachten. Wenn auch Cedratöl 
wohl in den meisten FlUlen mit Zusatz von 
CStronenöl im Handel vorkommt^ so genügt 
das noch nicht, um beide Ode als identisch 
anzusehen. Citronen- oder Limonenöl 
stammt, um es noch einmal kurz aus einander 
zu setzen, von Citrus Limonum Risso und 
wird in Italien Essenza di limone, in Frank- 
reich Essenoe de dtron und in England 
Lemon oil oder Oil of Lemon genannt 

Dagegen wird das Cedro- oder Cedratöl 
aus den Fruditachalen der dtronatdtrone 
von CStrus medica Risso gepresst; in Italien 
ist es als Essenza di cedro oder cedrino 
bekannt, während man es in Frankreich 
Essenoe de o6drat und in England Citren oU 
nennt 

Cypressenöl. Dieses vorzügliche Mittel 
gegen Keuchhusten verschafft sich immer 
mehr Anerkennung, wird aber in verhältniss- 
mässig wenig Apotheken vorräthig gehalten, 
was um so bedauerlicher, als gerade die 
Anwendung in den aUerersten Stadien der 
Krankheit für den Erfolg besonders wichtig ist 



S34 



Estragonöl. Die grösste Menge dieses 
Oeles wird in der Essigfabrikation verbraucht 
5 g EstragonOl genügen, um 1 hl Essig 
kräftig zu aromatisiren. 

Vorzüglioh wirkt es auch in Gewürz- 
mischungen für Speisen, Suppen u. s.w. in Ge- 
mdnsehaft mit den Destallaten aus frischen 
Petersilien* und Sellerieblättem. 



Ueber Pfeilgifte 
aus Deutsch-Ost-Afrika. 

Unsere Kenntnisse über Pfeilgifte aus 
DeutBch-Ost-Afrika sind sehr ergänzungs- 
fShig; weil es schwer ist, derselben habhaft 
zu werden und auch die Eingeborenen 
Zusammensetzung und Wirkung geheim 
halten. Frot Rieger (Berl. Elin. Wochenschr. 
1902, 277) hat neuerdings in Ostafrika 
eingehende Untersuchungen über Pfeilgifte 
angestellt Aus dem Pfeilgifte der Wakamba, 
eines in der Gegend zwischen Kenia und 
Kilimandscharo lebenden Völkerstammes, 
isolurte derselbe den Träger des Wakamba- 
giftes in Gestalt eines charaktensirten 
krystallinischen Glykosides von der Formel 
G29H4e08 Als ein starkwirkendes Herzgift, 
welches selbst in äusserst geringen Gaben 
schnell den Tod herbeiführt Dieses 
krystallmische Glykosid bildet ebenfalls den 
wirksamen Bestandtheil des Pfeilgiftes der 
Wagogo, sowie des unter italienischer Ober- 
hoheit stehenden Somalistammes, Oapo Shakal 
genannt Die Stammpflanze des Giftes ist 
vermuthlich eine Acocanthera-Art 

Prof. Rieger konnte nun femer in den 
Belegmassen giftiger Pfeile aus dem Bezirk 
Bukoha, in dem mit Bast oigairenförmig 
verpackten Rohgift aus Gross -Arusha und 
den Pfeilgiften verschiedener anderer Einge- 
borenen-Stämme Ostafrikas ein weiteres, 
äusserst wirksame? Herzgift feststellen. Das 
giftige Prindp ist jedoch em zerfliess- 
liches amorphes Glykosid. Als Ursprungs- 
stätte dieses Giftes ist die Aoocanthera 
abessynica zu betrachten. In dieser Pflanze 
scheint nach Angabe von Prof. Rieger ausser- 
dem em anderes krystalUnisches Herzgift 
vorhanden zu sein. Die Möglichkeit liegt 
vor, dass hierdurch ein Ergänzungs- oder 
Ersatzmittel für die Digitalis und das 
Strophantin vorliegen kann. Das einge- 
trocknete, schwärzliche Fleisch der etwa emer 
kleinen Pflaume gleichenden Frucht dieser 



Pflanze ist ganz ungiftig und entiillt ein 
ungiftiges Glykosid, während die linsengrceBea 
Kerne dieser Früchte das starkwirkende Hen- 
gift sehr reichlich in sich aufgespeidliert 
haben. Auch die anderen Theile der Pflanie 
mit Ausnahme des moschusähnlich riedien- 
den Wurzelstockes sind gifdg. 

Ausser diesen schnell whkenden Giften 
fand Prof. Rieger wiederholt in den Bel^- 
massen ^tiger Pfeile anderer Stämme m 
mehr langsam wirkendes Gifi^ welches der 
Kandelaber Euphorbie entstammto. 
Der von seinem Gummi befreite ^chsaft 
verursacht locale Eiterung und Nekrose. Die 
wirksamen giftigen Bestandtheile sind ver- 
muthlich Tozalbumine. Vg. 



Atoxyl, 
ein neues Arsenpräparat 

Das MetaaiBensäureanüid oder Atoxyl, wie 
es genannt wu*d (Ph. 0. 43 [1902], 171), 
ist ein neues, von Dr. W. Schild (Bertiner 
Klin. Wochenschr. 1902, 277) dargesteDtes 
Arsenpräparat, welches wegen seiner ein- 
fachen, reizlosen und leicht erträgtichen An- 
wendungsweise vor den bisherigen Anoi- 
präparaten Vorzüge aufzuweisen hat Das 
Atoxyl ist em beständiger Körper von der 
Zusammensetzung 

OöHßNOgAs == CßHsNHAsOi, 

es enthält demnach 37,69 pGt As, etwa 
halb so viel wie die arsenige Säure Ab2Qs. 
Es stellt ein weisses, geruchloses Pulver von 
schwach salzigem Geschmack dar, wekah« 
sich in warmem Wasser bis zu 20 pGt IM, 
wovon aber beim Erkalten etwa 2 pGt in 
Gestalt von wasserhellen Krystallen wieder 
ausfallen. Es wirkt vierzigmal weniger giftige 
als seinem Arsengehalt entspricht Es kann 
dem menschlichen Körper mit dem Meta- 
arsensäureanilid etwa ein zehnfach höheres 
Quantum an Arsen zugeführt werden, ak 
mit der arsenigen Säure. Die weniger giftige 
Wirkung des Metaarsensäureanilids kommt 
daher, dass das Arsen, an den festen Ken 
des Anilids gebunden, sich im Körper erat 
langsam abspaltet und dann allmählich seine 
Wirkung entfaltet Die Anwendung dea 
Atoxyls, am besten in 20proo. Lösung, ist 
bequem für den Arzt, erträglich und schad- 
los für den Patienten. Vg. 



986 



Zur Auslegung 
pharmaoeutisoher Oesetse. 

(Ver^. auoh Ph. C. 48 [1902], 153. 166 ) 

78. AnslftadiBohe ApothekergehlÜfen. 
Der Bundesrath hat genehmigt, dass der 
Beiehakanzler Im EmventflndnisB mit der 
snutlndigen Landeabehörde solchen Personen, 
welehe zwar die dentsche GehtUfenprflfong 
nidit abgelegt, aber im Auslände ein dem 
dentBohen gleiehwerthiges Examen bestanden 
haben, die ErlanbnisB ertheilen kann, in 
dentsehen Apotheken als Gehfllfen thätig 
zu sein. 

79. Ansbildnng der Apotheker. In 
der Sitzong des Beiohstages vom 30. Januar 
1902 hat der Herr Staatssekretir Graf 
Posadowsky einige für Apotheker sehr 
widtige EiklArangen abgegeben. Ueber 
die IVttfnng der Apotheker s« eine Ver- 
ordnmig naeh folgendem Plan in Yorbe- 
rätong: 

Die Znlassang als Apothekeilehriing wird 
wahrseheinlieh abhSngig gemacht werden 
von der ,,Beife für die Prima emes Gym- 
nasinms oder Realgymnasinms'^ ; dann kommt 
eine dreijährige Lehrzeit, für die Abiturienten 
äne zweijährige, hierauf der Absdhloss durch 
die Gehülfenprüfung. An diese schliesst sidi 
em Servirjahr, darauf ein Universitätsstudium 
ron vier Semestern, demnächst die Prüfung 
ab Apotheker und darnach zwei weitere 
Senirjahre. 

Ueber russisches Lanolin 

berichtet Lomidse (Ghem.-Ztg. 1902, Rep. 43). 
Bi^er wurde das Waschwasso' der msdschen 
Well wäscherden nur zu Pottasche verarbeitet; 
entt neuerdings stellt Fersein m Moekau 
Ltnolin her. Die Analyse für das rassische 
lanolmum anhydricum ergab folgende 
Zahlen: Spec Gewicht 0,912 (+500 G.), 
Sohmelzpankt 40 bis 41,5^ 0., Erstarrungs- 
puikt 39,8 bis 380 c., Polarisationswinkel 
+ 8,80 bei 52 bis 48 o G., bei niedrigerer 
Temperatur hört die Polarisation auf, 
BreehungsooSfCdent n = 1,238, Säurezahl 
4,31, Verseifungszahl 127, Hehner'sdie 
Zahl 91,4, Reicheri'Bdie Zahl 6,16, Jodzahl 
15, Asche 0,078, Wasser 26,68 pCt Chlor 
ond Ammoniak wurden nicht gefunden, die 
Beaetion war vollständig neutral. —he. 



Neue Arsneimittel« 

Propol. Das Ph. 0. 43 [1902], 169 

erwähnte Propolisin, em Product der 

trockenen Destillation ans dem klebrigen 

Safte der Blattknospen von gewissen, nicht 

näher bekannten Pflanzen, verwendet G^ 

riditsassistenz- und Bahnarzt Dr. Meyer zu 

Bemstadt i. S. mit Vasogen gemischt als 

Desinficiens für Instrumente und Hände und 

femer zur Behandlung von Wunden und 

Hautkrankheiten. Die Wunden heilen unter 

dem ersten Verbände ; das Propolisinvasogen 

wirkt schmerzstillend. Das Propolisinvasogen 

ist auch- als „PropoP' bezeichnet 

AerxtL Rundschau 1901, Nr. 4P. 

Nachweis der Ozybuttersfture 

im Harn. 

Zum Nacfaweb der /S-Oiybuttersänre im 
Harn, welche sieh häufig bei Diabetes meflitos 
m demselben vorfindet, eignet sich das von 
fi^Zrt angegebene Verfahren. Wir entnehmen 
dasselbe dem Lehrbuch „Klinische Diagnostik^ 
von V. Dr. Jaksch: Der Traubenzucker des 
Harnes wird durch Hefe vergohren, der Harn 
filtrirt, das Filtrat zu emem dünnen Sirup 
eingedampft Dann mischt man diesen mit 
dem gleichen Volumen ooncentrirter Schwefel- 
säure, unterwirft das Gemisch der Destillation 
und fängt das Destillat direct im Reageos- 
glas auf. Falls /3- Oxybuttersäure zugegen 
ist, scheidet sich bei dieser Behandlung beim 
Abkühlen a-Erotonsäure m Erystallen ans, 
welche durch die Schmelzpunktbestimmung 
(Y2 ^ C.) leicht erkannt werden können. 
TVeten unter solchen Verhältnissen keine 
Krystalle auf, so wird das Destillat mit 
Aether ausgeschüttelt und die allenfalls aus 
dem verdunsteten Aether sich bildenden 
Krystalle der Schmelzpunktbestunmung unter- 
worfen. Vg. 

Die Umwandlung von Tannin 
in Gallussäure 

geschieht nach emem Patente von Calmette 
(Ghem.-Ztg. 1902, 235) durch den hydro- 
lysirenden Rinflnss eines dem Gallapfel dgen- 
tiiümlichen Pilzes, Aspergillus gallomices, 
der sich von A. niger und Penidllium glaucum 
durch grauweisse Früchte unterscheidet D^s 
klare, tanninhaltige Extract wird m dnen 
aseptischen, mit kräftigem Rührwerk und 
einer Vorrichtung zur Einführung von Luft 



n 



236 



in seinem unteren Theile versehenen Bottich 
gefttlit, durch Einleiten von Datnpf bei 100^ 
sterilisirt; dann kr&ftig mittelst durch Watte 
filtrirter Luft gelüftet und durch Aussen- 
kühlung auf 35 bis 42^ gebracht, auf welcher 
Temperatur die Flüssigkeit weiterhin erhalten 
wird. Man beschickt den Bottich mit der 
Remcultur des Pilzes und überlftast die Flüssig- 
keit unter beständigem kräftigen Rühren und 
Einführen von filtrirter Luft der Ofthrung. 
Ist die Flüssigkeit frei von Tannin gewor- 
den, so unterbricht man die Gährung und 
gewinnt die Gallussäure durch (üoncentration 
und Auskrystallisiren. —he. 



Zur Ermittelung 
des Traubensuckers im Harne 

nach der von Hoppe- Seyler vorgeschlagenen 
Reaction mit o-Nitrophenylpropiolsäure in 
alkalischer LOsnng giebt Ruini (Ghem.-Ztg. 
1902, Rep. 60) folgende Methode an. 
0;3 g o-Nitrophenylpropiolsäure werden in 
6proc. Natronlauge gelöst. Zu 5 ccm 
dieses Reagens werden einige Tropfen des 
zu prüfenden Harnes gegeben und die 
Mischung im Reagensglase eine halbe Minute 
gekocht. Bei Anwesenheit von Zucker 
nimmt die Flüssigkeit durch Bildung von 
Indigotin eine grüne bis blaue Färbung an. 
Beim Schütteln der Lösung mit Chloroform 
geht die Farbe in dieses über. (Vergl. 
Ph. C. 42 [1901], 256). ^he. 



auftritt. Ist nur wenig Strydmin vorhanden^ 
so darf auch nur wenig Brom angewendet 
werden. Eine schwache LOsnng von Brom, 
ungefähr 1 Tropfen Brom in 2 ccm Chloro- 
form, kann statt des Bromdampfes ange- 
wendet werden. Die Färbung verbiaast mit 
der Zeit —kt. 

Die Anwendung von Blut- und 
Knochenkohle bei der BafOnose- 

bestimmung 

ist nach Bernhardt (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 68) 
nach Möglichkeit zu unterlassen, da die Kohle 
neben ihrem Absorptionsvermögen für Invert- 
zucker eine Erhöhung der Linksdiehung 
invertirter Raffinoselösungen bewirkt, die auf 
der Absorption von Melibiose beruht Diese 
beiden Erscheinungen beeinflussen sich d€^ 
art, dass bei weniger als 2,5 pGt Raffinose- 
gehalt zu wenig Zucker und zu viel Baffinose 
und bei mehr als 2,5 pGt. das Umgekehrte 
gefunden wird. In Restmelasaen kann der 
Fehler -|- 0,9 pCt Raffinose und — 1,60 pa 
Zucker betragen. -^Ae. 



Bei der FrüAing auf Strychnin 

mit Brom 

verfährt Whartari (Chem.-Ztg. 1902, Rep. 
41) in folgender Weise: Man bringt die 
Substanz in Chloroformlösung oder trocken 
in ein Probirglas und stellt dieses in ein 
grösseres Olas, welches siedend heisses Wasser 
enthält, um das Chloroform zu verdampfen. 
Den Rückstand nimmt man mit einigen 
Tropfen eines Gemisches von gleichen Theilen 
concentrirter Schwefelsäure und Wasser auf 
und stellt das Rohr wieder in das heisse 
Wasser. Nach erfolgter Lösung lässt man 
aus einem mit Brom gefüllten Fläschchen 
etwas Bromdampf in das Röhrchen treten 
und schüttelt um. Man stellt dann wieder 
in das heisse Wasser ein, um das über- 
schüssige Brom zu verjagen, wobei bei Gegen- 
wart von Strychnin eine carminrothe Farbe 



Soxhlet'B NAhrsuoker 

wird nach Frucht (Chem.-Ztg. 1902, Bep. 
41) durch diastatisohe Verzuckerung von 
Stärke unter solchen Bedingungen hergestellt^ 
dass auf 1 Th. Dextrin 1 Th. Maltose kommt 
Er erhält einen gewissen Säuregrad und einen 
Zusatz von Kochsalz. Es ist ein weiaseif 
hygroskopisches Pulver, das sich leicht n 
einer gelblidien, etwas opalisirenden Flflsog- 
keit von angendimem Gerudie löst Während 
Milchzucker leicht abführend würkt, bewirkt 
dieser Zucker vielfach das Gegentfaeil und 
kann daher sehr gut als Ersatz des Müeh- 
Zuckers dienen. — A^. 



Die Substanz, welche die 

Bildung der Florence'sclien 

Krystalle bedingt, 

ist nach den Untersuchungen von Bocamts 
(Chem.-Ztg. 1902, Rep. 61) Cholin, weil die 
Eigenschaften und der Platmgehalt der 
Platinchloridverbindung der aus den 
Krystallen isolirten Substanz mit denen von 
Cholinplatinchlorid vollständig übereinstimmen. 
Dadurch werden die Untersuchungen von 
Prof. Dr. Damydow in Warschau bestätigt; 
vergleiche Ph. C. 41 [1900], 411. 



237 



Zar Erkennung und 

quantitativen Bestimmung von 

Antbranils&uremethylester 

empfiehlt Erdniann (Chem.-Ztg. 1902^ Rep. 
40] die Bildung eines Azofarbstoffee, z. B. 
mit ^NaphtholdisnlfoB&nre R und die colori- 
metriaebe BeBtimmnng. Bei sehr kleinen 
Mengen des Esten zieht er dne Titration 
der auf ein bestimmtes Volumen gebrachten 
liteung des diazotirten Anthranilsäureesters 
mit alkalischer Lösung /^-Naphthol vor. Der 
entgehende Farbstoff fftllt unlöslich ans und 
dorefa Tttpfelprobe oder durch Prüfung des 
FiltrateB mit Diazoverbindung oder Naphthol- 
Ideong lisst sieh der Endpunkt der Reaction 
sehazf ermitteln. Der Farbstoff ist gelbroth 
imd löst sich in eoncentrirter Schwefelsfture 
mit intensiv rothvioletter Farbe. Wenige 
IfiUigramme des Este» lassen sich so noch 
quantitativ bestimmen. Durch Methyl- 
anthranilsäuremethylester wird die Bestimm- 
img nicht beeinflusst —he. 



Zur Brmittelung 
des Bromoforms und Bromals 

bei Vergiftungsfällen werden nach Vitali 
(L'Orosi 1901) die zu untersuchenden Sub- 
stanzen mit Wasser destilUrt und aus dem 
Destillate das Bromoform durch einen Strom 
reinen Waseerstoffgases isolirt. Das Rohr, 
dureh welches der mit dem Bromoformdampf 
beladene Wasserstoff entweicht, ist nach oben 
gebogen; darüber ist ein glockenförmig er- 
weitertes Olasrohr gestülpt, das dicht über 
der Mündung des Wasserstoifrohres ein 
Mesnngdrahtnetz trägt Das glockenförmige 
Olasrohr ist mit einer TPbu//f 'sehen Flasche, 
wekshe verdünnte Ammoniakflüssigkeit ent- 
Uyt, und weitertiin mit onem Aspirator ver- 
bunden. Wird der mit Bromoformdämpfen 
beladene Wassentoff beim Austritt aus der 
Spitze des Rohres entzündet und der Apparat 
80 gestellt, dass die Flamme in dem glocken- 
fdrmigen Ansätze des oben erwähnten Rohres 
dnreh das Messingdrahtnetz unterbrochen 
wird, so erseheint sie durch gebildetes Brom- 
knpfer sdiön blau gefärbt Werden dann 
dieVerbrennungsproduote durch den Aspü*ator 
doieh die Waulff'whe Flasche geleitet, die 
mit verdünnter Ammoniakflüssigkeit gefüllt 
ist, 80 färbt sich diese blau und das Brom 
dann nach dem Ansäuern mit Salpetersäure 



durch Silbemitrat gefällt werden. Leitet 
man den mit Bromoformdampf beladenen 
Wasserstoff über eine trockene Mischimg 
von Thymol und Ealiumhjdroxyd, so nimmt 
die Mischung eine violette Farbe an; das- 
selbe geschieht beim Durchleiten des Gases 
durch eine alkoholische, wenig Anilin ent- 
haltende RaliumhydroxydlOsung. Unter g&> 
lindem Erwärmen bildet sich das widrig 
riechende Isobenzonitril. Stossen die Ver- 
brennungsproducte auf eine mit Ammoniak 
befeuchtete Porzellanscbaie. so bilden sich 
weisse Nebel von Ammoniumbromid, die sich 
als Krystalle an der Schale niedersdilagen. 
Diese Methode kann auch zum Nadi- 
weise des Bromals dienen, wenn man beim 
Destilluren das Bromal durch Kaliumhydroxyd 
in Eahumformiat und Bromoform spaltet 

—he. 

Bei der Bestimmung sehr kleiner 
Mengen von Traubensucker 

mit Fehling'Bdiest Lösung wird der Nieder- 
schlag von Kupferoxydul so fein, dass er 
durch gewöhnliche Filter hindurchgeht Da- 
gegen hilft sich Beule (Chem.-Ztg. 1902, 
Rep. 68), indem er in einem mit Hahn ver- 
sehenen Trichter das Filter mit Schwefel- 
ammoniumlösuDg bedeckt und daraus den 
Schwefel mit verdünnter Schwefelsäure (1:2) 
fällt Nach fünf Mmuten Unger Ruhe wkd 
der Hahn geöffnet und die Flüssigkeit ab- 
gelassen. Nadi sorgfältigem Auswaschen 
mit Wasser erhält man em Filter das sich 
gegen Kupferoxydui als undurchdringlich er- 
weist — Ä^. 

Zur Bestimmung der Zucker 

im Blute 

muBs man nach Lupine und Boulud 
(Chem.-Ztg. 1902, 220) in dem alkoholischen 
Extracte des mit Natriumsulfat gekochten 
I Blutes die Polarisation und die Reduction 
'der Kupfersalze 1. direct, 2. nach drei 
Minuten langem Erhitzen auf 100^ G. in 
Gegenwart von Salzsäure zur Zerstörung 
der Glykuronsäureverbindung, 3. nach voll- 
kommener Vergährung des vergährbaren 
Zuckers durch Hefe, 4. nach Anwendung 
von Invertin feststellen, da man nur nach 
Beachtung aller dieser Punkte richtige 
Resultate erhält. —he. 



238 



Das Bpeotroskoplsohe Verhalten 
der Oximreaotton 

giebt naeh Basin und Laband (Ghem.-Ztg. 
1902, Rep. 61) die MOgüohkeit, das Vor- 
handenBein ron Olyknronsäiire oder Pentoeen 
zu unterBdieiden, da eineOximreaotion sowohl 
bei Gegenwart von Glyknronsäure als bei 
der von Pentosen eintritt. Aber Giyknron- 
sftnre liefert nur den für die Reaction 
eharakteristisohen Absorptionsstreifen zwischen 
G nnd D, wShrend mehrere Pentosen, danmter 
Hampentose, daneben noch einen Streifen 
bei B, Araliinose bei A zeigen. — A«. 



Zuokerbesümmung in Olyoerin- 

seifen« 

unter dem Namen Gljeerinseif en werden 
alle transparenten Seifen bezeichnet, selbst 
wenn sie kein Glyoerin enthalten, ein Rohr- 
znckerznsatz von 10 bis 15 pOt ist da- 
gegen in denselben häufig vorhanden. Den 
Zuckergehalt in diesen transparenten „soge- 
nannten^ Glyeerinseifen bestimmt man nach 

■ahrungsmi 

Aus dem Berichte über die 

Controle der Nahrungsmittel 

in der Stadt Flauen. 

Dem int e res sa nten, vom Nahrungsmittel- 
chemiker und Mitgliede des Reichs -Gesund- 
heitsraihes Dr. phiL Ä. J. Forster erstatteten 
Yerwaltnngsberichte über die amtliche Con- 
trole der Nahrungsmittel, Genussmittel und 
Gebrauchsgegenstftnde in der Stadt Flauen 
m der Zeit vom 1. Januar 1899 bis 
31. Deoember 1900 entnehmen wir Nach- 
stehendes: Bei 

Handeln wurden erhebliche VerflUsch- 
ungen beobachtet Es wurden einmal statt 
der geforderten bitteren Mandeln Aprikosen- 
kerne yerkauft, in einem iwetten Falle waren 
die