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Pharmazeutische Zentralhalle 



für Deutschland. 



(Gegründet von Dr. Heimann Hager 1859; 
weitergeftLhrt von Dr. Ewald Geissler 1880 bis 1894.) 



Herausgegeben 

von 

Dr. Alfred Schneider. 



51. Jahrgang. 
1910. 



bpesden 1910. 

Verleger: Dr. A. Schneider in Dresden-A. 



In Kommission bei Julius Springer^ Beriin-N., Monbijouplatz 3. 



Inhalts-Verzeichnis 



des 



LL Jahrganges 1910 



der 



FharmazeDtischen Zentralhalle für Dentschland. 

Zasammengestellt von H. INeirtzel in Dresden. 



* bedeutet mit Abbildung. 

A. 

ib&Dflcliokobuley Gehalt an fiohfaser ^42. 
ibies sadudinenglBy Aoban 404. 
Abnome Einxelmileli 1208. 
iberÜBy Tierheilmittoi 792. 
ibflorptioiiBTorlmge nach Wölbling 276*. 
ibsjtttli, Verbot 627. 
ieaeift aIMd% Fracht yon 352. 
■-AeetaminoaiitlpyTin, Wirkung 1010. 
ieetaattld, Unterscheidung Ton Atoxyl, Na- 

tnnmkakodylat und -methylarsinat 791. 
ieetaalUdiini, D. A.-B. Y 1194. 
ieeteaeetjlkodeln, Darstellunff 321. 
ieeUdiaeetjlmorpUii, DaiBtefinag 321. 
iMtoiB, Bestimmung jodometmohe 791, 

- Bestimmung nach Vaubel im Harn 73. 

- Nachweis nach Bardaoh 252. 693. 

- Nachweis im Harn nach Imbert 771. 

- AlkolMldesliifektioii 760. 
ieeteuehlorofonii, Eigenschaften 662. 
iMtopyriHy Eigei^chiäten 1006. 
ieeterentron^ Darstellung aus Veratrol 110. 
ieetnm, D. A.-B. Y 1195. 

- aivmtttleiuii, D. A.-B. Y 1195. 
-- pjrolignosiiii^ D. A.-B. Y 1195. 

- SabMUllae, D. A.B. Y 1195. 

- Beilla«, D. A.-B. Y 1195. 
ieetylekfadn, Darstellung 272. 
ieetyldflMiueylmorplilii, DaisteUung 321. 
AeetjlmoTpUnkarbonsftareester 322. 
Aeetjluricotiii, Darstellung 389. 
iee^Iskepoila, Darstellung 371. 
ieetyltropjllnpliielii, Darstellung 400. 
ieetyltropyltropelD) Darstellung 370. 

ieMim aeetleuiiy Pr^ssteigerung des Ausgangs- 

stoffas 433. 
D. A.-B. 1196. 

- - ittutin, D. A.-B. Y 1196. 



I Aeidnm aeetylo-salleylioum, D. A.-B. Y, 

Entw. 189. 
-~ arslnosalleylieum, Oewinnuog 204. 

— benzoieum, Darstellung 1132. 

— earbolieum, Ursache der Botfärbung 433. 

— ehinleum. Prüfung 686. 

•— einnamylieum, Prüfung 686. 

— dlpropylbarbitarieum, Prüfung 686. 

— osmieum, Prüfung 686. 

— salfaBllleum, Prüfung 686. 

— thyminieom, Anwendung 707. 
Aeoin, Prüfung 686. 

Aconitum Napellns, Entwicklung d. Hamens 809. 

AerlmoB. BIftbungsmittel 792. 

AdaliB, Zusammensetzung 1126. 

AddltionsYorgttiige an Do^ipelbindungen un- 
gesättigter organischer Yerbindungen 595. 

AdeniiL Gewinnung u. Yorkommen 173. 

Adenoehrom, Anwendung 324. 

Adeps suillus, Beschaffenheit 461. 

siehe auch Sehwelneselimalz. 

A^ab-Fett, Eennsahlen 516. 

Adab-Samen, giftig 516. 

Adlptlne, Yorschrift 405. 

Adler*8 Keagenz auf Melanogen 952. 

Adralgln ehimrgionm, Darsteller 1022. 

AdrenaUn, subkutane Anwendung in groAen 
Gaben 56. 

Adreaalln^ Nachweis im Harn 174. 

— • verschärfte Reaktion 565. 

— Tape, eine Yerbandgase 275. 
Aegle marmalos-Oel 434. 

Aepfelgelee amerikaniselies, Nachahmung 699. 
AesGoehiniu, Eigenschaften 271. 
Aether, äuBerl. Anwend. 707. 

— Reinigung von 331. 

— Yergällungsmittel 24. 

— pro naroosl, Nachweis yon Schwefelwasser- 

stoff 567. 

Prüfung mit NeBlers Reagenz 298. 

Yanillinhaltiger 298. 






-1 



nr 



Aetheivaeetonisches AntlformiiiTerfalireii zum 
Taberkeloachweis 835. 

— ehloratuB, Eigenschaften n. Prüfung 993. 

— -haltiges Abwasser, Ge&hrlichkeit 403. 

— Petrolel, Bezeichnung in Preislisten 1. 
Aetiierisehes Gel, Bestimm.in Gewürznelken 543. 
Aethoxy-amidobenzoylc]ilnoliiiiiiii9prüfnng686. 
Aethrole a. Aethrolselfe, Desinfektionswirkung 

924. 

Aethylalkoholy Nachweis kleiner Mengen Methyl- 
alkohol 506. 

Aethylebloralurethan, Darstellung 679. 

^ «olhydroberberiii, Schmelzpunkt 399. 

— -esterzahl des Kokosfettes nach Hanns und 

8tekl 124. 
-^ -homonareeYii, Darstellung 342. 

— -hydrastamld, Eigenschaften 898. 

— -hydrastimid, Schmelzpunkt 399. 

— -morphin, Darstellung 318. 

— -nareeYn, Darstellung 342. 

— -naroeY^Jodmethyla^ Darstellung 343. 

— -narkotamid und Aethylnarkotimld, Eigen- 

schaften 339. 
Aetzkalky Bestimm, neben Calciumkarbonat 351. 
Afridolseife, Zusammensetzung 917. 
Agarase, Bestandteile 430. 
Agaricns eampestris, Reaktion auf 115. 
Afaroma. gereinigte Gelatina japonica 66. 
Agglutlmne. yegetabiUseho, biolog. Nachw. 776. 
iJowanlU, Zusammensetzung 89. 
Airol, Bestimmung des Jods in 397. 
Akanthosieyns horrida-Oel 778. 
Akonlt. Betonung 814. 1004. 
Akonitio, Mikrochemie yon 596. 

— Wirkung 632. 

AkroleYn« in bitteren Weinen 674. 
Alaun, Aufbewahrung in Zinkgefäßen 333. 

— -salze, Herstellung yon Kristallen 200. 
Alealesin, Zusammensetzung? 258. 

Aleola, Tiunksuchtsmittel, Zusammansetzg? 1026. 

— Zusammensetzung 1050. 

— Untersucher 1072. 
Aldogdne, Bestandteile 751. 
Aleptine, Vorschrift 405. 
Aleirandrinertee, Verkauf (0. E ) 1144. 
AJgorol, Zusammensetzung 773. 
Alkalipolysnlflde, Bestimm, des Schwefels 251. 
Alkalität der Weinasehe, Einfluß der Eeller- 

behandlung 974. 
AlkaUtätszahl, Erklärung 253. 254. 

— zur Weinbeurteilung 674. 
Alkaloide, Fällungsmitel 115. 850. 

— Mikrochemie der 346. 

— natttrliehe, Veredelung 265. 289. 316. 335. 

364. 398. 618. 
Alkaloidme, ölige Alkaloidlösungen 108. 
Alkaloldsalze, Titration 634. 
Alka-Tabletten, Zusammensetzung 430. 
Alkohol, Herkunft der Bezeichnung 114. 

— Entwässern yon 194. 731. 

— Gev^innung yon reinem 194. 731. 

— rasche Bestimmung des Gehaltes an 213. 

— Bestimmung in Himbeersirup 12. 
^ Nachweis 1184. 

•— denatur., Naohw. y. Formaldehyd 1184. 

'— -freie Getränke, üntersuchungsergebn. 348. 



Alkoholgehalt yon Likörkonfekt 675. 

— -Itfsliehkeitizahl Fendler's 515. 

— -salbe, zur Häudedesinfektion 823. 
Allantoln, Eotstebung aus Harnsäure 114. 

— Vorkommen im menschlichen Harn 326. 
Allihn'sehe FlltrlerrOhrehen, Vorricht der 534. 
Allobrueln, dem Brucm isomere Base 571. 
Allosan^ Anwendung 1309. 
4-Allylantlpyriii, Giftigkeit 1010. 
Allylhydrastamid, Eigenschaften 398. 
Allylhydrastimid, Eigenschaften 399. 
Almag, ein Eunstspeisefett 314. 

AlmateYn, Anwendung 433. 

— Wirkung 1114. 
Alo8, D.A..B.V 1151. 

— -Emodin, 689. 
Aloine, Konstitution 1137. 
Alolnam, Prüfung 686. 
Alpenblüten-Greme, Bestandteile 137. 
Alpinia Galanga-Oel 1093. 

Alsol, bei Frauenkrankheiten 36. 

— -gpaze, zur Blutstillung 36. 
Altkorken, Vertrieb yon 841. 

Altonaer fjntersuchungsamt, Bericht über 1909 

541. 
Alt-Reiehenan, Zusammensetz, der Quellen 235. 
Alnmlnlnm, quantitatiye Fällung 483. 

— zum Quecksilbern achweis 443. 

— Reaktion mit Quecksilberyerbindungen 677. 

— -pnlyer, als Zuckerfarben 375. 

— -salze, iarbreaktion 244. 

yolumetrische Bestimmung 643. 

== snlüat, basisehes, Bildung des 493. 

Alypin-Gleitmittel, Vorschrift 537. 

Amalgame, arzneiüche Verwendung 707. 

Amaranth-Alnmininm, kupferhaltig 375. 

Amargola, Anwendung 485. 

Ambalan ist Stocklack 115. 

AmelsenBänre, Bestimm, n. Franzen u. Greye 565. 

— Eörperyerietzung (G. £.) 100. 

— Vergärung d. Bac. prodigios. 1109. 

— Vorkommen in Himbeeren 881. 

— zum Haltbarmachen yon Fruchtsäften 1024. 
Ameny], Darstellung 899. 

— Eigenaohaften 456. 

— Wirkung 736. 

Amldoaeetphenetidinam hydroehlorlenm, Prü- 
fung 686. 

Anüdoantipyrin, zwei neue AbLömml. yon 177. 

Amidoazotolaol medleinale<^Ag(ia^, Anwend.249. 

p-AmidobenzoSsttnre-Isobntylester = Cyolo- 
form 792. 

Amldokohlensäoreehinlnester, Darstellung 292. 

CO - AminoacetOTeratron - Chlorhydrat, Dar- 
stellung 110. 

Aminoaeidjlbreazkateehlne, Darstellung 1108. 

4-Aminoantlpyrin, Wirkung 1011. 

m-AmlnoantIpyrIn, 1009. 

Amino-o-Kresolandnsäare, Eigenschaften 806. 

— -oxyarylarsinBäaren, Darstellung 895. 

— -phenolarsiosänre, Gewinnung 8^6. 

— -fiänren, Bestimmung im Harn 749. 

— -aäorestictotoir, 749. 
Ammonlaemm, D. A.-B. V. 1151. 
Ammoniak, Bildung durch elektrische Ent- 
ladungen 115. 



Ammoniak, Entsteliiing in eiaen- tmd mangan- 
baltigen TiefenwiBaem 3. 

— BestimmaDg im Harn naoh Brown und 

Mathiaon 334. 

— -akmii, Herefellnng Yon Kristallen 202. 

— deatlUianpparat mitLang«iiziifU]miiig668. 
AmmoBinm earbonienm, Wert d. denachen 456. 

— malybdaty Verhalten an Bohrznoker 982. 

— TABadLiati Verhalten zu Rohrancker 982. 
AmpuUeii, Anfertignng von gefüllton A. 26. 

— Apparat zum Fällen a. Reinigeo 1155*. 

— -Fflllapparat naoh Wulff 384*. 
AmygdalM «mame, D. A.-B.V. 1151. 

— diiioes, D.A. V. 1151. 
Amjlaoetat, Flammpanit 375. 
Amylalkohole, Nachweis in geist. Oetrftnken 343. 
Amjliiim nltrosnm, aar Erkennung von Ader- 

yerkalkang 707. 

Amjlmorphin, Wirkung 319. 

Amylodextrliiy kristalliaiortes 50. 

Amjlopoln, Nachweis im Inhalt des Zwölf- 
fingerdarmes 437. 

Amylose, kristallisierte 50. 

Amylaehwefolalney zur Butterprüfung 827. 

Amjlnm Oryzao, Stemmpflanze 1193. 

Arnjlnm Trltlel, D. A. -B. V. 1151. 

Stammpflanae 1193. 

AmjBln, ein Blutferment 131. 

— ZuflammensetsuDg 276. 
Anaeaomi-ExtTakt, Zusammenseteung 792. 
Anadol, Zusammensetzung 619. 
Ajaisthetika, arabinsaure, 694. 
Anlatheaiii, Kennzeichnung 643. 
Aaalgealn = Migrtuin 1008. 
Analjaeii-Kolbea, neuer 1040*. 
AnaaasfHlohte, wobtafrikan., Frischhaltung 1068. 

— -sali, konzentrierter 286. 
Aseoeit = Migränin 1008. 
Aadrographis panieulata Kees 352. 

— -pogon sorghuD, Farbstoff aus 624. 
AaesthoBO Cream, Zusammensetzung 874. 

— Tape, Zusammensetzung 874. 
Angellea Arokangelloa 627. 

— polymorpha Tar. edneiisls. 223. 
AagnUla flnilatllls, Extraktstoffe des Fleisches 

von 194. 
Inhydroehloralurethan, Darstellung 682. 
AnkydroekgonlB, B:eduktionsprodukt 3^8. 
Aahydroirlykoehloral, Darstellung 663. 
Anilin, zur Konservierung 38. 

— -breehwelnsteiii, bei Trypanosomiasis 505. 

— -snlfoiisiinre, Verhalten zu Rohrzucker 984. 
Aallipyrlii, Eigenschaften 1009. 
AailopyrlD, Eotstehung 1034. 

Anioa, Zasammenseteung 874. 

Aiila^ Bericht über 3S0. 

Anisyloliiiilii, Darstellung 274 

Aaklebezeitel für Stendgefilßc 219. 

Imal = Salipyrinum coffeiQO-citrioum 1008. 

iBSiiftug zum Ankauf yerbotener Artikel, 

keine üebertretung (G. £.) 548. 
AastrIchmaterialieB, üntorauchuogsergebn. 401. 
ABthraaeaOl, aur HoizkooserTierung 122. 
Aathraaol-Reaeple 113. 
Astliriaeas aeaadlx, VerfUsohung von Herba 

Conü 866. 



Antldipso, Trunksuchtsmittel 296. 

Antldlphlherin-Klebs 247. 

Antldol = Salipyrinum coffeino-citricum 1006. 

Antlendotoxia-Serom der asiat Cholera 1107. 

Antifiax, Olaspulver 698. 

Antifellln Hearings, Zusammensetaung 377. 

AntUoraiinverfiahrea, Fehlerquelle 810. 

— äther-aoetODiBches a. Tuberkelnachweis 835. 

— -LtgroinverCahren z. Tuberkelnachweis 824. 
Antigene 688. 

— Hultbarmachung 1085. 
Antikörper 245. 

Antimon. Herkunft der Bezeichnung 114. 

— Vergiftung durch Textilstoffe 1115. 

— -oxyd, arsenhaltiges 401. 
Antimorhiii-Laltdednfektions-Flttssigkeit, Zu- 

sammensetsang 430. 
AntinikottntabletteB, aogebl. Wirkg. 206. 248. 
Antiplilogistine, Zusammenseteung 66. 
Antipyretlcnm eomposltum = Biigrinin 1008. 
Antipyrin, seine Salze u. Doppelverbind. 1006. 

— Verwendung zur Bestimmung d. HübUschen 

Jodzahl 623. 

— Nachweis im Organismus 71. 

— Unterscheidung von Nevralteio und Pyra- 

midon 334. 

— -Alkylflykolate, Eigenschaften 1007. 

— -Derivate 1009. 

— -Diäthylglykolat, Eigenschaften 1008. 

— -Dimethylglykolat, Darstellung 1007. 

— -Kamphoratk Eigenschaften 1007. 

— -Saeeharin, Darstellung 1008. 
8-Antipyrin, Eigenschaften 1032. 
Antlpyrinam ferri-ehloratum, Prüfung 686. 
Antipjryliminopyrfai, Wirkung 1036. 
Antirachit. Zusammenseteung 1107. 
Antlrahr Dr, Nttesoh, Tieiheilmittel 1083. 
AnUseptol, Darstellung 294. 
Antiapasmin, Eigenschaften 341. 
Antistanbit, Staubbindemittel 903 
Antlstofl; Staubbindemittel 903. 
Antistreptokoickensernm, Menzer 663. 

— Palmlrski's 4. 
Antithyreoidin-Moebins 563. 
Antlthyreoidin, zur Behandlung von Basedow- 
scher Krankheit 118. 

Antituman, Anwendung 917, 

— Eigenschaften 948. 
Antivfuieol. bei Krampfadern 792. 
Antramel = Antidiabeticum Bauer 991. 
Antodyne, Zusammensetzung 1063. 
Apfelwein, Bereitung 626. 

Aphloia tnea«formis 1047. 
Apokamphersivre und ihre Derivate^ Total- 
synthese der 536. 
ApokodeYnehlorhydrat, Darstellung 323. 
Apomorphin, Entetehuog 322. 

— sicheres Brechmittel 456. 

— /^-Chloromorphidhaltiges 730. 

— salasaures Trimorphin enthaltendes 456. 

— Prüfung auf Chloromorphid 730. 
Apomorplünbrommeth.rlat, Darstellung 337. 
Apomorphlüchlormethylat, Eigenschaften 837. 
Apomorphiahydroehlorid, Nachweis in Ge- 

miaohen nach Frerichs 568. 
~ falsches 568. 



▼I 



ApomorpUiimethyliiitnity Darstellang 338. 
AponareelBy Daistellniig 341. 
Apothekerkrmke 653*. 
Apparat^ zQm Filtrieren anter Yaknnm 825*. 

— rar Bestimmung des itherisclien Oelee in 

Gewürzen 506*. 
Appert's Flelseherlialtiuisr 420. 
Aprikeeenkeme als Mandelersatz 304. 347. 
AprlkoaeBsafl, konzentrierter 285. 
Aqua Lavroeerasi. Baistellnng 027. 
Aqnarimiter, 797* 993. 
Anibinoehloralose, Eigenschaften 664. 
Arabinose. Nachweis im Harn 753. 
Arablnsaare AnJIstiietlka 594. 
AraehMI, unreines 1023. 

— Nachweis im Kokosfett 112. 
Araline, Zosammensetzang? 548. 
Arbutin, eehtes 1182. 
Arecoyetrol, Bestandteile 751. 
Argcntamln^ zur Nenrofibrilen-Eärbong 707. 
Argontaminalbunosey Trippermittel 792. 
Argeutiun aeetleiim, Lösliohkeit 992. 

— eolioidale, D. A.-B. V Entw. 189, 
Unbeständigkeit 410. 

— laetleiuii, Prüfong 686. 

— protelBienm, D. A.-B. V Entw. 190. 
Argllla, als InfektionstrSger 796. 
Arlstochln, Darstellnng 2ß9. 

Aniold*seke Beaktton des Harns nach Fleisoh- 
genuB 538. 

Aroform, Nachbild, d. Formamint-Tabletten 156. 

Aronsoka's Geniekstarre-Senim 875. 

Arüabenzol, geschützter Name 1063. 

Arsanftmln, flüss.Arsen-Eisen-PepsiTi8aooharat30. 

Arsen - BesümmiiBg, Apparat nach Easar- 
nowski 326*. 

Fehlerqaellen 213. 

nenes Verfahren 436. 

Arsenferratln tind Arsenferratosei Anwend- 
img 142. 

Arsenige Slire. Adsorption d. Eisenhydroxyd 
1181. 

ArsenlkUtennf FJnsen's? 654. 

— koUoidale 1205. 

Arsenobenzol, Aminooxyderiyate des, Dar- 
stellang 895. 

Arsenobenzosol, geschützter Name 1063. 

Arsensanre-Salzey Yerwendnng in der Land- 
wirtschaft 517. 

Arsen-Triferrol „Gehe^ 456. 

Arseniate, Nachweis yon Arseniten in 249. 

Arsenophenylglyein^ noch nioht im Handel 258b 

Arsensänre, Verhalten ra Bohrzncker 982. 

Arslnsftoren, organische nnd ihre wasserunlös- 
lichen Salze, Herstellong 573. 

Arsotropln, Znsammensetznng 382. 

Arzneibneli für das Beatsohe Belob, zur Neu» 
Ausgabe 172. 189. 206. 834. 

— Vorschläge zur Neuausgabe des 275 288. 834. 

— V. deutsches 1177. 1194. 

pharmakognostischer Teil 1149. 1169. 

1196. 
Arznei-Erden, zur Qeechiohte 1073. 
Amelilaselien-Tektiir 654. 
Arznelglas, Alkalitit des 565. 
Arniebnisehnnf, unyerträgliohe 67. 469. 1182. 



AraneimltteL internationale Veroinheitliahnng 
der Analysenmethoden 981. 

— Prüfung nicht offisineller 686. 

— Woitzeichensohutz 300. 

— nemew alle im Jahre 1910 bekannt gewordenen 

N. A. sind im vorliegenden Bfgister na- 
mentlich aufgeführt 

— neuere, Preise 19. 81. 99. 121. 143. 182. 

522. 841. 864. 905. 934. 956. 978. 1118. 

1191. 
ArsneiniittelTerkehr im Umherziehen (G.E.) 181. 
Arzneipreis, einmalige Abrundung 122. 
Arzneitttxe, Abweichen Ton der A. unstatth. 181. 
Arzt, darf keinen zahnärztlichen Titel beilegen 

(G. E.) 863. 
Asa foettda, D. A.-B. V 1152. 

Stammpflanzen 1193. 

Asbestmnffel nach Garliczek 276*. 

Asehen. Bestimmung der Phosphorsäure in 480. 

Asper^ns flains, Vorkomm, in der Paranuß 106. 

— glanens, Erkennung 106. 

— niger. Zitronensäuregärungspilz 570. 
AspIrln-Chinln, Darstellung 268. 
Asthmamittel, Dr. Daams, Zasammensetz. ? 842. 

— hollindisdies, Untersuchungsbefund 917. 
AstioliiLEiffenschaften 1008. 
Asnrol/wirkung und Anwendung 883. 
Asypli, Hg.-Eakaostäbohen 792. 
Atbenstaedt n. Bedeeker, Stiftung 654. 
Aüas-Palmenbnlter, hartes Kokosfett 315. 
Atoxy], Identifizierung 791. 

— Sterilisation 67. 

— tötliohe Vergiftung 96. 

— Unterscheidung Ton Natriummethylarsinat, 

• -kakodylat und Aoetanilid 791. 
Atoxyllfennfen, gelbgewordene unbrauchbar 67. 

— Beaktionen 791. 

— Nachweis yon Natrium arsenicioum 67. 
Atropln, Darstellung 869. 

— Mikrochemie 596. 
_ -Walinslnn 1166. 
Atroplnithylnitnit, DarsteUung 372. 
Atropinbromithylat, Darstellung 372. 
Atropinbrommethylat, Darstellung 371. 
Atropingmppe 368. 

-^ quatemäre Basen der 371. 

Atropinmn methylbromatoBi, Prüfung 686. 

— Einfluß auf die Zuokerausscheidung 77. 
Atropinmefhylnltrat, Darstellung 372. 
Attiehblätter»!, Eigenschaften 380. 
Anenbin^ in Planta^een 1112. 
Aufgüsse, Torrätige, Vorschriften 53. 
Angen. Schutz Tor ultravioletten Strahlen 660. 
Angenbftder, Sandow's 930. 
Angensalben. zwei neue, Vorschriften 192. 
Angcntropfglas nach Driyer 977*. 

— nach Emanuel 388*. 
Anroform, Formaldehydgehalt 918. 
Anslandswelne, Untersuohungsstellen 648. 1069. 
Auswurf, Nachweis der Tuberkelbazillen mittels 

Antiformin-LigroinTerfahren 824. 

— siehe anoh Sputum. 

Antanyerfahren^ Untersuchungsergebnis 185. 
Antodesinfektor nnd Deaodorator Ton Neu- 

haus, Bestandteile 171. 
Antefann, DesinfektioDsmittel 275. 



vir 



ivtomatiflflie 8le]ierli.«KMlifllUbttretfce 708* 
Automat. FlttssigkeftBheber nach Boee 967^ 
Aatomors, identisoh mit Sanatol A. 

— Giftigkeit 893. 

inxillvm medieL phosphorsiarehaltige Waaeer- 

■toffparoxydlöBoog 460. 
Azelaiiiiiiiirei was Kentin 277. 
AaoftBtipyriiif gifiig 1011. 
Izotometer nach Mofiler 384. 
iznrblaa, vom NaohweiB Ton OaUe&larbstoffen 

im Harn 113. 

B. 

Badlliis lN»t«ll]iiis Tenus. WontraviftiiDg 420. 
~ maeenna, Einwirkimg auf Stftrkekleister 50. 

— neuer menscbenpathogener 85. 

— prodlfieeiif, Torgirt Ameiaensänre 1109. 

— aegmentosu^ Erreger dea Sohnapfans 1069. 
Baekpalyer, aellwttatU;ea, Voiaohrift 182. 
Baekwaraii, Erkennong tod Erdnüaaen 1119. 

— ünteraacbanicsergebniBae 344. 
Baaterlam antiuropoaeptleiun 36. 
Baeeehl^a Naehweia Ton Spermatozoen in Zeng- 

fleoken 62. 
Bakterien, eireiohbarea Alter 1069. 

— Hatationaeraoheinangen 1069. 

— Wandeln an feaohten Wftnden 628. 

— Wirkung y. Formaldehyd aaf 628. 

— «Fion dPB Schnupfens 1069. 
Balaamwm Camphoromenthol ehloroformatiim, 

Beatandteile 233. 

— eopaime, D. A.-B. Y 1152. 

— pemTiaanm, D. A-B. Y 1152. 

Cinoameiogehalt 969. 

Stammpflanze 1193. 

— telntaBum, D. A.-B. Y 1153. 

Stammpflanze 1193. 

BambvaaeliWliage, friaekey Geh. an Adenin 173. 
Baaanea, bei Darohfall 1114. 

— kraaillaii«, Znaammenaetzang 1114. 

— getroekBete, Znaammenaetzang 694. 

— -Kakao-Btaalej, Barateller 7w. 

— -knmkkett 8^7. 

Baadwurmmitte], Wieke'a, Zoaammenaetz. 728. 
BarbaloiB, ümwandlong in /T-Barbaloin 1089. 
Barberfo'a Reaktion auf Sperma, praktiaohe 

Bedentarg 15. 
Bardaeli'^ Aeetonreaktioii, 252. 
BariHm, Schreib weiae 308. 
BartauUieid, Büdang 115. 
BaiTOt. ZosammeDsetnug 773. 
Barytpilleii, Yorachrift 978. 
Baoimoaa, Ennatapeiaefett 315. 
BewBWoUe, Yerarbeitang zu Yerbandwatte. 101. 
BaomwollnmeaSl zur Heratellang yon Oei- 

Sardinen abgelehnt 832. 

— Yerhalten beim Btehenlaaaen d. yeraeiften 450. 
Baar*B Zaknpaata, Beatandteile 1126. 
Baybeeren-Oel, Eigenaohaften 995. 
Bayeriaeker Maluaeker, Znaammenaetz. 346. 
Bayrisehe Biere, in Broaden zom Anaaohank 

kommende 528. 634. 765. 787. 
Baiillem-Emidaleay aenaibilaierte, Henteii. 4 51. 
Beecostare, Znaammenaetznng 773. 
laek«ikalk«a» aaeh Jonghahn 589*. 



Bekring'a Diphtberiekeüaenim, Darateller 245. 
Bellier^s Beaktlon zum Naohweia yon Pflanzen- 
ölen io Schmalz 32. 
BeneToUn, Fleisoherhaltangamiitel 158. 
Benooplaatev Onttaperobamnlle 204. 
Benzin, Yergftliongamittel 24. 

— Naohweia im Terpentinöl 408. 

— Uraaohe der Entzöndnng in Wlaohereien 780. 
Benzo«9 D. A.-B. Y 1 153. 

— Stammpflansen 1194. 

— Entatehnng and Beatandteile der 414. 
Benzottiars Gewinnung 975. 

— -allare, Daratelinng 1132. 

— Umwandlang in Salizylaiare 926. 

— anzalaaaiger Zusatz za Butter 813. 

— za Margarine 314. 

— Nachweiae in Fleiaoh und Fett 139. 617. 635. 

— Naohweia in der PreiAel- a. Mooabeere 4. 

— Trennung yon Sacohario 803. 
BenaoL Yergillungamittel 24. 

— ondf Homologe, Nachweia im Terpentinöl 408* 

— -yergirtnng, 2 Fälle 453. 
Benaoyia^thyldlmetkylaminopropanolnm ky« 

droeklorienm, D. A.-B. Y, Entw. 190. 
4-BenBoylantipyrin, Daratellung 1011. 
Benzoyleklnlnl Darstellong 273. 

— -ekgonln, Daratellung 366. 
Oxydationaprodukto dea 368. 

— -Inpinin^ Daratellung 400. 

-. -nor*l-£jcgonlB, Darstellung 368. 

— «Paendo-^pln, Eigenaohaften 371. 

— -RpEkgeninttthyieaterkydroeklorat, Eigen- 

schaften 366. 

— -RpEkgoninanyleaterkjdroeklorat 367. 

— •BpEkgoaln-laol^utyleaterkydroeklorat 367. 

— «B-£kgOBlnpropyleaterkydireeklorat,Eigen- 

achaften 366. 
~ -akopolin, Daratellung 371. 

— -tropeYn, Daratellung 370. 
Benzyldikydroberkerln. Daratellung 899. 
BenzylmoTphln, DarateUung 319. 
Berberin, Eigenschaften 399. 
Bergamettöl, aus Palermo 434. 

— B 'Stimmung yon Zitronensäureeater 754. 

— yerfälschtea 434. 

BemateinaKnre, Bestimmung im Wein 214. 
Betalnam kydroeklorieom, Prüfung 686. 
BeitnttitmiiteJ, Bestandteile 137. 
Bettwanzen« Yertreiben yon 866. 
Betonepkiol, Infuaum Betulae dnrat 537. 
Beythlen, Dr. A., Titelyerleihung 492. 
Bialaeke Lösung, D. A.-B. Y, Entw. 234. 
Blcklorai-Antlpyrln, Daratellung 657. 
Bleber'a Beagenz, zur Unteraoheidung yon 

Susacqua- und Tsubaldöl 2ö6. 
Bienenharz, Weiteres über 8ö7. 
Blenenkonig siehe Honig. 
Bienenkonlgtmmnnseram, Oewinnang a. Yer- 

wendung 265. 
Bienenwaeks siehe unter Waoha. 
Bier, Bereitung aua nackter Gerste 48. 

— Untersuohungsergebn. 351. 523. 634. 765. 787. 

— Naohweia dea Eoama 49. 

— Naohweia yon Saccharin 303. 

— Nachweis yon Saponin 1067. 

— Windhuoker 806. 



vni 



Biere, bayiiflcke in Dresden imn Anesoliank 

kommende 623. 634. 765. 787. 
Bierhefe, bei Yerbrennong 929. 

— ein Giftstoff der 429. 

Biermer's EisenpiUen, Bestandteile 108. 
BiUburln, Nachweis im Harn o. Oüntlier 958. 
Biologlsebe RadleakÜTitttt 948. 
4-Bi8antipyry]piperaKin, nnbranchbar 1012. 
Biskuits, Yiolettfärbung von Eiseoohlorid 712. 
Bisrnntiun subnitrienm, Nitritvergiftnng 1070. 

Ursache der Oiftwirknng 707. 

nnd Natrinm bioarbonicam 676. 

Bisrnntnm tribromplienylieaiD, Bereit, yon 409. 

qua&t Bestimmnog y. Wismut 622. 

Bittermandelersatz d. syr. Aprikosei]i[eme 804. 
Blei, Bestimmung im Harn 924. 
Bleileitnngen, Einwirkung yon Trink- und 

Brauchwasser auf 570. 
Bleioxyd-Kalilauge, Darstellung 1036. 
Bleiyergiftnng durch Burow'sche I^sung 812. 

— Behandlung 1189. 

Blon's Menstmationspalyer, Bestandteil 378. 
Bltttenwasser, Seifert's, Zusammensetzung 376. 
Blut, iussohaltung organ. Farbstofle bei Nach- 
weis 1043. 

— klinisch quantitatiyer Nachweis yon 607. 

— Nachweis im Harn nach Albarran 569. 

— Nachw. im Harn nach Telmon u. Sardon 828. 

— Nachweis im Kot 70. 

— Nachweis yon Typhusbazillen 323. 
Blntagar- ond Bosolsänre-Ntfhrbtfden, Ver- 
änderungen durch Biücterien 56. 

Blntegel, Aufbewahrung 922. 
Blntllu*Mtoir und rote BlntkOrperelieD, Ein- 
wirkung yon Licht auf 409. 
Blatreinigungstee, Zusammensetzung eines 378. 
Blnt-Urikometer 507. 
Blntwein, frieelüBeker 350. 
Blutmeker, Bestimmung nach Moeckel 829. 
Boeks Bpezialitttten, Bestandteile 703. 
Beekolin, Zusammensetzung 773. 
Bocktol-Tabletten, Bestandteile 703. 
Btfkmiseh Mala, Bonbons 275. 
Bohnermass^ Entflammungspunkt 375. 
Bolus all», Lifektiontrftger 796. 
Bomkastus Mundwasser, Zusammensetz. 876. 
Bona, Eunstspeisefett 315. 
Bonbons, mit Teerfarbe gefärbt 346. 
Bonella, Eunstspeisefett 315. 
Bonito-Fleisck, Eztraktiy-Stoffe 194. 
Borax, wirkt nicht erhaltend 419. 
Boraxtabletten, Yorsohrift 382. 
Bordelalser Brttke, Ersatz durch Cucasa 98. 
Boroform, Desinfektionsmittel 156. 
Borsttnre, als Erhaltungsmittel 312. 419. 545. 

— Nachweis in Butter und Milch 776. 
BorstickstolL elektroaktiy 844. 
BorwaekssalDe naoh Oibele, Yorsohrift 4. 
Borwasser, als Heilmittel dem freien Verkehr 

entzogen 62. 
Bosa, alkoholfreies Erfrischungsgetränk 855. 
Botulismns, Ursache des 420, 
Brakma->Lebens«£lixir, Zusammensetzung 277. 
Brand, Folge örtl. Betäubung 1209. 
Branntwein. Mittel zur Vergällung 23. 427. 

— Steuerfreiheit 21. 428. 



Branntwalii^ Steuersätze 429. 

— Vergällung zur Essigbereitung 22. 
Branntweine, Trinkbranntweine, Beurteilg. 349. 
Branntweinkonzession, erforderL 1192. 
BranntweinTerkanf zu Heilzwecken genehmig- 
ungsfrei 860. 

Branekwasser, Einwirkung a. Leitungsrohr. 570. 
Bransan, Eohlensäurebäder 583. 

— Bereitung der Bäder mit 619. 
Branselimonaden 987. 

— bakteriologische Untersuchung 769. 

— Beurteilung 1015, 

— Gerichtsurteile 1017. 1037. 

— Nachweis der Farbstoffe 1039. 
Brenzkateekin, yerschärfte Beaktion 565. 
Brom gebundenes, Nachweis im Harn 437. 

— Bestimmung nach y. Wyß 058. 
Bromaeidylierte Salizylsänren, Darst. 67. 
Bromttfky], Vergällungsmittel 24. 
/?-Bromapokampkersänre, Entstehung 535. 
Bromdiätkylaeetylhamstoll^Eigenscluiften 1084. 
BromhydratropyltropeYn, Darstellung 370. 
Bromisoyalerylaminoanttpyrin, EÄgensoh. 1012. 
a-Bromisoyaleryleliinin, Darstellung 273. 
/7-BromkamphersäQre 561. 
Bromleeithin Biekter 567. 
Brom-)9-Napkfkole, als Desinfektionsmittel 486. 
Bromocliino], Eigenschaften 268. 
Bromopkor, Anwendung 131. 

— wirksamer Bestandteil 324. 
BromoyaL Zusammensetzung 275. 
BromnnJ, bei Seekrankheit 238. 
Bromoyalerylamidoantipyrin, kein Heilm. 178. 
Bromyerbindnngen, Siedepunkt 1204. 
Bronil, Staubbmdemittel 904. 

Brot, Untersuchungsergebnisse 344. 

— Bckltlier'sekes, Zusammensetzung 344. 439. 

— für Zuckerkranke 515. 
Brotrinde, Violettfärbung 712. 
Brotscknti „Brotkeil^, Beschreibung 143. 
Bmeln, Mikrochemie 596. 

— Trennung yon Strychnin 330. 

— eine isomere Base yon 571. 
Bmein-Bromide 449. 
Bneeo-Blitter, yerfälschte 1001. 
Bttckersekan siebe am Schlüsse des Registers. 
Bttelisettlleisek. Vergiftungsfälle durch 420. 
Bügeln, Desinfektionswirkung des 160. 
Bttrette für alkalische Flüssigkaiton 968. 

— okne Glaskakn nach Alexsndrow 669*. 
Büretten mit NotiiflMeke 236*. 
Bttrettenkalter, neuer 236*. 
Bttrettenklemme, neue 286. 

Bttrger's Digestiy-Sali, Bezugsquelle 108. 

Zusammensetzung 382. 

Bilstenwasser„HenrieMe^, Zusammensetz. 376. 
Bnikeeapnin 1180. 
Bnlkns. ScUlae D. A.-B. V 1153. 
Bnrow's Ltfsnng, Bleiyergiftung duioh 812. 
Bnrseraxin, radioaktiy 843. 

— Darstellung 948. 
Bnselisalz, Zusammensetzung 1182. 
Bnsenn&krereme, Warnung yor 698. 
Basenwasser Mammaetolina,Zu8ammensetz.376. 
Bnttenkerg's AlkaUtätsiakl 254. 

Butter, AlkohoUöaUohkeitszahl Fendler's 515. 



IX 



Bmtter, Bemerkungen z. neaerenPrÜfangsmethod. 
123. 

— Bestfllatsahl Fendler's 515. 

— mit Benioesäare yeraetzte 313. 

— KryoBkopie 638. 

— üntenobeidong Ton Boliweinefett 107. 
~ Untersnohnngsergebnisst 313. 

— Tote Flecken 842 

— tinznliBaiger Wassergehalt 313. 

— BestimmaDg Ton Kokosfett 1094. 

— Nai.'hweia von Borsänre 776. 

— Nachweis yon Kokosfett nach Fendler 515. 

— Nachweis der Palmfette nach Ewers 410. 

— Nachweis yon Schweinefett nach Ewers 411. 

— mikroskopischer Nachw. y. Verfälsch. 694. 

— niedrigfte Beichert-MeiAi-Zahl 641. 
Butterersatzmlttel, Deklaration der 439. 
Bntterfett, Nachweis in Margarine 126. 
BnlterVL ehinei^ Nachweis in Margarine 126. 
Buttersenmali, Aehnliohk. m. Oleomargarine 576. 
Batylehloralantipyrio, Darsfelinng 686. 
Batjlehloral-Antipyriii, Eigenschaften 657. 
Bntylehloral-Fynüiildoii^ Darstellnng 658. 
Bvtylhypnal^ Eigenschaften 657. 

Byein, Boro-Olyserin-Yaselin 874. 

c. 

dehe auch unter E. n. Z. 

Caesar n. LoMtz, Jahresbericht 1910 969. 
Cakegy Benrteilang Ton C. mit deklariertem 

EiweiSgehalt 65. 
— • mit Kokosfett hergestellte 345. 
Caleium, Trennung yon Magnesinm 772. 
Caleium earbeoienm praeeipitatiUBy Reindar- 

stellang 64. 

Drnckfehler-Berichtigang 103. 

Caleium chloratum* gegen Seromkrankh. 1047. 

— karbonaty KiistaJlform 171. 

— permaDganieiim, bei Bieiyergiftaog 1189. 
Caleinmsalxe, Farbroaktion 244. 
Calelomsllfeidew Bildung 115. 

Caleodat, z Haltbarmachen y. Franenmilch 833. 
Camellla Japoniea L. 255. 
CamelUa sasanqna Tbnmb. 259. 
Cammidge'sehe Beaetion, Beitrag zur 534. 
CamphUen, künstlicher Kampher 332. 
Camphora D. A.-B. Y 1153. 

— Lichtempfindlichkeit 352. 

— bei Laogenentsündnng 281. 

— 2 YergiftangsfUle 859. 

— synthetiea. Unterscheidnng y. natnrl. 352. 
Camphoie Aeid = Kamphosänre 536. 
Camphoromenthol, Bestandteile 233. 
Canarium oleosum (Lam.), Oel yon 777. 
Candeima-Waohs 883. 
Candella-Waclis 627. 

CannabinoL Zosammensetsimg 435. 
Cantharides, D. A.-B. Y 1154. 

— Wertbestimmung 972. 
Capsleln, Hustenreia durch 632. 
Capdtol, Bestandteile 247. 

Capsulae laxattyae FOlde's, Inhalt 823. 

Capsnlet Yaseline 866 

Captol, Darstellung 685. 

Cairapa proeera D C, Oel yon 777. 



Carbenzym, Bestandteile 51. 

Carbo animalls, ein Gegengift 707. 

Cariea, ein Abführmittel 204. 233. 

Caril, Fleischerhalrungsmiltel 158. 

Carlettfs Pyrogallol-Reaktion 774. 

Camaubawaehs, Yeiseifong nach Berg 555. 

Camaubon» ein Lipoid 914. 

Carrageeo, D. A.-B Y 1194. 

Carthamln, Eigenschaften 457. 

Carum AJowaa Benth n. Hook, ftther. Oel 89. 

CaryaorolphthaleYo, Darstellung 1125- 

Carvin, Zusammensetzung 310. 

Caryis, Fleischsaft 275. 

CaryophyUl, D. A-B. Y 1154 

— Staminpflanze 1194. 
Casearlno, Bestandteile 430. 
Casimiroa ednlis 564. 

Castela Nieholsoni Hook^ Anwendung der 

Rinde von 485. 
Castor-Lax, trooknes Rizinusöl-Prlparat 204. 
Cataplasma Kaollni, Yorschrift 108. 

zur Geschichte 1073. 

Catechu, D. A.-B. Y 1155. 

— Stam anpflanzen 1194. 
Catgrut, Keimfreimachung 50, 171. 
Caulophyllln, Bestandteil 619. 
Cautsehac, D. A.-B. Y 1155. 

— Stamm pflanzen 1194. 
Cayaln, Wirkung 6B9. 
Cedea-Creme? 764. 

Cedrat, Cetronat = Zitronat 1067. 
Celloidlnpräparate« Tmte für 1050. 
Ccra alba, D. A.-B. Y 1169. 

— flaTa, D. A.-B. Y 1169. 
Cerebos-Salz 258. 
Cereisen-Yersuche 155. 
Ceromentum, Mentholgehalt 430. 
Cetaceum, D. A.-B. Y 1170. 
Cetin, Kennzahlen 803. 
Chamaecyparls I«aw8oniana*Oel 1092. 
Champignon, Reaktion auf 115. 
Cbaulmoogratfl, neutr. dünnfl. Präp. aus 1112. 
Chelranthin, Cheirlnio, Chelrol, Cheirolin 820. 
Chemiker, Yersammlong seibsst. ÖffentL 814. 

— Tai;e8ordn.d.YersBmml.d.Nahrungsm -Gh.521. 
Chemisehes üntersnehnngsamt Dresden, Be- 
richte 1026. 

Cheyrenl's Farbeneinteilnn^ 1059. 

Cbimaphilin 353. 

Chinaalkaloide 266. 

Chinairrttn 707. 

China^Nebenalkaloide, Yerwertung der 266. 

Cbinaphenln. Darstellung 292. 

Chinaphthol, Darstellung 269. 

Chinarinden-Abkoehnng 969. 

Chinidin 293. 

Chinin 266. 

— Gewinn, in Indien 772. 

— Perhydrolreaktion 641. 

— Bestimmung in Chinarinde, Freisaossohr. 1044. 
Chinin- Aeylderiyate 271. 
Chininaeetylsalizilat, basisekes. Darstell. 268. 
Chininäthylsnlfat, DarstelluDg 267. 
Chininanhydromethylenzltrodisalizylat, Eigen- 
schaften 268. 

Chininarsanilat, Darstellung 269. 



Ghininarsenit^ Darstellnng 269. 

ChiniHb^odat, Daistellang 267. 

Cliininhromhydrat, Darstellmif!^ 267. 

Ghlninehlorhydratphosphat, Darstellung 267. 

OhlnlndlbromguajakoL Eigenschaften 270. 

Ghlnlndlbromliydrat^ Daistellnng 267. 

Chinlndibromsidizylaty saures, Eigeosch. 268. 

Chinin-di-o-eumarketon, Eigensohaften 270. 

Ghlnln-Doppelsalz« 270. 

Ghinineosolal« Anwendung 260. 

Ghlnlnformiat, Eigenschaften 268. 

GhSnliiglyzerophosphate, Darstellung 267. 

Ghininharnstofrehlorliydraty Darstellong 270. 

Gliinlngai^akakolsiilfoiiaty Darstellung 269. 

Ghinin, Jod-, Schwefel- u. sonst Derivate 293. 

Ghinii^odhydrat. Darstellung 267. 

GhinliHodohydroJodat, Eigensohaften 293. 

Ghininkampliorat, Darstellung 268. 

Chininkarhonsäiireätliylester, Darstellung 290. 

Ghlnfn-Koffefnehlorhydrat 271. 

Gkinln. Kohlensäure-Derivate 289. 

Ghioinkolilensäiireanilld, Darstellung 292. 

Ghlninkohlensänrehenzylesten Darstellung 291. 

Ghininkolilensftar ehrenzkateeniflester , Eigen- 
schaften 292. 

Ghininkohlensftiiremethylester 291. 

Ghininkohlenafture-p-aeetaiiiidoplienolester, 
Darstellung 291. 

Ohinlnkohleiisftiire-p-iiitroplienolester, Dar- 
stellung 291. 

GhininkohlensMiirephenetldid, Darstellung 292. 

Ghininkohlensftarephenolester, Darstellung 291. 

Ghlnlnkohlensäurethymolester, Darstellung 292. 

Ghlnliilygosinat, Eigenschaften 270. 

Ghinin-y^-naplitliol-a-monosalfoDat. 
Darstellung 269. 

Ghinin-NoTasplilii, Eigensohaften 268. 

GhlnlnnnkleYnat, Darstellung 270. 

Ghlnla-p-amidopbeDylanenaty Darstellung 269. 

Ghlnlnpkosphat, Darstellung 267. 

Ghinlnph^ttnat, Darstellung 268. 

Ghlnin-Filokarpln, Darstellung 271. 

Ghlninsaeeliarlnat, Darstellung 270. 

Gklninsalbe, bei Keuchhusten 652. 

Ghiiiinsalizylat, Darstellung 268. 

Ghlnlnsalze 2t>6. 

Chininsnlfathydroehlorat, Darstellung 266. 

Chiulutannat, Darstellung 269. 

Chinlnuretbao, Darstellung 270. 

ChinliiTaleriaiiaty Darstellung 268. 

Ghlnoform, Eigensohaften 268. 

Ghlnois, obines Pomeranzen 897. 

a-Gbinolinaldebyd, Darstellung 686. 

GhinollnsulfoaaUzylat, Eigenschaften 619. 

Ghinopyrln, Bestandteile 1009. 

Ghinoral, Eigensohaften 658. 

Ghinosol-Deel-Plfttteben, Anwendung 89. 

Ghlraikol, Alkoholpaste 1107. 

Ghlrosoter, bei Yei brennungen 652. 

Ghloralaeetaldoxim, Eigonschaften 665. 

Ghoralaeetamld, Eigenschaften 681. 

GblonüacetoDeUoroform, Darsteliung 662. 

Ghloralaeetophenon, Darstellung 683. 

Gbloralaeetophenonoxim. Darstellung 666. 

Ghloralacetoxlm, Darstellung 665. 

Ghleral-AdittleBgpMivkIe 666. 



Gboralalkoholat, Darstellung 661. 

Chloral-AlkoholTerbindangeii 661. 

Ghloralamid, Darstellung 680. 

GhloralammonialL Gewinnung 678. 

Gbloralamylenbydraty Darstellung 661. 

Ghoralbenzaldoxiin, Schmelzpunkt 665. 

Ghloralbenzaldehydehlorkarbonyl« Darst. 667. 

Gbioral-a-brompaimitlnsäiiTeaiillld, Darst. 681 . 

Ghloraibromalbamstoff, Darstellung 686. 

Ghloraleyanhydrat^ Darstellung 684. 

Chloraldlätbylmalonamid, Eigenschaften 681 

Chlorai-DimethyJaminooxybattenfture propy 1- 
ester, Darstellung 665. 

Chloral - DimethylaminooxylsobiittersttiiTe- 
ftthylester, Darstellung 664. 

Ghloralformami^ Darstellung 680. 

Ghloralharnstoffe, Entstehung 679. 

Ghloralbydrat, ein Geruohszerstörer 707. 

GbloralbydroxylamiB, Darstellung 679. 

Ghloralimid, Darstellung 683. 

Chloralkampheroxim, Darstellung 665. 

Ghoral-KoffeYii, Darstellung 659. 

Glionükondensattonsprodaktc mit Kohlenstoff- 
Kohlenstoff bindung 683. 

— mit Kohlenstoff- Saueretoffbindung 659. 

— mit Kohlenstoff-Stickstoffbindung 678. 
Gblo'aln1tro60*^-iiaphthol, Eigenschaften 665. 
Ghloral-Ortboform u. Ghloral-Orthoform neu, 

Darstellung 682. 
Ghloralose, Eif^enschaften 663. 
Ghloralpalmitlnamid, Darstellung 68). 
Ghloral-p-amidophenoxylacetamid, Gewinnung 

682. 
Gbloral-TanniD, Darstellung 685. 
GhloralurethaD, Darstellung 679. 

— Entstehung 683. 
Ghoralverbliiduiigen mit Oximen 665. 678. 

— mit Phosgtn 666 
Gblorcaliamseriuii der Milch, Breohungsver- 

mögen u. spezif. Gewicht 648. 
Ghloreton, Eigenschaften 662. 
Gblorhydratropyltropefn, Darstellung 370. 
GliIoijodoleosteariD. Gewinn, a. Mkunifett 203. 
Ghlorkaik des Handels 647. 
Ghlorkarbonylebinln, 289. 
Ghlorkarbonyleinehonldlii^ Darstellung 294. 
Chlor-j^-Naphthoie, als Desinfektionsmittel 486. 
Ghlorobrom, Zusammensetzung 681. 
Gbloroform, Yergällnngsmittel 25. 

— Abgabe ohne Giftschein verb. (G. E.) 720. 
Ghlorofonnliuii, D. A.-B. V, Entw. 190. 

— pro nareosi, D. A.-B. V, Entw. 191. 
Ghlorogens&nre, ident. mit Helianthsäure 251. 
)?-GhioromorpIrid, Begleit d. Apomoiphins 849. 

Vorkommen in Apomorphm 730. 

Ghlorophyllgnippe, Studien über die 569. 
Cblorophyllpyrrol 569. 

Ghloresonln, Darstellnng 679. 

Ghloroxylon swietenia, liefert ostind. Satinholz 

514. 
Ghloroxyionin, Gewinnung u. Eigensoh. 514. 
Cblorrerbindnngeii, Siedepunkte 1204. 
Gbogoiese-Tabletten 164. 
Gholeglyzerln, Zusammensetzung 233. 
Gholensemm 563. 
CholesterlH, Hautfette, Gehalt an 114. 



XI 



CkolMtorlB, Bestimmiuig in OobirDBabstans 803. 
•— u. CholMterinester, Bestimm, in Nieren 752. 
ChoUn, Löftongsmittel fOr Taberkelbaallen 629. 
Chol^gen, Ersatz 884. 
CholBinrezlpfelieB, AbftLhnnittel 538. 
CkrtettauiMliiieey war Zinkoxyd 402. 
Cluroni, Bestimmung in Spezialstahi 824. 

— qnaotitatiye F&Unng 483. 
ChromalMin, Herstell, yon Kristallen des 201. 
Chroniae-TaUetSy Bestandteile 192. 
Cbromsinrr. Verhalten zu Rohrzucker 982. 
Cbüomiiim-Aphrodialaeiim Compovnd, Bestand- 
teile 192. 

Chrysaiitfaemiim ef]ienriaefoliiim9wirks.Eörper 

in den Binten von 353. 
Chrysarobin, Oxydation aaf menschl.Haat 999. 
Chrysarobliisslbe mll Alkalixusatz, Wirk. 414. 
CbrysaloxiB 999. 

Chryaophangeib, Hantieagenz 483. 
ChrjFSom tgWy k&n&tliober Eiersatz 312. 
Clbrol«, Bestandteüe 1063. 
Cfaielionaiidiihydrochloild, zum Naobweis von 

Nitraten 31. 
CtBeboBldln 294. 

CiBe]ioiiidi]ikarbo]i8ilareäthyle8ter^ar8tell.29ö. 
CSaeheiiMiiikohleiisiiiiepheiietlilld, Darstellung 

295. 
CinebOMidlB-WlsniiitdoppelBalCy Eigensoh. 294. 
Clnehoiiiii 294. 

— Mikroobemie 596. 

CinehoBingn^lakolsiilfoiiaty Darstellung 294. 
Clnelioiiliüierapatliity Darstellung 294. 
CinehoiiiiHodosiilfat, Darstellung 294. 
Cinebonliikolileiisftiirephenylester, Darst 295. 
Cüiehoiiln-p*amidopheByl«r8enlat^ar8telL294. 
ClMiamomiim glandnlifernm» Kampher 1092. 
Cfauamomiim Tanuda-Oel^ Eigenschaften 476. 
dnaamylehinin, Darstellung 273. 
CtmuuByl-R-Ekgoninmeihylesterhydroehlorat 

367. 

CiBiuuBylskopoltD, Darstellung 371. 

CtnnamyltropelB 370. 

OnzaiMi, ein Wermutwein 792. 

Cfpaa-apna, wässerige Strychninldsung 828. 

Ctrol, Zusammensetzung 402. 

ds-CaaiphorieAeld istois-Apokampher8&ure536. 

CIstns mlbidvB, zur Fälschung von Majoran 734. 

CitraL Bestimmung in Zitronenextrakten n. «Ölen 
706. 

CltroBiyees-Arten 570. 

Cttran'a Beagena, Bestandteile 288. 

CttroDellVL 2 flandelssorten 434. 

Cttmllol, 2 wertiger Alkohol 851. 

(StrnlliiB mradliiUuiiiB, Oel von 779. 

CHnia bigaradia Sinensis 897. 

Claraz« enthält Perborat 401. 

Coba, Knnstspeisefett 315. 

CoeeMiiini aTiiim s. teneUom, mögliches Vor- 
kommen in Eiern 80. 

Coela^oly Kenobbustenmittel 4. 

Geeoloeeaf Badix Pseudoohinae 304. 

GeeoB CBSoe, wnndärztliobes Nähmaterial 466. 

Coeosa, Xnnstspeisefett 315. 

CodaBilBy Beatandteile 247. 

Code des ConleBiB y. Klinoksieck u. Valette 1061. 

O^J^ jLbffihimiitai T92. 



Cokasul-Tabletten, T^bulettae Kalii sulfo- 

guajacolioi oompositae 537. 
Cola acomlnata, Entwicklung des Samens 809. 
Celehiein, Bestimmung 973. 
Cellargoi, Unbeständigkeit des 410. 
CoUemplastnim adhaesiTom, D. A.-B. V, 

Entw. 191. 

Vorschrift 691. 

Oollemplastmm Zlnci, D.A.-B. V,|,£ntw. 191. 

Ooloejnthtdea, Bestandteile 851. 

Celoeimthln und Coloeyntliitin, Gemische 851. 

Ck^Iophoninm, D. A.-B. V 1170. 

Colorao. Capsicumfruchtpulver 158. 

CJommain, Tuberkulosemittel 4. 

CoBtraBglnen, bei Rachenleiden 792. 

CoBTaeocta Bahr, Pflanzenauszüge 478. 

Cordol, Tribromsalol 619. 

CoiianderSI, Bericht über 380. 

Coriarla myrtifoUa, Vergiftung durch Blätter 

von 836. 
Comed beel^ Sohiveflige Säure in 833. 
Cornatin, Bestimmang in entöltem Mutterkorn 

970. 
Cartex Anrantti ftnetns, D. A.-B. V 1170. 
titammpflanze 1194. 

— CascarUlae, D. A.-B. V 1170. 

— CasteJae, Anwendung 485. 

— Chlnae, Oehaltsbestimmung 969. 

Bestimm, des Chinins, rreisausobr. 1044. 

D. A.-B. V 1170. 

— Cinnamomi. D. A.-B. V 1171. 
Stammpdanze 1194. 

— Citri fruetus, D. A.-B. V 1171. 
Stammpflanze 1194. 

— CoBdaranga, D. A.-B. V 1171. 
Srammpflanze 1194. 

— FrangnUe, D. A.-B. V 1171. 

— Oranaü, niedriger Alkaloidgehalt 969. 
D. A.-B. V 1171. 

— Qaerens, D. A.-B. V 1171. 

— Qulllaiae, D. A.-B. V 1171. 

— ShamBi Pnrshianae, D. A.-B. V 1172. 
— Stammpflaiize 1194. 

— Simarubae, D. A.-B. V 1172. 
Stammpflanze 1194. 

— syzygil jambolani bei Zuckerkrankh. 352. 
Corydalis aurea HiUd. 704. 

— solida Sm. llbO. 
Coryfln, Anwendung 57. 215. 
Coryfln-Bonbons, Anwendung 57. 
Credargan, kolloidales Silber 788. 
Creme-PIi, Darsteller? 466. 
Crepitin, ein Blutgift 754. 

Cresolnm eradnm, D. A.-B. V, Entw. 206. 

Croeos. D. A.-B. V 1172. 

CrystaÜosCL Ersatz durch Kiistall-Sacoharin 144. 

Cnbeba omeiiiaUsy Entwiokel. des Samens 808. 

Cnbebae, D. A.-B. V 1172. 

Cubebinäiher, Bildung u. Eigenschaften 109. 

Caoasa, Ersatz der Bordelaiser Brühe 98. 

Coenrbitol 566. 

CapferroB zur Trennung von Eisen u. Kupier 456. 

1183. 
Capril, Tonbadlösung für Photographie 179. 
Capram subaeetieam, Heümittel der Lungen- 

tuberkalese 766. 



Xll 



Cardlettes-PräiMirate, Zasammensetzung 233. 
CuBoI, Zasammensptzong 296. 
Catasyl, Anwendung 156. 
Cyeloform, Anwendung 792 
Oystln, freiwillige Oxydation 692. 

D. 

Baams Asthmamittel, Zasammensetzung? 842 
Dacrydium Fnuikllnll-Oel 1092. 
Bammara, D. A.-B. V 1173. 

— Stammpflanzen 1194. 

— Bestimmung in Kauriharz 1^ 39. 

— Nachweis in Kauriharz 771. 
DampfiterlllBatioii, Prufong der 479. 
Damp&terillBator naoh Zangemei<)ter 494. 
Daners Biachofessenz ? 764. 
Danysz Tinu, Rattengift 862. 
Danzol, Rbeumatismusmittel 30. 

— BestHndteile 430. 
Dapbnimacriu, Wirkung 76 1 . 
Daphnlphylium maeropodnm Mtq. 761. 
Basjespls uod Bassenpls = Hyraceum 66. 
Baneoly alkoholartiger Körper 573. 
Baaeas Carota L., äther. Oel d. Früchte 573. 
Daaer-Einatmungen, Vorschrift 675. 
Baaerpräparate von flamsedimenten, Herst. 951. 
Beba = Diäthylbarbitursäure 193. 
Beekelwolle, Füllmaterial f. Yerbandwatte 101. 
Becoetum Senegae 1 : &, Yorsohrift 53. 
Bedasol^ Digitalispräparat 156. 
BehydrokampberHäare, razemische 561. 
Behydromonoehloralantipyriii, Darstellg. 685. 
Bentaesthln, Bestandteile 1126. 

Bepslde» künstliche Gerbstoffe 1028. 
Bermydrln, Bestandteile 296. 
Besinfektionsflttsslgkeiten, Kiebs^ alkalische, 

Vorschrift 157. 
BesinfektloiiBinittel« halbspezifische 486. 

— Vorschrift 373. 

— Wertbestimmung 880. 

— Zusammensetzung 402. 
BeainfektioiiSBalbe, Neißer - Slebert^s, Zu- 
sammensetzung 620. 

Bessauer's Tourlng Apotheke, Inhalt 219. 
BestlUatioiisaiifrtati 825. 
BeatlllationsTorlage nach Lehnhard 966. 
BestlllationsTorriehtuiig nach VoUrath 1040. 
Bestillat-Magnesiamzahl naoh Ewers 411.' 
Bestillatzabl, Fendler's 515. 
Bestillotaberkalin, Gewinnung 667. 
Biabetes-Pilleii, Bereitung 668. 

Biabetiker-Clebäoke, Gehalt an Kohlenhydraten 
279. 

BiaoetylkodeYn. Darstellung 321. 
Biaeetylmorphln, Darstellung 320. 
BiaeetyimorpliinsnlfoB&nre 321. 
Blalysate, Mittpiluogen über 1026. 
Bialysierte Mlleh, Gewinnung 832. 
Blamanten« in Hochofenprodukten 1180. 
Blamante-Zltronat, veritable 1067. 
Blaminoarsenokresol, Entstehung 896. 
Blanisyl - phenetyl - guaDldlaum hydroehlorl- 

eam, Prüfung 686 
Blbenzoylmorphln, Eigenschaften 321. 
Bibenzoyiperylen, Gewinnung 770. 



Bibrom-^ff-Napthol, Desinfektionsmittel 486. 
Bieblnlnkarbonat. Darstellung 289. 
BiehloralhaniAtoff, Entstehung 679. 
Blehloralchlorkarbonyl, DirstelluDg 667. 
Blehlorhydratdloxyamldoaraenobenzol 564. 
Biehlor-/.^-Naphtho], als Desinfektionsmittel 486. 
Biclnehonidlnkarbonat, Darstellung 295. 
Bldymehlorld, Staubbindemittel 004. 
Blgalinssftiire, Bestandteil des Tannins 1028. 
Bigestlr-Salz, Bttrger's, Bezug quelle 108 
Bigistrophan, Anwendung 929. 

— Darstllung 324. 

— dturetieam 583. 
Bigitalfsprftparat, haltbares 755. 
Bihydroanbydroekgoiiin, Darstellung 368. 
Biketoapokamphersäiireester, Eost. des 535. 
Blkodeylmetiiaii. Darstellung 322. 
Bimethanal-Kapfer-Blsulflt, bei Pflanzen- 

krankheiten 632. 
p-BImethylaminoantipyriD, Wirkung 1010. 
Blmethylmaionylantipyriii, Eigenschaften 1033. 
1,3-DimethylpyrazoL Wirkung 1036. 
Bfmorphf Imethaii, Darstellung 322. 
Blnatrliunmethylarsinat, Unterscheidung von 

Atoxyi und Natriumkakodylat 791. 
Binitrodiphenylaiiiinosalphoxlde» Reagens auf 

Zion 144. 
Binltrophenolarsinsänre, Gewinnung 896. 

— Reduktion 896. 
Blonln, Darstellung 3 18. 
Dioxyamldoanenobeiizol, Anwendung 247. 
495-Bioxyapokanipher8Kare, Herstellung bdb. 
Bloxy-(4/))-Kamphersäore 561. 
Bipenten, Vorkommen in Harzessenzen 690. 
Biphenylamln, Verhalten zu Rohrzucker 9S5. 
Biphenylkarbazld, 729. 
Blphtherie-BazIlieD, Färb. n. Sommerfeld 474. 

— -Hellseram, Darsteller 245. 
Prüfung 240. 

eiuRezogenes 50. 275. S02. 654. 672. 924. 

952. 1064. 

hochwertiges 246. 

trocknes 246. 

— -Präparate 244. 

— -semm, 563. 
Biplosal, Wirkung 649. 
Blproplonylmorphlm Darstellung 321. 
Birigo, Pinus-Essenz 794. 
Biuretin, Anwendung 457. 

— Aufbewahrung 772. 

Btffrllngtniii, Gewinnung in Norwegen 933. 

BSrrliartoifeln, geschwefelte 928. 

Btfrrobst, geschwefeltes, Beurteilung 348. 

Boppelsalze organischer Basen 84S. 

Boppelspat, Ersatz durch Natronsalpeter 466. 

Boppel-Triehter 250*. 

Boppelnreometer von Strzyzowski 406*. 

Boppeiwandige Yollpipette 797*. 

Bormlol, Darstellung 661 

Borsehlebertran, Gewinng. e. Chlorjodprod. 203. 

Breseompa-Pern, ein P^rubalsam-Präp. 193. 

Breseompa-Pem, Zusammensetzung 296 874. 

Brebdner Chemlseiies Unteisaehnngsamt, Be- 
richt über das Jahr 1909 309. 344. 374. 
401. 429. 

Br«0dner Soda 401. 



XIII 



Brog«. das ITort 898. 

Brofea, aronuib'sohe, 6e8timm. des äther. Oeles 

und der Feaohtigkeit 1066. 
Drogen-Namen^ ^rieohisohe, Aassprache 1116. 
Brofne amire, ein Choleramittel 352. 
Broserin, wirksamer Bestandteil 430. 

— -Liniment^ AnweDdung, 1083. 

Tabletten, Desinfektionsmittel 1083. 

Zosammensetzang 1126. 

Bnrabol D., ameisensaores Natriam 576. 

ByBeaterle-Semm 563. 

Byiipliaglii Kr. I, II, DI, Bestandteile 89. 

E 

Edel, KnnBtspeisefett 315. 

Edelüaktnren 991. 

Edlieh^B ünlTersal-Seirenextrakt, Zusammen- 
setzung 377. 

Edme Malt-Extrakt, Zasammensetxnng 204. 

EflUoeh^ Fallmaterial für Verbandstoffe 101. 

Eglatol, Zasammensetzung 1009. 

EhrUeb-Hata 606 564. 

Ebrlleh-HaU*8 Präparat 606, Bereit, d. Lösung 
728. 792. 823. 874. 917. 920. 991. 1022. 
1063. 1158. 1160. 

PatentBcbrifl 895. 

Methylalkohol gifüg 926. 

Wortsohutzzeichen 1063. 

Ehrlleh-Hata 606, Enoheinen im Handel 1071. 

EhrUek'i Reagenz, D A.-B. 7, Entw. 284. 

Eier, Frischtrhaltnog 631. 975. 

— -Elwelfi, Farbenreaktionen 830. 
^ -koniak, borsSurehaltiger 349. 

~ -nadeln mit zu geringem Eigebalt 345. 
" -pnlfer. Darstellung und Prüfung 412. 
Hgelb, Oelbestimmung des Handelseigelb 540. 
Elalanfparaffln 276. 
Efaisehlageler, Besohreibnng 80. 
Ei-Priparate, üntersuohungsergebnisse 312. 
Eis, Paraty^usbazillenbaltiges 412. 
Ebbentel, FüUen der 360. 
Eisen, Nachweis im Harn 625. 

— onantitative Fillung 483. 

— Trennong von Kupfer durch Cupferron 456. 

— zimtsaures, 1072. 

EisenalanB, Herstellang von Kristallen 202. 
EtoenaouBoninmzitropliospliat, Verhalten zum 

Alkohol 67. 
~ -eblorld, Färbung mit Maltol 768 

Färbung mit Brotrinde und Biskuits 712. 

~ -eier, Bezugsquelle 1118. 

— -hjdroxyd, Adsorbenz f. arsenige 8äure 1131. 
— hydroxjilQsung, kolloidale, Klärungs- 
mittel 287. 

— -Kel^, Bereitung 619. 

— -ndleh, Eisengehalt 734. 

— -odda, Darsteller 728. 

~ ondalsalae^ neue Farbreaktion 91. 

— -pmen, Zusammensetzung 378. 
Biermer^B, Bestandteile 108. 

— -Bi4odfai, basisch jodbehensaures Eisen 874. 
Eamlsion 917. 

Lebertran, 917. 

— lalie der PhcNsphorweinaSure und Phosphor- 

zitronenaänie, Darst 678. 



Elsensalze, wasserlösliche Verbindungen mit 
oxymethylanthrachinonh. Stoffen 1093. 

— -Talerlanat-Btebel, Zasammensetzung 1022. 
Eiteläther ist absoluter Aether 308. 

— -alkohol ist absoluter Alkohol 308. 
Elter, ünterscheidang dos tuberkulösen von 

andersartigem 458. 
Eiweiß, Farbenreaktionen des Eier- 830. 

— Bestimmung im Harn 8. 86. 174. 

— Nachweise im Harn 130. 506. 

— -Flelsehextrakt, Vorschrift 928. 
Berichtigung 1045. 

— -milch, Darstellung 576. 

— -Präparat, amerikan., Wuistbindemittel 177. 

— -Stoffe, Wirkang der Salzsäure 1058. 
Ekgonln, Darstellung 365. 

— Oxydationsprodakte des 368. 

— -methylester, Darstellung 365. 
Elaeosaeehamm Vanillae 969. 
Elastigen, Radreif entüllung 873. 
Eleeir. Hg. = Kolloidqaecksilber 1022. 
Elektrargol, Unbeständigkeit des 410. 
Elektrisehe Entladungen» Bildung y. Ammoniak 

durch 115. 

— Reaktionen zum Auffinden von Tuberkel- 

bazillen 159. 
ElektroaktlTltät, Borstickstoffstrahlung 844. 
Elektrolytliche Niederschläge, Verbess. d. 597. 
Eleptln, früher Epileptin 1022. 
Elfenbein, L<-ckerbi88en 956. 
Ellxir-Ddret, Zusammensetzung 793. 
Emanation 580. 

Embryo-Cedin, wirksamer Körper 773. 
EmodeUa, ein Frangula-Elixier 30. 
Emolan, Zusammensetzung 382. 
Emplastrnm salleylatnm, Prtifung 1065. 

— saponatnm salicylatnm,D. A.-B.V, Entw. 172. 
Empnsa Mnseae, zur Fiiegenvernichtung 785. 
Emnlslonsmaschine, neue, einfache 742. 
Emnlslo Olei Jecorls Aselll, D. A.-B. V, 

Entw. 172. 
Empyrol, Wolo-Teerbad 1107. 
Endonährboden 622. 
Endotabletten, Bestandteile 622. ^ 
Endotiln, Bereitung 1107. 

— Wirkupg 1046. 

— Zusammensetzung 406, 1022. 
Engelwnrzel, Verbreitungsgebiet 627. 
Ent^welßnng, durch kolloidale Eisenhydroxyd- 

lösnng 287. 
Entfettnngspillen, Vorschrift 822. 
Entleernngsapparat einiger Myrtaoeen 834. 
Entwleklnngsgesehlehte der Samen u. Früchte 

Offizin. Pflanzen 808. 
Enzlanworzel, kultivierte und wilde 703. 
Enzym, neues peptisohes im Honig 1064. 
Enzyme, dlastatlsehe, Entstehung in höheren 

Pflanzen 998. 
Eosserin, Antitoxin des Schweinerotiaufs 89. 

— gibt es nicht 156. 
Epiearinspirltns. Vorschrift 793. 
Epldermoliraze 917. 

Epilepsiemittel y. J. Andersson, Bestandteile 296. 
Epileptlcon, Bestandteile 874. 
Epileptin, Zusammensetzung 473. 
Eplsan-Berendsdorf^ Bestandteile 1126. 



XIV 



SpltJiellfleniiigvbiiideii 991. 

Erbsen, üntersohied grüner n. gelber 956, 1026. 

Erdalkalien, kolloide Yerbindangen 771. 

Erdalkaligilieide, teohnlBche Darstellung 115. 

Erdesser, im egyptisohen Sudan 863. 

Erdnüsse, ünterscheidnng von Mandeln 1121. 

Erdnnßöi, Nachw. im OUvenöl 361. 393. 423. 460. 

ErdVltorf, Darstellung 37. 

Erektol, Bestandteile 156. 

Erepsin, Bezufrsqaelle? 1118. 

Erflndangs- und Warenzeiehenreelity Vorlesan- 

gen über 1026. 
ErgothioneXn, neuer Bestandteil d. Mutterkorns 7. 
Ei^tln Bombelon, Herstellang unbekannt 466. 
ErhaltiiBgssalz ^^Erreleht^. Zusammensetz. 419. 
Erna], Kohlensäurebftder 108. 
Erysimum arkansanam 820. 
Erystmum nannm eompactnm aaremn 820. 
ErYthrol 294. 

Esbaeh'sehe Lltoiuig, D. A.-B. Y, Entw. 234. 
Esperagen, Zusammensetzung 430. 
Esperanto-Instttat^ deutsches 814. 
Eßbare Erdea, Yerwendung 651. 
Essenee de Crlste marine, Eigenschaften 475. 
Essens, WoUTs kombinierte, Zusammensets. 349 
Essig, üotersucbungsergebDisse 346. 

— I^timmung Yon Mineralsiuren 646. 

— Erftuteressig 482. 

Essigessenz, Oefahren der Yerwendung 1049. 
Essigessenzflasehe Kaweka 1168*. . 
Essiggiürong des Weines, Aufhaltung der 734. 
Essigsaure Tonerde, z. Sohnupfenbehandl. 976. 
Essolpin-Prilparate, Zusammensetzung 275. 
Eß-, l^ink- o. Koehgeseliirr, bleihaltiges 37ö. 
Esten, keine reine essigsaure Tonerde 164. 
Eabiieln, Anwendung 1063. 
Eacalypliiis oeeidentalis, liefert Maletto- Binde 

569. 
Eacapren, eine Suprarenin-Lösung 30. 
Eneerin, zur Salbenteohnik des 68. 
Eaehinia, Eigensohaften und Anwendung 291. 

— Darstellung 290. 
Enehiwiasaligylat, Anwendung 291. 
Eaeodia, Darstellung 335. 
Eugastrol-T&bletten, Zusammensetzung 156. 
Engemin? 578. 

Eugenla apienlata^Oel 1092. 
Eagenol, Bestmimung in Gewürznelken 544. 
a- nnd y^-EakaXn, Unterscheidung beider 731. 
EolatiiL Eigenschaften 1031. 

— ein Gemisch 1007. 

~ bei Keuchhusten 178, 1115. 
Ealimen. künstliches limonen 537. 
Eomenol, Yergleich mit Fluidextrakt aus fiad. 
Levist offio. 230. 

— Yergleich mit Fluidextrakt aus Tang-Eui 229. 
EnmerenrivB, reines Quecksilber 991. 
EamydrlD^ Darstellung 372. 

Euphorbia peplns L 353. 

— pilnlifera L, wirksame Körper in 353. 
Eaphosglas. undurchlässig für ultraviolette Licht- 
strahlen 142. 

— 651. 

Eaphyllin, Geruch nach Ammoniak 82. 
Enpneoma 372. 
Eaporphia, Darstellung 387. 



Enrleinol, Rizinusöl-Bmulsion 106. 

Eoskel-Bttoelierbriketts 242. 

Enteetan, Zusammensetznag 728. 

Eatinktnrea 991. 

Eatolbonbons, Zusammensetzung u. Darsteller ? 

182. 
Ezaathemischet Gel = Erotondl 773. 
Exsudate, Unterscheidung von Transsudaten 132. 
Extraeta flaida, Bereitung unter Druck 43. 

— Bereitung und Wertbestimmung 1110. 

— spissa, Aufbewahrung seltener 846. 
Extraetnm Caeti grandiüori flnidum, Yer- 

fälschnng des 476. 

— Cannabis indieae plague, Anwendung 729. 

— Carati, siehe unter Glecomina 430. 

~ Casearae Sagradae^ Herstellung von ent- 

bittertem 133. 
fluidum, Unterschied Ton Faulbaum- 

extrakt 894. 
Yerie^eioh d. Ausbeuten u. Werte 

45, 46. 

— Digitalis, Darstellung 379. 

— Frangulae fluidum, Bereitung d. Extraktion 

unter Druck 43. 

~ Unterschied yon Sagradextrakt 894, 

Yergleich d. Ausbeuten u. Werte 44. 

— HydrasUs fluidum, Bestimmung y. Hydrastin 

n. Bupp 642. 

— Maltl, Bewertung 477. 

cum Gleo Jeeoris Aselli, Yorschrift 277. 

— Badleis Leristiei olfie, flnldum, Yergleich m. 

Eumenol 280. 
~ Bbamnl Purshianae fluidum, Identität 894. 

— Tang-Kui fluidum, Yergleich m. Eumenol 230. 
Extrakt physiologisches 1137. 
Extraktion unter Druck 41, 83, 85. 153. 
Extraktionsapparat nach Bruns. Beschreibung 

42. 153*. 
~ nach Dr. A. Prager 325, 326*. 

— verbesserter 1090*. 

Extraktions-Yeilalireii, Fortschritte im 150. 
Extraktstoife, sterilisierter Pflanzen 1137. 
Extraktferreibungen, Herstellung 568. 

F. 

Faebgruppe für medizin.-phannaz. Chemie, 

Vorträge 299. 
Faeces siehe unter Kot. 
Famel-Simp, Bestandteile 1083. 
Farben, Einteilungen y. Cheyreul u. Eircher 1059. 

— internationale Bestinmiung 1059. 
-* -Reaktionen, Bewertung 607. 
Farbfleeke, Entfernung yon der Haut 771. 
Farbstoft roter im Harn 1066. 
Farbstofle, Nachweise in Wurst- und Fleisch- 

waren 615. 
Fareol, Mittel gegen Blutarmut 30. 
Fat-liquor 675. 
Fehlingsehe L(teung, D. A.-B. Y, Entwurf 234. 

zur Inyertzucker-Bestimmung 378. 

Feuehel, sftchsisoher 1163. 
FeuehyTsl, Zusammensetzung 824. 
Feolathan, Üntersuohungs-Befund 374, 
Femwirkungeu 594. 
Ferramat, enthfilt metall. Eisen 773. 



XV 



Ferriaeetttl, banaohes, pyridiahaltigeB 791. 
Ferrleodile. Ziuammeiisetxaiig 131. 
Ferrier's alkBlliiehe Sittironirraald 112. 
Ferrl- v« FerrocynkaUgm, Verhalten in Bohr- 

zncker d83. 
Ferriii und Ferrlii B, Znsammeosetsang 296. 
FerrlpyrlB, Wirkung 1006. 
Ferroeodile. ZosanunenBetzang 181. 
Ferrogoi, Bestandteile 1126. 
Femun oxydatnmrabnuii, b.Bontgenaafn.lll4. 
Femla gallMuiifliia, Anbaayeraaohe 1140. 
Fernla Karthex Boiss. 516. 
Fetty Beatimmung in Gehimsubatanz 803. 

— Beatimmung in £akao und Schokolade 833. 

— Beatimmung im Kot 

— Beaümmong mit Neural in Miloh 542. 

— Bestunmnng in Nahrongsm. n. Polenake 488. 
Fette, fieatimmiing der Fbttsäaxe 1025. 

— Krvoakopie 6:^. 

— moleknlarer Yerlanf der Hydrolyse 93. 
-^ Naohweis von Benzoesäure 139. 

— Naohweis ron Paraffin nach Holde 71. 

— pflttulialie, üntersachongsergebnisse 315. 
Nachweis in Kakaobutter 572. 

— tierlsehey üntersuohuogsergebnisse 314. 

Bestandteile der Margarine 124. 

Nachweia einiger in Qemisohen mit an- 
deren F. n. Polenske 11. 

Nachweis in Margarine 126. 

Fetiextrakttena-Appanit nach Claoher 1040. 
Fettsiuren, Bestimmung n. lindner i. Tranen 802. 

— wagung als Kaiksalse 510. 
Feuersehwamm, Bereitung 1113. 
FIbrolyslii, Anwendung bei Fettsucht 16. 

— rektale und vaginale Anwendung 161. 
Fiseliertt'a KrelMaerun 794. 

Flehens fieaktion f. Honig, Versagen derselb. 14. 

bei Honig 105, 541, 815. 

Filter aus schwarzem Filtrierpapier 828. 

— für ultraviolette Strahlen 1064. 
FUtrfermppante, zwei neue 1133. 
FUtrleren, Vorrichtung zum Schnell- 967*. 
FUtrierg«afi nach Mftller 797. 

Filisen's ArseniUSsiing? 654. 

— Haeoutlii-AlliiimJii mit Schokolade- 793. 
FlniiiislH früher Fortisin 193. 

— , Hauptbeatandteile 773. 

Flralabfldiug der Ode 185. 

Flseliey EoDSeiTierung mit Borsäure 312. 

— , üntersuchungsergebnisse 311. 

Fisehflelseb, Extraktivstoffe des 194. 

Fisehdley Untersuchungsbefunde 801. 

Flaseke mit Pipette und Meßglas 1127. 

FleekeieTi Beschreibung 80. 

Fldseli) Hackfleisch, Untersuchungsergeb. 310. 

— künstliche Färbung 811, 495, 525, 557. 

— Nachweis von BeozoMure 139. 

— XoDservierung 975. 
Flelseherlialtinig nach Appert 420. 
Fleiseherhaltmigsmittel 158. 
Fl^sekkoBserreB, Fabrikation der 417. 
Flelsehiiot und FleiaehlMeeluiii 1213. 
Fldaehprijpflnitey künstliche Färbung 495. 
FMsehaaUr, was Tersteht man unter 88. 

— HersteUung 1024. 

— liebig'sGhe Yorsohrift 88. 



FlelsehTerffiltiuig, bakterielle Ursachen der 420. 
-- eigentUehe Ursache der 420. 

— Folge der Eiskonservierung 412. 
Ftelschwaren, Nachweis y. Benzoesäure 617, 635. 

— Nachweise von Farbstoffen 615. 

— Nachweis von entschärftem Paprika 617. 

— Nachweis von Salpeter 637. 

— Nachweis von Viktoriaröte 6L7. 
Flesh BedueiDg Tablets 793. 
Flexner Jobilng's Serum 793, 875. 
Fllederithrol, Deainfektionswirkung 924. 
Fliegen, übertragen nicht Vaccine 779. 

— Vernichtung 654^ 785. 
Flores Arnlcae D. A.-B. V 1173. 

— Chryaanthemi, wirksamer Körper in 353. 

— ~ einerarlaefolll, Bestimmung des äther. 

Extraktes 972. 

— Cinae, D. A.-B. V 1173. 

— Koso D. A.-B.V 1173. 

-~ Larandnlae D. A.-B. V 1173. 
Stammpflanze 1194. 

— MalTae D. A.-B. V 1173. 

— Bosae D. A.-B V 1173. 

— Santhnel D. A.-B. V 1173. 

— TUlae D. A.-B V 1173. 
Süunmpflaozen 1194. 

— VerlMwei D. A.-B V 1173. 
FloildA-Oel, Baumwollsamenöl 315. 
FillKdgkeiten, Klärung durch kolloidale Eisen- 
hydroxydlösung 287. 

— tierlsehcu Naohweis von Zucker in 286. 
Fmssiflrkeltsnelber, automatischer n. Böse 967* 
Flllssigkeltsllnsen. Hersteilung von 416. 
Fluide imperial, Zusammensetzang 376. 
Floidextrairte, Bereitung unter Druck 43. 
Fluidextrakte, Bereitung undWertbestimm.il 10. 
Folia Aitbaeae D. A.-B. V 1174. 

— Belladonnae D. A.-B. V 1174. 

— Bueeo^ Verfälschung 1001. 

— Coea D. A.-B. V 1174. 
Stammpflanze 1194. 

— Digitalis D. A.-B. V 1174. 

-- DigltaliB, Einfluß d. Sterilisation 620. 

— FarCarae D. A.-B. V 1174. 

— Hyoseyauü D. A.-B. V 1174. 

— Malabathri, ätherisches Oel 476. 

— MalTae D. A.B. V 1175. 

— MatleCy mehrere Stanunpflanzen 353. 

— Melisaae D. A.-B. V 1175. 

— Menthae piperitae D. A.-B. V 1175. 
Stammpflanze 1194. 

— Sennae D. A.-B. V 1175 

— StramenU D. A.-B. V 1175. 

— Stramonii, Alkaloidgehalt 969. 

— TrifoUi fllirini, D. A.-B. V 1175. 

— ÜTae ürsi, D. A.-B. V 1175. 
Fontaktoakop 581. 

Formftthrol, Desinfektionswirkung 924. 
Fornuddehyd, Darstellung 992. 

— Qehaltsbestimmung nach Braeutigam 915. 

— wasaerlösL Ferubalsampräparat 999. 

— Nachweis 1184. 

— Wirkung auf Bakterien 628. 

— -KaUumpermanganat-Verftüirei, Vergleich 

der 132. 

— solntnsy D. A.-B. V, Entwurf 206. 



XVI 



Formalin, zur Eonsenrienug 38. 

FormaliBseife, Wertbestimmong 918. 

Formamiiity Anwendong 441. 

Formamlnttabletteii, froiverkäufliches DesiDfek- 
tionsmittel (G. E.) 864. 

Formaroee-Tablets 991. 

Formlaetol-TaMetten, Zusammensetziuig 51. 

FormobaflL Zosammensetzang 619. 

Formnlatioii A., DesiDfektioDsmittel 793. 

Fortonal-Tabletten 1126. 

Foaquiera splendeng, liefert einen Sohellaok- 
ersatz 353. 

Fonmler, sohwarzes. Henrornif ang d.Beizuiig402. 

Fragarid, konzenlrierter Himbeersaft 285. 

FraBgol, Abfübimittel 119. 

FranzbranDtwein, Erläaterong des Bezeichnong 
918. 

FranzÖBiseher Kognak, unstatthafte Färbaog 159. 

Fraaennülehj Haltbarmacben durch Calcodat833. 

Fraaentee, Boek*% Bestandteile 703. 

Fraaentee Colldea, Bestandteile 378. 

Frauen wohl, Verkauf in Drogenbandiangen un- 
statthaft (G. E.) 242. 

Frebar. Hastentropfen 542. ^ 

Fresenius' Laboratorium, Mitteilungen aas dem 
202, 888. 

Frirnsin, Bestandteil 131. 

— Eigenschaften 728. 

Frostzasatz zn M9rtel, Zasammeneetzang 403. 
Frotil, Staubbindemittel 904. 
Fruehtln, hartes Kokosfett 315. 
Fruchtpi»ten, Bearteilang 1024. 
Frachtsttfte, zur Kenntnis der 253. 

— Bearteilang der Farbang 938. 

— Entalkoholisieren 1139. 

— Itirbung 935, 959. 

~ Gerichtsurteile betr. Färbung 943. 

— Haltbarmachung 88. 

— Haltbarmachung mit Ameisensäure 1024. 

— Nachweis der Farbstoffe 959. 

— üntersuchungsergebnisse 347, 541. 

— Eonzentrierte 285. 
Fruebtzueker. zur Weinverbesserung 489. 
Fmetus Anist, D. A.-B. V 1175. 

— Aurantii immaturi. D. A.-B. Y 1176. 
Stammpflanze 1194. 

— Capsiel, D. A.-B. Y 1176. 

— CardamomI, D. /L.-B. Y 1176. 

— Carri, D. A.-B.V 1176. 

— ColoeyntUdis, D. A.-B. Y 1176. 

— Foeniouü, D. A.-B. Y 1176. 

— Jnniperi, D. A..B. Y 1177. 

— Lauri, D. A.-B. Y 1196. 

~ PapaToris immaturi, Gewicht 969. 
Handel mit 997. 

— Simulo, Abstammung 969. 
Frttelite, natttriiebe, Färbung 1125. 

— offizin. Pflanzen, Entwicklungsgeschichte 808. 
Fneopbyt, Entfettungsmittel 156. 

FueoTin -Tabletten, Dr. Blell, Bestandteile 108. 
FuUererde, Bleiohmft der 432. 
Fnlmargin 667, 874. 

Furlurol-Reiüctlon, zum Naohw. ron Sesamöl 31. 
Fnmneulose-BlntgesehwtüvPilien, Yor8chr.6l9. 

— Sapaleol, Anwendung 430. 

Furoiikel d. äuß. Gehörgang., Behandlung 1209. 



Fusarium Oubense, Pilz 897. 
Fuselöl, Beurteilung 622. 
FußlK>d<^nlaek, Entflammungspunkt 375. 
Fußschweiß. Mittel gegen übermftfilgen 161. 
Futtermittel, Meyer's quantitative mikroako- 
pische Untersuchtmg unmöglich bei 458. 

Gaba früher Wybert-Tabletten 108. 
€küaetenzyme,Bestandteil 1083. 
Chdafer, kondensierte Eisennährmilch 4. 
Chda-Oala ist Stocklaok 1 15. 
GalaktoeldoTal, Eigenschaften 664. 
Galaktochloralose, Eigenschaften 664. 
Öalbanum, Yerfälschung 969. 
Ckdegol, Anwendung 455. 
Öalenisebe Präparate, internationale Yerein- 

heitliohung der Analysenmethode 021. 
Gallae, D. A.-B. Y 1196. 
Galle, Platner's, Gewinnung und Yerwend. 197. 
OaUenfarbstofl^ Bteensma's Nachweis i. Harn 485. 

— Nachweise im Harn mit Azarblau usw. 113. 

— Nachweis im Harn nach Torday u. Klier 118. 
CkdlensMuren, als Abführmittel 197. 
Öananini- Reaktion auf Hamsäare 751. 
Gareinia mongostana L«, Heilwirkung 729. 
Gas, der Name 770. 

Gasbadeofen, Gefahren 1191. 
Ckisbrenner nach Engler 1090. 
Gas -Radlumemanation 580. 

— -Thermoregulator, neaer 1090*. 
Ckistroehilus pandurata*-Oel 1093. 
Gaswasehüasche naob Adamer 966*. 

— nach Borck 384*. 
Gaudafll, Eigenschaften 1022. 
GefIlUtbieibender Heber 825*. 
Gehaplast, Guttapercha-Mall 1022. 

G«he u. Cio., 75 jähriges Bestehen der Firma 332. 

— Handelsbericht 1910 352, 381, 404, 433, 456, 

476, 502. 
Geheimmittel, untersuchte 377. 542. 703. 773. 
Gehimsulwtanz, Bestimmung von Cholesterin 

und Fett 803. 
Geiantherem^ Yorsohrift mit Eucerin 68. 
Gelanthum, Yorsohrift 68. 
Gdatine, sohweflig^urehaltige 833. 
Ctelatlneiösung, Herstellung y. sterilisierter G. 8. 
Gelee, Bereitung im Großen 1054. 
Cteleeftttehte^ Beurteilung 1024. 
Geloeal-Kapseln, Inhalt 430. 
Gelonida, Bestandteile 51. 

— Zerfallbarkeit 204. 

— Aeldi aeetylsaileyliei 205. 

— Aiuminii subaeettd, Zusammensetzung 296. 

— antipyretiea, Bestandteile 204. 

— Arhovini 204. 

Gemtlsekonserren, Beurtlg d. Eupferfärbung 348. 

— Bestimmung des Kapfers 54, 356. 
Genlekstarre-Sera 875. 
GentianaTioiettlSsuug, lialtbare zur Oram- 

färbung 159. 
Genufimittel, FIrbung yon 467, 495, 525, 557, 

935, 959. '987, 1015, 1035, 1064, 1076, 

1103, 1120:' 
Gerftteglas rbeinisehes 1134. 



XTII 



Gerbsttire und Tumtn 442. 
(jl^rbstoffe, syntlietiMlie Dantelloiig 1028. 
OerUeh^s PritoerratiT-Cream, freiYerkfaflioh 

(G. E.) Il9i2. 
Germex^ dn ÜALBOxtraktpräparmt 205. 
Cverste, ohemisobe Untersnobang 48. 

— KBiLaseiohnaog mit Eosin 47. 

— Priifang auf KdmfiÜu^^eit 49. 

— YomnteraiiohaDg 48. 

— mit Eosin gefiirbte, d. Yieb nicht nachteilig 47. 

— nackte xur Bierbereitnng 48. 
Genten-BraeiigiiiMe, Nachweis des Eosins 49. 
Gemdif ilUer. Beseitigaog 707. 
Gesamthektolftergewieht der Gerste 47. 
Gesundlieitskaffee. Latie's Zosammensetag. 874. 
GesnndheitBieliXdL HVlaer 1212. 
Getrik&ke, alkeholfretoyUotaiBacbimgBezgeb. 348. 

— geistige, Piüfong aof Amylalkohol ^3. 

— koblensftorehaltige, Voiaohiiften z. Hent. 1025. 

— kohleDsaare, Nachweis yoa Saccharin 303. 

— Bcbanmhaltige, Nachweis Yon Saponin 1067, 

— Untersachnng sadwestafrikanisober 806 
Gewürze, Untersaobnngseigebnisse 344. 

— Beetimmong d. ätherischen Oeles i. 505*, 1066. 

— Bestimmong d. Feuchtigkeit 1066. 
Gewürznelken. Bestimmung Tom ätherischen 

Gele una Eugenol 543. 
Gibele's Borwaehssalbey Vorschrift 4. 
Glehtpnlyer, Untersuchungsbefund 933. 
Giemsa's LSsnng, zum Nachweis von Gallen- 

farbstolfen im Barn 113. 
Gifteinheit, Erläuterung 246. 
Giftige LQsangen, Färben 849. 
Gips, zur Wundbehandlung 1002. 
Gipsblndenwiekelmasehlne 360. 
GlpsTcrlNUid, lockerer, Yorschrift 379. 
Gladal, Darsteller 1126. 
Glanzpapier, Ersatz durch Wachstuch 638. 
Glassätze, selenfreie 401. 
Giasstdibe, Herstellung 967. 
Gleeomlna, BestandteUe 430. 
Gloria Tonie -Tabletten, Bestandteile 640. 
Gltthring nach Kette 1040^ 
Glfthsehiffehea 250*. 
Glutinbindea, Zinkleimverbände 156. 
Glutnbes, Darstellung yon G. 4. 
Glyeog^ae Clin, Zusammensetzung 205. 
Gl)C)-rrliiza Uralensis Fiseh., Wurzel ▼. 381. 
d-Glykose, Spaltungsprodukt des Saponios 91. 
Glykoside, Nachweis d. Spaltbarkeit durch 

Emulsin 1086. 
GlyknronsftnreyqnantitatiYe Bestimm. LHam 512. 
Glyzeride, Nachweis im Wachs 690. 1136. 
Glyzerin, Ausdehnungs-Koeffizient 876. 

— Piutung nach D. A.-B. lY 568. 

— spes. Gewicht 1207. 

— z. Behandig. d. Anguillulcse 899. 

— magnesiumsulfathaltiges 402. 

— Bestimmungen im Wein 13. 
Giyzerlablntaigar, Veränderung durch Säure 

bildende Bakterien 56. 
Glyzerin -mono- n. dllaktat, Darstellung 712 
Glyzerinseifen, transparente, 'Forschrift 58. 
Golden Beroedy, ein Trunksuo^tsmittel 296. 
Goldgeist Bademaeher^SyZnsammensfttzg.? 1072. 
GoldlSsnng, Verhalten z. Arzneimittelharnen 69. 



GoldlSsnng und Jodferbindnngen 74. 
Goldlösangen, Bildung kolloidaler_692. 
GommaUn war Saponin 348 
Gonoiodin, Zusammensetzung 917. 
Gonokolcken, einfacher Nährboden für^G. 15. 

— -Färbung m.Earbol-Metbylgrün-Pyramin 628. 
Gonokokkenserom 563. 

Öonotoxin, angebliches Serum 473. 
Gossypinm depuratnm, D. A.-B. V 1196. 
Grafolln. Bestandteile 131. 
GnunfärnuDg, haltbare GentianaTiolettfärbg. 159. 
Graminol« Gewinnung 640. 
Grammophonplatten, Masse der? 978. 
Gram'sehe Färbnng, Lösaiigen d. D. A.-B. V, 

Entw. 235. 
Grapliit, Vorkommen 133. 

— zu Schmiermitteln 888. 
Grassolin-Emnlsion, Zusammensetzung 917. 
GraTidln, Zusammensetzung 1126. 
Grazinol, Bestandteile 773. 

Gnajaeolnm earbonienm, Eigenschaften und 

Prüfung 994. 
Gnajaeolnm phospiiorieum, Eigenschaften und 

Prüfung 994. 

— Talerianieum, Eigensch. u. Prüfung 994. 
Guajakblntprobe n. Bardach u. Silberstein 639. 
Gnajakinol, Eigenschaften 270. 

Gnajakol -Arsen, Zusammensetzung 823. 

— -Petroliment 382. 
Gni4*k<^ Anwendung 462. 
Gnajaquin. Darstellung 269. 
Gni^aTentfl, Eigenschaften 476. 
Gttnzbnrg'sehe Lösnng» Entw. d.D.A.-B.V 234. 
Gummi arabieum, D. A.-B. V 1196. 

resieeatum 1027. 

Gimmlsehläuehe, Aufbewahrung 387. 

Gnmmiwaren, Bestimm, d. Kautschuks 6. 

Gurken, neue Krankheit 19. 

Gutta Pereba, D. A.-B. 1196. 

Gutti, D. A.-B 1 196. 

Gnyot*s Teerlik)(r, Zusammensetzung 773. 

Gymnosarda pelamis, Eztiaktivstoffe des 

Fleisches von 194. 
Gynin, Zusammensetzung 875. 
GynoTal, Anwendung 3(%. 

H. 

Haarbalsam Coiid, Zusammensetzung 376. 
Haarfärbemittel, deutsches, Zusammensetz. 376. 
Habitina, Bestandteile 296. 
HacldieiiKDh, Verwendnng schwefliger Säure 158. 
Haekfleisehkonserfesalz Brlllant,Bestandt. 419. 
Haematin-Albnminm, Schokolade, Finsen'B 793. 
Hämatogen, Kräftigungsmittel, freiverkäufUich 

(G. E.) 864. 
Haemoformyl, für Tierheilzwecke bestimmtes 

Almatein 430. 
Haemoglobinum, Eigeosch. u. Prüfung 994. 
Hämolysine, Tegetabilisehe, biolog. Nachw. 776. 
Hämonenin, 823. 

Jlämorrhoidalsalbe, Boek's, Bestandteile 703. 
Hftmnlsogen, 823. 
Handedesiiifektlon, Mittel zur 302. 
Haensel, Bericht 1909/10 von Heinrich 380, 405. 
- - Okioboi l'.ilO llfcl 



XVIII 



Härtel, Dr. F., Titelverleihiini; 402. 

Halogrene, Titration der 999. 

Halter für Triehter 669. 

Halwa, orientalisohes Genußmittel 865. 

Hambiirrer Peehpflaster. einfach, y. Wasmuth 

1084. 
HaDdsehweiß, Mittel gegen übermißigen 161. 
Handwagen, Eichstempel 1071. 

— sterilisierbare 1025*. 
Hanf»!, Eigenschaften 186. 
Haptophore Omppen 246. 
Harn» bei der Eochprobe tod 174. 

— eigenartiges Yerhalten 924. 

— Biweißproben in d. Praxis 8. 

— Erkennung reduzierender Stoffia 644. 

— Maconsfiure i. H. nach Einnahme y. Benzol 37. 

— Reagenzien des D. A.-B.y, Entwarf 234. 

— roter Farbstoff im 1066. 

— Yorkommen von Allantoin 826. 

— einfache Zackertitration 70. 

Harn, Auffinden ron Taberkeibazillen im 169. 

— BebtimmuDg des Acetons nach Vaabel 73. 
•— Bestimmung von Aminosfturen 749. 

— Bestimmung von Ammoniak 614. 

— Bestimmung von Blei 924. 

— Bestimmung des EiweiBes 86. 174. 

— Bestimmung Ton Qiykuronsäure 612. 

— Bestimmung der Harnsäure 174. 

— Bestimmung yon Hippursäure 749. 

— Bestimmung des Indikans nach Imabuchi 697. 

— Bestimmung von Polypeptiden 749. 

— Bestimmung des Jods 288. 

— Bestimmung von Zucker 6. 926. 960. 

— Nachweis von Aceton nach Imbert 771. 

— Nachweis yod Ad'cualin 174. 422. 

— Nachweis von Arabinose 763. 

— Nachweis von Bibburin n. Gänther 968. 

— Nachweis von Blut 669. 828. 

— Nachweis von Brom 437. 

— Nachweis von Eisen 629. 

— Nachwels von Eiweiü 130. 606. 710. 

— Nachweis von Qallenfarbstoff 113. 486. 

— Nachweis von Gonokokken 629. 

— Nachweis von Indoxyl 642. 

— Nachweis von Melanogen 962. 

— Nachweis von QuecksUber 712. 

— Nachweis von Zucker 88. 174. 

— Nachweis von Zylindern 7J0. 

— Acetonreaktion Bardach's 262. 

— Amoldsche Reaktion nach Fieischgenuß 638. 

— Gammidgesche Reaktion 634. 

— Methylenblaureaktion 703. 

_ Trennung von Calcium und Magnesium 772. 

— Unterscheidung v. Jod, Indikan u. Skatol 806. 

— Unterscheidung, v. normalen u. krankhaft. 831. 

— acetolösliche Albumine zeigendender 1043. 

— arzneifflittelhalt n. Goldlödung 69. 

— eosinhaltiger 356. 

— formaldehydbaltiger, Nylander's Reaktion 711. 

— frischer, Unterscheidung von lersetztem 708. 

— normaler enth&lt Kolloide 373. 
Hamsänre zur Haltbarmachung von Wasser- 

stoffperorydlösungen 569. 
-* Bestimmung im Harn 174. 

— Bestimmung als Silber-Magnesiaverbind. 366. 

— Reaktion nach Gananini 751. 



Harnsäure, Reagenz auf 486. 

— Umwandlung in Allantoin 114. 

— Yerhalten zu Bohrzucker 986. 
Harnsedimente, Herstell, v. Dauerprfiparaten 961 . 
Harnsteine, Entstehung 638. 

Harnstoff^ Amidoameisensäureamid 484. 

Hamnrat«, Bestimmung 89 i. 

Hamzne ker. AbKnderung des Reischauerschen 
Yerfahrens 862. 

Hamzylinder, Siohtbarmachen mittels Tusohe- 
verfahrens 73. 

Harzessenz, Nachweis im Terpentinöl 408. 

HarzVI, Nachweis in gekochtem Leioöl 638. 

Hatehettln, festes natürliches Paraffin 249. 

Hatol = Ehrlioh-Hata 606. 793. 

HanheehelwnrzelOl, Eigenschaften 380. 

Haoabealtzer, Dulden eines Schildes betr. Woh- 
nungswechsel (G. E ) 863. 

Hansfliegen, Yemichtung 664. 

Hanstmnk, Yerwendung y. Moststoffen f &r 195. 

Hantereme, glyzerinfreier 846. 

Hauldesinfektien mit Jod-Aethylendichlorid 643. 

Hantfette, Gehalt an Cholesterin 114. 

Hant- und Toilette -Creme, Seifert's, Zusam- 
mensetzung 376. 

Hantpnlver, Bestimmung des Säuregehaltes 672. 

Hantreageazien 483. 

Havem*seiie L9snnf, D. A.-B. Y, Entwurf 236. 

Heber, automatischer nach Rose 967*. 

— gefällt-bleibender 826*. 

— nach Jacobson u. Dinsmore 967. 

— selbetätiger nach RaTnmond 1042. 
Hefe, Yorkommen auf Würsten 489. 
Hegenon, Trippermittel 793. 
Heidelbeeren, enthalten keine Benzoesäure 10. 
Helimittel, in Schokoladentafeln freiverkluflloh? 

630. 

— verbotene Ankündigung dem freien Yerkehr 

entzogener 220. 
HeilqneUen, Mache-Einheiten von 682. 
Hel&, Einatmungsapparat 840*. 
Helfenberger Notiz-Kalender 1911 1118. 
Hclianthsttnre, identisch m. Chlorogensäure 861. 
Hepatol, Lebertranemulsion 793. 
Herl»a Abslnthli, D. A.-B. Y 1196. 

— Adonis vemalis, Frosohwert 969. 

— Centanrii, D. A.-B. Y 1197. 

— Conii, Yerfälsohung 866. 

— Lobellae, D. A -B. Y 1 197. 

— MelUoti, D. A.-B. Y 1 197. 

— -^ Stammpflansen 1194. 

— Pirolae (Chimaphllae) nmbellatae, wirk- 

same Körper in 363. 

— Polygalae amarae, Yerffilschung 970. 

— Serpylli, D. A.-B. Y 1197. 

— Thymi, D. A.-B. Y 1197. 

— Yiolae tricoiorls, D. A.-B. Y 1197. 
Herban, Zusammensetzung 773. 
HerlTs Wondsehntz, Yorschrift 760. 
Heroin, Eigenschaften 320. 
Hesperidine, physiologische Bedeutung 36. 
Henfleber« Salbe bei 1002. 
Henflebersemm, 2 Arten 640. 
Hensner*s Jodbenzin, Yorschrift 193. 
HexametliyUntetramin, Nachweis im Wein 882. 

— Prüfting 1019. 



XIX 



H^xauMlhyleiitetnuiilB, Yerbindang^n mit Sac- 
doimidailber 993. 

— -AethyUiramld, Prüfang 686. 
HexAmeÜiyleiitetrMiifainiii regorelBieiim, Frü« 

fang 6S6 
mekoryniiiUM 672. 
HlenfoBg-Eflsenzy eine Lösung 39. 

— Yerkfiafliohkeit 378. 

Hiilllouia mirabL Schwefelbakterie 898. 
Hlmbeereii. Qehalt «n Ameiaeiisiaze 881. 
HlBbeerroksifte, Aafbewahrang 2&3. 
HlmbeeninLpy mit Naohpresse Tersetzter (Frei- 
sprooh) 541. 

— Oehidt an Aoobe 541. 

— Beatimmiug tod Alkohol 12. 

— TJntenaohangBergebnieee 347. 
HlpposarelBe Boy, PfeidemiiskelBaft 793. 
Hlppnnlvrey Bestimmungen im Harn 749. 
HIradiBes, D. A.-B. Y 1197. 
H.-M.-C.-Ta]»lelt6n, Bestandteile 619. 
HSelister Plphtherle-Serun N«. m, Ter- 

wechselung mit No. n 750. 

HMurter Tabletten A n, B far Lokalanftsthesie, 
Bestandteile 53. 

Hölzer, gesndheltssehXdllehe 1212. 

Hofiipotkekey Berechtigung sur Führung d. Titels 
(G. K) 864. 

Hdfm^erni Fhorzal, Bluteiweiflpif^anit 794. 

HoUsple^elTersueb 171. 

Holde's Naehwels von Paraffin in Fetten 71. 

fiollindlsehes AsthnuunitteL Untersuchungs- 
befund 917. 

Hollerdaner&opf-Balsam, Zusammensetz. 773. 

H^lageisf^ YergftUungsmittel 22. 427. 

HolakoUe, Konstitution der 607. 

H»lil»iiBerTierimflr 121. 

H^maAropiB, Darstellung 369. 

— -brommethylat. Darstellung 373. 
HraiHopathlselie Hedlxlneii Yon J. Edlund, Zu- 
sammensetzung 296. 

— TeiTelbiugeii^ Verhalten zu Goldlösung 74. 
Homogenisierte Mleh, Bestimm, d. Fettes 626. 
Homokokaln, Darstellung 365. 
fiomonareeln, Darstellung 341. 
HemonareeYnliJiylesterhydroeiilonity Eigen- 
schaften 342. 

— -methylesterliydrochloral;) Eigenschaft 342. 
Homorenon, zu geringe Wirkung 53. 
HomoTeratrunatare, Gewinnung a. Yanillin 110. 
Honig, was als Naturhonig anzusehen ist 40. 

— neues peptisches Eozym 1065. 

— Beurteilung 349. 

— Nachweis yon Farbstoff 1164. 

— Prüfung von H. 14. 

— Untersuchung 103, 1161, 1186. 

— VerfSlschung (G.-B.) 39. 1144. 

— biolo^^jsche ISweifidifferenzieniag 713. 

— biologischer Nachweis r. Yerftlschungen 255. 

— Aschengehalt 1U8. 

— Bestimmungen, Wert 1186. 

— Browne's Beaktion 1163. 1188. 

~ Flehe's Beaktion, brauchbar 105. 541. 1163. 
1187. 

— Fiehe's Beaktion, Versagen 14. 

— Jägersohmid's BeakÜon 1168. 1188. 
~ Ley'sohe Beaktion 105. 1162. 1187. 



Honig, Soltsien's Beaktion 1163. 1188. 

— Tanninfällung n. Lund 1162. 1187. 

— Besorsinpiobe 815. 

— auslindi^oher, Untersuchung 105. 
Hopfen, Chemie des 670. 

Hordenin und Hordeninsnlfat 593. 688. 

Hormonal, Peristaltikhormoa 793. 

Hernes Tnberkel-Llqnor, Uotersuchuagsbefund 

876. 
Hornartlge Masse aus Zellulose 1118. 
Hotel-Seife 698. 
Httbrsehe Jodzahl, Verwendung t. Antipyrin z. 

Bestimm, der 623. 
Hydrargymm benzoienm, Prüfung 1019. 

— eliloratnm mite, unvertrftglich m. Jod 364. 

— imidesaecinienm, Prüfung 1019. 

— naphtholieum, Prüfung 1019. 
Hydrastia, Bestimm, im Hydrastis-Fluidextrakt 

n. Kapp 642. 

— Zerfallerzeugnisse des 398 
Hydrastinin, Darstellung 398. 

Hydrastis eanadensls, Bntwickl. d. Samens 806. 

Hydrastlsol, Bydrastis Fluidextrakt »Böder« 406. 

Hydroekgonidin, Dantellung 3t>8. 

Hydrof eninm peroxydatum solntnm, D.A.-B.V, 
Entw. 207. 

HydrolEotamin, Darstellung 340. 

Hygiene -Ausstellung in Dresden 1911, inter- 
nationale 491. 522. 978. 1192. 

Hygienisehe Mittel, Verurteilung wegen An- 
kündigung Ton 360. 

Hysrrosicopisehe Salze, zur Staubbindnng 903. 

HuBe d*oUetto^ französisches Mohnöl 873. 

— de paTOt, Dicht französisohes Mohnöl 873. 
Hy 608, geschützter Name 1063. 

Hylinit, Zusammensetzung 402. 

Hyoseln. zur Behandlung von Alkoholismus und 

Morphinismus 953. 
Hyoscyamhibrommethylat, Darstellung 373, 
Hyperideal, verbess. Bhriicti-Hatapräp. 606. 793. 
Hypnal, Darstellung 656. 
Uyraeenm, Beschreibung 66. 
Hyrax eapensis liefert Hyraceum 66. 

J. 

Jalapenharz 721. 

Janus-C^las, neues Tropfglas 283. 

Japantran^ Untersuchungsbefunde 802. 

JaTa-€itroneU«l, 434. 

Ichthyol, Ersatsprftparate 477. 

— -Fetroliment 382. 

Idin, ein Zahnsohmerzmittel 542. 

Jecol, jetzt Hepatol 793. 

Jenner'sche EoelnmethylhlanlSsnag, Entw. d. 

D. A.-B. V 235. 
Jenol, ein Eosmetikum (G. E.) 1144. 
Jequiritol, Gewinnung 640. 
Jeqidritolserum, Wirkung 640. 
Jemsalemer Balsam 377. 
Jesol, ein Heilmittel (G. E.) 742. 
Imbert's Reagenz auf Aceton 771. 
Immunsera, Haltbarmachung 1085. 
Immunisierung, d. Lezitkinbakterientoxine 1036. 
Inunnnisiernngs^Elnheiten 246. 
) ImpfJBtoir gegen Tollwut, Pasteur's. Gew. 6ö7. 



Indaiifliraiblav, Untenaohnngen 184. 
Indifoblaii, üntenmohnngen 134. 
Indlkan, BestimxnnDg 597. 

— Unterscheidung yon Jod a. Skatol 805. 
Indisches PflanzenpnlTer, Zosammensets. 466. 
Indol^Färbenreakiionenm. Eohlenhydrat.459, 770. 
Indoxyl, Bestimmung im Harn 642. 
InduHtrlepfianzen, giftige 761. 

Inftoiim Digitalis 1 : 20, Vorschrift 53. 
HersteilaDg 711. 

— Ipeeacnanhae 1 : 10, Vorschrift 53. 
Ingwer, ünterhnohuDgsergebnisse 346. 
IngirerbransepnlTer, Zusammensetzung 1084. 
Inhalatlons-Theraple» 1048. 

Injektion Galifig Formen, laxierende? 632. 
Insekten, Vernichtung 82. 
InsektenpulTer. Bestimm, d. äther. Extraktes 972. 
Instrumente, Sterilisation i. Dampfstrom 163. 
Intensivtroekenselirank 384. 
Intemaüonale Hygiene-Ansstellnng in Dres- 
den 1911 491. 522. 978. 1192. 

— Indnsirie- n« Gewerbe -Ansstellnng 1911 

In Turin 1072. 
Internationaler pharm. Kongreß in Brüssel 

921. 966 
Intolin, trockne Bierhefe 430. 
Intraits Dansse, eingestellte Extrakte 755. 
Intrait de Digitale, eingesteiltes Digitalis- 

extrakt 455. 
Invertase und layertln, Gewinnung 403. 
LiTertzneker, Bestimmung neben Saccharose 375. 

— Bestimmung in kondensierter Milch 461. 
Joehmann's Senun 875. 

Jod, RingsohlieAung mit mehrwertigem 829. 

— ünverti^liohkeit 364. 

— Wirkung 811. 

— Wirknog auf Phenole 693. 

— Bestimmung 288. 

— Bestimmung in Airol 397. 

— Bestimmung in organischen Stoffen 596. 

— Bebtimmung in tierischen Geweben 879. 

— Unterscheidung von Indikan und Skatol 805. 

— Aethylendlehlorid, s. Hautdesinfektion 643. 
Jodarsyl, Bestandteile 205. 

Jodbenzin, Heusner's, Vorschrift 193. 
Jodcatgnt, troeknes, barstellung von 514. 
Jodchittin, Darstellung 293. 
Jodeinehonin, DarsteUung 294. 
Jodglyzerol, Vorschrift nach Talbot 430. 
JodgomenoL Bestandteile 1063. 
Jodhaltige Salbe, Vorschrift 68. 
Jodleoithin-Eiehter 467. 
JodUisnng. Entfärbung durch Harn? 242. 
Jodmethyl, Wirkung auf Easei'n 277. 
Jodoform, Vergällungsmittel 25. 

— Bebtmimung in Jodoformgaze 696. 
Jodoformgaae, Darstellung im Großbetriebe 879. 

— Bestimmung des Jodoforms 596. 
Jodoform-Verbindungen 145 bis 150. 
Jodopyrin, Wirkung 1011. 
Jod-Oasetbad, Wirkung 283. 
Jodpetrolimeiite 382. 
Jod-Chinin -Derifate 293. 
Jodütrychnin 399. 

Jodfaselin. Vorschrift 639. 
Jodverblndnngen und €k>]diSsnng 74. 



Jodzah]^ Htbl'sehe, Verwend. t. Antipyiin 6fö. 

— der Oele. Ersatz d. Chlorofoima dulrdi 
TetraohlorkohloDsteff 52. 

Johannisbeersaft, sehwaner Eenosahlen 541 . 

Josophol ? 888. 

Josorptol, Bezugsquelle 473. 

— jodhaltiges Tierheilmittel 437. 
Jotbion, Anwendung 16. 280. 836. 1141. 
Jovagin, Vagmalkugeln 247. 
Isarol, ohemisoh nioht identisch m. Ichthyol 432. 
Iris, GesellBchaft f. Naturkunde 75 Jahre alt 332. 
-— -Salbe, Zusammensetzung 296. 
IsoantipyiiD, Eigenschaften 1032. 
Isobntylester d. p-AmidobenzoMlnre = Cylo- 

form 792. 
r-lM>kampiier8ftnre 562. 
IsolferlaelE, Eutflammungspunkt 375. 
Isopral, Darstellung 684. 
Isopren, Umwandlung in Kautschuk 329. 
lM>propylmorpbin, Wirkung 319. 
IsopyramIdoD, Eigensohaftan 1033. 
Isovalerylchlnin, Darstellung 272. 
IsoTalerylekgoninmethylester, Darstellung 366. 

IsoTaleryl-B-Ekgoninmethylesterhydrobromat 

367. 

Isaral-Stilbehen, Anwendung 296. 
Jnlep, Ableitung des Wortes 786. 
Jnniperns 8abitta, ohemiseher Nachweis 733. 
Izal, Wirknngswert 958. 

E. 

Siehe auch unter G. 

Kadmlani, Bestimmung 449. 

Kadminmzahl, zum Nachweis von Kokosfett 

124. 126. 
Kadngen, Zusammensetzung 773. 
Kadnm) 888. 

KUmpherol, identisch mit Bobigenin 573. 
Kise, üotersuchungsergebnisse 313. 
KIse-Kentroliatempel, Einführung 177. 
Kaifee, Koffeingehalt 75. 

— Be^tinmlung des Koffüns 878. 

— Naohweis von Ersatsmitteln 695. 

— -konserTlemngsmittel, hoilXndisohes 127. 

— -Surrogate, Zu»ammensetiung 374. 
KaYrln, BezugKouelle 1118. 

Kaiser, Josef, Kommerzienrat 956. 
Kalserllehe Verordnung ?om 22. X. 1901, Ueber- 

tretung der 100 388. 699. 
Kaiserpalin, hartes Kokosfett 315. 
KalEao, Untersuohungsergebnisse 374. 

— Bestimmung des Fettgehaltes 833. 

— Bestimmung d. Sohalengehaltes n. Goske 853. 

— Bestimmung der Xantbinbasen 882. 
fett flnssigeB 2. 

Nachweia pflanzlicher Gele u. Fette 572. 

Yorfälachtes 815. 

-Ersatzmittel 76. 

-Stnhlzäpfehen statt Oeleinläufe 537. 

Darsteller 564. 

— Präparate, Nachweis von Sohalenzusati 134. 

— pulTor, Fettgehalt 542. 
Wasseigehalt 542. 

Kalialaan, Herstellung von Kristallen 202. 



XJil 



KaHmpyrat, nadi Losanitsoh 669*. 

nach Stoltzenbeiig 277*. 

~ lange, zar BnuwtweinYergftUuDg 2&. 426. 

alkohdiBohe, Beieitiiiig 690. 593. 732. 

KaUmbiailflt, WertbestimmaDg 469. 

— eantharidtadeuD, Frafong 1020. 

— -dlehronat znr PJouteOang -von Nonnal- 

lösnogen 435. 

TaUetteii, schleoht haltbir 632. 

~ JoiatUB, bei Oelenkrheomatiamas 675. 

— 8«ll6kr6M«tleuii, früfang 1020. 
KaÜTOBseife, ZasammenseDsetsiing 401. 
Kalk, fiofitsobutz 491. 

Kalloforai. HauptbeBteDdteüe 773. 
Kaaala, D. A.-B. Y, 1197. 

— Aaohengehalt 970. 
KamlkoMckl, was ist? 308. 

KamiiheB, Vorkommen in Harsessensen 689. 
Kamphw, TotaJsjntheee des 661. 

— zur VerKftiiiing 24. 428. 

— -Tergiltug, 2 Fllle 859. 

— SeherlBg^s sjnthetlseher, Handelseoarten 355. 

— von Cmnamomum glandoliferiim 1092. 

— -Sl, Oitafrikanisches 996. 

— -sftur^ Totalsynthese der 561. 
KuB^n-Taben 1117. 
Kantliarldlii 632. 
KapbeereBwaehs 627. 
KappenJUseke, neue 578*. 
KarlMUBiasiaie, AmidoameiseDS&aie 484. 
Karbazol, Farbenreaktion m. Eohleohydraten 459. 
Karbol-Gvrai^ freiTerkioflieh (G. B.) 720. 

— -Melkjlgrtlii-PyraBÜB, zur Qonokokken- 

filrbang 62a 

EarkoayiiUliJinistoff 704. 

Karbankel -Pillen, Weeren'a, enthalten Bier- 
hefe bOd, 

KartoffelTergiftvagen, Ursaohe von 160. 

Karkeotl, efibare Erde 863. 

Kasea, überfettete Albnmosenseife 89. 

KaseTn, Wirknng von Jodmethyl auf 277. 

— Bestimmung in Eolimiloh 195 
Katatas^CMIsebea naoh Dr. Lobeok 326*. 
Kateehu-ZaknpalTer, Bestandteile 1108. 
Eatrrweln, Pe|)sinwein 350. 
Katketerereme, Zasammeosetzaog 1063. 
-- -parin, ZusammeosetzuDg 158. 
KatseapIQtekeaSl 1181. 

Kaakalsam ^blt^. wirksamer Bestandteil 30. 
Kaarihan^ ^timmnng r. Dammaraharz 1039. 

— Nachweis Ton Dammaraharz 771. 
Kaatsekaky dn KoUoid 327. 

— \ß Bimethyloyklooktadien 327. 

— YnlkanisierBn 1026. 

— künatüobe Darstellong 329. 
* teohnisohe Bearbeitong 327. 

— Analyse 328. 

— Bettimmnng in Weiehgommiwaran 6. 

— -ehemle, gegenwftrtiger Stand 327. 

— -Meionid 328. 

— -keftpflasten Yorsohiift 691. 

— -Peroxyd S28. 

— TalkaaMerter. Wertbestimmnng 137. 
EawaffU Wirknng 639. 
Kawa-Santol nicht Kawa-Saotal 109. 
Kaw-Ca-San-PUlen, Bestandteile 708. 



Kawotal, Bestandteile 473. 
KefjrTOgen-Feolatkaa-Tablettea, Zosammen- 

setzong 619. 
Kell -Tabletten, Anwendung 431. 
Kellerbehandlaag, Einflaß anf die Alkalität 

der Weinasohe 974. 
Kephaldol, Bestandteile 564. 

— kein 0(«menge 1083. 
Keratin, Oxydation mit H« 0.^ 277. 
Kesselsehntzanstrieh, Kom^ Untenaohangs» 

befand 375. 
KesselstelD, Beseitignnff yon 841. 
Kenekhusten, ChininsaTbe bei 652. 
KienSl, Dntersoheidnng Ton Terpentinöl 408. 
Kleselsftare, Trennung ron Kohlenstoff und 

Silidum 572. 
Kfpp- Automat Supfrior 385*. 
Kipp'seker Apparat mit AbfluAheber 797. 

▼erbesserter 797. 798*. 

okne Hahn 1091*. 

Klreker's Farkeneinteliang 1059. 

Kirseksaft, Alkoholgohalt 541. 

Kissen fttr Saaerstoffkider, Herstellung 805. 

Kisten aus Pappe 283. 

Klton^ Ton-Teermisohung 841. 902. 

Kitt fflr Steine, Holz usw. 866. 

Kiebs' alkallseke Desinfektionsflüsslgkeitea, 

Yorsofarilt 157. 
KlosterpulTor, Zasammensetznng 773. 
Knle-FUtrl«>Tr!diter naoh Murmann 385. 
Knoekeakokle, Koistitution der 508. 
KnollenblKttersekwamm, üntersdieidung von 

Champignon 115. 
Kokalt, schnelle Bestimmung 672. 

— Trennung von Nickel 91. 
Kobarln, hartes Kokosfett 315. 

Koek^s Nflkrgemenge, Zosammensetz. 619. 823. 
KodKtkylln, DarstelluDg 318. 
KodAtkyUabromKtkylat, Darstellung 337. 
Kodfttkyllnkrommetkylat, Darstellnng 337. 
KodeVa, küostliche Darstellong 316. 
KodeVnbromlUkylat, Darstellung 386. 
Kodelnkrommetbylat, Darstellung 335. 
Koeraer, RIek. Tk., Handelsriokter 699. 
KOrper, feste, Yerdampf. b. gew. Temperatur 595. 
Orpervei letzung, Freispruch 1144. 

— durch ijneisensäure (0. E.) 100. 

— iäkrlllsslge, duruh Abgabe eines ungeeigneten 

Heilmittels (0. E.) 61. 

Folge einer zu starken Lösung (G. £.) 61. 

(G. B.) 632. 

KVstlIek, Eunstspeisefett 315. 
Koffein, Gehalt im Kaffee 75. 

— BestimmuDg in Tee und Kaffee 878. 
KoffeYapkenazon, MigräDioersatz 353. 
Kognak, Begriffsbestimmung 349. 

— Wiederherstellung der Farbe 806. 

— •Nachweis von Tee 701*. 

— franzSsiseker, Färbung mit Zuckerkouleur 

unstatthaft 159. 
Koklenkydrate, Farbreaktionen m. Indol und 
Skatol 459 770. 

— zur Kenntnis der Reaktionen 979. 
Koklenoxyd, Eindringen in den Körper nach 

dem Tode 775. 
Koklenüfture, freie, Nachweis im Wasser 667. 



XXII 



KohlensKoreUlder, YerbeiMrang yod 287. 

SohlensKare-Derlmte dei Chhiiiig 289. 

Kohlensftiireludtige CktrttnkeyYorschtifteQ zur 
Herateilang 1025. 

Kohlenstoff^ TFennang Yon Kieselsäare 572. 

Kohlenwasserstoffe, le hwefelhaltige ans Fos- 
silien 1187. 

Kokablätteralkaloide 364. 

Kokftthylln, Darstellung 366. 

KokaYn, DaistelloDg 3&. 

— AnlageruDgsprodukte 368. 
~ Unverträglichkeit 992. 

— -Salze nnd Doppelsalie 367. 

— -Alnmfnlimsltrat, DarstelloDg 368. 
Kokalaarahinat, Darstellung 367. 
KokaTnbrommelJiyiati Darstellung 368. 
KokaTnehlormetbylat, Darstellung 368. 
KokaTnjodhydrat, Eigensohalten 367. 
KokaTnjodmethylat^ Darsteliunic 368. 
KokaTniaktat, Eigenschaften 367. 
KokaTnnttrit, Eigenschaften 867. 
KokaTDstearat, Eigenschaften 367. 
KokaylbeBSoyloxyesriirsftiire, Darstellung 368. 
Kokosfett, aus feuchter Eopra 112. 

— Aethylesterzshl 124. 

— Alkohollöslichkeitszahl Fendler's 515. 
-t- Destillatzahl Fendler's 515. 

— Ferrier's Sättigungszabl 112. 
>- Eadmiumzahl 124. 185. 

— Wert der Fettsäurebestimmungen 509. 

— Bestimmung in Butter und Margarine 1094. 

— Nachweis in Butter und Schweinefett 515. 

— Nachweis in Margarine 124. 

— Nachweis Ton Araohisöl 112. 

— huteS) kein Eunstspeisefett 315. 
Kokosfett«, streiehffthife, Beurteilung als Mar- 
garine 314. 

Kokosmlleh, Nachweis in Milch 462. 
Kola-Dnltz, Zusammensetzung 378 773. 
KolattnkoffeYa 1138. 

Kollo -Wassermami's Geniekstaire-Semm 875. 
Kollodium, amylacetathaltiges, Entflammungs- 
punkt 375. 
Koiloidqneeksllber, ekktiscbes, Darsteller 1022. 
Kolophonium, Farbreaktion 583. 

— Flammpunkt 1136. 
Koloqalnten, Bestandteile 851. 
Koloquinteniamen, Oel des 69. 
Kolynos, Zusammensetzung 564. 
Kondensattropfensammier nach Grzeschik 967*. 
KoBditloaleranstalt, Tätigkeit 774. 
Kongreß t Eraihrnng Lüttich 1911 1192. 
Konilla, yersüßter Thymianextrakt 875. 
KoBnlokomehl, was ist? 308. 
KoBserfieningsniitte], Gesundheitsschädlichkeit 

348. 

— unschädlich 694. 

— für Eaffee 127. 

— für Margarine 126. 

— -salze für Hackfleisch 158. 

des Handels sind zu yerworfen 419. 

Konstrastin, reines Zirkonoxyd 481. 
Kopalin, Yeifälschung des Terpentinöles 642. 
Kopra, Trocknen 855. 
Korkeii. Vertrieb von Alt- 841. 
Korn-Tersehnltt, Bogriff 195. 



Korn'seher Kesselsehatianstrieh, Unter- 
suchungsbefund 376. 
Kosamln, ein Glykosid 588. 
Kosmetlsehe Mittel, Untersuchungsbefunde 375. 
Kossam, Dysenteriemittel 538. 
Kot. Bestimmung von Fett 538. 

— Nachweis von Blut 70. 

— Trennung von Oalcium und Magnesium 772. 
Kotamfn, Darstellung 339. 

— -eholat, DarsteUung 340. 

- -Elsenehlorld, Darstellung 340. 

— -grappe 339. 

— -phthttlat, Darstellung 340. 
Konsseln amorph, Prüfung 1020. 
Krftnteressig, Bereitung yon 482. 

— -honig, ein beanstandeter 349. 

— -käse, Untersuchung 117. 
Kraftbrot RIehter's, nicht im Handel 344. 
KraftpulTer, Zusammensetzung - eines 878. 
Kragentressen, Silbergehalt 402. 
Krampfkder-C^f schwüre, Mittel gegen 805. - 
KrauBemlDz)(L Geruohsträger 1075. 
Krebssemm-Boyen, unbrauchbar 640. 

•— -Flehera 794. 
Kresan-Prttpamte 794. 

— wirksame tSestandteile 473. 
Kresolselfenlösiinf, Prüfung 645. 

— Untersuchungen über 90. 136. 
Kresosterll = m-Eresol-o-ozalsäurester 991. 
KresyMoletl, zum Nachweis yon Qallenfisrb- 

Stoffen im Harn 113. 
Kristalle, Wachstum u. Auflösung 1180. 
Kristall-Saceharln, Verwendbarkeit 144. 

— -TlolettUfsong, zur Yergällung 25. 428. 
Kropf-Balsam, Hollerdaaer, Zusammens. 773. 
KrOgrer's Pflanzenfett^ hartes Kokosfett 315. 
Kryptopln 751. 

KucheB, Untersuchungsbefunde 344. 

Kühler naoh Hahn 826". 

Kühler, neue yon Kob 539*. 

Künstliche Mineralwässer, Kohlensäuregebalt 

12')5. 
Kttrhissamenin 571. 
Kunerol« hartes Eokosfett 315. 
Kunstgelee, Kunstmarmelade, Deklaration 196. 

- -honlg, Erläuterung des Begriffes 349. 

— -käse, Begriff 626. 

Bestimm, d. Beichert-MeiAlzahl 626. 

— -lederfobrlkation 866. 1117. 
Knnz-KTaase, Dr. H^ Titelyerleihung 492. 
Knorln, Reagenz für Lues und Lepra 759. 
Kapfer, sohndle Bestimmung 672. 

— Trennung yon Eisen durch Cupferron 456. 

— -snlfat, Verhalten zu Bohrzui^er 980. 

— zimtsaures 1072. 

— -yerblndang, nene 632. 
Knprotyple lü^. 

Knrlator, Zusammensetzung 297. 
Kystoskopereipe, Zusanunensetzung 1068. 

L. 

Labiaten, arsneilich yerwandte 975. 
Laboratoriums- Apparate, Neuerungen 286*. 

250*. 270*. 826*. 304 . 406*. 539*. 621*. 

668». 797». 826*. 966». 1040*. 1090*. 1 133*. 



Laeea in tabulls» £natz 353. 
Laoeodenney YonohiiTt 639. 
Laehsflelseli^ BxtnktiYstoffe 194. 
LMke für PiUen 846. 
Laekmiis, Schreibweiae 842. 
LaekmoBUtomg, HarsteHang 949. 
Laetoeon« ZasammensetzuDg 734. 
LMtnearlum gemuuileii]ii9EiBeoohloridpTob.970. 
Ukeiol« BestaodteUe 297. 
LMTvlinaldehTd 328. 
LMTvloeUorai, Sigensohafteii 664. 
La^erfitoscr vob Hartpapier 360*. 
La Giraaeomey Zasammensetsimg 109. 
Laktalbnmtii, salzartige YerbindaDg 708. 
LaktolaTol, Bidet-Toüette-Mittel 4. 
Laktyltropin, Darstellang 370. 
LaadwirtBehaft, Eotsohnldoog 492. 
Lapis nephrltlevs 788. 
Latex, kolloidale KaatschiiilöanDg 327. 
LareiidelSl, rar YergilliuiR 24. 428. 
Laxierende IiOeli:tioii CaUflg FwmoH) 632. 
Lebertran, entbfilt TeraplDBinre 204. 

— liCHmSopatliiseher 220« 
LeberbranemnLdon, irelTerkänflioh 864. 
IjebertranfettBinren, Gewinnnog eines Cblor- 

jodpiodaktea 203. 
]>elin«rol9 Phosphor- Lezithin-Iiebertnm 99K 
Leeüactan, Lesithin-Trockemniloh 917. 
Leder irlnstliehee, Herstellnog 1117. 
liederglaiuvalf^ 888. 
Ledondii, ümdextrakt ans Lyrioema pan- 

aoerminata 193. 
Lednm palaatre, gegen Inaekienstiofae 358. 
Legiemiigen pyrophare 596. 
Legier, Lu, Titelrerieihnng 492. 
Lein^ Eägensdiaften 185. 
_ IhnflaA von Lösongsmittaln 634. 

— Wert der Fetlsänrebestimmnngen 511. 

— gekoehteSf Naohweis Yon HanSl 638. 
LeitangBBiaaten, Eonserrierang 82. 
Lei tan ggrifluren, Einwirknng yon Trink- nod 

Bnraohwasser auf 570. 
LeaMügrasSl, 434. 

Leniee^ reine esaigsanre Tonerde 164, 
Lepr»-L4ektieo^ Paakin's 578. 
Leueiitgas, Bestinunang dea Stiokstofb 478. 
Leuektsteine 182. 

Lenean, Entatehnng ana'Silieon 115. 
Leokaeedin, Spülsalz 991. 
Lealcataiuriii, Znaammenaetanng 1028. 
liOTiatieiiin offieinale, Beflohreibang 226. 
Ley^sehe Beaktlon bei Honig 105. 1168. 1187. 
Leiltiiiii, Reinheit 82a 

— bakteriolytisohe Eigenschaft 1036. 

— -Bakterieotoxlne, znr Immunisierang 1086. 

— -EmaMen, Bpreitong 850. 

— -Onajakol-Elnsprltnuigen, Voraohrift 88. 
Liberiakaffee, enthält Trigoneliin und Zitronen- 

aänre 562. 
Ubidol, Bestandteüe 728. 
Liehen iataadieaa P. A.-B. Y 1 197. 
Lieht, Wirkung aal Blutfarbstoff und rote Blat- 

kötperohen 409. 
Uektfflter gegen ultraYiolette Strahlen 142. 
UeUf'seker Fleieebaaft, Yorsohrift 88. 
LigauD Oai^aei, D. A.-B. Y 1197. 



Lignnm €^n^]aei, Stammpflanzen 1194. 

— Jnniperi, YerfUaohnngen 627. 

— Qaassiae, D. A.-B. Y 1198. 
^ Sassafras, D. A.-B. Y 1 198. 
LikVrkonfekt, Alkoholgehalt 675. 
LUon, Zasaromeosetzang 773.' 
LimettblätterOl, dominikanisohes 996. 
Limettetfl, Handelssorten 380. 

— ans Westindien 434. 
Limonaden 987. 

— Benrteilang 1015. 

— Geriohtsarteile 1017. 1037. 

— Nachweis der Farbstoffe 1039. 
Idnalo^n, Prafnog des 389. 

Lindner's Bestimmong voo flöss. Fettsäuren in 

Tranen 802. 
Linimente, Bereitung 711. 
Unimentum C^^puti et Chloroformii eompo* 

situm 277. 
L-Arabinose, Spaltungsprodukt d. Saponins 91. 
L-Saprarenin, Haltbarkeit d. synthetisohen 880. 
Idnoxyn, Bildung aus Oxyleioölsäure 186. 
Linters, Fällmatenal für Yerbaodwatte 101. 
Liquid PetroUment, Yorsohrift 382. 
Liquor Alominii aeetiei, Darstellung 923. 

Darstellung e. steritisierbaron 72. 

nicht empfehlenswerter 710. 

bei Schnupfen 976. 

aeetieo-tartariei, D. A.-B. Y, Bntw. 207. 

— — salf arici, zur Darstellung y. Liqu Alum. 

aoet. 923. 

— Ammonii eaustieas. Bestimm. T.Pyridin 643. 

Nachweis von Pyridin 1044. 

bleihaltiger 709. 

— antlTarieosus Mfllieri == Antivariool 792. 

— Beüostli« Unterscheidung yon normalen und 

krankhi^en Harn 831. 

— Ferri oxyehlorati dialysati,' D. A.-B. Y, 

Entw. 208. 

Yorsohlag f. d. D. A.-B. Y 334. 

oxydatI easeinati^ Yorsohrift 298. 

saecharati, Yorscnrift 892. 

— FormaldehydiRaponatufi, Formaldehydgehalt 

918. 
^ Natrli arsenieiei, Wertbestimmuijg 379. 
Lithium, Bestimmung im Wasser 1185. 
~- ehinieum. Prifung 686. 

— -nitrid, eiektroaktiy 844. 

Ufola de compos^ Zusammensetzung 1058. 
Lizesau'Pillen, Zusammensetzung 794. 
Loeoam, orientalisches Oenußmittel 855. 
L9fller'8 Methylenblaul^sung, D. A.-B. Y, 

Entw. 235. 
Lfcungen, Färben giftiger 849. 
L6sung8glä8chen, Pohl's 1049*. 
LonalUiü- Apparat 182. 
Lonil, Zusammensetzung 376. 
LoTacrin, Bestandteile 432. 
Lubanol, ein Harzalkohol 414. 
Ludwig's Yerhältniszahl 254. 
Luft, quantitative RuBbestimmung 160. 
Lngol-Turiopin^ Zosammensetzung 432. 
Lanarla biennis, enthält ein sohwefelfreies 

Alkaloid 044. 
Lapeoee, ein Tetrasaocharid 803. 
LupiaeYne 400. 



IV 



Lupinin 399. 

Lutzens Gesundheltskaffee, Zusammensetz. 374. 

Lycopodinnu D. A.-B. Y 1198. 

Lysoclüor, ZaBammensetzang 131. 

Lysolerla! 492. 

Lysoform, Brauchbarkeit 893. 

— Foimaldehydgehalt 918. 
Lysol, Untersuch ODgaergebnis 91. 

M. 

Mache -Einheit 582. 
Maerotys, Cimicifuga raoemosa 619. 
Madeirawein^ einfiüirfahiger 696. 
Magen, FuoktionsprüfuDg 205. 
Mageninhalt, Reagenzien 234. 
Magnesia nsta, Prüfung 10. 
Magnesiom, eiektrolyt. Darstellung 1207. 

— Trennung von Calcium 772. 

— glycerino-phosphoriciun, Prüfung 1020. 
MagnesiomniiTid, elektroaktiv 844. 
Magnesiumsalze, Farbreaktion 244. 
Magnesiumsllieid, Bildung von 115. 
Magneteisenstein, bei Böntgen- Aufnahmen 1114. 
Maguro, Extraktivstoffe des Fleisches von 194. 
Mi^oran. gefälsohter 734. 

Maisehe, unzulässiges Mischen 35. 
Maisül, BezugsqueUe? 202. 
•— Bezugsquellen 220. 
— • Gewinnung 1185. 

MalachitgrttnnflhrhMeu, Herstellung 517. 
Malaquin-s Stryehninreaktion 1023. 
Maletto- Rinde, gerbstoffbaltig 569. 
Maltobion, Nährmittel 917. 
MaltoeoU Bestandteile 1083. 
Maltol, Eisenchloridfärbung 768. 
Malz, Nachweis des Eoeins 49. 

— ungeeignete Gerste 48. 
Malzextralit für Heilzwecke, steuerfrei 956. 
Malzsehrot, Nachweis des Eosins 49. 
Malzzuelter, echt bayeriselier, Zusammens. 346 
Mammaetolina. Zusammensetzung 376. 
Mammin-Poehl, Anwendung 490. 
Mandelmilcli, Nachweis in Margarine 126. 
Mandeln, Onterscheidung von Erdnüssen 1121. 

— Ersatz 304. 347. 

Mandelöl, Genuß- oder Arzneimittel? (G.E.) 864. 

MandelsKuretropeYn, Darstellung 369. 

Mangan, Bestimmung 138. 878. 

Manganom citrieom solubile, Prüfung 1021. 

Mangostln, 729. 

Manna D. A.-B. 7 1198. 

Mannithaltige Obstweine 928. 

Mannitom, Prüfung 1021. 

Margarine, Zusammensetzung 123. 

— neuere Prüfungsverfahren 123. 

— Kryoskopie 638. 

— üntersuchungsergebnisse 314. 541. 

— Erhöhung der R.-M.-Zahl 126, 

— Sesamölgehalt 125. 

— Wassergehalt 126. 314. 

— Zusatz von Benzoesäure 314. 

— Bestimmung von Kokosfett, 1094. 

— Nachweis fremder Fette 126. 

— Nachweis von Kokosfett 124. 
Margarinekiise 118. 



Marly, Bestimmung der Güte 894. 
Marmeladen, Bereitung im Großen 1054. 

— Färbung 1076. 1103. 1122. 

— Untersuchung 1024. 

— üntersuchungsergebnissee 347. 
MarmeladenfHiohte, Beurteilung 1024. 
Marmola, Bestandteile 131. 

M armoral, ein Mnndcreme 473. 

Marpmann*s Wasserprüfer 1133*. 

Martin'sehe Pastillen 247. 

Marzipan, Aprikosenkeme enthaltendes 347. 

Massen, phosphoreszierende \B2. 

Massogran, Bestandteil 131. 

Massolettes, Milohbonbons 131. 

MastlxverbSnde 575. 

Medieago-Laeease, stickstoffreies Enzym 564. 

Medieoiial, gereinigtes Izai 991. 

Medinal« Anwendung 358. 

— Ehrfahrungen mit 1115. 

Medizin von Anders Rapp, Zuaammensetz. 297. 

Medizinaldrogen, Führung d. Firmenbeieiohnmig 
(G. B.) 720. 

Medizinalpflanzen, EinfluB der Sterilisation 620. 

Medizinal wein, im Lichte d. ungar. Weinge- 
setzes 1045. 

Mega Busol, Hauptbestandteiie 773. 

Mehl, üntersuchirngsergebnisae 344. 

Mehle« Untersuchung u. Beurteilung 717. 

Mel, D. A.-B. Y 1 198. 

Melatiin und Melanurie, Adler's Beagenz 952. 

Melanog^ne, Zusammensetaiing 376. 

Meligrin, Migräninersatz 1008. 

Membran, mit lebender Haut verwadisende 844. 

MeBingokokkenserum. Erfolge 640. 

Meueedin 991. 

Mensau, ein Blutstillungsmittel 238. 

Menstrnations-Badekräntertee „Frebar^% Zu- 
sammensetzung 378. 

Menstruationsmittel, untersuchte 378. 

Mentlia siivestris-Oel, Eigenschaften 476. 

Menthoeapsoi 8kaia, Zusammensetzung 297. 

Menthol - ff etrolliniment 382. 

Menthol-Turiopin, Anwendung 432. 

Merek, Jahresber. 1909 563. 640. 687. 707. 729. 

Mereuriale. 33V8 proz. Hg.-Saibe 4. 

Meriodin-Tabletten, Darsteller 51. 

Merkel, Wm., Auszeichnung 1072. 

Merlith, Bor-Menthol- Yaselin 406. 

Mei*olin, Zusammensetzung 382. 

Mesoeamphopyric Aeid, ein Gemisch 636. 

Mesua ferrea-Oel 778. 

Metalle, Schweben auf Wasser 594. 

Metallsalze, zimtsaure 1078. 

Methylaeetanilidnm, Prüfung 686. 1021. 

Methylalkahol, technisch reiner, Dichte 428. 

-~ zu pharmaz. Pritparaten 647. 926. 

— giftig 926. 

— zur Vergällung 25. 

— Nachweis neben Aethylalkohol 506. 
i-Methylantipyrin. Wirkung 1010. 
Methylantipyrylimtnepyrln, Wirkung 1035. 

ehavieol, Bestandteil von Abietineenöl 476. 

~ -dihydroberberin, Eigenschaften 399. 

— -homonareeVn, Darstälung 342. 
-äthylesterhydroehloral^Eigensohaft. 342. 

— -hydrastamid, DarsteUung 398. 



xxr 



Methylliyinisttmld, Daratellnng 3d9. 

— -hydrastmethylaiiild, DarateUniig 896. 

— -■areeTn, DaiBtellnDg 842. 

-beniolsilfosfturemeBthylester, Dar- 

BteUaog 343. 

-dimelhylsolilAt. DanteUaog 343. 

-JodmethTlat, DintelluDg 343. 

-methyliiitniti Dantellang 341. 

-trlmethylphoMphati DarBteUnng 343. 

— -murkotamld, Entotohnng 339. 

— -Baikollmid, Entstehusg 339. 

— -«alizyUPetTolimeiit 382. 
^-MelhylsolfoBproptoiiBSiir« 829. 

— -Tialett, s. Nachw. ▼. Gallenfarbatoffon 113. 
PyroBiii-Onuige G., i. Dreifaohftrb. 729. 

Meiiiiii*» AntifrlliiL ZaaammensetanDg 377. 
Mieroeoeevs eatarrhalis, Wirkuogen 1069. 
Mlgrlne-PiilTer, Yonohiüt 731. 
Hlgrlnin 1008. 

— -Ersatz, Yoisohrift 353. 

Mikado-Ta¥letteB, BeatandteUe 620. 
MikaniA Giiaeo, s&dameiibiiiiaohe Dioge 503. 
Mlkroehemisehe Analyse anlöslioher Stoffe 138. 
Mikrodesifllaüoiisappanite 1134*. 
Mikrepipettey hygienisehe 236*. 
MOuro-Wage nach Nernat 1041*. 

MUe^ Haltbannachimg 576. 

— ChloroaloiaiiiBeraiii 648. 

— Wammig Tor KonaenrieniDgflmittelJi 576. 
~ zur Fleisoherbaltang 420. 

— Hitzeeteriliaition angeeignet 196. 

— PasteuriBieTang ungeeignet 196. 

— Uviolateriliaation geeknet 196. 

— TJotenaehangBergebniBse 312. 

— Yorkomnien n. Bedent 4l. Streptokokken 760. 

— Vorkommen jl ZerstSrnng kohlen -phoaphor- 

sanrer Salze 705. 

— Znokeigriialt 696. 

— Beatimm. d. Fettes m. Nensal 542. 

— Bestimm, d. Xasei'oa 195. 

— Beatimm. d. Schmntzgehaltea 117. 

— Bestimm, d. Stiokatofb in fettreich. 677. 

— Nachweis yon Borsäure 776. 

— Naohweia Ton Eiokoemileh in 462. 

— abnonne Eioselmiloh 1908. 

— dialysierte, Gewinnung 832. 

^ entrahmte Zunahme der fettfreien Trooken- 
substsnz 694. 

— Fraoenmiloh, Haltbarmaohen d. Caloodat 833. 

— homogenisierte, Bestimm d. Fettee 626. 
^ keimmie, Gesohiohte 1061. 

*- kondensie^ Bestimm, d. Zuokergehalte 461. 

— Trookenmilob, Darstellnng 1139. 

— -etterpreke naoh Trommsdorff 176. 

— -eiweißpriparat als Wurstbindemittel 756. 

— «palfer, Darstellung und Piüfung 412. 

— «siarereaktioa Uffelmann's 641. 

— -sehekoladen, Untersnohung 1025. 
~ -zaeker, Prufunff auf Beinheit 73. 
Bestunm. in kondensierter Miloh 461. 

MiUon's Beagoir, s. üntersuoh. ▼. Eitern 458. 
Milzteandsenuii, Anwendung 640. 
Mlmvsops dJaTO« Fett der Samen 516. 
Mtaeralia-Emalsloa, Herstellung 704. 
Miaeralsiuea, Bestiinm. in Basig 646. 



Mineralwasser -Fabrikation, saponinhalt 
Schaummittel Yorboten 1000. 

-Terfllsehung, bestrafte 220. 

Minlos Waschpuher, Zusammensetzung 401. 
Miseh-Tuberkulia naoh Wolff-Eisner 297. 324. 
Missouri - Sflß - u. Tresterwein 673. 
MisteL Alkaloid der 1112. 
Mitisoi-Wolfi*nm, Desinfektionsmittel 157. 
Mittel gegen Halskatarrfa 378. 

offene Wunden 378. 

ZuBgenkrebSy Zusammensetzung 377. 

Mixtsra solTens, Fleoken auf Silber 442. 

— sulhiriea aeida, giftise Wirkung 400. 
M^nehspfefferSl, Eagensdiaften 880. 
Mörser, geschlossener 1143. 

Mtfrtel, FiostBcbutzmittel 403. 
Mognntia, Zusammensetzung 419. 

— II, Zusammensetzung? 1072. 
MehnkSpfe, Gewicht unreifer 969. 

— Handel 997. 

Mohnöl, Eigenschaften 186. 

— Verhalten b. Stehenlassen d. Yerseiften 451, 

— Verwendung in der feineren Malerei 186. 
^ Znsatz Ton Sesamöl 1053. 

— französisches und ausllndisohes 873. 
Mohr-Denkmal, Aufforderg. z. Beitrig. dafür 82. 

eingegangene Beitrage 182. 

Molybdän, Bestimmung in SpezialStahl 824. 

— -glänz, Analyse 506. 
Monal-Sulftaryl, Anwendung 794. 
MoneimetalK Zusammensetz. u.Verwend. 61. 
Monoaeetylmorphin, Entstehung 320 
Monobenzoy Imorph ln,Dar8tellung 32 1 . 
Monofhloral-AntipyTin, Darstellung 656. 
Monoehloralelilorkarbonyl, Datsteiluog 666. 
MonoehloraUiamstoll^ Eotstebung 679. 
Monoeliloral - Hexamethylentetramin , Dar- 
stellung 656. 

Monodora grandiflora-Oei 434. 
Hoorboden, Untersuchungsbefund 542. 
Moosbeere, ITaohweis von Benzoesäure 9. 
Morbieid, Brauchbarkeit 893. 
Moritz* Esslgsänreprobe zur Unterscheidung 

von Ex- und Transsudaten 132. 
Morphin, quantitative Bestimmung 877. 

— Loslichkelt in Aether 466. 
Morphinaevlderivate 320. 
Morphinäthylenäther, Wirkung 319. 
Morphin- Alkylderivate 316. 
Morphinbromäth.vlat, Darstellung 335. 
Morpliinbrommethylat. Daratellung 335. 
Morphin, Herstellurg fettsaurer Salze 466. 
Morphin-FormaJdehydverbindnngen 322. 
Morphinhalogenalkyiate 336. 
Morphinismus, Behandlung 958. 
Morphinkohlensäur- äthylester, Darsteli. 321. 
Morphinsaecharin 316. 
Morphinsalzlösnngea, Entwickelung flüchtiger 

Riecbstoffo 128. 

Morphinspritze, neue 1117. 

Morphinstearat» Gewinnung 316. 

Mophinnm aethyiatum hydroehlorieuiii, Prü- 
fung 686. 

MorplduTergiftiuig, selts. Nebenerscheinung 161 . 

Morphosan, DarstelluDg 335. 

Morphoxyitssigsäure, Darstellung 319. 



XXVI 



Moschoi« merkwürdiger 897. 
Moselweine, Jahrgang 1908 718. 
MosU Japoniea, aether. Oel 35. 
Mosaa- oder Moealplast? 332. 
Most^ Yeimisöhen mit Maische 35. 

— Yermischen mit Wein 35. 
Moststoffe* YerwenduDg für Haastrank 195. 
MueUairo Salep, Darstellang 920. 
Mueonsttnre i. Harn n. Einnahme y. Benzol 37. 
Mueusan, Anwendang 233. 
Mttekenplage, Bekftmpfang 577. 

— neaPB Mittel gegen 730. 
Mttllereiprodiikte. üntersachongsergebnisse 344 
MimdktthlfivBobitocIiek 764. 
Mundwasser, Verwendg. terpenfr. ftther. Oele 144. 
Mnsenmskrankheit, Neaes ober die 784. 
MnskatnnA, Yergiftong mit 629. 
Mnskatnnß^^l, weitere Bestandteile 475. 
Muttfriiilfe, Boek's, Zosammensetzong 703. 
Mniterkoro, neaer Bestandteil 7. 248. 

— wirksame Bestandteile 1207. 

— Schwierigkeiten der Wertbestimmang 970. 

— ontl^ltes, Bestimmang des ComatiDS 970. 
Mntterkomf^l, Eigenschaften o. Eennzahlen 133. 
Mutterkompriparat, Darst. nach Sch&fer 30. 
Myiistin-arappe 439. 
Myrocarpas-Balsam. brasilianischer 649. 
Myrrha, D. A«-B.y 1199. 

— Stammpflaazen 1194. 
Myrrhengnmml, billiger Klebstoff 62. 
Myriaoeen, Sekretbehftlter o. EnÜeerongs- 

apparat 834. 
MyrtenSl aas Oypern 434. 
Myrty], Heidelbeerprftparate 823. 

N. 

KahelTorband 764. 

Kadeln, Torgoldeto 1018. 

NUunaterial, neues 466. 

Ntthrboden, einfacher für Gonokokken 15. 

~ yereinfachle Darstellung 622. 

— -Mden, ti^ockene, haltbare 835. 

— »gemenge, Eoch's Zusammensetzung 619. 

— .salzkaffee, Untersuchungsbefonde 777. 

— -snppositorlen nach Boas, Zusammens. 297. 
NahrnngsmitteL fllrbung von 467. 495. 525. 

557. 935. 959. 987. 10 L5. 1035. 1054. 
1076. 1103. 1122. 

— Bestimmung Ton Fett 488. 

— Bestimmung des Puringehaltes 279. 

— Bestimmung des Saccharins 303. 
Kandina domestiea, enthftlt einen harzartigen 

Körper 95. 

Kandinin, Wirkung 95. 

Naphthalin, Bestimmung als Pikrat 91. 

Kaphthalolum Kalicylleum, Prüfung 1021. 

a« und )üf-Naphthol, Unterscheidung 984. 

Kaphthol benzoicum. Prüfung 686. 

Kaphtholisocyanat, Reagens auf aliphal Alko- 
hole 729. 

a « Naphthylkarbonimid, Reagenz auf aliphat. 
Alkohole 729. 

KareeYn 341. 

— -fithyiesterhydroehlorat, Darstellong 342. 

— -dimethylsulfat, DaisteilUDg 343. 



NarceYnmethylesterhydrochlorat, Darsi 342. 

— -nat]1um-Katrinmsallftylat,Bigen8ohaft341. 
Nareyl, Darstellung 342. 

Narkoseäther, unzalässtger 298. 
Narkotin und Narkotinrerbindangen 338. 

— -sulfosäure, Darstellung 338. 
Nassolin, Bestandteile 137. 

Natrium biboraeienm, unverträglich m. Hg Gl, 
459. 

— biearbonieum u. Bismutum subnitricom 676. 

— -bromidqueeksUber, Anwendung 131. 
~ cinnamylieum, Prüfung 686. 1128. 

— -diaethylbarbiturienm, Präfang 686. 

— -hydmt, Darstellung 1180. 

— -kakodylat, Unterscheidung yon Atoxyl und 

Acetanilid 791. 

— merkuriamidooxylsobatyroealicylieum 247. 

— methylarsinat, Üntersoheidung von Atoxyl 

und Acetanilid 791. 

— perboricnnu Prüfung 1128. 

cum Natrio bitartarieo = Pergenol 7. 

— peroxydatiim, Prüfung 1128. 

— persulftirieum, Prüfung 1129. 

— rhodanatun^ bei Aderverkalkung 729. 

— tritleonueleioieam, Anwendung 823. 
Natron, Fleisoherhaltungsmitttel 158. 

— -lange, zar BranntweinTorgäUung 25. 428. 

— «Salpeter, als Doppelspat^Enati 466. 
Natarforscher-Yersamminngi. Königsberg 1910 

332. 813. 

Naturheilsalbe, wunderbare, Zusammens. 377. 

Nanelea exeelsa, eine Antiopiumpflanse 381. 

Naueleln« ein Alkaloid 387. 

Neißer - Siebert'seke Desfnfektionssalbe, An- 
wendung 505. 

Zusammensetzung 620. 

Salbe, Bestimm, des QaecksUbers in 512. 

NelkenöL Yerfalschtes 475. 

Nenndoner antisept. Mundwasser 1107. 

Neoeithin, Zusammensetzung 773. 

Neoferrol, Zusammensetzung 382. 

Neopyrin, Anwendang 177. 

— Eigf'nschaften 1012. 
Neralteln 475. 

Nerfan, Zusammensetzung 382. 

NerrenmeU, Zusammensetzung eines 378. 

Nesain. Arsenprotein 1107. 

Neßler's Reagenz, zur Prüfang Von Narkose- 
äther 21)8. 

Ne8tl6*B dextrinlertes gemalztes Nahmngs« 
gemenge 875. 

Neiibauer*sehe Tiegel 236. 

Neuhaus* Autodednfektor und Desodorator, 
Bestendteile 171. 

Nenra-Leeithin, 70 proz. Rein-Lezithin 794. 

Neuralgen, Bestandteile 1107. 

Neurln, Lösungsmittel f. Toberkelbaziilen 629. 

Nenrolin Bulla 382. 

Nenrosan, XJntorsuchuogsbefand 773. 

Neusal und Neusal-Alkohol, z. Fettbestimmung 
der Milch 542. 

Neutralln, hartes Kokosfett 315. 

NeyralteYn, Unterscheidung von Antipyrin und 
Pyramiden 334« 

Nianli»], bei Wurmkrankbeit 1209. 

Niekel, Bestimmung in Spezialstahl 824. 



xxvii 



Kieket Nachweis 1102. 

— Trammiig von Kobalt 91. 

— •metall, YerwandoDg 698. 
IflMBion, angebliche Wirkung 205. 248. 
üMtorbninMii, Ali-Beiohenca'B 286. 
medfinehlige, Absangen von 1187. 

— Yerbessernng der eiektrolytischen 597. 
Ni€i«ii. BeBtinunnng von Cholesterin und Cho> 

leeteiinestem 752. 

— -tee, Woed's. Zasammensetznng 378. 
NlkotiM, freies im Tabakranch 92. 

— -SUlkowoltraauit 646. 
NUrot, Hantreagenz 483. 

Nltratey Nachweis nnd Bestimmnng 31. 

— Bestimmnng des Stickstoffs 624. 
Kttrederivste.« aionwllsehe, Alkaloidftllnngs- 

mittel 850. 
Nilr^tnelememt 597. 
Kitren, znr gewiohtsanai. Bestimmnng Ton Sal- 

petersinre 81. 
Httrom^ktellii. Nachw. L enisoheint. Oelen 571. 
Kitrekresolarsinsiiiie, Gewinnung 896. 
KilrooxjarT|ani]i8iitreii,DarBt n. fiednkt. 895. 
KitropheBekninsaiirey Reduktion 895. 896. 
Kttrepheiele^ AlkaloidfUlnngsmittei 850. 
Xoltel, Bestandteile 664. 
Kes frastcm, Mittel gegen Gallensteine 473. 

— Bestandteile 794. 

Neifampliersliire, nicht rechtmifiige Bezeich- 
nung für Apokamphersanre 636. 

Ker-l-Ekgouin, Darstellung 368. 
Konnalkalllauge, Einstellung gegen Kalinm- 

diehromat 436. 
KomälltaiBgeii, di« D. A.-B. lY, Einstell.- 435. 

Vio-I^^niu^*^nd<>fi^v)^tWraK?9 Einstellung gegen 

Ealiumdiohronuit 435. 
NfMial-Tropllpipette 648*. 
NeTairin 164. 

XoTO-Dentaestiiiii, Bestandteile 1126. 
KeTodent» Anwendung 431. 
KoTororm, Formaldehydgehalt 918. 

— Danteller? 978. 

KoTOjedfn, Besbmdteile und Anwendung 131. 
Jferekaln-SspnreBlnlfeiDigy Sterilisation 53.92. 
KerwJlB, Zusammensetzung 505. 
Kveltetol BobiB. Bestandteile 131. 
Kugget-Pollsh, Zusammensetzung? 242. 
Nmklctiisliireii, Zusammensetzung 847. 
KnkleegeB, Anwendung 837. 
NuML EigODSohaften 187. 
K yUmder's Beaktt^Miy Ausftül yon 373. 690. 804. 

Chloroform n. Quecksilber stör, nicht 877. 

bei Formaldehydgehalt des Harns 711. 

0. 

Obemuiyer'sehe Lösung. D. A.-B. Y, Entw. 234. 

OM, UntersuehungsergeDniBse 348. 

OMknut- und -mus, Bereitung i. Grbflen 1054. 

Ohstweüiey mannithaltige 928. 

Oeheeo-Fett 438. 

OiUbi M. B. BestandteUe 324. 

Ml0tbose 360. 

0el, ätherischee, Bestimm, in Gewursnelken 643. 

— Ton Akaathoskyus henlda 778. 

— Ton Alptula Galanga 1093. 



Oel MS Baybeefea, Eigenschaften 996. 

-— Ycn Caiiarium oleosum 777. 

•— Yon Garapa proeera 777. 

•— Ton Ohamaeeyparls LawsenlMia 1092. 

-— Ton CStmllns BAudiniaiins 779. 

— Yon Daerydium FmakllnU 1092. 

— Ton Eugenla apieulala 1092. 

— von Gastaroehilus paadurata 1093. 

— von Koloqoiotensamea 69. 
' von Mesua ferrea 778. 

— von FeiÜla aankinensls 1092. 

— von Stereoiia appeadlealala 778. 

— von Termiaalia eatappa 778. 

— von Thymhra spleata 1093. 

— von Xanthoxylum alatum 1093. 

Oele, Ersatz d. Chloroforms durch Tetrachlor- 
kohlenstoff 52. 

— Fimisbilduag der 185. 

— Bestimmung der Fettsäure 1026. 

— Bestimm, des Flamm- u. Brennpunktes 506. 

— ätherische, terpenfreie, Yerwendung 144. 

— entscheinte, Nachweis v. Nitronaphthalio'571. 

— fette^ Yeri^len durch Rohpinol 80. 

— japaoisohe Pflanzen- 255. 

— pflaaaUche, Bestandteile der Margarine 124. 
Nachweis in Kakaofett 672. 

— SpelseVle, Gehalt an fremden Oelen 1053. 
Untersuohungsergebnisse 315. 

— troekaeade, Einnuß von Metallperoxyden 188. 
Schnelligkeit des Eintrockoens 187. 

^ wasseritfBlIehe, Staubbindemittel 902. 
Oelilarbeaaastrieli, Reinigen von 840. 
Oelfrttehte. einige seltene 777. 
^IgemJUde. Entstehung von Bissen 387. 
Oelsiure, tiebeifähmng in Stearinsäure 647. 
Oelsamea von Sierra Leoae 257. 
Oesterreiehlselie SILßwelae, Aasftihr 1072. 
Ohio-Sttß- und Trester-Welae 673. 
OldioBi, Yorkommen auf Würsten 489. 

— qaerelnam, Yerbreitung von 61 7. 
Oleomargariney Aebnlichk. m. ButterBchmalz 676. 
Oleomargarlae^ Nachw. ders. in Schmalz nach 

BeUier 34. 
Oleum Anlsi 380. 

— Araehldi& Entwurf d. D. A.-B. Y 208. 

Yorschlag für das D. A.-B. Y 275. 

Stammpflanze 1194. 

— Bergamottae, aus Palermo 434. 

Bestimmung v. Zitronensäureester 764. 

Prüfung 995. 

Yerfiüsohnng 434. 995. 

— Camphorae, ostafrikaoisches 996. 

— ciaerenra, Bereitung 206. 

— Coriandri 380. 

— Euealyptl, bei Scharlach 976. 

— Florofli Stoeehados ettriaae 1181. 

— Jeeoris AseUi, Marktbericht 164. 220. 381. 
~ Maetdis, Stammpflanze 1194. 

— Menthae erlspae, Geruchstriger 1075. 

— Menthae piperitae, Kennzahlen S89. 
— sinense 996. 

syrieum 387. 

uogaricum 889. 

— OUvarnm, Bericht über 404. 

— Salviae eyprienm 996. 

— gaatali iDdlemn 996. 



xxyjii 



Oleum Secalls cornutl, Eigonsohaft n. Kennsahl. 
133. 

— SeBami, Stammpflanze 1194. 

-. — bromatmn, 10 u. 33 pZt, Früfong 686. 
Jodatum, 10 a. 25 pZt, Prüfung 686. 

— Sinapls indicnm 996. 

— Terebinthinae Amerieanum 404. 
Olintal, flüssige Myirhenseife 794. 
Oliven, KonserTierung 974. 

OliTenSl, Nachweise you Erdnußöl 361. 393. 
423. 450. 

OllTemSle, Verhalten beim Stehenlassen der yer- 
seiften 450. 

Olivemf^lmischungen, Beieiohnung Yon 695. 

OllTanpressuBg 809. 

Ommastrephes sp., Extraktivstefife des Fleisches 
Ton 194. 

Onchorynehm Keta, Sxtraktiy&tofEe d. Fleisches 
von 194. 

Ononis splnesa, Itherisohes Oel 380. 

Onotoxin, Znsammensetzung 917. 

Oophorln -Yohimbin «Lecithin -Tabletten, An- 
wendung 131. 

Ophtal, Bestandteile 248. 

Oplansttorelnpiaelii. Schmelzpunkt 400. 

Oplumalkaloide 316. 

Opo-Mammln, jetzt Synergo- Mammin 490. 

Optik« Butyrometer 107*. 

Opnntia fieus indiea-Extrakt, wirkungslos 476. 

Orange-Aeeton, Zusammensetzung 729. 

Organisehe Substanzen, Zerstörung Ton 175. 

— Yerblndungen, Wasserstoffsahl d. unge- 

sättigten 3. 
Organolin, 823. 

Orientalisehe Oennßmittel 855. 
Original-OTula, Sehreiber's Bestandteile 431. 

— -SaMn » iSalviol 795. 
Orphal iät )9-Naphtholwismut 30. 
Orthonal. Zusammensetzung 431. 
O-Phthalyldiekgoninmetfaylester, Darstell. 366. 
-Fht halyl -B- Ekgoniamethylesterhydrojodat 

367. 
Ostindisehes Satinholz^ enthält Ohioraxylonin 514. 
Osten, eine Lebertranemulsion 8&8. 
Ostophlt, ein Phospborlebertran 382. 
Oaato calorig^ne r^pulslTO 473. 
0?aradentriferrin, Anwendung 305. 
Oxalsäure, Vergiftung 1208. 
Oxyarylarsenoxyde, Darstellung 896. 
OxyarylarsinAftnren, Darstellung Ton Derivaten 

der 895. 
4-a-Oxybenzylaiitipyrin, Oewinnung 1011. 
Oxyburserazin, radioaktiv 843. 

— Darstellung 948. 

— Wirk, auf verdünnt Blut 843. 
Oxyelirysarobin 999. 
Oxydationsenzyme, Lebensdauer 998. 
Oxygar, Wirkung 1002. 

Oxygrenol, Wassersto^eroxydlösung 297. 
Oxyhydroehinin, Darstellung 293. 
OxylelnVlsäure, Entstehung aus I^inölsäure 185. 
Oxynün, Zusammensetzung 109. 
OxySlsäare, Entstehung aus Oelsäure 186. 
p-Oxyphenylätbylamin, neuer Körper im 

Mutterkorn 248. 
OxysparteYn, Eigenschaften 400. 



Ozin, Bestandteil 620. 

Ozokerit, Unterscheidung von Hatohettin 249. 

Ozon, atmosphärischer Ursprung 114. 

— Bildg. d. ultravioL Strahlen 1207. 

— - •Erzeugrnnas- Apparat, vereinf. kompen- 
diöser 828''. 

— fliissiges, Bildung durch elektrische Ent- 

ladungen 115. 

P. 

Fagensteeher's Salbe, Unverträglichkeit mit 

Jod 364. 
Palmaroi« hartes Kokosfett 315. 
Palmenbutter, Wizenuuin's, hart. Kokosfett 815. 
Palmfette, Nachw. in Butter u. Schweinefett 410. 
Palmin, hartes Kokosfett 315. 

— Ausnutzungsgröfie 127. 
PalmkroBO, Kunstspeisefett 315. 
Palmol, künstliches Palmarosaöl 1181. 
Paimoaa und Palmota, Kunstspeisefette 315. 
Panimit-Feigen, Zusammensetzung 157. 
PankreatiniuB, Prüfung 1129. 
Papaveramin, veronreinigung d. Fi^verins 751. 
Papaverin, Synthese von 110. 

^ Ursachen der Farbreaktionen 751. 
Papier, mikroskopische Untexsuchung 992. 
Paprllai, entschärfter, Nachweis in Eleisoh- und 
Wurstwaren 617. 

— vermischter 346 

Fapuamaeis, das äther. Oel enthält Safrol 54. 
~ Naohweis nach Griebel 54. 
Para-AmidobenzoSsäureisobatylester, Eigen- 
schaften 639. 
Parabatlst Kautschukpflaster 1022. 
Paraffin, festes natürliches 249. 

— Flammpunkt 1136. 

— Oelgebalt 574. 

— Untersuchung von 574. 

— Naohweis in Fetten 71. 

— Nachweis In Schmalz 627. 

— bei chronischer Verstopfung 141. 

— -LIpowskL Bezug» quelle 478. 

— -waeh& Naohweis 696. 
Paraformiiun, Prüfung 1129. 
Paranuß, eigenartige VeräDderung 106. 
Para-Pl^apyrln, Eigenschaften 1008. 
Paratyphus, Unterscheidung von Typhus 518. 
Parfümerien, für Pyrotechnik 405. 
Parkettwaebs, Entflammungspunkt 375. 
Paskin's Lepra«IiOektlon ? 578. 

Pasta dentifriela enm Kalio ehlorieo, Vor- 
schrift 473 
^ leplsmatlea, Vorschrift mit Eucerin 68. 

— ^aei mollip, Voiaohrift mit Buoerin 68. 

oxydatI, Vorschrift mit Eucerin 68. 

sulJhirata, Vorschrift mit Eucerin 68. 

Pasteur^s ImpfbtolT gegen Tollwut, Gewinnung 

667. 
Pellotinum hydroeldoricom, Eigensohaft. Uli. 
Penieillium glaueum, Erkennui« 106. 
Pepsin, elektrische Dissoziation 213. 
_ -Eisen-Sehokolade, Starke's, Darsteller 66. 

— -essoic, Vorschrift 996. 
Perennierender Reis 883. 
Pergamentpapier 734. 



Pergienalf Kenmeiohimng 7. 

— .BasohreibaDg und Anwendung 77. 

— bei MitteloliNiterang 929. 

— -Prftpurato a 
Perkjdrol, AUnloidreag«ns 641. 
Perllla nankütenslB^Oel 1092. 
Peristaltikliomioii =s Hormonal 793. 
PeriBUdtin, neaes Olykond derOisoara Sagrada- 

Rinde 66. 1204. 
PeiienfflsewEi Zniammensetiang 741. 
Perlkamplier, synthetischer Kimipher 865. 
Perlftbenug. für PiUen 846. 
Pemmtite, Erfidiningen mit 993. 
Permntlte, tS'.hnisohe Bedentimg 688. 
PorollB, 8taabbindemittel 904. 
PeronlB. Darstellnng 319. 
Peroxydase 823. 
Perplex, ein alkoholfreies Bier 351. 

— -Apparat 250*. 
PeraSnUelies 492. 966 
PervlMÜBaiiL» Gewinnung des 413. 

— Cmnameiogehalt 969 

— wafiserlösl. Formaldehyd-Piäparat 909. 
Pera-Lealeet, Anwendung 718. 
Perraeiftata-Cloedty Konzentrierte Aufgüsse 109. 

— -Prlparate^ Bereitung 1083. 

Eigensdiaften 1084. 

Perylea, Gewinnung 770. 
Pedtgrunn, westindisches 475. 
PetroMther-MagiieBiiimzalil nach Ewers 411. 
Petroleum. gaUäsehes 377. 
Petroleamoenzln, Besohaffenheit sur Brannt- 

weinYergftllung 428. 
Pfeffer, Untersuchungsergebnisse 345. 
~ YerilUaohungen 1099. 1166w 

— sohwaner, YerfUschong 1046. 
PCeffenBlBzSL chineeisohes 996. 

— syriaohea 381. 

— angarisches 889. 
Pfeffermina-Lysofonii 1107. 
PreffiermJna91p, Keoniahlon 889. 
PftanieB^ koffeTohaltlge 1138. 

Pflanzen, offiAinelle, Kultur in deutschen Schutz- 
gebieten 898. 

-> sterilisierte 1137. 

Pflanzenbatter F. K, Knnatspeisefett 315. 

PflABaeafarbstoff, neuer aus Andropogon 
sorffhum 624. 

Pfljuueufett, Krilger's, hartes Kokosfett 315. 

Pflaaaeufctte, sehweinesehmal Ȋhnliche, Unter- 
snchanfT 1025. 

PflaaienkranUieitea, Behandig. m. Dimethacal- 
Kopfer-DisQlfit 632. 

PflaBzeumargarine T., Kunstspeisefett 315. 

PflauzealMe^ Nachw. in Schmalz nach Beliier 38. 

— Japaniselie 255. 

PflaaieiipulTer, Quantitative mikroskopische 
Untersuchung nach Meyer 458. 

— indiachea, mutmaSliohe Zusammensetzung 466. 
Pfluueutalge, Nachweis in Margarine 126. 
PfljHUienmiiB, Beurteilung 1025. 

— kupferhaltiges 347. 
PhagMyty Zusammensetzung 773. 
PhaUlu, zur Gewinnung eines Serums 751. 
Pbamaaeutlsehe GeselUehaft, Tagesordnung 

40. 100. 182. 284. 888. 416. 492 934. 1050. 



Pharmaaeutisehe Gesetae, Auslegung 39. 61. 
100. 164. 181. 220. 242. 284. 360. 416. 
548 632. 699. 720. 742. 863. 1144 1198. 

— Kongreß 1910 in Brüssel 720. 021. 966. 

— Zubereitungen, Vertrieb in Oeeterreioh 1198. 
Phenandyne^ Fhenolpräparat 799. 
Phenauthrea, Geruchentwickelung 189. 
Phenanthreaehinen, keine Geruchsentwiokelung 

129. 

— Verhalten zu Rohrzucker 985. 
Phenolbestlmmung in tierischen Geweben 879. 
Phenole, Jodwirkung auf 693. 

— Pougnet's Beagerz 94. 
PheaeiphthalelniMipier, rotes, Hautreagenz 483. 
PheaoltetraehlerphthaleYn, Darstellung 641. 

— Wirkung 205. 

Phenylaeetylekgottinmethylester, Darsi 366. 
Pbeaylaeetyltropela 370 
Phenyldihydroberberin, Eigenschaften 399. 
Phenylkarbamlnsiureehlninester, Darstell. 292. 
Phenylmethylpyratelonsallosinrey wirkungslos 

1036. 

Philodendrouarten, Wurzeln ders. s. Ver- 
tuschung Ton Sarsaparillaw 35. 

Phorxal, Hofmeier's Bluteiweifiprttparat 794. 

Phosphor, allotrope Zustände des 233. 

— - Nachweis mittels photographisoher Platte 460. 

Phoaphe eszenr, unsichtbare 1085. 

PhosphersMure, Bestimmung in Aschen 480. 

Phosphorsiurcehlninester 292. 

PhosphorBAure-DerlTate des Chinins 289. 

Phosphorsefiquiehlorid. Leuchterscheinung. 927. 

Phosphersesqulsnlfid, Nachweis 1089. 

Phospherwolfinunsäure als Reagenz auf Elisen« 
oxydnlsalze 91. 

Phosphorwotframsaures Natrium, Reagenz auf 
Hamsäare und reduzierende Körper 436. 

Phosphorylehinln, Darstellnng 292. 

Phosphor-Zflndhf^lzer, Erfindung 633. 

Photochemisehe Synthese organisoher Ver- 
bindungen 852. 

Photographie: 

L Allgemeines: Landkarten im Licht- 
bild 955. — Preisansschreiben 8l2. — Spektrum 

d. fialley*schen Kometen 178. 
n. Aufnahmen: Kinematographisohe der 

Polargegend 198, — farbige kmematographische 

239, — Ton Münzen u. Medaillen 719. 
in. Abschwächen: Abschwächer 957, ~ t. 

Platinotypien 900, — teilweisee Ton Platten 59. 

IV. Bilder: Auf Briefpapier 239, — wetter- 
anzeigende 38. 

V. D r u cke: Askaudruck u. Fhotokeramik 441. 

— Kuprotypie 198, — neue Art fvbiger 719 

VI. Entwickein bei gelbem Licht 281. 
Vn. Farbenphotographie 489, — und 

Justiz 281. 
Vin. Fixieren des Askaudruokes 281. 

IX. Flecken: Beseitigen gelber aus Ne- 
gatiyea 239. — Entfernen a. Bromsilberpapier 930. 

— Entfernen Ton Fixierbad -Flecken aus Lein- 
wand 885. ^ Entfernen von Pyrogallol-Flecken 
T. d. Haut 59. — Vermeidung auf Bildern 885. 

X. Geräte: Büdstxecker 78. — Ent- 
wickelungsschale 900. — Expositionszähler 59. 
» Oelbsoheiben- Herstellung 884. — Gummi- 



itopfon 812. — Mattsobeiben-Eraats 076. ^ Niobt- 
aoagleitendes Stativ 78. — Ve?größening8-Ap- 

parat 415. 

XI. Kopien: iuswÄasem 306, — eben zu 
erbalten 838. — Einkopieren 198. — Sobnell- 
trooknen 216. — Stereoskopien mit Inscbrift 
versehen 930. — VoTBioht mit nnfixierten 306. 

— Licbtpansen mittels Oaspapier 837. 

XII. Mikrokinematograpbie 519. 
Xin. Papiere: HersteUen darobsiöbtiger 

P. 738. — Entwiokelnngsp. aofbewabren 358. — 
Lentapapier 216. 

XIV. Platten: Beseitigen v. Liebtböfen 306, 

— ortboobiomatiBobe 78. — z. Phospbomaoh- 
weis 460, — schnelltrooknen 813, 930, — 
Wechseln im Donkeln 38. 

XV. Positive: "Wolken aufhellen 900. — 
Betosobe auf Celloidin-P. 28L. 

XVI. Tonen: Oupril, Tonbad 179, — Braune 
Töne auf Bromsilberpapier 964, — violett- 
sohwarse Töne auf Mattpapier 837, — Tontiog 
f.Winterlandsobaft 178, — Gold-PlatintonuDg976. 

XVIL Vergrößerungen: 954, — ohne 
Apparat 58. 
XVm. Verstärken: Von Negativen 888, 

— teilweises v. Platten 59. 

XIX. Verschiedenes: Auffrisoben alter 
Photographien 216, —beschmutzte Photographien 
reinigen 179, — Blutlaugensalz-Lösung, halt- 
bare 954, — Glassohneiden 738, — Klebstoff 1142, 

— LackübersUfK für Zinksohalen 719, — Licht- 
höfe entfenien 055, — Photographien ablösen 900, 

— Photographien z. StrichätzuDg 358, — Photo- 
graphien glitten 955, — Uebermalen von Brom- 
silberbildem 738, — Weiche Konturen erzielen 
518, — Weiße Schrift auf dunklem Karton 955. 
Fhrymalin, Zusammensetzung 773. 
Phylodio« Bestandteile 773. 

Physiologe Nühnalze gegen Nenrastkenie, 

Dr. Sehttfer's 668. 
PlkrlnsSurey zur Bestimm, des Naphthalins 91. 
Pillen^ üeberzüge ffir 845. 

— gegen Diabetes 668. 

— -zäUer „nx« 1049*. 

Pilocarpin, hydroehlorle., Verfälschung 1132. 
Pflulae ExtraetI Foel eompositae, Vorschr. 822. 
Filie. fefvoeknete, Ueberirach. d. Handelam. 349. 
PUzneekeier, Entstehung 80. 
Pilzflfl, Serum gegen 751. 
PUzvergiftonvent Tierkohle ein Oegensift 707. 
Plnguleola vulgaris L., koaguliert Milch 381. 
PIpe of Peaee, Inhalationsapparat 794. 
Piper Blgnim, Entwicklung des Samens 808. 
4*Piperid<MUitlp7rfai, Darstellung 1012. 
Pipette, Sioherheits- 540. 
-- doppelwandige Voll- 797*. 
Pisein, homöopathischer Lebertran 220. 
Pituri und PIturln 1002. 
Plantaeld-jükalisltrmte, Bestandteile und An- 
wendung 4. 

— -KaseYu-AlkaU, di&tetisohes NIhrsalz 4. 
Plantagin, Zusammensetzung 248. 
PlantafinoUBaur, Keuohbustenmittel 991« 
Plantetten, TeeUbletten 991. 
Plasmase, Bestandteile 620. 

-- Darsteller 823. 



Platinamalgam, Anwendung 707. 
-- -filtriertlegei 286. 

— -üegel, mit verstärktem Band 236. 

und HMhalMi, Stativ ffir 968. 

Flatner'sehe Oaile. Oewinng. u. Verwend. 197. 
Plantol, hartes Kokosfett 315. 

Plcjadln, Zusammensetzung 1009. 

Pl^apyrin, Eigenschaften 1008. 

Pljchotls eoptiea D. C, aether. Oel 89. 

Pneumekeickensenim-Merek, Anwendung 640. 

^ -Btfmer 640. 

Pnenmoserin, Impfstoff 794. 

Pnigodin, Zusammensetzung 708. 

Pohl's Lösnngsglllsehen 1049*. 

PohPsche Tabletten, ffir Lumbalanästhesie, 
Bestandteile 53. 

Peirrler's Blau, Indikator 634. 

Polenske's Dilfereu-Verfiüiren bei Fettge- 
mischen 11. 

Pollantln, Heufieberserum 640. 

Poiyehioral, Darstellung 659. 660. 

Poljehleral, löslich, Daistellung 660. 

Polycblerale, Darstellung 659. 

Pelygala vulgaris, zur Verfälschung von Hb. 
Polyg. amarae 970. 

Polypeptide, Bestimmung im Harn 749. 

PelypeptidsUekstol^ peptid- gebundener Stick- 
stoff 749. 

Polyperos fomentarius, Bereitung 1113. 

Pelysaeeharlde, kristaliisierbare 50. 

Polyseias nodosa Forst, Spsltungsprodukte des 
Saponins 91. 

Pemeranien, chinesische, Gewinn, u. Behandig 
897. 

Fomephen, Anwendung 431. 

Poreldin, ein Impfstoff 431. 

Portwein, einfuhrfähiger 696. 

Possart-Pltttzehen, Anwendung 297. 

— Bestandteile 991. 
Potentol, Bestandteile 109. 
Peudre €feorge, Bestandteile? 242. 

— Zenente, Bestandteile 670, 773. 
Pongttet*8 Reagenz auf Phenole 94. 
PraeUeäl Jap, Untersuchungsbefund 877. 
Präparate galeniseh^Bestimm.v.Quecksilb. 512. 

Prftaisiens-SpritBe «,Beferm% 1004*. 

Präzislonswage, neue 977*. 

Pralana, Kunstspeisefett 315. 

Pratensol und Pratol 1205. 

Preisanssehrelben, betr. Obininbesthnmung 1044. 

Preiiiell»eere, Nachweis von Benzoesäure 9. 

Propäsin, Anwendung 1047. 

Propaesinum eolloidale, Zusammensetzung 794. 

Prepolis, Weiteres über 867. 

PropyleupreTn 266. 

Propylmerpliln, Wirkung 319. 

Protargol, Bereitung der Lösung von 602. 

Protargoludbe, Vorschrift 850. 

Proteus vulgaris, Ursache von Kartoffei- 

vergiftungen 161. 
Protopin 1180. 

Prunus eerasifera« Entwicklung der Frucht 809. 
Pseudo-Badioaktifltllt 354. 
Psidium C^nayava Baddi 476. 
Pnamambra, Zusammensetzung 157. 
Puder-ASrotuba 1098. 



Puffl, ein ÜDgeziefenDittel 542. 

Pvfld], GewehrpQtimittel 96. 163. 

Pilegw, Bestandteil des Mentha sÜTestris- 

Oelea 476. 
Pnlaofen-Avpanrty Beeohreibang 157. 
PalmegeBlIiiide, Zosammensetsang 157. 
Palaeiiliiy Warnnng yor 1127. 
PdtifenieBta, Salben 1063. 
PalTer f efea BippenfeUentzIbidiimg 378. 
PalTerkaped. elasUaelie 1085*. 
Pnrglsetto-Konrekt^ Beetandteile 473. 
Pari^gehalty Bestimm, in Nahrungsmitteln 270 
PvrOy nachgemaohtee Nahrungsmittel 1094. 
P. Y., Yaocine nach Spengler 4. 
PyeeyaiiMe^ znr Behandiang yon Hornhantge- 

schwnren 238. 

— bei Diphtherie 247. 
PyenlB, Darstellong 1126. 

— -Salbe, BestaedteUe 431. 1126. 

— -Seifoy Beetandteile 431. 1126. 
Pjrunidoii^ Aosaeheidnng a. d. Tierkdrper 1029. 

— üntersoheidiing Ton Aotipyrin and Ne- 

TralteoLQ 334. 

— Wiikuig aef den Menschen 1030. 

— eigenartige Wirkong 1188. 
S-PyraaiidoB. Eigeneäaften 1033. 
PynanldeB-Aniiiiebrombenzoaty Bigenschaften 

1031. 
Pyramiden, Analogm des 1031. 

Bntylehlenl 1031. 

S-Pyramidoii-Jedmethylat, Eigenschaft 1033. 
Pjramideii- Kamphonte 1030. 

— Sallsylat, Anwendang 1031. 
PjraieldertTate) Pharmakologie u. Toxikol. 1005. 

1029. 
Pyrazolene Ton Nioht-ADtipyrin- tmd -Pyrami- 

dontypos 1032. 
Pjraxoios. dimethylamlneplienyldimethyl., 

D. A.-B. V., Batwarf 209. 
Pyr^el n. Pyrenol, Neu-, PreisontersQhied 40- 
Pyrethrol nnd PyMthron 353. 
Pyridin, BeziehuDgen zu Zookerarten 455. 

— Bestimm, in Ammoniakfl&ssigkeit 643. 

— Nachweis in liqa. Aminonii caust. 1044. 

— -basMy znr Yergällnng von Branntwein 22 

Yerhalten gegen Eadmiomchlorid 428. 

a*Pyridylaeryl8liire, Darstellnng 686. 
Pyiigailol, Carietti'a Reaktion 774. 

— -fleekeiiy Entfemnng von der Haut 59. 

salbe mit AlkaUznsate, Wirkung 415. 

Pyroga^ Bestandteile 1126. 

Pyrelin, Desinfektionsmittel 297. 

Pyronta, zun Nachweis von Gallenfarbstoffen 

im Harn 113. 
Pyrophorei Entzündung von 155. 

— Lefieragen 595. 

PyroslB, Sirnpos Pyrenoli compositas 795. 

a 

Qiarzy gemahlener, iingeeign.f. Zahnlatwerge 144. 

— -gettBe ans YitreosO 1042. 

— -geritte407. 
flersteller 660. 

— -glaSi WärmeansdehnnngskoSffizient 597. 
(}aeeksllker, Bestimmung in Salben 922. 



QueeksUber, Bestimm, i. galenisob. Präparat. 512. 

— nnd -Terblnduigeii, Nachweis 848. 

— Naohweis durch Aluminium 443. 

— Naohweis im Harn 712. 

— -antipyrin, Oewinnung 1011. 

— -atoxylat, Anwendung 1022. 

— -bromld, Darstell, auf feuchtem Wege 1036. 
— - -ehiorid, Unvertriigliohkeit mit Borax 459. 

— -ehiorttr, Aiuminiumreaktion 677. 

— -oxyd, Bestimmung in Salben 922. 

— -oxyde, Unverträglichkeit mif Kokain 992. 

— -0X3 doiiiitratyYerhalten zu Bohrzucker 981. 
^ -Pflaster, Prüfung nach Kiimbr 1065. 

— -salben-Pastillen 534. 

— •snlikty Umwandlung mittels Kochsalz in 

Sublimat 562. 

— -sulfld, Aluminiumreaktion 677. 
Yagimüpillen 583. 

— •TasoUment, Darstellung 90. 

— -TerblBdangen, substttnierte 958. 

— zimttsaures 1072. 
(^iiittenialty konzentrierter 285. 

R. 

Badaaty Zusammensetzung 1063. 
Badanpllltzehen, aus dem Yerkehr gezosen 375. 
Badde's internationale Farbentkala 1060. 
Badenaelier*8 Ctoldgelst, Zusammensetz.? 1072. 
Radiant^ Zusammensetzung 297. 
BadioaktiTitit 579. 

— Bestimmung 581. 

— biologische 843. 948. 
Radio-Carbenzym, Zusammensetzung 564. 
Badiopathie, Warnung Tor 841. 
Badlophor-Kompreesen 795. 

Bajiam, Mitteilungen 1060. 

— Yertrieb und Yerpaokung 163. 

— Yersendung Ton 332. 

— schwedisches 742. 

Badlnman-Präparate sind radioaktiv 131. 
Badinralt-Pripatate, Bezugsquelle 109. 
Badinmknr in Joachimstal 89)^.' 

Radix Angelieae, Yerbreitungsgebiet 627. 

— Gentfanae, angebaute und ^de 703. 
Yeifälsohunff von 139. 

— LeTistiel offleiaalis, Yergleich mit Tang- 

Kui 226. 

sinensis, provisorischer Name für Tang- 

Kui 223. 

— Liqnlritlae aus dem Ural 381. 

— Rhel monaehorun, Yerfälsj)hung der En- 

zianwurzel 139. 
Sinensis, Handelssorten 405. 

— Sarsaparlllae 35. 

— Taraxael, Stammpflanze 1194. 
Ragitagar 622. 
Ragltbonillon 622. 

Ralz de China, Rhizoma Pseudochinae 304. 
Rapsöl, Yerhalten beim Stehenlassen des ver- 
seiften 451. 
Rasiercreme, nicht fttzender 888. 
Rasilllt, Untersuchungs-Befund 87. 

— Warnung vor 181. 
Raneh- nnd Rufifrage 160. 

Ranhwolle, Füllmaterial für Yerbandwatte 101. 



Bansehbeereiiy enthalten kerne Benzoesäure 10. 
Beagenzien, internationale Yereinheitliohung 966. 

— für ärztliche Zweoke, Entwurf für das D. 

A.-B. V 234. 
Reaktion, Amold'sohe, des Harns naoh Fieisch- 
gennB 538. 

— nach Beliier znm Nachweis von Pflanzenölen 

in Schmalz 32. 

— Cammidge*8che, Beitrag znr 534. 
Reaktionen, elektrlsehe, zum Auffinden von 

Tnberkelbazillea 159. 
Reehts-Ekgottinehlorhydrat, Darstellung 366. 

— -Ekgoninntfcthylester, Darstellung 366. 

— -KokaXn, Darstellung 366. 

— -Suprarenin, geprüft nioht L.-SupraremD 93. 
Reduzierende Körper, Reagenz auf 436. 
R6g6neratenr oapillalre, Zusammensetzung 376. 
ReiehsTersleherungsordnuiig, z. Entw. ein. 332. 
Reinigungsmittel, Vorschrift 442. 

Reis, mit Specksteinpulyer überzogen 344. 
Reis, perennierender 883. 
Reiter's Yaeeine 1107. 
Rella-Tee, Spezies Rorellae 991. 
Renoformum borlenm mixtum, Anwend. 953. 
ResU, ätaubbindemittel 904. 
Resiua Jalapae 721. 

— Seammonii 721. 

Resinlt, ein künstliches Harz 130. 

ResIte, vorgeschlagener Name für künstliche 

Harze 130. 
Resole, Erklärung ISO. 
Resorzio, zur Desinfektion 729. 

— Verhalten zu Rohrzucker 986. 
Respiratln« Zusammensetzung 74. 406. 
Rezeptklammern, farbige 1004*. 
Rezeptoren 245. 

Rhein, zur Kenntnis 850. 

Rlieliilsehes Geräteglas, 1134. 

Rheum tangutieum 516. 

Rheumabellingtift, Zusammensetzung 431. 

Rhenmaeollodln, Zusammensetzung 171. 

Rheumatlea, Zosammensetznog 773. 

Rhenmatln, Eigenschaften 274. 

Rheumatlsm«»- a Glehtgeist, Weigand^s, Zu- 
sammensetzung 773 

Rheumatiamudympke, Wrigt'a, Zusammen- 
setzung 432. 

Ilheumatlsmussalbe nach Gomby 568. 

Rheomadsmus-Seram, Gewinnung 431. 

Rhemmopat-Prftparate, TJntersuohungsbef. 773. 

Rhizoma Aristoloehlae Paraguay 503. 

— Hydrastls eanadensis, Hydrastingehalt 970. 

— Pseudochinae 304. 

— Rkei, Stammpflanzen 1194. 

Rhu« eoriarla, - myrtifolia, — toxieoden- 
droii, ~ vemieifera 761. 

Rhns Cotinus-Oel, Eigenschaften 475. 

Rlka, Fisoheiweißpräparat 1001. 

Ribes rubruBL Lntwioklung des Samens 809. 

Rieht er's Kranbrot, nicht im Handel 344. 

Riechstoffe^ flüchtige, Entwiokung a. Morphin- 
salzlösungen 128. 

Riedel, J. D., Bericht 993. 1019. 1128. 

Rigellogelb, Aunstspeisefett 315. 

Rinderfett. Veränderung b. Ausschmelzen 136. 

— -talg, Flammpunkt 1136. 



Rlnger^sehe Lösung, Yorsohrift 61. 
Rino-Uellsaibe, Zusammensetzung 877. 
Risinsalbe, Bestandteile 1126. 
RlTalta*s Essigsinreprobe, zur üntei-scheidiing 

von Ex- und Transudaten 132. 
Rizinusöl in Pulver- und Sohokoladenform, nioht 

fiel verkäuflich 164. 
•— zur Branntweinvergällung 25. 428. 

— mit Mineralölen mischbar zu machen 772. 
Robigenln, identisch mit Kämpherol 578. 
Roggenmekl, nicht backfiihigea 344. 
Rohplnol, zur Yergälluog fetter Oele 80. 
Rohrzucker, Bestimm, des R. in kondensieiter 

Milch 461. 

— Verhalten zu Resorzin 986. 

— YerhalteD zu Arsensäure 982. 

— Yerhalten zu Säuren 979. 

— Yerhalten zu Tannin 985. 
Rongallt, Eisensohaften 483 
Rongalitweiß und -papler, Hautreagenzien 483. 
Uosa-Alumininm, kupferhaltig 375 
Rosanilin, Yerhalten zu Bohrzucker 985. 
Rosenbach's Tuberkolin, Gewinnung 795. 
Rosen-Paprika, edeisüßer, Wurstfärbemittel 525. 
Roseol, künstl. Geraniumöl 1181. 
Roemarinöl, zur Yergällung v. Braontwein 24. 

— griechisches 475. 

Rosolsflnre- und Blntagar - Kährböden, Yer- 

änderungen 56. 
Rot-Aluminium, stark kupferhaltig 875. 
Rotwein, Yeränderung duroh Schimmel 489. 
Rflckflnßkflliler, neuer nach Friese 64*. 
Rtteklauraeeion, zur Yergällung v. Spiritus 242. 
Rflekschlagveniil, neues 1C42*. 
Rflhrer naoh Baithel u. Kleinstflok 1135. 1041. 
RtthrTorrlehtuBg 826. 
Rom, Untersuchung 165. 

— Knast-, Zusammensetzung 169. 

Rumex Eeklonianus Meisner, Bestaadt. d. 733. 

— obtusifolioB. üntersuohuDg des 438. 
RuDdläufer-FlaseheiifüllmaseUne 442*. 
RuppePs Genickstarre-Serum 876. 
Rußbestimmung, quantitative in der Luft 160. 
Rustomit, Staubbmdemittel 903 

Rutil, Yorkommen 133. 

a 

Sabromin, Wirkung 1070. 

Saeeharln, Bestimmung in Nahrungsmitteln 803. 

— Nachweis in Getränken 62, 303. 

— Nachweis neben Salizyl-, Wein- oder Zitronen- 

säure 803. 

— Trennung von Benzoesäure 303. 
Saeeliarose, Bestimmung neben anderen Zuoker- 

arten 957. 
Saeehamm Laelis, Prüfung auf Reinheit 73. 
SHttigongszahl, alkalische von Ferner 112. 
Säure, 8eliwefIige.Yerwendun^b. Hackfleisch 158. 
Säuregehalt in Präparaten nmimt durch Ester- 

bildung ab 62. 

— Bestimmung im Hautpulver 572. 

Säuren, Bestimmung in Wasserstoffperozyd 91. 
SAure-Ausgußapparat 631*. 
Safimnin, Zuckerbestimmung mit 925. 
Safranpulver, Prüfung 835. 



XXTIll 



Safri»], Bestandteil d. äther. Oeles Ton Papua« 

macis 54. 
Bahldln, ein Triaminodiphoephatid 667. 
Saksey mit Zaolrerkalk yenetzte 313. 
8ahiie-PiilTer, Znaammensetzung 313. 
Salmeaeliielitkise, Naobmaohnng von 673. 
Bi^edlii, Wirkung 502. 
8ai1l6 gesell Flechten, Zasammensetzang 377. 

— neue anti8epti8che,yor8ohrift nachMonteil 524. 
Salbei?^, cypnschea 996. 

SallMn, ßereituDg von 664. 

— BeetunmuDg von Hg. und Hg.O 922. 
Sallpyilii, Darstellong 1006. 
Sattx-Tee, Weidenxinde 773. 
Salizylehinidin, Dantelinng 294. 
Hallzylehinin, Darstellong 273. 
SaUsylehiniiuudiaylaty Eigensohaften 274. 
Saliayleinelionldlii, Eigensohaften 294. 
Sallzylaftiire, Farbreaktionen 743. 

— Trennong Yon Sacoharin 303. 

— Umwandlung ans Benzoesftore 926. 
SailsylaänreTerbiniaiigen, leioht absorbierhare, 

nicht hantieizende, Herstellnng 560. 
gaUzylBlnren, hromaeidjllerte, Darstellong 67. 
SalizyMurcpflaster, Prüfung nach Eümer 1065. 
Salizjlakopelin, Darstellong 371. 
SaUsyltropeln, Darstellung 370. 
SaloehlnliL. Darstellung 273. 
Saloehlonü, Anwendung 132. 
Saloelii. Staobbindemittel 904. 
Salolemoroform, Verwendung 173. 
Salolftbenng für PiUen 846. 
Salpeter, Nachweis in Fleisch- u. Wurstw. 637. 
Salpeterslnre, gewiohtsanal. Bestimmung mit 

Nitren 31. 

— Yeihalten zu Bohrzuoker 980. 
SalpetentiekstoU^ Besümmung 95. 
Salpetrigsaiure Dimpfe. Giftigkeit 1192. 
SalTanan, geschützter Name 1063. 

— Ersoheinen im Handel 1126. 

— .1157. 

— Herstellnng der Lösung 1206. 

SalTia oHleiiialls, Entwioklung des Samens 809. 
SalTatorquelle, Zusammensetzung 703. 
SalTiB, Original-, früher Salviol 795. 
Salabwff-SehweläfleUamiii, Eigensobaft. 1023 
SalMy hygroekopisohe z. Bekftmpf. der Staub- 

plage 9(^. 
BalasAinre, Wirkung auf die ESweifistoffo 1058. 
Sambnena Ebnliis, ätherisohes Oei aus 880. 
Samen, Entwicklungsgeschichte d. S. offlzin. 

Pflanzen 808. 
Sanatol, Handelsname für Automors in Oester- 

reich 4. 
BandeUiolxO], indisches 996. 
Saadow's Augenbäder 930. 
Saadateim, Zusammensetzung 402. 
Sanella, Kunstspeisefstt 315. 
Sang^ftitter, Bestandteü 784. 
Bangomlleh, Eisengehalt 734. 
8aafnire|% Zusammensetzung 1023. 
Saagiila-Barmrdte, ein Teerfarbstoff 375. 
BaniOapseln, FüUung 778. 
Baain, hartea Kokosfett 315. 
9t. Annaqmelleu Alt Seichenaus 235. 
SaataUo-Kapeeln, Füllung 773. 



Santo], ZusammensetzQDg 1G9. 
Sapo llquidus fflycerinatus, Yorachrift 666. 
Sapom nthiiJ, Bestanateile 473. 
Saponlo, Naohweis 1067. 

— R*a.tion 1199 
8api»ninbaltfge Pflanzen 1164. 
Sardellenbnttcr, üersteliung 695. 
Sarsaparillwnrzel, VerfälschuDgen 35. 
Sarton, neues Nährpräparat 324. 
SasanqnaU 256 

Satinholz, ostlndisehes enthält Chloroxylonin 514. 

Sanerstoir, Bestimmung in Wasser 923. 

Sanerhtoffbider, Herstellnng von Kissen für 805 

Sangtrlchter 1091. 

Savon-Pli, Darsteller? 466. 

S. B. E., sensibilisierte Bazillen-Emulsion 4. 

Sehachtonln 1184. 

Sehäfer^s Nfthrsake gegen Nenra&thenie 668. 

SehiQpasta, VorsehiKt mit Eucerin 68. 

Sehafwasehmlttel, Bestandteile 753. 

Seharfenbfrir-Tlnktnr, Tierbeilmittel 795. 

Scharlach B medieinale „Agfa^, Becohreibg. 
und Anwendung 249. 

Scharlaehrolsalbe, Wirkung 737. 

Scharlach -Yaeeine, Hersteller 620. 

Schauiumittel, saponinhaltige yerboten 1000. 

SehfldcTorriehtnng 8l'6. 

SeheUaeklOsong, Vergällangsmittel 25. A2B, 

bchirlfer's Yerdanungspulrer, Bestandteil 157. 

Schild mir Wobnnngsweuhsel, nicht duldlmr 863. 

SchildkrVtenfleiseb, Nacbw. y. yerfälsohtem 381. 

HchllllDg^che Sandsteinflgnren, Reinigung 60. 

Sehlmmtfl n. €o^ Bericht 19X0 434. 475. 

" Bericht Oktober 1910 995. 1092. 

SehlafiDlttel, Wirkung 858. 

Seblangenglftsenun 687. 

Sehlauehsichernngr 1091*. 

Schlttter^s Tollkombrot, Untersuohungsergeb- 
nisse 135. 

Scblttter^Brot, Zusammensetzung 344. 429. 

Sehlnttig, 0., Titelverleibung 4ii2. 

Sebmala, siehe unter Sohweinpschmalz. 

SihmelzpnnktbcstlmmnngB- Apparat nach Mat- 
ten 827. 

— nach Stoltzenberg 798. 
Sehmlermlttel, graphitbaltige 888. 
Schnaken, Vertilffune im Keller 1071. 

— -haprol, bei Mückenp'sge 578. 
Sehneidrr, Dr. Alfred« Oruensyerleihung 492. 
Schnell-^Drnefcfllter, selbsttätiges 547*. 
SchnellflltrlereD, Yorricbtung sam 967*. 
Sehnrll-Koeh« nnd Brat-Extrakt 346. 
Sehnnpfen, Bakterienflora des lü69. 
Schonpfipnlyer, nicht frei yerkäuf Loh. (G. E.) 648. 
Schokolade, Bestimm d. Fettgehaltes 833. 

— Bestimmung der Xanthinbasen 832. 

— XJntersuchungsergebnisse 374. 

— Abfall-dch.. Gehalt an Bobfaser 542. 
Sebokoladentafeln mit Heilmitt. freirerkäuflich ? 

630. 

— mit Bizinusol nicht freiyerkäuflich 164. 

— -WalEein, mit yerfälschter FüJlung 345. 
SehossoJ, Zuhammensetsung 773. 
Sehott'sches Nentralglas 651. 
Sehrelber's Original-OTala, Bestandteile 431. 
Schrift, Wiederherstellung yerblaßter 783. 



BehrlfUelelieii, Naohw. a. Terkohlt Papier 138. 
Sehnliereme, Vorschrift 284. 388. 
Sdiiikf lanzpolTer 888. 

Sdiuts-Hdlmittel gegen TaberinüoBey Her- 
Btellnng von 479. 

— -kSrper TntiiB, Zosammenaetsang 773. 

— «manen, amerlkanlaehey erhöhter Schutz- 

wert 808. 

— -Stoffe, nene Qaellen 1206. 
Sehwanbiot, Wassergehalt 344. 

— Semmelreatezosats unstatthaft 344. 
Schwefel) Bestimm, in Alkalipolysulfiden 251. 

— -hakterie 898. 

^ -chlnln, Darstellung 293. 
= -farbsteffe, Untersuchungen über 134. 
-. •Ohlnin-IlerlTatie 293. 
^ -hmltlge Kohlenwasserstoffe, aus Fossilien 
11811 

— -Sie, zur Holskonservierung 121. 

— -siiire, Darstellung 1207. 

Bestimmung als Bariumsulfat 176. 474. 

Verhalten su Rohrzucker 980. 

— -wasserstoff-Apparat nach ürhasch 1041. 
Schweflige SAure, Verweod. b. Hackfleisch 158. 
Sehwefelstllrkcpaste, bei Erätze 652. 
Sdiwelnepest, Impfstoff gegen 922. 

— -schmalz, Aendernng in der Znsammens. 55. 
AlkohoUoslichkeitBzahl 515. 

Destillatzahi 515. 

Haltbarmachung durch Pimentöl 220. 

Nachweis 696. 

Nachweis Ton Butter 411. 

Nachweis fremder Fette 1139. 

Nachweis Ton Kokosfett 515. 

Nachweis Ton Oleomargarine 34. 

— — Nachweis Yon Palmfetten 411. 

Nachweis yon Faraffln 71. 627. 

Nachweis von Pfluizenölen 82. 

Nachweis von Talg 34. 

Unterscheidung Ton Butter 107. 

Yeränderaog. b. Ausschmelz. 135. 

— — dänisches 461. 541. 
Sehwellenahschnitte, Grad der Durchtränk. 402. 
Sdiwerhenzol, Nachweis im Terpentinöl 408. 
SeoFOgdne, Zosammensetzung 275. 

Seeale eomutum, neoer Bestandteil 7. 248. 

wirksame Bestandteile 1807. 

Schwierigkeiten bei der Wertbestimm. 970. 

deoleatum, Bestimm, des Ck>rnutins 970. 

Sedanolid u. Sedanensäureanhydrid, Bestand- 
teile des StiUerieöls 475. 
SeefenchelM, Eigenschaften 475. 
Seidenpergamentpapier, Yerbandmittd 258. 
Seife, Bestimm, der Fettsäuren 509. 511. 1025. 
Seifen, Herstellung mechanisch wirkender 741. 

— -19snngen, reinigende Wirkung 968. 
Seiffenol, Desinfektionsmittel 708. 

Seiferts Bltttenwasser, Haut- und Toiletten* 

creme, Zusammensetzung 376. 
Sekrethehftlter einiger Myrtaöeen 834. 
Sellerie61, Bestandteile 475. 
Semen ColehicL Bestimm, des Golchicina 973. 

— Sabadlllae, Stammpflanze 1194. 

— Sinapis, Bestimm. d.äther.Oelesn.Kuntze 971. 
Semmeln, Zusatz gekochter Kartoffeln 344. 
Senf; bleihaltiger 196. 



Seni^ gefärbter 346.1 

— -ffurken, Zubereitung 907. 

— -ä. iodisches i(96. 
Sepdelen-Tabletten, Bestandteile 431. 
Sen bei Oenickbtaire 875. 

— artilleialla 1014. 
Sereaal, B -standteile 171. 
Semm antly^nimenx 687. 

— baktiunentötende^ bei Raohendiphiherie 468. 

— gegen Diphth^e und Streptokokken 247. 

— faetitinm, Fh. Beig. Ill I0l4 

— H^rard, Vorschrift 1014. 

— Howell, Vorscbrift 1014. 

— Jodatum, Vorschrift 1014. 

— Leclarq, Vorschrift 10)4. 

— gegen Filzgift, Gewinnung 751. 

— -Krankheit, BebandL m. Chlorcalcium 1047. 

— -reaklionen, Wertbezeichn. speziflscher 9 18. 
SesamVl, Verhalten beim Stehenlassen des Ter- 

seiften 450. 

— «gehalt in Margarine 125. 

— Furfnrol-Beaktion 31. 

— Zusatz zu Mohnöl 1053. 
SensiblUsierte BazHlen-Emnlsion, Herst4i.51. 
SlamhenzoS, Gewinnung des Harzes 975. 
SlaresinoL em Benzoat 414. 

Sleeator, Beschreibung 18. 
Siehfiriieitsheber nach Matten 799. 

— nach Voigt 669. 

Sieherlieits-KaehilOlhflrette, automai 798*. 
Signatyp, Warenbezeichnung 728. 

SUher u. SUberoxjd, koUoidales, HerstelL 799. 

— -amalgam, Anwendung 707. 

— «karbonat-Beagenzpaplerz.Blutnachw.507. 

— koUoidales, Unbeständigkeit des 410. 

— -ISffeL Flecken Ton Mixtara solvens 442. 

— -nltrai-Aethyiendlaminalbnmofles=Azgent- 

aminälbumose 792. 

-Ammoniak-Albumese = Hegonon 793. 

Hwlbe, Vorschrift 850. 

— -tinktnr, fiterstellung 741. 
Silleinm, Trennung von Kieselsäure 672. 

— -snboxyd, Entstehung 115. 
Silicon, üebergaog in Leuoon 115. 
Slllkowolflramsttnre» Alkaloidreagenz 646. 
Slmnlo-Frttchte, Abstammung 969. 
Siran, Bestaolteile 795. 

Slmpi sieeati 184. 

Sirupus Ferrl Jodati, Wertbestimmung 596. 

Sl-Si-£xtrakt, em Sirup 348. 

Skatol, Farbreaktionen mit Kohlenhydraten 770« 

— Nachweis nach Sasaki 422. 

— Unterscheidung ron Jod und Indikan 805. 
Skopolamin, Eigenschaften 371. 761. 
Skopolaminbrommethjlat^ Darstellung 373. 
SkopoleYne 371. 

Skopomorphin, Warnung vor 761. 
Skopten, Bkopolaminöl 109. 
Sodastein, doppelt prl^wrierter 699. 
Sodol- Vaseline, Staubbindemittel 904. 
Sojabohnen 2^57. 
^ -61 257. 629. 
SolaninTerglftnngen 160. 
Solltaenia, Bestandteile 275. 
Solntlo Natrii ehlorati physlologlea, D. A.-B. V 
Entw. 172. 



S^lTeuteaphtlia, Nachweis im Tdipentinöl 406. 
So Mecip iowemBitteK ZosammeiiaetzaBg 376. 
8«iiumU DaraMlang 679. 
SoBderhrktolftergpewlrlit der Gente 47. 
8«iuMBff«ddbiiimeiiia 1181. 
8«tli^^ •<«<» 2ö7. 
Sophol, Wirkimg 502. 
8«rghuii folfsre, Ftrbstoff in 624. 
8fudM»-06MBpiigt% eine Seifenpuste 137. 
Sfwa, Xuiu^tspoiBefett 315. 
SpanMiL KMtschiikpflaster 103. 
SparffeU Lagerung und 8ftnenmg 833. 
Sp ei a ficori y, üntersnohnngaergebniase 346. 
BpelaeB ans entmehlten Kartcffeln 742. 
BpdBeSk^ Oehalt an fremden Oelen 1053. 

— Untenaohnngsergebnisse 315. 
SpektnAraueretaunti 237. 
Spektrum des Halley'sohen Kometen 178. 
Bpema, Bedentnng d. Beaktion n. Barberio 15. 

— «teekeB, Naohweis alter 791. 

~ -toieft^ Nachw.inZengfleokenn.Baeoohi 52. 
SpedaltttteB, neue siehe Ameimlttel neue. 

— Benere, Pfeiae 19. 8l. 99. 121. 14a 182. 

522. 841. 864. 905. 934. 956. 978. 1118. 
1191. 

— ntefBiiflkte 137. 377. 542. 708. 773. 
Bpeidalatülil, Bentlmm. yon Chr. Mo, Ni. Ya 824. 
Spinl-FtltTlertrlehter 6'Jl*. 

Bpbiiiu, Yergil]*n mit Bfioklanfaoeton 242. 

— aethere«^ nnteisoobter 1084. 

— MUDpk^ratiis, üntennohung 485. 

— iftpoBatiis e Slnmpol«, Yorsobrift 666. 
kaJlBVB gressjpatoB, Yoraohzift 566. 

— «npb deatillatus 542. 
BpiroeluMita paülda, Erkennnng 758. 

lirbnng nach Dnp6ri4 898. 

lirbuig nach Oboryeb n. Kalb 810. 

Spireaal, in der Ohienheilkonde 215. 
Bproiffelft, Slanbbindemittel 908. 
l^eaniitTer 2, Znsammensetinng 375. 

— "*tdkBu Untersachnngsbefande 375. 
Bpritol, Untenmohnng 194. 
BputBH, Siwdfigehait 711. 

— Naohweis too TaberkelbasOlen naoh SUer- 

mann-Erlaadsen 36. 

— siehe anoh Aoswnrl 

BtaehjUm» Yorkommen n. Znsauimonsets. 178. 
BtMlijosey ÜMiasaooharid 803. 
BlIrkMitei PBaster, Prfifong n. Kihner 1065. 
BteBdvtlB. Btanbbindemltttel 903. 
Btaagerraiem. Anwendung 241. 
BtatlT ffir Plattntiegel nnd -schalen 968. 
BtenbMnieaittel 902. 
BtenMnateMngtknnkhotten 1189. 
Btanpr ■ Anttyomnln«, ein Hefepriparat 325. 
fttinprtny Naohweis im Inhalt des Zwdltanger- 

darmes 437. 
BtmOmj Naohweis in Wachs 690. 1138. 

— -statL Hammpimlct 1136. 

XJeberf&hmng yon (Msftore in 647. 

Steehnpfelbllttera 1181. 
BtflInkoUenteeraL lor Hokkooserrierang 121. 
Btefenlto appendlenlnta, Oei Ton 77& 
9Mabaäa»B^ KinflnB anf Digitaüsblittar 620. 
.- Imlhifi aof MedisinalpilaiMen 620. 

— TOB Insinmenten im DampllBlzom 168. 



BterlUstermpparat, nener 183*. 
Steuerfreihett yon Branntwein zu. gewerblislifln 

Zwecken 21. 
Stieher^s KontroIlrVhrehen der DampMeiili- 

sation 479. 
Stiekstol^ statt yeisandt 93. 

— Yerwertang von reinem 918. 

— Bestimmung abgefinderte Kjeldahl- 330. 

— Besümmong in Lenchtgas 478. 

— Bestimmung in fettreicher Milch 877« 

— Bestimmong in Nitraten 624. 

— wasaerstollUUm^ Darsteller? 442. 
BUerion's UnlTersalsalbe, Beetandteile 137. 
Btiningol, Oallensteinmittel 193. 
Btipendinm, Iftr Apothekergehilfen 164. 
Btoffe, Wasserdiohtmachen 1143 
BtoraxVle^ yortälsohte 475. 

Btoraxol, Znsammenaetnmg 406. 
o-, ß^ n. /•Btrfthlen 579 580. 
Btnlilenarten, ohemisohe Umwandlung d. 926. 
Btraflenbesprengong 308. 
Btreiehholn-Erilniling 633. 
BtrelehhVlzer, yon Jiomer nicht der Srflnder 18. 
Btrengthenlng plaster, PrfifoDg n. Kilmer 1066. 
Btreptokokken, Yorkommen in Milch 760. 
Btrenmehl, yerfilsohtes 344. 
Btrontlam nitrienm. chlorhaltiges 711. 
Btrjehnln* und Hnue 399. 
BtiyehnliL Mikzoohemie 596. 

— neue Beaktion 583. 

— Beaktion naoh Malaqnin 1023. 
•— Perhydrolreaktion 641. 

— Trennung yon Brucin 330. 

— «arsenlat und -anenit 399. 
•Bromlde 449. 

— «kakodylat, Anwendung 899. 

— -snlfosftore 399. 

Btryehnos KIpapa €Ulg^ enthalt Stryohnin lad 

Bmoin 828. 
Btidienfllefe^ Yemiohtung 786. 

— -laft, Hygienisches Sß. 
Btndrr's Antüraeklt 1107. 
Btyptletn, Eigenschaften 339. 
Styptol, DaistaUnng 340. 

— Anwendung 280. 

BtyTMlB 323. 

Blyrax IlqnMns, ain ameiikanisoher 433. 

— -IQsing, alkohelisehey Ausscheidung yon 

StjfTaom 823. 
Babaeetal, sur Bereitung y. Liquor Bnrowii 193. 
Suhllmi^ Damtellong ans Queoksübezsulfrt und 

Koohsals 562. 
BabUmat, Titration 704. 

— Yerhalten zu Bohrsucker 961. 
Buhetanaen^ organlseke, Zerstörung yon 175. 
Bueeinimidsflber, Yerbmdnng mit Hezamethyl* 

entetramin 993. 
Bneelnylehinin, Darstellang 273. 
Bnees Camls reeens, Yoischiilt 88. 

reeenter expnssns, Qewinnung88| 105. 

Bnombld, konaentnener Himbeenaft 885. 
Bnere antlWtiirepiea 687. 

— antterotaüeo 687. 

Bttft, Dr. Paul, Titalyerieihung 492. 
Bnistofllireseta, 2 Uebertrstungen 100. 
BiBwasseraal, Sstiaktiystdfo d. Heiaehds y . 194. 



Süßweine, österreiohisehe, Aosfolir 1072. 

— ungarische, Niohtansfahr 1072. 
Suleeptlfprin, bivalentes Senun 795. 
Snlfof mOaeiii, Darsteliong 268. 
Sälfopyrui, Eigenschaften 1007, 
Bvppentarein, HexsteiluQg 116. 
Sapraeapsollii* ein NebeDniermpräparat 132. 
Suprarenin, Haltbarkeit der Salse 880. 
Saptol-Borow. Wirknng 730. 
Sornme^ika, Extraktivstoffe d. Flaisohes y. 194. 
Synergo-Manimln 490. 

Byplillin, Leberextrakt 986. 
Sypliilis, Eaoiinreaktion 759. 

— Serodiagnostik Yon 252. 

— •wtegeTj Fortschritte der Erkennung d. 758. 
Syroflf , Feigensimp 1083. 

T. 

Tal^akextrakt, Darstellnng 332. 
Tabakraaeh enthält freies Nikotin 92. 
Tablogestin, Znsammensetzong 795. 
Tabnlettaeantiflklerotifae = Antisklerosin 1107. 

— Ferrasini enm Arsene. Zasammensets. 795. 
^ Jodanlisklerotieae = Jodantiskierosin llu7. 

— JÖdl enm Arseno et Belladonna 382. 

— Kalii blchromiei eiTerreseentes 478. 
Tätoweg, Zosammensetzimg 376. 
Taffei, eßbare Erde 863. 

Tagetes patnla-OeL physiologische Wirkxqig 476. 
Tabtti -Yanille, mit künstlichem YaMÜlin 346. 
Tai-tsfr-Jn« eine chinesische Droge 503. 
Talg, mit Paraffin verfälsohter 541. 

— Nachweis in Schmale nach Beliier 34. 
Tampolds, gefüllte Tapfer 1063. 
Tamnieeon 991. 

Tang-Kul, phsrmakognostische üntenaoh. 221. 

— -Fluidextnkt, üntersno^osg Ton 229. 
Tannin, ein Gemenge lü28. 

— Kar Konstitation des 504. 

— 'Wertbestimmung 693. 

— nnd Glyzerin 442. 

Tannen« Bensoeääorephenylester . 1028. 
Tannophen, Bpstabdteile 275. 
TanDyLWirknng 4t)3. 502. 

— für Tiere 602. 
Tarirwageiu Eichstempel 1071. 
Tasehentncb, Geschichtliches 906. 
TaasendkSmergewieht der Gerste 48. 
Taxikatin, neues Glykosid 1206. 

T B IL Bsraneck's Tuberkulm 795. 
T. B. T», Vaccine nach Spengler 4. 
Teb<;an, Bestandteile 157. 
Tee. Bestimmang des Koffeins 878. 

— xiTachweis in Kogoak 701*. 
Teerfarbstoff^ Unterscheidung von Golorau 158. 
Teerlik6r, Guyot^s, Zusammensetzung 773. 
Teigwaren, Untersucbucgsergebi^jsse 345. 
Teinture du Dr. Biehards, Zusammenseti. 376, 
Tektur für Arzneiflaschen 654. 
Terapinsfture, Bestandteil de« Lebertrans 204. 
Tereblnthina communis, TJuterscheidung .t. T. 

▼enetiana 505. 
Terminalia catappa,,Oel von 778. 
Terpene der Harzessenzen t)89. 
Terpentine und Terpentinöle, yerfälschte 1026. 



Terpentinöl, weitere Bestandteile 476. 

— Bestimmung d. Abdampfrdokstandes naob 

Hersfeld 72. 

— Bestimmung d. Abdampfrüokstandea nadb 

KoUo 154*. 
-— künstliche Herstellung 706. 

— Nachweis 548. 699. 

— Nachweis von Benzin im 408. 

— Nachweis von Benzol 408. 

— Nachweis von Harsessenz 408. 

— Nachweis von Schwerbenzol 408. 

— Nachweis von Solventnaphtha 4ßS, 

— Nachweis von Tetrachlorkohlenstoff 408. 

— Unterscheidung von Kienöl 408. 

— Untersuchung auf Ersatzmittel 408. 

— Untersuchung von 482. 

— YerfälFchung mit Kopalöl 642. 

— zur Bran twMDvergälluD^ 24. 428. 

— regeneriertes, Unterscheid, v. Terpentinöl 406. 

— synthetisches, Verfahren zur Herstellung 

von T 52. 

— -Ersatzmittel, Erkennung von 408. 
Terpinhydratmixtur nach P. H. üteoh, Vor- 
schrift 711. 

Tetanus-Serum, Gewinnung 687. 
Tetrabrom-o-KreseL als Deainfizienz 487. 

— -p-biphenol, als beRinfektionsmittel 487. 
Tetrabrompbenoltrtraehlorpbthaleln , Dar- 
stellung 641. 

Tetrachlorkolilenstofl^ Untersuchung 1183. 

— Nachweis im Terpentinöl 408. 
Tetraeblor-o-bipbenol, als Desinfizienz 487. 
Tetraminearsenuphenol, Entstehung 896. 
Thaban, Gewinnung 855. 

Thea Japoniea 255. 

Thea sasanqua Nois 256. 

ThebaXn, Versuche mit 338. 

The Maxim's Inhaler 794. 

Theobromin, Bestimmung in Theobromin-Natri-» 

umsalizylat 775. 
Tbeobrominnm-Natrio-anisieum, Prfifung 686. 

— Natrio-iaeticum, Prüfung 686. 
Thermometer z. 8chm»-lzpanktbestimm.407.540*'. 
ThermometerhtÜse, desiofizierbare 818. 
Tbermosine-Laroehette 1107. 
Thermos-Sterilisator 785. 786*. 
Thierseh's antlsepiisehe Lösnnf , Vorsdhr. 1014. 
ThilaveD, Zusammensetzung 157. 

Thiiossia, Büstenmittel, Zusammensetzung 773. 
Thiobisantipyrin. unbrauchbar 1011. 
Thiodin, Heilwiikung 78. 
y-Thiokarbimidopropyimethylsnlfon 820. 
Thlolin, Zusammensetzung 109. 
Thiopinol ^eätl% ein Scbwefelpiäpanit 297. 
Tliiepyria, r igensohaften 1034. 
Thlosallzylsinre^ Darstellung 69. 
Thiosinamin, bei Büokgratdme 96. 
Thiosinaminnm, Prüfung 1130. 
Thomaqua, Bestandteile 66. 
Thorium oxydatnm anhydrie., bai Bdnlgen- 

auf nahmen 1114. 
The Seeth's Haeksalz 310. 
Thymbra spicata-Oel 1093. 
Thymen, Kohlenwasserstoffe d. ijowanöl 88. 

— zur Barstellüng von Thymiol 89. 
Thyminsäure, Anwendung 707. 



d_ 



thymialt 492. 

^jruiius l^trmktivBtofFe d. Fleisobes von 194. 
TliyrrfloltabUtien, Anwendnog 440. 
TleCmwlbiaer) Entstehong toh Ammoniak in 

esHii- nnd manganh. 3. 
Tiegel, Neubanersehe 236. 
TlfTil, zur BraoDtireinTergSllaiig 25. 428. 
TiMtmt Hyraed, swMkmSgige Beratung 67. 

— Mjirliae, Bnokstend bUl Klebstoff 62. 

— PeringaUi eenposita 803. 

— Ilii^ee, zur ^aiz^nbehandlnng 602. 629. 
Hakt reu. Erkenn, t. a. Buttern heigest 1184. 
Tiate, für Gelloidüipriparate 1060. 

— fnr Fallfederhalter, YorBohrift 466. 
TlNna^er's Heilmittel gegen Rhenmatiemns, 

Zasammeneoiznog 473. 
IttaB'^äare, Verhalten sn Bohrzocker 983. 
Tltilerai^parat, neuer 237. 
Tod« natBo^ehe Abies saobalinensis 404. 
TMing, fahrlfiesige. Freisprach 100. 
T^kt^er^ alkoholfreier, Gerichtsentsoheid. 1068. 
Teijlhypnal, Darhtellnni; 657. 
Tniiateii, Deklarationspflidit d. nrbong 736. 

— »palTer, Za8aaimeDS>-tzang 674^ 
Tomer, Kaostspeisefett 315. 
Tonen statt Tonerde 923. 
Teno-Tabletten, Zosammensetznng 703. 
Torggler^mill^'s Prflftmgspq^kr für Dampf- 

steiilisHtion 479 
TonnaB-Tabletten, wirksamer Körper 51. 
Toeana, Konstspeisefett 315. 
Toasll, Zosammpnsetzang? 842. 
Tearing Apothek^ Dessaner^s, Inhalt 219. 
Toxieodendrol, ^niger S<ift 761. 
Texikolegiflelie imd forensisehe üntersneiimi« 

gen 379 
Texophere Gruppen 245. 
Tragaeantha, Btunheitsprafong 971. 
Trane, Bertrige zor üntersachong 800. 
traas - Camphorle Aeld ist tnos-Apokampher* 

slore 536b 
Tnussndate, unterscheid, von Ezsadateo 132. 
Tranbea. Yennischen mit Most oder Wein on- 

zoLHsig 35. 
Trenpersobe Tabletton, Zosammensetzong 51. 
Triaeetylmerpbbi, Darstellang 321. 
Trlbromkresol, nls Desinfizieoz 487. 
Tribrom*/9-yapthol, als Desinfebioosmittel 486. 
Trfbromfiieiiol, Berettang von 409. 
Tricblortltbylen. Eiicenschaften 776. 
Triddoratliylsaflzylsftiirey Darsteltong 876. 
Tiiebloral - Uexametbylentetramin, Darateilg. 

656. 
Tilehlorlsopropylalkobol, Darsti^llong 6R4. 
Tiidilvrpeeiidoprepylalkobol, Eigeosohaft 662. 
TrichephytOB bolosrrienm albnm 795. 
Triehten gröBte Nauwirknng 1135*. 

— mit Binderand 237. 

— -eiasati ans Porsellaa 385. 
Triela, frütier Ttonial 109. 
Trlfellaiiol 1205. 

TrifoUnm praten^ Bestandteile 1205. 
Trigemin 658. 103i. 

TrifonelUa, Yorkommen in Liberia-Kaffee 562. 
THmetbylbeniioxyirfperfdianm bydroebloil* 
I, D. A.-B. Y, Batw. 2lO. 



Trimorpbin. salasattres, Yorkommen in Apo» 

morphia 456. 
Trinkwasser, Eiowirkang a. Leitangsrtthren 670. 

— Beinigang fftr den G^zanoh im Fbldo 618. 

— Bterilisation dorch altraviolette Strahlen 780. 

— -Tersorgnng im Felde 836. 
trio, Ableitung and Bedeutung 1072. 
TrioxymetiiTlen-Oelatiiie, Bereitong 51. 
Triphenyistlbinsalild, Anwendung 992. 
Trisma laxatlf und Trlsma-WanBpastille% 

abltthreBde, Zusamlnensetsnnff 898. 
Tri-Tetrabromnaphthol, z. Hindedesmiakt 487. 
Troekenmilch, D4i8tellung 1139. 

— Haltbarkeit 727. 

— -platte, photograpbisohe, Silbergnhalt 401. 

— -sebrank ffir Medizingläser 1071. 
TropaeoeaXniun bydroeblorlenm, D. A.-B. Y, 

Entw. 210. 

Prüfung 1130. 

TropaXnkarbonsiore, Darstaifamg 368. 
TropakokaXn, Bigensohaften 871. 

— -arabinat 618. 
TropeTne, Darstellung 369. 
Tropfen, Oewioht der 919. 
Tiopfglas mit Pipette 258*. 
TropylluplneTn^ Darstellung 400. 

— -skopolin, Darstellung 371. 
TmnkHuehtsmittel 296. 

Trypsin, elektrisobe Dissoziation 213. 

— Nachw. im Inhalt des Zwölffingerdarmes 43f» 
TsnbakiSi ^55. 

Tubarsyl I und IL Bestandteile 205. 
Toben für Augensalben 863. 

— -modelL neues 977*. 

Tnbera Balep, Stemmpflanzen 1194. 
Tuberealo an, ein Baktorienprftparat 206. 
Tuberkelbazillen, Anreioherungsrerfahion 
Zahn 691. 

— Auffinden durch elektrisobe Baaktionen 169. 

— Auflösbarkeit durch Neurin u. Cholin 629. 

— Färbung, 12 Yerfahien 857. 

— iHrbuDg nach Gram 1096. 

— Färbung oaoh Koch 343. 

— Nachweis spärlicher Mengen 776. 

— Nachweis im Sputum nach Ellonunn-E^ 

laodsen 36. 

— Schulte's Nachweis 386. 

— StäubH's Nachweis im Blut 383. 

— Nachweis in Oewebestttcken 779. 

— Nachweis mittels äther - acetenisehem Aaii^ 

forminverfahroD 836. 

— NachW'is im Auswurf mittels AntifomiB- 

LigroiDTerfahren 824. 

— Nachweis g'^anulfirflr 712. 
Tnberkel-Llquor, Honi% Untersuchnngs-B»» 

fund 875. 
Tnberkulln-Bosenbaeh, Gewinnung 796. 
Taberkulinetio 6'>8. 
Taberkniose, Herstellung von Sehute- und Heil« 

mittein gegen 479. 

— Präparat zur Diagnose und Heilung Ton 768» 

— -MlitebTaeeiae, Bereitung 823. 
Tnberknlose-Sero-Yaeein ist sensibüierte Ba- 

zillenemuision 455. 
Taberkatose-Semm Mamorek n.1[anifüaDao68?. 
Tnboblennal, bei Tripper 109. 



Tolianal oder Tutanol? 934. 

Tnrelia, eßbai« Erde 8tt8. 

Torloiilii-Pripsrate 432. 

TaBeheTerfiiUireii zum SiehtlMumaoheii Ton 

Harosylindern 73. 
TyndaUiiatioii, BeeohreiboDg 27* 
TypInudlagnoMy emfaohee verfahren rar 518. 
TjfpliiM. UoterBoheidimg Ton PaFatyplmfl 613. 
TyphnslMullleii, Na*>hwei8 im Blat 823. 
TyphoBheUsemin-Lidke 706. 
Typhiusera 687. 
Tyrrnmiii, Eigensohafteii 1107. 
TynuDlne, Besundtieil 275. 

u. 

üffelauum's Milebfliireakttoii, 1 oig. Slar. 641. 
üle^rtne, Beetandteiie 1064. 
Ül-Salbe, Zntammeneetsmog 382. 
ntnflolette StnOüen, Filter Ar 1064. 

Schatz d-r Augen Tor 660. 

rar BteriJieation Yon Wasser 361. 

rar Sterilisation Ton Trinkwasser 780. 

ümidilafpnitoiie , Statlm^, Znsammnisets. 80. 
ünearla exeelsm BL. eine Antiopinmpflaoze 381. 
ündinol, Badpsalc 992. 
rngaiiselie Sllfiweüie. Niehtansfnhr 1072. 
Unfnent« Almga, SaloengnindlMen 382. 
Ungaentam antlpsoiiemn mite« vor sohrift 1014. 

— Cred6 ist Ungaentnm Argenti ooUoidiüiB 82. 

— Dnret, Yorsohrift 1063. 

— iiinim, D. A.-B. Y, Entw. 210. 

— HydrargyrI, EDtmisohnng 892. 

bljodati pvltlforiidik Yondirift 192. 

eiiiereiiiii, Bereitung kleineier Meogeii 90. 

jodall pBltlteiii]% YorMihrlft 192. 

— K5pp ist Yasenolnm meronriale 82. 

roaemn, rotgiürbtea Hg-Yasoliment 82. 

— molle. D. A.-B. Y, Botw. 172. 

^ Pamähd, D. A.-a Y, Entw. 210. 

— PlaniblTelMgermo8,Yor8ohriftm.Xaoeiin68. 

— BadiOy Snsammensetsuig 728. 

üaiea, rar Entfern, t. Farbe, Firnis n. Laok 466. 
üiilTer»anKn»ner nach Dietrioh 799*. 
üniversalbDlterprttfer 826. 
ÜHlTersalgfsteli naoh Eehler 621*. 
üniTersalhalbe, Dr. Stierlen's Bestandteile 187. 
Universal-SeifeD-Extnikt, Edlleli% Zosamman- 

setrapg 377. 
ÜBlreiaal -VeiH-Sekiiell-KlImg 64a 
rnTartrlgUehe Mlseknag 1 182. 
rBvertrlgliehkeit yon Borax und Qneoksilber- 

ohlond 459. 
Urallneu DarateUong 679. 
ürannlMd. elektroacktiy 844. 
Urea dfarthylmaloiiyllea, D. A.-B. Y, XDftw.21L 
Ureometer, für kleine Hamstoffinengan 968. 
üiieaae^ ein Fermeot 114. 
ürebUlB iLUreMlBOgOLDaiBtiUiuig» Yeriialten 

nnd Bestimmnng 706. 
Uroiroptii, Nachweis im Wefai 882. 
ütUf Znsammensetrang 877. 
Üto-Balsam, Abstammong 808. 
^ bot). 

ütlelglaa,diirohll8sigf.iiltmTioLLiflhtstnhL 142. 
Uftolnüleh 196. 






V. 

Yaeelne ud Fttegen 779. 
Yaeeliiiiuii MyrtUliis ^enthält keine Benaod^ 
Store 10. 

— Oxjeoeeos, enth&It Bensoesftare 10. 

— idigiBosiun enthftlt keine Benzoesinre 10. 

— Yltis idaea, Nachweis von Benzoesftore 9. 
Yalerophen, Zasammensetznng 620. 
YaleryiamSaoaBtipjilD, Eigenschaften 1012« 
Yalid, Fleisohprftparat 728. 

Yalisao, Anwendung 46i. 1166. 

Yanadliim, Bestimmnng in Spezialstahl 824. 

Yanllle, veredelte, mit künstlichem Ysnillin 346^ 

YaallleiiEneker 969. 

YanlUln, Vernaiten zu'Bohrraoker 986. 

Yao-Fotsy-Tee, bei Fehris büiosa 1047. 

YarOb Knnstspeisefett 815. 

YaseUDiuii albus, Entwurf für das D. A.-B Y 211. 

— flavuiBL Entwurf für das D. A.-B. Y 211. 
YaaeIoL vaselinum ozjdatum 638. 
Yasenoloform, Yasenol-Armee-Pader 276. 
YasoUmentiimsaUeylatuDlOpZt, Yorschr. 782« 
YanotoBln. Bestandteile 465. 

— Darsteller 382. 

— ein Gemisch 728. 

Yogetabillsehe Waehae, mexikanisdie 627. 
Yeaetalla, hartes Kokosfett 816. 
Yellehenseifenpalver Ckldperie, Zusammen«^ 

Setzung 401. 
Yeraserol, Sohnupfenserum 917. 
^ Bestandteile 992. 
Yeravita, Zusammensetzung 773. 
Yerbandmall, Bestimmung der Güte 894. 
YeriMüdatoff aus NadelholtzeHuloee und Stroh«« 

bastfaaem 864. 
YerlMuidstoffe, Bestimmung der Güte 89a 
YerlMuidwatte, Herstellung 101. 

— Saugprozefi 103. 

YerbreuiugeB, Behandlung mit Biaihefe 929«. 
Yerdampfen fester Körper bei gewöhnlicher 

Winne 696. 
Yerdaiimgq^vlver; Dr. SekiellBrX Beslandt 167. 
Yerein t volkstttmliehe HoehsehuDnune in 

Dresden, Winterprogranun 1026. 
Yereliiig. beamt. Kahnuigni.-Ch6Bii]rar Saab«. 

seB*8 1024. 
Yergillug, Mittel zur Y. von Branntwain 28. 427« 
Yergiftangen in chemischen Betrieben, Zu^ 

Standekommen und Hilfe dagegen 299. 
Yergiftuig, töttiohe mit Atoxyl 96. 
YerglftoBgeB, üerkohle ein .Gegengift 707. 
YergiftangsflUle durch Büchsenfleisch 420« 
Yergoldete Nadeiii lOia 
YergotfnlBC^ ein Tierheilmitlal 63a 
YerhiltBlaiaU, Ludwlg's 264. 
Yarfeol 583. 
Yerll, Wurmmittel 962. 
Yf ritable BiamaBte-ZttnHuit 1007. 
Yeritable pUuIes, BestandteUe 206. 
YerkekimgBprebe 295. 
YerCb ein Fleisohsalt 806. 288. 
Yeroiiroma]) Bestandteile 80. 
Yeronalnatrlum, Prüfung 686. 
Yerpaeknagscia der Seeibahai entfallt FMK 

typhusbasUlen 412. 



zzxuc 



Ycniii, XfihnBifctel 004. 
Teneiftanir der Waohavten 457. 
Tenelfttngsalil, Bestimmang der 732. 
Tkia ntfTa, rar PfeffeirerflUsohnng 1046. 
Tlfeml, DaretellaDg 660. 
TlgtMtft-irermal.Tropl|;las 284*. 
Tlgintlqaer Ferrl eom]NsltiULyerweDdaiig 1023. 
TfttoriarMey Nachweis in Fleieoh- und Wnni- 

waren 617. 
^a-Creme, Anwendung 489. 
TlnustMltar, Bestandtede 1136. 
TImIInui, Znsammensetrang 796. 
TliUByloii, ZnBammenaetznng 796. 
Tti^ agnuB eastm, äthenaohes Oel ana dam 

Hamen Ton 380. 
Tltreosll, Qoarzgeftße 1042. 
Yizel, Untennohnngabefund 325. 
ToeallB, Beatandteile 992. 
ToUkembrot, Sdüllter^ ünteraaokiuigaar- 

gebDieee 135. 344. 429. 
Tellmileh-PiilTer, Zaaammensetzung 313. 
TaUpipette, ioppelwsndige 797*. 

w. 

Waehlioiderbeertl, hoher Preis 405. 
WadüMlderimantweln. Oewinnnng 1118. 
Waeha* Yeiaeifnng des 549. 

— BeatimmuDg des Flammpnnktea 1136. 

— Nachweia y. Stearin o. Qiyseiiden 690. 1138. 

— oatafrikanisohes 876. 

— vegetabilisohes ans Mexiko 727. 

— -arten, Yerseifnng der 457. 

— -taeh, E'sats d«>s OlanzpafMeres 63a 
WiimesQsdefaniiiigBkoefflzleiit des Qoanudasea 

597. 

Wftner, Badioaktivität 579. 
Wage^ phannaientisoh-analytisohe 1098*. 
Walrat, Kennzahlen 803. 
WaadMubltthiDurea, Zosammensetrang 542. 
Wnrableondriklelster, was ist? 308. 
Warenselehengesetz, vergehen gegen (G.K) 864. 
Waner's Safe Cure 377. 
Waaehblftn-Yergllliuigen 718. 
Waaehllaseha nach Axtmann 1135. 
WaaehpnlTer B«fomi, Zasammensetsong 401. 
Wasser, Eotstehnng yon Ammoniak in eisen- n. 
manganh. IiefenwSssem 3. 

— Selbstreinigongnaoh Einsaat T.Bakterien 518. 

— Sterilisation mit nltravioletten Strahlen 354. 

— Untersnohnngsergebnisse 374. 

— Beatimninng yon lithinm 1185. 

— BestimmaDg yon Saipetersänre 31. 

— Beetimmnog gelösten Sanerstoib 923. 

— Nachweis freier Kohlensftare 567. 

— Trink- and Branohwasser, Einwirkung aal 

Leitongsröhren 570. 

— Tzinkwasser-Beinigong für den Oebranch im 

Felde 518. 

— Trinkwasser, Sterilisation doroh altrayiolette 

Strahlen 780. 

— -dlehtmaeken yon StofEsn 1143. 

— -■ann'seke Reaktion aof Syphilis 252. 
Darstellong der Beagouien 1132. 

— -raeleBensanieii-Oel 566. 

— -prilfer Marpmaiui'a 1133. 



Waaserstandsregeler nach Hadank 1042*. 

— -stolQperoxyd, bakterisides Yerhalten 365. 

Oxydation des Keratins mit 277. 

Beatimmang der Säaren 91. 278. 

«IVsang, Gewionang reiner 612. 

HalttMamaohoDgdaroh Harnsäure 569. 

— -stolbahl der angeeätt. oigan. Yerbindnng. t» 

— -strahlgebUtae naoh Mittelbaoh 407*. 
•lofl^aiape n. Fleisohhaner-Bose 1135*« 

- — -aangpumpe 1091*. 
Watte, Bestimmang der Qnie 893. 
Weeren'B Karbiuikel*PllIeB, enth. Bierhefe 506. 
Weiekgommiwareii, direkte Bestimmang yoa 

Kaatsohok 6 
Welgand's Bkeunatlmuh n. Glehtgelat, Zs- 

sammensetsong 773. 
Wein, Anfhalten der Bssiggirong 734. 
_ Fftisohnng 92a 

— ümgärong bei Mityerwend. yon Zucker yev- 

boten 34. 

— üotenfuohungsergebnisse 350. 

— Yerbesseruog mit Fmohtraoker 489. 

— Yermischung mit Maische und Trauben uft» 

raliissig 35. 

— Yermischung mit Moat suUssig 35. 

— uosuliBsige Yeraohneidung 35. 

— Bestimmung der Bernsteinsiure 214. 

— Bestimmungen yon Olyserin 13. 

— Nachweis yon Saccharin 303. 

— Nachweis yon Saponin 1067. 

— Nachweis yon ürotzopin 882. 

— Iledizinal-, im Lichte des ungar. Wein- 

gesetzes 1045. 

— Botwein, Yer&ndemng durch Schimmel 489. 

— «ödwestafrikanischer Weißwein 806. 
Welae, Beurteilaog 674. 

— Apfelwein, Bereitung 626. 

-— Auslandsweine, XJntersuchungsst 648. 1068. 

— Aoslandsweine, Untersuchungsxeugnisse 141. 

— bitlere, Akrolei'ogehalt 674. 

— Flascbenwein, Hoohwertigkeit 141. 

— fransöüsche, Oehalt an schwefl. Sfture lOOU 

— Madeira- u. Portweine» einfuhrÜUuge 696. ^ 

— mannithaldge Obstweine 928. 

— Moselweine, Jahrgang 1908 7ia 

— österreichische SüBweine, Ausfuhr 1072. 

— Ohio- und Missooriweine gesuckerte 673. 

— ungarische SüAweine, Nichtausfohr 1072. 
Welnasehe, EinflolK der Eellerbehandlung auf 

die Alkahtät 974. 

— -brause, alkoholfreie, Etikettierung 626. 

— -buek F., in Apotheken 764. 

Führung in Zweigyerkaufsstellen 673. 

— -esslg, Üntersuchungsergebnisse 346. 

-- -gesd2 1909, Aenderung des § 14 d. Aus» 
fühiUDgsbestimin. 764. 

— -markt, Dice 1143. 

— -säure, Nachweis in Zitronensfture 1024. 
Nachweis yon Zucker 1024. 

TrennuDg yon Saccharin 303. 

— -stock, Erankheitsbehandlung m. DimethanaU 

Kupfer-Disulfit 632. 

— -Zollordnung. Abänderung 807* 
.Welleome*s Genlckstanre-Sernm 875. 
Wermutwein, Beurteilung 350. 

— Gutachten 736. 



XL 



WettTMOl =s TriohloTftthjUn 775. 
Wcrtrmll, Steübbindemitttol 902.1 
Wettbewerb oBUmterer, Verurteil. (G. E.) 164. 
Wleke*B Buidimminilttol. Zosammenseti. 728. 
WUdiinger Tee Dr. Allendor^ Beetandt. 796. 
Wiamut, Ersatz bei Böntgen-Aufnabmeii 1114. 
-~ Yeie^ftüng 1113. 

— Bestinimaiig 623. 

— simtBaaTes 1072. 

— -nltnitybasiBoh., Verhalt, zu Bohrmoker 981. 

— -paste, Vorschrift 796. 
Wltteabnrger Salbe, ZoBammenaetzüng 432. 
WtttemngBweehael, Sohmerzen 1165. 
Wizemann^s Palmenbutter, hart. Kokosfett 315. 
Wedka, nuaiaoh. MoDopoltrmkbraDntweiii 34. 
Wobniuigeii« fenohte angeBand 1080. 
Wolfl's kombinierte Esaeiiz, ZaBanimeD8.1349. 
Wolfhun, BeBtimmuDg 597. 

— Beatimtnung in Wolframatahl 755. 

— -Bftnrey Verhalten zu Rohrzncker 983. 
Wolle. Bestimmung neben Baumwolle 774. 
Wolo-nftpanite 275. 

Weod*8 Kierentee, Zosammensetzong 378. 
WortzeichenBehntz für Arzneimittel tu Ersatz- 

präparate 300. 
Wrlgt'sche Bhenmatismualymphey Ziuammen- 

setznng 432. 
Würste, Vorkomm. y. Oidinm n. Hefo anf 489. 

— gefXrbte, Naohweis des Teerfarbatoffes 158. 
Würze, Naohweis des Eoeins 49. 
Wunderbare Katurbeilsalb«^ Znsammens. 377. 
Wundsehutz, Herff^s, Vorschrift 760. 
Wurstbindemittel, unstatthaft (Gutachten) 177. 

— unzulässiges 756. 

Wurstfett. Bestimmung des Säuregiades 806. 
Wnrsthüllen, Färbung 586. 

— Urteile betr. Etrbung der 614. 
WurBtrergiftong, Ursachen der 420. 
Wurstwaren, Bestimmnug von Salpeter 637. 
~ Nachweise von BenzoeBäure 617. 685. 

— Nachweiee von Farbstoffen 615. 

— Nachweis Ton entsohärftem Paprika 617. 

— Nachweis von Viktoriäröte 617. 

— UntersuchuDgB-Ergebnisse 311. 

X. 

Xanthinbasen, Bestimm, in Eakao u. Sohokol . 832. 
Xanthoxylum alatum*<tol 1093. 
Xeranat-Bolns-VerbandBtoffey Bereitung 1108 
Xeraae, ein Hefeprfiparat 66. 109. 
Xeroform, Bestimmung von Wismut 623. 
Xylander'sehe Losung, Entw. d. D. A.-B. V 234. 
Xyloehlonü, Eigenschaften 664. 

Y. 

Tellow Pine Oll, weitere Bestandteile 476. 
Tlang-YlangtfL neue Gewinnung 405. 
Toghurtogen-Groll, Bezugsquelle 298. 
Toliimbinum hydroehlorienm, Prüfung 1130. 
Turaeithol, Zusammensetzung 796. 

z. 

Zaluuurzty Titel nur für i^probierte (O. S.) 868. 
Zabnbürstenersats, keimfreier 864. 
Zahnpasta Baur's, Bestandteile 1126. 



ZahnpulTcr, bessere Zusammensetzung 144. 

ZahnpulyerdoscL neue 521*. 

Zaponlaek, Entflammungspnnkt 375. 

Zebrina pendula, Anwendung 382. 

Zelluloidfthnlirhe Masse, Herstellung 888. 

Zellulose, Bestimmung 951. 

Zemacol, Zusammensetzung 620. 

Zeolithe, Erfahrungen mit 993. 

Zeppelin, als Wortmarke 548. 

ZIck-Zack, Dresdner Verdaunngsgebick 377. 

ZiehpnlTer, Bestandteile 187. 

Zigarren, glühende, Zündfähigkeit 155. 

Zigarettendrain 848. 

Zimt, Uotersuchungsergebnisse 345. 

Zimtsanre Metallsalze 1072. 

ZincoeoU, Zinkkautschukpflaster 193. 

Zink, schnelle Bestimmung 672. 

~ Slsanres u. stearinsanres, Darstellg. 710. 

— rohes. Bestimmung von Kadmium in 44^. 
Zinkblende, Zinkgehalt 401. 
Zinkeblorophylle 569. 

Zinkerze, Bestinunung von Kadmium in 449. 
Zinkeueeringelantb nach Unna, Vorschrift 298. 
Zink-Kantsehnk-Heftpflaster, Vorschrift 708. 
Zinkopyrin, Zasammensetzuog 51. 243. 1008w 
Zinkopyringaze, Anwendung 51. 737. 

— Prüfung 244. 

Zinkpasta, Vorschrift mit Eucerin 68. 
Zinkpropbyllotaonine 569. 
Zinksalbe, nicht frei yerkäuflich (0. S.) 863. 
Zinksalze, Farbenreaktion auf 72. 87. 244. ^ 
Zinnlegierung, Untersuchg. nach Kietieiber 819,. 
Zinnpest, Neues über die 784. 
Zirknlationsbürette 799*. 
Zitronat, HersteJlung 1067. 
Zitron enextrakte, Bestinunung von CXtral 706,. 
ZitronenSle, Bestimmung von Gitral 7(j6. 
Zttronenpunseh« Zusammensetzung 351. 
Zitronensäfte, Untersuchung Ton 184. 
Zitronensänre, Vorkonunen in liberia-KafiEiBe 562, 

— Bestimmung 513. 

— Nachweis von Weinsäure 1024. 

— Trennung von Saccharin 303. 
Zitronensäureester, Bestimm, in Beigamottöl 754,. 
ZitronenBäuregämngBpilae 570. 
Zitronensaft, UntefsachungseigebnisBe 347. 

— (simp), konzentrierter 285. 
Zollsatz für Gerste 47. 
Zonka-Farbe, Zusammensetzung 875. 
Zucker, Gewinnung auB Preäschlamm 901 

— Bestimmung im Harn 174. 925. 

— Nachweis in tierischen Flüssigkeiten 286. 

— Nachweis in Weinsäure 1024. 

— UntersuchungsergebniBse 346. 
Zuekerarten, Bestimmung der Sacoharoae 957,. 

— B< "^ehungen des PyridinB zu 455. 

— Titiation nach Rupp und Lehmann 845. 

— Bestimmung 461. 

Znekerbeetimmnng, Klärung d. FIfiBBigk. z. 287« 
Znekerbonig, Erläuterung des Begriifea 349. 
Zuekerkonleur, zur Färbung von franagsiucihaia 

Kognak unstatthaft 159. 
ZnekerrolirwaebB, Gewinnung a.PreäBohIaniB iKV 
Zuekerwaren, UntersuchungBergehniBae 846. 
Zündhölzer, Herstellung giftfreier 676. 
Zündbolzmassen, Untersuchung 927. 



XLI 



Zftndfliaaw zur Herstellg. T<m Streiohliölzeni S76. 
ZwlBgkraiikhelt d. Metalle 1213. 
ZirSlfflagecterm-Inludl, üntenaohiug des 437. 

fiüehersehaa. 

Arbeäen ■os dem Kaiser!. Gesandheitsamte 
1909 839. 

- Bd. XXXIL H. 1 931. 

Arendt ü. jBI ürban, 0. Phannax Ealend. 1911 

1310. 
ArrheniaehB Mediiatioo 030. 
Arrkmüu^ SvatUe, Yontallang y. Weltgebäude 

im Wandel der Zeiten 17. 

— Weiden der Welten 838. 

Amire9en 8,^ Voraobr. f. Entfern, y. Fleok. 1190. 

Artua Dt. TF., Grandznge der Chemie 783. 

AulkenHeik Dr. Wilh , Die AnffinduDg d. Gifte 
üod starkwirkender Stoffe 240. 

Beekmrt$ Dr. ZT., Methoden der Maßanalyse 931. 

Bedaii Dr. Oarl^ Yerzeiobn. d. Apoth. Bayerns 762 

Bermhaeh Dr. FF., Elektrochemie 307. 

BenUhten Ptt Dr. A^ Kurzes Lehrbnoh der or- 
ganischen Chemie 697. 

Beraek Dr. Josefe Chemisch-techn. Lexikon 120. 

BieekeU Dr. Ifoos, Yereinfachte. praktische nnd 
nbersichtliche Baohführnng 120. 

Biedermann Rudolf, Ctiemtk.-Kaiend. 1910 97. 

1911 1210. 

Birkenbaeh Dr. L., Untersachnngsmethoden des 
Wasserstoffperoxyds 739. 

BoehHnger u. Söhne C B.^ Spezial- Präparate 
Boehiioger 652. 

BoUger Dr. B^ PreuBisohe Apothekenges 761. 

Bremer Dr. VF., Nahmngsmittelkontrolie durch 
den Polizeibeamten 886. 

Buehkeüter G. A.^ Yorsehriftenbuch f. Drog. 762. 

Bürgerliches Oesetxbuch fd.Deutwi\ie Reioh 1097. 

Coleb Dr. jar., Kapitalanlage a Bankverk. 1191. 

Ohenaux-Bspond Julius, Wie prüft der Kapi- 
talist den Rechnnngsanszng s. Bank 1 142. 

Cralo Dr. E., Maßanalyse 783. 

Crirum C, Revne des medioampnis noaveanx 697. 

AoftßtQytg, A. K, ^OQfAOxonoUa 861. 

Danxtnger Ousta»^ lUostrierte Flora t. Mittel- 
Europa 59. 

Denkschrift snr Beform des Patentgesetzes 386. 

Deutsehe Ar%neitaxe 1911 1211. 

Dierbaeh Dr.Riehardj DerBetriebscbemiker 763. 

Dieterieh Dr. Karl, 8<nd Arzneimittel ,,Datürlioh^^ 
oder noht? 901. 

Dinand A,, Taschenbach der Heilpflanzen 901. 

Dorslewit% Riehard und Oeorg Oitersbaeh^ 
Drogenkonde 18 

Düring Franx, üebersioht über die Pentsohen 
Baiohspatente betr. Heil- a. Desinfektions- 
mittel 97. 

Ergänxungs-Taae zur Dentsohen Arzneitaxe 
für 1910 119. 

wm Esmareh, Dr. Erwin, Hygienisches Tasohen- 
bnoh 4. Auflage 199. 

Epons Sons Leseher and Webb, Analytical Notes 
1909 163. 

Faul SarL, Anleitnng zur Gründung einer Ge- 
Seilschaft m. beschränkter Haf tg. usw. 762. 

Femau, Dr. phiL et pharm. Albert, Praktische 
Pharmazie 740. 

lormulae magislrales Berolinenses 1010 119. 



Freigegebene und nicht freigegebene Arznei- 
mittel 697. 

Friese, Dr. Ing. Waller, Tabellen zur ErmitteluDg 
der freien Säure (Gesamtsäure), sowie der 
flüchtigen und nichtflüchtigen Säuren in 
Wein 820. 

Qadamery Prof. Dr. /., Lehrbuch der chemischen 
Toxikologie 781. 

Oedenksehrift auf Albert Ethdbert Mert, 901. 

Oehe's Codex 1189. 

OSrard, JE,, Traite Pratique d* Analyse des Denrees 
Alimentaires 241. 

Qerlaoh F., PhysiologischeWirkungend. Benzoe- 
säure 306. 

Oesehiehtliehe Blätter aus der Apothekerfamilie 
Drxleben in Landskron 546. 

Oildemeisier u. Fr. Boffmann, K, Aetherische 
Oele, 1. Band 1003. 

Orewe Josef, Das Braugewerbe der Stadt 
Münster 465. 

Quareeehi, leilio, Storia della obimica in Italia 885. 

Qumpreeht, Med.-Bat Prof. Dr., Regelung des 
deutschen Apothekerwesens 741. 

Eailer, Dr. E., Erhöhung der Desinfektionskraft 
der Phenole durch Zusatz von Säuren 861. 

Eariwieh, Dr. C, Die menschlichen Genußmitt. 763. 

Basterlik, Dr. Alfred, Der Tafelsenf u. die techn. 
Verwertung d. Senfpflanze 119. 

Hederieh, Warenzeichen oder Gebrauchsmuster 89. 

Begi, Dr. Gustav, Illustrierte Flora t. Mittel- 
Europa 1212. 

Heü, Gustav, Pharmazeutisch-technisches Manu- 
ale 739. 

Benle^ Franz. Wilh., Anleitung für das organisoh- 
präparatiTe Praktikum 1097. 

Elasiwetz, Dr. H., Anleitung zur qualitativen 
chemischen Analyse 162. 

Bovorka, Dr. 0. v. und Dr. A. Kornfeld, Ver- 
gleichende Volksmedizin 162. 

Hülter, 0., Geographisch - statistische Tabellen f. 
i910 1142. 

Hueppe, Dr. Ferdinand, Untersuchungen über 
Zichorie 180. 

Jaeger, Prof. Dr. Heinrieh, Bakteriologie des 
täglichen Lebens 932. 

Johanning, Albert, Organisation der Fabrikbe- 
triebe, 3. Aufl. 217. ' 

Joseph, J. H., Leitfaden über den Verkehr mit 
dem Kaiserl. Patentamt 168. 

Kalmder 1910 des Spezialitäten- und Waren- 
zeichen-Unter nehmens 465 . 

Kaßner, Dr. Carl, Das Wetter 697. 

Knoll u. Co., Diuretin 1003. 

Notizen über pharmazeutische Piäparate 932. 

König, Dr, Emet, Autochrom -Photographie 762. 

— Dr. /., Chemie der menschlichen Nahruogs- 
uod Genußmittel, 3. Bsnd, 1. Teil ö20. 

Kornfeld, Dr. A. siehe Bovorka. 

Kraemer, Henry, Text Book of Botany and Phar- 
macognosy. 3. Auflsge 386. 

Kraft j L)r. Ernst, Aiiaiytiäohes Disgnostikum 120. 

Kraus u. Dr. P. Sehwenxer, Dr. A., Hilfstabellen 
für Nahrungsmittel- Chemiker 2048. 

La Chimiea e Mareo Polo 1190. 

Lassar^Cokn, Prof. Dr., Sichersteliuog der Er- 
nährung der Menschheit 739. 

Le Centenaire du Journal de Pharmaeie et de 
Chemie 676. 



XLU 



I. 



Lehrbuch t AspirantoD der Pharmaiü Bd. 1, 

inu.vi2ii. 

Lipowiki^ Dr. Z, Anleitimg cur Beortdlimfr der 

wichtigstöi neueren ArzDeimittel 838. 
Looek^ Dr., Chemie und Photographie bei 

EriminalforsohiiDgen 162. 
Lunge^ Dr. Q, und Dr. E, BeH^ Chemiaoh-teoh* 

nisobe ünterBuchuDgsniethodeo Bd. I 179. 
Morden. Sweti,^ Wille nnd Erfolg 698. 
Merek E.^ Prospekt-Sammlaog 607. 
Jfe^er'« OroAes EoDYersations* Lexikon, Bd. IX 

und X 218. 
Meyer Quetav. Mnster-Bezepte 719. 
Meyer Dr. Julius^ Bedeatang d. Lehre ▼. d. che- 

miaohen Reaktionsgeechwindigk. nsw. 1097. 
Mesc, Oarl^ Eeiohsi^erichtB-EotBcheidnngen in der 

Haasschwammfrage 39. 
Migtda, Dr. WaUher^ Eryptogamenflora von 

Dentsohland Lief. 73 bis 79 696. 

— Lief. 80 bis 96 1167. 

Mimdee^ Mr. J., Seibstbereitung pharmazentisoher 
Spezialitäten 763. 

MindeSy Mr. /., Unyertrfigliche Arzneimittel nnd 
irrationelle Verordnongen 741. 

MoeUer^ Dr. /. und B. Thame , Real-EnzyUopädie 
der gesamten Pharmazie £ki. XII 307. 

Mffliue, Dr. R, Schnle der Phannasie, L Teil, 
4. Aufl. 763. 

Naumann j Dr. Amo^ Pilzkrankheiten gärt- 
nerischer Gewächse 283. 

Neatler^ iL., Einfaches Verfahren znm Naohwcis 
der Benzoesäure in der PreiÜelbeere und 
Moosbeere 162. 

Oefele^ F, v.y Technik der chemischen Unter- 
such uog des menschlichen Kotes 1142. 

Oesterreiehie^ Jahreehefte für Pharmazie und 
verw. Wissensohaftszw. Jahrg. 1907 200. 

1909 887. 

Offer^ Theodor, Analyse der Fette und Oele 39. 

OhknÜLler u. 0. Sputa ^ Dr. YF., Untersuchung 
u. B 'urteilg. d.Wassere u. d. Abwassers 886. 

Oelwald, Wilh., Große Männer 860. 

— ~ Schule der Chemie 1 L66. 

Werdegang einer Wissenschaft. 2. Aufl. 676. 

— Dr. — Wider das Schuielend 521. 
OUerbaeh^ Georg siehe unter Dorelewitx, 
Partheü, Dr. A.^ Kurzgefaßtes Lehrbuch der 

Chemie, Organischer Teil, I. Abt 652. 
Pamer-Mühlbaeher^ Alfred^ Röntgenphotogr. 698. 
Peters, Dr. Rudolf, Chemie lür Zollbeamte 78. 
Philadelphia College of Pharmaey 861 
Poulene, OamiUe, Les Noaveautes Chimiqaea 

pour 1909 79. 

— 1910 740. 

Rambaud^ Pierre^ La Pharmaoie en Poitou 

jusqu'ä ran XI 464. 
Rameay, Üir William^ Moderne Chemie L Teil 653. 
Reber^ Burkhard, Liste de ses pnblicaüons 630. 
von Reehenherg, C, Theorie der Gewinnung und 

Trennung d. äther. Oele d. Destülation 11 15. 
Remedim Hoeehst 490. 

Remeen, Dr. Lra., Anorganische Chemie 519. 
Rexeptformeln der pharmazeutischen Präparate 

Yon Enoll u. Oo, 491. 
Richter, V. von, Chemie d. Kohlenstoffverbindg. 

der Organ. Chemie I. Bd., 11. Aufl. 782. 



Biedel^B Berichte und Mentor 1910 307. 

— J D., Pharmaz. Spezial-Präparaie 162. 
Roth W., Jahr«ebericht iL das Militär -f 

wesen 1907 217. 

— 1908 282. 

Rubner Max, Kraft und Stoff im Haushalt der 

Natur 369. 
SanUer Victor, Einrichtung von Laboratorien 

und allfremeine Operationen 98. 
Sdkeffler Dr. Ing. W., Einrichtung von I^brik- 

laboratorien 862. 
Schmidt Bans, Projektion photogr. Aufnahm. 740. 

— Julius, Jahrb. d. organ. Chemie, IL Jahrg. 98 
r UI. Jahrg. 932. 

— W. A, Erkennung von Blutflecken u. Unter- 

scheidung von Menschen- und Tierblut in 

der Geriohtspraxis 97. 
iS^^/toDr. //^Lehrb.d Pharmaz. Chem.I 1096. 
Sehoofe Fr., Tratte d*Hygi^e pratique 217. 
Sehröder Otto, Studium der Pharinasie 741. 
Sehule der Pharmaxde, Band I, 4 Aufl.. Prakt 

Teü von E. Afylius 763. 
Seifert Prof. Dr. Otto, Nebenwirk. d. modernen 

Arzneimittel IIL Folge 239. 
Senft Mr. Enumuel, Tas« henb. f. prakt Unter- 
suchungen d wicht Nähr.- u. Genufim 218. 
Seubert Dr. Karl, Einl i. d 8tnd. d. Chem. i82. 
Solereder Dr. Bans, System. Anatomie d. Dikot^- 

edonen. Ergänzungsband 199. 
SpexiaUtäien-Taae für das Deutsche Beich 463. 
Stock Dr. A, und Dr. A Slähler, Praktikum der 

quantitativen anorganischen Analyse 519. 
Tkoms Prof. Dr. Bermann, Arbeit a. d. Pnarmaz. 

Institut d. Universität Berlin ü. 1909 1 190. 

— Das Pharmaz. Instit d. Universität Berhn. 1 190. 

— siehe auch unter Afoeller. 

TreadweU Dr. F. R, Kurzes Lehrbuch der ana* 

lytisohen Chemie 782. 
Tschirch Dr. A., Natnrforscb. u. Heilkund. 359. 
Uebersieht über die Jahresbvsrichte d öffentlich. 

Anstalten über 1905 u 1906 79. 
ühlenhuth Dr. tu Dr. Xvlander, Untersuchung. 

über ,,Antiformin*^ 521. 
Urban K, Gesetzt Bestimm, ü. d Ankündigung 

von Gi-heimmitteln usw., Nachtrag 740. 
Verband der Seifenfabrikanten Deutsehlands, 

Einheitsmetboden zur Untersuchung von 

Fetten usw. 1210. 
Verzeichnis der beeidigten und öffentlich an- 
gestellten Chemiker 1097. 
Vorschriften zur Seibstbereitung pbarmazeut. 

Spezialitäten 1048. 
Wehner Dr. R., Mediz nal-Ealender f. 1910 199. 
Wiechowski Dr., Einführung in die qualitative 

chemische Aoalyse 862. 
Wild Dr., BezugsquelL-Yeizeichnis f. Apoth 491. 
Wildemann Dr Maoß. Berder's Jidiroücher. 

Jahrbuch der Naturwissenschaften 1907 

bis 1908 240. 
WissenschafH. Mitteilungen übw liczitbin 1116. 
Tear-Book ofPharmaey (1. Juli bis 30. June 1909) 

162. 

— 1910 1097. 

Zimmermann Ernst, Erfindung u. Frubaeit des 

MeiAoer Porzellans 8ü0. 
Zornig Dr. Bsinri^ Arzneidrogen 18. 



Draek vod Fr. Tutel Naebfolger (Bernh. Kanalb) in Dntden. 



Pharmazeutische Zentralhalle 

für Deutschland. 

Harattsgogahaii von Dr. A. Sohnoldor 

Dmdm-A., SfthBiwJanimrtr. 48. 



♦•♦ 



bitBehiift ffli wiflaeiuseliafüiehe und geBeh&fOiohe Interessen 

der Pharmazie. 



Gegrflndet von Br. Hermana Hager im Jahre 1859. 



Gesehaitsstelle nnd Inxelgen- Annahme: 

(don-H 21, Sohandauor Strala 43. 

BeingapreU Tierteljfthrlioh: düioh BaohhandeL Foat oder QeaohttftsrtaUe 
Im Inland tfiO Mk^ Analand 3^ Mk. — ISnieine Nnrnmen 30 PL 

Anieigen: Die 65 mm breite Zeile« in ElPiDRchrift 30 Pf. Bei großen Aufträgen Preisermäßigong. 



Ml. 

S. 1 Ua ^. 



Dresden , 6. Januar 1910. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahrgang« 



iBhalt: Caemle «id Fhnrsaii#: Aether Petrolei Ph. G. IV. — Fl&tsige Kakaobutter. — Nachweia und gewlohta- 
maaljtl'ehe Beatlmmang toh Nitraten. — WasBeratofftahl ungeiättigter organisclier Verbindungen. — Beitrag cur 
JBn Utehang von Ammoniak in eiseu-manganhalt. Tiefen witosern. - Arsneimitiel und Spealalitäten. — Hamiuoker- 
beaiSramiuig naeh Z<>ehandelaar. — Direkte Kautsch ukbestimmong in Weiehgnmmiwaren. • Ergothioneln. — Pergenol. 
— HaraiellDn^ eterilia. GelatinelOBung. — EiweiL'proben in der 1 razi«. — Nachweis der BensoSs&uie in der Preißel- 
«nd Mooebeeie. — Prüfung von Magnesia osta. — Anfertigung Ton gefOlIten Ampullen. — NalimBglBlttol- 
Cl#Bto. — nakterleloginlie MitteUnngen. - Tli«>r»»e«tiMlie llifct«llm]ig«a. - FkotognipldMne Mtt- 

teUuMcen. - BOeberfeka«. — Veraebied«aet. 



Chemie und Pharmaaüea 



Aether Petrolei Fh. G. IV. 

In den meisten Preislisten der Drogen- 
faftnser findet man nnter Benzinnm 
Petrolei Ph. 6. IV den Hinweis «siehe 
Aettier Petrolei». Nnn kennt aber das 
Arzneibuch gar keinen Aether Petrolei, 
auch nnter den Synonymen ist die Be- 
zeidmnng Aether Petrolei schon seit 
Giltigkeit der beiden letzten Ausgaben 
des Arzneibuches, also seit 20 Jahren 
yerschwunden. 

Unter Benzinnm Petrolei Ph. G. IV 
ist nach dem Arzneibuch ein Produkt 
Yom spezifischen Gewicht 0,64 bis 0,67 
zu yerstehen, welches bei 50^ bis 75^ 
sieden soU. Meist findet man unter 
Aether Petrolei Ph. G. IV jedoch nicht 
dieses Produkt aufgeführt, sondern ein 
reineres, fast geruchloses Produkt ; einige 
Usten fllhren wiederum Aether Petrolei 
gamicht auf, sondern neben Benzinnm 
Petrolei 0,64 bis 0,67 noch ein Benzin- 



nm Petrolei Ph. G. IV pro analysi (zu- 
weilen noch mit Zusatz benzolfrei). Das 
Arzneibuch hat aber eine solche Ware 
gamicht verlangt, sondern nur ein 
reineres Benzin, welches sich von dem 
gewöhnlichen Handelsbenzin (Flecken- 
wasser) durch größere Reinheit unter- 
scheidet. 

Es wird auch erfahrungsgemäß der 
sog. Aether Petrolei Ph. G. IV nur ganz 
selten und in kleinen Mengen gebraucht, 
dagegen in der Hauptsache Benzinnm 
Petrolei das jedoch meist nicht dem 
Arzneibuch entspricht Zu erwägen 
wäre, ob nicht das Arzneibach, was den 
Siedepunkt betrifft, unnötig hohe An- 
forderungen stellt ; die Preisunterschiede 
sind sehr groß. Jedenfalls wäre zu 
wflnschen, daß die Drogengroßhäuser 
ihre Preislisten in Uebereinstimmung 
mit der Bezeichnungsweise des Arznei- 
buches brächten. ^os,— 



Flüssige Kakaobutter. 

Von Dr. Ä. Röhrig'Jjdipng. 

An anderer Stelle"^ konnte ich früher 
anf das immerhin seltene aber doch 
schon mehrfach beobachtete Vorkommen 
der Verflüssigte: des Bntterfettes 
nnd nnter AnfUirnng von chemischen 
nnd physikalischen Eennzahlen anf die 
Wesensverschiedenheit des flüssigen nnd 
festen Anteils des Butterschmalzes ans 
ein nnd demselben Fasse hinweisen. 
Die im Sommer dieses Jahres in Leipzig 
stattgefnndene nnd in ihren Erfolgen so 
glftnzend verlaufene Wander- Ansstellnng 
der Deutschen Landwirtschaftlichen Ge- 
sellschaft zählte unter den Ausstellern 
in der Erzeugnishalle auch diejenigen 
Anstidten des Rates der Stadt Leipzig, 
deren Bemflstätigkeit Beziehungen zur 
Landwirtschaft aufweisen konnten. So 
hatte die Chemische Untersuchungs- 
anstalt neben einem vollständig für die 
Prüfung landwirtschaftlicher Rohstoffe 
und Erzeugnisse eingerichteten Labor- 
atorium aus ihrer Sammlung auch Gegen- 
stände von allgemeinem Interesse und 
darunter auch eine Probe «flüssiger 
Butter» zur Schau gebracht. Diesem 
Umstände verdanke ich es nun, daß ein 
hier ansässiger Schokoladenfabrikant 
mich eines Tages auf eine ähnliche Er- 
scheinung derVerflüssigung von Kakao- 
butter in seinem Betriebe aufmerksam 
machte. Er gab an, trotz langjähriger 
Praxis etwas ähnliches noch nicht be- 
obachtet zu haben. Es muß immerhüi 
auffällig erscheinen, daß bei Einhaltung 
genau desselben Fabrikationsverfahrens, 
beim Abpressen ein und desselben Kakaos 
von vielen erstarrten Blöcken plötzlich 
nur einer oder nur wenige die Neigung 
zur Bildung flüssiger Ausscheidungen 
zeigen. So unerwartet und schnell das 
Ereignis eintritt, verschwindet es auch 
wieder und vielleicht jahrelang ist Ähn- 
liches nicht wieder zu beobachten. Beim 
Studium der Literatur traf ich nur auf 
eine Angabe^) über ähnliche Beobacht- 



ungen, die Strube im Betriebe 4er Kakao* 
und Schokoladenfabrik David Söhne^ 
Halle a. S. anstellen konnte. Nach ihr 
könnte man der Meinung sein, daß nur 
der Kakaobutter der Herkunft «Samana» 
die Eigenschaft, bei langsamem Erkalten 
flüssige Anteile auszuscheiden zu kommt. 
In dem hier beobachteten Falle handelt 
es sich nach Angabe des Fabrikanten 
um die bekannte Superior Bahia-Marke, 
während andere in derselben Fabrik 
nach ganz gleichem Verfahren bear- 
beitete Qualitäten wie Thomö, Ariba, 
Akra, Machalla, Guyaquil, Trinidad, 
Ceylon, Kamerun und besonders auch 
Samana noch niemals Anzeichen der 
Verflüssigung aufwiesen. 

Das eigenaiüge Bild der seltenen 
Erscheinung, die sich zuerst durch Feucht- 
werden des Einschlagpapieres unange- 
nehm bemerkbar macht, ist eine Anf- 
rauhung der sonst glatten Ränder des 
Blockes, der hingegen in seinen inneren 
Teilen durchaus normale Beschaffenheit 
behält. An den Randteilen bilden sich 
Nester, die beim Berühren oder An- 
schneiden einen öligen Inhalt zeigen, 
nach außen aber mit einer schwachen 
harten Decke versehen sind. Durch 
Aufsaugen mit Papier läßt sich der ölige 
Anteil vom festeren, wenn auch nicht 
vollkommen, trennen. Man erhält so 
einen öligen, dunkelbraunen, bei Zimmer- 
temperatur flüssig bleibenden und einen 
halbfesten, braunen Anteil. Sowohl die 
fltlssige, wie auch die halbfeste, butter- 
weiche Kakaobutter habe ich einer ein- 
gehenden und entsprechenden Prüfung 
unterzogen und die Resultate den Eh*- 
gebnissen derselben aber aus den Inneren 
Teilen des Blockes stammenden festen, 
hellgelben Kakaobutter gegenüber ge- 
stellt. 

Hierbei zeigten die einzelnen Fettteile 
desselben Blockes folgende Beschaffen- 
heit : 



*) Bericht über die Tätigkeit des Chem. Unter- 
snoh.- Amtes der Stadt Leipzig 1907, 26. 

♦*) Ztsohr. f. öfifenti. Chem. 1905, 11, 215. 



• 


halb- 


öliger 


Fester 


fester 


Anteil 


Refraktion 






bei 400 C 47,2 


48,4 


61,8 


Jodzahl (Mittel) 38,63 


46,42 


66,63 


Erstarrongspkt. 15bi8l60 


9 bis IQo 


3bi8 40 


Schmelzpunkt 31<> 


24« 


110 



Feeter 
Bioregrad 1 g 

rettTerbraacht 1,0 n/10 

Farbe 

(gSEchmolzen) hellgelb 



öliger I 

A nf All 



halbfester Anteil 

1,45 n/10 2,05 n/10 
dankel- 
hellbraun braun 



Es ist auch hieraus ersichtlich, daß 
die Beschaffenheit der flflssigen Kakao- 
butter in gleicher Weise wie die der 
flflssigeii Butter gegenüber den Normal- 
fett^i in den gleichen Merkmalen zum 
Ausdruck kommt: Steigerung der Be- 
fraktometerwerte und der Jodzahlen. 
Es hat demnach eine Anreicherung jod- 
addier^ider Oleine stattgefunden, und 
die Elrscheinung ist als eine rein physi- 
kalische Erscheinung, als eine fraktion- 
ierte Kristallisation, keineswegs aber 
als eine chemische Neubildung zu deuten. 
Soweit bekannt ist, gehOrt die Erschein- 
ong der Verflnssigung der £[akaobutter 
zu den großen Seltenheiten. Ihm ist 
deshalb vorläufig noch kein bestimmen- 
der Einfluß auf die Begutachtung von 
Kakao- und Schokoladenwaren im Dienste 
der öffmitlichen Nahrungsmittelkontrolle 
beizumessen. Bei ihrem Auftreten zieht 
sie anch nicht das gesamte Kakaofett, 
noch nicht einmal den gesamten Inhalt 
eines Blockes, sondern nur geringe An- 
teile desselben, in Mitleidenschaft Immer- 
hin gilt es auch an dieser Erscheinung 
nicht achtlos vorüber zu gehen. Vor 
allem sollte man sich nicht scheuen, 
ihnliehe beobachtete Fälle der Oeffent- 
Uchkeit bekannt zu geben, um sich über 
die Häufigkeit vor allem aber über die 
Bedeutung für die Nahrungsmittelchemie 
ein zutrej^ndes urteil bilden zu können. 



Ueber die Anfertigung von 
gefällten Ampullen. 

Der Schlnfi von Seite 1002 des vorigen 
JahrgaageB (1909) wird wegen verspäteten 
EingiBges des Sehrif tstüekes in No. 2 dieses 
Jahrgaoges zum AbdmA kommen. 

Sektiftleitung. 



Die Wasserstoflbahl 

der ungesättigton organisclien 

Verbindungen. 

In der wissensohaftliohen Analyse and bei 
der teehnisehen Materialprüfmig bestimmt 
man den ungesättigten Charakter organischer 
Verbindungen doroh das Halogenanfnahme- 
vermögen derselben, von Hilbl und Wys 
benutzten hierzu das Jod. 8, Fokin zieht 
hierfür den Wasserstoff heran. Unter der 
«Wasserstoff zahl» versteht der Letztere die 
Zahl der ecm Wasserstoff bei 0^ und 760 
mm Dmek (1 L wiegt 0,09 g), welche mit 
1 g der betreffenden Substanz m Reaktion 
treten. Bei den ungesättigten Säuren der 
fetten Reihe stimmen die Resultate mit den 
errechneten theoretischen Werten^ mit Aus- 
nahme der Erukasauroy deren Wert zu klein 
gefunden wurde, gut flberein. Zyklische 
Substanzen mit Doppelbindungen nehmen 
bei gewöhnlicher Temperatur und gewöhn- 
lichem Druck kernen Wasserstoff auf. Nur 
im Nitrobenzol und in der Zimtsfture findet 
eme Reduktion statt Das Verfahren er- 
fordert eine ziemlich umständliche Apparatur 
und sehr sorgfältiges Arbeiten. 

ZUehr. f, antdyt. Gkem. 1909, 337. H. 






Einen Beitrag zur Frage der 
Entstehung von Ammoniak in 
eisen-und manganhalt genTief en- 

wässern 

liefert H. Klut, Er konnte durch Labor- 
atorinmsversuche die Bildung von Ammoniak 
in nitrat- und kohlendiozydhaltigen Wässern 
bei Gegenwart der Sulfide des Eisens und 
Mangans nachweisen. Durch Schflttehi der 
zerkleinerten natdrlichen Mineralien (Schwefel- 
kies, Markasit, Magnetkies, Manganblende) 
mit einem natürlichen Wasser^ welches Sal- 
petersäure und freie Kohlensäure aber kein 
Ammoniak enthielt^ erhielt er Ammoniak- 
mengen von 0,3 bis 0,8 mg im Liter. Da- 
mit findet die Annahme von der Bildung 
des Ammoniaks in Tiefenwässern auf chem- 
ischem Wege Bestätigung und dflrfte das 
Vorkommen von Ammoniak in derartigen 
Wässern, da es nicht Fäulnisvorgängen seme 
Entstehung verdankt, keine sanitären Be- 
denken erwecken. 

Mutig, a. d. Prüfung ssanst. f. Wasserversarg. 
u, Abwasserbeseitg. 12, 1909, 225. PL 



Neue Anneimittel, Speaialitäteii 
und Vorschriften. 

AatittreptokokkeAsemm von Patmirski 
stammt von Pferden, denen Enltnren des 
Streptoeocens oonglomeratus emgeepritzt 
werden. Naoh Xaver Lewkovncz ist der 
Einflnß dieses Semms kein nennens- 
werter. (Wien. med. Wochensehr. 1909, 
Nr. 43 nnd 44.) 

Automors (Pharm. Zentralh. 60 [1909], 
579) ist naoh eigener Angabe der Darsteller 
identisch mit Sanatol (Pharm. Zentralh. 
34 [1893], 569; 39 [1898], 306). Unter 
letzterem Namen kommt es m Oesterreieh- 
Ungam in den Handel. 

Borwachssalbe nach Dr. Oibele: 
Olivenöl 60 g 

Gelbes Wachs 30 g 

Borsfture-Palver 10 g 
Silbemitrat 1 g 

Sie wird znr Behandlung atoniseher Gra- 
nulationen nach Quetschungen und Ver- 
brennungen gebraucht. (Mflnch. Med. Wochen- 
sehr. 1909, 2671.) 

Cocluool wird ein Eeuchhustenmittel ge- 
nannt, dessen Bestandteile auf dem vorliegen- 
den Prospekte nicht mitgeteilt sind. Dar. 
steller : Goducol, G. m. b. H. in Dresden- A. 

Commain ist ein von Wettstein gegen 
Tuberkulose hergestelltes Präparat, zu wel- 
chem Lösungen von Eampher und Jodoform 
verwendet werden. Durch physikalische 
Einwirkungen (welche ?) wird vom Jodoform 
das Jod abgespalten und dieses bildet mit 
dem Eampher ein Hono-Dijodid, sowie Ad- 
ditionsprodukte mit den ungesättigten Oel- 
säuren (woher kommen diese?). In 1 ccm 
der Zubereitung befindet sich 0,01 g der wirk- 
samen Jodverbindung. (Sfldd. Apoth.-Ztg. 
1909, 804.) 

Oalafer ist eine kondensierte Nährmilch 
mit Eisen, welche von Dr. Franz Stohr, 
Fabrik chemisch-pharmazeutischer Präparate 
in Wien II, 3, Raimundgasse 6 hergestellt 
wird. 

Olutubes werden Eapsdn aus Eleber 
genannt, welche den Gelatinekapsehi zum 
Fflllen mit Pulvern oder Flflssigkeiten 
ähneln. Sie sollen im Hagen sich nicht, 
aber im Darm lösen. Man stellt sie in der 
Weise her, daß man eiuen zyiindrisohen, 



oben abgerundeten und schwach angefeuch- 
teten Metallstab in Elebermehl rollt Man 
erhält so eine Eleberhaut, welche man trock- 
nen läfit Nach zehn- bis zwölfmaligor 
Wiederholung dieses Vorganges ist die zy- 
Imdrische Hdlle stark genug, um sie von 
dem Stabe zu entfernen. Geschlossen wird 
sie mittels dner auf gleiche Weise berdteten 
Hfllle von etwas größerem Durchmesser. 

Laktolavol wurd ein nach Angabe von 
Dr. Oukor hergestelltes Bidet-Toilette-Mittel 
genannt^ das als Flflssigkeit und Seife von 
Nuphar Co. in Wien I, Eohlmarkt 1 oder 
von O. <& R. FritX'Pexoldt dk Süß in 
Wien zu beziehen ist Seine Bestandteile sind 
in der vorliegenden Anzeige nicht mitgeteilt. 

Mercuriale nennt Dr. Iranx Stohr, 
Fabrik chemisch-pharmazeutischer Präparate 
in Wien II, 3, Raimundgasse 6 eme 33 Vs- 
proz. Quecksilber-Salbe. 

Plantacid-Alkalicitrate (Pharm. Zentralh. 
60 [1909], 849) sollen aus Alkali in 
pflanzensaurer Bindung und einer Vereinig- 
ung altbewälirter Salze bestehen und gegen 
Gicht und Zuckerkrankheit Verwendung 
finden. (Sfldd. Apoth.-Ztg. 1909, 805.) 

Plantaoid-Easein-Alkali Ist ein diätet- 
isches Nährsalz, das etwa 78 pZt ProteSn- 
stoffe entiiält (Sfldd. Apoth.-Ztg. 1909, 
805.) 

Sensibilisierte Bazillen - Emulsion (8. 
B. £.) wird nach den Angaben von F, Meyer 
und Ruppel in den Höchster Farbwerken 
in der Weise hergestellt^ daß zu der Koch' 
sehen Bazillen-Emulsion etwas Antituberkulln 
enthaltendes Tuberkuloseserum hinzugesetzt 
wird. S. B. E. erzeugt weniger leicht 
Fieber und geringere Infiltrationen als die 
Bazillenemulsion. Sie bildet schwieriger als 
diese Antituberkulln, trotzdem vermag man 
mit ihr sowohl gegen Bazlllenemulmon als 
auch gegen Tuberkulin zu immunisieren. 

T. B. y. und P. y. sind Vaccine, die 
nach Angabe Karl Spengler's hergestellt 
werden. Weiteres ist uns darflber zurzeit 
nicht bekannt 

B, Mentxel, 



Kritik sur Hamzucker- 

Bestimmung mit dem Olukosi- 

meter nach Zeehandelaar 

lautete ein von F. Qoldmann in der 
DeatBehen Fhann. OeeellBehaft zu Berlin 
gehaltener Vortrag (Beriohte derselben 1909; 
233). 

Ehe wir anf diesen Vortrag näher ein- 
gdien, aei das Glnkosimeter naeh einer ge- 
gebenen Abbildung knrz beeohrieben. Es 
besteht in der Hanptsaehe ans einer 12- 
eekigen drehbaren Sftnle, deren Längsfläohen 
versehiedene Farbtone anfweisen^ die den 
Firbnngen entspreehen^ welebe 10 oom 
eines vorbehandelten Harnes naeh dem 
Kodien mit 5 oem einer lOproz. Kalilange 
je naeh ihrem Zuckergehalt geben. Die 
Vorbehandlung des Harnes besteht in dem 
Versetzen von 80 oom mit 20 oom einer 
20proz. Losung von Bleiaoetat und Filtra- 
tion. Auf der OberQftche der Säule ist der 
Zaekergebalt in Prozenten fflr jeden Farben- 
ton angegeben. 

Nadi dem Urteil des Vortragenden be- 
ginnen die Sehwierigkeiten des Verfahrens 
mit dem Eoehen des mit Kalilauge vert 
setzten Harnes. Zeehandelaar verlangt: 

1. Langsam und mit Vorsieht koehen, 

2. einigemal durohkoehen und zwar so lange, 
bis die Farbe nieht mehr nachdunkelt Hin- 
nohtlioh des ersten Punktes äußert sieh Vor- 
tragender dahin, daß beim Kochen Aber 
oder in offener Flamme sehr leioht ruek- 
weise Stoße auftreten, die das Arbeiten 
außerordentlioh erschweren, ja sogar bis- 
weilen fast unmöglich machen kOnnen. Der 
zw^e Punkt gestattet dagegen ein ver- 
schieden Öfteres Durchkochen. Es gibt 
keine Handhabe dafür, ob ein Harn im 
Verlaafe des Kochens noch um emen Ton 
nachgedunkelt ist. Nach Ansicht Ooldr 
man?i^B bleibt das Ende der Reaktion dem 
üntersuehenden zur Entscheidung selbst Aber- 
lassen. Um den Beweis zu erbringen, daß 
die Reaktion hinsichtlidi des Farbtones ab- 
geschlossen ist, muß man notwendigerweise 
einen Vergleich heranziehen; denn sonst ist 
man nicht in der Lage zu beurteilen, ob 
eine Naehdunkelung noch stattfinden wird. 

Zur Vermeidung beider Fehlerquellen 
hatte Vortragender die Ham-Kalilange-Misch- 



ung in ein siedendes Wasserbad gestellt 
und durch Versuche festgestellt, daß das 
Maximum der Farbenveränderung zwischen 
3 und 5 Hinuten lag. Bei seinen wdteren 
Versuohen hat er sich auf eine genaue 
Zeitdauer von 5 M muten beschränkt. Nach 
dieser Zdt wurde der Inhalt der Gläsdien 
in das zu dem Apparat gehörige Reagenz- 
glas filtriert und mit dessen Skala verglichen. 
Emige der Befunde waren im Vergleioh zu 
den mit dem sogenannten «langen Lohn- 
stein^B^en. Apparat» ermittelten folgende: 



Lohnstein Zeehandelaar 


0,20 pZt 0,25 bis 0,30 pZt 


0,28 1 


0,62 


0,52 > 


0,87 bis 0,94 > 


0,58 > 


1,40 


0,90 . 


1,50 


0,95 : 


1,20 bis 1,30 > 


1,04 ^ 


1,50 


2,50 ^ 


3,10 


2,70 : 


5,00 


5,60 > 


5,00 



Versnobe in bezug auf verschiedenen 
Prozentgehalt an Aetzkali ergaben, daß die 
Menge des Alkali wohl einen Einfluß aus- 
Abt, der zwar f Qr die praktische Verwertung 
ausschlaggebend ist, doch nicht so flber- 
mäfiig, um die großen Unterschiede zu er- 
klären. 

Andere Versnobe dagegen zeigten, daß 
die Dauer des Kochens einen wesentlichen 
Einfluß auf die Verfärbung des Harns aus- 
Abt| wofAr folgende Zahlen sprechen: 

5 Min. 

1,10 pZt 

1,25 

1,40 

2,20 

2,60 

2,70 

Da der Vortragende die gleichen Au- 
slohten in der Berl. Klin. Woehenschrift 
niedergelegt hat, hat Zeehandelaar eben- 
daselbst eine Erwiderung veröffentlicht. Aus 
dieser geht hervor, daß man die FlAssigkeit 
einige Augenblicke in freier Flamme 
aufkocht und dann das ReagenzrOhrchen 
ungefähr fAnfmal durch die Flamme holt 
Die FlAssigkeit darf beim Kochen nicht 
austreten. Jedes längere Erhitzen verfärbt 
den Harn weiter. Die Skala an seinem 
Apparat ist nach den Verfärbungen gemacht, 
welche erhalten werden, wenn man den 



10 Min. 


15 Min. 


1,25 pZt 


2,20 pZt 


2,00 • 


4,20 . 


1,50 . 


2,76 » 


2,50 » 


7,00 » 


5,00 > 


6,00 > 


4,80 . 


5,80 > 



Harn im Reagenzröhrohen kooht and dann 
fünfmal dnlge Sekunden aufkocht Der 
Apparat ist daza bestimmt, in der Sprech- 
stunde eine quantitative Zuckerbestimmung 
ausführen zu können. 

Er veröffentlicht dann eine Tabelle von 
50 Harnproben, die sowohl mit seinem 
Olukosfaneter als auch mit dem Polarisations- 
apparat untersucht worden sind. Außerdem 
wurden 22 Harne davon nach Fehling 
titriert. 

Aus den in dieser Tabelle mitgeteilten 
Ergebnissen geht hervor, daß 28 pZt der 
beiden ersten Bestimmungen gleich waren, 
60 pZt keine höheren Unterschiede als 0,3 
pZt Zucker aufwiesen und 22 pZt 
die letzeren überstiegen. Die Unterschiede 
gegen Fehling waren bei Zeehandelaar in 
5 Fällen zwischen 0,4 und 0,9 zu niedrig 
und in 3 Fällen zwischen 0,4 und 0,5 pZt 
Zucker höher, im übrigen stimmten sie teils 
überein, teils waren sie nicht höher als 
0,3 pZt. -te— 

Berliner Klin.Woehensckr. 1909, 1460. 



Zur direkten Eautsohukbestimm- 
ung in Weiohgummiwaren 

hatte S, Axelrod empfohlen, 1 g der Probe 
in 100 ccm Petroleum (bis 300 <^ (7 siedend) 
im Oelbade am Rückfiußkühler zu lösen, 
nach dem Erkalten 10 ccm der gut durch- 
gemischten Flüssigkeit mit 50 ccm der 
Budde^Belien Bromierungsflüssigkeit (6 ccm 
Brom und 1 g Jod in 1 L Tetrachlor- 
kohlenstoff) zu versetzen. Nach 3 bis 4 
Stunden sollen 100 bis 150 ccm 96proz. 
Alkohol unter Umrühren hinzugefügt, nach 
vollständigem Absitzen des Niederschlags 
durdi dn gewogenes Filter filtriert und nach 
dem Auswaschen und Trocknen bei 50 bis 
60^ gewogen werden. Auf diese Weiss 
wird die Summe von Eautschuktetrabromid 
und den petroleumunlöslichen Anteilen (Füll- 
stoffen) der Mischung erhalten. Der ge- 
wogene Rückstand wird deshalb veraseht 
und die Asche von dem Gesamtgewichte ab^ 
gezogen. Die so erhaltene Menge Tetra- 
bromid wird durch Multiplikation mit dem 
Faktor 314 auf Reinkantschuk umgerech- 
net 



Gegen diese Methode macht nun F. W. 
Hinrichsen geltend, daß in dem Bromid 
noch sämtlicher Vulkanisationsschwefel ent- 
halten sei, daß aber je nach der Höhe des 
Vulkanisationskoöffizienten mehr oder weniger 
große Fehler entstehen müßten. Bei Hart- 
gummiproben mit sehr viel gebundenem 
Schwefel könne das Verfahren sogar völlig 
versagen. Femer sei die Wägung des 
Bromides auf gewogenem Filter unbequem 
und ungenau. Das Gewicht nähme allmäh- 
lich immer weiter ab, vermutlich .infolge von 
Abspaltung von Bromwasserstoff. Der Haupt- 
fehler des Verfahrens liege aber darin, daß bei 
der Wägung des Bromides nach dem Trocknen 
die Füllstoffe ein anderes Gewicht besitzen 
könnten, als nach der Verasohung, wobei 
aus Karbonaten Kohlensäure abgespaltet 
oder Quecksilberverbindungen Mch verfüchtigt 
haben könnten. 

Gegen diese Einwände erklärt Axelrod, 
daß er seine Methode nur für die Unter- 
suchung von We ich kautschuk waren em- 
pfohlen habe; so daß Fehler bei der Unter- 
suchung von Hartkautschukwaren nicht in 
Betracht kämen. Der Fehler aus dem Vnl- 
kaniuerungskoöffiaenten könne aber nicht 
größer sein, weil der empirisch gefundene 
Faktor mit dem aus der Formel des Bromids 
sich ergebenden sehr gut überemstimme. 
Bei einer stark übervulkanisierten Ware mit 
4,4 pZt gebundenem Schwefel betrage der 
Fehler 1,5 pZt. Die Trocknung auf ge- 
wogenem Filter ist in der analytischen Praxis 
sehr oft nicht zu umgehen und führt bei 
Einhaltung der Temperatur zu einwandfreien 
Ergebnissen, weil die Abspaltung von Brom- 
wasserstoff erst oberhalb von 60^ beginnt 
Der Einfluß der Veränderung der Füllstoffe 
kann ebenfalls nidit so hoch angeschlagen 
werden, weil diese bei der Bromierung in 
die Bromide übergehen und in der Alkohol- 
mischung löslidi sind. Nur Bleiverbmdungen 
kommen für den Fehler in Frage, da das 
Bleibromid nicht löslich und bei der Ver- 
aschung flüchtig ist. In diesem Falle ist 
ein Abrauchen mit Salpeter- und Schwefel- 
säure zu empfehlen, wobei das Blei in Sulfat 
übergeht und mitbestimmt wird. Auch hier 
sind die Fehler sehr klein. 

Ckem.'Ztg. 1909, 735, 895. - he. 



Ergofhionein, ein neuer Bestand- 
teil des Mutterkorns. 

Im Matterkoni fand C. Tanret emen 
neuen aehwefelhaltigen basisehen 
Stoffy den er mit Rfloksieht auf Herkunft 
und Znaammenaetznng «Ergothion^n» nannte. 

Znr Darstellung enehOpft man daa 
Mntterkom mit 90proz. Alkohol, destilliert 
ans der Kolatur den Alkohol ab und trennt 
den winerigen Bfiekstand von den aus- 
geadiiedenen Fetten und Harsen dureh Fil- 
tration« Darauf sefalägt man die färb- 
enden Substanzen und das Ergotinin mit 
20proa. Sohwefelsfture nieder, entfernt die 
SdiwefeUure mit Barytlauge und klärt die 
FlllsBigkeit mit basisohem Bleiaoetat. Im 
Fütrat fällt man das gelMe Blei mit Sehwefel- 
säuiay filtriert von neuem und zieht zur 
Entfernung der Alkaloide die alkaliseh ge- 
machte FIQssigkeit mit Chloroform aus. 
Dann fäUt man die Base in der mit Essig- 
säure wieder angesäuerten Flüssigkeit mit 
emer heißen Quedndlberchloridlösung (8 = 
100), wäscht den Niedersehlag gut mit 
Wasser aus, verteilt ihn m einer gröfieren 
Wassermenge und zersetzt ihn mit Sehwefel- 
wasserBtoff. Naeh Entfernung des Quedc- 
nlbeimifides, engt man endlieh die Flfissig- 
keit dureh Eindampfen unter vermindertem 
Dmek zum Sirup ein, aus dem sieh das 
Salzsäure Ergothioneln in Kristallen ab- 
scheidet. Die Kristalle werden dureh Waschen 
mit Alkohol und Umkristallisieren aus Wasser 
gerräiiget Die Ausbeute beträgt 1 g von 
1 kg Mutteikom. 

Das salzsaure Ergothioneln kri- 
Btalliaiert aus wässeriger Lösung mit 2 Mole- 
kfilen Wasser und hat die Zusammensetzung 
G9H15N3O2S . HCl . 2H2O. Aus dem Chlorid 
ertiält man die freie Base, indem man das 
Salz in heißem Wasser lOst und Calcium- 
karbonat in kleinem üebersohuß hmzutflgt 
Nadi dem Aufkochen und der Filtration znr 
Entfernung des Calcnims fällt die Base nach 
Znsatz von Alkohol in Ejistallen ebenfalls 
mit 2 Molekfllen Wasser aus. 

Ergothioneln ist leicht lOslich in 
Wasser, schwer in Aethyl- und Methylalko- 
hol und Aceton, unlödidi in Aether, Chloro- 
form und Benzin. Die wässerige LOsung 
dreht die Ebene des polariaerten Lidites 
nadi redits {a[j>] + 110^. Die freie 



Base schmilzt gegen 290^ C unter Zersetz- 
ung, ist also nicht flüchtig. Im frischen 
Zustand sind die farblosen Kristalle des 
Ergothionelns geruchlos, bei der Aufbewahr- 
ung in verschlossenen Flaschen nehmen sie 
einen unangenehmen Geruch an. Der Ge- 
ruch entwickelt sich nicht, wenn die Kri- 
stalle in Kohlendiozyd aufbewahrt werden. 
Ergothioneln ist eme schwache Base, die 
mit starken Säuren gut kristallisierende Salze 
bildet Die Lösung der Salze gibt mit Ka- 
lium- Queoksilber Jodid, mit Jod- Jodkalium und 
Quecksilberohlorid Fällungen, aber nicht mit 
Pikrmsäure und Tannin. Schmilzt man das 
Salz mit einem Alkali zusammen, so ent- 
wickelt die Schmelze auf Znsatz einer Säure 
Schwefelwasserstoff. Erhitzt man die 
wässerige LOsung mit Pottasche und Chloro- 
form, so färbt sich die Flfissigkeit grfln nnd 
nach der Neutralisation blau. Pi. 

Jaum, de Pharm, et de Chim, 1009, 145. 



Fergenol, 

aber das in Pharm. Zentralh. 50 [1909], 
633 kurz berichtet worden ist^ hat Dr 
F. Zemik untersucht und kennzeichnet es 
folgendermaßen: 

Natrium perboricum cum Natrio 
bitartarieo — Pergenolnm. 

Weißes kristallmisches, in Wasser sehr 
leicht lösliches Pulver. Die wässerige Lös- 
ung (1 + 49) soll blaues Lackmuspapier 
kaum merklich röten, rotes nicht verändern. 
Werden 5 ccm dieser Lösung mit 1 ccm 
Kaliumdichromatiösung versetzt^ sodann mit 
1 ccm Aether flberschichtet und schließlich 
5 ccm verdünnte Schwefelsäure zugesetzt, 
so färbt sich der Aether beim ümschüttehi 
der FlQssigkeit tief blau. Nach dem An- 
säuern mit Salzsäure färbt die Lösung des 
Pergenols Kurkumapapier braun ; diese Färb- 
ung tritt besonders beim Trocknen hervor 
und geht beim Besprengen mit wenig 
Ammoniakflflssigkeit in Grünsohwarz über. 
0,1 g Pergenol werden mit 2 ccm konzen- 
trierter Schwefelsäure gelinde erwärmt ; nach 
Aufhören der stürmischen Gasentwiekeiung 
wird zu der abgekühlten Flüssigkeit ein 
KristäUchen Resorrin zugefügt und erneut 
erwärmt; die Flüssigkeit färbt sich dabei 
purpurviolett 

2 g Pergenol werden in 100 ccm Wasser 
gelöst 10 ccm dieser Lösung sollen nach 



8 



Zusatz von 2 eom verdQnnter Sehwefelsänre 

14,5 oom YiO'^^™^^'^^^°^P^'™'^S^^^' 
Itenng zur bleibenden ROtong verbrauchen. 

10 ccm derselben LOsong werden mit 40 

eom Glyzerin versetzt und nnter Znsatz von 

Phenolphthalein mit Vi o ' Normal • Kalilauge 

titriert; es sollen 15 eom Lange bis zur 

Rötung verbraueht werden und auf Zusatz 

weiterer 10 oom reinem Glyzerin soll die 

Flüssigkdt nicht entfirbt werden. 

Die wässerige, mit Salpetersäure ange- 
säuerte Lösung des Pergenols soll durch 
Bariumnitratlösung nicht verändert und durch 
SilbemitratlöBung höchstens opalisierend ge- 
trübt werden. In der wässerigen Pergenol- 
lösung soll Ammoniumoxalat keine Trflbung, 
Ferrocyankalium höchstens eme ganz schwache 
Bläuung hervorrufen. 

Vor Feuchtigkeit geschfltzt auf- 
zubewahren. 

Die Pergenoltabletten enthalten je 
0,5 g Pergenol und etwas Natriumbikarbo- 
nat Pergenol-Mundwassertabletten 
und Mundwasserpulver besitzen Pfeffer- 
minzgeschmaok und Pergenol - Mund- 
pastillen enthalten 0,1 g Pergenol, wel- 
ches statt mit Bitartrat mit Zitronensäure 
hergestellt ist^ und Zucker. 

Apath.'Ztg. 1909, 664. —<».— 

Zur Herstellung von sterilisierter 
Oelatinelösung 

wird folgendes Verfahren mitgeteilt: 

100 g bester Gelatine werden in einer 
Porzellan- oder emaillierten Schale unter 
Erwärmen in 1 kg Wasser vollständig gelöst. 
Ist die Lösung sauer, so muß sie neutral- 
isiert werden. Nach dem Erkalten auf 40 
bis 45^ (7 wird ein Eiwdß mit einer mehr- 
fachen Raummenge obiger Lösung geschlagen 
und der ganzen Lösung zugefügt. Nun wird 
die Mischung in einem Kolben in strömen- 
dem Dampf 20 bis 25 Minuten, eriiitzt, 
darauf 5 bis 8 Minuten unter Druck im 
Autoklaven bei 103 bis 105 ^ C. Alsdann 
filtriert man im Autoklaven bei schwach 
strömendem Dampf, weil hierbei das Filtrieren 
schneller vor sich geht und ein Verdampfen 
vermieden wird. Das Fiitrat wird nun mit 
Wasser auf 1 kg ergänzt. Es muß voll- 
ständig klar sein und eine feste Gallerte 
geben. Nach Auflösung von 0,8 pZt Koch- 
salz ist die Lösung fertig und wird in steril- 



isierte Ampullen zu 25.0 und 50,0 g ab- 
gefüllt, wobei ein Benetzen ihres Halsee zu 
vermeiden ist. Die zugesdimolzenen Am- 
pullen werden an drei aufeinanderfolgenden 
Tagen je 25 bis 30 Minuten im strömenden 
Dampf sterilisiert Darauf werden sie wäh- 
rend dreier Tage in dem Thermostaten bei 
37^ gehalten, wobei keine Kolonien aua- 
wachsen dürfen. Die Aufbewahrung erfolge 
an einem kühlen Orte. Lösungen von 
weniger als lOpZt werden durch entsprech- 
ende Verdünnung dieser mit physiologischer 
Kochsalzlösung erhalten. 
Pharm. Ztg. 1909, 651. H. M. 



Ueber EiweiBproben in der 

Praxis 

hat Dr. Fr. Engels einen gröfieren Aufsatz 
veröffentlicht, in welchem er des Näheren 
ausführt, daß die Koohprobe mit vor- 
herigem Säurezusatz unzuverlässig ist. 
In bezug auf die Essigsäur e-Ferro- 
cyankaliumprobe äußert er sich dahin, 
daß bei geringem Eiweißgehalt die Reaktion 
oft erst spät auftritt, mitunter erst dann, 
wenn man durch Reiben der Reagenzglas- 
wand mit einem Glasstab das Ausfallen be- 
schleunigt hat Hinzu kommt noch, daß 
die Ferrocyankaliumlösung beim Stehen 
leicht trübe wird, was bei geringen Eiweiß- 
mengen in nioht ganz klaren Harnen oft 
sehr stört. 

Die Salpetersäure- Schiditprobe steht 
für den einigermaßen Geübten den anderen 
Proben an Sicherheit nicht nach. Zeit- 
raubend ist es, die durch harzartige Körper 
und nach Terpentingebrauch entstehenden 
Fällungen auszuscheiden, da sie sieh nicht 
immer beim Sieden lösen oder aufhellen. 
In solchen Fällen ist man gezwungen, nach 
dem Erkalten den Niederschlag abzupipettieren 
und zu sehen, ob es sich in reichlichem 
Alkohol löst. In fHUen, wo man unsicher 
ist, soll man eine feine Palette etwa 2 cm 
tief in konzentrierte Salpetersäure tauchen 
und sie alsdann, mit dem Daumen ver- 
schlossen, mindestens 4 bis 5 cm tief in 
den Harn tauchen, worauf man durch Ent- 
fernen des Daumens den Harn in die Pipette 
treten läßt. Bei vorhandenem Eiweiß sieht 
man dann eine milchig getrübte Säule in- 
mitten des klaren Harns. 

Deutieh. Med. Wochemehr. 1909, 2063. — /»— 



9 



Bin einfaches Verfahren zum 
Nachweise der Benzoesäure in 
der Freifielbeere und Moosbeere 

hat A. Nestler^) mitgeteilt^ das auf den 
mikroekoekopifiehen Naohweis der Benzo6- 
ainre beruht und nnter Beaehtnng ihrer fol- 
genden Eigenaehaften vollkommen anareioht 

1. Die Form der Kristalle und Aggregate 
des anter bestimmten Bedingungen dnreh 
Sublimation erhaltenen Besehlages; 

2. die LOBliehkeitByerh&ltnisse der Benzo6- 
s&are: 

3. ihr mikroehemiseher Nachweis. 

Zur Sublimation verwende man eine 
ühiaehale mit ungefähr 7 om Durchmesser 
des Kantenkreises von 1 mm Dicke; eine 
runde Glasplatte zum Bedecken mit 10 cm 
Darehmesser und 1;5 mm Dicke; eine Mikro- 
fbunme ungefähr ^/^ om hoch, deren Spitze 
12 em vom Drahtnetz entfernt ist^ das auf 
einem Dreifuß ruht — Die Glasplatte ge- 
stattet leicht, daß man auf ihrer Außen- 
seite eine grOßere Menge Wasser genau 
Aber dem in der ührschale befindlichen Ob- 
jekte und einige kleine Tropfen im Kreise 
angeordnet bringen kann. Dieses Kflhl- 
waflflr ist fflr das gute Gelmgen der Su- 
Uimation von Bedeutung. Auf diese Weise 
ist CS auch mOglich, den Beschlag sofort 
nadi seiner Entstehung unter dem Mikroskop 
zn nntersuehen. 

Verwendet man hierzu einige wenige 
Kmtäliehe Benzoesäure, so erhält man be- 
reits nadi 3 Minuten einen deutiiehen Be- 
schlag^ der nach weiteren 2 Minuten stark 
geworden ist: zierliche Gmppen ausrosetten- 
förmig angeordnetian dünnen, daher öfters in 
schönen Farben erscheinenden Blättchen, 
der«i freie Enden meist einen einspringen- 
den Winkel zeigen, emzehie schief rhombische 
Prismen (Benzoösäure kristallisiert monoklin) ; 
laaggestreekte gerade oder gekrümmte Ag- 
gregate, die aus prismatischen Formen auf- 
gebaut sind; die Einzelformen dieser Aggre- 
gate sind öfters nur durch Zähne und vor- 
qiringende Kanten angedeutet. 

Schlägt sidi die Benzoösäure vereint mit 
kleinen Wassertropfen an der Glasplatte 
nieder (z. B. bd der üntersuchnng des 



') Semderabdruck a. d. Bericht der Deutschen 
BotSQ. Gesellach. 1909, Bd. XXYU, H. 2. 



Fruchtfleisches der Plreifielbeere), so ersdieint 
sie nach dem Verdnnsten der Tröpfchen in 
sehr unregelmäßigen Formen. 

Dünne, durch Sublimation erhaltene Be- 
schläge von Benzo^B&ure verdunsten bei 
Zimmerwärme nach wenigen Stunden voll- 
ständig. 

In kaltem Wasser sind mikroskopisch 
kleine Teilchen sehr langsam löslich^, wäh- 
rend kleinere Ej*iBtallgruppen selbst nach 
einer Stunde kaum eine Veränderung zeigen ; 
in Aether sehr leicht löslich, nach dessen 
Verdunsten sieht man lange, stabförmige 
Prismen dichtgedrängt angeordnet^ an man- 
chen Stellen bei 80 f acher Vergrößerang 
dunkle Flecken, die aus zahh*eichen, dicht- 
gedrängt liegenden Kristallen und Aggre- 
gaten bestehen; in Chloroform sehr leicht 
löslich, nach dem Verdunsten sehr schöne 
rankenartige Bildungen, bei sehr geringen 
Mengen von Benzoösänre nur kleine haar- 
förmig gekrümmte und gekräuselte Formen ; 
leicht löslidi m Alkohol, nach dessen Ver- 
dnnsten stabförmige Prismen, feine Nadeln 
oft büschelförmig angeordnet, kleine ge- 
krümmte Nadeb, dnzelne monokline Pris- 
men u. a. Formen. 

Zum mikrochemischen Nachweis 
löst man die Benzoösfture in ^/iQ-J^ormsl- 
Natronlauge und fügt zu der LSsung eine 
ganz geringe Menge Salzsäure oder Salpeter- 
säure hinzu, worauf sich die Benzoösäure so- 
fort in kennzeichnenden Formen ausscheidet: 
vorherrschend zierlidie Aggregate, die an 
Zypressen- oder Thujazweige erinnern, außer- 
dem langgestreckte Kristallfelder, die aus 
vielen in gleicher Richtung aneinander ge- 
reihten rektangulären LAmellen bestehen und 
kleinere Aggregate aus wenigen Täfelohen. 
Man gehe in der Weise vor, daß man etwas 
von dem dnrdi Sublimation eriialtenen Be- 
schläge abschabt, auf einen Objektträger 
überträgt und einen Tropfen Natronlauge 
hiznfügt. Nach erfolgter Lösung setzt man 
eine Spur von Salzsäure (spezif. Gewicht 
1,092) zu, worauf obige Formen sichtbar 
werden. 

Eine einzige Frucht der Preißelbeere 
(Vaccinium Vitis idaea L.) genügt, um zu 
beweisen, daß sie verhältiiismäßig rttch an 
Benzoösäure ist Diese ist sowohl in der 



«) 470 Teüe Wasser von W löslich. 



10 



Frnohfhaat, in dem Fraehtfleisoh nnd Aem 
Kernen vorhanden. Zerkleinert man die 
Fmoht mit den Fingern oder mit einem 
Messer in grobe Stflcke und unterwirft diese 
der Sublimation, so erhSlt man naeh 7 bis 
10 Minuten einen starken Besehlag: zahl- 
zahhreiche Aggregate mit öfters sehr langen, 
flachen prismatisehen Bildungen, die am 
Ende zerschlitzt sind und Einzelkristalle, 
die naeh den flbrigen Eigenschaften alsBenzoS- 
säure gekennzeichnet sind. Mit dem gleichen 
Erfolge kann man auchmitZncker eingekochte 
Preißelbeeren verwenden. Bei dem vom 
Verfasser vetwendeten trocknen Beeren 
kamen durchschnittlich 45 Erflehte auf 1 g. 
Nach Kanger wurden in 1 kg trockner Beeren 
4,51 g Benzo^äure gefunden. Demnach 
enthUt eine einzige Beere ungeffthr 0,0001 g 
BenzoSsfture. Man ist aber imstande, noch 
geringe Mengen mit Leichtigkeit nachzu- 
weisen. 

Um größere Mengen BenzoSsAure zu erhalten, 
genflgt es, etwa 10 Beeren flflchtig mit Aether 
zu flbergießen, nach dessen Verdunsten im 
Uhrschälsdien eine dicke Kruste von köm- 
iger Besehaffenheit znrflckbleibt. Diese, 
der Sublimation unterworfen, gibt nach etwa 
10 Minuten einen sehr starken Besehlag 
von BenzoMkire, während im Schälchen 
em weiß erschemender kömiger Rflckstand 
verbleibt, der aus Wachs besteht. Hieraus 
geht hervor, das BenzoSsänre auf der Außen- 
seite der Fruchtschale mit dem Wachsübe^ 
zug sich befindet Sie kommt aber auch 
im Innem der Fruditschale vor. 

In den Samenkemen läßt sich die Benzoe- 
säure dadurch nachweisen, daß man sie in 
einer Reibschale zerreibt, einige Minuten mit 
Aether auszieht, diese bei Zimmerwärme im 
ührschälchen verdunsten läßt und den Rflck- 
stand durch Sublimation prflft. 

Aus dem Frachtfldseh läßt sich die 
Benzoösäure unmittelbar durch Sublimation 
nachweisen. 

In den Laubblättem und Stempeln der 
Preißelbeere im Zustande nach der Reife 
der Früchte war Benzoösäure auf keine 
Weise zu finden. 

Die Moosbeere (Vaccinium Oxycoeeus 
Z.) enthält ebenfalls freie BenzoSsäure, doch 
in geringerer Menge als die Preißelbeere. 

Bei Heidelbeeren (Vaccinium Myr- 
tyllus L.) und Raus oh beere (Vaednium 



uliginosum L.) wurde weder freie noch ge- 
bundene Benzoösäure gefunden. 

In den Erflehten der Preißelbeere ist bis- 
her nur ein Parasit gefunden worden: Sele- 
tinia üraula (Wein) Behm. Er ent- 
wickelt sein Sclerotium in der Beeren und 
erzeugt hier die Sderotiumkrankheit der 
Preißelbeeren. Danach scheint es, daß die 
Benzoösäure die schädigende Wirkung des 
Parasiten nicht hmdem könnte. Es ist je- 
doch zu berflcksichtigen, daß dieser Pilz 
schon zu emer Zeit in den Fraehtknoten 
eindringt, zu dem in ihm wahrscheinlich noch 
keine freie BenzoSsäure vorhanden ist. Sie 
bildet sich ernst beim Ausreifen der Frfichte. 
Es mflUte auch untersucht werden, ob in 
den von der Sclerotinia befallenen Frflditen 
Benzoösäure flberhanpt vorhanden ist 

Dieses emfache SubUmationsverfahren 
kann man auch bei anderen Objekten an- 
wenden, welche Benzoösäure von Natur aus 
oder zugesetzt enthalten. Von Benzoöharz 
ist dies ja bekannt Bei Tolubalsam sublim- 
iert außer der freien BenzoSsäure aoch 
Zimtsäure. Die Formen des Beschlagea 
sind aber verschieden von denen der freien 
Benzoösäure. Durch Anwendung von Am- 
moniak und Sübemitrat konnte audi hier 
BenzoMlure nachgewiesen werden^). 



Ueber die Fi*üfiiiiK der Magnesia 

usta 

haben H, Frerichs und W. Kroseberg 
einen Aufsatz veröffentlidit, den sie mit 
folgender Forderung schlieBen: 

0,5 g gebrannte Magnesia werden mit 
30 ccm Normal-Salzsäure und etwa 20 com 
Wasser bis zur Lösung der Magnesia 
schwach erwärmt Nach Zusatz von einigen 
Tropfen Methylorangdösung sollen zur Er- 
zielung einer gelbroten Färbung nicht mehr 
als 7,1 ccm N.-Kalilauge verbraucht werden. 

Hierbei entspricht der Säureverbrauch emem 
Oehalte von 92,5 pZt Magnesiumoxyd, wo- 
bei vorhandenes Galdurnöxyd und Galdum 
bezw. Magnesiumkarbonat als Magnesium- 
oxyd mitberechnet ist 

Äpoth.-Ztg. 1909, 679. — <*— 



>) E. Behrens Anleitung z. mikrochem. Aoa- 
lyse 1897, H. IV, 93. 



11 



■ahrungsmittel-Cheinie. 



Zum Nachweis einiger 
tierisolier Fette inGemiscben mit 
anderen tierischen Fetten nach 
dem Polenske'schen Differenz- 

Verfkhren« 

Das Verfahron von Ooske ist wie das- 
jenige von Polenske zu den physikaliflchen 
Methoden za rechnen. Ersterer empfahl 
zoeiBt die Bestimninng des Erstarmngspnnktes 
snm Nachweis des Rindertalgs im Sehweme- 
sehmalz. Polenske baut sein Verfahren 
bekannflidi auf der von ihm zuerst beob- 
aditeten Tatsache anf, daß die Temperatur* 
dffferenz zwisdien dem Sehmdz- nnd Er- 
starnmgspnnkte einer Fettart innerhalb ver- 
hlttniamäfiig enger Grenzen liegt, sieh jedoch 
sofort verschiebt, sobald ein fremdes Fett 
beigemengt ist Für die Ermittelnng dieser 
beiden physikalischen Eennzahlen sind die 
von Polenske angegebenen Vorschriften 
(Arbeiten a. d. Eaiserl. Gesundheitsamt 
1907, 86, 444, 1908, 29, 272) genau em- 
zuhalten. 

Der Verf. sucht zunächst festzustellen; 
ob bei der Polenske^wiiesi Methode ver- 
sdiiedene Beobachtungen zu denselben Re- 
sultaten kämen. Dies war der Fall. Die 
größte Differenz m den Ablesungen bei 2 
Beobachtern betrug 0,3^. Demnach stellte 
Verf. in üeberemstimmung mit anderen 
AutiMren die Tatsache fest, daß mit dem 
Verfahren zufriedenstellende Ergebnisse audi 
von verschiedenen Beobachtern erzielt wer- 
den, wenn die Arbeitsbedmgungen genau 
eingehalten werden. Er ermittelte weiter- 
hin, daß es notwendig ist, die mit Fett ge- 
füllten KapillarWSuren 24 Stunden lang auf 
Eis zu belassen. Läßt man sie z. B. bd 
etwa + 14^ (7 stehen, anstatt im Eis- 
kasten, so kommt man zu vollständig fal- 
schen Besultaten. Femer ist nicht allein 
darauf zu achten, daß die Bohren den von 
Polenske vorgeschriebenen Durchmesser auf- 
weisen, sondern auch darauf, daß sie ra 
allen ihren Teilen eine gldohe lichte Weite 
besitzai. Als zwedonäßig erwies sich die 
Anwendung eines in Vs Grade eingeteilten 
Thermometers, dessen Skala ' von 20 bis 
70«> reicht • 



Für die Erkennung des Versehwindens 
der letzten Opaleszenz hat sich, abgesehen 
von dem empfohlenen sdiwarzen Hinter- 
grunde und der Kontrolikapillare der Bezug 
des unteren Teiles des Glasrflhrers mit einem 
schwarzen Gummischlauch als gutes HüCb- 
mittel erwiesen. 

Die Bestimmung des Erstarrungspunktes 
gestaltet sich wesentlich einfacher und ftlhrt 
zu stets genau überemstimmenden Ergeb- 
nissen bei Emhaltung der Polenske'wiieii 
Arbeitsbedingungen. 

In den Bereich seiner Untersuchungen zog 
Verf. folgende Fette : Oleomargarine, Schweine- 
schmalz sowie Butter verschiedener Herkunft. 
Aus den üntersuchungsergebnissen sei fol- 
gendes hervorgehoben: Polenske fand als 
Differenzzahl fflr Rmdertalg 12,8 bis 14,7, 
Verf. 13,65 bis 14,85. Bei 2 selbstous- 
goliHBonen Rindertalgproben und emer aus 
England bezogenen flberschritt die Differenz- 
zahl die von Polenske beobachtete HOdist- 
grenze von 14,7 um 0,1 bis 0,15. Von 
verschiedenen Autoren ist nachgewiesen, daß 
die Zusammensetzung der Fette je nach der 
Eörperstelie eine verschiedene ist. Während 
s. B. das aus den Nieren ausgelassene Fett 
einen Schmelzpunkt von 50,15 und emen 
Erstarrungspunkt von 36,2 aufweist, schmilzt 
das Banchfett bei 52,25 bezw. erstarrt es 
bei 38,6. 

Bei einer aus dem an amerikanischem 
Rindfleisch anhängenden Fett selbst ausge- 
lassenen Probe beobachtete Verf. einen 
Schmelz- und Erstarrungspunkt von 35,5 
und 22,4, so daß diese Werte gegenaber 
den von Polenske angegebenen (41,2 und 
28,4) bedeutend zurflckbleiben. Aber trotz 
dieser Unterschiede bewegen sich die Differenz- 
zahlen, die fflr die endgiltige Beurteilung 
allein in Betracht kommen, innerhalb der 
engen Grenzen von 13,1 bis 14,85. Eben- 
so hielten sich die fflr Oleomargarine gefun- 
denen Grenzpunkte 31,6 bis 32,55 und 
Erstarrungspunkte 19,5 Im 20,75, bezw. 
die aus diesen sich ergebenden IMfferenz- 
zahlen 11,0 bis 12,3 innerhalb der in der 
Po/e7töA:ß'schen Originalarbeit angegebenen 
Werte, im Gegensatz zu den Befunden von 



12 



Fischer nnd AlperSf die Differenszahlen 
bis zu 15,46 fanden. 

Bei Sohweinesefamalz fand Verf. Sohmelz- 
pnnkte zwisohen 44,35 nnd 45,5 und Er- 
starmngspnnkte zwischen 24,3 nnd 26,0. 
Diese Befunde decken sieh ebenfalls mit 
den 7on Polenske gefundenen Zahlen, die 
Differenzzahlen schwanken zwischen 19 und 
21, wie auch Polenske angibt 

Bei den Bntteruntersuchnngen des Verf. 
aber zeigten die Schmelz- und Erstarrungs- 
punkte, sowie die Differenzzahlen eine 
wesentliche Ueberschreitung der von Polenske 
seinerzeit aufgestellten Grenzzahlen, was 
auch schon von anderen Autoren festgestellt 
wurde. Aber auch der von Polenske in 
semem Nachtrag zu der Abhandlung «üeber 
den Nachweis einiger tierischer Fette in Oe- 
mischen mit anderen tierischen Fetten» auf- 
gestellte Leitsatz: cEine Butter ist mit 
Schweineschmalz oder anderen Fetten, die 
eine höhere Differenzzahl als Butter haben, 
gef&lscht, wenn in dem aus 75 Teilen Butter- 
fett und 25 Teilen Talg hergestellten Ge- 
misch eine höhere Differenzzahl als 15, m 
dem ursprünglichen Butterfett aber eine 
niedrigere Differenzzahl als in dem Talg- 
gemisch erhalten wird» ist nach den vom 
Verf. gemaditen Erfahrungen nicht aufrecht 
zu erhalten. 

Nach vorstehendem Leitsatz wären 11 
aus Rußland und Dänemark stammende 
Butterproben, die Verf. untersuchte, zu be- 
anstanden gewesen, während der sonstige 
chemische Befund einerseitB nnd die Her- 
kunft andererseits jeden Verdacht dner 
Verfälschung ausschloß. Auch bei selbst 
hergestellten Gemischen von Butter mit 
Sehmalz und Oleomargarine konnte vom Verf. 
die Verfälschung nur einmal mit dem Ver- 
fahren nachgewiesen werden. 

Diese Resultate beweisen die Unzuläng- 
lichkeit des Polenske'Büiieii Verfahrens bei 
Butter Verfälschungen. Eine Beanstandung 
nur auf grund von hohen Differenzzahlen 
ist zurzeit somit nicht angängig. Der Chem- 
iker wird vielmehr ftir die Beurteilnng der 
Reinheit der Butter nach wie vor die Ver- 
seifungszahl und Polenske'BAe Zahl, bezw. 
im Bedarfsfalle auch noch andere Kenn- 
zahlen heranziehen müssen. Im Verein mit 
diesen ist die Bestimmung der Schmelz- und 
Erstarrungspunkte und der Differenzzahlen 



berufen, das Analysenbild zu vervollständigen, 
ohne diese dürfte sie kernen größeren Wert 
besitzen, als irgend eine andere einzelne 
Bestimmungsform, z. B. die der Reichert- 
MdßVwhea Zahl. 

Auch in theoretischer Beziehung sind die 
gemachten Beobachtungen insofern von 
Wichtigkeit, als sie darauf hinweisen, daß 
für die Schmelz- und Erstarrungspunkte 
bezw. die Differenzzahlen dasselbe zutreffen 
dürfte, wie für die anderen Eennzahlen des 
Butterfettes, daß nämlich Basse, Klima, 
Futterveriiältnisse nnd andere äußere und 
innere Einflüsse auf die Höhe bestimmend 
einwirken. 

Die Ergebnisse der vom Verf. angestellten 
Versuche lassen sich kurz wie folgt zu- 
sammenfassen: 

1. Die von Polenske ausgearbeitete 
Methode zur Bestimmug der Schmelz- und 
Erstarrungspunkte führt bei genauer Ein- 
haltung der Vorschriften auoh in der Hand 
verschiedener Versuchsansteller zu gut über- 
einstimmenden Ergebnissen. 

2. Das Verfahren ermöglicht nach den 
bisherigen Erfahrungen den Nachwds von 
Rinderfett in Schweineschmalz. 

3. Für die Beurteilnng der Reinheit 
von Butter ist die Methode nur dort aus- 
schlaggebend, wo sie im Einklang mit den 
anderen Kennzahlen steht und dadurch den 
V^acht bestätigt Bei Butter mit mittieren 
oder hohen Verseifungs- nnd Reichert'' 
Mei/Waehea Zahlen besitzt sie selbst bei 
hohen Differenzzahlen vorläufig nur einen 
bedingten Wert 

Ztsehr, /. Unt&ra, d. Nähr,- u. Oenußm. 
1909, XYiU, 289. Mgr, 



Vergleichende Untersuchungen 
zwischen direkten und indirekten 
Alkoholbestimmungen in Him- 
beersirupen 

stellte E. Oünxel an. Der Alkoholgehalt 
der Himbeersimpe ist je nach Art ihrer Be- 
reitungsweise verschieden. Er schwankt 
nach den Angaben in der Literatur zwischen 
0,15 und 15,2 pZt Die direkte Bestimmung 
des Alkohols erfolgt in gleicher Weise wie 
bei Weinen aus dem spezifischen Gewicht 
des Destillates. Die ersten Kubikzentimeter 
des Destillates werden jeAöch in der Regel 



18 



zarPrOfoDg auf Kirsehsaft nach Lang- 
k&pf yeiweiidet WUl man nan von einer 
«meaten Destillation sweeks Aikoholbeetimm- 
nng absehen, wozn ja raweilen das knapp 
bemeBsene üntersaehangsmaterial zwmgt, so 
bleibt zur Ermittelang des Alkoholgehaltes 
noeh die indirekte Bestimmung doroh Be- 
reehnnng der von Blunt verbesserten 
7höani^*sehen Formel, mit deren Hilfe man 
ans dem spesifisehen Gewieht des nrsprflng- 
Uehen (s) nnd des entgeisteten Simps (Si) 
das spezifisohe Oewieht des Destillates (x) 
beieehnen kann: x = 1 + s — s^. 

Der Verf. besprieht nun die in der Literatur 
fiber dieses Kapitel vorhandenen Angaben. 
Was die Resultate seiner üntersuehungen 
anbelangt, so lassen sieh dieselben wie folgt 
zusammenfassen: 

Naeh der indirekten Alkoholbestimmung 
wird der Alkoholgehalt eines Himbeersirups 
stets hoher gefunden, als naeh der Destill- 
ationsmethode. Die indirekte Alkoholbestimm- 
nng aus dem spezifisehen Gewieht des 
reinen, im Verhältnisse 1 + 1 verdOnnten 
und des entgeisteten, ebenso verdttnnten 
liefert indessen genügend genaue Er- 
lisse, um in der Analyse die Desiilations- 
methode zu ersetzen. Die indirekte Alkohol- 
bestimmong aus dem spezifisehen Gewieht 
des reinen, unverdtinnten Sirups und dem 
spezifisehen Gewieht des entgeisteten, im 
VerUltnls 1 + 1 verdünnten Sirups liefert 
unbrauehbare Ergebnisse. Sollte naeh der 
indirekten Alkoholbestimmung ein Himbeer- 
Sirup des übermäßigen Alkoholzusatzes ver- 
diehtig erseheinen, so wird zor endgiltigen 
Entseheidung eine Bestimmung nach der 
Destillationsmethode eingeführt werden 
müssen. 

Zischr. /. Lntera. d. Nähr.- u. Qenußm, 
1909, XVni, 206. Mgr, 



Vergleichende 
Glyzerinbestimmuiigeii im 
nach der Jcdid- undEalkmethcde 

führten Schindler nnd Svoboda aus. In der 
Ztsefar. f. anal. Ohem. 1903, 549 (siehe 
Pharm. ZentralhaUe 45 [1904], 245), wurde 
von Zeisel und Fanto seinerzeit die Jodid - 
methode empfohlen. Die Verff. benützten 
zur Ausführung dieser Methode den Stritar- 
sehen Apparat (a. a. 0. Seite 579), der sieh 



als praktisdi erwies. Den roten Phosphor 
unterzogen sie vor der Benutzung als Wasch- 
mittel der überdestillierenden Gase einer 
Remigung mit Schwefelkohlenstoff, Alkohol 
und Aether. Das abgeschiedene Jodsilber 
sammelten sie auf einem, mit ausgewaschenem 
Asbest beschickten Oooch-TieseL, 

Bei der Glyzermbestimmung nach der 

Kalkmethode verfuhren sie (mit wenigen 

Abänderungen) nach der Methode von Borg- 

mann in trockenen Weinen wie folgt: 

100 oom Wein wurden auf dem Wssserbade 
in einer Porzellanschale auf etwa 10 bis 15 oom 
eingeeDf:!, etwas mittelfeiner Qaarssand and ein 
kleiner üeberschuA von diokflüssiger Kalkmilch 
zugesetzt, das Ganze gat mit einem Pistill ver- 
rührt und weiter fast bis zur Trockne einge- 
dampft Die Masse wurde mit etwas 96proz. 
Alkohol befeuchtet, dann mit einem Metallspatel 
von den Sohalenwäaden abgelöst, der Spatel mit 
gleichem Alkohol abgespült und die Masse gnind- 
Üoh mit dem Pistill zerrieben, hierauf wurde 
soviel 96proz. Alkohol zugesetzt, daß die Flüssig- 
keitsmenge etwa 20 com betrug, unter Umrühren 
mit dem Pistill auf dem Wasserbad erwftrmt 
und etwa 2 Minuten im Sieden erhalten. Nach 
kurzem Absitzenlassen wurde der alkoholische 
Auszug durch einen kleinen Trichter in ein ge- 
eichtes JOO com-EÖlbohen abgegossen, die Aus- 
ziehuDg mit 96proz. Alkohol in gleicher Weise 
noch viermal wiederholt, abgespült, mit 96proz. 
Alkohol auf 100 com aufgefüllt, gemischt und 
daroh ein kleines Faltenfiter filtriert. 75 com 
des Filtrates (= 75 ccm Wein) wurden auf dem 
WRSserbade vom Alkohol befreit, der Rückstand 
mit 20 ccm absolutem Alkohol aufgenommen, 
30 ccm Aether zugesetzt und über Nacht stehen 
gelassen. Die alkoholisch-ätherische Lösung 
wurde nun (bei Festkleben des Niederschlages 
an den Glaswänden des Eolbens braucht man 
die völlig klare Lösung nur abzugieBen) durch 
ein kleines ciuantitatives Filter in ein weithalsiges 
Kölbchen filtriert, mehrmals mit Alkohol- Aether 
(1 : 1,5) nachgewaschen, der Alkohol- Aether ver- 
jagt und der Rückstand l^t Stunden imWasser- 
badtrockenschrank belassen. 

Bei Süßweinen, die mehr als 5 g 
Zucker in 100 com enthielten, wurde nach 
Weigert folgendermaßen verfaluren: 

100 ccm werden in einer PorzeUanschale auf 
dem Wasserbade zur Sirupdicke eingedampft, 
die noch warme Flüssigkeit in einen Kolben 
gebracht, mit Hilfe von 96proz., etwas erwärmtem 
Alkohol die in der Schale bleibenden Flüssigkeits- 
reste noch hinzugefügt und soviel Alkohol zu- 
gegeben, daß die gesamte Alkoholmenge gegen 
100 ccm beträgt. Nun erwärmt man auf dem 
Wasserbade ganz wenig, so daß sich die ganze 
Masse löst, setzt nach dem Abkühlen das 1,5- 
fache Volumen Aether zu und läßt nach ge* 
hörigem Schütteln in der Kälte absitzen. Hier- 



14 



auf gießt man die alkoholisch-ätherische Losong 
ab nnd wiederholt die Aasziehnng des Glyzerins 
nochmals mit kleineren Mengen Alkohol (50 com) 
unter Zusatz der 1,5 fachen Aethermenge. Die 
Tereinigten Auszüge werden durch Abdestillieren 
Yom Aether-Alkohol befreit, der Rückstand mit 
Wasser in eine Forzellanschale gebracht und 
weiter behandelt, wie bei «trockenen Weinen» 
angegeben wurde. 

Bei der Jodidmethode kommt ea zuweilen 
voTf daß der Phoephor sieh nach und nach 
in die Vorlage mit der alkoholiaehen Silber- 
nitratlOanng sehiebt nnd durch Venmreinig- 
nng diese onbranehbar macht Die Methode 
ist sehr bequem nnd man kann mit ihr vor- 
teilhaft die Alkoholbestimmong im Wein ver- 
binden, indem man einfach der für die Ab- 
destilliemng des Alkohols bestimmten Wein- 
menge die nötigen Mengen Bariumaoetat und 
Tannin zufügt^ den entgeisteten Wein nach 
der Destillation auf das ursprüngliche Volumen 
auffüllt und filtriert. Was die Destillations- 
dauer anbelangt; so beobachteten dieVerff.stetB, 
daS nach 2 Stunden bei Süßweinen keine 
weitere Trübung der vorgelegten Silbemitrat- 
lOsung mehr auftrat und ebenso, daß die 
zweite kleine Sioherheitsvorlage mit Silber- 
nltratiOsung nur in einzelnen wenigen Fällen 
einen Anflug von Trübung aufwies. Die 
Analyse wurde in 2 verschiedenen Stationen 
und von verschiedenen Analytikern vorge- 
nommen. Es zeigte sieh, daß die üeber- 
dnstimmung sowohl zwischen den Methoden 
auch bei verschiedenen Analytikern eine 
über Erwarten gute war, die höchste be- 
obachtete Differenz betrug nur 0,060 pZt 
Die Analysen der 2 Stationen stimmten 
übrigens bei dem Ealkverfahren nicht so 
gut, wie bd der Jodidmethode überein. 

Die üebereinstimmung der beiden Ver- 
fahren ist eine überraschende, die höchste 
Differenz (nach den Mittelzahlen berechnet) 
betrug nur 0,036 pZt Für trockene Weine 
liefern somit beide Verfahren gleichwertige 
Ergebnisse, wobei zu bemerken ist, daß man 
im allgemeinen mit dem Jodidverfahren em 
wenig höhere Werte erzielt als mit dem 
Ealkverfahren, nur in einem Falle von 10 
war der nach der Jodidmethode erhaltene 
Wert niedriger. Bei Süßweinen war die 
Üebereinstimmung der Analysen nach dem 
Kalkverfatiren mit mner einzigen Ausnahme 
eine sehr gute; bei dem Jodidverfahren 
aber durchweg eine sehr befriedigende. Die 
Differenzen sehwanken hier zwischen +0 und 
0,055 pZt 



Die Untersuchungen der Verff. ergaben 
somit, daß bei nieht trockenenWeinen 
im allgemeinen das Jodidverfahren die 
höheren und zweifellos auehrieht- 
igeren Werte liefert während insbesondere 
bei Süßweinen mit mehr ab 5 g Zucker in 
100 cem das Ealkverfahren völlig versagt 
und bei guter üebereinstimmung der Doppel- 
bestimmungen viel zu niedrige Ergebnisse 
ergibt 

Das Ealkverfahren ist wesentiich billiger 
wie das Jodidverfahren. Für trockene 
Weine kann die Ealkmethode daher auch 
fernerhin beibehalten werden, bei Süßweinen 
ist sie aber zu verwerfen. 

.Die Ergebnisse ihrer Versuche fassen die 
Verff. wie folgt zusammen: 

1. Das Jodidverfahren nach Zeisel und 
Fanto zur Bestimmung des Glyzerins im 
Wein ist sicher glatt und rasch durchführ- 
bar. Der angegebene Apparat nach Stritar 
ist praktisch und widerstandsfähig. Die 
Eosten der Methode smd hoch. 

2. Das alte, abgeänderte E^alkveifahren 
nach Borgmann liefert in trockenen und 
solchen Weinen, welche nicht mehr ab 5 g 
Zucker in 100 ccm enthalten, untereinander 
übereinstimmende ErgebnisBe, die etwas 
niedriger sind, ab die nadi dem the- 
oretisch richtigere Werte liefernden Jodid- 
verfahren. Es tot daher der Schluß gerecht- 
fertigt, daß die durch Glyzerinverdnnstnng 
entstehenden Verluste durch die Verunreinig- 
ung des gewogenen Rohglyzerins aufge- 
wogen werden. 3. In Süßweinen mit mehr 
ab 5 g Zucker in 100 ccm, welche zuent 
der Extraktion mit Alkohol -Aether naoh 
Weigert unterzogen werden, liefert das 
Ealkverfahren zu niedrige und mit dem 
Jodidverfahren nicht übereinstnnmende Er- 
gebnisse. In solchen Weinen muß unbedingt 
dem Jodidverfahren der Vorzug gegeben 
werden. 

Ztsckr, /. ühter$. d. Nähr.- u, Oenußm. 
1909, XVII, 733. Mgr, 



Zur Prüfung von Honig. 

J. Hertkom nimmt gegen die Anwend- 
ung der Fieke'fKiieü Reaktion Stellung. Er 
weist darauf hin, daß der Gehalt an Ameisen- 
sfture in den verschiedenen Honigsorten sehr 
verschieden s^ ja daß diese Sfture in den 
Sommerhonigen aus Honigtau, Hederich und 



15 



in den Waldhonigea unter ümstinden ganz 
fdiien kOnne. Aach mfißte der Honig im 
Verlauf der Zabereitang anm Verkaufe snm 
Zweck der EJXrangi Teilung und Miaehnng 
mehrfaoh im Waaaerbade geaehmolzen werden. 
Die Knnsthonige werden ebenfalla mit organ- 



isohen, nicht mit anorganischen Sftnren her- 
geatelit Diese Umstände bedingen aber ein 
Versagen der Fiehe'ndien Reaktion^ so daß 
deren Anwendung nur eine Beunrnhigung 
des Imkerstandes mit sich brächte. 

Chem.'Ztg, 1909, 481. —ke. 



Bakteriologische Mitteilungen. 



Ueber die praktisohe 

Bedeutung der Barberio'sohen 

Spermareaktion. 

Die von Barberio im Jahre 1905 ge- 
machte Entdeckung (vergl. Pharm. Zentralh. 
47 [1906J, 510; 48 [1907], 580), daß 
eine geaättigte Pikrins&ureUtoung im mensch- 
Kchen Sperma sofort nach dem Zusammen- 
bringen einen Niederschlag aus mikroskop- 
ifldi kleinen gelben Kristallen hervorbringt, 
hat um so größeres Aufsehen erregt, als diese 
Reaktion nach den Untersuchungen des Ent- 
deeken mit keiner anderen natürlichen or- 
ganiadien Substanz als mit menschliohem 
Sperma (Prostatasekret und dem Sperminum 
Pöht) zu erhalten war. Hiermit war eine 
neue Aussicht gegeben, die alte Forderung 
einea Spermanaehweises zu erfüllen, der nicht 
an die so leicht mififingende Auffindung gut 
erhaltener Spermatozoon gebunden ist, da 
die Reaktion auch an spermatozoenfreien 
Samen erhalten wurde. Denn es ist ja im 
ftbtigen eine bisher nicht gelOste Aufgabe 
der gerichtlichen Median, azoospermischen 
Samen nachzuweisen. Sicher erweist sich 
die Methode der praktischen Urologie wert- 
voll, wenn es gilt, rasdh prostatisches Sekret 
zu identifizieren. Fflr die Barberio'wiie 
Reaktion gilt, wie für die ältere Florence- 
sehe, daß sie in klassischer Weise mit keinem 
anderen natflrlichen Sekret als mit den 
minnliehen Oenitalsekreten veriftnft Das 
heifit wir sehen das fast momentane Auf- 
treten und aUmihliohe Anwachsen reichlicher, 
wenn auch kleiner, wohl ansgebildeter, 
stark lichtbrediender Kristalle von bald mehr 
nadelfGrmiger, bald mehr eiförmiger Oestalt. 
Am Ittchtcsten begegnet man der typischen 
Reaktion m den frischen natfiriichen Pro- 
dukten« 



Ungünstiger steht es um die forensische 
Anwendung der Methode. Da es sich hier 
fast ausschließlich um den Spermanachweis 
aus Flecken handelt, hat man es mit mehr 
oder weniger konzentrierten Auszügen zu 
tun. Bei älteren Spermaflecken gelang es 
nun häufig nicht eine typische Reaktion zu 
erhalten. 

Klinisch kann die Methode sehr wohl zur 
Erkennung von Prostatasekret und azoo- 
spermischen Sperma empfohlen werden und 
auch unter umständen den gerichtliohen 
Nachweis von Spermaflecken stützen. Ein 
negativer Ausfall schließt aber Sperma nicht 
aus. L. 

Deuiseh. Med. Woekenaehr. 1906, 695. 



Ein einfacher 

Gonokokken 

ist der von Piorkowsky mittels Milchserum 
hergestellte. Ein Liter frische Milch wird mit 
5 ccm verdünnter Sahssäure (1:4) versetzt 
und bei 37^ C aufbewahrt, bis das Kase^ 
ausgefallen ist (16 bis 20 Stunden). Statt 
dessen kann die Milch auch aufgekocht 
werden. Dann wird filtriert und das Filtrat 
mit lOproz. Sodalösung neutralisiert. Darauf 
wird 2 Stunden im Dampfbad gekocht, die 
Neutralisation wieder von neuem eingestellt 
und abermals filtriert. Der Nährboden wird 
nunmehr in Kolben oder in ReagenzrOhren 
gefüllt und eine Stunde bei 100^ C steril- 
isiert. Der so fertiggestellte Nährboden kann 
in flüssigem Zustande mit gleichen Teilen 
Bouillon versetzt oder m fester Form im 
Verhältnis von 1 Teil mit 2 Teilen Agar- 
Agar (Sproz.) gemischt werden. 

Es soll vorkommen, daß sich aus dem 
flüssigen Nährboden nachträglich noch etwas 



16 



KaseTu anaseheidety was aber die Znsammen- 
setzang dea Nährbodens nioht beeintrftefatigt. 
Es braucht dann nur die klar überstehende 
Flüssigkdt abgegossen and mit Bouillon bezw. 
flüssigem Agar bei 40 bis 50^ C zusammen- 
gegossen zu werden. 



Die Kolonien sind analog den auf Nähr- 
böden gewaehsenen^ isolierte kleine taa- 
trOpfohenartige. Aneh Meningokokken nnd 
Pneumokokken ergeben auf diesem Boden 
reiehliehes Wachstum. 

Münd^. Med. Woek^mckr. 1908, 735. L. 



Therapeutische Mitteilungen. 



Fibrolysin, ein Heilmittel der 

Fettsucht 

Riedel in Rothenburg o. Tauber beob- 
aehtete bei zahlreichen Versuchen mit Fibro- 
lysineinspritzungen; die er bei einigen 
chirurgischen Erkrankungen vornahm, daß 
das Blbrosylin die konstitutionelle Fettsucht 
gfinstig beeinflußte. In einem Falle betrug 
die wöchentliche Gewichtsabnahme 2 Pfund, 
im ganzen 26 Pfund, nachdem etwa 4 Mo- 
nate lang jeden 2. Tag eine Ampulle zu 
2,3 zwischen den Schulterbiftttem unter die 
Haut eingespritzt worden war. Eine andere 
Kranke nahm bei vierwOehentlicher fast täg- 
licher Emspritzung von 2,3 bis 4,6 g Fi- 
brolysin im ganzen etwa 11 Pfund ab. 
Ersdieinungen, welche auf Eiweißverlust hin- 
deuteten, wurden nicht beobachtet. Fibro- 
lysin wird von der Firma E. Merck in 
Darmstadt in sterilen Ampullen in den 
Handel gebracht. 

Münch, Med, Woehensekr, Nr. 28, 1909. Dm. 



Ueber die Aufsaugung und 
klinisclie Anwendung von Jothion 

veröffenlicht Nagelsehmidi in Berlin seine 
Erfahrungen. Das von den Farbenfabriken 
vorm. Fr. Bayer dk Co. in Elberfeld her- 
gestellte Prftparat ist eine leichtgelbliche, 
klare, auffallend schwer wiegende Flüssig- 
keit, die etwa 80 pZt Jod als Bijodhydroxy- 
propan, also als Ester enthält. Es ist zu 
5 pZt in Glyzerin, zu 30 pZt in Oel, leiclit 
in Alkohol, Chloroform usw., etwas in Wasser 
löslich und leicht verseifbar. Es besitzt 
somit Eigenschaften, die eme leichte Auf- 
saugbarkeit von der Haut erwarten lassen. 
lOproz. Jothionvaselin, in der Menge von 
3 g auf einen beliebigen Körperteil aufge- 
rieben (z. B. Unterschenkel], ergibt nach 



emer Stunde qualitativ positive Jodreaktion 
im Speichel. Bei regelmäßigen Einreibungen 
von täglich mehreren Gramm 5,10 oder 
15proz. Jothionvaselin wurden 30 bis 94 
pZt des auf gestrichenen Jods im Harn wieder 
gefunden, ein Zeichen, daß Jothion leicht 
aufgesaugt wird. Da die lOproz. Jothion- 
salbe ab und zu stärkeres Brennen hervorrief, 
wandte Nagelschmidt später 3 bis 5proz. 
Salben an, die immer gut vertragen wurden. 
Zur Anwendung kamen die Jothionmnreib- 
ungen bei Drüsenschwellungen, Bubonen, 
Enochenhautentzündung, BrustfellentBzünd- 
ung, Gelenk- und Nebenhodenentzündung. 
3 bis 6 g einer 3 bis 5proz. Salbe 3 bis 
5 Hinuten lang eingerieben genügten zur 
Erzielung therapeutischer Erfolge. Bei Be- 
nutzung der gleidien Hautstelle muß man 
öfter mit Benzin reinigen, weil die Poren 
sich verstopfen. Bei sekundärer und ter- 
tiärer Syphilis wurden täglich 3 bis 6 g 
der 5proz. Jothionsalbe abwechselnd in 
Arme, Beine, Brust und Bauch verrieben. 
Der Erfolg war, daß die sekundären Kopf- 
schmerzen prompt verschwanden. Gummi- 
geschwülste und Geschwüre verheilten nor- 
mal, natürlisch wurde daneben Quecksilber 
angewandt. Bei Anwendung von Mergal 
stellte sich die Therapie so dar, daß, die 
Kranken Quecksilber innerlich nahmen und 
Jod schmierten, im Gegensatz zu früher, wo 
sie Quecksilber schmierten und Jodkali inner- 
lich nahmen, eine Methode, die sich auch 
besonders in solchen Fällen empfiehlt, in 
denen eine antisyphilitische Behandlung statt- 
finden soll, ohne daß der Kranke die Natur 
seines Leidens kennt Chronische und sub- 
akute Vorsteherdrüsenentzündung wurde mit 
Jothionsuppositorien (0,15 g Jothion auf 
2 g Oleum Oacao) behandelt. Dabei ist zu 
beachten, daß die Suppositorien kalt herge- 
stellt werden, da Jothion bei relativ niedriger 



17 



Winne fortdeatilliert Da Jothion weder 
den Magen reizt, noeb Jodismiu erzengt, 00 
ist seine Anwendung in den FftUen ange- 
zeigt^ in denen Jod vom Magen ans nicht 
vertragen wird. 



(Vergl. aneh Hiarm. ZentiaHi. 49 [1908], 
489; 60 [1909], 352.) 

J%erap, Monaish. September 1909. Dm. 



Photographisohe ■itteilungeni 



Bilder schützt man an feuchten 

Wänden 

vor Moderfleeken dadurch, daß man anf die 
an der Wand anliegenden Rahmened:en 
K<Nrk-, Papp- oder Holzseheiben befestigt 
Hierdnrch kommt das Bild mit der Wand 
nicht in Berflhrnng nnd die Fenehtigkeit 
wird von der dnrehstreicbenden Lnft ver- 
zehrt. Bei wertvoUen Bildern erreicht man 
den atchersten Schutz gegen schädliche Ein- 
flflne feachter Wände, wenn man zwischen 
Bild nnd Wand eine Einlage von dünnem 
Zmk, Glas oder Stanniol anbringt Bm. 



Boten MattLaok 

kann man sich auf folgende Weise her- 
stellen: In 125 ccm Schwefeläther schüttet 
man 10 g fein pulverisiertes Sandarak und 
3 g Dammarharz. Das Ganze läßt man 
einige Tage stehen, bis die Lösung erfolgt 
ist Hierauf wird filtriert und der LOsung 
noch 50 ccm Benzol und 15 Tropfen Spi- 
ritoB beigefügt Mit ein wenig Fuchsinrot 
färbt man den so hergestellten Mattlack und 
streicfat ihn auf die Rückseite der Platte. 
Bekanntlich läßt Rot das licht schwer durch. 



deshalb muß man mit einem Messer den 
Mattlack auf denjenigen Steilen entfernen, 
wo man das Bild dunkler kopiert haben 
möchte. Bm. 



-Negative 

kann man auf folgende Weise herstellen. 
In 3proz. KaliumdiehromatlOsung legt man 
eine lichtempfindliche Bromsilbergelatine- 
Trockenplatte — natürlich muß dies im 
Dunkeln geschehen. Nach 15 Minuten 
nimmt man sie wieder heraus, läßt sie gut 
trocknen und bringt sie unter dem zu ko- 
pierenden Negativ in einen Eopierrahmen. 
Nun wird bei Tageslicht so lange belichtet, 
bis alle Einzelheiten auf der Platte zu sehen 
smd, es ist hierzu ungefähr die gleiche Zdt 
wie beim Auskopieren nötig, um das Di- 
diromat zu entfernen, muß man 15 Minuten 
im fließendton Wasser waschen; es bleibt 
dann ein Positiv übrig, das aus belichtetem 
Dichromat besteht Wird die Platte in emen 
Eotwickler ohne Sulfit gebracht, so erhält 
man durch dessen Einwurkung auf alle un- 
belichteten Stellen ein seitenverkehrtes Ab- 
bild des Original-Negativs. Bm, 



BOohersohau. 



Die Yorstellnng vom Weltgeb&ude im 
Wandel der Zeiten. cDas Werden 
der Welten» Neue Folge von Svante 
Ärrhenius. Aus dem Schwedischen 
übersetzt von L. Bamberger, Mit 28 
Abbildungen. Leipzig, Akademische Ver- 
lagsgeeellschaft m. b. H. 1908. 

In dem vorliegenden Werke nbt der Verf. 
eine zusammenhängende Darstellang der all- 
mihlidien Entwicklung der Kenntnisse und der 
Ansichten über die Ihttstehung und die Be- 



Bohaffenheit des Weltgebäades. Während er in 
der früheren Schrift «Das Werden der Welten» 
seine eigenen Ansichten über die genannten 
Fragen wiedergibt, ist hier eine historische Zu- 
sammenstellang der vielen froheren Ansichten 
bis in die ältesten Zeiten gegeben, um das Ver- 
ständnis der jetzigen xn vervollkommnen. Duroh 
dieses historische und vergleichende Studium 
soll eine viel lebhaftere Vorstellung von der 
Gesundheit und Zuverlässigkeit unserer jetzigen 
Auffassung erhalten werden. Auch weist Verf. 
auf die interessante Tatsache hin, daß Anfänge 
für unsere heutigen Anschauungen schon in den 



18 



ältesteii Yorstellnngen enthalten sind, die z. T. 
später wieder verschwinden, um dann erneut 
mit voller Lebenskraft wieder anfzataaohen. 

Die Schrift ist höchst interessant za lesen, 
die üebersetzong klar nnd vorzüglich, die Aus- 
stattang seitens der Yerlagsfirma vornehm und 
angemessen. Franx Zetxsche» 



Arzneidrogea. Als Naohsehlagebneh fQr 
den Gebranoh der Apothekeri Aerzte, 
Veterinärärzte, Drogisten nnd Studierende 
der Pharmazie bearbeitet von Dr. Hein- 
rich Zornig, Apotheker, Kustos am Kgl. 
pflanzenphysiologisohen Institut Mttnohen. 
I. Teil. Die in Deutsehland, Oesterretoh 
und der Schweiz offizineilen Drogen. 
Leipzig 1909. Verlag von Dr, Werner 
Klinkhardt Lieferung 1 und 2. Preis 
für eine Lieferung: Hk. 6,26. 

Diese beiden Lieferungen enthalten pflanzliche 
Drogen nnd zwar von Agaricus albos bis Radix 
Bataohiae, welch letztere Droge noch nicht be- 
endet ist. Die einzelnen Drogen sind in der 
Weise besprochen, daß znerst die verschiedenen 
Bezeichnungen, einschl. einiger fremdsprach- 
licher und deutsche Synonyma aufgezählt wer- 
den, wobei vorher noch erwähnt ist, in welches 
Arzneibuch sie aufgenommen sind. Es folgen 
die Gesohichte, Gewinnung und die Handels- 



ware, die nähere Beschreibung der offizinellen 
Droge, deren Prüfung und Bestandteile, ihre 
Anwendung und Verfälschung. Des weiteren 
werden Handelssoiten besprochen, worauf ein 
Literaturverzeichnis den Schluß bildet. 

Die vorliegenden Hefte lassen erkennen, dafi 
es dem Verfasser gelangen ist, den behandelten 
Stoff in anschaulicher Weise darzustellen, was 
umsomehr anzuerkennen ist, als keine Abbiid- 
ungen beigegeben sind. Für ein Nachsohlage- 
buoh wäre es empfehlenswerter gewesen, pflanz- 
liche und tierische Drogen nicht erst zu trennen, 
sondern in eine alphabetische Reihenfolge unter- 
zubringen. — te— 



Drogenkunde. Bearbeitet von Richard 
Dorstetvitx, Redakteur der Drogisten- 
Zeitung in Leipzig nnd Georg Otters- 
bachf Drogisten-Faehiehrer in Hamburg. 
Leipzig 1908. Q, J. Oösehen'Biche 
Verlagsbuehhandinng. Preis: geb. SO Pf. 



Dieses Büchlein ist Band 413 der Sammlung 
Oöaehen und enthält auf 108 Seiten eine Reihe 
von Drogen, deren Beschreibungen keine ein- 
heitlichen sind, wenn sie auch für viele Laien 
genügen mögen. JedenfaJls reichen sie für den 
Fachmann nicht aus, abgesehen davon, dafi 
diesem bessere Bücher zur Verfügung stehen. 



Verschiedene MMteilungeni 



Sicoator 

nennt Dr. M, Nassauer ein Instrument, 
das in Münoh. Med. Wochensohr. 1909, 756 
wie folgt, besehrieben wird: 

Eine Qlasbime läuft nach der einen Sdte 
koniseh zu, bis zu einem Umfang, daß sie 
je naeh der Tiefe der Einffihmng in die 
Scheide eine jede zu verschließen imstande 
ist. Diese Olasbime ist durchbohrt nnd 
besitzt daher einen etwa uterussondendieken 
ELanal. Am anderen Ende weitet sich dieser 
Kanal zu einem kleinen Glasbeh&lter, der 
nngeffthr 2 bis 3 Messerspitzen voll Pulver 
aufnehmen kann und durch euien Pfropfen 
verschließbar ist. An seinem Ende verjüngt 
sich dieser BehiUter wieder zu einem Kanal. 
An dieses Ende wird ein Gummigeblftse an- 
gebracht. 

Dieses Listrnment dient hauptsftehlioh zum 
Einblasen von Bolus alba in die Seheide 
bei AnsfiflsBen jedweder Art. 



Darsteller: Instmmentenfabrik Hermann 
Ratsch in München, Bayerstraße. 

S, Ja, 

Ueber die StreiohliölBer. 

In Nr. 47 der Pharm. Zentralhalle vom 25. 
November 1909 ist auf Seite 991 nach 
einer Mitteilung der Zeitsehr. des Allgem. 
Ostereiehisohen Apoth.-Verdns erw&hnt, daß 
die Streichholzer wie von der Tech- 
nischen Hochsehule in Wien euiwandfrei 
festgestellt wurde, von dem Magister der 
Pharmacie 8tepha7i von Romer erfunden 
worden sind. 

um diesbezfiglichen irrigen Auffassungen 
zu begegnen, tdlt das Rektorat der Teoh- 
nisehen Hochschule in Wien mit, daß von 
Seite der Technischen Hochsehule in Wien 
keinerlei Feststellung in der bezeiehneten 
Riehtnng erfolgt ist. 



19 



Preise neuerer Spesialitäten« 

(YIII. Fortsetzung von Seite 1099, Jahrg. 1909.) 

Der YereiD der Apotheker Dresdens nnd der 
Ungogend hat in dem Bericht über die Sitzung 
am 11. Norember 1909 die Facbgenossen gebeten, 
die nach Punkt 2i der Vorbemerkungen zur 



Deutschen Arzneitaze berechneten 
Preise für neae Spezialitäten bis zur end- 
giltigen Festsetzong einzuhalten. (FürSohön- 
heitamittel, Nährmittel, Seifen, einfache Mittel, 
Verbandstoffe, Parfümerien usw. ist Ton eioer 
Berechnung des Preises nach Punkt 22 der 
Arzneitaxe abgesehen worden. Sekriftküung.) 





Rin- 


Ver- 


ArsMl- 




Ein- 


Ver- 


Arsnei- 




kaufs- 


kaufs- 


Taxe 




kaufs- 


kaufs- 


Tkxe 




preifl 


preis 


Punkt 22 




preis 


preis 


Punkt 22 


A. Neue Spezial- 








Morphin, hydrochloric. 








itäten. 








0.03 g ) 
Soopolamm hydrobromic. 1 






















Amrol-Ampnllen 








0,0012 g ) 






, 


Schacht, zu 10 Amp. 


3,10 




4,95 


Schtl. sa 5 Amp. zu 2 com 1 


-,90 


1,50 


— 


Bitmeke's flüss. Teerseife 








SchtL zu 10 Amp zu2ccm/ 


1,65 


2,75 


— 


Fl. za 250 g 


0,65 


1- 


— 


Morphinum hydrochloric 








ZVo^'sEztraitHeliotrope- 








V8,l,lV«u.2pZtSchÜ. 


-,90 


1,50 


— 


Ulnsion (Nr. 490) Fl. 


2- 


— 


Parf. 


Novokain 0,02 g Schtl. 








HiBsaliu Eruke 


1,40 


2- 


2,20 


SuprareniD boric.0,00013g 


.-,90 


1,50 


— 










SchtL 


1 






alb. 1 pZt Tube 


1,05 


1,50 


1^ 


Veronal-Natrium 








Pee-Coe-Bonboos i/ftBeatel 


-,10 


-,20 


— 


0,*igSchtl.zalOAmp. 








\ • 


-,20 


-,40 


— 


zu 1 com 


1,60 


2,50 




Vi » 


-,50 


1- 


— 


Veronal-Natrium 








Pyreool-Neu, Tabletten 








0,4 g Schtl. zu 10 Amp. 








Bohre zu 20 St. zu 0,5 g 


-,87,5 


1,40 


— 


zu 2 com 


2,10 


8,50 


— 


Begia-Bftderzusatz Flasche 


1,75 


2,50 


Bade-Z 


(Wo nichts anderes ver- 








Sabkutui-Inj ektionen 








merkt, enthalten die 








*Sartoruu» : 








Schacht. 10 A.mpullon zu 








Kampheröl 1 : 5 und 1 : 10 








1 com.) 








Schacht 


—,90 


1,50 


— 


ütu-Bal8amOrig..GLzu30,0 


3,50 


5,- 


5,60 


CjffeiQ-oatr. benzoicum 








Probeschacht zu28Eaps. 


1,40 


2- 


2,20 


20u.30pZt Schacht. 


—,90 


1,50 


— 


Schachtel zu 120 Kaps. 


4,50 


6,50 


7,20 


Coffeio-natr. aalicylicum 








Schachtel zu 240 Kaps. 


7,50 


10,50 


12- 


20 Q. 30 pZt Schacht. 


-,90 


1,50 










Cocaünum hydrochloric. 








B. Preise für ausn^e- 




Vor- 


Volil Vi ,2pZt Schacht. 


1,20 


2- 


— 


wogene Men^^en. 




geschlagener 


GocaiQum hydro- • 

chloric. 0,0075g | 

Adrenalin 0,05 g oa 












Rezepturpreis 


—,90 


1,60 


— 


Asurol (Farbenf abrik.yorm. 












Fr.^«r(]ea>.-£lberfeld) 






Ergotin •B&mbehn» 








Glas zu 1,0 g 


1,50 


1 A 1 ^ 1 'E 


0,2 g Schtl. 
0,5 g SchtL 


1,20 
1,80 


2,- 
3,- 


— 


Glas zu 5,0 g 
Glas zu 10,0 g 


7,25 
14,25 


)i,o» 


3,50 


1,0 g Schtl 


2,10 


3,bO 


— 


Pyrenol, Neu- 10,0 g 


-,75 


11,0 1 


-,25 


Ettktin 0,01 g \^.^ 
AdronaliD0,05g f^^^' 


—,90 


1,50 




1000,0 g 


74,- 


(n>,or 


2. 



Eine neue Gnrkenkrankheit 
in Sachsen. 

Die Attskunf tsstelle für gärtnerischen Pflanzen- 
schutz im Königlichen Botanischen Garten zu 
Dresden (Professor Dr. Naumann) macht im 
Interesse der Allgemeinheit darauf aufmerksam, 
daß im GroSeohjuner Kreise zum ersten Male 
in Sachsen an der Treibgurke < We^ieifn beste 
von allen» ein yerderblidier Bohfidling, ein so- 
genannter falscher Mehltau (Paeudoperonospora 



cubeDsis Boatow.) aufgetreten ist. Dieser Pilz, 
aus Amerika stammend, befällt auch Melonen 
und Kürbisse und hat seit dem Jahre 19(^ in 
BuBlacd und seit 1903 in Ungarn in schrecken- 
erregender Weise Gurken- und Melooenzüchtereien 
geschfidigt (80 pZt Ernteausfall). 

In Deutschland ist bisher dieser Pilz von 
Schlesien durch Dr. Ewert (Proskau) 1908 ge- 
meldet. Ueber die äußeren Merkmale dieser 
Krankheit sei für Gurken- und Melonenzüchter 
folgendes mitgeteilt : Die etwa bis August gesund 



X 



20 



ind freudig grün ersohemenden Pflanzen zeigen, 
Ton unten beginnend, auf der Blattoberseite 
Tereinzeite goldgelbe bis zitronengelbe Flecken. 
Diese haben ein eoldges Aussehen. Auf der 
Unterseite entsprechen diesen flecken bräunlich 
gefärbte, vom Ademetz begrenzte und und da- 
her «okige Felder, auf welchen sich ein fiamm- 
iger rauchgrauer bis braun-violetter Schimmel- 
raaen zeigt, unter dem Mikroskope erscheint 
dieser Rasen zusammengesetzt aus baumartig 
Terzweigten Gebilden, welche an Aestohen, gleich 
Früchten, grau-violette 0Y9le Sporen tragen. 
Diese werden vom leisesten LufÜiauch weiter- 
getragen und rufen bei geeigneter Wärme und 
Feuchtigkeit selbst an enttemten Gurkenpflanzen 
dieselbe Krankheit hervor. Eine dauerhaftere 
Sporenform wird außerdem im Innern des 
Gurkenblattes und zwar an den verfiürbten Stellen 
gebildet. Die Dauersporen werden erst beiYer- 
wesung des abgefallenen Blattes frei und haften 
dem Kulturboden an. Werden nun auf derartig 
infizierten Böden neue Pflanzen gezogen, so 
entsteht scheinbar ohne jede äußere Ursache 
die Krankheit aufs neue. Aus der geschilderten 
Lebensweise ergeben sich folgende Bekämpfungs- 
möglichkeiten: 1. Zur Verhinderung der Sporen- 
keimung: ein mehrmaliges vorbeugendes Be- 
spritzen mit 1 pZt Kupfersodalösung. (Man löse 
1 kg Kupfervitriol in 80 L Wasser. Dies ge- 



schehe in einem Holzzuber, Holzfaß oder Ton- 
gefäß (nicht Metall) durch Einhängen eines mit 
der Salzmenge gefüllten MuUsäckohens. Darauf 
löse man m 20L Wasser 1150 g reine kristall- 
isierte Soda und füge diese unter Rühren der 
Kupfervitriollösung hinzu.) 2. Zur Vernichtung 
der Datiersporen: Aufsammeln und Vorbrennen 
welkender und abgefallener Blätter. Außerdem 
empfiehlt sich ein Wechseln mit der Kultur- 
stfitte oder eine Desinfektion des Bodens mit 
Schwefelkohlenstoff (auf das Kubikmeter 50 bis 
100 ccm). Bei fortschreitender Krankheit wer- 
den auch die Ranken welk und fleckig. Die 
Früchte selbst wurden bisher nicht Italien, 
allein sie werden nur notreif und sind von fidem 
Geschmack. Trotz alledem scheint eine üeber- 
tragung durch Saatgut stattzufinden (vielleicht 
durch Anhaften der Sporen am klebrigen Samen), 
so daß ein Beizen des Saatgutes angebracht 
wäre. Leider scheint aber durch Beizmittel die 
Keimkraft zu leiden. Da es möglich wäre, daft 
diese Krankheit an manchen Orten Sachsens 
und der angrenzenden Staaten übersehen worden 
ist, werden einsohlSgige Mitteilungen erbeten an 
die pflanzenphysiologisohe Versuohsstation des 
KöuigUch Botanischen Gartens (zu Händen des 
Professors Dr. Naumann) in Dresden, Stübel* 
allee 2. 
Dresdn. Änxeig. 1909, Nr. 299. 




Das Register für den Jahrgang \m wird (zu- 
gleicD als General-Register Ober die $ Jahrgänge \m 
bis \m) spätestens JInfang februar i^io beigelegt 
werden* 





Beschwerden über unregelmässige Zustellunii 

4er «Phannaieiitlsehen ZentraUiaUe» bitten wir stets an die Stelle richten zu wollen, bei 
welcher die Zeitschrift bestellt worden ist, also Postanstalt oder Buchhandlung oder Gesohäfts-^ 
stelle. 3Die l^exe.-u.ss'eloez. 



Verleger: Dr. A. Bohneider, Dresden. 
Fttr die Leitung Terantwortlleh : Dr. ▲. Schneider, Dreeden. 
Im Bnohhandel dvek Jnlini Springer, Betlin N., Monbi)oaplats 8 
Druek Ton Fr. Tittel Nacnf. (Bernh. Knnath), Dreeden 



Pharmazeutische Zentralhalle 

für Deutschland. 

Herausgegeben von Dr. A. Schneider 

Dreaden-A-i Sehandaaentr. 48. 



»■• 



ZeitBehrift ffir wissenschaftliche und geschäftliche Interessen 

der Pharaazie. 



Gegrflndet yon Br. Hermaaia Hager im Jahre 1859. 



Geschäftsstelle and Anxelgen-Annahine: 

Dresden -A 21, Sohandauer StraBe 43. 

Bemgaprels Tierteljihrlich: dnrob Buohhandei. Post oder Gesobäftsstelle 
i» InbBd 8,60 mk^ Analand 3,60 Mk. — Sinieiiie Nnmmeni 90 Pf. 

inEeigen: Die 65 mm breite Zeile in Eleinschrift 30 Pf. Bei großen Aufträgen Preisermäfiigong. 



M2. 

9. 21 hie iO. 



Dresden, VS. Janaar 1910. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahrgang. 



lobalt: Oheml« Uiil PlMmasie: Steaerfrelhelt Ton Branntweia su gewerbl. Zwecken usw. — Aniertigung toa 
fcOnteo Ampullen. — Anneimlttel nnd SpeiUUtftten. — Mutierkorn- Präparat. — Oewiohtaanalytliche Beetimm- 
oag der SalpetereSore mit Mtron. — Die Furfurol- Reaktion. - Qewiohtsanalytische Bestimmang ron Nitraten. 

— NakraniBsalttel-Otaeal«. — Pbarmakognostiseiie Mitteilungen. — ttakterlologisehe MltteüniigeJi. 

— ThermfetttiJehe Mlttellnngen — Teohnisohe Mitteilnngen — Photographiaelie fUtteUuMcen. — 

ROotaereelian. — VeraeniM^nes. 



Chemie und Pharmazie* 



üeber die Steuerfreiheit 
von Branntwein zu gewerblichen 
Zwecken und die zur Vergällung 
dienenden Mittel der Brannt- 
weinsteuer - Befreiungs - Verord- 
nung.*) 

Von Heinrich Qüth, 

Die BesteneniDg des Branntweins wird 
bestimmt darch die Gesetze yom 8. Jnli 
1868 nnd yom 24. Juni 1887. Je nach 
der Herknnft nnterscheidet man ver- 
schiedene Arten Branntwein^ wie man 
auch Brennereien in Landwirtschafts- 
bezw. Genossenschafts-y Obst- nnd ge- 
werbliche Brennereien einzuteilen pflegt. 
Der im Handel befindliche Kartoffel- 
imd Getreidespiritns entstammt den 
landwirtschaftlichen Brennereien ; ge- 
werbliche erzengen in der Regel Hefe 
Mt Trinkbranntwein als Nebenerzeugnis. 
Der zur Bereitung von Heilmitteln ver- 
wendete Spiritus ist nicht der teure 

*) Abgekürzt Befr. 0. 



Getreidespiritus mit Fuselölanteilen 
(Qaalitätsbranntwein)y sondern reiner 
Kartoffelspiritus. Eombranntwein darf 
nur solcher aus Roggen, Weizen, Buch- 
weizen, Hafer oder Gerste bereiteter 
genannt werden. 

Was beim Inkrafttreten des Gesetzes 
vom Juni 1887 in Fachkreisen sds große 
Härte empfunden wurde, würde heute 
als aurea aetas betrachtet werden ; man 
gewöhnte sich damals nur schwer in 
die neuen Verhältnisse, die dem Apo- 
theker als Gewerbetreibenden eine Kon- 
trolle aufnötigten, die zwar einfach zu 
handhaben, ihm aber immerhin über- 
flüssig erscheinen mochte. Die älteren 
Fachgenossen werden sich noch der blauen 
Oktavheftchen erinnern, in welche die 
zur Herstellung der Spirituspräparate 
erforderlichen Mengen einzutragen waren, 
um am Schluß des BetriebsjcJu'es hier- 
für anstandslos die Steuerfreiheit gewährt 
zu erhalten. Die mit der Eontrolle be- 
auftragten Steuerbeamten entledigten 
sich ihrer Aufgabe mit Recht ohne Miß- 



22 



Holzgeist 



\ 



L ünteTBachuDg von Hol{ 



Faibe 



Siedepankt 



Za vergleicben mit dem 
Farbenton einer wässer- 
igen Jodlösong, die 2 ocm 
Vio-Normal- JoiUösuDg im 
Liter enthält. Die Fest- 
stellong, daß der Holz- 
geist nicht dunkler als 
dieVeiigleichslösg. ist, ge- 
sobiebt in 15 cm langen 
and 15 mm breiten Re- 
agierzylindem 



bei 75® C sollen von 100 ocm 
Holzgeist in 20 Min. mindestens 
90 com übergeben. Die Destill- 
ation geschieht im Enpferkolben 
mit 170 mm langem Kngelaaf- 
satz 



Mischbarkeit 
mit Wasser 



* 



Durch eine Misohwig von E 
geist mit der doppelten M< 
Wasser, die höchstens sehn 
opaleszieren darf, soll Scfa 
bacher Drackschrift in 15 
Entfernung 5 bis 10 Min. j 
lesbar sein. 



Pyridin- j 
basen 



Farbe, 

Mischbarkeit 

mit 

Wasser wie bei 

Holzgeist 



Wassergehalt 



Siedepunkt 



Beim Schüttoln von 20 com 
Pyridinbasen mit 20 ocm Natron- 
lauge (1,4) soll die obere Schicht 
nach dem Absetzen mindestens 
'18,5 ocm betragen 



Bei 1400 sollen Ton 100 « 
Pyridinbasen mindestens 50 i 
und bei 160® mindestens 90 < 
übergehen. 



traueD. 2 Jahre später warde anstelle 
dieser Handhabang eine .nach Umfang 
des jährlichen Verbrauchs angemeldete 
Alkoholmenge zur steuerfreien Verwend- 
ung überlassen y bis auch diese Ver- 
günstigung flel| um die gleichmäßige 
Behandlung des Kleingewerbes herbei- 
zuführen. Jetzt bezog der Apotheker 
gewisse Tinkturen und Spiritus-Präpa- 
rate billiger von Fabriken, als er selbst 
in der Lage war, sie im Laboratorium 
herzustellen; daher das Aufgeben der 
Selbstdarstellung yieler Präparate. Das 
Gesetz vom 24. Juni 1887 hat dann 
noch mehrmals Aenderungen erfahren, 
bis durch das Branntweinsteuergesetz 
vom 15. Juli 1909 die bis dahin für 
die öffentlichen wissenschaftlichen An- 
stalten bestehende Steuerfreiheit aus- 
drücklich auf die öffentlichen wissen- 
schaftlichen Lehranstalten eingeschränkt 
worden ist. 

Als Vorbedingung für Branntwein, 
der zu gewerblichen Zwecken steuer- 
frei Verwendung finden soll, ist Ver- 
gällung notwendig. Unter den Begriff 
«gewerbliche Zwecke» fällt auch die 



Essigbereitung ; der dazu nötige Brannt- 
wein muß vergällt werden, und zwar 
sind auf 100 Liter Alkohol 900 
Liter 3proz. Essig, oder 50 Liter IS- 
proz. nebst 100 Liter Wasser, oder 30 
Liter 6 proz. Elssigsäure, 70 Liter Wasser 
und 100 Liter Bier zu verwenden. 
Einer Verwendung zu gewerblichen 
Zwecken (Nutz-, Heizungs-, Koch- und 
Beleuchtungs - Z wecken) entspricht es 
auch, wenn yergällter Branntwein zur 
Herstellung yon Heilmitteln verwendet 
wird, die Branntwein nicht mehr ent- 
halten, wie Aether, Tannin, Chloroform, 
Salizylsäure u. a. 

Die Steuerfreiheit umfaßt dann in 
Fällen der Vergällung mit anderen 
Mitteln als Essig, den Erlaß der Ver- 
brauchsabgabe, sowie die Vergütung 
der Betriebsauflage. Unter vollständiger 
Vergällung versteht man die Unverwend- 
barkeit zum Trinkgebrauch, während 
bei unvollständiger Denaturierung die 
mißbräuchliche Verwendung immer noch 
möglich und daher besonders zu ver- 
hüten ist. Die Verbrauchsabgaben be- 
tragen für jedes Liter Alkohol außer- 



23 



Pyridinbasen. 



Gehalt an Aceton 



Bromanfnabme 



Gehalt an Estern 



Schütteln Ton 20 com Holz- 
t mit 40 com Natronlan^e (1,3) 
m äch nach % Stande mindestens 

5 ocm abscheiden. 
10 ixm einer lOproz. wässerigen 
nag Ton Holzgeiä mit 10 com 
^-Nonnal-Nabronlaage und öOccm 
pNormal-Jodlosong versetzt, sollen 
^ Zugabe Ton 20 com Normal- 
iveleläare mindestens 28 com 
i- Normal - Natrinmthiosnl&tlösaDg 
zar Bindung verbrauchen 



Je 100 com einer wässerigen 
Lösung von KBrOs 0,2447 g 
and Or 0,8719 g mit Sohwefel- 
säare (1,29) versetzt, werden: 

a) mit 20, 

b) mit 30 com Holzgeist versetzt. 
Hierbei soll sich a nicht entfirben 

b dagegen ^rblos sein. 



Zu einer mit Phenolphthalein ver- 
setzten Lösoog von 10 ocm Holzgeist 
and 40 oomWasser fügt man soviel Vio' 
Normal-Kalilange zu bis dieRotfftrbung 
kurze Zeit bestehen bleibt. Nach Zu- 
gabe von 20 com Natronlauge erhitzt 
man am Küokflußkühler im Wasser- 
bade zum Sieden Vi Stunde lang. 
Zur Verseifong der Ester sollen nicht 
mehr als 10 ocm Natronlauge ver- 
braucht werden, was duroh Titration 
mitNormal-Schwefelsäure festiusteUen 

ist 



Yerbaiten g^gen 
Gadmiumcblorid 



Verhalten gegen 
Neßktr'B Reagenz 



Titration 



I) com einer Iproz. Pyridinbasen- 
ffuag mit Kadmiomchlorid (5 g 
i 100 g Wasser) krftftig 
eechüttah, sollen in 10 Min. 
eicbhch Kristalle ausscheiden; 
iese aoUea bei 50 bis 7S9 ge- 
rocknet nicht weniger als 25 mg 
wiegen 



Beim Versetzen von 10 ocm 
PyridinbasenlÖsuog ( 1 : 100) 
mit 5 ocm Neßler'B Reagenz 
soll ein weiBer Niederschlag 
entstehen 



Beim Titrieren von 10 com lOproz. wäss. 
Pyridinbasenlösung mit N.- Schwefel- 
säure, sollen nicht weniger als 9,5 com 
Normal-Schwefelsäure verbraucht wer- 
den, um Kongorotpapier zu bläuen 



halb des Kontingents 1 Mk. 25 Pf. 
(froher 70 Pf.), innerhalb 1 Mk. 5 Pf. 
(frflher 60 Pt). Mit Kontingent 
wird diejenige Menge Branntwein be- 
zeichneti welche die Brennereien zum 
niedrigeren Verbranchsabgabensatz her- 
stellen dürfen. Die Vergütung der Be- 
triebsaoflage ist für die Zeit bis znm 
30. September 1910 auf 9 Pf., bezw. 
18 Pf. (Doppel -Vergütung) festgesetzt 
worden. 

Die früher erhobene Maischbottich- 
stener, sowie die Brennsteuer sind in 
Wegfall gekommen. Letztere war ein 
besonderer Zuschlag zur Verbrauchs- 
abgabe und bezweckte lediglich den 
Schutz kleiner Brennereien gegenüber 
dem Großbetrieb, daher sie auch erst 
bei 300 Hektoliter Alkoholerzeugung 

eiiisetzte. 
Zur Vergällung yon Alkohol dienen 

folgende Mittel : Holzgeist, Pyridinbasen, 
Erfetallviolettlösung, Benzol, Schellack- 
listmg Chloroform, Kampher, Terpen- 
tinOl Aether, Tieröl, Jodoform, Brom- 
Itbrl Petrol - Benzin, Methylalkohol, 
RiÄuFöI, Natron- und Kalilauge. Alle 



dieseVergällungsmittelmüssen besonderen 
Erfordernissen entsprechen ; es sind da- 
her nach der allgemeinen Verfügung 
des Finanzministers vom 10. September 
1909 die Gewerbetreibenden darauf auf- 
merksam zu machen, daß es in ihrem 
Interesse liegt, das erforderliche Ver- 
gftllungsmittel aus den Gewerbeanstalten 
(chemischen Fabriken), die es herstellen, 
in bereits geprüftem Zustande zu be- 
ziehen. Zur vollständigen Vergällung 
dienen Gemische aus 4 Vol. Holzgeist 
und 1 Vol. Pyridinbasen (allgemeines 
VergäUangsmittel), denen Layendelöl 
oder RosmarinOl in Höhe bis zu 50 g 
au£s Liter zugefügt werden kann. Auf 
100 Liter Alkohol verwendet man 2V2 
Liter dieses Gemisches. 

Nach § 12 ist es verboten, aus ver- 
gälltem Branntwein das Vergällungs- 
mittel ganz oder teilweise auszuscheiden 
oder dem vergällten Branntwein Stoffe 
beizufügen, durch welche die Wirksam- 
keit des Vergällungsmittels in bezug 
auf Gtoschmac^ Geruch oder Farbe ver- 
mindert wird. Vollständig vergällter 
Branntwein darf im Kleinhandel nur in 



u 



H 9 f^ 
« S a> 







o o 







o 

^ 



Lavendel- 
Öl 



Rosmarin - 
öl 



Terpentin- 
öl 



Kampher Aether 



Beniin 



II. Die Untersachnng 



Benzol * 



Broo 
Sth} 



Farblose 

oder 
schwaoh- 
gel bliche 
Flüssig- 
keit vom 
Oerach der 
Laven del- 

blüte 



0,880 bis 
0,90 



Farblose 

oder 
schwach- 
gelbliche 
Flüssigkeit 

von 

kampher- 

artigem 

Geruch 



0,895 bis 
0,92 



in Branntwein bei 20^ 



100 com 
sollen in 
30 ccm 
63proz. 
Brannt- 
wein lös- 
lich sein 



10 ccm 
sollen in 
100 ccm 
73.5proz. 
Brannt- 
wein klar 
löslich sein 



Farblose 
Flüssigkeit 
von eigen- 
tümlichen 
Oeruch u. 
scharfem, 
kratzend. 
Geschmck. 



0,855 bis 
0,875 

Größten- 
teils bei 
155 bis 
162» 

Mit 

gleichen 

(20 ccm) 

Teilen 

Wasser 

geschüttelt 

soll nach 

der TreDn- 

ang die 

obere 

Schicht 

mindest. 

19,5 ccm 

betragen 



Weiße 
Kristalle 

oder 
Pulver von 
durchdrin- 
gendem 
Geruch n- 
scharfem, 
hinterher 
kühlend. 
Gesohmk., 
mit Aether 
zu Pulver 
verreibbar 



In Wasser 
wenig, ic 
Aether, 
Chlor- 
oform, 
Weingeist 
reichlich 
löslich 



Leicht 

flüchtige, 

farblose 

Flüssigkeit 



0,72 bis 
0,735 

bei 350 



Mit 

gleichen 

Teilen 

Wasser 

(20 ocm) 

gsohütUi, 

soll die ob. 

Schicht 

mindestns. 

16,5 com 

betragen 



Farblose, nicht 
fluoreszier- 
ende, leicht- 
entzündliche, 
flüchtige 
Flüssigkeit 



0,65 bis 0,72 



zw. 50 u. 75'^ 



Mit gleichen 
Teilen Wasser 

(20 com) 
geschüttelt, 
soll nach % 
Stande die 
obere Schicht 
19 ccm be- 
tragen. 
10 com sollen 
in 100 ccm 

86proz. 

Branntwein 

klar löslich 

sein. 



Verhalten gegen 

Schwefelsäure : 

Werden 5 ccm Benzol 

mit 5 ccm konzentr. 

Schwefelsaure 5 Min. 

kräftig gesuhüttelt, 

so soll die Farbe der 

ontem Schicht nicht 

dunkler sein, als die 

Farbe von lg Kalium- 

diohromat in 1 Liter 

Schwefelsäure 

[1,4 spez. Gew.] 



Kla^ 

Star 

lichtbn 

ende,a] 

nehi 

ätherii 

riechei 

neutrt 

Flüasii 

in Was 

onlösl 



bei 77^ soll nicht über 

1 pZt bis 1000 nicht 

weniger als 90 pZt 

übergehen. 

Mit gleichen 
Teilen (10 ccm) 
Wasser geschüttelt, 
soll die ob«re Schicht 
nach 5 Minuten noch 
mindestens 9,5 ccm 
betragen. 



1,452 
1,46 

bei 
38 bis 



10 oc 

Bromäi 

mit 20 1 

Was» 

gschüti 

soll d 

untei 

Schic 

mindes 

9,5 cc 

betrag 



Behältnissen von 50, 20, 10, 5 und 1 
Liter Raumgehalt feilgehalten werden, 
die verschlossen und mit Angabe des 
Alkoholgehalts versehen sind. Vergällter 
Branntwein, in dem das Alkoholometer 
eine Stärke von weniger als 80 Gew.- 
pZt anzeigt oder der in unerlaubter 
Weise behandelt ist, darf nicht verkauft 
oder feilgehalten werden. 

Bei der Ausführung der Vergällung 
ist auf gründliche Durchmischung des 
Branntweins mit dem Vergällungsmittel 
zu achten. BeiVerwendung^vonSchellack- 
lOsung (1 T. Schellack, 2 T. Alkohol, 



90 bis 96 proz.), Rizinusöl, Natron- und 
Kalilauge ist es zweckmäßig, diese 
Mittel heiß zuzusetzen. Bei den festen 
Vergällungsmitteln — Eampher und 
Jodoform — wird deren gleichmäßige 
Verteilung im Branntwein erleichtert, 
wenn sie zunächst in wenig Branntwein 
aufgelöst werden und die erhaltene 
Lösung durch allmähliches Zugeben 
kleinerer Branntweinmengen verdünnt 
wird, bevor sie mit der Haupt menge 
des Branntweins vermischt wird. Das- 
selbe Verfahren ist bei der Auflösung 
von Pyridinbasen, Tieröl, Chloroform 



25 



en Veiigälliingastoffe : 



byl- 
)hol 



Chlor* 
ofoim 



Jodoform 



Kristall- 
▼iolettr 
Iflenng 



Schelliok - 

lÖSODg 



Natron- 
lauge 



Kali- 
lauge 



Rizinus- 
öl 



Tieröl 



bloB, 
blauer 
Dune 
inend 



Flüohtige 
Flüssigkeit 

von 8ä£- 
lichem Qe- 

sdimack 



«bis 

)»l 

b6?) 
. nickt 
ibr als 
ipZt, 
ig 67^ 
idestDs. 
OpZt 
«r^eh. 

) CCD 

'en dck 

■ser Tl. 

Bltnge 
1} klir 
iichen 



1,485 bis 
1,489 

bei 60 bis 
620 



10 ocm 
Chlor- 

oform und 
20 ccm 

Wttserge» 

schüttelt, 
soll die 
untere 
Schicht 

mtndestns. 
9,5 ccm 

betragen 



Zitronen- 
gelbes, 
kristall- 
inisches 
Pulver von 
duroh- 
dringon- 
dem, etwas 
safran- 
artigem 
Geruch. 

Mit 
Wasser- 
dämpfen 
ohne 
Rückstand 
flüchtig 



I 



SohmeU- 

punkt: 

zw. 110 bis 

1200 



Muß im L 
85,6 pZt 
Brannt- 
wein und 
0,4 g Farb- 
stoff ent- 
halten 



10 g sollen 
nach dem 
Yerdunst. 
u. Trockn. 
bei 100 bis 
1050 min- 
destens 
3,3 g 
Schellack 
hinter- 
lassen 



Farbstftrke 

Die 
400fache 
Verdünn- 
ung soll 
nicht wen- 
iger ge- 
färbt sein 
als 0,04 g 

reines 
KristaU- 
Tiolett in 
der gleich. 
Verdünn- 
ung 



Farblos, 
bis schwach gelblich 



1,357 
bis 1,383 



1,468 



Titration 
1 com (mit Phenol- 
phthalein Ystzt.), soll 
nicht : 



durch 
10 com 
Normal- 
Schwefel- 
säure 
entfärbt 
werden 



mehr als 
13 ccm 
Normal- 
Schwefel- 
säure yer- 
brauohen 



Zähflüssig, 
hellgelbes 
fettes 0dl 



0,95 bis 
0,97 

Der Säure- 
grad soll 
100 nioht 
übersteig. 

5 g sollen 
in 15 com 

86proz. 

Brannt- 
wein klar 
löslich sein 



Von schwarzbrauner 
Farbe 
Pyrrolreaktion. 
In 10 ccm einer0,025- 
proz. alkohol. (86 pZt) 
Tieröllösung wird mit 
konz. Salzsäure be- 
feuchteter Fiohten- 
holzspan eingetaucht 
(Rotfärbung) 



bei 900 goUen 50 pZt 
übergehen 



Verhalten geg.Queck- 
silberchlorid : 5 ccm 
0,025 proz. alkohol 

Tieiöllösung sollen 
mit 5 ccm 2 proz 

Quecksilberchlorid- 

lösuog deutlicheTrüb- 

ung zeigen. 



und Bromofonn zu empfehlen, während 
Aether und Benzin als leichtere Flttssig- 
keiten wie Branntwein beim Durch- 
rfihren sich gleichmäßig verteilen lassen. 

Dm feststellen zu können, ob eine 
genfigend gleichmäßige Darchmischnng 
des Branntweins mit dem Vergällungs- 
mittel erzielt worden ist, hat eine Nach- 
prfifoog stattzufbiden. Diese besteht in 
der Feststellaog, ob die oberste und 
die unterste Schicht des vergällten und 
dorchgemischten Branntweins in ihrer 
Zasammensetzung oder in ihren Eigen- 



schaften noch erhebliche Unterschiede 
aufweisen oder nicht. 

Zum Zweck der Nachprüfung der 
vollständigen Yergällang, sowie der un- 
vollständigen mit 0,5 Liter Pyridin« 
basen sind je 2 Proben von ^4 Liter 
ZU entnehmen und in trockene Flaschen 
zu fällen. Nach der Verkorkung ist 
der Kopf der Flaschen mit Papier zu 
umwinden, zu verschnttren, mit einem 
amtlichen Siegel zu verschließen und 
entsprechend zu bezeichnen. Alsdann 
sind die Proben, in Holzwolle vei packt, 



26 



dem Chemiker, der Lehranstalt oder 
der Priifangsstelle zu übersenden. 

Die Nachprflfong besteht in der Er- 
mittelung des Unterschiedes, den die 
beiden entnommenen Proben in ihrem 
Gehalt an Pyridinbasen aufweisen 
(Branntweinsteuer- Ausführungsbestimm- 
ungen VIIL Teil, S. 81 und ff). Die 
Nachprüfung der Vergällung mit Elssig 
bestent entweder in der Ermittelung 
des Unterschiedes, den die beiden ent- 
nommenen Proben bezüglich ihrer wahren 
Stärke oder bezüglich ihres Gehaltes 
an Essigsäure aufweisen. Die Nach- 
prüfung der Vergällung mit Aether und 
mit Petroleum-Benzin besteht in der 
Feststellung des Unterschiedes in der 
wahren Stärke der beiden entnommenen 
Proben und ist mittels Thermoalkoholo- 
meters zu ermitteln. Beti*ägt der Unter- 
schied nicht mehr als 0,2 Gew.-pZt, so 
ist die Durchmischung des Branntweins 
mit dem Vergällungsmittel als ausreichend 
anzusehen. 

Für Aether oder E^igäther, zu dessen 
Hei-stellung vergällter Branntwein ge- 
dient hat, wird Steuerfreiheit nur ge- 
währt, wenn diese zu gewerblichen oder 
wissenschaftlichen Zwecken, zur Her- 
stellung von Verbandstoffen usw. ver- 
wendet werden. 

Für Bezug von Aether, der aus steuer- 
freiem Branntwein hergestellt ist, wird 
auf Antrag ein Ankaufserlaubnis- 
schein ausgestellt. Die dabei gebrauchte 
Bezeichnung Schwefeläther ist veraltet 
und entspricht nicht der Formel (C2H5)20. 
Verluste an Aether oder Alkohol bleiben 
steuerfrei, wenn sie auf Zerspringen 
von Gefäßen, Auslaufen oder Verdunst- 
ung zurückzuführen sind und dies 
seitens der Steuerbehörde anerkannt 
wird. 

Ueber die Nachsteuerpflicht von zum 
Genuß ungeeigneten Spirituspräparaten, 
von Alkohol in Fruchtsäften und Brannt- 
weinfabrikaten, wie Mundwasser, Haar- 
wasser in vorrätig gehaltenen Original- 
Verpackungen vergl. diese Zeitschrift 
1909, Nr. 38, S. 791. 

Vppgl. daselbst Nr. 40, S. 844, auch 
die Mitteilung über die Nach Versteuer- 



ung der Vorräte an Spiritus und Spi- 
rituspräparaten mit Ausnahme der ab- 
gefaßten Liquores Ferri und Spezial- 
itäten, wieAthenstaedt^ Olauschy Spranger. 



Ueber die Anfertigung von 
gefüllten Ampullen. 

Ein Beitrag zur pharmazeatisohen Laboratoriams- 

technik. 

Von Licent pharm. OonstanHn Koüo 
in Bukarest. 

(SohlttB von Seite 1062 [1909].) 

IV. Die letzten Vornahmen, welche die 
Anfertigung der Ampullen beschließen , 
sind endlich das Sterilisieren, die 
Prüfung auf luftdichten Schluß 
und vollständige Sterilität oder 
]^eimfreiheit 

Es mögen nun diese Vornahmen ein- 
zeln besprochen werden und zwar be- 
ginnen wir mit der Prüfung auf luft- 
dichten Schluß als diejenige, die 
unmittelbar auf die Füllung und Schließ- 
ung der Ampullen folgt. 

Will man sich davon überzeugen, ob 
die Ampullen luftdicht geschlossen sind, 
so gibt man in eine emaillierte Eisen- 
pfanne destilliertes Wasser, färbt mit 
Methylenblau, bringt die zu prüfenden 
Ampullen in diese FarblOsung und er- 
hitzt auf einem Gasbrenner oder irgend 
einer anderen Heizquelle. Man hat nur 
darauf zu achten, daß sämtliche Am- 
pullen untergesunken sind. Ist die 
Flüssigkeit ins Kochen gekommen, so 
stellt man die Heizquelle ab und läßt 
erkalten. Der Inhalt der unvoll- 
ständig geschlossenen Ampullen 
erscheint blau gefärbt; diese Am- 
pullen werden einzeln ausgesucht und 
als unbrauchbar auf die Seite gelegt. 

Das Sterilisieren (oder besser ausge- 
drückt Autoklavieren), da es sich nur 
um heiße Sterilisation handelt, ist eine 
Arbeit, der man die größte Auftnerksam- 
keit zuwenden muß und von der über- 
haupt das Gelingen der anzufertigenden 
Ampullen und deren Haltbarkeit ab- 
hängt. 



27 



Wir haben zunächst zu unterscheiden 
zwischen dem eigentlichen Anto- 
klayieren oder Sterilisieren und 
dem Tyndallisieren. 

Beim Sterilisieren im eierentlichen 
Siune des Wortes kommen Temperat- 
uren ?on fiber 100^ C in Betracht. 

Eiweißstoffe, Atoxyl und dergleicheu, 
welche infolge ihrer Zusammen - 
setzmig ein längeres Erhitzen auf 100 
bis 120^ C nicht vertragen, werden 
durch «TyndaIlisation>y das ist durch 
fortgesetztes Erhitzen, sterilisiert. 

Tyndaü, von dem diese Methode her- 
rührt, hat die Beobachtung gemacht, 
daß bakterienhaltige Elfissigkeiten steril 
gemacht werden können, wenn man sie 
während 3 aufeinander folgender Tage je 
eine Minute lang auf 100 ^ C erhitzt. Wäh- 
rend dieses Irarzen Erhitzens erleiden 
die zersetzlichen Substanzen keine be- 
merkenswerte Veränderung. Tyndall 
nahm an, daß die widerstandsfähigen 
Sporen, die beim ersten Erhitzen nicht 
auch wie die vorhandenen Bakterien 
abgetötet wurden, schon beim zweiten 
Erhitzen durch Zusammenschrumpfen 
ihrer Hfille eine derartige Umwandlung 
ihrer Form und Eigenschaften durch- 
machen, daß sie beim letzten Erhitzen 
als vollständig abgetötet betrachtet wer- 
den können. Diejenigen Sporen aber, 
welche trotzdem beim zweiten Erhitzen 
widerstanden und bis zum letzten Er- 
hitzen Zeit haben, zur betreffenden 
Bakterienart auszuwachsen, werden durch 
das letzte Erhitzen auf 100 o C getötet 
und unwirksam gemacht. 

Duclanx widerlegte diese Behaupt- 
ungen TyndaWs und erklärte den Vor- 
gang dieser Sterilisierungsart in der 
Weise, daß er annahm, daß die wider- 
standsfähigen Sporen bei der ersten 
Wärmeeinwirkung anschwellen und von 
ihrem Innern einen kleinen Teil aus- 
schwitzen, was zur Folge hat, daß 
durch osmotische Vorgänge eine geringe 
Menge Wasser eindringt. Im Verlauf 
Ton 24 Stunden, durch Gleichgewichts- 
herstellung des Protoplasmas mit dem 
eingedrungenen Wasser bildet sich eine 
homogene Masse, welche beim Erhitzen! 



rasch gerinnt. Unter der Einwirkung 
des zweiten Erhitzens beginnt diese Ge- 
rinnung sich zu vollziehen ; die Osmose 
schreitet vorwärts, und beim dritten 
Erhitzen ist die Gerinnung und die 
Osmose vollendet. Weil die Sporen 
ihres Innern vollständig beraubt sind, 
kann man sie als abgetötet betrachten. 

Im Laufe der Zeit hat die Tyndall- 
isation noch viele Veränderungen durch- 
gemacht in bezug auf die Art ihrer 
Ausführung. 

Heutzutage tyndallisiert man in der 
Weise, daß man während 3 bis 10 Tagen 
aufeinanderfolgend den betreffenden 
Gegenstand je 1 Stunde lang auf 60 
bis 80^ erhitzt. 

Ftlr unseren Fall, das "lyndallisieren 
der Ampullen, bewerkstellige ich diese 
Arbeit unter Zuhilfenahme des Steril- 
isierapparates. 

In dem Kessel des Sterilisierapparates 
gebe ich eine kleine Menge Wasser, 
bringe den mit den gefällten und ge- 
schlossenen Ampullen beschickten Me- 
talleinsatz hinein, bedecke lose mit einer 
starken Glasplatte oder dem Deckel des 
Apparates, ohne die Schrauben anzu- 
ziehen und erhitze auf der Heizquelle 
während einer Stunde. 

Ich habe gesagt, daß man dieses Er- 
hitzen an 3 bis 10 Tagen fortsetzen 
muß. Eine allgemeine Regel, welche 
Lösungen kürzer und welche länger 
erhitzt werden müssen^ läßt sich nicht 
aufstellen. Je länger man die Tyndall- 
isation ausdehnt, desto sicherer geht 
man, sicher sterilisierte Ampullen fertig- 
gestellt zu haben; und je steriler sie 
sind, desto länger sind sie haltbar. Also 
hieraus kann man sich eine Regel 
machen, lieber etwas mehr als zu wenig 
zu tyndallisieren. 

Ueber das Kapitel des Autoklavierens 
braache ich nicht viel zu reden. Es 
wird wohl keinen Apotheker geben, der 
nicht schon Lösungen sterilisiert hat 
und sich mit dem Gebrauch solcher 
Apparate vertraut gemacht hat. 

Wer sich in dieses Gebiet etwas 
mehr vertiefen und die Sterilisation im 
allgemeinen studieren will, dem empfehle 



28 



ich die rortreSlicheii Werke: Bakterio- 
logie nnd Steriliaatioii im ÄpottaekeB- 
betrieb von Dr. C. Stich (Vertag von 
J. SpriTiger-^vcWn)*) nnd Technique de 
StärilisatiOD ä l'osage des pharmftcieDS 
von Prof. E. 04rard {Paris, Vigot 
Flures, EditeoTB, 23, Place de l'Ecole 
de H^decine). 

Änch die nene schweizerische Fhar- 
makopfle IV. Anfl. enthält ein lesens- 
wertes Kapitel ttber die Sterilisation; 
ein ÄDSzug bieraas befindet sich in Nr. 
11 der Pharmazenti^chen Zentralballe 
vom Jahre 1908 auf Seite 200 and 
201. 

Einen nicht zn teuren, bei mir seit 
4 Jahren in Gebrauch stehenden and 
ftuSetst gat arbeitenden Autoklaven 
■stellt die nachstehende Abbildung IV 
dar. Interessenten sei die Bezugsquelle 
mitgeteilt: R. Neveu, Constractear, 
Paris, 35 rae de la Montagne-Saint- 
■ Genevi^ve. 

Derselbe kostet 
Toilständig mit 
Gasbrenner 76,50 
Frcs,Ist also preis- 
wert und für un- 
sere Zwecke, wie 
überhaupt fflr den 
Apothekenbetrieb 
bijireichead. 

DiePrafnngauf 
vollkommene 
Sterilität oder 
Eeimfreiheit 
der Ampnllenfflll- 
nng beschließt die 
Anfertigung von 
Ampullen. Wenn 
sie bei denjenigen 
Ampullen unter- 
lassen werden 
Abbild. IV. kann, die man in 

Autoklaven vollkommen steriliert hat, 
80 soll dies aber nie der Fall sein bei 
denjenigen Ampullen, die kalt steril- 
isiert oder tyndallisiert wurden, denn 
weder die filtration mit Kerze oder 
die l^dallisation geben eine sichere 



• (Pharm. Zenlralh. 18 [1907], 1 



Gewähr für vOllig dauernde vollständige 
Keimh^iheit. Man mache sich zum Vor- 
satz, von diesen Ampnllenarten niemals 
zu große Menge zu bereiten, die monate- 
langes Lagern bis zom Verbrauchen 
benötigen, nnd ziehe es vor, öfters 
kleinere Mengen frisch gefOUt auf Lager 
zu bringen. Jedenfalls lege man von 
jeder dieser Ampallenart beim jedes- 
maligen Anfertigen einige StDck zur 
Prüfung auf Keimfreiheit beiseite and 
wiederhole diese Prüfang zweckmäßig 
jeden Monat einmal. Ergibt sich dabei, 
daß die Keimfreiheit verloren gegangen 
ist, Bo offne man von derselben ijn- 
pullenserie einige fertiggemachte Schach- 
teln, entnehme von diesen einige Am- 
pullen und prüfe auch sie. Nur so wird 
man imstande sein, tadellose Produkte 
auf den Markt zu bringen, das Zutrauen 
der Aerzte und der Käufer za ge- 
winnen und das Geschäft durch Schaff- 
ung eines guten Rufes einträglich zn 
machen. Die kleinste Vemadillssigang 
bei dem hier beschriebenen Arbeiten 
gefährdet die ganze Operation der Am- 
pullenbereitung. 

Auf den ersten Blick mag sie tiuäi 
etwas zn umständlich nnd zn kostspielig 
wegen der vielen benötigten Apparate 
und Bebelfe erscheinen; es ist aber nur 
eben auf den ersten Blick, denn bat 
man darin einige Uebnng erlangt and 
sich sozosagen in allen Handhabungen 
eingearbeitet, so erscheint alles sehr 
einfach und anregend and man findet 
daran ein großes Vergnügen. 

Bei der Prüfung auf Keimfreiheit 
kommt es nicht in Betracht, welche 
Bakterienart vorliegt, sondern nnr, ob 
in den Ampnlleninnem sich lebende 
Bakterienkolonien entwickelt haben. 
Mikroskopische Untersuchung ist daher 
ausgeschlossen, wir haben es nur mit 
bakteriologischer Prüfung von mit den 
AmpQllenfifissigkeiten vermischten Nähr- 
flüssigkeiten zu tun. 

Die Nährflflssigkeit ist blank nnd 
klar; setzt man ihr eine Kleinigkeit 
von der Ampollenflüssigkeit hinzu ULd 
beläßt im Thermostaten oder einer ähn- 
lichen Vorrichtung 24 bis 36 Stunden, 



29 



SO bleibt die Nährflfissigkeit (auch Nähr- 
bonillon genannt) klar, sobald keine 
Bakterienart vorhanden ist; trabt sich 
aber, sobald sich Bakterien entwickeln. 
Darauf bemht also unsere Prfifang auf 
Eeimfreiheit. 

Es ist ratsam, im Apothekenlaborat- 
orien stets eine Anzahl Reagenzgiftser 
mit Nährbouillon fertig stehend zu halten, 
am nicht nur die selbstangefertigten 
Ampullen zu prüfen, sondern auch den 
Aerzten beizustehen im Falle sie mit 
dem Wunsche nähertreten wurden, 
irgend eine sie interessierende Flfissig- 
keit oder Verbandmaterisd auf Keim- 
freiheit zu untersuchen. 

Eine viel gebrauchte, leicht herzu- 
stellende flflssige Nährbouillon bereitet 
man sich nach folgender Formel : 
Weiße Gelatine 80 g 

Trockenes Pepton 10 g 

Kochsalz 6 g 

Destilliertes Wasser 1000 ccm 
Man lOst, macht ^enau mit SodalOs- 
ung neatral und filtriert. Dieser Nähr- 
boden muß vollkommen klar sein. 

Man gibt die LOsnng in einen zuvor 
sorgsamst sterilisierten und mit Roh- 
wattestopfen verschlossenen Erlenmeyer- 
sehen Kolben, bringt eine in Sodaldsung 
durdi Auskochen steril gemachte Gummi- 
kappe Aber den Wattestopfen und steril- 
isiert im Autoklaven bei 120^ eine halbe 
Stunde lang, hierauf noch die gleiche 
Zeit an zwei folgenden Tagen, damit 
die etwa ans hiteefesten Sporen sich 
entwickelnden Keime abgetötet werden. 

Jetzt verteilt man auf sterile Reagenz- 
gläser, die mit Rohwattestopfen und 
Gummikappen verschlossen werden, und 
zwar gibt man in jedes Gläschen 4 bis 
5 ccm; dabei beachte man, daß die 
Winde in der Nähe des Randes unbe- 
netzt bleiben. Bevor man die Watte- 
stopfen einsetzt, saugt man den Glas- 
rand ab und sterilisiert hierauf die be- 
schickten Gläschen wiederum eine halbe 
Stunde lang bei 120 o G. 

Das Abfällen auf die sterilen Reagenz- 
gläser geschieht am besten und be- 
quemsten aus einem in einem Gestell 
befindlichen Glastrichter, fiber dessen 




Röhre ein mit Quetschhahn verschlossener 
Gummischlauch mit Glasröhre gezogen 
ist. Da das Benetzen des Randes der 
Reagenzgläser mit der Flässigkeit am 
leichtesten beim Herausziehen des Rohres 
durch Berührung der Wandung erfolgt, 

so versieht man das un- 
tere Ende der Trichter- 
röhre mit einem kleinen 
Gummiring, wodurch das 
Benetzen verhindert oder 
doch zumindest erschwert 
wird (siehe nebenstehende 
Abbildung V). 

Man muß sich zuerst 
davon ttberzeugen , ob 
diese mit Nährbouillon ge- 
fällten Gläser selbst keim- 
frei sind. Zu diesem Zweck 
Abbild, y. bringt man sie in einem 
Thermostaten und läßt sie daselbst 24 
bis 36 Stunden bei 37 bis 38 <> C. Nur 
die dabei klarbleibenden Gläser können 
als keimfrei bezeichnet werden. 

Thermostaten oder Brutschränke gibt 
es in allen Preislagen. Wer nicht ge- 
neigt ist, für einen solchen Apparat 
Geld anzulegen, dem empfehle ich, als 
Notbehelf die von jE!s7/2«rcA (Hygienische 
Rundschau; 2; 661) angegebene Vor- 
richtung. Sie besteht aus einem mit 
35 bis 36 ^ C warmem Wasser gefällten 
Kochtopf mit Decke], in den die in einem 
Metalleinsatz befindlichen Reagenzgläser 
mit der Nährbouillon gestellt werden. 
Der auf einem Dreifuße stehende Topf 
wird mit einem Nachtlicht erwärmt. 

Hat man die gefällten Ampullen auf 
Eeimfreiheit zu prüfen, so bricht man 
eine Spitze ab, entnimmt mit einer in 
der Flamme ausgeglühten Nadel und 
Spritze einige Tropfen, erfaßt mit der 
linken Hand ein Nährbouillon enthaltendes 
Reagenzglas, entfernt den Wattestopfen, 
ohne ihn fallen zu lassen, sengt den 
Glasrand ab, läßt die wenigen Tropfen 
der Ampullenffillung in die Mitte der 
Nährbouillon einfallen, schließt mit dem 
Wattestopfen wieder zu, sengt nochmals 
ab und stellt jetzt das Röhrchen bei 37 
bis 380 (7 fdr 24 bis 36 Stunden in 
den Brutschrank. Bleibt der Inhalt des 
Reagenzrohres während dieser Zeit voll- 



30 



kommen klar, so ist der Inhalt der Am- 
pullen steril. Jede nur geringste Trüb- 
nng deutet, nach dem Grade der Trüb- 
ung, auf größere oder geringere Infektion; 
solche Ampullen mflssen sofort außer 
Gebrauch gestellt werden. 

Als eine allgemeine Regel bei der 
Ampullenbereitung läßt sich sagen: 

Reinlichkeit, peinlichste Genauigkeit 
und größte Sorgfalt! 



Neue Arzneimittel, Spezialitäten 
und Vorsohriften. 

Arsanämia ist em flflmges Arsen-Eisen- 
Pepsin- Saocharat mit 0,0076 pZt Arsen. 
Es eignet sieh zur vereinigten Eisen- und 
Arsenverordnung bei Bleichsucht, Blutarmut 
und Hautkrankheiten. Darstelier: J, PatU 
Liebe, 0. m. b. H. m Dresden. 

Danzol nennt Fr, Carl Dilchert in 
Bayreuth em Mittel gegen Rheumatismus 
und dergl., dessen BestandteUe m der vor- 
liegenden Anzeige nieht genannt sind. 

Emodella ist der gesohfltzte Namen für 
ein Frangula-Elixir, welches von Dr. H, und 
P. Oeiger m Basel dargestellt wird. 

Euoapren ist eme Suprarenalin-LOsung 
1 : 5000, der 1 pZt Beta-Eukalnlaktat zu- 
gesetzt ist Sie wird als Adstringens und 
zur örtlichen Bet&ubuDg angewendet 

Fareol wird ein 7 pZt Eisen enthaltendes 
Mittel gegen Blutarmut genannt (Nation. 
Drugg. 1909, Bd. 39, H. 12.) 

Kaubalsam «Sahir» (Pharm. Zentralh. 
47 [1906], 111; 48 [1907], 385) kommt 
in Tabletten in den Handel, die als wirk- 
samen KOrper Protokatechusiurephloroglu- 
omester m einer unlöslichen Kaumasse em- 
gebettet enthalten. (Pharm. Post 1909, 
1102). 

Orphal ist Betanaphtholwismut und wird 
als iunerliches Antiseptikum angeweudet 
(Nation. Drugg. 1909, Bd. 39, H. 12.) 

ümsohlagpatronen «Statim». Der In- 
halt einer Patrone entspricht in trockner 
Form der flblichen Versehreibweise von: 
Plumbum aeeticum basioum sohitum 25 g, 
Alumen crudum 5 g, Aqua foutana ad 500 g 
und ist in 4 Teile geteilt, um eine portionen- 



weise Verordnung in versdüedeuen Ver- 
dUnnungeu zu erleiehteiii. Die Pulver be- 
fmden sich in dner Oelatinekapsel. Dar- 
steller: 8t Markusapotheke m Wien VH, 
HauptBtr. 1 30. (Pharm. Post 1 909, 1111.) 

Verobromal ist ein Schlafmittel, das Bronoi- 
salze und Veronal enthalt Darsteller: Dr. 
Leo Egger & J. Egger m Budapest. 
(Pharm. Post 1909, 1100.) 

E. Menixel. 



Zur Darstellung eines Mutter- 
kornpräparates 

gibt F, Schaefer folgendes Verfahren an: 
3 kg entöltes Mutterkompulver werden 
mit 7 L 200 g Natriumbikarbonat ent- 
haltendem Wasser unter tfiohtigem Kneten 
gemisdit Nach 24 Stunden langem Stehen 
der Masse wird ihr soviel Spuritus zugegeben, 
daß das Gfemisdi etwa 40 Oew.-pZt Alkohol 
enthält, worauf der Brei mit gleich starkem 
Spiritus versetzt wird, so daß die Pnlver- 
menge hoch ttberflutet ist Nachdem man 
das Ganze unter öfterem ümrtthren der 
Extraktion überlassen hat, hebt man die 
Flflsngkeit vorsichtig ab und stellt sie bei- 
seite. Der verbliebene Brei wird wieder- 
holt mit 46 voL-proz. Spuntus behandelt, bis von 
diesem 40 kg verbraucht sind. Die ver- 
einigten Flflssigkeiten, welche bis auf den 
letzten Tropfen zurflckgewonnen worden 
sind, werden bis auf 2 kg eingeengt, dann 
mit 1 kg Wasser verdflnnt, mit Essigäther 
des D. A.-B. IV 1 Stunde lang kräftigst 
gesehttttelt und im Soheidetriehter 6 Stunden 
stehen gelassen. Nach dem Ablassen der 
unteren Schicht wird diese m gleicher Weise 
so oft mit Essigäther ausgewaschen, bis 
letzterer nicht mtbi merklich braun gefilrbt 
erscheint. Das so gereinigte Extrakt wird 
einmal mit Aethyläther ausgesdiflttelt and 
nach seiner Trennung von diesem für einige 
Minuten auf Dampf gesetzt Zur erkalteten 
Flüssigkeit wkd soviel Glyzerin zugesetzt, 
daß das Gesamtgewicht 5 kg beträgt, wor- 
auf filtriert wird. 

Das so erhaltene Präparat soll sich an- 
verändert halten, besonders wenn ihm auf 
1 kg 1 ocm Aether zugesetzt wurde. 
Pharm. Ztg. 1909, 860. H. M. 



31 



Deber die 
BeBtixnmaiig der Salpetersäure 

mit Nitron. 

Das NitroDFerfahren zur BeBtunmimg von 
Salpetenäure (Phann. Zentralh. 47 [1906]^ 
1033) ist von A, ließ einer Nachprüfung 
daraufhin unterworfen worden, inwiewdt die 
Konzentration der Ueung und die Gegen- 
wart anderer gelöster Stoffe von Einfluß 
auf die Genauigkeit der Resultate sind. 
Eb stellte sieh heraus, worauf aueh schon 
der Erfinder des Nitrens (Busch) aufmerk- 
sam gemacht hat, daß mit einer Konzen- 
tration der Nitratlosung von 0,1 pZt die 
gflnstigsten Resultate erhalten werden. Das 
Nitronnitrat fällt unter dieser Bedingung 
in sdiön ausgebildeten Kristallen aus, die 
sich auf getrockneten Filtem oder besser im 
Gooeh'TiefiA leicht sammeb und trocknen 
bssen. Die Kristallisation hindern Dextrin 
und Gelatine. Ohne Einfluß erwies sich die 
Gegenwart von Alnmmiumsulfat, Magnesium- 
snlfat und -chlorid, Ammoniumsulfat, Kalium- 
phosphat, Weins&ure, Zitronensäure, Saccha- 
rose und Glykose. Bei Gegenwart von 
Oxalaäare in der LOsung fällt Nitron außer 
der Salpetersäure eben Teil der Oxalsäure. 
Die Anafällung ist aber unregelmäßig, so 
daß keine Schltlsse auf den Gehalt an beiden 
Säuren gezogen werden können. Anders 
verhält sich die Chlorsäure; sie fällt quan- 
titativ mit der Salpetersäure ans, so daß die 
Nitron-Methode zur gleichzeitigen Bestimm- 
ung von Chlor- und Salpetersäure benutzt 
werden kann. 

Fflr die Salpetersäure-Bestimm- 
ung im Wasser empfiehlt M, Busch 
«ne einfacheVorprflfung: Man versetzt 5 ccm 
des Wassers mit 10 Tropfen Nitronaoetat- 
lösung^ tritt hierbei der Niederschlag von 
Nitronnitrat sofort ein oder kristallisiert das 
Salz innerhalb 2 Bimuten aus, so enthält 
die FltLssigkeit Aber 100 mg Salpetersäure im 
liter. In diesem Falle kann man also ohne 
weiteres die quantitative Fällung vornehmen, 
während man bei geringerem Salpetersäure- 
gehalt einengen muß, bis die Nitron-Reaktion 
eneheint 

üeber weitere Erfahrungen mit dem Nitron- 
verfahren beriditet Peter Pooth. Zunächst 
weist er auf die Zersetzlichkeit des Nitrons 
darcfa Licht und Luft hin und schlägt daher 



vor, Nitron nur in kleinen Mengen und in 
schwarzen Flaschen mit Glasstöpseln vor- 
rätig zu halten. Dann fand Verf., daß 
ebensogut oder noch besser als Schwefel- 
säure sich Salzsäure zur Ansäuerung der 
Lösung dgne. Fflr die Untersuchung der 
Nitrate der alkalischen Erden ist diese Er- 
fahrung besonders wertvoll. Der Salzsäure- 
zusatz darf Aber em bestimmtes Maß nicht 
hinausgehen, da sonst die Kristallisation des 
Nitronitrats sehr langsam vor sich geht und 
die Fällung unvollständig wird. Als oberste 
Grenze fflr die vollständige Ausfällung fand 
Verfasser stets etwa 100 ccm Normal-Saks- 
säure auf je 0,1 g eines Nitrates. Pi, 

Zisekr, f. anmlyt. Ckem. 1909, 81, 368, 375. 



Die Fiirfür Ol -Reaktion zum 
Nachweise von Sesamöl. 

Während gewisse, aber nicht alle alger- 
bchen Olivenöle eine Färbung mit Furfurol 
und Salzsäure geben, erhält man kerne 
Färbung, wenn man den Versuch mit den 
Fettsäuren anstellt. H, Imbert und L. 
Durand empfahlen daher als vorteilhafter, 
um Fehler zu vermeiden, bei den algerischen 
Oden die Reaktion mit den Fettsäuren 
anzustellen. 

(Noch einfacher ist es, anstelle von Fur- 
furol-Salzsäure das Soltsieti'Bdie Reagens 
(Zinnchlorflrlösung) zur Prflfung von Oliven- 
ölen auf Anwesenheit von Sesamöl zu ver- 
wenden; dieses gibt mit remen Olivenöl 
keine täuschenden Färbungen. Der Referent.) 

Chem. Rev. üb d. Fett- u, Harxindustrie 
l90.^ 255. T. 



Zum Nachweis und zur gewlehtsanalytisehen 
Bestimmung von Nitraten kann man nach 
B, F, Howard und 0. Chiek das Cinchon- 
aminhydroohlorid beoutzen , das mit 
Nitraten onlösilohe YerbindaDgen gibt. Zu der 
Nitratlosimg wird die Reagenzlösang in großem 
Uebersohusse gegeben, gut umgerührt, etwas 
Salzsäure zugegeben und 12 Std. stehengelassen. 
Nach dem Filtrieren wird mit möglichst wenig 
Wasser ausgewaschen, bei 100^ C getrocknet und 
gewogen. Das Verfahren soll gute Resultate geben 
und nur bei Metallnitraten, die unlösliche Chlor- 
ide oder Oxychloride bilden, versagen. 



Chem.'Ztg. 1909, 103. 



—he. 



32 



■ahrungsiiiittsl-Ohsiiii». 



Bellier'sche Reaktioiit 

die anstelle der Welmans'Bdien. zam Nach- 
weis von Pflanzenölen in Schmalz in die 
neuen Ansführnngsbestimmnngen zum Fleisch- 
besehaugesetz (vom 1. April 1908) aufge- 
nommen ist, prtkften Ölig und Brust ge- 
meinsam mit Stumpf nach. Die Vorschrift 
lautet bekanntlich: 

«5 com geschmolzenes, filtriertes Fett werden 
bei der Prüfung nach Beüier in Misohzylindem 
von 25 com Inhalt mit 5 com farbloser Salpeter- 
säure vom spez. Oew. 1,4 und 5 com einer kalt 
gesättigten LösaDg von Resorzin in Beozol 
5 Sekunden kräftig durchgeschüttelt. Treten 
während des Sohüttelns oder 5 Sekunden nach 
dem Schütteln rote, yiolette oder grüne Färb- 
ungen auf, so deuten diesa auf die Anwesen- 
heit von Pflanzenölen hin. Später eintretende 
Farbenerscheinungen sind unberücktigt zu lassen.» 

Die Verff. beobaohteten gelegentlich, daß 
ein 15 pZt ErdnufiOl enthaltendes Schmalz 
die Reaktion nach der amtlichen Vorschrift 
nicht gab. Sie beschlossen daher, das Ver- 
halten und die Empfindlichkeit der Reaktion 
gegen verschiedene Pflanzenöle und Misch- 
ungen derselben mit Schmalz zu prüfen. 
Sie suchten auch festzustellen, ob nicht 
vielleicht einzelne Oele durch licht- und 
Sauerstoffeinwirkung eine Veränderung er- 
leiden, so daß die Reaktion ausbleibt. In den 
Kreis ihrer Untersuchungen zogen sie Mohnöl, 
Baumwollsamenöl und -Stearin, Sesamöl, Maisöl, 
RQböl, Erdnußöl, Olivenöl, Kokosfett, Palmfett 
und Palmkemfett, sowie ein Spdseleinöl. 
(Letzteres soll in gereinigter Form in be- 
trächtlichen Mengen in der Margarinefabrik- 
ation Verwendung fmden und einen sehr 
milden, nur wenig an Leinsaat erinnernden 
Geruch und Geschmack zeigen.) 

Da Salpetersäure und Resorzin für sich 
allein schon gewisse rote Färbungen geben, 
die mit der Bellier'Bdien Reaktion nichts 
gemein haben, so ist beim Beschicken der 
sorgfältig gereinigten und getrock- 
neten Röhrchen dementsprechend die 
richtige Reihenfolge inne zu halten. 

Nach den Beobachtungen der Verff. darf 
femer die Benzol-Resorzinlösnng nicht zu 
stark sein, sie muß unter allen Umständen 
kalt, bei höchstens 8 bis 10^, gesättigt sein. 
Im Sommer wäre daher die Lösung vor 
dem Filtrieren unter Kühlen einige Zeit auf 
dieser Temperatur zu halten. Aueh darf 



die Reaktion nioht in nooh vom Troeknen 
her zu warmen Probierröhrdien vorgenom- 
men werden. 

Die Ergebnisse der Untersnohungen sind 
in einer Tabelle zusammengestellt von derea 
Inhalt folgendes erwähnt sei: 

Blaue bezw. violette und grüne Farben- 
töne herrschen vor, die anfängUoh auftreten- 
den Farbenerscheinnngen sind nicht beständig 
und gehen bald in andere über. Eine ganz 
eigenartige Reaktion gibt Sesamöl, das zwei 
chromogene Körper zu enthalten soheinti 
einen, der die blaue Färbung der Benzol- 
sohicht verursaoht, die bald in Blutrot über- 
geht, und einen solohen, durch den die 
Salpetersäure grün gefärbt wird. 

Die gereinigten Kokosfette und Palmkem- 
fette waren gegenüber dem BelUer'Mben 
Reagenz indifferent Der Eintritt der Bellier- 
sohen Reaktion soheint daher durohaus nioht 
charakteristisch zu sein für die Samenöle 
allein, sondern wohl mehr von der Gewinn- 
ung und dem verwendeten Rohmaterial 
(Reifezustand, Zuberdtung) sowie von der 
Behandlung der einzelnen Oele abhängig zu 
sein. Anscheinend gelangt der die BeUier- 
sehe Reaktion liefernde Körper, jedenfalls 
ein die Pflanzenfette begleitender Neben- 
bestandteil, je nach der Herstellungsart 
(schwache oder starke, kalte oder heiße 
Pressung usw.) in das Fett oder er bleibt 
im Preßrückstand oder er gelangt zwar in 
das Od, wird aber duroh nachfolgende Be- 
handlung (Bleiehen usw.) zerstört, oder end- 
lich die Zerstörung ist bereits vor der Preß- 
ung im Rohmaterial (Preßgut) erfolgt So 
ist es vielldoht die Sonne oder das Fener, 
die beim Trocknen gewisser Kopraarten 
den die Reaktion bedingenden Körper nn- 
wurksam machen. Auf diese Weise ließe 
sich aueh erklären, daß die Kokosfette nur 
zuni Teil die Reaktionen geben, durdi die 
Verdünnung mit Schmalz wird die Reaktion 
meist sehr verzögert. 

Um die Empfindlichkeit der Reaktion fest- 
zustellen, wurde bei sämtlichen Fetten und 
Oelen die geringste Menge ermittelt, welche 
unverdünnt und in Mischungen mit Sehmalz 
noeh eine deutliche Reaktion gibt Zur 
Feststellung der Verzögerung des Emtritta 
der Reaktion bei Verdünnung mit Bdimalz 



33 



geben die Verff. die Sekandenzahl «n, inner- 
halb welcher die Reaktion jeweils eintrat 
Zur VerfUBebong von Sohmalz dürfte wohl 
m erster Linie Banmwoilsamenöl, Seeamöl 
und ErdnaCOl Verwendang finden. Für die 
beiden ersten besitzen wir vorzflgUehe Spezial- 
reaktionen, beim ErdnnßOl aber ist man 
ledigiieh anf die Bellier'aehe Reaktion an- 
gewieeen, die aber gerade bei diesem Oel 
erst bei 12 pZt nnd mehr auftritt, wenigstens 
mnerhalb 10 Sekunden. Von raffinierten 
raaehem werden solch hohe Zusätze wohl 
nicht gemacht Innerhalb 20 Sekunden 
geben alle von den Verf. geprüften Oele 
in Sehmalzmischungen noch eine deutliche 
Reaktion. Wflrde daher die Zeitdauer 
ffir den ESntritt der Reaktion in der 
amtlidien Vorschrift anf 20 Sekunden 
ausgedehnt, so wären noch 6 pZt Erdnußöl 
und 3 pZt des viel von Fälschern verwen- 
deten Maisflles nadiweisbar. Die Verff. 
würden diese Ausdehnung der Reaktionszeit 
ffir unbedenklich halten, weil einerseitB grfine 
oder violette Färbungen bei der BeUier- 
sehen Reaktion doch wohl nur auf die 
Gegenwart von Pflanzenfetten zurflekzu- 
fnhren sind, und sie haben bei sehr vielen 
I¥oben amerikaniscben nnd holländischen 
Schmalzes und bei zwofellos remem Schmalz 
den Eintritt einer Rosafärbnng nie vor 30 
bis 40 Sekunden beobachtet (Reine Schmalze 
geben nämlich — nach längerer Zeit — 
Rosafärbnngen.) Im flbrigen deuten die 
innertialb 10 Sekunden auftretenden Rosa- 
tärbnngen durchaus nicht immer auf Pflanzen- 
fette. Sie kOnnen vielmehr auch durch 
tierische Fette (Oleomargarine, bezw. Preß- 
talg nnd Talg) hervorgerufen werden. 

Die Versuche über Inaktiviemng der 
Ode gegen das BelUer'ndie Reagenz wurden 
sngesteilt durch Beleuchtung, Erhitzung, Be- 
handeln mit konzentrierter Salzsäure, mit 
verdünnter Salpetersäure (kalt und warm), 
mit sdiwefliger Säure, mit Wasserstoffper- 
oxyd nnd mit Alkohol. Nach jedem Ver- 
suche wurden die Oele auf ihren Geschmack 
und Geruch geprfift Femer wurde der 
Sämegiad sowie die Empfmdlichkeit unver- 
dflnnt und in Mischungen mit Schmalz fest- 
gestellt Endlieh wurde dann noch mit den 
Oden die Welmans^dtlb» und gegebenen- 
falls auch die Halphen'MhB nnd Bandouin- 
sehe Reaktion ausgeWirt licht und Luft- 



sauerstoff setzten bei SesamOl, Erdnußöl 
und Baumwollsamenöi die Reaktionsfähigkeit 
gegenüber dem Bellier*wii<bn^ Welvians- 
sehen und Halphen^fyäiea Reagenz herab, 
während die Baudauin^^abe Reaktion nicht 
bednträchtigt wurde. Beim Erhitzen büßt 
Palmfett und Olivenöl die Reaktionsfähigkeit 
gegenüber dem BelUer'wixen Reagenz voll- 
ständig dn. Auch ErdnuBöl und Baum- 
wollsamenöi zeigte, so behandelt, dne ge- 
ringe Abnahme der Reaktionsfähigkeit gegen- 
über dem J%//t6r'schen Reagenz. Die 
übrigen Oele werden durch Erhitzen nicht 
beeinflußt. Durch Bchandeki mit Salzsäure 
und Salpetersäare bd gewöhnlicher Tem- 
peratur werden die Oele in ihrer Reaktions- 
fähigkdt gegenüber der Bellier'Bcbea Lös- 
ung lange nicht so stark beemflußt, wie 
beim Erhitzen. 

Ganz dgenariig ist das Verhalten der 
Ode gegen schweflige Säure. Im allge- 
meinen wurde durch diese die Empftndlieh- 
kdt bd den Erdnußölen, Sesamölen und Mais- 
ölen in unverdünntem Zustande wenig her- 
abgesetzt. Bd Mischungen mit Schmalz 
dagegen verzögerte sich der Eintritt der 
Reaktion bedeutend. Bei Baumwollsamen- 
ölen und -Stearinen wurde dne vollständige 
Inaktiviemng erzidt Auch die Halphen- 
sehe Reaktion fällt negativ aus, desgldchen 
die Welmanns'wiie, so daß also diese Oele 
wie die erhitzten Baumwollsamenöle durch 
keine der bekannten Reaktionen mehr nach- 
zuweisen sind. Dnrch Behanddn mit Wasser- 
stoffperoxyd wurde die Reaktionsfähigkeit 
aller Oele gegenüber dem BeUier'wiien 
Reagenz ebenfalls mehr oder weniger abge- 
schwächt Verff. suchten noch festzustellen, 
ob der die BeUier^wiie Reaktion bedingende 
Körper in Alkohol lödich ist Sie fanden 
bd diesen Untersuchungen ihre Vermutung 
bezüglich der Annahme mehrerer chromogener 
Körper im Sesamöl bestätigt Der die 
Reaktion bedingende Körper schdnt durchaus 
nicht unter gleichen Bedingungen bd allen 
Oden in Alkohol löslich zu sdn. Auch entzieht 
derselbe diesen Körper den Oden durchaus 
nicht vollständig. Unter den gidchen Arbdts- 
bedingungen fmdet man das eme Mal den 
chromogenen Körper vorwiegend im Alkohol- 
auszug, das andere Mal im ungdösten An- 
teil. In Aether scheint der Körper leichter 
löslich zu sein. 



34 



Die Ergebnisse ihrer üntersnchuiigen 
fassen Sie Verff. wie folgt zusammen: 

1. Die Bellier'BGhQ Reaktion ist als Vor- 
präfung fär den Nachweis von Pflanzenölen 
in Sohmals sehr gut geeignet. Gleich wie 
bei der Wellmanns^sohen I^aktion liegt ihre 
Bedentang darin, daß sie eine allgemeine Reaktion 
für alle Pflanzenöle darsteUt. Wegen der 
anffailendeo, oft oharakteristisöhen 
Färbungen und der Empfindlichkeit verdient 
sie aber vor der Welmanns' scheu Reaktion den 
Voizug, da besooders bei geringen Zusätzen von 
Pflanzenölen die Prüfung nach Welmanns wenig 
ausgesprochene Färbungen zeigt, deren Beurtei- 
lung oft mehr dem subjektiven Empfinden 
anheimgegeben ist 

2. Ein weitererVorzug der j9e^w*schen 
Reaktion gegenüber der Welmanns* Bohen ist 
die größere Beständigkeit des die Reaktion 
gebenden Körpers gegen die Behandlung mit 
gewissen Reagenzien. 

3. Der Wert der /'eliter* aohen Reaktion 
kann noch erhöht werden, wenn die 
Zeitdauer für den Eintritt der Reaktion auf 
20 Sekunden erhöht wird, welcher Aenderung 
Bedenken nicht entgegenstehen dürften. 

4. Eine bei der Prüfung von Schmalz mit 
dem Bellter'BQheTi Reagenz auftretende Rot- 
färbung kann auch auf eine Bei- 
mischung von Oie omargar ine oder Talg 
(Preßtalg, Riuds- oder Hammeltalg) deuten und ' 
ist hierauf gegebenenfalls Rücksicht zu nehmen. ' 

5. Es ist sehr wohl möglich, die Oele durch 
entsprechende Behandlung, ohne daß sie selbst 
in ihrem äußeren Verhalten wesentlich ver- 
ändert werden, gegen das Bellier' Bohe Reagenz 
zu inaktivieren. 

Schmalz kann also bestimmte Zasätze von 
Pflanzenölen enüialten; ohne daß diese dareb 
die Bellier'wiie Reaktion angezeigt würden. 
Es empfiehlt sieh daher, bei der Untersnoh- 
nng von Sohmalz die Prüfung auf Phytosterin 
mögliohst oft auszuführen, welcher Fordernng 
die neuen Aasführungsbestimmungen zum 
Gesetz betr. die Sehlaohtvieh- und Fleisdi- 
besehau, die seit April 1908 in Kraft sind; 
einigermaßen Rechnung tragen. 

ZUchr, f. Unters, d. Nähr.- u. Oenußm. 
1909, XVir, 661. Mgr. 



Wodka 

bt der russische Monopoltrinkbranntwein. 
Die Monopolverwaltung kauft den Roh- 
braontwein, zwei Drittel im Wege des 
Mindestgebotes und ein Drittel von den 
Produzenten des betreffenden Bezurks. Dann 
wird der Branntwein in staatlichen Fabriken 
rektifiziert, m staatliohen Niederlagen auf- 



bewahrt und nur in geschlossenen und ver- 
siegelten Gefäßen verkauft Jede Flaadie 
trägt eme Etikette mit Angabe der Qualität, 
Menge, Alkoholatärke und des Preiaes. Die 
Flaschen werden zu einem ebenfalls auf der 
Etikette bemerktem Preise zurfidEgenommen. 
Der Branntwein wird in zwei Sorten als 
Tischgetränk und als Monopolwein verkauf t, 
die durch weiße und rote Siegelung kennt- 
lich gemacht sind. Das Tischgetränk iat 
zweimal nach der Rektifikation durch Kohle 
filtriert und nur aus dem Mittellaufe her- 
gestellt und wird mit destilliertem Wasser 
verdünnt, während zur zweiten Sorte ge- 
wöhnliches gutes Trinkwasser verwendet 
wurd. Ein Vergleich des russischen Mono- 
polbranntweins mit guten deutschen Brannt- 
weinen hat gezeigt, daß die letzteren in 
bezug auf Rückstand und Säurebestimmung 
bessere Resultate ergaben. Der russiaehe 
Branntwein enthält von der Kohlefiltration 
geringe Mengen kohlensauren Kaliums und 
Spuren von Aldehyd. Die Behauptung 
Olasenapp% daß durch die Kohiefiltration 
Bukettstoffe erzeugt würden, hat nicht be- 
stätigt werden können. Der russische Brannt- 
wein ist ein reiner, auf 40 Volumprozent 
verdünnter Spiritus. Der Verkauf findet in 
staatlichen Verkaubstellen statt Der gias- 
weise Ausschank ist nur den Bahnhofs- 
büffets, Klubs und einigen hundert Restau- 
rants erlaubt. Die Flaschen dürfen in den Ver- 
kaufsstellen nicht geöffnet werden. — Ae. 
Nsue Deutsche WeinxeUung 1809, 45. 



Oeber den Verschnitt von Wein 
mit Most und Maische 

beziehungsweise über die Möglichkeit der 
Umgärung eines Weines nach dem neuen 
Weingesetz (1909), hat die Deutsche Wein- 
Zeitung mehrere Aufsätze veröffentlicht Die 
Umgärung eines Weines erscheuit für 
den ersten Augenblick als ausgesehlossen. 
Prof. Dr. R, Meißner in Weinsberg machte 
jedoch auf die MögUehkeit der Umgärung 
auch nach dem neuen Weingesetz aufmerk- 
sam. Das Umgären ist nur unter Mit- 
verwendung von Zucker verboten, 
auch bei Auslandsweinen, dagegen hält z. B. 
Staatsanwalt ZoeUer in Landau die Um- 
gärung von In- und Auslands weinen ohne 
Aufzuckerung nach § 4 des neuen Wein- 



35 



geaßtxm für zullBgig. (Die Zaltaigkeit der 
Umginmg kranker Weine^ erBeheint 
nadi dem KommiaBioiiBberieht za § 4 des 
Weingeeetzes sehr zweifelhaft Berichterst.) 
Auf gnind von § 2 Satz 1 des Wein- 
geaetses (W. 0.) ist bei der Herstellung von 
Wein znlässig ein Versohnitt von 
Trauben mit TVanben, Maische mit Maisehe^ 
Moet mit Moet nnd Wein mit Wein, femer 
die Yermifldinng von Most mit Wein, als 
nnzuläasig aber bezeichnet Zoeller die 
Vermisehimg von Most oder Wein mit 
Trauben oder Maisohe, indem er den 
§ 1 des W.-G. näher erläutert Weiterhin 
erklärt Zoeller es als unzulässig, einen 
Inlandsmoet oder Wein anfzuzuekem und 
ihn sofort vor der Vergärung mit Auslands- 



Most oder -Wein zu versehneiden, was eine 
glatte Umgehung des § 3 des W.-G. wäre. 
Wohl ist es znlässig, einen fertigen auf- 
gezuekerten inländisehen Wein mit einem 
Ausländer zu versehneiden, da der ZndEor 
in Natur durch die Gärung verschwindet 
nnd somit eine Verletzung von § 3 nicht 
gegeben ist (vergl. auch Reichsgerichtsurteil 
vom 27. 9. bezw. 25. 10. 1909). 

Man muß Zoeller zustimmen, wenn er 
am Schlüsse seiner Darlegungen sagt, daß 
das neue Weingesetz eben eine Reihe der 
wichtigsten Fragen mit Stillschweigen über- 
gangen hat, und die Praxis die Streittragen 
-- zum Schaden des Pablikums — auszu- 
tragen haben wird. p. s, 

Deutsche Wein-Zlg. 1909, Nr. 79, 86, 93. 



Pharmakognostische Mitteilungen. 



Verfälschungen der Sarsaparill- 

wurzel 

mit Wurzeln von Fhilodendronarten, beson- 
ders Philodendron crasainervinum, lassen sich 
nach P. Morel durch den aromatischen 
Geruch dieser Wurzeln und durch mikro- 
skopische Untersuchung feststellen. In letzter 
Zeit - ist vielfach die sogenannte falsche span- 
ische Sarsaparilla und Smilax aspera zur 
FUschuDg angewendet worden. Fflr die 
Smilaxarten charakteristisch ist das Vor- 
handensein von Gerbstoff Zellen. 
aiem.'Zig. 1909, Rep. 610. --he. 



Aetherisohes Oel von Mosla 
japonioa Maxim. 

Y.Murayama erhielt dnrch Destillation 

des Krautes 2 pZt fttherisches Oel, das neben 

p-GymoI zu etwa 50 pZt ans Garvacrol 

besteht. 

Journ. of ike Pharm, society of Japan 1909. 

Novemberheft. <. 



üeber die 
KristaUaussoheidongen in ein- 
igen Drogen (Hesperidine) und 
über die physiologische Bedeut- 
ung dieser Körper. 

Diese Ueberschrift führt eine mühevolle 
Arbeit von 0, Tunmann in Bern^ welche 
feststellt, daß die Hesperidine kerne ansnutz- 
baren Produkte der Zellt&tigkeit sind. Im 
botanisdien Sinne ist die Bezeichnung 
« Hesperidin » als Gmppenbegriff aufzu- 
fassen. Am Schlnsse seiner Arbeit spricht 
Verf. die Vermutung aus, daß die Hesperi- 
dine, die den Zellsaft dnrch reichliches Vor- 
kommen zähflüssig, dicklich und gelb machen 
und überwiegend bei Samenpflanzen anzu- 
treffen sind (in der beichteten Blattepidermis), 
als lichtfilter, Dftmpfungssehirm, also als 
Schutzmittel gegen zu intensive Beleuchtung 
dienen. p, s, 

Sehwetx, Woehensehr. f. Ckem, u. Pharm, 
1909, Nr. 61 u. 62. 



Bakteriologische Mitteilungen. 

Em neuer menschenpathogener 

Bacillus 

wurde von Fro/enhel aufgefunden. Es ist 
ein eiförmiges gramnegativce, geißeltragen- 
des Stäbchen, welches in Siteren Knltnren 



sehr deutliche Rotfärbung zeigt Es ver- 
flflssigt Gelatine und bringt Milch zur 6e- 
rmnung. Die Agarkultnren riechen nach 
Jodoform und haben ein metallisch irisier- 
endes Anssehen. Gewonnen wurde der 



36 



BazUlns ans dem Blate eines an sohwerer 
Entsündang des Kooehenmarkee mit hohem 
Fieber verstorbenen Mannes. Trotz mancher 
unterschiede wird er vom Verfasser zur 
Gmppe der Bazillen der hämorrhagischen 
Sepsis gereehnet. Es wnrde Bacterinm 
an throposeptionm genannt 

Berl Min. Wochensckr, 1909, 2276. — te— 



Das Doppelverfahren 
von EUermann - Erlandsen zum 
Nachweis von TuberkelbazUlen 

im Sputum 

besteht in folgendem: 

1. Eine Ranmmenge Auswurf (10 bis 15 
ccm) wird in einem verkorkten Heßglas mit 
der halben Ranmmenge 0,6proz. Natrinm- 
karbonatlösnng vermischt. Das Gemisch 
steht 24 Stunden im Thermostaten bei 37<) C. 

2. Der grOßte Teil der obenstehenden 



Flüssigkeit wird abgegossen und der Boden- 
satz in emem eingeteilten Zentiifugenglas 
zentrifu^ert. Die FIflssigkeit wurd abge- 
gossen. 

3. Vier Raummengen 0;25proz. Natron- 
lauge werden einer Raummenge Bodensatz 
zugesetzt. Nach sorgfältigem Umrühren läßt 
man aufkochen. 

4. Zentrifugieren. 

Hierzu bemerkt Dr. H. Kögelj daß titriger 
Auswurf länger im Brutschrank zu lassen 
und längere Zeit mit größerer Menge Natron- 
lauge zu kochen ist Nach diesem Verfahren 
findet man eine 15- bis 30 fach größere 
Menge von Tuberkelbazillen als bei An- 
wendung des emfachen Ausstrichpräparates. 
Bei vorher negativen Auswürfen wurden 
durch das Doppelverfahren verschiedene Male 
Tuberkelbazillen nachgewiesen. Das Ver- 
fahren hat sich als praktisch bewährt. 

DeuUekeMed. Woehenaekr, 1909,2105. 



Therapeutische Mitteilungem 



Die Verwendung des Alsols bei 

Frauenkrankheiten und in der 

Geburtshilfe. 

Auf Veranlassung von Hanau und Pinner 
hat die Firma Aihensiaedt und Redeker 
in HemeÜDgen Alsol-Scheidenkapseln 
hergestellt, die in den Fällen zur Verwend- 
ung kamen, wo früher Tampons, die mit 
Alsoi'Greme bestrichen waren, angewandt 
wurden. Die Anwendung der Alsol - Soheiden- 
kapsdn ist überall dort angezeigt, wo eine 
zusammenziehende und fäuhiiswidrige Wirk- 
ung durch ein Heilmittel erwünscht ist, also 
bei Reizzuständen des weibUohen Geschlechls- 
apparates, die bei längerer Dauer so oft 
eine bleibende BlutflberfüUe und vermehrte 
Absonderung (weißer Fluß !) zur Folge haben. 
Außerdem wirkt Alsol auch keimabtötend, 
was um so mehr von Wichtigkeit ist, w«l 
die erwähnten Erankheitszustände zumeist 
eine Folge des Trippers sind. Die Anwend- 
ung der Kapseln erfolgt am besten im 
Spiegel jeden zweiten Tag, etwa 4 Wochen 
hindurch. Außerdem mUssen Alsolspüiungen 
(0,5proz.) gemacht werden. Zur Behandlung 
kamen hauptsächlich die Fälle, bei denen es 
sich um eine bereits vor Jahren erfolgte 



Ansteckung handelte, die gewöhnlich eine 
chronische Gebärmutterentzündung und Er- 
krankung der Eileiter und Eierstöcke zur 
Folge hat. Wenn auch bei diesen chron- 
ischen Erkrankungen eine völlige Heilung 
nicht erzielt werden kann, so wird doch 
durch das Alsol eine Linderung der subjektiven 
Beschwerden erreicht. Verff. haben femer 
auch die Alsolgaze und zwar zur Stillung 
von Blutungen mit Erfolg augewandt Durch 
Tamponade mit Alsolgaze wurden Oebär- 
mutterblutungen zum Stillstand gebracht 
Nach Ausräumung einer Fehlgeburt und 
Auskratzungen der Gebärmutter wurden 
recht gute Erfolge mit der Alsolgazetamponade 
erzielt DerAlsolgazegebührthierbei derVorzug, 
weil sie sich in durchaus genttgender Weise 
sterilisieren läßt, ohne ihre Wurksamkeit ein- 
zubüßen, was bei der Sterilisierung der 
Jodoformgaze nicht immer zutrifft, da das 
Jodoform sich bei größerer Hitze zersetzt 
und nicht mehr in dem ihm spezifischen 
Sinne wirkt 

Vergl. auch Pharm. Zentralh. 49 [1908], 
252, 416; 50 [1909], 226. 

Medix, Klinik 1909, Nr. 3. Dm, 



37 



Das Auftreten von Mucon- 
säure im Harn nach Darreich- 
ung von Benzol 

iat njush M, Jaff^y wie das auch biaher 
■«hon bekannt war, ein Zeiehen dafür; daß 
das Benzol fOr die ehemiaohen Kräfte des 
Oiiganismas nieht unangreifbar ist, sondern 
wenigstens eine (eilweise Anfjspaltnng erlttdet 
Selbst diejenigen aromatisehen Verbindungen, 



die entweder ganz unverändert, oder nur in 

der Seitenkette abgebaut oder als gepaarte 

Verbindung wieder ausgesehieden werden, 

Gnden sieh im Harne niemals quantitativ, 

sondern nur zu einem mehr oder weniger 

großen Bruebteile wieder. Tyrosin und 

einige andere aromatisehe Aminosäuren gehen 

sogar so gut wie vollständig im Organismus 

verloren. 

Chem.'Ztg. 1909, Rep. 601. —he. 



Technische Mitteilunoen. 



Erdöltorf. 

In der cDeutaehen teohnisehen Rundschau» 
wird darauf hingewiesen, daß alle bisher 
angestellten Versnobe, Torf mit heizkräfligen 
Substanzen zu misehen, wie mit Oelen oder 
ErdölrQckständen, wirtsohaftlich fehlgeschlagen 
seien, weil man von »nem zu teueren 
Material, nämUcfa dem trockenen Torf, und 
noch dazn unter Verwendung kostspieliger 
Arbettsverfahren, ausging. Den gleichen 
Nachteil zeigte auch ein von dem Ingenieur 
LewicJd in Lemberg ausgearbeitetes Ver- 
fahren, den Torf unter Anwendung heißer 
ErdOldeetillate teilweise zu verkohlen und 
das so gewonnene Produkt — eine Art öl- 
haltigen Torf-Koks — zu verwerten. Ein 
neues Verfahren beruht nun auf der Beob- 
achtung, daß sieh nasser Torf in den ge- 
wOhnfichen Formmaschinen glatt mit Oel 
misohen läßt, wobei das Oel vom Torf in 
Fonn einer Emulsion zurflckbehalten wird, 
oitne daß der Torf dabei m seinem Trook- 
nungavenn6gen beeinträchtigt wird. Man 
kann Torf und Oel in einem VerhUtnisse 
von 1 : 1 mischen, ohne befflrehten zu 
mHasen, daß durch Druck oder Wärme das 
Oel vom Torf abgegeben wird. Bei höherem 
Oelznaatz ist diese Möglichkeit vorhanden. 
Aus rein wurtschafüichen Gründen wird man 
jedoch nicht weiter gehen, als bis zu einem 
Verhältnisse von 1 : ^j^ oder 1 : ^j^. Vom 
ökonomischen Standpunkt aus eignen sich 
natflrfich nur billige Oele, am besten die 
von Benzin und Paraffin befreiten Erdöl- 
rttekstände. Enthalten die Ode wenig Pa- 
raffin, so wild man auch auf die Paraffin- 
gewlnnnng verziehten können und sich da- 
mit begnügen, nur die Benzin- und Leuoht- 



ölfraktion von dem Oele abzunehmen. Die 
Entfernung der leichten Fraktionen ist schon 
aus dem Grunde anzuraten, weil sonst der 
Flammpunkt des Oeltorfes zu niedrig liegen 
würde. Beim Trocknen des imprägnierten 
Torfes tritt gleichfalls wie bei dem gewöhn- 
lichen Maschinentorfe ein starkes Schwinden 
ein. Seine Hygroskopzität ist wesentlich 
geringer als die des gewöhnliehen Torfes. 
Tk'otz der großen, in ihnen aufgespeicherten 
Oelmengen scheinen die Oeltorfe an den 
Bruchstellen nieht ölig, sondern gleichen 
ganz den gewöhnlichen Torfen, nur ui Ihre 
Farbe etwas dunkler geworden. Auch färbt 
die Oberfläche des Oeltorfes weder ölig noch 
schwarz ab, so daß er ein sehr reinliches 
Brennmaterial bildet. Er brennt natürlich 
leichter an als ungetrockneter Torf, ohne 
deswegen feuergefährlich zu sein. 

Der Schwefelgehalt des Brennmateriales 
ist sehr gering und steht weit hinter dem 
der Steinkohlen, namentlich der galizischen, 
zurück. Der Verbrennungswert liegt sehr 
hoch und beträgt auf trodEcnes Material be- 
reuet 7- bis 8000 Ejüorieen, je nach der 
Menge des zugesetzten Oeles. Da der nasse 
Rohtorf etwa 85 bis 90 pZt Wasser ent- 
hält, so wird man, wenn man auf einen 
Teil trockener Substanz einen halben Teil 
Oel nehmen will, auf 100 Teile Rohtorf 
5 Teile Erdöl anwenden, das mit dem Torfe 
in den Formmascfainen direkt gemischt wird. 
Der Torf wird dadurch in seinem Heizwert 
um 25 bis 45 pZt erhöht Die Erzeng- 
ungskosten des Oeltorfs sind nur gering. 
Sie setzen sich zusammen aus dem Oel- 
preise für 40 bis 80 Pfennig Oel, wobei 
im ersteren Falle ein Odpreis von 2 Mark, 



38 



im letzteren von 4 Mark zn grande gelegt 
ist. Dazu kommen noch die Gewinnong»- 
kosten des Torfes mit 24 bis 40 Pfennig. 
Das Material kann also in solchen Oegenden, 
wo viel Oel und Torf vorhanden und die 



Kohlen teuer smd, sehr gut mit den Stttn- 
kohlen konkurrieren. Solche Verhältnisse 
sind zum Beispiel in Oalizien gegeben. 

Ckem. Ret. ü.d,FetUu,Harxi/ndustrie 1910, 18. 



Photogpaphische Mitteilungen. 



Anilin und FormaUn als 
Konservierungsmittel. 

Um das Zerstören zoologiseher und bo- 
tanischer Sammelobjekte durch Wärme und 
Parasiten zu verhindern, muß man eine 
Konservierungsflflssigkeit anwenden und da- 
zu eignen sich am besten Anilin und For- 
maUn (40proz. Formaldehydlösung). Will 
man von zoologischen oder anatomisdien 
Präparaten photographisohe Aufnahmen 
madien, so taucht man sie in dne starke 
Anilinlösung. Sollen die Prilparate längere 
Zeit unveränderlich haltbar bleiben, so kann 
man sie tagelang in einer solchen Lösung liegen 
lassen und nur einzelne Teile des Objektes 
fttr den jeweiligen Gebrauch loslösen. Durch 
den Anilinfarbstoff werden zwar die Gewebe 
gefärbt, das ist aber in vielen Fällen sogar 
vorteilhaft, weil sich dadurch das Objekt 
plastischer auf der Platte zeigt Fflr mikro- 
skopische Schnitt-Präparate ist die Eonser- 
vierung mit Formalin vorteilhafter, weil auf 
diese Weise die fernen Gewebeteilchen ge- 
härtet werden und eine größere Wider- 
standskraft erlangen. Die wissenschaftlichen 
Forschungen werden durch konservierte 
Prl^Murate für den Gelehrten erleichtert, die 
Ergebnisse werden aber auch mit Hilfe der 
Photographie weiteren Kreisen als Anschau- 
ungs- und Studienmaterial zugänglich ge- 
macht Bm, 

Wetteranzeigende Bilder. 

Nach folgenden Anweisungen kann man 
Fensterbilder herstellen, die Veränderungen 
des Wetters anzeigen. In 30 T. warmem 
Wasser wird 1 T. Gelatine gelöst und dieser 
Lösung 10 T. Kobaltchlorflr, 5 T. Koch- 
salz, 0,5 T. Glyzerin beigefügt Ein Ltand- 
schafts-Diapositiv mit möglichst viel Himmel 
bestreicht man auf der Rückseite mit dieser 
Lösung. Ist die Schicht getrocknet, so ver- 



sieht man das Bild mit dnem Rahmen und 
hängt es an ein Fenster. Der Feuchtigkeits- 
gehalt der Luft wirkt auf die Kobaltchlorfir- 
lÖBung so ein, dafi sich bei der Luftveränder- 
ung auch die Farbe des Bildes entsprechend 
ändert Blaue Farbe deutet trockene Luft 
und schönes Wetter, rosarote Färbung vid 
Feuchtigkeit und Regen an. Für Geschenk- 
zwecke kann man sogar einen mehrfarbigen 
Wetteranzeiger herstellen, indem man das 
Diapositiv mit verschiedenen Lösungen ver- 
sieht. Man könnte z. B. den Himmel mit 
vorerwähnter Kobaltchlorflrlösung, Felder 
und Straßen mit einer Lösung aus 10 g Ge- 
latine, 1 g Ghlorkupfer und 10 g frischem 
Wasser, Bäume und Wiesen mit einer Lös- 
ung aus 20 g Gelatine, 200 g Wasser, 
1 g Kobaltchlorflr, 0,25 g Ghlorkupfer, 
0,75 g Nickeloxydul bestreichen; dann würde 
bei schönem Wetter der Himmel blau, die 
Felder und StraCen gelb, die Bäume und 
Wiesen grün aussehen, bei trübem Wetter 
dagegen würden diese Farben in Grau 
übergehen. Härtet man Bromnlberbilder 
in einer lOproz. Formaiinlösung (= 4 pZt 
Formaldehyd), so kann man die Bildseite 
mit dner Kobaltchlorürlösung überziehen. 
Von diesen im Zimmer aufzustdlenden Bil- 
dern kann man die Wetterverändemngen 
ebenso gut ablesen, wie von den Olas- 
diapositiven. (Das bekannte Barometer- 
papier besitzt diesdben Eigenschaften. Schrift- 
leitung,) 
Photo- Sport, Bim. 

Das Wechseln der Platten im 

Dunkeln. 

Es wird in der Literatur darauf hinge- 
wiesen, dafi es auf Reisen immer schwierig 
sd, dnen gedgneten dunklen Ort zum Aus- 
wechsehi der Platten zu finden, man brauche 
aber gar nicht so ängstlich zu sein, denn 



39 



«n sehwadi erlenehteter Baum sdiade niehtB, 
wenn die Platten raseh gewechselt werden 
und zwar so, daß man die Rflekaeite gegen 
das Lieht hJUt Man kOnne sogar den 
Ptattenwechael in einem hellen Ranme vor- 
nehmen, wenn man das direkte Auffallen 
des Lichtes anf die Platte vermeidet. Es 
wird aoeh die VerOtfenÜiohnng eines eng- 
liadien Tonristen angefflhrt, worin gesagt 
wird, daO man in einer winterlichen Mond- 
nacht unbedenklich hochempfindliche Platten 
wechseln kOnne, ohne bef flrchten zu mflssen. 



daß sich Schleier bilden, obgleich das Zimmer 
so hell seL Möglioh erscheint es, daß unter 
Zusammenwirkung verschiedener Umstände 
m eiuzebien Fällen die Schleierbildung unter- 
blieben ist Im allgemeinen dürfte aber 
doch bei hochempfindlichen Platten etwas 
mehr Vorsicht geboten sem. Dem Schreiber 
dieses ist es mehrfach passiert, daß sogar 
im vOllig dunklen Zimmer durdi das Fenster 
einfallende schwache Lichtscheine Schleier 
auf den Platten bewirkten. 

Camera-Kunst. Bm, 



BDohersoha u. 



HeneReiehsgerichts-EAtscheidungenin der 
Haosschwamm-Frage. Besprochen von 
Dr. Carl Mex, Professor der Botanik 
an der Universität Halle. Dresden, 
Richard Lincke, Preis: geh. 0,50 Mk« 

Ein empfehleDswertes Heftcheo für Alle, deren 
Beruf es erfordert, sieh mit dieser Frage zu 
beschäftigen, sowie für diejeDigen, welche als 
SashTerständige io bezug anf diese heikle Sache 
herangezogen werden könnpn. H, Jf. 



Analyse der Fette und Oele von Theodor 
Off er. Band 17 der BibUothek der 
gesamten Technik. Verlag von Dr. 
M, Jänecke in Hannover. Preis: 3 Mk. 

60 Pf., geb. 4 Mk. 

In dem vorliegenden Werkeken ist es dem 
Verfasser gelungen, pin recht branohbares Kom- 
pecdium der Chemie der Fette und Oele dem 
Analytiker in die Hand zu geben. Er hat es 
verstandtm aus den reichhaltigsten Qaelien nor 
soviel zu schöpfen, um ein kleines Nachschlsge- 
bach zu schaffen, welches in sich neben seiner 
Billigkeit auch noch die Vorzüge der Kürze und 
trotzdem großer Eeiohbaltigkeit des Stoffes ver- 



einigt. Sowohl die physikalischen und chem- 
isohen Prüfangsmethoden der Fette und Oele, 
wie die Besohreibang derselben und die Angabe 
ihrer Kennzahlen sind fast lückenlos, die Illustrat- 
ionen gut und sachlioh. 

Es kann das Bach dem Chemiker, welcher 
sich größere Werke, wie Benedikt- ülxer «Die 
üntersuchuDg der Fette und Oele» nicht an- 
schaffen will, wie dem Studierenden gleich an- 
gelegentlich empfohlen werden, zumal da die 
vom Verf. angeführten Zahlen den neuesten 
Auflagen seiner Quellen entnommen worden sind 
und eine Gewähr für Richtigkeit bieten. 

Dr, Friese. 

Warenzeieken oder Oebrauehsmuster? 
üeber den gesetzlichen Schutz der Eti- 
ketten. Von Patentanwalt Dr. Hederich. 
Verlag c Geistiges Eigentum» {Friedrich 

Huth). Charlottenburg 4. Preis: 0,50 Mk. 
Die kleine Schrift behandelt in allgemeinver- 
ständlicher Weise unter Berücksichtigung des 
Rechtsgebrauchs die wichtige Frage, ob es 
zweckmäßiger ist, die für Waren zu verwen- 
denden Schilder (Etiketten) durch Eintragung 
eines Warenzeichens oder als Geschmacksmuster 
I schützen zu lassen. —tx — 



Verschiedene Mitteilungeni. 



Zur Auslegung 
pharmaseutisoher Oesetze usw. 

(Fortsetzung von Seite 1099 [1909].) 

407. UebertfetuDg der Kaiserl. Yerord- 
■uig^ V. 26. Oktober 1901 lieü sich ein Drogist 
dadurch zu Scbulien kommen, daft er angebfioh 
durch DestiJlatioa gewonnene Hienfong-Esseoz 
und Hnstentropfen feilhielt, welche er als frei 
rerklufliche Mittel ansah. Er wurde deshalb 
in Polizeistrale in Hone von 5 Mk. genommen, 
welohe auch vom Sohöffengerioht Hoyerswerda 



mit der Begründung bestätigt wurde, daß diese 
Mittel stets als Lösungen zu betrachten seien. 
(Apoth.-Ztg 1909, Nr. 99.) 

408. NahrungsmittelverfSlsohung (Honig). 
Von dem Schöffengericht Spandan wurde ein 
Dachdecker und Honighändler zu einem Monat 
Gefängnis verurteilt, weil dieser Kunsthonig 
cals garantiert reinen Bienenhonig» feilgehalten 
hatte. Es lag somit ein Vergehen gpgen das 
Nahrungsmittelgesetz vor. Gegen dieses urteil 
legte Angeklagter bei der Strafkammer Berlin 
Berufung ein, mit der Begründung, er habe 
I diesen Honig selbst erst von einer bedeutenden 



40 



Honigfirma bezogen und diesen im guten Glaaben 
als Naturhonig verkauft Bas Gericht erkannte 
hierin nur eine Fahrlässigkeit nnd verhängte 
eine Geldstrafe in Höhe von 60. (Apoth.-Ztg. 
1909, Nr. 70.) 

4C9. üeber den Begriff Honig ist am 30. 
Iförz 190S vom Reichsgericht eine endgültige 
Entscheidung gefällt worden, nach welcher als 
Naturhonig lediglich solcher anzusehen ist, der 
von Bienen als Ergebnis einer eigenartig inner- 
halb ihres Körpers vor sich gehenden Verar- 
beitung, ausgeschieden wird. Auch solcher, 
durch künstliche Fütterung mittels Zuckerstoffe 
von den Bienen ausgeschiedene Süßsaft ist als 
Naturhonig anzusehen. Identisch mit Natur- 
honig sind I^odukte, bezeichnet als Blüten-, 
Heide-, Wald-, Birken-, Linden-, Krauthonig. 
Dagegen bedeutet Kunsthonig oder Zuckerhonig 
ein auf künstlichem Wege, a&o ohne Durchgang 
durch den Bienenleib geschaffenes, mehr oder 
weniger honigähnliches Erzeugnis oder eine 
Mischung von solchem Kunsthonig mit Natur- 
honig. 

Auch was das Nahrungsmittelgesetz anbetiifft, 
so liegt, falls Fütterung der Bienen mit Zucker- 
lösung stattgefunden hat, kein Vergehen gegen 
dieses vor, da laut Sachverständigen-Gutachten 
nachgewiesen ist, daß der von Bienen aufgeleckte 
Rohrzucker in ihren Körpern, ebenso wie ihre 
natürliche Nahrung zu Trauben- und Frucht» 
zuckor (Dextrose und Lävulose) umgewandelt 
wird. (Apoth.-Ztg, 1909, Nr. 68.) 

Ä. fr. 

Neu-Fyrenol betreffend! 

Wir erhalten von der dasselbe darstellenden 
Fabrik folgende Zuschrift: 

«Es ist zutreffend, daß 1 kg Pyrenoltabletten 
in Röhrchen zu 20 Stück zu 0,6 g trotz unserer 
höheren Verpaokungs- usw. Kosten von uns 
billiger berechnet wird als l kg Pyrenoltabletten 
lose. Die Packung von 20 Tabletten zu 1 M. 
Verkauf, stellt aber eine Kassenpackung dar, die 



ohne Gefiihrdung unseres Abaatzes nicht höher 
im Preise gestellt werden kann, wie dies bezügl. 
der Kassenpackungen bei allen Firmen üblich 
ist. 

Um nun aber bei Einführuuv; des Neu- 
pyrenol unseren Herren Abnehmern, die ja 
hauptsächlich Apothekenbesitzer sind, unser 
Verständnis für ihre sozialen Bestrebungen zu 
zeigen, haben wir diese Ermäßigung bei Neu- 
Pyrenoltabletten nicht eingeführt und sahen uns 
sogar infolge des für uns kostspieligen Ver- 
ff£rens der Tablettenherstellung des Neu-Pyrenol 
in leicht löslicher Form (D. R. P. angem.) ge- 
nötigt, den Preis für die Neu-Pyrenol-Tabletten 
zu erhöhen ; dieselben kosten demnach für 1 kg lose 
74 M. für Apotheker ; in Böhrchen zu 20 Stück 
zu 0,5 g 87 M. für 1 kg ; es ist dies ein durch- 
aus angemessenes Preisverhältnis in anbetraoht 
unserer Kosten für die Glasröhrohen und Ver- 
packung usw. 

Durch das obenerwähnte neue Verfahren ist es 
uns möglich geworden die Neu-Pyrenol-Tablottcn 
ungefähr 20 mal so leicht löslich zu machen, 
als die Pyrenoltabletten. Dieser im Interesse 
des Kranken wesentliche Vorteil dürfte wohl 
allen schon die Preiserhöhung auf 1,40 Verkauf 
(Pyrenol 1 M. Verkauf) gerechtfertigt erscheinen 
lassen. 

Der Arzt wird es also in der Hand haben, 
in Zukunft Pyrenol zu 1 M. für Kassen und 
Minderbemittelte oder das leicht lösliche Neu- 
Pyrenol zu 1,40 zu verschreiben, die eine wie 
die andere Verordnungsweise hat dann ihre 
Vorteile. 

Ooedecke «ft Co.^ Leipzig-Berlin.» 



Deutsche Pharmasentische Gesellsohaft. 

Tagesordnung für die Donnerstag, den 13. Januar 
1910, abends 8 Uhr, im Vereinshaus Deutscher 
Apotheker, Berlin NW 87, Levetzowstr. 16b, statt- 
findende 8iizung. 

Herr Dr. i. Ooldmann-Beihn: «Die wichtig- 
sten neuen Arzneimittel des Jahres 1909». 




Da$ Reflisfer für den Sabrdanfl i^c^ vpird (zu- 
gleicb als Qeneral-Reflisler tber die s Jahrgänge i^os 
bis \m) spätestens Anfang februar 1910 beigelegt 
werden* 




Varlegwx Dr. A. Sebnelder, Dmdmi. 

FAr die Leitong Tezantwortlieh : Dr. ▲. Schneider, Drosden. 

Im Buchhandel dank Jnlini Springer, Berlin N., Monbijoanlals 3 

Druck Ton Fr. Tittel Nnchf. (Bernh. Kunnth), DrMden 



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Herausgegabeii von Dis A. Sohneldap 

Dmd«n-A., Sefaandmoflntr. 43. 



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ZeftBchrift für wismiuehiftliche und gesch&füiche Interessen 

der Pharmazie. 



Gegründet von Dr. Hemumn Hager im Jahre 1859. 



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Drasdaii-A 21, Sohandauap StpaBa 43. 

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ta Inland 8,50 KL, Ausland 3^ ML — Smiäne Nnnmem 90 Pt 

iaseigen: Die 65 mm bveite Zeile in Kleinsohrift 30 Pf. Bei großen Aaftiägen PreisermäAigaog. 



MB. 

8.41 bis 



Dresden, 20. Januar 1910. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahrgang. 



labah: CfeflBto mmA Pkarasile: Extraktion anter Drnek. — Kennseichnung toh Gerate mit Eofin. ^ Keim- 
freiaufamig de« Gatieiit«. — DIpbfherie-Heilsenun. — Kri«talliiierl>«re Poljiaocharide. — Anneimitiel und Speslal- 
itlten. ~~ Dmckfehler-Beriditlgang. - Naohweii der Spermatosofin. — Jodsahl der Oele. — SjnthetiBches Terpen- 
tmfiL— KoFOkaXn- nnd SoprareninlAenagen. — VonfttiKe AufgQMe.— NAkraBcamlttffl-Oliemie. — oakterloloc- 
iNke MttUÜmaaea. — TherapestlMfee MitteUmgen — Technisolie Jüttellansen. — Fliotogmpliiielie 

lIlftteUBBs«B. - Blelieneha«. — Terteblpdenei. • BrietweeliMl. 



Ohsmie vnd Pharmazie. 



üeber die ExtraJdion unter 

Druck. 

Von Ludwig Kroeber, 

(LaboTatoiiom der Krankenhaos-Apothel^e 
München r. I.) 

Wohl nicht mit unrecht gehört die 
Herstellung der Extrakte, seien es dicke, 
dfinnflfissige oder Fluidextrakte, infolge 
des hierzu benötigten Aufwandes an 
Zeit, zuletzt nicht auch zum wenigsten 
w^;en des erheblichen Kostenpunktes, 
da die Technik des Kleinbetriebes zu- 
mdst unrationell zu arbeiten pflegt, zu 
den am wenigsten begehrten Arbeiten 
des pharmazeutischen Laboratoriums, 
und dennoch ist auf keinem Gebiete 
die Forderung der Selbstdarstellung be- 
rechtigter als hier. Wie meine früheren 
Untersuchungen dargelegt haben, sind 
zuweilen auch die Fabrikate der ersten 
Finnen von einer erschreckenden Minder- 
wert^keit SoU indessen die Selbstdar- 
stellnng der £ztrakte populärer werden. 



so kann dies nur der Fall sein, wenn 
anstelle der heutigen Vorschnft des 
Arzneibuches, deren Schwächen: «Be- 
trächtlicher Aufwand an Zeit, BenOtig- 
ung eines Vakuums zur Einengung der 
großen Flfissigkeitsmengen, nicht un- 
erhebliche Verluste an Alkohol», zur 
Genüge bekannt sind, eine Methode 
tritt, die diese üebelstände vermeidet und 
dabei gleiche Resultate zeitigt wie jene. 
Von dieser Erwägung ausgebend, 
veröffentlichte Kollege Dr. Bruns-Elhev' 
feld im Jahre 1904 unter dem Titel: 
«Ein neues Extraktionsverfabren» seine 
mit einem von ihm zum Zwecke der 
Extraktdarstellung konstruierten Appa- 
rate gewonnenen Erfahrungen*). Sie 
fanden im Jahre 1905 im pharmazeut- 
ischen Institute der Universität Berlin 
eine Nachprüfung, aus der Herr Dr. 
J. Herxog Veranlassung nahm, das 

*) Siehe Apothekerzeitang 1904, Nr. 91. 
Yergl. auch Pharm. Zentralh. 46 [1905], 659, 
677; 47 [1906J, 126, 149. 



42 



ganze System Bruns abfällig zn be- 
urteilen. Diese Kritik gab den Anlaß 
zn einer literarischen Fehde der Herren 
Bruns und Herzog^ an der sich auch 
Herr Dn J, Za/^-Leipzig-Reudnitz am 
Schlüsse einer Besprechung fiber die 
geschichtliche Entwicklung der Extrakt- 
ionsmethoden beteiligte*). Dem aufmerk- 
samen Leser dieser Ausfuhrungen wird 
indessen nicht entgangen sein, daß sie 
in einen Streit fiber Theorien sich ver- 
flachte, wobei der Hauptpunkt der 
ganzen Frage, ob der Apparat nach 
Bruns eine wertvolle Bereicherung des 
pharmazeutischen Instrumentariums be- 
deute oder nicht, ganz ausgeschaltet 
wurde. 

Genau besehen ist die Aufrollung des 
strittigen Themas ffir den Apotheker 
auch insofern lediglich nur eine theoret- 
ische Frage, als dieser ja verpflichtet 
ist, ausschließlich nach der vom Deut- 
schen Arzneibuche vorgeschriebenen Art 
der Perkolation zu arbeiten. Bildete 
ja der Quetschhahn eines Perkolators, 
wie eine Zuschrift in Nr. 59 der Phar- 
mazeutischen Zeitung vorigen Jahres be- 
sagt, schon den Grund zu einer Bevi- 
sionsbemerkung. 

Anläßlich der bevorstehenden Ein- 
ffihmng des gesetzlichen Zwanges zur 
Selbstdarstellung der galenischen Prä- 
parate wäre es meines Erachtens Ober- 
haupt am Platze, die Frage aufzuwerfen, 
ob die Technik der Extraktdarstellung 
nicht ganz dem Ermessen des Apothekers 
zu fiberlassen sei. Anderseits muß 
immer wieder auf der Forderung be- 
standen werden, daß das kommende 
D. A.-B. V nach dem Beispiele der uns 
hierin vorangegangenen Nachbarländer 
strengere Vorschriften zu Prfif ung der 
Extrakte bringt. 

Mit der Prfifung einer ganz beson- 
deren Gruppe von Fluidextrakten seit 
langem beschäftigt, bin ich aus per- 
sönlichem Interesse gerne auf das Er- 
suchen meines Vorstandes, des Herrn 
Ober-Apothekers Dr. Bapp, dem die 
Einrichtung der Apotheke des neuen 
Krankenhauses Mfinchen-Schwabing ob- 



*) Siehe Pharm. Zentralh. i6 [1905], Nr. 22 usf. 



lag, eingegangen, den Bruns^sohea 
Apparat hier einer Nachprfifung za 
unterziehen. Ich möchte an dieser 
Stelle ausdrücklich betonen, daß meine 
Versuche sich lediglich auf die Frage 
der Verwendbarkeit des Apparates auf 
Herstellung von Fluidextrakten erstreckt 
haben. Damit scheidet ffir mich der 
2. Punkt des Meinungsaustausches Bruns- 
Herzog (Wirkung des Lösungsdruckes 
auf die sogenannten ungeformten Ele- 
mente) von vornherein aus. Den Inhalt 
dieser wie auch die Konstruktion des 
Apparates setze ich, um mich nicht in 
Wiederholungen ergehen zu mflssen, als 
bekannt voraus*). 

Ich möchte hier nur kurz wieder- 
holen, daß der Apparat im Grunde ge- 
nommen nichts anderes darstellt als 
eine zylinderförmige Presse, deren 
Stempel durch Wasserdruck (Wasser- 
leitung oder beigegebene hydraulische 
Preßpnmpe) in Bewegung gesetzt wird. 
Eine besondere Vorrichtung gestattet 
die Erwärmung des Preßgutes. 

Die von Herrn Dr. Bruns verfochtene 
Theorie gipfelt in der Behauptung, daß 
die derzeitige Perkolationsmethode, deren 
Nachteile allgemein bekannt sind, er- 
setzt werden könne durch ein einfadies 
Abpressen der betreffenden Drogen ohne 
vorausgegangene Mazeration. DieFlfissig- 
keitsmengen können hierbei so bemessen 
werden, daß ein nachfolgendes Eünengen 
sich erübrigt Auf diese Weise gdänge 
die Herstellung eines tadellosen Fluid- 
extraktes innerhalb weniger Stunden. 

Zur Erprobung des angeführten Leit- 
satzes hielt ich die Darstellung der 
Fluidextrakte aus den Rinden der 
Bhamnusdrogen als besonders zweck- 
mäßig ; denn einmal setzen gerade diese 
ihrer völligen Erschöpfung einen großen 
Widerstand entgegen, so daß sie nach 
dem Perkolationsverfahren das 8- bis 
10 fache ihres Gewichtes an Flfissigkeit 
erfordern ; sodann aber stand mir gerade 
hier eine gewisse Erfahrung und ein 
einwandfreies Vergleichsmaterial zur 
Verffigung. 

Ich stehe nicht an zuzugeben, daß 
meine ersten Versuche mit dem Appa- 

~*)"Phärmr Zentralh. i6 [1905], 677. 



43 



rate mich nur wenig befriedigt haben. 
Doch gelang es mir nach einiger 
Uebinig, die Fehlerquelle ansfindig zu 
machen. Von der bisher geltenden An- 
scbaaang befangen, daß die Extraktion 
nur nnter Anwendung erheblicher Men- 
gen an Flttssigkeit erfolgen könne, hatte 
ich diese zu hoch gegriffen. Das Er- 
gebnis waren dfinne E^traktbrfihen, die 
zu ihrer Eindicknng ebenfalls der Ein- 
engung durch Erwftrmang bedurften. 
Da die Eiffebnisse dieses Trugschlusses 
immerhin von einigem Interesse sind, 
habe ich auch die hieraus erhaltenen 
analytischen Zahlen in Tabellen zu- 
sammengestellt Erst als ich mich zur 
Anschauung des Herrn Dr. Bruns be- 
kehrt hatte, daß die Verwendung klein- 
ster Mengen Flüssigkeit die beste Ar- 
beitsmethode yerbfirge, kam ich zu der 
im folgenden dargestellten Arbeitsweise, 
die zu befriedigenden Ergebnissen fährte. 

Wiewohl ich die Absicht hatte, auf 
den Inhalt * des Meinungsaustausches 
Bruns- Herzog nicht einzugehen, mnß 
ich doch auf grund des Studiums der 
Versuchsreihen des Herrn Dr. Herzog 
meiner Anschauung dahin Ausdruck 
geben, daß dieser den gleichen Fehler 
gemacht hat, der auch mir zu Beginn 
meiner Arbeiten unterlaufen war. Die 
Schlösse, die Herr Dr. Herzog aus der 
Gegenüberstellung seiner Ergebnisse aus 
Pericolation und Abpressung gezogen 
hat, sind meines Erachtens auch aus 
dem Grunde nicht zutreffend, da er sich 
mit einer einmaligen Abpressung im 
Bruns'schen Apparate begnügte. Daß 
hierbei noch erhebliche Anteile an Ex- 
trakt in der Droge zurückbleiben müssen, 
leuchtet ohne weiteres ein. Sollen Werte 
aufgestellt worden, die einen Vergleich 
mit jenen aus der Perkolation hervor- 
geicangenen nicht zu scheuen haben, so 
ist die Einhaltung folgender Beding- 
ungen unerl&ßlich: 

Die zerkleinerte Droge (im vorliegen- 
den Falle Sieb IV) wird für die erste 
Abpressung mit soviel der LOsungs- 
flüssigkeit befeuchtet, als dem Gewichte 
von V4 Teilen der in Arbeit genommenen 
Dr(^e entspricht (d. ist auf 1000 Teile 
d^ Droge 750 T. Flüssigkeit). Die 



Ausbeute entspricht sodann ziemlich 
der Hälfte der Flüssigkeit (360 bis 
375 T.). Für die zweite Abpressung 
befeuchtet man den zerkleinerten und 
durch ein Sieb getriebenen Preßrück- 
stand mit so viel Flüssigkeit, als das 
Gewicht der ersten Ausbeute betrug 
(360 bis 376 T.). Für die dritte Ab- 
pressung genügt die Anfeuchtung des 
abermals durch ein Sieb gedrückten 
Rückstandes mit einer Flflssigkeits- 
menge, die etwas hinter jener der zweiten 
Abpressung zurückbleiben kann. Man 
erhalt dann insgesamt 1000 Teile fertigen 
Extraktes, die der Menge der in Arbeit 
genommenen Droge entsprechen. Die 
Droge ist zwar, wie meine Versuche 
ergeben haben, hiermit noch nicht vOllig 
erschöpft, da . eine vierte Abpressung 
noch eine Ausbeute von 2 bis 8 pZt 
Extrakt ergeben würde; eine solche 
aber erfolgt zweckmäßig nur dort, wo 
man die extraktarmen Abpressungen zur 
Anfeuchtung neuer Mengen der Droge 
benutzt. (Reperkolationsverfahren.) Will 
man indessen zur volligen Erschöpfung 
der Droge eine solche noch vornehmen, 
so bemißt man für die erste Abpressung 
die Flüssigkeit mit 600 T.; für jede 
der drei folgenden Abpressungen beträgt 
diese 260 T. Bemerkt sei noch, d^ 
die Abpressungen sogleich nach dem 
Einbringen des Preßgutes in den Appa- 
rat, also ohne jedwede vorherige Mar 
zeration erfolgten. 

Der Grad der Erschöpfung der Droge 
bei den einzelnen Abpressungen gelangt 
in den Tabellen deutlich zum Ausdruck. 
Neben der Ermittlung der E^xtraktmenge 
wurde ein Hauptgewicht auf jene des 
Gehaltes an Oxymetbylanthrachinonen 
gelegt, da ja diese den Wert der Bham- 
nusdrogen und der aus ihnen darge- 
steUten Präparate bedingen. Der Be- 
stimmung lag die Methode nach M. J. 
Warin zu Grunde. 

Da mir daran lag, zu prüfen, ob der 
Wasserleitungsdruck, der dahier ziemlich 
gleichbleibend 6 Atmosphären betrug, 
für die einzelnen Abpressungen genügend 
sei, habe ich i^it einer Ausnahme auf die 
Anwendung der hydraulischen Pampe Ver- 
zicht geleistet. 



44 





Extract«m Fi 


rangnlae flnidi 


um. 










A 








B 






I. 


IL 


UI. 


1+11+ITl 


I. 


IL 


in. 




Abpreß- 


Abpreß- 


Abproß- 


auf 
500,0 


AbpreA- 


Abpreß- 


Abpreft- 




nng 


UDg 


nng 


nng 


ung 


ung 










eingeengt 








Gewicht der Droge 


500 


500 


500 




750 


750 


750 


Gewioht der Flüssigkeit 


600 


600 


600 




1125 


1125 


1125 


Gewioht der Ausbeute 1 
a bei 5 Atm. J 


260 


500 


570 




750 


(NX) 


1000 


Gewicht der Ausbente l 
ß bei 15 Atm. / 


330 


540 


620 




875 


1160 


1350 
















Spez. Gew. von ß*) 


1,040 


0,907 


0,978 


1,049 


1,013 


0,988 


0,972 


Extrakt bezw. Trooken- 
















rückstand . pZt 


18,40 


7,84 


3,20 


21,87 


11,62 


4,67 


2,280 


Oxymethylanthrachin- 
















one auf die Binde 
















berechnet . pZt 


3,188 


1,056 


0,495 
C 


3,364 


2,014 


0,683 


0,253 



I. 

Abpreß- 
ung 



I 



n. 

Abpreß- 
ung 



m. 

Abpreß- 
ong 



Vereinigte Ab- 
pressungen y. 

I, n, ni 

350 + 350 
-1-300 = 1000 



Yerglttohs- 
Werte der 
Perkolation 



Gewicht der Droge . . 

Gewicht der Flüssigkeit 

Gewicht der Ausbeute 

bei 5 Atm 



1000 
750 

850 



1000 
350 

350 



1000 
300 

300 



Wenn wir fflr einen Vergleich der 
ans der Tabelle C ersichtlichen Werte 
jene heranziehen, die von den Arznei- 
bfiehem unserer Nachbarstaaten als 
Normen festgelegt sind, so ergibt sich 
aus einem solchen, daß das Präparat 
hinter jenen in keiner Weise zurflck- 
steht. Ein Ertraktgehalt von 30 pZt 
kann als vorzfiglich angesprochen wer- 
den, da man sich in der Regel mit 
einem solchen von 18 pZt begnügt. 
Von 10 Proben, die ich zur Untersuch- 
ung dem Handel entnommen hatte, ent- 
sprach auch nicht eine diesem Extrakt- 
gehalte. Die Bestimmung der Oxy- 
methylanthrachinone ergab des weiteren, 
daß diese mit der Ausbeute an Extrakt 
Schritt halten. Die Werte für sie so- 
wie fflr den Trockenrfickstand waren 
bei dem Vergleichspräparate, das mit 

'*'; Auf die Bedeutung der spez. Gewichte, die 
die hier nur einen relativen Wert haben, wird 
in der Fortsetzung dieser Arbeit zurückzukommen 
>.ein. 



Spez. Gew. . 
Extrakt . . 

Oxymethyl- 
Anthrachinon. 



1.045 
20,87 pZt 

3,296 pZt 



1,051 
22,35 pZt 



3,441 pZt 



besonderer Sorgfalt im Perkolator mit 
nachherigem Einengen im Vakuum her- 
gestellt worden war^ nur um ein geringes 
hoher. 

Der Trockenrflckstand des Extractnm 
Cascarae Sagradae flnidum (Extractum 
Rhamni Purshianae fluidum) wird von 
den Arzneibfichem von Oesterreich und 
der Schweiz mit 20 pZt, von jenen von 
Belgien und den Niederlanden mit 25 
pZt festgelegt. Von 10 untersuchten 
Handelsproben blieben 6 zum Teil gioiz 
erheblich hinter diesen Normen zurück. 
Wenn auch das durch Perkolation her- 
gestellte Präparat etwas höhere Werte 
zeigte, so wurde jenes nach dem Ver- 
fahren nach Bruns gewomiene (siehe 
Tabelle D) dennoch hinsichtlich spez. 
Gfewichtes , Extraktgehaltes , Anthra- 
chinonen allen Anforderungen gerecht, 
die an dieses Präparat gestellt werden 
können und mflssen. (Siäie die Tabellen 
hierzu auf Seite 45.) 

Hier sei eingeschaltet, daß auch diese 



45 



£xtraotiim Casoarae Sagradae fluidam. 

A. B. 

1234 1234 



6 



I. 


II. 


I 


Ab- 


Ab- 


Reper - 


press- 


press- 


kolat- 


ung 


UDg 


100 



TT T^** 

Ab- |«8 S 
press- cf ^ u 

«Dg + 2 • 



L 

Ab- 
Press- 
ung 



u. 


I. 


II. 


III. 


Ab- 


Reper- 


Ab- 


Ab- 


press- 


kolat- 


press- 


Press- 


UDg 


lon 


ung 


ung 



Ibis 5 
auf 

1000,0 
einge- 
engt 



} 



Gewicht der 
Droge 

Gewicht der 
Flüssigkeit 

Gewicht der 

Aasbeate 

bei 5 Atm. 

Spez. Gewicht*) 

Eztr. bezw.) 

Trocken- VpZt 
rackstaad j 

Oxymethyl-1 2t 
ADthrachin./P 



500 

750 

500 

1,021 

15,14 

0,611 



60'J 



500 



625 650 

650 500 

0,987 1,045 

5,81 20,04 

0,180 0,766 



500 
550 

575 
0,997 
7,88 

0,207 



1,058 
22,40 

0,830 



500 


500 


500 


500 


öOOdl. 
500» n. 

1000 


750 


500 


925 


500 


750 


375 


550 


800 


500 


750 


1,025 


0,960 


1,040 


1,000 


0,981 


16,15 


7,50 


19,55 


8,90 


3,53 


0,547 


0,145 


0,602 


0,231 


0,078 



1000 



1000 
1,056 
22,00 

0,684 



Extractum Casoarae Sagradae fluidam. 

C. 
12 3 4 




Gewidit der Droge 

Gewicht der Flüssigkeit 

Gewicht der Ausbeute bei 5 Atm. . 

Spez. Gew.*) .' 

&trakt hezw. Trookenrückstand . pZt 
Oxymethyl-Antbracbinone .... pZt 



600 

50Ü 

250 

1,058 

24,06 

0,785 



ÖOO 


500 


2öO 


250 


250 


250 


1,028 


0,988 


15,09 


6,63 


0,587 


0,175 



500 
1,045 
20,14 
0,628 



500 
1,055 
23,55 
0,730 



D. 




Vereinigte 
AbpressuDgen von 

i+ii+ni 



Vergleiohs- 

werte der 

Perkolation 



Gewicht der Droge 
Gewicht der Flüssig- 
keit 

Gewicht der Aus- 
beute bei 5 Atm. 



1000 
750 
350 



1000 
350 
350 



1000 
300 
3C0 



Spez. Gew.*) . . . 
Extrakt bezw. 

Trockenrückst. pZt 

Oxymethyl- Anthra- 

chinone . . pZt 



1,065 
25,05 
0,825 



1,079 
28,00 

0,860 



Untersuchungen aufs neue die bereits 
wiederholt bewiesene Tatsache bestätigt 
haben, daß der Gehalt an Anthrachin- 
onen bei der Frangularinde erheblich 
größer ist als jener der Sagradarinde. 
Das Ergebnis meiner Untersuchungen 
läßt sich auf grund des dabei gewonne- 



nen analytischen Zahlenmateriales dahin 
zusammenfassen, daß Herr Dr. Herzog 
wotd Recht haben mag, wenn er die 
Ueberlegenheit der Perkolation in bezug 
auf die absolute Eztraktausbeute be- 



^) Siehe die Fußnote auf Seite 44. 



46 



tont. Bei näherem Zusehen ist indessen 
die Differens so gering, daß man mit 
voller Berechtigong sagen kann, es 
lassen sich nach der Methode Bruns 
Extrakte herstellen, deren Beschaffenheit 
in keiner Weise Anlaß zu einer Bean- 
standung geben kann. Mit dieser Er- 
kenntnis aber hat sich der Bruns^sche 
Apparat Anspruch auf die Beachtung 
seitens jener Kollegen erworben, die 
etwa die Absicht haben, nach E^inführ- 
ung des gesetzlichen Zwanges zur Selbst- 
herstellung der galenischen Präparate 
sich besonders der Extraktherstellung 
zu widmen. 

Fassen wir die großen Vorzfige ins 
Auge, die das Verfahren nach Bruns 
mit sich bringt und die, kurz zusammen- 
gefaßt, in der Ersparung an Zeit der 
Vermeidung jeglichen Verlustes an Al- 
kohol und der Umgehung des fttr die 
Güte der Extrakte gewiß nicht belang- 
losen Einengens der Auszfige gipfeln, 
so bedeutet das Mehr der wenigen Pro- 
zente an Extrakt, die das Perkolations- 
verfahren aus der Droge heraus- 
holt, herzlich wenig. Nach einer vierten 
Abpressung, zumd unter hohem Drucke, 
wie ein solcher vermittels der den 
größeren Apparaten beigegebenen hy- 
draulischen Preßpumpe leicht zu erzielen 
ist, dfirfte von einem Unterschied der 
beiden Verfahren hinsichtlich der Ex- 
traktausbeute kaum mehr die Rede sein. 
Der Anwendung von Wärme, die von 
Bruns empfohlen wird, mOchte ich in- 
dessen nicht das Wort reden , da ja 
eine Stärke des Apparates gerade darin 



liegt, daß jegliche Erwärmung entbehr- 
lich wird. Hervorzuheben wäre noch 
die Tatsache, daß die Extrakte vOllig 
klar den Apparat verlassen, so daß ein 
Filtrieren des fertigen Präparates flber- 
flfissig ist 

Wenn ich am Schlüsse meiner Arbeit 
angelangt, zu einer wesentlich anderen 
Beurtellnng des Apparates und der Me- 
thode Bruns wie Herr Dr. Herxog ge- 
kommen bin, so ist die Ursache wohl 
darin zu suchen, daß ich, wie bereits 
in der Einleitung bemerkt, unbeirrt nm 
den Streit um Theorien, mich allein 
von der Erwägung leiten ließ, zu prflfen, 
ob die Mängel der Peikolationsmethode 
bei der Herstellung der Fluidextrakte 
unbedingt mit in den Kauf genommen 
werden mflssen oder ob es einen Weg 
gäbe, sie zu umgehen. Es entspricht 
lediglich dem Gebote der Gerechtigkeit 
zuzugeben, daß der Bruns^sche Apparat 
das hält, was sein Erfinder von ihm 
verspricht Voraussetzung hierbei ist 
allerdings, daß die Bedingungen, vrie 
sie oben festgelegt worden sind, genan 
eingehalten werden. 

Nebenher mOchte ich noch erwähnen, 
daß auch derEernf ilter nach Bruns^ der 
eine Ergänzung des Apparates bildet, 
Gegenstand einer, eingehenden Unter- 
suchung war, deren Ergebnis mich sehr 
befriedigte. 

Nachschrift : Nachdem ich obige Arbeit 
abgeschlossen und druckfertig gemacht 
hatte, wurde mir von meinem Herrn 
Vorstande nahegelegt, noch einen Ver- 
gleich zwischen dem Apparate nach 



Extraotum Casoarae Sagradae fluidnm. 

E. 





1 

I. 


11. 


UI. 


IV. 


V. 






Abpreß- 


Abpreß- 


Abpreß- 


Abpreß- 


Abpreß- 


I bis IV 




ung 


UDg 

• 


ong 


UDg 


ung 




Gewicht der Droge . . . 


1000 


1000 


1000 


1000 


1000 


1000 


Gewioht der FlüBBigkeit . 


500 


250 


250 


300 


2ö0 


1000 


Gewicht der Ausbeute . . 


200 


250 


250 


300 


250 


1000 


Spez. Gew 


1,153 


1,068 


1,030 


1,003 


0,992 


1,062 


Extrakt bezw. Trocdcen- 










. 




rüoketaod .... pZt 


45,25 


25,52 


16,08 


8,075 


5,88 


21,85 


Oxymethyl-Anthrachin.pZt 


1,521 


0,845 


0,640 


0,201 


0,160 


0,662 



47 



BruTis und der einfachen Differenzial- 
presse, wie sie seit langem zur Ab- 
pressimg von Ansätzen Verwendung 
findet» zn ziehen. Die Tabelle auf Seite 46 
zeigt die Ergebnisse dieser Versnchs- 
leihe. Vorauszuschicken wäre noch die 
Bemei^nng, daB das Preßgut in einen 
zylinderförmigen Mantel mit durchbohrten 
Wandungen eingebracht wurde, so daß 
dieses bei zunehmendem Drucke in seiner 
seitlichen Ausdehnung, wie im Bruns- 
sehen Apparate, eine Begrenzung fand. 

Ans einer Gegenüberstellung der Ta- 
bellen E und D ergibt sich, daß die 
Summe der 4 Abpressungen mit einem 
Minos von 3 pZt hinter dem Extrakt- 
gehalte des frun^'schen Präparates 
znrttekblieb, wiewohl die Zahl der Ab- 
pressungen 4 gegenüber 3 betrug. Der 
Druck, der hier aOerdings nicht meßbar 
war, übertraf aber jedenlalls jenen, mit 
dem im JSmn^'schen Apparate gearbeitet 
worden war, um ein Bedeutendes. Die 
Bestimmung des Eztraktgdialtes der 
fünften Abpressung ergab noch einen 
solchen yon 6,38 pZt, so daß zur völl- 
igen Erschöpfung der Droge mindestens 
6 bis 7 Abpressungen notwendig ge- 
wesen wären. 

Demzufolge ergab der jBrun^'sche 
Apparat \m einer Verminderung der 
Zahl der Abpressungen und Anwendung 
eines geringeren Druckes eine größere 
Ausbeute. 

Diese Ueberlegenheit gegenüber der 
einfachen Differenzialpresse führe ich 
auf die Gleichmäßigkeit des Druckes 
zurück, der sich im frun^'schen Apparat 
von selbst im Verhältnisse zum Abflüsse 
regelt. 

Trotzdem über den Wert bezw. Un- 
wert der . Extraktion unter Druck nach 
den bisher über_ diesen Gegenstand er- 
folgten Veröffentlichungen anscheinend 
der Stab gebrochen ist, fühle ich mich 
durch die Ergebnisse der Tabelle E zu 
einer Fortsetzung diesbezüglicher Ver- 
suche ennuntert Ich behalte mir des- 
halb die Veröffentlichung eines Nach- 
trages zu obiger Arbeit, die sich mit 
der Darstelinng einer Reihe von Fluid- 



extrakten auf dem Wege des wieder- 
holten Abpressens mit kleinsten Mengen 
an Flüssigkeit befassen wird, vor. 



Kennzeiolmung von Gerste 
mit Eosin. 

(Aus der GeiBtenzollordnimg yom 27. Juli 1909.) 

Von Dr. Ä (7. 

Seit Einführung des Schutzzolltarifs 
unterliegt im Deutschen Reich Qerste, 
die zu Futterzwecken ins Inland einge- 
führt wird, einem erheblich geringeren 
Zollsatz als solche, die zur Bierbereit- 
ung bestimmt ist. Dieser geringe Zoll- 
satz yon 1 Mk. 30 Pf« für Qerste wird 
gew&hrt, wenn Gründe dafür sprechen, 
daß die Gerste zur Bereitung yon Malz 
ungeeignet ist, oder wenn dieselbe dnrdi 
Anschroten, Anquetschen, Spitzen, Bre- 
chen oder Einschneiden zur Malz- 
bereitung unbrauchbar gemacht (dena- 
turiert) wird, oder wenn sie durch 
Eosinfürbung yon etwa b yom Hundert 
gekennzeichnet wird. Obwohl behauptet 
worden ist, daß Schweine Eosingerste 
nur ungern nehmen und sogar Bötungs- 
erscheinungen der Eingeweide eines mit 
Eosingerste gefütterten Sdiweines beob- 
achtet worden sein sollen, ist anderer- 
seits festgestellt worden, daß Fleisch 
sowohl, wie Fett, selbst bei mit 100 pZt 
gef&rbter Gerste gefütterten Schweinen 
das normale Ausseien behielten, so daß 
anzunehmen* ist, daß die yom Bundes- 
rat yorgeschriebene Färbung yon nur 
5 pZt der EOmer dem Vieh nicht nach- 
teilig ist. 

Der allgemeine Zollsatz für Gerste 
bßtxägt 7 Mk. für den Doppelzentner (dz) 
oder vertragsmäßig 4 Mk. für 1 dz. 
Für Gerste, deren Verzollung zum Satz 
yon 1,30 Mk. stattgefunden hat, ohne daß 
das Hektolitergewicht*) ermittelt wurde 



*) Man anterscheidet Oesamthektoliteigewioht 
und Bonderhektolitergewicht; ersteres darf höoh* 
sten» 05 kg, letsteres höobsteos 67 kg betragen. 
Daa Gesamthektolitergewioht wird er- 
mittelt aas der nur gereinigten Gerste, das 
Sonderhektolitergewicht ans der ge- 
reinigten und gesiebten Qerste. 



48 



oder eine Eennzeichnang stattgefanden 
hat ist eine Erkl&rimg seitens des Zoll- 
pflichtigen abzugeben des Inhalts^ wozn 
die Gerste Verwendung finden und 
warum sie zur Malzbereitung un- 
geeignet sein soll. Das letztere trifft 
zu, wenn die Gerste entweder 

1. zum fiberwiegenden Teil aus auf dem 
Felde ausgewachsenen EOmern besteht, 
oder 

2. ihre Keimfähigkeit mindestens bei 
etwa einem Fünftel der Körner verloren 
hat, oder 

3. wegen besonderer, der Gerste zu- 
fällig anhaftender Mängel, z. B. wegen 
starker Dumpfigkeit, starken Schimmel- 
besatzes, nicht verwendet werden kann. 

Als nicht zur Malzbereitung Ver- 
wendung findend, ist Gerste an- 
zusehen, von welcher nachgewiesen wird, 
daß sie 

1. zur Herstellung von Graupen, Roll- 
gerste oder anderen MüUereierzeng- 
nissen aus unvermälzter Gerste, 

2. zur Herstellung von Brennmalz, 

3. zur Herstellung von Malzwaren 
oder von Kaffeeersatzstoffen aus unver- 
mälzter Gerste, 

4. als Saatgut, oder 

5. zu Ffitterungsz wecken dient. 

Für die technische und chemische 
Untersuchung der Gerste und der Er- 
zeugnisse aus gekennzeichneter Gerste 
bestehen besondere Anweisungen (An- 
lage A der GerstenzoUordnung) (siehe 
Seite 49). Hierher gehört das Reinigen 
der Gerste in eigens hierf flr vorgesehenen 
Vorrichtungen, die Feststellung des Hek- 
tolitergewichtes, das Absieben der Gerste. 
Als Anhaltspunkte fflr die Prüfung und 
Erkennung von Gerste, die als zur 
Malzbereitung geeignet anzu- 
sehen ist, dienen folgende Merkmale: 
cGute Braugerste ist frei von Verun- 
reinigungen, Unkrautsamen und zer- 
brochenen oder verletzten Körnern. Die 
Körner sind vollkommen gefüllt, etwas 
bauchig, im allgemeinen von gleicher 
Größe und feinschalig. Die Farbe der 
Körner ist meist, auch an den Spitzen, 
gleichmäßig weißlich, weißlich gelb oder 
gelb. Der besonders beim Anhauchen 



deutlich bemerkbare Geruch der Brau- 
gerste ist frisch und rein strohartig:, 
nicht dumpfig. > 

Zu Brauzwecken dienen vorwiegend 
zweizeilige Gersten (Chevalier-, zwei- 
zeilige Land-Imperialgerste) , in be- 
schränktem Umfang auch sechszeilige 
Gersten (Schwarzemeer-, serbische nnd 
rumänische Gerste). Die gute sechs- 
zeilige Gerste besitzt oft ein geringes 
Hektolitergewicht weniger als 65 kg:, 
sie ist leicht daran zu erkennen, daß 
sie Kömer enthält, die etwas gebogen 
und stark um ihre Achse gedreht er- 
scheinen. Braugerste zeigt im Innern 
einen gelblich grünlichen KeimUng in 
einem das Korn ganz ausfüllendem 
kreidig weißem Mehlkörper. Einen 
Anhalt für die Unterscheidung der Malz- 
gerste von anderer Gerste bietet auch 
das Tansendkörnergewicht. In 
der Regel hat beste Malzgerste ein 
Tansendkörnergewicht von 38 bis 44 g, 
großkörnige ein solches von 46 bis 60 g 
und kleinkörnige, ein solches von 35 
bis 38 g. 

Zur Bierbereitung erscheint auch 
nackte Gerste nicht ausgeschlossen, sie 
besitzt gute Keimfähigkeit und hohes 
Hektolitergewicht, 66 bis 67 kg, auch 
liefert sie hohe Eztraktausbente. Von 
anderer (bespelzter) Gerste, welche einem 
Schälverfahren noch nicht unterworfen 
worden ist, unterscheidet sie sich da- 
durch, daß bei ihr die Spitzen gänzlich 
fehlen, während bei jener beide Seiten 
des Kornes mit Spelzen bedeckt sind. 

Die Untersuchung der Gerste durch 
die Kaiserliche Technische Prüfungs- 
steUe erstreckt sich auf die Ermittelung 
der Keimfähigkeit, auf die Hektoliter- 
gewichtsbestimmung eventuell auch das 
Tausendkörnergexdcht , als Vorunter- 
suchung, und dieBestimmung des Wassers, 
der Stickstofbubstanzen und der Stärke, 
als chemische Untersuchung. DerWasser- 
gehalt der Gerste liegt in der Regel 
zwischen 10 und 16 v. H. Der Protein- 
gehalt edler Gersten beträgt 7 bis 10 
V. H., mittelguter Gersten 10 bis 12 v. H. 
und geringwertiger Gersten 16 v. H. 
Gute Gersten enthalten in der Regel 



49 



59 bis 72 y. H. stickstofffreie Eztrakt- 
stoffe, darunter 60 bis 70 y. H. Stärke. 
Zur Prfifang der Gerste auf ihre 
Keimfähigkeit dient ein sogenannter 
Vier-Trichterapparat. Beträgt bei der 
Pififung durch die Zollstellen die 
KeimßUiigkeit yon Gerste, welche inner- 
halb 2 Monaten nach der Ernte einge- 
fahrt wird, 85 y. H. oder weniger, so 
hat eine Nachprtkfnng durch die Kaiser- 
liche Technische Priifangsstelle zu er- 
folgen. 

Haohweis des Eosins in den ans 
gekeimxeicluieter Oerste hergeitellten 

Enengniuen. 

A. Nachweis des Eosins in Malz 
oder Malzschrot 

1. 100 g Malz in ganzen Körnern 
oder der bmm Absieben der mehligen 
Anteile durch ein geeignetes Sieb yer- 
bleibende Ruckstand yon 100 g Malz- 
schrot werden in einem Erlenmeyer- 
sehen Kolben mit 150 ccm eines Ge- 
misches gleicher Raumteile Alkohol und 
Wasser, dem 2 ccm konzentrierter Salz- 
säure zugesetzt sind, fibergossen und 
mehrmals durchgeschüttelt. Nach einer 
Stunde wird die Flüssigkeit abgegossen. 
Die im Kolben yerbleibenden festen 
Teile werden mit 50 ccm des Alkohol- 
nud Wassergemisches nachgewaschen. 
Die yereinigten Flässigkeitsmengen, 
welche beim Ausziehen yon Malzschrot 
stets zu filtrieren sind, werden auf dem 
Wasserbade in einer Porzellanschale auf 
etwa SO ccm eingeengt. Die so erhal- 
tene LOfiung wird mit 6 ccm Ammoniak- 
flfissigkeit yersetzt, in einen Scheide- 
trichter filtriert und durch Ausschfltteln 
mit Aether wiederholt gereinigt, bis 
der Aether nicht mehr gefärbt erscheint. 

2. Die Anwesenheit yon Eosin gibt 
sich schon jetzt durch deutliche grfine 
Fluoreszenz der ammoniakalischen Lös- 
ung zu erkennen. 

3. Das Eosin wird nunmehr nach 
dem AnsSuem der Flflssigkeit mit yer- 
dfinnter SalzsSure durch dreimaliges 
AusBch&tteln mit je etwa 10 ccm Aether 
ausgezc^n. 

4. Die yereinigten sauren ätherischen 
Anszftge werden durch dreimaliges Aus- 



schütteln mit geringen Mengen Wasser 
gereinigt 

6. Liegt Malz oder Malzschrot aus 
mit Eosin gekennzeichneter Gerste yor, 
so färbt sich die dem freiwilligen Ver- 
dunsten flberlassene ätherische Lösung 
rosenrot, wenn man die aus einer mit 
Ammoniakflflssigkeit gefüllten Flasche 
entweichenden Dämpfe über die äther- 
ische Lösung bläst. 

6. Auch der Rückstand, welcher 
nach dem yoUständigen Verdunsten des 
Aethers yerbleibt, wird bei der Ein- 
wirkung yon Ammoniakdampf rot ge- 
färbt. Die rote Färbung kann jedoch 
durch yorhandene ExtraktiystofFe yer- 
deckt werden. Daher ist der Nachweis 
des EJosins auf die Fluoreszenz der am- 
moniakalischen Lösung (s. 0.) und auf 
die rosenrote Färbung des ätherischen 
Auszuges zu gründen. 

B. Nachweis desEosins in Bier 
oder Würze. 

1. 1 Liter Bier oder Würze wird in 
einer Porzellanschale nach Zusatz yon 
10 ccm Ammoniakflüssigkeit auf dem 
Wasserbade zur Sirupdicke eingedampft. 
Zu dem sirupdicken Rückstande werden 
einige Tropfen Ammoniak und unter 
beständigem Rühren mit einem Pistill 
Mengen yon 50 bis 100 ccm Alkohol 
gegeben, bis die Extraktstoffe sich zu- 
sammengeballt haben und an den Scbalen- 
wandungen und dem Pistill haften. 
Alsdann bringt man die alkoholische 
Lösung in einen Schüttelzylinder und 
setzt die Behandlung des Rückstandes 
mit immer neuen Mengen Alkohol so 
lange fort, bis die yereinigten Auszüge 
500 ccm betragen. Nach kräftigem 
Durchschütteln läßt man den Zylinder 
längere Zeit stehen, bis sich die flock- 
igen Ausscheidungen am Glase festge- 
setzt haben und die Flüssigkeit fast 
klar geworden ist. Hierauf wird die 
alkoholische Lösung — gegebenenfalls 
nach yorherigem Filtrieren — durch 
Destillation auf etwa 100 ccm und 
schließlich auf dem Wasserbade auf 
etwa 20 ccm eingeengt. 

2. Die so erhaltene Lösung wird in 
der yorstehend unter A yorgeschriebenen 
Weise weiter behandelt und beurteilt. 



50 



8. Bestehen bei der Untersuchung 
vonWfirze oder Bier fiber die Fluores- 
zenz Zweifel, so ist die beschriebene 
Ftflfang mit größeren Mengen — bis 
zu 5 Litern — zu wiederholen. 



Die Keimfreimachung des Catgut. 

Yon ärztlioher Seite ist dem Eaiserliohen 
Geenndheitsamte mitgeteilt worden, daß das aus 
den Därmen yerschiedener Tiere hergestellte 
Catgat, das bei Operationen im Innern des 
mensohliolien Körpers als chirnigisohes Näh- 
mateiial verwendet wird und im Körper Yer- 
bleibt, bei 'den operierten Kranken wiederholt 
Eiterongen der zugenSliten Wunden und Wund- 
starrknmipf heryorgerafen habe. Die Ursachen 
dieser Erkrankungsersoheinungen seien in den 
dem Catgat von seiner Herstellang noch an- 
haftenden Schmotcteilen nnd Fremdkörpern (z. B. 
feiner mineralischer Staub, der beim Abreiben 
des Ga^i^tfadens mit Bimstein sich auf ihm fest- 
setzt), sowie darin zu suchen, daß die als Boh- 
material benützten Därme lebende Tetanus- 
bazillen enthalten hätten. Das Reiohsgesund- 
heitsamt hat auf grund eigener Untersuchungen 
die Möglichkeit derartiger Erkrankungsfälle zu- 
gegeben und zur Srsielung eines in gesundheit- 
u<£er Beziehung möglichst einwandfreien Cat- 
guts die Beobachtung gewisser Grundsätze em- 
pfohlen, die lediglich technische Anweisungen 
für die Herstellung des Oatguts betreffen. 

Nach einem dem KönigL Sachs. Ministerium 
des Innern Yorliegenden Berichte wird Catgut 
in Markneukirchen , Klingental , Zwota nnd 
Soheibenberg herge^Ut; doch ist nicht ausge- 
soblossen, daß auch noch andere Orte in Betracht 
kommen. Fast ausnahmslos wird die Catgut- 
fabrikation gemeinsam mit der Violinsaiten- 
fabrikation betrieben. 

Das Beichsgesundheitsamt hält aber auch bei 
Beobachtung der Yon ihm aufgestellten Vorsichts- 
maßregeln die Möglichkeit des Vorkommens 
pathogener Mikroorganismen im Catgut nicht für 
gänzlich ausgeschlossen. Es bedürfe daher Tor 
jeder Verwendung noch einer sicheren Sterilisier- 
ung des Catguts, die, wie zahlreiche Desinf ektions- 
yersuche gezeigt hätten, mit einer J o d k a 1 i u m- 
1 ö 8 u n g bequem zu erreichen sei, ohne die 
besonderen Eigenschaften des Catguts (Festig- 
keit, Elastizität, Besorbierbarkeit) wesentlich zu 
beeinträchtigen. 

Diphtherie-Heilseram. 

Die Diphtherie - Heilsera mit den KontroU- 
nummem : 959 bis 9^ aus den Höchster Farb- 
werken; 166 bis 177 aus der Meret^sohen Fabrik 
in Darmstadt; 122 bis 127 aus dem Serum- 
laboratorium Buete-Enoeh in Hamburg; 215 bis 
219 aus der Fabrik vorm. E. Schering in Berlin 
sind, soweit sie nicht bereits früher eingezogen 
sind, Yom 1. Januar 1910 ab wegen Ablaufs der 
staatlichen Gewährsdauer zur Einziehung be- 
stimmt. 



Kriatallisierbare, Febling'sche 
Lösung nicht redusiende Foly- 

sacoharide 

bat F. Schardinger dureh Einwirkung 
des von ihm entdeekten Bacillus ma- 
cer ans auf Stftrkekleiater erhalten. Die 
Kulturen dieses Bazillus zersetzen den Kleister 
bei 45^ (7 m Gegenwart von Nftbrsalzen 
unter Aoetonbildnng, Die filtrierten Lös- 
ungen geben naeh Neutralisation und Ein- 
dampfen auf V? ^^ Volnms teüweiie adion 
beim Abkflhlen kristalliniaehe AbeeheidungeD. 
Das Ganze wurde mit öOproz. Alkohol ans- 
gekoehty die klare alkoholiaohe LOeong vom 
Alkohol befreit und mit etwaa Aether ver- 
setzt Der beim Erkalten entstehende Boden- 
satz besteht ans mikroakopisefaen Seehse^en, 
die nach der Abbildung den bekannten Gystin- 
kristallen gleichen. Durch JodlOenng werden 
sie in graugrflne bis gelbliche Nadelbfiachel 
verwandelt, die an den Kreozongastellen 
blau erscheinen. Beim Umkriatalliflieren aus 
Wasser oder bei l&ngerem Stehen des 
Kristallbreis mit fttherhaltigem Wasser ent- 
stehen durch Wasseranfnahme derbe pris- 
matische Ejjstalle mit etwa 14,5 pZt Wasser, 
]a]D für wasserfreie Substanz = + 158^, 
für wasserhaltige = + 136^ bis + ld8<> 
(je nach der Stärkeart). Die Snbstanz be- 
zeichnet er als ckristallisiertes Amylo- 
dextrin». Aus der Mutterlange konnte 
noch ein zweiter, nicht aus Wasser, aber 
aus Weingeist in lanzettförmigen, zn Dmseu 
veremten Nadeln kristallisierender Kdrper 
mit [a]j)= + 127,4 <^ isoliert werden, der 
als ckristalliserte Amylose» bezmehnet 
wurde. Mit Jod werden graue bis grane, 
an Krenzungsstellen blaue .Nadehi erhalten. 
Beide Körper reduzieren weder Fehling- 
sehe Lösung, noch werden sie durch Hele 
vergoren. Jn wässeriger Lösung färbt sich 
das Amylodextrin mit Jodlösnng gelb, die 
Amylose gelbbraun. Beim Stehenlassen 
bilden sich bdm Amylodextrin bald, \m der 
Amylose erst nach mehreren Stunden Nieder- 
schläge, die das vorher beschriebene Aus- 
sehen haben. Durch solche Fällung mit 
Jod und Behandlung des Niedenohlages mit 
schwefliger Säure können aus iler Mutter- 
lauge weitere Mengen an Amytodextrin er- 
halten werden. ^he, 

Okem.'Ztg, 1909, Rep. 50. 



51 



Neue ▲nmeimittel, Spesialitftten 
und Vonohriften. 

Csrbeuym Dennen Dr. Edmund Falk 
und Anton Siieker eine Fflanzenkoble, 
wel«he BfterileB Tryprin adsorbiert hat. Eb 
irird nmerfidi in Form von Tabletten ge- 
geben, aneh ab AnfiMhwemmnng onter die 
Hant geepritit. Darsteller: Dr. Freund n. 
Dr. BedUch m Berlin. (MOneb. Med. 
Woehenacbr. 1910, 6.) 

Fonnlaetol-Tabletten enthalten em saner- 
ali^altigeB Formolpriparat Sie werden 
war Herstellang von Onrgelwaflaer verwen- 
det Darsteller: Gesellsehaft ffir Ohemisehe 
Indostrie^ A.-6. in St Margreten (Sehweis). 

Gelonida nennt die Ghenusebe Fabrik 
Ooedecke dbCo.m Leipng Tabletten, welehe 
am eine leiohtere Zerfallbarkeit sn erreiehen, 
einen geringen Znsatz der stark quellbaren 
Trioxymethylen - Gelatine erhalten haben. 
Dieser KOrper wird dnreh Einwirkung von 
Fonnnidehyd anf Gelatine erhalten. Der 
Gehalt der Tabletten an Formaldehyd ist 
ein so geringer, dafi er fai physiologisoher 
besw. therapentisdier Hinaeht ohne Einfloß 
wL In Fillen, in denen es das Arzneimittel 
erfordert, ertialten die Gelonida einen Znsatz 
von Amylnm nnd Talknm. 

Dies nene patentamtlieh geschützte Ver- 
ehren gestattet die Verwendung aller festen 
AianeimitteL Die Zerfallbarkeit bezw. LOs- 
lidbkeit ist eine ganz erstannliehe. 

ISe können aneh mit emer im Magen 
nnlMiehen Gelatine ttberzogen werden. 

Meijodin-Tabletten (Pharm. Zentralhalle 
49 [1908], 422) werden von H. Tranims- 
darf, Ohemisehe Fabrik in Aaehen darge- 
stellt 

Biager'sehe Lösung dient zn Darm- 
emtrinfelnngen \m Säugfingen, die an 
Magenkrämpfen leiden, und besteht ans: 

Natrinmdilorid 7,5 g 

EaUnmohlorid 0,42 g 

Galeinmehlorid 0,24 g 

Wasser 1 kg. 

SeBsibilisierteBazilleB-SmuUion(Pharm. 
Zsntialh. 61 [1910], 4) whrd m folgender 
Weise heifesteDt Tiere werden wiederholt 
abweehsebd toberknlQs gemaoht nnd geheilt, 
woianf von ihnen ein Tnberknlose-Immun- 



jsemm gewonnen wird, das reich an Anti 
körpem ist Mit diesem Serum wird eine 
auf flflssigen Nährböden gezflehtete, einige 
Wochen alte, abgetötete Tnberkelbazillen- 
kultnr gemischt Nach 48stündigem Auf- 
bewahren bei BmtBchrankwärme wird das 
Gemisch 10 Tage lang mit Glasperlen ge- 
schüttelt Darauf wird das überflflssige 
Serum durch Zentrifngieren entfernt, das 
ttbrige sorgfältig gewaschen und die mit 
ihren Antikörpern verbnndenen Bazillen, 
der Bodensatz, mit 40 pZt Glyzerin und 
etwas EarboMure zu einer Emulsfon ver- 
arbeitet 1 ocm dieser enthält 5 mg Ba- 
zillen-Trockensubstanz. (Ther. d. Gegenw. 
1910, 32.) 

Torosan-Tabletten enthalten eine Guaja- 
kol-Hämoglobin -Verbindung. Sie werden 
bei allen Erkrankungen der Luftwege an- 
gewendet Darsteller: 12. Dietrich db Co,, 
Ohemisehe Fabiik in Zürich. 

Treupersohe Tabletten enthalten Aspi- 
rin, Phenaeetin, Kodein und Natriamsulfat 
Sie werden zur Linderung von Schmerzen 
und bei Erregungszuständen sowie Schhif- 
losigkeit empfohlen. Darsteller: Hofapotheke 
in Homburg v. d. Höbe. 

Tuberkulonastin besteht aus sämtlichenFett- 
körpem des Tuberkelbazillenleibes und einem 
hodimoleknlaren Fettalkohol der Lipoidreihe. 
Es enthält kein ESweiß und ist löslich in 
Alkohol, Aether, sowie Benzin. Mit dem 
Serum gewisser Tuberkulöser gibt es eine 
Komplementbindnng. 

Zinkopyrin ist ein Doppelsalz, das aus 
einem Molekül Chlorzink und zwei Mole- 
külen Phenyldimethyipyrazolon besteht Es 
reizt weniger stark, als das reine Cblorzink, 
und dadurch ist die Vergiftungsgefahr ge- 
ringer. Das Phenyldimethyipyrazolon setzt 
die Schmerzen der Aetzung herab. Knoll 
dk Co. in Lndwigshafen stellen damit eine 
Zinkopyringaze dar, weldie nach Dr. 
Eugen Doersch bei der Behandlung des 
Gebärmutterkrebses Anwendung findet 
(Oorrespond.-Bl. f. Schweiz. Aerzte 1910, 39.) 

E. Mentxel. 



Dracklehler - Berichtigung. Auf Seite 29 
linke Spalte, Zeile 8 von unteo muß es statt 
csaugt» heiäen «sengt». 



52 



Neue Verfabren zum 
Nachweis der Spermatozoen in 

Zeugflecken 

beetehen nach Dr. Brunetto Baecchi in 
folgendem: 

I. 

F&rbnng eineB Fadens des yerdftohtigen 
Grewebes in einer konzentrierten, wftsserigen 
Lösung von saurem Fuchsin. 15 bis 
30 Sekunden. 

Entfärbung des Fadens in salzsaurem 
Alkohol (TOproz. Alkohol 100 ocm, Salz- 
säure 1 ecm) 10 bis 30 Sekunden bis er 
eine blaßrosa Farbe angenommen hat. Be- 
handlung mit absolutem Alkohol 15 bis 20 
Sekunden. Auffaserung auf einem Objekt- 
träger in einem Tropfen Xylo!. 

Zur Aufbewahrung des Präparates saugt 
man mittels Fließpapier ab und bringt etwas 
Eanadabalsam unter das Deckglas. 

Bei alten Flecken ist das Gewebe einige 
Stunden in destilliertes Wasser zu legen, ehe 
man zur Färbung schreitet 

IL 

Färbung eines Fadens des verdäditigen 
Gewebes in einer konzentrierten wässerigen 
LOsung von Methylenblau. 10 bis 20 
Sekunden. 

Entfärbung in TOproz. Alkohol^ bis der 
Faden eine helle bläuliehgrüne Färbung 
zeigt 

Ungefähr 1 bis 2 Sekunden dauernde 
Behandlung mit sahEsaurem Alkohol (siebe 
oben). 

Entwässerung in absolutem Alkohol. 

Zerfasern und Einbetten in Xylol. 

m. 

Färben mit saurem Fuchsin und Entfärb- 
ung in salzsaurem Alkohol nach I. 
Abwaschen in TOproz. Alkohol, 
flrben mit Methylenblau nach IL 
Auffasem und Einbetten in Xylo!. 

H. M, 
DeuUch. Med. Wocheruehr, 1909, 1105. 



Die Jodzahl der Oele. 

L. E, Levi und Manuel weisen darauf 
hin, daß man anstelle des teuren und leicht 
zersetzlichen. Chloroforms bei der Bestimm- 
ung der Jodzahi andere billige FettlOsnngs- 
mittel anwenden könne. Sie haben selbst 
Versuche angestellt mit Kohlenstofftetra- 



chlorid und Pentachloräthan, welche die 
chemische Grofiindnstrie jetzt wesentlich 
billiger liefern kann als das Chloroform. 
Diese Lösungsmittel haben bei den ausge- 
führten Jodzahlbestimmungen so gut wie gar 
keine Differenzen gegenüber Chloroform er- 
geben. Es wird nur angeführt, daß das 
Tetrachlormethan des Handels vor seiner 
Anwendung einem Reinigungeprozeß unter- 
worfen werden muß. Dazu schüttelt man 
es IV2 his 2 Stunden (in halbstündigen 
Pausen) mit einer NatrinmthiosnlfatlösuDg im 
Scheidetriohter^ läßt absitzen, trennt von 
dieser Lösung und schüttelt hierauf mit einer 
5proz. Natronlauge eine Stunde lang (in 
viertelstündigen Pausen). Nach dem Ab- 
scheiden wird mit geschmolzenem Chlor- 
calcium getrocknet und dann destUlierty oder 
aber das Kohlenstofftetrachlorid wird mit 
Hanus'wiiet Jodlösung*) die gleicLo Zeit 
wie oben angegeben^ geschüttelt und dann 
ebenfalls mit einer 5proz. Natronlauge be- 
handelt, hierauf getrennt, mit Chlorcalduin 
getrodmet und endlich destilliert 

(Die Anwendung von Tetrachlorkohlen- 
stoff für die Bestimmung der Jodzahl ist 
nicht neu; abgesehen davon, daß Solisten 
schon vor etwa 10 bis 12 Jahren ihn als 
Lösungsmittel benutzt hat, ging derselbe 
seiner Zeit auch dazu über, die Jodlösong 
selbst mit Tetrachlorkohlenstoff herzustellen. 
Der Referent.) T. 

Ghem. Bev. ü. d. Fett- u, Harxindustrie 
1909, 112. 

Das Verfahren zur Herstellung 
von synthetisohem Terpentinöl 

von Ä. Poulverel besteht nach O, Roos 
in emer Umgruppierung der Moleküle, die 
das Zusammentreten der gleichen Pinene 
bewirken, wie sie bei 155 bis 165^ G ans 
dem Terpentinharze übergeben und das 
natürliche Terpentinöl bilden. WShrend die 
Ausbeute an natürlichem Terpentinöl 3 bis 
12 pZt beträgt; sollen nach dem neuen 
Verfahren 85 pZt des Materials ausgenutzt 
werden. Dies würde gleichzeitig eine Ver- 
billlgung des synthetischen Kamphers be- 
deuten, da das Terpentinöl das Ausgangs* 

Produkt für diesen Körper bildet 

Ghem.'Ztg, 1909, Rep. 295. —ke. 

♦) Man lÖRt 10 g Jodmonobroraid in 500 ecm 
Eisessig. 



53 



Ueber die Sterilisation von 
Novokun-SuprareninlöBung 

hat Dr. H. Braun eben Anbats verOffent- 
lieht, in welehem er im allgemeinen den 
von Hoffmann (Pharm. Zentralh. 60 [1909]^ 
869) gemachten Beobachtungen in bezog 
an! die NichtsterilitSt vorrfttiger Tabletten 
ans NoYokain nnd Suprarenin anf grund 
früherer Erfahrungen und in neuester Zeit 
angeatellter Versuche entgegentritt. Bei 
dieser Gelegenheit teilt Verfasser mit, dafi 
die Höchster Tabletten A für Lokal- 
anlstheae je 0,1 25 g Novokaln und 0,0001 6 g 
borsaures Suprarenin, die Höchster Tab- 
letten B für Lokalanftthesie je 0,1 g 
Novoka!bi und 0,00045 g borsaureis Supra- 
renin und die PoArschen Tabletten für 
LnmbalaniBthede je 0,05 g TropakokaXn 
nnd 0,00013 g Suprarenin enthalten. 

Nach den Erfahrungen des Verf. wirken 
bei der Sterilisation von Losungen des Su- 
prarenina auf dieses stets Spuren von 
Alkali sehidigend. Sie stammen meistens 
aas dem alkalihaltigen Qlase; denn ist das 
OefU voifaer durch Behandlung mit Salz- 
alnre alkalifrei gemacht worden, so kOnnen 
Losungen von Suprarenin in nnbedmgt alkali- 
fraicr Kochsalzlösung oder alkalifreiem destill- 
iertem Wasser ausgekocht bezw. im Dampf 
steriUsiert werden, ohne daß die LOsung 
flnre Farbe verindert oder ihre Wirksamkeit 
abgesehwioht wird. Zur leichteren Erreich- 
nng einer Alkalifreiheit empfiehlt der Verf. 
der phyaidogischen Kochsalzlösung, in welche 
die obigen Tabletten aufgelöst werden sollen, 
auf 1 L zwei Tropfen der offizinellen ver- 
dfinnten Salzsäure zuzusetzen. Aeußerlich 
wird die Haltbarkeit so bereiteter Losungen 
dadurdi kenntlich, daß sie selbst nach län- 
gerem Stehen nidit rot wird. 

Eine sehldigende Wirkung der Salzsäure 
ist bisher nicht beobaditet worden. Ob aber 
der Salaiurezusatz für die Lumbalanästhesie 
znläSBg ist, vermag Verfasser nicht zu sagen 
und hält es für überflüssig, darüber zu ent- 
scheiden, da die Gelehrten sich noch nicht 
einig darüber snid, ob in der Lumbal- 
anästhesie ein Zusatz von Suprarenin nütz- 
lich 



Zentralh. 49 [1908], 427) und die übrigen 
älteren synthetischen Suprarenine äußert 
sich Verf. dahm, daS de zu geringe gefliß- 
verengernde Wirkungen besitzen, und er 
schon längst zum natürlichen Suprarenin 
wieder zurückgekehrt ist KM, 

Detäaeh. Med. Wochmsehr, 1900, 2315. 



HhisichtHch des synthetischen L- 
Suprarenin (Pharm. Zentralh. 60 [1909], 
416), wie auch über Homoren on (Pharm. 



Zu vorrätigen Aufgüssen 

werden folgende Vorschriften veröffentlicht: 

Inf usum Digitalis 1 : 20. 10 g Folia 
Digitalis titrata grosso pulverata (Caesar 
(t Loretx) mit 100 g Wasser 10 Bfinuten 
im Dampfbad gekocht, werden in 20 g 
Spiritus heiß hinemgeseiht, die Blätter er- 
neut mit Wasser 10 Minuten angesetzt und 
heifi der ersten Seihung zugefügt und das 
Ganze auf 200 g ergänzt Nach 24 
Stunden klar zu filtrieren. 

20 g raCglidbst frisch geschnittene Digi- 
talisblätter mit mindestens 0,3 pZt Digitoxin- 
gehalt werden nach G, Hartleb m einer 
500 g- Arzneiflasche mit 80 g 90proz. Spiritus 
Übergossen, gut durchschüttelt und im ver- 
schlossenen Gefäß eine Stunde beisttte ge- 
stellt. Darauf fügt man allmählich 300 g 
dedendes destilliertes Wasser hinzu, läßt 12 
Stunden stehen, filtriert und ergänzt das 
Filtrat anf 400 g mit emem Gemisdi aus 
1 T. Spiritus und 4 T. Wasser. 

Infusum Ipecacuanhae 1 : 10. 10g 
Ipecacuanhawurzel werden mit 50 g Wasser 
15 Minuten im Dampf apparat gekocht, die 
siedend heiße Flüssigkeit in 20 g Spiritus 
gegossen, die Wurzel nochmals mit etwas 
Wasser 10 Hmuten angesetzt, heiß dem 
ersten Abgufi zugesetzt und das Ganze auf 
100 g ergänzt. Nach etwa 3 Tagen filtrieren. 

Nach Harlleb verfährt man in gleidier 
Weise wie beim Digitalisaufguß nur mit dem 
unterschiede, dafi man die dreifadbe Wem- 
geistmenge der angewendeten Wurzelmenge 
nimmt 

Decoctum Senegae 1:5. 10 g 
Senegawurzel werden mit etwas Wasser 
Übergossen, eine halbe Stunde auf dem 
Dampfapparat gesetzt, die Flüssigkeit heiß in 
5 g Spiritus abgegossen, die Wurzel noch- 
mals mit soviel Wasser angesetzt, daß der 
zweite Aufgnfi die Gesamtkolatur anf 50 g 
bringt. * — <»— 

Pharm. Ztg. 1909, 725 u. 726. 



54 



Hahrungsmittel-Gheiiiie. 



Zur Kupferbestimmung in 
Gemüsekonserven. 

C Brebeck weist darauf hiD, daß Oraff 
(Pharm. Zentralh. SO [1909], 141) die von 
ihm seioerzeit gemaehten AoBfübrungen einer 
Naehpr&fang -nnteriogen habe, wobei dieser 
fand,* daß puoh ans dem Ammoniaknieder- 
schlage .das Kupfer sebwer auswaaehen i&Ot 
Di» gleiehe , Beobachtung habe Verf. selbst 
auch gemacht imd daher sein Verfahren in 
der Weise abgeändert, daß er den Nieder- 
schlag nach mehrfachem Aaswaschen anf 
dem Filtar in Salasänie Itete und diese 
Lösung nochmals mit Ammoniakfiflssigkeit 
fiUlte^ worauf sich das noch vorhandene 
Kupfer leichter auswaschen ließ. 

Oraff Änderte das Verfahren der Kupfer- 
bestimmung dabin ab^ daß er die Konserven- 
asche statt in Salzsfture in Salpetersäure 
löste (zur Abscheidung des vorhandenen 
Zinns), Er kam damit auf ein Verfahren, 
das VerL bei seinen vielfachen Versuchen 
auch angewendet, aber als unbrauchbar ver- 
worfen hatte. ]^ach Ora/f's Angaben habe 
er neuerdings gearbeitet, aber trotzdem er 
zur Zerstörung der Nitrate mehrfach mit 
starker Salzsäure zur Trockne verdampfte, 
dennoch stets KupfemiedenMhläge bekommen, 
die Neigung zur Schwärzung zeigten. Alle 
Venuebe tflhrten immer wieder zu dem 
einen. ErgebniSi daß die Anunoniakfällnng 
dar salzaauiien Lösung nicht umgangen wer- 
den kann. Die obenerwähnte Arbeitsweise 
der doppelten Fällung mit Ammoniakfiflssig- 
keit veranlaßte ihn, die Fällung in eine 
ArbeitsphasQ zusammenzulegen und zwar 
mit vollem Erfolg. Er löste die Konserven- 
asohe genau in der in der früheren Arbeit 
beschriebenen Weise, die Lösung wurde 
ammoniakalisch gemacht, die Fällung wieder 
in Salzsäure gelöst und nochmals mit Am- 
momakflQssigkeit gefällt 

Nunmehr ließ sich der Niederschlag mit 
großer Leichtigkeit auswaschen und er 
wurde rein weiß. Der Niederschlag ist 
kupterfrei, wenn eine kleine Probe desselben 
anf der Porzellantüpfelplatte in Essigsäure 
gelöst mit Ferrocyankalium kerne Kupfer- 
reaktion mehr gibt 
Ztachr, /. XJfäer$, d. Nähr.- u. Oenußm, 
1909, XYiU, 416. Mgr. 



üeber eine neue Methode sum 
Nachweis der Papuamacis. 

Als Papuamacis oder Makassar- 
macis kommt der Samenmantel der aus 
Neu-Quinea stammenden Myristioa ar- 
gen tea Warb, in den Handel. Unter 
Mads schlechtweg wird aber bekanntlich 
der Arittus von Myristica fragrans Houtt. 
verstanden. In Deutschland galt bisher ein 
Zusatz von Papuamads zu Bandamaeis, 
also der echten Mads, in der Begel nicht 
als Verfälschung; nach dem schwdzerischen 
Lebensmittelbucfa ist aber der Verkauf von 
Papuamacis als cMads» zu beanstanden. 

Papuamacis läßt sich wegen ihres hohen 
Fettgehaltes allem nicht hinrdchend fein 
mahlen, weshalb sie die OewflrzmflUer not- 
wendigerweise mit Bandamaeis vermischen 
müssen. Der Oehalt der Papuamacis an 
aromatischen Bestandteilen ist fast hnmer 
niedriger als derjenige der Bandamaeis. Es 
erschemt somit die stUisdiweigende Ver- 
misehnng strafrechtlich nicht zulässig. Was 
die Farbe der Papuamacis anbelangt so 
wird sie in dem Schrifttum als gelbbraun, 
rotbraun oder graubraun bezeichnet Die 
neuerdmgs im Handel befindliehe Ware 
zeigt aber meist em lebhaftes, etwas dunk- 
leres Gelbrot wie bei der Bandamads. Em 
wdteres ünterschddungsmerkmal Ist der 
Geruch, der bd Papuamacis ausgesprochen 
an Sassafrasöl erinnert Dieser Geruch rührt 
von den schwereren, im wässerigen Destillate 
unternnkenden Antdien des ätherischen Ödes 
her und dürfte auf dessem Gehalt an Safrol 
zurückzuführen sein. Da nch Papuamacis 
mikroskopisch im gemahlenen Zustande nicht 
mehr nachweisen läßt, so ist man auf ihre 
chemische Ermittlung angewiesen. Busse 
fand bd rdner Bandamaeis nach dem Ver- 
jagen des ätherischen Oeles Aethereztrakte 
von 20,8 bis 27,9 pZt, bd Papuamads 
53,4 bis 55,5 pZt Da aber im Handd 
sehr fettarme Madspnlver vorkommen, so ist 
es klar, daß ganz erhebliehe Uengen von 
Papuamads der Bandamaeis zugesetit wer- 
den können, ohne daß man nach dem Fett- 
gehalt auf einen derartigen Zusatz schließen 
muß. 

C. Oriebel empfiehlt zum chemischen 
Nachweis wie folgt zu verfahren: Je 6 g 



55 



reiiier gemahlener BandtniMS asd deB mx 
prüf enden PalveiB werden in Beagenzgiiaern 
mit je . 10 eem leieht siedenden Petrolithen 
übergoflsen und diese Gemisehe <»ne AGnnte 
lang krftftig dnrdigesehüttelt £Sn Teil der 
FUtrate (etwa je 2 cem) wird mit dem 
gleiflben Volnmen EiseBsig gemiaeht nnd 
dann mögliehat sehneU hintereinand^ vor- 
Biehtig mit konzentrierter Sehwefelsäure nnter- 
sehiehtety wobei jede Vermischung der Fiflsstg 
keiten vermieden werden muß. Bei reiner 
Bandamaeis entsteht alsdann an der Be- 
rfibmngSBtelle em gelblieher Ring, w&hrend 
bei Gegenwart von Papnamads je nach der 
Menge derselben sdmeller oder langsamer 
eine rOtliehe FILrbnng auftritt Falls naoh 
1 las 2 Minuten nicht eme rOtliohe Färb- 
ung emgetreten ist, ist die Beaktion als nega- 
tiv anzusehen, weit später aueh bei Banda- 
maeiB ähnliche FarbentCne entstehen. Aus 
diesem Grunde ist auch die Eontrollprobe 
mit reiner Bandamaeis nötig, nnd es em- 
pfiehlt sich, den SchwefeUurezusatz bei 
dieser zuerst vorzunehmen. Bombaymads 
gibty' nebenbei bemerkt, bei gleicher Behand- 
lang eine farblose Zone. 

Etwa von 20 pZt an aufwärts läßt sich 
auf diese Weise ein Zusatz von Papnamaeis 
erkennen. In zweifelhaften Fällen empfiehlt 
es sieh deshalb, mit noch verdflnnteren Los- 
ungen zu arbeiten und zwar nimmt mm 
dann 0^1 g Pulver auf 20 ccm Petroläther. 
In diesen dünnen Losungen treten die Färb- 
ungen £war langsamer auf (2 bis 4 Minuten), 
auch bleiben sie schwächer, aber sie sind so 
Wehter zu unterscheiden. Zur besseren 
Wahrnehmung der Farbenunterschiede kann 
man unter die Reagenzgläser weißes Papier 
legen nnd hn auffallenden Licht beobachten. 
Dasselbe erreicht man auch durch Neigen 
der Beagenz^^äser und Betraehtung der 
Bmgzene von unten gegen das licht. Bei 
einiger Uebung gelingt es dies (bid etwa 10 
pZQ wahnundunen, im ttbrigen enthalten 
die im Handel befindlicMn Gemenge meist 
erheMich mehr Papnamads. 
^ I>er Verf. konnte noijä festotelleu) daß 
die fkiigiidien Stoffe als Begleiter des Fettes 
ansdieiiiettd ^eichmäßig im Fttencbym des 
Arillos verteilt sind. IVei von ihnen dnd 
nmr die J^xdermls und die hypodermatisdien 
Schiebten. Ihre Isolierung gelingt auf fol- 
gende Weise: Sie mit Petroläther oderl 



Aeiher. hergesMlten Macisextrakte werden 
nach vollständiger Entfernung des äther- 
ischen Ödes mit Wasserdampf. nieder in 
Aether aufgenommen, !&unächst dtüfch Aus- 
schfittdn mit KatnumkarbonatlOsung von 
den frden Säuren (vorwiegend Palmitinsäure) 
befrdt, und dann mit 1 proz. EallTauge aus- 
geschflttdt, w lange dÜse noch nadi dem 
Uebersättigen mit kimzentnater Schwefd- 
säure die Reaktion kitftig ^bt (6- bis 6mal). 
Bdm Ansäuern der vereinigten klären alkal- 
ischen Losungen trübt sich die FlOssigkeit 
milchig durch Abschddunig^ von hardgen 
Stoffen, die dann mit Aether aufgenommen 
werden. Bdm Verdunsten des Aethers hinter- 
bleibt dne wdche hardge Massis von gdb- 
hcher Fflorbe. Die Absdiddung der Harze 
aus der Kafiverbindung gelingt auch d>enso 
vollständig durch Einleiten von&öbEensäure; 
de bedtzen also Pheaolohat^^kkter. Mit Iproz. 
Lauge kann man auf diese Wene Über die 
Hälfte der im Fett vorhandenen, die Farben- 
reaktion bewkenden Stoffe entfernen. Der 
Rest läßt sidi ' dingen nur mit konzen- 
trierter Lauge (die lefzten Ante^e nur mit 
20proz., cBe dne Fällung der Harze be- 
wirkt), ausziehen^ jedoch dhd ' die s6 ge- 
wonnenen Harze durdi • andere 8t<tffe ver- 
unreinigt. 

Ztschr. /. XTtUets. d. Nahf^.^ u. Qenußm. 
1W9, X^m; 209. Mgr, 



' "'^ « >■ .. , ... -i 



Aendenmg' in delr Zurammen- 
setzung äes Scliweinesclimalzes. 

Das Schweineschmalz zdgt nach j?. Durier 
in seinen phydkalischen und 'chemischen 
Eennzahlen Untersdüede je nach den Körper- 
teilen, aus denen es erhalten wurde. Die 
Resultate wechsein auch gemäß der bei dem 
AusBchmdzdn angewendeten Temperatur. Als 
allgemein läßt doh feststellen, daß die Ab- 
lenkung iin Oleorefraktometer zugleich mit 
der Jodzahl und dem Oehalte an tingesättig- 
ten Säuren wächst. Alle Schweineschmdz- 
arten, deren Jodzahl außerhalb der Werte 
45 hiß 6Ö und deren Oleorefraktometerablenk- 
ung nicht zwischen — 15 und — 5 liegt, 
dnd als verdächtig zu beanstanden, womit 
allerdings nicht gesagt sein soll, daß Ablenk- 
ung und Joda^ahl inneihalb äet angegiebenen 
Orenzen als Bewds fflf die Reinheit gdten. 

Chem, Rev, ii. d. Fett- u. Jlarxindusirte 
1910, 16. T. 



56 



Bakteriologische llitleilungen. 



Ueber Veränderungen 
von Rosolsäure- und Blutagar- 

durch Säure bezw. 



Alkali bildende Bakterien 

bat M. Mandelbaum einen Anbatz ver- 
OffentUeht, in dem er znnftehst auf die be- 
kannte Tatsache hinweist, daß ein Rosol- 
Bftnre-Nährboden die aikalisehe Reaktion 
dnroh den roten und die saure dnreh den 
gelben Farbenton erkennen Iftßt Das Be- 
merkenswertere ist jedoch der Umstand, daß 
auf diesem Nährboden außer der Koli- 
Typhusgruppe und des Bacillus pyocyaneus 
fast kern anderes Bakterium zur Entwickel- 
ung kommt Daher dürfte sich dieser Nähr- 
boden zur Zflditung von Typhusbakterien 
aus dem Kote eignen. 

Er wird folgendermaßen hergestellt. Zu 
10 ocm des gewöhnlichen Agars bringt man 
je nach Bedarf Traubenzucker, Milchzucker, 
Qlyzerin usw. Dazu ffigt man 0,3 ccm 
einer Iproz. alkoholischen Lösung von Rosol- 
säure. 

In bezug auf den anderen Nährboden, 
dem Oly zerinblutagar, hat der Verf. 
die Beobachtung gemacht, daß es immer 
zu einer braunen oder braungelben Verfärb- 
ung in der Umgebung des Ausstriches 
kommt, wenn das betreffende Bakterium 



imstande ist, Säure zu bilden, daß dagegen 
der rote Blutfarbstoff erhalten bleibt, wenn 
der in Frage kommende Bazillus ein Alkali- 
bildner ist. Es ist hierzu nicht nötig, daß 
man Agar und Blut mischt und zur Platte 
gießt, man kann auch auf die Oberflädie 
einer Agarplatte einige Tropfen Blut bringen 
und durch Neigen der Platte fein verteilen 
und hierauf nur das zu untersuchende Bak- 
terium impfen. Bei dieser Art des Ver- 
fahrens tritt noch eme weitere Ersdieinung 
zu Tage, die man ebenfalls zur Unterscheid- 
ung von Bakterien verwenden kann. Der 
Blutfarbstoff wird nämlich von einigen Bak- 
terien in die Kolonie hinemgezogen und 
ändert sich hier nun je nach dem Vermögen 
des Bakteriums. So erscheint z. B. eme 
Kolonie des Streptococcus saprophyticus wie 
mit rotvioletten Linien durdizogen. Hier 
handelt es sich jedenfalls um eine Umwand- 
lung des Oxyhämogiobins in Hämoglobin, 
welches durch die Säurebildung nidit mehr 
in Methämoglobin umgewandelt werden kann. 
Infolgedessen ersdieint die Kolonie rot in 
brauner Umgebung. Haben also zwd ähn- 
liche Bakterien z. B. Hämolyse und Säure- 
bildung gemeinsam, so können ue noch 
durch das Vermögen, den in der Kolonie 
selbst vorhandenen Blutfarbstoff umzuwandeln 
unterschieden werden. ->(»— 

Münok. Med. Woehenaohr. 1909, 2476. 



TheMipeutische Mitteilungen. 



Ueber die subkutane Anwend- 
ung groBer Adrenalingaben 

m der Behandlung diphtherischer Blutdruck- 
senkung beriditet Eckert aus der Univers.- 
Einderklinik in Berlin. Es wurde das 
Adrenalin der Höchster Farbwerke benutzt, 
das eine 0, Iproz. Lösung des Suprareninum 
hydrochloricum darstellt. Drei- bis viermal 
täglich wurden 2 bis 3 ocm (1 ccm = 0,001 g 
Suprarenin) unter die Haut gespritzt. Durch 
das Adrenalin gelang es den nnmeßbar 
klemen Blutdruck selbst im Stadium der 
stärksten Senkung bis zu meßbarer Höhe 
zu heben. Der Höhepunkt der Wirkung, 



die 7 Stunden anhielt, trat. 1 bis 2 Stunden 
nach der Einspritzung ein. Da die Ein- 
spritzungen schmerzhaft sind, müssen feudite 
Umschläge verordnet werden, die den brenn- 
enden Schmerz bald lindem. Kurze Zeit 
nach der Einspritzung tritt eine etwa hand- 
tellergroße örtliche Blutlosigkeit (Anämie) 
auf, die von einem leicht geröteten schmalen 
Saum umgeben ist. Diese oft stundenlang 
anhaltende Blutlosigkeit ist vielleicht fflr die 
langsame Aufsaugung und damit auch fflr 
die therapeutisch so wertvolle längere Wirk- 
ung mit verantwortlieh. Infiltrationen, Ab- 
szesse oder Gangrän traten niemals auf. 
Auch wurden Schädigungen der Nieren nicht 



57 



beobaofatet Dagegen trat ZuekeraiuMheid- 
mig em (die grCßte Menge 1 bis 2 Stunden 
naeh der Einspritzong), die etwa 14 Stan- 
den naeh der letzten Einapritzong endgiltig 
veradiwand. Dieee ZnekerauBBoheidang ist 
nidit als Sdiftdigong zn bewerten^ da die 
großen Vorzttge der Adrenalinwirknng Über- 
wiegen. Naeh Eckert ist das Adrenalin, in 
großen Gaben anter die Hant eingespritzt^ 
em wirksames anseh&dliehes Mittel zor Be- 
kämpfung cEpbtherisoher Blatdraeksenknng, 
das aaefa llngere Zeit fortgegeben werden 
kann and selbst bei schwersten Oraden der 
Intoxikation nieht versagt 



Therap. MoruUsh, August 1909. 



Dm. 



Coryfin« eine neue Menthol- 



Daa von der ehemisehen Fabrik rorm. 
Fr. Bayer dk Co. in Elberfeld hergestellte 
Prftparat wird von Schiffer in Wien für 
das beste anter den vielen m den Handel 
gekommenen Mentholpriparaten gehalten. 
Ei ist der Aetbylglykolalareester des Men- 
th(^ and bildet eine farblose» Clige, kaam 
wahrnehmbar naeh Menthol riechende Flttssig- 
keit von neutraler Reaktion, die sieh im 
Watter nor wenig aoflöst, aber mit Oliven- 
öl, Aether, Alkohol in jedem VerhUtnis zu 
misehen ist Das Oor^^ ist aneh erhiUt- 
lieh in ganz kleinen FUsehehen, denen ein 
kleiner an einem Drahte befestigter Haar- 
pinsel beigegeben ist Femer kommen 
C^ryfitt-Bonbons in kleinen Bleohsehaditeln 
in den Handel Verfasser wandte das flttssige 
Goryfin bei Sehnapfen, nervOsen Eopf- 
sehmerzen and bei Katarrhen der oberen 
Luftwege an. Bei akutem Sehunpfen ließ 
er die Nasensdhleimhaut alle 2 bis 3 Stun- 
den einpinsehi. In der Nase verursacht das 
Goryfin anfangs etwas Brennen, später ein 
angenehmes E&ltegefflhl. Die Atmung durch 
die Nase wird sofort freier, Kopfschmerzen 
hOren ganz auf oder werden wenigstens er- 
heblieh gelindert und die Absonderung wird 
geringer. 

Bei Schnupfen infolge von Influenza soll die 
Einpinselung stündlich vorgenommen werden, 
da die V^kung des Ooryfms in diesem 
Falle nidit lange anhält Bei chronischem 



Schnopfen genügt eine 2- bis Smalige Ein- 
pinsdnng der Nasenschleimhaut im Laufe 
des Tages. Man kann auch einige Tropf en 
Goryfin auf emen kleinen Wattebausch 
tröpfeln und solche Wattebäusche- leicht in 
die Nasenlöcher stecken. Bei chronischem 
Schnupfen tut auch eine Salbe, bestehend 
aus gleichen Teilen Goryfin und Unguentnm 
Paraffini, 2- bis 3 mal täglich in den äußeren 
Nasengang eingeschmiert, gute Dienste. Bei 
nervösen Kopfschmerzen empfiehlt es sich, 
das Mittel äußerlich in die Schläfengegend 
aufzupinsehi. Nach kurzer Zeit stellt sich 
unter Auftreten eines angenehmen Kälte- 
gefühls ein Nachlassen der Koptschmerzen 
ein. 

B« einem Fall von Migräne wirkte diese 
Art der Anwendung des Mitteb jedesmal 
sehr prompt Bei Katarrhen der oberen 
Luftwege läßt Verfasser 8 bis 10 Tropfen 
Goryfin mittels dnes gewöhnlichen Inhala- 
tionsapparates 3 mal tägfich einatmen. 
Goryfin hat nach Schiffer m% ausgesprochene, 
den Juckreiz stillende Wirkung. Nament- 
lich bei sogenanntem nervösen Jucken im 
Gehörgang läßt nach zweimaligem Einpinseln 
das unangenehme Jnokgefühl nach. YiA- 
leicht leistet dieses Mittel auch bei After 
und Schamjucken gute Dienste, wenn man 
es in Form der oben angegebenen Salbe 
zur Anwendung bringt Bei Erkrankungen 
der Mundschleimhaut, bei Mandelentzündungen 
und bei Magenverstimmungen sind die 
Goryfin-Bonbons zu empfehlen, von 
denen man 6 bis 8 Stück täglich im Mund 
langsam zergehen läßt. Das desinfizierende 
Goryfin bleibt auf diese Weise lange Zeit 
mit der entzündeten Schleimhaut in Berühr- 
ung und hemmt die weitere Entwickelung 
der Krankheitserreger. Schiffer hält das 
Goryfin für ein Linderungsmittel zahlreicher 
kleinerer und größerer Besehwerden der 
Kranken, ohne daß es dn Heilmittel im 
strengen Sinne des Wortes wäre. 

(Vergl. auch Pharm. Zentralh. 48 
87, 142, 627; 49 [1908], 413; 60 
841.) 



1907], 
1909], 
Dm. 



Klm.'therap. Woehensckr. 1909, Nr. 33. 



58 



Technische Mitteilungen. 



Zar Herstellung transparenter 



gibt es drei versohiedeiie Wege insoferoy 
als die Transpareas entweder nur doreb 
Alkoboly oder durch gewiase LGsuDgen u&d 
Alkohol, oder endlich nur doreb Löaongen 
erzielt werden kann. Der erste Weg ist 
verhältnismäßig dlnfaeh, so daß Fehlende 
bei genauer Beobachtung der Vorschriften 
ausgesehlosBM ««6heinen. I>agegea ist das 
Verfahren ohne Sprit wesentiieh schwieriger 
und ertordeit. gewisse praktische Erfahr- 
ungeai Vor allen Dingen dfirfen nur helle 
und frische MeteriaUen verwendet werden, 
oder - die Fette ndlssen mim Vorlänterung 
mit fiahvasser oad Soda oder aogar mit 
Natronlauge uierzogtfi werden. Die Lauge 
muß eps 'hOdisIg^Migeie Aetznatron herge- 
stellte «ad in. möglichst iuftdiditeo Behältern 
auf bewaitft werden, eher. m0g|ich»t karbonat- 
frei und kristallklar sein. Ein Ansatz der 
sich gut bewährt hat, ist folgender: 

40 kg Kokosöl, 
35 kg Hammeltalg, 
35 kg Rjzinasöl, 
57 kg Natronlauge 38» BS, 
16 fc^ Otyzeriii, : . 

35 kg Zoe^er, 

40 kg 'klares, weiches Wasser, 
5 kg Kristatlsods, 
• 30 kg Fülltmg. 

Die Füllung bestellt aus: 

25 kg Zucker, 
15 kg Chlorkalinm, 
: 15 kg Pottssdie,' 
15ig.ßala, 

10 kg Sriataiisoda q^d soviel Wasser, dafi 
die Lösang kalt 22^ Bi zeigt. 



Das Fett wird auf dem Wasserbade oder 
im DoppdkeBsel auf 60 bis 70^ R er- 
wärmt und die Lauge unter flottem Erfleken 
zugegeben; das Ejücken wu*d fortgesetzt, 
bis die Masse dick wird und aufliegt, worauf 
der Kessel, mit Säcken gut bedeck^ 2 Std. 
der Ruhe ttberlassen bleibt. Während Aeser 
Zeit darf weder gekrückt nodi gerfihrt wer- 
den, bis der Verband eingetreten ist, was 
daran au erkennen ist, daß die Masse nicht 
mehr grau und undurehsicbtig, sondern klar 
ist. Sollten nach der angegebenen Zeit noch 
weiße Stellen sichtbar sein, so muß noch 
augewartet werden. Dann wird tfiohtig um- 
gerührt und abermals eine halbe Stunde 
stehen gelassen. In einem zweiten Kessel 
werden einstweilen die angegebenen Mengen 
Olyzerin, Zucker, Wasser und FflUnng ab- 
gewogen und etwas angewärmt Nach Ein- 
tritt des Verbandes wh^ diese Mischung der 
Seife portionsweise zugekrflckt, wobei diese 
immer dfinnflüssiger wird. Die Temperator 
wird auf 60 bis 65^ i2 gehalten. Ist die 
ganze Losung zugesetzt und klar yerrOhrt, 
so blabt dw Kessel, wieder gut bedeckt 
1 bis 1Y2 Stunden der Ruhe überlassen. 
Nach dieser Zeit muß unter leichtem Schaum 
eine dunkle klare Seifenmasse vorhanden 
sdn. Eine auf em hohles Olas entnoininene 
Probe muß vollständig klar sein und auch 
dauernd klar bleiben. Es kommt wesentlich 
darauf an, die angegebenen Mengenverhält- 
nisse genau einzuhalten. Wenn die Seife 
auf 50 bis 550 R abgekühlt ist, whrd sie 
parfümiert und geformt 

Seifenfabrikant 1909, 836. —he 



PhotogpapliisGhe Hitteilungen. 



VergröBerungen obiie Apparat. 

Ein recht beachtenswertes Verfahren, 
Bilder ohne besondere Einrichtung zu. ver- 
größern, ist folgendes: Ein Negativ legt 
man 10 Minuten lang in kalt gesättigte 
Natriumkarbonatlösung, läßt es ohne zu 
waschen trocknen und legt es dann noch- 
mals in letztere Lösung, bis sich die Schicht 
von einer Ecke aus leidit abziehen läßt 



Die voesiehtig abgezogene Schicht legt man 
in kaltes Wasser, wo sie sich bald fast zur 
doppelten Größe ausdehnt Hierauf fängt^ 
inan sie unter Wasser a^f , einer sauberen, 
natürlich größeren Glasplatte auf und läßt 
sie unter Vermeidung von Blasen antiroek- 
nen. Dann hat man auf bequeme Weise 
eine ^ gute BUdvergrößerung ohne Apparat 
erhalten. Bm. 

Wiener MütagsldatL 



59 



Teilweise Verstärkung oder Ab- 
sohwäohung von Platten. 

Ist mtn geBwmigeD, auf Platten einzeliie 
StaUen so Tcntärken oder absaachwfteheiii 
ao überseht man die Platte mit Zaponlack. 
Ifit einem m Aeeton getanehten Wattebaoaeh 
entfernt man an den an korrigierenden 
StaUen den Laek. Legt man nnn die 
Platte in den Ventirker oder Abaehwieher^ 
to kann nnr an den vom Laek befreiten 
StaUen eine entipreehende Einwirkung auf 
die Platte stattfinden. Auf diese Art kann 
man beqnem die gewflnsehten Effekte nooh 
naehtrig^eh heransholen. Bm. 



Selbsttätige ExpositionsB&liler. 

Vielen Bemb- imd Amatenr-Photographen^ 
namentUeh den letsteren^ dürfte es reeht er- 
wflnacht aeb, an ihren Apparaten für Zeit- 
anfnahmen Zihlvorriehtungen snm Ablesen 
der Nnmmem beliohteter Platten zu haben, 
ihnUA den gleiehen Vorriehtnngen bei 
Handkameras. Eine derartige selbsttätige 



Nameriervorriobtang mflßte aber gleich aaf 
jeder belichteten Platte £e Nnmmer der 
Anfnahme angeben kOnnen, damit der Pho- 
tograph alle Aufnahmen ordhangsgemftß 
registrieren konnte, was ihm wiederum eme 
Statistik Aber die am Tag und im Jahr 
gemachte Anzahl von Aufnahmen erleichtem 
wtlrde. Hoffentlich wnrd bald rfne derartige 
Vorrichtung geboten. 
Kamera-Kunst. Bm. 



Entfernung der PyrogiUlolflecke 
von der Haut. 

Wenn man keine Gummisehutrikfllten be- 
nutz^ wud man sich beim Arbeiten mit 
PyrogaUolentwickler die EingenpÜEen braun 
ffaben, eine unangenehme Saehö, weil man 
sieh meist vergebens bemtht^ die Flecken 
wieder weg zu bekommen. LOst man in 
50 cem Wasser 50 g Natriihnsulfat und 
25 g Chlorkalk, so hat man ehi gutes 
Mittel; mit dem man die Flecken leicht be- 
seitigen kann. Em. 



BOohopsohau. 



Dlastrierte Flora von Mittel-Buropa. 
Mit besonderer Berflcksichtigung von 
Dentachlandi Oesterreich und der Schweiz. 
Zum Gebrauch in den Schulen und zum 
Selbstunterricht Von Dr. Gustav Hegt, 
iUnalriert unter kfinsUerischer Leitung 
von Dr. Gustav Dunxinger. 6 Binde 
znm Preise von je etwa 22 Mk. elegant 
in Lieinwand gebunden. Manchen 1909. 
J. F. Lehmanh'B Verlag. lieferung 
19 und 20. 



Ldefemnc 19 and 20 Ii«gt nunmehr der 
zweite Band dieser sohöneD, großangelegten 
Plora ToUständig vor. Damit sind die Mooo- 
kotyledonen abmohlossen. 

Auch diese beiden ktstea Lieferungen recht- 
fertigen vollauf das Lob und die hohe Würdig- 
ung, die der Hegi'wihea Flora sohon wiederh(3t 
in den früheren Besprechungen (zuletzt Pharm. 
ZentrBUi.5O[1909],433) zuerkannt wurden. Die 
sehr aohön ausgeführten und instruktiven farb- 
igen Tafein werden von einem sorgfältig bear- 
beiteten ausführliohen Text sowie nooh vielen 
Textbildem begleitet. Im Text sei auch beson- 
dere aufmerksam gemacht auf die bei vielen 
seltenenn PjSanzen angefügten «Pflanzen- 
verbSnde», so z. B. bei läteia oordata, Goial- 
liorrhiza usw. Duroh diese Aufführungen sind 



geradezu Typen von eigenartigen Standorten der 
seltenen Pflsnzen gegeben, welche den Kund- 
igen lebhaft an dwartige von ihm selbst beob- 
achtete «Standorte» erinnein und den Anfänger 
beim Auffinden der einen Beltenee. Pflanze auf 
nooh andere seltene Pflanzen aufmeitsam machen, 
welche er in Gemeinsohaft der ersten vermuten 
darf. 

In den Lieferungen 19 und20 sind^die litiaoeen, 
Iridaoeen, Diosooraceen, Amarylfidaoeen und 
Orohidaoeen enthalten, somit die dohönsten und 
tobenprfichtigsten Pflanzen unseres Floren- 



Zuletzt sei noch auf eine gescifäftliohe Not- 
wendigkeit hingewiesen, zu der sich der Verlag 
gezwungen geeehen hat ürsprüngHoh war 
nSmlich geplant, die gesamte lloiü in etwa 70 
Lieferungen herauazageben. Je4e Lieferung 
sollte etwa 4 farbige toder auch einSge schwarze) 
Tafeln und 16 Seiten Tejt enthalten und sollte 
den Abonnenten um den Preis von 1 Mark ge- 
liefert weiden. Nnn ist aber dem Heransgeber 
durch die Fülle der von ihm berücksichtigten 
Tatsachen und Gesichtspunkte, aus den Gebieten 
der Physiologie, Biologie, Pflanzeageographie, 
Linguistik der vdkstäinlichen Fflansennamen 
und vieles andere das Material unter den Hän- 
den derartig angewachsen, dafi die Erledigung 
in 70 Lieferungen gäozlich unmöglich geworden 
ist. Sohon die Lieferuog 11 eisohien deshalb 
in stark vergrdßertem Umfang und die Liefer- 



60 



ung 20 bringt Dun gar statt eines Dmokbogens 
elf Drackbo^en Text. Daß der Verlag trotz- 
dem den Preis anf nur 3 Mk. für diese Liefer- 
ung 20 angesetzt hat, ist sehr anzuerkennen. 

Um nun aber die gleichmäßige Fortftihmng 
dieses schonen Werkes gewährleisten zu können, 
hat der Verlag sich jetzt entschlossen, in Zu- 
kunft jeder Lieferung 32 Seiten Text beizugeben, 
dafür aber den Abonneinentspreia auf den Ver- 
kaufspreis von 1 Mk. 50 Pf. zu erhöhen. Bei 
gebülurender Berüoksichtigong dessen, was ge- 
boten wird, darf diese Preiserhöhung wohl ge- 
billigt werden, da ja tatsächlich bislang in fast 
jeder Lieferung vom Verlag viel mehr geleistet 
ist, als wie versprochen war. Es ist daher 
wohl zu erwarten, daß der erhöhte Preis Ton 
den Abonnenten allgemein bewilligt werden wird. 

Zum Schluß möchte ich den Herren Lehr- 
ohefs nodi dringend empfehlen, ihren Lehr- 
lingen zom Studium uod zur Einführung in die 
Botanik die scböne Eegi'sohe Flora zugänglich 
zu machen , sei es, daß sie sich für (fie Apo- 
thekenbibliothek das Werk beschaffen, oder sei 
es, daß sie es ihren jungen Faohgenossen auf 
den Weümachtstisoh legen. Nach meiner Er- 



fahrung wird durch eine gute illustrierte Flora, 
die gleichzeitig mit ihren schönen Abbildungen 
eine Freude an der Formen- und FarbenAchÖn- 
heit der Pflanzenwelt gewährt, das Interesse 
für Botanik bedeutend leichter erweckt und be- 
deutend mehr gehoben, als wie durch irgend 
ein «Lehrbuch der Botanik für Pharmazeuten». 
Und wenn das Interesse für die Botanik 
erst einmal während der Lehrzeit angeregt ist, 
dann ist es später nicht schwer, ja geradezu 
leicht, bei einem so yorbereiteten Studenten 
Interesse und Verständnis auch für die sohwier- 
igeren Gebiete der Botanik heryorzubringen, 
während durch den trocknen und mehr ab- 
strakten Vortrag vieler Lehrbücher mancher 
junge Faohgenofise beim Versuch eines Eintritts 
in die «scientia amabilis» geradezu vor den Kopf 
gestoßen wird. J. KaUx, 



Preislisten sind eingegangen von : 

Caesar S Loretx in Halle a. Saale (Interims - 
Preisliste) über vegetabilische Drogen. 

J. D. Riedel in Berlin N 39 über Drogen, 
Chemikalien, Reagenzien, Tabletten usw. 



Ifersohiedene Mitleilungem 



Die Reinigung der Schilüng'schen 
Sandsteinfigaren, 

die trflher auf der Freitreppe der Brühl- 
sehen Terrasse in Dresden und nach ihrer 
Ersetzung doreh Bronzefigaren von der 
Stadt Ohemnitz fibemommen worden waren^ 
bat unter Leitung des Durektors des dortigen 
Chemischen Untersuchungsamtes, Dr. A . Behre, 
stattgefunden^ weleher darüber folgende An- 
gaben maoht. Die Figoren sind von 
Schilling und semen Schülern in den Jahren 
1866 bis 1871 aus Postelwitzer Sandstein 
hergestellt worden, sie haben aber durch 
Wind und Wetter, dem sie auf ihrem Stand- 
punkte namentlich von der Elbseite her stark 
ausgesetzt waren, so gelitten, daß bereits 
1881 Maßnahmen zur Verhütung weiterer 
Verwitterung des Steines getroffen werden 
mußten. Die Figuren wurden damals zu 
diesem Zwecke vergoldet. Diese Vergold- 
ung war aber im Laufe der Jahre auoh 
stark beschädigt worden, so daß nur nooh 
an einzelnen Stellen zusammenhängende 
Goldfläehen vorhanden waren. Das Aus- 
sehen der Figuren bei ihrer Ankunft in 
Ohemnitz war wenig vertiauenerweokend. 
Zum allergrößten Teile lag ein schwarzer 



Stein zu Tage, dessen Verwittemngssdiieht 
etwa 5 mm diek war. Das noeh vorhan- 
dene Gold saß aber so fest, daß es mechan- 
isch nur sehr schwer zu entfernen war. 
Die ganzen Figuren waren diek mit Staub 
bedeckt, der vor allem in den zahhreiohen 
Fugen der Mantelfalten, der Haare, Fflll- 
hörner usw. angelagert war. 

Diese Staubschicht wurde von den trocke- 
nen Figuren mit Pinseln zunächst meehaniseh 
entfernt, dann wurde der gesamte Ober- 
fläohenschmotz mit scharfen Bürsten unter 
starker Wasserspülung beseitigt und die Fi- 
guren der vollkommmen Austroeknung über- 
lassen. Hierauf wurde eine intensivere Rein- 
igung eingeleitet, indem größere Flächen der 
Figuren mit Watte bedeckt und diese mit 
Alkohol durchtränkt wurde. Nach 24 stünd- 
iger Erwmchung wurde der Stern mit Bürsten 
unter Verwendung von Alkohol abgerieben, 
bis alles Gold entfernt und der abfließende 
Alkohol nur nooh schwach gefärbt war. 
Diese Behandlung wurde mehrmals wieder- 
holt und der Stern nach der Trocknung 
mit Schmbrgelpapier abgerieben, bis ein 
grauer, der ursprünglichen Färbung ähn- 
licher, Steinton errdoht wurde. Nach völl- 
igem Verdunsten des Alkohols wurde der 



61 



Stein mit reieUieheii Waasermengeii abge- 

waadien, vm Sehmirgel- und Sandttainpalver 

za entfernen. Trotzdem nnn aber die (rfihere 

ImprignienmgBohiebt, die unter der Vergoid- 

nng angebraeht war^ niebt volktindig ver- 

aohwnnden war^ mußte eine neue Schntz- 

adiieht erzeugt werden und dies geeehah 

dnreb Anwendung Keßler^utet Fluate. 

Die vollkommen auBgetroekneten Figuren 

worden mit verdttnntem Avanfluat gleidi- 

mUig bestrieben und 24 Stunden dem 

Troeknen AberiaaBen« Dann wurde mit 

▼erdfinntem Magnewafluat nadbbehandelt und 

sofort mit Waner und Sehwamm daa übe^ 

■ehIlflBige Fluat wieder beseitigt^ dann mit 

Waaier stark gewasehen. An den Figuren 

fanden sieb von der frfiberen Verwitterung 

VertuCnngen, die bd der Vergoldung mit 

OeUdtt ausgeftUlt worden waren« Dieser 

wurde entfernt und duroh Zement ersetzt 

Auf diese Weise ist ein befriedigendes Et- 

gebnis ersielt worden. 

Die Beinigung bat sich auf eine Fliehe 
von nsgetthr 120 qm erstreekt Daran 
haben 3 Leute 4 Monate lang tftglieb etwa 
10 Standen gearbeitet Sie bat eine große 
Zahl eingehender Versuehe erfordert, da 
während der Arbeit immer neue Schwierig- 
keiten auftauchten. ^he. 



Monelmetall 



ist dne ans 70 pZt Kckel und 30 pZt 
Kupfer bestehende Legierung^ die durch 
Schmelzen und Frischen direkt aus Rotnickel- 
kiessand vom SfidburydiBtrikt durch die 
Orford Gooper Cos. Werke hergestellt und 
in den Handel gebracht würd. Durch den 
Schmoll- und Frischprozeß wird die Ab- 
sdieidung der Verunremignngen und die 
Reduktk>n des höchstens 1,5 pZt betragen- 
den Eisengehalts bewirkt Die Legierung 
besitzt bei einem durch die Einfachheit der 
DanteUong bewirkten, verfaUtnismäBig nie- 
drigen Fteise — 2 Gent fflr das Pfund 
niedriger als der des Kupfers, — sehr hohe, 
den Nickelstahl flbertreffende Zugfestigkeit 
und Dehnbarkeit Es lUt sich schwieriger 
walzen als Stahlplatten, so daß Spezialwalzen 
dazn erforderlich sind. Es ist widerstands- 
flhig gegen itzende Einflösse und läßt sich 
vOTzflglich polieren. Das Monelmetall hat 
eine ausgedehnte Verwendungsffthigkeit, z. B. 



ffir gelochte Bleche, gezogenen und gewOhn* 
Beben Draht Neuerdings ist es zur Deck- 
ung der Bahnhofshalle der Pensylvania- 
Eisenbahn in New-Tork verwendet worden, 
wobei die Platten gebogen und wie Kupfer- 
platten verlegt und mit Nägeln befestigt 
worden sind, die aus dem gleichen Metall 
hergestellt waren. 
ZUehr, /. angeno, Chem. 1909, 456. ^h». 



Zur Auslegung 
pharmazeutischer Gesefse usw. 

(Fortsetzuflg yon Seite 40 [1910].) 

410. FahrlSssIge Körperrerletzung. Ein 

Eranicer, der sich geBchämt hatte, einen Arzt 
za befralgen, wandte sich an einen Apotheker- 
assistenten einer Breslaner Apotheke nnter kurzer 
Sohilderung seiner Krankheit. Letzterer hftndigte 
auch, ganz den Ausführungen des Kranken ohne 
weiteres Glauben schenkend, ein Arzneimittel 
aus, nach dessen Anwendung sieh der Zustand 
jedoob nicht besserte, sondern verschlimmerte. 
Der Kranke begab sich nun doch noch in ärzt- 
liche Behandlung und wurde so nach zwei- 
wöchentlicher B^andlung wiederhergestelt Der 
betreffende Arzt hatte aber gleichzeitig die 
falsche Behandlung von Seiten des Apotheker- 
assistenten erkannt und erstattete , obwohl der 
Kranke sich selbst ein falsches Urteil tiber sein 
Leiden gebildet uod so auch nicht zutreffende 
Angaben dem betreffenden Apotheker gegenüber 
gemacht hatte , Anzeige wegen fahrlässiger 
Körperverletzung. Bei der unter Ausschluß der 
Oeffentliobkeit stattfindenden Verhandlung führte 
der medizinische Sachverständige aus, daß die 
Behandlungsweise eine unrichtige und die An- 
wendung des abgegebenen Heilmittels von Nach- 
teil für den Verlauf der Krankheit gewesen sei. 
Der Verteidiger des Angeklagten widersprach 
den Ausführungen des Sachverständigen und be- 
antragte Vertagung der Verhandlung und Lad- 
ung eines anderen Sachverständigen. Dieser 
Antrag wurde vom Schöffengericht abgelehnt, 
da die Fahrlässigkeit des Apothekerassistenten 
zur Genüge erwiesen. Letzterer wurde zu 20 M. 
Geldstrafe verurteilt. (Apoth.-Ztg. 1909, Nr. 78.) 

411. Fahrlässige KSrperrerletzung und 
Uebertretung der Kalserl. Verordnung vom 
22. Oktober 1901 ließ sich ein bereits wieder- 
holt vorbestrafter Drogist dadurch zu schulden 
kommen, daß er ein von einem Augenarzt ver- 
schriebenes Rezept anfertigte. (Die Verordnung 
lautete: Sublimat 1 Teil auf 5000 destill. Wasser). 
Nach Gebrauch der angefertigten Augentropfen 
stellte sich bei der betreffenden Patientin eine 
derartige Verschlimmerung ein, daß der wieder 
zu Rate gezogene Arzt sofortige Aufnahme in 
eine Klinik anordnete, dank dieser selbig 
Patientin bald wieder hergestellt wurde. Die 
gerichtliche Untersuchung ergab, daß die Augen- 



62 



tropfen viel zn stark angefertigt waren, sie ent- 
hielten 40 Teile Sablimat auf ÖOOO destili. Wasser. 
Das Landgericht verhftDgte eine Gefängnisstrafe 
von drei Monaten und aafierdem eine Geldbuße 
an die betreffende Patientin in Höhe Ton 25 Mk. 
(Apoth.-Ztg. 1909, Nr. 60.) 

412. Borwasser ist als Heilmittel dem 
freien Yerkehr entzogen. Mit der Beurteilnnf, 
ob Borwasser a's Desinfektionsmittel oder Heil- 
mittel anzQsehen sei, hatte sich in letzter In- 
stanz das Oberlandesgerioht Dresden zu befassen, 
Die Inhaberin eines Drogengeschäfts bot unter 
anderen Waren auch 'S pZt Borwasser feil, 
welches in einem, jedem Kunden kostenfrei 



ausgehändigten «Wegweiser» als erprobtes Mittel 
bei Maod&ale usw. angepriesen wurde. Hier- 
daroh lag ein Verstoß gegen die Kais Verord- 
nung vom 22. Okt. 1901 vor, da Borwasser 
nicht als direktes Desinfektionsmittel anzaBehen 
ist, Rondern als solches von nur 'sohwaober 
Wirkung und somit lediglich der Verkauf außer 
in Apotheken yerboten ist. Da£ selbiges Mittel 
als Heilmittel und nicht als kosmetisbhes Mittel 
angepriesen worde, war im Liufe der Verhand- 
lungen zur Genüge erwiesen. Das Oberlandea- 
gencht Dresden schloß sich der Verurteilung 
der Angeklagten durch die Voriostanzen ao. 
(Apoth.-Ztg. 1909, Nr. 78.) ' Ä W, 



Bpieffweohsel. 



Apotheker L. Z. B« in KarlOTO. Methoden 
und Reaktionen zum Nachweis von Saccharin 
in Getränken usw. finden Sie Pharm. Zentralh. 
1900, 8. 382, 467, 563. — 1901, 8. 418. — 
1902, 8. 510, Ö97. — 1903, 8. 264. — 1905, 
S. 912. - 1906, 8. 32. — 1908, 8. 360. 

T. in D. Der Säuregehalt in Präpa- 
raten wie Acetnm Scillae, Spiritus Formicarum, 
Tinctura Formicarum wird mit üer Zeit geringer 
werden, weil sich Ester bilden, was man bereits 
durch den Geruch feststellen kann. Aehnlich 
werden die Verhältnisse bei Prfiparaten wie 
Tinctura Valerianae, — Benzoes u. dergl. liegen. 

H. M. in G« Die Rückstände von der 
Herstellung der Myrrhentinktur sbid sehr 



gut als Klebstoff verwendbar. Das Kleb- 
vermögen ist allerdings etwas geringer als bei 
arabischem Gummi; man muA den Myrrhen- 
gtunmisohleim deshalb etwas dicker herstellen, 
nämlich gleiche Teile Myrrhengummi und 
VS^asser verwenden. Da das Myrrhengummi in- 
folge der Zerkleinerung des Myrriienhiaraes zur 
Herstellung der Tinktur ziemlioii feinpulverig ist, 
muß man das Gummi im Mörser mit dem 
Wasser zum Schleim anreiben, der dann nach 
kurzem Stehen gebrauchaferdg ist. 

Der Myrrhengummisohleim ist braun gefärbt 
und riecht nach Myrrhe, was für manche Zwecke 
nichts schaden wird; infolge eines geringen Ge- 
haltes an Myrrhenharz ist er aber auch haltbar 
und der Säuerung nicht unterworfen. a. 




Das Register für den J^imm \^ wird (am- 
gleich als Seneral-Register Iber die $ Jabraänge ws 
bis \m) spätestens Jlnfang f ebrnar i^io beigelegt 
werden* 





Beschwerden Ober unregelmässige Zustellung 

der «Phanmizentiseheii ZentraUudle» bitten wir stets an die Stelle richten zu wollen, bei 
welcher die ZeitBchrift bestellt worden ist, also Postanstalt oder Buchhandlung oder Geschäfts- 
stelle. Sex SZezd^xegr^lo^sc. 



Varl0gv: Dr. A. Behneider, Dretden. 

Fttr die Leitang T«natwoitlioli : Dr. ▲. Sehaelder, D u lde n . 

Im Buchhandel dnreh Juli vi Sprla^er, Beilln N., MoaUJonplats 8 

Dmok TOB Fr. TlUel Nachf. (Bernh. Kaaftth), Dnedn 



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Der Srfolg des Ton uns heigastalltan spedelkn SohwefelniftparvtB hat 
tmIa soflfiaaimte Snatimittel henrorgeruf en , weldie Bieht imllfeli mit 
CTHiwiM Pripanl ■liii und welche obendrein unter mdi verBohiedeo sind, 
wof&r wir in jedem einseinen Falle den Beweia antreten kOnnen. Da diese 
anireblidiea Snatsprftparate anaoheinend nnter Mifibranoh unserer Marken 
«lehthyel» nnd «Siilfe-iehthyolleiim» auch manchmal fiüschlioherweise mit 

Ichthyol 

oder 

Ammonium sulfo-ichthyolicum 

fekoanaeichnet werden, trotidem nnter dieser Kennieiohnang nnr nnser 
spesielles Braeagnis, welches einaig und allein allen klinischen Yersndien 
sogrande gelegoi hat, Torstanden imd, so bitten wir um cütige Mitteiliing 
swecks' gerichtlicher Yerfolgnng, wenn irgendwo tatsHohlioh Boldbe Unter- 
schiebungen stattfinden. 

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^4. 

9. n Me 32. 



DresdeDy 27. Januar 1\^10. 






Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahrgang. 



Inhalt: «^«.ca^aau iimil FMftraiuu*; Calci »m CArbonicum praeoipiialuiu. — I>naekfolii«r-iJ«richtigiuig.' Neu»r Aflok- 
tafikttbler. » BeartBUaog tod OabM. — Arsnetmluel und Spestalititcm. - ÜTraoeum. — SteriliMtion des Atoz jla. 

— Unf— lr l ii Mche Anneimlaohnng. - Dantellong Ton brooiseldylierttti SalisylaftorOL. - Salbenteohiük des Boceriiia. 

— Aisn«i]iiitt«lhflnie und UoldlOauiuf. ^ Oel ron KoloqalatenMiiien. — ThjoMüisylBftnra. — Hanunokertltrstloia. 

— Moiivela das AntipTnna. — >aiuivci8 tob Paraffin in Behmalt. — Faroenreaktlon anf ZInk-alse. — Liquor 
AhaünSI aMtld. — Bcatiminanc dea Aaetons. — Sicht bannachan tou Harpsjlindnn. — Prflfanc das Mllahsock an. 

— Jodv«rt»bidvngan vnd OoIdlOtnng. — Beapintln. - NakrnnicaaitMl-Cheaiie. — Tli«ra»««tiiiebaaitleUancaH. 

— Pli*roKi«pMlMho .HtcteUmMceB. - BlehcrMha«. -< VcrMbla4«Mt. » Mafureehiel. ^.^J 



Oheaiie und Phnraimia. 



Ueber Calcium carbonioum 
praedpitatum. 

Von Dr. Af. Kiemstüek'Uhtirmdt 

Im Hefte 39, Seite 811, Jahrgang 
1909 dieser Zeitschrift wird nach einem 
Vortrage vou M. Lefeldt auszugsweise 
Aber den gleichen Gegenstand berichtet. 
Für einen bestimmten Zweck war mir 
ein möglichst reines Caicinmkarbonat 
fiehr erwibischt Ein solches ist im 
Handel nicht zu haben. Selbst die 
Marken, die als pnrissimum pro analysi 
bezeichnet werden, stellen noch kein 
chemisch reines Präparat vor. Es ist 
bekannt, daB sich kalt g:ef&lltes kohlen- 
sanree Calcium angemein schwer von 
den letzten Spuren der Ammonium- bezw. 
Natrinmsalze befreien läßt, ja selbst das 
in der Hitze gewonnene kristallinische 
Präparat zeigt diese Eigenschaft noch, 
wenn auch in weit geringerem Maße. 

E2in ähnliches Verhalten zeigt bekannt- 
lich das Bariumsnlfat, das beim Fällen 



Salze aus der LOsnng mit niederreißt 
Diese Erscheinung beruht in beiden 
Fällen auf Adsorption. Da die Adsorpt- 
ionsflflssigkeit mit der Oberflächenent- 
wicklung des Adsorbras Hand in Hand 
geht, überdies durch dessen amorphe 
Beschaffenheit begflnstigt wird, so er- 
klärt sich ohne weiteres, weshalb kalt 
gefälltes Caicinmkarbonat schwieriger 
zu reinigen ist als ein in der Hitze ge- 
wonnenes kristallinisches Produkt. Auf 
Adsorption möchte ich auch den Umbtand 
zurfickführen, daß beim Auswaschen des 
kohlensauren Kalkes mit kupferhalügem 
Eondenswasser eine Anreicherung des 
Kupfers stattgefunden hat. Di^ Angabe 
LefeldfSj daß die weiße Farbe des Prä- 
parates durch Waschen mit Leitungs- 
wasser verdirbt, kann ich durchaus be- 
stätigen. Nach ihm soll die entstehende 
Oelbfärbung nicht ausschließlich auf 
Spuren von Eisen zurflcksufOhren sein. 
Die Vermutung liegt nahe, die Ursache 
der Gelbfärbung in einem geringen Blei- 



64 



gehalt zu suchen. Es ist ja hinläDglich 
bekannt, daS Blei in reinem Wasser 
nicht unerheblich löslich ist. In der Tat 
erhielt ich in der schwach salpetersauren 
Losung des gelblichen Caldnmkarbonats 
mit ^hwefdwasserstoff eine deutliche 
Braunfärbung. Die Gegenwart des Bleies 
konnte femer durch Zusatz von kon- 
zentrierter Schwefelsäure und durch die 
LOslichkeit des bald entstehenden weißen 
Niederschlages in basisch - weinsaurem 
Ammonium sicher gestellt werden. 

Um zu einem Präparat zu gelangen, 
das allen Anforderungen in wei- 
testem MaSe gerecht wird, em- 
pfdde ich folgendes Verfahren: 

Man fällt ChlorcalciumlOsung heiS mit 
Ammoniak und Ammoniumkarbonat, läßt 
absetzen und dekantiert den Nieder- 
sdilag so lange mit heißem, destill- 
iertem Wasser, bis eine Probe mit 
Neßler*s Reagenz keine Reaktion mehr 
gibt Um die Reste der adsorbierten 
Ammonsalze zu entfernen, erhitzt man 
das Präparat wiederholt mit einer völlig 
neutralen Chlorcalciumlösung. (Diese 
stdlt man zweckmäßig her, indem man 
kohlensauren Kalk mit einer unzureich- 
enden Menge Sakssäure auf dem Wasser- 
bade zersetzt) Schließlich wäscht man 
mit destilliertem Wasser bis zum Ver- 
schwinden der Chlorreaktion aus. Das 
auf diese Weise gewonnenene Caldnm- 
karbonat ist außerordentlich rein. Mit 
eiskdtem Wasser geschflttelt, zeigt es 
auf Znsatz von Phenophthalän nicht 
die geringste Rotfärbung. Beim Er- 
wärmen auf Zimmertemperatur tritt 
meist eine gelinde Rötung ein, die jedoch 
beim Abktthlen auf Null Grad wieder 
▼erschwindet. 



Druckfehler-Berichtigung. 

In Nr. 3 (1910) muß es heißen: 

Seite 47, Zeile 3 von unten : «statt- 
finden soll» anstelle von «statt- 
gefunden hat»; 

Seite 48, Zeile 18 von unten «Spel- 
zen» statt Spitzen. 



Ein neuer BückfluBkühler. 

Von Dr.-Ing. WaUhm- Frisse. 

(Königl. Zentralstelle für öffentl. Gesaiidheiti* 
pflege zu Dresden.) 

Die Einrichtung des neuen Efihlers 
ist aus der beigeffigten Abbildung ohne 
weiteres ersichtlich. Er stellt eine Ver- 
einigung des Liebig^miliBn und des 
SoaMet'sdbiea EugellLfthlers dar. 

Dadurch, daß ein besonderer Baum 
im Innern des Kühlers zum durchfließen 
des Kühlwassers geschaffen wurde, be- 
sitzt der Kfihler 3 wirksame KfihlfULchen, 
erstens die direkt gektthlte Innenflftche 
des Kflhlrohrs B, zweitens die 




B 



\ 



Kuhlwasser. 



gekühlte Außenfläche von A und drittens 
die durch Strahlung von A aus und von 
außen durch die Luft gekühlte Innen- 
fläche des Mantels C. Der Kühler läßt 
sich als gewöhnlicher Bückflußkühler 
fürEktraktionsarbeiten und auch nament- 
lich im organisch-chemischen Laborator- 
ium da mit Vorteil benutzen, wo unter 
Bückflnßkühlung mit Gaseinleitung ge- 
arbeitet werden soll. Man hat zu diesem 
Zwecke nur nötig, durch B das Gaa- 
einleitungsrohr einzuführen., was bei 



65 



dem Soxhlefedk&n Eagelkfililer wegen 
der vorgelagerten mittleren Efihlfläche 
and bei dem Liebig^achea Efihler wegen 
dessen grofier Lijige nicht angängig 
war. 

Der Efihler, welcher dnrch Reichs- 
gebran^mosterschntz geschützt ist, 
wird von der Firma Franx Hugershoff 
in Leipzig in 2 Größen hergestellt, das 
kleinere Muster mit 2 Innenkugeln, wie 
Abbildung, fflr höher siedende Flttssig- 
keiten (Alkohol usw.), das größere Master 
mit 3 Innenkngeln, fflr leicht siedende 
Extraktionsmittel (Aether, Benzin, Petrol- 
äther nsw.)* 

Zur Beurteilung von Cakes mit 
deklariertem EiweiBgehalt. 

Von Dr. KiM. 

Die mikroskopische Untersuchung der 
Cakes ergab, daß es sich um Weizen- 
gebSek handelte. Die chemische Unter- 
suchung lidCerte folgende Zahlen: 
Gehalt an Feuchtigkeit 5,6 pZt, 
Stickstoff 1,71 > 

Stickstofisnbstz. 10,69 > 
Zucker 20,12 > 

(FeMr2^'sche Lösung) 
Asche 1,26 » 

Die Analyse scheint dafttr zu sprechen, 
daß es sich um ein eiweißfreies Oebäck 
huideK, denn im Durchschnitt beträgt 
der Gehalt an Stickstoflsubstanz 
im feinsten Weizenmehl 10 pZt, 
im gröberen Weizenmehl 12 » 
Bei Annahme von feinstem Weizen- 
mehl wfirden also nur 0,69 pZt Stick- 
stoffdubetanz etwa fflr das verwendete 
Eiweiß in Frage kommen. Bestärkt 
wird diese Annahme noch durch die 
Analyse eines anderen Weizenbiskuits, 
welches einen weit höheren Prozentsatz 
an Stickstoffsubstanz^ aufwies. Es wur- 
dod folgende Resultate erhalten: 
Feuchtigkeit 10,07 pZt 

Stickstoff - 1,01 » 

Stickstofibubstanz 1 1,94 > 
Zucker 36,18 > 

{FMmg'ax^A Lösung) 
Asche 0,90 » 

Trotz des um etwa 6 pZt geringeren 
FeuchtigkeitflgehalteB enthalten dbe Ei- 



weißcakes mehr als 1 pZt Stickstoff- 
substanz weniger als die Weizenbiskuits. 
Während in den letzten der Zucker- 
gehalt 36,18 pZt beträgt, wurden in 
den Cakes nur 20,12 pZt gefunden. 

Die Bereitung des Cakes ist eine sehr 
verschiedene und mehr oder weniger 
Geheimnis der Fabrik. Fflr die Ent- 
scheidung der vorliegenden Frage ist 
sie von großer Bedeutung. Es schwankt 
einmal der Mehlgehalt, dieser richtet 
sich naturgemäß nach den anderen Zu- 
taten. Sodann gelangt nach einigen 
Vorschriften nicht reines Mehl, sondern 
eine Mischung von diesem mit Stärke- 
mehl zur Verwendung, z. B. im Ver* 
bältnis 2 zu 1. Das Stärkemehl aber 
stellt reines Kohlehydrat dar, ein Zusatz 
wflrde also den Eiweißgehalt bedeutend 
herabsetzen. Englische Cakes werden 
in dieser Weise bereitet. Eine Analyse 
von solchen Biskuits zeigt sofort den 
verminderten Eiweißgehalt : 

Feuchtigkeit 7,46 pZt 

Stickstoff 1,19 » 

Stickstoffsubstanz 7,20 > 

Zucker 19,45 > 

Asche 0,85 » 

Nehmen wir einmal an, daß der Teig 
mit zwei Teilen Mehl und einem TeU 
Stärkemehl bereitet wurde, so wflrde 
der Gehalt an Stickstoffsubstanz bei 
feinstem Weizenmehl nicht 0,69 pZt 
Ueberschuß zeigen, sondern 3,49 pZt. 
Das Oebäck wflrde dann tatsächlich 
einen Zusatz von Eliweiß erhalten 
haben. 

Wir sehen, daß die Analyse uns 
wenig Aufschluß gibt flber die Frage, 
ob ein Zusatz von Eiweiß stattgefunden 
hat, weil wir im fraglichen Falle nicht 
über die BereitungsweiBe des Gebäckes 
unterrichtet sind. Nur bei Forderung 
eines Mindestgehaltes an Stick- 
stoffs ubstanz wird die chemische 
Untersuchung ein sicheres Urteil grfln- 
den können, zumal die in Betracht 
kommenden qualitativen Reaktionen noch 
zu unreichend sind. 



66 



Neue Araneimittel, Spezialitäten 
und Vorscliriften. 

Antipklogistiae (Phannazeat. Zentralhalle 
40 [lb99], 749) besteht nach neueren Mit- 
teilungen aus Tonerdesilikat, Glyzerin, kleinen 
Mengen Bors&ure und SalizylsAure, sowie 
Spuren von Jod und ätherisehen Oelen. In 
Europa wird es dargestellt von: Rade- 
Dewer Co. m. b. H. in Berlin- Wilmersdorf, 
Asohaffenburger Straße 25. 

Agaroma ist eme vollständig gereinigte 
Oelatina japoniea ohne jeden Zusatz. Zur 
Erleichterung des Einnehmens wird es mit 
durchaus säurefreiem Fruohtextrakt aromat- 
isiert. Es reizt weder Magen noch Darm 
und wirkt flberall da, wo keine übermäßige 
Darmsehwäche besteht, abführend. Bezugs- 
quelle: Ludwig-Apotheke in Bad Eissingen. 

Pepsin -Eisen-Schokolade, Dr. Franx 
Siarke'B und Eisen-N'ähr-Eakao stellen die 
Zitza- Werke in Zeitz dar. 

Peristaltin ist ein Glykosid der Gascara- 
Sagrada-Rinde und hat die Formel Gx4H|gOg. 
Es ist in Wassei und verdünntem Spiritus 
leicht, in absolutem Alkohol schwer und in 
Benzol, Aether sowie Petroläther nicht, 10s- 
lich. Die wässerige Lösung reagiert schwach 
sauer und reduziert in der Wärme Fehling- 
sehe Lösung. Aus seiner wässerigen Lösung 
wird es durch Bleiessig nicht gefällt und 
gibt mit dem Bor7iträger'6ciien Reagenz 
keine rotgefärbte, sondern eine farblose bis 
strohgelbe Ammoniaklösung. 

Bei der Behandlung mit Alkalien wird 
Peristaltin zersetzt und in konzentrierter 
Schwefelsäure löst es sich mit brauner 
Farbe. Beim Kochen mit verdünnter Schwefel- 
säure scheidet sich ein brauner Körper aus, 
und in dem Filtrat ist eine Zuckerart nach- 
weisbar. Mit Zinkstaub destilliert erhält man 
weder Anthrazen noch einen flüchtigen 
Anthrazenabkömmling. 

Alle diese Eigenschaften lassen auf seine 
Glykosidnatur schließen, erlauben aber auch, 
es scharf von den bis jetzt beschriebenen 
Glykosiden der Cascararinde zu trennen. 

Es wird als Abführmittel gegeben und 
wirkt erst nach mehreren Stunden. 

Darsteller: Gesellschaft für Chemische 
Industrie m Basel. (Therap. Monatshefte 
1910, 35.) 



Thomaqua (Pharm. Zentralh. 60 [1909], 
849) besteht nach einer Untersuchung von 
Dr. Erw. Richter in runden Zahlen ans 
einem Gemenge von 1 T. Natrinmbromid 
mit 2 T. Ealiumbromid, dem rund 2 v. H. 
Antipyrin, 10 v. H. Stärke und etwa 3 v. H. 
eines pflanzliohen Extraktstoffes, waErsehein- 
lich Rhabarber oder Gasoara Sagrada zu- 
gesetzt sind. 

Xerase ist ein nach Dr. Abraham her- 
gestelltes Hefepräparat, das als Pulver und 
in Gelatinekapseln zu ungefähr je 3 g von 
J. D. Riedel, A. G. in Berlin in den Handel 

gebracht wird. 

E. Mentxel. 

Hyraoeum 

ist ein Produkt von Hyrax oapensis Ouv. 
(Elippenschliefer oder Klippoidaebs), welcher 
die felsigen Höhm auf dem Vorgebirge der 
guten Hoffnung herdenweis bewohnt Bei 
den Einwohnern ist es schon lange ge- 
bräuchlich, wurde 1767 dureh Vosmaer 
allgemein bekannt, gelangte aber erst im 
vorigen Jahrhundert hier zur Beachtung. 
Das auch Dasjespiss und Dassenpis ge- 
nannte Hyracenm soll ähnlieh wie Oastoreum 
wirken. Auch ist es ein wohlfeiler Ersatz 
für jenen kostbaren Riechstoff. Es bildet 
unregelmäßige, amorphe, schwarzbraune feste, 
aber zähe und wie ein Pflaster mit den 
Fingern knetbare Massen, in welchen mit 
einer Lupe kleine Borsten und Haare er- 
kannt wurden. Es riecht wie ein Gemisch 
von Harz und Bibergeil, schmeckt bitter, 
klebt an der Zunge und löst sich dann im 
Speichel auf. Es reagiert sehwaoh alkalisch, 
erweicht beim Erhitzen, riecht dann stark 
nach Bibergeil und verkohlt mit zum Husten 
reizenden Dämpfen und dem Geruch nach 
Ammoniak und Benzoö. Säuren entwiekeln 
aus ihm Kohlensäure, und Alkalien den Ge- 
rueh nach Ammoniak. Wasser löst am 
meisten daraus auf, wasserhaltiger Alkohol 
etwas weniger, Alkohol und Aether am 
wenigsten« Es enthält: 

Aetherisdies Gel 0,66 pZt 
Benzoöartiges Harz 1,75 » . 
Benzoösäure 1,50 » 

Gelbes Fett 0,25 > 

Der wichtigste Bestandteil ist ein durch- 
dringend riechendes saures Harz, das in 



67 



Wasser nicht, in Aether schwer und in 
ebem Oemisch von Alkohol und Aether 
ieifliit lOrtidi ist Em solches Gemisch lOst 
fsst die Hüfte vom Hyraoenm auf und 
diese LiOsnng enthält die ganze Menge des 
erwähnten Harses, so daS sie als Tinetnra 
Hyraeel zweckmäßiger erscheint, als die nur 
mit Alkohol bereitete. Die andere in dem 
Aether- Alkohol nnlOsliche Hälfte des Hyra- 
eeams beeteht ungefähr zu zwei Fflnfteln 
am nieht näher bestimmten organischen und 
zn drei Fflnfteln ans anorganischen Körpern. 

Der sehwach moschnsartige Oemch hat 
fär koBnuetisefae Waren weniger Bedentang, 
ab das Beharmngsvermögen des Riechstoffes 
nnd die bindende Kraft für die schnell ver- 
duftenden Oele. JB, M. 

Ztsehr. f. Riech- u. Oeaehtnaekstoffe 1909, 147. 



tritt von Porzellan gezwungen und dadurch 
sterilisiert wird. Die LOsnng kommt auch 
beim Fflllen und Schließen der ROhrchen 
an der Flamme mit der äußeren Luft nidit 
in Berflhrung. 

AtoxyllOsungen, welche sterilisiert werden 
sollen, bereite man nur aus kristallisiertem 
Atoxyl. 

Sterilisierte Atoxyllösnngen, welche bei 
der Aufbewahrung eine lachte strohgelbe 
Farbe angenommen haben, sind nicht ve^ 
wendbar. 

Ztiehr. d, Aüg. öaterr. Äpoth.'Vm'. 1909,401. 



Einen Beitrag sur Sterilisation 

des Atoxyls 

hat G. Candussio gehefert, aus dem fol- 
gendes hervorgeht 

Sterilisation einer 5proz. Lösung kristall- 
laierten Atoxyle bei 11 2 ^^ eine Stunde bei 
100® oder Tyndallisierung auf 70^ nach 
5 Stunden gestattete den Nachweis von 
etwft 0,5 mg Natrium arsenicicnm*) auf 2 com 
LOeong^ wftbrend bd Sterilisation durch zwei 
Minuten anf 100^ C keine Spuren von 
Zeraetzong zu erkennen waren. In Glas- 
rOhrehen eingeschmolzene 5proz. Atoxyllös- 
nng, die während 2 Bfinuten auf 100^ er- 
\äXA war, hatte nadi eiojähriger Aufbewahr- 
ung unter Liehtabschluß eine leichte stroh- 
gelbe Fftrbnng angenommen und enthielt in 2 
oem 0,5 mg Natrium arsenicicum. Darausergibt 
rieh, daß auch die Sterilisation auf 100^ durch 
zwei Minuten den strengsten Anforderungen 
der Bakteriologie nicht standhftlt. Verfasser 
rieht es daher vor^ daß Atoxyl auf kaltem 
Wege mit seinem patentierten Filter und 
nadi einem von ihm erdachten^ ebenfalls 
patentierten, Verfahren zu sterilisieren, wo- 
nach £e Lteung durch Luftdruck zum Dnrch- 



Arsneimischung. 

Eine Mixtur, bestehend aus Ammonium 
ferroritricum, Tinctura Strychni, Addum 
phosphoricum dflutum, Tinctura Zingiberis 
und Decoctum Oolombo gelatinierte nadb 
mehrstündigem Stehen. Als Ursache wurde 
erkannt, daS sich Eäsenammoniumzitrat mit 
Phosphorsäure m leicht lösliches Bisenammon- 
zitrophosphat umsetzt, das semerseitB durch 
den Alkohol der Ingwertinktur in gelatinöser 
Form ausgefftllt wird. Die Gelatinierung 
kann durch entsprechende Verdünnung der 
Mixtur verhindert werden. 

Chem. and Drugg, 1909, 99. PI. 



*) Zum Nachweis des Natrium arsenicionm 
Torsetzt mao 2 com der 5 proz. Atoxyllösung 
mtt 2 Tropfen Milchsäure, filtriert, neutralisiert 
das Filtrat genau mit 3 proz. AmmoniaklösaDg 
und setzt Silbemitratlösung hinzu. Bei Gegen- 
wart Ton 0,6 mg Natrium axsenicicum entsteht 
ein weiier, glei<3i dvani weißlioh-haTaonabraun 
werdender Niederschlag. 



Für die Darstellung von brom- 
acidylierten Salisylsänren 

ist der Ghem. Fabrik von Heyden, A. Q,, 
ein Verfahren patentiert worden, wonach 
die Salizylsäure oder deren Salze mit den 
Chloriden, Bromiden oder Anhydriden brom- 
ierter Säuren der Fettreihe, zweckmäßig in 
Gegenwart eines Säurebindungsmittels zu- 
sammengebracht werden. Die Bromaoetyl- 
Salizylsäure schmilzt bei 136 bis V67^ C, 
dieTribromaeetylsaUzylsäurebei 170bisl7 l^C, 
die a-Brompropionylsalizylsäure bei 106 bis 
107^ C. Nach praktischen Versuchen wer- 
den diese Produkte auch in den Fällen vom 
menschlichen Magen vertragen, wo Acetyl- 
salizylsäure selbst nicht mehr vertragen 
wurde ; dabei haben Tierversuche eme stärkere 
physiologische Wirkung erwiesen, als sie die 
entsprechende Menge Acetylsalizylsäure aus- 
übt. 



Otem, Industrie 1909, 542. 



— e.h 



68 



Zur Salbentechnik des Eucerins 

fibenehreibt Karl Eberi in IVir bei Bremen 
einen Anfsatz^ in dem er bei Unna'^esi 
Original- Vorsehriften Eueerin ab Salben- 
gmndlage empfiehlt und BereitnngBweiBen 
mitteilt Wir geben im naehstehenden einige 
der vielen Yorsehriften wieder. 

1. Oelanthnm. 

Man bereite sich znoächst eine flüssige, d. h. 
nach dem Erkalten nicht mehr erstarroDde Oe- 
latinelösong, indem man 10 g weifie Gelatine 
mit 1000 g destilliertem Wasser auf freiem 
Fener auf 100 g einkoohi Erstarrt diese Lös- 
ung naoh dem Erkalten nooh ganz oder teilweise, 
so setze man wieder Wasser zu und koohe so 
lange, bis die 100 g der restierenden, erkalteten 
Flüssigkeit nioht mehr erstarren. 

Rp. Sol. Gelat. Hq. (1 : 10) . 25,0 
Tragaoanth. 2,5 

GlyoeriD. 6,0 

Aoid. benzoic. artif. 0,3 

Ol. Rosar. gtt. I. 

Aq. destill. ad 100,0 



2. Oelaothoreme. 



5,0 



Rp. Zinoi oxyd. 
verreibe man mit 

Eacerio. anhydrio. 10,0 

und setze dann nnter bestfindigem Unehren in 
kleinen Portionen zn 

Qelanth. 85,0 

Zum Sohlnsse setze man zu : 

Extrait Jaamini 

Extrait Syringae ana 0,5 



3. Pasta lepismatioa fSohälpasta.) 

Rp. Pasta Zinoi (Unna) 

Resorcin. ana 40,0 

Ichthyol. 

Eucerin, anhydr. ana 10,0 

4. Pasta Zinoi ozyd. (Zinkpasta.) 

Rp. Zind ozyd. 24,0 

Terrae süic. 4,0 

Eucerin, benzoinat. 72,0 

Zur Bereitung dieser Pasta ist zunächst die 
Herstellung Ton Eucerin, benzoinat. nach fol- 
gender Vorschiift erforderlich. 

Eucerin, benzoinat. 

Acid. benzoic. 1,0 

löse man auf dem Dampfbade in 

Enoerin. anhydrio. 99,0 

Nach dem Erkalten vermiaohe man mit Hilfe 
eines Spatels mit 

Aq. destill. 50,0 

6. Pasta Zinoi moUis. 

Rp. Calo. oarbon. praeoip. 20,0 
worden mit 



Eucerin, anhydrio. 40,0 

verrieben, alsdann tropfenweise 

Aq. destill. 20,0 

daninter gearbeitet. Wenn das Wasser gan: 
gebanden ist, mische man 

Zinoi oxyd. 20,0 

darunter. 

6. Pasta Zinoi sulfurata. 



Rp. Zinc. oxyd. 
Sulf. praeoip. 
Terrae silic. 
Eucerin, benzoinat 



14,0 

10,0 

4,0 

72,0 



Es scheidet sich zonächst etwas Wasser ab. 
Nachdem die Paste 10 Minuten beiseite ge- 
standen hat und noch einmal agitiert worden 
ist, wird das herausgetretene Wasser wieder 
völlig gebunden Sicherer: auf je 100 g Paste 
1 ccm AluminiumaoetaÜösung vor dem Znsatz 
des Kieselguhrs. Man kann dann noch etwa 
die doppelte Menge Wasser mit Leiohtigkeit 
hineinmiaohen. Unna gebraucht jetzt nur die 
in dieser Weise hergestellte Paste. 

7. üngentum Plumbi refrigerans. 

Rp. Gerussae 3,0 

Zinoi oxyd. 1,0 

Eucerin. 26,0 

Liq. Plumbi sabaoet. 20,0 

8. ünguentum pomadinum. 

Rp. Eucerin, anhydrio. benz. 65,0 
Aq. destill. 35,0 

Ol. Rosae gtt. 11 

Extrait Violette 
Extrait Reseda 
Extrait Jasmin. ana gtt. II 

Femer gibt Verfasser einige weitere Vor- 
sehriften: 

Euoerin-Zinksalbe. 

Zinkoxyd 3 g 

Wasserhaltiges Encer. 27 g 

werden in der üblichen Weise gemischt 

Jodhaltige Salbe. 

Jod 2,5 g 

Eaiiumjodid 5,0 g 

Wasser soviel als nötig 
Eucerin bis zu 50,0 g 

Die Enoerinfabrik von Hegeler dk Brü- 
nhigsy Akt-QeeeUseb. in Anmnnd bei Bremen 
bringt anoh ein Eueerinnm purum 
flavum in den Handel, das sieh znr Be- 
reitung gefärbter Baiben empfiehlt 

Äpoth.'Zig, 1909, 678. — <«.— 



69 



AnoieiinitteUianie und Gold- 

lösung. 

Dieser m Pharm. Ztg., Jahrg. LIU, 582 
enthaltene Anbatz ist gewusermaßen die 
Fortaetsong einer im selben Jahrgang er- 
sehienenen Arbeit «Zar Erkennung redazier- 
ender Substanzen im Harn», über welehe die 
Pharm. Zentnüh. 60 [1909], 13 beriehtet 
hat Von den in vorliegendem Aufsatz von 
C. J. Bdchardt gemachten Angaben dürfte 
die Mitteflnng folgender Beobaditnngen er- 
forderlieh erseheinen, im übrigen muß aber 
auf das Original verwiesen werden. 

Unter Innehaltung der bereits früher 

wiedergegebenen Bedingungen wurde beob- 

aehtet, wenn angenommen war: 

0^ g Aspirin, oaoh einer Stmide: beim 
Kochen Mrschrote Ffirbong. 

0y5 g Salipyrin nach einer Stande: nach 
längerem Xocnen hellkirschrote Färbung. 

0,6 g Antipyrin, nach einer Stande : beim 
Kochen keine Yeränderong, nach dem Erkalten 
graugrüner Niederschlag. 

0,6 g Phenaoetin, nach zwei Stunden: beim 
Kochen keine Yerändemog; beim Erkalten rot- 
liche, später in kaffeebrauo übergehende Färb- 
ung. Im dnrohboheinenden Liäite bläulich; 
Niederschlag blau. 

0,25 g Antifebrin, nach einer Stunde: 
nach dem Kochen bald eintretender dunkelgrau- 
blau gefärbter Niederschlag. 

0,5 g Duotal, nach einer Stunde: beim 
längeren Kochen zauächst rötliche, dann kirsch- 
rote Färbung. 

Je 0^5 g Aspirin und Duotal, nach einer 
Stunde : beim längeren Kochen zunächst rötliche 
fftrbung, dann kirschroter Niederschlag. 

Je 0,5 g Aspirin und Phenaoetin, nach 
drei Stunden: beim längeren Kochen zunächst 
rotliohe, dann kirschrote Färbung ohne Nieder- 
schlag. 

1 g Phenylsalizyl, nach einer Stunde: 
schwache Trübung bemi Kooheo, sodann all- 
mählich dankelgrauer Niederschlag. 

1 g Phenylsalizyl, nach drei Stunden: 
beim Kochen Tintenfärbung. 

1 g Phenylsalizyl, nach sechs Stunden ^ 
beim Kochen blauviolette Färbung. 

— te— 

Ueber das Oel 
von Koloquintensamen 

beriditen C, Orimaldi und L. Prussies 
folgendes: 

Das mitteis Tetrachlorkohlenstoff aus den 
SaniMi gewonnene Oel besitst gdbrütliehe 
Farbe mit einer leicht grünen Fluoreszenz, 



schwachem; an OueurbitaeeenOl erinnerndem 
Geruch und schwach bitteren Geschmack. 
In 95proz. Alkohol lüst es sieh sehr wem*g, 
audi nicht m siedendem, wohl aber voll- 
ständig in siedendem absolutem Alkohol, 
Schwefel- und Petroleumftther, Chloroform, 
Benzol, Schwefelkohlenstoff und Amyl- 
alkohol. 

Farbreaktionen: 

von Beydenreie/i: stark orangerot. 

« Baueheeame: in der Kälte unver- 
ändert, in der Wärme bräunliohrot, 

« Bnäle: dunkelorange. 

c Balphen auf trocbiende Oele: die 
Fiässigkeit wird schwach trübe. 

Kennzahleu: 

Spez. Gew. bei 150 0,9289 

> 1000 0,8733 

Erstarrungspunkt 14 ^ 
Brechungsindex im Zeifi- 
schen Refraktometer 

bei 150 78,2 

< 250 72,3 

€ 400 63,6 

Säurezahl 2,7 

^eAfier'sche Zahl 90,72 

VerseiiungBzahl 191,7 

Bübrsohe Jodzahl 120,37 
Flüchtige Fettsäuren 

(Eeiehert-Meißl) 0,32 

Kennzahlen der Fettsäuren: 



bei 1000 0,8537 

29,2 

26,2 bis 27,2 

bei 300 56,7 

« 40« 51,5 

. 450 48,3 

192,6 

198,2 

121,0 

56,2 pZt 

43,8 » 

BoUä. Chtm. Farm. 1909, 93. — <»— 



Spez. Gew. 
Schmelzpunkt 
ErstarruDgspunkt 
Breohungsindez 



Säurezahl 
yerseifungsiahl 
^^rsohe Jodzahi 
Flüssige Fettsäuren 
Feste Fettsäuren 



TkloHiüIzyls^Uure wird nach DBF. 205 450 der 
Firma KaUe di Co. - Biebrich erhalten durch 
Umsetzung von Diazobenzoesaure mit Alkali- 
polysulfiden und BehandluDg des erhaltenen 
rroduktes mit Sohwermetallen. Z. B. werden 
137 kg Anthranilsäure diazotiert, die Diazo- 
lösung in eine eisgekühlte Lösung von 33 kg 
Schwefel und 260 kg Schwefeinatrium in 260 kg 
Nasser und 120 kg Natronlauge gebracht. Nach 
Eotweichen des Stickstoffes, Fällen mit Säure 
and Auswaschen wird der Niederschlag in Soda 
gelöst, filtriert und mit 60 bis 100 kg Eisen- 
pulver einige Stunden gekocht, dann mit 120 kg 
Natronlauge aufgekocht, filtriert und ausgefällt. 

A. St, 



70 



Den ohemisohen Nachweis von 

Blut im Kot 

{flhrt Dr. Adolf Ohly auf folgende Weise: 
Ein walnußgroßes StfldL Kot wird mit Wasser 
sorgfftltig KU einem feinen Brei verrieben. 
IMesem setzt man ein Drittel seiner Raum- 
menge Eisessig zu und rflhrt nochmals gut 
um. Darauf füllt man ein Reagenzglas zu 
etwa ein Viertel^ gießt bis zur Hftlfte oder 
noeh mehr Aether naeh^ versohließt gut mit 
dnem Wattepfropfen und sehüttelt^ den 
Daumen auf dem Wattepfropf^ vorsichtig, 
worauf man dnige Minuten stehen läßt. 
Von dem Elseasig-Aetherextrakt des Kotes 
gießt man je 3 bis 5 com in «In Reagenz- 
glaS| fügt zu beiden 25 Tropfen altes gut 
ozonisiertes Terpentinöl und zu dem einen 
10 bis 12 Tropfen frisch bereitete Quajak- 
lüsung sowie zu dem anderen eben so viel 
frischer Aloinlüsung. Je größer die wahr- 
Bcheinliche Menge Blut ist^ desto mehr 
Ouajaklüsung ist nOtig. 

Bei positivem Ausfall firbt sich die 
Quajakprobe nach einigem Umschütteln grün 
bis dunkelblau^ bräunliehe Verfärbung ist 
negativ. Die positive Farbe tritt sofort 
auf; verschwindet aber nach 5 bis 10 Min., 
um in Bräunlich-Rot überzugehen. Die mit 
AloinlöBung angestellte Probe färbt sich bei 
tüchtigem ümsehüttehi nach 1 bis 2 Minuten 
Bchün kkschrot 

Es bilden sieh rote TrOpfchen, die sich 
als Niederschlag zu Boden setzen. Bei 
negativem Ausfall bildet sich eine hellgelbe 
Bodenschicht, welche nach einigen Stunden 
in Rot übei^t, doch ist dies nicht be- 
weisend, —tx^ 

Deuiseh. Med. Woehensehr. 1909, 1613* 



Ueber eine einfache Harn- 
zuckertitration 

haben E, Rupp und F, Lehmann in 
Apodi.-Ztg. 1909, 73 eine Arbeit veröffent- 
licht, auf grund deren man, wie folgt, ver- 
fährt: 

1. Vorbereitung: Dem spezifischen 
Gewichte des Harnes bezw. dem mutmaß- 
lichm Zuckergehalte entsprechend, werden 
bei einem spez. Gew. bis 1,023 50 ocm 
Harn, bei 1,023 bis 1,033 26 com Harn, 
bei höher als 1,038 10 com Harn zu 100 
ccm verdünnt 



Hierzu verdünnt man die abgemessene 
Hammenge im 100 ocm Kolben oder Meß- 
zylinder zunächst auf etwa 85 bis 90 ccm 
versetzt dann mit 2 bis 3 com BleieMg, 
schüttelt um, ^bt zur Fällung des über- 
schüssigen Bleies 6 bis 8 com Natrium- 
karbonatlüsung (1 + 4) zu, füllt mit Wasser 
auf 100 ccm auf und filtriert durdi ein 
Faltenfilter. 

2. Reduktion. Ein Gemisch von je 
16 ccm Fehüng'^fiiftr Lösung I und II ^) 
sowie 25 ocm Wasser wird auf dem Draht- 
netz zum Sieden erhitzt. Nadidem man 
sich von der völligen Klarheit des Siede- 
gemisches überzeugt hat, läfit man aua 
einer Pipette 20 ocm des Hamfiltrates zu- 
laufen und kocht genau zwei Mhiuten. Das 
durch überschüssiges Cuprisalz noch deut- 
lich blau gefärbte Reaktionsgemisdi^ wurd 
alsdann durch Einstellen m kaltes Wasser 
rasch gekühlt. 

3. TitraMon. In einem etwa 200 
ccm fassenden Titrierkolben IM man 2 g 
Kaliumjodid in 25 ocm verdünnter Schwefel- 
säure. Hierzu fügt man das erkaltete Ro- 
aktionsgemisch und spült den Kolben, ohne 
auf das bedeutangslose Kupferozydul zu 
achten, mit wenig Wasser nach. Nun wird 
StärkelOsung zugesetzt und mit ^jiff'Soxmtl'- 
Thiosulfatlüsung in mäßigem Tempo titriert, 
bis die Bläuung versdiwunden ist und die 
grauweiße Färbung des Kupferjodürs her- 
vortritt Werden hierzu mehr als 25 com 
Thiosuifat gebraucht, so setzt man, nachdem 
25 bis 26 com zugeflossen smd, nochmals 
2 g Kaliumjodid zu und titriert alsdann zu 
Ende. ^. 

Zur Titerstellung der FehUng^wfiäea Lös- 
ung werden 10 ccm der Lösung I in eine 
Lösung von 3 g Ejilium Jodid in etwa 75 
com Wasser und 10 com verdünnter Schwefel- 
säure gebracht und, wie oben, mit Stärke 
und Vi ' Normal - Thiosuifat austitriert ^). 

1) 1. 34,63 g krist. Kupfersulfat in 600 ocm 
Lösung. II. 173 g Seignettesalz -|- 55 g Aetz- 
Datron in 500 ccm Lösung. 

-) Tritt Yollkommene Entfärbung und lehm- 
farbiges Kupferoxydul auf, so war der Harn 
ungenügend verdünnt. 

Bj Die üntersohieitung einer gewissen Jodid- 
konzentration hat unsichere Sndreaktion zur Folge. 

^) Da der Kupfergehalt der Lösung nioht In- 
teressiert, wird als Titermarke einfach der Vio~ 
Normal-Thiosulfatverbrauch für 16 ccm Kupfer- 
lösong notiert. 



71 



Diese Befltmimiuig iat ebe einmaligei da die 
Kopferiösnog dnnhans titerbeständig ist 
Bei genauer Bereitung der LOsung aus 
34,63 g reinem kristallisiertem Kapfersulfat 
entspredien 15 eem LOsung I = 41^6 oem 
Vi o'No™uü''^^><>Bu]{at 

4. Berechnung. Im Sinne der de 
Haen'adkea Umsetzung ist 1 Mol. Kupfer- 
Bulfat = 1 At Kupfer = 1 At Jod 
= 1 MoL Thiosulfat, 249,7 g Kupfersulfat 
= 63,57 g Kupfer = 1 At. Jod = 1 
Mol. Tbiosulfst, 24,97 g Kupfersulfat = 1 
6,357 g Kupfer = 7io At Jod = Vio 
MoL Thioeulfat, 6,357 mg Cn = 1 oem 
Vi o-Normal-Thioeuifat. 

Es entspridit 

der Thioeulfatwert von 1 5 oem Kupferlösung 
— angewandtem Oessmtkupfer | 

der Thiosnlfatverbrauch zur Titration der , 
Zuflkerprobe — fiibersehtlssigem Kupfer, 

der Unterschied beider Werte — dureh 
Zuflker reduziertem Kupfer, 

sbo 6,357 X (angewandte Thiosulfat- 
menge weniger ThiosuUat - Rflekverbraueh) 
= Milligramme reduziertes Kupfer. 

Die zugehörige Zuckermenge entnimmt 
man der Traubenzucker-Tabelle von F.ÄUihn, 
SehlieBlich wird noch auf Znokerprozente 
des nvqirtingiichen Harns umgerechnet 



Zum Nachweis des Antipyrins 
im Organ: smos 

empflelüt van den Berg die Reaktion von 
Sieensma (Fhsrm. Zentralh. 48 [1907], 
882), indem er gieiehzeitig darauf anfmerk- 
8109 macht, dafi das Reagenz stets frisch 
za beraten ist Bei mehrtägigem Stehen 
firbt es sich grün und hinterläßt beim Ver- 
dimpfen einen grünen Rückstand. Infoige- 
desseo ist es notwendig, bei Anwesenheit 
Ton wenig Antipyrin auch nur wenig Re- 
igBna SB nehmen, da der beim Verdampfen 
einer grOBeren Menge des Reagenz ent- 
iteheode Rflekatand die Rotfärbnng desVer- 
dichtangBergebnisBes verdeckt. Nach Ehrlich 
geben einzehie normale Harne, besonders 
deatficb aber Harne von an Unterleibstyphus 
Erkrankten mit dem Reagenz ebenfalls eine 
Botfärbang, welche durch das ürobili- 
nogen veranlaßt wird. Ebenso geben 
Phi<m>gluctn, Jodol und Skatol die Reaktion. 
Zorn Nadiweis des Antipyrms im Blut 



wird dieses mit der gleichen Rsammenge 
Wasser verdlinnt, mit Chloroform ausge- 
schflttelt und mit dem Verdampfungarfick- 
stand des letzteren die Reaktion ausgefflhrt. 
Im Harn stört eine Trübung durch Phoe- 
phat-Niederschlag, die rotgelbe Farbe des 
Harnes selbst und die Tatsache, daß mandie 
normale Harne die Reaktion auch geben. 
Djirch Ausschfltteln mit der 8- bis 10 fachen 
Raummenge Chloroform unter möglichster 
Vermeidung emer Bildung von Emulsion 
und Verdampfen des Chloroforms erhält 
man einen Rflckstand, der die Reaktion gut 
gibt Zur Vermeidung von Stömngen durch 
ürobilin ist der Harn vor dem Ausschflttehi 
mit Kalilauge deutlich alkaliseh zu machen, da 
das Ürobilin aus alkalischer Lösung schwerer 
als aus saurer in das Chloroform übergeht 
In ähnlicher Weise können* MageniDhalt, Kot 
und Leber auf Antipyrin untersucht werden. 

Antipyrin kann schon 40 Minuten nach 
dem Einnehmen im Harn deutlich nachge- 
wiesen werden. Bei einer Gabe von 0,5 g 
konnte die Reakti<m im Harn noch nach 
48 bis 52 Stunden, aber nicht mehr nach 
52 bis 60 Stunden erhalten werden. In- 
folge seiner raschen Aufnahme kann es in 
allen Flflssigkeiten und Organen des Körpers 
nachgewiesen werden. Die größte Menge 
im Verhältnis zum Gewicht des Organs 
findet sich im Blut, dann in der Leber. 
Aus den Organen verschwindet das Antipyrin 
verhältnismäßig bald, am längsten ist es im 
Harn nachweisbar. 

Pharm. Weekbl, 1909, 379. — to.- 

Holde's Test zum Nachweise 

von Paraffln in Schmalz und 

anderen Fetten. 

H. Dunlop verwendet die Holde^wixe 
Methode zum Nachweis von Mineralöl in 
fetten Oelen (Verseifen von 8 Tropfen Oel 
mit 5 com alkoholischer V2-N.-Kali]aage und 
Wasserzusatz), um Paraffin in Schmalz usw. 
nachzuweisen; und will hiernach bis zu 0,3 
pZt Paraffin finden können. Auch zur 
Margarine soll Paraffin zugesetzt werden, 
wie solches auch neben Fischstearin in Talg 
gefunden worden ist. Verf. hatte zwei Mar- 
garineproben in Händen, die 10 pZt Vase- 
Im und 0,4 pZt Hartparaffm enthielten. 

Chem, Eev. ü. d. Fett- u. Barxindusirte. 
1910, 16. T, 



72 



Btae Farbenreaktioii auf Zink- 

salze 

hat Carrobbio uigegeben, deren nähere 
EigODBchaften A, del Campo Cerdaii 
untersucht hat. Gibt man zu einer sehwach 
ammoniakaÜBehen Lteung eines Zinksalzes 
im Reagenzglase 1 oem einer LOsung von 
Resorzin in Aether, so tritt an der Berflhr- 
nngsfütohe beider F&Ossigkeiten eine Färb- 
ung auf; die aus dem Qelbliehen Aber 
Geibbrann, Sohmutziggrün in ein intensives 
Blau flbergeht Im Spektrum zeigt diese 
Färbung ein Absorptionsband zwischen 575 
und 640 fjLfi mit einem Maximum zwischen 
602 und 620 ^u/a; bei starker Verdflnnnng 
fehlt im Spektrum iM, das ganze Violett, 
Indigo und ein großer Teil des Rot Die 
Empfindlichkeit der Reaktion geht bis zu 
5 mg Zink in 1 L Lösung, wenn man eine 
zinkfreie VergleidislOsnng benutzt. Die Blau- 
färbung tritt in diesem Falle nach etwa 
1 stfindigem Stehen hervor. Ohne Vergleichs- 
lösung kann man noch etwa 10 mg Zink 
in 1 L erkennen. Oadmium gibt mit dem 
Reagenz Grflnfärbung. Knpfersalze stören 
die Reaktion, weil ihre ammoniakalisohe Lös- 
ung an sieh schon tiefblau gefärbt ist, und 
weil sie mit dem Reagenz einen schwarzen 
Niederschlag liefern. Zu ihrer Unschädlich- 
machung gibt es drei Wege. Das Kupfer- 
salz wird durch eine gerade hinreichende 
Menge von Kalinmcyanid entfärbt und dann 
die Reaktion ausgeführt Eine Blaufärbung 
zeigt die Anwesenheit von Zink an. Die 
durch das Zmk gebildete blaue Substanz 
kann durch Ansäuern mit Salzsäure als roter 
Niederschlag gefällt werden, der sich am 
Boden des Glases absetzt, mit Amylalkohol 
anfgenommen werden und diesem wieder 
durch Ammoniak entzogen werden kann. 
Bei Abwesenheit von Zink und Gegenwart 
von Kupfer ist die Flüssigkeit zum Schluß 
in der Durchsicht farblos, in der Aufsieht 
durch Fluoreszenz schwach rötlich Endlich 
kann auch das Kupfer durch eine ge- 
rade hinreichende Menge von Zinnchlorür 
in schwach salzsaurer Lösung entfärbt werden, 
die Lösung zum Schutze vor dem Sauer- 
stoff der Luft mit einer 1 bis 2 cm starken 
Schicht von Petroleum überdeckt und Am- 
moniak und eine Lösung von Resorzin in 
Chloroform hinzugefügt werden. Bei An- 



wesenheit von 2nk tritt die Blaufärbung 
dann an der oberen Grenze des Chloroforms auf. 

Chem,-Ztg, 19(9, Rep. 133. — Äe. 

Die Bestimmung des Abdampf- 
rückstandes von TerpentinöL 

Vielfach wird der Rückstand durch Ab- 
dampfen auf dem Wasserbade bestimmt 
Dadurch werden zu hohe Resultate erzielt^ 
weil Terpentinöl gerade bei Wasserbad- 
temperatur am leichtesten Sauerstoff auf- 
nimmt und dabd eine nicht unbedeutende 
Verharzung erfährt Will man den wirk- 
lichen Abdampfrflckstand des Terpentinöles 
feststellen, so muß man eine Temperatur in 
der Nähe des Siedepunktes des Terpentin- 
öles anwenden. Man verfährt nadi H. Herx- 
feld folgendermaßen: 

Man stellt eine Platinschale so auf ein 
Sandbad, daß die Sehale bis an den Rand 
in Sand eingebettet ist^ und erhitzt auf 
etwa 155^. Wenn diese Temperatur er- 
reicht ist, läßt man langsam 5 com Terpen- 
tinöl einfließen. Nachdem eine Dampfeni- 
wicklung nicht mehr stattfindet, hält man 
diese Temperatur noch 15 Minuten ein. 

Die Resultate verschiedener Bestimmungen 

weichen von emander nur um ein geringes 

ab. Die Abweichung dieser Bestimmungen 

und der auf dem Wasserbade gemachten 

ist sehr groß, oft weit über 1 pZt T, 

Chem, Rev. ü. d, Fett- u. Earxindustrie 
1909, 174. 

Zur Dar8te]lmig von Liquor 
Aluminii acetici 

löst K. J. Soo7ns 30 T. reines Aluminium- 
sulfat in 75 T. destilliertes Wasser und 
trägt in diese Lösung eine Verreibung von 
13 T. Calciumkarbonat mit 20 T. Wasser 
allmählidi ein, läßt unter öfterem UmrOhren 
24 Stunden stehen, worauf er so lange er- 
hitzt, als noch Kohlensäure entweicht Nach 
dem Abkflblen werden 36 T. 30proz. Esaig- 
säure zugesetzt und in bekannter Weise 
weiterverfahren. Das so bereitete Präparat 
soll beim Kochen nur wenig trfibe und 
nach dem Erkalten wieder vollkommen klar 
werden. Diese Eigenschaft ermöglidit eine 
Sterilisation des Präparates, was bei dem 
Präparate des D. A.-B. IV nidit der 

Fall ist 
BaU, Pharm. MonaUk. 1909, 95. —U.— 



73 



Ueber die Bestimmung des 
Acetons im Harn 

hat W. Vatibel Veraadie angeBtellt Ge- 
wl^hnGdi wird dM Aceton aiiB 100 biB 150 
eem Harn naeh Zosatz von EsBigsIare ab- 
deatilfiert nnd im Destillate nach Messinger 
mit JodUteong bestimmt Dieses Verfahren 
ist so lange genan^ als der Harn sich gut 
destillieren Ußt Dies ist jedoeh häofig bei 
eiweiß- nnd znekerhaltigen Hamen nioht 
der Fan nnd kann aneh dnroh Zositze 
nicht erreidit werden. Eän AnsfUlen des 
EiweiOes ist andi nicht angebracht, weil ein 
Tefl des Aoetons von diesem mitgerissen 
wird. Es wurde deshalb versucht^ das Ace- 
ton durch Ansschüttehi des Harns zn iso- 
lieren nnd dann zn bestimmen. Hinsichtlich 
der Menge des extrahierten Acetons eignet 
sieh Ohloroform am besten als Extraktions- 
mitteL Ein Znsatz von 15 pZt Kochsalz 
begttnstigt die Extraktion, so daß etwa 92 
pZt des Aeetons ins Chloroform übergeht. 
Harnstoff , Ammoniak , phosphorsanre 
Salze , Zucker und Eiweiß beeinträcht- 
igen die Wirkung des Chloroforms betr&cht- 
üdi. Je nach dem Oehalt an diesen Stoffen 
sehwanken die extrahierten Aoetonmengen, 
so dafi sieh Verglachszahlen nidit ableiten 



Zischr. f. öffenÜ, Ohmn. 1009, 241. —he. 



Zum Sichtbarmachen von Harn- 
sQrlindem mittels des Tusche- 

Verfahrens 

rerfihrt Dr. K. Stoevesandt nach den 
Angaben von Burri, die dieser für die 
bakteriologiBehe Mikroskopie gemacht hat, 
in folgender Weise: 

1 eem Orübler's cMikroskopiertusehe» 
venrnseht mit 9 eem destilliertem Wasser 
whd an mehreren Tagen nadieinander wie 
Odatinenfthrboden steiilisierty worauf einige 
Tropfen Chloroform oder 0^5 pZt Earbol- 
ifture rar Haltbarmadiung hinzugefügt wer- 
den. Davon wird em Tropfen von 3 bis 
5 mm Durehmesser auf den Objektträger 
gebraehty etwas von dem Hambodensatz 
mit der FlatinOse hbzugemiseht und nach 
dem Trocknen unter dem Deckglas mikro- 
ikopiert Alle körperhaften Gebilde heben 
flieh leuchtend weiß von dem dunklen Tusehs- 
ttntergnind ab, so daß es keine Mflhe kostet. 



auch ganz dflnne hyaline Zylfaider aufzu- 
finden. Die üntersehddung zwischen Schleim, 
Zylindern und anderen Hambestandteilen 
ist nach einiger üebung nidit sohwer. Ein 
Nachteil ist, daß m solchen ungefärbten 
Troekenpriparaten natflrlich nur Umrisse au 
erkennen und daher Zellkerne nidit sicht- 
bar sind. Eine oberflächliche ünterrichtnng 
fiber die vorhandenen Zellarten, also haupt- 
sächlich ob Leukozyten oder Nierenepithelien, 
kann man aber auch hier gewinnen, wenn 
man ohne Deckglas noch während des Bm- 
trocknens mit enger Blende betrachtet, weil 
dann die Kerne noch zu sehen sind. Mischt 
man in den Tuschetropfen ein wenig Iproz. 
wässerige EosinlOsung, so werden etwaige 
Erythrozyten in der üblichen Weise ge- 
färbt Die gewöhnlichen Kemfarbstoffe 
lassen sidi nicht hinzumengen, da sie die 
sonst gleiehmäßige Tusche kömig werden 
lassen. 

Die Zylmder erleiden in der Tusche keine 
Schrumpfung und die Präparate sind unter 
Balsam dauernd haltbar. — «x— 

Detitsehe Med. Woehenschr, 1909, 2311. 



Zur Prüfung des Milchzuckers 
auf seine Reinheit 

machen Hillringhaus und Beilmann dar- 
auf aufmerksam, daß bei der LöslichkeitB- 
prflfung nach den Vorschriften des D. A.-B. 
IV die Temperatur von ganz wesentlichem 
Einflüsse ist Während von 8 Proben bei 
16^ G alle die Probe bestanden, besaßen 
bei 20 ^ eme, bei 28^ alle eine größere Lös- 
liohkdt Dabei waren die Temperaturen 
nicht etwa durch besondere Erwärmung er- 
zeugt, sondern nur durch die Wärme der 
Hand hervorgerufen, je nachdem der Hab 
oder Bauch des Kolbens nur mit den Finger- 
spitzen oder der ganzen Hand berflhrt wurden. 
Der Feinheitsgrad des Pulvers ist auf die 
Löslichkeit ohne Einfluß. Ebenso muß bei 
der Prüfung des Milchzuckers durch Auf- 
streuen auf konzentrierte Schwefelsäure die 
Höchsttemperatur von 15<^ genau emge- 
halten werden, da sonst rasch Bräunung 
eintritt Die Konzentration der Säure ist 
ohne Emfluß, wenn sie über 92 pZt liegt 
Dagegen sdieint die feine Verteilung des 
Zuckers auf der Säure enie Rolle zu spielen, 
da bei Anwendung von 1 g Zucker und 



74 



5 oem Säare in einer Sehaie von 6 cm Doreh- 
measer innerhalb einer Stunde dentlidie Brann- 
färbung eintrat, wShrend in einer Schale von 
10 cm Dnrchmesaer der Zneker farblos blieb. 
Der ZnsatE von Bohrsncker ist selbst bei 
1 pZt sidier sni erkennen. 
Chem.'Ztg. 1909, 86. —he. 

Jodverbindongen und Gold- 
lösung 

überschreibt C, Reichardt einen größeren 
AnfsatZy ans dem folgendes wiederangeben 
ist: 

Wie sdion in Pharm. Zentralh. 60 [1909], 
13 mitgeteilt, ist der Nachweis von Jodiden 
z. B. im Harn dnreh QoldlOsnng leicht zu 
erbringen. Diesem sich anschließend werden 
nachstehende Angaben gemacht. Ffigt man 
zn etwas destilliertem Wasser 3 Tropfen 
einer emproz. AnrichloridlOsnng nnd emen 
Kristall Kalinmjodid, so bildet sich znnftchst 
ein gelbgefärbter Niederschlag von Gold- 
jodid, gleichzeitig scheidet sich aber andi 
freies Jod ab^ das sich in Chloroform mit 
violetter Farbe USst Diese Reaktion wu-d 
dnrch Wärme erhSbt Es empfiehlt sich da- 
her znm Nachweis klemer Mengen Jodver- 
bindnngen längere Zeit zn kochen. 

Enthält die EalinmjodidlQanng Spnren 
von Ealiambromid, so scheiden sich nach 
dem Erhitzen des Oemisches, nachfolgender 
Abkflhhmg nnd Ghloroformznsatz Aber dem 
violetten Ghk)foform gelbe Kristalle ab. 
Freies Brom wird hier nicht abgeschieden. 
Diese gelben Kristalle treten aber nur anf; 
wenn im Kalinmjodid Spnren von Ka- 
iin mbromid vorhanden smd. Bei anderen 
Bromsalzen zeigen sie sich nicht Ebenso 
versagt diese Reaktion bei Ohlorgoldnatrinm- 
Itenng. 

Znm Nachweis von Spnren von Jodverbind- 
nngen in Bromsalz läSt man zn etwa 8 com 
destilliertem Wasser , 3 Tropfen einproz. 
GhlorgoldnatrinmlOsnng nnd 0,1 g Kalium- 
bromid einen Tropfen einer frisch bereiteten 
EalinmjodidlOsnng zufließen, erhitzt bis znm 
Kodien, kühlt ab, setzt Chloroform zu nnd 
schüttelt gnt durch. Das sich abscheidende 
Chloroform ist violett gefärbt, bei Abwesen- 
heit von Jodverbindnngen bleibt es unge- 
färbt Auf diese Weise ließen sich noch 
0,1 mg Jod in mattblauer Färbung nachweisen. 

Legt man ein Blättchen Jod in heißes 



destilliertes Wasser, dem 3 Tropfen einproz. 
Aurichloridiösung zugesetzt sind, und kodit, 
so färbt sich die FIflssigkeit deutlich gelb, 
und nimmt an Addität zu. Erst nach län- 
gerem Kochen oder Stehen an Luft und 
licht tritt Zersetzung in Gold und Jodab- 
Scheidung ein. 

Mit Hilfe dner geringprozentigen Kalium- 
jodidlOsung kann man durch die OoldlOeung^ 
Spnren reduzierender Substanzen nachweisen. 
Zn 2 bis 3 Tropfen einproz. Goldchlorid- 
lOsung in 8 ccm destilliertem Wasser 
trOpfdt man 1 höchstens 2 Tropfen emer 
frischberdteten 0,5proz. KaliumjodidiOsnng. 
Die Flüssigkeit zdgt bdm Erhitzen gdbliche 
Opaleszenz, bldbt aber un durdigehenden 
LÄdite nodi klar. Fflgt man zn diesem 
noch heißen Gemisch Spuren dner Oold- 
lOsnngen reduzierenden Substanz hinzu, so 
erhält man Färbungen, die aus der Gold- 
lösung allein nicht zu erhalten smd oder 
wenigstens nicht durch so deutliehe Farben- 
töne dch zu erkennen geben. Auf grund 
dieser Erscheinungen und der Tatsache, daß 
Mildizucker Goldchloridnatriumlösung nicht 
reduziert, hat Verfasser einige wasserlösliche 
hompöopathische Verrdbnngen geprüft und 
gefunden: 

Färbung: violett 

schwachblau 
graublau 



Antimon, tartar. 



Aisenic. album. 
Hepar, solfur. 
Mercnr. solub. 



Sepia 



sublim. 



3 
4 
4 
3 
3 
4 

1} 

4 
3 



violett 

tiefblau 

blan 

mattblau 

yiolett 
▼iolett 



Hierzu wurden stets 0,5 g Verrdbnng 

genommen nnd die ReagenzgUaer vorher 

mit destillertem Wasser ausgekocht Man 

beobachte stets un durchgehendem sowie im 

auffallenden Lichte neben dner mit rdner 

MUchzuckeriösung berdteten Vergldchaflflang- 

keit, die ungefärbt bldbt 
Pharm, Ztg. 1909, 58. H. M. 



Respiratin.«) 

M. Ktiao stellte eine neue Verbindung her, 
der er den Namen Respiratin gab, weil slc ein 
Heilmittel gegen versohiedene Atmucgskiank- 
heiten darstellen soll. Die Verbindung soll 
Thiodikresolkallum sdn. s. 

Joum. of the Pharm, soeieiy of Japan. 



*f Pharm. Zentralh. 50 [1909], 415. 



75 



■ahrangsmitlel-Cheiniei 



Deber den Koffeingehalt 

des Kaffees und Koffeinverlust 

beim Bösten des Kaffees. 

Die Sohrifttainangabeii unter Kaffee lassen 
in bezog auf den Koffeingehalt wenig 
Ueberanatimmnng erkennen. Während ver- 
sehiedene Verfasser nur ein Schwanken in 
engen Grenzen feststellen konnten, geben 
andere auffallend niedrige oder hohe Werte 
fOr den Koffeingehalt des Kaffees an. Seit- 
dem die Methode der Koffelnbestimmung 
von Juckenack and Hilger m die «Ver- 
einbarungen» anfgenommen ist, beherrsehen 
die naeh diesem Verfahren erhaltenen Werte 
das Sefarifttnm. Es wnrde aber inzwisehen 
mehrfaeb nnzweideatig nachgewiesen, daß 
diese Methode za niedrige Werte ergibt. 
K. Lendrieh and Nottbohm antersoehten 
20 yersehiedene Kaffeesorten des Handels 



vor and nach dem Rösten nach dem von 
Lendrieh and Murdfield seinerzeit vor- 
geschlagenen Verfahren. Es erschemt ihnen 
angezeigt, daß Angaben über den Koffein- 
gehalt des Kaffees stets auf Trockensubstanz 
bezogen, oder daß der Wassergehalt mit 
aufgefflhrt wird, um diese Berechnung jeder- 
zeit zu ermöglichen. (Die in der Arbeit 
selbst erwähnten Werte für Koffein beziehen 
sich stets auf Trockensubstanz.) 

In den untersuchten 32 Proben schwankte 
der Koffeingehalt bei den Rohkaffees zwischen 
1,05 und 2,8 pZt, bei den gerösteten 
Kaffees zwischen 1,09 und 2,95 pZt. 
In beiden Fällen ergab der Abessynische 
Mokka den niedrigsten, der Cazengo den 
höchsten Wert. Nach den Ursprungsländern 
geordnet schwankt der Koffelogebalt des 
Kaffees in folgenden Grenzen: 



Herkunft 


Büd-Amerika f^^,; 


Asien 


Afrika 


Australien 


Roh 

Gerostet 


l,08b.l,35pZt 
l,llb.l,48pZt 


1,11 bis 1,68 pZt 
1,15 bis 1,70 » 


1,10 bis 1,65 pZt 
1,12 bis 1,68 pZt 


1,05 bis 2,83 pZt 
J,09bi82,95pZt 


1,S5 pZt 
1,42 pZt 



Der Koffeingehalt der untersuchten Proben 
schwankt somit zwisdien rund 1 bis 3 pZt 
Die höchsten Werte fflr angebauten Kaffee 
fanden die Verff. zu 1,65 und 1,68 pZt. 
Kaffeesorten mit dnem Koffeingehalt von 
unter 1 pZt worden m keinem Falle beob- 
achtet Es ist daher anzunehmen, daß der 
Koffdlngehalt der zurzeit in den Handel 
kommenden Kaffees in der Regel nicht 
unter 1 pZt liegt Wenn man die aua- 
sehließlieh von Goffea Arabiea abstammenden 
24 Kaffeesorten aus der Gesamtzahl der 
untersnehten Proben herausprflft, so zmgt 
es sidi, daß der Koffeingehalt dieser Art in 
veriüUtnism&ßig engen Grenzen, nämlich 
zwischen 1,05 und 1,43 seh wankt. Emen 
Mittelwert fflr den Koffeingehalt des Kaffees 
im allgemeineo anfzustellen, halten die Verff. 
nach ihren Befanden nidit.ffir angezeigt. 

Sie steUten noch Versuche Aber den 
Röstverlnst des Kaffees und den damit 
verbondenen Verlast an Koffein an. 
Durchiehnittsmoster von 500 g wurden vor 
der Verarbeitnng von Steinen, Holz, Brudi- 
kaSee and schwanen Bohnen gereinigt, so 



daß fflr die Unterstiehong selbst nur reine 
und gesunde Bohnen zur Verwendung 
kamen. Je 300 g derselben wurden kunst- 
gerecht geröstet, schnell gekflhlt^ gewogen 
und anf 1 mm Korngröße gemahlen. Die 
Verff. besprechen zunächst die Schrifttum- 
angaben über den Röstverlast des Kaffees 
und den damit verbondenen Verlust an 
Koffein. Bei ihren eigenen Versuchen 
stellten Verff. einen Röstverlast zwischen 
14,67 pZt bei Costarioa- und 18,33 pZt 
bei afrikanischem liberia-Kaffee fest Der 
Verlust an Koffein, den die Kaffeeproben 
infolge des Röstens erlitten haben, schwankt 
zwisdien 1,50 und 8,53 pZt des Gesamt- 
Koffelns. Sie konnten eine Gesetzmäßigkeit 
in bezug auf den Koffeinverlast, die etwa 
durch Herkunft oder Art des Kaffees be- 
dingt sein könnte, nicht erkennen. In allen 
Fällen war der festgestellte Koffeinverlust 
ein geringer und die Befunde stehen mit 
denen von Ouilhtj TriUich und Oöckel und 
König in gutem Einklang und lassen die 
von anderen Verfassern angefflhrten, wesent- 
lidi höheren Werte auffallend erscheinen. 



76 



Um zu entsoheideiiy ob der festgestellte 
Verlust an Koffe^In beim ROsten des Kaffees 
vielleicht dnreh einen Koffeingehalt der 
8amenhSntehen mit bedingt sein könnte, 
haben Verff. anch naeh dieser Richtung 
Versnobe vorgenommen. Sie steliten zu- 
nftchst fest; daß die Menge der anf den 
Bohnen sitzenden Samenhäntchen insgesamt 
etwa 1,2 pZt beträgt; die Untersnohnngen 
ergaben, dal), entgegen den ABgibenBalland'Sy 
in den Bohnen erheblich mehr KoffeYn ent- 
halten ist, als in den Samenhäntchen. Der 
KoffeYngehalt der Hülsen ist noch niedriger 
als der der Samenhäntchen. Soweit die von 
den Verff. festgestellten Werte ffir die Menge 
der Samenhäntchen und deren Koffeingehalt 
einen Schluß zulassen, dürfte durch beide 
ein merklicher Einfluß auf den Koffel'nverlust 
des Kaffees beim Rösten nicht herbeigeführt 
werden. 

Zt8öhr, f. hnters, d. Nähr.- u. Oenußm, 
1909, XVni, 299. Mgr, 



Kakaobutter und Eakaobutter- 

ersatzmittel. 

W, B, Cawie und B, M. Brander 
hatten im vergangenen Jahre Gelegenheit, 



zwei Kakaobutterersatzmittel zu prüfen. Das 
eine davon war so geschickt hergestellt, 
daß es den meisten Zahlen für eohte 
Kakaobutter entsprach, während das andere 
bereits auf grund einer einzelnen Prüfung 
zu verwerfen war. Es erschien den Ver 
fassem angebracht, diese zwei Ersatzmittel 
mit echter Kakaobutter und einer aus 
Kakaoschalen gewonnenen zu vergleidien. 

Zuerst wurde Björklund^ Aetherprobe 
als Vorprüfung verwendet und dabei fol- 
gende Resultate erhalten: 







Abgekühlt auf 


Klar 






0^03 Min. lang 


bei© G 


l. 


Echte Kakao- 


kein 






butter 


Niedersohlag 


15 


2. 


Kakaoschalen- 








butter 


desgleichen 


14 


3. 


hartes Ersatz- 


flockiger 






mittel 


Niederschlag 


15 


4. 


weiches Ersatz- 


geringer 


bei 15<^ noch 




mittel 


Niederschlag 


trübe 



Die Resulate zeigen, daß 8 dnige Stoffe 
von relativ hohem Schmelzpunkt enthält 
und daß in 4 wahrscheinlich tierische 
Fette enthalten sind. 

Die folgende Tabelle enthält die Ergebnisse 
der verschiedenen Bestimmungen, die ana- 
geftlhrt wurden: 





Schmelzpunkt 
G 




1 

1 

CO 


Verseif- 
ungszahl 


1 

•-9 


Reichert' 

Meißr^ohe 

Zahl 


1. Echte Kakaobutter . . 

2. Kakaoschalenbutter . . 
8. Hartes Ersatzmittel . . 
4. Weiches Ersatzmittel . 


32,2 bis 33,3 

30,6 bis 31,1 

36 bis 37 

30,5 bis 31,1 


1,4565 
1,4570 
1,4571 
1,4520 


7,8 
0,7 
0,7 


195 
197 
194 
249 


33,2 
35,3 
33,4 

8,5 


0,2 
0,6 
0,5 
3,8 



Die mit der echten Kakaobutter gewon- 
nenen Zahlen befinden sich alle innerhalb 
der anerkannten Grenzen, während bei der 
Butter aus Kakaoschalen, wie zu erwarten 
war, der Schmelzpunkt niedriger liegt, wahr- 
scheinlich weil sie durch ein Lösungsmittel 
extrahiert wurde, worauf vermutlich auch 
ihre hohe Säurezahl zurückzuführen ist. 
Die anderen Zahlen sind zwar höher als bei 
echter Kakaobutter, liegen aber noch inner- 
halb der Grenzen. 

Bei 3 ist bemerkenswert, daß alle Daten 
mit Ausnahme des Schmelzpunktes sich 



innerhalb der zulässigen Grenzen bewegen. 
Bei 4 sind alle Zahlen mit Ausnahme der 
Säurezahl abnorm. 

Es wurden nun aus den Proben die 
Fettsäuren abgeschieden und deren Scbmels- 
punkt und Refraktionsindex bestimmt. 

Hier zeigt sich ein bemerkenswerter Unter- 
sehied zwischen den Schmelzpunkten der 
freien Fettsäuren aus dem harten (3) und 
dem weichen (4) Ersatzmittel gegenüber den 
Schmelzpunkten der Neutralfette, und das 
verdient bei der Prüfung von Fetten beson- 
dere Beachtung. 



77 



FettBäoien 


Schmelz- 


ReiraktioDsiDdez 


von 


pnnit 




bei 60' C 


Muster 1 


50,5» C 




1,4400 


. 2 


50 G 




1,4406 


* 3 


56,50 (7 




1,4423 


> 4 


28 C 




1,4298 


MuBtior 


1 enthielt lachte 


Sparen nnver- 


seifbwer 


Substanzy 3 dagegen 


ergab 1,3 


pZt dnes anveraeifbaren 


Pflanaen Wachses 



nnd ist so geschickt zasammengesetat, daß 
es schwer ist, zu sagen, welches seine 
Hauptbestandteile sind. Beachtenswert ist, 
daß lediglich der Schmelzpunkt zeigt, daß 
es keine echte Kakaobutter ist Bei Probe 
4 geht aus Verseifungs- und Jodzahl her- 
vor, daß sie hauptsächlich ans Eokosstearin 
besteht 
Seifermeder-Zeüung 1909 1133. T. 



-•-V. - .-^ ./" -V ■ 



Therapeutische Mitteilungen. 



EmfloB von Atropinsulfat und 

-Methylbromat auf die Zucker- 

aasscheiduBg bei Diabetes 

mellitus 

Rudisch in New- York ist auf grund 
zahlreicher Beobaditungen überzeugt, daß 
Atro|Hn onzweifelhaft die Zuckerausscheid- 
ung in viel bestimmterer Weise beemflußt 
ak irgend ein anderes Heilmittel. Dabei 
hat es den Vorteil, daß es auch in großen 
Mengen bd längerem Gebrauche gut ver- 
tragen wird, wenn man es vorsichtig m all- 
mählich ansteigenden Gaben gibt. Die 
Zuckenuiaaeheidung verschwindet bei Atropin- 
verabreiehmig bedeutend schneller als bei 
kohlenhydratfreier Nahrung allein. Bei ihrem 
Wiedererseheinen unter Eohlenhydratzufuhr 
genflgt oft Atropin allein ohne Verminder- 
ung der Kohlenhydrate, um sie verschwinden 
zu laaaen. Vor dem Sulfat hat das Atropin- 
Methylbromat ^l Merck» den Vorteil, daß es 
bedeutend geringer giftig und dadurch ge- 
eigneter für die Privatpraxis ist, wo man 
den Kranken nicht tüglioh sehen kann. 
Das Sulfat wirkt aber energischer und ist 
vid billiger. Von dem Atropin-Methylbromat 
g^bt man anfangs 3 mal täglich 8 mg direkt 
vor 'dem Essen und steigt um 4 mg, bis 
man bei Bedarf die Höhe von 0,032 g 
3 mal täg^ch erreicht hat, das ist beinahe 
0,1 g. Die Anfangsgabe für Kinder schwankt 
je nach Alter zwischen 0,0005 g und 0,001 g 
3 mal tägiieh. Von dem Sulfat gibt man 
znent dmal 0,0005 g und steigt langsam 
bis 3 mal 0,003 g. 

Bei Vergiftnngaerseheinungen — schneller 
Pak, BOtang des OeeiditB, Troekenheitsgeffibl 
im Fa lff^ FBpiDenerwdterung oder Akko- 



modationsstörung — vermindert man die 
Gabe oder setzt die Behandlung einige Zeit 
aus. Dm. 

Areh. f, Verd.-Krankh. Bd. XV, H. 4. 

Fergenol, ein festes Wasserstoff- 

perozyd. 

Alle Wasserstoffperoxyd-Präparate besitzen 
nur geringe Haltbarkdt, die meisten ent- 
halten noch freie Schwefelsäure. Diese Miß- 
stände sind in dem von den Chemischen 
Werken vormals Dr. Heinrich Byk in 
Charlottenburg hergestellten als Pergenol 
bezeichneten Präparat vermieden worden. 
Das Pergenol ist eine Mischung von Natrium 
perboricnm und Natrium bitartaricum, die 
beim Lösen m Wasser außer Wasserstoff- 
peroxyd Borsäure als Borotartrat liefert. 
Das Präparat ist ein kristallinisches Pulver, 
das beim Transport sowohl wie bei der Dosier- 
ung außerordentlich haltbar ist. Es stellt em 
12proz. Wasserstoffperoxyd und 22 proz. Bor- 
säure enthaltendes Präparat vor. Das Pergenol 
löst sich gut in kaltem Wasser, besser in 
lauwarmem und warmem. In der Lösung 
besitzt es genau dieselben Eigenschaften 
wie das Wasserstoffperoxyd. Meyer b 
Berlin wandte hauptsächlich die Pergenol- 
tabletten zu 0,5 g als Desinfektionsmittel 
ffir Mundhöhle und Zähne an. In zahl- 
reichen Fällen von Erkrankungen der Mund- 
schleimhaut und auch als Vorbeugungsmittel 
bei Queeksilberkuren, bei der Behandlung 
von Nebenhöhleneiterungen hat es ihm gute 
Dienste geleistet. 4 bis 6 Tabletten Per- 
genol auf 100 g Wasser genfigten im all- 
gemeinen. Zur Loslösung von Tampons in 
der Nase sowohl wie in äußeren Wunden 
nnd zur Reinigung der Nase bei starker 



78 



Borkenbildang müßten stärkere Lösangen 

(1- bis 2proz.) angewandt werden, so daß 

vier Tabletten Pergenol anf ungefähr 1 bis 

IV2 Eß]OffeI Waaser gelöst werden mußten. 

Der fest angetrooknete Tampon lOst Isioh 

unter ziemlidi starker Sehaumbildnng von 

der darunter liegenden Sehleimhant bezw. 

Wundflftohe ab, ohne daß stärkere Blutungen 

bei Ablösung der Tampons zustande kommen. 

(Vergl. Pharm. Zehtralh. 50 [1909], 628.) 
Berl. Klin.Wochenschr. 1909, Nr. 33. Dm. 

Ueber die Heilwirkung des 

Thiodin, 

einer Verbinduug von Thiosmamin mit Jod- 
äthyl, berichtet K K Partschewski, daß 
eine 20proz. wässerige Lösung, den Tag 



über zu je 2 g subkutan eingespritzt, keinen 
Jodismus oder andere unliebsame Neben- 
erseheinungen hervorruft. 3 bis 15 Minuten 
nach der Einspritzung findet noh Jod Im 
Speiohel, naeh 15 bis 60 Hinuten im Harn 
und etwa 48 Stunden kreist Jod im Organis- 
mus. Die Ausscheidung von Harn ivvird 
meist erhöht, Appetit und Wohlbefinden ge- 
hoben, Atmung und Puls nicht beeinflußt. 
Nach 15 bis 20 Eänspritznngen ist eine 
zweiwöchentliohe Pause zu empfehlen. Das 
Thiodin wurkt auch bei ArteriosUerose gttnatig. 
Das Thiodin bildet im Wasser leicht, im 
Alkohol schwer löslidie Kristalle, aus denen 
Aether Jod ausscheidet. Siehe auch Pharm. 
Zentralh. 48 [1907], 194, 211. 

Chem,'Ztg. 1909, Rep. 610. —he. 



Photographische Mittoilungonii 



Orthochromatische Platten für 
Naturaufnahmen. 

Gute orthochromatische Platten liefern 
viel sicherer klare Negative mit vollendeter 
Durchzeichnnng als gewöhnliche Platten. 
Sie mOssen allerdings beim Einlegen und 
Entwickeln mit einiger Vorsicht behandelt 
werden. Die damit erzielten Bilder geben 
im Ton genau die Abstufungen der ver- 
schiedenen Blattgrüne wieder, weshalb sie 
sich vorzüglich zur Aufnahme von Land- 
schatten mit Baumgruppen eignen. Bm. 

Bildstreoker. 

Es ist kaum vermeidlich, daß sich die 
auf Kartons geklebten Photographien nadi 
dem Trocknen werfen. Um derartige Bilder 
wieder gerade zu bringen, leistet ein Spann- 
brett gute Dienste, das man selbst herstellen 
kann, indem man auf ein starkes Brett 2 
innen ausgefalzte Leisten so aufnagelt, daß 



man die zu streckenden Bilder einBehieben 
kann. Man läßt de so lange liegen, bis sie 
wieder gerade geworden sind. Bm. 



Ausgleiten des Stativs auf glatten 
FuBböden zu verhindern. 

Auf glatten Fuiböden, Steinfliesen, Par- 
ketts usw. macht die sichere Aufstellung des 
Stativs immer große Sdiwierigkeiten. Am 
besten kann man sich in solchen FUien 
mit einem drdtttligen Holz behelfen, das die 
Form emea lateinischen Y hat Dieses Holz 
wird mit emer Anzahl LOcher versehen, in 
die man die Beine des Stativs nadi Bedarf 
stellen kann. Verrieht man diesen ein- 
fachen und praktischen Apparat mit Schar- 
nieren, so kann er, zusammengeklappt, be- 
quem transportiert werden. Diese Vorridit- 
ung bietet auf dem glattesten Boden einen 
sicheren Halt für Stativ und Kamera. 

Bm. 



-^/-N,^ ,fc/*W <- •■^■'•^,- 



BOohersohau. 



Chemie für Zollbeamte. Von Dr. Rudolf 
Peters. 180 Seiten. Dresden 1908. 
Selbstverlag des Verfassers. 

Durch den am 1. März 1906 in Kraft ge- 
tretenen Zolltarif vom 26. Dezember 1902 sind 
an das chemische Wissen der Zollbeamten, 
namentlich der ObörzoIlkontroHetire- und Ober- 



zollrevisoren erhöhte Anforderaogen gestellt, 
«denen die Behörden durch Abbaltnng von Vor- 
trägen über Warenkunde, Technologie und prakt- 
ische üebungen, sowie darch Herausgabe eines 
Nachriohtenblattes für die Zollstellen und einer 
AnleitUDg für die Zollabfertigung eni^rochen 
haben.» Trotz der gebotenen chemischen Unter- 
richtsknrse, deren praktischen Wert Referent 



79 



Yollaaf anerkoDDt, fehlte es jedoch an einem 
Nachsohlagebach, das bei aller Kürze umfassend 
gaong war, das ffir den Zollbeamten wichtigste 
ans dem Oebiet der anorganischen, organischen 
und analytischen Chemie danabieten. Das Be- 
streben dee Verf. vorliegenden Werkes, diese 
Lücke durch die c Chemie für Zollbeamte» aus- 
zufallen, ist demselben in anzuerlrennender Weise 
bestens i^nngen. 

Die änlettnng behandelt die Orondbogriffe 
der Chemie vom modernen Standpunkt der 
lonentheorie, dann folgt Besprechung der Anionen 
und Kationen, was 57 Seiten in Anspruch nimmt. 
Bei den Speziaireaktionen des Mangans rermisse 
ich die so sehr charakterisohe Ueberführung 
Yon Manganosalz in Permanganat durch Zugabe 
von Mennige und Salpetersäure. Klar und über- 
sichtlioh ist der organische Teil behandelt. Mit 
Recht ist bei Aether (Seite 81) auf die falsche 
Bewrichimng cSchwefelither» aufmerksam ge- 
macht, denn der Aethyläther (Cfi^ 0^ enthält 
keinen Schwefel. In der Befr. 0. ist diese 
iaische Benennung auch noch nicht ausgemerzt. 
Bei Erwähnung der Soxhlefsdxexi Aetherextraktion 
(8. 91) hätte für Bestimmung des Fet^ebalts 
z. B. im Kakao die QoUlieb - i^äse'sche Bürette 
empfohlen werden können, deren einfache Hand- 
habung den Zollbeamten zweifellos besser zu- 
sagen würde, als das zeitraubende Arbeiten mit 
dem Soxhiet-k^^wnX. Der Abschnitt c An Wend- 
ungen» bringt die Nachweise der Metallober- 
flächenbearbeitnng (Feststellung der Yernicklung, 
Nachweis der Verzinnung, Verbleiung, Verzink- 
ung, Nachweis von Kupfer, Stahl, Neusilber 
u. a.). Die Fingerzeige für die Prüfung auf 
Süb^, Gold, Platin, für die Unterscheidung von 
echtem und unechtem Blattgold werden den 
Beamten recht willkommen sein. Bei Unter- 
scheidung von Oel-, Weingeist- und Lackfimis 
ist auf das Vonäuschen einer Harzreaktloo 
durch chinesisches Holzöl hingewiesen. Den 
Sehlofl des für Zollbeamte recht instruktiven 
Werkchens, das durch eingestreute Abbildun^n 
noch gewinnt, bildet der Abschnitt Reagenzien 
Hier hätte die Herstellung von Stärkelösung, 
von löslicher Stärke und von Reagenzpapieren, 
Kurkumapapier beschrieben sein können. Die 
Wünsche, die Ref. schließlich noch ausspricht, 
beziehen sich auf einige der Zweckmäßigkeit 
dienende Punkte. So würde die Bezeichnung 
«Anwendungen» besser durch «Beispiele, wie 
sie in der Praxis vorkommen» ersetzt; das Re- 
gister pflegt man in der Regel am Ende zu 
suchen und anstelle desselben würde ioti auf 
den vorderen Blattseiten eine «üebersicht über 
die Einzelabschnitte» bringen. Für die Benutz- 
ung des Buches bei Kursen würden mit Papier 
durchschossene Exemplare die Aufzeichnung von 
Bemerkungen ermögüchen. Im Register fehlt 
das Stichwort Manganborat, auf S. 51 ist davon 
die Bede. Vielleicht berücksichtigt der Herr 
Verf. 4me kleinen Wünsche eines Fachmannes 
bei eioer Neuauflage, die dieses, einem . jeden 
ZoUbaafflteB willkommene und wertvolle Aus- 
hofteöoch hoffentlich recht bald erleben wird. 

J. Pr. 



üebersicht über die Jahresberichte der 
öffentlichen Anstalten zur technischen 
üntersaohnng von Nahmngs- und Qe- 
nnfimittehi im Deutschen Reieh für das 
Jahr 1905. Bearbeitet im Kaiserlichen 
GesnndheitBamt. Berlin 1909. Kom- 
missionsveriag von Julius Springer. 
Preis- geh. 7 Mk. 60 Pf. 

Ebenso über das Jahr 1906; Berlin 
1909. Kommiaaionsverlag von Julius 
Springer. Vrmx geh. 6 Mk. 60 Pf. 

Wie schon aus dem Titel horvorgeht, ent- 
halten beide Bände eine Zusammenstellung der 
verschiedenen Berichte obengenannter Anstalten. 
Der Inhalt ist eingeteilt in eine üebersicht über 
die allgemeinen Yerhfiltnisre und die Tätigkeit 
der einzelnen Anstalten. Biese sind nach Län- 
dern geordnet, welche sich entsprechend ihrer 
OröAe aneinander reihen. Det oesondere Teil 
umfaßt 25 Sonderabschnitte, als: Fleisch, Eier 
usw., während den Schluß ein Anhang bildet, 
der in Tabellenfoim die Anzahl der verschiedenen 
Untersuohungsproben wiedergibt. H. M. 



Les Vonveautös Chimiques pour 1909. 

Nouveaux appareils de laboratoire^ me- 

thodesnuuvellesderecherdieB appliqa^esä 

laaoienoeet rindustrie pweCamillePoulenc 

doetenr es sienoes. Aveo 172 figitres 

intereal^es daos le texte. Paris 1909. 

Librairie J.-B, Bailliere et fils^ 19, rue 

Haute fenille. Prds geheftet: 3 Bfk. 

20 Pf. 

Das Bach enthält wie seine Vorgänger im 
ersten Kapitel die physikalischen Appa- 
rate, welche besondere Verwendung in der 
Chemie finden, wie z. B. die neuen Spektographen 
von Eüger (Apparate zum Photographieren des 
Spektrums), das Ultramikroskop von ColUm und 
Monton^ schließlich die «Acoustele» von Daguin 
und Dienert^ einen Apparat, der es mit Leichtig- 
keit ermöglicht, Quellen zu suchen durch Be- 
horchen des Bodens. Das zweite Kapitel um- 
faßt die rein chemischen Apparate, wie 
einen Petroleumofen, Apparate zur fraktionierten 
Destillation im luftleeen Raum usw. Das dritte 
Kapitel bringt elektrische Apparate wie 
Verbrennungsöfen , Apparate zur Bestimmung 
der Radio-i^ivität Das vierte Kapitel bringt 
die analytischen Apparate, z. B. zur Kohlen- 
oxydbestimmung in der Luft, zur Bestimmung 
von Blei im Organismus. Das fünfte und 
letzte Kapitel verzeichnet die bakteriolog- 
ischen Apparate. R, Th. 



Preislisten sind eingegangen von : 

Wilhelm Käthe in Halle (Saale) über Drogen 
I im ganzen und bearbeiteten Zustande, chemische 
! und pharmazeutische Präparate, Spezialitäten. 



80 



IfepsohiodMie Milieiluno«ni 



Fleckeier 

werden Bolohe Eier genannt, welehe beim 
Dnrdiienehten in ihrem Inhalt mehr oder 
weniger seharf begrenzte kleinere oder 
größere, verschieden geflürbte, mdst dnnkel 
bis sohwarz erseheinende Flecke aufweisen. 
Diese Fleckeier werden in Berlin von Eier- 
hlndlern und Hansierem aufgekauft und an 
Bäcker und Konditoren billig abgegeben, 
auch werden sie als <EinBchiageier> ver- 
kauft; indem ihr Inhalt zur Verdeckung 
ihrer wahren Beschaffenheit in ein Gefäfi 
entleert wird. 

Hauptsftehlidi bandelt es sich bei diesen 
Fleckeiem um «Pilafleckeier», in denen sich 
Kolonien von Schimmelpilzen oder 
seltener Hefepilzen entwickelt haben, 
außerdem auch um Eier, die mit Ooccidium 
avium s. tenellnm bdiaftet sein sollen. Hier 
ist der Dotter frei von. Parasiten. 

. Die Möglichkeit einer Einwanderung einer 
Kokzidienzyste in das im Eileiter befind- 
liche von der Kalkhülle noch nicht umgebene 
Ei ist nicht ausgeschlossen, doch ist das 
Vorkommen von Kokadien im Hühnerei 
noch nicht erwiesen. 

Bei den Pilzfleckeiem können ebenfalls 
Pilzkeime aus der Kloake des Huhnes in 
den Eileiter und auf den vom Eiweiß noch 
nicht umschlossenen Dotter geraten und sich 
dann im fertigen Ei weiter entwickehi. In 
der Regel entstehen die Pilzwucherungen 
dadurch, daß Piizmyzel durch die Kalkschale 
und die äußere Eihaut hmdurchdringt Hier 
wuchert es in das Eiweiß, häufig auch in 
den Dotter hinein. Das Eiweiß in der 
Umgebung des filzartigen Pfropfes gelatin- 
iert, wird allmählich mißfarbig und dnnkel 
ausiBehend. Später treten besonders unter 
Mitwirkung von nachträglich eingedrungenen 
Bakterien noch weitere Veränderungen des 
Eies bis zur völligen fauligen Zersetzung 
ein. DerQeruch des Eies ist anfangs leicht 
dumpfig, wird alhnählich muffig-fade und 
zuletzt faulig. 

Beobachtungen über Gesnndheitssohädig- 
ungen durch den Genuß von Fleckeiem 
liegen noch nicht vor. Ausgeschlossen ist 
es aber nidit, daß unter Umständen der 
Genuß von Fleckeiem, in denen sich As- 



pergillus und Mukorarten entwickelt haben, 
gesundheitsschädlich wirkt. 

Als genießbar sind die von der Pilz- 
wuchemng dqrchsetzten Teile nicht anzu- 
sehen. Dagegen smd die für das bloße 
Auge nicht oder wenig veränderten Teile 
nicht als ungenießbar, wohl aber als minder- 
wertig anzusehen und vom frden Verkehr 
auszuschließen. Sollen sie als Nahrungsmittel 
oder zur Herstellung von solchen zugelassen 
werden, so müssen Vorkehrangen getroffen 
werden, daß die Käufer darüber nicht in 
Zweifel gelassen werden. 

Vterieljsehr. f. geriehÜ. Med, u, Öffentl. Sa» 
mtmm, 190tf, Heft 4. —tx— 



Robpinol 

ist neuerdings neben Terpinol, Safrol, Winter- 
grflnol, Rinder- und Sehwemegalie zur Ver- 
gällung von fetten Oelen für die 
Seifenfabrikation in Vorschlag gebracht 
worden. Da es von diesen Mittebi bei 
weitem das billigste ist, so wurden von 
O. Knigge YerBucbe damit angestellt Das 
von der Firma Franx Fritxsche dt Co. 
in Hamburg bezogene Bohpinol war eine 
hellgelbe, leieht bewegliche Flüssigkeit mit 
intensivem, unangenehm süßlichem Gerach, 
vom spezif. Gewicht 0,935 bei 15<^ C Es 
ist in Wasser unlöslich, löst sieh leicht in 
Aethyl- und Methylalkohol, Aether, Aceton 
und fetten Oelen, schwer in Petroläther nnd 
gar nicht m Chloroform. Bei gewöhnlieher 
Temperatur ist es nicht brennbar, btt 
höheren Temperaturen verbrennt es mit 
heller, raßender Flamme. Bei der Destill- 
ation entweicht zunächst bei lOÖ^ das bei- 
gemengte Wasser, und dann geht zwischen 
180 und 200 <> ein stechend riechendes, 
blaßgrün gefärbtes Oel über, während ein 
intensiv rotbraun gefärbtes Oel surüokbleibt 
Bei der Destillation mit Wasserdampf geht 
ein blaßgrünes Oel über, während ein Körper 
von wachsartiger Konsistenz zurückbleibt, 
die beide den charakteristischen Geraeh des 
Pinols zeigen. Die Verseifungszahl des 
Bohpinols ist 8; es ist also fast onver- 
seifbar. 

Ein Vergällungsversneh von Baumwoll- 
samenöl mit Rohpinol lieferte sehr günstige 



81 



Brgttbiiine, di die VwgtUnng äuBoat wirk- 
■un und 1h% (12 Huk inf 10000 kg 
Oel) st, eine fiitferaiuig dn VergiUmig»- 
mittalB un dorn Ode pttktiidi nidit dnnili- 
fnkrbw H nnd die Seife niAt Bohldlieh 



beeioflufit wird. Der widwlidie Oenub 
geht bei der Veraeifmig vertoreii, die Seife 
riedit nnr noch sehwuh nseh Teipen- 
tinM. 

SMfM^abriiant 1909, 1039. — At> 



Preise neuerer Spesialitäteii. 

(Foitsetnmg von Beite 19.) 

Der Tereiii der Apotheker Dresdeos and der 

Umgegend tutt in dun Beriobt über die SitEHog 

u 11. November 1009 die FROhgenossen gebeten, 

die nwdi Pankt 2i der VorbÄmerkaiigeti sai 



Dentsohen Aiineitize beraoknetea 
Prelle f äi nene Speiialitlten bia nu end- 
giltigenFestsetiDugeiiiiD halten. (FärScÜn- 
heiUmittel, N&hmittel, Seifen, einfache Mittel 
Verbandstoffe, Parfftmeden nsw. ist von ciaer 
Bereoluiiuig dae Pnitea naoh Pnnkt 23 der 
Annaitaze abgeaehen worden. fiekriflMitmg.) 





kODlB- 


V.r- 


ABMl. 

Tb. 




proi. 


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piuiktaa 


A. Neue Spezial- 








itäten. 








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1,20 


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1,80 


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A.RÄ.Btrymann^'Wili- 








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2,30 


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2,30 


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Boife 


Ctanol-HMitanme Doae 


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1,- 


Bohhm. 


Cieoliii-Toil.-8eifo Dtc. 


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Seife 


DirliUwrn-Hallaenim 








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— 300OLB. S 


6,60 


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3,- 


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KirtoD m 100,0 


2,26 


3,- 


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I])«-Ha«rwMWF .Oji» n 


2,26 


3,- 


Sokln 



Lml-Sttbdi.igPf'J'- 

Jod-AntJaaleroain Qlas 

Toaailagin lUBoha 

£n»^'8 SpesAlititan : 

Oinetereztiakt Hasche 

Haltbonbons Bental 

Enevpp'a Srifen : 

Brenneasel-Seife Stüok 

JuAn'sVionalMifeHr. 135 

DUd. 

Maelfa Lanohenkiefem- 

Bnutpasta Sohaoht 

Noris-Salbe Doee 

Hasol Flaeohe 

OJa-Zahnpaata Tube 

Hadofor Sohtl. ra 100 Pill. 

Soden-Weira-Pastillen 

(Jlaaröhie 

TMogea-Prilpamte 

FearKm'a S Cb.-HambnTg 

Thigenol -Taaogen lOpZt 

Flawdie n 30,0 

> 100,0 



. 250,ü 

. 500,0 

. 1000,0 

ViTigenpastillen Olae 

Vulneral-Creme Vi I*OBe 

> -RhenmatiBrnnsölFl. 

> -Teeneila St 

> -Wondpndei Kart 
. -Blntr.-Pillen Sohtl. 

Winiher'9 BirkenbUttertee 
Paket 



1,23 
1,40 
1,26 
-,68 


5;» 

2.— 
-,90 


1,- 


--:ff 


—.70 
-,20 


Bonb. 


-30 


-,40 


Seit« 


IfO 




Seife 


-,40 


— ,75 

*eo 


Bonb. 
2,80 


-.48« 


—,76 


M.-W. 


-,60 
1,60 

3,25 
V6 
12r- 
2,26 
1,80 
-,90 
-,30 

-% 


fe 


- 


Bez^ 


■geoor 
arproia 

1^ 


1= 

1,50 
0,50 

1,— 


8,60 


-,75 


1,26 


- 



82 



Zur Vemiohtang der Insekten, 

insbeBondere der in koloesalen Mengen auf- 
tretenden Nonne, Bind in Sachsen große 
elektriaehe Scbeinwerter verwendet worden, 
in deren Nähe Exbanstoren anfgeetellt worden 
waren. Die dnroh daa blendende Lieht an- 
gezogenen Insekten wurden von den Ex- 
banstoren angesaugt und vemiditet Die 
HMistsahl der auf diese Weise in einer 
Nacht vemiehteten Nonnen betrug 400000 
Stflek, welche einem Gewichte von 70,5 kg 
entsprachen. 
Bmyr. Btd.- u. GmoerbM. 1909, 424. -A«. 



Zur Konservierung der hölsemen 
Leitungsmasten 

bat sidi die Imprignierung mit Enptersulfat 
nicht besonders bewährt Deshalb werden 
jetzt von der Merreidiischen Staats- 
tdegraphenverwaltung Versudie über die 
Brauchbarkeit von Flnoiiden zu diesem 
Zwecke angestellt :Von Masten, die mit 
einer LOsung. von saurem Zinkflnorid, die 
etwas freie Flußsfture enthielt, imprigniert 



waren, waren nach 2 Jahren noch 80 bla 
100 pZt vollkommen tadellos, während von 
den mit KnpfersuUat imprägnierten Stangen 
nur 50 pZt noch nicht von Pilzen befallen 
waren. 10 pZt waren sogar schon stark 
angefault Bei der Imprägnierung wird die 
freie Flußsäure ganz, die halb gebundeoa 
zum großen Teil von der Holzmasse ab* 
sorbiert 

Ztaohr, f, angmo. Chem. 1909, 417. — A«. 



Mohr-DenkmaL 

Der hier befindliche Sammelbogen wir4 
in den nächsten Tagen an die Haupt- 
Sammelstelle in Goblenz zurfickgesandt! 

Es wird gebeten, etwaige dem Mohr- 
Denkmal nodi zugedachte Beiträge umgehend 
zu senden an die 

Geschäftsstelle der Pharmazeut- 
ischen Zentralballe,. 
Dresden- A., 21, Schandaner Strafte 43. 

(Zogleioh mit der Rückgabe des SammelbogsBoa 
erfolgt Empfangsbesoheinigong der hier einge^ 
gangeneii Beiträge in der Pharmaseatisohea 
Zentralhalle.) 



Briefwaohsel. 



S. Hl in Hl Der von Ihnen beobachtete 
ammoniakai.ische Oemoh beim Oeifnen 
eines mit Enphyllin gefällten Gefäßes be- 
ruht wahrscheiDlioh auf einer in geringem Maße 
erfolgten Aufspaltung desEuphyllioB (Theophyllin- 
AeÜiylendiamiD) dnrch die KoüleDSiure der Laft 
Das Aethylendiamin riecht ammomakalisch. 



H.in£. Ungaentnm £21^ isl; Vaaano« 
Imn mercttriale 83Vsproz. ; Ungaentnm KJBpp 
r 8 e n m ist dieselbe ßslbe rotgefbrbt U n * 
gnentam OrM ist Unguentom Aigenti ooU 
loidalis. 

Anflrage« 

Wer fertigt Panllinin-Tabletten? 




Das Regisier filr den Jahrgang i^o^ wird {u- 
gleich als 6eneral-Regi$fer über die $ Jahrgänge 1905 
bis vm) spätestens Anfang febmar 1910 beigelegt 
werden. 




Vcriafw: Dr. A. debnelder, Dreadan. 
FSr die Leitaiig ▼«natwortlleh : Dr. A. Sekaeider, 
Im Riwhluuid«] darak Jalia« SprtMicer, BorilB N., M«abMoaplata 8. 
Dratk Toa Fr. Tltiel Kaekf. (Berak. Kaaatk), 



Pharmazeutische Zentralhalle 

für Deutschland. 

ll«i«iisg«9«lMii von Dr. A. Sohnoldor 

OntdMi-A., SdumdsiMntr. 48. 



• ■• 



Zdtediiift fOi wisaauehaftliehe und geediftflliehe IntereBBen 

der Pharmazie. 



GegiUndet von Dr. Henuuui Hager im Jahre 1869. 



Oeeehlflaetelle and Anadfen- Anaahme : 

(d«ii - A 21 , 8ohand«ii«r StroBo 48. 

Baaagaprela Tleiteliikrlioh: darob BaohhandeL Poat oder QeBobiftHlalle 
ha iBlvid i^ KL, AaBlaad 3,fi0 Mk. — ÜBadae KamaMn 30 PL 

Anaeigen: Die 65 inm Iveiie Zeile in Kleinaohrift 30 Pf . Bei groBeo Aalträgen PreisermäAigODg. 



Mb. 

8. 88 Ms 100. 



Dresdeo, 3. Februar 1910. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahrgang. 



Inhalt: Oki&Mim «Bd PhamftBl«: Extraktion unter Druck. — B«BUmmung ron Eiweiß im Harn. — Farben -. 
rMktifm auf Zlnkaalae. — BaBÜlit. — Fleiaehsaft. — Zocker im Harn. — Lecithin. — QaajakolOl-Einspriiinagcn. 
- HalÜMnnaehung ron Fmehtaarten. — Ameimittei und Speaialitäten. — AJowanOi. — Onguentam Hjdiargyri 
ciBenam. — Zaekenrohrwadia. — Unterauchnng ron KresoleeifenlOeangen. — Beetimmnng der Siore Im Waaecr- 
■toftpcrozjd. — L Arabinoae und d. Glykose. — FarbreakUon fOr Eisenoxydnlaalae. — Trennung Ton Nickel and 
Kobalt. — Baetimmnng des KaphthaUna als Pikrat. — Sterilisation Ton NoTocaln-Hapirarenin-LOsangen. — Nikotin 
im TabakiMielie. - Hydrolyse der Fette. — Gefahren bei BauerstoiranweDdang. — Bea^ens auf Phenole. — Be- 
■timmnng des Salpeterstiokstoffes. - Nandlnin. — TkantaeatiMke Hlttettingea. - BlekaneliMi. — Yrr- 
- • ■ekledeAfs. 



Chomio und Pharaiasie. 



Üeber die Extraktion unter 

Druok. 

Ton J, J9SBrM»^-Berlin. 

unter obigem Titel veröffentlicht Herr 
Ludwig Kroeber^ Mfinchen in der Phar- 
maxentiachen Zentralhalle^) eine Mitteil- 
ong, in der er sich mit dem Bnms' 
sehen Extraktiongyerfahren beschfiftigt 
and die Ergebnisse seiner Untersuc^- 
uigen in Gegensatz stellt zu dem In- 
halt der von mir diesbezüglich ver- 
öffentlichten Arbeiten. Ich erwidere 
daraof» daß eine aoldie Gegensätzlich- 
keit insofern nicht besteht, als Herr 
Kroeber und ich dnrchans abweichende 
Extraktionsmethoden geprfift , deshalb 
nach gSnzlich verschiedenen Verfahren 
gearbeitet haben. Die Richtigkeit seiner 
Ergebnisse schliefit daher die der mein- 
igen nicht ana. 

Znm Beweise dessen lenke ich Herrn 
Kroeber^% Aufmerksamkeit anf folgende 
Tatsachen: 



Im Jahre 1904 veröffentlichte Herr 
Dr. W, Bruns^) seine erste Arbeit Aber 
das neue Eztraktionsverfahren. DerWert 
dieser neuen Methode sollte gerade auf 
der Anwendung des Dmckes während 
der Extraktion beruhen, des Druckes also, 
der, längere Zeit während der Extrak- 
tion ausgeübt, eine vollkommene Er- 
schöpfung der Droge bewirken sollte. 
Herr Dr. Bnms sagte diesbezüglich: 
cDie Wirkung des Druckes auf die 
Substanz hängt ab von der Höhe des 
zur Verfügung stehenden Druckes und 
der Zeitdauer der Einwirkung des 
Druckes. Meist gelingt es, die Substanz 
binnen 94 Stunden völUg zu erschöpfen.» 

Nach dieser Methode , also einem 
wirklichen Extraktions ver- 
fahren unter Druck habe ich ge- 
arbeitet, nur auf dieses beziehen sich 
meine Bosultate. Herr Kroeber wird 



1) Pharm. Zeotralh. 61 [1910], 42. 
•i) Apoth.-Ztg. 19 [1904], 899. 



84 



au den von mir mitgeteUton Daten^ji 
ersehen, daß idb die Drogenpolver und 
Lösungsmittel erst Iftngere Zdt unter 
Druck habe stehen lassen, bevor ich sie 
abpreßte. 

Die Resultate, die ich auf diese Weise 
erzielt habe^ waren recht ungfinstige. Ich 
faßte sie in folgenden Worten zusammen : 
cDie Extraktionsmethode unter Druck 
schafft nie Vorteile, in den meisten 
Fällen aber Nachteile. Es erscheint 
daher an der Zeit, daß die Bewertung 
der EeoTschen Presse, wie sie noch häufig 
stattfindet, modifiziert wird, und daß 
die Bestrebungen aufhören, Ehi;raktionen 
unter Druck vorzunehmen.» 

Diese meine Behauptungen sind auch 
durch die Arbeit des Herrn Kroeber 
unwiderlegt geblieben, erfahren vielmehr 
eine Stütze durch die Tatsache, daß 
auch Herr Dr. Bruns (gleichgiltig ob 
durch meine Einwirkung oder ohne 
dieselbe) den Druck während der Ex- 
traktion aufgegeben und sein Verfahren 
abgeändert hat. Wenigstens geschah 
das allmählich. Es folgte zunächst eine 
Zeit unliebsamer Kontroversen. Schließ- 
lich gab Herr Dr. Bruns in einem Vortragt) 
vor der Deutschen Pharmaz. Gesell- 
schaft, Berlin den Druck ganz preis und 
änderte sein Verfahren in folgender 
Weise ab: Die Droge soll nicht mehr 
unter Druck mazeriert werden, Ja über- 
haupt nicht mehr mazeriert werden, 
sondern, mit einer geringen Menge 
Flfissigkeit (etwa Vs ihr^ Gewichtes) 
durchfeuchtet, sofort zur Abpressuug 
durch Wasserdruck in den Apparat ge- 
langen. Dieses Befeuchten und darauf 
folgende Abpressen soll mehrmals wieder- 
holt werden. Also ein gänzlich neues 
Verfahren lag hier vor, das ein Ex- 
traktionsverfahren unterDruck keines- 
falls mehr vorstellt. Der Apparat dient 
hier nicht zur Extraktion unter Druck, 
sondern hat nur den Zweck, die ange- 
feuchtete Droge mittels Wasserdruck 
abzupressen. Der Apparat bildet 



264. 



») Ber. d. Deutsch. PhATm.G«g. 16 [1905], 110. 
4) Ber. d. Dentsoh. Pfaann. Ges. 16 [1906], 



also (analog der früheren iZtMw^r«- 
hcmsen - Luftpresse) eine Wasser- 
presse. 

Da ich, bei diesem Vortrage anwesend, 
die prinzipiell wichtige Aenderung an- 
erkannte, zugleich auch die neuen 
Apparat-Konstruktionen kennen lernte, 
die, im Gegensatz zu dem alten, mir 
durch Herr Dr. Bruns selbst gelieferten 
Typ, ein korrektes Arbeiten gestatteten, 
sprach ich mich durchaus nicht mehr 
vemeinend aus. Ich sagte mir viel- 
mehr, daß bei der geringen Anfeucht- 
ung zunächst sofort konzentrierte Lte- 
ungen entetehen mässen, daß dann die 
noch zurückbleibenden Extraktivstoffe, 
wenn nicht mehr in dem Lösungsmittel, 
dann sieh in einander lösen und so 
immer konzentriertere Auszüge sohafflen 
werden. Es ist jedem organischen 
Chemiker ja bekannt, daß ein Stoff, der 
sich in einem bestimmten Mittel schwer 
löst, sofort eine weit größere LOslich- 
keit zeigt, wenn er selbst oder das 
Lösungsmittel vemnreiiugt ist, wenn 
also noch andere Stoffe in Lösung vor- 
liegen. Aus diesen Erwägungen heraas 
sagte ich in der an den Vortrag an- 
schließenden Diskussion (die in den 
Ber. d. D. Pharm. Ges. 1906, S. 273 
zum Abdruck gelangt ist) folgmdes: 

clm fibrigen gebe ieh gerne zu, daß 
die £run^'sche (abgeänderte) Methode 
ein neues Prinzip enthält und unter 
Umständen tatsächlich gute Resultate 
ergeben kann. Das neue Prinzip be- 
steht darin, daß bei diesem Verfahren 
die Droge nur mit einem Minimum 
von Flüssigkeit zusammengebracht 
wird, so daß durchaus ein konzen- 
trierter Auszug möglich wird. Auch 
ist vielleicht die Erwärmung, die der 
Apparat zuläßt, von Vortdl.» 

Nach dieser Methode hat nunmehr 
Herr Kroeber gearbeitet, nach einem 
Verfahren also, über das ich nicht »den 
Stab gebrochen», dessen eventuelle 
Tauglichkeit ich vielmehr ausdrücklich 
hervorgehoben habe. 

Noch einmal trat die Angelegenheit 
an mich heran: Am 7. Dezember 1909 
lief bei dem Direktor des Pharmazeut* 



85 



isehen Institutes der Universitftt Berlin 
Herrn Prof. Dr. B. Thoms ein Brief 
des Herrn Dr. Bruns ein. In diesem 
Schreiben teilte Herr Dr. Bnms bereits 
mit, dafi Herr Kroeber gute Resultate 
nach dem Verfahren erzielt habe. «Lei- 
der — heiBt es dann weiter — wird 
dabei der Streit mit Dr. Herzog wieder 
aafgerollt leb habe Herrn Eroeber 
mitgeteilt^ dafi Dr. Herzog damals unter 
anderen Bedingungen gearbeitet hat 
und das Verfahren inzwischen verbessert 
wurde. Herr Dr. Herzog kann sieh 
also mit Recht darauf beziehen. > 

Zum Schluß des Briefes erfolgt die 
Anfrage, ob ich bereit wäre, die Ver- 
suche noch einmal aufzunehmen. 

Der Inhalt dieses BriefeSy der mit 
dankenswertem Entgegenkommen ge- 
schrieben ist, deckt sich vollständig mit 
der Schilderung, die ich oben im Gegen- 
satz zu der Auffassung des Herrn iTroeber 
aber die Hergänge geben mußte. 



erklärte ich mich 
zu der Prtfung des neuen Verfahrens 
berat. 

Auf ein entsprechendes Schreiben 
des Herrn Prof. Dr. Tßioms an Herrn 
Dr. ^Rruns antwortete letzterer, daß ein 
Apparat neuester Konstruktion im Laufe 
des Januar hier eintreffen werde. Sollte 
das der Fall sein, so werde ich alsbald 
mit den Versuchen beginnen. Gleich- 
viel aber, ob ich an der weiteren Arbeit 
mitbeteiligt sein sollte oder nicht, mein 
Standpunkt zu der Angelegenheit ist 
folgender: Wenn ich schon im Jähre 
1906 nach Abänderung des Verfahrens 
die Möglichkeit eines Erfolges hervor- 
hob, so hat diese Meinung durch die 
Versuche des Herrn Eroeber selbstver- 
ständlich eine starke Stütze fahren. 

Sollten diese guten Erfahrungen wei- 
teren Prüfungen standhalten, so liegt 
hier zweifellos eine fflr die prakt- 
ische Pharmazie höchst wichtige Neuer- 
ung 7(ff. 



Bztraktion unter Druck. 

Von JL Dieteneh-ReUsDiheig. 

Die interessanten Ausf&hrungen von 
Eroeber in Nr. 3 dieser Zeitschrift ver- 
anhissen mich, einige Erfahrungen aus 
der Praxis mitzuteilen^ die auch für 
den Meinungsaustausch Bruna-Herzog 
vielleicht nicht unwillkommen sind. Bei 
der Gewinnung eines Extraktes oder 
einer Tinktur aus einer Droge müssen 
wir zwei Abschnitte der Verarbeitung 
unterscheiden: Zuerst die LOsung und 
Au&chliefiung der Droge, dann die 
Trennung der gelösten Anteile von den 
ausgezogenen B&ckständen. Die An- 
wendung des Druckes unter Erwärmung 
bei der LOsung dürfte den bisherigen 
Erfahrungen nach schon deshalb nicht 
einwandfrei sein, weil unter Druck und 
Wärme eine Zersetzung leicht spalt- 
barer Glykoside und anderer Verbind- 
ungen eintreten muß und dann nicht 
mehr ein Extrakt erhalten wird, welches 
möglichst alle Bestandteile der Droge 
und diese möglichst unverändert ent- 
hält Die Erfahrung hat gezeigt, daß 
schon 2 bis 3 Atmosphären genfigen, 
um gewisse Verbindungen der Pflanze 
zu spalten, 6 Atmosphären und Wärme 
mfissen zweifellos noch einschneidendere 
Veränderungen hervorbringen. Anders 
liegen die Verhältnisse bei dem Aus- 
pressen, üao der Trennung der Extrakt- 
lOsung von dem Holzrfickstand. Hier 
dfirfte der «Druck» unter allen Um- 
ständen zu beffirworten sein. Die ge- 
wöhnlichen Drogenpressen genflgen nicht, 
um alle gelösten Teile herauszupressen; 
hiervon kann man sich in der Tat leicht 
durch nochmaliges Ausziehen und Aus- 
pressen unter höherem Druck fiber- 
zeugen. 

Seit Jahren habe ich Versuche durch- 
geffihrt, die das interessante Ergebnis 
gehabt haben, daß bei Einhaltung der 
gewöhnlichen Extraktionsverfahren mit 
heißem und ksütem Wasser ohn e Druck 
und nachherigem Auspressen mit hohem 
Druck bis zu 150 Atmosphären Mehraus- 
beuten an Extrakt von 1 pZt bis zu 4 und 
5 pZt erhalten werden kOnneu. Hierbei 
ist keine größere Menge Wasser wie 



86 



sonst nötig, wohl aber die Anwendung 
von heißem und kaltem. Wasser nach- 
einander, um auch die Körper in Lös« 
ung und zum Auspressen zu bringen, 
welche besser in kaltem Wasser löslich 
sind. Die betreffenden Extrakte sind 
normal und enthalten möglichst alle 
Stoffe der Droge, auch die, welche bei 
dem gewöhnlichen Druck der einfachen 
Drogenpresse und alleiniger Anwendung 
von heißem Wasser nicht in das Ex- 
trakt hineinkommen können. Eine Spalt- 
ung von Glykosiden, gerbsauren Ver- 
bindungen usw. ist beim Auspressen 
ausgeschlossen, weil die Flüssigkeit nicht 
unter Druck steht, sondern sofort ab- 
läuft und nur das ausgezogene Holz 
schließlich dem hohen Druck ausgesetzt 
wird. Das zurfickbleibende Preßgut 
gibt weder an heißes noch kaltes Wasser 
auch nur mehr Spuren von Extrakt ab. Ich 
meine also, die Hauptsache bei der Ex- 
traktion bleibt, möglichst alle Bestand- 
teile der Droge und diese möglichst 
unverändert zu erhalten. Mit einer 
Erhöung des Druckes beim Pressen 
ist aber weit eher dieses Ziel zu er- 
reichen, als mit einem Druck beim Ex- 
trahieren selbst. 

Derartige I^essen ffir höheren hy- 
draulischen Druck sind auch in klei- 
nerem Maßstabe ffir das Apotheken- 
laboratorium schon in BQcksicht auf die 
Mehrausbeute nicht unerschwinglich und 
und deren Anschaffung bei der schweben- 
den Frage der Selbstdarstellung der 
Extrakte und Tinkturen zu empfehlen; 
ich verweise auf meine Abhandlung 
«iPressen» in der kfirzlich erschienenen 
10. Auflage des Dieterich^schen Manuals 
S. 419 u. ff. Das, was von den Ex- 
trakten gilt, ist auch ffir die Tinkturen 
aufrecht zu erhalten, wo der hydraul- 
ische Druck und damit das schnellere 
Auspressen auch einem Verlust an Al- 
hohol vorbeugt. 

Ich stehe also auf dem Standpunkt, 
daß es ffir die Praxis richtiger und 
sachgemäßer ist, den Druck beim Pressen 
und Trennen der Extraktlösungen vom 
Preßgut besondere Auftnerksamkeit zu- 
zuwenden, als dem Lösen der extr^er- 
baren Stoffe unter Druck, welch letz- 



teres theoretisch gewiss interessante 
Gesichtspunkte ergibt, aber ffir die 
Praxis und das Endergebnis nicht 
ein wandsfrei ist 

Schließlich ist die Aufgabe, den Druck 
beim . Pressen zu erhöhen und zu be- 
grenzen in der Ausfuhrung viel leichter 
zu lösen, als das Extrahieren unter 
Drack, welches umständliche Appa- 
rate und mehr Uebnng erfordert. 



Ueber die neue Sclmellmethode 
zur Bestimmung des EiwelBes 

im Harn. 

Von Dr. Aufreckt, Berlin NW. 

In einer vor kurzem in dieser Zeitschrift 
erschienenen Notiz"^) teilt Herr Apotheker 
Sckelenx in Cassel mit, daß das zum Zwecke 
einer schnellen Bestimmung von Eiweiß 
in Hamen und serösen FlQssigkeiten von 
mir konstruierte Röhrchen bis auf eine 
etwas andere Skala völlig fibereinstimmt 
mit einer Röhre, welche Verfasser schon 
vor 26 Jahren in der Cöthener Chemiker- 
Zeitung, Jahrgang 1886, S. 196 be- 
schrieben, abgebildet und in Stfitzer- 
bach hat anfertigen lassen. Schdenx 
will sogar damit nodi schneller gearbeitet 
haben als idi, weil er das von ihm an- 
geblich angefertigte Röhrchen in einem 
Blechschutzrohre mittels eines Bandes 
schleuderte. 

Ich muß gestehen, daß mich die Mit- 
teilung von Schelenx überrascht hat, 
umsomehr, als ich bei Bekanntgabe 
meines Verfahrens in der Deutschen 
Medizinischen Wochenschrift mit der 
einschlägigen Literatur der letzten 25 
Jahre an& Genaueste vertraut zu sein 
glaubte. 

Da Schelenx in dieser Zeitschrift 
keine näheren Erläuterungen betrefEs der 
Ausführung der von ihm s. Z. benutzten 
Methode gibt, so habe ich mir den von 
ihm zitierten Jahrgang der Chemiker- 
Zeitung beschs^t, aber zu meinem Er- 
staunen weder auf Seite 196 noch an 
einer anderen Stelle dieses Jahrganges 
Angaben, welche sich auf ein Schnell- 



'j Pharm. Zentialh«lle 1909, 997, 



87 



verfahren zur BestimmuDg yon Eiweiß 
im Harne beziehen, gefanden. 

Obwohl die MitteUnng yon Schelenx, 
daB er nach seiner Methode schneller 
gearbeitet hat als ich, wenig wahrschein- 
Uch klingt, wenn man die primitiven 
Hilfemittel berficksichtigt, deren sich 
Schelenx cdamals» bei Ausführung 
seiner Versuche bedient hat, so habe 
ich mich trotzdem entschlossen, das 
von Schelenx angewandte Verfahren 
einer Nachprüfung zu unterziehen, in- 
dem ich die von mir konstruierten Böhr- 
chen in einer einfachen Zentrifuge 
mittels eines Bandes schleuderte. Ich 
habe jedoch den Versuch bald wieder 
ao^^egeben, nachdem ich mich fiber- 
zengt hatte, daß selbst nach 20 Minuten 
langem Schleudern die Niederschlags- 
höhe auch nicht annähernd derjenigen 
gUch, welche bei Anwendung der heute 
allgemein üblichen Laboratoriumszentri- 
fugen erhalten wird. Ich würde 
Herrn Schelenx dankbar sein, wenn er 
seine Mitteilung vervollständigen und 
insbesondere bekannt geben würde, wie 
groß die Umlaufsgeschwindigkeit der 
von ihm benutzten Zentrifuge war. 

Hätte sich das von Schelenx angeb- 
lich schon vor 25 Jahren beschriebene, 
mir bis jetzt unbekannt gebliebene Ver- 
fahren als brauchbar erwiesen, so würde 
es sich in Anbetracht der Tatsache, 
daß Zentrifugen der verschiedensten 
Systeme heute zu den unentbehrlichsten 
Hil&mitteln der Laboratorien zählen, 
in praxi sicher rasch eingebürgert 
haben. 

Farbenreaktion auf Zinksalze. 

Die m Pharm. Zentralh. 61 [1910], 72 
erwähnte Farbenreaktion auf Zinksalze 
von QtrabbiOj die A. del Campo Cerdan 
näher untersucht hat, ist nicht neu! 
Idi habe dieselbe in Gemeinschaft mit 
Becker bereits vor 10 Jahren ein- 
f^ehend beschrieben und schon damals 
Zinkoiyd, Ammoniak, Resorzin und 
Waser, als znr Erzielung der Reaktion 
erforderlich, bezeichnet! Vergl. Pharm. 
ZeDtralL Band 41 [1900], S. 17 und 73. 

Dr. Ä. Sehneider, 



Ueber Rasillit. 

Betrefis Rasillit, eines Rasier- (Ent- 
jhaarungs-) Mittels, hergestellt von der 
Rasillit-Co. m. b. H., Berlin SW 48, 
I Friedrichstr. 238, wurde neulich in dieser 
Zeitschrift (1909, Nr. 62) mitgeteUt: 
«In neueren Proben wurde Magnesium- 
sulfid, Amylacetat und MenUiol, in 
früheren Calciumsulfid gefunden.» Bei 
der Analyse einer im Dezember 1909 
direkt von der Firma bezogenen Probe 
der Ware habe ich teilweise ganz an- 
dere Bestandteile gefunden. 

Das grauweiße, teilweise aus verhält- 
nismäßig groben, harten Mineralpartikeln 
bestehende Pulver riecht stark nach 
Zimt- und Bittermandelöl, welcher 
Geruch jedoch nicht — besonders nach 
vorschriftsmäßigem Verrühren des Prä- 
parates mit Wasser — vollständig den 
von Schwefelwasserstoff verdeckt. Zu 
einem bedeutenden Teil (31,6 pZt) be- 
steht das Präparat aus in 2proz. Salz- 
säure, unlöslichem, ffir den beab- 
sichtigten Zweck offenbar unwirksamem 
Mineralpulver (Aluminium- und Mag- 
nesiumsilikat nebst Strontiumsulfat). Un- 
gelöst bleibt auch, bei Behandlung des 
Präparats mit verdfinnter Salzsäure, 
Stärke, wohingegen — unter reich- 
licher Entwicklung von Schwefelwasser- 
stoff — Sulfid von Strontium und 
Magnesium sowie Sulfid (event. Oxyd) 
von Zink in Lösung gehen. Die Ver- 
hältnisse sind folgende: 

In Salzsäure lösliches Strontium (be- 
rechnet als Oxyd) beträgt 26,2 pZt des 
Präparats. 

In Salzsäure lösliches Zink (berechnet 
als Oxyd) beträgt 18,2 pZt des Prä- 
parats. 

In Salzsäure lösliches Magnesium (be- 
rechnet als Oxyd) beträgt 2,7 pZt des 
Präparats. 

Mit negativem Resultat ist u. a. 
geprüft worden auf Calcium (nur in 
Spuren vorhanden), Barium, Kalium, 
Natrium, Menthol, Amylacetat. 

Die Mitteilung des Vorstehenden, ver- 
glichen mit den zuvor erhaltenen Ana- 
lysenresultaten, scheint mir insofern von 
Interesse, als sie ein Beispiel (lafflr 



86 



bildet, wie unter einer and der- 
selben Bezeichnung Waren der ver- 
schiedenartigsten Beschaffenheit 
und Zusammensetzng auf den Markt 
gebracht werden. 

üpeala, im Januar 1910. 

Carl Th. Mömer, 



Was versteht man unter 

Fleisohsaft ? 

Von einem in hervorragender Stell- 
ung befindlichen Gelehrten unseres 
Faches wurde neulich vor Gericht aus- 
gesagt, daß wenn der Arzt cFIeisch- 
saft» verordne, der Apotheker verpflichtet 
sei, cSuccus Camis recenter expressus» 
abzugeben, d. h. die lediglich durch 
kaltes Auspressen von rohem Fleisch 
gewonnene IHfissigkeit. Damit stimmt 
fiberein die Vorschrift in dem Handbuch 
der Pharmazeutischen Praxis von Hager 
1888. In der Auflage von 1900 da- 
gegen sucht man vergebens nach einer 
solchen Erklärung oder Vorschrift ffir 
Fleischsaft. 

Anstatt dessen finden sich unter dem 
Namen Liebtg'scher Fleischsaft und 
«Succus Camis recens» zwei Voi Schriften 
ffir mit Hilfe von Salzsäure, Kochsalz 
und Wasser zu gewinnende Preßsäfte. 

Da anzunehmen ist, daß die Verfasser 
in der erwähnten Aenderung eine Ver- 
besserung erblicken, so scheint offenbar 
nicht die wfinschenswerte Uebereinstimm- 
ung darfiber zu herrschen, was unter 
Fleischsaft zu verstehen ist. 

Nebenbei bemerkt sei, daß der von 
der Bayerischen Ergänzungstaxe ange- 
setzte Preis von 1,20 Mk. für 100 g 
unverhältnismäßig niedrig erscheint an- 
gesichts der zur Herstellung nötigen 
Menge Fleisch (etwa Vs ^ == ^0 Pfg. 
bis 1 Mk.). 

Um gefällige Aussprache .hierflber 
wird gebeten! Dr. J. E. 



Zum Nachweis ganz kleiner 
Mengen Zucker im Harn 

empfiehlt G. Bohmanasohn den Harn vor 
Anstauung der Bednktionq>robe mit Tier- 
koUe und Salzsäure bezw. Alkohol zu be- 
handeln, um das üroehrom zu entfernen. 



Man verfahrt in der Weise, daß 10 eom 
Harn mit 2 eem 25proaB. SaliBänre und 5 g 
tenehter Tierkohle versetst etwa 1 Minute 
geeehflttelt werden. Nach dem F&trieren 
neotraliaert man mit Natronlauge. 
B0rl mm.Woeh0n$ekr, 1909, 1660. ->te— 



die 



- Ouajakolöl- 
fiinspritzungen, 



Ledthinum purum Merck 1,0 

Guajaeolnm abeolntum 1,0 

Oleum Olivarum spirltu lavatum 
et steriliaatum ad 10,0 

bestehen, werden naeh R. Lethert m fol- 
gender Weise bereitet 

Etwa 12 g bestes OlivenOl werden mit 
etwa 6 g 95proz. Spiritus in einer Por- 
zellansehale auf dem Wasserbade bis znr 
völligen Verdamptong des Alkohols und 
etwaigen Wassers erhitzt Naeh dem Er- 
kalten auf 40^ C vermiseht man vorsiehtig 
in einem angewärmten Mörser 2 g dieses 
Oeles mit dem Ledthin und Guajakol, in- 
dem man starkes Schäumen vermtidet 
Alsdann setzt man allmählieh von dem Oel 
noch etwas hinzu, seiht die Lösung in 
ein weithalsiges Glas dureh und spfllt 
den Mörser mit etwas Oel naeh, worauf 
man die Gewiehtsmenge der Lösung auf 
10 g erginzt 
BaU. Pharm, Monatsh. 1909, 144. —!».-> 



Zur Haltbarmachung von 
Fruchtsäften. 

Zufolge der in den beteiligten Kreisen herr- 
Bohenden Ünsloherlieit über die znlissigen Mittel 
zar Haltbarmachnng von Fmchtsäften hatte die 
Handelskammer Dresden beim Eönigl. Sttohs. 
MiniBteriom des Innern angeregt, die einschläg- 
igen YerhSltnisse sa prüfen and in einer Ver- 
ordnung die für zulässig erachteten Konseirier- 
ungsmittel mit Angabe des Vomhundertwertes 
genau festzustellen. Das KönigL Ministerium 
d. I. hat indessen davon Abstand genommen, 
die Verwendung tod Konservierungsstoffen, wie 
Salizylsäure, Borsäure, Benzoe- und Ameisensäure, 
Fruktol und dergl., in der Nahrungsmittelindustrie 
amtlich zu regeln, da dem liiniBterium die Ver- 
wendung aller dieser Stoffe überhaupt bedenk- 
lich erscheint. Das Ministerium weist darauf 
hin, daß den Fruchtsaft[a:e8sem dieWahl zwischen 
dem Pasteurisieren und dem Alkoholzusatz 
bleibe, Verfahren, die sich bisher als brauchbare 
EoneerrierungSTerfahren erwiesen hätten. 

Dreatkmr Änxeigtr 1910, Januar. 



89 



Neue Anmeimittel« Spesialitäten 
und Vorschriften. 

dÜAOiol-Deoi-Pl&ttohen rind Tabletten, 
von denen jede 0,1 g Ohinosol entiillt IMe 
LOeiuig einer Teblette in 250 oem Wasser 
genügt snr Mnndsptthingi eis Onrgel- nnd 
Zehnwaeeer, nm Ansteeknngen doreh Erank- 
heHnkeime m yerhindem nnd der Verderb- 
nki der Zähne vonnbengen. Drei bis fflnt 
Pllttehen in der g^eiehen Menge Wasser 
gelöst geben ein Wnndwasser nnd allseitiges 
Desinfektionsmittel. Darsteller : Franx 
Friizsche dk Co.y Ghinosol-Fabrik in Ham- 
burg 39. 

Dysphagin Hr. I sind Tabletten, die 
Kokain, Menthol, AnSsthesin, Natriambiborat 



nnd Aromatika enthalten. In Hr. 11 fehlt 
das Kokain. Hr. in besteht ans Anlsthesm, 
Zitronensftnre, Tannin nnd polymerem Aln- 
mininmaeetat Anwendung finden sie bei 
Angina sowie Halsleiden. Dysphagin ist 
nieht zn verweehseln mit Dysphagie- 
Tabletten (Pharm. Zentralh. 38 [1897], 
180; 60 [1909], 150). DarsteUer der 
Dysphagin - Tabletten: Ghemisefae Fabrik: 
Ooedecke & Co. in Leipzig. 

Eosserin ist ein Antitoxin des Sehweine- 
rotlanfs. DarsteUer: Meister^ Lucius dk 
Brütmig m Höchst a. M. 

Kasea ist der gesofafltzte Handelsname 
ffir überfettete Albumosensdfe, die von 
TT. Mielck m Hambnrg 36 dargestellt 
wird. J3. M&nHel. 



Neue Arsneimittel und Spezialitäten, 

ftber welche im Jannar 1910 berichtet wurde: 



Adrenalin Seite 56 | 


Fibrolysio Seite 16 


AKtroma 


66 


Formlactol-Tabletten 51 


Alsol 


36 


Galafer 4 


ADtiphlogistine 


66 


Qelonida 51 


Antistrepiokokken- Semm, 




Olutnbes 4 


Pohnirski^E 


4 


Hdobster Tabletten A. 53 


ArsanSmin 


30 


» * B. 53 


Aspirin 


60 


Jothion 16 


Atüiyl 


67 


Kaubalsam «Sahir» 30 


Atropin-Metbylbromat 


77 


Laktolayol 4 


Aatomors 


4 


Mercuriale 4 


Oarbenzym 


51 


Merjcdin-Tabletten 51 


Godnool 


4 


Orphol 30 


Gommain 


4 


PtUmirski^B Antistrepto- 


CoryfiD 


57 


kokken-Serum 4 


Dsnxol 


30 


Fepsin-Eisen-Schokolade, 


Dnotal 


69 


Starke's 66 


Eiaeo-Nähr-Eakao, Starke^ 


{ 66 


Pergenol 7, 77 


Emodella 


30 


Penstaltin 66 


Eocapren 


30 


Pheoylsalizylat 69 


Eucerin 


68 


Plantaoid-Alkalioitrate 4 



Plantacid-Kaseio-AlkaU Seite 4 
PohTs Tabletten f. Lumbal- 

anSsthesie 53 

F. V. 4 

Bespiratin 74 

i^i^er'scbe Lösung 51 

Salipyrin 69 

S. B. £. 4 

Sensibilisierte Bazillen- 
Emulsion 4, 51 
T. B. V. 4 
Tbiodin 78 
Tbomaqna 66 
Torosan-Tabletten 51 
TV-eii^'sohe Tabletten 51 
Tabeikolonastin 51 
ümsohlag-Patronen«Stat]m» 30 
Verobromal 30 
Xerase 6S 
Zinkopyrin 51 

H, Menixel. 



Ajowanöl, 

das in Pharm. Zentralh. 60 [1909], 1003 
schon erwfthnt wurde, wird aus den Frflehten 
von Flyehotis coptica 2>. C. (Oarum Ajo- 
wan Benth und Hook)y riner ümbellifere, 
in einer Menge J^von 8 bis 4 v. H. ge- 
wonnen, fis ist eine fast farblose bis brftun- 
lieh geflbrbte^ FItlssigkeit von starkem Thy- 
flosogerneb nnd scharfem brennenden Qe- 
tAwäA. Den Oel entbUt 45 bis 55 v. H. 



Thymol, wfthrend der übrige Teil aus Kohlen- 
wasserstoffen besteht, die unter dem Namen 
Thymen als Selfenduftstoff in den Handel 
kommen. Das Ajowanöl wird in Indien als 
Heilmittel gebraucht, in Europa fast nur 
zur Darstellung von Thymol verwendet. 

Es ist nicht zu verwechseln mit dem 
Ayapanaöl (Pharm. Zentralh. 49 [1908], 
343. 

Pharm, Ztg. 1910, 67. — <».— 



90 



Zur Bereitung von ünguentum 
Hydrargyri oinereum 

in kleinen Mengen bringt Dr. B. Bömer 

Qaeoksilber 300 g 

waflBerfreies Wollfett 4 5 g 
RisinnsOl 45 g 

in eine halb damit gefüllte Btarkwandige 
Fiaschey erwärmt im Dampfbade nnd sehüttelt 
bis zum Erkalten. Am nftdisten Tage wird 
wieder erw&rmt nnd bis znm Erkalten ge- 
sehüttelt Dies Verfahren wurd zweimal 
täglich wiederholt^ bis das Qaeoksilber vor- 
sehriftsmäßig getötet ist Darauf wird dies 
Oemiseh in ein nahezu erkaltetes Gemenge 
von 

Seh weinefett 310 g 

Talg 200 g 

eingetragen nnd gnt durehmisehi 

Zar Darstellung von Queoksilbervaso- 
liment schmilzt man 

Talg 60 g 

(oder Talg und weißes 

Vaselia je 80 g) 

Oelsäure E. B. 30 g 

weingeistige Ammoniak- 

fiüssigkeit 10 g 

und erwärmt vorsichtig im Dampfbade, bis 
der Alkohol verfltLchtet ist und setzt darauf 
soviel von der Qnecksilberschüttelung hinzu, 
daß ein 33proz. Qnecksilbervasoliment er- 
halten wird. 



Äpoth.'Ztg. 1909, 887. 



jB, M, 



ZuckerrohrwachB 



kann nach Wynbeig aus dem bisher fast 
wertlosem Preßschlamm der Rohrzncker- 
fabriken gewonnen werden. Dieser enthält 
in getrocknetem Zustande etwa 30 pZt 
Zucker und 12 pZt Wachs, die beide ge- 
wonnen werden können. Der rohe Preli- 
schlamm wird m kleine Stücke gebrochen, 
an der Sonne oder mit Abgasen getrocknet 
und mit geeigneten Lösungsmitteln, wie 
Benzin, Schwefelkohlenstoff oder Tetrachlor- 
kohlenstoff ausgezogen. Der im RtLckstand 
verbliebene Zucker kann nach Entfernung 
des Wachses leidit ausgelangt werden. Aus 
dem Extrakte erhält man ein festes, gelbes 
bis braunes Rohwachs, das durch Kristall- 
isation aus Benzin In eben weichen, hellen 
und verseifbaren und in einen harten, dun- 



kehl und unverseifbaren Anteil getrennt 
werden kann. Aus letzterem erhält man 
durch Reinigung mittels Chlor, EaoBn und 
Destillation em weißes, glänzendes Rohr- 
wachs von Aber %0^ C Schmelzpunkt, dms 
in jeder Hinsicht dem Gamaubawachse gleiA- 
wertig, aber s^ wertvoll ist 

Chem.'Ztg, 1909, Bep. 423. 



—ne. 



Zur Untersuchung von Eresol- 
seifenlösungen, 

welche von Hebammen laut Blinisterialerlaß 
zu verwenden sind, schlägt Dr. O. Wamecke 
folgendes Verfahren vor. 

20 ocm der Eresolseife werden im ge- 
wogenen Fraktionskolbcn von etwa 50 ocm 
Inhalt mit aufgesetztem Thermometer der 
fraktionierten Destillation unterworfen, wo- 
bei em graduiertes Beagenzrohr, das duroh 
Eintauchen in Wasser gekflhlt wud, als 
Vorlage dient Sobald dichte Nebel im 
Kolben entstehen und gelb gefärbte Tropfen 
übergehen, wird die Destillation unter- 
brochen. Der KolbenrOckstand wvd ge- 
wogen. 

Eine vorschriftsmäßig hergesteUte 
Kresolseife liefert folgendes Ergebnis: 

Die DestiUation beginnt bei 96 bis 100 <>, 
die Wärme steigt schnell auf 196 bis 199 
bis 204 (bis 2080). In der Vorlage be- 
findet sich 

eme obere Schicht, zunächst milchig ge- 
trübt, 

bei 96 bis 100 ^ übergegangen, 3 ocm 
Alkohol und Wasser, 

eine untere Schicht, wasseiliell, klar, 

bei 100 bis 196^ = 1 ccm meta-Kresol, 

bei 199 bis 208 ^ — 9 ccm metarKresol. 

Rückstand im Kolben, grünlich braune 
Kaliseife, fast völlig frei von Kresolgetudh 
= 7 g. 

Der Inhalt des Kolbens wfard nun mit 
10 ocm Phosphorsäure und 10 bis 20 ocm 
Wasser versetzt und bis zum LOsen und 
völligem Zersetzen der Seife erwärmt, worauf 
der Oesamtinhalt des Kolbens in ein gra- 
duiertes Rohr gegossen wird. 

Die Leinölsänre scheidet sich^ als ''gelb- 
braune in der Kälte dickflüssige obere Schicht 
von 7 ccm ab. Die untere wässerige^ sauer 
reagierende Schicht ist fast völlig klar. Zur 



91 



TreDBODg beider Sehiehten filtriert man den 
ganm Rohrinhalt dnreh ein nisses FUter. 
Dm wieeerige Filtrat wird mit etwas Sal- 
petersäure venetzt nnd wird dnreh Silber- 
nkrat nur aehwaeh opaBaierend getrflbt, 
wihread Baitnmnitrat fast keine Trübung 
henrormft 

Die ant dem Filter verbleibende LeinOl- 
Bänre wird in einem Sehälehen über sohwaeher 
Flamme auf etwa 210 bia 220^ erhitzt; 
worauf man ihre Jodzahl beatimmt 

Eme naeh diesem Verfahren ontersnohte 
IVobe Yon Lysol ergab: 

DeataUat bei 95 bis lOb^ = 3 eem 

bis 190<> = 1 eem 
140 bis 1970 = 9 ccm 

Rüekstand 7 g Seife = 7 eem Oelsänre, 
Jodzahl 163,3. Außerdem war riel Chlor 
und etwas Sulfat nachweisbar. 



Äpoih.'Ztg. 1009, 650. 



^tx.— 



Bei der Bestimmung der Säure 
im Wasserstoffperoxyd 

ist es naeh H. Endemann erforderlieh; das 
Wasseratoffperoxyd vollstftndlg dnreh Natron- 
lange in der W&rme zu zerstören. Die ein- 
gehe Titration in der Kälte gibt zu niedrige 
Werte. Zu 500 eem gebränehlieher Wasser- 
stoffperoxydlüeung werden 10 bis 15 eem 
V^-Noiraai-Natronlauge zugesetzt^ in einer 
Platinaehale aehwaeh erwärmt, bis die Saner- 
atoffeatwieklnng aufgehört hat, wieder er- 
kalten gelassen und dann naeh Zusatz von 
Phenolphthalein mit V5 - Normal - Salzsäure 
surttAtitriert. Die Zersetzung des Wasser- 
itoffperozjds in Glaagefäfien ist zu ver- 



Okem.'Zig. 1909, Rep. 29^. 



L-Arabinose und d-Olykose als 

Spältangsprodukte des Saponins 

aus den Blättern von Folyscias 

nodosa Forst. 

lo dieser Araliacee fand Ä^ W. van der Haar 
im Ssponin ron der ZnsammensetzuDg C^sH^tOio- 
DaB'Polyscias-Saponin zerfiel bei der hydrolyt- 
ttohen Spaltung mit 2proz. Sohwefelsäore unter 
fTiasennfiialune in 36,15 pZt Sapogenin, 37,62 
pZt d'&lykoae und 38,08 pZt l-Arabinose. 

AreUp der Pharm. 1909, 213. PI 



Eine neue Farbreaktion für 
Eisenoxydulsalze 

besehrdben A. Richaud und Bidot Wenn 
man zu einer EisenoxydulsalzlOsung einige 
Tropfen Phosphorwolframsäurereagenz hinzu- 
fflgt und mit Natronlange stark alkaliseh 
maehty so entsteht eine bleibende Blaufärb- 
ung. Die Empfindlichkeit der Reaktion ist 
außerordentlich groß. Sie kann zum Nach- 
wdse von Harn in Wäsehe^ von Mileh und 
von Magensaft benutzt werden. Mit Blut- 
serum erhält man die Blaufärbung nicht. 
Auch in Mmeralwässem kann ein Eisen- 
gehalt auf diese Weise leicht ermittelt we^ 
den. 



Ckem.'Ztg. 1909, Rep. 214. 



—he. 



Die Trennung von Nickel und 

Kobalt 

nach dem Verfahren von Bosenkeim und 
Huldschinsky ist nach den Untersuchungen 
von Dr. M. Pritxe bei Legierungen, in 
denen neben großen Mengen Nickel (98 bis 
99 pZt) nur wenig Kobalt (2 bis 1 pZt) 
vorhanden ist; nicht quantitativ. Das Ver- 
fahren beruht darauf, daß daa Eobalt- 
ammoniumrhodanid in einem (Gemisch von 
Amylalkohol und Aether IMidh ist, während 
das Nickelsalz ungeUtot bleibt. Die bdden 
Salze können also durdi Ausschüttehi ihrer 
wässerigen LOeung mit dem organisehen 
Lösungsmittel getrennt werden. Bei dem 
angegebenen Mengenverhältnisse der beiden 
Metalle bleiben aber wechselnde Mengen von 
Nickel beim Kobalt Zur Trennung dieser 
von dem Kobalt eignet sich aber eine Be- 
handlung mit Dimethylglyoxim besser als eine 
zweite Ausschüttelung. Auf diese Weis er- 
hält man praktisch völlig übereinstimmende 
Werte. 

Ohem.'Ztg. 1909, 694. —he. 



Die quantitative Bestimmung des 
NaphthaUns als Pikrat 

nach der Methode von Coltnan- Smith liefert 
nach TT. P. Jorissen und J, Butten stets ge- 
nau gleiohe, aber zu niedrige Ergebnisse. Die 
Resultate werden sber genau, wenn eine kon- 
zentrierte Pikrinsäurelösung angewendet wird, 
was sich durch die Pbasenregel erklären läßt. 



Chetn.'Ztg. 1909, 1223. 



-he. 



92 



Die Sterilisation von Novooain- 
Suprarenin-LöBungen. 

Zn dem in Nr. 3, 8, 53 unter dieser 
Uebersehrift abgedmekten Berieht erhielten 
wir von den Farbwerken vorm. Meister, 
Lucms dh Brüning in HOehst a. M. die 
naohstehend abgedmekte Mitteilung: 

«In Nr. 3 Ihrer geschätzten Zeitsehrift 
sehen wir ein Referat der Arbeit von Pro- 
fessor Dr. Braun in der cDentsehen Medi- 
zinisehen Woehensehrift» 1909, Seite 2316. 
Es ist richtig, daß Homorenon und die 
ähnlichen Derivate schwidier wirken, als 
das natürliche Organ-PH^[Murat. 

Das synthetische links -Suprarenin aber 
steht diesem in nichts nach. Dem Verfasser 
der Arbeit: «Die Sterilisation von Novocaln- 
Suprarenin-LOsung» ist msofem ein Irrtum 
unterlaufen, als er das sjmthetbdi darge- 
stellte Links- Suprarenin mit dem Rechts- 
Suprarenm verwechselte. Das synthetisch 
dargestellte Links-Suprarenin hat Herr P^ 
fessor Braun nicht geprüft, sondern das 
Rechts-Suprarenin und beziehen sich 
die am Scblusse seiner Arbeit gemachten 
Angaben auf das letztere. 

Die Trennung des synthetisch dargestellten, 
optisch inaktiven Suprarenins in seine beiden 
Bestandteile, nimlich das Rechts- und Links- 
Suprarenin war der Schlußstein der Syn- 
these des Suprarenins, die lange Zeit hin- 
duroh die besten unserer Chemiker be- 
schäftigt hat Da das synthetisch darge- 
stellte Lduks-Suprarenin nicht nur in seinen 
chemischen sondern auch in seinen 
physikalischen und somit auch in seinen 
physiologischen Eigenschaften vollständig 
Identisch' mit dem aus Organen gewonnenen 
Präparate ist, so kann selbstverständlich 
kein besonderer Unterschied in der Wirk- 
samkeit der beiden existieren. AndererseitB 
muß betont werden, daß es leichter ist, em 
synthetisch dargestelltes Präparat vollständig 
rein zu gevrinnen, wie em Organ-Präparat, 
weich letzterem trotz subtilster Darstellung 
immerhin Spuren von EiweißkOrpem an- 
haften können. Hieraus erklärt sich auch, 
daß das synthetische Links-Suprarenin besser 
haltbar und noch etwas stärker wirksam ist 
wie das Organ-Präparat 

Herr Professor Braun hat bereits Schritte 
getan, seinen Irrtum in der «Deutschen 
Medizinischen Wochenschrift» zu berichtigen 



und wird diese Berichtigung in der nächsten 
Nummer dieser Zeitschrift erscheinen. 

Wv bitten Sie, diese Berichtigung auch 
in Ihrer geschätzten Zeitschritt bringen zu 
wollen, da & unrichtige Angabe über das 
Links-Suprarenin geeignet ist, das Präparat 
ungerechtfertigt m Mifikredit zu bringen.» 



Die Frage, ob da48 Nikotin im 

Tabakrauclie in freiem oder 

gebundenem Zustande 

vorhanden ist, 

wurde von verschiedenen Beobachtern ver- 
schieden beantwortet Heubd und KißKng 
behaupteten, das Nikotin wA im Tabak- 
rauche h gebundener Form als organisch 
saures Salz vorhanden. Sie folgerten das 
besonders daraus, daß das gebundene Ni- 
kotin gegen ffitze beständiger sei, als die 
freie Base. 

Demgegenfiber stellten aber Cahours und 
Eiard fest, daß freie Nikotindämpfe selbst 
beim Durchleiten durch rotglühende BOhren 
nicht verändert werden, und nach Ansei- 
mino befindet sieh das mkotm im fermen- 
tierten Tabake größtenteils im freien Zn- 
Stande. 

Zur Entscheidung dieser Frage verfuhr 
J. T6th in der Weise, daß 300 Stilck ge- 
wöhnliche Zigarren mit Hilfe eines Aq>i- 
rators verraucht, und die Gase durch 3 
Olaszylmder von 28 cm HAhe und 8 em 
Durehmesser, die mit Watte gefällt waren, 
und durch 2 mit Wasser zur Hälfte geflUite 
Woulff^BAe Flaschen geleitet wurden. 
Nach Beendigung des Verrauchens wurde 
die Watte mehrmals nacheinander mit Aefher, 
Alkohol und Wasser ausgezogen. Der äther- 
ische Auszug wurde auf 600 ccm, der 
alkoholische und ' der wässerige auf je 300 
ccm auf gefällt Auch der Inhalt der Woulff- 
sehen Flaschen wurde auf 300 ccm ge- 
bracht und getrennt bdiandelt Sämtliche 
Auszfige waren von dunkelbrauner Farbe, 
so daß direkte Titrationen selbst bei An- 
wendung von Fluoreszeln nicht durchführ- 
bar waren. Deshalb wurden 10 ccm des 
ätherischen Auszugs nach freiwilligem Ver- 
dunsten des Aethers mit so viel Oips ver- 
rührt, daß die Ifasse scheinbar ein trocknes 
Pulver darstellte, und in einem Sehüttd- 
izyBnder 100 ccm AetherBenzin zugesetzt 



93 



und öntor hluGgem Schüttelii 12 Standen 
lang stehen gelassen. Weitere 10 oom des 
Anssags worden mit 10 eem 20proz. Ns- 
tronlange yersetzt nnd dann in gleieher 
Weise behandelt Es worden im ersten 
FUh 8,8 eem yiQ-l^ormtl'BdxweSeMatt^ im 
zweiten 9 eem verbranoht In 20 eem des 
Anamgs wnrde dann noeh das (Gesamt 
nikotin in der Weisf bestimmt, daß der 
Yerdanstnngsrüokstand in einem Ersikkator 
4 Tage über konzentrierter Sehwefels&nre 
gehalten, dann in 100 eem Waaeer gelOst 
wurde. Naeh dem Alkalisehmaohen 

wurden 40 eem davon abdestiUiert, das 
Destülat naeh dem Ansloem emgedampft 
irad darin das Nikotin besimmt Es worden 
wieder 9 eem Säure auf 10 eem Aussug 
▼erhraneht Der RQekstand des itherisehen 
Baaehauflsugs enthält also kein Ammoniak. 
In gleieher Weise wnrde aoeh das alkohol- 
leehe Watteextrakt ond das wänerige Ex- 
trakt untersneht Letsteres enthielt kern 
ISkotin. In den Wasehwässem der Wouiff- 
•eheB Fhsehen war kern gebundenes, eon- 
dem nur freies Nikotin enthalten« Im gan- 
len wurden aus den 300 Stäek Zigarren 
im Banehe 8,786 g ah Nikotm bereehnete 
freie organisehe Basen und nur 0,661 g 
im gebundenen Zustande erhalten, so dafi 
die organisehen Basen des Tababraoehs zu 
93 pZt in freiem Zustande eind. 
Ourn^-Ztg. 1909, 866. —ke. 



Ueber den molekularen Verlauf 
der Hydrolyse der Fette 

hat J. Kellner eme Arbeit verOffentiieht. 
Er hatte bei der allmonatliehen Betriebsab- 
rechnung unter der Annahme einer voll- 
itändigen Anbpaltong des Fettmoleküls einen 
Glyserinverhist von 10 bis 11 pZt der 
theoretiidien Menge beobaehtet, während 
genaue Yersnche ergaben, daß der dureh 
die BetriebsFahäitniBse bedingte Olyierm- 
veilnrt nur etwa 0,9 pZt betragen konnte. 
INeser sehchibare Olyzerinverlust konnte 
nun auf die BiMung von Diglyxeriden nnd 
Monoglyaseriden beruhen, deren BOdung in 
partieU vemiften Fetten vor allem Lew- 
kxnoitseh behauptet, während sie von an- 
deren bestritten wvd (vergl. Pharm. Zentralh. 
60 [1909], 138). Dureh längere Versuehe 
kam Yerf« darauf daß die Vorgänge bei 



den einseinen Verseifnngsveifahren völlig 
versehiedene efaid. Deshalb hat erzunäehst 
die Verseifnng mit Alkali unter gewOhn- 
Uehem Druek und die Autoklavenverseifnng 
näher untersneht Bb wurde in versehie- 
denen Stadien der Verseifnng aus der Be- 
aktionsmaeee das Fett mit verdfinnter 
Sebwefelsäure abgesehieden nnd darin neben 
Säuresahl, Verseifungssahl das Glyierin be- 
stimmt, und dieses in Vergleieh gestellt zu 
dem unter der Annahme tetramolekularer 
Spaltung bereehneten Olyseringehalte. Da- 
bei ergab sieh, daß bä der Alkaliver- 
seifrmg in wässeriger LOsnng die gefun- 
denen und bereehneten Olyierinmengen 
übereinstimmten, d. h. unter diesen Um- 
ständen verläuft die Spaltung wirklidh tetra- 
moleknlar ohne Zwiseheobildung von Di- 
und Monoglyseiiden. Dagegen überstieg bei 
der Antoklavenveiseifung, gldehgiltig, ob 
unter Zusats von Zinkoxyd oder ohne diesen 
gearbeitet wurde, die wirklieh vorhandene 
Olyaerinmenge die bereehnete gans be- 
deutend, so daß also die Bildung von 
Zwisehenkörpem dabei angenommen werden 
muß. Bestätigt wurde diese Annahme aueh 
dadnreh, daß die VeiseifungSBahl des neu- 
tralen Anteils der partiell verseiften Fette 
niedriger war, als die ursprünglidie Ver- 
seifungssahl. Verf. sehiebt die Versehieden- 
heit der bdden VerseifnngsvorgäDge darauf, 
daß bei der AlkaUverseifung die freigewor- 
denen Fettsäuren an das Alkali gebunden 
werden, während sie bei der Autoklaven- 
verseifnng sum größten Teile frei bleiben. 
Chem.'Ztg, 1909, 453. —he. 



Ueber die Gefahren 
der gebräuchlichen Sauerstofi- 

anwendung 

verüffentlieht Dr. Oskar Blumenthai eme 
kurze lütteilung, die darin gipfelt, daß an- 
stelle eines Stahlzylinders mit Sauerstoff em 
solcher mit Stiekst.off geliefert und zur 
Verwendung gekommen war. Verfssser em- 
pfiehlt daher den Inhalt friseher Sauer- 
stoffzylinder vor Ingebranohnahme wenig- 
stens der einf sehen Prüfung mittels des 
glimmenden Holzspans zu unterwerfen. 
Müneh. Med. WoehMsekr. 1909, 2483. H. M- 



94 



Ein Reagenz für Phenole. 

Im Laafe mikroehemiaoher Unteraaehangeii 
von Vegetabilien verwendete Jf. J. Pougnet 
eine Misehong von verdünnter Sohwefel- 
Bilare mit Formel. Die dabei gewonnenen 
Ergebniaae führten ihn dahhi; die Einwirkung 
dieses Reagenzes auf verschiedene KOrper 
besonders die Phenole festzustellen. Die von 
ihm benutzte LOsung war folgende: 

Reine Sohwefelsiure 60 ^ 10 oom 
Destilliertes Wasser 10 oem 

Fonnoly 40prozentiges 20 TVopfen 
oder besser: 

I. Destilliertes Wasser 10 eom 
Formol; 40prozentiges 20 Tropfen 
IL Reme Sohwefelsiure 60^. 
Beide Flüssigkeiten sind kurz vor dem 
Gebrauch zu gleichen Teilen zu mischen. 
Die dabei entstehende Erwärmung begünstigt 
die Reaktioü. 

Das Reagenz gibt Niederschläge oder 
kennzeichnende Färbungen mit den Phenolen 
und Körpern, welche wenigstens eine Phenol- 
gruppe enthalten. Es war sehen von Mar- 
quis zur Erkennung des Morphin empfohlen 
worden; gibt aber mit ihm eine nicht so 
diarakteristisehe Reaktion wie mit den Phe- 
nolen. 

Zur Ausführung der Reaktion verfährt 
man folgendermaßen: 

A. Pulver und Kristalle: Etwa 
0,2 g bringt man in ein Reagenzglas und 
fügt 1 ocm Reagenz I, darauf 1 oem Re- 
agenz II hinzu. Man erhält Niederschläge, 
welche sich bisweilen In eber zehntel Se- 
kunde bilden und bei geringer Erwärmung 
allmählich dunkler werden. 

B. Lösung: In Rücksieht auf den 
Wa»ergehalt fügt man zu 1 ccm dieser 
1 ocm reine Schwefelsäure und 2 Tropfen 
40proz. Formel hinzu. Man erhält dann 
die gleichen Ergebnisse, wie vorher. 

Verfasser machte folgende Beobachtungen 
bei: 

Phenol: rosa Niederschlag, beim Erwärmen 
dunkler. 

Pyrokatechin: weiBlicher Niederschlag, dar- 
auf lila,* beim Erwärmen braun. 

Resorzin: weißer Niederschlag, geht 
bald in rot über, schnell beim Erwärmen. 
Die Endfarbe ist ein schönes Rotponoeau. 
Diese Reaktion zeigt noch Viooooo *°' 



Hydroehinon : schmutziggrauer Nieder- 
schlag, braun in der Wärme. 

Pyrogallol: Wdnhefe- Niederschlag, sehr 
stark. 

Phlorogluem: krümeliger blafigelber Nie- 
derschlag, goldgelb in der Wärme. 

Ordn: schöne Mahagonifarbe. 

Guajakol: wie Pyrokatechin. 

Eugenol: ziegelroter Niederschlag, schwarz 
m der Wärme. 

Vanillin: in der£älte geibgrünliche Färb- 
ung, beim Erwärmen granat, später rot- 
braun. 

Parakresol: weiOgräulieher Niederschlag. 

Trikresol: dunkelvioletter Niederschlag. 

Buehenkreosot: roter Niederschlag, über- 
gehend in violett, später braun« 
a-Ni^hthol: weißrosa Niederschlag. 

^-Naphthol: rosa Niederschlag, der auf 
einer großartig grün fluoreszierenden FUsrig- 
keit schwimmt, vöUig gleich der des Fhio- 



/i- Jodonaphtfaol : brauner Niederschlag, die 
untere Flüssigkeit fluoresziert ebenfalls sehr 
stark grün. 

Salizylsäure: weißer Niederschlag. 

Natriumsalizylat: ebenso. 

^-Naphtholsalizylat: gelbe Färbung, braun 
beim Sieden. 

Acetylsalizylsäure: rosa Niederschlag. Bei 
Verwendung des unverdünnten Reagenzes er- 
hält man eme schöne rote Färbung, ähnlieh 
der des Morphin. 

Parachlorphenol: weißer, leicht rosa Nie- 
derschlag. 

Diamidoresorzin: gelbe Flbrbung beim 
Sieden. 

Oallussäure: purpurrote Färbung, wie bei 
Morphin. 

Dibromgallussäura: ebenso. 

Tannin: rosa Niederschlag, braun in der 
Wärme. 

Diaoctyltannin: rotbrauner Niederschlag. 

Wismutoxyjodgallat: rotbrauner Nieder- 
schlag in der Wärme. 

Thymol: gelber Niederschlag, rotbraun in 
der Wärme. 

Asaprol: brauner Niederschlag. 

Chrysophansänre: rotbraune Färbung mit 
unverdünntem Reagenz. 

Morphin: purpurrote Färbung. 

Kodein und Heroin: ebenso. 



95 



MyrottD: groOartige smaragdgrüne Färb- 
ung. 

Verbiser hat bei Resorzm und Morphin 
den Formaldehyd dnroh Aoetaldebydi Anie- 
aldehyd, Paraldehyd^ Aoeton und Benzaide- 
byd ersetzt und folgende Beobachtungen 
gemaeht: 

Aoetaldehyd: Resoradn: sohmntzig gelber 
Niederschlag, Morphin: orange Flbrbang, 
sptter granat, darauf braan. 

Pturaldehyd : Resorzm : dnnkelgrfin; später 
schwarz. Morphin: orange Fibrbang. 

Anisaldehyd: Resorzin: Blutrot, Morphm: 
purpurrote Färbung, mit unverdOnntem Re- 
agenz. 

Aoeton: Resorzin: blaßgdb beim Sieden, 
geht ui dunkelgelb fiber und entwickelt 
Otfuch naeh Kaffeekognak, Morphin: nichts. 

Benzaldehyd: Resorzin: purpurrote Flbrb- 
ung beim Erwärmen, Morphin: blutrote 
flrbung beim Erwärmen. 

Benzaldehyd gibt mit Schwefelsäure eme 
gelbe Färbung, welche beim Erwärmen in 
braun fibergeht h. M. 

Sekwoix. Wochefuekr. f, Ohem. m. Pharm, 
1909, 350. 



Zur BeBtimmung des Salpeter- 

süokstoffs 

wurde frfiher die Verbrennung nach Will 
und Värrenlrapp unter Zusatz von zanthogen- 
sanrem Kalium ausgefflhrt Die Methode 
war zwar genau, aber zeitraubend und 
teuer, da ffir jeden Versuch ein neues Ver- 
brennungnrohr genommen werden mußte. 
Diese Methode wurde durch die Reduktion 
mit naszierendem Wasserstoff aus Metallen 
in Stficken und Blech, eventuell in Verbind- 
ung mit Eisenstaub ersetzt Auch hierbei 
erforderte die vWige Reduktion zu lange 
Zeit, und verwendete man die Metalle in 
Pulverform, so wurden bei der nachfolgenden 
Destillation zu leicht alkalische FlflssigkeitB- 
teüchen mitgerissen. Deivarda beseitigte 
diese Mängel durch Verwendung geeigneter 
Legierungen, so daß seine Methode jetzt 
aDgemon angewendet wird und genaue 
Besoltate liefert^ wenn bei der Destillation 
die Flflasigkeit genfigend weit übergetrieben 
wird. Nur bei grOfieren Massenuntersuch- 
ungen kann die Zeltdauer des Stehens wäh- 
rend der Reduktion noch etwas zu lang 



sein. Deshalb empfiehlt A. Kleiber die 
Anwendung von Zinnchlorfir in salzsaurer 
Losung unter Zusatz von Eisenfeile, die bei 
der Destillation zugleich ein gidchmäßiges 
Sieden befördert Bei dieser Methode braucht 
die Reduktion vor der Destillation nicht 
vollständig zu sein, da die letzten Salpeter- 
reste bei der Destillation durch die Ein- 
wirkung der sehr konzentriert gewordenen 
Natronlauge auf das ausgeschiedene Zinn 
reduziert werden. Auch hier muß bei der 
Destillation die FIflssigkeit fast ganz fiber- 
getrieben werden. Die Bestimmung geschieht 
folgendermaßen: 10 g Substanz in Wasser 
zu 150 ccm gelöst Davon werden 7,5 
ccm = 0,5 g Substanz in einem Destillier- 
kolben von 700 bis 1000 ccm Inhalt mit 
5 g festem, käuflichen Zinnchlorfir, 15 com 
konzentrierter Salzsäure und 4 bis 5 g 
EiMufeile versetzt^ und 10 bis 15 Minuten 
auf dem Wasserbade oder Drahtnetze fiber 
kleiner Flamme erwärmt, dann werden 90 
bis 100 com Wasser, ein erbsengroßes Stfick- 
chen Paraffin und 40 ccm stark konzen- 
trierte Natronlauge zugesetzt und von An- 
fang an mit starker Flamme destilliert, so 
daß die ganze Destillation kaum eine halbe 
Stunde dauert. In die Vorlage kommen 
20 ccm V2'Normal- Schwefelsäure. Kleine 
Spuren Ammoniak bleiben im Destilllerkolben 
und Kahler zurfick. Deshalb wird em- 
pfohlen, von dem Verbrauch an Lauge zum 
Zurficktitrieren der Schwefelsäure 0,2 ccm Y4- 
Normal-Lauge abzusehen. 

Chem,'Ztg. 1909, 479. — Äe. 



Nandinin 

ethieit Iwakawa^ indem er das kalte Extrakt 
der Wurzelrinde von Nandina domestica 
mit Essigsäure, darauf mit Ammoniak be- 
handelte und den Niederschlag in Aether 
löste. Nach dem Abdampfen blieb em 
harzartiger Körper zurfick, aus dem er 
durch wiederholte Reinigung eine weiße, 
amorphe, in verdOnnten Säuren lösliche Masse 
eriiielt Ein Milligramm dieses Körpers 
lähmt bei Fröschen die willkfirliche Beweg- 
ung. Es treten dann Krämpfe und Ver- 
engerung der Pupillen auf. Bei denWarm- 
blfitem sind die Erscheinungen fast die 
gleichen. H. Af. 

DetUseh. Med. Wochensehr. 1909, 181C, 



96 



Th( 



le HttteilHaaeMi 



Behandlung der Büokgpratdarre 

(Tabes dorsalis) mitThiosinamin- 

Binspritaungen. 

Bei einem an Rüokgratdarre Leidenden, 
der wegen HamrOhrenverengernng mit Fibro- 
lyrin behandelt wurde, bemerkte MüUer m 
Berim ein vOUiges Nadüaseen der qnUenden 
Sehmerzen In den unteren GUedmaßen. Ob- 
wohl die znmZweeke der Naehprfifnng vor- 
genommene Behandlung zweier an Rfiok- 
gratdarre Leidenden mit Fibrolynn schein- 
bar ergebnislos verlief; hat Verfasser, er- 
mutigt dureh den oben erwähnten Fall, 
nochmals die Fibrolysinbehandlnng m 11 
FUlen systematisch nachgeprfift Er be- 
nutzte dabei nicht die fertigen Fibrolysin- 
ampuUen, sondern folgende LOsung: Rp. 
Thioonamin, Glyoerin aä 10,0, Natrium sa- 
licylieum 20,0, Aqua destiUata ad 100,0. 
Von dieser LOsung spritzte er alle 48 Stan- 
den (m einzehien FUlen jedoch auch täg- 
lich) 1 ecm hl die Hinterbackenmuskulatur 
an, ohne daß Schmerzen empfunden oder 
sonstige unangenehme Nebenerscheinungen 
beoabachtet wurden. Gleichzeitig erhielten 
die fijmnken uineriich Jod (Jodkalium oder 
Sajodin) in ganz klemen Gaben, täglich 2 
Teelöffel einer 6proz. LOsung. In sämt- 
lichen elf so behandelten Fällen wurden die 
relBenden Schmerzen gflnstig beeinflußt In 
einem Falle verschwanden £e anfallsweise 
auftretenden heftigen Magenschmerzen, m 
emem weiteren die Störungen von selten 
der Blase und des Mastdarmes. Auch die 
Störungen von selten des Kehlkopfes in 
einem dritten Falle wurden etwas besser. 
Verhältninnäfilg rasch besserte sich die 
Blasenfunktion msofem, als prompt m sämt- 
lichen in Betracht kommenden sechs Fällen 
die Harnverhaltung völlig schwand und eine 
Erleichterung der Harnentleerung emtrat 
Das Allgemeinbefmden hob sich bei allen 
Kranken sehr erheblich, jedoch könnte diese 
Besserung allein schon In der Schmerzfrei- 
heit und in der Besserung des Schlafes ihre 
Erklärung finden. Relativ wenig beeinflußt 
wurde das Zittern der Beine (Ataxie). Die 
objektiven cdiagnostischen Symptome» biie 
ben gänzlich unverändert 



Auf grund dieser Feststellungen darf ohne 
Uebertreibung gesagt werden, daß hier ein 
schätzenswerter Fortschritt in der Behand- 
lung der Rfickgratdarre gefunden ist Da- 
bei handelte es sieh mit drei Ausnahmen 
um Kranke in zum Teil sehr schlechten 
Verhältnissen, so daß die Wahrsdieblichkeit 
besteht, daß in der Privatpraxis bei viel 
besserer Pflege und Ernährung unter Zu- 
hilfenahme der verschiedenen bewährten 
phyrikalischen Methoden (Liegekur, Ataxie- 
behandlung usw.) sich nodi bessere Erfolge 
erzielen lassen. Man breche jedenfalls die 
Behandlung nidit zu frflh ab. 40 Einspritz- 
ungen sind ffir mittlere Fälle das geringste. 

Medw. minik 1909, Nr. 21. Dm. 



üeber einen tötlich verlaufenen 
Fall von Atozylvergiftung 

berichtet Schlecht in Breslau. Es handelte 
fflch im vorliegenden Fall um einen 29 
Jahre alten, mit Ausnahme eines im Alter 
von 10 Jahren überstandenen Tj^hus, ge- 
sunden kräftigen Mann. Wegen sekundärer 
Syphilis hatte er zunächst dne dreiwöchent- 
liche Schmierkur und später dne Einspritz- 
ungskur von Hydrargyrum salicylicum durch- 
gemacht und zwar viermal 0,1 g in neun 
Tagen. Nach einer sechstägigen Pause 
hatte er mneriialb 8 Tagen vier Einspritz- 
ungen zu 0,6 Atoxyl erhalten. Am Tage 
nach der letzten Einspritzung traten ganz 
akute Vergiftungserscheinungen auf, die sich 
zunächst in Verschlechterung des Allgemrai- 
befindens, Appetitlosigkeit, Erbrechen und 
plötzlichem Temperaturanstieg äußerten. 
Innerhalb weniger Stunden gesellten sich 
schwere Reizersdieinungen von säten des 
Gtohims, sowie Herzschwäche dazu, die am 
zweiten Tage zum Tode ftthrten. 

Pathologisch-anatomisch fanden sich neben 
Entartungsveränderungen im Herzmuskel 
und hochgradigem Lungenödem vor allem 
auch schwere Entartungsveränderungen, Ver- 
fettungen und abgestorbene Stellen in der 
Leber, sowie starker Zerfall von roten Blut- 
körperchen in Leber und Milz. Das ganze 
Krankheitsbild ähnelte der schwere Lähm- 
ung herbeifflhrenden Form der akuten Anen- 



97 



veq;iftiuig. Die verabraiQhte Gabe war 
weder fQi die Einielgabe noeh als öaBamt- 
gabe fibermlfiig boeh. Dieser FaU beatltigt 
wiederum die vielfaeh gemaohte Erfabmng, 
daß das Auftreten von VergiftimgBerBoheiii- 
nagen bei dem Atoxyl dnrdiaas nieht an 
die Menge und den leitliehen Zwiaobeoranm 
der Eänepiitinngen gebunden m sein branebt, 



dafi alio das Atoxyl in seiner Wirkung ganz 
unbereohenbar ist Man sollte also Atoxyl 
nur dann anwenden^ wenn der Kranke einer 
genauen Ueberwaobung suginglieh ist Diese 
Ufit sieh aber nur in dnem Krankenbause 
durebfflhren. 

Mäneh. IM. Woehen$ehr. Nr. 19, 1909. Dm. 



Bflehepsehau. 



Chemiker -Kalender 1910. Ein Hilfsbueb 
ffir Chemiker, Physiker, Mineralogen, 
Industrielle, Pharmazeuten, HQttenmftnner 
usw. Von Dr. Rudolf Biedermann. 
In 2 Teilen. 31. Jahrgang. Berlin 
1910. Verlag von Julitis Springer. 
Ftm in Leinen geb. 4 Mk.; m Leder 
geb. 4 Mk. 50 Pf. 

Der alljihrlioh als beliebtes HiUs-, Tisohen- 
ond Haudlmch in weiten Kreisen erwartete 
Ghemiker- Kaieader ist T.ea erschienen. Die 
innere und änSere Einrichtang ist den früheren 
Ausgaben gleich; ebenso ist die Auswahl des 
Inhaltes auf den bewährten Grundlagen der 
früheren Jahre au^ebaui Den FortMhritten 
entepreehend sind die nötigen Aendeiungen nicht 
tbeneben worden. 

Der eiste (gebundene) Teil enthalt u. a. Ta- 
bellen über Molekulargewichte usw., Volum- 
gewiohte, Löalichkeit, analytische Angaben, Be- 
agensien. Abriß der Maßanalyse und der elektro- 
diemisohen Analyse, aoBerdem chronologische 
Angaben usw. Der zweite (ungebundene Teil 
enthalt Maßtabellen, Logarithmentarel, Angaben 
über Luftdruck, Warme, Qssmessung, Dampf- 
spannung, spes. Wärme, Licht, Schall, Elek^- 
sitit; teohnisoh - chemische Untersuchungen, 
FIsrbeaaaalyse, physiologisoh-chemische Analyse, 
Photographie osw. 

Vorsteheode kurze Angaben erschöpfen den 
reichen lohalt natürlich bei weitem nidit. 

Die vielen alten Freunde des Chemiker- 
Kalenders werden auch erneut ihm treu bleiben, 
und die neuen Besitzer des Chemiker-Kalenders 
Pferden seine AnschafPong auch nicht zu bereuen 
hab^ da aus dem reichen Inhalte jederzeit 
Nutzen su ziehen ist s. 



Veberiieht tber die Deutsohen Seiohs- 
patente betreffend «Heilmittel und Des- 
infektiottimittel» 7on Dr. E. A. Franx 
Düringf Cbemiker und Patentanwalt, 
Beriin. Oiifenbainiehen. Druek von 
C. Sckulxe <t Co., 0. m. b. H. 
Diese üeberaioht umfaßt die bis 1908 noch 

sa fiecht bestehenden und bereits gelöschten 



Patente, wobei letztere gesondert geführt und 
nur die seit 1900 erteilten berücksichtigt worden 
sind. Da es nicht jedermanns Sache ist, das 
einschlägige Schrifttum nachzuschlagen und sich 
aus diesem unmittelbar za unterrichten, so sind 
die Zusammeostelluogen des Verfassers zu be- 
griißen und zu empfehlen. ^i». — 



Die Erkennung von Blutfleeken und die 
Unterscheidung von Mensehen- und 
Tierblut in der Oerichtspraxis sugleieh 
eme Schilderung der Haupteigensehaften 
des Blutes sowie der Blutyerwandsehaft 
unter den Tieren. In allgememverständ- 
lieher Form dargestellt von Dr. phil. 
W. A. Schmidt, Professor der Chemie 
an der staatliehen Hoehsehule fflrMedizm, 
Cairo; Geriehtlieher Saeh verständiger des 
ägyptisehen Justiaministeriums. Mit dner 
Abbildung. Verlag von Quelle db 
Meyer hi Leipxig 1909. 

Das vorliegende Bach behandelt eines der 
interessantesten Kapitel der gerichtlichen Chemie. 
An einigen Beispielen zeigt uns zunächst der 
Verhusser, welch weittragende Bedeutung die 
Erkennun g von Blutflecken und die Unterscheid- 
ung von Menschen- und Tierblut in der Gerichts- 
praxis besitzt. Sodann werden die besonderen 
Eigenschaften des Blutes besprochen, mittels 
weicher der SachTcrständige die an ihn ge- 
stellten Fragen zu beantworten vermag. Es smd 
di^s 1. die Methoden des Blutnaohweises und 
2. die Methoden der Blntuntersoheidung, der 
Ermittelung der Herkunft des Blutes 

Hierbei führt uns Verfasser eingehend den 
Entwicklungsgang der heutigen Methodik der 
Unterscheidung der Blutarten auf grund biolog- 
isoher Eigenschaften des Bluteiweifies vor Augen. 
Besonders bemerkenswert ist das nähere Ein- 
gehen des Verfassers auf die Blutverwandschaft 
und aaf die Beeinflussung der Beeultate der 
Präzipitinreaktion durch die Verwandschafts- 
reaktionen. 

Die Schrift ist nicht nur für den piaktisdhen 
Qeriditschemiker von Wert, sondern sie dürfte 



98 



auch infolge ihres interessanten Inhaltes die 
Aufmerksamkeit eines jeden Chemikers und 
Apothekers erregen. Eeiduaehka. 

Einriehtung von Laboratorien and allg^e- 
meine Operationen. Von Dr. Victor 
Saviier, Mit 53 in den Text gedmekten 
Abbildungen. 65 S., Band 8 der La- 
bor atoriumsbüeher fOr die ehemiaohe und 
verwandte Industrien. Druck und Ver- 
lag von Wilhelm Knapp^ Halle a. Saale. 

1909. Preis: 2 Mk. 70 Pf. 

In der Einleitung dieses Laboratoriumsbaches 
ist bereits gesagt, was der Verf. duroh dieVer- 
breitung seines Werkchens beabsichtigt Er 
will Anfängern Ratschläge allgemeiner Natur 
geben, um ihnen den Weg zu zeigen, den sie 
betreten müssen, wenn sie beim Uebertritt von 
der Hochschule ins Fabriklaboratorium keine Ent- 
täuschungen erleben wollen. Diese gute Absicht 
spiegelt sich Seite für Seite wieder. Das ge- 
diegene Werk behandelt die Tätigkeit des Ana- 
lytikers im L'iboratorium und außerhalb 
desselben, die Probenahme gasförmiger, flüss- 
iger und fester Körper, die Z-^rkleinerung der 
letzteren , das Abdampfen , Filtrieren , Aus- 
waschen und Fällen, Trocknen und Glühen der 
Niederschläge. Den Schlufi der dankenswerten 
Abhandlung bilden die Abschnitte «Elektrolyse 
und Eolorimetrie». Die Schreibweise ist flott 
und leicht verständlich, der Inhalt verrät, daß 
der Herr Verf. aus reicher Erfahrung schöpft. 

J. Fr, 



Jahrbuch der organisohan Chemie. Be- 
arbdtet von Dr. Julius Schmidt^ a. o. 
Profeesor an der Königl. Tedmieehen 
Hocfasehule Stuttgart IL Jahrgang: 
Die Fonehnngaergebniflse und Fort- 
schritte im Jahre 1908. Stattgart 1909. 
Verlag von Ferdinand Enke, Preis: 
geh. 13 Mk. 
Hatte schon der erste Jahrgang dieses Jahr- 
buches gezeigt, wie es dem Verfaner gelungen 
ist, das weite Gebiet der Neuforsohungen in der 
organischen Chemie im Großen und Gänsen der- 
art zu behandeln, daß er einen vollen Ueber- 
blick über die Leistungen eines Jahres bieten 
konnte, so gilt dies audi von dem vorliegenden 
Bande. Gewiß wird auch dieses Jahrbuch nicht 
nur von den Abnehmern seines Vorläufers be- 
grüAt werden, sondern wird sich anoh neue 
Freunde erwerben und in weitere Kreise Ein- 
gang finden. H, M, 

Preislisten sind eingegangen von : 

Chemische Fabrik auf Aktien (vormals E, 
Sehering) in Berlin N über obemisohe Prä- 
parate für Pharmazie, Photographie und 
Technik. 

Enui Funek in Radebeul- OberlöAnits bei 
Dresden über Gelatinekapseln, Suppositorien, 
Stifte, Tabletten und andere phannazeutisohe 
Präparate: Neu: AlburhUbletten (= Eiweifl- 
reagenz); Indigorittabletten (= Zuokerreagens); 
Bandwurmmittel Triela (filioinfrei) = neuer 
Name für das bisherige Taenial. 



Versohiedene Mitteilungen. 



Puflfril, 

ein Rostsehutzmittel, das von Wilh. Pau- 
ling & Schrauth in Leipzig-Lindenau in 
den Handel gebracht wird, ist eine alkalische 
Oelseife. Die Untersuehnng ergab 13,295 
V. H. Fett bezw. Oeisänren, welehe bei 
+ 15<^ C flüssig blieben, 9,352 v. H. Aetz- 
kali, wovon 4,416 an die Fettsäuren ge- 
bunden und 5,936 als Karbonat vorhanden 
waren, 42,86 v. H. Olyzerm, während der 
Rest aus Wasser bestand. Ein in der 
Wirkung ähnliehes Präparat kann hergestellt 
werden ans 35 g einer Ealiölseife, 7,5 g 
Ealiumkarbonat, 12,5 g Wasser und 45 g 
Glyzerin. Verwendung findet sie zur Remig- 
nng von Oewehrlänfen, die mit ranehloeen 
Nitrosehießpulvem besehossen werden. Naoh 
Reinigung des Laufes mit diesem Mittel 
nnter Verwendung eines Werg- oder Watte- 
pfropfens wird der Lauf mit trockenem 
Werg gnt ansgerieben, bis er völlig blank 
ist, worauf er mit reinem Mineralöl durch- 



zogen wird. Puffril ist als Gebranehsmuster 
geschützt. 
Pharm. Zig. 1901, 6ti. -te— 



Ersatz der Bordelaiser Brühe. 

Unter der Bezeichnung cGucasa» soll 
ein Pulver in den Verkehr kommen, wel- 
ches angeblich alle pilzzerstörenden Eigen- 
schaften der bekannten Bordelaiser Brfihe 
(Pharm. Zentralh. 36 [1895], 635, 738 ; 



38 
42 



1897 
1991 



.7 



277, 397; 41 [1900], 11?; 
144) nnd dieser gegenüber den 
Vorzug besitzt, in jeder Verdünnung stets 
klar zu bleiben und sich verhältnismäßig 
lange klar zu halten. Gneasa soll ein lös- 
liches Saccharat von Kupfer und Oaldnm 
sem, aus molekularen Teilen Kupfersnlfat, 
gelöschtem Kalk und Rohrzucker bestehen 
und auf die Blätter gespritzt dne dünne 
pilztötende Haut bilden. P. S. 

Südd. Apoth.'Ztg. 19C9, 659. 



99 



Preise neuerer 

(X. Fortsetzung von Seite 8i.) 

Der Yerein der Apotheker Dresdens und der 

UmgQgend hat in dem Bericht über die Sitzang 

«in 11. November 1909 die Facbgenoesen gebeten, 

die nach Pankt 21 der Vorbemerkangen zur 

Deutschen Anneitaze berechneten 



Preise für neue SpezialitSteo bis zur end- 
giitigen Festsetzung einzuhalten. (Für Schön- 
heitsmittel, Nährmitte), SeifeD, einfache Mittel, 
Yerbandstoffe , Duftstoffe ,, Bonbons , Bäder- 
Zusätze, Parifilmerien usw. ist Ton einer 
Berechnung des Preises nach Punkt 22 der 
Arzneitaxo abgesehen worden. 

Sehriftleüung.) 



Ein- 

kaufs- 

preis 



Ver- 

kaufs- 

preis 



Ärmel* 

Taxe 

Punkt 2L 



A. Neue Spezial- 
itäten. 

Aachener naturl. QueU- 
Produkte : 
Schönheits-Creme Dos. 
Abaaon-Tabletten 

Bohre zu 12 Stck. 
AlTitol-Tiabl. .Dz.DiffinSes' 

Schacht. 

Amenyl - Tabl. ^Marek' zu 

0,05 g Bohre zu208tck. 

Antiaderosin-Tabl. mit Zu- 

sätsen von: 

JodjBrom, Lecithin, Uro- 

tioptn usw. 
Bohre zu 258tck.tu0 5 g 
» * 50 » > 0,25g 
JLH. A. ßergmann dt Co. 
Waldheim i. Sa. : 
Nr. 605. Hunde-Seife 

10 Stck. 

Bef7]j9afifki^Cb..Radebeul : 

Nr. 61. Aseptin- Creme 

Dtzd. 
Detsauer'B Dr., Touring 

i^theke Stq^. 

Mectrargol ^Gin' 

Seh. zu 6 Amp. zu 5 com 
Furunkoline^Pasta Tube 
* -Seife Stck. 
Oasteiner Zirbelkiefer- 
Bonbons Beutel 
Bartmamn^s Dr. 
Brust-Q Hu%t.-Tee Pak. 
Oynaea-Zäpfchen Seh. 
Zuckerkrankh -Tee Pak. 
ZocVaj^r. Edelkräuter-Tee 

Karton 
Hämoglobin-PralliDees 

Scha^jht 
Kuhlsalbe Dose 

NIQirgemengo | ,'* * 

Pinozon (Sanerstoff- 

Fichtennadelbad) Kri 

Yoliimbin- Tabl. 0,' 05 g 

Glas sa 10 Stck. 

^ ^ 20 > 

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1,34 

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2 67 

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—,50 



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-,65 


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1,60 


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100 



Zur Auslegung 
phamuuseutisolier Oesetae usw. 

(Fortsetzimg tob Seite 62.) 

413. Eine KOrperrerletzung und Yergrehen 
gegen die Kaiserl. Yerordnang Tom 22. Ok- 
tober 1901 lieA sich ein Hamburger Drogist 
dadaroh zn Sohalden kommen, daß er statt 
AmeiBenspiritoa irrtiimlicher Weise reine Amei- 
sensäare verabfolgte. Die betreffende Eäa- 
ferin und noch eine andere Person, die dieses 
Mittel anwandten, sogea sich hierdurch Yer- 
letzongen zu. Das Sohdffengericht Hamburg 
verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe. 
(Pharm. Ztg. 1910, Nr. 5.) 

414. Wegen fahrlttsnlger Tötung hatte sich 
eine Frau vor dem Breslauer Schwurgericht zu 
verantworten. Sie hatte in der Absicht, ihren 
Mann von der Trunksucht zu retten, dem Trink- 
wasser Natronlauge zugesetzt Im Verlauf 
der Verhandlung wurde von Seiten der Ange- 
klagten besonders hervorgehoben, von einer töd- 
lichen Wirkung der Natronlauge nichts gewußt 
zu haben, zumal ihr auch in einer Drogeohand- 
lung selbige ohne Giftschein ausgehändigt sei. 
Die Geschworenen verneinton die Sohuldfrage 
und die Angeklagte wurde freigesprochen. 
(Pharm. Ztg. 1910, Nr. 4.) 

415. Wegen Vergehen gegen das Sttßstoff- 
gesetz vom 7. Juli 19<^ hatten sich ein Apo- 
tiieker und ein Arzt zu verantworten. Der 
Apotheker haUe auf grund eines ärztlichen Re- 
zeptes Saccharin mehrmals zu Lehrzwecken 
verabfolgt Trotzdem die betreffenden Mengen 
Saccharin jedesmal den Bestimmungen gemäß 
gebucht waren, wurde gegen den Apotheker 
Anklage erhoben, ebenfalls gegen den Arzt wegen 
Beihilfe, da das Süßstof^esetz den gewerbs- 
mäßigen Handel verbietet und diesen nur zu 
wissenschaftlichen, bestimmt gewerblichen oder 
durch Vermittelang eines Arztes zu Heilzwecken 
gestattet. Das Schöffengericht sprach beide 
Angeklagte frei, das Landgericht dagegen er- 
kannte eine Geldstrafe an. Bei der eingelegten 
BeviBion beim Oberlandesgeiicht Dresden wurde 
das Urteil auch aufrecht erhalten, da es einem 



Arzt nur gestattet sei, Saccharin zu Heil- oder 
sonstigen ärztlichen Zwecken zu verschreiben. 
Ferner wurden die Gerichtekosten beiden Ange- 
klagten zur Last gelegt. (Apoth.-Ztg. 1909, Nr.75.> 

416. Ein weiterer Fall ^Vergehen gegen 
das Sttßstoffgesetz^ lag bei dem Landgericht 
Landshut vor. Hier hatten ein Apotheker, ein 
Arzt und Tierarzt sich zu verantworten. Inner- 
halb 5 Jahren hatte betreffender Apotheker aaf 
grund der nötigen Anweisungen von Seiten der 
beiden Aerzte Saccharin an Bauern verab- 
folgt, angeblich zu Fatterzwecken. Wie die 
Verhandlung er^ab, war in 559 Fällen die Ab- 
gabe ohne Anweisung erfolgt und selbige erat 
nachträglich beschafft worden. Das Gericht er- 
kannte gegen den Apotheker eine (Geldstrafe in 
Höhe von 300 Mk., gegen den Arzt anf 30 Mk., 
gegon den Tierarzt auf 50 Mk. (Apoth.-Zt|^. 
1909, Nr. 82.) 

417. W«gen Uebertretong der Kalserliehen 
Verordnung vom 22. Oktober 19U1 war ein 
BrauDSobweiger Drogist von der Polizei mit einer 
Geldstrafe in Höhe von 5 Mk. belegt worden. 
Bei einer Besiohti^ng der Drogenhandlung des 
betreffenden Drogisten war nilniioh von dem 
revidierenden Sachverständigen in einem ver- 
scblossenen Keller eine Flasche mit «Kreosot» 
beschlagnahmt worden. Bei der Berufung des 
Angeklagten wurde vom Schöffengericht die 
Stnfe aufgehoben mit der Begründung, daB 
eine Aufbewahrung im verschlos- 
senen Keller nicht als ein Feilhalten ange- 
sehen werden könne. Femer lag auch keine 
Uebertretung des Giftgesetzes vor, da das Oe- 
fäfi vorschriftsmäßig signiert war. (Apoth.-Ztg. 
1909, Nr. 24.) E. W. 



Deutsche Pharmaiantiaohe OaBeUiohaft. 

Tagesordnung für die Donnerstag, den 10. Febr. 
1910, abends 8 Uhr, im Vereinshaus Deutscher 
Apotheker, Berlin NW 87, Levetzowstr. 16b, statt- 
findende Sitzung. 

Herr Privatdozent Dr. F. If^yer-Berlin : Grund - 
lagen und Erfolge der Heilserumtherapie. 




Das Register für den Jabraang i^^ wird (xii- 
gleicb al$ Seneral-Register über die s Jahrgänge i^os 
N$ \m) der nmmiier 6 beigelegt werden. 




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Vflriflfv: Dr. A. Sehaelder« DrwäaB. 
Hr Um LiltaM T«nBtwwtlieii: Dr. A. Sokaeider, DrwäaB. 
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Harausg^Beben ven Dr. IL SobnaMor 

UnidMi-A., SefaaadMOfstr. 48. 



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ZeltBehrift fflr wiBseiiseliiflliehe und geüeh&ffliehe IntereBseii 

der Phannazie. 



Gegrflbidet von Dr. HcnnaBm Hager im Jahre 1869. 



Geiehiftistelle aad Aiuselyeii-ABBalime; 

Dresden -ü 21, Sohandauer Strale 4S. 

Baxucipreii Tierteljihrlioh: duob BaohhandaL Foit oder QeeobftftnliUe 
te Liland %JSO U., Aiudand 3^ ML — Bniäxie NuBmen 90 PL 

imeicen: Die 65 mm Ixreite Zeile in Eleinsohrift 30 Pf . Bu großen Auftrügen PreisermilBignng 



S. 101 ¥k 122 



Dresden, 10. Febraar 1910. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahrgang. 



lakalt: OfcOMlt mmü PlanUttto: HenteUang der Verbaadwatto. — Caldam oarboniram praeoip. — HooU- 
•aaijwt. — Bma&oM eaniB. — Verlndemiig dar Paranuß — FarbannakUoii bei Battar und Selunals. — Optik- 
ButynMWter. — ▲rsnclmlttal and Speatautttan. — Cabebiaftther. — Synthaao dea PapaTerina. -^ Nachveis Ton 
Am^btU iB KakoaOl ^ Gallanfarbitolle Im fiUm. — Anthiaaol-Beaepte. " Urapruog dea atmoaphliiaeben Oiona. 
— Gebalt dar manBchUcben Hantfetta an Cboleitarin. — Herkunft der Beaeiehnang Antimon und Alkohol. — 
Urieaae. — Kleine MlttaUangeD. - Srdalkalisilldde. — Baaktlon d. Champignons. — NahrviflMlttel-OhaBto. 
— TiMmpeMlMa« MltteltaagMi. - BI«k«nehMi. - YopMUedraea. — BrlatirMhMl. 



OhDMi« HDd Pharaiasie. 



Zur Hentellimg der Verband- 

watte. 

YoQ K. BdfriU^ Apotheker und Chemiker. 

Mitteilnng aus dem Laboimtorimn der Verband- 
stoff-Fabrik TOD Meup Arnold^ Chemnits. 

Es treten häufig in den yerschiedenaten 
Pachieitsdiriften ttber die Herstellang 
der Verbandwatte teils entstellte, teils 
direkt anrichtige Angaben anf, 
welche leicht ihren Weg in die übrige 
Fachpresse nehmen und hief anter üm- 
stinden manche Verwirrang, besonders 
wenn es sich am Nachschlagewerke 

handelt, anrichten können. 

< 

Die Yerbandwatte wird hergestellt 
ans BaomwoUe; diese Tatsache ist so 
allgemein bekannt, daß es sich erübrigt, 
aaf die verschiedenen Arten : amerikan- 
isüie^ Sgyptische, ostindische osw. ein- 
angehen. Von Interesse ist vielmehr .d^ 
Stadinm der Verarbeitong der Rohbaum- 
wolle, in welchem diese zor Verband- 
watle-Fahrikation herangezogen wird; 



denn so, wie die Baumwolle von der 
Ekute nach Europa kommt, wird sie 
nur zu einem geringen Teil za Ver- 
bandwatte und zwar der allerfeinsten 
verarbeitet. Die weitaus größten Mengen 
liefern die Abgänge ans den 
Spinnereien, die Kämmlinge oder 
Peignensen. Außer den Kämmlingen 
kommen ferner noch andere Spinnerei- 
abfällt zur Verwendung, allerdings in- 
f olgeihrer verschiedenen Struktur nur als 
Fuilmaterial. Es sind dies EffUochöes, 
Deckelwolle und BauhwoUe. Nur die 
unter dem Namen Linters im Handel 
befindliche Baumwolle, worunter man die 
durch besondere Egrenier-Haschinen in 
Amerika von den Samenkapseln geschla- 
geujBu Beste der Baumwollfasem ver- 
steht, kann in den Spinnereien wegen 
ihrer Kürze und Verunreinigung durch 
Samensdiiden usw. nicht verwendet 
werden, und dient daher auch nur als 
Fallmaterial in solchen Watten, in denen 
es nicht auf die Länge der Fasern an* 
kommt. 



102 



Alle diese Baumwollsorten befinden 
sich noch in rohem Zustande, d. h. sie 
sind noch nicht entfettet und noch nicht 
gebleicht, und sie mfissen daher diese 
beiden I^ozesse vor ihrer Verarbeitung 
zu Verbandwatte durchmachen. 

Das Entfetten hat den Zweck, die 
Baumwolle zur Aufnahme von Flflssig- 
keit, zum Saugen fähig, sie hydropM 
zu machen. E^ muß ihr daher das na- 
türlich anhaftende wachsartige Pflanzen- 
fett sowie das von den Spinnmaschinen 
abgetropfte Maschinenöl entzogen werden. 
Zu diesem Zwecke wird sie in großen Zir- 
kulationsbäuchkesseln in einer auf 100 kg 
Baumwolle etwa 6 kg kaustische Soda 
enthaltenden LOsung 12 Stunden lang 
unter einem Druck von 3 Atmosphären 
gekocht. Statt kaustischer Soda wird 
auch eine durch Kochen von Kolophonium 
mit Soda und Aetznatron erhaltene 
Harzseifenlösung augewandt und hinter- 
her mit einer schwächereu Sodalösung 
nachgekocht und schließlich reichlich 
mit Wasser gespfllt. Die Qualität des 
Wassers ist sehr wichtig ffir die vielen 
Späl- und Waschprozesse, welche die 
Baumwolle noch durchzumachen hat. 
Hartes Wasser schlägt leicht Kalk- und 
Magnesiumsalze auf der Faser nieder, 
welche einen zu hohen Aschengehalt in 
dem Endprodukt, der fertigen Watte, 
hervorbringen würden, wie ja bekannt- 
lich die Baumwollfaser eine gewisse 
Affinität zu vielen Metallsalzen besitzt, 
so z. B. die Verbindung mit Sublimat, 
das Blauwerden beim Durchfließen von 
aus kupfernen Blasen destilliertem Wasser 
usw. Daher Ist reines weiches Qnell- 
wasser allem anderen vorzuziehen. 

Würde die auf diese Weise hydrophil 
gemachte Baumwolle nun getrocbiet 
werden, so hätte sie ein unansehnliches 
graues oder gelbliches Aussehen; sie 
muß daher noch gebleicht werden. 
Dies geschieht in einer klaren Lösung 
von Chlorkalk. Es werden nun ver- 
schiedene Verfahren angewandt, um den 
Chlorkalk bezw. untercUorigsauren Kalk 
zu entfernen, die meistens von den 
Bleichereien geheim gehalten werden. 
Das eine Verfahren besteht darin, daß 
der Chlorkalk nach vorherigem reich- 



lichem Wässern mit selnr verdünnter 
Salzsäure zersetzt wird, dann kommt 
ein Bad von nnterschwefligsaurem Na- 
trium, um das freie Chlor zu binden, 
und ein Zusatz von Stearinseife. Aus 
dieser macht die noch vorhandene Salz- 
säure Stearinsäure frei, wodurch der 
sogenannte knirschende Griff her- 
vorgebracht wird. Nadi einem anderen 
Verfahren wird der Chlorkalk durch 
sehr verdünnte Schwefelsäure zersetzt, 
wodurch allein schon das Knirschen her- 
vorgebracht wird, aber auch hier wird 
eine geringe Menge Stearinseife zuge- 
setzt, um überschüssige Schwefel- 
säure zu binden. 

Hiemach ist also ersichtlich, daß d er 
Zusatz von Stearinseife einen 
ganz bestimmten Zweck ver- 
folgt, der nicht nur darin liegt, 
die Watte knirschend zu machen, 
wie vielfach angenommen wird. Da 
nun aber von einer Watte mit knir- 
schendem Griff ohne weiteres ange- 
nommen werden kann, daß sie auch 
gut saugt und sich so hält, so lange sie 
knirscht, andererseits bei einer nicht 
knirschenden Watte dieses äußere Merk- 
mal fehlt, so daß zur Feststellung ihrer 
Saugfähigkeit erst die Wasserprobe ge- 
macht werden muß, so hat sich allge- 
mein der Wunsch nach knirschender 
Watte eingebürgert, welchem der Fa- 
brikant nachkommen muß. Soll nun 
die Watte, wie es in den kriegs- 
ministeriellen Vorschriften lautet, gut 
saugen, aber nicht knirschen, so wird 
die Baumwolle durch ein ganz schwaches 
Bad von doppelkohlensanrem Na- 
trium gezogen, welches das Knirschen 
wieder beseitigt. 

Soll eine gebleichte Baumwolle die 
Saugfähigkeit wieder verlieren, so wird 
sie in einem Alaunbad gespült, sie ist 
also dann entfettet und gebleicht, aber 
nicht hydrophil. 

Nach allen diesen Behandlungen ist 
immer wieder reichliches Auswässern 
die erste Bedingung für ein tadelloses 
Fabrikat Zu erwUmen ist noch, daß 
in einigen Betrieben der eben erwähnte 
Bleichprozeß durch die sogenannte elek- 
trische Bleiche ersetzt wird. Natur- 



103 



lieh ist dies aach ein chemischer Pro- 
zeß. Ans ChloryerbindaDgen, hauptsäch- 
lich EochsalZi wird Chlor mit Hilfe des 
elektrischen Stromes frei gemacht. Be- 
vor nun die BaamwoUe die Bleiche 
Terl&ßt, ist sie genan auf völlige Neu- 
tralitSt zn prüfen, es dürfen anch keine 
Spuren von Salzsftore, Chlor nnd Schwefel- 
säure mehr vorhanden sein, welche die 
Fasern unfehlbar nach einiger Zeit zer- 
fressen wflrden. Eine recht brauchbare 
Zusammenstellung der Präfangs- 
methoden ffir Watte hat Utx in Nr. 20 
der Pharmazeutischen Zentialhalle 1908 
veröffentlicht, auf welche ich hiermit 
verweisen möchte. 

Dagegen möchte ich hier noch einer 
ziemliefa weit verbreiteten Ansicht ent- 
gegentreteuy welche meines Wissens noch 
nirgends widerlegt worden ist. Es wird 
n&mlich vielfach angenommen, daß der 
Saugprozeß der Watte darauf be- 
ruht, daß sich die EapillarrOhren 
der einzelnen Wattefasern voll- 
sangen. Dies ist gänzlich ausge- 
schlossen, da die Faser, so bald sie 
abgestorben ist, bandartig flach zusam- 
m^fUity so daß in der kurzen Zeit, 
welche zur Prilfung vorhanden ist, 
«aufis Wasser werfen. Vollsaugen, Unter- 
sinken», die etwa in der Faser vorhan- 
dene Luft gar nicht so schnell ent- 
weichen könnte. 

Der Vorgang beruht vielmehr darauf, 
daß durch die eng aneinander und 
durcheinander liegenden Baumwollfasem 
gewissermaßen .ein Röhrenqrstem ge- 
bildet wird, in welchem die Flüssigkeit 
nach den Gesetzen der Adhäsion em- 
porsteigt Da aber die Fasern spezifisch 
schwerer sind, als Wasser, so sinkt die 
Watte in dem Augenblick, in welchem 
sich alles vollgesogen hat, unter. 



Ueber Calcium carbonicum 
praeoipitatum. 

(Druckfehler-Berichtigung.) In Nr. 4, 
S. 63, rechts, Zeile 4 von oben muß 
es statt Adsorptionsflüssigkeit heißen 
AdsorptioBsfUdgkeit. 



Beitrag zur Honiganalyse. 

Von Dr. Ing. B. Lindner, 

Mitteilung aus dem Laboratoriam des Beschau- 

amtes für aosländiaohes Fleisch zu Bremen. 

Für den Nachweis der Verfälschung 
eines Honigs mitinvertzuckersirup kommt 
als eines der wichtigsten Momente die 
Feststellung des Aschegehaltes in Frage. 
Derselbe wird, da Invertzuckersirnp fast 
aschefrei ist, in einem mit diesem ver- 
fälschten Honig wesentlich herabge- 
drückt. 

Erfahrungsgemäß zeigen unsere deut- 
schen Honige meist einen beträchtlich 
höheren Gehalt an Mineralstoffen als 
0,1 Prozent, die von den «Vereinbar- 
ungen» festgesetzte Mindestgrenze. Pro- 
dukte, deren Aschegehalt weniger als 
0,1 g beträgt, erweisen sich häufig auch 
auf grund der übrigen Analyse als ver- 
dächtig oder vertuscht, so daß man 
bei der Beurteilung derartiger Honige 
mit großer Vorsicht zu Werke gehen 
muß. Natürlich finden sich auch ab und 
zu Honige, die als unverfälschte Natur- 
produkte anzusprechen sind, trotzdem 
ihr Aschegehalt unter der Mindestgrenze 
zurückbleibt. Wertvoll für die Beurteil- 
ung solcher Honige ist neben der regel- 
rechten chemischen Analyse die Aus- 
führung der Le^'schen Reaktion. Im 
Großen und Ganzen sind aber Natur- 
honige mit weniger als 0,1 g Asche 
selten, und es erscheint deswegen nicht 
ratsam, dem sich jetzt Öfter geltend 
machenden Wunsche, die Grenzzi^ her- 
abzusetzen, Folge zu leisten. 

Sehr interessant sind in dieser Hinsicht 
die Veröffentlichungen von Schwarx*)^ 
der unter 374 nur 18 Proben mit einem 
0,1 pZt nicht erreichenden Aschegehalt 
fand, in deren Reinheit er aber auch 
auf grund anderer Umstände Zweifel 
setzt. 

Bezüglich ausländischer Honige scheint 
bisher noch verhältnismäßig wenig Ma- 
terial vorzuliegen. Infolgedessen sollte 
man, bevor auch über den Aschegehalt 
fremder Honige genügende Erfahrungen 

*) Ztsohr. f. Unters, d. Nähr.- o. Oenußm. 
1908, Bd. 15, Heft 7, S. 403 ff. 

Ztsohr. f. angew. Chem. 1908, Heft 10, S. 436 
u. ff. 



104 



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Wasser 



Polarisation in 
lOproa. L5eg 
rorderlüTeis 



Polarisation in 
lOpios. L5sg. 
n. d. Inyeraion 



Direkt reda* 
zierend. Znok. 



Gesamt- 



•4 

CO 1 InToitsaoker 



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Reaktion 



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Reaktion 



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Sftnre^alt 
bereohnet als 
Ameisen aftare 







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105 



Yortiegeii, die Fordeitmg der «Verein- 
barungen» aufrecht erhalten, um nicht 
dm FUachem einen Schritt entgegen 
zn kommen. 

Auf VeranlasBung des Vorstandes des 
hiesigen Beschanamtes, H^m Dr. La- 
band, benutzte ich die sich bietende 
Qelegenheit, einige ausländische Honige, 
die ans Havanna, Kuba, Peru, Chile 
hier eingeffilirt wurden, zu analysieren. 

Die Proben wurden sofort nadi ihrer 
Ankunft zollamüich den Fftssem ent- 
nonuaen und uns zur Untersuchung ein- 
geliefert 

Sämtliche Proben wurden auf dem 
Waseerbade schwach erwärmt und zur 
Befreiung von beigemengten Verunreinig- 
ongai (Bienen, Holzstäckchen) durch 
doppelte Gaze koliert Zur Ausführung 
gelangten folgende Untersuchungen: 

Beetinunung des spezifischen Gewichts 
einer kalt bereiteten äOproz. Losung 
niittds Pyknometers und Berechnung 
dee Gehaltes an Trockensubstanz bezw. 
Waaser nach der Tabelle you Windüch, 

Polarisation in lOproz. Losung vor 
und nach der Inversion im Soleü- 
Fmlxifce-Apparat, 

Bestimmung des direkt reduzierenden 
Zuckers und des Gesamt-Invertznckers ; 
daraus wurde berechnet der Gehalt an 
Rohrzucker und Nichtzucker, 

Bestimmung des Aschegehaltes unter 
Anwendung des Anslaugeverfahrens, 

Ley^sdke Reaktion (Pharm. Zentralh. 
4S [1907], 772; 49 [1908], 735, 776; 
60 fl909J, 225, 355, 1008), 
• JnüßAe'sche Reaktion (Pharm. Zentralh. 
W [1909], 57, 355, 587, 605, 1008, 
1043). 

(Siehe hierzu nebenstehende Tabelle.) 

Bezfiglich der 2^'schen Reaktion ist 
zu bemerken, daß sie bei sämtlichen 
Proben im Einklang mit der chemischen 
Analyse in da* fflr Naturhonig charak- 
teristischen Weise verlief; dieselbe Be- 
obachtung wurde auch bei der FMie- 
sehen Reaktion gemacht 

Die Tabelle zeigt, daß auch bei Ho- 
nigen ans Havanna, Kuba, Chile, Peru, 
der Ajschegehalt vorwiegend ttber 0,1 
pZt betrSgt, und ich möchte demgemäß 



empfehlen, noch weiterhin einwandfreie 
Proben auslfindischer Honige zu unter- 
suchen und eventuell foi^aufend eine 
Statistik wie bei Fruchtsäften und Wein 
zu veröffentlichen. 



Suootis Oarnis reoenter 

ezpressus. 

In Nr. 5 der Pharmaz. Zentralhalle 
fordert Herr Dr. J. E, zu einer Aus- 
sprache darüber auf, was man unter 
Fleischsaft versteht Herr Dr. /. E. 
hat ganz recht, wenn er sich gegen 
Vorschriften wendet, die eher wfisserige 
mit Kochsalz oder Salzsäure konservierte 
Tinkturen liefern, als reinen nur im 
Fleische selbst enthaltenen Saft Ich 
habe diesen bisher in der Weise her- 
gestellt, daß das Fleisch vollständig von 
Fett befreit, dann in dflnne Streifen 
zerschnitten, und diese wieder mittels 
Steifgaze von einander getrennt fest 
ausgepreßt wurden. Das Pressen darf 
hierbei nur ruckweise geschehen, damit 
die FIflssigkeit Zeit hat, abzufließen, 
sonst zerreißt das Preßtuch in kürzester 
Zeit. Auch darf dasselbe nicht etwa 
sacUOrmig zusammengebunden werden, 
sondern muß, wie man das ja auch bei 
Niederschlägen zweckmäßig macht, nur 
ähnlich einer Palverkapsel zusammen- 
gefaltet werden, damit es sich einiger- 
maßen ziehen kann. 

Der auf diese Weise erhaltene Fleisch- 
saft i»t klar und hellrot, hält sich aber 
nur kurze Zeit Man muß ihn daher 
jeden Tag frisch bereiten, so lange der 
Patient ihn haben will. 

Natürlich entspricht der Preis der 
seit 1903 aufgegebenen Bayerischen 
Ergänzungstaxe den heutigen Fleisch- 
preisen längst nicht mehr. Die Ergänz- 
ungstaxe hätte daher diesen Verhält- 
nissen Rechnung tragen sollen. Leider 
ist ein von mir in letzter Stunde ge- 
stellter Antrag za spät eingetroffen, um 
ffir dieses Jahr noch BeiUcksichtigung 
zu finden. Da wir aber an die Er- 
gänzungstaxe nicht gebunden sind, wird 
eine Preiserhöhung auf etwa 2 Mk. ffir 
und bis je 100 g keinen Schwierig- 
keiten unterliegen. 

a BedalL 



106 



Ueber eine eigenartige 
▼erftnderong der ParanuB. 

Ton Dr. Eugo Kühl. 

Der Kern der Paranafi *) 'wird von 
einem schwach gebogenen, fettreichen 
Gewebe gebildet Anf dem Qaerschnitt 
beobachtet man, daß das bis zu 66 pZt 
yorhandene Fett kristalloide Form be- 
sitzt. Gelegentlich einer mikroskopischen 
TJntersachnng der Parannfi bemerkte 
ich, daB der Kern, welcher frisch fett- 
glinzend von der Farbe einer Hager- 
milch ist, ein yOllig kristallisches Aus- 
sehen gewonnen hatte. Die Farbe war 
blänlichweiß, die Masse erinnerte an 
grobkörnigen Gips. Da ich annahm, 
daB durdi Organismentätigkeit diese 
Verändemng herbeigefOhrt sei, unter- 
suchte ich die kömig zerfallende Masse 
genauer und fand, daB zwischen den 
Kristallen Pilzschläuche lagen. Frucht- 
körper konnte ich nicht wahrnehmen. 
Ich impfte jetzt etwas von der kömigen 
Masse in sterilisierte floniglösung, und 
bewahrte dann den Kolben im Bmt- 
schrank bei 28^ auf. Nach kaum 
zwei Tagen hatte sich eine breite, 
zarte, gdbgrfine Pilzdecke von etwa 
1 mm Höhe entwickelt. Nach Verlauf 
von vier Tagen war dieselbe bräunlich 
gefärbt Ich untersuchte sie in beiden 
Stadien und fand, daB es sich um A s - 
pergillus flayus handelte. DieKo- 
nidienträger, mit keulenförmiger, wenig 
schari vom warzigen Stiele abgesetzter 
Blase, besaßen unyerzweigte schlanke 
Sterigmen, die radiär angeordnet, haupt- 
sächlich die Kuppe bedeckten und die 
Konidien in Ketten, die bald zerfielen, 
abschnürten. 

Das Vorkommen des Aspergillus flayus 
in der Paranuß, die infolge ihres hohen 
Fettgehaltes hauptsächlich yon den 
Vegetariern geschätzt ist, yerdient um- 
somehr Beachtung, weil es erwiesen 
ist, daß er giftig ist. Aspergillfts flayus 
und Penidllium findet man nicht selten 
in derNuB,sowie einen braunen Schimmel- 
pilz, welcher entschieden Fettzerstörer 



*) Same von BerthoUetioa ezoelw, limflie 
der Leoythidaoeae. 



ist, denn der ganze Kern ist durch 
ihn in eine braune mulmige Masse yer- 
wandelt. Ich hoffe später auch ttber 
diesen Pilz kurz beriditen zu können. 

Es war auffallend, daß im Inneren der 
Nuß kein Hohlraum sich befand, daß 
sich infolgedessen auch keine Konidien- 
träger entwickelt hatten. Penidllium 
glaucum und Aspergillus glaucus yer- 
raten sich gewöhnlidb, ohne daß eine 
nähere diesbezflgliche Untersuchung nötig 
ist, durch ihre grfinen Konidien. Der 
Pilz entzieht dem Gewebe das Wasser, 
und dieses schrumpft infolgedessen zu- 
sammen, so daß in der Mitte des Sa- 
mens ein Hohlraum entsteht, in welchem 
sich Sporen entwickeb können. Nie- 
mals habe ich femer eine so charakter- 
istische physikalische Veränderung durch 
die beiden genannten Pilze wahrge- 
nommen. 

Es liegt ja freilich die Möglichkeit 
yor, daß es sich um eine mehr zufällige 
Verändemng handelt, doch war es mir 
nicht möglich, kttnstlieh diesen Zustand 
heryorzurufen. Ich ließ z. B. yöUig un- 
yerletzte und auch etwas yerletzte 
Nfisse 48 Stunden in Wasser liegen bei 
Zimmertemperatur, lageite sie dann ab 
und mikroskopierte sie nach einiger 
Zeit Der Samenkem hatte sich wohl 
yerändert, er war zum teü^ breiig und 
ranzig geworden, niemals aber zeigte 
er die so charakteristische Verwandlung. 
Diese yermochte ich aber auch nicht 
dadurch zu erzielen, daß ich die zer- 
klflftete Nuß im Inneren mit den Sporen 
des Pilzes impfte. Der Pilz entwi^elte 
sich wohl stark, suchte aber natürlich 
zum Lichte zu gelangen und erzeugte 
ein starkes Mycel auf der Schale. Da 
diese aber, die Nuß ließ sich infolge 
ihres hohen Fettgehaltes nicht ohne 
Zersetzung sterilisieren, nicht steril war, 
so hatte sich ttber den Aspergillus ein 
dichtes Polster yon Mukor gelagert. 
Die natttrlichen Bedingungen waren in 
diesem Versuche auch in keiner Weise 
getroffen. Die Nuß, in der ich Asper- 
gillus flayus nachwies, war augen- 
scheinlich nicht yerletzt . ' 



107 



Ueber eine unterscheidende 
Farbenreaktion bei Butter und 

Schweinefett 

Von C. RBtehard, 

Iniolge eiiier Notiz über die Einwirk- 
ung y<m Schwermetallsalzen anf tierische 
Fette sah ich mich yeranlaBt, den Ein- 
floS des schwefelsanren Kupfers anf 
Butter und Schweineschmalz festzustellen. 
Die genannten Objekte waren völlig 
einwandfrei. Gleiche Mengen derselben 
wurden auf einer größeren Glasplatte 
zum Schmelzen gebracht und in die 
durchsichtig klaren Schmelzflflssigkeiten 
sehr fein zerriebenes schwefelsaures 
Kupfer [CUSO4 + BH2O] gleichmäßig 
verteilt Nach dem E^tarren wurden 
die so behandelten dflnnen Fettlagen 
ruhig sich selbst üba'lassen. Nach 
wochenlangem Stehen an der Luft bezw. 
aber Schwefelsaure nahm die Butter 
einen lebhaften grfinen Farbmton an, 
wahrend das Schweinefett total unver- 
ändert blieb. Der unterschied ist ein 
stark in die Augen fallender. Bei drei- 
monatlicher Aufbewahrung hatte sich 
die grttne Farbe der Butter noch ge- 
steigerty wihmd nach diesem Zdt- 
punkte das Schmalz noch keine grftne 
Färbung angenommen hatte, i^eser 
Farbenonterschied tritt sowohl bei Dureh- 
sidit als bei senkrechter Beechauung 
lebhaft zutage. Die Farbenreaktion be- 
weist» daß zwei nahe verwandte Fette, 
die womöglich ans dm gleichen Fett- 
säuren bestehen können, dennoch ver- 
schieden sein mflssen. 

Es fragt sich, ob sich das geschilderte 
Verfahr^i so modifizieren läßt, daß die 
Grflnftrbung des einen Fettes sich in 
kürzerer Frist erhalten laßt, etwa z. B. 
durch LOeungsmittel, welche sowohl 
Fett als das kristallisierte schwefelsaure 
Kupfer m lOsen vermögen. Jedenfalls 
aber seheint mir das interessante Ver- 
halten der beiden genannten Fettarten 
weiterer Forschungen wert — Hinsicht- 
lich des chemischen Charakters der Grfin- 
Orbaag besteht einerseitB die Möglichkeit 
einer Bildung von grünem fettsaurem 



Kupfer, andererseits die einer Reduk- 
tionswirkung auf das Kupfersalz. Auf 
letztere Möglichkeit konnte der umstand 
hindeuten, daß stellenweise zuerst blau- 
grfine Färbung auftritt, die spater in 
totale grftne Farbe flbergeht. 

Anscheinend spielt auch die Konsistenz 
der beiden in dem vorliegenden Falle 
angewendeten Fette eine Rolle bezflg- 
hdä des positiven oder negativen Aus- 
falls der Kupfersulfateinwirkung. Mög- 
lichenfalls ist auch die Mitwirkung von 
Enzymen nicht ausgeschlossen. 

Indem ich in den kurzen MitteUungen 
den bisherigen objektiven Befund ver- 
OfiEentliche, mochte ich speziell die Auf- 
merksamkeit der Nahrungsmittdchemiker 
auf das Verhalten der Fette gegen 
Kupfersalze lenken. 

Weitere Versuche mit Quecksilber- 
und Silberverbindungen habe ich bereits 
begonnen und werde gelegentlich ttber 
deren Ergebnisse in dieser Zeitschrift 
berichten. 



Optik-Batyrometer 

Von Dr. Lobeck. 

Bei den fflr die MUchfettbestimmung 
benutzten Butyrometem kann bei der 
geringen Menge der in Betracht kom- 
menden Fettmasse das wie fast bei 
allen Meßinstrumenten gebräuchliche 
runde Lumen nur mit einem geringen 
Durchmesser ausgebildet werden, was 
aber eine Erschwerung der Ablesung 
zur Folge hat. Diesen Uebelstand ver- 
suchte man dadurch zu beseitigen, daß 
man, wie bei den Flachbutyrometem, 
durch Zusammendrficken des Skalen- 
rohres eine Verbreiterung des Lumens 
und damit der FettsAule zu erreichen 
strebte. Der Erfolg war zwar der ge- 
wtlnschte, jedoch mit dem Nachteil ver- 
knüpft, daß sich infolge dieser Maß- 
nahme bisweilen eine Verzerrung des 
Meniskus einstellte. Bei dem äußerst 
schmalen Lumen und der dadurch be- 
dingten Adhäsion wird die Oberfläche 
der Flüssigkeit verzerrt und dadurch 



108 



eine genaue Ablesung erschwert. Diese 
Verzerrung macht sich besonders bei 
MagermUcSi-Untersuchangen unangenehm 
bemerkbar. Bei einem Fettgehalte von 
Vi oPZt oder weniger ist eine Ablesung fast 
unmöglich, da das Fett in solchen Flach- 
butyrometem keine zusammenhängende 
Sctucht mehr bildet, sondern in Form 
von Tröpfchen an der Schmalseite der 
HeßrOhre auftaucht. Der einerseits er- 
zielte Erfolg wird also durch den eben 
beschriebenen Nachteil wieder herab- 
gemindert. Die bekannten Plan-Butyro- 
meter wahren wohl das runde Lumen 
und haben außerdem eine breite Schau- 
fläche, nicht aber eine Verbreiterung 
des Lumen. 

Mit nebenstehend abgebilde- 
ten sogenannten «Optik-Buty- 
rometem» wird nun eine breite 
Fiussigkeitssäule ohne nach- 
teilige Beeinflussung des Menis- 
kus erreicht und zwar dadurch, 
daß daa Lumen exzentrisch im 
Hals des Butyrometers ange- 
ordnet und die Glaswand nach 
der Skalenseite hin besonders 
verstärkt ist Durch solche 
Anordnung des Lumens wird 
dann die Wirkung eines Ver- 
größerungsglases erzielt, welches 
das immerhin eng bemessene 
Lumen dem Beschauer viel 
breiter und deutlicher erscheinen 
läßt, als es der Tat nach der 
Fall ist 

Die Fettprozente können somit bei 
den Optik - Bntyrometem wesentlich 
leichter erkannt und abgelesen werden, 
als dies sonst bei den üblichen Bnty- 
rometem mit rundem Lumen der Fall 
ist 

Die Gestalt des Butjrrometers ist, wie 
auch die Abbildung zeigt, die bekannte. 
Die Butyrometer sind gesetzlich ge- 
schützt und werden angefertigt von 
Dr. N. Oerber^s Co. m. b. H., Leipzig, 
Carolinenstr. 13. 




Neue Anmeimittel, Spezialitäten 
und Vorschriften. 

Alkaloidole. Unter diesem Namen bringt 
Ernst Punck hi Radebeal-Dresden asept- 
iBohe reizlose Lösungen von Atropin, EokaYn, 
Eserin und Pilokarpin in Oel m den Handel, 
üeber diese Oele ist in Pharm. Zentralhaile 
49 [1908], 345 bereits beriditet worden. 

Biermer's EisenpUlen enthalten nach 
Pafke Chininnm moriationm, Ferrum reductum 
und Extractum Stryohni. 

BtlBger's Digestiv-Sals wird ohne An- 
gabe der Bestandteile vom Chemischen La- 
boratorium E, Bombelo?i-Sxymanski Naohf . 
in Bad Nenenahr bei Verdauungsstörungen 
und dergl. empfohlen. 

Cataplasma Kaolini 

Eaolinum subtilissime pnlv. 577,0 g 
Acidnm borienm subt. poiv. 45,0 g 
Thymolum 0,5 g 

Methylium salieylatnm 2,0 g 

Oleum Menthae piperitae 0,5 g 
Glyoerinum 375,0 g 

Das Kaolin wird unter umrühren auf 
100 erhitzt und die Borsfture bei 100 o in 
Glyzerin gelöst, worauf beides gemischt 
wird. Alsdann werden die übrigen Stoffe 
hinzugefügt Die Aufbewahrung erfolge m 
lufdicht sehließenden Oefäßen. (Caraa For- 
mulary.) 

Emal, Kohlensäure-Nervenheil- und Kraft- 
bäder, enthalten in dnem durehlödierten 
Zylinder die Säure in fester Form, während 
das Karbonat nebst allen medikamentösen 
Zusätzen sieh in dem übrigen Innenraum 
der Dose befindet Darsteller: Dr. Schür 
barth ds Go.^ G. m. b. H. m Berlm SW 68, 
Linden-Str. 74. 

Fuoovin - Tabletten Dr. Bleu enthalten 
0,1 g Extractum Fuoi vesioulosi, 0,05 g 
i^aetum Rhei und 0,05 g Extraotum 
Gascarae Sagradae. 

Gaba ist die eingetragene Wortmarke für 
WybertTabletten (Pharm. Zentralhalle 

46 [1905], 529). 

Kawa*Santol stellt Ernst Funck m Bade- 
beul-Dresden dar. Es ist nicht zu ver 
wechsefai mit Kawa-Santal, über weldies 
in Pharm. Zentralh. 46 [1905], 135, 903; 

47 [1906], 406, 513 unter Gonosan be- 
richtet woiden ist 



109 



La Oiraueorne nennt Richard Fürst, 
Fabrik diemiBoher PHiparate in Beriin, eine 
reBorzmhaltige Harzsalbe, welche Dr. Susi- 
mann zur Beförderung des Homwaohstams 
bei Tieren emptiddt (Berl. Tierftrztliohe 
Wocheneehr. 1910, Nr. 1.) 

OxyntiA ist eine Verbindung von FtoteSn 
und Salzsäure. Der Oehalt an letzterer be- 
trägt 5 V. H. Anwendung: zur BefOrder 
Qug der Verdauung 0,3 bis 1 g. (Joum. 
of Amer. Med.-A8Boo. 1910, 132.) 

Perracuata - Cloedt sind konzentrierte 
AufgtiBBe und Abkochungen (1 : 1) in halt- 
barer flflssiger Form, keine Fluidextrakte. 
DarBtdfer: Dr. v. Cloedt, Fabrik chemiBch- 
pharmaz. Präparate in St. Vith (Rheinland). 

Potentol (Pharm. Zentralh. 48 [1907], 
517; 49 [1908], 106) besteht nach Angabe 
dea Darstellers Aeseulap, G. m. b. H. in 
Berlm NW 40 aus: Yumbehoarinde, Muira 
Puama (lirioema ovata), Ginseng (Tnmera 
aphrodisiaea), Saw Palmetto (Serenoa serru- 
lata), Damiana, Kola, Leoithm, glyzerinphos- 
phorsaurem Kalk, Chinin, Eben und den 
Extrakten von Pomeranzen, Ghmarinden 
und Enzian. 

Badiumit-Präparate, als Sehlamm, Fluid, 
Hautereme, Kopfwasser usw. stellt die 
Badiumit-Ges. m. b. H. in Berlin SW 11, 
Hallesohes Ufer 26 dar. 

Santol nennt Ernst Funck in Radebeul- 
Dresden ein von Santalen freies Santalol- 
präparat mit Salizylphenylester. 

Skopten ist ein naoh v. Pflugk darge- 
stelltes Skopolaminöl. (Pharm. Zeutralhalle 
50 [1909], 998.) Darsteller: Ernst Funck 
in Radebeul-Dresden. 



ThioÜA wird em Sirup genannt, der 6,5 
V. H. snifoguajakolsaures Kalium enthält. 
Er ist nicht zu yerweehsehi mit Thiolan 
(Fhaim. Zentralh. 46 [1905], 372, 409) 
und Thiodin (Pharm. Zentralh. 48 [1907], 
194, 211; 61 [1910], 78). 

Iriela ist der jetzige Name fttr T a e n i al, 
einem filiciafieiem Bandwurmmittel, welches 
einer Vorkur bedarf, bestehend in Milch- 
genufi am Tage vor der Kur. Dieses 
Mittel stimmt nidit mit dem Bandwurm- 
mittel Funck flberein. Darsteller: Ernst 
Funck in Badebeul-Dresden. 



Tuboblennal. Unter diesem Namen ver- 
steht man biegsame Hetalltuben, die mit 
einer klaren durchsichtigen gleichmäßigen 
dickflüssigen und sehr sdüfipfrigen Masse, 
vermischt mit emem bazillentötenden Mittel, 
gefflllt sind. Sie fmden Anwendung zur 
Behandlung des Trippers. Zu diesem Zwecke 
bringt man das konische Tubenende an die 
Hamrötire und drückt durch zwei bis drei 
Schlüsselumdrehungen eme genügende Menge 
der Masse m die Harnröhre. Die Grund- 
masse führt den Namen «Katheter- 
purin», dessen nähere Zusammensetzung 
nicht bekannt ist Darsteller: H. Melxer 
in Meiningen. (Deutsche Medizinalzeitung 
1910, 37.) 

Xerase (Pharm. Zentralh. 51 [1910], 66) 
besteht aus 150 T. chemisch reiner getrock- 
neter Hefe, 125 T. Bolus, 20 T. Zucker 
und 3 T. Nährsalzen (Magnesiumsulfat, Na^ 
triumphosphat, sowie Natrium- und Kalium- 
karbonat). Sie findet Anwendung als Pulve^ 
emblasung in die Sdieide oder als Einlage 

in Form von Gelatmekapsehi. 

H, Mentxel. 



Der Cubebinather 

ist von Efisio Manu^li durch vorsichtige 
Wasserentziehung aus Gubebin als ein bei 
78 C7 schmelzendes, weiße Nadeln bildendes 
Produkt von der Formel 020^1806 darge- 
stellt worden. Die Drehung in Ohloroform- 
lösung ist [a]D = + 23,04. Aus dem 
Widerstände des Körpers gegen Oxydations- 
mittel, der leichten Reduraerbark^t und aus 
dem dem Gubebin entgegengesetzten Dreh- 
ungsvermögen muß geschlossen werden, daß 
die Verbindung der innere Aether des On- 
bebins ist. Seine Bildung erfolgt nach der 
Formel : 

CHg . O2 . OßHs . [C6H8(OH)2] . CßHa .Og .CH2= 
H2O + CH2.O2.C6H3 . [CeHgO] . CeHs . . CHg. 

Bei der Reduktion des Onbebinäthera mit 
Alkohol und Natrium entsteht das Cubebmol, 
ein bd 95^ C7 schmelzender Körper von 
der Zusammensetzung 02o^2o06* ^^ >^ 
diesem ein alkoholisches Hydroxyl vorhanden 
ist, so ist es als ein dnwertiger Alkohol 
der Formel (OHg . O2 . 06H3)206H9OH anzu- 

sehen. 

Chem,'Ztg. 1909, 146. —he. 



110 



Sjmthese des Papaverimi. 

A. Pictet und Ä. Oams^) fanden, daß 
das Homo Vera troyl-ozy -homover- 
atrylamin mit Phosphorpentoxyd unter 
den von Pictet nnd Kay feirtgeetellten 
Bedingungen mit großer Leichtigkeit 
reagiert nnd mit befriedigender Ana- 
bente eine krietalliaierte Base liefert, die 
mit dem Opinm-Papaverin ident- 
isch iat. 



H3O.O- 
HsCü 



OH.OH 






;NH 
CO 



OH 



2 



/\ 



\y 



- O.OHs 
O.CHg 



H3O.O 

HgCO 




OHg + 2H80 



/\ 




äthylat m sein co-Isonitrosoderivat Aber- 
geführt, welehea dnreh ZinneUor&r nnd 8ab- 
aänre snm Ohlorhydrat des a>-Amino- 
acetoveratrona 



O.CHs 
O.OH3 



Zar Danteilnug des Homoveratroyl- 
oxy-homoveratrylamina wurde folgender- 
maßen verfaliren. 

Vom Veratrol anagehend wnrde zuerst 
mittels Aeetylehlorid und AluminhuneUorid 
das bereits von NeitxeP) und von Bouveatüt^) 
besehriebene Aeetoveratron dargestellt 



OH, 



.0-^- 



CO.OH2NH3OI 



OHß.O- 






reduiert wurde. Die entsprechende Base 
ist unbeständig, braucht aber nicht isoliert 
zu werden, indem das Ohicvhydrat direkt 
zur weiteren Kondensation mit Homoveratrum- 
säure verwendet werden kann. 

Letztere Säure stellten Pictet und Oams 
diesmal nicht, wie es bei der Synthese des 
Landanosins der Fall war, dureh Oxydation 
des Eugenols dar, sondern sie bereiteten sie 
aus Vanillin nach der Vorschrift, welche 
Oxaplicki, v. Kostanedd dt Lampe^) fftr 
die Darstellung von o-O^yphenylcssigsiure 
aus Methylsalicylaldehyd kürzlich gegeben 
haben. Vanillin wurde durch Metfaylienmg 
und Behandlung mit Oyanwasserstoffsänre in 
Dfanethoxjrmanddsänrenitril fibcrgefUhrt nnd 
dieses mit Jodwasserstotfsäure gekocht Bs 
findet dann zu gleicher Zeit Reduktion, Ver- 
seifung und Entmethyliemng statt, man er- 
tiält mit guter Ausbeute Homoproto- 
catechu säure. 

CH3.O— /N-CH(OH)CN 
OH3.O— i 



HO— /^.— OH2.COOH 



HO- 



\/ 



Durch Metfaylierung mittels Jodmetiiyl oder 
Dimethybulfat whrd alsdann die Homoproto- 
catechusänre in Homoveratrumsänre 
(GH3.0)2.C6H3.GH2.COOH und diese durch 



GH 



1.0— /\— GO. 



OHg-O— ! 



OH 



8 



Dieses wurde durch Amykiitrit und Natrium- 



1) A. Pietei und A. Oa/ms^ Ber. d. Deutsch. 
Ghem. Oes. tt [1900], 2948. 

2} Neitxsl, Ber. d. Deutsch. Ghem. Ges. 24 
[1901], 2864. 

8) BouoeauU , Bull. soo. chim. [3], 17 [1897], 
1021. * 

^) Oxaplieki^ r. Ko$t4mecki und Latnpe^ Ber. 
d. Deutsch. Ghem. Oes. 42 [1909], 828. 



111 



PboqiiioipeDte«Uorid in ihr Gblorid ver- 
wandelt. 

Dia 10 gew<ymene Homoyeratroyldüorid 
wurde mit der wtaerigen LOiang des eala- 



Bauren Amino-aeetoveratronB in Gegenwart 
von Kalilange geedittttelty wobei Homo- 
veratroyl-co-aminoaeetoveratron 



OHs.O 
CH3.O 



— OO.OH2NH.CO.CH2 



-^-0. 



\y 



I 



CH3 
— . OH3 



entstand. Letzteree wurde dnroh Natrinm- 
amalgam bei iCfi bis 50^ in nentral gehaltener, 
aikdioÜBeher JUiong reduziert. Von den 
beiden Garbonylgmppen^ die im MolelriU 
voibanden eind^ wird unter diesen Beding- 
ungen nur die eine, nimlioh die Keto- 



.o-/\- 



CH3 
OHg.O— 



Ce(OH) . OH2 . NH . 00 . OH2 



Charakter tragende, angegriffen und in eine 
sekundere Earbinolgruppe verwandelt Da- 
bei findet keine Abq>altung der Homo- 
veratroylgruppe statt und das einzige Ph>- 
dukt der Operation ist das gesuehte Homo- 
veratroyl-ozy-homoveratrylamin : 

/\— . OHg 



Dureh kurze Behandlung mit Phosphor- 
pentoxyd in kochender XylolUtoung wird 
&se Verbindung zuletzt nadi der oben an- 
geftthrten OMehung m Papa verin. ver- 
wandelt 

Veratrol 
(CHgO^g . C6H4 



i 



Aoetoveratron 
(01130)2 • O6H3 . CO . CH3 



. CHs 



i 



Isonitroso-acetoveratron 
(CH30)2 . CßHg . CO . OH : NOH 



i 



Ammo-Metoveratron-ohlorbydrat 
(CH.OlsCeHg . CO . CH2 . NHg . Cl 

I 



Zur besseren üebersieht haben Bietet und 
OaTns die bei dieser Synthese angeftkhrten 
Reaktionen tabellarisch, wie folgt, zusammen- 
gestellt: 

Vanillin 
(CH3O)(OH)06H3 . CHO 

i 
Methylvanillin 

(CH30)2 . CßHa . CHO 

i 
Dimethoxy-mandelsfturenitril 

(CH30)2 . CgHs . CH . (OH) . ON 

i 
Homoprotocatechusäure 

(0H)2 . C6H3 . Cflg . OOOH 

i 
Homoveratrums&ure 

(CH30)2 . C6H3 . CH2 . COOH 

i 
Homoveratroylehlorid 

(0H30)2 . CßHg . CH» . COCl 
I 



ii 

HomoTeratroyl-amino-aoetoveratron 

(CH30)2 . OaHs . CO . CHg . NH . CO . CHg . C6H8(OCH3)2 

i 
Homoveratroyl-oxy-homoveratrylamui 

(CH80)20eH8 . CH . (^OH) . CHg . NH . CO . CHg . C6H3(OOH3)a 

i 
Pqtaverin 

(CH.0^8 . CeHg . CH : CH . N : C . CHj . 06H3(OCH8)s. 
I I 



Se. 



113 



üeber den Nachweis von kleinen 
Mengen Araohisöl in Kokosöl. 

Oelegentlioh einer üntenaehang von ver- 
dftehtfgem EokoeU für die Sdfenfabri)cation 
haben Jüüntx, Paukneyer und Revals die 
oharakteriatiBehenEigenBehaften des EokosöleB, 
nnd zwar von im Laboratorinm Beibst ge- 
wonnenen Probeui noehmals feetgeetellty zn- 
gleioh mit denjenigen eines OemiBoheB mit 
10 pZt Araebia(U nnd einer verdftehtigen 
Probe. Die Reenltate waren folgende: Zu- 
erst wurde die alkalieehe S&ttigungeaahl 
(C. Ferner) bestimmt, d. h. diejenige Menge 
oom Normd-Natronlauge, die nötig ist, um 
5 g der gemischten unlösliehen Fettsfturen 
SU nentralisieFen. Es wurden gefunden: 

Oel yoo SiDgapor 24,06 

Makassar 24,07 

Padang 24,10 

Manüla 24,00 

ManiUa, alt 23,90 
Mit 10 pZt 

Azacbisöi 23,90 
Verdächtige Probe 23,42 

Jodzahl des Oeles der Fettsäuren 

Oel von Singapur 8,03 8,52 7,95 8,05 

Makassar 8,03 8,58 8,03 8,15 

Padang 7,96 8,3C 8,02 8,27 

Manüla 8,11 8,37 8,05 8,18 

Manilla, alt — — 8,05 8,18 
Mit 10 pZt 

Arachisol — 15,76 15,70 15,50 
Verdächtige 

Probe 14,64 15,20 14,57 15,10 

Titer der Fettsäuren {D<diean)i 

Oel von Makassar 23,80« ) 

Padang 23,86<» I Mittel 

Singapur 24,100 | = 23,940 

Manilla 24,00» J 

Mit lOpZt Araohi8Öl2l,90o 
Verdächtige Probe 22,40« 

Danaoh läge der Verdacht auf die An- 
wesenheit von etwa 7,5 pZt eines flflssigen 
Oeles vor. 

Oehalt an festen Säuren. Bringt 
man die veraehiedenen Proben bei gleieher 
Temperatur, gleichem Druek und gleicher 
Zeitdauer unter eine Presse, so erhält man 
folgende Vergleiehsziffem. Bei reinem Kokosöl 
59,3 pZt feste Fettsäuren, mit 10 pZt 
Araohisöl 46,4 pZt und mit der verdächtigen 
Probe 49,3 pZt Hiernach wäre in letzterer 
etwa 8 pZt AraehisOl enthalten. 

Lösliehkeit in Essigsäure. Man 
löst 5 g Fettsäure m 10 g verdünnter Essig- 
säure (82 g reine Säure in 100 g Lösung), 



erhitst Meht, läßt das Oemisoh langsam er- 
kalten, indem man das Oefäß wie bei det 
Titerbestimmung befestigt, und beobaehtet 
mittels ebes Thermometen, wann die Los- 
ung anfängt, sich su trflben. 

Folgende Resultate wurden erhalten: 



32,80 , 
32,6 <> I 
32,050 / 
34,70 ' 
90,00 

40,00 
38,00 



Mittel 
= 33,03« 



Oel YonMakassar 
Padang 
Singapur 
Manilla 

Reines Araohisöl 
Kokosöl mit 10 pZt 

Araohisöl 
Verdäditige Probe 

Ein Gehalt von 7 pZt Araohisöl wäre so 
erwarten. 

Im Handel smd einige Kokosöle vorge- 
kommen, die gemischt waren mit Eokoa* 
fettsäuren, von der Spdsefettraffination her- 
rtthrend. Verff. betrachten eine solche 
Mischung ab Betrug. Ebenfalls ab Betrug 
gelten ihnen solche Oele, die mit den flüß- 
igen Anteilen abgepreßter Kokosöle vermischt 
smd. Solche Oele haben eine niedrige 
Ferrier-ZM und eine erhöhte JodzahL Oele 
mit einer Ferrier-ZüA von 23,8 und dar- 
unter und mit ebner Jodzahl von 10 und 
darflber sind anormal. Oele, aus feuchter 
Kopra hergestellt, zeigten eine Ferrier-Zabl 
von 23,7, Jodzahl 9,4, Löslichkttt in Essig- 
säure (Beginn der Trübung) 35,5^, Säure- 
gehalt 9,4 pZt. Letzterer untmdieidet 
soldie Oele von gemischten. Auch Oele aus 
verfaultem Fmehtflebch zeigen hohe Säure- 
zahl. Verfälschungen von Kokosöl mit an- 
deren Oelen bis auf 10 pZt herab sind 
nach den vorerwähnten Metiioden nachzu- 
weisen. Schwieriger ist es, wenn der fremde 
Zusatz auf 5 pZt herabsinkt. Dann geben 
die qualitativen Reaktionen, z. B. auf Kotton- 
und Sesamöl Aubohluß. Araehisöl ist durch 
Isolierung der Araehinsäure nachzuweisen. 
Dieser Nachweb bt gerade beim Kokosöl 
nicht schwierig, weil seine festen Säuren sich 
teilweise leicht m Alkohol lösen. Verf. haben 
noch nach folgenden drm Methoden, und 
zwar immer durch Vergleich mit einem 
reinen und mit einem mit 10 pZt Arachuöl 
versetzten Kokosöl, den Nachweb von 
ArachiBÖl in einem verdächtigen Kokosöl 
erbracht 1. Naeh der Methode von BeUier^ 
beruhend auf der geringen Lösliehkeit der 
Araehinsäure in 70grädigem Alkohol etwas 
unterhalb 20<>. 2. Dureh Destillation der 



113 



Fetts&iireii mit flberhitstem WaBaerdampf. 
Von den letsteren in der Betörte verbleiben- 
den 10 oem entfernt man das ünvereeifbare 
naoh Allen' Thomson f setzt die Fettaänren 
wieder in Freilieit nnd prefit naeb dem Er- 
kalten die Oebänre ab. Man wischt nnn 
die znrüekgebliebenen Fettaftnren mit je 150 
eem Alkohol von waehsender Eonzenü'ation, 
bis Bwei aufeinander folgende Waaehnngen 
einen Rfiekstand von gleiehem Schmelzpunkt 
hinterlassen. Bei reinem EokosOl schmolz 
der Rfiekstand bei 67,75^; hd Zngabe von 
10 pZt Araehisöl bei 73^, beim verdächtigen 
Oel ebenfalls bei 73^ nnd anch bei reinem 
AraehisOl. 3. Es wurden ans 50 g Oel 
die Aethylester der Fettsinren nadi Haller 
dargesteUt nnd unter vermindertem Druck 
fraktioniert desfflliert. Die letzten im Kolben 
zurfiekbleibenden 10 g wurden verseift nnd 
die Arachmsiure wurde nach einem Ve^ 
fahren analog dem von TorteUi und Bug- 
gieri nachgewiesen. Beines Eokos51 zeigte 
nur Spuren ArachinsiurOi die mit 10 pZt 
AraehisOl versetzte Ptobe gab 0,150 g einer 
EUlure, die bei 73^ schmolZi das verdichtige 
Oel etwa 0,120 g ^er nach der ersten 
Kristailisalion aus 90 gridigem Alkohol eben- 
falls bei 73<>, nach äner neuen EristalliMition 
bei 74,5^ schmelzenden Sinre. T. 

(^tem. Re9. U, d, Fett' u, Earxirukutrie 
1909, 87. 

Zun Nachweis von Gallenfarb- 
stofien im Harn 

eignen rieh nach Dr. A, v. Torday und 
Dr. A. Klier eine schwache LOsung von 
Hethylviolett (1 Tropfen einer Iproz. LOsung 
auf 15 ccm Wasser), welche mit 1 com 
Harn vermischt eine rote Firbnng gibt; 
Azurblau 10 com (0,08 : 10 000) liefert 
eine grfine Farbe, welche auch die Otemsor 
sehe Lösung, 1 : 200 verdflnnt, Methylen- 
grün, Thionin und Toluidin erzeugten. 
Dahfiagrfln und Pyronin reagieren gelb, 
Kresylviolett und Methylblau-Oentianaviolett 
rot. Die Empfindlichkeit von Azurblau, 
Oiemsä'B Lösung (Hiarm. Zentralh.47[1906], 
428) 1 : 200, Kresylviolett 1 : 10 000 sowie 
Hethylviolett, anch Pyronin 1 : 10 000 flber- 
traf die MarschaU-Frohe mit Jodtinktur und 
die Ofnelin^uike Probe. 

DmUeheMed, Woekmeehr, 1909,1470. 



Anthrasol-Rezepte. 

Anthrasol-Zinkpaate. 

Anthrasol 5,0 

Lanolinum 10,0 

Zincmm oxydatom 20,0 

Amyiam 20,0 

Anthrasol-Glyserinsalbe. 

Anthrasol 5,0 

Lanolinum 5,0 

Unguentum Glycerini acl50,0 

Anthrasol-Streupulver. 

Anthrasol 5,0 

Zinourn oxydatom 60,0 
Taloum venetom 50,0 

Anthrasol-Haarwasser. 

Anthrasol 3,0 

Hydrargynim bichlorat 0,15 * 

Resoroinum purissim. 2,0 
Glyoeiinum 25,0 

Spiritus Lavandulae 100,0 

Aothrasol-Lenigallol-Paste. 

Anthrasol 3,0 

Lenigallol 5,0 

Pasta Zinoi ad 50,0 

Anthrasol-Wilkinsonsalbs. 

Anthrasol 10,0 

Solfur 10,0 

Sapo kalinns 10,0 

Qlyoerinum 10,0 

Yaselinum american. 15,0 

Lanolinum 15,0 

Anthrasol -Haarwasser. 

Anthrasol 3,0 

Euoalyptol 2,0 

Besoroinum purissim. 8,0 
Glyoerinaoi 7,0 

Spiritus Yini 120,0 

Ifixt oleoso-balsamioa 15,0 

Anthrasol-Bädersusatz. 

Anthrasol 25,0 

Colophoniam 10.0 

fiat solutio, adde 
Liquor Ealii oaustid 

spiritaosus 10 pZt 10,0 
M. f. emulsio. 

üeber Anthrasol siehe Pharm. Zentralhalle 
44 [1903], 301; 45 [1904], 62, 443; 47 [1906], 
14; 48 [1907J, 92. R M. 






114 



Ursprung des atmosphärischen 

Ozons. 

Naeh üntenmehnngen von Bauyssy und 
Henriet bildet sieh das Ozon doreh die 
ultravioletten Aoastrahlnngen der Sonne. 
Der Osong^alt der Luft nimmt daher an 
Bonnigen Tagen sn, femer an Tagen mit 
Sfldwestwind und bei Regen. Das Ozon 
80II sieh in den höheren Lnftschiehten bilden 
nnd wird von den Sfldwestwinden, die eben- 
falls daher stammen sollen, mit fortgerissen. 
Das gleiehe bewnrkt der Regen. Die Loft- 
hflllen der einzehien Regentröptehen bringen 
das Ozon ans grpßeii Höhen znr Erde. Um- 
gekehrt verhUt sieh die Kohlensäore. Sie 
entstammt der Erde nnd sie wird in der 
Luft zunehmen, wenn Sonne, Bfldwestirinde 
oder Regen fehlen. 



Oester. €k«m,'Ztg. 



PI. 



Gehalte der menschlichen 
Hautfette an Cholesterin. 

L. Golodetx hat in Oemeinsehaft mit 
Prof. ' Unna eine größere Reihe von Haut- 
fetten versehiedenen Ursprungs eingehend 
nntersueht. Die Ergebnisse dieser Arbeiten 
sind in einer Tabelle enthalten. Ans 
ihnen zieht ^^r Verfasser folgende Sdüflsse: 

Alle intra- und extrazellularen Fette der 
Haut sind frei von Isoeholesterin. Damit 
ist eine nähere Verwandtsehaft des Haut- 
fettes mit Lanolin (Wollfett) ausgeschlossen. 

In den Hautfetten finden sieh neben 
freiem Oholesterin aueh Gholesterinester. 

Ifit der Verhomung geht eine Bmdnng 
des Gholesterins und eine Bildung von Oho- 
lesterinestem einher. 

Einen sehr hohen Gehalt an Oxychol- 
esterin zeigt das Fett der Talgdrüsen. Dieses 
fttr die Haare des Mensehen bestimmte Fett 
läßt hierdurch dne gewisse Neigung zur 
Oxydation des Gholesterins erkennen, wie 
sie in viel höherem Grade ansgeprigt beim 
Wollfett des Schafes vorkommt 

&i0m, Rep. ü, iL Fett- u. Harxtmkutne 
1909, y38 u. ff. T. 



Ueber die Herkunft 
der Bezeichnungen Antimon und 

Alkohol 

hat Profeinor v. Lippmann folgendes fest- 
gestellt: 1. Der Name «Antimon» stammt 
trotz der gegenteiligen Ansieht BerihelofB 
nioht ans dem Arabisehen, sondern aus dem 
Grieehisohen. 2. Der Alkohol ist nieht von 
den Arabern entdeekt, sondern wurde erst 
im 13. Jahrhundert im Abendlande ge- 
funden. 3. Der bisher unbekannte Urheber 
des Namens Alkohol ist Paracebus. Er 
faßte den Begriff «Kohol», der bisher ganz 
allgemein «feinstes Pulver» bezeiehnete^ ins-- 
besondere das als Schminke gebranehte 
Sehwefelantimoni als den feinsten Bestand- 
teil, die «Quintessenz» und benutzte ihn fflr 
den Wemgeisty Alkohol vini. Die VorsQbe 
ist der arabisohe Artikel. 



atem,'Ztg. 1909, 1233. 



— Atf. 



üricase 



ist naeh F. BatteUi und L. Stem das 
oxydierende Ferment, das die Hamsliire 
unter Sanerstoftaufnahme und Kohlensäure- 
abspaltnng in Allantoin umwandelt. Die 
ürioase ist in mehr oder weniger groBer 
Menge in der Leber oder Niere aller darauf- 
hin untersuehten Säugetiere aufgefunden 
worden. Nur der Mensoh bildet eine Aus- 
nahme, da seine Gewebe, wie sehen Wie- 
chowski gdnnäea hatte, die Harnsäure nicht 
in Allantoin umsetzen. Ebenso enthalten 
die Gewebe der Ente keine üricase. Die 
quantitative Bestimmung des Ferments be- 
ruht auf der Steigerung . der Kohlensäure- 
entwieklung dureh die Zerstörung der Harn- 
säure. Die üricase kann mit Hilfe der 
Alkohol-Aetherfällung isoürt und in Pulver- 
form gewonnen werden. Doch ist bei An- 
wendung dieses Pulvers der respiratorische 

Quotient -tt^, der bei Anwendung frischer 







2 



Gewebe gleich 2 ist, der Einheit nahe, weO 
wahrscheinlich indirekte Oxydationen ein* 
treten. — he, 

Chem.-Ztg, 1909, 532. 



115 



Kleine Mitteilungeii 

aus der fitsvng der Sehweiieriaehen Oiem- 
iMhen QeselMiaft, welehe am 1. September 
1908 stattfand: 

Oal.a-Gala iatein auf Java gesammeltes 
nnd vermutlieh von einer Kokkns-Art er- 
xeogtes Har% das naeh W. Müller im 
wesentücben ipit dem ostmdisdien Btoeklaek 
beaw. SeheDaek übereinstimmt 

Ambalan, ein ans Bnmaikra stammendes 
HarSy ist ebenfalls identissh mit StoeUaet 

Als Alkaloidf illnngsmittel kann 
eine Aniahl der PIkrin- nnd Prikolonslnre 
nahestehenden aromatisehen NitroYerbind- 
nngen wegen des Anitretens besonders kenn- 
mahnender kristallmiseher NiedenehUge ver- 
wendet werden. Namentiieh kann die Be- 
nntiong einiehier soleher geprüfter Nitro- 
verbindnngen rar Erkennung von Kokain, 
Nikotin, Konün osw. gnto Dienste leisten. 

üeber die Bildung von Ammoniak 
dnreh elektrisehe Entladungen 
haben Brifier nnd Mettler gesproehen. 
Dnreh Ftankenentladnngen im Innern eher 
mit fUlssiger Loft gekohlten BOhre wird ans 
Stiehstoff nnd Wasserstoff Ammomak ge- 
bildety das sofort kondensiert wird. Bei 
100 mm Dmek nnd einer Fnnkenlinge von 
0,4 mm kennen fttr jede Kilowattstunde 
0,31 g Ammoniak erseugt werden, nngetthr 
das Oleiehe ist der Fall bei Anwendung 
dunkler Entladungen oder bei Entladungen 
in Form von liehtbogen. 

Bei BSnirirkung elektriseher Entladungen 
anf Misehungen von Kohlenwasserstoffen 
and Stiehstoff in stark gekühlten Röhren 
entstehen als Hanptprodukto Ammoniak und 
Cyanw asn erst o ff, deren Mengen je nadi der 
Art des verwendeten Kohlenwassentoffs ver- 
■ehieden sind. Bei Anwendung gesättigter 
KoUenwasserstoffe wiegt ersteres, bei nnge- 
sittigten letsteres ygt. Bei gleieher Ver- 
soehsanordnung und Verwendung von dunk- 
len Entiadungen ist* es mOglieh, aus reinem 
Sauerstoff fiflssiges Oson zu erhalten, wäh- 
rend völlig remes Ghlor nieht In efaie 
polTmera aktivere Form übergeführt werden 
kann. — to— 

Sekwmfik Wotiuekr, f, CSrnn* n. Pharm, 
1908, 645. 



Die techniBch dargestellten 
Erdalkalisicide 

enthalten nach (7. Hönigschmid wohldefin- 
ierte Silieide. Das Oaldum bildet \m üeber- 
sehuß von Silidum nur ein Silield OaSig, 
bei üebersehuß von Oaldum die Verbindung 
Ga88i2, die in ihren Eigensehaften dem 
metallisehen Oaldum nahe steht und von 
Salssiure unter Absehddung einer wdOen 
Silidumverbindnng aersetst wird. Barium 
bildet bd üebersehuß von Siliohmi das Si- 
lidd BaSi2, das aber mit Sahsfture kern 
gdbes Silieon, sondern ein wdßes Silidum- 
oxyd bfldet Das Magnesiumsilidd besteht 
bd Silldumübersehufi nur ans der Verbmd- 
ung Mg2SL Beun Behanddn des Oalenim- 
siliddes OaSis mit rauehender Sabssiure ent- 
steht das Silieon Si3H302, das beim Et- 
hitzen mit Vakuum den Wasserstoff voll- 
stindig abspaltet unter Hbterbasung eines 
sehwaraen Rüekstandei^ der wahischefailieb 
em dem DieA&'sehen Kcdilensubozyd OgOs 
analoges Silidnmsnboxyd SisOs darstellt 
Dnreh Beliohtung entsteht «us dem Silieon 
das Leueon, indem enteres swd Atome 
Sauerstoff addiert Bd der Zeraetiung des 
Leueons im Vakuum ensteht neben Wasse^ 
Stoff das Silieramoxyd SisO^. 

Ch«m,'Ztg. 1900 68a —he. 



Eine Beäktion auf Champignons 

besehreibt Jf. Letoy. Ein wlBseriger Aus- 
zug des Cham pignon (Agarieus eampestris) 
gibt mit konaentrierter Sehwefdsäure 
eine tief violette Firbnng. üebersehiehtet 
man in einem Reagensglase die Sehwefd- 
säure mit der wtaerigen LOsung vordohtig, 
so entsteht em praebtvoller violetter Rbg, 
der bei der Erwärmung versehwindet Die 
Reaktion soll demlioh empfindlieh sein, so 
daß de sdbst bd ganz geringen Mengen 
von Ghampignonextrakt oder in mit Cham- 
pignons suberdteten Speisen und Sauoen 
eintritt Der giftige Knollenblätter- 
sehwamm, der häufig mit dem Champignon 
verweehsdt whrd, gibt mit Sehwefelsäure 
eine gdbe Färbung. Aueh andere PQze 
zdgten die ^olettfärbung nieht In einem 
Oemisehe von getroekneten Filzen ließen 
deh auf diese Wdse Champignons nach- 
weisen. 

Ohem,-Ztg. 1909, 1251. ^he. 



116 



■ahrungsmittel-Ohemie. 



Suppentafeln 

nntenuehten Wagner und Clement und 
zwar die gangbaraten von 5 großen deat- 
■oben Firmen nach den allgemein flbliohen 
Methoden. Bestimmt wnrde von ihnen 
Wasser^ Stiekstoffenbatanz, Fet^ Btiekstott- 
freie E^traktstoffe, Rohfaser (letztere naeh 
König mittels Glyzerin-Sehwefelsänre), Asehe^ 
Koehsalz und Phosphorsänre; sowie die Re- 
fraktometerzahl des Fettes. 

Die Herstellang derartiger Produkte ist 
ein großer Industriezweig geworden; abge- 
sehen von Privatnnternehmen haben z. B. 
die M ilitfirverwaltnngen znr Trappenversorg- 
nng im Feld nnd aof der See für Eonserven 
eigene Werke erriehtet. 

üeber die Herstellang derartiger Produkte 
läßt sieh folgendes sagen: Fast alle Dauer- 
waren (ausgenommen Fleiseh-, Fisoh- und 
Umliehe Eonserven) werden durch Eintrock- 
nen der einzelnen Bestandteile bis zu einem 
gewissen Grade und unter Zugabe der 
nötigen Menge Eoehsalz hergestellt. Ge- 
heimnis der einzelnen Werke ist die Zu- 
sammensetzung und die Art der Trocknung 
der änzehien Eonserven. Die HerstellungB- 
weise der Sappenkonserven im großen soll 
ungeffthr die gleiche sein, wie diejenige der 
Privatkflehe im kleinen. Es werden je nach 
der Eigenheit der Suppe genau dieselben 
Grundstoffe und Zutaten verwendet, wie im 
Haushalte, nur daß hier größtenteils sinn- 
reich erdachte Präztsionsmaschinen die Hand- 
arbeit der Privatküche flbemehmen, wodurch 
nicht nur eine größere Sauberkeit, sondern 
auch eine weit grtlndlichere Zerkleinerung 
und bessere Mischung erzielt wird. Die 
Gtomfise usw. werden durch besondere Appa- 
rate und Maschinen gewaschen, geschält, 
geputzt und zerkleinert, teilweise, wie die 
Leguminosen und Gerealien, durch das Hoch- 
mtUlermverfahren, aufs feinste vermählen 
und zum Zwecke vollständiger Aufschließ- 
ung gewissen Darrprozessen unterworfen. 
Andere Rohstoffe würden gebrüht, gedämpft 
oder geröstet, wodurch ebenfalls eine Art 
Aufschließung erzielt wvd, welche die Dauer 
des naohherigen Eochens verringert und die 
Eonserven leichter verdaulich macht. Im 
weiteren Verlaufe werden die Bestand- 



teile in Vakuum - Trockenapparaten auf 
einen geringen Feuchtigkeitsgrad gebradit, 
wodurch die Haltbarkeit der durch das 
Dämpfen usw. schon tdlwdse steril gemachten 
Rohprodukte noch weiter gesteigert wird. 
Dann wird die Suppenmasse mit den ent- 
sprechenden Mengen von Würzezutaten nnd 
dem nötigen Fett in großen Rührmasehinen 
gemischt, wodurch eine mnige Bindung er- 
zielt whd, und gelangt ebenfalls maschinell 
durch große Fülltrichter in die Matrizen- 
höhlen der Snppentafeln- bezw. Wnrstform- 
pressen. Die Mischungen sind natürlich 
je naeh Art der Sappensorte verschieden 
und gründen sieh auf allgemein giltige 
Eüchenregehi. Stets werden von einer 
Fabrikation zuvor kleme Versuchsproben 
angestellt, an denen dann Geschmack usw. 
ausprobiert werden. Diese so gewonnenen 
Fabrikate bedürfen nur eines Aufkochens 
mit Wasser, um in kurzer Zeit eine schmack- 
hafte^ nährkräftige Suppe zu erzeugen. 
Welcben außerordentlichen Umfang die Dar- 
stellung dieser Suppenkonserven angenommen 
hat, mag man daraus entnehmen, daß eine 
einzige Firma auf ihren eigenen Gütern 
jährlich allein weit über eine Million Eilo- 
gramm Gemüse zieht, trotzdem aber noch 
bedeutende Mengen von anderer Seite sich 
beschaffen muß. 

Aus den üntersnchungsergebnissen läßt 
sieh eme, teilweise erhebliche Verschieden- 
heit unter den Erzeugnissen der einzelnen 
Firmen feststellen. Auch der Geschmack 
ist ein sehr verschiedener, je nach der Art 
des Fettzusatzes und der Würzen. Beson- 
ders die Art des Fettzusatzes, d. h. ob 
Schweine- oder Rinderfett benutzt wird, wie 
auch die Güte des benutzten Fettes haben 
beträchtlichen Einfluß auf den Geschmack. 

Bei manchen der untersuchten Stq^pen 
würde eme Verbesserung in geechmaek- 
licher Beziehung durch einen Zusatz von 
Würzen sehr zu wünschen sein und würde 
auch den Verbrauch dieser Suppen sicher- 
lich steigern. 

Ztaehr, f. Unters, d. Nähr." u. Qenußm, 
1909, XVm, 314. Mgr, 



117 



Die Beatimmiing des 
Schmatzgehaltes in der Milch, 

wie sie H, Weller Beinerzeit vorgesehlageDy 
war dnreh Fendler und Kuhn in einer 
diesen Gegenstand betreffenden Abhandlang 
abfällig benrteilt worden. Weller weist 
nan darauf bin, daß sein Verfahren gute 
Ergebnisse liefere. Es sei ihm seinerzeit 
vollstftndig klar gewesen^ daß die Methode 
naeh Renk und Stutzer zu niedrige Er- 
gebnisse liefern mnßte. Er findet es unbe- 
greiflich, wie F. und K. den allgemeinen 
Satz aufstellen konnten, «Sehmutzmengen 
von mehr als 100 oder 200 mg im Liter 
wiren in emer HandelsmOeh direkt unmög- 
lich.» Diese Behauptung sei rein ans der 
Luft gegriffen. Jetzt natOrlieh seien die 
Verhältnisse andere und die Verschmutzung 
eine geringere geworden als früher, da in 
dieser Bichtung auf die Mllohproduzenten 
im Laufe der Zrit in ausgiebigem Maße 
belehrend «ngewirkt worden seL Die Ver 
suche mit Enhkot und Digerieren mit 10- 
proz. Ammoniak, Auswaschen mit Wasser, 
Alkohol und Aether hält Verf. nicht ffir 
einwandfrei und die daraus gezogenen Schluß- 
folgerungen fflr unriditig. Eine durch das 
Wattefilter des Bemstein'Btiieii Mildi- 
Bchmutzprtlfers zweimal gegossene Milch soll 
nach seinem Verfahren nach den Angaben 
von F, und K. noch 160 mg Schmutz im 
LÄter ergeben haben ; er selbst m über 
diesen angeblidien Versuch nicht wenig er- 
staunt und frage sich, wie man nach einem 
einzigen derartig ausgeführten Versuch solch 
weitgehende Schlüsse ziehen mOge, wie dies 
von Seiten F. und K, geschehen sei. Durch 
versdiiedene Versuche liefert Verf. den Be- 
weis, daß der nach seinem Verfahren isolierte 
MUchschmutz kein Kasein enthält Die an- 
geblichen Beweise F. und K. über die ün- 
zuverlässigkeit seiner Metkode halte er für 
ganz verfehlt und fflr nicht erbracht. Nach 
der Methode von F. und X, die viel Zeit 
erfordere, werde em zu geringer Wert für 
den ungelMen Mflchschmutz gefunden. 

Man müsse in erster Linie darauf achten, 
die einzelnen Bestandteile des MQchsdimutzes 
zu ermitteln und festzustellen, ob in ihnen 
gesundheitssdiädliche Stoffe vorhanden seien ! 
S«t emiger Zeit verwende er Watteschmben 
nach Wolsiffer. Er bemerkt noch, daß 



eine Milch mit einer Schmutzmenge von 75 
bis 100 mg im Liter nicht einen derartig 
unsauberen Eindruck mache, daß jeder Ver- 
braucher dies sehen müsse. Fflr die Be- 
urteilung des Schmutzgehaltes spiele der 
Feinheitsgrad des letzteren und die Zn- 
sammensetzung der Milch selbst auch eine 
Rolle. Der Gebrauch der Wattefilter biete 
noch den Vorteil, daß sie direkt als Beweis- 
material verwendet werden kflnnen. Das 
Schmutzbild lasse aber keinen Rflckschlnß 
auf die bei quantitativer Bestimmung isolier- 
bare Menge des Schmutzes zu. Für die 
Folge sei weniger die Schmutzmenge zu 
berücksiehtigen, vielmehr müsse man festzu- 
stellen suchen, ob der MUchschmutz Bestand- 
teile einschließlich Bakterien enthalte, die 
geeignet sind, die menschliche Gesundheit 
zu schädigen, oder die als ekelerregend 
bezeichnet werden müssen. 

ZUekr. f, Uniera, d. Nähr," u. Qenufim, 
1909, XVIir, 309. Mgr, 



Kräuterkäse 

xmißivaditein Buttenberg nnäEoenig. Grüner 
Kräuterkäse ist ein seit Jahrhunderten be- 
kannter Quarkkäse, der gewöhnlich aus mit 
Buttermildi versetzter Magermilch gewonnen 
wird und eine Bdgabe von Zigerklee (Meli- 
lotus caerulea) enthält Die verschiedenen 
Käse waren teils pulverfOrmig, teils stellten 
sie kleine, harte, abgestumpfte Kegel vor; 
sie waren bald mehr, bald weniger streich- 
fähig. Diese letztere Eigenschaft war durch 
Znsatz von frischem Qaark, Rahm, Butter 
und Kokosfett erzielt worden. Dort, wo nur 
Rahm oder Butter genommen war, lag der 
Fettgehalt innerhalb der Grenze für Mage^ 
käse (Fett bis 25 pZt der Trockensubstanz). 
Büt dem billigeren Kokosfette war man 
weniger sparsam umgegangen. Die letzteres 
enthaltenden Zubereitungen erwiesen sich 
als halbfette und fette Käse (Fettgehalt der 
Trockensubstanz 25 bis 35 pZt bezw. 35 
bis 45 pZt). Die Kräuterkäse mit Kokos- 
fettzusatz tauchten in diesem Frühjahre 
ziemlich gleichzeitig in verschiedenen Ham- 
burger Fettwarenhandlungen auf. Sie waren 
in Hamburg selbst aus pulverfflrmigem 
Kräuterkäse, Magermilchquark, Kochsalz und 
Kokosfett hergestelH worden. 



118 



unter Verwendniig Yon Kokosfett her- 
gesteUtOy klaeartlge Zabereitnngen müsBen 
ak Margarinekise in den Verkehr ge- 
bradit werden. Da dies bei keiner der 
nntenniehten Proben der Fall war, sind 
wiederhotte Beanstandungen anf grand dee 
Nahrnngsmittel- und des Margarinegesetses 
erfolgt Nnr in einem Falle — aber voll- 



stlndig nngenflgendy V2 ^^ Va P^^ — haMB 
man dem Kisefett SesamM beigefügt Bs 
sind in dieser Angelegenheit veneUeden« 
Venirteilnngen erfolgt, wobei aneh die Ein- 
äehnng der vorsehriftswidrig hergesteltten 
Vorräte ansgesproeben worden ist 

ZUckr. /. Unt&m» d. Nähr,- u. Qenmßn^. 
1909, XYin, 413. Mgr, 



Therapeutisohe ■ittoilungeiii 



Ueber einen mit Antithsrreoidin 

Moebius behandelten Fall von 

Basedow'scher Krankheit 

maehen QaUi-Valerio nnd Rochax Mir 
teilnng. Bei einer 3 3 jährigen, bis Jnni 
1906 immer gesunden Frau, maehte sieh 
eine leichte Ansehwellnng des mittleren 
Teiles der Sehilddrflse bemerkbar. Später 
traten Angenanstretnng (Exophthalrnns), 
dehweratmen, Erstickongs- and Angstgefflhl, 
Herzklopfen, Schlaflosigkeit Händeattem, 
plOtzUdieB Hitaegeftthl nnd Schweifiansbrflche 
anf. Diese Besehwerden wurden im Laufe 
der Zeit immer heftiger, früher gewöhnte 
Bergbesteigungen, Skitouren usw. wurden 
nieht mehr vertragen. Eine Kur mit Mileh 
einer entkropften Ziege wurde nieht ver- 
tragen, da der Appetit dadurch vollends ver- 
loren ging. Vor Radogen empfand die 
Kranke EkeL Im April 1908 wurde die 
Behandlung mit Antithyrepidin Moebius ein- 
geleitet und Bwar wurden zuerst V2 ^^^} 
dann 1 bis Vj^ oem dreimal täglioh ge- 
reiohty im ganzen 50 eem innerhalb 18 
Tagen. Bereits nach fflnf Tagen wurden 
die vorher harten SchilddrOsenknoten weich. 
Nach einer im Mai und Juni wiederholten 
Kur, bei der im ganzen 50 ccm Antithyre- 
oidin genommen wurden, waren MfldigkeitB- 
gefflhl und Schlaflongkeit verschwunden, der 
Ernährungszustand besser geworden. Auch 
das Herzklopfeni Zittern und die Schweiß- 
ausbräche hatten wesentlich nachgelassen. 
Ende Juli wurde eine dritte Kur, diesmal 
mit Antithyreoidintabletten (2 bis 3 Tsr 
Metten, im ganzen 60 Stflck) unternommen. 
Die Kranke fflhlte sieh wohl, schlief gu^ 
hatte wieder normales Fettpolster nnd konnte 
längere Berg' und Skitouren ohne Ueber- 
anstrengung unternehmen. Zur Befestigung 



guten Erfolge nahm die Kranke im 
November nochmals 20 eem AntitbyreoidiiL 
Neben allgemeinen BeaserungseneheinuBgeii 
zeigte sieh jetzt ein Zurflckgehen der Glots- 
augen, femer waren die Schilddrflsenknoten 
kittner und weicher geworden und der Hals- 
umfang um ^/4 cm aurflckgegangen. Als 
ttch Ende Kärz nadi überstandener Influenza 
von neuem Basedow-Beschwerden bemerkbar 
machten, gewann die Kranke mit 10 oem 
Antithyreoidin (1 oem tä|^) ihr trOheres 
gutes Befinden wieder. Während der Be- 
handlung sind keine üble Nachwirkungen 
aufgetreten, nur nach der zweiten Knr 
wurde dn ausgiebiger Haarausfall beob- 
achtet; die Haare und die Fingemigel 
^aren glanzlos und sprOde geworden« Das 
von der Firma E. Merck in Darmstadt her- 
gestellte Antithyreoidin kommt sowohl in 
flüssiger wie in Tablettenform in den 
jSandel. Das Büttel in flttssiger Form soll 
besser wirken als in Tablettenform. Die 
Tabletten emd jedoch zur Knr auf der Reise 
sehr geeignet Es empfiehlt sidi von Zeit 
^ Zrit, auch wenn große Besserung einge- 
treten, eine kleine Antithyreoidmkur vorsn- 
nehmen. Bei staiken Aufregungen des 
Herzens wirkt dne größere Oabe von etwa 
6 ccm sehr beruhigend. Verfasser gelangen 
zu dem Schlüsse, daS das Antithyreoidin 
Moebius immer mehr verdient, als Behand- 
iungsmittel der Basedow^wiken Eiaakheit 
angewandt zu werden, zumal wenn man 
einerseits die Gefahren einw Operation, 
andererseitB die so oft nach der Operation 
auftretenden Beschwerden in Betracht zieht. 



Th^rap. Manatsh. 1909, Nr. 7. 



Dm 



119 



Frangol, 
ein neues AbfahrmitteL 

Seit «i&er Reihe yon Jahren hat Fntsch 
m Bonn im Veram mit Denxel in Tflbingen 
Venache angeeteltty nm an Stelle dee teuren 
Extraetom Oaaearae Sagradae floidnm ein 
Fhiidextrakt ana der Rmde des Fanlbanma 
(Rhamnns Frangola) herznatellen. Die Ver 
saehe aeheiterten aber snm Teil daran, dafi 
das gewonnene Extrakt sn aehleoht aehmeekt^ 
sam Teil daran, daß es unwirksam wurde, 
wenn man einige Stoffe aus ihm entfernen 
wollte. Denxel ist es nun doeh gelungen, 
aoB der Fanlbanmrinde ein nioht au sehleoht 
sdimeekendes, wiikaames Fluidextrakt her- 
auatellen, das den Namen Frangol er^ 
haHen hat Das Präparat regt die wurm- 
fOrmige Bewegung der Därme an, be- 



also den Stuhlging, so daß er 
nieht Zeit hat, hart zu worden. Zur An- 
wendung kam das Frangol nach Baueh- 
Operationen und bei WMmerinnen. Nar 
mentlich nach Bauohsehnitt ist das IGttel 
empfehlenswert, weil naeh demselben vor 
allem die Darmtätigkeit angelegt und eraielt 
werden soll. Irgend ein^ unangenehme 
Nebenwirkung ist selbst naeh woehenlangem 
Oebraueh des Büttels nicht beobaohtet wor> 
den. Niemals traten Kolik-Behmerzen auf. 
Auch bei Wöchnerinnen wü4cte es vortreff- 
lich, ohne dafi Mutter wii das an der 
Muttarbrust ernährte Kind h*gendwelche 
Störungen zeigten. Gegeben werden drei- 
mal ti^eh 1 Teelöffel oder Imal 1 bis 
2 Eßlöffel. 



Therap. Monatsh., Oktober 1909. 



Dm. 



BOohepsohau. 



Ergäuuags-Taxe sur Deutschen Arsnei- 
taxe fttr 1910. Herausgegeben vom 
Deutsdien Apotheker - Verein und in 
deasen Auftrage bearbeitet von Her- 
mann Stein. Berlin 1910. Selbst- 



verlag des Deutschen-Apotheker-Verems. 
Als praktische NeoeruDg ist zu bemerken, 
daß auf jeder Seite oben der Name des auf 
dieser Sdte genannten ersten und letzten 
Arzneimittels in fetter Schrift verzeichnet ist, 
was ein rasches Aufsuchen wesentlich befördert. 
Die übrigen Tabellen und Verzeichnisse sind 
dieselben wie in ider verjihrigen Taxe; auch 
der im Qebranoh bewahrte widerstandstthige 
Einband ist derselbe. Die Ergänzungs-Tsze, die 
wie bekannt, cüe amtliche Taxe mit einschlieBt, 
ist ein nnentbeifrlichesBfistzeug für jedeApotheke. 

Fomnlae magistrales Berolinenses. Aus- 
gabe fflr 1910. Herausgegeben von 
der Weidmann'miiesi Buchhandlung. 

Berlm 1910. Preis: 1 Mk. 

Neue Bezeptformeln sind in der Ausgabe 1910 
nicht aufgenommen worden, weggenssen ist 
dagegen die bisherige Vorschrift färrüulaeFerri 
csrbmiici Blaadii. Bs wSre empfehlenswert, den 
Vermerk, däi den ausgeworfenen Preisen noch 
die Oefäfie hinzuzarechneu sind, auf j e d er Seite 
auffällig zu wiederholen. 

Weiter enthält das Buch Preistafehi für 
AiaMistoffe, Oefiiäe, Instrumente und Verband- 
stofle, Bestimmungen ftür die Armenärzte und 
Apofiieker. Da Verordnungen cF. m. B.» überall 
Torkomneo, so findet das vorliegende Buch auch 
in jeder Apotheke des öfteren Vezwendong. «. 



Der Tafelsenf (Mostrich) und die tech- 
nisohe Verwertung der Senfjpflanie. 
Von Dr. Alfred HasterUk. Mit 56 
Abbildungen und 3 Tafehi. 165 Seiten. 
Ä. Hartleben'% Verlag. V7ien und 
Leipzig. Preis: 6 Mk. 

In Yorliegeodem Band 322 der chemisch- 
technischen Bibliothek sind die aus dem Senf- 
samen gewonnenen Produkte, nämlich das Fett- 
senföl, das ätherische Senföl und die Mostrich- 
fabrikation an Hand zahlreicher guterAbbildungen 
in gemeinverständlicher Weise behandelt. Der 
reicme Inhalt bringt Angaben über Kultur und 
Anbau der Senfpflanze, über die Gewinnung des 
in BuBland als Speiseöl gebräaohliohen fotten 
Senföls und über das in der Pharmazie Ver- 
wendung findende ätherische Senföl. 

Aus dem Kapitel der Fabrikation des Tafel- 
Senfes wird der mit der Herstellung von Senf 
sich befassende Kaufmann oder Fabribmt großen 
Nutzen sieben können, da ei bei Befolgung der 
gegebenen Vorschrift^ jedem Wunsche Rech- 
nung SU tragen, in der Lage ist; es sei hierbei 
auf den Düsseldorfer Senf verwiesen, den 
EstragODsenf, den endischen, iranaösischen, 
deutschen Senf, den Sardellensenf, Senigelee 
und Senfessig. Die Abhandlung «Verfälsch- 
ungen des Senfmehles und Mostrichs und ihr 
Nachweis» sind für den Nahrungsmittelohemiker 
Yon großem Interesse, nicht minder lehrreich 
werden ihm die Normen und gesetsliohen Be- 
stimmungen sein, die gleichseitig den Senfmüller 
mit den Anforderungen bekannt machen, welche 
die gegenwärtige Qesetzgebmig an dieses Oenuß- 
fflittel steUt. Das in technischem Sinne, wie 



120 



wissensohaftlioh auf der Höbe stehende Werk 
möge daher die verdiente BoaohtaDg und einen 
großen Leserkreis finden. J. Pr, 



Tareiafaebte, praktische and übersicht- 
liche Bnchführmig für Apotheker. 
Dareh eiü Beispiel erlAatert von Dr. 
Max Biechelej Apotheker. Halle a. S. 
1908. Draek und Verlag von C. A. 
Kaemmerer dk Co. 

Man kann cor Jetzzeit vollkonunen davon 
überzengt sein , daß in Apothekenkreisen 
die Notwendigkeit anerkannt wird, sich einer 
kaufmännischen Baohführong zu bedienen. 
Sie allein gewährt erst den rechten Blick nnd 
eine genaue Erkenntnis des wahren Reingewin- 
nes, den eine Apotheke abwirft. In Rücksicht 
hierauf haben verschiedene Verfasser Bacher 
herausgegeben , welche den Apothekern eine 
kaufmännische Buchführung lehren, die dem 
Wesen ihres Faches angepaßt ist Zu diesen 
gesellt sich das vorliegende Buch. Einer seiner 
in die Augen springender Vorteil ist der, daß 
der Verfasser in der Hauptsache mit allen be- 
reits in jeder Apotheke vorhandenen Oeschäfts- 
büchem arbeiten läßt Die Buchführung selbst 
ist an einem Beispiele zwar kurz aber auch 
genügend erläutert. Sie erfährt zum Schluß 
durch Vorführung der Eintragungen in die ent- 
sprechenden Oesohäftsbücher eine Vervollständig- 
ung, wie man sie sich nicht besser denken kann. 
Dementsprechend kann das vorliegende Buch 
allen den Apothekern, welche noch keine kauf- 
männische Buchfühl ung besitzen, zur Anschaff- 
ung empfohlen werden. Auch diejenigen, welche 
eine solche schon befolgen, die ihnen aber zu 
umständlich und zu zeitraubend ist, sollten es 
nicht versäumen, dieses Buch anzuschaffen und 
ihm als Wegweiser zu folgen. E, M. 



Chemisch - teeknisohes Lexikon. Bine 
Sammlung von mehr ab 17 000 Vor- 
Bchritten für alle Gewerbe und tech- 
nlsehen Künste. Herausgegeben von 
den Mitarbeitern der Ohemiseh-technischen 
Bibliothek. Redigiert von Dr. Josef 
Bersch, Mit 88 Abbüdungen. Zweite, 
neu bearbeitete nnd verbesserte Auflage. 
Das Werk erseheint in 20 liefemngen 
an 50 Pf. Aneh schon komplett ge- 
bunden In Halbfranzband zu haben. 
Rrela: 12 Mk. 60 H. Ä. Hartleben's 
Verlag in Wien nnd Leipzig. 

In dem Begleitschreiben der Yerlsgshandlung 
ist auf die 17 000 Vorschriften, die das Lexikon 
enthalten soll, besonders aufmerksam gemacht. 
In der 1. Lieferung, die uns nur vorliegt, finden 
wir unter den uns interessierenden Vorschriften 
einige, die uns su Bemerkungen Veranlassung 
geben. Z. B. auf Seite 24 Anakardium, 



Haarfärbemittel. Man soll die gepulverten« 
Anakardiennüsse mit Petrolenmäther ausziehen, 
diesen verdunsten, mit Alkohol verdünnen, die 
Haare damit bestreichen und dann mit Ammon- 
iak benetzen. Bei der g r o ß e n Q e f ä h r 1 i c h- 
keit des Zardols ist die (hier abgekürzte) 
Schilderung (Pulvern der Anakardiennüsse, Be- 
streichen der Haare) doch etwas zu harmlos 
gefaBt. Femer auf Seite 29. Anisbrust- 
Sirup. Auf 6000 g Zuckersirnp und 1000 g 
Wasser sollea 50 g Anethol, 3 g Fenchelöl, 20 
Tropfen Bittermandelöl, gelöst in 200 g Alkohol 
kommen. Sollten 60 g Anethol auf rund 
7000. g Sirup nicht etwas viel sein ? 

Dem Lexikon soll eine Abhandlung aoge- 
sohlossen werden, in welcher die wichtigsten 
Arbeiten, die bei der Darstellung der versobie- 
denen chemischen Präparate vorzunehmen sind, 
durch Wort und Bild geschUdert werden, so dsfi 
auch der Niohijhemiker in der Lage ist, sich 
jene Kunstgriffe anzueignen, welche zum Ge- 
lingen der Arbeit erforderlich sind. s. 



Analytisches Diagnostiknm. Die ebem- 
ischen^ mikroskopischen und bakteriolog- 
ischen üntersachangsmethoden von Harn, 
Auswurf, Magensaft, Blut, Kot usw. Ein 
Handbuch zum Gebrauch für Aerzte, 
Apotheker, Chemiker nnd Studierende. 
Von Dr. Ernst Kraft, Beeitzer des 
bakteriologisch-chemisehen Laboratorinms 
in Bad Eissingen. Mit 146 Abbüd- 
ungen und 4 farbigen Tafeln. Leipzig 
1909. Verlag von Johann Ambrosius 
Barth. Preis : geh. 9 Mk., geb. 10 Mk. 

Aus der Praxis für die Praxis geschrieben 
bietet vorliegendes Buch alles das, was zu einer 
genauen Untersuchung obengenannter Stoffe er- 
forderlich ist In erster Linie wird der Harn 
eingehend behandelt. Für die Ausführlichkeit, 
mit der dieser besprochen ist, spricht am besten 
der Umstand, daß dieses Kapitel 171 Seiten, 
fast die Hälfte des Buches einnimmt. Den Schluß 
dieses Abschnittes bUden Formulare in deatscher, 
französischer, enghsoher, italienischer und pol- 
nischer Sprache. Der nächste Abschnitt be- 
handelt die Sekrete der Geschlechtswerkzeuge. 
Ihm folgen die Exsudate, Transsudate, Liquor 
cerebrospinalis und Fisteln. Die Untersuchung 
des Auswurfs (Sputum), des Magensaftes und 
Erbrochenen, des Kotes und des Blutes bilden 
die übrigen Abschnitte. Ein Anhang befaßt 
sich mit dem Heinigen der Deokgläschen und 
Objektträger, Reagensienc und BeaktioDen, 
FarbstofilÖsungen sowie mi den Untersuchungs- 
gebühren. Ein Sschregister bildet den Schluß. 

Aus dem Inhalt des Buches ersieht man, daß 
der Verfssser in den Kreis seiner Besprech- 
ungen alles hineingetogen hat, was in der Haupt- 
sache auf physiologischem Qebiete nicht nur 
vom Ante sondern auch von jedem auf der 
Höhe stehenden Analytiker zu verlangen ist. 



121 



Daher ist 68 ein YerdieDst des Veräwsers, das 
Gebotene in einem üiolit an nmtengreiolien 
Bache sa Teieinigen. 

Bs enthält neben alten bewährten Verfahren, 
neae nnd neoeste. Wenn es anoh die größeren 
Hand- and Lehibooher nicht exBetaen soll, so 
ist es far den Irbeitatisoh sehr ra empfefaJen. 
Aach Ist es dem Yerf. nicht zn verargen, wenn 
er den Abschnitt cüntersachong des Magen- 
inhaltes bei Yeigiftangen» stiefmütterlich be- 
handelt hat; da dies in weitergehender Weise 



den gesteckten Rahmen öbersohritten hätte. F6r 
Vergiftongsflille kommt in erster liinie der 
chemische Sachyoiständige in Betracht and dieser 
besitzt hinreichende Kenntnisse sowie Anleit- 
ongen. Die dem Texte ein^fögten Abbildangen, 
welche sam Teil anch farbig sind, lassen nichts 
sa wünschen übrig. Ein gleiches gilt von den 
vier Tafeln. Vorliegendes Bach können wir den 
entsprechenden Erdsen angelegentlichst em- 
pfehlen. — <«— 



Versehiedene Hittoilungena 



Preise neuerer Spesialitftten. 

(XL Fortsetsong von Seite 99.) 

Der Verein der Apotheker Dresdens and der 
Umgegend hat in dem Bericht über die Sitsnng 
am 11. NoTember 1900 die Fsobgenossen gebeten, 
die nach Fankt 21 der Vorbemerkangen zor 
Deatschen Arzneitaxe berechneten 
Preise für neae Spezialitäten bis zur end- 
giltigwiFestsetzangeinzahaiten. (FürSchOn- 
heitamittel,. Nährmittel, Seifen, emfaohe lütt^ 
Verbandsioffo , Daftstoifo, Bonbons, Bäder- 
Zosätze, Parffimerien osw. ist von eioer 
Bereohnang des Preises nach Pankt 21 der 
Arsneitaxe abgesehen worden. 

Sehriftleümig.) 



kaofi- 
preis 



Ver- 

kanfs- 
preis 



AmMi- 

Taae 

Pimkt2L 



Chinosol-Cold-Cream Tnbe 
Formlactol Glas 

Gsstrosol Schachtel 

I>r.Bartmafm*iBohxxmden 
oJf rostbenlenoreme Doee 
Nenren-Tde Paket 

Heide-Tee «IFasmu^A» 

V4 Psket 
V. • 
Vi » 

Jabarol-Tabletten Glas 
Hyrisan Flasche 

Oja-Seife fest Stück 

Saoicara-Skin-Food Dose 

» -Zahnpalyer 
Sorol €Riekter» Flasche 



Tsnaigentan XarizaSüg 

» » 50g 
> »100 g 

WüU'b Anaeethetioom 
Schacht zu 8i Amp. za 

1 ceiB 
Orig. - OL za lOü com 



—,60 

—»66,7 

1,05 

~,66,7 

—,80 
-,60 
-,90 
1,66,7 
1,95 

-,52^ 

2,10 

-,70 

-,37„ 



3,- 

5,60 

10,50 



2,25 

3,- 



1,- 

1,- 
1,50 

1,50 
1,- 

—,60 

1,~ 
1,60 

2,60 

3,- 
-,7Ö 

3,- 

1,- 
—,60 



140 
1,66 

1,60 
1,10 



2,65 
840 

Seife 
8chnh.-M 
8chnb.-M 



Vor- 
geschlagener 
Rezeptarpreis 



19 
10 g 



1^ 



3,- 
4,- 



8,60 

4^ 



Bemerkangen zar Ergänzangs-Taze 

1910. 

Enphyllin ist nicht aoi^führt; alsBeaeptnz- 
preis wird Yorgesohlagea: 1 g s= —,66. 

Extractam Chinae Natming ist za billig 
emgestellt (nämlich zom Einkaafspreis !} Vor- 
geschlsgen warde bereits Pharm. Zentralh'. 
50 [1909], 992 als Beseptarpreis : 10 g = —,40. 
— Weiter wird heate vorgeechlagen : 1 g 
= —,05; 100 g = 3,40. ' 

Saccus Carnis recenter expressas 
ist in der Ergänznngs-Taxe mit 100 g = 1,20 
aafceffUirt, was bei den jetzigen tearen Fleisoh- 
preisen nicht entspreichend ist. Herr Dr. CBedaU 
in Mündien schlägt Tor (yergL Pharm. Zentralh. 
heatige Nammer Seite 105^ für and bis je 
100 g = 2,— zu berechnen. 

Zur Frage 
der HolskonservieruDg 

teilt F. Seidenschnur mit, daß nach neueren 
Versaehen für die Wu'ksamkeit des Stein- 
kohlenteerOls als Imprignierangsmittel die 
sauren Bestandteile gar keine Rolle spielen, 
weil ihre desinfizierende Wirkung in der 
Misehung mit Oel ohne Gegenwart von 
Wasser nicht zur Geltung kommen kann. 
Es hat sieh vielmehr gezeigt, daS das von 
sauren Bestandteilen befreite TeerOl ebenso 
wirksam ist, als das diese BestandteQe ent- 
haltende Oel. Die schwereren Eohlenwasser- 
stotte des Erdöls sind an sieh zur Holz- 
konservierung angeeignet Wenn sie jedoeh 
mit Behwefd behandelt werden, nehmen sie 
konservierende Eigensehaften an. Das be- 
treffende Rohöl wird auf 1500 C erhitz^ 
etwa 2 pZt Schwefel eingetragen und die 
Erhitzung bis auf 280^ C getrieben, wobei 
die größte Menge des Schwefels als Sehwefel- 
waaserstoft bei 170 bis 2100 C entweieht. 
Das von 210 bis 280 ^ C übergehende 
Destillat wurd dem Rückstände wieder zuge- 
fügt Diese SchwefelMe lassen sich aber 



122 



Mhwer in haltbare zar Imprägnieraiig tang- 
liehe Emnlnonen flberfflhren; es gdang am 
besten eine Bfieehong von 60 pZt SohwefdOl 
mit 40 pZt hodiaiedendem AnthraeenOl 
mittels Hanseife in Emnläonen flbennführen. 
Zn VersndiBzweeken nnd nm die Wiiknng 
des Antbraeenöla ansznsehalten wurden je- 
doeh Hölzer mit veriMdiieden starken ither- 
isehen LOsnngen von AnthraoenOl, gewöhn- 
liehem ImprägmerH, SehwefelOl nnd mss- 
isehem Blasehinenöle getrftnkt nnd diese naeh 
voUstindigem Verdunsten des Aethers der 
Einwirknng von Qanadiwamm nnd Poly- 
poms vaporarins im Finfaiiskeller ausgesetzt. 
Es ergab sieh, 1. dafi die neutralen Bestand- 
teOe des Erdöls kdne Holz konservierenden 
Eigensehaften besitsen, 2. daß diese aber 
dureh Behandlung mit Sebwefd eine hohe| 



antiseptisehe Kraft erhalten, 3. daß das fast 
nur aus neutralen und hoehsiedenden Körpern 
bestehende Anthraeenöl dem an sauren Be- 
standteilen reiehen Imprägnieröl überlegen 
ist, und 4. daß die antiseptisehe Kraft des 
Sfibwefeiöls derjenigen des Imprägnieröls 
und Anthraoenöls um etwa 15 bis 20 pZt 
naehsteht. 

OhmiK'Ztg. 1909, 791. — Ae. 



PreisliBten sind eingegangen von : 

Earl WngelharcU in Frankfurt a. M. über ge- 

greBte Tabletten, Pillen, Seifen, Gelatinekapsdn, 
acoos-Präparate, Ssotonin Präparate usw.; lose 
nnd in verkaufsfertigen PaokuDgen. 
- Fridolin Qreiner in l^euhaus am Rennweg 
(Thür. Wald) tiber Ampullen aller gangbaren 
Formen und Arten, Semmgläser, ImpfrOhrohen, 
bakteriologische, phamaseutisohe und ohemisohe 
Glasgeräte. 



Bpieffweohsel. 



K. T. in y. Der Arzneipreis darf nur ein- 
mal abgernndet werden. 

Ergibt sieh bei der Abrechnung von Rabatt 
eine Zahl, die nicht durch 5 teilbar ist, so darf 
diese nicht nochmals absernndet werden I Er- 
folgt später nochmals Abrechnung des sorück- 
gebrachten GeftBes, so ist dabei zu berück- 
sichtigen, daß vorher der Gefäßpreis nm den 
Rabattsatz zu ermäßigen ist Beispiel I: 

a) Berechneter Preis 

Abgerundeter Preis 
ab 20 pZt Rabatt 

Preis 



-,94 

—,95 
-19 



-,76 

b) Zurückgebrachtes Gefäß 

(16 ) -;12 
Preis sine vitro —,64 



Oder man zieht den Gefäßpreis vom vollen 
Preis ab nnd vom Rest nun erst den Rabatt 

Beispiel II : 

Abgerundeter Preis —,95 

Zurückgebrachtes Gefäß —,16 

—,80 
ab 20 pZt Rabatt —,16 

Preis sine vitro —,64 

G. Fr. in M. — Dr. A. B. in H. — N. S. 
in C. — St. Jos. Ki\ H. in P. — Für Ihr 

Angebot älterer Jahrgänge Dank! Ich habe 
meinen Auftraggeber benachrichtigt. 



Anihige. 

Wo findet man Angaben über die Gefrier- 

{>unkte von Chlorcalcinmlösimgen und Glyzerin- 
ösungen? 



Da$ Register für den Jahrgang \m ist (zu- 
gleich aU fleneral-Register aber die s Jahrgänge ws 
bis \m) der benagen Dummer beigelegt. - Wer das- 
selbe etwa nid)t erbalten sollte» wolle es gefl. sofort 
der 6es4)äftsstelle mitteilen. 

V«rl0f«r: Dr. A. 8ohB«ld«r, DratAiiu 

Vflr di« LettoBg TOTUttwortUob : Dr. A. Sobneider, DrMdan. 

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GefiugntBbaamte, 981 Printe flUmn die 
elektrisohe Rerntts-h^terB» III b, Prai 6,50, 
welebe eieh laat Zmgamea hödistar MilitSn 
ganz vorzQglieh bewihrt hiL Jed« 50. 
R A. L. nib wird als Pr&mie koeten- 
lo8, die fflr die KvteA. SehotEtrappe nen- 
konatraierte Anneeleterne IV mit Reaerve- 
kriegsbatterie nnd OIBbbirae gegen Empfuga- 
bescbwügiiDg sQgotölL 

GnstaT Bemns, 

Konstrukteur der Anneelateme, 
Halle a. 8. 



Jlerztl. lieber'Cbemionieter 

mit Sohatzmirke: {Kniner] 



bfirgSD Ffir nnbodingte Prtaaion imd Zaverlteig- 
iiii. Wo nioht ertillUioh, wende man moh diieil 
an die Tbermonieterfabrlk Wilhelm 
Krämer. Zerbst-Anhalt. 



§ 


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DresdeD, 17. Februar 1910. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahi^ang. 



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'HenififiDUt«!. — Entirfekelang Ton RIechstofteii aus MorpbiaMlslOtangeA. Eiweiß im Harn. — B-tinlt. *- 
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Extnkt - Arbeiten ftit den hyglen.-chem. ÜntersachnKgsai eilen. — Umerauchte >peiialiitten. — Spondosa- 
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VtffiisdiaBK Ton Kadlx GenUanae. — NabriBKtaiitMl-Cbeaie. — Tbei-nvfvtiae^r MUteiliBgee. ~ Fliote> 

graplüMlie llitteUeBsee. — — V«ra«bifd»rs. — Brletweebiel. 



Ohemie und Pharaiaade. 



Einige Bemerkungen 
la neueren Prüfungsmethoden 
fir Butter, bezw. Margarine, und 

über letztere selbst 

Ton Jokatmet Preseher. 

DieZnsammense-tzang der Mar- 
garine ist im allgemeinen die gleiche, 
wie tie gesalzener Enhbntter, in bezng 
auf die Fettsabstanz besteht jedoch ein 
sroßer Unterschied. Während bei der 
Butter ' das Hauptaugenmerk auf den 
Zusatz freinder, minderwertiger Fette 
n richten ist, ist es bei Margarine 
bedentnngslos , ans welchem Gemisch 
fie Fettsnbstanz besteht , sofern 
to Znsatz von SesamOl nnd der 
Behalt an Milchfett in der gesetzlich 
tetgelegten Hohe stattgefunden hat. 
Von Wichtigkeit dagegen ist es, zn be- 
weisen, daB nicht mehr als 100 Gew.- 
TeDe Mflch oder eine entsprechende 
Menge Hahm anf. 100 Gew.-Ttile der 
nieht der Milch entstammenden Fette 



in Anwendung gekommen sind, sowie, 
daß in 100 Gew.-Teilen der angewandten 
Fette und Oele 10 Gew.-Teile SesamOl 
enthalten sind. 

Infolgedessen besagt die Vorprflfuug 
mit dem Refraktometer bei Margarine 
recht wenig ; auch in bezug aiä den 
Gehalt an Batterfett kann eine etwa^ 
hoch, 2,5 bis 3, gefundene ReieherU 
Meißrsche Zahl nicht ohne Weiteres 
als Beweis für die Zumischung grOfierer 
Mengen Milch oder Rahm gelten, als 
das Gesetz es gestattet« Einitafd schwankt 
der Fettgehalt natürlicher Milch in 
weiten Grenzen, dann aber kann der 
Gehalt an flachtigen Fettsäuren her- 
rühren von Kokosfett, von Pflanzentalg, 
von Pflanzenölen oder von Konservier- 
ungsmitteln, wie Benzoesäure öder Sa- 
lizylsäure. 

' Nachdem Kokosfett in der Margarine- 
industrie seit einigen Jahren eine ^usf 
gedehnte Verwend ung gefun den : : hat, 
wird man Reichert- MeifSPsche Zahlen 



121 



Aber 8,6 erst dann beanstanden können, 
wenn einwandfrei nachgewiesen wird, 
daB die Erhöhung auf Verwendung zu 
großer Milchmengen zurflckzufflhren ist 

Von tierischen Fetten enthftlt 
die Margarine ids Hauptbestandteile 
Premier jus, dann folgen Oleomargarin, 
Schweineschmalz und Preßtalg; von 
pflanzlichen Fetten steht Kokosfett an 
erster Stelle, aber auch die Zusätze 
von BanmwoUsamenstearin und Pfianzen- 
talg (Sheabutter) sind nicht unbedeutend. 
Die Beimischung pflanzlicher Oele, 
wie des CottonOles, des SesamOles und 
des Erdnußöles geschieht einesteils aus 
Zweckmäßigkeitsgrflnden, Geschmacks- 
yerbesserung und Erzielung der Streich- 
f&higkeit (Butterkonsistenz), andererseits 
aus der durch die gesetzliche Forder- 
ung sich ergebenden Notwendigkeit. 
Die kleinen Mengen MaisOl, RübOl, 
LeinOl und wohl gar Mineralöl, wie 
solche durch mineralOlbaltige Butter- 
farben ^) in Margarine gelangen können, 
oder von HaselnußOl, wie solches durch 
behandelte Eokosbutter anwesend sein 
konnte, sind fftr den Nachweis bedeut- 
ungslos, da sie in Bruchteilen von Pro- 
zenten chemisch nicht zu ermitteln sind. 

In dem fertigen Fettgemisch oder der 
filtrierten Margarinefettmischung sind 
als Einzelbestandteile quantitativ nur 
das Kokosfett und das SesamOl bestimm- 
bar, qualitativ festzustellen sind das 
BaumwollsamenOl, das Cottonstearin und 
das Erdnußöl, auf die Hohe des Vor- 
handenseins der übrigen Bestandteile 
(Schweineschmalz, Premier jus) vermag 
allenfalls die Jodzahl indirekt Schlüsse 
zuzulassen. 

In dem gleichen Grade, wie das Ver- 
fahren von Polenske^) wertvoll ffir den 
Nachweis von Kokosfett in Schweine- 
schmidz ist, liegt auch ffir Margarine 
dessen Bedeutung darin, daß es an- 
nähernd die Mengenverhältnisse von 
Kokosfett anzuzeigen vermag. Polenake 
fand die iZ.-if.-Z. von reinem Kokosfett 



1) 2L Früzsehe, Ztsofar. f. Uoters. d. Nabr.- 
a. Genaim. 17, 1909, 528. — Arnold^ ebenda 
15, 1908, 257. 

*} Ebenda, 7, 1904 273. 



zwischen 6,8 und 7,7 sowie die Zahl der 
zur Neutralisation der wasserunlöslichen 
flfichtigen Fettsäuren verbrauchten ccm 
Zehntellauge zwischen 16,8 und 17,8. 

Wenngleich aus der Erhöhung der 
P.-Z. bei Kokosfettzusätzen bis zu 20 
pZt das prozentuale Verhältnis nicht 
direkt abzuleiten ist, so läßt sich bei 
solchen Erzeugnissen, die anstelle von 
Schweineschmalz, Oleomargarin und 
Premier jus Kokosfett zur Grundlage 
haben, bei Verwendung der Zahl 17^3 
wenigstens annähernd der Kokosfett- 
gehalt feststellen. In einer Margarine 
mit 

Refip. Jodz. Ä.-Jf.-Z. Z.-F.-Z. P.-Z. 

41 38,8 6,6 240,8 11,2 

kann der Kokosfettgehalt als ungefUir 
70 bis 75 pZt, in einer solchen mit 

38,5 — 7,92 247 15,6 

als 90 pZt betragend angenommen 
werden« Gleidi wertvoll fflr diesen 
Nachweis ist die Bestimmung der 
Aethylesterzahl in der Ausffihrung 
nach Hanns und Stekl^). Während diese 
Zahl für Margarine bei 1,5 bis 3 liegt, 
geht sie bei Kokosfett fiber 40, so daß 
auch hier quantitative Gesichtspunkte 
gegeben sind. Endlich haben, beson- 
ders im Hinblick auf den schwierig zu 
erbringenden Nachweis kleinerer Mengen 
Kokosfett in Butter sowohl mit ffilfe 
der P.-Z. als auch der Phjrtosterinacetat- 
methode, Baal und Amberger^) eine 
Konstante eingeffihrt, die als eine will- 
kommene Bereicherung des praktischen 
Analysenmaterials zu betrachten ist, die 
Bestimmung der K a d m i n m z a h 1. 
Auch diese gestattet eine Berechnung 
der Mengenverhältnisse von Kokosfett, 
wenn man berficksicbtigt, daß die Kad- 
miumzahl ffir reines Kokosfett zwischen 
444 und 470 liegt. Bei Zugrundeleg- 
ung einer Zahl von 50 ffir Margarine 
wären daher progressiv 40 Einheiten 
ffir je 10 pZt Kokosfett hinzu zu 
addieren. 

Untersuchungsergebnisse verschiedener 
Handelsmarken : 



9) Ztsohr. f. Unters, d. Nabr.- n. GwaSm. 
15, 1908, 577. 

<) Ebenda 17, 1909, 1 bis 51. 



125 







Refr. d. n. 11. 


Jod- 




Refr. 


Fetts. 


zahl 


1. 


48,8 


35,2 


54,83 


2. 


39,2 


24,2 


22,36 


3. 


48,5 


35,0 


55,01 


4. 


39,2 


24,1 


22,92 


5. 


48,7 


35,0 


55,95 


6. 


40,5 


2bß 


27,51 


7. 


38,6 


24,2 


22,24 



Kadmium- Banut-Siekl' 



R.-M.-Z. 


P.-Z. 


Z. V.-Z. 


Zahl Zahl 


1,21 


12,0 

2,1 

12,9 

2,1 
10,0 
12,2 


197,1 

241,7 

202 

242,8 

198,8 

240 

245,6 




6,7j 

2,6 

6,71 

2,64 

6,49 

7,04 


aliohol. wisseriges 
DeetiUat Destillat 
72 2 7,75 
291 1 1,75 34,25 
334,8 11,25 38,5 



Der fiflchtige Blick auf die hohen 
Polenske'sdienj Köttstorfer^Bchen und 
Reiehert'Meißrsdien Zahlen, sowie die 
hohen Eadmiomwerte nnd Aethylester- 
zahlen läSt sofort die Nummern 2, 4, 
6 und 7 als kokosfetthaltige Pflanzen- 
margarine erkmnen, die niedrigen Jod- 
zahlen und niedrigen Refraktometer- 
werte dienen der Vervollständigung des 
Analjvenbildes. Bei Nr. 6 ist Kokos- 
fett in Höhe von etwa 6 pZt vor- 
handen. 

Das Verfahren der Bestimmung der 
Eadmiumsahl ist Yon LüMg^) inzwischen 
einer Nachprüfung unterzogen worden. 
Ihm scheint dasselbe seinen Grundzflgen 
nach wohl geeignet, beim Nachweis von 
Kokosfett in Butter gute Dienste zu 
leisten. LÜhrig weist auC einige Un- 
regelmäSigkeiten hin, die ihm bei seinen 
Versuchen aufgefallen sind nnd die er 
tunlichst beseitigt hat. Ich möchte fol- 
gende Punkte fflr die Ausfahrung in 
Vorschlag bringen: 

1. Die Verseif ung kann in dem J^- 
feyuAse'schen Verseifungskolben vorge- 
genommen werden, wenn durch späteres 
Einstelleu in Eiswasser dafür Sorge ge- 
tragen wird, daß die Fettsäuren hart- 
brftchig werden. Es gelingt alsdann, 
sie mfthelos anf das F^ter zu bringen. 

8. Der Verwendung einer Siebplatte 
mit Papierscheibe und Trichter ist ein 
Porzellannutschtiegel mit Filtrierpapier- 
auskleidung (nach Art einer Tektur) vor- 
zuziehen. Stellt man nach Herausnehmen 
der letzteren aus dem Tiegel (nach dem 
Auswaschen) dieselbe auf Eis, so sind 
nach dem Erstarren die Fettsäuren 
mittels Hesser oder Spatel rein und 
quanitativ in das kleine Destillations- 
g^lfi flberznfahren, wodurch die von 



h) Fhaim. ZeDtralh. M [1909], 442. 



Lührig beobachtete Fehlerquelle ausge- 
schaltet wird. 

3. Die Fällung in graduierten Zy- 
lindern vorzunehmen ist nnzweckmäSig 
und fahrt unter Umständen zu Ver- 
lusten. Es empfiehlt sich, die auf 86 
ccm eingeengte alkalische Flüssigkeit 
im MeOgläschen von 26 ccm mit soviel 
Wasser in ein kleines Becherglas zu 
spaien, daß die Gesamtmenge 60 ccm 
beträgt. Das Meßgläscheii kann bei 
5 ccm eine Marke haben, dann ist man 
sicher, daß bei 6 maliger NachspOlnng 
mit Wasser quantitativ abergespOlt ist 

4. Da die Verbrennungsprodukte des 
Leuchtgases beim Eindampfen alkalischer 
Losungen immer stOrend wirken, sollte 
m%n tunlichst Wasserdampf als fleizquelle 
selber benutzen. 

Neben der Schätzung des Sesam 01- 
gehalts bei Margarine nach den Aus- 
fahrungsbestimmungen zum Fleis<^h- 
beschaugesetze vom 22. Februar 1908 
(0,6 ccm klar filtriertes Fett, 9,6 ccm 
Petroläther, 0,1 ccm alkoholische Fur- 
furoUOsung, 10 ccm Salzsäure 1,19) em- 
pfiehlt Arnold^) ffir solche Produkte, 
die neben Kokosfett nur SesamOl ent- 
hidten, den gesetzlich vorgeschriebenen 
Znsatz des letzteren durch die Jodzahl 
zu kontrollieren. Eine solche, im Sinne 
des Gesetzes hergestellte Margarine 
kann nie eine niedrigere Jodzahl als 
17,4 aufweisen. Die Anwesenheit sol- 
cher Farbstoffe, die durch Salzsäure rot 
gefärbt werden, wirkt dabei meist recht 
störend. Durch Aufnahme der Zinn- 
chlorar-Beaktion nach Soltsien ist dieser 
Mißstand beseitigt Die Beaktionen 
nach Balphen far CottonOl, sowie der 
Nachweis von ErdnnßOl durch Isolier- 
ung der Arachinsäure sind bekannt 

6) Ztschr. f. Untere, d. Nähr.- q. GeDuttm 
1&, 1008, 286. 



126 



Ffir d6n Nachweis tierischer Fette in 
der Margarine sind die Bestimmnngen des 
Schmelz- nndErstarrnngspnnkteSi 
wie solche Polenske'^) znr Ermittelung 
der Differenzzahly besonders znm 
Zweck des Nachweises von Talg in 
Schmalz herangezogen hat^ nicht yer- 
wertbar, man wird sich hier lediglich 
an die Jodzahlen zu halten haben nnd 
bei Vorhandensein von anderen Oelen, 
als der erforderlichen Menge SesamOl, 
Kristallisationen bei verschiedenen Tem- 
peraturen yomehmen mfissen. 

Die Jod zahlen von Margarine aus 
Tierfett schwanken zwischen 48,6 und 
79,8 1 entsprechend einer Refrakto- 
meteranzeige von 48,2 bis 65 bei 
40^ C. Sie stehen in engem Zusammen- 
hang mit der Jahreszeit. Im Sommer 
herrschen stearinreichere (Talg), im 
Winter die Olsäurereicheren Fette 
(Schweineschmalz) nnd die Pflanzenöle 
vor. 

Von den Stoffen, die wie Kokosfett 
die R.'M.'Z. erhöhen, kommen die 
Pflanzentalge in Betracht mit 
iZ.-üf.-Z. 3; 6,6; 7, femer das aus dem 
Samen einer chinesischen Pflanze ge- 
wonnene Bntteröl, fflr welches Butten" 
berg^ iZ.-Jf.-Z. von 36 fand, sowie die 
zur Kons er Vierung dienende Benzol 
säure und Sall^lsäure. Die Erhöhung 
der i2.-Jf.-Z. durch diese organischen 
Säuren ist jedoch bei solchen Mengen, 
die, ohne die Margarine geschmacklich 
ungfinstig zu beeinflussen, so unbe- 
deutend, daß Fälle, wie sie Bernd- 
mans^) anführt, vereinzelte^) bleiben 
werden. 

Sehr wichtig fOr den Nachweis von 
Bntterfett in der Margarine, speziell der 
pflanzlichen, die anstelle von Kuhmilch, 
Mandelmilch enthält, dfirfte daher die 
qualitative Buttersäurereaktion 



'') Aofl dem Kais. Gesandheitsamt 98, 1907 
444 bis 463. 

«) Ztsohr. f. ÜDters. d. Nähr- u. Geniiim, 
15, 1908, 334. 

») Ebenda 18, 1907, 492. 

>0) Yergl. Oarlo Grimaldd, Ghem.*Ztg. 82 
1908, 794. 



sein. Nach Arnold ^^) stellt man die- 
selbe mit den trockenen Beichert-MeißU 
scheu Seifen an und zerlegt mit kalter 
verdünnter Schwefelsäure — starker 
Buttersäuregeruch. Beim mäßigen Er- 
wärmen mit Alkohol und konzentrierter 
Schwefelsäure tritt bei Gegenwart von 
Butterfett Geruch nach Rum (Bntter- 
säureäthylester) auf. 

Von organischen Stoffen als Bestand- 
teilen der Margarine ist noch das Ei- 
gelb zu erwähnen, mit Hilfe dessen 
eine nicht unwesentliche Verbesserung 
der Margarine erzielt wird, sowie die 
Mandelmilch, lieber das Vorhanden- 
sein von Eägelb gibt die Bestimmung 
der Lecithinphosphorsänre Aufschluß. 
Der chemische Nachweis von Mandel- 
milch stößt durch die Anwesenheit nur 
geringer Mengen von bitteren Mand^ 
z. Z. noch aiS Schwierigkeiten. 

Endlich gelangen bei Verwendung 
von Pflanzentalg, Sheabntter, Japan- 
wachs unverseifbare Anteile von wachs- 
artiger Beschaffenheit in die Margarine, 
auf deren Anwesenheit bei Margarine 
aus Tierfetten niedrige Verseifungs- 
zahlen hinweisen würden. Ihre Ver- 
wendung wird dem Fabrikanten jedoch 
nur dort erwünscht sein, wo es, wie 
bei Pflanzenmargarine darauf ankommt, 
der leichten Zerfließlicbkeit des Kokos- 
fettes, die durch Oelznsatz noch ver- 
mehrt wird, vorzubeugen. Die Schmelz- 
punkte solcher Pflanzentalge liegen bei 
46 ^ und hoher, Pflanzenmargarine ohne 
diesen Zusatz schmilzt schon bei 36^. 
Unverseifbaie und unverdauliche Stoffe 
gehören aber nicht in ein Speisefett. 

Was den VITassergehalt betrifft, 
so sind bereits Beythim^^ und Butten- 
berg^^) dafür eingetreten, daß derselbe 
den für Butter erlassenen gesetzlichen 
Vorschriften entspricht. Die von mir 
untersuchten Handelsmarken wiesen fol- 
gende Zahlen auf: 



11) Ztschr. f. ÜDiers. d. Nähr.- u. Genußm 
14, 1907, 172. 

'S) Ztsohr. f. Unters, d. Nähr.- a. Genufim. 
16, 1908, 46. 

1») Ebenda Seite 48. 



127 



Wasser : 
Koohsali: 
Niohtfett: 
Gesamt- 
ttweifi: 



1 


2 


3 


4 


5 


6 


7 


8 


» 


10 


11 


9,2 


9 


14^ 


16,5 


15,60 


8,9 


16,2 


11,8 


11,2 


16,8 


11,7 


1,6 


1,5 


2,9 


2,8 


o 


2,9 


3 


1^ 


1,1 

2,7 


8,6 
6,1 


1,1 
2,1 



Die Proben 9 und 11 waren Pflanzen- 
margarine. 

FOr die WaBserbestimmnng kann das 
Alnminiumbecher- bezw. Nickelbecher- 
yerfahren bestens empfohlen werden, 
wie 68 von FendJer^^) nnd SiÜber^ 
MilOer^^) nnd Lührig^^) praktisch 
naehgeprflft worden ist. Ffir die Be- 
stimmung des Nichtfettes ist die 
amtliche Methode am besten geeignet 
Znr Bestimmung der Eiweifistoffe 
kann ohne Schaden Filter samt Back- 
stand verascht werden, wenn die stick- 
stofffreien quantitativen Filter der be* 
kannten Firmen benutzt werden. E^ 
empfiehlt sich die KjddahCwAi^ Bestimm- 
ung in der von Ounriing'ÄUerberg ab- 
getnderten Weise auszuführen. In bezug 
auf die gesundheitliche Beschaf- 
fenheit von Margarine ist nachteiliges 
nicht bekannt geworden, Margarine ist, 
wenn sie aus einwandfreienBohstoffen 
hergestellt wird, als ein gesundes, nahr- 
haftes und ihrer BilOgkeit wegen, 
namentlich für die minder bemittelte 
BevOlkerungsklasse schätzbares Ersatz- 
mittel der Euhbutter anzusehen. Die 
Haltbarkeit der Margarine aus tierischen 
Fett ist weniger beschrftnkt als die der 
Matnrbutter oder der Pflanzenmarga- 
rine. 

Besflglieh des Pahnins hat Lührig^'^) 
schon vor Jahren festgestellt, daB dessen 
Ausnutzungsgroße in der Mitte zwischen 
Euhbutter und Margarine steht, wäh- 
rend die Verdaulichkeit der beiden letzten 
als gleichwertig angesehen wurde ^). 
Während der heifien Jahreszeit ermittelte 
Sänregrade verschiedener Handelsmarken 
sind: 



^ Ztsohr. f. Ulliers. d. Nähr.- n. GentiSm. 
17, 1909, 90. 

>») Sbenda 16^ 1908, 725. 

i<) Phann. Zeotnlh, 60 [1909], 441. 

i^ Vergl Qerlachs Ztitchr. f. physikaL und 
dütetisobe Themie, Bd. XII. 

i<) Zfschr. f. Unten, d. Nähr.- n. QenaAin. 
1900, Heft 2. S. 73 bü 87. 



- — -. 056 1.1 — 

2,8; 3; 2,6; 2,9; 4; 3,6; 8; 8; 2,6; 
2,6 ; 0,9 ; 0,6 ; 0,7. Die letzten 3 Säure- 
grade beziehen sich auf Pflanzenmar- 
garine« 

Bedauerlich wäre es daher, wenn 
diese Nahrungsmittel Zusätze erfahren, 
wie sie in jAngster Zeit vereiuzdt an- 
getroffen, aber ebenso rasch, wie sie in 
Mode gekommen, wieder verschwunden 
sind. Hierher gehören das ParafflnOI^^, 
die mineralOlhaltige Buttertarbe, wachs- 
artige unverseif bare Stoffe, die Benzoe- 
säure, Weinsäure, schwefelige Säure, 
herrOhrend von der Koprakonservier- 
ung, die Phosphorsäure und Milchsäure, 
herrfthrend von der Eonservierung des 
Eigelbs, sowie das von Bichmand^) 
analjrsierte neue Präservierungsmittel, 
das aus Ameisensäure und Stärkesirup, 
mit etwas Bnttersäureäther parfOmiert, 
besteht (Vgl. Oramftony Stärkezucker 
in Butter, Ztschr. f. Unters, d. Nahr.- 
u. Gennßm. 1899, 2, 148) In bezug auf 
den Wassergehalt der Margarine sind 
mehrere Proben durch Buitenberg, 
Beythien, Beinseh n. a. bemängelt 
worden. 

Auffallend hohen Wassergehalt in 
Margarine fand vor kurzem L. Müller ^^). 
Von 6 untersuchten Proben enthielt 
nur eine unter 16 pZt; 2 weitere ent- 
hielten 16,8 und 16,9, die flbrigen 
schwankten zwischen 17,1 und 17,7 pZt. 



Ein hollilndiBelies KaffeekonserrlerQnss« 
mtttei heetand aas: 

14,9 y. H. Wasser 

4,32 „ Mioeralbestandteilen 

5,0 „ Zacker 

75,78 „ arabisohem Gommi. J. Pr» 
NachriMm-Bh /. d. ZoOit. Y. 1910. Nr. 1. 



1«; OI4g und Tiümam Zisohr. f. Nähr.- u. 
OenoSm. 9, 1906, 597. L. Bmmet^ Ami. Fal- 
sifloationa 1909, 220. 

») Analyst 1906, 8. 116. 

21) Ztsohr. I. Unters, d. Nähr.- n. Qenußm. 
16, 1908, 727. 



IM 



Uöber die Eatwiokelung 

flüchtiger Bieohstoffe aus den 

Lösungen der Morphinsalse. 

Von 0. Beickard. 

Oleich zu Beginn des nachetehenden 
Berichtes mOchte ich die Bemerkung 
Toransschicken, daß diese Mitteilongen 
vorderhand nur orientierender Natnr 
sind, da zu einer umfangreichen, bezw. 
erschöpfenden Bearbeitung des Gegen- 
standes größere Mengen von Versuchs- 
material notwendig sind, als sie mir 
zur Zeit zu Gebote standen, und da es 
Tor allem darauf ankommt, ein solches 
Studienmaterial zu erhalten, dessen Her- 
kunft aus Ton einander verschiedenen 
Ürsprungsgebieten sichergestellt ist. 

Bereits vor Jahren fiel mir gelegent- 
lich einer Abhandlung aber die Reak- 
tionen des Morphins wiederholt ein eigen- 
tfimlicher Geruch auf , der sich besonders 
beim Erwärmen von Losungen des salz- 
sauren Alkaloids bemerkliiä machte. — 
Da diese Beobachtung indessen in keinem 
direkten Zusammen^g mit dem spe- 
ziellen Zwecke der damaligen Unter- 
suchung stand, so legte ich vorläufig 
keinen weiteren Wert darauf. Erst bei 
neueren Versuchen zur Auffindung 
weiterer Morphin -Reaktionen erinnerte 
ich mich des damaligen Befundes, da 
ich auch bei dieser Gelegenheit das 
Auftreten eines spezifischen Geruches 
des angewendeten salzsauren Alkaloids 
festzustellen in der Lage war. 

Die Entwickelung des Riechstoffes 
scheint zur Voraussetzung zu haben, 
daß das Morphin nicht fds solches in 
der Form des reinen Alkaloides vor- 
liegt, sondern als losliches Salz. Wenig- 
stens haben dahin bezflgliche Versuche 
ergeben, daß die Reinbase unter den 
bei ihren Salzen angewendeten Beding- 
ungen nicht unter Ausgabe eines aromat- 
ischen Gttuches reagiert. Auch an 
Morphin, wdches mittels Ammoniak- 
flfissigkeit aus MorphinsulfatlOsungen 
ausgefällt war, die an sich Riechstoffe 
entwickelten, konnte nach der Fällung 
des reinen Morphins keine Geruchs- 
äußerung beobachtet werden. 



Auf grund der im Nachstehenden 
mitgeteilten Beobachtungen läßt sich 
vermuten, daß die Ursache des Geruches 
in der Verflüchtigung sehr kleiner 
Mengen von Morphinsalz mit den 
Was^rdämpfen zu suchen ist. Zunächst 
sei das Nötigste bezfiglich der anzu- 
stellenden Versuche mitgeteilt. 

Bringt man einige Dezigramme des 
kristallisierten salzsauren Morphins 

[CnHigNOs.HCi + SHgO.J 

mit einigen Kubikzentimetern destillier- 
ten Wassers und zwar sovielen, daß 
eine 6prozentige Losung entsteht, zu- 
sammen, so ist von einer Entwickelung 
riechender Substanzen kaum die Rede. 
Wird jedoch diese LOsung auch nur 
auf 30 bis 40 Grad erwärmt — am 
geeignetsten auf dem Wasserbade — so 
nehmen die entstehenden Dämpfe der 
Morphinlosung einen ganz spezifischen 
Geruch an. Derselbe läßt sich nicht 
mit einem anderen bekannten Riech- 
stoffe vergleichen, man konnte ihn 
allenfalls mit einem äußerst schwachen 
Moschusgeruche entfernt in Vergleich 
ziehen. Läßt man die LOsung wieder 
erkiJten, so verschwindet der Geruch 
in offenen Gefäßen fast gänzlich wieder 
oder fiberhaupt ganz. Sir ^ läßt sich 
aber durch erneutes Erwärmen beliebig 
oft wieder hervorrufen. 

Wie es scheint, ist die Menge der 
entwickelten Dämpfe proportionid dem 
stärkeren wie schwächeren Auftreten 
des Geruches. Verwendet man nämlich 
bei den Versuchen mit je gleidi großen 
Flflssigkeitsmengen von gleicher Kon- 
zentration das eine. Mal Gefäße mit 
großer Oberfläche, das andere Mal einen 
Tiegel von wenigen Zentimeter Durch- 
messer, so tritt der Geruch in dem 
ersteren Falle bedeutend stärker auf, 
ab im letzteren. Gießt man die warme 
LOsung des salzsauren Morphins in ein 
weithiüsiges Glas und versdiließt es mit 
einem Glasstopfen, so kann man den 
charakteristischen Geruch beim Oeffnen 
des Gefäßes auch nach dem Erkalten 
in der Regel deutlich bemerken, wenn 
die Flflssigkdt nur die Hälfte, höchstens 
Vt des ^Btuminhdtes beträgt Einige 



IM 



weitere Versiidie setien es ziemlich 
anfier Zw^el, dafi die Stärkeentwick- 
Inng des Qeraches der MorphinsalzlOs- 
nngen im steigenden Verhältnisse zn 
der Konzentration derselben steht 

Auch an festen Morphinsalzen, welche 
wie z. B. das chlorwasserstofbaore und 
sehwefelsaare Salz Eristallwasser ent- 
halten, lieB sich der spezifische Gemch 
bei vorsichtigem Erwftrmen feststellen, 
nicht jedoch an der reinen Base selbst, 
obwohl auch diese 1 Molekttl Kristall- 
wasser besitzt. 

Ob sich der Nachweis erbringen laßt, 
dafi tatsichlich kleinste Morphinsalz- 
mengen mit den Wasserdtmpfen, welche 
sich ans der warmen LOsong entwickeln, 
flüchtig werden, mflssen erst weitere 
Versndie mit einem grOfieren Mengen- 
material verschiedener Morphinsalze er- 
geben. 

Man maß sich in dieser Hinsicht 
daran erinnern, daß z. B. eine winzige 
Menge von Moschns einen onverhftltnis- 
m&Big großen Baum mit dem spezifischen 
Moschnsgemche erfüllen kann, ohne daß 
sich eine nachweisbare Gewichtsabnahme 
feststellen Iftßt, die dterch die V erfifichtig- 
ukg jenes Riechstoffes entstehen maß 
und daß es Iftngerer Zeiträume bedarf, 
ehe man mit Hilfe feiner Wagen eine 
wirkliche Gewichtsabnahme festzustellen 
vermag. ^ 

Die von mir yerwendeten Morphin- 
priparate waren zeitlich um 6 Jahre 
und Ortlich verschiedener Herkunft; es 
laßt sich demgem&ß annehmen, daß der 
aus Morphinsalzlosungen sich ent- 
widcdnde spezifische Geruch wohl aus 
allen derartigen Präparaten zu erhalten 
sein wird« 

Um aber nach Möglichkeit Auskunft 
darftber zu gewinnen, war es nOtig, 
eine vOUig chemisch reine Morphinbase 
darzoslellen. Zu diesem Zwecke be- 
diente ieb. mich der Sublimation des 
mehrfach ausgefiülten und umkristall- 
isierten MoipUns im luftleeren Baum. 
(Veigl. hierzu Dr. Eelwig.: Das Mikro- 
skop in dtf Toxikologie, Mainz 1864, 
Zät8cbritt für analytische Chemie, 3. 43.) 
Sur etne chemisch reine Base läßt sich 
BBtit ^Wendung großer Vorsicht 



sublimieren. Das aus diesem Sublimate 
dargestellte salzsaure und schwefelsa,ure 
Salz lieferte beim Elrwärmen seiner kon- 
zentrierten Losung den gleichen mit 
den Wasserdämpfen auftretenden Riech- 
stoff. 

Eäne sehr bemerkenswerte Tatsache 
muß an dieser Stelle Erwähnung finden. 
Bekanntlich leiten sich die Alkaloide 
der Morphingruppe (Morphin, Kodein, 
Thebain) von dem aromatischen Kohlen- 
wasserstoffe Phenanthren ab. Dieses 
Phenanthren, welches mir in reinster 
Form als solches und als Phenanthren- 
chinon {Kahlbaum*Bcäes Präparat) vor- 
lag, verhielt sich so verschieden, wie 
Morphinsalz bezw. Bein-Morphin. Das 
Phenanthren besitzt schon ohne weitere 
Operationen einen starken Eägengeruch. 
Bringt man eine Kleinigkeit zum 
Schmelzen bei 90 ^ und zu der Schmelze 
einige Kubikzentimeter Wasser, so ent- 
wickelt sich ein verhältnismäßig stär- 
kerer Geruch, wenn Dämpfe aus der 
Fifissigkeit aufsteige. Beim Erkalten 
verschwindet der Geruch bis auf einen 
kleinen Rest. Das Phenanthrenchinon 
dagegen riecht weder an sich noch bei 
Behandlung mit heißen Wasserdämpfen. 
Dagegen sublimieren beide Körper leicht 
und es läßt sich aus dem Guinon bei 
der Reduktion ebenfalls das riechende 
Phenanthrcoi erhalten. Die beiden ge- 
nannten organischen Körper verhalten 
sich also wie salzsaures Morphin und 
reines Morphin. 

Daß ein organischer Kohlenwasser^ 
Stoff bezw. seine Derivate mit Wasser- 
dämpfen aberdestillieren kann, ist eine 
bekannte Tatsache, wie z. B. aus der 
Reindarstellung des erst bei 184^ sieden- 
den Anilins ersichtlich ist. Es liegt 
deshalb auch kein Grund vor, daß feste 
Alkaloidsalze in mehr oder minder er- 
heblichem Grade mit Wasserdämpfen 
flfichtig werden können. 

Eine andere Auffassung hinsichtlich 
des Zustandekommens des spezifischen 
Geruches der Morphinlosungen konnte 
aus dem Umstände hergeleitet werden, 
daß MorphmsalzlOsungen bei längerem 
Stehen — vielleicht auch bei jahre- 
langem Lagern der festen Salze — 



130 



freies Alkaloid ausscheiden ; dieses würde 
dann zur Folge haben, daß sich die 
betreffenden freien Säuren in der Flüssig- 
keit gelost erhalten und beim Erwärmen 
sich verflfichtigen. Man mflßte a^so 
bei der Destillation, falls die Säuren 
der betreffenden Morphinsalze überhaupt 
flüchtig sind, ein schwach sauer reagieren- 
des Destillat erhalten. Ueber die Richtig- 
keit oder Unzulässigkeit letzterer An- 
schauung können nur Versuche mit 
einem größeren Material entscheiden. 

Die Stärke des sich aus heißen Mor- 
phinsalzlOsungen entwickelnden Geruches 
ist im allgemeinen und bei kleinen 
Stoffmengen, bezw. schwachprozentigen 
Lösungen, keine besonders starke, so 
daß wohl vielen der eigentümliche Oe- 
ruch gänzlich entgangen sein dürfte, 
namentlich wenn die Morphinsalzlös- 
ungen zu medizinischen Zwecken in 
der Kälte und ohne Anwendung der 
Sterilisation angefertigt werden. 

Eine weitere Frage ergibt sich noch 
in der Hinsicht der Morphinderivate 
(Kodein, Dionin, Heroin, Peronin usw.). 
Reagieren auch diese unter geeigneten 
Versnchsbedingungen unter Ausgabe 
eines spezifischen Aromas? An eine 
Beantwortung dieser Frage soll später 
einmal näher herangetreten werden. 



Zum Naohweis von EiweiB im 

säuert Y. Oguro 5 bis 6 eem klaren Harn 

mit verdünnter Earigsäere stark an, setzt 

etwa 1 eem Jodtinktur zn und aehüttelt dnroh. 

Darauf wird unter tüehtigem Sehüttehi bis 

zur völligen Entfärbung gesättigte wäBserige 

Lösung von Natrinmbiaultit hinsugefügt Bei 

gegenwärtigem Eiweifi wird der Harn trübe 

oder enthält Flocken. 

Zu emer anderen Probe entfärbt man 

Jodtinktur mit der Bisulfitlösung und filtriert. 

Dies Beagenz ist haltbar. Zu dem klaren, 

mit Essigsäure stark angeaäuerten Harn gibt 

man etwa ^3 seiner Ranmmenge vom Beagenz 

zu und sehflttelt gut dureh. Eiweiß wird 

durch Trflbung oder Floeken erkannt. 

ZUehr, f. eamertm. Pathol. u, Therapie 
Bd. 7, H. 1, 349 bis 351. — <*.— 



Resinit, 

ein neues künstliehes Harz, ist ein dem 
Bakelit (Pharm. Zentralh. 50 [I909J,815) 
nahestehendes Eondensationsprodukt aus 
Phenol und Formaldehyd, welches bei Gegen- 
wart neutraler oder alkalisch reagierender 
Salze als Kontaktmittel erhalten wird. Es 
besitzt je naeh dem Paukte^ an welchem 
die Beaktion unterbrochen wird, verschiedene 
Beschaffenheit. Das erste Beaktionsprodnkt 
als Besinitmasse A bezeichnet, ist eine 
gelbliche, leicht bewegliehe Flüssigkeit, die 
sich zum Imprägnieren und Härten von Holz, 
Pappe und anderen porösen Stoffen dgnet. 
Durch Abdestillieren des bei der Konden- 
sation gebildeten Wassers resaltlert eine 
weitere Zwischenstufe^ die B e 8 i n i t m a B s e B. 
Wird diese in Formen gegossen und längere 
Zeit auf 8OO, schließlich bis gegen 200» 
erhitzt, so erhält man eine feste, gegen 
chemisohe und physikalische Einfifisse sehr 
widerstandsfähige Masse, das eigentliche 
B e 8 i n i t Durch Verwendung von Säuren 
läßt sieh die Erstarrungszeit des Besinits 
auf 10 bis 15 Minuten abkürzen. 



Das Besinit ist in diesem Znstande je 
nach den Kondenaationsbedingungen hellgelb 
bis purpurrot, durchsichtig oder durchschein- 
end, hochglänzend, von muscheligem Bruch 
und dient in dieser Form als Ersatz für 
Steinnuß, Hom, Zelluloid und dergl. Der- 
artige amorphe Kondensationsprodnkte, welche 
seit der von Äd. v. Baeyer im Jahre 1872 
durchgeführten Kondensation von Phenolen 
und Aldehyden nach zahlreichen Verfahren 
erhalten wurden, bezeichnete man bisher als 
künstliche Harze^ weil sie m vielen Eigen- 
schaften Aehnlichkrit mit natürlichen Harzen 
besitzen. 

Lebaeh, der Darsteller des Besinits, schlägt 
nun vor, die Bezeichnung Harze für die 
Naturprodukte su reservieren, Kcmdensations- 
prodnkte der gekennzeiohneten Art" aber als 
Besite für sieh an behandeln. Die flüfi- 
igen nnd halbfesten Zwischenstufen wären 
dann, weil sie in Alkalien löslich sind nnd 
deshalb wahrseheinlieh noch freie OH-Gmppen 
besitzen, als Besole zu bezelohnen. 

Ztachr. /. angew. Ckem. 1909, 1598. Hn. 



131 



Neue Arzneimittel, Spezialitäten 
und Vorsohriften. 

Amyaiii nennen Dr, Freund und Dr. 
Redlieh in Berlin NW 6 ein ans Blat ge- 
wonnenes Ferment; das in der Organthera- 
pie verwendet wird. (Ztschr. d. AUgem. 
österr. Äpoth.-Ver. 1910, 46.) 

Fenioodile. unter diesem Namen bringt 
Dr. M. Leprince in Paris ROhrehen mit 
einer 0,005 g Fermm oaeodylioam ozydatnm 
enthaltenden Ldenng nnd als Ferrooodile 
Pillen EU 0,025 g Fermm caoodylieom 
oxydnlatnm in den Handel. 

Frignsin (Pharm. Zentralh. 60 [1909], 
998) enthSlt als wirksamen Körper Dijod- 
larisinolslnre G2oH26(OH)2J2, das erste 
Glied einer neuen Omppe von Arznei- 
mitteln. Anf die Hant gebraofat erstarrt es 
2n einem festhaftenden Firnis, der Jod reiz- 
los abgeben soll. Außer bei Frostleiden 
eignet es sieh aneh fOr die Behandlung 
kleiner Wunden anstelle von Jodoform- 
kollodinm. Die mit Frigusin bedeokten 
Stellen können sowohl in kaltem wie heißem 
Wasser gewasehen werden. 

Ein weiteres Glied der Gruppe ist Bro- 
mophor gegen Hautjucken und Rose (Ery- 
Bipei). (Müneh. Med. Wochmisohr. 1910, 
279 und Apoth.-Ztg. 1910, 90.) 

Orafolin (Pharm. Zentralh. 60 [1909], 
838) ist eine Emulsion, die hauptsXehlich 
aus den Estern und Alkoholen des Wachses 
und des Wollfettes besteht (Ztschr. d. AUg. 
Merr. Apotb.-Ver. 1910, 46.) 

Lysoohlor*) ist eine Vereinigung von 
Chlor-m-Kresol mit Seife und wird als Anti- 
septikum gebraucht. 

Mannola, ein gegen Fettsucht angeprie- 
senes Mittel, besteht nach der Untersuchung 
der British Med. Assoc aus 14 v. H. ge- 
trockneter Sehilddrtlse, 4v. H. Phenolphtha- 
Mtn, 7 V. H. Natrinmehlorid, 50 v. H. 
Blasentangpolver (Fucus vesienlosus), 25 
V. H. Extraktivstoffen und einer Spur 
Pfefferminzöl. Darsteller: Marmola Com- 
pany m Detroit (Michigan). (Pharm. Ztg. 
1909, 959.) 



^ Nsoh O. u. R. FrüX'Pexoldt und Süß 
in Wien. 



Massogran sind Granules, welche den 
Bacillus Aoidi lactid enthalten, und Masso- 
lettes, MUchbonbons. Sie werden bei 
schlechter Verdauung, Bl&hung usw. ange- 
wendet. Darsteller: Arthur E. Coz <& Co^ 
Ltd. in Brighton. 

Natriumbromidquecksilber (HgBr.2NaBr) 
ist ein lösliches Quecksilbersalz, das unter 
die Haut gespritzt wird. 1 ecm seiner ste- 
rilisierten Lösung enthUt 0,01 g Qneek- 
silber. 

Hovojodin besteht aus gleichen Teilen 
Talkum und Hezamethylentetrammdijodid, 
C0H]^2^4<^8» u^d stellt ein lockeres, hell- 
braunes, völlig geruchloses Pulver dar. Es 
ist in allen Lösungsmitteln fast unlöslieh,' 
l&ßt sich aber mit Olivenöl, flüssigem Paraffin, 
Glyzerin und Kollodium zu 10- bis 20proz. 
Aufschwemmungen verteilen, aus denen es 
dch nur langsam absetzt In Berührung 
mit WundausBcheidungen oder gewissen 
chemischen Stoffen spaltet es Jod und Form- 
aldehyd ab, und zwar im günstigsten Falle 
32 V. H. des ersteren und 20 v. H. des 
letzteren. Trocken bd gewöhnlicher Wärme 
aufbewahrt ist es vollständig haltbar, auch 
wenn es dem Lichte ausgesetzt wird Da- 
gegen darf es nicht über 80^ C erhitzt 
werden. Infolgedessen mufi es zu semer 
Sterilisation in 24 sttlndigen Zwischenräumen 
dreimal je eine Stunde auf 70 bis 80^ (7 
erhitzt werden. Seme Anwendung als 
Wundantiseptikum und zur Behandlung ent- 
zündlicher Erkrankungen der Geschlechts- 
teile ist eine umfangreiche. Darsteller: 
Chemische Fabrik Dr. R, Schevble und Dr. 
Ä, Hochsteiter in Tribuswinkel. 

Nucl^atol Eobia*) enthält die Nukleo- 
phosphate des Calciums und Natriums. 

Oophorin - Tohimbin - Lecithin-Tabletten 
nach Bab werden zur Beseitigung der in- 
fantilen Unfruchtbarkeit verwendet Jede 
Tablette enthält 0,5 g Oophorin (Landau), 
0,0005 g salzsaures Yohimbin und 0,025 g 
Lecithin. Darsteller: Dr. Freund und Dr. 
Redlich in Berlm NW 6. (Zentralbl. f. 
Oynäkol. 1909, Nr. 45.) 

Badiuman-Creme, -Haar baisam und 
-Seife sind radioaktive Präparate* 



*) Naoh Q, u, R, FritX' Pwoldt und Süß 
ia Wien. 



18» 



Saloohloral ist eioe Vereinigimg von 
Salol und GUoralhydraty die als SeUiimittel 
und Antieeptikom angewendet wird. 

SnpracapanliA ist eine Ltenng des wirk- 
samen KOrpera der Nebenniere 1 : 1000. 
Darrteller: The Ondahy Paeking Oo. in 

Bonth Omaha, Neb. 

H. MmUxsl. 

Vergleiohende Untersaohangen 

über Baum - Desinfektton mit 

Formaldehyd - Kaliumperman- 

ganatverfahren 

hat Dr. Berthold Hannes angestellt and 
darfiber eingehend berichtet Auf grond 
eeiner Beobaehtnngen kommt er an folgen- 
den SehlQflBen: 

Die Entwiekehmg von Formaldehyd ans 
der Handelaware Fteaformpulver dnreh Ka- 
liumpermanganat and Waaaer im VeritUtnis 
von 1:2:3 hat in abgedichteten Bänmen 
die gleiehe Wirkung wie die Verdampfung 
durch Apparate. 

Das Verfahren ist in desinfektorischer 
Wirkung und chemischer Ausnutzimg der 
Beagensien den bisherigen Verfahren mit 
Formaldehyd und KaBumpermanganat über- 
legen. 

Es ist von den Verfahren mit festen und 
daher leicht mitnehmbaren Beagensien das 
billigste* Das Päraformpulver wie das 
ganze Verfahren untersteht keinem gesetz- 
lichen Sehutz. 

Seine Handhabung ist am einfachsten, 
ohne Bellstigung für den Ansfflhrenden, 
verlangt kerne großen Oeflfie^ die Zusammen- 
setzung der Reagenzien 1:2:3 ist leicht 
zu merken. 

In Notfällen bei höherer Wirme kann 
die Anwendung ohne Abdichtung der Riume 
erfolgen* 

Das Verfahren kommt wegen semes 
gegenüber den Apparatverfahren immer 
noch hohen P^reises dort b Betracht, wo 
Apparate überhaupt nicht bezw. nicht in 
genügender Anzahl vorhanden, oder wegen 
Feuergeflhrlichkeit ausgeschlossen sind. 

Bei der HaltbaAeit und leichten Ver- 
sandflhigkeit, sowie dem verhUtnkmftBig 
geringen Volumen des Paraformpulvers 
eignet sich das Verfahren besonders zur 
Verwendung im Felde. 



Zum Gebrauch für die Praxis ist es 
nOtig, daß die chemische Beinheit des Pri- 
paratcs g^irüft wird. 

irafieA.JIarf.TFbo^bafMO^. 1909, 2518. — I».- 



Ueber die Essigs&ureprobe 

8ur Untarsoheidong der Exsudate 

und Transsudate 

hat Klau8 Pieper einen größeren Auhatz 
verOffentßcht, aus dem folgende Verfahren 
wiederzugeben sind: 

I. Nach Moritx : Tropft man au« einer 
Tropfflasche ein bis 2 Th>pf en 5 proz. Enig- 
slure in etwa 2 ccm emer PunktionsflOssig- 
keity so tritt in efaiem Exsudat eine mehr 
oder weniger deutfiehe sichtbare Trübung 
auf, die sich oft zu einem flockigen Nieder- 
schlag verstftrkty wUurend m einem Trans- 
sudat diese IVflbung ausbleibt, oder erst 
bei weiterem Zusatz von BssigiAure^ mevt 
insgesamt 4 bis 5 Tropfen, in Form einer 
leichten Opaleszenz bei auffallendem licht, 
oder einer fast durchsichtigen Trübung bei 
durchfallendem IJcht sichtbar wkd. 

II. Nach RivaUa: Läßt man m einem 
Maßzylinder mit 600 ccm Wasser, dem 
2 Tropfen Eisessig zugesetzt sind, tropfen- 
weise die Punktionsflüssic^eit eiiAdlen, so 
zerflieBt der Tropfen bei einem Exsudat in 
mehrere milchweis getrübte^ dem Zigaretten- 
rauch Umliche Streifen, die zuweilen aller- 
dings erst auf dnem dunklen 
deutlich sichtbar smd, während 
Transsudat der Tropfen sich ungetrübt zer- 
teilt) oder nur in seltenen FUlen ebe ganz 
schwache graue^ nur auf dunklem Hinter- 
grund erkennbare TVübung annimmt Nie- 
mals aber findet man bei einem TVanssudat 
dieses streifenförmige milchweiße Zerfließen 
des einfallenden Th>pfens. Bmd die Punk- 
tionsflüssigkeiten an dch etwas getrübt, so 
sind sie für beide Proben vorher zu 
filtrieren. 

Zur ünterachcidung von Exsudaten und 
Transsudaten sfaid beide Proben brauchbar 
und zuverttssig. Die Ph>be nach RivcMa 
zeigt den negativen Ausfall augentlUiger 
und zuweflen auch schirfer an, wilirend 
die Probe nach Moritz den Vorzug hat^ 
daß sie einfacher in der Ausführung ist und 
auch für Lumbalpunktate angewendet werden 
kann. Für letztere versagt das Verfahren 



133 



von lUvaUa. Bin 8eli«mbar«r üntenaUed 
beBteht iwisdien beiden Ph>ben, wenn man 
sie mit Bhit, Plasma oder Seram anaffibri. 
Die Probe von RivcMa Mi ateti poaitiv 
moßy die naeh Moritz erst dann poritiv, 
wenn eine 10- bis 20(adie Verdünnnng 
des Seroms mit Wasser stattgefunden hat 

MOmeh, Med. Woehmuöhr 1910, 11. — I».— 



Die Kennzaliien sind naeh A, Baikje 
folgende : 

I n in 



Ueber das Vorkommen von 

Rutil und Orapbit in einem 

Gtesteinspulver 

ist naeh Mitteiinngen von Oearg Kaßner 
folgendeB in beriehten. 

Eäne Probe Gesteinspnlver ans Stldwest- 
abika, das anf efaien etwaigen Gehalt an 
&nn anlenooht werden sollte^ war rOtHeh- 
gran nnd zeigte reiehfieh glitaemde Kristall- 
flUhen sowie gUnaende, glimmerartige 
BlittriieD. Naeh Zersetsong der Silikate 
mit Fhifiainre nnd Anstreibnng der Kiesel- 
slnre wnrde mit konaentrierter Sehwef elsinre 
abgeraosht nnd der Rfl<^stand mit entwisser- 
tem Natrinmkarbonat nnd Sehwefel naeh dem 
YenniMhen gesehmolien. Bei der Behandlung 
der Sehmehse mit Wasser verblieb efai be- 
triehtlieher sehwarzer, wassenmlMieher Rüek- 
itand. Das davon erhaltene FUtrat liefi beim 
Aosiiiem mit Salasänre hanptsiehlieh nnr 
Sehwefel ausfallen. Der dem Oewieht naeh 
nur geringe BOstrtt<ftstand dieses Nleder- 
lehlages bestand un wesentliehen ans etwas 
Tttanainrey enthielt aber kein Zum. 

Bei der nSheren üntersnehnng des 
sdiwaraen wassemnUteliehen Rflckstandes 
wurden kleine glitiemde Kristillehen ge- 
fmden, die als Bntil, krjstalliriertes Titan- 
dioxjd, erisannt wurden. Außerdem enthielt 
der Bflekstand Eiseo, Tonerde^ kohlensaures 
Gsleinm nnd Magnesnim sowie einen m Salz- 
linre nnUMielien dunklen Körper, der als 
Gn^hit erkannt wurde. 

ApM,'^. 1909, 561. —txr- 



Spez. Gew. 

Befiaktioo 

Verseif oDgssahl 

Säarezahl 

Jodzfthl 

Behner-ZM 



0,9250 
1,4685 
178,4 

11,31 

74,5 

96,33 



180,2 179,3 
11,46 

74,1 73,4 
05,84 96,6 
Reü^iert'Mßißl'ZM 0,67 0,61 0,61 

Aoetyisahl 31,88 27,43 28,56 

Olyierin (direkt) 8,1 pZt 7,9 pZt 

Unyerseifbare Sabst 0,36 » 
Anorganisohe Sabst 0,2 » 
AllEaloide 0,6 » 



Kennzahlen der Fettriluren 



Schmelzpunkt 

Nentralisationszahl 

Jodzahl 



38 bis 390 
182,9 
77,31 



II 

183,1 
77,1 



Das Muttei^omOl leigt folgende proient- 
isehe Zusammensetzung: Oelsfture 68, Oxj- 
Ölsäure 22 (mithin ungesUtigte Sinren 90), 
Palmitinsäure 5, Unverseifbarss 0,35, An- 
organisehe Bubstanz 0,2, Alkaloide 0,6, 
Glyzerin 7,5. T. 

ökem, Bev. üb. d. Fett- u. Harxmduitrie 
1909, 10. 



Oleum SeoaliB oomutL 

Das mit Aether ansgezogene Muttei±om61 
slaDt ein dunkelbraunes Oel dar, das sieh 
in der Kitte ein wenig verdiekt Der Ge- 
meh ist wenig ekarakteristiseh, der Gesehmack 
eis wenig kratzend. 



Zur Herstellang 

eines entbitterten, inWasser klar 

lösliohen sinkfreien Extraktes 

aus Casoara-Sagrada 

verfährt man naeh Dr. M. Penschiuik (DRP. 
206467) hl der Weise, daß man 1 kg 
Oaseara-Sagrada-Pulver mit heifiem Wasser 
so lange auszieht, bis das Wasser ungefärbt 
abfliefit. Das im Vakuum konzentrierte Extrakt 
wird mit 60 g Zmkoxyd auf dem Wasse^ 
bade 4 bis 5 Btd. bei 60 bis l(fi C unter 
häufigem Sehtttteln erwärmt, dann etwa in Los- 
ung gegangenes Zinksalz dureh wenig kohlen- 
saures Natrium oder Kalium ausgefällt und 
die filtrierte Lösung im Vakuum zur Troekne 
eingedampft Das Prl^arat ist wenig hygro- 
dcopiseh, hat den eigentflmliehen Gerudi der 
angefeudhteten Gaseara-Sagrada und lOst rieh 
klar mit Orangefarbe in Wasser. 



ökem.'Ztg, 1909, Bep. 106. 



—ke. 



134 



Berioht 

über die Arbeiten aus den 

hygienisoh - ohemisohen Unter- 

suohungsstellen des Heeres *) 

üeber ÜBtersuehiiiifeii Ton ZttroneiisäfteiL 

Von Dr. Devin. 

Außer der ohemisohen Untersnohimg einge- 
sandter wie gekaufter Zitronensäfte wurden sie 
einer regelmäßigen Sinnesprüfung unterzogen. 
Hierhei ergah sioh, daß die Handelssftfte häufig 
einen dem natfirliohen Zitronensafte nioht tu* 
kommenden Beigeschmack zeigten und daß yer- 
sohiedene Proben eine tiefbranne Farbe neben 
mehr oder minder erheblichen Bodensätren 
hatten. Als Frischhaltungsmittel wurden Alkohol, 
Ameisensäure und äalizylsäaie, bei einigen neben 
letzterer auch Alkohol gefunden. Andere Handels- 
säfte waren gefärbt und hatten Zusätze von 
Zitronensäure erhalten. Da der Zusatz Ton 
Fiischhaltuogsmittein naoh Angabe der Her- 
steller unentbehrlioh sein sollte, so wurden 
Yersuche dahin angestellt, ob es nicht möglich 
sei ohne Zusatz von Frischhaltnngsmitteln oder 
mit Umgehung gewisser Frisohhaltungsmittel 
einen haltbaran Zitronensaft herzustellen. Diese 
Versuche erbrachten ein günstiges Ei^gebnis, 
über welches in Pharm. Zentralh. 50 [19u9], 691 
ausführlich berichtet worden ist. 

Der Arbeit sind drei Tabellen beigegeben, yon 
denen Tabelle I die üntersuohungsergebnisse 
Yon Zitronensäften enthält, welche im Jahre 
1906 Yom Verfasser hergestellt und teils Yor, 
teils nach dem Vergären untersucht worden 
sind. Gearbeitet wurde nach dem Verfahren 
von Famsiemer (Ztschr. f. Unters, d. Nahr.- 
u. Genußm. 1908, H. 1). Die Saftausbeuten 
schwankten zwischen 30 und 42 pZt des Oe- 
wichtes der angewendeten Zitronen. In der 
Tabelle II sind die Ergebnisse der Untersuch- 
ungen Yon Zitronensäften des Handels zusammen- 
gestdlt Tab. III gibt eine Tergleiohende Znnam- 
menstellung der Yon Fartuiemer^ sowie Beifthien 
und Bokriteh gefundenen Werte. Die Yom Verf. 
erhaltenen El gebnisse bestätigen, daß die Zitronen- 
säfte hinsiontlich ihrer Zusammensetzimg großen 
Schwankungen unterworfen sind, und daß es 
daher nioht ratsam ist, auf g^nod der bis jetzt 
bekannten Schwankungen bestimmte Grenzwerte 
festzulegen. 

üeber dem Naehweis des Sehalenmsatzes In 

Kakaopräparaten. 

Von Dr. Deptn und Dr. i^runk. 

Aus dieser Arbeit geht hervor, daß die Be- 
stimmung der Bohfaser zur Berechnnng von 
Schalenzusätzen nicht herangezogen werden kann. 
Hinsichtlich der Bestimmung der Pentoeane sind 
die Verfasser der Meinung, daß durch die Yor- 
herige Entfernung der Hexosen der Nachweis 
des Sohalenzusatzes erleichtert wird, dagegen 

*) Siehe Pharm. Zentralh. 60 [1909], 676 
unter Bfloheraohau. 



kann der Ermittelung der Methylpentneane eine 
besondere Bedeutung für den Schalennachweis 
nioht beigemessen werden. Die Asohenbestinim- 
ung ist bei den Sorten, die wie Oaracas nach 
der Bottung mit Esde geftrbt werden, sehr 
leichti da die Schalen nicht YdlBg Yon der Brde 
befreit werden können. Bei den anderen beträgt 
der Aschengehalt der Schalen nach Abzug des 
Kaltifjnkarbonats und der in Säuren und Natrium- 
karbonat unlöslichen Bestandteile etwa zweimal 
soviel wie der der Kotyledonen. Die erheblich 
größere Alkalität sowohl der wasserlöeliohen wie 
der unlöslichen Sohalenasobe hat für den Nach- 
weis keine Bedeutang, da die Eakaopräparate 
zur Aufscbließung Alkalizusätze erhalten. Die 
Phosphorsäure der Asche, gleichYiel ob sie als 
Gesamtphosphorsäure oder als wasserlöeliohe 
bezw. unlösliche Verbindung ermittelt wird, 
bietet so gut wie gar keinen Anhalt for die 
Beurteilung des Sohalenzusatzes. Anders Y«hält 
es sich dagegen mit der alkohoUösliohen Phosphor- 
säure, da die Kotyledonen erhebhch mehr daYon 
enthalten als die Schalen. Verfssser fimden in 
erstpren 0,028 bis 0,059 pZt, in leuteren 0,007 
bis 0,014 pZt. So lange aber über den Phosphor- 
säuregehut der Kakaobutter nicht Untersuch- 
ungen in größerem Umfange angestellt sind, 
wini man bei entöltem Kakao aus dem Yer- 
minderten Gehalt an alkohollöslioher Poosphor- 
säure aliein auf Schalenzusatz nicht schliefen 
können. Auf grund des Gehaltes an löslicher 
Kieselsäure, d. h. jener Kieselsäure, welche naoh 
dem Behandeln der Asche mit konzentrierter 
Salzsäure in Natriumkarbonatlösung löslich ist, 
kann man Schalensusätze Yon 10 pZt mit Sicher- 
heit erkennen. 

Untersochungen über Indigoblan, 

blasen Hehwefelfiarbstoff und Indantlii>niblaa 

auf Banmwollfaser. 

Von Dr. Nothnagel und F«m. 

Der mit In digo gefärbte Stoff entsprach bei 
der Prüfung naoh der kiiegsministenellen Ver- 
fügung Yom 8. August 1887 Nr. 1228/3. 87 M. A. 
allen Anforderangen. 

Anders liegen die Verhältnisse bei den als 
Schwefelfarbstoffe bezeichneten Körpern. 
Von diesen gibt es eine große Reihe. Verfasser 
haben 55 Mnster untersucht, wobei es sich zeigte, 
diß das Verhalten aller dieser I^rbstoife auf 
der Faser im allgemeinen das gleiche ist, so daß 
der Nachweis des ursprünglichen Yerwoideten 
Speziai-Earbstoffos des zu pr&fenden Baumwoil- 
htoffes mit Sicherheit mcht erbracht werden 
konnte. 

Das Indanthren ist nach Untersuohungen 
Yon KaufleTf Bohn und SekoU ein N-Dihydro- 
anthrachinonazin, das durch mäßige Redaktion 
in eine dem Anthrahydiochinon entsprechende 
Verbindung übergeht Die Eigenschaft dieser, 
sich aus alkaÜRdier Lösung auf Baumwolle 
direkt zu fixieren, ennöglioht seine Anwendung 
als Küpenfarbstoff. Nach eingehendsten Bericht 
über Echtheits- usw. Prüfungen, sowie Reaktionen 
zur Erkennung des Indantfarenfarbstofb auf der 
Faser und zur Unterscheidung Yon Indigo und 



135 



Sohirafalfttrbatoff weiden für die Ftüfüng der 
mit IndantlueotelMtoff gefärbten baumwollenen 
Stoffe folgende Vonchriften empfohlen: 

^08 dem IQ prüfenden Stoff soll weder dorch 
kaltes oder siedendes Wasser, Alkohol und Na- 
triamkarbonatlösang, nooh aaoh daroh Kooben 
mit koozentrierter Oxalaftnreiösnng, lOproz. 
Alannlösong Farbstoff ausgezogen werden. Sie- 
dender Eisessig und Amylalkohol sollen nur 
wenig Farbstoff aufnehmen. Mit konzentrierter 
Salpeteisiaie betupft, sollen gelbgrüne Fleoke 
entstehen; wird der so behandelte Stoff darauf 
in eine Zinnsalslösung gebraohti so sollen die 
duroh die Salpetersäure entstandenen Flecke 
Yorsohwinden und die ursprüngliohe blaue Farbe 
wieder ersoheinen. Duroh Behandeln mit Eisen- 
ohioridlösung bei gewöouliober Wärme und beim 
Kochen soll die biaue Farbe in graugrün bis 
ollTengTun übergehen. Zinnsalz- und Zinnsalz- 
Salzsäurelosung sollen den Stoff nicht yerändern, 
darauf folgendes Bebandeln mit Wasserstoff- 
peroxyd soll ihn grünlich fKrben. duroh Natrium- 
hydrosnlfitlösung soll dann das ursprüngliche 
Blau wieder hergestellt werden. Mit Chlorkalk- 
lösung und Chlorwasser behandelt, soll die blaue 
färbong mn bis graugrün werden; darauf- 
folgeDdos Einlagen in Natnumhydrosulfitlösnng 
soll das ursprüngliche Blau wiederherstellen. 

TlBtersueliiuigen über das Sthlttter'sehe 
Tollkombrot. 

Von Dr. Strunk. 

Die ausgeführten Untersuchungen führten zu 
folgenden Schlüssen: 

Der Boggen, Ton dem die Mahlprodukte 
stammten, gehörte zu den stickstofßlrmeren 
Sorten. 

Die Angaben des Patentinhabers über den 
Oehalt der aufgeschlossenen Kleie an lÖHlichen 
Stoffen wurden nicht Yollkommenen bestätigt. 
Wohl wurde nachgewiesen, daft bei dem Auf- 
schliefiuDgHverfahren gröfiere Mengen Maltose 
gebOdet werden, und daß infolgedessen die 
wasserlösliche Substanz yermehrt wird. 

Die Behauptung, daß die Aleuronatkügelchen 
der Kleberzellenschicht durch das Verfahren 
frei weiden, ist nur insoweit berechtigt, als die 
aufgeschlossene Kleie leichter zu feinerem Mehl 
YermahJen werden kann, als die nicht aufge- 
8chlo6Sf*nen. 

Die ZfUolose wird duroh das Aufschließungs- 
YerfahrsD nicht yerändert 

Dorch die Versuche konnte nicht erwiesen 
werden, daß die Phosphate chemisch yerändert 
werden. Sie werden aber duroh die feinere 
Vermahlung der Verdauung zugänglicher und 
deshalb besser ausgenutzt. 

Der AusnatzungsYerlust war bei dem Genuß 
des SMiUer^BthBn Vollkornbrotes nicht wesent- 
lich größer, als bei dem Soldatenbrot mit 15 pZt 
Kleteaussug. Der Verlust an Stiokstoflsnbstanz, 
der beim enteren größer war als beim Soldaten- 
brot, wurde durch den kleineren Verlust an 
Mineralatoffon so ansgeglidheo, daß der Verlust 
an Iroekensubetaas bei beiden Sorten derselbe 
wuide* 



Die Trennung des Mahlproduktes in Feinmehl, 
Naohmehl und Kleienmehl ermöglicht eine sorg- 
fältigere Führung der Sauerteiirgärung. Naä 
dem Patentanspruch wird diese zuol^hst mit 
dem Feinmehi allein begonnen. Erst kurz Yor 
der Aufmachung des Brotteiges w^xien Nach- 
mehl und Kleienmehl zugesetzt. Vom l^kerei- 
toohnischen Standpunkte dürfte diesesVerfahren 
wohl als Vervollkommnung anzusehen sein. 

Das SehliUeT'BTot wurde im allgemeinen als 
bekömmlicher bezeichnet als das heutige Soldaten- 
brot. Einige Personen fanden es jedoch in- 
different im Oeeohmack, weil es immer Yerhältnis- 
mäBig wenig gesäuert war. Die Säuerung würde 
sich aber je nach Geschmack Yormehren lassen. 

Der Yom SMüter-Btot herrührende Kot war 
immer wasserarmer als der Yom Soldatenbrot. 
Dieses dürfte auf den unterschied in der Säuer- 
ung zurückzuführen sein und in dem Sinne er- 
klärt werden können, daß das weniger gesäuerte 
Brot den Darm weniger anregt 

Die Yerschiedenen untersuchten Proben Kleien- 
mehl waren nicht aleiohmäßig au^geeohlossen. 
Es lag dies daran, daS dem Patentinhaber da- 
mals noch keine genügenden maschinellen An- 
lagen zur Verfügung standen. 

Ueber Verttuderangen yod Blndeiv nnd 
Sehweinefett häm Aussehmelzee« 

Von Dr. Strunk. 

Die angestellten Versuche zeitigten folgende 
Ergebnisse: 

Die Veränderungen, welche die Fette bei 133® 
duroh gesteigerte AusschmeUdauer erleiden, sind 
unmittelbar nach dem Ausschmelzen durch 
Geschmack und Geruch noch nicht deutlich 
wahrnehmbar. Sie geben sich aber duroh Ver- 
änderungen des Säuregrades, der Jodzahl, Ver- 
seifungszahl und der flüchtigen Säuren bis zu 
einem gewissen Grade schon zu erkennen. Deut- 
licher wird der Einfluß längerer Erhitzung erst 
bei der Lagerung solchor Fette. 

lüngeres Aus^melzen hatte beim Binderfett 
mehr schädliche Folgen als beim Schweinefett 
und Speckfett. 

Das geräucherte Speckfett ist trotz Neigung 
zu starker Säurebildung der Zersetzung weniger 
ausgesetzt als Schweineschmalz und Rinderfett. 

Die nur eine Stunde erhitzten Fette haben 
sich sämtlich besser gehalten als die Fette, welche 
längere Zeit dem Ausschmelzen ausgesetzt ge- 
wesen waren. Es folgt daraus, daß die Aus- 
schmelzdauer für Fette möglichst kurz bemessen 
werden muß, wenn es sich um Produkte handelt, 
die längere Lagerung auszahalten haben. 

Ueber das AutauYerfahrett. 

Von Dr. Strunk. 

Das Ergebnis der Untersuchung ist dahin zu- 
sammen zu fassen, daß bei dem AutaoYerfahren 
nur ein Teil — etwa 25 pZt — des angewandten 
Paraforms als Formaldehydgas Ysrgast wird. Der 
Best des Paraforms wird zu Ameisensäure oxyd- 
iert und in dem Rückstände gefunden. H Die 
formaldehydmenge wurde su 2^ und 2,96 g 



1S6 



f&r 1 obm dea zu desinfiziei enden Raumes er- 
mittelt. Das yerdamnfto Wasser betrag bei 
einem Venache 8^ g, bei einem anderen 13,7 g 
ffir 1 obm Baun. 

Ueber UntersnehnngeB tob KresolsdfeB- 

llteBBgeB. 

Von Dr. Deüer. 

Diese Arbeit zerfiUt in swei Teile. In dem 
ersteren Teile zeigt der Verfasser, daß sowohl 
das Verfahren Ton Arnold als anoh das Ton 
SeknuUoüa nicht einwandfrei ist. Der ersteren 
gibt er naoh wiederholter Naohprüfnng den 
Vorzag, weil sie die Bestandteile direß be- 
stimmt. Trotzdem haftnn ihr aber Mingel an, 
deren Beseitigung wünschenswert erschien. Eine 
Eresolseifenlösung darf nicht allein naoh der 
Summe der in Dir vorhandenen Eresole, sowie 
Seife bewertet werden. Es ist yor allen Dingen 
notwendig, sich AnfsohluB über die Art der 
Komponenten des Eresols zu yersohaffen. Das 
im Handel Torkommende Eresol besteht nach 
Batehig im Mittel aus 40 pZt o-Eresol, 36 pZt 
m-Eresol und 26 pZt p-Eiesol. Zur Bestmim- 
ung des m-Kresols benutzte Verfasser das Ver- 
fahren Ton Rasehig (Phatm. Zentraih. 41 [1900], 
566). Die bakteriologischen Untersuchungen 
zeigten, daß den Präpaiaten, welche den höchsten 
Gehalt an m-£resoI besaßen, auch eine höhere 
bakterieutötende Kralt eigen ist Um einen 
gleichmäßigen Desinfektionswert der Eresol- 
seifenlösung zu erhiüten, ist es erforderlich, daß 
das yerwendete Eresol mindestens 36 pZt m-Eresol 
enthält. Im Gegensatz zur jetzigen qualitativen 
Probe wäre außerdem in das Arzneibuch die 
quantitative Bestimmung der Neutralöle aufzu- 
nehmen. Wenn dann noch der Ereeolgehalt 
auf 66 pZt erhöht würde, wie dies bei dem 
Präparat Erelution der Fall ist, so wäre eine 
derartige Eresolseifenlösung ein Desinfiziens, das 
den Anforderungen der Antiseptik besser ent- 
sprechen würde, als die meisten zurzeit im 
Handel befindiiohen Piäparate. 

Im zweiten Teil wird zunächst darauf hinge- 
wiesen, daß sich die Art der Fettsäuren der 
verwendeten Seife bei der fraktionierten Destill- 
ation nicht feststellen läßt, weil bei der hohen 
Wärme — etwa 200^ — ZeiSBtznng eintritt 

Zur Untersuchung von Eresolseifenlösungen 
hat Verfasser folgendes Verfahren ausgearbeitet: 

Etwa 6 g der zu untersuchenden Eresolseifen- 
lösung werden in einer Porzellansohale mit 20 
c€im einer 33Vaproz. Natronlauge versetzt. Die 
entstandene salbenartiffe Masse wird mit 100 g 
Eochsalz gemibcht und nadi Zusatz von 200 com 
Wasser bis zum starken Sieden und Büduog 
einer dicken Eristallhaut erhitzt. Durch Ein- 
tauchen der Schale in Wasser besw. Eiswasser 
wird rasch abgekühlt Zar Vermeidung eines 
Aufweichens der Natronseife durch freies Alkali 
wird die überstehende Flüssigkeit sofort mittels 
Saugpumpe abfiltriert Die abgeschiedene Seife, 
weiche in großen weißen oder gelben bis gelb- 
braunen Lappen in der Flüssigkeit schwimmt, 
wird zunächst surüokgebaiten und mit dem 
zum Teil abgeschiedenen Eochsalz mit Hilfe 



eines Pistills zerrieben, worauf der Inhalt dar 
Schale quantitativ aujf den Trichter gebradit 
wird. Beim Filtrieren ist es zweckmäßig, die 
Filterscheibe mit einer fingerdicken Schicht von 
gepulverten Eochsalz zu beschicken. Doibh 
bloßes Umkehren des Trichters und leises Elopfen 
an die Triohterwandung läßt sich die auf dem 
Filter befiodüche Natronseife mit dem Eoohaals 
in eine Poraellanschale überführen. Etwa im 
Trichter befindliche SeilSenreste lassen sich mit 
einem Messer entfernen. Zum Aoswasoben der 
Natronseife dienen 160 ocm gesättigte Eoehaalz- 
lösung. Die Seife kann mit dem Eoobsals ge- 
trocknet und dann im SoosAlaf sehen Bxtraktiona- 
apparat aufgezogen oder noch besser quantitativ 
in einen Soheidetrichter übergeführt und mit 
Salzsäure zersetzt werden. Naoh Zusatz von 
Aether wird kräftig geschüttelt Nach dem Ab- 
destiUieren dea Aethers werden die im EoIbeB 
zurückbleibenden Fettsäuren im Glyiexin- 
trockensohraDk so lange getrocknet, bu eine 
geringe Gewichtszunahme festgestellt ist Noch 
schndler kommt man zum Ziele, wenn num das 
Fettsäuregemisoh nach dem Abdestillieren des 
Aethers unter Zugabe von Phenolphthalein als 
Indikator mit Ealilauge direkt titriert Die Be- 
rechnung erfolgt unter Zugrundeleguig des 
Faktors der Oelsäure 199. 

Befinden sich in einer Eresolseifenlösung reioh- 
liche Mengen EohlenwasserstofFe, so wird am 
besten die abgeschiedene Natronseife mit dem 
Eochsalz in einer Poraellanschale getrocknet, 
der Büokstand zerrieben, in eine Fettpatrone 
gefüllt und im SaoBhlet'aohBD. Apparat mit Petrol- 
äther sechs Stunden ausgezogen. Der Aussog 
wird nach dem Abdestülieren des Petxoläthers 
bis sur Gewichtsbeständigkeit getrocknet Der 
Bückstand in der Fettpatrone wird entweder mit 
Alkohol auseezogen, um die Natronseife als 
solche zur Wägung zu bringen, oder er wird im 
Soheidetrichter mit Salzsäure zersetzt und wie 
oben, weiter behandelt 

Die Eresole befinden sich im Filtrato, das je 
nach der Beinheit des verwendeten Bohkreeols 
liohtgelb bis dunkelbraun gefilrbt ist Die braune 
Farbe des Fütrates kann auch davon herrühren, 
daß minderwertige Leinöl-, Tran- oder Harz- 
seifen verwendet wurden. Schließlich hat in 
der Eresolseifeidösung vorhandenes freiss Alkali 
die Wirkung, daß Seife gelöst und so das Filtrat 
dunkler gettrbt wird. 

Das Filtrat wird im Soheidetrichter mit 30 com 
25proz. Salzsäure und etwa 100 com Wasser 
verdünnt, nachdem die Saugflasche vorher zwei- 
mal mit je 80 com Wasser ausgespült ist Da 
bdm Zusatz der Salzsäure beträohtliobe Erwärm- 
ung eintritt, darf der sur Aul^iahme der E r eao 1 e 
erforderliche Aetherzusals in Höhe von 100 com 
erst nach völligem Erkalten erfolgen, worauf 
wieder kräftig zu schütteln ist Gewöhnlidh 
sind bereits nach 20 Minuten die Eresole quan- 
titativ in den Aether übergegangen, was an der 
unter der Aetherschicht befindiiohen klaron 
Flüssigkeit au erkennen ist Nach dem AUassen 
der letzteren wird die ätherisdie EresoUöaang 
zweimal mit 50 ocm Wasser gewasehan und 



137 



qnaatititiy in einen 300 com fassenden Bnnd- 
Kolben übergefohrt. Hierbei ist der Hals des 
Sdieidetnohters Torher von dem dort Torhsn- 
denen Eoohsala ta reinigen. Naoh dem Ab- 
destiUieren des Aethers wini das zurückbleibende 
Kresol mit 6 oom BSV^prom, Katroniange Ter* 
setst und anf dem Wasserbade bis snm TöUigen 
Verjagen des Aethers erwärmt, was man daran 
erkannt, daß beim Bewegen des Kolbens ein 
Anfdobiomen nioht mehr eintritt Der Inhalt 
des Kolbens in eine Buggenberg'sche Seifen- 
börette übergeführt, mit 10 com 26pros. Sals- 
s&ore yersetst wird naoh dem Erkalten mit ge- 
sftttigter Koobsahlöeong bis zn einem bestimmten 
I^ilstiioh anfgefüilt Nach Zasatz von 50 oom 
Petrolftther sohüttelt man kräftig, worauf man 
naoh einer Stande die Anzahl Kubikzentimeter 
Kresol*i ablesen kann. Diese mit 1,040 vervielfaeht 
ergeben das Gewioht des Yorhandenen Eresols. 

Der Qehalt an m-Kresol wird in dem er- 
haltenen Kreeolgemisoh naoh dem Verfahren 
▼on Rasekig (Pharm. Zentndh. 41 [1900], 555) 
ermittelt. Ist der Oesamtkresol^ehalt duroh 
Abmessen bestimmt worden, so ist Tor dem 
Sulfurieren der Petroläther zu entfernen. 

Ueber Wertbestimmiing Ton mllcanlsiertem 

Knatsehnk. 

Von Budde, 

Verfasser gelangt naoh Mitteilung der Ergeb- 
nisse der Yon ihm ausgeführten Untersuohungen 
zu folgenden Soblüssen: 

Die Irrigatonohlinohe, die Drains und die 
elastiaohen fibhläuohe enthalten meistens größere 
Mengen Ijiohtkautsohuk, es kommen sogar Waren 
aus Keinkautsohuk kaum nooh im Handel Yor. 

Die Vulkanisation ist bei einer ganzen Reihe 
▼on Handelspräparaten zu hooh. 

Der Käufer wird in den Gummisachen mit 
geringerem Kautschukgehalt überrorteüi Auf 
gmnd der immerhin nooh geringen Anzahl yoii 
Analysen schon für alle Waren Abnahme- 
bedingungen aufzustellen, wird nioht angängig 
sein, da es sich nioht um zahlreiche Bezugs- 
queUen handelt Es kann aber Yorläofig aus 
der mitgeteilten üebersioht schon entnommen 
werden, daß die Inigatorsohläuohe, Drains und 
elastischen Schläuche bei unserem jetzigenHöchst- 
pEeise mindestens 60 pZt Beinkautschuk ent- 
halten naüssen. 

Bs soll auch nioht Yorkannt werden, daß auf 
die Haltbarkeit Yon Oummiwaren nooh andere 
Vorgänge Einfluß haben. Diese sind jedoch 
nodi an wemg bekannt, die Ansichten darüber 



*) Zum besseren Ablesen wird eine Bürette 
empftrfilen, die unten über dem Olashabn eine 
kugelige Erweiterung Yon 60 com lohalt besitzt 
und gewissennaßen als Mischkugel dient. Daran 
sohlieißt sidh ein k^ibriertes Bohr Yon 5 com 
Inhalt, das in ^f^ com ^teilt ist, an. Oben 
trägt die Bürette eme zylindrische Erweiterung 
Yon 50 oom Inhalt und ist mit einem Glasstopfen 
Yerselü^ 



in dem Schrifttum widersprechen sich noch zu 
sehr. Der Gehalt an Beinkautschuk und der 
Vulkanisationsgrad werden jedoch immer die 
wichtigsten Anbidtspunkte bleiben. Es kann 
schon heute mit ziemlicher Sicherheit behauptet 
weiden, daß die chemische Untersuchung unserer 
Gummigegenstiinde nach den beschriebenen Ge- 
sichtspunkten bewirken wird, daß Klagen über 
frühzeitiges Verderben seltener werden, und daß 
die Haltbarkeit der Gummigegenstände auf die 
doppelte und dreifache Zeit steigen wird. 

Zum Schluß ist noch zu erwähnen, daß das 
BromYorfahren auch auf warm Yulkamsierte 
Kautschnkpräparate ausdehnbar ist, so lange sie 
kein SohwefelEUittmon und kein Blei enthalten. 
Nur muß hierbei der Fehler festgestellt werden, 
der duroh den Vulkanisationssohwefel entsteht. 
Bei seiner Vemachlässigung wie bei den kalt 
Yulkaoisierten Präparaten würden zu große 
Fehler entstehen. — te — 



in. 



Untenaohungflergebnisae von 
Spesialit&ten 

nach dem Jahresbericht des Chemischen 
Laboratonums in Stuttgart für 1908. 

Alpenblttten-Creme enthielt neben basischem 
Wismutnitrat em unlösliches Quecksiibersalz 
(weißes Präzipat). 

Bettnißmittel bestand aus parfümierten Ter- 
pentindl. 

Kaaolin, gegen Gesiohts- und Nasenröte, stellte 
eine wisserige Losung Yon Borax bezw. Bor- 
säure und Sidizylsäure in Glyzerin Yor, die mit 
Bosenöl Yersetst war. Außerdem enthielt sie nooh 
Spuren Yon Mangan und Zmksalzen. 

Dr. Stierlen^s üniYersalsalbe bestand aus 
einem Gemenge Yon OllYonöl und Talg, dem ein 
alkoholischer Pflanzenauszug zugesetzt war. 

Tätofln erwies sich als eine schwach mit 
Laveiidelöl Yorsetzte Paste aus Salizylsäure und 
Glyzerin. Anwendung zur Entfernung Yon 
T&toYierungen. 

Zlehpolrer war ein Gemisch Yon Talkum mit 
Paprika, Borsäure und Salizylsäure, das einen 
orangegelben Teerfarbstoff enthielt. 

Südd, Apoih'Zig. 1909, 537. —t%— 



Spondoaa-OebiBpasta 

ist eine antiseptische Seifenpaste, zu der nur 
reine medizinische Oelseife Yerwendet wird. 
Sie enthält keine ätherischen Gele und dient 
zur Reinigung künstlicher Gebisse, Zähne usw. 
Darsteller: Apotheker M, Proskauer in Spandau. 



138 



Die mikroohemische Analyse 
der unlöslichen Stoffe 

behandelt N. Schoorl in einem Sohlnßteil 
seiner Arbeit Es handelt sieh am solohe 
Stoff e, welehe bei der Behandlang mit Salz- 
säure oder Salpetersftnre oder mit dem Ge- 
miseh beider nieht erheblioh oder nur lang- 
sam in LOsang gehen. 

Zn diesen cunlOsliohen» Stoffen^ deren 
Naehweis der Verfasser eingehend be- 
sehreibt, gehören 4 Salfate (Galdam-, Stron- 
tinm-^ Barium- und Bleisulfat), die 4 Silber- 
halogenide (Silberehlorid; -bromid, -Jodid 
und •ojanid)^ 5 Metalloxjde (Aluminium-, 
Eisen-, Chrom-, Zinn- und Antimonoxyd), 
die Kieselsäuren und Silikate, femer einige 
besondere Stoffe, nämlich Berlinerblau, 
Caleiumfluorid, Schwefel und Kohlenstoff. 

Sind diese Substanzen zum mikroehem- 
isehen Naohweis nieht hmreiehend lOslieh, 
so gibt der Verfasser eingehende Vor- 
sehriften für ihren Aufschluß und Nach- 
weisy unter gelegentlicher Bezugnahme auf 
frühere Teile seiner Arbeit . 

Den Schluß bildet der Unterauchungs- 
gang zur Vorprüfung emer unlöslichen 
Substanz. 



Ztsehr, f. anal. Ch»in, 48. 665. 



Hn, 



Zum Naohweis von Sohrift- 
zeichen auf verkohltem Papier 

empfiehlt J. Habermann folgendes Ver- 
fahren: 

Nach Besichtigung der Papierkohle mit 
freiem Auge oder mit der Lupe erfolgt 
vollständige aber vorsichtige und nicht zu 
langsame Verasohung von Probeteilen der 
Papierkohle im Platintiegel zur Vorprüfung 
auf die Menge und die Beschaffenheit der 
Asche, wonach sich das weitere Verfahren 
zu richten hat. Bildet die Asche ein ge- 
nOgend großes, vollständig oder leidlich 
vollständig zusammenhängendes Blättchen, 
so erfolgt die Veraschung aller Kohleblätt- 
chen wie vorher und Besichtigung jedes 
Aseheblättchens. ' Werden hierbei Schrift- 
zeichen autgefunden, so kann aus der Farbe 
derselben gefolgert werden, ob diese mit 
Tinte oder Bleistift geschrieben sind. War 
die Beschaffenheit der Asche bei den ersten 
Versuchsblättohen wegen zu geringen Asche- 



gehaltes usw. unbefriedigend, so wvd die 
Papierkohle bezw. jedes einzehie Blättchen 
derselben vorsichtig mittels eines Haarpinsels 
mit Fixing fluid (eine etwa 10 proz. LOsung 
von Nitraten des Magnesiums, Thoriums 
usw., wie sie zum Fixieren der Aufhänge- 
vorrichtung an Glühstrümpfen dient), oder 
mit 10 proz. Aluminiumacetatlüsung prä- 
pariert, und zwar möglichst von der Seite 
aus^ welche sich bei der Vorbesichtigung als 
frei von Schriftzeichen erwies. Nach dem 
Trocknen wird wie vorher verfahren. 

Allgemein nachweisbar ist durch dieses 
Verfahren Bleistiftschrift; für Tintenschrift 
ist die meist zutreffende Voraussetzung ein 
Eisengehalt der Tinte. Nicht oder nur 
ausnahmsweise gelang der Nachweis von 
Schriftzügen bei Verwendung von Farbtinten 
oder Farbstiften, sowie von Buchdruck. Das 
verschiedene Verhalten eisenhaltiger und 
eisenfreier Tinte ermöglicht unter umständen 
auch den Nachweis von Schriftfälschungen. 

ZUehr, f, anal. Chem. 48, S. 729. Bn. 



Die Bestimmung des Mangans 

mittels Kaliumpermanganat in neutraler oder 
sehwachsaurer LOsung nach VoJhard-Wolff 
(Ztschr. f. anal. Gbem. 43, 564) liefert un 
allgemeinen zu niedrige Werte^ wenn man 
nicht den Titer der PermanganatiOsung auf 
eine Mangansulfatlösung von bekanntem 
Oehalt einstellt. Außerdem erfordert die 
etwaige Anwesenheit von Chlor eine pein- 
liche Befolgung umständlicher oder nur 
schwer innezuhaltender Arbeitsmethoden. Diese 
üebelstände vermeidet ein von W.M. Fischer 
ausgearbeitetes Verfahren zur Manganbestimm- 
ung mittels Permanganat. Man verfährt 
hierbei so, daß man zu der neutralen oder 
schwach schwefelsauren LOsung 1 g frisch- 
geglühtes Zinkoxjd sowie 10 g Zinksulfat 
hinzusetzt und unter häufigem Aufkochen 
und Umschütteln bis zur Rotfärbung der 
Flüssigkeit titriert. Erst jetzt, nachdem etwa 
95 bis 98 pZt des Mangans gefällt sind, 
wird 1 com reiner Eisessig zugegeben, auf- 
gekocht und die farblos gewordene Lösung 
bis zur bleibenden Rötung titriert. 

ZUehr. f. anmlyt Chem. 48. 751. En. 



139 



Eine VerfUsobung von Radix 

Gtentianae 

lag TFl Miilacher vor. DieDroge^ welche 
der Gentiaiia pannoniea einigermafien Ähn- 
lich sah, war unter der Bezeiehnang Badiz 
Gentianae ans Boanien über Triest einge- 
fflhrt Die beiliegende angebliehe Stamm- 
pflanae wnrde als Bnmex criqraB L. be- 
stimmt Da diese jedoch eine einfache 
Worael beeitat (als Badix Lapathi acatifolii 
im Handel); w&hrend die fragliche Droge 
offenbar ans einem Bhizom bestand, im 
übrigen aber allen Anzeichen nach einer 
Bnmexart angehörte, so lag die später be- 
gründete Vermutung nahe^ daß es sich um 
die einzige in Bosnien einheimische Bumez- 
art mit stärkeren Ausläufern und Bhizomen 
handelte, um Bnmex alpinus L. (Badix Bhei 
monaehorum). 

Zur Unterscheidung des Bhizoms von 
Bumex alpinus und der Badix Gentianae 
genügt die Untersuchung des Querschnittes 
mit der liupe und eine charakteristische 



Beaktion mit Kalilauge. Der Querschnitt 
des Bumexrfaizoms ist gelb gefärbt und 
nimmt bei der Benetzung mit Kalilauge 
sofort eine tief rote Farbe an; die Enzian- 
wurzd zeigt diese von Oxymethjlanthra- 
ehinonen herrührende Färbung nicht 

Das mikroskopische Bild des Bumex- 
rhizoms zeigt unter einer schmalen Binden- 
schicht einen breiten Bing von im HoUteil 
stark verholzten LeitbOndeln. Sowohl an 
der Außenseite jedes Leitbündels als auch 
an der Innenseite sieht man mit der Lupe 
je einen dunklen Punkt, der von einer 
Gruppe von Sklerenchymfasem gebildet 
wird. Innerhalb des Leitbündelzylinders 
liegt ein breites fiiark von elliptischem um- 
riß. Die offizmellen Gentianaarten zeigen 
niemals starke Verholzung, insbesondere 
faserige Elemente. Für das Pulver ist das 
Vorkommen von Stärke, Drusen von oxal- 
saurem Kalk, Bastfasern und die Beaktion 
mit Kalilauge beweisend. i&t. 

ZUehr. d. AUg. österr, Äpatk.- Ver. 1909, 574. 



■ahrangsmittel-Ohemiei 



Zum Nachweis von Benzoesäure 
in Fleisch und Fetten 

haben Fächer und Oruenert eme Bdhe 
von Verfahren unter Verwendung reiner 
BenzoMlure nachgeprüft. Ihre Versuche 
eretreekten sich auf: 

Die Beaktion mit Eisenchlorid. 
Hiensu wird die mit verdünnter Kalilauge 
vorsichtig neutralisierte wässerige Lösung mit 
etwas NatriumacetatlOsung und stark ver- 
dünnter neutraler Eisenchloridlteung versetzt 
oder die Benzodsäure whrd in ammoniakal- 
ischem Wasser gelöst, die Lösung auf eine 
kleine Baummenge (1 ccm) bis zur neutralen 
Beaktion eingedampft und dann einige Tropfen 
einer ebproz. Bisenchloridlösung zugefügt. 
Auf diese Weisen ließ sich noch 1 mg 
BenzoMlnre m 1 ccm Wasser gelöst scharf 
nachweisen. 

Mit der Beaktion nach Brevans, 
wddie in Pharm. Zentralh.49 [1908], 1047 
mitgeteiit ist, konnten die Verf. noch 2 mg 
reiner Benzoösäure nachweisen. Bei Ver- 
wendung von 1 mg Benzoösäure zeigte die 



alkoholische Lösung der abgeschiedenen Masse 
eine deutliche Blaufärbung, während sie bei 
emem blmden Versuche rötlich-violett gefärbt 
war. Das Eintreten der Beaktion ist schon 
beim Eintröpfeln der Sahesäure in die Lös- 
ung nach beendetem Erhitzen durch Um- 
schlag der violetten Farbe in ein reines Blau 
zu erkennen. 

Das Verfahren nach E, Mohlerj 
welches in Pharm. Zentralh. 60 [1909], 99 
angegeben ist, kommt nach den Versuchen 
der Verf. zum Nachweis kleiner Mengen 
Benzoösäure nicht in Frage. 

Die üeberführung der Benzoi- 
säure in Benzaldehyd gelang bei Ver- 
wendung von Natriumamalgam bezw. von 
Ameisensäure, als Beduktionsmittel. Der bei 
Verwendung letzterer gleichzeitig auftretende 
schwaehe seifenartige NebeDgemoh war 
weniger störend, als die sich bei der Reduktion 
mit Natriumamalgam bemerkbar machenden 
Nebengerüehe. 

Nach dem Verfahren von A, Eöhrig 
wird die Benzoösäure m den Aethylester 



140 



flbergefflhrt Bei Verwendmig von 1 mgj 
BenzoMlnre zeigte ein in die Itheriaehe 
LOenng eingetanohter Streifen Filtrierpapier 
nodi naeh dem Verdunsten dee Aethylätbers 
den kennxeiehnenden Oemoh dee Benso^ 
Bänreäthylesters. 

Bei der Sublimation der BenzoS- 
sänre; besonders bd Ranehfleiseh erhielten 
die Verfasser die versehiedensten Kristall- 
formen, ans denen sie auf yorhandene 
BenzoSsänre mit ffioherbeit nieht schließen 
konnten. Die Verfasser arbeiteten dann 
folgende Probe ans, die anf der Bildung 
von SalizyUlure aus BenzoMlure beruht. 

Der zu untersuehende Körper wird in 
einigen Tropfen Natronlauge und etwa 1 eem 
Wasser gel^t, die LOenng in einem 8ilbe^ 
tiegel zur Trockne ebgedampft und dann 
mit 2 g grobgepulverten Aetzkali auf kleiner 
Flamme geschmolzen. Die sehmelzende 
Masse ist noch etwa 2 Minuten bei kleiner 
Flamme in Fluß zu halten, wobei man mit 
einem starken Platindraht einige Male um- 
rflhrt. Nach dem Lösen der Schmelze in 
Wasser wird mit Schwefelsäure angesäuert 
und mit Aether ausgezogen. Nach dreunaligem 
Auswaschen der ätherischen LOsung mit 
Wasser wird sie naeh Zugabe von etwa 
1 ecm Wasser m einer Porzellansehale bei 
mäßiger Wärme mit Hilfe eines Luftstromes 
verdunstet. Der wässerige Rückstand wird 
naeh dem Ehrkalten, wenn erforderlich, filtriert 
und mit einigen Tropfen einer frisch berei- 
teten 0,05 proz. Eisenchloridlösung auf Sali- 
zylsäure geprüft. Auf diese Weise lassen 
sich noch 0,5 mg Benzo&iänre sicher 
nachweisen. Em längeres Schmelzen ist zu 
vermeiden, da sonst die gebildete Salizyl- 
säure wieder zerstört wird, andererseits aber 
muß das Qemisch bis zum klaren Schmelzen 
gebracht werden. 

Bei der Untersuchung von Fleiseh 
und Fetten muß die Benzoösäure durch 
Destillation mit Wasserdampf oder durch 
Auslangen mit geeigneten Lösungsmitteln 
gewonnen werden. Die Verfasser wendeten 
folgendes Verfahren an: 

50 g der fein zerkleinerten Fleisehmasse 
werden m einem Beeherglase mit 100 com 
50 proz. Alkohol gut durchgemischt, mit 
verdünnter Schwefelsäure angesäuert und 
72 Stunde lang unter öfterem umrühren 
ausgelangt. Darauf wvd der Inhalt des 



Beeherglases auf ein Oazetuch gebracht und 
abgepreßt Die abgepreßte Eiüssigkeit wird 
alkalisch gemacht und so lange anf dem 
Wasserbade erwärmt, bis der Alkohol ver- 
schwunden ist. Alsdann wird die Flüssig- 
keit auf etwa 50 ecm aufgefüllt, mit 5 g 
Ohlomatrium versetzt und nach dem An- 
säuern mit verdünnter Schwefelsäure bis 
zum beginnenden Sieden erhitzt Das nach 
dem Erkalten erhaltene klare Filtrat wird 
im Schütteltriehter mit Aether aufgeschüttelt 
Die ätherische Flüssigkeit wird mit Wasser 
gewaschen und bei mäßiger Wärme ver- 
dunstet Der Aetherrü<ftstand wird zu den 
weiteren Prüfungen verwendet Bei diesem 
Verfahren befinden sich etwa 50 bis 60 pZt 
der vorhanden gewesenen Benzoösäure im 
Auszug, was bei den anderen Verfahren 
nicht der Fall ist Die verschiedenen zum 
Nachweis von Benzoösänre dienenden Reak- 
tionen prüften Verfasser mit dem so erhal- 
tenen Aetherrückstand nach bei frischem, 
gesalzenem und geräuchertem Fleiseh des 
Handels, sowie bd sdbstgeräuehertem, femer 
bei zubereiteten Fetten (Sehmalz, Margarine, 
Butter) und fassen die Resultate ihrer Unter- 
suchungen wie folgt zusammen. 

1. Der Nachweis von Benaoösäure mittels 
der Eisenohloridreaktion gelang so- 
wohl bei frischem wie geräuchertem Fleiseh 
noch bei emem Zusatz von 0,03 pZt 

Die blmden Versuche verliefen bei ge- 
räuchertem Fleiseh des Handels in allen 
Fällen, negativ ; bei selbstgeränchertem Fleisch 
entstand anf Zusatz von Eisenehlorid schon 
in der Kälte in den Fällen, wo die Räueile^ 
ung mit Tannenholz vorgenommen war, 
eme Trübung und in den Fällen, wo das 
Fldsch stark mit Holzessig behandelt war, 
ein dunkel gefärbter Niedersohlag. Bd 
Fetten konnten noch 0,01 pZt Benzoösäure 
nachgewiesen werden. Die hier angestellten 
blinden Versuche verliefen negativ. 

2. Die von Brevan beschriebene Reak- 
tion versagte bei Fleisch und Fetten voll- 
ständig. 

3. Nach dem Verfahren von Eöhrig 
konnten bei frisehem Fleisch noch 0,02 pZt 
Benzoösänre sicher naehgewi^Mn werden, 
bei geräuchertem Fleisch versagte die Reak- 
tion. Bei Fetten ließen sieh noch 0,01 pZt 
nachweisen, jedoch empfiehlt es sieh bei 
Fetten, Parallelversuohe anzustellen. 



141 



4. Durah den Beosaldebydgerneh 
ließen iMi bei friaoheni Fleisoh noeh 
0y04 pZt BenioMliire naehweiseD; bei ge- 
rtoehertem FMeeh veiwgte die Beaktion 
▼olMlndig. Bei Sehmalz konnte dnreh 
diew Beaktion noeh dn Znaati von 0,01 
pZt erkannt werden, wohingegen Znaätse 
von 0,05 pZt bei liargaiine nur biaweUeni 
bei Butter in kemem Falle erkannt werden 
konnten. 

5. Naeh der von den VerfaMem aas- 
gearbeiteten Baiisylalnre-Probe Hefien 
■eh bei frieehem IleiBoh noeh Znaltze von 
Ofil pZty btt gerinchertem Fleieoh Zoaitze 
von 0|02 pZty bd SehmalE, Margarine und 
Bntter ZnaftUe von 0,005 bis 0,01 pZt 
BenioMlnre gnt naehweiaen. Die hier mit 
dem venehiedensten Material angestellten 
blinden Versaehe veriiefen ergebniskM. Bei 
kllnstfieh gefirbter Margarine nnd Butter 
bedarf das Verfahren jedoeh noeh der Naeh- 
prllfang. 

Zt9ekr. f. Unien. d, iVoAr.- m. Qenußm. 
1909, XYII, 721. Mgr. 



Ueber die Hoohwertigkeit von 
Flasohenweinen 

im Sinne von § 4 Abeata 3 der neuen 
Weiaaollordaung vom 17. Juli 1909 be- 
stehen aurseit in Inter e ss en tenkreisen und 
bei den nstladigen Behörden noeh kerne 
einheitHehen ODnadsitte. Em Betrag hier- 
ra durfte "in einer Erklärung der Dresdner 
HsodeUcammer gegeben sein, naeh weloher 
Hoehwert^Mit vorliegt, wenn Malaga- nnd 



Mamlawem einen Einkanlswert am ür- 
spmngsorte von 1 Mk. 50: A., Bordeanx- 
nnd alle flbrigen auslindisdiei) Weine emen 
solchen von 2 Mk. f Ar die FUaehe beätaen, 
wobei zu berflcksiehtigen ist, daß auf diese 
ausllndisehen Flasehenweine btwa 20 Pf. 
Fracht und 75 Pf. Zoll fflr jede Flasche 
ruhen, der wirkliehe Einkaufspreis so- 
nach etwa 2 Mk. 50 Pf ., besw. 3 Mk. 
betrlgt. 

(Dieser Festratzung kann mhn anstimmen, 
da der Verkaufspreis sieh in dritter und 
vierter Hand auf 4 Mk. 50 Pf. beaw. 6 Mk. 
stellen wird, also ein Prds, der die Be- 
zeichnung «Hochwertig» sicherlieh redit- 
fertigt Berichterstatter.) P. 8. 



Unterauchangszengnisse für 
Auslandsweine 

dürfen in Frankreich außer den schon in 
Pharm. Zentralh. 50 [1909], 942, 1010 
genannten Fachchemikem noch folgende aus- 
stellen: 

Die D i r e k t or e n der claboratoires da seryioe 
de la repression des frandes» in AmieoB, Arras, 
Auxarre, Beanne, Bayonae, BeBao9on, Bloia, 
Bordeaux, Brest, Caen, Cbarties, Chateauroux, 
GiermoDt-Ferrand, Dijon, Grenoble, Le Häyre, 
Leeiguao, Lille, Lyon, MarBeüle, Mootpellier, 
Nancy, Nantes, Nimes, Paris, Poitiärs, Port- 
Vendres, Reims, Benoes, Bodes, Ronen, Slint- 
Etienne, Toolon, Toobuse, Tours. Femer Br. 
Blarex^ professeur de chimie k la Faculte mixte 
de medeoine et de phaimaoie in Bordeaux. 

Die Namen Ourtet und Muntz (Pharm. 
Zentralh. 60 [1909], 942) sind abzuftndem 
in: Ourtel und Müntx. P. 8. 



Therapeutische llitteilungen> 



Behandlung der ohronisohen 
Verstopfung mit geschmolzenem 

ParafOn 

anstelle der Oelklystiere empfiehlt Lipowski 
in Biomberg. Naeh ihm hat Paraffin vor 
der Oelbehandlung dne Reihe von Vor- 
teilea* Einmal erspart die Paraffineinspriti- 
nng das bei der Oeibehandlung notwendige 
stundenlange Liegen, weil bald naeh der 
finspritamig die Masse sish salbenartig der 
Dannsehleimbaut anschmiegt Dann ist 
das Paraffiii umersetalieh, so daß Beiaungen i 



der Darmsohleimhaut durch lersetate Stoffe 
ausgesdilossen smd, infolgedessen im Gegen- 
satz zum Oeleinlauf die Paraffineinspritzung 
abends vorgenommen werden kann, da das 
Paraffin ohne jede Beschwerde £e Naeht 
hindurch im Darm behalten wird. Femer 
bildet Paraffin kerne Bl&hungen und ent- 
faltet eine sidierere abführende Wirkung 
als das Oel. Wegen der völligen Beizlosig- 
keit fflr die Darmsehleimhaut ist die P^ 
raffinbehandlung unbegrenzt in der Zeit 
anwendbar, daher zur dauernden Behandlung 
der Darmachlehnhaut sehr geeignet Li- 



ui 



powski verwandte bei 38^ eehmeisendee 
PanffiD, welokes Aber der Ftamine oder im 
Waaaerbad erwlrmt wird. 200 eem davon 
werden mit einer in warmem Waeser er- 
wärmten Spritise durch einen migefähr 20 
em hoch emgefflhrten weichen Darmschlaneh 
langsam eingespritzt Das Paraffin kam bei 
53 Kranken zur Anwendung. Bei abend- 
licher Anwendung wurde morgens ein gleich- 
mäßiger dickbreiiger Stuhl entleert Nur 
bei zwei Kranken mußte morgens ein Wasser- 
einlauf nachgeschickt werden. Die Kranken 
können die Einspritzung sich selbst machen, 
indem sie dap weiche Darmrohr ungefähr 
20 em wdt in den Darm einfflhren, sich 
dann auf den Stuhlrand setzen und durch 
den nach vom genommenen Darmschlauoh 
mühelos die fiflssige Masse einspritzen. Er- 
folgt nadi einigen Tagen Stnhientleerung 
von selbst, werden die Einspritzungen sel- 
tener vorgenommen, gleichzeitig geht man 
mit der Paraffinmenge zurück. 

Iherap. d. O^genw, 1909, Augosi Dm. 



Arsenferratin 
und Arsenferratose 

gab Dölling in Hermsdörf Blutarmen, BMeh- 
sflditigen und durch Krankheiten stark Ge- 
schwächten unter gleiehzeitiger Muskeltätig- 
keit fir konnte beobachten, daß die kräft- 
igende Wbrkung des Arsens durdi Muskel- 
arbeit auch beim geschwächten Organismas 
gefördert irird; die behandelten Beranken 
zeigten bald eme bedeutende Besserung des 
AUgemeinzustandes und eine Erhöhung des 
KOrpergewidites. 

Von Arsenferratin gibt man erst 3- bis 
4 mal täglich eine und nach einigen Tagen 
zwei Tabletten nach den Mahlzeiten, von 
Arsenferratose erst einen, dann zwei Tee- 
löffel nadi den Mahlzeiten. Beide Präparate 
bringt die Fabrik C. F. Boehringer 
dk Soehne in Mannheim -Waldhof m den 
Handel. Dm. 



Photogpaphiseho Hittttiluiiaoii« 



Liohtj^lter gegen idtraviolette 

Strahlen. 

Die farblosen organischen Stoffe, welche 
ultraviolettes Licht absorbieren, gehören 
stets der aromatischen Reihe an und smd 
häufig aber nicht immer durch starke Flu- 
oreszenz gekennzeidmet Von ihnen sind 
am bekanntesten das Chininbisulfat, das 
Glykosid Aeakulm und das Triphenylmethan. 

Am stärksten absorbiert das Aeakulin, in 
dner Verdünnung von 1 : 10000 bei 1 cm 
Schiehtdicke werden die ultravioletten Strahlen 
des Sonnenlichtes noch sehr kräftig absor- 
biert. Chinin ist nur in deutlich schwefel- 
saurer Lösung bezw. als Bisulfat ein gutes 
Absorption^mittel, nicht aber als neutrale 
Salzlösung ^z. B. des Sulfates oder Ohlor- 
hydrates). 

Außer dem erheblieh schwädier absorbier- 
enden Triphenyhnethan gehören weiter hier- 
her m abnehmender Stärke das Anthraoen, 
Phenanthren und Fluoren. Das Anthracen 
absorbiert unregelmäßig, sein Spektrum zeigt 
im ultraviolett mehrere starke Absorptions- 
banden. Wie C. Mannich in einem Vor- 



trage berichtet, hat er gemeinsam mit Zermk 
eine weitere Anzahl von Körpern aufge- 
funden, deren Wirkung der des Aeskuline 
mindestens gleichkommt Als ein rasch 
wirkendes derartiges Lidttilter wäre aueh 
die Linse des menschlichen Auges bu er- 
wähnen. 

Von anorganischen Stoffen absorbiert be- 
sonders das Oias ultraviolette Strahlen. Ein 
besonders durchlässiges Olas ist das 
Uviolglas, im Gegensatz hierzu ab- 
sorbiert das (grünliche) Euphosglas die 
ultravioletten Strahlen vollständig. 

Verwendung können derartige Filter gegen 
uUraviolette Strahlen besonders finden zum 
Schutz gegen manche unerwünschte photo- 
chemisohe Wbrkungen (die bei farblosen 
Substanzen im wesentlichen durch ultra- 
violette Strahlen bedmgt s^ dürften), z. B. 
bei Arzneimitteln usw., femer zum Sdiutz 
des Auges gegen die schädigenden ultra- 
violetten Strahlen unserer modernen Licht- 
quellen, zum Schutz der Haut gegen zu 
intensive Betrahlung durch die Sonne 
(Oletseherbrand) oder durch das Queckrilber- 



143 



lieht Weniger dürfte sieh naeh dem oben 
Gesagten hterzir eignen das «Lioht-Mitin», 
eine Speziaütit in Salbenform, welche ata 
wirksamen Bestandteil Chinin als Chlor- 



hydrat, znm Teil in kiistallinisehem Zu- 
stande enthUt Ek. 

ßer, d. Deutseh, Pharm. Qes, 19, S. 388. 



Verschiedene Mitteilungen» 



Preise neuerer Spezialitäten.« 

(XII. Portsetzimg yod Seite 121.) 
Der Verein der Apotheker Dresdens uod der 
Umgegend hat in dem Bericht über die Sitzung 
am 11. November 1909 die Fkcbgenossen gebeten, 
die nach Punkt 21 der Vorbemerkdngen zur 
Deutschen Arzneitaze berechneten 



"ET 

kaufs- 

preis 



kau&- 
preis 



Tax0 
P«nkt31 



Amidotzotoluol medioinsle 
«Agfs» 

in Orig..6i. unt 100,0 
einaohL kg 

io Orig..Gl. über 100,0 
einsohl. kg 

Aofroi-Frigin-Tab]. Röhre 

Ä. H. A. Bergmann^Mr 

heim L S. : 

Nr. 64 Kinder-Seife 

10 Stück 

Bratm'a Gichtlos Flssche 

Byrolio, Kameopaokung 

Vt Tabe zu 25 g 

V, > zu 60 g 

Cododent Glas 

^ierth'u Dr., Jlntauin Fl. 

> -Tee Pak. 

i^fctogan-Seif e 20 pZt Stück 

Knotench-Tee ^Ww- 



mnUh 



V4 Psk. 



V« Psk, 
Vi Pak. 

&ryek'% Dr., Eisenhquür 

Flasche 

Lazirol-Bonbons Karton 



90,- 

65,— 

1,60 



1,80 
2,^ 

—,20 
-,37 

-,62,5 
2,- 

1- 
-,70 

—,16,7 

»33,4 

—,66^ 

1,10 
-,30 



Vor- 
geschlagener 
Kezeptorpreis 



19 
10 g 



2,10 



2,- 2^ 



—,30 Seife 
3- 

—,30 'Schnh.-M 
—,56 Schnh.-M 

1,- 

3,- a,23 

1,50 1,60 

1,— iSeite 



-,25 
-,50 

1,- 



-,56 
1,10 



—,50 — 



Preise für neue Spezialitäten bis zur end- 
giltigen Festsetzung einzuhalten. 

(Für Schönheitsmittel, Nfthimittel, Seifen, ein- 
fsche Mittel, Verbandstoffe, Duftstoffe, Bonbous, 
Bäder-Zusfttze , Parfnmerien usw. ist Ton einer 
Berechnung des Preises nach Punkt 21 der 
Arzneitaze abgesehen worden. tSehriftleitung,) 



kaufs- 
preis 



Mammin •Poehb 

Gl. zu 50 Tabl. zu 0,1 g 
Gl. zu 50 Tkbl. zu 0,2 g 
Gl. zu 50 Tkbl. zu 0,3 g 
Gl. zu 50 Tabl. zu 0,5 g 
Neutelon *ßahlbaum» 

Orig.-Fl. zu 100 g 
Pankteatintabletten 
cRhenania» 

Glas zu 50 Stück 
Radiumit-Präparate : 
Haut-Creme Tabe 

Kopfwasser Fl. 

Mundwasser FI. 

Rheuma-FIuid Fi. 

Schlamm Kart, zu V« kg 



Seife 
Robylaa 
Rynar 
Tuboblenai mit 

Albargin V: 



Stück 



1,26 
1,68 
2,10 
2,94 

1,40 



1,90 

1,33,4 

1,66,7 

1,- 
2,33,3 

—,50 



kaufe- 
preis 



TaMB 
Faato;ai 



1,80 
2,40 

3,- 

4,20 



a»- 



8,85 
4^70 

2,20 



u. V4 pZt 



Argonin 1 pZt 
Hydrargyrum oxyoyan. 

Vi pZt 
Ichthargan Vip^^VipZt 
Plumbum aoetio. ^/^pZt 
Protaigol V4 ^ Vg pZt 
Resoroin ^/^ u. 1 V4 pZt 
Thalliu. sulfaric. IV^pZt 
Zincüm sulfuric. 
0,4 u. ^U pZt 



-,50 
—.60 



Tube 
-,80 



2,60 8,- 

2,— Sohnh-M 
2,50 Sohnli.-M 
1,50 8cknh.-M 



3,50 
-,75 

V- 

-,95 



Tube 



8,70 

Bäd.-Z. 
Seife 

-,80 

1,- 



Tube 
1,26 



Berichtigung: 
Das in Mitteilung in Nr. 4 (1910) S. 81 mit aufgeführte Radofor muß heißen: Rodofor. 



Brotsohuts „Brotheil'* 

ist eine Hfllle ans Pergamynpapier, die in 
emsefaie Streifen mittels Dnrebloehung ge- 
tdlt ist, aber amsammenhSngt. Vor dem 
Abseimdden von Brotsebeiben eütfernt m#n 



von der HtUle soviel, als Brot abgesehnitten 
werden soll, so daß der Rest zum Sehnti 
des übrigen Brotes verbleibt Dargestellt 
werden diese Hüllen von der Papierwaren- 
mannfaktpr W, Löhnert in MOnehen. 



114 



Kristall-Saccharin« 

Auf eine Anfrage ans unserem Leeer- 
kreisey was man von den im Handel befind- 
liehen Saeeharinpräparaten abzogeben habe, 
wenn der Arzt «Orystallose» verordnet habe, 
erteilte uns die Saceharin-Fabrik vormals 
FaJilberg, List tSb Co. in Salbke-Wester- 
bflsen a. Elbe anf unsere Frage die naoh- 
stehende Antwort: 

Das Sflßstoff-Präparat «Orystallose», wel- 
ehes seinerzeit von der Firma Eeyden her- 
gestellt wnrde^ ist seit Inkrafttreten des 
Süßstoffgesetzes vom 7. Joli 1902 nieht 
mehr im Handel. Anstelle desselben läßt 
steh mit Vorteil nnser Eristall-Saeeha- 
rin»y 450mal so süß wie Zucker, ver- 
wenden, welches m jeder Hinsidit dem 
früher benutzten Produkt «Orystallose» 



ebenbürtig ist. Dasselbe kommt m ver- 
sehiedenen Formen in den Handel; beson- 
ders möchten wir noch auf die speziell für 
den Gebrauch m Küehe und Haus be- 
stunmten kleinen Kristalle Nr. 1 aufmerk- 
sam machen, welche neben den Tabletten 
Nr. 1, llOfaeh, die handliehste Form von 
Saccharin darstellen und den besten Ersatz 
für Würfel- und Streuzucker bilden, indem 
ein Kristall reichlich die Süßkraft von IV2 
Stück Würfelzucker besitzt und vollständig 
zum Sflßen einer Tksse Tee, Kaffee, Kakao 
oder eines Glases Limonade ausreicht. Diese 
Kristalle sind in Original-Packungen von 
25, 50, 100, 250, 500 und 1000 g Glisem 
erhUtlidi, und es lassen sieh die kleinen 
GlasbehUter bequem in der Westentasche 
tragen. 



Bpi«ffwttohs«l. 



Cand. ehem. B. K. iuL. 1. Die Abscheid- 
ung von Oeltropfen beim Eintropfen eines 
•Ikoholisohen aromatischen Mundwassers in 
Wasser vermeiden Sie dadaroh, daB Sie statt 
der gewöhnlichen, ätherischen Oele die in Wasser 
leichter löslichen terpenfreien ätherischen 
Oele {Beinrieh Benael m Pirna a. Elbe) in ent- 
sprechend geringerer Menge verwenden. 

2. Früher verwendete man vielfach für Zahn- 
p u 1 v e r gepulverte Krebssteine, Ansternsohalen, 
Bimstein ; da diese Polver aber, wie erklärlich 
und wie unter dem Mikroskop leicht erkennbar 
ist, mehr oder weniger splittrig und scbarfeokig 
und deshalb geeignet sind, den Zahnschmelz ab- 
zusohleifen, so ist man schon seit langer Zeit 
TOn diesen Stoffen abgekommen und Terwendet 



jetzt hauptsächlich gefällten kohlensauren Kalk. 
Eine Zahnlatwerge, die gemahlenen Quarz 
enthält, wird man demnach als «garantiert un- 
schädlich» für die Zähne wohl nicht bezeichnen 
können I 

Anfhige. 

Wo und zu welchem Preise kann man D i n i- 
trodiphenylaminosulphoxide» bekom- 
men? Es wird in englischen Laboratorien ver- 
wendet, weil es ein wertyoUes Reagenz für 
Spuren Zinn sein soll. Die Beschreibung der 
Reaktion steht in «Local Government Board, 
Reports of Inspector of Foods Nr. 7, on the 
Presenoe of Tin in canned Foods: London, 
Darling db San. 



Das Rcdlstcr für den 3^hmm iw bat (u- 
dkfcb als 6eneral-Redi$ter Aber die 5 Jabr^ünge 1^5 
bis 1909) der porlden nmnmer befdeleflen. - (Uer das- 
selbe etwa nm erbalfen bat, wolle es defl. sofort 
der Qesd)änssfelle mftteflem 



Vwlegw: Dr. A. SehBelder, Dradan. 

Hr «!• LaUang ▼«•ntwartlUh : Dr. ▲. Sehaelder, 

Im Bnehhmndel durch Jallai Springer, Beriin N., MonUJoQplati 8 
DnMk ▼«B Fr. TIttel Naebf. (Bvrali. Kaamtli), FriiiiMi 



e.mm 



Dhamiaok« Fabrik, I 



■tadt 



'Mi« CheinikälieDn. Drogen 



für da meililBiMk •pliWMmMatiMkni €)ebrBB«li bi mnerksBiiter Kctakelt, gnuca den 
Isfirdeznnrea der TUHUedeani PharmmkafH^ eitopreehesd. 

tlkaloide n, Glykoside, Ktii- n NitronBsIza, 



QaeckBJlb«ipTSpar,,Aiitimoa-n.AneiipilpBrftte, 
Baeo-, KugU', Blei', CtdmiiuD' n. Zinks»! te, 
ä^hayittxue nnd deren S«Ih usw., Organ- 
piifMista, Itherische Oele. 

Alle Reagentlen 
Ar nedixtaUehs, phaimueatlBehe, 
ttklyttBohe nod taehaiHbe Zweeke. 



Diphtherisbäilflsnun Harok, gtMtlioh sepifift, 
Atropin- , H708a7aiiiin-,8kopplsiiiiii-,Cocain-, 
Codeiu-, Coffein-, Morphin-, Spartein- and 
Teratrinsalse, Digitftlin, Digitoxin, Siuibniin, 
Paraidehyd, CbioimUiydiM, ThiosinimiD -and 
üratlutnpilparate. 

Alle Prfiparate 
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Frftparat« tta die TeztilisdnBtrie 

na S^a», voUna*. Balat. aölrbdliuaan Stlt», 1 
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Prftpwata für die SnaMUaag t» 

Ougltthliaht, 



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(Extr. Haemoglobini spissum) 

Deutsches Reichs-Fatent. Oesterreicbisches Patent. 

Beste Handelsmarke eqt HerstelltmK von HaematogjBn 

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1 Küo = 6,00 BL 

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Die wichtigsten Handelssorten der Drogen 

(unter spezieller BerftcksichtigUDg der Vorschriften des D. A.-B. IV) 

einschlieBlich einiger 
Gewürze, OenuBmlttel und ätherischer Oele. 

Von Dr. G.' IVeigr^l in Hamburg. \ , 

Von dieser in den Nr. 46 bis 52 (1904) der Pharmazeutisoheii Zentralhalle abgedmokteo 
sehr inieressanten Arbeit sind Sonderabdrüoke aogefertij^ worden, die qiit .starkem Umschlag 
Tersehen sind, um für den häufigen Gebrauch im Geschäft geeignet sn sein. Dieselben werdet, 
soiweit der Vorrat reicht, noofa gegen TorhereliiseBdiuig dssBetrases tob 80 PQir 
Ton der Geschäftsstelle der Pharmazeutischen Zentralhalle, Dreitden-Ä.. 21, SohandanerstraBe 43, 
rezsendet. 



Die Anfertigung von gefüllten Ampullen 

Von lieent. pharm. C. Kollo , 

Sonderabdniok ans der Pliäim. Zentralh. 1909; Nr. 50/51 und 1910, Nr. ^ 

Mit 5 Abildnngen 

, ' . 'i • ' * . . 

Gegen Einsendung von 75 PI. in bar (Postanweisang) oder Briefmarken. zu 
beeiehen Ton der r 

Gesehftftsstelle der Pharm. Zentralh. Dresden-A 21, Sebandaner Str. iS 




Für den praktischen Gebrauch 

in der Apotheke und im Lalraratorium. 



dea Beiragea la BrliafinMrkeB sind von der Qc- 
acliiftaatclle der M^luuraiMBeiitlaelieB SentnOlialle** sa beziehen: 

Tabelle xupBereohnung dee Gehallee an i»elnem Sfleeelofl 
indenwei»eohiedenenSaeoharinprApapalen. Zum Einkleben 

in das 8üistoff-Ausgabe-BuQL Amtlieh anerkannt 2 Stuck 15 PI 

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ErUuteriuigen xu der Verordnung wom Jahre. IBSSf be- 
treffend den Handel mit fiiften {Sonderabdruck aus Ph. Z. t6 

[1895]^ Nr. 21). 1 Stfick 80 PL • ' 

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und Reagentien. Bearbeitet T<m Dr. Ä. Sekneider und Dr. Jul. MUcM, 
(Das Hauptverzeiohnis ist yergrifEenl) Naehtraf 1 Stück 80 Pf. 

ftsitele kt J'hamazBitisidin ZeirtraNnlk", 

Dresden-A. 21, Sohandauer StraBe 48 




Pharmazeutische Zentralhalle 

für Deutschland. 

HoMiusgsgoboii won Dr. IL Sohnoidor 

Dmdoi-A., SehaadMMnlr. 4S. 



f^- 



EdtBehiift fDi wissaudiaftliehe und gesehftfUiehe Intenesen 

der Pharmazie. 



Gegrfizidet von Dr. Hermaiui Hager im Jahre 1859. 



Gesehlfttstelle und Aaaelgea« A naahme ; 

Dresden -A 21, Sohandauor StraBo 48. 

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Anzeigen: Die 65 mm breite Zeile in Eleinschrift 30 Pf. Bei grofien AnftrSgen PreisermftfligoDg. 



MS. 



Dresden, 24. Februar 1910. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahi^gang 



Inhalt: CaeAle «ad PMaraail.; Verbindangm dm Jodoforn». — Forttchritto im EztrAkUon8Terfialu«ii. «~ 

ExtxaküOB unter Dmck. — BMtiminang dei ▲bdampCradtstaade« Ton TwpeniinOl. — C'TCisen-VmrBaohe. — 

AmdBittel and Spesialilten. — NabraBciBlttel-Ckemie. — naktarlologlielie MltteiliiiigeA. — H/s^entofihe 

HitMOmBsen. -> TherepemtlMe« ]Utl«ll«n«0B. - Blfikenebea. — V«r.«biedeBeg. — BrIetweoiiMi. 



Ohamia und Phamaxio. 



Verbindungen des Jodoforms. 

Von Dr. Georg Cokn, 

Das Chloroform bildet eine ganze 
Anzahl vonMolekolanrerbindangen, deren 
eine — die mit Salizylid — znr 
Reinigang des AnSsthetikums dienen 
kann. Vom Bromoform sind analog za- 
sammengesetzte Additionsprodokte, so- 
weit mir bekannt) nicht hergestellt wor- 
den. Dagegen hat Jodoform eine ganz 
besondere Neigung, sich an zsühlreiche 
Substanzen blondere basischer Natnr 
amralagem. Von dieser Fähigkeit hat 
man mehrfach für medizinische Zwecke 
Gebrauch gemacht Einerseits haben 
die Präparate nicht den charakterist- 
ischen intensiven Geruch des Jodoforms, 
der fOr die Patienten und ihre Um- 
gebung gleich störend ist. Anderseits 
stellen sie sich im Preise billiger als 
Jodoform. Letzteres wird zudem in 
besonders .feiner Verteilung und deshalb 



wirksameren Form auf der Wunde ab« 
gelagert. Die Erwartungen, die man 
an diese Doppelverbindungen geknüpft 
hat, sind freilich ziemlich enttäuscht 
worden. Der Hauptzweck, die öeruch- 
losigkeit, wurde nur unvollkommen er- 
reicht, weil die Wundflfissigkeit die 
Substanz in ihre Bestandteile spaltete. 
Vielleicht wird es gelingen, schwerer 
zerlegbare, aber denn^ wirksame 
Additionsprodukte zu finden oder ein 
an sidi therapeutisch wertvolles Prä- 
parat an Jodoform zu fesseln. Für 
derartige Bestrebungen dürfte es vor- 
teilhaft sein, alle bisher bekannten Ver- 
bindungen, die ich selbst um eine nicht 
uninteressante vermehrt habe, übersicht- 
lich zusammenzustellen. 

Jodoform lagert sich an 1. an Basen, 
S. an schwefeUialtige Substanzen, 8. an 
Schwefel und Stickstoff enthaltende 
Basen, 4. an EiweißkOrper. 



146 



1. Verbindungen des Jodoforms mit 

Basen. 

Jodoform - Ammoidak ^). CHJ3 . NH3. 
Wird durch Auflösen von Jodoform in 
flüssigem Ammoniak erhalten und bildet 
ein weißes kristallinisches Polver, das 
bei — 23^ noch beständig ist. Auch 
ffir alle anderen Verbindungen mit Basen 
ist es charakteristisch, daß ihre Färb- 
ung wesentlich heller als die des Jodo- 
forms ist. 

Jodoform - Trimethylamin - Jodhydrat ^) 
CHJs.CCHslsN.HJ. Entsteht leicht aus 
dem bei 260^ schmelzenden Trimethyl- 
aminhydrojodat. Es bildet hellgelbe glänz- 
ende in Chloroform sehr schwerlösliche 
Nadeln, die bei 200^ schmelzen, aber 
schon bei 176^ eine geringfügige Zer- 
setzung zeigen. Die Verbindung wird 
beim Schütteln mit Wasser und Aether 
in ihre Bestandteile gespalten. Das 
Trimethylaminhydrojodat wird vom 
Wasser, das Jodoform vom Aether auf- 
genommen. 

Jodoform - Hezamethylentetramin ^) 
GHJ3 . C6H12N4. Das ungemein addi- 
tionsfähige Hexametbylentetramin bildet 
die Jodoformverbindung ausnehmend 
leicht. Man braucht nur die Bestand- 
teile unter Zusatz von etwas Lösungs- 
mittel mit einander zu verreiben oder 
die Lösungen zu mischen, um das 
Doppelprodukt zu gewinnen. Man löst 
z. B. 14 T. der Base in Alkohol und 
gibt 39,4 T. Jodoform als Pulver oder 
in alkoholischer Lösung hinzu. Aus 
der Verbindung der Base mit Phenol 
wird das letztere vom Jodoform ver- 
drängt, wenn man die Bestandteile mit 
warmem Alkohol zusammenbringt. Auch 
das Ghloral-Hexamethylentetramin wird 
vom Jodoform gespalten. 

DsB Reaktionsprodukt ist ein farb- 
loses kristallinisches Pulver. Es schmilzt 
bei 178^ unter explosionsartiger Zer- 



1) E, Chablay Compt. rend. d. TAcad. d 
soienoes 140, 1262. 

2) Alfred Einhorn und August Prettncr^ Ann. 
der Chemie 884, 229. 

3) DRP. 87812 V. 17. April 1895, Kl. 12. 
A. Eiehengrün in tiohn nnd Firma C, L. Mar' 
quart in Benel-Bonn. Erloschen 23. Aag. 1899. 



Setzung und ist in den meisten Lös- 
ungsmitteln sehr schwer, in Amylacetat 
leichter löslich. Aus letzterem wird es 
in kleinen Nädelchen kristallisiert er- 
halten. E2s enthält 75 pZt Jodoform. 
Sein Handelsname ist «Jodoformin»^). 
Es wird beim Schütteln mit Säuren und 
Alkalien, ja schon mit bloßem Wasser, 
in seine Bestandteile zerlegt. Jodo- 
formin ist eine wahre atomistische Ver- 
bindung, gibt infolgedessen mit Silber- 
nitrat kein JodsUber, sondern unter 
Freigabe des Jodoforms ein Dopelsalz 
der Base mit Silbernitrat und reagiert 
analog auch mit Platinchlorid. Durch 
dieses Verhalten unterscheidet es sich 
in charakteristischer Weise von den 
Reaktionsprodnkten des Hexamethylen- 
tetramins mit Jodmethyl bezw. Methylen- 
jodid^), 

C6H12N4 . CHaJ bezw. (C6Hi2N4)2.CH2J2, 
welche Hydrojodate von Ammonium- 
basen sind, aus denen die ursprängliche 
Base nich regeneriert werden kann. 
Sie werden ans ihrer wässerigen Lös- 
ung durch Kalilauge unverändert aas- 
geschieden und nehmen wie ihr Aus- 
gangsprodukt selbst Jodoform auf. Ganz 
ähnlich verhalten sich auch die ent- 
sprechenden Bromalkylate. 

Jo dof orm* Aethylhezamethylentetr amin* 

hydrojodatß) CHJ3 . C6H12N4 . C2H5J. Man 
löst 29,6 g des Hydrojodats in Alkohol, 
gibt eine Lösung von 39,4 g Jodoform 
in Alkohol hinzu und kocht kurze Zeit. 
Zentimeterlange dunkelzitronengelbe Na- 
deln vom Schmp. 128^, in Wasser und 
Aether unlöslich. In schlechterer Aus- 
beute gewinnt man die Verbindung, 
wenn man Jodoform-Hexamethylentetra- 
min und Jodäthyl in Alkohol oder besser 



^) Anm. Nicht zu yerweohseln mit dem 
«Jodoformin» von Trülat (Pharm. Zentralh. 
38 [1897], 457), das eine JodverbindnDg des 
Hexamethylentetramins ist, einen gelbbraunen 
kristallinischen Niederschlag bildet und durch 
Einwirkung Ton Jod-Jodkalium oder alkohol- 
ischer Jodlösung auf die Base entsteht. 

6) Wohl, Ber. d. Deutsch. Chem. Gesellsch. 
19 1843. 

«) DRP. 89 243 t. 19. Juli 1896, Zus. z. DRP. 
87812 V. 17. Aprü 1895, Kl. 12. A. Eiehm- 
grün und Firma L. C. Marquart in Beuel» 
Bonn. Erloschen 28. August 1899. 



147 



Amylacetat erhitzt. Der Handelsname 
der Substanz ist «Jodoformal». Sie 
wird dnrch Säuren und Alkalien schon 
in der KSlte zerlegt. 

Ein isomerer Körper entsteht, 
wenn man das Jodoformjodäthyl-Hexa- 
methylentetramin längere Zeit in alko- 
holischer Lösung erwärmty oder wenn 
man Jodoform auf einen Körper ein- 
wirken läBt, der beim Erhitzen von 
Jodäthylhezamethylentetramin gebildet 
wird und bei 183 ^ schmilzt Der Schmp. 
dieses Isomeren ist 171 <); hellgelbe 
Nadeln. 

Jodofoim-Methylhezamethylentetramin- 
hydrojodat 6) CHJ3 . C6Hi2N4 . CH3J. 
Man kocht 53,4 g Jodoform -Hexa- 
meihylentetramin mit 14,3 g Jodmethyl 
in AmylacetaÜösung oder behandelt das 
bei 804^ schmelzende Hexamethylen- 
tetraminjodmethylat '^) mit Jodoform. 

Jodoform-Methylendihezamethylentetra- 
minhydrojodat ^ CHJ8.(C6Hi2N4)2.CH2J2. 
Hellgelbe verfilzte Nädelchen. Schmp. 
1740. 

Jodoform-Aethylhezamethylentetramin- 
hydrobromat 6) CHJg . C6H12N4 . CsHsBr. 
Schwefelgelbe harte Nadeln oder Pris- 
men. Schmp. 114^. 

Jodoform - Triäthyltrimethylontriamin- 
hydrojodat») CHJs . (CHgN . CgHsJs . HJ. 
Man gießt warme methylalkoholische 
Lösungen von 8,7 g des bei 199^ bis 
200 schmelzenden Triäthyltrimethylen- 
triaminhydrojodats^} und 6 g Jodoform 
zusammen. AUmUilich scheidet sich 
die Hauptmasse des neuen Körpers aus. 
Den Rest kann man durch Eändampfen 
des mtrats im luftverdflnnten Baum 
gewinnen. Warzenförmig gruppierte 
Nadefai aus Chloroform. Schmp. 133/1 34<>. 

Jodoform -Trimethyltrimethylentriamin- 
hydrtgodat «) CHJ3 . (CHg . N . CH3)3 . HJ. 
IMe Substanz wird aus dem bei 166^ 
sdmelzenden Hydrojodat der Base^^) 

^ Ä. Bmham und A. Prettner Ann. d. Ghem. 
SSA, 231 iL ; der Ton Wahl (ßer. d. Beatsch. 
Ghem. Oes. 19, 1843) angegebene Sohmp. 190» 
ist fjtiaoh. 

s) Ä. Einhorn und Ä, PreUmr Ann. d. Chem. 
SS4, 224. 

9) Ä, Emhom und Ä. PreUner A.ii. 0. & 230. 

10) Audi. Diese flydrojodate eiliäit man, wenn 
man die normalen Salze Ton Trittthyl(methyl)- 



beim Erwärmen mit Jodoform in alkohol- 
ischer Lösung erhsdten. Nadebi vom 
Schmp. 136^. ZerfftUt bei tagelangem 
Schätteln mit Aether und Wasser in 
ihre Bestandteile. Aus der wässerigen 
Lösung kann durch Eindampfen das 
ursprikigliche Salz regeneriert werden. 

Jodoform - Chinoün ^ i) CHJ,(C9H7N)3. 
Zum Unterschiede von den bisher be- 
schriebenen Verbindungen enüiält diese 
3 Moleküle der Base auf 1 Molekül 
Jodoform. Mischt man ätherische Lös- 
ungen der Bestandteile^ so scheiden 
sich bald groBe farblose durchsichtige 
Nadehi aus, die wenn nötig aus Aether um- 
kristallisiert werden müssen. Sie sind 
löslich in Aether, Benzol, E^igäther 
und Ligroin und bilden derbe Nadeln 
aus dem ersten, spitze dünne aus den 
anderen Lösungsmitteln. Alkohol, koch- 
ende Säuren, Alkalien und heißes Wasser 
zerlegen die Substanz. Schmp. ist 66<> 
(Zersetzung). Die Ausbeute ist fast quan- 
titativ. 

Jodoform - Stryohain 1^) 
CH J3 . (C21 H22N202)3. Diese Verbindung 
ist analog der vorigen znsanmiengesetzt. 
Sie ist das am längsten bekannte Addi- 
tionsprodukt des Jodoforms. Zur Dar^ 
Stellung sättigt man eme heiße alkohol- 
ische JodoformlOsung mit Strychnin. 



trimeihylentriamin erhitst Sie stellen anormale 
Salze Tor, denen die Autoren in Anlehniug an 
die TTenier'schen Ansohanungen über die Strak- 
tur der Ammoninrnsalze die F6rmel 

CH2 
C,H5-Nr^N-CH, 



CH 



»■CBL2 



NH CjS^J 

zuerteilen, zom Unterschiede von den gewöhn- 

CH, 

c»H5-n/\n-c,H5 



liehen Hydrojodaten: 



CH^^CH, 



HJ 



N-C,Et 

11) Rauasopaulos Ber. d. Deatsoh. Chem. Ges. 
16, 202. 

1-) Lextrait Compt. read. d. TAoad. d. soienc. 
9^ 1057. 



146 



Die Lösung entfirbt sich beim Erkalten 
und scheidet dann lange prismatische 
Nadehi des Körpers aus. Am zweck- 
mäßigsten wendet man auf 5 g Jodo- 
form 600 ccm Alkohol und 12 g Base 
an und erhitzt auf etwa 86^. Der 
Körper entsteht stete, auch wenn man 
wechselnde Mengen Jodoform in Arbeit 
nimmt. Er ist in Alkohol sehr schwer 
löslich (1 L 98proz. Alkohol löst bei 
15^ 3,4 g), leicht in Aether and Chloro- 
form. Er zersetzt sich schnell durch 
die Einwirkung von Licht und Luft. 
Auch seine Lösungen sind sehr 
unbeständig und spalten bald Jod ab. 
Das Präparat kann dedialb nicht ohne 
Veränderung aus Alkohol umkristallisiert 
werden. Durdi Kochen mit Wasser 
wird es vollständig zersetzt. Schon bei 
90^ beginnt es sich zu zersetzen. Bei 
IdO^' ist es völlig schwarz geworden. * 

II. Verbindungen des Jodoforms mit 
seh wef elhaltigen Substanzen . 

Jodoform-SohwefeUS) cHJs.Sg. DieBe- 
bUndteile werden in Schwefelkohlenstoff, 
der ffir sie em ausgezeichnetes Lösungs- 
mittel ist, zusammengebracht. Vom 
Schwefel wird zweckmäßig ein geringer 
Ueberschuß genommen. Hellgelbe, bis- 
weilen dezimeterlange Prismen vom 
Schmp. 930. Sie sind luftbeständig, 
färben sich aber am Licht rot. 

Wie mit Schwefel so vereinigt sich 
Jodoform auch mit quatemären Ammon- 
iumverbindungen, besonders mit Sulfon- 
iumbasen und deren Salzen ^^). Diesen 
Präparaten wurde besondere therapeut- 
ische Wirksamkeit zugeschrieben. Die 
Schwefelbasen entetehen bekanntlich 
durch Anlagerung von Halogenalkylen 
an Sulfide, Disulfide und verwandte 
Substanzen, z. B. Mercaptole. Stete 
lagert sich 1 Mol. Jodoform an ein 

i-<) F. Äuger^ Compt rend. d. TAoad. d. soienc. 
146, 477 ff. Der Verfasser kuppelt eine ganze 
Anzahl Jodide mit Schwefel. In den Verbind- 
nngen ist immer 1 Mol. Jodid an eine bestimmte 
Anzahl Sohwefelmoleküle Sg gefesselt. Auf 
1 Atom Jod kommt immer 1 Mol. 8g. So ent- 
steht ans Aethylentetngodid : CJ, = GJa.4Ss; aus 
SbJgi SbJ3.3& usw. 

i<) DRP. 97207 vom 2. Febr. 1897 Earben- 
ftüoiken Torm. Frtedr. Baifer ^ Oo^ liberfeld. 
Etlosuheo 7. Joni 1899. - 



qoatemäres Schwefelatom an. Die Ad- 
ditionsprodokte sind hell- bis dankelgelb 
gefärbt, gut kristallisiert, in den äblidien 
Lösungsmitteln in der Eftlte unlöslich, 
in heißem Alkohol löslich. Sie werden 
dorch kaltes Wasser nicht, wohl aber 
darch heißes Wasser, dorch Säuren und 
Alkalien gespalten. Zu ihrer Gewinn- 
ung mischt man die Lösungen der beiden 
Bestandteile oder verreibt letztere mit 
etwas Lösungsmittel. Man kann aber 
auch der Mischung des Jodoforms mit 
Sulfid die molekulare Menge Halogen- 
alkyl zufügen. 

Jodoform - Tiiäthylaulfoniumjodid 
CHJ3(C2H5):{S.J. 246 g Triäthylsulfln- 
jodid werden in 1 L Alkohol gelöst und 
mit einer Lösung von 394 g Jodoform 
in 4 L Alkohol versetzt. Man erhält 
sofort einen zitronengelben Niederschlag 
verfilzter Nädelchen. Glänzende Blätt- 
chen aus Alkohol, Schmp. 142^, dem 
Jodoform täuschend ähnlich. 

Jodoform - Triäthylaulfoniumchlorid 
CHJ3.iC2H5)3SCl. Man versetzt die Lös- 
ung von 136 g Triäthylsulfoniumhydro:igrd 
in % L Alkohol mit einer heißen Lös- 
ung von 394 g Jodoform in 4 Liter 
Alkohol. Das Additionsprodukt kommt 
beim Erkalten in glänzenden Blätt- 
chen vom Schmp. 126 ^ heraus. Es 
ist in Alkohol leicht löslich. Versetzt 
man seine Lösung mit alkoholischer 
Salzsäure, so entsteht das Chlorid vom 
Schmp. 960, mit BromwasserstotEsäure : 

Jodoform - Triäthylsnlfoniumbromid 
CHJs . (CgHö^aS . Br, vom Schmp. 1240. 
Dieses wird in bequemerer Weise er- 
halten, indem Bromäthylätbylsulfid mit 
Jodoform behandelt wird. Weißgelbe 
prismatische Säulen. 

Jodoform - Trimethylsulfoniumjodid 
CHJ8.(CH3)8S. J. Man verreibt eine Misch- 
ung von 394 g gepulvertem Jodoform 
und 204 g Trimethylsulfinjodid längere 
Zeit mit etwas Alkohol. Hellgelbe 
Nadeln aus Alkohol, Schmp. 1 62^, schwerer 
löslich als die Aethylverbindung. 

Jodoform - DimethyläthyUulfoniunijodid 
GHJ8.(GH8)t(G2H5)SJ. Zu einer Lösung 
von 394 g Jodoform in überschfissigem 
Methylsulfld gibt man in der Kälte 156 g 



149 



Jodmethyl. Die LOsimg erstarrt zu 
einem Eristallbrei. Schmp. des Pro- 
duktes 136^. 

Jodoform-DimethyläthyUalfoninmbromid 
CHJ3.(CH3)2(C2H5)S.Br. Wie oben dar- 
gestellt. Schmp. 1250. 

Jodoform - Jodäthyl - äthylditnmd 
CHJs (0205)28 . J — S . J (0205)2 . CHJ3. 
Man kocht alkoholische Lösungen yon 
Aethyldisalfid, Jodäthyl imd Jodoform 
einige Standen. Harte Täfelchen. Schmp. 
1230 

Jodoform-Jodäthyl-Diäthyltnlfidmethaa 

( HJß . (C2H5)2«S. J — CH2 — S.J( 020)2« 

üflJs. Schmp. 1250. Diäthylsnlfld- 
methan (Sdp. 180 bis 1860)wird mit Jod- 
äthyl nnd Jodoform znsammengebradit. 

Jodoform-JodäthylallyUnlfid 
CHJ3.(C3H5^2(C2H5)S.J. Schmp. 980. 

Jodoform - Allyltalfid - Itopropyljodid 
CHJ3.(C3H6^2(C8H7)S.J. Schmp. 1290. 

Jodoform-Jodmethylmerkaptol. Schmp. 

1300. 

Jodoform - Jodmethyl - Perbrommethyl- 
triinlfidi^). Schmp. 120^. 

Jodoform-ftnecktilbermeroaptid 
CHJsfCgHßS — Hg - SC2H5)2 . ^«) Die 
merkwürdige Substanz wurde schon im 
Jahre 1875 entdeckt Sie scheint keine 
therapeutische Verwendung gefunden zu 
haben, trotzdem sie einer Untersuchung 
sicher wert ist. Man mengt die sieden- 
den alkoholischen Lösungen yon Queck- 
sQbermercaptid und Jodoform. Beim 
Abkflhlen scheidet sich das neue Pro- 
dukt in hellgelben, biegsamen langen 
Nadehi aus. Sie sind in kaltem Alkohol 
fast unlöslich und schmelzen bei 86,6 ^ 
Die Verbindung ist kein Sulf ouiumsalz ; 
denn mit Silberoxyd kann sie nicht in 
eine Base flbergefflhrt werden. Sie gibt 
auch nicht nach der Behandlung mit 
Chlorsilber ein Platindoppelsalz. Beim 
Erwärmen mit Alkohol verwandelt sie 



^^) Anm. Porbrommethyltrisiüfid Cß^Bi^ (Ber. 
d. DentBch. Chem. Qes. 1§, 275) schmilzt bei 
125^. Ss hat Tielleioht die Straktorformel : 
Brg -V C— 8— S— 8— C - Brg. 

1*) C. L. Jaeksan und Ä. Oppenheim^ Ber. d. 
Deutsch. Cham. Ges. S, 1033. 



sich zuweilen teilweise in weifie Schuppen, 
die auch durch bloßes Erhitzen von 
Jodoform, Mercaptan und Alkohol auf 
160 bis 200^ entstehen und nicht näher 
untersucht worden sind. 

III. Verbindungen des Jodoforms mit 
Schwefel- und Stickstoff enthaltenden 

Basen. 

In diese Abteilung gehOrt eine yon 
mir entdeckte Jodoformyerbindung des 
CarbotUiddins. Letztere Base wird in 
bester Ausbeute gewonnen, wenn man 
einer alkoholischen Lösung yon Aldehyd- 
ammoniak Schwefelkohlenstoff zuffigt. 
Sie hat in £^'&^n'sHandb.d.Org.Ghem. 
die Formel : NHg . CS . S.N . (CH , CH»)«. 
DeUfpme^'^) schreibt ihr die Konstitution 

/NH— CH— CH3 
CS< 

\S - NH=CH — CHs 

zu, die wohl auch noch nicht das Richtige 
trifft, aber jedenfalls den Eigenschaften 
der Verbindung besser gerecht wird. 
Ihr Schmp., der in BeilsteM^ Organ- 
ischer Chemie nicht angegeben wird, 
liegt bei 119 bis ISO^ (Zersetzung), ihr 
spezifisches Gewicht zwischen dem des 
Chloroforms und des Schwefelkohlen- 
stoffs. 

Jodoform*Carbothialdin CHJ8.C5H10N8S2. 
SO g Jodoform werden in 80 ccm Me- 
thylalkohol suspendiert und mit 8,7 g 
Carbothialdin yersetzt. Sofort bildet sich, 
namentlich bei gelindem Elrhitzen ein 
fester Brei, der aus feinen, kaum gelben 
Nädelchen des Additionsproduktes be- 
steht. Die Ausbeute beträgt 24 g. Die 
Substanz ist sehr yoluminOs. Bringt 
man 5 g Jodoform mit 2,1 g Carbothialdin 
in 30 g Chloroform zusammen, so er- 
hält man 6,6 g Additionsprodukt in 
yöllig weißer Form. Die Verbindung 
kristellisiert aus Benzol in deutlich 
gelben stumpfen sternförmig gruppierten 
Nadehi, schmilzt bei 106 bis 107» (Zer- 
setzung), ist m kaltem Alkohol sehr 
schwer, in heißem, sowie in Aceton 
reichlich löslich. 



17) BoU. d. la 800. ohim. d. Paris [3], 15 898. 



150 



IV. Verbindungen des Jodoforms mit 
Eiweißkörpem.i») 

Diese Präparate worden hergestellt, 
um das Jodoform geruchlos zu machen. 
Sie sind wahrscheinlich keine Additions- 
Produkte. Das Jodoform wird mechan- 
isch von dem Eiweiß eingehüllt ; dadurch 
wird der Geruch stark herabgemindert 
und gleichzeitig das Volumen beträcht- 
lich vermehrt. Wenn man eine Eäweißlös- 
ung gemeinsam mit einer JodoformlOsung 
durch Zusatz von Alkohol ausfällt, so 
entsteht ein Niederschlag, der beide 
Bestandteile enthält. Ihm kann das 
Jodoform durch Aether oder Benzol bis 
auf Spuren wieder entzogen werden. 
Letzteres gelingt aber nicht mehr, wenn 
man den NiederscUag einige Stunden 
auf etwa 120^ erhitzt hat Er enthält 
dann etwa 16 pZt Jodoform fest ge- 
bunden, ist fast geruchlos, sterilisierbar 
und besitzt die antiseptischen Eigen- 
schaften des Jodoforms unvermindert. 
Man lOst z. B. 10 kg Albumin in 90 kg 
Wasser, fugt erst 16 kg Alkohol und 
dann eine LOsung von 2 kg Jodoform 
in einem Gemisch von 10 kg Alkohol 
und 10 kg Aether hinzu. Die Fällung wird 
nach dem Trocknen einer Temperatur 
von 120^ ausgesetzt. Sie bildet dann 
ein orangegelbes Pulver. Es wurde als 
«Jodof ormogen» in den Handd ge- 
bracht Man kann das Produkt auch 
auf der Faser der Verbandstoffe er- 
zeugen und zwar besonders bequem, 
wenn man diese in üblicher Weise mit 
Jodoform ^ imprägniert, dann durch eine 
Eiweißlosung zieht und schließlich er- 
hitzt. 

Es wäre gewiß interessant zu unter- 
suchen, ob sich Jodoform auch an die| 
von F. Mey^ entdeckte Base (,C6H5)2 J - OH 
bezw. ihr Jodid anlagert, femer an 
Dimethylpyron und ähnliche Körper, 
deren Sauerstoff im Sinne der Oxonium- 
theorie 4wertig auftreten kann. 



>^) DRP. 95 580 vom 9. Juni 1897, Knoll^ Cb., 
Ludwigshafen a. Bh. Erloschen 7. OktT9()3r 



Fortschritte im Extraktions- 

Verfaliren. 
Unter Bezugnahme auf die AGtteil- 
ungen des Herrn L, Kroeber, jetzt 
Apotheken- Vorstand im städt. Eranken- 
hause in Mänchen-Schwabing, cUeber 
die Extraktion unter Druck» in 
Nr. 3 der Pharmazeutischen Zentiulhalle 
vom 20. Januar 1910 erlaube ich mir 
ergebenst au) die Gesichtspunkte 
hinzuweisen, welche m. E. bei einer 
rationellen Extraktion zu beachten sind. 

Da die Extraktivstoffe in dem ge- 
gebenen Lösungsmittel stets sehr leicht 
und in jedem Verhältnisse löslich sind, 
so ist es zweckwidrig, die Drogen 
mit großen Flflssigkeitsmengen zu Ab- 
gießen, und femer zwecklos, sie mehr 
oder weniger lange zu mazerieren. 

Richtig ist es dagegen, die Drogen 
mit möglichst wenig Flüssigkeit zu 
durchfeuchten und sogleich abzupressen. 
Das Maß an Flässigkeit, welches zu 
einer genügenden Durchfeuchtung auf- 
zuwenden ist, schwankt zwischen etwa 
0,75 kg und 1,6 kg auf 1 kg der 
Droge, je nach dem Volumen und der 
Natur der Droge. 

In den meisten Fällen und überall 
dort, wo die Droge in fortlaufender 
Arbeitsmethode extrahiert werden kann, 
ist es zu empfehlen, auf 1 kg Droge 
1,6 kg Flüssigkeit anzuwenden. Die 
Abpressung ergibt dann 1 kg Fluid- 
extrakt, während 0,6 kg gleich Vs der 
Extraktivstoffe im Preßrückstande ver- 
bleiben. Gibt man nun zu diesem 0,5 
kg Flüssigkeit enthaltenden Rückstände 
nochmiüs 1,5 kg neue Flüssigkeit, so 
ergibt die zweite Abpressung 1,6 kg 
zweites Extrakt, welches zur Anfeucht- 
ung einer neuen Portion der Droge be- 
nutzt wird, während wiederum 0,6 kg 
Flüssigkeit stecken bleiben. Während 
also vorhin 1 Drittel stecken blieb, 
verbleibt nunmehr nur noch der vierte 
Teil jenes Drittels, das macht bei SO 
pZt Extraktivstoffen den vierten Teil 
von 6,6 = 1,66 pZt. 

Damit ist durch eine zweimalige 
Abpressung eine genügende Erschöpfung 
der Droge erreicht, um so mehr, a£ 



IM 



ans der Arbeit Kroeber^s hervorgeht, 
daß sich auch bei einem recht gering- 
ffigigen Druck eine erheblich bessere 
Abpressnng erzielen läBt, als hier an- 
genommen wurde. Kroeber erhält Däm- 
lich auf 1 kg Droge und 0,76 kg 
Flässigkeit etwa 0,35 kg Fluidextrakt. 
Es bleiben also nicht 0,5 kg Flflssig- 
keit stecken, sondern nur etwa 0,35 kg, 
wodurch sieh das Gesamtergebnis wesent- 
lich gunstiger stellt. 

Die gfinstige Wirkung des Apparates 
auf den Grad der Abpressnng, welchen 
Kroeber festgestellt hat, und welcher 
die Wirkung anderer mit weit stärkerem 
Druck arbeitender Pressen übertrifft, 
ist z. T. wohl auf die größere Gleich- 
mäßigkeit des unmittelbar auf den Kolben 
wirkenden Flfissigkeitsdruckes zurfick- 
zufBhren. In der Hauptsache aber ist 
der Erfolg darin zu suchen, daß der 
Apparat weit bessere Abflußwege 
bietet, als andere Pressen ermöglichen 
können. Denn, wenn die Flüssigkeit 
nicht ordentlich abfließen kann, so steht 
Druck im Inneren gegen Druck von 
außen, und eine weitere Druckerhöhung 
nutzt nichts, sondern gefährdet nur die 
Presse. 

Es kommt daher beim Pressen weit 
weniger auf hohen Druck, als auf gute 
Abfliäwege, sowie auf Zeitdauer an. 

Diese Tatsachen ermöglichen es nun 
anch, Extraktionsapparate fttr geringen 
Druc^ zu bauen, welche lediglich den 
vorhandenen Druck der Wasserleitung 
benutzen, und welche sich erheblich 
bill^er stellen und nur wenig mehr 
kosten, als ein Perkolator gleichen 
Inhaltes. 

Es gibt nun aber Stoffe, welche sich 
überhaupt schlecht abpressen 'lassen. 
Es sind dies weiche, wenig holzige 
Substanzen. Derartige Drogen extra- 
hiert man am besten, indem man eine 
Kombination von Druck und Per- 
kolation anwendet. 

Verringert man nämlich das Volumen 
der angefeuchteten Droge im Apparat 
durch Eolbendmck bis etwa auf das 
ursprüngliche Volumen der Droge, 
so erhält man bereits den größten Teil 
des Extraktes. Die auf ihr ursprüng- 



liches Volumen reduzierte Droge aber 
nimmt die ihr nunmehr zugeführte neue 
Flüssigkeit mindestens gerade so leicht 
auf, als vor dem Anfeuchten. Wir aber 
haben den Raum für die nun folgende 
Perkolation bedeutend verringert, ebenso 
wie den Flüssigkeitsverbrauch. Um 
nun zu verhindern, daß die zugeführte 
Flüssigkeit durch die vorgesehenen 
Abflußwege zu rasch abläuft, bedient 
man sich einer Rfickflußvorrichtung. 
Hierzu wird der Apparat zunächst mit 
Hilfe einer Strahlpumpe luftleer gemacht. 
Oeffnet man dann den oberen Hahn, so 
wird die neue Flüssigkeit durch ein 
damit verbundenes Steigrohr, welches 
bis in eine unter dem Apparat ange- 
brachte Vorlage reicht, nach oben in 
den Apparat gedrückt. Wenn man 
nun auch den unteren Abflußhahn öffnet, 
so tropft das Extrakt in die Vorlage 
und wird sogleich wieder durch das 
Steigrohr nach oben in dem Apparat 
geführt. Diesen intermittierend - kon - 
tinuierlichen Vorgang setzt man beliebig 
lauge fort, bis keine weitere Anreicher- 
ung erfolgt und preßt schließlich stark 
ab. 

Dieser Vorgang ist nur dadurch mög- 
lich, daß die Luft nicht durch den ge- 
öffneten unteren Hahn in den Apparat 
eindringt, weil hier der Inhalt den Weg 
versperrt. Die Luft wählt daher den 
Weg, wo ihr am wenigsten Widerstand 
geboten wird, durch das Steigrohr nach 
oben und reißt dabei die Flüssigkeit mit. 

Wenn schließlich die Droge auf diese 
oder auf die vorhin angegebene Me- 
thode erschöpft ist, so lassen sich aro- 
matische Anteile und Alkoholreste 
sehr bequem gewinnen, indem man diese 
unter Benutzung des Vakuums und der 
Heizvorrichtung des Apparates in eine 
damit verbundene Vorlage abdestilliert. 

Die Kosten eines solchen Apparates, 
welcher für hohen Druck gebaut ist, 
und mit Preßpumpe arbeitet, können 
naturgemäß nicht gering sein und stellen 
sich für einen 10 Liter- Apparat ohne 
Pumpe und ohne Wärmemantel auf 
295 Mk. Apparate, welche lediglich 
für den Wasserleitungsdruck gebaut 
sind, können schon weit billiger ge- 



Vorrithtutig """ 



S'fy^ 



^*^=^ 






;58 



liefert werden, wobei besonders zu be- 
rflcksichtigen ist, daB bei neuen Ein- 
richtongen die AnschaflFnngskosten einer 
besonderen Presse nnd eines Perkolators 
vollständig fortfallen. Es sei schließ- 
lich noch erwähnt, daß der Apparat 
mit einem Filter verbunden ist, welchem 
eine sehr günstige Beurteilung von ver- 
schiedensten Seiten zuteil wurde. 

Herr Eroeber erwähnt auch die 
Möglichkeit des Lösens von Extrakten, 
Harzen und dergl. durch Druckwirk- 
ung, ohne dieser Frage näher zu treten. 
Es möge daher hier nur betont sein, 
daß an der günstigen Wirkung des 
Druckes kein Zweifel besteht. Es ist 
nicht nur längst bekannt, daß man in 
Autoklaven durch Druck lösende Wirk- 
ungen erzielt, sondern man ist auch in 
der Lage, in Glasapparaten den Lös- 
ungsvorgang, von Stunde zu Stunde 
fortschreitend, beobachten zu können. 
AUe Mißerfolge, weldhie allerdings vor- 
gekommen sind, haben ihre Ursache 
darin, daß infolge unrichtiger Handhab- 
ong ein Zusammenballen der Substanz 
erfolgte, bevor die Lösung ein- 
treten konnte. 

Es sollen noch einige Erläuterungen 
zu der umstehenden Abbildung gegeben 
werden. 

Der Apparat wird an der Wand be- 
festigt; das oben befindliche Rad nebst 
Gegengewicht dient zum Aufhängen und 
Ausschwenken des ziemlich schweren 
Deckels. Die punktierte Linie inner- 
halb des Preßraumes gibt die Abfluß- 
wege für das Extrakt an ; diese werden 
gebildet durch j e eine Siebplatte oben 
mid unten und femer ringsum durch 
den Preßbeutel, in welchem die Droge 
sich befindet. Dieser schrumpft beim 
Abpressen zusammen und sichert den 
Abfiuß nach unten und nach oben. Ein 
weiterer Abflußweg ist von der Mitte 
der Droge nach unten zu vorgesehen, 
der mit M bezeichnet ist. Es ist dies 
dne doppelte und mit Stoff umgebene 
Siebplatte, welche durch ein Abflußrohr 
das Extrakt aus der Mitte der Droge 
nach unten führt. Bei schwierig auszu- 
pressenden Substanzen, weichen und 
wenig holzigen Früchten, kann man 



zwei solcher Siebpaare übereinander 
ordnen. Die Abflußrohre gleiten beim 
Pressen in einander und nach unten in 
das gemeinsame Abflußrohr. 

Interessenten stehen nähere Angaben 
gern zur Verfügung. 

Dr. TT. Bruns. Elberfeld. 



Ueber die Extraktion unter 

Druck« 

Meine Ausführungen in Nr. 3 der 
Phannazeutischen Zentralhalle 1910: 
«Ueber die Extraktion unter Druck» 
haben an gleicher Stelle ein Echo in 
Gestalt einer Entgegnung des Herrn 
J. Herzog^ Berlin, sowie in Form eines 
Beitrages von K. Dteterieh-^ReUenherg, 
dessen Angaben ich mit Interesse in den 
Kreis (der Fortsetzung) meiner Versuche 
einbeziehen werde, hervorgerufen. Des 
weiteren wurde mir von dritter Seite 
die Uebersendung eines sehr inter- 
essanten mit dem Thema im Zusammen- 
hange stehenden Materiales in Aussicht 
gestellt. 

Herrn Dr. Herx^ mOchte ich die 
Gerechtigkeit widerfahren lassen, zuzu- 
geben, daß mir dessen Ausfüluiingen 
in der dem Vortrage des Herrn Dr. 
Brwis sich anschürenden Diskussion 
(Siehe Ber. d. D. Pharm. Gesellschaft 
1906, Seite 373) unbekannt geblieben 
waren. Ich berichtige daher gerne den 
betreffenden Absatz, und tue dies um 
so lieber, als ja meine Arbeit den Weg 
ebnen soll, auf dem sich hoffentlich 
recht viele Kollegen in der gemeinsamen 
Bearbeitung der für die praktische Phar- 
mazie so wichtigen Materie zusammen- 
finden mögen. Aus den Worten des 
Herrn Dr. Herxog ersehe ich des wei- 
teren, daß der Titel meiner Ausführ- 
ungen Anlaß zu Mißdeutungen geben 
kann. Dieser sollte lediglich das Schlag- 
wort, unter dem bisher die Veröffent- 
lichungen über den Gegenstand erfolgt, 
sind, wiedergeben. 

Daß es sich bei der Ausführung 
meiner Versuche nicht um eine Extrak- 
tion unter Druck (Lösungsdruck nach 
Brvns) handeln kann, habe ich an ver- 
schiedenen Stellen medner Arbeit klar 
zum Ausdrucke gebracht. 



154 



In der BearteUang des Prinzipes der 
modifizierten Bruns'Bchen Methode be- 
finde ich mich in voller Uebereinstimm- 
nng mit Herrn Dr. Herzog, 

Die angekündigte Fortsetzung des 
zweiten Teiles meiner Arbeit wird sich 
gegen meinen Willen dadurch in die 
Länge ziehen, daß durch meine Ver- 
setzung an das neue Krankenhaus m 
Mfinchen-Schwabing meine Zeit in den 
n&chsten Monaten durch Berufsgeschftfte 
völlig in Anspruch genommen werden 

wird. Ludwig Srotber. 



Ueber die Bestimmaiig 

des- Abdampfruckstandes von 

Terpentinöl. 

Von lioent. pbann. Consiantin Kollo io Bakarest. 

Auf Seite 72 dieser Zeitschrift lau- 
fenden Jahres, Bd. 61 [1910] befindet 
sich ein Auszug einer von H. Eerxfeld 
v^aßten und unter obigem Titel in 
der Chem. Rev. fi. d. Fett- u. Harz- 
industrie 1909, 174 erschienenen 
Arbeit, durch welche der Verfasser die 
gewöhnlich gettbte Bestimmung des Ab- 
dampfrückstandes des Terpentinöles durch 
Verdampfen auf dem Wasserbade be- 
mängelt, und hierzu empfiehlt, das Ver- 
dampfen von 6 ccm Terpentinöl in einer 
bis an den Rand in Sand eingebetteten 
und hier auf etwa 166^ vorgehitzten 
Platinschale vorzunehmen. 

Ich hatte gerade eine eingetroffene 
Partie Terpentinöl zu prüfen, als ich 
Kenntnis von dieser Mitteilung nahm. 
Obwohl die Arzneibücher den Ver- 
dampfungsrnckstand des Terpentinöles 
nicht feststellen lassen, wollte ich 
mich trotzdem über denselben unter- 
richten und wandte das von Herxfeld 
empfohlene Verfahren an. 

Dabei geschah es aber, daß beim 
Einfließenlassen der 6 ccm Terpentinöl 
in die im Sandbade stehende und auf 
156^ erhitzte Platinschale, das Terpen- 
tinöl Feuer fing. Es ist dies leicht 
erklärlich. Terpentinöl siedet zwischen 
1650 und 1620; beim Emfiießenlassen 
von 5 ccm in die auf die Siedetempera- 



tur vorgewärmte Plaünschale entsteht 
durch die sofortige Verdami^ung eine 
derartige Dampfspannung, daß sieh die 
Flüssigkeit, die ohnedies leicht brenn- 
bar ist, entzündet. Aus diesem önuffle 
empfiehlt auch Herxfeld «langsam 6 ccm 
einfließen zu lassen». Daß dies aber 
aus einer gewöhnlichen Bürette oder 
Pipette ni<£t leicht möglich ist, wird 
mir jeder zugestehen. 

Man kann aber die Entzündung des 
Terpentinöles und überhaupt das nötige 
langsame Einfließenlassen vermeiden and 
dadurch das Verfahren von Herxfeld 
handlicher machen, wenn man die von 
Dr. P. Ouiges*) empfohlene Vorricht- 
ung zum Verdampfen kleiner 
Mengen weingeistiger oder äther- 
ischer Lösungen zu Hilfe nimmt, 
über die ich bereits an anderer Stelle 
berichtet habe"^*). 

Diese Vorrichtung besteht aus fol- 
gendem : 

Eine kleine flache Nickdschale oder 
Platinschale, etwa wie diejenigen, die 
man zur Ektraktbestimmung im Wein 
gebraucht, drückt man in einen Blech- 
ring derart ein, daß nur etwa ein ganz 
kleiner Saum nahe am Schalenrand frei 
herausragt. Diesen Blechring kann man 
sich selbst aus einem Blechstück zu- 
rechtschneiden, nur soll er etwa finger- 
dick breit sein. Er hat den Zweck, 
weil Metalle gute Wärmeleiter sind, 
an der Berührungsstelle der Schale, 
diese hier stärker zu erwärmen, so daß 
die Verdampfung glatt fortschreitet und 
die in der Schale befindliche Lösung 
nicht cüberkriechen» kann. 

Für gewöhnlich setzt man die mit 
dem Blechring versehene Schale auf 
ein erhitztes Wasserbad und läßt die 
Schale, zuerst leer, gut heiß werden. 

In unserem besonderen Falle setit 
man die Schale bis an den Bing in ein 
Sandbad und erhitzt auf 166 ^ In- 
zwisch befestigt man an einem Gestell 
neben dem Sand- bezw. Wasserbade 



*) Balletio des Sciences pharmacologiques 
Nr. 2, S. 100. 
♦♦) «Pharm. Post» Nr. 45, 1905. 



155 



einen Scheidetriehter, dessen Rohr unten 
zu einer Spitaee ausgezogen und zweimal 
rechtwinkelig gebogen ist in der Weise, 
wie esj^in der untenstehenden Abbild- 
ung ersichtlich gemacht ist. 




Das ausgezogene Ende des Rohres 

kommt, einige Millimeter vom Boden 

der Schale entfernt, Aber dieselbe zu 
stehen. 

In den Scheidetrichter bringt man bei 
geschlossenem Hahn die zu verdampfende 
Lösung, hier Terpentinöl, und, sobald 
sich die Schale auf gewünschte Tem- 
peratur erhitzt hat, läßt man durch 
Oefhen des Hahnes die Flüssigkeit der- 
art tropfenweise in die Schale fließen, 
daß nur etwa 100 Tropfen in der Hinute 
einfalten. 

Jeder Tropfen verdampft auf diese 
Art sofort und ohne Stoflverlnst, und 
es hinterbleibt ein sehr trockener Rflck- 
standy so daß ein etwa nötiges Trocknen 
zum gleichbleibenden Gewicht viel rascher 
erzielt wird. Beim Terpentinöl hat 
man ein Ehitzttnden nicht mehr zu 
befBrehten und man kommt rascher so- 
wie|fliclierer zum Ziel. 

Nadidem alles Terpentinöl verdampft 
»t, h&lt man diese Temperatur von 
155 <> noch 16 Minuten ein. 

7ier hintereinander ausgeführte Be- 
stimmungen mit demselben Terpentinöl 
gaben zweimal dieselbe Zahl und die 
anderen zweimal nur sehr geringe 



Abweichungen. Ich kann also von 
einer Uebereinstimmung der Elrgebnisse 
sprechen. " 

Cereisen-Versuohe. 

Als Hilfsmittel zur Abwendung der 
Zflndholzsteuer werden zurzeit zahlreiche 
Cereisen-Feuerzeuge mit meist albernen 
Namen, wie Funke, Wupp und dergi. 
ausgeboten. Diese zur Entflammung 
von Gas bestimmten Vorrichtungen 
beruhen darauf, daß über ein einige 
Dezigramme schweres Stück der von 
Äuer von Welsbach erfundenen Ver- 
bindung von Eisen und Cer, von der 
im Eleinvertrieb das Gramm etwa 1V2 
Mark kostet, eine eiserne Feile gerieben 
wird. Dabei entstehen Fünkchen von 
heller Weißglut, die zwar brennbare 
Gase und DSmpfe sofort entzünden, 
aber auf Flüssigkeiten oder feste Körper, 
wie Pulver, Nitrozellulose, menschlicher 
Haut oder Schleimhaut unwirksam sind. 
Man fühlt die Funken selbst im Munde 
und auf dem Auge gar nicht, weißes 
Glanzpapier zeigt keine Rückstandspuren. 
Mit der Lötrol&flamme angebhisen, ver- 
glüht das Gereisen ruhig ohne auf- 
fallendes Leuchten. In Vergleich hierzu 
kann man umgekehrt mit einer glühen- 
den Zigarre die genannten Körper, 
nicht aber Gase und Dämpfe entzünden. 
Die Erklärung des scheinbaren Wider- 
spruchs liegt darin, daß die Zigarre 
sich nur auf einige hundert Celsiusgrade 
erhitzt, die zur Entzündung der brenn- 
baren festen Körper hinreichen, nicht 
aber die erst bei mehr als 600 ^ brenn- 
baren Gasmoleküle beeinflussen. Letz- 
teres vermag der auf etwa 900 ^ C zu 
schätzende, weißglühende Funke des 
üereisens. Dieser hat aber infolge seiner 
geringen Masse zu wenig Kalorien, 
um feste Körper zu entflammen. 

Die Entzündung der sog^anten 
Pyrophore, z. B. der bei niederer 
Temperatur aus ihren Oxyden durch 
Wasserstoff reduzierten Metallpulver 
des Nickels, Kobalts und Eisens, femer 
Honiherg ' s Phosphor u. a. erklärte 
Sc?ieek bekanntlich dadurch, daß sie 
wegen ihrer feinen Verteilung dem 



156 



Sauerstoffe der Luft eine große An- 
griffiifläche darbieten. Dieselbe Erklär- 
ung scheint auch für die von Äuer 
1903 erfundenen pyrophoren Legier- 
ungen (von den genannten Metallen 
mit Ger oder Lanthan) zuzutreffen. 
Diese harten und schwer schmelzenden 
Gfemenge werden wegen ihrer Luft- 
bestftndigkeit zu Fernzündungen, Sig- 
nalen, photographischem Blitzlichte, auch 
zur Zündung von Lampen, Sprengstoffen 
und Geschossen empfohlen. y 



Neue Arsneimittel, Spesialitäten 
und Vorsohriften. 

Aroform*). Unter diesem Namen bringen 
Hoecktrt und Michahwsky^ Ghemisohe 
Fabrik in Berlin SW 48 eine NaohbUd- 
ung der Formamint - Tabletten in den 
Handd. 

Boroform (Hiarm. Zentrslh. 60 [1909], 
665)*) ist eine Lteung von Formaldehyd 
in glyzerinbonumrem Natrium. Es ist eme 
klare, fast farblose Flflflsigkeit von sehwaohem 
angenehmen Oemeh, die beim Verdünnen 
auch dauernd klar bleibt, sich jedooh infolge 
eineB geringen, absiohtlioh zugesetzten Ge- 
haltes an Phenolphthalein rosarot firbt, 
um eine Verweehalnng mit trinkbaren Flflssig- 
keiten zu vermeiden. 

Zur Desmf ektion von Hftnden und Geräten 
werden dreiproz., zur Wundbehandlung und 
Ausspülungen 0,5 proz. Lösungen gebraucht 
Auoh laßt sie sieh zur Beseitigung des 
Sehweißgemohes, sowie zn sonstigen Des- 
infektionszweeken verwenden. Darsteller: 
Philipp liödery G. m. b. H. in Wien. 

Cutasyl *) bildet eine ölige braune Flflssig- 
keit, die aus mehreren, sieh nicht völlig 
misohenden Flflssigkeiten zu bestehen seheint 
Beim kräftigen Scfafltteln nimmt sie ein 
emulsionartiges Aussehen wie ein Btorax- 
liniment an. Ihr Gemoh erinnert an Kar- 
bolsäure. Sie wird zur Behandlung der 
Akamsräude der Hunde empfohlen. Die 
kahlen HautBtellen smd zweimal täglieh 
gründlich und mindestens 5 Bfinuten lang 
einzureiben. Am 5. Tage kommt der Hnnd 
n em warmes Seifenbad, dem auf 5 L 
250 g Sdiwefelleber zugesetzt sind. Nach 
dem nur 10 Minuten dauernden Bade muß 



der Hund mit Weizenkleie trocken gerieben 
werden. Darsteller : Kaiser Wilhehn- Apotheke 
in Breslau VIII. 

Dedasol enthält die gesamten wirksamen 
Bestandteile der Digitalisblätter. 1 g ent- 
spricht 1 g Blätter. Der Wirkungswert ist 
physiologisch emgesteUt und daher ein gleich- 
mäßiger bei guter Haltbarkeit Dedasol- 
tabletten entsprechen je 0,1 g Digitalis- 
blätter. DarsteUer : Dr. Arnold Vosvnnkel 
in Berlm W 57, Kurffirstenstr. 154. 

Eoiserin (Pharm. Zentralh. 51 [1910], 
89) heißt nicht das Schweinerotlauf-Bfittel, 
welches die Höchster Farbwerke darstelien, 
sondern Susserin, das bereits in Pharm. 
Zentralh. 41 [1900], 138 besprochen wor- 
den ist 

Erektol«). Mit Kakao überzogene Ta- 
bletten, von denen jede nach Angabe des 
Darstellers Bernhard Haira^ Apotheke zum 
weißen Schwan in Berlin G 2 0,1 g Ez- 
tractum Muirae Puamae, 0,05 g Ovo-Led- 
thm Merckf 0.025 g Chinmum glycerino- 
phosphoricum und 0,025 g Ferrum glyoerino- 
phosphoricum enthält 

Eugastrol- Tabletten*). Jedes StUck 
enthält je 0,05 g Bismutum subnitricnm 
und Radix Rhei pulverata, je 0,15 g 25- 
proz. Magnesium -Perhydrol und Rhizoma 
Zingiberis sowie 1 Tropfen Oleum Menthae 
piperitae. Anwendung: als Magen- und 
VerdauungsmitteL Darsteller: Vorstehender. 

Euricinol ist eine haltbare,wohlschmeckende 
Rizmnsöl-Emulsion mit 80 ▼. H. Rizinusöl. 
Darsteller: Apotheker Qrischow in Alten- 
dorf a. R. 

Fuoophyt *), ein Entfettnngsmittel in Ta- 
blettenform, enthält in jedem Stflek je 0,1 g 
Extractum Fuoi vesieulosi siocum, Radix 
Phytolaocae pulv. und Extraetnm Sagradae 
siocum. Darsteller: Bernhard Hadra in 
Berlin 2. 

Olntinbinden smd Zinkleimverbände, deren 
wirksame Masse aus Zinkoxyd, arabischem 
Gummi, Glyzerin u. a. besteht Darsteller: 
Max Arnold in Gemnitz. 

Katheterpurin *) Ph. Zentralh. 51 (1910], 
109) besteht aus 3 g Traganth, 20 g 



») Vierteljahrsschr. f. prakt. Pharm. 1909, 
H. 4. 



157 



Glyzerin, 100 g Wasser nnd 0,25 g Qneok- 
silberozyeyanid. 

Klebt' alkalisehe DesiBfektioatflüssig- 
keit I ffir die Hant berteht aus 2 g Nar 
trimn hydriemn pariaiimiim (e Natrio), 4 g 
Natrinm dhlorienm und destillierteB Waaeer 
biB zu 200 oem. II für Sehlehnhäate ans 
20 oem I und 180 eem deetiUiertes Wasser. 
(Eorresp.-Bl. f. Sefaweiz. Aerzte 1910, 125.) 

Mitiiol Wolfrnm*) bildet eine hellbraune, 
aromatisdi rieehende Flüssigkeit, die beim 
Sohfittebi lebhaft soh&nmt und sieh mit 
Wasser in jedem Verhältnis klar mischt. 
Seine Znsammensetzong ist noch nieht be- 
kannt. Es wird als bakterientötendes and 
desinfizierendes Büttel znr Heilung und ffhr 
andere Zwecke empfohlen. DarsteUer: 
H. Wblfrum \t Co,, Fabrik ohem.-phar- 
mazentiseher I^&parate in Augsburg und 
Mflndhen. 

Panimit-Feigen *) sehdnen mit Sdioko- 
lade tlberzogene und mit Phenolphthalein 
behandelte Feigen zu sein. Sie werden 
als AbfUhrmittel empfohlen. Darsteller: 
A. Nattermann dt Co., Fabrik ohemisoh- 
phaimazeutischer Pr&parate in Cöln a. Rh. 

Puamambra besteht nadi Dr. R. Kafe- 
mann aus Ambra, Mentholmenthylester, 
Yohimbin, Mnira Puama und glyzerinphos- 
phorsaurem Caleium. Dieses Bfittel wird 
auch m Zäpfehdnform von Dr,A. Bern- 
hard Nachf. in Berlin G dargestellt 
(Mfinoh. Med. Woehensehr. 1910, 356.) 



Pulmogen-Einatmung (Pharm. Zentralb. 
60 [1909], 839 *). Die hierzu gehörenden 
Flfissigkeiten Pulmogenfluide bestehen 
L**) aus : je 0,05 g Menthol und Guajakol, 
5 Tropfen Thymianöl, 3 g Spiritus, 8 g 
Salmiakgeist und 40 g destilliertes Wasser, 
II. aus 10 g Salzsäure in einer Tropf flasehe. 

Der Apparat besteht aus einer besonders 
geformten Röhre aus starkwandigem braunem 
Olaae. Man stelle sieh eine etwas schlank 
geratene Flasehe von etwa 30 g Fassungs- 
vermögen vor, deren Boden nach Art der 
CSiampagnerflasoben eingestUpt, jedodi nicht 
gesehloesen ist Er ist viehnehr wieder nach 
außen herausgezogen, dann eiförmig er- 
weitert und mit einer gerinderten Oeffnung 
versehen. Außerdem gehören dazu ein 
Streifen KaGkostoff, ein Biusehohen Oaze 



und ein Stttek Kupferdraht, das an einem 
Ende hakenförmig umgebogen ist, sowie ein 
Oummistopfen und zwei spitz ausgezogene 
Mundstficke mit Gummischlanehdidhtung. 

Zum Gebrauch wütl der Ejüikostreifen 
mit Fluid I getränkt, mitteis des Kupfer- 
drahtes in den flaschenförmigen Teil des 
Apparates gebracht und die mit Flüssig- 
keit II getränkte Gaze m den eiförmigen 
Teil geschoben. Nach dem Aufsetzen des 
Mundstückes an den vorderen Teil wird mit 
dem Mund Luft durch den Apparat gesaugt 
Nach Gebrauch wird der eiförmige Teil mit 
einem Gummistopfen verschlossen. ESnnud 
vorberdtet ist der Apparat für 24 Stunden 
gebrauchsfertig. 

Dr. Schieffer's Verdauungspulver*) wud 
Natriumbikarbonat genannt, das in Stärke- 
kapsehi eingesehloesen Ist 

Bezugsquelle: A. Nattermann & Co,j 
Fabrik ehemisch-pharmazeutisdher Präparate 
in Cöln a. Rh. 

Tebean (Pharm. Zentralh. 48 [1907], 
811) besteht aus Bazillen, die in schonender 
Weise mit 25proz. Qalaktoselösung abge- 
tötet und mit dieser in der Luftleere einge- 
trocknet sind. (Ztsohr. f. Immunitätsfoiseh. 
H. 3, S. 286.) 

Thilaven ist eine Auflösung von Linalyl- 
acetatthiozonid und Alkalithiozonat. Ersteres 
wird nadi Dr. H. Erdmann durch Ein- 
wirkung von Schwefel auf Lavendelöl und 
letzteres durch Einwirkung von Schwefel- 
natrium auf Schwefel in alkoholischer Lös- 
ung erhalten. Der GesamtMhwefelgehalt 
beträgt 5 v. H., von diesen sind 15 v. H. 
organischer an£sangbarer Schwefel. Es wird 
zur Bereitung wohbieehender künstlicher 
Schwefelbäder verwendet, welche die Wanne 
und Metallgegenstände nicht angreifen. Eine 
Originalflasche (60 cem) reicht für 1 Voll- 
bad oder 3 Sitzbäder aus. 

Darsteller: Chemische Fabrik Helfenberg, 
A. G. vorm. Eygeii I)ieterieh in Helfen- 
berg (Sachsen). 

H. Mentxel. 



**) Die Zusammensetzong dieser Flüssigkeit 
kann von jedem Arzte geändert werden, wie sie 
oder ihre Abänderung in jeder Apotheke ange- 
fertigt werden kann. 



IBS 



■■hmngsmItlel-Ohsiiitoi 



Gefärbte Wärste. 

0. Klein teilt mit, daß in Portugal die 
Wflrste stark mit Pulver der Oaprieum- 
fruchte (Coloran) gewUrst werden. Da das 
Coloran nieht ganz billig ist, so liegt die 
Versnehnng nahe, es ganz oder teilweise 
durch Teerfarbstoffe zu ersetzen. Anläßfioh 
eines Spezialfalles wurden 3 Farbstoffe be- 
schlagnahmt, 2 derselben waren deutschen, 
einer französischen Ursprungs. Sie waren 
als «Poneeau Extra R. R.» bezeichnet Verf. 
verfuhr mit der Wurstfflllung in der Weise, 
daß sie mit Sand fem zerrieben und im 
Soxhlefwtiw Apparat zuerst mit Aether 
und nachher mit Alkohol extrahiert wurde. 
Da der Teerfarbstoff nicht AthorUMich war, 
so wurde er im Alkoholextrakt erhalten, 
und nur dieses zur weiteren Untersuchung 
verwendet Es mußte natürlich auch das 
Verhalten des Oapsieum-Farbstoffes geprüft 
werden. Der Aether- wie der Alkohol- 
extrakt des Oolorau sind beide intensiv 
dunkefarotgelb gefärbt und zwar der Aether- 
extrakt stärker als der Alkoholextrakt Eme 
Unterscheidung des pflanzliehen und des 
Teerfarbst<Aes war durch das Spektroskop 
leider nicht durchzuführen. Der Capsienm- 
Farbstoff löscht das Spektrum etwa von der 
E-Iinie dureh Orün, Blau und Violett aus, 
und zwar sowohl in der Aether-, als auch 
in der AlkohollOsung. 

Die vorliegenden Teerfarbstoffe löschten 
das Spektrum etwa von der Mitte zwischen 
D und E bis zur Ifitte zwischen F und G 
aus. War nur Teerfarbstoff zugegen, so 
war der Beweis seiner Anwesenheit durch 
das Spektroskop möglich. War aber auch 
OqMicnmfarbstpff zugegen, so überdeckte 
seine Auslöschung des Spektrums die des 
Teerfarbstofb und es war der Nachweis 
desselben durch das Spektroskop nicht zu 
erbringen. 

Durch BMnibaeetat ließ der Gapsieum- 
Farbstoff sich nicht vollständig ausfällen 
und sein Verhalten im Spektroskop änderte 
sich nach der Ausfällnng nicht erheblich. 

Der Anilinfarbstoff fiel bei Zusatz des 
Blcisubacetates aus, ohne daß sich ein 
größerer Niederschlag bildete. B« Zusatz 
von Essigsäure zum Filtrat fiel ein starker 



Mederschlag aus und die Flüssigkeit flbrbte 
sich schwach rötlich« Also audi die Be- 
handlung mit Blcisubaeetat maehte die Ex- 
trakte nicht tauglich zur spektroskopischm 
Untersuchung. Der unzweideutige Nach- 
weis des Teerfarbstoffes gelang schließfieh 
nur dureh die WoUfadenprobe, die Verf. in 
gleicher Weise vornahm, wie Kickton und 
König (Pharmazeutische Zentralh.60 [1909], 
877) angaben, nur mit dem Untersehied, 
daß er zum Beizen des Fadens Alaun und 
nicht Weinsäure und Kaliumbisulfat ver- 
wendete, was natürlich nicht von wesent- 
licher Bedeutung ist. 

Ztsehr. f, ü ntera . d, Nuhr.- u, Chnufim. 
1909, XVm, 364. . Mgr, 



Ueber die 

Verwendung von schwefliger 

Saure bei Hackfleisch und über 

die Zusammensetzung einiger 

Eonservierungssalze 

berichten Bremer und Beythien. Auch seit 
Inkrafttreten des § 21 des Fleisdibeschau- 
gesetzes wird trotz des Verbotes offenbar 
noch recht häufig schweflige Säure als 
Konservierungsmittel für Hackfleisch ver- 
wendet Verf. konnten vorsdiiedentüch Men- 
gen bis zu 700 mg schwefligsanres Natrium 
in 100 Gramm feststellen^ und zwar nidit 
nur in Rmdshackfleisch, sondern auch in 
Schweinefleisch. Ein Präparat, das unter 
der Bezeichnung cNatron, zu Zwecken 
soweit gesetzlich nicht verboten», verkauft 
wurde, bestand aus 76 pZt Natriumsnlfit, 
23 pZt Glaubersalz und 1 pZt Natrium- 
hydroxyd. Das «Deutsche üniversalhaok- 
fleisoh Benevolin» bestand ans 33 pZt 
Glaubersalz, 14 pZt Salpeter, 21 pZt Koch- 
salz, 9 pZt Rohrzucker, 11 pZt Natrium- 
phosphat und 12 pZt Natriumbenzoat (Vgl. 
hierzu Pharm. Zentralh. 50 [1909], 718), 
das «einlache Konservervesalz Garil» aus 
64 pZt Kochsalz, 34 pZt Salpeter und 
2 pZt Wasser. 

Verschiedentlich wurde übrigens m Metz- 
gereien schweffige Säure im Hackfleiseh 
nachgewiesen und trotzdem von den be- 
treffenden Metzgern andere HaeksaLw an 



IM 



£e PolizeibMunten abg^sc^heD, die keine 
aohweflige Säure enthielten. Bei den Verl! . 
hat sieh nach ihren FeetsteUnngen noeh 
mehr wie bisher die üeberzeagnng gefestigt, 
daß es den fleischern bei der Sultitbeize 
des HaekQeisehes auf die Erhaltung der frischen 
Farbe kaum ankommt Das Hauptgewicht 
liegt ^iehnehr auf der Wiederherstell- 
ung des verloren gegangenen 
Fleisehf arbstoff es, mit anderen Worten 
auf der Verdeekung der Anzeichen öner 
längeren Aufbewahrung, wenn nicht gar 
einer beginnenden Zersetzung. In dieser 
^V^kung ist bekanntlich die sdiweflige Sfture 
anflbertioffen. Viele der den Verff. em- 
gdieferften Hackfleischproben können ihrer 
Beschaffenheit nach zur Zeit der Vornahme 



der Snlfitbeize unmöglich mehr frisch ge- 
wesen sein. 

Ztsekr, f. Unters, d. Nähr.- u. Oenußm. 
1909, XVlir, ö93. Mgr, 



Französischen Kognak 
mit Zuckerkouleur zu f&rben 

ist nach einem amtlichen Bescheid nicht 
zul&ssig, obwohl deutscher Kognak 
mit jenem Farbmittel nachgefärbt werden 
darf. Die regierungsseitige Auskunft besagt: 
daß die Bestimmungen des Bundesrats zu 
§ 18 des Wdngesetzes vom 7. April 1909 
keinen Raum für etwaige Zweifel lassen; 
und die Färbung von «franzdaohem Kognak, 
in Deutschland fertiggestellt», mit Zucker- 
kouleur aussehließen. p. 8, 



Baktoriolsgische Mitteilungen. 



Die Anwendung der elektrischen 
Reaktionen der Bakterien zur 
Anffindimg von Tuberkelbazillen 

im Harn 

Charles Ruß hat gefunden, daß bei 
Dordileitang eines elektrischen Stromes durch 
eine Bakterienanfschwemmung m einer Salz- 
iteung sich die Bakterien nach dem dnen 
Pol bewegen und sich dort in betrichtlichen 
Mengen ansammehi; bei ümkehrung des 
Stromes wandern sie zum andern Pol. Diese 
Enehdnung tritt auch nach AbtOtung der 
Bakterien ein. Die Menge der Bakterien an 
den einen Pol hingt von der Natur der 
IGkioorganismen und der angewandten Salz- 
Itamg ab. Bekanntlich werden Salzlösungen 
durch den elektrischen Strom zerlegt in 
Store-Ionen und Base-Ionen. 

Die Wanderung der Bakterien erklftrt 
Verteser aus ihrer Verwandtschaft zu diesen 
Ionen. Um diese Wanderung zu der Auf- 
findung der Bakterien in pathologischen 
FItaigkeiten zu benutzen, miÜB man diesen 
einen Elektrolyten zusetzen, in dem der 
gssnehte Mikroorganismus wandert, und der 
Elektrode eine zur Festhahong der Bakterien 
geognete Form geben. Nach zahlreichen 
Visniifliien erwies sich eine Mischung vmi 
4 lUen lOproz. MUehsfture, 2 T. 5proz. 



BromsäurelOsung und 1 bis 2 T. Harn am 
vorteilhaftesten ; diese befindet sich in einem 
U-f örmigen Glasgefftfi ; in dem einen Schenkel 
desselben taucht die Kathode in eine spitz 
ausgezogene OlasrGhre; in fieser QlasrOhre 
sammeln sich die Tuberkelbazillen an und 
kennen dann wie mit emer Pipette heraus- 
genommen werden. Der Strom hatte 15 
Volt bei 2 bis 3 MUliamp^re. Die Zeit der 
Sfromdurchleitung war 8 bis 18 Stunden. 
Nach Ansicht des Verf. ist diese Art der 
Anreicherung der Bakterien dem Verfahren 
mittels der Zentrifuge flberlegen. 



The Laneet Jali 1900. 



Sehw. 



Zu haltbarer Gentianaviolett- 
lösung für die Gramfärbung 

teilt Küduffe folgende Vorschiift mit: 25 T. 
einer gesättigten weingeistigen Gentiana- 
violettiöBung verdflnnt man mit 75 T. einer 
Formalinlösung^ die aus 5 ccm 40proz. 
Formalins und 95 ccm destilliertem Wasser 
berdtet ist Eine Abänderung des Färbe- 
verfahrens ist bei Verwendung dieser Lös- 
ung nicht nötig. — to.— 

Jon/m, of Amer, Äßsoc. 1909, 11. Des. 



160 



Hygienische Mitteiluiigeii. 



Deber die Rauch- und RuBfirage, 

iüBbesondere vom geBundheitlioben Stand- 
punkt BXiB, sehreibt Lüfmann in der 
«Dentsehen VierteljahiBsehrift f. öffentliche 
GesundheitspfL» l-GOd, 40, 282 und gibt 
daflelbst eine von ihm ausgearbeitete Methode 
zum quantitativen Nachweis von Ruß in der 
Luft an. Bei derselben werden 2 mit Oel 
bestriohene, sehr flache Trichterschalen zum 
Bammeln des Rußes aufgestellty die eine 
wagereeht, die andere senkrecht mit einer 
Windfahne verbunden, so dafi sie der Wind- 
richtung stets entgegen gerichtet sind. Zur 
Bestimmung der aufgefangenen Rußmengen 
wird ein kolorimetrisches Verfahren ange- 
wendet: Die RufiOlschioht wird mit Aether 
in einen Mörser gespfilt, der Aether verjagt, 
0,5 ocm Oel zugesetzt und durch Verreiben 
eine möglichst feine Suspension hergestellt, 
der noch eine bestimmte Menge Oel zuge- 
fflgt wird. Zum Vergleich wird eine Ver- 
reibnhg von gewogenen Mengen reinsten, 
geglfihten Naphthalinrufies mit Oel benfitzt, 
aus der man durch Verdünnung in 1 cm 
weiten Röhrchen, die ebe Skala von 0,1 
bis 0,5 mg (oder 0,01 bis 0,05 mg) Ruß 
bilden. Die Röhrdhen werden hinter einer 
Mattglasscheibe oder bei gewöhnlichem Tages- 
licht am Fenster betrachtet Man kann so 
Mengen von 0,04 mg Rnfi nachweisen, bei 
Betrachtung von oben und nach einiger 
Uebnng noch 0,01 mg unterscheiden. Einige 
vom Verf. in Hamburg gewonnene Versuchs- 
ergebnisse sind in Form emer Tabelle mit- 
geteilt in der die auf 1 qm und auf 24 
Stunden berechneten Rußmengen nebet An- 
gaben Aber die Windrichtung und die 
Witterungsverh&ltnisse u. a. enthalten sind. 
Die Werte schwanken zwischen 3,3 und 
298,7 mg. Die Resultate des Verfahrens 
werden ungttnstig beeinflufit durch das Vor- 



handensein von viel Staub und von Flug- 
asche, die dne graue Trflbung erzengen 
und die Erkennung der durch Ruß bewirkten 
Schwftrzung erschweren. Mffr, 

Ref. von Sonntag in ZUchr. /. UnterstAch. d. 
Nähr,' u, Genußm. 1909, XVIIi; 343. 



Ueber die Desinfektionswirkung 

des Bügeins in der Prophylaxis 

der Infekttonskrankheiten 

hat K. Svehla einen Aufsatz veröffentlicht : 
Durch die verschiedensten Ursachen können 
Stoffe, seien es Ldnwand, Wolle oder Baum- 
wolle, infiziert werden. Verf. hat die Wirk- 
ung des Bflgehis auf derartige Bazillentrftger 
m bakteriologischer Hinsicht untersucht Die 
Prüfung erfolgte durch BerOhren der Stoffe 
mit Nährböden von Agar. Ein einziges 
Ueberfahren des feucht gemachten infizierten 
Stoffes mit dem Bügeleisen machte eeme 
Oberfläche steril, dflnne Stoffe wurden über- 
haupt dadurdi sterilidert, eine grofie Tiefen- 
wirkung jedoch besitzt das anmalige üeber- 
bflgebi nicht. Abtötung der Keime gelingt 
nur durch mehrmalige Behandlung; starke 
Stoffe, wie z. B. Tuch können durch Bfigeln 
überhaupt nicht sterilisiert werden. Da aber 
die auf die Oberfläche gebrachten Bakterien 
nicht in die Tiefe hineinwaehsen, sondern 
auf der Oberfläche bleiben, so sind sie der 
Wurkung des Bügeleisens ausgesetzt Auf 
die Art des letzteren (Holzkohlen-, Gas- oder 
Spiritusbügeleisen) kommt es nicht an. 

Verf. hält diese Art zu desinfizieren für 
praktisch für leinene Kittel, weiche zum 
Besuch infektiöser Kranker vor Betreten 
des Krankenzimmers angelegt werden. Wer- 
den sie nach jedem Besuch frisch feucht 
gebügelt, so wird nach Verf. Ansicht eine 
genügende keimtötende Wirkung erzielt 
Archiv f. Hyg. 1909, 70, 4. Sehw, 



Therapeutische u. toxikologische üitteilungcn. 



Kartoffel- oder Solanin- 
vergiftungen 

sind nach Haselberg nicht auf den Solanin- 
gehalt zurückzuführen, denn dieser ist so 
gering (0,24 g pro Mille), daß eine Ver- 



giftung dadurch ausgeschloasen ist Ebenso 
können F&uhiisbakterien, welche den Solanin- 
gehalt nach Ansicht von Schmiedeberg und 
Schau steigern können, nicht verantwort- 
lich gemacht werden. Dagegen bewies 



161 



DirudonnS j daß bei einer Ma80enerkraiik- 
ung E^roteas vnlgarifl in Reinkultur aus dem 
Kartotfelaalat gezfldhtet werden konnte und 
daß dem in den Bazillen enthaltenen Endo- 
toxin die tozisehe Wirkung zuzuschreiben 
sei. Von anderer Seite wurde beobaohtet^ 
daß mdstens Bakterien ans der KoB-Giuppe 
diese Krankheitsersdieinungen hervorrufen; 
dieselben Bakterien vermehren sich in wenig 
Stunden ganz bedeutend auf warmen Kar- 
toffeln. Sehw. 
Med, Klinik 1909, 32. 



Ueber seltsame 

Nebeneracheinangen bei akuter 

Morphinvergiftung 

macht Hirschberg in Berlin Mitteilung. Es 
handelte sieh um einen 29]&hrigen Mann^ der 
seit einem halben Jahre wegen dauernder 
Sehlaflofligkeit äA Morphm (Iproz. LOsung) 
einspritzte. Als er einmal absolut keinen 
Schlaf finden konnte, machte er sich hinter- 
einander 6 Einspritzungen. Wenige Stunden 
darnach trat ein schwerer schlafsflchtiger 
Zustand ein. Bei der Aufnahme im Kranken- 
haus wurden neben großer , 24 Stunden 
andauernder, Schlafsucht bis aufs höchste 
verengte Pupillen, oberflächliche Atmung, 
Idse Herztöne, leidlich gefflUter und regel- 
mlßiger Puls, normale Temperatur festge- 
stellt Neben diesen diarakteristischen Zeichen 
bestand dne eigentttmliohe Hautver&nderung. 
An verschiedenen Stellen des Körpers waren 
ödematöse Schwelinngen entstanden, deren 
zum Teil halbseitiges Auftreten (linke Ge- 
äditaseite) und Oertlichkeit (entsprechend 
dem Verlauf des achten Zwisohenrippennervs) 
auf eine Ernährungsstörung der Nerven hin- 
wies. Dazu kam eine Schwäche in der 
Bew^^ng des linken Fußes, die sich nach 
Ablauf von zwei bis drei Tagen zu dner 
voUständigen Lähmung des linken Waden- 
beinnerven ausbildete. Gleichzeitig stellte sich 
eine liUimung des linken Speichen- und 
reehten EUennerven eb. Die krankhaften 
Erschemungen blieben streng auf die ange- 
gebenen Nerven beschränkt und sind wohl 
als die Folge neuritisoher Prozesse der Nerven- 
endigongen aufzufassen, die ihrerseitB wieder 
mit dem Sitze der ödematöeen Sdiwellungen 
eine gewisse Kongruenz zeigten. Die. ge- 



röteten und geschwollenen Hantstellen heilten 
unter blättriger Absehuppung und zum Teil 
unter Zurficklassung eines noch längere Zeit 
bestehenden geiblichen Farbentonee ab. Die 
Nervenerscheinungen blieben bestehen und 
gingen nur langsam unter elektrischer Be- 
handlung zurück. Bei Vergiftungen kommen 
solche Erschemungen öfter vor, bei Morphin- 
vergiftung waren sie jedoch bisher nicht 
bekannt. Verf. nimmt an, daS die plötzlich 
gesteigerte Morphinzufuhr vielfache entzflnd- 
lidhe Herde im Verlauf peripherischer Nerven 
setzte. Dm. 

Detäsche Med. Wochenaehr. 1909, Nr. 31. 



Ueber rektale und vaginale An- 
wendung des Fibrolysins 

macht Althof in Attendorn i. W. Mitteilung. 
Bei einem Patienten, der seit mehreren 
Jahren an Arthritis deformans des reehten 
Htkftgelenkes litt, wurde durch Einspritzung 
von Fibrolysin (Merck) in den gereinigten 
Mastdarm subjektive und objektive Besser- 
ung erzielt In einem anderen Falle wurde 
nach 6 Wochen die Lösung der retroflekt- 
ierten fixierten Gebärmutter durch wöchent- 
lich 2 bis 3 mal eingeführte Scheidentampons, 
die reichlidi mit Ichthyol 5 g Glyzerin bis 
zu 50 g und 2 Röhrchen Fibrolysin getränkt 
waren, erreicht Dm. 

Münch. Med. Woehmsehr. 1909, Nr. 31. 



Gegen die übermäBige 
SohweiBabBonderung an Händen 

und FüBen 

empfiehlt Oerson die Strflmpfe mit lOproz., 
bei hochgradigen Fällen 20proz. Formal- 
dehydalkohoUösung zu tränken, trocknen zu 
lassen und dann zu benutzen. Gegen 
Schwdßbildungen an däi Händen ntltztdas 
Tragen von Handschuhen, die mit 5proz. 
Lösung und Zusatz von etwas Eau de 
Gologne getränkt sind. Ebenso können 
Hemden und ünteijacken bei allgemeiner 
Abermäßiger Schweißbildnng behandelt wer- 
den. Dm. 
Therap. d. Qegemo. Dez. 1909. 



169 



BOchsrsoha 



Anleitang zur qualitativen ohemiscken 

Analyse. Von Dr. H, Hlasiwefx, 

nenbearbeitet von Dr. O, Vortmann, 

0. Professor an der k. k. teohnischen 

Hoohschnle in Wien. 1909. Vierzehnte 

Auflage. Verlag von Franz Deuticke, 

Leipzig und Wien. Preis: 1 B(k. 

In der vorliegenden 14. Auflage des bewährten 
Hlasiweix - Vortnumn'schen Uebungsbuchs der 
chemisohen Analyse ist die Anordnung, wie sie 
zweckmäßig sdion in den früheren Auflsgen zum 
Ausdrucke gebracht worden war, beibehalten 
worden. Die lonenreaktionen sind übersichtlich 
dargestellt und werden durch Fußnoten, wo es 
angebracht ist, näher erläutert. Eleine Ab- 
schnitte über cUntersuchung jenes Teils der 
Substanz, der auch von Königswasser nicht auf- 
gelöst wurde», «üntersuchang in Wasser un- 
löslicher Cyanyerbindungen», cvon Metallen und 
Legierungen», «Silikaten», sowie eine Tabelle 
betr. «die Löslichkeitsverhältnisse der häufiger 
vorkommenden Verbindungen, mit Berücksichtig- 
ung der Klassen, in welche sie nach ihrer Lös- 
lichkeit in Wasser, in Salzsäure, Salpetersäure 
oder Königswasser gehören», bilden den Schloß 
dieser bewährten guten Anleitung. Möge die- 
selbe immer weitere Verbreitung finden ! 

J. Pr. 

Vergleichende Volksmedizin. Eine Dar- 
stellung volksmediziniseher Sitten und 
Gtobränohe, Ansehaunngen und Heil- 
faktoren, des Aberglaubens nnd der 
Zaubermedizin. Unter Mitwirkung von 
Faohgelehften herausgegeben von Dr. 

0. V. Hovarka und Dr. Ä. Kornfeld. 

1. Liefemng. Stnttgurt 1908. Verlag 
von Strecker tS; Schröder. 16^ 32 und 
16 Sffiten gr. S^. Preis: 96 Heller.Mr.W. 
(Das ganze Werk kostet in 2 Halbleder- 
Bänden 28 Mk.) 

Die vorliegende Lieferung enthält außer einer 
Emleitune von Max Neuburger das vorläufige 
Inhalts- Verzeichnis, femer zwei Drackbogen des 
ersten und einen des zweiten Buches. Wir 
werden nicht versäumen, sobald uns das ganze 
vorliegt, auf das inzwischen vollständig erschie- 
nene, gediegene und wohl ausgestattete Werk 
eingehend zurückzukommen. y. 



Year - Book of Phaimaey (f rem 1. Juli 1908 
to 30. June 1909) with the Transactions of 
the British Pharmaoeutioal Conference (Held 
in Newoastle, Juli 1909). London 1909. 
J. A. Ckurehül, Oreat Marlborough Street. 



Chemie und Photographie bei Krimüial- 
forsehnngen. Zweite Folge. VerSffent- 
liehnngen vom Stadt- und Gksriehtsohem- 
iker Dr. Loock, Düsseldorf. Dmck und 
Verlag von i<V. DietZj Dflsseldorf. Preis : 
3 Bik. 

Das kurzgefaßte, leicht verständliche Bach 
enthält auf 164 Seiten durch sehr zahlreiche 
Abbildungen erläutert eine große Anzahl von 
Beispielen aus der Praxis, wo die Anwend- 
ung von Chemie und Photographie zur Aufdeck- 
ung von Verbrechen und FlUschungen geführt 
hat. 

Es wird also einerseits dem Fachmann allerlei 
Fingerzeige bieten, anderseits aber auch den zn 
Schandtaten und Verbrechen neigenden Personen 
zeigen, wie leicht und sicher ihnen ihre Tat 
auch bei größter Gesohioklichkeit durch kleine, 
unbeachtete Verräter nachgewiesen werden 
kann. R. Th. 



einfaches Verfahren zum Kaohweis 
der Benioös&ure in der Preifielbeere 
und Moosbeere. Von Ä. Nestler. 
Sonderabdmck aus den Beiiehten der 
Deutsdien Botanisehen OeseUsehaft, Jahr- 
gang 1909, Band XXVII, Heft 2. Mit 
dner Tafel. Berlin 1909. Oebriider 
Bomtriuger. 

Vorliegendes Heftchen enthält eine ausführ- 
liche Beischreibung des Verfiüirens , welches 
Verfasser zum Nachweis der Benzoesäure ein- 
geschlsgen hat üeber das Verfahren selbst ist 
in Pharm. Zentralh. 61 [19101. 9 beriditet wor- 
den. Die dem Hefte beigegebenen Zeichnungen 
der Kristalle erläutern den Text in ausreichen- 
der Weise. 



Pharmazeutische Speiial - Prftparate der 
Firma J. D. Riedel, A.-O. Berlin. 

Von den aufgeführten Präparaten: Aperitol, 
Astrolin, Bomy^al, Camphosan, Duleinol-Schoko- 
lade, Ihicodin, Euferrol, Euphorie, Eusoopol, 
Giyasan-Za^paste, Oonosan. Ledthol, Mergal, 
Morphosan, Ovcgal, Physostoi, Sdqiyxin, Soopo- 
morphin, Teerseife (farblose), Thiel, Trygasa. 
ürogosan, Xerase, Yohimbin ist Anwendungs- 
weise, Bemessung der Gabe (Dosierung), Ebndds- 
packnng, Bezugs- und Verkaufspreis mitgeteilt 

s. 



8. 



163 



Anatytical Kotes 1909. From the Labor- 
atories ot Evans Sons Lesetier and 
Webb. Liverpool 1910. 

Die im 14. Jahrgang erscheineziden Analytioal 
Notes enthalten Prüfuigsergebnisse von Drogen 
wie sie für die Beurteilung ihres Handelswertes 
nnd zur Ansschiiefiang von Verfälsohnngen er- 
iorderlich sind, für den Großdrogenhandel und 
die Apotheken gleioh wichtige Mitteilcuigen. s. 



Leitfaden tlber den Verkehr mit dem 

Kaiserl. Patentamt in Warenzeiohen- 

angelegenheiten von J. H. Joseph. 

Hamburg. Verlag von Adolf SeUg, 

Fr&Bi geh. 1 Mk. 25 Pf. 

In dem vorliegendem Hefte werden alle snr 
Eintragung eines Warenzeichens nötigen Schritte 
angegeben und karz erkiilrt, wie auch darauf 
hingewiesen wird, wie man sich zu verhalten hat, 
wenn das Warenzeichen nicht eintragsfähig ist 
oder gegen dasselbe von dritter Seite Einspruch 
erhoben wird. Aufierdem enthält das Heft 
mehrere Anlagen, von denen die erstere ein 
Yerzeiohnis derjenigen Stellen ist, bei welchen 



das Warenzeichenblatt zur unentgeltlichen Ein- 
sichtnahme ausliegt. Die Anlagen 2 bis ein- 
schliefilich 6 sind Muster für Anträge usw., die 
letzte 7. Anlage bildet ein Yerzeichois der 
Warenzeicheukiassen. 

Wir können dies Heft allen denen, welche 
für irgend eine Ware ein Warenzeichen ein- 
tragen lassen wollen, bestens empfahlen. 

H, Menixel. 

Preislisten sind eingegangen von : 

Ortmdherr db Beriel in Nürnberg über phar- 
mazeutische und technische Präparate, Spezial- 
itäten usw. 

J. D. Riedel in Berlin N 39 über Chemikalien, 
Drogen usw. (Preisänderungen vom Januar 1910 
zur Hauptliste G. 1.) 

Ed. Reuseh in Siegen i. W. über Apotheken- 
Holzeinrichtungen mit zahlreichen photograph- 
ischen Ansichten des Innern von Apotheken. 

Chemische Fabrik Helfenberg A. 0. vorm. 
Eugen Dieterioh in Helfenberg (Sachsen) über 
pharmazeutische Präparate, Papierwaren und 
Spirituosen. . Neu aui^enommen: Diazellolose, 
Ozygar, Thilavon. Beigefügt ein Heft: Liefer- 
ungsbedingungen. 



Verschisdene Mitteiluna*n» 



Bei der Sterilisation 
von Instrumenten im Dampf- 
sterilisator 

werden sie nadi Quenriy znmal bei Gegen- 
wart von Luft oxydiert. Den Eontakt 
zwisehen den Instrumenten und dem Wasser- 
dampf kann man vermeiden und die Oxy- 
dation verhindern, wenn erstere za Beginn 
der Sterilisation in eine Lösung von Natrinm- 
borat eingetandht und dann erst der Wirk- 
nng des Wasserdampfes ausgesetzt werden. 
Gegen Ende der Sterilisation wird dnreh 
eine geeignete Vorriehtung der Wasserdampf 
vor dem Zotritt der Luft verdringt. 

Soe. de Chir. Joli 1909. Sckw, 



Ueber PuflMl. 

Zu den Mitteilungen Aber Pntfril in Pharm. 
Zentralh. 61 [1910], 999 teilen uns die 
HenrteUer Wilh. Patding dt Schrauth 
m Leipzig -LAndenan folgendes mit: Das 
Ptoffaii ist mehty wie der Artikel besagt, eine 
alkafisdie Oelseife, sondern ein Glyzerin- 
prlpciat, dem nnr etwas Seife zugesetzt 



wurde. Der wirksame Bestandteil in dem 
Gewehrreinigongsmittel ist nieht die Seife, 
sondern das Glyzerin in Verbindong mit 
dem AlkalL Die Seife hat nur nebensleh- 
liche Bedeutung. 

Putfril ist als Gebrauehsmuster geseh&tzt 
und auoh zum Patent angemeldet. (Vergl. 
die Verötfentliehung vom September 1909, 
im Reichsanzeiger unter Nr. 22 g, 21088.) 



Vertrieb nnd Verpackung 
des Radiums. 

Der amtliche Vertrieb des in Joachimstal in 
Böhmen gewonnenen Radiums erfolgt durch die 
£. E. Bergwerksprodukten - Yersohleißdirektion 
in Wien. In den Handel kommt es in Form 
von Badiom-Banum- Chlorid. Der Preis für ein 
in dem Präparat enthaltenes Milligramm Radium- 
Chlorid beträgt einsohl. Zelle 400 Kr. Die 
Zeilen bestehen aus vernickeltem Messsingbleoh 
mit BleiansRuß und Glimmerplatte als Abschlufi, 
so daß die Belichtangen ohne Of fFoung der Zelle 
vorgenommen werden können. Die Zellen wer- 
den in Watte und Bleiblech gehüllt, wodurch 
Gefahren bei der Eadiumeinwirkung vermieden 
werden. s. 



164 



Aus dem Karktberioht 

von Oßhe db Co., A-G., Dresden-N. 
Olenm Jeeorls Aselli. Naoh den bis jetst 
ein gelaufenen Berichten über den Dorsohfang 
stellen sich die Ziffern über die Fangei^gebnisse 
in Lofoten und den angrenzenden Bezirken bis 
jetzt wie folgt : 

1910 1909 _ 1908 _ 1907 

3600003 3400000 2400000 2400000 Dorsche 

hl hl hl hl 

2574 3745 2974 2648DuDpftiu 

2382 2231 1562 1856 Leber 

Gegen das Yoijahr ist also die Aosbente an 
Dampftran etwas zurückgeblieben, da aber der 
Fettgebalt der Leber an den yerschiedenen 
Plätzen sehr schwankt, so kann man sich noch 
kein richtiges Bild über den Verlauf der dies- 
jährigen Ernte machen. 

Die Erzeuger verhalten sich infolgedessen sehr 
zurückhaltend und fordern zum Teil sehr hohe 
Preise. Ob sie auf die Dauer werden daran fest- 
halten können, hängt von den weiteren Ergeb- 
nissen der Fischerei und auch von dem Ver- 
halten der Spekulation ab, die sich, wie die Er- 
fahrung lehrt, besonders während der Fangzeit 
gern mit dem Artikel befaßt. 



Zur Auslegung 
pbarmazeuüsoher Gesetze usw. 

(Fortsetzung von Seite 100.) 

418. M>g«ii nnUntereii Wettbewerbs hatte 
sich der Betriebsleiter der chemischen Werke 
Charlottenburg Dr. A, ir. vor dem Schöffen- 
gericht Berlin Mitte zu verantworten. Seibiger 
brachte unter dem Namen Esten eine angeb- 
lich teine, schwer lösliche esaigsaure Tonerde in 
den Handel, die auch besonders laut Broschüre 



usw. ein chemisch reines Präparat darstellt». 
Die Yon der Firma Dr. Beiß,^ welohe schon seit 
Jahren unter dem Namen L e n i o e t eine schwer- 
lösliche, reine essigsaure Tonerde vertreibt, 
angestellten Untersuchungen ergaben jedoch onen 
ziemlich hohen Oehalt von Aluminiumtulfat von 
10 bis 12 pZt Auf grund dieser analytischen 
Ergebnisse wurde von der Firma Dr. R$iß bei 
der Staatsanwaltschaft Anklage wegen unlauteren 
Wettbewerbs erhoben. Die bei der Verhand- 
lung anwesenden Sachverständigen waren der 
Ansicht, dafi die Art der Ankündigung auf reine 
essigsaure Tonerde hinweise und somit die Bro- 
schüren über den Wert und Güte dieses Esten» 
wissentlich falsche und zur Irreführung des 
Publikums geeignete Angaben enthielten. Der 
Gehalt an Alumininmsulfat hätte entschieden 
deklariert werden müssen. Das Gericht erkannte 
wegen voriiegenden cnnlauteren Wettbewerbs» 
eine Strafe von 1500 Mk. und an die Firma 
Dr. Reiß eine Geldbuße in Höhe von 1000 Mk. 
(Pharm. Ztg. 1910, Nr. 5.) Ä. W, 



Die Fachgruppe 
f£ir medizi]i.-pharmazeuttsohe 

Chemie 

des Vereins Deutscher Chemiker hält am Frei- 
tag, den 25. Februar 1910, nachmittags 6 ühr 
im Hotel Russischer Hof Berlm NW, Georgen- 
Straße 21/22 eine Mitgliederversammlung ab. 

1. Vortrag des Herrn Prof. Dr. L, Lewin^ 
Berlin: Das Zustandekommen von Vergiftungen 
in chemischen Betrieben und die Hilfe dagegen. 

2. Vortrag des Herrn Begierungsrat Dr. F. 
RaihmaUy J&rlin : Wortzeiohensohutz für Ars» 
neimittel mit besonderer Berücksichtigung der 
Wortzeichen für Ersatzpräparate. 



Bpieffweohsel. 



Herrn K. in M. Ein Stipendium für sächs- 
ische Apotbeker-Gehilfen, welche za Leipzig die 
Staatsprüfung bestehen wollen, teilt am 28. d. M. 
die Vorsteherschaft des Freimaurer-Instituts zu 
Dresdon-Striesen, zu Händen des Vorsitzenden, 
Horrn Kommerzienrat B, Lehmann in Biasewitz 
bei Dresden (Friedrich-August-Straite 6) zu. 
Näheres ersehen Sie aas der ersten Beilage zur 
Nr. 13 der Leipziger Zeitung vom 18. v. M. 

M* in D. K i z i n u 6 ö 1 in Form von Scho- 
koladentafeln darf m. £ außerhalb der 
Apotheke nicht verkauft werden. Diese Form 
dürfte sich wohl ungezwungen unter die Pa- 



stillen einreihen lassen, umsomehr als das 
D. A.-B. IV unter Pastillen auch Schokoladen- 
pastillen erwähnt. 

Da£ jede Pastille, wenn nichts anderes er- 
wähnt ist, 1 g schwer sein soll, ist wohl be- 
langlos 

Rizinusöl in Pulverform darf zweifellos 
außerhalb der Apotheken nicht verkauft werden; 
es iällt unter die Pulvergemische. 

86kne%der, 
Auftrage. 

Woraus bestehen Novadrin und C h o g o- 
lese-Tabletten und wer stellt sie dar ? 



V«flegar: Dr. A. aebnelder, DtmAsb. 
FOr die Leltmic Tcraatwortlleh : Dr. ▲. Seb Beider, Draedm. 
Im Bnebbuidel dueh Jnllni SprlBfer, BertU N., MoaU^Minlali 



Dnwk von Fr. TIttel Nacbf. (Berab. Kn 



IBK< 

'. (B« 



Pharmazeutische Zentralhalle 

für Deutschland. 

Harausgagaban von Dr. A. Sohnoldar 

Dmdsii-A.y SehandMiflntr. 48. 



•■•' 



SflitBehiift für wisseiiseliaftliehe und geaehilfüiehe IntereBBea 

der Pharmazie. 



Gegründet von Dr. Hermann Hager im Jahre 1859. 



Ctesehüftistelle nnd ijuEeigen-Annahme: 

Dposdan-A 21 1 Sohandauar Strala 4S. 

BeiugspreiB rierteljtthrlioh: doioh Bnohhandei, Post oder GesohiftsM^Ue 
ÜB Lüand %fiO ICL, AnsUmd 3^ ük. — Einiehie Nnmmem 30 Pt 

Aaseigen: Die 65 mm breite Zeile in Eleineohrift 30 Pf . Bei großen Aufträgen Preiserm&Signng 



8. 165 U§ 182 



Dresdeo, 3. März MO. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahi^gaiig. 



lahah: Olifimle Ud Ffeumaile: Bam-Untannchung. — HobliptogelrerBocb. — Ameialttol und SpesiaUitoi. 
_ KflfanfreliBaiQliang dei OftUuta.— KristaUlorm des GaldumkarbonatM.— NeuaaBgab« dM AnoMibiieliea.— StachydilA. 
— SalrteUorofonn. — Adenin in BambuMcbQülJngen. — Zaokerbestiiiimimg im Ham. — Kocbprobe dM Hirns. — 
AdmaliB-NaebweiB im Harn. — HarnBaoie im Ham. — Eiweiü im Harn. — Beatimmang d«r ScbwdBelalan. — 
2anMtaiig der organisoben Snbitamen. — Nabnunaittel-Cbemle. — TkerapemtlMlie MitteUsacMi. — 
motagnpUfleke JtttteUucoi. — BMeneliMi. — YenelüedeftM. — Brl«fwe«hMI. 



ChaniM und Pharmaxi*. 



Beitrag zur Rum-Untersuchung. 

Von Dr. Georg KappeUer nnd Dr. Rudolf 

Schuhe. 

(IGtteilang ans dem stSdtischen Nahrongsmittel- 
üntersnchnngBamt, Magdeburg.) 

Die interessante nnd aasffihrliche 
Arbeit yon Dr. Karl Micko ^) Aber ßnm- 
TJntersnchnng veranlaßte uns, eine Reihe 
der im hiesigen Bezirk im Handel be- 
findlichen Rnm-Erzengnisse einer genauen 
Prfifang zn unterziehen nnd das in der 
erwähnten Arbeit angegebene Verfahren 
an der Hand von einwandfreiem Yer- 
gldchsmaterial nachznprfifen. 

Da sich dort Angaben fiber selbst 
hergestellte Verschnitte von Original- 
Rnm mit yerdfinntem ^kohol nicht vor- 
finden, erschien es uns zweckmäßig, in 



1) Ztschr. f. Unters, d. Nähr.- n. GenaBm. 
Xn, 1906, 431 IL 

Fhatm. Zentialh. 50 [1909], 36a 



dieser Beziehung eine Ergänzung vor- 
zunehmen, um festzustellen, ob ein 
verhältnismäßig sehr geringer Gehalt 
an Bum sich in einem Verschnitt eia- 
wandfrei nachweisen ließe. 

Bezüglich der Untersuchungsverfahren 
hielten wir uns an die von Micko ge- 
gebenen Vorschriften; ebenso wurden 
die Werte fOr flfichtige Säuren und Ester 
als Essigsäure bezw. Essigsäureäthyl- 
ester berechnet. 

Wir können nach unseren Befunden 
den Angaben Mieko^B völlig beitreten, 
daß sich durch die Geruchsprafung in 
Verbindung mit der chemischen Unter- 
suchung im allgemeinen sehr wohl 
ein zutreffendes Urteil über die Zu- 
sammensetzung eines Rums fällen läßt. 

Original-Rum. 

Die uns als Vergleichsmaterial dienen- 
den Proben von Original-Jamaika-Bum 



166 



(Tab. D waren yon hiesigeii Weinhänd- 
lem besdiafft und mfissen nach der 
Bezugsquelle als einwandfrei gelten. 

Drei dieser Original-Erzeugnisse (Nr. 
1, 2y 3} waren sogar direkt aus Jamaika 



importiert, so daß bei ihnen grOfit^ 
möglichste Gewähr fflr Unverfftlschtsdii: 
geboten sein dürfte. 
Ihre Untersuchung ergab: 









TabeUe I. 
Original-Rain. 








Preis 


Alko- 
hol 

VoL- 
pZt 


Flüchtige 


Teer- 
farb- 
stoff 


Typischer 
Riechstoff 


Fremde 


Nr. 


Säuren 
pZt 


Ester 
pZt 


Riech- 
stoffe 


1 
2 
3 
4 
6 


Vi Fl. 6,50 
Vi Fl. 5,50 
Vi Fl. 5,- 
Vi Fi. 6,- 
% Fi. 3,- 


77,34 

77,60 
79,08 
73,95 
70,08 


0,0414 
0,0342 
0,0258 
0,0804 
0,0306 


0,8536 

0,770 

0,7075 

0,6864 

0,5114 


— 


sehr deutlich 

9 9 
9 » 
9 9 
9 9 


— ^ 



Die Werte an flflchtigen Säuren 
schwankten von 0,0268 pZt bis 0,0804 
pZt, die fflr flfichtige Ester yon 0,6114 
pZt bis 0,8636 pZt und betrugen im 
Mittel 0,048 pZt Säure und 0,706 pZt 
Ester. 

Eine Gelbfärbung der Elflssigkeit bei 
der Esterbestimmung trat hier in allen 
Fallen ein, und deutlich konnte der 
typische Riechstoff noch nach 24 ständ- 
iger Einwirkung der Natronlauge wiüir- 
genommen werden. Bei der fraktion- 
ierten Destillation traten in den ersten 
beiden Fraktiouen die Gerflche nach 
Eltern, vo^v fegend Essigester und 
Ameisenester, sehr intensiv hervor, mach- 
ten sich aber auch durchweg in der 
dritten und vierten Fraktion noch in 
geringerem Maße bemerkbar. In der 
6. und 6. Fraktion wurden die von 
Midco als typische Riechstoffe des Ja- 
nudka-Bums bezeichneten Gerflche stets 
sehr deutlich wahrgenommen. Die 7. 
und 8. Fraktion zeigte einen eigentflm- 
lichen, schwer näher zu definierenden, 
aromatischen Geruch. Die 8. Fraktion 
war stets mehr oder weniger stark ge- 
trftbt. 

Bezflglich der Verschnittware ist zu 
bemerken, daß das «Deutsche Nahrungs- 
mittelbuch ^» unter der Bezeichnung 
Rum- Verschnitte Mischungen fflr handels- 
flblich erklärt, deren Alkoholgehalt zum 

<) n. Auflage, Seite 201. 



mindesten zu Vio &^ ^^^^ stammt. 
(Diese FesÜegung ist den im Weingesetzt 
enthaltenen Anforderungen fflr Kognak^ 
Verschnitt nachgebildet.) 

Unter Zugrundelegung dieser Angabe 
dflrfte also der Gehalt eines Verschnittes 
an echtem Rum nicht unter 6 bis & 
Vol.-pZt betragen. 

Nach unseren Befunden läßt sich 
aber selbst bei geringwertigerem, drei- 
prozentigem Verschnitt der typische 
Riechstoff des Jamaika-Rums noch sehr 
deutlich wahrnehmen, wie aus der 
nachstehenden Tabelle (Tab. 11) ersieht^ 
lieh. 

Auffällig ist es, daß bei diesen Ver^ 
schnitten die Werte an flflchtigen Säuren 
und Estern meistens annähernd im Ver^ 
hältnis von 1 : 10 liegen. Bei Original- 
Rum wurde eine entsprechende RegeK 
mäßigkeit nicht beobachtet, jedoch 
dflrfte daran voraussichtlich die Art 
der Verseifung Schuld sein. 

Obwohl wir gleiche Verhältniswerte 
(1 : 10) auch ab und zu bei Eunst-Rum^ 
antrafen, glauben wir doch sagen zu 
können, daß bei Verschnitten ein auf^ 
fälliges Abweichen des Zahlenverhält^ 
nisses von flflchtigen Säuren zu Estern 
immerhin als Verdachtsmoment daffir 
gelten kann, daß der Rum eine unzu-^ 
lässige kflnstliche Verstärkung erfahren 
hat 

Bei der Esterbestimmung in obigen 
Verschnitten war die Flflinigkeit nach 



167 



Tabelle IL 
Selbsthergestellte YenchnittD. 



Nr. 



1 
2 
3 

4 
5 
6 
7 
8 



Gehalt 
an 



Tef^ 
düiin- 

UDg 



Orig.-Rnm 
der Tabelle I 



3 pZt 


Nr. 1 


5 < 




1 


3 < 




2 


5 i 




2 


10 i 




3 


3 < 




4 


5 i 




4 


10 . 




5 



Alkohol 
Vol.-pZt 



46,63 
44,35 
47,40 
48,85 
42,57 
42,93 
43,41 
46,24 



Haohtige 



Säaren 
pZt 



Ester 
pZt 



Typisoher 
Riechstoff 



0,0023 


0,0348 


1 


0,0066 


0,0704 1 


0,0030 


0,0319 ! 1 


0,0048 


0,0484 




0,00L9 


0,0764 




0,0048 


0,0313 




0,0078 


0,0774 




0,0054 


0,0537 


/ 



'S 



a 



der Titration stets farblos, jedoeh war 
selbst bei den nur 3 pZt Rum enthal- 
tendoi Mischnn^en der typische Geruch 
nach der Yerseifung der Ester noch 
sehr deutlich wahrnehmbar. 

Auch die fraktionierte Destillation 
ließ stets deutlich die Riechstoffe er- 
kennen: Eine Trübung der 7. und 8. 
Fraktion wurde hingegen bei solchen 
Verdfinnungen nicht mehr beobachtet 

Jedenfalls dürfte ans diesen kurzen 
Versuchen mit Sicherheit hervorgeheu, 
daB es auch bei Verschnitten, deren 
Alkoholgehalt wirklich nur zum zehnten 
Teil aromareichem Rum entstammt, 
leicht möglich ist, durch die Untersuch- 
ung die typischen Riechstoffe zur Wahr- 
nehmung zu bringen. 

Rum des Handels. 

Wie schon aus nachstehender Tabelle 
(Tab. in) ersichtlich ist, gingen uns trotz 
der hochtönendsten Bezeichnungen un- 
Terechnittene Bums aus dem Detailhandel 
nur selten zu. Produkte, die ihrer 
Au&chrift nach unverfälschten Rum er- 
warten ließen, erwiesen sich teils als 
ganz minderwertige Verschnitte, teils 
sogar als yOlKge Eunsterzeugnisse. 

Unter der ausdrücklichen Bezeichnung 
cVerschnitt» gelangten eine Anzahl 
Proben (Tab. IV) zur Untersuchung, 
die sich zun großen Teil auch als sehr 



fragwürdige Mischungen erwiesen, und 
deren Wert häufig in keinem Verhältnis 
zum Preise stand. 

Bei ganz geringwertigen Verschnitten 
mit nur Spuren von Estern ließ sich ab 
und zu eine absolut sichere Beurteilung, 
ob KuDstrum vorlag oder beigemengt 
war, nicht durchfllhren. 

Sicherlich verdienen aber solche Er- 
zeugnisse, die bei der fraktionierten 
Destillation den typischen Riechstoff 
nicht erkennen lassen, nicht mehr die 
Bezeichnung Rum- Verschnitt. 

Endlich seien noch zur Ergänzung 
die Eh^gebnisse der Untersuchung einiger 
als Kunst-Rum bezeichneten Proben 
(Tab. V) angeführt. 

Besonders Erwähnenswertes ergab 
sich dabei nicht. 

Auf grund unserer Beurteilungen 
wurden Verstöße gegen das Nahrungs- 
mittelgesetz, das Gesetz gegen den un- 
lauteren Wettbewerb und gegen das 
Gesetz zum Schutz der Waren- 
bezeichnungen festgestellt. 

Unsere Ergebnisse wollen wir zuletzt 
nochmd dahin zusammenfassen, daß 
die einwandfreie Beurteilung von Rum 
bei einiger Erfahrung und unter Be- 
rücksichtigung aller der von Micko 
angegebenen Punkte in der Regel 
sehr gut durchführbar ist. 



168 



Tabelle III. 
Kam des Handels. 





Bezeichnnog 


Preis 
Mk. 


Alkohol 
VoL-pZt 


Flüchtige 


Teer- 
farb- 
stoff 


Typische 
Riech- 
stoffe 


Fremde 
Riech- 
stoffe 




Nr. 


SaarenJ Ester 
pZt pZt 


Beuiteüung 


1 


Feiner alter 
Jamaika- Rnm 


V, Fl. 2,35 


72,86 


0,0396 


0,4268 




sehr deut- 
lich wahr- 
nehmbar 


— 


Original -Rum 


2 


Jamaika- Rom 


V, L 3,40 


68,63 


0,0984 


0,4193 


— 


» 




Auf Trink- 
stärke herab- 
gesetzt 


3 


Feinster 
Jamaika- Ram 


— 


61,95 


0,0174 


0,333 


vor- 
handen 


» 


• 


dto. 


4 


Ram (offen) 


V. L 2,- 


56,03 


0,038 


0,138 


> 


wahr- 
nehmbar 


— 


erheblich 
gestreckt 


5 


Jamaika- Rom 
Fine old 


V* K. 2,26 


69,22 


0,0171 


0,1338 


— 


» 


— 


dto. 


6 


Sap. Fine old 
Jamaika- Rum 


V, L 1,90 


70,76 


0,0168 


0,1338 




> 


— 


dto. 


7 


Feiner 
Jamaika- Rum 


% FI. 2,35 


67,83 


0,0162 


0,1276 


— 


deutlich 
wahr- 
nehmbar 




dto. 


8 


Feiner Rum 


% Fl. 1,25 


56,50 


0,013 


0,117 


vor- 
handen 




wahr- 
nehmbar 


Eunst-Rum 


9 


Saperior old 
Jamaika- Rom 


Vi Fl. 3,50 


46,90 


0,0522 


0,1082 




wahr- 
nehmbar 


— 


erheblich 
gestreckt 


10 


Rum (offen) 


V. L 2,- 


48,21 


0,0366 


0,1047 


Sparen 


» 




dto. 


11 


Westindisoher 
Ram 


V.Fl.— ,50 


49,11 


0,0033 


0,0933 


— 




zweifelhft. 


Verdacht auf 
Eunst-Rum 1) 


12 


Jamaika- Ram 


V, L 2,50 


52,94 


0,02.2 


0,0792 




deutlich 
wahr- 
nehmbar 




sehr stark 
gestreckt 


13 


ff. Jamaika- 
Ram 


V, L 1,90 


55,51 


0,0072 


0,0792 


vor- 
handen 


wahr- 
nehmbar 


— 


dto. 


14 


Jamaika- Rom 


\ Fl. 1,55 


48,53 


0,0096 


0,0686 


— 


> 




dto. 


15 


Feiner alter 
Jamaika- Ram 


V«Fl.-,60 


42,20 


0,012 


0,0594 






wahr- 
nehmbar 


Eunst-Rum 


16 


Feiner alter 
Jamaika- Ram 


V, Fl. 1,C5 


39,80 


0,0141 


0,0510 


— 


unsicher 


zweifelhft. 


Eunst-Rum 
ev. mit Spuren 
Jamaika-Rum 


17 


Jamaika- Ram 


% Fl. 1,10 


43,53 


0,0042 


0,050 


vor- 
handen 


» 




stark 
gestreckt, 
ev. Eunst- 
Rum 



') Herstellungsweise nach Aussage : 5 L Rum- V erschnitt, 1 L Essenz, 60 L Sprit, 
40 L Wasser. » *- ^ 



169 





Bezeichnang 


Preis 
Mk. 


Alkohol 
Vol.-pZt 


Fläohtige 


Teer- 
farb- 
Stoff 


Typische 
Riech- 
stoffe 


Fremde 
Riech- 
stoffe 




Nr. 


8äaren 
pZt 


Bster 
pZt 


Bearteilang 


18 


Rum 


VbL1,25 


47,51 


0,0198 


0,0497 


— 


Sparen 


ansioher 


stark 

gestreckt, 

Verdacht aaf 

Canstprodakt 


19 


Jamaika- Ram 


V, FI.2,- 


55,61 


0,0126 


0,0484 




> 


wahr- 
nehmbar 


geringwertig. 

Yersimnittmit 

Kanst-Rnm 


20 


Rnm (offen) 


l L 1,— 


38,27 


0,002 


0,045 






* 


Eanst-Ram^) 


21 


Jamaika- Ram 


V-Fl.-,75 


38,81 


0,0009 


0,044 


vor- 
handen 




> 


Eanst-Ram') 


22 


Rom (offen) 


1 L 2,- 


47,27 


0,0126 


0,0427 




ansioher 


" 


minderwertig. 
Verschnitt ; 
Verdacht auf 
Eanst-Ram 


23 


Extra feiner 
Jamaika- Rnm 


V* Fl. 1,- 


42,45 


0,012 


0,0383 


— 


Sparen 




minderwertig. 
Verschnitt 


24 feiner 
Jamaika- Rum 


V, Fl. 1,- 


42,57 


0,0078 


0,0334 


vor- 
handen 


ansicher 


wahr- 
nehmbar 


Eanstprodakt 


25 


Feiner Rom 


V«F1. 1,ö0 


47,29 


0,0105 


0,0264 


— 


— 


wahr- 
scheinlich 


Eanst-Ram 


26 


Alter Rom 


V« Fl. 1,25 

• 


49,06 


0,0072 


0,0246 




ao sicher 


» 


aberstreckt 
oder Eanst- 
Ram 


27 


Ram (offen) 


I L2,- 


39,00. 


0,001 


0,019 


vor- 
handen 


— 


wahr- 
nehmbar 

4 


Eanst-Ram 


28 


Ram (Offen) 


1 L 2,- 


48,15 


0,0024 


0,0176 


» 


Sparen 





überstreckt 


29 


Rom 


V, Fl. 1,25 


51,29 


0,0042 


0,0105 


> 


nnsicher 




überstreckt 


90 


Ram (offen) 


1 L 1,60 


40,44 








1 

1 


zweifelhft. 


minderwertig. 
Verschnitt 
oder Eanst- 
Ram^) 



2) Nach Angabe aaf der Reohnang bez. als cfabr. Ram II». 

3) Nach Angabe hergestellt aas: 1 L Essenz, 4 L Sprit, 5 L Wasser. 

4) Nach Angabe: Fa9on-Ram. 

Tabelle V. 
Eonst - Ram. 





Preis 
Mk. 


Alkohol 
Vol.-pZt 


Flüchtige 


Teer- 
farb- 
stoff 


Typischer 
Riechstoff 


Frfimdfi 


Nr. 


Säaren 
pZt 


Ester 
pZt 


^ßiech- 
stoffe 


1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 


'k Fl 1,- 
1 L 1,35 

'k Fl. 1,- 
V, L 1,05 
V, L -,60 
V^FI.— ,90 
Vt L -,80 


66,69 
44,30 
38,47 
48,32 
87,37 
39,60 
36,95 


0,0285 
0,0096 
0,0072 
0,0105 
0,0268 
0,0018 


0,2508 
0,0968 
0,0422 
0,0371 
0,0325 
0,0062 


vorhd. 

» 




vorhanden 

» 



l7o 



TabeUe IV. 
Ram-Verschnitte des Handels. 





Bezeiohnnog 


Preis 
Mk. 


Alkohol 
Vol.-pZt 


Flüohtiflre 


Teer- 
farb- 
stoff 


Typische 
Riech- 
stoffe 


Fremde 
Riech- 
stoffe 




Nr 


Säaren 
pZt 


Ester 
pZt 


Bearteilong 


1 


Feiner alter 
Jamaika -Rom 


V« Fl. 2,- 


55,13 


0,0405 


0,2165 




vorhanden 


— 


gehaltreicher 

Versohnitt- 

Bam 


2 


Alter feiner 
Jamaika -Rom 


V. L 1,- 


47,40 


0,0372 


0,2076 


— 


— 


wahr- 
nehmbar 


Eanst-Ram 


3 


Jamaika -Ram 
(essenzenfrei) 


% Fl. 1,- 


46,18 


0,0297 


0,1263 


— 


vorhanden 




Verschnitt- 
Ram 


4 


Jamaika -Ram 


V. Fi. 1,- 


50,31 


0,0009 


0,0568 


— 


— 


xweifelhfr. 


Eanstprodukt 


5 


Feiner alter 
Jamaika -Ram 
prima Qualität 


1 L 1,40 


49,48 


0,0042 


0,0462 


^^^ 


Sparen 


"^ 


gering- 
wertiger 
Verschnitt 


6 


Feinster 
Jamaika -Ram 


1 L 1,50 


46,68 


0,0012 


0,0457 


vor- 
handen 


Sparen 


wahr- 
scheinlich 


gering- 
wertiger 
Verschnitt 
oder Kanst- 
prodakt 


7 


Jamaika- Ram 


V«F1.1,- 


49,59 


0,0036 


0,0378 


— 


vorhanden 


— 


Verschnitt 


8 


Alter feiner 
Rom 


V«Fl.-,65 


41,83 


0,003 


0,0264 


— — 


Sparen 


• 


gering- 
wertiger 
Verscbjiitt 


9 


Feiner alter 
Ram 


V8Fl.--,95 


39,60 


0,(03 


0,0264 


• 


— 


vorbanden 


Kaost-Ram 


10 


Feiner alter 
Ram 


V,Fl.-,90 


44,08 


0,0015 


0,0216 


— 


Sparen 


•— 


gering- 
wertiger 
Verschnitt 


11 


ff. Jamaika- 
Ram 


1 L 2, - 


51,29 


0,0024 


0,0176 


vor- 
handen 


ansicher 


— 


überstreckt, 

ev. Konst- 

prodakt 


]2 


Feiner Ram 


Vi FL 2,- 


47,99 


0,0(»36 


0,0176 


— 


Sparen 


— 


überstreckt 


13 


Jamaika- Ram 


% Fl. 1,35 


47,83 


0,0042 


0,0154 


vor- 
banden 


Sparen 


— 


überstreckt 


14 


Jamaika -Ram 


% L 1,35 


38,67 


0,0027 


0,0141 


> 


— 


überstreokt 


15 


Feiner 
Jamaika -Rom 


V«Fi. ,75 


40,25 


0,0011 


0,0071 


> 


> 


— 


überstreckt 


16 


Feiner alter 
Jamaika -Rom 


V, L 1,75 


49,53 


0,0054 


0,0062 


» 


onsioher 


wahr- 
scheinlich 


Wahlschein* 

lieh Eonst- 

prodakt 



171 



Ein Hohlspiegelversuoh. 

Auf der vorjährigen internationalen 
Photographif^chen Aosstellang zu Dresden 
hatte die Jenenser Firma Karl Zdß 
einige größere Hohlspiegel in der von 
ihr gewohnten technischen Vollendung 
ausgestellt. An diesen ließ sich der 
altbekannte Versuch der e i s t er h and 
von jedem Ausstellungsbesucher leicht 
in überraschender Weise anstellen, was 
aber weder in einem Ausstellungsführer 
noch in den zahlreichen, oft eingehenden 
Berichten über die Ausstellung, welche 
die Zeitungen veröffentlichten, hervor- 
gehoben wurde. 

Stellt man sich so vor einem solchen 
Spiegel, daß man sein eigenes, umge- 
kehrtes Bild von etwa 3 bis 4 Dezi- 
meter Hohe erblickt, und streckt die 
rechte Hand offen gegen das Bild aus, 
80 greift aus dem Spiegel eine Hand, 
und zwar ebenfalls eine rechte, aus dem 
Olase heraus nach der eigenen Hand. 
In einem gewöhnlichen Spiegel bleibt 
dagegen das (virtuelle) Bild hinter 
der spiegelnden Fläche und seine ge- 
spiegelte rechte Hand erscheint dem 
Beobachter, da der Spiegel nicht völlig, 
sondern nur hinten und vorn verdreht, 
als linke. Nur eine dicht hinter dem 
Beobachter stehende Person erblickt 
das reelle (oder Sammel-) Bild des 
Hohlspiegels, eine seitwärts stehende 
sieht es nicht In dieser Beschränkung 
der Sichtbarkeit ist wohl der Grund zu 
suchen, weshalb der erwähnte Versuch, 
der auf Unkundige einen unheimlichen 
Eindruck macht, bei Vorlesungen wenig 
Eingang fand. — 9^. 



Neue Arzneimittel, 

und Vorschriften. 

Heuhaus' Autodesinfektor und Dbb- 
odorator (Pharm. Zentralh. 60 [1909], 
957) besteht ans einer Tafel Para-Kampher- 
Naphtho-KresoL (Mtlneh. Med. Woehenschr. 
1910, 210.) 

BheumacoUodin ist der gesetzlieh ge- 
sehtltzte Name ffir lehthammonsalizylB.- 
aetho-metbyl-kollodium. Es wird bei rbeu- 



matisehen Leiden empfohlen. DarsteDer: 
Laboratorium ffir diemLsoh-teohniBche Pro- 
dukte m Berleburg. 

Serosal*) (Pharm. Zentralh. 60 [1909], 
839) ist m 24 Pulver abgeteilt und enth&lt 
nach Angabe des Darstellens: Natriumohlorid, 
Nathumpbosphaty Natriumsnlfaty Natrium- 
karbonat; Magneaiumphosphat und Galoinm- 

glyzerophosphat 

E. Menitel, 

Keimfreimachung des Catguts. 

Das KÖDigl. Säoha. Ministerium des lonem 
macht bekannt, daß in der (anoh von nns im 
Ansauge wiedergegebenen) Anweisung znr Her- 
stellang von keimfreiem Gatgut infolge eines 
in einer Kanzlei in Berlin vorgekommenen Ver- 
sehens ein Schreibfehler anterlaafen ist 

Es muß nämlich Pharm. Zentralh. ol [1910], 
S. 6n, Zeile lö ym unten statt Jodkaliumldsung 
richtig heißen Jo^odkaUnmlttsung. 

Die vom Kaiserlichen Oesundheitsamte er- 
probte Jodjodkahumlösung besteht aus 1 Teil 
Jod, 1 Teil Jodkalium und lÜO Teilen Wasser. 

Weiter macht das Ministerium noch bekannt, 
daß ein anderes zuTerlässiges Desinfektions- 
mittel für Catgut das von Len^» (fb Loekemann 
im Königlich Preußischen Institut für Infektions- 
krankheiten in Berlin mit bestem Erfolg ge- 
prüfte milchsaure Silber (Actol) ist, das in ein« 
prozentiger Lösung in 50 proz. Alkohol Rohcatgut 
in 24 Stunden sicher steril macht. {Lentx df 
Lockemann^ Untersuchungen, betreffend die Her- 
stelluDg keimfreien Catguts na h dem Verfahren 
von Dr. JTuA^-Kassel, im Auftrage des Herrn 
Kultusministers ausgeführt. Klin Jahrbuch XK. 
S. 566 bis 577.). 



Für die Eristallform 
des Calciumkarbonates 

wird angegeben, daß aas nicht au verdünnten 
Lösungen unter 30' C nur Calcit, zwischen 30^ 
und 90^ Mischungen von Calcit und Aragonit 
mit steigendem Oehalte an letzterem und über 
90^ nur Aragonit auskristallisiere. Nach Unter- 
suchungen von E. Hatsehek gelten diese Angaben 
für konzentrierte Losungen nicht. Aus diesen schei- 
det sieh von etwa 15^ bis zum Siedepunkte der 
konzentrierten Chlorcaldumlösung fast aussohlieA- 
lich Calcit aus. Unter 15^ entstehen Kügelchen, 
die auch bei längerem Stehen unter der Mutter- 
lauge nicht kristallinisch werden. Selbst bei 
etwa halb konzentrierter Lösung findet bei 100^ 
nicht ausschließlich Aiagonitbildung statt 

Chem.'Zig. 1909, 49. —he. 



*) Yierteljahrasohr. f. prakt. Pharm. 1909, 
H. 4. 



172 



Zur Neu -Ausgabe des Annei- 
buclis fttr das Deutsche Reich. 

Vom Kaiserliehen GlesnndheitBamt werden 
ÜD8 die VeraeiehniflBe der fflr die nene (V.) 
Ausgabe des Arzneibnehs fflr das Dentsdie 
Reioh zur Neoanfnahme und zur Streiohnng 
vorgesehlagenen Artikel sowie die Entwflrfe 
der haüptsfiehliehsten neu aafznnehmenden 
und einiger wesentlieh ver&nderter Artikel 
behob VerOffentliehnng zur Verfflgnng ge- 
steUt*) 

Die nachfolgenden Textentwflrfe geben 
zugleich ein Bild von den durchgreifenden 
Aendenrngen, die die Fassung der einzelnen 
Artikel un Arzneibuch flbeiiiaupt erfahren 
soll. Von diesen Aenderungen smd die 
Beigabe der chemischen Formeln; der Mole- 
kulargewiehtC; der Automamen der Stamm- 
pflanzen in den in Betracht kommenden 
Fftlleu; die Einfflhrung von Hinweisen auf 
den Titer der Maßflfisdgkeiten und auf den 
durch die vorgeschriebene Methode sich et- 
gebenden Gehalt des Arzneimittels an dem 
wesentlichen Bestandteil, femer die Anfflhr- 
nng des anzuwendenden Indikators und des 
Zwecks der einzelnen Reinheitsprüfungen 
hervorzuheben. Schließlich sei auf die Glie- 
derung in der Beschreibung und die Prfif- 
ungsvorschrif ten sowie auf die Hervorhebung 
bestimmter Abschnitte, wie Gehalt, mikro- 
skopische Untersuchung, Gehaltsbestimmung, 
hingewiesen. 

Der Prisident des Kaiserlichen Gesund- 
heitsamts in Berlm NW 23, Elopstock- 
straße 18, ist bereit, etwaige Anregungen 
und Wflnsehe bezflgiich der Neu-Bearbdtung 
des Arzneibuchs, die ihm durch Zuschrift 
oder rechtzeitig durch die Fachpresse be- 
kannt werden, den demnftohst zu der ab- 
schließenden Beratung im Reiohs-Gesundheits- 
rat zusammentretenden Sachverstftndigen 
vorzulegen. 

Emplastrum saponatum salicylatum. 

Salizylseifenpflaster. 

Seifenpflaster 8 Teile 

Weißes Wachs 1 TeU 

Fein gepnlv. Salizyls&ure 1 Teil. 



*) Da ans diese MitteiloD^ kurz vor Soblaß 
der heutigen Nammer zuging, konnten wir zu- 
näohst nur einige kürzere Abschnitte zum Ab- 
druck bringen. Sehriftleiiung, 



Das Seifenpflaster und das Wachs werden 
geschmolzen. Der halberkalteten HasBC wird 
die Salizylsäure zugemischt 

Salizylsfturepflaster ist gelb bis briunfiefa. 

Emulsio Olei Jeeoris Aselli. 
Lebertranemulsion. 

Gehalt 50 pZt Lebertran. 

Lebertran 500 g 

Fem gepulv. Arab. Gummi 5 g 
F«n gepulv. Traganth 5 g 

Weißer Leim 1 g 

ünterphosphorigsaurer Kalk 5 g 
Zimtwasser 100 g 

Benzaldehyd 3 Tropf. 

Zuckersnrup 84 g 

Wasser 300 g 

Das Arabische Gummi und der Tragantii 
werden in einer ger&umigen trockenen Ftaaehe 
in dem Lebertran gleichmftßig verteilt, dann 
wvd die erkaltete Lösung des weißen Leims 
m dem Wasser hinzugefflgt und 5 Minuten 
lang kräftig gesehflttelt Der entstandenen 
Emulsion wiiä allmählich unter Umsohfitteln 
die Lösung des nnterphosphoiigsauren Kalks 
in dem Zimtwaaser sowie der Benzaldehyd 
und der Surup zugesetzt Nach einigen 
Stunden wird die Mischung nochmals kräftig 
durchgeschfittelt 

Lebertranemulsion ist gelblichweiß. 

Solutio Natrii chlorati physio- 

logica. 
Physiologische Kochsalzlösung. 

Natriumchlorid 8 g 

Natriumkarbonat 0,15 g 

Wasser 991,85 g 

Die Lösung der Salze in dem Wasser 
wird filtriert und im Dampftopf sterilisiert 
Die Lösung muß völlig klar sein. 

Physiologische Kochsalzlösung ist im Be- 
darfsfalle frisch zu bereiten. 

Unguentum molle. 
Weiche Salbe. 
Zu bereiten aus 

Gelbem Vaselin 1 Tbil 

Lanolin 1 Tefl 

Weiche Salbe ist gelblich. 

(Fortsetzung folgt) 



173 



Das Staohhydrin, 

eine eigentflmliohei in den Knollen vop 
Staehys tubifera nnd den BUttom von 
CStroB valgaris vorkommende Base, besitzt 
eine weitgehende Aehnliohkeit mit dem 
Betain. Die Base gibt sftmtliehe Reaktionen 
des BetaXnSy reagiert wie dieses als freie 
Base nentral, besitzt gleieherweise eine Earb- 
oxylgmppe nnd enthfllt dn Molekül Eristall- 



Wlhrend aber Betain bei der Destillation 
mit Kaiilange Trimethylamin abspaltet, 
liefert das Staehhydrin IMmethylamin. Eine 
mit dem Staehhydrin gleiohe empirische 
Formel besitzt die von R. WiUstätter 
dsrgesteUte n-Methylhygrinsänre, ebenso be- 
steht größte Uebereinstimmnng in allen 
sonstigen Eigensehaften nnd Reaktionen. 
Dnrdi Yergleieh einer Anzahl von AbkOmm- 
üngea dieser Sänre mit den entspreehenden 
Stsehhydrinderivaten konnte R. Engeland 
(ArA. d. Pharmazie 1909, 463) nachweisen, 
dafi beide m der Tat identisch sind. Das 
Stadbhydrin ist also demnach das «BetaXn» 
der nadi den üntersnohnngen von E, Fischer 
unter den Eiweißspaltnngsprodnkten in be- 
triditlicher Menge anftretenden a-Pyrrolidin- 
karbonsiore. Hn. 



Salolohloroform, 

welches dnrch Mischen gleicher Ranmmengen 
Salol nnd Ghloroform als rimpdieke Flüssig- 
keit erbalten wird, empfiehlt BourUer- 
Algier mr Behandlung bfektiüser Wunden 
und zur Sterilisation von Laminariastiften. 
Beim Anftropfen von etwa 30 Tropfen 
auf die Wände verdunstet das Ghloroform 
in etwa zwd Minuten. Die Wunde bleibt 
dann mit einem feinen Staube von Salol 
bededcty der eine vollständige Antisepsis 
ermögUeht 

Laminariflftifte; welche durch Eintauchen 
in Salolehloroform antiseptisch gemacht wor- 
den wareoy zeigten nach vier Tagen in 
BouiOonknltiiren keine Spur ones Bakterien- 
wachstnms, so daß der Verfasser das Salol- 
düoroform wegen seiner Geruchlosigkdt 
und stiiker desinfizierenden Wirkung dem 
Jodoformtilier vorzieht Hn. 

Vorir» v. itUem, med, Kongreß Budapest, 



Ueber das Vorkommen von 

Adenin in frischen Bambus- 

schöBlingen 

berichtet Oinxahuro Totani, Außer dem 
Tyrosin finden sich neben dem vom Verf. 
gefundenen Adenin noch Asparagin, Guanin, 
Xanthin und Hypoxanthin in den frischen 
Bambussohößlingen. 

Wenn man frische Schößlinge, die von 
der Rmde befreit sind, mit der 5 fachen 
Raummenge Wasser kocht und die abge- 
seihte Flflssigkeit auf dem Wasserbade ein- 
engt, so scheidet sidi das Tyrosin ab. 
Durch FUlen des Fdtrates mit lOproz. 
Hiosphorwolframsäure, die 5 pZt freie 
Schwefdsfture enthftlty Zerlegen des so er- 
haltenen Niederschlages nach dem Aus- 
waschen mit 5proz. Schwefds&ure durch 
Barytwasser und Entfernen des Aber- 
schflssigen Baryts mit Kohlensäure, erhält 
man ein Filtrat, welches das Guanin ent- 
hält Wenn man das Filtrat mit Sa]pete^ 
säure schwach ansäuert und lOproz. Silber- 
nitratlOsung zufügt, fällt ein Niederschlag 
aus. Dieser wird mit verdflnnter Salzsäure 
digeriert, heiß filtriert, mit verdflnnter Salz- 
säure ausgewaschen und nach der Filtration 
zur Trockene verdampft LOst man den 
Rflckstand in heißem Wasser und versetzt 
nach dem Filtrieren mit Ammoniak, so er- 
hält man eine Fällung, die der Hauptsache 
nach aus Guanin besteht Das Filtrat hier- 
von wird auf dem Wasserbade von Am- 
moniak befreit, mit Wasser verdflnnt und 
ihm eme kalt gesättigte wässerige Lösung 
von Natriumpikrat in kleinen Mengen zuge- 
setzt, bis noch ein Niederschlag entsteht; 
hierauf filtriert man sofort ab und wäscht 
mit Wasser aus. Auf diese Weise erhält 
man nach Umkristallisation aus heißem Wasser 
gelbe Nadehi, welche sich bei 280^ zersetzen. 

Auf grund. der Analyse derselben and 
des beobachteten Zersetzungspunktes er- 
kennt Verfasser die erhaltenen Kristalle als 
Adeninjrikrat. Aus diesem kann die freie 
Base erhalten werden. 

Ztachr. /". phya. Chem, 1909, 62, 113. Schtc, 



174 



Zur quantitativen Zuoker- 
bestimmung im Harn 

werden nach H, Oitron in einer gestielten 
Porzellanachaie die beiden getrennt vorhan- 
denen L5Bnngen der Fehling'wäieii Löenng 
ZQ je 10 cem vereint, 1 eem Harn zuge- 
geben nnd alles gat gemiadit Darauf er- 
hitzt man IV2 Minuten zum Kodien und 
kfihlt das Gefäß in kaltem Wasser. Naeh 
dem Abkfihlen gibt man Euliumjodid hinzu, 
sftuert mit 4 com 25proz. Schwefelsäure 
an und titriert aus einer besonderen Bflrette 
mit Thiosulfat zurflck unter Verwendung 
einer frisch bereiteten StärkelOsung. Die 
hierzu nötigen Geräte sind unter der Be- 
zeichnung Jodsaeoharometer von Rieh. 
Kalimeier db Co. m Berlin zu beziehen. 
Die Einzelheiten des Verfahrens sind im 
Original einzusehen. — to— 

Deutsche Med. Woehensehr. 1909, Nr. 27. 1189. 



JodkaliumjodidUteuag ist nieht verwendbar 
weil aus ihr nieht genug Jod ausgesehttttelt 
werden kann. Die bekannten Hambestand- 
teile geben diese Reaktion nicht Brenz- 
katechin gibt eine ähnliche Reaktion, doch 
ist es im Gegensatz zum Adrenalin in 
Aether lOslieh. 

Falta setzt zu einigen Proben «ne sehr 
verdflnnte EisenehloridlOsung hinzu, Aber- 
schichtet mit Aether und läBt Ammoniak 
hinzufliefien. Es bildet sich unter dem 
Aether ein sehr schöner blauer Farbenton. 

Wien. Klin. Bundseh. 1909, 732. R M. 



Bei der Kochprobe des Harns 

kann nadi de Jager ein eiweißfreier Harn 
ein positives Resultat geben, während ein 
eiwmfihaltiger Harn ein negatives Ergebnis 
zeitigt, wenn kein Kalk und keine freie 
Säure, oder zu viel Kalk vorhanden ist 
Die Ursache des Mißlingens ist in allen 
Fällen das Galciumphosphat Der Verfasser 
empfiehlt, den Harn mit 20proz. Kiüium- 
oxalatlOsung auszufällen, zu filtrieren und dann 
zu kochen. Ein Niederschlag beweist die 
Gegenwart von Eiweiß. Beim Elarbletben 
der Probe säuert man eine neue Probe mit 
Essigsäure an und kocht Tritt auch jetzt 
keine Trflbung oder Niederschlag auf, so 
ist kein Eiweiß vorhanden. 

Tijdsehr, v Geneesk 1909, Nr. 7. — «».— 



Zum Nachweis von Adrenalin 

im Harn 

beschickt man nach H. Schur mehrere 
Reagenzgläser mit je 5 com Harn und ftlgt 
5, 10, 15, 20, 25 Tropfen Jodtinktur hin- 
zu. Zur Entfernung des zur Reaktion nicht 
erforderlichen Jods wird mit Aether aus- 
geschüttelt. Der adrenalinhaltige Harn 
nimmt eine rosenrote Farbe an, die am 
deutlichsten ist, wenn eine der Adrenalin- 
menge entsprechende Jodmenge zur Ver- 
wendung gelangt. Daher die Anstellung 
mehrerer Pk'oben mit steigendem Jodzusatz. 



Harnsäure im Harn 

bestimmt Sicuriani in folgender Weise : 
150 ocm Harn werden erwärmt, darauf 
mit 5 g Ammoniumchlorid versetzt und IY2 
Stunden beiseite gestellt Zu dem abfiltrierten, 
mit 96 proz. Alkohol ausgewaschenen Nieder- 
schlag bringt man 50 ccm siedende Vio' 
Normal-Kalilauge, wäscht mit heißem Wasser 
nach und erhitzt die Lösung, bis die ent- 
weichenden Dämpfe rotes Lackmuspapier 
nicht mehr bläuen. Nach dem Abkfihlen 
wird mit Vio-Normal- Schwefelsäure unter 
Verwendung von PhenoIphthaMn als Indi- 
kator zurttektitriert Die Zahl der ver- 
brauchten Kubikzentimeter yiQ-'Sormnl-KBi&r 
lauge mit 0,056 vervielfacht ergibt die im 
Liter Harn vorhandene Menge Harnsäure an. 

Äreh. da FamuiooL spertm. 1909, 55. 

— te— 

Zur quantitativen Bestimmung 
von EiweiB im Harn 

verwendet R. v. Hoesslin ZentrifngenrOhr- 
dien, die auf 10 cem geeicht und nach 
Zehntel-Knbikzentimetem graduiert sind. Das 
unterste Zehntel ist zu einem geschlossenen 
R5hrchen ausgezogen und dieses wieder in 
Zehntel eingeteilt, so daß man noch ein 
Hundertstel-Kubikzentimeter ablesen kann. 
Zum Gebrauch werden 10 com Harn mit 
einigen Tropfen Essigsäure angesäuert und 
gekocht, darauf in obiges R5hrchen (Bezugs- 
quelle: J. Ordner in Mflnchen, Mathilden- 
straße) gegossen und 3 Min. lang auf der 
Zentrifuge zentrif ngiert Aus gewichtsanalyt- 
ischen Vergleichen geht hervor, daß V]o Mm 
des Niederschlages im ROhrehen im allge- 
meinen ungefähr 1 Promille Biweiß entspricht 
Müneh. Med. Woeheneehr. 1209,1611. —I».- 



175 



Zur Bestimmung der Sohwefel- 
säure als Bariumsulfat 

teilt J, F. Sacher im] Gegensatz j^sn^der 
BuppM^en. Arbeit mit, daß er anoh in 
LOsongen mit starkem Ghloridgehalte so nn- 
günstige Ergebnisse nieht erhalten habe. 
Er verdünnte die an f&Ilende Lüsang der- 
art, daO in 100 eem etwa 0^1 g Eaiinm- 
Bolfat und 3 g Gfalorkalinm enthalten waren, 
nnd sinerte mit etwaM pZt Salzsftnre an. 
Dann wurde in der Siedehitze mit Sproz. 
BariamehioridlOsnng in geringem Uebersehnsse 
bd tropfenweisem Znsatz unter Umschwenken 
gefliity Y2 Stunde auf dem Waseerbade 
nnd 16 Stunden bd gewOhnlieher Tem- 
peratur belassen, dann filtriert. Die Ge- 
nauigkeit betrügt bei 0,5 g zu wügendem 
Bariumsiilfat etwa 0,15 bis 0,2 pZt; bei 
grOfieren Mengen des Niederschlags werden 
leicht zu hohe Resultate erhalten, weil Salze, 
wie E^aliumsnlfat, Natriumnitrat, Ifagnesium- 
flhlorid, Bariumdüorid, Bariumnitrat, mit- 
gerissen werden und schwer entfernt werden 
können. Je grüfier die Verdünnung der 
Losung, um so langsamer erfolgt die Füll- 
ung dee Bariumsulfats imd um so weniger 
Salze werden mitgerissen; die Füllung muß 
aber genügend lange sich selbst überlassen 
bleiben. Die Behauptung Ruppin% daß 
ein Gebalt an Saipetersüure keinen Emfluß 
auf die quantitative Ausfüllung der Schwefel- 
BÜnre habe, kann sich nur auf relativ geringe 
Salpeteraüurekonzentration beziehen ; ein 
höherer Salpetersiuregehalt müsse die Be- 
suNate eriieblioh beemflusaen, weil nach 
aUvert 1000 T. Saipetersüure (1,032 etwa 
6 pros.) 0,062 T. Barinmsulfat, 1000 T. 
Salpeteninre (1,167) sogar 2 T. Barium- 
sulfiit iOaen. 
Otem.'^. 1900,218. —he. 



Zur Zerstörung der organischen 

Substansen 

gibt J. Bothe nachfolgendes Verfahren an, 
das die Anwendung größerer Substanz- 
mengen bis zu 20 g gestattet und in der 
Auafühning einfach und sicher ist Es werden 
zu der grobzerkleinerten trockenen Probe 
in einem binreichend gerünmigen Rundkolben 
a» Jenaer Qlas 10 bis höchstens 20 eem 
Sterin Salpetesinie (1,48 spez. Oew«) und 
2 esm konzentrierte Schwef eMnre für jedes 



Gramm der trockenen Fk'obe zugesetzt und 
1 bis 2 Stunden lang auf dem Sandbade 
nur so hoch erhitzt, daß dne stetige leb- 
hafte Gasentwicklung stattfindet Stürkeres 
Erhitzen ist zwecklos und zur Vermeidung 
zu schnellen Verdampfens der Saipetersüure 
zu unterlassen. Dann erst wird die Hitze 
soweit gesteigert, schließlich durch Erhitzen 
des Kolbens über freier Flamme unter 
krüftigem Bewegen, daß die Salpetersüiire 
vollstündig verdampft und reichfiche Mengen 
Schwefelsünredümpfe aus dem Kolben ent* 
weichen. Nach völligem Wiedererkalten der 
dunkelbraun bis schwarz gefürbten Flüssig- 
k«t werden wieder 5 bis 10 eem der 
starken Schwefelsüure zugefügt und noch- 
mals Y4 bis V2 Stunde bis zu ganz 
schwadiem Sieden erhitzt, bis die Flüssig- 
keit hell wird. Dieses Verfahren wurd so 
oft wiederholt, bis die Süure ach nach dem 
Erkalten nicht mehr dunkel fürbt Zum 
Schluß kann man die Schwefelsüure fast 
vollstündig abrauchen, ohne Metallverlusto 
zu erleiden. Höchstens für QuecksUberver- 
bindungen küme eine Verflüchtigung in 
Frage, wenn in den organischen Stoffen 
wesentliche Mengen von Ohlorverbindnngen 
vorhanden smd. Hat man Flüssigkeiten zu 
untersuchen, so müssen diese vor der Zer- 
störung eingedampft werden« Für Bmwagen 
bis zu 5 g genügt ein Kolben von 800 
eem Inhalt, bei 20 g Substanz muß ein 
1 L-Kolben angewendet werden. Bei leicht 
angreifbaren, feinpulverigen Stoffen ist die 
Probe vor Zusatz der starken Salpetersüore 
mit der etwa vierfachen Menge Saipeter- 
süure von 1,4 spez. Gew. anzufeuchten, um 
die Entzündung zu vermeiden. Die llenge 
der Schwefelsüure muß mmdestens 5 eem 
betragen. 

E, Sprängerta weist darauf hm, daß 
«ne ühnliche Methode bereits MilUm 1865 
veröffentiieht hat, doch ist das Verfahren 
von Bothe einfacher und genauer als jenes^ 
weil die ganze Operation in einem Gefüße 
ausgeführt wurd, wührend MiUon zunüchst 
eine Retorte und dann eine Platinschale 
anwendet Auch hat Millon angenommen, 
daß das Quecksilber unter allen Umstünden 
quantitativ gefunden wird, wührend dies 
nur bei der Abwesenheit von Halogen der 
IUI ist 

Phm.'Ztg. 1808, 679, 861, 896. 



176 



■ahpunasmitlel-Oheiiiie. 



Studien über die lOloh- 
Leukozyten - Prob e (Btiloheit er- 
probe) nach Trommsdorfi. 

Bei Boner Fonohnng über Herkimft nnd 
Natar der in Enhmileh vorkommenden Bak- 
terien Btellte Bergcy Streptokokken^ Staphylo- 
kokken nnd FlendodiphtheriebaziUen fest 
nnd kam zn dem Sehlnß, daB dn mikro- 
Bkopiseher Befund im Zentrifngen-Boden- 
Bati-Anastrieh der Hileh von mehr ab 10 
Leukozyten in dem Genehtsfeld emer 7i2 
ImmeruonalinBe anf Anwesenheit von Eiter 
in der Hileh gesehloaeen werden darf, nnd 
daß das Vorhandensein von Streptokokken 
anf einen entzflndliehen Vorgang un Enter 
hinweise. 

Diese Angaben hat Trommsdorff naoh- 
geprüft nnd bestätigt Er verOffentliehte 
dann ein nenes Verfahren zur Erkennung 
der ohronisehen, besonders der Streptokokken- 
mastitis der Kuh, welches er «Hilehlenko- 
zyten- oderMileheiterprobe» nannte. 
Hierzu empfahl er Gilsehen, welehe das 
Zentrifugieren von 10 oem Bliloh gestatten 
und eine 5 sowie 10 oem Eäehung tragen. 
An ihrer Kapillare sind 2 Marken (1 und 2) 
angebradit, welehe auf 1000 T. Milch 1 
bezw. 2 Teile anzeigen (0,01 bezw. 0,02 
eem : 10 eem). Ftlr genaue Untersuch- 
ungen wird eine zweite Art QUsehen an- 
gefertigt, bei denen die Marken in Zehntel 
eingeteilt sind. 

In einer grOfieren Arbeit bespricht G, Rühm 
zunSehst die vor eben genanntem Verfahren 
empfohlenen Verfahren und die Ergebnisse 
der verschiedenen Nachprüfungen derTrommS' 
dorff Btben Methode. Diese ist zurzeit das 
einfachste und verl&ßlichste Verfahren zum 
Nachweis von Eiter in der BTilch. Em* ge- 
legentliches Verstopfen der Kapillare mit 
Schmutz Andere an diesem Urteile nichts, 
zumal Trommsdorff darauf selbst aufmerk- 
sam gemacht hat Verf. sowie Ratidnitx 
haben außerdem bestfttigt, daß Schmutzbei- 
mischung im Bodensatz leicht zn erkennen 
ist, andererseitB bei der Probeentnahme im 
allgemeinen ziemlich reinlieh verfahren 
werde. 

Bei Zusammenfassung der Ergebnisse der 
verschiedenseitigen Nachprüfungen des Ver- 



fahrens nach Trommsdorff ist man woU- 
bereehtigt zu sagen, daß dieses nach den 
Angaben seines Verfaseis in der Mischmilch 
der 4 Zitzen einer Kuh ausgeführt, im all- 
gemeinen zur Erkennung chronischer Masti- 
titen, insbesondere der chronischen konta- 
giösen Streptokokkenmastitis (gelber 
Galt) vorzüglich geeignet ist, daß jedoch 
auch Fehlschlüsse vorkommen. 

Hierauf bespricht Rühm die Umstände, 
unter denen solche Fehlschlüsse vorkommen 
können an Hand des hierüber mitgeteilten 
Schrifttums und faßt dann die wichtigsten 
Ergebnisse seiner Forschungen, wie folgt, 
zusammen : 

1. Untersucht man nach den Angaben 
Trommsdorff'B mit der Milchlenkozyten- 
probe die Mischmilch einzelner Kühe, so 
ist die Probe zur Auffindung mastitisver- 
dftchtiger Tiere in einem Bestände geeignet. 

Bei der Anwendung dieser Methode sind 
aber Täuschungen der verschiedensten Art 
möglich; insbesondere ist zu betonen, daß 
Kühe, die alsbald kalben, die am Ende der 
Laktation stehen, ganz besonders aber solche, 
die schlecht ausgemolken werden, eine lenko- 
zytenreiche Miloh liefern *kOnnen. 

Es dürfen deshalb niemals auf gmnddes 
positiven Ausfalles der Milöhleukozytenprobe 
allein wirtschaftliehe oder gar polizeiliehe 
Maßnahmen getroffen werden. Es ist viel- 
mehr das durch die Milcheiterprobe ver- 
dächtige Tier durch einen Tierarzt genau 
zu untersuchen, die Laktationsperiode des- 
selben festzustellen und nötigenfalls die bak- 
teriologische Kontrolle des Sediments vorzu- 
nehmen. Die Leukozytenprobe gibt eben 
nur den Verdacht auf bestehende Mastitis; 
sie wäre somit am besten wohl als eine Art 
Vorprobe zn bezeichnen. 

2. Auch bei der Untersuchung von 
Sammehnilch kann die Probe wichtige An- 
haltspunkte über die etwaige Herkunft der 
Milch von eutererkrankten Tieren geben. 
Hier ist jedoch der mikroskopische Nach- 
weis der spezifischen Form der Mastitis- 
erreger im Sedunent unerläßlich. 

3. Die Milchleukozytenprobe verdient 
vor aUen anderen Methoden zur Untersuch- 
ung auf Mastitis den Vorzug. Sie ist viel 



177 



einfadier und leiehter aiusiiffihren ab alle 
anderaa zum Naohweia von Eiter in der 
Miloh vorgesehlagonen Methoden; ue ffihrt 
insbesondere viel sehneller nnd siciierer ab 
die klinisehe Untersnehnng zu einem üeber- 
bliek Aber den Oesondheüunstand der 
Euter der Helktiere. Aneh ist sie vom 
Laien leieht ausflUirbar. 

Ztsehr, f. Fl^Ueh- u. Müehhyg^ene 1909, VI, 
210. Mgr. 

Ein amerikamsohes EiweiB- 

Präparat 

hatte ein Metsger m Angsbnrg ab Wnrst- 
bindemittel verwendet nnd in einem 
halben Jahre 35,8 kg davon verbraneht. 
Er wnrde^ da er trotz amtlieher Verwam- 
nng den Best seines Vorrates verbranehte, 
wegen NahrnngsmitteifUsohnng angeUagt. 
In der dieserfaalb erfolgten geriohtlichen Ver- 
handlang hat der Amtitierarzt Dr. Stroh 
ein aoBfflhrliehes Gntaohten abgegeben, das 
äoh zum großen Teil anf von Raumer 
angestellte Versnehe gründete. Der Begat- 
aehter kam anf eine Nahmngsmittelfälseh- 
nng zoy da bei Verwendnng eines derartigen 
Bindemittels, wie das hier in Frage kom- 
mende^ ein ertieblicher Wasserznsatz erfor- 
derlieh ist, nm eine Wnrst zu erzielen, wie 
sie die Verbranoher erwarten. Es hat sieh 
gezeigt, daß sehen bei einem Znsatz von 
1 bis 2 pZt des Eiweißes der absolute and 
relative Wassergehalt in der fertigen Wnrst 
steigt, während der Oehalt an Troekensnb- 



stanz nnd damit der Nährwert der Wurst 
in gleichem Maße smkt Bei weniger reellem 
GesehSftsgebahren wird duroh Zusatz des 
ESweißprl^arates nieht nur die Emarbeitung 
erheblidier Mengen von Wasser, sondern 
auch die Bmdnng verschiedemlrtiger, auch 
direkt minderwertiger und so^r bereits ver- 
dorbener usw. Bestandteüc^zu einer äußer- 
lich allen geschäftsmäUigen Anforderungen 
entsprechenden Ware ermOglidit. Bei der 
Verwendung dieses Bindemittels ist m Be- 
tracht zu ziehen, daß an femer WurBtfüll- 
ung gespart wird, das Gewicht des zuge- 
setzten EiweißpulverB als Fleischgewicht auf- 
tritt und damit nur geringe Mehrkosten 
verursacht, daß Eier gespart werden, und 
daß für je 1 Teil Eäwciß 10 TeUe Wasser 
hinzukommen. Ein Steigen des Nährwertes 
fmdet nicht statt, wohl aber das Gegepteil. 

Ztsehr. f, Fleiseh' u, Müehhygiene 1909, 
345. Mgr, 

Ease-KontroUstempeL 

Vor ebigen Jahren haben die größeren 
niederländischen Butterfabriken ihre zur Aus- 
fuhr gelangenden Erzengnisse unter Staats- 
kontrolle gestellt. Dadurch ist die Einfuhr 
minderwertiger Butter nach Deutschland 
sehr eingeschränkt worden. 

Jetzt wollen auch die vereinigten nieder- 
ländischen Käsefabrikanten, um die Ver- 
wendung eines Eäse-Eontrollstempels einzu- 
führen, sieh einer staatliehen Beaufsichtigung 
unterwerfen. 8. 



Therapeutische Mitteilungeii. 



Zwei neue Abkömmlinge des 
Amidoantipyrins. 

Bachern in Bonn hat zwei neue Ab- 
ktaimlinge des Dimethylphenylpyrazolons an 
Tiereii versucht, nämlich Valerylamidoantir 
pyrin nnd das Bromvalerylamidoanti - 
pyrin. Ersteres Präparat wird von der 
ElrmA Knoll db Co, in Ludwigshafen a. Rh. 
unter dem geschützten Namen cNeopyiin» 
in den Handel gebracht Es ist m Pharm. 
Zentralb. 60 [1909], 957 beschrieben. Für 
den Mensehen werden therapeutische Gaben 
von etwa 1 g hMistwahrsdieinlich harmlos 



sein. Bei einem Vergleich der tOtiiehen 
Gaben einiger Antipyrin- Abkömmlinge ergibt 
sich, daß das Neopyrin, innerUch genommen, 
bei weitem die geringste Giftigkeit besitzt. 

Bei längerer Verabreichung erwies sich 
das Mittel als unschädlich. Störungen von 
Seiten des Magen-Darmkanales wurden nicht 
beobachtet, ebenso wurde Blutdruck und 
Atmung nur wenig von Neopyrin beeinflußt. 

Neopyrin ist wie Phenyldunethylpyrazolon, 
Phenaoetin usw. ein symptomatisches Fieber- 
mittel. Temperatursteigerung wurde durch 
Neopyrin prompt herabgedrückt Auch bei 



178 



putridem Fieber, das durch subkutane Ein- 
spritsang der Jauehe von gefaultem Fleiaoh 
hervorgerufen wurde^ setzte Neopyrin die 
Temperatur herab. 

Das Bromvalerylamidoantipyrin 
eignet sich wegen seiner Giftigkeit (10 mal 
giftiger als Neopyrin) nieht als Medikament 
und kann als Antipyretieum vollstftndig 
durdi das Valerylamidoantipyrin ersetzt 
werden. 

TT^erap. Monaish,^ Nov. 1909. * Dm 

Eulaün gegen Keuchhusten. 

Baedeker in Berlin hat das von dem 
Chemisehen Institut Dr. Ludwig Oesireicher 
in Berlin in den Handel gebrachte Präparat 
in 25 Fällen von Eeuehhusten mit bestem 
Erfolge angewandt Das Mittel ist ein Oe- 
miseh von AmidobrombenzoSsänre und Di- 
methylphenylpyrazolon und stellt em weiß- 
liches Pulver von leicht säuerlichem, nicht 
unangenehmem Geschmack dar. Da im 
Eulatin Antipyrin, Benzoesäure und Brom 
enthalten sind; können die drei verschiedenen 



Erscheinungsformen des Keuchhustens gleich- 
zdtig bekämpft werden. Das Antipyrin 
soll eine das Eeuchhustengift abschwächende 
Wirkung ausflben, die Benzoesäure soll als 
SchleimabfQhrmittel gegen den Katarrh und 
das Brom gegen die Krampfzustände helfen. 
Kinder von 4 Jahren bekommen täglich 
zwOlf Tabletten zu 0,25 g, Kinder von 
IV2 Jahren 6 bis 10 Stflek. Das Bfittel 
wurde von den Kindern gut vertragen, 
irgend weldie schädliche Nebenwirkungen, 
wie Appeütiosigkeit oder Dnrohfalli kamen 
nicht zur Beobachtung. Unter den 25 mit 
Eulatin behandelten FäUeu sah Verfasser 
kdnen Mißerfolg; zunächst ließ immer das 
Erbrechen nach und hörte bald ganz auf. 
Nur in 8 Fällen mußte noch zur Nacht ein 
Narkotikum zu Hilfe genommen werden. 
Das Mittel wirkte um so eher, je geringere 
Zeit der Beginn des Keuchhustens zurück- 
lag. Verfasser sieht im Eulatin das einzig 
sichere Heilmittel des Keuchhustens. 

(Vergl. auch Pharm. Zentralh. 49 [1908], 
942; 50 [1909], 94, 312.) 

Therap, Monaish.^ Sept. 1909. Dm, 



Photogpaphisohe Mitteilungen. 



Das Spektrum des Halley'schen 

Kometen. 

Bei dem allgemeinen Interesse, das sich 
in jflngster Zeit dem Halley^Bctken Kometen 
zugewendet hat, konnte es nicht ausbleiben, 
daß auch die Photographie zur möglichst 
genauen Erforschung dieses Kometen heran- 
gezogen wird. Die Astronomen der bekannten 
Liek-Stemwarte haben sich bereits bemüht, 
durdi photographische Aufnahmen mit dem 
Spiegelfemrohr, das dnen Spiegel von fast 
dnem Meter hat, Aufschluß über die stoff- 
liche Zusammensetzung des Kometen-Spek- 
trums zu erlangen. Für diese schwierigen 
Aufnahmen wurde außerdem noch ein zur 
Beobachtung lichtschwacher KOrper geeig- 
netes Spektroskop ohne Sdilitz benutzt. 
Die bisher vorgenommenen Aufnahmen haben 
jedoch noch wenig Resultate gebracht, weil 
der Komet wohl noch zu weit von der 
Sonne entfernt, denn es fehlten die für das 
Kometen-Spektrum charakteristischen Linien 
und Binder, teilweise waren sie noch zu 



schwach, um daraus auf bestimmte Elemente 
schließen zu können. Jedenfalls ist man 
gut vorbereitet, den Kometen mit Hilfe der 
Photographie genau zu erforschen. Bm. 



Tönung für Winterlandsehaften. 

Naturwahre Töne für Schneeaufnahmen 
erzielte Maurer nach «Photograph» auf 
folgende Weise. Auf Albnmatpapier über- 
tragene Kopien werden gut ausgewftssert 
und 10 Minuten lang in dnem 15proz. 
Fixierbade fixiert Hierauf wftssert man 
wieder und legt die Kopien 1 bis 2 Minuten 
in ein für blaue Töne bestimmtes Tonbad. 
Die wenig belichteten Teile des Bildes uA- 
men einen schwarzen Ton an, während die 
stark belichteten Stellen bis zu den Halb- 
schatten abgestuft einen bliulichen Ton 
erhalten. Diese entgegengesetzte Farbwirk- 
ung ruft bei Winterlandschaften und solchen 
mit Kauhreif einen ganz natürlichen Ein- 
druck hervor. Bm, 



179 



Besohmutete Photographien zu 

reinigen. 

Eb dürfte gewiß manehem willkommeii 
seiii, zu erfahren, wie man alte und sohrnntzige 
Photographien reinigen kann« L, K, Turner 
gibt nachfolgende Mittel an. Leichter Sehmatz 
and Staab llBt neh mit Brotkramen oder 
Radiergnmmi abreiben, nor muß dies vor- 
uehtig geeehehen; damit die obere Silber- 
aehieht nicht angegriffen wird. Für fettigen 
Sehmatz maß man ab LOsmigBmittel Benzin, 
Schwefelither oder Petroleam benatzen. In 
solchen FUlen maß man das Bild von seiner 
Unterlage k>slÖ8en, euiige Zeit in die betr. 
FlOssigkeit legen, den Fleck wiederholt mit 
einem Wattebaosch bestreichen, and es dann 
freihingend trocknen lassen. Schichtlose 
Bilder kann man anch wirkangsvoU durch 
AoOegen von Ton, mit Wasser oder Aether 
SDgerfthrt, behandebi, and das Verfahren 
so lange wiederholen, bis die Flecke ver- 
sehwonden sind. Violette Stempelfarbe 
eatfenit man durch Einlegen des Bildes in 
fünffach verdttnnte Salfitlaage. Tintenflecke 
entfernt man mit lOproz. Qxalsftare oder 
Zitronensäare. Die Bilder müssen stets gut 
gewiasert werden. Für das Abweichen der 
Bilder von ihrer Unterlage gibt es eben- 
falb verschiedene Verfahren. Gelloidin-Platin- 
oder Albamin- Bilder werden in warmes 
Waaaer gelegt, bis sich die Bilder leicht 
abziehen lassen. Odatinebilder müssen lln- 
gere Zeit in kaltem Wasser liegen and ganz 
voniehtig abgelOst werden. Bilder mit 



einer Laeksehicht lassen sich mebt gar nicht 
ablösen. Bm. 

€Photoffraphy* 1909, S. 490. 



Cupril 

ist one konzentrierte TonbadlOsang, die 
man für alle Glasdiapositive and SUberent- 
wicklangspapiere verwenden kann. Beding- 
ang dabei ist, daß man nar gat fixierte 
and gat gewaschene Bromsilberbilder mit 
Gapril behandeln darf, am gate Erfolge za 
erzielen. Zam Gebraach mischt man 50 
bis 100 ccm Gapril mit 100 ccm Wasser. 
Die Wirkung tritt sofort ein. Je nach 
LAnge der Einwirkangsdaaer ergibt das Bad 
lichtechte Farbtone vom Lila bis zam 
Eastanienbraan, wobei die Weißen stets 
rem bleiben. lYisdi getonte Bilder müssen 
in «ner Schale mit Wasser 15 bis 20 
Hinnten bewegt werden, dann bringt man 
sie 2 Minaten in eme andere Schale mit 
5proz. BisalfitlOsang, hleraaf werden die 
Bilder in eine dritte Schale mit lOproi. 
FixiematronlOsang gebracht, wo sie sich in 
1 bis 2 Minaten klären. Man Ußt die 
Bilder nan abtropfen and legt sie noch 5 
Minaten in eme vierte Schale mit ebenfalls 
5proz. BisalfitlOsang, woranf man wie ge- 
wöhnlich anter mehrmaligem Wasserwechsel 
wäscht. Das Oapril-Tonbad hält sich im 
Dankehl aufbewahrt lange Zeit and kann 
wiederholt verwendet werden. Bm. 

€ApoUo» 1909. 



BOohapsohau. 



Chemiseh - techsisohe üntersnohongs- 
methoden heraasgegeben von Professor 
Dr. O, Lwige and Privatdozent Dr. 
E. Berl, ZüricL Erster Band, sechste, 
vollständig amgearbeitete and vermehrte 
Aoflage. Mit 163 in den Text ge- 
draekten Fignren. Berlm, Verlag von 
Julius Spritiger 1910. 674 Seiten, 
62 Tabellen. Preis: broschiert 18 Mk., 
gebunden 20 Mk. 50 Pf. 

Wie aus dem Vorwort der Herren Verfasser 
hervorgeht, ist der umfang dieses hervor- 
ragenden Werkes auf vier B&nde bemessen, 
TOD denen jeder sein eigenes Register erhalten 



soll. Die Anordnung des Stoffes in vor- 
liegendem ersten Bande ist derart, dai bei den 
versohiedenen Indastriezweigen zuerst die Boh- 
stofFe, dann die Zwischenprodukte behandelt 
sind. Die häufiger vorkommenden Operationen 
nnd Apparate sind im allgemeinen Teil in klarer 
Sprache behandelt. Hier wird in eingehendster 
Weise n. a. die Technik der Probenahme grob- 
stüokigen, körnigen and pnlverförmigen Gates 
an Hand zahlreicher, verständHoher Abbildongen 
von Werkzeugen gezeigt und auch das not- 
wendigste über die Probenahme von Flüssig- 
keiten gesagt. 

Volle Anerkennung gebührt dem Abschnitt 

Maßanalyse, in dem eine Menge eigener, 

I für den Praktiker beachtenswerter Beobacbt- 

I ungen enthalten sind. Mit Recht wird hier der 



180 



Wunsch ausgesprochen, daß das Wort «Liter» 
und dessen Unterabteilungen in Zukunft nur für 
das wahre (metrische) Liter verwendet und alle 
chemischen Meßgeräte hierauf basiert werden 
möchten, obwohl nicht zu verkennen sei, daß 
erhebliche Schwierigkeiten durch die ungezählten 
Tausende von nach Mohr's System justierten 
Geräte entstehen werden, die man nicht einfach 
wird wegwerfen wollen; für Gefäße, die zu 
analytischen und gasvolumetrisohen Zwecken 
beetuomt sind, wird allerdings von vornherein 
nur das wahre Liter in Frage kommen können. 

Bei Besprechung der Büretten ist diejenige 
mit Glasstäbchenverschluß ohne metallenen 
Quetsohhahn als billigste und zweckmäßigste 
empfohlen. Zur Vermeidung der Parallaxe so- 
wohl, wie um eine sobärfexe Ablesung herbei- 
zuführen, ist die von Qöckel konstruierteVizier- 
blende empfohlen, da diese die Verwendung von 
Sohwimmem entbehrlich macht Auch die Kais. 
Nonnal-£iohungs-£ommission hat die Verwend- 
ung der Schwimmer, weil unzmverllssig ver- 
worfen. Bei der Abhandlung «Theorie der In- 
dikatoren» sind die Ansichten von Osiwäldj 
Stieglitx und Hantxteh gegenübergestellt. Nach 
letzterem ist bei der BUdung von Salzen (mit 
farblosen Metallatomen) jedes Auftreten oder 
jede Veränderung der Körperfarbe auf intra- 
molekulare Ümlagerung zurückzuführen (Chromo- 
Isomerie). 

Die lonisationstheorie der Indikatoren ist nach 
ihm unwahrscheinlich, wofür die Gründe ange- 
geben sind. Der von Bomträger als Ursubstanz 
für die Herstellung von Normallösnngen em- 
pfohlene Weinstein scheint nur in italienischen 
Versuchsstationen angewendet zu werden ; es ist 
nicht einzusehen, was er vor der Soda voraus 
haben soll. Die weiteren Abschnitte über die 
Gasvolumetrie, Aräometrie, Zug- und Druck- 
messung (Manometer und Anemometer), Wärme- 
messung (Thermometrie und Pyrometrie) sollen 
nicht übergangen werden, ohne auf die sorg- 
fältig ausgeführten Zeichnungen hingewiesen 
zu haben. Flg. 57, S. 177 zeigt das von Lunge 
für alle bei der Gasvolumetrie in Betracht kom- 
menden Arbeiten zusammengestellte Universal- 
GasYolumeter. 

Von Interesse dürfte beim Kapitel Pyro- 
meter die Angabe sein, daß Egraeug durch 
Vergleich mit einem Platin-Platiniridiumthermo- 
element unter Zugrundelegung des Schmelz- 
punktes von reinem Platin bei 171(y> die Schmelz- 
punkte feuerfester keramischer Massen, darunter 
auch der höchstsohmelzenden iSie^er-Kegel neu 
bestinunt hat. Es ergaben sich die Schmelz- 
punkte der «SS^er-Kegel 

Nr. 36 zu 17050 (nach Eeekt 1850o) 
» 35 > 16850 — 18300 

» 34 » 1670> — 18100 

» 33 > 16500 — 17900 

» 32 y 16350 — 17700 

> 31 » 16180 — 17500 

» 30 » 16050 __ X7300, 

also wesentlich niedriger als dio Ton Beeht ge- 
machten Angaben. Vergl. auch die im Anhimg 
S. 33 nochmals aufgenommene Tabelle. 



In der Atomgewichts tabelle von 1909, 
S. 250, Anhang S. 35, sehen wir die Zahl der 
Elemente auf 81 gestiegen, neu hinzugekommen 
sind Dysprosium Dy 162,6 
Europium £u 152,0 
Lutetium Lu 174,0. 

Der spezielle Teil enthält neben den Mono- 
graphien der Herausgeber, noch solche von 
F, Fisefier^Oötüngen und L, TVs^ent-Leopolds- 
hall-Staßfurt und umfaßt die teohnische Gas- 
analyse, die Untersuchung der festen Brenn- 
stoffe, die Fabrikation der schwefligen Säure, 
Salpeter- und SchwefeLiäure, Sulfat- und Salz- 
säurefabrikation, Fabrikation der Soda, Indnatrie 
des Chlors, KaU^alze, verflüssigte und kompri- 
mierte Gase. Ä\a Ausgangsmaterial für die In- 
dustrie des Chlors kommen beim TTeUon- Ver- 
fahren Braunstein, Aetzkalk und Kalkmilch in 
Betracht, während das Z^aoco»- Verfahren kein 
anderes Ausgangsmatexial als die Salzsäure selbst 
hat. 

Beim Endpunkt Kaliumchlorat dieser In- 
dustrie lassen die Herren Verfasser (S. 605) die 
deutsche Pharmakopoe Salpeter in chlorsaurem 
Kali duroh aikaUsohe BesMon der gesohmolsenen 
Masse nachweisen, was nach allen Autoren durch- 
aus trügerisch ist, aber für das Deutsche Arznei- 
buch (Pharm. Germ. IV) auch garnicht zu- 
trifft. Das Deutsche Arzneibuch R, v, Deek&r'a 
Verlag, Berlin 1900 schreibt auf S. 206 viel- 
mehr folgendes vor: «Ig Kaliumchlorat soll, 
mit 5 com Natronlauge und einem Gemische von 
je 0,5 g Zinkfeile und Eisenpulver erwärmt, 
Ammoniak nicht entwickeln». 

Die von den Herren Verfassern erwähnte 
Probe auf die Reaktion der Schmelze war in 
der längst verschwundenen Pharmakopoea Ger- 
manica editio altera vom Jahre 1882 (S. 147) 
enthalten; das Arzneibuch für das Deutsche 
Beich (Pharm. Germ. III) vom Jahre 1890 ent- 
hielt diese Probe schon nicht mehr. 

In dem großen Werke von Lunge und Berl^ 
dessen 1. Band durch ein ausführliches Namen- 
register und vollständiges Sachregister beschlossen 
und durc)i 62 Tabellen wertvoll ergänzt wird, 
finden der Chemiker und Apotheker Antwort 
auf alle Fragen, die in bezug auf chemisch- 
technische Üntersuchungsmethoden an sie heran- 
treten. Seines unerreichten Inhaltes wegen sei 
dieses erstklassige Werk daher bestens em- 
pfohlen. J. iV. 

Untersuchungen über Ziehorie* von Dr. 
Ferdinand Hueppe, ProfesBor der 
Hygiene und Vorstand der allgemeinen 
Untersuehungsanstalt ffir Lebensmittel an 
der dentsehen Universität in Prag. 
37 Seiten, 6 Tabellen. Berlin 1908. 
Verlag von August Hirschwald. Preis: 

1 Mk. 

Bei der grofien Bedeutung der Zichorie für 
Volksernährung hat der Herr Verfasser sich der 
dankbaren Aufgabe unterzogen, eine eingehende 
Untersuchung über diesen Gegenstand anzu- 
stellen. Wenn ein £affeesurrogat, wie Zichorie, 



181 



auch den Kaffee nicht ersetzen kann, so liefert 
sie wie dieser ein Getränk, welches in mancher 
Hinsicht dem Kaffee ähnlich, aber wesentlich 
billiger ist. Zar Zeit der Einführung der Kon- 
tinentalsperre durch Napoleon hat die Herstell- 
ung von Zichorie ihren großen Aufschwung ge- 
nommen, so daß in jener Zeit dieselbe nicht 
nur ein Zusatzmittel blieb, sondern vorüber- 
gehend sogar als Ersatzmittel für Kaffee eintrat. 
Interessant ist die Ansicht des Verf., daß die 
starke Zunahme des Milohgebrauchs beim Früh- 
stück, die Folge der Einführung der Zichorien- 
wurzel in die Ernährung ist Die Untersuch- 
ungen, welche Verf. in Gemeinsehaft mit KrxMan 
ausgeführt hat^ sind in 3 Tabellen zusammen- 
gestellt. Wir erfahren darin die prozentische 
Zusammensetzung der Ziohorienwurzel verschie- 
dener Produktionsländer, das Extrakt und die 
Zusammensetzung der Aache aus der böhmischen 
fflchorienwnrzel. Eine große Bolle spielt der 



Inulingehalt. Eine Gefahr des Gehalts der 
Zichorie an Kalisalzen für das Herz hält Vert. 
bei richtiger Herstellung des Getränkes für aus- 
geschlossen. Die Zichorie hat eine volkswirt- 
schaftliche Berechtigung, in Deutschland betrug 
die ausgebaute Fläche im Jahre 1897 = 6170 ha, 
was einem Produktenwert von 4 100 000 Mark 
entspricht Der Wert des Darrproduktes ist auf 
ö 750 000 einzuschätzen. Auch als Genußmittel 
entspricht die Zichorie gesundheitlich einigen 
Bedürfnissen. Möge die inhaltreiohe Broschüre 
einen großen Leserkreis finden. J, Pr. 

Preislisteii sind eingegangen von : 
Buchhandlung Gustav Foek in Leipzig über 
Zeitschriften, Sammelwerke, Bücher z. T. aus 
den Bibliotheken der fProfessoren J. Thomstn^ 
Kopenhagen und C. A. Bisehoff ^ Eiga. (Voran 
geht eine Abhandlung « Ju«ftM Liebig als Roman- 
tiker» von Wilhelm Osttcald), 



Ifersohiedene MittoilunBaiii 



Zur Auslegong 
pharmaseutisoher Gesetae usw. 

(Fortsetzung von Seite 164.) 

419. Yen der Arzneitaxe darf nicht ab- 
gegangen werden, aneh wenn der Apotheker 
für die Besehalfnng der Arzneimittel einen 
höheren Aufwand hatte. Dieser Grundsatz ist 
bei einer Beiohsgerichtsentscheidung, nach einem 
Bericht in der juristischen Zeitschrift «Das 
Becht», aufgestellt worden. Das Urteil lautet 
wie folgt: 

Ein Apothekenbesitzer kann durch Forderung 
und Annahme von die Arzneitaxe überschreiten- 
den Preisen darin einen Betrug begehen, wenn 
nach seinem und des Käufers Willen die Taxe 
bei den Berechnungen der Arzneipreise zugrunde 
gelegt werden soll, sonach der Apotheker ver- 
pflichtet ist, nach der Arzneitaxe die Arzneien 
zu berechnen und der Käufer dies zu erwarten 
berechtigt ist, der Apotheker aber in dem Be- 
wußtsein, daß der Käufer die Forderung auf 
ihre Yertragsmäßigkeit nicht prüfe oder nicht 
prüfen könne, sei es, weil er sich auf die Ver- 
einbarung yerläßt, auf die Redlichkeit oder 
bessere Sachkunde des Apothekers, sei es, weil 
ihm die eigene Fähigkeit zur Prüfung fehlt oder 
sonstige Qründe ihn abhalten, er vielmehr ohne 
solche Profong der Beohnong geetellten Betrag 
als y er trag s mäßig zu leistende Vergütung aner- 
kennt, diese Umstände arglistig benutzt, um im 
Hinbuck auf die Gepflogenheit des Käufers mittels 
seiner Fordernngsaufstollung in diesem den Irr- 
tum zu erregen oder zu erhalten, er könne sich 
auf den Bechnnngsansstelier verlassen, dieser 
fordere nur was er vertragsmäßig zu fordern 
boedhtigt sei, nämlich die Preise nach Taxe. 



420. Arzneimittelterkehr Im Umherziehen. 

Ein Hausierer, der laut seines Wandergewerbe- 
soheines für Schreibmaterialien, Zuckerwaren 
usw. auch Dr. Schöpf er's Brusttropfen usw. ver-^ 
kaufte, war vor der Liegnitzer Strafkammer an- 
geklagt, seine Befugnisse als Hausierer durch 
Feilhalten von Heilmitteln und Geheimmitteln 
übertreten zu haben. Der Angeklagte war näm- 
lich vom Schöffengericht zu Haynau zu 96 Mk. 
Geldstrafe verurteilt und hatte gegen dieses 
urteil Bevision eingelegt, mit der ^gründung, 
er habe nur einfache Hausmittel angepriesen. 
Die Strafkammer jedocb, schloß sich ganz dem 
gefällten Urteil an, in dem sie ausführte, wenn 
es sich auch um freiverkäufliche Mittel handeln 
würde und selbige auch als Vorbeugungs- und 
Genußmittel dem freien Verkebr überlassen 
seien, so wäre dennoch ein Feilhalten im ü m • 
herziehen verboten. (Apoth. -Ztg. 1909, 
Nr. 28.) Ä. W. 

Ueber Basillit 

Der Ortsgesundheitsrat zu Karlsruhe erläßt 
nachstehende Warnung. Die Basillit-Com- 
pany Beriin SW 48, Friedrichstr. 238, empfiehlt, 
anstelle des Basierens sich eines Enthaarungs- 
mittels «Rasillit» zu bedienen. Nach dem Er- 
gebnis der chemischen Analyse besteht das 
«Rasillit» im wesentlichen aus Schwefelcaicium 
neben geringen Mengen von Schwefel, Eisen, 
Magnesium und schwefelsaurem Kalk. Das mit 
Wasser zu einem Teig angerührte Schwefel- 
caicium (Rasillit) hat infolge seiner ätzenden 
Wirkung die £igenschaft,';Haare zu einer gallert- 
artigen Masse zu lösen, wodurch seine Wirkung 
und Benützung als Enthaarungsmittel bedingt ist. 
Wenn das Schwefelcaicium, der Hauptbestand- 
teil des RasiUits, auch nicht zu den direkt ge- 



182 



sandheitssohädlichen Stoffen im Sinne des § 8 
des Reichsgesetzes vom 5. Juli 1887, Stoffe, die 
zur Herstellung von kosmetisohen Mitteln (Mittel 
zur Reinigung, Pflege oder fUrbong der Haut 
usw.) nicht verwendet werden dürfen, zu rech- 
nen ist, so kommt demselben doch eine ätzende 
Wirkung zu und es vermag, io Teigform auf 
empfindliche Haut zwecks Entlemung der Haare 
gebracht, wenn die Stellen nicht sofort naoh 
dem Gebrauch gründlich mit Wasser ausge- 
waschen worden, Entzündungen und Aetzunpen 
der H^ut hervorzurufen. Das Mittel ist deshalb 
mit Vorsicht anzuwenden. 



Sammlung für das Friedrioh 
Mohr-Denkmal in Coblenz. 

An die Haupt-Sammelstelle (Bankhaus Leopold 
Seligtnann in Coblenz) sind folgende Beiträge 
abgesandt worden: W. Sekeleher''Dre8deo 3 M. 
— Ztm/ner-Loschwitz 3 M. — Wameck-Bah\9,Vi 
2 M. — Dr. iVe«cÄer-Cleve 3 M. Ges. UM. 
Den Spendern besten Dank! 

Geschäftsstelle der Pharmazeutischen 
Zentralhalle. 



Deutsche Phannazentisohe Gesellschaft. 

Tagesordnung für die Donnerstag, den 3. Mfirz 
1910. abends 8 ühr, im Vereinshaus Deutscher 
Apotheker, Berlin NW 87, Levetzowstr. 16b, statt- 
findende Sitzung. 

Herr Obezapotheker Dr. Witlff-Bnoh bei 
Berlin: »FnUapparat für Ampullen. c 

Aussprache über die für den Internationalen 
Kongreß für Pharmazie in Brüssel 1910 vorge- 
sehenen Verhandlungsgegeestände. 



Preise neuerer Spezialitäten. 

(Xni. Fortsetzung von Seite 142.) 

Der Verein der Apotheker Dresdens und der 
Umgegend hat in dem Bericht über die Sitzung 
am 11. November 1909 die Faohgenossen gebeten, 
die naoh Punkt 21 der Vorbemerkungen zur 
Deutschen Arzneitaxe berechneten 



Preise für neue Spezialitäten bis zur ead- 
gildgen Festsetzung einzuhalten. 

(Für Schönheitsmittel, Nährmittel, Seifen, ein- 
fache Mittel, Verbandstoffe, Duftstoffe, Bonbons, 
Bäder-Zusätze usw. ist von einer Berechnung 
des Preises naoh Punkt 21 der Arzneitaxe 
abgesehen worden. Sekriflleüung.) 




Annel- 

Taxa 

Punkt 21 



Keae SpeziaLItäteii. 

Argoferment •Beydsfi* 

Kart, zu 6 Amp. 

zu f^ com 

Arsen-Peptoman * Rieche» 

Fl. zu V« kg 

Astra [kali römisches Eäu- 

cher mittel] % Dose 

Vi - 
Aural- Goldtropf. *Ltndtg 

Glas 

CalcinmresiDat •Lindtg* 

Flasche 

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tropfen Vt Flasohe 

Vi « 

Abiesolin % Flasche 

Vi - 

Pilules antidiabetiques 
«Dr. Sejoumei* Glas 

Triela-Bandwurmmittel f. 
Kinder Schacht. 

Erwachsene » 



}^ 



10 



1,41 

1,70 
2,55 

2,- 
1,50 



1,10 
-1Ö2.5 
—,06 
-,12 
—,36 
-.60 



1,55 
3~ 



0,80 
0,32 
0,57 

-,66,7 
1,33„ 

-,66y7 

1,20 

3,40 

0,80 
1,60 



2,25 



3^ 



2,— Räuch.ll. 
3,— Räuoh.M. 



3- 
2,- 



0,20 

0,75 

-10 

—,20 

—,60 



3^20 

2,40 



Seife 
Schnb.-M 



2,30 
4,50 



1,20 
0,50 
0,90 

1,- 
2,~ 

I1- 
1,80 

5,50 



%4& 

4yS0 



Bfid.-Z. 



1,10 
2,10 
1,10 
1^ 



1,29 

2,55 



Bpieffweohsel. 



K. K. in H. Ueber den Longlife- 
Apparat finden Sie ausführliche Mitteilung 
Pharm. Zentialh. 88 [1897], 852 und 47 [19061, 
917. 

£• Ph. Fabr. in Meppel. Selbsttätiges 
Backpulver besteht aus 2 T. Weinstein, 1 
T. Natriumbikarbonat, 1. T. Weizenmehl, ge- 
misoht und gesiebt. 



Dr. A. Sic Ueber die Herstellung phos- 
phoreszierender Massen. (Leuoht- 
steine) zum üeberziehen von Porzellanfiguren 
finden Sie ausführliche Mitteilungen in der 
Pharm. Zentralh. 44 [19031, 674 und 50 [1909], 
1077. 

Anfirage. Woraus bestehen Eutolbonbons 
und wer fertigt sie an ? 



Dr. A. BeliB«id«r, 
Fir dte Leltimf Tcnuitwwrtlleh: Dr. A. Sehaelder, Drafdan. 
Bnobhand«! dueh JalUi Springer, Bertia N., Bloid>ijom»bils 8 
Dnwk TOD Fi. Tittal Naehf. (Barnh. Ennath), Draadei* 



moLL&Ga 



VJ- 



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1 




=^ 



LvilwiiiihafaLlilL 



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HiTenreiiliernlLlgang 



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Dosis: als SedAtiTnm 0,3 g mehrmals täglich; 

als leichtes Hypnotiknm 0,6 g vor dem Schlaf eDgehen als Palver od. in Tabletten« 

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8.18SUf202 



Dresdeo, 10. März 1910. 



Erscheint jede^i Donnerstag. 



5k 

Jahrgang. 



labitt: CfecMie «Ml Ph«raaii#: Neaer Steriliiientppwftt. — Sirapi sieoati. — FlraisbilduDC dar 0«le. — Ncur 

«Mpbt im Annfiwibnriwt. — N«ae AagraMUben.— Atsiitiaitt«! and Hpesl^iilcii.— Gewinn. lelnen AetbylAlkoholB. 

-ExtnküTitofiiB des FlachüeiMhes. — Spritol. — NeturuffiBlttel-OieBle. — SThenpemtlMfee MitteUinfM.- 

PkotosmpMselie tfltt«UvBffeB. ^ BlelienekMiL — ▼•nieliledeBes. — Brl«fweeiu«l. 



Chemie und Pha 



£m neuer 

die Rezeptur. 

Von Max Nyman^ 

ittjatent an dem pharmazeatisohen Institat der 
üniyersitat zn Helsingfors. 

Die neue flniache Pharmakopöe-Aos- 
Sabe fahrt Vorschriften anf znr Steril- 
isiening von Heilmitteln nnd Verband- 
stoSen, die als steril von den Apotheken 
Tolangt werden. 

Zur schnellen Sterilisierang mit Wasser- 
dampf z. B. yon InjektionslOsnngen nnd 
kleineren Mengen Verbandstoffen gibt 
es keinen vollkommen passenden Apparat. 
Süiiige sind zn groB nnd teuer, um in 
kleineren Apotheken zur Anwendung 
ZQ kommen, und teilweise nimmt die 
Sterilisierung zu lange Zeit in An- 
sprach, als daß dieselben mit Vorteil in 
der Rezeptor verwendet werden könnten, 
hl der Regel sind die Apparate so ein- 
gerichtet, dafi der sterilisierte Gegen- 
stand nicht während des Kochens her- 



ausgenommen werden kann, und es 
können infolgedessen auch keine neuen 
Gegenstände hineingesetzt werden, ehe 
Abkfihlung stattgefunden hat. Alles 
das kann ohne Schwierigkeit mit dem 
von mir angegebenen Apparat ausge- 
führt werden. 

Wie aus den Abbildungen ersichtlich 
ist, besteht der Apparat aus einem 
Kochtopf mit einem hineingesenkten 
Zylinder, in welchen die zu steril&erenden 
G^enst&nde gelegt werden. Zur Er- 
hitzung können Gasbrenner, Gasöfen, 
Spirituslampen, Petroleumöfen oder ge- 
wöhnliche Kfichenöfen zur Anwendung 
kommen. Der aus Kupfer hergestellte 
Kochtopf ist mit Asbest bekleidet und 
ruht auf einem durchbrochenen Dreifuß. 
Der ffir die zu sterilisierenden Flaschen, 
Instrumente, Verbandstoffe usw. be- 
stimmte durchbrochene Nickelzylinder 
ist mit einem isolierten Deckel aus dem- 
sdben Material wie der Kochtopf ver- 
sehen. Der Zylinder hat denselben 



18i 



DHrcbnKBSBr wie die mtästem verwen- 
daten and in allen Apotheken beflnd- 
lichen iDfoDdierbflchseD (etira 9,5 om), 
wodarch der Torteil i^ewoniwn wird, 
dafi der Apparat anch znr Bea^toBg 



von Ani^UBsen bennizt werden bann, 
falls kein Dampfapparat Torbanden ist 
oder nicht ang:ewendet wird. Die 
Zylinderhohe ist SO cm. 

Probegläser and kleinere Kolben mit 
N&hrbOden fOr bakteriologiache Unter- 
sachnngen können aach mit Leichtig- 
keit stüillisiert werden, wie aach Agar- 



md QfJatJHeiBiMW veifllsaigt wttAem 
kSoDen. An der Seite des Eochkeasda, 
onteitalb der ^bestbekleidnag, befindet 
neh eü kleiaae hoA, durch welches 
die Luft anagetrieben wird, wnui der 
BpezUtscb leuhtere Waaserdampf den 
Apparat ftUIt Die Bterüiaiening ge- 
winnt dadurch an Wirksamkeit. AoBer- 
dem ersetzt das Loch ein Wasserstands- 
n^, and TO'hiBdert daflardi, daB zu 



viel Wasser in den Apparat gefOUt 
wird. 

Der Apparat wird von Konstamideriet 
Koru in Helsingfws (Finland) Marie- 
gatan 94 h^gestellt and in den Handel 
gebracht. _ 

Simpi Biooatl 

Bind, wie der N&me sagt, troAne Simpe. 
So stellen der Sirnpu OerMoniin und Sini- 
puB Rnbi Idui äeeatos pulverartige Maasen 
von gelblich bis rdUieh branner Farbe dar, 
die den Geeehmaek naeh r^em Kineb- oder 
Bimbeertirnp beütun. In Waoser Uiea «e 
mit der diesen eigoien Farbe anf. 
J. D. Biedel, A.-G. in Be^. 
a. iL 



185 



Die FimiBbildung der Oele. 

Von Dr. Küki. 

Die pflanzlichen Fette sind Verbind- 
ungen höherer Fettsaaren mit dem drei- 
wertigen Alkohol Glyzerin, einige von 
ihnen sind durch die Eigenschaft ausge- 
zeichnet, an der Luft einzutrocknen, 
einen Firnis zu bilden. Diese Fähig- 
keit wird durch die chemische Zn- 
sammensetzung bedingt, sie kommt nur 
den Fetten zu, welche ungesättigte, 
der «Polymerisation» fähige Säuren ent- 
halten. Den unterschied zwischen ge- 
sättigten nnd ungesättigten Säuren möge 
ein Beispiel erläutern: Die Stearin- 
säure ist eine gesättigte Verbindung 
und entspricht der Formel CnHssCOOH, 
an der Liuft verändert sie sich nicht, 
gleichfalls ist eine direkte Einwirkung 
von Sauerstoff .nicht yoriianden. Ent- 
zieht man der Stearinsäure zwei Atome 
des emwertigen Elementes Wasserstoff, 
so gelangt man zu einer ungesättigten 
Verbindung, der in den trocknenden 
Oelen yorhandenen Oelsäure, ihr kommt 
die Formel GnHssCOOH zu. Leitet 
man einen Lnltstrom^ besser noch einen 
Sauerstolbtrom durch die Oelsäure, so 
nimmt sie ein Atom Sauerstoff auf und 
geht in den gesättigten Zustand fiber. 

C17H33COOH + = C17H33OCOOH. 

Läßt man eine Holztafel, welche mit 
Leinöl eingerieben wurde, an der Luft 
stehen, so trocknet bekanntlich das Oel 
ein — wiederholt man das Experiment 
mit Olivenöl^ so bleibt die Tafel 
schmierig. 

Die Versuche, fiher welche nachfol- 
gfend berichtet werden soll, bezwecken 
die EIrforschung des Charakters der 
Fimisbüdung. Mich beschäftigte zuerst 
die sogenannte «Autoxydation» der 
trocknenden Oele; ich benutzte Leinöl, 
Hanföl, Mohnöl, Nußöl und Sonnen- 
blumenöl. 

1. Das Leinöl. Das kaltgesdbla- 
gene Leinöl ist goldgelb, von eigentum- 
lichem Leingeruch und -geschmack, es 
nimmt sehr bald Sauerstoff aus der 
Luft auf, gewinnt hierbei eine hellere 
Farbe, erhält infolge der Zersetzungen 
einen etwas ranzigen Qeruch und wird 



in offenen Oefäßen zuletzt ganz dick- 
flQssig. Bei 15 C ist es 9,7 mal, bei 
7,50 C 11,6 mal dickflfissiger als 
Wasser. Bei zunehmender Kälte wird 
es blaß und trübe, bei — 27<> (/erstarrt 
es zu einer festen gelben Masse. Wird 
Leinöl bis anf 320 bis 375 <> C ertiitit, 
so entzuQdet es sich und brennt. ohne 
weiteres Erhitzep ruhig {ort, bis Teer 
undEoUe zurückbleiben. Leitet maji 
Sauerstoff in das nicht erwärmte Oe), 
80 findet eine kräftige Oxydation Matt, 
äußerlich gibt sich die Reaktion, kuufi 
durch die dicken weißen. Nebel, welche 
stoßweise und daher ringförmig auf- 
steigen. In 1,6 Teilen Aether, 40 Teilen 
90proz. Alkohol, jS Teilen absolutem 
Alkohol löst sich das Leinöl, mit Chloro- 
form, Schwefelkohlenstoff, Terpentinöl 
ist es in jedem VerbältQis mischbar. 
Sobald das Leinöl eintrocknet, ver- 
harzt, wird es von Weingeist nicht 
mehr gelöst. Hierin gibt sich schon 
die große Veränderung kund, welche 
mit ihm yorging. Das Leinöl stellt ein 
Gemenge dar von LinoleiD, Oleia, Pal- 
mitin und MyrisUn. Der Hauptbestand- 
teil ist das Linolein, das Giyzerid der 
Leinölsäure CSJ5H27COOH, welche sich 
in allen flmisblldenden Oelen findet und 
der wesentlichste Faktor des Austrock- 
nens ist. Die Leinölsäure nimmt sehr 
leicht Sauerstoff auf und geht in Ozy- 
leinölsäure fiber. Diese Verbindung er- 
hält man nach Mulder^ wenn man die 
ätherische Lösung des leinölsauren Bleies 
auf Glasplatten ausstreicht. Beim Ver- 
dunsten bleibt ein weißer, trockener 
harter Rückstand, welcher aus oxylein- 
ölsaurem Blei besteht. Behandelt man 
diesen mit Alkohol, so geht er in Lös- 
ung, und aus letzterer wird durch Ein- 
leiten von Schwefelwasserstoff das Blei 
als Schwefelblei ausgeschieden. Aus 
der so erhaltenen Lösung von Ozylein- 
ölsäure kann man diese durch Wasser, 
in welchem sie unlöslich ist, als weiße 
amorphe Masse sfnsfällen. Die Ozylein- 
ölsäure erleidet langsam an der Luft, 
schneller beim Besprengen mit Aether 
eme weitgehende Veränderung, sie ver- 
liert die klebrige Beschaffenheit, den 
sajoren Charakter und geht in einen 



186 



neatralea, in Aether onlOslicbeii EOrper 
Aber, das Linoxyn C32H54O11. Dieses 
baben wir als das cbarakteristische Pro- 
dukt aller trocknenden^ in der Malerei 
verwendeten Oele anznseben. Wie wir 
spater an der Hand einschlägiger Ver- 
snobe sehen werden, spielen ^e Metidl- 
sanerstoffyerbindnngen, welche mit den 
trocknenden Oelen zn Firnis verarbeitet 
werden, nur eine sekandftre Bolle, sie 
vermitteln anf ckatalytischem» Wege die 
Bildung des linozyns. In gekochtem 
Leinöl bildet sich dieses schon nach 
einigen Tagen. Beibt man feingepul- 
verten Braunstein, Mangandiozyd Mn02, 
also eine sauerstoffreiche Manganver- 
bindung mit LeinOl an, erhitzt etwa 
5 Minuten zum Sieden, so erhftlt man 
eine zähe, schwarzbraune Elflssigkeit, 
welche schon nach 24 Stunden an der 
Luft erhärtet. Dieses Eintrocknen des 
Leinöles, bezw. des Leinölfirnisses ist 
mit einer Zersetznug des Oeles ver^ 
bundeo, es bandelt sich also nicht nur 
um eine einfache Sauerstoffaufnahme^ 
sondern die LeinOlsäure erfährt eine 
durchgreifende Veränderung. Diese wird 
sofort ersichtlich, wenn wir die Formel 
der LeinOlsäure neben die des Linozyns 
stellen : 

LeinOlsäure Linoxyn 

M6H27COOH C32H54O11. 

Uebrigens zersetzt sich auch ein Teil 
des in dem Oel mit den Säuren ver- 
bundenen Glyzerins. Infolge einer Sauer- 
stoffaufnahme findet eine Oxydation zu 
Kohlensäure, Ameisensäure, Essigsäure 
und Wasser statt. Diese Produkte ver- 
dunsten. Trotzdem erfährt das LeinOl 
beim Eintrocknen eine Gewichtszu- 
nahme, so daß mir diese bei meinen 
später erwähnten Versuchen als Mafi 
der Firnisbildung diente. 

8. Das Hanföl. Das frischgepreßte 
Hanföl besitzt eine grünlichgelbe Farbe, 
welche jedoch bald verloren geht, um 
einem mehr bräunlichgelben Ton zu 
weichen. Bei 15 <> & ist das Hanföl 
9,6 mal, bei 7,6 ^ C 11,6 mal dick- 
flflssiger als Wasser, bei — 16^ C be- 
ginnt es sich zu verdicken, bei — 28^ C 
bildet es eine weiche, bei —87^ (7 eine 
starre, feste, brännlichgelbe Masse. Das 



Oel löst sich in 30 Teilen kalten und 
in jeder Menge siedenden Alkohols, die 
Lösung in 18 Teilen siedenden Alkohols 
scheidet beim Erkalten Stearin, eine 
gesättigte Fettsäure G17H85COOH ab. 

Der wesentliche, für die Fimisbildung 
in Betracht kommende Bestandtdl ist 
wieder die Idnozjm bildende LednOlsänre. 
Es ist nicht so reich an dieser Ver- 
bindung wie das Leinöl, infolgedessen 
besitzt es auch nicht in so hohem Grade 
die Fähigkeit auszutroclmen, wie wir 
sjpäter sehen werden. Die in ihm reich- 
licher enthaltene Oelsäure C17H38COOH 
ist auch ungesättigt wie ein Vergleich 
mit der ebenfalls vorhandenen Stearin- 
säure zeigt. 

Oelsäure Stearinsäure 
C17H38COOH C17H35COOH 

An der Luft nimmt die Oelsäure 
langsam Sauerstoff auf und geht in Oiy- 
ölsäure G17H33OGOOH Aber, wobei sie zu 
einer hellgelben Masse eintrocknet. 

3. Das warmgepreßte Sonnen- 
blumenöl gehört zu den mittebnäßig 
trocknenden Oelen, es steht in dieser 
Beziehung dem LeinOl und auch dem 
Hanföl bedeutend nach. Seine Ver- 
wendbarkeit zu Fimiszwecken verdankt 
es einem Qehalte an Säuren, die der 
Leinölsäure nahe stehen. Neben Pal- 
mitinsäure und Oelsäure enthält es etwas 
Arachinsäure, welche für uns aber nicht 
in Betracht kommt. 

4. Das blaßgelbe bis hellgoldgelbe 
Mohnöl ist klar und dflnnflfissig, es 
besitzt einen angenehmen Geschmack 
und eigentflmlichen, aber sehr schwachen 
Geruch. Bei 16^ C ist das Oel 13,6 
md, bei 7,5^ (7 18,8 mal dickflüssiger als 
Wasser. Es gefriert schwer, bei — 16 <^ O 
ist es noch klar und dickflflssig, bei 
— ao^Cerstarrt es zu einer dicken weißen 
Masse. Diese bleibt bis zu einer Tem- 
peratur von —3^ fest, oberhalb dieser 
aber verflüssigt es sich wieder ziemlich 
schnell. Das Mohnöl löst sich in eioem 
gleichen Volumen Aether, in 86 Teilen 
kaltem und in 6 Teilen siedendem Spi- 
ritus von 96 pZt. Das Oel trocknet 
langsamer ein als das Leinöl, verwendet 
wird es zu Fimiszwecken bekanntlich 
in der Aeinen Malerei. Scdner chemischen 



187 



Znsammenaetziiiig nach besteht es in der 
Hauptsache wie das LdnOl ans leinOl- 
sanrem Olyzerid, daneben enthUt es 
die Olyzeride der Oelsänre, Stearinsäure 
und Palmitinsäure. Zum Schluß mflssen 
wir einige Bemerkungen einflechten Aber 
das meinen Versuchen ebenfalls zu 
Grunde lieg«mde 

6. NuBOl. Dieses trocknet noch 
besser als das LeinOl ein, ist aber sehr 
wertvoll und wird daher nur in der 
feineren Malerei yerwendet Es liefert 
Fimissey die wegen ihrer fast vollständ- 
igen Faiblosigkeit fflr weiße zarte Far- 
ben sich Yorzflglich eignen. Bei 15^ C 
ist das Nußöl )^,1 mal, bei 7,6^ C 11,8 
mal dickflfissiger als Wasser; bei 
— 17^ C beginnt.es sich zu verdicken, 
bei — S40 c bildet es eine durch- 
scheinende Masse und erstarrt völlig bei 
— 87,60 C, In kaltem Alkohol ist es 
schwer löslich, 100 Baumteile vermögen 
noch nicht einmal einen Baumtdl NiülOl 
zu lOsen. In heißem Alkohol ist es 
dagegen sehr lOslich ; 60 Baumteile 
n^men 100 Baumteile Oel auf. Beim 
Erkalten dieser alkoholischen Losung 
scheiden sich Fettsäurekristalle ab. 
Als trocknendes Moment kommt wieder 
das Glyzerid der LeinOlsfture in Betradit, 
weniger das der Oelsäure; Myristin- 
slnre und Laurinsäure sind die weiteren 
Bestandteile dieses fflr die Malerei wert- 
vollen Oelee. Fflr meine Versuche habe 
ich es frisch dargestellt und zwar durch 
Extraktion mit Tetrachlorkohlenstoff, 
welcher im Vakuum abgednnstet wurde. 

In dem ersten Versudi stellte ich die 
Schnelligkeit des Eintrocknens fest Die 
Ole wurden auf gleichmäßig abgehobelten 
und mit Sandpapier polierten Tafeln aus 
Fichtenholz ausgestrichen; die so jedes- 
mal behandelte Holzfläche maß 80 mal 
20 cm, die Oelmenge betrug 16 Qramm. 
Das NußOl trocknet am besten, dann 
folgt das LeinOl und endlich das HanfOl, 
Sonnenblumenöl und MohnOl. 

Im zweiten Versuch verfuhr ich ganz 
ihnlidi, nur ließ ich eine bestimmte 
Gewichtsmenge derOele auf Qla£fplatten 
eintrocknen und beguflgte mich nicht 
daadt, die Zeit zu ermitteln, welche 
zum Verharzen der Oele erforderlich 



war, sondern stellte gleichzeitig ihre 
Gewichtszunahme durch Wägung fest 

GewiohtazuDahme 
Dftoh dem Eintrooknen in Fzox. 
NqBöI 18,4 

Leinöl 16,5 

Hanföl 168 

Mohnöl 15,4 

SonnenblnmenSl 13,9 

Die erhaltenen Resultate standen nicht 
ganz im Einklang mit denjenigen, welche 
die qualitativen Versuche ergaben; die 
Gewichtszunahme des Hanföls war zu 
ho(^ im Verhältnis zu der des LeinOles. 
Ich verschaffte mir daher frischzubereitete 
Oele, bezw. stellte sie selber dar. 

Oewichtsznnahme 

nach dem Eintrooknen in Proz. 

Nußöl 19,6 

Leinöl 17,5 

Hanföl 16,8 

Mohnöl 15,6 

Sonnenblnmenöl 14,8 

Die Veränderung der Resultate ist 
darauf zurflckzuftthren, daß die Oele 
selbst vor Beginn der Versuche keine 
Sauerstoffaufnahme erfahrea hatten. In 
unseren weiteren Versuchen werden wir 
von frischgeschlagenen Oelen ausgehen. 

Selbstverständlich war es von Inter- 
esse die direkte Einwirkung des Sauer- 
stoffes auf die Oele zu studieren, weil 
gerade dieses Element die FimisbUdung 
verursacht. Ich leitete daher in 100 g 
Oel jedesmal 10 Minuten lang einen 
kräftigen Sauerstoffstrom. Das Gas 
wurde durch Erhitzen von Braunstein 
und chlorsaurem Kalium erhalten. Die 
Anordnung der Versuche wurde in ganz 
analoger Weise getroffen. 1 g des bei 
gewöhnlicher Temperatur mit Sauerstoff 
behandelten Oeles wurde jedesmal auf 
einer Qlasplatte 9 y^ \% goi ausge- 
strichen und bei 30 <) C7 im Wärme- 
schrank stehen gelassen. Die Fimis- 
bUdung trat viel rascher ein, wie aus 
nachfolgender tabellarischen Zusammen- 
stellung zu sehen ist. 

Gele 
ohne Saaentoifbehandhmg, 
Zeit des Eintroeknens 
Nnftöl 17 Standen 

Leinöl 19 » 

Hanföl 21 

Mohnöl 23 > 

äonnenblameoöl 23 V^ > 



188 





Oele 




mit SaneiBtoffbehandlnng, 




Zeit des Eintrocknens 


Nußöl 


9 Stunden 


Leinöl 


IOV4 » 


Hanföl 


12 


Mohnöl 


15 


Sonnenblamenöl 17 > 



Nach dem, was wir jetzt über das 
Trocknen der in der Malerei verwende- 
ten Oele wissen, dürfte sich der Ver- 
sach in seinem Resultate ohne Weiteres 
erklären. Durch Sanerstoffzafohr tritt 
die Verwandlang ein, welche eben eine 
Firnisbildang zar Folge hat, nämlich 
die sogenannte Autozydation. Daß der 
reine Sauerstoff energischer wirkt als 
der Luftsauerstoff, ist ohne weiteres 
verständlich. In der Atmosphäre nimmt 
er prozentualiter die zweite Stelle ein; 
der wichtigste, die oxydierenden Wirk- 
ungen hemmende Stoff ist der Stickstoff. 
Und dann kommt noch eines in Betracht. 
Nicht selten enthält die Luft zufällige 
Beimengungen wie z. B. schweflige 
Säure, Kohlensäure (diese stets), Schwefel- 
wasserstoff, welche in den Prozeß der 
Fimisbildung eingreifen und diesen 
nicht beschleunigen. Bei jeder Oxydation 
spielt das Licht, oder richtiger, dessen 
chemisch wirksame Strahlen eine wesent- 
liche Bolle. Ich hielt es daher für an- 
gebracht, auch nach dieser Richtung 
hin Versuche zu machen, um die Oxyd- 
ation der Fettsäuren eingehend zu stu- 
dieren, Die Gewichtszunahme infolge 
der Oxydation betrug für 

im im im im 

roten gelben grünen blauen 

Lichte Liohte Lichte Lichte 

pZt pZt pZt pZt 

Noßöl 5,05 5,95 4,22 9,18 

Leinöl 4,57 5,45 3,62 7,25 

Hanföl 4,31 5,17 3,45 6,65 

Mohnöl 3,75 4,98 3,14 6,42 

Sonnenblamenöl 3,25 4,80 3,05 6,31 

Die Versuche wurden ausgedehnt über 
30 Tage. 

Fassen wir das Ergebnis der bis- 
herigen Untersuchungen kurz zusammen, 
so erhellt, daß die Fimisbildung in der 
Tat eine Autoxydation, eine Wirkung 
des Sauerstoffes ist. Je intensiver dieser 
einwirkt, um so rascher trocknen die 
Oele. la der Praxis hat sich daher ein 



Verfahren eingebürgert, gut und fest 
trocknende FirnisOle herzustellen durch 
Behandlung der Oele mit einem starken 
Luftstrom. Femer sahen wir, daß die 
Oxydation eine chemische Umsetzung 
der ungesättigten Fettsäuren und zum 
Teil auch des Glyzerins bedingt, welches 
als Kohlensäure, Ameisensäure, Essig- 
säure, Wasser verflüchtigt wird. Ex- 
perimentell kann man die Verwandlung 
verfolgen, wenn man in ein trocknendes 
Oel Sauerstoff einleitet ; vorzüglich eignet 
sich für diese Versuche das LeinM. Die 
Einwirkung des farbigen Lichtes be- 
schleunigt oder verzögert die Oxydation. 
Es ist nach dem, was wir über die 
Autoxydation wissen, natürlich. Lange 
bevor man Versuche betreib der fimis- 
bildung anstellte, kannte man diese 
chemische Wirkung der Lichtstrahlen 
in der Rasenbleiche. 

Wenn dem Sauerstoff also die 
Fähigkeit zugesprochen werden muß, 
die trocknenden Oele in Firnis 
zu verwandeln, so liegt der Ge- 
danke sehr nahe, den Oelen direkt 
Stoffe zuzufügen, welche leicht Sauer- 
stoff abgeben. Es kommen natürlich in 
erster Linie die Metallperoi^de in Be- 
tracht. Zu beachten ist hierbei, daß 
nur solche gewählt werden dürfen, deren 
Zersetzungsprodukte ihrerseits nicht 
nachteilig wirken. Ein vorzügliches 
Oxydationsmittel ist das Natriumper- 
oxyd (Na202), welches leicht ein Atom 
Sauerstoff abgibt, um in das beständige 
Natriumoxyd überzugehen: Na2 O2 = 
Na2 + 0. Das Zersetzungsprodukt 
(Na2 0) wirkt auf den Firnis schädlich 
ein, weil es die Fettsäuren verseift. 
Anders aber liegen die Verhältnisse, 
wenn man die höheren Oxydationsstufen 
der Schwermetalle verwendet, z.B. das 
Blei und Mangan. Auch organische 
Oxydationsmittel trocknen vorzüglich, 
z. B. das Ghinon, welches unter Sauer- 
stoffabgabe in Hydrochinin übergeht. 
Als nicht geeignet erwies sich in meinen 
Versuchen der Formaldehyd, welcher 
als Sauerstoff-Ueberträger in der Ger- 
berei vorzügliche Dienste leistet. Wohl 
trocknete mit Formaldehyd behandeltes 
Leinöl zu einem schönen glänzenden 



1§9 



Firnis ein, jedoch war keine BescUeiinig- 
ung bemerkbar, so daB es dahingeRtellt 
bleiben maß, ob dem Formaldehyd ftber- 
haupt eine Einwirkang zukommt. 



Zur Neu -Ausgabe des Arznei- 
buchs flor das Deutsche 



(Fortsetzung yon Seite 172.) 

Aeidnm aeetylo-salioylienm. 
Acetylsalizylsanre. 

.0 . CO . OH3 

^COOH 

MoL-Oew. 180,06. 

Weiße KriataUnädelobeD von sehwaoh 
sftneriiehem Gesehmaek. Aeetylsalizyleftore 
lOet sieh m 300 Teilen Waeser, leieht in 
Weing^st, Natronlange nnd Natriumkarbonat- 
lOsnng, sehwerer in Aether. Die wSsaerige 
LQsnng rötet Laekmnspapier. 

Schmelzpunkt 135<^. 

Eodit man 0,5 g Acetylsalizylsäure mit 
10 eem Natronlauge 2 bis 3 Minuten lang 
und fügt nach dem Erkalten verdünnte 
SchwefeMure hinzu, so scheidet sieh unter 
vorübergehender, sdiwadier Violettfftrbung 
ein wrißer, kristallinischer, aus Salizylsäure 
bestehender Niederschlag aus. Dieser 
sdimilzt, nachdem man ihn mit wenig Wasser 
gewaschen und dann getrocknet hat, bei 
etwa 157^. Seine wässerige LOsung färbt 
sich mit BsenchloridlCsnng violett. Die von 
dem Niederschlag abfiltrierte Flüssigkeit 
riecht nach Essigsäure und beim Kochen 
mit wenig Weingeist und Sdiwefelsäure nach 
Esrigäther. 

Die mit 20 ocm Wasser venetzte, kalt 
bereitete Lösung von 0,1 g Acetylsalizyl- 
säure in 5 ccm Weingeist darf durch emen 
Tropfen verdünnter EisenchloridlÖsnng (1+19) 
nidit violett gefärbt werden (Salizylsäure). 
Wird 1 g Acetylsalizylsäure mit 20 com 
Wasser 5 Minuten lang geschüttelt, so darf 
das Fütrat weder durch Schwefelwasserstoff- 
wasser (Schwermetallsalze), noch durch Silber- 
nitratlösung (Salzsäure), noch durch Barium- 
nitratlösung (Schwefelsäure) verändert wer- 
den. 

Acetylsalizylsäure darf behn Verbrennen 
nicht mehr ab 0,1 pZt Rückstand hinter- 



Argentnm colloidale. 

Kolloidales SUber. 

Gebalt mmdestens 70 pZt Silber. Ag. 
Atom-Oew. 107,88. 

Orün- oder blauschwarze, metallisch 
glänzende Blättchen, die sich in Wasser 
kolloidal lösen. Die wässerige kolloidale 
Lösung (1 + 49) ist undurchuchtig und 
erschemt im auffallenden Licht trübe. Beim 
Verdünnen mit sehr viel Wasser wird sie 
durchsichtig und klar, erscheint jedoch im 
auffallenden Liebte ebenfalls trübe. 

Anf Zusatz von verdünnten Mineralsäuren 
entsteht m der wässerigen kolloidalen Lös- 
ung ein Niederschlag, der sich beim Neu- 
tralisieren mit Alkalien wieder kolloidal löst. 

Wird kolloidales Silber im Porzellantiegel 
erhitzt, so verkohlt es, wobei der Geruch 
nach verbrannten Haaren auftritt Nach 
dem Glühen hmterbl«bt ein grauweißer 
Rfldntand, dessen Lösung m Salpetersäure 
' auf Znsatz von Salzsäure emen weißen, in 
Ammoniakflüssigkeit löslichen Niederschlag 
gibt 

Fügt man zu emer wässerigen, kolloidalen 
Silberlösung verdünnte Natriumehloridlösung 
hinzu, so entsteht kein Niederschlag; setzt 
man dagegen Natriumchlorid bis zur Sättig- 
ung hinzu, so entsteht ein Niederschlag, der 
beim Verdünnen mit Wasser wieder in Lös- 
ung geht. 

Gehaltsbestimmung. 0,1 g kolloidales 
Silber wird im Porzellantiegel langsam ver- 
ascht Der Rückstand wird mit etwa 20 
ccm Salpetersäure so lange erhitzt, als sich 
gefärbte Dämpfe entwickeln. Die Lösung 
wird in ein Becherglas gespült und mit 
Wasser auf etwa 100 ccm verdünnt. Nach 
Zusatz einiger Tropfen Ferriammoniumsulfat- 
lösung müssen mindestens 6,5 ccm ^/jq- 
Normal - Ammoniumrbodanidlösung bis znm 
Eintritt einer rötlichen Färbung verbraucht 
werden, was einem Mindestgehalt von 70 
pZt Silber entspricht (1 ccm Vio'^^'i^aI- 
Ammoniumrhodanidlösung == 0,01079 g 
Silber, Ferriammoniumsulfat als Indikator). 

Vor Licht geschützt aufzubewahren. 
Vorsichtig aufzubewahren. 



190 



Argentnm proteYnienm. 

ProtelüBilber. 
CMiaH iiiuid«Bteiifl 8 pZt Sflb«r. 

FdneB, braungelbes, in Waaser leieht 
Utaliehes Pulver. Wird Protelnailber im Por- 
zellantiegel erhitzt^ so verkohlt es^ wobei 
der Gemoh nach verbrannten Haaren auf- 
tritt Naoh dem Olflhen hinterbleibt ein 
grauweißer Rflekstand^ dessen LOsung in 
Salpetersäure auf Znsata von Salzsiure einen 
weißen, in Ammoniakflüssigkeit IMiehen 
Niedersehlag gibt Werden 5 oem der 
wässerigen LOsnng (1 + 49) mit 5 oem 
Natronlauge und 10 eem Wasser versetst 
und hierauf 2 eem einer KupfersnlfaÜQsung 
(1 + 49) hinzugefflgty so tritt naeh wenigen 
Minuten eine violette Färbung auf. 

Die wässerige LQsung (1 + 49) bläut 
Laekmuspapier sehwaoh und gibt auf Zn- 
satz von EisenohloridlOeung emen Nieder- 
sehlag; würd sie reiehlieh mit verdflnnter 
Salzsäure versetzt, so entsteht ein Nieder- 
sehlag, der sieh beim Erwärmen wieder KSst 

Die wässerige LQsung (1 + 49) darf beim 
Vermisehen mit NatriumehloridlQsang nicht 
sogleieh getrQbtnndduieh Sdiwefelammonium- 
USsung nur dunkel gefärbt werden; eine 
Fällung darf nieht eintreten. Wird 1 g 
Protelnailber mit 10 eem Weingeist ge- 
sehflttelt, so darf die abfiltrierte Flflssigkeit 
auf Zusatz von Salzsäure nieht verändert 
werden (Silbersalze). 

Gehaltsbestimmung. 1 g bei 80^ ge- 
trocknetes Proteinsilber wird im Porzellan- 
tiegel langsam verascht Der Rückstand 
wird mit etwa 20 ccm Salpetersäure so 
lange erhitzt, als sich gefärbte Dämpfe ent- 
wickehi. Die LOsung wird in cm Beeher- 
glas gespült und mit Wasser auf etwa 100 
ccm verdünnt. Nach Zusatz einiger Tropfen 
FerriammoniumsulfatiOsung müssen mindestens 

7,4 ccm ^10'^^^°''^^'^™°^^^'^°''^''^^^^^ 
ung bis zum Eintritt einer rütlichen Färb- 
ung verbraucht werden, was einem Uindest- 
gehalt von 8 pZt Silber entspricht (1 ccm 
Vio ' NormalammoniumrhodanidlOsung = 
0,01079 g Silber, Fenianunoniumsulfat als 
Indikator). 

Vor licht geschützt aufzubewahren. 
Vorsichtig aufzubewahren. 



Benzoylaethyldimethylamino- 
propanolum hydr oehloricum. 

Salzsaures 
BenzoyläthyldimethylaminopropanoL 

O2H5 

I 
CHs . . OH2 . N(0Ü8)2.Ha Mol.-Gew.27 1,64. 

I 
O.CO.O6H5 

Weifies, kristaUinisches Pulver, leicht lös- 
lich in WdngeiBt, fast unlöslich in Aether. 

Salzsaures Benzoyläthyldimethylammo - 
propanoi löst sich m 2 Teilen Wasser. Die 
Lösung rötet Laekmuspapier und ruft auf 
der Zunge vorübergehende ünempfindlichkeit 
hervor. 

Schmelzpunkt 175^. 

In der wässerigen Lösung (1 + 99) er- 
zeugt Quecksüberchloridlösung eine weiße 
Trübung; die Flüssigkeit klärt sich bald 
unter Absoheidung öliger Tröpfchen. Silber- 
nitratiösung ruft in der wässerigen, mit 
Salpetersäure angesäuerten Lösung einen 
weißen Niederschlag hervor. 

Wird 0,1 g salzsaures Benzoyläthyl- 
dimethylaminopropanol mit 1 ccm Schwefel- 
säure 5 Minuten lang auf etwa 100^ er- 
wärmt, so macht sich nach vorsichtigem 
Zusatz von 2 ccm Wasser der Geruch nach 
Benzoösäuremethylester bemerkbar, beim Er- 
kalten findet eine reichliche Ausscheidung 
von Kristallen statt, die beim Hinzufügen 
von 2 ccm Wemgeist wieder verschwinden. 
WerdenO,05gsalzsauresBenzoyläthyldimethyl- 
aminopropanol mit 1 ccm eines Gemisches 
aus glttchen Teilen Salpetersäure und Salz- 
säure auf dem Wasserbade vorsichtig ange- 
dampft, so hinterbleibt rin farbloser, stech- 
end riechender Sirup. Auf Zusatz von 1 ccm 
alkohoUscher Kalilauge tritt beim abermaligen 
vorsichtigen Eindampfen rin an Fruchtäther 
erinnernder Geruch auf. 

Vor Licht geschützt aufzubewahren. 

Vorsichtig aufzubewahren. 

Ghloroformium. 

Ohloroform. 

CHGls MoL-Gew. 119,39. 

Gehalt 99 bis 99,4 pZt reines (%loro- 
Iform und 1 bis 0,6 pZt absoluter Alkohol. 



191 



Klare, farblose, f]fl«htige Flüasigkeif . Ohloro- 
torm rieoht eigenartig^ aehmeekt sOBlieh, iit 
in Waaier sehr wenig USaiieh und in allen 
Veifa&ltniflsen IMieh in Weingeist, Aether, 
fetten nnd Atherisehen Oden. 

Spezifisdies Gewicht 1,485 bis 1,489. 

Siedepunkt 60<^ bis 620. 

Sehüttett man 20 eem Chloroform mit 
10 eem Wasser nnd hebt sofort 5 com 
Wasser ab, so darf dieses Laekmnspapier 
niebt rOten nnd, wenn es vorsiohtig über 
eme mit ^eieh viel Wasser verdflnnte SUber- 
nitratUtonng gesehiehtet wird, keine Trftb- 
nng hervorrufen (Salasinre). Beim Schflttehi 
von Chloroform mit JodainkstftrkeUtenng 
darf weder die StftrkeUSsnng geblint, noch 
das Chloroform gefSrbt weiden (Chlor). 

Qiloroform darf nieht erstiekend rieehen 
(Phosgen). Mit Chloroform getränktes bestes 
Fütrierpapier darf nach dem Verdunsten des 
Chl<votorffls nieht rieehen. Sohflttelt man 
20 eem Chloroform und 15 eem Schwefel- 
säure in einem 3 em weiten, mit Sehwefel- 
aänre geqifllten Glasstöpselglase häufig, so 
darf sich die Schwefelsäure mnerhalb einer 
Stunde nieht färben (organische Verunrem- 
igungen). 

Narkosechloroform (Chloroformhmi pro 
nareosi) mufi den an Chloroform gestellten 
Anf<»derungen genflgen, jedoch darf sich 
beim Schflttehi mit Narkosechloroform die 
Sehwefelsänre mnerhalb 48 Stunden nicht 
färben. 

Sdiflttelt man 20 ocm Narkosechloroform, 
15 eem Schwefelsäure und 4 Tropfen Formal- 
dehydlOeung m einem 3 cm weiten, mit 
Sdiwefdsäure gespflHen Glasstöpselglase 
häufig, so darf innerhalb emer halben Stunde 
die Schwefelsäure nicht gefärbt werden (or- 

SaniSene V fl Hinrflim<ynii gWii la 

Narkosechloroform ist in braunen, ganz 
gefflUten und gut verschlossenen Flaschen 
von höchstens 60 eem Inhalt aufzube- 
wahren. 

Vor licht geschfltzt aufzubewahren. 

Vorsichtig aufzubewahren. 

Collemplastrum adhaesivum. 
Eautschukheftpflaster. 

Wollfett 67 TeUe 

KopaXviiMdsam 8 Teile 

Kaotsdrak , 26 Teile 



Fein gepulv. Veilehenwurzel 25 Teile 
Petroleumbenzin nach Bedarf. 

Der gewaschene und gewafaste EautMdiuk 
wird m einer starkwandigen, trockcMn 
Glasflasche mit 150 Teilen Petroleumbenzm 
flbergossen und bei Zimmertemperatur ohne 
ümschfltteln, jedoch unter öfterem Wenden 
des GefäBes so lange stehen gelassen, bfa 
eine gießbare und gleichmäßige Lösung ent- 
standen ist 

Das Wollfett wvd mit dem Kopalva- 
balsam zusammengeschmolzen und etwa 10 
Minuten lang auf 100 <> erhitzt Die halb 
erkaltete Mischung wird in 15 Teilen Pe- 
troleumbenzin gelöst und nach dem Erkalten 
der Kautwhuklösung zugesetzt Das Ganze 
wird mit dem bei 100^ getrockneten Veil* 
ehenwurzelpulver, das mit Petroleumbenzin 
zunächst zu dner dicken, gldchmäßigen 
Pute, dann zu dner gießbaren Masse ver- 
rieben worden ist, durch ümschflttefai ge- 
misdit 

Diese Mischung wfard, wenn nichtB anderes 
vorgeschrieben ist, auf ungestdften Schirt- 
ing zu einem (dnschlieSlich des Schirtings) 
0,9 nmi dicken Pflaster ansgestrishen. Das 
bestrichene Gewebe läBt man auf fester 
ünteriage bd Zimmertemperator liegen, bis 
alles Petroleumbenzin verdunstet ist 

Eautschukheftpflaster ist bräunlich nnd 
klebt stark. 

Kflhl aufzubewahren. 

Collemplastrum Zinei. 
Zinkkautschukpflastsr. 

WoDfett 268 TeUe 

EopaXvabalsam 32 Tdle 

Rohes Zinkozyd 114 Teile 

Fdn gepulv. VeÜchenwurzd 55 Teile 
Kautschuk 100 Tdle 

Petroleumbenzin 7 20 Teile 

Der gewaschene und gewafaste Ejiutschuk 
wird in dner starkwandigen, trockenen 
GlasQasche mit 600 Teilen Petroleumbenzin 
flbergossen und bd Zimmertemperatur ohne 
ümschflttdn, jedoch unter öfterem Wenden 
des GefäBes so lange stehen gelassen, bis 
dne gießbare und gldchmäßige Lösung ent- 
standen ist 

Das Wollfett wvd mit dem Kopalvabalsam 
zusammengeschmolzen und etwa 10 Minuten 
lang auf 100 <> erhitzt Die erkaltete Misch- 



192 



ung wird mit dem Zinkoxyd und der 
Veilehen Wurzel, die beide bei 100^ ge- 
troeknet worden sind, sn einer gleiehmftßigen 
Salbe verrieben. Dieee wird gelinde e^ 
wSrmt und mit 120 Teilen Petrolenmbensin 
vermiseht Die völlig erkaltete liisohang 
wird der EaatsehaklOenng rogesetzt 

Die nmgeeehüttelte Misehnng wird, wenn 
niehts anderes vorgeeehrieben ist, auf nnge- 
Bteiften Sobirting zn einem (einschließlieh 
des Sehirtings) 0,9 mm dieken Pflaster ans- 
gestriehen. Das bestriehene Gewebe läßt 
man anf fester Unterlage bei Zimmertem- 
peratar liegen, bis alles Petroleombenzin ve^ 
dnnstet ist 

Zinkkantschnkpflaster ist gelblioh und 
klebt stark. 

Kflhl aufzubewahren. (Fortsetzimg folgt.) 



Zur Bereitung zweier neuer 
Augensalben 

gibt Dr. V, Ammon folgende Verfahren an: 
üngnentnm Hydrargyri jodati 

pnltiformis Iproz. 
2,1 g Qaeoksilberoxydnlnitrat werden ohne 
großen Dmok unter Zusatz von kaltem, 
destilliertem Wasser bis zum Verbraueh von 
500 eom verrieben, wobei ein weeentliohes 
Absdieiden von metallisehem Quecksilber zu 
vermeiden ist, und die Lösung filtriert 
Das Filtrat gießt man gleiehmftßig 
in eine 50 ^ warme Lösung von 1,32 
Gramm Kaliumjodid auf 250 ecm, welche 
sich in einem etwa 1 L fassenden Glas- 
zylinder befindet Nach dem Abschließen 
des Zylinders dreht man ihn mehrmals um, 
bis das Quecksilberjodflr als hellgelbes feinstes 
Gerinnsel ausgefällt ist. — Zur Vermeidung 
einer Entstehung von kolloidaler LOeung 
sind die Mengenverhältnisse derart gewählt, 
daß ein üeberechuß von salpetersaurem 
Queckulberoxydul in Lösung bleibt — Man 
wäscht alsdann so lange aus, bis die über- 
stehende Flfisdgkat mit Diphenylamin und 
konzentrierter Schwefelsäure keine Blaufärb- 
ung und mit Kali- oder Natronlauge keine 
SchwarzfärbuDg mehr gibt 

Darauf bringt man das schlammförmige 
Quecksilberjodflr mit dem zum Ausspfllen 
des Zylinders nötigen destillierten Wasser 
in eine gewogene Sehale, läßt absetzen und 
entfernt dann soviel Wasser, daß das (Ge- 



wicht vom QueoksOberjodflr mit Wasser 
13 g beträgt Diese Menge wird mit 12 g 
wasserfreiem Wollfett verrieben, wobei sich 
das nicht aufgenommene Wasser klar ab- 
scheidet, so daß sich noch 5 g Wasser leicht 
entfernen lassen, welches Gewicht durch 
wasserfreies Wollfett ersetzt wurd. Man er- 
hält so 25 g einer 10 proz^Quecksilbetjodfir- 
Salbe, die noch 5,5 g Wasser enthält Vor 
Licht gesdifltzt ist sie jahrelang ohne nach- 
weisbare Veränderungen haltbar. Aus ihr 
wird durch Zugabe von 1 T. wasserfreiem 
Wollfett und 8 T. weißem amerikanischem 
Vaselin die zur Verwendung kommende 
1 proz. Salbe bereitet Sie soll nur in licht- 
undurchlässigen Gefäßen abgegeben werden. 

ünguentum Hydrargyri bijodati 

pnltiformis. 

Eine Lösung von 1,5 g Kaliumjodid auf 
400 com Wasser gießt man in gleichmäß- 
igem Strahle in eine 50^ warme Lösung 
von 1,2 g Sublimat auf 300 com Wasser, 
welche sich in einem Glaszylinder befindet 
Man erhält zunächst eine eben rosa er- 
scheinende milchige Trflbung, aus der sich 
nach öfterem Stürzen des Zylinders unter 
zunehmender Rotfärbung feinste Flöckchen 
von Queoksilberjodid abscheiden und sehr 
langsam zu Boden sinken, so daß die Aus- 
fällung oft erst nach 12 bis 24 Stunden 
vollendet ist. Der Niederschlag zeigt ein 
viel lichteres Rot, als das offizineile Präparat 
Ausgewaschen wird bis zur Gbloifreiheit des 
Waschwassers. Zur Beratung der Salbe 
wird wie bei der ersteren vorgegangen, so 
daß Niederschlag und Wasser noch 5,5 g 
wiegen, welche mit 14,5 g wasserfreiem 
Wollfett verrieben werden. Aus dieser 10- 
proz. Salbe bereitet man die nötigen Vor- 
dflnnungen. Zur Verwendung kommen 0,1 
bis 0,5proz.Salben, die in lichtundurchlässigen 
Gefäßen zu verwahren sind. 

Müneh. Med. Woeheruchr. 1910, 473. - tx— 



Neue Araneimittel, Spesdalitäten 
und Vorschriften. 

Chromiac-Tablets (Ghromium-Aphro- 
disiac Compound) sind mit grflngefärb- 
tem Zucker flberzogen und bestehen aus: 
Gbromsulfat 0,12 g, Zinkphosphid (?) 0,006 g, 
Breehnußextrakt 0,008 g, Cannabin 0,006 g, 
Eanthariden 0,005 g, Avenin 0,0003 g 



19S 



Anwendimg: bei Mmneesehwldie. Dur- 
steDer: Hie MaHbie Chemical Oo.^ Newark, 
N.J. 

Seba ist ein gesebfitzter Name fflr Di- 
ftthylbarbitorsftare. (Apoth.Ztg. 1 9 1 0, 1 30.) 

Bretcompa-Fem ist ein Pernbaisam-Prir 
parat ond wird bei Lnngen- nnd Raehen- 
katarrh empfohlen. Darsteller: Dr. EtacUd 
Schreiber in OCin L 

Firmnsis ist der jetzige Name fflr For- 
tisin. (Pharm. Zentralh. 50 [1909], 133.) 

Hensner's Jodbeazin: 

Jodtinktur 10 g 

Benzin 750 g 

flflssiges Paraffin 250 g 

(Med. Elin. 1909, Nr. 22.) 

Ledomin enthUt eine mittels Seife be- 
reitete YaselmOl-Emnlsion nnd etwas Kreolin. 
Es wird gegen Sehmarotzer anf Tieren an- 
gewendet 

Lyriagbin wird ein Fluidextrakt ans Ly- 
riosma panaeerminata genannt nnd bei 
Manneasehw&ehe empfohlen. (Apoth.-Ztg. 
1910, 131.) 



Sparaeoll ist gelbes KaatsehnkpflaBter 
anf weißem Linon. Darsteller: Orundherr 
db Hertel in Nflmberg. 

StUlingol besteht einmal ans emer Salbe, 
enthaltend Lavendelöl nnd Zitronellöl, znm 
anderem ans einem inneriiehen Mittel, 
bestehoDd ans Glyzerin, Rhabarber, Gasoara 
Sagrada nnd Anszflgen versehiedener in- 
differenter Drogen. Anwendung: gegen 
Gallensteine. Darsteller: Ghemisehes Labo- 
ratorium der Aesknlap- Apotheke in Berlin N. 

Subaoetal nennt die Elisabeth-Apotheke 
von Em. Netter in Wien XI, Kaiser Ebers- 
dorferstr. 298 ehi trooknes Präparat zur 
vereinfachten Herstellung des Liquor Burowii. 
15 g entsprechen der üblichen Yersohreib- 
weise von: Plnmbum aeetieum basioum so- 
Intum 25 g, Alumen erudum 5 g, Aqua 
destillata 500 g. Vergleiche hierzu Um- 
schlag-Patrone cStatim» (Pharm. Zentralh. 
61 [1910], 30.) (Pharm. Post 1910, 132.) 

ZinooooU ist ttn Zinkkautsdiukpflaster 
auf rosa Gretonne. Darsteller: Orundherr 
db Hertel in Nflmberg. 

jB. Mentxel. 



Neue Arzneimittel und 


Spezialitäten, 




über 


welche 


\ im Februar 1910 


berichtet wurde : 




Altaloidole Seite 108 | 


Formaldehyd Seite 161 


Potentol . Seite 


109 


Amynin 


131 


Frangol 


119 


Paamambra 


157 


Anthrasol 


113 


Frigosin 


131 


Palmogen-Einatmung 


157 


Antitfayieoidio 


118 


Fuoophyt 


156 


Radioman-Prftparate 


131 


Arotom 


156 


Facoria-Tabletten 


108 


Radinmit-. » 


109 


Anenferzatin 


142 


Gaba 


108 


Salochlorai 


132 


AisenferratoBe 


142 


GlutiDbinden 


156 


Santol 


109 


Atoiyl 


96 


Grafolin 


131 


Sekieffer^s Yerdaaungs- 




Autan 


135 


Easea 


89 


palver 


167 


Bürmer's Ejaenpillen 


108 


EatheterporiD 


156 


Skopten 


109 


Boroform 


156 


Kawa-Santol 


108 


Spandosa 


137 


Bängeres Dicrestivsalz 


108 


La Girauoome 


109 


Supracapsolin 


132 


Cataplasma Kaolini 


108 


LyBochlor 


131 


Susserin 


166 


ObinoBol'Deoi-Fl&ttohen 


89 


Marmola 


131 


Tebean 


157 


Catasyl 


156 


MasBogran 
Mitisal-Wolirum 


131 


Thilaven 


157 


Dedasol 


156 


157 


Tbiolin 


109 


Dysphagin 


89 


NatriambromqueckHilber 


181 


ThioBiDamin 


96 


Srektol 


156 


Novojodin 


131 


Triela 


109 


Eroal 


108 


Nuoleatol Robin 


131 


Taboblennal 


109 


Eogastrol-Tablettoi 


156 


Oopborin-Yohimbin-Iiec] 


. 


Xerase 


109 


Euriciiiol 


156 


thijD-Tabiettea 


131 






Ferricodile 


131 


Oxyntin 


109 


H, Mentxd. 


Ferroeodile 


131 


Paoimit- Feigen 


157 






Filizolysin 


161 


Pervacuata Clom 


109 


« 





194 



Zur Gtowümung reinen AetliFl* 

Alkohols 

■eilt W. Plücker dem ro reiiiigondeii Al- 
kohol 6 biB 7 pZt AetzkaU zu, eifailt die 
MMhang 8 bis 10 Stunden im Sieden und 
destilliert darauf. Die ans dem Destillate 
bereitete Lange hatte selbst naeh ehiem 
Jahre nnr einen schwaohen gelbliehen Stieh. 
Hierbei ist es ganz gleiohgOtigy ob das Aetz- 
kafi in der BüUte oder dnidi Erwftrmen 
anfgelM wird. 

Die Entwässerung des Alkohols kann 
mit und ohne Anwendung Wasser entzieh- 
ender Mittel erfolgen. Von den letzteren 
Verfahren ist nnr das von Toung bekannt 
Dieser untemnrft em Gemiseh von Alkohol 
und Benzol der Destillation und erhält dabei 
drei Fraktionen, von denen die entere aus Alko- 
hol, Benzol und Wasser, die zweite aus Alkohol 
und Benzol besteht, wShrend die dritte als 
absoluter Alkohol zurQekblelbt. Das der 
letzteren noeh anhaftende Benzol wird dureh 
Destillation mit dner geringen Menge n-Hexan 
entfernt Als Wasser entziehende Ifittel 
eignen sieh Aetzbaryt, Aetzkaik, Alnminium- 
und Magnesiumamalgam, sowie metallisches 
Galomm. Den Amalgamverfahren haftet der 
Naehteä an, daß der entwisserte Alkohol 
queeksilberhaltig wird. Am besten eignet 
sieh zur Wasserentziehung metallisehes Cal- 
cium. Das von Winkler angewendete Ver- 
fahren ist fast das gleiche, wie das m Pharm. 
Zentralh. 48 [1907], 627 mitgeteUte. Nur 
verwendet er auf 1 L käuflichem absoluten 
Alkohol 20 g Calcium und gewinnt 99,9proz. 
Alkohol Zur Entfernung der letzten Spuren 
Wassers genügt em nochmaliges Behandehi 
mit ttnigen Grammen Calcium. 

Die Mitteilung Winkler% daß in den 
Fachwerken die wasseranziehende Kraft des 
absoluten Alkohols stark flbertrieben wird, 
kann Verfasser nach sttuen Beobachtungen 



ZUehr. /. UnierB. d. Nähr.- u. Genußtn. 
1909, XYII, 454. Mgr. 

Ueber die Extraktivstoffe des 
Fiachfleisches 

haben N. Suzuki und E, Joahmura die 
Ergebnisse ihrer Untersuchungen m einer 
längeren Arbeit niedergelegt 

Bekanntlieh bildet hi Japan, die Heimat 
der Verfasser, das Fischfleisch eines der 



1} \<\t\t 



VoBmahnrngsmitleL Da 
Ulf olgedessen sehr oft Fischvergiftungen vor- 
kommen, so ist es von Wichtigkeit, durch Fest- 
stellung der Fischfleisch-ExtraktivBtoff e, welche 
mit den Fischvergiftungen m mnigstem Zn- 
sammenhange stehen, einen Fingerzeig zur 
Aufklärung dieser Erscheinungen zu geben. 
Die Verff. haben eme ganze Reihe von 
Versuchen angesteUt, und Extraktivstoffe 
der emzehien Fischarten isoliert nach den 
von ihnen näher beschriebenen Verfahren. 

In dem getrockneten Bonito-Fleisch (Gym- 
nosarda pelamis) fanden sie neben yänfhiw 
und Hypoxanthm Histidin und ein Isomeres 
des aus dem Liebig^wtmi Fleisdheztrakte 
gewonnenen Oamosins ; auch m dem frischen 
Bonito-Fleische konnten sie Histidin, welches 
m dem Fleischgewebe frei vorkommt und 
nicht als em vielleicht durch Enzymwnrkung 
entstandenes sekundäres Plrodukt anzusehen 
ist, ebenso Ereatin, Arginin und Lysin nach- 
weisen« 

Das frische Lachsfleisch (Onchorynchus 
Keta) enthält: Ereatin, Hypoxanthm, Gar 



nosin, Alanm und wahrscheinUch auch 
Histidin. 

Im frischen Fleisch des Maguro (Thynnus) 
ist vorhanden: Histidin, Oamosin, Ereatin 
und kleine Mengen von Monoammosäuren. 

In dem Hummerfleisch haben die Verff. 
folgende Substanzen gefunden: Arginin, 
Lysin, Histidui, Tyrosin und Leudn; die 
Hnmmerschale enthUt: Lysin, Tyrosm, Leu- 
dn, Alanin, Prolm und Histidin. 

Das Fleisch des von den Japanern Su- 
mme -ika (Ommastrephes sp.) genannten 
Fisches enthält in trockenem Zustande: 
Tanrin, Leucm und d-Aminovaleriansäure. 

Aus dem Fleische des Sflßwasseraales 
(Anguilla fluviatilis) konnten die Verfasser 
isolieren: Garnosin und Ereatin. Die 
schleimige Substanz des Aals besteht wahr- 
scheinlieh aus mucmähnliehen Stoffen. 

ZtscAr. f. pkyMl, Ohmn. 1909, 62, 1. Sehw. 



Spritol, 

ein Ersatzmittel für Spiritus, Aber welclies in 
Pharm. Zentralh. 50 [1909], 977 kurz 
berichtet wurde, besteht auf grund einer von 
Dr. Erw, Richter ausgefOhrten Untersuch- 
ung der Hauptmenge nach aus Methyl- 
alkohol. — i^— 
Apath,'Ztg. 1910, 136. 



19S 



■ahmngsinittai-Chaiiiiai 



Zu dem Begriff 
„Korn - Versohnitt*' 

ging dem Veran der Oroßdestillatenre Saeh- 
aens vom EtoigL S&oluu liiniaterinm des 
Innern IIL Abt. anf eine Anfrage anter 
dem 21. Jannai' 1910 die Antwort ro, daß 
vom Standpunkte der Branntwein8teae^ nnd 
der Nahmngsmittel-GeBetsgebang die Bezeieh- 
nnng cEom-Veraebnitt» ffir dnen Versehnitt 
ans reinem Kombranntwein mit Eartoffd- 
spiritoB fflr onbedenklioh zn eraehten sei. 
Wttnachenswert wäre es freilieh, daß das 
MisehniigBverhUtniB der Deklaration beige- 
fügt würde. Den instanzm&ßigen Entseheid- 
nngen der znstftndigen Behörden, sowie 
etwaigen vom Bundesrate ausgehenden Aus- 
ffihmngsbestimmungen würde jedoeh dureh 
die erteilte Auskunft nisht vorgegriffen. 

(BekanntUeh Iftßt § 107 des neuen Brannt- 
weinstsnergeietzes als c Kombranntwein» nur 
ein Produkt zu, wdehes lediglieh aus Ge- 
treide hergestellt ist In Anlehnung an 
die Bezeiehnung cEognak-Versehnitt» im 
neuen Weingesetz haben die Branntwein- 
fsbrikanten und Händler mit Spirituosen 
besflhl oooo n, dne Misehung, wie sie oben 
angeffihrt ist, als «Eom- Verschnitt» bezeich- 
net einzuführen. Logischerweise wurd dann 
audi verlangt werden müssen, daß das 
Mischungsverhältnis bezw. der Mindestgehalt 
an Eombranntwem — wie es analogerweise 
bei Eognak- Versehnitt geschehen ist — fest- 
gelegt wird. Berichterstatter,) p, 8. 



den Ereisen der Nahrungsmittelchemiker 
wohl ausnahmslos als eine Verfälschung der 
fraglichen Getränke angesehen werden. 
Berichterstatter.) P, S. 



Verwendung von Moststoffen 
for Hanstrank. 

Der Fränkische Wembauverein hat vom 
EOnigL bayr. Ministerium des Innern den 
Bescheid «halten, daß Moststoffe bei der 
Heistelhing von Haustrunk im Sinne des 
neuen Weingesetzes nicht verwendet 
werden dürfen ^ während die Zuläwigkeit 
disser Stoffe bei der Bereitung von Obst- 
wein oder von demselben ähnlichen 
Getränken nach dem Nahrungsmittd- 
gesetZy von Fall zu FaU zu beurteilen sd. 
(Der Zusatz dieser zuweilen auch als Obst- 
most- oder Aepfelmoststoffe angebotenen 
Zubereitungen zu Obstweinen usw. wird in 



Ein neues Verfahren 

zur Bestimmung des Kaseins in 

der Kuhmilch auf maflanalyt- 

ischem Wege 

gibt E. B. Hart an. Es beruht darauf, daß 
das m geeigneter Weise gewonnene EaseXn 
in Ealilauge von bekanntem Gehalte gelöst 
und der Ueberschnfi an Lauge durch Yiq' 
Normal-Schwefelsäure zurficktitriert wird. 
Hierzu ist es jedoch n5tig| vorher festzu- 
stellen , wieviel Easeln emem bestimmten 
Raumteile der angewandten Lauge entspricht 
Auf grund einer großen Reihe von Versuchen, 
welche mit Milch verschiedenster Herkunft 
angestellt waren, hat Verfasser gefunden, 
daß 0,1 ccm Ealilauge 0,0108 g Easeln 
entspricht 

Verf. verfährt derart, daß er 10,5 ccm 
Milch, die sich in einem ErUmneyer-lSsAhea 
von 200 ccm Inhalt befindet, mit 76 com 
destiUiertem Wasser bei Zimmerwärme ver- 
setzt, ein bis anderthalb Eubikzentimeter 
zehnproz. Essigsäure hinzufflgt und das Ge- 
fäß durch kreisende Bewegung tflchtig um- 
schflttelt Für gewöhnlich genflgen 1,5 ccm 
Essigsäure, um ein leicht filtrierbares Gemisch 
zu erhalten; fedoch ist hierb« der Easeln- 
gehalt maßgebend. Der auf diese Weise 
erhaltene Niederschlag wird sorgfältig auf 
dem Filter von 9 bis 10 cm Durchmesser 
gesammelt und mit kaltem Wasser in fernem 
Strahle ausgewaschen bis kerne Spur Essig- 
säure mehr vorhanden ist Das auf dem 
Filter befindliche Easeln gibt man mit dem 
Filter quantitativ in den Erlenmeyer-KxXbmL 
zurflck, übergießt mit 75 bis 80 ccm kohlen- 
säurefreiem Wasser, fügt einige Tropfen 
Hienolphthaleln hinzu und dann 10 ccm 
YiQ-Normal- Ealilauge; durch tüchtiges üm- 
siohütteln bringt man das Easeln leicht in 
Lösung. Nach vorsichtigem AbspfUen des 
Stopfens mit kohlensänrefreiem Wasser wird 
der Eolbeninhalt mit ^fx^flSiorTMi^A^Mr 
säure titriert. Ein Vergleichsversuch ohne 



19« 



KtMln muß naoh Verf. nebeiilMr laufen, i 

I 

Der anzabringende Aiugleioh für die ver- 
branohte Sftnre beträgt 0^2 bis 0,3 ecm^ 
die man hinzuzählen mnß. Sehw, 

The Journal of biologiecU chemistry, 1909, 
VI, 445. 

Ueber Uviolmiloh 

hat Seiffert einen Vortrag gehalten, aus 
dem folgendes hervorgeht 

Die Anwendung der HitzeBteriliaation 
naeh Soochlet sollte sieh gegen die Fäukis 
und peptoniderenden saprophytisohen Bak- 
terien des Mistes richten , traf aber 
in der Hauptsache die empfindlieheren 
normalen IGlchsänrebakterien , welche die 
Milch gerade vor der Wucherung und zer- 
setzenden Wirkung der ersteren schlitzen. 
Durch diesen Irrtum entstand das falsche; 
Ideal einer künstlich «keimfrei» gemachten 
Milch, fQr das nur an dem mehr oder wen- 1 
iger langem Ausbleiben der Säuerung ein \ 
Maßstab gesucht wurde. Die Allgemeinheit 
dachte daher gar nicht mehr an die Ab- 
tOtung krankmachender Keime, um so mehr, 
als sich die Memung v^breitete, daß die 
zuweilen abführende Wirkung der sauren 
Milch das Anzeichen einer Oesundheitsschäd- 
lichkeit sei. 

Mit der Zeit stellte es sich nun heraus, 
daß Hitzesterilisation und noch mehr die 
Pasteurisierung nicht zur Eelmfreiheit, 
sondern zur Anreicherung der schädlichen 
obengenannten Bakterien führt, und dafi die 
Abtötung etwa vorhandener Krankheits- 
erreger keineswegs gesichert ist Inzwischen 
hat man die normalen Milchsäurebildner 
schätzen gelernt. 

Die üviolsterilisation tötet durch 
die Wirkung ultravioletter Strahlen die Men- 
schen und Tiere krankmachenden Erreger 
ab und erhält die normalen MilchBäurebildner 
wenigstens zu einem ausreichenden Teil. 
Wird solche Milch auf maschinellem Wege 
aseptisch in sterile Flaschen gefüllt und 
steril versehloBsen, so hält sie sich zwei, drei 
und mehr Tage infolge der bakterientüten- 
den Wirkung rober gesunder Milch. 

Detäsehe Med, Woehensehr. 1910, 343. 



Kunstgelee, Eunstmaimelade. 

Der «Verband Deutscher Geleefabrikanten» 
hat am 6. Nov. 1909 zu Köln a. Rh. u.a. 
folgenden Beschluß gefaßt: 

cBei einer gemeiDSchaftlichen Beratung yon 
Mitgliedern der Freien Vereinigung Deutscher 
Nahrungsmittelchemiker am 15. September 1906 
in Frankfart und 21. und 22. Mai 1909 in Heidel- 
beig wurde beschlossen, Gelees und Marmeladen, 
welche über 50 pZt Stärkesirup enthalten, als 
Kunstprodukte zu bezeichnen. Für die im 
Verkehr befindlichen alten Etiketten wurde eine 
Karenzzeit bis l Januar 1910 gestelli Die Mit^ 
g^ieder des Verbandes Deutscher Geleefabrikaaten 
haben daher in ihrer Versammlung vom 6. Nov. 
1909 in ihrem eigenen und ebenso im Interesse 
ihrer Abnehmer beschlossen, schon vor dem 
1. Januar mit der neuen Deklaration zu be- 
ginnen und die bisher unter Phantasienamen in 
den Handel gebrachten Produkte aU Kunst- 
gelee oder Kunstmarmelade zu etikett- 
ieren, was hiermit im allgemeinen Interesse vom 
Verbände aus bekannt gemacht wird.» 

Die Begrfindung fOr diesen Beschluß soll 
durch ein gemeinsames Rundsehreiben des 
Verbandes der Oesamtkundschaft bekannt 
gegeben werden. 

(Dieses Vorgehen ist sehr anzuerkennen, 
da es unlauteren Oepflogenheiten im Ver- 
kehr mit Gelees und Marmeladen den Boden 
entzieht Auch den Bestrebungen emzelner 
Fabrikanten, die Heidelberger Besdklüsse zu 
durchbrechen, wird hierdurch ein Riegel vor- 
geschoben. Berichterstatter.) P. Ä 

Konserven- Ztg. 1909, 845. 



Bleihaltigen Senf 

beobachtete E. Spaeth. Der Senf befand 
sich in Töpfen aus Porzellan oder Steingut, 
die mit einem Metalldeckel versehen waren, 
wie er sonst ftlr den Verschluß von Flaschen 
usw. Verwendung findet Die Deekel selbst 
waren meist durch den aus dem Senf ve^ 
dunstenden Essig — angefressen, dureh- 
löchert und mit umfangreichen Ausblflhungen 
bedeckt. Bei der Untersuchung verschiedener 
Deckelreste stellte Verf. in diesen einen Blei- 
gehalt von etwa 60 bis 94 pZt fest Unt« 
dem Metalldeekel befanden sich lediglidi 
leichte Papier-, Pi^p- oder Holzscheiben, die 
reichlich mit Bleisalzen getrinkt waren. Bei 
stark zerstörten Metalldeekeln beobachtete er 
noeh an der unteren Seite fdne, lameUen- 
artige^ metalliseh gUUicende Stdekoben, die 



197 



bei nSherer üntennehimg als ans reineiii 
Zum bestehend erwiesen. Letzteres war 
offenbar, nachdem das Blei ans den Deekehi 
durch die EastgsSnre gelöst war, unversehrt 
flbrig geblieben. Der Senf in den betreff- 
enden Töpfen war in den oberen Lagen 
stets bleihaltig, sein Bleigehalt betrug in 
einem Falle 0,475 pZt. Nach den tech- 
nischen Erläntemngen znm Entwurf des 
Gesetzes betreffend den Verkehr mit blei- 
und zinkhaltigen Gegenständen vom 25. Juni 
1887 berührt dasselbe den Bleigehalt der 
Metalikapseln, die zur Verwahrung der Korke 
von Flaschen, Fleischextraktbflchsen und 
dergl. dienen, nicht. Senf sei als eine Kon- 
serve zu betrachten, die mfolge ihrer Zu- 
sammensetzung auf bltthaltige MetaUe blei- 
lOaend dnwirkt. Wfirde Senf in emem ver- 
zinnten G^efilfi, also in einer Konservenbllchse, 
verwahrt, so wäre bei deren Verzinnung die 
gesetzlich vorgeschriebene Beschaffenheit zu 
verlangen. Dasselbe gelte im vorliegenden 
Falle auch fflr den Verschlußdeckel, wenn 
er in der angegebenen Wdse angebracht 
sei; sein Bleigehalt dürfe 1 pZt nicht über- 
steigeu; abgesehen davon, daß derartige Ver- 
flchlflsoo sieh nur bei eventueller gleichzeitiger 



Verwendung von Korken eignen. Nadi 
Untersuchungen von Flichtinger und Fetten- 
kofer schützen z. B. weder Zwischenlagen 
von Papier noch Verzinnung die Bleihüllen 
vor dem Angriffe und vor der Lösung des 
Bleies ans den Folien, z. B. dureh Schnupf- 
tabak. Nach einem Urteil des KgL Ober- 
landesgerichts München gehe die Absicht 
des besprochenen Gesetzes nicht dahin, den 
gesamten Handel und Verkehr mit blei- und 
zinkhaltigen Gegenständen zu regeln. Die 
vorsorgende Einwirkung der Landesgesetz- 
gebung solle keineswegs beseitigt werden. 
Die bayrischen Krrisregierungen haben des- 
wegen z. B. auch die Verwendung von 
Metallhähnen bei der Verzapfung von Wein, 
Branntwein und Essig überhaupt verboten. 
Verf. hält es für sehr wünschenswert, wenn 
bei einer Revision des Gesetzes in klarer 
Weise das Verbot der Verwendung von blei- 
haltigen Metallen und von bleiabgebenden 
Geschirren zur Verwahrung von Nahrungs- 
mitteln ausgesprochen würde, zumal wenn 
diese mfolge ihrer Zusammensetzung lösend 
auf das Blei einwhrken können. 

Ztsekr. f. Unters, d. N(thr,- u, Chnußm. 
1909, XVUI, 650. Mgr. 



Therapeutisohe Mitteilungen. 



Ueber Gallensäuren als 
Abfahrmittel 

berichten Glaessner und Singer: Bei 
VersuchoD, die Wirkung arteigner, in den 
Darm eingeführter Galle auf die Gallenab- 
sonderung festzustellen, konnten Verff. einen 
auftauenden Einfluß auf die Darmtätigkdt 
erkennen ; eine Einspritzung geringer Mengen 
arteigner und artfremder (Ochsen-) Galle ge- 
nügte, um bei Hunden nach wenigen Minuten 
eine ausgiebige Stuhlentleernng hervorzurufen. 
Es tauchte nunmehr die interessante Frage 
auf, auf welchen Abschnitt des Darmteiles 
die Galle bewegungsfördernd wirkt und 
welche Bestandtdle der GaUe diese Wirkung 
aoslösen. 

Auf gnmd einer umfassenden Versuchs- 
rdhe, teils an Hunden, teils an Kranken 
mit schwerer Ventopf ung beantworten Verff . 
die erste Frage dahin, daß der Angriffs- 
punkt der peristaltiBchen Wirkung der Galle 



im Dickdarm liegt; hieraus erklärt sich einer- 
seits die unsichere Wirkung der innerlich 
verabreichten Galienpräparate, andereraeits 
die durchaus rasch emsetzende abführende 
Wirkung nach Einführung in den Darm. 

Als wirksamer Stoff der Galle kommen 
nach Verff. die Gallensäuren, in erster Linie 
die Gholsäure, in zweiter Linie die Tauro- 
chol- und die Glykoeholsäure in Betracht 
Da die r^e Gholsäure schwer zu beschaffen 
ist, und diese Säure ein sehr teures Präparat 
ist, machten Verff. mit der sogenannten 
Platner'wAen Galle, einem kristallinischen 
Gemenge von Gallensäuren und gallensauren 
Salzen, welches durch Fällung des alkohol- 
ischen Auszuges aus Rindergalle mit Aether 
erhalten wird. Versuche und konnten in der 
Tat die gleiche Wirkung erzielen. 

Das Taurin erwies dch als unwirksam 
und vom GlykokoU konnte man die V^k- 
ung von voraherein nicht erwarten. Am 



198 



beBteD eignet deh naeh Verff. die Anwend- 
ung der emselnen Stoffe, — reine Galle, 
Platner'stbe Gtlle, die einseinen Gallenaftoren 
sowie deren Gemenge — , in Form von 
Stnhlzäpfehen. Ale zweckmäßige Doaiening; 
worde bei reiner Gholaftare 0,1 bifl 0,3 g, 
bei P/a^er*8eher GaUe 0,2 bis 0,5 g er- 
kannt Die doreh Darreiohnng in den Darm 
erzielte Wiiirang steht der physioiogisdien 
Stnhlentleemng sehr nahe. 

Nebenwirkungen auf das Allgemeinbefinden 
sind bei den genannten Gaben nie beob- 
achtet worden, ausgenommen, daß bei em- 
pfindliehen Kranken manchmal Tenesmus 
stark in Erseheinung trat Für derartige 
Kranke empfehlen Verff. mildernde Zus&tze 
von Hyoseyamus, Belladonna, Anisthesin usw. 

um zu verhindern, daß bei Darreichung 
in den Darm die Hauptmenge des Präpa- 
rates un DQnndarm zur Aufsaugung gelangt 
und nur verhältnismäSig geringe Mengen an 



die Hauptangriftsstelle des Dickdarms ge- 
langen, haben VerfL das PHlparat in geeig- 
neter Weise in stark gehärtete Glutoid- 
kapseln, Gelodurat u. a. eingeschlossen; je- 
doch sind die Versuche in dieser Richtung 
noch nicht abgeschlossen und behalten sich 
Verff. vor, dieselben noch weiter auszu- 
bauen. 

Das Anwendungsgebiet der Gallensänren 
erstreckt sldi zunächst auf eine bestimmte 
Gruppe von Verstopfungen, auf jene Fälle, 
bei denen Erschwerung der Stnhlentleening 
durch Störungen im Rektum verursadit wird, 
oder auf jene, bei denen die austreibende 
Kraft im Dickdarm nidit genügend groß 
ist, um eine Stuhlentleeiung zu bewirken« 

VerfL stellen eine weitere ausführliche 
Veröffentlichung in Aussicht, in der sie eine 
Beschreibung der ferneren Anwendung und 
der Technik des Verfahrens geben wollen. 

Wien. min. Woehenachr. 1910, 1, 5. J. Sekic. 



Photographisoh« ■itt«ilung«n. 



Wie man etwas einkopieren 

kann. 

Aus zwei verschiedenen Aufnahmen kann 
man durch Einkopieren einzelner Teile em 
whrkungsvolles Bild erstehen lassen, das die 
Hanptmomente beider Aufnahmen zu einem 
geschlossenen Ganzen vereinigt Einen 
solchen Kombinationsdruck erzielt man auf 
folgende ganz einfache Weise. Der zu übeiv 
tragende Bildteil wird auf dem Negativ ge- 
nau abgedeckt, so daß nur dieser Teil auf 
glänzendes OeUoidin-Papier in der erforder- 
lidien Stärke kopieren kann. Hierauf wird 
das Büd mit Gummigutt bei weißem Petro- 
leumlicht übermalt und im Dunkeln getrock- 
net Ist dies gesdiehen, so legt man das 
zweite Negativ in den Kopierrahmen, legt 
die zu übertragende Kopie auf und sdüießt 
den Rahmen. Es wird nun wie gewöhn- 
lich kopiert, getont, nach Bedarf retuschiert 
und vervieUältigt Bm. 



Euprotypie. 

Fhotographisches Rohpapier wird in einer 
Losung von 5 Teilen Wasser, 5 Teilen 
Urannitrat und 1 Teil Kupfemitrat lichtr 



empfindlich gemadit Auf das getroeknete 
Papier wird nun kopiert Die Entwicklung 
erfolgt in einer 5proz. Lösung von Blutlaugen- 
salz, worauf man das Bild wässert Nun 
kann mau in üblicher Weise fixieren und 
wenn der Druck dicht geworden, in Wasser, 
dem etwas Salzsäure zugesetzt wurde, ab- 
schwächen. Einen schwarzen Ton gibt man 
dem Bild, wenn man es in Iproz. Platin- 
chloridlösung badet. Bm. 



Einematographisohe 
Aufnahmen aus der Polargegend. 

Ein Kinematographentheater in Ohristiania 
hat mit dem norwegischen Polarforscher 
Ämundsen einen Vertrag abgeschlossen, 
wonach ihm dieser von s^er mehrjährigen 
arktischen Expedition auf 3000 m Films 
kinematographische Aufnahmen mitbringen 
soll. Ämundsen bekommt dafür 20000 
Meter Films gratis geliefert, um damit im 
Theater des Nordpolschiffes «Fram» sein 
Personal während der langen Reise unter- 
halten zu können. Die Abreise der wissen- 
schaftlichen Expedition ins Arktische Gebiet 



199 

wird bald erfolgen. Ämundsen hat in- 1 manches Interessante von seiner Forsehnngs- 
zwisehen die Teehnik kinematographiseher i reise mitbringen. Bm. 

Aufnahmen studiert und wird jedenfalls' ^ApoUo* 8. Nov. 1909. 



BOohorsohau. 



Tasclienbncli für Medi- 
zinal- und Verwaltungsbeamte^ 
Aerzte, Techniker und Schul- 
männer. Von Dr. Enmn von Es- 
march. Vierte vermehrte und ver- 
. besserte Auflage. Berlin 1908. Verlag 
von Julius Springer. XII und 824 
Seiten, sowie 8 leere* Blätter. 16<>. — 
Frm: in gepreßter Leinwand 4 Mark. 

Das von den Faohxeitsohriften seit dem ersten 
Ersoheiiien mit Freude begrüßte und auch hier 
wiederholt (Phann. Zentralh. 37 [1896], 479; 
89 ri898], 875 ; 4» [1902], 582) besprochene 
Tsschenbuch des bekannten Oesundheitsforsohers 
bedarf keiner Empfehlung. Trots des im Laufe 
des letzten Jahrzehntes gesunkenen Geldwertes 
und trotz der Vermehrung des Buohumfanges 
um 88 Seiten gegenüber der 1. oder um 31 in 
Vergleich mit der 3. Auflage blieb der Verkaufs- 
preis uaveräDderi — y. 



Systematisehe Anatomie der Dikotyle- 
donen. Ein Handbuch für Laboratorien 
der wissenschaftlfashen und angewandten 
Botanik. Bearbeitet von Dr. Hans 
SoleredeTy Professor der Botanik an der 
Universität Erlangen. Ergänzungsband. 
— Stuttgart, Verlag von Ferdinand 
Enke 1908. 

Es dbt in der gesamten naturwissenschsft- 
liehen Literatur wenige Büober, die auf relativ 
kleinen Baum ein derartig großes, in übersicht- 
licher Weise angeordnetes Tatsachenmaterial 
enthalten, wie die Systematische Anatomie der 
Dikotyledonen von H. SoUreder. In der ange- 
wandten Fflanzenanatomie steht das Werk un- 
erreicht da. Wer je in die Lage kommt eine 
unbekannte Droge, einen ?flaozenteil also, 
niher zu bestimmen, der mu£ zu dem im Jahre 
1899 erschienenen Handbuche greifen, das auch 
für die Diagnose von Fflanzenpulvern vor- 
zägliche Dienste leistet, da die Bestimmung 
ehies F^Sanzenpulvers bekanoüich die Kenntnis 
der gesamten Qewebe der Pflanze zur Voraus- 
setzung hat 

Oelegentlioh der Uebersetzung des Handbuches 
in das Englische hat nun Solereder zu den ein- 
zelnen Eamiüen NachtiiKge bearbeitet, <Ue in dem 
voriiegenden Ergänzungsbande zusammen- 
gefaßt sind, der, wie Beferent wiederholt fest- 
stellen konnte, nicht genügend bekannt geworden 



ist Die Systematische Anatomie und der vor- 
liegende Ergänzungsband dürfte gerade für den 
Leserkreis der F^rmazeutisohen Zentzalhalle 
das gröBte Interesse besitzen. 

Die Anordnung des Stoffes im Ergänzungs- 
bande ist die gleiche wie in dem Hauptwerke. 
Jeder Familie folgt ein Verzeichnis der Literatur, 
die im Text verarbeitet ist, de^ ^ch zahlreiche 
Untersuchungen des Autors aus neuerer Zeit 
bringt Die Verarbeitung der Literatur stellt 
an den Verfasser ungemein große Anforderungen, 
denn die pflanzenanatomischen Arbeiten müssen 
Zeile für Zeüe studiert werden, da es zu sehr 
auf Einzelheiten ankommt, auf den Bau der 
Haare, dM Fehlen von Steinzellen, auf die 
Tüpfelnng der Gefäfiwfinde u. derd. 

Den Familien folgen die Schlußbemerkungen, 
8. 310 bis 412. Sie brmgen in übersiGhtUdier 
Form einen üeberbUok über die anatomischen 
Charaktere der vegetativen Organoider dikotylen 
Pflanzen und über den diagnostischen Wert der 
einzelnen Merkmale. Dieser Schluß stellt eine 
vorzügliche allgemeine angewandte Fflanzen- 
anatomie dar. 

Eine Empfehlung bedarf das Werk nicht 

Tunmann (Bern). 



Medizinal-Kalender für das Jahr 1910. 

Erste Abteilung, I.Beiheft: GesehAfta- 

kalender — Heilapparat — Verord- 

nungslehre. — 3. Beiheft: Kur- und 

Badeorte. — Diagnostisehes Naehsehlage- 

bueh. Herausgegeben von Dr. R, Weh- 

mer. Zweite Abteilung: Verfflgungen 

und Personalien des Zivil- und Militftr- 

Medizmal -Wesens im Dentaehen Reich, 

mit alph. Namen- und Ortschafts-Register. 

Berlin 1910. Verlag von August 

Hirschwald, NW., Unter den linden 68. 

— XII,(12),406,66; CXXVIII, 1459,46 

Seiten und 2 haibj&hrige Kalendarlen 

auf Sehreibpapier zum Emhftngen. 16^. 

Preis: in einem ELalikobande , einem 

weichen Lederbande (oder zwei Kunst- 

lederbftndchen) und zwei Pappbftnden 

41/2 Mark. 

Zum 14. und letzten Male unter der Leitung 
W$hmer% der inzwischen verstorben ist, er- 
schien der vorliegende, gegenüber den Voi Jahren 
(Pharm. Zentralh. 49 [1906], 59) wenig ver- 



300 



loderte Sir9ekw<MkrBohe Medisioal-KaleDder, der 
sich Yor dem eifrigen Mitbewerbe bekanntlich 
dnrcli Anführung der Ipothekiar im YerzeichniB 
(H. AbteiluDg, Y, D) der cMedizinalpersonen» 
anszeiohnet. 

Die anfallendste Neueraog bildet 3?eilnng des 
Inhalts der erdten Abteilang in zwei Halbjahrs- 
Ealendarien and zwei Beihefte. Aul Woosch 
wird aber eine Ausgabe in der bisherigen Ge- 
stalt verabfolgt. Beiden einzelnen Bade- und 
Kurorten werden wiederum die A^rzte-Namen 
angeführt. Bei der neahinzagefngten Aufzähl- 
ung (I. Abteilung, Seite 123 und 124) ebemisch 
unverträglicher H e i 1 m i 1 1 e 1- Mischungen 
hätten die ezplosibeln eingehendere Berücksioht* 
igung Terdient. 

Hoffentlich gelingt es dem' Verlage , einen 
Nachfolger des schwer ersetzliehen Herausgebers 
zu gewinnen und damit die Fortfuhrung des 
Kalenders in der bisherigen, wohl bewährten 
Weise zu sichern. y. 



Oeiterreiohisohe Jahreshefte fbr Phar- 
mazie und Torwasdte Wissensehafts- 
sweige. Gesammelte Abhandlnngen und 
Vorträge aus der «Zeitschrift des AUge- 
meinea Seterreidusohen Apotheker- Ver- 
eins». Herausgegeben vom Dlrektoriam 
des Allgemeinen' Osterreiehisehen Apo- 
theker- Verdns. VIII. Heft. Jahrgang 
1907. Wien 1907. Selbstverlag des 
Allgemeinen Ostenreiohisefaen Apotheker- 
Veremee. Dmek von Bruno Bartelt, 
Wien XVIII, Thereriengaase 3. 

Vorliegender Jahrgang entiiält folgende Ar- 
beiten. Th. Ulrich, üeber Columhm. — Otto 
Frey, üeber das Colvmbin. — Adoif Kwisda. 



Neuere Arbeiten über die Zusammensetcung und 
die Verzuckerung der Stärke. — Otutav Moßler, 
üeber die chemische Untersuchung von Eriodio- 
tion glutinosum. — E, Feist, üeber GolombSn. 

— T. F. Hanausek, Die Ipe-Knolle. — Änion 
Praxmarer, Üeber Brenzkatechinkarbonsäuren. 

— Ludwig Würffei. üeber eine Verfälschung 
von Cortex Frangulae durch die Binde von 
Alnus glntinosa. Wilh, Müku^er. üeber 
Mikrophotographien. — Otutav Moßler. üeber 
die Einwirkung von Brom auf ätheiisohe Oele 
und die Bestimmung der im Gesamten umge- 
setzten und der zu Bromwasserstoff verwandelten 
ßrommenge. — B, Hafnmr. üeber die Wert- 
bestimmung von Semen Stryohni und der daraus 
hergestellten offizinellen Präparate. — J, Eoök- 
auf. üeber Safranverfälschungen. — O. Oold' 
sehmiedt. üeber den Nachweis von Arsen in 
Olyzeriu' nach der Vorschrift der Ph. A. VIII 
und der Ph. G. IV. — B. Hafner und F. Eriet. 
Bemerkungen zur Aschebestimmung der Drogen 
mit besonderer Berücksichtigung des Mangan - 
gehaltes derselben. — Georg Gregor. Zur quan- 
titativen Hamsäarebestimmung. — Ftliao Ebert. 
Beiträge zur Kenntnis des chinesischen Arznei- 
schatzes. «Früchte und Samen». — Deeider 
Weber. Beiträge zur Entstehung des Aoanüd- 
harzes. — Georg Gregor, üeber den Blmtnacfa- 
weis mittels Benzidins. ~ Emet Sehmidt Üeber 
den weiBen Qnecksilberpräzipitat.^i2.Z/oeÄmafifi. 
Arsennaohweis mit Hilfe von SublimattÖsung. — 
M. Grübler. Die Axungia muris montis. — 
Referate aus den Vorträgen in der Abteilung 
Pharmazie und Pharmakognosie der Versanmi- 
lung Deutscher Naturforscher und Aerzte in 
Dresden. — tz, — ' 

Preislisten sind eingegangen von : 

Earl Fr, Töllner in Bremen über pharma- 
zeutische, technisobe, hauswirtschafüiche Spezial- 
itäten usw. 



Verschiedene ■itteiluiigem 



Die Herstellung 
und VergröBerung regelmäBig 
geformter Kristalle aus wässer- 
igen Lösungen verschiedener 

Alaunsalze. 

Dan Verfahren f flr eine solche Kristall- 
gewinnnng ist zwar ein sehr einfaches, 
aber immeriiin erfordert es eine ganze 
Anzahl von Vorsichtsmaßregeln, wenn 
anders die Kristalle in ihrer vollen 
Schönheit, wie anch in der ihnen eig- 
nen regelmäßigen Form, znTage treten 
sollen. 



Auf gmnd langjähriger Erfalirong 
werde ich das in Nachfolgendem des 
Weiteren ausfuhren. 

Die sich für unsem Zweck vorzugs- 
weise eignenden Alaunsalze sind .-Chrom- 
alann, Kalialaun, Ammoniak- 
alaun. 

Sie kristallisieren aus ihren wässer- 
igen Lösungen außerordentlich leicht in 
regelmäßig oktaedrischer Form, sind 
auch, unter den nötigen Vorsichtsmaß- 
regeln aufbewahrt, haltbar, und ihre 
Behandlung wird wesentlich dadurch 
erleichtert, daß sie weder giftige noch 



201 



Atzende Ei{;ensehaften besitzen nnd fBr 
billigen Präs zu haben sind. 
B^finnen wir znnftchst mit: 

Chromalaun. 

Derselbe ist ein Doppelsalz von Ghrom- 
oiydsnlfat ind Ealiomsolfat. Er kri- 
stallisiert aas wassmger LOsnng in 
regebnftßigen Oktaedern, die bei ant* 
fallendem Lickte von schwarzer Fart>e, 
bei darehseheinendem Lichte granatrot 
sind. Er lOst steh in sieben Teilen 
kaltem Wasser mit violetter Farbe nn- 
zersetzt anf , lOet sich reidilich in heißem 
Wasser; sobald aber diese LOsnng die 
Temperatnr von 40 ^ C flberschritten 
hat, zersetzt sieh der Chromalaui. Dio 
violette Farbe der LOsnng geht in eine 
grfinliche fiber nnd verliert zugleich 
vollstSndig die Fähigkeit, Eri* 
stalle anszmscheiden« selbst 
dann, wenn sie dmrch Eindampfen 
konzentriert wird. 

Ans dieser Eigenschaft des Chrom- 
alams ergibt sich mit zwingender Not- 
wendigkeit, daB aUe LOsnngen, welche 
znr Oewinnnng von Ghromalannkristallen 
und deren VergrOßernng verwendet wer- 
den sollen, stets bei einer 40^ C 
nicht flbersteigenden Tempera- 
tur hergestellt seinmflssen, widri- 
genfalls die ganze Arbeit eine vergeb- 
tfdie sein wirde. Man erkennt, wie 
vorerwthnt, eine solche nicht fiberhitzte 
LOsnng leicht an der violetten Farbe, 
die olme grünlichen Schein sein muß. 

Ffir die Zwecke der Eristallzfichtung 
lOst man nun 1 Teil reinen, gröblich 
gq;inlverten Chromalaun in 3 bis 4 Teilen 
warmem destilliertem Wasser, filtriert 
die Losung, setzt 3 pro mille verdünnte 
SchwefdsSure (1 + 5) hinzu und nach 
fast vOlUgem Erkalten derselben hängt 
man eine Anzahl sehr dünner Baum- 
wollfäden hinein, an welchen sich vor- 
zugsweise regelmäßig geformte Oktaeder 
ansetzen. Selbstverständlich haben sich 
auch an dm Wandungen des Gefäßes, 
worin sidi die Flüssigkeit befindet, 
Kristalle ausgeschieden, aber nicht immer 
in regelmäßiger Form und mehr in 
Krusten. Aus den Kristallen wählt man 
nun die schönsten Oktaeder aus und 



stellt die Mutterlauge 8 bis 4 Tage, 
oder so lange an einem kühlen Ort, bis 
hinein gehängte Baumwollfäden nur 
einen sehr schwachen KristaHansatz 
mehr zdgen. 

Alsdann werden die ausgesuchten 
Kristalle in die Mutterlauge zurückge- 
bracht Hierzu eignen sich vorzugs- 
weisie mehr hohe wie fiache Gefäße von 
Glas, Porzellan oder gutgebranntem 
Stein, auf deren Boden eine Glasscheibe 
gelegt wird, und worauf man die Kri- 
stalle in angemessener Entfernung von 
einander unterbringt. Die Mutteriauge 
wird dann mit größter Vorsicht, in 
reichlicher Menge, darauf gegossen, da- 
mit sich die kleinen Knstalle nicht 
wesentlidi verschieben. Gut bedeckt 
wird das Ganze an einen ktHilen Ort 
gestellt. 

Nach Verlauf eines Tages untersucht 
man die Kristalle, ob sie blanke Flächen 
behalten haben oder ob sich darauf 
kristallinische Ablagerungen finden. In 
letzterem Falle beseitigt man diese; in 
ersterem Falle wird es nOtig sein, tie 
Mutterlauge durch Zusatz von Chrom- 
alaun zu verstärken. Es genügt, in 
einem Bmditeil derselben eine kleine 
Menge davon aufzulösen, auch bei einer 
Temperatur von unter 40<^ C. Wie 
groß diese Menge sein kuin, richtet 
sich nach der Große der Kristalle, und 
gibt die EMahrung leicht an die Hand. 
Obige LOsnng wird alsdann der Haupt- 
masse der Mutterlauge wieder zugesetzt, 
und nach dem Erkalten derselben legt 
man die B[ristalle von neuem hinein, 
allemal mit der kleinsten Fläche 
auf die Unterlage von Glas. 

In dieser Weise wird während der 
ganzen Zeit der Kristallzüchtung weiter 
verfahren. Tägliches Umlegen der 
Kristalle ist eine Hauptbeding- 
ung für die Gewinnung regelmäß- 
iger Formen. Sehr wichtig ist lüber 
auch das Innehalten einer möglichst 
gleichmäßigen Temperatur, wozu ein 
Keller der geeignetste Ort ist Jeder 
jähe Temperaturwechsel kann den Kri- 
stallen verhängnisvoll werden. Zu nie- 
drige Kältegrade veranlassen kristallin- 
ische Ueberwuchemngen, zu hohe 



202 



Wärmegrade lösen die 'Kristalle wieder 
auf. 

baher ist e^ ratsam, in den Arbeits- 
räumen stets ein Thermometer zur Hand 
zu haben. 3 bis 4^ C unterschied 
sind hier immerhin schon zu berück- 
sichtigen. 

Sehr zn empfehlen ist es, die zur 
Eristallzä(^btang dienenden Laugen ab 
und an zn filtrieren., 

Die Haltbarkeit der Chromalaun- 
kristalle kann nur dann gewährleistet 
werden, wenn sie an schattigen 
Orten von mittlerer Temperatur, unter 
gutem Verschluß, aufbewahrt werden. 

Nach vorstehendem Verfahren ist es 
mir gelungen, einen Chromalaunkristall 
von etwa 12 cm Höhe und 2 kg Ge- 
wicht herzustellen, in vollkommen regel- 
mäßiger OktaSderform und mit schön 
glänzender Fläche. 

Das gleiche Verfahren wie bei der 
Chromalaunzüchtnng wendet man auch 
an bei der Gewinnung und Vergrößer- 
ung von EaU- oder Ammoniakalaunkri- 
stalien, nur mit dem Unterschiede, daß 
deren heiße, wässerige Lösungen keiner 
Temperatureinschränkung unterliegen, 
sondern bei jedem beliebigen Hitzegrade 
hergestellt werden können. 

Sie sind auch wie beim Chromalaun 
mit 2 pro mille verdünnter Schwefel- 
säure (1 + 6) zu versetzen. 

Kalialaun und Ammoniakalaun 
sind im allgemeinen sowohl, wie auch 
für unsere Kristallzwecke von gleichem 
Wert. Beide gehen im Handel unter 
dem Sammelnamen Alaun, ein Doppel- 
salz von Alominiumsulfat mit Kalium- 
sidfat, oder Ammoniumsulfat. 

Derselbe stellt wasserhelle durchsicht- 
ige Kristalle dar, die in 10 Teilen kal- 
tem und reichlich in heißem Wasser 
löslich sind. Sie kristallisieren aus sol- 
chen Lösungen leicht in schönen regel- 
mäßigen Oktaedern von diamantUin- 
lichem Glanz. 

Die letztere Eigenschaft hatte daher 
auch zu einer selu* interessanten Hans- 



industrie geführt, die in früheren 
Jahren stark betrieben wurde, aber im 
Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten 
zu sein scheint. 

Diese Industrie beruhte 'darauf, daß 
verschiedene Gegenstände, wie Körb- 
chen, Schalen, Ringe, ZSpfchen usw. 
für den Weihnachtsbaum, die aus dünnem 
Kupferdraht gefertigt waren, der mit 
Baumwollfäden dicht umwickelt wurde, 
in einer konzentrierten Lösung . von 
Alaun längere Zeit (6 bis 12 Stuad^) 
belassen wurden, bis die Gegenstände 
mit Alaunkristallen dicht, überzogen 
waren. 

Man bereitet diese Lösung dorcb' 
Auflösen von 1 Teil Alaun in 3 Teilen 
heißem Wasser unt^ dem vorerwähnten 
Zusatz von 2 pro mille verdünnter 
Schwefelsäure (1 + 6) und sobald sie 
nahezu erkaltet ist, hängt man die 
betreffenden Gegenstände Mnein.. 

Es würde noch erübrigen, die Zücht- 
ung von Eisenalaunkristallen des 
näheren zu erörtern, da diese sehr leicht 
zu gewinnen und zu vergrößern sind. 
Sie bilden durchsichtige ametbystfarbener 
Oktaeder von hoher Schönheit. Aber 
sie sind leider von so geringer Halt- 
barkeit, daß sie sich schon nach Ver- 
lauf weniger Monate mit einer gelben 
Eisenotyitechicht überziehen, die selbst 
durch UeberkristaUisieren mit Kalialaun 
immer wieder von neuem auftritt Da- 
her habe ich von deren Züchtung gänz- 
lich abgesehen. 

Hildesheim. Fr, OUmanns, Apotheker a. D. 

Chemisches Laboratorium Fresenius zn 
Wiesbaden« Ad dem im Herbst 1909 abge- 
haltenen FerieokarsQS des Cbem. Laboratorinms 
Fresenius beteiligten siob 21 Studierende. Im 
gegenwärtigen Wintersemester 1909/10 ist das 
lAboratorium von 35 Studierenden besucht, dar- 
unter 1 Dame und 2 Hospitanten. Die Erüh- 
Jahrsferienkurse beginnen am 1. März d. Js. Das 
näehste Sommersemester beginnt am 25. April 
d. J. 

Anfragen. 1 . Wer fertigt Kapseln von etwa 
20 Tropfen Inhalt an, welche W FtQlung mit 
wisserigen Flüssigkeiten nioht quellen? 
2. Woher kann man Maisöl beziehen? 



Voriegw: Dr. A. Sehneider, Ihnetden. 

Wta dto T^fep«>|f Tcnntirortlteh : Dr. A. Seknelder, DvMd«i. 

Im Bnehluaidel dvoh J«ll«s Springer, BmUb N., Moabljovplate 8 

DrMk TOB Fr. TIttel Nachf. (Bernh. Kunath), Dnwimn 



Pharmazeutische Zentralhalle 

für Deutschland. 

Herausg^geban won Dr. A. Sohnaldar 

Dretdan-A., SdumdMuntr. 48. 



• f ■ 



ZdtBehrift fflr wisaeiiBeliaftlielLe und geseliftftliehe InteieBBen 

der Phannazie. 



Gegründet 



GesehlfUstalle und Anzelsen-Annmhme: 

Dresden - A 21 p Sohandauer StraBe 43. 

Besugipreli Yierteljihrlioh: dnioh BuohhandeL Poet oder GeMsliiftHliUe 
Im Lüand %J60 IQ., Aadind 3,60 Mk. — Xhuäne Nnmmeni 30 Pt 

^.nseigen: Die 85 mm breite Zeile in Sldneohrift 30 Pf . Bei gxoSen AnftrSgen PreiaermABigmig. 



M 11. 



Dresden, 17. März 1910. 



Erscheint jeden Donnerstag. 



Jahigang. 



Inhalt: OkMU« «ad FlUMraail«: Lebertrmnfettatar.ii. — Nene Anaeimittel und SpesialiUen. 
wftfang dea Mafana. — Qraiiea Oel. — x\eiuuiacabe daa Annaibncliea. — Pepain und Trxpatn.^^ 
M dar Araanbaatmuniug. — Baaehe Beatimmanf dea Alkohole. — NahraagiBiltel-Oheai«. — 
HttteilaacM. - Fhotographtteh« Htttsiluiffm. — BMehtrMhA«. ~ VcrMkiedMiM. — 



— Fimktloiia« 



Oheniio und Pharmasio. 



Ueber Lebertranfettsäuren. 

Von Ä, EMuichka und JEL Bheinbergtr. 

Ifittälnngen ne dem Leboratoriom für ange- 
Vendte Chemio der EgI. üniyersität München. 

Henriqties und Küfm^) gelang es bei 
'der üntersnchnng des Mkonifetts zum 
ersten Male ans dor ChloroformlOsnng 
des Glyzerids durch Znsatz von über- 
schfissiger fiä^rscher oder FoUer'scher 
liOsang bei dem fiblichen Verfahren der 
Jodsahlbestimmnng nach mindestens 
sechsstflndigem Stehen und Hinznffigen 
Ton Alkohol eine gatkristallisierende 
Chlorjodverbindnng zn erhalten, nnd 
zwar handelte es sich in diesem Falle 
um ein Chlorjodoleoetearin. 

Es gelang uns nun auf folgende Weise 
aus den Lebertranfettsäuren ebenfalls 
ein Chlorjodprodnkt zu gewinnen : 20 g 
dieser, dorch Tierstflndiges Kochen von 



*) Ber. der Dentaoh. Ghem. Ges. 88, 300. 



Dorschlebertran mit alkoholischer 
lauge und nachheriges Ansäuren mit 
Salzsäure gewonnenen Fettsäuren wur- 
den in 300 ccm Chloroform gelöst und 
zu dieser Lösung etwa 1600 ccm HiU^ 
scher JodlOsung hinzugeffigt. Das Ganze 
wurde dann unter Öfterem Umschfitteln 
zwei Tage im Dunkeln stehen gelassen, 
und das nach dieser Zeit ausgeschiedene 
Produkt nach dem Filtrieren mit abso- 
lutem Alkohol gewaschen. Es stellt so 
ein weißes, kristallinisches, in den ge- 
bräuchlichsten LOsungsmittehi sehr 
schwer lösliches Pulver dar, das folgende 
Analysenwerte ergab: 0,1338 g Sub« 
stenz gaben 0,1100 g COg und 0,0364 g 
HgO, 0,1634 Substenz gaben 0,2646 gHa- 
logensUber und daraus 0,1994 g AgCI, 
0,1061 g Substanz gaben 0,1712 g Ha- 
logensilber und daraus 0,1298 g AgCI. 
Dies entspricht einem Gehalt von 
22,42 pZt C, 3,04 pZt H, 14,95 bezw. 
16,12 pZt Cl und 64,62 besw. 54,14 
pZt J. 



204 



Micli den Uatersnchtuigeii HeyerdahTn**) 
athUt der Lebertran die Terapin- 
sSare C17H26O2, und bekanntlich ent- 
steht bei der Einwirkung yon Brom 
auf Lebertran bexw. auf die Lebertran- 
fettsänren in ganz ähnlicher Weise ein 
schwer lösliches Oktobromid. Man kann 
dfliier annehmen, daß dem erhaltenen 
CUorjodprodukt ebenfalls diese Terapin- 
sture zu Grunde liegt. Allerdings stim- 
men dann die fttr Chlor und Jod ge- 
fundenen Werte mit denen ans der an- 
zunehmenden Verbindung : Ci7H2602(ClJ)4 
(16,66 pZt a, 66,69 J, 22,373 C, 2,87 
pZt H) nidit ganz fiberein, was viel- 
leicht daran liegt, daß der Stoff sich 
infolge seiner ^hwerlOslichkeit nicht 
Umkristallisieren läßt und somit sicher- 
lich noch Verunreinigungen enthält 
Eipe Stfitze findet diese Annahme darin, 
daß aus diesem Chlorjodprodukt auf 
folgende Weise eine Chlorverbindung 
eriiiJten wurde, dessen Analyse gut aiS 
die Formel Ci7H2602Clg stimmt. 

Das Chlorjodprodukt wurde in einem 
Glasrohr ausgebreitet und darfiber trock- 
nes Chlorgas bei einer Temperatur von 
etwa 60^ geleitet; hierbei schmolz das 
Produkt zu einer braunen, harzartigen 
Masse zusammen. Nach zehnstfindigem 
Ueberleiten wurde das Reaktioasprodukt 
in Chloroform gelOst und mit Alkohol 
versetzt Nach einiger Zeit kristall- 
isierten farblose Kristalle aus, vom 
Schmelzpunkt 62^, welche in Wasser 
■nlSslicli, in Alkohol schwerlöslich und 
in Chloroform leichtlöslich waren. 

Analyse: 

0,0968 g Substanz gaben 0,2022 g 
AgCI. 

Gefunden: 62,18 pZt Cl. 

Berechnet ffirCi7H2602Cl8: 61,96 pZt 
Cl. 

Wir sind noch mit weiteren Unter- 
suchungen Aber die Lebertranfettsäuren 
insbesondere fiber die Terapinsäure be- 
schäftigt und werden später darfiber 
berichten. 



««' 



) Chem.-Ztg. 1», Rep. 375. 



Neue AnoLeimittel« SpesialitAteiL 
und VonohrilteiL 

Aoidum arsinosalieylionm. Durah Schmel- 
zen von o-Tolndin mit aneniger Siuro eiv 
hält man 1-Amino - 2mettiytbenien - 4anmit. 
Dies wird aoetyliert, darauf mit Kaliumper- 
manganat oxydiert, wodurch Aeetylaramo- 
anthranikäure entsteht, welche beim Erwärmen 
mit Potaache die Aeetylgmppe verliert, wäh- 
rend die . Anthranileänra dureh Diazotieren 
die ArsinosalizylBäuro gibt Diese bildet 
farblose Nadebi, welche bei 300 ^ sdimelzen, 
sieh leieht in warmem Wasser, Methyl- und 
Aethylalkohol sowie Aeeton, dagegeq wenig 
in Aether ICsen. Sie ist weniger giftig, als 
Atoxyl, (Bull, des scienoes pharm. 1910, 
108.) 

Benaoplaste nennen Orundherr und 
Sertel m Nflmberg Onttapereha-MoUe. 

Carioa nennt die (Siemische Industrie 
A.-0. m St Margrethen (Rhontal) em Ab- 
ffihrmittel in Feigenform, dessen Bestandteile 
zur Zeit unbekannt smd. 



Castor-Laz ist ein troekenes 
Präparat, das von Powdered Oil ICfg. Co. 
in New- York, ü. S. A. dargestellt wird. 

Edme Malt - Extraot hat folgende pro- 
sentisohe Zosammensetzong: 78 fester Rflek- 
stand, 0,56 gerinnbares Protein, 6,74 Oe- 
samtproteln, 67,1 Maltose, 1,78 Asishe und 
0,72 Phosphate als P2O5 angegeben. Dar- 
steller: Edme Ltd, Broad Street House, Lon- 
don K C. 

Gelonida (Pharm. Zentralh. 61 [1910], 
51). Wie groß die Zertallbarkeit dieser 
Tabletten ist, lehrt folgender Versueh: Oibt 
man einen Tropfen Wasser auf ein Gelonida 
so bläht sich die Tablette sofort an der be- 
fenehteten Stelle stark auf; beim Hinein« 
werfen in etwas Wasser zerfällt sie sofort 
m feinste Teilehen. Zur LOsnng sind nur 
8 bis 5 Sekunden nötig. In gleicher Weise 
gelingt derVersneh, wenn das Wasser dnreb 
eine magensaftähnUehe Uisehnng von Sah&- 
Säure-Pepsin mit einer leksht sehleimigen Flüss* 
igkeit ersetzt wird, so dafi ein gleich schnelles 
Zerfallen der Gelonida im Magen anzuneh- 
men ist. 

Zur Zeit kommen in den Verkehr: Ge- 
lonida Arhovini, Gelonida antipy- 
retica, enthaltend je 0,5 g PhenyldimethyK- 



906 



pyraaolon - KotfcSa - Zitrit; und Gelonida 
Aeidi aeetylsalioylioi sn 0,5 g. 

0«ni6X ist ein M alaeztrak^P^iparaty das 
folgende proientiadie Znaammensetzong hat: 
77,5 fester Sllekstand^ 1 gerinnbares Protein, 
8,51 Oesamt-Proteln, 56,7 Maltose, 2,25 
Asehe nnd 1,07 Phosphate, als P2O5 be- 
rechnet Darsteller: Edme Ltd. Broad Street 
Honse, London E. 0. 

Olycogtae Clin besieht nach Angabe 
des Darstellers ans 5 g Glykogen nnd ste- 
rilisiertem Wasser bis zn 100 oem. Außer 
diesen Bestandteilen wurden Spnren von 
BittermandelwaBser gefanden. (Naehr. fOr 
Zollst) 

Jodarsyl werden Ampullen genannt, von 
denen jede eine sterile LOsnng von 0,4 g 
Natrinmjodid nnd 0,1 mg p-amidophenyl- 
arsfauanres Nahrinm enthftit Anwendung: 
als Veneneinspritznng bei Basedaw'sAet 
Krankheit 

■ieomors, Antinikotintabletten, vermin- 
dern naeh Angabe des Darstellers Dr. A. Her- 
brandt, G. m. b. H. m Berlin, Marburger- 
straße 5 die Giftigkeit des Tabaks. Ihre 
Zusammensetsnng ist unbekannt 

PkonoltethracUorphtlela wirkt unter die 
Haut gespritzt abfahrend, wenn auoh sehwaoh, 
aber anhaltend. Die Entleerungen sind 
sehmenlos, der Befolg sicher, obgleieh eine 
längere Zeit vergeht, ehe es wirkt In 
Wasser ist es schwer löslich. (Journ. of 
Amer. Assoe. 1910, 29. Jan.) 

Tnbarsyl (Pharm. Zentralh. 60 [1909]' 
1083). Hr. I zur Behandlung der Tuber- 
kulose zwüten Grades. 30 EinzelampuUen 
beginnend mit 0,05 g amidophenylarsinsaurem 
Natrium nnd 0,1 mg AlttuberkuUn, allm&h- 
lieh steigend bis 0,2 g amidophenyiarsin- 
saorem Natrium und 0,1 mg AlttuberkuUn. 
Hr. n zur FortBetzuug der Behandlung 
von Taberkniose zweiten Grades, sowie zur 
Behandlnng beginnender Tuberkulose und 
zur Voibengnng. 30 Binzelgaben beginnend 
mit 0,05 g amidophenylarsmsaurem Na- 
trium und 0,1 mg Alttnberkulm, steigend 
bis 0,2 g amidophenylarsinsaurem Natrium 
und 1 mg Alttnberkulm. In beiden Zu- 
sammeastallungen enthält nur jede dritte 
Gabe Alttnberkulin. 



Tuberculosan ist ein von Dr. Burow 
in Halle hergestelltes Bakterienprftparat gegen 
Rmdertuberkulose. 

V6ritable pilules (Anti - Nävi*algiques). 
100 Stfick bestehen aus 1 g Chinin, 1,75 g 
Ghinarindenpulver, 0,02 g Akonitinnitrat 
Sie smd mit Zudser Aberzogen. Gefunden 
wurden DigitaUn, Ghininsulfat, wintige Menge 
arseniger Säure, Weisenstärke, Tragant, 
Rohrzucker und ein nicht näher bestimm- 
barer Farbstoff. (Nachr. f. Zollst) 

Vero nennt Dr. A, Wolff in Bielefeld, 
SndbraekerstraSe einen Fleisehsaft mit 38 
V. H. Fleischeiweifi. 

K Mangel, 



Zur FonktlonBprüfling des 

Magens 

empfiehlt Dr. Schlaepfer eine mit Neutral- 
rot (Toluylenrot) gefärbte Suppe, die aus 
Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett besteht 
nnd von W. Holzhauer in Marburg in den 
Verkehr gebracht wird. An der Färbung 
des Harnes läßt sieh die erste Entleerung 
des PyloruB und die Gesamtbeweglichkeit 
(Motilität) des Magens bestimmen. Im Aus- 
geheberten kann man die Mengenverhältnisse 
an Suppe und Magensaft und damit die 
motorische sekretorische Funktion feststellen. 
Aus der Färbung des filtrierten Magensaftes 
läßt sieh ungefähr seine peptische Kraft er- 
kennen wie auch aus dem Farbenumschlag 
im Ausgeheberten ui Rot und Gelb sowie 
umgekehrt auf die Säuremenge, die Inten- 
sität und Anwesenheit von Gärungsvorgängen 
schließen. 
Müneh.Mdd.WoeKm$ehr. 1908,1906. — to— 



Zur Bereitung von grauem 

Oel 

verwendet M. Deguy ein Silberamalgam, 
das 40 V. H. Quecksilber enthält Von 
diesem Gel spritzt M. Queyrat jede 
Woche eine 0,07 g Quecksilber entsprechende 
Menge ein. 

Es Bchänt, daß Flatinamalgam vielleicht 
eine gleiche Verwendung erfahren könnte. 

Bepert. de Pharm. 1910, 20 . R M. 



306 



Zur Neu -Ausgabe des Arsnei- 
buchs fär das Deutsche Beich. 

(FortsetzuDg von Seite 192.) 

Cresoinm orndnm. 
Rohes Eresol. 

Qehalt mindeBtenB 56 pZt m- Eresol 
OeH^CHBOHd^d] MoL-Oew. 108,06. 

Klare, gelUidiey bei der Anfbewahning 
dnnkler werdende, brenzlieh riechende, neu- 
tral reagierende Flflasigkeit, die in viel 
Waeeer bis auf wenige Floeken, in Wein- 
geist und Aether völlig lOslioh ist 

unterwirft man 50 g Rohkresol ans einem 
DestiDierkOlbehen von nngefihr 70 oem In- 
halt der Destillation; so müssen bei etwa 
200^ mindestens 46 g innerhalb zweier 
Orade übergehen. 

Schüttelt man 10 com rohes Eresol mit 
50 ocm Natronlange und 50 ocm Wasser 
In einem Meßzylinder von 200 ccm Inhalt, 
so dürfen nach halbstündigem Stehen nnr 
wenige Flocken ongelOst bleiben (Naphthalin). 
Setzt man dann 30 ocm Salzsäure und 10 g 
Natrinmdilorid hinzu, schüttelt und läßt 
darauf ruhig stehen, so sammelt sidi die 51- 
artige Kresolsdiicfat oben an; sie muß min- 
destens 9 ccm betragen. 

Eme Uischung von 5 ccm der so abge- 
schiedenen Eresole und 300 ccm Wasser 
muß sich mit 0,5 eem ESsenchloridlösnng 
blauviolett färben. 

Gehaltsbestimmung. In einem weit- 
halsigen Kolben von etwa .1 L Inhalt er- 
hitzt man 10 g rohes Kresol und 30 g 
Schwefelsäure eine Stunde lang im Wasser- 
bade. Das Gemisch kühlt man auf Zimmer- 
temperatur ab, fügt 90 com rohe Salpeter- 
säure hinzu upd löst sofort durch behutsames 
Umschwenken. Nach Beendigung der nach 
etwa einer Minute emtretenden, heftig ver- 
laufenden Reaktion läßt man den Kolben 
noch 15 Minuten lang stehen, gießt dann 
den Inhalt in eine Porzelii^ischale, die 40 
ccm Wasser enthält, und spült den Kolben 
mit ebensoviel Wasser nadi. Nadi 2 Stunden 
zerklemert man die entstandenen Elristalle 
mit einem Pistill, bringt sie auf em Saug- 
filfer und wäscht in kldnen Anteilen mit 



100 ccm Wasser, die man vorher zum Aus- 
spülen des Kolbens und der Schale benutzt 
hat, nach. Die Kristalle werden mit dem 
Filter 2 Stunden lang bei 100 ^ getrocknet 
und nadi dem Erkalten gewogen, wobei 
man ein Filter von gleicher Größe als Gegen- 
gewicht benutzt Die Menge des so er- 
haltenen Trinitro-m-Kresols muß mindestens 
10 g betragen ; sein Schmelzpunkt darf nicht 
unter 105^ liegen. 

Formaldehyd solutus. 
Formaldehydlösung. 

Gehalt 35 pZt Formaldehyd HGHO MoL- 
Gew. 30,02. 

Klare, farblose, stechend riechende, wässer- 
ige, wechsehide Mengen Methylalkohol ent- 
haltende Flüssigkeit, die Lackmuspapier nicht 
verändert oder höchstens schwach rötet 
Formaldehydlösung löst sich in Wasser und 
Weingeist in jedem Verhältnis, nidit in 
Aether. 

Spezifisches Gewicht 1,079 bis 1,081. 

Formaldehydlösung hmteriäfit beim Ein- 
dampfen auf dem Wasserbade eine weiße, 
amorphe, m Wasser unlösliche Masse. Wird 
FormaldehydlÖBung mit Ammoniakflüssigkeit 
stark alkalisch gemacht und hierauf auf dem 
Wasserbade eingedampft, so verbleibt ein 
weißer, kristallmischer, m Wasser sehr leidit 
löslicher Rückstand. 

Aus ammoniakalischer Sübemitratlösung 
scheidet FormaldehydlÖsüng allmählich me- 
tallisches Silber ab. Alkalische Kupfer- 
tartratlösung wird beun Erhitzen mit Formal- 
dehydlÖsüng unter Abscheidung eines roten 
Niederschlages entfärbt 

Die wässerige Lösung (1 + 4) darf weder 
durch Silbemitratlösung (Salzsäure), noch 
durch Baryumnitratlösung (Schwefelsäure), 
noch durch Schwefel wasserstoffwasser (Schwer- 
metallsalze) verändert werden. 1 oem For- 
maldehydlösung darf nach Znsatz emes 
Tropfens Normal-Kalilauge Lackmuspapier 
nicht röten. 

Die beim Eindampfen der Formaldehyd- 
lösung hinterbleibende weiße Maase darf 
beim Verbrennen nidit mehr Rückstand 
hinterlassen, ab 0,01 pZt der angewandten 
Menge Formaldehydlösung entspridit 



207 



öthaltBbestimmnng. Zar völligen 
EntBibiing eines OemiaeheB von 8 oem 
Fonnaldehydnenng, 50 oem einer friedi be- 
reiteten NatrinmenifitUtanng; die in 100 cem 
25 g kristnIMertes Natrinmsnlfit enthftlt^ 
nnd 1 Tropfen PlienolphthalelnUtaang, mfissen 
naeh Abzog der Siiiremenge, die eine Mieeh- 
nng von 12 eem der NatriamioIfitlOBangy 
80 eem Waner nnd 1 Tropfen Phenol- 
phtfaalelnlOBong für aieh mr Entfirbnng 
verbraneht, mindestens 37,8 oem Normal- 
SalaBloi« erf orderfieh seiUi was einem Oe- 
halt von 35 pZt Formaldehyd entsprieht 
(1 eem Normai-Salssinre = 0,03002 g 
Formaldehyd, Phenolphthalein als Indikator.) 

Vor lieht gesehfitzt anfznbewahren. 

Voniditig anfznbewahren. 

Hydrogeninm peroxydatnm solntam. 
WasserstofbnperoxydlOsnng. 

Gehalt mindestens 3 Oewiehtsprosen^ 
Wsflserstoffniperoxyd HsOg Mol. - Oew. 
34,016. 

Klare, färb- nnd gemehlose, sehwaeh 
bitter aohmeekende Flfisslgkeit, die Laekmns- 
pikier sehwaeh rötet nnd sidi bei Zimme^ 
temperator sehr langsam, beim Koehen oder 
bei Berthmng mit gewissen Stoffen, wie 
Brannstein, sehr raseh nnter Entwiekeinng 
von Sanerstoff zersetzt. 

Versetzt man WasserstoffsnperoxydUtonng 
mit einigen IVopfen verdünnter Sehwefel- 
sinie nnd einigen eem Eafinmpermanganat- 
Iflsnng, so branst dieMisohnng anf , nnd die Farbe 
der PermaagaaatlOsnng versehwindet. Sehflttelt 
man 1 eem der mit efaiigen Tropfen yer- 
dfinnter BehwefeUnre angeslnerten Wasser 
Btofboperoxydlfisang mit etwa 2 eem Aether 
nnd setzt dann der Ifisdiong einige l^opfen 
Kalinmehromatltaug hinzn, so flürbt 
naeh erneutem Behlltteln die 
Sehiabt tiefblan. Versetzt man Jodzmk- 
stiikelOsnng mit einigen Tropfen verdfinnter 
Salztfnre und ebem Tropfen Wasserstoff- 
snperoxydlOsong, so firbt ueh dieMisohnng 
Man bis violett. 

5 eem WasseratofboperoxydHsnng dflrfen 
aieh naeh Zusatz von verdfinnter Behwefel- 
sittre innerhalb 10 Minuten nieht verlndem 
(Baryumsalze). WasMrstofbnperoxydlOsnng 
darf naeh Zusatz einiger Tropfen Natrinm- 
aeetatUsuig' durdi GalenimeUoridUlsnng nieht 



verlndert werden (Oxalsäure). 50 eom 
WssserstoffsnperoxydlOsnng dfirfen zur Neu- 
tralisation hOehstens 2,5 oem Vio-^^>™^ 
Kalilauge verbrauehen (freie Stare). 20 
oem WasseratoffsnperoxydUSsung dflrfen befan 
Verdampfen anf dem Wasserbade höehstens 
0,02 g Rfiekstand hmterlassen. 

Oehaltsbestimmnng. 10 g Wasser- 
stofbnperoxydiOsnng werden mit Wasser auf 
100 oem verdflnnt; 10 oem dieser LSsung 
werden mit 5 oem verdfinnter Sehwefelsinre 
nnd 10 oem Kalinmjodidlösnng (1 + 9) 
versetzt nnd die Misohnng in dnem ver- 
sehlossenen Olase eine halbe Stunde lang 
stehen gelassen. Znr Bindnng des ansge^ 
sohiedenen Jods mfissen mmdestens 17,7 oem 

Yio'^<»™^^^^°^^<''^*^^^"^8 erforder- 
lieh sein, was einem Mindestgehalte von 
3 pZt Wasserstoffanperoxyd entspridit (1 oem 
Yio - Normal - Natrinmthiosnlfatltaung =^ 
0,00170 g Waaserstofbnperoxyd, Stflrkelte 
ung als Indikator). 

Kfihl nnd vor lieht gesdifltzt anfznbe- 
wahren. 

Liqnor Alnminii aeetico-tartariei 

AlumminmaoetotartratlOsung. 

GeUtote essigweinsanre Tonerde. 

Gehalt annähernd 45 pZt Alumfaiium- 
aeetotartrai 

AluminiumaeetatlOsung 500 Teile 
Wsinslure 15 TeUe 

Essigsäurs 6 Teile 

Die Wsinsinre wud in der Ataminiuni' 
aoetatUSsung geUtat, die LOsung in einer ge- 
wogenen Porzellansehale anf dem Wasser 
bade nnter Umrühren anf 114 Tttle an- 
gedampft nnd die Basigsiure zugesetzt Die 
Misohnng wird in einer versohlossenen Flasehe 
vor lieht gesehfitzt an ehiem kfihlen Ort 
unter zeitweiligem ümsohfittehi mehrere Tage 
stehen gelassen nnd dann filtriert 

AhimininmaeetotartratlOsung ist ehie klare, 
farblose oder sehwaeh gelblieh gefärbte 
Flfisttc^eit von nmpartiger Besehaffenheit, 
die Laekmnspapier rötet; sie rieeht naeb 
Entgsinre, und sehmedrt sfißlieh zusammen- 
ziehend. 

Speanfisehes Gewioht 1,360 bis 1,263. 

Werden 6 öem AlnmininmaoetotartrstlOs- 
ung mit 3 eom Ealiumpermanganatlfisung 
im Waaserbade erwftrmt, so wird die Misoh- 



S08 



img bibkM and klar. Hit 4 TeUem Waater 
▼iralliuite JUnmininmaflatotartrattgeiing giM 
auf Zinats von Ammoninkflfliwigkeit eiaen 
weißen, gallertartigen^ in Natronlange Ideht 
IMiehen NiedeneUag. Wird eine Miaehnng 
yon 2 eem AlnmininmaeetotartratlOanng mit 
8 eem Wasser nnd 1 eem einer gesättigten 
weingeiatigen ZinkaoetatUSsnng im Wasser- 
bade bis nahe zum Sieden erhitzt, so bildet 
sieh em diditer, weißer Niedersehlag, der 
sieh behn Erkalten allm&hlioh wieder Utat 

Mit 4 Teilen Wasser verdünnte Alnmininm- 
aeetotartratlOenng darf dnreh Sehwefel- 
Wasserstoff nieht verändert werden (Sehwer- 
metaUsalae). 

Qehaltsbestimmnng. 5 g Ainmi- 
ninmaeetotartratlösnng werden im Wasser- 
bade emgedampft; der Rflokstand wird bei 
100^ getrocknet. Das Oewidit des Rflek- 
Standes darf nieht unter 2,24 g betragen, 
was einem Gebalt von annähernd 45 pZt 
Alamlninmaeetotartrat entsprieht. 

Liqnor Ferri oxyehlorati dialysati. 

Dialyslerte EisenozyohloridlOsnng. 

Gehalt 3,3 bis 3,6 pZt Eisen. 

EisenehloridlOsnng 50 Teile 

Ammoniakflfissigkeit 33 Teile. 

Zn der durch Eiswasser gekflhlten Eisen- 
cUoridlOBung wird unter stetigem ümrflhren 
die Ammoniakfiflssigkeit in kleinen Anteilen 
in der Weise zugesetzt, dafi die entstehende 
Fällung vor erneutem Zusatz von Ammoniak- 
flüssigkeit wieder in LOsung gebradit ist. 
Ist der letzte Anteil Ammoniakfiflssigkeit zu- 
gesetst, so wird noch so lange gerfihrt, bis 
eine vollständig klare LOsung entstanden Ist 
Diese wvd so lange dialysiert, bis eine 
Probe des umgebenden Wassers naeh dem 
Ansäuern mit Salpetersäure dureh Silber- 
nitratlOeung sofort hOehatens noch schwach 
opaKsterend getrflbt wird. Das Dialysat 
wird sodann entweder durch Wasserzusatz 
oder durch Abdampfen in flachen Porzellan- 
oder GlasgeftOen bei emer 40^ nidit flber- 
steigenden Temperatur auf daa vorgeschrie- 
bene spezifische Gewicht gebraehi 

Speaäfisdies Gewieht 1,045 bis 1,046. 

Klare, tiefbraumote Flflssigkeit Sie rötet 
Lackmuspapier schwach, schmeekt herbe, 
aber kaum eisenartig und bfldet, mit emem 
Tropfen verdflnnter Schwefelsäure versetzt, 
sofort eine gelb- bis braunrote Gallerte. 



Wvd dialysierte 
mit KaliumferrocyanidlOenng versetzt,' so darf 
nur eine schwarzbraune, gallertige J Ana- 
Scheidung, jedoch kein blauer Niederschlag 
entstehen (Bsenchlorid). 

Werden 20 ccm dialysierte Eisenoxy- 
chloridlösung mit Natronlauge zum Soeben 
erhitzt, so darf durch die Dämpfe ange- 
feuehtetes Lackmuspapier nieht gebläut 
werden (Ammoniumchlorid). 

Werden 20 com dialysierte Eisenoxychk>rid- 
lOsung mit flbersehflssiger Ammoniakfiflssig- 
keit versetzt, so muß daa Filtrat farUoa 
sein (Kupfersalze) und nach dem Eindampfen 
einen Rflekstand hinterlassen, der sieh beim 
Glflhen vollständig verflflchtigt (Kalinm- 
Caldum-, Magnenumsalze). 

Werden 5 ccm dialysierte Eisenoxychlorid- 
Htaung mit 15 ocm Salpetersäure bis zur 
Klärung gekocht, so muß die Mischung nach 
Zusatz von 4,5 ccm Vio-Normal-Silbernitrat- 
15sung ein klares Filtrat geben, daa durch 
weiteren Zusatz von SUbemitratlOsung nicht 
verändert wird (unzulässig hoher Chlor- 
gehalt). 

Gehaltsbestimmung. 10 eem dialys- 
ierte Eisenoxyehloridlösung werden in einem 
100 ocm fassenden Mafikolben mit 10 eem 
Salzsäure erwärmt, bis eine klare, hellgelbe 
Lösung entstanden ist. Nach dem Erkalten 
wird die Lösung mit 2 g Kaliumjodid ver- 
setzt und in einem verschloasenen Glase 
1 Stunde lang stehen gelassen. Hierauf 
wird mit Wasser bis zur Marke anfgefflUt. 
20 eom dieser Lösung mflssen zur Bindung 
des ausgeschiedenen Jods 12,5 bis 13,5 ocm 
Vio-Normal-Natriumthiosulfatlösung erfordern, 
was einem Gehalte von 3,3 bis 3,6 pZt 
Eisen entspricht (1 ccm Vio'^<>i™^*^&M^un- 
thiosulfatlösung = 0,00559 g Eisen, Stärke- 
löBung als Indikator). 

Vor Licht geschfltzt aufzubewahren. 

Fflr Liquor Ferri oxyehlorati ist dialys- 
ierte Eisenoxychloridlösung abzugeben. 

Oleum Arachidis. 
Erdnufinöl. 
Das aus den geschälten Samen von Araehia 
hypogaea LinnS dureh kaltes Auspressen 
gewonnene fette Oel. 

ErdnuBöl ist hellgelb, gemehlos und 
schmedrt milde. 

Spezifisches Gewicht 0,916 bk 0,921. 



209 



Jodsabi 83 bis 100. VeneifaiigssaU 
188 bis 196;6. 

Bdiüttelt man 5 oem ErdnofiOI nut 0;1 
oem weingmtiger FarfaroUösimg und 10 oom 
ranehender Salzsäure mindeBtens eine halbe 
Minute lang kräftig, so darf die wässerige 
ßehieht naeh der Trennung von der öligen 
keine starke rote Färbung zeigen (Sesamöl). 

Erhitzt man in einem mit RQekflußkübler 
▼ersehenen Eölbehen 5 eem Erdnußöl mit 
5 eem Amylalkohol und 5 ecm einer du- 
pros. Losung von Behwetel in Schwefel- 
kohlenstoff 15 Minuten Isng im Wasserbade, 
so darf weder hierbei, noch naeh einem 
weiteren Zusata von 5 eom der Lösung von 
Schwefel m Schwefelkohlenstoff und darauf 
folgendem, viertelstündigem Erhitzen eine 
Rotfärbung des Oenusches emtreten (Baum- 
woUsamenöl). 

p -Amine benzoyldiaeth ylamino- 
aethanolum hydrochloricum. 

Salzsaures p - Aminobenzoyldiäthylammo- 

äthanoL 

NH2.C6H4.C00C2H4.N(02Hö)2-H01 [1,4] 

MoLOew. 273,65. 

Färb- und geruchlose Näddchen von 
sehwach bitterem Geschmack, die auf der 
Zunge eine vorflbergehende Unempfindlich- 
keit hervorrufen. Salzsaures p-Ammobenzoyl- 
diäthylammoäthanoi löst sich m 1 Tefl 
Wasser und in 30 Teilen Wdngeist Die 
wässerige Lösung (1 + 9) reagiert neutral. 

Sehmebpunkt 1560. 

Kalilauge scheidet aus der wässerigen 
Lösung (1 + 9) em farbloses, bald kristaU- 
misch erstarrendes Oel aus. Qaecksilber- 
chloridlösung ruft einen weißen, Jodlösung 
einen braunen Niederschlag hervor. Silber- 
nitratlösung erzeugt in der wässerigen, mit 
Salpetersäure angesäuerten Lösung einen 
weifien Niederschlag. Ein aus gleichen Teilen 
salzsaurem p - Aminobenzoyldiäthylamino- 
äthanol und Queeksilberchlorflr bereitetes 
Qeoüsch schwärst sich beun Befeuchten mit 
verdflnntem Weingeist 

Wird eine Lösung von 0,1 g sahEsaurem 
p-Aminobenzoyldiäthylaminoäthanoi in 5 oem 
Wasser mit 2 Tropfen Salzsäure, darauf mit 
2 Tropfen Natriumnitritiösung versetzt und 
das Gtomisdi in eine Lösung von 0,2 g 
/?-Naphtiiol in 1 eem Natronlauge und 9 oem 



Wasser angetragen, so entsteht ein sduu^ 
lachroter Niedenehlag. 

Versetzt man eine Lösung von 0,1 g 
salzsaurem p-Ammobenzoyldiäthylammoätha- 
nol in 5 ccm Wasser und 3 Tropfen ve^ 
dflnnter Sdiwefdsäure mit 5 TVopf en Ealium- 
permanganatlösung, so mu8 die violette Furbe 
des Permanganats sofort verschwinden 
(Kokain). 0,1 g salzsanres p-Aminobenzoyl- 
diäthylaminoäthanol muß sieh in 1 ecm 
Schwefelsäure sowie in 1 ecm Saipetanänre 
farblos lösen (fremde organische Stoffe). Die 
wässerige Lösung (1+9) darf durch Sdiwefel- 
wasserstoffwaaser nicht verändert werden 
(Schwermetallsalze). 

Salzsaures p - Ammobenzoyldiäthylammo- 
äthanol darf beim Verbrennen höchstens 0,1 
pZt Rflckstand hinterlassen. 

Vorsichtig aufzubewahren. ' 

Pyrazolonum dimethylamino- 

phenyldimethylicum. 
Dimethylamino - Fhenyldimethylpyrazolon. 

/N(OH8).O.OH3 
CeHs.N^ II 

\C0 . O.N(CHs)2 
MoLOew. 231,17. 

Kleine, farblose Kristalle, die sehr leicht 
in Wdngeist, weniger leicht fai Aether und 
m 20 Teilen Wasser löslich sind. Die 
wässerige Lösung reagiert gegen Lackmus- 
papier schwach alkalisch. 

Schmelzpunkt 108^. 

Eisenehloridlösung färbt die mit Salzsäure 
schwach angesäuerte wässerigeLösung(l+20) 
blauviolett 

Versetzt man die wässerige Lösung 
(1+20) mit einigen Tropfen Siibeniitratiösung, 
so tritt zunächst eine kräftige Violettfärbung 
auf; nach kurzer Zeit scheidet sieh metall- 
isches Silber als grauachwaner Niedenehlag 
ab. 

Die wässerige Lösung (1 + 20) darf durch 
Schwefelwasserstoff wasser (Schwermetallsalze) 
nicht verändert werden und darf sich, mit 
verdünnter Schwefelsäure stark angesäuert, 
auf Zusatz von Silbemitratlösang nicht trttben 
(Salzsäure). 

Werden 0,02 g Dimethylamino-Pheayl- 
dimethylpyrazolon in 5 ccm Waaser gelöat 
und der Lösung 2 Tropfen Schwefelsäure 
und 2 Tropfen Natriumnitritiösung hinzu* 
gefflgt, so muß die Fltlssigkeit nach dem 



210 



Venehwinden der büiuvioletten Fiibung farb- 
los bleiben (nieDTidimethylpyrazoloD). 

Dimethylamino - FhenyldimetbylpynuBoloii 
darf beim Verbrennen höehatens 0,1 pZt 
Rüokstand hinterlaaien. 

Vor lieht gesehtttit aofanbewahren. 

Vonriehtig aofsnbewahren. 

Trimethylbenzoxypiperidinnm 
hydroehlorlenm. 

SalflHinres Trimethylbensoxypiperidin. 

(OHg)^ . q5H7N . (0 . CO . OgHs) . HCl 

MoL-Oew. 283)65. 

Weifiea, kristaUinisdieB Polver von sehwadi 
bitterem Oesehmaek, leicht IMieh in Wein- 
geist nnd Chloroform, onlMieh in Aether. 
SalaanreB Trimethylbenzoxypiperidin löst 
sieh in 30 Teilen Wasser; diese LOsnng 
verindert Laekmnspapier nieht 

In der wSsserigen, mit Salpetersäure an- 
gesinerten L5sang (1+30) ruft Silbemitrat- 
lOsnng einen weißen Niederschlag hervor. 

0,1 g salasaures TrimethylbenBOxypiperidin 
muß sieh in 1 oem Sehwefelslure farblos 
lösen (organische Verunreinigungen). Wird 
diese Lösung 5 Minuten lang auf etwa 100^ 
erwlrmt, so macht sich nach vonichtigem 
Zusata von 2 com Wasser der Geruch des 
Benzoösäuremethylesten bemerkbar; beim 
Brkalten scheiden sich reichlich Kristalle ab, 
die sidi auf Znsatz von 2 cem Weingeist 
wieder lösen. 

Wird 1 Tropfen der wSsserigen Lösung 
(1 + 99) mit 1 Tropfen Quecksilberchlorid- 
lösung versetzt, so darf kern Niederschlag 
entstehen (EokaXnhydroohlorid). 

Salzsaures Trimethylbenzoxypiperidin darf 
beim Verbrennen höchstens 0,1 pZt Blick- 
stand hinterlassen. 

Vonichtig aufzubewahren. 

Tropacocalnum hydrochlorieum. 

IVopakokalnhydrochlorid. 

(C6Hj.CO)C8Hi40N.HCl 

Mol.-Oew. 281,63. 

Farblose Kristalle oder weißes, kristaliin- 
iaehes Pulver. TropakokaXnhydrochlorid ist 
in Wasser sehr leicht löslich, die Lösung 
verindert Lackmuspapier nieht 

Tropakokalnhydrochlorid schmilzt bei 271^ 
unter Zersetzung. 



In der wisserigen Lösung (1 + 99) ruft 
Jodlösung einen braunen, KaSumdichromat- 
lösung nach dem Ansäuern mit SalzBinre 
einen hellorangegelben Niederschlag hervor; 
Silbemitratlöeung erzeugt in der mit Salpeter- 
sftnre angesäuerten Lösung einen welSen 
Niederschlag. 

Die Lösung von 0,1 g Tropakokaln- 
hydrochlorid in 2 cem Wasser zeigt nach 
Zusatz von 3 cem NatriumkarbooatlOsang 
eine milchige Trflbung, die beim Sehllttaln 
mit 10 com Aether vollstindig verschwindet. 
Wird der Aether von der wässerigen FlOasig- 
keit getrennt und auf dem Waaserbade ver- 
dampft, so hinterbleibt ein farbloses Oel^ das 
beun Stehen Aber Sdiwefelsäure nach einiger 
Zeit kristallinisdi erstarrt Dieser erstarrte 
Rfldkstand, dessen alkoholische Lösong an- 
gefeuditetes Lackmuspapier stark bläut, 
schmilzt bei 49^. 

Versetzt man die Lösung von 0,1 g 
TropakokaXnhydrodilorid m 1 cem Wasser 
mit 2 Tropfen Salpersänre, so tritt beim 
ümsehfltteln bald Abscheidung eines weißen, 
kristallmisehen Ni< 



0,1 g Tropakokalnhydrochlorid muß, m 
5 cem Wasser unter Zusatz von 3 Tropfen 
verdünnter Schwefelsäure gelöst, eme Flflasig- 
kelt liefern, die durch 1 IVopfen Kalium- 
permanganatlösnng violett gefärbt wird. Bei 
Abschluß von Staub darf die violette Färb- 
ung im Lauf emer halben Stunde kaum 
eme Abnahme zdgen (fremde Kokabasen). 
Fägt man sodann 1 cem Kaliumpermanganat- 
lösung hinzu, so erfolgt nach kurzer Zeit 
Absdieidung von violetten, nadeiförmigen 
Kristallen. 

0,1 g TropakokaSnhydrochlorid muß ach 
in 1 cem Sdiwefelsäure ohne Eirbung lösen. 

TropakokaXnhydrochlorid darf beim Ver- 
brennen hödistens 0,1 pZt Rfickstand hinter- 
lassen. 

Vordditig aufzubewahren. 

Unguentum ParaffinL 
. Paraffinsaibe. 

Unguentum durum. 

Zu bereiten aus 

Ceresin 4 Teilen 

Flflssigem Paraffin 5 Teilea 
Wollfett 1 TsO. 

Paraffinsalbe ist gelbliehweifi und hart 



211 



Urea diaethyimalonylioa. 
Diithylmalonylhanistoff. 

.CO— NHv 

\C0— NH/ 
MoK-Gew. 184^12. 

FarbloBOy dardiscileinende KrutallblltteheD. 
Diätbylmalonylhaniatoff ist genidilos und 
Bchmeekt aehwaeh bitter; er löst sidi in 
170 Teilen Waaaer von 15^ and in 17 
Teilen aiedendem Waaser, leidit in Wein- 
geiaty Aether, Ghlorotorm und Natronlange. 
Die wtaerige LOsnng rötet Laokmnapapier. 

Behmelzpnnkt 191^. 

Wild 0,1 g Dilthylmalonylhamatoff 3 bia 
4 Minnten lang mit 5 oem Kalilange ge- 
koehty 80 entwickeln aieh Dftmpfe, die rotea 
Idu&moapi^er bllnen. Die kalt gesättigte 
wtaerige LOeung des Dilthylmalonylbam- 
atoffea wird dnreh Bromwaaser; Jodlösnng, 
SUberaitratlOeang nieht verändert, dagegen 
eraengt eine LOsnng von 1 Teil Qneek- 
sflberoxyd in 2,5 Teilen Salpetersänre einen 
weißen Niedersehlag. 

Diäthylmalonylbamstoff mnß sieh in 
Bdiwefelsänre ohne Färbung lOsen nnd darf 
äeh aneh beim Bdifitteln mit Salpetersänre 
nieht flirben. 

Diäthylmalonylhamstotf darf bd vor- 
siehtigem Ertutzen nieht verkohlen nnd 
hOehstens 0,1 Prozent Rflekstand hinter- 
kssen. 

Vorsiehtig anfsnbewahren. 

Vaselinnm albnm. 
Weißes Vaselin. 

ISn ans den Rüekständen der Petrolenm- 
destOlation gewonnenes, gebleichtes Mmeral- 
fett. 

Wdfiea Vaselin ist eine weiße, höchstens 
grflnfich durchscheinende, sähe Hasse von 
gleichmäßiger, weicher Salbenkonsutena. Es 
schmilst beim Erwärmen an einer klaren, 
farblosen, Man flnoieaaerenden, gemchlosen 
FlflMi^eü Unter dem Mikroskop erscheint 
es weder körnig noch kristallmisch. Es ist 
unlöslich in Wasser, wenig löslich in Wein- 
geisty leicht löslich in Chloroform nnd in 
Aether« 

Behmelspunkt 35 <> bis 40^. 

20 Teile heißes Wasser, die mit 5 Teilen 
weifiem VaaeBn geschüttelt worden sind, 



müssen auf Zusatz von 2 Tropfen Htenol- 
phthalelnlösung farblos bleiben, dagegen auf 
weiteren Zusatz von 0,1 ccm ^/iQ'V(xmal- 
Kalilange gerötet werden (Alkalien und 
Säuren). 

Eine Mischung aus 8 ccm Natronlange 
und 20 ccm Wasser, die mit 5 Teilen 
weißem Vaselin unter ümschüttehi zum 
Sieden erhitzt worden ist, darf nach dem 
Erkalten beim Uebersättigen mit Salzsäure 
keine Ausscheidung geben (veiaeifbare Fette 
und Harze). 

Wird weißes Vaselin mit der gleichen 
Banmmenge Schwefelsäure in ttner mit 
Sdiwefelsänre gerefaiigten Sdiale zusammen- 
gerieben, so darf sich das Gtoisch umer- 
halb einer halben Stunde höchstens bräunen, 
aber nieht schwärzen (organische Venmreniig- 
ungen). 

Vaselinnm flavum. 
Vaselin. (Gelbes Vaselin.) 

Ein aus den Rüekständen der Petroleum- 
destillation gewonnenes Miheralfett. 

Vaselin ist eine gelbe, durchscheinende, 
zähe Masse von gleichmäßiger, wdeher 
Salbenkonsistenz. Es schmilzt beim Er- 
wärmen zu emer klaren, gelben, blau flnores- 
zierenden, gemchlosen Flüssigkeit Unter 
dem Mikroskop erscheint es weder körnig 
noch kristallinisch. Es ist nnlöslidi in 
Wasser, wenig löslidi in Weingeist, leicht 
löslich m Chloroform und in Aether. 

Schmelzpunkt 35<> bis 40^. 

20 Teile heißes Wasser, die mit 5 Teilen 
Vaselin geschüttelt worden sind, müssen auf 
Zusatz von 2 Tropfen Phenolphthalelnlösung 
farblos bleiben, dagegen auf wttteren Zu- 
satz von 0,1 ccm YiQ-Normal'Ealilauge ge- 
rötet werden (Alkalien und Säuren). 

Eine Mischung von 3 ccm Natronlange 
und 20 ccm Wasser, die mit 5 Talen Va- 
selin unter ümschüttehi zum Sieden erhitzt 
worden ist, darf nach dem Erkalten beim 
Uebersättigen mit Salzsäure keine Aus- 
scheidung geben (verseifbare Fette und 
Harze). 

Wird Vaselin mit der gleichen Raum- 
menge Schwefelsäure in einer mit Sdiwefel- 
säure gereinigten Schale znsammeiq;erieben, 
so darf sieh das Gemisch hmertialb emer 
halben Stunde höchsten bräunen, aber nicht 
schwärzen (organisdie Verunrefaiigungen). 



212 



Üebersioht über die YorschUige zur Nenaufoahme 

und Streichung einselner Arzneimittel in der 

Nenansgabe des Anneibachs. 

L Zar Neaaaf nähme in das Arzneibuch sind 

Torgeschlagen : 

Aoetom Sabadillae 

Acidum aoetylo-salioylioam 

Addum gallioum 

Aether ohloratus 

Aethylmorphinam hydroohlorioum 

Amyiuffl Oryzae 

Argentum colioidale 

Argentum prote'inicum 

Bacilli 

Benzaldehyd 

Benzoyiaeüiyldimethylaminopropanolum 

hydroohloricum (Btoyaxn) 
Bismutum nitrioum 
Calcium hypophosphorosum 
Oerata 
Cbartae 

Ghloroformium pro naroosi 
Ck>llempia8tra 

Collemplastrum adhaesivum 
CoUemplastrum Zinci 
Oortex Bhamni Purshianae 
Cortex Simarubae 
Diacetylmorphinum hydrochloricum 
Emplastrum saponatum salioylatum 
Etnulsio Olei Jecoris Aselli compcsita 
Extraotnm Casoarae Bagradae flaidum 
Sztractum Ghinae fluidum 
Extractum Qranati flaidum 
Eztraotum Simarubae fluidum 
Folia Oooa 
Qelatinae 

Ouajaoolum oarbonioum 
Hexamethyientetramlnum 
Hydrargyrum sulfuratum rubrum 
Hydrogenium peroxydatum solutum 
LaotylpheDetidmum 
Liquor Aluminii aoetioo-tartarioi 
Liquor Ferri oxyohlorati dialysati 
Methyienum ditannicum 
Muoilaginee 

Natrium aoetylo-arsaailioum (Ar8lK)etin) 
Katiium arsanilioum (Atoxyl) 
Natrium hypophosphorosum 
Natrium nitrosum 
Olea medioinalia 
Oleum Aradudis 
Oleum Sesami 
Opium pulyeratum 
Paraminobenzovldiaethylaminoaethanolum 

hydroohlorioum (Novokian) 
Pastae 
Pasta Zind 
Pasta Zinci salioylata 
Phenolphthalei'num 
Pulyeres mixti 
Pyrasolonum dimethylaminophenyldime- 

thylioum (Pyrunidon) 
Sapones medidnales 
Semen Sabadillae 



Serum antitetanioum 
Solutio Natrii ohlorati physiologioa 
Spirituosa medidnalia 
Spiritus Saponis kalini 
Styrax depuratus 
Tumakbinum 

Tanninum aoetylioum (Tannigen) 
Theophyllinum 
Tinotura Ipeoaooanhae 
Traumatioinum 

Trimethylbenzoxypiperidinum hydroohlor- 
ioum (Eukai'n B) 
Triturationes 

Tropaoooainum hydroohlorioom 
Unguentum Argenti ooUddaüs 
ünguentum mmle 
Urea diaethyhnalonylioa 
Yaselinum akbum 
Yaselinum flayum 
Yina medioinalia 

n. Zur Streichung sind vorge- 
sohlagen: 

Addum hydrobromioum 

Albumen Ovi sicoum 

Ammonium dilöratum ferratum 

Aqua fiois 

Gweoli 

Eixir amarum 

Ferrum dtrioum oxydatum 

Ferrum sesquichloratum 

Folia Jaborandi 

Folia Niootiaoae 

Fruotus Papaveris immaturi 

Fruotus Rhamni cathartioae 

Fruotus Yanillae 

Fungus Chirurgorum 

Herba Coohleariae 

Herba Gonü 

Liquor Ammonü acetioi 

Liquor Ferri oxyohlorati 

Lithium salicylicum 

Oleum OÜTarum commune 

Oleum PapaTeris 

Plumbum acetioum crudum 

Botulae Menthae ptperitae 

Rotulae Sacchari 

Semen Eruoae 

Sirupus Papayeris 

Spiritus Coohleariae 

Styli caustioi 

Tartarus boraxatus 

ünguentum Adipis Lanae 

Yinum Colchid 

Yinum Ipecacuanhae 

IIL Folsende Aenderungen der amt- 
lichen fateinisohen Namen sind yor- 

geschlagen: 



statt 
Balsamum Nucistae 
Formaldehydam solutum 
Herba Hyoscyami 
Paraldehydnm 
Radix Rhd 



jettt 
Geratum Nuoiitae 
Formaldehyd solutni 
Folia Hyoscyami 
PanJdehyd 
Rhizoma Rhei 



213 



IV. Folgende Artikel werden sn 
einem Artikel vereinigt: 

Aether und Aether pro naroosi — Aether 
Ghloroformiam and Chloroforminm pro nar- 

cosi — Chloroformium 
Gereoli and Styli oaostioi — Baoilli. 



Ueber die 



elektrisohe Disosiatton und 

physiologiBohe Wirksamkeit 

von Pepsin und Trypsin. 

Jacques Loeb geht von der Annahme 
ana^ daB daa Pepsin eine aehwaehe Baae 
nnd daa Trypain dne aehwaehe Säure ist, 
wodnreh die MOgliehkeit von Salxbüdnng 
dieaer KOrper gegeben iat; in dieeem Um- 
stände aieht Verf. die üraaehe der Erhöhung 
der Wirkaamkeit von Pepsin dureh Siure 
und von lYypsin dureh Alkali. Ala Salie 
von aehwaeher Baae und Siure sind sie 
viel weitgehender diaoaiiert ala die adiwaehen 
Basen und Sinren adbst In der Voraua- 
setiungy daß dureh die Salabildung die 
DisBonation der Fermente und damit die 
Zahl der für ihre Wirkung aUem tai Be- 
traeht kommenden Ionen (Fermentionen) 
vermehrt wird, aehlieBt Verf., dafi durah 
Zuaats von Alkali die Wirkaamkeit des 
Tr^^sina erhöht wufd. 

Die Riehtigkeit obiger Annahme dea Verf. 

von der Salzbildung vorauageaetzt, könnte 

über manehe Sehwierigkeit der Enzymohemie 

hinw^elfen. D. Berichterst. Sekw. 
Bioekmn. Ztsckr. 19. 



Ueber Fehlerquellen 

bei der maBanalytischen Arsen- 

besümmung nach 

vorangegangener Destillatton 

beriohtet Dr. L. Brandt. Ala Indikator 
aoD reme friseh bereitete Stirkelösnng, nioht 
Jodznikatirkelteung verwendet werden. Es 
könnte sonst das sehwerlösliohe Zinkarsenit 
ausfallen .und dnen Arsenverluat herbeifflhren. 
Femer darf nieht zu wenig Stärkelösung 
angewendet werden, wdl sonst bei der 
großen FIfissigkeitnneuge ein kleiner Jod- 
übersehuß nieht ein deutllehes Blau, sondern 
nur eiuen allmihlieh zunehmenden bläuliehen 
Sehimmer hervorruft, sodafi der Endpunkt 
undeutlieh wird« 5 eem emer 2proz. Stärke- 
lösung werden als geeignete Menge ange- 



geben. Die zur Nsutralisation der bei der 
Destillation mit übergehenden Salzsäure ver- 
wendete Natronlauge ist auf Freiheit von 
oxydierend wirkenden Körpern, wie Nitrat, 
Nitrit und Ghlorat^ zu prüfen, da sonst ein 
Teil der arsenigen Säure oxydiert wird und 
für die Bestimmung verloren geht ICan 
findet diese Verunremigung dadurch, daß 
man 150 bis 200 eem konzentrierte Salz- 
säure mit einer gemessenen Menge Arsenig- 
säurelösung versetzt, mit der betreffenden 
Natronlauge neutralisiert und dann titriert. 
Man muß dann die gleiehe Jodmenge brau- 
ehen, wie bei der direkten Titration der 
gleiehen Menge Arsenlösung. Zum Ersatz 
der Natronlauge wurde Ammoniak versueht 
Es ergab Adk aber, daß dieses bisweilen 
Pyrrol und andere organische Basen ent- 
hält und dann gleiehfalls für diesen Zweek 
nicht verwendbar ist Dss Pyrrol macht 
sich durch Rotfärbung der Lösung bemerk- 
bar, wenn man etwa 100 eem konzentrierte 
Salzsäure mit der gleichen Menge Wasser 
verdünnt, mit Ammoniak neutralisiert und 
wieder sehwach ansäuert Dss Pyrrol 
addiert Jod und beeinflußt so das Analysen- 
ergebnis. — Ä«. 
Ohem.'Zlg, 1900, 1114. 



Zur raaohen und genauen 
Bestimmung des Alkoholgehalts 

von FIüSBlgkeiten, wie Maische, Spiritus, 
Branntwein, Bier, Wein usw., soll nach 
einem Patente für H, KapeUer ein be- 
stimmtes Volumen der zu prüfenden Flüssig- 
keit mit einer zu diesem in vorherbestimm- 
tem Verhältnisse stehenden Menge Aether 
versetzt werden. Nach dem ümschüttehi 
wird sich eme ätheralkoholische Schicht von 
der wässerigen Schicht absetzen und nun 
soll durch allmählichen Zusatz von remem 
Alkohol aus einem Meßgefäß die Trennugs- 
fläche zum Verschwinden gebracht werden. 
Die Teilung des Oefäßes zeigt den Prozent- 
gehalt der Flüssigkeit an Alkohol an. 

(Wie weit die Genauigkeit dieses Ver- 
fahrens reicht, ist nicht zu ersehen. Jeden- 
falls erscheint es mir zwttfdhaft, ob nicht 
die Menge und Art des Extraktgdialtes auch 
hier Einfluß auf dss Ergebnis haben wird. 
Berichterstatter.) —he. 

Chem. Mdusirie 1909, 594. 



214 



■ahrungsmlttel-Ohemiei 



Ueber die Bestiminiing der 
Bemsteinsäure im Wein 

veröff entlioben von der Heide und Steiner 
eine Arbeit Die biaher vorgeBchlagenen 
Verfahren lassen sieh in folgende drei 
Groppen einteilen: 

1. Extraktionsverfahren; bei denen 
die Bemstdnsftnre mit Alkohol oder Aether 
dem Weinextrakt entzogen nnd dann in 
Form emee Salzes bestimmt wird; sie er- 
wiesen sieh als wenig brauehbar. 

2. FäUnngsverfahren, naeh denen 
die Bemsteinsftnre in Form eines nnlMiehen 
Salzes znnäehst zusammen mit anderen or- 
ganischen Sturen von den übrigen Wdn- 
bestandteiien abgetrennt und naeh Entfern- 
ung dieser Säuren in Form eines Salzes 
isoliert wird. 

Sie sind sehr umstlndlieh und genügen 
selbst beseheidenen Ansprüehen an Genauig- 
keit nicht 

3. Oxydationsverfahren; die sich 
darauf gründen, daß Bemsteinsfture von allen 
in Betracht kommenden Säuren allein eine 
gewisse Beständigkdt gegen Permanganat 
besitzt Naoh vollzogener Oxydation der 
störenden organischen Stoffe wird die Bem- 
steinsäure extrahiert oder gefällt 

Kunx fällt, von 160 ecm Wein aus- 
gehend; nach der Entgeistung durch fein 
gepulvertes Bariumhydroxyd gewisse wasser- 
unlMiohe Bariumverbindungen der Wein- 
extraktivstoffe; und füllt zum ursprünglichen 
Volumen auf. Nachdem etwa vorhandene 
Ester durch Kochen am Rflckflußkühler ve^ 
seift worden sind; dampft er vom Filtrat 
100 ccm auf 20 ccm ein und fällt mit 
80 ccm 96proz. Alkohol. 

Bei der Nachprüfung dieses Verfahrens 
zeigte es sieh; daß Verluste von 10 bis 20 
pZt BemsteiniBäure nicht zu vermeiden sind. 
Eine Vereinfachung des Kunx^when Ver- 
fahrens; die in dem Weglassen der Vorbe- 
handlung mit Bariumhydroxyd und in der 
Behandlung des entgeisteten Weines mit 
Bariumchlorid nnd schwachem Alkaliseh- 
maohen mit Bariumhydroxyd bestand; führte 
auch nicht zum gewünschten Ziele. Dieser 
Uebelstand beruhte zum Teil auf der Mangel- 
haftigkeit der Aether- Extraktionsapparate; 



zum Teil auf die geringe LOsliehkeit des 
Bariumsucdnates in 80 proz. Alkohol. Außer- 
dem vermuten die Verfasser auf grand an- 
gestellter Versuche; daß durch die Anwesen- 
heit oxydierbarer Stoffe die Bemsteinsäure 
weniger widerstandsfähig gegen Kaliumper- 
manganat wird; dessen Reduktionsprodukte 
wahrscheinlich als positive Katalysatoren 
wirken. 

Unter Berücksichtigung der von ihnen 
gemachten Beobachtungen gelangten die 
Verff. zu folgendem Verfahren. 

50 ccm Wein werden in einer Porzellan- 
schale von etwa 200 com Fassungsraam 
durch Eindampfen auf dem Wasserbade ent- 
geistet Hierauf versetzt man mit 1 cem 
10 proz. BariumchloridlÖBung und fügt nach 
Zusatz von 1 Tropfen alkohoUscher Fhenol- 
phthal^InKtoung fein gepulvertes Bariom- 
hydroxyd in kleinen Anteilen so lange zU; 
bis eintretende Rotfärbung das üeberschreitan 
des Neutralisationspunktes anzeigt Während 
dieser Behandlung wurd möglichst genau 
auf 20 ecm eingeengt; zu welchem Zwecke 
man m der Sdude vorher eine Marke an- 
gebracht hat Ist ein zu großer Barytüber- 
schuß zugesetzt worden; so entfernt man 
ihn vor dem Alkoholzusatz dadurch; daß 
man unter gleichzeitigem Rühren der Flüssig- 
keit Kohlensäure auf die Flüssigkeitsober- 
fläche Strumen läßt 

Durch diese üeberführang des Barium- 
hydroxyds in Karbonat wird die spätere 
Filtration sehr begünstigt Nach dem Er- 
kalten werden unter dfrigttn Umrühren 86 
ecm 96 proz. Alkohols zugegeben« Hierdurch 
werden neben anderen Bestandteilen die 
Bariumsalze der Bernstein-; Wein- und 
Aepfelsänre quantitativ niedergeschlagen; 
wÄrend die der Milchsäure und Essigsäure 
in Lösung bleiben. Nach mindestens 2- 
stündlgem Stehen wird der Niederschlag ab- 
filtriert und «nige Male mit 80pro*z. Alkohol 
ausgewaschen; da hierdurch besonders bei 
extraktrdohen Weinen die spätere Oxydation 
erleichtert wird. Ein sorfältiges üeberqiülen 
des Niederschlages von der Schale auf das 
Filter ist unnötig; weil nunmehr der ge- 
samte Niederschlag mit heißem Wasser von 
dem Filter in dieselbe Schale zurückgespritzt 



215 



wird. Der Sehaleninhalt wird nir volbtänd- 
igen Entfemmig dee Alkohoto auf dem 
atedeadeii Wanerbade eingeengt nnd ale- 
dann unter gieiohieitigttn weiteren Brhitien 
mit je 3 bia 5 eem Sproi. E^aliomperman- 
ganatltamg lo lange veraetit, bia die rote 
Farbe 5 Minuten bestehen bleibt Uan gibt 
jetit noehmala 5 eem der Ealiomperman- 
ganaÜOanng hinan nnd UBt weitere 15 Mi- 
nnten ebwirken. Bei einem etwaigen aber- 
maligen Veraehwinden der Sotttrbnng ist 
diese letate Operation zu wiederh(rien« 

Nadi beendeter Oxydation zentOrt man 
den üebersehnfi an KaKumpermanganat 
dnreh sdiwefüge Säure. Naeh dem Ver- 
sehwmden der Botttrbung sftuert man.vor- 
siflhtig mit 25proz. Sehwefelsiure an und 
Uhrt dann fort, sehweffige Säure suzusetsen, 
bis aneh der Braunstem gelöst ist 

Alsdann dampft man auf etwa 30 eem 
ein, fuhrt die FMssigkeit mitumit dem vor- 
handenen Niederschlag von Bariumsulfat 
mit Hufe der Spritsflasshe quantitativ in 
emen Aetherperforationsapparat über, indem 
man durdi Zusata von 40proz. Sehwefel- 
säure dafOr sorgt, daß die Flüssigkeit etwa 
10 pZt freie Sehwefelsäure enthält 

Naoh 9 Stunden kann in den meisten 
Fällen die Perforation als beendet angesehen 
werden. Nadi 12 Stunden ist mit Siehe^ 
heit die Bemsteuisänre quantitativ m den 
Aether flbergegangen. Der Eolbeninhalt 
wird mit Hilfe von etwa 20 ocm Wasser 
m ein Beeher^^ ttbergefflhrt, worauf man 
den Aether nnter Vermeidung des Siedens, 
das mit Venpritzen verbunden ist, am besten 
durch Stehenlassen an emem warmen Ort 
verdunstet 



Unter Verwendung von Phenolphthalein 
nentraMert man hierauf mit einer v(HUg 
halogenfreien Vio'I^ormal-lAnge, fuhrt den 
Inhalt des Becherglases m ein 100 ecm- 
Hefikölbdien über, versetzt mit 20 eem Vic 
Normal-SilbemitraUOsung und füllt unter 
tflohtigttn Umschüttefai bis zur Harke auf. 
Man filtriert vom ausgefallenen bemstein- 
sauren Slber ab, bringt 50 eem des FOrates 
in ein Bedierglas nnd titriert naeh Zusatz 
von Salpetersäure und Eisenammoniumkali- 
alaunlOsung mit Yio<N.-Rhodanammoniuml5s- 
ung das überschüssige SUbersalz zurück. Hat 
man 50 ccm Wein verarbeitet, zur Titra- 
tion der mit Aether aosgezogenen Säuren 
20 eem Vio-Normal-SilbemitratlOsung vorge- 
legt und zur Zurücktitration von 50 ccm 

Filtratc ccm Vio-^onn<^'I^od*n*o3iQOi^iQiu- 
158ung verbraucht^ so smd in 100 ccm Wein 
7 = 0,0236a Gramm Bemsteinsäure ent- 
halten, wobei a = 10 — c ist 

Das Verfahren eignet sich auch für Moste 
und stark zuckerhaltige Weine, die genau 
wie oben beschrieben ohne Abänderung des 
Verfahrens behandelt werden. {Eunx gibt 
im Gegensatz hierzu an, daß sich sein Ver- 
fahren bei zuckerhaltigen Weinen nicht an- 
wenden hsse.) Zum Schluß geben Verff. 
noch eine Reihe von Beleganalysen. 

Die aus einem Naturwein als Bemstein- 
säure ermittelte Substanz wurde zur Identi- 
flziemng auf Ton getrocknet Die zurück- 
bleibenden Kristalle zeigten den Schmelz- 
punkt 179 bis 180 <) (Beme Bemsteinsäure 
schmolz am gleichen Thermometer bei 181 
bis 1820). 

ZUehr, f. üfUert, d. Nähr,' u, Oenußtn, 
1909, XYII, 291. Mgr, 



Therapeutisohe Mitteilungeii. 



Spirosal und Coryfin in der 
Ohrenheilkunde. 

Lubinski in Berlin hat das Spirosal, 
denMoncaaBayisänreeBter des Aethylenglykota, 
m der Behandhmg der Qehürgangsfumn- 
knioee sehr brauchbar gefunden. Em etwa 
2 em breiter steriler Oazestreifen wird mit 
der FIfiasigkeit getränkt und vorsichtig 
mittels einer schlanken Ohrptaizette zwischen 



die gesehwollenen und sdimerzhaften Stellen 
des äußeren Oehörganges m die Tiefe ge- 
schoben. Nach einigen Tagen ist sehr bald 
eine deutliche Abnahme der Schmerzen und 
des Entzündungsprozesaes festzustellen. Bei 
bereits bestehender eitriger Absonderung aus 
der furnnknUto erkrankten Stelle mufi eine 
sorgfältige antiseptisohe Reinigung voran- 
gehen. Verwendet wird Spirosal rein oder, 
da dasselbe bei kühlerer Temperatur leicht 



216 



eistarrty eine Spirosalalkoholmisch- 
nng 10:20, gleiehwertig mit cSpirosal- 
lösnng Bayer, Originalpaekung.» 
Goryfin ist der Aethylgiykolsftureester 
dee HentholB uDd bildet ein ftbnlieheB Mittel 
wie der HigräneBtift, aber mit langanhalten- 
der WirknngBweiie. In Fällen von nervOsem 
Ohrenjueken oder desjenigen steohenden, 
juckenden Ohrenreizee in der Tiefe des 
äußeren Gehörganges, weloher dnreh Trocken- 
heit beaehnngeweiee mangelhafte Absonder- 
ung der DrOsen des äußeren Gehörganges 



bedingt ist, hat ein mit Ooryjßn getränkter 
Wattebausch, in den Gehörgang eingeftlhrty 
den Juckreiz meist sofort beseitigt Ver- 
ordnet wird das Ooryfin € Bayern: Goryfin 
1,0, Vaselin 3,0, Lanolin anhydr. 2,0. Sehr 
zweckmäßig läßt sich auch das Ooryfin in 
Verbindung mit Spirosal für die erwähnten 
Erankhritszustände anwenden^ indem man 
z. B, verordnet: Spirosal^ Coryfln ü 5,0 oder 
Spirosal, Ooryfin ää 2,5, Vaselin 3,0, Ijanolin 
anhydr. 2,0. 

Therap. d, Oegenw. Okt. 1909. Dm. 



Photographisohe Mitteilungen. 



Lentapapier. 

Em unschätzbares Hilfsmittel bietet das 
Lentapier für alle diejenigen, die häufig in 
die LAge kommen, eine graphische Darstell- 
ung schnell und genau ohne Apparate 
kopieren zu müssen. Will man z. B. auf 
der Reise von einem Urbild ein Papier- 
negativ machen, so bedeckt man das Origmal 
mit der licht empfindlichen Schichtseite des 
Lentapapieres und preßt dieses mit einer 
etwas größeren Glasscheibe fest an. Hierauf 
beliehtet man durch Glasplatte und Lenta- 
papier hindurch bei Tageslicht 5 bis 15 
Sekunden, bei Gasglühlicht einige Hinuten 
bei Y2 ^ Abstand von der Lampe. Die 
richtige Ezpositionszeit findet man bei einigen 
Vorversuchen. Das belichtete Lentapapier 
muß dunkel autbewahrt werden. Will man 
von dem Papiemegativ Positivdruoke machen, 
so legt man es auf einer wichen Unter- 
lage mit einem andern Lentablatt zusammen 
Schicht gegen Schicht in einen Eopierrahmen 
und belichtet an der Gaslampe durch das 
Negativblatt. Nun entwickelt, fixiert, wässert 
and trocknet man wie gewöhnlich. Das 
Verfahren kann von denjenigen Personen 
angewendet werden, die sonst mit Photo- 
graphie nichts zu tun haben. Künstlerische 
Erfolge darf man sich natürlich nicht davon 
versprechen. Am besten kopieren Strich- 
zeichnungen, Schriften; Halbtöne gelingen 
selten gut. Störende Unreinheiten können 
durch mehrmaliges ümkopieren abgeschwächt 
und die Kontraste verstärkt werden. 



•Das BOd», J. y, Nr. 8. 



Bm, 



Alte Photographien wieder 
aufisuMsohen. 

In manchen FamUien befinden sich mit- 
unter alte oder vergilbte Photographien, die 
man gern vor weiterem Verfall retten möchte. 
Ein zuverlässiges Mittel hierfür hat man 
zwar noch nicht gefanden, doch hat von den ver- 
schiedenen Versuchen, die gemacht worden 
sind, sich folgendes Verfahren am besten be- 
währt. Das Bild wird vorsichtig von seiner 
Unterlage losgelöst, gut ausgewaschen und 
dann in einer liischung von 

3 g Kaliumbichromat 
3 g Chlornatrium 
100 ccm Wasser 
2 ccm Salzsäure 

ausgebleicht Hierauf wird das Bild aber- 
mals gut gewässert. Gesdiwärzt wird es 
durch ein gewöhnliches Entwickler-Präparat 
und zum Schluß nochmals gewaschen. 

Bm, 

Nasse Kopien 
schnell zu trocknen. 

Mancher Amateurphotograph weiß sich oft 
keinen Rat, wie er nasse Abzüge schnell 
trocknen kann. Am einfachsten wird dies 
bewerkstelligt, wenn man eine Petroleum- 
lampe anzündet, an den erwärmten Lampen- 
sdiirm die Bilder andrückt und mit einem 
reinen Tuche glattstreicht. Die nassen Ab- 
züge werden auf diese Weise sehr bald 
trocken sein ; man kann sie nun auf Karton 
kleben und dieser wird flach blwben. Nasses 



217 



Feiner hat die EigenBehaf t^ sich beim Tf ock- 
nen znsammenznzieheii. Bestreicht man nasse 
Kopien mit Klttsler nnd legt sie auf trockenen 



Karton anf; so muß sieh dieser krümmen, 
weil sich das Bild während des Trocknens 
immer mehr zusammenzieht Bm. 



BOohersoha 



W. Both's Jahresbericht über die Leist- 
nngen nnd Fortschritte auf dem Oc- 
biete des Militär - Sanitätswesens. 
33. Jahrgang. Bericht für das Jahr 1 907. 
— XII nnd 1 1 5 Seiten gr. 8^. Berlin 1 909, 
Ernst Siegfried Mittler dk Sohn. — 
Preis: 3 Hark. 

Die io dem (Pharm. Zentralh. &0 [1909], 229) 
besprochenen Jahrgange eingeführte Beschränk- 
ung des Berichtstoffes auf das Heeres-Heilwesen 
ist als