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Full text of "Phonetische Studien; Zeitschrift für wissenschaftliche und praktische Phonetik .."

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Digitized by the Internet Archive 

in 2009 with funding from 

University of Toronto 



http://www.arcliive.org/details/plionetiscliestudi06marb 



t 

V 

PHONETISCHE STUDIEN. 

HL 

ZEITSCHRIFT 

kCr 
WISSENSCHAFTLICHE UND PRAKTISCHE PHONETIK 

MIT BESONDEREk KCCKSICHT 

REFORM 

DKS 

SPRACHUNTERRICHTS 

INTKK .MITW KKUNt. 

ZAHLREICHER FACH (GENOSSEN 
HERAUSGEGEBEN 



WILHELM VIETOR. uf 

— )!> 

SECHST E R BAND. 



MARBURG IN HESSEN. 
VERLAG VON N. G. EL WERT. 

1H93. 



G. Otto 's Hofbuclidruckerei in Darmstadt. 



INHALT DES VI. BANDES. 



Seite. 
Französisc/u i/iianiität (unter Vorführung des alhrechC selten apparats). \o\\ 

Ph. WagnEK in Reutlingen I 

Chilenische slndicn. II. III. Von Dr. RUDOLF LENZ in Santiago de Chile iS 

Recherehes sur la phonctiqttc espajynole. (Suite.) Von F. Arau.IO in 'i'oledo ;55 
Die offiziellen anforderitugen in beziig auf die Sprechfertigkeit der lehrer 

der neueren sprachen und die realen Verhältnisse. Von A. RambE.MJ 

in Hambuig :\:\ 

Gravimatik und nati'irUche spraclicrlernitng Von E.MIL M. /.ERGIEREL in 

Kassel 82 

Das prager deutsch. Von AUGLSTlN RlTSCHEL in Elhogeii 12u 

Recherchcs sur la phom'tit/ue espagrwle. (Suite.) Von F. Ak.\L"JO in Toledo 184 

Chilenische Studien. W . V. Von Dr. RUDOLl' LENZ in Santiago de Chile 151 
Kurze darstellmtg des ujigarischcit tautsystc»is. 1. Von JOSEF B.\r.ASS.\ 

in Debreczen 168 

Das gesprochene icorl und das geschriebene loort. Von K. BüDDEKEK in 

Stettin 181 

Recherches zur la pluinctique cspagnole. (Suite.) Von 1'. Arau.io in Toledo 2ö7 

Chilenische Studien. VI. VII. Von Dr. RUDOLF LENZ in Santiago de Chile 274 
Kiirze darstellung des ungarischen lautsysteins . II. ^'on JOSEl" BALASSA in 

Dehreczen \\oi 

Die Schreibung geogro/^hischer nanicn. Von WILHELM SWOBODA in Graz ,322 

REZENSIONEN. 

E. Tli. True and Otto Jespersen. Spoken English: eveiy day talk, with plio- 

netic transcription. — .\ug. Western. Kurze darstellung der eng- 
lischen ausspräche t'Cir schulen imd zum Selbstunterricht. Von R. 
J. Lloyd 106 

F. Techiuer. Beiträge zur gcschichte der französischen und englischen pho- 

netik und phonographie. Von GÄRTNER 11 o 

L. Ciedat, Precis dorthographe et de granwiaire phonetiques pour Penseigi/e- 

7nent du frangais ii VHranger. Von H. MüRI' \\\ 

Karl Borinsid. Gi-inidzü^e des svstems der artikulirten phonetik. \un 

RuDOLi- Lenz lyi 

Kritischer Jahresbericht über die fortschrittc der romanische)! Philologie. 

Von JOH. SroR.M 1 99 

Ed. Muret. Enzyklopädisches Wörterbuch der englischen und deutschen spräche. 

Von Otto Jespersen 212 

G. Gietinann. S. J.. Die ausspräche dzs englischen, in systematischer voll- 

stiindigkeit, einschliesslich der regeln über quantität und akzent. 

Von K. TEN BRUGGENCATE 214 

Dr. Rudolph Degenhardt. Lehrgang der englisclun spräche. \'on E. WiLKE 248 



2 Französische Quantität. 

Der neue apparat besteht aus dem uhrwe7-k mit de?t beiden 
messingiro?nmelfi und der schreibkapsel. Der gang des uhrwerks wird 
durch einen von Albrecht eigens konstruirten windfaiig regulirt. 
Ein kronrad, das mit dem uhrwerk in Verbindung steht, greift in den 
trieb des windfangs ein. Der windfang selbst hat zwei flügel, die 
durch eine ziemlich starke Spiralfeder zusammengehalten werden und 
bei der durch die uhrfeder hervorgerufenen bewegung infolge der 
Wirkung der Zentrifugalkraft auseinander fliegen. Wird diese bewegung 
je eine raschere, so fliegen die beiden flügel weiter auseinander, und 
die luft bietet ihnen, weil sie einen grösseren weg machen, grösseren 
widerstand, der auf das kronrad und damit auf das uhrwerk übertragen 
wird. Die länge der von mir benützten papierstreifen beträgt 1 733,7 mm, 
dieselben brauchten zu einer Umdrehung 42 Sekunden, ihre geschwindig- 
keit ist demnach pro sek. 41,28 mm. Ein den lautkurven voran- 
gestellter massstab bringt diese geschwindigkeit zur darstellung. Die 
ursprünglich weissen streifen werden mit lampen- oder gasruss geschwärzt ; 
wenn dieselben beschrieben sind , fixirt man die kurven durch eine 
lösung von weissem Schellack in Spiritus, indem man die lösung in 
ein flaches gefäss giesst und die streifen durchzieht. Der Übersicht- 
lichkeit halber habe ich die zusammengehörigen kurven ausgeschnitten 
und auf einzelnen blättern zusammengestellt. 

Die Schreibkapsel ist die von privatdozent Dr. Hürtlile aus Breslau 
zu physiologischen zwecken , namentlich zur registrirung von herz- 
und pulsschlägen in der Werkstatt von Albrecht konstruirte. Sie ist 
mit einer feinen kautschukmembran überspannt, auf deren mitte ein 
dünnes aluminiumplättchen ruht. Durch vielfache Untersuchungen 
hat Dr. Hürthle festgesellt, dass verhältnismässig grosse membranen 
mit entsprechend grosser aluminiumscheibe — der durchmesser unserer 
kapsei beträgt 6 cm, der des aluminiumplättchens 4V2 cm — sowie 
kautschukmembranen für luftübertragung und luftdruckmessungen die 
geeignetsten sind. Das aluminiumplättchen steht mit einem messing- 
gelenk in Verbindung, welches einen einarmigen Strohhebel stützt. 
Dieser hebel dreht sich um eine hinter dem gelenk befindliche 
achse und kann durch einen metallenen hebelarm nach belieben 
höher oder tiefer gestellt werden. Zum feineren anlegen der am 
Strohhebel befindlichen schreibespitze ist eine mikrometerschraubc 
angebracht. Die schreibspitze selbst ist aus einem Stückchen glasirten 
federkiels hergestellt und muss mit besonderer Sorgfalt ausgearbeitet 



Ph. Wagner in Reutlingen. 3 

werden; sie soll die nötige fcstigkeit haben und darf nicht zu lang 
sein; auch ihre form mit dem gebogenen Schnabel ist von bedeutung, 
da sie nicht zu viel federn darf. Der strohhebel hat den vorzug, 
dass er seiner Icichtigkcit halber keine eigenschwingungen macht und 
•doch dabei fest genug ist; Untersuchungen haben ergeben, dass der- 
selbe ganz genau den bewegungen einer ziemlich rasch schwingenden 
Stimmgabel folgt und dass er nie geschleudert wird, d. h. nie über 
die durch die stärke des luftdruckes bedingten bewegungsgrenzen 
hinausschlcägt. In die röhre der kapsei ist ein kautschukschlauch ein- 
gefügt, an dessen ende ein in seiner grosse dem munde des sprechen- 
den angepasster glastrichter befestigt wird. Sollen nasalkurven er- 
zeugt werden , so wird der glastrichter abgenommen und das ende 
des kautschukschlauches in eine nasenöffnung eingeführt, während die 
andere nasenöffnung von aussen geschlossen wird. 

Das uhrwerk kann auch in ziemlich weiten grenzen variirbar 
gemacht werden, und zwar von 5 bis 1200 mm pro Sekunde; für 
unsere zwecke dürfte eine geschwindigkeit von 20 — 200 mm genügen. 
(Der preis für den einfachen apparat beträgt 300 mk., mit Vorrichtung 
zur Veränderlichkeit der ganggeschwindigkeit 450 mk.) 

Mit hilfe dieses apparats liess ich nun eine grosse zahl von laut- 
kurven herstellen. Die lautmassen wurden von einem 15jährigen 
Jungen mann , Jean Brindcau, hervorgebracht, der aus guter pariser 
familie stammt, verschiedene bessere schulen von Paris besucht hat 
und seit kurzer zeit in Deutschland weilt. Seine familie steht mit 
den pariser theaterkreisen in naher und vielseitiger berührung, sein 
französisch kann also als das eines gebildeten parisers angeschen werden. 
Auf den sprechenden wurde selbstverständlich keinerlei einfluss aus- 
geübt, er hatte keine ahnung von dem zwecke der Untersuchung, es 
ist also anzunehmen, dass er in den trichter so gesprochen hat, wie 
er es von Jugend an gewöhnt war. Die lautkurven, die ich Ihnen 
vorlegen werde, wurden natürlich nicht an einem und demselben tag 
erzeugt, dieselben bringen die quantilät der einzelnen laute meist 
bei mittlerer Sprechgeschwindigkeit zur darstellung. 

Was in der mehrzahl der bisherigen Untersuchungen über fran- 
zösische Quantität zu wenig beachtet worden zu sein scheint, ist die 
datier, welche die ko/isonanten in den einzelnen lautfnassen l>canspruc/ien. 
Je rascher das tempo wird, desto mehr verlieren sämtliche laute mit 
ausnähme derjenigen, welche einer in pausastellung befindlichen 

1* 



4 Französische Quantität. 

silbe angehören^ einiges an dauer; allein dies ist bei vokalen viel 
mehr der fall als bei konsonanten; erstere können bis zur Schwund- 
stufe herabgedrückt werden, während letztere ihren charakter meist 
auch bei raschestem tempo bewahren. 

Nach der kurve von chose indispensable erfordert diese laut- 
gruppe eine dauer von 1,25 sek., von diesen fallen auf 
5/; = 0,125 6» = 0,1 

stimmhaftes ^ = 0,1 f = 0,1 

d = 0,1 / = 0,05 

j^ = o,i5 W=rO,I 

• 5 = 0,1 palatales (7 = 0,1 sek.; 

auslautendes bl = 0,225 
die konsonanten nehmen also zusammen 0,8, die vokale nur 0,45 sek.. 
in anspruch. Ähnlich ergibt die kurve von ia belle capitale, das; 
0,975 ^^k- dauerte, für 

/ eine dauer von 0,1 für «; des artikels 0,05 

b „ ,, ,, 0,1 ,, s O7O75 

Ik ,, ,, ,, 0,125 n ^ 0,075 

/ M n M 0,075 „ / 0,05 

^ ,, ,, n 0,075 n ^ 0,1 

^ „ ,, „ 0,15 

für sämtliche konsonanten somit 0,625, für die vokale nur 0,35 sek. 
C'esl une pcche beanspruchte 0,8 sek., davon fallen auf 
i- = o,i f z=^ 0,05 

^=0,1 jj;=o,05 

np --=7 0,15 f = 0,15, 

sh =^ 0,2 
d. h. aut die konsonanten 0,55, auf die vokale nur 0,25 sek., die 
vokale nehmen also hier nicht einmal die hälfte der dauer von der 
der konsonanten in anspruch. 

Dass bei den vokalen ein unterschied in der Quantität vorhanden 
ist, dürfte aus dem gesagten, sowie aus den kurven von faites la 
päte und ä bas les pattes zur genüge hervorgehen. In den kurven von 
faites la päte hat velares a eine dauer von 0,15, 0,175 bis 0,2 sek., 
das palatale a der endsilbe in ä bas les pattes ein solche von 0,1 sek. 
Man hat also vokale von 0,05, 0,075, 0,1 und 0,15 — 0,2 sek. Wir 
schliessen uns an die bisher übliche bezeichnung möglichst an und 
betrachten die vokale von einer dauer von 0,15 sek. als llmgen, die 



'^ 



Ph. Wagner in Reutlingen. 5 

von o,i Sek. als kürzen; allein diese unterschiede reichen zu einer 
genauen darstellung der vokalquantität nicht aus. Wir erhalten ausser- 
dem eine über/än^e von 0,175 — °)2 sck., ei7ie halbkürze von 0,075 
■und eine unterkürze von 0,05 sek. Das 7'erhältnis von überlänge: 
länge: kürze: halbkürze: unterkürze ist demnach 8(7): 6: 4: 3: 2. 

Es ist nun unsere aufgäbe, für die einzelnen vokale festzustellen, 
welche Quantität ihnen zukommt, und vi^ir dürfen uns dabei vielleicht 
an die von Victor, Passy und Beyer gegebenen regeln anschliessen. 

Zunächst fällt bei allen kurven auf, dass länge nur für vokale solcher 
Silben zu finden ist, die mit konsonanz abschliessen und in pausastellung sich 
befinden. In buse, vous etes une buse ist y der endsilbe lang, in la buse 
■est une bete s ebenfalls lang, das erste y dagegen kurz; f in la partie 
■des ileves zeigt länge, in les äroes sont diligents dagegen kürze; in 
professeur des langues slaves ist a und £ kurz, das palatale a von 
slaves dagegen lang ; ebenso sind in la plupart savent dcouter die a 
von plupart und savent kurz, während sie, wenn plupart oder savent 
•den satz schliesscn , lang sind. Es rührt dies ohne zweifei daher, 
dass der hauptakzent im französischen stets der endsilbe einer laut- 
gruppe zufällt. In allen lautmassen, die von mir untersucht wurden, 
zeigt kein vokal, der nicht der vor einer pause stehenden silbe an- 
gehört, eigentliche länge; möglicherweise könnte dies im höheren 
Vortrag, wo die nebenakzente schärfer hervortreten, der fall sein, 
Untersuchungen hierüber konnte ich nicht anstellen, und in gewöhn- 
licher rede erleidet die regel keinerlei ausnähme. 

Wenn wir also von länge eines vokals sprechen, so geschieht 
dies unter der Voraussetzung, dass derselbe vor konsonanz einer in 
pausastellung befindlichen silbe angehört. Unter dieser Voraus- 
setzung tritt bei allen vokalen Hinge dann ein, wenn der schlicssende 
konsonant ein sfmimhafter frikativlaut ist. In pricise, des regles pri- 
cises, la ville prise, la fi'icative , suivi d'une fricatiroe, portugaise, la 
langue portugaise , la patrie franfaise, cette Franfaise est courtoise, tu 
baises, la langue des singes, qui compose, l' Observation objective, page, 
cette lo7igtce phrase, citez la cause, tes longues oreillcs, prend(re) la taille, 
i(l) s'couclui sur un peu d'paille und Versailles sind die vokale der 
lautgruppenendsilben alle lang, in la fricatrve est longiie, la Portu- 
gaise est forte, ces Kleves sont appliques, je compose des vers, les choses 
d'la nature , la page blanche, la phrase est longue, la cause cdebre, 
la taille industrielle, d'la paille hachde, la paille est seche, Versailles est 



6 Französische Quantität. 

helle die entsprechenden vor stimmhaftem frikativlaut befindlichen' 
vokale dagegen kurz. Dabei ist zu bemerken, dass geschlossene vokale 
wie / imd y nie über länge hinausgehen , die offenen velaren A-vokak 
dagegen in manchen kurven überlange zeigen. Dass liaison in wort- 
gruppen wie dix enfants, tu n'es pas ici, des beaux aris, deux athletes 
nicht längt, geht schon aus unserer regel hervor, indem dix, beauXy 
deux nicht endsilben sind, ist aber noch in besonderen kurven nach- 
gewiesen. 

Dieselbe regel, die wir für vokale, denen ein stimmhafter 
frikativlaut folgt , gefunden haben , gilt auch für die vokale , die 
vor einem in pausastellung befindliche7i r stehen. Brindeau spricht 
leider wie viele pariser ein uvulares ;-, das nur in seltenen fällen 
wenige leichte Zäpfchenschwingungen in den kurven erkennen lässt;: 
r geht bei ihm meist in den reibelaut x über. Der r vorangehende 
vokal erscheint lang in den kurven von lecture, vous battez toujoicrs, 
fveux (a d\ibord, plusieurs institutcurs (hier natürlich nur in letzterem 
Worte, in plusieiirs ist a kurz), ton prhUcesseur, faire im cours (auch, 
hier ist f von faire kurz , u von cours lang) , pour prcnd{re) part,. 
d'aui{re) part, des beaux arts ^ prevoir , c'est Pripcrtoire, itudiez 
Fhistoirc, dagegen kurz in c'est toujours la chose, d'abord icrivez la 
lettre, le cours sera public, d'part et d'autre. In den Wörtern auf war 
nimmt wa 0,2 sek. in anspruch, wovon 0,05 sek. auf den konso- 
nantischen oder halbvokalischen ersten teil, auf a somit wieder 0,15 
sek. zu rechnen sind. 

Der vokal 0, sowie sämtliche nasalvokale, also 5, -^, d', l er- 
scheint lang vor jedem konsofianten, der sich in pausastellung befindet,, 
sei er reibe- oder explosivlaut, stimmhaft oder stimmlos. Passy zählt 
hiezu auch den geschlossenen <?-laut, ich habe aber leider keine be- 
lege für denselben. Dabei neigen die nasalz'okale, namentlich a zur 
überlänge, was sich auch bemerkbar macht, wenn sie in das innere 
einer lautgruppe zurückgedrängt werden, indem sie dann die dauer 
der kürze bisweilen übersteigen. 

o zeigt länge in tu saute s , c'est ta faute, dit l'pauvre, beim- 
zweiten des cote ä cote (das erste ist kurz), in tricoter les cötes, tu. 
sauves, c'est autre, tu tofnbes dans la fosse, dagegen kürze in tu sautes 
en seile, saute le fossi, la faute est grande, ce pauvre est diligent, ä 
coli ifla table ^ sauve la caisse, d'autres langues, d' aut{re)sZouvrages,. 
c'est aut(re) chose, la fosse est couverte. 



Ph. Wagner in Reutlingen. 7 

> ist lang in n'ponses, des cartes-poste riponses, beim zweiten 5 
von conte ton conte , in quelconquc, chose quelconque , dagegen kurz 
oder wenig über kürze hinausgehend in depuis longUmps, tu tombcs 
dans la fosse^ contrc die. 

7a tritt als länge, bisweilen als überlänge auf in rimportance, 
im zweiten ~i von rimportance ividente^ in la petite correspondance^ 
ctre cn prisence, garder la rhatnbre, .rinsuffisance, qui fönt Fechange, 
la salle des siances ((f und a haben eine dauer von 0,225 sek., da- 
von kommen auf ^ 0,075, ^"^ ~'^ °'^5 Sekunden), weiter in par 
exe?nple, vivante, (Via France, plein tVconfiance; es ist kurz oder wenig 
die kürze überschreitend in de friquentes visites, la prisence du ca- 
poral, la chambre du malade, la langue icrite^ ce malentendu, la France 
est rirhe, tme confiance douteuse, changement d'adresse. 

(Je und f zeigen länge in tu esZhumble, de jolies telntes, la fete 
simple, dagegen ist f kurz in plein (fconßafice, la teinte de malice, les 
deux principes. 

s hat in cinq wie als zweiter vokal in vingt-cinq länge, unserer 
regel gemäss jedoch in cinq tabUs wie in cinq arbres kürze, worauf 
wir bei den im auslaute stehenden vokalen verweisen werden. 

Ganz so wie und die nasalvokale verhält sich das vclarc a, nur 
zeigt es noch häufiger überlänge, a ist demnach lang, bezw. über- 
lang in faire l'ver la päte, (a g(ite, cette häte, c'est grisatre, je cassc, 
gardez Pespace, cadavre, la lasse, conter des fables, tracer sur le sablc, 
portez le sabre; kurz oder wenig über kürze hinausgehend in la päte 
(T Italic, tu gätes les affaires, je casse la tele, l'espace est grande, la 
lasse est cass^e, les fab(les) d'Esope, sab{le) de fer, le sabre Iure, eben- 
so wie in den Substantiven auf -ation, z. B. in la population, Passo- 
ciation phonitique und dem velaren a (es ist das zweite) von acca- 
blante und von dcpassis der lautgruppe des ouvrages dipassh. Wie 
schon Passy nachgewiesen hat , machen die -^-laute von itroite, pa- 
roisse, froide eine ausnähme; mit dem konsonantischen oder halb- 
vokalischen bestandteil hat wa in la chatnbre itroite, ccs gants sont 
(Vdeux paroisses eine dauer von 0,15 sek., wovon auf den ersten laut 
0,05, auf A also 0,1 Sekunden kommen. In la froide saison sinkt 
WA auf die dauer von 0,125 sek. herab, so dass für a nur noch 
0,075 sek. bleiben und dasselbe als halbkürze erscheint. 

Was die übrigen vokale, palatales a, i, :>, u, y, tiefes iv und £ 
anbelangt, sofern sie sich in pausastellung vor einem andern konso- 



8 Französische Quantität. 

nantcn als einem stimmhaften reibelaute oder r befinden, so sind 
dieselben 7)ieist kurz. Kommen diese laute in das innere einer laut- 
gruppe zu stehen, so werden sie halbkurz. 

Am meisten zeigt palatales a neigung, auch vor konsonanz in 
pausastellung über kürze hinauszugehen, a ist entschieden kurz in 
la face, als zweites a von face ä face (das erste ist halbkurz), ferner 
in couvrir la face, tu es (Tglace, pre7ids ta place, cette audace , trois 
syllabes, im zweiten a von capitale und von la vote est valablc (das 
erste ist wieder halbkurz), ferner in chose indispensable, je mange d'la 
salade, während auch das zweite a von d^la salade de concombres 
wieder auf halbkürze herabgeht ; dagegen neigt a zur länge, ohne 
diese ganz zu erreichen, in six tables, des promesses vagues, se perd(re) 
dans le vague, und noch mehr in c^ est fade, in welchem es 0,125 
Sek. beanspruchte ; auch in um fade histoire geht das erste a in 
einem teil der kurven über 0,075 ^^^- hinaus, ohne jedoch ganz 
zur kürze zu werden. Der unterschied der quantität des a in tu 
boites und la holte tritt in den kurven deutlich hervor ; in ersterem 
ist a kürze, in letzterem länge, in cette boite aux Icttres geht a regel- 
mässig auf kürze zurück. Auch die kurven von goitrc, tu asZ.tin goUre 
(Brindeau hat hier liaison) ergeben für das palatale a länge. Kurzes a 
hat auch die definiform vojis portales, a ist hier trotz des Zirkumflexes 
palatal und der Zirkumflex zieht nicht notwendig längung nach sich. 

/ ist entschieden kurz, bisweilen sinkt es unter kürze herab 
im zweiten i von visite (das erste hat halbkürze), ferner in des pro- 
gres rapides, que tu es donc stupide, icrite, vous allez trop vite, im 
zweiten i von le public pidagogique, les deux principcs, ce scrvice, le 
caprice, le faux titre und ebenso, trotz des Zirkumflexes, in ce gite, 
cette ^pitre. 

Auch :), offenes a: und u sind meist kurz, so in cette hotte, les 
fables d'Esope, cöte de beruf u ist ausnahmsweise lang in coule, l'or 
roule, dagegen wieder kurz in tu coules en bronze. Ein quantitäts- 
unterschied zwischen dem u von icrivez tous und dem von les en- 
fants ioussent kann nach den kurven nicht festgestellt werden, sie 
sind beide kurz. 

y zeigt kürze in cette itude, l'habiiude, le but, l'aptitude, c" est 
une virgule, ebenso in la fliite, tu es une buche, ist aber in la buche 
plombante regelrecht halbkurz ; ausnahms-iveise ist es lang in tu briiles, 
les pieds briilent. 



Ph. Wagner in Reltlingen. 9 

Auch in fremden Wörtern hat Brindeau, der längere zeit eines 
der Colleges von Paris besuchte, stets kürze für die zuletzt genannten 
vokale, so im zweiten vokal von Brutus, Plutus, lupus, Ai/ios und Jris. 

f hat unter den gemachten Voraussetzungen länge oder kürze. 
Es ist lang, wenn es mit zirkumflex geschrieben wird, so in c'est 
bHe, c'est une pechc, trotibler la fcte, ?wus-?ne?nes, dagegen, weil nicht 
einer in pausastellung befindlichen silbe angehörend, kurz in la bite 
farouche, la pechc des perles, pour etre iligible, la fcte du village, und, 
worauf schon Storni hingewiesen hat, in la fcte d'Dieu. Gekürzt er- 
scheint f auch in vous ctes, wie Victor wohl mit recht behauptet, des 
häufigen gebrauchs halber. Ausnahms7i<cise ist s- auch kurz in tu t'arrctcs. 

f ist ferner lang in den endungen -aissc und -ahnes, so \\\ faites 
la caisse, Ic jour haissc, tu laisses, il m'ahnc; in la caisse est vide ist 
f regelrecht wieder kurz. 

Von andern lautgruppen, die langes c zeigen, kamen noch zur 
luitersuchung : Dicu vous aide, la Grccc, tu cesses, qu'cst-ce, tous les 
cedres, la basse pcgrc, fai lu Phedre, le viu dcvient aigre und le pocte. 
und f des letzten wortes dauern 0,225 sek., wovon auf f 0,15 sek. 
entfallen, f ist dagegen wieder kürze oder wenig darüber hinaus- 
gehend in cet aide d'office, s'il avait aide, cesse de battre, qu'est-ce 
que c'est, ce pocte crottc. Ein wesentlicher unterschied der t -laute 
tritt hervor in c'est bete und le sucre de bettes, in crier ä Paide und 
Gabrielle est laide, in la brebis bele und ta sceur est belle, in c'est l'etre 
und icrivez la lettre, in je cassc la tete und tu tettes; dagegen kann 
tür le greße und la greffe, das nach Passy langes f besitzen soll, 
kein unterschied gefunden werden, ebensowenig wie in tenir le greße 
luid incttre la greife. 

Die kurven von c'est une difaite , tout au plus sept^ c'est la 
bibliothequc, c'est raide, tu cedes zeigen durchaus kurzes f. In une de- 
faite complitc ist das erste s halbkurz, das zweite kurz. 

Diejenigen vokale, die i?n auslaute der endsilbe eitler lautgruppe 
stehen, zeigen meist kürze; so ergibt sich für die vokale der endsilbcn 
von ce peuple bclUqucux., la grande idee, je suis irriti, doit-on sauter? 
s'il avait aid6, le second traiti, la lasse de tlü, les cl'eves sont appliques, 
de c' coti^i c'est gagner, l'arc est tendu, vous engdgez beaucoup^ des ouvrages 
dcpassi's, der kleinen folgenden pause halber auch für y in «7«/ a bu 
boira eine dauer von 0,1 sek. Auch die im auslaute stehenden 
-•J- laute, sowie die nasalvokale erreichen nie die dauer vollständiger 



lo Französische Quantität. 

länge, allein sie gehen vielfach über kürze hinaus und zeigen eine 
dauer von 0,125 ^^^-i '^- '^- ^" einigen kurven von sais pas, tu n'tojnbes 
pas , c'est im paysan, dcpuis longtem/'s, quelques enfants, lä d'dans, 
tu baises un eiifant, c'est disolant, tu es un tyran, tu cutres au couvent, 
dites donc, allons bon ! vous battez avec un bäton. Die auslautend 
stehenden s von je courais, tu mourais und je courrais, tu mourrais 
weichen ebenfalls in beziehung auf die dauer ein wenig von einan- 
der ab ; die d(?finiformcn zeigen regelmässig rijr diesen laut kürze 
(0,1 sek.), in den konditionalformen erreicht er jedoch eine dauer 
von 0,125 sek. Rücken die im auslaute eines Wortes stehenden 
vokale in das innere einer lautgruppe, so werden sie, sofern sie ge- 
schlossene sind, halbkurz (0,075 sek.), so i in la vie tVcet arbre, qui 
cotnpose , y in tu as hu d'la biere^ e in du cöti gmccJie , conter des 
/ab/es, in les deux principes. s ist unter den gemachten Voraus- 
setzungen ebenfalls halbkurz , z. b. in den meisten kurven von 
ffiais non ! Auch manche ^i-laute und nasalvokale zeigen halbkürze, 
so in einigen kurven von 7'ous u'en tiendrcz pas ci)7npte , ce repas 
copieux, pensaut qu'ils Icrivent, in den meisten fallen aber erreichen sie 
kürze oder nahezu kürze, z. b. in einem teil der kurven von Ic tetnps 
d'transmcttre, des temps passes^ Ics enfants toussent, ces ganis sont d'deux 
paroisses, cinq tables, le bäton d'riglisse. 

Die 7>okale der Zahlwörter, die vor konsonanz ihren endkon- 
sonanten verlieren, unterliegen ebenfalls den gegebenen regeln. Für 
cinq wurde dies schon nachgewiesen, i von vous avez dix hat kürze, 
oder annähernd kürze, in dix tables, dix buses wird es halbkurz oder 
fast unterkurz. Ganze kürze für vokale, die im auslaut vor konsonanz kurz 
sind, wäre im innern einer lautgruppe nur denkbar, wenn das Zahlwort 
den hauptakzent erhielte; von länge kann hier nicht die rede sein. 

Es geht aus dem gesagten hervor, dass längen nur vor kon- 
sonanz einer in pausastellung befindlichen silbe zu finden sind; 
treten sie ins innere einer lautgruppe, so sinken sie zu kürzen herab. 
Diejenigen vokale, die in pausastellung vor konsonanten als kürzen 
auftreten, werden halbkurz, sofern sie ins innere einer lautmasse ge- 
schoben sind. Diese regel bestätigt sich auch fi'ir eine reihe von 
Wörtern, deren vorletzte vokale bis7veilen als längen bezeichnet werden, 
weil bei ihnen der nebenakzent besonders hervortrete. So ergeben 
die kurven für die vorletzten vokale nur eine dauer von 0,1 sek. 
in beaucoup^ fen ai beaucoup, c'est im baron, vous battez avec im bäton^ 



Ph. Wagner in Reutlingen. i i 

de c'cöti, il fallt harrcr, c'est gagner, son i'duoition ; der daucninter- 
schied der vokale tritt in tu baises und donne-fnoi un baiser, tu passes 
und tu fais passer, des temps passis ganz deutlich hervor. In einigen 
kurven von bcaucoup d\'/ui}nbres, du coti gauche, ce baton de rfglisse 
erreichen die vom hauptakzent weiter abliegenden o und a nicht 
einmal ganze kürze. Ein quantitätsunterschied des / in tu esZi/n tyran 
und e'est un tirant „eine strippe", le tirant d'unc botte, tirant tout d 
eile kann aus den kurven nicht festgestellt werden, sie sind ebenso 
kurz, wie das u der vorletzten silben von tu entres au cou7<ent und 
la poule couvante. 

Unterkürze zeigen zunächst alle e sourds, wie in vendredi; es 
können jedoch alle die vokale, die in pausastellung vor konsonanz 
kürze haben , unterkurz werden, sofern sie weit von der endsilbe 
abliegen. Namentlich zeigen die in dritt- oder viertletzter silbe 
stehenden geschlossenen vokale / und y unterkürze, seltener die 
offenen, auch e mit accent aigu bewahrt meist halbkürze. Die vo- 
kale der artikel la und Ics, der demonstrativen Wörter cette, ces, 
sowie das e von est ,,ist" und die verbalendsilbe -ez, sofern sie sich 
im innern einer lautgruppe befindet, sind vielfach unterkurz. 

Die emphatischen formen le lache! und c'est raidel z(>,igen in 
bcziehung auf vokalquantität keine abweichung von der rege], in c'est 
raidel ist das .•- der endsilbe eher kürzer als in gewöhnlicher rede ; 
dagegen ergibt sich für das iv in dem emphatischen f suis scull 
das für gewöhnlich kürze hat, eine ganz aussergewöhnliche längung. 
Die ausserordentliche länge des i von 0,125 s^^- "^^ i'ifub^cile! rührt 
davon her, dass der Sprecher den hauptakzent auf die zweite silbe legte. 

Was bei den intervokalisch oder im auslaute stehenden ein- 
fachen konsonanteji der französischen spräche zunächst auffällt, ist das, 
dass sie alle doppelte kurvenäste, und zwar meist einen niederen und 
einen höheren ast zeigen. Auch im anlaute sind die beiden äste 
vielfach bemerkbar. Die kurven einfacher explosivlaute lassen dabei 
überall eine leicht messbare dauer zwischen verschluss und Öffnung 
erkennen. Es tritt also bei der erzeugung aller dieser laute diskon- 
tinuität der schallstärke ein und sie sind ausnahmslos als unechte ge/ni- 
naten zu bezeichnen. Daraus geht hervor, dass bei intervokalisch 
stehenden einfachen konsonanten die silbe ngrenzett zwischen diese 
beiden äste hineinfallen, dass also z. b. in laisser, baiser, patin, idfe u. s. f. 
der erste kurvenast der inlautend stehenden konsonanten der ersten, 



12 Französische Quantität. 

der zweite, meist höhere ast dagegen zur zweiten silbe gehört. Der 
umstand , dass nur derjenige teil eines konsonanten , der die neue 
silbe eröffnet, bei explosiven z. b. der knalllaut der Öffnung in voller 
schärfe gehört wird, liess den seither auch von mir geteilten irrtum 
entstehen, dass die silbengrenze vo7- den konsonanten falle. 

Betreffs der quantitat der einfachen konsonanten ist zu bemerken, 
dass diejenigen derselben, welche die in p(iusa Stellung befindliche 
silbe abschliessen, die längste dauer haben. Kurve III von cet hotel 
zeigt für s und das erste / eine dauer von o,i sek. , für das zweite 
/ eine solche von 0,125 sek., für das auslautende /jedoch eine 
solche von 0,175 sek.; während also s und das erste t kurz sind, 
das zweite t wenig über kürze hinausgeht, hat auslautendes l über- 
länge. Das rascher gesprochene cet hotel von kurve i ergibt für i- 
und das erste / eine länge von 0,075, ^^^ ^^s zweite / 0,1, für 
auslautendes / dagegen 0,15 sek. In cette hotte dauert i- wieder 0,1, 
inlautendes, dabei von seinem Öffnungsaste an die akzentsilbe be- 
ginnendes / 0,125 sek. und auslautendes / 0,175 — °)2 sek. Dabei 
ist keinerlei unterschied zwischen auslautendem konsonanten nach langem 
tmd solchem nach kurzetn vokal zu finden. Auslautendes t zeigt die- 
selbe quantitat in faites la pätc und ä bas Ics pattes, in sur la cbte 
und le Corps de cotte, in cet hole und cette hotte. Dasselbe ist der 
fall bei den im inlaute befindlichen stimmlosen und stimmhaften .<■ 
von /// baisses une pipe und tu baises un enfant. 

Folgt im auslaut auf einen stimmhafteti cxplosivlaut ein l oder 
r, die in diesem falle silbenträger werden, wie in cet hole ainiable, 
d'la salade de concotnbres , so zeigen sowohl die explosivlautc wie / 
oder r je zwei kurvenäste, nur lehnt sich der absteigende kurvenast 
des / oder r an den Öffnungsast des b unmittelbar an und die silben- 
grenze fällt wieder in die pause zwischen verschluss und Öffnung 
des b. Die explosivlautc sind in diesem falle kurz, auch die /- und 
r-lautc sind kurz oder gehen wenig über kürze hinaus. Sind die 
explosivlautc stimmlos , so ist / oft nur angedeutet und kaum halb- 
kurz, wie in einigen kurven von par exemple; r verschwindet häufig 
ganz, so in manchen kurven von grisät(re) und tra?isfnett(rc); doch 
kann / und r auch vollständig ausgebildet sein wie in den kurven 
von simple und von eci'ivez la lettre, wo auslautendes / und r je 0,1 
— 0,125 sek. in anspruch nahmen. Auch wenn das im einzelnen 
Worte auslautend nach stimmlosen verschlusslauten stehende / oder r 



Ph. Wagner in Reutlingen. 13 

in das innere einer lautgruppe zu stehen kommt, fällt es häutig weg, 
so in den kurven von swip{le) cotnme bon joiir, wo nur der verschluss 
von / und die Öffnung von k zu sehen ist, oder in if aut(re)sZouvrages, 
in welchem dann t infolge regressiver assimilation stimmhaft wird. 
Steht ein explosivlaut mit folgendem r oder / im anlaute , wie in 
principe, so sind / und r bisweilen vollständig entwickelt, meist aber 
verlieren r und / einen teil ihrer Quantität, was stets der fall ist, 
wenn die lautverbindung nicht anlautend steht, wie z. b. pr in les 
detix principes; hier behält/ kürze bei, r sinkt auf halbkürze herab. 
Gehen r oder / dem explosivlaut voran, so zeigen sie nur einen 
kurvenast, an den sich der verschluss des folgenden konsonanten un- 
mittelbar anschliesst. Dabei hat es auf die quantität der /- und r- 
laute keinerlei einfiuss, ob der verschlusslaut stimmhaft oder stimm- 
los ist; die r von iirez Parc und le vent largue zeigen beide halb- 
kürze, während die explosivlaute k und g überlänge haben; ebenso 
ist es mit / in guclque und ce sont des algues. 

Stossen im innern einer lautmasse / oder r mit einem frikativ- 
laut zusammen, so haben sie nur einen kurvenast, der sich unmittel- 
bar an den zweiten ast des frikativlauts anschliesst, sofern letzterer 
an erster stelle steht , wie in ia flute, sauve la caisse, baisse la tete. 
Stehen r oder / an erster stelle, wie in plusieurs instituteurs, pensant 
qii'ils icrivcnt, so bildet der erste kurvenast des frikativlauts nur eine 
fortsetzung des /- oder r-astes; in beiden fallen fallt die grenze in 
den frikativlaut. Beim zusammentreffen von r und / oder von zwei 
reibelautcn wie in c^est rr^pertoire, c'csi totcjours la chose, tu laisses 
faire hat jeder laut nur einen ast und die grenze fallt zwischen beide. 

Stehen r und / an letzter stelle einer Verbindung von drei kon- 
sonanten wie in page blanche, tonte critiqiie, correspondance franfuise, 
so bilden ihre kurvenäste blosse fortsetzungen der Öffnungsäste, hier also 
von b und /e, bezw. des astes des 2. frikativlautcs, hier/, und verlieren 
dadurch wieder einen teil ihrer quantität; die silbengrenzen fallen da- 
bei wieder in die verschlusslaute oder zwischen beide reibelaute. 

Treffen explosivlaute mit frikativlauten zusammen, so verlieren 
letztere wieder einen kurvenast, ob sie an erster oder zweiter stelle 
stehen. In la carte-poste hat i- nur einen kurvenast und ist kurz, 
/ ist v'ollständig entwickelt und lang. In une fade histoire , c'est la 
s(e)conde, par exemplc sind die j-(s)-laute, weil im lautgruppeninnern 



14 Französische Quantität. 

stehend, halbkurz, die folgenden oder vorausgehenden / oder ^ er- 
reichen kürze. 

Grenzen zwei explosivlmäc an einander, wie g und d in la 
langue des singes, p und k in simp{le) co7nme bon jour, so wird vom 
ersteren derselben nur der vcrschlussast, vom letzterem nur der öfifnungs- 
ast gesehen, es wird also im ersten falle der verschluss des d während 
der dauer des ^-verschlusses hergestellt. In rnonteut tous, la nett{e)U, 
lä d{c)dans liegt zwischen Öffnung und verschluss eine dauer von 
0,175 — °'2 Sek., diese konsonanten zeigen also überlänge; liegen 
die betreffenden konsonanten von der endsilbe weiter ab , wie in 
Ic tetnps d'transf/iettre, so sinken sie auf länge herab. Auch im an- 
laut können lange konsonanten vorkommen , so in sais pas für je 
sais pas, taut plus für d'aiUant plus^ tenips en temps für de iemps en 
temps; hier zeigen die anfangskonsonanten eine dauer von 0,15 — 
0,175 s*^^' ^^^^ vingf-deux spricht Brindeau vlnde, das / erscheint 
also nasalisirt und von d ist nur der öfifnungsast bemerkbar, da der 
.//-verschluss zugleich als ^/-verschluss dient. In einigen von Passy 
und Jespersen namhaft gemachten lautverbindungen unterdrückt nach 
den kurven auch Brindeau einzelne konsonanten, so in i{l) s'appelle, 
que{l)que chose, su(r) F tableau, c'esi cxtraordinaire (esti-yrdintir). 

Da wir alle intervokalisch stehenden konsonanten als unechte 
geminaten anzusehen haben , so zeigen alle gewöhnlich als geminirt 
bezeichneten laute keinerlei ab weichung von der bildung einfacher 
konsonanten, so / in c'est illigal, belliqueux, intelligent, des illusions, 
r in je suis irrite, c'est irrc^gulier^ cette irruption, t in littirature, s in 
classique, k in peccable, peccadille. Auch ist der unterschied zwischen 
dem r der imperfektformen courais, mourois und denen der kondi- 
tionalformen courrais, 7nour7-ais kaum bemerkbar. 

Was die konsonanten von emphatisch gesprochenen lautver- 
bindungen anbelangt, so zeichnen sich die kurven der konsonanten 
hauptsächlich durch hohe und scharf ausgeprägte äste aus, was auf 
grössere intensität des lautstromes und energische artikulation schliessen 
lässt; die quantität der konsonanten dagegen zeigt keine bemerkens- 
werten abweichungen. 

Vielleicht ist es mir noch erlaubt, in kürze eine bemerkung 
über französische 7>ietrik zu machen. Möglicherweise rührt die rat- 
losigkeit, mit der man heutzutage den französischen versen' gegen- 
übersteht, davon her, dass man es noch nicht unternommen hat in 



Ph. Wagner in Reutlingen. 15 

objektiver weise messungcn vorzunehmen und dabei auch die (/uanlität 
(kr konsonanten zu berücksichtigen. Ich Jiess eine ganze reihe von 
alexandrincrn aus Boileaus L' Art Poitirjiie, aus der Athalie von Racine 
und aus Hernani von Victor Hugo den papierstreifen aufsprechen. 
Leider konnte ich Brindeau nicht dazubringen , die zäsur deutlich 
hervortreten zu lassen, er sprach des glastrichters halbem, drii er vor 
dem mund hatte, die verse immer in zusammenhängend(;r weise, doch 
so, dass die endsilbe vor der zäsur und die versschlusssilbe je durch 
einen hauptakzcnt hervorgehoben wurden. Misst man nun die summen- 
länge sämtlicher lautquantitäten des ersten halbverses , so findet man, 
dass dieselbe stets mathematisch genau gleich der des zweiten halb^>erses 
ist. Da Brindeau einen und denselben vers meist mehrere mal nach 
einander aufsprach, so wurde sein Sprechtempo bisweilen ein wenig 
verlangsamt; die einzelnen verse wurden weiter zu verschiedenen 
Zeiten aufgesprochen und haben deshalb nicht ganz dieselbe dauer, 
weichen allerdings auch nicht viel von einander ab. Die durchsch?iitts- 
dauer eines halbverses ist 1,2 sek., und es ist nicht zu bezweifeln, dass, 
wenn dasselbe tempo beibehalten worden wäre, auch die einzelnen 
\erse in ihrer dauer übereinstimmten ; jedenfalls gilt das gesetz gleicher 
dauer der beiden hhnistiches eines und desselben verscs ganz aus- 
nahmslos. Dadurch, dass je nach 1,2 Sekunden ein halbvers durch 
einen hauptakzent zum abschluss kommt, wird der hörer veranlasst, 
in ganz bestimmter weise zu messen, und sein ohr ist befriedigt, so- 
fern das anfängliche zeitmass beibehalten wird. Ohne zweifcl lassen 
sich auch für die übrigen in der französischen poesie zur anwendung 
kommenden verse ähnliche gesetze herausfinden, es genügt mir, da- 
rauf hinzuweisen und ich bin befriedigt, wenn auch andere hierüber 
messungcn anstellen und wenn man von der einseitigen berück- 
sichtigung der quantität der vokale abkommt. 

Es lag mir gänzlich ferne, Ihnen heute allgemein giltige oder 
allseitige gesetze über die quantität der französischen laute zu bieten, 
ich habe meinen zweck vollständig erreicht, wenn ich anregung da- 
zu gegeben habe, dass die methode der experimentalphonetik mehr 
und mehr zur anwendung kommt und die naturwissenschaftliche seitc 
der Sprachforschung mehr berücksichtigung findet. Weder physiologen 
noch physiker können sich mit der eigentlichen Sprachwissenschaft 
abgeben, und solche Untersuchungen gewähren gewiss jedem Sprach- 
forscher die höchste befriedigung. Fangen Sie also mit irgend einem 



i6 Französische Quantität. 

apparatc an zu experimentiren, ich bin sicher, dass Sic nicht mehr da- 
von ablassen werden ; wenn Ihnen ein apparat nicht genügt, so finden 
Sie selbst die mittel, denselben zu vervollkommnen. Für den anfang 
dürfte jedem philologen der äusserst einfache und billige grützner- 
marey'sche apparat, den ich früher benützte und der auch von Albrecht- 
Tübingen zu beziehen ist, genügen ; nur müsste man die hürthle'sche 
Schreibkapsel, den Strohhebel und die neue schreibspitze dabei ver- 
wenden , da dieselben nach der ansieht massgebender physiologen 
und physiker das vollkommenste bieten, was bis jetzt in beziehung 
auf derartige hilfsmittel hergestellt wurde. Dieser apparat hat da- 
bei den grossen vorzug, dass auch der im experimentiren ungeübte 
ihn rasch handhaben lernt und dass man bei seiner benützung keine 
assistenten braucht. Man kann mit hilfe dieses apparats Unter- 
suchungen anstellen über: 

I. die intensität des lautstromes; je stärker der lautstrom ist, 
desto höher werden die kurvenäste der konsonanten ; 

2. die quantität der vokale und konsonanten; sowohl explosiv- 
als frikativlaute bringen charakteristische und darum leicht erkenn- 
bare kurven hervor, und da man die geschwindigkeit des papier- 
streifens pro Sekunde ganz genau kennt, so ist es leicht, nicht nur 
die dauer der konsonanten festzustellen, sondern auch die abstände 
des endastes und des anfangsastes der einen vokal einschliessenden 
konsonanten zu messen ; 

3. die aspiration der explosivlaute ; ist ein verschlusslaut aspirirt, 
so macht der ihm nachstürzende hauchlaut sich in den kurven am 
öfifnungsast durch eine deutlich hervortretende abweichung nach rechts 
bemerkbar; 

4. die zahl der Schwingungen der Zungenspitze oder des Zäpfchens 
bei der bildung des r-lautes; 

5. die nasalität eines lautes, indem man den kautschukschlauch 
in eine nasenöffnung einführt; 

6. die stimmhaftigkeit oder stimm.losigkeit der explosivlaute; 
der Öffnungsast stimmloser verschlusslaute fällt steil ab und bildet 
oben eine ganz scharfe spitze, während der Öffnungsast der stimm- 
haften verschlusslaute durch die einwirkung des der Öffnung nach- 
stürzenden blählautes oben breit abgerundet erscheint; auch die stimm- 
haften frikativlaute sind vielfach von den stimmlosen zu unterscheiden, 
und zwar dadurch, dass letztere stets ganz reine linien zeigen, während 



Ph. Wagner in Reutlingen. 17 

crstere leichte Schwingungen erkennen lassen , die jedenfalls davon 
herrühren , dass in folge der Vibration der Stimmbänder auch die 
artikulirenden teile der zunge oder der lippen in leichte Schwingungen 
versetzt werden. Im französischen zeigen sich diese Schwingungen 
namentlich bei den kurven der Zischlaute in sehr schöner weise. 
Doch muss zum zwecke des nachweises der stimmhaftigkeit oder 
stimmlosigkeit der konsonanten , namentlich wenn dieselben mit 
andern konsonanten zusammenstossen, noch ein einfaches und voll- 
ständig zuverlässiges hilfsmittel gefunden werden ; auch der ein- 
fache rousselot'sche kehlkopfbeobachter, der sicherlich einen wesent- 
lichen fortschritt bildet und ein wichtiges kontrollemittel der stimm- 
bandschwingungen darbietet , scheint mir für unsere zwecke noch 
nicht vollständig zu genügen. 

Wir müssen, was schon prof. Koschwitz mit so grossem nach- 
druck hervorgehoben hat, von der gegenwart ausgehen, um die 
Veränderungen, die eine spräche im laufe der zeiten durchmachte, 
voll zu verstehen. Die ersten anfange solcher Veränderungen ent- 
gehen auch dem geübten ohr, die apparate aber deuten sie uns in 
ihren leisesten spuren an, sie verbreiten licht über vieles, was der 
Vergangenheit angehört und lassen das vermuten, was die zukunft 
bringen wird. Namentlich sollte auf unsern hochschulen den studiren- 
den der neueren philologie gelegenheit geboten sein, solche Unter- 
suchungen anzustellen; sie werden dadurch in ganz anderer weise 
in eine fremde spräche eingeführt, als dies ohne solche experimente 
der fall sein kann, und verschaffen sich über vieles klarheit, was 
ihnen ohne objektive Untersuchungen verschlossen bleibt. 

Treiben wir also experimentalphonetik, es wird gewiss unserer 
Wissenschaft zur förderung und unserer schule zum segen gereichen! 

Reutlingen. Ph. Wagner. 



Phonetisclie Studien. VI. 



CHILENISCHE STUDIEN. II. III. 

[Ich habe vor kurzem gelegenheit gehabt die ausspräche eines 
gebildeten Spaniers, madriletlv, zu studiren. Derselbe sprach drei 
verschiedene r-laute. Im inlaut zwischen vokalen und im silbenan- 
laut nach konsonant r mit einem Zungenschlag. Am wortende war 
r etwas vibrirt und endigte stimmlos : t>er, por. Im wortinnern vor 
konsonant war r ebenfalls etwas vibrirt und vor stimmlosen ver- 
schlusslauten neigung zu verlust des stimmtons wenigstens in der laut- 
fuge: arte, arpa, arka; arbol, pierdo etc. 

r im wort- und silbenanlaut sowie rr im inlaut waren immer 
stark gerollt ohne verlust von stimmton : rosa, Hefa, onfa. 

Ich weiss nicht, ob genau diese ausspräche als norm für Madrid 
angesehen werden kann; mein beobachtungsobjekt behauptet es. — 

Ganz ähnlich ist die ausspräche eines meiner schüler, eines 
jungen mannes aus Tacna in Südperü. Auch dieser spricht nur 
zwischen vokalen und im anlaut nach konsonant r; sonst ein ge- 
rolltes r (ohne stimmtonverlust im auslaut), von dem sich das r fuerte 
nur durch stärkeres rollen unterscheidet. 

Für Chile scheint als r ftiertc neben dem gewöhnlichen | ein 
gerolltes r und r auch für die ausspräche der gjiasos gebräuchlich 
zu sein, wenn auch weniger oft. r und / vor d, t, fi bleiben nicht 
selten auf der stufe rd, rt, rn stehen ; dagegen ist erhaltung des / 
vor diesen lauten im niedren volke nur ganz vereinzelt, r (= span. 
r oder /) vor anlautendem r ftiertc wird demselben assimilirt : deMo- 
sario. Wenn ich meinen mozo zum scherz deutsche worte nach- 
sprechen lasse, setzt er immer seine entsprechende chilenische aus- 
spräche, spricht also statt T^-alt : ka./t.] i 



' Nachtrag zu Chilenische Studien \. (Phon. stud. bd. V, p. 276 fT.). 



Dk. RuDOLK Lenz in Santiago de Chile. 19 

II. S, C(e, i), Z. 

Die Schicksale des jr in Chile bilden wohl das interessanteste 
kapitel der chilenischen lautlehre. Über die von mir vermutete ethno- 
logische Ursache des Schwundes kann ich noch nichts weiteres sagen. 
Dazu muss ich erst die ausspräche derjenigen provinzen kennen lernen, 
die noch im steten verkehr mit den araukanern sind, im Süden 
Chiles und Argentiniens, falls die araukaner der Pampa, die wohl 
sicher aus dem Süden Chiles ausgewandert sind, nicht andere sprach- 
liche erscheinungcn bieten, als ihre Stammväter.^ (Vgl. dieselbe be- 
hauptung: Sievers bei Storm Engl.philol. I p. 426. Anmerkg. zu p. 29J. 

Man hört hier oft die behauptung, dieser verlust des s sei auf 
<iiidalusischcn einßuss zurückzuführen, denn aus Andalusien und Estre- 
madura, welche ebenfalls das s mehr oder weniger vollständig in h 
verwandelt haben, seien die erobercr und ersten besiedler Chiles ge- 
kommen. Dagegen ist einzuwenden, dass thaisächlich über die her- 
kufift dieser besiedler noch nichts sicheres bekannt ist, die zahlreichen 
baskischen eigcnnamen in Chile weisen vielmehr auf nordspanischen 
zuzug; stammten sie aber wirklich aus jenen südlichen gegenden und 
war der wandel damals in Andalusien schon vorhanden (was wohl 
auch noch nicht bewiesen istj — warum findet sich dann in Peru 
keine spur dieses wandeis? Wir wissen doch, dass Chile von Peru 
aus erobert und verwaltet worden ist. 

Anders steht es mit der frage, wie der allge?neiti amerikanische 
zusatnmenfall des s mit c{e, i), z zu erklären ist. Die frage ist sehr 
schwierig, denn wir sind über die s, c, z, g des spanischen im fünf- 
zehnten und sechszehnten Jahrhundert noch durchaus nicht im klaren. 
Zweifelhall ist die artikulation des z und ( und der stimmton aller 
genannten laute. Das material über den gegenständ ist schon ziem- 
lich gross; mir steht leider nur Diez {Gr.^ p. 293), Mever-Lübke 
(Gr. ^ 44i,u. a.), Gröbers Grundriss und Paul Förster, Span. Sprach- 
lehre zur Verfügung; nur aus der erinnerung weiss ich, dass mir auch 
JORETs und Hornings auseinandersetzungen früher unbefriedigend er- 
schienen sind. 

Den bekannten Zeugnissen für ältere ausspräche kann ich hier 



' Wie ich eben nachträglich eifahre, erstreckt sicli der veiiust des s wie 
in Chile, sicher auf den sflden Argentiniens, bis Buenos Aires; genauere nach- 
richten fehlen mir noch. 

2* 



2 Chilenische Studien. II. III. 

einige auszüge aus dem seltenen buche von Juan Pablo I^onet hin- 
zufügen {Reduccion de las letras, y arte para eusenar a ablar los miidos. 
por Juan Pablo Bonet. En Madrid por Francisco Abarca de Afigulo 
1620). Dieser veteran der lautphysiologie sagt : c vor e und / (/. c. 
p. 79) „se forma hiriendo la lengiia en los dientes inferiores, y arro- 
jando fuera de la hoca con algima i'iolencia la respiraciofi im ceceo 
stiave y sutil." Dieser laut soll etwas weniger zischend sein als s, 
wie es besonders im auslaut gesprochen werde, z ist fnach p. 106, 
108 und 146) „mas f teerte y larga" als c(e, i), ((a, 0, u) ; zur aus- 
spräche des z ,Jia de p07ier el miido la punta de la lengua entre los 
dientes, y expelcr la respiracion qiie salga sin que la lengua se aparte 
de aquel lugar." 

Eine solche trennung von ce und zc kann natürlich nicht aus 
der luft gegriffen sein. Da Bonet die stimmhaftigkeit eines lautes 
nicht immer deutlich angibt, so ist es nicht unmöglich, dass ( zu- 
weilen stimmhaft war ; wenigstens wird dieses nahe gelegt durch die 
angäbe fp. 303), das neugriechische 'i sei das span. z ,,pero inas suave, 
como lac con ci". Möglich ist es auch, dass f noch nicht reiner 
Frikativlaut, sondern mit verschluss einsetzende affrikata war. Die 
Orthographie schwankte nach Bonet sehr oft zwischen ( und z (so 
auch wohl in dem werke selbst) und der unterschied beider laute 
wurde im druck nicht genügend gewahrt. Das x beschreibt er (p. 100 
und I45) ,,[/'6'<.Vi'] la punta de la lengua en cl principio de la encia 
super ior, que participen algo los dientes.'' 

Wir haben also in Bonets ausspräche 1620: s: apikaler {oder 
frontaler) rcibelaut an der untereti alveolargrenze. f postdental und 
prüdorsal (oder frontal) vielleicht mit Verschlussbildung {con alguna 
violencia) und vielleicht stimmhaft, z interdentaler stimmloser reibelaut. 

Diese angaben stehen zum teil in offenbarem Widerspruch zu 
dem, was Joret und andere, aus der Untersuchung der altspanischen 
denkmälcr und der grammatikerangaben des 16. jhs. gefunden haben. 
Für mich ist die frage nach den verschiedenen lautwerten der s und 
/• des älteren spanisch noch ungelöst. Ich hoffe ein andermal aus- 
führlich auf den gegenständ zurückkommen zu können. Vorläufig 
halte ich die heutige schcidung der spanischen Schriftsprache in Madrid 
wesentlich für ein kunstprodukt der etymologisir enden Schreibung und 
des Schulunterrichts und nicht für die naturgemässe fortsetzung der 
historischen lautentwicklung. Welche laute nach Amerika importirt 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago de Chile. 21 

worden sind, wird sich erst nach eingehendem und iimrassendem 
Studium der Originalurkunden des 16. jhs. feststellen lassen. Ein 
ausgeprägtes interdentales /, wenn es überhaupt zu den importirten 
lauten gehörte, war sicher viel enger begrenzt, als in der heutigen 
akademieaussprache. 

Gehen wir zur Untersuchung der nwderncn ausspräche ül)er. 

Nach den angaben der Spanier gibt es nur ein jt und ein c 
(vor c, i gleich z vor a, 0, u und im auslautj, erstercs gesprochen 
s, d. h. stimmloses s, letzteres /, stimmloser interdentaler reibelaut. 

Völlig unverständlich sind mir die angaben von Paul Förster 
(/. c. ^ 10, 11) und Baist (Gröbers Gruudriss I p. 694). 

Nach P. Förster spricht man s: I. stivwilos: i. im anlaut, 
2. im inlaut zwischen vokalen, 3. vor und nach w, //, p, t, k, f. 
4. unbestimmter vor und nach /, r und in Zusammensetzungen mit 
des-, dis-, es- vor stimmlosen konsonantcn. II. stinn/ihaft soll s sein: 
I. ifn auslaut (!), 2. in compositis mit des- dis-, vor vokalen (!j, 3. vor 
•stimmhaften geräuschlauten (darunter c, z. b. esccna 1), 4. die Verbindung 
bs soll eher {\) ps als fc gesprochen werden. Nach Baist ist s meist 
stimmlos; dagegen stimmhaft im auslaut (!) und vor g. 

c z ist nach Förster I. stimmlos: i. im anlaut, 2. nach ton- 
losen vcrschhissJauten, 3. unbestimmter vor tonlosen verschlusslauten. 
IL stimmhaft: i. im vilaut ziuiscJien vokaleti (!), 2. im auslaufe 3. vor 
und nach r und /, 4. vor und nach m und //, 5. vor tönenden ver- 
schluss- und reibelaut^n. Die artikulation ist interdental. Nach Baist 
ist z mit ce, ci schlechthin tönend (!) und postdental. 

Wie gesagt, etwas unbegreiflicheres als diese angaben ist mir 
kaum auf dem gebiete der phonetik vorgekommen. Entweder diese 
beiden autoren wissen nicht, was stimmton ist, oder ich habe noch 
kein spanisch gehört ! 

Ein viadrilenOy dessen ausspräche ich genau untersucht habe, 
spricht wesentlich alle s stivivilos und zwar mit der ztmgenspitze an 
den alveolen; alle c, z sind interdentale stimmlose reihelaute. Nur vor 
b, d, g ist j- in der regel ziemlich stark, / zuweilen etwas stimm- 
haft. Jedenfalls ist es völlig genügend, wenn Escriche v Mieg in 
seiner Keforma de la ortografia castellana (Bilbao 1890) jedes s mit 
s und jedes c, z mit z wiedergibt und die phonetische transskription 
im Maitre fo7tLHique (mai 1890) ebenfalls sich mit s und ^ begnügt. 



2 2 Chilenische studien. II. III. 

Ob in Madrid neben dem interdentalen auch postdentales p ge- 
bräuchlich ist, weiss ich nicht genau ; erscheint mir wahrscheinlich. 
Jedenfalls hat span. / immer starkes reibegeräusch, während engl, th 
mir oft mehr unrein explosiv als zischend erscheint. 

Ein nordspanier, den ich früher einmal untersuchte, sprach s 
immer apiko-supraalveolar , dagegen z dorso-alveolar bis postdetital. Sein 
z war also viein deutsches s; sein s klang einem .s sehr ähnlich, 
denselben laut habe ich jetzt von kastilianern mehrfach gehört. Beide 
laute s^ (apikal) und s'^ (dorsal) nahmen, nicht nur vor />, d, g, sondern 
auch vor allen andexen stimmJiaften lauten, ziemlich oder ganz voll- 
ständigen stimmton an. Im auslaut wurden sie ebenso behandelt, 
je nach dem folgenden worte, gingen zuweilen auch verloren, so 
regelmässig in buenodias^, Imenanöces^ ; sonst: loz^grandes^ arlwles'', 
miz^mo, twi a la kas^a (caza) i des^pues^ a »li kas'^a {casa), konos'ko, 
xuz^go u. s. w. 

In Andalusien und Estremadura sollen i- und z wie in Amerika 
ganz zusammengefallen sein ; ich habe noch keine persönlichen be- 
obachtungcn darüber gemacht. 

In Peru scheint allgemein das spanische apiko-alveolare i" für 
s und z gebraucht zu werden. In Chile ist dagegen nur ein im 
klänge sehr hohes, dorso-alveolares s gebräuchlich, welches dem er- 
wähnten nordspanischen z gleich ist. Über die anderen amerikani- 
schen länder kann ich vorläufig nichts genaueres angeben. Dass 
irgendwo in der neuen weit s und c, z von einander getrennt würden, 
ist mir nicht bekannt, abgesehen von den meist vergeblichen an- 
strengungen einiger Schulmeister. Interdentale ausspräche des c macht 
vielmehr auf den amerikaner einen komischen eindruck, ebenso wie 
das lispeln im deutschen oder französischen. 

Nach diesen bemerkungen können wir zur betrachtung der 
mannigfaltigen Schicksale des s (gleich span. s und c, z) im chilenischen 
sonderleben übergehen, s im wort- und silbe?ta?ilaut bleibt in der 
santiaguiner ausspräche meistens erhalten ; als silbenanlautend ist auch 
j- am wortende vor zugehörigem mit vokal anlautenden worte zu 
rechnen ; lo-sotnbxe (los hombres) ebenso gesprochen wie la sonibra 
(der schatten) ; die Silbentrennung ist in der hiesigen ausspräche immer 
deutlich vernehmbar. Einige bcispiele : sä{b)ana {sdbanä) , sapäto 
{zapaio), kasa ■= casa oder caza; kosel ^;= coser oder cocer u. s. w. ; 
ensima (encima), pienso ; nach r oder / wird s apikal und weiter oben 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago de Chile. 23 

an den alvcolcn gebildet: so.isal (zorzal), diiuse (duke); vcrgl. Chil. 
stud. I. 

In der ausspräche der guasos geht auch das j.- im wort- und 
silbenanJaut oft in einen ausserordentlich lockeren reibelaut über (die 
zungc liegt Hach im munde, die spitze am oberen rand der unteren 
Schneidezähne, die reibung erfolgt schwach post- und subdental: ich 
schreibe ,s) und dann weiterhin sogar in h (den deutschen stimm- 
bänderreibelaut) : doch glaube ich vorläufig, dass wenigstens in der 
umgegend von Santiago, insbesondere in Nunoa, kaum individuen 
existiren, die überhaupt kein s mehr sprechen. Die ncigung den 
^-verschluss zu locker zu bilden, ist jedenfalls in der niedrigen land- 
bevölkerung stark vorhanden ; überhaupt hat das chilenische ausser 
dem präpalatalen y keine etiggebildeten eigentlichen rcibelmtfe. Nach 
dem, was ich bis heute auf dem lande gehört habe, sprechen die- 
selben leute das j' bald mehr bald weniger vollkommen ; sobald die 
enge soweit ist, dass sie dem exspirationsstrom keinen genügenden 
widerstand mehr entgegensetzt, so tritt substitutionsenge im kehlkopf 
ein (vgl. meine auseinandersetzung in Kuhns Zeitschr. bd. 29, p. 51 f.); 
völligen lautschwund des intervokalischen i- habe ich noch nicht ge- 
hört. Beispiele: jneJia, kaha, koha, henol oder hinol (seiior) oder 
häufiger mesa, kasa etc. 

/;// atislaut eines Wortes vor pause geht s in der vulgären aus- 
spräche mehr oder weniger verloren ; nach betonter silbe bleibt ein 
hauchlaut, nach unbetonter silbe geht der laut oft ganz verloren ; 
man spricht also: krti (cruz), nie' (mes), nari (nariz), lombri (lofnbriz), 
dd (dos), dd (vos), aber Idpe (Idpiz), wobei statt des sonst nicht vor- 
handenen unbetonten / im auslaut e eintritt, ante (antes). Der rest 
des s in kru etc. ist nicht grade ein deutsches h, sondern der unter- 
schied zwischen // und einem gewöhnlichen u, z. b. tu, beruht darin, 
dass u am anfang stärkeren exspirationsdruck hat als am ende, // 
dagegen mit ansteigender stärke gesprochen wird ; oder wenigstens 
schwächt sich der exspirationsstrom nicht gegen ende, sondern wird 
plötzlich durch Öffnung der vorher zum tönen geschlossenen Stimm- 
ritze abgebrochen, nicht selten mit nachstürzendem hauch ; der vokal 
erhält dadurch etwas kurzes, gestossenes. Dass der unterschied von 
-e aus betontem -es und von -e aus unbetontem -es gefühlt wird, be- 
weisen die pluralbildungen mese, narise, kruse^ ^ aber der plural zu 



* Analogiscti wird nicht selten der plural von werfen, die auf lietonten 



24 Chilenische Studien. II. III. 

lape. ebenfalls lape statt Idpcse oder läpise, wie nach läpices zu erwarten 
wäre; allerdings wird auch zu o'tiz vulgär schon hü neben krüsc 
als plural gebraucht, was sich wohl dadurch erklärt, dass auch in 
betonten silben der hauch im schwinden begriffen, vielleicht schon 
oft ganz geschwunden ist, insbesondere in solchen Wörtern, die nicht 
leicht durch engen anschluss an ein folgendes vokalisch anlautendes 
wort nebenformen (satzdoppelformen) mit j' bewahren wie z. b. do, 
do : do-sotnbre {dos hofnbres), bo-saycn (ros hallais) neben do pe.ro (dos 
perros)^, bo kantdi (vos cantais). 

In bezug auf das auslautende s ist der gebrauch eben, wie in 
so vielen fällen, schwankend. Der gebildete Chilene spricht meist 
mehr oder weniger vollkommenes s nach betontem vokal, aber in 
unbetonten flexionssilben, gehauchten gestossenen vokal, wie ihn die 
Vulgärsprache in betonten silben hat, während sie in unbetonten meist 
entweder gar keinen rest des .$• wahrt, oder nur den endvokal etwas 
deutlicher, e und o etwas offener spricht. 

Dieselben verschiedenen aussprachen kommen nun auch für 
das auslautende s im warte zwr folgenden konsonanten (und ebenso am 
wortende vor anlautkonsonant des zugehörigen wertes) in betracht. 
SiEVERs' beobachtungen über die ausspräche (vgl. Storm Engl. Philo- 
logie I. p. 426) sind im allgemeinen richtig, aber der vereinzelten 
beobachtung entsprechend zu eng. 

Vollkommene ausspräche eines i' vor konsonant ist auch bei 
gebildeten äusserst selten; im übrigen herrschen zahlreiche abstufungen. 

Vor stimmlosen reibelaiiten schwifidet s vollständig oder hinter- 
lässt höchstens eine etwas gedehnte ausspräche des reibelautes, z. b. 

1. satifasiön oder genauer: saticfasion (mit (f bezeichne ich 
bilabiales /, wie es im volke herrscht; bei den gebildeten ist labio- 
dentale ausspräche häufig, oft auch ein mittelding von / und 9)), lo 
(fCHforo (die Streichhölzer), la (plore (las ßores), sg. dazu la rflor 
oder qlol. 

2. la xdula (Jaiila, singular und plural in der regel nicht zu 



vokal ausgehen, mit se gebildet aj^i = a-^i'se, kafc od. kaipc > katpcse statt ajies, 
cafes (vgl. das vereinzelte span. maravedises). 

2 Wegen der Verschiedenheit der möglichen ausspräche des r fuerte ist es 
vielleicht zweckmässiger die leichtei- veiständliche transskription /■ beizubehalten, 
statt, wie ich es im ersten aufsatz getlian, in allen fällen i zu schreiben. 



Dr. Rudolf I.enz int Santiago de Chile. 25 

unterscheiden), lo xa.idine {los jardincs), lo xdbeiic (jovcnes); x immer 
postpalatal oder seltener prävelar. 

3. lo'yenero {Jt'/icros, mir in der brdoutung Stoffe, zeugarten;, 
lo/inäc (reiter). y präpalatal. 

4. lo^uj^te (juguctes), loi^.ucxo (^^ los jucgos oder ßtegos, aus- 
spräche in der regel nicht zu unterscheiden), lo (futkc (fiitres, die 
reinen jungen Stadtherren). ^ eine kombination von .v mit gerundetem 
<^. ; ziemlich gleich stimmlosem englischen tv, nordengl. K<hat etc. 

Vor folgendem p wird gehauchter vokal gesprochen ; auch wenn 
der cxspirationsnachdruck unterbleibt, wird wenigstens der vokal kurz 
abgebrochen, sodass eine momentane artikulationspausc zwischen vokal 
und konsonant die stelle und Zeitdauer des geschwundenen .f ein- 
nimmt ; z. b. kfc^'po, cpa.ida {cspalda), otnpo oder obi'^po (obispo). 

Ganz analog ist das verhalten des s vor t, nur dass hier, wegen 
der nahen Verwandtschaft der beiden artikulationen, die energie, die 
dem -s" zukam, leicht auf das / übertragen wird. Nach dem abbruch 
des Vokals schnellt die Zungenspitze unter starker exspiration zum 
verschluss hinter den oberen Schneidezähnen vor, sodass die ver- 
schlussbüdung (implosion) hörbar wird, ohne sich unmittelbar an den 
vorhergehenden vokal anzulehnen. Oft tritt auch einfach ein ener- 
gisches / mit langer verschlusspause statt des si ein z. b. e'^io, pdta, 
ctd, etäo {estadü), bito. Ein solches ungewöhnlich energisches / glaube 
ich auch oft zu hören im anlaut von Uabien (esiäbien), 'täte sosex,ao 
{--=■ estadtc fsicij sosegado sei ruhig !j, wo der vokal abgefallen ist. 
Vor //' (ih) klingt das j- oft vollkommen wie i, nur sehr kurz, indem 
der exspirationsstrom unmittelbar vor der Verschlussbildung vernehm- 
bare reibegeräusche hervorruft. Es könnte aber auch sein, dass in 
dieser Verbindung das s durch assimilation an die artikulation des 
apiko-supraalveolarcn / überhaupt vor dem Schwunde bewahrt wurde, 
dem nur das dorso -alveolare .y ausgesetzt war; beispicl : rastso, pistsoxo 
(rastro, rastrojö) u. ä. W'ird statt ts die gebildete ausspräche //■ an- 
gewandt, so schwindet das s wie gewöhnlich, also : rdtro. 

Vor folgendem k ist das verhalten des i' etwas anders; hier 
tritt fiist immer hörbare reibung des luftstroms ein, indem der zungen- 
rücken unmittelbar nach dem abi)rechen des vokals zur folgenden 
Verschlussbildung übergeht, so dass statt mdka oft ein mehr oder 
weniger reines tnoxka erklingt ; ich will den laut, der doch kein 
volles X ist, mit ./• bezeichnen, also: dexkoikdo {descoseado, entsteintes 



2 6 Chilenische S'rcuiEN. II. III. 

trockenes übst), kuej ko (cucsco), buxka (busca), exkina {csqiihia), pijivkon 
ipeUizcoti), wobei sich die artikulationsstelle immer dem benachbarten 
vokal anschliesst. Mit /' geht in solchem fall nicht selten dabei 
noch die Wandlung vor sich, dass sein verschluss nicht vollständig 
gebildet wird, so dass ey'yina oder einfach eyina entsteht, ebenso 
zuweilen eye oder eyje ^^^ esque u. ä. Dass k unvollständig gebildet 
wird, scheint auch vorzukommen, doch jedenfalls nur bei guasos; 
ich glaube zuweilen exda neben exkoa (escoba) gehört zu haben und 
ebenso in einem volksliedc si no aSe rexatarme no me kauübc' (si iio 
has de rescatarme no me cautives); doch bin ich noch nicht ganz 
sicher, ob hier nicht ein irrtum oder missverständnis vorliegt. 

i- vor b'^ (geschrieben b oder v) geht zunächst ebenfalls in 
über, also rebaldn (resbalön), Idbäld ; dieses ist die gebildete ausspräche. 
Da nun aber die lippen schon während des hauches zur engenbildung 
vorgehen, so tritt an stelle von ''b sehr oft ein b, welches stimmlos 
einsetzt, also : ve<fbalon, la(f.baid, wobei qp aber immer sehr locker 
gebildet und daher wenig schallkräftig ist. Im inneren des Wortes 
tritt nun in der vulgärsprachc ein einfaches gewöhnliches r/i an stelle 
von dem beschriebenen ffb, also: reqalon, reqaldo. req.dla; in wort- 
und kompositionsfugen scheint aber auch die Volkssprache nur selten 
über 'b oder ^^b hinauszugehen, also debiido oder deqbiido (dcsveido 
verschossen, ausgeblichen); selten ist auch völlige assimilation des 
ersten an das zweite dement, also labbala, dcbbiido oder verlust des- 
selben : la bald. 

s vor w (bilabial gerundet mit starker dorso-postpalataler oder 
velarer enge) wird ganz entsprechend behandelt wie sb, nur dass wie 
bei sk ein .1 an stelle des ' tritt, lolweso'' (los huesos), lojiWenoso7nbre 
(los buenos hombre), lolwasd (los guasos), seltener lowwesd ; zuweilen 
auch einfach los weso, wie la bala nur in der spräche der guasos. 

jT vor 5 und j, dem mit unvollkommenen verschluss gebildeten 
g, entwickelt die entsprechenden abstufungen Id T^ajind oder häufiger 
laxT^ajhta (las gallinas). Hier ist volle assimilation zu langem oder 
auch einfachem ~, j nicht selten : laz^T^ajina ':^rande T^y.ida (las gallinas 



' Wahrscheinlich ist eigentlich vor h d g von z (stimmhaftem s) auszu- 
gehen. Durch die unvollkommene engenbildung im munde ist aber zweifellos 
zunächst verlust des stimmtons eingetreten 'vgl. KUHNS Zeitschr. bd. U9, p. 52 
den Übergang z ■ ■ . x). 



Dr. Rudolk Lknz in Santiago de Chile. 27 

gratides gor das, ausriif der hühnerverkäufer) ; la'/jindd > la jjinda > la 
Jinda (las guifidas). Im inncrn des woitcs tritt genau entsprechend 
dem (f) in re^alar in der niederen Volkssprache einfaches stimmloses 
X oder ^ [x mit gleichzeitiger bilabialer reibung in //-Stellung) ein: 
arexäo (arriesgado), raxaiira (rasi^adiira), Tfuxal (Juzgar), farlufhil, 
räqjtitio (rasgnnar, rasgiim). In kompositionsfuge scheint wie bei t) 
völliger verlust des stimmtons nicht vorzukommen : dej^a'ra/ (dcs- 
garrar), derselbe gilt überhaupt als gemein ; der gebildete chilenc 
spricht : {^iiXT^dr oder xiij^ar. Halbgebildete schreiben allerdings 
nicht selten rajumr und sprechen demgemäss. 

Ahveichend von den genannten Verbindungen entwickelt sich sd. 
Hier entwickelt sich nach meinen erfahrungen nie ein deutlicher 
stimmloser frikativ, wie es Sievers bei Stürm (l. c.) in ,,/(/ Do Dientes 
fast wie engl, la thoth-" annimmt. Entweder spricht man Id do'' 
diente^ oder loi^oöiente, wobei ich mit c) ein d mit stärkerem ver- 
schluss als gewöhnlich andeuten will, das nur als repräsentant von 
sd auftritt und mehr postdental, ja oft fast interdental ist, indem die 
Zungenspitze am unteren rande der oberen Schneidezähne verschluss 
bildet. Das gewöhnliche d bildet den verschluss auf der grenze von 
alveolen und Schneidezähnen und geht, wenn es unvollkommen arti- 
kulirt wird, nicht in d (inter- oder postdental wie engl, the) üi)er, 
wie ich z. b. im portugiesischen nada gehört habe, sondern in einen 
laut, in dem der stimmton durchaus über das konsonantische sehr 
geringe reibegeräusch prävalirt ; /3^ bezeichne ich ihn. 

Ein reines d oder ß kommt überhaupt ijn chilenischen nklit vor; 
wenn auch der dentale verschluss in iV nicht immer ganz dicht ist, 
wegen der Unebenheit der zahne. 

Vor m und n tritt entweder ' ein, oder seltener gehen die organe 
sofort nach dem vokal zur bildung des m, n über, welche dann stimmlos 
anfangen, indem der luftstrom des ehemaligen jr durch die nase ent- 
weicht; also pdman, nn7no, kuarema, dura 710, arehunio {arrebuznido 
wie ein esel schreiend cf. rehuznar) oder seltener: paunian vnumo, 
kuoreftjna, duravno (wobei die griechischen buchstaben den stimm- 
losen laut bezeichnen mögen). Völlige assimilation kommt selten 
vor, am häufigsten habe ich sie in lo viimvio oder lo mimo statt mimo 
gehört; der guaso sagt vie'?no oder memo mit bewahrung der alt- 
spanischen form mesmo. In colisnabo (Tolhausen hat nur colinabo) 
hört man oft statt koltnao mit anlehnung des hauches an den vokal 



28 Chilenische studien. II. III. 

koliynao ; ähnliche aiilehnung ist kuxiiön oder kiüptidn statt ktition 
(cuestion). In der wortfuge ist völliger Schwund des auslautenden s 
nicht selten : also /d vuiire, laumaire fselten), lamaii e (ias 7nadres), 
im letzten falle singular und plural fast oder ganz gleichlautend. 
Zuweilen bleibt von dem s nur eine etwas übermässig energische 
ausspräche des vokals, aber ohne dass es zum stimmton unterbrechen- 
den liauch kommt in mi7no, diirdno. 

Voi- l ist dieselbe entwicklung: ausolayo, oder stimmloses /: 
auso/.layo (al soslayo), seltener ausollayo inülo oder meist muXlo und 
vmllo mit geminirtem / (muslo) ; ebenso in der wortfuge, nur dass hier 
wieder oft s ganz schwindet. 

For r tritt immer assimilation ein mit vollständigem oder teil- 
weisem Verlust des stimmtons, den anlautendes r ja so wie so oft hat: 
lo^eye wird also meist loicyc oder looi'eye oder looeye {los i'eyes, 
wobei p den stimmlosen laut bezeichnet). 

Die unkastellanischen gelehrten formen mit den Verbindungen 
nst, nsp verlieren volkstümlich das ;/, also : kohitusiön (constifiicioti), 
itituto oder etituto (iiistiliito), neben cpeutor ist aber auch enipeittor 
{inspector) gebräuchlich. 

III. / F; Y, LI; B, V; Huc, Gnu. 

Die ausspräche des j (vor c und i oft mit thörichter etymo- 
logischer Schreibung g, was in Chile weniger üblich ist; in Spanien 
ist .v, postpalataler stimmloser reibelaut; Verschiebung der artikulations- 
steile nach vorne vor e, i scheint in Madrid als schlechte ausspräche 
zu gelten ; prävelare bildung kommt wohl auch vor, aber soviel ich 
weiss, dann immer als reiner reibelaut, und niemals kratzend (mit 
Vibration des gaumensegels) wie der deutsche ach-ldiUi und das schweizer 
eh. Dieser .r-laut ist um das jähr 1600 allgemein geworden und 
aus mindestens zwei verschiedenen lauten, einem dorsalen s und z, 
hervorgegangen (cf. die angaben bei Paul Förster ^12 und meine 
physiologischen bemerkungen Kuhns zeitschr. 29, p. 50 ff.). 

Natürlich ist dem vollzogenen wandel eine mehr oder weniger 
lange zeit des Schwankens vorausgegangen und der Zeitpunkt, wo 
das altspan. x mit dem j und g{e, i) vollständig zusammengefallen 
ist, steht noch nicht fest ; es war aber wohl zweifellos für verschiedene 
gegenden verschieden. Juan Pablo Bonet scheint beide laute noch 
zu trennen, er beschreibt sie wie folgt: zur ausspräche des ge, gi soll 



Dr. Rudolf Lknz in Santiago de Chile. 29 

der stumme „corvar la lerigna ?nas cerca la punta, de lo qic: la corvava 
para la pronu/iciacion primera (ga, go, gtt i) y con lo corvado tocara 
en el paladar poco vias adentro de las encias, y aunqtie la respiracion 
pulse en aquella inisma parte, fio se ha de despcgar la lengua de aquel 
punto, sino quedarse pegada, yesie nns?HO sonido tendra la i, quando 
hnviere de servier de jota". Damit ist also wohl ein dorso-mcdio- 
palatalcr reibclaut gemeint. 

Über X sagt Bonet (p. 104, 145), es sei nach einigen autoren 
(jedenfalls sind die lateinischen grammatiker gemeint; gleich c -r- s, 
g -j- s; im spanischen aber seien beide laute miteinander verschmolzen : 
X sei ,,una respiracion que no ptieda pronunciar se tan simple, qiie no 
participc algo de essas dos letras, porque a cada una le toma la mitad 
de SU sonido, i de los dos incdios hazc uno, qtie es cl sicyo. V assi 
empiefa la respiracion estando la lengua en la parte que suelc para 
forniar la c, con el sonido de ca, y braxa por el paladar adelante acabar 
donde se forma la s, de manera que queriendo pronunciar la c gutural, 
y la s aprisa, se pronuncia y forma este sonido, que significia y tiene 
por nombre la x." Möglich wäre es nach dieser beschreibung, dass 
BoNETS X zugleich postpalatale und alveolare reibung gehabt hätte; 
doch kann die beschreibung auch durch die absieht, etwas von k und 
i' in dem laute zu finden, getrübt sein. Jedenfalls wäre es auflföUig, 
wenn ge und xa genau denselben laut gehabt hätten und Bonet thäte 
dessen nirgends erwähnung. Ich erinnere mich nicht, dass er irgendwo 
X und gc durcheinander wirft, so wie er für gc und j dieselbe aus- 
spräche angibt. 

Soviel scheint mir sicher zu sein, dass es nicht wunderbar 
wäre, wenn sich in irgend einem winkel Amerikas reste von ver- 
schiedener ausspräche des x und g (J) fänden ; denn der Übergang 
zum heutigen x war im ersten Jahrhundert der spanischen ein- 
wand(^rung sicher noch nicht abgeschlossen. Nach dem, was ich bis 
jetzt vom amerikanischen weiss, ist jedoch überall der dorso-post- 
palatale ,r-laut als grundlage anzunehmen ; in Peru scheint derselbe 
in allen Stellungen gewahrt zu sein, in Chile ist er jedoch je nach 
dem folgenden vokal streng dififerenzirt worden, — ebenso, wenn 
mich die erinnerung nicht täuscht, in Buenos Aires. 



1 Dieser laut wird gebildet (p. 85, \^o) „C7icorzandose la lengua hier e en el 
paladar alto con la mitad della". 



30 Chilenische stüuien. II. III. 

Vor a ist postpalatalcr reibelaut gewahrt, also: bdxa, biiixa, 
oxä, rt^xa, ixa (in den beiden letzten fallen pflegen die hiesigen 
deutschen natürlich rcya, iya zu sprechen, was durchaus gegen die 
chilen. lautgesetze ist). 

Vor und noch mehr vor ti neigt das x, in der gebildeten 
ausspräche weniger, im niedren volke mehr, zu gleichzeitiger lippen- 
rcibung, so dass span. jo und fo zuweilen, ju, jui, jui und fu, fiU 
fui fast immer vollständig gleich gesprochen werden, indem f zu 
seiner bilabialen reibung die postpalatale hinzu bekommt; ich schreibe 
den entsprechenden laut Tf. Es ist nicht lippenrundun^, wie ich der 
einfachheit halber bisher öfter gesagt habe, denn o und u haben 
im chilen. keine rundung wie im deutschen und noch stärker im 
französischen, sondern die lippen nähern sich in ganz schlaffer Stellung 
einander, entsprechend dem kieferwinkel und werden höchstens etwas 
wulstig vorgeschoben. 

Der halbgebildete schwankt daher in der Orthographie beständig 
zwischen / und J vor u, und schreibt bald jiicrsa (fuerza), bald 
fuisioso (juicioso), sogar conjotmc (confor7ne) ; fornalc7'o statt jornalcro 
oder ähnliches habe ich, vielleicht zufällig, noch nicht gefunden. 

Die ausspräche ist: ^)Uigo =^ juego nnd fuego, Tful-tsa (fuerza), 
Tiucbc (Jueves), '^u/eie (Juguete), T^uldno (fuIa?io); dabei überwiegt im 
y. bald die postpalatale bald die bilabiale reibung, aber durchaus un- 
abhängig von der Orthographie; während vor o der Schreibung y' ein 
etwas labialisirtes x, dem / ein <p mit schwacher gaumenreibung ent- 
spricht, die wohl nur unter günstigen umständen zu echtem .^ oder 
x wird, wie in conforme, das dann kotjxopne gesprochen wird. 

Vor e und i wird x wie alle dorso-postpalatalen im chilen. medio- 
bis präpalatal: yjnero, yener al ^ yente oder meist yenejro , 'yener al^ 
yinte, nmyir, was dann nicht selten wie yiente, ffiuyUr klingt; yiro 
yinöte etc. 

Über_/ist nur zu bemerken, dass im volkc allgemein bilabiale aus- 
spräche herrscht, also (prMe, (führe, (paniza, (fäxa, arq,il^l (alfiler), so 
auch gewöhnlich Jin otnhrc (popnäl (ein anständiger, gesetzter mann). 
Über die labialisirung vor ii vergl. oben. Unter den gebildeten ist 
neben rp auch labiodentales f zu finden, doch selten oder nie vor u. 
Wie mir scheint, kommt auch in Spanien bilabiales ff nicht selten 
vor; doch fehlen mir genauere angaben. 

y ist im chilenischen durchaus unverändert geblieben; es ist 



Dr. Rl'düm- Lenz in Santiago de Chile. 31 

wie im span. der stimmhafte weite dorso-mcdiopalatalc reibclaiit, 
wogegen unser deutsches j in den meisten norddeutschen gegenden 
eng gebildet wird; wenigstens kann ich zwischen meinem deutschen 
ja und dem span. ya leicht den unterschied hören. 

(ieschrieben wird der laut im span. y oder zuweilen /// wie 
in hierba neben ycrba, hierro (lat. fcrrufn), yerro (der irrtumj.' Nach 
konsonanten bleibt dagegen ic, soviel ich weiss, in Spanien ebenso 
wie in Chile reiner vokal i -\- e und geht nicht wie im französischen 
in j über, also : Meii niemals bjen entsprechend franz. /yf , ticnc nie- 
mals tjene oder tyene entsprechend frz. A> oder /yf. Im innern des 
Wortes ist derselbe laut z. b. ajüix (ayuda), laya etc. 

Mit diesem r ist im santiaguinischen das sogenannte viouilUrtc l, 
span. geschrieben //, vollständig zusammengefallen. Es hat also der- 
selbe Wandel statt gefunden, wie im französischen. Im span. ist // 
reines /' (vergl. Kuhns Zcitschr. bd. 29, p. 30 ff.) und nicht //.2 Der 
Übergang in y hat auch in anderen span. gebieten stattgefunden, so, 
wenn ich nicht irre , in Costa Rica. In Buenos Aires ist // zu z 
geworden ; z. b. rozo < rollo. In Chile ist, wie ich schon bemerkte, 
der Wandel auf das Zentrum des landes beschränkt; der Süden hat/, 
das auch im araukanischen sehr häufig ist, bewahrt, ebenso der norden 
von Chile und Peru. Wo die grenzen von /' und y liegen, habe ich 
noch nicht konstatiren können. 

Also: yama, yajndl (llamar), yezäba (llegaba), yo'ro (lloro), yübia 
(lluvia); (f.aya (falla), eyo, poyo, buya. Nur in nachbarschaft von i 
scheint mir der reibelaut eng gebildet zu sein, also J statt y: brija, 
piji'kon (pellezcon), aji (alli), pijando {pillando) etc. 

Verwickelter liegen wieder die Verhältnisse bei den stimmhaften 
labialen reibelauten des spanischen. Was is span. b und ?'? Wesent- 
lich richtig ist die antwort Baists (A c. p. 694): ,,i? und v sind 
identisch, bilabial bei sehr schwach geschlossener lippe; regelmässig 



1 Es ist falsch, wenn Baist (Gröbers Grdr. 1 p. 693) sagt : v steht für» 
aus- und anlautend im diphthong: yegua, hay ; denn yegua wird ye- gesprochen, 
nicht ie-, während hay, rey gesprochen wird, wie man in Chile schreibt : hai, ret. 
Vgl. die richtigen auseinandersetzungen bei ESCRICHE Y MlEG {Reforma p. 33 u. 47). 

2 Die angäbe PAUL FÖRSTERS (§ 14), dass// ein zusammengesetzser laut sei: 
/;', ist falsch. Mit recht vertritt auch EscRlCHE Y MlEG in seiner Orthographiereform 
die absolute Unteilbarkeit des span. //, jl, rr und ch ; für den Spanier ist schon 
seine Silbentrennung ein sicherer beweis dafür. 



32 Chilenische Studien. IL III. 

lesler geschlossen nur nach w." Dagegen ist wieder ganz unzulässig, 
was Paul Förster (/. c. % 6,i und ^ 6,2) angibt, l) sei bilabialer 
verschlusslaut, der nur zwischen zwei vokalen mit sehr losem ver- 
schlusse hervorgebracht und daher dem 7) ähnlich sei ; v soll labiodental 
sien. EsCRiCHE y Mieg behauptet mit recht, ob b oder v geschrieben 
würde, sei für den Spanier gleichgiltig, und schlägt vor, immer l> zu 
schreiben; er übersieht dabei, dass es trotzdem im span. zwei aus- 
sprachen des /-- oder v gibt. Nach meinen beobachtungen liegen die 
Sachen so: 

i) Ein labiodentales v gehört überhatipt nicht ins spanische laut- 
system. Wenn es vereinzelt gesprochen wird, so ist das durchaus 
gekünstelt. 

2) Eine etymologische Scheidung von /' und ?', wie sie die aka- 
demie, abgesehen von bewussten und unbewussten fehlem {abogado, 
bermejo, invierno etc.), in der rechtschrcibung durchfuhrt, ist in keiner 
7veise in der ausspräche begründet. 

3) Der gewöhnliche laut für beide buchstaben ist b, d. h. locker 
gebildeter bilabialer stimmhafter reibelaut. 

4) Bilabialer verschlusslaut b tritt ein nach w, z. b. atnho, oder 
nv: imbierno^ embidia, konibersapion (dieses die natürliche ungekünstelte 
ausspräche!); derselbe laut ist regel im silbenauslaut: chib^ snbscripcion, 
subjeto, observar etc., aber alle diese worte sind kunstprodukte der 
etymologirenden akademie oder fremdworte. 

5) Im anlaut tritt nicht selten b neben b ein; b ist auch, 
wenigstens in Spanien, gebräuchlich nach r und /, z. b. arbol, alba. 

Dieselben regeln gelten für die ausspräche von Peru und für 
die gebildete ausspräche von Santiago (nur glaube ich, dass man hier 
arbol, alba sagt). 

In der Volkssprache von Santiago wird b immer sehr lock-er 
gebildet, so dass der stimmton nicht selten das geringe reibegeräusch 
vollständig überwuchert; insbesondere in nachbarschaft von und 
u ist b dem völligen Schwunde nahe, und das nach der tonsilbe stärker 
als unmittelbar vor dem ton. 

Der anlaut ist natürlich wie immer sehr von der satzphonetik 
abhängig. Nach pause tritt statt des gewöhnlichen b nicht selten 
voller verschlusslaut b ein, besonders bei starker betonung des wortes. 
Regeln für diesen fall aufzustellen scheint mir durchaus unmöglich; 
also: bdyase oder bayase., beo oder beo etc. Nach vorhergehendem 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago de Chile. 33 

vokal ist nur b gebraucht, also ke se däya puil Qque sc vaya piiesl) 
no bei (= sehen Sie wohl?); zwischen zwei a ist der laut besonders 
schwach; es bleibt oft nur ein zucken der Unterlippe ohne Verengerung 
des kieferwinkels: la{b)aka^ una{b)ala. Vor o und u wird der vokal 
mit etwas engerer lippenöfFnung als gewöhnlich eingesetzt, gelegent- 
lich werden die lippen dabei etwas vorgeschoben. Ich kann in dieser 
weise la{b)ola sprechen so dass der spalt der lippen nach dem a nicht 
enger und schmaler wird als 2 cm breit und in der mitte noch 3 4 cm 
hoch! In folgendem u geht das b oft ganz auf, so dass nur ein 
etwas stärkerer expirationsdruck beim beginn des u den unterschied 
von lauba (la uva) und la biila {la buld) markirt (mit dem akzentuirten 
kreis deute ich den nachdruck beim beginn der schwachen rundung 
an), buc geht meist in we über — w ist der dem oben beschriebenen 
'7 entsprechende stimmhafte laut — , so dass biieno im anlaut eben- 
so klingt wie hueso, huevo, guaso, guanaco: weso, webo, waso, wanaco. 
Dieses 7?' unterscheidet sich vom engl, w durch die deutliche post- 
palatale reibung, welche übrigens im kastellanischen zu fehlen scheint. 

Nach vorhergehenden nasalen haben alle b, d, g des chilenischen 
wie des kastellanischen festen verschluss unter gleichzeitiger assimi- 
lation der verschlussstelle des nasals an den folgenden laut, also 
iimbino, umbaso , aber erbino , erbaso {z>ino, vnsd); der Spanier sagt 
immer, der gebildete Chilene oft: wnbuembino, embuelto (etivuelto), der 
volkstümliche gebrauch ist aber hier: utjgwem bi?io oder wohl richtiger 
ut'guembino , eijgueMo; dagegen scheint utjgueso {un hueso) auch in 
Spanien üblich zu sein (cf. Escriche /. c. p. 50). Dass man im 
spanischen hie aber gua schreibt, ist eine Zufälligkeit, der laut ist 
in iveso und tuarda derselbe; ebenso ist der unterschied gering, wenn 
man in alten texten gueno statt bueno findet. 

bl und br im anlaut haben hier im volkc wie unter den ge- 
bildeten meist sehr unvollkommenes b; in der regel entsteht ein 
schwach gerundetes / und j mit vorhergehendem stimmtoneinsatz, also 
,i{l)af>ko , ii(r)o?na = blanco , broma (wobei die runde klammer die 
rundung des /, r andeuten soll). 

Dass das spanische b vor ebenso wie vor 11 immer eine 
ncigung zu postpalataler enge gehabt hat, beweisen die auch in Chile 
gebrauchten alten formen wie gämito, neben vdmito; hier hört man 
nicht selten dasselbe in anderen Worten, wie golantin neben bolaniin 
(der papierdrache), sogar gxonia neben broma. 

i'honeti>iche Studien. VI. 3 



34 Chilenische Studien. II. III. 

Im inlant zwischen vokalen ist, wie ich schon sagte, h unmittel- 
bar vor dem ton stärker als nach demselben, also: akatmba, {/> un- 
vollständig), insbesondere in der imperfektendung al?a schwindet b 
oft ganz; akatäa kann ausser acabada auch acababa heissen; rdba, 
robdo; regelmässig scheint in der vulgärsprache der völlige schwiuid 
in der Verbindung äbo: rao (rabo), nao (nabo). 

Im inlant %wr ko7isonant: abraso (abrazo), soh-e, pobre, Pablo, ist 
die annäherung der lippen an einander immer nur sehr schwach, 
sodass b oder nJ, wie man auch schreiben könnte, fast völlig vokalisch 
in unbestimmter klangfarbe klingt. So erklärt sich leicht , dass in 
dieser Stellung im älteren spanischen b, v und u immerwährend 
wechseln ; Schreibungen wie debda neben deiula, cabtela neben cantela be- 
zeichnen, wenn nicht dieselbe, so doch zwei sehr ähnliche aussprachen ; 
Pablo klingt fast genau wie ital. Paolo. Hier hat die chilenische 
Sonderentwicklung der spräche nichts neues aufgebracht, sondern die 
alten züge treu gewahrt, die im akademischen spanisch vielleicht 
durch die Orthographie und schule jetzt manchmal getrübt, einseitig 
übertrieben erscheinen. Dieselben abstufungen finden sich nach r 
und /; la barba, sorbo oder sorbo bis zum aufgehen des b in ge- 
rundetem r: so(r)o: arbanil (albaüil), porbo (polvo) etc. Vgl. unter / 
Chil. sind. I. 

Nach ;// bleibt /'als verschlusslaut, wie oben angegeben: avibo; 
nur in tambicn hört man oft tamiin, das aber nach Cuervo, Lcnguajc 
bogotano ^666 auch in Colovtbie?i so vorkommt und ebenso in Spanien 
selbst ; also wie bei pa statt para liegt hier kein chilen. lautwandel, 
sondern import von doppelform vor. 

Auslautendes /', das der gebildete in chib, sub-, ob- spricht, ist 
im volke unmöglich ; es fällt entweder fort, wie in susi'te (subsisle), 
oder es wird zu //: ausoluto. Übrigens sei darauf aufmerksam ge- 
macht, dass in der gebildeten ausspräche dieses b auch vor stimm- 
losen lauten nicht den stimmton verliert: obycto, absoluto oder oft: 
obiiycto, abasolnto, aber nie apsolnto, op/eto etc. 

Casilla 14J, Santiago de Chile, Dr. Rudolf Lenz. 

9. märz 1S91. 



RECHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE 

(Suite. '; 



ADDEXDA ET CORRIGENDA. 

Quand je suis descendu, pour donner les textes que j'avais 
promis et qui fermeront pour le momcnt la Serie de mes recherches, 
ä la transcription phonetique de ces textes, je me suis trouve devant 
plusieurs nouvcaux faits qui, sans invalider nullement les conclusions 
des etudes que j'avais developpees ici-meme, y jetaient une nouvelle 
lumiere en en elargissant considerablemcnt la portee. J'aurais pu 
certes laisser de cote tous ces phenomencs, et me borner ä la trans- 
cription pure et simple de mes textes, conformement aux lois et 
aux faits precedemment constates et etablis, en profitant pour une 
autre occasion de mes plus recentes decouvertes dans le domaine 
de la phonetique espagnole : mais ne serait-ce pas, en agissant de 
la Sorte, faire une trahison ä mes lecteurs? Pourquoi ne pas leur 
communiquer les nouvelles donnees que mes recherches m'avaient 
acquises, si elles pouvaient leur apprendre quelque chose d'interessant 
et d'utile, en repondant ainsi ä leur attente, ä la confiance qu'ils 
m'accordent et ä l'attention bienveillante - qu'ils pretent ä mes etudes, 
et dont je n'ai que trop de temoignages? 



' Voyez Phonetische Studien III, 309 et suiv., \', 47 et suiv. I4J et suiv. 

^ Dans une rezension publiee par Schuchardt dans le LitUraturblatl für 
gerni. und i-cmtan. phil. sur le precieux opuscule de Wulff "Un chapitre de ])lio- 
netique avec transcription d'un texte andalou", le savant professeur de üraz 
m'adresse incideniment quelques critiques, dont je tiens \\ relever le nianque de 
valeur. C'est d'abord de nianque de {)recision („Unbestimmtheit") qu'il m'accuse; 
mais c'est precisement pour bien determiner la nature et le niode de fonnation 

3* 



36 Recherches sur la phonetique espagnole. 

Voilä pourquoi, en presence des faits que j'ai surpris et en 
me rendant en outre aux prieres des savants qui me demandent de 
tenir compte des nuances de sons dont j'avais reconnu Fcxistence, 
mais que j'avais jusqu'ici laissees de cöte dans ces recherches, je 
me suis decide ä remanicr mon aiphabet phonetique, en y ajoutant 
un grand nombre de phonemes pour mieux preciser ma transcription. 
II n'est peut-etre pas sans interet d'ailleurs d'offrir aux lecteurs ici-memc 

de nos sons que j'entre dans tant de details, que certes j'aurais volontiers negliges, 
si je ne m'adressais qu'ä des savants tels que iL Schucliardt ; c'est le soin de 
la precision que j'ai toujours le plus en vue, et je nie lapporte pour cela ä 
tous nies lecteurs. Si pour la representation graphique je nie suis parfois eloigne 
(en bien peu de chose et tres conscieninient) des systemes adoptes par quelques 
phoneticiens, ce n'est pas un anachronisme, mais seulenient un petit dissentinient 
de ma part, dissentinient parfaitement justifie d'ailleurs, puisqu'il n'y a pas encore 
de Convention fixe et universelle pour la figuration des sons, ce qui laisse les 
chercheurs en pleine liberte de choisii" les signes qu'ils jugent les plus propres 
ii leur but, pourvu toutefois de bien preciser ce qu'ils representent, ce que je 
nie suis efforce de faire sans donner pour cela conime definitif, tant s'en faut. 
le Systeme que j'ai provisoirement adopte. Ceci pour la critique generale. 

Pour les trois remarques de detail que M. Schucliardt semble vouioir taclier 
d'inexactitude, je dois repondre : 1° Rien de plus exact que l'identite des sons 
du d de saluV) et du s de /«z ; si cette reniarque lui a suffi pour lui rendre 
suspectes mes donnees, qu'il rejette un tel prejuge: le «/final, dans le langage 
castillan courant , est exactenient egal au z:virtiiV) = viriüz\ ce qui arrive 
parfois (je Tai aussi constate) au sud specialenient. c'est qu'on supprime tout ä 
fait le d : saltid = saht; mais janiais, si ce n'est dans le langage emphatique, on 
ne prononce d ni d; si quelqu'un le fait par extraordinaire, son langage choque 
conime artificiel et pedantesque ; et ceci est tellement vrai qu'il y a nieme un 
dicton populaire pour ridiculiser les Valenciens pour cette cause, paice qu'ils 
donnent (influences par leur dialecte. qui tient beaucoup du provenqalj au d final 
le son qui lui correspond en piopre: le voici (appuyez bien sur les d): 

Los de Valencia del Cid 
Tienen d grande virtud 
Saber tocar el lauS 
I haber estado en Madrid. 

A quoi les Valenciens, poui- critiquer a leur tour la })rononciation par 
trop negligee des MadriiCnes. lipostent opportunöment : 

Los de la villa y ciudä 
Tienen por grande merce 
El beber sin t-.-ncr se, 
1 hablar sin necesidä. 



F. Araujo in Toledo. 



37 



en tete des textes, le tableau des signes cmployes pour leiir rafraichir 
Ja memoire. Voici donc la nouvelle seric de mes signes: 

VoYELLES : q C'est V a ouvert du mot \ay ! = äi. 



a 


11 


a mi-ouvert 


77 


acacia ^= akdzj'a. 


q 


71 


a ferme 


77 


viatnä =- mqmä. 


(e 


71 


e tres ouvert 


77 


muero = mwckro.'^ 


e 


77 


e ouvert 


,, 


el ser -^ gl ser. 


e 


77 


c ferme 


77 


mete = mite. 


9 


77 


e glissant 


77 


inth-prete =^ intg-prdte^- 


i 


71 


i grave 


77 


tiritar =^ tiritär. 


i 


71 


/ aigu 


7 7 


iSi? = iSi?.^ 


3 


71 


tres ouvert 


17 


gloria = gürja. 


Q 


77 


ouvert 


71 


solo = sglg. 





,, 


mi-ouvert 


71 


atnor = amör. 





77 


ferme 


77 


hh'oe = irge.^ 



2° Pour le / de a'xlas = adlas, c'est uii fait si general (jue le jour incme oü 
je re(;us le separat-abdruck du Littcrattirhatt qui contenait l'article bibliogiaplii- 
que de Schuchardt, j'eus l'üccasion, ine trouvant chez le capitaine Catuila, pro- 
fesseur de l'Academie generale niilitaiie de Tolede, qui fetait son jour avec nombre 
d'aniis. de pouvoir verifier l'exactitude de nies affirniations sur un Valencien, trois 
Andalous, un Murciei.. un Aragonnais, un Madriiene, un extremeno, un Leonnais 
•et trois Castillans. 

;^° M. Schuchardt nie leiiroche d'avoii dit que "il faut pourtant reniarijuer 
que le son du b suivi d'un / n'est pas aussi fort que lorsqu'il est suivi d'un r" 
parce qu'il trouve que cela est en desaccord avec nion exeniple : "poBre = po\re 
plutot que /öBrf". Mais il a oublie que je donne cet exeniple apres avoir dit: 
"si le b n'est pas initial, on le rend generaJement par v : polire ^= po\re plutot 
que poMrc." C'est assez clair, je crois, et sans aucun desaccord. 

Celn dit, il ne me reste qu'ä exprimer ä M. Schuchardt mes plus chauds 
et mes plus sinceres remerciments pour les quelques mots d'eloge qu'il ni'adresse, 
en Uli assurant de mon propos de devenir de plus en plus digne de son enviable 
estime. Apres tout, je ne suis qu'ii mon coup d'essai, et ce serait trop demander 
que ce fut un coup de maitre. 

• Ce son a quelcjue chose de 1' o allemand, mais un peu plus guttural et 
plus grave. II est toujours tonique et se trouve en general ä la suite d'un w. 

2 Ce son est toujours trt'-s bref et parfois ini-inuet -. il a quehjue chose de 
r e mi-muet franqais et tierit de 1' a- (en) faible. 

* Cet i est plus aigu, plus ]>rofond et plus guttural que 1' /. 1! est toujours 
tonique et presque toujours long. 

^ Ce n'est pas preciseuient \' o francais de beatt; niais il en approche; 
seulement il est beaucoup moins ferme et bref En general, les nuances des sons 



38 ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 

VOYELLES : u C'est 1' « ouvert du mot aurora = aurora. 
« ,, u mi- ouvert ,, oculto = gkültg. 
li 11 u ferme ,, impiiro = hnpüro. 

VOCALIFORMES : ^ P C'cst IV ,, Uiiea = linja. 

J „ i ,, (] liier o =^ kjero. 

,, ,, cohete ^= koite. 

?£',,// ,, cuatro -= kwätrg. 

CoNSONNES: V C'est le son continu sonore des mots 7'ive, bobo = 

vive, vövg. 
f ,, " continu sourd „ fofo ^=: f^fo. 

b ,, explosif sonore ,, hombre invicto 

= ömbrs imbiktg. 
p „ explosif sourd ,, Pepe -~ pipe. 

d ,, interdental continu sonore du mot 

dtida ^^= dtida.'^ 
2 ,, interdental continu sourd du mot iizatm 

= zizäna. 

() ,, postdental continu sonore du mot de 

= Q^-^ 



de nos voyelles sont tres delicates et ne se pretent pas bien h etre saisies, par 
leur instabilite. II faut donc ne pas s'egarer par les denoniinations d' ouvcrtes, 
et fermees, qui ne sont que relatives, et dont la differentiation est, en general, 
hien loiii d'etre ce cjuelle est par exemple en catalan ou en galicien. 

^ J'avais d'abord choisi, pour designer ces phonemes, le terme seinivoyelles ; 
mais cjuoique cette denomination soit assez reque, eile est vague et inexacte, et 
ne repond nullement ä la nature des sons qu'elle sert a designer. C'est pourquoi, 
apres plusieurs tätonnements et hesitations, j'ai rejete une aussi defectueuse appel- 
lation, en lui substituant celle de vocaliformes, que j'ai l'honneur de proposer aux 
phoneticiens, et que je crois plus confornie aux exigences de la science. 

- Le meme signe d sert ii representer le son interdental explosif qu'on 
trouve parfois au commencement d'un mot emphatique tel que "^«/onde estä?" 
Jlais comine en general ce son se trouve transforme en d Qdqnd^stä?) j'ai prefeie 
ne pas lui destiner un signe special. 

* Ce son tres singulier est tres usuel dans le parle)- courant. Un le produit 
en pla^-ant le bout du dos de la langue derriere et tres pres des dents d'en haut, 
mais sans les toucher et en chassant l'air tres doucement; on entend alors un 
son continu et sonore tres doux: Q^. L'existence de ce son explique parfaitement 
la prononciation vulgaire des mots en d et en ado, oü le d a disparu. On peut 
ainsi retablir la serie evolutive des dentales en espagnol: amaftim <; amado <Z. 
amaQo <^ amao. 



F. Araujo in Toledo. 39 

CoNSONNES : d C'est Ic son postdental explosif sonore du mot 

kuando ^^ kuhindo.^ 
t ,, postdcntal explosif sourd du mot tute 

= tüte, 
l _„ liquide lateral continu sonore du mot 

lila = lila, 
m ,, VI büurdonnant du mot mimo = mimo. 

n ,, n alveolaire ,, ,, iiones = tiönes. 

ij ,, n velaire ,, ,, angel =r dijxfl. 

r ,, r explosif ,, ,, pero = piro. 

r ., r vibrant ,, ,, pcrla ^^ /(vV^?.- 

/-• ,, r roulant ,, ,, rorro -= t-'prp. 

s ,, jT sifflant sourd ,, ,, sosas =■ säsas. 

( ,, j- sifflant sonore ,, ,, las dos ^ läcdös.'^ 

' ,, j' volatilise'* des mots los mios = Ipmips. 

h ,, ch [tsch allemand) du mot chucho ■=■ 

Iniho.^ 



' C'est le son (jue j'avais repiesente par /; mais des ditficultes typo- 
graphiques ni'ont fait choisir le d pour le rapprocher d'un cöte du / (par la 
barre) et d'un autre du j^ (qui est un d renversi^). Ainsi les rapports graphiques 
ne sont que l'image des rapports phoniques. 

- C'est un son entre le r (un coup de langue) et le v (roulement h pkisieurs 
vibrations). Dans le /■ il n'y a que deux vibrations ou tout au plus trois. Com- 
parez pour bien saisir la diflerence pera, pcrla, pcrra (^ pera, pfrla, pera). Ce 
son, qui se trouve surtout devant /, ;/, e.\pli(jue les transpositions de l'ancien 
espagnol et du castillan vulgaire ilu type Calros ^^ kq.l^^fs ou litdra =^ 7u'dm, 
pour Carlos, Imrla (kärlos, bi'irla). 

' Ce son se produit en mettant la langue (un |)eu concave) deniere les 
alveoles d'en haut sans les toucher et en chassant l'air bien doucement, assez 
pour produire un sifTlement bourdonnant. On le trouve lorsqu'un j va devant 
d, z, V, f, m, r, i--, /, /, y, 7i, q. Devant le ^ il s'approclie du j tVanc^ais (los 
riesgos := IggvjefgQs, presque ^ iQ^VJcjSgQs). Devant le d, le vulgaire Ic change 
en r : las doce =: lardgze. 

* Passez-moi le mot : je ne trouve nul auti e pour mieux exprimer le caractcre 
de ee son, paixe que c'est vrainient un ( (jui se volatilise, insaisissable. fiuelque 
cliüse de semblable ä une expiration imperceptible ; c'est la transition du .r cas- 
tillan au s final andalous. On trouve ce son lorsque dans la conversation un s 
se rencontre avec un des sons ^>, >«, ^•, g, h, q. 

^ J'avais precedemment choisi pour signe de ce son le c italien. Mais 
il prC-te chez nous trop ;i requivo(|ue : il vaut mieux le h fache). 



40 Recherches sur la phonetique ESPAGNOLE. 

CoNsONNES : n C'est le son {gn franrais tres palatalj du mot no)w 

= mfio. ' 
y „ y (infrapalatal) des mots yo ya =^ yo ya. 

i ,, // [gli italien) du mot calle = käte. 

g ,, g guttural continu sonore du mot gar- 

ganta = gargdnta. 
q ,, g velaire explosif sonore du mot sangre 

= sätjqrer- 
2/ ,, g velaire continu sonore du mot siguiciido 

= sit/jcnifp.'-'' 
k ,, k {k allemandj coquin rz: kgkin. 

X ,, j espagnole {ch allem, de ach) du mot 

gijas = xlxas.^ 

' ,, signe d'aspiration : ibueno! = [bwcng' l 

Prosodemes: >■ "■ ,, servent ä marquer Ic ton aigu des mots y 

compris. 
L j ,, servent ä marquer le ton grave des mots 

y compris. 
/ ,, signe de l'elevation du ton. 

\ ,, signe de l'abaissement du ton. 

l\ ,, elevation suivi d'abaissement. 



' Voyez poiir la prononciation de ces signes et de tous les aiitres qui 
n'ont pas ici de remarque speciale ce que j'en ai dit dans les etudes precedentes 
(/%. st. III. 309 et suivantes) 

- C'est le son du g franqais dans gosicr, grand. 

' Ce son se trouve dans le langage courant lorsque le g ortliograpiii(iiic 
precede la semivoyelle / et parfois w: il se produit en approchant du voile du 
palais le dos posterieur de la langue sans y toucher pourtant : siguiendo cl curso 
del agiia = siyjendg il kürso delätfwa. C'est un son trt-s doux et presque iiu- 
perceptible. On le trouve aussi parfois dans la prononciation vulgaire des mots 
conimencant par hue (huevo = ywevg) ; c'est ie milieu entre gwevp et wevo, et il 
a aussi quelque chose du r tres faihle lorsqu'il precede un /, comme dans l'exemple 
siguie?ido = siyjcndg. 

*■ C'est le son qu'on pretend etre introduit en espagnol (v. Moniau, WoltT, 
Diez, Joret, Förster, Baist, ]\Ieyer-Lübke, etc.) dans les commencements du XVI'' 
siecle, affinnation dont je me promets de prouver d'une nianiere concluante et 
irrecusable le nianque de valeur. Le proces de l'origine et du developpement 
de ce son, que l'espagnol seul possede parmi toutes les langues romaniques, est 
un proct-s h lefaire. 



F. Araujo in Tüleuü. 41 

rROSOD£:MES: V C'cst Ic son abaisscmcnt siiivi d'elevation. ' 
_ ,, division des groiipcs de soufflc. 

,, liaison 011 prolongement des sons ap- 

partcnant ä dcux groupcs d'accentuatioii. 

La longueiir des voyelles est marquee par im "~ {ä, c) et la 
qriövcte par un " (a, c); mais je n'cmploic ccs signcs (|ur dans les 
cas oü la longucur ou la brievete sont tres sensibles. 

Les groupcs d'accentuation portcnt un acccnt aigu {' j sur la 
voyelle tonique; mais comme parfois il convient de distinguer raccent 
secondaire du groupe, je le marque par un poirit sur la voyelle 
{a, e, (J, etc.). 

Resumonsmaintcnantleschangemcntsphonetiquesle plusgeneralc- 
nicnt produits, et remarques dans les textes qui vont suivre ci-dessous : 

i*^. Le son v (f, /> orthographiques) apres m {m ou n ort.) et 
d {z ou d ort.) = b: iuvcncihlc = ivibcnzible ; capaz vcrdaderafnentc =^ 
kapdd berdadcramcnte; sociedad virtuosa -- sozjedäd birtwösa. Le v 
initial d'un mot emphatique se change aussi en b: cl vinciUo = vi 
biijkido: ;bdrbaro'. = ibdrväro! Le son b d'ailleurs n'est jamais tout 
ä fait fixe qu'cn cmphase ou apres ;//. Partout ailleurs on ne ren- 
contre que le son v, et seulement accidentellement b. 

2'\ Le son b {v ou /' ort.) devant /, r se change tres souvent 
cn v: libro noble ^=- livro luwle; c'est la confirmation de cc que nous 
venons de dire. Devant s ou t emphatiqucs, b se change QWp: absorver 
= apsörvcr ; subtcrraneo = supterämg. Lc changement en u dans 
les memes cas (absoluta == ausglütg) n'apparticnt qu'au vulgairc des 
villages ou aux formcs dialectiques, telles que l'asturien. 

3". Lc son d devant v, b, /. d^ t, l, 7/1, n, r, y, 0, iv (devant 
j generalement se conserve) sc change en d: noiadlo ^= ngtäblg ; la 
ciiidad fui = lazjuddd fwc, etc. Apres d, l, n, r, ( se change aussi 
cn d: scd de justicia = scd dcxiistizja; las gradas dcl irono = la(- 
(jrddcjf ddtrong, etc. Le </ final est generalement z: virtiid =^ virtüz; 
il se transformc aussi cn z devant v, p, n, k: sociedad eonyugal — 
sgjcddz kg/>yiigäl: Ariadna — arjdzna. Lc d initial cmphati(iuc est 
gdneralcment d: idondc 7'as? =^ idg/idevas? 

^ l'ai [iris ces signo (rintoiiation (1l-.s(j\h.'1'5 je ine iitriiiets »l'aiipeler proso- 
dcincs) du precieux ouviage de M. l'assy Lc frangais parle. ILs sont ceiles bii-n 
insuffisaiits pour rendre le mouvenienl de la ])hrase; mais je crois (pi'il vaut 
nüeux qiielque chose que rieii du toLit. 



42 Recherches sur la phonetiquk espagnole. 

4°. Le son / dcvant r, tu, /i, s so change en d: sine Ccrcrc 
et Bacc/io friget Fenus = si nczö-'ercdbäkg frixcdhimisi atmdsfcra =^ 
adfiiösfcra; etnologia = ednglgxia. 

5". Lc son z [z, c, oii d ort.) dcvant d, t, /, vi, n, v, s so 
chango en p: la ciudad roinana = lazjiidäp vomäna; el gaznatc ^^ cl 
gapnätc; admirar ^^ apiniidr. Final, devant un autre z, tombo 
generalcmont: luz zcnital ■= In zcnitäl; on pronongant avec omphasc 
sc change cn d: Itid zcnital. 

6". Lo son n dcvant ?', b, p se change on m\ con valor ^— 
kgmbalör; un bdrbaro = Umbärvärg; un poco tr:= ütnpoko. Devant los 
sons q, k, X, f, y, t, n et parf'ois devant /, w, ;/, r, s, h, z, se change on 
//: Congo = kgijqg; imnca ^= nütjka; esponja -= espgijxa ; confundir 
-= kg/jfundir; conyugal =.- kgi>yugäl, etc. Le // final devant wc, ß 
se chango aussi on ;/; //// /lueso =- i~ii> yicn'sg; sin hicrro = si?; i/ji'yg. 
Final, dcvant voyolle, ou il y a de liaison ou se change en ;,'.- sin 
hallar = si nahir ou sii; atär ; un heroc -= unc'rge ou üi> crgc: los 
Andalous, Ics Murcions et los cxtrcniolos dans co cas prononcont 
presque toujours // sans faire aucune liaison ou en mettant un // 
devant la voyolle {ui; i/drgc) ; le castillan prefere la liaison. 

7". Lo son m devant un autre m se change in\ >>: sumnuun 
jus, sunnna injuria = süijmuij yus, sü/jma i/jyiirja. Nous de\-ons touto- 
fois remarquer quo le son produit dans ccs cas, ainsi quo celui quo 
Ton obtient parfois lorsqu'un // orthographique se trouve devant 
un m {inmortal, Adan viismo) (^st aussi tres souvent un simple n. Cola 
depend de la tonicite : le ton va-t-il sur la syllabe oii se trouve le 
prcmior ;// ou n, alors cos phonemes so changent en _//; mais si cetto 
syllabe est atono, lo ;// ou // roste ;/. 

8". Le r initial, ou apres d, Q (z orth.) /, n, i;, ( se change 
en y: rosa = vösa; malrotar ■= mah'otär; sonrisa = sgnvlsa ou spi;- 
Visa ; Cosrocs = kg^rgcs ; paz nda ^= päd i'ota ou pdp röta. 

9"^. Le son s devant r-, /, d, z, vi, I, r, n, y, t, h, g, se chango 
en ( plus ou moins bien defini: los valor es =■ lg( valgres; las ßestas 
— - la( fjrstas; legislador ^= lexifladg'r, etc. Nous devons remarquer 
que ce son, quand il est lc produit de la roncontre d'un s avec un 
¥ a parfois quelcjue choso du son du j franoais. Le son s devant 
p. m, ¥, (, h, q, i{ dans lo parier courant so chango aussi on ': no hay 
mas remedio = figäinnV h'enit'djg. 

lo"'. Lo son g apres :;, //, (, se chango (>n q: juzgar = xuzqdn 



F. Araujo in Toledo. 43 

sangre = sdi'ijrc; los griegos = lofqrjigps; dcsgracia —^ de^qfdzja. 
Devant los sons J, w vaut parfois //: agua = äi[wa. L' .v orthogra- 
phiquc vaut suivant los cas ks 011 q(: existe =^ (ksistc ou (q^istc. ' 

11". La voyellc initiale d'un mot, lorsquVllc va precedec d'un 
autrc mot (]ui finit en n prononce ij, regoit parfois, pour evitor la 
liaison, un // prosthetique, cumme nous avons eu l'occasion de Ic 
voir ci dessiis (cas 6"), siirtout si le mot commencc par 7t.<i ou jL 
Co //, le v'ulgaire lo chango; en g: un hueco ^^ uij g7vckg. 

Chapitre III. 
lEXTES. 

Doux mots d'explication: j'ai Vouhi donnor dos specimons assoz 
complets de notre prononciation, en les choisissant tellcmont qu'on 
y puisse etudier depuis le langage le plus eleve dos discours et dos 
lectures publiques, jusqu'au parier le plus courant des bourgeois 
castillans. Je n'avais , pour donner satisfaction ä co bosoin, qu'a 
puiser dans mes propres ouvrages: mes livres et mos articlos sont 
heureuscment assez varies et assez nombreux pour mo fournir amplo- 
mont des materiaux : pourquoi serais-je alle cherchor ä ompruntor 
ailleurs ce que je trouvc en propre chez moi? J'ai cru cn outro quo 
mes textes auraient plus d'autorite si c'etait leur propre autour qui 
en notait les particularites phonetiques ; qui micux que moi pourrait 
donner a chaque mot, ä chaque phrase l'intonation, Tintention vuuluos? 

Lä-dessus, j'ai fait dans mes textes une division capitalo : la 
prose et les vers. Les morceaux de prosc qui vont suivro sont au 
nombre de sept : les deux promiers appartiennont au genre lo plus 
serieux; ce sont un bout de discours, edite aux frais de l'Univorsite 
de Salamanque, et un morcoau de mon ouvrago "Historia d(> la 
Escultura on Espana y causas de su decadcncia" couronne et edite 
par TAcademio Royale des Beaux-Arts de Madrid. Puis viennent doux 
petits contes, comme specimens du parier moyen (locture ordinairo) 
et enfin trois series de dialogues. Tun cntre dos etudiants, l'autre 
entro des voyageurs, et le dernier entre des romeros; c'est assoz pour 



' Ceux qui vouilront une plus complt-te information feront l)ien (rattendre, 
je les en prie, la puhlication de mon ouvrage "Gramdtica razonada histöriro- 
critica de la lengua casiellaiia en relaciöii coti los dialeclos hispano-americanos" oü 
tout sera, Deo voleiile, anipleineiit expose. 



44 



ReCHERCHES SUR LA PHOXETIQUE ESPAGNOLE. 



SC faire une idee ä peii pres complete de la langue espagnole dans 
toiites les formes qu'elle peut revetir, an prose, eu egard aux per- 
sonnes qui cn fönt usage, et aux choses qui y trouvent leur expression. 

I. PROSE. 
1. clamo/rjelmatri monj.ij i. El amor v el matrlmonio. 



^ajmyäiiam-öra deläiap9sü- 
xüvqntiiz ^ —, ^elqmbre sjentqtj- 
^udlnirr it näespqdes konqsiJq ] : - 
^ inirälfönänQd sukqrazqn'^ , — 
I jqijkiv^ntraljiim haziq keUiv^- 
Ijeta — , isumhitesqnadqra/fan- 
td-St^a tnilkivüdrqc devqntiim' A 
— litqdompnmiäqnwqvq defeli 
ziddz\ — . ^^kesestq?/\ — ^qblP 
— , iila Dod/tjq m b läaij s usldvjqs j 
— ; ^ducerme' ', — J^nsustv^nq 
sei'edka rizjddq porsombra sqr- 
mosismüs' / — kenqsqn/ ^läcde- 
snincidre niswcennäna' \^. — ile- 
gmmäiü - q'ijk^sassqmbyas seduk- 
tqrts^ — , (sqs fmitdsmas miste- 
rjqsös'- esqsatixeltkq sqspiritns / 
— , sqiikärnandm bel/smd kivcer- 
pödcmuxqr / — kedesüvf'fq s9nös- 
prdstlnta — , i^ennirqstrojJeregri- 
nuzjqm porqlmünäi) x ^ — , ^sqn- 
^ienfe'j, — ^embr/a(jadqrä'^, — 
inostrdndqnq sejtelazf'dd^SKpu- 
2)1 la " ( I vjkrt()^lz)elqQ9 nwqs träqs- 
perdnz i/^, — , jenlasUnm s'we- 
jjroltählerdeain-'qstrq' — ^•qcdizd- 
dqs n ivfistrqsswoenos j. 

ycntqirzes kaemocddrqdih~is' \ — 
deliräntes/ , ^frenetikqs' ' — , 
äntnikcludlolniddz / -^jatra.idqs 
]}or<'limdnd''f i<u^qririsn^ A — , 



AI rayar la aurora dcl dia de su 
juventud, el hombre siente en 
SU alma un deseo desconocido : 
mira al fondo de su corazon, 
y encuentra alli un vaci'o que le in- 
quieta, y su mente sonadora fan- 
tasea mil cuadros de Ventura, 
y todo un mundo nuevo de feli- 
cidad. i Que es csto ? Habla, 
y la voz tiembla en sus labios; 
duerme , y en su sueno se ve 
acariciado por sombras hermosi- 
simas que no son las de su 
madre ni su hermana. I llega 
un dia en que esas sombras seduc- 
toras, esos fantasmas misteriosos, 
esos angelicos espiritus, se en- 
carnan en bellisimo cuerpo de 
mujer , que de subito se nos 
presenta, en nuestra peregri- 
naciön por el mundo , son- 
riente, embriagadora, mosträn- 
donos en el azul de su pupila 
abierto el ciclo de nuestra es- 
peranza, y en las li'neas irre- 
prochablcs de su rostro realiza- 
dos nuestros sueiios. 

Entonces caemos de rodillas, 
deliräntes , freneticos , ante 
aquella divinidad , y atraidos 
por el imän de su sonrisa, 



F. Araujo in Toledo. 



45 



jäbrasdclq sqn^lfivxgqQ'y snnii- 
Vdda''/ — , lacrlximo.vinaltdr 
rnelnncmositJ(:d<lpehq~ äntec va- 
zl(f — hikqlqkämosqnilAUla- 
d<irämös J , — sUäqfrBzemos 
nwqstrqamor — , hiwqstravida 
rnfrrä/ T , kqntqdanwes traälinä\ 
— ; ikwanäÖav(inhäinocd^9 sus- 
h'ivjqr äekqlqr ddvqsa lazepta- 
zjqnä^ mvtlsträqfrt^nä i — , J,a- 
dihakenzj^m/ k^Unstdnte\ — 
nqlatrq kdrqmos jiorladiha 
(lelqrz/elqSj. 

Jdlcse lum6r\ — , eläwmio, 
dpoderqsq, ^elfekanäq^ , yhhno- 
ItläntaniilieUj, — ; deseqhjltqi 
delikddq^ ipdrala rqlicfukqV/], 
— depostjlq kesedrim — ; ärkitek 
tqdehnündq , jjaräcsjqdq'j ; — 
desfod» iiwf(strqkqnservazjqn / , 
^sefiim fusq'j ; — afekzjq nes- 
klus'wa dqlnlma kenosamstra'^ 
^^i>n(}lsetitlr deskaVixvrq^, — d- 
zjäiinqvxeto^p/qkantadqr\ ; 
sedäe goze sisekjqre, ^ßn läqpi- 
njqnde iiiqntaü'j, - perqdithii- 
qqzß kqrpqroefspiritndly Iqamd- 
nq'\ — . jdjcse lamör'j — ^ escsen 
timjentq , kqniodtzesf^nlambrr, 
dckqm plazqnzjäitqnvira^ / — , 
Jnspirddq ponhia pprsona^, — 
stjäiinjrntq k?qfreze~^<Jkardkt^r- 
espezjdj, ketdnfqlcqnm/ ^deke^^ 
serj mpnadäin stael' , — noe.cäadq 
ten(lrbqkultq kwd)idqf^qaste'. — 
iiißtjxir/lqkwdnäqnqsetj'rne — ; 
em ozjqnäJdJmg , knmolqldma- 
k('des('(mnirs9ä 



y abrasados en el lucgo de su 
mirada , la crigimos uii altar 
en el mismo sitio dcl pccho antos 
vacio, la colocamos en el y la 
adöramos, y la ofreccmos mies- 
tro amor, micstra vida cntora 
con toda nuestra alma ; y 
cuando arrancamos de siis 
labios de color de rosa la 
aceptaciön de nuestra ofrenda, 
la dicha que encierra aquel ins- 
tante no la trocäramos por la 
dicha de los cielos. 

Tal es el amor, el ducnn, 
el poderoso, el i'ccundo, como 
lo llama Michelet; deseo ociilto y 
delicado, para la Rochefoucauld, 
de poseer lo que se ama; arqui- 
tecto del mundo, para Hesiodo; 
deseo de nuestra conservaciön, 
segun Rousseau ; afecciön ex- 
clusiva del alma que nos arrastra, 
en el sentir de Scaligero, häcia 
un objeto encantador ; scd de 
goce si se quiere, cn la opiniön 
de Montaigne, pero de un goce 
cörporo - espiritual ö humano. 
Tal es el amor , ese scnti- 
miento, como dice Saint Lambert, 
de complacencia y ternura, ins- 
pirado por una persona , senti- 
miento que ofrecc cl caractcr 
especial que tanto Ic honra, de 
que, segün Madame Stael, no es 
dado tenerle oculto cuando cxiste, 
ni lingirlo cuando no se tiene ; 
emocion del alma, como lo llama 
Descartes, que desea unirse a 



46 



ReCHERCHES SUR LA PROXETIQUE ESPAGNOLE. 



lqkexiaqavucenq\ — ; sdntäs- 
pirttzjanä') lapärfeiuasefer9a dcl- 
(^sphutu, yS('iguiixörxesän\ — ; 
egqic modedos' ^, , sinjhiäqla feli 
zesprdsjqnQ'') lasnl\ — ; d/ave 
Itjz^ I ku-(iUqdcskriDe inigVUhixH' / 
— , kedj ösadqdoälömhre pdrake 
vuHt4.Kisfa9hjplq\j- — seh'f^tq- 
si(bllme\ ('jjkü'jurirtdd ^dqs" sqn- 
ünq, — ^fiinäjfhutqse nundt^X'^j 
IrlömhrdiUimuxpy / — Ja/igre- 
2j'endq3l2Jrl0i — kqinoddskvitq 
Jcqninlmitdhlelefjämßiprofnnäi- 
dilz'.^j — j^lxcnjqiipnortnjp^ 
viktqrügq xj. 

y^i'rdaiiior^^ — ^ (lyülqpä dq.^idj- 
mas^/i knyosntiinphitqs sekqtj- 
fundqn\j — ; ^Tif^S'Jkd nqstras- 
fqrnta^ fjj lordiardelaxiw ntaz - ^ 
'^7' kjrjitqdqlqi Qializä — , po"^- 
tizdndqlqA -. 'inibehzjrndqlqA 
— , dnlzifikan/pqlqtödq' — . 
lI^'^'i — niqsainstänte desiiprr- 
mafelizidäz / — (^kjtamd ntes- 
kqmpr ndidq Jazeptddalä'frrn- 
däQtsukqrazqn' / — , sqnzj^ratu 
dquipnändq ,. — melsmoc- 
)iiud'stra y;n\ntqdfi siccetirrxiK/, 
— Jarlci/es ^ '7o.s p>'hizlpj )c^ 
delunior^^ — . Sqdigai snitqnze 
snkniidntc kf)f<ir(iiiiöniq serär 
tenw' f\, — kelahhnariizriidida- 
q^n supehq p inkbapa gdrscßlguu - 
ä'ia , — kHlitzqdf) snmlina, sa- 
9uidadq porqskülq pnrlslntö' ^ ,— 
pwede i-'qinp<lrsexamäs ■' — por- 
kes9r(}änin sijltq/\ ^ke nqtjidrä 
pqrdqn\ — . nqbg'igdis fampökq 



lo que juzga bueno ; Santa as- 
piraciön de la parte mäs eteroa 
del espiritii, segün Jorge Sand; 
cgoismo de dos, siguiendo la feliz 
cxpresion de Lasalle ; ala veloz, 
ciial lo describe Miguel Angel, 
(jue Dios ha dado al hombre para 
que vuele hasta el cielo ; secreto 
sublime en cuya virtud dos son 
uno , fundiendose en un ängel 
el hombre y la mujer y apare- 
ciendo el cielo, como ha escrito 
con inimitable elegancia y pro- 
lundidad el genio inmortal de 
Victor Hugo. 

;E1 amor! Arrullo de dos al- 
mas cuyos sentimientos se con- 
liniden . . . ; el es el que nos trans- 
forma en los dias de la juventud, 
el quien todo lo idealiza, poeti- 
zändolo, embelleciendolo, dulci- 
ficändolo todo. ; Ah ! En ese 
instante de suprema felicidad en 
(lue el amante es comprendido 
y aceptada la ofrenda de su 
corazön , se encierra todo un 
mundo. En el se nos muestran, 
en toda su energi'a, las leyes, 
los principios del amor. No 
digais entonces al amante que 
su amor no scrd eterno, que 
la llama encendida en su pecho 
puede apagarse algun dia, que 
el lazo de sus almas, anudado 
por ösculo purisimo , puede 
romperse jamäs, porque serä 
un insulto que no tendrä per- 
dön. No le digais tampoco 



F. Arauiü in Toledo. 



47 



/ica/iddqrädavir.fr nesnirnor 

äi(jnr(kcl\ — ^ijütratfli'Qi) Qeiiios- 
ti'drsllq kq}ideMuiljqi) sikqf/sjkq 
ilelqräqse^res\ — ijäkqu läistorjä 
(jilamdnq, — qi^'J<'JJ kqtirlasf^ii- 
tuiijthdq detqdqrlqrtjrnqjq side- 
(ödqclqspahc'S/ — , pörkoqs tq- 
mar'ia, ^kom-'azön^ porlqkqs — . 
■; i öl') diija i Sf'jtffij kes ukqni [niürra 
'djopartir kqiiötrq si(sf<(ii'hjas 

— iporkdqsarä peddzqSj. 

^lai jpstä\'j vt^äle! — ^ rscse 
hinwr'^l '^if^sais'^ ^snlei diohia > , 
— . qlühjknlq ktisfablrzC/ rsp_- 
tf^j-nq^indisqli.ihle\— ; Iqsrres 
keleföniian ^sq)idqs' kDsdkqmpU- 
idii/ ■ — , düUcertdämasämplja 
'apresidido / giih j qt/d^" äkelo- 
i3rres'\. — ' /qscsc laindr!.^ 

(^Imgtrimönjoes' — , rliiiatri- 
iiiönjq ' deßes(r ' por lo nnhiös' ■ 

— la i'oalizazjqn ä"Jam6)-~ä)i- 
tvlalfi — , losqlriinie nqtl/ikasjqii'' 
' ehu^alasqzjeddz'^ — dekdt'ina 
ntvd'oafamtlja s<)äfqrin((dö ^ — 
paruk9iiädje lapertürDt nejexer- 
zizjit desucderqhqs'^ — ■, niladis- 
trd.uja d"jkiiijipliiitjp)dq desur- 
äcbn'c'S - . (j matriiiiönji) rsla k<n(- 
scktcrttzja U'Kakd/ d(J(iiii6r — , 
t^si^l kqni plemtlntÖ' indispcjisäble 
demvrstrqsent'nir'p'/nto — , es ql 
krit<öl dqndt'. sepitrifiknjfifndlrsr 
~:>lqvqQ.» nirr^ilras pa.yques/, 

— dt^ski(btjriid()se strrsk.v'Jü — 
^piiya^ojdrla de nurstrnlma 
kqiid'jsprrzjq^. 

'!s/'!' — qliiiätri monjq 



quc SU adorada vi'rgcn es menos 
digna quc el, ya trateis de dcmos- 
tnirsclo con el cstudio psicofisico 
de los dos scres, ya con la his- 
toria en la mano, ö bicn con el 
ascntimicnto de todos los tiempos 
y de todos los paises, porque os 
tomarä con razön por locos. No 
le digais en fin quc su companera 
ha de partir con otro sus caricias 
porque os harä pcdazos. 

jAhi estd! jvedlc! jEsc es el 
amor! jcsa es su ley divina! 
El vinculo (juc establecc es 
eterno, indisolubk; los sercs cjue 
Ic forman son dos quc se com- 
pletan, y la libertad mäs amplia 
ha presidido la uniön de aqucllos 
scres. ; Esc es el amor ! 

El matrimonio es, cl matri- 
monio debe scr por lo menos, 
la realizaciön dcl amor ante 
la Icy , la solcmne notificaciön 
hecha ä la socicdad de quc una 
nucva familia se ha formado 
para quc nadie la pcrturbe en el 
ejercicio de sus derechos, ni la 
distraiga del cumplimicnto de sus 
dcberes. El matrimonio es la con- 
secucncia lögica del amor, 
es cl complcmcnto indispensable 
de nucstro scntimicnto , es el 
crisol donde se purifica al fundirse 
cl oro de nuestras pasiones, 
descubriendose su escoria para 
arrojarla de nucstra alma con 
desprecio. 

jSi! El matrimonio debe 



48 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



devcnazrril'y lamör . — ; [iero 
^)iökvinorl vhid(/rc (Iclc'mo^^ ^se- 
ipm ladKpriisjqn devdirqn ^ , — 
slnökqitwl((ßqr (hJkapUlq, kciiHQ 
rlncktarf\ (hlafiqr — ■ ^se(jü nele- 
f/nnteniriife d'ize catalinu ^—\ i 
■n azje)iäo delainörelmgtriinönjq"' 
— , didedl d'dmatrimönjq de- 
üeaer\ — rlidedj drlamor^ isatiti- 
Jikddo por hiveUxjqni : — , Ja- 
kqmnniddd äcqristqnzjä — , lü- 
jjninaiiriuja drJrhdcTüü — . lü- 
äesjqm hqluntdiy'a , kqut'rtnnt. 
esklusicai periuanonte dcjü))q 
Cdqtrq Vsposq , — ; tnUr Iqke- 
sfjifimos^ ppn sdino sikerriiio 
isrilqfrezrr ino'-^i^trdjniä nnamu- 
xey I — ; trdec Iqkejmatrimonjq', 

— ^rml^zazJqn äeakrla proniesa 
jcstd zeptazJÖii,- deDi'. fiiqnifikur^- 
ikqmo lantifjiveddä nqamdvCi/ , — 
'Jmütrlmönjdnela qraiij kqm- 
pleto — ; pwcesqra s^aldva fql- 
seddq 9l prinzipjq delainäisqlu- 
viliddz — , qra^ld') l(n}io)iqgdinja 
— , qra^läs Ja persqttaliddd de- 
Idmnxrr — . qra fqdqselqs .run- 
tqs \ — , J^-qilfqvm^dl dirrisq ka- 
rdkter delqs pwwvlqs^^. 

perohsfa kqtjzepzjmi dela- 
möres viodrrna — ; tjsnitl- 
iiijfhifq progresa ykqmo progi'f^sa 
tqdq^ — : Imitif/w^klad'' 'nisavlä 
mar^ lujanu'wa^ — : gqzdva tan 
sqlq delqscjjkdntos naturdleg deld 
muxer — , ki>dsu veä sqsfqt'- 
zdvadii des'^nipend ramaravila'' / 

— cjiumiindqpapcl kfjqmhre la 



nacer del amor ; pcro no 
como el vinagrc del vino, segun 
la expresiön de Byron , sino 
como la flor del capullo, como 
cl nectar de la flor, segun elf>- 
gantemente dicc Catalina ; y 
naciendo del amor el matrimonio, 
el ideal del matrimonio debe 
ser el ideal del amor santi- 
ficado por la religiön : la 
comunidad de existencia , la 
permanencia del vi'nculo , la 
adhesiön voluntaria , continua, 
exclusiva y permanente del uno 
al otro esposo ; tal es lo quo 
sentimos , pensamos y queremos 
al ofrecer nuestra alma ä una 
mujer; tal es lo que el matrimonio, 
realizacion de aquella promesa 
y esta aceptaciön, debe significar. 
Y como la antigüedad no amaba, 
el matrimonio en ella era inconi- 
pleto, pues ora se hallaba fal- 
seado el principio de la indisolu- 
bilidad, ora el de la monogamia, 
ora el de la personalidad de 
la mujer, ora todos ellos juntos, 
con forme al diverso caractcr 
de los pueblos. 

Pero esta concepcion del 
amor es moderna ; el senti- 
miento progresa, como progresa 
todo : la antigüedad ni sabi'a 
amar ni amaba ; gozaba tan 
solo de los encantos naturales de 
la mujer, que d su vcz se eslbr- 
zaba en desempenar ä maravilla 
el inmundo papel que el hombre la 



F. Araujo in Toledo. 



49 



rcserrnva (inläe^cze^nadelaoidd/ 
I hiiilaediikazjq lijelexrniploy 

hikqijstitiizjqn äelasqzjeddde 
sqiy'qntdle sdze hnposible^'Jäesa- 
rnlq dcjsmtiivjthitq d<lamor'- ; la 
muj'n-\ar/j sj^ktventra 9mhile- 
2/dn^ ^ sinipiidqr^iisin Uv^rtdz^. 

— elpantncmo dnlarellxjön^ 
joldespoticmo ^nqlqstddöy — se 
mgnifjesta nqnlafamilja pqr- 
."qnifil'ädqsen^lpctdre — ^p'itri^ 
kpapsörve la sqzjeddzkqnyiigdV y 

— kqmogUej apsprve lasqzjeddz 
pqVüka/ — Jkqmo brümcC ap- 
sqrve tqdqserj — . ^ fkomopodki^ 
— , enunadmöcfera geservU/gnwi 
(hqpresjon' / — desayoMrse — , 
' xerminär sikJnrcV — qlamör, 
, kefffqdq nqbUza^ todq liv^ftdz?\ j 

— ^ikqmopodici" — , qnlaim- 
pijradmqefera dd serdlq ., — 
iuizrre lamör^ krstqdq piireza, 
fqdqrs klusici{;mo?\ — dserälq 
.irJanegazjqn d/^lamör' — , por- 
k(jäm6r9sn'i] sfintimjenfq , pro- 
dukto delalivertäz/ — - , ilamuxe- 
rf^Sfiskldva^9nel set-'cdq^ — ; '^eda- 
nf(juzj6n dqlamor'* , — porkel 
xerälo ^odäqsprqsjqn delapqli- 
garnja — , deldosklcwitüd, dsla- 
carjaüilidd zidelaluxürjä/ — , 
j da mar .9qlq sekqnzive Ubre^ 
i/iijröj, — ' ikqnwtqP — ^ y^esta- 
})lezjniduwhhjkulq indisqlüble — 
d9iin<ier~a qtrqser sqlq^. 

quierö fqrmiila'^Q'ij sus poe- 
iitar laprqtesta kqntra'~'dlqr- 
phite'' — ; damör^aparezeij- 

Phoiietische Studien. \'l. 



reservaba en la escena de la vida 
con la educacion y el ejemplo. 
La constituciön de las socicdades 
Orientales hace imposiblc el desar- 
sollo del sentimicnto del amor ; la 
mujer alli se encuentra envile- 
cida, sin pudor y sin libertad. 
El panteismo en la religiön 
y el despotismo en el Estado, se 
manifiestan en la familia per- 
sonificados en el padre, /ifri, 
que absorbe la sociedad conyugal, 
como el rey absorve la sociedad 
politica , y como Brahma ab- 
sorve todo ser. ^Cömo podia, 
en una atmösfera de servilismo y 
de opresion , desarroUarse , ger- 
minar siquiera, el amor, que 
es todo nobleza, todo libertad? 
^Cömo podia, en la im- 
pura atmösfera del serrallo, 
nacer el amor, que es todo pureza, 
! todo esclusivismo '? El serrallo 
es la negaciön del amor, por- 
que el amor es un sentimiento pro- 
ducto de la libertad, y la mujer 
es esclava en el serrallo ; es la 
negaciön del amor porque cl 
serrallo es la expresion de la 
poligamia, de la esclavitud, de la 
variabilidad y de la Injuria, 
y el amor solo se concibe libre, 
puro , y como tal , esta- 
bleciendo un vinculo indisoluble 
de un ser ;i otro ser solo. 

Homero formula en sus poe- 
mas la protesta contra el 
Oriente ; el amor aparecc cn 
4 



50 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



qrezja/ hvunägäpareze lincti- 
vißwo — . apsqrrido'~dnlainäja 
Qnlahjfinidää (tehräma — . la- 
tnnxer kqijldsta snlicertäz'' — , 
^ßik^j^lra fwese ahosta desu- 
qnm'/^ — , ehanäq sqLre siis- 
qmhrq selmantq delahortesdnä' / 
— , qrj^'tj kqr^kista laskarizjac 
äesivespqsq — ^^sikjAra fwese 
akqsta ddsulivertäz' / — . enze- 
rdiidqse iipI j'inrzdq^. 

>lsmn progresq sindnda,- ijjero 
itodi kdaluzinarsej — ^I pro- 
(jresq^ porsertal , oa pOkoajiökq' 
— '^zjeiio^rs^ ke los lexicla- 
dqi'ecqrjcgq sestahleze npj.prin- 
zipjq delamönqyämjä\ — ik^al 
Iddq del fepijdjq kolqka iiehli- 
vqrzjq\ — ; perokqyzede nal- 
niaridq' — mpnimefoi liinitadq 
pekqi]kuii')iä>i' ■ — jatzjr^'a iiula- 
»tux( iridqmäcretiiridq deldq- 
inizüjq kqijyugdV — jmrakend- 
le(/9a susoido ^^selvivido ddcs- 
kändälqi laörxia^ - rijstru- 
iiirido deplazrr paräQleqlJq', — 
srrutd päruqlxqnjq' — , ipurd^il- 
cdrvarqdqrjq' iijst rfimrniq dd- 
prodnkzjmf — , Jamiixn'qrjegaj 
' Qec fr'uie'^ — , dt^f^poxdnäqse 
desur;i-esfidi(i-a seidaajrddacdd- 
ft(iiiplö A durd)ite Jacfjcstas äe- 
rcjiiisi iirpfüiiü' — , adelaniän- 
itospa lapldjjii mpnäsa dqrnqs 
kesnskarrlös' — iret'irdndqsd~ 
qntre larfreiirtika saklama- 
zjqnec de la inidtitüz keJadiuira' / 
~- : Qi'i ladecdiliäda(iS'p6sa dd 



Grecia cuando aparccc cl indi- 
viduo , absorvido cn la India 
cn la infinidad de Brahma. La 
miijer conquista su libcrtad, 
siquiera fuese a costa de su 
honra , echando sobre siis 
hombros el manto de la cortesana, 
ö bien conquista las caricias 
de SU esposo , siquera fuese 
ä Costa de su libertad, encer- 
rändose en el ginecco. 

Es un progreso sin duda, pero 
no hay que alucinarsc : el pro- 
greso, por ser tal, va poco ä poco. 
Cierto es que los legisladorcs 
griegos establecen cl principio 
de la inonogamia , y t[ue al 
lado del repudio colocan el 
divorcio ; pero conceden al 
marido un nümero ilimitado 
de concubinas y encierran ä la 
mujer en lo mäs retirado del 
domicilio conyugal para que no 
llegue d sus oidos cl ruido del 
escändalo y la orgia. Instru- 
mento de placer para cl eolio, 
ser ütil para el jonio, y para el 
bärbaro dorio instrumento de 
producciön , la mujer griega, 
ö es Frine , despojändosc de 
sus vestiduras en las gradas del 
templo durante las fiestas de 
Venus y Neptuno , adelantän- 
dose ä la playa sin mäs adornos 
que sus cabellos, y retirändose 
entre las freneticas aclamaciones 
de la multitud que la admira, 
ö es la desdichada esposa del 



F. Akaujo in Toledo. 



51 



äisolutoTdlzivkuhs' — leDCün/n 
'^Qulconiinq »läkta pedwqrzjq 
fütr'wuiinl äf^larköntä — jafas- 
träda dqldgöra por stvqspqsq 
qh'etirddo xinrz^o — , , df)n- 
(t?dde Iqrär sndprqrdsja rh'estq 
pesucdias^. 

rqiria sefünää/ — j\Hitre Iqs- 
eleiiuhitqs kelafirman . '^^mo^, 
mäsdvjq kelqrdenms/ — Jqcf^q- 
mlnätqdqs \j — : rfrl(^))irid<r(^tnis- 
kq, ixq delqrjcntc, ja pegddqa las 
prdktika sqrjetdales \ — end- 
pri7izrpjq~implant6~'9i>el Idzjq 
sufurntii/wa mjHitiizjqnec ddä- 
rjavdrta - — . eijseilddqa dqmindr\ 

— anqaldr ¥esist'[mjqlgünu qn- 
Iqskemirdva b>möh]feriqres — , 
s^yarof/q tqdqs Iqrderelhqs.' — , ire- 
visfjq koijsHsenifpndt'/kdc <ere- 
■möiija sikamlistlkae fqrmülas 
tqdat^ Idshjstituzfqnes /—, pdro- 
zerla sinakzesivles porelmhiprjq /. 

— Lafamilja i^^qrganiza, komo- 
9nqt'jrnte -sqbrelavdse dpjpodir^ 
iiio'/^ lamör/ ,, — jeskluswac 
ucjetrüskq sq)i larfqnnar dela- 
kqijfdvcdzjq kelakqijsfitiigen\ -. 
sucmjqnihrqs tqdqs'\- , Hdiiirurr^ 
/kedaixq sqlmar'idqi ^azrrdqte 
salki'dtq dqmqfifikq\ — ; 'Iqsixqs' 
f\ke ptvn'dei] srr vmäidqs kwa- 
lüna simple merka^jzla — ; Hqs- 
kljnde^ t\^ hxd^a i/ärla ttrqra~ a- 
ijioärdaij kqidäesporfrda Iqmhrq 
nlapwdirta delpntrizjq — , tö- 
dqs vire'}]Silxrtqs. kqijkadenar- 
remaliddus porlaficih'zai pu)'- 



disoluto Alcibiades , llcvaiido 
en la mano el acta de divorcio 
al tribunal dcl arconta, y arras- 
trada dcl dgora por su csposo 
al retirado gineceo , donde ha 
de llorar su dcsgracia cl rcsto 
de sus di'as. 

Roma sc funda, y cntrc los 
elementos que la forman, uno, 
mäs sabio que los demäs, los 
domina ä todos : el elemcnto 
etrusco, hijo del Oriente y apegado 
ä las präcticas orientales. En el 
principio implantö en el Lacio 
sus antiguas instituciones del 
Aryavarta. Ensenado ä dominar, 
ä no hallar resistencia alguna en 
los que miraba como inferiores, 
se arrogö todos los derechos, y 
revistio con sus enigmäticas cere- 
monias y cabalisticas formulas 
todas las instituciones, para 
hacerlas inaccesibles por el mis- 
terio. La familia se organiza como 
en Oriente sobre la base del poder, 
no del amor , y cxclusivas del 
etrusco son las formas de la (W/- 
farreatio que la constituyen. 
Sus miembros todos, la mujer, 
que da hijos al marido y sacer- 
dotes al culto domestico ; los hijos 
que pueden ser vendidos cual 
una simple mercancia ; los 
clientes, que al rayar la aurora 
aguardan con la espörtula al hom- 
bro d la puerta del patricio, to- 
dos viven sujctos, con cadenas 
remachadas por la fucrza y por 



52 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



Iqräjqses — , (dpoder/ilelpätqr- 
Jamiljas — , Pijkarnuzjgij ^l■ömo- 
loldnid kastelürj detödqglqqäere- 
hqs — , ä7//m ddlasqzjeddz Jce , — , 
'azjenäq vlbrdr sidänza dnlas- 
kürjä ' , yS'qrlexigladqr , — ; S(in- 
tädo "du ejttrqn qdojqgar'/ — yVei^ 
tirdnqi — ; ponjendq, lapjedra 
yesusepijlkro' diieJisa grddqkdinpö 
^etcrno propjetarjo^ — ; presm- 
tdnäq Iwazjqne sjqlqkcujstq sa- 
lontjoser/dres /, — jjqntlfize^ — ; 
^Xfbijq iiiistqrjqsqi sqlitdrjq, qs- 
pezjeQ9 xüptte rqihnptkq/ —, ke- 
kqijsqlq frmjzir la^ze/äs/ — 
^pivede perdqr'^hjpnitos sereSj. 
mdstanmqnstrwosakre^azjÖH / 

— eräuna planta qgcqtiika vd- 
xqHzf'e/qrrmösq delldzjq"\ — ; 
' pädia vivir^ . — vlvjq Idrgqs 
^'iglq seidarUijes — , ^pero vinjö 
p6koi)fj laskqstümbresy — lashjs- 
tituzjqnec iiiurham purla sqtiäa 
delprogrrsÖ dlkqmpdg äelazimli- 
zazjön/ — , (in lamaxestwosar- 
nwnla delaistbrja^ — . Iqgdesere- 
dädqc detqdqder^hq ica naku- 
midändi) Jijsirdlnia olsmümj^lntq 
delqsultraxes keselef^hjferian — ; 
^ünci hispa podia darfiodegqal 
kqmhustihle^ ; — la Jiispa hrqtä/ 

— jqntqnze^\ ij^ij röntg kqmogi^- 
qrAzjä j — aürxe laiitipofiqtde- 
lulia cntrdqrjeide j clqkzidmte^ 

— entre Iqh^finitoi Iqfinitq, — 
'•idre liiveUxjq nüa kqnzjenzja^ 
— , mtrplmisterjoi Icdüz — , 
cntfclpgtrizjö Jrl pleoeyq — ; 



los dioses, al poder del patcr- 
fmnUias , encarnaciön , como 
lo llama Castelar, de todos los 
derechos, alma de la sociedad, que, 
haciendo vibrar su lanza en las 
ciirias , es legislador; sentado 
en el trono del hogar , rey, 
tirano ; poniendo la piedra de 
su sepulcro en el sagrado campo, 
eterno propietario ; presentando 
libaciones y holocaustos ä los 
dioses lares , pontifice ; genia 
misterioso y solitario , especie 
de Jupiter Olimpico , que con 
solo fruncir las cejas puede 
perder infinitos seres. 

Mas tan monstruosa creacion 
era una planta exötica bajo 
el cielo hermoso del Lacio ; 
podia vivir, viviö largos siglos 
en las leyes , pero vivio poco 
en las costumbres. Las ins- 
tituciones marchan por la senda 
del progreso al compäs de la 
civilizaciön en la magestuosa ar- 
moni'a de la historia. Los deshcre- 
dados de todo derecho iban acumu 
lando en su alma el sentimiento 
de los ultrajes que se les infen'an; 
una chispa podia dar fuego al 
combustible ; la chispa brota^ 
y entonces, en Roma como en 
Grecia, surgc la imponente 
lucha entre el Oriente y el Occi- 
dente, entre lo infinito y lo finito, 
entre la religion y la conciencia, 
entre el misterio y la luz, 
entre el patricio y el plebeyo \ 



F. Arau.10 IX Toledo. 



53 



jas'ikqmQdtj qrezja dorjente 
fwrrcm'idq — , pormihjäde f^rii- 
mgratqn — , porleonkla s(^nlas- 
ti^rmöjnlas - portemistokh se^ijsa- 
lamina — , poralexänärq mK^l- 
{/rdntkq, jqnlssq, jeuarveläs' 

— asUambje iK^lx^vjqUore (h- 
okzid^nte — , ^(^nsr^ddo 9nejr^- 
zintq derqma ■ umilnl äf^lqr- 
jente anlakqUna gelasfernprs- 
tddes — , rncjse)iädq^ niqlfqrq, 
{^uolkd mjjogdmch'te , cnlqskqnn- 
zjqs, mlqsexerz'itüs f\ - jdstä an- 
^Itempltyinicmo, ^ulfmo valwdrte 
delpatrizjq^ — ; jqikqtjkista däe- 
rrhq Qerqtur — i manäna alde- 
düHeyes — , jqtrqdia aldescr- 
pddrP — , jqtrö rddesenriaxis- 
trddq . jqtrqsldespr [jqntifize' / 

— li teritqrjq, inaxistratura sire- 
lixiqij kqr nrjjsupoder' j — jt^n- 
lasatAcfakzjqn äetrjiojfq tat^- 
(ßqrjqsq/ — , kqxesqc derehq 
seifSKcmdiiqs — , süooa Iqnltq- 
dcjkapitöljöy — . idecäeali Iqc- 
i-'fipdii.jnl mtmdqcnterq Jiqnql- 
äerehq Qezjudadanla ^. 

perodqmhre, kekqijkhta parasl 
tantqcderrhös' ■ — , apenas soa- 
ktv^räa gesukqm paiißi'ä' — itiq 
sdre lecantdrUi straltüra' ^ennqv- 
lezjnidq sukipidizjon ^~. tqdavia 
i'anuV rsjdti pdso(f deldntei sqbre 
(/rf^zjä' — ; pero lafdlta nmliq 
parasavrr Iqkise lanwr — . Iqker 
lamuxer — Jqkedevese rplma- 
trimonjö' i — , inila ^kqempzjq 
nilaproskripzjön\' — sqi^ sufi- 



y asi como en Grecia el Oriente 
fiie vencido, por Milciades en 
Maratön , por Leönidas en las 
Termöpilas , por Temistocies en 
Salamina, por Alejandro en el 
Gränico, y en Isso y en Arbelas, 
asi tambien el genio libre de 
Occidente, encerrado en el re- 
cinto de Roma, humilla al del 
Oriente en la colinadelasTempes- 
tades, en el senado, en el foro, 
en el campo de Marte, en los comi- 
cios, en los ejercitos, y hasta en el 
templo mismo , ultimo baluarte 
del patricio ; y hoy conquista el 
derecho de votar, y manana el de 
dar leyes, y otro dia el de ser 
padre, y otro el de ser magis- 
trado, y otro el de ser ponti'fice, 
y territorio, magistraturas y reli- 
giön caen en su poder, y en 
la satisfacciön de triunfo tan 
glorioso , cogc esos derechos 
en sus manos, sube ä lo alto 
del Capitolio, y desde alli los 
reparte al mundo entero con el 
derecho de ciudadani'a. 

Pero el hombre, que conquista 
para si tantos derechos, apenas se 
acuerda de su compaiiera, ) no 
sabe levantarla ä su altura cnnoble- 
ciendo su condiciön. Todavia 
Roma es un paso adelante y sobre 
Grecia: pero la falta mucho para 
saber lo que es el amor, lo que 
es la mujer, lo que debe ser el 
matrimonio , y ni la cocmptio 
ni la prescripcion son sufi- 



54 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



^jrjifes paroj'erqsfjräla ninxir/ 

— yäf^lkardkt(ir kedevetene rrji- 
Infumtlja^ — : lalivertää äela 
iiij^drona para'iri ventr' — , la- 
sitwazjqn äelätrjoaen lakäsa — , 
plkoijsexope familja — , (ilfes- 
peto kdhjsplrala muxe rrnlqskq- 
mjflnzqc äelasqzjedäfq mäncl'^ 
— , sqiisqlöantizipazjqnec äaün- 
pqroenir lexdnq demanzipazjq 
ni^o.xenerazjön/ — , kepudjejqi] 
sqsteiierse kqiüapnniitiva pi-irt^- 
zuQe kqstmnhres — , perokede- 
saparezjqrq nalfl nqsevolvj^rqtj 
kqntfalamuxir'/ — apenas se- 
püso rqmä9]] kqntäktq~'inme- 
äjdtq — Jcqnlakqrqiiip/da zimli- 
zazjpn deladehreptta gr<lzjäi 
ddqrjentej. 

cUc.nsqr metelonuinhUkq dezir 
äl pwfjehlq — : ''silanaturale,za 
uvjera sidq tdnliveralkqn nq- 
sqfrqs/\ — kenqsuüjeradädqla- 
vida sinnezesiddä äernuxtlres/ -, 
estarfanwr ^Ijbrec^ ä9 tnnimpqr- 
tnnakqm panja''-^. — . y^iimpqr- 
ti'ma kqnipanUi liuhla muxerl^ 
... — \kimnäq ' Unnuxqr^ einbe- 
Irzp. nuesträdqcistnizjä — , 
kwdnäq Hanmxe^r^ iiqcddla feli- 
ziddz — , kiränäqespj koijsivelqg9 
■lun'^strqc dqlqre — .yelhd.lsänw 
zcjrste keküra laseridac \tH- 
<iJmä/\ — Jal/vjälac delkwoirpq - 

— _ \iniportuna kqmpanki Iddela 
muxir' . . . !, 

rse m'iciuo maxist rädo dejinia 
9liiiafr(iHoi/jq — kqmo' t'Jsnkri- 



cientes para revestir a Ja mujer 
del caracter que debe tener en 
la familia; la libertad de la 
matrona para ir y venir , la 
situaciön del atrio en la casa, 
el consejo de familia, el res- 
peto que inspira la mujer en los 
comienzos de la sociedad romana 
son solo anticipaciones de un 
porvenir lejano de emancipacion 
y regeneraciön que pudieron 
sostenerse con la primitiva pureza 
de costumbres, pero que de- 
saparecicron al fin 6 se volvieron 
contra la mujer, apenas se puso 
Roma en contacto inmediato 
con la corrompida civilizaciön 
de la decrepita Grecia y del 
Oriente. 

El censor Metelo Numidico 
deci'a al pueblo : "Si la naturaleza 
hubiera sido tan liberal con noso- 
tros que nos hubiera dado la 
vida sin necesidad de mujeres, 
estan'amos libres de tan impor- 
tuna compania'\ ; Importuna 
compania la de la mujer! 
jCuando la mujer embellece 
nuestra existencia, . . . cuando la 
mujer nos da la irlicidad, 
cuando es el consuelo de 
nuestros dolores y el bälsamo 
Celeste que cura las heridas del 
alma y alivia las del cuerpo ! 
j Importuna compania la de la 
mujer! . . . 

Ese mismo magistrado delinia 
el matrimonio como el sacrificio 



F. Araujo in Toledo. 



55 



zeip 



ßzjq (hümplazjr partikiild rann 
äever puhliJaf — j4^^*'^ ^'^^' 
f i-kto^ clpapr lasigiiddgdn rqmrd 
matrim6njq^ — . ^ ^kqmoT aviaQe 
kqniprenCtrr^ lasqzjeduz kqipjti- 
gäC -. ^kqmo'^aükiQekomprc^ntP 
rcjanu) rclzjndadänq rqmäiiq — 
kii'f'n'dodxf Iq kqmpvp.ndi.a su- 

lasqzjedäz, Ua providemj'a- 
m!cnia' kizd — , dizemadäm- 
stäel — iiQupermitUlqa lac- 
wuxrrcs 'sinqüna söladiha\^ : 
— jiaiiio renelmatrinwiijo^ — . 
sjqc Z'/rrfa^ Jdeoesfirlq^ — la- 
f<erzjqii dcldilhstreskrltqrä/ — , 
kuntfjir rqmänä craojen äec- 
(jrazjädu — j)6rke Iqcvqmdnqs 
nqsnpjrrorj ke^rranuh-, — . r.iies- 
fi'.Henlinijrntu' — tcükwqlh'' y^rnU- 
vesrr , — ^idraii iielementq, ^ el- 
pudqr \ — kqnelkestüur^üidac 
hi^hqstümhrec derrhna — . ' sqbre- 
fodö ' d<ißpw(ir delatqina dekq- 
rhifq pormüipiijo : kq' 

. . . (inior k(kd.<ifo itnseä — 
jijc siniior , iiipived('sci\, — 

Jcqmodize nirrstrolope^ — ; 
jcjiFf'miri pordkqntvdrjq.' — 
' (diior'^ pclk'('rtindxe\ — segil 
nedffjn utenirii te" esprei^a 9iau- 
tih'da lardolqräs — nlpone 
reinhoka geladisolütä~ rspösade 
kläadjÖ'rstd depnujoii : 
(imdri^r, rcpl'ht hrv'd niest'liiiä, 
<ilä reUtq.-ikdiisn hnvsrh.äoql plaz^r. 

laffäse provrrvjnl ^si tiezr- 
rrrrd hfikq fr'ixed r>hms\ — 



de Uli placer particular d iin 
deber püblico , y ese cra en 
efecto cl papel asignado cn Roma 
al matrimonio. (-^ Cömo habi'a de 
comprender Ja sociedad conyu- 
gal, cömo habia de comprender 
el amor el ciudadano romano 
cuando asi lo comprendi'a su 
censor? 

La sociedad , ]a Providcncia 
misma quizä , dice Madame 
Stael , no ha permitido ä las 
miijeres sino una sola dicha : 
el amor en el matrimonio. Si 
es cierta , y debe serlo , la 
aserciön de la ilustre escritora, 
la mujer romana era bien des- 
graciada , porque los romanos 
no supieron que era amor. En 
este sentimiento, tal cual es, ö 
debe ser, entra un elemento, el 
pudor, con el que estän renidas 
las costumbres de Roma, sobre 
todo despues de la toma de 
Corinto por Mummio: que 

. . . amor que casto iio se.i 
iii es amor ni puede ser, 

como dice nuestro Lope ; 
y en Roma , por el contrario, 
amor es libertinaje , segiin ele- 
gantementc expresa el autor 
de las Doloras , al poner en 
boca de la disoluta esposa de 
Claudio esta definiciöii : 

Amar es — replica la vil ^lesalina — 
Hallar el descanso cansando el placer. 

I.a fräse provcrbial , sine 
Cercre et Baccho frif;ct Venus, 



56 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



kQnip(ndfa, rrsünie, '^sintetiza' ' 

— Iqkera päradlrqmdnq dl- 

amor — , qnelJce zjqrtamente 

dlpndpr/ jio^nträvaparandday 

J'lnefpkfq^ — •' IccsQnzileä äcj- 

pudqr I l-esekqnserva pon'inäir/- 

nqränzja feliZj — , '^ikömopo- 

drlasuDsistir^ — y^rsklamän nis- 

tqrjddqr kqntqmporämq^ — , 

dqnäelqQninqc ddäinboseqsq sivoTi 

aüritii sd/a sofikw(eläs\ — dqnde 

siispcjidiam priapo^ dqlkwelqQe 

lasnmäs' — , dqnäestdvu na- 

dqrnddar lazjuddztlus kdsac 

äepcji'ira simpüdika sidfisnüdäs' 

— , donde selavdva nqnlqgvänqs 

ytqdqs kotjfiüididqs'j — xqvenr 

shnpüvore^ Sdnzjdnqc ^ dqnzßa 

simatrqnas?\ — nqseiemia pone 

rqnwdnqc delasxqvenqs Iqsan- 

t'/f/n-q smitqres kqimkos Ji-qijsus- 

iDipudenfe sqvszrnidddeSj ; — 

asistla lamädre kqnsiilxa^ dlq 

siiidezrnfer vdilec uekiQlupqr- 

käles — soälac dänzas k9las- 

kortesdnas zelehrdva nenqnqrde 

flqrä'-. as'tkqmo tamhje nalqsteö- 

trqc, y^dfhule i'rprdsejitüvaii Iqr- 

mhnikqc lädndn-jaged delaprqs- 

tituzjo nideladidtrrpV—, icqsten- 

tdvan laskarizjar laszivac ucda- 

nd(l ja rjä an a\ j — . ' (, keinas ?^ 

inodsisfiana la represqntazjon 

delacoqdag depas'/fäe' — , ex^- 

kutdda sqntqda siibrutql rqäli- 

ddz? — ^ ikepensamjfntq^ sa- 

Viand.iakqmpann räestq scsjjqk- 

täkülos? — <:, ^kcdiskürsq^ sa- 



compendia , resume , siiitetiza 
lü que era para el romaiio 
el amor, en el que ciertamciitc 
el pudor no entraba para nada. 
Y en efecto: la sencillez dcl 
pudor, que se conserva por una 
ignorancia feliz, ^^cömo podria 
subsistir, exclama un his- 
toriador contemporaneo, donde 
los ninos de ambos sexos iban 
juntos ä las escuelas , donde 
suspendi'an Priapos dcl cuello 
de las ninas, donde estaban ador- 
nadas la ciudad y las casas de 
figuras impüdicas y desnudas, 
donde se lavaban en los banos, 
todos confundidos , jövcncs im- 
püberes, ancianos, doncellas y 
matronas? No se temia poner 
en manos de las jövenes los an- 
tiguos autores cömicos, con sus 
impudentes obscenidades ; asistia 
la madre con su hija d los in- 
decentes bailes de las Luper- 
cales ö ä las danzas que las 
cortesanas celebraban en honor 
de Flora, asi como tambien ä los 
teatros, donde represcntaban los 
nnimicos la embriaguez de la pros- 
tituciön y del adulterio, ü osten- 
taban las caricias lascivas de 
Danae y Ariadna. ,;.Qiie mäs? 
^,no asisti'an d la representacion 
de las bodas de Pasifae , eje- 
cutadas en toda su brutal reali- 
dad? ^,Que pensamientos habi'an 
de acompanar d estos cspcctd- 
culos? iQy^^ discursos habiau 



F. Araujü in Tüleüu. 



57 



rlaiicte se(jirlqs"^ — yikedktö 
mvjdnäe ser surn^sultados^j — . 
täzXtq noninvestrcdar mux^reräe 
.^ittjenijio deszpjiäjpndqä larrini 
kqnlqcqladjadqrea — jäÜKpua- 
tronas prqstitnyendqS'Hi pqrfla, 
Iqnlarmvxeresprrdidüs ''-, ^Qrn- 
iregändqs.ja lqs^sJddr<i>^ , lojifal- 
ftirdr^y — hplseimdq fuvqh'iJö 
ponerspa Iqskrlnddlq/ - kqnakt^lqr 
rrmedjqi^ Jcelqpoi/rji dcwrm ifi(>^fq, 
y^perquolii kqrtxpii y 

Jiön('J./)!(d(fr'^ Jadeiiincde^ry ^ 
fUtfi'ä h)i)ii>ü)ii' rrl(i}it6v ^tdro- 
jleinrnto^, — l(1hidisqliwiliddd 
drlbii^kUlq\ — djkes?q pö>ien'/ 
^di-'poüdjq^ — Jidrcärdiiianlfrs- 
tazjqn äe la sxprrjqriddd dql- 
j'ivrrte söbrqldrvilA , — jt^läi- 
i'örzjq ■ — , Jriste kqmpf^nsnz/ö/i 
ifclarusqdel ficd'rte ^ — - kqnze- 
didal (tevil parakpainlne fam- 
hjrn — J'Jel A'f'j, Iqmexqr kese- 
pirn/e dezir'y — es kqmparär' 
l(tsrs/)önqs por^l separddqs^ koiiio 
Iqnzia fränkltnA^ — kqidardq- 
sö.rtis siriPIfttr d.nhnis fixrräs, 
Jicparundda sircpji ,. 

Jq*-'<lpdo^: — lantl'jiriddd n(t 
Liuiiizjq dlamor ni^hpoKiiidr, — 
jrhti(j.trii)idnji> Qela /ifii/iceddä 
fice falsc/ido^^ eifsiispriiizipfqs 
kfii/sfitutiros f. — ' rlqrjpnte^'rie- 
(p'ila Diotiqf/diHJa, laiiidi^qli(fdi- 
ddd fj^lhtnkulq ilaprrsqnaliddä 
dddiunjirr , — dqd(((- l<irlp//ec 
drlanK) ridcliuqtriiuöiijtt , — ; 
^ifi-ri/'d' afirmöla monqgämja'' 



de segiiirlus ? (^ Que actos 
habiaii de ser sus rcsiiltados ? 
Täcito nos muestra ä las mujeres 
de SU ticmpo descendiendo ä la 
arena con los gladiadores, y d las 
matronas prostituyendose ä porii'a 
con las mujeres pcrdidas, ö cntre- 
gändose ä los csclavos con tal furor 
que el Senado tuvo que oponcrsc 
al cscändalo con aquellos rcme- 
dios que lo poncn de manifiesto, 
pero no lo corrigen. 

Con cl pudor, y ademäs de el, 
entra d componer el amor otro 
elemento, la indisolubilidad del 
vi'nculo , al que se oponen cl 
repudio , bdrbara manifestaciön 
de la superioridad del fuerte 
sobre el debil, y el divorcio, 
triste compensaciön del abuso 
del fuerte, concedida al debil 
para que abuse tambien , y 
del que , lo mejor cjue se 
pucde decir , es comparar los 
esposos por el separados, como 
lo haci'a Francklin, con las dos 
hojas sueltas de unas tijeras, 
que para nada sirven. 

Lo repito: la antigüedad no 
conociö el amor ni supo amar, 
y cl matrinionio de la antigüedad 
fue falseado en sus principios 
constitutivos. El Oriente negö 
la monogamia, la indisolubilidad 
del vinculo y la personalidad 
de la mujer , todas las leyes 
del amor y del matrimonio ; 
Grecia ahrmcS la monogamia, 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



— , iiin'oponjri/doa sid(ul() (d- 
micutofjcjjipo dlkqijhiDindtQj — ; 
' FÖma' ap'rmo 9lmicnioprinzii/)(i 
— , jäujilcdadmitjq dJkqijkuvinä- 
tq/ — iiif) pprmitjq susiiinilta- 
np-iddz ln)daunjfhpüsta_^ — ; 
r/rqzj'irqina , ijqrüUtniö'/ — 
d jh'O n(tnirrstr(di-()i)iputirra^'\, 
— ■ '^q/iv(^rf(id si'iiipndqr''' — 
qespqsqkq nesklardüzK — ; ^-sv-- 
kc/Idrq n(daiit'ddd drlkaiiilnqy 
^iqroiiia, (jranzjnddzl^ -^rldes- 
t'mq ■/" kni/ordekrrfq siijspekzjq- 
näoan tiissuzerdtde SPidasimaii- 
festazjoner drjpodrr dduiiaturd- 
l^zä/ — , t'dzqkiipud dekqt^kistd 
rdnuDidq --, peruiyka/idd de- 
doDiindi tda thnicwd\ —. ktvdndq 
la(jrezjä parezfq velistma — 
kqrqiii'idii porniKif/iriidJdd de- 
rmac niäididd.<i scjiddtseufrr- 
nqpe lasqrxlar dek()rhdq\ — 
qnelqrizqnte detiicäesrq^^ - — , tu 
k .HRt.e'~^d<jaria de^aläda — , 
jalcstrelidrla^^iüiiryovnsforhrn- 
zqs Jdnuifdste ^ — ; pey<> dh'd- 
iii)io~(d,jriif() demgi'pzja Z qrrqiii- 
jüild yi'kqi'jq tiiktfird'rpotqdö '\ 
— jehindqle ibispdidq futr/yiiq 
dpaf/qiitä/ — , Je peiietrq clfrtq 
desumuKerte ^. — Juitnsjq nira 
kqijkhr/r' , - ; snrxjq olmdrfir 
dHfiq! ()qt<V — , rrkqxiste fifisijl- 
ünigs puldhrfis^ — , larmqstrdstd 
almündqpjdrro dcklardiidqfe'^in- 
ddpia dercxenerdrle' — . tndrp- 
gdstd '~^ alqrvd t 'vdrqi^ pa raketc- 
sak-PÜrän' — , i hhtn gedefirs- 



pero poniendo ä su lado al 
mismo tiempo el concubinato ; 
Roma afinnö el mismo principio, 
y aunqiie admitiö el concubi- 
nato, no permitiö su simultanci- 
dad con la union justa; Grccia 
y Roma , por ultimo , dieron 
ä nuestra companera, 6 liber- 
tad sin pudor, 6 esposo con 
csclavitud ; se quedaron d la 
mitad del camino. 

;0h Roma, gran ciudad ! El 
destino, cuyos dccretos inspeccio- 
naban tus saccrdotes en las mani- 
festaciones del poder de la natura- 
leza, tc hizo capaz de conquistar 
el mundo, pero incapax de 
dominarte d ti misma. Cuando 
la (irecia apareciö belh'sima, 
coronada por una guirnalda de 
rosas manchadas en el desen- 
freno de las orgias de Corinto, 
en el horizonte de tus deseos, ti'i 
corriste hacia ella desalada , y 
al estrecharla en tus robustos bra- 
zos, la mataste ; pero el ultimo 
alicnto de esa Grecia corrom- 
pida recorrio tu cuerpo todo, 
y helandote de espanto su grito 
de agonia, tc penetrö el frio 
de su muerte. Tu misiön iba d 
concluir; surgiö el martir del 
Gülgota, recogiste sus ültimas 
palabras , las mostrastc al 
mundo entero declarändote in- 
digna de r<^generarle, te entre- 
gaste ä los bärbaros para que te 
saquearaii , y llena de deses- 



F. Araujo in Toledo. 



59 



perazjqn , äevk/'q sideustlö/, 
— espirdsie dnlugrä nqrxki dq- 
liniperjo^ - flegänäo'alkrifitja- 
nismo tiiszenlzäs.^ — junnSm- 
hre\ grdnäd~ ästaO}jsucmzjq^ sa- 
laiütörja ,. 

noera larqina'impc^rjäl' \ln- 
laitiddä rexenerä r^lmqtrmö- 
njq \^ ; — noerati la^leyes ziviles 
Jacäesündda sapnrgdrle destic- 
itefrktqs I : — nqoera ^Ipaganicmo 
ydldesigtiddq paraFrxenerd rala- 
miixh'^. — lasubihne pgürade 
xesils/ se(/qstdJca dqrnhidnäoa 
lasedddes ■ , — jüna niveoa^cra 
sdährend münäqf\— Tcqnlapredi- 
kmjqn drldöginakrisfjdnö' — , 
Lqndsalrifizjq dcjsuhlmemdr- 
tir. poramö ralaiimmddäz' — ; 
dat'rvqliizjdn F^lixjqsa tra^zjrnäe 
alestadq^qlafai)/ iija jajmäivi- 
dwq/ — , pnrißkdndqlq tqdq 
Jcqijswdlifo h-exeneradqr y 

läespösa deUcristjdnq\ dize- 
hätQhridn/ — ■ iioäsima simple 
mortdl' — -, sinQüijsq rpstraqr- 
äinärjq\ misterjqsq', aijxelikq'' 
— ; edaktiniepe lakurne — , Ha- 
SihjqreQe lasdijtjre^ deswespöso- 
— ; elqmbre\ aliinirse konrja^ — 
hwMüOa tqiiid rilna pdrte desu- 
SHstdnzjä — , pw<i sasi smilnia 
kqmo siikwcerpi'' y — qstd niij- 
kqmplrtqs sinlamuxrr - ; ^sisl/ 
tjfpie lafwcerzö'^, — yfUfCqstnita 
lärrmosiiraj — ; ' ^P kömhdfqa 
lenemigq' ikidtiva Iqskänipoc de- 
lapdtrjä —-, perokomondda seid- 



peraciön, de vicios y do hastio, 
espiraste cn la gran orgia del 
imperio , legando al cristia- 
nismo tus cenizas , y un nom- 
bre, grande hasta cn sus vicios, d 
la historia. 

No era la Roma imperial la 
llamada ä rcgencrar el matri- 
monio ; no cran las leyes civilcs 
las destinadas d purgarle de sus 
defectos ; no era el paganismo 
el designado para regenerar d la 
mujer. La sublime figura de 
Jesus se destaca dominando d 
las edades , y una nucva era 
se abre en el mundo con la 
predicacion del dogma cristiano, 
con el sacrificio dfl sublime 
martir por amor d la humanidad; 
y la revoluciön religiosa trascicndc 
al Estado, d la tamilia y al in- 
dividuo, purificdndolo todo con 
SU hdlito regen erador. 

La esposa del cristiano, dice 
Chateaubriand, no es una simple 
mortal, sino un ser extraordi- 
nario, misterioso, angelico; es 
la carne de la carne , la 
sangre de la sangre de su esposo ; 
el hombre, al unirse con ella, 
vuelve d tomar una parte de su 
sustancia , pues asi su alma 
como su cuerpo estdn incom- 
pletos sin la mujer ; si el 
tiene la fuerza , olla ostenta 
la hermosura ; el combate al 
enemigo y cultiva los campos de 
la patria; pero como nada sr le 



6o 



ReCHERCHES SUR LA PHONETtQUE ESPAGNOLE. 



ojkdnzu (lelqsk^azerec äqmes- 
fikqs — , lefdjta lamuxer pura- 
disponer swalimentqi preparär 
snlphq'\ ; — sjpJqmhre tjene pe- 
säres/ — , aljestd sukqmpan^ra 
kelqrrlul2ifika\ — ; si siirdlas 
sqtisqmhriq sivqraskqsös — säla- 
inpnlehq imqshrnzqskdstqs — 
(inlqskpolv/da tqdössüsmäles — , 
Jcqsinlamux^r seria t-'i'ido, (/rq- 
serqjer/qhta\ , — ; l(nnu3r^r siis- 
ph)de 9)jsuder^dqr larflqrec äe- 
lavidä/ — , hje nas'i kqmoesac 
Ijhiac äelqr roffkes — sejjgalana 
nelfrqijkq delasem'inas Jcqr^ siis- 
pqrfumddac qirnäläas. — poriH- 
tjnw'' — elqspösq h'ristjänqi swes- 
p6sä' / — hioqn , rpjidseti^i- 
imvcerq nalapdr, — lüapdr sere- 
dtlzQ nqlprimitivq pölvq'/ — , 
ihtvMcqn'^ älärsealapdr\mdsald 
d d qcli niitec dpJsepijlkrq ,.— Vses^ 
selvnräadqrq~ amör\ — , ^amör^ 
kesölo pi'idq kqmprqnderHei na- 
zir / — alupurezqr laßcjiira de- 
mgrla' / — , yisqlqpüdq desavq- 
larse\ — qlesparzirse por^l- 
mtindqi fruktifikar/— Jasemiia 
mordl delvqräadqrq kriatjanic- 

)IIO ,. 

rlpodrr sekiil r' , apesdr de- 
fqdqs ausiisfwderzqs ^, — nqse- 
dcsprqndifV — . '^nq podla des- 
prenäqrse^, — dqliijflüxq kela- 
trwlizjpij , — y^ßxa poreWq- 
kw(erdq^9nlunie>nqrja detqdös^, 
— läist'rjä, - ^p^skv'da dqinte- 
kjera~9nrpdxtnac nianhddar de- 



alcanza de los quehaceres domes- 
ticos , le falta la mujer para 
disponer su alimcnto y prcparar 
SU lecho; si el hombre tiene pe- 
sares, alli esta su compaiiera que 
los dulcifica ; si sus di'as son 
sombrios y borrascosos, halla en 
su lecho unos brazos castos en 
los que olvida todos sus males, 
que sin la mujer seri'a rudo, gro- 
sero y egoista ; la mujer sus- 
pende en su derrcdor las flores de 
la vida , bien asi como esas 
lianas de los bosques engalanan 
el tronco de las encinas con sus 
perfumadas guirnaldas; per ulti- 
mo, el esposo cristiano y su es- 
posa viven, renaccn y mueren 
ä la par, ä la par sc reducen 
al primitivo polvo , y vuelven 
ä hallarse ä la par mäs allä de 
los limites del sepulcro. Ese 
es el verdadero amor , amor 
que solo pudo comprenderse y 
nacer al aparecer la figura de 
Maria , y solo pudo desarro- 
llarse al esparcirse por el 
mundo y fructificar la semilla 
moral del verdadero cristianis- 
mo. 

El poder secular, ä pesar de 
todos sus esfuerzos , no se 
desprendia , no podia des- 
prenderse , del influjo que la 
tradiciön , fija por el recuerdo 
en la memoria de todos ; la 
historia , escrita donde quiera 
en päginas manchadas de 



F. Araujo in Toledo. 



fciijqq^^ — lad^jjes^ — qshd- 
pida soiijkriistdda soMoskqdi- 
f/ös'/ — , exqrzlat^ sqhrsl d?iit]- 
)n()dq poderqsQ\ ; — ikqmo nq 
podla desprqndqrse dfsfaräe- 
zis'icashjftu(lnzjasf\^ — s/rmpre 
kehixicläva sqhroljnatrim önjq ■ . 

— l9ßz^0' d?ünamancra de/i- 
zj(lnte\: — piigndcn porpone 
rrstaiystitiizjq nejiannonla knn- 
Iqxadeldntqc äelaepöka ikqiK^l- 
Hwecq ~^spirUu delazivilizazjffn 
— ; pvgndva pordesmrrdarse 
delaseinbqftiiras kf^ifrardDan 
numooimjflntqs — • paramarhdr 
kqmpdsqfirine porlanweDasen- 
äa^avjertä laskjstitiizjqnes, — 
^perqtqdq'^in^dil^\ — sjalgüna- 
oeä sedes^nrqddvä/ — , vazüdvai 
kola alpokqtjempo — Jctvalninq 
kpavanäqna lanqdr'/za" qlsqltdr 
Iqnanäadqrqs/, — qvjeij kami- 
ndva p^räidqi smrümhq — Jaml 
oiaxerq siijqia^. — parapoder 
niarhärsqlq/-, tiezesitdvä^iina- 
largäVdukazjpa'. — hjs^pirdda 
^idqctiwevq sideälen deskiwjrrtqs^ 

— ^edHkazjqij kpddiirddo dje- 
ziinrrvesiglqSj , — nczesifdva 
iiijq/a , '^wjinqntqf'' — if'Vf^'l' 
Hnferprüte delqr.nic^voa s(inti- 
mji^ntqsj. 

iracldrgq sqnsfiyqc derq- 
fqrmä/ — -^ cjpodfirsekiddr — 
kpavla kqrqinpidq dlnndrimonjq^ 

— qkdavUi pqrlqmrnqfi kqntri- 
Duldoa sukqritpzjöi] — inuide- 
njfjnäqlad'ipudeyes/ — , kqin- 



fango ; las Icyes , escul- 
pidas ö incrustadas cn los cödi- 
gos, ejercian sobrc el de un 
modo poderoso ; y como no 
podia desprendcrsc de estas dc- 
cisivas influcncias, siemprc quo 
legislaba sobre el matriinonio, 
lo haci'a de una manera deh- 
ciente : pugnaba por poner esta 
instituciön en armoni'a con los 
adelantos de la epoca y con el 
nuevo esplritu de la civilizacion; 
pugnaba por desenredarse de 
las envolturas que entrababan 
sus movimientos para marchar 
con paso firme por la nueva 
senda abierta ä las institiiciones; 
pero todo inütil ; si alguna 
vez se desenredaba, vacilaba y 
caia al poco tiempo, cual nino 
que abandona la nodriza al soltar 
los andadores , ö bien cami- 
naba perdido y sin rumbo, cual 
viagero sin guia. Para podcr 
marchar solo , necesitaba una 
larga educaciön , inspirada en 
los nuevos ideales descubiertos, 
educaciön que ha durado die- 
cinueve siglos , necesitaba un 
guia, un mentor, un fiel inttr- 
prete de los nuevos senti- 
mientos. 

Träs largos ensayos de re- 
forma, el poder secular , que 
habia corrompido cl matrimonio, 
6 que habi'a por lo menos contri- 
buido ä SU corrupciön mantenien- 
dola en sus leyes, comprende 



62 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



/»•ende kenne sdlaniikloa t^pxe- 
nerärle/ — Uqpone växola prq- 
teksjqn äelaiglesja\ — Ic^a- 
hrjenäÖle r/usfqsa sushräzqs/, — 
Ullimpjape sucmdnhas, — • Iq- 
^levä ladicjnidaä desakramentq, 
— lqdeklära~ixo delavqlunfdd- 
d'mnä/ ^ — ifqrmuldndq sur- 
leyec naturales — Jcesqn ladeyec 
delamör''/ — Iqkqlqka dnehjelq' 
aJlddqge lavirxinidäz ,. 



que no es el llamado ä regene- 
rarle y lo pone bajo la pro- 
tecciön de la Iglesia, que a- 
bridndolc gustosa sus brazos, le 
limpia de sus manchas, lo eleva 
ä la dignidad de sacramento, 
lo declara hijo de la voluntad 
divina, y fonnulando sus leyes 
naturales , que son las leyes 
del amor, lo coloca en el cielo 
al lado de la virginidad. 



(F. AraVJO. — Ensavo hisiörico-juriduo sobrc cl viatrhnonio efi Roma). 

[La suite au prochain n°.] 

Toledo (Espagne) 1892. D*". Fernando Araujo. 



DIE OFFIZIELLEN ANFORDERUNGEN \N BEZUG AUF 

DIE SPEECHFERTIGKEIT DER LEHRER DER NEUEREN 

SPRACHEN UND DIE REALEN VERHÄLTNISSE.' 

Dass die sprcchfcrtigkeit für die Ichrcr der neueren sprachen 
zur erreichung der ziele ihres Unterrichtes unumgänglich notwendig 
ist, davon sind alle anhänger der sog. reformmethodc überzeugt, 
alle ohne ausnähme, mögen sie einer durchgreifenden reform das 
wprt reden oder mögen sie aus praktischen gründen eine vermittelnde 
methode empfehlen. Diese notwendigkeit ist ihnen allen etwas 
selbstverständliches, eine conditio sine qua non. Aber sie wird und 
ist auch schon früher oft genug von Vertretern der sog. alten methode 
anerkannt worden, so z. b. von dem verstorbenen nach meiner an- 
sieht sehr verdienstvollen prof. Karl Ploetz, der, wie ich annehmen 
zu müssen glaube, gar mancherlei von dem, was ihm neuerdings 
zum Vorwurf gemacht worden ist , und was man spöttisch als 

* I )iesem aufsatze liegt ein Vortrag zu grumle, den icli übi-i- dasselbe thenui 
im anschluss an die glänzende und wirkungsvolle rede des herni prof. Waetzoldt 
über ,,die aufgäbe des neusprachlicben Unterrichts und die vovbildinig der lehrer 
dei" neueren sprachen" am dritten tage der fünften allgemeinen Versammlung der 
deutschen neuphilologen in Berlin zu pHngsten dieses Jahres gehalten habe. Ich 
hatte meinen Vortrag mit genauer angäbe des themas bereits im herbst iScji bei 
henn prof. Zupitza, dem Vorsitzenden des Vereins, angemeldet. Aber zu meinem 
grosse]-, erstaunen erfühl" icii erst ende april d. j. dmch das progranini. dass unter 
den 16 vortragen, die im ganzen angemeldet waren, dei' meinige als nr. 15 ver- 
zeichnet war, und dass herr jirof. WaetzoMt über ein viel weiter gefasstes ähn- 
liches thema sprechen wollte. Daher war ich fest entschlossen, meinen Vortrag 
als unnötig zurückzuziehen und nicht nach Hcrlin zu gehen, besonders da ich 
gerade mit einer langwierigen wissenscliaftlichen arbeit beschäftigt bin, deren 
erledigung neben meiner berufsthätigkeit meine ganze zeit in anspruch nimmt- 
Jedoch Hess ich mich schliesslich duich «las zureden mehrerer freunde, die sich 



64 DiK OFFIZIKLLEN ANFORDERUNGEN ETC. 

"ploetzismus'" bezeichnet , in die einrichtung seiner lehrbücher nur 
drshalb hineingebracht hat, weil er zu jeder zeit und besonders am 
anfang hauptsächlich mit solchen lehrern des französischen zu rechnen 
hatte, die eine genügende, geschweige denn eine vollkommene Fertig- 
keit im mündlichen und schriftlichen gebrauche dieser spräche weder 
bcsassen noch besitzen konnten. 

Fertigkeit im mi'mdlicheii gebrauche und Fertigkeit im schriftUc}u7t 
gebrauche einer fremden kultursprache sind nicht als zwei prinzipiell 
verschiedene Fertigkeiten aufzufassen, die unabhängig von einander 
bestehen können, von denen man die eine sich aneignen, die andere 
bei Seite lassen kann. In der that ergänzen sie sich stets gegenseitig 
und schliessen sich nie einander aus. Ein wenig zu parliren, eine 
gewisse anzahl von Wörtern und redensarten in bezug auf dinge des 
alltäglichen lebens im mündlichen verkehr im allgemeinen korrekt 
anzuwenden, — das kann man allerdings lernen, ohne sich um die 
Schriftsprache zu kümmern. Einige sätze orthographisch richtig und 
ohne erhebliche Verstösse gegen die grammatik zu schreiben, — 
das vermag man auch ohne Übung im sprechen zu erreichen. Aber 
eine vollkommene fertigkeit im mündlichen gebrauche einer kultur- 
sprache hat die vollkommene fertigkeit im schriftlichen gebrauche 
derselben zur Voraussetzung und notwendigen bedingung. Ebenso 
verhält es sich umgekehrt. Wer glaubt, er könne infolge seiner 
grammatischen kenntnisse und einer ausgedehnten lektüre eine fremde 
spräche grammatisch fehlerlos, idiomatisch und gewandt schreiben. 



schon vorlier für den Vortrag intert-ssirt hatten, hcstiinnien. ilie annieldung rles- 
selhen aufrecht zu erhalten und am neupliilologentagc teilziniehmen. Der Ver- 
sammlung gegenüber spreclic ich hiermit noch einmal meinen dank dafür aus. 
dass sie mir trotz der vom vorstände getroß'eneji auordmoig gestattete, uniiiittelhar 
nach herrn prof. Waetzoldt das wort zu ergreifen. Zugleich möchte ich aber 
an dieser stelle meinem bedauern darüber ausdruck geben, dass etwa meinetwegen 
infolge der vorgerückten zeit andere herren, die ebenfalls einen Vortrag angenieldet 
hatten, nicht haben zu worte kommen können. Deshalb cilaube ich mir. an den 
neuen vorstand, den wir für den nächsten neuphilologentag in Karlsruhe erwählt 
haben, die dringende bitte zu ricliten, er möge überhaupt nicht mehr 7)orträge 
annehmen, als aller Wahrscheinlichkeit nach in drei Sitzungen gehalten werden 
körmen, und er möge die mitglieder des Vereins, die zu reden beabsichtigen und 
dies dem versitzenden bei Zeiten anzeigen, von iler zahl, der reihenfolge und den 
themata aller angemeldeten vortrage möglichst bald , also mindestens mehrere 
monate vor der Versammlung, in kenntnis setzen. 



A. Ramdeau in Hamül'RG. 65 

ohne sie mündlich zu beherrschen, der gibt sich einer argen Selbst- 
täuschung hin. 

Ein klassisches beispiel für die abhängigkeit der ^^Am^^fertigkeit 
von der .</)?YtV/fertigkeit ist das Schicksal des lateinischen Unterrichts 
in den deutschen gymnasien. Die Übungen im lateinisch sprechen, 
die ich noch als Schüler in dem gymnasium, dem ich meine Vor- 
bildung verdanke, mit regem interesse, mit fleiss und nutzen mit- 
gemacht habe, sind, wie jedermann weiss, allmählich immer spär- 
licher geworden, immer weiter nach oben hinaufgeschoben und auch 
in den oberen klassen immer mehr beschnitten worden. Einige 
thatkräftige und geschickte lehrer haben es allerdings noch letzthin 
versucht, und zwar nicht ohne erfolg, diese Übungen am leben zu 
erhalten oder wieder neu zu beleben; aber viele andere klassische 
Philologen haben sich in heiligem eifer für die formale bildung, der 
ja schon manches opfer hat fallen müssen, geradezu dagegen aus- 
gesprochen und sie als des hohen zieles des gymnasialen Unterrichts 
unwürdig verworfen. Jedenfalls haben die meisten lehrer der alten 
sprachen neigung und fähigkeit verloren,' das lateinische zu sprechen 
und die schüler im unterrichte dazu anzuhalten. Seitdem ist aber 
auch der lateinische aufsatz eine unangenehme, fast nutzlose last, 
ja eine wahre quäl geworden, für die schüler wegen der anfertigung, 
für die lehrer wegen der korrektur; seitdem ist der lateinische auf- 
satz einem langsamen unvermeidlichen tode entgegengegangen, der 
nun auch vor kurzem in Preussen zur freude der schüler, und wie 
es scheint, nicht zum leidwesen der meisten beteiligten lehrer that- 
sächlich eingetreten ist. 

Was in dieser beziehung für den Unterricht in einer toten, nur 
künstlich lebend erhaltenen spräche als wahr erkannt worden ist, 
das gilt notwendigerweise ebenfalls und mit viel grösserer berech- 
tigung für den Unterricht in den modernen, wirklich lebenden sprachen, 
in den sprachen der zeitgenössischen kulturvölker. In den schulen, 
wo der französische und englische aufsatz blüht, werden gewiss auch 
die mündlichen Übungen mit eifer und erfolg getrieben. Wo diese 
Übungen nur auf dem papiere stehen oder nur ein kümmerliches 
dasein fristen, da wird auch von sicheren und guten erfolgen im 
aufsatze keine rede sein können. 

Die Sprechübungen im französischen und englischen sind also 
vor allem ein vorzügliches mittel, um diese sprachen auch schriftlich 

(Phonetische Studien. VI. ^ 



66 Die offiziellen Anforderungen etc. 

beherrschen zu lernen. Ausserdem sind solche Übungen im Schul- 
unterricht von hoher Wichtigkeit i) wegen des praktischen nutzens 
der Sprechfertigkeit, den man in der that jetzt wieder mehr zu 
schätzen beginnt , den man jedoch früher nach dem vorgange der 
klassischen philologen aus hochachtung vor der formalen bildung 
übermässig verachtete, mit Schlagwörtern wie ,,parliren", ,,sprach- 
meisterei", ,, bonnenfranzösisch", ,, kellnerfranzösisch" u. ä. abfertigte 
und als der idealen aufgäbe einer höhern schule unwürdig erklärte, 
2) wegen der geistigen anregung und durchbildung, die sie, wenn sie 
in geeigneter weise getrieben werden, kindern und heranwachsenden 
Schülern zu verleihen im stände sind , ferner 3; weil sie überhaupt 
den Unterricht in einer fremden spräche beleben und die aufmerk- 
samkeit der Jugend, die beim blossen bücherunterricht leicht erschlafft, 
stets rege erhalten , 4) weil, wenn sich damit eine tüchtige phone- 
tische Schulung und das bestreben seitens des lehrers, die nationale 
ausspräche zu lehren, verbindet, sie die schüler am besten dazu vor- 
bereiten, die fremde litteratur und besonders die fremde pocsie mit 
genuss zu lesen und die eigenartigen Schönheiten derselben, die dem, 
der die fremde spräche nicht spricht, vielfach entgehen, zu verstehen 
und zu würdigen, und 5) weil sie die schüler, falls sie später gelegcn- 
heit haben , ins ausländ zu gehen , dazu befähigen , ohne grossen 
Zeitverlust das fremde volk und die Verhältnisse des fremden landes 
einigermassen richtig beurteilen zu lernen. 

Solche oder ähnliche erwägungen mögen die herren Verfasser 
der neuen Ordnung der reifepriifunge?i an den höheren schulen und 
der neuen Lehrpläne und Ichraufgaben für die höheren schulen in 
Preussen bewogen haben , die sprechfertigkeit der schüler im fran- 
zösischen und englischen sowohl als lehrziel wie als lehraufgabe 
allerorts, wo sich auch immer eine veranlassung bietet, hervorzu- 
heben und damit zugleich an die sprechfertigkeit der lehrer selbst 
sehr hohe anforderungen zu stellen, die, im gründe genommen, 
selbstverständlich sind, soweit sie sich auf neuphilologische lehrer 
beziehen, aber, wenn man ehrlich sein will, unter den obwaltenden 
Verhältnissen, gar nicht so leicht zu erfüllen sind. 

So heisst es in der Ordnung der reifeprüf ungen auf reals;ym- 
iiasien und oherrealschulcn (s. 20, 21): 



A. Ramjjeau IX Hamburg. 67 

Im müuilliclien gebrauche der (französischen) spräche hat der .schülei' 
sich geüht zu erweisen. 

Vom niimdlichen gebrauch der (englischen) spräche gilt dasselbe wie 
bei dein französischen. An die schüler der oberrealschulen sind im franzö- 
sischen und englischen höhere fordcrutigcu zu stellen. 

(S. 29) 

Den Schülern ist hei der Übersetzung des französischen und des eng- 
lischen sciiriftstellers (in der prüfung) gelegenheit zu geben, ihre geübtheitr 
im mündliciien gebrauche der spräche zu zeigen. 

(S. 37) Von dem schüler der rcalschiile oder höheren bürger- 

schule wird in beiden sprachen 

richtige ausspräche luid geläufiges lesen erfordert. In dem mündlichen 
gebrauche der sprachen muss er einige Übung erhalten haben. 

Sogar vom schüler des humanistischen gymnasiums, das ja leider 
in der zahl der französischen Ichrstunden empfindliche Verluste er- 
litten hat, wenn aucli die Verteilung derselben eine bessere geworden 
ist, verlangt man ebenfalls (s. 4) 

einige Übung im mündlichen gebrauche der (französischen) spräche. 
Mit grosser ausführlichkcit und mit einer deutlichkeit und be- 
stimmtheit, die ein missvcrständnis gar nicht aufkommen lässt, be- 
handeln die Lehrpläne und lehraufgahen für die höheren schulen das 
sprechen im französischen und englischen Unterricht sowohl als lehr- 
ziel wie als lehraufgabe. Die darauf bezüglichen bemerkungen und 
anordnungen will ich hier auch möglichst wörtlich und zwar nach 
der offiziellen reihenfolgc der fächer und der schulen anfuhren 
(s. 28 ff.): 

Französisch. A. Gyynnasium. 

a. Allgcme'mes lehrziel einige geübtheit im praktischen, 

mündlichen und schriftlichen gebrauch der spräche. 

1). Lehraufgahen. Quarta. Erwerbung einer lichtigen ausspräche durch 
praktische Übungen zunächst in einem kurzen propädeutischen kursus unter 
ausschluss von theoretischen regeln ^ über lautbildung und ausspräche. Lese- 
übungen, erste versuche im sprechen in jeder stunde. 

Untertertia. Fortsetzung der Sprech- und leseübungen 

Obertertia Übungen im richtigen, betonten [?] lesen und im 

sprechen (frage und antwort) im anschluss an gelesenes und Vorkommnisse 
des täglichen lebens in jeder stunde. 



' Ist es wirklich jemals irgend einem neiiphilologen eingefallen, im fran- 
zösischen oder englischen anfangsunterricht seinen schülern ..regeln" über laut- 
bildung zu geben ? 

5* 



68 Die offiziellen Anforderungen etc. 

Untersekunda. . . . Sprechübungen foitgesetzt wie in III A. 

Quarta bis untersehinda. . . die lektüre und die sich daran anschlies- 
sende Übung im sprechen stehen im mittelpunkt des gesamten unten'iclits. 

Obersekunda bis oberprima. . . . foitgesetze Übungen im sprechen in 
jeder stunde, in dei" hauptsache auch liier auf frage und aiitvvort beschränkt, 
wie in III A. 

B. RealgymuasiiüH. a. Angemeines Ichrzicl Übung im pral<- 

tischen mündlichen und schriftlichen gebrauch der spräche. 

b. Lehraufgaben. Im wesentlichen gelten hier dieselben lehraufgaben 
wie zu A. Der unterschied bemisst sich nach der grossem Stundenzahl und 
der bedeutung des f;ichs im Organismus der schule .... 

Obertertia. . . . Übungen im sprechen wie an gymnasien, nur erweitert 
und eingehender behandelt. 

Obersekunda bis oberprima Sprechübungen in jeder stunde im 

anschluss an gelesenes sowie an Vorkommnisse des täglichen lebens. 

C. Oberrealschule, a. Allgemeines lehrziel. Wie am realgymnasium, 
nur hinzuzufügen: sowie sprachlich-logische Schulung. 

b. Lehraufgaben Sprechübungen im ganzen wie an 

den realgymnasien, nur eingehender. 

Englisch. A. Gymnasiton. a. Allgemeines lehrziel. Sicherheit der 
ausspräche und erste auf fester aneignung der formen, der notwendigsten 
syntaktischen gesetze und eines ausreichenden Wortschatzes beruhende übvmg 
im mündlichen und schriftlichen gebrauch der spräche^ .... 

b. L^ehraufgaben. Obersekunda bis oberprima lese-, 

schreib- und Sprechübungen .... 

B. Realgymnasium, a. Allgemeines lehrziel. Übung im 

praktischen mündlichen und schriftlichen gebrauche der spräche. 

b. Lehraufgaben. Untertertia. Erwerbung einer richtigen ausspräche 
durch praktische Übungen zunächst in einem kurzen propädeutischen kursus 
unter ausschluss theoretischer regeln ^ über lautbildung und ausspräche. 
Leseübungen, erste versuche im sprechen in jeder stunde .... 

Obertertia. Fortsetzung der lese- und Sprechübungen in jeder stunde . . . 

Untersekunda .... Sprechübungen in jeder stunde im anschluss an 
das gelesene und Vorkommnisse des täglichen lebens. 

Obersekunda bis oberprima. Fortgesetzte Übungen im sprechen im 
anschluss an lektüre und tägliche Vorkommnisse. 

C. Oberrealschule. a. Allgemeines lehrziel. Wie bei dem real- 
gymnasium. 

b. Lehraufoahen .... ausgedehntere Sprechübungen. 

' Man beachte, dass der englische Unterricht in preussischen gymnasien 
nur 3 [!] jähre dauert und nur mit 2 [! j wöchentlichen stunden bedacht ist. 

^ S. oben meine bemerkung zu solchen „regeln" im französischen Unter- 
richt. 



A. Rambeau in Hamburg. 69 

Für die realschidcn oder höheren burgerschulen fehlen besondere 
bestimmungen über das sprechen im französischen und englischen 
Unterricht. Aber die lehrziele und die lehraufgaben dieser anstalten 
entsprechen im allgemeinen denen der bezüglichen klassen der ober- 
realschulen. 

Bedeutsam sind folgende stellen in den „methodischen bemer-, 
kungcn zu französisch und englisch" s. 37 ff. : 

Auszugehen ist auf der anfangsstufe für französisch und engliscli von 
der anleitung zu einer richtigen ausspräche unter Vermeidung von allgemeinen 
ausspracheregehi und unter fernhaltung aller theoretisclien lautgesetze ' und 
der lautschrift ^. Am zweckmässigsten erfolgt die erste anleitung in einem 
kurzen lautirkursus ^. Vorsprechen des lehrers, nachsprechen des Schülers, 
chorsprechen imd cliorlesen sind die mittel zur crreichung einer lichtigen 
ausspräche in der schule. Ausbildung der hör- und Sprechfähigkeit des 
Schülers ist stets im äuge zu behalten. 

...... Die Übungen im mündlichen gebrauch der beiden sprachen 

haben auf der untersten stufe bald nach den ersten versuchen in der aus- 
spräche zu beginnen und den ganzen Unterricht von stufe zu stufe zu be- 
gleiten. Die form dieser Übungen ist wesentlich die der frage und antwort; 
der Stoff dazu wird entweder aus der lektüre oder von Vorkommnissen des 
täglichen lebens entnommen. Die mündlichen inhaltsangaben sind nicht zu 
verwerfen, aber als monologe der schüler, weniger geeignet, freude am 
sprechen und Übung im praktischen gebrauch der spräche zu fördein. Ab- 
gesehen von den stunden für schriftliche Übersetzungen soll keine stunde 
ohne kurze Sprechübungen vergehen. So betrieben werden die letzteren den 
übrigen Unterricht wesentlich unterstützen und als grundlegende Vorbereitung 
auf die nur im verkehr mit franzosen und engländern zu erwerbende volle 
fertigkeit im mündlichen gebrauch der beiden fremdsprachen ihren zweck 
erfüllen. 



' Unter den „theoietisclien lautgesetzen" hat man wohl dasselbe zu ver- 
stehen als unter den vorher bei den „lehraufgaben" verpönten „theoretischen 
regeln über lautbildung". Vgl. oben. 

- Dass die lautschrift im anfangsunterricht schlechterdings ferngehalten 
werden soll, dass man nicht wenigstens dem einzelnen lehrer oder dem einzelnen 
lehrerkollegium in diesem punkte freie band gelassen hat. das ist sehr zu be- 
dauern. L'brigens ist nach den mitteilungen, die uns einige direktoren in der 
ersten allgemeinen sitzung des neuphilologentages während der debatte über den 
Vortrag des herrn oberl. Dr. Tanger gemacht haben, das offizielle verbot nicht 
so streng zu nehmen. 

^ Die bezeichnung ,. lautirkursus'' ist ziendich unklar und auf den ersten 
blick leicht irreführend. Indes geht aus den nachfolgenden Worten deutlich genug 
hervor, was die Verfasser unter diesem ausdrucke verstanden wissen wollen. 



70 Die offiziellen Anforderungen etc. 

Aus der gegebenen Übersicht kann man klar und deutlich er- 
kennen, dass mit den veränderten lehrplänen und lehraufgaben die 
üfliziellen anforderungen an die Sprechfertigkeit der lehrcr der neueren 
sprachen auf allen klassenstufen und zugleich an ihre arbeitskraft 
bei der Vorbereitung zu ihrem berufe und bei der ausführung ihrer 
amtsthätigkeit bedeutend erhöht worden sind, und dass, wenn nicht 
etwa die herren Verfasser mit ausdrücken wie ,, ausspräche", ,, sprechen", 
„Sprechübungen" u. dgl. einen ganz andern sinn verbinden, als man 
es zu thun gewohnt ist, jene anforderungen unter den obwaltenden 
Verhältnissen nur sehr schwer erfüllt werden können. Zu meiner 
grossen Überraschung habe ich aber aus den ,,erläuterungen und 
ausführungsbestimmungen", dem anhange zu den Lehrplänen und lehr- 
aufgaben ersehen, dass die herren Verfasser zu glauben geneigt sind, 
die lehrziele, wie sie jetzt gestellt seien, könnten ebenso leicht oder 
gar leichter als bisher erreicht werden und zwar trotz der Vermin- 
derung der auf die neueren sprachen verwandten lehrstunden. 
Vgl. s. 74: 

Die Verminderung der stunden im französischen an allen liöheren 
schulen ist lediglich bedingt durch die notwendigkeit der herabsetzung der 
gesanitstundenzahl. Bei der erheblichen kürztmg des s^raminatischen leru- 
stoffs uiid bei der fortschreitenden durchbiidung der sogen. >ieiierc?i ?nethode ist 
das im \\ esentlichen auf den pral<tischen schriftlichen und mündlichen gebrauch 
der spräche bemessene lehrziel zu erreichen. In diesem vertrauen fühlt sich 
die Unterrichtsverwaltung bestärkt durch die an manchen anstalten bisher schon 
erzielten erfolge und durch das rege streben der lehrer der neueren sprachen, 
unter benutzung aller ihnen zu geböte stehenden mittel, teils in der heimat, 
teils im ausländ füi- den praktischen gebrauch der fremdsyirache sich zu 
befähigen. 

Das englische hat an i'ealanstalten nur eine geringe minde- 

rung der vvochenstunden erfahren, soll aber an gymnasien von II A bis 1 A 
als wahlfreies fach gelehrt werden. Demgemäss wird bestimmt, dass das- 
selbe vom nächsten Schuljahr ab an allen gynmasien, wo es bisher noch 
nicht betrieben wurde und geeignete lehrkräfte sowie die mittel zu deren 
entschädigung in den anstaltskassen vorhanden sind , in II A begonnen und 
fortschreitend bis zui' I A weiter geführt werde .... 

,,Üie erhebliche kürzung des grammatischen lernstoffes" ist in 
der that eine erleichterung für die schüler. Sie ist auch von den 
meisten lehrern, jedenfalls von denen, die freunde der reformmethode 
sind, mit freuden begrüsst worden, gewiss aber nicht deshalb, weil 
sie in einem umfangreichern grammatischen lernstofif irgend welche 



A. Rambeau in Hamburg. 71 

Schwierigkeit für sich selbst erblicken. Der gründlichen sprachlich-, 
logischen Schulung, wie sie noch im französischen Unterricht für die 
lateinlosen anstalten verlangt wird (vgl. oben), — dieser aufgäbe 
sind wohl alle lehret der neueren sprachen stets gewachsen gewesen, 
wenigstens die lehrer, die ein deutsches gymnasium oder realgym- 
nasium durchgemacht , 3 — 4 jähre lang an einer deutschen hoch- 
schule romanische und englische philologie studirt und ein examen 
pro facultate docendi, das sich sehr eingehend mit sprachhistorischen 
und grammatischen fragen zu beschäftigen pflegt, erfolgreich bestanden 
haben. Daran ist nicht zu zweifeln ! 

Eine wirkliche Schwierigkeit liegt für sie lediglich einzig und 
allein gerade darin, dass „das lehrziel im wesentlichen auf den 
praktischen schriftlichen und mündlichen gebrauch der spräche be- 
messen" ist. Sie sollen plötzlich den gesteigerten anforderungen in 
bezug auf Sprechfertigkeit, in bezug auf die praktische beherrschung 
der lebenden sprachen in wort und schrift in ihrem Unterricht ge- 
nüge leisten, aber die mittel der Vorbildung für ihren beruf und der 
so nötigen Weiterbildung in ihrer lehrthätigkeit, die ihnen zur Ver- 
fügung stehen, sind im grossen und ganzen dieselben geblieben und 
die bedingungen, unter denen neue lehrer die befähigung erhalten, 
die lebenden sprachen in den unteren, mittleren und oberen klassen 
zu lehren, — und auf allen klassenstufen müssen sie ja fortan ihre 
Sprechfertigkeit bethätigen — haben sich meines wissens bis jetzt 
durchaus nicht verändert. 

Die berufung auf ,,die in manchen anstalten bisher schon er- 
zielten erfolge" mit der ,, sogen, neueren methode" ist für die reformer 
sehr schmeichelhaft und für die sache der reform recht erfreulich. 
Aber man bedenke, dass die reformmethode ohne die gründliche 
beherrschung der lebenden sprachen seitens des lehrers ein unding 
ist, dass sie steht und fällt mit der Sprechfähigkeit und sprechunföhig- 
keit des lehrers. Die klarsten und feinsten theoretischen erörterungen 
üb(>r die laute, die praktischsten lauttabellen, die beste lautschrift, — 
all dies ist zwecklos, wenn der lehrer selbst nicht die nationale 
ausspräche praktisch beherrscht. Die vorzüglichsten Ichrbücher mit 
den passendsten erzählungen und gedichten, die herrlichsten anschau- 
ungsbilder nützen nichts, wenn der lehrer die fremde spräche, die 
er lehren, und zu deren anwendung im gespräch er seine schüler 
veranlassen will, nicht selbst einigermassen gewandt und richtig spricht. 



72 Die offiziellen Anforderungen etc. 

Vor einiger zeit hörte ich einmal den ausdruck : „Ich spreche eng- 
lisch für den schulbedarf; ich spreche es für die schule gut genug, 
wenn ich auch nicht in England gewesen bin, wenn ich auch nicht 
mit engländern verkehrt habe". Mir kam die Sache verdächtig vor. 
Ich musste unwillkürlich an jenen klassischen philologen denken, 
der mit seinen lateinischen kenptnissen, mit einem italienischen 
Wörterbuch und phrasenbüchlein, mit einem phrasenschatz für den 
,,hausbcdarP', wie er sagte, nach Italien reiste, dort vino Inanco und 
vino nero bestellen lernte, nach einigen wochen heimkehrte und nun 
behauptete, er spreche italienisch ganz gut, es sei auch eine gar so 
leichte spräche. 

,,Ich spreche englisch und französisch für den schulbedarf". 
Das kann so viel heissen: Man nimmt im anschluss an ein lesestück 
einige fragen durch, die man sich ja vorher aufschreiben kann, die 
man auch oft genug in lehrbüchern gedruckt findet, fragt sie ab 
und lässt die schüler die bezüglichen antworten , die man ebenfalls 
oft genug in den lehrbüchern fertig vorfindet, übersetzen, auswendig 
lernen und aufsagen. Eine solche ,, Sprechfertigkeit" ist nicht viel 
wert. Wenn man den schülern nichts besseres bieten kann, da 
sollte man sich als lehrer lieber damit begnügen, ausschliesslich seine 
tüchtigen grammatischen kenntnisse zu verwerten ; da sollte man es 
lieber bei den lektionen, beim übersetzen, beim einüben von formen 
und regeln bewenden lassen. Ich fürchte, dass ein mir bekanntes 
beispicl nicht einzig dasteht, das beispiel einer anstalt, an der die 
fachlehrer beschlossen, die ,,neue methode" zu erproben, sie auch 
ein jähr lang in ihrer weise erprobten, aber danach erkannten, dass 
sie nichts tauge, und daher zur alten bewährten, lieb gewordenen 
lektionsmethode flugs zurrückkehrten ! 

Ich freue mich aufrichtig, dass die preussischc unterrichtsver- 
waltung ,,das rege streben der lehrer der neueren sprachen" aner- 
kennt, ,, unter benutzung aller ihnen zu geböte stehenden mittel, 
teils in der heimat, teils im auslande für den praktischen gebrauch 
der fremdsprache sich zu befähigen". Dieses rege streben besteht 
zweifellos unter den lehrern der neueren sprachen, aber es ist leider 
mit manchem opfer an geld, zeit und avancement verbunden. Ich 
finde nicht, dass dieses streben durch die behörden thatkräftig genug 
unterstützt und gefördert wird. Philologen stammen ja nach der 
aussage eines bekannten Staatsmannes gewöhnlich aus ärmeren oder 



A. Ramiieau IX Hamhurg. 73 

weniger bemittoltcii familicn, als Juristen, sie sind auch in ihrem 
berufe pekuniär schlechter gestellt als diese. Ist es daher vielen 
Studenten und kandidaten der neueren philologie überhaupt möglich, 
Privatunterricht von ausländem zu bezahlcMi und auf eigne kosten 
ins ausländ zu gehen , um dort längere zeit die fremden sprachen 
an ort und stelle praktisch zu studiren und, was mindestens ebenso 
wichtig ist, worauf ich aber hier nicht näher eingehen will, weil es 
nicht zu meinem thema gehört, land und Icute aus eigner anschauung 
kennen zu lernen? t^wa für diesen zweck bestimmte Stipendien 
sind, so viel ich weiss, recht selten. Passende hauslchrcrstellen im 
auslände finden sich nicht leicht, sie haben auch ihre gefahren, 
wenn man das examen noch nicht hinter sich hat. Lehrerstcllen in 
ausländischen privatschulen sind ebenfalls mit einigen gefahren für 
die fortsetzung des Studiums, jedenfalls häufig mit vielen Unannehm- 
lichkeiten verbunden ; sie sind auch gerade dann meist schlecht 
bezahlt und ganz besonders wenig begehrenswert, wenn man nicht 
schon die landcssprachc fliessend spricht, und um das zu lernen, 
dazu vor allem geht man doch in diesem falle ins ausländ. 

Den meisten neuphilologen bleibt nichts anderes übrig, als zu 
warten , bis sie nach dem examen und dem probejahrc oder den 
'Probejahren eine feste anstellung in einer deutschen schule erhalten. 
Gar manche, die es möglich gemacht haben, schon vorher ins aus- 
länd zu gehen und dort ihrer Studien wegen mehrere jähre zu weilen, 
indem sie ihr brot als privatlehrer verdienten , haben dieses ,,rcgc 
streben" nach ihrer anstellung in der heimat schwer büsscn müssen. 
Später als die andern in den Staatsdienst eingetreten, sind sie natür- 
lich im avanccment zurückgeblieben und müssen sich trotz guter 
Zeugnisse und trotz oder gerade wegen ihrer bessern Sprechfertigkeit 
mit geringeren und schlechter bezahlten stellen begnügen. 

Seit kurzem ist zu den schwierigen Verhältnissen, unter denen 
die neuphilologen ihre wissenschaftliche ausbildung erlangen, in 
Preussen noch die einrichtung der zwei probejahre hinzugekommen, 
die sicherlich nicht dazu angethan ist, ihnen die möglichkeit eines 
längern aufenthaltes im auslande zu erleichtern. 

Verglichen mit den altphilologen, die ihre im humanistischen 
gymnasium begonnenen Studien auf der Universität einfach fortsetzen, 
nach 3 — 4 Jahren ihr examen bestehen und nach dem probejahre 
oder den probejahren sofort ordentliclie lehrer mit vollständig ge- 



74 ßlE OFFIZIELLEN ANFORDERUNGEN E IC. 

nügender wissenschaftlicher und pädagogischer Vorbildung werden 
können, sind die neuphilologen überhaupt im nachteil, da inan an 
sie in wissenschaftlicher und pädagogischer bcziehung ebenso hohe 
anforderungen stellt und ausserdem von ihnen die praktische beherr- 
schung der sprachen, die sie lehren wollen, in wort und schrift ver- 
langt. Um dies zu erreichen, und um zugleich die Völker, deren 
Sprache und litteratur man studirt, in ihrem privaten und öffentlichen 
leben, mit ihren sitten, gebrauchen und einrichtungen, mit ihren 
nationalen eigentümlichkeiten, tugenden und fehlem, einigermassen 
kennen zu lernen und sich darüber ein selbständiges , nicht allzu 
oberflächliches urteil zu bilden, dazu genügen nicht ein paar wochen, 
die man in der fremden hauptstadt, eventuell in den tagesstunden 
der Wochentage in einer bibliothek sitzend und handschriften ko[)i- 
rend, verlebt, und in denen man sich zumeist auf einen mehr oder 
weniger lehrreichen verkehr mit hauswirten, bibliotheksdienern, kell- 
nern, droschkcnkutschern, gepäckträgern und ähnlichen an und für 
sich sehr ehrenwerten leuten beschränkt, (iar viele wochen muss 
man bekanntlich im fremden lande zubringen und dabei alle mög- 
lichen gelegenheitcn im ausgiebigsten massc wahrnehmen, ehe man 
im Stande ist , der Unterhaltung einer gesellschaft von gebildeten 
einheimischen ohne Schwierigkeit und mit vollem Verständnis zu 
folgen und in derselben selbst rede und antwort zu stehen. Wenn 
man so weit gekommen ist, — erst dann kann das eigentliche Studium 
der lebenden spräche — und der realien beginnen ; denn vorher 
hat man doch nur im dunkeln oder höchstens im halbdunkel herum- 
getappt, vielfach falsch gehört, falsch nachgeahmt und — das volk, 
land und leute, falsch verstanden und falsch beurteilt. 

Wer also nicht in der läge gewesen ist, einige jähre hinter- 
einander im auslande zu leben, der muss einen vorübergehenden, 
kurzen aufenthalt daselbst recht oft wiederholen. Im gründe ge- 
nommen, sollte dies jeder neuphilologe, der im amte ist und seinen 
beruf ernst nimmt, prinzipiell thun und dazu seine ferien oder von 
zeit zu zeit einen Urlaub benutzen. Denn nichts verliert sich leichter, 
nichts stumpft sich schneller ab als sprechfertigkeit, ausspräche und 
kenntnis der realien, die man sich ebensowenig bloss aus büchern 
erwerben kann, und wären es auch die vorzüglichsten realienbüchrr, 
etwa wie das kürzlich von prof. Wendt veröffentlichte werk über 
England. Leider sind häufig unternommene reisen nach dem aus- 



A. Ramkeau in Hamhurg. 75 

lande mit bc^deutendcn kosten verbunden, besonders wenn man ver- 
heiratet ist ; Urlaubsgesuche werden den neuphilologen merkwürdiger- 
weise von den behörden nur selten oder ungern bewilligt, und die 
Vertretungskosten, die der beurlaubte eventuell ausser den kosten 
seiner reise und seines aufenthaltes obenein noch zu bezahlen hat, 
wirken ernüchternd und ermuntern ihn und seine lachgenossen gewiss 
nicht zu solchen gesuchen. 

In den Lehrplänen und Ichraufgaben wird, wie ich schon oben 
erwähnt habe, bestimmt, dass das englische vom nächsten (also von 
diesem) Schuljahre an in allen (humanistischen) gymnasien in ober- 
sekunda begonnen werde, — wo .... ,, geeignete lehrkräfte sowie 
die mittel zu deren entschädigung in den anstaltskassen vorhanden 
sind". Die Verfasser rechnen also mit der möglichkeit oder vielmehr 
Wahrscheinlichkeit, dass ,, geeignete lehrkräfte" d. h. offenbar neu- 
philologen — von der Sprechfertigkeit, die übrigens, wie wir oben 
gesehen haben, sogar für den englischen Unterricht in luimanistischen 
gymnasien erfordert wird, sehe ich hier ganz ab — an vielen der- 
artigen anstalten für dieses fach nicht vorhanden sind. Ist dies aber 
etwa mit dem französischen Unterricht an allen humanistischen gym- 
nasien der fall? Ich gehe noch weiter. Sind etwa nur ,, geeignete 
lehrkräfte", also neuphilologen, mit dem französischen und englischen 
Unterricht in allen klassen, auch in den mittleren und unteren, d. h. 
gerade da, wo die Sprechfertigkeit am nötigsten ist, in allen übrigen 
höheren schulen, z. b. in allen realschulen betraut? Ich will hier 
keine bestimmte antwort auf diese von mir selbst gestellten fragen 
geben. Aber ich glaube, dass jeder, der unsere schulverhältnisse 
genau kennt, darüber seine begründeten zweifel hegt. 

Ich halte es iür unnötig, bei der Schilderung der realen Ver- 
hältnisse, unter denen die schüler der höheren lehranstalten eine 
genügende Sprechfertigkeit im französischen und englischen erlangen 
sollen, und unter denen die lehrer der neueren sprachen ihre eigne 
Sprechfertigkeit erwerben, bewahren oder vermehren können, noch 
länger zu verweilen. Dagegen möchte ich zum schhiss einige an- 
sichten und wünsche ' vorbringen, — wünsche und hoffnungen, die 
sich wahrscheinlich nicht sobald verwirklichen werden, die jedoch, 

' Die ei<i;i-ntlicheii tliesen sind durcii kursivilnick hervorirehube)!. 



76 Die offizieli,en Anforderungen etc. 

offen und ehrlich ausgesprochen , da sie von der allgemeinen Ver- 
sammlung des Verbandes der deutschen neuphilologischen lehrerschaft 
im grossen und ganzen gebilligt worden sind, immerhin dazu bei- 
tragen mögen , jene realen Verhältnisse allmählich wesentlich zu 
bessern. Ich thue dies nicht als reformer , sondern überhaupt als 
ncuphilologe, dem es daran gelegen ist, dass sein fach an Universität 
und schule ehie gedeihliche cntwicklung nimmt, und dass den offi- 
ziellen anforderungen in bezug auf die Sprechfertigkeit der lehrer 
und Schüler, die niemand missverstehen kann, mit aufrichtigkeit und 
ohne Selbsttäuschung genüge geleistet wird. Diese anforderungen 
sind vorläufig nur für Prcussen gültig. Aber es unterliegt wohl 
keinem zweifei , dass die regierungen der übrigen Staaten Deutsch- 
lands dem beispiele Preussens bald folgen werden. 

/. Es ist zu wünschen, dass die Vorschriften für das examen 
PRO FACULTATE DOCENDi, das die befähigiing für den französischen und 
englischen Unterricht in den mittleren u/id unteren blassen erweisen soll, 
ein wenig verändert werden, utul Z7var scheint es mir notweiuüg, dass, 
da die bez. kandidaten in den klassen unterrichten sollen, tvo das lesen 
und sprechen der fremden spräche weit wichtiger als alles andere ist. 
von ihnen ohne einschränkung und crsatz fli essendes, korrektes lesen, 
eine gute ausspräche und eine vollkommen ausreichende Sprechfertigkeit 
verlangt, aber dafür die übrigen bedingungen für die bestehung eines 
solchen, examens bedeutend eriniissigt werdeit. 

Zu den prüfungsvorschriften ^, welche die Sprechfertigkeit der 
kandidaten für den Unterricht in den oberen klassen betreffen, habe 
ich nichts zu bemerken. Sie entsprechen in vollem masse den an- 
forderungen der Schulpraxis, die in den neuen Lehiplane^i und lehr- 
aufgaben und in der neuen Ordnung der reifeprüfungen enthalten 



1 \'i:l. ilie Prüf tmgsvor Schriften für den unlcrricht an den höheren und 
niederen schulen in Prenssen (Berlin, 1887). § 14 — 15. s. 9— II und § 34. s. 18. 
Besondei's zu beachten sind folgende worte im nachtrag zu § 14 und 1.5, s. 28: 

, Die entscheidende bedeutung für das erwerben der voUständigen lehr- 

befahigung ist der gründlichen kenntnis der gegenwärtigen spräche, ihrer sichern 
beherrschung für den sciiriftlichen und mündlichen gebrauch und einem gewissen 
umfange der belesenheit in ihrer litteratur beizumessen. Durch die strenge ein- 
haltung dieser forderung ist der erfolg des neuspi-achlichen Unterrichtes bedingt, 
aber auch im wesentlichen gesichert; dagegen würde der erfolg des Unterrichtes 



A. Rambeau in Hamüurg. 77 

sind. Nur möchte ich bei dieser gelegenheit meinem erstaunen 
darüber ausdruck geben, dass es überhaupt noch vielen kandidaten 
gelingt, so hohen ansprüchen in bezug auf die mündliche und schrift- 
liche beherrschung der gegenwärtigen spräche und zugleich den 
übrigen keineswegs leichten bedingungen bezüglich ihrer kenntnis 
der historischen grammatik, der älteren und ältesten sprachstufen, 
der metrik und der litteraturgeschichte zu genügen. Wäre es nicht 
vielleicht angebracht, eingehende Spezialkenntnisse in diesen und 
verwandten disziplinen im oberlehrerexamen gar nicht zu verlangen, 
dagegen in diesem punkte das doktorexamen, das daher grundsätz- 
lich nach dem oberlehrerexamen stattfinden sollte, zu erschweren und 
nur gereiften philologen zugänglich machen"? 

2. Es ist zu wünschen, dass die phonetik mit ausschliessliche?- 
beriicksichtigung der laitte der 7nutter spräche und der frevidsprache, 
für die sich der kandidat gcjneldei hat, lueil sie die sicherste gi'undlage 
einer guten ausspräche und einer befriedigenden Sprechfertigkeit bildet, 
ei?i obligatorischer Prüfungsgegenstand itn examen pro facultate docendi 
sowohl für den Unterricht in den oberen als für den in den mittleren 
und unteren blassen werde. 

j. Die behörden sind dringend zu ersuchen, dass sie den Unter- 
richt im französischen und englischen, besonders in den unteren Massen, 
vorzugsweise 7ieuphilologen und nie klassischen philologen, mathematikern 
und anderen ohne lehrbefähigung für diese fächer anvertrauen. 

4. Die behörden sind dringend zu ersuchen, dass sie den lehr cm 
der neueren sprachen gestatten, die vorgeschriebene anzahl der korrek- 
turcn vor allem in den unteren und mittleren Massen zu erniässixen. 



auf das schwerste geschädigt werden, wenn der nachweis von kenntnissen über 
die historische entwicklung der spräche irgendwie als ersatz von inängehi in der 
beherrschung der gegenwärtigen spräche gelten dürfte . . .Für den in der prüfung 
zu erfordernden nachweis historischer Sprachkenntnis ist ein bestimmtes mass be- 
zeichnet die prüfungs-ordnung hat darauf bedacht zu nehmen, dass 

nicht etwa durch eine weitere ausdehnung der prüfungs-forderungen in betreff 
der historischen sprachl<enntnisse das interesse für die gegenwärtige spräche ge- 
lähmt und infolge davon der in dieser hinsieht unbedingt zu stellende nnspruch 
thatsächlich unerfüllbar werde". 



78 Die offiziellen Anforderungen' etc. 

Die sogen, neue Ichrweisc, die sich allmählich bahn bricht, bedarf 
nicht der vielen schrcibübungen ; und zugleich bedingt das regel- 
mässige sprechen der fremden spräche und noch mehr das bemühen, 
die Schüler zum regen sprechen zu bewegen , beim, lehrer eine so 
bedeutende geistige und körperliche anstrengung', dass dafür eine 
cntlastung bezüglich der korrckturen durchaus geboten erscheint. 

j. Die sücdenten der neueren sprachen sollten auf jeder imiversität 
gclegenJuit finden und in geeigneten Vorlesungen und semin ar Übungen 
die nötige anleitung dazu erhalten, sich eine gründliche theoretische 
kenntnis der phonctik zu er^vcrbcn und eine gute ausspräche, und, soiueit 
dies in der heimat möglich ist, eine genügende Sprechfertigkeit zu er- 
langen oder zu bewahren. Die Universitätslehrer sollten ihnen eher 
zureden, als abreden, hauptsächlich zu diesem zweck ein oder zwei 
Semester an einer ausländischen Universität zu studiren. Dem kan- 
didatcn, der aus eigner schuld oder infolge der bestehenden Verhält- 
nisse die anforderungen bezüglich der mündlichen beherrschung der 
fremden spräche im cxamen pro facultatc docendi nicht vollständig 
erfüllt, sollte eine besondere vermerkung eines solchen mangels in 
seinem prüfungszeugnisse unter keinen umständen erlassen werden; 
dagegen sollte man es ihm möglichst erleichtern, diesen mangel 
durch eine nachprüfung zu beseitigen und zwar ohne irgend welchen 
nachteil für das avancemcnt in seinem berufe. 

ö. Die einrichtung der zwei probejahre ist von geringem nutzen 
und sogar eher schädlich für die ^veitere cntwicklung der jungen neu- 
philologen, da sie dazu beiträgt, dieselben noch mehr vom auslande 
zurückzuhalten, und ihnen die verfügbaren mittel zur bcstreitung der 
zu einem aufenthalt in England oder Frankreich erforderlichen aus- 
gaben verkürzt. Die beste, noch so viele jähre dauernde methodische 
Unterweisung und anleitung, die herrlichste methodc nützt nichts, 
auch die sog. neue methodc ist wertlos und ist geradezu unausführ- 



' Aus demselben gnmde und, weil die ofliziell ein|ifü!ilene leforminelhode 
eine sehr sorgfältige und schwierige vorbeieitung für jede stunde erfordert, dürfte 
es wohl ratsam sein, die bisher übliche zahl der dem einzelnen lehrer der leben- 
den sprachen überwiesenen wöchentlichen lehrstunden zu vermindern. 



A. Ramukau in Hamburg. 79 

bar, wenn der junge Ichrer nicht schon von vornherein einen hohen 
grad von Sprechfertigkeit in sein amt mitbringt. 

Die behörddi sind daher dringend zu ersuchen, dass sie den neu- 
philologischen kandidatcn gestatten^ die lange probezeit zu unterbrechen 
oder abzukürzen und dafür j t'^j.) Jahr im auslände zu verwei.e7i 
und, wenn es ihnen möglich ist, dort als Ichrer zu nnrkeii — ohne 
nachtcil für ihre definitive anstellung und ihr künftiges avancement in 
der hciniat. 

7, Die Unterrichtsministerien der deutschen Staaten sind dringend 
zu bitten, dafür sorge zu tragen, dass ihnen die nötigen geldmittel zur 
Verfügung stehen , ufn Studenten , kandidaten und jungen lehrerti der 
neueren sprachen ohne feste anstellung Stipendien zur vervollstündigung 
ihrer Studien im auslande zu gewähren. 

8. Die Unterrichtsministerien der deutschen Staaten, sind dringend 
zu bitten, dafür sorge zu tragen, dass den festangestellten lehrern, die 
ihre Sprechfertigkeit und ihre kenntnis der realien durch einen liingern 
auf enthalt itn fremden Volke auffrischen und sich auf diese iceise für 
ihren Unterricht leistungsfähiger machen ^vollen, ein halbjähriger urlaub 
ohne Schwierigkeit bewilligt werde, sie zu solchen Urlaubsgesuchen eher 
zu ermutigen , als sie davon abzuschrecken , und ihnen eher eine 
ausserordentliche Unterstützung für einen derartigen zweck zu ge- 
währen, als von ihnen die bezahlung von Vertretungskosten zu ver- 
langen und ihnen dadurch die an sich schon beträchtlichen ausgaben 
zu vergrössern. 

9 — 79. Die letzten vier wünsche oder vorschlage, die ich hier 
noch vorzubringen beabsichtige, beziehen sich ausschliesslich auf die 
dezenten der Universitäten. Wir alle erkennen es mit aufrichtiger 
dankbarkeit an, dass sich die deutschen professoren der romanischen 
und englischen philologie unschätzbare und unvergessliche Verdienste 
sowohl um die Wissenschaft selbst als auch um die entwicklung des 
Unterrichts in der schule erworben haben. Wenn sich bei der aus- 
bildung der neusprachlichen lehrer für ihren beruf einige übclstände 
bemerklich gemacht haben , su rühren sie meines erachtcns haupt- 
sächlich von der Ungeheuern überl:)ürdung her, unter der die Uni- 
versitätslehrer ihr amt zu verrichten haben, und die dadurch ent- 



So Die offiziellen Anforderungen etc. 

standen ist, dass, während sich die zahl der lehrstühle verhältnismässig 
wenig vermehrt hat, das gebiet der romanischen und englischen 
Philologie in den letzten Jahrzehnten unendlich gewachsen ist, dass 
ganze disziplincn, die man früher kaum kannte oder beachtete, neu 
entstanden oder wie neu umgestaltet worden sind — ich denke da- 
l)ei vor allem an die phonetik, das Studium der lebe7iden dialekte 
und das der realien — , ferner dass jetzt die Universitätslehrer als 
examinatoren naturgemäss ebenso hohe anfordcrungen in bezug 
auf die praktische beherrschung der französischen und englischen 
spräche an sich selbst wie an ihre prilßnge stellen müssen. Es ist 
daher itn Interesse der sehnte und der Wissenschaft zu wünschen, dass 
den uniz'crsitätskhrern der romanischen und englischen philologie eine 
bedeutende entlasttmg durch arbeitsteilung und gründung neuer Profes- 
suren zu teil 7i.'erde. 

g. Es ist schon längst als notwendig erkannt worden und mag 
hier noch einmal ausdrücklich als not7aendig bezeichnet werden, dass 
die lehrstühle für romanische uud englische philologie an jeder Universität 
getrennt si>nO, und dass nicht das eine fach einem prroatdozenten oder 
einem ausserordentlichen professor überlassen "ivird. 

IG. Es scheint mir durchaus notwendig, dass die romanische und 
englische Philologie an jeder Universität z, eventuell sogar j Professuren auf 
zimieisen hat : l) eine professur vorzugsweise für die älteren und ältesten 
französischen, resp. englischen sprachstufen und litter aturepochen ; 2) eine 
andere 7'orzugsweise für die gegenwärtige französische, resp. englische 
Sprache, auch für die lebenden dialekte und für die neue und neueste 

' Damit spreche icli mich jefloch iiiclit für eine Ueniiung des shidhons der 
romanischen und englischen philologie aus. Ich kann nicht einsehen, weshalh 
die Verbindung von „französisch und englisch" weniger natürlich sein soll, als die 
von „deutsch und englisch" und von „lateinisch und französisch". Man sollte doch 
diese wichtige frage nicht allzu engherzig vom rein linguistischen Standpunkte aus 
beurteilen und beim englischen nur die thatsache als entscheidend ansehen, dass 
die formenlehre und die hauptmasse der Wörter dieser spräche germanischen 
Ursprunges sind. Sobald man „philologie" im weiten sinne fasst und etwa als 
„wissenschaftliche betrachtung und erforschuiig der kultur" eines Volkes oder 
einer völkcrgruppe ilefinirt. ergeben sich von selbst zahlreiche gemeinsame gesichts- 
jiunkte, die eine Vereinigung von „englisch und französisch" im Studium des 
jungen mannes und angehenden lehrers keineswegs als eine „vernunftsehe" er- 



A. Rameeau in Hamburg. 8i 

IHteratur ; e"oentiiell j) eine dritte für die übrigen romanischen sprachen 
neben der französischen, resp. für die übrigen germanischen spracheti 
neben der englischen abgesehen von der detitschen spräche, die ja stets 
durch besondere lehrstühle bedacht ist. 

11. Sehr wünschenswert ist an jeder Universität eine professur 
für Phonetik mit eingehender behandlung des deictschen, englischen und 
französischen lautsystems , wie auch eine professur für vergleichetide 
littcraturgeschichte besonders der germanischen und romanischen Völker. 

12. Es ist zu wünschen, dass neben den privatdozenten auch solche 
Philologen, die längere zeit in der Schulpraxis thätig gewesett sind, bei 
der besetzung netter oder vakanter Professuren für lebende sprachen 
an den Universitäten jnehr , als es üblich zu sein scheint, bcrücksichti- 
gung finden. 

ij. Es ist wünschenstvert, dass das lektorenwesen cnttveder ganz 
abgeschafft oder einer gründlichen reform unterzogen werde. Die 
cvoiituell auf diese weise frei werdenden mittel würden den privat- 
dozenten zu gute kommen können. Falls das lektorenwesen fort- 
bestehen sollte, so wäre wenigstens zu wünschen, dass man grund- 
sätzlich nur solche ausländer, die ihre muttersprache wissenschaftlich 
studirt haben und zugleich deutsch gut verstehen, für lektorstellen 
zu gewinnen sucht, dass man aber auch, um ihre Stellung im lehr- 
körper einer Universität zu heben, ihnen ein ausreichendes gehalt 
bietet und, wenn sie sich fähig erweisen, befriedigende aussichtcn 
für ihr fortkommen in der neuen heimat gewährt. 

scheinen lassen. Dass im laufe seiner wissenschaftlichen entwicklung der eine 
mehr neigung für das französische, der andere mehr neigung für das englische 
zeigen wird, — das ist selbstverständlich. Aber jedennann , der an sich selbst 
diese probe gemacht hat, weiss, dass, wenn man schon eme lebende fremde spräche 
beherrscht, man verhältnismässig geringe Schwierigkeiten zu überwinden hat, um 
emc zweite gründlich zu lernen ; und dieser praktische gesichtspunkt sollte doch 
nicht ganz und gar ausser acht gelassen werden . wenn es sich um die offizielle 
Zusammenstellung der fächer für prüfungsvorschriften und berufsvorbildung handelt. 
Jedenfalls wäre es sehr zu beklagen, wenn infolge staatlicher Verordnungen eng- 
lisch ein ncbenfach der germanisten und Iranzüsisch ein nebenfach der latinisten 
würde. 

Hafnburg, juni 1892. A. R.^mbeau. 



i'hoiiotische Studien. VI. 



GRAMMATIK UND NATÜRLICHE SPRACHERLERNUNG. 

Das natürliche Interesse ist, wie bei der 
muttersprache, so bei der fremden, zunächst 
nur auf den inhalt gerichtet. 

"WiLLMANN, Pädagogische vortrage, s. 7. 

Den anstoss zu einer Umgestaltung des fremdsprachlichen, in 
ersten linie des neusprachlichen Unterrichts haben in der hauptsache 
zwei thatsachen gegeben, nämlich eine mangelhafte ausspräche und 
die zu der aufgewandten zeit und mühe in keinem richtigen Ver- 
hältnisse stehende beherrschung der fremden sprachen, der, wie Victor 
sagt, ,, höchst massige reelle sprachgewinn am ende der sechs- bis 
neunjährigen Schulzeit". 

In bezug auf den letzten punkt kann man einwenden, dass 
dieser sprachgewinn nicht das ziel des fremdsprachlichen Unterrichtes 
sei, dass derselbe hauptsächlich in dem mittelbaren segen liege, den 
dieser Unterricht stiftet. Ob also der zweite Vorwurf wirklich einen 
mangel bedeutet, das hängt von der antwort auf die frage nach dem 
ziele des fremdsprachlichen Unterrichtes ab. 

Ganz anders verhält es sich mit dem ersten punkte. 

Es wäre vielleicht schon eine grössere einigung in bezug auf 
die forderungen der ,,reformer" erzielt, wenn diese beiden punkte 
nicht so oft einander beigeordnet würden, wenn man nicht häufig 
der ansieht wäre, dass die Stellung, die der einzelne der ausspräche 
gegenüber einnimmt, auch seine Stellung zur grammatik (denn um 
die bedeutung derselben für den Unterricht handelt es sich im zweiten 
falle) bedinge. Eine frage — von deren beantwortung freilich die 
gestaltung des fremdsprachlichen Unterrichtes abhängt — liegt über- 



' Ouousque tandein (Willit-lm Vietor), De7- sprachimtcrricht miiss umkehren. 
2. aufläge. Heilbionn 1886. S. 2. 



Emil Hermann Zergieijei, in Kassel. 83 

haupt nur im zweiten falle vor. Im ersteren handelt es sich um 
die uncrlässlichc und selbstverständliche Vorbedingung eines jeden 
neusprachlichen Unterrichtes, wie sich derselbe auch sonst gestalten 
mag. Ist es nicht mehr als selbstverständlich, dass das französische 
französisch, das englische englisch ausgesprochen werden muss? So- 
bald nicht unablässig auf hervorbringung der fremden laute sowie 
der laut- und Wortverbindungen in der fiemden klangfarbe hinge- 
steuert wird, kann mit gutem gewissen doch gar nicht von Unter- 
richt in der betreffenden spräche geredet werden. Wer z. b. in dem 
englischen worte gain „ai wie f/r'' spricht, der spricht eben nicht 
englisch. Träng, detalch und reglemang sind eben keine teile der 
französischen spräche , sind überhaupt keine Wörter. Eine natür- 
lichere und selbstverständlichere forderung als die, auf eine möglichst 
gute ausspräche zu dringen, kann es also im neusprachlichen Unter- 
richt überhaupt nicht geben. Das einzige was wunderbar dabei ist, ist, 
dass es jemals nötig gewesen ist, diese forderung aufzustellen. Quiehl- 
sagt: ,, Gegen den einwand: 'J^^ so genau braucht man es aber auch 
mit der ausspräche nicht zu nehmen !' oder 'Man muss nicht zu 
viel wert auf die ausspräche legen !' wird wohl niemand eine ernste 
Widerlegung erwarten." Ist es nicht wunderbar, dass in einer so selbst- 
verständlichen Sache noch keine vollständige einigung erzielt ist? 
Ich glaube, das kommt zum guten teile daher, dass die gegner der 
sogenannten reform die mittel, welche die „reformer" zur erzielung 
einer guten ausspräche anwenden, an sich, als Selbstzweck, womög- 
lich als einen neuen Unterrichtsgegenstand betrachten und in der 
kampfesstimmung ausser acht lassen, dass lautliche Schulung mit an- 
wendung von lauttafeln und lautschrift, mit erteilung phonetischer 
hilfen nichts als mittel zur erreichung eines jede erörterung, jede 
meinungsverschiedenheit ausschliessenden zieles und mithin in erster 
linic unter diesem gesichtspunkte zu beurteilen sind. Einwände gegen 
lautliche Schulung und die dazu verwandten hilfsmittel haben nur 
dann eine berechtigung, wenn zugleich auf schritt und tritt nach- 



' Ouousque taiidem (Wilhelm Vietor) , Der sp^'aclunitcrricht mnss um- 
kehren. S. 9. 

2 Die einführimg in die französische ausspräche. Lautliche Schulung, laut- 
schrift und Sprechübungen im klassenunterricht. Auf grun<l von untenichtsver- 
suchen dargestellt. Marburg 1889. S. 16. 17. 

6* 



84 Grammatik und natürliche Spracherlernung. 

gewiesen wird, dass ohne diese dinge dieselbe ausspräche erzielt 
wird wie mit ihrer hilfe. Weshalb hebt man das, was trennt, zu 
sehr hervor, anstatt das gemeinsame zuerst freudig anzuerkennen? 
Das ziel einer möglichst guten ausspräche ist. allen gemeinsam, in 
diesem punkte müssen sich alle die hand reichen, welche in einer 
neueren spräche unterrichten. Und da auf keinem gebiete des 
Sprachunterrichtes das fehlerhafte so schwer auszurotten ist wie in 
der ausspräche, muss über allen anderen bemühungen im anfangs- 
unterrichte die sorge um die erreichung dieses nicht zu be- 
streitenden Zieles stehen und es müssen alle mittel, welche dazu 
führen , angewandt werden. Dass die nachahmung allein nicht 
zum ziele führt, ist im hinblick auf die ausspräche von leuten, 
welche , ohne phonetisch geschult zu sein , sich längere zeit im 
auslande aufgehalten haben , oft genug hervorgehoben worden. 
Die nachahmung bedarf einer Unterstützung, und diese bietet die 
Wissenschaft der phonctik. Es kann deshalb keinem zweifei unter- 
liegen , dass das , was Kühn in der besprechung von Quiehls 
oben erwähnter schrift sagt \ wahr ist und sich erfüllen muss. Es 
heisst dort: ,, Quiehls satz : 'Da, wo die nachahmung allein nicht zum 
ziele führt, trete die phonetik in den Unterricht ein' dürfte über 
kurz oder lang zu allgemeiner anerkennung gelangen." Es ist natür- 
lich und dürfte hinlänglich durch die erfahrung bewiesen sein, dass 
das bisherige ausgehen vom buchstaben keine bürgschaft für die er- 
reichung des Zieles bietet. Der buchstabe ist für das äuge, wie aber 
jemand ausspricht, sagt uns das ohr; den buchstaben bringt die hand 
hervor, zum aussprechen gehört der mund. Schulung des mundes 
und ohres ist der nächste zweck, daher muss der laut den ausgangs- 
punkt bilden. Dazu kommt, dass von diesem ausgangspunkte aus 
schon höchst beachtenswerte erfolge in der ausspräche erzielt sind. 
Sollte aber ein weg, den die theoretische betrachtung als den zu- 
nächst liegenden und natürlichen erkennt und der in der praxis mit 
bestem erfolge betreten ist, nicht der richtige sein V Wenn nur einmal 
der grundsatz : ,,der laut voran" allgemein anerkannt ist, dann wird 
hoffentlich auch immer mehr eine einigung erzielt werden über die 
mittel, welche von diesem unumstösslichen ausgangspunkte zu dem 
unumstösslichen ziele einer möglichst guten ausspräche führen. Dieses 



' Zeitschrift fiir französisrlie sprarhc tiiid Utteratiir XII- s. 47. 



Emil Hermann Zergieukl in Kassel. ^5 

ziel ist den reformern die hauptsache, nicht, wie es aus gegen- 
schriften bisweilen scheinen könnte, die phonetik und die lautschrift, 
welche oft genug als schrcckgespenste hingestellt werden. 

Der zweite anstoss zur umkehr lag also in dem mangelhaften 
,, reellen sprachgewinn". Es ist bereits angedeutet worden, dass die 
hauptrollc in dem bisherigen unterrichte die grammatik gespielt hat. 
Wer also nach dem gründe der bisher erzielten crgebnisse des neu- 
sprachlichen Unterrichtes — mögen dieselben nun günstig oder un- 
günstig sein — fragt, hat sich die frage vorzulegen : Welche be- 
deutung hat der betrieb der grammatik für diesen Unterricht ? Dieses 
ist die haupt- und grundfrage der ganzen reformbewegung, von ihrer 
beantwortung hängt die gestaltung des neusprachlichen Unterrichtes 
in der hauptsache ab. Alle fragen, welche sich weiter ergeben, 
sind nur unterfragen. Bevor aber die antwort auf diese frage ge- 
geben werden kann, rauss die frage nach dem zwecke und dem ziele 
des neusprachlichen Unterrichtes erörtert werden. Es würde ent- 
schieden zur einigung beitragen, wenn bei den erörterungen über 
die forderungen der ,,reformer" das ziel des Unterrichtes nie aus den 
äugen verloren würde, wenn jeder, der seine meinung zu jenen 
forderungen äussert, seine Stellung zu dem ziele ausdrücklich hervor- 
heben wollte. Es kann sehr leicht geschehen, dass zwei nur des- 
halb verschiedener meinung über die mittel zur Spracherlernung sind, 
weil jedem von ihnen ein anderes ziel vorschwebt. So lange über 
dieses noch meinungsverschiedenheiten bestehen, ist an eine einigung 
über die wege, welche der neusprachliche Unterricht zu gehen hat, 
nicht zu denken. 

Das ziel des Sprachunterrichtes kann ein unmittelbares oder 
ein mittelbares sein, das erstere würde in dem können der spräche, 
das letztere in der ,, formalen bildung" bestehen. Vielleicht wäre 
die meinungsverschiedenheit in dieser frage nicht so gross, wenn dem 
unterrichte in den neueren sprachen nicht der in den alten vorher- 
gegangen wäre. Es ist klar, dass man die alten, die toten, nicht 
mehr gesprochenen sprachen nicht allein um ihrer selbst willen er- 
lernt, sondern dass man bei ihrer erlernung von vornherein einen 
mittelbaren zweck im äuge hat. Wird es doch von Jäger 1 als der 



' Das humajiis tische gyinnasiiiin und die pclitit>?i um diirchgvcifoiCt- 
rc/orm. Wiesbaden 1S89. S. 28. 



86 Grammatik und natürliche Spracherlernung. 

grundirrtum der perthesianer hingestellt, dass es sich um „leichteres 
oder schnelleres beibringen von latein handle", es handle sich viel- 
mehr darum, die kinder ,, arbeiten, in ihrer weise wissenschaftlich 
arbeiten zu lehren." Anders bei den neueren sprachen. Selbst ab- 
gesehen davon, dass wir es hier mit lebenden von unseren nachbarn 
gesprochenen sprachen zu thun haben, sind diese sprachen gegen- 
über den alten so fbrmenarm, dass der Unterricht wenigstens von 
anfang an dem mittelbaren zwecke nicht in derselben weise gerecht 
werden könnte wie die Unterweisung in der lateinischen formenlehre. 
Lassen wir uns wegen der Ungleichheit der gegenstände nicht be- 
einflussen von dem ziele des altsprachlichen Unterrichtes, so ist es 
klar, dass die naturgemässe jedem sich von selbst darbietende ant- 
wort auf die frage nach dem nächsten ziele des neusprachlichen Unter- 
richtes die ist, welche die philologen Versammlung zu Giessen gegeben 
hat: ,,Ziel des französischen (engl.) Unterrichts ist möglichste an- 
eignung des französischen (engl.) spräche". ' Wird dieses ziel er- 
reicht, so wird damit- zugleich ein grosser mittelbarer segen gestiftet, 
ein nutzen, der dem ganzen menschen zu gute kommt, was trefflich 
ausgedrückt ist in dem bekannten worte : ,,So viel sprachen man 
spricht, so vier mal ist man mensch". Aber auch wenn wir bei dem 
mittelbaren nutzen der Spracherlernung nur an grammatische Schulung, 
an die einsieht in den grammatischen bau einer spräche denken, so 
werden wir — hauptsächlich für die neueren sprachen — der frage 
nach dem werte des könnens für dieses unser ziel nicht aus dem 
Wege gehen dürfen. Es liegt in der natur der Sache und muss mit 
allem nachdruck hervorgehoben werden, dass der Sprachunterricht 
der reformer auf diesen einblick und auf den segen, den derselbe 
stiftet, nicht verzichten kann und will. Einer der schärfsten Ver- 
treter der reform, Bierbaum, hebt ausdrücklich hervor, dass er die 
sprachlich-formale bildung als solche niemals in abrede gestellt habe.- 
In einer anderen sehr entschiedenen reformschrift-'' wird ausdrücklich 
von erzielung ,, derjenigen formalen bildung" gesprochen, ,,auf welche 



' Iliei'bauni, Die aiialytiscli-dirckte me/Iiodc des iiciisprachUchen Unterrichts, •>. 57- 

- \. ;i. o., s. 61. 

^ vSchiiiager , Zur mel/iodik des fratnösiscken a)ifa?igsunterrickts, s. 5- — 
Diese abhaiidluiig leistet vorzügliclie dieiiste für die erste einfi'ihrung in die „neue 
inethode''. 



Emil Hermann Zergiebel in Kassel. 87 

eine höhere schule unter keiner bedingung verzichten kann." In 
der fordcrung des „könncns", des „aneignens" einer spräche ist die 
forderung der bewusstcn anwendung ihrer einzehien teile, des klaren 
einblicks in den bau derselben, schon einbegriffen. Wer unterschriebe 
nicht die forderung Jägers,' dass dem schüler ein Verständnis auf- 
gehen solle ,,von dem, was ein System, ein lehrgebäude, ein sprach- 
licher Organismus ist". Aber ist dieses Verständnis nicht erst eine 
folge des könnens, vor allem in den neueren sprachen? Darum: 
Auch um dieses Verständnisses, um der grammatik willen beginne 
man nicht mit der grammatik. Wird jemand, der den bau einer 
maschine klar legen will, seinen zweck nicht besser erreichen, wenn 
(;r die fertige maschine vor den äugen des betreffenden zerlegt, als 
wenn er dem, der von dem ganzen keine Vorstellung hat, die ein- 
zelnen teile zeigt und aus denselben das werk aufbaut? Jedenfalls 
wird er im ersten falle dem schüler den dienst, den der teil dem 
ganzen leistet, besser klar machen können, als in dem letzteren, er 
wird ihm zeigen können, wie die einzelnen teile in einander greifen, 
wie einer oder mehrere im dienste des ganzen stehen. Anders beim 
aufbau vor dem äuge, das das ganze werk noch nicht gesehen hat. 
Hier wird nur der einzelne teil an sich, als etwas selbständiges oder 
höchstens in Verbindung mit den schon dagewesenen teilen be- 
trachtet, in seinem Verhältnisse zu dem ganzen, in seiner Unter- 
ordnung unter dasselbe kann er nicht sofort nahe gebracht werden. 
Je weniger vielgestaltig der bau der einzelnen teile, je weniger 
schwierig der einblick in dieselben selbst ist, um so weniger wird 
das letztere verfahren zu empfehlen sein. Je einfacher die teile sind, 
um so mehr wird das augenmerk auf die hauptsache, nämlich auf 
ihr Verhältnis zum ganzen hingelenkt werden können. In den neueren 
sprachen sind nun die teile der rede im Verhältnis zu denen der 
alten so einfach, dass schon in dieser Verschiedenheit wenigstens die 
berechtigung liegt, den einblick in das sprachgetriebc nicht durch 
den aufbau, sondern durch Zerlegung zu gewinnen. Die Vorbedingung 
für dm einblick würde also in diesem falle das können sein. Welches 
mithin auch die antwort auf die frage nach dem zwecke des neu- 
sprachlichen Unterrichtes sein möge, das erste und nächste ziel wäre 
in jedem falle das aneignen, das können. Die frage nach der be- 

' A. n. o., s. 32. 



88 Grammatik und natürliche Spracherlernung. 

deutung der grammatik für den Sprachunterricht könnte also für den 
anfang so gefasst werden : Welchen wert hat der Unterricht in der 
grammatik für die erlernung einer spräche, inwiefern setzt er den 
menschen in den stand, dass er sich eine spräche aneignet? Das 
ergebnis eines auf die grammatik aufgebauten fremdsprachlichen Unter- 
richtes wäre im günstigsten falle eine beherrschung der grammatischen 
regeln. Verbürgt eine solche aber das können einer spräche? Denkt 
man daran, in welcher weise der mensch sich seiner muttersprache 
bedient (und hier liegt doch das ideal sprachlichen könnens), so 
wird man diese frage verneinen müssen. Man spricht nicht, indem 
man etwas neues schafft im hinblick auf die grammatik, sondern in- 
dem man gehörtes wiederholt oder analogieen bildet nach den ge- 
hörten Wörtern und Sätzen, deren inhalt interessc hat, nicht nach 
dem bloss erlernten muster der grammatik. Mag liie und da ein 
grammatischer fingerzeig die aneignung erleichtern, mag grammatisches 
wissen später den besitz des unbewusst gelernten befestigen, in der 
hauptsachc erleichtert die grammatik die erste einführung in die 
fremde spräche nicht. Das eingreifen derselben in die frische, 
lebendige aufnähme von sprachstoff wirkt vielmehr hemmend auf die 
aneignung ein. Die grammatik bewirkt nicht den besitz der spräche, 
sie folgt aus diesem besitze. Die daraus sich ergebende natur der 
grammatik zeigt überdies, dass mit dem betrieb derselben vom anfang 
des Unterrichtes an den knaben etwas zugemutet wird, was für sie 
zu schwer ist. ,,Die grammatik", heisst es bei Schmager,i ^^jgt eine 
abstraktion von der spräche und schon deshalb keine passende gcistcs- 
nahrung für lo — 12 jährige knaben". In der epistel ,,an einen jungen 
lehrer" lässt Orbilius Empiricus^ diesen seufzen und sprechen von 
erschrecklicher dummheit 

Und von dem kämpfe, tleii selbst die Ciötter kämpfen vergebens. 

(iar zu langsam begriffen die jungen die simpelsten dinge. 

Man höre die antwort des meisters : 

,. Simi.ielsten dinge, mein freund? Sind wirklich teni])oi;i, modi 
So iKsndgreiflich und einfach, so selbstverständliche dinge? 
Sind sie nicht feines gepräge der kraft des begrifflichen denkensl* 
Und das hältst du für leicht für knaben, die ihrer natur nach 
Nur im schauen begreifen und lernen mit dem gedächtnis?* 



* A. a. o., s. 4- 

■ Pädagogische epistelii von Orbilius Empiricus. Wiesbaden l88y. S. 49. 

ä Fädagogische cpisteln von Oibilius Empiricus. Fünfte epistel. 



E.\iir. Hkkmann ZKUGitiiEi. in Kassel. 89 

Man hemme dieses „schauen" nicht, man lege dem „lernen 
mit dem gedächtnis" durch zu früh angestellte grammatische be- 
trachtungen kein hindernis in den weg. Man halte den knaben, 
der im muntcrni laufe dahineilt, nicht an, um ihm auseinanderzu- 
setzen, in welcher weise er beim laufen die beine zu bewegen hat. 
f>st wenn genügender sprachstoff aufgenommen ist, und wenn sich 
der Schüler cinigermasscn in der spräche zu hause fühlt, kann der 
eigentliche grammatische Unterricht beginnen. Durch denselben wird 
einmal das bisher geübte befestigt, seltenere und deshalb weniger 
geübte spracherschcnnimgen werden dem gedächtnissc eingeprägt. 
Ferner soll der schüler durch diesen Unterricht einen klaren einblick 
in den bau der spräche bekommen, er soll sich der mittel, deren 
er sich bisher bedient hat, bewusst werden. Hierbei würde die be- 
folgung der gesichtspunkte, welche Franz Kern in seinen Schriften 
über den Unterricht in der deutschen Satzlehre aufgestellt hat, gewiss 
aucli dem untcrriclit in der fremdsprachlichen grammatik gute 
dienste leisten. 

Auf zweierlei muss beim unterrichte in der grammatik der 
neueren sprachen besonders geachtet werden. ,,Der laut voran", 
das gilt, wie erwähnt, den reformcrn für die Vorbedingung zur er- 
langung einer guten ausspräche. Aber in diesen worten liegt nicht 
nur das mittel zur erreichung jenes Zweckes ausges[)rochen, sie haben 
noch eine viel tiefere bedeutung. Die forderung der reformer: erst 
der laut, dann der buchstabc, stellt einfach ein Verhältnis, welches 
umgedreht und auf den köpf gestellt war, richtig. Diese forderung 
brachte es erst wieder zum bewusstsein, dass das wort spräche von 
sprechen und nicht von schreiben herkommt. Der laut ist der herr, 
der buchstabc ist der diener, de mund, der spricht, gebietet, die 
hand, die schreibt, führt den befehl unvollkommen aus, das ohr ent- 
scheidet über das richtige oder unrichtige, das äuge nicht. Die 
spräche entwickelt sich im munde des volkes, nicht auf d(>m papiere. 
Es wird durch jene forderung der blick von dem unwesentlichen auf 
das wesentliche, von der schale auf den kern gerichtet. Hierin liegt 
der grosse mittelbare dienst dieser forderung, hierin liegt die volle 
berechtigung zu der ernsten l)ezeichnung ,,Quousquc tandem", unter 
welcher die bedeutungsvolle bahnbrechende schrift Victors zuerst er- 
schi(Mi. l^s handelte sich auch hier um abwcnduns: einer schweren 



90 Grammatik und natürliche Spracherlernung. 

gef'ahr. „Ist es doch manchmal", sagt Hildebrand, ' ,,als wollte das 
tintenklcckscnde säkiüum, von dem in Schillers räubern verächtlich 
die rede ist, nun, am ende des neunzehnten Jahrhunderts, erst recht 
anbrechen. Das ist eine der uns drohenden, anrückenden gefahren, 
gegen die wir uns wehren und waffnen müssen, und die schule muss 
dazu den anfang machen". Dem gegenüber stellt Hildebrand die 
Forderung auf: ,,Das hauptgewicht sollte auf die gesprochene und ge- 
hörte spräche gelegt werden, nicht auf die geschriebene und ge- 
sehene".'-^ Soll die grammatik wahr, den thatsachen entsprechend 
sein, so muss diese fordcrung auch für die fremden neueren sprachen 
befolgt, die forderung von dem grundsatz : erst der laut, dann der 
buchstabe, gezogen werden, die gesprochenen formen müssen den 
geschriebenen gegenüber mehr als bisher zu ihrem rechte kommen. 
Koschwitz kommt freilich in seinem aufsatze Phonetik und gram- 
matifv' in bezug auf die formenlehre zu dem ,, selbstverständlichen 
Schlüsse", dass die französische schulgrammatik nach wie vor vom 
schriftbilde auszugehen habe. Selbstverständlich scheint dieser schluss 
jedoch nur unter der Voraussetzung, dass dem schüler die sprachlichen 
formen zum ersten male in der grammatik entgegentreten, dass der 
Schüler dadurch in die spräche eingeführt wird, dass er die Para- 
graphen der grammatik lernt. Der schüler soll aber, wie wir weit(>r 
sehen werden, die erste bekanntschaft mit den formen an Sätzen 
machen, deren inhalt ihn interessirt. Erst nachdem die formen durch 
unaufhörliche Wiederholung sein eigentum geworden sind, wird das 
zusammengehörige zusammengestellt und so die grammatik gewonnen. 
So weit es irgend geht, wird bei dieser Zusammenstellung in erster 
linie das gehörte zum ausdruck gebracht werden müssen. Damit ist 
natürlich nicht gesagt, dass nicht auch auf die Schreibung rücksicht 
genommen werden soll, aber ihr gebührt erst die zweite stelle. Wie 
nach einiger zeit des Unterrichts alsbald die Schreibung jedes neu 
auftretenden dem schüler zuerst durch das ohr übermittelten Wortes 
gefunden wird, so treten neben die gehörten ableitungsformen eines 
Wortes ihre Schriftbilder, das äuge unterstützt das ohr. ,,Aber auf 

1 Riid. IHMehrand, Vom dcnlsfhen sprarhimlcrrklit i/i der schule und 7'oti 
dciitsclier crzlehiiiig 7md />i/diin<^ ühcrkaitpt. \\. auflagL'. Lei[izig und Perliii 
1887. S. :{4- 

^ A. a. o., s. (). 

^ Zeitsclirift für französische spräche imd Uttcratiir XII', s. 1 — 20. 



Emil Hermann Zergiei;ei, in Kassel. 91 

allen stufen des Unterrichtes sind das ohr und der mund als haujit- 
trager der muttersprache" nicht nur, sondern der spräche überhaupt, 
,,zu behandeln, das augc und die hand in die ihnen gebührende, 
dienende Stellung zurückzuweisen". ^ Durch die gegenüberstellung 
des gehörten und gesehenen — unter fortwährender betonung des 
erstcren als der hauptsache — lernen die schüler zugleich nach und 
nach den grund des Zwiespaltes zwischen laut und schrill erkennen 
und sie bekommen einen einblick in die entwicklung der spräche. 
Darüber aber müssen sie sich klar sein, dass das ohr, nicht das äuge, 
ihnen aufschluss über die gegenwärtig vorliegende sprachform gibt. 
So heisst z. b. der artikel vor einem vokalisch anleitenden worte im 
französischen nicht ,,/ apostroph", sondern /, das e, a ist nicht apo- 
strophirt, sondern ausgestossen worden. Die hochacLtung, welche 
die Schüler vor einem solchen gestrengen apostroph haben, muss 
geradezu etwas vermindert werden. Ebenso verhält es sich mit der 
furcht erregenden cedille. An den verben auf cer ist beispielsweise 
(ebenso wie an denen auf ger) in der formenlehre gar nichts be- 
sonderes zu erwähnen. Don (donnc) verhält sich zu dönö (doatio/ts) 
genau so wie kbmäs (covwience) zu kbmäsö (cofmncnc(ms). Der lautlich 
geschulte schüler wird die Schreibung ohne grosse mühe finden und 
wer etwa das erste mal connnensons schreiben sollte, verdient deshalb 
keinen tadel, da diese Schreibung dem laute entsprechen würde. Der 
schüler, dem der wahre Vorgang klar ist und der doch einmal einen 
Schreibfehler macht, weiss mehr als der, der die betreffende form 
richtig schreibt, der aber der geschriebenen form einen grösseren 
wert beilegt als der gesprochenen. Wenn man manchen schülern 
sagen würde, dass die französischen nomina im plural in den meisten 
fällen nicht verändert werden, so würde man kaum glauben finden. 
Eine solche macht hat die tinte, dass mancher, dem ein wort vor- 
gesprochen wird, dabei mehr sieht als er hört. Es muss aber den 
Schülern zum bewusstsein gebracht werden, dass das s oder x neben- 
sache ist, dass kein thatsächlicher unterschied zwischen singular und 
plural besteht, wenn nicht ein vokal auf das betreffende wort folgt. 
Ein anderes beispiel: Dass die französischen Zeitwörter im sing, und 
der 3. pers. plur. präs. keine endung haben, dessen sind sich wohl 



' Hildebrand, a. a. o., s. ,ö8. 



92 Grammatik und natürliche Spracherlernung. 

noch viele schüler nicht bewusst. Aber so und nicht anders verhält 
es sich doch. 

Noch mehr aber wird das bild der französischen grammatik, in 
erster linie der formcnlehre, dadurch entstellt, dass dieselbe noch zu sehr 
unter der herrschaft der lateinischen grammatik steht, dass der crsatz 
lateinischer formen durch formwörter auf eine stufe mit den alten 
formen gestellt wird. Die abschnitte, welche die lateinische gram- 
matik bietet, bleiben noch in der mehrzahl bestehen und die fächer, 
welche dort ausgefüllt sind, werden auch hier ausgefüllt, anstatt dass 
dem toten sein recht und nicht angefüllt wird, was es nicht gibt. 
Dadurch wird geradezu falsches, thatsächlich nicht bestehendes den 
Schülern geboten. Dann aber hat dieses vorgehen auch den grossen 
nachteil, dass zusammengehöriges in der Vorstellung der schüler aus- 
einandergerissen, nicht zusammengehöriges neben einander gestellt 
wird. Kern ' zählt z. b. sieben arten von prädikatsbcstimmungen für 
das deutsche auf, diese schrumpfen im französischen zu fünf zu- 
sammen, da ,,dativ", ,,genetiv", ,,mit präpositionen" in eine gruppe 
zusammenfallen. Ebenso kann zwischen attributen ,,im genetiv" und 
solchen ,,mit präpositionen" kein unterschied mehr gemacht werden. 
,,Es kann alles nichts helfen: Die französischen hauptwörter haben 
formell überhaupt keinen kasusmehr."^ Dem knaben muss du pcrf 
und avec le pcre als dieselbe Verbindung erschenien, nicht aber du 
pere als genetiv und avec Ic pcre als hauptwort mit Verhältniswort. 
Und erst beim zeitwort! Besteht man auf der einteilung in regel- 
mässige und unregelmässige Zeitwörter, so kann man zu den ersteren 
doch nur diejenigen rechnen, deren formen aus stets gleichem stamme 
und den endungcn bestehen. Trotzdem es unter den Zeitwörtern 
auf oir kein solches gibt, hat man eine ,, regelmässige dritte konju- 
galion" aufgestellt. Die präsentia von pouvoh- und vouloir treten in 
der Vorstellung des Schülers an eine andere stelle als das von rcce- 
voir, während sie doch nach denselben gesetzen gebildet sind. Die 
Zeitwörter auf /;■ mit der abweichenden Stammerweiterung bilden die 
,, regelmässige zweite konjugation", das so schön regelrechte vetir, 
welches höchstens, d. h. wenn man die alte einteilung massgebend 
sein lässt, ein ,, unregelmässiges" II. partizipium hat, gehört zu den 

' Grundriss der deutschen Satzlehre, s. 2y. 

2 OuoiisquL- tandem fWillielm Victor), a. a. o.. s. In. 



Emil Hermann Zf.kgif.hel in Kassel. 93 

„unregelmässigen". In der Vorstellung der schüler ist eine scharfe 
grenze gezogen zwischen den vier konjngationen, und doch, wie gering 
sind die Verschiedenheiten in der l"orml)iIdung. Der blick für den 
Zusammenhang wird getrübt, ja selbst das gleiche wird nicht immer 
erkannt. Dass sämtliche imperfekta des indikativs gleich gebildet 
werden, dass sich die Verschiedenheiten in der bildung anderer formen 
notwendig aus bestimmten gesetzen ergeben, dass z. b. in vihie ticns 
assieds nieitrs re(ois derselbe Vorgang vorliegt, das kann nach der 
alten anordnung nicht zum ausdruck kommen. Sieben zciten (fünf 
einfache und zwei zusammengesetztcj weist das finite verbum neben 
dem imperativ auf; die grammatik enthält der(Mi vierzehn. ,,Es kann 
alles nichts helfen" : Die französischen Zeitwörter haben formell kein 
perfectmn, kein plusquampei-fecUmi, kein futui-um cxactimi u. s. w. 
mehr. Liegt denn in // a donni eine andere grammatische Verbindung 
vor als in // a soif? Ist dort die adjektivische form des verbums 
nicht in derselben weise mit einer finiten form verbunden wie die 
substantivische beispielsweise in il satt paider? Das lateinische pas- 
sivum besitzt die französische tochter formell nicht mehr, die gram- 
matik zwingt es ihr mit gewalt auf. Dann werden besondere regeln 
über die Veränderlichkeit des participe passi\ welches mit ctre kon- 
jugirt ist, aufgestellt. Der schüler, dem In portc est haute geläufig 
ist, lernt la porte est ouverte als etwas ganz besonderes, neues. Das 
mit ai'oir konjugirtc participe passi' wird erst recht ganz für sich be- 
handelt und doch liegt nichts als das veränderte adjektiv vor wie 
z. b. in // a les cheveiix Monds. Wenn es bei Plötz [Schulgrammatik, 
lektion 46) mit bezug auf la chair heisst : ils la 7nangeaient crue, so 
liegt doch hier genau dieselbe grammatische Verbindung vor wie in 
ils l'avaiejit inangie. 

Die grammatik, da abstraktion von der spräche, ist also in der 
hauptsache nicht als ein mittel zur aneignung hingestellt worden. 
Welches ist nun dieses mittel? Die antwort auf diese frage wird 
uns ein blick auf die natürliche erlernung der muttersprache geben, 
weil hier das uns vorschwebende ziel mit unfehlbarer Sicherheit er- 
reicht wird. Aber, wendet man ein, die Verhältnisse im leben sind 
doch ganz anders als in der schule. Es ist freilich wahr, wie gering 
ist die zeit, welche hier gegen dort zu geböte steht. Der nachtcil 
wird aber, wenn auch nicht aufgehoben, so doch abgeschwächt da- 
durch, dass die kinder, welche die erlernung der fremden spräche 



94 Grammatik und natükmche si'racherlernung. 

beginnen, geistig viel reifer sind als die, welche anfangen, ihre 
muttersprache zu erlernen, und ferner dadurch, dass jene systematisch 
geleitet, unterrichtet werden, während sich diese vor ihrer Schulzeit 
meist frei herumtummeln. Die sprachlichen fehler, welche sich nach 
der heimat des kindcs und nach dem bildungsstande seiner Umgebung 
im gedächtnis festsetzen, werden beim fremdsprachlichen unterrichte 
vermieden, da dem schüler von vornherein die spräche nur in der 
richtigen gestalt nahe gebracht wird. In der schule, wendet man 
ferner ein, wird das auf natürlichem wege erlernte durch den Unter- 
richt ergänzt. Wenn nun dieser Unterricht aber den unterbau nicht 
hätte? Würde nicht in den fremden sprachen der aufbau schneller und 
sicherer von statten gehen, wenn ein ähnlicher Untergrund vorhanden 
wäre, wenn der Unterricht zunächst einmal das ziel im augc hätte, 
welches die kindcr, die in die schule eintreten, in bezug auf ihre 
muttersprache erreicht haben ? Natürlich kann der unterbau hier 
nicht so breit sein wie dort, dafür aber besteht er nur aus richtigem, 
das nur befestigt und erweitert zu werden braucht, während dort 
manches falsche ausgemerzt werden muss. Wer einmal dem unter- 
richte in einer elementarklasse beigewohnt hat, der weiss, was dieses 
ausmerzen bedeuten will, und dass sich der lehrer der fremden spräche 
in einem gar nicht zu unterschätzenden vorteile befindet. Der Unter- 
richt in der muttersprache, so lautet ein anderer einwand, wird nicht 
nur durch den Unterricht in den anderen fächern, sondern auch durch 
das leben auf schritt und tritt unterstützt. Wer wollte diesen grossen 
vorteil, die Ungleichheit der Verhältnisse verkennen und unterschätzen. 
Indessen ist auch hier nicht zu verkennen, dass das leben hemmnisse 
und Störungen bietet, die dem fremdsprachlichen unterrichte nicht er- 
wachsen. Und wenn die schule auch den weg, den die natur einschlägt, 
nicht so wie diese durchwandern kann, soll er ihr deshalb nicht stets 
als muster vorschweben y Die Sicherheit, mit der auf dem natürlichen 
wege das ziel erreicht wird, ist so gross, dass selbst dann noch genug 
herauskommen muss, wcini dieser weg unter erschwerten umständen 
begangen wird. Auf dem natürlichen wege kommt jeder mit ge- 
sunden sinnen ausgestattete mensch zu einer gewissen beherrschung 
seiner spräche, er kommt nicht in Verlegenheit, wenn er einen 
wünsch äussern, seine freude oder trauer ausdrücken, seine erlebnissc 
erzählen will. Der ,, reelle sprachgewinn", den das kind von der 
natürlichen erlernung der spräche hat, ist grösser als der, den ein 



Emil Hermann Zkkgilüel in Kassel. 95 

auf die fbrin auigcbautcr Unterricht „am endo einer sechs- bis neun- 
jährigen Schulzeit" erzielt. Und weshalb V Das kind denkt in seiner 
spräche, der schülcr besinnt sich auf die regeln der grammatik oder 
vergleicht in dem augenblickc, wo er spricht. Aber nur der kann 
eine spräche, der in ihr zu denken vermag, und unumstösslich ist 
was Stier in dem nachwortc zu seiner reichhaltigen Französischen 
sprachscJmle^ sagt: ,,Der schüler muss französisch denken lernen. So 
lange er nicht französisch denkt, so lange lernt er nicht französisch 
sprechen." Das denken in der fremden spräche muss mithin von 
anfimg an angebahnt werden. Dass personen, Sachen, thätigkeiten 
sich dem schüler ohne die hemmende vermittelung der muttersprache, 
ohne die störende besinnung auf die rcgel in dem gewande der 
fremden spräche darbieten, darauf muss vom ersten satze an rück- 
sicht genommen werden. Es gäbe ein einziges, das diese rücksicht 
einschränken könnte, das wäre die rücksicht auf die ausspräche. Zum 
glücke aber stehen sich diese beiden rücksichten nicht feindlich gegen- 
über, sondern sie unterstützen einander. 

Wie wird der schüler zum denken in einer spräche gebracht';^ 
Wie wird Sprachgefühl in dem kinde geweckt? Das ist die frage, 
deren beantwortung die wcge weist, welche der neusprachliche Unter- 
richt von anfang an .zu gehen hat. Mit anderen werten : Wie wird 
das kind angeleitet, sich der fremden spräche von anfang an in 
möglichst ähnlicher weise zu bedienen, wie es sich zuerst seiner 
muttersprache bedient? Worin besteht denn das gcheimnis der herr- 
schaft, welche das kind über seine muttersprache ausübt? Ist es 
die menge des Sprachstoffes, die grosse des wortvorrates? Nein. 
Der primaner kann einen grösseren wortvorrat, viel reichere gram- 
matische kenntnisse in der fremden spräche haben, die er nicht 
sprechen kann, als das kind in seiner muttersprache hat, über die 
CS nach seinem bcdarfe verfügt. Aber sein kleiner besitz ist lebendiger 
besitz, mit dem es schalten und walten, mit dem es wirtschaften 
kann. Und wodurch kommt das kind zu dieser fähigkeit? Durch 
unaufhörliche Wiederholung derselben oder ähnlicher Wörter und 
Wendungen. Und diese Wiederholung geschieht an Stoffen, welche 
das kind interessiren. Während der mund das wort ausspricht, ist 



* Georg StitT. Französische sprachsckule. Ein liilt'stjuiii zur einti'ihrung in 
die französische konveisation. 'J aufl. Leipzig, Blockhaus. l8h5. S. 337. 



96 Grammatik und NATüRr.iCHE Spracherlernung. 

dir scele erfüllt von dmi inhaltc. Hinter den Worten stehen personen, 
welche das kind liebt, welche es täglich um sich sieht, gegenstände, 
welche ihm freude machen, welche es schauen und fassen kann, das 
kind spricht keinen leeren satz, es kennt keine worte ohne inhalt. 
Man gebe also dem kinde einen stoff, für welchen es sich lebhaft 
interessirt, welcher es fasst, soweit es nur zu fassen ist, und man gebe 
ihm gelegenhcit, diesen stoff von den verschiedensten Seiten zu be- 
trachten und somit innerhalb eines kleinen seine teilnähme möglichst 
in anspruch nehmenden kreises häufige Wiederholungen anzustellen. 
Wie weit werden nun die jetzt im neusprachlichen unterrichte 
gebraucht(^n lehrmittel dieser forderung gerecht "? Die meisten der 
neueren lehrbücher legen dem ersten unterrichte ein lesestück zu 
gründe. Hier ergibt sich aber eine Schwierigkeit, die durch die kluft 
zwischen inhalt und form des gebotenen hervorgerufen wird. \'iele 
französische lesestücke, welche dem inhalte nach recht W'ohl für 
9 — lojährige knabcn passen, sind der form nach zu schwierig für 
sie. Dies gilt in erster linie für diejenigen anstalten, an welchen 
das französische die erste frcmd(> spräche ist, die die knaben er- 
lernen, es bewahrheitet sich aber auch gegenüber solchen Schülern, 
welche vorher bereits ein jähr lang lateinisch getrieben haben. Ist 
auf der anderen seite die form so einfach, dass sie dem schüler, 
der zum ersten male an die spräche herantritt, geboten werden darf, 
so entspricht der inhalt der stücke leicht einem früheren alter als 
dem unserer sextaner und quintaner. Das ideal vtäre, den Schülern 
Sprachstoff, welcher ihrem alter entspricht, in der form zu bieten, 
deren sich das französische kind bedient, welches die ersten sprech- 
versuche macht. Das kind lernt zuerst die gegenstände, welche es 
sieht, benennen. Der Unterrichtsstoff — die Umgebung — entspricht 
dem alter jedes schülers. Ist es doch auch das erste verlangen des 
erwachsenen , der mit gesundem empfinden in ein fremdes land 
kommt, seine nächste Umgebung im gewande der fremden spräche 
kennen zu lernen. Und aus unseren knabcn ist gottlob noch nicht 
alles natürliche verlangen so weit getrieben, dass Löschhorn recht 
hat mit dem, was er in Rethwischs Jahresberichten über das höhere 
Schulwesen von 1887 bei der erwähnung von Fetters Lehrgang der 
französischen spräche ' sagt. Es heisst da : ,,Da sind die famosen 

* Vs:l. über das biicii ]'"etters auch Klinolianlt, Die alte}) imd die jtoigen. 



Emil Hermann Zergiehk.i. in Kassel. 97 

satzgnippcn la fa7>iilh\ la maison, r appartement, l'icole zusammenge- 
stellt. Erst nach mehreren Seiten atmet der schüler auf bei der über- 
schrie Charlcviagnc." Träfe der letzte satz zu, so würde darin eine 
sehr grosse gefahr liegen. Wenn das wahr ist, dann allerdings kann 
von einer natürlichen Spracherlernung nicht mehr die rede sein. 
Wehe unserer jugend, wenn die gelehrsamkeit so die natur in ihr 
erstickt hätte, dass sie beim unterrichte in einer fremden spräche 
sich ohne teilnähme über ihre Umgebung unterhielte und erst ,, auf- 
atmete bei der Überschrift Charlemagne" . Gott sei lob und dank, so 
weit ist es noch nicht gekommen, unsere schüler sind noch natürliche 
mfMischen und folgen dem wege, den die natur zeigt, mit herzer- 
hebender freude. Was liegt somit näher, als" dass bei dem ersten 
unterrichte in der fremden spräche die anschauung zu hilfe genommen, 
dass dem schüler zunächst seine Umgebung in das gewand der fremden 
spräche gekleidet wird? Die von M. D. Berlitz bearbeiteten, bei 
Siegfried Cronbach in Berlin erschienenen höchst beachtenswerten 
bücher llihren in der angegebenen weise in die spräche ein. Der 
bei diesem verfahren in betracht kommende stoff ist jedoch, wenn 
wir uns zunächst das klassenzimmer vorstellen, bald bewältigt. Die 
herbeischafifung weiterer anschauungsgegenstände würde mit Schwierig- 
keiten verbunden sein, auch könnte, wollte man sogleich auf diesem 
wege fortfahren, leicht zu dingen gegriffen werden, die nicht im 
IxTeiche des anschauungskreises der schüler liegen. Es handelt sich 
darum, anschauungsmaterial zu bieten, welches jeder zeit zur hand 
ist, welches innerhalb des vorstellungskreises der schüler liegt und 
dessen einzelne teile örtlich und womöglich auch ihrem inhalte nach 
eine feste, zusammenhängende reihe bilden. Und da treten nun die 
anschauungsbilder in den dienst des Unterrichts. ,, Diese bilder in 
planmässiger weise im fremdsprachlichen Unterricht nutzbar gemacht 
VW haben, ist besonders das verdienst von Ferd. Schmidt, realschul- 
direktor in Hanau." ' Fürwahr, das ist ein verdienst, für welches 
lehrer und schüler nicht dankbar genug sein können. Dieser dank 
hat bereits vor zwei jähren einen schönen ausdruck gefunden. Auf der 
I 5. Jahresversammlung des Vereins von lehrern an den höheren schulen 



n uml die besprechung von Dr. A. Beyer, im ilritten bände dieser Zeitschrift, 
■J42 — 246. 

' Quiehl, a. a. o., s. 37. 
l'iioneliscbe Studien. VI. 7 



98 Grammatik und natürliche Spracherlernung. 

der provinz Hessen-Nassau und des fürstcntums Waldeck, welche 1890 
in Hofgeismar stattfand, hielt herr direkter Schmidt einen Vortrag über 
den „anschauungsunterricht im französischen" und legte das verfahren 
in den grundzügen praktisch dar. Der vertrag wurde in seinem 
theoretischen und praktischen teile mit immer wachsender teilnähme, 
mit lebendiger begeisterung aufgenommen. Möchte dieser beifall 
aus der provinz hinaus an die ohren und in die herzen aller lehrer 
gedrungen sein , welche Unterricht in den neueren sprachen er- 
teilen, damit die aufmerksamkeit aller immer mehr auf ein Unter- 
richtsmittel hingelenkt werde , welchem eine hervorragende rolle 
im anfangsunterrichte in den neueren sprachen gebührt. Dieser ver- 
trag liegt in seinen hauptzügen gedruckt vor in den Vcr/ia/idliin^'C/i 
jener Versammlung. ' Auch im XXV. hefte der Lehrproben und lehr- 
gänge hat herr direkter Schmidt auf ausdrückliche aufforderung des 
herausgebers sein verfahren dargelegt. Mit besonderer freudc ist es 
zu begrüssen, dass sowohl in den Verhandlungen als auch in den 
Lehrproben kleine aufsätze abgedruckt sind , welche schüler nach 
emjährigem unterrichte im französischen geschrieben haben, es sind 
beschreibungen des im hölzeFschen verlage in Wien erschienenen 
irühlings- und herbstbildes. Die praktischen erfolge, welche uns da- 
mit vor äugen geführt werden, entsprechen durchaus den erwartungen, 
welche die theoretische erwägung erweckt. 

Alle vorteile des unterrichtsganges liegen darin ausgesprochen, 
dass er natürlich ist. Die oberste Vorbedingung alles erfeiges im 
unterrichte, das interesse, ist in hervorragendem masse vorhanden. 
Man wendet — im sinne von Löschhorns oben angeführter be- 
merkung — ein : Die Umgebung ist den Schülern bekannt, was bieten 
thüren und fenster, decke, fussbeden, wände, was bieten die gegen- 
stände auf den bildern neues, das die kinder interessiren könnte? 
Diese frage mag berechtigt sein, wenn es sich um blossen anschauungs- 
unterricht handelt. Für unseren fall aber gilt es, diese gegenstände 
den Schülern in das gewand der fremden spräche zu kleiden. Je 
bekannter und geläufiger der stefif ist, um se grösser ist das verlangen, 
ihn im neuen gewande kennen zu lernen, und um so mehr kann sich 
zu gleicher zeit die thätigkeit des Schülers der form zuwenden. Mit 



' Erschienen in Hofgeismar. Hon)uchdruokerei von L. Keseherg, königl. 
hofl. i8ye. 



Kmil Hermann Zergiehei, in Kassel. 99 

vollem rechte heben Victor und Dörr im Vorworte zu dem Englische?! 
Icsebuclie (seite VII; hervor, „dass es dem fremdsprachlichen unter- 
richte besonders in seinen anfangen wohl gestattet sein mag, Stoffe 
vorzuführen, welche inhaltlich recht leicht zu bewältigen sind, damit 
das interesse sich desto mehr auf form und spräche richten lasse". 
Ich möchte für die worte ,,wohl gestattet" sogar ,, geboten" einsetzen. 
Die nächste Umgebung, das sachlich dem schüler bekannte ist der 
von der natur gebotene ausgang auch für die erlernung der fremden 
neueren sprachen. Ehe der schüler auf französisch auskunft über 
Karl den grossen und seine thaten zu geben angeleitet wird, muss 
ihm das, was ihn täglich umgibt, in der französischen form bekannt 
sein, geradeso wie er mit seiner heimat bekannt gemacht wird, ehe 
er fremde ländcr kennen lernt. Besser als alle darlegungen beweisen 
die leuchtenden äugen der so unterrichteten schüler, beweist die 
stets wachsende lust, die herzerquickende frische und lebendigkeit, 
mit der sie diesem unterrichtsgange folgen, dass sie diesen weg ge- 
führt sein wollen, dass dieser gang das wichtige gebot befolgt, ,,sich 
der jugendlichen geistesthätigkeit anzuschmiegen".' Diese freude an 
dem schauen der bekannten dinge iln fremden gewande begleitet 
den schüler aus dem schulzimmer nach hause. Was er in der schul- 
stubc in Wirklichkeit oder auf dem bilde gesehen, das begegnet ihm 
in der elterlichen wohnung, auf der Strasse, in wald und flur. Schule 
und leben der kinder treten in die lebendigste Verbindung, wenn der 
Unterricht als nächstes ziel sich das stellt, die dem schüler bekannte 
ihm innerhalb und ausserhalb der schule entgegentretende weit mit 
einem neuen kleide zu umgeben. Somit wird zu gleicher zeit jene 
wichtige forderung erfüllt, welche Güssfeldt in seinem bekannten auf- 
satze über die ,,erziehung der deutschen Jugend" 2 besonders her- 
vorhebt: ,, Nichts macht dem schüler kenntnisse so lieb und zum 
festen besitz als ihre nutzanwendung; der drang dazu ist auch vor- 
handen. Ihr muss ein reicher Spielraum in dem Unterricht einge- 
räumt werden". Auf schritt und tritt wird dieser drang befriedigt, 
empfindet der schüler die freude, von dem gelernten gebrauch machen 
zu können, wenn der Unterricht der natur folgt und die anschauung 
zur grundlage nimmt. Ein weiterer vorteil ist der, dass eine un- 



' Williiumn, Pädagogische iwlriige. I^eipzig. 1886. s. f). 
* Deutsche rtmdschaii X\'I, 4, s. 46. 



loo Grammatik und natürliche spracherlernuxg. 

mittelbare Verknüpfung zwischen dem angeschauten gegenstände und 
dem fremden worte, bczw. zwischen der thätigkeit und dem satze, 
der dieselbe ausdrückt, stattfindet, dass somit der hemmende umweg 
über die muttersprache vermieden wird. Wenn der schüler ein haus 
vor sich sieht und dasselbe in der französischen stunde ihm sogleich 
als „maison'' entgegentritt, d. h. wenn er nicht den weg von dem 
begriffe haus zu dem deutschen worte haus und von da zu maison 
macht, sondern mit dem begriffe des hauses sofort das gcwand ?naisoji 
verbindet, so hat er damit den ersten schritt zu dem ziele, dem 
denken in der französischen spräche, gethan. Der schüler vollzieht 
hierbei jenen schöpfungsakt, welchen Hildebrand ^ so schön beschreibt: 
,, Inhalt und form, kern und schale haben sich gefunden, und das wird 
zugleich ein augenblick reinster geistiger freude, geistigen genusscs, 
weil es zugleich ein eigenes nachschaffen des schon verstandenen 
ist, ein kleiner schöpfungsakt in uns". Die vorteile dieser unmittel- 
baren Verknüpfung bat Felix Franke in seiner bekannten schrift Die 
praktische spracherkrnimg dargelegt. Es ist klar, dass das deutsche 
bei dem unterrichtsgange nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist, und 
dass es nötigenfalls ebenso wohl wie die grammatik zur hilfeleistung 
herangezogen werden kann. Es kommt nicht darauf an, dass gewisse 
grundsätze ohne die geringste abweichung durchgeführt werden, 
sondern darauf, dass das ziel auf einem gesunden wege erreicht wird. 
Man wird jedoch die muttersprache wohl nicht in jedem falle zu 
hilfe nehmen dürfen, in dem der schüler bei etwas neu auftretendem 
vor einem rätsei steht. Wird dem schüler eine frage in einer fremden 
spräche vorgelegt, in welcher ein unbekanntes wort vorkommt, so- 
würde ihm die Übersetzung dieses wortes sogleich über die Schwierig- 
keit hinweghelfen. Er würde das wort aber vielleicht ebenso schnell 
wieder vergessen, wie er es gehört hat. Es wird eine verwandte 
frage gestellt, der schüler merkt, dass er vermag, das verlangte selbst 
zu finden, das verlangen, die sache ohne hilfe zu verstehen, er- 
wacht in ihm und was er so selbst erarbeitet hat, das haftet. Es 
gilt hiervon das, was Münch- in bezug auf die erlcichterung der 
präparationen in den französischen Schulausgaben sagt: ,,\Vird die 



' A. a. o., s. 7. 

- Zur f&rderung des französischen tinlerrickis inshesondere auf realgyni- 
nasieii. Heilbionn 1883. S. 89. 



F!mil Hermann Zergiebel in Kassel. ioi 

frage im momcnte des aiiftauchens auch schon gelöst, das bedürfnis 
unmittelbar befriedigt, so bleibt kein eindruck, keine erinnerung. Es 
bedarf einer gewissen Spannung zwischen wünsch und erfüllung, 
zwischen frage und antwort." Wenn ein neues wort oder eine neue 
Avendung an das ohr klingt, dann horchen die kleinen auf, sie sind 
begierig, das, was ihnen in der fremden spräche entgegentritt, ver- 
stehen zu können, und das deutsche wort würde bisweilen wie ein 
abkühlender Wasserstrahl auf den in voller thätigkeit, im emsigsten 
suchen sich befindenden schüler wirken. Ob das neue verstanden 
ist, das sieht man den Schülern an, es geht schon aus der Sicherheit 
oder Unsicherheit hervor, mit der sie an das bild gehen, um das ver- 
langte zu zeigen. Diese unmittelbare Verknüpfung, diese Vermählung 
von inhalt und form kann aber natürlich nur vor sich gehen, wenn 
der knabe etwas vor sich sieht, wenn er die Wörter von den personen 
und gegenständen, die sätze von den thätigkeiten, die er in Wirklich- 
keit oder im bilde erblickt, ablesen kann, kurz wenn kein spiel mit 
Worten getrieben wird, wenn nichts was der schüler sagt inhaltsleer 
ist. Und dass jedes inhaltslose wort, jeder leere satz, jede leere 
redensart durch die Verwendung der anschauung zur Unmöglichkeit 
wird, darin liegt ein vorzug, der mit recht als ein gewaltiger ' be- 
zeichnet worden ist. In geradezu goldenen worten spricht Hilde- 
brand 2 von dem geistigen gewinne, der dem schüler daraus erwächst, 
dass mit einem neuen worte der inhalt desselben klar vor ihn hin- 
tritt: ,,Ein nur gehörtes wort bleibt dem knaben eine leere marke 
ohne prägung im köpfe. Hat er den gegenständ gesehen (oder 
schildert ihn der lehrer anschaulich genug), so gewinnt ihm das wort 
wie die sache, eins am andern, plötzlich einen gewissen wert, der 
augenblick, wo wort und sache sich in seinem köpfe vermählen, ist 
ein eigentümlich wohlthuender, in dem er selbst etwas von der 
frische schöpferischen denkens schmeckt." Der höchste dem ganzen 
menschen zu gute kommende vorzug dieses unterrichtsganges besteht 
eben darin, dass der sinn für den inhalt der spräche geweckt und 
stets lebendig erhalten wird, während er durch die zusammenhangs- 
losen Übungssätze geradezu ertötet wird. Welch ein himmelweiter 
imterschied zwischen dem werte eines von einem bilde abgelesenen 



' Quiehl. a. n., o. s. ;-!7. 
2 A. a. o.. s. 8. 



I02 Grammatik und natürliche Spracherlernung. 

Satzes z. b. la fille a im chapcau und dem der form nach gleichen 
Iii ville a un port. Hier übersetzt der knabe einen satz, der für ihn 
in den meisten fällen inhaltsleer ist, dort drückt er etwas, wovon 
seine seelc erfüllt ist, französisch aus, er spricht französisch. Hier 
an den bildern sieht der schüler, dass die spräche der sache wegen 
da ist, und wie es ihm zuerst klar geworden ist, dass der laut sich 
zum buchstaben wie der kern zur schale verhält, so geht ihm nun 
nach und nach eine ahnung davon auf, dass die aus den lauten ge- 
bildeten Worte und sätze schale sind, durch die es gilt auf den kern, 
auf den hinter ihnen stehenden gedanken zu dringen. ,,Es bildet 
sich von vornherein die wertvolle gewohnheit, die lese- und schrift- 
zeichen eben als zeichen für eine sache, für einen inhalt anzusehen."' 

Es mag nur kurz angedeutet werden, dass die grammatischen 
grundbegriffe dem schüler durch die anschauung sehr leicht klar ge- 
macht werden. Der unterschied zwischen erster, zweiter und dritter 
person wird ihm deutlich, wenn die personen, die er auf dem bilde 
sieht, als redend hingestellt oder angeredet werden, einzahl und 
mehrzahl, bejahung und Verneinung, alles sieht der schüler vor sich, 
alles spielt sich vor seinen äugen ab, und die form erscheint ihm 
schliesslich als der ganz natürliche ausdruck des gesehenen. 

Mit den erwähnten Vorzügen hängt aufs engste der zusammen, 
dass der Unterricht von anfang an in der hauptsache in der fremden 
spräche erteilt werden kann und muss. Die darbietung und Ver- 
arbeitung des Übungsstoffes, die fragen des lehrers, die antworten 
und thätigkeiten der schüler geben für sich wieder Übungsstoff ab, 
das deutsche wird, wie erwähnt, nur ausnahmsweise herangezogen. 
Der schüler darf, soweit es irgend geht, in der stunde keinen gegen- 
ständ gebrauchen, ohne dass er die bezeichnung in der betreffenden 
spräche dafür weiss oder erfährt, über alles, was er thut, muss er 
von vornherein angeleitet werden, sich in der fremden spräche zu 
äussern. So kann man z. b. im französischen, sobald die schüler 
anfangen zu schreiben, folgendes gespräch anstellen, wenn ein satz 
an die tafel geschrieben wird : Qiie fait-il? II i'crit. — Qui (■critl 
N. icrit. — Qu'est-ce qu'il icrii? II icrit ime p/irasc. — Quelle 

phrasc icrit-il'? II icrit la phrase — • Avec quoi icrit-il la phrasc? 

II icrit la phrasc avec la craie. — Oit icrit-il la phrasc? II icrit la 

Willmann, a. n. o., s. 7. 



Emil Hermann Zergiebel in Kassel. 103 

phrase sur le tableau noir. — Avec quoi i'crii-on? — On icrit avec 
la craie, la plume ou le crayon. — Oü c'crii-on avec la p/urne? Aj'ec 
Ar plmnc on i'crit sur le papicr w. s. w. 

Dabei ist es nicht immer möglich und auch nicht nötig, dass 
der schiil(>r die Sätze, die er ausspricht, grammatisch zerlegen kann. 
Wenn z. b. der anfänger in den ersten französischen stunden den 
lehrer bittet: Donnez-moi le bäton s'il vom plait, so wird kaum 
zu verlangen sein, dass er diese Wendung sogleich wort für wort 
übersetzen kann. Was gefordert werden muss ist, dass dem Schüler 
die lautlichen bestandteile dessen, was er sagt, vollkommen klar zum 
bewusstsein kommen und dass ihm der sinn des gesagten deutlich ist, 
dass er also im vorliegenden falle weiss, was er sagen muss, wenn 
er will, dass man ihm den stock reicht. 

Es ergibt sich von selbst, dass bei einem solchen unterrichts- 
gange die schriftlichen arbeiten der schüler von anfang an freie sind, 
die auf den aufsatz hinsteuern. Zunächst fassen die schüler in kleine 
einzelsätze, die unter sich ein ganzes bilden, was sie in der klasse oder 
auf dem bilde sehen. Die möglichkeit des übersctzens tritt überhaupt 
nicht ein. Die schüler benennen die personen oder gegenstände, 
zählen sie und geben ihre eigenschaften an, sagen, wo sie sich be- 
finden, was sie thun oder nicht thun u. s. w. Wie die schüler so 
in verhältnismässig kurzer zeit dazu gelangen, kleine aufsätze zu 
fertigen, das zeigen die an den oben angeführten stellen vom herrn 
realschuldirektor Dr. Schmidt mitgeteilten proben, die zu lesen hoffent- 
lich niemand versäumen wird, der französischen anfangsunterricht zu 
erteilen hat. 

\\'enn so das bild im mittelpunkte des Unterrichts steht, werden 
auch gedichte und lesestücke an dasselbe angeschlossen werden können. 
Dadurch gewinnen die in denselben vorkommenden personen und 
tiere greifbare gestalt. Nach und nach können die lesestücke eine 
immer selbständigere behandlung erfahren. Jedoch werden auch auf 
der mittleren und oberen stufe kulturgeschichtliche und ähnliche bilder, 
so wie die früher dagewesenen in erweiterter ausführung und mit 
einander verglichen mit vielem nutzen im unterrichte verwandt werden 
können. Ihre ganz natürliche fortsetzung findet die behandlung der 
bilder in den konversationsübungen auf grundlage der anschauung 
im weiteren sinne, d. h., indem der blick der schüler aus der schule 
auf die Strasse, in feld, wald u. s. w. gelenkt wird. So würde sich 



I04 Grammatik und natürliche spkacheri.ernung. 

aus dem, was ursprünglich der hauptgegenstand des Unterrichts war, 
als besonderer zweig die konversation entwickeln, die neben der 
lektüre ihren gleichberechtigten platz hätte. Die in den lektüre- und 
konversationsstunden angewandten formen könnten dann an sich 
grammatisch betrachtet, das im anschluss an die natur aufgebaute 
gebäude könnte in seine bestandteile zerlegt werden. Auf die be- 
deutung der konversation und ihre ebenbürtigkeit mit lektüre und 
grammatik machen Bauer und Linck ' mit guten gründen aufmcrkam. 

Der dienst, welchen die grammatik bei einer solchen natür- 
lichen Spracherlernung leistet, besteht hauptsächlich darin, dass sie 
dem lehrer kategorien an die hand gibt, nach welchen er den stofif 
ordnet und mit den Schülern verarbeitet. Somit ist die gewähr ge- 
leistet, dass keine der haupterscheinungen der spräche unbeachtet bleibt. 

Wie aber wird der sprachstofif, den die anschauung darbietet, 
behandelt? In welcher weise wird das verfahren der natur im fremd- 
sprachlichen unterrichte nachgeahmt? Diese frage ist für das fran- 
zösische von berufenster seite praktisch beantwortet worden. Realscluil- 
direktor Schmidt hat die erfahrungen, welche jähre lange praktische 
anwendung dieser unterrichtsweise und unausgesetzte beobachtungen 
ihm gebracht haben, in einem lehrbuche niedergelegt und hat im ver- 
ein mit Dr. Rossmann, der die angefügte grammatik und das Wörter- 
buch bearbeitet hat, die deutschen schulen mit einem buche be- 
schenkt, welches einen abschnitt in der geschichte des französischen 
Unterrichts bezeichnen dürfte." Ich kann jetzt nicht näher auf den 
reichen inhalt des hochbedeutsamen buches eingehen. P^s genüge, 
mit allem nachdruck auf ein neues französisches lehrbuch hinzuweisen, 
dessen bedeutung jedem sofort klar werden wird, der (»s in die hand 
nimmt. Die stimme der natur dringt daraus an unser ohr, ein hauch 
frischen freudigen lebens, das leben selbst weht uns daraus entgegen. 
Möge sich das buch die herzen aller gewinnen, welche Unterricht 
in fremden sprachen erteilen, möge es die kluft zwischen hüben und 
drüben überbrücken helfen und dazu beitragen, dass die kräfte, an- 

' Joli. Bauer und Dr. Tli. Linck, Französische konvcrsalioiisiünDigoi für den 
schul- 2uid prlvatgebraitch. MünclK-n und Leipzig. 1889. Vorwort s. IV uuil \'. 

^ Lchrlnich der französischen spräche auf grtindlage der anschauung v(^ii 
Dr. Ph. Kossm.um und Dr. F. Schmidt. Bielefeld und Lei|)/.ig;. Velhageii und 
Klasing. l8y2. gr. 8». VH, 262 s. Brosch. 2 ]\[. gel.. 2.40 M. r)ie :{. null. 
ist jetzt im ersclieinen begrifTen. 



Em;i. Her.mann Zergiehei, ix Kassel. 105 

statt sich im streite zu zersplittern, sich vereinigen zur crreichung 
eines doch allen gemeinsamen unbestrittenen ziclcs, der förderung 
unserer Jugend. Mögen die verschiedenen wege, auf welchen jetzt 
noch nach diesc^m ziele gewandert wird, immer mehr in einen haupt- 
weg zusammenlaufen, dem natürlich die grosse Ichrmcisterin natur 
die richtung wird vorschreiben müssen. Es liegt in der natur der 
Sache, dass ein auf der anschauung beruhender Sprachunterricht ge- 
eignet ist, zwischen den anhängern des grammatischen bctriebes und 
denjenigen, welche vom lesestücke ausgehen, zu vermitteln. Dieser 
untrrrichtsgang ist frei von den Schwierigkeiten, welche das zusammen- 
hängende lesestück oft dem anfänger bietet, und welche manche von 
der beschrcitung dieses weges abhalten ; es wird dabei von den ein- 
fachsten Verhältnissen ausgegangen, und die förderung vom leichteren 
zum schwereren wird auf schritt und tritt erfüllt. Andrerseits ist der 
Unterricht nicht auf die grammatik aufgebaut; an einem inhaltsvollen 
die kinder aufs höchste interessirenden Übungsstoffe, dessen cinzehic 
teile fest mit einander zusammenhängen, werden die kinder in die 
spräche eingeführt, die hauptsächlichsten furderungen der ,,reformer" 
werden somit erfüllt. 

Vor zwei jähren erklärte sich herr direktor Schmidt auf grund 
seiner erfahrungen für berechtigt, alle kollegen zu bitten, ,, einmal 
einen versuch mit dieser methodc zu wagen". Wie die vorrede zu 
seinem buche zeigt , haben ihn seine täglich fortgesetzten er- 
fahrungen seitdem nur in seiner ansieht bestärkt. Und fürwahr, es 
bedarf nur eines Versuches. Wer einmal in die strahlenden äugen 
der so unterrichteten kinder geblickt , wer einmal unterrichtend 
zwischen einem bilde und der freudestrahlenden schülerschar ge- 
standen, der wird schwerlich wieder einen anderen unterrichtsgang 
einschlagen wollen. Wie sollte es auch einen besseren fingerzeig 
geben als den wink der natur und welchen Worten sollte mit mehr 
recht der sieg in den deutschen schulen gebühren als denen, mit 
welchen herr direktor Schmidt den oben erwähnten Vortrag in Hof- 
geismar schloss : Lassen Sie uns die Jugend zur natur zurückführen : 

In iler nntiir getreuen armen 
Von Icalten regeln zu erwannen. 

KasscL E.MiL Hermann" Zergiei;kl. 



R i: Z K N S I O N E N. 



1. K. Th. TrUE and OTTO JksI'1':rsv;n, Spoken English: eveiv day talk. with 

phonetic transcription. ^I. 0,8o. Leipzig;: Reisland. 

2. Alg. Wksti-:rN', Kurze. Darstellung der englischen Ajisspraehe, für schulen und 

7.uni sellistunteniclit. 2. aufläge, M. ü.S(_). Leipzig: Reisland. 

1. The fbrmer of tliese two liltle 'works is hased upon two previous pub- 
lications of the sanie firm whicli have ah-eady heen received with tavour by the 
teaching public. The fir?t <d" these was Felix Fraiike's Phrases de tons les jours. 
Tiie second was Mr. True's Every Pay Talk, wheiein were given the English equi- 
valents of the French Phrases. The third is ciiiefly the woik of Dr. Otto Jespersen. 
who has herein suppleniented Mr. True's sentences with a phonetic transcription 
of his own. This transcription is i)ased on the Southern type of educated Fnglish. 
as dcscrilied in the works of Dr. Sweet and Miss So.amcs. modified liowever by 
the persona! experience of the writer. 

Pei-haps I may be panloned if I here ixdate a recent experience of my own 
which may serve to indicate to foreign readers the opiniou of the average edu- 
cated man about the current dilTerences in spoken Englisii. Sitting one day in 
a Welsh hole! 1 overheard two gCntlenien talking about Englisii pronunciation. 
B(jtli spoke excellent English, neither Northern nor Southern, but leaning some- 
times to the one and sometimes to the other. Both agreed in ad.miring wiiat they 
calied \Vest-end London English and in detesting East-end London P^nglish. Both 
allowed that excellent English wr.s spoken in Lancashire anil Yorkshire, but it 
was too corrcct. Next to tiie East-end description both considered the most de- 
testable English at present current to he that of the "louder" sort of underg:a- 
duates at Oxford and Cambridge! 

It seems then that to a neutral ear good Northern English scunds some- 
what bookish and formal, whilst .S'outhern lüiglish, lliough admirable in its best 
forms, is verv widelv vitiated by Cocknev vulg.irity and ai'istoci'atic alTectation. 
The best English is spuken by the best-educated English socicty. and that is 
fjuite as much Northern as .Southeiii. The reasons why the middle-class Northcrner 
is usually so much more "corrcct" in speech than his Southern countryman are 
to be found in their contrasted Systems of secondary education. A Century ngo 
the middle-class Northcrner s])oke his local dialcct. Roscoe, the Liverpool bankcr- 



R. J. Li.ovi). 107 

historiaii . was noted in tlie House of Conimons for liis brond Lniicastiianisms. 
Bnt in tlie iiext ojeneration Lancaslnre took great pains to acqiiirc polite English ; 
and it gave rise to the two classic oratnrs of tlie Century, Gladstone and Briglit 
From tliat dav to tliis, Knjrlisli lias bcen taiight in Noithern secondarv schools 
as it never has been taught in the South, except in sonie girls' scliools , and in 
some boys' schools of quite recent foundation. 'llic so-calied "public" sciiools. 
Eton, HaiTow, Rugbv etc.. whose exaniple doniinates all secondarv instruction 
in the South, continue to practise to-day the same uttcr ncglect of their native 
language which has long characterized theni all. Hence we find Mr. Sweet saving 
{Bafidhook, p. 112), "Mv pronunciation is entirely natural and untaught — as 
much so as that of any savage. 1 never was taught either PLnglish pronunciation 
or English gramniar at school'": and we readily understand that he teils the exact 
truth about the male population of Southern England when he says that such a 
thing as "Standard English pronunciation" did not exist there. Miss Soames' 
book, however, is a valuable testimony that this utter hisoiiciancc did not extend 
completely to the other sex. 

I liave already (Ph. sl. V. 80) pointeil out how grcatly the .stability of 
Southern English is affectcd by the innovating tendencies of modern Eondon. 
The above considerations will scrve nn the other band to shew how its powers 
of resistance have been weakened by the absence of authoritative teaching. It 
was but natural that when Southern English was deserted by her natural protector, 
the Southern schoolmaster, the Cockney and the languid swell .should combinc to 
work their wicked will u])On her purity. Hence the gap wiiicii in a compara- 
tively Short tinie has grown up between Northern and Southern English. 

It is verv interesting to note (Grandgent: German and En^Ush Sounds, 
Ginn. Boston, 1892) that a similnr division seems to have been growing up at 
the same time between New England and the rest of the Northern States. Bo.:ton 
resembles London, but the older types of the language have been more firmly 
held by a conservative democracy. 

I regard it therefore as a fault, not easy at present jierhaps to avoid. but 
certainly to be got rid of as soon as practicable. to !)ase any instruction-book in 
English exclusively upon the practice of tlie South. There are some Southern 
lorms which are tolerated in tiic Nortli l)Ut seldoni imitaterl. In tliese cases the 
Northern form is fully entitied to rank ns good English alongside of the Southern. 
But there are Southernisms which tiie North does not tolerate. but vehemently 
rejects. Such are Mr. Western's transcriptions, wot, unit, wiil, etc. for 7i'hat, 
wheat, wJuel, etc. What is to be done here? Northern educated people say hivot, 
hiuiit, hwiil, and they scout tlie Southern forms as inadmissible corruptions. It 
seems to me that the Northern forms are preferable, simply because they are the 
more conservative. It will be a iiappy day for our language when its phonetic 
foiTTis become fixed and its phonetic history bccomes a blank. In qucstions of 
orthoepy the interests of thought, literature and society are entirely upon tlie con- 
servative side. These are the interests for whicli language chiefly exists; and all 
conscious interference with language .ought to be bent to their supjiort. 

On opening Spoken English the first thing which strikes one is the want 
of a few words of preliminary eNpl.in.itif>]i. The table of sounds and symbols 



io8 Rezensionen. 

is placeil at tlie eiid : am! though the rearler is informed in tlie preface tliat tliere 
is a systematic indication of stress, he is left either to divine this systein for liim- 
self or to refer for explanation to tlie Pkotutic Teacher for 1888. Would it not 
be better to traiisfer the table of soiinds to the beginning, and to couple with it 
a few lines of explanation about the indications of stress? The Symbols employed 
are very convenient for printing purposes: and that contributes materially to the 
eminent compactness and legibility of the transcriptions. But it is at the cost of 
using the same symbol in a more or less varying significance. It is convenient, 
for example, to \.x7s.\\i\i\^XAift fight a\v\ out \w\.o fait 7mA aut, hvX fait 7\\\A icut \vn\x\(\ 
h.ive been more consistent with the other symbols employed. The a in call is 
not the exact long of the in hot: and they differ more in articulation than they 
do in sound. If hen, fale, and fair are to be written htn, fe-t fc3, it seenis de- 
sirable to state that the (irst c is short and open, the second long and close, and 
the third long and o]>en. And so on for the other vowels. The symbols of the 
consonants leave nothing to be desired, except perhaps the iise of Sweets long / 
for sh instead of the symbol htre employed, which is too much like /. But of 
course these criticisms have little practical application so long as the book is 
used under the imniediate oversight of a competent teacher. 

And as to the transliterations themselves , which constitute the raison 
d'etre of the work, little can be said that is not of a highly comniendatory 
character. To niv own ear the dropping of h in minor woids is too frequent, 
and many vowels are rendered bv the obscure 3 which retain a secondary accent 
in Northern Speech. The mntation of e into i in example etc.. or a into i in 
fortunatc etc., is also specifically Southern: and the dropping of the / in / naist 
run would greatly offend a Northern ear. But in other cases specific Southernisms 
have been set aside in favour of other and, as it seems to me, preferable forms. 
The wh is not reduced to 70: the past participle of the verb to he is written 
bi-fi, not hin: and alternative forms, not so specifically Southern, are offen given. 

Dr. Jespersen exjnesses a fear that he has not excised all the Gallicisms 
which niay naturally have crept into sentences translated from the French. and 
there are certainly a few which require alteration, such as "Where does the wind 
come from?" (p. 4). "Do you feel that smell? The soup has a sin^ed tsLste" 
(p. lü). '•] owe you a small cup of coffee" (p. 36). '-Wliat is your time?" 
(p. 42). "How many times does the tramcar pass ?" (p. 56). 

I will conclude by mentioning a few misprints, but simply with a view 
to Iheir correction. 

|). 5 g^tif^ for getitj : a-lredi for ä-lrcäi 

p. 13 ntdde for inads 

p. 41 ri-trii for ritrn 

p. 47 letebäks for Ictdbäks 

)). 49 imidystli for iimdjstli 

p. 55 tfe'nd\ for tse'ndz,d 

2. Herr Western's book has the advantage of a carefully written intro- 
ductorv exposition of English ]>honetics, and as this refers strictly to the sounds 
of Southern English it might be used with advantage as a preliminary to the 
work just reviewed. Ilis svstem of svmbols is different, but it is easv to iden- 



R. J. Lloyd. 109 

titv tlie paiis of symbols whicli aie equivaltiit to each üther in tlie two systtms. 
The symliois employed in Herr Western's work are on thc wliole niore coiisisteiit 
with cacli other tlian those useil in Spokev Eus^lish: Liit 011 tlie other liand tliey 
nre iniich less compeiuliou.s. Expressions like fri aiul 0011 for the common 
vowels of name and />one seem needlessly cumhrous: and it is dift'icult to see wliy 
every e in the language is symboiized by e\ foi" an exctdient opportunity is thus 
thrown away of distinguishing typographically lietween tlie dose e of iiame and 
the open e of tkem and tlure.. Surely it is a mistake also, in a discourse which 
is hefore all things phonetic, to borrow from French prosody the very unphonetic 
idea that words such as namc and life end with a 7Joivel, and iiiay therefore be 
classed as "open" syllables. 

The phonetic portion of the work is fullowcd by a very elaborate and 
iiseful code of rules for (Southern) English Pronunciation. These are very seldom 
at fault except when the author attempts to indicate the only exceptions to some 
ruie just given. .Such attempts imply a more exliaustive acquaintance w^ith the 
evergrowiiig English dictionary than a native would lightly lay claim to. 

On p. i:^ are given the ojily words in which the letter a is sounded as 
\w fathcr : but these fail to include many fornis of recent origin such as tcmiato 
and panorama, or even thc common interjections ah and hah. 

On p. 16 are given the only words in which a is soundefl as in stränge: 
but ränge and grange are wanting. 

On p. 29 it is stated that the vowel fornis ieu and icw only occur in 
adicii and vinv. What shall we sav then about Heu, purlieii , review , piirview ? 

On p. 30 ai'j given th.e only words in which ort has the valuc v; but 
choiigh, cloiti^h, songh and slough are not found there. 

A little Iower down on the same page are given rough and knowledge as 
the only words in which ou or mv has the value ;>. bi that case liow shall we 
pronounce trough ? 

There are also a considerable nuniber of lists of exceptious given which 
the i-eader niight easily think to be cxhaustive, although this is not cxpressly 
stated to be the case. I find 1 have marked nine such cases in the course of mv 
perusal. Il would certainly be better to add a word or two to shew in these 
cases that the list is not exhaustive. 

The use of a book like this, howevcr, consists much less in the com- 
pleteness of its lists of exceptions than in the correctness of its general rules: 
and these are for the most part exceedingly accurate. Sonic of tlieni luiglit be 
extended a little. as for an example on p. ;J4, where t might be added to / and ;/ 
when it is said that ch is sounded as sh aftcr / and ;;. But there are a few rules 
given which cannot be accepted as correct. even as regai'ds Southern English. 

It is stated on p. ;30 that accented on and 010 are sounded ooti (= c in 
hone^ in the ending of a word and befoie /. This is not intended as a universal 
rule, because examples quite contradictory to it occur in the preceding paragraph. 
But it is not even a general rule. As regards /, the following contrary examples 
occur to me as I write: cowl , howl , foul , fo^ol , /iw/, oud , voivl , growL seo'wl, 
prowl: which constitute, 1 imagine, a majority of the words of this form in the 
language. 



HO Rezensionen. 

'Ihe uinsi seiiüus enor, however, occurs on p. :}!, wiiere it is st;ited 
lliat tlie letter a, if it stand.s in the syllable preceding the accent, imiversally beconies 
3. This is t'ar from true in SoutheiMi Englisli, and verv far froni true in Northern. 
1 have been at sonie pains to exaniine Herr \VL'Stern's phoiietic vocahulai y (Wörter- 
verzeichnis »lit Aussprache) and it is ])erfectly clear to nie that for all that large 
class ot' words sucii as activily , Champagne, chastise, where t\\ o consonants , of 
which the second is a stop, intervene bctween the a and the accent there is no 
such ohscuration . even in the South. A similar eri"or occurs on p. 33, where 
the obscure sbl is given as the phonetic version of tlie terniination -ihlc. In these 
two oases at least Herr Western seenis inclined to be Anglis ipsis Aiiglior : tor 
Miss Soames gives an express waiiiing (Phonetics \). ,52) against this pai'ticular 
perversion of /. 

The sanie teiiilency to an undue niultiplication of cbscure vowels pervades 
the vvhole vocahulary. The exani})les (Sprachproben) which follow the vocabu- 
lary, and which comijlete the boolc, aie not equally open to this objection. be- 
cause one is at libertv to suppose that they are spoken at a rapid rate and with 
very jironounced acceiituiition. lUit 1 take it that in a vocabuhuy the pronun- 
ciation of a word ought to bc indicated in its independent form, such as it would 
possess if it fornied. .singlv, the answer to a question. When the word is first 
learned, it ougiit to be leajiied in this form, and no other. übscuration will come 
of itself, under stress of speed and emphasis. But if we are to slart with the 
obscured forms, Heaveu only knows what we shall come to; for actual speech is 
like artillery jnactice. We always hit a mark soniewhat lower than that 
which we aim at — at any rate in unaccented syllables. The word purpiir 
(|)p. 34 and 7y) oiight to be expimged: and it would puzzle any one to sing the 
second line oi^'Rtde, Britamiia"' with the ])ronunciation here given forßs?<;r(p. 47): 
jmizi'^zdh for tisage is clearly a njispiint (].). 91). So also is jjrobabjy fc(ib 
for failure. These, however, are hleuiishes which it will be easy to leniove. 

LiverM'l. R. J. Ll.OYD. 



F. Tec'HMEK. Beiträge zur geschichte der französischen tind englischen phonetih und 
phonographie. 1. | einziger] teil, mit 4 tafeln und 3 Figuren, Heilbronn 1 889. 
(Sonderabdruck aus dei' Internat, zs. f. allg. sprachzv.: IV 339 — 373, \' 145 
— 297 luit der ursprünglichen seitenzahknig, feiner - mit 373'' und 14Ö-'' be- 
zeichnete tafeln und dazu neu: 1 blatt vorwort, 2 blatt nachtrag und 1 Idatt 
Inhaltsangabe). 

Dei' um die erforschung dei' sprachlaute und um die Verbreitung laut- 
physiologischer kenntnissL- verdiente, seither leider schon aus diesem leben ah- 
lierufene vf. macht uns iij dem kleinern (dem IV. bd. der Intei-nat. zs. f. allg. 
sprachw. entnommenen) abschnitte mit dem schwer zugänglichen Essay towards a 
real characler and a philosophical langiiage von Johann Wilkins, London 1668, 
bekannt, indem er zunächst dessen voiläufer auf dem gebiete der Universalsprache 
■ und Universalschrift kurz vorfühlt, dann den inhalt der ersten zwei teile der ab- 



Gartnek; H. Mokf. iii 

iKinilkmg iingibt uii'l eiidlirli iüiil Uapittl des ;{. teilt-s (coiiccniini^ natural gramniai) 
und zwei stellen aus dem 4. teil abdruckt. Nocli leliireiclier ist der zweite 
;)bsclinitt, worin T. n.icli einer vorwiegend die ausspräche des lateins behandelnden 
einleitung eine reihe verschiedener arbeiten von 1528 bis 1889 in seiner rasch 
orientirenden weise bespriciit . am eingehendsten : Paris , Extraiis de la eh. de 
Roland 1887, Meigret, Lc Trctlc de. la Graiiim. /rang, lööü (Füisler-V'onniöller 
1888), Blosses, Tratte de la Formation ?neehanii/ue des Langucs IT^'ö. Beauzee (in 
A^x Encyclopedie inethodiqiie 1782 IT.), Volney, IJ Alfahct europeen l8l'j, Havel, 
Snr la Naturc physiol. des A'asales et des L 1872, Havet, Ohservations phonet. d'un 
pro/, aveugle 1873, Ballu, Ohservations sitr Ics Elements itiusicaux de la l. /rang. 
(Flianct. stiid. II), Sachs- Villatte, Dictiotmaire encyclop. 1887, Passy, Lc Frangais 
parle 1886. Passy. Les Sons du Fratisais l88ij, Beyer, Das lautsystem des neii- 
franz. 1881, Bever. Franz. ph&netik 1888, Koschwitz. A'ctifranz. formenlclire l8«8, 
Suchier, Die franz. und prov. spräche ((iröluMS Grundriss I), Gillieron et Rous- 
selot, Rctnie des Fatois galloromans 1887 f.. Brcai. La Reformc de TOrthogr. fraiig. 
(Revue des deux Mondes 1889). Wie die ganze thätigkeit Techners auf dem felde 
der phonetik, so wird auch die vorliegende veröftentlicliung am besten durch den 
niahnruf gekennzeichnet, den er s. 2tK) (in einem etwas gewagten grieciiisch) an 
die jünger der phonetik richtet: Ovt^fi^ <l(i>v 'lyi'u t-uin-i. 

Czerno2üitz. Gakt.nkk. 



L. CLKDAT. Freds d'orthographc et de graf/iniairc plionetiques pour renseignemeni 
du frangais h Vetrangcr. Paris, RIasson, l8(p, 92 S. 8". 

Das biichlein ist vom autor unter den schütz und in den dienst der .Uliancc 
francaise gestellt, jener weitverzweigten gesellschaft, welche die Verbreitung der 
französischen spräche im ausländ sich zui' aufgäbe macht. Es soll die lösung 
dieser aufgäbe dadurch erleichtern helfen, dass es die eilernung der spiache ver- 
einfacht. 

Wm\ wird gewiss dieser absieht svniiialhiscli gegenüberstehen. — 

Nun ist es füi' die art und weise, wie Cledat diese absieht verwirklicht 
hat. charakteristisch, dass er von einer Vereinfachung der französischen oithogra])hie 
ausgeht. Es ist augenscheinlich, dass der veif. durch seine mannigfache und 
fiuchtbare thätigkeit auf dem gebiete der (irlhograiihieieform auf den gedanken 
geliiacht worden ist, die ausl.'inder mit in das interesse der fiage zu ziehen, die 
ihm selL)St. mit recht, so sehr am herzen liegt. Sie sollen helfen, gegen die feste 
der akademischen rechtschreibung stürm zu laufen, ja sie sollen in diesem ansturm 
eine vorgeschobene kolonne bilden. 

Das scheint mir die pensee intime dieser schrift zu sein, dieser neuen fran- 
zösischen sprachlehie. welche fast zu einem drittlcil schiifllelire ist. Ich glaube 
dem verf. nicht unrecht zu thun, wenn ich sage, dass nicht die absieht eine 
phonetische grannuatik zu schreiben, ihn zum \orschl.ig einer verei\ifachten plione- 
tisirenden rechtschreibung geführt hat, sondern umgekehrt, dass das bedürhiis, für 
den gedanken der orthogra]ihierefoin] neui- truppen zu werben, ihm rlen plan 
dieser grammatik eingei^ebcn hat. 



1 1 2 Rezensionen. 

Es ist ileiiii auch aiigeiisclieiiilich der erste, die schreiliUiig betreffemle teil 
mit nielir liebe ausgearbeitet als die eigentliclie giariimatik. — 

Diesem ersten teil liegt der gedanke zu gründe, dass für den ausländer von 
nTiteti sei (p. ö) : 

1 . de parier la latigitc fra?ii;aise aussi correctement ijtie possible ' / 

2. de la lire teile qu'ellc se pr heilte ir ejix avec Porthogy-aphe officielle ; 
•>,. de rkrire DK MAMKKK \ SK KAIKK CO.MPRKVDRE. 

Cledat wird also nicht eine rein phonetische graphie lehi-en, die mit be- 
sondern zeiclien arbeitet, sondern eine Schreibung, deren Vereinfachung allerdings 
darin gesucht wird, dass sie ohne etymologische velleitäten einfach den laut zur 
richtschnur nimmt. Es arbeitet diese phonetische notirung mit dem bescheidenen 
Zeichenmaterial der gewöhnlichen alphabete und stellt also- einen kompromiss 
zwischen streng phonetischer und historischer aufzeichnung dar: 

L'.lllemngjp c V Augletlr on össc Icur pri de i'avt' , c il' ii'y a la ricn de 
siirprenait (p. 26). 

Ks ist <liese schrift un/.weifelhal't von •sinnreicher erfindung und sie genügt 
gewiss den t)eiden anforderungen der leichten erlernbai'keit für den schreibenden 
ausländer inid der veiständlichKeit l'ür den lesenden franzosen. 

Gibt sie im detail zu wenigen ausstellungen veranlassung, so erhebt sich 
ein um so sehwerei' wiegendes prinzipielles bedenken gegen sie. 

Cledat macht einen wesentlichen unterschied zwischen den anforderungen, 
ilie er an das s]3rechen und denjenigen, die er an die rechtschreibung des aus- 
länders stellt: sprechen soll er koriekt, aber im schreiben kann er sich damit 
begnügen, dem äuge des franzosen überhaupt verständlich zu sein. 

Der nicht linguistisch geschulte leser wird diese lehre nicht ohne Verwun- 
derung hören und fragen : Wenn der ausländer im punkte der lechtschreibung sich 
sein eigenes einfacheres System zurecht machen darf, ein system das der herrschenden 
Orthographie allerdings ähnlich genug ist, um von dem gebildeten franzosen gerade 
noch verstanden zu werden, obschon es unstieitig in jedem worle sein äuge aufs 
empfindlichste verletzt — darf denn nicht dei'selbe ausländer auch im sprechen 
seine aspirationen darauf beschränken, sich ein ihm passendes einfacheres franzö- 
■ sisch zu machen, das auch gerade hinreicht ä se faire comprendre ? Er wird zwar 
mit jedem satz das ohr des fi"anzosen quälen, aber er quält ja mit seiner Schrei- 
bung auch das äuge. Ist nicht dem obre billig, was dem äuge recht ist? 

Und ich glaul)e, dass diese frage nicht so unberechtigt ist. 

Gewiss lässt die wissenscluift darübei' nicht im zweifei, dass die Ortho- 
graphie nur das kleid der s|)rache ist inid dass man schlecht orthographiren und 
doch ein feines spi'achgefühl haben, die sjjrache trefflich beherrschen kann. ,\ber 
diese wissenschaftliche erkenntnis ist — leider — nicht gleichbedeutend nüt dei 
anschauung, die im inaktischen leben herrscht. Hier heirscht vielmehr eine 



' Der verf. fügt hiei' hinzu: et, pour cela, d'en contiaitre la gra/nniaire et 
le vocahidaire essentiel — die kori'ekte lautgebung wird nicht erwähnt und ilieser 
grundlegende phonetische gesichtspunkt konimt im ganzen büchlein nicht zu seinem 
rechte; cf. unten. 



H. MoRF. 1 1 3 

kolossale rihi-isdiätzimg lier Wichtigkeit der orthogniphie : sie ist hier ger;v!ezu zum 
gradmesser der hildung erhoben worden. Die kenntnis der Orthographie scheidet, 
nacli landläufiger ansieht, gebildete und ungebildete. Das haben wir dei- schule 
zu verdanken. 

Gegen ilieses mächtige Vorurteil soll nun der ausländer kühn den Vormarsch 
beginnen ! Kin cnfani perdu, wird er seinem geschick dabei nicht entgehen : er 
wird ein verlorener posten sein. Die tausende, welche die fremde spräche lernen, 
um ihre existenzbedingungen damit zu verbessern, die jungen kaufleute z. b., sie 
könnten hoffen, auf einen brief in cledat'scher Orthographie hin in Stellung zu 
kommen? .\uslaehen würde man sie! 

Wer im kämpf ums dasein auf seine kenntnis des französischen zu rechnen 
hat. dci- muss in der üblichen Orthographie schreiben. 

Die cledat'sche Schreibung passt für leute, welche an ihre sprachkeiintnis 
keine praktische Verwendung zu knüpfen gezwungen sind. Sie ist eine studir- 
stubengraphie, eine theorie, sinnreich — aber ohne aussieht auf Verwirklichung, 
weil sie vor den anforderungen des lebens nicht stand hält. 

IcJi glaube also wirklicli, dass, was dem ohr recht ist, dem äuge billig 
ist. aber in den) sinne, dass heute beider rechte so mächtig und einflussreich sind, 
dass der ausländer sich ihnen in gleich respektvoller weise zu unterwerfen hat. 
Ja, bei näherem zusehen wird man leicht erkennen, dass die anspräche, welche 
das äuge an die Schreibung stellt, noch rigoroser sind, als diejenigen, welche das 
ohr gegenüber der lautsprache erhebt : der orthographische fehler wird weniger 
k-iclit verziehen als der Sprachfehler. 

Die reform der französischen rechtschreibung muss der ausländer dem 
franzosen überlassen. — 

Die p. 28 beginnende Gramniaire phonctiqtte ist ausschliesslich flexionslehre. 
Ks ist bezeichnend, dass dieser /a?//grammatik das kapitel über die lantgebung 
fehlt. Ind doch soll das buch das korrekte französischsprechen im ausländ ver- 
bleiten helfen ! 

Was nun diese flexiojislehre anbelangt, die Cledat auf seine neue graphie 
aufbaut, so ist sie lehrreich, einmal durch die blosse thatsache, dass hier die 
morphologischen demente des französischen in ihrer lautlichen gestalt aufgeführt 
werden, und dann durch eine reihe nebenher gehender bemerkungen, z. b. über 
die liaison (pp. 3t ff.; 41 : 55) und au-rh dadurch, dass verf. gelegentlich einige 
eigentümlichkeiten südfranzösischer lautgebung zeigt. Andererseits muss getadelt 
werden, dass 'die rein phonetische betrachtungsweise nicht konsequent genug 
durcligefühi t ist. Es verrät sich dies nicht nur in kapitelüberschriften wie : 
Modißcatioit des LKTTRES qui prccedent la ßexion pp. 73 ; 74. sondern tritt beson- 
ders deutlich zu tage in der ganzen disposition des Stoffes. Der verf. zeigt sich 
hierin noch zu sehr von der anschauungsweise der traditionellen schulgrammatik 
beherrscht. Diese „phonetische" flexionslehre des französischen ist ganz aus dem 
regelgeiste der herkömmlichen unt«rrichtsweise heiaus komponirt. Der verf. kon- 
struirt komplizirte regeln und bucht daneben sorgsam seltene ausnahmen und 
Singularitäten. Er trennt phonetisch gleichartiges, weil er nocii allzu sehr am 
buchstaben hängt. Er geht überall von der kürzern wortform aus, d. h. von 

l'!ioncii-clie Studien. VI. 8 



1 1 4 Rezensiomen. 

derjenigen, die sich voj' folgendein konsonantisclieni wortanlaul duicli verslununuMg 
der finalis gebildet hat, wählend die jjhonetische gramniatik von fler längeren, 
älteren form, wie sie in den gebräuchlichen liaisons vorliegt, auszugehen hat und 
So z. 1). auch lieini adjektiv von der feniininfonn. 

Kurz, die flexionslehre Cledats zeigt nur, wie die herkömmliche grannuatik 
aussieht, wenn man ihr ein phonetisches mäntelchen umhängt, nicht aber wie sie 
sich darstellt, wenn sie aus den ihr eigentündichen gesichtspunkten heraus auf- 
gebaut wird. 

Eine syntax zu geben hat verf. ui:terlassen : L'orthographc phonctiquc iie 
7nodiße rHude de la sviitaxe ijn'en snpprimant toictes les regles qiii nc se maiit festem 
pas daiis la proionciatioti. Celle siippi-esston i/'a pas hesoin d'tirc indiqiice (p. 28. n). 

Wäie der verf. in das wesen phonetischer Sprachbetrachtung liefei" einge- 
drungen, so hätte er sich von einer konsequenten darstellung der syntax des 
wichtigen und interessanten wohl mehr verspiochen und sein buch wäre dabei 
besser proportionirt und selbständiger ausgefallen. 

So w'ie es ist, wendet es sich durchaus an leser, die schon franz('>siscli 
können und zwar es recht oi'dentlich kTinnen. Der verf. wird im ernst niclit 
daran gedacht haben, dass z. b. ein deutscher anfänger mit hülfe dieser giammatik 
französisch zu lernen unternehmen könnte, auch wenn derselbe schon so weit 
iiber die elemente hinaus wäre, dass er den französischen streng akademisch 
orthographischen text zu lesen und zu verstehen vermöchte. Der ausländer aber, 
der schon französisch kann, wii"d seine rechnung nicht dabei finden, es nach diesem 
bliche noch einmal zu leinen, um die mühsam erworbene herrschende akademische 
Orthographie dann durch die cledat'sche zu ersetzen, die ihm in Frankreich nur 
schaden und spott einbringen wird 

An wen wendet sich also das hucii ? An den französischlehrer des aus- 
ländes? Aber welcher lehrer wird es wagen dürfen, seine schüler grundsätzlich 
und ausschliesslich schreiben zu lehren : Lcz ecsportatcur' alemau s'nnspress' de 
repare Ic pert' ke Ic grcv' Iciir' on fcf (sie) eprottvc . . . ? 

Ist solchergestalt die orthographische Unterweisung, welche dev cledat'sche 
Prccis diesem lehrer bietet, für ihn unverwendbar, so hat derselbe auch für eine 
.streng phonetische Unterweisung iiereits ungleich viel gründlichere und systoiuati- 
tischere hülfsmittel zur Verfügung als diese unvollständige und uneigentliche 
Gra?nmairc phojicticjue. 

\\ ie <ler grundgedanke des ganzen buches utopistisch ist, so scheint mir, 
ist auch d.is jiublikum dessellien im lande Utopien zu suchen. 

Zürich, dezember 1891. 11. MoKI'. 



M I S Z E L L E N. 

NACHTRÄGLICHES ZIR PHYSIOLOGIE DER AKZENTIATION. ' 

Eine eiitgeg?twig. 

1. In band 1 s. 125 von Streitbergs Anzeiger hat Heusler meine arbeit 
einer kurzen besprechiing unterzogen, und es drängt mich umsomelir, darauf einiges 
zur berichtigung zu antworten, als ich den rezensenten als geschulten lautphysio- 
logen kenne, von dem verstariden zu weiden mir am herzen liegt. Dass icii 
mit meiner neuen theorie nicht durchgedrungen bin, hat mich wenig erstaunt (s. 
auch die bemerkung im germ. yahrcshericht für 1891 s. 6), ist es doch immer 
eine mühsame arbeit, gegen eine eingefleischte tradition anzukämpfen. Das soll 
mich aber auch nicht abhalten, weiter iür meine meinung einzutieten, ehe micii 
wirklich schlagende gegengründe eines bessern belehren. Die ausstell ungen H.'s 
haben meine Überzeugung, wenigstens was die hauptpunkte anlangt, nicht zu er- 
schüttern veimocht, zumal da auf gianid fortgesetzter beobachtungen meine theorie 
immer mehr gestalt und leben in mir gewonnen hat. So bin icii denn auch im 
Stande eine der hauptthesen etwas präziser und konsequenter zu fassen, als es in 
meiner schrift geschehen ist. Ich meine die these von der „Solidarität von stärke 
und höhe-. So habe ich mich damals ausgedrückt; jetzt möchte ich richtiger 
sagen : Die tiiese von der ausschliesslichen kchikopfthätigkeit bei der akzentiiatioii . 

Die ausatmung geschieht entweder ungezwungen oder gezwungen, l'n- 
gezwungen „durch die automatc zusanmienziehung der elastischen lungen, rippen- 
knorpel und bauchmuskeln" ; gezwungen durch die willkürliche zu.^anmienziehung 
der bauchmuskeln, der ;«;«. iidercostalcs und infracostales, sowie des m. triangularis 
<les brustbeins, also vermittelst innervation durch die psychomotorischen Zentren. 

Die relative tonhöhe eines stimmhaften lautes hängt ab von der relativen 
thätigkeit der die Stimmbänder spannenden bezw. lockernden muskeln. 

Die stärke (rapidität) der ausatmung ist ausserordentlich schwer zu kon- 
trolliren, während die tonhöhe ganz genau bestimmbar ist. Ich behaupte nun, 
dass die chromatische betonung eines Wortes wegen ihrer akustischen klarheit bei 
Weitem charakteristischer ist, als die dvnamische; die dvnamische lasse ich als 



' Vgl. meine habilitalion<^schrift : Stärke, höhe, länge. Strasshurg 1892. 



Il6 MiSZELI.EN. 

einstweilen vinmessbar bei Seite uml halte niicli an ilas liaiulgieiHiclie, die graphisch 
(hiistellbare tonhöhe. 

Die frage liegt nun nahe: Was charakterisirt dann speziell den hauptton 
bei ilen Verschiedenheiten in dei' chromatischen akzentuirung der verschiedenen 
spiachen? Antwort: Nichts attderes, ah eine enei-giscJure kchlkofthäligkcit. 

Nehmen wir den Österreicher, den alemannen, den Sachsen, den danen 
den Schweden — so chromatisch verschieden hier überall dei- hauptton klingen 
mag ; alle haben eins gemeinsam : die energische inuskelthätigkeit im kehlkopf. 
D:iss nun das kräftige anspannen der Stimmbänder in der hochbetontheit auch eine 
exspirationsverstärkung mit sich bringe, ist möglich, ja sogar wahrscheinlich, da 
es eines grösseren drucks bedarf um die iiift durch die verengte Stimmritze zu 
zwängen; die exspirationsverstärkung aber leugne ich des entschiedensten für die 
tiefbetontheit {7uässer in gewissen al. dialekten). Diese behauptung wird durch 

Heusleis ausspruch : „Eine spräche für die ein vers rita rita rcssU ein Unding 
wäre, spricht die endsilben nicht gleich stark, wie die Stammsilben" keineswegs 
aus dem sattel gehohen ; höchstens .wird dadurch eine bedauerliche Verwirrung 
angerichtet ; denn das von ihm verwendete zeichen > bedeutet einen vollen haupt- 
ton mit aller kehlkopfthätigkeit; diese habe ich jedoch den endsilben nicht vindizirt. 
Die energische kehlkopfthätigkeit bleibt Privilegium des haupttons: ob dann die 
endsilben in folge ihrer höheren tonlage eine exspirationsverstärkung annnehmen, 
ist eine andere frage; ich lasse ihre bejahung, obschon ich sie in meiner schrift 
wahrscheinlich gemacht habe, als unsicher dahingestellt, bis vollständig zuverlässige 
npparate die sache endgiltig entscheiden. Zu bemerken ist aber jedenfalls — und 
das wird Heusler als mein Landsmann bestätigen — , dass dieses kinderverschen, 
wenn echt baslerisch d. h. mit tiefer niederdrückung des kehlkofes in den Stamm- 
silben gesprochen, beinahe nur noch die endsilben hören lässt ; etwa : 



t 



f T* ~^yr -^=\ 



V «/ — *>r» r*~ * «r«r *~"1 etc 



r(i) - t3, r(i) - ts etc. 



;inung: r* ^' w H , "^ aus d-d'w „adi 



vgl. .uich die ähnliche erscheinung: r* ^' w H , '^ aus d-d'w „adieu" und 

dia 



anderes (s. 22). 

Ein analoger fehler in der argumentation liegt da vor, wo Heusler den 
hexameter als kriterium vorbringt: „eine spräche, worin ein vers: 

dfKiioviOi iit'Hov^- ti.^\' rri! *Kj iuXi)t\; ukiufjf'f 

möglich ist, gibt ihren akutsilben keine Stimmverstärkung, auch keine 'geringe' 
oder 'unbedeutende'." In den deutschen schulen spricht man allerdings den hexa- 
meter nach H.s bezeichnung mit vollständiger nichtachtung des etymologischen 
akzents; dies kann jedoch für das altgriechische kaum gegolten haben. Versiktus 
und wortakzent lassen sich auch mit einisei' Übung sehi- leiciit dahin vereinigen. 



E. Hoffmann-Kkaver. i i 7 

(lass eisterer mit extensiver, Ittzlerer mit intensiver hetonung gejproclien wird; 
wie man etwa in dem schilier'sclien verse: 

„das fuiclitbaiif gescliledit der naclit" 
oder dem lenau'schcn : 

„ein gar herzliehfr gesell" 
die endsilben -re und -her mit einigem quantitativem nebentonartigem gewicht 
versieht, ohne dass die nehentöne -/>ar- und -liel>- ihren iirsi)riniglichen Charakter 
als solche einbüssten. — 

2. Ein wörtchen zur Verteidigung meiner scheidmig in absoluten und rela- 
tiven akzent sei noch beigefügt. 

Absolut nenne ich einen akzent, der einem worte konstant anhaftet d. ii.. 
dann immer wieder zu tage tritt, wenn das wort isoliit und affektlos gesprochen 
wird : relativ, wenn er von der intention des sprechenden abhängig ist, also der 
ausdruck eines momentanen psychischen zustandes sein soll. Wenn icli sage „ge- 
troffen", so liegt der absolute akzent auf dem mit der einer mundart jeweüen 
charakteristischen tonlage. Sage ich dagegen „Er war nicht nur getroffen, sondern 
auch betroffen", so ist dieser akzent für mich rekitiv, da absichtlich ein gegensatz 
ausgedrückt werden soll. Ebenso ist jeder Satzakzent lelativ, da es in der intention 
des sprechenden liegt das wichtigste wort hervorzulieben. Der haujitunterschied 
zwischen ivillkürlich und unwillkiirUcli bleibt also trotz Heuslers an sich richtigen 
bemerkungen bestehen. — 

In andern teilen muss:ich II. recht geben; so betreffs der erklärungsver- 
suche für ältere synkopirungen etc. ; sind wir doch über die gestaltung des akzents 
noch zu spärlich unterrichtet, als dass wir ims sicheie Schlüsse auf die sjirach- 
wandlung erlauben dürften. 

ZYirich. im august 1892. E. HokkmANN-KkaYKK. 



ZUR REFORM DES NEUSPRACHLICHEN UNTERRICHTS. 

Die ervviderung piof. Glaunings auf meine beurteilung seines Lc/irbjicks 
der engl, spräche veranlasst mich, nochmals darauf und damit zugleich auf die 
reform des neusprachlichen Unterrichts zu kommen. Gleich von vornherein will ich 
zugeben, dass meine ausstellung an der regel über die ausspräche von ^« nach / hätte 
unteibleiben können. Die von Vietor angegebene monophthongische scheint aller- 
dings die gebiäuchlichste. Ich hatte mich in meiner ansiclit nur durcli meine 
erfahrung leiten lassen. Dass die diphthongische ausspräche auch sehr veibreitet 
ist, beweist die von Gl. selbst angeführte angal)e von Storni, ausserdem das in 
England sehr viel gebrauchte Standard Pronouncing Dictionary von Nuttall, welches 
den diphthongischen laut des u in Inte und vielen ähnlichen Wörtern noch in der 
neuesten mir zugänglichen aufläge von 188"/ durch eio umschreibt, genau w'ie das 
■u in eure. — Inwiefern aber der herr Verfasser als „warmer und eifriger freund 



I I 8 MlSZELLEN. 

der reiorm einen 'liirchaiis veränfierten K'urs eingesclilawen" haben will, kann ich 
aus seinem lehrbuche wenigstens nicht ersehen. Seien wir nicht im unkhiren 
darüber, dass die „reform'' nicht nur einen neuen weg zu einem alten ziel erstrebt; 
sie steuert einem neuen ziele zu : einleben in die fremdsprache, vertrautlieit nüt 
üir, fähigkeit. sie in einem bestimmten gedankenkreis als ausdrucksmiltel zu be- 
nutzen. Das haben viele ausgesprochen, u. a. Bierbaum in seiner schrift Reform 
des fremdsprachlichen Unterrichts s. ,=16. ' Die vielbcrufene formale bildung braucht 
dabei nicht zu kurz zu kommen. Es ist schon ein gutes stück derselben erreicht, 
wenn fler schüler befähigt wird, gedanken ausser in seiner mutterspraciie noch in 
einer fremden spräche auszudrücken,^ wohlgemerkt nicht nur aus der einen in die 
andere mühselig zu übersetzen. Dazu kann er durch Übersetzungsübungen an 
einzelsätzen nicht kommen, wohl aiier dadurch, dass er möglichst viel gedanken- 
inhalt in fremdem gewande in sich aufnimmt, verarbeitet und ?o nach Inhalt und 
form beherrschen lernt. Wer sprachen lehren will durch übersetze^ von zu- 
sammenhanglosen Sätzen, — ich habe es selbst jahrelang so getrieben und hin 
als schüler denselben weg geführt worden — dei- kommt mir vor wie ein klavier- 
lehrer, der seinem schüler nicht etwa möglichst bald ein ins ohr fallendes Stückchen 
zum üben gäbe, sondern ihn monate- oder ear jahrelang in den klavierkompo- 
sitionen vorkonmiende tonfolgen, als da sind die t()ne innerhalb der quinte und 
oktave vor- und rückwärts, die töne des dreiklangs in allen tonarten u. s. w. u. s. w. 
üben Hesse, ohne diese zum spielen ja recht notwendigen Übungen je in ein, 
wenn, auch noch so kleines, musikalisches ganzes einzuordnen. Wie langweilig 
für lehrer und schüler ! l^nd wo bliebe der erfolg, d. h. wirkliches spielenkönnen? 
Ganz anders liegt die sache, wenn nach Überwindung der allerer.sten demente ein 
„Stückchen" vorgenommen wird. Da arbeitet der schüler mit lust. K( nimt ein 
besonders schwieriger takt vor, gut, so nimmt man ihn heraus, übt ihn allein, 
bis er flüssig geht; aber dann wird er wieder an seine stelle, in den Zusammen- 
hang gesetzt, und der schüler weiss, warum er die mühe mit dem takt gehabt 
hat: er kann ja sein stück jetzt besser spielen. Es ist kein haar anders mit der 
spräche. Die schule sollte sie auch als kunst auffassen, die der schüler, wenn 
auch in beschränktem masse, ausüben soll. P2r soll sie in dieser beschrnnkung 
nicht nur kennen, sondern auch können. Das erstere folgt bei richtiger behandlung 
aus dem zweiten, schwerlich aber umgekehrt. Das erstrebt die „reform'"; das 
haben alle ihre förderer und freunde, Ouousque Tandem -Vietor, (jraf Pfeil. Bier- 
baum, M. Walter, Löwe, Klinghardt und wie sie alle heissen. oft und deutlich 
ausgesprochen. Also wie dort einen musikalischen, so hier von vornherein einen 
gedanken/w/^a// in der fremdsprache. Besondere Übungen von einzelheiten (kon- 
jugationen. idiomatische Wendungen u. s. f.j nur im anschluss an das gelesene 
und im hinblick auf sofortige Verwendung in einem zusanunenhängenden ganzen. 
„Tod den einzelsätzen ! Schwerpunkt des Unterrichts ist die zusammen- 



* .S. -Schröer, Wissenschaft und schule in ihrem Verhältnis zur prakt. Sprach- 
erlernung, s. 53. 

^ Schiller, Handbuch der prakt. Pädagogik. 2. aufl. s. 389. Bierbaum 
a. a. o., s. 51 f- 



K. Sturmfei.s. 1 19 

liiingenilf lektiiiL'". ' so tönt es von allen Seiten, 'llicsen «lieses inlialts wurden 
auf der :\~. philolowenversamnilung in Dessau und auf dem dresdener neuphilo- 
logentag. 1888, angenoinen. Viele neue lehrhiicher (Kühn, Hierbaum, Löwe, 
Deutschbein u. a.) tragen dieser forderung rechnung. Ziel und weg einer reform, 
die diesen namen verdienen will, sind also, trotz mancher meinungsverschieden- 
lieiten im einzeln, bestimmt vorgezeichnet und wesentlich andere als die früheren. 
Mit einen) „ausilicken des baufälligen hauses mit bunten steinen"^ ist nichts gethan. 

Weiter legt die „reform" ein hauptgewicht auf den laut und die gesprochcTU 
spräche im gegensatz zu buchstaben und schrift. Gerade vorliegende blätter wollen 
ja in dieser richtimg bahn brechen. Fordert aber ein mehr mündliches verfahren 
des Sprachunterrichts nicht an sich schon die behandlung ausschliesslich odei- doch 
grösstenteils zusammenhängender stücke? Wie sollen wir uns in dem klassen- 
unterricht von dem „papierenen lehrer" losmachen, wenn wir fortfahren, einzel- 
sätze hci'über- und liinflberzuübersetzen ? Solange bei der bearbcitung derselben 
das buch geülTnet ist, unteistützt das äuge die aufmerksand<eit, rler der inlialt 
wenig anziehendes bietet. .Schliessen wir das buch, so dass das kind nur in der 
fremVIen spräche hört! Woran soll sich da das interesse klammern, wenn nicht 
an einen zusammenhängenden g«>dankeninhalt ? Die fortwährenden sprünge von 
einem gedanken zu eir.em andern, meist ganz entfernt liegenden, wie sie die losen 
Sätze erfordern, macht der jugendliche geist nicht lange mit. ohne zu erlahmen. 
Und dass rlie granimatische regel, der zuliebe die sätze zusannnengestellt sind, 
etwa einen konzentrationspunkt für die aufmerksamkeit der klasse auf die dauer 
bilden könne, wird man doch nicht glauben. Anders beim zusammenhängenden 
stücke. Hier fesselt der inhalt, wenn er auch bescheiden sein mag, und ohne 
besondere kunstgrilTe lässt sich bei geschlossenem buche die aufmerksamkeit eine 
stunde lang erhalten. Auch der lehrer wird seine geistige elastizität weniger 
rasch verlieren: freilich wei'den damit an seine physische kraft grössere an- 
forderungen gestellt. 

Wird dei' zir^^annuenhängende lehrstoff in der von <len ..relbrmern" ge- 
forderten, u. a. von M. Walter, Bierbaum, Kühn auch im einzelnen ausgeführten 
weise behandelt, so wird das ergebnis für die geistesbildung grösser sein als bei 
dem steten hin- und herüb)ersetzen, bei dem geist und s|>rachorgane, um mich so 
auszudrücken, bei jedem neuen satz in eine andere „indifferenzlage" gebracht 
werden müssen und desiialb in keiner sich zurecht finden.^ Wer aber das heil 
für die ..formale bildung" vom betriebe der grammatik erwartet, der braucht sich 
auch bei dieser behandlungsart des fremdsprachlichen untenichts keinen zwang 
aufzuerlegen. Er kann auf induktivem wege so viel grammatischen stoft' ver- 
arbeiten, als er nur will. Die grammatik steckt ja doch iu dei- fremdsprachlichen 
litteratur. Nur kommt er so auf natürlicherem wege dazu, und was mehr ist, 
die granmiatische scludung und damit also auch die „formale bildung" hat dabei 
selbst voiteil.* Denn wenn das woit „formale bildung" einen sinn hat, so kann 

' (Juousijue Tandem, s. 25. 

"^ Schröer, a. a. o., s. 60. 

^ Bierbaum, s. 8.3. 

* II. Spencer, Die crziehiiiig, übersetzt von Sehultze. 'J. aufl. s. 122: „Daher 



I20 MlSZELLEN. 

es (locli iiur der sein, dass duicli hetliätigung in einer riclitung der goisl zu neuei' 
bethätigung, freilich nur der gleichen oder ähnlichen art, befähigter win'.' Und 
von dieser geistesgyninastik sagt Lichtenberg^ mit recht: „Was man sich scl/ist 
erfinden muss. lässt im verstände die bahn zurück, die auch bei einer anderen 
gelegenheit gebraucht werden kann." Also: das selbsthnden des sprachgeset/.es 
unter aiileitung des lehrers. an der fertigen spräche, erleichtert dem schiikr das 
erfassen neu vorkonniiender grammatischer erscheinungen. 

Ausserdem regulirt die induktive behandlung von selbst das mass des zu 
fjewältigenden grammatischen Stoffes, führt so zu der rechten beschränkung und 
beugt einer überbürdung der schüler vor.^ Was die lektüre an sprachlichen er- 
scheinungen nicht oder selten biete', das ist auch für die keiintnis der schüler 
weniger wichtig und scheidet so ohne weiteres aus oder tritt hinter anderem, 
wichtigeiem zurück. Das schliesst nicht aus, class bei systematischei- Zusammen- 
stellung der induktiv gefundenen gesetze oder regeln auch auf weniger häulige 
erscheinungen rücksicht genommen wird. Aber es hebt sich so das wesentliche 
aus der sonst gleichmässigen masse von regeln besser heraus ; ganz anders, als 
wenn „eine portion regeln einer lektion zugewiesen" * und dann an einer portion 
Sätze geübt wird. 

Eine frage für sich ist, wie weit die amtlichen Vorschriften ilie anwendung 
der „neuen methode" zulassen. Die meisten lehrpläne fordern übmigen im über- 
setzen und die Prüfungsordnungen den nachweis entsprechender fähigkeiten. .Dieses 
ziel wii'd bei dem Unterricht nach der neuen methode nicht ohne weiters er- 
reicht, wird ja auch höchstens erst in zweiter linie erstrebt. Dem lehrer wird 
also vorläufig nichts anderes übrig bleiben, als die übeisetzungsübungen, wenn 
auch gegen seine Überzeugung, fortzutreiben. Es ist auch schon aus diesem gi"Uiide 
begreiflich, dass immer noch neue lehrbüchei" erscheinen, die sich von den Plate, 
Plötz u. a. in nichts unterscheiden. Ein lehrbuch aber, das einen eifrigen iieund 
der „reform" zum vei-fasser hat. sollte doch auch einige zugestänilnisse an die 
„reform" machen. Diese Hessen sich in prof. Glaunings buch höchstens in d.en 
z. t. recht gut gewählten lesestücken des l. teils sehen; nur sind sie nach meiner 
ansieht nicht zahlreich genug und fehlen für die erste stufe ganz. Sonst sieht 
das buch aus wie die bekannten nach der „alten methode" ; englische einzelsätze, 
die für ein bestimmtes grammatisches pensum zusammengestellt sind, daiunter die 
nötigen Wörter, dann eine an/.ahl deutscher sätze. die, wie die voiausgehenden 
englischen, ihrem inhalt nach so zerfahren wie möglich sind, z. b. in. 41 : l. Dieser 
junge mann ist sehr viel gereist. 2. Ein grosser hund lag in der sonne. 3. Als 
wir die stadt verliessen, sahen wir ein offenes feld voi- uns liegen. 4. Mein 



sollte einem jeden Studium eine rein empirisclie einleitung voiangehen ; und erst 
nachdem ein beträchtliches kapitel von beobachtungen angehäuft worden, sollte 
die thätigkeit der Vernunft, das spekulative denken darübei, beginnen." 

' Schmeding, Die klassische bilduiig in der s^egeirwart, s. 26 ff. 

^ Lichten lierg. Ausgewählte sclirifteu, Reclam, s. 44. 

^ Ouous(iue Tandem, s. 17. 

* Uuousque Tandem, s. Uj. 



K. Stukmkel.s. 12 1 

biiuler slui.liil iÜl- reclite ii. .s. vv. lliit docli prot. (iuleisolin, den man gewiss 
nicht als eifrigen „leformer" betfucliten kann, in seiner neuheaiheitung der ziinnier- 
nianir.schen lelirhi'iclier des englischen wenigstens versiiclit. das zerfallen der ein/.el- 
sälze etwas zu \eniieiiien. indem l-v sätze ähnlichen inhaits in kleinen grupiien 
zusaiiimenslellle. Wie weit ihm dies gelungen ist, will ich nicht untersuchen. 
Freien Spielraum lassl dem ielnei- die neuhearheitung (12. aufl.) von Deulschbeins 
Lehrgang der englischen spräche. Wer freude an einzelsätzen hat. findet sie iLi 
noch, wenn auch der anliiinger der „alten methode" den wünsch nach mehr haben 
wird. Es fehlt auch nicht an zusammenhängehdeiu stnfl" zum übersetzen aus dem 
deutschen ins englische. Daliei sind die englischen lesestücke so zahlreich, dass 
auch der relbiniei' strengster oliservanz auf ein paar jähre stoß' genug für seinen 
imterricht iiaben wird. Wenn prof. (ilauning in iiindicher weise dem 1. teil seines 
lehrganges auf kosten der einzelsätze mehr zusammenhängenden lesestoff einfügt, 
so bin icii überzeugt, dass das buch bei seinen sonstigen Vorzügen für leiner aller 
schattirungen sein- brauchbar werden wird. 

MichchtaiÜ. K. Sl fKMI' K!,s. 



N ü T 1 Z K N. 



FÜNriKK ,\LI,{;KMKINKR DEUTSCIIKK NEri'IllLOL()(iENTA{} 
7X BERLIN. 

] )er Tcrbaitd der deutschen neuphilologischcn lehrerschaft, de! seil dei' gründung 
im Oktober l8S6 V(jn Ijoo milgliedern auf etwa looo gewachsen i.-t, hielt seine 
fünfte versanmihmg zu jjfingsten 1892 in P.erlin ah. I >ie teilnehmei'liste fiihrle 
gegen ■241) namcn .uif. 1 )en vorsl^ind bildeten pmf. /,\ipitza (Berlin), i)rof Koller 
(Stuttgart), piuf. Sachs ( Ijrandenburg). Nicht weniger als 14. bezw. 15 vorliäge 
waren für ilie drei allgemeinen Sitzungen (dienstag vormittag, mittwoch vormittag 
und nachmittag) angemeldet. Die feststellung der tagesoidnung in der voiver- 
sammlung am montag abend machte einige Schwierigkeiten. Nach dem Vorschlag 
des Vorstandes wurden in die erste Versammlung, für welche man auf die anwesenheit 
der kommissare der behörden rechnen durfte, als vermeintlich ..allgemeiner inter- 
essant" die lein j)hilologischen themata veilegt. I )ie anhängei' der entgegenge- 
setzten ansieht können sich nachträglich .luf die ausdrückliche erklärung hei'ufen. 
womit der Vertreter des ministeriunis, wiikl. geh. oberregirungsrat Dr. Stauder, 
seine begrüssungsiede folgenden tages erölTnete : „Der § 1 Ihrer Statuten eriraiert 
mis daran, dass der neuphilologentag sich ebensosehr die pflege der neuphilo 
logischen Wissenschaft als deren Vermittlung in der schule zum ziel gesetzt hat. 
Gestatten Sie mir, bei aller hochachtung vor dci- pflege der neuphilologischen 
wissenschalt, 'lass ich gerade in diesem momente und von meinem Standpunkt aus 
mehi' die fördeiung betone, die ilie schule von den bestrebungen des neuphilo- 



12 2 Notizen. 

lof^eiitages t-ruaitct. i Beifall.) Sic wissen" — fuhr ilei' i'eiliicr fort — „tlass 
(liirt'h die neuen lelu'iiliine und die neue prürunLrsordniuig, die im Januar d. j 
['uhliziit worden sind, insbesondere dem betriebe der neueren rrenids[)rachen an 
allen unseren höheren leln'anstalten andere ziele ijesteekt worden sind als bisher, 
dass eine andere methode als die bisher meist betriebene, wenigstens ofHziell ge- 
billigte, in aussieht genommen ist. Inilem die Unterrichtsverwaltung in voller 
erkenntnis der bedeutung der neueren sprachen für unser heutiges vielgestaltiges 
leben sich entschlossen auf diesen Standpunkt stellte, wusste sie, dass sie gar 
manchen anfechtungen begegnen winde. Aber sie war so überzeugt von der lU't- 
wendigkeit der änderung der niethode, dass sie diesen anfechtungen gegenüber 
keinen augenblick zaudern zu müssen glaubte." In diesen woiten, denen der 
redner noch die mit lebhaftem beifall aufgenommene bitte an alle neuphilologischen 
lelirer folgen Hess, die unterrichtsverwaltimg in ihrem stieben zu unterstützen, ist 
deutlich ausgesprochen, worum sich ilas neuphilologisehe interesse in der gegen- 
wart dreht: 1. die wertschälziinir der neueren sprachen als bildungsmittel und 
2. die 7ncthode ihrer behandlung in der schule wie an der Universität. Dass be- 
z'uglich lies erstgenanten ])unktes die meinungen noch scharf geteilt sind, mag 
ilie Zusammenstellung von äusserungen zweier andern begrüssungsredner zeigen. 
„I)ie klassischen sprachen", sagte u. a. prof. Zupitza bei der eröfifiumg der ersten 
Sitzung, „Mu'issen, das ist meine festeste Überzeugung, wenn Deutschland nicht die 
hohe Stellung einbüssen soll, die es in der Wissenschaft behauptet, der mittel- und 
angelpunkt des Unterrichts in denjenigen schulen sein uml bleiben, die zum uni- 
versitiitsstudium \orbereiten. Aber die klassische iihilologie muss auch asf diesen 
anstalten, auf denen sie herrscht, die neueren sprachen eine bescheidene neben- 
rolle sjiielen lassen. ICs ist selbstverständlich, da^s dem ilcutsehen ein giosser 
Spielraum eingerämnt ist, auch das französische ist seit längerei' zeit allgemein 
zugelassen, und mit ilem englischen soll das zu meiner freude in Zukunft eben- 
falls durchweg geschehen, wenn auch nur fakultativ. Wenn so am gymnasium 
die neueren sjirachen in den hintergrund treten, so nehmen sie eine leitende Stellung 
ein bei denjenigen anstalten füi- die männliche Jugend, die mehr füi- das praktische 
leben vorbereiten, und aLich bei den schulen, welche die töchter besserer stände 
\niterrichten. Sollte es eimnal dahin kommen, dass auch mäilchengymnasien ein- 
gerichtet werden, nun, dann werden die neueren sprachen auch bei iliesen an- 
stalten, ohne zu murren, in die zweite linie treten." Daneben halte man die 

folgende stelle aus der rede des berliner stadtschulrats Dr. Fürstenau : Bis 

vor nicht langer zeit waren es wohl allein die kulturelemente, die die alten \ölker 
uns übeiniittelt haben, aus denen der geist der deutschen nahrung und aiu'egung 
Schöpfte. In unserei' neueren zeit ist dagegen von grösserei' bedeutung gewoi'den 
die gegenseitige anregung. welche tue fremden völlcer auf uns und ebenso wir 
auf die fremden Völker .-uisübeii '. die gegenseitige erziehung der kulturvölker ist 
es , durch welche unsere eigene bildung ebenso wie die aller anderen Völker ge- 
fördert wird. . . . Keiner, der an der gesamtentwickelung unseres Volkes teil- 
nehmen will, kann sich den fortschritten in der geistesai'beit der fremden Völker 
entziehen und kann des wesentlichsten hilfsmittels dazu, der kenntnis der s|)rachen 
der kultuiv<")lker, entralen." Der lebhafte, andauernde beifdl, welcher den schluss- 
worteii dieses redneis folgte, liess von vornherein erktamen, dass die mehrzahl der 



NOTIZKN. 123 

ver-;:imiiiUmy: iiiclit dtn kl:i5siscliun. soiulcni ili-ii iiicxleincii pt:iiul])inikt in den 
kommenden veilinndlunsen veitreten würde. Diese sclilusswoite lauteten: „Darum 
tiegriisse ieh Sie hier mit freuden und lierzliehem willkomimii. Sie. die Sie sieh die 
jitiege der neueren philolo<.;ie zur aufgäbe gesetzt halten und gleiehzeitig hemüht 
sind, die metliode des unterriciits der neueren spraehen zu vcrvollkomnmen. Möge 
es Ihnen gelingen, wege zu linden und balinen zu ebnen, auf welche ein anregender, 
geistbildender Unterricht in den neueien sprachen erteilt und dabei doch leiehtig- 
keit des Verständnisses, Sicherheit in der nnwendung dei- fremden spräche erreicht 
werden kami. Möge Ihnen das gelingen und mögen Sie. wenn .Sie das ziel auch 
nicht vollständig erreichen, doch einen schritt näher kommen. Sie werden einen 
w'ichtigen stein in den bau unseier deutschen kultur und des deutstlien schid- 
wesens eingefügt haben.'' 

Ausser dtr bewiilkommnung dei- feslteilnehmer durch obl. Hötticher (Berlin) 
namens dei" beidiner gcselbchaft für deutsche Philologie, dürfen enillich auch die 
von prof. Bouvier als Vertreter der Universität Genf zur bewillkomminnig <re- 
s|)rochenen und warm aufgenonnnenen worte nicht unerw.ähnt bleiben. 

Von den vortragen des ersten voi'mittags — jirof. ]. Schmidt ((i|-oss- 
Liciiterfelde) : Über englischen hutnor ; prof. Sachs (Biandenburg) : Über die dJca- 
deiits ; prof. N'aiiihagen (Erlangen): Über eine der erlatiger bibliolhek gehörige 
sammlimg von alten drucken italienischer novellen in versen ; Dr. Tanger (Berlin): 
l'ber laiitschrift — interessirt uns hier nur der letztgenannte. Der redner will 
zwar in der schule kein neues aiphabet, aber <loch diakritische zeichen gelten- 
lassen. Zu wissenschaftlichen zwecken hält er eine lautschrift für notwendig. 
I )ie übrigen, wie es schien, nur theoretischen bedenken des redners wegen der 
lautschrift in der schule wurden von mehreren Seiten auf grund der eifahiung 
zurückgewiesen. Dem verschlag Dr. Tangers, eine kommission zu heistelhmg 
einer einheitlichen wissenschaftlichen lautschrift zu erueinien, trat die Versammlung 
nicht bei. 

Die zweite allgemeine sitzung am mittwoch vormittag idei' dienstag nach- 
mittag war dem festmahl. der abend dem theater gewidmet) biachte den allerseits 
und nicht umsonst mit Spannung erwarteten Vortrag von ])rni'. Waetzoldt (Berlin): 
L'ber die aufgäbe des neicsprachlichejt Unterrichts und die Vorbildung der lehr er 
der neueren sprachen, eine glänzende apologie des modernen Standpunktes, die 
auf den wünsch der versammhmg mittlerweile (Berlin. R. Gärtners Verlagsbuch- 
handlung, Herinann lleyfelder) im druck erschienen ist mid hier nicht besser 
charakterisirt werden kann ,ils ilurch die mitteilung der vom redner aufge- 
stellten thesen. 

7. Aufgaben des Schulunterrichts. Der schulunteiricht in «len lebenden 
sprachen hat die unmittelbare aufgäbe, den schülei' zu befähigen, einen modernen 
französischen oder englischen Schriftsteller mit leichtigkeit zu \ erstehen, gesprochenes 
französisch oder englisch schnell und sicher aufzufassen, und die fremde spräche 
in den einfachen formen des täglichen Verkehrs mündlich wie schriftlich ohne 
zwang zu gebrauchen; er hat die mittelbare aufgäbe, dem schüler das freie Ver- 
ständnis iür die eigenartige geistige und materielle kultur, für leben und sitte der 
beiden fremden Völker zu erschliessen. 



124 



Notizen. 



//. l'oi-hilduiig der Iciircr. Die vei äiulti teil unil ei hüllten aufgaben des 
scluilunleiriclits in den lebenden sjir.ichen fordern zu ihier erfüliuiig eine ver- 
änderte Vorbildung der lehrei' neuerer si)rachen nach den folgenden gesichtspunkten : 

1. Neben den wissenschaftlichen seminarien (gesellschaften) für romanische 
und englische pliiloiogie ist die errichtung selbständiger praktischer seminai-e ins 
äuge zu fassen, an denen die studirenden in kleineren abteilungen. je nach Vor- 
bildung und kenntnissen, systematisch zum schi-iftlichen und mündlichen gebrauch 
der fremdsprache erzogen, in die moderne litteratur. in die landeskunde, in die 
politische und kulturgeschichtliche entwicklung Englands und Frankreichs ein- 
geführt werden. 

2. Es ist wünschenswert, dass in den Vorlesungen und Übungen mehi'. als 
bisher im allgemeinen geschehen ist, auf die litteiarische und sprachliche entwick- 
lung der letzten Jahrhunderte und besonders aucli auf jene Schriftsteller eingegangen 
werde, welche in den höheren schulen gelesen zu werden pflegen. Zusammen- 
fassende und orientirende darstellungen. enzyklopädische und hodegetische Vor- 
lesungen sind lür die siiäteren lelirer unerlässlich. 

;^. Da diejenige fertigkeit und Sicherheit in der praktischen handhabung 
<ier fremdsprache, welche schon für den unteiiicht auf der Unterstufe gefordert 
wird, im inlande nur in den seltensten fällen erworben werden kann, so ist bei 
der meidung zur prüfuiig für das höhere lehranit in der regel der nachweis eines 
mehrmonatlichen aulenthaltes im auslande zu eibi-ingen. Es empfiehlt sich aus 
praktischen gründen, die studirenden für die fi-anzösische spräche an das neufraii- 
zösische seniinai- der Universität (ieiif oder nach Lausanne und Neuchätel zu weisen. 

4. Lehramtskandidaten mit der befähigung zum neusprachlichen Unterricht 
auf lier obeVstufe haben die hälfte ihres probejahres in England und in Frankieich 
oder in einem der beiden länder zuzubiingen. und sich dort neben ihier praktischen 
Vervollkommnung besonders das Studium des landes und volkes .uigelegen sein zu 
lassen. Zu diesem zwecke ist auf die anknüpfinig geeigneter Verbindungen bedacht 
zu nehmen und das Studium im auslande womöglich einheitlich zu organisiren. 

ö. Nicht nur die staatlichen unterrichtsverwaltungen, auch die grösseren 
kommunen haben ein interesse daran, fiurcli reichliche gewälirung von reise- 
stipendien und \on lalaub die leislungen der lehrer der neueren s|;rachen zu 
sichern und zu crh'"ihen. 

6. l'm denjenigen schon angestellten lelirern, denen der besuch des aus- 
ländes nicht möglich ist, einigen ersatz zu schaffen, empfiehlt es sich, an geeig- 
neten orten vierwöchentliche ferienkurse einzurichten, in denen fremdsprachliche 
Vorlesungen von engländern oder franzosen gehalten, gelegenheiten zum gebrauch 
der tVemdcn spr;iclie gelioten und methodische anweisungen gegeben werden. 

7. Es empfiehlt sich, die lehramtskandidaten mit neuphilologischer fakultas 
während ihres seminaijahres besonrlers solchen anstalten zuzuweisen, bei deren 
leitern Verständnis und inteie>se für die eigentümlichen aufgaben des neuspi achlichen 
Unterrichts vorauszusetzen ist. 

Der waet/.oldt'schen rede folgte der damit in innerer beziehung stehende 
Vortrag von prof. Rambeau (Berlin): Die offiziellen anforderimgen iti bczug a7tf 
die- sprcchfcrti'^kcit der lehrer der neueren sprachen toid die realen Verhältnisse, 



NOTIZF.N. I 2 5 

dessen Wortlaut den lesern dieses hefles s. 6m H. gedruckt vurlieüt. Den liescliluss 
machte für die zweite sit/.ung ein voitraj; von old. IJartung (Wittstoek): L'/>er 
die mcthode des anfangsiaiterrichts in den neueren sprachen, speziell im englischen, 
worin der redner nacliweLst. dass er im sinne der neuen forderungen der heliörde 
bezüglich der Sprachfertigkeit schon seit iangcii jähren mit hesteiu erfolg unter- 
richtet hat. 

Am nachmittag sprach prof. Wagner (Reutlingen") über Französische (jitantitiit 
(unter Vorführung des albrechf sehen apparats). Auch diesei' Vortrag erscheint in dem 
vorliegendem hefte s. l ft". und kann als ergän/.ung von prof. Wagners Stuttgarter 
rede (gedruckt in Phon. sind. IV s. 68 ff.) betrachtet werden. Im anschluss hieran 
teilte der unterzeichnete mit, dass seine bemühungen um die mittel (300 mk.) zum 
ankauf eines grützner-marey'schen apparats fin- das marburgei- romanisch-englische 
universitäts-seminar bis jetzt vergeblich gewesen seien, und bat die Versammlung 
für etwaige spätere schritte die Vereinigung mehrerer preussischer Universitäten 
oder die Verständigung mit den physiologischen instituten einstweilen in betracht 
zu ziehen. Der von anderer seite gestellte (und, wie irrigen angaben gegenüber 
bemerkt sei. vom unterzeichneten nicht einmal untei stützte) antrag, die versamndung 
möge als solche sofort um gewährung der nötigen sunnnen beim kgl. ministeriuni 
vorstellig werden, fand nicht die Zustimmung der inajorität. Ks sei hier darauf 
hingewiesen, dass der verfertiger des verbesserten apparats, Universitätsmechaniker 
Albrecht in Tübingen, mittlerweile eine sehr bedeutende jireisermässigung in aus- 
sieht gestellt und sich auch bereit erklärt hat, die urspiüngliche, ganz einfache 
ausgäbe, jedoch mit verbesserter, hürthle'scher schreibkapsel zum preis von 50 
— ,=i5 mk. zu liefern. Gleich nach dem w.agner'schen Vortrag hatte die Versammlung 
gelegenheit, auch den sehr feinen und vielseitigen, freilich auch sehr teuren (7CXK) fr.) 
phonautographen des abbe Rousselot (Paris) durch die demonstrationen und aus- 
führungen des herstellers kennen zu lernen ("man vgl. hierüber ])rof. Koschwitzs 
Experimenialplionetische Studien in Heriigs Archiv I^XXXVIII 1S92 s. 241 i1.) — 
Nach bestimmung von zeit und ort des nächsten neuphilologentags — pfingsten 
1894 in Karlsruhe — folgte die gegen den schluss sehr erregte flebatte über die 
vortrage und thesen von Waetzoldt und Rambeau. l'rof. Kölbing (Breslau) W'arnte 
vor der billigung so weit gehender forderungen. auf deren eifüllung in absehbarer 
zeit doch nicht zu rechnen sei, zumal beispielsweise in Preusseii bis jetzt nur 
\ ier Ordinariate für englisch bestänrlen und der schwache besuch gerade der prak- 
tischen Übungen die gründung neuer modernsprachlicher prof^ssuren keineswegs 
dringend erscheinen lasse. Prof. Stengel (Marburg) glaubte die von den rednern 
geforderte Umgestaltung als verhängnisvoll für Wissenschaft und schule bezeichnen 
zu müssen. Allgemein schien bei den anwesenden Universitätslehrern das gefühl, 
dass es eine position zu veiteidigen gelte; daneben war es freilich bedeutungslos, 
dass der unterzeichnete, nur durch seine Überzeugung berufen, sich für die vor- 
gelegten thesen erklärte. Wären jene befürchtungen tterechtigt. so wäre fler nieder- 
gang der neueren philologie schon jetzt zweifellos entschieden: denn mit über- 
wältigender mehrheit (gegen etwa 10 stimmen) nahm die Versammlung den \on 
obl. Kühn (Wiesbaden) fornmlirten antrag an, wonach sich der fünfte allg. deutsche 
neuphilologentag mit den thesen Waetzoldts und Rambeaus im allgemeinen einver- 
standen erklärte und den vorstand beauftragte, diesen beschluss nebst dem woillaut 



126 NuTIZtN. 

der tliesen den deiitscht-ii uiilenichtsveiAvaltungen zur keimtnis zu bringen. Der 
erste Vorsitzende, ii'of. Zupitza, sali sich ausser stände, dem auftrag naclr/.ukommen, 
und legte sein amt nieder, für das sich niclit ganz oime Schwierigkeit ein neuer 
verlrelei'. und zNvar in der peison jjrof. Stengels (Marburg), fand. 

Neben den allgemeinen Sitzungen veranstalteten die in Berlin anwesenden 
anhänger der ..refuiiu" zwei .^onderbesprecliungen im liotel Münchener hof, beide 
unter dem Vorsitz von lektor Dnrr (Solingen). Die erste fand noch, von der 
<d'fiziellen vorversamnilung am niontag abend statt und führte zur einigung darüber, 
dass die vortrage von Waetzokit und Rainbeau zur aufnähme in die tagesordnung 
der 1. allgemeinen sitzung zu empfehlen seien: eine ansieht die. wie oben be- 
UR-rkt. in dei' vorversanaulung nicht durclulrang. Feiner wurden teils in der ersten, 
teils der zweiten relorm-liesprechinig (inittwoch abend vor dem festkommers) 
folgende punkte knap]) aluM- erfolgreich behandelt: das sukzessive prinzip im neu- 
sprachlichen lehrplan (ref. obl. Klinghardt-Tarnowitz), die lautschrift (von allen, 
'die versuche gemacht haben, empfohlen), gebrauch von bildern und anderem an- 
schauungsmaterial (ebenso), chnrspiechen und chorsingen (desgl.). Ausführlicheres 
auch über die reformsitzungen findet man in dem vortrefflichen beiicht über die 
fünfte neujjhilologenversamndung. Aen Dr. A. Beyer (Bremern für Kölbings Ä/^/. 
s^/t</. XVll s. ;i31 ff. geliefert hat. Es wird jedoch den teilnehmern an den sonder- 
besprecliungen im Münchener hof und wohl auch andern leformfreunden nicht 
iiidieb sein (und vielleicht zum engeren anschluss der gesinnungsgenossen beitragen), 
wenn die namen dei' anwesenden hier zum abdruck kommen. (Die mit * bezeich- 
neten teilnelnuer waren nur in der Vorbesprechung von montag zugegen). 

*Dr. Bahlsen (Berlin). Dr. Beyer (Bremen). Prof. Bierbaum (Karlsrulie). 
*Dr. Block (Elbing). G. L. Blücher (Charlottcnburg). Dr. Blume (Bremen), 
•l'rof. Böddeker (Stettin), ü. L. Boensel (Hamburg). Rektor Buchs (Neu-Ruppin). 
U. L. Diebler (Chemnitz). Rektor Dörr (Solingen). (>. L. Ehrenthal (Breslau). 
Dr. Engelniann (Berlin). Prof. Fath (Karl.sruhe). Ü. L. Fehse (Chemnitz). 
R. G. L. Fischer (De.ssau). Dr. Flaschel (Brieg). Dr. Gundlach (Weilburg), 
Dl. Harnisch (Berlin). Dr. Haubold (Chemnitz). Hubert (Leipzig). O. L. Kasten 
(Hannover). Lic. Kjederijvist (Schweden). O. E. Klinghardt (Tarnowitz). *Prof. 
Koller (Stuttgart). () E. Kreutzberg (Weisse). Schulvorst. Krüger (Hamburg). 
<J. E. Kühn (Wiesbaden). Dr. F. Eange (Berlin). Rektor Lenz (Küstrin). 
Dr. Eewin (Biebrich). 'U. L. Löschhorn (Berlin). *I )ir. Marechal (Bremen)?. 
Dr. Martens (Frankfurt a. Ü.) Meissner (Wollin), ü. [>. Mühlefeld (Osterode). 
Dr. Münster (Berlin). Dr. Nagel (Pr. Stargard). Di". Noack (Jena). Kand. mag. 
01>vig (Bergen). G. E. ürtmann (Neustrelitz). O. L. Penner (Berlin) *Rektor 
Pflüger (Chemnitz). Rektor Plattner (Berlin). Dir. Ouiehl (Kassel). Raab (-). 
Fil. kand. Radnian (L'|)sal;i). Prof. Randieau (Hambuig). O. E. Regel (Halle). 
G. E. von Roden (Wismar). Rnttger (Berlin). Dr. R.ogge (Biemen). * Dr. Ross- 
mann (Wiesbaden). l.)r. Schnddt (Greifswald). 'Prof. Stengel (Marburg). Dr. Tank 
(Treptow a. R). Prof. Victor (Marburg). 'Prof. Waetzoldt (Berlin). 'Prof. 
Wagner (Reutlingen). Dir. Walter (Bockeidieim). (}. L. Wandschneider (Wi.smar). 
Prof. Wendt (Hamburg). Dr. Wes),y (Chemnitz). Wienandt (Danzig). O. L. 
Wilke (Leipzig). Dir. Wolper (Frankenhausen). G. L. Wutk (Spandau). 'Dir. 
AVychgram (Leipzig). Zeigiebel (Kassel). 



NuTIZEN. 127 

Brieliich IuiUl-ii iliic zusliiiiimiiiy; /u «len licstrcbungeii der rcloiiiier aus- 
gesprochen: Dl". JesperscMi (Kopenhagen;, dir. Ki uunnaclier (Kassel), Logenian 
(Rock Feny), prof. Kein (Jena), Western (Fredriksstad). Es sei denn auch ei- 
wiihnt, dnss auf die nach vorschhig des herrn Olsvig an lieniv Sweet abgesandte 
liegriissungskarte bei dem unterzeiclmeten eine freundlich dankende antwort ein- 
gelaufen ist. 

Dürfen wir refornier auch mit belViedigung auf die berliner tage und ihie 
ei folge zurücksehen, so wird doch niemand seine zustinnuung zu <\cn folgenden 
Worten in jirof. Zujiitzas schon zitirter begrüssungsrede versagen: „Den nutzen, 
W'clchen versaiimilungen wie die unsrige haben, sehe ich vorzugsweise in dem 
persönlichen verkehr der teiinehmer unter einander, sei es nun. dass iniinner, ijie 
im wesentlichen derselben richtiuig angehören, sich in iiiren ansiciiten weiter tördern 
und klaren, sei es — was ich noch h()her anschlagen möchte — dass leute aus 
entgegengesetzten lagern sich gegenseitig kennen lernen und sich Oberzeugen, dass, 
was ja in der hitze des kampfes mit tinte und druckerschwärze nicht immer be- 
merkt wird, auch der gegner ein leidlich verständiger'' — mid. vvemi hier ein 
Zusatz erlaubt ist, auch ganz anständiger — „mensch sein kaini." 

.Uar/'itri". \\ . \ll-:i(iK. 



UNSERE „NEIE ME'IHODE'- IN ENGL.XND. II. 

Enthielt die mai-nunimer des your)ial of Education eine halbe aiilehnung 
der von A. A. M. geschilderten Wiesbadener reform aus der feder eines Vertreters 
der neuen methode veiuiittelnder richtung (s. Phon, stitd. \ s. 158 1 ff.), so blieb 
in der nändichen zs. auch ein zustimmendes eingesandt nicht aus. Es steht in 
der juni-nummer s. 30,t unter dem titel „ The Lcarniiig of Languagcs"^ und hat 
keinen geringeren als J. S. Hlackie in Edinburg zum veifasser. Prof Blackie 
schreibt (unter dem 2S. apiil 1892 : 

„SlK, -- 1 cannot refrain from e.xpressing to you how nuich I was delighted 
with the article in your nund)er of \-^ April last, entitied, "The New Method'' 
of teaching l.uiguages, as pnictised in Wiesbaden. It is called the iie^o method. 
but in fact, it is merely a recurrence to the old and natural method by which 
languages were learnt centuries before books or grannuars weie ever heard of 
ll is not against books or grannuars. however. tluit the apostles ol' the new 
niethod in Wiesbaden or elsewhere piotest; books and grannuars are all verv 
projiei- in their place, but it is a secondary place, and by the law of nature, 
which must i)e our guide, the first place in the learning of languages belong.s 
to the ear and the tongue. and the living environment of objecis — not to tiie 
eye, exercised on the dead syndiols of dead books. anfl the formal rules of an 
intellectual abstraction. In other words, the niethod of nature consists in the 
direct action of mind, and ear, and tongue. in conne.xion with interesting objects 
in inniieiliate view of the leainer. This is tlu' oniy way to create a living famili- 
aritv with a l'oreign lanijuaiie in such a fishion as to make it a second mother- 



128 Notizen. 

toiisue ; ami tlie piactice of liilinfrnal pcoples — as the Hungarians, and tlie Scnttisli 
Higlilaiuleis — everywhere proves that niore efTective command of a forei£;n tongiie 
inav, in tliis fashion. Le aci|iiired in three montlis, tliaii l)y the scholastic method . 
of l)i)ol<isli inculcation in as inany ycars. 

I has'e only to add to your conespondcnt's lettc-i- that this natural metliod 
is apjdicalde no less to dead langiiages tliaii to living. It is as easy Tor a man 
comniencing tlie study of Hehrew to lool< the sun in the face, and call out 
Shemcsh, as to ask what is the Hebrew for the sun. I may also reniark that 
the habit oi" talking of Greek as a dead language. in our schools and Universities. 
is a practice as far removed fiom philological scicnce. practical Utility, and inter- 
national coniity, as fioni nature and conimon-sense. In all matteis of this kind 
natiire niust pievail. and the sooner tliat our educationists niake up their minds 
to a radical ii-form in tliis field, so much the better both for themselves and for 
the cause wlüch they lepresent. Arguments in vindication of tlie present metliod 
of linguistic inculcation thcre can be none ; the argunients that nre sometimes 
brought forwaifl in defence of so gross an antagonisni to the piain dictates of nature 
and coiiimon-sense, are all mere makeshift apologies, the offspring of ignorance, 
laziness. or t-onceit. Tliose wlio will not niake an elTort to sliake themselves 
free from the masterdom of bad habits, ninst. of course, reniain slaves, and gild 
their slavery witli some reputable name. Ihis is the refuge of all unreasonal>le 
conservatisni, whetlier in the school, the Church, or the State: "I will not be 
conveited; let me alone." Sincerely yours" etc. 

Freilich wird auch diese gewichtige stimme die Vorurteile gegen die neue 
methode nicht aus dem weg räumen. Gleichzeitig mit ilem obigen eingesandt 
erschien in 7hc Modern Language Monthly, juni-nummer, eine durchaus ablehnende 
anonyme anzeige des artikels von A. A. ^1.. von der ilas nächste lieft unserer 
zs. einen auszug bringen wird. 

Ungleich grösseres aufsehen als unsere deutschen reformbestrebungen hat 

in England übrigens in den letzten monaten die von Frankreich her empfohlene 

methode Gouin gemacht, der wir. gleichfalls in der folgenden nr., eine besondere 

notiz widmen müssen. 

\V. V. 



•\fK^ ^^»1 »^ ii»J1 im^ 1»^ »^9. »»i» J^f jygLiat-;?!^*^ *•** *^* "^ '*^ »j'^^^9. m^^ '^^■^ 






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r>TOm»v<K<i:t.i.».,i.<u»viwiKn.ji»».n.r,-iiin.i.i).r..»-()-u.<i.<;.<M</-<i.<>!-ii.;i.c-fw>i. 



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PHONETISCHE STUDIEN. 



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DAS PRAGER DEUTSCH. 



Im i8. und in der ersten hälfte des 19. Jahrhunderts war das 
deutsche die fast ausschliessliche Umgangssprache der gebildeten kreise 
in Prag und in den landstädten Böhmens und Mährens auch in sonst 
cechischen gegen den. Dieses deutsch hat, da es vorzugsweise von 
leuten gesprochen wurde, deren muttersprachc cechisch war , oder 
doch von solchen , die von kindesbeinen an neben der cechischen 
spräche nur ein vom cechischen lautlich beeinflusstes deutsch sprechen 
hörten, einen eigentümlichen lautcharakter angenommen. Man hat 
es »prager deutsch« genannt. Es wurde und wird aber nicht etwa 
bloss von cechen gesprochen, die deutsch hauptsächlich durch münd- 
liche Überlieferung gelernt haben, sondern auch von den in Prag 
und in den landstädten geborenen deutschen. Die Schulbildung und 
die durch Verschärfung der nationalen gegensätze herbeigeführte ge- 
sellschaftliche Scheidung der deutschen und cechischen bevölkerung 
in den erwähnten Städten haben das gebiet dieses eigenartigen deutsch 
in den letzten jähren ein wenig eingeschränkt , insoferne als die 
höheren deutschen gesellschaftskreise sich heutzutage in sprachlich 
gemischten städten durch fernhaltung von den cechischen kreisen 
dem einflusse cechischer Sprechweise entziehen und ausserdem sich 
thunlichst einer dem bühnendeutsch genäherten ausspräche befleissigen. 
Jedoch im ganzen und grossen bringen dieselben Ursachen immer 
noch dieselben Wirkungen hervor. Namentlich in Städten , wo die 
deutschen in der minderheir, sind, oder wo die bevölkerung der um- 
gegend cechisch ist, beeinflussen sich die miteinander in beiden 
sprachen verkehrenden Volksschichten in lautlicher beziehung immer 

Phoiieüschc Studien. VI. Q 



130 Das prager deutsch. 

noch so bedeutend, das der daraus hervorgehende lautcharakter des 
gesprochenen deutsch jedem ferne stehenden, besonders aber jedem 
deutschen aus dem »reich« auffallen muss. Es dürfte daher die leser 
der Phon, stitd. einigermassen interessiren, die abweichungen dieser 
Sprechweise von der normaldeutschen ausspräche in kurzer darstellung 
kennen zu lernen. 

Vor allem sei daraufhingewiesen, dass die komponenten dieses 
idioms einerseits die lautliche eigenart der im deutschen Sprachge- 
biete Böhmens gebräuchlichen dialekte und der ziemlich allgemein 
in Österreich herrschenden deutschen Sprechweise , andererseits die 
besondere artikulation einzelner laute im cechoslawischen sind. Ferner 
beruht der lautcharakter des pragcr deutsch auf mündlicher Über- 
lieferung. Seine laute sind die laute der österreichisch-deutschen 
Sprechart, nach dem gehör reproduzirt von sprechorganen , die an 
eechoslawische artikulation gewöhnt sind. Je mehr sich der einfluss 
der Schrift geltend macht, desto mehr schwindet das charakteristische. 
Wenn in ,, vormärzlichen zeiten" und noch in den fünfziger und 
sechziger jähren sich viele gebildete prager auf die ,,reinheit" ihrer 
,, besten" deutschen ausspräche etwas zu gute thaten, so geschah dies 
entweder aus Unkenntnis des eigentlich deutschen lautwesens, oder 
weil sie sich nicht der allgemeinen prager deutschen Sprechweise, 
sondern einer bewusst gewählten, durch die schule und noch mehr 
durch die bühne vermittelten ausspräche bedienten. Diese erscheint 
den unbefangen sprechenden als gekünstelt. 

Der vokalismus des prager deutsch ist charaktcrisirt durch den 
mangel an gerundeten und gemischten lauten und durch die neigung 
der übrigen zur offenen ausspräche. ü geht über in /. , ö in e, 
während in den tonlosen endsilben -r/, -elt, eist, -ein, -er, -ert, -erst, 
-ern, -en, -etn anstatt des 3 die laute /, r, ;;, m die rolle des silben- 
trägers übernehmen, eine thatsache, die jeder unbefangene phonetiker 
sofort wahrnimmt. Sonst wird das p in vokalisch auslautenden ton- 
losen Silben fast immer durch normales, dem offenen e. (ä) zu- 
neigendes e ersetzt. Die unbetonten silben werden überhaupt deut- 
licher und kräftiger ausgesprochen als in der mustergültigen deutschen 
bühnensprache. Diphthonge sind ai und au. ^/lautet für geschriebenes 
ai, ei, iiu, eu , ohne unterschied, oi kommt in deutschen Wörtern 
nicht vor, ist jedoch aus slawischen namen geläufig. 

Die lippenthätigkeit ist überhaupt ziemlich gering. 



Augustin Ritschel in Eluogen. 131 

Betreffs der konsonanten ist zu erwähnen, dass sie mit den 
konsonantcn der österreichisch-deutschen ausspräche ziemlich genau 
übereinstimmen. Die geborenen prager (und dies gilt auch von den 
bewohnern anderer städte mit gemischter, deutsch-ccchischer bevölke- 
rung) sind von kindheit an gewöhnt, in der cechischen spräche 
stimmhafte und stimmlose laute auf das deutlichste zu unterscheiden. 
Und doch sprechen sie in ihrem deutsch die meisten antevokalisch 
anlautenden b, d, g der schrift wie stimmlose, unaspirirte/, t, k aus, 
weil sie es von ihrer Umgebung und auch fast von allen des cechischen 
unkundigen deutschböhmen unddeutschösterreichern so sprechen hören. 
Durch den Schulunterricht wird allerdings die notwendigkeit der Unter- 
scheidung stimmhafter laute von den entsprechenden stimmlosen zum 
bewusstsein gebracht und beim lesen oder bei gebildetem sprechen 
wird dieser unterschied beobachtet, jedoch nur um sofort über bord 
geworfen zu werden, sobald man ungezwungen und ohne affektirtheit 
zu reden beginnt. Den satz : ,,Du bist ein gutes kind" wird ein 
jeder prager mit einiger Schulbildung so korrekt wie nur irgend ein 
norddeutscher lesen können. Wenn er ihn jedoch im kreise seiner 
lieben infolge eigener gemütsregung spontan ausspricht, dann dürfte 
er nicht anders klingen als : iiipist ain kütes k'^nt. Naturam expellas 
furca, tamen usque recurret. Stimmhafte verschlusslaute b d g kommen 
nur dort vor, wo sie durch die Umgebung geschützt sind, also haupt- 
sächlich in intravokalischcr Stellung. 

Einige Schwierigkeit bieten die reibelaute, die in der schrift 
als j und ch erscheinen. — Das j entbehrt des begleitenden reibe- 
geräusches und ist dem gehör als devokalisirtes / vernehmbar, hat 
aber dabei entschieden konsonantischen Charakter. — Den pragern ist 
wie auch sehr vielen, selbst hochgebildeten deutschösterreichern, die 
ausser deutsch keine andere spräche reden, ein unterschied zwischen 
dem ach- und /V//-laute ganz unbewusst. Thatsächlich wird nach 
u, 0, a der laut des geschriebenen ch etwas postpalatal, nach <?, / 
so palatal gebildet, als es die zungentstellung für diese vokale bedingt, 
aber der stimmlose postpalatale reibelaut (nach Vietors bezeichnung c') 
wird nicht so weit hinten (guttural) erzeugt , wie {x) in den alle- 
mannischen mundarten und andererseits der stimmlose palatale reibe- 
laut (Vietors () nicht so scharf, wie er in manchen sächsischen mund- 
arten klingt, wo derselbe, wie schon F. Franke [Phon, stiid. II. p. 33) 
bemerkt, dem klänge nach dem s verwandt ist. Dieses scharfe (, 

9* 



132 Das pkager deutsch. 

das in meinem gehör dem polnischen s gleichkommt, ist dem prager 
deutsch ebenso fremd , wie der deutschösterreichischen ausspräche 
überhaupt. Die artikulationsstellen für c und f sind also in der prager 
Sprechweise sehr wenig von einander entfernt, so dass ich es kaum 
wage, die beiden laute durch verschiedene bezeichnung auseinander- 
zuhalten. Nur mit dem obigen vorbehalte werde ich nach Vietor 
den prager ac/i-\aut (nicht = x) mit c und den prager /V/z-laut (nicht 
:= s) mit (: bezeichnen. 

Der laut r wird immer mit der zunge artikulirt, da auch im 
eechischen es nur ein zungen-r gibt. Tritt er silbenbildend auf, so 
wird er etwas schwächer angeschlagen. Zäpfchen-r ist selten und 
individuell, es fällt auf. Mit stärker gerolltem zäpfchen-r sprechen, 
heisst ,, ratschen". 

Geschriebenes s im wortanlaute wird nie stimmhaft als z, sondern 
immer wie stimmloses s gesprechen : si sijit so si.s. Der laut z kommt 
bloss im inlaute intravokalisch vor, wobei silbenbildende /, //, r als 
vokale gelten : roze, tuhe, lezn, Ihr, ezl. Interessant ist, dass in 
bestimmten Wörtern selbst yjr f^') wies klingt: dhie vä'ize plirme, ajn 
grozr k''(!>-l. g ist im inlaut und meist vor konsonanten der stimm- 
hafte verschlusslaut, im anlaut vor vokalen und im auslaut geht es 
über in unaspirirtes k : kc vikl regnen, llgn, täk, tiige. k ist im anlaut 
vor vokalen immer deutlich aspirirt. Diese aspiration unterbleibt vor 
konsonanten, im inlaut und im auslaut : ta sint k''äine k"^k?i k''indr. 
— ain ikiges sti.k. 

Dagegen ist bemerkenswert, dass/ und / nie aspirirt sind: 

pdk ain pär täsn aus! kip ii Ulr au/n tis! 

In dem folgenden texten, bei deren transskription ich mich 
ziemlich genau an Victors lautumschrift in seinen Elancnten der phoneük 
2. aufl. halte, bringe ich ein gassengepräch , die 2 gewöhnlichen 
gcbete, deren genau phonetische Umschrift man leicht in den kirchen 
Prags kontrolliren kann und zwei von den im oberwähnten werke 
in normaldeutsch transkribirten texten. 

I. 

kudntäk, hermi.lr, viketsinenf — tdijkerefküt, Irbr/terkälina, abr 
vovärnsten tikantsntäge, fnanhdtslja fiirgentskesen? — ja, ifvärhnpilzn 
paimainemsvdgr, tahatsk''intstai//kekelm. virvärn alere(ilüstik, üniifpin 



Augustin Ritschel ix Emsogex. 133 

crskistrti mitn abnisuk vidr äijkekf'omen. — höfentlif kcisirfrau svesir- 
kiii? — dja, iftdfjkc, muir uijk'Hnt pefindnsif tentimstendn ankemesn. — 
vifll k'-indr hdtirherprüdr s6?i? — fi.mve sintirdrjetst, aleksünt vitiri.bfri; 
titsvaj grözn pübm kcnsoninti sül. — fi.mf k''lTidr sif,'k''aine klaj?ii(k''a/i. 
takipts keniiktsusorg)'. — jd , äbrveii alcksüniplaibm mnprdfsint, so 
macnstenätrn filfräit .... al>r erhmbms hermi.lr, siscnjetst virkUf 
atisketsdifnetaus. — piteser, 7nh-k''aine smaifeldien, säiimainr letstnkrdnk- 
khait häbi(mi( /rd/lifpisl erhb.lt, äbrcsfeltnocfU .... vokensteii hm, 
herkdlmc7? — fiack''arolhieniäl, untsi.her?ni.lr? — nacbübe?its . . . 
tstwikontsM. — sdde, tasi(m(f/iit k^'^an .... haptiere mifisjiemp/c/n. 
— kemstrdrnr. 

II. 

/ätr imzr, ter tu pist im himl, kehdiligct verde tain ndme, tsük''ome 
uns tain rdi(, tain vile kesee, vi im hind, so auc auf crdn, unzr te.g- 
lifes prOt kipuns hdite, tmt frklp uns unzere sült, als auc vir frkelnn 
unzrn süldigrn, unt fi.re uns nift in frzfrcufjk, sofulrn erleze uns fom 
i.bl, amen. 

kegriset säistu mdriä, foldr gnädn, trh^r ismitir, tupiskebencddit 
untrdenvdibrn utjkebenedäit istifrtictairies Idibes, Jesus. 

hdilige ituiriä-, mutr kötes, pi't fi.r uns arme si.ndr, jistiintindr 
stuntunzeres äpste.rbms, chnen. 

III. 

es is toc so sen, an ten fri.lit^k tes Icbms tsuri.ktsudetjkn, in sain 
ineres tsuriktsusann, si( tsu eriiirn .ja, auc im svi.ln sömr unt im k^altn 
vintr tes lebms kipts hir un iä ainen fri.litjkstäk, u?i tas hLrts sdkt : 
mir ists vi fri.lii;k tsu mü'te — ain solcr täk ists hdite un ta lege if 
mif auf tas vaife mb.s im tüftigtj vdlt unt strfke tl svern klidr aus 
unt saue hinduf turc tas krlne Idup in tas unt'ndli(e plan un thike : vi 
värs toc in tr k^lnthait? 

IV. 

tu pist vi dine p Irr nie so holt unt sen unt rdin ; i( sau tif an, 
unt vemüt släift mir ins hLrts hindin. 

mir ist, als öp ic ti hLfuic aufs haupt tlr legn soll, petent, tas 
kot tif e.r halte so rdin unt sen unt holt. 

Elbogen. Augustin Ritschel. 



RECHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 

(Suite. '; 

2. laX'ßkultüra j^krisijanicmo. \ 2. La escultura yel cristianismo. 



laprimerai kapital kdiisa\ —, 
y^rntrdlagßqsofkas , — , delade- 
kadrnzja geläeskultürä-^' — cc 
laiijkompatkilidäd dolarte^ds- 
hdtqrikq Jcqnqlkristjanicmo.^ — 
normoc vaziladq onpskrivir la- 
palävra^njkqmpativiliddz\, — 
idmjkQqlgqftvcertepareska'j , — 
parke noäjqtra kesprrse., — kqn- 
laprezisjqi] kila/ — , lavrr- 
dadera rqlazjq n^ntre olidecU 
kristjdnm läeskultüra\ — ; rr- 
snlta tanmanifjflstä'esairj kqm- 
pativiliddz'\ — delkärscx^nterq 
gemrrstra prezednde dspqsizjq 
nisUhlka/ — , kekdsi nqserjkqn- 
främos fqntädoXfadispcijsarnoc 
dalysistainös^' — sobre imntq 
tänrpökqkqntrqvij-t'djld^^arncflstrq 
jcwhjq^ kömo rste.\ — ^)^knrUrs'^ 



La primera y capital causa, 
entre las filosöficas, de la de- 
cadencia de la escultura, es la 
incompatibilidad del arte escul- 
törico con el cristianismo. No 
hemos vacilado en escribir la 
palabra incompatibilidad , aun- 
que algo fuerte parezca, por- 
que no hay otra que exprese, con 
la precisiön que ella , la ver- 
dadera relaciön entre el ideal 
cristiano y la escultura ; resulta 
tan manifiesta esa incompatibili- 
dad del curso entero de nuestra 
precedente exposicion historica 
que casi nos encontramos ten- 
tados ä dispensarnos de in- 
sistir mds sobre punto tan 
poco controvcrtible ä nucstro 
juicio como este. ^iCual es, 



' Voyez riumclische SIikUci! III, ^oy et suiv., V. 47 et siiiv., 142 et suiv., 
VI, 35 et suiv. 



F. Akaujü in Toleuü. 



135 



sniefrktö — rlidräl krisfjfüiö'.-^ 

— qyimatrrya drsknlfor'tkac vp- 
prqs^ntazjones\? — ^akiidi da- 
lavihlja? — , dedmidvnuina kömo- 
desufivrnte' , — ladqktrhia de- 
xesus,\ — ■ isikjrra sfapdrte ay- 
kapitcdes püntqc diläy^ — '^Inte- 
^'(>'/d dalosaposfqles^^ — ^^sobre- 
fqdoql mäsuktivüK-üläepositdrjq 
im'isilustrudq gelasüntapaldbrä ^ 
— ; ^ pregnntd dalqs prinirros 
kqmiljqs\^ — ; \>itudjd d(dgiina 
seszisjqnec äelaUjUsjä .^ ; — ^ ye- 
pasdä Iqcdekrrfqs^ del<>cprhnrrq 
snnperadqres krisfjdnqs -■ ^kqij- 
snltd drlrsp'/ntii ' kpalqrmdrttre 
sanhnä' — : ^asist'/d'^ alaszere- 
nuhijas sqUmnec delaskatukttm- 
/'äs\ — ; ancdiza denestapdrte 
lacdqktrmac iiiiir/'/nnkds, — Jsc>- 
Jtretödo j — atcnde dfdrspintii, 
^alh'jäadero dspirttii ' ddkris- 
fjanicmö/ -, ilevarei saciüestrq~ 
dnimo olmäsprqfunäq kqmhri]- 
zimjrntq — dekelaesknltüra 
jdkrist } anicmo ^ — ^son radikal- 

mrnte~ hjkqmpatihlcs ^. 

' ^ kdördize^ onefrktq^ Icdexir- 
lazjqn mosdika\? — kdnoagdi 
sdbra dcskididra nipgi'ira~~(dfjn- 
iiä'j ~ ^^delok<>((ijai'iv(i~9nr^l2j(Hq' 

— nidelok^di javdxo~onlatJrra \ 
— . '^SkrXKS kqntSstan Iqsapostd- 
lPs\?^ — kpici/äir delqssinndäkrq 
srskidtqnkqs\ — , i^porkesq ney- 
xrndrq sidqldtrih^s ^ — "^^/iV- 
(irdnian^ Iqsprinirrqs kqnziljos? 
A — Japr()skrip-sjqiiäe lasestd- 



en ofccto , el ideal cristiano 
en materia de escultöricas re- 
prcscntacionesV Acudid ä la 
Biblia, de donde emana, como 
de SU fiicntc, la doctrina de 
Jesus , siquiera se aparte en 
capitales piintos de clla; inte- 
rrogad 6. los apöstoles , sobre 
todo al mds activo, al dcpositario 
mäs ilustrado de la santa palabra; 
preguntad ä los primcros con- 
cilios ; estudiad algiinas exci- 
sioncs de la Iglesia; repasad 
los decretos de los priineros 
emperadores cristianos; coiisultad 
el espiritu ([ue ä los märtires 
anima ; asistid d las ceremonias 
solemnes de las catacumbas ; 
analizad on esta parte las 
doctrinas miislimicas , y sobre 
todo , atended al espiritu , al 
verdadero espiritu del cristianis- 
mo, y llevareis d vuestro dnimo 
el mds profundo convencimiento 
de (jue la escultura y el cristia- 
nismo son radicahnente incom- 
patibles. 

^_Que os dice en efecto, la legis- 
lacion mosaicaV Que no hagais 
obra de escultura, ni figura al- 
guna de lo (jue hay arriba en el 
cielo ni de lo que hay abajo en la 
tierra. ^, Que os contestan los apös- 
toles? Que huyais de los simula- 
cros escultöricos , porquc son 
engendros idoldtricos. f, Que 
ordenan los primeros concilios? 
La proscripcion de las estatuas. 



136 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGXOLE. 



ficas.\j — '^kesi(/)iifik(i^ läeroxia 
Qdlqsikqnqklästas ? ' — kekqntra 
la^elatica laksitüä demühqs kris- 
fjanris/j — aD{a qtrqc ^ rix^dq 
seiij/feqg'/bfes' j - venidqs kqntqda 
kqmplazqnzja , parokqnlacve- 
jyrdSf'jüazjone i<rskrdinnkas.^ — 
^ ikemdiidan' Iqsed'tktq simpe- 
rjdles? — kesevpmpa nidqstrüyan 
— I laskreazjqner delqcf'idja si- 
prahsiteles.j — ^kqijsnia^ lais- 
torjade Iqcmdrüres? — larepug- 
ndnzja'' atödai dqldtrika rqpre- 
S(intaz)pn.\ — ' ^^krindikcni^ las- 
zeremönjac delaskataktimhas? — 
pßcültq ^pijrqi dirrktq^ deladivi- 
niddz' — , i^shnntcrposizjqn de- 
jKujdmka simdx(mes\j. — "^^Ax:- 
^esülta? dqlanälisic äelacdqktri- 
nac nnirV/nnkas? — kemaqma" 
areuatqqlDiosa/cmo siidof/mar- 
tistikq , — .y'rndo onestq mäs 
kqijsekirniier Iqskcd'ifa säräves/ 
^kelqspqntif7ces kristjunqs.^ — 
^ gkenqcmanifp^sta'^otjfm' ' - ,(»?- 
rerdaderq~ esp'irltv delkristja- 
mcmo?^ — kesjrndq sukrrdo la- 
eqcistqmja d^üi] splqdfqs' — 
' apsqluta nnlnto^ hj-ßnito ehjfini- 
tamflntd apsqlutq^ — ipura- 
'ni(rde~qspiritucü'/ , — nqkäve 
selerr.presente di^ßgürälgünä^ — 
k^ädeser por/icdrza\ i^eniinen- 
temrntd materja lißnita — ; ke- 
lqijstituyq7idq parae lundqymä- 
lacrehizja rmlai ipnnrtaUddd'^ \- 
ilakqijslderazjqnde lavidatryrsfre 
kqnio'hjsir/nipknidepdrte dela- 



^, Que significa la heregia de 
los iconoclastas? Que contra la 
relativa laxitud d(' muchos cris- 
tianos , habia otros , ri'gidos e 
inflexibles, renidos con toda 
complacencia para con las re- 
prescntaciones escultoricas. fi.Que 
mandan los edictos imperiales? 
Que se rompan y destruyan 
las creaciones de los Fidias y 
Praxiteles. ,J,Que ensena la his- 
toria de los märtires? La repug- 
nancia ä toda idolätrica represen- 
taciön. (J, Que indican las cere- 
monias de las catacumbas? El 
culto puro y directo de la divi- 
nidad, sin interposiciön de pa- 
gänicas imägenes. ^,Que resulta 
del andlisis de las doctrinas 
muslimicas? Que Mahoma arre- 
batü al mosaismo su dogma ar- 
tistico, siendo en esto mds con- 
secuentes los califas drabes que 
los pontifices cristianos. ^ Que 
nos manifiesta en fin el ver- 
dadero espiritu del cristianismo V 
Que siendo su credo la exis- 
tencia de un solo Dios , ab- 
solutamente infinite e infinita- 
mente absoluto y puramente 
espiritual, no cabe se le re- 
presente en figura alguna, que 
ha de ser por fuerza eminen- 
temente material y finita; que 
constituyendo para el un dogma 
la creencia en la inmortalidad, y 
la consideraciön de la vida te- 
rrestre como insignificante parte de 



F. Araujo in Toledo. 



137 



vida ihlofiiimdnQS \ — Joakiväles 
steijkirriitra neijkadenädqs por- 
Ja)ii(itrrjä — uistevuleQ't lägn- 
mas,j — .*yc«(t(? lamaterja Idke- 
les fp^nt(llpekddo,\ — Idkele sd^se 
siifnt\\' — läkelesprica dcle- 
t^rnqgqze,\' — lakentqdqspjüi- 
dqsAppi'sigei kqmhäte stifelizidda 
vqräadrrä-', — iiqkave onrlkHs- 
tjankmoläpoteqsic äela materja\ 
Jceuq^qtrakqsaec Idrsta- 
tudrjuj. 

^^Ikristjanicmo - uqpirrde re- 
po'esentd radjqs'^ — - Jprlva ko- 
n^sto (daeskidtura devoräudrrq^^ 
idf^dj.j — ; '^nqpwede vepresentä 
raJqsdj^xeles \^, — jyorkesqm 
piirq sespir^t^ts, — ; ''nqpiof^de 
9=epresqntd rqlqmbre^ — ,^por 
ser nnvcstra susimulakrq dc- 
pekuminqsq'^qrgHlq' i ; — ^ nq- 
pwrde i'epresentär laveleza de- 
lacvirxcne süqsdntns^, ■ — , por- 
kqsta vdezurs piirampnte~^rspiri- 
tiiäl'/, — ilqkqrpordj, sqbrosfh' 
d^sprezjähle/ , — kqiptitüye tf^n- 
tazjqin peU'jrqsa^ — : nqpwrde 
represeiifdr hiäda^,\ — porkeii- 
realidäz'/ , iqda t-'^pras'ntazjön 
esidqldtrika ^ — : if^sfdcr lap)n- 
reza dddqgmgartisilkq kris- 
tjdnq.^ — sidespich\ — kqino- 
desenviiHtq onrlsrnq d^nnasq- 
zjeddz pugdnä' — itenjenäq sioa- 
i^jqidq prinzipdr prezisameiiteA 
dnlamicmoi'qma Qelqszesäres^ — 
sereväxäüntäntq,\ — ^^prbnrrq 
porviaQd tqlerdnzjcij — , mäs- 



]a vida de los humanos, los cuaics 
se encucntran cncadenados por 
la materia ä cstc valle de lä- 
grimas, siendo la materia la (juc 
les tienta al pecado, la que les 
hace sufrir, la que les priva del 
eterno goce, la que en todos senti- 
dos persigue y combate su felici- 
dad verdadera, no cabe en el 
cristianismo la apoteosis de la 
materia, que no otra cosa es la 
estatuaria. 

El cristianismo no puede re- 
presentar ä Dios, y priva con 
esto a la escultura de verdadero 
ideal; no puede representar a 
los ängeles, porque son puros 
espiritus; no puede representar 
al hombre , por ser muestra 
su simulacro de pecaminoso 
orgullo ; no puede representar 
la belleza de las virgenes y 
los santos, porque esta belleza 
es puramente espiritual , y lo 
corporal, sobre ser despreciable, 
constituye tentacion peligrosa ; 
no puede representar nada, 
porque en realidad toda re- 
presentaciön es idolätrica : esta 
CS la pureza del dogma 
arti'stico cristiano. Si despues, 
como desenvuelto en el seno 
de una sociedad pagana y 
teniendo su asiento principal 
precisamente en la misma 
Roma de los Cesares, se rebaja 
un tanto , primero por via de 
tolerancia , mäs tarde de con- 



138 



ReCHERCHES SLR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



färde Qd Iquilns^pnärnzj a\ — ide- 
kipnpJaztlnzjai prqtehzjqn por- 
f'in/ — , ^iiosoage perä^räevista^ 
krstat-'elaxazjön' / — ^l'otnzkle^ 
JiOijlarelaxaz/önäela shjstitu- 
zjqnes, — keh'qmhj<irt9 qlxefes- 
pirituäläe hiskristjdnqs sensenör 
tPiHporäl/ — Jkqnaspirazjqne 
salimivqrsdl äqnnnjq^ — ; kqij- 
larelaxazji'mde laskqstümhres/ 

— k^äzenezesdrja lazelcbra- 
zjqnäe tdntqs kqnziljq\silaprq- 
mnlgazjqnäe tdntqcdekretqs \ — 
Ji-qidra lasimonlai kqntradlvava- 
(jandtit sazrrdiddjj — ■ ; k()iilcwe- 
laxazjönäe lasidqas/ —, k<jdze~' 
(tlüidd r(dklrrq susaf/rddami- 
Ajönj - yfrqkänddle dnviferesddo 
JararJrtdOj — ; kqylayeloxazjq 
neufin'/ — , ddinqdqtqtdjdesrr 
dela kjhlsja - kelrga ~ api 'qdtizir ~ 
enehiglodjeziseis lä({skanäülqsa ~ 
rszisjqnde lüi-'cjqrmä'' — , ql- 
mlciii otjrinpo kelrenazlm) ('rntq 
(dkdtizu tqdq swesplrnäqr/ — 

— I rnlakqrte , verdaderamrnte 
pagäna ,\ del?qn dezimo\^ . 

porlo denids'.y, — nqsekrra 
k'Kilabldr'' — Jiomo ^^jetida- 
)n<jnte lohnosehq^ — delarskid- 
tura kristjdna ^^piivtiposizjo nu- 
lapagdna/ i — nqspoijgdiuo seif- 
kqntradikzjqii kqijqsqtrqcni'ianos. 

— läeqcistqiiz^'a deldqf<kidtüra 
»nclkrlstjanirwo^ — lefektq de- 
hi'uidikdda rel(txazjqn\ — , e- 
siuuegühle — ; perq nlpedh'/su- 
suHzjq naldqgma\,- jalsiiplikur 



descendencia, y de compla- 
ccncia y protecciön por fin, 
no sc ha de perder de vista 
que esta relajaciön coincide con 
]a relajaciön de las instituciones, 
que convierte al jefe espiritual 
de los cristianos en senor tem- 
poral con aspiraciones al uni- 
versal dominio ; con la rela- 
jaciön de las costumbres que 
hace necesaria la celebraciön 
de tantos concilios y la pro- 
mulgacion de tantos decretos 
contra la simoni'a y contra el 
barraganato sacerdotal ; con la 
relajaciön de las ideas, que hace 
olvidar al clero su sagrada misiön, 
trocändole en interesado y ava- 
riento ; con la relajaciön en fin, 
del modo total de ser de la 
Iglesia, que llega ä producir 
en el siglo XVI la escandalosa 
excision de la Reforma, al mismo 
tiempo que el renacimiento 
alcanza todo su explendor en 
la Corte , verdaderamente pa- 
gäna, de Leon X. 

Por Ig demäs , no se crea 
que al hablar, como repetida- 
mente lo hemos hecho, de la es- 
cultura cristiana por oposiciön ä 
la pagana, nos pongamos en con- 
tradicciön con nosotros mismos. 
La existencia de la escultura 
en el cristianismo, efecto de 
la indicada relajaciön, es inne- 
gable ; pero al pedir su sanciön 
al dogma , y al suplicar se 



F. Araujo in Toledo. 



139 



lielaqtqi'gäsHiininvrsto rntre las- 
drtes Jcristjdnäs ,\ — nophdq- 
mriiqc itedqhlegdrse' (da rnwrDa 
seqcij<lmjas\\ — iniprecjndii- 
dqse^^ dn(^lnwevq~ r^plrlhi' \ — 
JsKfrjendq radikal traijsforma- 
Zjon^ ; — eiitqnzec nazjq lurs- 
kultnrakristjdna kqijsuspeku/jd- 
reskaraktrres' ,/ — siijkeporrs() 
secqrdse lahjlcqmpattoilidd dqri- 
xinärja^ krukadendva drrdeum- 
prinzipjo sucivrlö , — ij'l'^1^' 
tesentido^emosahlddo sjqiiipre 
drskidtüra krisfjdnai — ; drtq 
mindq es' — ^^jqnlä(lSpOsizjq 
tiistörika ssä mrfrezido repetidar; 
demostrazjqnec äelq/^ — ke- 
sjhi(dgiina qkas^'qi] Iqgiq ^Iqs- 
ktdfqrkristjdnq rrmqntarse mj- 
susöbras/ — fwe^ elumäqmdnq 
delenahdqs par/dnqs\ — mäsq- 
nirnq sespiritualizddq sikris- 
tjanizddus jxjrsiixenjqartisf'ikoj. 
larskuUüra' A rSPlartepaydiKi 
poirszel(nzja. - cl politekmo, 
azjetiäq peddzo sajdjqsim'ikq^l— 
ponla'" alajkdnze delqmbre suc- 
frakzjqnddqg rf'^stqs^ — , Jqc- 
.rqves, Iqsapolqs, lacxi'tnq s'dac- 
viliim ■\. — ikqnibiddnd<)l-)a rr- 
prqduzirlq sen(imdrmql^\ — le- 
prqpqvzjqndva dideal müsuse- 
kihU qlqrte~^rskaltqr'ikq ^ — : 
flaoefrza delamath'jai dela- 
fqrma^. — suakreenzjac ^ hazjd 
nidqlätra deluvelezaformdl — ; 
snrxicrgq sqlhnpVcfls\ plt(kqs\ 
U^inlkq sinemrqs'/ — lesuininis- 



la otorgase iin piicsto ciitrc las 
artes cristianas, no pudo menos 
de doblegarsc ä las nucvas 
exigencias, impregnandose cn el 
nuevo espi'ritu y sufriendo radi- 
cal transforinacion ; entonccs 
naciö la escultura cristiana con 
sus peculiares caractercs , sin 
que por eso se borrase la 
incompatibilidad originaria , que 
encadenaba desde iin principio 
SU vuelo, y en este sentido 
hemos hablado siempre de es- 
cultura cristiana ; harto sa- 
bido es, y en la exposiciön 
histörica se han ofrecido repe- 
tidas demostraciones de ello, que 
si en alguna ocasion logro cl es- 
cultor cristiano remontarse en 
sus obras , fue echando mano 
de elementos paganos , mäs 6 
menos espiritualizados y cristiani- 
zados por su genio artistico. 

La escultura es el arte pagano 
por excelencia. El politeismo, 
haciendo pedazos al Dios ünico, 
poni'a al alcance del hombre sus 
fraccionados restos , los Joves, 
los Apolos , las Junos y las 
Venus, y conviddndole ä repro- 
ducirlos en cl mdrmol, le pro- 
porcionaba cl ideal mäs ase- 
quible al arte escultorico : la 
bellcza de la materia y de la 
forma. Sus creencias Ic hacian 
idölatra de la bellcza formal ; 
sus juegüs olimpicos , piticos, 
istmicos y nemeos le suminis- 



[40 



ReCHEKCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNÜLE. 



trdcan ' — , cnläpotcosir (telqs- 
trjiwfdnte safirtäs, >" — , magiil- 
ßkqc modelqs ])arasusrrors \ — ; 
larrellsinnjc friiirs,^ — , rlrszpii- 
(tjeiidda lasqrilac ctrjmd rojderu- 
mrtite dpsinidas', — iscdjpjiäq 
gesusrspümas s'mtmukas nivrlqs\ 
päraselehrd raijsj'ädoc fjrstäs/ 
— , lefazilüdvati modelqs para- 
>!usrn)i6sns zitereas\ — ; ^dec- 
delakunamirina'y^ — kqmen- 
zdva diwlqrjego,\ai enj rijse oes- 
partdnq^— sicedukasjqm para- 
rjlqrte 9sknU6riJcq/ — -^ jpntqda- 
suvidazesdDa\ , sicap re^ndizäxei 
perfrkzjqnamjeiifOj- — exrrzttqc 
(testdtiras\ — dedjqse sidedjqsas, 
— dendyäde ffiuiijfaa , deerpe 
sid9atletäs./ — emhelezhii) sus- 
ternplq sixardines\^ siispaseq si- 
kai)iinqs\^ suskdsd sisuskd>n])OS\ 
■ — ; cnnösas xqvcnes saltava tii- 
koi-iat] kqnrfqsp>tter(i»}fhüe des- 
nüdäs'/ ^, qfrezjrndqa siikqn- 
t<^mplazjqn'\laskq¥'pktisiniac fqr- 
mar\des}va7-ni6sq kwcerpö\ — ; 
ejüakäsa., cnlakäle, pnlacfjestac- 
4^(11 ixjqsas'. — enlqcxicpgqs na- 
zjqndles, - ''e)dödaspdrtes^ selesq- 
frezkin mot'wqcdesfüdjq \ ; — 
laveUzade lafqrnia' era lamä- 
saprezjddCi/ — . inqsepordiinnra 
}nedjq~nJgi'utq\parokq')]sef/'/rla\ 
— . ^ ^kqmo nqac'ia deßqrezP 
r(^)iakilsirfHq,\ — ' ruakrJa^dd- 
mösfera^, ^^ptattirdda demana- 
zjqne. sartisükäs ^\! — 'dnjiiu'djo 
dHikplac dirinidddes^ — ykese- 



traban , en la apoteosis de los 
triunfantes atletas , magni'ficos 
modelos para sus heroes; las 
bellisimas Frines , dcscendiendo 
ä las orillas del mar entera- 
mente desnudas, y saliendo de 
sus espumas sin tünicas ni velos 
para celebrar ansiadas fiestas, 
le facilitaban modelos para sus 
hermosas Citereas ; desde la 
cuna misma comenzaba para el 
griego , ateniense ö espartano, 
SU eduraciön para el arte es- 
cultorico , y en toda su vida 
cesaba su aprendizaje y per- 
feccionamiento; ejercitos de cs- 
tatuas, de dioses y de diosas, 
de ndyades y ninfas, de heroes 
y de atletas , embellecian sus 
templos y jardines, sus paseos y 
caminos, sus casas y sus campos ; 
hermosas j6 vcn es saltaban y cor- 
rian con ellos, enteramente des- 
nudas, ofreciendo ä su contem- 
placiön las correctisimas formas 
de SU hermoso cuerpo ; en la 
casa, en la calle, en las fiestas 
religiosas, en los juegos oli'm- 
picos, en todas partes se les ofre- 
ci'an motivos de estudio ; la bel- 
leza de la forma cra la mäs 
apreciada, y no se perdonaba 
medio alguno para conseguirla. 
^,Cömo no habia de florecer en 
aquel suelo, en aquella atmös- 
fera, saturada de emanaciones 
arti'sticas ; de en medio de 
aquellas divinidades que se 



F. AkAUjo IN Toledo. 



dignäoa nahlär kqnl()rniorfdles,\ 

— tqnid yaktiva parte oiisuskqn- 
tjenäas'\ — jdu uenainordrse 
delos,\i -' ^dpakelas koMihnbres' ^ 

taneniinflnteuiente"~^ (( prillJÖsitq 
parahikultüräriisttka ,\ — ql- 
arte koijsagrddq aläpotcosic de- 
laföniia\ dqrteskultqnko ? , 

aiitjkekarezjerämog deqtra sr.n- 
sehduzä siprw^vas/ —, vastarla 
Iasqläfirn)azj6n\dekelu9skidtüra 
eseJ-dHepa (jdnq porf^szehmzja' -, 
^aßrmazjqn ddinneydhl9~ crj^akti- 
tii\dei}jkqntrqvertible sqlidez, ^ 

— paraprqdu2tr\oJkqi)d)e^nzi- 
mjenfq 'delait^kqmpativilidaä de- 
Idrtd'^cskv Itqrikq kqn rlkrisfjanic- 
mo.^. — 'tqdq^ cndpqliteicjno 
grckqrqmdnq\ — faoqreze dne- 
fektoalaestattvärjü''/ — kömo- 
^tqdq ' 9nelkrisfjcmicmo^fJ(ndda 
swanqnadanijentq.\ — g^pwe- 
des(r^ dföirqrnodq — sisekqn- 
sidera keldeshdfüra idadijkar- 
nazjq xartistihi delpoliteicmö^ 

— deriüädq dcjtpanieicnurexip- 
zjqärjö^\ — mjt^itras kqlkris- 
fjanicmo, ^cjt\rdaderq kristjanic- 
'jiw\ — ^(lericddq delawiika veli- 
xjqn monqteista d(^lqrf(tite'j — , 
nazjq paräplastd rqlpaganiQmo 

— kqrjkluyhidq kqnUUas sug- 
lexjqnec dedivinidddec terestres', 
hifeniäle slzelestes' A, — semi- 
djqse sjerges?/ — ^'Jlfp'ezjai 
fömä'^ — (qcäjqses sentiiUiplika 
niseindlüi du all zcm stisidv'wütqs j 

— azjnidq detq\sqtras tdntar- 



dignabaii hablar con los mortales^ 
tomar activa parte eii sus con- 
ticndas, y aun enamorarsc de 
ellos ; de aqiicllas costiimbres^ 
tan emincntemente d propösito 
para la cultura artistica, el arte 
consagrado ä la apoteosis de 
la forma, el arte escultorico? 

Aunque carecieramos de otras 
ensenanzas y pruebas , bastaria 
la atirmaciön de que la escultura 
es el arte pagano por excelencia, 
afirmaciön de innegable exacti- 
tud d incontrovertible solidez, 
para prodiicir el convencimicnto 
de la incompatibilidad del arte 
escultorico con el cristi'anismo. 
Todo en el politeismo greco- 
romano favorecc en efecto ä 
la estatuaria , como todo en 
el cristianismo tiende ä sii 
anonadamiento. ^_ Paede ser de 
otro modo, si se considcra que 
la escultura es la encarnaciön 
artistica del politeismo, deri- 
vado del panteismo egipcio-aryo,^ 
mientras que el cristianismo, el 
verdadero cristianismo, derivado 
de la unica religiön monoteista 
del Oriente, naciö para aplastar 
al paganismo , concluyendo con 
todas sus legiones de divini- 
dades terrestres, infernales }* 
Celestes , semidioses y h(froes? 
En Grecia y Roma los dioses 
se multiplican y se indivi- 
dualizan sus atributos, haciendo 
de ellos otras tantas divini- 



[42 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



cli V i nicht cl es \ — ; f^rjujknsfjaiiic- 
)iiö' AänsqlqiTJo srqaste.^ j — Iqc- 
ttjqses pagcmqsj sölosedifer^nzjan 
uelqmhre 'aijs um anqrpoilerljcjtvl- 
uqn üeläinmqrtalidäz\ — ; pqrlq- 
(lemüs / — , tjeiieti tqdqs siic- 
v>2Jqs:\ — kqmete nadnltrrjq 
^eimestqs hqmOcdömhre,^ — liome 
nirqvan Iqmicmokel/ — , Jko- 
mqel estdn sqmet'ido salqsimpla- 
Jcdbler uekvrtqc drldnstmq\j; — 
'iläjqc älkristjatw porelkqntrd- 
rjq/ — sediferemja deJpmhrelK 
Iqkeliiijinitq delanddä,\ — ^Jls- 
täcksentq detqdamdnhä^ , — qs 
pnrot'ßpintä/ — , indda ' qisq- 
brel.j — ^olpagdnn^ tqdq IqsiiDor- 
äina alqsgqzer. desta vidfi^ — 
^pörkekqnlamrvderte tödqsdakdva 
para<^lj — ; ^ rlkristjdnq^ iqdqlo- 
suvqräma alfntürqrjqze delaJträ 
— j)6rke pdraelesta nädasif/- 
nifika~anteldefrridddz.^ — d- 
qrjfigq serrkrea dnlakqnUjnpJa- 
zjqnde lacuesnüdacvirxcnes kda- 
siste naJqsal-rifhjqs/ — , pörke'^ 
esper a poseirlas y^sikqntd ruij- 
qqzemdSj — ; ejkristjänq~ apdrta 
lamirdda delamdslevedosn udfzx 
— , pörke ti'jnekair enluxurjq- 
satqntazjqn\ — ykeleprive deld- 
^-terna vjenaventuränzä.j — rj- 
pagdnq midtiplika lasqkasjqnec 
{tdazerqstcjitazjqn desuveleza kqr- 
p6)\a' y — •, je^kristjdnq üijcde 
manifestdrla\ yisdcwc-rgu-enza 
derrrla.j — elpaganq/kickki 
kqnqskisita sqlizitiiä äesukiickr- 



dadesj en el cristianismo un 
solo Dios existe. Los dioses 
paganos solo se diferencian del 
hombre en su mayor poder y en 
el don de la inmortalidad; por 
lo demds , tienen todos sus 
vicios: comctcn adulterios e 
incestos como cl hombre, comen 
y roban lo mismo que el, y como 
el estän sometidos ä los impla- 
cables decretos del destino ; el 
Dios del cristiano, por el con- 
trario, se difercncia del hombre 
lo que el infinito de la nada, 
esta exento de toda mancha, es 
puro espiritu y nada hay sobre 
el. El pagano todo lo subor- 
dina ä los goces de esta vida, 
porque con la muerte todo se 
acaba para el; el cristiano todo lo 
subordina al futuro goce de la 
otra, porque para el esta nada 
significa ante la eternidad. El 
griego se recrea en la contempla- 
ciön de las desnudas vi'rgenes que 
asisten d los sacrificios, porque 
espera poseerlas, y contar un 
goce mds ; el cristiano aparta la 
mirada de la mäs leve desnudez, 
porque teme caer en lujuriosa 
tentaciön , que le prive de la 
eterna bienavcnturanza. El pa- 
gano multiplica las ocasioncs de 
hacer ostentacion de su belleza 
corpörea, y el cristiano huye de 
manifestarla y se avcrgüenza de 
Verla. El pagano cuida con 
exquisita solicitud de su cuerpo. 



F. Araujo in Toledo. 



143 



2)ö',-l^alimfinta, leyqmistrze, le- 
vdna,\ - lel/mpja\, Iepn'fihna\, 
l9adqra\ — ; plkristjänö/ drs- 
prezja Iqkeläma härzd (trl(ilmn,/\ 
— Iemar/ilta\, li>az6t(i\ lensü- 
2ja\, hmvqv(lze.\ — ll<in^^f/Q 
diviniza Iqstrjmjfdnte srroer de- 
susxwegq sqlimptkqs' — i^fa- 
äjdntec dqrmosüra~atlet'ikcride- 
veleza muskiddr^ — ; elkristjdnq 
vejverenzja Iqsprrsegidqr nulrttre 
sjaszHas\\—i dekuKh'poc lagädq 
sje}npohrezidqs\porlqsayün q sl- 
stifrimjrntqs.\ j - rlpagänq mira- 
sj\mpr9 aldesavqlq delcwelqza 
fqrmdl\; — y^lkristjdnq larr- 
on ,, iisQS, 



pitgna juye. , — 
kqstümhre, s'njstituz Jones, kid- 
türä,/ — ^tqdtp rs kqntradik- 
tJrjqx ('.ntre^dkristjumcmo jej- 
paganigmo\\ — Isjeselvivq re- 
fl^xq dTiste, — sumäcfje Iqspro- 
sjq tij^yjkarnazjq nonrjdrte laes- 
kultürä/ — ^gkqmo npavjän- 
äese rhjkqmpatihles\ ' — Jaos- 
kültüra jelkristjaniciiio? A |. 

(F. AraUXO. — Istbria qclaiskulttira 
dnespäna. — Madrift. — 1885.) 

.5. laliid misterjqsa 
(kiD^ntq). 

I. 

qstdväum hjexezifq dekavelqr- 
bläijkqXsimirdda diclze\— pos- 
trddq onumpöbrelehq prqqcimöa 
monr\ — ; alqcdqrJädqc dela- 
kdmä'/ — avia do'scrnwsqs ninqr 
äerqdiläg ^qrdndq sh^kqnswf^lq^. 



Ic alimcnta , Ic robustecc , Ic 
bana , le limpia , Ic pcrfuma, 
le adora ; el cristiano desprecia 
lo que llama cdrcel del alma, 
le marchita , le azota , le en- 
sucia , le aborrece. El griego 
diviniza ä los triunfantes heroes 
de sus jiiegos olimpicos, radiantes 
de hermosura atlctica y de be- 
lleza muscular ; cl cristiano rc- 
verencia ä los perseguidos märtires 
y ascctas, de cuerpos llagados y 
empobrecidos por los ayunos y 
los sufrimientos. El pagano mira 
siempre al desarrollo de la belleza 
formal. El cristiano la repugna 
y huye. Religi(3n , usos , cos- 
tumbrcs , instituciones , cultura, 
todo es contradictorio entre el 
cristianismo y el paganismo ; 
y si es el vivo reflejo de 
■ dste, SU mas fiel expresiön y 
encarnaciön en el arte la escul- 
tura ^.cömo no habian de ser 
incompatibles la escultura y el 
cristianismo V 

(F. Araujo. — Historia de Ja EsciiUiira 
en Espana — Madrid. — 1885.) 

3. La LUZ MISTERIOSA 
(CUENTO). 

I. 

Estaba un viejecito de cabellos 
blancos y mirada dulcc postrado 
en un pobre lecho pröximo ä 
morir; ä los dos lados de la 
cama habia dos hcrmosos nifios 
de rodillas, llorando sin consuelo. 



^44 



ReCHERCHES SDR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



= ^jkalaz'! jkaldz' ! tjcqg- 
ml<)s\\ — ^eßklaw6~<int(irnesidq 
.ilanzjänq, knxjenäq kqijsupndnq 
selddas\laskalqnturjentac äelqg- 
n'ntqs ^\ — ; esnezesärjq kqtj- 
fovmdrse kqnlavohmtdä ite(tjqs.\ 

— /vdmosf nqlqreis/^ ^jkaräm- 
ha! ^ ^ — kemevdi - säzerlqrd 
ramitamf'jen.\ — /Co'n — 
^limpid zesa ddgfim äs/sjqstää- 
7)ia~^atrntas.\ 

Iqsnmq soDedezjfp'qn''/ — • 
jdujjke kqnalgün tramxq^\ — 
l}uäj(lrqij kqntener sus sqlqzqs.\ 

= i/äoskultdmosA, pü(lref\ — , 
äix() dlmay(h'^\ ykeselamdi)ci^ 
((Ifredo.\j 

= /q^ nq, nq\ keridqpadritq! - 
^anaäjqalmen qrwesdndq lani an q 
dr^DJexq.j — ^ noahleis^^ — k9~ 
adihqdlmediki) koqsdze mühq 
<ldhq, ■ — ^ pero niühq ddnq,^\ 
■ildhhh'. — ^fiq, luf. 

änatri^tesqnrisa- oagd porlqs- 
Idcjqc äplpadre^\ — yihia sqn- 
r'isa defcsiguazjq nidepieddz.j 

^= Iqcmedikq^ sixqcmtqs\ — 
tjeneij muharazqnqn Lqkedtzen \ 
— ; pero i(g(iij kdsq so/tjkesus- 
kqijSf^xq sisunnanäätqs söninü- 
tUes;\ — kqnqzkq kemivida spa- 
kdva pormoniqnfqs ^sixqcmlqs.^ 

— qlavcmdqnd rrsteniandq/ — 
sqlqUvum pesdre riddjmg \ : — 
^ elpesdr äedexdrqssqlqs^qn^ßtela- 
ceriidq V keseldniasqzjeddz.\ ^ — ; 
; dääimmnavmzö ! ... — ■ ^/asf! 
...;asff^ — l/'7'j, ^sipudjera 



— jCallad! jCallad, hijos 
mfos! — exclamö enternecido el 
anciano cogiendo con sus manos 
heladas las calenturientas de los 
ninos ; es necesario confor- 
marse con la voluntad de Dios. 
jVamos! No lloreis jcaramba! 
que me vais d hacer llorar ä 
mi tambien. ;Ea! limpiad esas 
lagrimas y estadme atentos. 

Los uiiios obedecieron , y 
aiuiquc con algun trabajo, pu- 
dieron contener sus sollozos. 

— Ya escuchamos, padre, — 
dijo el mayor , que se llamaba 
Alfredo. 

— ;0h! ;no, no, querido pa- 
drito ! — aiiadiö el menor, besando 
las manos del viejo; — no hableis, 
que ha dicho el medico que os 
hace mucho dano, pero mucho 
daiio, el hablar. ; No, no ! 

Una triste sonrisa vagö por los 
labios del padre , una sonrisa 
de resignaciön y de piedad. 

— Los medicos , hijos mi'os, 
tienen mucha razön en lo quo 
dicen ; pero llegan casos en que 
sus consejos y sus mandatos son 
inütiles ; conozco que mi vida se 
acaba por momentos, hijos mios. 
AI abandonar este mundo, solo 
llevo un pesar en el alma : el 
pesar de dejaros solos en este 
laberinto que se llama sociedad. 
; dadme un abrazo ! . . . ; Asi . . . 
asi! joh! jSi pudiera teneros 



F. Araujo in Toledo. 



145 



fenrrqs sjriiipre ^ ianzrrJatQeiiii- 
]xqya<:pn!.\ — jK'rqiiQes posihle^ 
— ; pyqntq nncväsepard rcjäqs- 
t'tnq parusjhnpre. . — ^niisqra 
srsfdijkontddaSj — ; iSji;^ntq ke- 
smproqcima cjinonirntq fatal... ^ 

— ;az(^rkdqs' ^jeskiihdz! ^ 
(•Imtinäoec imv'imdlq., \jxqQ- 

Di/QS.j — elmünäqse kqmplaze 
9inponer Iqntlgrqhldijkq'ilqhUhj- 
kq)i(^grq/^ — parakefqdqs nqse- 
kivqkemo\ ^^sisufrdmoc desetj- 
(jdnqs.^ — decäelmomrntq dij- 
kei/qvnccträ/ — , trnärcis ket-y^- 
kqrth' sqlq sdkamin(>gelavida, ■. 

— k^cäesiu/q'^dj'tqqskabrösq,/ — 
, siijkqfddr kqnlaseskabrosidudes 
kelpandde .dmuiiäq njknizdr 
porcl — kqnlakargagd suspasjqne 
simisrrjäs^ — kqmhirtjpndqle 
.»lenui a randda rqd\d,) atdxqs pe- 
Ilgrqsq sidedifiztles s^ndqrqs. j 

— vic flstrqd (istin q' / esunädr^ 
Janddr porclj — ; iPfh'öj^, ^kqmo 
gidrqs? \j — kivdndo sepresqtitqn 
dqsqtres sendäs ^^kivd lelexir?'^ 

— rstars, ixqcmiös — lamayqr 
dißkidtuz k{>dike venzqtW — 

— nqlvideis nmjka^ Jqkeqcvq- 
jadezir:^ — ^sjrmpre ketpjiqdi 
aalgünadüda/^ — , mird zql- 
zjrlq, — jali verri sünaluz' 
hlmjkai brildnte.\ — segidla 
ximhazddr\ — Jceqlaqc mostrard 
3liH€(^fjkami)io , — jrä! — '/w- 
/labrdzq.^qJfrMq! . . .^ — -/liiHs' 
. . . Hnabräzo! . . . \' — nulDidtHc 
inispaldbras ... - — ■ jodjq si- 

IMioMclische Studien. Vi. 



siemprc tan ccrca de ini cora- 
zon! Pero no es posible ; 
pronto nos va ä separar el des- 
tino para siempre. Mis horas 
estän contadas ; sicnto que se 
aproxima el momento fatal . . . 
jAcercaos y escuchad! 

El mundo es muy male, hijos 
mios. EI mundo se complacc 
en poner lo negro blanco y lo 
blanco negro para quo todos nos 
equivoquernos y suframos desen- 
ganos. Desde el momento en 
que yo muera, tendreis que re- 
correr solos el camino de la vida, 
que es de suyo harto escabroso, 
sin contar con las escabrosidades 
que le anade el mundo al cruzar 
por el con la carga de sus pa- 
siones y miserias, convirtiendole 
en enmaraiiada red de atajos 
peligrosos y de difi'ciles senderos. 
Vuestro destino es an dar y 
andar por el ; pero ^, como 
guiaros? Cuando se presenten 
dos ö tres sendas^, cual elegir? 
Esta es, hijos mios, la mayor 
dificultad que hay que vencer. 
No olvideis nunca lo que os voy 
ä decir : siempre que tengais 
alguna duda, mirad al cielo, 
y alli vereis una luz blanca 
y brillante. Seguidia sin 
vacilar , que ella os mostrard 
el buen Camino. ; Ea ! ; un 
abrazo , Alfrcdo ! . . . ;Luis . . . 
un abrazo ! . . . No olvideis 
mis palabras . . . ;Adios, hijos 



146 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



xormlos.' . . . j — innD/daselrnj- 
liiUje . . .\ , 

IL 

j pohre!^ ninqs!^ — iSolqs\ 
avanä<)nä(lns\ , - ^ihfiva nazer?^ 
-- jlqmr^ Jh)rär.'^ 

perotamhjnt laddgrimgs s<>- 
ak((vän^\ — Jlegouijmonirntq'j 

— pjlkelqsqxoQ ä'^älfrhhn Iqr- 
äeliv'ts pennanezj^rq nrijxütqs,/ 

— ^auj]ketqdav/a vistfrse de- 
negrq sukqrazqn^. 

öj'äunäqrmösatdräe deDermiq.\ 

— los u-f'rfdnq scstdvan sentddq 
salaptrctria desukasitä' — e- 
nünrüstikqvdijkq , — ^ohraQd 
sivamjdnq pddre^^ — kqx/dqc de- 
lagnmnqs'^jenakfittiz pri]sat/va \. 

=^ rs nezesdrjq dezidirnoß^ — 
^osklamö'^alfredOi. 

= iZJrrtq^',- perö ^^kpazcr?'^ 

sinäetermmärs9anädai\ , — 
pp^nsdndqi pensänäq f\ — spakavö 
lafarde\ikq)iienzq lanqhe\/ — 
üqgdqsermdnqs segian sontddq 
sqnqlväijkq'x — ikqxidqc delciQ- 
mänq^. 

^^_kr~az(r?^ 

= i/(yQ0>Hö.'j — jnurmurn- 
qlfinlu'is\ dirixjnidn nlzjrlq .<;?<- 
sqxös.j — Jdeprqntii , — , ddnäo- 
vijqritq /\, — ^(vTiade^ — : Vc''" 
inänqm'/q.'^ — ^;mira! mlraP 

— jlalüä bldrjkal brtldnte de- 
kenwestrq pdäre vqsahlq! \ — 
^^jiqlaves?^ — aljrstd'\ — ; 
' fieniweveP — jsigamocla! 

üivk, lqkq\dQaIegrlä' —, marliq 



mios! 
cluye 



Mi vida so con- 



II. 



jPobres ninos! ; Solos, abando- 
nados ! (i.Que iban ä hacer? 
jLlorar y llorarl 

Pero tambien las lägrimas so 
acaban, y llego un momento 
en qiie los ojos de Alfredo y los 
de Luis permanecieron enjutos, 
aunque todavi'a vistiese de negro 
SU corazon. 

Era una hermosa tarda de 
verano. Los huerfanos estaban 
sentados ä la puerta de su casita 
en un rüstico banco , obra de 
su anciano padre , cogidos de 
las manos y en actitud pensativa. 

— Es necesario decidirnos, 
exclamö Alfredo. 

— Cierto; pero ^, que hacer V 
Sin determinai'se ä nada, pen- 

sando y pensando , so acabo 
la tarde y comenzö la noche, 
y los dos hermanos segui'an sen- 
tados en el banco y cogidos de 
las manos. 

^_Que hacer? 

— - j Dios mio ! , murmurö al 
fin Luis, dirigiendo al cielo sus 
ojos. Y de pronto, dando un 
grito , anade : — ; Hcrmano 
mio! ;mira! ;mira! j La luz 
blanca de que nuestro padre 
nos hablö ! ^,No la ves? jAUi 
csta! jSe mueve! ;Sigämosla! 

Y Luis, loco de alegria, marcho 



F. Araujo in Tolkdo, 



147 



onladireJisJQij kelalüz lemarkdva, 

— t^fhvr losoxo srncliij ikqmÖa- 
trahlq porsusärstrlqs/ — , ja 
sj^stiiio^anädnäo' ästa kolkan- 
sdmJQ lerindjo \ — ; S9aldva 
diiunrsprsQvqskeV — ixüntoa- 
imdrbol kQrpidrnfq\ ; — pZ- 
stv(^iöl lafatiga'~^erantmjqrdn- 
des'/ — kpajK'uas serrkqsto^ al- 
pjkleldrhöJ^\ - sekedq dqrmidoj 

— ituvoaijstvrno nnüivomtq''\J — 
rncjkevjq lcdudmisteriqsa\kelp,- 
avjd giädq\. 

= ^ ^imjermdnq?^ — ^(isklamo 
tnirändq'^dzja tqdqdädqs\ — 
hvdndq ledcspojtdrq naldjdsi- 
yj^^nte iQC^dyqc delsqlj — ; ''^ dSn- 
destarä?^ — ^jnoabrd segidq?\ 

— g7iosabremos separddq?\ — 
^kdare?'g - dqnäe lqi]kqntrare?l 

mirqüzja9jz'jplö'!\^ — jaljes- 
tdou lalüu (jtekelr>ablqsnpddre\ 

— ,morfqndqse dndircjczjqn ä^- 
Iqrjmte.j — simbaziläru nms- 
tdnte , if'istyjq.j 

III. 

jcmddndq^ anddndq,\ — si- 
nrnkqntrdrasu pöbrPrmdnq\isi- 
qjflndq sjemprd^alalüz'/, — se- 
pasdrqn dqsdnqs'\J — dsta ka- 
nndia/lpfiqhvi säntpuninm(nsq 
paldzjq Qmndrmol Jcqnipwe.rtac- 
dqrddüSy 

purqselti4\sakqntrinpldrle^\ — 
hrdndq deprqntq/ sddbren las- 
jHcrrtäs^ — japarez^tim benerä- 
bl9anzjdnqkq>darf/akavel^rabldij- 



en la direccion (jue la luz Ic mar- 
caba, fijos los ojos en ella, y como 
atraido por sus destcllos, y asi 
estuvo andando hasta que el 
cansancio le rindiö ; sc hallaba 
en un cspeso bosque y junto 
ä un ärbol corpulento ; cl sucüo 
y la fatiga cran tan grandes 
que apenas se recosto al pie 
del arbol , se quedö dormido, 
y tuvo un sueno muy bonito 
en el que viö la luz misteriosa 
que le habia guiado. 

— ^Y mi hermano?, exclamo 
mirando hacia todos lados, cuando 
le despertaron al di'a siguiente 



los rayos del sol. 



Donde 



estarä? ^me habrä scguido? 
^nos habremos separado? f^. que 
hare? ^, donde le encontrare? 

Miro hacia el cielo, y alli es- 
taba la luz de que le hablo su 
padre, moviendose en direccion 
del Oriente. Sin vacilar un ins- 
tante, la siguiö. 

III. 

Y andando, andando, sin en- 
contrar ä su pobre hermano y 
siguiendo siempre ä la luz, se 
pasaron dos anos, hasta que un 
dia llego Luis ante un inmenso 
palacio de marmol con puertas 
doradas. 

Parose Luis ä contemplaric, 

cuando de pronto se abren las 

puertas, y aparece un venerable 

anciano con larga cabcllcra 

10* 



14.8 



ReCHEKCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



Im/. — jemhwtHtq diuiinnäntp- 
aziil \ Jiiriixi'idqQehrildiiteSy 

= ,'slis! — ^(/iro vlanzjanq, 
rjnidq^ahns" iten djqn dqle Iqr- 
hratqs, — . jqxqDrn''! — tivqre 
sii'lde.stinädq porelzjqlq - asrrejj- 
(^spösq demllxa,^ Japrinztlsa 
zornidcij — ; jbqnaDqrla! ^ 

ilqx^endqle porlaiiiü/iq/' — 
Ifnfrq annlpaldzjo' inuiqnsq. \ — 
— ^ zqrdida^ ermina prinzesa 
üelmmn'fK , - apasjqnädai vwnms 
— ; supädre' aviäladq mloc- 
vjexqglibroc äesuvihljqtekä — 
kesiilxu s^arldge kasär kqmin- 
erinösqxqoenA — ketiwjqndm- 
hi/id rmlamexiloizkjeräa' / — 
jmpnehqnde kavrlqg rüvjq scntre 
■■<Hsk(Wrlq>i iirgros,^. — ihiciDiade 
Jc/jdr' nndladejjestä/ — 'änte- 
siip(ddzjq\: — ^'akqlxqvriP — 
^^rra livis^. — zqrdjda jeV/ssa- 
uidrq neijkimntqsevjrrqn/ — 
Jkasdndqse - ficrroij felizistnioSy 
prro oijtttqdJqQe sudiha , — 
nqtdva zqrqidci^qlgünagvqze \ 
sfi)dafrriite delwis'A — ünamlve 
detvisteza' — .jauykiia s}/frla\ 
qlvrrleasl, — nqseairevhl pre- 
(j7uitdrle/\ , — J,emerqsadeke- 
sirbtdiskvfHa kiiiy'qs/ddd ledis- 
(jtistdru.^ — alfiiC/ — , ündla 
nqpüdq resistira sudeseq- , — 
Jrnfqnzes siipo\kelnkdnsa dela 
tristrzoQrßSirrspösq,- — eraxlw 
(lesapar'ujqi) deswrniiniKxdfiy^- 
dq/, — ilai(jnqrd)izja dukespa- 
Idva : i'c.spilktqdfsnswefte.^ 



blanca, y cnvuclto en un inanto 
azul cuajado de brillantes. 

— ;E1 es!, dijo el anciano 
viendo ü Luis y tcndiendole los 
brazos. ; Oh joven ! Tu eres 
el dcstinado por el cielo ä ser 
el esposo de mi hija, la princesa 
Zoraida. ; Ven ä verla ! 

Y cogiendole por la mano, 
le eiitrö en cl palacio inmenso. 
Zoraida era una princesa be- 
lli'sima , apasionada y buena ; 
SU padre habi'a hallado en los 
viejos libros de su biblioteca que 
SU hija se habia de casar con un 
hermoso joven que tuviera un 
lunar en la mejilla izquierda y 
un mechon de cabellos rubios 
entre sus cabellos negros, y que 
habia de llegar un di'a de fiesta 
ante su palacio : aquel joven 
era Luis. Zoraida y el sc 
amaron en cuanto se vieron, y 
casändose, fueron felicisimos. 

Pero en inedio de su dicha, 
notaba Zoraida algunas veces 
en la frente de Luis una nube 
de tristeza, y aunque ella sufri'a 
al verle asi, no se atrevia ä pre- 
guntarle , temerosa de que su 
indiscreta curiosidad le disgus- 
tara. AI tin , un dia no pudo 
resistir a su deseo , y entonces 
supo que la causa de la 
tristeza de su esposo era la de- 
saparicion de su hennano Luis, 
y la ignorancia en que se ha- 
llaba respecto de su suerte. 



F. Araujo in Toledo. 



149 



la^rmösazqrdida t\ — hetenfa 
ricnjl-orctionA —, leini/)ulso(la- 
näcmä leprqshijflra sncmdre 
snjsuvihk'il , isdofrezJQäkq))/- 
pandrle ■ . — Lw'ir miyörntqnze 
fqhjrlö^ — , '(hqmo sjrmpre—, 
hjqal'i lahldtjkai briläntelüä mis- 
ierj(Ua\ — : Jcqxjq dela mdnqa 
zqrqidä/^ — isepusjerq nnj- 
laminq.\ 

IV. 

Janddnäq, anädmfq. — legdrq \ 
iialkdvogcmüliqfjrinpq ant9iinqs 
penaakqc äesnüdoc detqdavexp- 
tazjfhi\^ — kes9aldvan prqq- 
riino saiitpnedrqsqDoske . ; — alV 
, la Inäniisterjqsa sedeti'wo , 

deprqntq^ — heijxird rasuspje 
siDia pjrd>'a',\ - fäzärse Akqnw- 
porsimicmä^/ — idelfqndqgela- 
fjrj-rt S(dirn nqmbre; . — tracde- 
ukil^ salifotrq, - itrasrste', qtrö, 
jqtrq, fqtrqcmühqs \ — ; tqdq 
spsfdrn narmddqs fir^rtemriite/ 
— , ifenia nnnqcrqstrqs kedävan- 
iii/rdq.\ — vqdedrqna lqrdqi<qs- 
■pösös ^ — , jatdndq siinndnqs' 
llüizjfh'qn dejizendera lä^spantq- 
sakwrvä ' — , I ilivqfiq dexärqtj- 
karr laenqrmepjrdra kekidjria 
lasalkla. , 

^Iwi sizqrdjdä^ temhldva nq- 
länq poi\lqtrq\ - ; ajpokqfjnnpo' 
qijerqn mwizerkad<U> sto^sus- 
pirq\\ — uiirdrqiiA, — ivjrrq 
nungnihre kqstava "pspirdndqA 

- f^desfnjrj)r(ndqf<e pormomndqs.^ 

— hristzo'^ uiiesfic h'zq y — irqm- 



La herinosa Zoraida, (jue tenia 
biien corazon , ]c impulsö ella 
misma ä quc prosiguicra sus viajcs 
cn SU busca, y sc ofreciö ä acoin- 
panarlc. Luis miro entonccs al 
cielo, y como siemprc, vio alli 
la blanca y brillante luz mis- 
teriosa ; cogio de la niano ä 
Zoraida , y se pusieron en 
Camino. 

IV. 

Y andando, andando, llcgaron 
al cabo de mucho tiempo ante 
unos penascos desnudos de toda 
vegetacion, que se hallaban pro- 
ximos d un medroso bosque; alli 
la luz misteriosa se detuvo. 

De pronto, ven girar ä sus pies 
una piedra, alzarse como por si 
misma, y del fondo de la tierra 
salir un hombre; träs de aquel, 
salir otro, y träs este, otro, y 
otro, y otros muchos ; todos es- 
taban armados fuertemente , y 
tenian unos rostros que daban 
miedo. Rodearon ä los dos es- 
posos, y atando sus manos, les 
hicieron descender ä la espan- 
tosa cueva , y luego dejaron 
caer la enorme piedra que cubria 
la salida. 

Luis y Zoraida tcmblaban el 
uno por el otro; al poco tiempo 
oyeron mu) cerca de cUos un 
suspiro ; miraron , y vieron un 
hombre que estaba espirando, 
desangrändose por momcntos. 
Luis hizo un estiicrzo, y rom- 



ISO 



ReCHEKCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



pjrnäq sugligadäras, sedirixjq 
aleridQ.\ 



= jäjqsmiq! 



^nqm^ij- 



qanq 



?" •". 



(üfredq\ qlfredqP 

— ^grito Iwts J^qnaescspera zjqn_^ 
— ; ^erestii\ rrmanorniq? — 
^^,porkfstasast?^ — '^Jcet9äpa- 
sadq?^ — jdbla, imräjos, ahlü!^ 

— ydime ähjöj — '/alffrdqP 
■= yllwis! — ;miraf , — bal- 

vuzeq 9läecgrasjädq.\ - jmira!^ 

— jlalitä m ister j(') sä !\ 



^ — yfiq 
läekeridq segtr./ — ^lnee vur- 
lädq dila^ — ;äi! 

({Ifredqlavla dexädq deqclstir. 

lwts/havqlqränuo~unafösä — 
j'^ntorq DHf^la\elku-rrpo deswqr- 
iiid/iq.^^ — despwes^kqxjq de- 
la)nä')Hrazqrdi(1ü-imiroazja¥'tm. 

l (ditdm ister Jqsa estaväli^ — 
isemovja.^^ 

Iwic lasigiq/^ — ^janddndq^ 
rmddnäq, — saljerqn äeläqs- 
paiifqsahrehäl-^ ifiverq nadä — 
rdlpaläzjoQdznrdida ; \ - elpdäre 
desta~ (wjämu-cirtq , — ilqcctq 
srspösqc\fwt'^rom proklamddqc 
^'<lyesy — isureinddq\fue rqn- 
<tez idq p orfilptc eblq . \ 

derdqntqnzes/ — laluz per- 
maiiezj'q /I/ä, — ilwis/umjka 
ldqlviddva\. 

Jäten ja drntrqde slniirmo.^ 
— fh'd/ Jalüd desiirazqn. , 

F. Akalju. — 
[La suite au 

Toledo (Espagne) 1S92. 



piendo sus ligaduras, se dirigiö 
al herido. 

— jDios mio! ^No me en- 
gano? ; Alfrede, Aliredo!, gritö 
Luis con desesperacion ; ^eres tu, 
hermano mio? ^Porque estäs 
asi? (J. Qiie te ha pasado? 
jHabla, por Dios, habla! ;Dime 
algo ! i Alfredo ! 

— jLuis! jinira!, balbuceo 
el desgraciado ; j mira ! ; la luz 
misteriosa ! ; no la he querido 
seguir ! ; me he burlado de 
ella ! . . . j ay ! 

Alfredo habia dejado de existir. 

Luis cavö llorando una fosa, 
y enterro en ella el cuerpo de su 
hermano. Despues cogiö de la 
mano äZoraida,ymirühaciaarriba. 

La luz misteriosa estaba alli 
y se movia. 

Luis la siguiü , y andando, 
andando, salieron de la espan- 
tosa cueva, y fueron ä dar al 
palacio de Zoraida; el padre 
de esta habi'a muerto, y los 
dos esposos fueron proclamados 
reyes, y su reinado fue bcnde- 
cido por el pueblo. 

Desde entonces la luz per- 
maneciö fija, y Luis nunca la 
I olvidaba. 

La teni'a dentro de si mismo. 
I Era la luz de su razön. 

( Cucntcs moraks ) . 
procliaiii 1)0.] 

D-. Fernando Araujo. 



CHILENISCHE STUDIEN. IV. V. i 

P, F, C(q, o, u), Ch, B, D, G, M, N, N. 

Die stimmlosen verschlusslaute sind die festesten laute des chi- 
lenischen ; sie erleiden keine spontanen Veränderungen und werden 
auch nur sehr selten von ihren nachbaren in mitleidenschaft gezogen. 
Das gilt jedoch nur von echten kastellanischen/, /, k; konsonanten- 
verbindungen, die gegen die spanischen lautgesetze Verstössen , die 
sich also nur in gelehrten buchvvörtern lateinischen, griechischen oder 
sonst fremden Ursprungs finden , sind durchaus unmöglich im volke 
und schwinden meist nach denselben gesetzen, die sich bei der 
bildung des spanischen, bezw. bei der anpassung von buchwörtcrn im 
altspanischen finden. 

/ und / im silbenanlaut bleiben unverändert; / stimmloser 
bilabialer verschlusslaut, / apiko-postdentaler oder subalveolarer ver- 
schlusslaut. Über die örtliche angleichung des / an vorangehendes 
und folgendes r sowie über den Wechsel von / und tr {=■ ts) vergl. 
Chil. sind. I. p. 285 fif. Beispiele: papa^ pampa, arpa, primero, pluma; 
ipexpa ifelpa) etc. tanto , atdo {atado), traty) oder fiaigo, arto oder 
meist auto = alto, harto etc. 

k, geschrieben ca, co, cu, que, qui assimilirt sich in der ver- 
schlusssteile dem folgenden vokal; ebenso wie xa, aber ye, spricht 
man ka, ko, ku, dorso-postpalatal, aber lie ki mit medio-präpalatalem 



' P. 280 zeile 14, lies: eine künstliche 7W-«/^^;7/;/j,'- dei dreierkigcn öftnung 

statt „Veranlagung". 
P. 2Q1. Zeile 20, lies: In der ebenso artikuliiten verljindung rt tritt der 

vertust des sthmntons erst gleiclizeitig mit dem vollen verschluss ein statt 

„der stimmton". 
P. 292. zeile 12, lies: vgl. ohen/. -'.Vö das zitat aus l'"eliies — statt p. ;n ;i- 



152 Chilenische Studien. IV. V. 

verschluss und präpalataler rinnenbildung (vgl. meine beschreibung 
in Kuhns Ztschr. 29. p. 21 f.) oder wenigstens y.e^ y.i mit medio- 
palatalem verschluss. Der frikative ansatz des k ertönt bald mehr 
bald weniger deutlich und ist vor c deutlicher zu vernehmen als vor 
/, also: kasa^ komo, kiira, aber keso {queso), Jihi {queda), Mta {quita). 
Jie ist von Jiie in der regel nicht zu unterscheiden , da dieses / mit 
dem frikativen ansatz zusammenschmilzt, und andererseits e nach 
wirklichem k beim Übergang vom verschluss zur d'-stellung die dem 
/ entsprechende enge passiren muss; dadurch ist das für die formen - 
lehre so wichtige entsprechen von betontem ie und unbetontem e 
nach k (qu) vollständig verwischt, wenngleich es scheint, als ob vor 
betontem vokal der frikative ansatz oft stärker /-haltig ist als vor un- 
betontem ; also : kt\ro, kire, aber auch kerhno , lieri (= qiiicro, qiäerc, 
queremos, qiiereis), aber ebenso auch /f/^?, lic'a, keä7nd , lieäi (= qiiedo, 
queda, quedäjnos, queddis) oder auch wohl: Jiero: y.ermw und keo: 
; edmd . 

Über das vorkommen eines k und k mit unvollständigem ver- 
schluss nach s habe ich Chil. studieti IL p. 26 berichtet. 

Unkastcllanisch ist jedes /, /, k im silbenauslaut. Zu unter- 
scheiden sind zwei fälle: 

1. vor sii?nmhafte?i lauten (ausser r, mit dem /, /, k in den 
anlaut treten ; vor / tritt nur /, k in den anlaut) nehmen / und k 
stimmton an ; ' also ticnico > teganico, Tacna > TagiWa, 2 dtlas > 
ddalas, atlanüco > adtildnüko ; so, meist mit deutlichem stimmton 
zwischen den beiden konsonanten , durch den das g, d silbenan- 
lautend wird, ist die ausspräche aller gebildeten in Chile, wahrschein- 
lich auch in anderen spanischen gebieten. 

2. vor stimmlosen lauten, die lat. häufigen Verbindungen //, ps, 
kt, ks (= x) etc. 

In volkstümlichen Worten haben sich diese Verbindungen nie 
erhalten, in buchworten neueren datums zeigt das ältere spanisch oft 
u statt / und A. Die Volkssprache in Chile hat teils alte formen 
gewahrt, in denen die akademiker die lateinischen buchstaben restituiren 
wollen, so: resetol < receptor, kondüta < conducta, etc. (cf. auch 
CuERvo, Leng, bogot. % 667). So spricht man auch sati(pasion < 



1 Für/ fehlen mir Beispiele ; die worte sind alle nicht-lateinisch. 

^ Am orte selbst spricht man Täxna, die populäie chilenische form ist Täitta. 



Dr. Rudolf Lenz ix Santiago de Chile. 153 

saiisfaccion, eiietitw <Z efectivo, esi/cn < exijen, esistir < fxistir und 
viele andere. Die meisten werte werden aber in Santiago mit u an 
stelle des /' oder / gesprochen : also : käusula <i Capsula, koiiseusion 
<. concepcion , preseutol < preceptor ; kar auter <. cardcter, ausion < 
accion, reuto < recto, e'fsauto < extracto, oder besser estracto, e(fJuto <: 
efecto, etc. Neben diesen formen sollen auch solche mit / hier vor- 
kommen, wie Cuervo aus Bogota angibt: caraiter, aicion, satisfaicion, 
(/. c. ^ 681); ich habe sie noch nicht gehört. 

Die gebildeten sprechen alle diese worte wie sie geschrieben 
werden ; die halbgebildeten {medio pelo) aber, welche wissen, dass die 
ausspräche mit 11 ,, gemein" ist, möchten dieselben vermeiden, wissen 
aber meist nicht, ob / oder k eingesetzt werden muss, und sagen 
deshalb oft: konseksion, presektor, akstrapto, wie sie auch eksetcra statt 
cicetera einsetzen {ts kommt ja sonst im spanischen nicht vor). Amüsant 
ist es, wenn sie im eifer des ,, gebildet'' Sprechens ■ä.wc\\ farmast^ktiko 
statt far7nachitico hervorbringen. Solche Verwechselungen scheinen 
auf allen spanischen gebieten sehr häufig zu sein; Cuervo nennt 
(/. c. 5 681) viele beispiele. Es handelt sich \\v;x wxa Verwechselung 
und keineswegs um laut^vandel wie Cuervo annimmt, wenn er sagt : 
,,E1 primer grado de esta transformacion (d. h. efcpto statt efecto) es 
genial del välaco, v. gr. copt = coctutn, fript ^= frictum. Del segundo 
(d. h. efeuto statt efecto) tenemos ejemplo en auto=^ actum, y /(/ 
pronunciaciön bogotana da la clave para explicar este liecho". Der 
rumänische l^Mticandel hat mit den spanischen \zx\\.verwechselungen gar 
nichts zu thun. Lautwandel liegt nur zwischen ekto ~> euto, epsion 
> eusion vor. 

Wie dieser vor sich geht, lässt sich hier alle tage beobachten. 
efekto, karakter, preseptor zu sprechen ist für den gebildeten Chilenen 
unbequem und schwer, für den mann aus dem volke fast unmöglich; 
zunächt ist die neigung vorhanden dem ersten konsonanten stimmton 
zu verleihen, was uns deutschen vor dem folgenden stimmlosen laut 
höchst unbequem ist. Man hört also oft: efcg-to, karag-ter, konseb-sioiu 
wobei g. h durchaus vollständig artikulirt werden, häufig mit nach- 
folgendem ,2. Sobald nun der verschluss nicht vollständig gebildet 
wird, ertönt der stimmton mit postpalataler bezw. labialer konsonan- 
tischer infektion, welcher dann meist sehr rasch zum nächstverwandten 
vokal forschreitet. Dieser letzte schritt erkärt sich dadurch, dass jede 
spräche eine gewisse scheu hat vor neuen lauten, die alten, bestehenden 



154 • Chilenische studien. IV. V. 

sehr ähnlich sind. Die sache ist rein physiologisch zu fassen. Jeder 
artikulation entspricht ein eigenartiges bewegungsgefühl, eine eigene 
innervationsart oder -bahn; alle diese bahnen entsprechen für jede 
mundart bestimmten gesetzen , welche ihre kombinationsfähigkeit 
lixiren. Nun wird der spräche eine Verbindung aufgezwungen, die 
nach den herrschenden gesetzen nicht zulässig ist ; dieselbe wird 
deshalb zunächst mit möglichster beibchaltung des akustischen effektes 
den sonstigen erlaubten kombinationen ähnlich gemacht (in unscrm 
falle kt > gt). Streift nun die innervationsbahn sehr nahe an eine 
andere in der betreffenden Verbindung häutigere, so tritt ein plötz- 
liches überspringen in dieselbe ein , ähnlich dem überspringen der 
("lektrizität von einem draht auf einen zu nahe kommenden besseren 
leiten Oder mit anderem bilde : der wagen gleitet in das ausgefahrene 
geleise des weges, statt dicht neben der spur zu bleiben. 

Wenn ich meinem mozo das wort sector vorspreche, das er in 
seinem leben noch nicht gehört hat, so ist ihm das etwas fremdartiges; 
sage ich ihm, er soll es nachsprechen, so antwortet er vielleicht zu- 
nächst: „Ich kann nicht", und dann versucht er und bringt heraus: 
seutol mit dem eigenartigen auslautenden mittelding von r und /, 
während ich vielleicht mein deutsches zäpfchen-r vorgesprochen habe. 
Er will auch kt sprechen , findet aber den weg nicht, sondern den 
nahe dancbenliegenden ihm bekannten von ut. So ist es denn auch 
erklärlich, dass die scheinbar weit auseinander liegenden artikulationen 
des u und des / aus demselben k liervorgehen können. Sobald das 
I)OStpalatale g oder - in vokal übergehen soll, so verlangt es von 
demselben möglichst starke zungenhebung. Mit postpalataler enge 
ist aber kein reiner vokal möglich, es tritt deshalb ein ausweichen 
des hebungsimpulses nach vorn zum / oder nach hinten zum u 
ein, je nachdem die spräche in der betreffenden Verbindung das 
eine oder das andere bequemer, dem hergebrachten schcma näher- 
liegend findet. 

Nach dem gesagten ist es begründet, wenn die spanischen 
grammatikcr schwanken, ob .r einem ks oder einem gs entspreche. 
Ich glaubte früher, die in den meisten spanischen grammatiken wieder- 
kehrende behauptung, x sei gleich k -j- j» oder g -\- s, verdanke ihren 
Ursprung der lateinischen grammatik , welche sagt, dass statt k -f s 
und statt g -r s ein x einträte, was also etymologisch zu fassen ist. 
Ich habe mich aber überzeugt, dass thatsächlich neben eksdvien auch eg- 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago de Chile. 155 

sä7nen gesprochen wird, aber nie wird auch das s stimnihaft wie im 
französischen cxamen. 

Die einführung der etymologischen Schreibung x vor konso- 
nanten ist übrigens einer der dümmsten streiche der edlen spanischen 
akademikcr gewesen ; während man früher schrieb, wie man sprach, 
esposicion, estranjcro, gibt es jetzt sogenannte gebildete genug, die so 
sprechen möchten, wie die akademie schreibt, also exposicion, extran- 
jero; da aber das Wörterbuch nicht immer zum nachschlagen bei der 
band ist, so schreibt und druckt man auch vergnügt : cxtricto, cxtran- 
gular und dergl. mehr ; und wie man schreibt, muss man sprechen 
— wenn's auch schwer fällt! Also Verwirrung über Verwirrung, nur 
damit die herren akademiker ihre etymologische Weisheit leuchten 
lassen konnten. Glücklicher weise herrscht in Amerika, insbesondere 
in Chile, noch eine vernünftige phonetische Orthographie, und es gilt 
als affektirt eksposicion, ekstranjero zu sprechen , während zwischen 
vokalen s statt x, also esistir , esamen, für vulgär gilt. (Ebenso 
liegen die Verhältnisse in Spanien ; vgl. Escriche v Mieg, Rcforma 
p. 38 f.) 

c (geschrieben ch) ist dem Chilenen ein sehr angenehmer laut, 
was sich für mich durch die grosse häutigkeit des c im araukanischen 
erklärt ; er spielt bei wortneubildungen und scherzhaften wortver- 
änderungen insbesondere auch in der kindersprache eine grosse rolle. 
Auch im araukanischen sind nach Febres koseformen mit c statt 
sonstigen t sehr beliebt; dort gab man auch spanisches jt durch c 
wieder: chiftura ^=- scnora i'Febresj. Dass das c ebenso wie /', l', n 
durchaus nicht ein nebeneinander von t ^- .f ist, wie es merkwürdiger 
weise immer noch so oft von deutschen und englischen phonetikern 
aufgefasst wird, sondern ein einfacher (kombinations-j laut, ist für 
alle romanen, die ihn haben, selbstverständlich; die bildung und 
enstehung dieses lautes habe ich in Kuhns Zeitschr. 29. p. 27 ff. aus- 
führlich beschrieben. 

In Santiago ist neben echtem c ein dem t' näherstehendes c 
und ein dem dorsalen ts näherstehendes t s oft gebraucht. Der laut 
erleidet nie Veränderungen; n vor c ist genauer ii zu bezeichnen; 
er liebt die Verbindung mit vorhergehendem /, genauer /' und wandelt 
/• in dieses /' {?milca, kolco, tka/ca {cscarcha), pclca u. s. w. (Cf. C/ii/. 
stiid, I. unter r). Nach anderen konsonanten und vor konsouanten 
kommt ch im spanischen nicht vor. 



156 CHir.F.NISCHE STUDIEN. IV. V. 

Die sthnmhaften verschliisslaute b, d, g werden fast nur nach den 
entsprechenden nasalen mit vollständigem verschluss gebildet, in- 
dem der mundverschluss des nasals erst einen aiigenblick nach dem ver- 
schliessen der velo-pharyngalen Öffnung explodirt. Die assimilation des 
nasallautes der, ausser im innern des Wortes vor /'/, immer « geschrieben 
wird', an den folgenden verschlusslaut ist obligatorisch im innern des 
Wortes und ebenso in der wortfuge, wofern nicht eine deutliche pause 
zwischen beiden worten liegt. Also nicht nur patnpa, kalamhre, ombre^ 
mitfibre, ojgue.dd^; tinia, senda; gatico^; blatjko, i'tikilino; rojgo, mere^^e, 
sondern auch: uvi pan, um bino, uijguci (um bufi; un tititero\ iindia; 
un caiico; U); koudero , ui; gato; ii'ij kilo\ un yanto (Hanta); un jiso 
(gtiiso). Im letzten falle spricht man zuweilen und'iso , doch wird 
gewöhnlich kein voller verschluss gebildet (vergl. unten: die nasale 
vor rcibelauten ). 

Abgesehen von diesen b, d, g nach nasalen, kennt die gebildete 
ausspräche b dg im ursprünglichen silbenauslaut: abasoluto, adöa/etibo 
(adjetivo), iagana f siehe oben); /'////',• d\\n auslaut: 3 ir i uö klmgt affektirt; 
meist sind /' und d im wortauslaut sehr reduzirt; es wird nur noch 
ein artikulationsansatz gemacht, ohne dass ein deutliches b oder d, ge- 
schweige denn b, </oder J herauskäme, klua^ klingt dann ähnlich wie kru, 
w^enn letzteres ohne eigentlichen hauch gesprochen wird, mit starkem 
expirationsdruck am ende (vgl. Chil. stud. II) ; ähnlich sahia^. Volks- 
tümlich ist auslautendes b (ich weiss im augenblick kein ander bei- 
spiel als klii -= club) und ^völlig stumm; also: berdd, salii, desi (decid); 
im Worte auch: ausoluto, ouyeto neben susite (subsisie) soeleyio (sub- 
delegado). Im übrigen gilt als regelrechte ausspräche des b: b, über 
welches ich schon Oül. stud. III unter v gehandelt habe; daneben 
im anlaut nach pause zuweilen /'. 

Die Schicksale des d im chilenischen sind ziemlich komplizirt. 
Der gebildete Chilene braucht , wie mir scheint, zwei verschiedene 
//-laute. Das eine ist apiko-subalveolarcs d; wenn dieser laut nicht 
vollständig gebildet wird, was sehr häufig der fall ist, so bleibt stimm- 
ton, der durch eine momentane bewegung der Zungenspitze modifi- 
zirt wird, ohne dass diese bewegung zu einem festen verschluss oder 



' ii kommt in der schrift nur vor vokalen vor. 
^ Gebildete embuelto ; cf. Chil. stud. 111 unter w. 

^ Trotzdem die charakteristische e.xplosion des ii nicht gehört wird, ist ;/ 
vor c nach seiner bilduns; als /; zu bezeichnen. 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago ve Chile. 157 

zu einem vernehmbaren reibclaiit c oder ^/ führt. Ich bezeichne 
dieses rediizirte ii: d oder dti, je nacli dem grade der abschwächung. 

Der andere laut ist energischer gebildet, postdental, wobei der 
äusserste teil der Zungenspitze zuweilen unter den Schneidezähnen 
hervorkommt. Der verschluss ist nicht ganz dicht, der laut nähert 
sich dadurch einem d; ich schreibe cV. Volkstümlich ist dieser laut 
nur als resultat von sd: de^e [dcsdc), /odo, diente (vgl. Chii. sind. II). In 
der gebildeten spräche gilt dieser laut für silbcnauslautendes d: a!s.iyctibo, 
ad'iy.irir, adatnerto. Die mehrzahl der hierhergehörigen worte sind 
nicht volkstümlich, die wenigen, welche es sind, ersetzen das cV durch 
ein schwaches r, bezw. den mittellaut zwischen ,;■ und /, der aus- 
lautendes ;- vertritt , so : arüierio oder arbieufo, ary.irio oder ajkirio 
{adquiridd). Derselbe laut findet sich in dem worte ataüd, welches 
öfter als die lateinischen worte auf -ad , -lui (-ate?/i, -nie tu) seinen 
konsonantischen auslaut erhält ; also gebildete ausspräche : ataiiiS, volks- 
tümlich jetzt meist ataü, doch wird der plural gebildet: ataülc und 
ataürc\ während statt des gebildeten Mrtude oder Öirtudes, volkstüm- 
licher dirtüe , schon der echt volkstümliche plural tnuftl steht (z. B. 
la stete M-ttü die sieben kardinaltugenden) ebenso wie zu kni. neben 
krüse auch krii als plural gilt (vgl. C7nl. sind. II, p. 24). Der singular 
ataül scheint mehr dem tuedio pelo als der niedren Volkssprache an- 
zugehören. Überhaupt ist das wort nicht eigentlich populär, der 
guaso sagt statt dessen kaxon de mne./fo oder einfach kaxön. Im 
inedio pelo mag das wort an bai'd ., volkstümlicher bäiilc, angeglichen 
sein (der guaso sagt einfach käxa für den grossen kofterj. Die 
betonung aü ist nie populär ; darüber näheres später in der lehre 
von den vokalen. 

Einfaches d zivischen einfachen vokalen neigt in der gebildeten 
spräche zum Schwund. In der spräche von Madrid ist es ganz tot 
nur in der partizipialendung -ao'^ statt -ado, das femininum aber aviada; 
das auslautende d der Wörter auf -ad und -lui ist in Madrid ebenfalls 
stumm, also: berdd, birtü, aber plural berdddes, birtudes; wo auslautendes 
d in Madrid gesprochen wird, ist es gewöhnlich d. 

Regelmässig ist der schwund des d in der Volkssprache und oft 
auch in der ,, besseren" ausspräche von Santiago nach betontem vokal 
vor einfachem vokal; also nicht nur amäo, sondern auch anida, abio 



' Vgl. KSCRICHE Y MiKGS angaben, die diiiTli meine beob.iclitjn" bestiitigt sind. 



158 Chilenische Studien. IV. V. 

ihabido) ^ kij.idüa (calduda eine art empanda, mit fleisch und zwiebel 
gefülltes gebäck, das warm gegessen wird), deo (dedo), hia (vida), nio 
{nidd), töo (iodo), näa (nada); so auch nach betonter antepänultima : 
7niiko < midico, krlito < credito, mhda, auch mitda (cf. Pablo) <; medula 
(nur diese betonung ist hier gebräuchlich). Ebenso zwischen unbetonter 
vorletzter und letzter silbe: dsio (dcido) , kdlio <:^cdlido\ doch ist in 
dieser Stellung das d schon etwas fester ; man sagt gewöhnlich : 
sdhado mit Zungenspitzenbewegung, wenn auch ohne jede berührung des 
Zahnfleisches oder der oberzähne ; zuweilen tritt auch solche berührung 
ein, sodass r oder /3'''' gebildet wird: Briyira ■= Brijida'^. (Über die 
sekundären Veränderungen der durch ausfall des d zusammenstossenden 
vokale spreche ich später). 

Unmittelbar vor der tonsilbc schwindet d zwischen einfachen 
vokalen in der niedrigen spräche oft ebenfalls vollständig, doch bleibt 
hier auch nicht selten reduzirtes d erhalten; seine existenz lebt noch 
oft im gefühl des volkes, sodass dieses d bei deutlichem sprechen 
wieder zum Vorschein kommt, was wenigstens in worten wie Ma = vida, 
nio = nido nur bei solchen der fall ist, die lesen und schreiben können. 2 
Beispiele: preüto (produdo), siguriä {seguridad), kuraira {curadera der 
suff, zu curarse sich betrinken) und die vielen worte auf -ador, -adiira 
etc., aber auch naddndo neben näa {näda) , aparadöl neben aparaöl 
u. s. w. Zwischen unbetonten vortonigen silben herrscht völliger 
Schwund: preikdl (predicar), aihmtc {adelante), soelegäo oder stielegdo 
(sii(b)ddegado); Magdalena bildet (ausser Mauda/ena cf. unten): Mada- 
letta > Maalöna > Malefia. 

Ganz entsprechend wird d am anfang des lüortes nach vorher- 
gehendem vokal behandelt: lo fxa =^ lo deja, le ise ■=■ le dice\ da hier- 
bei dieselben worte bald mit, bald ohne d im anlaut vorkommen, so 
entsteht dadurch allgemeine Verwirrung, insbesondere zwischen worten 
die mit dis-, des- anlauten, und solchen mit ex-: also nicht nur etsotjkao 
■-= destroncado, eliyensia = dilijencia, sondern auch aesi/ensia = exijencia, 
■deko/Jl = esco/er, desayeral ^= exajerar. Übrigens sind nicht nur in 
der Schrift des medio pelo und der gaasos plumarios Dcben dem fehlen 



' d liegt nicht auf der übergangsstufe von «/> . . . r, wie JNIkyer-LCbkk, 
■Gramm, p. 36 1 annimmt. 

^ Dieselbe abstufung findet hei fi statt: rofido hat deutlicheres i als röte, 
roha. Umgekehrt war das verhalten des lat.^ im spanischen; cf MeyeR-LÜBKE, 
Gramtyi. § 443. 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago de Chile. 159 

des verstummten d schreibimgen wie deseda statt desea sehr häufig, 
sondern man hört auch nicht selten solche eingeschobenen d zwichen 
vokalen aussprechen , natürlich nur, wenn leute aus den genannten 
bevölkerungsschichtcn ,, gebildet" sprechen wollen [cuando quiereti 
pulirse). Ich hörte neulich auf dem lande in Niima eine caniora, 
ein sangeskundiges bauernmädchen , welche regelmässig mido statt 
7nio, deseda statt desea u. dergl. aussprach; d, h. nur beim gesangc, 
nicht in der Unterhaltung. Solche thatsachen sind auch für die 
historische betrachtung der spräche von interesse. Findet jemand in 
einem mittelalterlichen text eine solche umgekehrte Schreibung, etwa 
einen reim zwischen seda: deseda (= desea), so wird er wahrschein- 
lich daraus schliessen, dass für den dichter nur die ausspräche sea : 
desea in betracht komme, dass also intervokalisches d zur zeit der 
abfassung bereits vollständig verstummt gewesen sei. ' Letzteres ist 
aber keineswegs nötig. Die zeit des Vollzuges selbst eines so ein- 
fachen lautwandels, wie es der verlast des intervokalischen d ist, 
kann mehrere Jahrhunderte in anspruch nehmen. Derselbe Chilene 
spricht in denselben worten bald d, bald d, oß, bald gar nichts aus; 
bald bleiben zwei vokale mit zweimaligem anschwellen des espirations- 
stromes: nda, töo, bildlich O O; bald schmelzen sie in einen langen 
vokal mit absteigender exspirationsstärke zusammen : nä, tb, bildlich 
\>, bald in einen kurzen vokal: nä tö, bildlich <(\ Alle diese fünf 
oder sechs formen existiren in der heutigen spräche nebeneinander, 
und sobald völliger Schwund nur einmal erreicht ist, können schon 
andere worte nach falscher analogie ein nicht ursprüngliches d an- 
nehmen. — Über die Wandlungen des d vor /■ habe ich unter C/iil. 
stud. I schon gesprochen. Ich glaube jetzt, dass der wandel padre 
>■ paire gleichzeitig zwei entgegengesetzten momenten zu verdanken 
ist. Einerseits ist thatsächlich die artikulation dr auch dem gebildeten 
Chilenen unbequem und wird lieber in pan'h-e verwandelt. Andrer- 
seits sind aber die formen mit i (paire) näher aus der älteren ur- 
sprünglicheren {orm payre abzuleiten als umgekehrt- ; g neigt allgemein 
im chilen. zu unvollständigem verschluss und J. Ferner findet sich. 



' Vgl. /.. b. Mkyer-LÜBKE, Gramm, p. 363: signifie: vis. 

^ An und für sich wäre der wandel von paire zu pagre nichts aufTälliges. 
vgl die angaben G\KTN'KRS (Riitorom. gramm.) über den dialekt von Samaden {Ober- 
engadin) \\. a. in.; aber er passt nicht ins chilenische lautsystem. 



i6o Chilenische studien. IV. V. 

wie ich Chil. stud. I schon erwähnte, pagre auch in gegenden, die 
keine formen mit /aufweisen, dagegen alle ^ intakt erhalten {Tacna). 
Der entscheidende grund für mich ist aber , dass ich beim durch- 
arbeiten des araukanischen Wörterbuches von Febres folgendes fand: 
,.pagh-re. por padre, asi llainan (sc. los indios) al P. Alisionero'''' und: 
,,Ped-no. Pedro'-'-. Mit g/i bezeichnet Fe?3Res ein , wahrscheinlich 
nicht ganz festes g oder ; ; r ist i; d ist kein araukanerlaut, es 
wechselt in der transskription des paters mit s ; ich glaube, es ist etwa 
d gemeint; die bindestriche in den beiden Worten, die er sonst in 
echten indianerworten nie gebraucht, scheinen mir auf die Schwierigkeit, 
das stocken in der ausspräche hinzuweisen. Sicher ist also, die 
indianer konnten dr nicht nachsprechen und ersetzten es deshalb 
durch g-z. Zu der transskription Ped-no ist anzumerken, dass perdonar 
von Febres durch ped-nonan wiedergegeben wird, was offenbar auch 
nichts anderes als das verunstaltete spanische wort ist; dass der be- 
griff dem indianer fehlte, ist ja nicht wunderbar. — Ich machte 
auch die probe mit meinem mozo ; ich fragte ihn, ob er mir wohl 
das yf ort ädra nachsprechen könnte; er wiederholte zunächst aldra\ 
auf den fehler aufmerksam gemacht: atia^\ ein reines adra brachte er 
bei etwa zehn versuchen nicht heraus, dagegen wiederholte er vor- 
gesproches agra sofort ohne Schwierigkeit. Ich neige mich daher 
zu der annähme , dass auch der wandel padre > pagre > paire in 
Chile direkt auf ethnologische gründe zurückzuführen ist-. 

Nach // ist dr volkstümlich meist //r, ijz geworden : deijzd 
{vendrd) neben heijdza (vgl. Chil. stud. I). 

Anders als zwischen einfachen vokalen wird d behandelt, wenn 
es vor / -j- voc. oder nach voc. -j- /, steht. In allen diesen fallen 
ist d viel widerstandsfähiger als sonst ; es fällt nach meinen bisherigen 
beobachtungen in dieser Stellung nie ganz aus , sondern bleibt der 
rcgel nach d ; also : midio, ediöndo, kuiddo, h'ido statt leido (also die 
akzentverschiebung geht dem verlust des d voraus; denn es heisst: 
sa!>io = salddo), öido = oido. Zuweilen ist dieses d kaum von r zu 



* Diese ausspräche erklärt die von den niissionnren eingefi'ihrte häufiger 
als pagre gehrauclite araukanische form patirii statt padre. 

2 Dass derselbe wandel padre > paire in anderen gegenden auf andere 
gründe zurückzufüiiien ist, schadet nieinei' behauptung nichts: im patois von 
Montpellier, dass ich gehört habe, schwankt die ausspräche, wie mir schien, 
/wischen paiyc \\w\ paile oder paid/t ; eijenso entwickelt war lat. -arius. 



Dr. Rl'dolk Lenz in Saniiaco dk Chile. i6r 

unterscheiden , oder es tritt auch wirklich r v'\\\ ; so gewöhnlich in 
naire =^ nadie ^ für welches die formen noide oder naidie auch in 
manchen anderen spanischen gebieten vorkommen und alt sind fcf. 
Clervo /. c. ^ 708). So habe ich mir auch <jdtirio neben (jdtidio 
notirt. Fiele in solcher Stellung das d aus , so müsste das / zu y 
werden, also inedio > 7ncyo ; hiervor scheint sich die spräche zu 
scheuen. Ebenso heist es rekaiido, rekaiidcro mit festem d. Nach 
/■ ist d in der regel fest und assimilirt sich in der niedrigen Volks- 
sprache zu ./(/, worüber ich unter r gehandelt habe. Zuweilen tritt 
allerdings auch .;- statt rd ein, wenigstens höre ich oft auf der strasFC 
die hühnerverkäufer ausrufen : i.poyo yandc ynrito'"'' {o geflüstert) statt 
gorditos. 

g ist im allgemeinen bedeutend fester als h und ^/; es fällt nur 
selten ganz aus, wie in auxa ==•■ agnja^^ aü'ycro sogar duyero statt agußro 
mit accentverschiebung. Es assimilirt sich wie k x an alle folgenden 
vokale. Vor a 11 ist pospalataler meist nicht vollständiger verschluss 
gebräuchlich, also -a?ia, -^omIo, yito, ayi, käiyi^ etc. Die festigkeit 
des verschlusses scheint individuell zu schwanken, vielleicht wäre es 
besser g (reduzirtes g) zu transkribiren. In der gebildeten spräche 
ist mir die unvollständigkeit des verschlusses anfangs nicht aufgefallen, 
vielleicht weil wir im norddeutschen sehr daran gewöhnt sind 5 statt 
g zu hören ; ich merkte jedoch bei den ersten französischen und 
englischen worten, die ich von meinen Studenten hörte, dass einige 
derselben mit dem besten willen nicht imstande waren got , gagfier 
u. dergl. mit festem verschluss herauszubringen. — Vor / und e ist 
im Volke die deutlich frikative ausspräche mit mcdio- bis präpala- 
talcmy / unverkennbar, also Jinda, jera, ij^ro (gni/ida, guerra, higuero) 
etc. Dieses j ist enger gebildet als y (= y oder //), ausser wo letzteres 
vor oder nach / steht fcf unter //). 

g im silbenauslaut ist unkastellanisch ; es wird meist nicht an- 
genommen : indino, lualino (= iitdigno, inaligno) und ähnliches, sind 
formen, die sich in allen spanischen gegenden als fortsetzung des 
alten gebrauchs finden. Beim versuch die gebildete ausspräche 
Magiidalena nachzuahmen entsteht Maiidalcna (gebräuchlicher ohne g^ 
siehe oben unter d). gr m\ anlaut ist -r : ^rrzw^/«?, äyio; ^/ ist selten 



' Dngegen wird ~, eingeschoben in gan'i'a (gania) : docli liahe ich anderer- 
seits auch -a^fitia statt ganzüa gehört. 

Phoneii-.cIie Sliidien. \ I. '' 



102 Chilenische studiex. IV. W 

und unvolkstümlich , etwa : z^löria^ ylobo, auch wohl im wortanlaut 
lotw {globo) aber natürlich nijgloho , denn nach n oder vielmehr // 
bleibt, wie schon mehrmals erwähnt, fester verschluss statt 5. Über 
gti vor vokal, das im span. ziemlich selten, in amerikanischen werten 
dagegen häufig ist , habe ich unter w gehandelt , ob man guaso, 
guanaco oder hitaso, huanaco schreibt, ist völlig indifferent; jetzt ist 
meist üblich zu schreiben gua, guo aber hue, hui. 

Ich will hier unter ^ noch ein vereinzeltes wort nachtragen, das 
wohl besser der besprechung des f angefügt wäre. Das neuspanische 
7noha (portug. mofo) wird in Chile mözp gesprochen, ebenso fno'öso ; 
dieses - ist vermutlich ein rest des /, welches durch x zu h wurde 
und schwand. 

Über die assimilation der nasalen an folgende verschlusslaute 
und das Verhältnis t' : ö , d : d , bu -\- z'oc. , hu -j- 7!0C., gii -r- voc. : gji, 
5;^ in solcher Stellung habe ich bereits gesprochen. Die nasale zwischen 
einfachen vokalen bleiben unverändert m, n, ti. Auslautendes n ist 
ebenfalls in Chile fest. In Tacna geht es dagegen regelmässig in 1; 
über, nach n, wie mir scheint, mit schwacher nasalirung des vokals ; 
also: komii/> (comun) , sonst: estäij, bietj, nasiotj, fiij; auch ko>jstansia^ 
sirkiii^stansia, sogar trciißa, aber kuarenta. Diese angaben beruhen 
allerdings nur auf der beobachtung eines meiner zuhörer und den 
mitteilungen desselben. Derselbe spricht ui/nH, aber twipan, im onibre 
bei nahem anschluss an folgenden vokal. 

;/ vor unbetontem /, dem ,. vokal folgt, wird zuweilen ;/, während 
// in solchem falle immer erhalten bleibt und also nie mit //=^j)' 
verwechselt wird; 2i\so Alema/iia^ Alctnana, aber v\\e familia> famiya. 

Starke neigung zur nasalirung jeden vokales vor ti herrscht, wenn 
ich nicht irre, in einigen mittelamerikanischen gegenden; in Chile 
werden die vokale nur affizirt vor « -\- erhaltenem frikativlaut, be- 
sonders stark vor x^ y, weniger vor /w, «yj, «/. Der Vorgang beruht auch 
auf assimilation des nasals an den folgenden laut, indem zunächst nach 
dem vokal die nasale Öffnung eintritt, aber gleichzeitig die zunge 
statt zu vollem verschluss zu der enge des-.T, s etc. übergeht. Einen 
augenblick später schliesst sich die nasale Öffnung und der stimmton 
hört auf unter beibehaltung der zungenstellung. Ein nasal offenes x, 
s etc. hat nun aber gar keine schallkraft; die nasale Öffnung ist so 
unverhältnismässig viel grösser als die Öffnung in der mundenge, dass 
fast der ganze exspirationsstrom durch die nase entweicht und der 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago de Chile. 163 

geringe rest , der durch den mund geht, dort keine reibegeräiische 
hervorrufen kann. E^xspirationsstrom und hemmung stehen nicht in 
dem zur lautbildung notwendigen gleichgewicht (vgl. Kuhns Zcitschr. 
29, p. 51). Da nun in unserem falle während der zeit des ursprüng- 
lichen 71 der stimmton fort besteht, so ertönt nach dem vokal: a, 
nasaler stiminton mit indifferentem klang (ohne spezifische farbung 
eines besonderen vokals). Die noch ausgeführte mundenge gibt dem 
ii nur eine schwache schattirung von //, n oder w, je nachdem post- 
palatale, alveolare oder labiale enge (statt des entsprechenden ver- 
schlusses) vorhanden ist. Diese ausspräche ist hier nicht selten ; 
also: naraiixa, zßnso, (fa(i(iarÖ7i oder, wie man auch schreiben könnte: 
fiara/jxa, ~a/jso , (f,a?nqaron mit dem zeichen des unvollkommenen 
nasals ; oder 5, z, 7(^ als nasalirte stimmhafte x, s, ff. Diese stufe 
ist aber wegen der Unbestimmtheit des iZ nicht dauerhaft ; die wirkungs- 
lose engenbildung wird bis zum aufhören des stimmtons verschoben 
und während desselben die mundstellung des vorhergehenden vokals 
beibehalten ; wir bekommen dadurch </« -p fricativ., gegen ende 
nasalirten , auf die dauer des ursprünglichen ati verlängerten \-okal. 
Auf diese weise erklärt sich die alte lateinische in der vulgärsprache 
durchgeführte dehnung der vokale vor ns, >i^, bei der im lateinischen 
die teilweise nasalirung des vokals, statt sich über den ganzen vokal 
auszudehnen, wozu die neigung im chilenischen führt, wieder ver- 
loren gegangen ist. Die nasalirung ist übrigens im chilenischen nicht 
sehr stark (das gaumensegel nicht gesenkt und die velo- pharyngale 
Öffnung nicht bis zum äussersten geführt) , und die klangfarbe des 
vokales nicht verändert. Dabei scheinen o, u, a stärker zur nasa- 
lirung zu neigen als e, i. Beispiele in der gebräuchlichsten aus- 
spräche: epqxa., iqxa, koTfonne {confonne)., narqxa^ mqxaa''^ hlai'ko 
{tuanjar blanco , süsses gebäck aus ei und zucker), uxaxäin {im j ar- 
din); berefj'/Jna, un jindo, tui sapdto, T^anso onse, qanufarön, triumtfo 
oder triunfo, populär auch entstellungen wie tsuqio u. dergl., fsensa, 
kdtäfisia oder kdtansia, liatite {instante)., auch i'tänte gesprochen, /w- 
(fie.ino {infierno) und so weiter, wobei vor «, in etc. der vokal mehr 
oder weniger nasalirt wird. Andere Wandlungen des n wie in yiusüa 
sind vereinzelt ; so aPaudofiao {abandonada) , was dann in medio- 
/t'/tJ-orthographie auch ahaldonado geschrieben wird, und einige mehr. 
Ausser den angegebenen nasalirungen kommen noch einige 
andere fälle vor, die ich hier gleich mit behandeln will. So wird 

11 * 



164 ChILEMSCHK STUDIEN. IV. V. 

zunächst si und //o sehr häufig nasalirt jv, nq; oft wird auch gesprochen 
.s-6' oder so, besonders um eine gleichgiltige behauptung ruhig, ohne 
Zusatz weiterer worte zuzugeben. Ich meine , dass genau ebenso 
norddeutsche, die sonst „Ja" sagen , zuweilen ebenso in sehr ge- 
lassenem tone Jö sagen. Der indifferenz des gedankens entspricht 
hier die indifferenz der ausspräche. Auch ein vereinzeltes hombi-c 
als anrede wird oft zu o: mirapohh {vih'a pucs lioinbre); h ist Stell- 
vertreter des s von pucs; gebildeter sagt man oft: mircpusömbrc ; 
ebenso einfach inirOj, pohq_ u. ähnliches. 

Ferner tritt in infinitiven statt dorniil oder dojmiii''^ ein : dormiq 
und dort/ii; ebenso komeii: aber auch ohne vorhergehenden nasal asea 
sogar ixsen {hacer). Die infinitive auf -ar scheinen nicht zu nasa- 
liren ; hier ist meist ein deutliches / nach dem a regel, zuweilen 
auch an. Individuell ist näselei , unvollständiger velo-pharyngal- 
verschluss, bei allen vokalen in Santiago nicht selten. 

CHILENISCHE STUDIEN. V. 

Um mit der betrachtung der chilenischen konsonanten abzu- 
schliessen, müssen wir noch einen blick werfen auf diejenigen laut- 
veränderungen, die nicht als organische Wandlungen, bedingt durch 
bestimmte betonungsveränderung, artikulatorische assimilationsprozesse 
u. dergl. aufzufassen sind, sondern als mehr oder weniger vereinzelte 
irrungen der artikulation, als ungehöriges überspringen in verkehrte 
bahnen bei der beabsichtigten Wiederholung eines gehöreindruckes. 
Auch für diese Veränderungen muss es bestimmte gesetze geben, 
welche gewisse artikulationswiederholungen kurz hintereinander und 
gewisse artikulationsverbindungen schwierig und fast unmöglich machen ; 
nur so erklärt es sich, dass Wortveränderungen in einer spräche allge- 
mein angenommen werden, die im ersten einzelnen falle nur ein ver- 
sprechen sind, dessen Vermeidung in scherzsprüchen als aufgäbe 
gestellt wird. Ich brauche nur an die allgemein bekannten sprüche 
zu erinnern : „Der kuischer putzt den postkutse/ikasten", und „ßschers 
Fritz fing frische ßsche" oder in chilenischen beispielen: „una cabra 
tigrc tigrcs trapos traga; traga trapos tigrcs una tigre cabra''' oder: 
„cochcro techa tu chosa, techa tu chosa cochcro, con ro7nero fior i rosa, 
coli rosa ßor i romero", die freilich an die Schwierigkeit von „mess- 
loec/isel-wac/ismaske" nicht heranreichen. 



Dk. Ri;ij(ti,i- I.ENZ IX Saniiago dk Chile. 165 

Für solche Sprünge mögen als bcispiclc einige worte dienen, 
von denen manche sich auch in anderen spanischen gcgenden wieder- 
finden: teatro >• triato, capricho > krapico , encucUlla?- >■ ei'kriikijar 
(zu en cucUllas); pared':> paer (aus padcr) polvareda > /wrfiaem, verc- 
da >- bedcra; prohibido ^ probidio\ derrdir > rc(d)itir (cf. span. : 
aiierredor >» alrededor) ; miirciilago ^ mu.isicz/ilo, cstömago > e tözfimo. 

Auch falle wie trizado > krisäo (von iriza gebildet, ,, gesprungen", 
vom glase), cf. span. trana >» crevia, gehören hierher, ebenso limar 
"::> miiial, arvcja~> arhcrxa in wr^//(7-/f/(?-orthographie: alverjai auch 
wohl Valparaiso > Marpareiso. 

Etwas anderer art sind einschiebungen von nasal, die ja im 
spanischen immer sehr beliebt waren iy^- enjainhre = exatnen, zam- 
bnllir neben zabullir u. dergl.): Mapocho >- Mafnpoco (der fluss, an dem 
Santiago liegt), cxamcti > insamen, ircpezar > trompesar , zafarrancho 
> sa/ntjaranco. Die beispiele Hessen sich leicht vermehren ohne 
mehr phonetisches und linguistisches interesse zu bieten, einiges 
hierhergehörige habe ich schon früher angemerkt, wie abardonai\ 
^arsua. 



Als anhang will ich hier einige bemerkungen über das mexi- 
kanische spanisch anfügen; sie sind einem aufsatze eines herrn Dk. 
F. SeiMEI.eder entnommen, der vor kurzem in den Mitteilungen des 
deutschen imssenschaftlichen Vereins in Mexico bd. I lieft i , Mexico 
1890 erschienen ist und dort wohl den europäischen fachgenossen 
leicht verborgen bleiben könnte. Der Verfasser ist jedenfalls nicht- 
philologe. Im mexikanischen ist danach span. //^j'; c(e, i), s = j-; 
l> = 7' (d. h. also wie im spanischen); nadie "> naide; catedral > 
catredal (beide worte auch so bei Cuervo). P. 14 heist es: ,,Die 
einwohner des Staates Jalisco erkennt man daran, dass sie den Worten 
ohne ausnähme einen näselnden klang anhängen, die bewohner der 
ostküste, sowie die kubaner verschlingen das s am ende des Wortes, 
oder verwandeln es in einen hauchenden laut, der fast wie/ klingt. 
Dasselbe geschieht oft sogar mit inlautendem j". . . . ,,s am ende 
des Wortes nimmt oft den klang eines hauches oder eines blasens, 
ähnlich einem /". 

Anknüpfend an ein zitat aus Diez' grammatik betreffend die 
ehemalige ausspräche des .t als y, sagt der Verfasser p. 15: 



i66 Chilenische studifn. IV. V. 

„Ich erlaube mir, eine eigene beobachtung hinzuzufügen. Der 
laut seh, welcher in der Nahuatlsprache sehr häufig vorkommt, wurde 
von allem anfang an von den Spaniern wiedergegeben mit x. Pimentel 
in seinem Ciiadro descriptivo y comparativo de las letiguas indigenas de 
Mixico 1862 I Seite 165, sagt: ,,:r lautet wie das englische sh oder das 
französische M''. Mehrere grammatiker und unter ihnen der jesuiten- 
pater Horazio Carochi in seiner grammatik der aztekischen spräche, 
gedruckt in 1645 und in 2. aufläge in 1795, bemerken gar nichts 
über die ausspräche des x\ dies beweist, dass das x damals, wenigstens 
in 1645, denselben laut hatte im aztekischen wie im spanischen ^ 
Die nahua oder azteken sprechen axolotl (das bekannte amphibium) 
wie asc/wioil, xochitl (die blume) wie schotschitl und tlaxcalli (die 
flachen kuchen aus maismehl , von den Spaniern tortillas genannt) 
wie tlaschkalli\ die kreolen und die indianer, welche spanisch 
sprechen, sagen acholote, sotschil oder sutschil und ilaskal. — Die 
mexikaner, unter dem einflusse der spanischen kultur, verloren zu- 
nächst die alte ausspräche des x = seh'-'-. 

28. märz 1891. 

Santiago de Chile, casilla 844. Dr. Rudolf Lenz. 



■ Das ist freilich nicht notwendig; aber inimerliin ist die wiedergäbe des 
indianischen / durch x für die erste zeit der eroberung beweisend. Cortez und 
seine begleiter sprachen sicher x = s, aber wenn dieses zeichen einmal zur wieder- 
gäbe dei" indianischen laute eingefühlt war, konnte es natüilich beibehalten werden, 
wenn auch des spanische seinen laut änderte. • 



KURZE DARSTELLUNG DES UxNGARISCHEN LAUTSYSTEMS. 



In der folgenden beschreibung der ung. sprachlaute war ich 
bestrebt eine solche ausspräche zu bezeichnen, die bei den gebildeten 
als mustergültig angesehen werden kann. In der ung. spräche wurde 
keiner der dialekte zur litteratursprache erhoben, und die lautlichen, 
wie die grammatischen eigenheiten der heutigen -litteratursprache sind 
aus verschiedenen dialekten, teils auch aus älteren sprachperioden 
entlehnt. Eben darum ist es schwer eine solche mustergültige aus- 
spräche festzustellen. Die heutigen dialekte weichen ziemlich von 
einander ab, und zwar meistens in betreff der vokale , weniger in 
betreff der konsonanten ; die litteratursprache behält in solchen fallen 
gewöhnlich den lautbestand einer altern periode. Aber diese Ver- 
schiedenheiten der einzelnen dialekte sind nicht solche, dass sie das 
wechselseitige Verständnis erschweren könnten. Die geschriebene 
spräche wird überall verstanden, obzwar jeder denselben text mit den 
lauten seiner eigenen mundart liest. In dieser hinsieht können wir 
eine grosse abstufung der weniger oder mehr dialektischen ausspräche 
bemerken ; am häuslichen herde kommen die dialektischen eigenheiten 
mehr zum Vorschein, bei öffentlichen gelegenheiten werden sie mehr 
oder weniger bekämpft. Der gebildete ist aber immer bestrebt seine 
ausspräche der litteratursprache anzupassen. Bei der feststellung einer 
mustergültigen ausspräche der ung. spräche zog ich die laute der 
lebenden spräche in betracht, berücksichtigte aber nur solche dialektische 
eigentümlichkeiten, welche im grösstcn teile der heutigen mundarten 
zum Vorschein kommen. In solchen fällen war ich manchmal ge- 
zwungen die ausspräche der gewöhnlichen Umgangssprache mit der- 
selben des style soutcnu zu vergleichen. 



i68 Kurze darstelhjng des ungarischen lautsystems. I. 

Die ausspräche des ungarischen bietet dem fremden manche 
Schwierigkeiten. Er hat zuerst mit der erlernung einiger neuen sprach- 
laute zu kämpfen, so z. b. mit den palatalen verschhisslauten ; der 
deutsche muss auch auf die strenge Scheidung der stimmhaften und 
stimmlosen laute achten. Was aber in der ung. spräche für die 
fremden am schwierigsten ist, sind die langen und doppelten kon- 
sonanten und die eigentümliche betonung. 

In der ung. spräche kann jeder konsonant in jeder beliebigen 
Stellung lang gesprochen werden, und zwar ebenso nach betonten, 
wie nach unbetonten silbcn, ebenso nach kurzen , wie nach langen 
vokalen. Die wort- und Satzbetonung ist in der ung. spräche gleich- 
massiger, als im deutschen, englischen oder französischen : alle silben 
werden deutlich und mit vollen vokalen gesprochen. Die relativ 
unbetonten silben des ungarischen werden beinahe so stark gesprochen, 
wie die erstbetonten der deutschen spräche. Eben dieser klaren be- 
tonung zufolge kann z. b. in einer sogenannten unbetonten silbe 
sogar nach einem langen vokale ein doppelter konsonant folgen : 
hojo:7n7n:>l (hajömmal) mit meinem schiff. 

Die ung. Orthographie können wir in gewissem sinne phonetisch 
nennen ; für jeden laut besitzt sie einen besondern buchstaben (nur 
e und £ werden mit demselben buchstaben bezeichnet), und die einzelnen 
buchstaben bezeichnen immer denselben laut. Sie ist aber nicht 
streng phonetisch, da sie bestrebt ist die einzelnen teile der zusammen- 
gesetzten Wörter, so wie die sufhxe und die Stammwörter auch dann 
klar zu erhalten, wenn sie sich in der ausspräche in gewisser be- 
ziehung verändert haben. So schreiben wir z. b. adtam {ottom) ich 
habe gegeben, weil das wort aus dem zeitworte ad mit dem sufhxe 
imn entstanden ist. Ausserdem werden die langen vokale und kon- 
sonanten nicht immer konsequent bezeichnet. 

Zur darstellung der ausspräche benütze ich die lautschrifl des 
Maitre plwnäiquc; in klammern setze ich immer dasselbe wort in der 
gewöhnlichen Orthographie bei. 



Josef Balassa in Debkeczex. 
die ung. sprache hesitzt rüi.gende sprachlaute: 



I 09 





1 


BEZEICHNUNG 




BEISPIEL: 






LAUT- 
ZEICHEN. 


IN DER GE- 
WÖHNLICHEN 
ORTHO- 
GRAPHIE. 










IN LAUT- 
SCHRIFT. 


IN GEW. 
ORTHO- 
GRAPHIE 


BEDEUTUNG. 








1. vükalp:. 






I 


/ 


i 


kif 


kis 


klein 


2 


i : 


i 


vi:z 


vi'z 


vvasscr 


3 


e 


e 


vfsek 


veszek 


ich nehme 


4 


e : 


e ■ 


ke:z 


kez 


hand 


5 


f 


e 


hf:i 


hely 


platz 


6 


[*••] 


c 


kv.ni 


kelni 


sich erheben 


7 


y 


ü 


fyi 


süt 


es scheint 


8 


y: 


ü 


sy.k 


szük 


eng 


9 





ö 


0t 


öt 


fünf 


10 


: 


ö 


to:r 


tör 


deich 


II 


u 


u 


tud 


tud 


er weiss 


12 


11 : 


ü 


hu:s 


hüsz 


zwanzig 


13 








hoz 


hoz 


er bringt 


14 


: 


6 


SO'.l 


szöl 


er spricht 


15 


j 


a 


od 


ad 


er gibt 


16 


V-A 


a 


7nekho:t 


meghalt 


er ist gestorben 


17 


[«] 


a 


tfiarthr 


marti'r 


märtyrcr 


18 


a : 


ä 

II. I 


ha:z 
KONSONANT] 


haz 


haus 


19 


h 


b 


b?b 


bab 


bohne 


2Ü 


P 


P 


pod 


päd 


bank 


21 


d 


d 


ded 


del 


mittag 


22 


t 


t 


ted 


tel 


wintcr 


23 


i 


gy 


}or/ 


gyors 


schnell 


24 


c 


ty 


OCJ 


atya 


vater 


25 


g 


g 


r.g 


eg 


himmel 


26 


k 


k 


edi 


ek 


keil 


27 




V 


ve:r 


ver 


blut 


28 


• / 


f 


Pl 


fal 


mauer 



I 70 



Kurze Darstellung des ungarischen lautsystems. I. 







BEZEICHNUNG 




BEISPIEL : 






LAUT- 
ZEICHEN. 


IN DER GE- 
WÖHNLICHEN 
ORTHO- 
GRAPHIE. 










IN LAUT- 
SCHRIFT. 


IN GEW. 
ORTHO- 
GRAPHIE. 


BEDEUTUNG. 


29 


Z 


Z 


zeld 


ZÖid 


grün 


30 


s 


sz 


seil 


szel 


wind 


31 


5 


zs 


~i:r 


zsir 


fette 


32 


/ 


s 


ß:r 


si'r 


grab 


33 


/ 


j, ly 


ja:, ijfrfi 


jö; ilyen 


gut ; solcher 


34 


// 


h 


hoz 


hoz 


er bringt 


35 


m 


m 


my 


ma 


heute 


36 


n 


11 


nop 


nap 


tag 


37 


N 


ny 


ya.:r 


nyar 


sommer 


38 


ä' 


n 


h/jg 


hang 


laut 


39 


/ 


1 


lo: 


16 


pferd 


40 


[^1 


ly 


Xa:N 


lyany 


mädchen 


41 


r 


r 


ro\y) 


rözsa 


rose 


42 


dz 


dz 


boddzj 


bodza 


hollunder 


43 


ts 


c, cz 


tse:l 


czel 


ziel 


44 


'il . 


ds 


findy 


findsa 


schale 


45 


tf 


CS 


tfa:sa:r 


csäszär 


kaiser 



I. Vokale. 

Die ung. spräche besitzt nur vordere und hindere vokale, und 
diese werden durch das gesetz der vokalharmonie streng von einander 
geschieden. Gemischte vokale finden wir im ungarischen nicht. 



A. Vordere. 

1. /. Dieser laut wird mit hoher zungenstellung gebildet und 
ist weit, wie das deutsche i in w//, engl. Int. 

2. /;, wird mit derselben zungenstellung gebildet, wie der 
entsprechende kurze laut; das lange /: ist aber, wie alle langen 
vokale, eng. 

Beispiele: 1. //: (itt) hier, inni (inni) trinken, kitß (kitsi) klein- 
— 2. hi:r (hi'r) ruf, t'r.z (ti'z) zehn, i:v (i'vj bogen. ♦ 

3. e. Das kurze e wird mit mittlerer zungenstellung gebildet 



JosKF Halassa in Deijreczen. 171 

und ist weit, wie das deutsche c in fihi. Diesen f-laut I)ezeichnet 
die ungarische Orthographie mit keinem besondern zeichen, sondern 
setzt datür denselben buchstaben, wie für 6. In einigen dialekten 
ist das e ganz ausgestorben und wird immer durch f ersetzt (virSik 
statt vesek); in andern dialekten wieder verdrängt das c der ent- 
sprechende gerundete vokal, das (vesek). Der grösstc teil der ung. 
dialekte behält jedoch das e. 

4. e: wird mit derselben Zungenstellung gebildet, wie das 
kurze e, nur ist der lange laut eng, wie im d. gc/it. 

Beispiele: 3. ey. (egy) ein, tesek (teszek) ich thue, ele:g (eleg) 
genug, vie} (meg)') er geht. — 4. e:l (el) er lebt, se:p fszep) schön, 
e:g {€g) himmel, bf-Ie: (bele) hinein. 

5. F wird mit niedriger zungenstellung gebildet und ist, ebenso 
wie die übrigen kurzen vokale, weit. 

6. t:. In der geschriebenen spräche ist dieser vokal nicht 
besonders bezeichet, wird aber in den meisten dialekten gesprochen, 
wo nach einem kurzen f ein /, oder r geschwunden ist; im style 
soiitenti bleibt jedoch das /, r stehen und das f ist kurz. In manchen 
dialekten wird das f vor einem /, r oder J sogar dann lang ge- 
sprochen, wenn diese konsonanten im silbenauslaute stehen und nicht 
ausgelassen werden; z. b. kr.ri (kert) garten, fiijn- (fejre) auf den 
köpf, sonst ; kfrt, fijri-. 

Beispiele: 5. strtt (szeret) er liebt, hzi^in (kezem) meine hand, 
vi-hd (veled) mit dir. — 6. n/nent (elment) er ist fortgegangen, 
felkiit (fölkelt) er ist aufgestanden, i.rr (erre) hierher. Im style 
soutetiu : hlnicnt^ felkilt, ;rre. 

7. ;'. Das ung. y wird mit derselben zungenstellung gebildet, 
wie das /,• die lippen werden stark zusammengezogen, so dass nur 
eine kleine längliche Öffnung bleibt ; deutsches // in sünde. 

8. y:; beim langen y: ist die Stellung der zunge und d(T lippen 
dieselbe, wie beim kurzen laute, nur dass der lange laut eng gebildet 
wird, während das kurze y weit ist. 

Beispiele: 7. ;-/ füt) er schlägt, iyztf ftüzes) feurig, ivv/füres) 
leer. — 8. iy.z (tüz) feuer, y.zni (üzni) jagen, hy: (hü) treu, fy: 
(fü) gras. 

9. 0. Die zungenstellung des o ist dieselbe, wie beim (■; die 
lippen werden zusammengezogen, aber ihre Öffnung ist etwas grösser, 
als beim y, vergl. d. ö in götter. 



172 Kurze Darstellung des ungarischen lautsystems. I. 

10. e: , wird mit derselben zungenstelhing gebildet, wie das e: 
und ist eng, während das kurze e weit gebildet wird. Die lippen- 
rundung ist dieselbe wie die des kurzen o. 

Beispiele: 9. erfg (öreg) alt, iei-ek (törökj türke, foteit (sötet) 
dunkel. — i o. e-.i (öt) ihn, e:ri:zm (örfznij bewachen, /<?::;/« (föznij 
kochen, so:lo: (szölö) traube. 

B. Hintere. 

11. u, wird mit hoher zungenstellung und mit starker hppen- 
rundung gebildet und entspricht dem y der vordem reihe ; d. // 
in luft. 

12. //: ; das lange u: wird mit derselben zungenstellung und 
lippenrundung gebildet, wie das kurze u, nur dass dieser weit, der 
lange laut hingegen eng gebildet wird. Entspricht dem y: in der 
vordem reihe. 

Beispiele: 11. ///.'/ (utas) reisender, tudok (tudok) ich weiss, 
kuca (kutya) hund, f.^lu (f'aluj dorf, Jvmu (hamu) asche. — 12. u:t 
(üt) weg, ii\r (ür) herr, huizni (hüzni) ziehen, tjjm: (tanü) zeuge. 

13. wird mit mittlerer zungenstellung und weit gebildet ; die 
lippenrundung ist dieselbe, wie beim 0; d. in gott. 

1 4. 0: ; die zungenstellung und die lippenrundung ist dieselbe 
wie beim 0, nur dass der lange laut eng gebildet wird ; vergl. d. 
in rof. In der vordem reihe entspricht ihm das <?;. 

Beispiele: 13. <?/'<■'/ (okos) vernünftig, /?/C' (sok) viel, A^r<^.v (torony) 
türm. — 14. o:m (öra) stunde, homop (hönap) monat, to: (to) teich, 
Jo: (so) salz. 

15. y. Dieser laut wird mit niedriger zungenstellung und weit 
gebildet; er ist zwar gerundet, die Öffnung der lippen ist aber grösser, 
als beim 0, und die lippen sind nur wenig vorgeschoben. In der 
vordem reihe finden wir keinen ihm entsprechenden gerundeten laut. 
Der engl, vokal in dog^ not wird ein wenig offener gebildet, als 
das ung. :\ 

16. ?: wird mit derselben zungenstellung und lippenrundung 
gebildet, wie das kurze 0. Dieser laut wird in der geschriebenen 
spräche nicht besonders bezeichnet und kommt, ebenso wie das e: , 
nur in solchen fällen vor, wo nach einem ? ein / oder ;- geschwunden 
ist ; im style soiitenu bleibt auch in diesen fällen das /, r stehen und 



Josef Balassa in Deüreczen. 



175 



das p ist kurz. Dialoktisch kommt das j: auch vor silbenauslautendcm 
/, r, j vor ; J-.lmJ (alma) apfcl, o:jto: (ajtö) thüre ; sonst : :>hn?, ?jto:. 

Beispiele : 1 5. ^dok (adok) ich gebe, olsik (alszikj er schläft, 
h.H (hat) sechs, h^io (haza) nach hause , torh (tarka) bunt. — 
16. viekh^-.t (meghalt) er ist gestorben, tovo: (taval) voriges jähr; im style 
soutenu : mek/vlt, tnol. 

r 7. a. Das a ist kein regelmässiger vokal der ung. spräche 
und kommt nur in einigen fremdwörtern, und auch in diesen nur 
in der ausspräche der gebildeten, vor. In der gemcinsprache wird 
es durch j oder a: ersetzt. 

18. a:^ wird mit niedriger zungenstellung und weit gebildet, 
ebenso wie ? und .': ; der unterschied zwischen :> und a: entsteht 
dadurch, dass beim letzteren die lippen stark geöffnet werden, so 
dass bei der bildung dieses vokals keine lippenrundung entsteht. 

Beispiele: \']. algebra o(S.(ix jlgebroo^ox adgehry (algcbra) algebra, 
batet oder botet (balletj ballett, akadeimb oder olzodewib (akademia) 
akademie, alpefetz oder ylpefeti oder adpefeti (alpesek) die alpen. — 
18. a:t (all) er steht, adoni (älom) träum, fa:rot: (färadt) müde, va:rna: 
er möchte ihn warten. 

Das System der ung. vokale gestaltet sich demnach folgendcr- 
massen : ' 








VORDERE. 


HINTERE. 




UNGE- 1 GE- 
RUNDET. 1 RUNDET. 

1 


UNGE- GE- 
RUNDET. RUNDET. 

1 


Hohe 
Zungenstellung. 


eng 


i : 


y : 




u : 


weit 


' 


y 


ii 


Mittlere 
Zungenstellung. 


eng 


e: \ 0: : 


: 


weit 


' i ^^ - 





Niedrige 
Zungenstellung. 


eng 










weit 


. [e :] 


[a] a : 


.[.:] 



' Die vokale, die in 
bei den gebildeten vor. 



stellen, koniuien entweder mir dialektiscli odei' nur 



174 Kurze Darstellung des ungarischen lautsvstems. I. 

C. Diphthonge. 

Die ung. spräche kennt nur die mit /, resp. j zusammenge- 
setzten diphthonge ; diese entstehen dadurch, dass dasy, wenn es im 
silbenauslaute steht, immer als ein gleitlaut des / gesprochen wird 
und mit dem vorhergehenden vokal einen diphthong bildet. So ent- 
stehen folgende diphthonge : 

ij und i:j ; z. b. sijti:?k oder s'r.jivk (szijnak) dem riemen. 

e:j ; z. b. e:jbtn (ejben) in der nacht. 

BJ ; z. b. fhjtek (sejtek) ich ahne, hjbt (tejbe) in die milch. 

yj und y:j ; z. b. }yjtc:J oder }y:jte:f (gyüjtes) Sammlung. 

uj und u:j ; z. b. Mijtok oder suijiok (nyujtok) ich reiche, iijr:> 
oder u:Jr:> (ujra) noch einmal. 

oj, z. b. fojh7ii (fojtanij würgen. 

oj, z. b. ojto: (ajtö) thüre, hojt (hajt) er treibt; dial. o:j : o:jto:, 
hy.jt. Vergl. engl. boy. 

a:j; z. b. saijbo (szäjba) in den mund ; vergl. d. €7- verzeiht. 

Die gemeinsprache kennt nur diese diphthonge, aber in ein- 
zelnen dialekten kommen auch viele andere vor. 

II. Konsonanten. 

A. l'^er schlusslaute. 

Die ung. spräche unterscheidet sehr streng die stimmhaften 
und die stimmlosen konsonanten von einander ; die stimmlosen ver- 
schlusslaute werden immer rein ohne aspiration gebildet. 

19. — 20. b und /. Beide werden bilabial gebildet; b ist 
stimmhaft und / stimmlos und beide sind mit dem deutschen, engl, 
oder franz. b und / identisch. 

Beispiele: 19. beir (bor) leder, /W^ä?^ (boldog) glücklich, obhk 
(ablak) fenster, rob (rab) gefangener, fsb (seb) wunde. — 20. per 
(pör) zank, por (por) staub, p:)p (pap) pfafife, k.pt.im (kaptam) ich 
bekam, se:p (szep) schön, hp (lap) blatt. 

21 — 22. d und /. Beide werden mit der Zungenspitze zwischen 
den zahnreihen gebildet, sind also interdental; d wird stimmhaft, t 
stimmlos gebildet. 

Beispiele: 21. dobok (dobok) ich werfe, odok (adok) ich gebe, 



Josef Balassa in Deüreczen. 175 

odni (adni) geben, ibeui (ebed) mittagmahl, ktztd (kezed) deine hand 
— 22. toi: (toll) leder, tenni (tenni) thun, laitok (lätok) ich sehe, 
hot (hat) sechs. 

23 — 24. j und c. Bei der artikulation dieser laute wird der 
Zungenrücken zum mittleren teil des harten gaumens gepresst, dort 
wo das j artikulirt wird ; die Zungenspitze berührt dabei die untere 
zahnreihe. Die laute sind demnach keine mouillirte konsonanten, 
sondern einfache verschlusslaute ; das j ist stimmhaft, das c stimmlos. 

Beispiele: 2i.}omor (gyomor) magen, j^z/^f (gyönge) schwach, 
v:>}ok (vagyok) ich bin, vq (vagyj du bist, ne:} (negy) vier. — 24. 
ai:k (tyük) henne, kucy (kutya) hund, kaircy (kärtya) karte. 

25 — 26. g und k.. Beide laute werden mit der zungenwurzel 
gebildet ; die artikulationsstelle dieser beiden konsonanten befindet 
sich neben hintern vokalen mehr nach hinten, und zwar am weichen 
gaumen ; neben vordem vokalen werden sie dagegen mehr nach 
vorne, am hintersten teil des harten gaumens gebildet. 

Beispiele: 25. gond (gond) sorge, geiz (göz) dunst, vaigok 
(vägok) ich schneide, hijghr (tenger) meer, e:g (eg) himmel, a:g 
(äg) zweig. — 26. ka:r (kär) schaden, keir (ker) er bittet, 7kor 
(akar) er will, ke:k (kek) blau, fok (sok) viel. 

B. Reibelaute. 

27 — 28. V und _/. Beide werden labiodental gebildet; v ist 
stimmhaft, wie das d. w in wollen, f stimmlos, wie d. / in folgen. 

Beispiele: 27. vor&f {vörös) rot, 2'e:g {v6g) ende, /eev:/ (level) 
brief, ne:v (n^v) name, si:v (szi'v) herz. — 28. ftheir (feher) weiss, 
pl (fal) wand, hfs (kefe) bürste, hbife: (hetfö) montag. 

29 — 30. z und s. Beide laute werden mit dem mittleren teil 
des Zungenrückens an den alveolen gebildet ; z ist stimmhaft wie 
das d. s in lesen, s stimmlos, wie d. ss in wissen. 

Beispiele: 29. za:r (zär) verschluss, fssr (ezer) tausend, hozok 
ich bringe, ke:z (kez) hand, saiz (szäz) hundert. — 30. sod (szöl) er 
spricht, j-f^f/ (szeret) er liebt, hj so n {\\2i%zoVi) nutzen, fir/(eszes) klug, 
kc:s (kesz) fertig, sa:s (szdsz) sachse. 

31 — 32. ; und/. Beide laute werden mit dem obern teil der 
Zungenspitze (zungenblatt) hinter den alveolen gebildet; ; ist 



176 Kurze Darstellung des ungarischen lautsystems. I. 



stimmhaft wie das franz. j \w Joli, f stimmlos, wie das d. seh in 
schön. 

Beispiele: 31. -^a:k (zsäk) sack, ina:t^y (mäzsa) zentner, vsra:-:^ 
(varäzs) Zauber. — 32. fok (sok) viel, Jer (sör) hier, kf^firy: (keserii) 
bitter, hjfut (hasit) er schneidet, ?'.'_/" (vasj eisen. 

ZZ- 7' ^^'i''^ ^^t fi^n^ Zungenrücken am mittleren teil des 
harten gaumens gebildet und ist stimmhaft, wie das d. j in jähr. 
Dieser laut kommt nur im silbenanlaute vor, im silbenauslaute wird 
es durch den gleitlaut des i ersetzt (vergl. diphthonge.) 

Beispiele: 33. ja:r (jär) er geht, je:g (jeg) eis, hjo: (hajo) 
schiff, ijiti (ilyen) solcher. 

34. h. Das ung. h wird im kehlkopf durch Verengung der 
Stimmritze hervorgebracht, wie das d. // in haus. Dieser laut 
kommt im ung. nur im silbenanlaute vor ; geschrieben finden wir 
// auch im silbenauslaute einiger fremdwörtcr, aber gesprochen wird 
es nie in solcher Stellung ; z. b. plc: (pleh) blech. 

Beispiele : 34. ha:z (häz) haus, ho: (hö) schnee, hairo/fi (härom) 
drei, fohj (soha) nie, plht (alhat) er kann schlafen. 

C. Nasenlaute. 

Die nasenlaute der ung. spräche werden immer stimmhaft 
gebildet, die stimmlose bildung dieser laute ist der ung. ausspräche 
ganz fremd. 

35. m wird bilabial gebildet, wie das d. m m ?nond. 

36. // wird interdental gebildet, ebenso wie die ä-, /-laute der 
ung. Sprache ; vcrgl. d. ;/ in nie. 

37. -V wird an derselben stelle gebildet, wie das y, j und e, 
und ist, ebenso wie diese, kein mouillirtcr laut. 

38. // wird, ebenso wie das g und /' nach hintern vokalen 
am weichen gaumen, nach vordem vokalen am aussersten teile des 
harten gaumens gebildet. Im ung. kommt dieser laut nur vor einem 
g oder k vor, und in der schrift wird er immer mit n bezeichnet. 

Beispiele: 35. wp (ma) heute, wz (mi) wir, //.?///// (hamu) asche, 
sevi (szem) äuge, ke-.rem (kerem) ich bitte. — 36. /;r:j (neg)') vier, 
ncimit (nemet) deutsch, hozni (hozni) bringen, von (van) es ist, 
hi-tVfrn (hetven) siebzig. — 37. .v//:/ (nyül) hase, A>/f' (nyelv) spräche, 
o.\'y (anya) mutter, segeiN (szegeny) arm, }ui:n (häny) wie viel. — 



Josef Balassa ix Debreczen. 177 

38. hoi'g (li'ing) stimme, e>>gcm (engem; mich, adui^k (ällunki wir 
stehen. 

D. Die l- unJ r-lante. 

Die /- und r-laiitc werden in der ung. s[)rache in j(>der stelhmg 
stimmhaft gebildet. 

39. / wird mit der Zungenspitze hinter den alveolen gebildet; 
\'erg. d. /in leben. 

Beispiele: 39. le-.lek (lelek) seele, la:t (Idtj er sieht, nulom 
imalom) mühle, la:tl.ik (lätlak) ich sehe dich, e:l (el) er lebt, ta:l 
(tal) Schüssel. 

40. /.. Dieser laut kommt heute nur in den palöcz-dialekten 
vor, und wird mit dem zungenrücken am mittleren teil des harten 
gaumens gebildet, wie das j, c und n. In den übrigen dialektcn 
wird statt /. (ly) entweder / oder j gesprochen, und zwar westlich 
der Donau wurde aus dem l. immer ein /, während im östlichen 
teile Ungarns derselbe laut heute als j gesprochen wird. Der 
grössere teil der ungarisch sprechenden ersetzt heute das ly durch 
ein j, eben darum bezeichne ich diesen laut in den textproben 
immer mit j. 

Beispiele : hik oder luk oder juk (lyukj loch, ikui oder ilhn 
oder 7/V« (ilyen) solcher, foXo: oder folo: oder fojo: (folyöj Huss, 
me-.'L oder vieü oder me:j (mely) tief. 

41. r. Das ung. r wird grösstenteils mit der Zungenspitze ge- 
bildet, und zwar ebenso wie das /, postalvcolar. Bei einzelnen in- 
dividuen kommt auch das zäpfchen-r vor. 

Beispiele : 41. rulv (ruha) kleid, ro:2^j (rozsa) rose, Jorjg (harag; 
zorn, sairjz (szaraz) trocken, va:r (vär) er wartet, ke:r (ker) er 
bittet. 

E. Konsonanten-diphthonge. 

42 — 43. dz und ts. Diese laute bestehen aus einem alveolar 
gebildeten d, t, nach welchem ein z, resp. j- folgt. Diese diphthonge 
sind demnacli affrikaten, da nach einem verschlusslaute der der artiku- 
kulationsstelle nach ihm entsprechende reibelaut folgt. 

Beispiele: 42. imddzjg (madzag) bindfaden, /f-^fr^.vÄfe//^ (teker- 
ödzikj es dreht sich. — 43. tshm (czi'm) titel, tsf-pil (czepelj er 
schleppt, itsirt (eczet) essig, Jvrts (harcz) kämpf. 

Pi.oiietische Studien. \'l. 12 



lyS Kurze Darstellung des ungarischen lautsystems. I. 

44 — 45. dz. und if. Diese laute sind auch affrikaten ; sie be- 
stehen aus einem postalveolar gebildeten d, t nach welchem ein - 
resp. / folgt. 

Beispiele : 44. dyd.i (dsida^ pikf"? hi:nd-^:> (ländsai lanze, botid\.^ 
(bandsa) schielend. — 45. tßk (csak) nur, t/ilhg (csillag) stern, 
kit/i (kicsij klein, kiiitf fkincs) schätz, nintf (nincs; es ist nicht. 

Diese diphthonge werden in der ung. lautlehre gewöhnlich 
als einfache laute behandelt, da die dauer derselben mit der der 
einfachen konsonanten übereinstimmt ; sie können auch lang ge- 
bildet werden , der diphthong dz kommt sogar nur lang vor. Ihrer 
artikulation nach sind sie aber wahre diphthonge. 

SYSTEM DER UNGARISCHEN KONSONANTEN: 



1 


I VERSCHLUSS- 

II LAUTE. 


REIBELAUTE. 

i 


NASEN- 
LAUTE 

L 


/und;- 

LAUTE 


i i 

II ^ i "^ 


In 


STIMMLOS. 


STIMMHAFT. 


STIMMHAFT. 




II 

Lippenlaute b 


1 


1 
1 

V 

i 




m 


Zungenlaute. 


Lippenzahnlaute 11 


\' 


il 


1 M 

interdentale d 
Zungen- 
spitze i i 
i postalveolare. 


/ 


' 




;/ 




1 


1 






/, r 


Zungen- " . . ^ r "/-, 
blatt postalveolare. \dz\ \tj\ 


-> 


/ 




[^ 


alveolare \iiz\ 
zungen- 

rücken 

i palatale j 


[/.] 


^ 


1 
S 


c 


J 


N 


Zungen- i 

Wurzel ^«^^'■^- 1 S ^ 

1 1 1 1 




« 


V 






Kehlkopflautc !! ' 




h i 


1 





JosEK Bai-assa in Dekreczf.n. 179 

III. Dauer der sprachlaute. 

Im uiig. k()niien die vokale sowohl, wie die konsonanten lang 
artikuJirt werden. Wir haben gesehen, dass die langen vokale eng, 
die kurzen dagegen weit gebildet werden , nur die mit niedriger 
Zungenstellung gebildeten langen vokale sind weit. Die zwei langen 
vokalem: und.': sind in einer neuern Sprachperiode entstanden, und 
die litteratursprache kennt diese laute gar nicht; die kurzen vokale 
r und .' haben demnach keinen entsprechenden langen vokal, ebenso 
wie dem a : kein kurzer vokal entspricht. In der flexion und in 
der wortbilcking treten dem kurzen f und;» die vokale <': und«-: als 
entsprechende lange entgegen; z. b. sem? (szeme) sein augc, akk. 
seme:t (szemet) ; ß (fa) bäum, plur. fa:k (fdk). 

Wir haben schon erwähnt, dass- im ung. jeder konsonant lang 
gebildet werden kann. Diese langen konsonanten kommen nur im 
silbenauslaute, meistens nur am ende des Wortes vor; gewöhnlich 
nur nach kurzen, in einigen fallen aber auch nach langen vokalen. 
Wenn wir einen langen konsonanten bilden wollen , müssen wir 
unsere sprachwerkzeuge während der dauer zweier kurzer laute in 
derselben Stellung halten. Die reil)e-, nasen- und /-, r-laute tönen, 
so lange die entsprechende enge, resp. verschluss im munde aufrecht 
erhalten wird. Der mittlere teil der verschlusslaute ist stumm; bilden 
wir also einen langen verschlusslaut, so dauert nur die pause doppelt 
so lange, als bei einem kurzen laute. Bei den konsonantendiph- 
thongen wird nur der erste teil, der verschlusslaut, lang gebildet. 

Die ung. Orthographie bezeichnet die langen konsonanten da- 
durch, dass derselbe buchstabe zweimal gesetzt wird (z. b. gg) ; bei 
den mit zwei buchstaben bezeichneten konsonanten wird gewöhnlich 
nur der erste buchstabe zweimal geschrieben (ssz^ nny). Oft setzt 
die ung. Orthographie auch dann zwei konsonanten, wenn diese nur 
durch die etymologie gerechtfertigt sind, in der heutigen ausspräche 
aber nur ein kurzer konsonant gesprochen wird. 

Beispiele. Verschlusslaute : job: (jobb) besser, tfep: (csepp) tropfen, 
tcd: (tedd) thue^es, it: (itt) hier, ey. (egy) ein, :>g: (agg) greis. — 
Reibelaute : ne:z: (ndzz) siehe, ros: (rossz) schlecht, hrf-f: (keress) 
suche, uj: (ujjj ärmel. — Nasenlaute : kyn: (künnj draussen, kes: (könny) 
thräne, ttic.\: (menj) gehe. — / und r laute: h?l: (hall) er hört, vor: 
(varr) sie näht. — Konsonanten-dijjhthonge: fogo:d:z (fogodz) halte 
dich, ni.v?t:s (maradsz) du bleibst, ot:/ (öccs) jüngerer brudcr. 

12* 



i8o Kurze uarsiellung des ungarischen lautsystems. I. 

Stehen die langen konsonanten zwischen zwei vokalen, so 
müssen wir sie als doppelkonsonanten auffassen, deren erster teil 
zur vorhergehenden, der zweite zur nachfolgenden silbe gehört. Das 
ende der silbe fällt also in die mitte der Zeitdauer, welche zur bildung 
des konsonanten verwendet wird. Diese doppelkonsonanten kommen 
im ung. noch viel häufiger vor, als die langen, und folgt nach einem, 
im wortauslaute stehenden, langen konsonanten im anlaute des nächsten 
Wortes ein vokal, so wird der zweite teil dieses langen konsonanten 
zum folgenden worte gesprochen ; aus dem langen konsonanten 
entsteht also ein doppelkonsonant , z. b. // ta:l fitt all) er steht 
hier. Zur bezeichnung der doppelkonsonanten setze ich dasselbe laut- 
zeichen zweimal. 

Beispiele: Verschlusslaute: jhbjn (abban) darin, kopp:>n (koppan) 
es knallt, k^zuidd (kezeddel) mit deiner hand, tettf- (tettej er that es, 
0^3 fadja) er gibt es, occ:) (atyjaj sein vater, s:)ggot (szaggat) er zer- 
reisst, jkkor (akkor) . dann. • — ■ Reibelaute: ne-.vvtl (nevvel) mit dem 
namen, hozz:) (hozzaj er bringt es, ym-ss^ (messze) entfernt, pora:yy>l 
(paräzzsal) mit der glut, h/J^ti (lassan) langsam, e-.jjbl (ejjel) nachts, 
ohhoz (ahhoz) dazu. — Nasenlaute: .sy///;//.'/ (szemmel), mit dem äuge, 
j'si?««.?/ (azonnal) gleich, :7.v.v/ (annyi; so viel. — /- und r-laute : Julhmi 
(hallomj ich höre es, iJXm od. Uhu od. ijjm (ilyenj solcher, vorrok 
(varrok) ich nähe. — Konsonanten-diphthonge: boddz:> (bodza) hol- 
lunder, kcütser (ketszerj zweimal, lottf:)n (loccsan) es platscht. 
[Svntlietisches, texte — im niichsten lieft.] 

Debreczcn (Ungarn). Josef Balassa. 



DAS GESPROCHENE WORT UND DAS GESCHRIEBENE WORT. 

Ein heitrag zur hcantuwtung der frage : Wie ist auf der tuit/elsinfe der Unterricht 
in den neueren fremdsfrachen zu betreihen ? 



EIN GEDANKE, IN WEJXHEM PLATO. GOETHE, HERDER UND 
RUDOLE HILDEHRAND SICH BEGEGNEN. 

Wenn eine reihe von männern, wie die vorstehend genannten, 
sich in einem gedanken begegnen , zu welchem der einzelne auf 
seinem eigenen wege gelangt ist, so verdient dieser gedanke sicher- 
lich, dass man ihm einmal näher tritt, und zwar dies um so mehr, 
wenn jeder dieser männer der betr. Überzeugung ein besonderes 
gewicht beilegt. 

Pl.\to vergleicht in seinem Phaidros , kap. 59 — 61, das ge- 
sprochene wort mit dem geschriebenen. Die ,,rede des wissenden" 
(das gesprochene wort) bezeichnet er als eine lebende und beseelte 
rede (Lcorru y.al ffc/'v/or), von der das geschriebene wort mit recht 
ein HddtXni' , ein abbild, genannt werden könne. Bei der weiteren 
ausführung wird das gesprochene wort , der Äo;'(\,', der eelde bruder 
(dörhfn^ yvi-<7in^-) des geschriebenen Wortes genannt, „7'iel besser ttnd 
krafti'olkr als dieses" (amivtov yai diturdW^oo^- roi rav). Somit wäre 
das gesprochene wort das e:lde kind des vaters, des gedankens; das 
geschriebene wort hingegen nur ein angenommenes kind desselben 
vaters, auf welches dieser beschränkte erbrechte übertragen hat, die 
ihm von natur nicht zustehen. 

Gegen ende des 10. buch es von Wahrlieit und dichtiing sagt 
CiOethe: ,,Der mensch ist eigentlich nur berufen, in der gegetiwart zu 
7c<irken. Schreiben ist ein niissbraitch der spräche, stille für sich lesen 



i82 Das gesprochene wokt und das geschriebene wort. 

ein trauriges Surrogat des gesprochenen Wortes''. — So wäre denn 
also nach Goethe das geschriebene wort hinsichtlich seiner Wirkung 
ein trauriges Surrogat des gesprochenen Wortes. — Wir begegnen 
demselben urteil bei Goethe noch einmal , nämlich im ersten licdc 
des West-östlic/ieti divan: 

Wie das wort so wichtig dort wai, 
Weil es ein gesprochen wort war; 

heisst es dort. — Es unterliegt keinem zweifei, dass nach dem durch 
reflexion und erfahrung geprüften urteile Goethes dem gesprochenen 
Worte eine kraft innewohnt, welche der des geschriebenen Wortes, 
des traurigen Surrogates, sehr weit überlegen ist. 

Man vergleiche hiermit , was Herder sagt in den Fragmenten 
i'iber die neuere deutsche Utteratur (dritte Sammlung, stück 6, anfang), 
wo er eingehende betrachtungen anstellt über das Verhältnis zwischen 
der ,^efnalte7i spräche in büchern'% in welchen der dichter „seine 
empßndtmgen aufs papier malen, sie durch einen kanal schwarzen softes 

hinströmeti, seine ganze lebendige seele in tote Buchstaben hin- 

?nalen solle'% und dem „wahren ausdrucke der empfindungen'-'-, oder, 
wie es weiter unten heisst, dem „?iaiürlichen ausdrucke der empfin- 
dungen''. „Daher"., so fährt er fort, ^,rithrt die tnacht der dichtkunst 
in Jenen rohen zciten, wo noch die seele des dichter s .... nicht schrieb., 
sondern sprach, tmd auch schreibend lebendige spräche tönete : in Jetten 
Zeiten, wo die seele des andern nicht las, sondern horte, und auch selbst 
im lesen zu sehen Jtnd zu hören ivusste, weil sie Jeder spur des ivahren 
und natürlichen ausdruckcs offen stand". 

In neuester zeit ist prof. Rudolf Hildei;rand (Leipzig; der 
mächtigste Vorkämpfer für das recht des gesprochenen wortes geworden : 
.,Die schwärzet! striche atif dem papier sind unsrer zeit das wesent- 
liche des 7c<ortes, das zeichen ist zur sache selbst ge7tiordefi , die schale 
gilt als der kern .... U/id das stainnd nur aus der schule" .... 
So lesen wir auf seite 44 in seinem buche : Vom deutschen sprach- 
tmterricht in der schule (verlag von Julius Klinkhardt, Leipzig imd 
Berlin. 3. aufläge, 1887;. Auf seitr 59 desselben Werkes finden wir: 
, , Das wort auf dem papier darf dem schülcr nur das kleid sein, .... 
aber der körpcr des wortes muss ihm der klang sein, wie er aus dem 
viunde in ohr und gemüt geht , ///// diesem seine seele , den lebendigen 
Inhalt mitzuteilen .... Wer die geschriebene}! buchstaben für das 



Prof. Ük. Hödueker in Steitln. 183 

ganze wort nhinnt, der inacht es wie der Schneider, der am manne nur 
das kleid sie/it'\ ^ 

Die hcrrschall des geschriebeiKMi woites l)edeiitet lür Hildebrand 
nicht etwa eine blosse Verkehrtheit unsrer zeit, eine gcschmacksver- 
irrung, sondern vielmehr ein grundübel, eine ernste gefahr, gegen 
die mit aller kraft angekämpft werden muss. „Das rasche aiigenlese??. 
hilft nehst anderti einßüssen der zeit unser gesundes denken zernageny 
an detn doch aller fortschritt hangt ^- alle rcttung aus den schweren ge- 
fahren unsrer zeit" (seite 45 des erwähnten biiches). 



IL 

WIK KRKI.ÄR'r SICH DIE ÜBERLKGENK KRAl-f DES 
(JESPROCHENEN WORTES? 

Das gesprochene wort ist mit dem gedankcn, dem es ausdruck 
gibt, untrennbar verbund(Mi. — ,, Sprache und gedanke sind untrenn- 
bar", sagt Mak Müller ( Vorlesungen über die Wissenschaft der spräche, 
(>rste Serie, seite 338). ,,IVörter ohne gedanken sind tote klänge, ge- 
danke?i ohne worte sind nichts. Denken ist ein lautloses sprechen, 
sprechen ein lautes denken. Das woi*t ist der ßeischgeivordene gedanke". 
— Unsre Vorstellungen setzen sich aus begriffen zusammen , die in 
den lautgebilden unsrer muttersprache niedergelegt sind. Diese laut- 
gebilde und ihr geistiger inhalt bilden für uns , die denkenden und 
sprechenden, eine unbewusste einheit ; gedanke und wort, empfindung 
und ausdruck verhalten sich zu einander, um mit Herder zu sprechen, 
,,wie Piatons seele zum körper". CJeben wir nun unsren Vorstellungen 
ausdruck, so geschieht dies unwillkürlich, ohne absieht und reflexion, 
in den mit unsern Vorstellungen unbewusst identischen lautgebilden, 
weshalb Max Müller recht hat, wenn er behauptet : ..Ohne Vernunft 
keine Sprache, ohne spräche keine 7'ernunft" (2. serie, 2. Vorlesung); 
und weiterhin : ,,Es ist, streng genommen, ebenso unmöglich, worte ohne 
gedanken zu gebrauchen, als ohne 7ciorte zu denken". 

Der redende nun öffnet die pforten seiner seele , um deren 
inhalt mitzuteilen. Es geht von der thätigen seele ein ström aus, 
der sich unvermittelt auf die empfangende seele fortpflanzt, weshalb 
denn auch \V. v. Humboldt mit recht die spraclie eine inoyfi't 
nennen kann. Die laute des redenden rufen ebenso unmittelbar ihre 
Vorstellungen in der seele des hörenden wach, wie die Vorstellungen 



184 Das gksprochene wort und das geschriebene wort. 

des erstcrcn sich unmittelbar in seine werte umgesetzt haben. Der 
auf den hörcr ungehemmt einwirkende ?trom nimmt unwillkürlich 
dessen geistige teilnähme in anspruch , er reisst ihn mit sich fort. 
Es bedarf einer anstrengung , wenn er sich dieser fortreissenden 
gewalt entziehen will. 

Hieraus erkLärt sich die überlegene kraft des gesprochenen 
Wortes. 

Auf diese kraft verzichten wir, wenn wir an die stelle des 
lebendigen Wortes sein totes abbild setzen. Jetzt führt der weg von 
der gebenden seele zu der empfangenden durch die kalten zeichen 
der schriftform. Aus der leblosen form, die der intellekt zu deuten 
hat , soll der Icser den geistigen inhalt , der ihm dargeboten wird, 
herausnehmen. Die schwarzen zeichen haben sich als trennende 
schranke zwischen seele und seele gelegt. 

Freilich, je öfter der weg zurückgelegt ist über die schriftfrom 
zu dem geistigen inhalte, dessen }-i'difiAni'^ dessen abbild sie ist, um 
so leichter wird er werden. Aber wie matt, wie farblos erscheint 
der gedanke vor dem geistigen äuge des lesenden] Welcher an- 
spannung aller geisteskräfte bedarf es , welcher Willensstärke , wenn 
der leser beim lesen den redner hören^ und nicht nur h'örcn^ sondern 
auch sehen willl wenn er aus den „sprechenden zügen" desselben 
das interesse erkennen und herausfühlen will, das er selbst an dem 
gegenstände seiner rede nimmt ; wenn er aus dem klänge der stimme, 
aus der betonung der worte , aus der inneren wärme , mit der er 
spricht, den wert empfinden will, den für den redner selbst der mit- 
geteilte gedanke, diese Offenbarung des inhaltes seiner seele, hat. — 
Und doch' beruht grade auf dieser kraftvollen inneren teilnähme die 
Wirkung der worte. 

So erklärt es sich , dass die gehörte rede mit verstand und 
gemüt kräftiger erfasst wird, und auch im gedächtnisse einen tieferen, 
bleibenderen eindruck zurücklässt, als die gelesene rede. Auch Goethes 
ausspruch: ^^Schreibcn ist ein missbrauc/i der spräche'-'- wird uns jetzt 
verständlich. 

Nun ist es ja nicht zu bezweifeln, dass wir im neusprachlichen 
Unterricht die kraft des gesprochenen Wortes am wenigsten ent- 
behren können. 

Wir wollen, dass der schüler die lautform sicher und genau 
erfasse und wiedergebe , dass sich mit dieser lautform der begriff" 



Pkor. Dr. Böddeker in Sikitin. 185 

innigst verbinde, und dass diese Verbindung mciglichst leicht, natür- 
lich, unmittelbar, vor sich gehe. Das alles lässt sich nur mit hülfe 
des gesprochenen und gehörten wortes erreichen. 

Wir wollen, dass der schüler die fremde spräche sprechen lerne. 
Wer nicht sprechen hört, kann nicht sprechen lernen ; nur auf dem 
wege durch das ohr kann die zunge gelöst werden, — man denke 
an den taubstummen. Wer nicht durch die vermittelung des ohres 
sprechen gelernt hat, der wird nicht im stände sein, die fremden 
laute zum spontanen ausdrucke seiner gedanken zu machen , auch 
nicht für das beschränkteste gebiet. Sein sog. sprechen wird in der 
that ein übersetzen sein. 

Wir wollen, dass die tüchtigen männer, die herrlichen thaten, 
die edlen gesinnungen , welche wir im Unterricht den schülcrn vor- 
führen, in diesen edles denken anregen, sie die herrlichkeit schöner 
thaten empfinden lassen, liebe zu gott , zum vaterlande, zu allem 
guten, schönen, grossen in ihnen erwecken, sie selbst zu tüchtigen 
Charakteren erziehen. Das allerwirksamste mittel zur erreichung dieses 
Zweckes lassen wir unbenutzt bei scite liegen, wenn wir uns nicht 
der kraft bedienen, die dem gesprochenen worte innewohnt. 

Bis in die neueste zeit hinein war nun in allen sprachlichen 
disziplinen auf allen stufen des Unterrichts das geschriebene wort 
allein massgebend. „Öffnet die bücher", war das losungswort zu 
anfang jeder Unterrichtsstunde, und kündete der erlösende schlag der 
uhr das ende derselben an , so wurden die bücher geschlossen. — 
Und worauf man abzielte, was man als endziel beständig vor äugen 
hatte, das war in der hauptsachc wiederum das geschriebene wort, 
das extemporale. 

Für den Unterricht in den neueren sprachen ist von vielen 
Seiten die umkehr auf den richtigen weg kräftigst und erfolgreich 
betrieben worden. Die Überzeugung, dass ein wandel nötig sei, hat 
sich weiter kreise bemächtigt, und von oben herab ist nunmehr der 
befehl ergangen, dass keine Unterrichtsstunde ohne Übung im münd- 
lichen gebrauche der spräche hingehen soll. 

Liest man in den Lehrplänen und Icfiraitfgaben die bestimmungen, 
welche das sprechen betreffen, so kann man sich des eindrucks nicht 
erwehren, als ob sie mit einer gewissen zagliaftigkeit abgefasst seien. 
), Erste versuche im sprechen in jeder stunde", heisst es in den an- 
weisungen für den betrieb des französischen bczw. englischen unter- 



i8ö Das gesprochexe wort und das geschrikbene wukt. 

richts im crst<Mi unterrichtsjahrc. Wer einmal mit lust und kraft 
den anfangsunterricht auf der grundlage des gesprochenen Wortes 
ein jähr lang erteilt hat , der weiss, dass er seine Schüler zu einer 
recht hübschen fertigkeit im verstehen und sprechen auf einem, wenn 
auch begrenzten , so doch keineswegs sehr engen gebiete gebracht 
hat; dass alles erreichte wesentlich durch die thätigkeit im unter- 
richte selbst erreicht worden ist ; dass dabei die sichere herrschaft 
über die formen, die grammatischen gesetze, den Wortschatz — auch 
hinsichtlich der schriftform — keineswegs vernachlässigt worden ist. 
Im gegenteil I — Und welche lebendige frische zeigte dieser Unter- 
richt, mit welcher freudigkeit nahm jeder schüler teil ! — Es scheint 
eben nicht, als ob die Überzeugung von der kraft des gesprochenen 
Wortes, welche für die erreichung der höchsten ziele der schule — 
allseitige tüchtige ausbildung der geistigen und sittlichen anlagen der 
Jugend zu gleicher zeit — durch nichts zu ersetzen ist , die mass- 
gebende veranlassung zu den neuen Vorschriften gewesen sei. Der 
weg, auf dem der schüler in die spräche eingeführt wird , soll ein 
bequemerer sein; grössere gewandtheit im gebrauche der spräche soll 
f^rreicht werden. Das sind ja gedankcn, denen man seine Zustim- 
mung nicht versagen kann ; aber den kern der sache, um die es sich 
in dem kämpfe zwischen dem geschriebenen worte und dem ge- 
sprochenen Worte handelt, lässt man dabei gänzlich unberücksichtigt. 
Auch sind die gegner der neuen richtung , wie die erfahrung lehrt, 
durch den hinweis auf die berechtigung dieser bestrebungen nicht 
von ihrem Vorurteile abzubringen. ,,Die ausbildung der geistigen 
vermögen, die formale bildung", so sagen sie, ,,ist das allernot- 
wendigste; sie muss die vornehmste aufgäbe der 'schule bleiben. 
Wer Verwendung für ein praktisches können hat, der möge sich die 
erwünsclite fertigkeit nach der Schulzeit oder nebenher aneignen, in- 
dem vr sich von einer französin oder engländerin das plaudern über 
alltägliche dinge beibringen lässt". — Diese gegner sind nur zum 
schweigen zu bringen durch den beweis , dass dem gesprochenen 
worte eine, die geisteskräftc bildende und sittlich erziehende kraft 
innewohnt, auf welche die schwarzen zeichen des buches keinen an- 
spruch erheben dürfen. — Möchten denen, die auf dem alten Stand- 
punkte unentwegt feststehen, die worte eines Plato, eines Goethe, 
eines Herder zu denken geben I Möchten sie veranlassung nehmen, 
sich mit den gedanken eines Rudolf Hildebrand auseinanderzusetzen. 



Prok. Dr. Böddeker ix Stktiin. 187 

Die bcschäftigung mit seinem buche Vom deutschen Sprachunterrichte 
wird ihnen genussreiche stunden gewähren. 

Eine gewisse Fertigkeit im verstehen und sprechen der iremd- 
sprache, natürlich in grenzen, die in jedem augenblicke fest gezogen 
sind , gehört zu den aufgaben des anfangsuntcrrichts. Diese fertig- 
keit ist die unerlässliche bedingung dafür, dass der Unterricht seine 
hr)heren ziele ganz und voll erreichen , dass vor allem der Unter- 
richtsstoff seine ganze bildende und erziehende kraft an d(Mi jungen 
Seelen bewähren könne. 

Aber, so wird man mir entgegenhalten, haben wir denn nicht 
die Schüler an den geisteserzeugnissen vergangener Zeitalter zu bilden? 
an den werken von männern, die nicht mehr sind, deren Schöpfungen 
nur noch durch die vermittelung der toten zeichen der bücher zu- 
gänglich sindV Wie ist denn das wort des Schriftstellers, der gelesen 
werden soll, wieder zu beleben? Kann denn dieses wieder mit 
seiner ursprünglichen , kraft erfüllt werden? — Dass dies wünschens- 
wert sei, wird von jedem erfahrenen schulmanne zugestanden werden. 
Wer hätte nicht die beobachtung gemacht, auch bei begabten und 
strebsamen Schülern, wie wenig doch gar oft das geschriebene wort, 
selbst wenn es ein inhaltsschweres wort oder der ausdruck eines 
tiefen empfindens ist, zu der inneren persönlichkeit des schülers, zu 
seiner Überzeugung, zu seinem herzen spricht! 

III. 

WIK IST DAS ÜESCHRIEBKNE WORT WIEDER MIT SEINER 

ursprOngeu'hen kraet zu ERFÜLEEN^ 

Das wort des buches wieder mit ItMjendigcr kraft zu erfüllen 
ist möglich und nicht schwer. Der lehrer übernimmt (Ii(^ rolle des 
autors. In seinem munde gewinnen die Schilderungen, die erzählungen, 
die betrachtungen desselben . wieder ihre volle lebenskralt. Die 
Schüler lauschen den Worten des lehrers, wie er auf grund des ge- 
öffnet vor ihm liegenden buches ihnen vorträgt. Fragen beleben 
den vertrag, fesseln die iimere teilnähme und lenken die aufmerk- 
samkeit auf das besonders wichtige. So dient das gesprochene wort 
dem unmittelbaren geistigen verkehr zwischen dem redenden und 
s(>inen zuhörern. Was der lehrer sagt, wird von dem schüler, d(T 
mit gespannler erwartung alle seine geisteskräfte zum festen ergreifen 



i88 Das gesprochene wort und das geschriebene wort. 

des dargebotenen bereit hält, freudig entgegengenommen. Der lehrer 
bemüht sich, durch anschaulichen vertrag das geistige äuge des schülers 
scheti zu lasse/i , was seine worte besagen; das innere empfinden des 
Schülers teilnehmen zu lassen an den Vorgängen, von denen er spricht. 
Bietet einmal der ausdruck, den der schriftsteiler gewählt hat, einige 
Schwierigkeit, so gibt der vortragende den gedanken zunächst in 
einer, dem Verständnisse des schülers zugänglicheren foim, und lässt 
ihn hernach auch aus den Worten des autors denselben gedanken 
herausnehmen. Er ist jedem hülfreich zur hand. Das den Schülern 
bis dahin unbekannte oder ihnen entfallene wort erfüllt er mit einem 
lebhaft angeschauten inhalt, womöglich durch anlehnung an bekannte 
Verwendungen des betreffenden Stammes. So verbinden sich innigst 
bei den hörern inhalt und form; mit der klaren Vorstellung, mit dem 
Jcb/uifteti empfinden verbindet sich der laut als etwas zugehöriges. 

Erfordert die aufgäbe, den fremdsprachlichen schriftsteiler un- 
mittelbar zum ohre des schülers reden zu lassen, anfangs geduld und 
freundliches entgegenkommen von seilen des lehrenden , so werden 
ihn nach kurzer zeit die fortschritte der Schüler im schnellen auf- 
fassen des lautlich dargebotenen überraschen. Alle aneignung, des 
Stoffes wie der form, geschieht gar bald leicht und schnell ; stoff und 
form ZV er den lebhaft erfasst und kräftig festgehalten. Ich spreche 
aus langjähriger erfahrung : Der lehrer wird am ende eines halb- 
jahres imstande sein, sich in der fremdsprache mit seinen Schülern 
über alle Vorgänge zu unterhalten , die der Unterricht ihnen nahe 
gebracht hat; über alles werden sie lebhaft berichten können, alles 
ist frisch gegenwärtig. — - Wie bald sind in der regel die gedanken, 
die Schilderungen , welche der schüler in dem französischen oder 
englischen buche gelesen hat, aus seinem gedächtnisse geschwunden! 

So reden die bücher lebendige spräche. Die 7vorte des autors, 
ilessen mund erkaltet ist, üben in den Jungen Seelen ihre volle Zauber- 
kraft aus. 

Und welch ein lebendiger geistiger verkehr ist dieser jugend- 
unterricht ! Da ist nirgends mattigkeit, nirgends Zerstreutheit. Jeder 
Schüler hat interesse und freudc an dem dargebotenen ; er ist froh 
des innigen Verkehrs mit dem lehrer, der ihm persönlich nahe tritt 
und dadurch ganz von selbst einen sittlich erziehenden einfluss auf 
ihn gewinnt. Er freut sich auch, dass er den lehrer versteht, wenn 
dieser in den lauten einer fremden spräche zu ihm redet, dass er 



Prof. Dr. Bödueker in SiKniN. 189 

auf seine fragen antworten , dass er das , was er gehört liat, selbst 
wieder hervorbringen kann. 

Wu' werden fer7icr, und das ist von ganz hervorragender be- 
deutung, die kr äffe des jugendlichen geistes auf diesem wege geschult l 
Sind sie doch alle thätig in dem regen Wechsel verkehr zvvischen deni 
erfahrenen lehrer und der wissbegierigen Jugend, schlummert doch 
nicht einel 

Dem Schüler, der auf diesem wege an der hand eines tüchtigen 
führers weiter schreitet, ist die grammatik nicht mehr eine Sammlung 
von wunderlichen formen und seltsamen regeln, die im rechten augen- 
blicke anzuwenden eine wahre seelenpein ist. Jetzt liat sich ihm 
das rechte Verständnis für die wunderbare gesetzmässigkeit in den) 
bau der spräche eröffnet , vermöge deren der engländer, bezw. der 
franzose seinen gedanken einen so klaren, so fasslichen, so treffen- 
den ausdruck geben kann. Diese gesetzmässigkeit wird für den 
Schüler um so fesselnder, je tiefer er in dieselbe durch eigene beob- 
achtung hineindringt: je mehr er von dem lebendigen geistc ver- 
spürt, der darin herrscht. 

Es bedarf kaum besonderer erwähnung, dass mit der geschilderten 
thätigkeit in der klasse nicht alles gethan ist. Was das ohr des 
Schülers vernommen hat, das muss in der schriftform zu hause an 
seinem äuge vorübergehen. Die schriftform muss scharf angesehen 
werden (der schüler ist vom lehrer auf das beachtenswerte bereits 
aufmerksam gemacht worden), und dass dies geschehen ist, muss 
kontrollirt werden. Nachdem der gegenständ des lesestückes, welches 
die klasse in der letztvergangenen Unterrichtsstunde beschäftigte, durch 
frage und antwort , sowie durch mündliche zusammenhängende re- 
produktion von seiten der schüler dem geistigen äuge aller in klaren 
umrissen und lebhaften färben wieder nahegerückt ist, wird auch der 
text des buches in gutes deutsch übertragen. Doch das ist Ja selbst- 
verständlich. — Aber alle diese Übungen , so unerlässlich sie auch 
sind, sie sind ihrem bildenden werte nach Übungen zweiten grades. 
Dc}- erste platz gebührt dem gesprochenen worte. 

Man darf vielleicht behaupten , dass niemand die quellen 
echter bildung tiefer durchforscht hat als unser Goethe; sicherlich 
hat niemand tiefer empfunden, was wahre bildung wert ist. — Goethe 
sagt nun einmal: ,,Jede bildung ist verfehlt, die nicht auf dem wege 
selbst beglückt". Hier haben wir einen solchen beglückenden bildungs- 



iQO Das gesprochene wort und das geschriebene wort. 

weg. Es ist erstaunlich, mit welcher freudigkeit jede gencration vom 
ersten bis zum letzten dem lehrer auf diesem wege folgt. — Geben 
wir dem schüler, der auf diesem wege an der hand des lehrcrs dahin- 
geführt worden ist , in der prima getrost das buch in die hand : 
jetzt spricht auch dieses zu ihm lebendige spräche. Und damit ist 
viel, sehr viel gewonnen. 

Die Überzeugung, für welche ich in vorstehendem eine lanzc 
breche, ist mir selbst im laufe der jähre immer wertvoller geworden. 

Das gesprochene wort muss die seele alles Unterrichts werden. 
Das gesprochene wort als vermittler echter bildung beschenkt die 
Jugend mit dem edelsten, was wir ihr auf den lebensweg mitgeben 
können : mit klarem denken, mit tiefem empfinden, mit selbständigem 
wollen. Das gesprochene 7c>ort erzieht die jugend zu geistiger Selb- 
ständigkeit und sittlicher freiheit. 

Stettin. K. Böddeker. 



R E Z K N S I () N E N. 



Kakl BoKINSKI, Gntiidz'uge des Systems der artikitürfen phonelik. Vaw revisiuii 
der prinzipiell <ler Sprachwissenschaft. Stuttgart, (iöschen'seiie veriagsliandliini:. 
1891. XI n. 66. s. 8° (davon s, ;-!y— 66 annierkungcn). Pr. m. l,.'i(). 

Das vorliegende heft gibt im wesentliciien einen vertrag des vf. wieder, 
den dersell)e iiii fi'üiijahr l8yi vor fier Vereinigung der sprachvergleiciienden und 
germaniscli-ronianischen Sektion des 41. philologentages in Münclien gehalten liat. 
Es handelt sich hier um eine ankündigung grosser i)uldikationcn üher die crgeb- 
nisse „einer fünfjährigen angestrengten und konzeiitrirten thiitigkeit, deren resul- 
tate, soweit sie die psychologischen und erkenntnistheoretischen Voruntersuchungen, 
sowie das zunächst sich voidagernrle breite musikalische ten-ain (einschliesslich 
der allgemeinen dynamischen und metrischen partien) betreffen, abgeschlossen" 
dem vf. vorliegen. Es sei uns gestattet, über das kleine schriftschen von nur 
;i8 Seiten text ausführlich zu sprechen, weil der vt'. glaubt, nicht nur die spezielle 
theorie und svstematik der nuisik und dei' phonetik (im engeren sinne), sondei'n 
die gesamte sjuachwissenschaft refoiiuiren und „endlich" auf die richtige grund- 
lage stellen zu können. Er ti-itt dabei mit einer recht reichlichen portion von 
selbstbewusstsein auf (p. VI u. ö. spricht er von den „rauhen und mitunter steilen 
pfaden, die ich mir gebahnt" u. dergl. m.), aber die zweifellos grosse belesenheit 
des vf.. die fieiheit , mit der er über so manchen näheren oder feineren fach- 
genossen, über alle möglichen wissenschaftlichen probleme seine oft recht apo- 
diktischen mleile lallt, zwingt uns, auch ihm etwas genau auf die lingei' zu sehen. 
A\'er die ])rinzii)ien der Sprachwissenschaft revidiren, d. h. reformiien will, damit 
sie nicht „in den geleisen einer zufälligen anti<iuit;itenwissenschaft behari'e", der 
nniss sich selbst eine revision gefallen lassen, die wii- vornehmen wollen, auf die 
gefahr hin. vielleicht nicht für einen jener „selbständig forschenden, die überblick 
and gestaltungsurteil besitzen", gehalten zu werden, denen der verf. ein richtiges 
urteil über seine arbeit zutraut. 

In der that ist es nicht leicht, sich ein solches zu bilden, denn nur zu 
oft bleibt uns der vf. die beweise für seine ansichten schuldig, unter hinweis 
auf seine ausführlichen, uns noch nicht vorliegenden Untersuchungen, und seine 
au.sdrucksweise hat oft etwas ])hilosophisch (imi nicht zu sagen sophistisch) 
schwülstiges, das nicht zum leichten Verständnis rier. wie alle prinzipienfragen. 



192 Rezensionen. 

ijft veiwickL-ltcii Liiiil \\eittray;eiiilcii unteisucluingen bfitiagt. Eine vom vf. voraii- 
geschickte iiihaltsüljersiclit war ileshalli in dt-r tliat, trotz <lei- kürze der arbeit, 
iiiclit i'iberflüssig. 

13. unterscheidet zwei grosse gebiete phonetischei' Systematik, das der me- 
lisciien pbonetik (miisik) und das der artikulirten phonetik (spräche), deren zweites 
<lei- gegenständ der vorliegenden untei-suchung ist. Beide gebiete sollen ..ursprüng- 
lich völlig oder mindestens nahezu eines gewesen sein, wie jetzt noch bei niedriger 
oder zmückgebliebener kultur". Das ist doch wohl zu viel gesagt; mag auch 
die dichtung (ein ibi'niell uml inhaltlich schöpferisches sprechen) vom gesang 
und der musik in ihren Ursprüngen nicht zu trennen sein, so gilt doch nicht 
dasselbe von der spräche im allgemeinen. Ich halte die verquickung von mu.si- 
kalischer und sprachlicher Untersuchung , trotz manchei" interessanten parallelen, 
tür verwerflicii , weil sie eben wegen des )iur tcihvcisen parallelismus zu ge- 
zwungenen luid halbwahren Schlüssen veiführt; und das. obwohl mir, aber nicht 
so dem verf., die singstimme und die sprachstimnie ebenso physiologisch dasselbe 
sind, wie die kritzelnde und die zeichnende oder malende band. So kann ich 
mich denn mit dem ungelieueru unifanQ:, den verf. dem begrift'e dei' phonetischen 
Wissenschaft gibt, nicht befreunden. 

Richtig ist es, dass die Sprachwissenschaft sich erst seit kurzem der phonetik 
zugewandt hat ; aber deshalb ,,die ganze geschichte der Sprachwissenschaft in dem 
ablaufenden Jahrhundert mit ihrem chaotischen hin- und heischwanken iinrl ihrem 
nicht abzuweisenden positiven rückhalt, ihren einzelnen glänzenden resultaten und 
ratlikalen Umschwüngen als eine einzige fortlaufende bciinriihigung philologiseher 
gemüter zu bezeichneir'. das geht nicht an. Für mich bietet die geschichte der 
Sprachwissenschaft in unseim Jahrhundert mit ihrem fast übereifiigen streben nach 
tiefer fundirung und gleichzeitig nach gründlichem ausbau bis in die äussersten 
spitzen . mit ihrer immer sorgsamer werdenden heranziehung und ausnutzung 
aller hilfsmittel und quellen, das sehr erfreuliche bild eines rastlosen fortschreitens 
zur vervollkonimnung — trotz kleiner rückschläge und verfehlter ausätze, die im 
einzelnen nicht zu leugnen sind. Ich glaube, dass es imr eines weiteren fort- 
schreitens und ausbauens bedarf, um die Sprachwissenschaft, auch ohne die vei- 
meintlichen reformideen B.s. der Vollendung zuzuführen. 

Über den artikulirten laut äussert sich B. folgendermassen : Sein Charakte- 
ristikum ist, dass er, in der auffassung der sich durch diese artikulation ver- 
ständigenden individuen. eine feste stufe einnimmt, deshalb ist es ein unsinn, von 
einem ,. inibestimmten vokak' (Lepsius' indistinct voivel-sonnd) zu sprechen. ' Die 
..cpialität der Stimmbewegung" ist, .,wie zunächst jede einwirkung auf unsre sinne, 
kontinuirlich und somit unbestimmbar, wie unbeslinmit. Dies aber ist arli- 
kiilad'on, dass zwecks einer bezeichnung diskretion in diese kontinuitäl hineinge- 
bracht und demgemäss wahrgenommen uml aufgefasst wird." Diese diskietion 
kann nach drei richtungen gehen; sie ist 1) gramtnatiseh , 'l) physiologisch , oder 
:{) physikalisch. Die granmiatische diskretion beruht auf der mit unieciit von den 
phonetikern zu sehr verachteten buchstabentheorie ; die grai)hische lixirung bietet 



* B. bat also den ausdruck Lepsius' vollständig missverstanden , obwohl 
ich liemselben nicht gerade das wort reden möchte. 



Rudolf Lenz. 193 

uns einen tr;i(litioncllen niederschlug der lautwirkung noch der aufl;issung des be- 
treffenden Volkes. Sie fragt nicht, wie die naturwissenschaftliclie la\itbetrachtung: 
was ist der laut und wie wird er? sondern: was hat man als einheitlichen laut 
aufgefasst? Dagegen ist die naturwissenschaftliche (phonetische, im gewöhnlichen 
sinne des Wortes) hetrachtung luwÄchsX. physiologisch ; diese konzentrirt sicii mit 
ausschliesslichkeit auf die Untersuchung der hervorbringungsart der laute. Es bot 
sich hier ein schier unerscliöpfliches feld der thats.ächlichkeit. der beobachteten 
lautdifTerenzirungen, aber dieses feld bot , nach B.s meinung, „weder aussieht, 
noch auch recht eigentlich einsieht"-. Wollte die lautphysiologie ihre aufgäbe 
..wirklich ernst nehmen", so musste sie die lautgruppen noch viel weiter ab- 
stufen und präzisiren und bis zur fi.xirung der physiognomik der stimme des indi- 
viduums, und in ihr zur bestinimung jeder flüchtigen Variante der laune oder des 
affekts, fortschreiten, wodurch sie sich von den eigentlichen aufgaben und inneren 
zielen der Sprachforschung immer meiir entfernt hätte. ' Die betrachtung artete 
bei der individuellen Verschiedenheit der artikulation, der auffassung und der be- 
urteilung in end- und zwecklose kontroversen aus ; also kurz und gut, die ..selbst- 
herrliche lautphysiologie" war, nach der meinung B.s, viel lärmen um nichts ! — 
eine zwecklose, für die Sprachwissenschaft belanglose Spielerei ! 

Der entgegengesetzte w'eg der naturwissenschaftlichen lautbetrachtnng, der 
physikalische, geht von der natur des vernommenen lautes aus und gipfelt in der 
akustischen analyse. ,,Hier stellte dieselbe Schwierigkeit, die bei der lautphysio- 
logie im objektiven liegt (in der unbegrenztheit der individuellen lautgestaltung). 
im subjektiven sich wieder ein : sie beruht in der Unbestimmtheit der individuellen 
lautapperzeption, in der letztlichen Unmöglichkeit einer absoluten lautfixirung für 
alle fälle". 

Dieser unterschied in den Schwierigkeiten der physiologischen und der 
akustischen methode ist entschieden falsch. Vielmehr liegt bei beiden eine ob- 
jektive' (die mannigfaltigkeit , ja Unendlichkeit der artikulirten laute) und eine 
sul)jektive Schwierigkeit vor, welch letztere ebenso gut in der mangelhaften be- 
obachtung des auges, wie in der des obres beruhen kann, und in beiden fällen 
können die fehler der perzeption durch fehler der apperzeption vergrösseit werden; 
wozu fieilich bei akustischen Wahrnehmungen die gefahr noch grösser sein mag 
als bei optischen. Am schlimmsten steht es in dieser hinsieht mit der beoh-- 
achtung des muskelgefühls, die ja bei der lautphysiologie eine grosse rolle spielt. 
— B.s bemerkungen (p. lO f.) über die ..höhe und tiefe der vokale" sind recht 
unbedeutend. Er scheidet nicht einmal zwischen dem eigenton des geflüsterten 
vokals und der klangfarbe des gesprochenen, sondern wirft beides durcheinander. 
Richtig i.st dagegen der hinweis auf die Wichtigkeit der klangfarbe für den vokal ; 
sie ist sein Charakteristikum — vmd das ist nicht wunderbar . wenn wir mit B. 
uns vergegenwärtigen . dass wohl die klangfarbe irgend eines einmal gehörten 
Instrumentes uns im gedächtnis bleibt, nicht aber die absolute tonhöhe des ver- 
nommenen tones. Dagegen ist z. b. für den musikalischen ton die tonhöhe. nicht 



• Allerdings ! deshalb war es sehr gut, dass die lautphysiologie ihre auf- 
gäbe nicht so ernst genommen hat. 

Phonetische Studien. VI. 13 



194 Rezensionen. 

aber die klangfoibe oder die intensität, das in erster linie massgebende. Unsere 
qualitative Schätzung des tones (d. h. beurteilung seiner klangfarhe) berulit, wie 
allgemein bekannt, auf der nicht zur besonderen appcrzeption gelangenden Wirkung 
<ler einzelnen mit dem grundton gleichzeitigen teiltöne; eine eigentümlichkeit 
dieser qualitativen Schätzung ist es nun (p. 14), ,,dass ihr im Verhältnisse zum 
Objekte eine teiidenz innewohnt, die auf ein bestimmtes moment der ])hysiologisch 
möglichen Unterscheidung, auf ein bestimmtes differenzmoment gerichtet ist", 
nämlich auf das mittel zwischen den möglichen extremen der quantitativen Unter- 
scheidung. Kben durch diese tendenzabweichungen gelangen wir zum aufstellen 
von qualitativen skalen. durch welche wir willkürlich die kontinuität der existi- 
renden oder doch die der möglichen laute schematisiren. Diese ,.hei-ausl)ildung 
des Schematismus der qualitativen momente" nennt B. p. 18 den ausgangsptmkt 
seiner metluidc. L~)er gedanke ist an und für sich richtig und fruchtbar — ob er 
aber Ijei 13. fruchtbar sein wird, bleibt noch abzuwarten. Mich überkommt ein 
leises giauen, wenn B. versichert, dass nur auf diese weise ,,den zwiespältigen 
äquivoken der lautgebung. die zwischen tönung und verschlusslaut in der mitte 
liegen ( ! ?) und daher (!) die besonderen Streitobjekte der phonetik geworden 
sind: aspiration. anusvära, mouillirung (!),' arabisch ain, digamma (!), systematisch 
beizukommen sein wird. Ich glaube auch ohne B.s forschungen über diese Streit- 
objekte so ziemlich im klaren zu sein. Und doch sagt B.. dass in dieser rich- 
tung .,nur zufällige ausätze" vorliegen, die er zu wüidigen wissen wird , ..ohne 
die blind tappende einseitigkeit der von erkenntnis- und physikalischer theorie 
unberührten laut- und sprachmeister, deren ansetzungen nicht blos theoretisch auf 
abwege, sondein auch praktisch auf irrwege führen" (!). — Danach dürfen wir 
ja auf B.'s lautsystem recht neugierig sein, zumal er uns verspricht, keine laute 
oder lautgruppen aus dem „natürlichen system" ,, herauszuwerfen" (cf. unten die 
bemerkung über die nasalvokale), und behauptet, dass der konsonantismus nur in 
graduellem, nicht in generellem, gegensatz gegen den vokalismus stehe. -Diese 
bemerkung gibt dem Verfasser zu einem exkuis veranlassung, den ich zitiren muss, 
weil er die gradezu verblüffende kenntnis (hictis a non lucendo) desselben in 
phonetischen dingen klarer zeigt , als man nach seinen ,, erkenntnistheoretischen" 
bemerkungen vermuten sollte. Da heisst es (p. 45): „Die vorgebliche 'kehlkopf- 
probe' ist keineswegs angethan, einen absoluten genetischen gegensatz zwischen 
tenuis und spirans einerseits und 'tönender media' (nebst weichem s, sog. engl. 
z und v) zu begründen. Denn es konnvit meinen benliachtungen nach nur auf 
die geringere oder grössere weite der mundötfnung an , um das charakteristische 
vibriren des kehlkopfs (beim tönen der Stimmbänder) vermöge grösserer oder 
geringerer resonanzbildung zu erhöhen oder zu vermindern. Tenuis und harte 
spirans bei geringer ötfnung wirken dann tönender (! !) , als media und weiche 
spirans bei weiter. Nur setzt sich das plus von potentieller energie in hervor- 
bringung des explosivlauts eben von natur in grössere mundöffnung um (! was 
heisst das?). Wo dies aber auch bei der media etc. oder überhaupt der fall i.st, 
wie in roher au.ssprache (! w-as ist für den phonetiker ,, rohe ausspräche"?), dann 
treten jene äquivoken des konsonantismus ein, wie sie uns in der Schreibung (!) 
z. b. der negersprachen deutlich genug werden können. Ich halte überhaupt das 
wiederaufbringen des alten schlaebaumes zwischen 'stimmhaft' und 'stimmlos' in 



Rudolf Lenz. 195 

ilieseni jalirluindeit . . . eine imglückMiclie nacluvirUung der alten 'inuta', der man 
sich doch endlich entschlagen sollte (! ! !) , iiher die aber gleicliwohl bereits eine 
iinermessliche litteratur angewaclisen ist — für keineswegs geeignet, die anscliau- 
iingen über die elemente der lautwissenschaft zu klären .... Es gibt nur nielisclie 
(U-ehlkoi)f-) und rein spiratoriscbe (fliister-) artikulation, sonst niclits. Stimmlosig- 
keit in den lauten ist wie liclitlosigkeit in den färben (absolutes schwarz; ein 
nonsens . . . ." 

Ich glaube, ein nonsens sind nur die behauptungen B.s, sie bedürfen einer 
Widerlegung nicht. Es fehlt dem verf. offenbar an dem allerelementarsten Ver- 
ständnis des Stimmtones, sonst wäre der schlechte witz, den er uns einige Zeilen 
weiter bietet, nämlich dass er sich unter Flodströms Jaut\o%tm augenblick" im 
„verschluss/flM/" nichts anderes vorstellen könne als — stottern, wohl unterblieben. 
AVer die tönung (d. h. stimmton) in der artikulation mit der beleuchtung bei der 
färbe vergleichen kann , mit dem ist nicht zu rechten. Und was ist es anderes 
als die von B. so viel verspottete mystik, wenn er uns von seiner lautsystematik 
einen Vorgeschmack gibt mit den worten: „die qualitativen momente der artiku- 
lationsreihe sind ebenso einschneidend als ausgangspunkte der konsonii'ung , als 
ausschlaggebend für die normirung fester vokalstufen" (p. 17). „Sie verdichten 
sich im extrem zu Spiranten und erstarren endlich zu explosiven" (p. 46)? Was 
heisst es ferner, „dass der sonantische gi'undlaut alles vermittelt" in bezug auf 
die tonhöhe der konsonanten : i für das dentale, u für das labiale, a für das velare 
gebiet im allgemeinsten gesprochen (p. 46)? Mir ist leider der sonantische grund- 
laut eines /, t, k, s, f etc. noch unbekannt. 

So wenig vertrauen wir nach diesen bemerkungen zu der zukünftigen laut- 
systematik B.s haben können , so scheint mir doch einer seiner grundgedanken 
richtig — wenn anders er so gemeint w-ar, wie ich ihn auslege , was ich nicht 
behaupten mag. Ich meine die tendenz unseres apperzeptionsvermögens, die mannich- 
faltigkeit der gehörten (perzipirten) laute durch gruppirung um eine relativ geringe 
anzahl von lautzentren zu schematisiren , wie es offenbar in den gewöhnlichen 
buchstabenschriften überall der fall ist. Dabei ist von grösster Wichtigkeit, dass 
die grenzen dieser lautzentren bei den einzelnen sprachen und dialekten durchaus 
verschieden laufen. Eben hierdurch entstehen zahlreiche Schwierigkeiten beim 
eilernen fremder sprachen. Einige beispiele aus der praxis mögen dies erläutern. 
Das spanische hat — ausser dem z, c (p), das hier in Amerika nicht gebraucht 
wird — keinen laut, der dem phonetisch naiven deutschen fremdartig vorkäme, 
in dem dieser zunächst //, n, ch durch Ij, nj, tsch (statt t, ix, c) \viedergibt. Die 
spanischen vokale wird der deutsche wohl auch alle zu den richtigen, entsprechen- 
den Zentren schlagen , aber der Spanier thut nicht das gleiche mit den deutschen 
vokalen ; er schreibt vorgesprochenes iind ohne zweifei ont, wenn nicht oiitc, uml 
statt bis entweder bes oder ves. Alan kann dem Spanier zehnmal frz. habit (abi) 
vorsprechen, und er wiederholt ebenso oft avis (ati oder avi), b imd b sind für 
ihn derselbe laut ebenso wie für den norddeutschen /CH und aCH ((-x) dasselbe 
bedeuten, je nach dem vorhergehenden (für den Chilenen je nach dem folgenden) 
vokal. Der Chilene spricht aji vor: agi , der deutsche wiederholt es axi ; der 
Chilene spricht hija : ixa , der deutsche wiederholt ica. l'"iz. jamais würde der 



196 Rezensionen. 

des frz. unkundige tieutsche schreiben : schatnäh, der cliiiene aber rame oder chame\ 
ein Peruaner fragte mich einmal, was das deutsche wörtchen hpt^ vor eigennamen 
bedeute — erst ein Ijeispiel brachte mich darauf, dass er ^von"- meinte. Wie 
«lern Spanier die eigenart des verschlusses bei h t (v) entgeht, so hält der deutsche. 
ohne auf den stinimton zu acliten, dies = diese ohne end-^ (dls, dizi), so spricht 
<ler araukaner den bilabialen reibelaut bald mit, bald ohne stinimton, ohne des- 
halb an eine verschiedene bedeutungsmöglichkeit zu denken. — Jeder sprachen- 
kinidige kann die beispiele für die Verschiedenheiten der lautgrenzen leicht ins 
endlose vermehren. Ihre richtige erkenntnis ist von allergrösstem werte für die 
beurteilung von lautübergängen in der entwicklung einer spräche einerseits und 
für den praktischen Unterricht in der ausspräche andrerseits. Der lautsystematiker 
luuss aber grade im gegensatz zu diesen subjektiven lautzentren die objektiven 
lautzentien heraussuchen ; für ihn muss es gleichgiltig sein , ob der deutsche im 
auslaut geschriebenes b d g für denselben laut hält wie im inlaut, oder nicht, er 
imiss auf alle fälle Vorhandensein oder abwesenheit des stinmitons als charakteri- 
stisches differenzmoment festhalten ; ja er muss sogar akustisch kaum bemerkbare 
Verschiedenheiten der artikulation (z. b. dorsales und apikales s s d t n etc.) 
piinzipiell unterscheiden , wenn diese Scheidung auch in keiner spräche als sinn- 
differenzirendes lautmoment anerkannt wäre. Ebenso ist es ganz selbstverständlicii. 
dass die nasalen und die oralen vokale prinzipiell systematisch zu scheiden sind. 
B. scheint allerdings ebenso wenig echte nasalvokale aussprechen zu können, wie 
er stiminhafte und stimmlose laute zu unterscheiden fähig sein mag. Ich habe in 
der phonetischen fachlitteratur selten etwas traurigeres gelesen als B s anmerkung 
über die nasalirung (p. 42): „Dass sie (die nasalirung) an sich, nicht als folge- 
zustand, wozu auch die besonders durch anlegen des gaumensegels leicht ein- 
tretende konsonirung {»g u. a) gebort, die vokalisationsstufen transponire, dafür 
ist gar kein grund; ebensowenig daher für i\'\^ peda>ilische gepßogenheit Atv neuesten 
phonetiker, diese iiiiart besonders zu klassifiziren als 'das systeni der genäselten 
vokale'" (!). Wollte gott, B. hätte seinen Trautmann, über den er sich mit einem 
ausrufungszeichen lustig zu machen wagt, ein weniges nur studirt, dann wäre ihm 
vielleicht ein licht aufgegangen über den wert und die gründe der besonderen 
ansetzung von nasalvokalen. Er hätte dann vielleicht auch gelernt, zu unter- 
scheiden zwischen dein leichten eintreten der ausspräche avg (d. h. 05») statt ä bei 
einem deutschen oder engländer, der schlechten französischen Unterricht gehabt 
hat. und der ausspräche des franzosen oder Portugiesen, der ä unii ang nie ver- 
wechseln wird. 

Die zitirten geistreichen bemerkungen über die pedantischen phonetiker 
werden aber noch überboten durch die darautYolgende witzige (?) abkanzelung 
der linguisten : „In der idg. Sprachforschung ist gegenwärtig die nasalirung (nasal- 
intigirung) eine art Wünschelrute geworden, mit der man die verzwicktesten laut- 
übergänge hervorlocken zu können meint; nicht bedenkend, dass man dadurch 
den ehrwürdigen uivätern , gleichgültig wann und wo, eine chronische 7-acken- 
affcktion imputirt . die sporadisch aber länger grassirt haben muss . als voraus- 
sichtlich ^nasalis sojians' in der Ursprachenforschung. Denn in der nasalirung ein 
artikulationsmittel und somit ein glottogonisches nioment zu sehen , werden uns 



Rudolf Lknz. 197 

ihre liebhaber wohl nicht einreden wollen'". — Sapieiil! sal I Der autor dieser 
Worte will die phonetik und lingiiistik reforniiren ! — 

Im zweiten hauptteil seiner abhandlung spricht H. vom Inutwandel 
(p. lQ._3i). Auch hier finden wir neben manchen guten gedanken (z. b. über 
lautgesetze, analogie u. dergl.) ganz verfehlte neuerungen und eine oft im gründe 
gegenstandslose polemik. Die verquickung der lauttheorie mit der musik führt 
den autor wieder auf abwege ; so wenn er von dem richtigen gruniisatze aus- 
gehend , dass das treibende moment in der musik in zahlenniässig ausdrückbaren 
Verhältnissen liegt (der akkord mit komplizirtem schwingungszahlenverhäitnis ist 
unruhig und weist auf eine auflüsung mit einfachen Zahlenverhältnissen hin), als- 
dann mit einem trugschluss fortfährt: „Diese eigentümlichkeit, die «/«? klingenden 
ton alsbald zu einem neuen ton forttreibt . . . teilt auch der artikulirte laut mit 
dem melischen". Ein einzelner ton wird durchaus nicht zu einem folgenden, zu 
einer auflösung, fortgetrieben , sondern nur ein akkord , und etwa das ^vort mit 
dem a/i;^ö;-</ zu vergleichen, scheint mir nicht möglich oder doch zwecklos. Also 
mit der „grossen mechanischen grundwahrheit" : „allgemeine anziehung, propoi- 
tional der dynamischen thatsache, umgekehrt proportional der statischen thatsache" 
dürfte in der praxis ebenso wenig anzufangen sein, wie mit der organischen grund- 
wahrheit, dem „gesetz des geforderten wechseis", mit dem „prinzipiellen ausgleich 
in den qualitativen elementen" als norm. B. w'ill mit diesen gesetzen alle laut- 
erscheinungen erklären können — ich fürchte, er wird nur statt einiger alten 
Schlagworte einige neue in die weit setzen — nicht zum heile unserer positiven 
kenntnis und erkenntnis. 

Dagegen ist zweifellos lichtig. wenn B. (p. 23 f.) behauptet, das wort 
„lautgesetz" werde meist falsch angewendet. Die historischen lautentwicklungen 
sind einfache thatsachen, und sie sind keine lautgesetze, sondern sie gehorchen 
lautgesetzen. Diese sind etwas viel höheres, und wirkliche h\\.\\.gesetze sind noch 
verhältnismässig wenige bekannt, l'm es an einem beispiel klar zu machen (was 
B. leider fast nie thut) : man kann sagen : es ist ein lautgesetzlicher wandcl, (bss 
k vor vorderen (palatalen) vokalen sich im ital. zu c verändert, aber dieser wandel 
ist kein lautgesetz selbst ; das lautgesetz, dem er gehorcht, müsste etwa lauten : 
„hat eine spräche die tendenz, * die artikulationsstelle und -art von konsonanten 
an folgende vokale anzugleichen, so entwickelt sich k vor vokalen mit vorderer 
Zungenhebung entweder auf dem wege von >&> ^> ^>> f > r>> .f . . . odw 
^> ^ > S> f > /.f > j" . . '" Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, die be- 
dingungen herauszufinden, welche die Wirksamkeit eines solchen lautgesetzes ver- 
anlassen oder hemmen oder modifiziren. Die erkenntnis von lautgesetzen (in 
unserem .sinne des Wortes) ist bisher noch sehr dürftig, aber grade deshalb um 
so mehr eistrebenswert ; erst wenn wir eine genügende anzahl von lautgesetzen 
mit ihren spezialbedingungen und ihren physiologischen erklärungen erkannt haben 
werden, erst dann werden uns die lauterscheinungen ganzer s|)rachgrnppen in 



* Worin diese tendenz bestellt, wissen wir noch nicht ; wir erschliessen 
sie vorläufig aus ihren Wirkungen ; aber man wird wohl einmal dahinter kommen, 
was die eigentliche treibende kraft ist. 

2 Vgl. Kuhns Zs. XXXIX p, 26 IV., p. 40 H'. 



198 Rezensionen. 

einem höheien lichte erscheinen als ^spezialisirungen von allgemeinerem", als 
, Projektionen von höherem", wie Schuchardt sich ausdrückt,' — als anwendung 
eines lautgesetzes. 

Dass der akzent in vielen fallen (abei- wohl nicht in allen) das treibende 
agens der lautwandlungen ist „als eigentliches lebensprinzip der spräche", „zu- 
gleich ihr destruktives wie ihr konstruktives dement" (B. p. 27), ist schon 
lange klar, aber es wird noch lange dauern, bis da.« wesen aller arten von 
,akzenten" und „akzentuationen" nicht nur den lautphysiologen klar (dazu sind 
wir, dank vor allem den schwedischen forschem, die für diese Untersuchung 
])rädestinirt scheinen, auf dem besten wege). sondern auch allen linguisten bekannt 
ist. Vorläufig ist „akzent" für die meisten noch ein bequemes aber leeres Schlag- 
wort. Auch darin hat B. recht, dass er sagt (p. 28): man darf die „analogie- 
biklung" nicht mit den lautgesetzen in eine kategorie bringen. Die analogie ist 
vielmehr eine die Wirkung der Lautgesetze (nicht die lautgesetze selbst) störende 
tendenz, ebenso wie die bedeutungsklarheit eine solche und oft die Ursache der 
analogiebildung ist. 

Der letzte teil der abhandlung, über wort- und neubildung, beschäftigt 
sich luit den letzten fragen der Sprachwissenschaft, mit der entstehung und dem 
\vachstum der Worte, als deren agentia B. dies ich die wage haltenden bestrebungen 
nach Verdeutlichung (diflerenzirung) und nach einheit in der bezeichnung (aus- 
gleichung) ansetzt. Dieses kapitel gehört strenggenommen nicht in die phonetik, 
ondern nach B.s terminologie in die „poetik". Ein abschliessendes urteil über 
den nur angedeuteten gedankengang dieses teiles habe ich mir nicht bilden können. 
Wenn ich ein solches über die beiden ersten teile abgeben sollte, so würde es 
etwa folgendes sein. Ich zweifle nicht daran, dass B. ein eigenartig denkender 
köpf ist, aber er ist entschieden zu sehr philosoph, um ein guter phonetiker 
sein zu können. Seine terminologie ist alles andere, nur nicht streng physikalisch, 
wie sie nach seiner eigenen forderung (p. 28) sein sollte. Kr gefällt sich offen- 
bar in abstrakten philosophischen terminis, auch da, wo sie durchaus entbehrlich 
und im interesse der klarheit durch recht konkiete physiologische oder physika- 
lische zu ersetzen wären. Er hat die souveräne Verachtung so mancher philo- 
sophen gegen die exakten naturvvissenschaftler (zu diesen rechne ich die phonetiker;, 
die, nach seiner meinung, nicht genug erkenntnistheorie studirt haben. Aber was 
nützt die schönste erkenntnis/Z^^t^^/i?, wo die erkenntnis selbst, wo die einfachen 
positiven realen kenntnisse fehlen? Hüte ein gütiges Schicksal die phonetik davor, 
zum gegenständ iihilosophischer Spekulation zu werden , so lange nicht alle ihre 
einzelheiten durch objektive ruhige beobachtung in ihrem wesen und in ihren 
veihältnissen klar erkannt sind — und daran fehlt leider noch viel. Ehe B. an 
die Veröffentlichung seiner grossen werke geht, die zweifellos manches interessante 
bieten werden , möge er sich mit den dementen der phonetik gründlich vertraut 
machen und an l)üchern wie denen von Trautmann und Vietor eine klare leicht- 
verständliche ausdrucksweise lernen (sie braucht ja freilich nicht puristisch deutsch 
zu sein), die allein einer klaren erkeimtnis naturwissenschaftlicher beobachtungen und 
thatsachen entspricht; möge er sich befleissigtMi , einen klaren einfachen Stil zu 

• Litt.hlatt für gcrm. u. rom. philol. 1892 p. 244. 



JOH. Stürm. 199 

schreiben, tinniit ninn niclit gar zu oft seine verzwickten Satzgefüge zwei- . drei- 
mal zu lesen braucht, um am ende zu erkennen, dass der autor nur eine ahe 
bekannte erscheinung mit zentnerscliwereii (aber nicht immer gedankenscliweren) 
ausdrücken dunkel angedeutet hat. Die phoiietik ist vorläufig noch — gott sei 
dank — der realistischste zweig der Sprachwissenschaft ; möge sie es bleiben unrl 
den anderen zweigen zum vorbild dienen, statt sicii von dem sophistischen theo- 
retisiren anstecken zu lassen, das, wie B. richtig erkennt, der sprachpaläontologie, 
der forschung nach dem Ursprung der spräche, so sehr gescliadet hat. 

Santiago de Ol ih-, casiila 844. 24. sept. 1892. KCDOM' LknZ. 



Kritischer yakresbericht über die fortschritle der romanischen philologie. Unter 
mitwirkung von hundertfünfzehn fachgenossen herausgegeben von KARL \'OLL- 
.MöLLER und Richard Otto. Mitredigirt von G. Baist, C. Salvtoni. W. 
ScHEFKLER, E. SEELMANN. 1. Jahrgang — iSgo. l.heft. München und Leipzig, 
K. Oldenbourg, 1892. ' 

Wir begrüssen mit freude xlieses neue unterneiimen, das sicher meiir als 
jedes andere dazu beitragen wird, die romanisten aller länder von den neuesten 
erzeugnissen der Wissenschaft gleich in kenntnis zu setzen. Über entstehen und 
zweck der Zeitschrift gibt der auf dem umschlage mitgeteilte prospektus genaue 
iuiskunft; es heisst daiin u. a. : .,Dem programme gemäss belehrt der Ä'öwawwf/^if 
Jahresbericht in kuizer und klarei" darstellung über die gesamten leisiungen nnd 
fortschritte auf Aem githi^iitt der romanischen philologie, ihrer hilfsivissenschaften mM\ 
ihrer Verwendung im Unterricht der hoch- inid mittelschtdett." Auch iür den phone- 
tiker wird sich hier manches bedeutsame linden. Wir können hier nur auf den 
teil, welcher zu der phonetik in näherer oder fernerer beziehung steht, etwas 
genauer eingehen. Das l. heft wird geiade durch einen artikel über phonetik 
von E. Seelmann eröffnet. Dieser gelehrte hat in seiner bekannten arbeit Aits- 
sprache des latein, Heilhronn 1885, in vielen stücken phonetische begabung an den 
tag gelegt ; ei" kann jedoch kaum als massgebende autorität angesehen werden ; 
dazu fehlt es ihm zu sehr an phonetischer Schulung und umfassender kenntnis der 
laute lebender sprachen und dialekte; er wandelt seine eigenen wege, ..völlig un- 
abhängig von den gebräuchlichen lehrbüchern". wie er selbst sagt, Vorwort XI; 
doch muss ich mit anerkennung erwähnen, dass er gerade meine EPh^ lleissig 
benutzt und berücksichtigt hat. Infolge dieser eigentündichen art selb.ständigkeit 
ist er auf mehrere phonetischen Wunderlichkeiten verfallen, die dem erfahreneu 
l)honetiker und sjjrachforscher nicht anders als sehr problematisch erscheinen 
können; und der anspruchsvolle ton trägt nicht dazu hei. diesen eindruck abzu- 
schwächen. Seinen hau|jtwert hat das buch als niaterialiensaniniUnig. als solche 

• Abkürzungen: liPh^ = Joh. Storm , Englische philologie 1. aull. lleil- 
bronn 1881. EPh- ^^ Joh.. Storni, Englische philologie 2. umgearb. aufl. I. ab 
teilung: phonetik und ausspraciie. Leipzig, Keisland (november) 1892. 



2 00 Rezensionen. 

ist es für den roinaiiisteii eine wahre fuiuigruhe. ' — Auch im gegenwäitigeii 
artikel gibt Seelinann beweise seiner begabung und gelehrsamkeit , namentlich 
einer bedeutenden belesenheit sowohl im lateinischen als im romanischen. Al)er 
er zeigt auch andere eigenschaften , die zweifei aufkommen lassen, ob er der 
rechte mann dazu ist, sich als phonetiker auf den richtersitz zu setzen. Es fehlt 
ihm nicht nur an kompetenz, sondern auch an der objektiven lulie, die sich dem 
kritischen berichterstatter geziemt. Er weiss das rechte mass nicht zu beobachten. 
Für einige mitforscher kann er nicht genug 'lobende , für andere nicht genug 
geringschätzige ausdrücke finden. Die art, wie er mit der einen band sich selbst 
und sinnesverwandten lob erteilt, mit der anderen über andersdenkende die geissei 
der Züchtigung schwingt , macht einen höciist eigentümlichen eindruck. Am 
schlimmsten ergeht es denjenigen, die ihren Seelmann nicht gehörig gelesen haben. 
Trotz dieser Verstösse gegen den guten ton verkenne ich nicht , dass Seelmanns 
arbeit viel gutes enthält. 

Der artikel fängt an mit einer Übersicht „Zur orkntirimg'^ , wo Seelmann 
mit recht die grosse bedeutung der phonetik für die Sprachwissenschaft hervor- 
hebt. Er sagt sehr richtig, dass in der förderung der phonetischen Wissenschaft 
gerade die romanisten gegen die germanisten und anglisten zurückstehen. „Für 
die phonetik der einzelnen romanischen landessprachen ist wenig geschehen. Eine 
wissenschaftliche darstellung der ausspräche des italienischen fehlt ganz. Für das 
portugiesische sind die arbeiten von SVVEET, L. BONAPARTE und VlANNA nicht 
ausreichend". Diesem überlegenen urteil fehlt jede t)egründung. SWEETS und 
VlANNAS arbeiten über das portugiesische sind das beste, was wir haben und 
ragen über vorhergehende leistungen hoch empor; man kann sagen, dass uns durch 
diese neuen scharfen analysen über die natur der poitugiesischen laute ein neues 
licht aufgegangen ist; freilich aber muss die terminologie Sweets in die gewöhn- 
liche phonetische übersetzt werden, um allgemein verständlich zu weiden. Die 
einzige sichere faktische grundlage der sprachgeschichtlichen forschung ist die 
scharfe sowohl akustische als artikulatorische bestimmung der laute der lebenden 



^ Vgl. u. a. das sachkundige urteil von O. A. DANIELSSO.N' in iVordisk 
revy II 299 ff. 335 ff., Upsala 1885, und das ebenso sachkundige von ThuRNEYSE.N 
im Litleraturblatt IX 494, wo u. a. bemerkt wird: „Sein hauptwert besteht in 
der fast vollständigen Zusammenstellung der grammatiker-zeugnisse und in der 
reichen Sammlung inschriftlicher belege. Stöiend wirkt mehrfach , dass sich der 
verf. in die problerTie des lat. Iant7va)idels nicht sehr tief versenkt hat und oft auf 
Corssens Standpunkt stehen geblieben ist — s. 274 f. wird z. b. die Streitfrage nicht 
einmal erwähnt, ob in cognosco, ignottts etc. das g explosiva od. nasal w^ir — , 
und dass er auch über romanische Vorkommnisse hie und da ansichten vorträgt, 
die sich kaum allgemeiner Verbreitung erfreuen noch wohl erfreuen werden. Dass 
seine deutung der oft vieldeutigen Zeugnisse fast notwendiger weise eine subjek- 
tive ist imd }?tanche zweifei bestehen lässt, hat wenig zu sagen , da er stets das 
material vorführt" etc. Andere rezensionen s. weiter unten. — Ich hätte auch 
selbst bei Seelmanns mit unleugbarer, begabung geschriebenem buche manche be- 
merkung zu machen, aber hier ist nicht ort und zeit dazu. Vielleicht komme ich 
ein anderes mal darauf zurück. 



JOH. StOR.M. 201 

s]ira(.lien utnl iliaickte (vgl. EJh^. vorw. s. W). und es ist gerade in dieser l)e- 
ziehung, dass die zwei genannten geleluten e|)Ocliemaciiende leistungen geliefert 
haben. Dazu kommt noch, dass beide unabhängig von einander zu wesentlich 
denselben lesultaten gelangt sind ; die tliflerenzen sind geringfügig. Weder von 
der Schwierigkeit noch von der schärfe und feinheit dieser analysen scheint Scel- 
niann den rechten begritT zu halien. Es bedarf abei- einer Vertrautheit mit der 
portug. spräche, die nur sehr wenige besitzen, um die schwierigen laute derselben 
in ihrem wesen zu erkennen. — Wenn Seelmann es künftigen dialektfurscliern 
ans herz legt, dass es für die historische erkenntnis der sprachenentwickiung in 
erster linie auf die erforschung der physiologisch-genetischen seite der laute, des 
artikulationsmechanismus ankomme, so muss man hier gleich an den von .Seel- 
uiann so hoch gepriesenen Techmer denken, der nach ihm nicht nur in dieser 
bezieluing unübertroffen dastand, sondern überiiaupt ..der eiste itlionetiker der weit 
war, der alle teile der phonetik gleichmässig beherrschte". Wenn wir nun Techmeis 
dem umfange nach ziendich bedeutende produktion überblicken und fragen: „In 
welchen rücksichten ist die Wissenschaft durch ihn vorwärts gekommen? durch 
welche neuen thatsachen ist sie durch ihn bereiciiert worden ?" so müssen wir 
Mntworten: Wenn wir aufrichtig sein sollen, so ist die positive ausbeute von 
Techmers arbeit überraschend klein. Wir haben bei genauer durchprüfung kaum 
eine einzige neue sichere analyse gefunden, dagegen mehrere fälle, die er ivcniger 
richtig bestimmte, als früher geschehen war. .Sein verdienst bestand hauptsäch- 
lich darin, dass er die durch andere schon gewonnenen thatsachen bis ins unend- 
liche systematisirte und zum teil präzisirte. Was er dabei als eigene beobacli- 
tungen beisteuerte, ermangelte in auflallendem grade der klarheit und evidenz; es 
waren trotz der behaupteten naturwissenschaftlichen analyse mehr theoretische 
s])ekulationen als wirkliche l)eobachtungen von thatsachen. l'echnier scheint trotz 
seines mehijährigen aufenthalts im auslande die fremden laute nie wirklich be- 
herrscht imd erkannt zu haben. ' Die praktische aneignung der laute war ihm 
mir eine „fehlei'<iuelle'". offenbar we'il es ihm an anläge für nachahmung fehlte, 
lir begnügte sich meist mit einer flüchtigen analyse der mundstcllungen eines aus- 
länders, wenn es hoch kam, mittelst der von ihm so hochgepriesenen stomato- 
skopischen luethode, die in seinen bänden oft nichts als eine neue „fehlerquelle" 
wurde. Kr legte auf die anatomische seite ein allzu ausschliessliches gewicht und 
vernachlässigte die akustische. Er scheint alles mit deutschen obren geholt zu 
haben; vgl. namentlich seine bestimnmng des fiz. akzents. £/%* 276. Am ende 
i rkennt auch Seelmann sehr richtig: „Techmer war kein genie, das neue bahnen 
und ideen erschloss". Dass mit ihm, wie Seelmann sagt, „ein phänomenales 
talent für die kunst systeiuatisciier stolTzei'gliederung dahin gegangen ist", mag 
wahr sein: aber was hilft eine solche infinitesimale Zergliederung, wenn die ein- 
zelnen glieder selbst nicht richtig bestimmt sind? Dass dies aber wirklich mehr- 
mals der fall ist, glaube ich EPh^ nachgewiesen zu haben. Ich hege für Techmer 
als idealen, Wahrheitssuchenden forscher die arösste achtung, aber ich muss davor 



1 Ich erfahre von hervorragenden nicht-deutschen jibonetikern, die ihm 
nahe standen, dass seine ausspräche ihrer sprachen, z. b. des schwedischen (woraus 
er selbst resultate und folgerungen zog), eine sehr fehlerhafte war. 



20 2 Rezensionen. 

wiirnei). die ergebnisse seiner rorscluing zu übeiscliätzen. Um die phonetische 
forscliung wiiklich weiter zu bringen, muss man in Deutsciiland das konfuse und 
unlVucIitbare technier'sche tlieoretisiren aufgeben und mehr praktisch-realistische 
wege einschlagen, was die theoretische forschung ja nicht ausschliesst. Einen 
guten anfang dazu sehe ich in einzeldarstel Ringen wie F. Bkvers bekannte arbeiten 
über frz. phonetik und F. K.\UI"1'"MANXS Geschichte der schwäbischen mundai-t. ^ 

Cianz mit Seelmann überein stimme ich in der bedeutung, die er der ge- 
schichte der phonetik und den aibeiten TechmkRS auf diesem felde beilegt. Die 
letzte aibeit Techmers, Beiträge zur geschickte der französischen und engliscJien 
phonetik mid phonographie, unterwirft S. einer eingehenden prüfung, worin er zeigt, 
dass Techmers quellen für das altfranzösische ungenügend waren. Dagegen sagt 
er: „Glänzend gestaltet sich die darstellung der phonetischen französischen oder 
französisch geschriebenen litteratur der neuen und neuesten zeit. Das ist der 
TiwYvolle teil der arbeit, und mit Spannung verfolgt man, was über männer wie 
Ballu, Havel, Toussaint-Langenscheidt , Paul Passy, Arsene Darmesteter, Kosch- 
witz. Suchier. Rousselot, Horniiig. Wilmotte u. a. als phonetiker gesagt wird". 
Nach diesem anfange kommt es ein wenig überraschend, wenn Seelmann, gewiss 
mit recht, findet, dass Techmers urteile über Bp:YER und Passy , die einzigen, 
die in der neueren zeit über frz. ]ihonetik bedeutenderes geleistet haben, herb 
und einseitig sind. Seelmaim urteilt also hierüber ungefähr wie ich in EPh^. 
\\x hebt ausdrücklich hervor, dass Techmers sprachgeschichtliches wissen sich 
hier ungenügend erweist; er sagt sogar: „Der mangel philologischer Schulung 
i\at zu den gröbsten Schnitzern geführt. Ein beispiel I G.Paris führt aus: T/ est 
ecrite gn ou ng''. Techmer beeilt sich, in eckigen klammern verständnisinnig 
[!] beizufügen: 'wie bereits im latein !' Aber der lat. laut war ein y oder agma, 
wie in deutsch '^finger, der altfranz. das bekannte n nwuillee , dessen wiedergäbe 
durch h den jüngsten [!] romanisten aus dem spanischen geläufig zu sein pflegt. 
Zum überfluss findet sich bei G. Paris noch ausdrücklich die erklärung: '>"!. — 
ji mouillee'. Bei dieser kritik ist nun verschiedenes zu bemerken: l. Techmers 
Worte sind: ..Er [Paris] fährt fort: s tantot dure, tantöt z; l . . ecrite il ou ill, 
u . . gn ou ng [wie bereits im lat. 104]". Ein jeder, der dies ohne Vorurteil 
liest, sieht leicht, dass Techmer bei Paris in diesem Zusammenhang nur die 
mouillirten / und n hat verstehen können ; er kann unmöglich ij gemeint haben, 
das er weder im alt- noch im neufranzösischen anerkennt. 2. S. 154, worauf 
Techmei- in der angeführten stelle verweist, gibt er eine ausführliche darlegung 
seiner ansieht über lat. g vor n, wonach die Schreibung singmwi andeutet, dass 
ein nasales g (unser }j) gesprochen wurde; die weitere volkslat. uml roman. ent- 
wickelung habe dann allmählich bis zu dem neuesten z'(»;-</t'rzuagenschIusslaut 
im frz. sig7ie geführt. Techmer befindet sich also in naher Übereinstimmung mit 
Seelmann selbst, welcher Ausspr. d. lat. 269 ausdrücklich sagt, dass lat. n adul- 
terinum mehr palatal als das deutsche ij ist, „wie vulgärlateinische lautübertritte 
und gewisse lomanische übeigänge lehren". Vgl. ebenda 28,t: „In ING.VES Sl.N'C- 



' Vgl. Behaghei.S besprechung der letztgenannten abhandlung, Litteratw- 
hlatt XII .t: „in seiner arbeit vereinigen sich wie in einem brennjiunkte die be- 
strebungen der beiden letzten Jahrzehnte". 



JoH. Storm. 203 

NIKKK Steht N(JN zum ausilnitk des gnide iK\ch 1 k-iclit ilcr p.iliitalisining ausge- 
setzten II — ij". Ks ist liier zu lieineiken , dass ingncs sciion in einer pom- 
peianischen inscliiil't voikomnit. „CIL. VI" bei Seelin. soll „CIL. IV heissen. 
Dies lässt die niögliciikeit iler nasalen inouilliiten ausspräche (,;j oder >|) bedeutend 
höher hinaufrücken, als man bisher gewniinlich angenommen hat. .\ut" diese mög- 
lichkeit hat Techmer offenbar hingespielt. Ks war also kein grund vorhanden, 
gerade hier von „den gröbsten Schnitzern" zu sprechen. ' 

3. ]\Ian kann jetzt nicht ohne weiteres vom „bekannten ;/ mouil/'c-' als von 
einem einzigen bestimmten lautwert sprechen , da vom frz. gn in sigiie mehreie 
verschiedenen Varietäten oder wenigstens auffassungen vorliegen, welche die ganze 
strecke vom velaniasalen y duich das postpalatalnasale »j bis an das präpaiatale 
n durchlaufen. Auch hat Seelniann son.'^t diese von mir gemachten Unterscheidungen 
genau wiedergegeben. 

Unter ^AUgememe phonctik'' w'wA zuerst PassYS Changements phonctiqucs 
erwähnt und davon ein langes referat gegeben. Seelmann weiss l'assys klare, 
ehrliche und anziehende darstellung wohl zu würdigen. „Ciute beobachtungsgabe, 
Unbefangenheit des urteils. ein hocii entwickelter sinn für die bedürfnisse der 
praxis . . . Eine fülle von einzclbeobachtungen aus dem bereiche der frz. Um- 
gangs- und dialektsprache gibt dem werke für romanisten besondern wert. Passys 
werk bildet eine neue und französische illustraticn zu der von s])rachforschern 
noch nirgends [?] gewürdigten grossen bedeutung der Varietäten und parallelismeii 
im sprachlichen leben. Es wird . . fast innner nur mit je einem lauttypus ge- 
rechnet . . . Der nüchterne beobachtungsblick . . erkennt, dass jeder laut einen 
lokal, sozial und tempore]! wechselnden spiehAmw, eine gewisse breite zone der 
richtigkeit hat". Daneben hebt S. niehrere mängel hervor, u. a. dass I^issy auf 
die forschungen Techmers und Wulffs zu wenig rücksicht nimmt. Wie viele sind 
aber im stände gewesen, sich durch die chaotische produktion Techmers hindurch- 
zuarbeiten ! „Auffallend ist die zula.ssung einer l)ezeichnung ''Toyelks mixtcs bei 
einem phonetiker, der seine kunstsprache, ähnlich wie Trautmann, sorgfältig sich 
selber geschaffen und von dem üblichen indisch-amerikanischen [!J kauderwelsch 
sonst so bewundernswert rein zu halten verstanden hat". Bei diesem lyrischen 
ausbruch ül)er das bell'sche Vokalsystem, das weder indisch noch amerikanisch 
ist. ist es ahei- noch auffallender, dass Seelmann verkannt hat, dass Passy. wie 
in vielen anderen stücken, so auch in seiner tei niinologie Sweet und der eng- 
lischen schule gefolgt ist, so dass er gewissermassen als ein Schüler derselben zu 
betrachten ist ; so sind zum beispiel *les voyelles tendites et rclachces' bekanntlich 
nichts anders als die sweet'schen 'narrow and vvide vowels'; spu/ßc — breath, 
chiiche = whisper; grottpes de soufflc — breath groups etc. Vcyelles mixtes sind 
einfach die 'mixed vowels', welchen die Techmerschen „mittelzungenvokale" ent- 

' Der hauptunterschied zwischen beiden forschem ist, da^s fi z. gn in sigtic 
von Techmer als gewöhnliches >j, von Seelmann nach EPk ' als y aufgefasst und 
bezeichnet wird. Zu Techmer vgl. EPk 2 283. — Es ist aber gar nicht erwiesen, 
das g in Signum »j oder ij war; e.s kann anfangs sehr gut tj gewesen sein; vgl. 
norweg. ligne lhjn!>, signe shjns ; dagegen dänisch //<f;w, fast lijnj, vgl. EFh^ 321, 
wo ich, genau genonnnen, nicht ^, sondern i^ hätte setzen sollen. 



2 04 Rezensionen. 

sprechen; vgl. EPh"^ \\~. 279- Auf diese und ähnliche einzelheiten legt jedoch 
Seelinann am ende weniger gewicht : schwerer wiege es , dass der eigentliche 
Kernpunkt der passy'schen theorie falsch ist. ^Ihm zufolge gehen sprachliche Ver- 
änderungen und dialektbildung im wesentlichen auf ''faules de prcmottciatio7i tum 
corrigees' zurück. Es werden also akustisch-psychologische momente als haupt- 
faktoren angegeben. Aber die luigleich häufigeren, wichtigeren und regulären 
momente. die ptiysiologischen und mechanischen veränderungsanstösse, sind damit 
völlig verkannt, nicht erst im zuhm-chenden jungen kinde , nein, schon im ausge- 
bildeten sprechenden individuum selber vollziehen sich die meisten sprachlichen 
Veränderungen: laute gehen vornehmlich in einander über, nicht weil sie ähnlich 
klängen, sondern weil sie ähnlich gebildet werden"! Auch Passy lässt wohl im 
gründe auch ähnlichkeit der artikulation als faktor bei dem lautwandel zu. Aber 
die hauptfrage ist. ob sich der lautwandel überhaupt nur beim kinde oder beim 
ciivachsenen vollzieht. Ich kann nicht umhin zu finden , dass Seelmann Passys 
hehauptung, die doch auf mehrere beobachtungen gestützt ist, durch eine andere, 
auf keine beobachtungen gestützte, zu w-iderlegen sucht. Ein strenges urteil fällt 
Seelmann Ober Passys erklärungen des lautwandels : ,. Seine deutungsversuche sind 
im allgemeinen verfehlt". Auch diese hinriciitung wird ohne nähere begründung 
vollzogen. „Verfehlt sind andererseits auch die versuche, phonetische teiidenzen 
abzuleiten ... Es war überhaupt nicht von tendenzen , sondern von physiolo- 
gischen, akustischen, physiologischen anlassen auszugehen, nicht aus dem histo- 
rischen material, sondern aus der natur der menschlichen sprach- und hörorgane 
sowie der tonempfindung normen abzuleiten, das bist, material nur als kor- 
rektiv und beweismaterial heranzuziehen". Wenn aber eine theorie geprüft 
oder bewiesen werden soll, kommt es doch vor allem auf das faktische be- 
weismaterial an. Durch die physiologie kann eine theorie wie die passv'sche 
mehr oder weniger wahrscheinlich gemacht werden . aber nur die erfahrnng 
kann entscheiden ; der eigentliche beweis kann nur durch ein umfassendes stati- 
stisches material geliefert weiden. — KAOUL DK LA QtKh'i'üV.^XY. Essai de phoiiHiquc 
generale, Paris 1890, wird als eine dilettantische darstellung der lautlehre einer 
menge verschiedener sprachen charakterisirt. Sehr entrüstet ist der kritiker 
über die behauptung des Verfassers , dass die deutschen frz. media und teimis 
verwechseln, b d g wie p t k und umgekehrt aussprechen. Indessen ist dies der 
allgemeine eindruck . den die gewöhnliche deutsche ausspräche auf alle die- 
jenigen macht, die in ihrer eigenen spräche einen kräftigen stimmlaut haben: 
selbst der norddeutsche stimmlaut ist nicht so energisch wie der französische, 
englische oder schwedisch-norwegische, fällt aber mit dem schwachen dänischen 
stimmlaut wesentlich zusammen.' Auch die deutsche tenuis wird unter gewissen 
imiständen mit halbem stimmlaut gesprochen. Ich habe z. b. bemerkt, dass t in 
nordd. fertig und d im dän. ßrrdig oft ganz gleich lauten ; deutsches total klingt 
oft fast wie dodal. Von hervonagenden norddeutschen lehrern des französischen 



' Vgl. EPh^ 68. 196. 259. .306. 311. 428. Im dänischen bilden opus, 
globus einen vollkommenen reim, indem nachtoniges / wie das schwachstimmige 
/> lautet; vgl. den reim oktol>er : viisanthroper im dän. Ptmch 13. okt. 1892, s. 326. 
Dän. apotheker wird dpotcq^l gesprochen , Jespersen Art. 03- — Nachtrag zu 



JuH. Storm. 205 

lialie ich saus doiitc iino;efalir wie saus tonte sprechen hören.* Dagegen habe ich 
bei einem künigsberger /.. h. «las wort kladde mit schönem, vollem stimmlaiit 
beobaciitet ; vielleicht haben die ostpreiissen durch ihre litu-slawische nachbar- 
schaft einen reineren stimmlaut? Eine solche ausspräche der mediae müssen sich 
die deutschen überhaupt aneignen, wenn sie iVanzösiscIi oder englisch rein aus- 
s)irechen wollen. — LLOYDS Speech sminds weiss Seelmann nicht zu würdigen. 
Kr behauptet ohne jede begründung: ^Ohne den kern der sache zu treßen, erkennt 
er klang und artikulation als gleich wichtig für die lautforschung an . . . Di: 
vorgebrachten phonetischen thatsachen sind nicht neu ;'" das sollte doch wirklicii nach- 
gewiesen werden. Und was ist nach Seelmann „der kern der sache?" Der wahre 
Sachverhalt ist, das Lloyd in mehreren wichtigen punkten die ergebnisse der 
neuesten Forschungen modifizirt und berichtigt hat. Über das nähere verweise 
ich auf EPh^ 342 ff. — SWEETS Pri/ner of pkonetics wird ungünstig und über- 
legen beurteilt; „Sweet hat einzelheiten seines früheren Systems geändert . . . 
Aber das System selbst ist doch das alte geblieben , und was auch immer von 
'J'rautmann , Techmer und andern wohl zu beachtenden autoritäten daran als 
mangelhaft nachgewiesen ist, die Jortschritte. welche die phonetik durch deutsche 
und schwedische phonetiker erfahren, der englische altmeister schreitet unbekümmert 
um sie auf der ihm von seinem lehrer Bell gewiesenen einseitigen bahn weiter, 
fremder belehrung unzugänglich!" Das heisst, einer einseitigkeit mit einer andern 
einseitigkeit zu begegnen. Es wundert uns nicht, dass Seelmann ebenso wenig 
wie Techmer und Trautmann das englische system verstanden hat ; dazu sind sie, 
besonders die zwei ersten, zu sehr theoretikei, zu wenig praktiker;^ aber darum 
sind sie auch nicht dazu befähigt, das engl, system zu beurteilen. Das schlimmste 
für Sweet aber ist. dass er sich gegen Seeliuann selbst versündigt hat, indem er 



EPh^ 482: Ich bin jetzt darüber im klaren, dass in dän. formen wie dcdi die 
zwei d niclit ganz denselben laut haben ; das erste d hat deutlichen , wenn aucli 
nicht starken , stimmlaut , und klingt entschieden als ein </-laut ; das zweite hat 
schwachen stimmlaut und klingt zwischen d und /, etwas näher d als c. 

' Neben tenuis f. media ist auch media f. tenuis ein althochdeutscher zug, 
vgl. grii/t aus crypta, crupta, mhd. gerner carnarium, gwnpan. giwtpost, gunter- 
feit ; in alten glossen gnba galdarios etc., s. DiEZ, Jahrb. VIII 3. In ßgido, fidelli 
gl. cass. mögen romanische und deutsche neigungen zusammentreffen ; sedella, aber 
putelli ; bisle neben der Obersetzung /ämö/ ibid. = ^hz. peisle. poele. Andrerseits 
parba, pragas, pirpici, callus, puticla neben ordigas (vielleicht f. ordiglas) etc. Das 
alles zeigt, wüe unbestimmt auffassung und bezeichnung waren. Vielleicht strebte 
das deutsche durch die media die romanische hauchlose tenuis wiederzugeben. 

^ \'gl. Sweets bemerkung in Victors Phon.^ 224: „The difficulties of 
Bell's System lie in tiie vowels themselves. The discrimination of 36 vow'el- 
sounds is really equivalent to pronouncing perfectly at least 6 languages — and 
how many can pronounce a single language besides their own ? Again , neither 
you [Vietor], nor Evans, nor Tiautmann etc. have ever (as far as 1 know) had 
any practical training in Visible Speech, and without this you are sinij)ly inconi- 
petent to crtiticise it as a whole, just and correct as your ciiticisms of many ot 
its details may l)e". 



2o6 Rezensionen. 

sich erlaubt, von ihm abzuweiclieii : „Mv greatest dit'ficulty has heen with final 
m in latin. As I feel convinced that Seelmann's [ref. protestirt gegen diese 
„eigenmächtige anglisirung seines gut deutschen namens"] 'implosive voieed dorsal 
leduced n with sinniltaneous loose lip-closure' could not possibly have existed 
as an indefiendent sound in Latin er any other language, 1 have heen obliged to 
return to my own theory" etc. Zur strafe für dieses greuliche vergehen wird 
Sweet ohne gnade zum philologischen tode verurteilt in folgenden verhängnis- 
vollen Worten : „Mag Sweet auch hier seinen eigenen weg gehen , aber mag ei' 
sich nicht wundern, wenn das ausländ ihm mit gleicher nichtachtung zu begegnen 
beginnt , und namentlich in Deutschland ausserhalb iler ihm ])ersünlich nahe- 
stehenden anglizistenkreise k'aum ein mensch mehr ernstlich daran denkt, sich in 
die hieroglyphen seiner phonetik /u vertiefen oder ihm auf seiner einseitigen 
bahn zu folgen ! Das wirken des mit recht einst allgemein gefeierten mannes 
ist nicht mehr als eine förderung der phonetischen Wissenschaft aufzufassen , es 
mag von vielen bereits als ein drückender henmischuh empfunden werden !" Die 
bedeutung Sweets kann aber nicht so ohne weiteres durch einen federstrich eines 
Seelmann vernichtet werden. Wenn man ihn auch von gewissen einseitigkeiten 
nicht freisprechen kann, so verfallen diejenigen deutschen , die seine bedeutung 
ganz leugnen, in eine noch weit grössere. Sweet hat so grosse dinge geleistet, 
dass ihm dergleichen anfalle erspart bleiben sollten. — A. T.'KNZER. Die natur unserer 
sprachlaulc, wird als eine unreife kompilation erklärt, vgl. Lloyds besprechung 
Phon. sind. IV 247. — (>. KaR-STEXS theorie von den Spracheinheiten, Phon. stud. III, 
wird kurz diskutirt. 

Unter romanische phonetik erwähnt Seelmann rühmend AVULl'K , Un 
chapitre de phonetique andalouse , aber ohne auf einzelheiten einzugehen; vgl. 
die recension Viannas , MaUre fotietique V 10,^; ref. EPh.- 71. Ebenso lobt er 
AraUJO , Kecherches sur le phonetique espagnole , Phon. stud. III ff. Von einzel- 
heiten hebt er die halbvokale u in Imeno (= engl, w) und i in bien (= engl, j', 
\\ö\n. J) hervor und bemerkt: „Der ausdruck halbvokal ist allerdings nur ein 
notbehelf. Gemeint ist ein echtes vokalisches ti, dem bei der artikulation ein iv 
parallel geht, und ein echtes /, dem unabhängig in derselben ein y'-reibegeräusch 
zur Seite geht. Man könnte solche ein u mit w-beigeräusch und / mit y-beige- 
i'äusch mit mehr recht vokalisch-konsonantische parallellaute, mischlaute, Zwielaute 
nennen." Man darf wohl getrost sagen, dass dies eine phonetische phantasie ist. 
Um ein vollkommenes i mit gleichzeitigem J hervorzubringen , müsste die zunge 
an derselben stelle zwei engen verschiedener weite bilden. Ein /' mit y-geräusch 
ist aber kein vollkommenes /, sondern ein enger als sonst, mit annäherung an die 
y-stellung, gebildetes i. Meines erachtens ist aber span. / in patria, patio ganz 
einfach ein unsilbiges /, nicht wesentlich verschieden von / in der deutschen aus- 
sjDr. des lat. patria. — Miss SOAMES's N'otes an the Sounds of the Romanch or 
Romanese of the Upper Ettgaditie , Phon. stud. III werden kurz erwähnt. — SYL- 
VESTER Primer, The Huguetwt Element in Charleston^s pronunciation „hält sich 
nicht streng an das thema ; im ganzen überwiegt das sprachgeschichtliche interesse 
das rein phonetische". — Ch. LeveoUE, L'accenl tonique et Vccriture wird mit 
recht als dilettantisch bezeichnet. — jEAN Passv's Notes de phonetique Jrangaise 
werden mit ebenso gutem rechte gelobt, vgl. EPk.^ 202. — Einer scharfen und 



JOH. Stor-m. 207 

nicht unbilligen kritiU unterzieht Seehiiann die ahhandiung von Sc HWAN .S: l'KINtiS- 
HEl.M. Der französische akzent. Er wundert sicii wie ich über die lange und an- 
spruchsvolle einleitung, der ein so dürftiges resultat folgt. Dies ist um so aner- 
kennungswerter, als Schwans stil an Seelinainis eigenen in Ausspr. d. ImI. leb- 
haft erinnert. SCHWAN will dem endlosen streit über frz. akzent ein ende machen; 
er habe ein unfehlbares mittel entdeckt, um die läge und das wesen desselben in 
einer einspruchslosen weise festzustellen — den schott - könig'schen phonatito- 
graphcnl „Der glückliche entdecker ist grausam genug, dem gespannten leser 
volle 30 Seiten lang sein geheimnis vorzuentlialten. Er benutzt sie, ältere und 
neuere akzenttheoretiker in fünf gruppen zu sondern, über die er, dank überlegener 
einsieht und seiner 'methode' den stab brechen kann". Wie er dies gethan, wird 
nun näher nachgewiesen. Im zweiten teile tritt der physiker Pringshei.m auf, 
der über die betr. experimente weit nüchterner urteilt. Er erkennt , dass der 
apparat in mehreren beziehungen ungenügend ist; namentlich gebe derselbe zwar 
die \.o\\hdlu, aber nicht die \.ox\st(irke , genau wieder. [Mit anderen werten, der 
eigentliche kernpunkt, die frage, auf welche)- silbe der frz. hauptnachdruck liegt, 
lässt sich durch den apparat nicht entscheiden.] Was aber Pringsheim aus den 
wenigen brauchbaren kurvenregistrirungen nach mühseligen konstruktionen und 
rechnungen unter vorbehalten und einschränkungen erschliessen zu können glaubt, 
beschränkt sich auf folgendes: „Die isoUrte ausspräche eines wertes ist ungefähr 
mit der am schluss des satzes identisch . . Ztmsilbige worte haben gleich hoch, 
gleich stark und gleich lang betonte vokale", was Seelmann mit vollem recht als 
dürftige und fragwürdige resuitate bezeichnet. WULKF. den Seelmann zitirt, hebt 
ebenso richtig hervor, dass eine solche ausspräche, w-enn sie auch richtig beob- 
achtet wäre, doch nur eine unter vielen wäre. „Schwans phonetischer sinn", 
sagt Seehnann , „ist nicht derart entwickelt, und seine kenntnis der phonetischen 
litteratur eine viel zu mangelhafte, als dass er in der läge wäre, eine geschichte 
oder geschichtliche Übersicht der theorien über den frz. akzent überhaupt zu 
geben". Es folgt eine lange auseinandersetzung über d'Olivet's akzenttheorie, 
deren hauptergebnis ist, dass der frz. akzent zu seiner zeit wesentlich derselben 
art war wie jetzt. Seelmann weist nach, dass Schwan von der älteren frz. phone- 
tischen litteratur nur eine oberflächliche kenntnis besitzt . und dass seine gruppi- 
rung der akzenttheoretiker überhaupt verfehlt ist. Wenn er bei Schwan besonders 
die berücksichtigung AcKEK.MANNS verniisst , so kann ich diesen forscher, nach 
dem was ich von ihm [aus Techmer, vgl. j^7%.2 276 j kenne, gerade in der frage 
des akzents nicht so hoch schätzen, wie es Techmer und Seelmann thun. Anderer- 
seits führt Seelmann eine interessante äus.serung Ackermanns an über frz. akzent 
bei den grenzbewohnern und nachbarn Frankreichs : „Les Flamands , les Beiges, 
les Lorrains, les Suisses, les Francomtois ont tous une accentuation vicieuse . . . 
comme les Allemands memes, ils sont tous portes h mettre l'accent tonique [d. h. 
den nachdruck, J. S.] sur la premiere moitie des dissyllabes [er hätte sagen können: 
„sur la premiere syllabe des polysyllabes", J. S.]." Dies stimmt ganz mit meinen 
eigenen beobachtungen , vgl. meine rezension von T. MERKEf,, Der frz. wortton, 
im Litteraturblatt \\ 59; s. EPh? 278. Das gibt mir von Ackermann, dessen 
Schriften mir nicht zugänglichen gewesen , eine günstigere meinung. Seelmann 
hebt sehr gut hei vor, dass wir hier auch zu RAl'PS akzenttheorie den schlüssel 



2o8 Rezensionen. 

bekommen, indem dieser den tVz. akzent wesentlicli in der frz. Schweiz beob- 
achtete. Seehiiann fasst sein urteil über Schwans buch in den Worten zusammen. 
„Die arbeit . . . ist vollständig neu zu machen". Ich stimme hier Seelmaini 
ganz bei. 

S. 26 folgt lateinische spräche und literatiir, redigirt von K. SEEl.- 
.MAN.N; der erste, eig. lateinische teil ist von ]•'. Skitsch. Hier kann ich nur 
einzelnes ausheben. In KLOTZ, Grundzüge altrömischer metrik eikennt der kritiker 
trotz augenfälliger schwächen doch einen bemerkenswerten fortschritt. Klotz ist 
der ansieht, dass das saturnische metrum quantitirend ist, was Skutsch bestreitet, 
indem er sich überhaupt der ansieht Seelmanns anschliesst , dass der iat. akzent 
von jeher expiratorisch-energisch war. Klotz erweitert das schon längst erkannte 
gesetz , wonach formen wie henc zu />enc wurden, auch auf fälle wie püdlcitia, 
uerebamini. Skutsch macht gegen Klotz mit kraft geltend , dass dies nicht nur 
ein ?netrisches , sondern auch ein sprachliches gesetz war; eine solche küizung 
müsse auch in der wirklichen Umgangssprache stattgefunden haben , sonst hätten 
sich die dichter eine solche nie in einem solchen umfange erlauben können. 
„Braucht es dafür belege, so genügen wohl schon l'eiie und mdlc, an deren in der 
alltagssprache pyrrhichischer natur bei ursjjrünglich jambischer gellung doch wohl 
kein zweifei bestehen kann." LÜes ist im höchsten grade bedeutungsvoll und ist 
eine neue bestätigung meiner theorie der romanischen quantitätsentwickelung, s. 
Phon, stiid. II 139 flf. Was mir dabei bedenken erregt, ist der von A. POGATSCHEK, 
Zur lautlehre der Iat. etc. lehnworle im altenglischen gelieferte nach weis , dass 
Iat. betonte kürzen und längen sich im volkslatein noch im 4. — 6. jahrh., am 
anfang des mittelalters , erhielten , vgl. ags. formen wie pise pisum , pipor piper, 
draca draco, im gegensatz zu solchen, wie strcrt sträta, wJ« ulnum. Auf dieses 
problem kann ich hier nicht airsführlich eingehen , bemerke aber vorläutig 
folgendes : 

1. Viele der angeführten Wörter stammen wohl aus einer noch fi-üheren 
zeit, teils als gemeingermanisch, wie dies Pogatscher 6 für christliche Wörter wie 
cirice, deofol aimimmt, teils als britisch-lateinisch, wie Leden latinum, Pogatscher 8. 
Durch solche formen bildete sich früh eine feste tradition der wiedergäbe, welche 
sich auch später fortsetzte. Wir finden in allen germanischen sprachen dasselbe 
prinzip, so im altnordisch - isländischen piparr, ' dreki, strati, vin. Nachdem die 
Iat. quantität zerstört war. wurde die qualität, die Offenheit oder geschlossenheit 
iler vokale massgebend. 

2. Pogatscher zeigt, dass in Iat. vortonigen und gern), nachtonigen silben 
kürzung stattlindet, wie sicor scctJrus, dinor denärius, was vollständig zu meiner 
theorie stimmt. 

3. Ob die längung in gelehrten Wörtern wie säcerd , mägister wirklich 
auf romanischen lautgesetzen beruht, wie Pogatscher 44 annimmt, ist mir zweifel- 
haft ; ich bin vielmehr geneigt . in derselben eine falsche gelehrsamkeit zu er- 



* Noch in neunorw. dialekten, wenigstens in einem, dem von 'l'inn (Tele- 
marken, s. EPh? 2,'-)l), kurz ohne konsonantendop])elung: pyphr, regelmässig dem 
altn. pipar(r) entsprechend. 



JoH. Stokm. 209 

i>Iickt-n. welche die lat. vokale so genau als möglich sprechen wollte und ihnen 
daher „den alphabetischen lauf gab; diese ausspräche begegnete sich mit ger- 
manischen neigungen. Auch Pogatscher aber sieht die längung nicht als 
gemeinromanisch an. indem „sirh zeigen lässt, dass sie noch einige zeit nach dem 
zerfalle des römischen reiches nicht eingetreten ist." Noch deutlicher spricht er 
sich 48 aus: lat. /"und d, ü und o seien erst in einem kurzen geschlossetten e zu- 
sammen/allen, ehe sie ini romanischen [zum teil, nicht z. b. im spanischen] ver- 
längert wurden. Auch diese annähme stimmt mit meiner theorie überein. 

§ 40 zeigt Seelmann, dass die „von Joh. Storm nicht entdeckte [!] aber 
mit nachdruck und offenbarer genugthuung [!] wiederholt {Phon. stud. II 177. V 
:}ci9) angeführte ^owa Ruoma für R^ma bei Pomponius" nichtig ist, und das ^öwa 
/.u lesen ist. „Unglücklicherweise hatte ich nicht beobachtet, dass diese stelle 
„schon von SeeLMANN in seiner Ansspr. des lalein nicht weniger als drei mal 
genannt und gedeutet war." Meine strafe ist fürchterlich: ich werde wie Sweet. 
Meyer-Lübke und Schwan-Pringsheim ohne gnade hingerichtet. „Der fall zeigt 
wiederum, zu welcher traurigen veriiTung es führt , wenn romanisten , philologi- 
scher Schulung bar- ( !] und ohne genügende kenntnis lateinischer grammatiker, 
phantastische theorien voreilig zu stützen unternehmen." Ich lasse mich gern von 
Seelmann belehren und habe sein buch mit interesse gelesen; wenn ich nicht 
alles darin beachtet iiabe. ist daran zum teil die unübersichtliche und unklare 
tlarstellung schuld. Aber eins ersehe ich aus Seelmann : auch seine „überlegene 
einsieht", welche er dazu benutzt, über seine mitforscher „den stab zu brechen", 
liat ihn nicht davor geschützt, „phantastische theorien" aufzustellen. — Hand- 
schriften. Briefe, abhandlungen und predigten aus den zwei letzten Jahrhunderten 
des kirchlichen altertums etc. herausgegeben von P. C. C.^SP.^Rl, Christiania 1890. 
Die gediegene und auch für das Vulgärlatein wertvolle leistung unseres gelehrten, 
leider 1892 verstorbenen Orientalisten, ' wird sehr anerkennend erwähnt: besonders 
hervorgehoben wird jectare = it. gettare. frz. jetei'. — Unter inschriften werden 
u. a. o^WoAviX. flivelis ^ flebilis , it. fievole , frz. faible, und capus = caput. it. 
capo, in einer Trierer inschrift wahrscheinlich des ,ö. jahrh. erwähnt. — Sprach- 
forschung. Hier folgt eine scharfe, in einem unangenehmen und se]l)stgefälligen ton 
;;eführte polemik Seeimanns gegen den hervorragenden romanisten W.MeyeR-LObke. 
Dieser hatte in GRÖBERS Grundriss I 359 gesagt: „Die geschichte der lateinischen 
Volkssprache muss fast ganz aus den lebenden sprachen konstruirt werden , das 
spärliche niaterial. das uns die alte zeit liefert, lässt sich nur als stütze einfügen, 
was aljfer von diesem material nirgends in den bau passt, darf füglich als unnütz 
und trügerisch bei seite geworfen werden." ^leyer-Lübke hat seine ansieht hier 
ein wenig auf die spitze getrieben ; aber im gründe besagen seine worte nicht viel 
mehr als das. was Seelmann bei einer anderen gelegenheit {yahresbcrichts. 9) selbst sagt : 
.Das historische material ist nur als korrektiv- und beweismaterial heranzuziehen." 
Durch spitzfindige deutung bekonmit aber Seelmann aus Meyer-Lübkes Worten 
heraus, dass für ihn „nicht die theorie sich den thatsachen anzupassen hat. sondern 

1 1814 zu Dessau von jüdischen eitern geboren, 1838 zum Christentum 
übergetreten, 1847 nach Christiania als lektor der theologie berufen, 1857 ord. 
jnofessor; als solcher 1892 gestorben. 

Phonetische Studien. \'l. ]ij. 



2 r o Rezensionen. 

die tliatsachen sich der tlieoiie unterzuordnen iiahen!" Kr führt in seinem eigen- 
tüniHchen stile fort: „Diese unerhörte forderung als dogma zu brandmarken, die 
in das prunkgewand Wissenschaft! icliei melhode sich hüllende Unwissenheit [!] in 
ihrer hülflosen nacktheit [!] und Uicherlichkeit [!] zu zeigen, strebt eine umlang- 
reiche kritik, die Seelmaxn (ref.J im Jahrg. 1890 der Gott. gel. anz. der öfient- 
lichkeit übergeben hat" etc. Seeliuann selbst spricht davon „mit nachdruck und 
offenbarer genugthuung", ei' unterlässt nicht einmal, seinen „grausamen spott" 
selbstgefällig hervorzuheben. Von Seelmanns kritik sagt die Romania XX 365: 
„Critique acerbe , parfois iiijuste oti mcnic inintelligente , mais a certains egards 
meritee , h coup sür instructive. " Von der entgegnung , die Meyer-Lübke in 
Gröbers Zeitschrift f. rom. phil. W' 2^\ geliefert hat. heisst es j?cwa««a XX 335 : 
„Reponse de Meyer-Lübke, aussi digne que solide, h la violente attaque dont il 
a ete l'objet de la part de M. Seelmann." Zur bestätigung dieses Urteils werde 
ich von Meyer-Lübkes artikel einige bruchstücke anführen. „In den Gölt. gel. attz. 
1890 s. 66,5 ff. macht E. Seelmann seinem unmut darüber, dass ich Woclienschr. 
f. klass. phil. 1885, no. 19.' den lauthistorischen teil seines buches Die Amts- 
sprache des Latein einer durchaus abschätzenden kiitik unterworfen habe } damit 
luft, dass er meinem, vor vier jähren erschienenen artikel Die tat. spr. etc. eine 
besprechung widmet , die sich so vernichtend anhört , dass ich mich zu einer 
gegenäusserung veranlasst sehe .... S. stellt als dogma auf. dass so ziemlich 
alles, was auf Inschriften und bei granimatikern sich findet, auch gesprochen 
worden sei. darin wie so oft Schuchardt {Vok. I 3) folgend. Einen beweis für 
dieses dogma gibt er nicht. Ich verlange auch den inschriften und grammatikern 
gegenüber kritik imd habe meine gründe , die S. mit keinem worte berührt , ge- 
schweige widerlegt , gegeben . . . Für den wandel von t zwischen vok. bringe 
ich imtidavit aus einer span. inschr., welches beispiel bei S. fehlt. Dafür hat er 
Amadus, amada, iradam 142 n. Chr. Von diesen beispielen ist das zweite jünger 
als das von mir gegebene, das erste gehört nicht hieher (Atnandtis). Endlich 
iradam auf einer pompejanischen inschr. ist verlesen für iratam, wie schon durch 
Schuchardt angedeutet. Was das datuni betrifft, so könnte ich, in meines gegners 
Stil verfallend, ihm 'grobe defekte allgemeiner bildung', Unkenntnis des datums 
von Pompejis Untergang u. dei'gl. vorwerfen, ich will aber lieber anerkennen, 
dass ein verschreiben oder ein verlesen irgend welcher art vorliegt. — Man sieht, 
wie es sich mit den aus.stellungen, die herauszufinden S. vier jähre gebraucht hat. 
verhält: sie reduziren sich auf druckfehler. auf zu kurz oder nicht ganz richtig 
gefasste regeln, die ich unterdess selbst richtiger dargestellt habe, und" darauf, 
dass S. nicht im stände ist , eine von der seinigen verschiedene auffassung auch 



' Zur orientirung führe ich aus diesem artikel den schluss an: „Wo es 
sich um lautbeschreibung, um physiologische darstellung handelt, ist .Seelmanns 
buch vortrefflich und bildet eine gute grundlage für weitere forschung, wo aber 
um sprachenentwickelung. um historische lautlehre, da bezeichnet es in sehr 
wenigen punkten einen fortschritt, in sehr vielen einen rückschritt." 

- Ich [M. -L. I stehe damit nicht vereinzelt, vgl. namentlich G. Ml-;VE1<. 
Zeitschr. f. östr. Gymn. XXX\'I lieft 4, TlURNEVSEN Litld. 1888. s. 494. 



JOH. STOKM. 211 

mir richtig zu verstellen, gescliweige zu heurteilen." In seiner zu erwartenden 
gegenäusserung verspricht Seelniann seinem gegner noch fürchterlicher zu kommen : . 
hoftentlich nicht im yahresbericlU , denn es würde wahrlich zu bedauern sein, 
wenn diese art polemik fortfahren sollte, die sonst so wertvolle publikation zu 
verunstalten. 

Über den rückstehenden teil des heftes rauss ich mich ganz kurz fassen. 
.SiTTL. Was ist Vulgärlatein? wird von Seelmann sehr gelobt. Bei gelegenheit 
von Stolz, Lat. Laut- it. Formenlehre 2. aufi. hat Seelmann einige bemerkungcn 
über die lat. ausspr. des diphthongen au, die mir unklar oder zweifelhaft sind: 
o für au finde sich auch bei gebildeten. „In der vulgärsprache mochte dieses o 
mehr diphthongisch und so dem au sogar noch ähnlicher klingen. Ausser der 
allgemeinen erfahrung, die durch das Verhältnis der poi^tugiesischen und englischen 
gesellschaftsklassen bestätigt wird, neigen ja die unteren Volksschichten zu breiterer 
ausspräche , wo die sorgfältiger artikulirenden gebildeten stände knappe , scharf 
pointirte monophthonge bevoizugen." Es gibt aber keine solche allgemeine Unter- 
scheidung , eine gebildete monothongische und eine ungebildete diphthongische. 
Einige völker und dialekte bevorzugen monophthongische, andere diphthongische 
ausspräche. So spricht die eine, östliche hälfte Norwegens die langen vokale 
monophthongisch, die andere, westliche aber diphthongisch , s. EPh. ^ 256. Die 
altnordischen diphthonge ei au ey werden im dänischen und schwedischen zu / 
^ zusammengezogen. Die. altdeutschen diphthonge werden im niederdeutschen 
bekanntlich monophthongisch u. s. w. Im lateinischen war ja gerade ae, au die 
hochlateinische, c, die rustike und vulgärlateinische,* deren die erste im roma- 
nischen alleinherrschend wurde, während andererseits sich fast nur im italieni- 
schen und spanischen behauptete. Ich betrachte es trotz Seelmann Ausspr. 1 2. 
162. 223 nichts als ganz ausgemacht, dass romanisches =^ au mit lateinischem 
ff für a7t nichts zu thun hat. Auch bin ich wie G. Meyer 1. c. 277 nicht da 
von überzeugt , dass dieses lat. (T immer geschlossen war. Die alte rustike zu- 
sammenziehung 07-um, oricula hatte wahrscheinlich q, da au schwerlich anders als 
durch du, pü, qq zu o werden konnte. Dafür spricht auch die Übereinstimmung 
zwischen it. cbsa und dem afrz. chose aus *chause ^= prov. cauza, neuprov. hnizo. 
Das rustike q aber wuide wohl dialektisch und bes. hochlateinisch zu geschlossenem 
o ; daher das hochlatein umgekehrt aus cüda plUdo fälschlich cauda plaudo machte, 
vgl. Thurneysen Kuhns Zeitschr. XXVIII 159 ff. Gegen diese theorie des ital. ;' 
in cosa spricht zwar, dass dieses g nicht zu no geworden ist wie in Inwno. Aber 
dieses ist vielleicht folgendermassen zu erklären : aii wurde ursprünglich nur in 
einem kleinen teile des ital. gebiets zu 0, sonst blieb au; erst nachdem die diph- 
thongirung — uo abgeschlossen war, breitete sich das bisher nur partiell eingetretene 
o aus ati- über ganz Italien hinaus. Es hält nämlich schwer zu glauben, dass 
zwischen altlat. omni, oricula, vulgärlat. oricla Prob. App., und ital. oro, orecchia 
gar kein Zusammenhang bestehe. Man sieht, wie die Volkssprache immer wieder 
zu derselben neigung zurückkehrt. Besonders auf italienischem boden dürfte es 
schwer sein , die volkslateinische und romanische kontraktion zu scheiden •. viel- 



' Ich sehe von Seelmanns willkürlicher Unterscheidung zwischen ,.volks- 
latein" und „Vulgärlatein" ab, vgl. G. Meyers rezension s. 276. 

14* 



2 12 Rezensionen. 

leicht besteht aucli in Spanien ein Zusammenhang. — Unter den fibiigen von 
Seelmann besprochenen werken erwähne ich kurz : K. K. GEORGES, Lexikon der 
lat. wortformen; G. KÖRTING, Lateinisch-romanisches wörterbnch ; M. Breal. De 
la prononciation du c latin. — Aus den folgenden abschnitten hebe ich hervor: 
Vergleichende romanische grammatik, italienische gram?natik, altitalicnische mundarten, 
ref. W. Meyer -LÜBKE; man findet hier vieles auch phonetisch interessante. 
Ferner Oberitalienische (lebende) mundarten, ref. C. SalvionI; Mittelitalienische 
nmndarten, lef. E. MoNACl ; Unteritalienische ymnidarten , ref. H. ScHNEEGANS; 
Sardinische mimdartcn, ref. P. E. GUARNKRIO. 

Christiania, dezeinber 1892. JOH. Storii. 



Ed. -ML'RET, Enzyclopädisches -Wörterbuch der englischen und deutschen spräche. Mit 
angäbe der ausspräche nach dem phonetischen system der metiiode Toussaint- 
Langenscheidt. Ersterteil: englisch-deutsch. Lieferung l — 5. Berlin, Langen- 
scheidt. 1891 — tj2. 

Von diesem seitenstück zu „Sachs-Villatte" liegen jetzt fünf lieferungen vor. 
die bis conic leichen : ich habe dieselben so fieissig bei meinem Studium von 
modern-englischen werken benutzt, dass mein exemplar, wie es in antiquarkatalogen 
heisst, deutliche gebrauchsspuren zeigt -. und ich habe dadurch immer aufs neue 
meinen ersten eindruck bestätigt gefunden, dass wir es hier mit einer ungemein 
hervorragenden leistung zu tiiun haben. Ich schlage dieses Wörterbuch lieber auf, 
als irgend ein andeies. und ich ärgere mich fast, wenn das wort, das ich nach- 
schlagen möchte , mit einer später als con- kommenden buchstabenverbinduiig 
anfängt, so dass ich mich zu Flügel oder sonst einem anderen buch wenden muss. 
Man möchte fast diejenigen beneiden, die in einigen jahi^en ihr Studium der eng- 
lischen spräche damit anfangen können, dass sie sich einen fertigen Muret (und 
Jlurray !) anschaffen. 

Worin bestellt nun die vortreffiichkeit dieses würteibuches? Erstens natürlich 
in der reichhaltigkeit des wortvorrats; dann in der sehr grossen Sorgfalt, mit 
welcher die bedeutungen der Wörter angegeben und geordnet sind; dazu tfitt aber 
ein weiteres moment, das nicht zu unterschätzen ist, ich meine die ganze äussere 
einrichtung und ausstattung des buches, die dasselbe so eminent piaktisch macht. 
In keinem der grösseren Wörterbücher findet man so leicht, was man gerade braucht. 
Alles was zu der leichten auffindung von einzelheiten in Wortbedeutung u. dgl. 
beitragen kann, ist benutzt woiden ; und Verfasser und Verleger sind nicht etwa 
bei dem stehen geblieben, was wir bei Sachs-Villatte bewundern, sondern haben 
das System vielfach erweitert und verbessert. Als einen der wichtigsten fortschritte 
möchte ich die afisonderung von redensarten und allerlei einzelheiten bezeichnen, 
«iie jetzt einen absctinitt für sich am ende jedes grösseren artikels bilden, nachdem 
schon alle die wichtigsten bedeutungen verzeichnet sind; in dem oberen teile des 
artikels verweist ein pfeil auf die unten zu findenden weiteren ausführungen. 
Durch diese ganze einrichtung vereinigt das buch die vorteile eines knappen und 



Otto Jespeksen. 213 

eines sehr ausfiihrliciien wörterbuclies , und dem sucliendeii ^vi^d lingemeiii viel 
zeit und mühe erspart. 

Selbst in dem ausführlichsten und reichhaltigsten Wörterbuch wird man hie 
und da ein wort vermissen, dessen aufnähme man gern gesehen hätte, ohne doch 
dem verf. die auslassung zur last legen zu können. Ich verzeichne die folgenden 
kleinigkeiten in der hoffnung. dass niemand so unvernünftig sein wird daraus zu 
folgern, dass Murets buch also dennoch nicht so gut und reichhaltig ist, wie man 
gewöhnlich sagt. Meine behauptung ist vielmehr die, dass Muret weit mehr gibt. 
als man das recht hat zu erwarten. Also meine kleinen ausstellungen sind die 
folgenden: accomodatmi - raihvay fehlt, obgleich das wort in der vorrede, s. X. 
genannt wird. — allsorts muss in England etwas anderes bezeichnen als in Amerika; 
das wort findet sich bei Jeirold, Caudle's Curtain Lecttires 40. — the bally idiot 
(Jerome, Tkree in a boat 24) fehlt. — Unter behindliand findet sich keine er- 
wähnung der doppelten konstruktion to he hehindhand ivith some one in smth. (z. 
I). G. Eliot, Alill on the Floss I, 61) — belard (euch otlur zuith praise \ Trollope 
Duke's Children III 179) fehlt. — as dead as a bilge (Stevenson, Treasure Isl. 202). 
— blackguardly als adjektiv findet sich bei demselben Verfasser, Dr.yekyll,\2.. — bottse 
, saufen" wird als vulgjir aufgeführt, findet sich aber in Keats' gedieht The Mennaid 
Tavertt. — danm my buttons! ist aufgenommen, dagegen nicht das synonyme Oh 
niy button! (Eliot, Mill I, 83). — biUton-nose „blumenstrauss für das knopfloch'- 
fehlt. — cannikifi wird auch canikiti geschrieben. — Was bedeutet Im am in the 
douds ? (Darwin, Life and Letters I, 269). — S. XXVII wird als ersatz für die 
fehlenden formen der unvollständigen verba u. a. / have been obliged to come an- 
geführt; warum nicht das doch wohl gewöhnlichere I have had to corne? 

Die leser der Plwtt. Studien werden bei der beurteilung eines Wörter- 
buches nicht nur reichhaltigkeit, genauigkeit und praktische anordnung des Stoffes 
in betracht ziehen, sie werden auch in erster linie nach der aussprachebezeichnung 
fragen. Muret befolgt wie die anderen bei demselben Verleger erschienenen werke 
das System Toussaint-Langenscheidt. Dieses aus den Unterrichtsbriefen und aus 
Sachs wohl bekannte System ist, wie es in der vorrede heisst, „seit einem drittel- 
jahrhundert praktisch erprobt"; und es unterliegt mir keinem zweifei, dass es in 
dieser zeit mächtig dazu beigetragen hat, in Deutschland (zum teil wohl auch 
ausserhalb des deutschen reiches) den sinn für eine bessere ausspräche zu erwecken 
und zu verbreiten; das system ist zweifelsohne weit besser als alles, was man 
sonst in englisch-deutschen Wörterbüchern und in englischen Pronouncing Dictio- 
naries sieht; die zeichen sind z. b. viel leichter zu erlernen und zu behalten als 
diejenigen bei Flügel. 

Bei Muret spürt man auch mehr als bei den meisten ähnlichen werken ein 
deutliches bestreben, neben der konservativen festhaltung des alten T.-L. sehen 
Systems auch der neueren phonetischen richtung gerecht zu werden. Und dennoch 
wird wohl kein mit den arbeiten der letzten jähre auf diesem gebiete vertrauter 
fachmann mit der aussprachebezeichnung in diesem werke zufrieden sein. Als er- 
gebnis zahlreicher versuche in und ausserhalb Englands steht es jetzt unerschüt- 
terlich fest, dass eine genaue angäbe der englischen laute möglich ist ohne all 
die diakritischen zeichen über und neben den buchstaben, und dass die durchgän- 
gige anlehnung an traditionelle orthographische gewohnheiten , die die tvpogia- 



2 14 Rezensionen. 

pilische hässlichkeit des Systems T.-L. bedingt, ganz entbehrlich ist. Wir können 
also ein zeichen wie das aus G und j zusammengesetzte für den laut in frz. dcj'a 
oder engl, measure nicht gutheissen; für den entsprechenden stimmlosen laut fordern 
wir ein einfiiches zeichen statt fd); die beiden j-laute werden auch nicht besonders 
gut durch ^ und f dargestellt. Es ist viel einfacher und für den schüler wirklich 
auch leichter, diese 4 Sibilanten mit zeichen wie s z s z oder s z/5 zu schreiben; 
ebenso empfiehlt es sich, für die konsonanten in voice und witig v resp. w zu 
wählen, statt io und w. da der unterschied zwischen deutschen und lateinischen 
buchstaben nichtssagend und undeutlich ist , wogegen der lernende doch die be- 
deutung von engl, v und 10 inne haben muss. Ebenso unglücklich kommt mir 
der gebrauch von ä und ä. von o und in verschiedener bedeutung vor; ferner 
das zeichen für den „guttural-nasalen" konsonanten. Die diphthongirung der vo- 
kale in ale, boat in mustergültiger ausspräche ist eine errungenschaft der neuereu 
forschung. über die man sich nicht hinaussetzen sollte; und selbst wenn man es 
in einem solchen werke nicht wagen will, die vokale in z. b. morning und 
moiiruing zu identifizii'en (vgl. die vorsichtige Stellung Murets in der vorrede s. 
XXXIl), so geht es doch wohl nicht an, den laut in mourning demjenigen in note, 
110 gleichzustellen; der laut ist vielmehr bei den engländern, die den unteischied 
noch machen, dem dänischen ä in täre gleich (vergl. meint Ar ticulations of Speech 
Sotmds § 128). Absolut verwerflich, weil zu schlechter ausspräche führend, ist 
die Schreibung ö für a in biit. 

Wenn aber auch die gewählten zeichen nicht gebilligt werden können, so 
muss doch die Sorgfalt lobend hervorgehoben werden , mit der dieselben benutzt 
worden sind; wenn man mit einer guten ausspracheschulung an die henutzung 
des buches geht, so dass man die T.-L. sehen buchstaben in die richtigen laute 
umsetzen kann, dann wird man auch von der phonetischen seite des Wörterbuches 
grossen nutzen haben können. Die besten quellen sind ja benutzt, und man findet 
auch bei Muret vieles, was man anderswo vergebens suchen muss, so die genaue 
angäbe der ausspräche vieler eigennamen. Bei einigen Wörtern vermisst man un- 
gern die angäbe einer andern ausspräche neben der in das wb. aufgenommenen, 
so bei Baltic, Balliiuorc die ausspräche mit kurzem vokal, bei coffee die mit langem 
ä. Nur eine angäbe ist mir aufgestossen , die als ein fehler bezeichnet werden 
kann, nämlich die Umschreibung des verbs compli??ie>it mit akzent auf der ersten 
silbe: sowohl Murray wie Sweet geben die auch mir geläufige oxytonirung an. 

Möge das prächtige buch recht grosse Verbreitung finden — und recht bald 
fertig erscheinen ! 

Kopenhagen. ÜTTO JE.SI'ERSEN. 



(i. GlET.M.\.\.N', S. J., Die ausspräche des englischen, in systematischer Vollständig- 
keit, einschliesslich der legeln über (|uantität und akzent. ]'"reiburg i. B. Herder, 
M. i.,5i). i8y2. 

Der inhalt dieses etwa lOu seilen zählenden oktavbüchleins entspricht völlig 

den Versprechungen , die im titel gemacht weiden. Das werkchen ist ein ernst- 



K. TEN BrUCGENCATE. 2 I 5 

liafter versiicli. die <;i'hfiiiinisse der ausspräche des englischen nach jeder hiiisiclit 
aufzudecken, und j;ibt demzufolge vollständige auskunft über vokale, konsonanten, 
quantität und akzent. Das wort vollstäudig darf man im eigentlichsten sinne auf- 
fassen; der verfasse)- bericiitet uns in seiner Vorbemerkung, dass die Vollständigkeit 
des niaterials nach Vollendung der arbeit geprüft wurde auf Chambers's Etymolo- 
crical Dictionary, London, 1890, „so dass kaum ein gebräuchliches wort unberück- 
sichtigt geblieben ist". 

Indem ich dem sannnellleiss des henn G. gcbühicndcs I(d) zolle, und die 
wissenschaftliche schärle nicht veikcnne, welche namentlich die regeln über quan- 
tität \md akzent bezeugen, glaube ich doch sogleich hinzulugen zu müssen, dass 
eine einfachere fassung vieler regeln erreicht woiden wäre, wenn hcrr G. sich 
des schon vorhandenen mateiials bedient hätte, das der jetzt verstorbene prof. 
Beckering Vinckers schon 1875 auf regeln reduzirt hatte*. Ich werde versuchen, 
sowohl die licht- als die Schattenseiten dieses werkchens hervortreten zu lassen, 
und mich bestreben, dem Verfasser den beweis zu liefern, dass ich wirklich nicht 
zu den schlechtesten heunden des büchleins gehöre, wenn ich auch hiei- und da 
etwas auszusetzen habe. Eine zweite ausgäbe, in welcher das buch bald ohne 
zweifei erscheinen wird, ni'">ge mir beweisen, dass ich keine vergebliche arbeit 
gethan. 

^ la. Ich waine, ohne darauf bezügliche bemerkung, vor aliud c ^= aljud. 
Der Schüler kommt durch diese voistellung des lautes von // so leicht z\u' Ver- 
wechselung von shoot und stdt, etc. 

§ 2a. Nicht nur vor thci\ sondern auch vor d, v, sii, und sa lautet ca =^ 
(' mit nur wenigen ausnahmen. 

§ 4. Kin vokal vor r erleiflet keine Veränderung, wenn r oder rr zwischen 
vokalen steht, und das wort nicht direkt abgeleitet ist von einem worte, das auf 
y oder ;';-■ endigt; man vergleiche viarry mit ftia r r ed {im\>tvL von mar), merit und 
herring mit preferrhig, sqidrrel und syriip mit sHrrüig, sorry mit abhorring, Imrry 
mit furry, etc. Wenn der Verfasser sich an diese einfache regel, zu der es kaum 
eine ausnähme gibt, gehalten hätte, so wäi-e für alle vokale ein für allemal der 
einfluss des r bestimmt und festgestellt. Ani besten freilich wäre es gewesen, 
wenn G. diesen cinHuss des r in einem gesonderten ])aragra])hen behandelt hätte, 
/.. b. so : 

1. Jedes ä wird zu <* vor r: mane, 7nare ; panc, pare. 

2. Jedes « wird zu ä vor r: mau, mar-^ pan, par. 

3. Jedes e, t und ü wird zu u vor ;'.' hen, sin, piin; her, sir, piirr. 

4. Jedes o und ö wird zu ait vor r : fop, for ; cone, core.^ 

Auf diese weise wird, mit obiger einschränkung, das eigentündiche des r 
und sein einfluss auf den vorhergehenden vokal ins volle licht gerückt ; überdies 
erhellt die unrichtige fassung der regel in 4: „Nur wenn ;-;' zwischen vokalen 



' Eugchche spraakkunst. l'lerste stuk: Uit^piaak. liaarU-ni, Erven I". 
Bohn. lS7,->. 

^ G. macht in 5. /. noch einen unterschied zwischen fore und for , der 
praktisch nicht mehr bestehen dürfte. 



2i6 Rezensionen. 

steht, bleibt der kurze laut («): ^/any, marry" , uml in 5./' und /. In 4 huMiptt 
G. auch noch dem smart'schen ^compromise'-' mit den Worten: „Am besten ist 
(nl. in Wörtern wie master und after) ä mit geringer dehnung". 

Die regel in 5. b, dass vor gutturalen (g, ck, ng, x) unrl / reines ä nacli 
w bleibt, ist durchaus richtig. 

Dass das unbetonte /' nach e hinüberklinge (p. 6), ist allerdings riclitig; 
ich möchte aber füi" die wni-ter auf hig eine ausnähme machen, weil das i darin 
entschiedene!' hervortritt : morning, making, etc. 

§ 8. „Unbetontes 11 wird nach s, g und q wie englisch w, d. li. vokalischei' 
als im deutschen gesprochen : persttade."' Soll ,. vokalischer" nicht „konsonantischer" 
heissen ':■ 

§ 9. Die regel über ng ist einfacher zu fassen. A^ = ngg in der luitte 
eines worts , ausgenommen bei direkter aldeitung von einem worte, wo iig am 
ende steht: finger, iningle und singer, dringer. Freilich machen die komparations- 
formen von lo7ig, strong und yoting eine ausnähme. Wie ist die letzte zeile zu 
fassen: ^n biirgh ^nuA g, weil r zwischentritt, ohne ver.änderung des vokals wie 
g gesprochen?" Soll dies l)edeuten, dass der vokal nicht vom r beeinflusst wird? ' 

§ 10. Die regel über die ausspräche von arch ist neu, einfach und vor- 
trefflich. 

§ 12. Ist das h in Worten wie exhort . exhaiist deutlich hörbar? Das 
dürfte bezweifelt werden. 

Die regeln über th in § 12 (am ende) und 34 (s. 43 unten 44) sind viel 
einfacher und richtiger zu fassen. In § 12 ist die' hinzufügung unentbelirlich. 
dass die regel nur in echt englischen Wörtern stichhaltig ist. Sweet gibt smithy 
mit stimmhaftem tk (siehe: Wordlist in A History of English Sounds, 2"d ed). Th 
zwischen vokalen ist nur stimmhaft in englischen Wörtern; in allen fremdwörterii 
(resp. klassischen Wörtern) ist es stimm/icj: catholic , author,^ authentic, etc. Mir 
ist keine ausnähme auf diese einfache regel bekannt. Weiter ist th s'Cwxwwhafl in 
allen pronominalen Wörtern, also nicht nur im anlaut der demonstrativa : thal, 
thither, thencc etc. 

Die behauptung auf s. 20, dass en in engrave uml engine (weil es am 
schluss eines wortteils steht) den reinen laut behält, ist unrichtig; in engrave 
lautet das n wie ng, weil das, mit ausnähme einiger gelehrten worte, immer vf r 
gutturalen der fall ist; in engine folgt ein dental auf das n, wodurch »rein bleibt; 
in concur und concordance lautet das n der vorsilbe nach meinem dafürhalten auch 
wie ng, was der Verfasser verneint. Der unterschied ist oft kaum hörbar. 

In sovereign hört man am häufigsten ö, nicht ü (seile 22). 

„Schwierig ist die Unterscheidung des scharfen s von dem weichen", sagt 
G., und er hat recht. Er hätte sich selbst und den schülern die arbeit aber leichter 
machen können, wenn er stets das französische und deutsche zur vergleichung 
hinzugezogen hätte. Dass grcase als verb sehr häufig mit stimmlosem s gesprochen 



* „Eigentlich lautet das holl. g vor e und / mehr wie unser ch"- ist ent- 
schieden unrichtig; eine richtige ausspräche lässt den stimm/^a//"^« reibelaut hören. 

^ Die hemerkung des Verfassers, dass in autJior das th stimmlos sei, viel- 
leicht weil ursprünglich noch ein c vorherging, ist also ohne jede begründung. 



K. IHN Bkuggexcaie. 217 

wird, und risc als iioineii flurcligängig mit weicliem, niclit scliai fem s, dem kann 
der ref. niclit beistimmen. Pansy (vveiclies j) ist in 4j 17c vergessen. Wie man 
bei schneller ausspräche in siibsist das h stimmhaft und das folgende j stimmlos 
sprechen könnte, ist mir ein rätsei. Durch die assiniilation, eine vom Verfasser 
vernachlä.ssigte erscheinung, wird b leicht zu /. Über das s wäre nocii vieles zu 
sagen, aber ich darf nicht z.u viel räum in ansjiruch nehmen. 

Sw^eet setzt auch für ayc („immer") die ausspräche ^ / an. 

Bei den unregelmässigen lauten (s. 30 — 50) steht in meinem exemplar 
manches fragezeichen. „Vor silbenschliessendeni ;/ wird an vorwiegend ä (s. 33 
unten); hier wäre einfacher zu schreiben: au ist ä in aiDi \ konsonant , mit 
ausnähme von avaunt. 

In den beispielen auf s. 39 soll iione wegen des reims mit langem ge- 
sprochen werden ! Ist e stumm in solely und vilely (s. 42), und werden die Wörter 
etwa wie soully und v'illy gesprochen? Isi fnchsia mit ü zu sprechen, und nicht 
mit dem 11 von rude? Und stnver auch mit ü? Ich habe nur foosha und soo-a 
geh ölt. 

Auf diese weise könnte noch verschiedenes gesagt werden; ich gehe aber 
lieber über zur „quantität" (s. 51 — 71). Dieser teil ist im allgemeinen trefflich 
bearbeitet, und enthält eine fülle reichhaltiger und schöner bemerkungen, um die 
man den Verfasser beneiden möchte. Die lektüre und das ernsthafteste Studium 
dieses teils sei allen empfohlen, die sich auf die kenntnis der englischen ausspräche 
verlegen. 

Der dritte teil, „akzent" (s. 7- — 9-) ist nicht minder tüchtig bearbeitet; 
es will mir aber die bemerkung aus der feder, dass der Verfasser zu sehr den 
etymologischen Standpunkt eingenommen, und die einflösse der analogie und der 
Position nicht genug hat hervortreten lassen. Sobald irgend ein wort (wir wollen 
die nur den gelehrten bekannten Wörter ruhen lassen) aus der gelehrtensprache in 
den volksmund übergeht, gehört es den unüberwindlichen mächten der analogie und 
Volksetymologie an, und man kommt, wenn man von diesem prinzip ausgeht, 
weiter, als wenn man die ableitungsendungen in englische, lateinische und griechische 
einteilt. Ich bin schon verschiedene jähre auf der regelsuche für die akzentuation. 
und ich hoffe nach einiger zeit damit fertig zu sein. Ein beispiel möge genügen. 
Die regel : In dreisilbigen Wörtern liegt akzent vor vokal 1- vokal, vor vokal -|- vokal 
4- konsonant, und vor vokal -f konsonant + vokalische endungen (wie al, ol, Otts, etc.), 
erleidet nur wenige ausnahmen, und erklärt die ausspräche von tausenden von 
Wörtern; ich habe sie an den vom Verfasser gegebenen beispielen geprüft, und 
die resultate sind übeiraschend : odyssee, cäliier, register, thcatre ('wie theat^r ge- 
sprochen, also mit oftener endung), läbyrinth, cärdinal, cäpital, Cäpitol, Saraceu, 
äblative, äccitrate, resolute, prcvalent, incident, promiitent, acäcia , malärian , etc. 
AVeiter liegt der akzent inmier vor ent, ant, ancy, enger, istry, erty, d. h. endungen. 
worin zwei verschiedene konsonanten sich finden, wenn nicht vor denselben vokal 
-1- konsonant steht; man vergleiche: tendency und allegiance, reliictai/t und lenient. etc. 
Ich glaube, dass durch solche regeln die einstige auflösung der schwierigen ak- 
zentuation im englischen gefunden werden muss. Die regel, dass deutliche ab- 
leitungen stets die akzentuation des grundwortes belialten, erleichtert auch das 
Studium sehr, und wird nui durclibrochen durch bestimmte endungen, wie ation 



2iS Rezensionen. 

uml itiojt, die stets den ton auf a und / liaben. X'orläufig wage ich n)icli niclit 
weiter in dieses netz; ich bin ja noch auf der suclie. Was G. gethan , zeugt 
von grosser genauigkeit und wissenschaftlichkeit; er wäre ni. e. aber weiter ge- 
kommen, wenn er den praktischem Standpunkt eingenommen hätte. 

Leemhardeii, Holland, 20. 9. 9-.. K. TEN BruGGE.NC.ME. 1 



Dr. KCüOl.l'H DkgeNHAKDT, Lehrgang der englischen spräche. 14. aufläge. In 
zeitgemässer neubearbeitung. Schidgranunatik in kurzer fassung. Dresden 1892. 
\" erlag von L. Ehlenuann. 

Ein vergleich mit der 13- aufläge des lehrbuchs von Degenhardt zeigt uns, 
dass wir es nicht nur mit einer kürzung des umfanges. sondern mit einer voll- 
ständigen Umarbeitung dieses buches zu thun haben. Die küizung gereicht dem 
^verke nur zum vorteil, und die Umarbeitung verrät überall die geschickte iiand 
des erfahrenen lehrers, der die drängenden forderungen der neuzeit wohl zu be- 
achten und zu verwerten weiss. 

Besteht das luaterial. aus welchem die regeln abgeleitet werden, zum teil 
auch noch aus einzelsätzen , von denen viele dem Christma- Carol von Dickens 
entlehnt sind, so lassen sich doch dieselben oft zu grösseren gedankengruppen 
zusammenstellen ; ja zuweilen finden sich auch längere zusammenhängende stocke 
zur veranschaulichung der nachfolgenden grammatischen regeln (p. 4; 90 und 
91 ; 213; 229-232). nur treten dieselben in verhältnismässig geringerer anzahl 
auf. Der Verfasser wird den wünsch nach einer veiTnehrung der zusammen- 
. hängenden stücke und möglichster beseitigung der einzelsätze verzeihen, nachdem 
er uns die möglichkeit zusammenhängender Übungsstücke auf dem gebiete des 
französischen gezeigt hat. 

Bei den Übersetzungsübungen kommt er dem ausgesprochenen wünsche 
noch am meisten nach. Schon auf p. 14 u. 15 bringt er längere wüederholungs- 
aufgaben; dsgl. auf p. 30 — 32: .46— 50. Die, erzählung wird abgelöst durch be- 
schreibungen und vergleichungen (70, 182); auch die form des briefes tritt auf 
(p. 157)- Bewegt sich der grössere teil der Übungen mit recht auf englischem 
boden, so findet doch auch Amerika berücksichtigung (p. 75). Aus der litte- 
ratur werden eingehender folgende personen behandelt: Chaucer, Wyclif, Burns 
und Scott. 

Am ende des buches finden sich noch „Concluding Remarks'' über eng- 
liche geschichte und „Chronological Outline of English History front i-f.Sß to our 
days" : ferner „ Table of Sofereigns of England frotn the jVorman Conquesf. 

Mit einem wöiterverzeichnisse zu den Übungsstücken (p. 274— 331), einem 
alpiiabetischen anhange über ausspräche der eigennamen (p. 331 — 333) und einem 
Wörterbuche zu den deutschen Übungsstücken schliesst das buch. Zugegeben ist 
ausserdem noch eine tabellarische Übersicht über die präpositionen. 

Die aussprachebezeichnung ist dieselbe, wie in dem von mir fiüher in 



* Ich kann die bemerkung nicht unterdrücken, dass m. e. bücher wie das 
besprochene 'die \vissenschaft wenig fördern, im Unterricht gebraucht aber geradezu 
.schädlich wirken. W. V. 



E. WiLKE. (i. ROLIN. 219 

haiul IV, lieft 2 der IVurn. stud. besprochenen ersten teile des k-hrbuchs von 
Degenhardt (50. aiifl.)- Es wird genügen, auf diese besprechung zurückzuweisen. 

Die anerkennenswerte kürzung des buclies hätte sich vielleicht in einzelnen 
teilen noch weiter ausführen lassen. Um unnötige Wiederholung aus der formen- 
lehre zu vermeiden, konnte das im ersten teile gewonnene systematisch zusammen- 
gestellt und dadurch noch grössere kürzung des granmiatischen gewonnen werden. 
Manches aus kap. III, V u. VI war dieser Zusammenstellung zuzuweisen, da die 
durcharbeitung des 1. teiles schon einen wesentlichen schätz grammatischer kennt- 
nisse sichern muss. Auch bei solchen schülern. welche den 2. teil ohne vorher- 
gegangene durcharbeitung des 1. benutzen sollen, muss vorausgesetzt werden 
können, dass sie sich die demente der grammatik angeeignet haben. 

Das gut ausgestattete, mit vielem fleis^e gearbeitete buch sei der beachtung 
bestens zu empfehlen. 

Leipzig, d. 26. okti)r. 1892. K. Wil-KK. 



Fr.\NZ Beyer & Paul PassY: Elemmtarbuch des gesprochenen französisch. Otto 

Schulze, Cöthen, 1893. — Ergiinztingshcft zu Beyer-Passy, bearbeitet von F. Beyer. 

("ötlien, Otto Schulze, 1893. 

Mono: Sachie/, seignor, go est fine vertes 
Si fönt tels gen/, coiiitise deserter. 
(Miscans). 

Ce travail excellent, appuye sur une connaissance approfondie de la langue, 
que nous appellerions volontiers lingtca francisca tnodcrna nistica, pareille h Celle 
que le bas peuple de Ronie parlait, aupres du latin iMepant des classes bien 
elevees, — donne Heu h peu d'observations. 

Disons, avant tout, que I'orthographe jjhonctiipie se fiit ra|iidenicnt popu- 
larisee, si les phoneticiens s'etaient contentes de la simplifier par le retranchement 
des lettres superflues sans üiire intervenir de nouveaux caracteres , qui ont pour 
resultnt d'elTaroucher au premier abord les cleves les plus entiiousiasmes. ' 

Voici, ä peu pres, les principales questions que la criti()ue doit se poser: 

1 o I.a transcription phonetique est-elle irreprochable h tous les points 
de vue? 

2° Les accents toniques. et les quantitcs vocaliques et syllabiques ont-ils 
ete notes avec la minutieuse exactitude et la rigoureuse logiijue que l'on a le 
droit d'exiger de phoneticiens qui tourneiit. en l'evitant, la difficulte de noter 
t;raphiquement Tintonation si variee de la phrase francaise. 

30 Le choix des textes est-il heureux (juant au fond et <|uant ;i la torme, 
i'ordre d.uis lequel ils sont prescntes, ainsi que leur connexion intime, n^pondent- 
ils au but que les auteurs se sont propose? l,.i methode est-elle bonne et ce 
but a-t-il ete atteint? 

Ad 1 o. — On reconnait au premiei- abord i|ue la transcription est des 
plus soignees, ä quelques lares exceptions jires. II eüt, sans contredit . mieux 

* Les auteurs auraicnt du suivre l'oitliographe de ("ledat legerement 
inodiliee. 



2 2 o Rezensionen'. 

valu que l'on marqiiat la liaison des elcments plioiiL-tiques par un autie nioyen 
que le trait d'union, qui, en gent^ral, surtout en alleiiiand, est un signe designant 
Separation. Nous aurions prefere une paientht-se horizontale, ou bien, nous aurions 
fait figurer la consonne finale d'un niot au commencenient du mot suivant : l3 sä 
kckylje, ou säk ek^lje, drur k&pti ou (wcek &pti\ procede dont les avantages con- 
trebalanceraient h coup sür le surcroit de difficulte qui en resulterait pour l'elcve. 
A la page 5i, nos eleves, tous, nous prononcaient : hmatinche — pause — peiix, 
pour lematin jcpeux ; il en est de menie h la page 18-*. oü l'on fern la pau.se ä 
la suite du niot ärbr. En lisant p. l^ bmcctr crtdsi , le comniencant , surtoui 
l'autodidacte, h qui s'adresse en partie \ Elementarhuch, n'aura garde de pronon- 
cer ces cinq niots d'une seule emission de voix ; partant il fera faire syllabe ä r, 
ou glissera sur cette consonne finale h la maniere allemande en la changeant en 
c. Notons donc de preference: h7ncv trcetdsi. 

La notation de l'accent tonique avant la syllabe. qui consiste parfois en trois 
ou quatre memhres contractes (cf. 30 19 ivi'n-j-ä-g de'plä:t, 36 i2/v di-d'libi, di-'dlwi) 
et Celle de la longueur des voyelles :i la suite de ces elcnients, est incontestable- 
nient un defaut qui prete h la confusion. Pourquoi . plus simplenient , ne jjas 
surmonter la voyelle tonique d'un accent aigu ? 

Les auteurs amont icniarque eux-niemes que le trait ligatif a tte oublie 
dans nombre de cas, que l'accent tonique a ete omis oü le parier du peuple le 
reclame necessairenient, et, enfin, que les pauses et les interruptions ä faire dans 
l'eniission de la voix ont eti' notees avec une extreme irregulaiüte. que rien ne 
saurait justifiei". 

L'assimiiation des consonnes, teile que l'on a coutunie de l'etablir, est. au 
point de vue pratique, faite pour induire les eleves . surtout les Allemands, en 
erreur. Declarons, avant tout, que la notation en est fausse, l'assimiiation ne se 
]jroduisant que rarement dans toute sa mesure, et encore les consonnes ne s'assi- 
milent-elles que dans le parier, nous ne disons pas courant, mais rapide; facilite 
«i'elocution h laquelle on ne saurait parvenii- qu'a]>rt-s un sejour prolonge en 
France, en societe de gens bien eleves. et qui ne prononcent pas pypid dmälibi. 
Erg. hft. p. 7*5, 1 4. Faisons observer, en outre. que pour une oreille tant seit 
))eu exercee, il y a une tout aussi grande difTerence entre pypid dimöfrcer et 
etvd ädmöfi-irr, qu'entre äple et phvn, oü les combinaisons consonantiques sont bien 
loin d'ttre identiques. Menie dans la prononciation du plus bas peuple , il v a 
une nuance legere. luais bien perceptible, qui distingue la femelle du /« du palais 
du luv. Les gens qui ont frequente les ecoles. et qui constituent aujourd'hui la 
presque totalite de la nation (et c'est h ceux-lh que les etrangers veulent avoir affaire), 
fönt sonner la liquide interconsonantique, plus ou moins devocalisee sous l'action 
du milieu, mais toujours presente. 11 en est differemment des groupes arretes 
)iar l'usage; lä les consonnes se sont coiupletement fondues les unes dans les 
autres, l'assimiiation de leurs natures s'est produite foncierement : //rfse/äi/ö/«, dont 
la fricative dentale vocalique diftere considerahlenient de celle du groupe: Idplds 
thry(fr<rr. ün a donc tort de generaliser des plienomenes qui ne se produisent 
(jue „facultativement" dans des conddnaisons il'un frequent us.ige. telles que jutr, 
7'.'>tr, kirlks, dvick, suivis d'un substantif. 



(i. ROMN. 22 1 

Nous aiities, sans doubler la dirticiiltt, nous clisons K nos i-leves de faire 
sonner pleineiucnt le .' A^ pypitri, tont comine si ce phoneme fonnait syllabe'. 
ce qiii, eil d('i)it des opiiüons contraiies, est" le trait caracteristiqiie de la pronon- 
ciation des veis. En partant de Ih, nous faisons disparaitre peu ä peti, par iine 
emission de voix de plus en plus piecipitee, la voyelle et rc-lenient vocalique 
de 1';-. Alois, nous reconiniandons h nos eleves de respecter, sans se souciei" de 
i'elenient [^recedent, „la coiisonne suivante", dont les Ailemands ne sont que trop 
portes h attaquer l'integrite. Sans qu'il üiille recourir pour cela ä des graphies 
monstrueuses (cf. 2^7 ply herip k3 hl gärjn), la seini-assimilation se produit d'elle- 
iiieme, coinnie dans toules les langues, gernianiques et slaves , aussitot que les 
eieinents sont intinieiiient lies les uns aux autres. Biet", la soi-disant assiniilation 
n'est d'aucune valeur pour le debut, eile ne doit constituer qu'un des eieinents 
de perfectionnenient. Aussi doutons-nous qu'il vienne jamais ä l'idee d'un niaitie 
pedagogiquement forme de faire prononcer ii des enfants qui coniniencent h ap- 
prendre le franqais : zdezirwdr psfölniinis (= je desire voir monsieur le niinistre) 
ou dlä/ätubtr splcC'ntscrymdtis (on l'entend toujours se plaindre de ses rhumatis- 
ines). * — 11 eüt certainenient niieux valu se servir des notations que B. a eta- 
blies dans sa Französische plwnetik (l r) et introduire dans les textes les leqons 
secondaires, tres frequentes et aussi harmonieuses de : pypitridväiwi, ou mäsäh-i- 
mscTr, que l'on rencontre i;;i et Ih , dans X Elenioitarluich de B.-P. (cf 6 '3 skii- 
vi'Stflar). 

Les pauses, telles qu'elles sont notees dans les textes, nous seinblent par 
trop arl)itraires ; il nous est iaipossible d'y decouvrir le principe que les auteurs 
ont suivi ; nous y trouvons absence complete de niethode. Prenons par ex. p. :{ 
1. 7 — '^'. " <> vii'ä piiritt lä lytiijivr o »lymä u Id ml'i dispdrcr , quatorze syilabes 
prononcees dune seule emission de voix, suivies d'une longue pause entre uii 
sujet et son verbe; 34 dhucrst ds lä Uvr\ quoique se rapportant aux quatre sub- 
stantifs precedents. ce dernier groupe ne saurait, ä nioins de leur etre coordonne, 
ttre separe phonetiquenient du terme wcest ; p. 19 '5 lire dmtemdkc, sans pause 
intermediaire. Pour ce ([ui touclie la suppression des consonnes, nous signalons 
pai'tout ce (pii constitue le principal defaut de l'ouvrage ■ absence de precisioii 
et iiianque de logique ■. restons-en a rexein])le eile ci-dessus 34; le / devrait etre 
aussi bien cundamne au inutisnie dans 7Ucrst dd Id ticr que dans 4S 1° hdtis (Baptiste) 
kiimz äi>i(jcn , d'autant plus que dans Tun et l'autre cas les termes sont separes 
|iar la ])ause ; pron. donc dht<(jezddldta:r ou niieux , en intercalant un .' inter- 
mediaire dhvivstddldtivr et hdtistdki. Dans d'autres passages, il eüt cte de la der- 
niere importance pour l'elcve d'introduire au bas des pages et d'ajouter aux phe- 
nomeiies peu connus h l'etranger des explications (pii les eussent mis en leur 



' Coinme Passy le fait parfois, en transciivant des pieces de poesie. 

^ Uli plienoniene tres interessant au point de vue de la phonetique physio- 
logique, c'est que, en sufiprimant completeiuent les deux derniers eleincnts du 
groupe CS + Iq + 3, le mot sab dans 4 '5 mdsäbmdsicr, sur les levres d'un Alle- 
inand, nous fait l'impression de zäb (jambe) mal prononce plutot que de säbr? 
bien prononce; ce ijui plaide en faseur de ce que nous avons avance. 



2 22 Rezensionen. 

pleine luniiere. Nous trouvons p. l lo syl tdl>lo ; pour peu que Ton reflechisse, 
on en conclura que le r de syr (on pounait y ajouter pur, dans le parier des 
gamins) "s'assiniile" toujoius n la consonne voisine; ce qui est completeinent 
faux, la chute de la consonne iie se pioduisant apres l'assimilation que dans la 
combinaison prip. -(- art. de/., suitout / (^ le): on ne dira janiais Imimi märs 
sypdri. 

Des sons transitoires 7u, kc, j, nous regrettons de ne pas y voir figurer j, 
Ih oü il sert d'intermediaire entre deux elements a articulation plus ou nioins 
affiliee: ä,^ peji ou pirji. I^'eleve vena toujours une diphtongue dans la notation 
pci, ou bien coupera le niot en deux. II en est de meine dans la conjugaison, 
au condit.. imparf. de l'ind., et subj. pres.. surtout dans les verbes dont le radi- 
cal se termine par une consonne suivie d'une liquide: midefädrijo, mimurrijo, 
ou bien, ce qu'il faut eviter: nudefädsrjo numursrjo- Soit dit en passant que 
les notations 10, w sont de celles qui ont le plus contribue h rebuter les non- 
inities sans etre pour cela d'aucun avantage pratique. Nous ne nous en sonimes 
jamais servi avec des commencants, nous leur avons fait prononcer un u,y, ? pur 
suivi d'une autre voyelle pure, et enoncer petit a petit ces phonemes d'une seule 
eraission de voix en executant le mouvemenl labial dans toute sa plenitude. Ils 
tournent Ires facilement la difficulte sans etre effarouches par des notations inu- 
sitees oü ils ne peuvent s'empecher de voir un son affilie h leur w bilabial. Sans 
faire parade de la science, disons plus brievement et plus justenient que iv, iv ne 
sont que les voyelles correspondantes relacliees. 

Dans notre £ssai de gratntnaire phonctique , nous avons cite les liaisons 
qui sont de rigueur dans le parier populaire, les autres ont ete, ä tres juste titre. 
elaguees. Dans les textes que nous avons sous les yeux. nous signalons, ä notre 
grand regret, un pele-mele inextiicable. La bonne logique reclamait que l'on 
partit des formes purenient populaires pour arriver petit h petit et methodique- 
nient h celles plus ou moins rapprochees du langage litteraire, comme la raison 
reclame que l'on passe du facile au difficile et du simple au compose. Pour 
prendre le premier exemple qui nous tombe sous la main: 3 i" k/(eäf(ls^ et non 
kjivtäfas. II se peut fort bien qu'il y ait des gens du peuple qui introduisent 
un t, mais ils le fönt inconsciemment, et, dans la meme phrase, un moment plus 
tard, ils intercaleront un s ou un n peut-etre. Bref, ce sont plutot des cidrs, ou du 
Velours. Dans 4I'' prmij'o'retdi la liaison ne convient nullement ä la maniere de 
parier du peuple, qui dit d'ordinaire opr:>mje ou opr:>mJe:tdz^, Corr. donc 12 i^ 
soä, 14 18 (rä, de meme 16^ •, 25 10 taärive, 41 l* ettryn , de meme 422c, 436, 
45 2; 532 scFdzL 



^ Pour bien rendre le parier vtdgaire, les auteurs auraient du transciire 
ka: et non kja:, j disparaissant dans la gutturale palatalisee. 

^ Remarquons l'action gutturalisatrice de m, analogue h la palatalisatrice 
de i (zjU, pron. toujours hli, qui est plus juste et aussi frequent) ; af. prämier, 
proiimier, en dial. fotnelle fumelle. Nous le repetons, le y fr<;. est un son ä la 
formation duquel contribuent les regions gutturales, de l;i la difference cardinale 
entre les y frc. et all. 



G. RüMN. 223 

La transcription, eile non plus, n'cst pas executee avec la logiqiie et la 
consequence voulue. L'auteur tianscrit les toinies, non pas- telles qu'elles Uli 
viennent ä l'espiit, niais plutöt telles qu'elles se jHesentent sous sa plume. Dans 
nonibie de cas. les notations divergentes du mcuie mot ne sont justifiees ni par 
l'influence du milieu, ni par l'action des elements circonvoisiiis, ni par le carac- 
tere general de la piece qu'il nous met sous les yeux, ni par le ton du langage 
qu'il veut reproduire. L'eleve qui refltchit tant soit peu, — et cest le cas en 
Alleniagne, 011 Ton cherche ä se rendre compte des moindres details, — se trou- 
vera dans un grand embanas et perdra un tenips precieux ä des reclierches inu- 
tiles et Sans resuitat; les fornies divergentes n'etant justifiees par aucune circon- 
stance de quelque valeur. D'autres fois , — et c'est malheureusenient dans la 
grande niajorite des cas, — les auteurs fönt des concessions |)ar trop dt-raison- 
nees au langage vulgaire. Ce qui demontre (ju'en transcrivant leurs textes ils 
n'avaient point la conscience bien pure, ce sont ces remarques qui eraergent par 
ci par lii, telles que: „und die offizielle grannnatik würde erwarten lassen" etc. 
üuand ils s"aperqoivent qu'ils sont alles de beaucoup trop loin, ils recourent h 
un nioyen bien simple pour se tirer d'affaire: ils notent au bas des pages les 
formes delayees, ils ajoutent les ? la oü ils avaient ete condamnes dans le texte, 
travail fort simple que l'on eCit dii abandonner ä la perspicacite ou plutöt h la 
patience de ceux qui se hasardent ä apprendre une langue moderne selon cette 
niethode. Que l'on nous permette de faire remarquer en ce lieu que, entre vit 
et lätmä, il y a des nuances infinies, et qu'il faudrait en admettre au moins deux 
ou trois : 3 ^ skncvubve, sivuvtdve, siuvulve, siu:lve, sju:lve, sjulve. En outre, nous 
trouvons au bas des pages des lecons etrangeres Ii la conversation et meme ä la 
recitation: p^ 15 tidemoJdäläg (\. dld) , p. 9 tasö da rädra lezotrakotä; p. lO 
sitänimäl ne se dit plus (I. stet ou st); p. 21 l?syni(?, (1. lasnw). 

Le manque de logique est encore plus evident aux n»« 22 et 23, morceaux 
qui auraient du figurer au comniencement de l'ouvrage, transcrits tels que l'on 
est accoutunie ä les entendre. Nous voudrions bien savoir quel est l'homme de 
Dieu qui, en chaire, lisant les Saintes llcritures, se soit servi d'un tel cliarabia. 
qui, a cote du majestueux lezcevrididjö 34II— i-, ait fait retentir des mots tels 
que disip 34 "J, stjni 34 10, s^uClj, aj 348. n, äpraäirwär 34 1', loictiswilä- 351-4 
kagzcß (!) 3522. On outrage la majeste de PEvangile jusqu' h aller faii'e sonner 
ä nos oreilles les paroles de Notre Seigneur comme les aboiements de Mirot. 
le chien de Perset („der nicht gewählt sprechen will'' ! Erg.-hft. 94). 

II ne convient aucunement de faire disparaitre des elements dans les pre- 
mieres syllabes des mots figurant au commencement de la phrase ou en pause ; 
tpwi peut bien se rattacher ä une voyelle, mais il ne saurait etre isole (cf. 48 2 , 
oü la forme est juste, et 4622, oü eile est ä corriger). Ce principe n'est point 
applicable aux prolongeables, qui, en vertu de leur duree, forment syllabe: 
39 skotiid est juste. — La rencontre de trois ou quatre consonnes ne necessite 
pas toujours, dans le parier vulgaire, la presence d'un ?. Vw grnupe de plusieurs 
consonnes dont une ou deux scnt liquides ou prolongeables , est admissible et 
meme trcs frequent: ceux qui disent t.'dlar, prononceront sans doute kalsjlivjshrT.' 
310, 17. L'individu qui ne substituera pas que \\ si dans le membre complement 



3 2 4 Rezensionen. 

de la propositioii , ne s'avisera janiais d'en agii' difft-reninient poiir quapid ; donc 
si . . . si 3^ est populaire. kü . . . Zv 3 ^•' est litteraiie. 

Ouant aux atones , les auteurs n'ont pas remarque la grande influence 
qu'exercent sur la natura de l'atone l'analogie, le caracttre des elements circon- 
voisins, ainsi que la place que la voyelle occupe dans le mot. Les consonnes 
ouvertes contribuent h l'ouverture, les feniiees h la fenneture des atones : cer'ö 
1 1 18 action de r et de \b?n, mal ar ; zla-s, i(/;'(rj- ont amene Iwse drirse 2\^^ 22". 

L'omission de la fiicative du groupe v7ü est, ä Paris, des plus indivi- 
duelles. L'affluence des etrangers ä Paris est immense et accroit rle jourenjour; 
rien d'etonnant donc a ce que la purete de la prononciation parisienne se cor- 
rompe peu ä peu. L' influence que les patois de l'Est, le champenois , le pi- 
card du Sud, le lorrain et le messin ont exercee sur Paris, a toujours ete dele- 
tere, et n'a, jusqu'ici, pas ete suffisaniment approfondie. L'omission de la frica- 
tive est incontestablement d'origine germanique, c'est un trait propre aux te.xtes 
ecrits ou rediges dans les provinces oiiginairement allemandes. 

Le Parisien ne sacrifiera jamais son v, qu'il souleve la levre d'en haut et 
montre les dents poui" mieux articuler. Comme dans pdyl djuar, il dira ovwdr 
2 !'•, en articulant faihlement ou.en condamnant completement au mutisme le r. 
D'ailleurs, il y a encore l'eternel ttänicsm, qui nous inspire des soupcons. Que 
l'eleve corrige partout et impitoyablement tudmivm: l'assimilation h l'initiale est 
contraire au genie francais : consultez les textes des les temps les plus anciens. 

La notation h n'aurait pas du etre introduite dans le texte, surtout dans 
un livre que l'on. adresse aux Allemands. Quoi que l'on dise, h est toujours 
muette ä Paris, la fricative gutturale ne se produit jamais; son ancienne existence 
ne se trahit que par une interruption legere, presque imperceptible, de Temission 
de la voix. Nous ne foisons pas de diiTerence ' entre Ido de Va haut et la an 
(ciel) ; supprimons donc cette lettre partout oü nous la rencontrons (2 i"-, etc.). 

La forme sc est purement parisienne, ineprocliable au point de vue de 
l'etymologie (sapjo sc, comme abjo ai, e) ; sais et ai ont entraine yV vais , pron. 
ve, tandis que l'inf. fcer a sauve l'ouverture des formes de ce verbe: sfcB, zefce. 
II en est de meme de mir (= mägis), seule forme admissibie pour Paris ; fe, 
See, viE appartiennent ä la province, me appartient a l'etranger. 

"l"^ drwdl (w entrave l'action de rj' 4» nyrdwo'sl;^ 621 ryli ;^ 8 2 uya-l 
(nwirl n'est pas meme francais ; nous n'avons entendu prononcer ainsi qu' a des 
etrangers ä Paris):* 8 22 ,egzä:pl3; *^)~^ swät, comme wdt, f-wdt, pwa:l (= four- 
neau, mais pwdl = pihts), inwdl &c . . . ; JWd'/ est savant ; '[o'i /er^s ( e, actioii 
de/, en depit de rj, M^fiwd; \1^ kru<dje ; 1210 Hvr^dlcrkt^'r ; 131' dsjr (deyr 
vulg.); 15 18 -19 brcesisvj'iedi-d ou l3rivsvj(vdrd ; l63 läti:jptitfi:j ; \~^ plazätri 
(action de phe, phrz) ; \~^'^ la:se (cf. las 14 13, oü le mot est atone; corr. 
39«); 18'^ imr.-msrjcü ; 19 3 t,-(j>(e (strat) ; 199 oh.rr'z ; 21 lä fäktardldpjst 



' A l'accent pres. 

^ lariuinst et n^rwa. jjron. des marins. 

* l^li, prononciation effeminee des voyous et des petits-creves. 

* Pour demeurer consequent, il faudrait noter m^viz 37 n pntuct 39 n (!). 



G. RoLiN. 225 

(rdl giüiipe agivable ä roreille); 22 l^ eUe; 22 1» hi^äzi ; 251 ozce ; 26" oieni;^ 
;-!c>'=^ lenerdlmä (i fernie; ou zenar) ; 30'-! atseterd (t entinve l'action de r ; cf. 
!a le(,on correcte de 67 H); 30 10 Itvle n'est pas si faux que B. le pietend; cf. 
rekr et celer, querir et querir ; 31 6 /ze/rf, cf. limef 59''' ^; 31^2 pnvd; 32 3 j,?/^ 
de meme 328; 328 iudmcem;^ 41 2 ra.r; 41 13 rwd; 43* le paysan, qui ne se 
sert que de la forme bie, ne sait pas qu'il en existe iiiie autie parallele: bjöi', 
Eghft 93. "43*; 46*' bs, lezas, populaire, bs, lezo savant, toujours dezose ; 46 1* 
rdgajdrdi (cf. ga, gajdr) ; 4I ^^ pjce:ro ; 4~i^*^ kasryl (katse) ; 492 (^/^«ri (puisqu'ils 
tiotent odccr 50 1); 49 l^ äpcerswä', h^^ far (fer! c'est tiop fort !V, 50 21 tädik? 
est parisien, tädisks, forme analogique A^ pwisks est rare; ^4^ 7nardi ; 60- a:n, 
en parlant de fenimes celebres dans l'histoire, accompagne d'un determinatif: a:ndo- 
tris, 'a.'ndsbozö, 'a.'nstwär 'a.-ndsbrstdn, sü'ta:n ; niais on n'entendra janiais crier : 
■^■/d-doisi a:n, uiais dn 011 diid ; 61 & ovn'rh ; 63 12 fivd (vicem, fidcm, fagu + ittn), 
fioa (ficaimn) ; b^^^^ /r7t<d ; conime il est impossihie d'attaqiier le mot a:n en 
rime avec alten (pron. iüaii), on admettra la prononciation lä (lade), frwä, pro- 
pre il un dialecte de l'Est, oü 1'/ epentiietique n'exerqait aucune action sur X a 
precedent et oü le n, prononce ä la germanique, faisait passer e, par ci, oi, oe, 
l\ oa, a: on devrait transcrire /ti-/mt/ (lä-frwä), äne-haloine (a:n-älwatt ou ö/a«, 
cf. avoine); cf. 68^—11 a:n et fa:r pour ßer; 7^2, -l vätr et jräz ne sont point 
des rimes fausses, mais des assonances, anciennes et tres correctes : 67 1" säiro:- 
pd'zMmä. 

Ad 2*J. Les indications suivantes, nous les devons ;i notre maitie. ^lon- 
sieur le Dr. J. Cornu, prof. ä l'Univ. all. de Prague. ^ Un des principes fonda- 
mentaux de l'accentuation franqaise est ce que nous appellerions volontiers "l'hor- 
reur du choc de deux toniques". Ouand deux syllahes saillantes se rencontrent. 
il y en a une qui doit necessairement le ceder ä l'autre, h nioins que l'on ne 
les separe au uioyen d'une pause. Cette pause, parfois imperceptible, ne reclame 
souvent pas nieme d'interruption dans remission de la voix , un affaiblissement 
d'intensitc suftit. Mais la syllabe qui l'emporte sur l'autre , n'absorbe qu'en 
])artie Taccent de sa rivale; celle-ci conserve un accent plus ou nioins faible, 
Selon l'importance intiinseque du mot et sa valeur phraseologique , et surtout, 
suivant la plus ou moins grande puissance de son vainqueur. A la p. 2ii 
ma''tnä 'pil serait , ä moins de la pause , inadmissible ; il n'y a de possible que 
'i>wt)iä 'p3l , avec deux accents d'intensite differente. Dans ce cas, c'est sans 
conteste la valeur intrinseque de l'adverbe (jui l'emporte sur le substantif, nous 
accentuerons donc "in&tnä 'pil ; si, p. 2 11 — 12. on voulait faire ressortir l'idee de 
premier, l'on dirait ledd''promje'v(er. Le mot kbse, ne pouvant, ä cause de son 
original kbs, etre accentue que sur la premicre et les idees d'age et de couleur 
lirune devant etre relevees, le mot kbse perd necessairement l'accent et nous 
avons p. 2 11 da,"vfdkbsebry'ni. On i)Ourrait ai)pliquer ce juincipe meme ä la 



' Ceux ijui courent apres le vuigaire, auraient du noter: yzeni, vi«;/.' 
- Nous nous t'-tonnons que B., qui observe avec tant de finesse, n'ait pas 
corrige P. 

' Qu'il nous pardonne de les avoir faussees, ou tro|> mal rendues. 
Phonetische Studien. VI. In 



2 2 6 Rezensionen. 

qiiantite des voyelles; p. 3II "sylwjbri.y a la peiuiltieme seini-longue. Ici encore, 
poui que le choc soit conipletenient ecarte, il faut qiie les syllabes soieiit Sepa- 
rees par une pause ou par une syüabe sonore, non affaiblie d'intensite. ni etouffce 
par la rapidite de la diction ; la notation est donc tres jiiste p. 3^5 kymäsd'/>ic:se ; 
d preposition etant trop faible pour nffaiblir le choc , ä perd de sa longueur et 
de son accent. 

Ce qui nous iiiduit tres souvent en eireur, c'est (}iren francais. l'oii a cou- 
tume de changer d'intonation et de moduler differemment la voix dans Tenon- 
ciation des dernieres syllabes d'un groupe formant un tout, modification qui, 
phonetiquement, detache ces elements du reste du gioupe et nous laisse niaitres 
de les accentuer selon nos vues en suivant les principes de la longueur et de la 
brievete. Un autre eiement de confusion , c'est qu'une syüabe longue a souvent 
"l'air" d'etre tonique. p^r le simple motif qu'en francais la quantite suppiee tres 
souvent ä l'accent tonique ; corrigeons donc 8 ö otila::r"zivdjö. En outre , une 
syllabe tres longue peut fort bien figurer dans la proximite immediate d'une autre 
tonique; mais alors l'intensite de la sonorite de la voyelle va s'aftaiblissant de 
plus en plus jusqu'ä la reprise de l'intensite operee par la syllabe sui%-ante, ce 
que l'on pourrait appeler; "intensite descendante". Cet affaiblissement tient lieu 
de pause : 8 i^ "/yVr; 'hja:: 15:' tä. de meme 33 " . 

II est impossible, en francais moderne, de separer ces deux elements: 
l'accent et la longueur. Tun amenant d'ordinaire l'autre. — Nous voilä en face 
du cöte le plus faible de l'ouvrage de B.-P. Sans guide aucun, l'eleve, surtout 
I'autodidacte. est livre ä la merci de la plus complete confusion. Tout ce qui 
est facultatif, tout ce qui est arbitraire. aurait du etre impitoyablenient ecarte. 

Le premier mot de la proposition, quel qu'il soit, est d'ordinaire atteint 
d'un accent secondaire, c'est une loi que l'on peut etablir pour les langues en 
general. Mais un comniencant pourra fort bien se passer de respecter les lois 
des accents secondaires ou facultatifs. Ainsi p. 36, le premier si porte aussi 
bien l'accent que le second, quoique celui-ci soit le complement du premier; en 
les supprimant tous les deux, la purete du francais n'en souffre aucunement. 
D'ailleurs, il eüt fallu appliquer le principe partout, ou ne pas l'introduire du 
toirt. Ne notons donc ni accent ni longueur dans les parties du discours qui 
representent les rapports des mots et des phrases ; la rapidite du debit efface 
toutes ces distinctions. 

Pour la quantite, l'eleve se trouve dans le menie cliaos inextricable. Vous 
aurez beau lui dire apres coup 6 '8 'gro:si „wegen nachdruck und dauer", il.vous 
repondra que dans nombre de cas, l'accent ne surmonte pas les syllabes qui de- 
vraient etre relevees. 11 ne voit pas bien pourquoi il ne pourrait pas faire res- 
sortir le mot en appuyant sur la finale. Ici mieux que nulle part se trahit le 
peu de justesse du principe de la brievete des voyelles phonetiquement finales. 
/>o, pa, bu, krcr, vi ne sont pas de la meme quantite que vit, surtout quand ces 
mots sont prononces isolement: Si l'on donne a ces termes la quantite de l'all. 
kniff, ils peident completement leur aspect franqais. D'ailleurs, le feminin gro:s 
ne permettrait jamais au masc. gro d'etre aussi bref que %>it, de meme que S3t 



Ci. ROMN. 227 

abrcgera considerablciiicnt la senii-Icingueur de so.'^ Doiic. la lungiieiir complcte 
de oro:s ameiie la seiiii-longueur de gnf et de grosir. — Dans gro.'si.'r nous 
sommes en piesence de deux voyelles longiies; laqiielle des deux l'emportera sur 
Tautre? La premiere a deux grands avantages sur la seconde: 1° La voyelle en 
est plus pleine , plus sonore que «'; „la longueur tient ä la nature intime de 
ferme, ce phonenie ne pourra jamais etre aussi href que /" ; 2° le peuple decouvre 
dans la premiere svllnhe l'element sur lequel a ete forme le verhe , il y ,.sent" 
l'adjectif gro, tandis ijue dans perir, il a perdu le sentiment, „la conscience" du 
rapport de ce verbe ä l'idee fondanientale et premiere ([u'il doit rendre. Voilä 
pourquoi le premier element de gro:si:r portera „toujours" l'accent, que l'on 
veuille faire ressortir le mot ou non. Mais il y a d'autres cas oü l'analogie a 
plus libre carriere encore , oü eile n'est entravee par aucun obstacle. La , nous 
eussions ete heureux de voir , longueur et accent . notes partout , avec precision 
et logique. Prenons le verbe 'plä-Je, 7iuplä:tö ; ce mot, dans la raajorite des cas, 
se presente aux levres du peuple sous la forme 'plä:t: — 1^, 2«, 3^ p. sg. 36 p. pl. 
iudic. et subj.. 2« p. sg. de l'imper., — soit teile quelle, soit suivie des desinences 
e, re, a:, qui, toutes , ne peuvent etre que breves. 11 y a donc une infinite a 
parier contre un que, dans toutes les'circonstances, cette syllabe portera l'accent 
tonique et la longueur. II en est de meme pour la quantite; plus l'analogie 
trouve de prise et d'appui , plus eile est active. Les auteurs auraient du noter 
avec rigueur nu'tra-.'iio la seconde longue et tonique, imdi:'zo , la seconde semi- 
longue et atone. iiupu'vo, la penultieme a quantite non notee et atone . vu que 
le prolongement est imperceptible. L'analogie , dans le premier cas, opere avec 
iteiif elements longs, dans le second avec cinq , dans le dernier eile ne s'appuie 
que sur un seul element : poe:v. Rappeions l'action que doivent exercer sur la 
fixation de l'accent, des formes aussi frequentes que 'mä:z. 

Meme quand les syllabes sont breves, le sens joue le role le plus iniportant 
<lans l'accentuation franqaise. Les verbes de la l^re conj.. „abstraction faite de 
toute influence du milieu", portent l'accent sur la syllabe, qui, d'ordinaire, rappelle 
le sens du mot ; les autres, dont le peuple ne ressent plus la base, ont ete entraine 
par l'analogie. C'est la conjugaison eminemment „Substantive" : eile s'empare de 
tous les neologismes formes sur des suljstantifs : boiser (vieux mot) de Iwis , his- 
}narker (m tromper) de bismark. Donc, au verbe correspond . dans la presque 
totalite des cas. un substantif, qui en determine l'accent. A ces circonstances si 
propices au radical, viennent se joindre des considerations flexionnelles non moins 
favorables. La majorite des verbes de cette conjugaison , gräce aux principes 
qui ont preside ii la transfiguration successive du latin vulgaire sur le domaine 
franijais, sont dissyllabes, abstraction faite des prefixes et des suffixes, qui n'entrent 
pas en ligne de compte. L'oreille du peuple entend presque toujours sonner le 
phoneme, rappelant le sens (le present etant, par malheur, le temps le plus usite) 
du mot, suivi de temps a autre, d'un suffixe flexionnel, qui n'a, d'ordinaire, pas 
iiK-me l'avantage de la prolongeabilite, etant phonetiquement final : (P, n, e, re, rä, 



^ Le role de l'analogie dans la phonetique seiait un travail des plus 

interessants. 

15* 



2 28 Rezensionen. 

ro. Coininent ces avortons phonetiques, ces types bleines et incolores, depourviis 
'ie t'ond, oseraient-ils entreprendre la lutte contre leur tout puissant voisin. qui, 
outre d'autres avantages, a eiicoie. dans nombre de cas, celui de la quantite syl- 
lahique et phraseologique ? C'est la conjugaison du substantif, et c'est le sub- 
stantif qui est tonique , coiimie il Test dans la phrase , et comme il est , dans le 
langage de riiomme, le Symbole de l'etre, d'oü emane et oü se reporte l'activite 
aniinale, <|ui trouve son image dans le verbe. — Et dire que ces principes ont 
ete , jusqu'ici, inconnus ou meconnus , et que, depuis des annees, on bätit des 
systeiiies sur des fondements erronnes et condamnes de prime abord ! Vous direz 
donc 's:ä:tre (je chaiiterai) coinme vous dites 's:ä:t, comme vous dites 'ävis. II 
est vrai que l'ancien franqais mettait un accent secondaire sur le suffixe, les as- 
sonances et les rimes le prouvent, niais lien que secondaire, et cela encore aussi 
longtemps seulement que le e de er(-are) jouissait de sa pleine valeur phonelique. 
Une fois le e affaibli en 3 ou condamne au mutisme (les cas rares, tels (jue pdrhre 
ne comptent pas, du reste pdlre est assez frequent), le choc se produisait et 
l'accent final secondaire disparaissait. Les auteurs notent tantöt 'ma-.zS , tantöt 
ina-:'zo ; ils ont raison de recourir h cette dernieie notation (juand le mot est 
precede d'une tonique opiniätre, qui ne veut pas en demordre; mais , de noter 
tantöt 'saUo, tantöt sa:'to, sans reflechir, sans meme consulter l'action du milieu, 
ils ont grand tort. Naturellement que si l'on considere le mot isole , en dehors 
de la phrase, on arrivera h mettre l'accent sur la derniere , nos faux principes 
inveteres nous induiront en erreur. Que de fois on nous a raliäche sur les bancs 
que l'accent atteignait la derniere sonore et que de fois on nous a fait scander 
les vers en consequence ! voilh la pensee qui entrave votre reflexion. ..Oui, 
scander, ynouter, nous disait le maitre , c'est dans le sens du mot latin, qui veut 
dire grimper, grimpez donc, grimpez encoie, grimpez toujours: admiration L Z '" '[L, 
bctise ± 1," tandis que c'etait -i ^ ^ ^ et " Z. ' Et la-dessus on bätissait des 
prosodies. Comme vous dites 'vur:%ö , vous direz 'hjctUo, vjce 'bjie.'vit. Cette 
explication met en pleine lumicre les formes 'zvce-'re, 'spure, 'ssore kc. Les ß'^ et 
4^ conjugaisons, ainsi que la 2« non-inchoative , entrent dans la categorie de la 
premiere. C'est le radical , poiteur du sens, qui est frappe de l'accent. Nous 
esperons que personne n'aura la tete assez feice pour vouloir accentuer le radical 
phoiTetique sv (ou s^v) et l'opposer h notre raisonnement (nurssvo ou nursdvö). 
La seconde conjugaison se trouve dans des circonstances toutes difTerentes. 
Le radical ne tigure Jamais seul, il est toujours suivi de terminaisons plus pleines 
et partant plus sonores que celies de la l« cj. On avouera toutefois que, si 
tavorisees qu'elles fussent a l'endroit de la sonorite, ces desinences etaient, dans 
la lutte prosodique, en grand desavantage en face du radical, quant ä la quantiti^. 
Ces terminaisons, breves pour la plupart, couraient le danger de succomber, et 
d'etre, malgre tout, absorbees par le radical. Mais, au grand avantage de l'har- 
luonie si variee de la langue franqaise, et au detriment de son unite verbale, 
elles se sont retranchees derriere les formes si frequemment en usage de l'infinitif, 
du futur et du conditionnel. La voyelle de l'infinitif, si longue en vertu de sa 
])Osition devant un ;- phonetiquement final, — quantite, accentuee encore jusqu'au 

' Affaiblissement d'intensite dans bL 



Ci. RoLix. 229 

supiC-me dfgre sous l'actioii prolongatrice des inliiiitils si usiU-s diri:, ccrire, ikc, 
et qiii a sauvc- ]';■ final , qiie des circonstances moins propices ont cohdamne au 
mutisme dans la Igcong. — , appuyte sur la demi-longue du futiir et du condi- 
tionnel, oü eile persiste et ne disparait pas comine dans les verhes de la K cj., 
a, ;i tout jainais, interdit h l'accent tonique, de deserter, sans y C-tre absolument 
contraint [lar l'action irresistible du niilieii, les desinences en faveur des ladicaux. 
Kn outie, dans nombre de cas (3« p. pl. de find., tout le shj., 2 p. itnptf., tout 
l'impft., futur et cond., pour :ie prendre (jue les temps empioyes par le peuple, 
et en consideiant que IV (?) a sonne jadis), le radical figurait \\ rantepenultieiiie, 
oü le genie de la langue fiant;aise, des sa formation , n'a Jamals tolere qu'un 
accent secondaire (cf. z'/r^^«t'-wV;-^^, espirete-esprit \i7WAX\\.\). Donc, Faccent n'avait 
que l'alternative de demeurer sur la finale ou de passer sur le radical en iiiutilant 
les terminaisons; or, cette derniere possibilite etait exclue, l'infinitif et la sifflante 
mettant les desinences a l'abri de tout outrage. A cet avantage vient s'ajouter 
encore le iait que la 2^ conj. est ce que l'on pourrait appeler „la conjugaisoij 
emincnmient adjectivale". Les adjectifs les plus frequeniiiient en usage, ceux qui 
se rapportent h la nature intime des choses, ä leurs dimensions, tels (|ue long, 
large, hon, beau, vilain, mauvais, figurent de coutume devant le substantif, et lui 
cedent la portion qui leur revient d'accent tonique et pbraseologique: donc, ab- 
straction faite de l'empbase, ils sont atones. Encore si ces verbes etaient formes 
sur la foime masculine de l'adjectif, on y verrait figurer nombre de syllabes 
longues, susceptibles de se charger de l'accent tonique; au contraire, c'est d'ordi- 
r.aire la forme feminine des adjectifs, c'est-h-dire la breve, qui correspond au radical 
du verlie. 11 est vrai qu'au point de vue de Tetymologie, verdir remonte plutot 
h vert (viridis) qu'h verde; mais aujourd'hui, le peuple n'y soupconne plus la 
forme masc. vcetr, mais la fem. vart, h voyelle breve. 11 n'en est plus de ineme 
des cas assez rares, oii le verbe remonte h un radical toujours long, tel que rii:z ; 
Hl, l'accent tonique atteint d'ordinaire , disoiis , toujours, le radical, abstraction 
faite de l'action du milieu : ru:z — 'h'n:zi, rns — zm'si. De meme, quand ils 
eveillent l'idee de leur origine, ils passent ä la conj. substantivalc. On peut donc, 
en respectant l'entourage, toujours accentuer les verbes de la 2= conj. inchoative 
sur la terminaison, en ajoutant, si bon nous semble, un accent secoudaire facul- 
tatif sur le radical. A l'infinitif, au futur et au cond., ces verbes peuvent suivre 
les lois que nous avons etablies quant aux paroxytons. 

Nous ne saurions parier de l'accent tonique sans dire un mot du role ä 
assigner ii la negation dans le developpement de l'accentuation francaise. 11 est 
incontestable que, tant que le peuple avait conserve le sentiuient de l'origine de 
ces mots (passum, ran), il les faisait ressortir en les traitant coiiime des suh- 
stantifs. Mais aussitot qu'il eut perdu la conscience de leur origine, il leur as- 
signa le role et l'importance de simples suffixes ou afiixes, susceptibles de deci- 
der du sort de syllabes breves, mais sans action aucune sur les syllabes iongues 
ou „prolcngeables'^ , qui les precedent. Dans les verbes de la l« cj., l'inffuence 
des negalions etait entravee par le caractere des radicaux, longs ou prolongeables 
dans la presque totalite des cas (z3n"mä:spa) , compietement paralysee par la 
presence d'une voyelle intermediaire plus ou moins sonore selon ie groupe de 
consonnes qui la separait du radical (ilnjre"k:}lt3'pa,maidre"kjho'pa,hnrc"k}ltce'pa) ; 



230 Rezensionen. 

tanclis que dans les veibes de la 2" cj., la termiiiaison flexioiinelle, tantnt mono-, 
tantot polysyllabe, breve presque partout, et, partant, afTaiblie dans sa force 
vitale, cedait ä l'action du suffixe negatif. Dans le choc qui en resultait, l'accent 
secondaire demeurait sur la negation , tandis que l'accent principal errait d'une 
syllabe h l'autre, cherchant un refuge dans un element plus ou nioins prolonge 
ou prolongeable, ou rappelant plus ou moins bien l'origine du mot (sß'ni, "sfiiii'pa, 
ilß" ni.'rpa , iln3"frä:sis(e'pa; de nicme dans la forme interr., pronom. et impert.: 
"sä:to'7iH, re"zivtso'nu). 

Ya\ outre, les adjectifs, eu servant de base ä des verbes, perdent de la 
plenitude de leurs forraes ; il y a toujours quelqu'un de leurs elements qui se 
detache du radical pour se joindre ä la desinence, cf. brynir et bröt, sä:te et sä.^ 

Quittons ce sujet en rappelant \^, que la sonorite des voyelles et „des 
consonnes, surtout prolongeables", decide paiTois de l'accent, particulierement 
dans les subst. et adj.: "z^H d'my:smä ~i^^; 20, que dans les composes, l'accent. 
s'il ne se trouve pas sur le radical des verbes de la l« cj., y passe toutes les 
fois qu'ii cC-de h un accent suivant, phenomene qui ne se produit pas dans les 
verbes de la 2« cj., ä cause de la polysyllabilite des Suffixes; cf. 196 ' mä:za:r' dim ; 
:^0, qu' il V a certains groupes prosodiques que le francais abhorre, par ex. une 
breve tonique h la fin de la phrase ou en pause, entouree de breves sonores : on 
s'attendiait a trd'vdjc, selon btrd'vdj, strd'vdj, mais on a 512 "trdvd'Je, 4'1 voskii'sc, 
mais fort bien "ä:zdd'mi (ange d'amie) ; "dbrikftie et non ^^ ' ^} 

Si l'on veut mettre en relief un terme dont on ne sent plus les lapports 
avec les elements dont il est forme, on l'accentue sur la premiere en l'allongeant 
si possible: 'ä:kjr 61'-'; 'hodjö 8 6, 'ßno 16 6, pour rappeler la zwä et ]n ßnas. 
D'autres fois, l'accent depend du sentiment qui nous anime 18 3, 'marsi (inton. 
descend.), indiflference ; inczr'si, gratitude et empressement ; "tu:p?ti lö», en mon- 
trani; tiipti, simple narration ; tantot il depend des formes de la diction : affirm. : 
'vrir:mä, interr. : vrtt'mä ? 

Dans les poesies, ces lois ont ete, inconsciemment, respectees, h quelques 
exceptions pres : 

.=,4 21 Zvd'spromiie, 56 10 eniitj"gdrd3'rdy 58 !•* eüEto" bordy'ni. 

Le nombre d'accents n'a pas toujours ete observe: 57 8 äßl'djr , 57' 
Hitt3' dynrozä' kor . D'autres sont impossibles dans l'accentuation francaise : 59 » 
'käzsmdsvciz^'te, acc. 'siibi. L'admirable petit poeine no. 3,3 a des vers a trois toni- 
ques, ou a deux avec une syllabe tres longue, qui supplee a la 3^ tonique. Bien 
accentues et scandes, ces petits chefs-d'oeuvre offiüaient la plus douce harmonie: 
66 -t— 8 ebjci;: kdtyvy ^ " ^ ^ ' 
zciy licdezivir ^ ' ^ ^ " 
zepa: seldmt€:r ^ " ^ ^ ' , 
zetu vydäl(r:r w " ^ ^ " 
itksic ptelivir.'r .' ^ " ^ ^ ' 



' Au point de vue de la phonetique! 

- En voilh encore un „begriff, der neu eintritt" {,Erg. hft. 79, 6 8), et 
que, malgie cela, B. n'accentue pas sur la jiremiC-re. 



G. Rüi.ix. 231 

A iiotre gr;in(l i'egrt-t, l'espace iious iiitc-nlit de nous eii occupcr davantage. 
Passv seiiil)le s'etre brouille avec la prosodie ; cf. Aes Sons du Fr., 2« ed., p. 90I : 
Ivndivu iCp3tcc:tr3 ne, un vers de neiif pieds ! 

Corrigez : 73 ir?;/, et bjü'-. partout oü il est tonique ; 81" etä:bl3 , iCv.hh 
. . . semi-longues. T^i; 95 po:fp3ti, l'assimilation n'exerqant qu'iine influence in- 
signifiante sur la voyelle, cf. 'so:ßwä; ä cote de 'täphvA,^ donc 21 1 n:f ; cf. 3C^, 
oü la notation est juste; II6 är(c:t 1/2 '."'■; '3' pad'dä:ze (B. bien , P. mal); 
'fxe.-tlä, Eghß\i2-^ \4i^ vi:d ; 17 i" l'i^se, cf. l^^^ (zlces) et 20 1* (pus) ; 231* ttur:, 
loiigucur individuelle; 27» debu:l ; 304 sä:le, Mk'ze, cf. 3^'''; 31 4 /«'•/? pour le 
iiian<]ue de logique, cf. 307, oü, conirne ici, le mot est suivi de deux soufflees; 
( Dir. 'pa-.-f pa 'bjcerole, cf. encore 3l'''i-; 3i;( so:/; 311» l,cs ; 31 n «.- = .inde ; 
« = in ; 3123 liyz, cf. 321 ; 32^^ pr^d'r.g, coiiime le verhe ; 33^ 'p.-trrspn 33^ zmä:'ve ; 
AS^O pari, cf. 40 14; 39 16-17 allongez les trois h-ö:s , que le mot, ainsi que les 
syllabes j:r, u:?; deviennent aussi longs que le travail , longs conime des jours 
sans pain; de meme 39 '^ cf. 41-*^; 4li-* 's.ypirrb, tres long h cause de \'s pre- 
cedent; il est difficile d'accentuer une syllabe tres hieve sans jirolonger la con- 
sonne, de meme s:i 43I2; 4210 fiwäi bref!; 464 rtnu-.'d ; 514 d:jnir; öH'i iriitdcvl; 
035 0:^ 

~^^ pnvwiif "pdtl'ne; lo- hä'rdk, tut'sjrt dj'so.'s ; 12'" UztMhicj ; \\\'i isävä'ztue 
lüä'bäl, oü V(\ fait corps avec hoc; 14'J 'o:t ru-s'pakty"ö:z7nü ; lö'" 'tnle'livr, cf. 
löl'^ 'ttile'mo ; 18IO 'ba'ba; 22l bi'jce ; 2412 'pa; 241^ 'pä:d; 2519 'z:yst3mä, cf. 
251: 2'i^'^ (K'fäjibbtnä ; 291-* se'rjö:zniä; 33I8 'plydia (nicht mehr würdig), //i'Vw 
(wüidiger) ; 33'-2 d"nme Ivo'gra e"tibel3 ( ' v^ tres frequent) ; 34I 'kär (cf. af. car 
et quer); 416 '/rt.-.r^r ^ 'rpa.se ; o'^ plvz^H- Le type acoustique ' w, h la fin des 
jihrases, a ete trop neglige: 61*' 'tnoa.su ; 61 'frö:nu; 6t l^ tiuzä'sa:iro ; ces 
groupes sont dus h l'analogie des niots a penultienie longue: la longueur a atteint 
les „projongeables" : '»tcE.'zo a contrihue ä amener ' frij:iiii. 

" w: 4 IS dri:ve ; 419 ka:re ; 52 iö.V? 3po:ze ; 54 zidxrbjät ; 59 ^^j.v-ö Cef. 
/ij'.-r_); 5 10 /^ö.-X'«; (y^ prce:tä, cf. 613; t^ pa.-knrt (action Att pa:k) ; 6^*^ pcr.s'e (ptr.'s) ; 
py/n/e (p^m) ; ~ö täunfö ; 720 Vö.-.f? 'bo:kar ; 86 /«.i^; 88 /^o.V«; 81« i^.-sr (action 
de l'Kglise) ; 10 18 salmä ; lO'-O ^/z/.'«^? (bdvä'.) ; ll» ^-«.^^r (/w;s^ (trä.p , ro:z) ; 
\\cisä:plym(!.') ; \2^^ ku:tä ; 131 dma.se ; \?,'^^ fu:re (fti:r,fu:ro); \:i^^ arö.-zmä (!) ; 
152 t7.-2^ l(£rr3fy:ze ; lö^ frä:sie ; 11^^ Sisvne.'mä &pl(e:zi:r ; \%'^' dekä:pe ; \^)'^vilc£ 
(vil); \^^<i r3b(l:sö ; 21 14 ^/.-Jo, cf. 2li"; 22^^ biv:ta, 221« bivUiz; 23** bjä.'sdz; 
25» rd,fr<r:sir ; 292 ds<r:mr (s(s:ti) ; 29» grossu ; 311 irtr:/ce^ (P. mal, B. tres bien 
/si,'/^//, 89, 31I); 355 mä:dje ; 38I8 les mots en a.-j/o; 43'' mceja.-r ba:skii:r ; 43I6 
dka:blät (dkable, kabb) ; 453 ^j-?< (^45 l"* bien: 'pn$) ; 51I'' idmä:d(rpa:mjd ; 54^ 
7w(r f.'J; 616,0 tnva:s» fru:nu. 

^ " : 51 spmnvdr ; 13 16 zvlätr3 ; 2o6 dögro:s bu-:iinvd:r ; 33--' rehi'isömc 



• = tu ])eux te taper, te fouiller ^= quark, schniarn ! 

2 Les niots en y«/, «</ sont au inoins semi-longs; ile meme «pie ceux qui 
se terminent en irj, sjLrj, vcTJ ; la linale // est longue dezt'ibi:/ 'i'-l. 

3 Ce que B. fait seul, il le fait admirablement bien; il se montre partout 
l'auteur de la französische phonetik. 



232 Rezensionen. 

{^"^ '); ii,\'i^ satiöß'fiisce'pa; o'^'-> 'älo'sivive'tnwä ; \0^ öe'>'dni'mälcrs"t)-:)rdi'nir:r ; 
521 msparr'bjä, d:>r'mir (ich hoffe wohl, class ich scli. w.), Z(i'sp(r:r "bj(i':(brmir 
(ich h., gut zu seh.). 

' ^ " : 6' inärgriibläs ; biitodjr; kukit'zon; 6^ prhnvarzon; 6-t* " ^ > fribimvris : 
"6^^ ptitäfä (mais '6^ lc'zä:/ä) ; ^^^ purkwädo ; f)^^ hilezä ; \0^ turdifsrs ; 12S sma/i- 
pase; 124 krwäjevu ; 'l~fi sart&ljcezird ; '1^)^ nattväje; 38^3 vjd-Jjmrzo (altes haus; 
figürlich: vjajpdtrdk) ; ^2'^^ ßccrsypcerb ; 43^" pasla.'se. 

' ^ ": 'ßno"s:o:v ; ' ^ -^ " ^ 11» sißytäge:mä ; " ^ ^ ' ^^^ ptitäfäporrs ; 
%-^ grä:tpivrs3tiosi ; ll^ grjhtätfrwä (cL grydcc pour grsdce) ; 33^' mcetelälwi ■ ■ ■ 
e"mmte'lwi', " ^ ^ ^ ou '' .^ ^ ' : 10" ätremesjö ; ^ " ^ ^ ^ ' : \A^^ yiigrCatpärtit- 
sepwd:r ; " ^ ^ -^ ^ ' est faux, coii'. 20 ^ "pamivä'jiedäsjr'tir. 

Pour demeuier fideies ä leurs principes, les auteurs auraient ])U intioduiie 
les lecons suivantes, frequentes dans le peuple, inais que nous desapprouvons : 
9 18 vägoism^tßcer ; 9 16 t:uko:te ; 102 mo:t:uts3rt (le peuple ne craint point la 
confusion de mötre avec rnötc)'^ lOn. 4 säiisko-cuäjce ; kuleu = que voulez-vuus' 
echt gemütlich und kolloquial ! ? ; 10I8 smädösu (seulement deux sous) ; 1*1 20 Itdrjic ; 
\'>,^ hpcerdzyl, tres ancieii, tres francais et tres populaire, sans etre vulgaiie ; 13I' 
ra:zdd:>r; l'i^"^ znnag ; \(y> dsa (qui est l'anc. pron. de y'a, et noii dcjli) ; 18I vit (I; 
kmäsdUi; 182 kastepavy ; iSH dästddi; 19 10 mifö; 3322 sujc (= soulier); 20 23 
"kx:sö ; 2220 purpaktylpcej ; 258 tyrmhnä ; 27II Hbdl (infl. du s) ; 28» swit::dla'r ; 
30- /Jy zr //}/; 4^'^ prsmi (cf. i^i//^; 498 tddusmä; 49I9 »?.v7 (=;: monient) ; 50-1 
pisks ; 53^"^ /«? =^ <?/«; et dans I'edition prochaine : scvsk = sexe] ßa-rdcrzissird/' 
= faire des extias; zidefä -^ je le d. ; ddvc^k r= avec; zöpy ^^ je n'ai plus; 
Icerzi ^^ le leur; sprtirsrje; o'zd'ö := ozurdihi ; hrs, dbrs ; kceskiviiprä z= piirlra'd j 
pom'ri chhielh \>ovn' polic hineile ; "zu'sfö = bonjour monsieur. 

Le style, quoique des plus simples, est, dans niaint endrnit , extremement 
defectueux et vicieux. P. 69 on corrigera: dälehivao:si jddeßoer ^ „auch in den 
w. g. es b.", et non pas „In den w. g. es a. b." ; n20 rä:d , subj. ineme dans 
le peuple; l61l Idmierdshuiz lwid:>n, h qui?; corr. lämoerdalwiz (^ondsdßj ', l6l2 
li =^ Idkriit, Idkm-ot; l6l" Ubüd, dans le parier pop. on supprime l'acc. comme en 
af. ; 3222 „quand il a eu tout depense" renionte a „(]. il eut t. d." et non ;i ,.q. 
il a t. d." Erghft 1^0, 3222; 0524 sdgddplytn vid, s'il est vide, ce n'est plus qu'un 
y,sac ä plumes" ; 34!" ilkrdsdpdrtar , corr. dtar ;^ 36' rsvy, un aveugle-ne qui 
?'£voit? Evangile; 7ni clair ; 45I9 ihraja . . . kymsiöhWirhve, paf! un refroidi qui 
se met h brailler!- corr. k^Maymar ou k. si i'ulaltibe; 47'^ miz meme pop. — 

Fautes d'impression : 1 ll2 da; 1510 sdn ; 2llS äl'dlö; 2618 ätrcb; 42I" h l. : 
461 s'md' ; 6714 £/cßä; Ergzhft 83, 13II sotäkylcer ; 93. ^2^^ sypirrb ; 96, 512 ?;^j- 

Ad 3C La methode est completenient nianquee. Les auteurs adressent leur 
livre h la premit-re jeunesse, h des commenqants. h des autodidactes ; h des eleves 
qui, ne possedant pas encore les rudiments du franc^ais, auront h apprendre par 
ca-ur. peut-etre, des recits . oü fourinillent les fornies popu'.aires et vulgaires, 
contractees par la rapidite de la diction. Nous nous etions attendu h de petites 



1 Texte de l'Evangile defigure d'une nianii-re ridicule. 

^ Gesund legte er sich nieder, und ..erwachte" als leiche (Flieg, hl.). 



Cl. ROLIN. 233 

conversations 011 dialogues, tantot enjouc-es et badiiie«. taiitot SL-iieuses et instiuc- 
tives, parseinees de lieux-conimiins du parier journalier. pleines de inoiivement 
et de Variete, de la plus grande siuiplicite d'abord; nfin que l'elcve en jiuisse 
deduire lui-nieme les principes grainmaticaux, <iui se trouveraient resumes au has 
des pages, puis de plus en plus compliquees; ä la fin on aurait intercale de petits 
extraits de coinedies francaises ; le tout note conime le prononcent les gens qui 
out frequente les ecoles. 

La GraiDinaire qui est ajoutee aux textes , n'offre rien qui ne se trouve 
dans VEssai de grammaire plwnctique que nous avons public dans les Phon, stttd., 
l)d. IV hft. III et IV. L'article s'v trouve accoinpagne de differentes rcgles sur 
le genre des substantifs. qui sont plus couipletes dans les editions des ouvrages de 
l'excellent pedagogue Charles Pkttz; les exemples y sont mal choisis, par ex.: 
une des regles les plus irnpoitantcs, c'est que a, est, en francais, une terminaison 
inasculine ; oi', au Heu de citer conune exemples : le cholera die cholera, le pliyl- 
loxera die reblaus. le reseda die reseda, il aliegue comme ex.; /i? bas (/^/' strumpf, 
le pas der schritt , le bras der arm , le combat der kämpf. En revanciie on ap- 
prendra que Ton dit „la Maladetta", et nwcvl. — Les Jegles que nous avons 
etablies sur les adjectifs , en piutant du fem. pl., comprennent toutes les formes 
adjectivales sans exception ; Celles de B. ne se rapportent qu' aux adjectifs d'usage 
dans la conversation ; encore est-il oblige de recourir souvent ä des resumes peu 
consolants pour l'eleve: „und viele andere, &c.". „meist". L'eleve y apprendra 
que l'on dit ärcoätuiä, p. 126; b & zivöe , p. 12,S; djne»m<üla- , p. 126;' kwkä, 
p. 1.33; üvceglpmä (adv.), 166. 

Le verf)e , qui aurait dii figurer au commencement de la grammaire et 
auquel l'auteur aurait du rattacher les autres parties du discours, est, en maints 
endroits, fort defectueux. II e.'^t parfois impossible de trouver le lil d'Ariane 
dans ce pele-mele inextricable. L'auteur part toujours de la l^^f^ pers. du sing. 
pour arriver h la ,3« du pl.; la route opposee est seule logique: comme dans 
les adj. on commencera par la forme la plus pleine. II ])art du radical , et se 
sent oblige dans son glossaire de citer en regard les formes correspondantes de 
l'infinitif; quand il reconnait que la regle est un guide ])eu sür, il se borne ä 
enumerer toutes les formes (cj. inchoa.); il niutile le verbe en en retranchant le 
passe defini, sous pretexte (|ue le Sud seul et hi lar.gue litteraire s"en servent,- 



' II faliait ne pas oubiier: dyiinm'äzä .' »/(C/im^cäzi, vin'uzäveficmäl 165. 

2 Comme si le Sud ne valait pas le Nord. Le francais .se trouve ainsi 
rapproche du dahomeen, qui, lui aussi , n'a que le prcsent , le passe et le futur. 
\J Elemeiüarbiich marquerait fort bien h la suite des Parisismes de Villatte , ii 
titre d'appendice. — Pour I'enseignement „du bon francais" ä l'etranger, le Lelir- 
Imch der franz. spräche de George Weitzenl)öcU , l'emporte, ä tous les ])oints 
de vue, sur les grammaires qui ont paru jusqu'ici. Bechtel est par trop mal 
soigne, et ne se tient pas suffisamment au courant de la phonetique (cf. tout au 
conmiencement , p. 2 a-uf, ba-tif ^\nc un ö ferme!; p. 1, absence de a velaire); 
tandis que Weitzenböck repond completement aux progres de la phonetique con- 
temporaine. — Soit dit pour I'enseignement du frani^ais en Antriebe. 



234 



Rezens'.onex. 



et, malgie cela, son verbe comprend dix-huit pages, tandis q\ie le untre, sans 
lacuiie, sans locutions telles que „manche, einige, viele andere, 140, 141 •', com- 
plet, n'en reniplit que luiit. En revanche vous y apprendrez p. 144 que Inijir 
a, h la 3« p, du pl. , Im f= haut!), que Jj riti ce HW se traduit par: „der 
braten \si gekocht-' pour ^gar"" ; rwCiJ ligurera a cute de suhX, <rj a cote de <?; 
si vous vous interessez ä l'etude des dialectes , vous y trouverez votre affaire: 
irkiü(7;, cdzävcc, pp. 136, 137; l'ancien franqais, n'y a pas ete oublie: äzcrt pour 
äsfft! &c., iJcc, &c.; — p. 37i9 vous trouverez kdkaköt. 

Cet Instrument magique de la pensee et de la civilisation, cette langue si 
male et si harmonieuse. cpie les nations aiment comme leur seconde langue mater- 
nelle, se voit mutilee , outragee , ridiculisee, caricatuiee, et exposee ainsi ä la 
risee de Tetranger. 

Damnedeiis pere, nc laisier hon'tr Fraiicc ! 

Frag HC, St. jVicoias de Port iSgz. G. ROLIN. 1 



Karl Kühn. Französische schidgranimatik. /weite umgearbeitete jiuflage. Velliagen 
und Klasing, Bielefeld und Leipzig 1892. 

Die zweite aufläge von Kuhns französischer schulgrammatik zeigt gegen 
die erste einen grossen fortschritt. Das kapitel „laut und schrift" ist bedeutend 
vereinfacht. Die formenlehre ist nicht melir auf die iautform gebaut sondern geht 
von der sclirift aus, eine Verbesserung, die manchen kollegen aus einem gegner 
zum freunde des buches machen wird. Daneben ist die lautform nicht unberück- 
sichtigt geblieben. Ganz umgearbeitet ist das verbum. Daran schliessen sich 
melirere übersichtliche und zur Wiederholung recht geeignete Zusammenstel- 
lungen: 1. eine zusanimeusteilung der abweichenden und unregelmässigen formen 
nach lautgesetzen geordnet, 2. eine Zusammenstellung der für die abweichung wich- 
tigen merkformen, 3. eine Zusammenstellung der mit den unregelmiissigen verben 
verwandten bildungen, geordnet nach verbstämmen, nach dem Infinitiv, dem partiz. 
präs., partiz. perf. und sonstigen Wortbildungen. Dann folgt die formenlehre der 
übrigen wortarten und die syntax. Für eine dritte auttage möchte ich dem Ver- 
fasser einige wünsche zur berücksichtigung empfehlen: dem § 18 einige beispiele 
hinzuzufügen, in § 21,4 den ausfall des a in la und des i in si vor//, //j anzu- 
führen und den § 61 etwas zu erweitern. In § 154 iiätte ich gern den historischen 
inlinitiv erwähnt gefunden, von dem mir im lesebuch des Verfassers die beispiele 
34. 20 Et le renard de courir und 139. 36 Et le citadiii de dire A\.\^gtsiosse:w sind. 
§ l6,"i über das gerundium wäie vielleicht anders abzufassen und die konjunktionen 
ausführlicher zu behandeln. — Im anhang folgt eine kurze verslehre sowie die 
wiclitigsten synonyma (60 nummern), unter denen ich penser-songer vermisst habe. 
Eine Übersicht der gebräuchlichen grammatischen bezeichnungen im deutschen und 

' Herr dr. P. Passv wird einige bemerkungen zu der obigen besprechung 
im nächsten heft der Fh. st. veröffentlichen. W \'. 



\V. VVandschneiuek. 235 

t'raiiznsisclien schliesst das bucli. — Mir scheint die külin'sclie grainniatik wohl 
geeignet, die schüler der realgyiunasien und obeireaischulen von der untersten bis 
in die eiste klasse /u begleiten. Sie sei dalier l)ei neueinfülirungen den fachkoliegen 
l)estens zur berücksichtigung empfolilen. 

KAKI. KChn, Französisches lesclmch für anfäuger. Velhagen und Klasing, liielefeid 
und Leipzig lS9-- 

Seitdem ein teil der Jugendgedichte in der 2. aufläge des kühn'schen lese- 
buches fortgeblieben ist, hat sich der Verfasser entschlossen, dieselben nebst an- 
ileren Stoffen für den anfangsunterricht, leichteren gedichten und prosatexten, ge 
sondert zu veröffentlichen. Das so entstandene lesebuch für anfänger soll haupt- 
sächlich eine einleitung und ergänzung des lesebuches für die Unterstufe sein. 

Der Stoff ist in die aljschnitte eingeteilt : Rimes et jeux de Pen/aiice, La 
vie a la maisoti, L'ccole, Lefons de citoses, Les Saisons. Alle stücke sind dem an- 
schauungskreise des se.\taners angemessen. Sie sind durchschnittlich leichter als 
die stücke des 1. teils der Unterstufe und eignen sich treft'lich zu Sprechübungen. 
Einigen schliessen sich unmittelbar eine anzahl fragen an. Für jedes stück finden 
sich hinten die Vokabeln zusanimengestellt, ein umstand, der das buch für den an- 
fangsunterricht besonders geeignet macht. Gern sähe ich diese einrichtung auch 
auf den 1 . teil des lesebuchs für die Unterstufe ausgedehnt. Es wird dadurch 
viel zeit gewonnen, die mit dem an- und abschreiben der Vokabeln verloren geht, 
und die schüler haben ein fehlerloses Wörterverzeichnis in bänden, das sonst kaum zu 
erreichen ist. Ich denke hier zunächst an sextaner der real- und oberrealschulen. 
Erwünscht wäre es, wenn bei den ersten stücken alle vorkonniienden verbfornien 
aufgenommen würden, da diese anfangs als blosse Vokabeln gelernt werden müssen, 
sowie, dass auch späterhin bei unregelmässigen verben die jedesmal vorkommende 
form angeführt wird. Den stücken gehn 21 texte in lautschrift voran, von denen 
ein teil sich in der Unterstufe findet, und y melodien. — Hoffentlich wird sich 
das leselnich für anfänger viele freumle erwerben. 

Hugo Fischer, Übungsstücke s« Kühn, Kleine französische schulgrammatik. Unter- 
stufe. Velhagen und Klasing, Bielefeld und Leipzig l8y2. 

Mit rücksicht auf die forderung der abschluss- und der reifeprüfung kann 
die Übersetzung aus dem deutschen , so sehr sie auch eingeschränkt zu werden 
verdient, nicht ganz beseitigt werden. Da sie sich aber nach möglichkeit dem 
le.sestüff anschlies.sen soll, so ist es ein verdienstvolles unternehmen, die vorlie- 
genden Übungsstücke zu dem schon weit verbreiteten kühn'schen lesebuch ver- 
öffentlicht zu haben. Mancher lehrer hat sich wohl selbst schon ähnliche Sachen 
für seinen Unterricht zurecht gemacht. Was nun die Obersetzung ins französische 
anbetrifft, so will es mir am besten scheinen, wenn man im eisten halbjahr über- 
haupt von jedei- Übertragung aus dem deutschen ins französische absieht und im 
anschluss an nr. 1 — 29 des kühn'schen lesebuchs keine Übersetzungsübungen an- 
stellt. Dagegen halte ich es für nötig, das präsens und imperfekt von avoir und 
itrc auch in der verneinenden und fragenden form an ganzen sätzen einzuüben. 
Aus nr. l, 3, 7. 13 lassen sich diese mit leichtigkeit bilden. CKühn. Der f ran- 



236 Rezensionen. 

zösische ari/aiigsunterrkht . s. ;55j. Auf eine ausser der reilie genannte deutsclie 
form muss der schiiler mit leiclitigkeit den entsprechenden französischen satz an- 
führen können, zu nr. 17 habe ich die gescliichte Le petit moucluron, zu nr. 18 
Le petit rat, zu nr. 21 Le petit poiilet erzählen und sclireiben lassen, eine Übung, 
an der die veiänderung des adjektivs gelernt wuide. Docli sind das keine eigent- 
lichen übeisetzungsübungen. Erst im zweiten halbjalir mögen diese in beschränktem 
masse folgen, vielleicht einmal jede woche als Vorbereitung für das exerzitium 
oder extemporale. Für solche Übungen scheint mir das vorliegende buch recht 
geeignet. — Der Verfasser hat sich bemüht, alle stücke in gutem deutsch darzu- 
bieten. Seite 21 würde ich lieber „Seine grossmutter war in dasselbe vernarrt" 
schreiben, ebenso: „Es ging zu den blumen", „welche in ihre?n bette lag" und 
Seite 22: „indem er seine stimme nachmachte." Den Übungsstücken schliesst 
sich ein anhang an , der verweise auf Kuhns kleine schulgrammatik enthält und 
die unbekannten Wörter dem schüler noch einmal vorführt. Dann folgt ein Wörter- 
verzeichnis, in dem mir als feiilend aufgestossen sind: auflesen 19. 8; hammel 
r-{8, l.ö; jemand 18, 22; freudig 18, 4. In nr. 51 des anhangs wäre zu erwähnen : rire de 
toutes ses forces aus leibeskräften lachen. Hofl'entlich wird bald eine zweite aufläge 
der Übungsstücke notwendig sein , die auch den von den schüiern mit grossem 
Interesse gelesenen Gribouille enthält, wie auch stücke im anschluss an die Histoirc 
und Lefoiis de c/ioses. Möge bald die angekündigte fortsetzung für die mittel- und 
Oberstufe folgen. 

Wismar, Oktober 1892. W. WanijS( HNF.[DEK. 



Textausgahc7i franz. tuid engl, schriflstclhr für den schulgcbränch, herausgegeben 

von OSK.^R SCHMAGEK , Oberlehrer am realgymnasium zu Gera. Verlag von 

Gerhard Kühtmann (Dresden) . früher im verlag von Herm. Schlutter (Gera). 
Nr. 8. Sketches hy „Boz"". Illustrative of Every-Day Eife and Every-Day People. 

}iy Charles Dickens. In auswahl herausgegeben von pro f. C. Th. ElON. Dresden 

1891. VIII. 78. Preis broch. 60 pf. , geb. 80 pf. Anmerkungen für den 

lehrer — gratis. 
Nr. I O. Selections from the History of Sandford and Merton. By Thomas Day. 

With an account of tlie author. Herausgegehen von oberlehier W. BERTRAM. 

Dresden 1891. XIII. 56. Preis broch. .öO pf., geb. 70 pf. Wörterverzeichnis 

2.5 pf. 
Nr. 11. Le Chevrier de Ij)rraine von Emile Souvestre. Herausgegehen von 

Oberlehrer Dr. H. Erzgraebek. Dresden 1892. IX. 80. Preis broch. 60 ).f., 

geb. 80 pf. Anmerkungen für den lehrer gratis. 

Die zahl der verlagshandlungen , welche sich die heiausgabe franz. inid 
engl, texte für den schulgebrauch zur aufgäbe stellen, ist bereits sehr beträchtlich 
und bei dem regen wettt)ewerb auf diesem gebiete, bei dem bestreben, gediegene, 
schön ausgestattete und billige ausgaben neusprachlicher lektüre herzustellen, kann 
die schule nur gewinnen. Der lehrer. welcher für seine schüler (III — I) einen 
jiassenden text sucht , beiludet sicli in der thal in einem gewi.ssen cmharras de 



A. Beyer. 237 

riehesse, il;t eine jede der Vfrscliii-ilent]i samuilungen für den scludgtbraucli ihre 
ei"entiimliclien Vorzüge besitzt. Ausgaben mit und olme annierkungen , mit und 
ohne spezialwörtcrbucli , mit besonderen anhängen für schüler und lehrer sind in 
reiclK'r zahl vorlianden unii wollen jedem bedürfnis genügen. Der umstand, dasi 
die Pädagogen sich nicht darüber einig sind, welche art von ausgaben beim 
unterrichte zu gründe gelegt werden soll , macht die vielartigkcit und mannig- 
faltigkeit der ausgaben erklärlich. Methodische fragen, ob man den Schülern einen 
reinen oder einen kommentirten text in die hand geben soll, ob die anmerkungen 
unter dem texte oder als gesonderter anhang zu geben seien, ob ein spezial Wörter- 
buch wünschenswert sei , harren noch innner einer endgiltigen lösung. Daher 
wird auch die behandlung der texte seitens der herausgeber immer eine ver- 
schiedene sein, je nach dei- methodischen ansieht derselben. — Unter den hervoi'- 
rao-enden Sammlungen neusprachlicher texte sind besonders zu nennen die franz. 
und t\\g\. Schulbibliothe/c der renger'schen Verlagshandlung in Leipzig (herausgeber : 
O. Dickmann); die weidmann'sche Sammlung franz. und engl. Schriftsteller, her- 
ausgegeb. von Pfundheller und Lücking; die von A. Benecke besorgte Sammlung 
bei Velhagen und Klasing ; die franz. und engl ausgaben von Friedberg und Mode 
(Berlin), sowie die vortreffliche sanindung von iMartin Hartmanns Schulausgaben. 
die in den letzten jähren bei K. A. Seemann in Leipzig erschien und allerdings 
erst eine kleine anzahl von texten enthält. Von reinen textausgaben erfreut sich 
auch die bei Theissing in Münster erscheinende Bibliothek gediegener tind interes- 
santer franz. -iverke, w-elche bereits ca. 60 bändchen umfasst, einer zunehmenden 
lieliebtheit. 

Alle diese Sammlungen sind mit anmeikungen vnid erläuterungen, entweder 
unter dem texte oder in getrennten heften, versehen und zu jedem text gehört 
vielfach ein t)illiges spezialwörterbuch , welches dem schüler den gebrauch eines 
grossen wörteibuchs ersparen soll. 

.Seit einiger zeit erscheinen im verlage von Gerhard Kühtmann in Dresden 
lextausgaben franz. und engl, schriftsteiler, welche pro f. O. SCHMAGER in Gera 
unter mitw-irkung geeigneter kräfte herausgibt. Die zahl tler bis jetzt erschienenen 
bändchen beträgt 11. Von franz. texten sind daiunter: Voltaire, Charles XII; 
Girardin . La f.oie fait peur ; ,Michaud, Les Croisades de Frederic Barbcrotisse et 
de Richard Canr de Lion ; Daudet, Ausgewählte erzählungen. Von engl. Sachen 
linden wir: Shakespeare, y«//;« 6'((-j'a;- ; Scott, Tales of a Grandfathcr ; .Macaulay, 
Ranke's History of the Popes , sowie eine auswahl engl, gedichte, letztere heraus- 
gegeben von Dr. Regel in Halle. — Die schmager'schen ausgaben sind reine 
textausgaben ohne kommentar. Den texten gehen kurze, aber sehr zweckmässige 
einleitungen voraus, welche den schüler in das Verständnis des vorliegenden Werkes 
einführen sollen. Bei solchen Schriftstellern , welche besondere Schwierigkeiten 
bieten oder von denen kommentirte ausgaben noch nicht vorliegen, wird ein von 
der Schülerausgabe vollständig getrennter anhang mit anmerkungen fi'ir den lehrer 
beigefügt, in welchem alles zur erklärung nötige material, auch besonders nach- 
weise von hilfsmitteln und quellen, bezw. auszüge aus denselben, zusammenge- 
tragen ist. Bis jetzt erschienen solche anhänge für den lehrer zu der auswahl 
engl, gedichte, sowie zu den vorliegenden texten nr. 8 und II. Den für die 
inittelklassen (HI — Hb) bestimmten ausgaben sind spezialwörterbücher beigegeben. 



238 Rezensionen. 

Avelche auch alle geogr. und hist. eigennanien erkläieii und für einen sehr geringen 
preis zu haben sind. 

Der umfang der einzehien bändchen ist auf durclischnittlich 7 — 8 bogen 
oktav berechnet, so dass jedes in einem semester bequem durchgearbeitet werden 
kann. Dass der text sehr korrekt, druckfehlerfrei ist, davon sind vorliegende 3 
bändchen ein erfreulicher beweis. Druck', papier und forniat entsprechen in jeder 
weise den an ein Schulbuch zu stellenden anforderungen und der pieis ist so 
niedrig gehalten (40 — 60 pf. für das broschirte, 60 — 90 pf. für das gebundene 
€xemplar), dass man schon aus diesem gründe gern dazu greifen wird. 

Nr. 8 der schmager'schen Sammlung enthält Dickens' Sketches, herausge- 
geben von prof. C. Th. Lion. Von dem grossen britischen novellisten wird auf 
unseren schulen, abgesehen von A Chrisimas Carol und vielleicht The Cricket on 
the Hearth, nur wenig gelesen. Und doch verdienen seine „skizzen", wenn auch 
aus der ersten Schaffensperiode des dichters stammend, durch die packende, lebens- 
wahre Schilderung, die treffliche charakterzeichnung und eine kräftige ungekünstelte 
spräche eine weitere Verbreitung im unterrichte. Ausser in vorliegender Samm- 
lung sind Dickens' Sketches herausgegeben von G. Erzgraeber (Weidmann) und 
E. Paetsch (Velhagen und Klasing). Die von Lion getroffene auswahl ist sehr 
ansprechend. Es sind im ganzen 7 skizzen aufgenommen, wobei jede der 4 ver- 
schiedenen Serien (Oia- Parish; Sccnes : Characters ; Tales) vertreten ist. Am 
meisten interesse erregen die den Sccnes und Characters entnommenen partieen. 
Es sind dies The Sireets — Mornmg \.w\AA'ight — , welche ein anschauliches bild 
von dem täglichen und nächtlichen strassenleben Londons in den dreissiger jähren 
geben. Nicht minder anziehend sind die einen guten einblick in die engl, weih- 
nachtsgebräuche gewährenden Schilderungen A Christmas Dinner und The New 
Year. — Die erzählung Mr. Minns and his Cousin ist als erstlingswerk des Ver- 
fassers, das er im alter von 21 jähren schrieb, von besonderem litterarischen 
interesse. Weniger für die Jugend geeignet scheint mir die hochtragische erzäh- 
lung The Black Veil. 

Die dem text vorhergehende einleitung berührt den lebensgang des dichters 
nur soweit er sich auf die Sketches bezieht. Wenn auch ausführlichere biogra- 
phische notizen über die Verfasser , nach dem plan der schmager'schen ausgaben, 
ausgeschlossen sind, so wäre es doch immerhin wünschenswert gewesen, den 
Schüler über die grosse novellistische thätigkeit des dichters nicht in Unkenntnis 
zu lassen und auf die grosse bedeutung Dickens' als romanschriftsteller hinzu- 
weisen. Der text der „skizzen" ist Cassell's Red Library entnommen. 

Nr. 10. Thomas Day, Selections from the History of Sandford a)id Merton. 

Der herausgeber, Oberlehrer W. Bertram, hofl't , dass sich diese für die 
Jugend bestimmte schrift des engl, philanthropen Thomas Day (1748 — 1789) ganz 
besonders für anfänger zur einführung in die engl, prosalektüre eignen möge. 
Nun sind ja allerdings zusammenhängende texte für den engl, anfangsunterricht, 
also für tertia, nicht in grosser auswahl vorhanden, und so ist ihre Vermehrung 
immer dankbar anzuerkennen. Die geschichte von Sandford und Merton ist eine 
lose aneinanderreihung einer ganzen anzahl von erzählungen und anekdoten, die 
wegen ihrer leichten Verständlichkeit in lesebüchern und Chrestomathien aller art 
aufnähme gefunden haben. Zu welchem zweck Day sein buch schrieb , ersehen 



A. Beyer. 239 

wir aus ilen Worten der bcigegcbencn biograpliie (s. XIII): ,.IIe was in general 
displeased with the fasliionahle müdes of education, and thought that little atten- 
tion was paid to tlie forniation of tlie lieart, while the liead was anipiy supplied 
with elenientarv instruction. To inculcate what he deeined a hetter phm, and to 
inspiie youth with a liardy spiiit , hoth of passive and native virtue , he wrole 
'The History of Sandford and IMerton'." In der vorliegenden auswahl Bertranis 
finden wir die bekannte fabel von Androkles und dem iöwen, die geschichte der 
brüder Pizano (Gesenius, ElenmitarlnicJi .') , die erzählung von den 4 russischen 
Seeleuten auf Spitzbergen und endlich die geschichte des Leonidas. Day hat alle 
seine erzählungen durch anschliessende gespräche didaktisch verarbeitet, ganz iiu 
geiste der philanthropischen anschauungen des 18. Jahrhunderts. (Jerade diese 
dialoge, welche in den lesebüchern etc. weggelassen sind , hält der iicrausgeber 
für besondeis wichtig, da an iiinen die engl, gesprächsforni in bester weise ver- 
anschauJiclit werde. Die dialogischen partieen von Days werk mögen ja in 
formeller hinsieht für die schüler von wert sein , ob aber der lehrhafte inhalt 
derselben auf die dauer ihr interesse erregt , mag dahin gestellt bleiben. Dem 
texte vorauf geht eine kurze lebensgeschichte des Verfassers, die einer engl, aus- 
gäbe vom jalire l82;< entlehnt ist. Beigefügt ist ferner ein Wörterbuch mit 
phonetischer Umschrift. 

Inwiefern diese auswahl aus Days History gerade mit besonderer rücksicht 
auf die induktive methode getrotTen sein soll , wie der herausgeber im vorvvort 
behauptet, lässt sich nicht erkennen. Er sagt: „Wer neben der im Schulunter- 
richt nicht zu entbehrenden synthetischen methode einen ernsthaften versuch mit 
der induktiven methode machen will , wird es nicht ungern sehen , eine mit be- 
sonderer rücksicht darauf getroffene auswahl von lesestoffen zur Verfügung zu 
haben. Die schulmässige betreibung der induktiven methode verlangt reine texte 
ohne alles beiwerk ; solche liegen hier vor." — Ob leine oder komnientirte texte 
beim Unterricht zu gründe gelegt werden, ist für das methodische verfahren nicht 
ausschlaggebend. Wohl aber dürfte es schwierig sein , das induktive verfahren 
iicbeit dem synthetischen anzuwenden, wie der herausgeber meint. Das induktive 
verfahren wird, namentlich im anfangsunterricht, allgemein vorzuziehen sein. 

Nr. 11. Souvestre , Le Chevrier de Lorraine, hsgb. von Dr. Erzgraeber. 
Vorliegende erzählung Souvestres gehört zu den 4 kleinen geschichten, welche er 
Au bord du lac betitelt hat. Sie versetzt uns in eine der interessantesten epochen 
der franz. mittelalterlichen geschichte, in die kämpfe zwischen franzosen imd 
engländern , in die zeit der Jungfrau von Orleans, welche letztere in unserer er- 
zählung eine hervorragende rolle spielt. Sie bildet einen vortrefflichen lesestoff 
für unsere oberen klassen , denn diesen niuss der text wohl zugewiesen werden 
wegen der fülle kultvn-geschichtlichen materials , das in der erzählung verarbeitet 
ist, ohne jedoch irgendwie weitschweifig zu werden. Im gegenteil, das interesse 
des lesers ist fortwährend bis zum Schlüsse gefesselt. Wo es sich nicht ermög- 
lichen lässt , den text in der klasse zu lesen , ist er doch als privatlektüre aufs 
beste zu empfehlen. N'orauf geht eine über die damaligen Zeitverhältnisse treff- 
lich orientirende einleitung, die für das Verständnis des textes wesentlich ist. Ein 
Wörterbuch ist nicht beigegeben, wäre aber vielleicht ganz wünschensweit. Ein 
anhang für den lehrer enthält eine fülle von belegen für die in der erzählun«' 



240 



Rezensionen. 



berührU-n kulturgeschichtlichen Verhältnisse des 15. Jahrhunderts, besonders nach 
Monteiis Histoire des Fravgais des divers etats aitx chu] deriiiers siecles (Paris 
1842 — 44, 10 bde.), und Le Grand cV Aüssy, I/istoire de la vie privce des Frangais 
("Paris 1782). Dass Monteii mit seinen gewissenhaften quellenangaben als autorität 
angesehen wird, ist nur zu billigen. Erteilt ihm doch kein geringerer als Duruy 
das lob, dass er „ä force d'erudition s'est presque rendu le coiitemporaire de ces 
vieux ages." 

iJie ausgäbe PIrzgraebers ist demnach eine sehr zweckentsprechende und 
durchaus zu empfehlen. Von diaickfehlern findet sich nur einmal p. lu hur 
t'nr leiirs. 



Im veilage von Gerhard Kühtmaiin in Dresden erscheint seit einigen jähren 
eine Sammlung franz., engl, und ital. te.xte, welche sich von den oben genannten 
fremdsprachlichen te.xtausgaben wesentlich unterscheiden. Die von prof. C. Th. 
LlON in Thal (herzogtum Gotha) geleitete Bibliothhjue frangaise und Ejiglish Library 
veröffentlicht nur erzählende texte , novellen u. dergl. und scheint vielmehr für 
den privatgebrauch als für die schule bestimmt zu sein. Novellen und romane 
wird man mit den Schülern selten lesen können, höchstens — falls genügend zeit 
vorhanden — auf den oberen stufen, wo die schüIer schon eine gewisse gewandt- 
heit im lesen besitzen. Die ganze art der textausgabe der Bibl. fram;. und Engl. 
Library ist auch mehr auf ein grösseres ]Hiblikum zugestutzt. Solche, welche 
zu ihrem vergnügen und doch bei geringen Vorkenntnissen einen franz. oder engl, 
text rasch lesen wollen, junge kaufleute u. dergl. werden obige ausgaben, die in 
bezug auf äussere ausstattung, druck etc. das höchste lob verdienen, mit grossem 
nutzen zur band nehmen. Die anmerkungen unter dem texte sind nämlich, wenig- 
stens bei einer ganzen anzahl der vorliegenden bände, derart abgefasst, dass der 
Schüler nicht einmal nötig hat, das beiliegende spezialwörterbuch aufzuschlagen. 
Die fussnoten bestehen fast sämtlich nur aus der deutschen Übersetzung nicht 
bloss schwierigerer konstruktionen , sondern auch sehr oft nui- von Vokabeln . so 
dass das Wörterbuch überflüssig ist. Grammatische und sachliche erklärungen 
sind nur sehr spärlich. Es leuchtet ein , dass derartige ausgaben einen grossen 
leserkreis finden werden, aber für die schule sind sie weniger zu empfehlen. Da- 
gegen eignen sich die texte vorzüglich zur privatlektüre für die Jugend und werden 
recht passende geschenke zu Weihnachten u. dergl. bilden. Der auf dem gebiet 
der Schulausgaben rühmlichst bekannte herausgeber , jirof. C. Th. Lion, verlangt 
Zeitschrift für neufrz. spr. 11. iitt.Vl- s. 270, dass die anmerkungen in Schulaus- 
gaben, was grammatische und lexikalische angaben betrifft, in erheblicher weise 
beschränkt werden sollen, die sachlichen dagegen nicht. An derselben stelle sagt 
er, romane sollten lediglich dem privatgebiauch überwiesen werden. Hieraus 
folgt schon, dass obige Sammlung für leser berechnet ist, die ausserhalb der schule 
stehen, l'nter diesei" einschränkung können wir dem unternehmen nur unser volles 
lob erteilen. L^ie vorausgesetzten sprachlichen kenntnisse der leser sind äusserst 
gering, da oft die einfachsten dinge erkläit, resp. übersetzt werden. Am ende 
jedes bandes befmden sich qiicstionnaires zu den einzelnen kapiteln. Der schüler, 
oder vielmehr die Schülerin, denn die meisten texte sind für junge mädchen viel 



A. I]EVER. 241 

geeigneter, soll diese fragen aus dem texte mündlich Ofler schriftlich beantworten, 
auch können sie bei zwei lesern gute dienste für den dialog leisten. 

Die Bihl. fraiig. ist schon auf h'l bändchen angewachsen, die Eti^l. Libr. 
auf 30, gewiss ein beweis, dass die ausgaben einem grossen bedürfnis entsprechen. 
Ich führe die einzelnen texte an, welche mir zur besprechung vorliegen. Spezial- 
wörterbücher sind überall lose anliegend, oiine jireiserhöhung. 

Bibliotlieqtie fravgaisc. 
Haml \S. Madeleine, Extrait de l'oiivragc de J. Sandeau. Mit anmerkungen, tragen, 
und einem wörterljuch zum schul- luid privatgebrauch neu herausgegeben von 
prof. C. Th. Lion. 9. aufläge. 1892. Pr. 60 pf. IU4 s. Schillerformat. 
Die vorliegende erzählung ist in hohem grade interessant und verdient die 
vielen auflagen vollkommen. Auch die anmerkungen sind sehr massvoll gehalten. 
Das druckfehlerveizeichnis zählt 18 versehen auf, wozu noch hinzuzufügen ist 
s. 59, je psasaient statt passaient. Im Wörterbuch s. X\ fehlt le t}Miwir, s. 48 la 
saillie, welche beide im texte vorkommen. 

Band 8. Courage et bon caur , atucdotes du temps de Pempire. Par E. M. de 
St. Hilaire. Avec notes allemandes et questionnaires par Mme. A. Bree. ancienne 
maitresse de conversation ;i l'institut francais de Leipzic. 7. aufl., durchgesehen 
und mit Wörterbuch zum schulgebrauch herausgegeben von prof. C. Th. I.ion. 
Vv. 90 pf. 82 s. 

Es werden uns hier ;} hübsche erzählungen geboten aus der zeit Napoleons I. 
Mademoiselle de Lajolais, Le petit pccheur, Le sapetir de dix ans, welche das Inte- 
resse der Jugend in hohem niasse fesseln dürften. Die anmeikungen sind zwar 
sehr zahlreich , doch ist der herausgeber bestrebt gewesen , solche anmerkungen, 
welche nur Worterklärungen enthalten, zu tilgen. S. 48 konnte zu Pharmonic du 
ra et du fla bemerkt werden, dass ra einen kurzen trommelwirbel , ßa einen 
doppelschlag auf der trommel bedeutet. Der konjunktiv in comment en eüt-il cti 
autremettt (s. 49) hätte wohl einer anmerkung bedurft. Im Wörterbuch s. 15 ist 
die eigentliche bedeutung von le fo7id nicht angegeben. Wb. s. 27 fehlt das wort 
sauvagerie = Wildheit, menschenscheu, denn die freie Übersetzung (s. 49) von 
un fand de sauvagerie et d^eloignemeut genügt nicht. Auch eloignement fehlt im 
wb. s. 12. Der schüler soll doch auch die grundbedeutung der einzelnen Wörter 
kennen lernen. Der ausruf Baste.' findet sich im wb. nicht. Im text wird über- 
setzt s. 8 „Es ist wohl nicht möglich!", dagegen s. 14 „Ach was da!'. 

Band 26, 27, 28, 29. Kosa. Une histoire de jeu7ie fille par Madatne de Pressense. 
2 teile h 186 s. Mit anmerkungen und fragen nebst einem Wörterbuch zum 
schulgebrauch herausgegeben von Meta v. Metzsch. ,'>. aufläge. I891. Pi'eis 
jedes bandes 1,40 mk. 

Eine recht anziehende lektOre für mädchen , die an den Schicksalen und 

iler entwicklung im Charakter der heldin des romans . der kleinen Rosa, gewiss 
viel gefallen finden werden. 

Phonetische Studien. VI. 16 



242 Rezensionen. 

Die anineikungen sind viel zu zalilreicli , was bei der lekti'iie mir störend 
wirkt. Wozu ist denn das Wörterbuch da. wenn die meisten unbekannten vokalieln 
unter dem texte iil)ersetzt sind? I s. 14<.( findet sich rabougri übersetzt mit „ver- 
krüppelt", im wd). steht nur die bedeutung „verkümmern". Druckfehler sind selten. 
11 112 steht irrtümlich des ces paroles für de c. p. Im vorwort bemerkt die her- 
ausgeberin. dass d'e ,,qiiestiom/aires"' ganz besonders diejenigen im äuge haben, 
welche. ohne lehrer die spräche treiben. Zwei schüler sollen sich gegenseitig die 
fragen vorlegen und beantworten , sei es mündlich oder schriftlich. Audi kann 
der lehrer die beantwortuns der fragen als häusliche aufgäbe stellen. 

Band 41». 4I. Feiite I\Ierc, par Madatnc de Prcsscnsc. Im aus/.uge herausgegeben 
von prof. C. Tii. Lion. 3. aufläge. 1892. 179 s. Pr. 1,50 mk. 

In den anmerkungen ist ein wesentlicher fortschritt zu erkennen. Auch 
dieser text ist besonders für mädchen geeignet. Das werk der Mme. de Pressense 
ist hier bedeutend gekürzt, doch ist der sinn nirgends gestört, da der herausgeber 
durch kurze resumes den leser auf dem laufenden erh.ilt. Der text ist nicht 
ohne druckfehler. das Verzeichnis weist allein 25 auf. 

Band 44, 45, 46, 47. Hector Maiot. Sans Familie. In auszügen mit anmerkungen etc. 
von prof. C. Th. Lion. 2 teile 162 und 177 s. Pr. jedes teils l,öo mk. 

Malots bekannter roman Sans Familie erscheint hier zum ersten mal als 
Schulausgaben , allerdings gekürzt. Für die schule würden selbst diese 2 bände 
zu viel Stoff enthalten, und für die privatlektüre würde man manche der gekürzten 
teile ausführlicher wünschen. Doch bildet der roman auch in dieser gestalt einen 
sehr angenehmen Zeitvertreib. Dass der leser nicht zu viel mühe hat mit auf- 
suchen von Wörtern, dafür haben die anmerkungen gesorgt, die in der that sehr 
wenig voraussetzen. So sind z. b. worte wie affluent , veiive , sol , arrcter etc. 
unter dem text übersetzt und infolgedessen im wb. w-eggelassen. was m. e. nicht 
zu billigen ist. Worte , deren bedeutung unter dem text angegeben ist , gehören 
deswegen doch ins wdi. . so fehlt auch se disloqner. Dass ?nettrc sa casqiicttc = 
„seine mutze aufsetzen" (s. 18) bedeutet, sollte jeder leser eines frz. romans wissen. 

Band ,t1. .Mphonse Daudet, Le Petit Chose. Im auszuge mit anmerkungen etc. 
hsgb. von prof. C. Th. Lion. 1891. 179 s. Pr. 1.20 m. 

Daudets erstes grösseres werk, den loman Le Petit Clwsc , für deutsche 
leser zu bearbeiten, war ein glücklicher gedanke. Hat uns doch der dichter in 
diesem buche seine eigene lebensgeschichte geschildert. In den Schicksalen seines 
beiden, Daniel Eyssette, gibt uns Daudet ein ergreifendes bild seiner eigenen 
kindheit. Der Zusammenbruch des väterlichen geschäfts, die sorgen seiner familie, 
seine thätigkeit als unterlehrer, seine reise nach Paris, sein kämpf ums dasein, 
den ei- hier führte, wird uns in meisterhafter Schilderung vor äugen geführt. In 
Jacques Eyssette erkennen wir seinen bruder Ernest, der sich mit rührender Sorg- 
falt seiner annimmt, und den er als Ja mcre Jacques'^ bezeichnet. Wir sehen beide 
brüder an der ausführung ihres planes arbeiten , ihren eitern einen sorgenfreien 
lebensabend zu bereiten (recoiistruire le foyer). Von dem originalwerk hat der 



A. Beyer. 243 

lisgh. etwas über tili drittel abgedruckt, vieles ist mir in kurzen resunies wieder- 
gegeben, indessen leidet darunter der Zusammenhang in keiner weise. — Die an- 
merkungen halten sich im ganzen in bescheidenen grenzen. Manche einzelheiten. 
wie z. b. das attributive de in oe hott enfant de Jacques, ce diahle d'lwmme ^verden 
immer von neuem wiederholt. Auch die fortwährenden hinweise auf früliere 
stellen sind sehr störend. — Daudets Le Petit Chose ist soeben auch bei \'el- 
hagen und Klasing erschienen. 

Hand .")'2. Perlcs de la Prose Frajigatse ponr jeiincs dcmoisellcs, recueillies et ]jour- 
vues d'un vocabulaire ])ar Chret. Guil. Daniour. 1891. 142 s. Pr. 1,5() m. 
^'orliegender band enthält eine grosse zahl von erzählungen geringeren 
umfangs. Sie sind hübsch und interessant geschrieben. Der hsgb. hat sie ge- 
widmet „aux jeunes demoiselles desirant lire quelque chose de vraiment joli, de 
beau et d'edifiant". Indessen werden auch knaben vieles davon mit vergnügen 
lesen. Der titel Perles de la Prose Frang. ist ein wenig pomphaft für diese 
einfachen, schlichten erzählungen, deren wert ziemlich ungleichmässig ist. Viele 
darunter, wie La M'cre de Washington, Le Prenettr de Rats de Hameln, Prascovie 
aus Xavier de Maistres Jeune Sibcrienne, Amour filial, Le Petit Mousse u. a. 
bilden eine vortreffliche Jugendlektüre. Der hsgb. hat keinerlei anmerkungen 
hinzugefügt, was dem buche nur zum vorzug gereiciit. In dem zugehörigen wb. 
vermisse ich s. 25 la lame z= welle, w'oge. 

English Library. 

Band 30. A Stmday Club in Germany : Humourous Sketches for young Ladies 
by Grace Wilson. Mit anmerkungen etc. hsgb. von Wilson und prof. C. Th. 
Lion. 1891. 129 s. 1,50 m. 

Wenn eine engländerin deutsche Verhältnisse zum gegenständ ihrer Schilde- 
rungen macht, so wird es uns von interesse sein zu erfahren, wie sie darüber 
urteilt. Es wird vor allem die formale seile sein, die uns fesselt. Man wird 
gern einmal heimische zustände und sitten im fremden gewande an sich vorüber- 
ziehen lassen, aber doch nur ausnahmsweise. Denn als regel müssen wir wünschen 
bei der lektüre fremdsprachlicher texte auch unsere kenntnis des fremden landes 
und Volkes zu erweitern. Und nur solche Stoffe, welche uns inmitten des fremden 
landes versetzen, wollen wir unserer reiferen Jugend in die band geben. Von 
diesem standi)unkt aus können wir obigen text nicht empfehlen. Auch „jungen 
damen", für welche ja jene humoristischen skizzen der Verfasserin bestimmt sind, 
möchten wir raten, sich lieber einen original-englische zustände behandelnden Stoff 
für ihre iortbildung im engl, zu suchen. Die engl, roman-litteratur ist ja so un- 
endlich reichhaltig. Obige skizzen führen uns ein spiessbürgerliches „sonntags- 
kränzchen" einer deutschen kleinstadt vor, mit all seinen leiden und freuden, wo- 
bei der „kaffeeklatsch" eine hauptrolle spielt. Es soll nicht geleugnet werden, 
dass manche partien recht flott und anziehend geschrieben sind , wie z. b. die 
feier des sedantages, at)er im ganzen ist der stoff für deutsche leser doch recht 
dürftig. In hezug auf äussere au.sstattung gleicht das buch der Bibl. franc. voll- 

16* 



2 44 Rezensionen. 

kommen. Reichliche Übersetzungen unter dem texte ermöglichen eine rasche 
lektüre ; zuweilen wird ein und dieselbe sache mehrfach erklärt. Der vorausge- 
setzte bildungsstandpunkt der leserinnen ist ein sehr geringer, wird doch z. b. der 
ausdruck eau de sucre zweimal unter dem texte übersetzt. (S. 34 u. 86). I« 
tinem für junge mädchen bestimmten texte sollte man doch auch gegen „alte jung- 
fern" feinfühliger sein. Von einer solchen heisst es z. b. p. 38 : „poor Helen 
remained hanging on the tree like an overripe cherry that no one caied to pluck". 
J'"Or den Schulunterricht dürfte somit A Ssinday Cluh in Gcrmanv nicht in betracht 
kommen. 

Bremeii. A. BEYER. 



MISZELLEN. 



SPRECHSAAL. 

Sehr geehrter Iieir professorl 

Ob nachstehende kleine beobachtung wert ist, in Ihren Phonetischen sHidien 
veröffentlicht zu werden, mag Ihrem urteil überlassen bleiben. Ich glaubte sie 
aber um so weniger unterdrücken zu dürfen, als sie vielleicht zu ähnlichen prak- 
tischen versuchen anregen könnte. 

Wohl alle lehrer, die sich bemühen (sit venia verbo), engländeni eine gute 
deutsche ausspräche beizubringen , werden . auch wenn sie phonetisch genügend 
durchgebildet sind und sich im besondern Ihr treffliches German prammciation zu 
eigen gemacht haben, in einzelnen fällen auf scheinbar unüberwindliche Schwierig- 
keiten stossen. 

So hat wol jeder von ihnen die erfahrung gemacht, dass deutsches n {■/.. 
b. in hbime) in englischem munde zu einem dem ü am nächsten liegenden, jedoch 
auch einen timbre von o enthaltenden laute wird (blöme anstatt blume). Andrer- 
seits erhält ü die ausspräche des offenen u (für anstatt für). Diese Verwechse- 
lungen haften am hartnäckigsten auch bei denen, die sich die erdenklichste müJit 
geben, deutsche worte in deutscher weise zu gehör zu bringen. 

Nun habe ich den schülern (es Iiandelt sich um erwachsene) anempfohlen, 
beim rauchen, wenn sie sich einer federposenspitze bedienen, zunächst die aus- 
spräche der laute u und ü sich einzuuübcn , dann einzelne worte , wie bliimc, 
thür u. s. w. folgen zu lassen. Bei hervorbringung des « darf der zungenrücken 
die spitze nicht berühren , bei der des ü mnss der untere teil der zunge an die 
scharfe mündung der pose stossen. 

Mit diesen versuchen, die mit vergnügen angestellt wurden, habe ich den 
besten erfolg erreicht. Dass die Vorschrift der protruted Ups hierbei nicht einge- 
halten werden kann, da das experiment sonst leicht dem Schicksale des raben mit 
dem käse anheimfiele, thut der sache keinen eintrag. Denn diese kann ja während 
des Unterrichts von dem munde des lehrers gewissermassen abgelesen werden. 
Werden Sie nicht ausrufen: Tant de briiit ponr wie Omelette.'} 
IlochaciitungsvoU 

Berlin, IV., 29. okt. 92. Dr. HEINRICH S.MJKRSKV. 



246 NOIZEN. 

NOTIZEN. 

DIE VIERTE NORDISCHE PHlEÜLOGENVERSAM.MLUxNG 

fand in diesem jähre, 16 jähre nach der ersten und 6 jähre nacli dei- dritten, vom 
l8. bis zum21.juli in Kopenhagen statt. In dem offiziellen Verzeichnisse waren 
2ü7 teihiehmer aufgeführt, davon allein aus Dänemark 1 15, die übrigen (31) aus 
Norwegen, (45) aus Schweden, (8) aus Finnland und (8) „aus anderen ländern". 
Darunter befanden sich mehrere damen , frauen anwesender kollegen oder kolle- 
ginnen selbst. Offenbar beteiligt sich das weibliche geschlecht im germanischen 
norden weit mehr als in Deutschland am öffentlichen und wissenschaftlichen leben. 
In den vortragen und Verhandlungen bedienten sich die redenden stets ihrer 
muttersprache , die dänen und norweger des dänischen, die Schweden und finn- 
länder des schwedischen. Dies verfahren ist für die nordländer selbst , die, wie 
es scheint, ohne gi'osse Vorstudien gemacht zu haben, sich gegenseitig ziemlich 
leicht verstehen, mit keinen bedeutenden Schwierigkeiten verbunden ; jedoch hörte 
ich. wie einige dänen sich darüber beklagten, dass sie die Schweden nur unvoll- 
kommen verständen. Für den ausländer , der nur eine nordische spräche kennt, 
ist es recht mühselig , sich an ein solches verfahren zu gewöhnen , aber mit ge- 
duld und aufmerksamkeit gelingt es ihm allmählich , seine wenn auch noch so 
geringe kenntnis der einen spräche auch beim anhören der anderen nicht ganz 
erfolglos zu benutzen. Hierbei hat er die herrlichste gelegenheit , vergleichende 
praktische phonetik zu treiben und über die Verschiedenheit der ausspräche der 
ilänen , norweger , Schweden und finnländer interessante beobachtungen anzu- 
stellen und sich ein eignes urteil zu bilden. Die rede des eigentlichen dänen 
ist durch den häufigen stosston (st<)d) eigenartig charakterisirt , rhetorisch wirkungs- 
voll . kräftig , fast rauh und doch zugleich in mancher hinsieht zierlich, affektirt ; 
die des eigentlichen Schweden ist wohllautend, klangvoll, dem orgelspiel in der 
kirche ähnlich, gleichmässig dahinrauschend und wohl deshalb für den nichtkenner 
leicht von einschläfernder Wirkung, etwa wie die sch'ine. aber einförmige melodie 
eines feierlichen, dem inhalte nach nur wenig verstandenen gesanges. Die spräche, 
wie sie in Norwegen von den gebildeten gebraucht wird . ist bekanntlich weiter 
nichts als dänisch mit landschaftlicher färbung und mit einmischung gewisser 
Wörter und Wendungen aus den einheimischen, vom dänischen mehr oder weniger 
verschiedenen dialekten. Der musikalische akzent . der in so hohem gzade im 
schwedischen vorherrscht, kommt auch im norwegischen zur geltung, das infolge 
dessen dem allgemeinen eindrucke der rede nach dem schwedischen näher als dem 
dänischen steht; anderseits tritt er verhältnismässig weniger stark in der spräche 
der finnländei- schwedischen Stammes heivor, die sich wohl hauptsächlich dadurch 
von der der skandinavischen Schweden unterscheidet. Es scheint mir, da.ss so- 
wohl die norweger in ihrem dänisch als die finnländer in ihrem schwedisch 
einen artificial Standard befolgen . sich vom schriftbilde beeinflussen lassen und 
daher „deutlicher aussprechen" und vom ausländer leichter verstanden werden, 
als die dänen und Schweden. Eine ähnliciie erfahrung macht ja jeder fremde, 
der englisch und deutsch in der heiniat hauptsächlich im bücherunterricht gelernt 
liat , mit der ausspräche der gebildeten nordamerikaner, die auf einem artificial 



XuTIZEX. 247 

Standard benilit und iluii deutlicher vuikoiiiiiit mIs die der .südengländer, und mit 
ileiii liochdeutscli im luuiuie der gebildeten norddeutschen, das verglichen mit dem 
niitteldeutsch als eine ebenso künstliclie biidung zu bezeichnen ist , als das nor- 
wegische danisch gegenüber dem „eciiten" dänisch. Sollte icii mich in dieser 
.uiffassung in\'n, so m()chte ich meine nordischen freunde, die etwa meinen bericht 
lesen sollten, bitten, mich eines bessern zu belehren. 

Die Verhandlungen des plülologentages nahmen einen durchaus friedlichen 
verlauf, trotz mancher scharfen gegensätze , die im norden nicht minder als in 
Deutschland unter den philologen vorhanden sind und sich im gespräch oder in 
iler debatte bemerklich machten. Auch in den nordischen [ändern stehen sich 
gegenüber altphilologen und neupliilologen, reformer und nicht-reformer. Im all- 
gemeinen kann man wohl sagen, dass unter den nordischen philologen das inter- 
esse für das Studium der neueren s|irachen, die muttersprachen daiin einbegrift'en, 
und zugleich für phonetik und lehr- und lernfragen des praktischen Unterrichts 
überwiegt. In der Unterhaltung gebrauchen die neuphilologen mit erstaunlicher 
gewandtheit und korrektheit mindestens eine der grossen kultursprachen, viele 
zwei oder sogar alle drei. Die altphilologen verschmähen es keineswegs und 
empfinden alle das bedürfnis , sich mit den lebenden sf)rachen zu beschäftigen ; 
die meisten von ihnen sjjrechen deutsch. Die universilätsprofessoren der neuei'n 
Philologie halten es nicht füi' ihrer unwüi-dig, nicht füi' „unwissenschaftlich", der 
reform bevvegung auf dem gebiete des Sprachunterrichts nidier zu treten und neben 
?i//deutsch «^«deutsch, neben «//englisch ««/englisch, neben «//französisch neu- 
französisch gründlich zu verstehen und dieses wissen in der rede zu bethätigen. 
Auch scheinen sie es als sehr wichtig und notwendig zu betrachten . dass die 
kandidaten . die bei ihnen das e.xamen liestchen, die spräche, die diese im Schul- 
unterrichte lehren sollen, mündlich und schriftlich beherrschen und dazu vorher 
ilie nötige anleitung erhalten. In der that sind die ansichten, die piof. Waetzoldt 
und prof. Rambeau in den thesen ihrer vortrage am letzten deutschen neuphilo- 
logentage in Berlin ausgesprochen haben , und mit denen sich diese Versammlung 
mit grosser majorität, aber unter jirotest der meisten deutschen univei'sitätsprofes- 
soren „im wesentlichen einverstanden" erklärt hat, in den nordischen ländern 
längst im grossen und ganzen als richtig anerkannt und gelten doi t selbst an den 
Universitäten so ziemlich als unbestrittene Wahrheit, l'nd doch ist „die nordische 
Wissenschaft nicht verloren" ! 

Am montag, 18. juli, vormittags wurde die vierte nordische philologen- 
versamndung vom generalsekretär , di-. phil. Jorgensen, in anwesenheit des däni- 
schen kultusministers Goos in einem geräumigen auditorium der alten polytech- 
nischen lehranstalt in der nähe der Universität eröffnet. Zu Vorsitzenden erwählte 
man prof. Tssing (Kopenhagen), prof. (histav Storni (Cliristiania) und prof. Noreen 
((J|isala). Nach einer begrüssung der anwesenden und einer kurzen einleitung 
über die philologi.sche Wissenschaft (im altphilologischen sinne) sprach prof. L'ssing 
über den theaterhau bei den griechen. Darauf behandelte prof. Gustav Stoim. der 
biuder des berühmten, in Deutschland mehr bekannten neuphilologen, in einem 
interessanten vortrage die namengebung bei den alten germanen in ihrem zusammen- 
hange mit dem glauben an die seelenwanderung und die Wiedergeburt iler seelen 
der vorfahi-en in den kindern. 



248 Notizen. 

Die übrigen sieben Sitzungen . eine am montag nachinittag und je zwei 
am ciienstag, mittwocli und donnerstag, wuiden in der Universität ai)gehalten und 
zwar meist in Sektionen. Ks gab eine Sektion für klassische philologie, eine 
zweite für nordische philologie. eine dritte für neuere sprachen und viertens eine 
philologisch - pädagogische Sektion. Ausser den oben erwähnten zwei vortragen 
waren noch 25 im programm angemeldet. \'on diesen will ich hier nur die- 
jenigen anführen, die selbst anzuhören mir vergönnt war , und die mir besonders 
interessant und lehrreich zu sein schienen : 

Betnerkungen über den Ursprung einiger cigentilmUchkeiten in der dätiisckot 
Orthographie von pi'of. Thomsen (Kopenhagen). 

Der zierliche stil (beobachtungen über die spräche der dänischen dichtkunst 
im 17. und 18. jahrhundertj von cand. mag. Vilh. Andersen (Kopenhagen). — 
Der redner sprach sehr lebhaft und ausdrucksvoll und für ausländer ungemein 
deutlich; bei der liehandlung seines themas beiührte er dieselbe sprachliche er- 
scheinung in der littei'atur der andei'en modernen kulturvölker; vor allem des 
deutschen volkes. 

über rhythinus und rhythmizität von ]jrof. Fr. Wulff (Lund). — Den leser 
mache ich auf zwei aufsätze Von der rolle des akzentes in der versbildung auf- 
merksam . die W. im Skandinavischen archiv 1891 und 1892 verötfent licht, imd 
in denen er seine geistreichen und schai'fsinnig begründeten ansichten in deutscher 
spräche entwickelt hat. 

Über den musikalische)! akzent , besonders im chinesischen von prof. Johan 
Storm (Christiania). — Der gelehrte polyglott ging vom norwegischen und 
schwedischen aus inid besprach dann den musikalischen akzent im slavischen und 
schliesslich im chinesischen. * In dieser spräche kann dasselbe wort je nach der 
musikalischen betonung, mit der es ausgesprochen wird, eine menge von wech- 
selnden und sehr verschiedenen bedeutungen annehmen uud daher leicht veranlassung 
zu sonderbaren missverständnissen geben. So wollte einmal ein europäer einer, 
hochstehenden mandarin mil „mein herr" anreden, sagte aber statt dessen „dein 
Schwein". 

Über den ursprimg der spräche von dr. O. Jespersen (Kopenhagen). — 
Der hübsche Vortrag schien mir die ankündigung oder einleitung eines grössern 
Werkes zu sein, das J. über diesen anziehenden, aber recht schwierigen gegen- 
ständ zu verfassen im begriffe ist. Hoffen wir, dass seine arbeit zu sicherern 
ergelniissen führen wird, als die seiner zahlieichen Vorgänger. 

Unterricht in den lebenden sprachen von dr. Paul Passv (Paris). — Er 
zeigte hauptsächlich, wie man die fremde ausspräche mittelst der phonetik uml 
der lautschrift zu lehren hat, und bediente sich für seine erörterungen der nor- 
wegisch-dänischen Sprache, 2 die er in seiner heimat ausschliesslich auf phoiie- 



' Man vgl. jetzt '>\.oxms Engl. phil. P, besonders s. 212 ff. W. \'. 

- In der dänischen Zeitung Dagbladet, mittwoch 20. juli 1892, findet man 
folgendes urteil des berichterstatters : Det vpperlige Foredrag, som af Fransk- 
nianden holdtes paa et fortnrffelig , korrekt norsk Sprog , lennedes med sttcrkt 
Bifald. 



NONIZEN. 249 

tisclu-in wege, so <;ut wie gar iiiclit giaminatisch gelernt hat. \'gl. seine aiisichteii 
im Maltre Phoneliqiie (märz 1892). 

Die Sprachstudien im schubmlerricht vom gcsichtspunkte der formalen bildung 
aus betrachtet von lektor A. Drake (Nyköping). — Herr D. ist anliänger einer 
vennittelnden, der granniiatisclien sehr nahe stehenden methode. 

Der sprachliche anschauungsunterricht (die intuitive und imitative methode) 
von cand. mag. Jul. Schiött (Kopenhagen). — Herr S. wusste seinen Standpunkt, 
der etwa mit der von Schmidt und Kossmanii in ihrem Lehrbuche der franzö- 
sischen Sprache auf grundlage der aiischauung hefolgten muthotle übeieinstimnit. 
gewandt und wirkungsvoll /u verteidigen und empfahl nachdrücklicii die von 
fräulein Thorn Goldschmidt oder von dieser danie und ihm herausgegebenen lehr- 
liiicher. 

Mitteilungen über den Unterricht in den neueren sprachen in Finnland von 
trau prüf. Edla Freudenthal (Helsingl'ors). — Die dame vertrat ungefähr den- 
selben Standpunkt als herr Schiött und verstand ihre ansichten und erfahrungen 
an einigen beispielen aus dem deutschen unterrichte in Finidand in recht ge- 
lungener weise zu veranschaulichen. Sie erntete selbstverständlich reichen und 
wohl verdienten beifall. 

An die in der philologisch-pädagogischen Sektion gehaltenen vortrage vori 
dr. Paul Passy am (dien.stag) , von lektor A. Drake (am mittwoch) , von cand. 
mag. Jui. Schiött und frau prof. Freudenthal (am donnerstag) schlössen sich drei 
lebhafte und lehrreiche debatten an. an denen sich unter anderen die herren Wulft". 
Jespersen , Schiött, rektor Feilberg (Christiansand) , dozent dr. A. Wallensköld 
( Helsingfors) , prof. dr. C. A. Nissen (Kopenhagen) und vor allem der ridim- 
lichst bekannte phonetiker, herr Aug. Western (Fredriksstad), rege beteiligten. 

Leider verboten mir die natürlichen hindernisse der zeit und des raumes. 
noch andere vortrage anzuhören, deren themata ebenfalls geeignet waren, einen 
neuphilologen zu interessiren, z. b. Über die schwedische „reichssprache'' nttd über 
ein methodisches zjisammenarbeiten , um eine a7igemessene Übereinstimmung in der 
rechtschreibung der hatiptsächlichen nordischen sprachen zu erzielen von jirol. Fr. 
Wulff, Über französische pßanzcnnamen \on [)rof. P. A. Geijer (Usjiala), Über das 
•!'ulgärlatein von piof. Joh. Vising (Göteborg) u. a. m. 

In der letzten sitzung, einer allgemeinen veisammlung . brachte der luier- 
niüdliche prof. Fr. Wulff folgende zwei bedeutungsvolle vorschlage zur ab- 
stimniung : 

1 . dass nach ansieht der versam?nlnng die ausspräche soi:c'ohl in bezug au/ 
die fremden sprachen im gesamten sprachlichen Unterricht die ihr gebührende Stellung 
erlangen („zu ihrem rechte gelangen'^) mnss, 

2. dass kimftig in jeder allgettieinen nordischen philologenversammlung ein 
bericht über die wichtigsten f ortschritte , die in orthographischer hinsieht seit der 
vorhergehenden Versammlung gemacht worden sind, abgestattet werden soll. 

Beide vorschlage wurden von der überwiegenden majorität der anwesenden 
angenommen und somit zum beschluss des vierten nordischen philologentages 
erhoben. 

Nicht mindei- interessant, als die vortrage und verliandhnigen der ver- 
sammlunt;. und im höchsten grade angenehm waren die damit verbundenen fest- 



250 Notizen. 

lichkeiten, die testessen in Skydebaneoi, in der Stadt uirI in Skodsborg , die dabei 
gesungenen heitern imd ernsten lieder, die tischreden, der besuch der wertvollen 
glyptothek des brauereibesitzers und nordischen rnäzens C. Jacobsen in Nv Carls- 
l'erg, die ausflüge nach Klampcn/wrg, Frederiksborg und Skodsborg und dei' persön- 
liche verkehr mit den liebenswürdigen, kosmopolitisch gesinnten, von nationalen 
Vorurteilen freien dänen und Skandinaviern. Icli freue mich aufrichtig, in Kopen- 
liagen nicht bloss meine kenntnisse in wissenschaftlicher hinsieht bereichert, sondern 
auch die bekanntschaft so vieler durch wissen und Charakter ausgezeichneter, 
tüchtiger und achtungswerter männer gemacht zu haben. 

Die fünfte nordische philologenversainnilung soll in fünf jähren in Christiania 
abgehalten werden. 

Hamburg, 31. august l8y2. A. Ra.MBKAL'. 



DIE REFORM IN WÜRTTEMBERG. 

Wie uns von zuverlässiger seite mitgeteilt wird , hat die refornunethode 
sich in Württemberg eines unerwarteten sieges zu erfreuen. Nachdem durch ver- 
schiedene vortrage auf den reallehrerversammlungen der letzten jähre auf die grossen 
vorteile der neuen methode aufmerksam gemacht woriien war, und die massgeben- 
ilen persönlichkeiten der behörde ihre einwilligung dazu gegeben hatten, machten 
eine reihe von lehiern an grösseien und kleineren schulen veisuche mit dieser 
methode und erzielten damit die schönsten erfolge. Namentlich hat rektor Jäger 
in Cannstadt an seiner ganzen anstalt seit einigen jähren nach den grundsätzen 
der reforni miterrichten lassen und auf der am 25. juni v. j. in Stuttgart abge- 
haltenen reailehrerversammlung über die art und weise der durchführung der 
neuen methode, sowie über die ergebnisse derselben ausführlichen bericht erstattet. 
Die herrn oberstudienräte v. Henzler und Günzler haben sich sehr anerkennend 
über den erfolg des neuen Unterrichtsbetriebes ausges]jrochen und namentlich her- 
vorgehoben, dass ein frischer ziig, lust und leben in den neuspr achlichen Unterricht 
gekommen sei und dass nebenbei die schüler in keinerlei weise in beziehung auf ihre 
granimatisc/un kenntnisse gegen früher zurückstehen , dass vielmehr alles gramma- 
tische wissen in innigerem zusammenhange mit tlem behandelten Stoffe stehe. 

W. V. 



UNSERE ..NEUE METHODE-' IN ENGLAND. 111. 

Nachstehend folgt der im vorigen hefte versprochene auszug aus der 
anonymen l)esprechung. welche l'hc Modern Language Monthlv (juni 1892) dem 
artikel von A. A. M. widmet. 

„One of the chief objects of this method is to accustom the boys from 
the outset to think in the foreign language, and not mentally compare the form 
of bis thoughts with those in the vernacular. The first difficulty here is to compel 
the pnpils, who live, breathe and have their being for a whole week in the 



Notizen. 2 5 1 

veinaculMr, to slumt tlieir thou<^lils 011 lo ;i tbreigii iniknown track Tor ahout 
three or Tour separate Iiouis a weck, an Operation wliicli can only he accoiu- 
plished by a fully developed iniiiil, and tlien not witliout considerable mental 
etTorl. But suppose tliat the piipils have swept from tlieii- ininds every trace of 
tlie vernacular, and are ready and willing to tliink in French linder tlie guidance 
of tlie teaclier. Every teacher knows how ditficiilt it is to teach hoys to tliink 
and express theiiiseives correctiy in tlie vernacular. Will not tliis continiial sliifting 
ot" tlie ibrms in whicli tliey are to niould tlieir thouglits be a great hiiidrance to 
their mental training? And tliis the authors seem to have feit too, for the hoys 
have to repeat the words spoken by the uiaster, 'like a pairot.' 

„The master, so contiiuies the article, writes down phonetically the question 
uid the answer, and the class is iiiade to copy tliese and otliei.s that follow, and 
by the eiid of the lessoii will have acquired soiiie knowledge of simple answers 
and questions in the thii^d persoii, the names of a nuniber of nbjects, and the 
nieans öf phonetically transcribing theni. 

„Gradually the stock of knowledge is increased. the nunierals and pronouns 
are learnt. and more coniplicated questions mav be put. 

„'The nunierals and pronouns are learnt.' Aie they too. learnt by ques- 
tions and answers, thus: Combicn de Uwes y a-t-il sur la table? II y cn a un, 
il y en a detix, and so 011 through all the nunierals. If so, the old method of 
going through them with the class, teaching their pronunciation and their peculi- 
arities by the way, and then setting the class to learii them, is a mucli quicker 
method. We shudder to think how long it would take to teach the conjugations 
on this method. The article in one place sa\s that grammar is learnt instinc- 
lively, whatever this may mean ; in another place, that wlien the class has begun 
to read stories they must have acquired a ceitain knowledge of the grammar — 
instinctively, of course. But, Svhile the stories are read, the more diflficult parts 
of the grammar are [iractised, and, after this stage, the time comes for going 
more scientifically, or rather, more dogmatically. into the grammar, in Order to 
meet the usual requirements of examinations.' We tremble for tliese scientific 
results in grammar. founded upon a basis laid and acquired instinctivelv. And 
why drag in the exaniinations? A language so taught ought to be above such 
cnide tests. " 

Ich kann nicht glauben, dass die meluzalil unserer kollegen über dem 
kanal auf einem so skeptischen Standpunkt und bei der rein thenretischen i)rüfung 
der neueren vorschlage stehen bleibt. W. V\ 



DIK METIIüDK GOITX IX ENtiLAND. I. 

Ihis grosse ereignis des sommers auf dem gebiete der neusprachlichen 
metliodik in England ist ohne zweifei die Verpflanzung der methode Gouiii auf 
englischen lioden. im mai d. j. erschien bei (ieo. l'liilij) and Sun, London, 3'-^^ 
l'^leet Street: The Art of Teachuig and Stitdving La)tguagcs. Bv M. l'"ran(;ois 
("louin. Translated by Howard Swan and Victor Betis. (407 s.) I>ie blätter 



252 Notizen. 

spraclieii und sprechen iiocli (s. u.) in ihren anzeigen von einer neuen entdeckung. 
und doch schienen die mitteilungen aus dem buche längst gelesenes zu bringen. 
Auch der nanie Gouin klang l)ekannt. Richtig: in einer wohl wenig verbreiteten 
broschüre des klausenburger professors Samuel Brassai, Die reform des sprach- 
tinterricht in Europa: Ein beitiag zur Sprachwissenschaft. Kolozvär, Sumptibus 
editorum actoruni comparationis litterarimi universalium; London, Trühner & Co. 
[1881] (von mir zitirt in der broschüre Der Sprachunterricht mnss umkehren) 
steht s. 28 zu lesen : „Es erschien unlängst ein buch unter dem viel verheissenden 
titel: Expose d'utie notmelle incthode lingiiistique. Vart d'enseigner et d'etudier le 
langucs par Francois Gouin. Paris 1880." Und nun folgt eine chaiakteristik und 
kritik desselben buches. dessen englische fassung neuerdings so vielfach über dem 
kinal besprochen, empfohlen, gepriesen, begreiflicherweise auch bemängelt und 
geradezu veispottet woiden ist. Ich muss mich an dieser stelle darauf beschränken, 
eine kurze skizze des inhajts und einige urteile aus englischen besprechungeii 
wiedeizugeben. 

Die inhaltsangabe entnehme ich einem anonymen aitikei The Natural Alethod 
of Learning Langnage in der Educational Revieiv, juni 1892: 

„In the first part (pp. 1—59) the author, a native of Normandy, relates 
bis own e.xperitnce in learning German so as to be able to study at a German 
Universitv. After manv fruitless efforts, a ti'ue insight into the natural and only 
successfui method is at last revealed to him by the Observation of a little child's 
first visit to a miil. "Whüe hefore the mill the child's mind had taken a pas- 
sive and entireiv receptive attitude; but after the intellectual digestion, he saiv 
in the mind's eye." This is the point of departure of nature's method, and the 
basis of ]\I. Gouin's linguistic method. We must commence by representing to 
ourselves real and tangible facts perceived by us and transformed by reflection 
and conception into constituent parts of our own individuaiity. As to the recep- 
tive organ of language, tiie [uocess of nature, in utter contradiction to that ot 
the school, demonstrates it to be the ear and not the eye. 

„In the second part (pp. 60 to 195) M. Gouin reconstructs the natural 
System synthetically, and treats of the three constituent parts of language — viz., 
objective, suhjective, and figurative. Ile shows how a language should be 
acquired in series—i.c., connected narratives and descriptions, where all the facts 
and phenomena are expressed successively in the order of their natural develop- 
ment. Here is an instance of one of those series . based on the theme , "The 
maid chops a log of wood" (p. 68): To clioji a log of wood. This is the end. 
What are the means employed? To chop the wood we re(|uiie a iiatchet; 
therefore, first of all, the maid goes to seek the hatchet ; tiien what does she 
do? She takes a log of wood; and then ? She goes up to the chopping- 
block; and then '^ She kneels down near this l)lock: she places the wood 
on the block; she raises the hatchet; she brings down the hatchet; the 
hatchet cleaves the air; the hatchet strikes the wood; the blade buries itself in 
the wood; the blade cleaves the wood; the two pieces fall to the ground , tiie 
woman [licks up the two pieces; she chops them again antl again to the sizc 
desired; she Stands up again; she carries the hatchet hack' to its place. The ein! 
is attained. 



Notizen. 253 

„'11k' thiid ])Mit. pp. Uj6 — :{<)4, discusses the inethod of teacliing giammar 
wliifli uiusl be constantly embodied in connected sentcnces. The fourth, pp. 
305—3^". is entitied '-Study of the Classics," and the fiftli, pp. 362— .386, dis- 
cusses the value ot Greek and Latin. An appendix of specimen lessons, and an 
alplKil)ctical index, coniplete a volume of 407 pages." 

Derselbe aufsatz urteilt über Gouins buch folgendermassen : 

„We heartily welcome in this excellent book another convincing pioof 
that tlie psychoiogical factor is speedily asserting its just impoitance in language- 
teaching. (Folgt die ol)ige inlialtsangabe). M. Gouin has thus expanded very 
t'reely, vvliat individual teacheis and tlie Association Phonetiqtte , have lang ago 
advocated in fewer lines than he gives us pages ; he shovvs very clearly and in 
an interesting way, what refornis are most urgently needed in the still ineflicient 
State of language-teaching, and, without confining himself to mere argument, he 
substantiates bis recoreimendations by copious i)ractical examples in various lan- 
guages . . . . M. Gouin proposes to abolisli written exercises , dictations . &c., 
and. in fact, announces the millenniuni to teachers. when "the child will iio longer 
See in the man set to form his mind and niorals an enemy and a tyrant. He 
will love bim, he will be drawn to him as the most worthy and the most esti- 
mable of his friends. We shall see the child running to school with the same 
ardour as to the village fair." A little outburst of enthnsiasm may easily be 
pardoned, but as long as languages are written, the art of composition must be 
j)ractised on paper as well as viva voce, and, as long as we keep up a bewil- 
dering mode of spelling, so long will there be a necessity for dictation. We 
therefore cannot agree with M. Gouin on all points, but we fuUy share and 
have long ago expressed his main views. His book has the advantage of impo- 
-^ing itself by its considerable size; you cannot ignore it as you would a little 
liamphleti in this sense it decidedly carries more weight than all that has been 
hitherto aciiieved in the same line." 

Ein gleichfalls ungenannter rezensent iiu Journal of Education vom juni 
1892 äussert sich, wie folgt: 

„We confess that we approached this work with a certain amount of 
prejudice, which we will proceed to justify. The preface informs us that we 
have here an essentially new departure, an original discovery that the inventor 
hit on, more by good fortune than inductive reasoning, while he was attempting 
to learn a foreign tongue. Now a long experience has shown us that these 
brand-new patent methods, wbether of memorizing, or of language learning. are 
probably either as old as the hüls or eise one of those royal roads that do not 
lead to leaiiüng. Nor did the account which i\I. Gouin gives of his personal 
expcriences tend to reniove our scepticism. After tiying by the ordinary methods 
lo learn German, and signally failing, he vvent to board with a German family 
where he acted as tutor to the children , teaching them French by the conver- 
•<ational method, and learning fiom them in the same way their native tongue. 
The result must be given in his own words. 

„".^ fortnight after, in a jjhilosophical bout at the l'niversity. 1 made a 
Speech in German. The subject proposed (1 can never forget it) was the com- 
parison of the formula of Descartes, Je pensc, donc je suis, with the formula of 



2 54 Notizen. 

Heqjel, Das reine Nichts und das 7-eine Sein sind identisch. After a loiit; and 
lively debate (in Gernian, be it understood), the Fiench Student was proclainied 
Victor. I knew (rernian !" That a fortnight's conversational practice might give 
fluency to a .Student who had mastered the grammar, vocabulary, and liteiature 
of a language, liut never spoken it before, is possihle. though not prol)able. But 
M. Gouin will not aliow iis thus to rationalize the miracle. The anterior work, he 
teils US. hat actually hindered him. "I hat a double task. first to forget and after- 
wards to relearn." After thi? the gift of tongues is a patch upon M. Gouin's gift. 

„So much for the genesis of tlie schenie. We will atteinpt, hovvever. to 
disabuse our ininds of prejudice. and consider it on its own luerits. It is based 
on two principles: (l) the association of articulatp speech with external objects 
and with action ; (2) the logical aiialvsis of all human thought. as expressed by 
language, and the grouping of such expressions in ascending series. The plan 
will be inade clearer by quoting a specimen lesson. The subject is opening the 
door. The master. suiting the action to the word. dictates to the class : "Je 
inarche vers la porte, je m'approche de la porte, j'arrive ä la porte, j'allonge le 
tiras, je prends la poignee," and so on. The class repeat the sentences after 
him, and continue repeating tili they can reel them off unaided and without 
hesitation. Given a lively master and a sniall class of very young children, we 
do not doubt that this would be an excellent method of laarning French, pro- 
vided it were not persisted in too long. Under other conditions , and without 
this liniitation. it is ruled out of court bv ^'oltaire's canon , Toute incthode est 
honne, exceptc T ewiuieuse. This is no a priori criticism ; we have seen the method 
tried on a class, whose average age was about fourteen , with the following 
results. The first lesson was a brilliant success, the second hung fire a little, at 
the third they yawned, and after that they were bored to death. 

„M. Gouin's second principle seems to us to fiy in the face, not only of 
pisychology, but of language. Language is a living thing, and niust be studied, 
not in the Jwrtiis siccus of Roget's "'Thesaurus," but as it lives and moves in 
men and books. "We murder to dissect."' Logical associations are of the ieast 
importance to the student of language. The "door series ," for instance , will 
afford no possible aid to the adult; he will not remember that the French say 
"march," where we say "walk," "cede," where we say "yield," "arrest myself 
for 'stop." and so on. 

„We have no space to criticise M. Gouin's "Grammatical Analysis." We 
will give, without comment, one example. Here is his proof that the condi- 
tional niood is universal in language: "To any first fact, real or supposed , the 
human mind has the faculty of associating a second. If the expression of the 
first represents a condition, the expression of a second represents a conditional 
fact. The two together form the object or material of what is termed in gram- 
mar the conditiotial ?>wod. For the reason that every man has the faculty of con- 
jecturing, and of associating one fact to (sie) any other fact, every language pos- 
sesses a conditiotial tnood."'^ 

Die Zeitschrift The Mode?-Ji Language Montldy beschäftigt sich mehrere 
monatsnummern hindurch in ihren leitartikeln mit der methode Gouin. Die 



NcrmEN. 255 

folgende stelle aus der juli-nurniner genügt, um zu zeigen, welchen standiiunkt 
(las genannte blatt in der frage einnimmt. 

„We began to write witli the Intention, announced last month, of giving 

an account of the method itself, and here we find ourselves at the end of oui- 

allotted Space without having given so niuch as an earnest of our promise. (Jur 

excuse is that, after having recovered from the mute awe tiiat seizefl us at tlu- 

discoverv of the niiracle performed upon the pcrson of M. Gouin, we were un- 

able to proceed with the subject before having tried to give the reader some 

idea of what we look upon as one of the greatest supernatural nianifestation of 

modern times. And it all came about without the author even seeming to suspect 

what wondrous things were happpening. At least in his l)Ook he describes them as 

most ordinarv occurrences. like the iiead-waiter in Mark Twain who continually 

changed one kind of wine into another by siniply pasting a different label over 

the old one, without being in the least aware of the miracle he was performing. 

„Those of our readers who possess their souls in patience will, no doubt. 

bear with us in this matter, and perhaps be rather glad to have the initiation 

into the mysteries of the Gouin method put off tili the holiday month, when 

perchance they, too, niay be enabied, like the children who taught our author, 

to dream in some foreign and , as yet, unknown tongue. Those of a more 

anxious turn of mind, who feel that a boon so great ought not to be withheld 

in such a tantalising manner from a language-studying public , can ha\ e their 

curiosity gratified by sending for the book itself, which is published by .Messrs. 

G. Philip & Son, and of which. we unterstand, the first edition is already exhausted." 

Vor allen bisher erwähnten anzeigen des buches erschien — ungefähr 

gleichzeitig mit diesem selbst — ein ziemlich umfangreicher aufsatz in der Revuu< 

of Reviezvs vom mai l8y2 unter dem titel : Now to Learn a Laiignage in Six 

Mouths ; or a Roval Road to Foreign Tongues, dessen verf. ohne zweifei der heraus- 

geber der zs., \V. T. Stead, ist. Nur der schluss kann hier noch eine stelle finden: 

„It is easy to say a thing can be done. but less easy to prove it. So 

by way of demonstration I have offered Mr. Swan — or rather M. Belis . his 

collahorateur — my family to experiment upon. Here are five children — ex- 

cludiiig the youngest, who is now learning her own language in Nature's own 

method. It they can be taught French in six months, 1 will be w-ell content. 

They jiave been learning it — the eider ones, at least — for sorae years without 

being at home in it ; and the youngest, Jack, has not even begun. They vary 

from seventeen tn eight — four boys and one girl, the latter aged twelve They 

shall beginn on M. Gouin's System after Easter, and if by October they can 

talk with good accent and with ease in French, Mr. Swan will have proved his 

case, and I shall be ready to admit that he has some ground for believing that 

the Series sytem of using the ear only to learn with, and confining the eye to 

the duty of seeing pictures of the idea which the sound of the words conveys to 

the ear, may yet revolutionise pedagogy. It is about timc it was revolutionised. 

„The translators have made further applications of M. Gouin's "Series" 

System to mathematics and to science, the jinblication of which is also promised. 

„Mr. Swan informs me that by autumn it is hoped that there will be 

established in London on some practical scale a school of oral teaching on the 

Series svstem." 



256 Notizen. 

i'bcr ilen erfolg dieser praktischen versuche und fernere Schicksale der 
inetiiode Cjouin in England hoffe ich im nächsten hefte berichten zu können. 

W. V. 

Infolge eines merkwürdigen ziifalls trat ich in diesem herbst gelegentlich 
einer ferienreise nach Frankreich mit M. Francois Gouin, dem entdecker und Ver- 
fasser der methode Gouin, welche eben in England so grosses aufsehen macht, 
zusammen. M. Gouin verbrachte seine ferien zu Cambremer (Calvados) bei 
seinem freunde M. Hervieu, an den ich von Paris aus empfohlen war. Bei dem 
niehrwöchentlichen zusammenleben, das sich bald zu einem freundschaftlichen ver- 
kehr entwickelte , ergab sich die mannigfachste gelegenheit, sowohl von der 
methode selbst als von den beziehungen des herrn Gouin zum ausländ, speziell 
zu Deutschland , zu reden. Von der methode berichtet der artikel in gegen- 
wärtiger nummer der Phmi. stiui. Von den beziehungen zum ausländ will ich 
hier das wichtigste mitteilen. 

Im jähre 1866 war !M. Gouin hauslehrer in Rumänien und verötTentlichte 
(zunächst anonym) eine broschüre, welche die missbräuche in der regierung des 
fürsten Kusa schilderte und dadurch zum stürz desselben unmittelbar beitrug. M. 
Gouin selbst musste wegen der Unsicherheit der Verhältnisse bald darauf Rumänien 
verlassen und Hess sich in Genf nieder, von wo er später nach seiner heimat 
zurückkehrte. — Zu zwei bedeutenden deutschen männern blickt M. Gouin mit 
dankbarer Verehrung und freundschaft auf; es sind Alexander von Humboldt und 
der Philosoph Trendelenburg. IMit Humboldt hat er die letzten jähre vor dessen 
tod zu Berlin in persönlichem freundschaftlichem verkehr gestanden und wusste 
manches scharfe und treffende vvort über politische angelegenheiten von dem hoch- 
betagten, aber geistig immer noch jugendfrischen mann zu berichten. Bis kurz 
vor seinem tode erschien der grosse gelehrte gern in gesellschaft, sprach speise 
und trank tapfer zu und führte gleichzeitig die Unterhaltung, welcher die anwesenden, 
hoch und niedrig, mit andacht lauschten ; denn welches auch der gegenständ der 
Unterhaltung sein mochte, er traf immer den nagel auf den kojjf. Der philosoph 
Trendelenburg, bekannt durch seine Logischen tmlersucluingen, hat M. Gouin als 
eifrigen schüler gehabt, und eine seiner Vorlesungen, Der zweck mid das mittel, hat 
rlas suchen des i\I. Gouin nach der besten methode der Spracherlernung lebhaft 
angeregt und gefördert. 

Indem ich diese kuizen persönlichen notizen schliesse, halte ich es für 
meine pflicht, zu erwähnen, dass ich ebenso wie bei früheren gelegenheiten auch 
diesmal in Frankreich freundliche aufnähme und von Chauvinismus keine spur 
gefunden habe. Das französische volk ist ebenso friedlich gesinnt wie das 
deutsche ; leider verhindern einige chauvinistische Vertreter der presse zu beiden 
Seiten der Vogesen, dass jedes volk das andere richtig beurteilt. Die deutschen 
glauben, dass die franzosen den krieg wollen, und umgekehrt. Möchten die lehrer 
der neueren sprachen alle gelegenheit benutzen, die friedlichen beziehungen zwischen 
den beiden Hindern zu pflegen und jedes volk über die friedensliebe des anderen 
aufzuklären. 

Wiesbaden, ende September 1892. KC'H.V. 



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PHONETISCHK STUDIEN. 






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RECHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



4 l'ibro mäxVcq. 
(kivnito). 



El libro magico. 
{Cuento). 



i'nuui'tlno (IdaniDJa - Dtvjö 
■mqtrqtjeiiqw' iiitafam'djn pode- 
rqsa,\ — Ji'tlyo xefe'j — , lamddq 
avivapäidä bpiiseiiadlzy — , i'ps- 
jietdc/o e}it(jda^~^ dhela^^ qstnisa 
kqmdrhä\/ — avltdväuipnagm- 
fykq pidäzjö 9ii('lyemen/\ — , 
dqnde s^avjd retlnulq,'-parades- 
kansär äeläxitädurida kdavjd 
leDÜdq astci^ rntqnzes.^ 

euakrlennOsqpaläzjq ~-, döiule- 
nädafaltdcal \ dqnäeacunääva- 
tqdq/ — eksistia ünävituzjonA 
— , kihja ptvrrtadejrfö\ — i^tq- 
dqsj — nirii(> saoicabdcdd/ — . 
igfiordcau l()kec/tvardäse.\ 

iiiühdc vezes,^ — ktvdndq^ 
apdald zenUi lazimitam para- 



En un reino de la Arabia vivio 
en otro tiempo una familia pode- 
rosa, cuyo jefe, llamado Abu- 
Abdalä - ben - Senadid , respetado 
en toda aquella extensa comarca, 
habitaba un magni'fico palacio 
en el Yemen, donde se habi'a 
retirado para descansar de la 
agitada vida que habia llevado 
hasta entonces. 

En aquel hermoso palacio, 
donde nada faltaba y donde abun- 
daba todo, existi'a una habitaciön, 
cuya puerta de hierro todos, 
menos Abu-Abdalä , ignoraban 
lo que guardase. 

Muchas veces, cuando Ab- 
dalä cefiia la cimitarra para 



' Voyez tlionetische Studien III, ;5()<j et suiv., V. 47 tt suiv., 142 et suiv., 
VI, 35 et .suiv., et 129 suiv. 

Phonelisclie Studien. VI. I7 



^58 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



iitiirliii ralalh'/ — , ((ola n'ni- 
ieiihhh» snssen'ldfjre sabri rakrla 
pu'rrtn' ■ — . fraliumnito sjrinpre 
njsiistentativds. \ — Jh picrrta 
nqzedifj ))JaIrisfii:sj(l njalaficä'r- 

rrcüiezesdrjö ledärse hiiiihi- 
f/t'inagesavrr 'keahr/a^ frasakrla 
jj/crrtäA — , jfmherddz/kenö 
kqvmü/iqf/nstöA — . sefesif/ndva 
1 1 a eil) InssrrDidqre r drlpo de ) "oso 
■lefe drlyetnni \ — : kel<i/ntrj(i- 
mld zamlqsjetnpre -.<j rdndesev ora 
QerohfufddesA — jamh/age he- 
seladexe kqntridd. \ 

hiqeran Iqssrrvdlqres d.'cii'K- 
apitald' — J'isütiikqs krxutsjdrKni 
jjenefrd nilcrlniistrfji):- — his- 
}.C(t':iinrnio^A de/ttirrün d.xtl'cl- 
jxddzjq' — t<eavf.(iv) />re</inifddq 
iiiiiliarreses Iqlepodrla (>kidtn 
rakrhi pirrrtn- — , si)ik<>i/se(jf 
riitr((l,('i^a — ke/qniidr kqrjxe- 
tdrdr inä^omriK» sesfntrdf/thife 
sjarrnftiraddfi. 

sinem/Miif/q - ^aclii' und it(if: 
— sqhrelapwrrfa dejrrq ■■' - oe'i- 
ase r.s/.rita' iiHafrase onkarak- 
trres liiiiqs , - ilqrv/exq xrs- 
kldi-(>r delpaldzjtiA — sehnitä- 
fcinke — azid mididfjrmpöA^ — 
avki lefjädq alpal sune>itfuii- 
.rryq A. — keavia deszifrdd<> 
:>lrqlTd(i. — dizjendit kesigni- 
Jikdra' — ^"^dla del rdjrtf\ ^ 

fir/ia pice stnd/fi)'()A — s/ii(>- 
meiifffin iqs(\vk/dt)(tr d.iacKdp- 
ilald/ — , qsji'Irsfraijierq n(>s^H(- 



marchar ä la lid , habian inteji- 
tado sus servidores abrir aquella 
puerta, iracasando siempre on 
sus tentativas. La puerta iio 
cedia iii ;i la astucia, lü ä la 
fuerza. 

Era iicccsario quedarse con la 
gana de saber que habria träs 
aquella [juerta, y eri verdad que 
no con mucho gusto se resignaban 
ä ellü los servidores del poderoso 
jefe del Yemen; que la curiosidad 
ha sido siempre grandc senora 
de voluiitades, y amiga de ([ue 
se la deje contenta. 

Y no eran los servidores de Abu- 
Abdalä los ünicos que ansiaban 
penetrar aquel misterio ; los hijos 
mismos del duefio de aquel 
palacio se habian preguntado 
niuchas veces lo ([ue podria ocultar 
aquella puerta, sin conseguir 
otra cosa que Ibrmar conjeturas 
mäs (') menos extravagantes y 
aventuradas. 

Sin embargo, habia im dato : 
sobre la puerta de hierro veiasc 
escrita una irase en caracteres 
chinos , y los viejos esclavos 
del palacio se contaban que, 
hacia mucho tiempo , habia 
llegado al pais un extranjero 
que habia descifrado el rotulo 
diciendo que significaba "sala 

DEL LIERO". 

Habia, pucs, un libro, si no 
mentian los esclavos de Abu- 
Abdald, 6 si el extranjero no se 



F. Araujo in Tor.EDO. 



259 



r/'arjijq((üddö/\, — osi rfUotülo 
(leziu laverddz. — \_p^i'*i } ^^1^^ 
Ubroeru ~ este ?\^ — porftverza 
devhi ser~^Hidihrq demuho nien- 
tf>A, — kuuindit sedestütnru~^ 
iuiasdhf jxirarlsdlö . — itide- 
(jirufdüßd k()td('mt(iH jirchiu- 
z Jones. 

iintrhfc ' ((l()ufezinijrnt(>' \ — 
vinnu poiirr ffiniUKo\u l((rs- 
j)ekiafiva dehtttuos ihuünäpda- 
ld\: — clpodermo Xi'fe~^(iräDe 
mmy'y' — jainirjt)veiddlci , su- 
srredrros — . ordenärn iiehd 
ravdaco luiß/rrrta Qyrr() Q.du- 
s/JdalUbro. \ — doerocüsfo srs- 
}:ldv()S kniiipljero ludinanddtö'y 
-, jäsiisfiölpes/japirrrta zeitjo^. 

II. 

' ^Jciur/it ' trdrde l(ipii\rUi (j.>- 
J'-y ()':'• — unascditapelcrna'' , — 
triste, s'madnriK) (dc/iuio — sin- 
niijgdn detdle Akelauidra läten- 
zjqn. \ — amtrjqveiddl((\sepre- 
zipitdro nnisuinteriqr' / — , i- 
prdntit srstdva namostrd rr^ldr- 
sfjeho j'enqxq delueseqkänto, ■' — 
ku'dnäq deümvekq delaparez^ — 
rjrrq^ kqlfjn runazintctDrrcte^ 
'^kii.fjqhra^nir' ' - japarezjojmi- 
prrtpnninq urolddo jat(id() por- 
rla: — trmhldndq deinozjqn,\/ 
seUdevdj-q natma delarinarreti- 
rdda savitazjqner \äelpcddzjqf\ 
— , jiina 'oezali\J — lodescwo- 
Idni nantesuv'tstü, — JsepKsjerq 
nalcrr kqnavkUz. , 



habia enganado, ö si cl rotiilo 
decfa la verdad. Pero ^. ciue 
libro era este? Por fuerza dehia 
ser un libro de mucho merito, 
cuando sc destinaba una sala 
para el solo, y se Ic guar- 
daba com tantas prccaucioiios. 

Un triste acontecimieiito vinc 
ä poner termino ;i la espec- 
tativa de los hijos de Abu-Ab- 
dalä: el poderoso jefe ärabe 
murio, y Amir y Obeidala , sus 
herederos, ordenaron echar abajo 
la puerta de hierro de la S(7/a 
del libro. Dos robustes esclavos 
cumplieron el mandato, y d sus 
golpcs, la puerta ccdio. 



^Qut habia trds de la [Uierta 
de hierro ? Una salita periueüa, 
triste, sin adorno alguno, sin 
ningün detalle quc llamara la 
atencion. Amir y Obeidala se 
precipitaron en su interior y 
prontos estaban ä mostrar el des- 
pecho y enojo del desencanto, 
cuando de un huecö de la pared 
vieron colgar una cinta verde. 

Cogiola Amir, y aparecio un 
pergamino arrollado y atado por 
ella ; temblando de cmociön se 
lo llevaron d una de las mäs 
retiradas habitaciones del palacio, 
y una vez alli, lo desarrollaron 
ante su vista, y se pusicron d 
leer con avidez. 



zCo 



RECHtKCHES SUR LA PHONETlQUE ESPAGNOLE. 



"'/(] Ixornuor.'^ ' aiinrj<ihei- 
dnla.'\ — ydezla <fhn(i)iuskrttn.^ 
.<j<ihdsq eiiibu\stra v'nla teneis 
kesufri ralc/üu loitfrafjnupo'^^' — 
uJCutctlrsa fortüna irjmjfa'/ — , 
y)in~oräesaleHf('/s.'f — ahrißel- l 
Vthrö/heäjtrdjirnjo saiäbenql- : 
zeräx'' amipääre/ — jnzkt 16- i 
k^oc mdiiäe/^' i2^qrI,walkjA)' s'tfjq 
keloubruisj — . pära onkqntni 
reselibrq — , prournajarel srn- 
lasalita i/qiute~a(ei sestep'vqa- 
nniiq/ — idnömbre ddxenjqA 
sai(V)enqherdx.\j - srjlq'^abrirei 
sdlibrq oiikdsq deapsqli'ita neze- 
sidnz^' — , jiinaved .-qlamrnteA 
pävak('ulakäs<>.\ — jald oc 
'jicdrde/j — (n-iiapdahi 'bi'ji- 
setiudi2\''\ 

tf-rniiiidda lalrhtuiä.^ — mini- 
rqiise amirjqceiddla kqnestn- 
!'d>'\ — l''^ libro d(i xeujo sdiz 
cenqUerdx'/j — ^kqmo serd? !^ 
— ^gdqiide podraldrse?' •' — 
^ ^kekqntcjidrd'"P — töda sestas 
pi'e(jd)das\seazi.ai} kqnlqsdxqs A 
■ — , sinaldr frjtpicrsta satisfak- 
törja paraclas. \ 

('n( nke\\dwpüoi<hk(/iiioercniaöra 
drlsekrrto,\— podian mthfazer 
^ukiirjqsiddzh. — <:rüml\bweno 
s!xq<i,\ , — isefesigndrq näÖD- 
sn-rd relmanddtq d^supadre/\ ~, 
(iguarddniAO iindqkasjdti' / — 
'iikfi — kqufdnue älas/jaldbrac 
ncl indiinskrHq' i — , "turjese\nöp- 
suhitanezesiddz'\' — d^Mibri rrl- 
l'ibro . 



";0h hijos mios, Amir y Obei- 
dala!, decia el manuscrito. Si 
acaso en vuestra vida teneis 
quo sufrir algun contratiempo, 
6 la adversa ibrtuna triunfa, 
;no OS desalentcis! Abrid el 
libro que diö el genio Said-ben- 
Alzerag ä mi padre, y haced lo 
que OS mande, por cualquier sitio 
que lo abrais. Para encontrar 
ese libro , pronunciareis en la 
salita , donde halleis este per- 
gamino, el nombre del genio 
Said-ben-Alzerag. Solo abrireis 
el libro en caso de absoluta 
necesidad, y una vez solamente 
para cada caso. ; Alä os 
guarde ! — A/^u Abdalä ben 
Senadid." 

Terminada la lectura , mirä- 
ronsc Amir y Obeidala con es- 
tupor. ;E1 libro del genio Said- 
ben - Alzerag ! i Como serä ? 
^^ Donde podrd hallarse? ,J Que 
contendrä? Todas estas pre- 
guntas se haci'an con los ojos, 
sin hallar respuesta satisfactoria 
para ellas. 

Aunque, dueüos como eran 
ahora del secrcto, podian satis- 
faccr su curiosidad, cran buenos 
hijos , y se rcsignaron ä ob- 
servar cl mandato de su padre, 
aguardando una ocasiön en 
que, conforme ä las palabras 
del manuscrito , "tuviesen ab- 
soluta necesidad"' de abrir el 
libro. 



F. Arauio IX Toledo. 



261 



lankaslon\ poruerqn'tsja s — , La ocasion, por desgracia, no 

iiofarcto ^tmpresf^)ifdrse\. tardo en presentarse. 



ill. 

olkaUfa moained' murjo poh)- 
'lespwes kesHpo(lero!<o vasäfo 
ncnabftalä ■^ — al-je navUi dls- 
ftnqf(/(> sjnnpre pori<iradesJö 
/ns('rhf2jf)s.\, — • rijsuluf/dr/ 
^iwjq~aliröiiq elpr'tnzipe avena- 
rez , — , enemigo ~ 'i¥ek(mziljähle 
l:>aDJästdo\daavuabdala / \ — , 
/äiv] desnsprimerq sdktqfiAfwe 
dospo.rd ralqsixqc di^ste,\— jtniir 
jitveidnla/ — , desiihmntjqsa 
fqrtiina /idefqdos siisqnqyes\ . 

amir joveiddla/ — keddrq^ 
Iqijstoniddqs kqnlainedidatirn- 



iiika diHwenavez.'^ 



'.k^loa 



srrdclös?^ — dqcdhis seleskqn- 
zedjrrqn detrrm'tnq — parCiDcin- 
dnnd Vdkrl pcddzjq kelesrra 
taijker'idi).^ — snprimer p^ijsa- 
mjrntq/ ■ — fumikud'i rällibrq 
kesiipddre ledegdra.X — l"%" 
'jiota qkasjöij mexör k9akH<( ,. 

sedirixjrro na lasalHa\dqiid9- 
iildrq nrJpqrf/aimnqA — idr.s- 
inv<lr. deav(rse zn'zjqrddq\de- 
henadje Irsioskuhdvd \nlve'iil /\ — 
,esk/am6 qrelddl.a:, — '/sdiz 
henqlzerdx!^ 

apenas prqmoizjq rstas pald- 
bräs ' — , kivdudo unljrnzq de- 
pared sealzq/kqino poriina- 
fwerza inisterjqsa" — , dexändq 
vjr\ nnJargistmo kqyedqr' — , 
I cdumbrddq porrrniösar /diii- 



III. 

El califa Mohamed murio pocc' 
despues que su poderoso vasallo 
Abu-Abdalä, :i quicn habi'a dis- 
tinguido siemprc por su adhcsion 
y scrvicios. En su lugar subiö 
al troiio el principe Abcn-.\bed, 
enemigo irreconciliablc que habia 
sido de Abu Abdald , y uno 
de sus primeros actos fuü des- 
pojar ä los hijos de este, Amir 
y Obeidala, de su cuantiosa for- 
tuna y de todos sus honores. 

Amir y Obeidala quedaron 
consternados con la mcdida tirä- 
nica de Aben Abed. /.Que iba 
d ser de ellos? Dos dias«se les 
concedieron de termino para aban- 
donar aqucl palacio que les era 
tanquerido. Su primer pensa- 
miento fue acudir al libro que 
su padre les legara. Ninguna 
ocasion mejor que aquella. 

Se dirigieren ä la salita donde 
hallaron cl pergamino, y des- 
pues de habersc cerciorado de 
que nadie les escuchaba ni veia, 
exclamo Obeidala: — ;Said ben 
Alzerag ! 

Apenas pronuncio estas pala- 
bras, cuando un lienzo de parod 
se alzo como por una luerza 
misteriosa, dejando ver un lar- 
guisimo corredor , alumbrado 
por hcrmosas lämparas de plata. 



26: 



ReCHEKCHES SLR LA PHONETIQUE ESPAGXOLE. 



päviic depluta.^ — ami cjovei- 
ddl<V j scintniiu t<)iit porr! reswcl- 
fciHirnte- . 

t'j'minddq ,)lh)i-'edo/ — , s.-^- 
'djrjö mxosuspje sunafrdmpd": 
— jiiSHsöxos seprescntonipimi- 
da'^('jika/rra.\~ Va.rdrq tuuiQu- 
IHK) SKseskalqnesA — , ise^pj/ion- 
fräro )iennn<isal dmirhdar , — 
degaute', — lena dcbhide per- 
fihmls/ — , Jadorndda depri- 
morösos taplze yqlfqmbras. — 
f^HclzAntrq delasälcC/ — avia 
dos sitjäleSyfqmdqr dedamds- 
kq~a2ÜL\ 

I:qmq^ai--astrddqs porlresi^^ti- 
h/e' Tinpijlsö,/ — • se/ddrqnse fm- 
elq sfuiiir jqveidula,^ — japenas 
Iqiijerqn/ — , sesiidjer(> uave- 
ratddq salqalto A kqiwcqjided 
üfp'tixiiiqsa.^^ — Alffu Iqssifjäles 
sedeh(rjerqn\y — ilqsixqc d^a- 
cnabdidd selecantdrqn.\ — ala- 
cause .müna (■spazjqshima sdlä 
— . I:ualnatjhaf\sii'i)uaxinazjqn 
/aD/äs()nadq. \ — 'nejzihitro ds- 
lä Ulla imaeiiqniie kdxa dee- 
ränq,\J — ijikiiyatdpa sehia 
kouletrar deqrq: \^l'ihr<> de sdiz 
benidzerdx^\ 

aniirabrjq' akrJa kdxa der- 
räiiql — , kiridrq üHaj — qij- 
kqntrö~dti'(i demarfd kqnohnir- \ 
iiiot/fafq;\.— drtitrq ileiaQdmar- j 
fiV, aviaötra Qjtuikar, — dcntrq | 
(17'stü/^ iiiiude kqnha — hrrgd'! ■ 
ihiadeiiiaJerag^iedrq^ — des- \ 
picfs' '('jtra^ 'sniida/t) , — (Aj.s- ! 



Aniir y Übcidala se iiUcrnaron 
por el resueltamentc. 

Termiiiado el corredor, se abriö 
bajo süs pies una trampa y ;i 
sus ojos se preseiitö empinada 
escalera. Bajaron iino ä uno 
sus escalones, y se cncontraron 
en una salita circular , llena 
de luz y de perfumes, y ador- 
nada de primorosos tapices y 
alfombras. En el centro de Ja 
sala habia dos sitiales forrados 
de damasco azul. 

Como arrastrados por irresis- 
tible impulso , sentaronse en 
ellos Amir y Obeidala, y apenas 
lo hicieron , se sintieron arre- 
batados ä lo alto con rapides^ 
vertiginosa. AI fin los sitiales 
se detuvieron, y los hijos de 
Abu Abdala se levantaron. Hallä- 
banse en una espaciosisima sala, 
cual nunca su imaginaciön la 
habia sonado. En el centro de 
ella habia una enorme caja de 
ebano , en cuya tapa se leia 
con letras de oro : "Libro de Said 
heil Alzerag". 

Amir abriö aquella caja de 
ebano, y dentro de ella encontrö 
otra de marfil con el mismo 
titiilo ; dentro de la de marfil 
habia otra de nacar , dentro 
de esta una de concha, luego 
una de niadera de cedro, des- 
pues otra de sändalo , despues 



F. AkAU.io IN Tcji.EiJi). 



263 



jncrs' ötra (lephitajorn I — , ipor- 
fiif i'jtra^ — '''"' detmlar Uts- 
siistdmjar delacdenids — , l- 
gicarne^ida Qohrildntes^ : — 
^dridrq dila rstdva el lihrOf. 

(weidala loahrjo ' — donj- 
seüodsivrnndnq \ — : dinbos 
/))'()niefjerqii kuinpli rrlmandatq 
k.fuk(ii-(w<ni delerr/ — , isaljerqn 
doakelasdla ^ kqtiddii im dk'h^- 
traiik'Uq.\ — sjrinpre kcrui- 
ktimplinifrnfq delasqrdrner del- 
Ithrq ttldian dlfikidtdz^ / , — 
akuditi iKikqijsidfdrlt'v' — iyrni- 
prealdcdii kqijswrloj' fwn-za \ 
sr» ein h I •(> ni isterjqsq.\. 

kinnpljrndq'as'i las preskrip- 
zjqner drllibröy — lef/drqn Iq- 
sixqs dpavuahdald asrrqtravez 
felizes^ — poderqsf) >>irrspetd- 
dqs/ — (iMa.dpu)dq - Q^ke, \ — 
femjqridq sniiifiiirnzjä/ — ■. el 
kalifa areiniDqd Iqchniiqäsu- 
kqrte, — idevqlojqndqles susq- 
nqre si^ihlzas./ — lespidjö per- 
dqn\ — Ueskqnfiq lospirrstiir 
demasÖHfai kqujiaiizn. 

andr jqceiddhMric utd roti sjriH- 
pr.r nbnisterjq.sq ld>rq la niaijör 
renenizjqii/ — , jalmorir''/ — 
i=epdjerq nawsixq sehijkdrgq 
d€supädre\. 

IV. 

"^^/iC Didxikar fnhes k<>iite>t/ 1^ 

— ('/ lihrq dcjjqnjq stiid vnudze- 

nix'^^ rntodas suspdx'lnäsh- sea- 

läV'O ,)skr(ta\qst(( sola palähra . 

^"'fravdxa"' ,. 

(!•". Akaijo. - 



otra de plata y oro , y por 
tili otra , hecha de todas las 
sustancias de las demäs, y guar- 
necida de brillantes. Dciitro de 
ella estaba el libro. 

Obeidala lo abri(') y lu en- 
senö ;l su hermaiio ; ainbos pro- 
mctieron cumplir el mandato 
que acababan de le(>r, y salieroii 
de aquella sala con el äiiimo 
mäs tranquilo. Siein[)re que en 
el cumplimiento de las ordenes 
del libro hallaban dificultad, acii- 
dian ä consultarje , y siempre 
hallaban consuelo y luerzas ru 
el libro misterioso. 

Cumpliendo asi las prescrip- 

ciones del libro , llegaron los 

hijos de Abu Abdala d ser otra 

vez felices, poderosos y respe- 

tados, hasta el punto de ([ue, 

I temiendo su influencia, el calita 

Aben Abed los Hämo ;1 su 

• corte, y devolviendoles sus ho- 

I nores y riquezas, les pidiö per- 

dön, y les confio los [)uestos 

de mds honra y confianza. 

Amir y OJieidala tributaroii 
siempre al misterioso libro la 
mayor veneraciön , y al morir 
repitieron ä sus hijos el cncargo 
de su padre. 

I\. 

^_Que mdgicas Irases cont(Mii:i 

el lii)ro del genio Said l)cii Al- 

zerdg? En todas sus pdginas so 

hallaba escrita esta sola juilabra : 

"'rKAHAJA". 

Ctientos Morales). 



2 64 



ReCHERCHES SUR LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



5. Iqseksdmenes. 
(kiidärq snhivq.) 

— m(dacaratjrnes,'\Mkr>: — 
iiekqnqze kefesfäs kqmjfhidq Iqc- 
Uhrqs. — u^'dydujj kaijqrlq 
ketepeskasy 

— jnver imkrras^ . — noec- 
'jniijkqsa : \ — prro f/aves'; — : 
(Ikdsö/noes pamrnös/\ — yViia- 
üäna meksaininq.f 

— av^r' — , ^ndiD^üna pre- 
f/nnta\^ — . oje kqrjkhmlq\Qd¥Pr 
pasd relhaku — . iydno pjei^sq 
mirdrlq mds. — - ^^tjene saP 
rl ijrqgräma^ depatqlqxla? / 

— si. 

— pives sakalth —, jdzüna 
pregünta kwcilkjoru. 

— ^alävdj — : ^dja(/i)qsnkq\ 
difermz)äV! entre Ja disriifer/a 
üa enterqräxju\^. 

— i^ntqrö . .j ^ ^ke?^ ~ ; porcl- 
medjq^sikemms partklo aqra.\ 
— 2ireztsamente''l\ ^esnna kqsa 
kenqse.j 

— pive santigö . . ./\ — ^mrn■ 
kwfmtrq 9ndiuU:nio kdsoi. 

■ — Jüdi/d' tnnc pldnJiä^ ka- 
iiiord! , 



5. Los EXA.MENES. 

(C uath-os al vivo.) 

— Mala cara tiencs, chico ; 
se conoce que te estäs comiendo 
los libros. ;Vaya un canguelo 
que tc pescas! 

— Piies 110 creas, no es 
grau cosa. Pcro ya ves : el casc> 
no es para menos. Manana me 
examino. 

— A vor, hazme una pre- 
günta. Hoy he concliiido di- 
rcpasar cl Jaccoud, y ya no pienso 
mirarlo mds. ^/Henes ahi el pro- 
grama de patologia? 

^ Sf. 

— Pues säcalo , y haz una 
pregünta cualquiera. 

— Allä va : diagnöstico dife- 
rencial entre la disenteria y la 
enteroragia. 

— Entere . . . ^.que? Por el 
mediu si que me has partido 
ahora. Precisamente es una cosa 
que no se. 

— Pucs amigo . . . me encuen- 
tro en el mismo caso. 

— ;Vaya una [)lancha, camarä! 



— iqlu, läkq.\ — '^^dqnde 
äjählq sasestdq,\ — kenqtes-}- 
dvistq por niiujthia pdrfe?A^ — 
^äsidoälac fj(star descnns/diq? 

— jinomäla fjrsta'.-^ — 
^ihivrna' \., hicrnafjesta tc)j(jqi/q ■ 
kqnlakhmko ! j - ^/n'dade los- 



— ;Hola, chico I ^Donde dia- 
blos has estado, que no te se ha 
ha visto por ninguna parte? ^.Has 
ido ä las fiestas de San IsidroV 

— ;Y no mala fiesla! jBuena, 
buena fiesta tengo )o con la 
quimica! ;Ni la de los innume- 



F. Araujo in Toleuü. 



265 



innumemhlec vidrf'irer ilezara- 
fiqza, ' — Jcedesegüri) deoesrr 
mai/tisküla \ — , mpße sölntoke 
namrdjafjesfd porvärva / \ , — 
,///«, yä\' f — ted'igö/keniDcr- 
zeljiis nidüinasA, 'njestol.'^ — 

— f/asi lesuvjerani pegdo kit-u- 
frqtiro sakaüno' f ^ — estöi- 
fwrjqsq .\\>mbre.\ — m<>dblan 
desqskisnlfYüyis'/ ■ — , ikönwsiine- 
ahlüvan delacpci'/qdac delahidjaK 

— Jirnmicklii pjeijsq vrrläs., 

— tratdndqse Qometalqides / , — 
^minfra dqlqrdekavf'za.j — 
k(nj1<)rmetdlefi.' / — , temn mede 
imäpoplexln fulinijtanfe ,\ — 
snhrefqdq ^^ajp^nmr kenqtrijqq 
nnapeseta\, — ; kqnlassälrs . — , 
semstaze lavokndgioa A — , por- 
keiiqkqriqzkq\ mäskefasdj delaqbi 

— ilas()1demmorrna^\ ykenovs 
pökö^ — ; 'inq/dicjämocnd\sise- 
trdta glateorj evcrzHj üs ,\ — 

— pork^ntqnzci A niedd nlnfen- 
zjqner daabri rrlvqlkthiiped/r 
sqkqrö.\ — cjipn' , — ted'igq^ 
krstdjiim prd deinärka iiiagqiW - 
US/CS ^kenoe fenjö unucmedjq 
kenietrrme dijkäsä/ — , idealinq 
mhpi ■ nidedta -" nideiiqhe.\ — 
diüm >^Jfqdq,\/ — rijkqiitrdr 
ijüna pt'qvddq —, rslandifizil,\ 
porloitiiHiös/ — , kqmoeijkontrdr 
Ja pjedra •filosofar/ — qla- 
kwadrati'iral z'/rkülq.\ 

— \i''dg(i^ i'dga' , qmhrcIA — 
ji.qrst(ir((s faniiinlA — kwdndq 
tamlnvqumnor tjrnes.\ 



rables mdrtires de Zaragoza, que 
de segiiro debe srr mayi'iscula, 
aunque solo toqucii ä media 
fiesta por barba! ; Ya, ya! ;Tr 
digo que ni Berzelius, ni Dumas, 
ni Stahl! ;Asi les hubieran pe- 
gado cuatro tiros ä cada uno ! 
; Estoy furioso , hombre ! Me 
hablan de sesquisulfuros, y como 
si me hablaran de las pagodas 
de la India , que en mi vida 
pienso verlas. Tratandose de 
metaloides, me entra dolor de 
cabeza; con los metales, temo 
me de una apoplegia fulminante, 
sobre todo al pensar que 110 
tengo una peseta; con las sale^, 
se me hace la boca agua, por- 
que no conozco mds ([ue la sal 
de la olla y la sal de mi 
morena, que no es poco; y nt> 
digamos nada si se trata de la 
teori'a de Berzelius, porque en- 
tonces me dan intcnciones de 
abrir el balcon y pedir socorro. 
En fin te digo cjue estoy un 
pez de marca mayor. Asi es 
que no he tenido mds remedio 
que meterme en casa, y de alli 
no salgo ni de dia ni de noche. 
Aun asi y todo , encontrar yt> 
un aprobado, es tan dificil, por 
lo menos , como encontrar la 
piedra filosolal ö la cuadratuni 
del circulo. 

— jVaya, vaya, hombre! No 
cstards tan mal cuando tan buen 
humor tienes. 



266 



RF-CHERCHES SUk LA PHONKTIQUE ESPAGNOLE. 



— ; [nrrs- nö/ , Jcemeharm- 
/(trär!\j — konesq iiädarenie- 
tljariü'/ — JserniH äontiiHe 
s((lavez., — '^^^iiu?^ — ^Ja)mQ- 

— jPst.'j — (if'i ast\ — 
rtiiMorja naturf'd'A ni.pasüsta 
numpökq lqszÖfitos\ — üasklasi- 
fiJcazjqnec äevotthnka dedeJcan- 
dq/.f delinn(lq,'\(idzetrrä,\ — ; 
iperöf ^;vüy<i'!^ — ^pwedq- 
p((S(ir\j — rulqkf'Stöi temjciufq" 
üna katdströfT', ' — yvse urldi- 
xebra\^; — u/ddndonie dekira- 
sjöner depriiHrr ijrddö/ — . ftUi- 
frq rnkalqr-,^ — ndasde>^egiind(>/ 
I Si'idq ; , — nilucdetcrzryo^ j , mhi- 
fra kalqiitüra\; — ■ jejdarde- 
kwurtö' y y^unutiritöiin keujthi- 
sirr)ja\_^ — . Iqkrnie kqnfurrln' / 
— ('skjii lqrdc'i)i('(S\lc'si)asa Iq- 
tn/rmoA — , Iwäldeniüliqs^ . . . 

— ; cstdmor frrskqs! 



— ;Piies no, que me cchare 
ä Uorar. Con eso nada reme- 
diaria , y serian dos males d 
la vez. ^_Y tu? ^,C6mo estdsV 

— jPst! asi, asi. En Historia 
natural , ine asustan un poco 
los zoütitos, y las clasificaciones 
de botanica de Decandolle, de 
Linneo, etcetera; pero ;vaya! 
puedo pasar. En lo quc estoy 
temiendo una catästrote es en 
el Algebra ; habldiulome de 
ecuaciones de primer grado» 
entro en calor ; cn las de 
segundo, sudo ; cn las de 
tercero, me entra calentura; y 
en las de cuarto , una tiritona 
que ni en Siberia. Lo (]ue me 
consuela es que ä los demäs 
les pasa lo mismo, y mal d(^ 
muchos . . . 

— :Estamos frescosi 



— i^utaüffo, slxeriko^ cdl/'a, 
f'H)d()rrd<) i . . . 

— pero^ ^senqr/tq/\^ — kcstd 
lasqpa 9nlanulsa\. 

— ; dexämeempäädesopas ! — 
\aqfa oöl^ — Jnrirniwidq, f.jq- 
dqrikq, rurikq . . . 

— pero ' ixeüoj'Uq! . . .' 

— ^; porr'idade täl ! . . .\ — 
Jcdla'.'j - Jaöra kemefixo' ^ 
'^^sdoes kerecvonda^A, muhdlta \? 

iiq^ iiq . . . \-vädii rrfrq.' \^ — 



— Ataulfo , Sigerico , Walia, 
Teodoredo . . . 

— Pero , seiiorito , que est;! 
la sopa en la mesa. 

— jDejame en paz de sopas! 
Ahora voy. Turismundo , Teo- 
dorico, Eurico . . . 

— Pero, senorito . . . 

— ; Por vida de tal ! . . . 
; Calla! Y ahora que mc tijo 
(j^sabcs que eres bonita, mucha- 
chaV iQiiti tentaciones! Pero 
no, no . . . ;7urdr rctro! Alarico, 



F. Araujo in 'roi.EDO. 



267 



a/ar'do, xesa/eikn, anndarthu . . . 1 Gcsalcico, Amalarico, . . . Amala- 

— ^amalanko, awalarikq^ — I rico, Amalarico ^(luicn viene 

' /kjän hjene^aor<(?\^ \ ahora? 

— ndiije^ yeiiorito.^ — Nadic, scnorito. 

— i'') — teiid/a. teudisillq, — ;AhI Tcudis , 'IViuliselo, 

axila ... Agila . . . 

I 

— y('lseüorit<) .istii löko^ — — El scnonto cst;i loco. 

/[johresifq.' — /rehii J<)het}ene \ jPobrecito! l'elay lo quc tiene 

Jantorsfui/jar. [ tanto estudiar. 

(F. Akaujo. — Tipos, ciientos y cromos.) 



i). kröiiior deviäxe. 
1. i'ridxn-ii Kil Iren! 

— ^ ;pakt!^paki\ rcimünd 1 ! /\^ 

— rste sd,rsfd esqkupd^q . . . 

— itoiiiä' !\ — pirrcäikesi . . .V 

— iioec m(dofqytiina\ ... — 
^;ant('mjn\ . ., rifä' . . ., mika- 
tHa!' — ' renhqs\paki . ' 

— /diidti. diidd! — n6p(n'äej' 
tjeiiipo.\ — Keime ddndq rsq 
saJiipri'es. 

— airiiluzes1ä\\ — tPi^kivi- 
ddq/ — kcsfd }toi Iqsölnt U'CDOS 
kemedjöld p((skic:d((^ . 

— u'i'di/dün dlspardte.' , — 
Jncrna fört/hi si^vnndzrr. — 
^ pake träesrsq \ '■f^ 

— - ^,' iki-kerjäs ki2Jera\''f^ — 
i^pues yiiverds/kqmo tegustan\ , 

— fqma /(iscdfq)'xas\\ — nq- 
laspqijQar d('se/dq\'()ndjre.A — • 



6. Cromos de via je. 

I. i\ iajei'os . . . al ti i-n! 

— ;r(ara)aqui, Reimunda! 
Este si qu(e) estd (d)esocupa(d)o. 

— ;Toma! pucs di que si . . . 
No es mala fortuna . . . ;An- 
tonia, Rita, Micacla! jVcni'sosi 

[ p(ara)aqiu! 

i — jAnda, an da! No perder- 

tiempo. Veime*^ daiido esos (/c/i/- 

perres. 

— Ahi va la cesta; ten cuida- 
(d)o, qu(c) estdn ahi los ocho 
huevos que me diö la Pascuala. 

— ;Vaya im disparate I ;Buena 
tortilla se van (d) haccr. ^.Pi'ar)d 
que tracs eso? 

— -^X que (juerias (lui'ei hiciera? 
Pucs ya verds como te gustan. 
Tema las alforjas; no las pon- 

; gas d(e) ese la(d)o , hombrc. 



' Vaiisos püiir Ten tos ; toiiiie |)opiilaire (tit-s vii|n;aire) ;i j iiiterialaire ; oix 
tioiive aiissi Tttiiros (moins vulg.) et veiicisos, 7rncisits (plus viil<r.J. 

^ -\^' perder au licii de no pcrdais et meine fle «<» picrdaii iistedcs. Cet 
eiiiploi tle rinfinitir poiir rini]ii'iatit" est ties frcipient. 

* Vehne poiir vedme. luiine vulgaire <le riiii).i'ratit' ilu vei he /> ; le langage 
ciilte ilirait idnie oii vayan ustcdcs. 



268 



ReCHERCHES SL"R LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



^ ;'jiqves levai lalxqcin'nja ise- 
iiqcvd voyar't' 

— nqtriyjar nijedq ■. — ; er- 

— divmi las l-qrras hm. Iqs- 
iihrigqs.- 

— Jbtvrni>, niKXri'j — , ehalps 
paka' ; — dui^ke mesdd pivrsto 
<»ilakave<(iJ\ — ketqestq estä 
esqhra. 

— ^^ßqhrus?^ — ,;noestdn 



indlas sdbras. 



yarems si- 



jiäsmjsevastjdn-tehüpa sentadia 
locdeor gefriö.\ — • isino / — 
akjqstä gqn(i/it(i\ — Jienq me- 
xarä rnrntir. ^ - '^,nqrrzjrftq^\ 
gquarlta\? 

— ^^hirdlä? ^ 

— Iqdrjfriq pitsaijseDasfjänN. 

— ^l yalqkreq^k^äl viqP ■ — 
if/iflq keraddrdhtmdr. — ike- 
tjnmpivrnte . . , 

— iP^^'Oj ^ dkc^'U)^ iii kaqhq- 
kwarfqs,\ ^^senqrä? ^ — sjahlü- 
mor ärlfrlq. 

— ^ ^jf^'iq dlzeustez?^ — ^ ^Jce- 
tjeue' liste friq?^ — ^picesixa^ 
l<)kcs yq - ... — ^ufff\ — lestq 
'jahrasadita! — l^J^j- 

— • jdeinonjq Q9sörd(( .\ '^la 
digq^ — kesjäzefr'io^pdsim se- 
vastjdn / ' 

■ — ptro I seüqruj — pa pve- 
f/iivtd 'resq'/\ - /loäzcfd/td peyd 



^.Nü ves que va (ahji la cocinilla 
y sc nos va (äj ('a)bollary 

— No tengas miedo ; es 
fuerte. 

— Ahi van ]as corrcas con los 
abrigos. 

Bueno, miijer, echalos 
p(ära) acä ; aunque me se ha 
pucsto en la cabcza que tofdoj 
esto estä (d)e sobra. 

— ^.Sobras? ;No estän malas 
sobras ! Ya veräs si p(ar)a San 
Sebastian te chupas entadia ' 
los de(d)os de frio. Y sino, 
aqui estä Dona Rita, que no nie 
dejarä mentir. ^_No es cierto, 
Dona RitaV 

— ^CualaV- 

— Lo del frio p(arja San Sebastian. 

— ;Ya lo creo que hay rio I 
Un rio que va (ä) dar ä la mar y 
que tie(ne) un puente . . . 

- — Pero (i. que rio ni qud ocho 
cuartos , sefiora V Si hablamos 
del frio. 

— (J.Frio dicc ustedV ^.Que 
tienc usted frio? Pues, hija, 
lo que es yo . . . ufl ;estoy abra- 
sadita! juffi 

— ;Demonio de sorda ! I.a 
digo . . . que si hace frio p(ar)a San 
Sebastian. 

— Pero, senora, p(ar)a pre- 
guntar eso, no hace falta pegar 



2 l-'.iitadia. enlai'ia, eiitoavia juiur eittodavia. loiiiie iiopulaire de l'adveil».- 
todmiia. 

- Ciuil n'a pas (k- iV-iiiiiiiii ; le mein: ]ieuple ])(>uitaiit (le la Castille nu'ri- 
<liuiiale foiine Ic rt^iuiiiiii citala. 



F. Akaujo in Tuleuü. 



'.6g 



rt'sar üöz(;s',\ — sojajcjo tinjru- 
f(l ^\ — ijrro iioes pai(lnti)f\ 
; karamhtd /\ — ilwegö/ — '/me- 
gnsta lannhaxä!/^ — ^^hlseyö 
sjdze onöfr!ö\?^ — '^^loevisto- 
yo?^ — asi näya märfrlo knj- 
incalri iJorenero.\ 

— liväyavdya.' — ydejirnio 
Srsta hqmbrrsazjqn! ^ — ri'istd- 
moe yaUklqch ^rehm(7iäa\?^ — 

— »lirä javn' sifaltiUyo\ — : 
akjestä lamaletä', — ai loHabri- 
gös\\ — all lazbstahikä\^ — 
u'i la grdncW . . .\ — iP^rq 
;käh !Aj — ^ ^kqsesq kep'njqa?^ 

— jbtvenq trstäs povjenäq dl- 
oestidq! f — ,/idima dstrena!^ 

■ — i/xesüs, marjdl xiise !^\ — 
^ ; sis6n/los yivevös\ ! ^ 

— ' ^ju>teloe<ja yq?^^ 

— pero fqkqnitenuq f\ , — 
' ^ pake mdaspivestq \ p^izima la- 
i^stccA PsesdkqA? — ' ^nqve\ 
sqmbre,'^'^ kes^aplastdvcni. log 
gu'ei:qs\ '^ 

— pösIxäV, — tambqril por- 
ydita./ — yalakösa nqtje re- 
in edj(>. 

— ^penji ml vestiditoA ^v!rxen 
de lapalqma , ? — ^hiagoyo kqij- 
mloestidito ? 



csas voces; soy algo tinienta, 
pero no es p(ar;a tanto . . . ;ca- 
ramba ! Y liicgo ;mc gusta la 
embajafdaj I ^Q"*^ '^^ y° ^' 
hace ö no frio? ^,Lo he visto 
yo? Asin"^ haga niäs Iri'o ([ue 
en Madri(d) por enero. 

;Vaya , vaya! Dejemos 
esta conversaciön. ^,Estamos ya 
todos, RcimundaV iVIirai- ä ver 
si falta algo : aciui estä la 
maleta, ahi los abrigos, alli 
la ccsta chica, ahi la grande . . . 
Pero ; calla ! ^ Que (e)s eso 
que pinga? jBueno te estäs 
poniendo el vestido I iva(ya) una 
estrena ! 

— ; Jesus, Maria y Jose! ;Si 
son los huevos! 

— fi.No te lo (d)ccia yo? 

— Pero, recondena(djo; p(arja 
que me has puesto encima de 
la cesta ese saco? ^,No ves, 
hombre, que se aplastaban los 
huevos ? 

— Pos'^ hija, tamboril por 
gaita. Ya la cosa no tie(ne) re- 
medio. 

— Pero lY mi vestidito, Virgeii 
de la Paloma? ^Que hago yo 
con mi vestidito? 



^ Asriia, asin [lOur asi. "Asina lo liaiga sieniide", "asin liaiga sieiiipic 
lo niisino." C'cst reiiphonie (jui lügle l'emploi iles deiix lonues. 

2 Mirai, impeiatif, J^e pers. pliir., <ic mirar. Nous avons dejä parlt- 
ilu (.hangement de d eii i dans ces cas. 

=* Pos et aussi pus au lieu de pues, sont tn's cni]jloyes par le iiienu pciiple 
im [jeii ])aitoiit. 



2 70 



ReCHEKCHES SIR I.A PHONKTIQUE ESPAGXOLE. 



— pijsixd' / — ii<( , — ha- 
]/ärIoA iSitc parece^. 

— diulai hhpulqtü, kalzond- 
208 A, — kenosirces pannditita 
eäjqs lakqsa^\ — kouio nns.m 
paze restruphjos \. 

— f^m'rrd. reiiini/idä^ — tetj- 
(jdiiioe lafjesfd empazXj. 

— '^ijf'He fazöu lareiimhida.^? 
■ — hrid(df(t\lionalzd rclgäiO^ 

— ^dqnariiä, ödqnatiiij/^ntä qdq- 
vademonjqs,A^ kei/ameDol yöata- 
fdndq\ — p?<s nqpärze sinq ke- 
smiitjdji) idglqvq,\ — kirändq 
solo setrdtd Qekei^pO iiPskarhdq 
dos gtvrvqs:\ - slspskarhf'irqn 
ypordh'fH) porrre^A — , ^('ß>arhä<) 
srstön^ — isans€akav6.\ 

Jj\ ff ^ - — Jrdkuhi. fräkäla, frd- 
kälctj — ^f, ß\ ff\ — ■"/)//. pii 
pH . . ? 

— ^lyri'izja sadjqs^' kcmo 
savaijkdq!^ — ^;adj6s, mddrtz',^ 
ketekdda sh^xrnteAf 



— /^os hija, na(cla), chuparlo 
si te pa(^r)cce. 

— Anda y chvipalo tu, cal- 
zonazos , que no sirves p(ar)a 
maldita (djc Dios la cosa, como 
no sea pfarai hacer estntpicios. 

— Mira, <Reimunda, tengamos 
la fiesta en paz. 

— Tienc razöii la Reimunda. 

— Cuidafdjito con alzar el 
gallo, Dona Rita, 6 Dona Tinienta, 
6 dofia Demonios, que ya me voy 
yo atufando. Pus no pai'rjece sino 
que se ha hundi(d)o el globo, cu- 
ando solo sc trata de que se han 
escarcha(d )o dos huevos ; si se 
escarcharon por ache o por erre, 
cscarcha(d)os estan, y san se acabo. 

— Pii. . ., pii. . ., flf . . . ff. .. 
ff . . . träcala , träcala , träcala, 
ff. . ., ff . . ., ff . . . pii . . ., pii . . ., 
pii . . . 

— ;Gracias il Dios que hemos 
arranca(d)oI ;Adios, Madrid, que 
te quedas sin gentel 



— "^^ kestazjo nes^sta '^\? 

— med'hia drjkdmpo:- 

— '^^jjdru müho^akjdtrni?y^ 

— mär Qemedjuqra:^ 

— ^ i'i'ß^^^ livisa\? sikjercs', 
— , uktpodenwc vaxdr\\ - tene- 
fiioc mäsQeinedJdqi'ä' . 

— sf esq dizen.\ — perö . , . \ 
— ^'Isise )iqsint'(r]ia? \ 

— ^/kespade niarhdr^ J ^niu- 



II. l'iirail.i y loiida. 

— ^,Qiie cstacion es estaV 

— Medina del Campo. 

— ^Pära mucho aqui el tren? 

— Mäs de media hora. 

— ^,Oyes, LuisaV Aqui po- 
demos bajar ; tenemos mäs de 
media hora. 

■ — Si, eso dicen. Pero . . . 



t.y 



si se nos marchay 

jQue se ha de marchar, mujer! 



!•'. AkaU[0 IX TOLKDO. 



271 



av';-,/ — ^J(int<> setdrdil ./iiibere 
ruiuhdso ibdgivä A '■ 

— pivermh'a\ id.mtu sikje- 
res^\ — li/oiiomm treoo.^ — 
tei^qq m nh asez, V - pet 'oli>kftci/p'i ' 

— Jarer(td.s\ — mmroq pa- 
räeHusprtsa».\ 

— pen> iiösMS fonta,\Jiendaf\ 
— ; sinodi jiristi iiiijqi~(n(V ; — 
r^itenemos fjrinpö paloiiic rum- 
pdc<i ^olrno ■ — ireiiiojärlq kq- 
nunipdr devotMas kqntqda traij- 
kiliddd/ — kivunfqnuh paccce 
nimhasq d.nif/tra . . , \ 

— u'^"!/^' •• n(>tcinpenes,\ — 
tedi(/q kenn.' ■ — //q iiipatraf/dutq 
iqdd sjd)idq kqmprhCis: \ — era 
kapd Qeponerme mdhi. 

— jkdapokädai ke ninärrei^! ^ 

— ^^odya\^ piirsdUe\kf'-däs/, — 
mjeidrar ijqvöjd Idfquää refres- 
k<i reUjazndte > kqnuna vofcla 
ge(/((seqsa. \ 

— ^ iUatrevc inidexdntie sq/ä?/\ 

— ^^Istse vaMtrrn'^'^ — J pordjq 
sal/redq. f nqtevdyüs !\ — rres 
tanäirtraidqAketevd sakedd rm- 
läestaz/qn. — ^;xesils!/^ — 
■}tqkjef<i pci(snrlq:\. — '^ke sei'jä 
denii?^ — rra kupdit detirdrme 
jKjnhid r'e>itan'da.\ 

— perq'ua dcJtiJmTi' A — . nq- 
Sddstanaprci^su'u: — äztrl- 
kdnju; ^nuixrr.^ - sitünÖ kjerer 
vajfdr, — hlej'cnne vuxdrami? 

— Vi t?(i.se(/ürq kenqdi femör 
iii)pjHnq.\ 

— nqmi'lq digu\S(iJfredqA, 



^.Taiito sc tarda cii beber uii 
vaso de agiiaV 

— Pues mira , baja tu si 
quiercs ; yo 110 mc atrcvo. 
Tengo mucha sed, pero lo (|iie 
es yo, la vcrdad, no sirvo para 
esas prisas. 

— Pero no seas tonta, (juo- 
rida; si no hay prisa ninguna; 
si tenemos tiempo p(ar)a comer 
Uli pavo rellcno y remojarlo con 
un par de botellas con toda tran- 
quilidad, cuanto mds p(ar)a beber 
un vaso de agua . . . 

— (Vaya, no te empenes, te 
digo quc no ! Yo mc atraganto 
toda si ando con prisas ; era 
capäz de ponermc mala. 

— iQutJ apocada y que nina 
eres! Vaya, pues ahi te quedas, 
mientras yo voy ä la fonda d 
refrescar el gaznatc con una !)o- 
tella de gaseosa. 

— ^\ te atreves d dejarme 
sola? ^Y si sc va el tren? ; Por 
Dios, Alfredo, no te vayas! Eres 
tan distraido quc te vas d qucdar 



en la estaciön. 



No 



quicro pensarlo. ^,Que seria de 
mi? Era capdz de tirarme por 
una vcntanilla. 

— Pero hija del alma, no 
seas tan aprensiva , hazte el 
cargo, mujcr. Si tu no quieres 
bajar, dejame bajar d mi. Yo 
te aseguro que no hay temor 
ninguno. 

— No mc lo digas, Alfredö, 



-7- 



ReCHERCHES SL'R LA PHONETIQUE ESPAGNOLE. 



nönirlo dkjas.\ — tifjritfras cd- 
sala foiida . . . \ 

— pero sj'rstdinii pdsq,\ — 
iiiiralu'/. ((j\n fronte. 

— i/^"'C'"i/-'j — P*'^'^ nij<ln- 
tracoös, — ipideda üotf'dä\ — 
Uela slrceit, — ilafhes, — Ha- 
pdfjas, — y^sitoi Iftrö^ — ipoyukt 
porald' — iheseyg/ ... — jpor- 
djq snlfrAdö! 

— pero sitenqq med ja orä . . . 

— ,/.s/, s*.'j — /dqndrstarä 
//« laniedja 6raf\^ — decdeke 
iKtrIqdIxerön A. 

— i^soh s^ainpasdo trer minn- 
fqs.j 

— .' xestis !/; ke disparä te ! \ 

— Jtrer mini(tqs\.'j — ^^perqm- 
hrel\i '^d^stä sentuxicizjq^ pa- 
dezi resq?\ 

— nqtjenesnids\keüe. rdrqlq/. 

— andard mal tu^elq '. — 
ijq Irrq keuqbac düqkwerda. 

— ^ sinqer mi^eld/^ — , sinq- 
■ihelq Qeläestazjq/n clkelqdize.\ 

— smhrd paräqakdsq. — 

— nqs^as loka, viiixer . . . — 
I väija i — biioloQd^ seyida.\ 

— j(dfred<>'^(dfredq, pordjqs\'j 

— iHÖm-ja raudqneSj — nqme- 
desese äicgüstq, — Cidmaskdsq\ 
detumuxer.<:ita.\ — j'djq^mlo'.j 

— ; iketrijfjatina ker<>i/dr:\ — 
'^^kjcij melqavia gedezP rdze 
kirne dtas\? — /tqdqs, ^fodqs' 
son lo)itirmo.'\ 



no me lo digas. Mientras vas 
ä la fonda . . . 

— Pero si estä un paso, 
nürala, aln en frente. 

— jBuenoI Pero mientras 
vas, y pides la botella, y te 
la sirven, y la bebes, y la pa- 
gas , y esto y lo otro, y por 
aqui y por alla, y que se yo . . . 
jpor Dios, Alfredo I 

— Pero si tengo media hora . . . 

— [Si, si! jDonde estarä ya 
la media hora I Desde qiie nos 
lo dijeron . . . 

— Solo se han pasado tres 
miiiutos. 

— ■ ; Jesus ! ; que disparate ! 
jTres minutos ! Pero, hombre 
jjestäs en tu juicio p(ar)a decir 
eso? 

— Xo tienes mäs que ver el 
relörj). 

— Andard mal tu relo; yo 
creo que no le has da(d)o cuerda. 

— Si no es mi relö sino el 
relö de la estaciön el que lo dice. 

— Sc habrä para(d)o acaso. 
;Quien sabe, Alfredo! 

— No seas loca, mujer. ;Vaya, 
vuelvo en seguida I 

— ; Alfredo, Alfredo, por Dios! 
No me abandones, no me des 
ese disgusto, haz mds caso 
de tu mujercita. ; Dios mio ! 
;Y que tenga una que rogar! 
^;Quien me lo habla de decir 
hace quince dias? ;Todos, todos 
son lo mismo ! 



F. Aral'jo in Tolkdo. 



275 



— pcfolni t\, ^ siteijqi)Seka\^ ! — Pero, hija, si tengo scca 
l(i(/ar(/((iita ... ' la garganta . . . 

— lamhjri} !/<>f<ifOi'JQ^ ,'^'J~ — Tambitjn yo la tcngo, Al- 
fre(l(>, — , i)iiea(/tvä)it().\ — frcdo, y me aguanto. No seas 
nosyaciiKilq - , pordjös^ — iiös.ia malo, por Dios, no scfs ingrato, 
slii'j)'('it(>,\ — no tei>di/as.\ — no te vayas. jSi me qucdara 
,simeheclura sola jellreii sefwese,. \ sola y el trcn" se fuese! . . . 

— j)ero ^ ;kes9a deir/^ kesm ^ — Pero ;, que se ha de ir? 
i/err! * ' (^. T^iti se ha de i'r? 

— ''si, sl\ ajfredo,^- p'Wcdeirse^ ' — Si, si, Alfredo, paede irse, 
nqdigas keno. — ,7nlra\ yqfe- no digas qiie no. Mira, yo te 
k/'erq miihö.\ — sjentataaki,\ \ quiero mucho. Sientate aqui, ä 
amilädo,\e State kjetezitq.\ ^ ^q- \ mi lado, cstate quietecito. (^Oyes? 

— ydsilva lamdktna^ . Ya silba la maquina. 

andard demaniqbras^ . — ' — Andarä de maniobras, Vaya, 



ijes'P 



cdija , J}WoJvQW)skdpe v . 

— ; nqmedexes ., poräjgs! 

— estqes sakrißkdrme Jivlsa] 



vuelvo ä escape. 

— • ; No me dejes, por Dios ! 
— Esto es sacrificarme, Luisa, 



— , S(ih'ißkdrmef\ pormjkaprihq sacrificarme por un capricho 

tqntqi süjftuidanvhitq \ [ tonto y sin fundamento. 

— tqdq lqkekj<>ras.\ — rinem*', \ — Todo lo que quieras. Ri- 

pegainc', — Ianianietqnta^v6vä/'\ neme, pegame, llämame tonta, 



Ikirdntq s^t.xoitdxe-^K — pero 
iiotemiya saora, ddmese giistq\ 
— : t/o feprqiiu'iq'/kenlaprimrrä- 
ilßtazjo • nerjkepdreltrru \ — qtra 
medj(h'(i sikjerä',/ — nievdxq 
k<mti(jqa veve rumhdsq dmgwa. 
— pwe saviddq sestämös.-^ — 



boba, y cuanto se te antoje; pero 
no te vayas ahora, dam(e) ese 
gusto ; yo te prometo qu(e) en la 
primera estacion en que pare el 
tren otra media hora siquiera, me 
baj o contigo ä beber un vaso de agua. 
— Pues aviados estamos. Lo 



Iqmir.ino nieDJenee äi2Jrnäo\dec- , mismo me vienes diciendo desde 



deke sathnoc detqirdq/- itodavia . . 

— pero ^ ^tänovh^ krs porlq- 
dihIk) ketekjerq?\ 

— ^sij sp, gase. — depürolq 
ketdkjero\ Je nnvoiräq^ 



que salimos de Toledo, y todavia . . 

— Pero ^^ti'i no ves qu(e) es 
por lo mucho (juc te quiero? 

— Sf, si, ya se. De puro lo 
que te (luiero, te muerdo. 



F. AkaL'JO. — {Tipos, citentos y cromos). 

Toledo (Kspagne) 1893. D-. Fernando Araujo. 



Plionetische Studi 



18 



CHILKNISCHE STUDIEN. VI. VII. 

VI, DIE VOKALE L'ND IHRE VERBINDUNGEN. 

Im vergleich zu den vielen durchgreitenden konsonantenver- 
änderungen des chilenischen sind die qualitativen Wandlungen des 
chilenischen vokalismus, insbesondere der einfachen vokale, ziemlich 
geringfügig. Auffalliger sind die Veränderungen der Quantität. Das 
kastellanische von Madrid zeichnet sich iiämlicli dadurch aus, dass 
ihm wirklich lange vokale (deutsch sec, söhn, vatcr)^ so viel ich weiss, 
vollständig fehlen. Da es aber auch keine reduzirten vokale kennt, 
so sind fast alle vokale des madrider spanischen gleich lang, d. h. 
ilir unser gefiihl gleich kurz. Ich erinnere mich noch ganz deutlich 
des eindrucks, d(Mi die erste rede eines vnnirileHo auf mich machte 
mit ihren kurz abgehackten offenen silben wie: ai Uhla mi ^'idd /u> 
dlvidarc . . . ; es mutet den deutschen ebenso sonderbar an, wie die 
gedehnten konsonanten des italienischen '. Die allerdings vorhandenen 
(]uaiititativen verschiedeidiciten der vokale sind für uns so unbedeutend, 
dass mir die länge- und kürzezeichen, mit denen P.\UL Förster seine 
grammatik so reichlich ausgestattet hat, als eine ebenso nicht nur 
müssige, sondern schädliche Spielerei erscheinen wie seine bogen 
über den sogenannten diphthongen. Der pcrtiancr spricht die freien 
vokale für meine deutschen begriffe noch auffallig kurz, dagegen 
macht der Chilene wesentlich dieselben unterschiede zunschen freien und 

' Icli hatte diese lieirierkungen schon geschrieben, als ich in> laufe de.s 
letzten jaliies die drei ersten bände dei- P/ion. stud. in ilie band bekam, und freue 
niiLJi in dem trelTlicben aufsatz Stok.MS {Phon. stud. 11 ].. 145 IT.) meine be- 
(ibaclitungen bestätigt zu linden. Auch Akau.IOS span. laullebre im :\. bde. war 
mir natürlich hochwillkommen. Ich komme auf einige zweit'elhal'te dinge dei- 
.selben zurück. 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago de Chile. 275 

l'fiieckteti vokalen ic<k der deutsche; ch, )'/, II gelten dabei als silben- 
anlautcnd, was ihrer natur als einfache konsonanten entspricht, also: 
ä-m>, vm-co, ö-c'o, he-lo oder vielmehr mittel-chilenisch be-yo, mit etwas 
gedehnten vokaltMi, nicht an-jo, miti-so, wie der deutsche auszusprechen 
geneigt ist. 

(irosse neigung zur delinung zeigen vokale vor n -j- cofis. und 
vor reduzirteni .v — sthntnh. cons. Im ersten falle ist die nasalirung 
des vükals doch noch häufiger als ich früher angenommen habe. 
Man sagt nicht nur epoxa, laräxa^, ofise, gq/ixo, sondern auch nicht 
selten köntento, käntao etc. Diese nasalirung ist aber meist sehr gering 
und die qualität des vokals nicht verändert. Ich bin sogar zu der 
Überzeugung gekommen, dass sehr viele Chilenen die vokale nach 
nasalen konsonanten fast regelmässig, wenn auch schwach, nasaliren, 
so besonders mg, via, no, na. Dehnung der vokale, besonders vor 
n -X- cons. und ,4 4- cons., ist auch in Buenos Aires sehr gebräuchlich, 
und in Santiago in emphatischer rede fast ausnahmslos, wodurch diese 
etwas unangenehm schleppendes erhält. 

Die stimmtonhöJie der vokale wechselt bei lebhafter rede des 
santiaguiners meist sehr lebhaft ab ; insbesondere ist überspringen 
in fistel sehr häufig und oft verbunden mit zwar ausdrucksvollem, aber 
sehr hässlichem minenspiel, indem die augenbrauen herunter, die 
nasenflügel hinauf und der mund schief nach einer seite gezogen 
werden. Ein mit dieser gebärde gesprochenes „me parece", „;,qnicn 
sähe'!" „icimo 7iö !•' kann man des tages hundert mal auf der Strasse 
und im pferdebahnwagen bewundern. Im übrigen ist das minen- 
Jind gebärdenspiel des Chilenen ziemlich dürftig. Der ton/all ist im 
allgemeinen dem norddeutschen nicht auffällig, vor allem nicht 
,, singend" ; nur bei ()ffentlichen reden, nicht in der Unterhaltung, ist 
es sitte die letzte sill)e jeder sprechgruppe, bei der der gedanke 
noch nicht abgeschlossen ist, mit sehr hohem stimmton zu s[)rechen, 
was dem deutschen beim Chilenen noch viel auftalliger erscheint als 
beim franzosen, da der ausgang der spanischen Wörter vorwiegend 
trochäisch ist und so am ende der sprechgruppe meistens die vor- 
letzte silbe exspiratorisch stark, aber tief, die letzte schwach, aber 
hocli und zuweilen gedehnt gesprochen wird. 



• Dieses i.<t die eclil volkstüiuliclic füiiii. nicht fiaraxa, wie ich C/til. stud. 
IV angab. Zum Wechsel von « > /, der iil)rigens niclit speziell chilenisch isl, 
hätte ich ausser ahaldouar noch aliniar (attitiiar), alimal (animal) hinzufügen sollen. 

18* 



276 Chilenische studifn. VI. VII. 

Eine weitere eigcntümlichkeit des chilenischen ist die gewohn- 
heit, die letzte oder die letzten silben eines satzes zu flüstern, so dass 
sie fast oder ganz unhörbar werden. Man könnte zehn gegen eins 
wetten, dass jeder chilenV, den man in bezug auf irgend einen be- 
kannten reichen mann {ot)ihre platüo) fragt: ^Tienc niiicha plata? die 
antwort gibt: „f/iiica !'' (mit geflüstertem a)^. 

Die qualitativen Verschiedenheiten der spanischen vokale sind 
bekanntlich nicht sehr reich ; es genügt auch nach Araujos ansieht 
\Plioii. stiid. III, {). 320J im allgemeinen nur ein a, e, i, 0, u zu 
unterscheiden, u und / sind die enden, a genau die mitte der vokal- 
reihe, also das bühnendeutsche a in „vkter'' = pkdre. steht in der 
regel mitten zwischen tt und a, also zwischen dem offenen und dem 
geschlossenen des französischen und italienischen; das entsprechende 
gilt von e; etwas oftener sind beide vokale in gedeckter Stellung, 
besonders vor r, und vor /'; c, weniger 0, ist geschlossen im wort- 
auslaut. Alles dieses ist gemeinspanisch. Speziell chilenisch ist die 
neigung zu geschlossenem e nach palatalen wie yente, mu'yer, k'eso 
und bei der erwähnten nicht seltenen vokaldehnung : diferensia, kon- 
tento u. dergl. Es handelt sich hierbei nur um neigungen, die bald 
mehr bald weniger hervortreten, ohne notwendig zu sein. 

Was die artikulation der vokale anbetrifft, so ist für das chilenische 
die schlaffe lippenartikulation charakteristisch; am meisten rundung 
und wulstige vorschiebung hat in der regel nicht u^ sondern 0, dabei 
sind aber die lippenmuskeln, im gegensatz zur deutschen und noch 
mehr zur franz. ausspräche, durchaus schlaff und nicht zusammenge- 
zogen. IL wird meist mit schmalem spalt bei schlaff übereinander- 
liegenden lippen hervorgebracht. Trotz dieser eigenartigen bildung 
weicht meines erachtens der klang des chilenischen u nicht viel vom 
normalen u ab; sein geflüsterter eigenton ist allerdings beträchtlich 
höher. 

Lippenrundung bei e, also neigung nach ö hin, die auch für 
das kastellanische aus Araujos transskription viua'rc = muere (1. c, 
p. 320) hervorgeht, ist im chilenischen ziemlich selten; am häufigsten 
findet sie sich noch in eu fausser vor /, r), das dann "öu mit ziemlich 



* Das betretTende woit der finge zu wiederliolen, ist viel gebräuchlicher 
•nls die einfache hejahung mit si ; dagegen ist conto nö als bejahung ungeheuer 
h.aullg, etwa wie das sächsische ci freilich. 



Dk. Rudoi-I" Lenz in Santiago dk Chilk. 277 

oßencm ö gesprochen wird, z. b.: pcumo (eine chil. fruchtj, penco 
(eine falkenartj, ceuto einer der eine gespaltene Oberlippe, Hasen- 
scharte hat; ferner zuweilen in clucco (klijöko) und l)ei nachlässiger 
ausspräche in bueno und luego. 

In der bestätigenden antvvort auf einen auftrug heisst es bald 
huino {0 geflüstert) bald ivcn oder buön und sogar miiön; in der gruss- 
formel beim abschied hasta luego (die man übrigens auch anwenden 
kann, wenn man der festen voraussieht ist, den andern niemals, oder 
erst nach jähren oder monaten wiederzusehen) heisst es: ata Iiu'jO, 
Vi 7 lu'o; ta Itiöo, ta lö^. 

Wo die chilenische Volkssprache in betonten einfachen vokalen 
vom kastellanischen abweicht, handelt es sich wohl ohne ausnähme 
um wortformen, die sich auch in anderen gegenden finden, und meist 
auch im älteren spanisch des 15. und 16. jhs. nachweisbar sind. Das- 
selbe gilt von den meisten Wandlungen der unbetonten vokale und 
von der akzentverschiebung bei vokalgruppen wie ai, ei, oi, an etc. 
zu lii, ä, öi, all etc. Es ergibt sich daraus, dass für das amerikanische 
S[)anisch von einer ziemlich gleichmässigen spanischen Volkssprache des 
y T . Jhs. auszugehen ist, deren charakteristische züge durch das klassische 
spanisch des 16. jhs. grösstenteils verwischt worden sind. Dadurch 
wird die ähnlichkeit der entwicklung des lateinischen zum romanischen 
und der des kastilianischen zum amerikanischen noch grösser. 

Den genauen nach weis für diese behauptung hoffe ich später 
geben zu können, wenn meine amerikanischen und altspanischen 
materialien vollständiger sein werden. Vorläufig genüge der hinweis 
auf formen wie /nesmo, anidc und aüidc, ritulo, naide u. s. w. statt 
nnsrno, af/ade, rötulo, nadic, zu denen man Cuervos angaben ver- 
gleichen möge, und auf die unbetonten vokale in formen wie escrcbir. 
recebido, insaminar, empolla^ in^iicnto, estituto, escuro, rebusto, prcduto, 
cstäciilo f-= escribir, recibido, examinar, avipolla, iingiicnio, institnto. 
oscuro, robiisto, pi-odncto, o(b)stäculo). Assimilatorische neigung ist 
klar in revulnsion, ecnnwnia, urgulloso, cumuntcar, diicumento, ncitpa(d)o, 
nculto, tunimba (;= tarumba) pilliscon {= pellizcon), pijiwn'io {■= pedi- 
giieüo), ai'iriguasion, lipidia, varraco und vielen andern, deren klassische 



< «>(' unter einfluss von w lindet sich besonders in den endungsbetunten 
formen von agnaitar, z. b. : au<oita}ido, aüwiamo\ aber inei.sl awditem:, oder nur mit 
geringer neigung zu awöifemi. 



278 Chilenische stuüien. VI. MI. 

und deren streng chilenische form sich der leser leicht konstruiren 
können wird. 

Völliger ausfall unbetonter vokale ist mir nur in i^ >d tcro <; 
forastero aufgefallen. Anlautendes a bei weiblichen Substantiven 
schwankt zuweilen wegen Zusammenfalls mit dem end-(? der artikcl, 
z. b. acequia una_sekia la _sekiii, dann do sekia (2 kanälej. 

Ich gehe jetzt zu den sogenannten diphthongcii des spanischen 
über. — • Mit dem worte diphthong wird sehr viel unfug getrieben. 
Mag es für die allgemeine linguistische lautlehre kein grosses Un- 
glück sein, alle möglichen Verbindungen von zwei vokalen, sei nun 
der erste oder der zweite betont, diphthonge zu nennen, der phone- 
tiker darf sich auf keinen fall an das äussere Schriftbild halten, sondern 
muss verschiedene dinge mit verschiedenen namen bezeichnen. Ich 
fasse das wort diphthong zunächst ebenso wie Sievers ( Phonetik - 
p. 120); seine definition lautet: ,, Unter einem diphthong versteht 
man die Verbindung zweier mit ein und demselben exspirationsstoss 
hervorgebrachter, d. h. nur eine silbe bildender, einfacher vokale, 
deren erster den stärkeren akzent trägt". Ebenso nenne ich echte 
diphthonge diejenigen, bei denen sich der kieferwinkel gegen ende ver- 
engert. Alle schriftdeutschen diphthonge f(«, <?//, (v) und alle englisch("n 
diphthonge sind echte. Dagegen hat das französische, spanische und 
italienische, so viel ich sehe, keinen einzigen echten diphthong. Der 
diphthong des deutschen »uin oder englisch mine ist in seinem wesen 
durchaus verschieden von dem italienischen mai, oder spanischem 
hm. Bei diesem letzteren hört man deutlich zwei laute a und /, was 
bei deutsch englisch äi (de) nicht der fall; und doch glaube ich, 
dass it.-span. ai in obigen beispielen durchaus der siEVERs'schcn 
definition entsprechen und unter einem exspirationsstrom mit stärkerer 
betonung des ersten der beiden einfachen vokale hervorgebracht 
werden. Ich bin deshalb der meinung, dass die oben gegebene 
definition nicht vollständig ist. Beim echten deutschen und eng- 
lischen diphthong liegt der nachdruck nicht nur auf dem ersten teil, 
sondern auch noch auf dem Übergang zum zweiten vokal, in der 
it.-span. Verbindung äi liegt der nachdruck nur auf dem a; dann 
schwächt sich der exspirationsdruck, und unter diesem schwachen 
druck vollzieht sich der artikulationsübergang bis zu dem darauf- 
folgenden /. Dabei ist zu bemerken, dass die zunge bei dem wirk- 
lichen diphthong keinen augenblick in einer Stellung ruhig verharrt ; 



Dr. RiDoi.i- I.KNZ IN Saniia(;() dk Chu.k. 279 

deshalb kann ein wirkliclicr difjhtliong nicht vc-rlängvrt werden, (;s 
sei dein), dass man die ganze artikulatiun, die btnvegung des vorderen 
und mittleren zungenrückens von der tiefen «-Stellung bis zur /-heljung 
langsam ausführt. In diesem falle wird die ganze Stufenleiter der 
vokale zwischen a-;-c-i mehr oder weniger deutlieh iK'irbar. Man 
kann freilich auch den ersten und letzten teil des diphthonges ver- 
längern und ä-a^ci oder a;ei-l sprechen, und zwar ist letzteres leichter 
als das erstere, das leicht in ä-i übergeht, weil am ende des langen 
a eine besondere anstrengung dazu gehört, den exspirationsnachdruck 
während der bewcgung der zunge noch so stark zu erhalteji, dass 
ein klarer vokalklang ertönt. Die kraft ist am ende des langen a 
schon beinahe aufgebraucht, und die zunge führt den Übergang zum 
/ dann meist zu fchnell aus. Überhaupt glaube ich, dass die wirk- 
lichen diphthonge sehr starken exspirationsdruck nötig hai)en — eben- 
deshalb entwickeln sie sich fast ausschliesslich in betontc-n silben 
und zwar aus langen vokalen, die wegen ihrer länge viel exspirations- 
strom verbrauchen. Das wesen des wirklichen diphthonges beruht, 
nach meiner, übrigens durchaus nicht neuen auffassung darin, dass 
die zunge während des stimmtons unter einem starken exs[)irations- 
strom eine kontinuirliche i)ewegung ausführt; diphthong nenne ich 
nur das, was während der bewegung ertchit'. 

Demnach kann es zunächst nur zwei hauptdiphthonge geben : 
oHi und a?ou, vom ersten habe ich gesprochen, beim zweiten zieht 
sich der (mittlere und) hintere zungcnrücken in der richtung nacli 
dem hinteren ende des velum und zur pharynxwand zurück unter 
gleichzeitiger geringer hebung. Dass die lippen gleichzeitige kontinu- 



' Streng genomiiieii koniml allerdirj^s ger;ule «liescii l;uitgf bildt-ii lit-r iiaine 
..diphthong" — ,, zweilaut" nicht zu; es wäre vielleicht richtiger eine andire hi- 
i\ennung, vielleicht gradezu „inonophthong" in diesem sinne zu geljrauclicn. Abcr 
ich liirchte, das wih'de die vei"wirrung nur vermehren. lileihen wir also lici ileii» 
„echten diphthong" und nennen ^vir alles andere unechte diphthonge oder eintaci» 
„vokalgruppe", also ai im deutschen tnai, /nein, engl, (rv, mine ist ein ccJitir 
diphtliong, dl im span. hai ist eine fallende vokalgiuppe. Bei diesen vokalaruppeii 
ist der zweite teil ein schwachhetonter vokal. <ler vor folgendem vokal nieist zinn 
halbvoknl oder konsonanten w'ird und dadurch mehr oder weniger deutlich aus 
dem auslaut der vorhergehenden in den anlaut der folgenden silbe tritt. Man vgl. 
die ausspräche von sj.an. di (ausruf) plur. aycs, hi plui-. Icves, phonetisch: ai, 
d-ies ; lei, le-'us, mit deutsch tndi, tȊi-es. 



2 So Chilenische s'iudien. VI. VII. 

irlichc bcvvcgungen ausführen, brauche ich nicht weiter auszuführen, 
sie gehen bei ai von der weiten Öffnung zum engen spalt, bei au 
zur vorgeschobenen rundung über. In den meisten fällen werden 
die enden der reihe nicht ganz erreicht, da ja bekanntlich die meisten 
ai nur ae, die aji nur ao oder aj gesprochen werden. Wie weit die 
bewegung geht, wo sie anfängt und aufhört, ist, wie Sievers richtig 
sagt, durchaus unwesentlich ; die reihe ai zerfällt also in die unter- 
diphthonge ae, ae ; i^i, ;c, ei. Erstreckt sich die bewegung auf ein 
engeres gebiet, wie bei dem englischen langen / und /?, so dürft*- 
es praktischer sein, nur von einem diphthongischen vokal zu sprechen. 
Die Unterdiphthonge der reihe au sind natürlich ao, aj : .nc, .w; ou. 
Nach dem TRAUTMANN'schen vokalkreuz mit seinen vier reihen, 
das ich vorläufig noch immer für das beste vokalschema halte, nenne 
ich aic etc. diphthonge der ersten , ai etc. diphthonge der zweiten 
reihe. Natürlich gibt es nun auch diphthonge der dritten und vierten 
reihe. Also ai'i; ä?; aö; !?ö, m; öü ; und entsprechend die der vierten, 
die ich ihrer Seltenheit wegen bei Seite lasse. Alle bisher genannten 
diphthonge erfüllen die bedingung, dass zungen- und lippenartikulation 
nach einer bestimmten richtung gleichmässig mehr oder weniger weit 
fortschreiten, bei allen wird der kiefcrwinkel während de bewegung 
kleiner. Dasselbe findet auch statt bei einigen diphthongen zwischen 
der zweiten und dritten reihe, nämlich: 3e, 3/; öi; tö, i-ii ; eil. Wenn 
es sich darum handelte eine vollständige terminologie aufzustellen, 
so würde ich vorschlagen, diese diphthonge wechsehiiphthonge der 
zweiten zur dritten, bezw. dritten zur zweiten reihe zu nennen, und 
zwar ungrade Wechseldiphthonge, während "jt, öe, üi und ;3, cö, iii 
grade wechseldiphthongc wären. Diese letzteren sind schon ab- 
weichender bildung, weil die normalvokale 'y-t, ö-e, ü-i mit gleicher 
Zungenstellung hervorgebracht werden, ein fortschreiten also nur in 
der lippenartikulation stattfindet, aber es ist ein völlig gleichmässiges 
fortschreiten. Die Zwischenstufen, durch welche die artikulationen 
passiren müssen, lassen sich überall leicht angeben ; so liegt zwischen 
// und / ein vokal, der mit der Zungenstellung des /' eine lippen- 
stellung verbindet, die zwar dem kieferwinkel im kleinsten grade 



' Ich sehe hier davon al), dass // wohl iiiLislcns iiiclit ganz die y.ungeu- 
stelhmg von /, sondern die eines beschlossenen e hat. 



Dk. Ruudi.K Lenz in Santiago de Chile. 2S1 

(Mitspreclirii muss, sonst aber zwischen der des p und f oder des o 
und e in der mitte steht. 

Ein entsprechendes dutzend echter diphthonge liegt zwischen 
der ersten und vierten TRAUTMANN'schen vokalreihe. 

Einen ganz ähnlichen charaktcr wie die genannten diphthonge 
haben auch noch die von .' nach der zweiten und dritten reihe gehen- 
den diphthonge ,?f, .v, pi; oJ, 00, oü. Die zunge kann leicht von 
der .7-stellung zur f-stellung fortschreiten, ohne dabei die <?-stellung 
zu passiren, was man auch akustisch leicht konstatiren kann, wenn 
man ^i oder oü ganz langsam spricht. Die Zwischenstufen sind i^-artige 
laute, aber kein a. Ähnliches gilt von r.', t-o, .■//. Dagegen scheint 
es mir, als ob die übrigen kombinationen mit gleichbleibendem oder 
enger werdendem kieferwinkel keine echten diphthonge mehr bilden 
könnten, ich meine <^v, oi,ui; 00, oü, uü ; wwA eo, eu: in. Wenigstens 
machen diese lautverbindungen einen entschieden anderen eindruck als 
diphthonge wie deutsch ai, au, oi. Der grund ist zweifellos darin 
zu suchen, dass hier die zungenartikulationeii des anfangs und des 
<'ndes zu weit auseinander liegen und nicht schnell genug durch eine 
kontinuirliche bewegung vereinigt werden können. Die zungenarti- 
kulation des o, u ist der des e, i durchaus entgegengesetzt ; es gibt 
daher zwischen beiden keinen kontinuirlichen Übergang, sondern der 
zweite teil der kombination wird während des rückganges des ersten 
von einem anderen teile der zunge gebildet. Daher bleiben die 
!)eiden vokale, auch wenn sie unter einem auf dem ersten teile stärker 
ruhenden exspirationsdruck stehen, unvermittelt neben einander stehen. 
Soll eine artikulatorische kontinuität hergestellt werden , so muss 
einer der zentralen vokale a, .«■ oder j (oder auch ein für die zungen- 
stellung gleichwertiges "j) die Vermittlung übernehmen. So entstehen 
die sogenannten triphthonge wie eau, ihu, in denen aber der mittlere 
teil weiteren kieferwinkel und deshalb grössere schallstärke hat als 
der erste und deshalb leicht den akzent an sich zieht, so dass wir 
eäu, l'u erhalten. Sprachliche beispiele hierfür sind in französischen, 
proveiizalischen, rätischen u. a. m. diuh^kten S(j häufig, dass zitate 
überflüssig erscheinen'. 

' In fiilkii wie hcls > hiaus, ßls > ßins wirkt lias / mit Sfiiier //-aitigea 
liiiiterzuiifrcnstelluiis cheiiso wit- der vokal //. 



282 Chilenische stldikn. VI. \'II. 

Ich komme nun zu den umkehrungen, 'rheoretisch miissten 
die reihen üa = uoja und ia = iaa nebst ihren untcrabteihingen 

ebenso einheitliche diphthonge bilden können wie au, ai. Dem ist 
jedoch nicht so. Sollen die schallschwachcn engen laute // / den 
akzent bewahren, so müssen sie exakt und deutlich gebildet sein. 
Ginge die zunge, ohne in der /-Stellung zu verharren, zu den folgen- 
den offeneren lauten über, so würde das / unweigerlich seinen akzent 
an die stärkeren nachbaren verliercMi und halbvokal werden, was ja 
thatsächlich sprachgeschichtlich ungeheuer häufig ist. Dagegen finden 
wir, dass, wenn das / den akzent l)ehält, der folgende offene vokal 
oft mit sehr schwachem exspirationsdruck gesprochen wird, und dem 
entsprechend auch leicht nur undeutlich, indifferent artikulirt wird'. 
Ein solches />, üa etc. macht einen durchaus von di, du verschiedenen 
eindruck. Lautgruppen wie Ja, ;'a tragen dagegen schon wieder viel 
mehr diphthongischen charakter. Tritt zu dieser allgemein weniger 
diphthongischen Verbindung mit steigendem kieferwinkel nun noch 
die oben erwähnte Unmöglichkeit eines gleichmässig fortschreitenden 
artikulatorischen Überganges wie bei ür, i:> etc. so bleiben die beiden 
komponenten um so deutlicher getrennt. 

Ich komme also zu dem schluss, dass echte diphthonge nur 
vom Zentrum des vokalkreuzes aus nach den vier extremen hin mög- 
lich sind, wobei wir zum Zentrum ausser a auch noch j und f rechnen 
dürfen, und als wesen des diphthonges sehe ich die kontinuirliche 
bewegung von zunge und lippen an, wobei das lautprodukt unter 
einem absteigenden akzent einen durchaus dnheitlichen, unteilbaren 
eindruck machen muss. Ich möchte deshalb diese echt diphthongischen 
di, du etc. nicht mit konsonantengruppen wie hl, tr, sondern mit 
lauten wie c, n, /j t' , d' vergleichen, die ebenfalls ohne Zerstörung 
ihres wesentlichen charakterzuges nicht zerlegt werden können. 

Vokalgruppen, die den akzent nicht auf dem ersten teil tragen, 
bleiben gesonderte vokale, von denen der erste als nicht silbentragend 
leicht zum konsonanten werden kann ; sie haben mit den diphthongen 
wie ai, au, 'bil gar nichts zu thun. Dass zwei und auch drei !)eliebige 
vokale unter einem exspirationsdruck gesprochen werden können, ist 



* Den ersten weg nalmien die meisten ie, i'to der ronianisclien, den zweiten 
die der geimanisclien spraclien, insbesondere des deutschen. 



ÜK. Riuot.i' Lenz in Saniiacjo dk Chile. 285 

z\V(;ifrI]os, aber deshalb bilden sie noch lange nicht notwendiger- 
weise diphthongc. Vollständig gleichgiltig ist es, ob solche vokal- 
gnippen von dichtem metrisch als eine oder mehr silben gerechnet 
werden. Ob z. b. tracr im versc als eine oder als zwei silben gilt, 
be(Mnflusst die ausspräche so gut wie gar nicht. Der exspirations- 
strom brauclit bei mehreren aufeinander folgenden vokalen iiiclit 
unterbrochen zu werden, und die grade der abschwächung sind un- 
zählig. Je mehr vokale im verse als eine silbe zählen sollen, um 
so kürzer werden sie gesprochen, um so mehr von ihnen funktioniren 
als lialbvokale ; ganz unterdrückt wird im spanischen kein vokal in 
solchem falle; zwei gleiche schmelzen aber oft zu einem mehr oder 
weniger verlängerten zusammen. Vokale, die nicht von natur einen 
diphthong bilden, ändern nie durch solche zusammenziehungen ilir 
wesen ; luid vokale, die einen diphthong zusammen bilden, können 
nicht zu halbvokalen werden. Damit widerspreche ich der ansieht 
Sievers' und anderer, welche meinen, der zweite teil eines deutschen 
ai, au sei halbvokal. Der echte diphthong ist für mich ebenso un- 
zerlegbar wie ein langer vokal. 

U'as nun die vokalgruppen des spanischen anbetrifft, so muss ich 
noch einmal auf Paul Försters angaben zurückkommen; leider wieder, 
um ihnen zu widersprechen. Er sagt [Span. Sprachlehre ^ 19J, nach 
Brücke, ganz richtig, bei zwei zusammenstossenden vokalen sind 
drei fälle möglich : i. sie sind durch kehlkopfverschluss getrennt^, 2. 
„es wird einem jeden sein besonderer lautwert in der art gegeben, 
dass bei forttönender stimme der Übergang von der einen in die 
andere vokalstellung mit einiger geschwindigkeit ohne übcrgangslaute 
gemacht wird; in jeder vokalstellung wird aber so lange verweilt, 
dass der vokal einzeln deutlich hörbar wird, z. b. ital. paura. 3. GeJit 
man aus der mundstellung für den einen vokal allmählich in die für 
den andern über und lässt während des Übergangs die stimme lauten,, 
so entsteht keiner der beiden vokale, sondern ein neuer in unend- 
lich vielen \okalnuancen verlaufender laut, ein difibthong resp. triph- 
thong, der den Zeitwert eines einfachen vokals hat und demgemäss 
eine kürze oder länge sein kann." Diesen theoretischen auseinander- 



* So im (ieutsclien hei »leiitliclier aiisspradic meist: btanticorten, ge'i'tht ^\.i:., 
aucii wohl ideal. In tiiesem falle stossen lieide vokale iibeilianijt nicht y.iisammeiu 



284 Chilenische stuoikn. \'I. VIF. 

Setzungen stimme ich ganz zu, abgesehen von dem schluss '. Nun 
aber die anvvendung: der ei'ste fall soll in span. sa-äa, ra-iz, o-ir, 
cri-a^ ri-es etc. vorliegen (!), der zweite im spanischen nicht vorhanden 
sein (!), der dritte also liegt vor überall da, wo Förster seinen 
bogen setzt, also z. b. auch in ca-erä, fe-aldad, hero-e, herö-ico etc.! 
Ich finde dagegen, dass der erste einem spanischen organ kaum aus- 
sprechbar, jedenfalls nicht gebräuchlich ist, der zweite dagegen die 
regelrechte ausspräche fast aller spanischen vokalgruppen angibt, der 
dritte, d. h. der echte diphthong in unserem sinne, höchstens ge- 
legentlich in Worten wie cdi^^o, digo vorkommt, in denen, wie man 
gewöhnlich sagt, der diphthong der ersten silbe durch attraktion eines 
/ aus der zweiten entstanden ist. Über diesen punkt bin ich noch 
nicht einmal sicher; vielleicht ist in der guten spanischen ausspräche 
auch hier nur vokal -j- halbvokal: äi, öi, nicht di, öi, zu sprechen, 
was mir bei du (nie du) zweifellos scheint. Es sind theoretisch aus- 
sprachen möglich, bei denen man kaum unterscheiden kann, ob noch 
di oder schon mehr di gesprochen wird. Eine genaue grenze zwischen 
den echten diphthongen und den ihnen entsprechenden zentrifrugalen 
lautgruppen (betonter vokal -;- halbvokal) ist nicht möglich. In Chile 
scheint mir edigo, digo, pdire (padre) nicht selten mit echtem diph- 
thong gesprochen zu werden, was aber nie vorkommt bei vokal- 
gruppen, die zwei lateinischen silben entsprechen, wie herö-ico, a-irddo, 
und nie im auslaut : estöi, söi, (h)di. 

Die vokalgruppen des spanischen werden in Chile sehr ver- 
schieden behandelt je nach der qualität und betonung der vokale; 
auch sind die sekundären vokalgruppen, d. h. solche, die erst im 
chilenischen sonderleben durch konsonantenschwund entstanden sind, 
meist in der entwicklung nicht so weit fortgeschritten wie die pri- 
mären. Je nach den benachbarten konsonanten finden sich eine reihe 
feiner unterschiede. 

Ursprüngliche doppel vokale werden zu einfachen. Beispiele 
im Worte sind ziemlich selten, ausser bei ce. Der eigenname Saavedra 
wird von gebildeten sd/>c(]n7-, vom \-olke sähi':^ra und sabiyra ge- 



' Wie icii oben ausuinaiuler gesetzt hahe, ist der echte tliplitliong mimle- 
steiis inittelzeitig und iiiclit leicht verlangeibar, uhne seinen cliarakter zu ändern. 

2 (i langes a mit absteigendem akzent (e.KSpiratiunsdnick und tonhöhe;; 
dies ist auch die gebräucidiche kastilisclie ausspräche. 



Dr. Rudolf I.enz ix Santiago ue Chile. 285 

sprechen ; (Ka/mres nur o.uire; crccr, leer, volkstümlich cbrnso wie 
vcr : krel, kl, ohne besondere Verlängerung des vokals ; gebildet lir, 
krir, exspirationsdruck und tonhöhe ansteigend. Eine besitzung bei 
Santiago /// Dehcsa wird volkstümlich hit'sa genannt. Die ausspräche 
r an/'iixar , retnplasar gehört auch der gebildeten ausspräche an und ent- 
spricht der alten form mit einem e; die künstlichen akademieformen 
rcempujar, recmplazar sind auch in Spaniern in der ausspräche nur 
wenig durchgedrungen. Für ursprüngliches //, 00, uii sind mir keine 
volkstümlichen beispiele gegenwärtig^ Sekundäre doppclvokalc ent- 
stehen besonders durch ausfall eines d. Die ausspräche kann dann 
wirklicher doppelvokal sein mit zwei akzent-(exspirations-)gipfeln, aber 
ohne kehlkopfverschluss oder -Öffnung in der mitte: aa, 00 etc. Ob 
der erste oder der zweite vokal stärker betont ist, hängt von dem 
ursprünglichen Verhältnis ab, also : nda, töo, aber Jiaäiuio. Bei weiterer 
kontraktion tritt langer vokal mit fallender oder steigender betonung 
ein: na, to; nando; dieses ist die häufigste form. Nicht selten tritt 
aber auch einfacher kurzer vokal ein, der dann immer die gewöhn- 
liche betonung einfacher vokale hat: nd, iö, ama etc. In der regel 
finden sich alle drei formen neben der vierten mit mehr oder weniger 
erhaltenem d bei demselben individuum, je nach der Stellung im 
satz, nach ausdruck und aufmerksamkeit. 

Vokalgruppen in unbetonten silben sind im allgemeinen nicht 
beliebt und zeigen nicht nur im chilenischen, sondern in allen spani- 
schen volksmundarten und auch in der gebildeten Umgangssprache 
neigung zur Vereinfachung, besonders wenn es sich um vokalgruppen 
handelt, die nur in buchwörtern vorkommen ; so allgemein : individo, 
contino, niostro {individuo, continuo, nid{n)strud) chil. : indibio fauch en- 
dibio), kontino, mosfro, ferner read (realidad), kasolid (casualidad), iiropia 
(europeo), Tsajire {Eisaguirre, eigenname), el se siisida — j-z/zV/VA? (populärer : 
se tndta solo) ; ogäo{ahogddo). So erklären sich auch die alten und in 
Amerika noch allgemein verbreiteten formen wi(^ aijke ichil. auch eijke) 

' Über moho, inoiwso und seine ausspräche ynözo, mozpso habe icii schon 
früher gesprochen. In der spräche der argentinischen gauchos sagt man amojosao, 
was wohl amoxosao zu lesen ist; dort sind aber auch sonst formen wie jedor, 
Jediendo gebräuchlich, in denen altes f sich als .r fortsetzt, wie im heutigen anda- 
lusischen. In Chile finden sich /-reste nur noch gelegentlich in formen von huir, 
fast gleich '^njir, htiyo >■ 7iuyö, was durch Vermischung mit formen wie fiie > 
7fiic gehalten sein mag. Dort habe ich auch Tfiiijentar ■< Imymtar gehört. 



286 Chh.enische Studien. \'I. VII. 

■= (7U/i(/Hi\ aiide = aonde (ado/tiie). Auch estäiita (chil. auch ctuata) 
statt estdiiia und ähnliche attraktionen und Umstellungen sind wohl 
gemein-spanisch, sowie das schwanken zwischen ien und en bei be- 
nachbarten / -f voc.\ bes. Wörter auf encia -iencia ; z. b. diferiencia, 
misiencia; cencia, concencia ; ähnlich auch /»<:/>»«<? statt /«r/>;w^. Diese 
letzteren formen sind keine volkstümlichen entwicklungcn, sondern 
Verwechselungen der halbgebildeten. 

Zentrifnigalc ^ 7>okalgriippe>i init betomwg auf dctn ersten vokal 
bleiben im chilenischen wesentlich unverändert. Neigung zu wirk- 
lich diphthongischer ausspräche ist in Chile bei äi, ii gering, bei 
du und andern gar nicht vorhanden. Viel stärker ist diese neigung 
in Peru und wahrscheinlicli auch in Argentiniefi. In Tacna spricht 
man formen wie vayäis : />ayd/s, ahora : dura u. ähnl. In dialektischen 
stücken aus Argentinien finde ich geschrieben: />ei/e {baile) neben 
hailarä, reiz {ratz) neben ray (rey), raina (rewa) und sogar trai, train, 
traindo, cair (=- trae, traeii, traendo (sie!) caer): aura für ahora. 
In der chilenischen ausspräche sind dagegen beide vokale fast immer 
deutlich getrennt: beispiele: frdigo, käigo, dire, ebenso sekundäres 
ai'- : päire, mdire. Ein schönes beispiel von „überentäusserung", 
nach Gärtners benennung^, ist die bildung adre statt aire, die aber 
natürlich nicht populär, sondern dem viediopelo (dem halbgebildeten) 
eigen ist ; eine falsche analogiebildung nach der Verbesserung des 
vulgären päire zum ,, gebildeten" padre. 

de bleibt: trde, irden: in unbetonter silbe wird es zu ai: kairf 
<: cacri, ailante <; adelante. 

do bleibt: amdo, sordao (soldado), rao {rabo): ebenso du: sause 
pdusa. Vor ;- und / zeigen jedoch alle auf u ausgehenden vokal- 
verbindungen mit fallender betonung (gleichviel ob diese ursprüng- 
lich oder erst im chilen. entstanden) starke neigung zur konsonan- 
tirung des u, das sich in pß (ein ganz locker gebildetes /', bei dem 
der stimmton das konsonantische geräusch bei weitem übertönt) ver- 
wandelt und mehr oder weniger deutlich vom ausgang der silbe in 
den anfang der folgenden tritt. Diese neigung ist im spanischen 



^ ZenlnlVugal im sinne des TKALT.MANN'schen vükalkivu/.es , wie oben 
auseinandergesetzt. 

^ Vielleiclit dieses mit etwas mehr neigung zu di. 
* cf. Rätoro7>i. grainmatik ^ 25. 



Dr. Rudolf Lenz in Santiago de Chile. 2S7 

alt, wie Pablo <: Paiiliini beweist, im chilen. ;il)er weiter durch- 
gerührt ; also : xatjla, last xa-Ha (Jaiiht). 

fi bleibt meist unverändert: pHne (das e ist meist ziemlich offen, 
fast li), St'/' (seis) : sekundär ^r^üo (crMito), miiko {tnidico). Die ver- 
ballbrmen wie jvvv' = sercis, fv" = r-m, mati' = mateis erheischen 
besondere erklärung durcli analogiewirkung. 

CH bleil)t meist unverändert; über die neigung zu öu habe ich 
gesjjrochen : piiimo, lUudai aber vor /: nUula, fast nie-hla = vnUiula 
(nur diese form ist hier gebräuchlich). Ich vermute, dass hierher 
auch das chilenische wort pebrc, gesprochen pca^rc. zu ziehen ist. 
In Sjianien Ijedeutet pchrc pfefter und scharfe gepfefferte sauce und 
ist natürlich etymologisch gleich lat. pipcr. In Chile bedeutet pebre 
aber ausschliesslich brei, und zwar besonders kartoffell)rei (den selbst 
d(>r Chilene kaum pfeffert), während für pfeffer, ebenso wie in den 
meisten gegenden Spaniens, p'nuienta gebraucht wird. Ich vermute 
daher einfluss des französischen puree, das der Chilene nicht aus- 
sprechen kann, sondern, wie ich durch versuche mit dienstboten 
festgestellt habe, im günstigsten falle durch //>//r wiedergibt. P^inHuss 
des französischen bei einem ausdruck der kochkunst wird niemandem 
auffallen ; ohne ihn wäre der bedeutungswechsel kaum erklärlich. 

tn ist unverändert : öigo, öiga, oi {hol). Nur in ausrufen der 
Zeitungsjungen wird dt- hoi zuweilen zu defi und sogar da und ii ; 
so : la lunbtiidfi, la /i{!>)crtaci und sogar bi li(b)irtai (die Zeitungen 
ht Nac'wn, la iJbcrtad). 

öu ist keine ursprünglich s[)anischc vokalverl)induiig und er- 
scheint fast nur sekundär, z. 1). doidör oder doiitöl (doctor). In dem 
cigennamen Cousiüo wird es gewöhnlich durch au ersetzt: er parke 
kausino fder santiaguiner stadtparki, la serbeseria e ':^uble i kausiiio 
{Ccrveceria de G übler r Cousiüo die gr()sste brauerei Santiagos). 

Zeiitrifrugale Tokalgruppeu mit betonung auf dem zweiten teil 
neigen, wie schon früher erwähnt, wohl in allen sjjanischen mund- 
arten zur betonung des ersten vokals. Aus allen spanischen ländern 
Südamerikas liegen mir beweis»^ vor, dass aussprachen wie päis, h'ido, 
bduL bido nicht nur im niederen volke, sondern auch unter den ge- 
bildeten gebräuchlich sind. Trotzdem scheint es mir nicht unmög- 
lich, dass diese betonung sich überall selbständig entwickelt hat, 
oder wenigstens dass dieser wandel im spanischen zur zeit der hispani- 
sirung Amerikas zwar angefangen, aln-r noch nicht abgeschlossen 



28S Chilenische Studien. IV. VII. 

war. Zu dieser annähme zwingen meiner meinung nach grade einige 
chilenischen formen. Während nämlich sonst ursprüngliches ai mit 
altem di zusammenfällt (also träido wie träigo)^ ist dieses in Chile 
nicht der fall gewesen ; altes äi ist dt geblieben, altes ai dagegen 
wahrscheinlich über ei zu ci geworden und mit altem ei zusammen- 
gefallen, also chilenisch : käi::^o, t]-di~o, aber die partizipien kädo, 
triido wie Icido aus leido, krädo aus creido. Weitere beispiele sind: 
ci (a/ii), pä' (pais), mdt (maiz), debtido (desvahido '). Dieselbe ent- 
wicklung scheint ursprüngliches ai genommen zu haben, wie föna 
((j('ifia) au^ /ai'na zeigt. Vor mehrfacher konsonanz sind diese ii zu 
e geworden oder hat sich ai, ai direkt in e verwandelt; beispiele 
sind allerdings" spärlich : der name eines weges bei Santiago, der lo 
Barahinca geschrieben wird, heisst im volke lo tmrcijka; viaistro ist 
misiro, viacstranza > inesfra/jsa-. Die verbalformen von cair, tracr 
scheinen unter dem einfluss der analogie von ver zu stehen, die in- 
finitive sind licl, frei, die gerundien li(i)endo, tHcndo, traed ist /fv. 
kendo könnte allerdings regelrecht aus cacndo (diese sonst in dialekten 
überlieferte form und nicht cayendo ist jedenfalls zu gründe zu legen) 
entstanden sein. Infolge des präpalatalen li klang dann kendo ganz 
ähnlich wie viendo, und nach dieser doppelten analogie wurde fviendo 
statt zu erwartenden ^frcido gebildet. Auch die infinitive können 
rein lautlich sein, da ei vor auslautendem r nicht gebräuchlich ist^, 
aber ("ri statt traid scheint nicht zu fiina < faena zu passen. 

Neben diesen formen mit ii statt ai kommen allerdings auch 
die formen mit di vor: pdi\ di (ahf), trdido; sie gehören aber nicht 
dem niedrigsten volke an, sondern den halbgebildeten. Dass die 
ausspräche ai, ai, aü etc. überhaupt dem Chilenen unangenehm ist, 
sieht man daran, dass sie auch dann neigung zur akzentverschiebung 
haben, wenn sie erst ganz jung sind; so schwankt die betonung 
schon oft in den zahlreichen deminutivformen auf iio, wie ndita, fast 
näita (nadita), töito (todito), z. b. töito lo öia {toditos los dias), ebenso 
knrdira zuweilen fast kurdira (cnradera) u. s. w. 

ad wird do, mit neigung zu du : duga (aiiöga), dora, zuweilen 



' Chil. sind. II habe ich aus versehen dcst'cido gesclirieben. 
^ Audi in Peru mtstro, mestränsa. 

3 Wie der infinitiv rei ohne r (= reii-) beweist, der aucli in Argentinien 
gebraucht wird. 



Dk. Rudolf I.enz in Santiago de Chile. 289 

iiniii <: aliora (neben der echt vülkstümlichen form az^öra, altspau. 
tjj^ora. Ebenso aii > du: änvia (ahilma), säuma {zahüma): mit neigung 
zu h vor r, l : tdijre, oft tat)re (tahür), bdijle, zuweilen bablc {baül)^ 
woljei die anhängung des c deutlich die tendenz zeigt, die fallende 
vokalgruppe du vor r, l zu vermeiden und das b in den anlaut der 
folgenden, eigens zu diesem zweck geschaffenen silbe zu bringen. 
Zu diesen beispielen mit ursprünglichem aü (denn das h zählt nicht 
als konsonant) ist duxa <: agüja hinzuzufügen, für welches formen 
wie abiijii und ahnja sich schon in alten textcMi finden. Ebenso 
duyjro mit akzentverschiebung ' statt agnjiro, halbgebildet aüyero. 
Sonst schwankt bei sekundärem aii fdas aus abii, agü entstanden ist; 
die betonung noch zwischen aü, di'i und entschiedenem du; z. b. : 
Iduiur, sduko, trduko {lagiina, sabüco^ irabüco); so hört man auch 
schon zuweilen e (oder sou) Iduna {es la una es ist ein uhr). Bei 
allen diesen formen mit du haben wir, wie schon erwähnt, in Chile 
fallende vokalgruppe, nicht wirklichen diphthong wie im deutschen 
„hdus'' anzusetzen. In Tacna wird dagegen zweifellos echter diph- 
thong gesprochen : tdure, bdulc, yiuxa, sogar sestaugando (se estd aho- 
gando), se duga {se ahoga), astdura (/lasta a/iora), es läura (es la Iiora). 

Zu ä aus ei, öi aus oi habe ich den erwähnten formen wie l^ido, 
krt'ido, öido, nichts hinzuzufügen ; einige abweichungen bei verbal- 
formen gehören in die formenlehre. 

Sekundäres cii (primäres ist mir nicht bekannt) wird nicht zu 
iu, sondern folgt den anderen steigenden vokalgruppen mit (' an erster 
stelle, über die ich gleich sprechen werde, und wird zu iü, z. b. 
inordii'ira {mordedüra), liiübo {nju^ hubo?). 

Fallend betonte vokalgruppen, die nicht zentrifugal sind, bleiben 
unverändert. Es sind ia, ^0, 6a, öc, üa, üe, üo, ia, ie, io ; beispiele 
scheinen mir nicht nötig. Nur die Verbindungen öa und üa scheinen 
neigung zu haben, ein 5 oder auch ein lockeres b einzuschieben, 
z, b. kanöz,a oder kanöba aus canoa; obgleich ich nicht ganz sicher 
bin, ob hier wirklich das bekannte wort für den kahn der indianer 
vorliegt, denn das wort bedeutet in Chile nur die aus drei brettern 



^ Diese ait al<zeiitvci'scliitljimt5 ist in Ciüle wie in allen span. dialekten 
selir beliebt. Icli habe früher sclion jilgtiero zitirt, ebenso mendigo. In biicli- 
wörtern ist sie selir liäufig; so cölcga, plehiscito 11. s.w., cf. Cl'ERVO, Leng. bog. kap. I. 

Phonetische Siudieii. VI. K} 



290 Chilenische studien. \'I. \'II. 

oder einem ausgehöhlten baunistamm bestehende Wasserleitung, mittels 
der ein Wassergraben (ace<juia) über den andern hinweggeleitet wird. 
Der bcdeutungsübergang ist allerdings nicht schwer. Ich habe auch 
den familicnnamen Ncwöa schon mehrfach noöha aussprechen gehört. 
gania der Staubregen {llovizna) und dazu das verbum garuar werden 
in Chile gewr>hidich garüz.a, garuyir gesprochen und auch mit g 
geschrieben. 

Aus Ecuador, Peru und Argentinien kenne ich nur die schreil)- 
weise gania, die auch in die Wörterbücher (allerdings nicht das der 
akademiej aufgenommen ist. Ob hier wirklich ein einschub von g 
vorliegt, kann ich nicht eher entscheiden, bis ich den Ursprung des 
Wortes kenne. Das wort scheint aus Peru zu stammen, ich kann 
aber kein passendes indianisches fkeshuai-etymon finden. Das in 
Lima im jähre 1765 gedruckte araukanische Wörterbuch von Febres 
schreibt das wort mit g '. 

In den Wörtern auf do, io, ia wird nicht selten nach falscher 
analogic ein d eingeschoben, was nicht eigentlich populär, sondern 
7nedio-pelo-'ioxxn ist ; besonders häufig beim gesang (cf. oben Chil. 
sind. IV.j. Über diese ausspräche macht sich der spruch lustig: 
tanto friMol no sc puic pasar el rino para ir a her al Udo; ebenso: 
HO a yigdv>o el korcMo del Kal'äVfO {no ha llegado el correo del Callao, 
wobei auch die von der schrift geforderte form llegavo lächerlich 
erscheint;. 

eä, eö, ei' gehen wie eü mehr oder weniger vollständig in /a, 
io, i(' über, ebenso od, be in nd, lü. Bei dem so entstandenen und 
dem ursprünglichen id, iö, ie, iid. tit handelt es sich nun um die 
frage, ob der erste teil konsonantisch wird oder nicht. Zu unterscheiden 
sind von vornherein zwei fälle ; erstens / und // stehen vor betontem 
\okal im wortanlaut ; zweitens sie stehen nach konsonanten. Im ersten 
falle ist die Orthographie r oder /// {hicrba, yerba), im zweiten falle 
hn (hiiesped, hueso). Paul Förster spricht überall von diphthongen, 
ausser bei anlautendem r (yer/io), welches nach ilim glcicli deutschem 



' Altes g sclieint aiicli iresicherl ilurch den reim: 
Con el tievipo i ta gantga 
!odo sc arrnga. 
orler aucli : kou la qfc'/cq i In zarii-a 
toa la bicxa se anr.aii. 



Dr. Rudolf I.ex/ in Santiago de Chile. 291 

j ist. In der Verbindung liiii soll // leise tönend gesprochen werden, 
gleichviel ob es iirsprünglich (huesped)^ aus / entstanden (hnelgo). oder 
vorgesetzt ist (hueso). Gegen diese in fast allen spanischen gram- 
matiken wiederkehrende fabel von dem leise tönenden // erhebt sich 
EscRiCHE in seiner schon mehrfach zitirten Reforma de In ortografia 
Castellana p. 46 ff. Kr setzt sehr verständig auseinander, dass hie, 
Jute — ye, we gesprochen wird, betont aber, dass im gegensatz zum 
französischen ir, we nicht eintritt nach vorhergehender konsonaiiz; 
also spaii. bien, franz. byen; span. rueda, franz. rwa. Noch anderer 
ansieht ist Ar.aujo {Phon. stud. III, p. 314 ff.). Nach ihm s[)richt 
man : wt'so, tig7C'a, 7'weno, kwida mit demselben 7c< wie franz. tncni 
(trois) : ferner zß/o, pronnnzjazjon, patrja, njego, pjidra aber yedra. 
Hier ist zunächst nach meiner meinung die bezcichnungsweise un- 
glücklich gewählt. Nach der gewöhnlichen transskription ist / der 
reine konsonant (bühnendeutsches yj, während man mit y meist den 
zwischen / und j die mitte haltenden halbvokal (vokal mit konso- 
nantischen reibegeräuschen) bezeichnet, der entsteht, wenn man die 
zunge aus der /-Stellung so weit hebt, dass konsonantische reibcge- 
räusche hörbar werden, aber nicht so weit, dass der vokalische klang 
ganz schwindet. Araujo braucht beide zeichen umgekehrt; bei ihm 
st y reiner konsonant und j der halbvokal. Ich glaube aber, dass 
<'r auch mit der sache unrecht hat. Das spanische r in yerno, ya 
ist durchaus nicht der reine konsonant des bühnendeutschen (nord- 
deutschen) jeder, jähr und des franz. /y>. Dieses vorausgesetzt, mag 
Araujo ziemlich recht haben, wenn er sagt, dass das / in piedra 
nicht so konsonantisch ist wie das i' in yedra: es müsste dann also 
ein ganz wenig konsonantisch angehauchtes / sein, das wohl kaum 
eine besondere transskription verdiente. Ich glaube, Araujo ist durch 
die transskription des französischen zu seiner Schreibung pjäira ver- 
führt worden ; franz. pierre wird aber ganz anders gesprochen. Ebenso 
T^cheint es mir nicht ohne weiteres erlaubt, jedes span. n vor be- 
tontem vokal mit 7t' zu transskribiren, am wenigsten in fällen wie 
mwi, wogegen schon die akademische Orthographie mit ihrem bei- 
behaltenen ;■ (viuy) si)richt, das die betonung müy voraussetzt. Ebenso 
ist die ausspräche vweno, vuhH^ wobei v bilabialer frikativ ist (also 
unser /5), ganz theoretisch. Ich glaube für das gute spanisch genügt 
es vollkommen, nach konsonanten / und u in der transskription be- 
stehen zu lassen. Beide laute werden in dieser Stellung sowieso leicht 



292 Chilenische studiex. VI. VIl. 

etwas konsonantisch, und das spanische ^o in hucso, hiieste hat nur 
sehr wenig konsonantische geräuschc und einen reineren ?/-klang als 
englisches fi* in 7C'ater. Für den deutschen ist es nur nötig, darauf 
hinzuweisen, dass die spanischen vokale nie kehlkoplVerschluss hörbar 
öffnen und dass vor allem /lueso, hierro u. ä. mit offenem kehlkopf 
einsetzen, 'iero, 'iieso wäre ebenso falsch wie 'iero, 'ueso, ebenso 
falsch wie deutsch gesprochenes Jero, vcso. Ob der deutsche liiego 
oder hüego sich zu sprechen vornimmt, ist ziemlich gleich, wenn 
er nur nicht lu'cgo sagt, was man hier von deutschen nicht selten 
hört. Im übrigen glaube ich, dass auch im guten spanischen der 
grad der konsonantirung des / und u je nach dem vorhergehenden 
konsonanten etwas schwankt, wie es in Chile ganz deutlich der 
fall ist. 

/ vor betontem vokal bleibt meist reiner vokal nach b, p, d, 
/, f, s, m, ti, r, l; es neigt zu y und sogar zw j nach t> : byento {viento), 
hyendo {vicndo), byato {heato). Mit vorhergehenden präpalatalen ver- 
schmilzt / mehr oder weniger vollständig, so dass ursprünglich gie, 
kie mit ursprünglichem gc^ ke in je, Jie zusammenfallen ; auch xe lautet 
ye (fast yii) (vgl. oben die betreffenden konsonanten). 

// vor betontem vokal bleibt meist reiner vokal nach b, p, d, 
t, s, /, m, 11; es ist w nach /'.- pcrwano, sirweltj, rivia (riieda). b 
und :; fallen mit u in fc> zusammen, fveno. fcctfo {bueno, vuelto), waso 
(guaso); ebenso wird anlautendes /i/u', /lua, hui gesprochen, werte 
(huerto), ivibo (huevo), winca {huiucha (araukanisches wort = (breites) 
band) ; nach vorhergehendem n tritt meist gu, seltener mbit ein : 
koi'guibo^ u/>g7ic'so, iii'guä (weniger populär utn buii). 

Inlautendes s;it zwischen vokal ist w, awa, iwaL indem n mit 
ursprgl. g, 5 zusammenfällt. 

Mit voraufgehendem /' und a: (geschrieben y) bildet «: y , einen 
sehr //-haltigen dorso-postpalatalen reibelaut mit chilenischer lippen- 
rundung, den dem w entsprechenden stimmlosen laut. Dabei verliert 
// mehr oder weniger seinen stimmton, so dass man in der trans- 
skription zwischen Tiiietp und Tjez^o (= fuego oder juego) schwanken 
kann. Auch nach k ist verlust des stimmtons nicht selten : kual 
oder k%al (cual), kiienta oder kwcnta etc. 

Nicht selten tritt deutliche neigung hervor, bei ii den akzent 
zu verschieben, ohne dass es mir bisher gelungen wäre, bestimmte 



Dr. Rudoi.k Lenz ix Santiago de Chile. 293 

bcdingungcn dafür zu linden \ So hört man häufig u// die {dicz zrhn- 
zcntavosstückj, last regehnässig disioco (dicz i oc/io), sowohl als zahl 
als auch als Substantiv, das fest des Dicz i oc/io de sctietnhrc (chilenisches 
nationalfest). Sehr häufig ist die ausspräche riclc und rilc = vieles, 
eljcnso derilando (desrielando); regelmässig mio oder f/iieo = viiedo. 
Neben ken (</uiäi) hört man zuweilen /iin, besonders in der chileni- 
schen lieblingsredensart /ii/i sähe, sogar kin sa. 

Bei u ist mir die entsprechende erscheinung bisher nur in 
kution •= cuestion, im vorton aufgefallen ; custion finde ich auch in 
Argentinien belegt. Die form vio statt vid gehört natürlich nicht 
hierher ; sie ist neben der vollständigeren vido gut altspanisch und 
anscheinend in ganz Amerika ebenso wie in spanischen dialekten 
erhalten [für 0(!, od diene als beispiel knete (cohete), almuct (a/mohada)]. 

Eine besondere stelle nehmen die vokalgruppcn ui und /// ein, 
die aus zwei schwachen vokalen bestehen. Man spricht mit Zurück- 
ziehung des modernen akzentes (wahrung des alten Vj Mida, dekiUdo: 
dagegen wifrc, 211,'guifrc (buitrc, nach Tollhausen Imitre, nach Booch- 
Arkossv büitre). rwio stimmt zu rühi, bei betonung i'üido hätte das 
d nicht schwinden können , vergl. kiüda. fui, fiu' ist meist Tfi, TJt' 
oder höchstens mit resten eines halbstimmlos gewordenen //. Dass 
im allgemeinen in Chile u der stärkere laut ist, sieht man aus der 
ausspräche des Wortes curagüilla (eine schilfartige pflanze) als kura- 
hiija neben kurawija. in ist ziemlich selten ; in viuda ruht der akzeiit 
meist gleichmässig auf beiden vokalen, neben siudä (eiiidiid) kommt 
hier wie auch in Peru und sonst zuweilen sitidd vor. 

Sogenannte svarabhakti-vokale sind selten. Ich habe mir nur 
notirt : engirifao {cngrifado) und kilin (clin). 

Es bleibt mir übrig, noch ein wort über die vokalgruppen zu 
sagen, die in den wortfugen entstehen. Als allgemeine regel kann 
man aufstellen, dass in der gebildeten spräche kein vokal ohne 
weiteres ganz ausfällt, ausser in einigen feststehenden ausnahmen wie 
liei statt de el (z. b. sii casa dcl). In der Volkssprache sind diese 
falle zahlreicher; aus dem älteren spanisch erhalten ist: esiotro, esiotra 
=■ este fltrfl. Der artikel vor worten, die mit vokalen anfangen, ist 



' Während im allgeiiicincn die lietommg des span. ic, nc lest zu stehen 
scheint, erinnere ich mich, einen nordspanier, er war, glauhe ich, aus Zaiagoza, 
gehört zu hahen, der immer cücrpo, büeiio, tienipo, siempre, tieiie etc. betonte. 



294 Chilenische Studien. VI. VII. 

im maskulinum nach vokalen einfach /: etä lo7nbrc, lokasiön, im fcmi- 
ninum vor a auch nach konsonanten : cn lawa (en el agua). Sehr 
häutig wird das e der formen von estar unterdrückt : iidtöi (no cstoi), 
ydtd (ja cstä); mit noch stärkerer \-erkürzung ontä = donde estä, 
ebenso das pronomen esia in entamaüana {en esta ?na/lafia)^ entanoce 
(en esta noche). Auslautende vokale von Substantiven und adjektiven 
fallen oft vor folgenden vokalen, auch wenn letztere erst durch 
Schwund von a in den anlaut gekommen sind: kar::^-e lä'ia (carga 
de lefui); sogar über geschwundenes aulaut-^ wird zuweilen elidirt : 
.pap-i poroto ÜerdeJ (ausruf der gemüsehändler: papas i porotos vcrdes). 
Genaue regeln lassen sich nicht aufstellen, da die mehr oder weniger 
vollständige Unterdrückung durchaus von dem grade der flüchtigkeit 
der rede abhängt. In den folgenden proben- werde ich den schwächeren 
vokal durch „ bezeichnen. 



Vll. I'ROHKN. 
I. Gebildete Umgangssprache. 

Aus: Antonio de Trueba, Aarracioncs ptpularcs^. El Citra 
de Faracuellos, kapitel II, mit auslassungen. 

'i'J gi'ändc (lepäna-athindondba'^ kon ftykuhisia sit paläsio de 
tnadri i se-itiä-aljHe^. ia Re no sdben uUc(s) a ke it>a? pue-sit>ä sakdl 
la tripa^ (le vialdno, parke le susedia-una kösa inüi rdra-': no podia- 
atrabesdr bokdo-en su kdsa, äunke su kosim\ro etiididha kon cl mivüsimo 
demönio para-abrllle lapctito, y ^ cn aljete komia kotn(p) un saha i'idn 
del bödrio kargdo de phneniön y asafrdn koij ke sc-alimentdban, tumbdd 
kon cl cn lo-siirkd, ldtrabaxa{d)6re dc-ütia posesiön ke teni-aji 



' Leipzig, Br.ückliaus : Colleccioii de. Antorcs Espanoles XXXII, p. 6 f. 

- Durch hindestricli verbundene laute werden zusammengezogen, mit be- 
son<lerer Schwächung des etwa durch ^ gezeichneten vokals. Konsonanten mit ^ 
sehr locker artikulirt. eingeklammerte können ganz wegfallen. 

^ Keines g vor c i sprechen nur wenige. 

* Viele sprechen immer tk. 

* Anlaut-r bei vielen immer i. 

* i vor vokalen meist r. 



Du. RuDoi.i" I,KXZ IN Santiago dk Chilk. 295 

pepijo si-iiprcsurd-a haxar de /o-Si'ro, saliäido-al eijkndntio drakH 
seiuir kon el Uhro bdxo-cl hrdso y fl som/nu'ro, j^öra lo lic q (uysern 
la rihiiio. 

— mucdco, le{d)ixo cl ^n-d/idc, Uielo Ik töUJ)o lo diu /r' /^(>/f 
tdrita-atcnsiön cii r'so-Si'f'd ? 

— siviör, Uo und litu-d müi sdtnd , le kontctö pepijo, cipeändole 
losöxo de admirasiön i cntusidnio al atdär de lo libro lie kia. 

— ■ ;/i /(■' payo-entjeteni.ifc para-i(i!)tru/.ite? 

— paro-i{n)' tniinne, se/'iör. 

— ■ idla! f,koi>ke kisUra-ser saldo? 

— [bäya si khiiral 

— pui pdra tu o/isio uo se iiesesita sabir müeo. 

— sci'iör, el Sahir en tö{d)d lo-sofisio-se wino. mi pddrc tieti-tf 
gloria desla liel sablr iw-oktipa lu%dr, i ienia »n'ua rasöri. 

— sie.iUvninte lie la teuia. <-: / /// plinsd pasdl la biila lüarddii- 
do iörd ? 

— si no ay-ötro remhiio, me kontentari kou eso, dui'lie tii'go- 
eperdiisa de ser dlgo nni 

Das vorhergehende ist so geschrieben, wie es ein gebildeter 
Chilene vorliest, wenn er nicht grade ,, reines kastellanisch" heraus- 
beissen will, das übrigens wahrscheinlich auch nicht viel reiner aus- 
fallen würde. In der konversation werden die meisten noch mehr 
dialektische zügc aufweisen als in dem beispiel angege!)en, so etwa 
^.s statt /;-, gelegentlich im auslaut / statt r u. s. w. Die abstufungeu 
sind unzählig. 

n. (Gewöhnliche Volkssprache. 

Die folgende erzählung, welche hier allgemein, wenn auch in 
verschiedenen Varianten, bekannt ist und in ihrem aufbau lel)haft an 
unsere deutsche erzählung CijDer herr der schickt den Jockei aus, 
er soll den hafer schneiden ; der Jockei schneid't den hafer nicht 
und kommt auch nicht nach haus u. s. w.") erinnert, ist nach der 
erzählung einer älteren frau aus Nunoa aufgeschrieben. Ich geb(" 
sie chilenisch und in spanischer Orthographie, sowie zum leichteren 
Verständnis mit einigen anmerkungen versehen. 



296 



Chilenische studiex. VI. \II. 



lahiriwasiön de la fsc>,>ka. 
Ulla \>y(xa tä(d)a pcldndo iin diu 
do "i^räno e fi<iz,o , i la fsnjka le 
komiö ilno. i la \)y{xa lecö la 
j/iardisiöii ke Icltt toiia lic ke- 
in alle tma patita. 

iPi dia Tpe la fiL^i>ka diide le- 
la i le ixo: — ela , leixo, 
parke söi taiti brä{!>)a, ke me ke- 
fndi la patit-a ml? 

i h'lc'i le kante tö: — 7na 
ttrda e-e.i ^al ke nie .zelte a 
ini. y entcmse ha la f^e/jka aii- 
te.ii^äl i le isc: ■ — sal, porki 
soi tarn hre/a ke .feit/llelä 
i leid nie kfma la pa- 
tit-a nü: 

ex •^ol le konti'ta: — nia hrdo 
e-e.i nuhldo ke me tdp-a nti. 

la fse'i'ka Im anta.i nu- 
t)lda i le ise : — nublda, par- 
ke sai tarn bräo ke tapäi a.i vol 
y eu ^ol seile leid , i leid 
nie kinia la patit-a fnif — 
jna brda e-er hii'nta ke nie kdze 
a mi. 

la tsi/jka ha antar hienta 
i le ise: — hiinta, parki soi 
tarn brda ke kap(s) a.i nuhlda^ y 
e.i nuhlda tdpa ej ^-al, e.i i>ol 
zelte leid i leid ?ne khna 



LA AVERIGUACION DE LA TENXA '. 

Una vieja estaba pclando uii dia 
dos granos de trigo, i la tenca le 
comiö uno, i la vieja le echo la 
maldicion que la helada tenia (jue 
quemarle una patita. 

Un di'a tue la tenca doiidc'- la 
helada i le dijo : — Helada, le dijo, 
^porque sois tan brava que me que- 
mais la patita a miV 

I la helada le contestö : — Mas 
bravü es el soi que me derrite'" 
a mi. I entonces va la tenca donde 
estä el soi i le dise : — Soi, ^,porque 
sois tan bravo que derretis la he- 
lada i la helada me quema la pa- 
tita a mi? 

El soi le contesta : — Mas bravo 
es el nublado que me tapa a mi. 

La tenca va donde estä el nu- 
blado i le dice: — Nublado, ^,por- 
que sois tan bravo que tapais al soi, 
i el soi derrite la helada, i la he- 
lada me qucma la patita a mi? — 
Mas bravo es el viento que me cor- 
re a mi. 

La tenca va donde estä el viento 
i le dice : — Viento, ^^porcjue sois 
tan bravo que corn's al nublado i 
(>1 nublado tapa el soi, el soi der- 
rite la helada i la helada me quema 



' fniniiis thciica, eine cliilen. diosselart. AVegen des wechseis von /, ///, tr 
vgl. cap. 1. 

2 donde als präposition r= frz. chez ist aueh hei gehildeten sehr gebräuchlich. 

^ derretir > re{d)itir (cf. span. redcdor aus derredor), in Chile und bes. 
in Argentinien sehr häufiges umspringen: "reota <Z. derrota; argent. : redepente <C 
<ierep eilte. 



Dr. RuDOLi- Len/C in Santiago dk Chile. 



297 



/</ patit-a 7nir — f/ia hrii(l>)a c la 
p<rt'r kc j/ir atdx-a )>ii! - /a 
fst/ika ha onde la pail i le ise: 

— pat'L por/it' soi iam bräa 
ke ataxäi ar hidnio y er \ndnto 
kö,h' a.i riuhläo y e.i nuhläo tä- 
pa.i so/ y C.I ^ol zeite lelä i 
/(•/() vie ketna la patit-a 
vü( — ma hräo e-e^ ^atdn He 
i/ir aiiyeri^-a tni , Ic Ixo la pail. 
cittdijsc la tsii'ka ha ontaz 
^atön i le ise : zatön , porlii 
soi ta>n brao kc au/eridi a la 
pari i la pacr tapa-.i soi und 
so weiter. 

— ma hrao e-cr -^ato ke tue 

kas-a mi. 

— i,ato, poi'ki soi tarn hrao He 

kasäi a,z zaton . . . 

— ma hrao e-er pe.fo He //le 

miie,idr ^ a mi . . . 

— ma lirao e-er palo He nie 

mat-a mi . . . 

— ma hrao e-er if^ez^o He tue 

He?/i-a 7/1 i . . . 

— ma hra(fi)a e laii'a He mr 

apa--a mi . . . 

— ma hrao e-er 7e'i'i He me /sa~-a 

mi . . . 

— mcr hrao e lomhre He me 

mat-a mi . . . 
■ — ma hrao e dio He me ase 
a mi. 
entonse la tseijka ha oiita 
dio i le ise: — senol, le ise. 



la patita a mi? — Mas brava es la 
parcd que me ataja a mi. — La 
teiica va donde la pared i le dice: 

— Pared, ^porque sois tan brava 
que atajais al viento i el viento 
corre al nublado i el nublado tapa 
al soi i el soi derrite la helada i 
la helada me quema la patita a 
mf? — Mas bravo es el raton que 
me agujerea a mi, le dijo la pared. 
Entonces la tenca va donde esta 
el raton i le dice: Raton, ^, porque 
sois tan bravo que agujereais a la 
pared i la parcd tapa al soi und 
so weiter. 

— Mas bravo es el gato que me 

caza a mi . . . 

— Gato, ^porque sois tan bravo 

que cazais al raton . . . 
Mas bravo es el perro que me 
muerdc a mi . . . 

— Mas l)ravo es el palo que nie 

mata a mi . . . 

— Mas bravo es el fuego que me 

quema a mi . . . 
-— Mas brava es el agua quemc 
apaga a mi . . . 
Mas bravo es el buei que me 
traga a mi . . . 
- Mas bravo es el hombre (|uc 
me mata a mi . . . 

— Mas bravo es Dios que me 

hace a mi. 
Entonces la tenca va donde estä 
Dios i le dice: — Senor, le dice, 



* L)ie zweite peison , die in dem ausgelassenen stück vorkoiiinit , ist 
)n,:<(h'\ die übrigen tnatät' , V:emiii etc. 



29^^ 



Chilenische stuuien. VI. \ IL 



porki soi tum hrao Jic iisi(s) 
iil-o?nbre i hnnbrc mat - ar 
Tvü yer 7C'('/ /s(f^a hnva i hrnm 
apd-^a l tj^'^o , er ifcxp ke- 
ma l palo, er palo mitt-är 
pe^o , er pe.zo vine.ide ar Zflto, er 
-^ato kas-az zaion, ez zaton aiiyerea 
la pael , la pae.i atdx ar hic/ito, 
er Itiento koze a.i nuhlao, e.i 
nuhtao tap-a.i so/, e.i sol .feite 
leid i leid nie kema la 
patit-a i/ii? — / did' le kante ta : 
— nia hrao soi yd lie te nidto 
a }id^ i le did um papirote i la 
niatd. i (jenesid lahiriwasidn. 



^_ por ( jud sois tarn bravo que haceis 
al hombre i el hombre mata al 
buei i el buci traga el agiia i el 
agua apaga el tliego i el fuego 
qiiema el palo, el palo mata al 
perro, el perro muerde al gato, el 
gato caza al raton, el raton agujerea 
la pared, la pared ataja el viento, 
el viento corre al nublado , el 
nublado tapa al soi, el soi derrite 
la helada i la helada me quema 
la patita a mi? I Dios le contesta: 
— Mas bravo soi yo que te inato 
a vos, i le diö uii [)apirote i la 
mat('), i fenecio la averiguacion. 



Eine hexengcschiehtc aus derselben quelle. 



la kaleona. 
ctd eran da' kasao ke \>i})i- 
an en e.i sa.ito, teniaij kinta, 
sievibra i tse' ninito, er niario 
sali-a fsa{b)axaL lo ke l niario 
sali-a tsa(b)axal benia eya i 
s-eeaha uno-sunio ke tenia de- 
haxo el katse i salia eya, puc , 
ee-o\iexa c'kondier niario 
dexaba Ion ninito solo, y una 
he' yeyj-l niario i no l-ayd. 
i preymtö por eya. lei/eron lo' 
ninito ke ahia salio / se <fe 
el pa SU fsahaxo. kijando yez.d, 
s-CJioxö kon eya / le preyintd 
ende andaha i le ixo ke abia 



LA CAI.CHONA. ^ 

Estos eran dos casados que vivi- 
an en el Salto '', tenlan quinta, 
siembras i tres ninitos. El marido 
salia a trabajar. Eo que'^ el marido 
salia a trabajar venia ella i se 
echaba unos untos, <jue tenia de- 
bajo dcl catre, i salia ella, pues, 
hecha oveja escondida del marido 
i dejaba los ninitos solos. I una 
vez llegö el marido i no la hallö. 
I pregunto por ella. Le dijeron los 
ninitos que habia salido i se tue 
el para su trabajo. Cuando llegö, 
sc enoj(') con ella i le pregunto 
donde andaba, i le dijo ke habia 



* Die liexe. 

* Es gibt verscliieilene orte ilieses namens in der 5;egenil vcm Santiago. 

* Sehr gelniuichlich ^= ruando. 



Dr. Rudoi.k I-e\/ in Saniiago de Chile. 



299 



Udo asiT una iliynis'hi> y al 
ofso di'a kuando sc Tj <' l-ombre 
pa-l fsahaxo le ixo lic 110 Tjcra 
iisel lo lie iso cnr/. cn- 
tonse eya le dio .uil'iu i lo iso 
airer. y cl ofnbre le ahia exao 
dico a Ion ninito lic la- 
ü'oitara/i. lo He saliö el, enfkö 
eya paentso e la kasa i Id 
ninito la ijeron afcoital , /' la 
hieron kc sakö und ojita ke 
tenia ehaxo el kafse i s-ecö 
po.i fö er kuerpo i saliö ee'a 
ohexa i saliö. se ije ; y c.i ninito 
ke lawoiiö, no lo biö eya. ije 
er ninito He lawoitö i le ^ixo a 
id ofso: mi niamiia saliö eeo- 
hexa. y e.i do' niedio le ixo: 
hämo a ecalld nosofso ta- 
tnieji^ pa sejir a mi niaviita, a 
her onde ha. i s-ecaron i liia- 
ron a lorija er i\ez,o eco 
so^ito. en eto yez,a er pairc 
i id ayo eco soto. y e.i tan 
cnoxao le prez,tintö: i tu via- 
udta, ondetd. y er viayol le 
kontetö : saliö ee'-obexa. y el 
otnbre le prcycntö: i los unto, 
onde lo .exaf yeu ijinito sc lo 
((/ a enfsez,al. el pairc leco 
unto a Id eitUjo / lo iso 



ido ;i hacer una dilijciicia. I al 
ötro dia, cuando se fue el liombrc 
para el trabajo, le dijo ke no luera 
a hacer lo que hizo aycr. En- 
toiices ella le die rabia ^ i lo hizo 
adrede. I el hombrc les habia dc- 
jado dicho a los iiiüitos que la 
aguaitaran. Lo quo saliö el, entrö 
ella para adentro de la casa i los 
ninitos la fueron a aguaitar, i la 
vieron que saco unas ollitas que 
tenia debajo del catre i se echö 
por todo el cuerpo i saliö hecha 
ov'cja i saliö-. Se fue; i el ninito 
que la aguaitö, no lo viö ella. Fue 
el ninito que la aguaitö i les dijo a 
los otros : 'Mi mamita saliö hecha 
oveja.' I el del medio'^ le dijo: 
'Vamos a echarnos * nosotros tam- 
bien para seguir a mi mamita, a 
ver donde va.' I se ecliaron i que- 
daron a la orilla del fuego hechos 
zorritos. En esto llega el padre 
i los hallo hechos zorros. I ol tan 
enojado les preguntö: I tu ma- 
mita, ^, donde estäV 1 el mayor le 
contestö: 'Saliö hecha oveja.' I el 
hombrc le preguntö : 'I los untos, 
^, donde los deja?" I el ninito se los 
lue a entregar. El padre les echö 
untos a los chiquillos i los hizo 



' \). h. : Da wollte sie ihn ärgern und tliat es absichtlicli. 
- Doppelte bedeiitung von salir: Sie wurde in ein sehnt" verwandelt und 
ging hinaus. 

^ Der mittlere, dem alter nach. 

* Kigcntlicii echarlos. los für die erste pers(jn gebrauclit. 



300 



Chilenische stuuiex. VI. MI. 



kritiano y entouse azß^ö Id 
oya i Id cparö pn T^era. 
ISO tira los iinto i lo cco ar 
(fcgo. kuaiido yczf) eya tan eno- 
xä i leixo: ya iw vir heri' 
md, i saliö andai- i cn lo pe- 
asito Ik Jieabaii de id ojita 
er pe-i^aito s-eco eya dta 
viitä er kiterpo; keö la ?nitd 
eca kritiana i la mitd 
eea dbexa i se saliö andar i 
sc rpe ar kombcjito e la dominika 
i dci la kozieron i se Tpe eya. 
i ya e.i se Tje a koiufesal der pe- 
kao ke kot/ietiö i nhjgiini paire 
lo insorl'iö^ ; i lo viandaron pa 
ZOfiia i pii ayd keö el i eya 
keö ec-öhexa aki. la koze- 
tiaron Id nii'io , i la tnacu- 
karon muco dta ke sc imiriö. 
i sc akahö er kuento. 



cristianos ^ i cntonces agarro las 
ollas i las disparo para afuera. 
Hizo tira los untos i los echo al 
fuego. Cuando liege ella tan eno- 
jada, i le dijo: ';Ya iio me vereis 
mas I' i saliö a andar i en los pe- 
dacitos que quedaban de las olli- 
tas el pegadito ^ se echö ella hasta 
mitad dcl cuerpo; quedö la mitad 
hecha cristiana i la mitad 
hecha oveja ; i se saliö a andar i 
se fue al convento de la Dominica 
i de ahi la corrieron i sc fue ella. 
I ya el se fue a confesar del pe- 
cado que cometiö i ningun padre 
lo absolviö ; i lo mandaron para 
Roma i por allä quedo el, i ella 
quedö hecha oveja aqui. La cor- 
retearon los ninos, i la machu- 
caron mucho, hasta que se murio. 
I se acabö el cuento. 



Zum schluss erlaube ich mir noch einmal darauf hinzuweisen, 
dass die in den Chil. Studien niedergelegten beobachtungcn keinen 
aiispruch auf Vollständigkeit machen können. Eine lebende volks- 
mundart ist so reich, dass sie niemals vollständig beschrieben werden 
kann. Auf die von mir vermutete beeinflussung der chilenischen 
ausspräche durch das araukanische komme ich noch einmal an 
anderer stelle zurück. Eine chilenische formenlehre , zu der das 
material ziemlich vollständig vorliegt, wird bald folgen, ebenso lexi- 
kographische beitrage zum spanischen Wörterbuch und Studien über 



1 Dw gewölinlicliste ausdiuclc ist vok'erse Jaite. rristiano als „nienscli" 
auch sonst gebräuclilicli. 

^ Sie bescliniierte sich mit den restclieii, die in den zeihrochenen topf- 
scherlien waren. 

^ Niclit lautliche entwicklung, sondern veiballhoinung des gelelirten 
Wortes, das nur in der kircliensprache gebraucht wird. 



Dk. Rudolf Lenz i\ Santiago de Chile. 301 

chilenische Volkskunde. Ich kann diese zeilcn nicht abschlicssen, 
ohne auch an dieser stelle meinem schüler herrn Luis Trujillo 
meinen besten dank auszusprechen für die vielseitige Unterstützung, 
die er mir bisher bei meinen arbeiten gewährt hat, besonders durch 
sammeln von Volksliedern, Sprüchen, redensarten, erzählungen und 
sonstigem sprachlichen und litterarischen material, wozu er als echter 
söhn des volkes besonders befähigt ist. Gebildete, die vom niederen 
Volke anders als mit Verachtung sprechen, gibt es hier nicht viel. 
Halbbildung und dunkel finden sich ja nicht nur im jungen Amerika 
zusammen , aber hier sind die ausnahmen doch noch seltener als 
anderswo. Um so schwerer wiegen diese wenigen ausnahmen. 

Santiago de Chile, casilla 844, Dr. Rudolf Lenz. 

9. märz 1892. 



KURZE DARSTELLUNG DES UNGARISCHEN LAUTSYSTEMS. 



IV. Synthetisches. 

Die ung. ausspräche artikulirt alle sprachlaute klar und deutlich, 
ebenso in betonten, wie in unbetonten silb.en. Die thätigkeit der 
lippen ist bei den gerundeten vokalen eine bedeutende , bei allen 
andern sprachlauten nur eine geringe. 

Im wortanlaute können ebensowohl vokale , wie konsonanten 
stehen. Die vokale beginnen mit dem festen, die konsonanten mit 
dem leisen einsatze; steht ein // im wortanlaute, so müssen wir es 
als den gehauchten einsatz des folgenden vokals auflassen. Am wort- 
ende kann auch entweder ein vokal oder ein konsonant stehen ; 
beide enden mit dem leisen absatze. Der gehauchte absatz im wort- 
auslaute ist der ung. ausspräche ganz fremd. Bei den stimmhaften 
konsonanten beginnt und endet der stimmton gleichzeitig mit der 
artikulation des betreft'enden konsonanten. 

Der Übergang von einem laute auf den andern geschieht immer 
auf dem kürzesten wege. Berühren sich stimmhafte laute , so tönt 
die stimme, während die Sprachwerkzeuge von der Stellung des einen 
lautes in die Stellung des andern übergehen. Bei der berührung stimm- 
hafter laute mit stimmlosen beginnt und endet die stimme gleich- 
zeitig mit der bildung des betreffenden stimmhaften lautes. 

Berühren sich in einem ung. worte zwei vokale, so geschieht 
der Übergang nicht auf dem kürzesten wege; in der ungezwungenen 
Umgangssprache stellt sich zwisclien diesen vokalen ein gleitlaut 
des / {/) ein : reja: (reä) darauf, kijatt (kialt j er schreit, /iija:h (hiäba) 
umsonst. ] )ieser gleitlaut wird oil auch dann gesprochen , wenn 



JüSEF Halassa in Debreczen. 303 

die zwei vokale zu zwei verschiedenen wijrtern gehören, z. h. iirt? 
j.->st (irta azt) er schrieb es. 

J>i/i/nn^' der silbeii. 

Im ungarischen k()nncn nur vokale silbenbildcnd vorkommen, 
eine silbe ohne vokal ist unmöglich. Nachdem jeder geschriebene 
vokal ausgesprochen wird, besteht ein ung. wort immer aus so viel 
Silben, als dasselbe vokale (Mithält. 

Steht ein konsonant zwischen zwei vokalen, so gehört er immer 
zur zweiten silbe : ?-k.i-rok (akarokj ich will. Wenn zwei konsonantcn 
zwischen zwei vokalen stehen , gehört der erste immer zur ersten, 
der zweite zur zweiten silbe, das ende der silbe lallt also zwischen 
die zwei konsonanten , z. b. va:r-t?»i (vartam) ich wartete, kop-Jvt 
(kaphat) er kann bekommen. Auch bei den doppelkonsonanten gehört 
der erste teil zur ersten, der zweite zur zweiten silbe : ps-sos (asszony) 
frau, .'/-/.';;/ ( adtamj ich gab. Drei konsonanten kommen im ungarischen 
sehr selten zwischen zwei vokalen vor; oft fällt in solchen lallen 
der mittlere konsonant aus, wenn nicht, so werden die zwei ersten 
konsonanten zur ersten , der letzte zur zweiten silbe gesprochen : 
k}r-/>e oder kirt-br fkertbe.i in den garten; fns-tnii fkezdtem) ich 
begann, pjrt-mvJ (partndl) beim ufer. 

Im wortanlaute steht entweder ein vokal oder ein konsonant, 
nur in einigen fremdwörtern l)eginnt das wort mit zwei konsonanten ; 
auch in diesen lallen schiebt die volkstümliche ausspräche einen vokal 
zwischen die zwei konsonanten, z. b. ^ro:f (gröfi gral", im volks- 
munde gorcnf, krojtsair (krajczär; kreuzer, auch : kor.ytsa-.r. 

Die form der ung. silben ist also die folgende : sie beginnt 
meistens mit einem konsonanten, ihm folgt ein vokal , und dieser 
schliesst gewöhnlich die ■ silbe, aber es kann ilmi noch ein konsonant, 
in seltenen fallen können auch zwei konsonanten folgen. Die erste 
silbe des Wortes kann auch mit einem vokale beginnen. 

Im innern des Wörterverbandes werden die silben ebenso ge- 
sprochen , wie in den einzelnen Wörtern : der endkonsonant eines 
Wortes wird immer zur ersten silbe des folgenden Wortes gesprochen, 
weiui dasselbe mit einem vokale beginnt ; z. b. k£:-t?s-t:il (ket asztal) 
zwei tische. Sogar der letzte konsonant eines Wörterverbandes wird 
oft zum anlautenden vokale des folgenden wörterverl)andes gesprochen : 



304 KURZK DARSTELLUNG DES UNGARISCHEN LAUTSVSTEMS. II. 

ho-l.^ zivibcr (hol az ember; wo ist der mensch. Folgt nach einem 
im wortauslautc stehenden langen konsonanten im selben wörter- 
verbande ein vokal, so wird aus dem langen konsonanten — wie 
wir schon gesehen haben — ■ ein doppelkonsonant, dessen zweiter 
teil zur zweiten silbe gesprochen wird ; z. b. ros: ('rosszj schlecht, 
aber ros-sud (rossz üt) schlechter weg. In den texten schreibe ich 
diese konsonanten immer zu dem worte, wohin sie ursprünglich ge- 
hören, aber der umstand, dass diese Wörter zu einem wörterverbande 
gehören, zeigt schon wie die einzelnen silben zu sprechen sind. 



Wort- und Satzakzent. 

Wir haben schon in der einleitung erwähnt, dass die betonuiig 
der ung. spräche einförmiger ist, als die des deutschen, englischen oder 
französischen. Mehrere Wörter können durch den Satzakzent zu einem 
wörterverbande vereinigt werden , welcher dann in der ausspräche 
wie ein einheitliches wort behandelt wird. 

Im ung. wird immer die erste silbe des Wortes, resp. des wörter- 
verbandes am stärksten akzentuirt ; der akzent läuft dann in wellen- 
artigen Schwingungen über die übrigen silben hinweg, die 3., 5. 
eventuell 7. silbe wird etwas schwächer, die dazwischen liegenden 
silben (2., 4., ev. 6.) Vi^erden noch schwächer akzentuirt. Der Satz- 
akzent kann nur auf die erste silbe eines Wörterverbandes fallen ; in 
diesem falle wird diese silbe noch stärker gesprochen. Wir müssen 
also wenigstens vier stufen des ung. akzentes unterscheiden. Am 
stärksten wird die erste silbe eines Wörterverbandes gesprochen, wenn 
sie durch den Satzakzent hervorgehoben wird. Erstbetont ist die 
erste silbe aller übrigen wörterverbande; zweitbetont die 3., 5., 7., 
drittbetont die 2., 4., 6. silbe des Wörterverbandes, von der nächst 
vor ihnen stehenden erstbetonten silbe an gerechnet. 

Die einzelnen grade des akzentes unterscheiden sich nicht sehr 
stark von einander. Die erstbetonte silbe wird ungefähr so gesprochen, 
wie eine starkbetonte silbe der deutschen ausspräche ; die zweit- und 
drittbetonten silben werden je etwas schwächer gesprochen , aber 
nicht so schwach, wie die deutschen schwachbetonten. Eine solche 
betonung, wie die der deutschen schwachen sill)ei], kommt im ung. 
gar nicht vor. 



JosEK Bai.assa ix I)ei;reczex. 305 

Da der uiig. akzciit so regelmässig auf die einzelnen silben 
verteilt ist, brauche ich in den texten die akzentuirten silben nicht 
besonders zu bezeichnen. Ich bezeichne nur diejenigen Wörter, die 
nicht selbständig gesprochen werden, sondern mit dem vorhergehenden 
Worte zu einem wörterverbande vereinigt sind, vor solche Wörter setze 
ich ein - , z. b. hozd -.'/ -y kemvit (hozd el a könyvetj bringe das 
buch. ('Vergl. Jespersen, Maiire phonäiqtie , 1888). Oft steht am 
anfange des satzes ein wort Partikel, bindewort, etc.), welches nicht 
mit einer erstbetonten, sondern mit einer zweitbetonten silbe beginnt, 
es wird daher wie ein auftakt vor dem folgenden wörterverbande 
gesprochen, solche Wörter bezeichne ich auch mit einem -, z. b. 
-]u tljes: ('ha eljössz) wenn du kommst. Die silben, welche durch 
den Satzakzent hervorgehoben werden, bezeichne ich mit einem vor- 
gesetzten L. 

Vokalharmonie. 

Das gesetz der vokalharmonie übt einen grossen einfluss auf 
die bildung der ung. Wörter. Nach diesem gesetz können in einem 
ung. Worte entweder nur vordere oder nur hintere vokale vorkommen ; 
ausserdem haben auch die suffixe je zwei formen, eine mit hintern 
und eine mit vordem vokalen, von welchen die letztere nur nach 
einem wortc mit vordem, die erstere dagegen nur nach einem worte 
mit hintern vokalen stehen kann. Die Wörter mit vordem vokalen 
nennen wir Jwchtönige (viagas /laiigü), die mit hintern vokalen tief tönige 
{tndy hangü) Wörter. 

Das gesetz der vokalharmonie finden wir in den meisten altaischen 
sprachen mehr oder weniger entwickelt, oder besser gesagt, erhalten. 
Denn dieses gesetz ist eine gemeinschaftliche eigentümlichkeit dieser 
sprachen, nur einige haben dieselbe im laufe ihrer entwicklung ein- 
gebüsst. Von den finnisch-ugrischen sprachen ist die vokalharmonie 
am vollständigsten im ungarischen und im finnischen erhalten. 

Ursprünglich war die harmonie der vokale nur in den Stamm- 
wörtern entwickelt, und zwar so, dass alle woristämme entweder tief- 
tönig oder hochtönig waren. Einzelne wortstämme hatten oft zwei 
formen, eine mit vordem und eine mit hintern vokalen und zwar 
beide mit einer andern abstufung derselben bedeutung. In der ung. 
spräche finden wir heute noch solche doppelformen: Ubeg (libeg) 

PiiOnetisclie Studien. VI. -lO 



3o6 Ki;rze üars'jellung des ungarischen lautsvstems. IL 

und lolwg (lobog) es Hackcrt, dobbin (döbbenj und dohlon fdobban) 
<'r crbel:»t, Hver (kever) und kwor (kavar; er mischt u. s. w. Budenz 
weist aucli in seinem ügrischen wörterbuche nach, dass die meisten 
wurzeln in der ügrischen Ursprache zwei formen hatten, eine hoch- 
tönige und eine tieftönige. Die demonstrativ pronomina haben in 
der ungarischen spräche heute noch zwei formen, eine mit vordem 
vokalen, welche auf das nähere, und eine mit hintern vokalen, welche 
auf das entferntere objekt hinweist, z. b, iZ lezj dieser, :>£: (az) jener ; 
it: (itt; hier, oi: (ottj dort, ich (ide) hieher, oib fodai dorthin. 

Durch die entwicklung der deklination und konjugation wurde 
die regelmässigkeit der vokalharmonic verwirrt, denn Wörter mit v^er- 
schiedenen vokalen wurden zu einem worte vereinigt. Aber die 
assimilirende kraft der ung. spräche war in dieser hinsieht so stark 
entwickelt, dass sobald der eine oder der andere teil des entstandenen 
Wortes seine Selbständigkeit in der bedeutung einbüsste , sich die 
vokale der ganzen worteinheit assimilirten , und zwar so, dass die 
vokale der suffixe sich nach den vokalen des wortstammes änderten. 
So entwickelten sich allmählich zwei formen für die meisten suflixe, 
und die einzelnen vokale teilten sich auch in zwei reihen, in welchen 
Je zwei vokale einander entsprechen. 

Finden sich in der vordem und hintern reihe zwei vokale, dir- 
mit derselben zuiigenstellung und lippenrundung gebildet werden, 
wie das u^ n: und y\ y: oder o. o: und 0. o: ^ so entsprechen ein- 
ander dieselben auch in der vokalharmonic. Einige der vordem 
vokale haben aber keinen vollständig entsprechenden laut in der andern 
reihe ; bei diesen lauten bejuitzt die spräche denjenigen vokal, welcher 
ihnen in betreff der artikulation am nächsten steht. So enspricht 
dem ohne lippenrundung gebildeten c das gerundete 0, denn in der 
hintern vokalreihe finden wir keinen mit mittlerer zungenstellung und 
ohne lippenrundung gebildeten vokal. Dem f entspricht das ge- 
rundete :> und dem e: das a:^ obzwar dieser laut mit niedriger zungen- 
stellung gebildet wird. Auch dem /, /': entsprechen keine hintern 
\okale, wir finden sogar in der hintern reihe keinen nahe stehenden 
laut; die suifixe also, welche mit einem / oder /.• lauten, behalten 
diesen vokal auch nach tieftönigen Wörtern ; z. b. hojht (hasi't) er 
spaltet, hri-.t (teritj er breitet aus, oder: ha:zig (häzig) bis zum hause, 
hurtig (kertigj bis zum garten. 



(osEK Balassa in Deüreczex. 307 

In l)ctrrl"t' der vokalharinoiiic ciits{)rcchen einander die folgenden. 
A-okale : 

Vordere vokale: f, }•: e, 0: f, e, tw i, i: 
Hintere vokale: u, u:, 0, 0:, :?, o, a:, - , 

Schon der umstand, dass denn / und /: keine hintern laute 
entsprechen, dass diese vokale also sowohl in hochtönigen , wie m 
tieftönigen Wörtern vorkommen können , beeinträchtigte die regel- 
mässigkeit der vokaiharmonie. Dazu kam nocli, dass in vielen Stamm- 
wörtern aus den diphthongen .y. 0/ ein /:, /, oft auch ein e:, e wurde, 
und diese vokale blieben aucli neben hintern vokalen stehen , z. b. 
isovi (iszom; ich trinke. Dadurch wurden diese laute für die vokai- 
harmonie indifferent und heute linden wir die vokale /, /: und c, e: 
ebensowohl in tieftönigen, wie in liochtönigen Wörtern. Und auch 
in den iremdwörtern bleiben diese vokale neben hintern vokalen 
stehen. 

In der ung. spräche linden wir noch eine andere vokaiharmonie, 
die der gerundeten vokale. Diese harmonie ist von geringem umfang 
und besteht nur darin, dass in einer, nach einem gerundeten vokale 
(0,j-) folgenden silbe kein r, sondern nur der entsprechende gerundete 
vokal, das /> stehen kann; die sufüxe also, welche mit einem e lauten, 
besitzen drei formen : eine mit nach hintern vokalen, eine mit e 
nach ungcrundeten vordem vokalen, und eine mit <^ nach gerundeten 
vordem vokalen; z. b. vairtok (värtok) ihr wartet, ke:rtek (kertek) 
ihr bittet, yttok /"üttökj ihr schlaget : la-.phoz (läbhoz) zum fuss, keishez 
(kezhez) zur hand, feldhez (foldhözj zur erde. Diese assimilation 
der gerundeten vokale entwickelte sich in der neuern periode der 
ung. spräche, in altern Sprachdenkmälern linden wir das e oft auch 
nach gerundeten vokalen. 

Die assimilation der vokale ist in der ung. spräche progressiv: 
die suflixe ändern sich unter dem einHusse des Stammwortes. Und 
das ist ganz natürlich, denn der bedeutendere und wichtigere stamm 
kann ja nach dem vokale des suflixes keine zwei oder drei formen 
annehmen ; die funktion desselben suflixes können wir aber leicht 
mit zwei oder drei formen verbinden. 

In einigen zusammengesetzten Wörtern finden wir auch rück- 
wirkende vokaiharmonie, und zwar in solchen fällen, wo der zweite 
teil der wichtigere ist, welcher demnach seinen vokal unverändert 
erhielt. So entstand das wort ne:Ikyl (nelkül) ohne, aus näl A- kü/y 

20* 



3o8 Kurze Darstellung des ungarischen lautsystem'^. II. 

und Johj (soha) nie, aus sc — ha\ ebenso hören wir im volksmundc 
Johun statt fehun (sehun), foJiol statt Jehol (sehol) nirgends, usw. In 
fremdwörtern finden wir öfters rückwirkende vokalharmonie, z. b. 
ißlaui (csaläd) familie, aus altsl. celjadt; tßij (csata) Schlacht, serb. ceia. 



Assimilation (kr konsonanten. 

In der ung. ausspräche stehen gewöhnlich entweder nur stimm- 
hafte oder nur stimmlose laute nebeneinander ; kommen aber in der 
Wortbildung, sowie in der deklination oder konjugation stimmhafte 
und stimmlose konsonanten neben einander, so ändert sich der erste 
unter dem einflusse des zweiten. Die assimilation der konsonanten 
ist also immer rückwirkend, und das können wir leicht begreifen, da 
der zweite konsonant immer im silbenanlaute steht, also stärker ge- 
sprochen wird, als der erstere, der im silbenauslaute steht. Einige 
konsonanten ändern auch ihre bildungsstellc unter dem einflusse des 
folgenden konsonanten. 

Die wichtigsten fälle der konsonanten -assimilation sind die 
folgenden : 

1. Vor einem stimmlosen konsonanten kann nur ein stimm- 
loser konsonant stehen, die nasen- und die /, ;- laute ausgenommen ; 
aus einem stimmhaften konsonanten wird also immer der entsprechende 
stimmlose, z. b. doptjm (dobtam) ich warf, :>t]vt (adhat) er kann geben, 
vaikö (vagta) er schnitt es, hrjksik (haragszik) er ist böse, netßshn 
(nevtelen) namenlos, hsts (kezdte) er begann. 

2. Vor einem stimmhaften verschlusslaute und vor z, - kann 
nur ein stimmhafter konsonant stehen , aus einem stimmlosen laute 
wird also der entsprechende stimmhafte, z. b. logdef (lökdös) er 
stösst, a:yi (äsdj grabe, kyb^i (kapzsi) habgierig, bgzi (lakzi) hoch- 
zeitsmahl. 

3. Die nasenlaute werden immer an derselben stelle gebildet, 
wie der folgende konsonant; z. b. torombj ftoronyba) in den türm, 
ho>ip (hangya) ameise, la:i;k} (länyka) mädchen ; aus dem zeitworte 
romol es verdirbt, stammen : rombol (rombol) er zerstört, roiit (ront ) 
er verdirbt, rot'gad frongdl) er verdirbt. Vor einem alveolaren laute 
wird das /; nicht interdental, sondern alveolar gesprochen, und vor 
V, f wird das ;// labiodental gebildet. 



Josef Balassa in Deekeczex. 309 



\'. Texte. 

In den zwei ersten sprachproben bezeichne ich die unge- 
zwungene Umgangssprache , in der dritten die möglichst dialektfreie 
ausspräche der gebildeten. 

Die Wörter, welche mit einem vorgesetzten - bezeichnet sind, 
gehören mit dem vorhergehenden zu einem und demselben wörter- 
verbande ; steht am anfange des satzes ein mit - bezeichnetes wort, 
so ist dessen erste silbe zweitbetont. Der Satzakzent wird mit einem 
vorgesetzten L bezeichnet. 



/. Gyermekvcrsek. yrniekvir/ck. 

Neuem sütött pogätsdt, i. ne:nc:m -fytet: poga:tfa:t. 

De nem adott beliile; -dr- ^n:m -pdoi: b^lyh; 

Kn is sütök pogdtsat, ^e:n -if -fytek poga:tfa:t, 

En se adok belüle. ^e:u -fe -jodok bdyh. 

Tettem a kosarba, tethni •:> kofairb?, 

Vittem a väsärba ; vitutn -:> vaifairlo: 

Kerdik a väsärba V keirdik ■? va:fa:rb.\ 

Mi van a kosärba? Lw// -vyn -y ko/a:rby? 

Tiiros beles, derelye, | tir.ro-.f -bedef direji-, 

Egyel Jancsi belüle. e}e: -jontfi bilyU. 

Egy, kettö, hdrom, negy.... 2. ey. kttto: ha:rotn /le:}, 

Kopasz bardt, hovd megyV kopps -bpra:t hinui: -mc:}? 

Päpdra szendert, pa:pa:r? se:na:je:r, 

Szendt adom lovamnak, se:na:t -?dotn lovyntn?k, 

Lovam nekem trdgydt ad, kn'?7n -mkem tra:}a:t -?d. 



Kindemer sehen. 

1. Meine tante hat einen kuchen gebacken, aber sie gal) mir 
nicht davon ; ich backe auch einen kuchen, ich gebe ihr aucli nichts 
davon. Ich legte ihn in den korb, trug ihn auf den markt ; man 
fragt auf dem markte, was ist im korbe? Topfenstrudel, mehlspeise, 
Hänschen, iss auch davon. 

2. Eins, zwei, drei, vier . . ., wohin gehst du, kahler mönchV 
Nach Pdpa um heu, das heu gebe ich meinem pferde, mein pferd 



31 o Kurze Darstellung des ungarischen lautsystems. II. 



Trägyät adom földemnek, 
Földem nekem büzdt ad, 
Büzät adom molnärnak, 
Molnär nekem zsömlyet ad, 
Zsömlyet adom bojtärnak, 
Bojtär nekem botot ad, 
Ugy mogdobom a kutyat, 
Hogy eltöri a läbät. 



//. A vadgalatnh t's a szarka. 

Tudod-e, miert nem ert a vad- 
galamb a feszekcsinälclshoz, miert 
rak olyan hitväny feszket, mely 
csak nehdny szdraz agl^öl van 
összetäkolva ? 

Elmondoni en. 

A vadgalamb a szarkdt kerte 
meg, hogy tani'tsa mag ot a fe- 
szekrakdsra, mert ebben a szarka 
igen nagy mester s olyan feszket 
tud csindlni, hogy ahhoz a heja 
hozzd nem fer. A szarka elvdl- 
lalta a tanitdst es feszekrakds köz- 
ben, mig egy-egy galyat helyere 



tra:yv.t -.y/otn f0lih7nnrk, 
feldirtn -inkcin l>ii:za:f -jd, 
bu:za:t -jdom tno:na:rii?k, 
7no:na:r •inkein z^övijc:t -:>d, 
-0ffijc:t -.idovi bojta:rii?k, 
bojta-.r -ii'Jicm botot -.ni, 
^u:} -tnegdobom -3 kucait, 
-ho} r.teri -jy la:ba:t. 

-.' v.hig.djmb -€:/ -J sjrk.K 
^tudode, me:r -mm -e:rt -.' v?d- 
gobinb -.7 fe:sckt/ina:la:fho:^ ^vie:r 
-rjk -oj.vi hitiia:x fcisket, -»n-j 
-tfspk /ic:ka:A- sa:rjz ■a:gbn: -v.m 
essita-Jw.v.T.? 
i:nu>iido)n ein. 

-0 v.nigjbmb -y sjrkait -keirt^ 
•meg, -ho} t.vi'r.tfy -meg -eü -o fc:- 
sekryka:Jrj ^ -m; r ibbf- -JD sjrk:f 
igen -/U} -mr/ter fojj/i -feisket 
-tud tj'uiauii, -ho} yhhoz -.> he:p 
Iwzza: -mm -feir. -j s.irkj nvai 
b:tj -J3 t3ni:ta:Jt, -e:/ fcsekrjka:/ 
-kezbf-, -m'r.g -ey} g:ijJ3t /a-Jeifb 



gibt mir dünger, den dünger gebe ich meinem Felde, mein feld gibt 
mir Weizen, den weizen gebe ich dem müller, der müller gibt mir 
Semmel, die semmel gebe ich dem hirten, der hirt gibt mir einen 
stock, ich werfe damit den hund, dass er den tuss bricht. 



Die Wildtaube und die elster. 

W'eisst du , warum die wildtaube sich nicht auf den nestbau 
versteht, warum sie so ein schlechtes nest baut, welches nur aus einigen 
dürren zweigen zusammengelegt ist? 

Ich erzähle es. 

Die Wildtaube ersuchte die elster, sie soll sie lehren, wie man 
neste baut , denn die elster ist eine grosse meisterin , sie baut ein 
solches nest, dass der falke i^ar nicht zukommen kann. Die elster 



JosEK JjALassa in Debreczex. 311 

illesztctt, inindig inondogatta a -ilhstet: , -viimi'r.g nwnäogjtü ■> 



maga niodjän: 

— Csak igy, csak ügy I csak igy, 
csak ügy! 

A vadgalamb i-rrc miiulig azt 
fcleltc : 

— Ti'idom, tüdom, tüdom. 

A szarka elhallgatta azt egy 
darabig , de utoljdra mcghara- 
gudott. 

— - Ha tudod csinäldl niondta 
es otthagyta a feszket feie mun- 
kdjäban. 

A vadsralamb azota scm tudott 



-iiugJ mo:^a:n 

-tpk /:j, -tf-yk //;}.' -ipk /;;, 
-tpk u:}! 

-? vjdgjbvib -f.v'f miiiiüig ?st 
-ßl'-.t, 

tuidom, iiiulom, tuidovi. 

-y sorky i^:hr.g}ttj ■j:>st -ej 
i/:?rj/>/g, -d;- uto:ja:r? mekloro- 
gudot: 

-h.i Uudod, Ufinauil molit.^ 
-je:/ otiutt.-i -jj fe-.sket fik -//iiii>- 
ka:Ja:bj. 

-j vjdgjbmb jzo:t:> -fc -tudot: 



ebbül a mestersegbol többet meg- My: -_/> fmfterjeighy: tehbittnck- 
tanviliii. N'c'pviesc. tJnir.iiL ne-.pimjt-. 

II J. A lö, a bdrdiiyka iS a iiyiil. -j lo:, -o ba:ra:tßa -Je:/ -J XtrJ. 

Ret iiagyon szomorü idoszakom ke:t it)}on -sovioru: id(>:i?ko7it 

vaii, a mikor nem tudok mosolyog- -von, -.v/iikor Uhin -tudok inojojog- 

ni ; ha ilyenkor irok, ne vegytftek ni; -h? ' ijeijkor irok, ^ne -7-e]e:tek 

übernahm den Unterricht, und während sie beim ncstbaucn die ein- 
zelnen zweige auf ihren platz legte, sagte sie immer nach ihrer art : 

— Nur so, nur so! nur so, nur so! 
Die Wildtaube antwortete darauf immer : 
• — Ich weiss, ich weiss, ich weiss I 

Die elster hörte dies eine Zeitlang an , aber endlich wurde 
sie böse. 

— Wenn du es weisst, so mache es ! sagte sie und Hess das 
nest halb fertig. 

Die Wildtaube konnte auch seitdem von dieser kunst nichts 
mehr erlernen. Volksuuire/ie/i. 



Das Pferd, das Uvnmehen und der Iiase. 
Ich habe zwei traurige perioden , da kann ich nicht lächeln : 
nehmt nicht in die hände, was ich in dieser zeit schreüjc, wenn ihr 
das bittere nicht liebet. 



,12 Kurze darstelllng des ungarischen i.autsvstem.s. II. 



kezetekbe a dolgaimat, — ■ ha iicm 
szeretitek a kescrut. 

Ebbol a ket idöszakbol a forro 
nyärra esik az cgyik , mikor a 
väros mcgindul az erdok feie. 
Kn magam is megyek a csalä- 
dommal együtt, — de »valakit« 
itt kell hagynom. A mäsik idoszak 
a zord telre esik , mikor az er- 
dük indulnak mcg a väros feie. 

Egy fa az erdökbol, egy kicsike 
fa (az olcsöbbakböl) eljut az en 
lak.isomra is, de mär nem taläl 
Ott />valakit«. »Valaki« a neve. 
Nem szabad mäskep kimondani. 
A kis testverkei is igy szölnak, ha 
emlegetik , ha kivetödik valami 
fölturkdlt fiökböl egy ostornyel, 
egy pityke a veres mellenykerol 
vagy egy kis kalapäcs. .>Melyitcke 
ez, gyerekck?« Felve mondjäk, 
halkan mondjäk; »Aze a valakie 
volt!« Igazi nevetol malomko a 



kizt:tekh^ -Jj dolg.yini.Ti . -h? ?itm 
-Shrrtitck -? kf-fsry.i. 

ihlw.l -? kc:t -id0:s?kho:l -j fo:ro: 
Xiv.rrp -Jt/ik -?z c^^ik , mikor -? 
vairoj mcgindul -Jz hrdozk -feie:. 
c:u -vugjm -if vicyk -o tfjla:- 
domm.d -<ÖJ'/:. -d% vjbkit it 
-kel: -Ivyiom. -? ma:fik -ideis^k 
-j zord tedrs -r/ik, mikor -)z tr- 
de-.k -indultvk -meg -.1 va:ro/ -ftlc: 

-ec f^ -j?z -erdeiklw.L -ec kit/iki- 
fj, -.'S olt/od)hkho:l, iljut •9Z ein 
-l.^kaijomrj -jij\ di- -vnr.r lu-m -t.dad 
-ot: v:>bkit. vjl.iki -Jj ncrt. 
ne?n -s.dod ma:/ke:/> kimondani. 
-.1 -kis ti-ft7'c:rke:ji -if U:e -so:ln?k 
du emlegetik, -h? kivsteidik -vobmi 
foltiirkadt -fijoikbod -ej oftorNed, 
-ec picke- -jy veref -mslk:/>ke:r&:l 
-?'.y -ec -kif kobpa-.tf. » ' mFJitekc: 
-jiZ }vrekek?« fedvh -moX}a:k, 
/ulk?n -mo.V}(7:k y>.izc: -jj i'p/jkije: 
-volt!« igozi -UbVeitöd mylomke: -jo 



Die eine dieser zwei perioden fällt in den hcissen sommer, 
wenn die Stadt sich gegen die wälder in bewegung setzt. Ich gehe 
auch mit meiner familie hinaus, aber > jemanden« muss ich hier 
lassen. Die andere fällt in den rauhen winter, wenn die wälder sich 
gegen die Stadt in bewegung setzen. 

Ein bäum aus dem walde , ein kleines bäumchen (eines von 
den billigern j kommt auf meine wohnung, aber »jemanden« findet 
es nicht mehr dort. Er heisst »jcmand<'. Man darf ihn nicht anders 
nennen. Seine brüder sprechen auch so, wenn sie ihn erwähnen, 
wenn aus dem aufwühlten Schubladen ein peitschenstiel, ein knöpf- 
chen von der roten weste oder ein kleiner hammer zum Vorschein 
kommt. »Wem gehört das, kinderV« Sie antworten furchtsam und 
leise: »Es gehörte jemandem !« Von seinem wahren namen ist mein 
herz wie ein mühlstein , meine trockenen äugen wie zwei brunnen. 



fosEF Balassa in Debreczex. 



313 



szivem , kct küt a ket szäraz 
szemem. 

Egyetlen egy cseszc van a 
hdznäl, a mclycn ott all a ncve 
fcli'rva: Jilnoska. Ebbül iszogatta 
a kävejdt, ö es a macska, piert 
a feiet mindi'g od'adta a macs- 
känak. Most en rcggelizck abbol 
a cseszebul. Szomoruan iiezi 
messzirol a macska, mintha ker- 
dezgetne : »Hol az en kis gaz- 
ddin?* 

Meg az a ku is megfordulhat, 
a mit a vizbe dobnak, hulldm 
fölemeli , mds oldalra t'orditja, 
de az en bdnatom, az meg nem 
ibrdiilhat. 

Menckszem az cmlekektol es 
rajkent tödulnak elem. Futok 
tolük es hivogatom uket ma- 
gamhoz. 

Ott dllnak iröasztalomon az o 
kedvenc dllatjai a mikkel utol- 
jdra jdtszott, nem szabad elmoz- 
ditani. A lö a nycrcggcl, arany- 



sk'rm . kc:t kir.t -? kc:t sn:r.K 
semevi. 

ey4ltn -cy. ifcist -v^n -} 
ha:zna:l , -ym-jtn ott -a:l -? mv:^ 
feiiirv.^ jainofk?. ibhod -iso^.'tt.i 
-Jj ka:ve:ja:t, o: -c:f -.-> m.Hjky^ -tiiyrt 
-.1 fik'.t viindiig -oibttJ -jo nutjka:- 
n?k. -moft c:n -7-egg^lizek ybhod 
-.' tfe:se:bo:L somoru:>ii -neizi 
Jinssired -? ?/ijt/k.K -miutho ke:r- 
dezgsi/ic: fAhol -?z -c:ii -kif g?z- 
da:m /« 

vie:g -oz -y ko: -j'if nukfordulhat, 
-jviit -.i 7'i:z!>p. -dobiuk, hullawi 
fehf/nli, ma:/ -ohblr? fordiicc.K 
-db -J:>z I e:?i -bauvtom, -,'s vicg -iihtn 
-fordulJi.it. 

miiibksem -.iz smle:kckto:/ c:J 
r?jke:ut -touinliuk fle:vi. futok 
-to-.lyk -cf hivog.itom -o:k-t vu- 
gpnikoz. 

^ott •ad.vi.di i:ro:?stjlomon -?z -0 
kbdvhuts adyccoji, -jmikkd utoj- 
ja:r.i jadtsot:, iihfn -spb.id i-lmoz- 
did.vii. -.' lo: -j? X^reggil, ?r.i\- 



Wir haben nur eine schale im hause, worauf sein name ge- 
schrieben steht : Hän sehen. Aus dieser schale trank er seinen kaflfee, 
er und seine katze, denn die hälfte gab er immer der katze. Jetzt 
trinke ich aus dieser schale. Die katze sieht von weitem traurig 
zu, wie wenn sie fragen wollte: »Wo ist mein kleiner herrV« 

Es kann sich wenden der stein, den man ins wasser warf, eine 
welle hebt ihn auf, und wirft ihn auf dir andere seite, aber mein 
kummer kann sich nicht wenden. 

Ich flüchte vor den erinnerungen und sie drängen sich wie ein 
schwärm gegen mich. Ich fliehe vor ihnen und ich rufe sie zu mir. 

Seine liebsten tiere, mit welchen er zuletzt spielte, stehen auf 
meinem Schreibtische, man darf sie von dort nicht entfernen. Das 



314 KURZK DARSTELLUNG DES UNGARISCHEN' LAUTSYSTEMS. II. 



särga s()renyevel, a nyi'il a piros 
päntlikdval, a bdranyka a csenge- 
tyuvel a nyakän. Mereven, csön- 
desen neznek räm, a mikor irok 
s egyszer csak valamelj' sornäJ, ha 
egy könyvet vagy iratot tovdbb 
talälok taszitani a könyökömmel, 
inegszölal a bäräny nyakdn a 
csöngetyu : 

— Kling, klang I kling, klang ! 
hol a mi kis gazdänk? 

— Hol a mi kis gazdänk, a ki 
megitatott, a ki megetetett piczi 
kezeivel , a ki simogatott, ki a 
zöld pokröcra legelni lerakott. 

Mit kcrditek hol van V Hiszen 
oleg legelni valot hagyott nektek. 
Azt a szeles rtftct , a hol az en 
j6 kedvem viragzott . . . Hiszen 
utoljära is rätok gondolt. H^l- 
doklö hangjdval benneteket szö- 
litott: lovacskdm ! bdränykdm! 

Mindig olyan gyenge, vezna 



ft^t'-r^} J'err.A'eiVfl, -y Xu:l -J pirof 
-pa:ntUka:vJl, -J ba:ra:i>kj -Jj tfcij- 
g^cy:i'i:l -? X.'>ka:n. m^rt^'cii, tjofi- 
dfj'irii -nczufk -raim, -ymikor iirok, 
Jecscr -tßk -vyhmej fornail. -Jv 
-jcc kontVit -?'.'j lr?tot iova:h 
-tjUv.lok iJsi-.bni -jj keX'^komm^l, 
mcksoihl -J ba:ra:X -XJka:n -? 
tjo/'gscy: 

— klh/g, klaijgl klii'g, klai'gl 
^hol -J -mi -kif gyzdau'k''! 

^/lol -.' -f/ii -Mf g^zda-.ak. -?ki 
incgitJtoti, -Jki megetstct: -pitsi 
kszm'sl , -oki s'wiogytot:, -ki -/> 
zold -pokro-.tsrj kg^lni -Icrjkot: 

hnit -kc-.rdikk ^hol -v:iu'i -hisen 
clc'.g -Ifgflfii -v:>lo:t -}u}ot: inktek. 
-yst -J seile/ -rcüct ohol -jz -em 
jo\ -kedvem viraigzot: . . . hisen 
titojjairy -jif raiiok -gondolt. Jvl- 
doklo: -k:>/,'gja:z'jl bennttektt -so:- 
liitot: lov.djkaiml />a:ra:i>ka:m! 

mindiig -ojcn yi^gt vcizn? 



pl'crd mit dem sattel, mit der goldgelben mahne, der hase mit dem 
blauen bändchen , das lämmchen mit einer glocke am halse. Sie 
schauen mich starr und still an, wenn ich schreibe, und auf einmal, 
wenn ich ein buch oder eine schrift mit dem ellbogen wegschiebe, 
ertcint die glocke am halse des lämmchens : 

— Kling, klang! kling, klang! Wo ist unser kleiner hcrrV 

— Wo ist unser kleiner herr, der uns mit seinen kleinen händ- 
chcii zu trinken und zu essen gab, der uns streichelte und uns auf 
di(^ grüne kotze legte, dass wir dort weiden. 

Was fragt ihr, wo er ist V Er licss euch weide genug. Die weite 
wiese, wo meine lust und freude blühte . . . Zuletzt dachte er auch 
an euch. Mit seiner sterbenden stimme rief er: mein pferdchen, 
mein lämmchen ! 

Er war immer so ein schwacher, magerer knabe. Er wollte 



lOSEK l^ALASSA IN ÜKHKECZKN. 



tiücska volt. Nem akart enni. 
Az orvosok pedig vdltig mondo- 
gattäk: »Hüsra kell fogni a Jä- 
noskät, hogy izmosodjek, crus 
legyeii.« 

Mennyi Iclemenyesseg, meniiyi 
furfang kellett, hogy a läbärol 
levegyem. Mert epen a hi'ist 
szerette legkevesbbe. 

Igertem iieki kepeskönyvet. 
Hasznält is egy iiapra, mig a köny- 
vet ätlapozta , mdsnap mär nem 
evett. Hoztani ncki szdz es szaz 
jätekot. De mi lett a vege? A 
hüst nem szerette meg, hanema 
jätekböl kiszeretett. 

Kesubb hiäba igertem akärmit, 
mindenre räzta a szep szoke 
fcjecskejet : 

— - Nem eszem, nem eszem. 

— Igazi lovat veszek eszten- 
dore. 

— Nem eszem hüst megsem. 



-pjait/lij vo:t. nun -:>Jort cnni. 
■?z orvofok -pf-dig vailtig -inondo- 
gottaik »^/iir./rj -kel: -fogni -j.\ja:- 
nofka-.t , -/lO} iznioJo\^r.k, ^rn:f 
-leyn. 

^m-cXX'i -hhmeixefjag, ^vif-XXl 
•furfjijg kellet:, -ko} -.' la:ba:ro:l 
levey,7n. -fmrt eipp^n -.' hir.ft 
-sirtÜB hkkroer^he: 

igc:rt}-tn -ns-ki kciphj konivit. 
Ivsna-.li -ij -e^ n?pro mi:g -j kem- 
Vft a:tbposb, nia:/njp -ma-.r mm 
■evet: hostom -m^ki sa:z -c:f sa:z 
ja:te:kot. -de ^vii -lett -p ve:ge? -? 
hu'.ft ni-m -srn-tlf -meg, -louhm -y 
ja:te:kbo:l kisi ;v tct : 

ke:s0:b hijaiby •ige:rtf?n pkairmif, 
mindetirs ra:slJ -Jj se:p seiks 
ßjitfkeijeü. 

— '//;/;/ -csetn, ^mm -esetn. 

— ^ igyzi -lovjt -vesek !shn- 
dö'.r^. 

— ^nim -escm -kif.ft nic-.kscvi. 



nicht essen. Die ärzte sagten immer : »Hänschen muss fleisch essen, 
dass er kräftiger und stärker werde.« 

Wie viel erfindsamkeit, wie viel list brauchte ich ihn dazu zu 
bewegen. Denn gerade das fleisch ass er nicht gerne. 

Ich versprach ihm ein bilderbuch. Einen tag nützte es, so 
lange er das buch durchblätterte, den andern tag ass er schon nicht 
mehr. Ich brachte ihm hundert und hundert Spielzeuge. Und was 
geschah? Das fleisch gewann er nicht lieb und der Spielzeuge wurde 
rr überdrüssig. 

Später versprach ich ihm alles umsonst, er schüttelte sein 
schchies, blondes häuptchen. 

— Ich esse nicht, ich esse nicht. 

— Nächstes jähr kaufe ich dir ein wirkliches pfrrd. 

— Fleisch esse ich doch nicht. 



, i6 Kurze Darstellung des ungarischen lautsystems. II. 



— Sarkantyüt veretek kicsi 
csizmäidra. 

— Jaj, nem eszem en hiist I 
Egyszer aztan ölembe ültettem 

Jdnoskdt es elkezdtem neki okosan 
megmagyaräzni a dolgot. 

— Pedig lätod, abbol nagy 
hiba lesz, ha te hüst nem eszel. 

Ragyog(3 szemeit, azokat az 
edes szemeit, räm vetette kivan- 
csian, hogy mi baj lesz abböl. 

— Mert mikor te hüsz esztendos 
leszel, akkor en teged fölviszlck 
Btfcsbe. 

— A hol a kiräly lakik V 

— A hol a kiräly lakik szivccs- 
kem, eppcn 6 hozzäja. 

— Mama is velünk jön? 

— Mama nem jön velünk. Csak 
magadat viszlek, mert neked Ott 
meg kell verekedned a kiräly 
häval. 



— forhxcmt -virt^tek -kitfi 
tfiznuv.jidiw 

— y.y, '«,'W -esevi -c:n hwjtl 
ecscr -jsta:n ehmbi- -ylhttim 

jiv.nofkaü -c:f ilhst^tn okof?n 
inegvi?yra:zni -jo dolgot. 

— -pirdig laüod -Mw.l ^ivc 
-hib? -/es:, -Zu -te hir.ft 7ittu -esel. 

rj}ogo: -sem'jit , -Jzok:>t -?z 
euiej -scmsjit, ra:m -vi-tetti: kwain- 
f/ijj/i -ho} hfl/ -fi.y -/ess vhbo:}. 

— 7mrt -mikor -tc hir.s -isttnde:/ 
IcsiL -.ikkor -c:u -te-.ged fohisltk 
/>e:t/h. 

— - -jliol -.' ^kiraij -/:>kikr 

—- -.iJwl -.' kira-.j -hkik, sivi-tf- 
kc:m, c:pp;-n ^o: -/iozza:jj. 

— ^vioiio -jif 7'i-ly/>k -jo'if 

— ni.wo fittn -Jon -Vflyt^k. -tfyk 
mog?d?t -vishky -»nrt ii^kcd -ot: 
juck -kcl: -vtr^kedned -? kiratj 
fija:v:}l. 



— Ich kaufe dir sporen auf deine kleinen Stiefel. 

— Ach ! ich esse kein fleisch. 

Endlich nahm ich einmal Hänschcn auf den schoss und begann 
ihm die Sache vernünftig zu erklären. 

— Du wirst sehen , es wird schlecht enden , wenn du kein 
fleisch isst. 

Neugierig warf er seine glänzenden äugen, diese teueren augcn 
auf mich; wie kann es schlecht enden? 

— Denn sobald du zwanzig jähr alt bist, nehme ich dich nach 
Wien mit. 

— Wo der könig wohnt? 

— Wo der könig wohnt, mein herzchen, gerade zu ihm. 
■ — Mutter kommt auch mit ? 

- Mutter kommt nicht mit. Ich nehme dich allein mit, denn 
du musst dich dort mit dem söhne des königs schlagen. 



losKF Bai.assa IX Debreczen. 



ö^/ 



Mosolyg(') kepe komoly lett, 
magas siina homlokära kiült egy 
öreges ränc s a szivecskejc han- 
gosan dobogott. Volt annak a 
dobügäsäban felelem is , büszke- 
seg is. 

— Igaz lesz az, apaV 

— Igaz lesz, ha mondom, 
csak aztan jöl üssön ki a dolog, 
mert ha te leszel a birkozäsban 
az erösebb, akkor neked jut az 
orszäg, ha pcdig a kiräly fia lesz 
az erosebb, akkor öve marad az 
orszäg — teged pedig becsuknak 
egy börtönbe. 

Szeme megvillant ; s hogy meg- 
vigasztaljon, piiha kezeivel meg- 
slmogatta arcomat. 

— Nekeni ügy kltszik , hogy 
en leszek az erosebb. 

— De nekem nein ügy lätszik, 
— inondäm szemrehänyöan — 
mert a kiräly fia mindennap 
egy fönt hi'ist eszik meg, hogy 



tnojojgo: -ke-.pe komoj -iet:, 
tnjgj/ Jifii:? -ho7nloka:ry kijylt -c} 
enge/ -ra-.nts, -Jj sivifj'ke-.jh h?/;- 
goßn -dobogot: voll -07iivk -.> 
dobogiV.fir.hn fedilem -if, hysk:- 

— ^ig:>z -less -jz ypy? 

— ^igyz -/es: -lo mondom ^ 
-tjbk -? staut jo:l -yfjon -ki -Jj dolog, 
-ffiir -/u ' te -lesel -j birko:zafhon 
-jz ive'.fib:, -jkkor ^mked -jut -jz 
orsa:g, -Ju -ptdig -p \^kira:J -ßp -less 
-oz irie-.ftb: -?kkor ^eve: -mjvjd -Jz 
orsaig, teiged -pf-dig bf-tfukmk 
-ej bertembf. 

scmb megvilbnt ; -f/ioj meg- 
2'igjstjjjon, puhy khZtivbl mek- 
sr.mogJitj -artsomyt. 

— iiikem u:} -laittsik, -lio} 
Vein -lesek -jz ir&:fhbb. 

— -ds nhke7)i ^nun -u:j -la-.tt- 
sik, mondcv.m semrtlia:^o:}ii. 
-int 7 t -j khuT.J -fijj 77Ü7ide7in?p 
-ec Jont -hir.Jt -esik -77ieg, -hoy 



Sein lächelndes antlitz wurde ernst, auf seine hohe stirn legte 
sich eine falte und sein herz schlug laut. Furcht und stolz war in 
diesem schlagen. 

— ■ Wird das wahr sein, vater? 

— Es wird wahr sein, wenn ich es sage, nur dass die sache 
gut ausfallen soll, denn bist du im kämpfe der stärkere, dann be- 
kommst du das land , wird aber der königssohn der stärkere sein, 
bleibt ihm das land und dich sperrt man ins gefängnis. 

Seine äuge blitzte und um mich zu trösten streichelte er mein 
antlitz mit seinen weichen händen. • 

— Ich glaube, ich werde der stärkere sein. 

— Aber ich glaube es nicht — sagte ich vorwurfsvoll — denn 
der königssohn isst jeden tag ein pfund fleisch, dass er kräftiger 



.iS 



TosEF Balassa in Dehkeczex. 



megn(')vekedjek az ereje, tc pe- 
dig nem akarsz enni. Szomori- 
tod a szivemet es nem szerzed 
vissza az orszägot a magyaroknak. 
Jänoska mag volt gyozve. 

— Nekem ket fönt tont hüst 
süssenek ! selypi'te parancsolon. 

S attol a naptölkezdve rcndes 
hüsevo lett s ha tdn ingadozott 
benne neha az akarat, eleg volt 
räpiri'tani az asztalnäl : 

— Jdnos , Jdnos , megvernek 
Eecsben, majd meglätod. 

Ennek az idcänak elt, a mig 
elt. Ezert evett , erröl kellett 
neki mcselnem estenkint. A nagy 
becsi verekedesrc keszült örökö- 
sen. Fei is osztotta mär a kivi- 
vott orszägot testverei közt; Laczi 
megkapta az összes ökröket, a 
mik az orszägban vannak, Albert 
megkapta a tcheneket, nekem ide 
adta beiöle az embereket. (Ki- 
veve a häzmostert es Zsöfit, az 



meg)i0Vike^e:k -pz tr^/i; , ff -pi- 
dig I ?iim -phrs enni. soffiori:- 
tod -p sh'i-in:t -c:J iium -serzcd 
-vissj -ßz orsaigot -o mjyproknok. 
jaiJiofkp meg -volt }o:zvf-. 

— -ii'fkem ^ke:t -fönt -hnifi 
JyJ/tnsk .' fi-jp'r.te: pprpntj'olom. 

Jottod -J -n?pto:l kszdvs rendej 
huijri'o: let: -/Iw -ta:n iijgodozot: 
-btnttf ne-Jv -Jpz pkorpt. ele:g -volt 
ra:piri:tjni -jpz pstylna:! 

— ja:noJ\ jamoj , inegvsrvnfk 
beitjbhii, -vi.y vieglaitod. 

\ ennsk -oz ideja:tiok cdt -omhg 
e:lt. ' ize:rt evet:, ^hrrod -kellet: 
-nttu nii-Jednevi hjteu'kint. -p np} 
hedji -virbkedeijrt -ke-.sylt ereke- 
Jtn. fei -if -ostottJ -via:r -J kivi- 
vott orsijigot t^ftveirtji -kest; btsi 
niekk.pto -j.iz -0ss(-f flkroket, -.' 
w/X' -?z orsaighfj vpnnpk, plbi-rt 
vtekhptj -y> t^hmhkit, -nt-kem i- 
dcttj -bdo'di: -jpz tmberekst. ki- 
Z'e:vc -JJ haizms/tcrt -e:f y):fit, -pz 



werde, du willst aber nichts essen. Du betrübst mein herz und du 
wirst das land den Ungarn nicht zurückerobern. 
Häuschen war besiegt. 

— Mir soll man zwei pfund fleisch braten, lallte er gebieterisch. 
Seit diesem tage ass er regelmässig fleisch und wenn sein wille 

manchmal schwankte, warf ich ihm nur l)eim tische vor : 

— Hans, Hans, du wirst sehen, man besiegt dich in Wien. 
Dieser idee lebte er, so lang er lebte. Darum ass er, davon 

musste ich ihm abends immer erzählen. Er bereitete sich immer zum 
grossen wiener kämpfe vor. Er verteilte schon das eroberte land 
unter seinen brüdern ; Laczi bekam sämmtliche ochsen im lande. 
Albert die kühe, mir gab er die menschen (den hausmeister und 
Sofie, die alte amme, ausgenommen. Die behielt er sich selbst.) 



Kurze Darstellung des ungarischen' lautsystems. II. 319 



örcg dadät. Kzeket incgtartotta 
magänak.) 

Egyzer azutdii nieghallotta, 
elärultdk kiinii a konylKiban a 
szülgälok, a hogy kiräly fia mcg- 
halt. Szegeny kis cseledkem ege- 
szcn beleszomorodott. 

— Hat most ni;lr cn kivel 
verekszem V 

Pedig ncm mcssze voJt mär 
akkor, a kivel meg kcllett vere- 
kednif. A difteritisz. A haläl 
legrettenetesebb generdlisa. Hu- 
szonnegy napig viaskodott vele s 
ha több hi'ist eszik, ö gyözte volna 
le a difleritiszt. Oh, milyen hu- 
szonnegy nap volt cz! Ha volna 
szivem Irirni. 

Mikor haldokolva odahi'tt a 
kis dgyacskdjähoz es azt sügta 
fiilembe : 

— Apa , ha meghalok, viseld 
gondjdt az dllataimnak, oda ne 



-ifrt^' d.hia-.t. -izekht uiekt.^rtott.^ 
m.tgiim.ik. 

ecser -jstam mekfvllott?, 

tlairnltaik -kyrin -p koA'ha:byn -? 
solga'.loik, -ho\ -j kiraij -Jij:> mek- 
Ivlt. sege:?; -kij tjtlc'-tkeivi ^ge:- 
stti b^lBSomorodoi: 

■ — /ici:/ -fnoj -ma:r -e:n ' krn l 
-mr^ksem r 

-prdig mm -m^sse -volt 
okkor, -okivsl nick -kellet: 
kedn'ijh. -.' difteriüis. -J 
hgrettenste/ek: gcnerad'iß 
sonneq -mpig vijofkodot -j-'g/f -flv 
teb -hu'.ft esik, ^o: -}(/:s/i -V(dn:> 
-le -p difteri-.tist. ^o: ^mijhu hu- 
sonne:} -nop -volt ss! -Ju vohv 
-sivtni leji:rni. 

-mikor holdokolvo odohit -j 
-kif a:ptfka:ja:hoz -cf pst -fu:kt? 
fyhmbf- 

— .py , -/o mek/ulok, Tifild 
-goN}o:i •:>z a'Jjtojimnjk , ody -ne 



-ma:r 

7'en- 

luhr.l 

liu- 



Auf einmal erfuhr er, die dienstmädchen sagten es ihm in der 
küche , dass der söhn des königs starb. Mein armes kind wurde 
ganz traurig. 

— Mit wem werde ich mich jetzt schlagen V 

Das gespenst war aber nicht mehr weit, mit welchem er sich 
schlagen musste. Die diphtheritis. Der schrecklichste general des 
todes. Vierundzwanzig tage kämpflc er mit ihm und hätte er mehr 
fleisch gegessen, könnte er die diphtheritis besiegen. Was für tage 
waren diese ! Hätte ich das herz, dies zu beschreiben ! 

Als er mich sterbend zu seinem bette rief und mir ins ohr 
flüsterte : 

Vater, gib acht auf meine tiere, wenn ich sterbe, gib sie 
weder dem Laczi, noch dem Albert, denn die zerbrechen sie. 



Josef Balassa in Debreczen. 



add se Lacinak, sc Albertnek, 
mert azok összetörnek. 

Meg cgyszcr lätni akarta. 

Az anyja oda vittc agyäba a 
lovacskdt, a bäränykdt es a nyulat. 

Nezte, nezte oket, keze mär 
erötlen volt arra is , hogy meg- 
fogja. 

Azutdii meg egyszer odaintett, 
s nagy titokban egy fenyes kraj- 
cärkät nyomott a markomba. (Az 
orvostöl kapta, a miert az orvos- 
sägüt bevette.) 

— Nekem adod, Janoskäm? 

— Az ällatok kosztjära, — fe- 
lelte elhalö hangon. 



Itt van a szobäban ujra a ka- 
räcsoiiyfa. Gyujtsatok meg rajta 
a gyertyakat — ■ tiidnak-e meg 
ragyogni, vildgitani ? Hadd jöjje- 
nek be a gyerekek. Minden kesz. 



■jod:^ -Je lotßivk, -fc Jlbirtnirkr 
-mirt -Jzok 0ss;terne:k. 

me:g -ccscr ladiii -Jpkjrt.T. 

-:>z 3 AN-'' oib -vitti- a:yi:bo -jj 
loTOtfkait, -0 ba:ra:ijkat -e:f -J Ntiht. 

ueisU, nc:sti- -jeikhi, khZfr -nia-.r 
tr&Ultn -volt jrry -ji/, -/lo} mek- 

fogp- 

yziita-.n me:g -ccser oibjintet: 
fivc -titokbjii ~ec fe:xe/ kryj- 
tfa:rka:t -Notnott -p tivrkomby. -:>z 
orvoftod -kjptj :itnije:rt -Jz orvof- 
Ja:got b^veih. 

— ^mkcni -jdod, Jd:nofka:m? 

— -JZ aibtok -koscairo, fdilte 
ilholo: -liJijgon. 



^it -7'J/i -J -soba:bjn ujry -Jj k:)- 
ra-.tfovif:). yijtfaitok -meg r^jb 
■Jj }erca:kjt — Uudujke -meig 
ry^ogni, vila:gi:biii? ^hjd •J0-ji- 
mk -bs -p }irekek. minden ke:s. 



Er wollte sie noch einmal sehen. 

Seine mutter brachte ihm das pferdchen, das lämmchen und 
den hasen ins bett. 

F>r schaute sie an, seine hand war schon zu schwach sie zu 
ergreifen. 

Da rief er mich noch einmal hin, und legte mir im geheimen 
einen blanken kreuzer in die hand. (Er bekam ihn vom arzte, weil 
er die arznei eiimahm.) 

— Gibst du ihn mir, Häuschen? 

- - Für die kost der tierc, — antwortete er mit sterbender 
stimme. 



Der Weihnachtsbaum ist wieder im zimmer. Zündet an die 
kerzen — ob sie noch glänzen, leuchten können? Die kinder sollen 



Kurze Darstellung des unx;\kischen LAUJsv>rE.MS. II. 



321 



Minden olyan rajta mint tavaly. 
Hat igazän termcttck a dicMak 
meg diökat az idcn is V 

Nem, ncm I Lükjetek felrc az 
összcväsärolt i'ij holmit. Idc kell 
ällitani a la ahl a lovacskät, az 
aranysärga sörenyiit, a nyulat tfs 
a bärdnykdt, a kiket nekeni kell 
kosztolnoni abböl a kis rezkraj- 
cärböl. 

Itt älltak tavaly, älJjanak itt az 
iden is. Räzd meg magadat b;l- 
ränykäm, hadd hallom csengöd- 
nck szivettepü hangjdt : 

— Kling, klang ! Kling, klang ! 
Hol a mi kis gazdänk ? 

MiKSZÄTH Kälmän. 



Illinden oj.vi -r.yt.i -viint tw?j. 
-luT.t ^igjza-.n -ttrniettik -.' dijo:fa:k 
-nu:g dijoik.it -:>z idem -i/f 

hif^n/, ^mni! lokjcitck -fe-Jn- -tz 
oss\7!a:Ja:rolt u:J -hohmt. idi- -kell 
a:li:tJni -y> f? -?la: -J Io7>at/ka:t, -jz 
yr?Kjii:rgJ J'orc:.\y:t, -p Xuht -e:J 
-? ha:rai>ka:t , -okiJu^i n:kem -kcl: 
-JiOiiolnoni :)hho:l -P -kis re:skroj- 
tsa:rl>o:l. 

itt -a:lt?k triOJ, aij.wk -itt -jz 
idem ij . ^ra:zd -meg vugydpt ba:- 
7-a:i;ka:ni, li.id -Ivllom tj'ei;g0:d- 
ntk siv'.tte:/)/»: -/ui>gja:t 

— Klii'g, klaijgl kliiig, klaiig l 
\hol -J -nti -kif gozdaiijk] 

miksait kadviam. 



herein kommen. Alles ist bereit. Alles ist daran so , wie voriges 
jähr. Haben die nussbäumc also auch heuer nüsse gebracht? 

Nein, nein ! Werfet zur seite die zusammengekauften neuen Sachen. 
Stellen wir das pfcrd mit der goldgelben mahne, den hasen und das 
lämmchen unter den Weihnachtsbaum , die ich von diesem kreuzer 
'•mähren muss. 

Sie standen hier voriges Jahr, sie sollen auch heuer hier stehen. 
Schüttele dich lämmchen, dass ich die herzzerbrechende stimme deines 
glöckleins höre: 

— Kling, klang! Kling, klang! Wo ist unser kleiner hcrr? 

Koloman AHrs/ath. 

Debreczen. Josef Balassa. 



Phonetische Studien. \\. 



DIK SCHREIBUNG GEOGRAPHISCHER XA:MEX. 

Eange zeit ist es von geogra})hen, kartoyraphen, «jeographie- 
1 ehrern und dem publik um, das sich für geos^raphie interessirt, 
hart empfunden worden, dass in der sclireibung solcher geo- 
graphischer namcn, die fremden erdteilen angehören und die von 
den bewohnern entweder gar nicht oder nicht in der lateinischen 
Schrift geschrieben werden, in reisewerken, auf landkarten, in lehr- 
büchern gar kein ersichtliches orthographisches prinzi]), sondern 
eine ganz regellose willkür herrscht. Wenn z. b. ein solcher 
name in schriftzeichen der eingeborenen fixirt ist, so ist man nie 
siclier, ob der geograph das Schriftbild durch die entsprechenden 
schriftzeichen seiner rauttersprache, also graphisch, oder ob er 
das akustische wortbild phonetisch riclitig wiedergibt. Daher 
kommen solclie unterschiede in der Schreibung wie P\indjah und 
J\tidjah und P^nJschab, Syihdj und Sktledj, HoK)gli und Hxjgli. 
Ferner hat fast jeder reisende seine eigene <)rthogra})hie , ja 
man fiiulet oft in demsell)eii bucli, auf derselben karte, je nach- 
dem teile davon nach französischen, englischen, deutschen u. a. 
originalen geschrieben oder gezeichnet sind , dieselben zeichen 
mit verschiedener phonetischer geltung. Man sielit Bagavio]o 
neben Bagainoxo . Ki/it/mnv^cwiiro im text neben KiHvia)iv>]aro auf 
der dazu gehörigen karte, st) auch Ri/pD^cni und RiipD\i ' und 
vieles andere. Noch schlimmer wird die Verwirrung, wenn z. h. 
engliscJu' kartogra})hen, wie es eingestandnermassen häutig geschieht, 
gezwungen sind, deutsche originalaufnahmen zu benützen. So lange 
dieser jammer nur gelelirte und missionäre betraf, zog er die- 

1 Vgl. z. b. Kellers Afrikatiischr iiarhrkliUn iSuj. nr. 1, 2 und dit- bei- 
lieüiende riemer'sche karte von Inner-AIVika. 



Wilhelm Swoüüua ix C/Raz. 323 

ieni.nen menschlichen kreise, die vornehmlicli wirtscliaftliche iiiter- 
essen vertreten, nicht so sehr in niitleidenschaft ; jetzt aber, wo 
besojiders die teiliin.y: Afrikas unter die curopäisciien kolonial- 
iiiächte die Signatur der zeit ist und sich das akademische inter- 
esse in ein greifbar reales verwandelt liat, erhielt die frage einer 
womöglicli einht;itlichen ge<)grai)hischen welt(>rth()graf)hie eine 
praktische bedeutung. Ks ist nun ein glück, dass nicht irgend 
ein volapükcntluisiast von der sache und ihrer dringlichkeit wind 
bekommen und die gelegenheit zur erHndung einer volapükreciit- 
schreibung benutzt hat, sondern ilass sich praktische leute, die 
sinn für das mögliclie haben, der sache annahmen und vollendete 
thatsachen schufen, bevor sich noch nationale emptindliclikeit 
regen konnte. 

Den anfang machte im jalire 1885 die Royal Geo<^raphical Society 
in London mit einem System of Orthography for Native Names of 
Flaces^, das der kongress der Vereinigten Staaten von Nordamerika 
fast w()rtlich angenommen hat^ Die Soc'nHc de Geographie in Paris 
folgte gegen ende 1886 2 ihrerseits mit einem systera, dessen 
regeln dem englisch -nordamerikanischen sehr ähnlich sind; den 
schluss macht die bekanntmachung des deutschen kolonialarates 
unter dem titel : FAnheitlichc schreib- niui Sprechweise der geographi- 
schen nameii in den deutschen Schutzgebieten von i892''. 

Das englische system samt begründung und durcliführungs- 
vorschriften lautet: 

Orthography of Geographica/ iVatnes. 

The following revised and soinewhat ainplitied slaleinent of tlie svstem 
dl oitliojjrapliy for tlie native names of places, deviscd hy tlie Council of the 
Society in 188'), lias l>een recenlly circulatcrl anion? all to wlioni it i? likflv to 
inove of Service: — 

1, Saville Row. lHurlin<;ton (iardeiis. W. 
I)ecenilier I I'l'- 18^1. 
In l88.'( tlie Conncil of tiu- Kdval (je()<;raiiliicai Societv. inipRSsed willi 
tlie nccessity of endeavoinincr to rediice tlu- coiif'tision existiiit; in Hritish map? 



' l^rocudiugs of tlu R. G. S. l8Sr, p. r>;{.'> tnid 18^2 (novbr.) p. \\(^ sq. 
- I )ie en'ilische üliersetzung stellt in den l^roc. of the R. G. S. 1886 

p. 790 S(j. 

^ Vfrhandlniis:t>i itfr lierl'iner ^eaeflsrhaft für irdkiinJe. I S92, 6. 7. und 
KoloDtalhlatt 189J. nr. 16. 

21' 



324 Die Schreibung geographischer namen. 

with legard to tl>e spelling of geogntphical names, in consequence of tlie variety 
of Systems of ortliograpliy used by travellers and others to lepresent the sound 
of native place-nanies in different parts of tlie world, formal ly adopted the general 
principle which liad been long used bv many, and the recognition of which had 
been steadily gaining ground, viz. that in writing geographical native names 
vowels sliould have their Italian significance and consonants that which tht_y 
have in the English language. 

This broad principle required elucidation in detail«, and a System based 
lipon it was consequently drawn up with the intention of representing the principal 
syllabic sounds. 

It will be evident to all who consider the subject, that to ensure a fairly 
correct pronnnciation of geographica! names by an English-speaking person an 
arbitrary system of orthography is a necessity. It is hardly too nuich to say 
that in the English language every possible combination of letters has more than 
one possible pronunciation. A stränge word, or name, even in our own language 
is freijuently niispronounced. How much more with words of languages utterly 
unknown to the reader. The same necessity does not arise in most Continental 
languages. In them a definite combination of letters indicates a definite sounrl, 
and each notion consequently has speit foreign words in accordance with the 
othographic rules of its own language. 

It was therefore not anticipated that foreign nations would elTect any 
change in the form of orthography used in their maps, and the needs of the 
English-speaking communities were alone considered. 

The object aimed at was to provide a system whicii should be simple 
enough for any educated person to master with the minimum of trouble, and 
which at the same time would afford an approximation to the sound of a place- 
name such as a native might recognise. 

No attempt w^as made to represent the nuinberless delicate inflexions of 
sound and tone which belong to every language, often to different dialects of 
the same language. For it w"as feit not only that such a task would be im- 
possible, but that an attempt to provide for such niceties would defeat the object. 

The adoption by others of the system thus settled has been more general 
than the Council ventured to hope. 

The Charts and maps issued by the Admiralty and War Office have been, 
snice 188,5, compiled and extensively revised in accordance with it: The Foreign 
and Colonial Offices have accepted it. and the latter has communicated with the 
Colonies requesting them to carry it out in respect to names of natiVe origin. 

Even luore important, however, than these adhesions is the recent action 
of the Government of the United States of America, which, after an exhaustive 
inquiry, has adopted a system in close conformity with that of the K. G. S. and 
has directed that the spelling of all names in their vast territories should, in 
cases where the orthography is at present doubtful, be settled authoritatively by 
a Commiltee appointed for that purpose. The two great English-speaking nations 
are thus working in harmony. 

Contr.ary to expectation. but highly satisfactory, is the news that France 



Wilhelm Sa\'op.oua ix (Jraz. 325 

aml Geniianv liave Itoth foimnlated Systems of ort!iogrii]ili\" for foieign vvorfls. 
whicli in inany details agree with tlie Englisli System. 

'l'lie Council of the R. G. S., l)y i)iinting tlie Kules in 'llints to '1' ra- 
vellers", and hy other means, have endeavoured to ensiire tliat all travellers 
connected with the Society should he made aware of them; hut as it is possible 
that some bodies and persons interested in the question inay still be in ignorance 
of their existence and general acceptance. they feel that tiie time has corne to 
again iiul)lis]i tiiem as widely as possible, and to take every means in their powei 
to aid the progress of the refonn. 

To this end, and with a view to still closer uniformity in geographical 
nomenclature in revisions of editions of published maps — a gigantic task re- 
(juiring many years to carry out — the Council have decided to take steps to 
commence tentatively indexes of a few regions, in whicii iW- place names will 
be recorded in the accepted form. 

.M. K. Grant DutV, 
Pi-esident. 

1. No change is inade in the oilhography of foreign names in countries 
which use roman letters: thus Spanish, Portuguese, Dutch, \c. names will he 
Spelt as hy the respective nations. 

2. Neither is change made in the spelling of such names in languages 
\\hich are not written in Roman character as have become Ity long use familiär 
tu English leaders : thus Calcutta, Ciitsch, Celehe.:, Mecca kv. will be letained in 
their present form. 

A. 'J'he true sound of the word as locally proiiounced will be taken as 
the basis of the spelling. 

4. An approximation. however, to the sound is alone aimed at. A System 
wiiich would attempt to represent the more delicate inflexions of sound and 
accent would be so complicated as onlv to defeat itself. Those who desiro a 
luore accurate prununciation of the written namc must learn it on the spot by 
a study of local accent and |ieculiarities. 

5. The broad features of the svsteni are : — 



I.KTTKRS. 



PKONUNCIATlnV AND KK.M\RK> 



EXAMI'LK: 



a 


ah, a as in father 










yava, Baiiai'ta 


c 


eh, a as in fate 










Td-el-Kebir, Olileh, 
Yezo, Medhia, Levüka, 
Fem. 


i 


English c; i as in ravine y 


the 


sound 


of 


cc 





' Verhandbitigcn der gesellscha/t für erdknnde in Berlin. iSyi. 8. und 
Kolonialhlalt 1892. nr. 16. 



Die SCHREIBUNG GEOGRAPHISCHER NAMEN. 



I,ETTKRS. 


Pronünciation and Re.marks. 


KXA.MI'I.KS. 




in /xet. Tlius not Feejee but 


Fiji, Hindi 





as in niok 


Tokyo 


u 


long u as in ßiae : the soiiml nt' oo in 
boot. 00 or ou should never he eniployoi 
for this sound; 






Thus not Zooloo, but 


Zulu, Sumatra 




All vowels are slioitened in sound by 


Yarra, Tanna, Mecca, 




doubling tbe following consonant. 


Jidda, Bo)my 


\ 


Doubling of a vowel is only .necessaiy 




where there is a distinct repetition of 


A'iiulüa, Oosinia 


1 


tlie Single sound 




tu 


Englisli / as in ice 


Shanghai 


an 


ow as in //07v. Tluis not Foocluno but 


Fticlian 


<?<; 


is slightly different tVoni tlie above : 


Macao 


c'i 


is the sound of tiie tvvo Italian vowels. 
but is frequently slurred over. vvhen it 
is scaix-elv to be distinguislied t'roni ey 
in the Engl, thcy 




b 


Knglish b 




c 


is always soft, but is so neariy tlie sound 
of s tliat it should be seldoni used 

If Celches were not already recognised it 
would be written Selebes 


Celebcs 


eh 


is alwavs soft as in church 


Chiiigchin 


d 


pjiglish d 




f 


English /". ph should not be used t'or tlu- 
sound of / 






Thus not Hoiphong but 


Haifong, A'afa 


H 


is always hard (soft g is given by j) 


Galäpagos 


h 


is always pionounced when inserted 




hw 


as in v'hal ; better rendered by hw than 






l)V -loh, or li followed by a vowel, thus 


Hnning-ho 




Hioang-ho, not Wliang-Iw, or Hoang-ho 


Xgan Invi 


j 


1-jiglish /. Dj should never be put iox this 






so\nid 


Japan, linchucn 


k 


l-jiglish /'. It siiould alw.iys i)e put for 
the hard c 






Thus. not Corea, but 


Korea 


kh 


The Oriental guttural 


Khan 


S'^ 


is another guttural, as in the 'Jurkisii 


Dagh, Ghazi 



Wilhelm Swohoda in (}raz. 



327 



I.PITTKKS. 



'KdNTNC lATlo.V .\S\) KE.MARKS. 



KnAMI'I.K 





T 

1 


as in Kiiglish 




n 


J 






>'^' 




lias Iwo separate soiinds, llie oiie lianl as 
in the Englisli fiiii^er, the otlier as in 
sii/ger. As these two soiinds are larely 
euiployed in the same locality, no attenipt 
is niade to distinguisli hetween theiii 




P 




as in English 




ph 




as in loophole 


Clicmiilpho, Mokpko 


tit 




Stands both tor its sound in tliing, anil as 








in Ulis. 'I'he fi)rmer is niost conimon. 


Bethlcliciii 


<1 




should never be eniployed ; (]ii (in quiver) 








is given as kuh Wlien ijii lias tlie soiind 


J\'7i'lll/gltlllif 


r, s. s/i 

t. V, 7C, . 

r 


1 

'7 


of /' as in qtwit. il slioulil be given by k 
as in Englisli 

is always a consonant, as in yavil, and 
therefore sliould never be used as a 


Smvdkiu 






terminal, i or e being substituted as the 


A'iki'tva 






sound may leqiiire 








Tluis not Mikindthiy, but 


Mikindäiii 






not ktvaly, but 


Kiuale 


: 




English z 


ZhIh 


z/t 




The Erencli /, or as j- in treasurc 


Mitzlidalia 






Accents should not generally be used, but 


Ton^aläihi 






where there is a very decided eniphatic 


Galäpagos 






syllable or stress, vvhich alfects the sound 


PaLhi'aii 






of the Word, it sliould be niarked by 


Sarä-wak. 



I an acute accent | 

Die französischen regeln lauten in englischer Übersetzung: - 

"I'he geographica! nanies of the nations using Eatin charactcrs are to be 
written willi the orthography of the country of iheir origiii. An exception is 
also inade in favour of names of ])laces wlüch have been sanctioned by long 
usage , e. g. La Mecque, Naples, CalcuUa; these are to i)e written as here- 
tofore. 

I. '1 he vovvels a, c, i. o, sliould be pronouiRcii as in Ereneii. Italiaii, 
Spanish, or Geniian. The letter c never tf) iic mute. 



' Dieses y.eichen drückt iialürhch in ßnger die laute ijg, in siiigcr den 
laut r^ aus. 

2 Proc. 0/ the R. G. S. 1SS6 p. 7i,)0 f. 



328 Die SCHREIBUNG GEOGRAPHISCHER NAMEN. 

II. 'l'lie Fiencli souiid tt to l)e jepresented hy ;ui u witli a trema, as 
in German. 

III. Tlie French souiid on to be lepresented by an 21, as in Italian. &c. 

IV. The French sound eii by the character a pronounced as in ceil. 

V. The lengthening of a vowel to be indicated by a circumflex accent. 

VI. The consonants b, t, f, j, k, l, m, 11, p, q, r, i, 7', z to be pronounced 
as in Frencli. 

VII. g and .r will always have the hard sound, as in gameUe, sirop. 

VIII. The French ch will be written sJi, e. g. Sherif, Kashgar. 

IX. Kh will represent the hard fjuttural of the Arabs, and gli the soft 
guttural. 

X. /// will represent the sound at the end of the Knglisli word patli 
(Greek o) and dli the sound of the English those (Greek S). 

XI. The letter h will always be an aspirate. 

XII. The seuii-vowel / will be represented by y pronounced as in yole, 
and the semi-vowel w will be pronounced as in IVilUam. 

XIII. The double sounds dj, tcli, ts, iVc. will remain as written. 

XIV. ;/ with.a liquid accent, thus j"). will be [irononced as in seigneur. 

XV. The letters x, c, q, will disappear, except that q will be employed 
to represent the Arabian sign qaf. 

Die deutsche „einheitliche schreib- und Sprechweise etc." setzt 
folgendes fest: 

Bei geographischen bezeichnungen , welche europäischen spraciien ent- 
nommen sind, oder von eigennamen herrühren, verbleibt es bei der üblichen 
Schreibweise. Europäischen spiachen entnommene allgemeine geographische be- 
zeichnungen, wie berg, fluss, see, dorf, Stadt u. s. w. sind in der regel deutsch 
wiederzugeben. 

Im übrigen gelten für die schreib- und Sprechweise der geographischen 
namen in den deutschen Schutzgebieten folgende regeln : 

I. Die Schrift hat den Wortlaut so genau wiederzugeben, wie dies mit 
einlachen scliriftzeichen möglich ist. 

II. Selbstlauter (vokale) und doppellauter (diphthonge) werden so ge- 
schrieben, wie sie in der deutschen spräche klingen. Für an, eii, oi und oy wird 
nur oi, für ai, ay. ey nur ai gesetzt. Die reihe der selbstlauter und dopiiellauter 
ist darnach folgende : 

a, c, i, 0, ?/, ii, (i, ü, oi, ai, an. 

.Selbstlauter werden doppelt geschrieben, wenn sie getrennt ausgesprochen 
werden. ^Verden doppellauter getrennt ausgesprochen, so wird einer derselben 
mit einem (") bezeichnet. Besondere dehnung eines Selbstlautes wird durch 
y.irkuinflex ( * ) bezeichnet. 

III. Für mitlauter (konsonanten) gelten folgende regeln: 

1. Zusammengesetzte mitlauter werden in ihre bestandteile aufgelöst: 
X = ks, z und c — ts. 

2. Genau wie im «leutschen werden gebraucht: />, d, f, g, h, k, /, 
III, II, p, r (/.ungen-;-). /. 



AVlLHKl.M SWOBODAIN (iKAZ. 329 

:\. y tritt an dif stelle des deutschen /. 

4. / enlspriclit dem franz. /; (// dem englischen / (fr. d/). 

5. s/i entsjiiiciit dem deutsclien sr/i, tsh fiem dcntsclien tsch (engl. 
ch, frz. tch ). 

6. V entspricht dem deutschen 7.'; 7i' dem engl, w; kio dem deutsclien <///. 

7. kh entspricht dem deutschen gutturalen c/i , gh demselben laut 
(auch dem sog. zäpfchcn-r). jcdocli weicher gesprochen, /•/■ dem 
deutschen ck. 

8. s entspricht dem weichen deutschen s. S dem scharfen s (deutsch -w). 

9. ts entspricht dem deutschen z und weichem c. 

Als entbelirlich werden daher ausgescliieden die deutschen schriftzeichen: 

c (z= ts oder k), ck (—. kk), ch (-^ k/t), seh und tsch (^^ sh und tsh). 
qii C=r kzv), X (-= ks), ph, sofern es wie f ausgesprociien wird und c (—::. ts). 

.\nders als im deutschen werden ausgesprochen: /. r'. 'w. y. 

IV. Bestehen namen aus mehreren Wörtern, so sind diese in der regel 
gelrennt, jedoch mit Verbindungszeichen zu sclireiben. 

^'. Zur bezeiciniung der betonten silbe wird der aUut gebraucht, sofern 
niciit der zirkumHe.x Verwendung findet {\\."). 

VI. Nach den vorstellenden regeln wird ein Verzeichnis der wichtigeren, 
bekannten, geograiihischen namen aus <len einzelnen Schutzgebieten aufgestellt, 
welches allmählich zu ergänzen und aus/.udehnen ist. 

VII. Die ermittlung der Sprech- und spreibweise neuei" geographischer 
namen, welche in den gebrauch übernommen werden sollen, geschieht in erster 
linie in den Schutzgebieten selbst. Zu diesem zwecke em])fiehlt es sich, damit 
befasste (I) beamte und sonst geeignete personen dahin mit aiiweisungen zu ver- 
sehen, dass sie die nanicn nach möglichst sorgfältiger aufnähme des Wortes nieder- 
schreiben vnid sich dabei nach den obigen regeln für die Schreibweise richten. 

VIII. Bei der autnahme ist daravif zu achten, dass flie namen so wieder- 
gegeben werden, wie sie von der ansässigen bevölkerung ausgesprochen, bezw. 
geschrieben werden. Es ist ferner dabei zu ermitteln, ob der name aus einen' 
Worte oder aus Wörtern besteht, welche eine besondere bedeutung halben. I-'fir 
solche %vörter ist eine einheitliche Schreibweise anzuwenden. 

Der oberbeanite jedes Schutzgebietes wird sich einer ]>rüfung der ihm vor- 
gelegten namen mit den ihm zu geböte stellenden iutlichen hillsmitteln unterziehen 
und auf grund derselben deren klang und Schreibweise feststellen. Verzeichnisse 
derselben werden ]ieriodiscli dem Auswärtigen Amte überreicht. 

IX. I)as -Xuswärtige Amt beruft eine ständige kominission von sachver- 
ständigen, welche die aufgäbe hat, eingehende verzeichni.sse fortzuführen. et7c>ii 
notwendig 'd'eideude ergiinziiugeu oder ahänderiingen der schriftzeichen (II. III.~) tw- 
zuberaten und auf beseitigung abweichender Schreibweisen hinzuwirken. 

X. Die in gemässheit vorstehender vorschlage festgestellten namen sind 
in dem amllichen verkehr in und mit den Schutzgebieten ausschliesslich anzuwenden. 
.*sie werden von zeit zu zeit durch das kolonialblatt oder in sonst geeigneter weise 
verötTentlicht. in der absieht, zu ihrer ainvendung beim kartendruck, in der tages- 
pre.sse und in anderen druckschriften zu bestinnnen. 



Die s(;hreip,ung geographischer na.men. 



Ks ergibt sich nach vergleicliung ehr drei resj). vier ortho- 
graphischen Systeme folgende tabelle: 



DEUTSCHE 


ENGLISCHE 




ZEICHEN", 


a, C, i, 0, 11 


a, C, i, 0, 


ä 




ö 


— 


i't 


— 


ai 


ai 


au 


au 



FRANZOSISCHE 



LAUTE 



(/, C, I, U 

ä 

ö 



au 
(ao) 

Ol 

/', J. /'. i\ //, X'. 1 ,. , , 

: die entsprechenden zeichen sind gemenisam 
/, ;//, //, /', / j 

/nc — /'«' — 

il 

V 



(ac) 



!.'K '.! 
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dh 


dh 


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34 



Wilhelm Swoiioda in (Ikaz. 531 

Trotz einzelner abweichunyen zeigt docli die tal)elle, «lass. 
die Übereinstimmung^ tler zukünftigen deutschen, englischen uiul 
französischen Orthographie für geographische namen überwiegt, 
(reraeinsam ist allen dreien, tlass namen, die in lateinis*:her schrift 
tixirt sind und solche aussereuropäische, deren Orthographie sich 
in den verschiedenen sprachen durch langen gebrauch festgesetzt 
hat, ungeändert bleiben sollen. Über russische namen aber, die 
in den verschiedenen Orthographien sehr abweichen, ist nichts 
gesagt. Den franz(")sischen und den englischen regeln sollen alle 
fremden namen, den deutschen nur die in den «leutschen Schutz- 
gebieten unterworfen sein. Die deutschen ersetzen die allge- 
meinen ausdrücke für physikalisch-geographische ol)jekte wie lierg, 
fluss, see, dorf u. ä. durch deutsche ausdrücke. Die bisher üb- 
lichen abkürzungen / [Jel>el = berg), N (^Ngare =^ ström) G (Gnaso 
=^ tluss), D [Docnjo = berg) werden aufgegeben. Das ist sehr 
löblich, da eine karte in kleinem massstab häufig grosse gebiete 
umfassen kann, deren sprachen sich in der namengebung für 
solche geographische objekte unterscheiden. Gemeinsam sind 
auch die zeichen für die einfachen vokale in kontinentaler aus- 
spräche, was besonders den engländern, aber auch den franzosen. 
lioch anzurechnen ist. Die engländer verschmähen zeichen füi 
tue umlaute </, ö, it ; die franzosen haben iv und /V, aber kein ti, 
ilas die deutsciien besser strichen, denn es ist wirklich über- 
flüssig. Über die diphthonge sprechen sich die französischen 
regeln nicht aus, dem englischen fehlt oi, aber dies ist nur ein 
vergessen; eine Übereinstimmung ergibt sich aus dem zusammen- 
liange. Die zeichen /', il, f, ^^ //, k, l, in, 11, i\ sh, v, 7C>, v 
sind gemeinsam, für // h;Ut es die deutsche regel nicht nötig ein 
eigenes zeichen anzuführen; dasselbe gilt für das englische //7i' 
z. 1). in H7c<au}:;-lw. Die deutschen regeln besitzen keine zeichen 
für englisches stimmloses und stimmhaftes ///. vermutlich, weil 
sie für afrikanische resp. neuguineische namen übertlüssig sind. 
Mouillirtes //. für das franz. i) steht, werden deutsclie und i-ng- 
länder wohl durch iiy ausdrücken müssen. Eine i^edauerliche Un- 
einigkeit lierrscht in den zeichen für die Zischlaute s, z, z, die 
zusammengesetzten dz und iL Eine einigung Hesse sich liier seiir 
leicht erzielen. Die deutschen geben .f auf und setzen dafür -v, 
u. z. zu ihrem vorteil. Es ist nämlich bedauerlich, dass die 



332 Die Schreibung geographischer namen. 

deutschen regeln eine grosse zalil cliakritisclier zeichen (■, ', *, — ) 
anwenden. Auf Icarten, wo es viele gestrichelte und punktirte 
linien gibt, können diese zeichen leicht mit einem teil einer solchen 
linie verwechselt werden. Obwohl es also phonetisch zweck- 
mässig ist, für einen laut nur ein zeichen zu wählen, so ist in tler 
geographischen Orthographie, wo man auf neue zeichen von vorn- 
herein verzichten muss, immer noch besser für einen laut zin'ei 
buchstaben als einen mit einem diakritischen zeichen zu setzen. 
Für das stimmhafte z wäre dann das zeichen z verfügbar, da es 
in der geltung von ts ausgemerzt ist. 

In rücksicht auf z müssten sich die engländer der majorität 
fügen und wie die deutschen und franzosen j sclireiben. Damit 
ergäbe sicli dj für dz für alle drei von selbst. Bei is ist nur die 
deutsche regel konsequent; es ist nicht recht verständlicii, wie so 
die franzosen und die engländer dazu kamen für y sh zu setzen, 
für ts aber teh resp. eh. Nach diesen vorschlagen ergäbe j>ich also: 

Laut deutsch, engl, franz. zeichen 



/ sh 

- ' j 

ts tsh 

dz dj\ 

Auch die niclit bedeutenden differenzen in der ausspräche 
der deutschen kh und gh einerseits, der französischen und eng- 
lischen andrerseits Hessen sich wohl nicht allzuschwcr ausgleichen. 
Mangelhaft sind in allen drei Orthographien die l)estimmungen 
ülier die ausdrucksweise der quantität und der qualität der silben. 



' [M. e. wäre es bessei'. wenn nicht die engländei' d;is französiscli-deutsclie 
J ( = ij. sondern die franzosen inid deutschen das englische zli anniilimen. Dafür 
spricht vor allem die analogie des englisch-französisch-deutschen sh (r-= i). Auch 
ist gerade / ein sehr /.wei- resp. mehrdeutiges zeichen (in der üblichen deutschen 
Orthographie = palatalem reilielaut. in der französischen = i, in der englischen 
= dz), wobei nicht zu übersehen ist. dass die Umschrift des Ne'w English Didio- 
nary der Philological Society das j mit dem ursprünglicheren palatalen wert (wie 
im deutschen) statt dem englischen y verwendet, während sie den i-laut durch ?, 
<len /-laut durch / ausdrückt. Diese einfachen zeichen des N. E. D. für die 
bi'eiten Zischlaute scheinen mir wohl geeignet, die andern hezeichnungen, wenn 



WiLHEF.M SWOBOUA IN GrAZ. 335 

Das cnglist;hr systciii drückt die kurze der vokale durch Ver- 
doppelung des folgenden konsonanten aus; dabei ist natürlich 
nur die akzentsilbe gemeint. Lange akzentsilben können daher 
unliezeicluiet bleiben; das deutsche und das franz(")sische dagegen 
bezeichnen die länge des akzentvokals durch , dennoch führt 
die deutsche regel kk für ck ein und sagt damit, dass auch sie 
die kürze des akzentvokals durch doppelung des folgenden konso- 
nanten bezeichnen will. Man sollte jedoch entweder nur die 
kürze oder nur die länge bezeichnen, nicht aber beides. Das^ 
französische System verschmäht überhaupt jeden akzent, das eng- 
lische will den akut (') nur dann setzen „where ilurc is <j 7'erv 
decided emphatk syllahlc or s/ress", nur das deutsche \erlangt den 
akut zur bezeiclinung (jeder) „betonten" silbe. Es ist jedenfalls^ 
ein grosser, aber erklärlicher mangel der franz()sischen regeln,. 
dass sie eine akzentbezeichnung überhaupt nicht zulassen, denn 
gerade die franzosen werden noch mehr als andere Völker geo- 
graphische namen falsch akzentuiren. Aus den beispielcn zur 
englischen regel geht hervor, dass nur dann ein akut gesetzt 
werden soll, wenn nicht die erste silbe akzentuirt ist; nur ist dies 
nicht klar ausgesprochen. Eine einigung wäre auch hier leicht 
möglich: ,, Einsilbige namiÄ erhalten keinen akzent, ebensowenig' 
mehrsilbige, wenn die erste silbe akzentuirt ist." 

Wenn akzentuirung und länge des vokals konkurriren, so 
wird nach der deutschen regel nur das längezeichen (^) gesetzt. 
Das ist natürlich ein mangel. Wenn aber das deutsche System 
auf den Zirkumflex verzichtete, so wäre der mangel behoben 
(vgl. oben). 



;tuch erst in einer späteren zeit, zu verdrängen. Ich setze zum vergleich sämt- 
liche erwähnten hezeichnungsweisen noch einmal neben einander: 

N. E. D. 



f 



A\\\\.. 


den 


tsciier 


engl. 


fiz. 


Swobodas 


mein 






Vorschlag 




einigungsvorschlag 


Vorschlag 


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y 


V 


y 


y 


1 



334 f^'^ SCHREIBUNG GEOGKAPHISCHKK NAMKN. 

Die grösste aussieht diirclizudringen haben natürlich das 
deutsche und das amerikanische System, da sie einen amtlichen 
<:liarakter haben, während das französische und das englische 
bloss Unternehmungen, freilich der einflussreichsten geographischen 
gesellschaften, beider länder sind. Dagegen sind bei der an- 
Avendung des deutschen Systems wegen der bureaukratischen be- 
liandlung ])lionetischer fragen missverständnisse und missgriff'e 
nicht ausgeschlossen. 

Man war aber bei der aufstellung der orlhographisclien 
regeln nicht so unklug, ein System zu schaffen, das ein für alle- 
raal unabänderlich feststehen sollte, sondern man ist bereit, „er- 
gänzungen und abänderungen der scliriftzeicVien" vor/.unelunen, 
■wenn sich dafür eine notwendigkeit herausstellen sollte. Die 
Royal GeographJcnl Society in London lässt durch eines ihrer mit- 
glieder in einem aufsatz ' ihre l^ereitwilligkeit aussprechen, mit 
den deutsclien wegen eines Übereinkommens zu verfiandeln. Dies 
wäre gewiss besonders für die engländer von grossem vorteil, 
,,da die hervorragendsten geographen der weit deutsche sind 
und ihre arbeiten von den englischen kartographen in grossem 
umfang benützt werden müssen." Wir wollen also hoffen, dass 
es zu einer vollständigen einigung komme, wozu ja in den be- 
.sprochenen Systemen eine l)reite grundlage vorhanden ist. 

Graz. Wilhelm Swoboda. 

• i'roc. of tlie R. G. S. 1 892 (iiovember). 



REZENSIONEN. 



Kkumhach. CAkf. Julius, J),uitsc/ie Sprech-, lese- und sprachübiingen. Zugleirh 
eine ergänzung zu jedem lesebuche und zu jeder grammatik. (irössere aus- 
gäbe für leb.rer und erzielier. Leipzig, verlag von B. G. Teubner. 189:^. 
Preis 2 mark. 
Kkumhach. Sprich lantreiii und richtig'. Deutsche Sprech-, lese- und spracli- 
iibungen. Kleinere ausgal)e für schüler. I. teil: sprech- und leseübungen. 
Preis 30 pf. 11. teil: sprachühungen. l'reis 45 pf". Leipzig, verlag von 
B. G. Teubner. 1893. 

Es ist unstreitbar, dass die lautphvsiologischen forschungen in den letzten 
Jahrzehnten zu nicht zu unterschätzenden ergebnissen geführt haben. So lange 
die plioiietik aber nur Wissenschaft an sich blieb, so lange sie nicht praktisch 
verwertet wurde, so lange auch war flas interesse an ihr ein geringes. Erst als 
man sie in ihren resultaten für flie zwecke des Sprachunterrichts in höheren und 
taubstunimen-schulen verwendbar machte, da wurde sie nicht etwa die durch die 
mode (denn aucli diese i)eeintlusst «las bildungsstreben) bevorzugte Wissenschaft, 
vielmehr erkannte man sie als einen wesentlichen faktor zu Vervollkommnung 
mid erleichterung der Unterrichtsarbeit, dessen sich zu bedienen nicht wenige 
ilarnach trachteten. So viel nun aber auch die lautphysiologie dem neufremd- 
sprachlichen unteriicht diente, so wenig fand sie im deutschen Sprachunterrichte 
an höheren und niederen schulen Verwendung. Dafür scheinen mancherlei gründe 
ausschlaggebend gewesen zu sein. Einmal mag eine gewis-^e Voreingenommenheit 
gewaltet haben. Man sah auf verschiedenen gebieten refonuer auftreten, die nicht 
immer gute erfolge aufzuweisen halten. Warum sollte man auch den so gut ge- 
tretenen weg verlassen, so lange ungeübte obren von ilei" schlechten ausspräche 
des deutschen nicht beleidigt wurden: Zum andern wusste m:ui nicht, wie man 
methodisch zu verl'ahren hatte, selbst wenn man einer berücksichtigung der laut- 
physiologischen forderungen sympathisch gegenüberstand. Heute noch nicht erhalten 
die angehenden volksschullehrer auf dem seminar aufschlüsse darüber, wie sie in 
gegenden mit stark ausgebildeter mundart oder an den Sprachgrenzen die reinheit und 
Schönheit der deutschen spräche zu fördern und zu erhalten haben. I'.s gereicht dem 
Verfasser der eingangs genannten schritten zum grossen verdienst, wiederum darauf 



^^0 Rezensionen. 

hingewiesen zu liaben, «iass es jeileni lelirer ilei' ileutsclieii s]jiaclie heilige ptiicht 
sei, seinen sthülern eine spräche anzubilden. die rein und klar erklinge und 
gesetzmässig gebraucht werde. Besonders und mit allem recht wendet sich der 
Verfasser gegen die überhandnehmende schriftliche darstellung der spräche mit 
hintenansetzung des mündlichen gebrauchs derselben in den schulen. Schreiben 
ist missbratich der spräche, stille für sich lesen ein trauriges Surrogat des ge- 
sprochenen Wortes. Letzterem gebührt im Sprachunterricht die erste stelle. — 
Doch gehen wir näher auf die Schriften l\rinnbachs, vor allem auf die grössere 
ausgäbe ein. 

Im vor7i>ort wird auf die im letzten Jahrzehnt laut gewordenen klagen 
über <lie vernachlässigte und nachlässige ausspräche und über das schlechte lesen 
in den schulen hingewiesen. Die ganze Sorgfalt werde nur der ergrundung des 
Inhalts, dem verstehen, der veistandesbildung zugewendet, wobei die elementaren 
fertigkeiten, das können zum aschenbröilel werden, die gefühlsbildung, besonders 
ilie ausbildung der ästhetischen gefühle benachteiligt werde. Wenn Krumbach 
meint, die Volksschule zeige weniger eine vernachlässigte ausspräche als die 
iiöheren schulen, so kann ich ihm nicht widersprechen, weil mir nicht genügend 
erfahrung zn geböte steht. Das kann ich ihm aber versichern, dass die Volks- 
schule aucti viel vernachlässigtes s[)rechcn aufweist. Dass die methode, besonders 
das ausgehen vom lesebuche, hierzu viel beiträgt, liegt ausser allem zweifei. 
Man steht zu wenig in lier lebensvollen spräche. Stelle man den freien an- 
schauungsunterricht in den mittelpunkt des Sprachunterrichts auf der unter- und 
mittelstufe, ' lasse man erst auf der oberstufe das lesebuch den mittelpunkt des 
Sprachunterrichts bilden, dann wird man zu besseren als den bisherigen ergebnissen 
gelangen. Dies gilt für höhere wie für niedere schulen. 

Den zweck seiner schritt bezeichnet der Verfasser also: Unsere schritt 
will nichts anderes, als die Jetzt herrschende Sprachmethode frei machen von den 
fesseln schriftlicher i'ihzmgen, es will ein versuch sein, die schi'der hinübcrzufiihrcn 
zti der freilieit utid Schönheit unserer gesprochenen spräche. 

Die dem Vorworte folgenden Vorbemerkungen dürlen wir füglich als den 
theoretischen, alles übrige als den praktischen teil der schiift bezeichnen. 

1. Die klagen über schlechtes spreclicu und lesen. Die schule allein für 
schlechtes sprechen und lesen verantwortlich zu machen, so führt der Verfasser aus, 
wäre ungerecht. Das haus, die familie möge sich einen grossen teil der schuld daran 
mit beimessen. Während früher noch zeit vorhanden w^ar, dass in der familie 
ilie Unterhaltung gepflegt wurde, dass die kinder angehalten werden konnten, den 
eitern aus Schriften und tagesblättern vorzulesen, entfremdet heute das geschäft- 
liche hasten, die Vergnügungssucht der eitern, die überbürdung der schüler elteiH 
und kinder immer mehr. Letztere werden dem dienstpersonal anvertraut umi 
und lernen von ihm neben anderen auch sprachliche Ungezogenheiten. Dazu 
kommt noch der mangel an geeignetem lesestofte für unseie Jugend. Leider 
schildert der Verfasser nur zu wahr. Dies muss aber erst recht die schule auf 
abhülfe sinnen lassen, und es ist verfehlt, wenn in höhern schulen das lesen auf- 

' Vgl. H01'"l'"i\IANN. Der erste Sprachunterricht in schulen z'weisprachigcn 
gebicts. Marburg bei Elwert. (Untei- der [iresse.) 



Hugo Hoffmanx. 337 

hört Selbstzweck 7.11 sein, sobald der scluiler über das mechanische lesen hinaus 
ist. Die Volksschule lässt auch auf der mittel- und Oberstufe neben der pflege 
<les logischen und euphonisch-schönen lesens nicht das mechanische lesen ausser 
acht, ja das euphonisch-schöne lesen bedingt niciit nur logisches lesen, sondern 
auch die mechanische lesefertigkeit. Ich lasse noch auf der Oberstufe meine taub- 
stummen Schüler monatlich 1 — 2 stunden mechanisches lesen üben. Darin stimme 
ich mit dem verf. voll und ganz überein, wenn er sagt, die höheren schulen 
können ( in methodischer hinsieht) viel von der Volksschule lernen. 

2. Die gcivöhnlichen Sprech- und lesefehler und ihre Ursachen. Um erstere 
kennen zu lernen, muss jeder lehrer selbst piionetische bildung besitzen; er muss 
ferner ein feines gehör für sprechfehler haben und die ihm entgegentretenden sprech- 
und Sprachunrichtigkeiten schriftlich aufzeichnen. Die Ursachen der Sprech- und 
lesefehler findet der Verfasser 1. in dem einflusse des dialekts, 2. in organischen 
gebrechen, 3. in schlechter angewöhnung. Hierbei will ich den Verfasser auf einige 
irrtümer aufmerksam machen. Es wäre verkehrt, wenn man vor strengen mass- 
regeln nicht zurOckscheuen wollte, um auf angewöhnung beruhende sprechfehler 
abzustellen. Damit schüchtert man das kind ein und verschlimmert das übel. 
Konsequenz, in schonendster weise beobachtet, ist vielmehr anzuraten. Der arzt, 
der kranke kinder mit strenge behandeln wollte, hätte seinen beruf verfehlt. Die 
kinder, welche unter dem drucke der gewohnung schlecht sprechen, sind ebenfalls 
als krank, als psychisch anormal zu bezeichnen. — Dass es sich beim stottern 
oftmals um atemvergeudung nur handeln sollte, bestreite ich. Stottern ist eine 
koordinations-neurose ; bei diesem sprechfehler leidet das lichtige ineinandergreifen 
der respiratorischen, phonischen und artikulatorischen bewegungen im sprech- 
apparat. 

3. Genügt es, die lese- und sprechfehler gelegentlich zu verbessern, oder sind 
planvolle, gesonderte Übungen nötig • Verfasser will besondere Sprechübungsstunden 
angesetzt wissen. Auch ich stehe auf diesem Standpunkte ; ich möchte jedoch 
Sprechübungsstunden nur für den erste 1 Sprachunterricht, der dem leseunterricht 
vorausgeht, also wenigstens für das erste halbjahr, wo es angeht für das erste 
Schuljahr, als besondere bestehen lassen. In dieser zeit kann das vollsinnige kind 
ihm schwerfallende laute richtig sprechen lernen. Für die folgende Schulzeit wird 
der lehrer mit gelegentlichen Übungen zu einem guten ziele kommen. 

4. Anderweitige vorteile des guten, artikulirtcn und richtigen Sprechens und 
lesens. Als solche werden genannt: l. Stärkung des Sprachgefühls überhaupt, 
2. Wertschätzung der gesprochenen spräche im besonderen. 

5. Soll eine nationale ausspräche durch diese Übungen angestrebt luerden .- 
Mit dem Verfasser bin ich der gleichen meinung, dass es möglich ist, eine überall 
gleichmässige nationale deutsche ausspräche zu schaffen, ohne dass dabei den 
niundarten zu nahe zu treten wäre. Die Stellung, welche die schule den mund- 
arten gegenüber einzunehmen hat, präzisirt der Verfasser dahin: Nur was dem 
lautstande des hochdeutschen entspricht, verdient in der schule anspruch auf 
1 ichtigkeit. Trotzdem hat dei- schüler die mundart wertzuschätzen ; er darf sie 
nicht als etwas verachtenswertes, das nur dem gemeinen volke angehöre, ansehen. 
Auf der Unterstufe, zu anfang des Sprachunterrichts, wird in der Volksschule der 

Phonetiäclie Studien. VI. 22 



^^S Rezensionen. 

lehrer sogar bisweilen behufs Verständigung mit den schillern die mundart an- 
wenden müssen. Ja ich gelie hier noch weiter als der Verfasser. Ich möchte 
auch auf der Oberstufe ab und zu eine dialektische dichtung behandelt wissen. — 
Kine nationale ausspräche kann geschaffen werden, ohne dass von einer Verge- 
waltigung der sprechenden die rede sein kann. Lernen die schüler die fran- 
zösischen und englischen laute richtig bilden, so wird ihnen dies bei den deutschen 
noch viel leichter fallen. Hier wird es noch geringerer Übung bedürfen — 
Wenn der Verfasser als gründe für das Vorhandensein von mundarten auch physio- 
logische eigentümlichkeiten im bau der Sprechwerkzeuge aufzählt, so wird das 
gewiss nicht ohne Widerspruch bleiben. Wenn er aber Merkel anführt, welcher 
die dicke der schädelknochen hierbei von einfluss sein lassen will, so muss icli 
Merkels ansieht ganz und gar für unzutreffend erklären. Die schädelknochen 
koumien als schallleiter nur bei solchen menschen in betracht, welche kein trommel- 
fell oder defekte an den gehörknöchelchen und am Labyrinth aufweisen, bei denen 
der Schallzuleitungsapparat nicht richtig funktionirt. — Dass sich die zahl der 
Jautzeichen bei phonetischer Schreibung imserer deutschen nationalen ausspräche 
verdoppeln und verdreifachen würde, wird wohl niemand dem Verfasser glauben. 
Ich verweise dabei auf die vielfach im gebrauch befindliche lautumschrift von 
Professor Victor, die doch billigen anfordeiungen entspricht und nicht mehr als 
30 zeichen verwendet. 

6. EHvas zur methode. Hier findet man beherzigenswerte methodische 
ratschlage. 

Die hierauf folgenden Sprech- und leseidningen sollen inid werden eine er- 
gänzung zu jedem lesebuche bilden. Sie sind nach den einzelnen lauten geordnet. 
Die Übungen sind mit vielem geschick und mit sachkenntniss ausgewählt worden. 
Ich halte es aber für vorteilhafter, bei einer neuen aufläge die lautumschrift zu 
verwenden, um zweifeln in der ausspräche zu begegnen. Die laute nach akusti- 
schen merkzeichen zu unterscheiden, ist w^eniger zu empfehlen als deren Unter- 
scheidung nach artikulatorischen eigentümlichkeiten. Dass r lang sein müsse, 
ist nicht nötig, wenn es auch gewöhnlich der fall ist. Ruft beispielsweise der 
kutscher die pferde mit hc- an. so ist r kurz. Einen unterschied zwischen c in 
tjuälen und beten, zwischen e und ä in brtistivehr und fliisswehr zu machen, dürfte 
wohl zu weitgehend sein. In sehen spricht man niemals c (e dem ä fast gleich- 
klingend), sondern <■•. Dumpfes e nennt der Verfasser den neutralvokal 3. Eine 
eigentümlichkeit dei' sächsischen mundart ist nicht die falsche l)ildung \on p, b, t, 
^i k, g, sondern die vertauschung von tenues mit mediae. In plns bildet der 
sachse das p so richtig wie der norddeutsche in pär und in här das b so tadellos 
wie der norddeutsche in hins. — An die Sprech- und leseübungen reihen sich 
beachtenswerte helehrungen über silben und worte. aus der betonungslehre. vom 
satztone und der satzmelodie, vom rythmischen lesen, über sprachgruppen und 
sprachtakte und über tönende konsonanten. 

Die folgenden sprachübtttigett sollen als ergänzung zu jeder grammatik be- 
nutzt werden. .Sie sollen nicht nur das richtigschreiben sondern auch das richtig- 
sprechen fördern und die Sprachfehler vermindern Die herangezogenen beispiele 
sind der Umgangssprache, den schüleraufsätzen und lesebüchern entlehnt, inid so- 
mit bietet Verfasser gewähr , nichts gesuchtes oder geschraubtes vorzuführen. 



Hugo Hoffmann. 339 

rnberücksichtigt blieben alle der strassensprache angeliöiendeii mundaitlidieii 
eigentümlichkeiten und alle auf schlechter und nachlässiger ausspräche beruhenden 
Unrichtigkeiten. Wenn der Verfasser auf seite 95 verlangt 

statt: manches brave mädchen — manches braves mädchen, 

statt : heutigen tages — heutiges tages. 

statt: geraden vveges — gerades weges u. s. vv.. 
so kann ich ihm nicht beipflichten. Schon mein eigenes Sprachgefühl sträubt sich 
ijagegen ; ausserdem findet man in Wetzel, Leitfaden für den Unterricht in der 
deiitsciien spräche l873. seite 59 folgende regel : Das attributive adjektiv wird 
stark deklinirt, wenn die starke flexionsendung nicht schon an dem artikel oder 
an einem adjektivischen für- oder zahlworte haftet. Dies ist der fall, wenn das 
attributive adjektiv ohne dergleichen Wörter steht, wobei indessen des Wohlklanges 
wegen, um nämlich das mehrfache es 7.u vermeiden, im genitiv singularis männ- 
lichen und sächlichen geschlechts das adjektiv meist die schwache endung erhält, 
wenn das Substantiv schon die starke genitivendung hat. Ahnlich sagt Sanders 
im Lehrbuch der deutscheti spräche für schulen 1880, seite 31 : Der männliche 
und sächliche genitiv im singular der beiwörter geht, wie in der schwachen und 
gemischten deklination. nach heutigem gebrauch auch in der starken auf ...tf« 
aus. — Man findet noch zuweilen: grades weges. heutiges tages, aber auch hier 
verdienen der gleichniässigkeit halber die üblicheren formen auf . . .en den vorzug. 
Die eingangs dieser besprechung genannte kleinere ausgäbe enthält nur die 
beispiele der grösseren und ist für die hand der schüIer berechnet. 

Die in rede stehenden Schriften von Krumbach kann ich zur fleissigen 
benützung im unterrichte angelegentlich empfehlen. Sie sind geeignet, im deutschen 
Sprachunterrichte, gleichviel in welchen schulen, segensreich zu wirken. 
Ratibor, im april 1893. HUCO HOFF.MANN. 



Brf;ymaNN-Mceller, Französisches übungslnich für gvnmasicn. 1. teil. München- 
Leipzig, Oldenbourg 1892. 239 s. Preis? 

Das buch ist für die bairischen gymnasien bestimmt, an welchen der frz. 
Unterricht in den obersten vier klassen mit 3 ^- 3 -f- 2 -j- 2 stunden erteilt 
wird; am ende des dritten Jahres soll der abschluss der grammatik erreicht sein. 
Der Unterricht muss daher ziemlich schnell vorwärts gehen; bei dem reiferen 
Standpunkt der schüler kann er dies ja auch. — Das Übungsbuch beginnt mit 
2 abschnitten: Laut und schrift. Im ersteren werden die laute an Wörtern geübt: 
il, ri, fini etc., was wie immer den nachteil hat, dass darin laute vorkommen, 
die noch nicht besprochen sind. An die „einübung der schriftlehre'' schliessen 
sich leseübungen mit beigegebener Übersetzung. Die durch häkchen verbundenen 
sprachtakte erscheinen für den anfänger bisweilen etwas zu lang, so in nr. III: 
Les_Visigoths_etaient_dejä_etablis_de_rautre_cöte_de_la_Loiie. — In dem 
hauptteil des buclies stellen die Verfasser die zusammenhängende, und zwar nach 



34° Rezensionen. 

giaiiimatischen gesichtspunkten geordnete leklüre in den mittelpunkt; aus ihr soll 
der Schüler die regel abstrahiren. Im kapitel I führen 2 lesestucke: Au Jardin 
und A la niaison in die spräche des gewöhnlichen lebens ein. Mit diesen sollen 
die hilfsverben avoir und Hre vollständig erlernt werden, auch der konjunktiv. 
Kapitel 11 enthält 2 moralisirende lesestücke und verlangt die erlernung des aktivs 
der verben auf -er. Besonderer wert wird auf zahlreiche konjugationsübungen 
gelegt, die in reichlicher auswahl angegeben sind. Von nun an werden die lese- 
stücke, in einzelsätze aufgelöst, zur Übersetzung in das französische benützt. Gleich 
der erste satz : „Indem er sein bild in dem wasser bemerkte, glaubte der hund, 
dass es ein anderer hund wäre" ist allerdings nicht schön ; auch an anderen stellen, 
so in §§ 45, 49, 143, 144, 147, l,ö2 könnte der eine oder andere satz in besserem 
deutsch wiedergegeben werden. Im übrigen sind die Übungsstücke den ver- 
schiedensten gebieten entnommen und führen dem schüler einen reichen Wort- 
schatz vor. Einzelne sind etwas zu gesucht, so § 66. 68 (bildung des plurals), 
wo der unterschied zwischen briefmarken, korallen, diamanten, Schneeglöckchen 
und hirschkäfern auseinandergesetzt wird. Jeder abschnitt enthält als beigäbe Le 
franfais de totis les jours, phrasen der Umgangssprache; nur sind die ausdrücke 
des Sprechens, sagens zu stark bevorzugt. — Drei gedichte beschliessen das 
Übungsbuch, dem ein alphabetiscii geordnetes Wörterbuch beigegeben ist. — Die 
gramm.itik ist vom Übungsstoff getrennt und möglichst kurz und übersichtlich. 
Mit der beibehaltung der 7 kennformen zur erlernung dei konjugation: Infinitiv, 
part. präs., part. perf., I. sg. präs. ind., I. pl. präs. ind., 111. pl. präs. ind., 
histor. perf., kann ich mich nicht befreunden, rnvollständig ist dabei der im- 
perativ. In § 43 gehört Ic passeport zu a. — § 54 kurz: mit ausnähme von 
bleu. — § 71, 3 würde ich wie a ordnen. — § \\~ je reussis sox fai soif. — 
Von druckfehlern nur noch s. 20, z. 11 v.u.: yai. Für die besonderen Verhält- 
nisse kann das Übungsbuch im allgemeinen empfohlen werden. 

Bn'eg. H. Flaschel. 



Dr. HERM.\NN' Bre;y.M.\NN. Ergänztmgen zum französische)! ituterrichte an gym- 
nasien mit besonderer berücksichtigung des latein. Anhang zu den an den gym- 
nasien verwendeten französischen gramniatiken. Derselbe verlag; 29 s. Preis? 
Im Vorwort weist der Verfasser auf den widerstreit der meinungen in be- 
treff der heranziehung des latein für den frz. Unterricht hin und sagt, dass die 
vergleichung des lateinischen nur da eintreten dürfe, „wo sich gleichsam von 
selber passende Vergleichspunkte bieten". Dies erscheint im vorliegenden heft 
nun nicht durchgeführt. Es ist besonders im 2. teil zu ausführlich, enthält vieles, 
was dem schüler nicht gesagt zu werden braucht, und könnte bedeutend kürzer 
gefasst werden. Der Verfasser will die Übersicht der frz. legeln nicht durch ein- 
gestreute hinweise auf das latein stören. Da er aber in der vorher besprochenen 
grammatik selbst auf das latein hinweist, z. b. § 48, 3, so konnte er in einem 
kurzen anhang, ähnlich wie bei Ohlert, Schnlgrammatik der frz. spräche, das für 



H. Fl.aschel. 341 

einen reiferen scliüler wesentliche zusanimenstelien. — Audi das kapitel iUter 
wortbildungslehre könnte kürzer gefasst werden, vgl. § 21, 22. Der ,3. teil ent- 
hält einige Wortfamilien, die nach den in der granimatik vorkommenden unregel- 
mäs.sigen verben geordnet sind. Hin/.iizufügen wären bei venir Zusammensetzungen 
wie avenir, aveniie u. a. — Für einen lehrer, der eine Zusammenstellung des 
wesentlichen braucht, wird das kleine werkchen immeriiin von nutzen sein. 
Briesr. II. l'L.ASCHEf.. 



DR AnTOM Rausch.MAIER, Fi'anzdsisches Vokabularium auf etymologischer grund- 
lage mit einem anhang für mitteischulen und zum privatgebrauch. Derselbe 
Verlag. 1 lo s. Preis ? 

Der Verfasser will durch sein eigenartig angelegtes buch das systematische 
lernen von vokabein erleichtern. Er stellt auf die linke seite die wichtigsten 
Wörter, daneben die etymologie derselben ; auf der rechten seite stehen die nächst- 
wiciitigen Wörter, nebst redensarten, musterbeispielen. Den schluss jeder gruppe 
bilden die etwa sonst noch wissensweiten Wörter. Der anhang enthält „das 
wissenswerteste aus der geschichte, etymologie, Synonymik, litteraturgeschichte" 
auf \\\ Seiten! Dazukommt noch mancherlei anderes, dement argrammatik, fremd- 
wni ter, anknüpfende redensarten, kurz, der Verfasser hat alles mögliche vereinigen 
wollen, leider ohne die nötige sichtung. Zunächst könnten an zahlreichen stellen 
die Wörter besser geordnet sein, liesonders in den schlusszusammensteilungen. da- 
mit nicht Wörter, wie z. b. un pompier, la flute, le cor, le catalogue, Je garfon, 
la claque, aufeinanderfolgen. Bei keinem neuen wort dürfte der artikei fehlen. 
Die öfters vorkommenden Wiederholungen müssen vermieden werden, z. b. la 
religieuse drei mal auf einer seite, oder s. 74 links: „le drap. davon drapeau 
fahne" — und rechts : „von drap ist abgeleitet le drapeau, die fahne." — Was 
die etvmologie betrifft, so wird der unterschied der vom nominativ , bzw. 
akkusativ abgeleiteten Wörter nicht berücksichtigt. Hierzu gehören auch nicht 
bemerkungen wie bei bravoure — „aber la cour ohne ^." Die erklärung zu 
feldmarechal besagt einfach = „feld — ," Die „l)ekannten grammatiken ent- 
lehnten" Sätze, ebenso wie zahlreiche historische anmerkungen könnten durch 
reichlichere phraseologie ersetzt werden. Überflüssig ist der anhang, besonders, 
wenn er flüchtigkeiten enthält wie s. 99 : Der strassburger eid aus dem jähre 843, 
den im jähre 842 Ludwig der Deutsche und Karl der Grosse einander leisteten. 
Welclie Vorstellung soll man sich von der neuesten prosalitteratur seit 1830 
machen, wenn als deren Vertreter: Erckmann-Chatrian, Ta'pfer. Littre. Villemain. 
Arago , Cuvier angegeben werden? Druckfehler: s. 6 la sctirditc , s. 39 au 
XIX. siede, s. \00 je vieux. 

Brieg. H. FLAS-CHliF,. 



342 



Rezensionen. 



C. Massey, In the Stniggle of Life. Ein lesestoff zur einföhrung in die lebens- 
verhältiiisse und in die unigangsspiaclie des engl, volkes. Für den sdiulge- 
hrauch bearbeitet von Dr. ALBERT HARNISCH. Mit einem anliang: Englisches 
leben. Bemerkungen über land und leute. 1892. Leipzig (Paul Spindler). 
\\\ S. 8. Pr. 1 M. Wörterbuch 25 Pf. 

Aus dem in dem gleichen verlage erscheinenden werke Methode Schliemann 
zur crlernung der engl, spräche, herausgegeben von Oberlehrer Dr. Penner und 
C. Massev in London, liat Dr. Harnisch die erzählung In the Stntggle of Life 
entnommen und sie in kürzerer form für den schulgebrauch in trefflicher weise 
bearbeitet. Wir begrüssen dieses buch mit grosser freude, bietet es doch einen 
Stoff, der uns voll und ganz in die Verhältnisse des fremden landes hineinversetzt. 
An der band einer spannenden erzählung, welche uns die erlebnisse eines deutschen 
in London schildert, werden wir gleichsam spielend mit einer solchen fülle von 
realien aus dem englischen leben und Volkstum bekannt gemacht, wie dies in 
keinem andern für schulzwecke bestimmten buche der fall ist. „Das vornehme 
glänzende treiben der 'oberen zehntausend' im Hyde Park ; das geschäftige ge- 
töse der City; der feierliche ernst der St. Pauls-kirche und Westminster Abtei 
wie die geräuschvollen aufzüge der Salvation Army ; der anmutige plauderton des 
gebildeten engländers wie die unentbelirlichen Wendungen des täglichen lebens — 
sie alle treten in den gesichtskreis des lesers, nicht in dei- gekünstelten ausdrucks- 
weise gemachter gespräche, sondern in fesselnder weise verbunden mit den Schick- 
salen eines jungen landsmannes, den wir auf seinen erlebnissen im fremden lande 
begleiten. Und dies in einer spräche, die frisch hineingreift ins volle menschen- 
leben und auch „dem slang und cant nicht ängstlich aus dem wege geht." Das 
buch verfojgt also ein wesentlich praktisches ziel, die einführung in die kenntnis 
von land und leuten in England. Einen ganz besonderen vorzug derselben bildet 
der beigegebene vortreffliche anhang: „Englisches leben, bemerkungen über land 
und leute,". In 23 kürzeren oder längeren artikeln erfährt der schüler das wesent- 
lichste über London und das öffentliche wie das private leben der engländer. 
Die anordnung dieser abschnitte ist nicht, wie in den bekannten langenscheidt'schen 
notwörterbiiehern eine alphabetische, sondern eine stoffliche. Die einzelnen an- 
gaben sind durchaus zuverlässig und lassen kaum etwas wiclitiges vermissen, 
leisten somit wichtige dienste als nachschlagebuch über das, was einem deutschen 
über englische, besonders londoner Verhältnisse für den praktischen gehrauch zu 
wissen not thut. Zur besseren orientirung .seien die im anliang besprochenen 
gegenstände aufgeführt, wodurch die reichhaltigkeit deiselben noch mehr hervor- 
tritt. 1. Reisevvege nach England. 2. Zollrevision. 3. Münzen, ma.sse und ge- 
wichte. 4. Eisenbahnwesen, h- — 7- London, Strassen, Verkehrsmittel. 8. Post- 
verhältnisse, t). Zeitungswesen und reklame. lO. Polizei. 11. Londoner markte. 
12. Öffentliche gebäude und Sehenswürdigkeiten. 13. — 14. Londoner parks und 
vergnügungslokale. 15. Das englische haus. 16. Sitten und gebrauche im Privat- 
leben: a) anrede, titulaturen etc., b) besuchszeit und kieidung; c) niahlzeiten : 
d) erziehung und Umgangsformen, e) klubwesen, f) boarding-houses, g) hoch- 
zeitsgebräuche ; h) vermittlerwesen. 17- Die kirche. 18. Soziale bestrebungen 
der engländer. 19. Das beer. 2ü. Sport und spiele. 21. Die deutschen in London. 
22. Londons Umgebung. 23. Englisches landlel.en. — In dieser liste wird man 



A. Beyer. 343 

allerdings mancherlei ungern vermissen, wie z. h. einen nrtikel über die englische 
fotte, die kolonien, die englische Verfassung u. a.. was sie!) vielleicht bei einer 
späteren aufläge nachholen lässt. Es ist selbstverständlich, dass die wichtigsten 
eiischlägigen quellen gut benutzt wurden, doch beruht auch vieles auf des heraus- 
gebers eigenen beobachtungen. 

Was die art der textbehandlung angeht, so können wir uns auch damit 
einverstanden erklären. Die anmerkungen. welche niclits weniger als zahlieich 
sind, sind fast stets sachlicher natur oder geben winke für die ausspräche von 
eigennamen. Grammatische andeutungen sind selten. Man hätte vielleicht hie 
und da eine bemerkung wünschen können bei ledewendungen, welche dem cant 
oder slaiig ringehören. Ein zugehöriges spezialwörterbuch erhöht die brauch- 
l)arkeit des buches für schülei'. Dasselbe ist sehr zuverlässig und für den preis 
von 25 pf. gesondert zu haben. Die ausspräche wird zuweilen durch besondere 
lautzeichen (<f, /, s etc.), bei den vokalen aber meist durch diakritische hilfs- 
mittel id, a, d, ä, e etc.) angedeutet. Daduich wird das Schriftbild sehr entstellt 
und das lautbild tritt kaum hervor. Warum niclit liel)er neben dem Schriftbild 
eine planmässige phonetische Umschrift in klanmiern beifügen^ Dann brauchte 
man sich nicht mit kursiv gedruckten buciistaben u. dergl. zu behelfen. 

Nun noch ein paar worte über die benutzung des buches. Der heraus- 
geber hat dasselbe vor allem für solche anstalten bestimmt, welche ausschliesslicii 
praktische ziele verfolgen, wie handeis- und fortbildungsschulen, kaufmännische 
und gewerbliche fachschulen u. dergl., da an diesen anstalten der grund.sat7, dass 
jeder Sprachunterricht zugleich sachunterricht sein müsse, am meisten zur geltung 
gebracht werden könne. Es wäre aber doch durchaus falsch, wenn dieser grund- 
satz nur auf die genannten anstalten anwendung finden sollte. Dies wird Kling- 
hardt, von dem dieses prinzip nach des herausgebers ansieht zuerst ausgesprochen 
sein soll, nie gemeint haben. Vielmehr soll auch gerade auf unseren gymnasien 
und reilgymnasien bei der lektüre das grösste gewicht auf die realien gelegt 
werden. Daher ist /// the Struggle of Life ein trefflicher lesestofF für unsere 
)irimanei-, aucii für das humanistische gymnasium. Da hier der umfang der eng- 
lischen lektüre nur ein sehr geringer ist, so ist gerade dieses buch für den fakul- 
tativen englischen Unterricht in I ganz besonders geeignet, da es die schüIer mit 
<ien wichtigsten Verhältnissen des ersten industrie- und handelsvolkes der weit 
l.iekannt macht. 

Der herausgeber scheint die herstellung einer reinen textausgabe zu planen. 
Wir sind entschieden gegen eine ausgäbe ohne den anhang, denn gerade dieser 
n)acht das buch so wertvoll. Dagegen möchten wir für eine event. 2. aufläge 
den dringenden wünsch ausdrücken nach beigäbe eines kleinen planes von London, 
vielleicht auch eines kärtchens der näheren Umgebung Londons. Dasselbe ist 
zum Verständnis der örtlichkeiten unbedingt erforderlich und lässt sich mit geringen 
kosten herstellen. Druck und äussere ausstattung des buches sind vorzüglich. 

So wünschen wir denn demselben eine möglichst weite Verbreitung un<l 
möchten die aufmerksamkeit aller kollegen auf dasselbe hingewiesen haben. Möge es, 
wie der herausgeber wünscht, sein scherflein dazu beitragen, unser heran wachsendes 
geschlecht in dem friedlichen Wettbewerb der Völker widerstandsfähig zu machen! 

Bnmen. A. BEYER. 



M I S Z E L L E N. 



E R W I D E R U N G E N. 
REPONSE 

A .A CklllOLt: DK BkyeR-Passv. Eletncutarlnich des gesprochenen französisch. 
PAR I\I. G. RoLIN. 

Les observations de M. Rolin paraissant dirigees contre moi plutot quc 
contre inon collaborateur, M. Victor m'a demande d'y ix'pondre. Je tacherai de 
le faire, non pas tout au long — il faudrait un volume — , mais en relevant 
quelques-unes des assertions de mon critique. 

Une remarque tout d'abord. M. R. trouve que nous aurions du employer 
la transciiption de M. Cledat legtrement modifiee. Affaire d'opinion ; mais alois, 
pourquoi M. R. en emploie-t-il lui-meme une fort differente? '"Cest sans doute. 
pensera naturellement le lecteur, parce qu'en critiquant l'ouvrage de Beyer-Passy, 
il a voulu suivre leur Systeme". — C'est ainsi que sans dire expressement rien 
d'inexact, M. R. donne h ses lecteurs une idee fausse ; car ce n'est pas notre 
Systeme qu'il emploie. 

Ceci n'est pas un detail insignifiant ; c'est un exemple d'une methode de- 
fectueuse. IMus d'une fois, en Jisant le texte de M. R., on sera porte a mettre sur 
notre conte fies formes de son invention : ainsi, page 221, X,dezirwAr psjehninis, 
et ~3lätätu'^ur spHtitserytnAtis. — II y a d'ailleurs des inexactitudes plus caracte- 
risees. Sans sortir de la page 22 1, j'en trouve une forte. 11 parait que dans 
notre livre, page ,3, lignes 7—8, nous indiquons, pour la phrase, u f vnva. pargU 
la lymj'f.'r o mymä u /a nyi disp:\rf, "quatorze svUabes prononcees d'une seule 
emission de vois, suivies d'une longue pause entre un sujet et son verbe". Or 
il >• a dans le texte une virgule apres lymjr.r (indiquant arret necessaire), et entre 
ni/i et disparf, seulement un espace un peu grand, indiquant arret facultatif. — 
On peut juger par lä de ce que vaut le requisitoire entier. 

Pour les critiques proprement dites, il est difficile d'y repondre, autrement 
qu'en opposant des assertions ä des assertions. M. R. veut qu'on dise rwn, drwz.t, 
frwd,, prtvA, krwye; pour moi j'ai toujours entendu donner au groupe -roi- la 
valeur riva, excepte dans tiroir et miroir. — J'ai ecrit deux fois or'd<7y:r pour 



Paul Passy. 345 

an rez'oir ; d'apres -M. K., Ic Parisieii "ne saciilie juiiiais son v" clans la com- 
binaison zno ; il fuut croire qu'il n'a janiais cte a Paris'. — tnil^l, selon luj, n'est 
"l)as meine franrais" : s'il venait en France veis la fin de decembre, il changeiait 
saus doute d'avis! — ^«7/ est la "prononciation efTeminee des voyous et des 
pctits-cievc's'": j'ai la pretention de n'etre ni Tun ni rautre, et je n'ai jainais dit 
autrement. — Et ainsi de suite. 

M. R. me reproche de "courir apres le vuigairc". Et pourtant, il trouve 
que je note trop de liaisons: il voiidiait kjtäf^s, U sä ä k^lt.'r, il f a mii'^t/c 
vid, o prsviji ^/a;^. Ce seraient lä poiir de hon. des formes vulgaires ou dia- 
lectales, les trois premieres du inoins : qunnt ;i la dernit-re, je ne la connais pas. 
ra:r, qu'il leclame ,i la place de ra.v, est aus.i un vulgarisme. 

II y a, dans ['Elementarbuch, deux passages des ICvangiles, traduits eii 
fiancais familier. M. R. s'indigne. Nous voudrions bien savoir, s'ecrie-t-il. "quel 
est l'homme de Dieu, qui, en chaire, lisant les Saintes Ecritures, se soit servi 
d"un tei charabia". — Cher Monsieur, je n'ai pas songe h preparer les eleves 
allemands pour la predication dans les chaires franqaises. J'ai seulement observt- 
que ceitaines paities des ]>angiles sont des textes incomparables pour l'etude 
pratique dune langue; d'autre part. j'ai constate que cet avantage est contre- 
balance, pour l'etude du franqais, par le fait que nous n'avons que des traductions 
en langage archai'que. J'ai vouhi remedier h cet inconvenient en employant dans 
ces deux passages, autant que po.ssible, le style dont je me sers lorsque je raconte 
ces histoires ä des enfants. Je n'ai peut-etre pas bien reussi'; mais qu'on me 
tienne quitte de l'accusation ridicule d'avoir "outrage la niajeste de l']'",vangile." 

D'autres critiques sont de la UK-me foice. Nous avons, parait il, niutiU- 
le verbe francais en en retrancliant le passe delini, "sous pretexte que le Sud 
.seul et la langue litteraire s'en servent. Comme si le Sud ne valait j)as le Nord I 
Le francais se trouve ainsi rapproche du dahomeen. qui, lui aussi. n'a que le 
present, le passe et le futur." — J'ai le regret de ne pas savoir le dahomeen. 
Quant au francais, je n'ai pas a recherclier si nos ptres ont eu tort ou raison 
de se debarrasser du passe defini ; je me contente de constater le fait, qui est 
evident. Si M. R. en doute, qu'il vienne dire, dans une societc'- parisienne, "Hier 
je vins h Paris, oü je fis la rencontre d'un ami ; nous primes un fiacre. et nous 
allämes ä l'hotel, etc." Les figures de ses auditeurs lui feront voir ce qu'on 
pense de son francais. — Dans le Midi de la France, il en serait autrement: 
niais faufaut-il astreindie les eleves allemands a etudier ;i la fois deux idionies 
distincts r 

En voila assez sur les critiques de M. R. Si maintenant je voulais prendre 
l'offensive h mon tour, et critiquer les passages oü M. R. fait parade d'erudition, 
j'aurais vraiment tieau jeu ; voir par exem])le la note '1 de la page 222, sur 



' Un juge plus competent que .M. R., .M. 11. Klinghardt, s'exprime ainsi: 
„Sämtliche stücke sind in demselben wunderbar leichten, graziös-liebenswürdigen 
Stil abgefasst, wie ihn etwa ein gebildeter vater in traulicher dammerstunde oder 
beim heiteren Spaziergang jüngeren oder älteren kindern gegenüber in anwendung 
brinsren würde.'' 



346 Erwiderungen. 

'i'action gutturalisatrice de w", et sur le r francais "h la foniiation duquel con- 
tribuent las regions gutturales"; ou bien, pages 225 — 230. la dissertation fantasti- 
que sur l'accent francais. Mais je iie nie sens gut-re tente d'entreprendre ce tia- 
vail : j'en ai dit suffisamment, je pense, pour edifier le lecteur impartial.* 
Xaiilly-St. James, avril J893. V .\V\. PaSSY 



' Herr Dr. G. RoLix antwortet auf diese l<ritik folgendes: Ich habe mein 
französisch nur in Paris, wo ich geboren bin. und wo ich meine ferien öfters 
zubringe, gelernt, folglich weiss ich wohl, ob die gebildeten orvoar oder orouar 
sagen (orivdr, orvwdr) ; rar für rar (notwendig wegen des einflusses der beiden 
r) entspringt dem bestreben, allmählich das wohlklingende velare a verschwinden 
zu lassen. Ja, ich will, dass P. P. kjträ/ds schreibt, damit er seinem System 
konsequent bleibt, und, wenn schon in seinem ganzen buche, so auch hier, die 
vulgäre form einführe (die ich für den fremdsprachliclien Unterricht in Deutschland 
im vornherein verdamme !). Manche sprechen in Paris imurl aus ; man muss 
aber an den riesenhaften zufluss von fremden nach Paris denken (ich sagte es ja 
in der kritik I), der unsere echte pariser ausspräche eben nicht besser macht; des- 
wegen will ich liicht (und P. P. wird mir sicher beipflichten), dass man ein 
deutsches kind iiotul (nivid) für noel aussprechen lässt. Ich weiss wohl, dass 
das passe defini in der konversation wenig räum findet; ich habe in meinei' kiitik 
nur gemeint, dass man es nicht deswegen mir nichts dir nichts aus einem für 
die nichtfranzosen, insbesondere für die deutschen bestimmten elementnrbuch zum 
fenster hinauswerfen sollte, umsoweniger als es Südfrankreich (die südfranzosen, 
eine schöne anzahl von millionen, gebrauchen das passe defiiii, ihrer muttersprache 
analog, auch wenn sie nordfianzösisch sprechen) und der Schriftsprache ange- 
gehört. Niemals würde sich ein deutscher phonetiker einfallen lassen, weil in 
der Umgangssprache gewisse Wörter oder wortformen (ich buk brot, ich sott wasser, 
das w. sott), und gewisse Zeiten (mitverg. im vergleich zui- vergang.) seltener vor- 
kommen, dieselben aus seinem elementarbuch des gesprochenen deutsch zu zu- 
streichen. Meine ^actio7t gutturalisatrice-' des m und besonders des ;- in dem halb- 
i'ulgäroi grjdäi, promje, und der halbgutturale charakter des y (u) bleiben fest 
stehen; man muss eben in der fremde und nicht in Frankreich seine den Unter- 
richt betreuenden erf;ihrungen machen. Die beurteilung meines kleinen aufsatzes 
über den akzent, der nur den zweck hatte (er erschien ja in der kritik des Ele- 
mentarbiiches .'), in den bunten Wirrwarr ein wenig Ordnung zubringen, überlasse 
ich dem unparteiischen kser; meine absieht war ja eine gute, und P. P. sollte 
mir eigentlich dafür dank wissen. Eine kritik soll man schreiben, nicht um 
jemandem zu schaflen, sondern um einer wirklich edlen sache zu dienen; ich 
ahnte, dass der materialismus in der litteratur seinen bösen einfluss auf die aus- 
drucksweise und die ausspräche dts Jin de siede übt; diesem übel zu steuern oder 
wenigstens den versuch zu machen, dem schlechten einfluss einhält zu thun, war 
mein unsclnildiser Vorsatz. Ich danke hier vom sanzen herzen meinen kollegen 



Notizen. 347 



NOTIZEN. 



DIE MKllIODE (JOUIN IN ENGLAND. II. 

Zum scliluss nieinei" ersten iioti/. über die inethode Gouin in England (s. 255) 
s|)rach ich von dem plan des herausgebers der Review of Reviews, Mr. Stead, seine 
i'finf kinder ein iialbes jähr lang nach gouin'scher methode im französischen unter- 
lichten zu lassen, inii so eine probe auf die leistungsfähigkeit des Verfahrens zu 
machen. Das Januarheft der genannten Zeitschrift enthält Ober diesen versuch 
unter der Überschrift A Royal Road to Learn Languages — The Resiilt of Six 
Months' Experminent einen ausführlichen bericht, den ich zum giössten teil hier 
wiedergebe: handelt es sich doch gewisserniassen um ein protokoll über die 
resultate der zu ende des halbjahrs angestellten prüfung. Ein paar kleine Wieder- 
holungen aus dem schon im vorigen hefte gesagten muss der leser um des Zu- 
sammenhangs willen in den kauf nehmen. Mr. Steads berichtet wie folgt; 

Mr. Howard Swan, who first brought the System under my attention, was 
fortunate enough to secure as teacher M. Betis, a disciple of M. Gouin, wha 
came over from Paris for the purpose of giving this object lesson in the Utility 
of a System which its inventor believes to be destined to revolutionise the tenching^ 
of all languages in the schools of the future. The experiment commenced on 
the läth of May. It was to be continued for six months. For one month, 
however, in the sunimer, M. Betis and his pupiis had tiieir holidays, so that the 
six months terminated on the l.öth of December. During that time. M. Betis 
attended tive days a week at Cambridge Ilouse, Wimbledon, and gave lessons 
on M. Gouin's system for three hours a day. The cliildren were divided into- 
two classes — the three eklest, aged respectively eighleen, seventeen, and iifteen, 
having two hours each day, and the two younger, a girl and a l)oy, aged thirteei> 
and nine, having one hour a day. The three eldest had previously, for some 
time, been learning French with their tutor, Dr. Borns. They had been through 
Hadois's Granimar and vaiious conversational and other exercises, and were about 
as far advanced as are most pupiis who have undergone the regulär training^ 
under the ordinary methods. They were, however, none of them competent to- 
have gone to France alone, nor would anv of them have undertaken to take part 

und Professoren, insbesondere aber jener wissenschaftlich höchstgebildeten per- 
sönlichkeit, die mich dazu beglückwünschte, dass ich eine den Unterricht gegen 
das eindringen des strassenecken-französich rettende kritik (einen versuch ja nur!) 
schrieb. Ich schliesse mit der behauptung, dass nicht miszellen- erwiderungen, 
sondern die nahe zukunft zeigen wird, ol) die junge phonetische wissenschalt, 
die mit allem recht zum grundstein des zeitgenössischen Sprachstudiums geworden 
ist, sich keine edlere aufgäbe vorgenommen hat. als an stelle dieser wohlklingen- 
den, eleganten Weltsprache in den unterriclit in Deutschland das kauderwelsch 
der strassenecke und der werkst.itte einzuführen. 



348 Notizen. 

in an ordiiiarv French conversation lipon any general topic. Tlie girl was less 
advanctd, and Jack was entirely innocent of even the inost elementarv acquain- 
tance witli tlie language. 

IV/iat was Claitned. 

It will be reniembeied tliat Mr. Swan claimed that in six months' teacli- 
ing of M. Gouin's systeni it would be possiblc to take a boy of average inteiii- 
gence, and by a series of lessons, which would be as amusing as a pastime. 
enable him to think in French. to read with ease any oidinary French news- 
paper er romance, to carry on a conversation with any Frenchman, to intelli- 
gently follow any Jecture. sermon, or debate, and in short to have a thorough 
gi'asp of the language as an instruinent of thought and of communication with 
his fellow.s. The advocates of the system did not claiin in that space of tinie 
to give a literary command of French, but fov all practica! purposes they imdei- 
took that pupils trained on this system would be able to find Iheir way about 
France without difficulty, and hold their own in general conversation. Six months 
having now expired, my readers will naturally ex}iect a rejjort as to how far 
tliese promises have heen fuifiiled. 

What has bcen Doiie. 

I have never had the good foitune to be trained 011 M. Gouin'.s system, 
and although 1 have learned to read French, I can no more speak it than 
I can talk Sanscrit. ISIy opinion upon the pioficiency attained by my children 
is therefoi'e worth little. One thiiig, however, 1 can say — that is, that in 
the latter part of the six months' period, the thiee eider boys read regularly 
the Fetit yoiirnal. They also read "Monte Cristo" from beginning to end 
in their spare moments as they would read any other novel written in their 
motiier tongue. Although never jiresent at the lessons, I could see that M. 
Betis's teaching was liv no means iiT'some ; that thev , the girl as well as 
the boys, enjoyerl theii" teaching, and instead of wearying of it, wanted more. 
M. Poire's report at the end of three months. which was published in the 
November Revieii' , gave ari extremelv satisfactorv account of the progress 
made up to that date. It was with considerable confidence, therefore, that l 
invited several friends to my house on December 19, for the purpose of ascer- 
taining how far Mr. Swan's assertions had been verified by the result of the 
experiment. I may piemiscthe repoit uf the proceedings of the examination 
by stating that none of our children are naturally good linguists. On neither 
side of the house have they inherited the least talent for acquiring foreign lan- 
guages. During the whole of the time that the French lessons were going on their 
ordinary studies were being conducted in the morniiig as far as possible in Geiinan 
under their tutor, Dr. Borns. 

The Company assembled in my study were Mr. 1". Storr, M. A., editor 
of the yoiirnal of Education, who had repeatedly expressed himself more or less 
sceptically as to the advantage of the system, excepting for young childreir; M. 
Poire, French master of the Halifax Grammar School and Huddersfield College; 



Notizen. 349 

Dr. Piyde. late principal of the Edinburgh Young Ladies' College, where he 
had no fewer than 15(X) girls under his tuition; Mrs. Garrigues, wjio is present 
in this coitntry with a conimission tVoni the Minister of Education at Washington ; 
Madame de Leeuw, a very accomplished linguist who condiicts the Kingsley 
Kindergarten School, Wimbledon; and Dr. Borns, the tutor of the boys, besides 
Mr. Swan, M. Betis, Mrs. Stead, and niyself. 

THE FAAMINATION. 

The examination coninienced at a quarter past three, and continued, with 
an interva! for refreshment, until about seven o'clock. The examination was 
rather a long one; bat long as it was. it was impossible in the time to go 
through the very exhaustive programme which had been drawn up by M. Betis 
for the purpose of testing the capacity of his pupils. 'The questions", said Mr. 
Swan, who prefaced the examination by a few words. "are to test whether or 
not the pupils, who have had six months' lessons, of two hours a day of five 
days a week, are able to do the following : — 

1. To give in French the names of objects shown to them. 

2. To describe in French the gestures which are made before them. 

3. To repeat an old Series lesson. 

4. To repeat in French a story which they have just heard in French. 

5. To recount personal facts which have occurred to them at any moment 
of their lives. 

6. To read an articie from a French newspaper, or a page from an ordi- 
nary novel, and repeat it in French. 

7. To give, in French, the explanations necessary to make themselves under- 
stood, if they lack the proper word in French. 

8. To ask, in French, sufficient explanation to understand the meaning of 
a French word which they do not recognise. 

y. To consult a dictionary in French when they meet with any French 
word wiiich they do not understand. 

10. To repeat immediately in French a fact recounted in English by one 
of tiie persons present, or taken from a newspaper, or an English book. 

11. To recount, in French, what they would do in France under any 
given circumstance. 

IJ. To explain and recount in l-'rench a series of pictures witiiout titles. 

13. To improvise immediately. in French, the end of a story of which 
they have been told the beginning. 

14. To sum up this story in a few words. 

l.'i. To recount in French the same story twice over in ditTerent terms. 

16. To calculate in French. 

17- To explain in French wiiat are the mental pictures which spring up 
in their mind when hearing a word or a phrase. 

18. To explain in French the reason of the forms of conjugation employed 
by a French author in any extract (newspaper or book). 

K)- lo act as interpreler. 



3 So Notizen. 

20. To lepeat in French a conveisation held hy persons present at the 
«xamination. 

21. To undeistand completel\' a lesson in science or literatme given 
in Frencli. 

22. Themselves to teach a Frencli Series to others. 

23. To explain a granimatical table. 

24. To write an ordinary letter, not technical. 

This, it niust be confessed, was a sufficiently coniprehensive programuie. 

To do the first was, of course, comparatively easy. Each one piesent 
:selected an object in turn, which was tben correctly named. The second was 
not quite so satisfactorily gone through. Several gestures were correctly ex- 
pressed, but they did not know the French equivaients of three gestures — to 
tickle, to sneeze, and to wipe one's nose. The third, which was to repeat an 
«Id series, was taken by all the children. The eider boys described the taking 
of a ticket at the railway Station. Jack and Emma had their turn with the 
series of the cat. which describes the catching and eating of a mouse. This, 
however, was but the rehearsing of lessons which had previousiy been gone 
through. The first important test was the fourth, which was to recount in French 
.a Story which they had just heard in French. M. Poire repeated in French a 
variant upon the story of the shipwreck and rescue from an iceberg, described 
in our Christmas Number, which was then repeated in French, but in their own 
rendering, by two of the eider boys. Jack then had his turn with a story im- 
provised for the occasion by Madame de Leeuw, going through his task with 
the utmost sang-froid and success. 

The fifth was the recounting of a personal fact in the experience of the 
pupils. The subjects were chosen by those present. The eldest boy briefly 
recounted the journey which he took with his father to Oberammergau in the 
summer of 1890. The second boy described the visit he paid to the Khine last 
year, making one stumble ahout the genders. Jack, at the Suggestion of his 
mother, told a doleful tale of how his fingers had been cut by the spokes of a 
rapidly revolving bicycle, with the resultant visit to the doctor's to have his 
mutilated fingers bound up. Jack was bothered about the word "bicyclette", 
which is the French equivalent for safety bicycle, and for "pedals", which he 
•had never learned in French, but othersvise he told his story very well. 

Ulis brought us to the sixth question. They had to read an article from 
■a French newspaper. A bündle of that day's French papers were laid upon the 
table, and the following passage, selected at random, was taken from the Petit 
JmirJial: — 

A rittstntctioti. — Un petit garqon de six h sept ans, — brun. les yeux 

reieves k la chinoise, — jouait samedi dans le couloir sur lequel s'ouvrent 

les cabinets des juges d'instruction de la troisieme galerie. 

De tenips ä autre, ie petit s'elancait dans la galerie, tapait de sa 

petite main sur le bureau du garcon qui, en riant, le nienacait du doigt. 
I.'enfant se sauvait, enchante, et se refugiait aupres d'une jeune 

femme, — une gouvernante, — qui essayait en vain de le faire tenir tranquille. 



Notizen. 351 

Un prevenu qu'accompagnait im garde republicaiii arriva ; le petit 
garcjon lui saiita au cou eii ciiant : 

— Bonjour, ition papa ! 

L'homme tenait le petit dans ses bras. des sanglots soulevaient sa 
poitrine; le prisonniei etait M. Pedro de San-Luna, l'artiste peintre qui, 
le 22 septembie dernier. dans un acces de fureur jalouse, avait tire des 
coups de revolver sur sa belle-nieie et son beau-fme, M. Paido de 'l'avera. 

Viens-tu, papa? deniandait l'enfant. 

— Tout a rheure. lepondit le malheureux liomme. 
Et il entra che/ M. Pasques, juge d'instniction. 
L'enfant partit avec sa bonne. 

One of the boys read it out loud. and tiien handing the paper to M. Betis. 
repeated in his own words the story which he had just read. The only word 
which he boggled at was "prevenu", which necessitated the reference to a Frencli 
— not a French-English — dictionary in order to discover its meaning. Departing 
from the strict order of the progranime, M. Betis then asked the boys to explain 
in French the true reasons of the fornis of the conjugations employed in the 
narrative that had just been read — for instance : Why "deinanda/V l'enfant", but 
"repond// l'homine", etcl" This they did quite correctly, except for one verb. 
which was corrected by one of the other boys. The tenth was a stiff test — to 
repeat immediately in French a fact recounted in English. I told a gory tale 
concerning a mortal combat between a cock and a cat. with dire results to the 
cat. It was a comical story, which was iniprovised for the moment, and was 
satisfactorily rendered into French. 'l'he following passage was then taken froni 
the last nuniber or the Graphic : — 

At about eleven o'clock we reached a shallow ravine, where we 
intended to inake our midday halt. There was then a stiff breeze blowing. 
I feit sleepy (we had commenced our march about midnigiit, and had not 
halted except for a few minutes at sunrise, when I took a hasty snack 
of cold meat and bread, standing by one of the cameis); and I lay down 
intending to get up and have a cup of tea and some breakfast about one 
o'clock. By that time, however. there was a furious Storni blowing. .My 
head camelnian, by shouting in my ear. made me understand il was useless 
attenipting to march, as I could soon perceive for myself. 
It was rather a long story. which I should not have liked to have re- 
peated in English, the sequence of events not being very ciose. My second boy. 
however. went through it in French much better than his father could have done 
in English. This brought us to the eleventh question. At this point Mr. Storr 
suggested that it would be well to have a passage in English written out and 
translated textually. To this M. Betis objected on principle. Textual translation 
was opposed to the essence of .M. (louin's system. He was perfectly willing 
to take any passage that Mr. Storr would submit froni any Englisii author, and 
the boys would render it in French in theii^ own language. but the textual trans- 
lation, phrase by phrase, was exactly the khid of thing against which M. (jouin 
set his face. Translation in whicii the exact phrase was reproducfd belonged 



352 Notizen. 

to literary, not colloquial Frencb, and it ought not to be undertaken at the end 
of six months' tuition. All that M. Gouin claimed to do was to enable his 
pupils to give the sense of the thing, to express accmately and clearly the gist 
of what an English author or Speaker liad said or written; but textual trans- 
lation, phrase by phrase — no, they would have none of it ! To prove, however, 
that the objection was not taken on the score of inability, he consented to put 
the following passage from Answers, sentence by sentence : — 

N'ot Made by Lmv. 

Three years ago I was travelling in a füll carriage. One side of 
the compai tment was occupied by four portly farmers. 

At a wayside Station a thin, cadaverous man got in and tried to 
wedge hiniself in between two of the aforesaid farmers. 

Not obtaining a comfortable position, he turned to the biggest 
farnier and said : — 

"Excuse me, sir. The Act of Parliament allows you to occupy 
thirty inches. 1 think you are occupying niore." 

"Confound you, sir!" roared the farmer. "TM have you to know 
I was not nianufactured by Act of Parliament." 

This the hoys rendered in French with a slight difficulty about the French 
equivalents for "wedged in" and •■cadaverous," while "confound you" they 
judiciously left untranslated, or rather replaced by an astonished "Monsieur!" 

After this they were requested to recount what they would do in France 
under circumstances which were to be suggested by those present. The Situation 
suggested to the eider boys was this : — Suppose that one of them got out at 
Amiens, to get something to eat, and was left behind by the train without money 
and without ticket — what would he do ? The resources of the imagination of 
the fifteen-year-old were not very extensive, being chiefly confined to a vain 
pilgrimage to the Comniissaire de Police, and then to the Stationmaster, to ask 
for money in order to rejoin his father in Paris. Failing both these resources 
of supply, he resolved to wait in the waiting-room until his father came back 
for him — the idea of pledging his watch at the nearest pawnbroker's shop not 
having come within the ränge of his experience. Jack was then asked to explain 
what he would do if he had lost his purse when sent to make some purchases. 
His answers were clear and satisfactory. 

The twelfth ordeal was to describe and explain in French pictures sub- 
?nitted to them without explanation. The first, fi^om the Graphic, was somewhat 
simple — a party going to play golf; then came one froni the illustrated Supple- 
ment of the Petit yoiirnal, portraying the tiiumphal march of the French into 
Abomey. Then Jack had his turn with a series of pictures from the Imagerie 
Artistique series, representing the anger of a concierge when mocked by naughty 
children. At first he was somewhat bothered about the first picture of the con- 
cierge, who niight have been any old man sitting in a chair holding in his hand 
anything between a fishing rod and a wliip, but which is supposed to be a bell 
rope. Afterwards Jack went on all right. Thirtecn, fourteen, fifteen, and sixteen 



Notizen. 353 

were umitterl, as tlif tiiiie was rapidly passing. Seventeen was tlie expl.inatioii 
in Fiencli of the mental pictuies which arose before their minds on liearing a 
woifl or a phrase. 'I'lie words cliosen were "tache," "couiageux." "respectahle". 
•iibraire," "actviel," and "lanon." Respectability driving its gig did not arist- 
before the minds of the pupils, but only a person well dressed or very well 
dressed. "Larron" was a word they did not know, and this led them to haii'C 
back to the eighth head, in which they barl to ask in Fiench for sufficient ex- 
planation to enable them to understand that "lanon" in colloquial or modern 
French was "un voleur" — a word they knew very well. 

We then had first oiie and then another of the boys employcd as Inter- 
preters between a Frenchman and an Englishman piesent who weie supjiosed 
not to know each other's language. Tbis was gone through very satisfactorily. 
Upon this I can speak with authority. as it is one of the few jjarts of the exa- 
mination upon which 1 am entitled to have a voice. The subjects selected were 
the best way to go to Biarritz. and supposed biisiness interview for the bar- 
gaining for an indefinite number of animals of various sizes and descriptions. 
The subjects were selected by those present. After this Jack acted as interpreter 
between two ladies present with reference to obtaining rooms in Paris. 

The elfler boys now lepeated in French a discussion held previously in 
English between Mr. Storr. Mr. Swan, and ^I. Betis, on the Utility or otherwise 
of tianslation phrase by phrase instead of re-thinking the whole in French. 

Then came the crucial test to prove whether the scholars could unter- 
stand ordinary spoken French. i\I. Betis and M. Poire began a very rapid con- 
versation in French concerning their intended visit to France, which was con- 
tinued for some little time. Ihe substance of it was then given in French by 
the boys. One took the part of M. Betis and the other of M. Poire, to the 
complete satisfaction of those whose conversation thev undertook to lepeat. 

No. 21 was passed over foi^ lack of time, it now being half-past six, 
greatly to the disappointment ofM. Betis, who was most anxious to prove that 
the boys could understand a lesson given either in science or literature in the 
French language. One of the boys was tlien told off to give a lesson according 
to M. Gouin's system to bis sister, which he did standing at the table, to the 
satisf;\ction of M. Gouin's representatives. The grammatical table had been pre- 
viously explained. Then the eider boys were instructed to write a letter to an 
imaginary person in Paris asking the price of a flat of five apartments, near the 
Touvre. These were written in good phraseology, but there was a mistake in 
tlie use of the word "apartement" for "piece", the responsibility of which. how- 
ever, does not lie at the door of the jiupil. The Company was breaking ui>. 
and they were writing in the midst of a general hubbub. Jack then read tluenlly 
an extract from the fairy story of "Le Petit Poucet". and his sister desciibed 
one of the pictuies. The examination then closed. 

THE RESULT. 

Tlie net result of it all on my mind was tliat whatever eise lunl been 
done or had not been done, M. Gouin's system had taught my children to ihink 
Phonetische Studien. VI. 2|i 



^54 NoTiZEX. 

in rreiicli. 'I'liat is to s.iy. tlie Fiencli language had becoiiie to them a vehicie 
of thought. They were not glib, and as they have never been to scliool, but 
always under private tiitorsliip, they had not the fiee decided manner of reci- 
tation that is acqiiireil when srt pieces are learned by lieart and repeated in chiss. 
Although they hesitated sometinies in getting the facts grasped in their ininds 
betöre giving the French seiitences, tliey lind unquestionably got hold ot" the in- 
strument and were able to use it tor all practica) purposes. 

It will be seen tVoni the extracts which I have given above that the task 
covered a tolerably wide ränge and sampled pretty fairly the kind of ordinary, 
average coiloquial language which they woiild requiie in finding their way about 
the World. As to their accent, pronvniciation and grannuar, of that. of course, 
1 can say nothing. 1 leave that to the testimony of those who were present, 
especially M. Poire and Madanie de Leeuw. M. Poire is a Frenchman born. 
and Madame de Leeuw has half a dozen languages at the ti]) of her tongue. No 
doulit the previous grounding in French which the eider boys had received from 
their tutor stood theni in good stead. although both they and their tutor frankly 
adniit that they never woiild have been able to have gone through such an exa- 
min.ition but for ihe six nionths' training under ^I. Gouin's systeni. In the case 
of J.ick, however, M. Betis liad virgin soil to work upon. He is only nine 
years old, and he luui never opened a French gramniar. He also told his stories 
in French and took pait in the Fiench conversation. and fully justified what 
Mr. Swan had ciainied when he canie to nie six nionths ago. 

REPORTS FRO.M THO.SE PRE.SENT. 

1 appcnd the writteii Statements of those who were present, each of which 
has been wrilten independentiy, which Supplement and confirm my own iiii- 
pression as to tlie results which have been obtained. My boys had never before 
been at any examination of a quasi-public nature, and anyone who has had to 
iindergo an examination in the presence of half a dozen strangers, in the native 
language of some of tlicm. can understand liow formidable such an ordeal niust 
have been. 

Mr. A. C. Poirc. 

l8, Portland Place, Halifax, 
Dec. 20, 1892. 
Having had the privilege of being one of the examineis on the Hjth Dec, 
1 am glad to State that the boys gave proof of a thoiough and wide knowledge 
of what one may call simple French; and by that I mean the ordinary straight- 
forw.ird langn.ige used bv French ])eople theniselves in the intercourse of life, 
eiiaiding tlieni to express all their own Ihoughts and the thoughts of others. 

Of couise there was occasional hesitation, which may be easily understood 
if WC remember that everything had to be done on the spur of the monient (and 
even in their inother-tongue they would probably have ilone the same). 

Therc were also sonie mistakes of genders. In the few rare cases of 
inaccuracy of tense, the right form was given after Ihe simple indication that a 
mistake had been made. 



Notizen. 



355 



1. I was particul.iily stiiick, as a Finicliiiian and a teacher, bv thc way 
in wliich tliey repeated, with astonisliing accuiacy, a conversation belween Mr. 
Betis and myself, in tlie coiirse of which 1 puiposely spoUe more quicklv than 
we generally do, never waiting a second to give tliein tiine to tliink. And let 
it he renneinbered that the pupils clid not repeat after each sentence. biit only 
when tbt' conversation was over; that is, they tliought in Frencli. 

2. By the facility witli whicli they lepeated a short stor\ , whicli I rapidly 
iinproviseti in French on a tlienie given hy another person. 

3. By the repetition. in excellent French, of a disciission which had take:i 
place, in English, half an hoiir or so l)efore. which they did not know thev 
would be asked to repeat, and whicli one might think the\- had forgotten. occu- 
pied as they were with the rpiestions put to them between the discussion and 
tiie repetition of it. 

4. By their repealing, almost word for word. an articie froui a F^rench 
newspaper read quicklv to theni. 

fi. By their explanation (in French) of the true reasons for the use ofall 
Mioods and tenses in the articie read — an e.\planation much clearer than that 
generally found in gramniar? — a very remarkahle feat, if we remetnber that the 
niethod does not take granunar as its basis. 

6. By the e.xcellent manner in which one of the i)oy.- gave a lesson to 
his sister, with the necessary explanations. insisting. wheii needed. on the value 
of certain words, and e.\plaining their meaning (the whole in French,. 

7. By the adinirable nianner in which Jack recountcd bis experiences (in 
French), and acted as an interpreter between an American lady and a French 
lady, a result in keeping with his attainments la.st August. 

These tests — and others — have proved to me that although we had not 
tinie to subniit the boys to the last test — that of listening to a lecture in French, 
and reporting it in English — the wide knowledge of Frencii thev manifested 
would have enabled them to do it. 

A. C. PoiRK. 
Fiench Mastei- al the Iluddersfield College. 

Madame Allda /-,. de LiCuiv. 

Decenibei- 20th. 1892, 

Much as I expected froin Mr. Gouin's method, and Messrs. Sw\an's and 

Betis's application of it, I was quite Struck by tiie results >hown yesterdav. The 

clear and correct pronunciation gave evidence of carefui training. 'l'he facility 

with which even the boy of nine could act as interpreter. and the wonderful 

ease with wliich the eider ones rendered in idioniatic Frencli a most difficult 

passage, chosen at randoin froiii an English daily paper, sliowed conclusively 

that they had gained a masteiy over the language which will enalile them to 

converse with any Frenchman on any topic short of distinctively "special" sub- 

jects. The nianner in which the questions on the use of the tenses were an- 

swered ought to convince any one that this is indeed "French made easy". the 

explanations being perfectly simple, intelligihle, and easy of application. 

Al.iDA E. DE LKEUW. 
The Kingslev Scliool. Wimbledon. 

23* 



356 Notizen. 

Mr. F. Storr. 

Athenaeum Club. Fall Mall. S.W., 
Dec. 24II1, 1892. 

iJear Mr. Stead. — You have hcen good enough to let me see in proof 
yoiir account of the e.\amination oC yoiii" chiklren in French on December löth. 
at whicli I was pre.'^ent. and to ask nie to appeiid niy own impression of the 
resnlts attained by six months' teaching on tbe Gouin method. 

I feel some hesitation in so doing. As I told you, when you invited 
nie, 1 canie witii a preconceived prejudice against the method, not, 1 liope, due 
wholly to pedagogic conversatism, but fornied after a careful penisal of M. Gouin'.s 
book. This prejudice was only in pait renioved, and it is alwavs unpleasant 
to play the part of Mephisto, der geist der stets verneint. 1 am glad to be able 
to begin with unstinted praise. Jack's Performance, considering the tinie he had 
beeil in training, 1 thought very remarkable. Within the ränge of nursery F'rench 
he moved with ease and comfort, and though bis verbal terniinations were pe- 
culiar, he couid have made himself at home if turned adrift in a French nurserv. 

As to the eiders, I feel it liardcr to speak. and I confess I should have 
found the "five niinutes" private conversation wlüch Dr Baker desiderated at 
tiie Headmasters' Conference a inore satisfactory test than the three or four hours 
<if the public Performance by your boys. 'L'heir most astonishing feats (and some 
of tliem were really astonishing) depended more on exceptionally strong memories 
than a knowledge of French. To put it briefly, they seenied to me, in regard 
to French, very much in the same stage of development in wbich the Dorset- 
shi|-e labourer is as regards English. llis vocabulary, according to Mr. Barnes, 
is limited to two hundred vocablcs, but he can iiianipulate these vocables with 
jjerfect ease. ("omparing them with iiiy own pupils of the same age, tlieir collo- 
quial attainments were far superioi', and tlieir accent was above the average. ün 
the other band, their genders of nouns and conjugations of verbs were distinctly 
below the average of my class; and 1 should be inclined to back my own clas^. 
against them in an examination consisting of a passage at sight to be rendereil 
into English — a dictation or a piece of French composition. ^line, however, 
is very probably the partiality of a parent, or one who Stands in loco parentis. 
As M. Betis Said, our methods — and 1 would add, our aims — arc wholly diüerent. 
— Yours sincerely, F. STORR. 

Mr. H. Borns. 

Dear Sir. — ^'ou ask me to e.xpress my opinion concerniiig ^londay',s 
examination. 

The vouiigest boy, iiine years of age, had nevcr had aiiy jirevious in- 
struction in French. Since the middle of May he lias liad one hour — the eider 
boys two hours — live times a week. ,He nanied ohjects and movements, repeated 
stories, negotiated for a bouse and rooms, described pictures, talked — .i remark- 
able success. 

The eider boys are uiider my tuition; lliev had had French since Kastei', 
1888, two lessons a week at first. 1 do not lliink they were given sufficient 



Notizen. 357 

ohpuitiinity to sliow wiiat thcy liave le.uncd. Tlie hoys passe'l llirougli tlie 
ordinary gestuies and movemenfs ; in their case soinctliing inore than tlie nierc 
Verl) shoiild liave heen reqiiired to dcmnnstrate that tliey know the regime. They 
narratcd in French wliat tliey liail heani in Englisli or in Fiencli. a <iuartcr of 
a colunni fiom tlie Petit yoiinial, a disastroiis polar expeditioii, alioiinding in 
])eiil.s l)Otli to tlie navigator and the linguist ; they acted as inteipieters, and 
npeated a conversation puiposely Lanie>l oii at an ainazing speed. All this was 
not easy, and was well done. It jiioves that the Ijoys think in French — a great 
achievenient. It furtiier shows that they possess a leiiiaikable retentive faculty, 
developed, no doubt, by systeniatic teaching. Mr. Storr siilmiitted a piece for 
translation, not a difficiilt one. They should liave done it. and could have done 
it. 1 think; our copy-books of halfayear ago contain niany creditable exercises 
1)1" this type. But Mr. Betis ohjected on jirinciple. He dei)iecates translating. 
In a ceilain sense I concur. 'ihe Student should think and construe in French. 
Hut when a certain knowledge has been obtained, he iinist translate, if he is not 
con.stantiv to stunible over gender, conjugation. termination. etc.. wiiether he wish 
siiiiply to correspond in French or to ma'^ter the finesses of tlie language. Oral 
teaching quickly imparts a fair smatteriiig. e.vceedingly usefui, and very pleasing 
to the heginner; it cannot alone impart lirm knowledge. Not many a teacher, 
nioreover, can spare two hours live tinie.s a week for each language ; judicious 
translating and re-translating then becoiiies a chief resource. The slips which 
occurred proved that piain graniniar practice and wrilten exercises in general 
require more consideration than they have apparently received during these months, 
when novel impressions and ex])ressions have heen siioweied upon tiie students. 

Tlie examination was essentially oval, as the Instruction had heen. and 
the results were, perhaps, in accordance. 

The hoys have learned to understand Fiencli, spoken and printed, and to 
uiake theniselves iinderstood; but they need proper study. They know morc, 
1 believe, than the examination brougiit out. It should he icmaikeil that they 
have lieen k'ept very husy all the tinie with ordinary and extraordinary work. 
.md will shortly have to undergo an examination in Gernian. 

Dcceniber 22, l8g2. II. BoRNS. 

Mr. David Prydc, LL.D. 

28. Wohurn Place, Russell Square, W.C. 

Dear Sir. — 1 now take the opportunity, which 1 did not get on Monday, 
t)f thanking you foj' allowing nie to he ])resent at the examination of your 
children according to the new systeni of teaching French. I was pleased and 
satisfie<i beyond expectation. 

That the natural niethod of tciching languages is the best, aml that this 
particidar metliod is more natural than the others now in use. will be readily 
admitted by every unprejudiced educationist. The only problem to be solved 
was: '-Could the melhod in question be carried out efliciently ?" 

1 think that this problem was undoubtedly proved by the examination at 
your house. The puidls were tiied by everv possible test. and they stood every 



3S8 . NoT.'ZEx. 

test most satisfactoril) . Tliey weie tliorouglily at hojiie in tlie siibject. On tlie 
various occasioiis when they weie asked to descrilie an object, it was evident 
that thcy were not piittiiig their description into Englisli, and then translating it 
word for word into Fiencli. hiit tliat they were looking at the ohject with tlie 
niind's eye. and allowing the object to suggest tlie Fiench words. In every 
imaginable position in which they were placed they were always able to find 
sonie language to describe their ide;i?. Of coinse tliey w^ere not always fluent 
and correct. But even French children in simiiar circunistanres would liave 
occasionally hesitated and niade some grammatical mistake. Even English adults. 
if set on the spur of the nioment to describe an object in their own language, 
would not have been absoUitely without a mistake In fact, I could not helii 
noticing that the keenest critic present at the examination, while drawing up an 
English passage to be translated into Freneh. made a slight eiror which he after- 
w'ards conected. 

On these grounds I think that M. B(.'tis and Mi-. Swan ought to be con- 
gratulated oi: the success of their experiment. 

I am. yours verv sincerely. 

December :i2iKi, i8qj. David pR'iDE. LL.D. 

JMadaiiic Adele M. Garrigncs. 

tio, Gower Street. London. W.C. 
Dec. 24tli. 1892 

Dear Mr. Stead, — I liad lead, in \\\t American Review of Rez'iews of July 
last, your paper on the Gouiii systeni of teacliing languages before I left America, 
and since I have been in London 1 have taken every means at my disposal of 
seeing the theory applied to practice. Conserjuently I was glad to witness the 
examination of Monday last, and 1 take pleasure in expressing niy satisfaction 
with the result of the six months' test. 

The fact that the young people really possessed their French, and were 
able to use it for practica! purposes, and that they did so use it, was wliat first 
impressed nie. The quickening and stimulating effect of this method of .study 
upon the imagination was also evident, and it would, I should say, have its 
effect on study in otlier directions as well as in languages. 

The reproductions in French of conversations and of stories read or re- 
peated in English, showed this quickness of mental energy and also the mental 
attitude which the Gouin method aims to secure. It was evident that a distinct 
picture was conveyed to each brain, and that the variations, when there were 
any, were caused l)y the individual colouring which the same picture niay take 
in different minds I have never seen results gained by six months of instruction 
which could compnre favourahly with what yoiu' children did on Monday. The 
ground covered, and the thoughtful. intelligent mannei" in which the work was 
done, were alike gratifying. As soon as the facts or ideas presented in English 
took shape in the brain llie response in French was prompt and confident. 

The incidents which you termed "Autobiographical reminiscences of the 
Stend family" were clearly and pleasantly told. 



Notizen. 359 

1 was, howevfi", even moie interested in Jack as an inteipieter. Nothing 
Lould he inoie satistactoiy tlian tlie simple and direct nianner in wliicli he trans- 
hited niy English questions nbout apaitnients in Paris to Madame Leeuw, 01 
than the clearness witli whicli he lendeied lier French leplies to me in English. 
It was something 1 ha\e nevcr seen accomplislied hy an adult aftt-r the same 
aniount of insfiuction. 

It was, l think, duiing sonie geneval discussion that Miss Kmma came to 
my side and told me the story of a series of picturts in one of the papers that 
l took from tlie table. 1 had seeu tiie paper hroiight in, and iVom its date 1 was 
sme that it was new to her. No test of her powers to sliape iier own thoughts 
in l''rench could liave been more complete. 

1 have Seen many students make literal translations, that is, snbstituting 
one Word or phrase for another, and it is done l)y some who have not the power 
to express a tiiought in a forcign language. It lieais the same relation to thinking 
and speaking as the theory of swimming does to the actual practice. One may 
know very well how it should be done without ever plunging into the water. 
Your childien have certainly made the plunge, and I earnestly liope tliat their 
success may give conUdence to those who are waiting on the shore. I expect 
to see the Gouin system widely adopted in America. 

.\gain thanking yoii for tlie jjleasuie of seeing the examination, ■ — I am, 

Very sincerely yours, 

ADKLE M. G.^RR1GUES. 

Weiter erzählt Mr. Stead von sonstigen erfolgen der methode. Am tage der 
prüfung habe er aus so weit von einander entfernten gegenden wie Chicago und 
Britisch Bechuanaland briete erhalten mit anerkennenden äusserungen Ober die 
methode und mit der bitte um auskunft. In manchen englischen schulen werde 
sie jetzt angewendet, in mehreren mit bestem erfolg. M. Poire leite drei klassen : 
eine von 40 knaben im alter von 11 — 12 jähren in der Higher Board School 
(mittelschule) in Halifax, eine zweite von 6o erwachsenen und eine privatklasse 
von 2q erwachsenen. Die ausspräche {„i/ie accent"') sei ausgezeichnet und die 
stunden für die schüler so interessant, dass keine strafen nötig würden. Bei den 
erwachsenen seien die erfolge noch befriedigende). Zwei zum schluss abgedruckte 
urteile über die mit der methode gemachten erfahnnigen sollen hier ebenfalls 
reproduzirt werden. 

Mr. Richard W. Waddy, M. .\., hend-mastcr «ler Abhey School in North 
Berwick, sagt: 

As to the System, so far as 1 have got. I feel aide to say this: — 

1. It has interested all the boys, both the clever and the dull, and is, 
perhaps, the most populär branch of study at present in the school. This may 
be set down to novelty . perhaps, but the interest seems to grow, and not 
to abate. 

2. It has won the goodwill of the boys tor the subjects to which the 
System is applied. This goodwill, which is sought for in many ways (Horace 
says the teachers, when kind-hearted, gave the boys cakes to make them wish 
to learnj, is half the battle. and that the method seems to secure. 



360 Notizen'. 

« 

3. The boys show tlie interest by repeating tlie series at honie, niucli to 
the deligbt of tlie pareiits. Sevcral parents liave spoken to nie aboiit tbis, and 
Said how pleased they vvere. Wlien did boys evei- lepeat anything of tlieir own 
accord under the old regime- 

4. The absence of detention lii« iiiade the scliool both happicr and heal- 
thier; the strain of detention woik, both for inaster and boys, when the time- 
table is already long, being very injurious. Last year, under the old system, niv 
own health suffered from staying in witli the boys. Nearly eveiy day some one 
stayed in to learn Freiich gramniar. This absence of detention (whicli I never 
knew before liow to bring about) is one of the tliings which has niade the system 
populär with us. I tliink this is a fair, and not a meretricious popularity. 

ö. One one of the luost striking things is the vvay in which the dull 
boys. who were incurable laggards before. have jiicked up courage and taken 
fresh Iieart under the new system. The levelling effect of the system upon tiie 
classes is reaiiy surprising. 

A little boarder whö came this term i'I must say he is a very intelligent 
and clever child of nine years), and who was called out of school to see bis 
fathei" and mothei'. who were so anxious about bis liappiness in the new scliool 
that they came early the first Saturday of term to see how he was, expecting 
to find liim hoine-sick and dull; this little chap ruslied into the study, and tlie 
first w^ords he said were: "Oh. the Fiencli is deligbtful !" "Fancy", said bis 
fathei" to me, "that was the first tbing tlie child said to nie !" I suppose he e\- 
pected to be implored to take him away. or something like that, and tbis was 
what he heartl. 

6. It is a deligbtful systeni to teach. It is such fun I x\nd then tlie delight 
of liaving no junior exercises to coiiect, and tlie pleasure of liearing Frencli read 
fluently from the "Series", and not stumbled over from a reading-book. 

T find the classes wonderfullv equal. For instaiice. some new airivals do 
just as well as the older fellows. and the slower boys aie plucking up courage 
in consequence. 1 think tbis is a inost striking tbing. Personalls' niv work is 
far happier, the disappearance of detention deligbtful to every one, and scliool 
atmosphere far happier all round. 1 am doing I-atin as mucli as possible on 
tliese lines, with good results. I have been using the plan of reconstructing tlie 
sentences recommended in the cliapter on classics with admirable result. It keeps 
the whole class eniployed, and gets the lesson into their lieads so well that it 
is learnt by heait by all the clever boys. and well known by the rest. 

Miss N. C. Pryde, Bedford Park High School. die in London zuerst die 
jnethode in den regelmässigen Unterricht eingeführt bat, schreibt an Mr. Swan : 

I am sure you will be pleased to hear that the new method of teaching 
French has been a great success in this school. A class of beginners started 
under the new system 011 the l^' (Jctobei-, and in ten weeks the pupils have 
learnt iiiore tlian otlier classes, woiking according to the old method, leai nt in ten 
montlis. The pronunciation of the former also is mucli better than that of the latter. 

The niost remarkable result, however, of the new method is the interest 
it awakens in the inipils. They are sorry when the French lesson is done, and 



' Notizen. 361 

heg the mistress to give tliem anothei-. We overliear tliem going tliiougli tlit- 
Seiies by tliemselves; and sonictimes during the Englisli lesson wlien tliey arc 
at a loss for an cxpression. they involuntarily use a Frencli plirase. About three 
weeks after tlie commencenient of the new niethod, 1 was printing soirie papers 
on the typograph, and soiiie cliiKhen ol' eight or nine years, pupils of tlie newly 
Started French class. were looking on. I heard theni expressing all iny actions 
in French to theinselves, each one Irving fo name them first. 

One of the gieat advantages of this new System is tliat it does away with 
the necessitv of honie pieparation. If tliis could be accomplished in other siib- 
jects, it woiild be a great reiief. not only to the pupils. biit to their parents. 

Sonie peopie say that ihis metiiod. wliile it inay be iiseful for children, 
cannot be successful with adults. In refutation of tJiis 1 inav statt tliat 1 have 
a German class for adults and the results are wonderful. 'I"he pupils theniseives 
are very niiicli surprised at the piogress thev liave niade. 

Bei dieser gelegenheit sei der Wortlaut rles schreil'eiis niitgeteilt. wodurch 
die teilnehmer des ersten gouiiTschen kursus in England dem eriindcr der methode 
ihre anerkennung ausspraciien. 

:<4, John St.. Bedford Kow, London W. C, 
.\ng. l(>t'i l8<.>2. 
7(1 Mr. F. Goiiiii. 

Dear Sir. 

This address proceeds froiii the students and teachers of language 
who have attended here, duiing the past three weeks. to acquire, linder 
the guidance of Messrs. Howard Swan and Victor Betis. a practical know- 
ledge of your "Series System". 

The recent publication in England of your book on the "Art of 
learning and teaching languages",' awakened in those who read it an ardent 
desire to know more of a method that seemed so füll of hope. Accord- 
ingly we gladly availed ourselvcs of the iioliday class opened by Messrs. 
Swan and Betis, and now feel oursclves in a position to jndge, from actual 
experience. of tiie nierits of the new system. — Briefly then. we came, 
we saw, and we were conqiiered! We one and all intend to adojU and 
spread your method so far as in us lies. — 

Before separating we wisii to send to you. into whose labours 
we have entered, this exprcssion of our thanks. and to bid von (lod-speed 
in the w^ork you have in band. — 

And lastly, we would congratulate you on having secured in Messrs. 
Swan and Betis two such able exponents of your opinions. — It is im- 
possible to remain unkindled by their enthusiani, or uneonvinced by the 
earnestness and lucidity of their teaching. 

(Folgen die Unterschriften.) 

Diese erklärung ist sehr allgemein gehalten. Soviel aber geilt ohne zweifei 
1 Die englische ausgäbe ist bereits im Januar 189;} in W. aufläge erschienen. 



362 Notizen. 

aus den oben mitgetheilten Zeugnissen hervor, dass die iiiethode Uouin das inter- 
esse der schüIer für den gegenständ in viel höherem grade erweckt, als das in 
England noch hellsehende '.'ranmiatisiren, und dass sie die schülei- bei massigem 
aufwand von zeit und niülie in stand setzt, die fremde spraclie zu verstehen und 
zu brauchen, luid zwar ohne dass die vielgeliebte grammatik darüber ernstlich zu 
schaden käme. Sie ist eben eine art der natürlichen, imitativen, neuen oder 
reform-methode — der name tluit niciits zui' snche — und zeigt in ihrer weise, 
dass deren grundsätze richtig sind. W. V. 

EIN VORTRAG VON A. M. BELE ÜBER DIE y?-EAl)TE. 

Die in New York erscheinende Zeitschrift Science enthält in der wochen- 
iiuninier vom 14. oktober 1S92 den abdruck eines Vortrags über die r-laute, den 
der altmeister der sog. englischen schule bereits im dezember 1891 vor der phone- 
tischen Sektion der amerikanischen Mixient Langiiage Associa/ion gehalten hat. 

Bell unterscheidet r-laute, die auf blosser reibung beruhen, gerollte r-laute 
und vokalische r-laute ohne reibung und rollen. Als grundlage aller Varietäten 
betrachtet er ,.a fiictional emission of breath or ol' voice between two surfaces 
in the breath Channel." Das normale englische r wird naeh Bell ohne reibung 
zwischen der Zungenspitze und dem oberen Zahnfleisch gebildet, wozu manchmal 
inversion der zunge oder gutturale odei" labiale kontraktion kommt. Gerolltes 
zungenspitzen-r ist die gewöhnliche form in Schottland und Irland. Vokalisches 
r tritt im englischen regelrecht ein. wo kein vokal folgt. Die folgenden aus- 
führungen Beils über englisches r dürfen um so mehr auf die beachtung rechnen, 
als sie zu einem ..vor kurzem in England veröffentlichten buche" in gegen- 
salz treten. 

In a book recently published in England the learnei' is taught that R is 
silent in such woids as fayvi, servc, lord, prayer, locird, etc. Had the Statement 
been that the sound ol" consonant-R is not heard in these words it would have 
l)een correct, but the R is certainly not "silent;" il has a phonetic effect of its 
ovvn, soft and vowel-like, but a quality wanting which the words would not 
have their characteristic pionunciation. 

That there may be no mistake as to the teaching in the work referred 
to, the leader is specifically told that the words arms and lord are exactly the 
same to the ear as the words abns and latid. Now what is the sound of R 
which baft'les the disciimination of this writer ' Let us magnify it, as in a 
microscope, by prolonging the elementary sounds. First let us put "alms" and 
"laud" under the microscope: — 

a . . . . Inis ; lau . . . . d. 
llere there is no R; Ihe vowel lemains unchanged \intil slopped sharply by the 
>ucceeding conson.uit. Now \m\. "arms'' and "lord" under the microscope: — 

a . . . . (,?)rms ; lo . . . . (^)rd. 
llere between the vowel nnil the m oi' d there is interposed a gliding conncctive 
•sound, so that the vowel is not stO]ii3ed sharply by the consonant, but its quality 
is gradually changed by a iil't of the tongue, verging towards but not quite 



Notizen. 363 

reaching tlie position for K. 'Ihis is all the sound that R lias, in modern English. 
betöre any consonant or when final in a word. But it is soinething inore than 
tiothing; and something that is essential to the conect utterance ol' any word 
containing R before a consonant. 

Aniong the sounds of R may be reckoned the infUience of R upon other 
■-ounds. The mouth cavity for R being very large. any closer vowel preceding 
K is, as it were, stretclud at the point of junction, so as to assimilate with R. 
Thus a pure c is with difficulty pronounced before R; a pure ä is never, in 
Anglican speech, heard before R, but a is "stretched" to eh, as in air, chair. 
So. too, o and 00 before R liave a niore open than their usual formation, as 
in old — ore; pool — poor. 

These widened sounds of o and 00 are distinctly dilTerent from the sound 
of aw ; yet in the book before leferred to the words shore and drawer are said 
to have the saine vowel ; and tlie words yoitr and yore are classed as identical 
in sound. Your, shore, and drawer are thus "phoneticised" into yawer, shawer, 
and drawer. These words are, indeed, offen so pronounced in dialectic speech ; 
but the science of phonetics niust be retrograding instead of advancing when, in 
.m "Introductory Science Text-Book", such diflerences can be ignored, and such 
inert- negligences cited as exaniples of correct usage. 

All Short vowels stop sharpiy on consonant-R, as on other consonants, 
as in parrot, verry, spirit, sarry, hiirry; but long vowels take on the connective 
glide even before consonant-R. as in iccarv. fair^v, rdry, gory, fury. Thus wea(p)ry, 
iai(?)ry, wi(?)ry, etc. 

The vowel quality inherent in the niouth-cavity of R is that of er-ir in 
her, Str. Consequently, in such as words as ßrm, yearn, ther has the effect of 
lengthening the syllable by inaking it contain two sounds of the saine vowel. 
f-et US put the words under the niicroscope: — 

H . . . . (p)rm ; yea . . . . r^)rn. 

Test this further by analyzing the syllable "word." If the r were "silent", 
the vowel would be sharpiy .stopped by the consonant d. Thus, wo . . . . d: 
liut the true pronunciation of this syllable interposes a glide betwcen the vowel 
and the d. Thus, wo .... \3)x<\. 

In forming this sinooth transitional r the tongue is slightly lifted from 
the bed of the jaw ; therefore when a vowel follows the r, the consonant sound 
of the letter is also developed ; as in fearing = fear-ring. There is a tendency 
among niany Speakers to finish all open vowels with this lift of the tongue. so 
that the consonant r is inadvertently interpolated between two words. as in 
*Pennsylvania-r-Avenue," "I saw-r-it all." 

Nice distinctions — like those which are the subject of this paper — are 
of no importance where mere inteliigihility is concerned ; for example, in the 
speech of the deaf. In such cases, the widest ditferences may be disregarded. 
s.) long as the words are understood. But in the study of phonetics, the niost 
minute varieties reijuire to be distinguished, because what in one case mav be 
a distinction with but little diflference, may in another become a very shibboleth. 

w. \-. 



364 Notizen. 

DIE PHONETISCHEN APPARATE. 

hl ineinein bericlit iiber den berliner neuphilologentag, riwii. sttid. V[, s. \2.'\ 
habe ich die während der berliner Versammlung Uursirende angäbe wiederholt, 
dnss Rousselots apparate 70CXJ ftanken kosteten. Glücklicherweise ist die anagbe 
irrig; die kosten belaufen sich nach ausweis des nachstehenden Überschlags, dessen 
niitteiiung ich der gute des herrn prof. Koschwitz verdanke, alles in allem auf 
1724 fr. Das von der firma Charles Verdin, Constructeur d'instrtimcnts de precision 
servant en Physiologie et en mcdicine, 7, rue Linne 7- Paris, aufgestellte Verzeichnis 
hiutet wie folgt : 

Dcvis d' appareils poiir Farl phonelii/uc. 

1 Enregistreur avec regulateur de Foucault ... 600 fr. 

1 Chariot conduisant les appareils inscripteurs (vis spi-ciaie) . . iqo ,. 

1 Support pour noircir les feuilles de papier ........ [}(>., 

100 Feuilles de papier pour traces .... 12 „ 

3 Supports n'^ 1 :><> „ 

2 ideni de cotes ;v reglage. diuit 1 ii droite et l'autre ;i gauche . . .nO „ 
2 ideni simples de cotes lO „ 

1 idem d'equerre h doublcs viroles Ifj „ 

2 Tambours inscripteurs 80 „ 

1 Signal electro-magnetique 75 .. 

1 Appareil pour ie mesurement des levres 50 „ 

1 Pneumographe de M. Marey 60 „ 

1 idem de Paul Bert lo „ 

1 Appareil pour les vibrations du larynx 80 „ 

1 Enregistreur de ia ]>arole 150 „ 

1 Microphone • lOO „ 

1 Stethoscope !.">., 

1 SpiromC-tre de Ciiarles \'erdin y.'i „ 

1 Pile de Grenet 12 „ 

1 Capsule avec tubulure .5 - 

Embouts d'ivoire .^ .. 

Tubes de caoutchouc. soupapes et fils ölectriques 25 „ 

1699 fr. 
l'.mballage 25 ,. 

1724 fr. 
Wie herr jirof. K. hervorhebt, liegt überdies bei Rousselot und Wagner nur eine 
Verschiedenheit des ?ro-/j-/r/;-apparats vor, während man alle rousselot'schen hilfs- 
apparate (lippenbeobachter, Zungenbeobachter, kehlkopfbeobachter etc.) aucli bei 
dem wagner'schen registrirapparat anwenden kann. Herr prof. K. hält dies ,. sogar 
für ideal, weil die kurven auf dem wagner'schen registrirapparat viel grösser und 
deutlicher sind als auf dem rousselot'schen". Übrigens denkt auch R. seine apparate 
zu vereinfachen und zu verl)illigen. — Ich darf bei dieser gelegenheit bemerken, 
dass mir die niittel zur anschaffung des grösseren wagner'schen, bezw. albrcchl- 
schen apparats (l8<) mk.) vom kuratorium der hiesigen Universität nunmehr be- 
willigt worden sind. Der ajipaial arbeitete gleiili l>cini ersten versuch durcha\is 
nach wunscli. W. \. 



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