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Full text of "Prof. Dr. Thom's Flora von Deutschland, sterreich und der Schweiz, in Wort und Bild, fr Schule und Haus ; mit ... Tafeln ... von Walter Mller"

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Prof. Dr. Thome's 



Flora von Deutschland 



Österreich und der Schweiz. 



Dritter Band. 



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Prof. Dr. Thome's 



Flora von Deutschland 



Österreich und der Schweiz 



in Wort und Bild 



für Schule und Haus. 



Band III. 

Mit 155 l^feln in Farbendruck 
nach. Originalzeichr ngen von Walter Müller in Gera. 



-HtH- 



Gera-Unternihaus. 
Verlag von Fr. Eugen Köhler. 

1888. 






Alle Eechte vorbehalten. 



Inhaltsverzeichnis. 



Klasse: Getrenntblätterige Dikotylen. Seite 

4. Reihe: Euc3*clicae, Kreisblütige 1 

1. Ordnung: Gruinales, Storchschnabelblütige 2 

73. Familie: Linaceae, Leingewächse 2 

74. „ Geraniaceae, Geraniengewächse 8 

75. „ Tropaeolaceae, Kapuzinerkresse -Gewächse 15 

76. ., Balsaminaceae, Balsaminengewächse 16 

77. „ Oxalidaceae, Sauerkleegewächse 16 

2. Ordnung: Terebinthinae, Balsamgewächse 18 

78. Familie: Zygophyllaceae, Jochblattgewächse 18 

79. „ Rutaceae, Rautengewächse 18 

80. „ Terebinthaceae, Terebinthengewächse 21 

3. Ordnung: Aesculinae, Rosskastanienartige 22 

81. Familie: Aceraceae, Ahorngewächse 22 

82. „ Hippocastanaceae, Rosskastaniengewächse 26 

83. ., Polygalaceae, Kreuzblumengewächse 27 

4. Ordnung: Frangulinae, Faulbaumartige 31 

84. Familie-. Celastraceae, Celastergewächse 31 

85. „ Staphyleaceae, Pimpernussgewächse 32 

86. „ Aquifoliaceae, Stechpalmengewächse 33 

87. „ Rhamnaceae, Kreuzdorngewächse 34 

88. „ Vitaceae, Rebengewächse 38 

5. Reihe: Tricoccae, Dreiknöpfige 39 

89. Familie: Euphorbiaceae, Wolfsmilchgewächse 40 

90. „ Buxaceae, Buxbaumgewächse 54 

91. „ Empetraceae, Krähenbeerengewächse 55 

92. „ Callitrichaceae, Wassersterngewächse 55 

6. Reihe-. Calyciflorae, Kelchblütige 57 

1. Ordnung: Myrtiflorae, Myrtenblütige 58 

93. Familie: Haloragidaceae, Meerbeerengewächse 58 

94. „ Lythraceae, Weiderichgewächse 60 

95. „ Onagraceae, Nachtkerzengewächse 63 

96. „ Myrtaceae, Myrtengewächse 72 

2. Ordnung: Thymelaeinae, Seidelbastartige 73 

97. Familie: Thymelaeaceae, Seidelbastgewächse 73 

98. „ Elaeagnaceae, Ölweidengewächse 76 



IV 

Seite 

3. Ordnung: Saxifraginae, Stein brechartige 77 

99. Familie: Crassulaceae, Dickblattgewächse 77 

100. „ Saxifragaceae, Steinbrechgewächse 87 

4. Ordnung: Opuntinae, Kaktusartige 106 

101. Familie: Cactaceae, Kaktusgewächse 106 

5. Ordnung: Umbelliflorae, Doldenblütige 106 

102. Familie: Umbelliferae, Doldenträger 107 

103. „ Araliaceae, Araliengewächse 164 

104. „ Cornaceae, Kornellenge wachse 164 

6. Ordnung: Eosiflorae, Rosen blutige 165 

105. Familie: Eosaceae, Rosengewächse 165 

7. Ordnung: Leguminosae, Hülsengewächse 271 

106. Familie: Leguminosae, Hülsenfrüchtler 271 

7. Eeihe: Monochlamydeae, Perigonblütige 345 

107. Familie: Aristolochiaceae, Osterluzei - Gewächse 345 

108. ., Cytinaceae, Cytinaceen 347 

109. „ Santalaceae, Santelgewächse 348 

110. - ,, Loranthaceae, Mistelgewächse 351 

Register . . . . • 353 



Verbesserungen. 

Seite 2, 4. Zeile von unten lies: „73. Familie", anstatt 33. Familie. — Seite 24, 
Erklärung zu Tafel 325 lies-. Figur 4 Stempel einer weiblichen Blüte auf dem halbierten 
Fruchtboden; 5 geöffnete reife Frucht. — Seite 103, Erklärung zu Tafel 353 lies: Figur 2 
(oben) Blumenblatt, 2 (unten) Nebenkronblatt ; 3 (links) Staubblätter, 3 (rechts) junger 
Stempel; 4 aufgesprungene Frucht mit Besten der Nebenkrone und der Staubblätter; 
5 Fruchtknotenquerschnitt; 7 Same in netziger Schale; 8 Same ohne die Schale; 9 Same 
im Längsschnitte. — Seite 106, Zeile 4 von oben fehlt: „Kaktusartige" — Seite 106, Zeile 23 
von oben fehlt: „Doldenblütige". — In Tafel 342, Figur A, müssten die Blüten rein -gelb, 
nicht grünlich-gelb sein. — In Tafel 371, Figur 5, fehlen die Striemen; die Thälchen sind 
vielstriemig, in jedes derselben müssten mehrere kleine Punkte eingezeichnet sein. 






Prof. Dr. Thomä's 



Flora yon Deutschland 



Österreich und der Schweiz 



in Wort und Bild 



für Schule und Haus. 



Band III. 

Mit 155 Tafeln in Farbendruck 
nach Originalzeiehnnngen von Walter Müller in Gera. 



-HK** 



G8ra-Untermhaus. 

Verlag von Fr. Engen Köhler. 

1888. 



Alle Rechte vorbehalten. 



Inhaltsverzeichnis. 



Klasse: Getrenntblätterige Dikotylen. Seite 

4. Beihe: Eucyclicae, Kreisblütige 1 

1. Ordnung: Gruinales, Storchschnabelblütige 2 

73. Familie: Linaceae, Leingewächse 2 

74. „ Geraniaceae, Geraniengewächse 8 

75. „ Tropaeolaceae, Kapuzinerkresse - Gewächse 15 

76. „ Balsaminaceae, Balsam inenge wachse 16 

77. „ Oxalidaceae, Sauerkleegewächse 16 

2. Ordnung: Terebinthinae, Balsamgewächse 18 

78. Familie: Zygophyllaceae, Jochblattgewächse 18 

79. „ Butaceae, Eautengewächse 18 

80. „ Terebinthaceae, Terebinthengewächse 21 

3. Ordnung: Aesculinae, Bosskastanienartige 22 

81. Familie: Aceraceae, Ahorngewächse 22 

82. „ Hippocastanaceae, Bosskastaniengewächse 26 

83. „ Polygalaceae, Kreuzblumengewächse 27 

4. Ordnung: Frangulinae, Faulbaumartige 31 

84. Familie: Celastraceae, Celastergewächse 31 

85. „ Staphyleaceae, Pimpernussgewächse 32 

86. „ Aquifoliaceae, Stechpalmengewächse 33 

87. „ Bhamnaceae, Kreuzdorngewächse 34 

88. „ Vitaceae, Bebengewächse 38 

5. Beihe: Tricoccae, Dreiknöpfige 39 

89. Familie: Euphorbiaceae, Wolfsmilchgewächse 40 

90. ,, Buxaceae, Buxbaumgewächse 54 

91. „ Empetraceae, Krähenbeerengewächse 55 

92. „ Callitrichaceae, Wassersterngewächse 55 

6. Beihe: Calycifiorae, Kelchblütige 57 

1. Ordnung: Myrtiflorae, Myrtenblütige 58 

93. Familie: Haloragidaceae, Meerbeerengewächse 58 

94. „ Lythraceae, Weiderichgewächse 60 

95. „ Onagraceae, Nachtkerzengewächse 63 

96. „ Myrtaceae, Myrtengewächse 72 

2. Ordnung: Thymelaeinae, Seidelbastartige 73 

97. Familie: Thymelaeaceae, Seidelbastgewächse 73 

98. „ Elaeagnaceae, Ölweidengewächse 76 



IV 

Seite 

3. Ordnung: Saxifraginae, Steinbreohartige 77 

99. Familie: Crassulaceae, Dickblattgewächse 77 

100. „ Saxifragaceae, Steinbrecbge wachse 87 

4. Ordnung: Opuntinae, Kaktusartige 106 

101. Familie: Cactaceae, Kaktusgewächse 106 

5. Ordnung: Umbelliflorae, Doldenblütige 106 

102. Familie: Umbelliferae, Doldenträger 107 

103. „ Araliaceae, Araliengewächse 164 

104. „ Cornaceae, Kornellengewächse 164 

6. Ordnung: Rosiflorae, Eosenblütige 165 

105. Familie: Kosaceae, Eosengewächse 165 

7. Ordnung: Leguminosae, Hülsengewächse 271 

106. Familie: Leguminosae, Hülsenfrüchtler 271 

7. Reihe: Monochlamydeae, Perigonblütige 345 

107. Familie: Aristolochiaceae, Osterluzei - Gewächse 345 

108. „ Cytinaceae, Cytinaceen 347 

109. „ Santalaceae, Santelgewächse 348 

110. ., Loranthaceae, Mistelgewächse 351 

Register . . . . • 353 



Verbesserungen. 

Seite 2, 4. Zeile von unten lies: „73. Familie", anstatt 33. Familie. — Seite 24, 
Erklärung zu Tafel 325 lies: Figur 4 Stempel einer weiblichen Blüte auf dem halbierten 
Fruchtboden; 5 geöffnete reife Frucht. — Seite 103, Erklärung zu Tafel 353 lies: Figur 2 
loben) Blumenblatt, 2 (unten) Nebenkronblatt; 3 (links) Staubblätter, 3 (rechts) junger 
Stempel; 4 aufgesprungene Frucht mit Resten der Nebenkrone und der Staubblätter; 
5 Fruchtknotenquerschnitt; 7 Same in netziger Schale; 8 Same ohne die Schale; 9 Same 
im Längsschnitte. — Seite 106, Zeile 4 von oben fehlt: „Kaktusartige". — Seite 106, Zeile 23 
von oben fehlt: „Doldenblütige". — In Tafel 342, Figur A, müssten die Blüten rein -gelb, 
nicht grünlich -gelb sein. — In Tafel 371, Figur 5, fehlen die Striemen; die Thälchen sind 
vielstriemig, in jedes derselben müssten mehrere kleine Punkte eingezeichnet sein. 






Getrennt- oder Freiblätterige Dikotylen, Chori- oder 

Polypetalae*) 

4. Reihe: Eueyelieae, Kreisblütige. **) 

Die mit Kelch und Blumenkrone versehenen Blüten sind aus gleich- 
zähligen, abwechselnd stehenden Blattkreisen aufgebaut. Die Staubblätter 
stehen meist in 2 Kreisen. Der Fruchtknoten ist oberständig. Meist findet 
sich auf dem Blütenboden ein Diskus; derselbe ist in der Regel eine ring-, 
polster- oder becherförmige Erhebung des Blütenbodens; häufig ist er ge- 
lappt oder gekerbt, zuweilen auch in einzelne Drüsen geschieden; mitunter 
verschmilzt er mit dem Grunde der Staubfäden und bildet so die gemein- 
same Platte der nunmehr ein- oder zweibrüderig- verbundenen Staubfäden. 

Hierher gehören 4, nach den Einheimischen nicht wohl zu trennende 
Ordnungen. 

A. Kräuter, selten Halbsträucher. 

I. Blüten ohne Diskus. 

a. 1. Ordnung: Gruinales, Storchschnabelblntige. 

b. Die zu der 3. Ordnung gehörende Familie Polygalaceae, mit der 
leicht zu erkennenden Gattung Polygala (vergl Tafel 327). 

II. Blüten mit Diskus. 2. Ordnung: Terebinthinae , Balsamgewäclise. 
(Zu dieser Ordnung gehört noch die unten verzeichnete, durch ihre 
harzig- balsamischen Säfte ausgezeichnete Familie Terebinthaceae). 



*) Vergl. Bd. II, Seite 1. 
**) Vergl. Bd. II. Seite 2. 

Wiederholt wird darauf aufmerksam gemacht, dass sich die lebendige Natur nicht 
in die starren Formen eines Systems einzwängen lässt, dass es mithin sowohl in den 
Reihen wie in den Ordnungen zahlreiche Ausnahmen von der aufgestellten Kennzeich- 
nung giebt; auch darf nicht übersehen werden, dass die Umgrenzung der Reihen und 
Ordnungen mit Rücksicht auf das ganze Pflanzenreich, dessen Familien in Deutschland 
nur etwa zur Hälfte vertreten sind, getroffen wurde. 

Thom6, Floia. III. 1 



— 2 — 

B. Bäume und Sträucher. 

I. Blüten mit 2 Staubblattkreisen, daher Staubblätter in grösserer Zahl 
als die Kronblätter. 3. Ordnung: Aesculinae, Rosskastanienartige. 
(Zu dieser Ordnung gehört auch die oben erwähnte Familie Poly- 
galaceae). 
II. Blüten mit einem Staubblattkreise. 

a. 4. Ordnung: Frangulinae, Faulbaumartige. 

b. Die zu den Terebinthinae gehörende Familie der Terebinthaceae. 

1. Ordnung: Gruinales, Storchschnabelblütige. 

Blüten meist regelmässig, selten seitlich -symmetrisch, fünf-, selten vier- 
zählig. Die zum Teil zuweilen unfruchtbaren Staubblätter sind meist in 
2 Kreisen und derart angeordnet, dass die des äusseren Kreises den Blumen- 
kronblättern, die des inneren den Kelchblättern gegenüber stehen. Die in 
der Regel 5 Fruchtblätter des oberständigen Fruchtknotens stehen vor den 
Blumenkronblättern. Ein Diskus ist nicht vorhanden. 

Hierher 5 Familien: 

A. Blüten regelmässig. 

A. Die Früchte sind Spaltfrüchte; die Fruchtblätter lösen sich bei der 
Reife von einer stehenbleibenden Mittelsäule ab. 74. Familie: 
Geraniaceae, Geraniengewächse. 

B. Die Früchte sind Kapseln. 

a. Alle 10 Staubblätter sind fruchtbar. Blätter dreizählig zusammen- 
gesetzt. 77. Familie: Oxalidaceae, Sauerkleegewächse. 

b. Den Blumenblättern gegenüberstehende Staubblätter sind nicht 
vorhanden oder unfruchtbar. Blätter einfach. 73. Familie: Lina- 
ceae, Leingewächse. 

B. Blüten seitlich symmetrisch. 

A. Fruchtknoten aus 3 Fruchtblättern zusammengesetzt. Staubblätter 
sind 8 vorhanden. 75. Familie: Tropaeolaceae, Kapuzinerkresse- 
gewächse. 

B. Fruchtknoten aus 5 Fruchtblättern zusammengesetzt. Staubblätter 
sind 5 vorhanden. 76. Familie: Balsaminaceae, Balsaminenge wachse. 

33. Familie: Lhiaceae, Leingewächse. 

Kräuter oder Stauden mit Wechsel- oder gegenständigen, einfachen, 
ganzrandigpn, sitzenden Blättern. Nebenblätter fehlen. Blüten regelmässig, 
bei Linuni fünf-, bei Railiola viergliederig, gestielt, mit gut entwickelten 



Vorblättern, in traubigen oder rispigen Blütenständen. Kelchblätter mit 
dachiger Knospenlage. Blumenkronblätter in der Knospe gedreht, hinfällig. 
Die Staubfäden sind an ihrem Grunde kurz - einbrüderig verwachsen; sie 
stehen vor den Kelchblättern. Griffel sind eben so viele wie Fruchtblätter 
vorhanden. Die Samen enthalten einen geraden, fleischigen Keimling mit 
nach oben gekehrtem Würzelchen und etwas Sameneiweiss. 

Hierher 2 Gattungen: 

a. Blüten fünfzählig. Gattung 375: Limim L., Lein. 

b. Blüten vierzählig. Gattung 376: Radiola Dillenius, Zwerg-Lein. 

Gattung 375: Linum L., Lein. (V, 5.) 

Kelchblätter 5, ungeteilt. Blumenblätter 5. Zwischen den 5 vor den 
Kelchblättern stehenden, an ihrem Grunde ringförmig -verwachsenen Staub- 
blättern finden sich kleine Zähnchen, welche, wie die Entwicklungsgeschichte 
lehrt, als zweiter, unfruchtbarer Kreis von Staubblättern aufzufassen sind. 
Der fünfgliederige Fruchtknoten ist bisweilen durch von der Mitte der 
Fruchtblätter ausgehende, falsche Scheidewände mehr oder weniger voll- 
kommen zehnfächerig. — Sehr viele Arten dieser Gattung finden sich in 
zweierlei Formen vor; von diesen hat die langgriffelige einen den 
Kelch und die Staubblätter weit überragenden Griffel, während die Staub- 
blätter nur etwa so lang wie der Kelch sind; bei der kurzgriffeligen 
überragt in umgekehrter Weise der Griffel den Kelch nicht und sind die 
Staubblätter fast doppelt so lang wie der Kelch. 

A. Alle Blätter gegenständig. — Stengel fädlich, oberwärts gabelästig. 
Untere Blätter verkehrt-eiförmig, stumpflich, obere lanzettlich, spitz; alle 
am Rande etwas scharf. Kelchblätter länglich, zugespitzt, am Rande 
schwach drüsig -gewimpert, etwa so lang wie die Kapsel. Blumenkrone 
klein, weiss, doppelt so lang wie der Kelch. Blütezeit Juni bis August. 
Höhe 8 bis 30 cm. 0. Auf Wiesen und Triften; verbreitet und vieler- 
orts gemein. L. cathartieum L., Purgier - Lein. 

B. Alle oder doch wenigstens die mittleren Blätter der blühenden Stengel 
sind wechselständig. 

A. Kelchblätter mit drüsig- gewimpertem Rande. 

I. Blüten gelb. 

a. Stengel nach oben zu scharfkantig. — Blätter wechselständig, 
dreinervig, ganz- und kahlrandig, an ihrem Grunde jederseits 
eine Drüse; untere annähernd spateiförmig, obere mehr lanzett- 
lich. Blüten in endständiger Trugdolde. Kelchblätter gezähnelt, 
länger als die Kapsel. Blumenblätter ansehnlich citrongelb mit 



— 4 — 

dunkleren Adern, an ihrem Grunde schwach miteinander ver- 
einigt. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 60 cm. %. Auf 
Gebirgstriften und trockenen Hügeln im südöstlichen Teile des 
Gebietes. L. flavnm L., Gelber Lein. 

b. Stengel nach oben zu nicht scharfkantig. 

a. Fruchtstiele weit kürzer als der Kelch, letzterer doppelt so 
lang wie die Frucht. — Blätter lineal-lanzettlich, am Rande 
rauh. Blüten in armblütigen, achselständigen Trugdolden, 
klein, blassgelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 10 bis 30 cm. 0. 
An der Meeresküste in Istrien. L. strictum L., Steifer Lein. 

ß. Fruchtstiele so lang oder länger als der Kelch. 

%. Kelch so lang wie die Kapsel. Kelchblätter eiförmig. 
Blätter am Rande nicht rauh. — Wurzelstock ausdauernd, 
mit fruchtbaren und unfruchtbaren Stengeln; erstere am 
Grunde mit annähernd spateiförmigen, nach oben zu mit 
lanzettlichen, spitzen Blättern besetzt; letztere nur mit 
spateligen Blättern. Blüten in trugdoldiger Rispe, ansehn- 
lich, sattgelb. Blütezeit August, September. Höhe bis 
50 cm. An der Küste des Adriatischen Meeres. L. niari- 
timnm L., Strand-Lein. 

33. Kelch länger als die Kapsel. Kelchblätter lineal-lanzett- 
lich. Blätter am Rande rauh. 

1. Kelch V( 2 mal so lang wie die Kapsel; Rispenzweige 
kahl. — Blätter lanzefctlich bis lineal-lanzettlich. Blüten 
klein, an den verlängerten Ästen end- und achselständig. 
Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis etwa 50 cm. ©. An 
unfruchtbaren Orten, bei Triest und Fiume. L. galli- 
cnm L., Französischer Lein. 

2. Kelch 2 mal so lang wie die KapseL Rispenzweige 
an ihrem Grunde auf der Innenseite flaumig. — Blätter 
schmal - lanzettlich bis lineal-lanzettlich, sehr spitz. 
Blüten klein, in lockerer, annähernd fächerartiger Trug- 
dolde. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 cm. 0. Auf 
trockenen Abhängen bei Triest. L. corymbulosnm 
Reichenbach, Trugdoldiger oder Fächer-Lein. 

H. Blüten nicht gelb, sondern blau, rot oder weisslich. 

%. Blätter einnervig, am Rande wimperig -rauh, wie der Stengel 
kahl. Blumenkrone hellrötlich -lila, ansehnlich. — Blätter 
schmal -linealisch. Kelchblätter elliptisch bis länglich -lanzett- 



lieh mit pfriemlicher Spitze, etwas länger als die Kapsel. 
Blütezeit Juni, Juli. %. Auf trockenen, felsigen Abhängen, 
namentlich auf Kalkboden; im mittleren und südlichen Teile 
des Gebietes; zerstreut. L. tenuifolium L., Dnnnblätteriger 
Lein. 
35. Blätter drei- oder fünfnervig, mehr oder weniger zottig; Stengel 
behaart. Blüten sehr ansehnlich, bis 3 cm und mehr im Durch- 
messer. 

a. Untere Blätter breit-lanzettlich, stumpf, obere mehr eiförmig 
und spitz ; alle zottig. Blumenkrone lila, am Grunde weiss. — 
Stengel filzig- zottig. Blüten an den Ästen end- und blatt- 
winkelständig. Kelchblätter zottig, lanzettlich, zugespitzt, 
länger als die Kapsel. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 bis 
60 cm. %. Auf Triften und Abhängen im südöstlichen Teile 
des Gebietes. L. hirsutnm L., Rauhhaariger Lein. 
ß. Blätter lanzettlich; obere zugespitzt, wie auch die Deck- 
blätter drüsig -bewimpert und auf ihren Flächen fast kahl; 
untere beiderseits zottig-weichhaarig. Blumenkrone hellrot, 
am Grunde weisslich, mit dunkleren Adern. — Stengel 
abstehend - zottig. Kelchblätter fast kahl, lanzettlich, zu- 
gespitzt, länger als die Kapsel. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 
30 bis 60 cm. %■. Auf Wiesen, Heiden und Triften der 
Alpen und Voralpen; selten. L. viscosum L., Klebriger Lein. 

B. Kelchblätter an ihrem Rande nicht drüsig-gewimpert. 

I. Blumenkrone gelb, ansehnlich. — Untere Blätter länglich-spatelig 
bis verkehrt- eiförmig, stumpf, obere lanzettlich- spitz, alle am Rande 
sehr rauh, an ihrem Grunde (stets?) jederseits mit einer Drüse. 
Kelchblätter linealisch, kurz-zugespitzt, feingesägt-rauh, 2 bis 3 mal 
so lang wie die Kapsel. Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis 50 cm. 
0, und 2J.. Auf Äckern, in Weinbergen, in Istrien und an der 
Küste des Adriatischen Meeres. (L. liburnicum Scopoli.) L. nodi- 
florum L., Knoten-Lein. 
H. Blumenkrone nicht gelb, meist blau, selten weiss oder violett ins 
rötliche. 

a. Kelchblätter doppelt so lang wie die Kapsel. — Stengel büschelig. 
Blätter lanzettlich oder lineal- lanzettlich, sehr spitz, kahl, am 
Rande etwas rauh. Trugdolde armblütig. Blüten sehr ansehn- 
lich, 2 1 / 2 bis 3 cm im Durchmesser haltend. Kelchblätter lanzett- 
lich, zugespitzt. Blumenkrone himmelblau. Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe bis 100 cm. 2J.. Auf rasigen und steinigen Abhängen in 



— 6 — 

Krain und dem österreichischen Küstengebiete. L. narbonense L., 
Krainer Lein. 

ß. Kelchblätter höchstens etwas länger wie die Kapsel. 

a. Stengel niederliegend, nnr zur Blütezeit an seinen Enden 
aufrecht, zur Fruchtzeit wieder ganz niederliegend. Blumen- 
krone violett, ins Blaue oder Rötliche. — Blätter lineal-lanzett- 
lich, spitz. Blüten langgestielt, end- und achselständig. Kelch- 
blätter mit drei, nicht auslaufenden Nerven, am Rande etwas 
trockenhäutig, nur 1 ' 3 so lang wie die Kronblätter und x l 2 so 
lang wie die kugelige Kapsel. Blütezeit Juli, August. Länge 
bis 50 cm. Vielleicht nur eine Abart von L. perenne L. 
Auf trockenen Abhängen in Lothringen. L. Leonii Schultz, 
Lothringischer Lein. 

b. Stengel aufrecht oder aus liegendem Grunde aufstrebend. 
Blumenkrone blau, mitunter ins Weisse, oder ganz weiss. 

1. Fruchtstiele hängend. — Wurzelstock zahlreiche fruchtbare 
und unfruchtbare Stengel treibend. Blätter lineal-lanzett- 
lich, 1- bis 3 nervig, kahl; die der fruchtbaren Stengel 
lockerer und länger als der unfruchtbaren. Blütenrispe 
ausgebreitet. Kelchblätter eiförmig, kahl, kürzer als die 
kugelige Kapsel. Blumenkrone ansehnlich, tief-himmelblau. 
Blütezeit Juni bis August. Höhe 3G bis 100 cm. Auf 
Heiden, unfruchtbaren, unbebauten Orten, namentlich im 
südöstlichen Teile des Gebietes; zerstreut; bisweilen ver- 
wildert. L. austriacum L., Österreichischer Lein. 

2. Fruchtstiele aufrecht. 

a. Stengel einfach. Einjährig. — Kahl. Blätter wechsel- 
ständig, lineal-lanzettlich, spitz, ungewimpert, dreinervig. 
Blüten langgestielt, in lockerer Rispe, vor der Blüte 
überhängend. Kelchblätter eiförmig, zugespitzt, häutig- 
berandet und fein-gewimpert. Blumenblätter himmel- 
blau, selten weiss, breit-spatelförmig bis verkehrt-eiförmig, 
am oberen Rande wellig - gekerbt. Staubbeutel und 
Griffel blau. Kapsel fast kugelig. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 30 bis 60 cm. 0. Allgemein angebaut; Vater- 
land unbekannt. L. nsitatissimnm L., Flachs, Lein. 

Man unterscheidet 2 Hauptformen: 
var. vulgare Schübler und Martens, Dresch-Lein, 
Schliess-Lein. Kelch so lang wie die Kapsel. Kapseln 



%r. 



/<y. J^^nat^ca^^ 




^iflrijS. 



— 7 — 

geschlossen bleibend, so dass der Same ausgedrosclien 
werden muss. Samen kastanienbraun. 

var. crepitans Schübler undMartens (var. humile 
Miller), Klang -Lein, Schliess-Lein. Stengel niedriger 
und ästiger, Blüten und Kapseln grösser als bei voriger. 
Kelchblätter kürzer wie die Kapseln. Letztere springen 
elastisch und mit Geräusch auf. Samen hellbraun.*) 
b. Stengel büschelig. Ausdauernd. 

aa. Kelchblätter etwa so lang wie die Kapsel. Blätter 
schmal- bis lineal- lanzettlich. Blüten langgestielt 
in weitläufiger Rispe. Kelchblätter eiförmig -zu- 
gespitzt; innere schwach gewimpert. Blumenkrone 
mittelgross, blassblau. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 
15 bis 25 cm. %■. Auf steinigen Abhängen im süd- 
lichen Krain, im österreichischen Küstengebiet und 
Istrien. L. angustifolium Hudson, Schmalblätte- 
riger Lein. 
bb. Kelchblätter nur halb bis ein Drittel so lang wie 
die Kapsel. 

aa. Kapsel fast kugelig- eiförmig. Die Blumen- 
kronblätter decken sich mit ihren ganzen Seiten- 
rändern. — Wurzelstock vielstengelig. Blätter 
lineal-lanzettlich, nicht bewimpert. Blüten lang- 
gestielt, stark honigduftend. Kelchblätter ei- 
förmig; innere sehr stumpf. Blumenkrone sehr 
ansehnlich, 2 */ 2 cm und darüber im Durchmesser, 
hellblau. Narben kopfig, zweilappig. Blütezeit 
Juni bis August. Höhe 30 bis 100 cm. %■. 
Auf sonnigen, sandigen Hügeln in Mitteldeutsch- 
land; selten. L. perenne L., Ausdauernder Lein. 
bb. Kapsel eiförmig. Die Blumenkronblätter decken 
sich nur in ihrer unteren Hälfte mit den Seiten- 
rändern. — Wurzelstock vielstengelig. Blätter 



*) Tafel 317. Linum usitatissimum L. A Teil der blühenden Pflanze. 
1 Knospenlage der Blumenkrone ; 2 Kelchblatt; 3 Blumenkronblatt ; 4 Blüte 
nach Entfernung von Kelch und Blumenkrone; 5 Staubblätter; 6 Längsschnitt 
durch die Befruchtungsorgane- 7 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 8 Frucht 
im Kelche; 9 aufgesprungene Kapsel des Spring -Leins; 10 Same; 11 Längs- 
schnitt durch denselben. A und 9 natürl. Grösse; die übrigen Figuren ver- 
grössert. 



— 8 — 

lineal-lanzettlich, zugespitzt, kahl. Kelchblätter 
eiförmig, kahl; die inneren sehr stumpf und 
hautrandig. Blumenkrone sattblau, ansehnlich, 
geruchlos. Narbe kopfförmig. Blütezeit Juni, 
Juli. Höhe je nach der Meereshöhe des Stand- 
ortes 40 bis 10 cm. 2L. Auf Triften der Alpen 
und Voralpen. L. alpinnm Ja c quin, Alpen- 
Lein. 

Eine kleine, oft auch zu L. perenne L. ge- 
rechnete Form ist L. bavaricnm F. W. Schultz, 
Bayerischer Lein. 

Gattung 376: Radiola Dillenius, Zwerg-Lein. (IV, 4.) 

Stengel fadenförmig, ausgebreitet, gabelästig. Blätter gegenständig, 
eiförmig. Blüten klein, einzeln, fast knäuelig-beisammenstehend. Kelch vier- 
teilig, mit zwei- bis dreiteiligen Abschnitten. Blumenkrone weiss, den Kelch 
nicht überragend. Blütezeit Juli, August. Höhe 2 bis 5 cm. 0. Auf 
feuchten sandigen Plätzen und Triften; zerstreut; in der Schweiz sehr selten. 
(R. Millegrana Smith; R. multiflora Ascherson ; Linum Radiola L.). R. linofdes 
Gmelin, Tansendkörniger Zwerg -Lein. 

74. Familie: Geraniceae, Geraniengewächse. 

Einjährige oder ausdauernde Kräuter mit meist handförmigen, seltener 
fiederschnittigen Blättern. Blüten regelmässig, in trugdoldigen oder wickel- 
artigen Blütenständen. Kelch fünf blätterig oder mit 5, an ihrem Grunde 
ein wenig vereinigten Abschnitten, in der Knospenlage dachig, nicht ab- 
fallend. Blumenkrone mit gedrehter oder dachiger Knospenlage und 5 freien, 
genagelten Blättern. Staubblätter 10; deren Fäden an ihrem Grunde ein 
wenig miteinander verwachsen oder frei; in 2 fünfzähligen Kreisen derart 
angeordnet, dass die äusseren vor den Blumenkron-, die inneren vor den 
Kelchblättern stehn; letztere länger und aussen an ihrem Grunde mit je einer 
Drüse; meist sind alle fruchtbar, mitunter ist der äussere Kreis unfruchtbar. 
Der oberständige, fünf blätterige Fruchtknoten wächst zu einer Spaltfrucht 
heran, bei welcher sich die Fruchtblätter als einsamige, geschnäbelte Teil- 
früchte von einer stehenbleibenden Mittelsäule ablösen. Die Samen sind 
eiweisslos; der gekrümmte Keimling hat gefaltete Samenlappen. 

Hierher 2 Gattungen: 
1. Der Fruchtschnabel ist an seiner Innenseite kahl, bei der Reife rollt er 
sich spiralig auf. Die Staubblätter sind, mit Ausnahme von G. pusillum L., 
alle 10 fruchtbar. Gattung 377: Geraninm L., Storchschnabel. 




Rotbrauner Stordjriiinflbrl. 



— 9 — 

2. Der Fruchtschnabel ist an seiner Innenseite behaart, bei der Reife windet 
er sich in seiner Mitte schraubenzieherartig. Nur 5 Staubblätter sind 
fruchtbar. Gattung 378: Erodium L'Heritier, Reiherschnabel. 

Gattung 377: Geranium L., Storchschnabel, Kranichschnabel. (XVI, 3 oder X, 1.) 

A. Blätter drei- bis fünfzählig mit fiederschnittigen, fast gestielten Ab- 
schnitten. — Stengel fast blutrot, aufrecht, wie die Blätter, mit roten 
Drüsenhaaren besetzt, und wie diese widerlich nach Bock duftend. Blumen- 
kronblätter umgekehrt -eiförmig, ungeteilt, rosa mit 3 helleren Streifen, 
selten weiss, länger als die zusammenneigenden, begrannten Kelchblätter. 
Fruchtlappen netzig-rundlich. Samen glatt. Blütezeit Juni bis Oktober. 
Höhe 25 bis 50 cm. 0. Auf fruchtbarem Boden, in feuchten, schattigen 
Gebüschen und Orten, auf Mauern u. s. w. häufig. GL Robertianum L., 
Ruprechtskraut.*) 

B. Blätter handförmig-, fünf- bis neunteilig, gespalten bis geteilt, mit nicht 
gestielten Abschnitten. 

A. Ausdauernd; Kopf des Wurzelstocks von Blütenstiel- und Blattresten 
des Vorjahrs bedeckt; mit ansehnlichen Blüten, deren Kronblätter 
meist weit grösser als die Kelchblätter sind. (Kleine Blüten besitzen 
G. sibiricurn L. und G. ruthenicum Uechtritz; Einjährig ist G. bohemi- 
cum L.) 

I. Klappen der Frucht querrunzelig, nicht glatt. Stengel und Blätter 
zottig. 

a. Klappen der Frucht behaart; Kronblätter rotbraun bis dunkel- 
violett. — Wurzelstock mehr oder weniger wagerecht, einige, 
40 bis 60 cm hohe, ästige Stengel treibend. Blätter handförmig- 
sieben- bis fünfspaltig. Kelch stachelspitzig, zur Blütezeit aus- 
gebreitet, etwas kürzer als die rundlich - verkehrt - eiförmigen, 
flachen, etwas zurückgebogenen Kronblätter. Blütezeit Mai, 
Juni. %. In schattigen Gebüschen und auf Wiesen der Gebirge 
und Voralpen. G. phaeum L., Rotbrauner Storchschnabel.**) 

b. Stengel und Blätter kahl und flaumig. Klappen der Frucht 
kahl. Blumenkrone blutrot. — Vielstengelig. Blätter hand- 
förmig, sieben bis fünfteilig. Kelch zur Blütezeit fast kugelig. 

) Tafel 318. Geranium Robertianum L. 5 Reife Frucht; (3 Same; 
7 und 8 desgl. im Längs- und Querschnitt. 6 bis 8 vergrössert. 

) Tafel 318 B. Geranium phaeum L. AB Teile der blühenden Pflanze. 
1 Staubblätter; 2 inneres Staubblatt mit den Drüsen; 3 Stempel; 4 die Be- 
fruchtungsorgane in dem Kelche. 1 bis 4 vergrössert. 

Thomö, Flora. III. 2 



— 10 — 

Kronblätter spatelförmig, langgenagelt, doppelt so lang als die 
Kelchblätter. Frucht halb so lang wie die Staubblätter. Blüte- 
zeit Juni. Höhe 30 bis 60 cm. 2J.. An felsigen Orten Krains 
Oberkärntens, Tirols (fehlt in der Schweiz); aus Gärten bis- 
weilen verwildert. G. macrorrhizum L., Grosswurzeliger Storch- 
schnabel. 

IL Klappen der Frucht glatt. Stengel und Blätter kahl oder behaart. 

a. Kronblätter umgekehrt - eiförmig , stumpf oder gestutzt, nicht 
ausgerandet. 

a. Blütenstiele drüsig - behaart. Klappen und Schnabel der 
Frucht abstehend drüsig-behaart. 

1. Blätter sieben- bis fünf lappig, mit eingeschnitten-gezähnten 
Abschnitten. Blütenstielchen aufrecht. Staubfäden lanzett- 
lich. — Stengel aufrecht, im oberen Teil drüsig-behaart. 
Kronblätter purpurviolett, selten weiss, über ihrem Nagel 
und am Rande bärtig. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 
60 cm. %. Auf Wald wiesen zerstreut, im mittleren und 
südlichen Teile des Gebietes, namentlich in den Alpen 
häufiger. G. silvaticum L., Wald-Storchschnabel. 

2. Blätter sieben- bis fünf lappig, mit fast fiederspaltigen 
Abschnitten. Blütenstielchen nach der Blüte abwärts ge- 
bogen, zur Fruchtreife oft wieder aufrecht. Staubfäden 
an ihrem Grunde zu einer kreisförmigen Platte erweitert. 
— Stengel aufrecht, im oberen Teil drüsig und langhaarig. 
Kronblätter nur am Rande des Stengels bärtig-gewimpert, 
violettblau, selten weiss. Höhe 30 bis 60 cm. 2J.. Auf 
Wiesen und in lichtem Gebüsch; im mittleren und süd- 
lichen Teile des Gebiets häufig, im nördlichen sehr zer- 
streut. G. pratense L., Wiesen-Storchschnabel. 

ß. Blütenstiele und Fruchtklappen mit drüsenlosen Haaren. — 
Stengel ausgebreitet, oft fast niederliegend, nebst dem Blüten- 
stielen durch rückwärts -gerichtete, drüsenlose Haare rauh. 
Blütenstiele nach dem Blühen abwärts gerichtet, Kelch in- 
dessen aufwärts - gerichtet. Kronblätter purpurrot, doppelt 
so lang wie die begrannten Kelchblätter. Staubfäden lanzett- 
lich. Fruchtschnabel fast kahl. Blütezeit Juni bis August. 
Höhe 25 bis 100 cm. %■. An Gräben, in Sümpfen, auf 
sumpfigen Wiesen. G. palustre L., Snmpf- Storchschnabel. 

b. Kronblätter ausgerandet bis umgekehrt- herzförmig. 



— 11 — 

a. Kronblätter schwach ausgerandet, weiss, zuweilen mit pur- 
purnen Adern oder blassrot mit dunkleren Adern. 

1. Blüten klein. Blätter handförmig-fünfspaltig; deren Ab- 
schnitte mit grob-eingeschnitten-gesägtem liande. Blüten- 
stiele einblütig. 

a. Blumenkrone blassrot mit dunkleren Adern. Staub- 
beutel rosenrot; Kelchblätter bei der Fruchtreife zu- 
rückgeschlagen. Fruchtklappen zerstreut- behaart. — 
Stengel niederliegend, rauhhaarig. Blütezeit Juli, 
August. Samen sehr fein punktiert. %■. Auf unbe- 
bauten Orten und in Gärten; selten und nur verwildert. 
0. sibiricum L. Sibirischer Storchschnabel. 

b. Blumenkrone weisslich. Staubbeutel schwarz- violett; 
Kelchblätter bei der Fruchtreife angedrückt. Frucht- 
klappen ganz behaart. — Stengel niederliegend. Blüte- 
zeit Juni. %. In Gärten bei Tilsit, eingeschleppt. 

•GL ruthenicum Uechtritz, Ruthenischer Storch- 
schnabel. 

2. Blüten ansehnlich. Blätter handförmig, siebenteilig, mit 
fast fiederspaltigen Abschnitten. Blütenstiele zweiblütig. 
— Blütezeit Juli. Höhe 15 bis 25 cm. 3-. Auf Triften 
der Granitalpen. (G. aconitifolium L'Heritier.) 6r. rivnlare 
Villars, Bach-Storchschnabel. 

ß. Kronblätter umgekehrt-herzförmig. 

1. Blätter fünf- bis siebenteilig- eingeschnitten mit linealen 
Abschnitten letzter Ordnung. 

a. Blätter oberseits glänzend-dunkelgrün, schwach behaart. 
Blütenstiele meist einblütig. — Stengel ausgebreitet, 
nebst den Blütenstielen rauhhaarig. Blumenkrone blut- 
rot. Blütezeit Juni bis August. Samen sehr fein 
punktiert. Höhe 15 bis 50 cm. 2k Auf sonnigen, 
steinigen Hügeln; verbreitet. G. sanguineum L., Blut- 
roter Storchschnabel. 

b. Stengel und Blätter grau-seidenhaarig. — Blütenstiele 
zweiblütig. — Blumenkrone blassrot. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 10 bis 15 cm. %. Auf hochgelegenen 
Triften und Abhängen der Alpen Krains und Tirols; 
selten. G. argenteum L., Silber-Storchschnabel. 

2. Blätter fünf- bis siebenspaltig. 



— 12 — 

a. Einjährig. Fruchtklappen abstehend - drüsig - behaart. 
— Stengel ausgebreitet, nebst den Blütenstielen zottig 
drüsig behaart. Blätter im Umrisse eckig. Blumen- 
kronblätter blau-violett, mit dunkleren Adern, an ihrem 
Grunde gewimpert und bärtig. Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe 25 bis 100 cm. In Waldungen und auf Heiden; 
selten. G. boliemicmn L., Böhmischer Storchschnabel. 

b. Ausdauernd. Frachtklappen flaumhaarig. 

aa. Blätter ungleich-grob-gezähnt ; Grundständige fünf- 
spaltig, im Umrisse eckig; alle oder doch die oberen 
Stengelblätter dreispaltig. Blütenstiele nach dem 
Blühen aufrecht. — Stengel flaumig. Blumenkrone 
hellpurpurn. Blütezeit Juni, Juli. %. In Alpen- 
wäldern der Schweiz, Krains, im österreichischen 
Küstengebiet; zerstreut. G. nodosum L., Knoten- 
Storchschnabel. 
bb. Blätter im Umrisse nierenförmig; untere 7- bis 9-, 
selbst 11 spaltig, mit vorne eingeschnittenen Ab- 
schnitten, stumpf- gekerbt; oberste Stengelblätter 
dreispaltig. Blütenstiele nach dem Blühen zurück- 
gebrochen. — Stengel weichhaarig, fast zottig. 
Blumenkrone purpurviolett, selten weiss, am Grunde 
oberhalb des Nagels jederseits bärtig. Blütezeit 
Mai bis September. Höhe 25 bis 60 cm. %. Auf 
Waldwiesen und in schattigem Gebüsch, zerstreut. 
G. pyrenaicnm L., Pyrenäen -Storchschnabel. 
B. Einjährig. Blüten klein; mit Kronblättern, welche meist nicht oder 
nur wenig grösser als die Kelchblätter sind. (Einjährig mit ansehn- 
licher Blumenkrone ist G. bohemicum L. Ausdauernd mit kleiner 
Blumenkrone sind: G. sibiricum L. und G. ruthenicum Uechtritz.) 
I. Klappen der Frucht runzelig, nicht glatt. 

a. Kronblätter umgekehrt- eiförmig. — Stengel aufrecht, fast kahl, 
weissrot angelaufen, zerbrechlich. Blätter fünf- bis siebenspaltig, 
stumpf-kerbig-gezähnt. Blumenkrone purpurrot. Fruchtklappen 
netzig -runzelig, klein, gekerbt -gestreift, oberwärts weichhaarig. 
Blütezeit Mai bis August. Höhe 15 bis 30 cm. G. luci- 
dum L., Glänzender Storchschnabel. 

b. Kronblätter umgekehrt-herzförmig. 

1. Fruchtklappen kahl. Blätter sieben- bis neunspaltig, im Um- 
risse rundlich-nierenförmig. Stengel ausgebreitet, von kürzeren 



— 13 — 

Haaren weich nnd von längeren zottig. — Blumenkrone pur- 
purrot. Blütezeit Mai bis Herbst. Höhe 8 bis 30 cm. 0. 
Auf Grasplätzen, an Wegen, Ackerrändern; meist häufig. 
Gr. molle L., Weicher Storchschnabel. 
2. Fruchtklappen kurzhaarig -flaumig. Blätter handförmig-fünf- 
spaltig, oberste dreispaltig, im Umrisse eckig. Stengel schlaff, 
meist niederliegend, abstehend kurzhaarig. — Blumenkrone 
hellrot. Blütezeit Juli, August. Höhe 25 bis 40 cm. 0. 
In Gebüschen, an Wegerändern, sonnigen Bergabhängen; 
selten. G. divaricatum Ehrhart, Spreizender Storch- 
schnabel. 

IL Klappen der Frucht glatt, nicht runzelig. 

a. Blätter fünf- bis siebenteilig; Abschnitte letzter Ordnung, 
wenigstens der oberen Blätter, lineal. 

1. Blattteile dreispaltig. Klappen und Schnäbel der Frucht mit 
abstehenden Drüsenhaaren besetzt. — Stengel ausgebreitet, 
wie die Blätter knrzbehaart. Blumenblätter umgekehrt-herz- 
förmig, über dem Nagel bärtig, hellpurpurrot, etwa so lang 
wie der Kelch. Blütezeit Mai bis Herbst. Höhe 8 bis 
25 cm. 0. Auf Ackern, Schutt, an Hecken; zerstreut und 
mancherorts häufig. G. dissectmn L., Schlitzblätteriger 
Storchschnabel. 

2. Blattstiele fiederspaltig. Klappen der Frucht kahl; Schnäbel 
mit kurzen, drüsenlosen Haaren. — Stengel ausgebreitet, 
wie die Blütenstiele kurz und sparsam behaaart. Blätter 
fast kahl. Blumenblätter umgekehrt-herzförmig, am Grunde 
bärtig, rosenrot, so lang als der Kelch; letzterer langbe- 
grannt. Blütezeit Mai bis Herbst. Höhe 10 bis 50 cm. 0. 
In Gebüsch, an steinigen Abhängen, durch das ganze Gebiet 
und vielerorts häufig. 6. columbinum L., Tauben -Storch- 
schnabel. 

b. Blätter fünf- bis siebenspaltig. 

1. Kronblätter umgekehrt -herzförmig. 

a. Blüten ansehnlich. Fruchtklappen abstehend- drüsig- be- 
haart. G. bohemicuin L., Böhmischer Storchschnabel 
(s. Seite 12). 

ß. Blüten klein. Krone kaum so lang wie der Kelch. 
Frucht angedrückt- flaumhaarig. — Stengel aufrecht bis 
fast liegend, kurz-drüsenhaarig. Blätter beiderseits weich- 



— 14 — 

und fein - behaart. Blumenkronblätter blassviolett, am 
Nagel fein gewimpert. Blütezeit Mai bis August. Höbe 
15 bis 25 cm. 0. Auf Ackern, an Wegen, Zäunen u. s. w. 
verbreitet. GL pusillnm L., Kleiner Storchschnabel. 

2. Kronblätter an ihrer Spitze nicht herzförmig-ausgeschnitten, 
höchstens ganz schwach ausgerandet. 

a. 0. Stengel flaumig; Blätter weichhaarig. Nach oben 
durch Drüsenhaare schmierig. Samen wabig punktiert. — 
Stengel ausgebreitet. Blätter im Umriss nierenförmig. 
Kronblätter länglich -keilförmig, über dem Nagel kahl, 
rötlich -violett. Blütezeit Juni bis Herbst. Höhe 8 bis 
25 cm. In Weinbergen, Ackern, Gärten, an steinigen 
Orten; selten und oft unbeständig, am häufigsten im süd- 
lichen Teile des Gebiets. G. rotundifolium L., Rund- 
blätteriger Storchschnabel. 

ß. 2J.. Stengel und Blütenstiele rauhhaarig. Samen sehr 
schwach punktiert. G. sibiricum L., Sibirischer Storch- 
schnabel (vergl. S. 11). 

Gattung 378: Erodium L'Heritier, Reiherschnabel, Hirtennadel. (XVI, 1 oder V, 1.) 

A. Blätter fiederschnittig. Fäden der 5 fruchtbaren Staubblätter an ihrem 
Grunde zu einer kleinen Platte verbreitert. 

1. Platte der Staubfäden an ihrer Spitze zweizähnig. — Stengel auf- 
steigend. Blattabschnitte oft kurz gestielt, etwas entfernt voneinander 
sitzend, eingeschnitten -ungleich -doppelt -gesägt. Kraut nach Bisam 
duftend. Blüten in vielblütiger Dolde. Blumenkrone purpurrot. 
Staubfäden kahl. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 10 bis 35 cm. 0. 
Auf Ackern, an Wegen, sehr selten und wohl nur verwildert. E. mo- 
schatnm L'Heritier, Bisamduftender Reiherschnabel. 

2. Platte der Staubfäden an ihrer Spitze nicht zweizähnig. 

A. Platte der Staubfäden nicht gewimpert. Blumenkrone rosen- bis 
purpurrot, oft gefleckt, selten weiss. Blätter nicht herablaufend- 
fiederschnittig, mit sitzenden, eingeschnitten-fiederspaltigen Blattab- 
schnitten. — Stengel 15 bis 50 cm lang, niederliegend bis aufrecht^ 
wie die Blätter mehr oder weniger rauhharig und infolge davon 
mehr oder weniger grau, bis grün. Blüten in einfacher, zwei- bis 
achtblütiger Dolde. Blütezeit März bis Herbst. 0. Auf sandigen 
Feldern, unbebautem Boden, Schutt u. s. w., gemein. (Geranium 



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Sdjm:Uttg5blättri(j*r Ktiiftrfüinabtl. 



— 15 — 

cicutarium L.) E. cicutarium L'Heritier, Schierlingsblätteriger 
Reiherschnabel.*) 

Sehr fornienreiche Pflanze: 
a. Kronblätter nngefleckt. 

a. Blattabschnitte verhältnismässig wenig fiederteilig. var. im- 
maculatum Koch, Ungefleckter Reiherschnabel (s. d. Tafel). 

b. Blattabschnitte tiefer gespalten, mit spitzen, linealischen Ab- 
schnitten letzter Ordnnng. var. chaerophyllum De Candolle, 
Kälberkropf- Reiherschnabel. 

ß. Kronblätter an ihrem Grunde mit einem gelben, braun -punk- 
tierten Fiecken. 

a. Blattabschnitte letzter Ordnung spitzlich. var. maculatum 
Koch, Gefleckter Reiherschnabel. 

b. Blattabschnitte letzter Ordnung gröber und stumpf, var. 
pimpinellifolimn Willdenow, Biebernellblätteriger Reiher- 
schnabel. 

Eine niedrige, sehr rauhhaarige Form wurde als E. pilosnm 
Thuillier, Behaarter Reiherschnabel unterschieden. 

B. Platte der Staubfäden gewimpert. Kr.onblätter blau mit 3 dunkleren 
Adern, ansehnlich. Blätter herablaufend-tief-fiederschnittig. Blüte- 
zeit Mai bis Juli. Höhe 30 bis 60 cm. — An unfruchtbaren, rasigen 
Plätzen im österreichischen Küstengebiete. E. ciconinm Willdenow^ 
Blauer Reiherschnabel. 

75. Familie: Tropaeolaceae, Kapuzinerkresse-Gewächse. 

Gattung 379: Tropaeolum L., Kapuzinerkresse. 

Hierher die bekannte, vielfach kultivierte, aus Peru stammende Kapu- 
zinerkresse. Pflanze kahl, windend, an den schildförmigen Blättern und 
dem gespornten Kelche leicht zu erkennen; scharf schmeckend, Blütenknospen 
und junge Früchte oft wie Kappern verwendet. 

1. Blätter schildförmig, 7 nervig, fast 7seitig, am Rande etwas ausgeschweift. 
Kronblätter orange, selten braungelb. T. majus L., Grössere Kapuziner- 
kresse. 



*) Tafel 319. Erodium cicutarium L'Heritier. A Teil der blühenden 
Pflanze. 1. Blüte nach Entfernung der vorderen Kronblätter; 2 Staubblätter; 
3 Stempel; 4 noch nicht völlig reife Frucht; 5 Querschnitt durch den Frucht- 
knoten; 6 Teilfrucht. 1 bis 6 vergrössert. 



— 16 — 

2. Blätter schildförmig, fast kreisrund, nicht ausgeschweift; Nervenenden 
weichstachelig über den Blattrand hinausragend. Kronblätter borstlich- 
zugespitzt, gelb. T. miuus L., Kleinere Kapuzinerkresse. 

76. Familie: Balsaininaceae, Balsaminengewächse. 

Einjährige, saftstrotzende Kräuter mit wechselständigen, einfachen, neben- 
blattlosen Blättern. Blüten seitlich symmetrisch, zwitterig. Kelch fünf- oft 
nur dreiblätterig, das hinterste Blatt in einen Sporn ausgezogen, blumen- 
kronartig. Blumenkrone der Anlage nach fünf blätterig, doch verwachsen 
bei Impatiens beiderseits je ein hinteres und ein seitliches Blatt zu einem 
zweispaltigen Doppelblättchen. Staubblätter sind 5 vorhanden; die Staub- 
fäden sind am Grunde etwas verwachsen, die nach innen aufspringenden 
Staubfäden zu einer Röhre vereinigt. (XIX; V, 1.) 5 Fruchtblätter bilden 
einen unvollständig-fünffächerigen Fruchtknoten. Die Frucht ist eine fleischige, 
vielsamige, elastisch-fachspaltig- aufspringende Kapsel mit bleibender Mittel- 
säule. Der Same ist eiweislos, der Keimling gerade. Hierher: 

Gattung 380: Impatiens L., Springkraut. 

1. Sporn an seiner Spitze zurückgebogen. Blüten in drei- bis vierblütigen, 
traubigen, hängenden, nicht über die Blätter emporragenden Trugdolden. 
— Blätter lanzettlich, grob -gekerbt- gesägt. Blüten ansehnlich. Kron- 
blätter und gesporntes Kelchblatt citronengelb, innen rotpunktiert. Blüte- 
zeit Juli, August. Nicht selten finden sich kleine zur Selbstbestäubung 
eingerichtete, kronenlose, kleistogame Blüten. Höhe 30 bis 60 cm. 0. 
An feuchten, quelligen Orten, in Laubwäldern, an Gräben; verbreitet. 
I. noli tangere L., Gemeines Springkraut.*) 

2. Sporn gerade. Blüten aufrecht, in lockeren, armblütigen Trauben. — 
Blätter länglich, kurz -zugespitzt, gesägt. Blüten klein, blassgelb, rot- 
punktiert. Blütezeit Juli bis August. Höhe 15 bis 60 cm. ©. Mancher- 
orts verwildert und eingebürgert. I. parviflora De Candolle, Klein- 
blütiges Springkraut. 

Hierher auch die in Gärten vielfach kultivierte, aus Ostindien stam- 
mende Balsamine, Balsamina hortensis Desportes. 

77. Familie: Oxalidaceae, Sauerkleegewächse. 

Kräuter mit langgestrecktem, kriechendem, fleischig -schuppige Blätter 
tragendem Wurzelstock (ausländische oft mit Knollen). Laubblätter wendel- 



*) Tafel 320. Impatiens noli tangere L. A blühende Pflanze. 1 Blüten- 
längsschnitt ; 2 Staubblattbündel; 3 einzelne Staubblätter; 4 aufgesprungene 
Staubbeutel; 5 aufgesprungene Frucht; 6 Same. 1 bis 6 vergrössert. 



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(gemeines Springkraut. 



//. c^*2*Za£>x!€<zes' 




<5emzintz £a\utkltt. 



— 17 — 

ständig, langgestielt, mit fingerschnittiger, bei den einheimischen dreizähliger 
Spreite, sehr reizbar. Blüten regelmässig, zwitterig. Kelch nnd Blumen- 
krone 5 blätterig; letztere meist am Grunde ein wenig verwachsen und mit- 
unter etwas unsymmetrisch. Die 10 Staubblätter sind in 2 Kreisen ange- 
ordnet und an ihrem Grunde vereint; ihre Staubbeutel offenen sich nach 
innen. Fruchtknoten 5 fächerig, aus 5 vor den Kronblättern stehenden Frucht- 
blättern gebildet. Griffel sind 5 vorhanden. (X, 5; XVI, 4.) Frucht eine 
krautig -häutige, fünffächerige, fachspaltige Kapsel. Die Samen haben eine 
fleischige Aussenhaut, welche sich auf dem Rücken öffnet und durch ihr 
elastisches Zusammenziehen den von einer spröden Innenhaut umgebenen 
Kern fortschnellt. Keimling gerade, in der Mitte des reichlichen, fleischigen 
Eiweisses. Viele Arten schmecken infolge ihres Oxalsäure- Gehaltes sauer. 

Gattung 381: Oxalis L., Sauerklee. 

1. Ein oberirdischer Stengel ist nicht vorhanden. — Wurzelstock kriechend, 
durch fleischige Schupp enblättchen gezähnt. Laubblätter dreizählig, 
mit umgekehrt-herzförmigen Abschnitten. Blütenstiele etwas über ihrer 
Mitte mit 2 Deckblättchen, einblütig. Blumenkrone weiss oder rötiich- 
weiss, purpur-geadert, mit einem gelben Fleck am Grunde. Kleistogame, 
blumenkronlose Blüten, die sich nicht öffnen, sind im Sommer nicht 
selten. Blütezeit April, Mai. Höhe 8 bis 15 cm. %. In schattigen, 
feuchten Laubwäldern; durch das ganze Gebiet zerstreut. 0. Aeeto- 
sella L., Gemeiner Sauerklee.*) 

2. Pflanzen mit oberirdischem Stengel. 

a. Am Grunde des Blattstiels finden sich 2 längliche, mit demselben 
verwachsene Nebenblättchen. — Ein Wurzelstock fehlt. Stengel 
aufsteigend, am Grunde ästig und wurzelnd. Blätter dreizählig, Ab- 
schnitte umgekehrt-herzförmig. Blütenstiele 2- bis 5 blutig. Blüten- 
stielchen an ihrem Grunde von einem Deckblättchen gestützt. Blumen- 
krone gelb. Blütezeit Juni bis Oktober. Stengel 25 bis 30 cm 
lang. ©. Auf gutem Boden, in Gärten u. s. w.; aus Südeuropa, 
verwildert. 0. corniculata L., Gehörnter Sauerklee. 

b. Nebenblättchen fehlen. — Wurzelstock Ausläufer treibend. Stengel 
einzeln, aufrecht. Blätter dreizählig, Abschnitte umgekehrt -herz- 
förmig. Blütenstiele 2- bis 5 blutig. Blütenstielchen an ihrem 



*) Tafel 321. Oxalis Acetosella L. A blühende Pflanze. 1 Blüten- 
längsschnitt; 2 Blumenkrone; 3 Staubblatt; 4 Staubblätter und Stempel; 5 Frucht; 
6 dieselbe im Längsschnitt, die Samen sind entlassen, deren Aussenhaut ist 
zurückgeblieben; 7 Frucht, die Samen entlassend; 8 Same. 1 bis 4 und 6 bis 8 
vergrössert. 

Thom«, Flora. III. 3 



— 18 — 

Grunde von einem Deckblättchen gestützt. Blumenkrone gelb. Blüte- 
zeit Juni bis Oktober. Höhe 15 bis 30 cm. %. Auf bebautem 
Boden ; aus Nordamerika, verwildert. 0. stricta L., Steifer Sauerklee. 

2. Ordnung: Terebinthinae, Balsamge wachse. 

Die Staubblätter sind meist (bei den Einheimischen indes selten) in 
2 Kreisen angeordnet; zwischen ihnen und den Fruchtblättern, die in gleicher 
Zahl mit den vor ihnen stehenden Kronblättern vorhanden sind, findet sich 
ein Diskus. 

Hierher 3 Familien. 

A. Blumenkrone unterständig. Samenknospen hängend. 

1. Blätter mit Nebenblättern, drüsenlos. 78. Familie: Zygophyllaceae, 
Jo chblattgewächse. 

2. Blätter ohne Nebenblätter, drüsig. 79. Familie: Rntaceae, Rauten- 
gewächse. 

B. Blumenkrone oder doch die Staubblätter durch Einfügung in den ring- 
förmigen Diskus schwach - umständig. Samenknospen aufsteigend. 
80. Familie: Terebinthaceae, Terebinthenge wachse. 

78. Familie: Zygophyllaceae, Jochblattgewächse. 

Von dieser den wärmeren und heisseren Gegenden angehörenden, nicht 
unbedeutenden Familie findet sich nur 1 Vertreter im Gebiete. 

Gattung 382: Tribulus L., Dreispitz. 

Hierher T. terrestris L., Burzeldorn, Erdsternchen. Wurzelstock 
kriechend. Stengel 10 bis 20 cm lang. Blätter gegenständig, paarig- 
gefiedert, mit eiförmigen Blättchen. Blüten einzeln. Kelch füntblätterig, 
abfallend. Blumenkrone fünfblätterig, hellgelb. Staubfäden 10. (X, 1.) 
Fruchtknoten oberständig, bei der Reife in 5 nussartige Schliessfrüchtchen, 
deren jedes 2- bis 4-, meist 3 dornig ist, zerfallend. Blütezeit Juni bis 
Herbst. 0. An Wegen, auf Kulturland; in Istrien. 

79. Familie: Rntaceae, Eantengewächse. 

Diese grosse, in 8 Unterfamilien zerfallende Familie ist im Gebiete nur 
spärlich durch die ünterfamilie Ruteae, Eigentliche Rautengewächse ver- 
treten. — Bekannt ist die Unterfamilie Anrantieae, Orangengewächse, welche 
uns die Citronen, Apfelsinen, Pomeranzen u. s. w. liefert. 



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— 19 — 

Unterfamilie Ruteae, Eigentliche Rautengewächse. 

Ausdauernde, aromatische Kräuter und Halbsträucher, mit abwechseln- 
den, fiederschnittigen oder gefiederten, seltener dreizähligen bis einfachen 
Blättern. Kelch und Blumenkrone 4- oder 5 zählig. Staubblätter in 2 vier- 
oder fünfzähligen Kreisen angeordnet. Staubbeutel nach innen mit Längs- 
spalten aufspringend. Der Fruchtknoten besteht aus 4 oder 5, an ihrem 
Grunde miteinander verwachsenen Fruchtblättern; letztere sind an ihrer Spitze 
etwas frei, und so sind denn auch die 5 Griffel an ihrem Grunde von 
einander getrennt (der Längsschnitt ist mit der Loupe zu untersuchen), ver- 
schmelzen aber bald zu einem Ganzen. Bei der Fruchtreife trennen sich 
die Fruchtblätter mehr oder minder voneinander und springen auf der 
Innenseite auf. Der Keimling liegt in einem fleischigen Sameneiweiss. 

1. Bei der Reife trennen sich die einzelnen Fruchtschichten nicht von 
einander. Keimling gekrümmt. Frucht eine 4- bis 5 fächerige Kapsel. 
Blumenkronblätter einander gleich gestaltet, gelb. Kelch bleibend. 
Gattung 383: Ruta L., Rante. 

2. Bei der Reife trennt sich die äussere Schicht der Frucht elastisch von 
der inneren. Keimling gerade. Die Frucht besteht aus 5, an ihrem 
Grunde miteinander vereinigten, kapselartigen, auf der Innenseite fach- 
spaltig- aufspringenden Knöpfen. Blumenblätter verschieden gestaltet, 
rötlich-weiss mit purpurroten Adern, selten ganz weiss. Gattung 384: 
Dictamnus L., Diptam. 

Gattung 333: Ruta L., Raute. 

A. Untere Blätter zwei-, fast dreifach-fiederschnittig, obere einfacher. 

I. Blätter gestielt; Klappen der Kapsel stumpf. 

1. Blattabschnitte letzter Ordnung spateiförmig. — Bis 1 Meter hoher 
Halbstrauch. Blätter etwas fleischig, kahl, matt-graugrün. Blüten 
trugdoldig. Die endständigen Blüten der Hauptverzweigungen sind 
fünfzählig (X, 5), die übrigen vierzählig (VHI, 4). Kronblätter an 
ihren fransig-ausgefressenen Rändern schuhförmig aufwärts-gebogen, 
plötzlich in den Nagel verschmälert, grünlich-gelb. Blütezeit Juni, 
Juli. 2J.. Ganze Pflanze stark aromatisch riechend. Blätter und Samen 
waren früher officinell. In Südeuropa einheimisch, in Gärten vielfach 
angebaut, ist sie mancherorts an felsigen Abhängen, in Weinbergen, 
an Ruinen n. s. w. verwildert. Rnta graveolens L., Weinraute.*) 



*) Tafel 322. Ruta graveolens L. A blühende Pflanze. 1 Blüte; 
2 Staubblatt; 3 Fruchtknoten im Längsschnitte; 4 desgl. im Querschnitte; 
5 junge Frucht; 6 reife Frucht; 7 desgl. im Längsschnitte; 8 Same; 9 u. 10 
desgl. im Längs- und Querschnitte. 1 bis 10 vergrössert. 



— 20 — 

2. Blattabschnitte letzter Ordnung länglich-linealisch bis Hnealisch. — 
Im übrigen der vorigen ähnlich aber sparriger und zierlicher. Kron- 
Blätter oft ganzrandig. Blütezeit Juni, Juli. %. Auf sonnigen 
Hügeln und Wiesen im Küstengebiete des Adriatischen Meeres. 
(R. crithmifolia Moricand.) R. divaricata Tenore, Sparrige 
Raute. 

IL Blätter fast sitzend, infolge davon erscheinen die untersten Blattab- 
schnitte fast wie Nebenblätter. Fiedern letzter Ordnung lineal-läng- 
lich. Oberste Blätter ungeteilt, fast eiförmig. Lappen der Kapsel 
zugespitzt. — Im übrigen den vorigen ähnlich. Blütezeit Juni, Juli. 
21. Auf felsigen, sonnigen Abhängen in Istrien, bei Fiume und auf 
den Inseln des Adriatischen Meeres. Rnta bracteosa De Candolle, 
Deckblatt -Raute. 

B. Blätter dreizählig. Lappen der Kapsel stumpf. Blumkronblätter ganz- 
randig. Blütenstielchen und Kelch zottig. — Im übrigen den vorigen 
ähnlich. Blütezeit Juni. %. Auf steinigen Ackern in Istrien. (Haplo- 
phyllum pataviuum A. Jussieu.) R. patavina L., Dreizählige Raute. 



Gattung 384: Dictamnus L., Diptam. 

Hierher nur D. albus L. (D. Fraxinella Persoon), Eschenblätteriger 

Diptam. Stengel bis meterhoch. Blätter nebenblattlos, unpaar- und drei- 
bis fünfjochig-gefiedert. Blättchen eiförmig bis lanzettlich, feingesägt, wenig- 
drüsig, bis fast kahl. Blüten traubig angeordnet, auf drüsigen Stengeln und 
selbst drüsig. Kelch abfällig, fünfteilig. Kronblätter 5, genagelt, etwas 
ungleich; 4 aufstrebend, das fünfte abwärtsgeneigt; rötlich -weiss mit pur- 
purnen Adern. Staubblätter 10, die 5 äusseren länger. Staubfäden ge- 
bogen, drüsig, die Beutel auf ihrer Spitze tragend, letztere mit seitlichen 
Längschnitten aufspringend. Fruchtknoten fünffächerig; Fächer mit 3 bis 4 
Samenknospen. Frucht aus 5, an ihrem unteren Ende freien, an ihrem 
oberen Ende vereinigten zweiklappig-fachspaltig-aufspringenden, drüsig- und 
borstig -rauhen Knöpfen zusammengesetzt, zwei- bis dreisamig. Same mit 
geradem Keimling in fleischigem Eiweiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe bis 
100 cm. 2J.. Auf Kalkboden sonniger Bergwiesen und Gebirgswaldungen, 
in Mittel- und Süddeutschland zerstreut und mancherorts häufig.*) 



*) Tafel 323. Dictamnus albus L. AB Teile der blühenden Pflanze. 
1 Staubblätter im Kelche; 2 einzelne Staubblätter; 3 Kelch und Stempel; 
4 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 5 aufgesprungene Frucht; 6 Same; 
7 desgl. im Längsschnitte. 2 bis 7 vergrössert. 




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Diptam. 



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— 21 — 

80. Familie: Terebinthaceae (Anacardiaceae), Terebintheiigewacb.se. 

Bäume oder Sträucher mit harzigen oder gummiartigen, oft balsamischen, 
oft giftigen Säften; mit einfachen oder unpaar gefiederten, wechselständigen 
Blättern. Blüten regelmässig, meist unvollkommen zweihäusig, seltener 
zwitterig, in rispigen Blütenständen. Kelch und Blumenkrone drei- bis 
sieben-, meist fünfzählig. Letztere oft fehlend. Blumenkrone und Staub- 
blätter einem ringförmigen Diskus eingefügt und dadurch schwach-umständig. 
Staubblätter so viele wie Kronblätter. Fruchtknoten einfächerig, mit einer 
grundständigen Samenknospe und einem tief - dreispaltigen Griffel. Frucht 
eine trockene Steinfrucht. Samen eiweiss ist nicht vorhanden. Die grosse, 
nach den einheimischen Arten gekennzeichnete Familie gehört fast aus- 
schliesslich den Tropen an. 

1. Blüten mit Blumenkrone. Narben einfach, kopfig. Die Samenknospe 
hängt an einem fadenförmigen, vom Grunde des Fachs aufsteigenden 
Nabelstrange. Gattung 385: Rhus L., Suuiacü. 

2. Blüten ohne Blumenkrone. Die Narben sitzen auf der Innenfläche 
der zurückgekrümmten Griffel. Die Samenknospe sitzt aufrecht auf 
dem Boden des Faches. Gattung 386: Pistacia L., Pistazie. 

Gattung 385: Rhus L., Sumach. 

A. Blüten zwitterig, in lockeren Rispen. Die Verzweigungen der Spindel 
und die zahlreichen unfruchtbaren Blütenstiele wachsen nach dem Blühen 
zu langen, abstehend - behaarten Fäden, perrückenartig aus. Blätter ein- 
fach gefiedert, kahl. (V, 1.) — Blumenkrone klein, weisslich. Blütezeit 
Mai, Juni. Giftig. 1 bis 3 Meter hoher, dem südlichsten Teile des 
Gebietes angehörender, vielfach in Gärten angepflanzter Baum oder 
Strauch. Rh. cotinus L., Perrückenstrauch. 

B. Blüten durch Fehlschlagen zweigeschlechtlich und zweihäusig. Blätter 
drei- bis vielzählig- unpaar -gefiedert. (XXII, 5.) 

1. Blätter dreizählig gefiedert, oberseits dunkel-, unterseits hellgrün. 
Blumenkrone grünlich - weiss , dunkler geädert. Blütezeit Juni, Juli. 
Giftiger, aus Nordamerika stammender, zuweilen (weil früher offizinell) 
angepflanzter und mancherorts verwilderter Strauch. Rh. Toxicoden- 
dron L., Giftsumaeli. *) 



*) Tafel 324. Rhus Toxicodendron L. A Zweig mit männlichen, 
B mit weiblichen Blüten; 1 männliche Blüte; 2 desgl. im Längsschnitte; 3 weib- 
liche Blüte; 4 desgl. im Längsschnitte; 5 Fruchtzweig; 6 einzelne Frucht; 
7 dieselbe nach Entfernung der äusseren Fruchtschicht. 1 bis 7 vergrössert. 



— 22 — 

Man unterscheidet: 

a. Blätter ganzrandig und kahl; var. vulgare Michaux, Gemeiner 
Giftsumach. 

ß. Blätter gekerbt-gezähnt bis buchtig, unterseits behaart; var. querci- 
folium Michaux, Eichenblätteriger Giftsumach. 

2. Blätter acht- bis zehnjochig- gefiedert. Blättchen unterseits behaart, 
oberseits dunkelgrün. Jüngere Zweige klebrig -weich -braun -wollig. 
Blüten unscheinbar, männliche grünlich-gelb, weibliche dunkelpurpurn. 
Fruchtkolben rauhhaarig, purpurrot. Blütezeit Juni, Juli. Aus Nord- 
amerika stammender, vielfach angepflanzter und mitunter verwilderter 
Strauch. Rh. typhina L., Hirschkolben -Sumach, Essigbanm, Geweih- 
Sumach. 

Gattung 386: Pistacia L., Pistazie. (XXII, 5.) 

A. Sommergrüner Strauch oder Baum mit viel- (7- bis 9-) jochigen, unpaar- 
gefiederten Blättern ; Blattstiel und Blattspindel nicht geflügelt. — Blüten 
unscheinbar, grünlich, in vielblütigen, rispigen Trauben. Blütezeit April, 
Mai. Auf Gebirgsabhängen im südlichen Tirol und österreichischen 
Küstengebiete. P. Terebinthns L., Terebinthe. 

B. Immergrüner Strauch oder Baum mit drei- bis fünf -jochig- gefiederten 
Blättern; Blattstiele und Blattspindel geflügelt. Blütezeit April, Mai. 
Auf Felsen in Istrien und den Inseln des Adriatischen Meeres. Liefert 
den Mastix. P. Lentiscus L., Mastixbaum. 

3. Ordnung: Aesculinae, Rosskastanienartige. 

Die Staubblätter sind in 2 Kreisen angeordnet. Diskus, wenn vor- 
handen, zwischen Staub- und Blumenkronblättern. 
Hierher 3 Familien: 

A. Blumenkrone regelmässig. 81. Familie: Aceraceae, Ahorngewächse. 

B. Blumenkrone seitlich symmetrisch. 

1. Staubblätter getrennt, 5 bis 8, meist 7. 82. Familie: Hippocastana- 
ceae, Rosskastaniengewächse. 

2. Staubblätter 8, an ihrem Grunde miteinander verwachsen. 83. Familie: 
Polygalaceae, Kreuzblumengewächse. 

81. Familie: Aceraceae, Ahorn gewächse. 

Bäume oder Sträucher mit gegenständigen, meist handförmig-gelappten, 
selten unpaar- fiederschnittigen, nebenblattlosen Blättern. Blüten unscheinbar, 
meist grünlich. Kelch meist fünfteilig, getrennt- oder verwachsenblätterig, 



— 23 — 

abfallend. Blunienkronblätter den Kelchabschnitten gleichzählig und mit 
ihnen abwechselnd. Staubblätter 5 bis 10, meist 8, langgestielt. Die Staub- 
beutel springen nach innen auf. Der Diskus ist in der Regel eine fleischige, 
honigabsondernde Scheibe, selten ist er undeutlich. Der Fruchtknoten wird 
aus zwei oberständigen Fruchtblättern gebildet; er ist zweifächerig und ent- 
hält im Innenwinkel eines jeden Faches zwei absteigende Samenknospen. 
Griffel sind zwei vorhanden; sie sind an ihrem oberen Ende zurückgekrümmt 
und tragen die Narben auf der Innenseite. Die Blüten sind sehr selten 
alle zwitterig, vielmehr meist in der Weise polygam, dass zwitterige, männ- 
liche und weibliche Blüten, oder aber zwitterige und eine Art der ein- 
geschlechtlichen Blüten auf derselben Pflanze zu finden sind. Die Frucht 
ist eine trockene, sich in zwei geschlossen bleibende Stücke teilende Flügel- 
frucht; jedes dieser Stücke ist geflügelt, einfächerig, ein- bis zweisamig. 
Der Same ist eiweisslos; der Keimling besitzt laubige, unregelmässig ge- 
faltete, zungenförmige Samenlappen, welche bei der Keimung hoch über 
dem Boden emporgehoben werden. 

Hierher 2 Gattungen: 

1. Blätter handförmig gelappt, seltener dreilappig. Blüten polygam. Dis- 
kus dick, ringförmig. Gattung 387: Acer L., Ahorn. 

2. Blätter unpaar fiederschnittig. Blüten zweihäusig. Diskus undeutlich. 
Gattung 388: Negundo Mönch, Eschen -Ahorn. 

Gattung 387: Acer L., Ahorn. 
A. Blüten grün oder grünlich -gelb, nicht rot. 
I. Fruchtflügel stark aufwärts -gerichtet. 

a. Die Blüten entwickeln sich nach völliger Entfaltung der Blätter. 
Blütenstand eine Traube. 

a. Blütentraube hängend. Blätter handförmig, drei- bis fünfteilig; 
oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün und, namentlich in 
den Nervenwinkeln, spinnwebig-filzig. Blattabschnitte zugespitzt, 
ungleich und grob- abgerundet- sägezähnig. Blüten zwitterig 
oder mit männlichen gemischt. Kelch und Blumenkrone je 
fünf blätterig , grünlich - gelb. Männliche Blüten mit 8 Staub- 
blättern; statt des Stempels ein Haarbüschel. Zwitterblüten 
meist mit 8, oft mit 10 Staubblättern und weichhaarigem Frucht- 
knoten. Griffel zweispaltig. Blütezeit Mai, Juni. Fruchtflügel 
rötlich- braun. Hoher, den Gebirgs Waldungen angehörender 
Baum. A. Psendoplatanus L., Berg -Ahorn. 

ß. Blütentraube aufrecht. Blätter eiförmig, am Grunde schwach- 
herzförmig, unregelmässig-doppelt-gesägt. — Blüten blass-grün- 



— 24 — 

lich-gelb, selten etwas rot angelaufen. Blütezeit Mai. Frucht 
purpurbraun, mit fast völlig aufrechten, gegen einander ge- 
neigten Flügeln. Niedriger, aus dem nördlichen Asien stam- 
mender, oft angepflanzter Baum. (A. cordifolium Mönch.) 
A. tataricum L., Russischer Ahorn. 

b. Die Blüten entwickeln sich kurz nach dem Ausbruche der Blätter; 
sie sitzen zu 6 bis 8 in Doldentrauben. Blätter dre^lappig, mit 
gleichen, meist ganzrandigen Lappen, glänzend-dunkelgrün, auf der 
Unterseite in den Nervenwinkeln büschelig-behaart. — Die Blüten 
der einzelnen Doldentrauben sind meist teils männlich, teils zwitterig, 
und acht-, seltener neun- oder zehnmännig. Kelch und Blumen- 
krone sind vierblätterig, blassgelb. Frucht glatt, mit ziemlich ge- 
näherten Flügeln. Blütezeit April. Kleiner, kaum bis 10 Meter 
hoher, im südlichen und westlichen Teile des Gebietes vorkommen- 
der, seltener Baum. (A. trilobum Mönch.) A. monspessulannm L., 
Französischer Ahorn, Dreilappiger Ahorn. 

IL Frnchtflügel wagerecht oder wenig aufwärts-geneigt. Die Blüten ent- 
wickeln sich mit den Blättern oder etwas vorher. 

a. Blütentraube aufrecht. 

1. Blätter papierartig dünn, mit in eine längere Spitze ausgezogenen, 
durch runde Buchten getrennten, drei- bis fünfzähnigen Ab- 
schnitten, hellgrün, auf der Unterseite in den Nervenwinkeln filzig, 
ebenso wie die jüngsten Zweigenden einen weisslichen Milchsaft 
führend. — Blüten hellgrün, teils männlich, teils zwitterig. 
Staubblätter sind 8 vorhanden; sie entspringen in kleinen Gruben 
des Diskus. Stengel kahl. Blütezeit April, Mai, kurz vor dem 
Laubausbruch. Frucht hängend, mit braunen, einen sehr stumpfen 
Winkel bildenden, fast wagerecht ausgespreizten Flügeln. 10 bis 
20 Meter hoher, den Gebirgs Waldungen des mittleren und süd- 
lichen Teils des Gebiets angehörender Baum. A. platanoides L. T 
Spitzahorn.*) 

2. Blätter derber, mit stumpfen, nicht in eine längere Spitze aus- 
gezogenen Abschnitten; mittlerer Abschnitt mit drei stumpfen 
Läppchen, seitliche mit 2 bis 3 stumpfen Läppchen oder ganz- 
randig. Blattstiele kahl oder weichhaarig. — Blüten gelbgrün, 
mit linealischen Kelch- und Blumenkronblättern. Erstere zottig- 



*) Tafel 325. Acer platanoides L. A Blütenzweig, B ausgewachsenes 
Blatt, C Frucht; 1 männliche Blüte von oben, 2 desgl. von unten; 3 Staub- 
blätter; 4 weibliche Blüte; 5 Längsschnitt durch eine Zwitterblüte; 6 Same. 
1 bis 6 vergrössert. 




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— 25 — 

behaart. Staubblätter 8, in kleinen Grübchen des Diskus ent- 
springend. Die Blüten zeigen sich im Mai, gleichzeitig mit den 
Blättern. Fruchtflügel fast wagerecht ausgespreizt. Meist 
niedriger, durch das ganze Gebiet verbreiteter, namentlich in 
Gebirgswaldungen vorkommender Baum mit bald glatter, bald 
korkiger Rinde. A. campestre L., Massholder, Feld-Ahorn, 
b. Blütentraube wenigstens zuletzt hängend. 

1. Blätter derb, auf der Oberseite glänzend -dunkelgrün, auf der 
Unterseite in den Nervenwinkeln behaart; handförmig, drei- bis 
fünflappig, mit spitzen, ungleich-, grob- und stumpf- gezähnten 
Abschnitten. Fruchtknoten ziemlich kahl. Fruchtflügel etwas 
aufwärts-gerichtet. Blütezeit April. In der westlichen und süd- 
westlichen Schweiz ; zuweilen angepflanzt. A. opulifolium Villars, 
Schneeballblätteriger Ahorn. 

2. Blätter dünnhäutig, fünflappig mit zugespitzten, ganzrandigen 
Abschnitten; oberseits glänzend-dunkelgrün, unterseits blaugrün. — 
Die Blüten erscheinen vor dem Laubausbruche. Frucht lang- 
gestielt. Einheimisch in Nordamerika, woselbst aus seinem Safte 
Zucker gewonnen wird; mitunter angebaut. A. saccharinnm 
Michaux, Zuckerahorn. 

B. Blüten rot, lange vor Entfaltung der Blätter erscheinend. 

1. Blüte kronenlos. Blätter fünflappig, mit buchtigen Ausschnitten und 
am Grunde etwas verschmälerten Lappen; oberseits dunkelgrün, unter- 
seits silbergrau. Blütezeit März. Fruchtknoten und Frucht zottig, 
letztere kurzgestielt. — Stammt aus Nordamerika, ist in Anlagen 
öfters angepflanzt. (A. saccharinum L.?) A. dasycarpum Ehr hart, 
Rauhfrüchtiger Ahorn, Silberahorn. 

2. Blüte mit Kelch und Blumenkrone. Blätter mit 3 grösseren und 
2 kleineren Abschnitten; oberseits dunkelgrün, unten weisslich. Frucht- 
knoten kahl. Zwitterige und weibliche Blüten erscheinen auf getrennten 
Stämmen, im März und April, etwa 14 Tage vor dem Laubausbruche. 
Mittelgrosser, zuweilen angepflanzter, aus Nordamerika stammender 
Baum. A. rubrnin L., Rotblühender Ahorn. 

Gattung 388: Negundo Mönch, Eschen- Ahorn. 

Hierher nur N. fraxinifolium Nuttall (Acer negundo L.; N. aceroi'des 
Mönch), Eschen-Ahorn. Mitteigrosser, aus Nordamerika stammender, zuweilen 
angepflanzter Baum. Blätter hellgrün; unpaar- gefiedert, mit 3 bis 5 Blätt- 
chen; seitliche eirund, grob- und entfernt-gezähnt; endständiges häutiger drei- 
lappig als einfach. Blüten im April mit den Blättern erscheinend, gelblich- 

Thora«, Flora. III. 4 



— 26 — 

grün, bluuienkronlos, zweihäusig. Männliche Blüten auf fädlichen Stielen, 
gebüschelt, mit 4 bis 5 sitzenden Staubbeuteln; weibliche in Trauben. Frucht- 
flügel aufrecht, braun. 

82. Familie: Hippocastanaceae, Rosskastaniengewächse. 

Holzpflanzen mit gegenständigen, fünf- bis neunzähligen, fingerförmig- 
zusammengesetzten, nebenblattlosen Blättern. Blüten seitlich symmetrisch, 
ansehnlich, in endständigen Trauben oder Rispen. Kelch fünfzähnig, glocken- 
oder röhrenförmig. Blumenkrone mit 5 oder 4 genagelten Blättern. Staub- 
blätter 5 bis 8, meist 7. Fruchtknoten dreifächerig, mit einfachem Griffel; 
in jedem Fache finden sich 2 übereinanderstehende, eine auf- eine absteigende 
Samenknospe. Frucht eine lederige, fachspaltige , meist nur ein- bis zwei- 
fächerige und ebensoviel sämige Kapsel. Der Keimling hat grosse, fleischige 
Samenlappen. Hierher 2 Gattungen: 

1. Schuppen der Knospen harzig -balsamisch. Teilblättchen nicht gestielt. 
Kelch glockenförmig. Kronblätter 5. Staubfäden gebogen. Kapsel stachelig. 
Gattung 389: Aesculus L., Rosskastanie. 

2. Knospenschuppen behaart. Teilblättchen gestielt. Kelch röhrenförmig. 
Kronblätter 4. Staubfäden gerade. Kapsel nicht stachelig. Gattung 390: 
Pavia Boerhave, Pavia. 

Gattung 389: Aeculus L., Rosskastanie. (VII, l.j 

Hierher nur: A. Hippocastanum L., Gemeine Rosskastanie, ein aus Asien 
stammender, seit 300 Jahren kultivierter und überall angepflanzter Baum. 
Blätter fünf- bis siebenzählig fingerförmig-zusammengesetzt, mit umgekehrt- 
ei-keilförmigen, gezähnelten Abschnitten, stark-gerippt. Blüten in pyramiden- 
förmigen Sträussen; untere zwitterig, obere oft nur männlich. Blumenkrone 
seitlich symmetrisch, fünf-, seltener vierblätterig, weiss, an ihrem Grunde mit 
einem gelben oder roten Flecken. Blütezeit Mai, Juni. Fruchtknoten fein- 
haarig. Frucht stachelig, dreiklappig.*) 

Gattung 390: Pavia Boerhave, Pavia. (VII, 1.) 

Nordamerikanische, oft angepflanzte Bäume. Sie sind der Rosskastanie 
sehr ähnlich doch im allgemeinen kleiner. Die Blätter sind auf der Unter- 
seite in den Nervenwinkeln behaart. Der röhrenförmige Kelch giebt der 
Blüte eine von der der Rosskastanie abweichende Form. 



*) Tafel 326. Aesculus Hippocastanum L. A Blütenzweig. 1 Blüten- 
längsschnitt; 2 oberes Blumenkronblatt; 3 Staubblätter; 4 Kelch und Stempel; 
5 Fruchtknoten im Längsschnitte; 6 aufgesprungene Frucht; 7 Same. 1, 3 bis 5 
vergrössert. 







&o£-$ c^&d^<^&^ t^u^tf^Jy^xs^w/JZ-^: 



(ßMttttne 
Koffkafiani*. 



— 27 — 

1. Blumenkrone bräunlich - rot. Blütezeit Mai, Juni. P. rubra Lamarck, 
Gemeine oder Rote Pavia. 

2. Blumenkrone gelb. Blütezeit April, Mai. P. flava De Candolle. Gelbe 
Pavia. 

83. Familie: Polygalaceae, Kreuzblumengewächse. 

Kräuter oder Sträucher mit wechselständigen, einfachen, ganzrandigen, 
nebenblattlosen Blättern. Blüten seitlich symmetrisch, in endständigen 
Trauben, seltner paarweis oder einzeln, von Vorblättern gestützt. Von den 
5 Blättern des Kelches sind die beiden innersten, seitlichen blumenblattartig 
und viel grösser wie die übrigen; sie werden Flügel genannt. Die Blumen- 
krone ist dreiblätterig. Das vorderste, grösste Blatt ist kiel- oft helmartig 
gestaltet, oft zwei- bis dreilappig und an seinem Ende mit einem mehr- 
spaltigen oder mehrlappigen Anhängsel versehen; es wird Kiel genannt. 
Die beiden übrigen Kronblätter sind oft an ihrem Grunde mit dem Kiele 
verwachsen. Ein Diskus fehlt. Staubblätter sind 8 vorhanden; ihre Fäden 
sind ganz oder teilweise miteinander zu einer nach hinten und oben offenen 
Rinne verwachsen; oft sind sie auch mit den Kronblättern mehr oder weniger 
vereinigt. Die beiden Fruchtblätter sind oberständig; sie bilden einen von 
der Seite zusammengedrückten Fruchtknoten, der in jedem seiner beiden 
Fächer eine hängende Samenknospe enthält. Der Griffel trägt eine zwei- 
lappige oder hakenförmige Narbe. Die Frucht ist eine flache, an ihren 
Rändern fachspaltig - aufspringende Kapsel. Der Same besitzt oft einen 
Samenmantel. Hierher: 

Gattung 391: Polygala L., Kreuzblume. (XVII, 2.) 

(Der Nervenverlauf auf den Flügeln ist an Blüten zu untersuchen, deren 
Frucht bereits ziemlich entwickelt ist.) 

A. Blätter lederartig, immergrün. Blüten zu 1 bis 2 in den Blattwinkeln. 
Blumenkrone gelb, mitunter mehr oder weniger rot angelaufen. Der 
Kiel der Blumenkrone trägt an seiner Spitze einen kleinen, vierlappigen 
Kamm. Die Staubfäden sind nur an ihrem Grunde etwas vereinigt. 
1. Stamm Chamaebuxus De Candolle. — 10 bis 30 cm hoher Halbstrauch. 
Blätter verkehrt- eilänglich, stachelspitzig. Kelch weisslich. Blumenkrone 
gelb, bisweilen, so namentlich am südlichen Abhänge der Alpen, mehr 
oder weniger rot-überlaufen (var. rhodoptera). Blütezeit April, Mai. In 
Wäldern und auf Heiden, namentlich im südlicheren Teile des Gebietes. 
(Chamaebuxus alpina Spach.) P. Chamaebuxns L., Buchsbaumblätterige 
Kreuzblume. 



— 28 — 

B. Pflanzen nicht immergrün. Blüten in Trauben, blau, rosenrot oder weiss. 

Der Kiel der Blnmenkrone trägt an seinem Ende einen vielspaltigen 

Kamm. 2. Stamm: Polygalon De Candolle. 

I. Tranbe wenig-, meist fünfblütig, locker, zwar endständig, aber schliess- 
lich durch Auswachsen seitlicher Knospen übergipfelt und dadurch 
scheinbar seitenständig. Unterste Blätter meist gegenständig. Stengel 
niederliegend, fädlich. Blätter lederig, untere elliptisch, obere lanzett- 
lich. Blüte hellblau. Flügel elliptisch, mit 3 an der Spitze mitein- 
ander verbundenen Nerven. Seitennerven an der Aussenseite mit netzig- 
verbundenen Asten. Blütezeit Mai bis Herbst. Länge 10 bis 15 cm. 
%. Auf torfigem Boden und Sumpfwiesen durch das ganze Gebiet 
zerstreut und selten. (P. serpyllacea Weihe.) P. depressa Wenderoth, 
Niederliegende oder Moor -Kreuzblume. 

IL Trauben viel- (meist 10 und mehr-blütig), endständig. Blätter alle 
wechselständig oder die unteren rosettig. 

A. Die Seitennerven der Flügel sind verästelt und mehr oder weniger 
netzig mit einander verbunden. Kraut nicht bitter. 

1. Die unter dem Ursprünge der blütentragenden Stengel sitzen- 
den Blätter sind etwas rosettig zusammengedrängt und bedeutend 
grösser als die übrigen; sie sind verkehrt -eiförmig; die oberen 
sind lanzettlich -linealisch; alle sind etwas derb. — Mittelnerv 
der Flügel fast von seiner Mitte an ästig; Seitennerven nach 
ihrer Aussenseite hin verzweigt. Blütezeit Mai bis Juli. Blüte 
meist blau, seltener rot oder weiss. %. Höhe 10 bis 20 cm. 
Auf Kalkhügeln, im westlichen Teile des Gebietes zerstreut. 
P. calcarea F. W. Schultz, Kalkliebende Kreuzblume. 

2. Die unteren Blätter sind nicht rosettig zusammengedrängt; sie 
sind verhältnismässig breiter aber kürzer wie die oberen. 

a. Der Fruchtknoten hat einen innerhalb der Blüte befindlichen 
Stiel (Stempelträger), der während des Aufblühens 3- bis 
4 mal so lang als der Fruchtknoten ist; auch der Griffel ist 
2- bis 3 mal so lang wie der Fruchtknoten. — Ganze Pflanze 
kurzflaumig. Unterste Blätter sehr klein, rundlich-eiförmig, 
zur Blütezeit oft schon abgefallen; darauf folgende spatei- 
förmig, oberste schmal -lanzettlich, spitz. Blüten pfirsich- 
blütrot, selten blau; sehr gross, sodass die ausgewachsenen 
Flügel 12 bis 15 mm lang sind. Blütezeit Mai, Juni. %. 
Höhe 30 bis 40 cm. Auf Kalkboden im südöstlichen Teile 
des Gebietes. P. maior Jacquin, Grossblütige oder Un- 
garische Kreuzblume. 



JM- 



6M^cH&f^<z&u:g 




(Btmtint fi«u?blumt. 



— 29 — 

Man unterscheidet die Formen: 

a. vulgaris Koch, Gemeine Grossblütige Kreuzblume. Die 

Deckblätter sind kürzer als die noch nicht geöffneten Blüten. 

ß. comosa Koch, Schopfige, Grossblütige Kreuzblume. Die 

Deckblätter sind länger als die noch nicht geöffneten Blüten 
und treten am Ende der Blütentraube schopfig hervor. 

b. Der Stempelträger der im Aufblühen begriffenen Blüte ist 
höchstens so lang wie der Fruchtknoten; auch der Griffel ist 
meist nicht viel länger. 

a. Blüten gross, deren Flügel in ausgewachsenem Zustande 
gegen 10 mm lang, breit-eiförmig. Frucht nur 1 Drittel 
so lang. Deckblätter so lang wie der Blütenstiel. Blüte- 
zeit Mai, Juni. Blumen rosa oder blau. 2J.. Höhe 25 
bis 30 cm. Im österreichischen Küstengebiete. P. nicae- 
ensis Risso, Nizzaer Kreuzblume. 

Vielleicht nur eine Abart mit rundlich-eiförmigen Flügeln 
ist die auf der Südseite des Simplon aufgefundene P. corsica 
Boreau, Corsikanische Kreuzblume. 

ß. Blüten beträchtlich kleiner, mit 5 bis 6 mm langen, ellip- 
tischen Flügeln. 

a. Das mittlere Deckblatt ist länger als der Stiel der eben 
geöffneten Blüte; es ragt vor der völligen Entwickelung 
der Traube über die Blütenknospe hervor, so dass die 
Spitze der jungen Traube kegelfÖrmig-verschmälert und 
schopfig erscheint. — Blütezeit Mai, Juni. Blume 
blassrot, seltener weiss, vorne purpurn. 2J.. Höhe 15 
bis 25 cm. Auf Triften, an trockenen Waldrändern. 
P. comosa Schkuhr, Schopflge Kreuzblume. 

b. Das mittlere Deckblatt ist kaum so lang als der Stiel 
der eben geöffneten Blüte; es überragt die Blüten- 
knospen nicht; die Spitze der Traube erscheint daher 
schopflos. — Blütezeit Mai, Juni. Blume meist blau 
oder rosenrot, seltener weiss. %■. Höhe 15 bis 25 cm. 
Auf trockenem, grasigem Boden ; gemein. P. vulgaris L., 

Gemeine Kreuzblume.*) 

*) Tafel 327. Polygala vulgaris L. A blühende Pflanze. 1 Blüte; 
2 Flügel; 3 Blüte von der Unterseite; 4 Blüte ohne Flügel; 5 Blütenlängs- 
schnitt; 6 vielspaltiger Kamm des Kiels der Blumenkrone; 7 Stempel; 8 zum 
Teil geöffnete Frucht; 9 Same; 10 Längsschnitt durch den Samen. 1 bis 10 
vergrössert. 



— 30 — 

Bei der Abart oxvptera Reichenbach, Spitzflügelige 
Kreuzblume, sind die Flügel schmäler als die Kapsel 
nnd spitz. 

Bei pseudoalpestris Grenier, Falsche Alpen -Kreuz- 
blume, ist die Traube sehr kurz und dicht. 

B. Die Seitennerven der Flügel sind schwach verästelt und nicht netzig 
mit einander verbunden. Kraut bei einigen Arten bitter. 

1. Untere Blätter kürzer als die übrigen; nicht rosettig angeordnet. — 
Kraut nicht bitter. Blüten klein, meist blau; deren Flügel 
4 bis 5 mm lang. Blütezeit Juni. %. Namentlich auf Kalk- 
boden der Alpen und Voralpen. P. alpestris Reichenbach, 
Alpen - Kreuzblume. 

2. Untere Blätter viel grösser als die übrigen, umgekehrt-eiförmig, 
stumpf, rosettig-zusammeagedrängi 

a. Blüten ziemlich gross; ausgewachsene Flügel 5 bis 7 mm 
lang, so breit oder breiter und meist länger als die Kapsel. — 
Kraut bitter. Obere Blätter ländlich -keilförmig. Blütezeit 
Mai, Juni. Blume blau, violett, rosenrot, weiss oder ge- 
streift. %. Höhe 5 bis l."> cm. Auf torfigem und sumpfigem 
Kalkboden; zerstreut; fehlt in der Schweiz. P. amara L., 
Bittere Kreuzblume. 

Eine grossblumige Form (Flügel gegen 7 mm lang) hat 
man als 1*. ainarella Crantz, Bitterliche Kreuzblume abge- 
sondert. 

Bei amblyptera lv.ichenbach, Stunipffliigelige Kreuz- 
blume, sind die Flügel nur eben so lang, mitunter sogar 
kürzer als die Frucht. 

b. Blüten kleiner; ausgewachsene Flügel 3 bis 4 mm lang. 
Flügel schmäler als die Kapsel. 

a. Traube sehr reichblütig, verlängert. Die Achsen der Blat- 
rosetten enden in blühende Zweige. Kraut meist bitter. 

a. Kapsel an ihrem Grunde abgerundet. — Traube viel- 
blütig, mehr oder weniger verlängert. Blume weiss 
oder blau. Sonst wie vorige und auch als Abart der- 
selben angesehen. Blütezeit Mai, Juni. Zerstreut. 
P. austriaca Crantz, Österreichische Kreuzblume. 

I. Kapsel an ihrem Grunde keilförmig -verschmälert. — 
Sonst wie vorige, ebenfalls als Abart von amara be- 
trachtet. P. uliginosa Reichenbach, Sumpf-Kreuzblume. 



— 31 — 

ß. Traube 5- bis 10 blutig. Die Achse jeder Blattrosette 
endet in einen nicht blühenden Zweig. Kraut nicht bitter. — 
Kleine, vielstengelige, ausgebreitete Pflanze. Blume blau, 
weiss oder rötlich. Blütezeit Juni. Auf den Hochalpen; 
selten. P. alpin a Songeon, Alpen -Kreuzblume. 

4. Ordnung: Frangulinae, Faulbaumartige. 

Das Hauptmerkmal dieser Ordnung besteht in dem Zusammentreffen 
dreier Merkmale: Die Blüten sind regelmässig; Blumenkron- und Staub- 
blattkreis sind gleichzählig; die Samennaht ist der Achse zugekehrt. 

Hierher gehören 5 Familien: 

A. Die Staubblätter wechseln mit den Kronblättern ab. 
I. Es ist ein Diskus vorhanden. 

a. Blätter einfach. Staubblätter und Stempel sind dem polsterförmigen 
Diskus eingefügt. 84. Familie: Celastraceae, Celasterge wachse. 

b. Blätter dreizählig oder unpaar-gefiedert. Der Diskus ist ein zwischen 
Staubblätter und Stengel befindlicher Ringwulst; an dem Grunde 
von dessen Aussenseite sind die Staubfäden eingefügt. 85. Familie: 
Staphyleaceae, Pimpernussgewächse. 

II. Ein Diskus ist nicht vorhanden. 86. Familie: Aquifoliaceae, Stech- 
palmengewächse. 

B. Die Staubblätter stehen vor den Kronblättern. 

I. Die Blumenkrone steht auf dem Kelche. Frucht eine Steinfrucht. 

87. Familie: Rh&mnaceae, Kreuzdornge wachse. 

IL Die Blumenkrone steht auf dem Blütenboden. Frucht eine Beere. 

88. Familie: Vitaceae, Rebengewächse. 

84. Familie: Celastraceae, Celastergewächse. 

Holzgewächse mit einfachen, gegenständigen, gestielten Blättern und 
kleinen, hinfälligen Nebenblättern. Blüten in achselständigen, zweispaltigen 
Trugdolden, klein, zwitterig, mitunter fast zweihäusig. Kelch vier- bis fünf- 
spaltig; Blumenkrone ebensoviel blätterig. Staubblätter 4 bis 5, nebst dem 
Stempel einem polsterförmigen Diskus eingefügt. Fruchtknoten drei- bis 
fünffächerig, in jedem Fache mit 2 Samenknospen, mit kurzem Griffel und 
drei- bis fünflappiger Narbe. Frucht eine drei- bis fünfklappig-fachspaltig- 
aufspringende Kapsel, deren Klappen auf ihrer Mitte die Scheidewände tragen. 
Samen mit einem fleischigen, roten oder gelben Samenmantel. 



— 32 — 

Gattung 392: Evonymus Tournefort, Spindelbaum, Pfaffenkäppchen. 

(V, 1; seltener IV, 1.) 

A. Zweige vierkantig, glatt. Blumenkronblätter länglich. — Blätter läng- 
lich bis breit - lanzettlich , kleingesägt, kahl. Blumen klein, grünlich. 
Kapseln meist vierlappig, stumpfkantig, nicht geflügelt, glatt, purpurrot. 
Samen weiss, von dem gelbroten Samenmantel völlig eingehüllt. Blüte- 
zeit Mai, Juni. Ein 3 bis 4 Meter hoher, an Waldrändern, in Hecken 
und Gebüschen nicht seltener Strauch. E. europaea L., Europäisches 
Pfaffenkäppchen, Pfaffenmützchen. *) 

B. Zweige stielrund oder etwas zusammengedrückt. Blumenkronblätter 
rundlich. 

1. Zweige glatt, etwas zusammengedrückt. Kapsel fünf lappig, fünf kantig- 
geflügelt. — An Wuchs und Grösse der vorigen sehr ähnlich. Blätter 
länglich, zugespitzt, fein -gesägt, kahl. Blumenkronblätter grünlich, 
rot berandet. Kapsel purpurrot, Samenmantel pomeranzengelb, Samen 
weiss. Blütezeit Mai, Juni. In Gebirgswäldern Süddeutschlands; zer- 
streut; im nördlichen Gebiete mitunter angepflanzt. E. latifolia 
Scopoli, Breitblätteriges Pfaffenkäppchen.**) 

2. Zweige ganz stielrund, über und über mit schwärzlichen Warzen be- 
deckt. Kapseln meist vierlappig, stumpf vierkantig, flügellos.  — An 
Wuchs und Grösse den vorigen ähnlich. Blätter elliptisch-lanzettlich, 
kleingesägt. Blumenkronblätter grün, mit feinen, blutroten Punkten. 
Kapsel wachsgelb. Samenmantel blutrot, den schwarzen Samen zur 
Hälfte bedeckend. In Laubwaldungen gebirgiger oder hügeliger 
Gegenden im Osten des Gebietes von Ostpreussen bis zum Adriatischen 
Meere; fehlt in der Schweiz. E. verrucosa Scopoli, Warziges 
Pfaffenkäppchen. 

85. Familie: Staphyleaceae, Pimperuussge wachse. 

Holzgewächse mit gegenständigen, unpaar-gefiederten oder dreizähligen 
Blättern; mit Nebenblättern. Blüten in endständigen Trauben, regelmässig. 
Kelch fünf blätterig, abfallend. Blumenkrone fünf blätterig. Staubblätter 5, 



*) Tafel 328. Evonymus europaea L. A Blütenzweig. 1 Blüten- 
knospe; 2 und 3 Blüten; 4 Blütenlängssclinitt; 5 die dem polsterförmigen 
Diskus eingefügten Staubblätter; 6 reife Kapseln; 7 von dem Samenmantel um- 
hüllter Same; 8 Same, dessen Mantel zum Teil geöffnet ist; 9 Längsschnitt durch 
den Samen und die Samenlappen; 10 Längsschnitt durch Samenmantel und 
Same, den Samenlappen gleichlaufend. 1 bis 10 vergrössert. 

**) Tafel 328. Evonymns latifolia Scopoli. 11 reife Kapsel; 12 die- 
selbe im Querschnitte; beide etwas vergrössert. 




©uropätfdjes fJfnffntljütrijen. 



(ffi^cahdaüdaeaceae/. 




V<U,v 'J?;,Js"/s/ J;_' 



ptinpsrnuß. 



— 33 — 

mit den Kronblättern abwechselnd, am Grunde der Aussenseite des Diskus 
eingefügt. Fruchtknoten tief zwei- bis dreiteilig, mit 3 fadenförmigen 
Griffeln. Frucht eine häutige, aufgeblasene, wenigsamige, in den Nähten 
nach der Innenseite aufspringende Kapsel. Samen kugelig, mit harter, glän- 
zender Schale und grossem Nabel. Keimling mit blattförmigen Samenlappen 
in wenig Ei weiss. 

Gattung 393: Staphylea L., Pimpernuss. 

Hierher nur St. pinnata L., Fiederblätterige Pimpernuss, ein 2 bis 

6 Meter hoher, buschiger Strauch, selten ein kleiner Baum. Blätter unpaar 
gefiedert, mit 2 bis 3 Paaren länglich-lanzettlicher, kahler Blättchen. Blüten 
traubig, mit weisslicher, glockiger Blumenkrone. Blütezeit Mai, Juni. In 
Gebirgswaldungen, im südlichen Teile des Gebietes zerstreut; im nördlichen 
vielfach angepflanzt und mehrfach verwildert.*) 

86. Familie: Aquifoliaceae, Steckpalmengewächse. 

Immergrüne Holzpflanzen mit glänzenden, einfachen, dornig -gezähnten 
oder ganzrandigen, nebenblattlosen, abwechselnden Blättern. Blüten in 
achselständigen, trugdoldigen Knäueln; zwitterig, mit eingeschlechtlichen 
untermischt; meist 4-, seltener 5 zählig. Kelch bleibend; Krone abfallend, 
mit radförmig- verwachsenen Zipfeln. Staubblätter mit den Kronblättern 
abwechselnd und diesen anhaftend. Fruchtknoten oberständig, mit 4 bis 6 
ein- bis zweisamigen Fächern und scheibenförmiger Narbe. Frucht eine 
kugelige, \ielsteinige Steinfrucht. Same mit grossem Ei weiss, in dessen 
Scheitel der kleine Keimling mit nach dem Fruchtscheitel gewendetem 
Würzelchen eingebettet liegt. 

Gattung 394: Hex L., Stechpalme, Hülsen. 

Hierher nur I. aquifolium L., Gemeine Stechpalme, ein 1 bis 7 Meter 
hoher, immergrüner Strauch oder Baum, dessen jüngere Zweige glänzend- 
grün sind. Blätter lederig, kahl, oberseits glänzend, eiförmig, spitz, dornig- 
gezähnt, bei älteren Pflanzen oft mehr oder weniger, bis vollständig ganz- 
randig, aber in einen Dorn endigend. Blüten in den Blattachseln zahlreich, 
geknäuelt, durch Fehlschlagen eingeschlechtlich, mitunter selbst zweihäusig. 



*) Tafel 329. Staphylea pinnata L. A Blütenzweig; 1 Blüte, deren 
Kelch bereits abgefallen; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Stempel und Staubblätter; 
4 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 5 Frucht; 6 Same; 7 und 8 Längs- 
schnitt durch den Samen (7 den Samenlappen gleichlaufend, 8 durch die Samen- 
lappen); 9 Querschnitt durch den Samen. 1 bis 9 vergrössert. 

Thom«, Flora, in. 5 



— 34 — 

Beere kugelig, rot. Blütezeit Mai, Juni. In Wäldern und auf Bergtriften, 
von Mecklenburg und Rügen durch Holstein, Nordhannover und im tthein- 
gebiet bis in die Alpen; meist häufig.*) 

87. Familie: Rhainnaceae, Kreuzdornarewächse. 

Holzgewächse mit einfachen, Wechsel- oder gegenständigen Blättern. 
Nebenblätter klein und hinfällig oder in Dornen umgewandelt. Blüten einzeln 
oder büschelig in den Blattachseln; klein, zwitterig oder zweihäusig. Kelch 
mit glockiger oder radförrniger Röhre und 4- bis 5 lappigem Saume. Krone 
4- bis 5 blätterig, die dem Kelchrande eingefügten Staubblätter oft dach- 
artig beschützend. Der Diskus kleidet die Kelchröhre, beziehungsweise 
den Grund des Kelches aus und umgiebt so oft den Fruchtknoten ring- 
oder becherförmig, oder bewirkt ein Verwachsen des Kelches mit dem ober- 
bis unterständigen Fruchtknoten. Letzterer ist 3-, selten 2 fächerig und 
besitzt in jedem Fache eine grundständige, aufrechte Samenknospe. Griffel 
oder Narbenlappen sind so viele wie Fruchtfächer vorhanden. Die Frucht 
ist eine trockene oder fleischige Steinfrucht mit einem mehrfächerigen Steine 
oder mit mehreren einfächerigen Steinen. 

A. Kelchröhre glockig; Nebenblätter hinfällig. 

1. Blüten zweigeschlechtlich. Kronblätter genagelt. Griffel mit kopfiger 
Narbe. Fruchtknoten oberständig. Gattung 395: Frangllla Tourne- 
fort, Faulbaum. 

2. Blüten unvollständig-zweihäusig. Kronblätter nicht genagelt. Griffel 
2- bis 5 spaltig. Fruchtknoten oberständig. Gattung 396: Rhamnus 
Tournefort, Kreuzdorn. 

B. Kelchröhre radförmig, fast flach. Nebenblätter in Dornen umgewandelt. 

1. Fruchtknoten unterständig. Frucht trocken, von einem breiten Flügel 
umzogen. Gattung 397: Paliurus Tournefort, Stechdorn. 

2. Fruchtknoten oberständig. Frucht saftig, flügellos. Gattung 398: 
Zizyphus Tournefort, Judeudoru. 

Gattung 395: Frangula Tournefort, Faulbaum. (VI, 1.) 
Wehrlose Sträucher mit wechselständigen, bogig-randläufig-fiedernervigen, 
kahlen Blättern und hinfälligen Nebenblättern. Blüten zwitterig; Kelch, 
Blumenkrone und Staubblätter fünfzählig; Fruchtknoten oberständig, dreiteilig, 



*) Tafel 330. Hex aquifolium L. A Blütenzweig; 1 männliche Blüte; 
2 Längsschnitt durch dieselbe; 3 weibliche Blüte; 4 Längsschnitt durch den 
Stempel; 5 Frucht; 6 Längs-, 7 Querschnitt durch dieselbe; 8 Same. 1 bis 8 



vergrössert. 




/ 



(ßcineinc Steil) jmlmf. 



35 



mit einfachem Griffel und kopfförmiger Narbe. Kelchröhre glockig. Kron- 
blätter genagelt, die Staubblätter umfangend. Frucht eine mehrkernige 
Steinbeere, mit flachen Samen. Keimblätter fleischig, bei der Keimung in 
der Samenschale bleibend. 

1. Blätter ganzrandig, kurz -gestielt, länglich, kurz -zugespitzt. — Zweige 
braun, mit weissen Korkwarzen. Blüten grünlich - weiss , zu mehreren 
(etwa bis 5) in den Blattachseln. Frucht erst rot, reif schwarzbraun, 
2- bis 3 kernig. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 2 bis 3 Meter. In Wäl- 
dern und Gebüschen häufig. (Rhamnus Frangula L.) F. Alnns 
Miller, Faulbaum, Pulverholz.*) 

2. Blätter kerbig-gesägt, herz-eiförmig oder rundlich, kurz- gestielt, stumpf, 
oberseits glänzend. — Blüten grünlich, innen und am Rande weiss, zu 
2 bis 6 achselständig. Frucht rot, später schwarz. Blütezeit Juni, 
Juli. Höhe l 1 ^ bis 2 Meter. In den Alpen Kärnthens, Krains, 
Istriens und Illyriens. (Rhamnus rupestris Scopoli; Rhamnus pumila 
Wulfen; Frangula Wulfeni Reichenbach.) F. rupestris Brogniart, 
Felsen -Faulbaum. 

Gattung 396: Rhamnus Tournefort, Kreuzdorn. 

Meist dornige Sträucher oder kleine Bäume mit kleinen, unvollständig- 
zweihäusigen , vier- oder fünfgliederigen Blüten. Kelchröhre krugförmig 7 
mit vierzähnigem, abfallendem Saume. Kronblätter sitzend, nicht genagelt, 
t mitunter fehlend. Stempel oberständig. Griffel 2- bis 5 spaltig. Steinbeere 
1- bis 5-, meist 4kernig. Samen auf dem Rücken mit einer mehr oder 
minder tiefen Furche oder Spalte. Keimblätter dünn, bei der Keimung 
laubartig über den Boden hervortretend. 

A. Mit sommergrünen Blättern. Blüten vierzählig, zweihäusig. 

I. Aste und Blätter gegenständig ; erstere in einen Dorn endigend. 
1. Stamm: Cervispina. 

A. Blattstiel 2- bis 3 mal so lang als die hinfälligen Nebenblätter. 
Blätter eiförmig oder elliptisch, mit abgerundetem oder etwas herz- 
förmigem Grunde; fein-kerbzähnig; kahl oder behaart. — 2 bis 
3 Meter hoher Strauch. Kelchzipfel so lang als der röhrenförmige 
Teil des Kelches und in der Regel länger als die grünlich -gelben, 
pfriemenförmigen Kronblätter. Von den Befruchtungsorganen ist 

*) Tafel 331. Frangula Alnus Miller. A Zweig mit Blüten und halb- 
reifen Früchten. 1 Blütenknospe; 2 Blüte; 3 desgl. von oben; 4 Blütenlängs- 
schnitt; 5 Blumenkron- und Staubblatt; 6 Staubblatt; 7 Stempel; 8 Frucht im 
Längsschnitte; 9 und 10 Keimling von verschiedenen Seiten; 11 und 12 desgl. 
in verschiedener Richtung durchschnitten. 1 bis 12 vergrössert. 



— 36 — 

das eine in der Regel verkümmert, und infolge davon sind die 
Blüten meist unvollständig-zweihäusig. Die Frucht ist eine schwarze, 
kugelige Steinbeere; an ihrem Grunde ist sie von einem scheiben- 
förmigen Reste des Kelches umgeben; sie enthält 1 bis 4, oben 
stumpfe, unten spitze, braune Samen. Die Ränder der Samen sind 
nach rückwärts gebogen und bilden so auf dem Rücken eine nach 
innen erweiterte, nach aussen geschlossene Längsfurche; auf dem 
Querschnitte erscheinen die Samen daher hufeisenförmig und die 
flach aufeinanderliegenden Samenlappen mondsichelartig. Blütezeit 
Mai, Juni. Die Beeren sind offizinell. In Laubwäldern und Ge- 
büschen; häufig. Rh. cathartica L., Gemeiner Kreuzdorn. 

B. Blattstiele so lang oder nur wenig länger als die Nebenblätter. 

1. Der Kelchgrund, auf welchem die Steinbeere aufsitzt, ist halb- 
kugelig und gefurcht. Same mit einer klaffenden Längsfurche. — 
Blätter länglich, stumpf, kurzgestielt, feingesägt; im übrigen dem 
Gemeinen Kreuzdorn ziemlich ähnlich. Höhe 1 bis l 1 ^ Meter. 
Blütezeit Mai. Auf Bergtriften und Abhängen im östlichen Teile 
Niederösterreichs. Die Beeren, Gelbbeeren, liefern schöne 
Farben, Saftgrün und Schüttgelb. Rh. tinctoria Wald- 
stein und Kitaibel, Maler -Kreuzdorn. 

2. Der Kelchgrund, auf welchem die Steinbeere aufsitzt, ist flach 
oder schwach -gewölbt. 

a. Kelchgrund zur Fruchtzeit sanft gewölbt; Same mit einer 
klaffenden Längsspalte. — Meist kleiner, selten bis etwa 
3 Meter hoher, oft niederliegender Strauch. Blätter länglich- 
lanzettlich, mitunter umgekehrt -eiförmig, feingesägt. Blüten 
grünlich- gelb, zu 1 bis 3 in den Blattachseln stehend; zwei- 
häusig oder vielehig. Kelchabschnitte lanzettlich, länger als 
die Kelchröhre. Männliche Blüten mit sehr schmalen Kron- 
blättern, weibliche meist ohne solche. Steinbeeren schwarz. 
Blütezeit Mai, Juni. Auf felsigen Abhängen im südlichen, 
namentlich südöstlichen Teile des Gebietes. Die Beeren, Gelb- 
beeren, liefern eine gelbe Farbe. Rh. saxatilis L., Felsen- 
Kreuzdorn. 

ß. Kelchgrund zur Fruchtzeit ganz flach. Samenspalte nicht 
klaffend. — Dorniger, kaum bis V/ 2 Meter hoher Strauch. 
Blätter länglich-lanzettlich oder länglich -rund, fest, fast lederig, 
klein-gesägt. Nebenblätter meist so lang wie der Blattstiel. 
Blüten grünlich -gelb. Kelchabschnitte nur wenig länger als 
die glockenförmige Röhre. Steinbeere zwei- bis viersteinig; 



— 37 — 

Samenspalte etwas klaffend; deren Rand in der Mitte wenig, 
an den beiden Enden stärker knorpelig - wulstig. Blütezeit 
Mai. An Felsenabhängen Istriens. Die Beeren sind die 
Französischen Gelbbeeren oder Avignonkörner. Rh. 
infectoria L., Färber -Kreuzdorn. 

IL Äste und Blätter wechselständig. 2. Stamm: Eurhamnus. 

1. Aufrechter, dornenloser Strauch. Blätter zu beiden Seiten des 
Mittelnerv mit 9 bis 15, geraden Seitennerven; länglich, zugespitzt, 
mit stumpfem, abgerundetem oder fast herzförmigem Grunde, klein- 
gesägt. — Blüten zu 1 bis 3 in den Blattachseln; zweihäusig; vier- 
zählig. Kronblätter fädlich, klein. Beeren blau-schwarz. Blütezeit 
Mai, Juni. Auf sonnigen, felsigen Abhängen der Alpen. Rh. al- 
pina L., Alpen-Kreuzdorn. 

2. Niederliegender Strauch. Blätter zu beiden Seiten des Mittelnerv 
mit 4 bis 6 etwas gekrümmten Seitennerven, länglich oder 
rundlich, klein -gesägt. — Blüten weisslich, zweihäusig, vierzählig. 
Blütezeit Juni. Kleiner Strauch mit fest den Felsen angeschmiegten 
Ästen. Auf Kalkboden der Alpen und Voralpen. Rh. pumila L., 
Niedriger Kreuzdorn. 

B. Blätter lederig, immergrün. 3. Stamm; Alaternus. 

Wehrloser Strauch. Blätter eiförmig -länglich, selten lanzettlich, 
entfernt -sägezähnig. Blüten blattwinkelständig, zweihäusig, grüngelb. 
Griffel 2- bis 3 spaltig. Blütezeit März, April. Auf Felsen Istriens. 
Rh. alaternus L., Immergrüner Kreuzdorn. 

Gattung 397: Paliurus Tournefort, Stechdorn. 

Ausgebreiteter Strauch mit rutenförmigen , bogigen, weichbehaarten 
Zweigen. Blätter gestielt, eiförmig, kurz-zugespitzt, fein-gezähnelt, dreifach- 
nervig, wechselständig, mit dornigen Nebenblättern. Blüten in gedrängten 
blattwinkelständigen Trauben, fünfzählig, gelblich, zwitterig. Fruchtknoten 
unterständig, mit 3 Griffeln. Der Diskus, dessen Rand die Blumen- und die 
Staubblätter eingefügt sind, wächst zu einem fein -gekerbten, roten, 2 cm 
im Durchmesser haltenden Flügel aus, welcher die erbsengrosse, abgeplattete 
Frucht, eine trockene, nicht aufspringende, dreifächerige, dreisamige Stein- 
beere umgiebt. Blütezeit Juni bis August. Höhe 1 bis 2 Meter. Am Süd- 
abhange der Alpen und im Küstengebiete des Adriatischen Meeres. (Paliurus 
aculeatus Lamarck; Rhamnus Paliurus L.; Zizyphys Paliurus Willdenow.) 
P. australis Gärtner, Südlicher Stechdorn. 



— ob — 

Gattung 398: Zizyphus Tournefort, Judendorn. 

Dorniger Strauch mit rutenförmigen Asten und fast zweizeiligen, 
wechselständigen, dreifachnervigen, kahlen, eiförmigen, ausgerandeten, klein- 
gesägten Blättern und zuletzt dornigen Nebenblättern. Blüten fünfzählig, 
zwitterig, in achselständigen Knäueln. Fruchtknoten oberständig, 2- bis 
3 fächerig, mit 2 bis 3, meist freien Griffeln. Frucht eine pflaumenähnliche, 
einsteinige, glänzend - scharlachrote, trocken -braunrote Steinbeere; Stein ein- 
bis dreifächerig; Fächer einsamig. Blütezeit Juni, Juli. In den Mittelmeer- 
ländern der Früchte, Brustbeeren, halber kultiviert und im südlichsten 
Teile des Gebietes bisweilen verwildert. Z. vulgaris Lamarck, Brust- 
beerenstrauch. 

88. Familie: Vitaceae, Rebengewächse. 

Durch Ranken kletternde Holzpflanzen mit einfachen, rundlich -herz- 
förmigen, handförmig-buchtigen, drei- bis fünf lappigen, ungleich grob-gesägten 
Blättern und kleinen, eiförmigen, hinfälligen Nebenblättern. Blüten in ris- 
pigen oder doldenrispigen, blattgegenständigen Sträussen; klein, zwitterig 
oder vielehig, vier- bis fünfzählig, regelmässig. Kelch unscheinbar, vier- 
bis fünfzähnig oder ganzrandig und scheibenförmig. Kronblätter frei oder 
an ihrer Spitze mützenförmig verbunden und gemeinsam abfallend. Staub- 
blätter frei, unterhalb des den Fruchtknoten an seinem Grunde ringförmig 
umgebenden und zwischen den Staubblättern drüsig-gelappten Diskus ange- 
heftet. Fruchtknoten oberständig, mit zwei je zwei aufrechte Samenknospen 
enthaltenden Fächern und einer köpf- oder scheibenförmigen Narbe. Frucht 
eine Beere. Same mit harter Schale und ölig-knorpeligem Eiweiss, das den 
Keimling umschliesst. 

Hierher 2 Gattungen: 

1. Kelch schwach 5 zähnig. Kronblätter an ihrem Grunde getrennt, an ihrer 
Spitze mützenförmig-verbunden. Gattung 399: Vitis L., Weinstock. 

2. Kelch fast ganzrandig. Kronblätter an ihrem Grunde ringförmig -ver- 
bunden, an ihrer Spitze nicht vereint. Gattung 400: Ampelopsis Michaux, 
Jungfernrebe, Wilder Wein. 

Gattung 399: Vitis L., Weinstock. (V, 1.) 

Hierher nur Vitis vinifera L., Weinstock, Weinrebe. 5 bis 10 und 

mehr Meter hohe, durch Ranken klimmende, seit den ältesten Zeiten von 
Westasien aus über Europa in zahlreichen Formen, die wahrscheinlich durch 
Kreuzung mehrerer Stammarten entstanden sind, verbreitete Kulturpflanze. 
Altere Stämme und Zweige bedecken sich mit einer faserig -zerreissenden, 
abblätternden Borke. Blätter lang-gestielt, im Umrisse rundlich-herzförmig; 



— 39 — 

ganz oder buchtig-handförniig, drei- bis fünflappig oder drei- bis fünfteilig, 
seltener fingerschnittig oder mehrfach fiederschnittig; grob-gesägt; Unterseite 
kahl bis dicht-filzig-behaart. Nebenblätter eiförmig, hinfällig. Blüten klein, 
grünlich, in aufrechten Rispen; meist zwitterig, zuweilen durch Fehlschlagen 
vielehig. Kelch schwach-fünfzähnig. Blumenkrone mützenförmig. Blütezeit 
Juni, Juli. Frucht eine ein- bis zweisteinige, seltener steinlose, längliche, 
eiförmige oder kugelige, grüne, gelblich-rote, blaue bis fast schwarze, saftige 
oder fleischige, süsse oder aromatisch -süsse Beere, welche den Wein, die 
Rosinen und die Korinthen liefert.*) 

Eine kleinblätterige, kleinbeerige, verwilderte Form ist var. silvestris 
Doli (V. silvestris Gmelin), Wildwachsende Weinrebe. 

Gattung 400: Ampelopsis Michaux, Jungfernrebe, Wilder Wein. 

Hierher der aus Amerika stammende, zur Bekleidung von Mauern und 
Lauben vielfach angepflanzte, durch die schöne rote, herbstliche Färbung 
seiner Blätter ausgezeichnete Wilde Wein (A. hederacea Michaux; Hedera 
qufnquefolia L , Vitis hederacea Willdenow; Cissus hederacea Persoon), 
A. quinquefolia Roemer und Schulte s. 

5. Reihe: Trieoeeae, Dreiknöpfige.**) 

Blüten ein- oder zweihäusig, mit meist einfacher, unterständiger Blüten- 
hülle. Fruchtknoten meist dreifächerig, in jedem Fache je eine oder zwei 
gegenläufige, hängende Samenknospen. — Mit alleiniger Rücksicht auf die 
Einheimischen unterscheidet man: 

A. Kräuter. 

1. Frucht kapselartig, mit drei (seltener zwei) zweiklappigen, sich elastisch 
von einer bleibenden Mittelsäule ablösenden Fächern. Landpflanzen. 
89. Familie: Euphorbiaceae, Wolfsniilchgewächse. 

2. Fruchtknoten zweifächerig; jedes Fach teilt sich durch eine falsche 
Scheidewand in zwei Klausen, und diese fallen bei der Reife als ein- 
samige Nüsschen ohne bleibende Mittelsäule auseinander. Sumpf- 
und Wasserpflanzen. 92. Familie: Callitrichaceae, Wasserstern- 
gewächse. 



*) Tafel 332. Vitis vinifera L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten- 
knospe; 2 Blüte mit mützenförmig- abfallender Blumenkrone; 3 Blütenlängs- 
schnitt; 4 Blüte nach Wegnahme der Blumenkrone; zwischen den Staubblättern 
die drüsigen Lappen des Diskus; 5 Fruchtknotenlängsschnitt; 6 Staubblatt; 
7 Same; 8 desgl. im Längsschnitte; 1 bis 8 vergrössert. . 

**) Vergl. Band II, Seite 2. 



— 40 — 

B. Immergrüne Holzpflanzen. 

1. Frucht eine Kapsel mit fachspaltiger äusserer und scheidewandspaltiger 
innerer Hautschicht. 90. Familie: Buxaceae, Buchsbaumgewächse. 

2. Frucht eine vielkernige, fleischige Steinbeere. Heidekrautartige Pflanze. 
91. Familie: Empetraceae, Krähenbeerengewächse. 

89. Familie; Euphorbiaeeae, Wolfsmilchgewächse. 

Diese grosse, sehr vielgestaltige, in 10 Unterfaniilien geteilte Familie 
ist im Gebiete nur durch 3 Gattungen vertreten, und diese sind derart ver- 
schieden, dass es besser scheint, dieselben eingehend zu kennzeichnen und 
auf eine ausführlichere Darlegung der Eigentümlichkeiten der Familie zu 
verzichten. Das Gemeinsame liegt in der Bildung der Frucht; diese ist 
kapselartig, mit 3, seltener 2, zweiklappigen, sich elastisch von einer bleiben- 
den Mittelsäule ablösenden Fächern. 

A. Fruchtknoten und Frucht dreiteilig. Blüten einhäusig (meist scheinbar 
zwitterig), nicht zweihäusig. 

1. In einer mehr oder weniger glockenförmigen, mehrzipfeligen Hülle 
finden sich viele Staubblätter mit gegliederten Stielen und ein ge- 
stielter Fruchtknoten. Erstere sieht man als ebenso viele männliche, 
letzteren als weibliche Blüte an, so dass die scheinbare Zwitterblüte 
einen kleinen Blütenstand, ein Cyathium, vorstellt. Gattung 401: 
Euphorbia L., Wolfsmilch. 

2. Die Pflanze trägt, völlig von einander getrennt, männliche und weib- 
liche Blüten; beide haben einen fünfteiligen Kelch, erstere eine fünf- 
blätterige, letztere keine Blumenkrone. Gattung 402: Andrachne L., 
Myrtenkrant. 

B. Fruchtknoten und Frucht zwei-, selten dreiteilig. Blüten zweihäusig. 
Gattung 403: Mereurialis Tonrnefort, Bingelkraut. 

Gattung 401; Euphorbia L. (Tithymalus Toumefort), Wolfsmilch. (XXI, 1, 

scheinbar XI, 3.) 

Die einheimischen Arten sind einjährige oder ausdauernde, durch einen 
meist giftigen, scharten, auf der Haut Blasen ziehenden Milchsaft ausge- 
zeichnete Kräuter, mit abwechselnden oder gegenständigen einfachen, ganzen, 
meist ganzrandigen Blättern. Nebenblätter sind vorhanden oder fehlen. In 
einer glockenförmigen, kreiseiförmigen oder halbkugeligen, mehrzipfeligen « 
Hülle finden sich viele (10 bis 20) Staubblätter mit gegliederten Stielen 
und ein gestielter Fruchtknoten; namentlich auch mit Rücksicht auf aus- 
wärtige Arten sieht man erstere als ebenso viele männliche, letzteren als eine 
weibliche Blüte an, so dass die scheinbare Zwitterblüte (XI, 3) einen kleinen 



— 41 — 

Blütenstand, ein Cyathiuni (XXI, 1), vorstellt. Die glockenförmige Hülle 
ist an ihrem Rande in 8 bis 14 Läppchen geteilt nnd diese Läppchen sind 
abwechselnd einwärtsgeschlagen oder nach anssen gebogen. Die einwärts- 
geschlagenen Läppchen sind häutig, die nach aussen gebogenen von je einer 
fleischigen Randdrüse bedeckt; letztere ist bald rundlich, bald halbmond- 
förmig (Tafel 333, Figur 4, bez. B). Neben den männlichen Blüten finden 
sich linealische oder lanzettliche, oft gewimperte Deckblätter; die Staub- 
gefässe öffnen sich durch Längsspalten und fallen nach dem Verstäuben ab. 
Die weiblichen Blüten sind länger gestielt als die männlichen; sie neigen 
sich meist frühzeitig abwärts. Der Fruchtknoten ist dreifächerig; Griffel 
sind 3 vorhanden; die Narbe findet sich an der inneren Seite der zweiteiligen 
Spitze der Griffel. Die Frucht ist dreiknöpfig; die Knöpfe trennen sich bei 
der Reife von einer stehenbleibenden Mittelsäule und öffnen sich dann 
zweiteilig. Der Same hat eine krustige Schale und enthält in der Achse 
eines ölig - fleischigen Eiweisses einen grossen, geraden Keimling. Die 
Cyathien stehen selten einzeln in den Blattachseln; meist finden sie sich in 
endständigen, zwei- bis vielstrahligen, zuweilen kopfartig-zusammengezogenen 
Trugdolden. Die Vor- beziehungsweise Deckblätter der ganzen Trugdolde 
werden Hülle, die der weiteren Verzweigungen Hüllchen genannt. 

A. Cyathien einzeln in den Blattachseln. Blätter mit kleinen, pfriemlichen 
Nebenblättchen. 

1. Same querrunzelig — Einjährige, niederige, fast am Boden verzweigte 
und auf demselben ausgebreitete, kahle Pflanze mit etwa 20 cm 
langen Asten. Blätter gegenständig, eirundlich. Randdrüsen der 
Cyathien rot. Fruchtklappen glatt, gekielt. Blütezeit Juni bis August. 
Auf Äckern, dürren Orten u. s. w. an der Küste des Adriatischen 
Meeres. E. Cliamaesyce L., Zwerg - Wolfsmilch. 

Eine besondere, zottig behaarte Form ist E. canescens L., Graue 
Wolfsmilch. 

2. Samen glatt. — Der vorigen sehr ähnlich, doch kräftiger. Blätter gegen- 
ständig, kurz-gestielt, länglich -stumpf, mit fast herzförmigem Grunde. 
Randdrüsen der Cyathien rot. Blütezeit Juli, August. Am Strande des 
Adriatischen Meeres bei Triest. E. Peplis L., Strand -Wolfsmilch. 

B. Cyathien auf trugdoldig angeordneten Zweigen, gestützt von quirl- oder 
gegenständigen Hüllen und Hüllchen. Nebenblätter fehlen. 

I. Randdrüsen der Cyathien rundlich oder eiförmig, weder halbmond- 
förmig, noch zweihörnig. 
A. Kapsel glatt oder mit feinen Knötchen besetzt, nicht warzig. 

a. Samen grubig. — Blätter umgekehrt-eiförmig, allmählich in den 
Blattstiel verschmälert, etwa von ihrer Mitte an ungleich -gesägt. 

Thome, Flora. III. 6 



— 42 — 

Trugdolde fünfstrahlig, mit grosser fünfzähliger Hülle; Strahlen 
drei- (seltener zwei-) gabelig, mit drei- (seltener zwei-) blätterigen 
Hüllchen, deren äussere Blätter grösser sind. Strahlenästchen 
gabel-spaltig, mit ungleich-zweiblätterigen Hüllchen. Hüll- und 
Hüllchenblätter umgekehrt- bis rundlich -eiförmig. Randdrüsen 
der Cyathien grünlich. Kapsel glatt. Blütezeit Juni bis Herbst. 
Höhe 15 bis 30 cm. ©. Auf bebautem Boden häufisr. 
(T. helioscopius Scopoli.) E. helioscopia L., Sonnenwendige 
Wolfsmilch.*) 

ß. Samen glatt. 

1. Blätter länglich -lanzettlich, wenigstens an ihrem Vorder- 
rande klein -gesägt oder schwach - gekerbt. 

a. Hüll- und Hüllchenblätter oval, stumpf. Blätter fast 
immar beiderseits, namentlich aber unterseits dicht und 
kurz behaart. — Blätter sitzend, abwechselnd, länglich- 
lanzettlich, klein -gesägt. Randdrüsen der Cyathien grün. 
Kapsel glatt oder mit kleinen Knötchen bestreut, kahl 
oder lang-behaart. Blütezeit Juni. Höhe 50 bis 80 cm. 21. 
Auf feuchten Waldplätzen Süddeutschlands. (T. procerus 
Klotzsch und Garcke.) E. procera Marschall v. Bi eber- 
stein, Hohe Wolfsmilch. 

Besondere Formen sind: 

a. Kapsel glatt. 

aa. Kapsel kahl. E. villosa Waldstein -Kitaibel, 
Behaarte Wolfsmilch. 

bb. Kapsel lang-behaart. (E. mollis Gmelin, E. coral- 
loi'des L. ['?].) E. trichocarpa Koch, Behaart- 
früchtige Wolfsmilch. 

b. Kapsel mit einzelnen Knötchen bestreut. 

aa. Kapsel kahl. (E. villosa Willdenow.) E. tuber- 
culata Koch, Höckerige Wolfsmilch. 

bb. Kapsel lang-behaart. (E. pilosa Rochel.) E. lasio- 
carpa Koch, Zottenfrüchtige Wolfsmilch. 



*) Tafel 333A. Euphorbia helioscopia L. A Kleine, wenig ver- 
zweigte Pflanze. 1 Halbierter Strahl der Trugdolde; 2 äusseres Blatt seiner 
Hülle; 3 Cyathium: 4 dessen Hülle ausgebreitet; 5 halbiertes Cyathium; 6 männ- 
liche Blüten; 7 junge Frucht im Querschnitte; 8 Frucht; 9 Samen. 1 bis 7 
vergrössert; 8 und 9 natürl. Grösse und vergrössert. 



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(Scumnc WflolfsmUrij. 



— 43 — 

b. Hüllchenblätter breit -lanzettlich, bis länglich, stampf mit 
aufgesetztem Stachelspitzchen. Blätter kahl, steif, lederig. — 
Wurzelstock vielköpfig. Stengel dicht beblättert. Blätter 
wechselständig, sitzend, blaugrün. Trugdolde vielstrahlig 
mit zweispaltigen Strahlen. Hüllblätter den oberen Laub- 
blättern gleichgestaltet. Randdrüsen der Cyathien grün- 
lich. Kapsel vor der Reife dicht mit gegliederten Haaren 
bedeckt. Blütezeit Juni. Höhe 30 bis 60 cm. %. Bei 
Wien. E. pannonica Host, Ungarische Wolfsmilch. 

Eine schmalblätterige Form mit lanzettlichen Hüllblättern 
ist E. pulverulenta Kitaibel, Bestaubte Wolfsmilch. 
2. Blätter lineal-lanzettlich, ganzrandig, zugespitzt-stachelspitzig, 
kahl, bläulich-grün. Blätter der Hüllchen an der Gabelung 
der Trugdoldenstrahlen breit und herzförmig, nahezu drei- 
eckig, stachelspitzig, oberseits gelblich, unterseits blaugriin. — 
Wurzelstock ausdauernd und vielköpfig, dicht-beblättert. Dolde 
vielstrahlig, mit wiederholt gabelig -geteilten Asten. Hüll- 
blätter länglich -lanzettlich. Randdrüsen der Cyathien gelb- 
lich, zuweilen halbmondförmig. Kapseln glatt oder sehr 
fein - rauh - punktiert. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 
50 cm. 2J.. Auf Kalk- und Sandboden; zerstreut, nament- 
lich im Westen des Gebietes. (T. Gerardianus Klotzsch und 
Garcke.) E. Gerardiana Jacquin, Gerards Wolfsmilch. 

B. Kapsel warzig (mit grösseren, halbkugeligen, kegel-, walzen- oder 
fadenförmigen Warzen, nicht nur mit feinen Knötchen besetzt). 

a. Blätter (wenigstens die oberen) mit herzförmigem Grunde, 
sitzend; von der Mitte bis zur Spitze ungleich-klein-gesägt. 0. 

1. Frucht 3 bis 4 mm breit, mit niederigen, fast halbkugeligen 
Warzen. Blätter abstehend. — Wurzel kahl oder schwach- 
flaumhaarig. Blätter entfernt -stehend, abwechselnd; untere 
lanzettlich oder länglich, nach dem Grunde verschmälert, fast 
kurz -gestielt; mittlere und obere länglich - spitz , mit herz- 
förmigem Grunde, sitzend. Trugdolde drei- bis fünfstrahlig, 
mit dreispaltigen Asten und gabelspaltigen Astchen. Hüll- 
blätter wie die Laubblätter. Hüllchenblätter fast dreieckig- 
eiförmig, stachelspitzig, klein-gesägt, gelb-grün. Randdrüsen 
gelb. Samen glatt. Blütezeit Juli bis September. Höhe 25 
bis 60 cm. 0. Auf bebautem und wüstem Boden; zer- 
streut. (T. platyphyllus Scopoli.) E. platyphyllus L., Breit- 
blätterige Wolfsmilch. 



— 44 — 

2. Frucht 2 mm breit, mit knrz-walzenförmigen Warzen. Blätter 
häufig herabgebogen. — Unterste Blätter umgekehrt-eiförmig, 
sehr stumpf, in den Blattstiel verschmälert; mittlere und 
obere umgekehrt - lanzettförmig , mit herzförmigem Grunde, 
sitzend. Hüllblätter umgekehrt • lanzettlich , spitz; Hüllchen- 
blätter fast dreieckig-eiförmig, fein -gesägt. Tragdolde drei- 
bis fünfstrahlig; Strahlen dreispaltig, mit gabelteiligen Asten, 
gelblich. Blütezeit Juni bis September. Höhe 30 bis 50 cm. 
('?). An feuchten Orten in Gebüschen, an Ufern; stellen- 
weise, namentlich im südlichen Teile des Gebietes, am Mittel- 
und Niederrhein und in Schlesien. (T. strictus Klotzsch und 
Garcke; E. foetida Hoppe.) E. stricta L., Steife Wolfsmilch. 

ß. Blätter kurz - gestielt oder sitzend, in letzterem Falle an ihrem 
Grunde verschmälert und nicht herzförmig; ganzrandig oder nach 
der Spitze zu klein-gesägt. %■. 

1. Warzen der kugeligen Frucht fadenförmig-verlängert, schliess- 
lich rot. 

a. Randdrüsen der glockenförmigen Hülle des Cvathinms 
gross, fast so breit wie das ungeteilte Stück der Hülle; 
rot. — Stengel vielköpfig, zottig oder kahl. Blätter läng- 
lich oder lanzettlich. Dolde fünfstrahlig, mit gabelspal- 
tigen Ästen. Hüll- und Hüllchenblätter rundlich-eiförmig, 
mit abgerundetem Grunde, ganzrandig oder klein-gesägt. 
Blütezeit April, Mai. Höhe 15 bis 25 cm. %. An 
Gebirgsabhängen im südlichen Krain, Steiermark und dem 
österreichischen Küstengebiete. (E. spinosa Wulfen; 
T. Pityusa Scopoli.) E. fragifera Jan, Erdbeerfriichtige 
Wolfsmilch. 

b. Randdrüsen der glockenförmigen Hülle des Cyathiums 
kleiner, deren Breite etwa ein Drittel von der Länge des 
ungeteilten Stücks der Hülle. — Vielköpfig. Stengel 
flockig- weichhaarig, meist rötlich - angelaufen. Blätter 
länglich, sitzend, stumpf, ganzrandig, auf der Unterseite 
flockig-behaart. Hüllblätter gross, länglich- eiförmig, stumpf, 
ganzrandig oder etwas ausgerandet und sehr fein-säge- 
zähnig; gelb; Hüllchenblätter ähnlich, doch weit kleiner. 
Randdrüsen erst hell-, später rötlich-gelb. Fruchtknoten 
und Frucht mit roten Stachelwarzen bedeckt. Blütezeit 
Mai, Juni. Höhe 30 bis 50 cm. %■. An rauhen, waldigen 
Abhängen in Krain, Steiermark, Unterösterreich und 



Mähreu. (Abart der vorigen?) E. epithymoi'des L., Rot- 
früchtige oder Gelbhüllige Wolfsmilch. 

2. Warzen der Frucht kurz, verschieden gestaltet, indes nicht 
fadenförmig-verlängert. 

a. Trugdolde vielstrahlig; der Stengel trägt an seinem oberen 
Teile auch nichtblühende Äste. — Ansehnliche, 1 bis 
1% Meter hohe, einem jungen Weidenstrauche nicht un- 
ähnliche Pflanze. Stengel stielrund, hohl, etwas beduftet. 
Blätter lanzettlich, sitzend, ganzrandig oder etwas ge- 
zähnelt, hellgrün, wie der Stengel kahl; grössere 6 bis 
9 cm lang und 1 bis 2 1 /.. cm breit. Dolde vielstrahlig, 
mit dreispaltigen, nochmals gabelspaltigen Asten. Blätter 
von Hülle und Hüllchen gelblich, länglich-elliptisch, stumpf, 
sitzend und nach dem Grunde hin verschmälert. Rand- 
drüsen des Cyathiums braungelb. Blütezeit Mai, Juni. 
Höhe 30 bis 50 cm. Kapseln gross, dicht mit Warzen 
bedeckt. Samen glatt, glänzend -schwarzbraun. 2J.. Auf 
feuchten Wiesen, an Ufern; zerstreut. (T. paluster Klotzsch 
und Garcke.) E. palustris L., Sumpf -Wolfsmilch. 

b. Trugdolde wenig-, drei- bis fünf strahlig. Nichtblühende 
Äste kommen im oberen Teile des Stengel nicht vor. 

a. Stengel scharfkantig-gestreift. — Wurzelstock kriechend. 
Blätter fast sitzend, eilänglich, stumpf, an ihrer Spitze 
fein-gesägt, kahl. Dolde mit 5 zwei- oder dreigabeligen 
Strahlen. Hüllblätter eirund, Hüllchenblätter dreieckig- 
rundlich, fein-gesägt, gelblich. Randdrüsen des Cyathiums 
erst grünlich, bei der Fruchtreife rotgelb. Kapsel mit 
stumpfen, fast halbkugeligen Warzen zerstreut besetzt. 
Same glatt. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 
50 cm. 2J.. In Gebirgswaldungen von Mähren, Oster- 
reich, Steiermark und Südtirol. E. angulata Jacquin, 
Scharfkantige Wolfsmilch. 

b. Stengel mehr oder weniger rund, nicht scharfkantig- 
gestreift; in trockenem Zustande indes oft fein - gerillt. 
aa. Blätter der Hüllchen klein -gestielt. 

aa. Blätter der Hüllchen fein-gesägt. — Wurzel- 
stock vielköpfig. Stengel am Grunde liegend, 
aufsteigend. Blätter länglich - eiförmig, fast 
sitzend, stumpf, klein-gesägt. Trugdolde fünf- 



— 46 — 

strahlig, mit dreistrahligen Asten und zwei- 
strahligen Astchen. Blätter von Hülle und 
Hüllchen eiförmig, stumpf; beide, wie auch die 
Drüsen des Cyathiums, gelblich. Kapsel mit 
kurzen, walzenförmigen Warzen bedeckt. Samen 
glatt. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 
60 cm. 2J.. Auf Kalkboden, namentlich im süd- 
lichen Teile des Gebietes nicht selten; in Nord- 
deutschland fehlend. (T. verrucosus Scopoli.) 
E. verrucosa Lamarck, Warzige Wolfsmilch. 
bb. Blätter der Hüllchen ganzrandig. — Im Wuchs 
der vorigen ähnlich, doch im ganzen etwas 
grösser. Blätter länglich- lanzettlich, stumpf. 
Trugdolde fünfspaltig, mit zweispaltigen, über- 
hängenden Asten. Blätter der Hülle länglich, 
der Hüllchen länglich - eirund. Hülle des Cya- 
thiums lang -behaart. Kapsel mit fast halb- 
kugeligen Warzen. Samen glatt. Blütezeit 
April, Mai. Höhe 50 bis 70 cm. 2J.. An 
sonnigen Abhängen in Krain, Steiermark und 
Südtirol. E. carniolica Jacquin, Krainer 
Wolfsmilch. 
hb. Blatter der Hüllchen nicht gestielt. — Wurzelstock 
ein- bis mehrstengelig. Blätter länglich-lanzettlich, 
nach ihrem Grunde hin verschmälert, sehr kurz- 
gestielt, stumpf, ganzrandig oder an ihrem oberen 
Ende klein-gesägt. Trugdolde drei- bis fünfspaltig, 
mit zweispaltigen Asten. Blätter der Hülle breit- 
lanzettlich, sitzend. Hüllchenblätter mit abgeschnit- 
tenem Grunde, dreieckig-eiförmig, fein-gesägt. Rand- 
drüsen des Cyathiums erst grünlich, später schwarz- 
purpurrot, selten immer grünlich (var. chloradenia 
Boissier). Kapsel in der Jugend meist weiss- 
filzig, später kahl; mit ungleichen, stumpf en Warzen. 
Stengel in trockenem Zustande fein-gerillt. Blüte- 
zeit April, Mai. Höhe 25 bis 50 cm. 2J.. In 
schattigen Laubwäldern, namentlich auf Kalkboden 
der Gebirge Mitteldeutschlands bis in die Alpen. 
(T. dulcis Scopoli; E. solisequa Reichenbach; 
E. purpurata Bertoloni; E. alpigena Kerner.) 
E. dulcis L., Süsse oder Hain -Wolfmilch. 



— 47 — 

IL Ränddrüsen der Cyathien halbmondförmig oder zweihörnig. 

A. Blätter der Hüllchen miteinander verwachsen, ein Scheibchen oder 
eine Tute bildend. 

1. Kapseln kahl, fein-rauh-punktiert, nicht zottig. — Untere Stengel- 
teile nebst ihren Blättern überwinternd, zweijährig. Blätter 
umgekehrt - eiförmig - länglich , in den Blattstiel verschmälert; 
obere weichhaarig, kleiner als die kahlen unteren. Trugdolde 
vielspaltig, mit wiederholt -zweispaltigen Asten; unterhalb der- 
selben zahlreiche achselständige Seitendolden. Hülle eirund; 
Hüllchen in ein flaches Scheibchen verwachsen. Same glatt. 
Blütezeit April, Mai. Höhe 30 bis 60 cm. %. Auf lichten 
Waldplätzen; selten, doch im Süden häufiger als im Norden. 
(E. silvatica Jacquin; T. amygdaloides Klotzsch und Garcke.) 
E. amygdaloides L., Mandelblätterige Wolfsmilch. 

2. Kapseln dicht-zottig. — Stengel bis 1 Meter hoch, mit wendel- 
ständigen, sitzenden, lanzettlich-linealen, ganzrandigen, auf beiden 
Seiten sammetfilzigen Blättern dicht besetzt. Trugdolde viel- 
spaltig, mit wiederholt -zweispaltigen Asten; unterhalb derselben 
zahlreiche, achselständige Seitendolden. Hüllblätter umgekehrt- 
eiförmig - länglich. Hüllchenblätter tütenförmig verwachsen. 
Randdrüsen des Cyathiums gelblich-grün. Blütezeit April, Mai. %. 
Auf Felsabhängen im österreichischen Küstengebiete. (E. Cha- 
racias Wulfen.) E. Wulfeni Hoppe, Wulfens Wolfsmilch. 

B. Blätter der Hüllchen nicht miteinander verwachsen. 

u. Same runzelig oder grubig. Drüsen der Hülle des Cyathiums 
gelb oder grünlich-gelb. 

1. Blätter kreuzweise gegenständig, sitzend. — Wurzelstock bis 
fingerdick, ausläuferartig - kriechend. Stengel bis meterhoch. 
Blätter länglich-linealisch, mit breitem, bei den oberen herz- 
förmigem Grunde, kahl, dunkelgrün mit weisslichen Adern 
und Nerven. Trugdolde vierstrahlig mit wiederholt - zwei- 
spaltigen Strahlen, sehr ausgebreitet. Hüll- und Hüllchen- 
blätter den Laubblättern ähnlich. Randdrüsen der Cyathien 
gelb. Kapseln, so gross wie kleine Kirschen, schwammig, 
später runzelig. Samen runzelig. Blütezeit Juni, Juli. 2J-. 
Auf unbebauten Orten im Österreichischen Küstengebiet, in 
Südtirol und der Südschweiz, ausserdem zuw eilen angepflanzt 
nnd verwildert. Die Samen, Springkörner, Purgierkörner, 
waren officinell. (T. Lathyris Scopoli. ) E. Lathyris L., 
Krenzblätterige Wolfsmilch. 



— 48 — 

2. Blätter wechselständig. 

a. Trugdolde fünf- oder mehrspaltig. 

a. Blätter umgekehrt- eiförmig -länglich, zugespitzt, am 
Rande rauh, blaugrau, fleischig, kahl; Aste der fünf- 
bis achtstrahligen Trugdolde einmal-gabelig. — Wurzel- 
stock vielköpfig, Stengel fleischig, dicht beblättert. 
Hüllblätter steif, fleischig, rundlich, zugespitzt. Hüllchen- 
blätter nierenförmig, stachelspitzig. Kapsel trocken, 
runzelig, mit auf dem Rücken stumpf-gekielten Knöpfen. 
Samen grubig - runzelig. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 
20 bis 30 cm. %. Auf Inseln des Adriatischen Meeres. 
E. Myrsinites L., Myrten- oder Aloe-blätterige Wolfs- 
milch. 

b. Blätter linealisch oder schmal -lanzettlich, die obersten 
breiter; fein -zugespitzt, stachelspitzig, sitzend, kahl, 
bläulich-grün. Aste der fünfstrahligen Trugdolde wieder- 
holt-gabelig. Hüllblätter eiförmig; Hüllchenblätter 
nieren- bis fast rautenförmig, stachelspitzig, kurz-zuge- 
spitzt. Randdrüsen des Cyathinms pomeranzenfarben, 
zweihörnig. Knöpfe der Kapsel auf dem Rücken mit 
einem feinpunktiert -rauhen Streifen. Samen grubig- 
netzig. Blütezeit Juni bis Aogust. Höhe bis 30 cm. 0. 
Auf Ackern in der Südschweiz, Steiermark, Osterreich. 
(T. segetalis Klotzsch und Garcke.) E. segetalis L., 
Saat -Wolfsmilch. 

b. Trugdolde drei- bis vierspaltig. 

a. Kapseln durch kleine Knötchen rauh. Samen auf der 

Innenseite mit 2 Längsfurchen. 

aa. Same auf der Aussenseite grubig - punktiert ; die 
beiden mittelsten Rückenlinien zählen je 4 Grüb- 
chen. — Blätter umgekehrt -eiförmig, sehr stumpf, 
in den Blattstiel vorgezogen, ganzrandig. Trug- 
dolde dreispaltig, mit wiederholt- (oft drei- bis vier- 
mal) zweispaltigen Ästen. Hüll- und Hüllchen- 
blätter den Laubblättern fast gleichgestaltet, doch 
die obersten fast sitzend. Randdrüsen der Cyathien 
lang - zweihörnig , gelb. Kapsel lang -gestielt, auf 
dem Rücken mit 2 schmalen ein wenig welligen 
und schwach-geflügelten Kielen. Samen grau-weiss. 
Blütezeit Juli bis Oktober. Höhe 10 bis 25 cm. 0. 



— 49 — 

Auf Kulturland gemein. (T. Peplus Gaertner.) 
E. Peplus L., Garten -Wolfsmilch. 

bb. Samen auf der Aussenseite grubig -punktiert; die 
beiden mittelsten Rückenlinien zählen je 3 Grüb- 
chen. — Der vorigen überaus ähnlich, doch in allem 
kleiner. Blütezeit Mai. Unter Gebüsch in Istrien. 
(E. rotundifolia Loiseleur.) E. peploi'des Gouan, 
Schutt -Wolfsmilch. 

b. Kapseln glatt. 

aa. Blätter lanzettlich, am Grunde verschmälert, spitz 
oder zugespitzt, unterste spatelig. Hüll- und 
Hüllchenblätter eiförmig oder elliptisch, stachel- 
spitzig. — Trugdolde dreispaltig, mit wiederholt- 
zweispaltigen Asten. Randdrüsen des Cyathiums 
kurz-zweihörnig, gelb. Samen mit vier Reihen von 
Querlinien. Blütezeit Juli bis Oktober. Höhe 8 
bis 20 cm. 0. Unter der Saat; im südlichen 
Teile des Gebietes; selten und mitunter unbeständig. 
(T. falcatus Klotzsch und Garcke.) E. falcata L., 
Sichelförmige Wolfsmilch. 

bb. Blätter lineal. Hüll- und Hüllchenblätter aus 
herzförmigem Grunde linealisch, spitz. — Trugdolde 
dreistrahlig, mit wiederholt - zweistrahligen Asten. 
Randdrüsen der Cyathien gelb. Samen dreikantig, 
braun, mit stumpfen Warzen bedeckt. Blütezeit 
Juni bis Oktober. Höhe 10 bis 20 cm. 0. Auf 
Ackern, namentlich Kalkboden; zerstreut; mancher- 
orts häufig. (T. exiguus Mönch.) E. exigua L., 
Kleine Wolfsmilch. 
ß. Samen glatt. 

1. Dolde drei- bis fünfspaltig. 

a. Knöpfe der Kapsel fein -punktiert, auf dem Rücken mit 
einem dünnen Kiel. — Stengel zur Blütezeit in seinem 
unteren Teile kahl, unter der Trugdolde dicht beblättert. 
Untere Blätter lineal -länglich, stumpf oder ausgerandet 
und mit einer kleinen Stachelspitze in der Ausrandung; 
obere länglich. Alle Blätter blaugrün, kahl, ganzrandig. 
Dolde fünfstrahlig, mit zweispaltigen Ästen. Hüll- und 
Hüllchenblätter herzförmig, stumpf, letztere fast nieren- 
förmig und kurz - stachelspitzig. Drüsen des Cyathiums 

Thom6, Flor». III. 7 



— 50 — 

gelb, kurz- z weih örnig. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 8 bis 
12 cm. %. Auf Felsenabhängen der österreichischen 
Alpen. E. saxatilis Jacquin, Felsen -Wolfsmilch. 

b. Knöpfe der Kapsel auf dem Rücken von einer Furche 
durchzogen, in trockenem Zustande runzelig. — Wurzel- 
stock vielköpfig. Blätter länglich-linealisch oder lanzett- 
lich-linealisch, spitz oder stumpf lieh, ganzrandig, bläulich- 
grün. Trugdolde fünf-, seltener drei- bis vierstrahlig, mit 
zweistrahligen Asten. Hüllblätter länglich-stumpf ; Hüllchen- 
blätter breit-eiförmig, fast tutenförmig-hohl, mitunter kurz- 
zugespitzt. Randdrüsen des Cyathiums halbmondförmig, 
gelblich-grün. Blütezeit Juni. Höhe bis 50 cm. %. Am 
Strande des Adriatischen Meeres. E. Paralias L., Adria- 
tische Wolfsmilch. 

2. Trugdolde mehr als fünfspaltig. 

a. Blätter lineal- lanzettlich, unter ihrer Mitte am breitesten 
und gegen die Spitze allmählich verschmälert. 

a. Stengel und Blätter dichtflaumig. — Wurzelstock 
kriechend. Blätter ganzrandig. Trugdolde vielstrahlig, 
mit langen, wiederholt-zweigabeligen Asten. Hüllblätter 
breit -lanzettlich; Hüllchenblätter dreieckig - eiförmig. 
Randdrüsen der Cyathien dunkel - wachsgelb. Kapsel 
kahl, auf dem Rücken der Knöpfe rauh-punktiert. Blüte- 
zeit Mai bis Juli. Höhe 30 bis 50 cm. 2J-. An Wegen, 
auf Wiesen in Unterösterreich. E. salicifolia Host, 
Weidenblätterige Wolfsmilch. 

b. Stengel und Blätter kahl. 

aa. Blätter glanzlos. Die Seitennerven der Blätter 
zweigen sich vom Hauptnerv unter sehr spitzen 
Winkeln ab. — Trugdolde vielstrahlig, mit wieder- 
holt - zweistrahligen Ästen. Hüllblätter länglich- 
lanzettlich. Hüllchenblätter breiter als lang, herz- 
förmig bis fast dreieckig- eiförmig. Randdrüsen der 
Cyathien zweihörnig, grünlich -gelb. Knöpfe der 
Kapsel auf dem Rücken rauh -punktiert. Blütezeit 
Mai, Juni. Höhe 30 bis 60 cm. 2J.. Auf Wiesen, 
an Wege- und Ackerrändern; im südöstlichen Teile 
des Gebietes; sonst nur verschleppt. (T. virgatus 
Klotzschund Garcke; E. uralensis Fischer.) E. virgata 
Waldstein-Kitaibel, Rutenförmige Wolfsmilch. 



— 51 — 

bb. Blätter glänzend. Die Seitennerven der Blätter zweigen sich 
von dem Hauptnerv unter Winkeln ab, deren Grösse ein 
halber bis fast ein ganzer Rechter ist. — Trugdolde viel- 
strahlig mit langen, wiederholt- zweispaltigen Asten. Hüll- 
blätter länglich; Hüllchenblätter breiter als lang, rauten- 
förmig oder fast dreieckig - ei - herzförmig , Randdrüsen der 
Cyathien mondförmig, honiggelb. Knöpfe der Kapsel auf 
dem Rücken rauh-punktiert. Blütezeit Juli, August. Höhe 
30 bis über 100 cm. 2J.. Auf sumpfigen Wiesen, an Fluss- 
ufern zwischen Weidengebüsch; sehr zersreut. (T. lucidus 
Klotzsch und Garcke.) E. lucida Waldstein -Kitaibel, 
Glänzende Wolfsmilch. 

Nach den Blattformen unterscheidet man: 

aa. Blätter länglich-lanzettlich, abgerundet, stumpf. Stengel 
oft über 100 cm hoch; yar. latifolia Koch, Breit- 
blätterige Glänzende Wolfsmilch. 

bb. Blätter lineal-lanzettlich, spitzlich. Stengel etwa 50 cm 
hoch; var. salicifoliaKoch, Weidenblätterige Glänzende 
Wolfsmilch. 

cc. Blätter schmal -lineal, spitzlich. Stengel kaum 30 cm 
hoch; var. linearifolia Koch, Linealblätterige Glänzende 
Wolfsmilch. 

In Posen und Schlesien finden sich die Bastarde: 
E. lucida X Cyparissias und E. lucida X Esula. 

b. Blätter lineal bis fast borstlich, oder lineal-lanzettlich, dann aber 
über ihrer Mitte am breitesten und gegen den Grund hin ver- 
schmälert. 

a. Blätter schmal -lineal bis fast borstlich, ganzrandig, kahl. — 
Wurzelstock kriechend, fruchtbare und unfruchtbare Stengel 
treibend. Trugdolde vielspaltig, mit wiederholt -zweispaltigen 
Asten. Hüllblätter lineal-lanzettlich; Hüllchenblätter rauten- 
förmig bis dreieckig -eiförmig, breiter als lang, kurz -zugespitzt, 
ganzrandig. Drüsen der Cyathien zweihörnig, wachsgelb. Knöpfe 
der Kapsel auf dem Rücken fein -punktiert-rauh. Samen glatt. 
Blütezeit April, Mai, im August und September oft zum zweiten 
Male. Höhe 15 bis 30 cm. %. Im mittleren und südlichen 
Teile des Gebietes gemein, im nördlichen seltener. (T. Cyparissias 
Scopoli.) E. Cyparissias L., Cypressen -Wolfsmilch. 

b. Blätter lineal-lanzettlich. 



— 52 — 

aa. Kapseln glatt oder fein -punktiert -rauh; deren Knöpfe auf 
dem Rücken nicht gekielt. Blätter 3 bis 5 mm breit, an 
den Asten schmäler. 

aa. Wurzelstock absteigend, nicht kriechend. Alle Blätter 
sitzend, ganzrandig, nach der Spitze zu nicht rauh. 
Samen ohne mützenforniigen Samenträger. Zuweilen 
gehört hierher E. Gerardiana Jacquin, Gerards Wolfs- 
milch (s. S. 43). 

bb. Wurzelstock kriechend. Blätter am Rande nach der 
Spitze zu etwas rauh, untere kurz-gestielt. Samen mit 
einem breiten, zweilappigen, mützenartig auf dem Samen 
liegenden Samenträger. — Trugdolde vielstrahlig, mit 
wiederholt-zweispaltigen Asten. Hüllblätter lanzettlich; 
Hüllchenblätter breiter als lang, rautenförmig oder drei- 
eckig-eiförmig, stumpf, stachelspitzig oder kurz -zuge- 
spitzt. Drüsen der Cyathien honiggelb, oft etwas röt- 
lich. Kapselknöpfe auf dem Rücken fein-punktiert-rauh. 
Blütezeit Mai bis Juli; im Herbst oft zum zweitenmale. 
Höhe 30 bis 60 cm. %. Auf Sandboden, stellenweise 
häufig; fehlt in der Schweiz. (T. Esula Scopoli.) 
E. Esula L., Gemeine Wolfsmilch.*) 

bb. Kapselknöpfe auf dem Rücken mit einem feinen Kiel, trocken- 
runzelig. Blätter 6 bis 8 mm breit. — Blätter stumpf, 
kurz-zugespitzt und kurz-stachelspitzig, sitzend, ganzrandig, 
bläulich-grün. Dolde vielstrahlig mit zweispaltigen Asten. 
Hüllblätter länglich -stumpf; Hüllchenblätter herz -eiförmig, 
stumpf, kurz - stachelspitzig, gelblich. Drüsen der Cyathien 
wachsgelb. Blütezeit Juli, August. Höhe 20 bis 50 cm. %. 
In Südtirol, Krain, dem österreichischen Küstenlande. 
E. Nicaeensis Allioni, Nizzaer Wolfsmilch. 

Besondere aus Ungarn in Österreich vorgedrungene 
Formen sind: 

aa. Hüllchenblätter herzförmig-dreieckig. E. serotina Host, 
Spätblühende Wolfsmilch. 

ßß. Hüllchenblätter schmal, länglich oder lanzettlich. E. pul- 
vernlenta Kitaibel, Bestaubte Wolfsmilch. 



*) Tafel 333 Euphorbia Esula L. B Cyathium vergrössert. 



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3usbnurrni>cs tfinnelftraut. 



— 53 — 

Gattung 402: Andrachne L., Myrtenkraut. 

Stengel dicht über dem Boden in zahlreiche hand- bis spannenhohe, 
rutenformige, liegende Zweige zerteilt. Blätter klein, knrz- gestielt, eirnnd, 
zugespitzt, ganzrandig, kahl. Blüten knrz -gestielt, einzeln in den Blatt- 
achseln, einhäusig. Männliche Blüte mit fünfteiligem Kelch, 5 Krön- und 
5 Staubblättern; weibliche mit fünfteiligem Kelch, kronenlos; Fruchtknoten 
dreifächerig, mit dreiteiligem Griffel. Frucht eine dreifächerige, sechssamige 
Kapsel. Blütezeit Mai, Juni. 0. Auf Inseln des Adriatischen Meeres. 
A. telephioi'des L., Fetthenne artiges Myrtenkrant. 

Gattung 403: Mercurialis Tournefort, Bingelkraut. 

Kahle Kräuter mit gegenständigen, lanzettlichen oder eilänglichen, ge- 
sägten oder gekerbten Blättern und kleinen Nebenblättern. Blüten klein, 
grünlich, zweihäusig. XXII, 8. Männliche Blüten in ährenförmigen Blüten- 
ständen; weibliche einzeln oder zu mehreren auf langen Stielen. Blüten- 
hülle dreiteilig, kelchartig; Blumenkrone fehlt. Staubblätter 9 bis 12. 
Fruchtknoten zweifächerig mit kurzem Griffel und 2 langen Narben. Frucht 
eine meist zwei-, selten dreiknöpfige Kapsel mit einsamigen Fächern. Samen 
mit Nabelwulst. Die Pflanzen werden beim Trocknen bläulich bis dunkel- 
blau und violett. 

A. Stengel stielrund, meist unverästelt, mit dünnem, kriechendem Wurzel- 
stock; ausdauernd. Weibliche Blüten zu mehreren auf langen Stielen. 
Frucht rauhhaarig. 

1. Blätter langgestielt, eilänglich bis lanzettlich, am oberen Ende des 
Stengels zusammengedrängt, rauh -kurzhaarig. Fruchtknoten grösser 
als die Blütenhülle, mit ausgespreizten Narben. Blütezeit April, Mai. 
Höhe 15 bis 30 cm. %. In Laubwäldern, namentlich der Gebirgs- 
gegenden, häufig. M. perennis L., Ausdauerndes Bingelkraut.*) 

2. Blätter eiförmig, sitzend oder die unteren sehr kurz - gestielt. — Im 
übrigen wie vorige, so dass sie auch als Abart derselben angesehen 
wird. Blütezeit April, Mai. Höhe 15 bis 30 cm. %-. M. ovata 
Sternberg und Hoppe, Eiblätteriges Bingelkraut. 

B. Stengel vierkantig, meist verästelt; Zweige gegenständig; einjährig; ein 
kriechender Wurzelstock ist nicht vorhanden. Weibliche Blüten einzeln 



*) Tafel 334. Mercurialis perennis L. A weibliche Pflanze. 1 Ähre 
männlicher Blüten; 2 deren Blütenhülle; 3 Staubblätter; 4 weibliche Blüte; 
5 desgl. im Längsschnitte; 6 Frucht im Querschnitte; 7 geöffnete, dreiknöpfige 
Frucht; 8 Samen; 9 desgl. im Längsschnitte, oben von dem Nabelwulst bedeckt. 
1 bis 9 vergrössert. 



— 54 — 

oder zu 2 bis 3 beisammen, kurz - gestielt. Frucht mit spitzen, je eine 
Borste tragenden Haaren. — Blätter gestielt, aus breitem Grunde läng- 
lich oder länglich -lanzettlich, grob -gesägt und am Rande gewimpert. 
Blütezeit Juni bis Herbst. Höhe 25 bis 50 und mehr cm. Auf be- 
bautem Boden, Schutt, in Gärten; zerstreut und mancherorts gemein. 
M. annua L., Einjähriges Bingelkraut. 



90. Familie: Buxaceae, Buchsbaumgewächse. 

Hierher nur: 

Gattung 404: Buxus Tournefort, Buchsbaum. 

Holzpflanzen mit gegenständigen, einfachen, ganzrandigen, kahlen, leder- 
artigen, immergrünen, nebenblattlosen Blättern. Blüten unscheinbar, ein- 
häusig, mit Vorblättern, in kleinen, blattachselständigen Knäueln, in welchen 
mehrere männliche Blüten die eine weibliche umgeben. Männliche Blüten 
mit 4 Blütenhüllblättern, vor welchen 4 Staubblätter stehen, und einem 
kleinen, unfruchtbaren Fruchtknotenreste. Weibliche Blüten mit 2 drei- 
gliederigen Blütenhüllkreisen und einem dreifächerigen Frachtknoten. Jedes 
Fruchtknotenfach enthält 2 hängende Samenknospen. Die 3 dicken, fleischigen 
Griffel tragen zweilappige Narben. Die Frucht ist eine Kapsel, deren äussere 
Hautschicht fachspaltig aufspringt, während die innere sich scheidewand- 
spaltig, zweiklappig öffnet. Samen eiweisshaltig, mit grossem Keimlinge. 

Astchen oft fast vierkantig. Blätter eiförmig bis eilänglich. Blattstiele 
gewimpert. Blüten grünlich-gelb, sitzend. Blütezeit März, April. Höhe 15 
bis 300 cm. 2j.. XXI, 4. In Gebirgsgegenden des westlichen Teiles des 
Gebietes von der Mosel bis zum Jura; sehr häufig in Gärten als Wegeein- 
fassung angepflanzt. B. sempervirens L., Immergrüner Buchsbaum.*) 

Besondere Abarten sind: 

a. arborescens Lamarck, Baumartiger Buchsbauni, 1 bis 3 m hoch; 
Blätter anfangs meist bläulich beduftet, stark aromatisch riechend. Im 
westlichen Teile des Gebietes, in Oberösterreich, Krain. 

ß. sufiruticosa Lamarck, Strauchartiger Buchsbaum, 60 bis 100 cm hoch; 
Blätter stets grün; geruchlos. Südtirol. 



*) Tafel 335. Buxus sempervirens L A blühender Zweig. 1 Blüten- 
knäuel; 2 männliche Blüte mit ihrem kleinen Vorblatte; 3 desgl. von oben ge- 
sehen; 4 weibliche Blüte; 5 Querschnitt durch den Fruchtknoten ; 6 aufgesprungene 
Frucht; 7 Same; 8 Längsschnitt durch denselben. 1 bis 8 vergrössert. 




immergrüner i3urijsl>oum. 







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— 55 — 

91. Familie: Empetraceae, Krähenbeerengewächse. 

Hierher nur: 

Gattung 405: Empetrum Tournefort, Krähenbeere, Rauschbeere. 

Heidekrautartige Pflanze mit dicht-gedrängt bis fast quirlig stehenden, 
lineal-] anglichen, nebenblattlosen, immergrünen Blättern. Blüten klein, meist 
einzeln in den Blattachseln stehend; in der Regel zweihäusig, nicht selten 
mit zwitterigen untermischt, sehr selten alle zwitterig, von schuppigen Vor- 
blättern umgeben. Kelch dreiteilig. Blumenkrone dreiblätterig, mit den 
Kelchzipfeln wechselnd, bei den männlichen Blüten aufrecht, bei den weib- 
lichen und zwitterigen zurückgeschlagen. Staubfäden drei. Fruchtknoten 
sechs- bis neunfächerig, in jedem Fache mit einer aufspringenden Samen- 
knospe; Narbe sechs- bis neunstrahlig , scheibenförmig; Frucht eine sechs- 
bis neunsteinige Beere. 

Stengel rotbraun, niederliegend, wurzelnd, 30 bis 50 cm lang. Blumen- 
krone rosenrot, selten weiss. Staubblätter purpurn. Beere glänzend-schwarz. 
Blütezeit April, Mai. Im nördlichen Teile des Gebietes, in Torfmooren, sehr 
zerstreut; im südlichen auf Gebirgswiesen; auf den Hochalpen und im Jura 
nicht selten. E. nigrnm L., Schwarze Krähenbeere, Schwarze Rausch- 
beere.*) 

92. Familie: Callitrichaceae, Wasserstemgewächse. 

Zarte, ganz untergetaucht wachsende und blühende, oder mit den blühen- 
den Spitzen auf dem Wasser schwimmende und auf trocken gelegtem Schlamm- 
boden an den Stengelknoten wurzelnde Pflanzen. Stengel fadenförmig. Blätter 
kreuzständig, lineal, verkehrt-eiförmig oder spatelig, ganzrandig. Blüten ein- 
häusig; meist einzeln; untere weiblich, obere männlich (XXI, 1); selten zu 
2 bis 3 in der Blattachsel; in einer Achsel beisammenstehende männliche 
und weibliche Blüten hat man oft, indes fälschlich, als Zwitterblüten ange- 
sehen (I, 1 oder I, 2). Die Blüte der meisten Arten hat 2 seitlich stehende, 
sichelförmige, nervenlose, hohle Vorblätter; die männliche besteht aus einem 
Staubblatte, die weibliche aus einem Stempel. Die Staubbeutel sind zwei- 
fächerig und öffnen sich mit 2 seitlichen, auf dem Scheitel sich vereinigen- 
den Längsspalten. Der sitzende oder kurzgestielte Fruchtknoten hat 2 seit- 
liche Fächer und 2 lange, fadenförmige Narben. Jedes Fach enthält 
2 hängende Samenknospen. Bei der Fruchtreife teilt sich jedes Frucht- 



*) Tafel 336. Ernpetrum nigrum L. A blühender, B fruchtender Zweig. 
1 männliche Blüte; 2 Staubblatt; 3 weibliche Blüte; 4 Stempel; 5 Zwitterblüte; 
6 desgl. im Längsschnitte; 7 Beere; 8 desgl. im Längsschnitte; 9 Stein der 
Beere. 1 bis 9 vergrössert. 



— 56 — 

knotenfach durch eine falsche Scheidewand; so wird die Frucht vierlappig 
und zerfällt in 4 einsamige Nüsschen, ohne dass eine Mittelsäule stehen 
bliebe. Der Same enthält in fleischigem, öligem Eiweiss einen walzen- 
förmigen, schwach gebogenen Keimling. 

Gattung 406: Callitriche L., Wasserstern. 

Wie weit die angeführten Pflanzen Arten oder nur Varietäten sind, ist 
noch nicht sicher gestellt. Man fasst sogar alle als C. aquatica Smith, 
Gemeiner Wasserstern zusammen. 

A. Blätter an ihrem Grunde schmäler als an der Spitze; an verschiedenen 
Teilen der Pflanze oft verschiedengestaltig; unterste untergetauchte oft 
linealisch; oberste oft verkehrt-eiförmig bis spatelig und eine seh winmiende 
Rosette bildend; wenigstens die oberen Blätter dreinervig. Amphibische, 
bald im Wasser, bald auf feuchtem Boden wachsende, an der Luft 
blühende Pflanzen. An allen grünen Organen mit Sternhaaren und Spalt- 
öffnungen versehen. Weibliche Blüte mit sichelförmigen Vorblättern. 
Untergattung: Eucallitriche Hegelmaie r. 

Hierher die in viele Arten gespaltene C. verna L., Friihlings- 
Wasserstern. 

Man unterscheidet unter anderem: 

1. Teilfrüchtchen fast kreisrund, auf ihrem Rücken geflügelt. — Obere 
Blätter umgekehrt-eiförmig. Narben vier- und mehr mal so lang wie 
der Fruchtknoten, bleibend. Blütezeit Mai bis Oktober. Länge 5 bis 
25 cm. 21-. In Bächen, Gräben und Pfützen; häufig. C. stagnalis 
Scopoli, Teich -Wasserstern.*) 

2. Teilfrüchtchen auf ihrem Rücken nur schwach gekielt, nicht geflügelt. 

a. Frucht länger als breit; Narbe etwa doppelt so lang wie der 
Fruchtknoten, aufrecht, fast bis zur Reife bleibend. — Untere 
Blätter linealisch, obere umgekehrt - eiförmig. Blütezeit Mai bis 
Oktober. Länge 5 bis 30 cm. 2J.. In Bächen, Gräben und 
Pfützen, häufig. C. verna (vernalis) Kützing, Frükliugs- 
Wasserstern.**) 

Landformen aus feuchten Waldungen sind C. minima Hoppe, 
Kleinster Wasserstern mit schmäleren, C. caespitosa Schultz, 
Rasenförniiger Wasserstern mit etwas breiteren Blättern. 



*) Tafel 337. Callitriche stagnalis Scopoli. 3 Frucht; 4 Teilfrücht- 
chen im Längsschnitte; vergrössert. 

**) Tafel 337. Callitricheverna Kützing. A Hauptform; B Call, caespi- 
tosa Schultz ; C Call, minima Hoppe. Natürliche Grösse. 



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— 57 — 

Wasserformen sind: C. angnstifolia Hoppe, Schmalblätteriger 
Wasserstern mit nur linealischen Blättern; C. intermedia Hoppe 
und C. stellnlata Hoppe, bei denen die oberen Blätter eiförmig 
und bei ersterer deutlich ausgerandet, bei letzterer nicht ausge- 
randet sind, 
b. Frucht kreisrund oder mehr breit als lang; Narben vier- und mehr- 
mal so lang wie der Fruchtknoten, zurückgebogen, bald abfallend. 
C. hamnlata Kützing, Hakenförmiger Wasserstern.*) 
B. Blätter wenig über ihrem Grunde am breitesten, linealisch, mit ausge- 
randeter, zweizähniger Spitze, einnervig, nie eine Rosette bildend. Ganze 
Pflanze auch zur Blütezeit vollständig untergetaucht; ohne Sternhaare 
und ohne Spaltöffnungen. Weibliche Blüten ohne Vorblätter. Unter- 
gattung: Pseudocallitriche Hegelmaie r. 

Kanten der Frucht geflügelt. Blütezeit Juli bis Oktober. %■. In 
stehendem und langsam fliessendeni Gewässer; selten und nur im nörd- 
lichen Gebiete, von Hannover bis Preussen. (C. decussata Link; C. virens 
Goldbach; C. truncata Auct.) C. antnmnalis L., Herbst -Wasserstern. 

6. Reihe: Calyeiflorae, Kelehblütige. **) 

Blüten mit Kelch und Blumenkrone, nur selten mit einer einfachen 
Blütenhülle. Blütenteile in Kreisen angeordnet. Fruchtknoten mittel- oder 
unterständig. 

Diese Reihe zerfällt in 7 Ordnungen: 

A. Kelch und Blumenkrone sind nicht unterschieden. Die Blütenhülle ist 
meist blumenblattartig. 2. Ordnung: Thymelaeinae, Seidelbastartige. 

Hierher gehört auch noch aus der Ordnung Myrtiflorae zuweilen 
die Familie Haloragidaceae , sowie meist die zu derselben Ordnung und 
zur Familie Lythraceae gehörende Gattung Peplis L. 

B. Kelch und Blumenkrone sind unterschieden. 

I. Stengel fleischig, blattlos. Kelch und Blumenkrone sind vielblätterig 
und gehen nicht ineinander über. 4. Ordnung: Opuntinae, Kaktns- 
artige. 

H. Stengel nicht fleischig und blattlos. Kelch und Blumenkrone sind ver- 
schieden gestaltet und gehen nicht ineinander über. 



*) Tafel 337C. Callitriche hamulata Kützing (?). 1 männliche, 2 weib- 
liche Blüte; vergrössert. 

**) Vergleiche Band IT, Seite 2. 

Thom«, Flora. III. g 



— 58 — 

a. Zwischen den Staubblättern und dem Stempel oder als polsterartige 
Verdickung am Grunde der Griffel findet sich ein Diskus. 5. Ord- 
nung: Umbelliflorae, Doldenblütige. 

b. Blüten ohne solchen Diskus. 

a. Frucht eine Hülse. 7. Ordnung: Legiiniinosae, Hülsengewächse. 
ß. Frucht nicht eine Hülse. 

1. Fruchtknoten aus mehreren Fruchtblättern gebildet; mehr- 
fächerig, aber mit meist nur einem Griffel. 1. Ordnung: 
Myrtiflorae, Myrtenbliitige. 

2. Fruchtknoten aus einem Fruchtblatte gebildet, einfächerig; 
wenn aus mehreren Fruchtblättern entstanden, dann mit meh- 
reren getrennten Griffeln, beziehungsweise mit mehreren 
sitzenden Narben. 

a. Blätter mit Nebenblättern. Samen eiweisslos. 6. Ordnung: 
Rosiflorae, Rosenblütige. 

b. Blätter nebenblattlos. Samen meist eiweisshaltig. 3. Ord- 
nung: Saxifraginae, Steinbrechartige. 

1. Ordnung: Myrtiflorae, Myrtenblütige. 

Kelch und Blumenkrone sind verschieden gestaltet und gehen nicht in- 
einander über. Ein Diskus ist nicht vorhanden. Der aus mehreren Frucht- 
blättern gebildete, mehrfächerige Fruchtknoten hat meist nur einen Griffel. 
Hierher 4 Familien: 

A. Fruchtknoten ein- oder mehrfächerig, mit so vielen getrennten Griffeln 
als Fruchtknotenfächer vorhanden sind. Samenknospen aus der Spitze 
der Fruchtknotenfächer herabhängend. 93. Familie: Haloragidaceae, 
Meerbeerengewäclise. 

B. Fruchtknoten mehrfächerig, aber mit nur einem Griffel. 

I. Staubblätter zahlreich, in unbestimmter Anzahl. 96. Familie: Myrtaceae, 

Myrtengewächse. 
U. Staubblätter so viele oder doppelt so viele, selten weniger als Kron- 
bez. Blütenhüllblätter vorhanden sind. 

a. Blumenkrone umständig oder fehlend. 94. Familie: Lythraceae, 
Weiderichgewächse. m 

b. Blumenkrone oberständig. 95. Familie: Onagraceae, Nachtkerzen- 
gewächse. 

93. Familie: Haloragidaceae, Meerbeerengewächse. 

Hierher gehören nur zwei, so sehr von einander abweichende Gattungen, 
dass man sie auch wohl zu besonderen Familien erhoben hat. 



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— 59 — 

1. Blätter kammartig-fiederschnittig, mit haarförmigen Zipfeln. Staubblätter 
sind 8 vorhanden. Gattung 407: Myriophylluni L., Tausendblatt. 

2. Blätter schmal - lineal. Blüten mit einem Staubblatte. Gattung 408: 
Hippuris L., Tannenwedel. 

Gattung 407: Myriophyllum L., Tausendblatt, Wasserfeder. (XXI, 5.) 

Krautartige, untergetauchte, kahle Wasserpflanzen mit schwimmenden 
Ästen und aus dem Wasser hervorragenden Blütenähren. Blätter quirl- 
ständig, kammartig-fiederschnittig, mit haarförmigen Zipfeln. Blüten in den 
Blattachseln einzeln, klein, grünlich ; untere weiblich, obere männlich. Zwitter- 
blüten finden sich am meisten noch in der Mitte des Blütenstandes, im ganzen 
aber selten. Die Blüten sind vi erzählig; die männlichen haben einen vier- 
teiligen Kelch, 4 hinfällige Kronblätter und 8 Staubblätter; bei den weib- 
lichen ist der Kelch durch 4 kleine, den vierkantigen Fruchtknoten krönende 
Zähnchen angedeutet, bei ihnen sind auch die Kronblätter klein-zahnförmig 
und zurückgebogen; bei beiden Arten von Blüten kommt die Blumenkrone 
bisweilen nicht zur Entwickelung. Der Fruchtknoten ist vier-, selten zwei- 
fächerig; die eben so vielen Narben sind gross und zottig. Die Frucht ist 
eine in vier (selten zwei) einsamige Nüsschen zerfallende Spaltfrucht. Der 
Same enthält in der Achse des fleischigen, meist reichlichen Eiweisses einen 
walzenförmigen Keimling. 

1. Männliche und weibliche Blüten in Quirlen. Blattzipfel nicht haarfein. 
Ähren vor dem Aufblühen aufrecht. 

a. Blütenstengel bis oben hinauf mit kammförmig-fiederteiligen, quirlig- 
angeordneten Blättern, in deren Achseln die Blüten stehen; erstere 
sind mehrere mal länger als letztere. Da die Blätter nach der Spitze 
zu an Grösse abnehmen, werden sie auch als die Deckblätter der Blüten 
angesehen. — Blütezeit Juni bis August. Länge 10 bis 25 cm. In 
Gräben und stehenden Wässern; zerstreut. M. verticillatum L., Quirl- 
blütiges Tausendblatt. 

b. Die unteren Blüten stehen in der Achsel fiederig - eingeschnittener 
Blätter, welche so lang oder länger wie jene sind; die Deckblätter der 
oberen Blüten sind ganzrandig. Blütezeit Juni bis August. Länge 
oft 1 bis 2 m. %■. M. spicatum L., Ährenblütiges Tausendblatt.*) 

2. Die männlichen Blüten stehen einzeln und abwechselnd am oberen Ende 
der langen, nicht beblätterten Ährenspindel; die weiblichen sitzen darunter 



*) Tafel 338. Myriophyllum spicatum L. A blühende Pflanze. 
1 männliche, 2 weibliche Blüte, jede mit einigen Deckblättei'n ; 3 Längsschnitt 
durch die weibliche Blüte; 4 desgl. durch die Frucht. 1 bis 4 vergrössert. 



— 60 — 

in den Blattachseln, meist zu je zwei in einem Quirle. Blattzipfel haar- 
fein. Ähren vor dem Aufblühen überhängend. — Blütezeit Juni bis 
August. Länge 15 bis 25 cm. 2J.. In klaren, stehenden Gewässern; 
selten. M. alterniflorum De Candolle, Wechselblütiges Tausendblatt. 

Gattung 408: Hippuris L., Tannenwedel. (I, 1.) 

Hierher nur Hippuris vulgaris L., Gemeiner Tannen wedel. Einfaches 
selten verzweigtes Sumpfkraut. Wurzelstock langgegliedert und verzweigt, 
Stengel ziemlich dick. Blätter zu 4 bis 12 in gedrängtstehenden Wirtein, 
linealisch, ganzrandig; in der Jugend anfwärts gerichet, später abstehend 
bis hängend. Blüten klein, grünlich, in den Blattachseln. Der Kelch ist 
durch einen schmalen, ganzrandigen, mitunter schwach -zweilappigen oder 
gezähnelten Saum am oberen Ende des Fruchtknotens angedeutet. Eine 
Blumenkrone fehlt. Das eine Staubblatt umfasst mit seinen beiden Hälften 
den fadenförmigen Griffel. Der einfächerige Fruchtknoten bildet sich zur 
einsamigen Steinfrucht aus. Der Same liegt in der Achse des fleischigen, 
reichlichen Ei weisses. Blütezeit Juni bis August. Höhe 30 bis 50 cm. %. 
An und in langsam fliessenden und stehenden Gewässern; zerstreut.*) 

Besondere Formen sind: 

1. fluviatilis Ruthe, Flutender Tannen wedel. Stengel flutend und öfter 
verzweigt, mitunter 1 bis 2 m lang; Blätter länger und zarter als an 
der gewöhnlichen Form. 

2. rhaetica Zschokke, Rhätischer Tannenwedel. Kleine, nur 15 bis 
20 cm hohe Form mit fadenförmigen, nur 1 [. 2 mm breiten Blättern. 
In Graubünden. 

94. Familie: Lythraeeae, Weiderichgewächse. 

Kräuter mit ungeteilten, gegen- oder quirlständigen, nebenblattlosen 
Blättern. Blüten regelmässig, oft dreifach -verschiedengriffelig. Kelch, 
Blumenkrone und Staubblätter umständig. Kelch mit klappiger, Blumen- 
krone mit dachiger Knospenlage; beide 6-, selten 5 zählig. Ersterer mit 
ein- bis zweireihig-gezähntem Saume; Kronblätter, bei zweireihig-gezähntem 
Kelche, vor den äusseren Kelchzipfeln stehend. Staubblätter so viel oder 
doppelt so viel, selten weniger, wie Kronblätter, mit nach innen sich 
öffnenden Staubbeuteln. Stempel frei auf dem Grunde der Blüte. Frucht- 
knoten aus 2 Fruchtblättern gebildet, zweifächerig, zuweilen, durch Ver- 



*) Tafel 339. Hippuris vulgaris L. A blühende Pflanze. 1 Blüte; 
2 desgl. ohne Staubblatt; 3 desgl. halbiert; 4 Staubblatt; 5 Frucht; 6 dieselbe 
im Längsschnitte; 7 Blütengrundriss. 1 bis 7 vergrössert. 



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— 61 — 

kümmern der Scheidewand, an seinem Grunde oder an seiner Spitze ein- 
fächerig. Narbe kopfig. Frucht eine vielsamige Kapsel. Samen zahlreich, 
klein, eiweisslos, mit geradem Keimling. 

1. Kelch walzenförmig. Blumenkrone ansehnlich, rot. Kapsel zwei- 
klappig-wandspaltig. Gattung 409: Lythrum L., Weiderich. 

2. Kelch glockenförmig. Blumenkrone klein und hinfällig, weiss-rötlich 
oder ganz fehlend. Kapsel nicht oder unregelmässig aufspringend. 
Gattung 410: Peplis L., Bachburgel. 

Gattung 409: Lythrum L., Weiderich. 

Kräuter mit abwechselnden oder quirligen Blättern und regelmässigen 
Blüten. Der Kelch ist röhrig; die Zähne seines Saumes (meist 12) sind in 
2 Reihen angeordnet; die Kronblätter (meist 6) sind dem Kelchschlunde 
eingefügt, ansehnlich und rot. Die Kapsel ist zweiklappig-wandspaltig. 

Der hierher gehörende Gemeine Weiderich (Tafel 340) ist dreifach- 
verschiedengriffelig (heterostyl-trimorph). Seine Staubblätter zerfallen 
in 2 Gruppen, 6 haben längere, 6 kürzere Fäden. Bezüglich seines Griffels 
giebt es 3 Formen, die man als lang-, mittel- und kurzgriffelig be- 
zeichnen kann; bei der ersten dieser Formen ragt die Narbe über die 
längeren Staubblätter hinaus (Fig. 7); bei der zweiten nimmt sie die Mitte 
zwischen den beiden Staubbeutelgruppen ein (Fig. 5); bei den letzten steht 
sie etwas niedriger als die Beutel der kleineren Staubblätter (Fig. 3). Dabei 
findet noch die Beziehung statt, dass sich in gleicher Höhe mit der Narbe 
einer jeden dieser Formen in den anderen Formen Staubbeutel vorfinden; 
die Narbe der langgriffeligen Form steht z. B. so hoch über dem Blüten- 
boden, wie in den beiden anderen Formen die Beutel der grösseren Staub- 
blätter. Die Narbe der langgriffeligen Form ist dicker als die der übrigen ; 
dagegen erzeugen diese in ihren oberen Staubbeuteln grünen Blütenstaub, 
während die übrigen 4 Gruppen von Staubbeuteln gelben Staub bilden; 
endlich sind auch die Blütenstaubkörnchen der oberen Gruppen grösser als 
die der übrigen. Nach den von Darwin angestellten Versuchen bilden sich 
nun zahlreiche und vollkommene Samen nur durch Befruchtungen zwischen 
Stempeln und Staubblättern von gleicher Länge: nur die längsten Staub- 
blätter befruchten den längsten Stempel vollständig, nur die mittleren Staub- 
blätter den mittleren Stempel, nur die kürzesten Staubblätter den kürzesten 
Stempel, und je grösser die Ungleichheit von Stempel und Staubblättern ist, 
um so unvollkommener ist deren Einfluss aufeinander. Die hierzu not- 
wendige Übertragung des Blütenstaubes aus einer Blüte in die andere ist 
aber den honigsuchenden Insekten übertragen, und wenn ein solches aus 
einer Form in eine andere schlüpft, dann wird notwendigerweise deren Narbe 



— 62 — 

gerade an diejenige Stelle des Insektenkörpers gerieben, welche vorher mit 
Blütenstaub bepudert wurde. Es erübrigt nur hinzuzufügen, dass die Blüten 
ein und derselben Pflanze stets einer Form angehören. Ahnliche Verhält- 
nisse finden sich auch bei Oxalis; Lythrnm Hyssopifolia hingegen ist ein- 
gestaltig. 

A. Blüten (wenigstens die unteren) 12 männig, in geknäuelten, blattachsel- 
ständigen Trugdolden, eine Scheinähre bildend. 

1. Blätter herzlanzettlich, unten am breitesten; die unteren gegenständig 
oder quirlig. Kelchzähne abwechselnd länger. — Stengel schwach 
verästelt. Blumenkrone purpurrot. Blütezeit Juli bis September. XI, 1. 
Höhe 50 bis 120 cm. %. An Bächen, in Gräben, feuchtem Gebüsch; 
häufig. L. Salicaria L., Gemeiner Weiderich.*) 

Bei der Form glabrescens Koch (?) sind die Blätter kahl oder 
nur unterseits auf den Adern flaumhaarig; bei canescens Koch sind 
Stengel, Blätter und Kelch dicht -grau -weichhaarig, fast filzig. 

2. Blätter lanzettlich, am Grunde abgerundet; wenigstens die oberen an 
ihrem Grunde verschmälert. Kelchzähne gleichlang. Obere Blüten 
wechselständig. — Blumenkrone purpurrot. Blütezeit Juni, Juli. XI, 1. 
Höhe 100 bis 125 cm. %. An feuchten Orten und in Gräben; selten; 
in Böhmen; an der Grenze in Belgien. L. virgatum L., Ruten- 
förniiger Weiderich. 

B. Blüten 2- bis 6 männig, einzeln in den Blattachseln. Blätter lineal- 
lanzettlich. — Blumenkrone klein, violettrot. Blütezeit Juli bis September. 
Höhe 10 bis 30 cm. 0. Auf feuchten Triften und Äckern, in Gräben; 
zerstreut. L. Hyssopifolia L., Ysopblätteriger Weiderich. 

Gattung 410: Peplis L., Bachburgel. 

Einjähriges, niederliegendes, rasenartiges Pflänzchen, mit vielen, 8 bis 
20 cm langen, an den Knoten wurzelnden, oft rot angelaufenen Ästen. 
Blättchen gegenständig, umgekehrt -eiförmig, in den kurzen Blattstiel keil- 
förmig -verschmälert, abgerundet. Blüten einzeln in den Blattachseln. Kelch 
glockig, faltig, mit 12, abwechselnd kürzeren, Zähnen. Blumenkrone mit 
6 sehr kleinen, oft fehlenden, hinfälligen, rötlich-weissen Blättchen. Staub- 
blätter 6, den grösseren Kelchzähnen eingefügt. Griffel sehr kurz, mit 



*) Tafel 340. Lythrum Salicaria L. A Blütenzweig. 1 Blütenknospe; 
2 Blüte; 3 desgl. aufgeschnitten und ausgebreitet, kleingriifelige Form; 4 deren 
Narbe; 5 mittelgriffelige Form, Blütenlängsschnitt; 6 deren Griffel; 7 lang- 
griffelige Form; 8 deren Narbe; 9 oberes und unteres Staubblatt einer kurz- 
griffeligen Blüte; 10 aufgesprungene Kapsel. 1 bis 10 vergrössert. 



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— 63 — 

kugeliger Narbe. Kapsel zweifächerig, vielsamig, nicht oder unregelmässig 
aufspringend. Blütezeit Juli bis September. An feuchten, zeitweise über- 
schwemmten Orten; nicht selten aber zerstreut. P. Portula L., Wasser- 
portulak, Gemeine Backburgel. 

95. Familie : Onagraceae, Nacktkerzengewäckse. 

Kräuter, mit nebenblattlosen, ungeteilten Blättern. Blüten regelmässig, 
zwitterig, 4- bis 5 zählig. Kelch klappig, wie die Blumenkrone oberständig 
und meist einzählig. Samenknospen meist zahlreich, selten 1, im Innen- 
winkel des Fruchtknotens sitzend. Staubblätter so viele, oder doppelt so 
viele als Kronblätter. 

Diese ziemlich grosse, unter andern die als Zierpflanzen bekannten 
amerikanischen Gattungen Fuchsia, Gaura und Clarkia enthaltende Familie 
ist in Deutschland nur durch 5 Gattungen, die zu 4 verschiedenen Unter- 
familien gehören, vertreten. 

A. Wasserpflanzen mit rautenförmigen, rosettig-angeordneten, schwimmenden 
und mit linealischen oder länglichen, gegenständigen, abfälligen unter- 
getauchten Blättern; in den Achseln der letzten finden sich oft zahlreich- 
einfache und je eine kammförmige Wurzel. Frucht eine vielsamige, 
vierhörnige, knöcherne Nuss. 4. Unterfamilie: Trapeae, Wassernuss- 
gewäckse. 

Hierher Gattung 415: Trapa L., Wassernuss. 

B. Land- oder Sumpfpflanzen mit nur einerlei Art von Blättern. 

I. 4 Kelchblätter, 4 Kronblätter und 8 Staubblätter sind dem Saume 
einer mehr oder minder langen, über den Fruchtknoten hinausragenden 
Röhre eingefügt und fallen mit dieser ab. Frucht eine fachspaltige 
Kapsel. 1. Unterfamilie: Onagreae, Eigentliche Nachtkerzengewäckse. 

1. Röhre ziemlich kurz. Blumenkrone rot oder weisslich. Kapseln 
lineal. Same mit Haarschopf. Gattung 411: Epilobium L., Weiden- 
röschen, Schotenweiderich. 

2. Röhre lang. Blumenkrone gelb. Kapsel länglich. Samen ohne 
Haarschopf. Gattung 412: Oenotkera L., Nachtkerze. 

IL Kelch-, Krön- (beziehungsweise Blütenhüllblätter) und Staubblätter 
sitzen dem Fruchtknoten unmittelbar auf. 

. 1. Kelch-, Krön- und Staubblätter sind zu je 2 vorhanden. Kelch 
abfallend. Frucht eine nussartige Schliessfrucht. 2. Unterfamilie: 
Circaeeae, Hexenkrautgewächse. 

Hierher Gattung 413: Circaea Tournefort, Hexenkraut. 



— 64 — 

2. Eine Blumenkrone fehlt. Blütenhüll- und Staubblätter sind je 4 
vorhanden; erstere ist nicht abfallend. Frucht eine wandspaltige 
Kapsel. 3. Unterfamilie: Jnssieueae, Jussienge wachse. 
Hierher Gattung 414: Isnardia L., Isnardia. 

1. Unterfamilie: Onagreae, Eigentliche Nachtkerzengewächse. 
Gattung 411: Epilobium L., Weidenröschen, Schotenweiderich. VIII, 1. 

Aufrechte, ästige Kräuter mit gegen- oder wechselständigen einfachen, 

ganzen Blättern und in eine endständige Traube angeordneten Blüten. 

Kelchsaum meist bis fast zum Fruchtknoten geteilt. Kapseln linealisch. 

Samen mit Haarschopf. 

A. Alle Blätter wendelständig. Blumenkrone flach ausgebreitet, mit un- 
geteilten oder ausgerandeten Blättern, etwas unregelmässig. Staubfäden 
und Griffel an ihrem Ende zurückgebogen, abwärts geneigt. Stamm 1: 
Chamaenerion. 

1. Blätter lanzettlich, aderig, unterseits bläulich -grün, ganzrandig oder 
drüsig-schwach-gezähnelt. — Blumenkronblätter genagelt, umgekehrt- 
eiförmig, selten weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 60 bis 120 cm. 
2J-. In Waldlichtungen und an Waldrändern; verbreitet. (E. spicatum 
Lamarck; Chamaenerion angustifolium Scopoli.) E. angnstifolium L.> 
Schmalblätteriges Weidenröschen. *) 

2. Blätter lineal oder lineal- lanzettlich, aderlos, fast gleichfarbig. 

a. Griffel nur an seinem Grunde behaart; etwa so lang wie die Staub- 
blätter. — Kronblätter eiförmig, länglich, am Grunde verschmälert; 
purpurrot. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 100 cm. %■. 
Kiesige und sandige Ufer der Gebirgsgegenden und Voralpen; 
zerstreut. (E. angustissimum Aiton; E. rosmarinifolium Haenke; 
Chamaenerion palustre Scopoli; Chamaenerion Dodonaei' Villars.) 
E. Dodonaei Villars, Rosmarinhlätteriges Weidenröschen. 

b. Griffel bis über die Mitte hinauf behaart, halb so lang wie die 
Staubblätter. — Stengel buschig-ästig. Kelch braunrot. Blumen- 
kronblätter purpurrot, länglich - eiförmig. Blütezeit Juli, August. 
Im Gerolle der Alpenströme und mit diesen zuweilen in das Vor- 
land hinabsteigend. (E. crassifolium auct.) E. Fleischen Hoch- 
stetter, Fleischers Weidenröschen. 



*) Tafel 341. Epilobium angustifolium L. A blühender, B fruchtender 
Zweig. 1 Blütenlängsschnitt; 2 Staubblätter; 3 Narbe, noch geschlossen; 

4 Fruchtknotenlängsschnitt, Narbe ausgebreitet; daneben aufgesprungene Kapsel; 

5 Same mit Haarschopf; 6 Samenlängsschnitt. 1 bis 6 vergrössert. 



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— 65 — 

B. Untere Blätter gegenständig, selten zu 3 oder 4 quirlig. Blumenkrone 
meist trichterig, seltener flach, mit herzförmigen oder zweispaltigen 
Blättern, regelmässig. Staubfäden und Griffel gerade. 2. Stamm: 
Lysimachion. 
A. Die 4 Narben sind von einander getrennt und abstehend; sie sind 

Dicht keulig-vereinigt. Stengel stielrund, ohne erhabene, leistenartige 

Linien. 

1. Die jungen Blütenzweige stehen aufrecht (nicht nickend). Blätter 
fast gleichbreit -lanzettlich, sitzend oder die untersten sehr kurz 
gestielt. 

a. Blüten gross, 16 bis 20 mm lang. Blätter den Stengel zum 
Teil umfassend, an den Rändern etwas geöhrt- herablaufend. 
Stengel vielästig, zottig von langen, abstehenden und kürzeren, 
meist drüsentragenden Haaren (letztere fehlen mitunter). — 
An dem Wurzelstocke entstehen im Herbste fleischige Triebe, 
die sich mit Nahrungsreservestoffen für die spätere Entwickelung 
füllen. Blätter länglich - lanzettlich. Blumenkrone purpurrot. 
Blütezeit Juni bis September. Höhe 100 bis 125 cm. 2J.. An 
Gräben, Ufern, in feuchten Gebüschen ; häufig. (E. grandiflorum 
Weber; E. amplexicaule Lamarck; E. aquaticum Thuillier.) 
E. liirsutmn L. (z. Teil), Rauhhaariges Weidenröschen. 

ß. Blüten viel kleiner, etwa 10 mm lang. Blätter nicht stengel- 
umfassend und nicht herablaufend; lanzettlich; gezähnt. Stengel 
einfach oder wenigästig, von abstehenden Haaren zottig oder 
weichhaarig, seltener fast kahl. — Wurzelstock nach der Frucht- 
reife Blattrosetten bildend. Blumenkrone hellviolett. Blüte- 
zeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 60 cm. 2J.. An Gräben, Ufern, 
in Weidengebüschen; gemein. (E. hirsutum var. b. L.; Chamae- 
nerion parviflorum Schreber.) E. parviflorum Retzius, Klein- 
blütiges Weidenröschen. 

2. Junge Blütenzweige und Stengelspitzen nickend. Blätter, wenig- 
stens die unteren, deutlich gestielt. 

a Wurzelstock mit fleischigen, nach der Fruchtreife Blattrosetten 
bildenden Ausläufern. Kelchzipfel spitz. — Stengel nieder- 
liegend, am Grunde wurzelnd, dann aufsteigend, einfach, ange- 
drückt-behaart bis fast kahl. Blätter kurzgestielt, eiförmig bis 
eilanzettlich, gezähnt. Kelchröhre kurz. Blumenkrone gross, 
purpurn. Blütezeit Juli. Höhe 10 bis 30 cm. %. Vogesen, 
Jura, Bern er Hochland; selten. E. Duriaei Gay, Durien's 
Weidenröschen. 

Thoine, Flora. III. 9 



— 66 — 

ß. Wnrzelstock nicht fleischig, mit gestielten Blattrosetten. Kelch- 
zipfel stumpf. 

a. Blätter gesägt- gezähnt, nicht ganzrandig. 

aa. Blätter breit -eiförmig oder eilanzettlich , unregelmässig- 
gesägt-gezähnt. Stengel kurz-angedrückt-behaart. 

aa. Stengel einfach oder wenig-ästig. Blätter eilänglich, 
etwas entfernt. — Blumenkrone rosenrot oder weiss. 
Blütezeit Juni bis September. Höhe 30 bis 100 cm. 
In Wäldern und Gebüschen; in Deutschland nicht 
selten; in der Schweiz gemein. E. montannm L., 
Berg- Weidenröschen. 

Eine seltene Form mit zu dreien quirlig -stehen- 
den Blättern ist E. verticillatnm Koch, Quirlblätt- 
riges Weidenröschen. 
bb. Stengel meist vom Grunde an vielästig. Blätter sehr 
kurz-gestielt, genähert, verhältnissmässig breiter und 
weniger zugespitzt als an voriger. — Ganze Pflanze 
in allen Teilen kleiner wie vorige. Blumenkrone 
rosenrot oder weiss. Blütezeit Juni. %. Auf Felsen, 
namentlich den Granitalpen. E. collinum Gmelin, 
Hügel -Weidenröschen. 
hb. Blätter lanzettlich, entfernt -gesägt -gezähnt, am Grunde 
keilförmig und ganzrandig; untere ziemlich lang-gestielt. 
Stengel weichhaarig. — Blumenkrone klein, fleischrot. 
Blütezeit Juni bis August. Höhe 30 bis 60 cm. 2J.. In 
Bergwilldern zerstreut; namentlich häufig im Gebiete des 
Rheins; fehlt in der Schweiz. E. lanceolatum Sebastiani 
und Mauri, Lanzettblättriges Weidenröschen. 
h. Blätter ganzrandig, eiförmig, zugespitzt, auf den Adern und 
am Rande weichhaarig; untere gegenständig, gestielt. — 
Stengel weichhaarig. Blumenkrone erst weiss, dann rosen- 
rot. Blütezeit Juni, Juli. %. Nur in Böhmen und dort 
äusserst selten. E. hypericifolium Tausch, Harthenblättriges 
Weidenröschen. 

B. Die 4 Narben sind keulenförmig -vereinigt, an der Spitze etwas ab- 
stehend. Stengel meist mit erhabenen, linienförmigen Leisten. 

1. Stengel kurz-behaart, ohne erhabene Linien oder nur mit 2 von 
den Blatträndern herablaufenden dichtbehaarten Streifen. Samen 
nach beiden Enden zu verschmälert. — Wurzelstock mit verlängerten, 



— 67 — 

fadenförmigen Ausläufern. Blätter schmal -lanzettlich oder lineal, 
stumpf lieh, ganzrandig oder gezähnelt, mit keilförmigem Grunde 
sitzend. Blumenkrone fleischrot, Blütezeit Juli, August. Höhe 
15 bis 50 cm. %. Auf torfigem, sumpfigem Boden; zerstreut; 
in der Schweiz nicht selten. P. palustre L., Sumpf - Weiden- 
röschen. 

Eine Form mit breiten, deutlich gezähnelten Blättern ist: 
var. Schmidtiannm Rostkovius, Schmidts Weidenröschen. 

Eine schmalblättrige Form, mit verzweigtem, nur wenig oder 
gar nicht nickendem Stengel ist: var. simplex Trattinik, Ein- 
faches Weidenröschen. 

Eine schmalblättrige Form, mit einfachem, nickendem Stengel 
ist: var. lineare Krause, Linienblättriges Weidenröschen. 

Stengel mit 2 bis 4 von den Blatträndern oder Blattstielen herab- 
laufenden, oft behaarten Linien. Samen umgekehrt-eiförmig oder 
umgekehrt-eiförmig-länglich. 

a. Blätter deutlich und ziemlich lang gestielt, dünnlaubig, läng- 
lich, nach beiden Seiten zugespitzt, dicht-ungleich-gezähnelt. — 
Stengel sehr ästig, Blumenkrone klein, rosenrot oder fast weiss. 
Blütezeit Juli bis September. Höhe 15 bis 60 cm. 2J.. An 
Gräben und Bächen; nicht selten. (Chamaenerion roseum 
Schreber.) E. roseum Retzius, Rosenrotes Weidenröschen. 

ß. Blätter sitzend oder sehr kurz gestielt. 

a. Blätter zu 3 bis 4 quirlständig, seltener gegenständig; sitzend, 
fast stengelumfassend, länglich- eiförmig, zugespitzt, ungleich- 
gezähnelt - gesägt. — Stengel meist einfach, Blumenkrone 
rosenrot, ziemlich gross. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 
bis 100 cm. %. In feuchten Schluchten der höheren Ge- 
birge, Alpen und Voralpen. E. roseum Schreber, Rosen- 
rotes Weidenröschen. 

b. Untere Blätter gegen-, obere wechselständig. 

aa. Junge Blüten und Astspitzen aufrecht. Stengel meist 
vielblütig, 30 bis 100 und mehr cm hoch. Blätter her- 
ablaufend. 

aa. Wurzelstock zur Blütezeit ohne verlängerte Aus- 
läufer. 

aa. Blätter angewachsen, nicht gestielt; mittlere mit 
jedem ihrer Ränder bis zum nächsten Blattpaare 
herablaufend. — Stengel aufrecht, ästig, fast 



— 68 — 

kahl, vierkantig. Blätter hellglänzend - grün, 
lanzettlich, gezähnelt- gesägt, untere sehr kurz- 
gestielt. Blumenkrone klein, rosenrot. Blütezeit 
Juli, August. 30 bis 120 cm hoch. %■. An 
feuchten Orten; zerstreut. E. adnatnm Grise- 
bach, Herablaufendes Weidenröschen. 

ßß. Blätter kurz-gestielt, mit schwach-herablaufenden 
Rändern. — Stengel oberwärts dicht-flaumhaarig. 
Der vorigen sehr ähnlich; doch sind die Blätter 
mehr lanzettlich und blaugrün, auch viel ent- 
fernter und seichter gezähnelt. Blumenkrone 
ziemlich gross, rosenrot. Blütezeit Juni bis 
August. Höhe 30 bis 60 cm. %. In Wäldern, 
auf Hügeln. (Diese Art bildet zusammen mit 
E. obscurnm Reichenbach und E. roseum 
Schreber die Sammelform E. tetragonum L.) 
E. Lainyi F. W. Schultz, Lamys Weiden- 
röschen. 
bb. Wurzelstock schon zur Blütezeit mit verlängerten, 
entfernt beblätterten Ausläufern. — Stengel oberwärts 
weichhaarig, sehr ästig. Blätter lineal- lanzettlich, 
sitzend, matt- dunkelgrün; die beiden von den Blättern 
herablaufenden Ränder vereinigen sich meist zu einer 
Linie. Blumenkrone klein, trüb-rosenrot. Die Klappen 
der Frucht rollen sich kreisförmig zurück. Blütezeit 
Juni bis Herbst. Höhe 60 bis 100 cm. 21. An 
feuchten Orten und in Torfsümpfen. (Chamaenerion 
obscurum Schreber; E. virgatum Fries; E. chordo- 
rhizum Fries.) E. obscnrum Reichenbach, Dunkel- 
grünes Weidenröschen. 

bb. Junge Blüten und Astspitzen nickend. Stengel wenig- 

(1- bis 5-) blutig, 5 bis 25 cm hoch. 

aa. Ausläufer unterirdisch mit Schuppen besetzt. — Stengel 
einfach, Blätter glänzend, kurz - gestielt , eiförmig- 
lanzettlich, kurz-zugespitzt, geschweift- und etwas 
entf ernt-gezähnelt, kahl. Blumenkrone rosenrot. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe 10 bis 25 cm. An Quellen 
und Bächen der Alpen und Hochgebirge. (E. origani- 
folium Lamarck.) E. alsinifolium Villars, Dost- 
blätteriges Weidenröschen. 



— 69 — 

bb. Ausläufer oberirdisch, mit Blättern besetzt. 

aa. Blätter kurz -gestielt, länglich oder länglich-lan- 
zettlich, stumpf, ganzrandig, oder kaum gezähnelt 
am Grunde verschmälert. — Blumenkrone hellrot. 
Blütezeit Juli, August. Höhe 5 bis 15 cm. An 
Quellen und Bächen höherer Gebirge und der 
Alpen. (E. alpinum Auct.) E. anagallidifolinm 
Lamarck, Ganchheilblätteriges Weidenröschen- 
ßß. Blätter sitzend, lanzettlich, abgerundet stumpf 
— Der vorigen sehr ähnlich und vielleicht nur 
eine Abart davon. Blumenkrone rosenrot. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe 5 bis 15 cm, Im säch- 
sischen Erzgebirge. E. nutans Schmidt, Nicken- 
des Weidenröschen. 
Neben den vorhin aufgezählten, keineswegs nach allen Seiten scharf 
begrenzten Arten, finden sich noch zahlreiche, zum Teil indes seltene Bastarde, 
wodurch die Unterscheidung der Arten noch schwieriger wird; die bemerkens- 
wertesten Bastarde sind: 

E. adnatum X palustre = E. semiadnatum Celakovsky. 

E. adnatum X parviflorum. 

E. anagallidifolium X origanifolium. 

E. hirsutum X parviflorum = E. intermedium Merat. 

E. Lamyi X montanum = E. aggregatum Celakovsky. 

E. montanum X obscurum = E. limosum Schur; E. crassicaule Gremli. 

E. montanum X roseum = E. glanduliferum Knaf. 

E. montanum X trigonum = E. Freynii Celakovsky. 

E. obscurum X palustre = E. ligulatum Bakhausen. 

E. origanifolium X roseum = E. gemmiferum Borbas; E. Winkleri 

Kerner. 
E. palustre X parviflorum = E. rivulare Wahlberg; E. virgatum 

Reuter. 
E. parviflorum X roseum = E. persicinum Reichenbach; E. opacum 

Petermann. 
E. rosmarinifolium X spicatum. 

Gattung 412: Oenothera L., Nachtkerze. (VIII, 1.) 

Kräuter mit wechselständigen Blättern. Blüten gelb, achselständig, in 
langer, endständiger Ähre; sich namentlich am Abende öffnend, wohlriechend. 
Kelchröhre hoch über den Fruchtknoten verlängert, mit 4 langen Saum- 
zipfeln. Blumenblätter 4, nebst den 8 Staubblättern dem Rande der Kelch- 



— 70 — 

röhre eingefügt und mit dieser abfallend. Griffel mit 4 lappiger Narbe. 
Frucht eine vielsamige, 4 klappige Kapsel. Samen ohne Haarschopf. — Von 
den zahlreichen, Nordamerika angehörenden Arten sind einige bei uns ver- 
wildert. 

1. Blätter der im ersten Jahre sich bildenden Blattrosette länglich-umge- 
kehrt-eiförmig, stumpf, mit weichem Spitzchen. Kronblätter länger als 
die Staubblätter. — Stengel mit kurzen, weichen Haaren dicht besetzt 
und mit längeren, auf Knötchen sitzenden Haaren bestreut. Blätter 
geschweift-gezähnelt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni bis August. 
Höhe 60 bis 100 cm. 0. Auf feuchtem Sand- und Kiesboden, an 
Ufern; zerstreut. Zuweilen als Rapontica angebaut, da die Wurzel 
durch Kultur fleischig und zackerreich wird. 0. biennis L., Gemeine 
Nachtkerze.*) 

2. Blätter der sich im ersten Jahre bildenden Blattrosette verlängert- 
spatelformig oder lanzettlich, spitz. Kronblätter so lang oder nur wenig 
länger wie die Staubblätter. — Der vorigen ähnlich und vielleicht nur 
eine Abart derselben. Blumenkrone gelb, etwa halb so gross wie bei 
voriger. Blütezeit Juni bis September. Höhe 60 bis 100 cm. O. An 
Flussufem, namentlich an der Elbe. 0. muricata L., Stachelige Nacht- 
kerze. 

Ein seltener Bastard zwischen beiden ist: 0. biennis X muricata, 
0. Braunii Doli. 

2. Unterfamilie: Circaeeae, Hexenkrantge^ächse. 
Gattung 413: Circaea Tournefort, Hexenkraut. (II, 1.) 

Stengel meist einfach. Blätter gegenständig, gestielt; einfach, gezähnt. 
Blumen klein, in lockeren, zuweilen ästigen, end- und achselständigen Trauben. 
Kelchziptel, Krön- und Staubblätter zu je 2. Frucht nussartig, mit Borsten 
besetzt. 

A. Narben ausgerandet-zweilappig. Frucht mit 2 einsamigen Fächern. Kron- 
blätter so lang als der Kelch. Stengel aufrecht. 

1. Blüten ohne Deckblätter. Blätter matt, nicht hellglänzend, eiförmig, 
oder länglich- eiförmig, am Grunde abgerundet bis schwach-herzförmig, 
gezähnelt. Frucht umgekehrt -eiförmig. — Blumenkrone erst rötlich, 



*) Tafel 342. Oenothera biennis L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten- 
längsschnitt; 2 Ende eines Kelchzipfels; 3 Staubblatt, 4 junger Griffel mit Narbe; 
5 Kapselquerschnitt; unten rechts (1 u. 2) Schnitte durch den Samen. Die 
Blumenkronen müssten citronengelb , nicht etwas grünlich sein. 2 bis 5 und 
die Samendurchschnitte vergrössert. 




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— 71 — 

dann weiss. Blütezeit Juli, Angnst. Höhe 25 bis 50 cm. 2J.. In 
schattigen, feuchten Laubwäldern; zerstreut. C. liitetiana L., Gemeines 
Hexenkraut.*) 

Besondere Formen sind: 

a. var. cordifolia Lasch (decipiens Ascherson), Herzblätteriges Hexen- 
kraut, kurz-behaart; Blätter herzförmig, geschweift -gezähnt; obere 
Blätter oft eiförmig. 

ß. var. glaberrima Lasch, Kahles Hexenkraut, ganz kahl; Blätter 
am Grunde abgerundet, oder doch nur schwach-herzförmig. 

2. Blüten mit kleinen, borstlichen, hinfälligen Deckblättchen. Blätter 
fettglänzend, mit etwas herzförmigem Grunde, geschweift - gezähnt. 
Frucht umgekehrt-eiförmig, fast kugelig. — Blumenkrone rötlich oder 
weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 15 bis 30 cm. 2J.. In schat- 
tigen, feuchten Laubwäldern; selten; an den Orten seines Vorkommens 
indes gesellig. Wird auch, zumal da die Frucht meist fehlschlägt 
oder ungleich -grosse Fächer entwickelt, für einen Bastard zwischen 
den beiden anderen Arten gehalten und in eine grossblütige Form 
C. alpino X lutetiana und eine kleinblütige C. lutetiano X alpina ge- 
trennt. C. intermedia Ehrhart, Mittleres Hexenkraut. 
B. Narbe nur schwach ausgerandet. Frucht schief - birnförmig, einfächerig, 

einsamig. Kronblätter kürzer als der Kelch. Stengel aufsteigend. — 

Kahl. Blumenkrone erst rötlich, dann weiss. Blütezeit Juni bis August. 

Höhe 5 bis 20 cm. %. In schattigen, feuchten Wäldern, namentlich 

der Gebirge. C. alpina L., Alpen -Hexenkraut. 

3. Unterfamilie: Jussieueae, Jussieu- Gewächse. 

Gattung 414: Isnardia L., Isnardia. (IV, 1.) 

Kleines Kraut mit am Grunde wurzelndem, im Schlamme kriechendem 
oder im Wasser flutendem Stengel. Blätter gegenständig, eiförmig, ganz- 
randig. Blüten einzeln in den Blattachseln, an ihrem Grunde mit 2 Vor- 
blättchen; klein und unscheinbar, ohne Blumenkrone. Blütenhülle kelch- 
artig, vierteilig; die 4 Staubblätter stehen -vor deren Abschnitten. Griffel 
fädlich, kurz, Narbe kopfig. Frucht eine wandspaltige, umgekehrt- eirunde, 
schwach-vierkantige Kapsel. Blütezeit Juli, August. Stengel 15 bis 30 cm 
lang. In Gräben, langsam fliessenden Wassern, in Torfsümpfen; sehr zer- 



*) Tafel 343. Circaea lutetiana L. AB blühende Pflanze. 1 Blüte; 
2 desgl., ohne Kronblätter; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Staubblatt; 5 Frucht; 6 und 
7 desgl., im Längs- und im Querschnitte; 8 Samen. 1 bis 8 vergrössert. 



— 72 — 

streut, am häufigsten im nordwestlichen Teile des Gebietes. (Dantia pa- 
lustris Karsch; Ludwigia palustris Elliot.) I. palustris L., Sumpf- Isnardia. 

Eine seltene Form (?) mit einhäusigen Blüten ist I. pallldosa Raben- 
horst. 

4. Unterfamilie: Trapeae, Wassernussge wachse. 

Gattung 415: Trapa L., Wassernuss. (IV, 1.) 

Wasserpflanze. Der lange, zarte Stengel trägt an seinem Ende eine 
schwimmende Rosette rautenförmiger bis dreiseitiger Blätter. Diese sind an 
den oberen Seiten gezähnt -gesägt, an den unteren ganzrandig; ihre langen 
Stiele sind zur Blütezeit etwa oberhalb ihrer Mitte bauchig-erweitert. Unter 
dem Wasser entwickeln sich aus den Stengelknoten gegenständige, hinfällige, ' 
linealische Blätter und an deren Grund 2 oder mehr haarförmig- gefiederte, 
früher fälschlich für Blätter gehaltene Wurzeln, sowie ausserdem noch zahl- 
reiche, einfache, fadenförmige Wurzeln. Kelch mit vierteiligem Saume. 
Kronblätter 4, klein, weiss, nebst den mit ihnen abwechselnden 4 Staub- 
blättern dem Rande eines fleischigen, ringförmigen Diskus eingefügt. Frucht- 
knoten zweifächerig, mit 2 Samenknospen; zur Blütezeit etwa zu zwei Drittel 
oberständig. Frucht eine vom bleibenden Diskus gekrönte und durch die 
zu Dornen umgewandelten Kelchzipfel bewehrte, schwarze Nuss mit einem 
essbaren Samen. Blütezeit Juni, Juli. 0. In stehenden Wassern zerstreut. 
T. natans L., Schwimmende Wassernuss.*) 

96. Familie: Myrtaceae, Myrtengewächse. 

Diese grosse, fast ausschliesslich den Tropen angehörende Familie ist 
in dem Gebiete nur durch 2, verschiedenen Unterfamilien angehörende Arten 
vertreten. 

1. Fruchtknoten 2- bis 3-, selten 4- bis 5fächerig. Gattung 416: Myrtus L., 
Myrte. 

2. Fruchtknoten mit meist 8, in 2 Kreisen übereinanderstehenden Fächern; 
unten finden sich meist 3 Fächer mit achselständigen, oben meist 
5 Fächer mit randständigen Samenträgern. Gattung 417: Punica L., 
Granate. 

Gattung 416: Myrtus L., Myrte 

Hierher nur die im österreichischen Küstengebiete an sonnigen Felsen 
vorkommende, im übrigen vielfach als Topfpflanze kultivierte und zu Braut- 
schmuck dienende M. communis L., Gemeine Myrte, ein niedriger, selten 



*) Tafel 344. Trapa natans L. A blühende Pflanze. 1 Blütenlängs- 
schnitt; 2 Staubblätter; 3 Griffel und Narbe; 4 Nuss; 5 dieselbe im Längs- 
schnitte. 1 bis 3 vergrössert. 







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— 73 — 

mehrere Meter hoher Strauch. Blätter immergrün, wechselständig, sehr kurz- 
gestielt, eirund bis lanzettlich und lineal-lanzettlich, mehr oder weniger zu- 
gespitzt, ganzrandig, lederig, oberseits dunkel-, unterseits hellgrün, beiderseits 
glänzend, kahl. Blüten einzeln in den Achseln der oberen Blätter; lang- 
gestielt, regelmässig, zwitterig. Kelch 4- bis 5 spaltig, Blumenkrone mit 
eben so vielen Blättern, weiss. Staubblätter in grosser, unbestimmter An- 
zahl. (XII, 1.) Blütezeit Juli, August. Frucht eine schwammig-fleischige, 
schwarz-bläuliche, vom Kelche gekrönte, 2- bis 3 fächerige Beere. Samen 
nierenformig gebogen.*) 

Gattung 417: Punica L., Granate. 

Hierher nur die im Orient heimische, vielfach kultivierte P. Granatnm L., 
Granate, Granatapfel, ein Strauch oder kleiner, unregelmässig verzweigter, 
oft dornig bewehrter Baum. Blätter gegenständig, an verkürzten Trieben 
büschelig, schwach-lederig, kurz-gestielt, länglich- lanzettlich bis umgekehrt- 
eiförmig, ganzrandig, kurz-zugespitzt, bis stumpf und fast ausgerandet. Blüten 
regelmässig, zwitterig, einzeln, endständig und in den Achseln der obersten 
Blätter. Kelch, Blumenkrone und Blütenboden rot. Letzterer über den 
Fruchtknoten hinaus in eine unten fleischige Röhre vorgezogen. Kelch und 
Blumenkrone 5- bis 8-, meist 6 zählig; Staubblätter in unbestimmter Anzahl 
in vielen Kreisen; XII, 1. Blütezeit Juni, Juli. Frucht eine apfelförmige, 
bis über 10 cm dicke, vom Kelche gekrönte Beere, mit dicker, lederartiger, 
blutroter, brauner, grünlicher oder gelblicher Schale. Ihr Inneres enthält, 
durch häutige Scheidewände getrennt, zahlreiche Samen, deren Aussenschicht 
saftig, durchsichtig, rosenrot ist und ihres erfrischenden Geschmackes halber 
genossen wird.**) 

2. Ordnung: Thymelaeinae, Seidelbastartige. 

Kelch und Blumenkrone sind nicht unterschieden. Die Blütenhülle ist 
meist blumenblattartig. Hierher 2 Familien: 

1. Fruchtknoten mit einer, nahe dem Gipfel entspringenden, hängenden 
Samenknospe. 97. Familie: Thymelaeaceae. Spatzenznnge- oder Seidel- 
bastgewächse. 



*) Tafel 345. Myrtus communis L. A Blütenzweig. 1 Blumenkron-, 
2 Staubblätter; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Stempel mit Kelch; 5 Querschnitt durch 
den Fruchtknoten; 6 Frucht; 7 Same; 8 Längsschnitt durch denselben. 1 bis 8 
vergrössert. 

**) Tafel 346. Punica Granatum L. A Blütenzweig. 1 Blütenlängs- 
schnitt; 2 Querschnitt durch den unteren Teil; 3 durch den oberen Teil des 
Fruchtknotens; 4 Frucht; 5 Same; 6 Längsschnitt durch die Frucht. 

Thom6, Flora. III. 10 



— 74 — 

2. Fruchtknoten mit einer grundständigen, aufrechten Samenknospe. 
98. Familie: Elaeagnaceae, Ölweidengewächse. 

97. Familie: Thyinelaeaceae, Spatzenznnge- oder Seidelbastgewächse. 

Sträucher, selten Kräuter mit nebenblattlosen, wechselständigen, ein- 
fachen und ganzrandigen Blättern. Blüten regelmässig, vierzählig, zwitterig, 
umständig. Blütenhülle meist blnmenkronartig. Staubblätter 8, in 2 Reihen 
angeordnet, VIII, 1. Fruchtknoten aus einem Fruchtblatte gebildet, ein- 
fächerig, mit einer nahe dem Gipfel entspringenden, hängenden Samen- 
knospe. 

Hierher 2 Gattungen: 

1. Halbsträucher oder Kräuter mit bleibender Blütenhülle. Frucht nuss- 
artig. Gattung 418: Thymelaea Tournefort, Spatzenzunge. 

2. Sträucher mit abfallender Blütenhülle. Frucht eine Steinbeere. Gat- 
tung 419: Daphne L., Kellerhals. 

Gattung 418: Thymelaea Tournefort, Spatzenzunge. 

1. Einjähriges, kahles Kraut mit lineal-lanzettlichen Blättern. — Stengel 
dünn, aufrecht, einfach oder ästig, 15 bis 30 cm hoch. Blätter zer- 
streut, linealisch bis lineal- lanzettlich, etwas lederig, spitz. Blüten 
einzeln oder gebüschelt in den Blattachseln sitzend, flaumhaarig, grün- 
lich-gelb. Blütezeit Juli, August. Frucht ein von der Blütenhülle 
umschlossenes, fast umgekehrt- birnförmiges, schwärzliches Nüsschen. 
Im mittleren und südlichen Teile des Gebietes; zerstreut; namentlich 
auf sonnigem Kalkboden. (Stellera Passerina L., Passerina annua 
Wickstroem.) Th. Passerina Cosson und Germain, Einjährige 
Spatzenznnge. 

2. Ausdauernder Halbstrauch; Blätter fast dachig -gedrängt, fleischig, 
eiförmig, oberseits, wie auch der Stengel, filzig, unterseits kahl. Blüten- 
hülle filzig; gelblich-grün. Blütezeit Mai. Auf Abhängen Istriens und 
der benachbarten Inseln. Th. hirsuta L., Sperlingsstrauch, Rauhhaarige 
Spatzenzunge. 

Gattung 419: Daphne L., Kellerhals, Zeiland. 

Meist immergrüne Strauch er mit brennendscharfer, die Haut rötender 
mit oder auf derselben Blasen ziehender Rinde. Blüten regelmässig, zwitterig, 
abfallender, vierzähliger Blutenhülle, mit 8 in 2 Kreisen angeordneten Staub- 
blättern mit fast sitzenden Staubbeuteln und einem nicht oder nur kurz ge- 
stielten Fruchtknoten. Griffel kurz oder fehlend; Narbe gross, kopfig. Frucht 
eine Beere. 







 
Srütfürnß. 



— 75 — 

A. Blüten in deutlich Seiten-, nicht in scheinbar endständigen Büscheln oder 
Trauben. 

1. Die Blüten erscheinen vor der Belaubung im oberen Teile der Aste 
in den Achseln der vorig] ährigen, nunmehr abgefallenen Blätter, in 
2- bis 4 blutigen Büscheln. Blütenhülle rot, seltener weiss. — Blätter, 
im Herbste abfallend, lanzettlich, keilig, in dem kurzen Stiel ver- 
schmälert, kahl, in der Jugend mitunter gewimpert. Blüten sitzend, 
wohlriechend. Blütenhüllzipfel eiförmig; deren Röhre aussen seiden- 
haarig, rot, selten weiss. Beere eiförmig, bei rotblütigen scharlachrot, 
bei weissblütigen gelblich. Blütezeit März, April. Höhe 50 bis 125 cm. 
In Bergwäldern; zerstreut. Giftig. D. Mezereum L., Gemeiner Keller- 
hals, Seidelbast.*) 

2. Immergrün. Die wohlriechenden Blüten erscheinen in blattwinkel- 
ständigen, nickenden Trauben. Blütenhülle gelblich-grün.  — Blätter 
lanzettlich, mit keilförmig- verschmälertem Grunde, kahl. Beere schwärz- 
lich. Blütezeit März, April. 60 bis 120 cm hoch. In Alpenwäldern. 
Giftig. D. laureola L., Lorberblätteriger Kellerhals. 

B. Blüten in wenigstens scheinbar endständigen, doldenförmigen Büscheln. 

1. Blütenhülle weiss oder gelblich- weiss. Blätter abfallend. 

a. Blüten sitzend, wohlriechend. Blütenhülle weiss; Aussenseite ganz 
zottig-behaart. Blätter anfangs flaumhaarig, zuletzt kahl. — Blätter 
länglich -verkehrt -eiförmig, an den Zweigenden zusammengedrängt. 
Blütenhüllzipfel zugespitzt. Fruchtknoten fein behaart. Blütezeit 
Mai, Juli. Höhe 25 bis 125 cm. Auf Felsen der Alpen. Giftig. 
D. alpina L., Alpen -Kellerhals. 

b. Blüten kurz -gestielt, wohlriechend (?). Blütenhülle gelbli ch- weiss ; 
deren Röhre mit wenig Haaren bestreut. Blätter kahl. — Etwas 
stärker und grossblütiger als die vorige. Blütenhüllzipfel abgerundet. 
Blütezeit Mai. In Bergwäldern Krains und Steiermarks; selten. 
D. Blagayana Frey er, Blagayanischer Kellerhals. 

2. Blütenhülle rot oder violettrot. Immergrün. 

a. Blätter oberseits rauhhaarig. Blütenhülle aussen filzig- zottig. — 
Blätter sitzend, länglich-umgekehrt-eiförmig, nach dem Grunde zu 
stark verschmälert. Blütenhülle mit eiförmigen Zipfeln, violettrot. 
Blütezeit März, April. Geruchlos. Auf Felsen in Südtirol. D. collina 
Smith, Hügel -Kellerhals. 



*) Tafel 347. Daphne Mezereum L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 
1 Blüte mit aufgeschnittener Hülle: 2 Staubblätter; 3 Fruchtknoten; 4 desgl. 
im Längsschnitte; 5 Beere im Längsschnitte; 6 Same. 1 bis 6 vergrössert. 



— 76 — 

b. Blätter kahl. 

a. Blutenhülle und Zweige kahl. Blüten geruchlos. — Blätter 
lineal-lanzettlich, nach dem Grunde zu keilig-zusammengezogen, 
stumpf oder ausgerandet, kurz - stachelspitzig. Blütenhülle rot. 
Blütenhüllzipfel länglich, stumpf. Blütezeit Juli, August. Höhe 
20 bis 80 cm. Beere gelbrot. Auf Felsen der Alpen. Giftig. 
D. stricta Trattinick, Gestreifter Kellerhals. 

ß. Blütenhülle, Blütendeckblätter und junge Zweige flaumig. Wohl- 
riechend. — Blätter linealisch-keilförmig, kahl. Blütenhülle rot. 
Beere rotgelb. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 30 bis 50 cm. 
Auf den Kalkalpen; in Böhmen. Giftig. D. Cneorum L., Wohl- 
riechender Kellerhals, Steinröschen. 

98. Familie: Elaeagnaceae, Ölweidengewächse. 

Holzpflanzen, deren junge Zweige und Blätter von silberweissen bis 
bräunlichen Schuppen überzogen sind. Blätter abwechselnd, nebenblattlos, 
kurz-gestielt, einfach, ganzrandig. Blüten regelmässig 2- bis 6 zählig. Blumen- 
krone fehlt. Stengel oberständig. Fruchtknoten mit einer grundständigen, 
aufrechten Samenknospe. Frucht eine Nuss, scheinbar eine Beere oder Stein- 
beere, weil sie von dem fleischig werdenden röhrigen Teile der Blüten- 
hülle umgeben wird. 

1. Blüten meist zwitterig. Frucht zweisamig. Blätter beiderseits mit 
silberweissen Schuppen besetzt. Gattung 420: Elaeagnns Tournefort, 
Ölweide. 

2. Blüten zweihäusig. Frucht einsamig. Blätter auf der Oberseite matt- 
grün, auf der Unterseite mit silberweissen Schuppen besetzt. Gattung 421 : 
Hippophae L., Seedorn. 

Gattung 420: Elaeagnus Tournefort. Ölweide. 

Strauch oder Baum von 3 bis 6 Meter Höhe. Blätter lanzettlich, spitz, 
ganzrandig, beiderseits mit silberweissen Schuppen besetzt. Blüten einzeln, 
in kleinen, doldenförmigen Büscheln in den Blattachseln, zwitterig oder durch 
Verkümmern des Stempels männlich, 4- bis 6 zählig, wohlriechend. Blüten- 
hülle trichterförmig, mit lauger, fleischiger Röhre und glockenförmigem, 
4- bis 6 teiligem, innen citronengelbem Saume; Staubblätter mit sehr kurzen 
Fäden dessen Grnnd angeheftet. Frucht eine Nuss, welche, von der fleischig 
und rotbraun gewordenen Kelchröhre umgeben, eine Steinnuss darstellt. 
Blütezeit Mai, Juni. In Südeuropa einheimisch, aber häufig angepflanzt und 
zuweilen verwildert. E. angustifolia L., Schmalblätterige Ölweide. 




70. ^'cptäef&sici-e''' t/t<2'*rg<?zcttdej 'Jz^c 



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— 77 — 

Gattung 421: Hippophae L., Seedorn. 

Weidenartiger, meist dorniger, bis etwa 4 Meter hoher Strauch oder 
Baum. Blätter lineal-lanzettlich, fast sitzend, ganzrandig, oberseits mattgrün, 
unterseits dicht mit silberweissen und bräunlichen Schuppen besetzt. Blüten 
zweihäusig, rostgelb. Männliche sehr klein, meist zu mehreren in den Blatt- 
achseln, zwischen dem ausbrechenden Laube versteckt; mit gelblicher, zwei- 
blätteriger Blütenhülle, deren Blätter an ihrer Spitze verwachsen sind, und 
mit 4 auf dem Blütenboden sitzenden Staubblättern. Weibliche Blüten meist 
einzeln in jeder Blattachsel. Blütenhülle röhrig, mit zweispaltigem Saume, 
den Fruchtknoten umhüllend, die verlängerte Narbe hervortreten lassend. 
Blütezeit März bis Mai. Frucht eine glänzende, glatte, auf einer Seite ge- 
furchte Nuss, welche von der fleischig gewordenen, erbsengrossen, orange- 
farbenen Blütenhülle umgeben wird. Am Ostseestrande, im Kies der Alpen- 
flüsse und mit diesen in die Ebenen hinabsteigend. H. rhamnoides L., 
Weidenblätteriger Seedorn.*) 

3. Ordnung: Saxifraginae, Steinbrechartige, 

Blätter nebenblattlos. Kelch- und Blumenkrone gehen nicht ineinander 
über. Blüten ohne Diskus. Fruchtknoten aus mehreren Fruchtblättern ent- 
standen, mit mehreren getrennten Griffeln, beziehungsweise mit mehreren 
sitzenden Narben. Samen meist eiweisshaltig. 

Hierher 2 Familien: 

1. Kelch und Stempel nicht miteinander verwachsen; beide in gleicher, 
Staubblätter meist in doppelter Zahl wie die Kronblätter. Fruchtblätter 
frei; an ihrem Grunde findet sich eine mehr oder weniger entwickelte, 
oft blattartige Schuppe; sie entwickeln sich zu zwei- bis vielsamigen 
Balgkapseln. 99. Familie: Crassnlaceae, Dickblattgewächse. 

2. Kelch und Stempel sind mehr oder weniger miteinander vereinigt. Staub- 
blätter in gleicher oder doppelter, Fruchtblätter in geringerer Zahl wie 
die Kronblätter. Fruchtblätter vollständig oder doch in ihrem unteren 
Teile miteinander verwachsen. 100. Familie: Saxifragaceae, Steinbrech- 
gewächse. 

99. Familie: Crassnlaceae, Dickblattgewächse. 

Saftige, meist kahle Pflanzen mit nebenblattlosen, meist einfachen, kahlen 
Blättern. Blüten regelmässig, fast immer zwitterig, in trugdoldigen, oft 

*) Tafel 348. Hippophae rhamnoi'des L. A Zweig mit ausbrechen- 
dem, die kleinen Blüten verhüllendem Laube; B Frucht-, C Blattzweig. 1 männ- 
liche, 2 weibliche Blüte; 3 Längsschnitt durch die Frucht; 4 Same durch- 
schnitten; 5 Schuppen vom Blatte. 1 bis 5 vergrössert. 



— 78 — 

wickeligen Blütenständen. Kelch- und Kronblätter frei oder nnr an ihrem 
Grunde etwas verwachsen. Staubblätter so viele oder doppelt so viele wie 
Kronblätter, frei oder mit der Blumenkrone verwachsen.. Fruchtblätter sind 
so viele wie Kronblätter vorhanden; unter jedem der ersteren sitzt eine mehr 
oder minder entwickelte, oft blattartige Schuppe; sie sind frei und bilden 
zwei- bis vielsamige Balgkapseln. Samen klein, mit geradem Keimlinge. 
Sameneiweiss fehlt oder in geringer Menge vorhanden. 

Hierher 6 Gattungen: 

A. Blüten zweihäusig, vierzählig. (XXII, 7.) Gattung 422: Rhodiola L., 
Rosenwurz. 

B. Blüten zwitterig. 

1. Staubblätter 3 bis 4. (III, 3 oder IV, 4.) 

«. Früchte zweisamig. Gattung 423: Tillaea Micheli, Tilläa. 
ß. Früchte vielsamig. Gattung 424: Bulliarda De Candolle, 
Bulliarde. 

2. Staubblätter 5, Stempel 5. (V, 5.) Gattung 425: Crassula L., 
Dickblatt. 

3. Staubblätter mehr als 5. 

a. Staubblätter meist 10 (X, 5), selten 8 bis 14; Stempel meist 5. 
Nicht blühende Stengel verlängert, ohne grundständige Blattrosette. 
Blätter flach oder mehr oder weniger walzenförmig. Gattung 426: 
Sedum L., Fette Henne, Fetthenne. 

ß. Staubblätter 12 bis zahlreich (XI, 5). Stengel anfangs kurz, mit 
flachen, rosettig -angeordneten Blättern; später sich in einen end- 
ständigen Blütenstand verlängernd. Gattung 427: Sempervivnm L., 
Hanslanch. 

Gattung 422: Rhodiola L., Rosenwurz. 

Hierher nur Rh. rosea L., (Sedum Rhodiola De Candolle), Wurzelstock 
ausdauernd, rübenförmig, mehrere 10 bis 15 cm hohe, einfache, ziemlich dicht 
mit fleischigen, wendelständigen, länglich -keilförmigen, an ihrer Spitze ge- 
sägten Blättern besetzte Stengel treibend. Blüten in endständiger, dicht ge- 
drängter Trugdolde, zweihäusig, mit gelb -rötlicher Krone; männliche mit 
vierteiligem Kelche, 4 Krön- und 8 Staubblättern, 4 verkümmerten Stempeln 
und 4 an dem Grunde sitzenden Schüppchen; weibliche mit vierteiligem 
Kelche, kronenlos oder doch nur mit Andeutungen von Kronblättern ver- 
sehen, mit 4 vielsamige Balgkapseln bildenden Stempeln. Blütezeit Juli, 
August. (XXH, 7.) Auf Felsen der Alpen, Vogesen, Sudeten, des Riesen- 
gebirges; zerstreut. 



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Gattung 423. Tillaea Micheli, Tillaea. 

Hierher nur T. muscosa L., Moosartige Tilläa; einjähriges, 3 bis 5 cm 
hohes Pflänzchen mit aufstrebendem, fädlichem Stengel. Blätter gegen- 
ständig, länglich-eiförmig, ganzrandig, sitzend. Blüten meist einzeln in den 
Blattachseln, sitzend, rötlich oder weisslich ; drei-, seltener vierzählig. (III, 3 
und IV, 4.) Balgkapseln zweisamig. Blütezeit Mai, Juni. Auf feuchten 
Sandfeldern; sehr selten; in dem nördlichen Teile der Rheinprovinz und 
Westfalens; bei Jüterbogk. 

Gattung 424: Bulliarda De C and olle, Bulliarde. 

Hierher nur B. aquatica De Candolle (Tillaea aquatica L., T. prostrata 
Schkuhr), Wasser-Bulliarde, ein einjähriges, 3 bis 8 cm hohes Pflänzchen mit 
niederliegendem, an der Spitze aufsteigendem, fädlichem, an den Knoten 
wurzelndem Stengel und gegenständigen, linealischen, ganzrandigen Blättern. 
Blüten einzeln in den Blattachseln, sitzend oder kurz-gestielt, weiss, seltener 
rötlich, vierzählig (IV, 4.) Balgkapseln vielsamig. Blütezeit August, 
September. Auf feuchtem Sandboden, in stehenden und langsam fliessenden 
Wässern; selten und zerstreut. 

Eine Form mit rötlicher Krone und Blüten, deren Stiele länger als die 
Kronen sind, ist die auf Donau- Inseln bei Wien gefundene B. Vaillantii 
De Candolle, Le Vaillants Bulliarde. 

Gattung 425: Crassula L., Dickblatt. 

Hierher nur C. rubeus L., Rötliches Dickblatt, ein einjähriges, 8 bis 
15 cm hohes Pflänzchen mit aufrechtem, vom Grunde an schwach verästeltem 
Stengel. Blätter wechsölständig, halb walzenförmig , fleischig, kahl. Blüten 
in endständigen, trugdoldigen, lockeren, einseits wendigen, ährenförmigen 
Wickeln. Kelch fleischig, wie der obere Teil des Stengels kahl, fünfteilig. 
Kronblätter etwa dreimal so lang wie die Kelchzipfel, weiss mit rotem Kiele. 
Staubblätter 5, mit roten Staubbeuteln. Fruchtknoten vieleiig. (V, 5.) 
Blütezeit Mai, Juni. Auf Ackern, in Weinbergen; selten; bei Trier, in Ober- 
baden und dem Elsass. 

Gattung 426: Sedum L., Fetthenne, Fette Henne. 

Fleischige Kräuter mit einfachen, meist wechselständigen Blättern. 
Blüten zwitterig in Trugdolden oder Wickeln, meist 5 zählig und mit 10 Staub- 
blättern. 

A. Blätter breit und flach, nicht stielrund oder halbstielrund. 

I. Wurzel dünn. Pflanze einjährig mit schmalen, nur 2 bis 4 mm breiten 
Blättern. Untere Blätter gestielt, umgekehrt -eiförmig, gegenständig 



— 80 — 

oder quirlig zu 3 und 4 ; obere linealisch, mit keiligem Grunde. Blüten 
in lockeren Rispen. Blumenkrone weiss oder rosenrot. Staubbeutel 
rosenrot. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 25 cm. An felsigen, 
schattigen Orten; Waadt, Wallis, Tessin, Südkrain. S. Cepaea L., 
Rispige Fetthenne. 

IL Wurzelstock dick, vielköpfig. Pflanze mehrjährig, mit bis 2 und 
mehr cm breiten Blättern. Blüten in gedrängten Trugdolden. 

a. Blätter ganzrandig. Stengel niederliegend. — Blätter umgekehrt- 
eiförmig, grau-grün, Blumenkrone purpurrot. Blütezeit Juli. Stengel 
15 bis 30 cm lang. Auf den Alpen in Waadt und Wallis; in 
Deutschland selten; auf Mauern angepflanzt. S. Anacampseros L., 
Rundblätterige Fetthenne. 

b. Blätter gezähnt -gesägt. Stengel aufrecht oder aufsteigend, 40 bis 
60 cm hoch. 

1. Kronblätter grünlich-gelb; die inneren Staubfäden deren Grande 
eingefügt. Blätter meist gegenständig oder zu 3 und 4 quirlig. — 
Blätter länglich bis eiförmig, stumpf, ungleich-gesägt; untere mit 
breitem, obere mit herzförmigem Grunde sitzend. Blütezeit 
August. In Wäldern, auf sonnigen Anhöhen und Felsen; häufig. 
(S. Telephium L., var. d. und e.) S. maximum Sutton, Grosse 
Fetthenne. 

2. Kronblätter rosen- oder purpurrot; die inneren Staubblätter ein 
Sechstel bis ein Drittel über deren Grunde eingefügt. Blätter 
meist wechselständig. 

a Blätter grün, untere kurz-gestielt, obere mit abgerundetem 
Grunde sitzend. Innere Staubblätter ein sechstel über dem 
Grunde der Kronblätter eingefügt. — Blätter umgekehrt- 
eiförmig, länglich-lanzettlich, mitunter fast ganzrandig. Blüte- 
zeit Juli. In Wäldern, auf Rainen und unbebauten Orten; 
zerstreut. (S. Telephium L. var. b; S. purpurascens Koch; 
S. lividum Bernhardi; S. purpureum Tausch.) S. purpureum 
Link, Purpurrote Fetthenne.*) 

ß. Blätter bläulich-grau, länglich -lanzettlich, mit ganzrandigem, 
keiligem Grunde in dem kurzen Blattstiel verschmälert. Innere 
Staubblätter ein Drittel über dem Grunde der Kronblätter ein- 
gefügt. — Blütezeit Juni. Auf Felsen und Bergabhängen. 
(S. purpureum Auct.) S. Fabaria Koch, Gebirgs- Fetthenne. 



*) Tafel 349 B. Sedum purpureum Link. Blütenzweig. 



— 81 — 

B. Blätter schmal, stielrund oder halbstielrund. 

I. Pflanzen 1- bis 2 jährig, nur mit blühenden Stengeln (einzelne nicht- 
blühende Triebe finden sich selten und nur bei S. villosum und 
und S. atratum). 

a. Kronblätter meist 6, fast noch einmal so lang als der Kelch, weiss 
mit rötlichem Mittelnerv. — Blätter blaugrün, kahl. Blütezeit Juli. 0. 
8 bis 10 cm hoch. Auf Felsen, Mauern, an Wegerändern der Alpen, 
in Mittel- und Ostschweiz und in Osterreich. (S. glaucum Wald- 
stein -Kitaibel; S. sexfidum Marschall von Bieberstein; S. Gruettardi 
Gmelin.) S. hispanicum L., Spanische Fetthenne. 

b. Kronblätter meist 5, zwei- bis dreimal so lang als der Kelch. 

a. Pflanze drüsenhaarig-klebrig, selten kahl. Blumenkrone rosenrot 
mit dunklerem Mittelnerv. — Blüten in geringer Zahl eine 
lockere, endständige Trugdolde bildend. Staubfäden weiss, Staub- 
beutel rot. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 10 bis 20 cm. 0. In 
Torfgründen und Sumpfwiesen. S. villosum L., Drüsenhaarige 
oder Sumpf- Fetthenne. 

ß. Pflanze kahl. Blumerikrone nicht ganz rosenrot mit dunklerem 
Mittelnerv. 

1. Blätter keulenförmig, stielrund. Entweder: Blumenkrone weiss 
mit grünlichem Mittelnerv, Kelch grün, Stengel nur wenig 
rotbraun überlaufen, selten blass- grünlich -gelb; oder aber: 
Blumenkrone weiss mit purpurrotem Mittelnerv, Kelch schwarz- 
rötlich, Stengel meist rot -braun angelaufen. — Trugdolden 
einfach, gedrungen. Blütezeit Juli, August. Höhe 1 bis 6 cm. 
0, O, selten 2J.. Auf den Alpen, Voralpen, dem Jura; meist 
auf Kalkboden. S. atratum L., Schwärzliche (Braunrote) 
Fetthenne. 

2. Blätter walzenförmig-lineal. Blumenkrone gelb. — Trugdolde 
ährenförmig, gabelig- verzweigt. Blütezeit Juni bis August. 
Höhe 8 bis 15 cm. 0. Auf Felsen und Mauern; Vogesen, 
Schwarzwald, Granitalpen. S. annuum L., Einjährige Fett- 
henne. 

H. Pflanzen ausdauernd, mit oberirdischen, nichtblühenden Trieben, welche 
an kriechenden Wurzelstöcken sitzend kleine Rasen bilden. 

1. Blüten weiss oder rötlich. Staubbeutel braun. 

a. Blätter walzlich-lineal, stumpf, wechselständig, kahl. Blütenstand 
kahl, selten sehr zerstreut-drüsig-behaart. Kronblätter lanzettlich, 
etwa dreimal länger als der Kelch. — Blütezeit Juli, August. 

Thom«, Flora. HL 11 



— 82 — 

Höhe 12 bis 15 cm. %. Auf Felsen, Mauern, Dächern; im 
nördlichen Teile des Gebietes wohl nur eingebürgert und ver- 
wildert; in den Alpen überall. S. album L., Weisse Fett- 
henne. 

Eine kleinere Form (?) mit kürzeren, an den nichtblühenden 
Trieben fast aufrechtstehenden Blättern ist die im Jura und 
Waadt seltene S. micrantlmm Bastard, Kleinblumige Fetthenne. 

ß. Blätter kurz -elliptisch, buckelig und öfter rotbesprenkelt, meist 
gegenständig. Blütenstand drüsig - weichhaarig. Kronblätter 
eiförmig, etwa doppelt so lang wie der Kelch. — Blütezeit Juni, 
Juli. Höhe 12 bis 15 cm. 2|.. In Nord- und Mitteldeutschland 
angepflanzt; im Süden des Gebietes auf Felsen und Mauern ziem- 
lich verbreitet. S. dasyphyllum L., Rauhblätterige (Bereifte) 
Fetthenne. 

Bei der seltenen Form var. pubescens, Weichhaarige, Rauh- 
blätterige Fetthenne ist die ganze Pflanze drüsig-flaumhaarig. 

2. Blüten gelb. Pflanzen kahl. 

«. Blätter stumpf, ohne Stachelspitze. Pflanzen 3 bis etwa 15 cm 
hoch. 

a. Kronblätter aufrecht, stumpf. Blüten nur zu 2 bis 5 an den 
Stengeln, blassgelb. — Nichblühende Stengel zerstreut- und 
dicht-beblättert. Blätter linealisch, mit gleich-breitem Grunde 
sitzend. Blütezeit Jnni. Höhe 3 bis 5 cm. 2J-. Auf Felsen 
höherer Gebirge und der Alpen; selten. (S. repens Schleicher; 
S. rubens Haenke.) S. alpestre Villars, Alpen -Fetthenne. 

b. Kronblätter abstehend, spitzlich. 

a. Blätter lineal- walzig, an ihrem Grunde frei und in einen 
unter die Anheftungsstelle hinabreichenden, stumpfen Fort- 
satz (Sporn) verlängert; ohne scharfen, beissenden Ge- 
schmack. — Blütezeit Juli. Höhe 8 bis 15 cm. %. Auf 
Mauern, kurz - begrasten Hügeln, Sandfeldern; nicht selten. 
(S. sexangalare der Autoren.) S. boloniense Loiselear, 
Bologneser Fetthenne. 

b. Blätter dick-eiförmig, mit ihrem ganzen, stumpfen Grunde 
sitzend, spornlos, meist mit scharfem, beissendem Geschmack. 
— Nichtblühende Stengel sechszeilig beblättert. Blüten 
grösser, aber in geringerer Zahl als an voriger. Blütezeit 
Juni, Juli. Höhe 5 bis 15 cm. %. Vorkommen wie 



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— 83 — 

vorige, aber häufiger und an demselben Orte etwas früher 
blühend. S. acre L., Mauerpfeffer.*) 

Eine ganz oder fast geschmacklose Abart mit dicht- 
dachziegeligen Blättern ist S. sexangulare L., Sechszeilige 
Fetthenne. 

ß. Blätter kurz-stachelspitzig. Pflanzen 15 bis 30 cm hoch. 

a. Kronblätter abstehend -ausgebreitet, lebhaft - goldgelb oder 
grünlich-gelb. 

a. Blätter fast stielrund. Blüten mit deutlichen Deckblättern. 
Kelchzipfel spitz. Stämmchen verlängert, entfernt-beblättert. 
Blüten meist grünlich -gelb. — Blätter an ihrem Grunde 
unter der Anheftungsstelle mit einem kurzen, stumpflichen 
Anhängsel, lebhaft grün. Trugdolde kahl, vor der Blüte 
stark zurückgekrümmt. Blumenblätter lanzettlich, so lang 
als der Kelch. Blütezeit Juli, August. Höhe 15 bis 
30 cm. %■. Auf fruchtbarem Boden; meist im Schatten; 
zuweilen in Gärten und auf Mauern zum Küchengebrauche 
angepflanzt. (S. viride Koch.) S. reflexum L., Zurück- 
gekrümmte Fetthenne. 

Eine bläulich -grüne oder hechtblaue, auf Felsen und 
in Nadelwäldern nicht seltene Form ist S. rupestre L., 
Felsen -Fetthenne. 

Eine Form, deren Blütenstand vor der Blüte nicht 
zurückgekrümmt ist, ist S. arrigens Grenier, Sichauf- 
richtende Fetthenne. 

b. Blätter halbstielrund, oberseits flach. Blüten nicht mit deut- 
lichen Deckblättern. Kelchzipfel stumpf. Stämmchen kurz, 
an ihrer Spitze dicht - gedrängt - dachziegelig - beblättert. 
Blüten lebhaft-goldgelb. 

aa. Unfruchtbare Stämmchen kugelig. Kelchzipfel ellip- 
tisch, abgerundet -stumpf. Blätter graugrün, lineal- lan- 
zettlich, an ihrem Grunde abgestutzt-gespornt. Blütezeit 
Juli, August. Höhe 15 bis 30 cm. Auf Felsen und 
Mauern bei Mastricht. S. elegans Lejeune, Zierliche 
Fetthenne. 

*) Tafel 349 A. S e dum acre L. A blühende Pflanze. 1 Nichtblühender 
Spross; 2 Blütenknospe; 3 Blüte; 4 desgl. im Längsschnitte; 5 Staubblatt; 
b' Fruchtzweig; 7 und 8 Frucht von oben und von der Seite; 9 einzelne Balg- 
kapsel. 1 bis 9 vergrössert. 



— 84 — 

bb. Unfruchtbare Stämmchen umgekehrt-kegelförmig. Kelch- 
zipfel eiförmig, ziemlich stumpf. 

acc. Kelchzipfel eiförmig, stumpf. Blätter an ihrem 
Grunde mit einem vorgezogenen, abstehenden, zu- 
gespitzten Anhängsel, das länger als die Breite des 
Blattes ist; dunkelgrün, meist purpurrot oder dunkel- 
rot gefleckt. — Trugdolde nach der Blüte knäuel- 
förmig zusammengezogen. Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe 10 bis 20 cm. 2J.. Auf Wald wiesen an der 
unteren Mosel. S. aureum Wirtgen, Goldgelbe 
Fetthenne. 
ßß. Kelchzipfel länglich-dreieckig, von dem Grunde nach 
der Spitze hin allmählich verschmälert. Blätter an 
ihrem Grunde mit einem lanzettlichen Sporn von 
der Breite des Blattes. — Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe 10 bis 20 cm. %. Auf Sandboden, Berg- 
abhängen und Heiden bei Trier. S. trevirense 
Rosbach, Trierer Fetthenne. 
b. Kronblätter aufwärts - stehend, blassgelb. — Seegrün, kahl. 
Stengel aufsteigend. Blätter am Grunde spornartig-verlängert. 
Blütezeit Juli. Höhe 15 bis 20 cm. %. Auf trockenen, 
steinigen Orten, Waadt. (S. anopetalum De Candolle.) 
S. ochroleucum Chaix, Blassgelbe Fetthenne. 

Gattung 427: Sempervivum L., Hauslauch, Hauswurz. (XI, 5.) 

Ausdauernde, fleischige und saftige Kräuter. Blätter einfach, ganz und 
ganzrandig, oft gewimpert, eine grundständige, dichte Rosette bildend, aus 
welcher sich der locker- beblätterte, trugdoldige Blütenstand erhebt. Aus 
den Blattachseln spriessen Zweige, welche ähnliche Blattrosetten bilden; 
letztere trennen sich oft von der Mutterpflanze und entwickeln sich selbst- 
ständig weiter. Blüten zwitterig. 

A. Kronblätter und Kelchabschnitte sternförmig-ausgebreitet, 10- und mehr- 
zählig. Stamm 1: Senipervivnin genuinum L., Eigentliches Hauswurz. 

I. Kronblätter rot oder lila. 

a. Rosettenblätter oberseits kahl oder warzig-drüsig. 

a. Rosettenblätter am Rande mit etwas steifen Wimpern, an der 
Spitze kahl; länglich-umgekehrt-eiförmig, plötzlich in eine Stachel- 
spitze zugespitzt. — Blumenkrone zwei- bis dreimal so lang wie 
der Kelch, rosenrot, unterseits flaumhaarig. Blütezeit Juli, 



j%* 



o& ut<z<it>6cazceaeS 




SW 






— 85 — 

August. Höhe 25 bis 30 cm. Auf Felsen der Alpen; häufig 
auf Lehmmauern und Dächern angepflanzt und verwildernd. 
S. tectorum L., Dach -Hauslauch.*) 

ß. Rosettenblätter oberseits warzig -drüsig, am Rande mit langen, 
weissen, geschlängelten, an der Spitze des Blattrandes schopfig- 
gedrängten Haaren. — Blüten gegen 3 cm im Durchmesser; 
Kronblätter purpurn oder hellrot mit dunkelrotem Mittelnerv. 
Blütezeit August. Höhe 12 bis 15 cm. %■. Schweizer Jura. 
S. Fauconetti Reuter, Fauconnets Hauslauch. 

Rosettenblätter beiderseits drüsenhaarig. 

a. Rosettenblätter an ihrer Spitze durch weiche, verlängerte Haare 
spinnwebeartig- verbunden; verkehrt -eiförmig, kurz - zugespitzt. — 
Kronblätter purpurn oder rosenrot mit dunkelrotem Mittelnerv; 
etwa dreimal länger als der Kelch. Blütezeit Juli. Höhe 5 bis 
12 cm. 2J.. Auf den Alpen und Voralpen und bisweilen in die 
Thäler herabsteigend. S. arachnoüleum L., Spinnwebiger Haus- 
lauch. 

Besondere Formen sind: 

a. var. Döllianum Lehmann, Dölls Hauslauch mit kleineren 
Blattrosetten und sparsameren Spinnwebhaaren. 

b. var. tomentosum Schnittspahn, Filziger Hauslauch mit sehr 
dichtem, weissem Haarüberzug. 

ß. Rosettenblätter an ihrer Spitze nicht durch spinnwebige Haare 
verbunden; keilförmig-zugespitzt. 

1. Rosettenblätter lang-gewimpert; die Wimpern viel länger als 
die Drüsenhaare. — Kronblätter drei- bis viermal länger als 
der Kelch, rötlich. Blütezeit Juli. Höhe 10 bis 15 cm. 2J.. 
Tyroler Alpen, Graubündten und Wallis. S. Funkii A. Braun, 
Funks Hauslauch. 

2. Rosettenblätter kurz-gewimpert; die Wimpern kaum länger als 
die Drüsenhaare. — Stengelblätter lineal- lanzettlich, oberwärts 
breiter; etwa 15 cm hoch. Kronblätter drei- bis viermal länger 
als der Kelch; rötlich. Blütezeit Juli. 21. In den Alpen. 
S. iiion tan um L., Berg -Hauslauch. 



*) Tafel 350 A. Sempervivum tectorum L. A blühende Pflanze. 
1 Teil der Blüte; 2 Fruchtknoten, vor jeder der jungen Balgkapseln eine blatt- 
artige Schuppe; 3 Balgkapsel; 4 desgl. geöffnet; 5 Samen. 1 bis 4 und zum 
Teil 5 vergrössert. 



— 86 — 

IL Kronblätter gelb oder gelblich -weiss. 

a. Rosettenblätter seegrün, oberseits kahl; länglich- umgekehrt-eiförmig, 
plötzlich in eine Stachelspitze zugespitzt; kahl; gewimpert, doch im 
Alter die Wimpern verlierend. — Kronblätter dreimal so lang wie 
der Kelch, lanzettlich -pfriemlich, gefranst. Blütezeit Juli. Höhe 
etwa 25 cm. %-. Alpen. S. Wulfeni Hoppe, Wulfeiis Hauslauch. 

b. Rosettenblätter nicht seegrün, oberseits drüsenhaarig. Staubfäden 
an ihrem Grunde flach-zusammengedrückt. 

a. Kronblätter fast dreimal so lang wie die Kelchzipfel. Rosetten 
gross, flach, mit kngeligen Brutknospen. — Rosettenblätter um- 
gekehrt- ei -keilförmig, zugespitzt. Stengelblätter angedrückt. 
Blütezeit Juli. Höhe bis 30 cm. Alpen. (S. globiferum Gaudin; 
S. Pittoni Schott (?).) S. Gaudini Christ, Gandras Hauslauch. 

ß. Kronblätter höchstens doppelt so lang wie die Kelchzipfel. 
Rosetten klein, etwa 2 bis 2*/ 2 cm im Durchmesser. — Rosetten- 
blätter länglich, keilförmig, spitz. Blütezeit Juli. Auf Felsen 
der höchsten Alpen. 2J.. S. Brauuii Funk, Brauns Hauslauch. 

B. Kronblätter und. Kelchabschnitte aufrecht, glockig, sechszählig; weiss- 
gelblich. (Fehlt in der Schweiz.) 2. Stamm: Jovibarba, Jupitersbart. 

I. Stengelblätter beiderseits kurzhaarig, herz-eiförmig. — Rosettenblätter 
länglich-lanzettlich-spitz, am Rande gewimpert. Krone mehr als doppelt 
so lang wie der Kelch. Blütezeit Juli, August. Höhe 12 bis 15 cm. 2J.. 
Süddeutsche Alpen, Böhmen, Mähren. S. hirtum L., Rauhblätterige 
Hauswurz. 
II. Stengelblätter beiderseits kahl, am Rande gewimpert. 

a. Rosettenblätter umgekehrt -eiförmig oder länglich- keilig. Stengel- 
blätter länglich-eiförmig, alle gewimpert. — Krone etwa doppelt so 
lang wie der Kelch. Blütezeit Juli, August. Höhe 10 bis 16 cm. %. 
Auf Felsen, Mauern und Dächern in Osterreich und Deutschland; 
zerstreut. S. soboliferum Sims, Sprossende Hauswurz. 

b. Rosettenblätter lanzettlich, von der Mitte gegen das Ende allmäh- 
lich schmäler, spitz. Untere Stengelblätter aus breiterem, herz 
förmigem Grunde eiförmig -länglich, obere dreieckig -eiförmig, alle 
gewimpert. — Krone dreimal länger als der Kelch. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 10 bis 15 cm. %. Auf Alpen Tirols. Alpenform 
der vorigen (?). S. areuariuui Koch, Saud -Hauslauch.*) 



*) Tafel 350 B. Sempervivum arenarium Koch. Teil des Blüten- 
standes. 



— 87 — 

Ausser diesen Arten giebt es noch manche, zum Teil indes 
wenig bekannte Bastarde; wichtigere sind: 

S. arachnoi'deum X montanum (S. barbulatum Schott; S. pili- 
ferum Jordan); 

S. arachnoi'deum X tectornm (S. Fontanae Braun); 
S. montanum X Wulfeni (S. Huteri Kerner). 
S. tectornm X Wulfeni (S. Comollii Roter). 

100. Familie: Saxifragaceae, Steinhrechgewächse. 

Strauch er oder Kräuter von sehr verschiedenartiger Tracht. Blüten 
meist regelmässig, zwitterig und fünf gliederig. Kelchblätter selten frei, in 
der Regel untereinander und mit dem Stempel mehr oder weniger verwachsen. 
Blumenkrone fünf blätterig, zuweilen fehlend; Staubblätter fast immer in 
gleicher oder doppelter, Fruchtblätter in geringerer Zahl wie die Kronblätter. 
Fruchtblätter vollständig oder doch in ihrem unteren Teile miteinander ver- 
wachsen. 

Die Familie zerfällt in 10, häufig auch als eigene Familien angesehene 
Unterfamilien, von denen 4 auch bei uns vertreten sind. 

A. Frucht eine Kapsel. 

I. Kapsel aus 1 bis 2 Fruchtblättern gebildet; von der Spitze aus in der 
Naht sich öffnend. 1. Unterfamilie: Saxifrageae. 

er. Fruchtknoten zweifächerig, mit mittelständigen Samen trägem. Kelch 
und Blumenkrone fünf blätterig. Staubfäden 10. Gattung 428: 
Saxifraga L., Steinbrech. 

ß. Fruchtknoten einfächerig mit randständigen Samenträgern. Blumen- 
krone kelchartig, grün bleibend oder fehlend. 

a. Kapsel sich zwischen den Griffeln mit einem Loche öffnend. 
Blumenkrone kelchartig, grün bleibend. Gattung 429: Zalil- 
brncknera Reichenbach, Zahlbrucknera. 

b. Kapsel sich an der Spitze, zwischen den Griffeln, zweiklappig 
öffnend, jede Klappe zweispaltig. Blumenkrone meist fehlend. 
Gattung 430: Chrysosplenium Tournefort, Milzkraut. 

II. Kapsel aus 3 bis 4 Fruchtblättern gebildet. 

a. Fracht einfacherig (unvollkommen vierfächerig), vierklappig- auf- 
springend. 2. Unterfämilie: Parnassieae. 

Hierher Gattung 431: Parnassia Tournefort, Herzblatt. 

ß. Frucht drei- bis vierfächerig, scheide wandspaltig. 3. Unterfamilie: 
Philadelpheae. 

Hierher Gattung 432: Philadelphus L., Pfeifenstrauch. 



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B. Frucht eine Beere. 4. Unterfarnilie : Ribesieae oder Grossnlarieae. 
Hierher Gattung 433: Ribes L., Stachel- und Johannisbeere. 

Gattung 428: Saxifraga L., Steinbrech. (X, 2.) 

Niederige, vorzüglich den Alpen und Hochgebirgen angehörende Kräuter 
und Halbsträucher. Der Wurzelstock trägt in der Regel eine Rosette grund- 
ständiger Blätter, und diese treiben in ihren Achseln meist mehr oder minder 
lange, liegende oder aufsteigende Ausläufer, die ihrerseits ebenfalls wieder 
Blattrosetten bilden; so entstehen oft polsterförmige Rasen. Mitunter bildet 
die Pflanze anstatt der Blattrosetten tragenden Sprosse an ihrem Wurzel- 
stocke Brutzwiebelchen. Blattrosetten und Brutzwiebeln bewurzeln sich und 
lösen sich oft von der Mutterpflanze los. Die Blätter sind nebenblattlos, 
stehen meist abwechselnd, sind ganz, gespalten oder geteilt und ganzrandig, 
gesägt oder gekerbt. Die Blattoberfläche hat oft an ihrer Spitze eine bis 
mehrere, häufig auch an ihrem Rande eine Reihe von Kalk absondernden 
Drüsengrübchen; ausserdem sind die Blätter gewimpert, und diese Wimpern 
sind bei den Kalk absondernden Pflanzen fast immer starre Borsten, während 
es bei den nicht Kalk absondernden weiche, durch Querwände gegliederte 
Haare sind. Die Blüten stehen in einer Traube oder rispigen Trugdolde, 
selten einzeln; sie sind weiss, selten gelb oder rot. Das Kelchrohr ist meist 
mit dem Fruchtknoten so verwachsen, dass dieser ganz- oder halb -unter- 
ständig ist. Der Kelchrand ist 5 teilig, die Blumenkrone 5 blätterig. Die 

10 Staubblätter sind in 2 Kreisen angeordnet. Auf dem freien Teile des 
Fruchtknotens findet sich oft eine nektarienartige Scheibe (Drüsenscheibe, 
Diskus) oder ein solcher Ring (Drüsenring) vor. Die Frucht is>t eine Kapsel, 
welche an ihrem Scheitel zwischen den stehenbleibenden Griffeln fach- 
spaltig aufspringt. Die zahlreichen Samen sitzen an randständigen Samen- 
trägern. 

Die 43 einheimischen Arten lassen sich nach Engler zunächst in 

11 Gruppen oder Stämme ordnen. 

A. Die Drüsengruppen des Blattes sondern keinen Kalk ab. 

I. Ein- oder zweijährige Pflanzen; ein Wurzelstock, Brutknospen (Zwiebel- 
chen oder Knöllchen, sei es an der Wurzel, sei es in den Blattwinkeln), 
sowie ober- oder unterirdische Ausläufer fehlen. Stengel, wenigstens 
nach oben zu, drüsig- klebrig. Blattwimpern gegliedert, Blüten weiss. 
1. Stamm: Tridactylites. 

H. Ausdauernde Pflanzen mit Brutknospen oder mit Blattrosetten tragen- 
den Wurzelstockausläufern. 



— 89 — 

A. Oberirdische Wurzelstockäste und Ausläufer fehlen.*) 

a. Die unterirdischen Brutknospen (Knöllchen, Zwiebelchen) werden 
durch das Absterben des sie mit dem Wurzelstocke verbinden- 
den Zweiges frei. Blattwimpern gegliedert. 2. Stamm: Nephro- 
phyllum. 

ß. Die unterirdischen Brutknospen und deren Sprossen bleiben mit 
dem Wurzelstocke in Verbindung. Blattwimpern gegliedert (aus- 
genommen stellaris und zuweilen Hirculus). 

1. Die Kapsel springt nur an ihrem Scheitel auf. Blütenstengel 
beblättert. 

31. Blumenkrone weiss, mit roten und gelben Punkten. Kelch- 
rohr und Fruchtknoten sind etwas miteinander verwachsen. 
3. Stamm: Miscopetalum. 

53. Blumenkrone gelb. Kelch und Fruchtknoten sind nicht 
miteinander verwachsen. 4. Stamm: Hirculus. 

2. Die Kapsel öffnet sich bis zu ihrer Mitte herab. Blütenstengel 
blattlos. 5. Stamm: Boraphila. 

B. Oberirdische Wurzelstockäste und Ausläufer sind vorhanden. 

a. Fruchtknoten unterständig oder halbunterständig. Staubfäden 
pfriemlich. 

1. Blätter kantig; Blattwimpern gegliedert. 6. Stamm: Dacty- 
loi'des. 

2. Blätter hart, pergamentartig. Wimpern nicht gegliedert. 
7. Stamm: Trachyphyllum. 

ß. Fruchtknoten oberständig. Staubfäden nach oben zu breiter 
werdend. Wimpern gegliedert. 8. Stamm: Robertsonia. 

B. Die Drüsengruben des Blattes sondern Kalk ab. (Um sich genaueren 
Einblick in die Zahl, Lage u. s. w. der Drüsengruben zu verschaffen, sind 
die Kalkkrusten sorgfältig abzulösen nnd die betreffenden Stellen mit 



*) Sollte die obige natürliche Anordnung der Stämme 2 bis 5 im Einzelfalle 
nicht sicher zum Ziele führen, dann folgende mehr künstliche : 

A. Blütenstengel beblättert. 

1. Kelchrohr mit dem Fruchtknoten wenigsten? teilweise verwachsen. 

a. Blumenkrone weiss oder gelb. 2. Stamm: Nephrophyllnm. 

b. Blumenkrone weiss, an ihrem Grunde mit gelben und roten Flecken. 3. Stamm: 
Miscopetalum. 

2. Kelch mit dem Stempel gar nicht verwachsen. 4. Stamm: Hirculus. 

B. Blütenstengel nicht beblättert. 5. Stamm-. Boraphila. 

Thom«, Flora. III. 12 



— 90 — 

einer Lupe zu betrachten.) — Wimpern nicht gegliedert. Ausdauernde 

Pflanzen. 

I. Blätter wechselständig. 

A. Blätter zungenförmig, verhältnismässig breit, gezähnt, mit vielen 
(mehr als 7) kalkabsondernden Drüsengruben. Stengel 15 bis 60 cm 
hoch. Die Wurzelstockzweige, welche Blattrosetten erzeugen, sterben 
bald ab (bei S. mutata fehlen sie oft gänzlich), sodass sich diese 
frühzeitig von der Stammpflanze ablösen. 9. Stamm: Euaizoilia. 
B. Blätter schmal, fast dreikantig, ganzrandig, mit 5 bis 7 kalkab- 
sondernden Drüsengruben; dicht-ziegeldachig an dem dadurch säulen- 
förmigen, etwa 5 bis 15 cm hohen Stengel. Die Wurzelstock- 
verzweigungen und ihre Blattrosetten bleiben im Verbände mit der 
Stanimpflanze. 10. Stamm: Kabschia. 
II. Blätter gegenständig. Die Wurzelstockverzweigungen und ihre Blatt- 
rosetten bleiben im Verbände mit der Stammpflanze. 11. Stamm: 

Porpliyrion. 

1 Stamm: Tridaetylites- 

A. Stengel aufrecht, seltener aufsteigend; einfach oder schwach verästelt. 
Blätter keilförmig, vorn 3- bis • > zähnig, seltener ganz; grundständige 
fast bis ganz rosettig zusammengedrängt. Kronblätter nicht oder kaum 
ausgerandet, doppelt so lang wie die Kelchzipfel. 

1. Blütenstiele viel länger als der Fruchtkelch. — Wurzel einfach. Pflanze 
drüsenhaarig-klebrig. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach oder 
schwach verästelt, bis 15 cm hoch. Blumenkrone klein, weiss. Blüte- 
zeit April, Mai. ©. Auf Sandfeldern, Felsen, Mauern; zerstreut 
S. tridaetylites L., Dreifingeriger Steinbrech. 

2. Blütenstiele höchstens so lang wie der Fruchtkelch. — Stengel dicker 
und blattreicher wie an voriger; Blüten grösser; im übrigen der 
vorigen sehr ähnlich. Blütezeit Juli. und 0. Auf Alpen und 
Voralpen. (S. controversa Sternberg; S. petraea Gaudin.) S. adscen- 
dens L.. Aufsteigender Steinbrech. 

B. Stengel biegend oder aufsteigend, reich verästelt; abwärts drüsenhaarig- 
klebrig; dicht-zottig bis fast kahl. Untere Blätter fast nierenförmig, drei- 
bis fünfspaltig; unterste oft mit eingeschnitten-gezähnten Lappen. Obere 
Blätter keilförmig, ganz oder vorne dreispaltig. Kronblätter tief- aus- 
gerandet. drei- bis fünfmal länger als der Kelch, weiss. — Blütezeit 
Juni, Juli. Höhe 3 bis 20 cm. 0. An feuchten, schattigen Orten, 
namentlich auf Kalkboden, in Tirol und Krain. (S. Ponae Sternberg; 
S. rupestris Willdenow; S. geranio'ides Host.) S. petraea L., Felsen- 
Steinbrech. 







&raiüjeitblütig*r SSttixibteti). 



— 91 — 

2. Stamm: Nephrophyllum. 

A. Blüten gelb. — Zarte, durch lange Drüsenhaare weiss-zottig-spinnwebige 
Pflanze. Stengel niederliegend -aufsteigend, reich verzweigt, blattreich, 
bis 1 Meter lang. Blätter rundlich- eiförmig, vorne stumpf, 3- bis 5-, 
selten 7 lappig. Blütezeit Juli, August. %. Auf schattigen Felsen Süd- 
tirols. S. arachnoi'dea Sternberg, Spinnwebiger Steinbrech. 

B. Blüten weiss. 

a. Wurzel 3- bis 9 blutig. Fruchtknoten halbunterständig. 

1. Stengel unterwärts wenig- (3- bis 5-) blätterig; oberwärts drüsen- 
haarig. Stengelblätter ohne Brutknospen. — Behaart. Stengel 
aufrecht, 15 bis 30 cm hoch. Wurzelstock mit erbsengrossen, weiss- 
oder bräunlich - beschuppten Brutknospen, die zum Teil in den 
Achseln der untersten Blätter entstanden sind, und durch welche 
die Pflanze ausdauernd wird. Untere Blätter nierenförmig, lappig- 
gekerbt, mit rinnigem Blattstiel. Stengelblätter mit keiligem Grunde, 
drei- bis fünfspaltig. Blüten in rispiger Trugdolde. Kronblätter 
zwei- bis dreimal so lang wie die Kelchblätter, weiss. Blütezeit 
Mai, Juni. 2J-. In Gebüschen, auf Wiesen, an Waldrändern; nicht 
ins Gebirge emporsteigend. S. grannlata L., Knollen -Steinbrech.*) 

2. Stengel der ganzen Länge nach viel- (8- bis 12- und mehr-) 
blätterig; ganz drüsenhaarig. Obere Blattwinkel bis in den Blüten- 
stand hinein mit Brutknospen. — Der vorigen ziemlich ähnlich, 
doch mit kleineren Blättern und meist auch kleineren Blüten. 
Grundständige Blätter gestielt, nierenförmig, lappig-gekerbt; stengel- 
ständig, ei- lanzettlich. Blumenkrone weiss. Blütezeit April bis 
Juni. Höhe 20 bis 30 cm. %. Auf trockenen, sandigen Hügeln 
und grasigen Triften in Wallis, Kärnten, Unterösterreich, Mähren. 

• S. bnlbifera L., Zwiebeltragender Steinbrech. 
ß. Stengel stets nur einblütig, vor dem Aufblühen nickend. Fruchtknoten 
oberständig. Obere Blattwinkel mit Brutknospen. — Stengel auf- 
steigend, zottig, 10 bis 20 cm lang. Blätter kahl. Grundblätter 
nierenförmig, 5- bis 7 lappig, gestielt. Obere Stengelblätter sitzend, 
am Grunde eingeschnitten; oberste lanzettlich, ganz. Die obersten 
Brutknospen entwickeln sich zuweilen zu Blätter und Blüten tragen- 
den Zweigen. Blumenkrone klein, weiss. Blütezeit Juli, August. 2J.. 
An schattigen, feuchten Felsen der Hochalpen; selten. S. cernna L., 
Nickender Steinbrech. 



*) Tafel 351 A. Saxifraga granulata L. A blühende Pflanze. 1 Blüten- 
längsschnitt; 2 Narben in vorgerückterem Wachstumszustande; 3 halbreife Frucht; 
4 Same; 5 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 5 vergrössert. 



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3- Stamm: Miscopetalum. 

Stengel aufrecht, 50 bis 60 cm hoch, drüsenhaarig, selten kahl. Grund- 
ständige Blätter langgestielt, rundlich-herz-nierenförmig, ungleich-grobgesägt. 
Stengelblätter kurzgestielt, eingeschnitten -gezähnt; oberste ganz und unge- 
stielt. Ganze Pflanze drüsenhaarig, selten kahl. Blüten in reichverzierter, 
trugdoldiger Rispe. Kelch fast frei, ausgebreitet. Kronblätter lanzettlich, 
an ihrem Grunde gelb und rot punktiert. Blütezeit Juni bis September. ^. 
Im Gebüsch, an feuchten und felsigen, schattigen Orten der Alpen und Vor- 
alpen. S. rotundifolia L , Rundblätteriger Steinbrech. 

S. repanda Willdenow, Ausgeschweifter Steinbrech ist eine Form, 
an welcher der Blattrand stumpf- und kurz-zugespitzt-gekerbt ist. 

4. Stamm: Hirculus. 

Der Wurzelstock treibt kurze, niedergestreckte Ausläufer und aufrechte, 
15 bis 20 cm lange, 1- bis 3 blutige Stengel; alle sind entfernt -zerstreut- 
beblättert, oberwärts rotbraun -behaart und klebrig. Blattrosetten fehlen. 
Blätter lanzettlich bis linealisch, ganzrandig. Blüten gross, bis l x j 2 cm im 
Durchmesser. Kelch nicht mit dem Fruchtknoten verwachsen, an der Frucht 
zurückgeschlagen. Kronblätter goldgelb, oberwärts rötlich punktiert oder 
gestrichelt, an ihrem Grunde mit 2 länglichen Schwielen und dunkelgelben 
Punkten. Blütezeit Juli bis September. 3 . In Torfwiesen und Sümpfen 
der Ebene und des Gebirges; in der Schweiz sehr selten. S. Hirculus L., 
Moor- Steinbrech. 

5. Stamm: Boraphila. 

A. Blüten langgestielt, in sparriger, wenigblütiger Trugdolde, selten einzeln. 
Kelch fast frei, an der Frucht zurückgeschlagen. Kronblätter doppelt so 
lang wie der Kelch. — Wurzelstock ein- bis mehrköpfig. Köpfe liegend, 
an ihrem Grunde zerstreut -beblättert, an ihrer Spitze mit einer Rosette 
umgekehrt-ei-keilförmiger, oder spateliger, an ihrer Spitze grobgesägter, 
behaarter Blätter. Blütenstengel aufrecht, bis 15 cm hoch, drüsig- 
behaart; blattlos mit linealischen Deckblättchen. Kronblätter einander 
gleich, weiss, am Grunde mit 2 zitronengelben Flecken, schmal -lanzett- 
lich, genagelt. Blütezeit Juli bis September. 3-. An feuchten Orten 
und Gebirgsbächen in den Alpen, dem Schwarzwalde, den Vogesen. 
(S. Clusii auct. nicht S. Clusii Gouan; S. robusta Engler.) S. stellaris L., 
Stern -Steinbrech. 

Die seltene Abart leucanthemifolia Lapeyrouse hat ungleiche 
Kronblätter, da 2 derselben nicht genagelt sind, eine vielblütige Rispe 
und bis unter ihre Mitte grob gesägte Blätter. 



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B. Blüten kurzgestielt, in kopfiger oder ähriger Rispe. Kelch halbober- 
ständig. Kronblätter nur wenig länger wie der Kelch. 

1. Kelch stets, auch an der Frucht, aufrecht. Rosettenblätter kahl. — 
Wurzelstock ausdauernd, aber ohne ausdauernde oberirdische Stämm- 
chen. Alle Blätter grundständig, umgekehrt -eiförmig oder spatelig, 
gekerbt. Blütenstengel blattlos, sehr behaart. Blüten zu 5 bis 8 
kopfig- gehäuft. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli. Höhe 8 bis 
10 cm. 21-. Arktische, bei uns nur in der kleinen Schneegrabe im 
Riesengebirge vorkommende Pflanze. S. nivalis L., Schnee -Steinbrech. 

2. Kelch an der Frucht zurückgeschlagen. Rosettenblätter am Rande 
und unterseits an der Mittelrippe rotbraun. Drüsenhaarig. — Dauernde 
oberirdische Stämmchen fehlen. Alle Blätter grundständig, länglich 
oder ei-länglich, in den Blattstiel verschmälert, entfernt -geschweift- 
gezähnt. Blüten in ährenförmiger Rispe. Blumenblätter bleich-grün, 
ins Bräunliche, mit rötlicher Spitze, so lang wie der Kelch. Blütezeit 
Juli, August. Höhe bis 30 cm. Auf Torfboden und an Ufern in den 
Steirischen Alpen; selten. S. hieracifolia Waldstein-Kitaibel, Habichts- 
krautblätteriger Steinbrech. 

6. Stamm: Daetyloides. 

A. Untere Blätter mehr oder weniger tief - fingerteilig , seltener tief- drei- 
spaltig. 

I. Kronblätter lang -genagelt. — Grosse, polsterförmige Rasen. Triebe 
rosettig, zerstreut -drüsig -behaart. Blätter keilförmig oder dreiseitig, 
dreispaltig und die seitlichen Zipfel zweispaltig oder alle Zipfel ein- 
geschnitten-gezähnt. Blütenstengel fast kahl, blattlos, bis 10 cm hoch. 
Blüten in einer Trugdolde oder einer trugdoldigen Rispe, untere Deck- 
blätter dreiseitig-keilförmig, 5- bis 7 spaltig. Kronblätter doppelt so 
lang wie die fast linealen Kelchzipfel, weiss. Blütezeit Juli. 2J.. Am 
Südabhang des Monte Rosa. S. pedemontana Allioni, Piemontesischer 
Steinbrech. 
IL Kronblätter auf breitem Grunde sitzend. 

A. Blätter schon in frischem Zustande drei- bis fünffurchig, getrocknet 
erhaben- drei- bis fünfnervig. Kronblätter meist noch einmal so 
lang wie die Kelchzipfel. — Grosse Rasen. Blätter drei- bis fünf- 
spaltig, mit stumpfen Zipfeln, drüsig-behaart, klebrig. Blütenstengel 
weichhaarig, oberwärts mit eingestreuten Drüsenhaaren. Kronblätter 
weiss oder gelblich- weiss. Blütezeit Juli. Höhe 8 bis 10 cm. %. 
In den Hochalpen ziemlich verbreitet und in die Thäler herab- 
steigend. S. exarata Villars, Gefurchter Steinbrech. 



— 94 — 

Bei der seltenen Abart macnlata Reichenbach, Gefleckter, 
Gefurchter Steinbrech sind die Blumenblätter rot gefleckt oder 
fast ganz rot. 

B. Blätter im frischen Zustande nicht drei- bis fünffurchig, getrocknet 
selten etwas nervig, dann aber die Blumenkrone so lang oder kaum 
länger als die Kelchzipfel. 

1. Blumenkrone so lang oder kaum länger als die Kelchzipfel. — 
Grosse Rasen krautiger oder holziger, beblätterter, rosetten- 
tragender Ausläufer. Untere Blätter der Ausläufer linealisch 
ganz oder keilförmig, und vorne drei-, seltener fünfspaltig, mit 
stumpfen Zipfeln. Rosettenblätter fast immer linealisch und 
ungeteilt. Kahl. Blütenstengel zahlreich, bis 10 cm hoch, un- 
beblättert oder mit einem Blatte, drei- bis fünf blutig. Kron- 
blätter schmal, so dass sie sich am Rande nicht decken, grün- 
lich-gelb, selten fast weiss. Blütezeit Mai bis Juli. In den 
Alpen, dem Jura und dem mitteldeutschen Gebi v ge zerstreut. 
(S. muscoi'des Wulfen, S. varians Sieber.) S. caespitosa L., 
Rasiger Steinbrech. 

Die Abart nioschata Wulfen, Moschnsduftender (?), rasiger 
Steinbrech ist dicht- drüsenhaarig-klebrig. 

Die seltene Abart atropnrpurea Sternberg, Dnnkelroter, 
Rasiger Steinbrech ist dunkelrot. 

Die seltene Abart crocea Gaudin, Safranfarbener, Rasiger 
Steinbrech ist safranfärben. 

2. Blumenkrone doppelt so lang als der Kelch. 

a. Rosettentragende Ausläufer in dichten, polsterförmigen Rasen; 
seitliche Stämmchen liegend. Blattstiel glatt oder schwach- 
einfurchig. Rosettenblätter 5- bis 9 spaltig. Blätter der 
jnngen Triebe und des Blütenstengels dreispaltig. Alle 
Zipfel elliptisch oder lanzettlich, grannenlos. — Blütenstengel 
armblätterig, 3- bis 9 blutig. Kronblätter abstehend, eirund 
oder länglich, doppelt so lang wie der Kelch, weiss, selten 
gelblich. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 25 cm. 4. Auf 
feuchten Felsen der mittel- und westdeutschen Gebirge. 
(S. caespitosa Koch.) S. decipiens Ehrhart, Rasiger 
Steinbrech. 

Bei der Form sponheniica Gmelin, Sponheimer Stein- 
brech sind die Blattzipfel kurz begrannt. 



— 95 — 

ß. Rosettentragende Ausläufer in lockeren Rasen; seitliche 
Stämmchen kriechend. Blattstiel an der lebenden Pflanze 
unterseits aufgeblasen-halbrund. Rosettenblätter 5 spaltig, die 
der Knospen weisshäutig-berandet. Blätter der jüngeren Aste 
und der Blütenstengel meist einfach. Alle Zipfel zugespitzt 
oder lang-begrannt. — Blütenstengel armblätterig, trugdoldig 
bis 9 blutig. Kronblätter wie bei voriger, weiss. Blütezeit 
Juni. Höhe 10 bis 15 cm. 4. Im Gebiete wahrscheinlich 
nirgends wild, doch vielfach in Gärten angebaut. S. hypnoi'des L., 
Astnioosartiger Steinbrech. 
B. Untere Blätter ganz oder nur an der Spitze 2- bis 3 spaltig. 

I. Blätter in eine Stachelspitze auslaufend, zugespitzt, ungeteilt, lanzett- 
lich. — Stämmchen am Boden hingestreckt, mit aufrechten oder auf- 
steigenden Asten. Blätter zerstreut stehend, an den Trieb-Enden rosettig 
gehäuft, kahl oder zerstreut -behaart; getrocknet dreinervig. Blüten- 
stengel blattlos, 1- bis 3 blutig. Kronblätter spitz, schmäler als die 
Kelchzipfel. Blütezeit Juli, August. Höhe 3 bis 5 cm. 4. Auf den 
Hochalpen Österreichs. S. sedoi'des L., Mauerpfefferartiger Steinbrech. 
Bei der Abart Hohenwartii Sternberg, Hohenwarts Steinbrech 
sind die Blütenstengel schwach beblättert, die Kronblätter so breit 
wie die Kelchzipfel und häufig an der Spitze braunrot. 

IL Blätter nicht in eine Stachelspitze auslaufend. 

a. Kronblätter nur i j. i so breit wie die Kelchzipfel, zitronengelb. 
Blätter an ihrem Grunde keilig, untere 3- bis 5 spaltig, bisweilen 
untermischt mit ungeteilten, eilanzettlichen. — Stämmchen locker 
beblättert, mit endständiger Blattrosette. Blätter am Rande drüsig- 
gewimpert. Blütenstengel blattlos, einblütig, wie die Kelche drüsen- 
haarig. 15 cm lang. Blütezeit Juli, August. 4. Auf den Hoch- 
alpen. (S. aphylla Sternberg.) S. stenopetala Gaudin, Schmal- 
blätteriger Steinbrech. 

b. Kronblätter so breit wie die Kelchzipfel. Blätter ungeteilt oder 
an ihrer Spitze dreizähnig. 

1. Blätter lineal- länglich, abgerundet - stumpf , fleischig, die abge- 
storbenen dreinervig, hellbraun, an ihrer Spitze weisslich-grau. 
Blütenstengel 2- bis 5 blätterig. Blumenkrone weiss, getrocknet 
gelblich - weiss , umgekehrt- eiförmig, seicht ausgerandet, noch 
einmal so lang wie die Kelchzipfel. — Kleine, dichte, halb- 
kugelige Polster. Zweige 3 bis 5 cm lang. Blütezeit Juli, 
August. 4. Hochalpen. (S. planifolia Lapeyrouse.) S. mnscoides 
Allioni, Moosartiger Steinbrech. 



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Die Abart S. Faccliini Koch, Facchinis Steinbrech hat 
linealische, im abgestorbenen Zustande 3- bis 5 nervige Blätter 
und zitronengelbe bis dunkelpurpurne Blumenblätter. Südtyrol. 

In den Glarner Alpen findet sich der Bastard S. aphylla 
X muscoides. (S. Mureti Rambert.) 
2. Blätter spatelig-lanzettlich oder umgekehrt-eiförmig, abgestorbene 
braun. Blütenstengel (abgesehen von etwaigen Deckblättern) 
blattlos oder einblätterig. 

a. Kronblätter (auch getrocknet) weiss, umgekehrt- eiförmig, aus- 
gerandet, fast noch einmal so lang wie die Kelchzipfel. — 
Kleine, rasige, zottig -behaarte Polster. Blätter büschelig- 
gedrängt, spatelig -lanzettlich oder umgekehrt- eiförmig, ge- 
trocknet 5- bis 11 nervig. Blütenstengel blattlos oder ein- 
blättrig, meist zweiblütig, 5 bis 8 cm hoch. Blütezeit Juni, 
Juli. 2J.. Auf feuchten Felsen der Hochalpen. (S. pyrenaica 
Scopoli.) S. androsacea L., Mannsschildähnlicher Steinbrech. 

ß. Kronblätter gelb, länglich -lineal, so lang oder kaum etwas 
länger wie die Kelchzipfel. — Im übrigen der vorigen über- 
aus ähnlich, doch der Blütenstengel meist einblütig. Blüte- 
zeit Juli. L -. Auf den Hochalpen, am Rande der Gletscher. 
S. Seguieri Sprengel, Segniers Steinbrech. 

7. Stamm: Trachyphyllum. 

A. Kelchsaum oberständig. Blumenkrone gelblich-weiss. — Lockere Rasen. 
Blätter linealisch-pfriemlich, begrannt und borstig-bewimpert oder kahl, 
an ihrem Grunde drüsig-bewimpert, an ihrer Spitze mit einer Drüsen- 
grube. Blütenstengel sehr zart, 8 bis 10 cm hoch, 3- bis 5 blätterig. 
Trugdolde 2- bis 6 blutig. Kelchzipfel dreieckig-begrannt, halb so lang 
wie die Kronblätter. Blütezeit Juni, Juli. Kapsel fast kugelig. 4. Auf 
Felsen des Südabhangs der österreichischen Alpen. (S. arenarioides 
Brignoli.) S. tenella Wulfen, Zarter Steinbrech. 

B. Kelch ganz oder fast frei, mithin ganz oder fast unterständig. 

1. Blumenkrone gelblich-weiss, am Grunde gelb. Kelch ganz frei. — 
Der vorigen etwas ähnlich. Rasen mehr oder minder dicht. Blätter 
lineal- lanzettlich, dornig- begrannt und ebenso bewimpert, an ihrer 
Spitze mit einer Drüsengrube. Kelch aussen zerstreut -drüsenhaarig. 
Kronblätter umgekehrt-eiförmig, doppelt so lang als der Kelch. Kapsel 
eiförmig. Blütezeit Juli, August. Blütenstengel 8 bis 10 cm hoch. 
4. Auf feuchtem Gerolle und in Felsspalten der Alpen, sowie der 
Gebirge Bayerns und Schlesiens. S. aspera L., Scharfer Steinbrech. 






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2. Blumenkrone orangegelb (rot-punktiert, safran- bis zirametfarben). 
Kelch nicht ganz frei. — Lockere Rasen. Blätter lineal - länglich, 
stachelspitzig, kahl oder am Rande borstig-bewimpert, an der Spitze 
mit einer Drüsengrube. Kelchzipfel Lineal-dreieckig, stumpf, so lang 
wie die Kronblätter. Blütezeit Juni bis August. Höhe 15 bis 20 cm. 
%. An nassen und feuchten Orten der Alpen und des Schwarzwaldes. 
S. aizoi'des L., bewimperter Steinbrech. 

Bei der Abart atrorubens Bertoloni, Dunkelroter bewimperter 

Steinbrech ist die Blumenkrone dunkelfärben oder zimmetfarben und 
sind die Blätter starr -bewimpert. 

Die Abart antuninalis L., Herbst -Steinbrech hat eine safrangelbe 
Blumenkrone und starr-bewimperte Blätter. 

8. Stamm: Robertsonia. 

1. Blätter kahl, keilförmig in den Blattstiel verschmälert. — Ausgedehnte 
Rasen. Rosettenblätter umgekehrt -eiförmig, fast rundlich, auf ihrer 
Unterseite bleich oder rötlich ; am Rande knorpelig, stumpf- und grob- 
gekerbt -gesägt, seltener ganzrandig. Blütenstengel blattlos; drüsen- 
haarig, bis 15 cm hoch, rispig. Kelch unterständig, zurückgeschlagen. 
Kronblätter dreinervig, weiss, am Grunde meist mit einem gelben 
Flecken, zuweilen am Rande rotpunktiert. Staubfaden oberwärts ver- 
breitert. Blütezeit Juni, Juli. %. In den Alpen; zuweilen in die 
Thäler herabsteigend. S. cnneifolia L., Keilblätteriger Steinbrech. 

2. Blätter zottig-gewimpert und zerstreut-behaart, mit linealischem Blatt- 
stiel. — Ausgedehnte Rasen. Rosettenblätter um gekehrt -eiförmig, 
lederig; am Rande knorpelig, gesägt-gezähnt, die Zähne mit einer kleinen 
Drüsengrube. Blütenstengel blattlos, eine lockere, trugdoldige Rispe 
bildend, drüsig -klebrig, bis 30 cm hoch. Kelch unterständig, zurück- 
geschlagen. Kronblätter einnervig, weiss, gelb- oder rot -punktiert. 
Staubfäden oberwärts verbreitert. Blütezeit Juni, Juli. %. Im Gebiete 
wohl nirgends wirklich wild, doch häufig in Gärten kultiviert und zu- 
weilen verwildert. S. nmbrosa L., Schattenliebender Steinbrech, Por- 
zellanblnmchen. 

9. Stamm: Euaizoonia. 

Blattrand gekerbt, selten fast ganzrandig, zurückgekrümmt; Drüsengruben 
randständig. 

1. Rosettenblätter lineal, etwa 35 mm lang und P/o mm breit. Kron- 
blätter umgekehrt- eiförmig, fast dreimal so lang wie die Kelchzipfel. — 
Rosettenblätter oberwärts graugrün, Unterseite rosa, stumpf, ganzrandig 

Thomö, Flora. III. 13 



— 98 — 

oder knorpelig und stumpf- gekerbt, am Grunde gewirnpert. Die 
Drüsengruben am Rande der Blätter sondern eine starke, zuweilen die 
ganze Blattoberfläche bedeckende Kalkkrnste ab. Blütenstengel bis 
10 cm hoch, dicht-drüsenborstig, mit linealischen, oberwärts gesägten, 
an ihrem Grunde drüsenborstigen Blättern. Trugdolde traubig oder 
rispig, mit 3- bis öblumigen Asten. Kelchzipfel dreiseitig, häutig 
berandet. Kronblätter weiss, selten rotpunktiert. Blütezeit Juli, 
August. 2[. Auf den höchsten Alpen Österreichs. S. crustata Vest, 
Krusten -Steinbrech. 
2. Rosettenblätter linealisch -zungenförmig, etwa 35 mm lang und 4*^ mm 
breit. Kronblätter länglich oder umgekehrt- ei -länglich, doppelt so 
lang wie die Kelchzipfel. — Rosettenblätter stumpf, gekerbt, längs 
des Randes mit vielen kalkausscheidenden Drüsengruben besetzt. Blüten- 
stengel mit länglich- gekerbt- gesägten Blättern, etwa 40 cm hoch. 
Trugdolde rispig, mit 5- bis 9 blumigen Asten. Blütendeckblätter 
drüsig-gewimpert. Kelchzipfel eiförmig-dreiseitig, knorpelig-berandet. 
Kronblätter weiss, häufig unterwärts purpurn-punktiert. Blütezeit Juli, 
August. %. Auf den österreichischen Hochalpen. (S. elatior Hertens 
und Koch.) S. Hostii Tausch, Hosts Steinbrech. 

In Krain fand sich der seltene Bastard S. crustata X Hostii. 

B. Blattrand gesägt, flach. Drüsengruben auf der Blattoberfläche. 

1. Blumenkrone weiss, oft unterseits purpurn -punktiert, selten rosa an- 
gelaufen, nicht gelb. 

a. Rosettenblätter lineal-zungenförmig, mit abwärts-gekrüniniter Spitze. 
Seitenäste der traubigen Rispe 5- bis 9 blutig. — Der vorigen 
(S. Hostii Tausch) sehr ähnlich; doch sind die BJätter etwas breiter 
und gesägt. Blütezeit Juli, August. %■. Auf den Voralpen Ober- 
steiermarks. (Vielleicht ein Bastard: S. Hostii X Aizoon.) S. altissima 
Kern er, Hoher Steinbrech. 

b. Rosettenblätter zungenförmig, mit einwärts-gekrümmter Spitz«. 

«. Seitenäste der traubigen Rispe oder der Traube 1- bis 4 blutig. 
Kronblätter rundlich - umgekehrt - eiförmig. — Rosettenblätter 
dick, oberseits glatt und neben dem sägezähnigen Rande mit 
zahlreichen, kalkabsondernden Drüsengruben, unterwärts ge- 
wimpert. Blätter des Blütenstengels spatel- oder keilförmig, 
scharf- gesägt, unterwärts gewimpert. Kronblätter doppelt so 
lang wie die Kelchzipfel, weiss oder grünlich- weiss, meist an 
ihrem Grunde rotpunktiert. Blütezeit Mai bis August. Höhe 
15 bis 30 cm. %. Auf den Alpen und Voralpen sowie den 



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höheren deutschen Gebirgen. (S. cotyledon var. s. L.) S. Aizoon 
Jacquin, Traubenblütiger Steinbrech.*) 

Bei der Abart robusta, Grosser Traubenblütiger Steinbrech 

ist der Blütenstengel höher nnd traubig-rispig; such sind dessen 
Äste 3- bis 8 blutig, nnd ist das Blatt vier- bis sechsmal so lang 
wie breit. 

Bei der Abart brevifolia Sternberg (S. intacta Willdenow), 
Kurzblätleriger Traubenblütiger Steinbrech ist der Blütenstengel 
16 cm hoch; auch sind dessen Aste 1- bis 3 blutig, und ist das 
Blatt zwei- bis dreimal so lang wie breit. 

Im östlichen Tirol fand sich der Bastard S. Aizoon X cunei- 
folia (S. Zimmeteri Kerner). 

ß. Seitenäste der Rispe 5- bis 20 blutig. Kronblätter umgekehrt- 
ei-keilförmig. — Rosettenblätter fleischig und dick, kurz -zuge- 
spitzt, oberwärts gesägt, an ihrem Grunde zart-gefranst und längs 
des Randes mit vielen kalkabsondernden Drüsengruben besetzt. 
Blütenstengel reichblütig, pyramidal-rispig, bis 60 cm hoch; seine 
Blätter zungenförmig- lanzettlich, unterwärts drüsig -gewimpert, 
oberwärts gesägt. Kronblätter zwei- bis dreimal länger als die 
Kelchzipfel, meist weiss, selten gelblich -weiss, rosa angelaufen, 
oder am Stengel purpurn, oder purpurn -geädert, sehr selten 
purpurn-punktiert. Blütezeit Juli, August. %. Steiermark und 
Schweiz, namentlich auf Granit. (S. pyramidalis Lapeyrouse.) 
S. Cotyledon L., Pyramidenblütiger Steinbrech. 

Selten ist der weniger reichblütige Bastard S. Cotyledon X 
cnnei'folia (S. Jäggiana Brugger). 
2. Blumenkrone gelb, meist pomeranzenfarben. — Rosettenblätter zungen- 
förmig, oberwärts ganzrandig oder schwach - gesägt, unterwärts dicht- 
gefranst, längs des Blattrandes mit kalkabsondernden Drüsengruben. 
Blütenstengel bis 35 cm hoch, drüsig-rauhhaarig, eine längliche Rispe 
darstellend. Kronblätter lineal-lanzettlich, spitz, schmäler und doppelt 
so lang wie die Kelchzipfel. Blütezeit Juli. August. 2J.. Auf feuchten 
Felsen der Alpen, Voralpen und bis in die Ebene herabsteigend. 
S. mutata L., Kies -Steinbrech. 

In Südbayern, Tirol und der Schweiz findet sich der Bastard 
S. mutata X aizoi'des (S. Regeln Kerner). 



*) Tafel 351B. Saxifraga Aizoon Jacquin, Kleines Exemplar. 6 Blatt, 
vergrössert. 



— 100 



10. Stamm: Kabschia. 



A. Blätter oberseits mit 5 kalkabsondernden Drüsengruben, aufrecht, pfriem- 
lich-linealisch-lanzettlich, starr -stachelspitzig, stechend, fast dreikantig. 
Blumenkrone weiss, mit vielen rötlichen Nerven. — Polsterförmige Rasen. 
Zweige dicht gedrängt und dicht-gedrängt-beblättert. Blütenstengel be- 
blättert, bis 7 cm hoch. Trngdolde meist arm- (5- bis 7-) blutig. 
Blütenstiele und Kelche drüsenhaarig. Blumenkrone aufrecht; deren 
Blätter umgekehrt-ei-keilförmig, drei- bis viermal länger als die Kelch- 
zipfel. Blütezeit Mai, Juni. %. Auf den südlichen Alpenabhängen 
Graubündens und West -Tirols. S. Vandellii Sternberg, Vandellis 
Steinbrech. 

B. Blätter mit 7 kalkabsondernden Drüsengruben. 
1. Stengel kahl oder zerstreut- drüsenhaarig. 

a. Blätter aufrecht, pfriemlich, lineal- lanzettlich, starr, stachelspitzig, 
stechend, fast dreikantig. Blnmenkrone vielnervig. — Blütenstengel 
6 bis 9 cm hoch, einblumig. Kelch rötlich, mit drüsigen Haaren 
besetzt. Kronblätter fast dreimal so lang, genagelt, fast rund, 
weiss. Blütezeit März bis Mai. Auf den höheren Schweizer und 
Österreichischen Kalkalpen. S. Burseriana L., Bursersclicr Stein- 
brech. 

b. Blätter wenigstens an ihrer Spitze zurückgekrümmt. Blumenkrone 
3- bis 5 nervig. 

a. Blätter fast von ihrem Grunde an bogig - zurückgeki'ümmt, 
lineal-länglich-spitz , in der Jugend kalkig-bekrustet. - - Kleine, 
feste moospolsterähnliche Rasen. Blütenstengel 8 bis 10 cm 
hoch, beblättert, kahl oder zerstreut-drüsenhaarig, 2- bis 6 blutig. 
Kelchzipfel an ihrem Grunde zerstreut- drüsig, nur ein Drittel so 
lang wie die umgekehrt-eiförmigen Kronblätter. Blütezeit Juli. 
21. Kalkalpen und Voralpen, mit den Flüssen in die Thäler 
herabsteigend. S. caesia L., Blangrüner Steinbrech. 

Ein hierher gehörender Bastard ist S. caesia X aizoi'des 
(S. patens Gaudin). 

ß. Blätter nur an ihrer Spitze zurückgekrümmt, lineal - lanzettlich, 
stumpf, an ihrem Ende befranst, schmal knorpelig -berandet, in 
der Jugend kalkig-bekrustet. — Kleine, dichte, dicht beblätterte 
Rasen. Blütenstengel beblättert, bis 8 cm hoch, unterwärts 
drüsenhaarig, eine 2- bis 6 blutige Rispe bildend. Kelchzipfel 
kahl, halb so lang wie die rundlich-umgekehrt- eiförmigen, weissen 



— 101 — 

Kronblätter. Blütezeit Juli, August. %. Auf Kalkalpen Öster- 
reichs. S. squarrosa Sieb er, Sparriger Steinbrech. 

2. Stengel dicht- klebrig-drüsenhaarig; Haare weiss, Drüse purpurfarben. 
Blätter aufrecht oder an der Spitze etwas zurückgekrümint, lineal- 
länglich, stumpf, am Rücken stumpf- gekielt, unterwärts schwach- 
gewimpert, jüngere kalkig-bekrnstet. — Moospolsterartige Rasen, mit 
dicht ziegeldachig-beblätterten und dadurch fast walzenförmig gewor- 
denen Zweigen. Blütenstengel 5 cm hoch, eine 2- bis 6 blumige 
Trngdolde darstellend. Kelchzipfel länglich, spitz; nur ein Drittel so 
lang wie die vielnervigen, weissen Kronblätter. Blütezeit Juni. %. 
Wallis. Südtirol. S. diapensioules Bellardi, Diapensiaartiger Stein- 
brech. 

11. Stamm: Porphyrion. 

A. Kelchzipfel am Rande kahl. Blätter länglich, dreiseitig, von der Mitte 
an zurückgebogen, kielig, an der dreieckig -abgestutzten Spitze drei- bis 
fünfpunktig. — Lockerrasige Pflanze. Stämmchen 5 bis 6 cm lang, dicht 
gegenständig-beblättert, aber ohne Blattrosetten. Zweige 1- bis 4blütig. 
Kronblätter lanzettlich, blaupurpurn. Kapsel länglich - eiförmig. Blüte- 
zeit Juli, August. Auf den höheren Salzburger und Steieraiarker Alpen 
und an der Südseite des Monte Rosa. (S. Wulfeniana Schott.) S. retnsa 
Gouan, Abgestmnpftblätteriger oder CyprevSsen- Steinbrech. 

B. Kelchzipfel gewimpert. 

1. Blütenstengel einblumig. Der freie Teil des Fruchtknotens ist nackt, 
oder er trägt einen sehr schmalen, nektarienartigen Drüsenring. Blätter 
einander genähert. 

a. Kelchzipfel drüsenlos -gewimpert. — Dichtrasige Pflanzen mit oft 
sehr zahlreichen, dicht gegenständig-beblätterten, 5 bis 6 cm langen 
Stämmchen; Blattrosetten fehlen. Blätter klein, länglich -eiförmig 
oder umgekehrt- eiförmig, stumpf, an ihrer Spitze verdickt und ein- 
punktig, auf der Unterseite gekielt, drüsenlos gewimpert. Blumen- 
krone umgekehrt-eiförmig-länglich, fünfnervig, dreimal so lang wie 
die Kelchzipfel, purpurn, später violett. Blütezeit Mai, Juni. %. 
Auf feuchten Felsen höherer Gebirge. S. oppositifolia L., Gegen- 
blätteriger Steinbrech. 

b. Kelchzipfel drüsig -gewimpert. — Der vorigen ganz ähnlich und 
auch als Abart derselben angesehen, doch dichter rasig und mit 
kurzen Blättern. Blütezeit Juli. %. Auf den Hochalpen. 
S. Rudolphiana Hornschuch, Rudolphis (?) Steinbrech. 



— 102 — 

2. Blüten zu 2 bis 5, seltener bis 9. Der freie Teil des Fruchtknotens 
trägt eine ziemlich breite Drüsenscheibe. Blätter etwas entfernt von 
einander. 

a. Kronblätter lanzettlich, dreinervig, um die Hälfte länger als die 
Kelchzipfel. — Lockerrasig. Blätter umgekehrt- eiförmig -spatelig; 
am Ende abgerundet, etwas verdickt und einpunktig. Blüten in 
gedrängter Trugdolde. Kronblätter schmäler, aber etwa um die 
Hälfte länger als die drüsig - gewimperten Kelchzipfel, violett, 
seltener weiss oder rot. Kapsel kugelig. Blütezeit Juli. Stämm- 
chen etwa 5 bis 8 cm lang. Im Geröll der höchsten Alpen am 
Rande der Gletscher und des ewigen Schnees. S. biflora Allioni, 
Zweiblntiger Steinbrech. 

b. Kronblätter breit-elliptisch-fünfnervig, fast doppelt so lang wie die 
Kelchsipfel. — Der vorigen sehr ähnlich und auch als grossblumige 
und in allen Teilen grössere Abart derselben angesehen. Blätter 
rundlich- eiförmig-keilig, flach, abgestutzt. Blumenkrone lila. Blüte- 
zeit Jnli. Stämmchen etwa 5 bis 8 cm lang. 2J.. Neben voriger 
und oft mit ihr verwechselt. (S. biflora var. grandiflora Will- 
komm; S. macropetala Kerner.) S. Kochii Hornung, Kochs 
Steinbrech. 

Gattung 429: Zahlbrucknera Reichenbach, Zahlbrucknera. (X, 2.) 

Zartes Kraut mit kriechendem Wurzelstocke und niederliegendem, aus- 
gebreitet-verzweigtem, zickzackartig -gebogenem, fädlichem Stengel. Blätter 
langgestielt, herz-nierenförmig, drei- bis siebenlappig. Blüten einzeln, lang- 
gestielt, mit schmalen, spitzen, weisslich- grünen Kronblättern und grau- 
blauen Staubbeuteln. Blütezeit Juli, August. Meist auf Glimmerschiefer in 
feuchten Alpenschluchten Kärnthens, Steiermarks und in Südtirol; sehr selten. 
(Saxifraga paradoxa Sternberg; Z. austriaca Maly.) Z. paradoxa Reichen- 
bach, Regelwidrige Zahlbrncknera. 

Gattung 430: Chrysosplenium Tournefort, Milzkraut. (Vlll 2; X 2.) 

Fleischige Kräuter mit dünnem, kriechendem, ausläufertreibendem Wurzel- 
stock und aufsteigenden oder aufrechten, etwas kantigen Stengeln. Blüten 
dicht trugdoldig, mit den oberen Blättern goldgelb überlaufen. Eine Blumen- 
krone fehlt, Blütenhülle halboberständig, vierspaltig, mit 2 grösseren und 
2 kleineren Blättern. Staubblätter meist 8, dem Rande einer fleischigen, 
den freien Teil des Fruchtknotens bedeckenden, nektarienartigen Drüsen- 
scheibe eingefügt. Kapsel vierfächerig, zweischnäbelig, bis zur Mitte in 
2 Klappen aufspringend, welche an ihren Rändern die Samen tragen. Die 
in der Mitte stehenden Blüten sind oft fünfzählig. 







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— 103 — 

1. Blätter abwechselnd. — Pflanze blassgrün, unterwärts kurzhaarig, ober- 
wärts kahl. Blätter langgestielt, rundlich nierenförmig, eingeschnitteu- 
gekerbt. Blütezeit März, April. Höhe 8 bis 15 cm. %■. An Bächen, 
Quellen, in Sumpfwiesen, schattigen und feuchten Laubwäldern; zer- 
streut. Ch. alternifolium L., Wechselblätteriges Milzkraut.*) 

2. Blätter gegenständig. — Pflanze dunkler grün. Blätter kurzgestielt, 
halbkreisrund, am Grunde gestutzt, geschweift-gekerbt. Blütezeit Mai, 
Juni. Höhe 5 bis 10 cm. An feuchten, schattigen Stellen, namentlich 
in Gebirgsgegenden, doch seltener Avie vorige. Ch. oppositifolia L., Gegen- 
blätteriges Milzbraut. 

Gattung 431: Parnassia Tournefort, Herzblatt. (V, 4.) 

Der kurze, ausdauernde Wurzelstock treibt einige grundständige, lang- 
gestielte, herz-eiförmige , ganzrandige Blätter und einige einblütige Blüten- 
stengel. Letztere sind kantig und tragen etwa in ihrer Mitte ein sitzendes, 
mit herzförmigem Grunde stengelumfassendes Blatt. Kelch und Blumenkrone 
fünf blätterig ; letztere weiss mit durchsichtigen Längsstreifen. Vor den Kelch- 
blättern stehen die 5 Staubblätter, vor den Blumenblättern 5 Nebenkron- 
blätter: grünliche Blättchen, welche oben 9 bis 13 borstige, drüsige Wimpern 
tragen. Fruchtblätter 4, mit sitzenden Narben. Kapsel einfächerig (un- 
vollkommen vierfächerig), an der Spitze zwischen den Scheidewänden vier- 
klappig aufspringend. Blütezeit Juli, August. Höhe 15 bis 25 cm. Auf 
feuchten, moorigen Wiesen der Ebene und Gebirge bis in die Alpen. 
P. palustris L., Sumpf- Herzblatt.**) 

Eine Abart mit dreimal kleinerer Blüte ist P. alpina Drude, Alpen- 
Herzblatt. 

Gattung 432: Philadelphus L., Pfeifenstrauch. (XII, 1.) 

Seiner stark duftenden Blüten halber vielfach angepflanzter und unter 
dem allerdings irrigen Namen Jasmin sehr bekannter Strauch. Blätter 
gegenständig, elliptisch, zugespitzt, gesägt- gezähnelt, oberseits kahl, unter- 
seits auf den Nerven meist rauh. Blüten in Rispen. Kelchsaum 4- bis 

*) Tafel 352. Chrysospleniuni alternifolium L. A blühende Pflanze. 
1 Blatt mit Blütenknospe; 2 Blüte; 3 desgl. im Längsschnitte; 4 Blütenhüll- 
zipfel und Staubblatt; 5 und 6 Staubblatt von der Seite und von oben; 
7 Blütenhülle und Kapsel; 8 sich öffnende Kapsel von oben; 9 Same; 10 desgl. 
im Längsschnitte. 1 bis 10 vergrössert. 

**) Tafel 353. Parnassia palustris L. A blühende Pflanze. 1 Blüten- 
längsschnitt; 2 Blumenblatt; 3 Nektarium; 4 Staubblätter; 5 Fruchtknoten; 
6 Fruchtknotenquerschnitt; 7 aufgesprungene Frucht; 8 Same; 9 Keimling; 
10 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 10 vergrössert. 






— 104 — 

5 teilig. Blumenkrone 4- bis 5 blätterig, weiss. Staubblätter 16 und mehr. 
Griffel tief vierspaltig. — Frucht eine drei- bis vierfächerige, scheidewand- 
spaltende Kapsel. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 1 bis 2 1 ., Meter. Mehrfach 
verwildert und in Südtirol und Steiermark vielleicht einheimisch P. coro- 
narins L., Pfeifenstrauch, Jasmin. 

Gattung 433: Ribes L., Stachel- und Johannisbeere. (V, 1.) 

Sträucher mit wechselständigen, mitunter zu Büscheln zusammen- 
gedrängten Blättern. Blüten meist zwitterig, seltener durch Fehlschlagen 
eingeschlechtlich. Kelch oft über den völlig unterständigen Fruchtknoten 
hinaus rohrartig verlängert, mit meist gefärbtem, 5-, seltener 4 teiligem 
stehenbleibendem Saume. Krön- und Staubblätter in gleicher Zahl wie die 
Kelchzipfel. Beere einfächerig, fleischig und saftig. Samen mit aussen 
saftiger Schale in grossem Eiweiss einen kleinen Keimling einschliessend. 
A. Stacheliger Strauch. Blüten einzeln oder zu 2 bis 3 eine kleine Traube 
bildend. — Blätter an kurzen, von einem ungeteilten oder dreiteiligen 
Stachel gestützten Ästchen; rundlich, drei- bis fünf lappig, mit einge- 
geschnitten-gekerbten Lappen; unterseits nebst den Stielen weichhaarig. 
Kelchröhre glockig; Kelchzipfel zurückgeschlagen. Blumenblätter um- 
gekehrt-eiförmig; Blüten grünlich, grünlich-gelb oder schmutzig-purpurn. 
Blütezeit April, Mai. Höhe bis 1 1 ,, Meter. R. Grossularia L. (erweitert), 
Stachelbeere. 

In dieser, namentlich bezüglich der Früchte ausserordentlich ab- 
ändernden Art wurden die folgenden Linneschen, jetzt als Abarten an- 
gesehenen Arten zusammengeiasst. 

1. R. Uva crispa L., Krausebeere, Fruchtknoten mit kurzen, drüsenlosen 
Haaren. Frucht kahl. Frucht in der Wildnis erbsengross, bei Kultur- 
pflanzen bis 4 cm lang. Auf Felsen bis in die Alpen, in Gebüschen, 
Wäldern, auf Mauern u. s. w.; nicht selten, aber vielleicht nirgends 
wirklich wild. 

2. R. Grossularia L., Stachelbeere. Fruchtknoten und Beere drüsen- 
borstig. Nur in Gärten.*) 

3. R. reclinatuin L., Rote Stachelbeere. Zweige zurückgekrümmt. Frucht- 
knoten zottig und drüsenhaarig. Nur in Gärten. 



*) Tafel 354. Ribes Grossularia L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 desgl. 
von oben; 3 desgl. im Längsschnitte; 4 Staubblätter von verschiedenen Seiten 
und im Querschnitte; 5 Griffel; 6 Beere; 7 desgl. im Querschnitte; 8 Same; 
9 Same mit der saftigen, äusseren Schalenschicht im Längsschnitte. 1 bis 9 
vergrössert. 




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— 105 — 

B. Wehrlose Sträucher. Blütentrauben, wenigstens die männlichen, viel- 
blütig. Johannisbeeren. 

1. Trauben aufrecht, drüsig -behaart. Blüten unvollständig zweihäusig. 
Blütendeckblätter lanzettlich, länger als die Blütenstiele. — Blätter 
unterseits glänzend, spitz-dreilappig. Kelchröhre flach, schalenförmig, 
kahl. Kronblätter gelblich -grün. Beeren rot. Blütezeit Mai, Juni. 
Höhe bis 2 1 ,, Meter. Auf Felsen und in Wäldern; zerstreut. 
R. alpinum L., Alpen -Johannisbeere. 

2. Trauben wenigstens nach dem Verblühen überhängend. Blüten zwitterig. 
Blütendeckblätter eiförmig, meist kürzer als die Blütenstiele. 

a. Blätter auf der Unterseite gelb-drüsig-punktiert, Früchte schwarz, 
wie die Blätter eigentümlich (wanzenartig) riechend. — - Blätter tief 
drei- bis fünf lappig, am Grunde mehr oder weniger herzförmig, 
grob -kerbig -gezähnt, fast kahl. Blütenstiele und Trauben weich- 
haarig. Blütendeckblätter pfriemlich. Kelchröhre glockenförmig, 
drüsig -punktiert, wie ihre länglichen Zipfel weichhaarig. Frucht 
drüsig-punktiert. Blüte grünlich, innen rötlich. Höhe bis 1 V 2 Meter. 
In feuchten Wäldern, an Bächen, in Sümpfen. Mitunter angebaut. 
R. nigrum L., Schwarze Johannisbeere, Aal- oder Ahlbeere, Gicht- 
beere. 

b. Blätter drüsenlos. Früchte rot, in Gärten auch gelb und gelblich- 
weiss. 

a. Kelchröhre flach, beckenfÖrmig. Kelchzipfel ungewimpert. — 
Blätter rundlich, am Grunde herzförmig, drei- bis fünf lappig, 
eingeschnitten-kerbig-gezähnt, unterseits nebst den Blütcnstieien 
weichhaarig. Kelchzipfel und Trauben fast oder ganz kahl. 
Blütendeckblätter eiförmig. Kronblätter gelblich -grün. Blüte- 
zeit April, Mai. Höhe bis l 1 /^ Meter. In feuchten Wäldern 
und Hecken; zerstreut. Häufig angebaut. R. rubrum L., Rote 
und Weisse Johannistraube. 

ß. Kelchröhre vertieft, glockig. Kelchzipfel gewimpert. — Der 
vorigen ähnlich, doch die Blätter fünflappig, mit spitzen Blatt- 
abschnitten. Blüten grün, dicht rot-punktiert. Blütezeit April, 
Mai. Höhe bis 1 l j 2 Meter. Beere rot. An feuchten Gebirgs- 
abhängen; selten. R. petraeum Wulfen, Felsen - Johannis- 
beere. 

In Gärten werden mehrere aus Nordamerika stammende Arten 
der Blüten oder der schön roten Herbstfärbung der Blätter halber 
kultiviert, namentlich R. aureum Pursh, Gold- Johannisbeere mit 

Thom«, FloTa. III. 14 



— 106 — 

goldgelben Blüten und schwarzen, länglichen Beeren und 
R. sanguineuni Pursh, Blut- Johannisbeere mit blut- oder 
purpurroten Blüten und blau -schwarzen, weiss- bereiften Beeren. 

4. Ordnung": Opuntinae. 

Stengel fleischig, blattlos. Kelch und Blumenkrone gehen ineinander über. 

101. Familie: Cactaceae, Kaktnsgewächse. 

Diese grosse, fast ausschliesslich dem wärmeren Amerika angehörende 
Familie ist im Gebiete ursprünglich nicht vertreten. Angepflanzt und ver- 
wildert findet sich: 

Gattung 434: Opuntia Tournefort, Opuntie. 

Hierher nur 0. vulgaris Miller, Feigenkaktus. Der 1 Meter und länger 
werdende, sehr ästige Stamm und dessen ausgebreitete Aste liegen nieder 
und bestehen aus flachen, dick-fleischigen, bis handgrossen Gliedern, welche 
mit kurzen, feinen, in vielzähligen Büscheln zusammensitzenden Dornen 
besetzt sind. Die Blüten finden sich am oberen Teil der obersten Glieder; 
sie sind zwitterig, regelmässig, besitzen zahlreiche, ineinander übergehende 
Kelch- und Blumenkronblätter, zahlreiche freie Staubblätter, einen unter- 
ständigen Fruchtknoten und einen an seinem Grunde eingeschnürten Griffel 
mit vielstrahliger Narbe. Die Frucht ist eine auf dem Scheitel genabelte, 
essbare Beere. Die fast eiweisslosen Samen enthalten einen gekrümmten 
Keimling. Blumenkrone schwefelgelb. Blütezeit Juni. 2J.. Auf sonnigen 
Felsen in der Südschweiz und Südtirol eingebürgert.*) 












5. Ordnung: Urnbelliflorae. 

Kelch und Blumenkrone sind verschieden gestaltet und gehen nicht in- 
einander über. Zwischen den Staubblättern und dem Stempel oder als 
polsterartige Verdickung am Grunde der Griffel findet sich ein Diskus. 

Hierher 3 Familien: 

A. Blüte fünfgliederig. Blätter wechselständig. 

1. Frucht eine Doppelschliessfrucht. 102. Familie: Umbelliferae, Dolden- 
träger. 

2. Frucht eine Beere. 103. Familie: Araliaeeae, Aralienge wachse. 

B. Blüte viergliederig. Blätter gegenständig. 104. Familie : Cornaceae, 
Kornellengewächse. 



*) Tafel 355. Opuntia vulgaris Miller. A zwei Glieder einer blühen- 
den Pflanze. 1 Blütenlängsschnitt; 2 Staubblätter; 3 Griffel mit Narbe: 4 Narbe 
von oben gesellen : 5 Frucht; 6 Samen; 7 desgl. im Längsschnitte. 2 bis 4, 



6 und 7 vergrössert. 



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JfJ^^K^i^^^^lf^^'^c^ty fti$tnkaktus. 



— 107 — 

102. Familie: Umbelliferae, Doldenträger. 

Kräuter mit rundem, gefurchtem, knotigem, vielfach hohlem Stengel 
und mit meist mehrfach -fiederschnittigen oder fiederteiligen , seltener unge- 
geteilten oder handförmig- gelappten, fast immer wechselständigen Blättern. 
Der Blattstiel ist an seinem Grunde scheidenartig, und oft sind die oberen 
Blätter nahezu gänzlich durch diese Scheide vertreten. Nebenblätter fehlen 
fast immer. Die Blüten stehen in Dolden; diese sind unentwickelt, mit 
büschelig, kopfformig, selbst quirlig angeordneten Blüten, oder aber unvoll- 
kommen zusammengesetzt; meist sind sie zweifach-zusammengesetzt; in diesem 
Falle nennt man den ganzen Blütenstand Dolde und die an seinem Grunde 
stehenden Deckblätter Hülle; die einzelnen, eine solche Dolde zusammen- 
setzenden kleineren Dolden heissen Döldchen und die an deren Grunde 
stehenden Deckblätter Hüllchen. Hülle oder Hüllchen oder aber beide 
fehlen oft; auch haben die Hüllchen in der Regel weniger Blättchen als 
Blüten in ihrer Mitte entspringen, da meist nur die äusseren Blüten der 
Döldchen ein Deckblatt besitzen. Die Blüten einer Dolde sind sehr häufig 
einander ungleich; oft ist die äussere Seite der am Rande der Dolde stehen- 
den Blütchen stärker entwickelt als die innere, so dass diese Blütchen nicht 
wie die inneren, ganz oder fast regelmässig, sondern seitlich symmetrisch er- 
scheinen; dann heisst die Dolde strahlend. Bei manchen Arten ist die die 
Mitte der Dolde einnehmende Blüte eigentümlich gestaltet: sie hat einen 
kurzen und dicken Stiel, ist anders gefärbt, selbst anders gebaut wie die 
übrigen Blüten. Die Blüten sind durchweg klein und weiss oder rötlich- 
weiss, selten gelb. Kelch, Blumenkrone und Staubblätter sind fünfzählig; 
der Fruchtknoten ist zweiteilig und unterständig. Der Kelch ist meist durch 
kleine Zähne, oft kaum, selten durch krautige Blätter vertreten (man sagt 
auch wohl seine Röhre sei dem Fruchtknoten angewachsen). Die Kron- 
blätter sind ungeteilt ausgerandet oder zweilappig, oder haben eine einwärts- 
gebogene Spitze, so dass sie dadurch ausgerandet oder herzförmig, selbst 
zweilappig aussehen. Die Staubblätter wechseln mit den Kronblättern ab; 
ihre Beutel öffnen sich nach ihnen durch eine Längsspalte. Der aus 
2 Blättern gebildete Fruchtknoten ist zweifächerig; jedes Fach enthält eine 
aus der Spitze herabhängende, umgewendete, gerade Samenknospe. Griffel 
sind 2 vorhanden; sie haben kopfige Narben; an ihrem Grunde ist jeder 
derselben zu einem fleischigen Polster, Griffelpolster (Griffelfuss, Stempel- 
polster, Diskus, Drüsenscheibe), verdickt; selten haben beide Griffel ein 
gemeinsames Polster. Anfänglich gerade und aufrecht, spreizen sich die 
Griffel nicht selten später auseinander oder biegen sich um. Die Blüten 
sind meist zwitterig (V, 2), doch auch nicht selten durch Fehlschlagen ein- 
geschlechtlich; im letzteren Falle finden sich die männlichen Blüten oft im 



— 108 — 

Rande der Dolden oder in den seitlichen, jüngeren Dolden, während die 
weiblichen nnd zwitterigen Blüten in der Mitte der Dolden oder in den 
endständigen Dolden zu suchen sind; sehr selten sind die Blüten zweihäusig. 
Die Frucht ist eine Doppelschalfrucht; sie ist oft von dem stehenbleiben- 
den Kelche und den Griffeln gekrönt, selten über ihren Fruchtfächern in 
einen Schnabel verlängert. Bei der Reife trennen sich die beiden Frucht- 
hälften, deren jede einem Fruchtblatte entspricht, in ihrer Verwachsungs- 
fläche von unten nach oben in 2 einsamige Teilfrüchte oder Frücht- 
chen. Die Teilfrüchte hängen meist an der Spitze eines zwischen ihnen 
befindlichen, fadenförmigen Fruchtträgers; dieser ist entweder einfach 
(Apium), oder an seiner Spitze mehr oder weniger, oder bis zu seinem 
Grunde (Petroselinum) geteilt; zuweilen fehlt er, dann spaltet sich die Frucht 
von oben nach unten (Sanicula). Die Verwachsungsfläche der Teilfrüchtchen 
kann die ganze Breite der Früchtchen einnehmen (Peucedanum) oder auf 
einen mehr oder minder kleinen Teil dieser Seite, der Fugenseite, be- 
schränkt sein (Heracleum). Jedes Teilfrüchtchen besitzt 5 (zuweilen un- 
deutliche), je ein Gefässbündel in sich führende Hauptrippen oder Riefen; 

3 derselben, die Rückenrippen, stehen auf der Aussenseite, dem Rücken, 
des Früchtchens; die mittlere derselben heisst auch wohl Kiel, die seitlichen 
Mittelrippen; zu beiden Seiten derselben findet sich je eine Rand-, 
Seiten- oder Nahtrippe; letztere stehen oft am Rande der Fugenseite, 
sie sind randend, ja bei geflügelten, linsenförmigen Früchten finden sie 
sich nicht selten auf dem Flügelrande. Die vier Räume zwischen den 
Hauptrippen heissen Thälchen; in ihnen finden sich häufig Nebenrippen 
vor. Diese sind oft stärker als die Hauptrippen, enthalten jedoch kein 
Gefässbündel; auch ist ohne Zuhülfenahme dieses Merkmals, selbst wenn 
Rippen auf die Fugenseite rücken, die Unterscheidung nur selten schwierig, 
da jedes Teilfrüchtchen 5 Hauptrippen und, wenn überhaupt, doch nur 

4 Nebenrippen hat, und die mittelste Rippe stets eine Hauptrippe, der Kiel, 
ist. Namentlich unter den Thälchen, aber auch auf der Fugenseite finden 
sich meist einfache, der Länge nach verlaufende, ein ätherisches Ol 
führende Gänge, Olstriemen oder Striemen; je nach ihrer Lage werden 
sieinRücken- und Fugenstriemen unterschieden. Der Same enthält in der 
Spitze der Achse des grossen, knorpeligen Eiweisses einen meist kleinen Keim. 

Die Doldenträger bilden eine wohlbegrenzte Familie; dennoch ist ihre 
Gruppierung noch keineswegs abgeschlossen; speziell dürfte die ältere Ein- 
eilung nach der Gestaltung des Eiweisses (Orthospermae : Eiweiss auf der 
Fugenseite flach oder gewölbt; Canipylospermae: Eiweiss auf der Fugen- 
seite von einer tiefen Längsfurche durchzogen; Coelospermae; Eiweiss auf 
der Fugenseite uhrglasartig ausgehöhlt) als Hauptmerkmal der Einteilung 
zu verlassen sein. 



— 109 — 

Die einheimischen Arten gehören 13 verschiedenen Unterfamilien an: 

Dolde einfach und armblütig oder unentwickelt, mit büschelig, kopfförmig, 
selbst quirlig angeordneten Blüten, oder aber unvollkommen zusammen- 
gesetzt. Thälchen der Frucht ohne Ölgänge. Früchtchen ohne Frucht- 
träger. 1. Stamm: Heterosciadiae, Unvollkommen -doldige. 

1. Frucht stark von der Seite zusammengedrückt, mit schmaler Fugen- 
fläche. Blumenblätter mit gerader oder kaum umgebogener Spitze. 
Einheimische mit schildförmigen Blättern. 1. Unterfamilie: Hydroco- 
tyleae, Wassernabelgewächse. 

2. Frucht fast stielrund. Blumenblätter mit langer, einwärtsgebogener 
Spitze. 2. Unterfamilie: Saniculeae, Sanikelge wachse. 

Dolde vollkommen zusammengesetzt. 

I. Früchtchen nur mit 5 Hauptrippen, ohne Nebenrippen. Thälchen mit 

Ölgängen. 2. Stamm: Haplozygiae, Einfachrippige. 

A. Eiweiss auf der Fugenseite flach oder gewölbt, nicht von einer 
Längsfurche durchzogen. (Orthosperinae.) 

1. Frucht ganz oder nahezu stielrund (im Querschnitte ganz oder 
fast kreisrund). Rippen fädlich oder geflügelt, oder die Rand- 
rippen etwas breiter. 3. Unterfamilie: Seselineae, Seselgewächse. 

2. Frucht zusammengedrückt. (Frucht auf dem Querschnitte nicht 
ganz oder fast kreisrund.) 

a. Frucht von der Seite, d. h. in der Weise zusammengedrückt, 
dass der Durchmesser der Fugenseite der kleinste ist; oft auch 
an der Fngenseite eingeschnürt und daher zweiknotig. Rippen 
ungeflügelt, einander gleich. 4. Unterfamilie: Ammieae 
(Ammineae), Ammigewächse. 

b. Frucht vom Rücken her, d. h. in der Weise zusammengedrückt, 
dass der Durchmesser der Fugenseite der grösste ist. 

a. Früchtchen nur in der Mittellinie verwachsen. Die Seiten- 
rippen sind flügelartig verbreitert und stehen an ihrem 
äusseren Rande voneinander ab; die Frucht ist daher innen 
niemals hohl. 5. Unterfamilie : Angeliceae, Brust würz - 
gewächse. 

ß. Früchtchen oft in ihrer ganzen Breite, oft auch nur mit 
einem Teile der Fugenseite miteinander verwachsen; an 
ihrem Rande mit Flügeln, die an ihrer Aussenseite an- 
einander schliessen, so dass die Frucht innen oft zum Teil 
hohl ist. Die Seitenrippen gehen in die Flügel über, oder 
liegen auf diesen. 6. Unterfamilie: Peucedaneae, Haar- 
stranggewächse. 



— 110 — 

B. Das Eiweiss eines jeden Früchtchens ist auf seiner Fugenseite von 
einer tiefen Längsfurche durchzogen, da seine Ränder einwärts- 
gebogen oder eingerollt sind. (Campylospermae.) Rippen oft sehr 
undeutlich. 

1. Frucht langgestreckt, oft geschnäbelt. 7. Unterfamilie: Scandiceae, 
Nadelkerbelgewächse. 

2. Frucht fast kugelig, seltener eiförmig, nicht geschnäbelt. 8. Unter- 
familie: Smymeae, Sin yrnmmge wachse. 

II. Früchtchen mit 5 Haupt- und mit 4 Nebenrippen. 3. Stamm: 
Diplozygiae, Doppelrippige. 

A. Eiweiss auf der Fugenseite flach oder nach aussen gewölbt. 
(Orthospermae.) 

1. Die seitlichen Hauptrippen sind nach innen, auf die Fugenseite, 
gerückt. 

a. Alle oder doch wenigstens die äusseren Nebenrippen sind 
geflügelt. 9. Unterfamilie: Thapsieae, Thapsiagewächse. 

ß. Die Nebenrippen sind mit freien oder an ihrem Grunde 
flügelartig- verbundenen Stacheln besetzt. 10. Unterfamilie: 
Daucineae, Möhrengewächse. 

2. Die seitlichen Hauptrippen bilden einen einfachen Rand. Frucht 

linsenförmig. 11. Unterfamilie: Silerineae, Rosskümmel- 



gewächse. 



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B. Eiweiss auf der Fugenseite von einer tiefen Längsfurche durch- 
zogen (Campylospermae) oder uhrglasartig ausgehöhlt (Coelospermae). 

1. Hauptiippen mit Borsten oder Stacheln besetzt; Nebenrippen 
oder die Thälchen mit meist mehrreihig angeordneten Stacheln 
besetzt. 12. Unterfamilie: Caucalineae, Haftdoldeiigewächse. 

2. Hauptrippen flach oder eingesenkt; Nebenrippen schwach vor- 
ragend: alle weder borstig noch stachelig. Frucht innen hohl 

13. Unterfamilie: Coriandreae, Koriandergewächse. 



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1. Unterfamilie: Hydrocotyleae, Wassernabelgewächse. 
Gattung 485: Hydrocotyle Tournefort, Wassernabel. 

Kahle Sumpfpflanze mit kriechendem, schlaffem oder flutendem Stengel, 
der an seinen Knoten Wurzeln, Blätter und Blüten entwickelt. Blätter 
schildförmig, kreisrund, gekerbt oder etwas gelappt. Blüten zu wenigen in 
einem köpfchen- oder einem einfach-traubenartigen Blütenstande; sehr klein; 




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— 111 — 

weiss oder rötlich. Blütezeit Mai bis Juli. %. In Tori- und Moorsümpfen; 
zerstreut; im südlichen Teile des Gebietes seltener. H. vulgaris L., Gemeiner 
Wassernabel.*) 

2. Unterfamilie: Saniculeae, Sanikelgewächse. 

1. Frucht rippenlos. 

a. Frucht mit weichen, hakigen Stacheln dicht besetzt. Hüllblätter 
wenig ansehnlich. Gattung 436: Sanicula Tournefort, Sanikel. 

b. Frucht mit Schuppen oder Höckern besetzt. Hüllblätter gross, 
stechend. Pflanze distelartig, wenigstens die Stengelblätter sind 
dornig-gezähnt. Gattung 437: Eryngium Tournefort, Männertreu. 

2. Frucht mit 5 Rippen. Hüllen grossblätterig. 

a. Rippen faltig, wie mit einer Reihe von Schuppen besetzt. Gattung 438 : 
Astrantia Tournefort, Sterndolde. 

b. Rippen fädlich. Gattung 439: Hacquetia Neck er, Hacquetia. 

Gattung 436: Sanicula Tournefort, Sanikel. 

Wurzelstock ausdauernd. Grundständige Blätter lang- gestielt, tief-band- 
förmig, fünf lappig, eingeschnitten-gesägt ; Sägezähne feinzugespitzt und oft 
am Rande gewimpert; sonst ist die Pflanze meist kahl. Blütenstengel 25 
bis 50 cm hoch, blattlos oder mit 1 bis 2 sitzenden, dreiteiligen Blättchen. 
Blüten in kleinen Köpfchen zu einer gipfelständigen Dolde vereinigt. 
Blüten zwitterig oder männlich, klein, rötlich-weiss. Blütezeit Mai, Juni. 
Früchtchen mit hakenförmigen Borsten. In schattigen Bergwäldern zer- 
streut. S. europaea L., Europäischer Sanikel.**) 

Gattung 437: Eryngium Tournefort, Männertreu. 

Distelartige, harte und steife Kräuter mit dornigen, stechenden Blättern 
und Hüllblättern. Blüten in dichte Ähren oder Köpfchen zusammengedrängt, 
fast nur zwitterig; jede von einem oft schupp enförmigen Deckblättchen ge- 
stützt. Die Kronblätter haben eine lange, einwärts-gekrürnmte Spitze. Die 
Frucht ist eirundlich, schuppig oder höckerig, vielstriemig oder rippenlos. 

*) Tafel 356. Ilydrocotyle vulgaris L. A blühende Pflanze. 1 Bl iten- 
stand; 2 einzelne Blüte; 3 Frucht; 4 Querschnitt durch dieselbe. 1 bis 4 ver- 
größert. 

) Tafel 357. Sanicula europaea L. A blühende Pflanze. 1 Zwitter- 
blüte; 2 männliche Blüte; in beiden haben sich einzelne Staub- und die Kron- 
blätter noch nicht gestreckt; 3 völlig geöffnete Blüte; 4 und 5 Kronblätter von 
der Seite uud von vorne; 6 Frucht, in ihren beiden Teilfrüchtchen aufge- 
sprungen; 7 Fruchtknotenquerschnitt 1 bis 7vergrössert. 



— 112 — 

A. Alle Grundblätter ungeteilt. 

1. Hüllblätter der Köpfchen fast dreilappig, dornig- gezähnt, im Umrisse 
eiförmig. — Wurzelstock lang-kriechend. Grundblätter gestielt, herz- 
eiförmig; Stengelblätter dreispaltig; alle ausgeschweift und dornig- 
gezahnt. Blumenkrone amethystblau oder weisslich. Blütezeit Juni, 
August. Höhe 15 bis 50 cm. 21. Pflanze weiss -meergrün; junge 
Stengel und Zähne der jüngeren Blätter amethystfarben- angelaufen. 
Am Strande der Nordsee, Ostsee und des Adriatischen Meeres. 
E. maritinum L., Meerstrands-Männertreu. *) 

2. Hüllblätter der Köpfchen im Umriss lanzettlich oder lineal-lanzettlich. 

a. Hüllblätter lanzettlich, vielspaltig - fiederteilig . dornig - gesägt. — 
Grundblätter herzförmig, eingeschnitten-gesägt; Stengelblätter drei- 
lappig, alle starr und stechend. Köpfchen länglich, wie auch das 
Kraut amethystblau - überlaufen. Blumenkrone weiss. Blütezeit 
Juli, August. 2[. Höhe 30 bis 60 cm. Auf Triften der Alpen. 
E. alpinnm L., Alpen -Männertreu. 

ß. Hülibhitter lineal-lanzettlich, entfernt - dornig - gezähnt. — Grund- 
blätter gestielt, stumpf-ei-herzförmig; Stengelblätter sitzend, untere 
nicht geteilt, obere fünfteilig. Blüten amethystfarben. Blütezeit 
Juli, August. Höhe 15 bis 50 cm. 4. Ganze Pflanze weisslich- 
grau, häufig oberwärts amethystfarben-angelaufen. An trockenen, 
sandigen Orten in der östlichen Hälfte des Gebietes. E. planum L., 
Flachblätteriger Männertreu. 

B. Grundblätter, wenigstens die späteren, inneren, doppelt- oder dreifach- 
fiederspaltig. 

1. Hüllblätter der Köpfchen lanzettlich-lineal, ganzrandig, selten dornig- 
gezähnt, das Köpfchen überragend. — Erste, äusserste Grundblätter 
länglich - ungeteilt. Stengelblätter stengelumfassend , drei- bis fünf- 
spaltig. Blumenkrone weiss oder graugrün. Blütezeit Juli , August. 
Höhe 15 bis 50 cm. 4. Pflanze weisslich - grau. An trockenen, 
namentlich sandigen Orten; im nordöstlichen Teile des Gebietes selten. 
E. campestre L., Feld-Männertreu. 

2. Neben aufrechten, lanzettlich -linealen, das Köpfchen überragenden 
Hüllblättern finden sich am Grande des Köpfchens kleine, pfriemliche, 



*) Tafel 358. Eryngium maritimum L. A Teil der blühenden Pflanze. 
1 Fruchtköpfchen nach Entfernung der Frucht halbiert, um die Deckblättchen 
zu zeigen; 2 zwitterige, 3 weibliche Blüte. 4 und 5 Teilfrüchtchen von ver- 
schiedenen Seiten gesehen (beide müssten bräunlich gefärbt sein). 6 Querschnitt 
durch ein Teilfrüchtchen. 1 bis 6 vergrössert. 



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— 113 — 

dornig-gezähnte, zurückgeschlagene Hüllblättchen vor. — Der vorigen 
sehr ähnlich, doch Blüten, Hüllblätter und die Stengel unter den 
Knoten amethystfarben überlaufen. Blütezeit' August. Höhe 20 bis 
bis 50 cm. %. Auf trockenen Plätzen in Südtirol und Krain. 
E. amethystinum L., Amethystfarbene Männertreue. 

Gattung 433: Astrantia Toumefort, Sterndolde. (Strenze, Astränze.) 

Wurzelstock ausdauernd. Blätter meist grundständig. Dolden kopf- 
förmig-zusammengezogen. Blüten vielehig. Fracht mit 5, schuppigen Rippen. 

A. Grundständige Blätter in 3 bis zum Grunde freie Abschnitte geteilt; seit- 
liche Abschnitte mehr oder weniger tief zweispaltig. 

1. Hüllblätter der Döldchen etwas länger als die Blumen. — Grundblätter 
langgestielt; Stengelblätter 1 bis 2, kürzer gestielt. Döldchen zu einer 
unregelmässigen Trugdolde vereinigt. Hüllblätter der Döldchen lanzett- 
lich oder zugespitzt, weiss oder rötlich. Blumen klein, weiss, grünlich 
oder rötlich, meist eingeschlechtlich. Blütezeit Juli, August. Höhe 
30 bis 60 cm. %. Auf Wald wiesen und im Gebüsch; im südlichen 
Teile des Gebietes häufig, im nördlichen zerstreut. A. major L., 
Grosse Sterndolde.*) 

Bei der Abart involucrata Koch sind die Hüllblätter \\ bis 
2 mal so lang wie die Blüten. 

2. Hüllblätter der Döldchen viel kürzer als die Blumen. — Der vorigen 
sehr ähnlich, doch kleiner; auch als Abart derselben angesehen. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe 20 bis 30 cm. %. A. earniolica Wulfen, 
Krainer Sterndolde. 

B. Grundständige Blätter in 5 oder 7 bis 9 bis zum Grunde freie Abschnitte 
geteilt. 

a. Blätter 7- bis 9 teilig, mit lanzettlichen, spitzen, eingeschnitten- und 
stachelspitzig -gezähnten Abschnitten. Blätter unterseits weiss -grün. 
Döldchen klein; deren Hüllblätter etwas grösser als die weissen 
Blumen. Blütezeit Juli, August. Höhe 15 bis 30 cm. 2J.. Auf 
Grasplätzen der Alpen und Voralpen. A. minor L., Kleine Stern- 
dolde. 

b. Blätter 5 teilig. 

1. Hüllblätter der Döldchen so lang wie die Blumen. Beide weiss- 
lich, erstere mit rötlichen Spitzen. Im übrigen der vorigen sehr 



) Tafel 359. Astrantia maior L. A blühende Pflanze. 1 männliche, 
2 weibliche Blüte; 3 Querschnitt durch ein Teilfrüchtchen. 1 bis 3 vergrössert. 

Thom«, Flora. III. 15 



— 114 — 

ähnlich und auch als deren Abart angesehen. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 15 bis 20 cm. Osterreichische Alpen. %-. A. gracilis 
Bartling, Zierliche Sterndolde. 

2. Hüllblätter etwa l 1 ^ mal so lang wie die Blumen. Beide weiss. 
Der Grossen Sterndolde ziemlich ähnlich und als deren Abart an- 
gesehen, doch zarter und kleiner. Blütezeit Juli, August. Höhe 
20 bis 30 cm. 2J.. Auf waldigen Gebirgen Südbayerns. A. ba- 
varica F. Schultz, Bayerische Sterndolde. 

Gattung 439: Hacquetia Necker, Hacquetia. 

Kahles Kraut mit blattlosem, eine einfache Dolde tragendem Stengel. 
Grundblätter langgestielt, dreischnittig, mit zwei- bis vielspaltigen oder 
-teiligen, scharf-doppelt-gesägten Abschnitten. Hüllblätter der Dolde 5 bis 6, 
umgekehrt- eiförmig, an ihrer Spitze grob-gesägt, grünlich-gelb, etwa dreimal 
so lang wie die kleinen, oft eingeschlechtlichen Blüten. Kronblätter umge- 
kehrt-herzförmig, gelb-grün. Blütezeit April, Mai. Höhe 10 bis 15 cm. 2j.. 
Schattige Laubwälder im südöstlichen Teile des Gebietes. (Astrantia Epi- 
pactis L. fil; Dondia Epipactis Sprengel.) H. Epipactis De Candolle, 
Gelbgrüne Hacqnetia. 

3. Unterfamilie: Seselineae, Seselgewächse. 

A. Kelchsaum fünfzähnig. 

I. Thälchen striemenlos. Gattung 440: Pachypleurum Ledebour, Dick- 
rippe. 

IL Thälchen ein- oder mehrstriemig. 

a. Thälchen einstriemig. 

1. Fruchtträger zweiteilig, den Teilfrüchtchen angewachsen. Griffel 
stets aufrecht. Gattung 441: Oenanthe L., Rebendolde. 

2, Fruchtträger zweiteilig, frei. Griffel später zurückgebogen. 

a. Kelchzähne dreieckig, bleibend. Gattung 442: Seseli L., 
Sesel (meist ausgenommen S. Gouani, siehe B.) 

ß. Kelchzähne pfriemenförmig, abfallend. Gattung 443: Libanotis 
Crantz, fleilwnrz. 

b. Thälchen mehrstriemig. 

1. Griffel stets aufrecht. Gattung 444: Athamanta L., Angenwnrz. 

2. Griffel später zurückgebogen. 

a. Kronblätter sitzend, umgekehrt - herzförmig, mit kurzem, ein- 
wärtsgebogenem Spitzchen. 



— 115 — 

a. Thälchen 2- bis 3 striemig. Seseli Gouani Koch (siehe 
vorhin). 

b. Thälchen vielstriemig. Gattung 445: Ligusticum L., Blasen- 
sainen (Liebesstöckel). 

ß. Kronblätter langgenagelt, spatelig, umgekehrt - herzförmig. 
Thälchen 4- bis 5 striemig. Gattung 446: Trochiscanthes 
Koch, Rädchenblüte. 

B. Kelchsaum undeutlich, nicht gezähnt. 

A. Thälchen striemenlos, statt der Striemen enthält die mittlere Frucht- 
schicht eine Reihe von ölführender Zellen (zusammenfliessende 
Striemen?) Gattung 447: Silaus Besser, Silau. 

B. Thälchen ein- oder mehrstriemig. 
I. Thälchen mehrstriemig. 

a. Fruchtträger zweiteilig. 

a. Rippen scharf-gekielt. Gattung 448: Aethusa L., Gleisse. 
ß. Rippen stumpf- oder gar nicht gekielt. 

1. Blumenkrone gelb. Gattung 449: Foeniculnm Adanson, 
Fenchel. 

2. Blumenkrone weiss oder rötlich. Gattung 442 : Seseli L., 
Sesel (siehe unter A). 

b. Ein Fruchtträger ist nicht vorhanden. 

a. Rippen schwach -geflügelt; innen aufgeblasen -hohl. Frucht 
länglich -eiförmig. Gattung 450: Cenolophium Koch, flolil- 
rippe. 

ß. Rippen nicht geflügelt, nicht aufgeblasen-hohl. Frucht rund- 
lich-eiförmig. Gattung 451: Cnidium Cusson, Brennsaat. 

II. Thälchen mehrstriemig, 

a. Same an die Wand des Fruchtgehäuses angewachsen. 

a. Rippen scharf-gekielt, alle einander gleich hoch. Gattung 452: 
Meum Tournefort, Bär würz. 

ß. Rippen geflügelt, die randständigen noch einmal so breit wie 
die rückenständigen. Gattung 453: Conioselinum Fischer, 
Schierlingssilje. 

b. Samen frei in dem Fruchtgehäuse liegend. Rippen scharf- 
geflügelt. Gattung 454: Crithmum L., Bazille. 



— 116 — 

Gattung 440: Pachypleurum Ledebour, Dickrippe. 

Wurzelstock ausdauernd, mehrköpfig. Grundblätter stengelumfassend, 
dreifach- fied erschnittig mit länglich -linealen Abschnitten. Stengel 30 bis 
120 cm hoch, nicht verzweigt, blattlos oder mit 1 bis 2 kleinen Blättern. 
Dolde vielstrahlig. Hülle 7- bis 10 blätterig, Hüllchen vielblätterig; Blätter 
der ersteren an ihrer Spitze gespalten. Frucht eiförmig, mit einander gleich 
breit geflügelten Rippen, striemenlos, oft violett-schwarz- üb erlaufen. Kron- 
blätter erst rötlich, dann weiss. Blütezeit Juli, August. Auf feuchten Triften 
der Hochalpen. (Laserpitium simplex L.; Ligusticum simplex Allioni; Gaya 
simplex Gaudin; Neogaya simplex Meissner) P. simplex Reichenbach, 
Einfache Dickrippe. 

Gattung 441: Oenanthe L., Rebendolde, Pferdesaat. 

Kahle, ausdauernde Pflanzen mit mehrfach -fiederschnittigen Blättern. 
Hülle meist fehlend, Hüllchen vielblätterig. Die Randblüten der Dolden 
sind meist unfruchtbar, aber länger gestielt und mit grösserer Blumenkrone 
strahlend; innere Blüten sitzend oder kurz- und dick - gestielt , zwitterig. 
Kronblätter umgekehrt - herzförmig mit eingebogenem Läppchen. Frucht 
länglich, eirund, bis kreiseiförmig, von den vergrösserten fünf Kelchzähnen 
gekrönt, mit stumpfen Rippen, einstriemigen Thälchen, zweistriemiger Fugen- 
fläche und zweiteiligem, den Teilfrüchtchen angewachsenem Fruchtträger. 

A. Wurzel faserig. Zipfel aller Stengelblätter fiederspaltig - eingeschnitten. 
(1. Stamm: Phellandriuni). 

Stengel an seinem Grunde kriechend, wurzelnd und öfter Ausläufer 
treibend, stielrund, gerillt, röhrig, wie auch die unteren Blattstiele. Blätter 
zwei- bis dreifach-fiederschnittig, kahl wie auch der Stengel. Abschnitte 
erster Ordnung eiförmig, letzter Ordnung bei den untergetauchten 
Blättern haarförmig, bei den anderen lineal- lanzettlich. Dolden viel- 
strahlig, fruchtbar, am Rande nicht strahlend. Hülle fehlend oder aus 
wenigen, hinfälligen Blättchen bestehend. Hüllchen vielblätterig. Früchte 
länglich-eiförmig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, August. Hohe 
50 bis 150 cm. G. ( 2J. ?) An Bächen, Gräben und Sümpfen, häufig. 
(O. Phellandriuni Lamarck ; Phellandriuni aquaticum L.) 0. aquatica 
Lamarck, Wasserfenchel, Pferde- oder Rosskünimel.*) 

B. Wurzelfasern büschelig, d. h. mehr oder weniger rübenförmig verdickt. 
Zipfel, wenigstens der oberen Stengelblätter linealisch. (2. Stamm: 
Oenanthe.) 



*) Tafel 360. Oenanthe aquatica Lamarck. A Blütenzweig. 1 Blüten- 
knospe; 2 Blüte; 3 Stempel; 4 junge Frucht; 5 desgl. im Längsschnitte; 6 u. 7 
erwachsene Teilfrüchtchen; 8 Frucht im Querschnitte. 1 bis 8 vergrössert. 




ttöljrige Hfcrtefttot. S^nrtranwite Sumpf*»««. 



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— 117 — 

I. Stengel an den unteren Knoten wurzelnde Ausläufer treibend und wie 
die Blattstiele röhrig, hohl. — Stengel gerillt, kahl und bleichsee- 
grün wie die ganze Pflanze. Untere Blätter zwei- bis dreifach-fieder- 
schnittig, oben in einfach-fiederschnittige übergehend. Blattabschnitte 
linealisch-keilig oder lineal, die der unteren Blätter breiter; die der 
untergetauchten in borstliche Zipfel vielfach geteilt. Endständige Dolde 
1- bis 3 strahlig, fruchtbar; deren Döldchen bei der Fruchtreife kugelig 
zusammengezogen. Seitenständige Dolden 3- bis 7 strahlig, fehlschlagend, 
mit ziemlich flachen Döldchen. Randblumen strahlend. Hülle fehlend 
oder einblätterig. Hüllchen vielblätterig; deren Blättchen lanzettlich. 
Früchte kantig- kreiseiförmig. Kronblätter weiss. Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe 30 bis 60 cm. ^-. In Gräben und Sümpfen niedriger Gegenden, 
zerstreut. 0. fistulosa L., Röhrige Pferdesaat.*) 

IL Stengel ohne Ausläufer, röhrig oder hohl. 

a. Frucht unter dem Kelche zusammengeschnürt. Blattstiele nicht hohl. 

1. Untere und mittlere Blätter mit ei- oder keilförmigen, stumpf- 
gekerbten Fiedern, obere einfach-fiederteilig, mit linealen Zipfeln. 
Hülle meist 4- bis 6 blätterig. Frucht länglich, am Grunde ver- 
schmälert. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 
bis 60 cm. 2[. Auf sumpfigen Wiesen, namentlich im west- 
lichen Teile des Gebietes; doch sehr zerstreut. (O. megapolitana 
Willdenow.) 0. Lachenalii Gmelin, Lachenals Pferdesaat. 

2. Zipfel aller Blätter linealisch. Kronblätter zweilappig-herzförmig, 
strahlend. Frucht umgekehrt -eiförmig, stumpf] ippig. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 100 cm. %■. 
Auf Sumpfwiesen; sehr zerstreut. 0. peucedanifolia Pollich, 
Haarstrangblätterige Pferdesaat. 

b. Frucht unter dem Kelche nicht zusammengeschnürt. Blattstiele hohl. 

1. Abschnitte letzter Ordnung bei den unteren Blättern lanzettlich. — 
Untere Blätter dreifach-, obere doppelt- und einfach-fiederschnittig; 
alle wie der Stengel kahl. Endständige Dolde fruchtbar, seitenstän- 
dige ganz oder teilweise fehlschlagend. Randblüten strahlend. Hülle 
fehlend oder einblätterig. Hüllchen vielblätterig, mit lanzettlichen 
Blättchen. Randständige Früchte kantig -kurz -walzenförmig, ab- 
gestutzt; die inneren mehr oder minder kreiseiförmig. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 60 cm. %. 
Auf sumpfigen Wiesen und feuchten Triften der Ebenen ; Nieder- 



*) Tafel 361. A. Oenanthe fistulosa L. A Teile der Pflanze, natürl. 
Grösse. 1 Blüte; 2 Frucht. 1 und 2 vergrössert. 



— 118 — 

Österreich, Tirol, Krain. 0. silaifolia Marschall v. Bieber- 
stein, Silanblätterige Pferdesaat. 

2. Abschnitte letzter Ordnung bei den unteren Blättern rauten- 
eiförmig, eingeschnitten-stumpf-gekerbt. — Wurzelfasem fädlich, 
an der Spitze fast kugelig verdickt. Hülle ein- bis sechsblätterig. 
Bluruenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 40 cm. 2|.. 
Sumpfwiesen in Istrien. 0. pimpinelloi'des L., Bibern ellähnliche 
Pferdesaat. 

Gattung 442: Seseli L., Sesel. 

Blüten zwitterig. Kelch fünfzähnig, bleibend die Frucht krönend. Blumen- 
blätter umgekehrt- eirund, durch den einwärtsgeschlagenen Endzipfel mehr 
oder weniger herzförmig -ausgerandet; einander gleich. Riefen des Frücht- 
chens 7, hervortretend oder dickflügelig, die seitenständigen randend. Thäl- 
chen 1 striemig, nur bei S. Gouam meist 3 striemig; Fugenääche 2- bis 
4 striemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. 

A. Blätter des Hüllchens zu einer gezähnten, beckenförmigen Scheide ver- 
einigt. — Stengel stielrund, feingerillt, wie die Blätter bläulich - bereift 
und wie die ganze Pflanze kahl; oben ästig, fast blattlos. Blätter zwei- 
bis mehrfach-fiederschnittig, mit linealen Abschnitten. Hülle fehlend oder 
hinfällig-einblätterig. Früchte oval, mehlig-bestaubt. Blumenkrone weiss 
oder rötlich. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 50 cm. %■. Auf 
Felsen und somiigen Hügeln, namentlich auf Kalkboden im mittleren 
und südlichen Teile des Gebietes. S. Hippoinarathrnm L., Pferde-Sesel. 

B. Hüllchen getrenntblätterig. 

I. Blattstiele, besonders der Wurzelblätter, oberwärts rinnig. 

a. Döldchenstiele stielrund, kahl wie die ganze Pflanze. Fruchtknoten 
kahl. — Blätter 2- bis mehrfach- fiederschnittig, mit lineal-lanzett- 
lichen oder linealen Abschnitten. Dolden 15- bis 25 strahlig. Hülle 
fehlend oder einblätterig. Hüllchen mehrblätterig. Früchte lineal- 
länglich, glatt, bleich-gelblich, Thälchen olivengrün. Fruchtkelch- 
zähne oft fast unmerklich. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 60 bis 125 cm. 0. Auf sandigen Grasplätzen 
hügeliger Gegenden im südöstlichen Teile des Gebietes. S. varium 
Treviranus, Bnnter Sesel. 

ß. Döldchenstiele kantig, auf ihrer Oberseite flaumig. Fruchtknoten 
behaart. 

1. Hüllblättchen zur Blütezeit kürzer als das Döldchen, sehr schmal- 
häutig -berandet. — Blätter dreifach - fiederschnittig. Dolden 6- 
bis 12 strahlig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Auf 



— 119 — 

Kalkbergen im Süden des Gebietes. (S. multicaule Jacquin.) 
S. montanum L., Berg-Sesel. 

2. Hüllblättchen zur Blütezeit so lang oder breiter als das Döld- 
chen, breit-häutig-berandet. 

a. Stengel fast einfach. Hauptdolde 20- bis 30 strahlig. Hüllchen- 
blätter länger als das Döldchen. — Stengel und Blätter fein- 
flaumig. Blätter zwei- und mehrfach - fiederschnittig, mit 
linealen Abschnitten, trübgrün. Im Alter, wie die ganze 
Pflanze, oft trübpurpurn überlaufen. Früchte braun, mit 
helleren Riefen. Blume weiss oder rötlich. Blütezeit Juli, 
September. Höhe 15 bis 60 cm, auf trockenem Boden oft 
nur wenig Centimeter hoch und mit scheinbar grundständigen 
Dolden. 0, O, %■• Auf Weiden und Triften, namentlich 
hügeliger Gegenden; zerstreut. (S. coloratura Ehrhart.) 
S. annimm L., Jähriger Sesel. 

b. Stengel stark-spreizend verästelt. Hauptdolde 5- bis 10 strahlig. 
Hüllchenblätter so lang wie das Döldchen. Blätter drei- bis 
vierfach-fiederschnittig mit gespreizten Abschnitten und drei- 
teiligen oder dreispaltigen Endabschnitten. Blumenkrone weiss. 
Blütezeit Juli, August. %. Auf trockenen, felsigen Abhängen 
bei Triest. S. tortuosuin L., Krauser Sesel. 

IL Blattstiele stielrund oder seitlich- zusammengedrückt, nicht rinnig. 
Döldchenstiele stielrund. 

a. Hauptdolde 10- bis 25 strahlig. Fruchtsti eichen so lang oder länger 
wie das Früchtchen. Hüllchenblätter lanzettlich. Thälchen vier- 
striemig. — Ganze Pflanze bläulich - weiss - bereift. Grandständige 
Blätter dreieckig, dreifach drei- bis fiederschnittig. Blamenkrone 
weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 100 cm. O- Auf gra- 
sigen Hügeln im Südosten des Gebietes; zerstreut. S. glaucuin 
Jacquin, Blaugrnner Sesel. 

ß. Hauptdolde 3- bis 6 strahlig. Fruchtstiel chen kürzer als das Frücht- 
chen. Hüllchenblätter pfriemlich. Hüllchen meist dreistrietuig, 
selten vierstriemig. Grundständige Blätter dreieckig, dreifach- drei- 
schnittig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 
50 cm. G. Auf felsigen Abhängen, in Istrien, Südtirol, Südkram. 
S. Gonani Koch, Gouans Sesel. 

Gattung 443: Libanotis Crantz, Heilwurz. 

Dolde vielstrahlig, reichblumig, mit viel blätteriger Hülle. Kelchzähne 
pfriemlich, abfallend. Frucht auf dem Querschnitte fast kreisrund. Thälchen 
einstriemig. Fugenfläche 2- bis 4 striemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. 



— 120 — 

1. Blätter zwei- bis dreifach - fiederschnittig, unterseits blaugrün. Blättchen 
fiederspaltig - eingeschnitten , mit lanzettlich - stachelspitzigen Zipfeln, die 
untersten Paare der Blättchen an der Hauptspindel meistens kreuzständig, 
unterstes herablaufend. — Stengel tiefgefurcht. Hülle und Hüllchen fehlend 
bis vielblätterig. Blumenkrone weiss oder rötlich. Blütezeit Juli, August. 
Früchtchen kurzhaarig. Höhe 100 bis 125 cm. O- Auf Felsen, an 
waldigen oder buschigen Stellen, namentlich auf Kalkboden im mittleren 
und südlichen Teile des Gebietes. (Athamanta Libanotis L.; Seseli Liba- 
nons Koch.) L. montana Crantz, Berg-Heil wnrz. 

Bei der Abart L. athamantoules De Candolle, Weihrauchwnrz 

in Krain erscheint die Frucht dem unbewaffneten Auge kahl. 

Bei L. daucifolia De Candolle, Möhrenblätterige Heil würz in der 

Schweiz sind die Blätter mehr zerteilt und deren Abschnitte schmäler. 

2. Blätter einfach-fiederschnittig mit tief eingeschnitten - gesägten Fiedern. — 
Im übrigen der vorigen sehr ähnlich und auch als Abart derselben an- 
gesehen. Im nordöstlichen Teile des Gebietes. L. sibirica Koch, Sibi- 
rische Heilwurz. 

Gattung 444: Athamanta L„ Augenwurz. 

Kelch 5zähnig. Blumenblätter einander ziemlich gleich, durch das ein- 
geschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig. Frucht länglich, in einen 
Hals verschmälert, auf dem Querschnitte ziemlich kreisrund. Riefen der 
Früchtchen flach oder sehr fein, seitliche strahlend. Thälchen ein- bis drei- 
striemig, Fugenflächen zwei- bis vierstriemig. Frachtträger frei, zweiteilig. 

1. Blätter drei- bis vierfach -fiederschnittig, mit linealen, zugespitzten Ab- 
schnitten, von denen einzelne zwei- bis dreispaltig sind. Hauptdolde sechs- 
bis neunstrahlig. Hülle armblätterig, hinfällig oder fehlend. Hüllchen 
mehrblätterig; deren Blättchen haarspitzig, häutig mit krautigen Rücken- 
streifen. Früchte mit kurzen, abstehenden Haaren dichtbesetzt, wie die 
ganze Pflanze stark-gewürzhaft riechend. Blumenkrone weiss. Blütezeit 
Juni bis August. Höhe 10 bis 25 cm. 4. Auf Kalkfelsen der Alpen, 
Voralpen, des Jura und im Schwarzwalde. (Libanotis cretensis Scopoli.) 
A. cretensis L., Kretische Angenwnrz. 

2. Blätter einfach - fiederschnittig , mit fädlichen, spreizenden Abschnitten. 
Hauptdolde 15- bis 25 strahlig. Im übrigen der vorigen ähnlich. Blüte- 
zeit Juli, August. G. Auf trockenen Gebirgsabhängen in Steiermark 
und Krain. (A, Turbith Karsten.) A. Matthioli Wulfen, Matthiolis 
Angenwnrz. 










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— 121 — 

 

Gattung 445: Ligusticum L., Blasensamen (Liebstock). 

Stengel gestreift. Blätter vielfach-fiederscknittig, mit linealen, zugespitzt- 
stachelspitzigen Abschnitten letzter Ordnung. Hüllchen vielblätterig. Kron- 
blätter durch ein einwärtsgeschlagenes Zipfelchen herzförmig - ausgerandet. 
Teilfrüchtchen mit 5 gleichen, scharfen, fast flügelartigen Rippen. Thälchen 
und Fugenflächen vielstriemig. Griffel zurückgebogen. Fruchtträger zwei- 
teilig. 

1. Hüllchen vielblätterig, Blättchen an der Spitze fiedersp altig. — Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juli. %. Höhe 30 bis 50 cm. Im Felsen- 
schutt des Jura; selten. L. ferulacenm Allioni, Liebstock, Alpenrübe. 

2. Hüllchen fehlend bis dreiblätterig; Blättchen ungespalten. Blumenkrone 
weiss. Blütezeit Juli. 4. Höhe 100 und mehr cm. Auf Bergen und 
Voralpen in Südtirol, Krain und Tessin. L., Seguieri Koch, Segniers 
Liebstock. 

Gattung 446: Trochiscanthes Koch, Rädchenblüte. 

Blätter mehrfach dreizählig zerschnitten; Abschnitte gross, eilanzettlich, 
ungleich-gezähnt. Blütentragende Äste gegen- oder quirlständig, mit zahl- 
reichen, kleinen Dolden. Kronblätter langgenagelt, grünlich-gelb, mit drei- 
eckigem, einwärtsgebogenem Mittelzahn. Teilfrüchtchen mit 5 gleichen, 
scharfen, fast geflügelten Rippen, deren seitliche randen. Thälchen 4- bis 
5 striemig. Griffel zurückgebogen. Fruchtträger zweiteilig. Blütezeit Juli. 
Höhe bis etwa 50 cm. 4. An waldigen Orten im unteren Rhonethal. 
T. nodiflorns Koch, Knotenblütige Rädclienblüte. 

Gattung 447: Silaus Besser, Silau. 

Kahles, bis 1 m hohes, grasgrünes Kraut. Stengel rillig, oberwärts 
kantig. Blätter 2- bis 3 fach -fiederschnittig; deren Abschnitte fiederspaltig 
oder 2- bis 3 spaltig, mit lineal- lanzettlichen Zipfeln. Hülle fehlend oder 
1- bis 2 blätterig. Hüllchen vielblätterig, mit lineal-lanzettlichen Blättchen. 
Blumenkrone bleich-grünlich-gelb. Frucht oval, mit scharfgekielten Rippen, 
deren seitliche randend; striemenlos, statt der Striemen mit einer die Mittel- 
fruchtschicht erfüllenden Balsamzellenschicht. Blütezeit Juni bis August. 4. 
In Wiesen und Gebüsch im südlichen und mittleren Teile des Gebietes ver- 
breitet, im nördlichen sehr selten. (Peucedanum Silaus L., Cnidium Silaus 
Sprengel.) S. pratensis Besser, Wiesen-Silan. *) 



*) Tafel 362. Silaus pratensis Besser. AB Pflanze in natürl. Grösse. 

Thom6, Flora. IIL 16 



— 122 — 

Gattung 448: Aethusa L., Gleisse. 

Kahles, ästiges, aufrechtes, 10 bis 120 cm hohes Kraut. Wurzel spindelig. 
Stengel stielrnnd, feingerillt. Blätter 2- bis 3 fach-fiederschnittig ; Abschnitte 
im Umrisse eiförmig, fiederspaltig, mit lanzettlichen oder lineal-borstlichen 
Zipfeln; stark glänzend, besonders auf der unteren, helleren Seite. Hülle 
fehlend. Hüllchen halbiert, aus 3 linealen Blättchen bestehend. Blüten 
zwitterig. Kelchrand verwischt. Blumenblätter durch das eingeschlagene 
Endläppchen umgekehrt-herzförmig, ungleich, die äusseren, am Rande der 
Döldchen, grösser. Frucht kugelig-eirund, auf dem Querschnitte kreisrund. 
Riefen des Früchtchens 5, erhaben, dick, geschärft-gekielt, die seitenständigen 
randend, etwas breiter. Thälchen einstriemig; Fugenflächen zweistriemig. 
Fruchtträger frei, zweiteilig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni bis Ok- 
tober. 0. Auf Äckern und Schutt gemein. Giftig. A. Cynapinm L., 
Hnndsgleisse, Himdspetersilie. *) 

Ändert ab: 

a. Stengel bis 20 cm hoch; von seinem Grunde an in Äste aufgelöst. 
Äussere Blütenstiele im Döldchen nur so lang wie die Frucht; Döld- 
chen daher gedrungen. Hüllchen so lang oder etwas länger als das 
Döldchen, abstehend oder herabhängend, var. agrestis Wallroth, 
Acker-Hundspetersilie. 

ß. Stengel 15 bis 60 cm hoch, oberwärts ästig. Äussere Blütenstielchen 
im Döldchen doppelt so lang wie die Frucht; Döldchen daher etwas 
locker. Hüllchen länger als das Döldchen, herabhängend, var. domestica 
Wallroth, Garten-Hundspetersilie. 

■)'. Stengel 90 bis 120 cm hoch; in allen Teilen grösser und stärker. Hüll- 
chen verhältnismässig kürzer, abstehend oder herabhängend; Früchte 
kleiner, var. elatior Doli, Grosse Himdspetersilie. 

6attung 449: Foeniculum Adanson, Fenchel. 

Stengel aufrecht, stielrund, feingerillt, samt den Blättern bläulich-bereift, 
kahl wie die ganze Pflanze. Blattfiedern lang, an der Spitze mit einem 
münzenförmigen Öhrchen. Blätter drei- bis vielfach -fiederschnittig. Zipfel 
lineal-pfriemlich oder borstlich; die oberen Blätter länger. Hülle und Hüll- 
chen fehlend. Dolden gross, 10- bis 20 strahlig. Kelchrand verwischt. Kron- 
blätter sattgelb, rundlich, abgestutzt, eingerollt, einander gleich. Frucht 



*) Tafel 363. Aethusa Cynapium L. AB blühende Pflanze; C Frucht- 
döldcben. 1 Blütenknospe; 2 Blüte; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Fruchtknoten; 
5 reife Frucht; 6 Halbfrüchtchen im Längsschnitte; 7 Frucht im Querschnitte; 
8 Früchtchen von der Rückenseite gesehen. 1 bis 8 vergrössert. 







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— 123 — 

länglich, auf dem Querschnitte fast kreisrund; Riefen 5, hervortretend, stumpf- 
gekielt, die seitenständigen randend und breiter. Thälchen einstriemig, Fugen- 
fläche zweistriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 1 bis 2 m. und %. Aus Südeuropa stammend, als Küchengewächs 
und der officinellen Früchte halber gebaut und öfter verwildert. (F. capil- 
laceum Gilibert; Anethum Foeniculum L.) F. officinale Allioni, Gebräuch- 
licher Fenchel.*) 

Gattung 450: Cenolophium Koch, Hohlrippe. 

Kahles Kraut. Blätter 3- bis 5 fach-fiederschnittig, mit 3 teiligen End- 
zipfeln und ganzrandigen oder 2 teiligen Seitenzipfeln; Zipfel und Abschnitte 
gespreizt. Hülle meist einblätterig, selten fehlend. Hüllchen vielblätterig. 
Kelchsaum undeutlich. Kronblätter umgekehrt-eiförmig, mit einwärts-geschla- 
gener Spitze, weiss. Frucht mit fast kreisförmigem Querschnitte. Frucht- 
träger fehlend. Rippen gleichstark, scharf, fast geflügelt, innen hohl, seitliche 
randend. Thälchen einstriemig. Bei der Reife löst sich die mittlere Frucht- 
schicht völlig auf, sodass der von der inneren Fruchtschicht umgebene Same 
frei in der äusseren Fruchtschicht liegt. Blütezeit Juli, August. Höhe 100 
bis 125 cm. Aus Russland in das Gebiet der Memel eingewandert. 
C. Fischeri Koch, Fischers Hohlrippe. 

Gattung 451: Cnidium Cusson, Brennsaat. 

Blätter 2- bis 3 fach-fiederschnittig. Hülle und Hüllchen aus zahlreichen, 
borsten- und pfriemenförmigen Blättchen zusammengesetzt. Kelchsaum un- 
deutlich. Kronblätter meist umgekehrt-eiförmig, durch die einwärts geschlagene 
Spitze ausgerandet. Frucht eiförmig, fast kugelig. Rippen einander gleich, 
geflügelt. Fruchtträger fehlend. Thälchen einstriemig. 

a. Blätter doppelt-fiederschnittig. 

1. Stengel stielrund, sehr zart-gerillt. Hüll chenblättchen pfriemlich, kahl. — 
Blattscheiden lang, die oberen dem Stengel straff-anliegend. Blütezeit 
Juli, August. Höhe 30 bis 60 cm. G. In sumpfigen Wiesen, nament- 
lich Waldwiesen im nördlichen Teile des Gebietes; selten. C. venosum 
Koch, Aderige Brennsaat. 

2. Stengel kantig-gerillt, von Grund aus ästig. Hüllchenblättchen borst- 
lich, borstig-rauh, so lang wie das Döldchen. Blütezeit Juni, Juli. 0. 



*) Tafel 364. Foeniculum officinale Allioni. A Blüten und Früchte 
tragender Zweig. 1 Blüte; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Fruchtknoten; 4 Frucht. 
5 reife Frucht; ein Teilfrüchtchen im Längsschnitte. 6 Frucht im Querschnitte; 
7 Teilfrüchtchen ohne Stempelpolster im Längsschnitte. 1 bis 7 vergrössert. 



— 124 — 

In Gebüschen Südkärntens und Südkrains. C. Monnieri Cnsson, 
Monniers Brennsaat. 

b. Blätter dreifach - fiederschnittig. Alle Blattscheiden locker abstehend. 
Stengel kantig - gerillt. Blütezeit Juni, Juli. Höhe etwa 50 cm. 2J.. 
Auf Felsen in Krain, dem österreichischen Küstengebiete, Tessin. (Ligusticum 
sila'ifolium Gaudin.) G. apioi'des Sprengel, Sellerieartige Brennsaat. 

Gattung 452: Meum Tournefort, Bärwurz. 

Blüten zwitterig und männlich. Kelchrand verwischt. Blumenblätter 
einander gleich, elliptisch, spitz, mit der Spitze einwärts -gebogen. Frucht 
länglich, auf dem Querschnitte fast kreisrund. Riefen des Früchtchens 5, 
geschärft-gekielt, einander gleich, seitenständige randend. Thälchen 3- bis 
4 striemig. Fugenfläche 4- bis 8 striemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. 

1. Blattabschnitte haarförmig-fein. Blumenkrone hinfällig, weiss, seltener 
etwas rötlich angeflogen. — Wurzel mehrköpfig. Stengel stielrund, kahl 
wie die ganze Pflanze, armblätterig. Blätter 2- bis 3 f ach-fiederschnittig, 
dunkelgrün. Hülle fehlend, oder ein- bis mehrblätterig, so lang oder 
etwas länger als das Döldchen. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 30 cm. 
%. Auf Gebirgswiesen. (Athamanta Meum L.) M. athanianticum 
Jacquin, Haarblätterige Bärwnrz.*) 

2. Blattscheiden lineal- länglich. Blumenkrone rötlich, vor dem Aufblühen 
purpurrot. — Wurzel mehrköpfig. Stengel kahl wie die ganze Pflanze, 
einfach und blattlos, oder oben in 2 bis 3 Aste geteilt und dann 1- bis 
2blätterig. Blätter 2- bis 3 fach -fiederschnittig. Hülle 1 blätterig oder 
fehlend. Hüllchen 2- kis 3 blätterig, so lang oder etwas länger als das 
Döldchen. Blütezeit Juni, August. Höhe 30 bis 50 cm. 2J.. Auf Triften 
und Wiesen höherer Gebirge. (Phellandrium Mutellina L.) M. Mutellina 
Gärtner, Alpen-Bärwnrz, Köpernikel. 

Gattung 453: Conioselinum Fischer, Schier Itngssi Ije. 

Stengel stielrund, bereift, mit gefurchten Asten. Blattscheiden aufge- 
blasen. Blätter dreifach-fiederteilig, mit länglichen Zipfeln. Hülle fehlend 
oder armblätterig. Hüllchenblätter 5 bis 7, pfriemlich, so lang oder länger 
als das Döldchen. Kelchsaum undeutlich. Kronblätter umgekehrt- eiförmig, 
mit einwärts gebogenem Zipfelchen, weiss. Frucht vom Rücken her schwach 
zusammengedrückt. Rippen geflügelt, randständige doppelt so breit wie die 
übrigen. Thälchen und Fugenfläche vielstriemig. Blütezeit August. Höhe 



*) Tafel 365. Meum athamanticum Jacquin. AB blühende Pflanze. 
1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtchen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 



1 bis 4 vergrössert. 




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— 125 — 

60 bis 150 cm. %. Auf waldigen und steinigen Gebirgsabhängen im Osten 
des Gebietes; sehr selten. (C. Fischeri Wimmer und Grabowski.) C. tataricnm 
Fischer, Tatarische Schierlingssilje. 

Gattung 454: Crithmum L., Bazille. 

Kahles bis 30 cm hohes, oft halbstrauchartiges Kraut, mit fleischigen 
Trieben und Blättern. Blätter 2- bis 3 fach drei- oder fiederschnittig, mit 
meist eilanzettlichen, ganzrandigen Abschnitten. Dolden vieJstrahlig. Hülle 
und Hüllchen vielblätterig. Kelchsaum undeutlich. Kronblätter sehr klein, 
rundlich, eingerollt, weiss, mitunter fehlend. Frucht oval; Rippen geflügelt, 
einander gleich breit, wenig vorspringend. Same von zahlreichen Olstriemen 
ganz umgeben. Blütezeit Juli, August. 2J.. Auf Felsenabhängen am adria- 
tischen Meere. C. maritimnm L., Seestrands-Bazille. 

4. Unterfamilie : Ammieae (Ammiueae), Ammigewächse. 

A. Kelchsaum undeutlich. 

I. Blumerikronblätter an der Spitze ganz, nicht herzförmig-ausgeschnitten. 

A. Fruchtträger ungeteilt. Kronblätter sternfÖrmig-ausgebreitet, nicht 
oder doch nur mit einem kleinen Spitzchen einwärts-gebogen. 

1. Blumenkronblätter eiförmig, mit einem kleinen, geraden oder 
einwärts - gebogenen Spitzchen. Gattung 455: Helosciadium 
Koch, Sumpfschirm, Scheiberich. 

2. Blumenkronblätter rundlich, mit einem dicht- eingerollten Spitz- 
chen. Gattung 456: Apium L., Sellerie. 

B. Frachtträger gabelig, bis tief - zweiteilig. Kronblätter alle, oder 
wenigstens bei den männlichen Blüten einwärts-gebogen. 

1. Unter jeder Rippe findet sich eine Olstrieme (Rippe von einem 
Kanäle durchzogen). Kronblätter der männlichen Blüten lanzett- 
lich und einwärts-gebogen ; der weiblichen und zwitterigen Blüten 
eiförmig, kurz - zugespitzt. Blüten oft völlig zweihäusig. Gat- 
tung 457: Trinia Hoffmann, Trinie. 

2. Rippen ohne Olstriemen. Kronblätter der verschiedenen Blüten 
einander gleich (abgesehen von strahlenden Blüten). 

a. Blätter dreifach-fiederschnittig. Kronblätter rundlich, in ein 
einwärts - gebogenes Läppchen verschmälert. Gattung 458: 
Petroselmum Hoff mann, Petersilie. 

ß. Blätter ungeteilt, ganzrandig. Kronblätter an der Spitze ab- 
gestutzt und eingerollt. Gattung 459: Bupleurum Tourne- 
fort, Hasenohr. 



— 126 — 

II. Blunienkronblätter an ihrer Spitze herzförmig-ausgeschnitten. 

a. Fruchtträger nur an ihrer Spitze gabelig-geteilt. 

1. Thälchen striemenlos. Blätter doppelt-dreischnittig. Gattung 460: 
Aegopodinm L., Giersch, Geissfnss. 

2. Thälchen 1- bis 3 striemig. Blätter fiederschnittig. 

a. Thälchen 1 striemig. Gattung 461: Carinii L., Kümmel. 

ß. Thälchen 3 striemig. Gattung 462: Buiiium L., Erdnuss, 
Knolleiikttmmel. 

b. Fruchtträger tief-zweiteilig. 

a. Thälchen 1 striemig. Hülle und Hüllchen sind vorhanden. 

a. Striemen fadenförmig, so lang wie die länglich - eiförmige 
Frucht. Hülle und Hüllchen vielblätterig. Gattung 463 : 
Ammi Tournefort, Ammi. 

b. Striemen keulenförmig, von der Spitze bis zur Mitte der breit- 
eiförmigen Frucht herablaufend. Hülle und Hüllchen arm- 
blätterig. Gattung 464: Sison L., Sison. 

ß. Thälchen vielstriemig. Hülle und Hüllchen fehlen. Gattung 465: 
Pinipiiiella L., Bibernelle. 

B. Kelchsaum deutlich fünfzähnig. 

a. Thälchen 1 striemig. 

1. Eiweiss auf der Fugenseite flach. 

a. Hüllchen vielblätterig. Gattung 466: Falcaria Rivin, Sichel- 
möhre. 

ß. Hüllchen fehlt oder durch 1 bis 3, hinfällige, borstliche Blätt- 
chen vertreten. Gattung 467: Ptychotis Koch, Faltenohr. 

2. Eiweiss auf der Fugenseite gewölbt. Hüllchen fast fehlend. Gat- 
tung 468: Cicnta L.. Wasserschierling. 

b. Thälchen mehr-, meist 3 striemig. 

1. Eiweiss auf der Fugenseite flach. Striemen oberflächlich. Gat- 
tung 469: Sium L., Merk. 

2. Eiweiss auf der Fngenseite gewölbt. Striemen im Fruchtknoten- 
gewebe verborgen. Gattung 470: Bernla L., Berle. 

Gattung 455: Helosciadium Koch, Scheiberich, Sumpfschirm. 

Kahle, kriechende Kräuter. Blüten zwitterig. Hülle und Hüllchen meist 
armblätterig, selten fehlend. Blumenblätter eilanzettlich , einander gleich^ 
sternförmig ausgebreitet. Frucht eiförmig oder länglich, von der Seite zu- 



— 127 — 

sainm engedrückt. Riefen 5fädlich, einander gleich, die seitlichen randend. 
Thälchen 1 striemig, Fugenfiäche striemenlos. Fruchtträger frei, ungeteilt. 

A. Dolden zweistrahlig; untergetauchte Blätter haarfein-geteilt; obere, selten 
alle, einfach- fiederschnittig, mit keilförmigen, oft dreilappigen Blättchen. 
Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Länge 10 bis 50 cm. ^k 
In Sümpfen und Gräben Norddeutschlands. (Sison inundatum L.) H. inun- 
datnm Koch, Schwimmender Sumpf schirm. *) 

B. Dolden vielstrahlig. Alle Blätter einfach -fiederschnittig, mit rundlich- 
eiförmigen bis lanzettlichen Abschnitten. 

1. Stengel nur am Grunde liegend und wurzelnd. Dolden von den 
stärker entwickelten Seitenzweigen zur Seite gedrängt und daher 
scheinbar blattgegenständig. 

a. Hülle 1- bis 2 blätterig. Blattabschnitte eilanzettlich, gleichmässig- 
stumpf- gesägt. Hüllchen vielblätterig. Blumenkrone grünlich- weiss. 
Blütezeit Juli, August. Länge 15 bis 50 cm. 2J.. In Gräben 
und Teichen im Rheingebiete und der Schweiz. (Sium nodiflorum L.) 
H. nodiflorum Koch, Knotenblütiger Sumpfschirm. 

b. Hülle 3- bis 5 blätterig. Blattabschnitte bald gleichmässig , bald 
ungleichmässig spitz - gezähnt - gesägt bis gelappt. Blumenkrone 
weisslich. Blütezeit Juli, August. Im übrigen wie vorige: doch 
wohl keine Abart derselben. In der baierischen Pfalz und Nassau 
gefunden. H. palatinum F. Schultz, Pfälzer Sumpfschirm. 

2. Dolden durch die stärker entwickelten Seitenzweige zur Seite gedrängt 
und daher scheinbar blattgegenständig. Die so entstehende Schein- 
achse niederliegend und an allen Knoten wurzelnd. Blattfiedern 
rundlich-eiförmig, ungleich-gezähnt oder gelappt. Blumenkrone weiss. 
Blütezeit Juli bis September. Länge 10 bis 30 cm. %. An 
sumpfigen, überschwemmten Stellen; im westlichen Teile des Gebietes 
selten und zerstreut. (Sium repens Koch.) H. repens Koch, Kriechen- 
der Sumpfschirm. 

Gattung 456: Apium L., Sellerie. 

Wurzel spindelig -ästig. Stengel kantig -gefurcht, sehr ästig, oft quirl- 
ästig, kahl und stark riechend wie die ganze Pflanze. Blätter glänzend. 
Untere Blätter fiederschnittig; deren Abschnitte dreilappig bis dreischnittig, 
mit fast rautenförmigen, 2- bis 3 spaltigen, ungleich-eingeschnitten-gesägten 
Lappen. Obere Blätter dreischnittig; deren Abschnitte dreilappig oder drei- 



*) Tafel 36 IB. Helosciadum inundatum Koch. Pflanze in nat. Grösse. 



— 128 — 

spaltig, mit keiligen, grob-eingeschnitten-gesägten Zipfeln. Zipfel der blüten- 
astständigen Blätter viel kleiner, manchmal ungeteilt, lanzettlich, ganzrandig. 
Hülle und Hüllchen fehlend. Blüten zwitterig. Kelchrand verwischt. Blumen- 
blätter einander gleich, mit der Spitze eingerollt. Frucht rnndlich, an den 
Seiten etwas zusammengezogen. Riefen 5, fädlich, einander gleich, seiten- 
ständige randend. Thälchen 2 - bis 3 striemig. Fugenfläche 2 striemig. 
Fruchtträger frei, ungeteilt. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli bis Sep- 
tember. Höhe 30 bis 100 cm. 0. Auf Salzboden; sehr zerstreut und 
selten; als Küchenpflanze vielfach angebaut und dann mit dick -knolligen, 
fleischigen Wurzeln und grösseren, mehr geteilten Blättern. A. graveolens L., 
Gemeiner Sellerie.*) 

Gattung 457: Trinia Hoffmann, Trinie. 

Blüten zweihänsig. Kelchrand verwischt. Blumenblätter einander gleich, 
mit eingerollter Spitze; die der männlichen Blüten lanzettlich, gelblich-weiss, 
unterseits rötlich; der weiblichen eiförmig, weiss, sehr klein und sehr hin- 
fällig. Frucht eiförmig, von der Seite zusammengedrückt. Riefen des 
Früchtchens 5, einander gleich, fädlich, die seitenständigen randend. Thälchen 
meist 1 striemig, seltener striemenlos; zudem unter jeder Rippe eine 01- 
strieme. Fugenfläche 2 striemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. 

1. Hüllchen fehlend, selten 1 blätterig und hinfällig. Griffel purpurn. 
Frucht stumpfrippig. Blütezeit April, Mai. Höhe 8 bis 30 cm. Auf 
grasigen Abhängen; im südlichen Gebiete, am Rhein und am Main. 
(T. vulgaris De Candolle; Pimpinella glauca L.) T. glauca Dumortier, 
Blaugrüne Trinie. 

2. Hüllchen 3- bis 6 blätterig. Im übrigen der vorigen sehr ähnlich und 
vielleicht eine Abart derselben, doch kräftiger und bis 75 cm hoch. 
Bei Wien und in Mähren. T. Kitaibelii Marschall v. Bieberstein, 
Kitaibels Trinie. 

Gattung 458: Petroselinum Hoff mann, Petersilie. 

Wurzel spindelig. Stengel stielrund, feingerillt, kahl wie die ganze 
Pflanze. Blätter glänzend; untere 2- bis 3 fach -fiederschnittig; deren Ab- 
schnitte dreispaltig oder fiederspaltig mit ungleich -eingeschnittenen Zipfeln. 
Obere Blätter 1- bis 2fach-fiederschnittig; oberste dreischnittig; deren Ab- 
schnitte lineal-lanzettlich oder lineal, ganzrandig. Hülle fehlend oder 1- bis 



*) Tafel 366. Apium graveolens L. AB blühende Pflanze. 1 und 2 
zum Teil und ganz geöffnete Blüte von oben; 3 Staubblatt: 4 Fruchtknoten- 
längsschnitt; 5 und 6 Halbfrüchtchen von der Rücken- und von der Fugen- 
seite; 7 Fruchtträger; 8 Halbfrüchtchen im Querschnitte. 1 bis 8 vergrössert. 




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— 129 — 

2 blätterig. Hüllchen 6 bis 8 kleine, pfriemliche Blättchen. Blüten zwitterig 
nnd männlich. Kelchrand verwischt. Kronblätter eirnnd, durch das eingeschlagene 
EndläppcheD mehr oder weniger anserandet, einander gleich. Fracht eiförmig, 
an den Seiten zusammengezogen, fast zweiknotig. Riefen 5, fädlich, einander 
gleich, die seitenständigen randend. Thälchen einstriemig, Fugenfläche zwei- 
striemig. Blumenkrone grünlich -gelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 bis 
100 cm. 0. Ganze Pflanze gewürzhaft riechend. Überall angebaut und 
vielfach verwildert. Die Früchte sind officinell. (Apium Petroselinum L.) 
P. sativum Hoff mann, Gemeine Petersilie.*) 

Bei der Abart crispum Miller, Krause Petersilie haben die unteren 
Blätter krause Blattabschnitte. 

Gattung 459: Bupleurum Tournefort, Hasenohr. 

Blüten zwitterig. Kelchrand verwischt. Blumenblätter einander gleich, 
rundlich, abgestutzt, eingerollt. Frucht eiförmig, fast zweiknotig an den 
Seiten zusammengezogen. Riefen 5, einander gleich, fädlich oder verwischt, 
die seitenständigen randend. Thälchen meist vielstriemig. Frachtträger 
zweiteilig. 

A. Wenigstens die oberen Blätter durchwachsen. Hülle fehlend. 

1. Thälchen gerillt. Blätter eirund, unten am Grunde etwas verschmälert, 
mittlere und obere Blätter durchwachsen. Dolden 5- bis 7strahlig. 
Hüllchen 2- bis 5 blätterig, doppelt so lang wie das Döldchen; stern- 
förmig-gelbgrün. Blumenkrone sattgelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 
15 bis 50 cm. 0. Unter der Saat, auf Thon- und Kalkboden; sehr 
zerstreut; in Norddeutschland sehr selten. (B. perfoliatum Lamarck.) 
B. rotundifolium L., Rundblätteriges Hasenohr.**) 

2. Thälchen feinkörnig. Untere Blätter eirund - länglich. Sonst wie 
vorige. Blütezeit Juni, Juli. ©. In Südkrain und Istrien. P. pro- 
tractum Lamarck, Verlängertes Hasenohr. 

B. Blätter nicht durchwachsen. 

I. Fracht körnig-rauh. 

a. Früchtchen deutlich fünfrippig. Blätter schmal -lineal, lanzettlich, 
zugespitzt, ganzrandig, dreinervig, sitzend. Riefen des Früchtchens 
samt den striemenlosen Thälchen dichtwarzig. Blumen klein, gelb- 



*) Tafel 367. Petroselinum sativum Hoffmann. AB blühende Pflanze. 
1 Blüte; 2 Fruchtknotan ; 3 Frucht mit in der Loslösung begriffenen Teil- 
früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt; 5 Früchtchen im Längsschnitt. 1 bis 5 ver- 
grössert. 

**) Tafel 368A. Bupleurum rotundifolium L. Blütenzweig. 

Thome, Flora. III. 17 



— 130 — 

lieh oder rötlich, von den Hüllchen verdeckt. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 8 bis 25 cm. 0. Auf trockenen Triften und Weiden, an 
salzigen Stellen; sehr zerstreut, B. tennissimum L., Feinstes 
Hasenohr. 
b. Fruchtrippen undeutlich. Blätter lanzettlich, stachelspitzig, untere 
stumpf; sonst wie vorige. Blütezeit Juli, August. Höhe 15 bis 
20 cm. 0. Istrien (?). B. semicompositum L., Afrikanisches 
Hasenohr. 

H. Fruchtthälchen glatt oder gerillt, nicht feinkörnig-rauh. 

A. Blätter des Hüllchens scheibenförmig, bis zur Mitte miteinander 
verwachsen, hellgrüngelb. Grundblätter lineal-lanzettlich ; stengel- 
ständige eilanzettlich, fast stengelumfassend. Blumenkrone gelb. 
Blütezeit Juli, August. Höhe bis 20 cm. Höchste Alpen Kärntens, 
Krains, der Schweiz. B. stellatum L., Sternhülliges Hasenohr. 

B. Blätter des Hüllchens nicht miteinander verwachsen. 
1. Untere Blätter lineal bis lineal-lanzettlich. 

a. Obere Blätter aus herz- oder eiförmigem, ganz oder fast 
stengelumfassendem Grunde, spitz zulaufend; an ihrem Grunde 
etwa drei- bis viermal so breit wie die unteren Blätter. — 
Hülle aus drei elliptischen Blättern bestehend. Hüllchen 
breit-elliptisch, zugespitzt, länger als das Döldchen. Blumen- 
krone gelb. Blütezeit Juli. Höhe meist nur bis 20 cm. %. 
Auf Felsen und Alpenweiden; sehr selten. B. rannnculoi'des L., 
Hahnenfussartiges Hasenohr. 

ß. Obere Stengelblätter lineal, an ihrem Grunde nicht wesentlich 
breiter als die unteren. 

a. Blütenstengel nur ein einziges, lanzettliches Blatt tragend, 
seltener blattlos. Hülle aus 5 lanzettlichen Blättern ge- 
bildet. Hüllchenblätter eilanzettlich. Blumenkrone gelb. 
Blütezeit Juli, August. Höhe bis 20 cm. 2J-. Auf felsigen 
Abhängen in Kärnten und Krain. B. graminifolinm Vahl, 
Grasblätteriges Hasenohr. 

b. Blütenstengel mehr- bis reichblätterig. 
a. Hüllchen kürzer als die Fruchtdolde. 

aa. Blätter siebennervig, schmal-lineal-lanzettlich. Hüll- 
chen lineal-lanzettlich. Blumenkrone gelb. — Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe bis 50 cm. 0. Felsen 
bei Triest. B. juncenm L., Binsenähnliches 
Hasenohr. 






— 131 — 

bb. Blätter fünfnervig, schmal-lineal-lanzettlich. Blätter 
des Hüllchens borstlich. Blumenkrone gelb. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe bis 100 cm. %. Auf 
Gebirgsabhängen Krains. B. exaltatum Marschall 
v. Bieberstein, Hohes Hasenohr. 

b. Hüllchen länger als die Fruchtdolde. 

aa. Fruchtstielchen so lang wie die Frucht. Hüllchen- 
blätter schmal - lanzettlich. Blumenkrone gelb. 
Blütezeit Juli, August. ©. Trockene Abhänge und 
Weinberge in Österreich. B. Gerardi Jacquin, 
Gerardis Hasenohr. 

bb. Fruchtstielchen halb so lang wie die Frucht. 

aa. Blätter des Hüllchens nur wenig länger als die 
Fruchtdolde. Stengel rutenformig. mit vom 
Grunde an aufrechten, fast anliegenden Asten. — 
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 30 bis 60 cm. ©. Bei Wien. (B. Gerardi, 
ß. virgatum Reichenbach.) B. affine Sa dl er, 
Verwandtes Hasenohr. 

bb. Blätter des Hüllchens fast noch einmal so lang 
wie die Fruchtdolde. Aste mehr ausgebreitet, 
nicht rutenformig anliegend. 

aa. Blätter des Hüllchens eilanzettlich, begrannt- 
haarspitzig. Mittelblumen des Döldchens 
halb so lang gestielt wie die randständigen. 
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August. 
Höhe etwa bis 30 cm. 0. Trockene Ab- 
hänge in Südtirol und Krain. B. aristatnm 
Bartling, Begranntes Hasenohr. 

ßß. Blätter der Hüllchen lineal-lanzettlich, zu- 
gespitzt. Mittelblume länger gestielt als 
die Randblumen. Blumenkrone gelb. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe bis etwa 30 cm. 
0. Krain und Südtirol. B. Odontites L., 
Zahn-Hasenohr. 

2. Untere Blätter elliptisch bis eilänglich, nicht linealisch oder 
lineal-lanzettlich. 

a. Untere Blätter elliptisch oder länglich, in dem langen Blatt- 
stiel verschmälert, zugespitzt; obere lanzettlich oder lineal- 



— 132 — 

lanzettlich, an den beiden Enden spitz, öfter sichelförmig. 
Blnmenkrone gelb. Blütezeit Juli bis Oktober. Höhe 60 
bis 100 cm. 21. Auf Kalkboden sehr zerstreut. B. fal- 
catum L., Sichelblätteriges Hasenohr.*) 
ß. Untere Blätter eilänglich, in den Blattstiel verschmälert, 
mittlere und obere länglich bis eiförmig, mit tief- herz- 
förmigem, stengelumfassendem Grunde sitzend. Hüllchen 
gross, oft violettüberlaufen. Blumenkrone gelb. Blütezeit 
Juli, August. Höhe 60 bis 100 cm. 4. In waldigen Gebirgs- 
gegenden; selten. B. longifolium L., Langblätteriges Hasenohr. 

Gattung 460: Aegopodium L.. Giersch, Geissfuss. 

Stengel gefurcht, hohl, ästig, kahl wie die ganze Pflanze. Blätter meist 
doppelt -dreischnittig; deren Abschnitte eilänglich, an ihrem Grunde schief 
oder etwas herzförmig, gesägt, spitz oder zugespitzt; der Endabschnitt öfter 
dreispaltig oder dreischnittig. Hülle und Hüllchen fehlend. Blüten zwitterig 
und männlich. Kelchrand verwischt. Kronblätter meist durch das einge- 
schlagene Endläppchen umgekehrt - herzförmig , einander gleich. Frucht 
länglich, von der Seite zusammengedrückt. Riefen 5, fädlich, die seiten- 
ständigen randend. Thälchen und Fugenfläche striemenlos. Fruchtträger 
frei, an der Spitze gabelig. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 40 bis 100 cm. %. 
An feuchten, schattigen Orten; gemein. A. Podagraria L., Gemeiner 
Geissfuss.**) 

Gattung 461: Carum L., Kümmel. 

Blüten zwitterig und männlich. Kelchsaum verwischt. Blumenblätter 
einander gleich, durch den umgeschlagenen Endzipfel umgekehrt-herzförmig. 
Fruchtträger gabelig bis zweiteilig. Früchtchen mit 5 fädlichen Rippen, die 
seitenständigen randend. Thälchen einstriemig; Striemen so lang wie die 
Frucht. 
A. Hülle und Hüllchen mehrblätterig. 

1. Zipfel der Blätter fadenförmig, quirlig-gestellt. Wurzelstock büschelig, 
mit keulenförmigen Fasern. Blunienkrone weiss. Blütezeit Juli, August, 
Höhe 30 bis 100 cm. 2J.. Auf trockenen, fetten Wiesen bei Aachen. 
C. verticillatum Koch, Quirlblätteriger Kümmel. 



*) Tafel 368B. Bupleurum falcatum L. B blühende Pflanze. 1 und 2 
Blumenblätter; 3 Fruchtdöldchen. 

**) Tafel 369. Aegopodium Podagraria L. AB Teile der blühenden 
Pflanze. 1 Blüte; 2 Fruchtknoten; 3 Frucht; 4 Querschnitt durch die 
Frucht. 1 bis 4 vergrössert. 




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— 133 — 

2. Zipfel der Blätter linealisch, nicht quirlig - gestellt. Wurzel stock 
kugelig. 

a. Hülle und Hüllchen reichblätterig. Fruchtstiele aufrecht; Früchtchen 
daher aneinanderliegend. — Blätter fast dreifach - fiederschnittig. 
Blunienkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 bis 60 cm. %■ 
Auf Ackern mit thonigem und kalkigem Boden, im südlichen und 
westlichen Teile des Gebietes; zerstreut oder stellenweise gemein. 
Die Knollen sind geniessbar. (Bunium bulbocastanum L.) C. bulbo- 
castanum Koch, Knollentragender Kümmel, Erdkastanie, Erd- 
eichel. 

b. Hülle armblätterig, abfallend. Hüllchen drei- bis sechsblätterig. 
Fruchtstiele gespreizt, Früchtchen daher abstehend. Im übrigen 
der vorigen ähnlich. Blunienkrone weiss. Blütezeit Mai. Höhe 
30 bis 50 cm. 2J.. Bei Triest. C. divaricatum Koch, Gespreizter 
Kümmel. 

B. Hülle fehlend. Hüllchen fehlend oder borstlich und armblätterig. — 
Stengel kantig, kahl wie die ganze Pflanze. Blätter doppelt - fieder- 
schnittig; deren Abschnitte fiederspaltig oder fiederteilig, mit linealen, 
spitzen Zipfeln; die untersten Paare an der Hauptspindel kreuzständig. 
Blumen weiss, mitunter rosenrot. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 
100 cm. 2J. und Q. Auf Wiesen und Ackerrainen häufig, auch der 
gewürzhaften, officinellen Früchte halber angebaut. 0. Carvi L., Gemeiner 
Kümmel.*) 

Gattung 462: Bunium L.. Erdnuss, Knollenkümmel. 

Wurzelstock knollig. Grundständige Blätter dreifach - fiederschnittig. 
Stengel nur an den Verzweigungen mit kleinen, verhältnismässig gross- 
scheidigen Blättchen. Hülle und Hüllchen fünf- bis sechsblätterig. Blumen- 
krone Weiss. Früchte länglich, mit gabeligem Fruchtträger und dreistriemigem 
Thälchen. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. %. Unter der Saat 
und auf Felsen in Istrien. B. montamim Koch, Berg -Erdnuss. 

Gattung 463: Ammi Tournefort, Ammi. 

Ganze Pflanze kahl. Stengel gerillt. Blätter ein- bis zweifach drei- 
schnittig oder dreischnittig-fiederfÖrnrig; im übrigen recht veränderlich, gras- 
oder blaugrün. Hülle und Hüllchen viel blätterig; Blätter der ersteren drei- 
teilig mit feinlinealen Zipfeln, der letzteren lanzettlich - pfriemlich. Blüten 



*) Tafel 370. Carum Carvi L. AB Teile der blühenden Pflanze. 1 Blüte; 
2 Fruchtknoten; 3 Fruchtknoten-Längsschnitt; 4 Fruchtdöldchen; 5 Früchtchen 
mit Träger; 6 Fruchtlängsschnitt; 7 Fruchtquerschnitt. 1 bis 7 vergrössert. 



— 134 — 

zwitterig. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter weiss, durch das einge- 
schlagene Endläppchen unregelmässig zweilappig, die äusseren am Rande 
der Döldchen meist grösser. Frucht eilänglich, von der Seite zusammen- 
gedrückt. Riefen des Früchtchens 5, fädlich, die seitenständigen randend. 
Thälchen einstriemig. Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. 
Blütezeit August bis Oktober. Höhe 30 bis 100 cm. 0. Aus dem Süden 
stammend, in Feldern und Gärten; wohl nur verwildert. A. majus L., Grosses 
Ammi. 

Gattung 464: Sison L., Sison. 

Kahles, oberwärts rutenförmig - ästiges Kraut. Blätter fiederschnittig. 
Abschnitte der unteren Blätter eiförmig; der oberen fiederspaltig, mit 
linealen Zipfeln. Döldchen wenigblütig; Hülle und Hüllchen armblätterig. 
Blumenkrone weiss. Fruchtträger zweiteilig. Thälchen einstriemig. Striemen 
keulenförmig von der Spitze bis zur Mitte der breit-eiförmigen Frucht herab- 
laufend. Blütezeit Juli, August. Höhe bis etwa 50 cm. G. An schattigen 
Orten, in Hecken; Kärnten, Krain, Genf. S. Amomum L., Gewürzsison. 

Gattung 465: Pimpinella L., Bibernelle. 

Blätter fiederschnittig. Hülle und Hüllchen fehlend. Blüten zwitterig 
und männlich. Kelchsaum undeutlich. Frucht eiförmig, mit gabeligem bis 
zweispaltigem Fruchtträger. Thälchen vielstriemig. 

A. Früchte kahl. 

a. Stengel tief - kantig - gefurcht , beblättert, Griffel schon während der 
Blüte länger als der Fruchtknoten. — Blätter einfach -fiederschnittig; 
deren Abschnitte sehr verschiedengestaltig von eiförmig und lanzettlich 
und fast ungeteilt bis ein- bis zweifach -fiederspaltig. Blumenkrone 
weiss, auf den Voralpen häufig rosenrot. Blütezeit Juli bis in den 
Herbst. Höhe 30 bis 100 cm. 2J.. In Wald wiesen und Gebüschen. 
P. magna L., Grosse Bibernelle. 

b. Stengel stielrund, zartgerillt, oberwärts fast blattlos. Griffel zur Blüte- 
zeit kürzer als der Fruchtknoten. 

1. Stengel oberwärts kahl und fast blattlos, unterwärts kahl oder 
schwach-feinhaarig. Milchsaft der Wurzel an der Luft nicht blau 
werdend. Blätter einfach -fiederschnittig. Abschnitte der Stengel- 
blätter fiederspaltig oder drei- bis zweispaltig, manchmal auch 
lanzettlich und ungeteilt. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli bis 
bis in den Herbst. 4-. Höhe 15 bis 50 cm. Die Wurzel ist 
officinell. Auf Hügeltriften und Wiesen gemein. P. Saxifraga L., 
Gemeine Bibernelle. 




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— 135 — 

2. Stengel, Zweige, bisweilen auch die Blütenstiele kurz -grauhaarig. 
Milchsaft der Wurzel an der Luft rasch blau werdend. Im übrigen 
der vorigen ähnlich und auch als Abart derselben angesehen. 
Blütezeit Juli bis September. 2J.. In Waldwiesen und Gebüsch 
Norddeutschlands. P. nigra Willdenow, Schwarze Bibernelle. 

B. Früchte nicht kahl. 

a. Früchte borstig. Pflanzen zweijährig und ausdauernd; rauhhaarig. — 
Blätter fiederschnittig. Abschnitte der unteren Blätter eiförmig oder 
herzförmig gezähnt, untere dieser Abschnitte tief- zweispaltig, obere 
geteilt oder eingeschnitten - gesägt. Abschnitte der oberen Blätter 
linealisch, ganzrandig. Kronblätter weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 
bis 100 cm. Auf unfruchtbaren Abhängen an der Küste des Adria- 
tischen Meeres. P. peregrina L., Fremdländische Bibernelle. 

b. Früchte weichhaarig. Pflanze einjährig, kurz -weichhaarig. Stengel 
stielrund, zart gerillt. Unterste Blätter ungeteilt, herzförmig-rundlich, 
eingeschnitten -gesägt; folgende dreischnittig; mittlere fiederschnittig, 
mit keilförmigen und gelappten oder lanzettlichen Zipfeln; oberste 
dreispaltig oder ungeteilt. Hülle und Hüllchen meist fehlend. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 50 cm. Stammt 
aus dem Oriente und wird der officinellen Früchte halber in einigen 
Gegenden angebaut. P. Anisum L., Anis.*) 

Gattung 466: Falcaria Rivin, Sichelmöhre. 

Kelchsaum fünfzähnig. Kronblätter durch das eingeschlagene End- 
läppchen umgekehrt - herzförmig. Frucht länglich - eiförmig. Fruchtträger 
zweispaltig. Riefen 5, fädlich. Thälchen einstriemig. Eiweissquerschnitt 
halbkreisförmig. 

1. Blattabschnitte der einfachen oder dreischnittigen grundständigen Blätter 
lineal- lanzettlich, häufig sichelförmig gebogen, scharfdornig-gesägt ; Ab- 
schnitte der ebenfalls dreischnittigen Stengelblätter drei- und zweispaltig. 
Hülle und Hüllchen vielblätterig, linealisch. Blüten klein, weiss. Blüte- 
zeit Juli bis Oktober. Höhe 30 bis 60 cm. Auf Äckern und Wiesen 
zerstreut, doch stellenweise häufig. (F. Rivini Host; Sium Falcaria L.) 
F. vulgaris Bernhardi, Gemeine Sichelmöhre. 

2. Untere Blätter drei-, obere fiederschnittig; Abschnitte aller Blätter 
eiförmig oder umgekehrt-eiförmig, ungleich-gesägt. Blumenkrone weiss. 



*) Tafel 371. Pimpinella Anisum L. AB blühende Pflanze. 1 Blüte; 
2 Fruchtknoten; 3 Junge Frucht; 4 Frucht im Längsschnitte; 5 Frucht im 
Querschnitte. 1 bis 5 vergrössert. 



— 136 — 

Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis etwa 30 cm. Kalkberge im öster- 
reichischen Küstengebiete. F. latifolia Koch, Breitblätterige Sichel- 
möhre. 

Gattung 467: Ptychotis Koch, Faltenohr. 

Stengel vom Grunde an ästig. Grundständige Blätter einfach -fieder- 
spaltig. Stengelblätter klein, linealisch- geschlitzt. Dolden rispig. Hülle 
fehlend oder 1 bis 3 borstliche, hinfällige Blättchen. Hüllchen vielblätterig. 
Kelchsaum fünfzähnig. Kronblätter weiss, tief- zweilappig, mit einem aus 
einer Querfalte des Abschnittes entspringenden, einwärtsgebogenen Zipfelchen. 
Frucht eiförmig oder länglich. Fruchtträger zweiteilig. Thälchen einstriemig. 
Eiweissquerschnitt halbkreisrund. 

1. Hüllchenblätter alle borstlich. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 1 m. ©. 
Südtirol, am Genfer See. (P. saxifraga Karsten; Carum Burnus L.) 
P. heterophylla Koch, Verschiedenblätteriges Faltenohr. 

2. Zwei Hüllchenblätter sind spatelig und haarspitzig, drei lineal-pfriemlich. 
Blütezeit Mai. Höhe bis etwa 25 cm. 0. Istrien. P. ammoi'des 
Koch, Zwergpetersilie. 

Gattung 468: Cicuta L., Wasserschierling. 

Wurzelstock gross, knollig, inwendig hohl und durch Querwände in 
Fächer geteilt, auswendig geringelt. Stengel samt den unteren Blattstielen 
stielrund, röhrig, feingerillt, kahl wie die ganze Pflanze. Äste zuweilen 
gegenständig. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig, mit zwei- bis drei- 
teiligen Abschnitten und lineal-lanzettlichen, spitz- und scharf-gesägten, spitzen 
Zipfeln. Hülle fehlend oder ein- bis zweiblätterig. Hüllchen vielblätterig; 
dessen Blättchen pfriemlich, zurückgeschlagen. Blüten zwitterig und männ- 
lich. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter weiss, eirund, durch das zurück- 
geschlagene Endläppchen ausgerandet, einander gleich. Frucht rundlich- 
eiförmig. Fruchtträger zweiteilig. Thälchen einstriemig. Eiweissquerschnitt 
breit-elliptisch. Blütezeit Juli, August. Höhe 50 bis 150 cm. %. In 
Sümpfen und Teichen; zerstreut. In allen Teilen sehr giftig. C. virosa L., 
Giftiger Wasserschierling.*) 

Bei der kleinen Abart tennifolia Froelich, Zartblätteriger Wasser- 
schierling sind Wurzelstock und Stengel dünn; die Blattzipfel linealisch, 
spärlich-gesägt oder ganzrandig. 



*) Tafel 372. Cicuta virosa L. ABC Teile der blühenden Pflanze. 
1 Fruchtknoten; 2, 3 Teilfrüchtchen von verschiedenen Seiten; 4 Fruchtquer- 
schnitt. 1 bis 4 vergrössert. 




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— 137 — 

Gattung 469: Sium L.. Merk. 

Blüten zwitterig. Blumenblätter durch das eingeschlagene Endläppchen 
umgekehrt -herzförmig, einander gleich. Riefen 5, einander gleich, fädlich, 
die seitenständigen randend. Striemen oberflächlich. Thälchen drei- bis 
vierstriemig, Eiweiss an der Fugenfläche abgeplattet. 

1. Wurzel knollig - büschelig. Fruchtträger zweiteilig, frei. — Untere 
Blätter fiederschnittig, mit eiförmig-länglichen, obere dreischnittig, mit 
lineal-länglichen Abschnitten. Hülle und Hüllchen meist fünfblätterig, 
zurückgeschlagen. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 
30 bis 60 cm. 4. Aus Asien stammend, der süss und aromatisch 
schmeckenden Wurzel halber angebaut. S. Sisarum L., Zucker würz.*) 

2. Wurzel faserig, ausläufertreibend. Fruchtträger zweiteilig, den Teil- 
früchtchen angewachsen. — Stengel kantig -gefurcht. Blätter fieder- 
schnittig; deren Abschnitte lanzettlich, scharf- gesägt, am Grunde der 
inneren Seite schmäler. Untergetauchte Blätter vielfach - geschlitzt. 
Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 100 bis 125 cm. %. 
An Gräben und Teichen; zerstreut. S. latifolium L., Breitblätteriger 

Merk. 

Gattung 470: Beruht Koch, Berle. 

Wurzel büschelig-faserig, ausläufertreibend. Stengel stielrund, feingerillt, 
kahl wie die ganze Pflanze. Blätter einfach -fiederschnittig, mit eilanzett- 
lichen oder lanzettlichen, spitzen, ungleich -eingeschnitten -gesägten oder ge- 
lappten Abschnitten. Hülle und Hüllchen vielblätterig, deren Blättchen 
lanzettlich, ganzrandig bis fiederspaltig. Blüten zwitterig. Kelch fünfzähnig. 
Blumenblätter weiss, durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herz- 
förmig, einander gleich. Riefen 5, fädlich, einander gleich. Striemen, von 
dem dicken Gewebe des Fruchtgehäuses bedeckt, zahlreich das in dem Quer- 
schnitte fast kreisförmige Eiweiss umgebend. Fruchtträger zweiteilig, mit 
den Teilfrüchtchen verwachsen. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 100 cm. 
An Gräben und Bächen häufig, vielerorts gemein. (Sium angustifolium L.) 
B. angustifolia Koch, Schmalblätterige Berle.**) 

5. Unterfamilie: Angeliceae, Brustwurzgewächse. 

A. Kelchsaum undeutlich. 

1. Alle Rippen geflügelt; Seitenrippen doppelt so breit wie die Rückenrippen. 

*) Tafel 373. Sium Sisarum L. ABC Teile der blühenden Pflanze. 
1 Blüte; 2 Döldchen; 3 Früchtchen mit Fruchtträger. 1 bis 3 vergrössert. 

**) Tafel 374. Berula angustifolia Koch. AB Teile der blühenden 
Pflanze. 1 Früchtchen vom Rücken, 2 desgl. von der Seite gesehen; 3 Quer- 
schnitt eines Früchtchens. 1 bis 3 vergrössert. 

Thom<5, Flora. III. 18 



— 138 — 

a. Kronblätter ei-rundlich, einwärts-gerollt, grünlich-gelb. Hülle viel- 
blätterig. Gattung 471: Levisticum Koch, Liebstöckel. 

b. Kronblätter umgekehrt - herzförmig , in ein einwärts - geschlagenes 
Zipfelchen zugespitzt, weiss. Hülle fehlt oder bis dreiblätterig. 
Gattung 472: Selinum L., Silje. 

2. Randrippen breit-geflügelt; Rückenrippen fadenförmig. Gattung 473: 
Angelica L., Brustwurz. 

B. Kelchsaum deutlich fünfzähnig. 

1. Thälchen und Fugenflächen vielstriemig. Gattung 474: Archaugelica 
Hoffmann, Engelwurz. 

2. Thälchen einstriemig, Fugenfläche zweistriemig. Gattung 475: 
Ostericum Hoff mann, Mntterwurz. 

Gattung 471: Levisticum Koch, Liebstöckel. 

Stengel stielrund, röhrig, feingerillt, wie die ganze Pflanze haarlos. 
Blätter glänzend, lederartig, meist dreifach-fiederschnittig; Abschnitte letzter 
Ordnung umgekehrt- ei-keilförmig, eingeschnitten-gesägt. Hfille und Hüllchen 
vielblätterig. Kelchsaum undeutlich. Kronblätter grünlich -gelb, rundlich- 
eiförmig, einwärtsgerollt. Frucht oval; alle Riefen breit, scharf, fast geflügelt; 
randständige von fast doppelter Breite. Thälchen einstriemig; Fugenfläche 
zwei- bis vierstriemig. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 2 m. 2J.. In 
Südeuropa heimisch; im Gebiete hin und wieder angebaut. Wurzeln, Kraut 
und Früchte waren officinell. (Ligusticum Levisticum L.) L. officinale 
Koch, Gebräuchlicher Liebstöckel.*) 

Gattung 472: Selinum L., Silje. 

Stengel kantig-gefurcht; Kanten oft flügelartig -geschärft; kahl wie die 
ganze Pflanze. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig, mit fiederspaltigen 
oder fiederteiligen Abschnitten und lanzettlichen oder linealen Zipfeln. Hülle 
fehlend oder 1 bis 2 hinfällige Blättchen. Hüllchen vielblätterig; Blättchen 
lineal-pfriemHch. Blüten meist zwitterig, mitunter mit männlichen unter- 
mischt. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter weiss, durch den einge- 
schlagenen Endzipfel umgekehrt -herzförmig, einander gleich. Frucht oval, 
vom Rücken her flachgedrückt, zweiflügelig. Riefen 5, häutig- geflügelt; 
Flügel der Seitenriefen von doppelter Breite, ungefähr so breit wie das 
Früchtchen. Thälchen einstriemig, die seitlichen meist zweistriemig, Fugen- 

*) Tafel 375. Levisticum officinale Koch. AB Teile der blühenden 
Pflanze. 1 Blüte; 2 Längsschnitt durch den Fruchtknoten; 3 Querschnitt durch 
denselben; 4 Früchtchen und Fruchtträger; 5 Querschnitt durch die Frucht. 
1 bis 5 vergrössert. 




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— 139 — 

fläche zwei- bis vierstriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 60 bis 100 cm. %■. Auf feuchten Wiesen, zwischen Gebüsch; 
verbreitet. (Angelica Carvifolia Sprengel.) S. Carvifolia L., Kümmel- 
blätterige Silje. 

Gattung 473: Angelica L., Brustwurz. 

Blüten zwitterig. Kelchsaum undeutlich. Kronblätter lanzettlich, mit- 
unter mit eingebogener Spitze, einander gleich. Frucht oval, vom Rücken 
her flachgedrückt, zweiflügelig. Rückenriefen fädlich oder schwachgeflügelt; 
Seitenriefen mit einem Flügel, der ungefähr so breit wie das Früchtchen 
ist. Thälchen einstriemig; Fugenfläche zwei- bis vierstriemig. Fruchtträger 
frei, zweiteilig. Same mit der Fruchtschale enge verwachsen. 

a. Blattabschnitte letzter Ordnung eiförmig bis lanzettlich, scharf-ungleich- 
gesägt. Stengel schwach - gerillt. Blätter dreischnittig - fiederförmig 
oder zwei- bis dreifach-fiederschnittig, mit bauchig-aufgeblasenen Blatt- 
scheiden. Hülle fehlend oder 1 bis 3 hinfällige Blättchen. Hüllchen 
lineal-borstlich-vielblätterig. Blumenkrone weiss mit grünlichem oder 
rötlichem Anstrich. Blütezeit Juli bis September. Höhe 1 bis 2% m. 0. 
An Bächen in Wäldern und Wiesen häufig. A. silvestris L., Wald- 
Brust würz.*) 

Bei der auf höheren Gebirgen vorkommenden, seltenen Abart (?) 
montana Schleicher, Berg-Brustwurz sind die obersten Blattabschnitte 
an ihrem Grunde herablaufend. 

b. Blattabschnitte letzter Ordnung lineal-lanzettlich oder lanzettlich, ganz 
oder zwei- bis dreispaltig. — Stengel gefurcht, meist einblätterig. 
Blätter doppelt-fiederschnittig. Blumenkrone gelblich. Blütezeit Juni 
bis September. Höhe 10 bis 40 cm. G. Auf feuchten Triften der 
Hochvogesen. (Seseli pyrenaeum L.) A. pyrenaea Sprengel, Pyrenäen- 
Brustwiirz. 

Gattung 474: Archangelica Hoffinann, Engelwurz. 

Wurzelstock kurz, dick, schwammig, fast abgebissen; aussen gelbbraun, 
innen gelblich- weiss , gelblich -milchend, officinell. Stengel röhrig, gefurcht. 
Äste unter der Dolde, samt den Doldenstrahlen feinflaumig, sonst ganze 
Pflanze kahl. Blätter gross, zwei- bis dreifach -fiederschnittig; deren Ab- 
schnitte letzter Ordnung eiförmig oder eilanzettlich, spitz, ungleich- oder 
eingeschnitten -gesägt; der endständige ganz oder dreispaltig; seitenständige 
an ihrem Grunde schief, mitunter ein- bis zweilappig. Blattscheiden gross, 
häutig -schlaff, bauchig- aufgeblasen. Hülle fehlend oder einige hinfällige 



*) Tafel 376. Angelica silvestris L. A bis C Teile der Pflanze. 
1 Fruchtträger mit Früchtchen; 2 Querschnitt durch die Frucht. 



— 140 — 

Blättchen. Hüllchen vielblätterig; deren Blättchen lineal - borstlich , nach 
der Blüte abfallend. Blüten zwitterig. Kelch undeutlich fünfzähnig. Blumen- 
blätter elliptisch, zugespitzt, mit einwärtsgebogener Spitze, einander gleich. 
Frucht oval, vom Rücken her zusammengedrückt; Rückenriefen gekielt; 
Seitenriefen geflügelt, Flügel etwa von der halben Breite des Früchtchens. 
Thälchen und Fugenfläche vielstriemig, aber die Striemen im Tnnenfrucht- 
schalgewebe. Da das Mittelfruchtschalgewebe sich auflöst, liegt der reife 
Same, von zahlreichen Olstriemen bedeckt, frei in der Höhlung der Aussen- 
fruchtschicht. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blumenkrone grünlich. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe 125 bis 200 cm. In Schluchten höherer Gebirge; 
sehr zerstreut; in der Schweiz mitunter angebaut und an Ufern verwildert. 
(Angelica Archangelica L.) A. officinalis Hoff mann, Gebräuchliche Engel- 
wurz. *) 

Gattung 475: Ostericum Hoffmann, Mutterwurz. 

Stengel hohl, kantig-gefurcht, armblätterig. Blätter zwei- bis mehrfach- 
fiederschnittig, deren Abschnitte gespreizt stehend, aus schief herzförmigem 
Grunde eiförmig, spitz, grob-gekerbt-gesägt; seitliche ungleichseitig. Hülle 
wenig-, Hüllchen vielblätterig; Blättchen lanzettlich - pfriemlich. Kelchsaum 
fünfzähnig. Kronblätter weiss, ziemlich lang -genagelt, durch den linealen, 
eingeschlagenen Endzipfel umgekehrt -herzförmig. Frucht eiförmig, etwas 
vom Rücken zusammengedrückt, mit 3 fädlichen, hohlen Rückenrippen und 
2 sehr breiten, häutig-geflügelten Randrippen. Die Mittelfruchtschicht löst 
sich unter den Rippen fast gänzlich auf, sodass der Same nur in den ein- 
striemigen Thälchen und der zweistriemigen Fugenfläche mit der Aussen- 
fruchtschicht zusammenhängt. Blütezeit Juli, August. Höhe 50 bis 125 cm. 
2J. oder G(?). Auf feuchten Wiesen im mittleren und nördlichen Gebiete 
zerstreut. (Angelica pratensis Marschall v. Bieberstein; 0. pratense Hoff- 
mann.) 0. palustre Besser, Sumpf- Mutterwurz. 

6. Unterfaniilie: Peucedaneae, Haarstranggewächse. 

A. Kelchsaum undeutlich. 

1. Kronblätter umgekehrt-herzförmig, weiss. Gattung 476: Imperatoria L., 
[ Meisterwurz. 

2. Kronblätter rundlich, gelb. 

a. Rippen gleich weit von einander entfernt; die mittleren gekielt, die 
seitlichen auf dem Rande des Flügels und fädlich. Gattung 477: 
Anetkum Tournefort, Dill. 



*) Tafel 377. Archangelica officinalis Hoffmann. AB Teüe der 
blühenden Pflanze, verkleinert. 1 Blüte; 2 Fruchtträger mit Früchtchen; 
3 Frucht im Querschnitt. 1 bis 3 vergrössert. 



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— 141 — 

b. Die Seitenrippen stehen in der Mitte des Flügelrandes nnd von den 
Rückenrippen viel weiter ab als diese von einander. Gattung 478: 
Pastinaca Tournefort, Pastinak. 
B. Kelchsaum deutlich fünfzähnig. 

1. Rückenrippen undeutlich. 

a. Frucht mit dünnem, flachem Rande. Gattung 479: Heracleum L., 
Bärenklau. 

b. Frucht mit schwielig-verdicktem, runzeligem, weissem Rande. Gat- 
tung 480: Tordylium Tournefort, Zirmet. 

2. Rükenrippen deutlich gekielt-hervortretend. 

a. Striemen auf der Fugenseite oberflächlich gelegen und sichtbar. 

a. Kronblätter flach oder einwärts-geschlagen. 

a. Früchtchen mit der ganzen Fugenseite verwachsen. Gat- 
tung 481: Peucedanum L., Haarstrang. 

K Früchtchen nur mit ihrer Mittellinie verwachsen. Gattung 482 : 
Ferulago Koch, Birkwnrz. 
ß. Kronblätter einwärts-gerollt. Gattung 483: Tommasinia Ber- 
tolini, Tommasinie. 

b. Striemen auf der Fugenseite im Fruchtgewebe verborgen, nicht 
sichtbar. Gattung 484: Thysselinum Ho ff mann, Opfersilje, 
Olsenich. 

Gattung 476: Imperaioria L., Meisterwurz. 

Kronblätter um gekehrt -herzförmig, weiss oder rötlich. Hülle fehlend. 
Frucht breit - geflügelt. Thälchen einstriemig; Fugenfiäche zwei- bis vier- 
striemig. 

1. Blätter ein- bis zweifach-dreischnittig, kahl oder unterseits flaumhaarig; 
deren Abschnitte breit -ei -herzförmig, oft schief, der endständige drei- 
spaltig, die seitlichen zweispaltig; selten alle dreispaltig, doppelt- gesägt. 
Blattscheiden bauchig. Stengel röhrig, stielrund, kahl oder unter den 
Dolden flaumhaarig. Hüllchen aus einigen borstlichen Blättchen ge- 
bildet, hinfällig. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 100 cm. %■. 
Wurzel und Wurzelstock sind officinell. Auf Gebirgswiesen des mittleren 
und südlichen Teiles des Gebietes. (Peucedanum Ostruthium Koch.) 
I. Ostruthium L., Gemeine Meisterwurz. 

2. Blätter zweifach-dreischnittig, deren Abschnitte umgekehrt-eiförmig, mit 
keiligem Grunde, zugespitzt, ungleich- bis eingeschnitten -scharf- und 
doppelt-gesägt. Im übrigen der vorigen ähnlich. Blütezeit Juli, August. 
21. Südseite der Alpen; selten. I. angustifolia Bellardi, Schmal- 
blätterige Meisterwurz. 



— 142 — 

Gattung 477: Anethum Tournefort, Dill. 

Stengel stielrund, feingerillt, kahl wie die ganze Pflanze, wie die Blätter 
bläulich - bereift, Blätter drei- bis vielfach - fiederschnittig. Zipfel lineal- 
pfriemlich oder borstlich. Blattscheiden weiss berandet, kurz, an der Spitze 
beiderseits Ohrchen bildend. Hülle und Hüllchen fehlend. Blüten zwitterig. 
Kelchsaum verwischt oder schwach - fünf zähnig. Blumenblätter sattgelb, 
rundlich- viereckig, abgestutzt, eingerollt, einander gleich. Frucht elliptisch, 
vom Rücken her ziemlich flach gedrückt, von einem breiten, abgeflachten, 
glatten Rande umzogen. Riefen 5, fädlich; die 3 des Rückens geschärft- 
gekielt, die seitenständigen mit dem Rande zusammenfliessend. Thälchen 
einstriemig; Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blüte- 
zeit Juli bis Herbst. Höhe 60 bis 125 cm. 0. In Südeuropa einheimisch; 
zum Küchengebrauche gebaut und verwildert. A. graveolens L., Gemeiner 

Dill.*) 

Gattung 478: Pastinaca Tournefort. Pastinak. 

Blüten zwitterig. Kelchrand schwach-fünfzähnig bis undeutlich. Kron- 
blätter rundlich -viereckig, abgestutzt, eingerollt, einander gleich. Frucht 
eiförmig, vom Rücken her flachgedrückt, von einem breiten, flachen, glatten 
Rande umzogen. Riefen 5, sehr fein. Thälchen einstriemig, Fugenfläche 
zwei- bis vierstriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. 
A. Blätter einfach-fiederschnittig, wenigstens unterseits behaart. 

1. Blätter oberseits kahl, glänzend, unterseits weichhaarig, grasgrün; deren 
Abschnitte eilänglich oder länglich, stumpflich, grob - gesägt , seiten- 
ständige ungeteilt oder am Grunde ein- bis zweilappig, der endstäudige 
oft dreispaltig. Stengel kantig-gefurcht. Dolde acht- bis zehnstrahlig. 
Hülle und Hüllchen fehlend oder 1 bis 2 hinfällige Blättchen. Blumen- 
krone gelb. Blütezeit Juli bis Herbst, Höhe 30 bis 100 cm. G. 
Auf Wiesen, Hügeln, an Rainen verbreitet; der gewürzigen Wurzel 
halber mitunter kultiviert. P. sativa L., Gemeiner Pastinak.**) 

Bei der Abart urens Requien, Nesselartiger Pastinak, ist der 

Stengel fast stielrund, gestreift und wie die Blätter dicht-grauhaarig. 
Böhmen. 

2. Blätter beiderseits flaumig, mattgrün; deren Abschnitte eiförmig, spitz, 
eingeschnitten oder geteilt, doppelt-gesägt Stengel stielrund, gerieft. 



*) Tafel 378. Anethum graveolens L. A Teil der blühenden Pflanze. 
1 Blüte; 2 Fruchtknoten nebst Querschnitt; 3 Fruchtträger mit Früchtchen; 
4 Querschnitt durch die Frucht, 1 bis 4 vergrössert. 

**) Tafel 379. Pastinaca sativa L. AB Teile der blühenden Pflanze. 
1 Fruchtknoten im Längsschnitte; 2 Fruchtträger mit den Früchtchen; 3 Quer- 
schnitt der Frucht. 1 bis 3 vergrössert. 




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— 143 — 

Dolde fünf- bis sechsstrahlig. Blumenkrone gelb. Blütezeit August. 

Höhe 100 bis 150 cm. O. Auf Weiden; Schweiz, Istrien. P. opaca 

Bernhardi, Flaumiger Pastinak. 
B. Blätter doppelt-fiederschnittig, kahl; deren Abschnitte lanzettlich, einge- 
schnitten-gesägt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August. O- Auf 
Gebirgsabhängen in Krain und Istrien. P. Fleischmanni Hladnik, 
Fleischmanns Pastinak. 

Gattung 479: Heracleum L., Bärenklau. 

Blüten zwitterig und männlich. Kelch fünfzähnig. Kronblätter durch 
das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt -herzförmig; meistens ungleich; 
die äusseren am Rande der Döldchen grösser, tief - zweispaltig und öfter 
strahlend. Frucht oval, vom Rücken zusammengedrückt, von einem breiten, 
abgeflachten, glatten Rande umgeben. Riefen 5, sehr fein. Thälchen ein- 
striemig; Fugenfläche zwei- bis vierstriemig oder striemenlos; Striemen keulen- 
förmig, verkürzt. Fruchtträger zweiteilig, frei. 
A. Blätter, wenigstens die unteren, fiederteilig. 

1. Fugenfiäche mit 2 bis etwa zur Mitte herablaufenden Striemen. — 
Stengel gefurcht, röhrig, steif haarig, wie die ganze Pflanze. Blätter 
dreischnittig oder zwei- bis dreipaarig- fiederschnittig. Blattscheiden 
aufgeblasen. Hülle fehlend oder ein- bis sechsblätterig, Hüllchen viel- 
blätterig. Fruchtknoten kurz -behaart oder fast kahl; Früchte meist 
ganz kahl. Blumenkrone weiss. Dolden strahlend. Blütezeit Juli 
bis Herbst. Höhe 60 bis 150 cm. G. In Wiesen und Gebüsch, 
verbreitet. H. Spondylium L., Gemeine Bärenklau.*) 

Formenreiche Pflanze: 
a. Scheiden weisshäutig. Kronblätter fast gleichgross, nicht strahlend, 

grünlich-weiss. Frucht kahl. Im nördlichen Teile des Gebietes 

und auf Gebirgen. H. sibiricum L., Sibirische Bärenklau. 
ß. Blattabschnitte lang and schmal. Gebirgsform. H. elegans Jacquin, 

Schöne Bärenklau. 
y. Blattabschnitte fiederspaltig, mit lanzettlichen oder linealen, spitzen 

Zipfeln. Auf Kalkboden. H. angustifolium L., Schmalblätterige 

Bärenklau. 

2. Fugenfläche mit 2 sehr kurzen, oft ohne Striemen. Blattscheiden 
enge anliegend. Blattfläche drei- oder fiederschnittig; deren Abschnitte 



*) Tafel 380. Heracleum Spondylium L. A Teil der Pflanze. 
1 Fruchtknoten; 2 halbreif e Frucht ; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen ; 4 Frucht- 
querschnitt. (Die beiden roten Felder zwischen den Teilfrüchtchen müssten weiss 
sein.) 1 bis 4 vergrössert. 



— 144 — 

sitzend, gesägt, die seitlichen ungeteilt, die der Grundblätter eiförmig, 
der Stengelblätter lanzettlich zugespitzt; Endabschnitt dreispaltig. 
Fruchtknoten weichhaarig; Frucht kahl. Blumenkrone weiss. Blüte- 
zeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 100 cm. . Auf Wiesen der Alpen 
und Voralpen Österreichs. H. austriacuni Jacquin, Österreichische 
Bärenklau. 

Bei der Abart H. siifolium Reichenbach, Merkblätterige Bären- 
klau sind die Kronblätter rosa, die Früchte steifhaarig. 

B. Blätter, wenigstens die grundständigen, einfach, herzförmig, handförmig- 
gelappt oder gespalten. 

1. Untere Blätter herzförmig -rundlich, gelappt, mit abgerundeten oder 
stumpfen Lappen; am Rande und unterseits auf den Adern flaumig, 
zuletzt fast kahl. Blumenkrone weiss, strahlend. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 1 bis 2 m. 2J-. In Gebirgswaldungen der West- 
schweiz. H. alpinum L., Alpen-Bärenklau. 

2. Untere Blätter handförmig - gespalten , mit zugespitzten oder fein- 
spitzigen Lappen; unterseits ganz oder nur auf den Adern kurzhaarig. 
Blumenkrone weiss, strahlend. Blütezeit Juli, August. Fruchtknoten 
kurzhharig, rauh. Höhe l 1 ^ bis 2 m. 0. In Waldungen der Vor- 
alpen. (H. Panaces Bertoloni.) H. asperum Marschall v. Bieber- 
stein, Rauhhaarige Bärenklan. 

Gattung 480: Tordylium Tournefort, Zirmet. 

Blüten zwitterig und männlich. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter durch 
das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt - herzförmig ; die äusseren am 
Rande der Döldchen grösser, tief-zweispaltig, strahlend. Frucht vom Rücken 
her flachgedrückt, von einem schwielig -verdickten, runzelig -knotigen Rande 
umzogen. Riefen undeutlich. Striemen fadenförmig, so lang als das 
Thälchen. 

1. Thälchen einstriemig; Fugenfläche vielstriemig. — Stengel rückwärts- 
steif haarig. Blätter fiederschnittig; Abschnitte gegenständig, ei-lanzett- 
lich, gesägt, grasgrün, rauh, spröde. Hülle und Hüllchen mehrblätterig, 
linealisch-borstig. Blätter des Hüllchens kürzer als das Döldchen. 
Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 100 cm. ©. 
Auf Ackern, an Zäunen, Wegen; sehr zerstreut. T. niaximum L., 
Grösster Zirmet. 

2. Thälchen und Fugenfläche vielstriemig. — Stengel unterwärts -zottig. 
Blätter einfach -fiederschnittig, mit bis 5 Paaren, gegenständiger, fast 
herz- eiförmiger Abschnitte. Hüllchenblätter vielmal länger als die 



— 145 — 

Doldenstrahlen. Blnmenkrone weiss. Blütezeit April, Mai. Höhe bis 
50 cm. G. Unfruchtbare Orte am Adriatischen Meere. T. apillnm L., 
Apulischer Zirmet. 

Gattung 481: Peucedanum L., Haarstrang. 

Blüten zwitterig. Kelchsanm fünfzähnig. Blnmenkrone umgekehrt- 
eiförmig, flach oder mit einwärts-geschlagener Spitze. Frucht vom Rücken 
zusammengedrückt. Rippen fädlich. Thälchen ein- bis dreistriemig, die der 
Fugenfläche oberflächlich, sichtbar. 

A. Früchtchen von einem dünnen Rande (Flügel) umzogen, der so breit als 
das ganze Früchtchen ist. Stengel glänzend, weissgestreift, gefurcht. 

1. Blattzipfel lineal-lanzettlich. Blätter dreifach-fiederschnittig; Abschnitte 
letzter Ordnung eiförmig, fiederteilig oder fiederspaltig. Zipfel lineal- 
lanzettlich, stachelspitzig. Hülle und Hüllchen vielblätterig. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juni, August. %■. Auf trockenen Abhängen 
des südlichen Gebietes. P. austriacum Koch, Österreichischer Haar- 
strang. 

2. Blattzipfel schmal-lineal. — Im übrigen der vorigen sehr ähnlich und 
auch als Abart derselben angesehen. Südabhang der Österreichischen 
und Schweizer Alpen. (P. leptophyllum Willkomm.) P. rablense 
Koch, Raibelthaler Haarstrang. 

B. Rand der Früchtchen schmal, höchstens halb so breit wie das Früchtchen. 

I. Hülle fehlend oder wenig-, ein- bis dreiblätterig. 

A. Blätter einfach-fiederschnittig; Abschnitte letzter Ordnung sitzend, 
fiederspaltig, mit linealen bis lanzettlichen Zipfeln. 

1. Stengel gefurcht. Blätter beiderseits glänzend-grasgrün. Thäl- 
chen ein- bis vierstriemig. Doldenstrahlen oberseits kurzhaarig. 
Blüten gelblich- oder grünlich-weiss. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 60 bis 100 cm. 2J.. Auf fruchtbaren Wiesen; selten. 
P. Chabräi Reichenbach, Chabräi's Haarstrang. 

2. Stengel stielrund, gerillt. Blätter beiderseits matt -meergrün; 
deren Abschnitte lanzettlich, ganz bis vielspaltig oder vierteilig. 
Thälchen einstriemig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, 
August. 2J.. In Südkrain. P. Schottii Besser, Schott's Haar- 
strang. 

Bei der Abart petraenm Noe, Fels -Haarstrang sind die 
Endabschnitte der grundständigen Blätter drei- bis vielspaltig, 
die der Stengelblätter ungeteilt. 

Thoi»6, Flora. III. 19 



— 146 — 

B. Blätter lnehrfach-fiederschnittig oder inehrfach-dreischnittig. 

1. Blätter mehrfach- dreischnittig. 

a. Blumen gelb. Frucht halb so lang wie ihr Stiel. — Blätter 
bis fünffach -dreischnittig; Abschnitte lineal. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 125 bis 200 cm. 2J.. Auf Waldwiesen im 
mittleren und südlichen Teile des Gebietes. P, officinale L., 
Gebräuchlicher Haarstrang, Sanfenchel. 

ß. Blumen weiss. Frucht so lang wie ihr Stiel. Der vorigen 
sehr ähnlich und vielleicht nur eine Abart derselben. Bei 
Triest. P. parisiense De C and olle, Pariser Haarstrang. 

2. Blätter dreifach- fiederschnittig', wie der Stengel bläulich -grün. 
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August. % ('?). An sandigen 
Orten Niederösterreichs (V). P. areuarinm Waldstein-Kitaibel, 
Sand-Haarstrang. 

II. Hülle vier- und m ehrblätterig. Blätter zwei- bis dreifach -fieder- 
schnittig. 

A. Hüll- und Hüllchenblätter zurückgeschlagen. Stengel stielrund, 
gerillt. 

1. Blattabschnitte zurückgeschlagen, spreizend. Blätter grasgrün- 
glänzend. Striemen der Fugenfläche bogenförmig, dem Rande 
des Früchtchens gleichlaufend. — Blattabschnitte eiförmig, ein- 
geschnitten oder fast fiederspaltig-gezähnt. Blumenkrone weiss. 
Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 100 cm. %■. Auf Wiesen, 
grasigen Anhöhen, an Waldrändern; zerstreut. (Athamanta 
Oreoselhmm L.) P. Oreoselinum Mönch, Berg - Haarstrang, 
Grundheil. 

2. Blattabschnitte abstehend. Blätter blaugrün, nicht glänzend. 
Striemen der Fugenfläche einander parallel. — Blattabschnitte 
eiförmig, fast dornig-gesägt. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 50 bis 125 cm. 2J.. Bergwälder, Waldwiesen; 
zerstreut. (Athamanta cervaria L.) P. Cervaria Cusson, 
Hirschwurz. 

B. Blätter von Hülle und Hüllchen aufrecht. Stengel kantig- gefurcht. 

1. Blumenkrone weiss. Doldenstrahlen innen flaumig-rauh. Griffel 
der reifen Frucht doppelt so lang und länger als die Höhe des 
Stempelpolsters. — Blätter zweifach-fiederschnittig. Abschnitte 
letzter Ordnung eiförmig, fiederteilig oder fiederschnittig. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe bis 100 cm. 2J.. In Südtirol, Krain, 
bei Triest. P. venetnm Koch, Venetianischer Haarstrang. 



— 147 — 

2. Blumenkrone gelblich. Doldenstrahlen kahl. Griffel der reifen 
Frucht etwas länger als die Höhe des Stempelpolsters. — 
Blätter zwei- bis dreifach - fiederschnittig. Abschnitte letzter 
Ordnung fiederteilig oder fiederspaltig. Blütezeit Juli, August. 
Höhe bis 100 cm. 4. Auf sonnigen Gebirgs wiesen des mitt- 
leren und südlichen Gebietes. P. alsaticum L., Elsässer Haar- 
strang. 

Gattung 482: Ferulago Koch, Birkwurz. 

Stengel kantig - gefurcht. Blätter vielfach - fiederteilig , mit sparrigen, 
lineal-lanzettlichen Abschnitten. Hüllchen vielblätterig. Kronblätter zurück- 
gekrümmt. Frucht gross, umgekehrt -eiförmig, Griffel lang, herabgebogen. 
Rippen fädlich. Striemen zahlreich. Fruchtträger zweiteilig. Blumenkrone 
gelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 1 bis 2 m und höher. 4. Auf trockenen 
Wiesen in Südkrain und im österreichischen Küstenlande. F. galbanifera 
Koch, Birkwurz. 

Gattung 483: Tommasinia Bertoloni, Tommasinie. 

Stengel stielrund, röhrig. Blühende Aste quirlständig. Blattscheiden 
weit aufgeblasen. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig; deren Abschnitte 
eiförmig, zwei- bis dreilappig, ungleich -grobgesägt. Hülle und Hüllchen 
fehlen. Blumenkrone grünlich -gelb; einwärts - gerollt. Frucht breit -fiügel- 
randig; Thälchen einstriemig. Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis 2 r 2 m. 4. 
Am Südabhange der Osterreichischen und Schweizer Alpen; selten. (Angelica 
verticillaris L.; Imperatoria verticillaris De Candolle.) T. verticillaris Ber- 
toloni, Quirlästige Tommasinie. 

Gattung 484: Thysselinum Ho ff mann, Opfersilje. Olsenich. 

Stengel röhrig, kantig -gefurcht, unterwärts oft behaart, oft purpurrot, 
in der Jugend samt den Wurzeln milchend. Blätter drei- bis vierfach-fieder- 
schnittig. Fiedern tief- fiederspaltig, mit lineal-lanzettlichen, zugespitzten 
Zipfeln. Hülle und Hüllchen vielblätterig, häutig - berandet. Frucht vom 
Rücken zusammengedrückt, schmalrandig. Striemen der Fugenseite nicht 
sichtbar, im Fruchtgewebe verborgen. Blume weiss. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 100 bis 123 cm. Auf Sumpfwiesen, an Teichrändern; zerstreut. 
(Selinum palustre L.; Peucedanum palustre Mönch.) T. palustre Hoff- 
mann, Sumpf -Opfersilje. 

7. Unterfamilie: Scandicineae, Nadelkerbelgewächse. 

A. Frucht geschnäbelt. 

1. Schnabel kürzer als die Frucht. Rippen und Striemen fehlen. Gat- 
timg 485: Anthriscus Hoffmann, Kerbel. 



— 148 — 

2. Schnabel mehrerenial länger als die Frucht. Thälchen einstriemig. 
Gattung 486: Scandix L., Nadelkerbel. 
B. Frucht ungeschnäbelt. 

1. Thälchen striemenlos ; Rippen stark, gekielt, mit weiter Strieme. 
Gattung 487: Myrrkis Scopoli, Siiss-Dolde. 

2. Thälchen einstriemig. 

a. Griffel lang, fadenförmig. 

«. Die Rippen werden erst nach dem Trocknen der reifen Frucht 
sichtbar. Gattung 488: Chaerophyllum L., Kälberkropf. 

ß. Die Rippen sind gekielt, fast geflügelt. Gattung 489: Biasolettia 
Koch, Biasolettie. 

b. Griffel fehlt. Gattung 490: Pkysocaulus Tausch, Blasenstengel. 

Gattung 485: Anthriscus Hoff mann, Kerbel. 

Blüten zwitterig und männlich. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter 
umgekehrt- eirund, die äusseren am Rande der Döldchen oft grösser. Frucht 
lineal- bis eiförmig, länger als der Schnabel, in den sie ausläuft, rippen- 
und striemenlos; Schnabel mit 5 fädlichen Rippen. 
A. Dolden wenigstrahlig, teils gestielt, teils sitzend. 

1. Stengel kahl oder namentlich über den Knoten weichhaarig. Dolden- 
strahlen meist fein -behaart. Griffel länger als das Stempelpolster. 
Kraut gewürzhaft-riechend. — Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig, 
oberseits kahl, unterseits, samt den Blattstielen und Blattscheiden, 
zerstreut-behaart; Blattabschnitte fiedersp altig, mit lanzettlichen Zipfeln. 
Hülle fehlend. Hüllchen halbiert, 2 bis 3 lanzettliche Blättchen. 
Frucht lineal, kahl (var. sativa Endlicher) oder steif haarig, (var. 
trichosperma Endlicher) zwei- bis dreimal so lang wie ihr Schnabel. 
Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 60 cm. 0. 
Aus Südeuropa, zum Küchengebrauche angebaut und hin und wieder 
verwildert. A. Cerefolinm Hoff mann, Kücken-Kerbel.*) 

2. Stengel kahl. Doldenstrahlen kahl. Griffel kürzer als das Stempel- 
polster. Geruchlos. — Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig, ober- 
seits kahl, unterseits, samt den Blattscheiden und Stielen, zerstreut- 
behaart, in der Jugend fast zottig. Blattabschnitte fiederschnittig, 
mit lanzettlichen Zipfeln. Hülle fehlend, Hüllchen 2 bis 5 lanzett- 



*) Tafel 381. Anthriscus Cerefolium Hoffmann. AB blühende Pflanze. 
1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Querschnitt durch ein Halbfrüchtchen 1 bis 3 ver- 
grössert. 



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— 149 — 

liehe Blättchen. Frucht eiförmig, mit kleinen, einwärts-gekrümruten 
Stachelchen dicht- besetzt, etwa drei- bis viermal so lang wie ihr 
Schnabel. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 
50 cm, 0. An wüsten Orten verbreitet. (Scandix anthriscus L.) 
A. vulgaris Persoon, Gemeiner Kerbel. 

B. Dolden vielstrahlig, alle gestielt. 

I. Stengel und Blätter kurz-sammethaang, zwei- bis dreifach-fiederschnittig; 
Abschnitte klein, deren Zipfel linealisch. Frucht lineal-länglich, knotig- 
weichstachelig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. %-. Krain, 
Istrien. A. funiarioides Sprengel, Erdrauchblätteriger Kerbel. 

IL Stengel ganz kahl oder unterwärts rauhhaarig und nach oben zu kahl. 

a. Abschnitte letzter Ordnung in entfernt - stehende lineale Zipfel zer- 
schnitten. Blätter zweifach - fiederschnittig. Blumenkrone weiss. 
Blütezeit Juni. Schattige, felsige Orte im Berner Jura. (A. silvestris 
var. tenuifolia De Candolle.) A. alpina Jordan, Alpen-Kerbel. 

b. Abschnitte letzter Ordnung länglich-eiförmig oder länglich-lanzettlich, 
mehr oder weniger tief eingeschnitten. 

a. Früchte knotig; die Knötchen durch eine kleine Borste weich- 
stachelig. Dem Kälberkropf sehr ähnlich und wohl nur eine 
Abart desselben. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 
100 bis 125 cm. Bei Frankfurt an der Oder. Ä. neniorosa 
Marschall v. Bieberstein, Hain-Kerbel. 

ß. Früchte glatt oder zerstreut - knotig ; die Knoten nicht weich- 
stachelig. 

1. Bei den Blättern sind die beiden unteren Abschnitte erster 
Ordnung jeder fast so gross wie der übrige Teil des Blattes. — 
Blätter dreizählig. Blättchen fiederspaltig oder doppelt-fieder- 
schnittig. Mittlere Blüten der Döldchen mehr männlich, kleiner 
als die randständigen, zwitterigen. Frucht oft kleinwarzig, kaum 
so lang als der Stiel; Schnabel kaum länger als das Stempel- 
polster. Blütezeit Juni, Augast. 2J.. Höhe 100 bis 150 cm. 
In Schluchten der Gebirge, selten in der Ebene. (A. silvestris 
var. nitida Hazslinsky ; A. humilis Besser ; A. alpestris Wimmer 
und Grabowski ; A. dubius Kabath ; A. abortivus Jordan.) 
A. nitida Garcke, Glänzender Kerbel. 

2. Bei den Blättern sind die beiden unteren Abschnitte erster 
Ordnung jeder kleiner wie der übrige Teil des Blattes. — 
Blätter zwei- bis dreifach -fiederteilig, mit fiederspaltigen Ab- 
schnitten und länglich-lanzettlichen, spitzen Zipfeln, glänzend. 



— 150 — 

Hülle fehlend oder ein- bis zweiblätterig. Hüllchen fünf- 
blätterig. Randblüten nnr wenig grösser als die inneren. 
Frucht länglich, etwa 5 mal länger als ihr Schnabel, glatt 
oder zerstreut-knotig. Schnabel etwa l 1 ^- bis 2 mal so lang 
als das Stempelpolster. Blumenkrone weiss, selten gelblich. 
Blütezeit April, Juli. Höhe 100 bis 125 cm. *. An Wald- 
und Wiesenrändern, Zäunen, Ufern häufig. (Chaerophyllum 
silvestris L.) A. silvestris Hoff mann, Waldkerbel. 

Gattung 486: Scandix L., Nadelkerbel. 

Blüten zwitterig und männlich. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter 
umgekehrt- eiförmig, mit einwärtsgebogener Spitze. Frucht lineal- länglich, 
mehreremal kürzer als ihr Schnabel. Riefen 5, seitenständige randend; die 
des Schnabels undeutlich. Thälchen striemenlos oder seh wach - einstriemig. 
Fruchthalter frei, an der Spitze zweispaltig. 

1. Fruchtschnabel vom Rücken her zusammengedrückt, zweireihig - steif- 
haarig; mit der Frucht etwa 4 cm lang.  — Stengel stielrund, fein- 
gerillt, kahl oder kurzhaarig, wie die ganze Pflanze. Blätter zwei- 
bis dreifäch-fiederschnittig: deren Abschnitte fiederspaltig, mit linealen 
Zipfeln. Dolden ein- bis dreistrahlig. Hülle fehlend. Hüllchen viel- 
blätterig, dessen Blättchen ganz oder zwei- bis dreispaltig. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juni bis Herbst. Höhe 15 bis 25 cm. 0. 
Unter der Saat, namentlich auf Kalk; zerstreut; mancherorts häufig, 
an anderen Orten fast fehlend. (Chaerophyllum rostratum Laniarck.) 
S. Pecten Veneris L., Kammförmiger Nadelkerbel, Venuskamm.*) 

2. Fruchtschnabel von der Seite zusammengedrückt, überall bärtig. Hüll- 
blättchen meist zweizähnig. Kahl. Blunienkrone weiss. Blütezeit 
Mai- Juni. Höhe 20 bis 25 cm. Unter der Saat; auf den adriatischen 
Inseln. S. australis L., Südlicher Nadelkerbel. 

Gattung 487: Myrrhis Scopoli, Süssdolde, Myrrhenkerbel. 

Blätter dreizählig bis dreifäch-fiederschnittig, zottig -weichhaarig. Ab- 
schnitte letzter Ordnung fiederig-eingeschnitten-gesägt. Hülle fehlt. Hüllchen 
vielblätterig, Blättchen lanzettlich, zugespitzt, gewimpert, zurückgeschlagen. 
Mittlere Blüten der Dolde männlich. Blumenkrone weiss. Früchte gross, 
länglich, glänzend - braun, mit 5 stark - gekielten Rippen , deren seitliche 
randend; jede Rippe mit einer starken Strieme; Thälchen striemenlos. Blüte- 



*) Tafel 382. Scandix pecten Veneris L. A blühende Pflanze; 
B Fruchtzweig. 1 Blüte; 2 Halbfrüchtchen im Längsschnitte; 3 desgl. im 
Querschnitte. 1 bis 3 vergrössert. 




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— 151 — 

zeit Mai, Juni. Höhe 50 bis 100 cm. %. In Grasgärten der Gebirgs- 
dörfer angepflanzt und verwildert, auf den südlichen Gebirgen auch wild. 
(Scandix odorata L.; Chaerophyllum odoratum Lamarck; Lindera odorata 
Ascherson.) Myrrhis odorata Scopoli, Wohlriechende Süssdolde.*) 

Gattung 488: Chaerophyllum L., Taumelkerbel, Kälberkropf. 

Blüten zwitterig und männlich. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter 
durch den einwärts-geschlagenen Endzipfel umgekehrt-herzförmig, die äusseren 
am Rande der Döldchen oft grösser. Riefen 5, flach, die seitenständigen 
randend. Thälchen einstriemig, glatt, Fruchtträger frei. 
A. Kronblätter kahl. 1. Stamm: Leiopetalon. 

I. Griffel so lang wie das Stempelpolster. © oder 0. 

1. Hüllchenblätter gewimpert. Wurzel spindelig- ästig. Stengel unter- 
wärts kurz-steifhaarig, oberwärts kurzhaarig-rauh. — Stengel stiel- 
rund, flachgerillt, häufig unter dem Knoten verdickt, meist schmutzig- 
rot gefleckt. Blätter doppelt -fiederschnittig; deren Abschnitte im 
Umrisse eiförmig oder eilänglich, lappig-fiederspaltig, mit stumpfen, 
kurz - stachelspitzigen Zipfeln; trübgrün. Hülle fehlend oder ein- 
bis zweiblätterig. Hüllchen vielblätterig; Blättchen lanzettlich, spitz. 
Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 100 cm. 
Besitzt betäubende Eigenschaften. In Hecken, Gebüsch, auf Schutt; 
verbreitet. Ch. temulum L., Betäubender Taumelkerbel.**) 

2. Hüllchenblätter kahl, nicht gewimpert. Wurzel knollig oder kurz- 
rübenförmig verdickt. Stengel am Grunde steif borstig , oberwärts 
kahl; unten oft rot gefleckt. — Blätter drei- bis vierfach-fiederteilig; 
deren Abschnitte tief-fiederspaltig, mit lineal- lanzettlichen, spitzen, 
an den oberen Blättern sehr schmal - linealischen Zipfeln. Hülle 
fehlend oder vierblätterig. Hüllchen vier- bis sechsblätterig. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 125 bis 175 cm. 0. 
Zwischen feuchtem Gebüsch und an Flussufern ; zuweilen als Kerbel- 
rübe angebaut. Ch. bulbosum L., Knolliger Kälberkropf. 

II. Griffel länger wie das Stempelpolster. %■. 

1. Blätter dreifach - dreizählig; Blättchen aus ei-, oft herzförmigem 

*) Tafel 383. Myrrhis odorata Scopoli. A Teil der blühenden Pflanze. 
1 Fruchtträger mit Früchtchen; 2 Teilfrüchtchen im Längsschnitte; 3 desgl. im 
Querschnitte. 1 bis 3 vergrössert. 

**) Tafel 384. Chaerophyllum temulum L. A blühende Pflanze. 
1 Blüte; 2 Fruehtdöldchen ; 3 halbreife Frucht; 4 Fruchtträger und Frücht- 
chen; 5 Teilfrüchtchen im Querschnitte. 1 bis 5 vergrössert. 



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— 152 — 

Grunde lanzettlich, gesägt; Seitenblättchen ungestielt; Endblättchen 
oft zwei- bis dreiiappig oder ebensoviel-schnittig. — Hülle fehlend 
oder ein- bis vielblätterig, hinfällig. Hüllchen vielblätterig; Blätt- 
chen lanzettlich, feinzugespitzt, gewimpert. Blunienkrone weiss. 
Blütezeit Juni, August. Höhe 60 bis 100 cm. 2t. Auf Waldwiesen 
und an Waldbächen, namentlich der höheren Gebirge; selten und 
nur im östlichen Teile des Gebietes. Ch. aromaticnni L., Gewfirz- 
liafter Kälkerkropf. 

2. Blätter dreifach - fiederteilig. Abschnitte aus eiförmigem Grunde 
lanzettlich; an ihrem Grunde fiederschnittig, an ihrer lang -vorge- 
zogenen Spitze einfach -gesägt. — Hülle fehlend oder einblätterig. 
Hüllchen vielblätterig; Blättchen lanzettlich, gewimpert. Früchte 
gelblich, dunkler gestreift. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, 
Juli. Höhe 60 bis 125 cm. An Wegen, Rainen, buschigen Stellen, 
namentlich auf Kalk- und Schiefsrboden im mittleren und südlichen 
Teile des Gebietes. Ch. anreum L., Gelbfrüehtiger Kälberkropf. 
B. Kronblätter längs ihres ganzen Randes oder doch an ihrer Spitze ge- 
wimpert. 2. Stamm: Dasypetalon. 

a. Kronblätter nur an ihrer eingeschlagenen Spitze gewimpert. Blätter 
doppelt-fiederschnittig, Seitliche Dolden oft gegenständig oder zu 3 
quirlig. Hüllchen ganz häutig, lineal-lanzettlich, zugespitzt. Frucht- 
träger bis zur Mitte oder tiefer gespalten. Blumenkrone weiss oder 
rötlich-weiss. Blütezeit Juli, August. Alpen; selten. Ch. elegaiis L., 
Zierlicher Kälberkropf. 

b. Kronblätter ringsum gewimpert. 

1. Hüllchen lanzettlich, zugespitzt, am Rande häutig und gewimpert. 
Fruchtträger bis zur Mitte zweiteilig. — Stengel gerillt und wie 
die Blätter steifhaarig, zerstreutbehaart oder fast kahl, unterwärts 
öfter sehr rauhhaarig. Blätter doppelt -fiederschnittig; deren Ab- 
schnitte fiederspaltig, ungleich - gesägt. Hülle fehlend. Hüllchen 
vielblätterig. Blumenkrone weiss oder rötlich-weiss. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 60 bis 125 cm. 4. In Wäldern und auf Wiesen 
der Alpen, Yoralpen und des Jura. Ch. Yillarsii Koch, Villars' 
Kälberkropf. 

2. Hüllchen breit -lanzettlich, zugespitzt, am Rande gewimpert, aber 
nicht häutig. Fruchtträger nur an der Spitze kurz-zweispaltig. — 
Stengel wie vorhin. Blätter doppelt-dreischnittig oder dreischnittig- 
fiederförmig ; deren Abschnitte lappig -eingeschnitten oder fieder- 
spaltig, ungleich - gesägt. Hülle fehlend. Hüllchen vielblätterig. 
Blumenkrone weiss oder rosenfarben. Blütezeit Juni, August. \. 



— 153 — 

Höhe 30 bis 60 cm. An Wegen, Bächen, Waldrändern, nament- 
lich der Gebirge und hier hoch hinaufsteigend; in der Ebene selten. 
(A. Cicutaria Villars.) Ch. hirsntuni L., Rauhhaariger Kälber- 
kropf. 

Gattung 439: Biasolettia Koch, Biasolettia, Knollenkerbel. 

Wurzel kugelig-knollig. Stengel unterwärts borstig und mitunter rot- 
fleckig. Blätter drei- bis vierfach -fiederschnittig," mit lineal - lanzettlichen 
Zipfeln. Hülle fehlend. Hüllchen armblätterig. Blumenblätter durch die 
einwärtsgeschlagenen Endzipfel umgekehrt - herzförmig. Griffel gerade, auf- 
recht. Frucht gekielt-, fast geflügelt-gerippt, dunkelschwarz. Thälchen ein- 
striemig;. Blütezeit Mai bis August. Höhe bis etwa 100 cm. %■. Istrien. 
(Frayera tuberosa Reichenbach; Myrrhis cynapio'ides Gussone.) B. tnberosa 
Koch, Knollentragende Biasolettia. 

Gattung 490: Physocaulus Tausch, Blasenstengel. 

Stengel feingerillt, unter den Knoten angeschwollen. Blätter doppelt- 
fiederschnittig; deren Abschnitte fiederig-eingeschnitten-gesägt, mit stumpfen, 
ganzrandigen oder gekerbt-gesägten Zipfeln. Hülle fehlend oder einblätterig. 
Hüllchen fünf blätterig. Kronblätter mit einwärtsgebogenem Rande, abge- 
stutzt, weiss. Griffel fehlen; die Narben sitzen unmittelbar auf dem Stempel- 
polster. Riefen breit und flach. Thälchen einstriemig, Fruchtträger ge- 
gabelt Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. 0. In Gebüschen 
Istriens; selten. (Scandix nodosa L.) P. nodosus Tausch, Knotiger Blasen- 
stengel, Balsamkerbel. 

8. Unterfamilie: Sinyrneae, Smyrniumge wachse. 

A. Thälchen striemenlos. Gattung 491: Coninm L., Schierling. 

B. Thälchen ein- bis vielstriemig. 

a. Thälchen viel-, mehr als dreistriemig. Blumenkrone gelb oder grün- 
gelb. Gattung 492: Smyrnium L., Smyrnium. 

b. Thälchen ein- bis dreistriemig. Blumenkrone weiss. » 

«. Frucht in das knotige Ende des Döldchenstieles derart eingesenkt, 
dass nur die langen, aufrechten Griffel hervorragen. Gattung 493: 
Echinophora L., Stacheldolde. 

ß. Frucht nicht in das Ende des Döldchenstieles eingesenkt. 

1. Seitenrippen nur halb so breit wie die Rückenrippen. Gat- 
tung 494: Molospermum Koch, Strimensame. 

2. Seiten- und Rückeinrippen gleich breit. 

Thome, Flora. III. 20 



— 154 — 

a. Rippen geflügelt,- hohl. Gattung 495: Pleurosperinum Hoff- 
mann, Rippensame. 

b. Rippen geflügelt, nicht hohl. Gattung 496: Malabaila Tausch, 
Malabaile. 

Gattung 491: Conium L., Schierling. 

Stengel stielrund, gerillt, bläulich -bereift, unten rot -gefleckt, kahl wie 
die ganze Pflanze. Blätter zwei- bis dreifach- fiederschnittig ; deren Abschnitte 
einfach- oder doppelt-fiederspaltig, mit lanzettlichen Zipfeln, trübgrün. Hülle 
vielblätterig, zurückgeschlagen. Hüllchen halbiert, die 3 bis 4 eilanzett- 
lichen Blättchen an ihrem Grunde zusammengewachsen. Blüten zwitterig. 
Kelchsaum undeutlich, wulstig. Blume weiss, von betäubendem Gerüche; 
deren Blätter umgekehrt-eirund, durch das eingeschlagene Endläppchen niehr 
oder weniger ausgerandet. Frucht eiförmig, striemenlos. Riefen 5, gleich 
gross, gekerbt, während der Blütezeit wellig- gebogen. Fruchtträger zwei- 
teilig. Blütezeit Juli, August. Höhe 100 bis 200 cm. G- An Hecken, 
auf wüsten Plätzen, Schutt; verbreitet. Sehr giftig. Das mäuseartig riechende 
Kraut ist ofhcinell. C. maculatum L., Gefleckter Schierling.*) 

Gattung 492: Smyrnium L., Smyrnium. 

Kahle Kräuter mit fleischiger Wurzel. Kelchsaum undeutlich. Kron- 
blätter mit einwärtsgebogener Spitze. Frucht zweiknöpfig, mit fast kugeligen 
Teilfrüchtchen. Riefen 3, fädlich. Thälchen vielstriemig. 

A. Oberste Blätter dreizählig, kurzgestielt; untere fast dreifach- dreizählig, 
deren Abschnitte eiförmig, ungleich-eingeschnitten-gekerbt-gesägt. Hüllen 
fast fehlend. Hüllchen sehr kurz. Blumenkrone gelblich. Blütezeit 
April, Juni. 2J. oder G. An feuchten Orten und auf Schutt im Gebiet 
des Adriatischen Meeres. S. Olusatrnm L., Olusatrnm. 

B. Oberste Blätter ungeteilt, sitzend, stengelumfassend. 

1. Stengel oberwärts kantig -geflügelt. Obere Blätter herz -eiförmig, 
grundständige gestielt, dreischnittig ; alle gross-gekerbt-gesägt. Blumen- 
krone gelblich. Blütezeit April, Mai. G und %. In Wäldern des 
österreichischen Küstengebietes. S. perfoliatum Miller, Durchwachsenes 
Smyrnium. 

2. Stengel rundlich, gefurcht, flügellos. Oberste Blätter nierenförmig, 
ganzrandig; grundständige kurzscheidig-gestielt, dreifach-dreischnittig; 



*) Tafel 385. Conium maculatum L. AB Teile der blühenden Pflanze. 
1 Döldchen mit dem Hüllchen; 2 Blüte; 3 Blüte von unten gesehen; 4 Frucht- 
träger mit den Früchtchen; 5 Teilfrüehtchen im Querschnitte; 6 Frucht im Längs- 



schnitte, bis 6 vergrössert. 




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— 155 — 

deren Abschnitte mit herzförmigem Grunde , grob - gekerbt - gesägt. 
Blumenkrone gelblich. Blütezeit Mai, Juni. %. Auf Wiesen im 
Gebiet des Adriatischen Meeres. S. rotundifolium Miller, Rund- 
blätteriges Smyrnium. 

Gattung 493: Echinophora L., Stacheldolde. 

Stengel stielrund, gerillt. Blätter starr, untere doppelt-, obere einfach- 
fiederschnittig, mit dreiteiligen, starren, spitzen, am Ende dornigen Ab- 
schnitten. Hülle und Hüllchen vielblätterig, dornig werdend. Döldchen 
mit einer mittleren zwitterigen und mehreren randständigen männlichen Blüten. 
Kronblätter durch das einwärtsgebogene Endzipfelchen umgekehrt-herzförmig, 
weiss, gewimpert. Frucht länglich-eiförmig, überwachsen von dem knotigen 
Ende des Döldchenstieles, so dass nur die 2 langen, aufrechten Griffel hervor- 
ragen. Thälchen ein- bis zweistriemig. Eiweiss tiefrinnig. Blütezeit Juni, 
Juli. Höhe bis 25 cm. %■. An sandigem Ufer des Adriatischen Meeres. 
E. spinosa L., Dornige Stacheidolde. 

Gattung 494: Molospermum Koch, Striemensame. 

Stengel stielrund, gefurcht, hohl, wie die Blätter kahl. Blätter dreifach- 
fiederschnittig; Abschnitte letzter Ordnung eilanzettlich, in eine lange Spitze 
ausgezogen, ungleich -grob- und eingeschnitten- gesägt. Kronblätter weiss, 
mit langer, aufsteigender Spitze. Frucht eiförmig, zweiknöpfig, von der 
Seite zusammengedrückt; dreikantig, Kanten scharf -gekielt, fast geflügelt; 
ein Teilfrüchtchen hat eine, das andere zwei solcher Hauptrippen; Seiten- 
rippen nur halb so breit; Thälchen einstriemig. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 120 bis 200 cm. %■. Auf steinigen Abhängen der Alpen und Vor- 
alpen in der Schweiz, Salzburg, Tirol. Krain. (M. peloponnesiacum Koch.) 
M. cicutarium De C and olle, Schierlingsblätteriger Striemensame. 

Gattung 495: Pleurospermum Hoff mann, Rippensame. 

Stengel gefurcht, hohl. Blätter zwei- bis dreifach -fiederschnittig; Ab- 
schnitte letzter Ordnung lanzettlich, fiederspaltig oder fiederteilig. Hülle 
und Hüllchen vielblätterig, zurückgeschlagen; Hüllchenblätter oft fieder- 
spaltig. Kronblätter umgekehrt-eiförmig, weiss. Frucht eiförmig. Früchtchen 
mit 5 gleichhohen, geflügelten, hohlen, gekerbten Rippen. Die Fruchtschale 
trennt sich in eine innere und eine äussere Schicht; die dem Samen eng an- 
liegende, ebenfalls fünfrippige innere Schicht enthält in jedem Thälchen Ibis 
2 Striemen. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 60 bis 125 cm. Q oder %■. In 
Felsschluchten und in Wäldern an Bächen und auf Wiesen; zerstreut. 
(Ligusticum austriacum L.) P. anstriacum Hoffmann, Österreichischer 
Rippensame. 



156 



Gattung 496: Malabaila Tausch, Malabaile. 

Stengel stielrund, gefurcht, wie die ganze Pflanze kahl und bläulich- 
grün. Blätter dreieckig, gedreit-schnittig, mit fiederspaltigen bis fiederteiligen 
Abschnitten. Hülle und Hüllchen vielblätterig, zurückgeschlagen. Kelch 
fünfzähnig. Kronblätter umgekehrt- herzförmig, mit einwärts - geschlagenem 
Endzipfel, weiss. Frucht eiförmig, von der Seite zusammengedrückt. Riefen 
dünn, geflügelt, gleichbreit, seitliche randend, nicht hohl, aber nicht selten 
von einer zarten Ölstrieme durchzögen. Thälchen zwei- bis dreistriemig. 
Eiweiss flachrinnig. Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis Im. 2J.. Auf höheren 
Bergen Krains und Südtirols. (Hladnikia Golacensis Koch; Pleurospermum 
Golaka Reichenbach; Ligusticum carniolicum Host.) M. Hacqueti Tausch, 
Hacquets Malabaile. 

9. Unterfamilie: Thapsieae, Thapsiagewächse. 
Gattung 497: Laserpitium Tournefort, Laserkraut. 

Kelch fünfzähnig. Kronblätter durch das einwärts - geschlagene End- 
läppchen umgekehrt-herzförmig. Frucht vom Rücken her zusammengedrückt. 
Früchtchen neunriefig. Hanptriefen 5, fädlich, kahl oder etwas borstlich, 
die seiten ständigen auf der Fugenseite liegend. Nebenriefen 4, breit-geflügelt. 
Thälchen unter den Nebenriefen einstriemig; Fugenfläche zweistriemig. Frucht- 
träger frei, zweiteilig. Eiweiss vorne flach. 

A. Blattabschnitte letzter Ordnung gross und 1 bis mehrere Centimeter breit. 
1. Stamm. Platyphylla. 

I. Blumenkrone gelb, rot berandet. — Stengel stielrund, feingerillt, wie 
die Blätter kahl. Blätter dreizählig-doppelt-fiederschnittig. 

1. Doldenstrahlen kahl, Blattabschnitte meist ungeteilt, seltener zwei- 
bis dreispaltig, stachelspitzig-gekerbt-gesägt. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 30 bis 60 cm. 2J.. Gebirgsabhänge der Schweiz und Süd- 
tirols. L. Gaudini Moretti, Gaudins Laserkraut. 

2. Doldenstrajalen oberseits kurz -rauhhaarig. Blattabschnitte letzter 
Ordnung ungeteilt. Blütezeit Juli, August. 2J.. Kalkberge in 
Krain. L. marginatum Waldstein-Kitaibel, Berandetes Laser- 
kraut. 

II. Blumenkrone weiss oder rötlich. 
1. Doldenstrahlen glatt und kahl. 

a. Dolde einfach-zusammengesetzt. Früchtchen eirund-länglich. — 
Stengel stielrund, feingerillt. Blätter dreizählig, doppelt -fieder- 
schnittig; Abschnitte letzter Ordnung eiförmig, ungleich -gesägt, 



— 157 — 

ganz oder zwei- bis dreispaltig. Kronblätter breit -umgekehrt- 
eiförmig, benagelt, weiss. Blütezeit Juli, August. %. Höhe 
30 bis 60 cm. Im Gebüsch, an Waldrändern. Südkrain. 
L. alpinum Waldstein-Kitaibel, Alpen - Laserkraut. 

b. Dolden doppelt - zusammengesetzt. Früchtchen herzförmig. — 
Stengel stielrund, gerieft; obere Aste meist wirtelig. Untere 
Blätter dreifach -dreischnittig, obere einfacher. Blattabschnitte 
doppelt-eingeschnitten-gezähnt, endständige dreispaltig. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe bis Im. 2J.. 
L. verticillatuin Waldstein-Kitaibel, Wirtel-Laser. 

2. Doldenstrahlen wenigstens oberwärts kurzhaarig-rauh bis zottig. 

a. Stengel feingerillt. 

a. Stengel kahl. Blätter dreizählig-doppelt-gefiedert, nicht kahl. 
Blattabschnitte ungeteilt, ei-herzförmig, spitz, stach elspitzig- 
gekerbt-gesägt. Hüllchenblättchen borstlich-lineal-lanzettlich, 
kurz. Blumenkrone weiss. Frucht oval, wellig - geflügelt. 
Blütezeit Juli, August. Höhe 60 bis 150 cm. %■. Gebirgs- 
waldungen auf Kalkboden; fehlt im westlichen und nord- 
westlichen Teile des Gebietes. L. latifolium L., Breitblätteriges 
Laserkraut.*) 

Bei der Abart asperum Crantz, Rauhes Laserkraut sind 
die Blätter unterseits nebst den Blattstielen rauhhaarig. 

ß. Stengel kurzborstig, kahl werdend, glänzend -grün. Blätter 
doppelt-fiederschnittig; Blattabschnitte fiederteilig oder fieder- 
lappig, scharf- gesägt. Blätter des Hüllchens lanzettlich, an 
der Spitze meist zwei- bis dreispaltig. Kronblätter weisslich. 
Blütezeit Juli bis September. %-. Alpenwiesen in Südtirol. 
L. nitidum Zantedeschi, Glänzendes Laserkraut. 

b. Stengel gefurcht, rauhhaarig-zottig, ebenso die gedreit- dreifach- 
fiederschnittigen Blätter. Abschnitte letzter Ordnung eiförmig, 
endständige dreispaltig, mit keiligem Grunde herablaufend, scharf- 
gesägt; oberste Blattscheiden bauchig - aufgeblasen , sehr gross. 
Hülle und Hüllchen vielblätterig, lineal-lanzettlich, zuletzt zurück- 
geschlagen. Krone weiss, unterseits oft rötlich. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 100 bis 125 cm. 2J.. Waldige Gebirgsabhänge 



*) Tafel 388B. Laserpitium latifolium L. 4 Fruchtträger mit Teil- 
früchtchen; 5 Früchtchen vom Rücken aus gesehen; 6 Frucht im Querschnitte. 
4 bis 6 vergrössert. 



— 158 — 

in Krain, Mähren, Schlesien; selten. L. ArcliangeKca Wulfen, 
Engelwurzblätteriges Laserkraut. 

B. Blattabschnitte letzter Ordnung schmal, oft keilförmig, 2. Stamm: 
Leptophylla. 

I. Stengel kantig-gefurcht, an seinem unteren Ende mit abwärts-gerich- 
teten, steifen Haaren besetzt, selten kahl. Blätter doppelt-fiederteilig, 
am Rande und an den Blattstielen rauhhaarig. Blattabschnitte fieder- 
spaltig, mit lanzettlichen Zipfeln. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, 
August. Höhe 30 bis 100 cm. Q. Trockene Wälder and Wiesen; 
zerstreut. L. pruthenicum L., Preussisches Laserkraut. 
IL Stengel stielrund, fein-gerillt. 

1. Blätter vielfach -fiederschnittig; Abschnitte letzter Ordnung lineal- 
lanzettlich, nur wenig Millimeter lang und höchstens 1 bis 2 mm 
breit. — Ganze Pflanze meist behaart. Blumenkrone weiss. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe 20 bis 30 cm. %. Südliche Schweizer 
und Tiroler Alpen. (L. Panax Gouan.) L. hirsutum Lamarck, 
Rauhhaariges Laserkraut. 

2. Blätter zwei- bis dreifach - fiederschnittig. Abschnitte letzter 
Ordnung lanzettlich bis lineal, einige Centimeter lang und meh- 
rere Millimeter breit. 

a. Frucht lineal-länglich, schmalgeflügelt. Griffel zurückgekrü m mt, 
der Frucht angedrückt. — Stengel und Blätter kahl und 
blaugrün. Hülle und Hüllchen vielblätterig; deren Blättchen 
lanzettlich. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 
1 bis 2 m. %. Auf Abhängen der Alpen, Voralpen, des 
Jura; Rauhe Alp. (Siler montanum Crantz; Ligusticum 
garganicum Tenore.) L. Siler L., Rosskünimelähnliches Laser- 
kraut. 

b. Frucht eirund, mit breitem, meist gekerbtem, oben und unten 
ausgeschnittenem Flügel. Griffel ziemlich aufrecht, ausgespreizt. 
Der vorigen sehr ähnlich, doch kleiner, auch hellgrün. Hülle 
und Hüllchen armblätterig; Blättchen schmal-lineal. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 50 bis 100 cm. 
21-. L. peucedanoi'des L., Haarstrangähnliches Laserkraut. 

10. Unterfamilie: Dauciueae, Möhrengewächse. 

Hauptrippen borstig. 
1. Die vier Nebenrippen tragen je eine Reihe Stacheln. Gattung 498: 
Daucus Tournefort, Möhre. 




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— 159 — 

2. Die vier Nebenrippen tragen je zwei bis drei Reihen Stacheln. Gat- 
tung 499: Orlaya H oft mann, Breitsame. 

Gattung 498: Dancus Tournefort, Möhre. 

Wurzel spindelig. Stengel gefurcht, mehr oder weniger steifhaarig wie 
die ganze Pflanze. Blätter zwei- bis dreifach -fiederschnittig; Abschnitte 
fiederspaltig, mit Linealen oder lineal-lanzettlichen Zipfeln. Dolde vielstrahlig, 
bei der Fruchtreife vogelnestartig zusammengezogen. Hülle vielblätterig, 
etwa so lang wie die Doldenstrahlen; deren Blättchen fiederteilig, mit linealen 
Zipfeln. Hüllchen vielblätterig, mit ungeteilten oder zwei- bis dreispaltigen 
Blättchen. Blüten zwitterig. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter weiss, öfter 
rosafarben, durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig, die 
äusseren am Rande der Dolde grösser, halb-zweispaltig, öfter strahlend. In 
der Mitte der Dolde findet sich meist eine unfruchtbare, gestielte, von 2 bis 
3 eigenen Blättchen gestützte, schwarzpurpurne Blüte. Frucht eiförmig, 
etwas vom Rücken her zusammengedrückt. Früchtchen neunriefig. Haupt- 
rippen 5, fädlich, borstig, die seitenständigen auf der Fugenfiäche. Neben- 
riefen 4, höher, einreihig -stachelig. Thälchen unter den Nebenriefen ein- 
striemig. Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blütezeit 
Juni bis Herbst. Höhe 30 bis 60 cm. 0. Auf Wiesen, Sandfeldern und 
Triften häufig; der Wurzeln (Gelbe Rübe; Möhre) halber überall angebaut. 
D. carota L. ( Gemeine Möhre.*) 

Gattung 499: Orlaya Hoffmann, Breitsame, Strahldolde. 

Blüten vielehig, zwitterig und männlich. Kelch fünfzähnig. Blumen- 
blätter durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt -herzförmig; die 
äusseren am Rande der Dolde halb-zweispaltig und strahlend. Frucht vom 
Rücken her linsenförmig zusammengedrückt. Früchtchen neunriefig. Haupt- 
riefen 5, fädlich -borstig, die seitenständigen auf der Fugenfläche liegend; 
Nebenriefen 4, viel höher, zwei- bis dreireihig -stachelig. Thälchen unter 
den Nebenriefen einstriemig, Fugenfläche zweistriemig. 

1. Kronblätter des Strahles vielmal länger als der Fruchtknoten (bis 
15 mm lang). Hülle und Hüllchen fünf blätterig ; Nebenrippen 
alle gleich gross. Blätter zwei- bis dreifach -fiederschnittig; deren 
Abschnitte fiederspaltig, mit linealen Zipfeln. Kronblätter weiss. 
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 60 cm. 0. Auf steinigem, 



*) Tafel 386. Daucus Carota L. A blühende Pflanze. 1 Döldchen; 
2 Blüte; 3 Fruchtknoten im Querschnitte (die Figur müsste grün, nicht braun 
«ein); 4 Früchtchen vom Rücken; 5 Fruchtträger und Früchtchen; 6 Früchtchen 
im Querschnitte. 1 bis 6 vergrössert. 



— 160 — 

buschigem Kalkboden im mittleren und südlichen Teile des Gebietes; 
zerstreut. (Caucalis grandiflora L.) 0. grandiflora Hoffmann, Gross- 
blütiger Breitsame. 
2. Kronblätter des Strahles so lang wie der Fruchtknoten. Hülle und 
Hüllchen zwei- bis dreiblätterig. Seitliche Nebenrippen noch einmal 
so hoch wie die beiden mittleren. Blumenkrone weiss. Blütezeit 
Mai, Juli. Höhe etwa bis 30 cm. %. Unter der Saat in Istrien und 
Südkrain. 0. platycarpos Koch, Flachfrüchtiger Breitsame. 

11. Fnterfamilie: Silerineae, Rosskümmelgewäclise. 

Gattung 500: Siler Scopoli, Rosskümmel. 

Stengel stielrund, feingerillt, wie die Blattunterseite bläulich-bereift, kahl 
wie die ganze Pflanze. Blattscheiden bauchig; Blätter zwei- bis dreifach- 
ere der schnittig, oberste nur einfach - dreischnittig. Blattabschnitte rundlich, 
ungeteilt oder zwei- bis dreilappig, grob- und ungleich-gekerbt. Hülle und 
Hüllchen fehlend oder aus einigen pfriernlichen , hinfälligen Blättchen ge- 
bildet. Blüten zwitterig und männlich. Kelch fünf zähnig. Blumenblätter 
durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig, weiss, vor dem 
Aufblühen rötlich. Frucht eiförmig, vom Rücken her linsenförmig-zusammen- 
gedrückt. Früchtchen mit 9 fädlichen, glatten, stumpfen Riefen; seiten- 
ständige Hauptriefen randend. Thälchen unter den Nebenriefen einstriemig; 
Fugenfläche vierstriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Eiweiss vorn flach. 
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 60 bis 200 cm. 2J.. (Laserpitium aquilegi- 
folium Jacquin.) S. trilobnni Scopoli, Dreilappiger oder Akeleiblätteriger 
Rosskümmel. 

12. Unterfamilie: Caucalineae, Haftdoldengewächse. 

1. Die drei Rückenrippen und die vier Nebenrippen sind mit je zwei bis 
drei Reihen grosser Stacheln besetzt. Gattung 501: Tnrgenia Hoff- 
mann, Turgenie. 

2. Die drei Rückenrippen sind mit kleinen Borsten besetzt. 

a. Die vier Nebenrippen sind mit je einer bis zwei Reihen Stacheln be- 
setzt. Gattung 502: Cancalis L., Haftdolde. 

b. Die Nebenrippen sind kaum bemerkbar, die Thälchen dicht mit langen 
Hakenstacheln besetzt. Gattung 503: Torilis Adanson, Klettenkerbel. 

Gattung 501: Turgenia Hoffmann, Turgenie. 

Stengel gefurcht, flaumig, mit eingestreuten steifen Haaren. Blätter 
trübgrün, einfach-fiederschnittig, mit länglich-lanzettlichen oder lanzettlichen, 



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— 161 — 

stumpf liehen , grob -eingeschnitten -gesägten bis fiederspaltigen Abschnitten. 
Dolden armblütig. Hülle und Hüllchen mehrblätterig, mit länglichen, 
breit- randhäutigen, stumpfen Blättchen. Blumenblätter durch das einwärts- 
geschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig; die äusseren am Rande der 
Döldchen etwas grösser, halb - zweispaltig , mitunter strahlend; rosenfarben 
oder weiss. Von den Hauptriefen sind 3 rücken-, 2 fngenseitenständig ; jene 
3 sowie die 4 Nebenriefen sind besetzt mit je 2 bis 3 Reihen grosser, rauher 
Stacheln. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 60 cm. 0. (Tordylium 
latifolium L.) T. latifolia Hoff mann, Breitblätterige Turgenie.*) 

Gattung 502: Caucalis L., Haftdolde. 

Kelch fünfzähnig. Blumenblätter durch das eingeschlagene Endläppchen 
umgekehrt -eiförmig; die äusseren am Rande der Döldchen etwas grösser, 
halb-zweispaltig, strahlend. Frucht eiförmig, von der Seite etwas zusammen- 
gedrückt. Hauptriefen borstig oder kurz- und fein -stachelig; die seiten- 
ständigen auf der Fugenseite liegend. Nebenriefen viel höher, ein- bis drei- 
reihig-stachelig. Thälchen unter den Nebenriefen einstriemig. Fruchtträger 
frei, zweiteilig. Eiweiss einwärts-gerollt. 

1. Stacheln der Nebenriefen einreihig, glatt, aus kegelförmigem Grunde 
pfriemlich, am Ende hakig, so lang oder länger als der Querdurch- 
messer des Früchtchens.  — Stengel gefurcht. Blätter zwei- bis drei- 
fach-fiederschnittig; deren Abschnitte fiederspaltig mit linealen oder 
lineal-lanzettlichen Zipfeln. Dolden meist dreistrahlig, armblütig. Hülle 
fehlend oder einblätterig; Hüllchen drei- bis fünf blätterig; Blättchen 
lanzettlich, hinfällig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai bis Herbst. 
Höhe 15 bis 30 cm. 0. Auf Kalkboden unter der Saat; zerstreut 
und unbeständig. C. daucoi'des L., Möhrenförmige Haftdolde.**) 

Bei der Abart muricata Bisch off, Weiclistachelige Haftdolde 
sind die Stacheln der Nebenriefen viel kürzer als der Querdurchmesser 
des Früchtchens und aus fast walzlichem Grunde haarspitzig, mit auf- 
wärts-gebogener Spitze. Im Südosten des Gebietes; selten. 

2. Stacheln der Nebenriefen dreireihig, rauh, am Ende widerhakig. — 
Dolden meist zwei- bis dreistrahlig. Blüten zwitterig; sonst wie vorige. 
Blütezeit Juni, Juli. Im westlichen Teile des Gebietes mit Saat ein- 
geführt; selten. C. leptophylla L., Schmalblätterige Haftdolde. 

*) Tafel 388 C. Turgenia latifolia Hoffmann. 7 Teilfrüchtchen mit 
Fruchtträger; 8 desgl. vom Rücken; 9 desgl. von der Bauchseite; 10 desgl. im 
Querschnitte. 7 bis 10 vergrossert. 

**) Tafel 387. Caucalis daucoi'des L. A blühende Pflanze. 1 Eine 
Zwitterblüte und zwei männliche Blüten; 2 Kronblättchen ; 3 Fruchtdöldchen; 
4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrossert. 

Thom«, Flora. III. 21 



— 162 — 

Gattung 503: Torilis Adanson, Klettenkerbel. 

Blätter ein- bis zweifach -fiederschnittig, deren Abschnitte letzter Ord- 
nung grob- oder eingeschnitten-gesägt bis fiederspaltig. Dolde nieist wenig- 
strahlig. Blätter von Hülle und Hüllchen, wenn vorhanden, lineal-pfriemlich. 
Blüten vielehig, zwitterig und männlich. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter 
durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt -herzförmig; die äusseren 
am Rande der Döldchen etwas grösser, halb-zweispaltig, manchmal strahlend. 
Frucht eiförmig, an den Seiten fast zweiknotig- zusammengezogen. Haupt- 
riefen mit kleinen Borsten besetzt. Die 3 mittleren rückenständig, kaum 
bemerkbar; die seitenständigen auf der Fugenseite. Nebenriefen 4, sehr 
breit und flach, mit Stachelborsten dicht besetzt. Thälchen unter den Neben- 
riefen einstriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Eiweiss vorne einwärts- 
gekrümmt. 

A. Dolden geknäuelt sitzend; blattgegenständig. Nur die äusseren Teil- 
früchtchen der randständigen Früchte sind stachelig-widerhakig, die inneren 
sind körnig -rauh. Dolden zweistrahlig, fast sitzend. Hülle fehlend. 
Blumenkrone weiss. Blütezeit April, Mai. Höhe 15 bis 30 cm. 0. 
Auf trocken-steinigen Ackern im Gebiete des Adriatischen Meeres, häufig; 
auch sonst, aber mit Samen eingeführt, selten und unbeständig. (Tordy- 
lium nodosum L.) T. nodosa Gärtner, Knotenfrüchtiger Kletten- 
kerbel. 

B. Dolden langgestielt. 

I. Hülle und Hüllchen vielblätterig, Fruchtborsten einwärts -gekrümmt, 
nicht widerhakig. Stengel durch rückwärts-anliegende Börstchen rauh; 
untere Blätter mit vorwärts -angedrückten, steifen Haaren. Blumen- 
krone weiss oder rötlich. Blütezeit Juni bis August. Höhe 60 bis 
125 cm. G. An Zäunen, Hecken, in Gebüschen; häufig. (Tordylium 
Anthriscus L.) T. Anthriscns Gmelin, Gemeiner Klettenkerbel.*) 
IL Hülle einblätterig oder fehlend. Hüllchen vielblätterig. Fruchtborsten 
widerhakig. Blumenkrone weiss oder rötlich. (T. helvetica Gmelin, 
Schweizer Klettenkerbel.) 

1. Kronblätter nur halb so lang wie der Fruchtknoten. Griffel kaum 
doppelt so lang wie das Stempelpolster. Blütezeit April, Juni. ©. 
Hecken und Äcker in jlstrien. T. heterophylla Gussone, Ver- 
schiedenblätteriger Kettenkerbel. 



*) Tafel 388 A und B. Torilis Anthriscus Gmelin. A blühende Pflanze. 
1 Fruchtträger mit Teilfrüchtchen; 2 Teilfrüchtchen vom Rücken aus gesehen; 
3 Querschnitt durch ein Teilfrüchtchen. 1 bis 3 vergrössert. 







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— 163 — 

2. Kronblätter so lang wie der Fruchtknoten. Griffel etwa doppelt 
so lang wie das Stempelpolster. Blütezeit Juli, August. G. Hecken 
und Gebüsch in der Schweiz und im südlichen und mittleren Rhein- 
gebiete; selten. T. infesta Hoff mann, Bewehrter Klettenkerbel. 

3. Blumenkrone doppelt so lang wie der Fruchtknoten. Griffel mehrere- 
mal länger als das Stempelpolster Blütezeit Juli, August. 0. 
Ackerränder und Gebüsch in Niederösterreich. T. neglecta Römer 
und Schultes, Vernachlässigter Klettenkerbel. 

13. Unterfamilie: Coriandreae, Koriandergewächse. 

1. Frucht zweiknöpfig. Gattung 504: Bifora Hoffmann, Bifore, Hohl- 
same. 

2. Frucht kugelig. Gattung 505: Coriandrnm L., Koriander. 

Gattung 504: Bifora Hoffmann, Bifore, Hohlsame. 

Stengel kantig-gefurcht; wie die ganze Pflanze kahl. Blätter zwei- bis 
dreifach -fiederschnittig; Abschnitte fiederteilig, mit linealen, fadenförmigen 
Zipfeln. Dolden hüllenlos, vielstrahlig. Hüllchen ein- bis dreiblätterig. 
Kelchsaum undeutlich. Kronblätter umgekehrt -eiförmig, mit einwärts- 
gekrümmter Spitze, weiss, randständige, strahlend. Frucht zweiknöpfig, innen 
hohl. Teilfrüchtchen gestreift-runzelig. Eiweiss an der Fugenfläche ausge- 
höhlt. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 45 cm. Riecht nach Wanzen. 
Aus Südeuropa mit Saat in das mittlere und südliche Gebiet eingeführt; 
selten und unbeständig. B. radians Marschall v. Bieberstein, Strahlende 
Bifora. 

Gattung 505: Coriandrum L., Koriander. 

Stengel feingerillt; kahl wie die ganze Pflanze. Untere Blätter ein- 
bis zweifach-fiederschnittig, mit rundlichen oder länglichen, lappig- oder ein- 
geschnitten - gesägten , bis fiederspaltigen Abschnitten. Obere Blätter zwei- 
bis dreifach -fiederschnittig; deren Abschnitte fiederteilig, mit linealen oder 
fädlichen Zipfeln. Hülle fehlend oder einblätterig. Hüllchen halbiert drei- 
blätterig; Blättchen lineal. Blüten vielehig, zwitterig und männlich. Kelch 
fünfzähnig. Blumenblätter weiss oder rötlich, durch das eingeschlagene 
Endläppchen umgekehrt - herzförmig ; äussere am Rande der Dolde grösser, 
tief-zweispaltig, strahlend. Frucht kugelig. Früchtchen mit 5 Haupt- und 
4 Nebenriefen. Hauptriefen flach, schlängelig, die seitenständigen randend. 
Nebenriefen etwas stärker hervortretend, gekielt. Thälchen striemenlos; 
Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger zweiteilig, mit den Fugenflächen 
verwachsen. Eiweiss halbkugelig-ausgehöhlt. Blütezeit Juli, August. Höhe 



— 164 — 

30 bis 60 cm. Die frische Pflanze riecht nach Wanzen; die Früchte dienen 
als Gewürz. Stammt aus dem Oriente, wird hin und wieder angebaut und 
verwildert zuweilen. C. sativum L., Gebauter Koriander.*) 

103. Familie : Araliaceae, Araliengewächse. 

Hierher nur: 

Gattung 506: Hedera L., Epheu. (V, 1.) 

Stengel kriechend oder mittelst kleiner Klammerwurzeln kletternd. 
Blätter lederig, kahl, glänzend, immergrün, oft helladerig; die der nicht 
blühenden Zweige aus herzförmigem Grunde eckig-fünflappig, mit stumpfen 
oder spitzen Lappen, dunkelgrün; die der blühenden Zweige ei- oder rauten- 
förmig, bis lanzettlich, ganzrandig, lang -zugespitzt, heller grün. Blüten in 
einfachen Dolden. Dolden und Blütenstiele weichhaarig. Blüten regel- 
mässig, zwitterig. Kelchsaum klein, fiinfzähnig, oberständig. Kronblätter 
fünf, grünlich-gelb. Staubblätter fünf. Fruchtknoten fiinfzähnig, von einen 
fleischigen Diskus gekrönt. Griffel fünf, zusammenneigend oder in einen 
einzigen verwachsen. Beere schwarz, bläulich - bereift, erst im Frühjahre 
reifend. Blütezeit August bis Oktober. 2J.. Iu Wäldern, an Felsen und 
Mauern häufig, aber nur im westlichen und südlichen Teile des Gebietes 
blühend. H. Helix L., Gemeiner Epheu.**) 

104. Familie: Cornaceae, Komellengewächse. 

Hierher nur: 

Gattung 507: Cornus Tournefort, Kornelle, Hartriegel. (IV, 1.) 

Blüten regelmässig, zwitterig. Kelchsaum oberständig, klein, vierzähnig. 
Kronblätter 4; Staubblätter 4. Fruchtknoten zweifächerig, von einem 
fleischigen Diskus gekrönt. Fächer mit je einer hängenden Samenknospe. 
Griffel 1. Steinfrucht meist zweisamig. 
A. Holzpflanzen. Blätter gestielt, gegenständig. 

I. Blüten gelb, in geknäuelten, einfachen Dolden vor den Blättern er- 
scheinend; Dolde von einer vierblätterigen, trockenen Hülle umgeben. — 
Äste kahl, in der Jugend angedrückt- behaart. Blätter eiförmig oder 



*) Tafel 389. Coriandrum sativum L. AB blühende Pflanze. 1 Nicht- 
strahlende, 2 strahlende Blüte; 3 Fruchtknoten im Längsschnitte: 4 Frucht; 
5 Teilfrüchtchen von der Fugenseite; 6 Längsschnitt durch die Frucht; 7 Quer- 
schnitt durch die Frucht. 1 bis 7 vergrössert. 



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*) Tafel 390. Hedera Helix L. A Nichtblühender, B blühender, C fruch- 
tender Zweig. 1 Blüte; 2 desgl. im Längsschnitte; 3 Stempel; 4 und 5 Fracht 
im Längs- und im Querschnitte: 6 Same; 7 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 7 



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— 165 — 

elliptisch, langzugespitzt. Blütezeit April, Mai. Frucht länglich, 
hängend, glänzend - kirschrot. 2*/ 2 his 6 Meter hoher Strauch oder 
Baum. An trockenen, sonnigen Abhängen; auch häufig angepflanzt. 
C. mas L., Herlitze.*) 

IL Blüten weiss, in flachen, hüllenlosen Trugdolden bei vollkommen ent- 
wickelten Blättern hervortretend. 

1. Steinfrucht kugelig, schwarz, weiss-punktiert. Blätter eiförmig, zu- 
gespitzt, beiderseits grün und kurzhaarig. Blütezeit Mai, Juni. 
Zweige im Herbst und Winter trüb-blutrot. 3 bis ö 1 ^ Meter hoher 
Strauch, selten ein Baum. In Wäldern, Gebüschen, Hecken; häufig. 
C. sanguinea L., Roter Hartriegel. 

2. Steinfrucht kugelig, weiss. Blätter elliptisch oder elliptisch-eiförmig, 
unterseits grünlich-grau. Blütezeit Juni, Juli. Zweige im Herbste 
und Winter trüb - blutrot. Bis 6 Meter hoher Strauch, seltener 
Baum, mit öfter niedergebeugtem, wurzelndem Stengel und ab- 
stehenden rutenförmigen Asten. Stammt aus Nordamerika und 
wird vielfach angepflanzt. (C. alba auct.) C. stolonifera Michaux, 
Weissbeeriger Hartriegel. 

B. Kaum spannenhohe (10 bis 15 cm) Krautpflanze. Wurzelstock fädlich, 
kriechend. Blätter gegenständig, eiförmig. Dolde endständig, von 4 bis 
1 cm langen, blumenblattartigen, gelblich-weissen und von 5 roten Längs- 
adern durchzogenen Hüllblättern umgeben. Blüten purpurrot, kaum 3 mm 
gross. Beeren kopfig-gehäuft, purpurrot. Blütezeit Juni, Juli. An torfigen, 
schattigen Orten; im nördlichen Teile des Gebietes. C. suecica L. 
Schwedische Kornelle. 

6. Ordnung: Rosiflorae, Rosenblütige. 

Vergleiche Seite 58. Hierher nur: 

105. Familie: Rosaceae, Rosengewächse. 

Bäume, Sträucher oder Kräuter von verschiedenartigstem Aussehen. 
Blätter wechselständig, mit freien oder dem Grunde des Blattstiels ange- 
wachsenen Nebenblättern. Blüten regelmässig, meist fünfzählig, zwitterig, 
selten eingeschlechtlich und mit Zwitterblüten untermischt. Kelch und 
Blumenkrone (letztere fehlt mitunter) gleichzählig und abwechselnd; beide 
nebst den meist zahlreichen Staubblättern dem bald flachen (Erdbeere), 
bald napf-, bald krugförmigen (Rose) Rande des Fruchtbodens eingefügt- 



*) Tafel 391. Cornus mas L. A Blüten-, ß Fruchtzweig. 1 Dolde 
mit Deckblättern und Hülle; 2 Blütenknospe; 3a und b Blüten (b eine selten 
vorkommende fünfzählige Blüte); 4 Blüte im Längsschnitte; 5 Staubblätter; 
6 Frucht im Längsschnitte. 1 bis 6 vergrössert. 



— 166 — 

Fruchtblätter sind 1 bis zahlreiche vorhanden; sie stehen auf dem sich bald 
hocherhebenden (Erdbeere), bald tief eingesenkten Scheitel (Rose) des Frucht- 
bodens; sie sind oft völlig voneinander getrennt und bilden jedes für sich 
einen Fruchtknoten bez. Frucht; oft sind sie auch b's auf die fast immer 
ganz freien Griffel miteinander und mit dem Frachtboden verwachsen (Apfel). 
Die Frucht ist sehr verschiedenartig: eine Nuss, Balgfrucht, Beere, Stein- 
frucht oder eine Apfelfrucht. — Besonders häufig finden sich sogenannte 
Scheinfrüchte, d. h. fruchtartige Gebilde, zu deren Entstehung sich Frucht- 
knoten und andere Blütenteile vereinigten. So ist die Hagebutte der Rose 
eine Scheinfrucht, weil ihr Fleisch aus dem Rande des Blütenbodens hervor- 
ging, während jedes in ihr sitzende Körnchen aus einem Fruchtknoten ent- 
stand, mithin eine Frucht ist. Auch Erdbeere und Apfel gehören hierher; 
bei ersterer ist die saftige, aromatische und wohlschmeckende Masse ein 
fleischig gewordenes Stück des Blütenbodens und sind die kleinen, auf 
ihrer Oberfläche sitzenden Steinchen die Früchte; das Fleisch des letzteren 
entstand vorzugsweise aus dem schon in der Blüte mit den Fruchtblättern 
verwachsenen Blütenboden. Bei der Brombeere ist jedes Körnchen eine 
Steinbeere u. s. w. — Der Same der Rosengewächse ist eiweisslos. 

Die einheimischen Arten gehören 7 Unterabteilungen an: 

A. Die Früchte sind zur Zeit der Reife frei, d. h. nicht von dem Blüten- 
boden eingeschlossen. 

I. Es ist nur ein Fruchtblatt, mithin auch nur eine Frucht (Steinfrucht) 
vorhanden. Bäume oder Sträucher mit einfachen, meist gesägt -ran- 
digen Blättern. 1. Unterfamilie: Pruneae (Amygdaleae) , Pflaumen- 
oder Mandelgewächse. 
iL Es sind mehrere Fruchtblätter und Früchtchen vorhanden. 

a. Fruchtknoten mit 2 Samenknospen. Ein Aussenkelch fehlt. Die 
Steinfrüchtchen verwachsen mehr oder minder miteinander zu einer 
Scheinbeere. 2. Unterfamilie: Rubeae, Brombeergewächse. 

ß. Fruchtknoten mit 1 Samenknospe. 

a. Blüte ohne Aussenkelch. Balgfrüchtchen. 3. Unterfamilie: 
Spiraeeae, Spierstaudengewäehse. 

b. Blüten mit Aussenkelch. Früchtchen nuss- oder steinfruchtartig. 
4. Unterfamilie: Potentilleae, Fingerkrautge wachse. 

Eine Mittelstellung zwischen der 3. und 4. Unterfamilie 
bildet Dryas mit nussartigen Früchtchen, aber ohne Aussen- 
kelch. 

B. Die Früchtchen sind zur Zeit der Reife in dem Fruchtboden einge- 
schlossen, oder die Fruchtblätter sind ganz mit diesem verwachsen. 



. — 167 — 

I. Fruchtboden zur Zeit der Reife trocken. Eine Bkmienkrone fehlt 
meist. Kräuter. 5. Unterf arnilie : Poterieae, Wiesenknopfgewächse. 

II. Fruchtboden zur Zeit der Reife fleischig. Blumenkrone meist vor- 
handen. Sträucher mit unpaarig-gefiederten Blättern. 6. Unterfamilie: 
Roseae, Rosengewächse. 

III. Fruchtblätter mit dem Fruchtboden ganz verwachsen, eine Steinfrucht, 
Beere oder Apfelfrucht bildend. Bäume oder Sträucher. 7. Unter- 
familie: Pomeae, Apfelgewächse. 

1. Unterfamilie: Prnneae (Amygdaleae) , Pflanmen- oder Mandelgewächse. 

Die hier aufgezählten Arten werden oft in die beiden Gattungen Amyg- 
dalus und Prunus oder in eine einzige Prunus zusammengefasst, sodass die 
folgenden Gattungen dann nur als Untergattungen gelten. 

A. Stein der Steinfrucht tief grubig-runzelig. 

I. Frucht saftlos, meist sammetartig-behaart, bei der Reife unregelmässig 
aufspringend. Gattung 508: Amygdalus L., Mandel. 

IL Frucht saftig, meist sammetartig-behaart, nicht aufspringend. Gat- 
tung 509: Persica Tournefort, Pfirsich. 

B. Stein der Steinfrucht glatt oder fast glatt, nicht tief grubig-runzelig. 

I. Frucht sammetartig-behaart. Gattung 510: Armeniaca Tournefort, 
Aprikose. 

IL Frucht kahl, nicht sammetartig-behaart. 

a. Frucht bereift. Blätter in der Knospe gerollt. Gattung 511: 
Prunus Tournefort, Pflaume. 

b. Frucht nicht bereift. Blätter in der Knospe gefaltet. 

a. Blüten in zwei- oder mehrblütigen Büscheln, kurz vor oder mit 
den Blättern erscheinend. Gattung 512: Cerasus Tournefort, 
Kirsche. 

ß. Blüten in Trauben, nach den Blättern erscheinend. Gattung 513: 
Padus Miller, Traubenkirsche. 

Gattung 508: Amygdalus L., Mandel. (XII, 1.) 

Sträucher oder kleine Bäume. Blätter in der Knospe zusammengefaltet. 
Blüten meist zu 2, seltener einzeln stehend. Frucht saftlos, meist samet- 
artig-behaart, selten kahl, bei der Reife unregelmässig, zuweilen fast hülsen- 
artig aufspringend, mit tief grubig-runzeligem Steinkern. 
A. Blätter lanzettlich, gesägt, untere Sägezähne drüsig. Blattstiel so lang 
oder länger als die Breite des Blattes. — Kelch glockenförmig. Blumen- 



— 168 — 

kröne hellrosa oder weiss. Frucht eilänglich, zusammengedrückt, grün- 
lich-braun. Stein holzig oder zerbrechlich (Krachmandeln). Blütezeit 
März, April. Höhe im Süden bis etwa 6 m. Im südlichen und mittleren 
Teile häufig angebaut und bisweilen verwildert; im nördlichen einzeln 
in Gärten. (Prunus Amygdalus Baillon.) A. communis L., Gemeine 
Mandel.*) 

Besondere Formen sind: 

a. Aussenfruchtschicht ganz trocken. 

a. Blattstiel drüsenlos oder oberwärts drüsig. Staubgefässe unterwärts 
behaart. Samen bitter. Stein holzig oder zerbrechlich. A. amara 
De Candolle, Bittere Mandel. 

b. Blattstiel oberwärts drüsig. Staubgefässe nicht behaart. Same süss. 

1. Blüten vor den Blättern erscheinend. Steinschale hart. 
A. dnlcis De Candolle, Süsse Mandel. 

2. Blüten mit den Blättern erscheinend. Steinschale zerbrech- 
lich. A. fragilis Persoon, Krachmandel. 

ß. Aussenfruchtschicht etwas fleischig. A. communis X persica L., 
Pfirsichmandel. 

B. Blätter lanzettlich, drüsenlos-gesägt, in einen Stiel, der meist kürzer als 
die Breite des Blattes ist, verschmälert. — Kelch röhrenförmig. Frucht 
rundlich, zottig, viel kleiner als die der vorigen; Stein mitunter fast 
glatt. Blumenkrone rosa. Blütezeit März, April. Höhe 30 bis 125 cm. 
Zuweilen in Gärten. A. nana L., Zwerg-Mandel. 

Gattung 509: Persica Toumefort, Pfirsich. (XII, 2.) 

Bis 8 Meter hoher Baum mit lanzettlichen, drüsenlos - scharfgesägten, 
zugespitzten Blättern. Blattstiel kurz. Blumenkrone hellrosa. Frucht kugelig, 
nicht aufspringend, auf einer Seite mit einer Längsfurche, sammetartig-behaart 
oder kahl (var. laevis De Candolle, Nektarine). Blütezeit April. Aus 
Asien stammend und häufig angepflanzt. (Amygdalus Persica L.; Prunus 
Persica Bentham und Hooker.) Persica vulgaris Miller, Pfirsich.**) 



*) Tafel 392. Amygdalus communis L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 
1 Blütenlängsschnitt; 2 Stempel; 3 Stein; 4 desgl. im Längsschnitte; 5 Same. 
1 und 2 vergrössert. 

**) Tafel 393. Persica vulgaris Miller. A Blüten-, B Fruchtzweig. 
1 Blütenlängsschnitt; 2 Staubblätter und Kelchblatt; 3 Kronblatt; 4 Staubblätter; 
5 Stempel; 6 Narbe; 7 Fruchtknoten- Querschnitt; 8 Stein; 9 desgl. im Längs- 
schnitte. 1 bis 7 vergrössert 




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Sdjltljöorn. 



— 169 — 

Gattung 510: Armeniaca Tournefort, Aprikose. (XII, 1.) 

3 bis 4 Meter hoher Baum mit breit -eiförmigen, doppeltgesägten, zu- 
gespitzten, kahlen, in der Knospe gerollten Blättern. Blüten vor den Blättern 
erscheinend, zu 1 bis 2 beisammenstehend, mit kurzen, in den Knospen- 
schuppen verborgenen Stielchen. Blumenkrone weiss, mit rötlichem Anfluge. 
Frucht rundlich, sammethaarig, gelb, an der Sonnenseite rot, fleischig -saftig. 
Steinkern eiförmig, mit breitem, scharfem Kiele. Blütezeit März, April. Aus 
dem Oriente stammend, bei uns in mehreren Spielarten angebaut. (Prunus 
Armeniaca L.) A. vulgaris Lamarck, Aprikose. 

Gattung 511: Prunus Tournefort, Pflaume. (XII, 1.) 

Blätter in der Knospe gerollt. Frucht nicht sammetartig-behaart, bereift. 
Stein glatt oder fast glatt. 

A. Blütenstiel kahl. 

a. Frucht aufrecht. — Dorniger, 2 bis 3 Meter hoher Strauch, mit 
länglich -lanzettlichen, glatten, wenig behaarten Blättern. Blüten zu 
1 bis 2, in einzelnen, zu zweien oder dreien stehenden Knospen; 
Blumenkrone weiss. Frucht kugelig bis fast eiförmig, schwarz - blau, 
blau bereift, herbe, etwa 1 cm dick. Blütezeit April, Mai. An Wald- 
rändern, steinigen Orten und in Hecken gemein. P. spinosa L., 
Schlehe, Schlehdorn, Schwarzdorn.*) 

b. Frucht hängend. — Bis 5 Meter hoher Baum oder Strauch mit kahlen 
Blättern und Zweigen. Blüten einzeln, mit weisser Krone. Frucht 
kugelig, rot, bläulich bereift. Blütezeit April, Mai. Aus dem Oriente 
stammend und in Gärten, namentlich im Süden des Gebietes, ange- 
pflanzt. P. cerasifera Ehrhart, Kirschpflaume. 

B. Blütenstiele weichhaarig. 

a. Zweige sammethaarig. Früchte nickend, kugelig. — 3 bis 7 Meter 
hoher Baum, seltener Strauch, mit länglichen bis eirunden, doppelt- 
gesägten, unterseits behaarten Blättern. Blüten meist zu zweien, mit 
weisser Blumenkrone. Frucht der wildwachsenden, dornigen Pflanze 
schwarzblau, blau bereift, süss und herbe. Blütezeit April, Mai. In 
Gebüschen und Waldungen; selten. P. insititia L., Haferschlehe. 

Die wichtigsten der durch Kultur entstandenen, zahlreichen und 
und ihrer Früchte halber angebauten Spielarten sind : Gemeine Pflaume, 
Spilling, Mirabelle und Reine Claude. 



*) Tafel 394. Prunus spinosa L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüte; 
2 Bütenlängsschnitt; 3 Kronblatt; 4 Staubblatt; 5 Fruchtknoten im Längs- 
schnitte; 6 zum Teil ihres Fleisches beraubte Frucht; 7 halbierte Frucht; 8 bis 10 
Samen in verschiedenen Richtungen durchschnitten. 1 bis 5, 7 bis 10 vergrössert. 

Thomö, Flora. III. 22 



— 170 — 

Zweige kahl. Früchte hängend, länglich. Bis 7 Meter hoher, meist 
dornenloser Baum, mit elliptischen, gekerbt-gesägten, unterseits weich- 
haarigen Blättern. Blütezeit April. Frucht blauschwarz, purpurrot 
bis goldgelb, bläulich bereift. Stammt aus dem Oriente und wird bei 
uns der Früchte halber in vielen Abarten, Gemeine Zwetsclie, Dattel- 
pflaume, Eierpflaume, angebaut. P. domestica L., Zwetsclie (Pflaume). 



Gattung 512: Cerasus Tournefort, Kirsche. (XII, 1.) 

Blätter in der Knospe gefaltet. Blüten in zwei- oder mehrblütigen, 
einzelnen oder gehäuften Büscheln (Dolden), vor oder mit den Blättern er- 
scheinend. Früchte kahl, nicht bereift; Stein glatt oder fast glatt. 

A. Blattstiel über seiner Mitte mit 2, meist nierenfÖrmigen Drüsen. — Oft 
bis 10 und mehr Meter hoher Baum, mit krautigen, etwas runzeligen, 
jung drüsig -gesägten, unterseits weichhaarigen Blättern, deren Hälften 
meist etwas zusammenneigen. Blütenbüschel sitzend, ohne Laubblätter. 
Blumenkrone weiss. Blütezeit April, Mai. Frucht süss, kugelig bis herz- 
förmig, bei den wildwachsenden klein, schwarz oder rot. In Wäldern; 
zahlreiche durch Kultur entstandene Abarten werden vielfach angebaut. 
(Prunus avium L.) C. dulcis Gärtner, Süsskirsche, Vogelkirsche. 

Nach der Weichheit des Fleisches unterscheidet man die Unterarten : 
C. Juliana De C and olle, Weickkirsche, Herzkirsche und C. duracina 
De C and olle, Knorpelkirsche. 

B. Blattstiel drüsenlos. 

a. Blätter alle gleich gestaltet. Kronblätter rundlich. Steinkern kugelig. — 
Kleiner, selten 5 bis 6 Meter hoher, Ausläufer treibender Baum, mit 
etwas lederigen, flachen, kahlen, elliptischen oder länglichen, zuge- 
spitzten, fast doppelt-gesägt-gekerbten Blättern. Dolden sitzend, am 
Grunde mit einigen Laubblättern. Kronblätter weiss. Frucht abge- 
plattet-kugelig, meist dunkel- bis schwarzrot, süss-säuerlich. Blütezeit 
April, Mai. Aus Asien stammend, der Früchte halber in mehreren 
Spielarten angebaut und mitunter verwildert. (Prunus Cerasus L.) 
C. vulgaris Miller, Sauerkirsche, Weichsel-Kirsche.*) 



*) Tafel 395. Cerasus vulgaris Miller. A Blüten-, B Fruchtzweig, 
1 Blutenknospe, nach Entfernung der Kelchblätter, halbiert, um die Lage der 
Staubblätter zu zeigen; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Staubblätter; 4 Stempel; 
5 Frucht nach Wegnahme eines Teiles des Fruchtfleisches; 6 Kern; 7 desgl., 
weöflhet; 8 Same im Längsschnitt; 9 junges Blatt mit den Nebenblättern. 1 — 4 






vergrössert. 







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Sauerhirfdje. 




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Faulbaum. 



— 171 — 

Hervorragende Hauptformen sind: 

1. var. acida Ehr hart, Glaskirsclie, mit farblosem Fruchtsafte; 

2. var. austera Ehr hart, Morelle, Amarelle mit rötlichem Safte und 
längeren Stielen. 

b. Blätter der Seitenknospen umgekehrt- eiförmig und abgerundet-stumpf, 
die der übrigen Knospen länglich oder lanzettlich und spitz. Kron- 
blätter umgekehrt-eiförmig. Steinkern eiförmig, spitz. — 50 bis 125 cm 
hoher, Ausläufer treibender Strauch. Blumenkrone weiss. Blütezeit 
April. Frucht erbsengross, rot, sehr sauer. In trockenen Bergwäldern 
und auf Bergabhängen; selten. (Prunus Chamaecerasus Jacquin.) 
C. Chamaecerasus Loiseleur, Zwergkirsche, Zwergweichsel, Ostkeimer 
Kirsche. 

Gattung 513: Padus Miller, Traubenkirsche. (XII, 1.) 

Blätter in der Knospe gefaltet. Blüten in Trauben, nach den Blättern er- 
scheinend. Steinfrucht kahl, unbereift. Stein glatt oder fast glatt. 
A. Blätter abfallend, 
a. Blattstiele drüsig. 

1. Blätter krautig. 

a. Blattstiel an seinem Ende mit 2 bis 3 Drüsen. Blattfläche 
eiförmig oder länglich, zugespitzt, gesägt. Blüten in überhängen- 
den Trauben. Frucht schwarz. Steinkern netzrunzelig. Blumen- 
krone weiss. — Blütezeit Mai. 3 bis 10 Meter hoher Baum 
oder Strauch. In feuchten Wäldern und Gebüschen; zerstreut. 
(Prunus Padus L.; Cerasus Padus De Candolle.) Padus avium 
Miller, Faulbaum.*) 

Eine Abart mit aufrechten Blüten- und Fruchttrauben ist 
die im Riesengebirge und der Schweiz vorkommende P. petraea 
Tausch, Felsen-Faulbaum. 

ß. Blattstiel mit 3 bis 4 Drüsen. Blätter eiförmig mit feinspitzigen 
Sägezähnen. Blumenkrone weiss. Frucht rot. Steinkern glatt. — 
Blütezeit Mai. Aus Nordamerika stammender, in Gebirgen oft 
angepflanzter Baum, seltener Strauch. (Prunus virginiana L.) 
P. virginiana Borkhausen, Virginischer Faulbaum. 

2. Blätter lederig-derb, oberseits glänzend, eiförmig, feinspitzig-gesägt. 
Blattstiel mit 3 bis 4 Drüsen. Trauben klein, aufrecht, nickend. 
Blumenkrone gelblich - weiss. Frucht schwarz. Steinkern glatt. 



*) Tafel 396. Padus avium Miller. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten- 
knospe; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Stein; 4 desgl. halbiert. 1 bis 4 vergrössert. 






— 172 — 

Blütezeit Juni. Nordamerikanischer, mitunter angepflanzter Strauch 
(Prunus serotina Ehrhart; P. virginiana Miller.) P. serotina Ehr- 
hart, Spätblühender Faulbaum. 

b. Blattstiele drüsenlos. — 2 bis 6 Meter hoher Strauch oder Baum mit 

rundlich -eiförmigen, stumpf - gesägten , kahlen, unterseits blaugrünen 

Blättern. Blüten in einfachen, gewölbten, fast doldigen Trauben; 

weiss. Blütezeit April, Mai. In Süd- und Südwestdeutschland; liefert 

die Weichselrohre für Pfeifen. (Prunus Mahaleb L.) P. Malialeb 

Borkhausen, Weichsel. 

B. Immergrün. 2 bis 6 Meter hoher Strauch. Blätter lederig, glänzend, 

elliptisch oder länglich-lanzettlich, mit etwas umgebogenem, scharf- und 

weitläufig -gesägtem, seltener ganzem Rande. Blüten in achselständigen, 

aufrechten Trauben, klein, weiss. Frucht schwarz. Aus dem Oriente 

stammend, als Zierstrauch angebaut. Die Blätter sind officinell. (Prunus 

Laurocerasus L.) P. Laurocerasus Miller, Kirschlorber. 

2. Unterfamilie: Rubeae, Brombeergewächse. 
Gattung 514: Rubus L., Brombeere, Himbeere. 

Wurzelstock verholzend, ausdauernd, meistens zweijährige Aste treibend. 
Blätter selten einfach oder gelappt, meist drei- bis fünf-, seltener sieben- 
zählig- und oft fussförmig-zusammengesetzt. Kelch fünfteilig. Kronblätter 5; 
Staubblätter und Stempel zahlreich, in unbestimmter Zahl. Früchte kleine 
Steinbeeren, die zu einer beerenartigen Sammelfrucht verwachsen. 

Die Äste sind entweder nur an der Spitze übergebogen oder bogen- 
förmig bis zum Boden herabgeneigt und an ihrer Spitze wurzelnd, oder sie 
klimmen; sie sind stielrund oder kantig, kahl oder bereift, behaart, drüsen- 
oder sternhaarig, borstig, drüsenborstig, nadelborstig, stachelig u. s. w. Manche 
dieser Verhältnisse sind nur an den einjährigen Asten, den sogenannten 
Schösslingen, wahrzunehmen. „Man suche die Arten womöglich im frischen 
Zustande zu vergleichen und mache sich Aufzeichnungen über Wuchs, Quer- 
schnitt des Schösslings, Färbung der Blütenteile, Fruchtkelch u. s. w. Man 
sammle ausser den Blütenzweigen auch Stücke von dem mittleren Teile der 
Schösslinge mit einigen Laubblättern. Man achte sorgfältig darauf, dass 
Schösslinge und Blütenzweige wirklich zu demselben Stocke gehören und 
lege zunächst nur solche Laubblätter und Blütenzweige ein, welche die für 
den betreffenden Strauch normale Bildung zeigen." 

A. Stengel einjährig, krautig. 

1. Blüten zweihäusig. (XXII, 9.) 1. Untergattung: Chamaemorus, Multe- 
beere. 

2. Blüten zwitterig. (XII, 3.) 2. Untergattung: Cylactis, Steinbeere. 




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— 173 — 

B. Stengel zweijährig (und ausdauernd); im ersten Jahre nur Blätter, im 
zweiten beblätterte Blütenzweige tragend. (XII, 3.) 

1. Die Steinfrüchtchen verwachsen zu einer beerenartigen Sammelfrucht, 
welche von dem trockenen, kugeligen Fruchtboden abfällt. 3. Unter- 
gattung: Idaeobatus, Himbeere. 

2. Die Steinfrüchtchen verwachsen nebst dem saftig werdenden oberen 
Teile des Fruchtbodens zu einer beerenartigen Sammelfrucht, welche 
von dem unteren Teile des Fruchtbodens abfällt. 4. Untergattung: 
Eubatus, Echte Brombeere. 

1. Untergattung: Chainaemorus, Multebeere. 

Stengel einfach, aufrecht, an seinem Grunde von tutenförmigen Scheiden 
umgeben, unbewehrt. Blätter einfach, herz-nierenförmig, fünflappig. Blüten 
zweihäusig, weiss, zuweilen rot angelaufen. Blütezeit Mai, Juni. Frucht 
erst rot, später orangefarben, wohlschmeckend. Höhe 8 bis 15 cm. An 
sumpfigen, moorigen Orten im nördlichen Deutschland von der Odermündung 
ostwärts, und im Riesengebirge; selten. R. Chamaemorus L., Zwergmaulbeer- 
Brombeere, Multebeere. 

2. Untergattung: Cylactis, Steinbeere. 

Wurzel fadenförmig. Schössling ausläuferartig-niedergestreckt, im Herbste 
mit wurzelnden Spitzen; vielblätterig; feinbestachelt. Fruchtbare Stengel 
kurz-aufrecht, mit mehrblätteriger Spitze. Blätter dreizählig. Blüten klein, 
weiss. Blütezeit Mai, Juni. Frucht nur wenige, grosse, rote, oft kaum zu- 
sammenhängende Steinbeeren. In trockenen Laubwäldern, namentlich auf 
Mergelboden; zerstreut. R. saxatilis L., Steinbeere. 

3. Untergattung: Idaeobatus, Himbeere. 

1. Wenigstens die oberen Blätter sind drei- bis fünfzäblig. — Schössling 
rund, aufrecht, bereift. Blättchen unterseits weissfilzig. Kronblätter 
weiss. Früchte rot, selten gelb, bei kultivierten auch weiss; filzig. 
Blütezeit Juni. In Wäldern und Hecken häufig. R. Idaeus L., Him- 
beere.*) 

Formenreiche Pflanze: 

Bei der Abart (denudatus Spenner) viridis A. Braun, Grün- 
blätterige Himbeere sind die Blättchen beiderseits grün. 



*) Tafel 397. Rubus Idaeus L. A Fruchtzweig. 1 Blüte im Längs- 
schnitte; 2 Staubblätter; 3 die Stempel einer Blüte, die Fruchtknoten sind von 
ihrem Filze verdeckt; 4 einzelner Stempel; 5 Fruchtknoten im Längsschnitte; 
6 Sammelfrucht im Längsschnitte; 7 einzelnes Steinfrüchtchen im Längsschnitte; 
8 nnd 9 Same. 1 bis 5, 7 bis 9 vergrössert. 



— 174 — 

Bei spinulosus Miller, Stachelige Himbeere, sind die Schöss- 
linge bis zur Spitze mit grossen, dicken Stachelborsten besetzt. 

Bei trifoliatus Bell Salter, Dreiblätterige Himbeere, sind alle 
Blätter gedreit. 

Bei (obtusifolius Willdenow) anomalus Arrhenius, Regelwidrige 
Himbeere, sind die untersten Blätter der Schösslinge sowie der Blüten- 
zweige einfach, rundlich-nierenförmig, seltener gelappt, grob-gesägt, die 
übrigen Blätter aber gedreit, mit rundlich-eiförmigen oder elliptischen, 
sich deckenden Blättchen. 

Unfruchtbare Bastarde mit Arten der Echten Brombeere sind 
nicht selten. 

4. Untergattung: Eubatus, Echte Brombeere. 

Die zahlreichen Glieder dieser Untergattung wurden früher in 2 Arten : 
Rubus frnticosns und R. caesius, selbst als eine einzige R. polymorphus 
zusammengefasst ; auch jetzt ist es noch nicht gelungen, in dieses Formen- 
gewirr eine nur annähernd endgültige Ordnung zu bringen, zahlreiche Arten 
harren noch ihrer Aufstellung, zahlreiche andere dürften wieder einzuziehen und 
mit anderen zu vereinigen sein. Diese Unsicherheit verbietet uns auch auf die 
zahlreichen beobachteten Bastarde (?) einzugehen. Wir folgen hier im all- 
gemeinen dem gründlichsten Kenner der deutschen Brombeeren, Focke. 
Mehr als sonstwo kommt es hier auf die Gesamtheit der Kennzeichen an; 
das Nichtzutreffen eines einzelnen ist weniger zu beachten. 

A. Die untersten Seitenblättchen der drei- bis fünf-, seltener siebenzähligen 
Blätter sind ungestielt. 

1. Die Schösslinge entspringen zum Teil an langen, unterirdischen Aus- 
läufern, also nicht beisammenstehend und nicht aus einem gemeinsamen 
Mittelpunkte; sie sind anfangs aufrecht, später hoch-bogig, unbereift; 
die Blütenstiele haben keine Stieldrüsen (gestielte Drüsen). 1. Gruppe'- 
Snberecti, Halb-Aufrechte. 

2. Die Schösslinge entspringen beisammenstehend aus einem gemeinsamen 
Mittelpunkte; sie sind kriechend, langgestreckt, im Herbste wurzelnd, 
fast immer bereift. Die Blütenstiele haben meist Stieldrüsen. 12. Gruppe: 
(Triviales.) Corylifolii, Haselblätterige. 

B. Die untersten Seitenblättchen sind kurz-, aber deutlich gestielt. 

I. Die Stacheln des Schösslings sind einander ungleich; die kleineren 
gehen ohne bestimmte Grenze und in mancherlei Formen in Stachel- 
borsten und Stieldrüsen über. (Polymorphacanthi, Verschieden- 
stachelige.) 



— 175 — 

a. Grössere Stacheln kräftig, mit breitem Grunde aufsitzend. 10. Gruppe: 
Hystrices, Stachelige. 

ß. Alle Stacheln schmal, pfriemlich oder borstig. Fruchtkelch auf- 
recht. 11. Gruppe: Glandulosi, Drüsige. 

II. Die Stacheln sind in der Mitte des Schösslings einander ziemlich 
gleich; sie sind kantenständig; kurze Stachelchen sind vorhanden oder 
fehlen. 

«. Schössling auf den Flächen der ganzen Länge nach durch zahl- 
reiche, kurze, meist drüsentragende Stachelchen und Borsten rauh 
bis sehr rauh. 9. Gruppe: Radulae, Raspelartige. 

ß. Der Schössling hat entweder gar keine oder nur zerstreut-stehende 
Stieldrüsen. 

1. Der mittlere Teil des Schösslings ist durch Sternfilz und Büschel- 
haare zottig oder weichhaarig. 8. Gruppe: Vestiti, Bekleidete. 

2. Der mittlere Teil des Schösslings ist zerstreut-behaart oder kahl. 

A. Die jüngeren Blätter (wenigstens die blütenständigen) haben 
auf ihrer, wenn auch oft anscheinend kahlen Oberseite stets 
einige sehr kleine, bei 50- bis 60facher Vergrößerung er- 
kennbare Sternhärchen; die älteren Blätter sind sternfilzig 
oder kahl. 5. Gruppe: Tomentosi, Sternfilzige. 

B. Die Blätter haben auf ihrer Oberseite kerne Sternhaare; 
übrigens sind sie behaart oder kahl. 

a. Schösslinge anfangs fast aufrecht, später hoch-bogig, kahl 
oder nur mit vereinzelten Haaren. Stengel und Blüten- 
stiele ohne Stieldrüsen. 

Ct. Blätter kahl oder schwach-behaart, ohne Drüsenborsten. 
Rispe zusammengesetzt, wenig-doldig, oberwärts schmäler, 
meist dicht bestachelt. 2. Grnppe: Rhamnifolii, Kreuz- 
dornblätterige. 

b. Blätter unterseits mit feinem, weissschimmerndem Filz 
und mit längeren Haaren bekleidet. Rispe lang-eiförmig, 
wehrlos oder sparsam bestachelt. 3. Gruppe : Candi- 
cantes, Weissschimmernde. 

b. Schösslinge niedrig-bogig, an der Spitze oft weichhaarig, 
in der Mitte locker- oder zerstreut-büschelig. 

a. Stengel und Blütenstiele ohne Stieldrüsen. 4. Gruppe: 
Villicaules, Zottig-Stengelige. 

b. Blütenstiele mit Stieldrüsen. 



— 176 — 
aa. Staubblätter kürzer als die Griffel. 6. Gruppe: Spreilgeliani, 






Sprengel's Brombeere. 



hb. Staubblätter länger als die Griffel. 7. Gruppe: Adenophori, 



. 



Drüsentragende. 



Erste Gruppe: 
Suberecti, Halbaufrechte. 

A. Stacheln schwach, pfriemlich oder schmal-kegelförmig, bis etwa halb so \ 
lang als der Schössling dick ist. Blätter an kräftigen Stöcken zum 
Teil siebenzählig. Blütenstand traubig. Blüten weiss. Reife Früchte 
schwarzrot. 

1. Stacheln kurz, kegelförmig, meist schwarzrot, oberwärts und an den 
Blütenzweigen sehr zerstreut. Blätter gross, lebhaft grün. Bei Auf- 
blühenden sind die Staubblätter länger als die Griffel. — Blütezeit 
Juni. In feuchten Wäldern und Gebüschen. R. suberectus Anderson, 
Halbaufrechte Brombeere. 

2. Stacheln schmal, pfriemlich, am Schössling zahlreich. Blätter ziemlich 
klein, mattgrün. Staubblätter etwa so lang wie die Griffel. — Blüte- 
zeit Juni. In Wäldern und Gebüschen Norddeutschlands; sehr zer- 
streut. R. fissus Lindley, Geteilte Brombeere. 

B. Stacheln kräftig, mit breitem, zusammengedrücktem Grunde sitzend. 
7 zählige Blätter sehr selten. Reife Früchte glänzend-schwarz. 

1. Die Staubblätter überragen auch beim Aufblühen die Griffel nicht. 

ct. Die untersten Blättchen sind anfangs ungestielt, im Herbste da- 
gegen zwar kurz, aber deutlich gestielt. Die aus dem mittleren 
und oberen Teile des Schösslings entspringenden Blütenzweige sind 
traubig; sie haben spärlich bewehrte Blütenstiele und blühen früh; 
die tief entspringenden Blütenzweige blühen später und bilden einen 
zusammengesetzten, stark bewehrten Blütenstand. Die Staubblätter 
sind nur wenig kürzer als die Griffel. Blüten weiss oder rosa. 
Blütezeit Juni, seltener Juli. An offenen Stellen und in Gebüschen; 
seltener im Waldesschatten. Fehlt im Nordosten des Gebietes; im 
übrigen Teile nicht selten, stellenweise gemein. (R. fruticosus L. 
zum Teil.) R. plicatus Weihe und Nees, Faltige Brombeere. 

ß. Äussere Blättchen alle gestielt, Rispe oft durchblättert, kurz, mit 
ein- bis wenigblütigen Ästchen. Blütenstiele mit zahlreichen feinen 
Stacheln. Schösslinge behaart, kurzstachelig. Kelchzipfel grünlich, 
weiss berandet. Staubblätter meist viel kürzer als die Griffel. 



— 177 — 

Blumen weiss. Blütezeit Juni bis August. Im westlichen Gebiete 
und der Schweiz; selten. R. Barbe vi Favrat und Gremli, 
Barbeys Brombeere. 
2. Staubblätter die Griffel überragend. 

a. SchÖsslinge kahl. 

a. Endblättchen kurz-zugespitzt. 

aa. Kelchzipfel graufilzig. — Endblättchen verlängert-herzf Örmig ; 
obere kahl, untere weichhaarig. Kronblätter gross und breit, 
weiss. Blütezeit Juni, Juli. Bei Verviers. R. Libertianus 
Weihe, Liberts Brombeere. 

bb. Kelchzipfel grün, weiss berandet. 

aa. SchÖsslinge gefurcht, wenig- aber kräftig-stachelig. Blätter 
unterseits grün. Endblättchen herz-eiförmig. Staubgefässe 
nach dem Verblühen ausgebreitet, vertrocknend. Kron- 
blätter gross, weiss. Sammelfrucht gross, länglich. Blüte- 
zeit Juni, Juli. In lichten Waldungen Mitteldeutschlands; 
ziemlich häufig. R. snlcatus Vest, Gefurchte Brombeere. 

bb. SchÖsslinge meist flachseitig. Blätter unterseits grün bis 
graufilzig. Endblättchen herz-eiförmig oder elliptisch. 
Staubgefässe nach dem Verblühen zusammenneigend. 
Kronblätter gross, weiss, selten rötlich. Frucht rundlich. 
Blütezeit Juni, Juli. R. opacus Focke, Dunkele Brom- 
beere. 

b. Endblättchen kurz-zugespitzt. 

aa. SchÖsslinge drüsenlos. Stacheln oberwärts etwas gebogen. 
Blätter gefaltet, unterseits grün. Endblättchen breit, rund- 
lich. Blütezeit Juli. R. Bertrainii G. Braun, Bertrams 
Brombeere. 

bb. SchÖsslinge oft drüsig. Stacheln an den Blattstielen und 
im Blütenstande meist zahlreich, hakig. Blätter klein, glänzend, 
unterseits grün. Endblättchen eiförmig oder elliptisch. Kron- 
blätter lebhaft rot oder weiss. Blütezeit Juli, August. Auf 
feuchtem, lehmigem Boden; in Westdeutschland. R. nitidus 
Weihe und Nees, Glänzende Brombeere. 

Die Abart R. divaricatus Müller, Sparrige Brombeere, 
hat weniger Stacheln und eine ausgespreizte Rispe. 

b. SchÖsslinge mehr oder minder behaart. 

a. Blätter, besonders die jungen, oft auch die älteren, unterseits 
filzig und weiss schimmernd. Endblättchen herz-eiförmig. Kron- 

Thom«, Flora. III. 23 



— 178 — 

blätter gross, weiss. Fruchtkelch meist zurückgeschlagen. Blüte- 
zeit Juli. Auf magerem Sandboden Nordwestdeutschlands. 
(R. suberectus X affinis (?).) R. ammobius Focke, Sandliebende 
Brombeere. 

b. Blätter unterseits grün. Blättchen herzförmig, zugespitzt. Blüten- 
stand abwechselnd - traubig. Blütezeit Juli. Bei Verviers. 
R. Weihei Lejeune, Weihes Brombeere. 

Zweite Gruppe: 
Rhamnifulii. Kceuzdornblätterige. 

A. Blütenstiele locker mit aufrecht-abstehenden Haaren besetzt. Kelchblätt- 
chen aussen grün, mit weissfilzigem Saume. — Blätter oberseits kahl; 
die jüngeren unterseits meist dünn -\v eissfilzig. Endblättchen elliptisch, 
zugespitzt. Stacheln im Blütenstande zahlreich, etwas ungleich, gerade 
oder leicht gekrümmt. Deckblättchen am Rande mit Stieldrüsen. Blumen- 
krone klein, weiss. Blütezeit Juni, Juli. An Waldrändern, in Gebüschen 
und Hecken West- und Mitteldeutschlands. R. montanus Wirtgen 
Berg-Brombeere. 

B. Blütenstiele filzig oder dicht -abstehend -behaart. Kelchblättchen aussen 
graufilzig. 

a. Blütenstand mehr oder minder sparrig, oben gestutzt oder gedrungener 
und nach oben zu verjüngt; Astchen unregelmässig -geteilt. Blüten- 
stiele mit Sternfilz, durch zahlreiche, längere, abstehende Haare grau, 
meist reichlich bestachelt. Blattstiele oberseits meist rinnig. 

a. Endblättchen fast kreisrund oder rundlich -verkehrt -eiförmig, mit 
kurzer, aufgesetzter Spitze, kleingesägt, langgestielt (selten doppelt 
so lang, oft kaum länger als sein Stielchen.) Blätter unterseits 
weissfilzig. Schösslinge schon im Sommer stark verzweigt, kahl 
oder etwas behaart, oft etwas bereift. Staubblätter den roten 
Griffel weit überragend. Frucht fast kugelig. Blumenkrone weiss 
oder blassrosenrot. Blütezeit Juni. In Waldlichtungen und an 
Waldrändern Nord- und Mitteldeutschlands. R. rhamnifolius Weihe 
und Nees, Krenzdornblätterige Brombeere. 

Formenreiche Pflanze, von der folgende Unterarten unterschieden 
werden: 

1. Blätter beiderseits grün, obgleich behaart. 

a. Deckblättchen und Blütenstiel abstehend-filzig-zottig und zer- 
streut-drüsenborstig. Stacheln pfriemlich, oft purpurn. Kron- 
blätter weiss. Blütezeit Juli. In Hecken und Waldlichten 



— 179 — 

an der mittleren Weser. R. porphjracanthus, Purpur- 
stachelige Brombeere. 

Verwandt hiermit ist der Thüringische, sehr stark be- 
haarte R. piliferus Sagorski, Behaarte Brombeere. 

b. Deckblättchen und Blütenstiele ohne Drüsenborsten. 

aa. Schösslinge stumpf kantig, etwas behaart. Endblättchen 
rundlich oder breit-elliptisch, kurz-zugespitzt. Kronblätter 
weiss. Blütezeit Juli. In Waldlichten Nordwestdeutsch- 
lands. R. Maassii Focke, Maass' Brombeere. 

bb. Schösslinge scharfkantig, kahl. Blütenstand locker, ober- 
wärts oft traubig. Kronblätter weiss. Blütezeit Juli, 
August. Pommern. R. Muenteri Marsson, Münters 
Brombeere. 

2. Blätter unterseits weissfilzig. 

a. Schössling gefurcht; Stacheln breit und krumm. Blättchen 
oberseits kahl. Blütenstand zusammengesetzt. Ganze Pflanze 
kräftig. R. Germanicus Focke, Deutsche Brombeere. 

b. Schwächer. Stachel weniger breit und krumm; Blättchen 
oberseits striegelhaarig. R. dumosus Lefevre, Struppige 
Brombeere. 

Endblättchen herz-eiförmig oder elliptisch, selten umgekehrt -herz- 
förmig, allmählich zugespitzt, etwa dreimal so lang als sein Stiel- 
chen. Schösslinge unbereift. 

1. Schössling sehr kräftig, im mittleren Teil abgerundet, kantig, 
kahl, mit kräftigen, geraden Stacheln. 

a. Blättchen breit, sich deckend, oberseits dunkelgrün ; die jüngeren 
meist unterseits dünnfilzig; die ausgewachsenen oft blassgrün. 
Endblättchen breit-herz-eiförmig. Blütenstand am Grunde mit 
langen, etwas geneigten Stacheln. Blumen gross, meist blass- 
rosa. Blütezeit Juli, August. In Gebüschen und lichten 
Waldplätzen; im nordöstlichen Teile des Gebietes. R. af'finis 
Weihe und Nees, Verwandte Brombeere. 

Eine Form mit zerschlitzten Blättern ist R. Wiegmanni 
Weihe, Wiegmanns Brombeere. 

b. Blättchen sich nicht deckend, oberseits frischgrün, unterseits 
weiss- bis graufilzig; Endblättchen schmal-elliptisch bis herz- 
eiförmig. Blütenstand sparrig, gross, reichblütig, mit zahl- 
reichen, geraden, langen, unterwärts mit sicheligen Stacheln. 



— 180 — 

Blüten ansehnlich, weiss. Blütezeit Juli, August. In Gebüschen 
auf Bergabhängen im Gebiete des Rheines. R. geniculatus 
Kaltenbach, Gekniete Brombeere. 

2. Schösslinge im mittleren Teil scharfkantig, etwas gefurcht. 

a. Behaarung der Blütenstiele locker. Zuweilen gehört R. mon- 
tanus Wirtgen (S. S. 178) hierher. 

b. Behaarung der Blütenstiele dicht. 

aa. Endblättchen elliptisch, selten unigekehrt- eiförmig, fast 
gleichmässig grob-gesägt. Blätter spärlich behaart. Blüten- 
stand locker. Staubblätter die Griffel wenig überragend. 
Kronblätter weiss oder rosa. Blütezeit Juli. Im Hügel- 
lande vom Harz bis Rhein. R. vulgaris Weihe und 
Nees, Gemeine Brombeere. 

Eine Unterart, bei welcher die Staubblätter die Griffel 
nicht überragen, ist R. commutatus G. Braun, Ver- 
wechselte Brombeere. 

bb. Endblättchen aus abgerundetem oder seicht-herzförmigem 
Grunde eiförmig, einfach spitz, ungleich-, scharf- und klein- 
gesägt. Blütenstand dicht, nach oben zu verjüngt, mit 
reichlich -nadelstacheligen Blütenstielen. Staubfäden die 
Griffel überragend. Kronblätter weiss. Blütezeit Juli. 
In Hecken und Gebüschen vom Rhein- und Wesergebiet. 
R. carpinifolins Weihe und Nees, HainbuchenMätterige 
Brombeere. 

b. Blätter oberseits striegelhaarig, unterseits graufilzig; Endblättchen 
elliptisch. Blütenstand ziemlich locker, oft bis oben durchblättert. 
Blütenstiele feinstachelig. Kelch graugrün, nach dem Verblühen locker 
zurückgeschlagen. Blütezeit Juli. Im Weser und Emsgebiete. R. Lind- 
levanus Lees, Lindley's Brombeere. 

Dritte Gruppe: 
Candicantes, Weissschimmernde. 

Blättchen rundlich, fast so breit wie lang. 

I. Blätter unterseits weissschimmernd, ältere grün. Endblättchen breit- 
umgekehrt -herz- eiförmig, meist kurz-zugespitzt. Rispe lang, ziemlich 
schmal, nur am Grunde beblättert. Kelch graufilzig; Kronblätter meist 
blassrot, gross. Blütezeit Juni. In Waldlichtungen Österreichs und 
Süddeutschlands. R. Vestii Focke, Vests Brombeere. 



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— 181 — 

IL Blätter unterseits fast sammetartig, weissfilzig, oberseits kahl. End- 
blättchen breit-eirund oder umgekehrt- eiförmig, selten etwas herzförmig; 
im Alter lederhart. Schösslinge sparsam behaart. Stacheln massig 
gross. Rispe ziemlich dicht. Kelch weissholzig. Kronblätter weiss 
oder rötlich. Blütezeit Juni, August. Gebirgsabhängen am Rhein 
und Mosel. R. Arduenneusis Libert, Ardenner Brombeere. 

Verwandt ist R. Mercieri Genev., Merciers Brombeere, bei welcher 
Schössling und Blütenstand, wenigstens die Deckblättchen, mit ver- 
einzelten Stieldrüsen besetzt sind. Rispe verlängert, oft bis oben durch- 
blättert. Stengel und Blütenstiele zottig, mit kleinen, blutroten, gelb- 
bespitzten, hakigen Stacheln. Kronblätter lebhaft rötlich. Blütezeit 
Juni. In der Westschweiz. 

B. Blätter erheblich länger als breit. 

I. Fruchtknoten kahl oder spärlich behaart. Rispe schmal, verlängert, 
meist nur am Grunde durchblättert. 

1. Schössling fast zottig-behaart, gefurcht, selten wurzelnd. Endblätt- 
chen rhombisch oder aus schwach -herzförmigem Grunde schmal- 
elliptisch. Blätter striegelhaarig oder etwas sternhaarig. Kronblätter 
weiss oder hellrot. Steinkern fast elliptisch. Blütezeit Juli. In 
Mitteldeutschland auf Bergen und Hügeln häufig, in der Ebene 
selten. (R. elatior Focke.) R. thyrsoi'deus Wimmer, Stranss- 
tragende Brombeere.*) 

Ähnlich, aber unfruchtbar und wohl ein Bastard, ist R. liypo- 
mallus Müller, Wolligblätterige Brombeere. 

Verwandt ist R. phyllostachys Müller, Durchblätterte Brom- 
beere, mit kräftigen, aber wenig behaarten Schösslingen , grossen 
Blättern, grossem, meist durchblättertem Blütenstand und weissen 
Kronblättern. 

2. Schössling kahl oder sparsam behaart. 

a. Schössling flachseitig, stumpf kantig, am Grunde nicht gefurcht, 
fast kahl, im Herbste oft wurzelnd. Blätter besonders vorn un- 
gleich- undgrob-gesägt; oberseits kahl, unterseits weissschimmernd 
und oft weissfilzig. Endblättchen, besonders jüngere, schmal- 
elliptisch, länglich -zugespitzt, zuweilen herz- eiförmig. Frucht- 
knoten kahl. Kronblätter weiss oder hellrot. Steinkern fast 
elliptisch. Blütezeit Juli. An Abhängen, in Gebüschen und 

*) Tafel 398. Rubus thyrso'ideus Wimmer. A Teil eines Schösslings 
mit Blatt; B Blütenzweig. 1 Blüte im Längsschnitt; 2 Staubgefäss; 3 Stengel; 
4 einzelnes Carpell. 1 bis 4 vergrössert. 



— 182 — 

Waldlichten. R. candicaiis Focke, Weissschiminernde Brom- 
beere. 

Bei der Form rotundipetalus P. J. Müller, Rundblätterige 

Brombeere sind die Kronblätter rundlich. 
ß. Schössling vollständig gefurcht, fast kahl, nicht wurzelnd. End- 
blättchen breit-elliptisch oder eiförmig. Rispe meist breit. Kron- 
blätter weiss oder hellrot. Staubbeutel zuweilen etwas behaart. 
Steinkern fast dreiseitig. Blütezeit Juli. Auf Mergelboden ver- 
breitet. R. tnyrsanthus Focke, Straussblütige Brombeere. 
Verwandte Formen sind: 

R. Grabowskii Weihe, (Jrabowskis Brombeere mit sehr 
breiten, herzeiförmigen Endblättchen und grosser, sparriger Rispe. 

R. cyclopetalus Focke, Kreisblätterige Brombeere; Schöss- 
img fast aufrecht. Blätter gefaltet. Rispe kurz, schmal; Kron- 
blätter fast kreisrund, weiss. 

R. argvropsis Focke, Silberglänzende Brombeere. Blätter 
onterseits seidig-glänzend. Kronblätter schmäler. 

IL Fruchtknoten behaart. 

1. Stacheln nicht behaart. Schössling spärlich behaart, mit lanzett- 
lichen Stacheln. Blätter oberseits glänzend, unterseits locker weiss- 
filzig. Endblättchen schmal- eiförmig oder umgekehrt- eiförmig, kurz- 
zugespitzt. Blütenzweig mit sicheligen Stacheln. Kronblätter 
purpurn. Wohlriechend. Blütezeit Juli. Westfalen. R. fragrans 
Focke, Wohlriechende Brombeere. 

2. Stacheln ganz oder zum Teil behaart. 
a. Stacheln des Schösslings nur am Grunde behaart, kräftig. Schöss- 
ling behaart, selten kahl. Blätter unterseits weissgrau oder 
weissfilzig. Endblättchen eiförmig, herz-eiförmig oder umgekehrt- 
eiförmig. Stacheln des Blütenzweigs sichelig oder krumm, hakig 
und kräftig. Kronblätter weiss; auf Sandboden rosenrot. Blüte- 
zeit Juli, August. Auf Anhöhen im Nordwesten des Gebietes. 
R. pubescens Weihe und Nees, Weichhaarige Brombeere. 

ß. Stacheln des Schösslings fast bis zur Spitze büschelhaarig, zahl- 
reich, am Grunde sehr stark zusammengedrückt, etwas biegsam, 
fast gerade; die der Rispe fast gleich gestaltet; die der Blüten- 
stiele gekrümmt. Schössling mit sehr zahlreichen Stern- und 
Büschelhaaren. Grösste Breite der Blättchen über deren Mitte, 
vorn plötzlich zugespitzt. Rispe verlängert. Blütezeit. Im. 
Wallis. G. valesiacus Gremli, Walliser Brombeere. 



— 183 — 

Vierte Gruppe: 
Villicaules, Zottig -Stengelige. 

A. Kelch nach dein Aufblühen und bei der Frucht zurückgeschlagen. 

1. Blätter oberseits kahl, dunkelgrün; unterseits angedrückt- weissfilzig, 
ohne zwischen dem Filz stehende, längere Haare. 

1. Blütenstiele dicht angedrückt- weissfilzig. Schösslinge scharfkantig- 
bereift. Schösslingsblätter fassförmig oder gefingert - fünfzählig. 
Blättchen plötzlich zugespitzt. Blütenstand verlängert, reichblütig, 
aus drei- bis siebenblütigen , gabelig -verzweigten Scheindöldchen 
zusammengesetzt, mit krummen Stacheln. Blumen rosenrot. Staub- 
blätter etwa so hoch wie die Griffel. Blütezeit Juni, Juli. In 
Südwestdeutschland und der Schweiz. R. ulmifolius Schott, 
Ulmenblätterige Brombeere. 

2. Blütenstiele abstehend-filzig. Schössling rundlich bis kantig, unbe- 
reift. Schösslingsblätter dreizählig bis fussförmig-fünfzähhg. Blüten- 
stand reichblütig, mit langen, geraden, oft zahlreichen Stacheln. 
Blumen rosenrot. Staubblätter die Griffel überragend. Blütezeit 
Juli, August. In Wäldern und Gebüschen Südösterreichs und der 
Schweiz. R. bifrons Vest, Ungleichbelaubte Brombeere. 

Vielleicht hierher zu stellen sind die an R. tomentosus Bork- 
hausen erinnernden und daher auch wohl zur Gruppe Tomentosi 
(s. d.) gerechneten, von dieser aber durch den gänzlichen Mangel 
an Sternhaaren auf der Blattoberseite geschiedenen R. sabandus 
Focke und R. spheno'ides Focke. 

IL Blätter oberseits behaart, unterseits filzig und gleichzeitig mit längeren 
Haaren besetzt. 

A. Schössling und Blattstiel zerstreut-drüsenhaarig. 

1. Schössling kantig- gefurcht, dicht behaart. Blättchen unregel- 
mässig-grob-gesägt; das endständige eih erzförmig, fast kreisrund, 
zugespitzt. Kelch zuweilen zerstreut -drüsenhaarig. Kronblätter 
hellrot, leicht abfällig. Blütezeit Juni bis August. Auf Bergen 
im Rheinthale. R. piletostachys Grenier und Godron, Filz- 
stengelige Brombeere. 

2. Schössling schwachkantig, flachseitig, ziemlich dicht oder wenig 
abstehend zottenhaarig. Blättchen fein- und ungleich -gezähnt. 
Endblättchen fast elliptisch, mit keiligem Grunde lang-zugespitzt. 
Krone weiss. Blütezeit August. Bertrich an der Mosel. 
R. Decheni Wirtgen, Dechens Brombeere. 



— 184 — 

B. Drüsenhaare sind nicht vorhanden. 

1. Schössimg scharf kantig, gefurcht. Blütenstand verlängert, Frucht- 
kelch zurückgeschlagen. 

a. Blütenstand unterbrochen, mit entfernten, kurzen, blatt-achsel- 
ständigen Astchen, nur oberwärts dichter. Achse mit sehr 
kräftigen Stacheln. 

a. Schössling dicht behaart. Blättchen unterseits sternfilzig, 
mit sparsamen, längeren Haaren; Stacheln des Blüten- 
standes gebogen. Blütezeit Juli, August. Nordschleswig. 
R. Liiidebergii P. J. Müller, Lindebergs Brombeere. 

ß. Schössling kaum bis locker behaart. 

a. Schössling locker behaart. Blättchen unterseits meist 
abstehend- weichhaarig, oft fast sammetig, meist grau- 
filzig, im Schatten grün. Endblättchen meist elliptisch, 
zugespitzt. Stacheln des Blütenstandes lang, gerade, 
geneigt oder rechtwinklig abstehend. Vielgestaltige 
Pflanze; namentlich im Norden des Gebietes oft mehr 
hochwüchsig und kleinblätterig (var. parvifolius) oder 
mit unterseits sternfilzigen Blättern oder mit gestielten 
Drüsen im Blütenstande. Blütenast unterwärts oft stachel- 
höckerig. Meist blassrot. Blütezeit Juli, August. In 
Mitteldeutschland meist nicht selten, im Norden häufiger. 
R. villicaulis Koehler, Zottigstengelige Brombeere. 

b. Schössling kaum behaart, Blätter unterseits mit einem 
äusserst dünnen, mit starker Loupe kaum sichtbaren 
Filz und mit kurzen Seidenhärchen bekleidet. End- 
blättchen breit-herz-eiförmig. Stacheln lang und gerade. 
Blütezeit Juli. An der unteren Mosel. R. agastachys 
Müller und Wirtgen, Starksprossende Brombeere. 

b. Blütenstand nur am Grunde mit einigen Blättern, wenig oder 
massig bestachelt. 

a. Schössling an seinem Grunde bereitt. 

aa. Blütenstand sparrig. Blumen gross, rosa. Blütezeit 
Juli, August. Rhein- und oberes Emsgebiet. R. argen- 
tatiis P. J. Müller, Silbergesclimückte Brombeere. 

bb. Blütenstand lang und schmal, unten durchblättert, oben 
verjüngt und traubig, filzig - kurzhaarig. Schössling 
sparsam oder wenig dicht behaart; am Grunde ab- 
stehend büschelhaarig, nach oben anliegend behaart. 



— 185 — 

Kronblätter breit, rosa, selten weiss. Blütezeit Jnli, August. 
Am Niederrhein. R. Winteri P. J. Müller, Winters Brom- 
beere. 

Eine Form mit stärker behaartem Schössling, filzig-zottigem 
Blütenzweig und grossen, weissen Blumen ist R. lasioclados 
Focke, Zottenstengelige Brombeere. 
b. Schössling unbereift. 

aa. Blütenstand verlängert, ziemlich schmal, mit trugdoldigen, drei- 
bis siebenblütigen Asten. Blättchen meist schmal; Endblätt- 
chen eiförmig, lang -zugespitzt, scharf und ungleich -gezähnt. 
Schössling sehr kräftig, büschelig -behaart. Blumen ziemlich 
gross, meist weiss, auf Sandboden rosa. Blütezeit Juli, August. 
Im westlichen Gebiet bis zur Elbe, jedoch in der Ebene selten. 
R. pubescens Weihe und Nees, Weichhaarige Brombeere. 

Eine Form (?) mit breit- elliptischen, spitz -gesägten End- 
blättchen ist R. confluentinus Wirtgen, Coblenzer Brom- 
beere. 

hb. Blütenstand am Grunde beblättert, mit abstehenden, wenig- 
blütigen, filzig-rauhhaarigen, krummstacheligen Asten. Schöss- 
ling dünn, kurzhaarig oder fast kahl. Blüte klein, rot. Blütezeit 
Juli. Im Nordwesten des Gebietes. R. amianthinus Focke, 
Asbestschimmernde Brombeere. 

2. Schössling stumpfkantig, mit ebenen oder gewölbten Flächen. 

a. Schössling völlig kahl. Hierher R. geniculatus Kaltenbach, Ge- 

knieete Brombeere. (Siehe S. 180.) 
ß. Schössling nicht völlig kahl. 

a. Blütenstand locker, durchblättert oder kurz und wenigblütig. Blüten- 
stiele locker behaart; dicht bestachelt. Hierher R. Barbeyi Favrat 
und Gremli, ßarbeys Brombeere. (Siehe S. 177.) 

b. Blütenstand verlängert, nur an seinem Grunde beblättert. Blüten- 
stiele filzig. 

aa. Schössling spärlich behaart, auch an seiner Spitze nur locker 
behaart. Griffel rot. — Stacheln etwas gebogen, meist purpurrot, 
die des Blütenzweiges schwach-sichelig. Endblättchen elliptisch 
oder rautenförmig, zuweilen eiförmig, lang-zugespitzt. Blüten- 
stand oberwärts traubig. Krön- und Staubblätter rosenrot. 
Blütezeit Juli. In Hecken und Gebüschen Nordwestdeutsch- 
lands. R. rhombifolius Weihe, Rautenblätterige Brombeere. 

Thome, Flora, in. 24 



— 186 — 

bb. Schhössling an der Spitze weichhaarig. Griffel grünlich. 

aa. Blütenstand gedrungen, mit gedrängten, feinen Stacheln, 
oft durchblättert. Blätter fünfzählig, unterseits grün und 
weichhaarig. Endblättchen elliptisch, oft vorn breiter. 
Kronblätter weiss oder rötlich. Blütezeit Juli, August. In 
Waldsäumen und Gebüschen Nordwestdeutschlands. R. silva- 
ticus Weihe und Nees, Wald- Brombeere. 

ßß. Blutenstand locker, mit vereinzelten, ziemlich kräftigen 
Stacheln. 

aa. Blätter gross. Stielchen des Endblättchens zwei- bis 
dreimal so lang als die Stielchen der mittleren Seiten- 
blättchen. Endblättchen aus seicht-herzförmigem Grunde 
fast abgerundet-rechteckig, allmählich lang -zugespitzt; 
oberseits später fast kahl, unterseits angedrückt-behaart 
(an sonnigen Standorten oft dünn-weissfilzig). Blüten- 
achse und Kelche filzig- zottig. Kronblätter ziemlich 
klein, blassrosa oder weisslich. Blütezeit Juli. Auf frucht- 
barem Boden mit über 10 Meter langen Schösslingen. 
In Wäldern West- und Mitteldeutschlands sowie der 
Schweiz. (R. Wimmeri Weihe.) R. raacrophyllns 
Weihe und Nees, Grossblätterige Brombeere. 

Verwandt sind: 
aa. R. Schlechtendalii Weihe, Schlechten dals Brom- 
beere mit länglich-umgekehrt-eiförmigen Endblätt- 
chen, stärkeren Stacheln und grösserer Blume. Im 
Westen der Weser, 
bb. R. Danicus Focke, Dänische Brombeere mit rund- 
lich-elliptischen, sehr kurz-zugespitzten Endblättchen. 
In Schleswig. 
hb. Stielchen der Endblättchen kaum doppelt so lang wie 
die Stielchen der mittleren Seitenblättchen. Endblätt- 
chen breit-elliptisch, mit aufgesetzter, schmaler Spitze, 
unterseits weichhaarig. Blume gross. Kronblätter 
elliptisch, weiss. Blütezeit Juli. R. lencandrns Focke, 
Weissblühende Brombeere. 
B. Kelch nach dem Aufblühen und bei der Frucht abstehend oder auf- 
gerichtet. 
I. Fruchtknoten kahl. 

a. Äussere Staubblätter viel länger als die inneren und als die Griffel; 
während des Blühens ausgebreitet, dann über die Frucht zusammen- 



— 187 — 

geneigt. Blätter beiderseits grün und behaart. Blütenstand kurz, 
looker. Blüten sehr gross, mit pfirsichblütroten bis fast weissen 
Kronblättern. Blütezeit Juni, Juli. Auf sandigem und lehmigem 
Boden, an Waldrändern und Hecken; im Nordwesten des Gebietes. 
R. gratns Focke, Angenehme Brombeere. 

b. Staubblätter kürzer als die Griffel. Blätter lederhart, mattgrün, 
fünfzählig. Blütenstand zusammengezogen, fast stachellos; Deck- 
blätter mit kurzen, gelblichen Drüsenhaaren. Kronblätter klein, 
weiss. Blütezeit Juli. Im Wesergebiete. R. virescens G. Braun, 
Grüne Brombeere. 
IL Fruchtknoten behaart. Blätter gedreit, daneben einzelne fünfzählig- 

gefingerte; beiderseits grün. Blütenstand zusammengezogen, oberwärts 

blattlos. Kronblätter schmal, weiss. Blütezeit Juli. Lüneburger Heide. 

R. myricae Focke, Gagelähnliche (?) Brombeere. 

Fünfte Gruppe: 

Tomentosi, Sternfilzige. 

Auf der mitunter kahl aussehenden Oberseite der Blätter, wenigstens der 
blütenständigen, finden sich kleine, bei 50- bis 60 fach er Vergrößerung 
erkennbare Sternhaare. 

I. Fruchtknoten kahl. 

a. Schössling spärlich mit Stern- und Büschelhaaren besetzt, selten 
kahl oder filzig-zottig. Stieldrüsen fehlen hier sowie im Blüten- 
stande fast nie ganz. Blätter dreizählig oder unvollkommen fünf- 
zählig, mit rinnigem Stiel, sehr selten grün. Untere Seitenblättchen 
gestielt. Blättchen oberseits dicht graufilzig bis kahl und glänzend, 
unterseits weiss-sternfilzig, ziemlich klein, länglich-umgekehrt-eiförmig, 
grob-lappig-gezähnt, mit keilförmigem, ganzrandigem Grunde. Rispe 
lang, schmal -kegelförmig, ziemlich dicht. Kelchzipfel dicht grau- 
filzig, zuweilen stachelig, an der Frucht zurückgeschlagen. Kron- 
blätter breit, behaart, gelblich -weiss. Blütezeit Juni, Juli. An 
sonnigen Abhängen zwischen Gebüsch. R. tomentosns Borkhausen, 

Sternfilzige Brombeere. 

Abarten sind: 

var. glabratns, Kahle, Sternfilzige Brombeere, Blätter ober- 
seits grün. 

var. canescens, Grane, Sternfilzige Brombeere, Blätter ober- 
seits aschgraufilzig. 



— 188 — 

var. Lloydianns, Lloyds Sternfilzige Brombeere, Schössling 
ungleich-stachelig, stieldrüsenreich, Blätter oberseits grün. 

var. villicanlis, Zottigstengelige, Sternfilzige Brombeere, Schöss- 
ling dicht filzig-zottig. 

b. Schössling kahl, Stieldrüsen fehlen gänzlich. Blätter fünfzählig- 
gefingert. 

1. Schössling hochbogig, tief kantig -gefurcht. Endblättchen herz- 
förmig-rundlich, mit aufgesetzter Spitze. Untere Seitenblättchen 
ziemlich kurz gestielt. Blütezeit Juli. Nordwestschweiz; selten. 
R. tumidns Gremli, Strotzende Brombeere. 

2. Schössling bogig- aufsteigend, stumpf kantig oder flachseitig. End- 
blättchen elliptisch -umgekehrt -eiförmig, kurz gespitzt; untere 
Seitenblättchen lang gestielt. Blütezeit Juli. Schweiz und Süd- 
westdeutschland. R. obtnsangnlns Gremli, Stnmpf kantige 
Brombeere. 

IL Fruchtknoten behaart. Stieldrüsen fehlen gänzlich. 

1. Stacheln fast bis zur Spitze büschelhaarig. Hierher R, valesiacus 
Gremli, Walliser Brombeere. (Siehe S. 182.) 

2. Stacheln nicht büschelhaarig. Schössling behaart. Blattstiele nicht 
oder undeutlich rinnig. Blätter fünfzählig - fussf Örmig. Blättchen 
oberseits graufilzig, breit -ei -rautenförmig; unterste fast sitzend. 
Blütezeit Juli. Südwestschweiz (?). R. collinns De Candolle, 
Hügel-Brombeere. 

B. Blattoberseiten ohne Stemhaare. Blättchen seicht- gezähnt. Schössling 
mit mehr oder weniger zahlreichen, angedrückten Stern- und Büschel- 
haaren. (Siehe S. 183.) 

1. Rispenäste traubig verästelt. Rispe verlängert, schmal, gedrungen, 
mit breiten, gekrümmten Stacheln. Blume rötlich. Blütezeit Juli. 
Bei Genf. R. splienoi'des Focke, Keilige Brombeere. 

2. Rispenäste, die unteren blattwinkelständigen ausgenommen^ dreigabelig. 
Blätter fingerig - fünfzählig. Blättchen länglich - umgekehrt - eiförmig, 
kurz-zugespitzt. Rispenäste lang, nebst dem Astchen aufrecht ab- 
stehend. Blumen lebhaft rötlich. Blütezeit Juli. Bei Genf. R. sa- 
bandns Focke, Savoyer Brombeere. 

Sechste Gruppe: 
Sprengeliani, Sprengeis Brombeeren. 

A. Fruchtknoten behaart; Kelchblätter an der jungen Frucht aufrecht oder 
angedrückt, Griffel rot, länger als die Staubblätter. Blättchen beider- 



— 189 — 

seits grün, plötzlich in eine lange Spitze ausgezogen. Rispe massig 
lang, stets gerade, mit ziemlich regelmässig-dreigabeligen Asten, blattlos 
mit äusserst kurzen Stieldrüsen. Stacheln fast gleichmässig , ziemlich 
kräftig, gerade. Kronblätter schmal. Nordwestschweiz. R. curvistylis 
Gremli, Krummgriffelige Brombeere. 
B. Fruchtknoten kahl. Kelchblätter an der jungen Frucht abstehend. Blätter 
beiderseits grün. 

1. Kronblätter rundlich, blass-rosenrot, selten weiss. Staubblätter etwa 
halb so lang wie die Griffel. Laubblätter gefingert-fünfzählig. End- 
blättchen länglich -elliptisch, kurz - zugespitzt, fein- und scharf- gesägt. 
Rispe am Grunde beblättert. Blütezeit Juli, August. In Wäldern 
und Gebüschen Nordwestdeutschlands. R. Arrlienii Lange, Arrhenius' 
Brombeere. 

2. Kronblätter klein, länglich, meist schön rosenrot und kraus, unterseits 
behaart. Staubblätter fast so hoch wie die Griffel. Blätter dreizählig 
bis fussförmig-fünfzählig. Endblättchen eilänglich, allmählich gespitzt, 
grob-gesägt. Rispe kurz, sparrig, mit langen Blütenstielen. Blütezeit 
Juli, August. In Wäldern und Hecken Norddeutschlands. R. Sprengelii 
Weihe und Nees, Sprengeis Brombeere. 

Siebente Gruppe: 

Ädenophori, Drüsentragende. 

A. Rispe lang und schmal, fast walzenförmig, nicht eiförmig. 
I. Rispe nur an ihrem Grunde, nicht bis zur Mitte beblättert. 

A. Blütenachse mit kleinen, feinen Stachelchen. 

1. Blättchen unterseits weichhaarig, blassgrün, grob-gesägt, das 
endständige breit-herzförmig, zugespitzt. Blüten weiss. Blüte- 
zeit Juli. Schlesien. R. Silesiacus Weihe, Schlesische Brom- 
beere. 

2. Blättchen unterseits seidenhaarig -schimmernd, feingesägt, das 
endständige rundlich, kurz - zugespitzt. Blüten rot. Blütezeit 
Juli, August. Am Niederrhein. (R. pulcherrimus Neumann.) 
R. Neumanni Focke, Neumanns Brombeere. 

B. Blütenachse mit langen, nadeiförmigen Stacheln. 

1. Blütenstand filzig-kurzhaarig mit Drüsenborsten und Stieldrüsen. 
Schössling dünn -sternfilzig, locker behaart, ohne Stieldrüsen. 
Blätter meist dreizählig. Blättchen ungleich-feingesägt, oberseits 
fein- und dichthaarig, unterseits angedrückt grau- bis weissfilzig. 
Endblättchen breit- elliptisch, rundlich, fast herzförmig mit scharf- 



— 190 — 

aufgesetzter, schmaler Spitze. Krone lebhaft rosenrot. Blüte- 
zeit Angnst. In Bayern; selten. R. cunctator Focke, Spät- 
blühende Brombeere. 
2. Blütenstand kurzhaarig, schwach- und zerstreut -drüsig, mit 
schlanken, rückwärts-geneigten Stacheln. 

«. Schössling zerstreut -zottig. Blätter meist fussförniig-fünf- 
zahlig. Blättchen scharf- doppelt- gesägt, unterseits weich- 
graufilzig, das endständige länglich. Rispe locker; Blüten- 
stiele sehr dünn. Kelch aussen graufilzig. Kronblätter 
schmal, rosa. Auf Bergabhängen im Rheinthale. R. Sehlickumi 
Wirtgen, Schlickums Brombeere. 
ß. Schössling kurzhaarig. Blätter überwiegend drei- bis vier- 
zählig. Blättchen unterseits blassgrün oder von dünnem 
Sternfilz weissschimrnemd. Blütenstand dicht, reichblütig. 
Kelch aussen weissfilzig. Kronblätter umgekehrt -eiförmig, 
In Wäldern Nordwestdeutschlands. R. egregius Focke, 
Ausgezeichnete Brombeere. 

II. Rispe bis über die Mitte beblättert, mit fast gleich langen, abstehen- 
den Asten. 

A. Staubblätter nicht, höchstens eben so hoch wie die Griffel. Blätter 
vorwiegend gefingert-fünfzählig. Endblättchen elliptisch, lang-zuge- 
«pitzt. Blütenstand verlängert, schmal, locker, oft bis oben durch- 
blättert. Blumen klein. Kronblätter länglich, weiss. Blütezeit 
Juli. In Waldungen des nordwestdeutschen Tieflandes bis zur 
Elbe. R. chlorothyrsns Focke, Grünrispige Brombeere. 

B. Staubblätter die Griffel überragend. 

1. Schössling behaart, ausserdem mit Stieldrüsen, Stachelhöckern, 
kleineren und grösseren Stacheln; meist braunrot. Blätter drei- 
zählig oder fussförmig-fünfzählig. Blättchen ungleich -doppelt- 
gesägt, mit langgespitzten Zähnen, oberseits kahl, unterseits 
weissfilzig. Endblättchen herzeiförmig oder breit - elliptisch. 
Kronblätter breit-elliptisch, weiss oder blassrosa. Blütezeit Juli. 
In Wäldern, an Hohlwegen Bayerns und Tirols. R. Caflischü 
Focke, Caflischs Brombeere. 

2. Schössling fast kahl. 

a. Endblättchen kaum doppelt so lang wie sein Stielchen, 
a. Endblättchen fast rhombisch, spitz. Schössling reichlich 
drüsig. Blätter meist dreizählig. Blättchen grob-, fast 
gleichmässig- gesägt, oberseits fast kahl, unterseits dünn- 



— 191 — 

weichhaarig- filzig. Blüten klein, rötlich. Blütezeit Juli. 
Bayern; selten. R. thelybatos Focke, Weibliche (?) Brom- 
beere. 

b. Endblättchen breit -eiförmig, lang -zugespitzt. Schössling 
schwach bereift, mit zerstreuten Stieldrüsen und Stachel- 
borsten. Blätter fussförmig, fünf zählig. Blättchen sehr 
scharf doppelt-gesägt, oberseits kahl, unterseits grau-stern- 
filzig und dicht mit längeren Haaren bekleidet. Kron- 
blätter breit, weiss. Blütezeit Juli, August. Bayern. 
R. epipsilos Focke, Oberseits-kahle Brombeere. 

ß. Endblättchen etwa dreimal so lang wie sein Stielchen. 
Schössling fast kahl, mit Stieldrüsen und Stachelchen. Blätter 
drei- oder fussförmig-fünfzählig. Blättchen grob-gesägt, ober- 
seits striegelhaarig, zuletzt kahl, unterseits weichhaarig bis 
graufilzig. Kronblätter hellrosa oder weiss. Blütenachse 
auffallend schwarzbraun. Blütezeit Juli. Auf schattigem 
Boden am Mittelrhein und in Bayern. R. lnelanoxylon 
P. J. Müller und Wirtgen, Schwarzholzige Brombeere. 

B. Rispe umfangreich, eiförmig, spitz, die obersten Zweige kurz, ein- bis 
wenigblumig. 

I. Kelchblätter nach dem Blühen zurückgeschlagen. 

1. Blätter unterseits weich-seiden- oder sammethaarig, schimmernd oder 
grünweiss. 

a. Schössling fast stielrund, stern- und büschelhaarig, drüsig- und 
nadelstachelig. Blätter meist dreizählig. Blättchen derb, grob- 
fast regelmässig - gesägt , oberseits später kahl. Endblättchen 
breit-elliptisch oder rundlich, herzförmig ohne abgesetzte Spitze. 
Blüten stand filzig-kurzhaarig mit kurzen Stachelborsten und Drüsen. 
Blumenkrone klein, rosa. Blütezeit Juli, August. Waldungen 
in Südbayern und Salzburg. R. salisburgensis Focke, Salz- 
burger Brombeere. 

ß. Schössling kantig, spärlich behaart, zerstreut-drüsig, mit langen, 
starken, zurückgewendeten, fast geraden Stacheln. Blätter drei- 
bis fünfzählig, oberseits striegelhaarig. Endblättchen eiförmig, 
elliptisch, spitz bis herz- eiförmig. Blütenstand abstehend-behaart, 
filzig, mit zerstreuten Drüsenborsten und ungleichen Nadelstacheln. 
Kronblätter gross, länglich, in den Nagel verschmälert, rosa. 
Blütezeit Juli, August. In Hecken und an Waldrändern in Nord- 
westdeutschland. R. Banningii Focke, Bannings Brombeere. 



— 192 — 

Eine Form mit dicht behaarten Schösslingen und rundlich- 
umgekehrt-eiförmigen, lang-zugespitzten Endblättchen ist R. pyra- 
midatus P. J. Müller, Pyraniidenblütige Brombeere. 
2. Blätter unterseits zerstreut -behaart, grün. 

a. Schössling behaart, nicht unterwärts glatt und kahl. 

ct. Schössling niedergestreckt, kantig, mit massig langen, 
ziemlich gleichg rossen, zurückgeneigten Stacheln, denen oft 
Drüsenhaare und Stachelchen beigemischt sind. Blätter 
fünfzählig-gefingert; unterste Seitenblättchen anfänglich fast 
sitzend, im Herbste auf verlängerten Stielchen. Endblättchen 
umgekehrt-eiförmig oder elliptisch, lang - zugespitzt. Rispe 
klein. Blumenstiele kurz - reich - drüsig und reich - nadel- 
stachelig. Blumen gross, weiss. Schlesien ; selten. R. Reichen- 
bachii Köhler, Reiclienbachs Brombeere. 

ß. Schössling gebogen - niedergestreckt, kantig, abstehend- 
behaart, zerstreut mit blassen Stieldrüsen besetzt. Stacheln 
zurückgeneigt, gleichgross, massig lang, kantenständig. 
Blätter drei- bis fünfzählig-fussförmig; Blättchen in eine 
lange, breite Spitze vorgezogen, trübgrün. Endblättchen 
ei-herzförmig, lang-zugespitzt. Rispe verlängert, straff, etwas 
gedrungen. Kronblätter leicht abfallend, weiss, selten rot. 
Blütezeit Juli. Mitteldeutschland und Schweiz. R. Oremlii 
Focke, Gremlis Brombeere. 

b. Schössling unterwärts glatt und kahl, oberwärts spärlich behaart 
und von Drüsenborsten und Stachelchen scharf; braunrot. 
Stacheln mittelgross, fast einander gleich, aus breit- zusammen- 
gedrücktem Grunde kurz-pfriemenförmig, zurückgeneigt. Blätter 
fünfzählig, ungleich - gesägt. Endblättchen elliptisch oder 
eiförmig, vorn allmählich verschmälert. Aste des Blütenstandes 
fast wagerecht abstehend. Blume lebhaft rot. Blütezeit Juli, 
August. Auf Bergen im Rhein- und Wesergebiet. R. badius 
Focke, Braunrote Brombeere. 

II. Kelchblätter nach dem Blühen abstehend oder aufrecht. 

1. Schössling sparsam behaart oder im Alter kahl werdend. 

ct. Schössling wenigstens oberwärts ganz oder nahezu stielrund, nicht 
kantig. 

a. Schössling bereift, behaart; mit kleinen, zurückgeneigten, kegel- 
förmigen Stacheln und einzelnen Drüsenborsten zerstreut-besetzt. 
Endblättchen breit- eiförmig oder elliptisch, plötzlich lang-zu- 



— 193 — 

gespitzt, unterseits grün; Blumenkrone weiss, selten rot. Blüte- 
zeit Juli. In Bayern und der Schweiz. R. helveticus Gremli, 
Schweizer Brombeere. 

b. Schössling nicht bereift. 

a. Endblättchen rundlich, herzförmig, spitz. Hierher R. salis- 
burgensis Focke, Salzburger Brombeere. (Siehe S. 191.) 

b. Endblättchen schmal-umgekehrt- eiförmig, zugespitzt. Schöss- 
ling gebogen-niedergestreckt oder klimmend. Stacheln aus 
breitem Grunde pfriemlich, gerade, wenig zurückgeneigt, 
mit Drüsenhaaren untermischt. Blätter drei- bis fünfzählig, 
oberseits fast kahl, unterseits weichhaarig. Blütenstand 
unterwärts rispig, beblättert, oberwärts trugdoldig. Kron- 
blätter schmal, länglich, blassrosa. Fruchtknoten kahl. 
Blütezeit Juni, Juli. Im Harz; in Sachsen, Schlesien; zerstreut. 
(R. Schummelii Weihe.) R. glaucovirens Nees, Graugrüne 
Brombeere. 

ß. Schössling kantig. 

a. Staubblätter die Griffel weit überragend und nach dem Blühen 
zusammenneigend. Endblättchen schmal umgekehrt-eiförmig oder 
lang elliptisch, zugespitzt, mitunter schwach -herzförmig. Rispe 
lang -pyramidal, filzig-rauh, kurz- drüsig. Kelch während der 
Blütezeit zurückgeschlagen, der Frucht anliegend. Fruchtknoten 
behaart. Blütezeit Juli. An der Weser. R. couothvrsus Focke, 
Kegelbliitige Brombeere. 

b. Staubblätter nur wenig länger als die Griffel. Endblättchen ver- 
hältnismässig breit. 

a. Stacheln des Blütenstandes ungleich; die stärkeren aus breitem 
Grunde krumm. Schössling nach obenzu mit zahlreichen 
Stachelhöckern. Blätter drei- bis fünfzählig. Blättchen scharf- 
gesägt, unterwärts weichhaarig, grün oder die jüngeren grau. 
Stielchen der äusseren Seitenblättchen anfangs sehr kurz. 
Endblättchen breit- eiförmig, breit - umgekehrt - eiförmig oder 
seicht herzförmig zugespitzt. Blütenstand kurz, durchblättert, 
dichtstachelig. Kronblätter rundlich, weiss, gewöhnlich zu- 
sammenneigend. Blütezeit Juni, Juli. In Gebüschen Mittel- 
deutschlands. R. infestus Weihe, Bewehrte Brombeere. 

b. Stacheln des Blütenstandes einander ziemlich gleich, nadelig, 
rückwärts - geneigt oder rechtwinklig - abstehend. Blätter fast 
sammetartig-weichhaarig und schimmernd. Schösslingsstrahlen 

Thoraö, Flora. III. 25 



— 194 — 

pfriemlicli. Blätter meist fttnfzählig. Endblättchen aus breit- 
herzförmigera Grunde eiförmig oder elliptisch, kurz-zugespitzt. 
Blutenstand kurz; mit bald zahlreichen, bald spärlichen Stiel- 
drüsen. Blütezeit Juli. An buschigen Abhängen, Wald- und 
Wegerändern; zwischen dem Harz und der holländischen 
Grenze. R. hypomalacus Focke, Weichhaarige Brombeere. 

2. Schössling dicht behaart, fast liegend, braunrot, oberwärts gefurcht, 
oft mit einzelnen Drüsenborsten. Stacheln einander fast gleich, am 
Grunde des Schösslings sehr klein und dichtgedrängt, oberwärts 
minder zahlreich, kantenständig, lanzettlich, zurückgeneigt. Blätt- 
chen fast lederhart, grob -doppelt -gesägt, oberseits fast kahl, hell- 
grün; unterseits weich- fast sammethaarig - grauschimmernd. End- 
blättchen fast kreisrund, kurz zugespitzt, dreimal so lang als sein 
Stielchen. Blume mittelgross, blassrot. Blütezeit Juli. An Wald- 
rändern und Hecken, am Niederrhein. R. Leyi Focke, Leys Brom- 
beere. 

Achte Gruppe: 
Vestiti, Bekleidete. 

A. Schösslingsstacheln kräftig, mit breitem, zusammengedrücktem Grunde. 
I. Endblättchen breit, rundlich. 

A. Blättchen oberseits fast kahl, unterseits angedrückt- weissfilzig. 
Schössling kantig, oft seicht gefurcht, kurzhaarig -filzig. Blüten- 
stielchen filzig, kurzhaarig. Blumenkrone rot. Blütezeit Juli. Im 
südwestlichen Teil des Gebietes. R. conspicims P. J. Müller, 
Ansehnliche Brombeere. 

B. Blättchen oberseits dicht behaart, im Alter oft kahl werdend, unter- 
seits dicht weichhaarig und oft filzig. Schössling kräftig, oft stumpf- 
kantig, dichthaarig, mit langen, schmal- lanzettlichen Stacheln. 
Blütenstand lang, nach oben zu kaum verjüngt, am Grunde mit 
kräftigen, langen Nadelstacheln; seine Astchen filzig-zottig, regel- 
mässig gabelig-verzweigte Scheindolden darstellend. Blumen gross, 
weiss oder rot. Blütezeit Juli, August. In Wäldern und Gebüschen, 
auf kalkhaltigem Boden. Im Rhein- und Wesergebiet und in 
Schleswig-Holstein. (R. vestitus Weihe und Nees.) R. lencostachys 
Schleicher, Weissstachelige Brombeere. 

Eine Abart (?) mit oberseits kahlen, unterseits sammetartigen 
Blättern ist R. macrothyrsns J. Lange, Grosssträussige Brom- 
beere. 



— 195 — 

II. Endblättchen elliptisch oder länglich. 

A. Blätter unterseits durch lange, etwas abstehende Haare weich, 
schimmernd. 

1. Schössling ohne Stachelborsten, mit gefingert - fünfzähligen 
Blättern. Blütenstand ziemlich lang, nur am Grunde beblättert, 
unterwärts mit ziemlich kräftigen, geraden Stacheln. Griffel 
grünlich. Kronblätter blassrot. Blütezeit Juli, August. Wald- 
lichten, Gebüsch und Ufer im nördlichen und westlichen Teile 
des Gebietes. R. pyramidalis Kaltenbach, Pyramidenblütige 
Brombeere. 

2. Schössling mit Stachelborsten und teils dreizähligen, teils fuss- 
förmig-fünfzähligen Blättern. Blütenstand ziemlich locker, meist 
bis über die Mitte durchblättert, mit gebogenen Stacheln. Griffel 
rötlich. Kronblätter rosa. Blütezeit Juli. Auf Bergen und 
Hügeln in der Rheinprovinz. R. adornatus P. J. Müller, 
Geschmückte Brombeere. 

B. Blätter unterseits kurzhaarig oder angedrückt-seidenhaarig. 

1. Schösslingsstacheln lanzettlich, gerade, rückwärts-geneigt. Schöss- 
ling ziemlich dicht behaart. Blätter unterseits grün und wenig 
behaart. Blütenstand locker. Kronblätter blassrosa. Blütezeit 
Juli. In Wäldern der Berge im Rheinthale. R. Fuckelii 
Wirt gen, Fuckels Brombeere. 

2. Schösslingsstacheln gekrümmt ; Schössling ziemlich dicht behaart. 
Blätter unterseits durch lange, angedrückte Haare schimmernd. 
Blütenstand ziemlich dicht, seine Stiele filzig und mit schwachen 
Stacheln. Blnme anfangs milchweiss, später wie die Staubblätter 
purpurn oder rosa werdend. Griffel und Kelchgrund purpurn. 
Blütezeit Juli, August. Wälder der Eifel. R. erubescens 
Wirt gen, Errötende Brombeere. 

B. Schösslingsstacheln aus breiterem Grunde pfriemlich. 
I. Fruchtkelch zurückgeschlagen. 

A. Blätter unterseits von angedrücktem Filz und dazwischenstehenden 
längeren Haaren graugrün bis weissschimmernd. Schössling dicht 
behaart und sternhaarig. Endblättchen eiförmig oder elliptisch, 
lang zugespitzt. Rispe pyramidal. Kronblätter rot. Blütezeit 
Juni, Juli. In Bayern und Tirol. R. Dasyclados A. Kerner, Raab- 
ästige Brombeere. 

B. Blätter unterseits nur mit einer Art von Behaarung, 
a. Blätter ganz oder doch vorherrschend dreizählig. 



— 196 — 

1. Blütenstand mit langen, geneigten, pfriemlichen Stacheln 
locker, durchblättert. Blättchen schon grün, unterseits blasser, 
eiförmig, lang zugespitzt. Blüten ansehnlich. Kronblätter 
elliptisch, rosa. Auf buschigen Abhängen und an Wald- 
rändern. An der belgischen Grenze. R. Lejeunei" Weihe 
und Nees, Lejeunes Brombeere. 

2. Blütenstand feinstachelig, ziemlich lang und schmal. End- 
blättchen elliptisch oder umgekehrt-eiförmig, plötzlich zuge- 
spitzt, unterseits sammetartig-reich-behaart. Blütenstand filzig- 
zottig. Kronblätter weiss oder rötlich. Blütezeit Juli. In 
Norddeutschland. R. Menkei' Weihe und Nees, Menkes 
Brombeere. 

Hierher vielleicht R. suavifolius Gremli, Schönblätterige 

Brombeere mit unterseits schneeweissfilzigen , schimmernden 
und weich anzufühlenden Blättchen. Fruchtknoten behaart. 
Krone rötlich. Blütezett Juli. Schweiz. 

Blätter vorherrschend fünfzählig. 

1. Endblättchen kreisförmig bis umgekehrt- eiförmig, kurz-zuge- 
spitzt. Fruchtknoten kahl. 

a. Schössling kaum kantig, dicht behaart mit zerstreuten, ] 
unter den Haaren verborgenen Borsten imd Drüsenborsten. 
Blätter unterseits seidenglänzend- weichhaarig, oberseits 
frischgrün. Kronblätter eirund, lebhaft rot, Staubfäden 
rot. Blütezeit Juli. An Waldrändern, in Hecken und 
Gebüschen; am Mittel- und Niederrhein. R. festivus P. J. 
Müller, Hübsche Brombeere. 

ß. Schössling oberwärts stumpfkantig, dicht abstehend be- 
haart, mit versteckten Drüsenborsten. Blätter unterseits 
sammetartig-weichhaarig, oberseits matt-dunkelgrün. Kron- 
blätter um gekehrt- eiförmig, weiss, selten rot. (R. foliosus 
Gremli.) R. teretiusculus Kaltenbach, Stumpf kantige 
Brombeere. 

2. Endblättchen langzugespitzt. 

a. Blätter unterseits grün, langzugespitzt, tief- und unregel- 
mässig -gezähnt, oberseits mit zahlreichen, glänzenden 
Haaren. Fruchtknoten behaart. R. cannabinus Gremli, 
Hanfblätterige Brombeere. 

ß. Blätter unterseits filzig, ziemlich stark mit seidenschimmern- 
den, weichen Härchen besetzt, oberseits striegelhaarig. 



— 197 — 

a. Stielchen der oberen Seiten blättchen halb so lang wie 
das des Endblattchens; letzteres ziemlich breit-elliptisch. 
Rispe mit kurzen, dicht- zottigen Verzweigungen. Blumen- 
krone gross, rötlich. Blütezeit Juli. Eifel. R. Eifeliensis 
Wirtgen, Eifeler Brombeere. 

b. Stielchen der oberen Seitenblättchen halb so lang wie 
das des Endblattchens; letzteres fast umgekehrt- eiförmig. 
Unterste Rispenäste lang, erst über ihrer Mitte 
rispig-geteilt. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli. An 
der unteren Mosel. R, hirsntus Wirtgen, Rauhhaarige 
Brombeere. 

II. Fruchtkelch abstehend oder aufrecht. 

A. Blütenstand locker und sparrig, mit langen Asten. 

1. Blättchen dreizählig, umgekehrt-eiförmig, keilig, mit kurze^ auf- 
gesetzter Spitze, unterseits von zahlreichen Haaren etwas grau- 
schimmernd. Rispenäste zottig. Blütezeit Juli. Schweiz. Dem 
R. Menke'i sehr nahestehend. R. fraternus Gremli, Verwandte 
Brombeere. 

2. Blättchen fünfzählig. Endblättchen breit- eiförmig-rundlich mit 
herzförmigem Grunde, sehr lang zugespitzt, beiderseits grün, 
oberseits striegelhaarig, unterseits locker-kurz-seidenartig- weich- 
haarig. Rispenäste dicht -rauhhaarig, mit Stachelborsten und 
Stieldrüsen reichlich besetzt. Krone rosenrot. Blütezeit Juli. 
An der unteren Mosel. R. cruentatus Müller, Blutrotblnhende 
Brombeere. 

B. Blütenstand gedrängt mit kurzen oder massig langen Ästen. 

1. Rispenäste angedrückt -filzig; rispenständige Blätter unterseits 
grüngraufilzig, nicht weissgrün. — Schössling anliegend - kurz- 
weichhaarig. Blütenstiele graufilzig, mit langen, den Filz über- 
ragenden Drüsenborsten. Blumenkrone und Staubfäden hell- 
rosenrot. Blütezeit? Bei Aachen. R. aggregatus Kaltenbach, 
Gehäuftblätige Brombeere. 

2. Rispenäste abstehend haarig oder zottig; rispenständige Blätter 
unterseits nicht filzig. 

a. Rispenäste abstehend zottig, mit kurzen, zwischen den Haaren 
verborgenen Drüsen und Nadelstacheln. 

a. Staubfäden hellrot, die meist grünen, selten rosenroten Griffel 
kaum überragend. Schössling reichstachelig; die längeren 
Stacheln gerade, etwas abwärts geneigt, an ihrem Grunde 



— 198 — 

ziemlich breit und lebhaft rot gefärbt. Endblättchen eirund- 
herzförmig, langzugespitzt. Blätter oberseits striegelhaarig, 
beiderseits grün. Rispe sehr lang, reichblütig, am Grunde etwas 
durchblättert. Kronblätter oval, ausgerandet, hellrosenrot. 
Blütezeit Juli. In feuchten Gebüschen am Mittelrhein. 
R. obscurus Kaltenbach, Dunkelgefärbte Brombeere. 

Eine sehr drüsenreiche Abart, mit schmälern, nicht herz- 
förmigen Blättchen, der Rheingegend und der Schweiz ist 
R. insericatns P. J. Müller, Seidenhaarige Brombeere. 

b. Staubfäden purpurrot, die gelben und am Grunde roten oder 
ganz roten Griffel überragend. Schössling reich mit Stiel- 
drüsen und Drüsenborsten, sowie mit längeren, fast ganz 
geraden und mit kurzen Stacheln besetzt. Endblättchen 
ei-herzf örrnig , sehr langzugespitzt, unterseits dicht - seidig- 
weichhaarig. Rispe eiförmig, oft unterbrochen, mit langdrüsig- 
nadelstacheligen Asten. Kronblätter länglich, schön rosenrot. 
Blütezeit Juli. Bergwälder der Rheinprovinz. R. rubicundttS 
Müller und Wirtgen, Hochrote Brombeere. 

ß. Rispenäste dicht-rauhhaarig, mit längeren Drüsenborsten und 
einzelnen Stachelhöckern. Stacheln ungleich, ziemlich kurz und 
schwach, ans breitem Grunde pfriemlich, zurückgeneigt. Blätter 
oberseits ziemlich stark striegelhaarig, unterseits durch fast 
sammetartigen , weichen Filz graugrün. Endblättchen herz- 
eiförmig, zugespitzt. Fruchtknoten an seiner Spitze behaart. 
Kronblätter elliptisch, mit keiligem Grunde, blassrot. Blütezeit 
Juli. Auf Bergen im Rheinthale. R. paniiosus Müller und 
Wirt gen, Pelzige Brombeere. 

Neunte Gruppe: 
Raduiae, Raspelartige. 

A. Rispenäste weichhaarig- filzig; Drüsenborsten den Filz überragend. 

I. Schössling bereift, stielrund, angedrückt, weichhaarig, durch kurze 
Drüsen- und Stachelborsten rauh, mit kleinen Stacheln. Blätter meist 
dreizählig, fast lederhart, beiderseits behaart und grün. Endblättchen 
elliptisch oder umgekehrt-eiförmig, kurz- oder langzugespitzt. Kelch- 
zipfel nach der Blüte aufrecht-abstehend. Staubblätter die grünen 
Griffel lang überragend. Kronblätter spatelig, weiss. Blütezeit Juli. 
In Waldungen Nord- Westfalens. R. scaber Weihe und Nees, Rauhe 
Brombeere. 






— 199 — 

IL Schössling imbereift. 

A. Schössling kahl, sehr selten etwas behaart. Blätter unterseits grün 
bis granfilzig, ungleich-grob-gesägt. Endblattchen eiförmig, elliptisch, 
zuweilen mit keiligem Grunde, lang zugespitzt. Rispe locker, 
sparrig. Kelchzipfel an der Frucht locker abstehend oder fast zurück- 
geschlagen. Kronblätter klein, schmal, umgekehrt- eiförmig, blassrot 
oder rosenrot. Blütezeit Juli. In Wäldern und Gebüschen, seltener 
in der Ebene; in der Schweiz, Mittel- und Norddeutschland zer- 
streut. R. rudis Weihe und Nees, Wüste Brombeere. 

B. Schössling behaart. 

1. Kelchzipfel an der Blume zurückgeschlagen, an der Frucht auf- 
recht. Schössling flachseitig - kantig. Blätter fünfzählig - fuss- 
förmig, beiderseits grün, zerstreut-behaart. Endblattchen eiförmig, 
lang zugespitzt. Rispe meist durchblättert. Kronblätter elliptisch, 
weiss. Blütezeit Juli. R. Loehri Wirtgen, Löhrs Brombeere. 

2. Kelchzipfel an der Frucht zurückgeschlagen. Schössling stiel- 
rund, abstehend - behaart. Blätter dreizählig, sehr selten 
einzelne fussförmig; unterseits weichhaarig, meist grün, an 
sonnigen Orten graufilzig. Endblattchen umgekehrt- eiförmig- 
spitz. Rispe unterwärts unterbrochen. Kronblätter gross, um- 
gekehrt-eiförmig, flaumhaarig - gewimpert. Blütezeit Juli. In 
Wäldern Südbayerns. R. platycephalus Focke, Breitrispige 
Brombeere. 

B. Rispenäste rauhhaarig oder rauhhaarig-filzig; Drüsenborsten im Filze ver- 
borgen. 

I. Stacheln der Rispe lang, kräftig, geneigt. 

a. Blütenstand pyramidal -rispig; Staubblätter die Griffel weit über- 
ragend. Schössling kantig, oberwärts gefurcht. Blätter unterseits 
sternfilzig, weiss oder graugrün; meist fussförmig- fünfzählig. End- 
blattchen eiförmig, lang zugespitzt. Schössling sehr rauh, mit 
schlanken Stacheln. Blütenstielchen kurz. Blumenkrone weiss oder 
rötlich. Blütezeit Juli. In Wäldern und Gebüschen durch das 
ganze Gebiet verbreitet. R. Radlila Weihe, Raspel stengelige 
Brombeere. 

b. Blütenstand schmal-rispig, oberwärts traubig. Staubblätter griffel- 
hoch. Kronblätter weiss. Blütezeit Juli. Schweiz; selten. R. racemi- 
gerus Gremli, Traubenbltttige Brombeere. 

II. Stacheln der Rispe schwach. 



— 200 — 

A. Blättchen herzförmig, ungleich- und grob -gesägt. Blüten nicht 
büschelig beisammenstehend. 

a. Blütenstand dicht, gedrungen, mit kurzen Blütenstielchen. Stiel- 
drüsen der Blüten meist zwischen Haaren versteckt, einzelne 
längere hervorragend. Blätter meist dreizählig; Blättchen mit 
ihren Rändern sich deckend; Endblättchen breit -herz-eiförmig 
bis herzförmig -rundlich. Kronblätter weiss. Blütezeit Juni, 
Juli. Unter Gebüsch an Bächen und Quellen. Im Nordwesten 
des Gebietes. R. thyrsiflorus Weihe und Nees, Stranssbliitige 
Brombeere. 

b. Blütenstand locker, nur am Grunde beblättert, nadelstachelig. 
Blättchen sich mit ihren Rändern nicht deckend. 

1. Schösslingsblätter meist fussförmig - f ünfzählig. Blättchen 
beiderseits grün; das endständige herz-eiförmig oder aus herz- 
förmigem Grunde abgerundet-rechteckig, mit langer, schlanker 
Spitze. Blütenstand locker und sparrig mit zahlreichen 
kurzen Stieldrüsen und Nadelstacheln. Blüten weiss. Griffel 
rot. Blütezeit Juli. In Waldungen; gern auf feuchtem, kalk- 
haltigem Boden. Im Nordwesten des Gebietes. R. pallidns 
Weihe und Nees, Bleiche Brombeere. 

Verwandt aber durch die stark - bereiften , stark- und 
ungleich - drüsigen Schösslinge , tief - grünes , glänzendes 
Laub u. a. unterschieden ist der Thüringische R. nitens 
Sagorski, Glänzende Brombeere. 

2. Schösslingsblätter drei- bis fünfzählig-fussförmig. Blättchen 
oberseits spärlich -behaart, unterseits im Schatten grün, an 
sonnigen Orten grau-sammethaarig. Endblättchen seicht herz- 
förmig. Rispe dicht. Kronblätter weiss oder rot. Blütezeit 
Juli. Im Nordwesten des Gebietes. R. fascns Weihe und 
Nees, Branne Brombeere. 

B. Blättchen scharf und fein gesägt. Blüten oft büschelig beisammen- 
stehend. 

a. Fruchtkelch aufrecht. (Bei R. denticulatus ist der Kelch zur 
Blütezeit zurückgeschlagen.) 

1. Stacheln fast gleichförmig. Endblättchen lang zugespitzt. 
Staubblätter halb so lang wie die grünen Stengel. Schöss- 
linge behaart, kantig. Blättchen unterseits weich und weiss- 
filzig. Blumenhrone weiss. Blütezeit Juli. R. albicomns 
Gremli, Weissschopfige Brombeere. 



— 201 — 

2. Stacheln ungleich, oft mit Übergängen zu Stachelborsten. 
Endblättchen kurz zugespitzt. Staubblätter so lang wie die 
roten Griffel. Schössling drüsenborstig-rauh, stumpfkantig. 
Blättchen unterseits angedrückt-weissfilzig bis grün. Kron- 
blätter flaumig, weiss oder rot. Blütezeit Juli. Oberbayern, 
Oberösterreich, Tirol. R. denticulatus A.Kern er, Gezähnte 
Brombeere. 

b. Fruchtkelch zurückgeschlagen. 

1. Stengel grün, grösser als die Staubblätter, Schösslinge 
stumpfkantig, blaugrün. Blätter drei- bis fünfzählig-fuss- 
förmig, fast lederhart, oberseits dunkelgrün, unterseits 
lockerfilzig, graugrün. Bispe lang, meist ganz mit ein- 
fachen Blättern durchblättert. Kronblätter ausgerandet, 
weiss. Blütezeit Juli. Gebüsche und Waldungen Nord- 
westdeutschlands. R. foliosus Weihe und Nees, Durch- 
blätterte Brombeere. 

2. Stengel ganz oder doch an ihrem Grunde rot, so lang wie 
die Staubblätter. 

a. Blätter unterseits weissfilzig oder fast kahl und hell- 
grün. Schössling braunrot. Stacheln fast gleichförmig, 
klein. Blätter meist dreizählig, krautig. Endblättchen 
länglich, lang zugespitzt. Rispe nur unterwärts durch- 
blättert. Kronblätter elliptisch, zuweilen ausgeschnitten, 
unterseits dicht-kurzhaarig, hellrot. Blütezeit Juli. Im 
ganzen westlichen Teile des Gebietes. R. saltnnm 
Focke, Waldgebirgs- Brombeere. 

ß. Blätter unterseits sammet- oder seidenartig -glänzend. 
Schösslinge stielrund, behaart, ungleich - stachelicht. 
Blätter drei- bis fünfzählig. Endblättchen eiförmig- 
langzugespitzt. Rispe oft durchblättert. Kronblätter 
flaumig, weiss oder rot. Blütezeit Juli. In Bayern; 
selten. R. inftusiatus Focke, Beschleierte Brombeere. 

Zehnte Gruppe: 

Hystrices, Stachelige. 

A. Schösslinge und Rispenverzweigungen sehr dicht und abstehend behaart, 
drüsenreich und dicht-stacheligt. Schösslingsblätter fünfzählig. Blättchen 
unterseits weichhaarig. Endblättchen aus seicht -herzförmigem Grunde 
breit - elliptisch , kurz zugespitzt. Blumenkrone lebhaft rot. Blütezeit 

Tkoro«, Flora. III. 26 



— 202 — 

Juli. Westfalen und Rheingegend. R. fusco-ater Weihe und Nees, 
Schwarzbraune Brombeere. 

B. Schösslinge und Rispenverzweigungen zerstreut-kurzhaarig oder kahl. 
I. Rispe kurz, deren Aste wagerecht-abstehend, graufilzig. 

1. Kelch an der Blüte zurückgeschlagen, später abstehend oder halb- 
aufrecht. Blättchen breit, ungleich -grob- und scharf- gesägt, sich 
am Rande oft deckend, oberseits glänzend, fast kahl, unterseits auf 
den Nerven schwach behaart. Fruchtknoten kahl. Endblättchen 
rundlich -herzförmig, lang zugespitzt. Kronblätter eiförmig, rot. 
Blütezeit Juli. An Waldrändern am Niederrhein. R. rosaceus 
Weihe und Nees, Rosarote Brombeere. 

2. Kelch an der Frucht zurückgeschlagen. Blättchen ziemlich breit, 
oberseits dunkelgrün, ziemlich kahl, unterseits graufilzig. Frucht- 
knoten behaart. Blütenstand öfter durchblättert, die oberen Blätter 
zu blattartigen Deckblättern verkleinert. Kronblätter rötlich. Blüte- 
zeit Juli. Schweiz. R. brevis Gremli, Kurzrispige Brombeere. 

II. Rispe lang, mit auirecht-abstehenden, zerstreut-behaarten Asten. 

A. Blätter dreizählig, mit rautenförmigem, keiligem, spitzem, unter- 
seits weissfilzigem Endblättchen. Schössling kahl, etwas bereift. 
Stacheln ziemlich gleichförmig und wie die Stieldrüsen sparsam. 
Kronblätter weiss. Fruchtknoten kahl. Blütezeit Juli. Schweiz. 
R. indotatus Gremli, Arme Brombeere. 

B. Blätter des Schösslings drei- bis fünfzählig; nicht alle dreizählig 
und unterseits nicht weissfilzig; Endblättchen mehr oder weniger 
eiförmig, nicht rautenförmig. 

a. Fruchtkelch zurückgeschlagen. Blätter alle oder meist fünf- 
zählig. 

1. Blätter krautig, oberseits zerstreut-behaart, dunkelgrün, unter- 
seits weichhaarig, hellgrün. Endblättchen schmal -eiförmig, 
allmählich verschmälert zugespitzt. Rispe nur am Grunde 
durchblättert. Schössling reich mit ungleichen, zum Teil sehr 
langen und starken Stacheln, Drüsen- und Stachelborsten 
besetzt. Kronblätter fast kreisrund, wie die Staubblätter 
purpurn. Blütezeit Juli. Rheinpreussen ; selten. R. Hystrix 
Weihe und Nees, Stachelschwein -Brombeere. 

2. Blätter derbhäutig, fast lederhart, oberseits sparsam kurz- 
haarig, oft fast kahl, dunkelgrün, unterseits weichhaarig, 
heller. Endblättchen eiförmig, zuweilen umgekehrt-eiförmig, 
zugespitzt, am Grunde oft seicht -herzförmig. Rispe ganz 



— 203 — 

durchblättert. Kronblätter eiförmig, weiss. Blütezeit Juli. 

In Waldungen Mitteldeutschlands. R. Köhleri Weihe und 

Nees, Köhlers Brombeere. 
Abarten sind: 

a. R. baltieus Focke, Ostsee -Brombeere, stark-behaart, mit 
rauhhaarigen, armdrüsigen Schössringen, meist dreizähligen 
Blättchen und hellroten Blumen. Mecklenburg. 

ß. R, bavaricus Focke (R. pygmaeus Caflisch), Zwerg- 
Brombeere. Blattunterfläche oft graufilzig; Rispe nur am 
Grunde beblättert. Bayern, Österreich, Tirol. 

Verwandt, aber durch die drei-, nicht fünfzähligen, 

fussförmigen Blätter unterschieden ist der Thüringische 

R. hennebergensis Sagorski, Henneberger Brombeere. 

b. Fruchtkelch aufrecht. Blätter drei- bis fünf zählig - fussförmig. 

1. Rispe unterwärts durchblättert, untere Aste entfernt, trug- 
doldig, obere genähert, alle rauhhaarig, dicht-ungleich-stache- 
licht, nadel- und drüsenborstig. Blätter oberseits zerstreut- 
haarig, unterseits weichhaarig, grob- und oft eingeschnitten- 
gesägt. Kronblätter eiförmig, in einen kurzen, breiten Nagel 
verschmälert, weiss. Blütezeit Juli. Schlesien. R. apricus 
Wimmer, Sonneliebende (?) Brombeere. 

2. Rispe am Grunde unterbrochen, mit aufrecht - abstehenden 
Asten; Zweige oft trugdoldig-dreiblütig, an der Spitze meist 
einfach; deren Spindel abstehend-behaart, violett, drüsen- 
borstig und mit roten, gelbbespitzten, zurückgekrümmtea 
Stacheln. Blätter unterseits grün oder graufilzig. Kron- 
blätter umgekehrt- eiförmig, rosa. Blütezeit Juli. Südbayern, 
Schweiz. R. pilocarpns Gremli, Behaartfrnchtige Brom- 
beere. 

Elfte Gruppe: 

GEandulosi, Drüsige. 

A. Schössling kantig, dessen grössere Stacheln fast gleich, ohne Übergänge 
zu Drüsen oder Stachelborsten. Rispe mit langen, nadelstacheligen Drüsen- 
borsten. 

I. Fruchtknoten behaart. Schössling bereift, zerstreut- behaart. Blätter 
drei- bis fünfzählig-fussförmig. Endblättchen breit-eiförmig oder um- 
gekehrt-eiförmig, am Grunde schwach-herzförmig. Rispe schmal, dicht. 
Fruchtkelch zurückgeschlagen. Blütezeit Juli. Mecklenburg. R. Betkeif 
Marsson, Betkes Brombeere. 



— 204 — 

IL Fruchtknoten kahl. 

a. Schössling etwas bereift, schwach behaart, mit Borsten, Drüsen und 
sehr kurzen, ziemlich geraden Stacheln dicht besetzt. Blätter drei- 
bis fünfzählig, fussförmig, lebhaft grün, fast kahl. Endblättchen 
länglich oder umgekehrt-eiförmig, am Grunde schwach herzförmig, 
lang zugespitzt. Rispe locker, lang. Fruchtkelch reich mit Borsten 
und Stieldrüsen besetzt, zuletzt abstehend. Kronblätter schmal, 
länglich, weiss. Blütezeit Juni, Juli. Thüringen und Bayern. 
R. Metschii Focke, Metschs Brombeere. 

b. Schössling nicht bereift. 

«. Schössling ganz kahl. Blättchen, namentlich die blütenständigen 
keilförmig, jüngere unterseits dünn - granfilzig. Staubblätter so 
lang oder länger als die grünlichen Griffel. Blumenkrone weiss. 
Blütezeit Juli. Nordostschweiz; selten. R. rigidatus Gremli, 
Starre Brombeere. 

ß. Schössling etwas behaart. Blätter unterseits grün. Blumenkrone 
weiss. Blütezeit Juni, Juli. Der vorigen nahestehend. Süd- 
westschweiz. R. Reuteri Mercier, Reuters Brombeere. 

B. Schössling stielrund. 

I. Grössere Stacheln ungleich; die grössten kräftig, aus breit-zusanimen- 
gedrücktem Grunde zurückgeneigt oder hakenförmig. 

a. Blütenstiele filzig-rauhhaarig, mit zerstreuten, im Filze verborgenen 
Drüsenhaaren und Drüsenborsten von doppelter Haarlänge, sowie 
mit feinen Nadelstacheln besetzt; stärkere Stacheln selten. 

1. Grössere Stacheln aus breitem Grande hakenförmig. Blätter 
dreizählig, mit einzelnen fünfzählig -fussförmigen untermischt, 
oberseits glänzend -dunkelgrün, striegelhaarig, unterseits heller, 
dicht anliegend -behaart. Rispe schmal, unterwärts beblättert, 
mit traubiger, vor dem Blühen nickender Spitze. Blumenkrone 
schmal umgekehrt-eiförmig, rot. Blütezeit Juni, Juli. An Wald- 
rändern, in Gebüschen und Hecken Nordwestdeutschlands. 
R. Schleichen Weihe und Nees, Schleichers Brombeere. 

2. Grössere Stacheln aus breitem Grunde allmählich dünner, zurück- 
geneigt, oft schwach-gebogen oder gekrümmt. Blätter drei- bis 
fünfzählig -fussförmig, beiderseits grün und zerstreut - behaart. 
Rispe unterwärts unterbrochen und beblättert; deren Aste auf- 
recht-abstehend, die oberen gedrängt. Kronblätter weiss, ellip- 
tisch. Blütezeit Juli. Bergwälder in der Rheinprovinz. R. pyg- 
maeopsis Focke, Zwergige Brombeere. 






— 205 — 

b. Blütenstiele kurzhaarig, dicht lang- und drüsenborstig. Im übrigen 
dem R. hirtus fast gleich und nur durch die kräftigen Stacheln 
von diesen zu unterscheiden. Blütezeit Juli, August. (R. hirtus 
rar. ß. apiculatus Metsch.) R. inso latus P. J. Müller, Der Sonne 
ausgesetzte Brombeere. 

II. Grössere Stacheln schwach, pfriemen- oder borstenförmig. 

A. Blütenstand rispig-traubig; dessen Zweige sowie die Kelche grün- 
lich oder durch zahlreiche Drüsen gerötet. 

1. Staubblätter kürzer als die Griffel. Fruchtknoten meist behaart. 

a. Griffel rot. 

a. Schössling unbereift, mehr oder minder behaart, dicht- 
ungleich-drüsenborstig und stacheligt. Blätter meist drei- 
zählig, beiderseit behaart, unterseits grau -seidenhaarig- 
glänzend. Kelch grau- filzig; seine Zipfel nach dem Blühen 
aufrecht. Kronblätter schmal, gewimpert, weiss. Frucht- 
knoten behaart, kahl werdend. Blütezeit Juli. In Wäldern 
des südlichen Gebietes. R. polyacanthus Gremli, Viel- 
stachelige Brombeere. 

b. Schössling bereift. 

a. Stacheln gerade, fein. Stieldrüsen dunkel-, fast schwarz- 
rot, teilweise sehr lang. Rispe aufrecht, ästig. Frucht- 
knoten kahl. Blütezeit Juli. Schweiz. R. coloratns 
Gremli, Gefärbte Brombeere. 

b. Stacheln gekrümmt. Schössling auffallend schlank und 
armstachelig. Stieldrüsen oit ziemlich sparsam, wenig 
gefärbt. Fruchtknoten behaart. Blütezeit Juli. Schweiz. 
R. gracilicanlis Gremli, Dünnstengelige Brombeere. 

ß. Griffel grün. 

a. Schössling bereift, spärlich behaart. Blätter drei- bis 
fünfzählig, beiderseits grün und zerstreut-behaart; jüngere 
oberseits zart -seidenhaarig, später kahl, unterseits zart- 
weichhaarig. Endblättchen rundlich, plötzlich lang- und 
fein - zugespitzt. Rispe lang, reichblumig, unterseits be- 
blättert. Kelch igelstachelig. Kronblätter länglich oder 
umgekehrt -eiförmig, weiss. Staubblätter fast vierreihig. 
Fruchtknoten kahl oder filzig. Blütezeit Juli, August. 
In Bergwäldern des südlichen Gebietes. R. Baveri Focke, 
Bayers Brombeere. 

b. Schössling unbereift. 



— 200 — 

a, Fruchtknoten und SchÖssling behaart. 

aa. Kronblätter breit. Staubblätter nur wenig niedriger 
als die Griffel. Blätter ungleich- und tief-gezähnt, 
beiderseits gleichfarbig, mit zahlreichen, etwas 
glänzenden Haaren. Blütezeit Juli. Schweiz. 
R. scabrifolins Gremli, Rauhblätterige Brom- 
beere. 
bb. Kronblätter schmal. Staubblätter etwa halb so 
hoch wie die Griffel. 

aa. Staubbeutel grünlich -weiss. Blätter unterseits 
graulich und fast haarlos, spitz. Blütenstand- 
achse hin- und hergebogen. Kronblätter läng- 
lich-keilförmig, weiss. Blütezeit Juni, Juli. 
Schweiz. R. bracliyandrns Gremli, Klein- 
männige Brombeere, 
bb. Staubbeutel rötlich-gelb. Blättchen beiderseits 
fast gleichfarbig, zugespitzt. Blütenstandachse 
straff. Blütezeit Juli. Schweiz. R. leptopetalus 
Focke, Schmalblätterige Brombeere. 

b. Fruchtknoten kahl. 

aa. Schössling fast kahl. Blättchen elliptisch-länglich, 
mit wenig-ausgeprägten breiten Zähnen, unterseits 
grün. Blütezeit Juli. Schweiz. R. curtidens 
Gremli, Kurzzälmige Brombeere. 
bb. Schössling dicht behaart. Blättchen eilänglich, 
lang- zugespitzt, mit tieferen, schmäleren Zähnen, 
die jüngeren unterseits oft graufilzig. Blütezeit 
Juli. Schweiz. R. tardiflorus Focke, Spätblühende 
Brombeere. 
2. Staubblätter so lang oder länger wie die Griffel. 

a. Blättchen plötzlich lang-zugespitzt, eiförmig oder umgekehrt- 
eiförmig, 
a. Griffel grünlich bis grünlich-weiss, nicht rot. 

a. Schössling schwach-bogig-niederliegend, stielrund, nach 
der Spitze zu undeutlich kantig, bei Schattenpflanzen 
hellgrün -bläulich, hinfällig- bereift; an sonnigen Orten 
rotbraun; spärlich behaart, mit weichen, einander un- 
gleichen Stacheln, Drüsenborsten und Drüsenhaaren 
dicht besetzt. Blätter dreizählig, gross; Blättchen ge- 







ßrllartos ßxambeexe. 



— 207 — 

stielt, beiderseits hellgrün, zerstreut -behaart, gleich- 
massig - gesägt. Kronblätter schmal, spatelig, weiss, 
aussen kurzhaarig. Staubblätter länger als die Griffel, 
der Frucht anliegend. Blütezeit Juni, Juli. Auf 
quelligem Waldboden nicht selten. R. Bellardii Weihe 
und Nees, Bellardis Brombeere.*) # 

b. Schössling bogig -niedergestreckt, stielrund, gegen die 
Spitze schwachkantig, dunkelrot, lang-abstehend-behaart 
und stachelborstig. Stacheln zerstreut, sehr ungleich. 
Blätter drei- bis fünfzählig, beiderseits grün, abstehend- 
rauhhaarig, grob-emgeschnitten-gesägt. Kelch nach dem 
Blühen zurückgeschlagen, dann aufgerichtet, die Frucht 
locker umgebend. Kronblätter oval, weiss oder hellrot. 
Staubblätter länger als die Griffel. Blütezeit Juli, 
August. Pommern. R. macrantlielos Marsson, Oross- 
rispige Brombeere. 
b. Griffel rot. 

a. Blütenstandsachse hin- und hergebogen. Stieldrüsen 
rot. Staubblätter die Griffel überragend. Blätter drei- 
bis fünfzählig; Blättchen tief- und unregelmässig - ein- 
geschnitten - gezähnt. Blüten gross. Blütezeit Juli. 
Schweiz; selten. R. celtidifolius Gremli, Zürgel- 
blätterige Brombeere. 

1). Blütenstandsachse straff. Stieldrüsen blass. Staubbläter 
griffellang. Blätter dreizählig. Blütezeit Juli. Schweiz. 
R. remotus Gremli, Entfernte (?) Brombeere. 
ß. Blättchen herzförmig, zugespitzt, 
a. Fruchtknoten kahl. 

a. Mehrzahl der Drüsen des Blütenstandes kurz; längere 
nur einzeln darunter gemischt. 

aa. Schössling behaart. Blätter drei- bis fünfzählig- 
fussförmig. Blättchen ungleich -gesägt; beiderseits 
grün und kurzhaarig. Endblättchen ei- oder herz- 
eiförmig. Blütenstand kurz, filzig. Kronblätter 
länglich, weiss. Blütezeit Juli. Bergwälder Mittel- 
deutschlands. R. serpens Weihe und Nees, 
Kriechende Brombeere. 

*) Tafel 399. Rubus Bellardii Weihe und Nees. A Stüok des Schöß- 
lings mit Blatt; B Blütenzweig; C Teil des Fruchtstandes. 



— 208 — 

bb. Schössling dicht -abstehend -behaart. Blätter meist 
fünfzählig. Blättchen ungleich, wenig tief gesägt, 
beiderseits behaart. Endblättchen seicht herzförmig, 
länglich. Blutenstand zusammengesetzt, meist kurz. 
Blütezeit Juli. Bayern. R. incultns Wirt gen, • 
Unordentliche Brombeere. 

b. Mehrzahl der Drüsen des Blütenstandes sehr lang, rot; 
nur einzelne sind kürzer. Schössling schwach bereift. 
Blätter meist dreizählig. Blättchen ungleich - gesägt, 
oberseits striegelhaarig, unterseits bläulich, auf den 
Nerven weichhaarig. Endblättchen herzförmig, breit- 
elliptisch. Kronblätter breit, oval, weiss. Blütezeit 
Juli. Harz, Bayern. R. hercynicns G. Braun, Harzer 
Brombeere. 

b. Fruchtknoten behaart, oft bald verkahlend. 

a. Drüsen des Blütenstandes durchgehends kurz, längere 
nur einzeln. Schössling zerstreut-behaart, dicht-ungleich- 
drüsen- und stachelborstig. Blätter meist fünfzählig- 
fussförmig, beiderseits zerstreut -behaart, grün. End- 
blättchen herz - eiförmig - zugespitzt , auffallend kurz- 
gestielt. Rispe gross, lang, von dreizähligen und ein- 
fachen Blättern durchblättert, mit graurötlichen, kurz- 
filzigen, dicht-nadelstacheligen Blütenstielen. Blumen- j 
blätter klein, schmal, weiss. In Waldungen, zumal 
der Berge Nordwestdeutschlands. R. rivnlaris P. J. 
Müller und Wirtgen, Bach-Brombeere. 

b. Drüsen des Blütenstandes teilweise (nicht nur einzeln) 
sehr lang. 

aa. Griffel rot. Schössling ziemlich dick, rundlich. 
Stacheln fein. Blättchen unterseits grün. Frucht- 
kelch aufrecht. Blütezeit Juli. Zürich. R. tenni- 
glandulosns Gremli, Feindrüsige Brombeere. 

bb. Griffel weiss. Schössling bereift, rauhhaarig. Stiel- 
drüsen wenig gefärbt. Blätter unterseits steifhaarig- 
sammetartig-schimmernd. Kronblätter weiss. Blüte- 
zeit Juli. Bayern und Schweiz; selten. R. lampro- 
phyllns Gremli, Glanzblätterige Brombeere. 

B. Blütenstand einfach -traubig. Drüsenborsten violett oder dunkel- 
purpurn. 



— 209 — 

1. Blättchen sehr fein- und gleichmässig - gesagt, oben zerstreut- 
haarig, unten dicht- und stark - seidenhaarig. Endblättchen 
eiförmig, kurz -zugespitzt. Rispe ziemlich lang; alle Stielchen 
von einem kleinen, blattartig - erweiterten Deckblatt gestützt. 
Krone lilafarben. Staubfaden fast himmelblau. Blütezeit August. 
In der Eifel. R. lilacinus Wirtgen, Lilafarbige Brombeere. 

2. Blättchen nach vornezu ungleich, oft eingeschnitten -gesägt. 
Endblättchen meist eiförmig oder elliptisch, selten herzförmig. 
Blumenkrone nicht lilafarben, meist weiss, selten rot; Staubfäden 
nicht fast himmelblau. Blütenstand ziemlich locker. Blüten- 
stiele mit zahlreichen, längeren und kürzeren, schwarzroten 
Stieldrüsen und Nadelborsten. 

a. Staubblätter länger als die Griffel. 

a. Endblättchen breit -eiförmig, oft auch herzförmig, spitz. 
Rispe unterwärts durchblättert und ziemlich locker, ober- 
wärts meist gedrungen, mit vor dem Aufblühen nickender 
Spitze. Blumenkrone schmal, umgekehrt- eiförmig, weiss, 
selten rosa. Blütezeit Juni, Juli. In Bergwäldern; zer- 
streut, R. hirtus Waldstein-Kitaibel, Rauhhaarige 
Brombeere. 

b. Endblättchen länglich-herz-eiförmig, lang-zugespitzt. Rispe 
sehr gross, sparrig. Meist etwas durchblättert. Kronblätter 
umgekehrt-ei-keilförmig, weiss. Blütezeit Juli. Der vorigen 
sehr ähnlich und verwandt. In Gebüschen und Wäldern 
Westdeutschlands. R. Kaltenbacliii Metsch, Kaltenbachs 
Brombeere. 

ß. Staubblätter kürzer als die unterwärts rötlichen Griffel, fast 
einreihig; sonst wie die vorigen, mit denen sie zusammen 
wohl eine Art bildet. Blütezeit Juli, August. In Wäldern 
Schlesiens und des südlichen Gebietes. R. Güntheri Weihe 
und Nees, Günthers Brombeere. 

Zwölfte Gruppe: 
Corylifoiii, Haselbläüerige. 
A. Früchte unbereift, 

I. Schössling unbereift, Stacheln einander ungleich, die grösseren am 
Grunde etwas verdickt, zum Teil gebogen. Blättchen ungleich-gezähnt. 
Endblättchen eilänglich, kurz und breit zugespitzt. Kronblätter ei-läng- 
lich, meist rötlich. Fruchtknoten kahl. Früchtchen mattschwarz. 

Thome, Flora. III. 27 



— 210 — 

Blütezeit Juni, Juli. Schweiz; selten. R. pseudopsis Gremli, 
Trügerische Brombeere. 

Eine Abart (?) mit schwächlichem, grünem, rotbraun-bestacheltem 
Schössling ist R. prasinus Gremli (nicht Focke), Lauchgrüne Brom- 
beere. 

IL Schössling bereift. 

A. Frucht schwarzrot. Schössling kräftig, meist drüsenlos, mit zer- 
streuten, schwarzroten Stacheln, aber, wie auch der Blütenstand, 
ohne lange Nadelstacheln. Hierher gehören Bastarde und Über- 
gangsformen zu R. Idaeus. Die ausgeprägteste Form mit kahlem 
Schössling, kegelig -pfriemlichen Stacheln, grossen, eingeschnitten- 
gesägten Blättern, kurzem Blütenstande, roten Kronblättern, 
roten Griffeln und oft roten Staubblättern ist die im Juli blühende, 
den Pommerschen Küstenwaldungen angehörende R. maximns 
Marson, Grösste Brombeere. 

B. Frucht schwarz. Hierher eine Menge zum Teil noch wenig ge- 
kannter Formen, von denen zahlreiche als R. corylifolius Smith, 
R. dumetorum Weihe und Nees, R. nemorosus auctorum zu- 
sammengefasst waren. 

a. Stacheln an Grösse ungefähr einander gleich. 

21. Schösslinge drüsenlos oder doch spärlich mit Drüsen besetzt. 

1. Blütenstielchen drüsenlos, zuweilen mit Sitzdrüsen oder 
sparsam mit Stieldrüsen versehen. 

a. Kelch aufgerichtet. Schössling oberwärts scharfkantig, 
drüsenlos, schwach behaart. Stacheln ziemlich kräftig, 
gerade oder gebogen. Blätter unterseits dünn behaart 
bis filzig, eingeschnitten-gesägt. Blütenstand gewöhn- 
lich gedrungen. Kronblätter rosenrot oder weiss. 
Staubfäden die Griffel überragend. Blütezeit Juni, 
August. An der Ostseeküste. R. Wahlbergii Arrhe- 
nius, Wahlbergs Brombeere. 

b. Kelch abstehend. 

a. Stacheln der Blütenstiele wenig gebogen. Schöss- 
ling rundlich, schwach behaart. Stacheln zerstreut, 
etwas gebogen. Blätter eingeschnitten-gesägt, unter- 
seits anfänglich graufilzig, später grün. Blütenstand 
schmal. Kronblätter weiss oder blassrot. Staub- 
blätter griffelhoch. Griffel grün. Blütezeit Juni, 



— 211 — 

August. Norddeutschland. R. Laschii Focke, Laschs 
Brombeere. 
b. Stacheln der Blütenstiele krumm, zusammengedrückt. 
Schössling rund, fast kahl. Stacheln fast lanzettlich. 
Blätter unterseits filzig -grauschimmernd, oberseits 
kahl; Endblättchen fast kreis - herzförmig. Kron- 
blätter gross, rosa. Blütezeit Juli, August. R. calli- 
anthus P. J. Müller, Schöiiblumige Brombeere. 
2. Blütenstielchen drüsig. 

a. Blütenstand fast straussförmig- rispig. Stacheln zahl- 
reich, pfriemlich oder nadelig. Blütenstiele und Kelch 
fast wehrlos. Blüte ausgebreitet. Blütezeit Juli. An 
der Nordwestgrenze des Gebietes. R. Weihei Köhler, 
Weihes Brombeere. 

b. Blütenstand locker, schmal, oben fast ebensträussig. 
Schössling wenig behaart, rundlich. Stacheln zahlreich, 
gerade. Blätter unterseits weichhaarig, jüngere grau- 
filzig. Kronblätter rötlich oder weiss. Staubblätter 
höchstens so lang wie die Griffel; letztere oft rötlich. 
Blütezeit Juli, August. In Waldungen Norddeutsch- 
lands. R. nemorosus Hayne, Hain -Brombeere. 

23. Schössling drüsig. 

1. Schössling stumpfkantig, mit langgestielten Drüsen. 

a. Schössling fast kahl; Stacheln aus zusammengepresstem 
Grunde gerade oder schwach zurückgeneigt. Blättchen 
oberseits kahl, unterseits weichhaarig. Endblättchen 
fast kreisförmig. Kelch grünfilzig, weiss gerandet. 
Kronblätter umgekehrt- eiförmig, weiss. Fruchtkelch 
abstehend. Blütezeit Juli. Schlesien und Sachsen. 
R. orthacaiitus Wimmer, Geradstachelige Brombeere. 

b. Schössling abstehend-locker-behaart, mit zerstreuten, 
schmalen, gelben Stacheln, mit zahlreichen Stachel- 
borsten und reichlich mit gestielten Drüsen und län- 
geren Drüsenborsten besetzt. Blätter oberseits zerstreut- 
haarig, bald kahl; unterseits seidenhaarig. Endblättchen 
herzförmig-elliptisch, mit langer, schmaler Spitze. Kelch- 
zipfel aufrecht, Kronblätter weiss. Norddeutschland. 
R. Oreadis P. J. Müller, Bergnymplien-Brombeere. 

2. Schössling rundlich kurzdrüsig; Stacheln kurz, aus brei- 
terem Grunde zugespitzt. Blätter unterseits schwach 



— 212 — 

behaart. Endblättchen breit, eirautenförmig oder herz- 
förmig. Kelchzipfel aufrecht, Staubblätter die grünen 
Griffel überragend. Fruchtknoten schwach behaart. Blüte- 
zeit Juni, Juli. Süddeutschland und Oberösterreich. 
R. Ebneri A. Kern er, Ebners. Brombeere. 
ß. Stacheln ungleich. 

91. Grössere Stacheln schmal-lanzettlich oder derb-pfriemlich. 

1. Griffel rötlich. Schössling stumpf kantig, mehr oder minder 
ungleich -stachelig und drüsig. Stacheln gerade. Blätter 
unterseits dicht-weichhaarig, zuweilen fast graulich. End- 
blättchen b'reit-herz-eifÖrmig. Kelchzipfel aufrecht. Kron- 
blätter rot. Staubblätter griffelhoch oder höher. Blüte- 
zeit Juli. Nordwestdeutschland bis Mecklenburg. R. horridus 
Schultz, Stachelige Brombeere. 

2. Griffel grün oder weisslich. 

a. Blätter grob- und doppelsägezähnig. Schössling etwas 
bereift, sehr dichtstachelig. Blätter fünfzählig, seltener 
drei- oder siebenzählig. Kelch aufrecht, graugrün. 
Blumenkrone weiss. Staubblätter griffelhoch. Blütezeit 
Juli. R. myriacanthus Focke, Tausendstachelige 
Brombeere. 

b. Blätter nicht tief-sägezähnig. Schössling mit schmalen, 
pfriemlichen Stacheln und zerstreuten Drüsen und Drüsen- 
borsten versehen. Blütenstiele dicht -drüsig, stachelig. 
Kelch zottig, grün, weiss berandet. Staubblätter länger 
als die Griffel, vertrocknend. Blumenkrone weiss. 
Schlesien. R. oreogeton Focke, Berg -Brombeere. 

23. Grössere Stacheln schwach -pfriemlich, nadeiförmig oder 
sehr klein. 

1. Stacheln sehr klein, gebogen, rotbraun; Schössling unbe- 
reift, nur wenig drüsig. Blätter drei-, fünf- oder sieben- 
zählig, klein, dankelgrün. Blütenstand reichdrüsig, ziemlich 
dicht. Kronblätter weiss. Bremen. R. prasinus Focke, 
Lauchgriine Brombeere. 

2. Stacheln pfriemlich oder nad eiförmig; Schössling mehr 
oder weniger bereift. 

a. Stacheln pfriemlich. 

a. Fruchtknoten kahl. Schössling stielrund, schwach be- 
reift und schwach behaart, mit sehr ungleichen Stacheln 






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— 213 — 

und meist zahlreichen, gedrängt-stehenden Drüsenborsten. 
Blätter meist dreizählig. Blättchen fast kreisförmig. 
Blütenstand meist kurz. Rispenzweige und Blumenstiele 
reichdrüsig und gerade - nadelstacheligt. Kronblätter 
breit-umgekehrt- eiförmig, weiss. Staubblätter griffelhoch. 
Griffel grün oder rot. Blütezeit Juni. Schweiz. R. Vil- 
larsianus Focke, Villars Brombeere. 
b. Fruchtknoten wenigstens teilweise behaart. Drüsen meist 
unter der Behaarung versteckt. Staubblätter nur halb 
so hoch wie der Griffel. Sonst wie vorige. Blütezeit 
Juli. Schweiz. R. firmulus Gremli, Starke Brombeere. 

b. Stacheln nadelfein. 

a. Schössling zerstreut-behaart. Nebenblätter lineal-lanzett- 
lich. Blätter unterseits sparsam behaart. Endblättchen 
herz - eiförmig. Blütenzweige stärker behaart als die 
Schösslinge. Blütenstand verlängert, mit doldentraubigen 
Astchen. Blütenstielchen dicht behaart, reich drüsig. 
Kelchzipfel aufrecht, grün. Kronblätter weiss. Nord- 
deutschland. R. Jensenii Lange, Jensens Brombeere. 

b. Schössling dicht behaart. Nebenblätter lanzettlich. 
Blätter unterseits weichhaarig, mit am Mittelnerv ab- 
stehenden Haaren. Endblättchen elliptisch, vorne etwas 
breiter, am Grunde ausgerandet. Blütenzweig fast an- 
gedrückt-behaart. Blütenstand oberwärts ziemlich schmal 
und kurz. Blütenstiele angedrückt- filzig, reichdrüsig. 
Kelchzipfel aufrecht. Blumenkrone weiss. R. Beckhansi 
Utsch, Beckhaus' Brombeere. 

B. Früchte bereift. Schössling hingestreckt, stielrund, mit dünnen, fast 
borstigen Stacheln; Blätter dreizählig, selten fünfzählig-fussförmig oder 
fünfzählig-gefiedert; unterste Blättchen sitzend. Blütenstand locker, kurz, 
oft eine fast einfache Trugdolde; wie auch der Schössling, je nach dem 
Standorte, bezüglich seiner Behaarung und Bestachelung sehr veränderlich. 
Kelch grünfilzig, meist drüsig, der bereiften Frucht angedrückt. Kron- 
blätter rundlich- Staubblätter länger als die grünen Griffel. Frucht- 
knoten kahl. Blütezeit Mai bis September. Auf Ackern, an Wege- 
rändern, Hecken, Waldrändern durch das ganze Gebiet. R. caesius L., 
Kratzbeere.*) 



*) Tafel 400. Rubus caesius L. Stark bestacheltes Exemplar. A Stück 
des Schösslings mit Blatt. B Blütenzweig. 1 Sammelfrucht. 2 Stein einer 
Beere, vergrössert. 



— 214 — 

3. Unterfamilie: Spiraeeae, Spierstaudengewächse. 

Hierher drei oft zu einer Gattung, Spiraea L., zusainmengefasste 
Gattungen: 

I. Früchtchen zwei- bis viersamig, bei der Reife kapselartig, einwärts auf- 
springend. 

A. Blüten zwitterig. 

1. Blätter ohne Nebenblätter. Gattung 515: Spiraea L. (zum Teil), 
Spierstaude. 

2. Blätter mit grossen Nebenblättern. Gattung 516: Ulmaria Tourne- 
fort, Mädesüss. 

B. Blüten zweihäusig; ohne Nebenblätter. Gattung 517: Aruncus L., 
Geisbart. 

IL Früchtchen einsamig, nussartig, von dem fiederig- behaarten Griffel ge- 
schwänzt, nicht aufspringend. Hierher die zur 4. Unterfamilie gezählte, 
eine Mittelstellung einnehmende Gattung 518: Dryas L., Dryade, Silberwürz. 



Gattung 515: Spiraea L. (zum Teil), Spierstaude. (XII, 2.) 

Blätter nebenblattlos. Blüten zwitterig. Früchtchen zwei- bis vier- 
samig, kapselartig aufspringend. 
A. Aufrechte Sträucher mit rutenförmigen Zweigen, 
a. Blätter der Blütenzweige nicht ganzrandig. 

a. Blüten kurz-gestielt in länglich-eiförmigen Rispen. 

1. Blätter länglich -lanzettlich, ungleich-, oft fast doppelt- gesägt, 
kahl, gewimpert. Blütenrispen endständig, reichblütig. Blumen- 
krone rosenrot. — Blütezeit Juli, August. Höhe 1 bis 2 Meter. 
Häufig in Gärten angepflanzt und verwildert. S. salicifolia L., 
Weidenblätterige Spierstaude.*) 

2. Blätter umgekehrt - eiförmig - elliptisch , mit kurz -keilförmigem 
Grunde. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. 1 bis 
2 Meter hoher Strauch. In sumpfigen Gehölzen, so bei Ham- 
burg, verwildert; selten. Wird auch als Abart der vorigen an- 
gesehen. S. carpiuifolia Willdenow, Hainbuchenblätterige 
Spierstaude. 

ß. Blüten länger gestielt in gedrungenen, gewölbten Doldentrauben. — 
Blätter eiförmig, spitz, ungleich -gekerbt -gesägt, in ihrer Jugend 



*) Tafel 401. Spiraea salicifolia L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 
2 Blüte im Längsschnitte, nach Entfernung der Stempel und Kronblätter; 3 die 
Stempel; 4 einzelner Stempel. 1 bis 4 vergrössert. 



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— 215 — 

gewirnpert. Blmnenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 125 
bis 150 cm. Südliche, in Parkanlagen häufig gezogene Pflanze, 
welche im südöstlichen Teile des Gebietes leicht verwildert. 
S. ulmifolia Scopoli, Ulmenblätterige Spierstande. 

b. Blätter der Blütenzweige sowie untere Blätter der jungen Triebe 
ganzrandig, die übrigen oberwärts eingeschnitten -scharf- gesägt, alle 
umgekehrt - eiförmig - länglich. — Blüten in flachen Doldentrauben, 
weiss. Blütezeit Mai. Höhe bis 1 Meter. Im südöstlichen Teile des 
Gebietes mitunter verwildert, sonst angepflanzt. S. cliainaedryfolia L., 
Gamanderblätterige Spierstaude. 
B. Niederliegender Strauch mit handhohen, aufsteigenden Zweigen. Blätter 
umgekehrt-eiförmig, oberwärts einfach- oder doppelt- scharf-gesägt, kahl 
oder auf beiden Seiten grau- seidenhaarig. Blüten weiss, in zusammen- 
gesetzter, flacher Doldentraube. Blütezeit Mai, Juni. In den Südtyroler 
und Krainer Alpen. S. decumbens Koch, Niederliegende Spierstaude. 

Gegen 30, meist aus Asien oder Nordamerika stammende Arten 
von Spierstauden finden sich in Gärten und Parkanlagen angepflanzt, 
ohne indes zu verwildern. 

Gattung 516: Uimaria Tournefort, Mädesüss. 
Blätter unterbrochen-unpaar-fiederschnittig, mit grossen, dem Blattstiele 
angewachsenen Nebenblättern; sonst wie vorige. 

1. Seitenständige Blattabschnitte eiförmig, ungeteilt; der endständige, 
grössere Blattabschnitt handförmig, drei- bis fünfspaltig; alle ungleich- 
doppelt-gekerbt- gesägt, beiderseits grün oder unterseits graufilzig. Blüten 
in einer endständigen, rispenartig-zusammengesetzten Trugdolde, weiss. 
Balgkapseln kahl, schraubenförmig - gewunden. Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe 1 bis 2 Meter. 2J.. An Ufern, auf feuchten Wiesen; häufig. 
(Spiraea uimaria L.) U. pentapetala Gilibert, Echtes Mädesüss.*) 

2. Blattabschnitte länglich, fiederspaltig - eingeschnitten, kahl, am Rande 
gewimpert. — Wurzelfasern an ihrer Spitze in längliche Knollen ver- 
dickt. Blüten in einer endständigen , rispenartig - zusammengesetzten 
Trugdolde, weiss. Balgkapseln aufrecht, kurzbehaart, nicht gewunden. 
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 60 cm. %■. Auf sumpfigem, 
moorigem Boden; durch das ganze Gebiet zerstreut, aber in einzelnen 
Strichen fehlend. (Spiraea Filipendula L.) U. Filipendula A. Braun, 
Knollentragendes Mädesüss. 

*) Tafel 402. Uimaria pentapetala Gilibert. A. Blütenzweig. 1 Blüten- 
knospen; 2 Blüte; 3 desgl. im Längsschnitte; 4 Staubblätter; 5 Stempel; 
6 einzelner Stempel; 7 Stempel im Kelche; 8 Sammelfrucht; 9 einzelne Balg- 
kapsel; 10 Same. 1 bis 8 vergrössert, 9 und 10 natürl. Grösse und vergrössert. 



— 216 — 

Gattung 517: Aruncus L., Geisbart, Bocksbart. 

Blätter drei- bis mehrfach -fiederschnittig, kahl oder zerstreut -behaart, 
nebenblattlos. Blattabschnitte ei -herzförmig bis ei-länglich, lang-zugespitzt, 
doppelt- oder eingeschnitten -gesägt. Blüten männlich, oder weiblich und 
zwitterig, in schmalen, linealischen, rispigen Ähren, klein, gelblich -weiss. 
Blütezeit Juni, Juli. Balgkapseln kahl, überhängend. Höhe 125 bis 200 cm. 
In feuchten, schattigen Wäldern, an Bächen, auf Felsen, in steinigen 
Schluchten; im mittleren nnd südlicheren Teile des Gebietes häufig und 
mancherorts gemein. (Spiraea Aruncus L.: Astilbe Aruncus Treviranus.) 
A. Silvester Kosteletzky, Wald-Geisbart. 

Gattung 518: Dryas L., Dryade, Silberwurz. 

Niedergestreckte Rasen bildender Halbstrauch, mit etwa 10 bis 15 cm 
langen Asten. Blätter immergrün, lederig, langgestielt, herzförmig-länglich, 
stumpf, grob- gekerbt -gesägt, oberseits dunkelgrün, unterseits weissfilzig. 
Kelch meist achtspaltig. Blumenkrone meist achtblätterig, sehr gross, bis 
3 cm im Durchmesser, weiss. Früchte zahlreich, einsamig, nussartig, von 
dem lang aus wachsenden, fiederig behaarten Griffel geschwänzt. Blütezeit 
Juli bis September. Auf Felsen und Triften, namentlich der Kalkalpen, 
nicht selten, mancherorts gemein; zuweilen auch in die subalpinen Regionen 
hinabsteigend. D. octopetala L., Achtblätterige Dryade, Gemeine Silberwurz. 

4. Tnterfaniilie : Poteutilleae, Fingerkrautgewächse. 

A. Frucht durch den lang-auswachsenden Griffel geschwänzt. Gattung 519: 
Geuin L., Nelkenwurz. 

B. Frucht nicht geschwänzt: Griffel welkend oder abfallend. 

A. Blüten mit 4 bis 10, meist mit 5 Staubblättern. Gattung 520: 
Sibbaldia L., Sibbaldia. 

B. Blüte mit zahlreichen, selten nur mit 15 Staubblättern. 

1. Blumenkrone abfallend. 
a. Blütenachse zur Fruchtzeit trocken, sich nicht von dem Frucht- 
boden ablösend. Gattung 521: Potentilla L., Fingerkraut. 

ß. Blütenachse zur Fruchtzeit sehr vergrössert, eine beerenartige 
sich ablösende Scheinfrucht. Gattung 522: Fragaria L., Er<] 
beere. 

2. Blumenkrone nicht abfallend, dunkelpurpurrot. Blütenachse zi 
Fruchtzeit vergrössert, schwammig, sich nicht ablösend. Gattung 52< 
Comarum L., Blutauge. 



4. csZ&K-üdi&es. 




— 217 — 

Gattung 519: Geum L., Nelkenwurz. 

Untere Blätter unterbrochen leierförmig-fiederschnittig ; dreizählig. Blüten 
meist rispig-doldentraubig. Kelch doppelt in 2 fünfspaltigen, abwechselnden 
Kreisen, deren äusserer kleinere Blätter als der innere besitzt, bleibend. 
Krone fünf blätterig, nebst den Staubblättern umständig. Staubblätter und 
Stempel zahlreich (XII, 2). Schliessfrüchtchen auf einem walzen- oder kegel- 
förmig -verlängerten Fruchtboden aufsitzend und durch den gipfelständigen 
Griffel begrannt. 

A. Stengel mehrblütig. Griffel in seiner Mitte hakenförmig -gegliedert und 
sich bei der Reife an dieser Stelle teilend. 1. Stamm: Caryophyllata. 

I. Kelch stets aufrecht oder wagerecht. Kronblätter mehr oder weniger 
lang genagelt. Blüten meist nickend. 

a. Kelch aufrecht oder aufrecht abstehend; Blüten nickend. 

a. Der die Früchtchen tragende Fruchtboden hat seinen besonderen, 
langen Stiel. Kelch aufrecht, purpurbraun. Kronblätter lang- 
genagelt, breit, umgekehrt-eiförmig, hellgelblich, aussen mit rotem 
Anfluge, oft fast feuerfarben mit dunkleren Adern. Unteres Glied 
des Griffels an seinem Grunde drüsig -behaart, oberwärts kahl; 
oberes bis fast zu seiner Spitze zottig-behaart. — Blütezeit Juni 
bis Herbst. Höhe 25 bis 50 cm. 2J.. In Wäldern, Schluchten, 
an Bächen und feuchten, schattigen Stellen. G. rivale L., Bach- 
Nelkenwurz.*) 

ß. Fruchtköpfchen ungestielt. Kelch aufrecht abstehend, grünlich- 
braun. Kronblätter kurz- gen agelt, rundlich, gelb. Griffel zottig; 
unteres Glied fast doppelt so lang als das obere. — Blütezeit 
Juni, Juli. 2J.. Im Riesengebirge; sehr selten. (G. pyrenaicum 
Wimmer; G. sudeticum Tausch; wahrscheinlich G. rivale X mon- 
tanum.) Gr. inclinatum Schleicher, Nickende Nelkenwurz. 

b. Kelch zur Fruchtzeit wagerecht-abstehend. Blüten nickend oder 
aufrecht. Kronblätter rundlich, kurz-genagelt, gelb, mitunter rot 
angelaufen. Fruchtköpfchen sitzend oder sehr kurz gestielt. Unteres 
Griffelglied etwa dreimal so lang als das obere, letzteres bis über 
seine Mitte abstehend-behaart. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 
60 cm. %. Zwischen seinen Eltern; selten. (G. intermedium Ehr- 
hart.) G. rivale x urbanum E. Meyer, Bastard -Nelkenwurz. 

*) Tafel 403. Geum rivale L. A blühende Pflanze. 1 Blütenlängs- 
schnitt; 2 Staubblätter; 3 Stempel; 4 Knie des Griffels; 5 Fruchtköpfchen 
halbiert; 6 einzelnes Schliessfrüchtchen. 1 bis 6 vergrössert. 

Thom«, Flora. III. 28 



— 218 — 

IL Fruchtkelcli zurückgeschlagen. Kronblätter nicht genagelt. Blüten 
aufrecht. 

a. Kronblätter umgekehrt -eiförmig, goldgelb. Früchtchen zottig -be- 
haart. Unteres Griffelglied kahl, fast viermal so lang als das obere, 
letzteres weichhaarig. — Blütezeit Juni bis Herbst. Höhe 25 bis 
50 cm. 21. G. urbanuiu L., Gemeine Nelkenwurz, Benediktenkraut. 

b. Kronblätter breit -umgekehrt -eiförmig, hellgelb. Früchtchen lang- 
borstig-behaart. Unteres Griffelglied an seinem Grunde borstig, 
länger als das fein -borstenhaarige obere. — Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe 40 bis 60 cm. 2J.. Auf Grasplätzen in Ostpreussen; selten. 
(G. canadense Murray.) G. strictuin Aiton, Steife Nelkenwurz. 

B. Stengel meist ein-, selten zweiblütig. Griffel ungegliedert. 2. Stamm: 
Sieversia (als besondere Gattung Willdenow). 

a. Ohne Ausläufer. Der endständige Abschnitt der Blätter ist sehr gross, 
fast herzförmig und stumpf lappig; alle Abschnitte sind ungleich- 
gekerbt. Blumenkrone gross, dottergelb, flach ausgebreitet. Blütezeit 
Juni bis August. Höhe 15 bis 30 cm. %. Auf den Alpen und im Riesen- 
gebirge. (Sieversia montana Willdenow.) G. montanuin L., Berg*- 
Nelkenwnrz. 

b. Mit Ausläufern. Endständiger Blattabschnitt drei- bis fünfspaltig, die 
übrigen meist dreispaltig, eingeschnitten-gekerbt- bis scharf-gesägt oder 
eingeschnitten spitz-gezähnt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe etwa 10 bis 15 cm. 2J.. Auf Geröll der Hochalpen. G. reptans L., 
Kriechende Nelkenwurz. 

Gattung 520: Sibbaldia L.. Sibbaldia. (V, 5, selten X, 10.) 

Die aus dem kriechenden, mehrköpfigen Wurzelstocke aufsteigenden, 
etwa 5 cm hohen Stengel bilden einen kleinen Rasen. Blätter gestielt, drei- 
zählig, mit fast sitzenden, umgekehrt-eiförmig-keiligen, an ihrer Spitze drei- 
z ähnigen Blättchen. Blüten klein, grünlich -gelb, in wenigblumigen, end- 
ständigen Doldentrauben. Blütezeit Juni bis August. %. Auf den Hoch- 
alpen und Vogesen. S. procunibens L., Niederliegende Sibbaldie. 

Gattung 521: Potentilla L., Fingerkraut, Gänserich. 

Ausdauernde, selten einjährige Kräuter oder Sträucher; letztere sind ir 
Gebiete nicht einheimisch, doch wird P. fruticosa L., Strauch-Fingerkraut 
mit goldgelben Blüten mitunter in Gärten gezogen. Stengel meist gabel- 
ästig, mitunter fast kaum bemerkbar. Blüten einzeln oder trugdoldig. Kelch 
doppelt, d. h. an seinem Saume mit 2 Reihen von Zipfeln, deren jede vier- 
bis fünfgliederig ist. Blumenkrone vier- bis fünfblätterig. Staubblätter und 



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— 219 — 

Stempel zahlreich (XII, 3). Griffel abfallend. Schliessfrüchtchen nussartig, 
einsamig, zahlreich dem trockenen, fast unveränderten Fruchtboden auf- 
sitzend. 

Schwierige, noch nicht hinreichend bekannte Gattung, von der neuer- 
dings im Gebiete fast l 1 ^ hundert Arten, die indes zum- grossen Teil blosse 
Abänderungen oder Bastarde sein dürften, unterschieden wurden. 
A. Blumenkrone gelb. 

I. Pflanze ein- bis zweijährig, nach der Fruchtreife absterbend, mit ein- 
facher Wurzel, welche einen Stengel, aber nicht auch Blätterbüschel 
treibt. Kronblätter kürzer als der Kelch. 

A. Untere und mittlere Blätter zwei- bis fünfpaarig - fiederschnittig, 
oberste dreischnittig, mit länglichen, eingeschnitten -gesägten Ab- 
schnitten, wie der Stengel zerstreut-behaart. Stengel liegend oder 
aufsteigend; an seiner Spitze, oder schon von seinem Grunde an 
eine zerstreut-blutige Trugdolde darstellend. Blütenstiele nach dem 
Verblühen zurückgeschlagen. Früchtchen kahl. Blütezeit Juni bis 
Oktober. Länge 15 bis 30 cm. An Ufern, überschwemmten 
Stellen, Dorf wegen; zerstreut. P. supina L., Liegender Gänserich. 

J9. Blätter dreischnittig, die untersten mitunter zwei- bis dreipaarig- 
fiederschnittig, mit länglich-umgekehrt- eiförmigen oder keilförmig- 
länglichen, grob -eingeschnitten- gesägten Abschnitten, rauhhaarig 
wie die ganze Pflanze, vielblütig; untere Blüten gabelständig, 
obere zuletzt fast traubig. Blütenstiele immer aufrecht. Frücht- 
chen kahl. Blütezeit Juni, Juli. Länge 15 bis 50 cm. An san- 
digen, feuchten Orten und Teichrändern zerstreut. P. norvegica L., 
Norwegischer Gänserich. 
II. Ausdauernd. Wurzelstock holzig, vielköpfig, blühende Stengel und 

zugleich Blätterbüschel treibend. Kronblätter meist länger, seltener 

nur so lang wie der Kelch. 

A. Blätter fiederspaltig, nicht gefingert. 

a. Blätter vielpaarig -unterbrochen -fiederspaltig, unterseits weiss- 
seidenhaarig, oberseits grün; Blattabschnitte länglich, scharf- 
gesägt. — Stengel niedergestreckt, rankenartig -kriechend, an 
den Knoten wurzelnd. Blüten einzeln. Früchtchen kahl. Blüte- 
zeit Mai bis Juli; oft im Herbste zum zweitenmale blühend. 
Länge 15 bis 50 cm. Auf Triften, an Wegen und Gräben; 
gemein. P. Anserina L., Gemeiner Gänserich.*) 



*) Tafel 404. Potentilla Anserina L. A blühende Pflanze. 1 Blüte 
von unten, um den doppelten Kelch zu zeigen; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Staub- 
blätter; 4 Stempel; 5 Fruchtköpfeben; 6 einzelnes Früchtchen. 2 bis 6 vergrössert. 



— 220 — 

Abänderungen sind: 

var. sericea Koch, Seidenhaariger Gänserich (var. con- 
color Seringe; var. argentea Neilreich); Blätter beiderseits silber- 
haarig. 

var. viridis Koch, Grüner Gänserich; Blätter beiderseits 
grün und spärlich behaart, oberseits mitunter fast kahl. 

var. geniiniflora Koch, Zwillingsblntiger Gänserich; 

Blüten gepaart, 
b. Blätter wenig-paarig-fiederspaltig, unterseits filzig; Blattabschnitte 
tieffiederspaltig in lineale Zipfel geteilt. Stengel aufsteigend, 
etwa 5 bis 8 cm lang. Blütezeit Juli. Höchste Alpenthäler 
in Wallis, P. mnltifida L., Vielteiliger Gänserich. 
B. Blätter drei-, fünf- bis neunzählig-gefingert. 

a. Stengel niederliegend und (ausläuferartig) wurzelnd, oder auf- 
steigend und nicht wurzelnd; in letzterem Falle sind die oberen 
Blätter dreizählig oder wenigstens teilweise vierzählig. 
a. Stengel niederliegend und, wenigstens zur Herbstzeit, öfter 
wurzelnd. Stengelblätter gestielt. Nebenblätter meist klein, 
ungeteilt oder zwei- bis dreispaltig. 

1. Stengel einfach, selten mit einzelnen Asten, niederliegend, 
an den Knoten wurzelnd, 30 bis 60 cm lang. Kelch und 
Blumenkrone fünfzählig. Früchtchen oft körnig-rauh. — 
Blätter fünfzählig, mit einzelnen eingemischten dreizähligen. 
Blattabschnitte länglich- umgekehrt -eiförmig, kahl oder 
unterseits angedrückt -behaart. Blüten einzeln. Blütezeit 
Mai bis August. An feuchten Triften, Gräben, an Wegen; 
gemein. P. reptans L., Kriechendes Fingerkrant. *) 

2. Stengel oberwärts verästelt; wenigstens zur Fruchtzeit 
niedergestreckt und an den Knoten wurzelnd. Kelch und 
Blumenkrone meist vierzählig. Früchtchen fein -runzelig. 
a. Abschnitte der unteren Blätter umgekehrt - eiförmig, 

rasch keilförmig zulaufend, der oberen keilförmig, alle 
an ihrer vorderen Hälfte mit abstehenden, eilanzett- 
lichen, spitzen Sägezähnen. — Stengel rankenförmig- 
niedergestreckt. Blätter gestielt, dreizählig oder die 
untersten fünfzählig. Nebenblätter ungeteilt oder zwei- 






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") Tafel 405. Potentilla reptans L. A blühende Pflanze. 1 Blüte im 
Längsschnitte: 2 Staubblätter; 3 Stempel; 4 Sammelfracht: 5 und 6 Früchtchen 
von verschiedenen Seiten. 1 bis 3, 5 und 6 vergrössert. 






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— 221 — 

bis dreizälmig. Blütezeit Juni, August. Länge 15 bis 
50 cm. In schattigen Wäldern des nördlichen und 
mittleren Teiles des Gebietes zerstreut; im südlichen 
sehr selten. (Tormentilla reptans L.; P. nemoralis 
Nestl.) P. procuinbens Sibthorp, Niedergestrecktes 
Fingerkraut. 

b. Blattabschnitte elliptisch mit keilförmigem, ganz- 
randigem Grande. 

aa. Dem Kriechenden Fingerkraut ähnliche Pflanze 
von rasigem Wuchs, mit niedergestreckten, ober- 
wärts ästigen Stengdln. Blätter gestielt, fünf- 
zählig, mit eingemischten vierzähligen. Blatt- 
abschnitte von ihrer Spitze bis über die Mitte 
hinaus gesägt, mit eiförmigen, stumpflichen Säge- 
zähnen, unterseits angedrückt-behaart. Blütezeit 
Juli, August. Stengel bis 30 cm lang. An 
Triften, Rainen, Teichrändern im mittleren und 
nördlichen Teile des Gebietes. (P. procumbens 
X reptans (?).) P. inixta Nolte, Mischform- 
Fingerkraut. 

bb. Stengel anfangs einfach oder wenigästig, auf- 
steigend, später niedergestreckt und vielästig. 
Blätter drei- bis fünfzählig. Blattabschnitte 
nach vorne eingeschnitten-gezähnt. Blüten vier- 
bis fünfzählig. Blütezeit Mai. In lichten Wal- 
dungen der Schweiz; selten. (P. reptans X 
P. Tormentilla ('?).) P. adscendens Gremli, 
Aufsteigendes Fingerkraut. 

ß. Stengel aufsteigend, nicht wurzelnd. Stengelblätter sitzend 
oder ganz kurzgestielt, dreizählig, untere mitunter fünfzählig. 
Nebenblätter gross, den Blattabschnitten ähnlich, tief drei- 
bis vielspaltig. — Wurzelstock dick, knollenförmig oder fast 
wagerecht, rotbraun. Blütezeit Juni bis Herbst. In Wäldern, 
auf Triften und Bergwiesen; gemein. Der Wurzelstock, 
Tromentillwurzel, ist offizineil. (Tormentilla erecta L.; P. sil- 
vestris Necker.) P. Tormentilla Schrank, Blutwurz.*) 



*) Tafel 406. Potentilla Tormentilla Schrank. A blühende Pflanze. 
1 Blütenknospe; 2 Blüte; 3 desgl. im Längsschnitte; 4 Staubblatt: 5 Stempel- 
bündel; 6 einzelner Stempel; 7 Sammelfrucht; 8 Einzelfrüchtchen; 9 und 10 das- 
selbe in verschiedener Weise durchschnitten. 1 bis 10 vergrössert. 



999 

— -j._j._i — 

b. Stehgel aufsteigend oder aufrecht, die seitlichen bisweilen auch 
am Grunde wurzelnd. Blätter fünf- bis neunzählig (dreizählig 
nur nivea L. und subacaulis L.). 

a. Blätter unterseits von kurzen Sternhaaren oder längeren, 
dicht ineinander verwebten Haaren grau- oder weissfilzig. 

1. Blätter dreizählig, unterseits schneewetss- matt -filzig. — 
Stengel aufrecht oder aufsteigend, armblütig. Blattabschnitte 
länglich- eingeschnitten -gesägt, oberseits kahl oder rauh- 
haarig. Blütezeit Juni. Höhe 5 bis 12 cm. Auf Triften 
der höchsten Alpen. P. nivea L., Schnee-Fingerkraut. 

2. Blätter fünf- bis neunzählig. 

<(. Blätter fast gleichfarbig, beiderseits, wie auch der 
Stengel, dicht-graufilzig und oft mit aufrechten, etwas 
abstehenden Haaren besetzt. Nebenblätter der grund- 
ständigen Blätter schmal - lineal. — Blütezeit April, 
Mai. Höhe 5 bis 15 cm. Sandige, trockene Orte und 
Hügel, namentlich der Ebenen; sehr zerstreut. (P. in- 
cana, Flora der Wetterau; P. arenaria Borkhausen.) 
P. cinerea Chaix, Granes Fingerkraut. 

Bei der Abart subacaulis L., Faststengelloses Finger- 
kraut sind alle oder fast alle Blätter dreizählig, selten 
vierzählig. 
b. Blattseiten verschiedenfarbig; Blattoberseite grün. Neben- 
blätter lanzettlich. 

aa. Blätter und Blattstiele weissfilzig, ohne längere 
abstehende Haare. Blattabschnitte unterseits weiss, 
seltener graufilzig, keilig -umgekehrt -eiförmig, am 
Rande umgerollt, vorne eingeschnitten-wenigzähnig 
bis fast fiederspaltig. — Stengel aufstrebend, filzig, 
an der Spitze ebensträussig. Blütenstiele gerade- 
aufrecht oder abstehend. Früchtchen unberandet. 
Blütezeit Juni bis Herbst. Höhe 30 cm. An unbe- 
bauten Orten häufig. P. argentea L., Silberweisses 
Fingerkraut. 

Eine Abart mit mehr liegendem Stengel unc 
kleineren, lockerer stehenden Blüten ist P. de- 
missa Jordan, Hängendes Fingerkraut. 
hb. Stengel und Blattstiele locker graufilzig und ausser- 
dem mit längeren Haaren. Blattabschnitte unter- 
seits graufilzig; deren Rand nicht umgerollt. 



— 223 — 

aa. Die Grundblätter bilden eine regelmässige 
Rosette, aus deren Mitte ein oder mehrere 
15 bis 30 cm lange, dünne, niederliegende 
oder aufstrebende, zottig - filzige Blütenstengel 
entspringen, die sich, wenn zu mehreren, fast 
kreisförmig ausbreiten. Blütenstand eine lockere, 
rispige Trugdolde mit dünnen, zur Fruchtzeit 
zurückgekrümmten Fruchtstielen. — Blätter 
unterseits dünn - graufilzig. Blütezeit Mai bis 
Juli. An sandigen Orten, auf Hügeln und 
Dämmen; zerstreut, doch vielleicht oft über- 
sehen; im südlichen Teile des Gebietes selten. 
(P. Güntheri Pohl; P. Wiemanniana Günther; 
P. argentea X verna?) P. collilia Wibel, 
Hügel - Fingerkraut, 

bb. Eine grundständige Blattrosette ist zur Blüte- 
zeit nicht vorhanden. Die Blütenstengel sind 
30 bis 70 cm hoch und end-, nicht seiten- 
ständig; sie sind aufrecht oder nur am Grunde 
bogig, an ihrer Spitze trugdoldig. Die Frucht- 
stiele sind steif und nicht zuruckgekrümmt. 

aa. Blattabschnitte fast gleichbreit, länglich- 
lanzettlich, nach beiden Seiten hin spitz, 
fast der ganzen Länge nach regelmässig- 
kammförmig-gezähnt, unterseits dünn-grau- 
filzig. Stengel fast ganz aufrecht, weich- 
zottig und zugleich filzig. Blütezeit Mai, 
Juli. Auf sonnigen Hügeln; sehr zerstreut. 
(P. inclinata Koch.) P. canescens Besser, 
Graues Fingerkraut. 

ßß. Blättchen umgekehrt-eiförmig-länglich , mit 
keilförmigem, ganzrandigem Grunde, meist 
nicht soweit hinabgezähnt als an voriger; 
jederseits etwa mit 4 bis 5 Zähnen. Stengel 
am Grunde bogig. Blütezeit Juni. Süd- 
liche Alpenthäler. (P. argentea X recta?) 
P. inclinata Villars, Gebogenes Finger- 
kraut. 

ß. Blätter unterseits grün. 

1. Blütentragende Stengel mittelständig. 



— 224 — 

a. Den ganzen Stengel hinauf finden sich, zwischen länge- 
ren, auf einem Knötchen sitzenden Haaren, kurze Drüsen- 
haare. Erstere machen den Stengel, wie auch die 
Blätter, rauhhaarig. Blätter fünf- bis siebenzählig. 
Blattabschnitte länglich, nach dem Grunde keilig- ver- 
schmälert, grob -eingeschnitten -gesägt. Frucht erhaben 
runzelig, von einem flügelförmigen, bleichen Kiele um- 
geben. Blumenkrone blassgelb. Blütezeit Juni, Juli. 
Höhe 30 bis 70 cm. An waldigen, steinigen Orten und 
auf sonnigen Hügeln zerstreut; auch in Gärten gezogen 
und daraus bisweilen verwildert. P. recta L., Auf- 
rechtes Fingerkraut. 

b. Drüsenhaare fehlen (sind welche vorhanden, so nur durch 
das Mikroskop erkennbar.) 

aa. Stengel rauhhaarig: längere, auf einem Knötchen 
sitzende Haare sind mit kurzen Haaren gemischt. 
Früchtchen von einem flügelförmigen, bleichen Kiele 
umgeben. — Stengel aufrecht oder aus liegendem 
Grunde aufstrebend. Blätter meist fünfzählig, mit 
keilförmigen Abschnitten; von letzteren haben die 
mittleren meist nur an ihrer Spitze 2 bis 3 Zähne; 
seltener (var. pedata Lehmann) besitzen sie jeder- 
seits 6 bis 8 Zähne. Blumenkrone sattgelb. Blüte- 
zeit Juli, August. Höhe 14 bis 20 cm. An grasigen 
Orten im österreichischen Küstengebiete. P. hirta L., 
Rauhhaariges Fingerkraut. 
bb. Stengel von langen, auf einem Knötchen sitzenden 
Zottelhaaren rauhhaarig und von kürzeren etwas 
filzig. Früchtchen von einem sehr schmalen, ge- 
schärften Kiele umgeben. — Stengel aufrecht. 
Blätter fünfzählig, mit beiderseits langbehaarten 
Abschnitten; letztere sind an den unteren Blättern 
umgekehrt-eiförmig-länglich, an den oberen länglich- 
lanzettlich. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 60 cm. 
2J-. An sonnigen Abhängen sehr zerstreut. P. pilosa 
Willdenow, Langhaariges Fingerkraut. 
!. Blütentragende Stengel seitlich, ziemlich armblätterig. 
a. Blätter, wenigstens die unteren, fünf- bis neunzählig. 
aa. Wurzelstock absteigend, wenigästig. Die Stengel 
meist zahlreich, fast aus einem Punkte entspringend, 



— 225 — 

mehr- bis vielblütig, aufsteigend oder kreisförmig -aus- 
gebreitet-niedergestreckt, nicht wurzelnd. Blättchen nicht 
selten sieben- bis neunzählig, meist fast bis znm Grunde 
gezähnt. 

aa. Blütenstengel meist kurz, nur 8 bis 15 cm hoch, meist 
rot angelaufen, schwach, zur Fruchtzeit übergebogen, 
nur an seinem Grunde 1 bis 2 fünfzählige Blätter, 
oberwärts mit weit kleineren, dreiteiligen oder ein- 
fachen, keilförmigen, nur vorn wenigzähnigen Blät- 
tern. Ganze Pflanze von langen, feinen, weichen, 
abstehenden Haaren fast zottig. Fruchtstiele herabge- 
krümmt. Früchtchen ohne deutlichen Kielnerv. Blüte- 
zeit Mai, Juni. Auf sonnigen Hügeln, an Waldrän- 
dern, Rainen. Zerstreut. (P. patula Wimmer und 
Grabowski.) P. opaca L., Glanzloses Fingerkraut. 

bb. Blütenstengel 15 bis 30 cm hoch, zur Fruchtzeit auf- 
recht; auch oberwärts mit grösseren fünf- bis drei- 
zähligen Blättchen, von abstehenden Haaren rauh. 
Blütezeit Mai, Juni. An waldigen, steinigen Orten, 
sehr zerstreut. (P. thuringiaca Bernhardi.) P. hepta- 
phylla Auetor um, Siebenblätteriges Fingerkraut. 
Besondere Formen sind: 

aa. var. Nestleriana Celakowski (P. intermedia 
Nestler), Nestlers Fingerkraut. Hellgrün, mit 
wenigen Drüsenhaaren. Blattabschnitte umge- 
kehrt-eilänglich, stumpf, grobgesägt, mit kurzem 
Endzahne. Kronblätter etwas breiter als lang, 
am Grunde stark-keilförmig, nur wenig länger als 
der Kelch. 

ßß. var. Buquoiana Knaf (P. Mathoneti Jordan), 
Buquoi's Fingerkraut. Dunkelgrün, reichdrüsig. 
Blattabschnitte länglich bis länglich -lanzettlich, 
meist spitz, mit längerem Endzahn. Kronblätter 
länger als breit, am Grunde allmählich keilförmig, 
um ein Drittel länger als der Kelch. Erzgebirge. 

bb. Wurzelstock wagerecht oder schief, ästig. Stengel nieder- 
liegend oder aufsteigend, wenigblütig, die seitlichen oft 
wurzelnd. Blättchen in der Regel fünf-, selten sieben- 
zählig. meist nur vorn gezähnt. 

Thorn«, Flora, in. 29 



— 226 — 

aa. Blattabschnitte am Rande und auf den Adern mit silber- 
glänzenden Seidenhaaren, sonst kahl, länglich. — Stengel 
aus gebogenem Grunde aufrecht, wie auch die Blattstiele be- 
haart. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 30 cm. Auf 
Triften der Alpen, Voralpen und höheren Gebirge. P. aurea L., 
Goldgelbes Fingerkraut. 

bb. Rand der Blattabschnitte nicht silberglänzend - seiden- 
haarig. 

aa. Nebenblättchen der grundständigen Blätter ei-lanzettlich. 
Stengel aus aufstrebendem Grunde aufrecht, weichhaarig. 
Blattabschnitte umgekehrt -eiförmig, sich oft mit ihren 
Rändern deckend; am Rande und auf den Adern unter- 
seits abstehend -behaart, stumpf- gezähnt. Blüten satt- 
gelb. Höhe 5 bis 15 cm. Blütezeit Juli. Auf steinigen 
Plätzen der Alpen, Voralpen, des Jura, der Vogesen. 
(P. alpestris Haller, P. maculata Pourret.) P. salis- 
burgensis Hänke, Salzburger Fingerkraut, 

Bei der Abart sabauda De C and olle (P. affinis Host), 
Savoyer Fingerkraut, ist der Stengel höher, steifer und 
rot, sind die Blattabschnitte rundlich-umgekehrt-eiförmig 
mit breiten Zähnen. Vogesen, Zermatt. 

ßß. Nebenblättchen der grundständigen Blätter lineal. 

Ct. Blattabschnitte besonders an den Sommerblättern 
unterseits mit zerstreuten (keinen zusammenhängenden 
Filz bildenden) Sternhaaren. Blütezeit April. Auf 
Hügeln und Grasplätzen; Wallis. P. Gaudini Gremli, 
Gaudins Fingerkraut. 

b. Blattabschnitte ohne Sternhaare. 

aa. Haare der Blattstiele angedrückt oder doch vor- 
wärts gerichtet, selten fast wagerecht -abstehend, 
aber dann etwas steiflich. — Stengel aufstrebend, 
rauh behaart. Untere Blätter fünf- bis sieben- 
zähnig; Blattabschnitte länglich- umgekehrt-eiförmig 
oder umgekehrt-eiförmig-keilig, weniger oft gleich- 
breit-länglich, kahl oder am Rande unterseits, oder 
beiderseits behaart, Fruchtstiele aufrecht, an der 
Spitze gekrümmt. Höhe 8 bis 15 cm. Blütezeit 
März bis Alai. In Wäldern, auf sonnigen Ab- 



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— 227 — 

hängen, Grasplätzen, Mauern. Meist häufig. 
P. verna L., Frühlings -Fingerkraut.*) 

bb. Haare der Blattstiele fast wagerecht - abstehend. 
(Bastarde von verna und opaca?) 

f. Blüten gross (18 bis 25 mm im Durchmesser); 
Kronblätter ausgerandet. Blattabschnitte gross, 
keilig-umgekehrt- eiförmig, nur gegen die Spitze 
eingeschnitten- gezähnt. Pflanze kräftiger als 
die vorige, zuletzt rotbraun überlaufen. Blüte- 
zeit April. Auf Hügeln, an Waldrändern. 
Schweiz. P. aurulenta Gremli, Goldfarbiges 
Fingerkraut. 

ff. Blüten klein; Kronblätter nicht ausgerandet. 
Blattabschnitte klein, länglich -umgekehrt -ei- 
förmig, etwa bis zur Mitte etwas .stumpflich 
gezähnt. Pflanze zuletzt schmutzig -braunrot 
überlaufen, flach ausgebreitete, fast nieder- 
gedrückte Rasen bildend. Blütezeit April. Auf 
Hügeln an Waldrändern. Schweiz. P. prostrata 
Gremli, Niedergestrecktes Fingerkraut. 

b. Blätter dreizählig. 

aa. Stengel aufsteigend- aufrecht, drei- bis zehnblütig, 10 bis 
20 cm hoch. Blüten ziemlich gross. Blütezeit Juli. In 
den Alpen. P. grandiflora L., Grossblumiges Fingerkraut. 

Die Abänderung minor Venetz (P. valesiaca Huet), 
Walliser Fingerkraut, ist in allen Teilen um die Hälfte 
kleiner. 

bb. Stengel niederliegend oder aufsteigend, ein- bis zweiblütig, 
2 bis 7 cm hoch. 

aa. Blattabschnitte trübgrün, beiderseits sehr zottig. Blüte- 
zeit Juli. Hochalpen. P. frigida Villars, Kälte- 
liebendes Fingerkraut, 

bb. Blattabschnitte freudig-grün, oberseits kahl, am Rande 
und unterseits auf den Nerven behaart. Blütezeit Juli. 
Steinige Triften der Alpen, namentlich der Hochalpen. 
P. minima Haller fil., Kleinstes Fingerkraut. 

*) Tafel 407. B Potentilla verna L. Blühende Pflanze. 



998 

B. Blüten weiss oder rötlich. 

I. Grundständige Blätter fiederspaltig, obere dreizählig. Blattabschnitte 
eiförmig-rundlich, eingeschnitten- gesägt. Nebenblätter ungeteilt. Stengel 
meist rot. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 50 cm. %. Auf trockenen, 
sonnigen Hügeln, an Waldrändern; sehr zerstreut. P. rupestris L., 
Felsen -Gänserich. 

IL Grundständige Blätter gefingert. 

A. Grundständige Blätter dreizählig. 

a. Früchtchen ganz kahl. — Pflanze klebrig - zottig. Kronblätter 
linealisch-schmal. Griffel rot. Blütezeit Juli. 2J.. An felsigen 
Orten der Schweiz; sehr selten. P. grammopetala Moretti, 
Linienblätteriges Fingerkraut. 

b. Früchtchen ganz oder teilweise zottig-behaart. 
«. Früchtchen nur am Nabel zottig-behaart. 

1. Blattabschnitte rundlich-umgekehrt-eiförmig, gestutzt, ge- 
kerbt, gesägt. Die fünf äusseren Kelchzipfel lanzettlich, 
kaum halb so gross als die fünf inneren, eiförmigen, spitzen 
Zipfel. Kronblätter länger als der Kelch, fast elliptisch, 
mit ausgebildeter Spitze. Staubfäden fadenförmig. — 
Stämmchen ohne oder mit oft wurzelnden Ausläufern; 
5 bis 10 cm hoch. 2J.. Blumenkrone weiss. Blütezeit März 
bis Mai; im Herbste oft zum zweiten Male. Auf buschigen 
Hügeln, an Waldrändern, Rainen; im nördlichen Teile des 
Gebietes sehr zerstreut; in der Schweiz verbreitet. (Fragaria 
sterilis L.; P. sterilis Garcke.) P. Fragariastrum Ehr- 
hart, Erdbeerblätteriges, Erdbeerblütiges Fingerkraut.*) 

Bei der Abart permixta Gremli, Mittleres Finger- 
kraut neigen sich die Staubblätter nach dem Verstäuben 
zusammen. 

2. Blattabschnitte eiförmig, scharf-gesägt. Die fünf äusseren 
Kelchzipfel mit den fünf inneren fast von gleicher Gestalt 
und Grösse. Kronblätter so lang oder etwas kleiner als 
der Kelch, länglich-umgekehrt-herzförmig. Staubfäden fast 
so breit als der Staubbeutel. — Stämmchen nicht krie- 
chend, 5 bis 10 cm hoch. Blumenkrone weiss, oft blass 
pfirsickblütrot. Innenseite des Kelchgrundes dunkelrot. 






*) Tafel 407 A, Potentilla Fragariastrum Ehrhart. Blühende Pflanze 
in natürlicher Grösse. 



— 229 — 

Blütezeit April, Mai. %. An steinigen Abhängen der Vor- 
alpen, Österreich, Schweiz, Mittelrhein. P. micrantha 
Ramond, Kleinblütiges Fingerkraut. 

ß. Früchtchen ringsam zottig- behaart. — Nur wenig Centi- 
rneter hohes Pflänzchen mit kriechendem, mehrköpfigem 
Wurzelstocke. Blattabschnitte länglich, am vorderen Ende 
mit drei vorgestreckten Zähnchen, beiderseits filzig- seiden- 
haarig. Blüten einzeln, gross, rosenrot. Blütezeit Juli, 
August. %. In Felsspalten der höchsten Alpen von Kärnten, 
Krain, Steiermark und Tirol. P. nitida L., Glänzendes 
Fingerkraut. 

B. Grundständige Blätter fünfzählig. 

a. Staubfäden kahl. Blütenstengel wenigblätterig, blütenstielartig, 
wenigblütig. 

a. Früchtchen nur am Nabel zottig-behaart. 

1. Blattabschnitte länglich -lanzettlich, oberseits kahl, unter- 
seits seidenhaarig und namentlich am Rande silberglänzend, 
vorne mit einigen einander gleich grossen Sägezähnchen. - 
Stämmchen kriechend mit schwachen, 8 bis 25 cm hohen, 
aufsteigenden, meist dreiblütigen Blütenstengeln. Blumen- 
krone weiss. Blütezeit Mai, Juni. %■. An lichten Wald- 
stellen; selten. P. alba L., Weisses Fingerkraut. 

2. Blattabschnitte umgekehrt - eiförmig-länglich oder umge- 
kehrt-eiförmig, oberseits ganz oder fast kahl, unterseits, 
namentlich am Rande, glänzend-seidenhaarig; in ihrer vor- 
deren Hälfte sägezähnig, endständiger Sägezahn viel kleiner 
als die beiden benachbarten. — Stämmchen niedergestreckt, 
oft wurzelnd; Blütenstengel zwei- bis vierblütig. Blunien- 
krone weiss. Blütezeit Mai. %■. In Wäldern und Gebüschen 
im Norden des Gebietes; sehr selten. (P. hybrida Wall- 
roth; P. splendens Auctorum, nicht Ramond.) P. alba X 
sterilis, Bastard -Fingerkraut. 

ß. Früchtchen ringsum zottig -behaart. — Stengel aufstrebend, 
meist dreiblütig. Blattabschnitte länglich -lanzettlich, am 
Grunde keilig, vorne gezähnt; Abschnitte der Stengelblätter 
mit drei gerade vorgestreckten Zähnchen. Blütezeit Juli, 
August. %■. In Felsspalten des ganzen östlichen Alpengebietes; 
fehlt in der Schweiz. P. Clusiaua Ja cquin, Clusius' Fingerkraut. 

b. Staubfäden rauhhaarig. Stengel mehrblätterig, mehr- bis viel- 
blütig. 



— 230 — 

 

a. Blattabschnitte fast sitzend, länglich -lanzettlich -keilförmig, 
am Rande seidenhaarig -gewimpert, vorne scharf - gesägt. — 
Stengel aufsteigend. Nebenblätter lang-pfriemlich. Blunien- 
krone weiss. Blütezeit Juni, Juli. %. Österreichische und 
Schweizer Alpen und Voralpen, namentlich auf sonnigen 
Kalkfelsen. P. caulescens L., Stänimchenbildendes Fingerkraut. 

ß. Blattabschnitte gestielt, umgekehrt- eiförmig-länglich, locker- 
seidenartig-behaart, mit eingemischten Drüsenhaaren, gewim- 
pert, vorne scharf - gesägt. Blumenkrone weiss. Blütezeit 
Juli. 2J.. Sonnige Felsen der Voralpen bei Genf. P. petiolulata 
Gaudin, Blattstielblätteriges Fingerkrant. 






Gattung 522: Fragaria L., Erdbeere. 

Durch Ausläufer Rasen bildende Pflanzen mit dreischnittigen, selten 
durch Fehlschlagen der Seitenabschnitte einfachen, scharf- und grossgesägten 
Blättern. Nebenblätter dem Blattstiele angewachsen. Blüten in achsel- 
ständigen Trugdolden auf aufrechten, die Blätter überragenden Stielerj. 1 
Kelchsaum doppelt, fünfgliederig. Kronblätter vor den kleineren, äusseren 
Kelchzipfeln nebst den zahlreichen Staubblättern dem Kelche eingefügt. 
Stempel zahlreich (XII, 3). Fruchtknoten einfächerig, mit an der Bauchnaht 
stehendem seitenständigem Griffel, einsamige Nüsschen bildend; letztere sind 
die auf dem sehr vergrösserten, fleischig -saftigen, endlich ablallenden Blüten- 
boden der Erdbeere (einer Scheinfrucht) sitzenden, kleinen, harten Höckerchen. 

A. Fruchtkelche abstehend oder zurückgekrümmt. 

1. Blüten alle zwitterig. Blattstiele und Stengel abstehend-behaart; alle 
Blütenstiele oder wenigstens die seitlichen angedrückt oder aufrecht- 
behaart, — Blätter dreizählig, häutig, grasgrün, etwas faltig-runzelig. 
Blütezeit April bis Juni, meist im Herbste zum zweiten Male. Beere 
halbkugelig bis kugelförmig. Höhe 8 bis 15 cm. 21. In Wäldern, 
Gebüschen, auf Wiesen, gemein. F. vesca L., Gemeine Erdbeere.*) 

Besondere Formen sind : 

F. monophylla Duchesne, Einblätterige Erdbeere. Blätter un- 
geteilt-herzförmig. 

F. eflagellis Duchesne, Ausläuf erlose Erdbeeere. 

F. semperflorens Auctorum, Monats -Erdbeere; sehr üppig und 
den ganzen Sommer Blüten und Früchte tragend. 



*) Tafel 408. Fragaria vesca L. A blühende Pflanze nebst Frucht- 
zweig. 1 und 2 Blütenknospen; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Staubblatt; 5 Stempel; 
6 Früchte. 1 bis 6 verorössert. 



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Sumpf-tflutoage. 



— 231 — 

P. alpina xluctoruni, Alpen-Erdbeere, kleine, gedrungene Form, 
Juni bis Oktober blühend und im Herbste gleichzeitig Blüten und 
Früchte tragend. 
2. Blüten unvollkommen-zweihäusig. Blatt- und Blütenstiele von wage- 
recht-abstehenden Haaren zottig. — Blattabschnitte eiförmig, stumpf, 
grobgesägt. Scheinfrüchte nur auf der Sonnenseite rot, auf der an- 
deren grünlich- weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 30 cm. 2J.. 
In Bergwäldern; im Süden ziemlich gemein, im Norden zerstreut. 
(F. elatior Ehrhart.) F. mosehata Duchesne, Moschus -Erdbeere, 
Pröbstling. 
B. Fruchtkelch der Scheinfrucht angedrückt. — Haare an den Stengeln und 
Blattstielen wagerecht- abstehend, an allen oder nur an den äusseren 
Blattstielen angedrückt oder aufrecht -abstehend. — Blattabschnitte ei- 
förmig, stumpf, grobgesägt. Blüten unvollkommen-zweihäusig, gelblich- 
weiss. Scheinfrüchte kugelig, etwas hart, schwer vom Kelche sich los- 
lösend. (F. collina Ehrhart.) Blütezeit Mai, Juni. 2J.. Höhe 8 bis 
15 cm. %. Auf sonnigen Hügeln, in Gebüschen, Wiesen. F. viridis 
Duchesne, Knackerdbeere. 

Bei der seltenen Abart Hagenbachiaiia F. Schultz, Hagenbachs 
Erdbeere, sind die Blättchen, namentlich das mittlere, langgestielt. 

Alle Arten, desgleichen F. grandiflora Ehrhart, Ananas -Erdbeere, 
F. chiloensis Ehrhart, Chili-Erdbeere und F. virginiana Miller, Schar- 
lach-Erdbeere , von denen die beiden ersten aus Süd-, die letzte aus Nord- 
amerika stammen, werden nebst zahlreichen Abarten und Bastarden (?) der 
wohlschmeckenden Früchte halber vielfach kultiviert. 

Gattung 523: Comarum L., Blutauge. 

Stengel aus kriechendem Grunde aufsteigend, unten kahl, oben samt 
den Blütenstielen flaumig. Blätter fiederschnittig, mit 5 bis 7 scharfgesägten 
oberseits dunkel-, unterseits bläulich -grünen, länglichen oder lanzettlichen, 
spitzen Abschnitten. Blüten endständig, seltener einzeln, meist in wenig- bis 
vielblütigen, unregelmässigen Trugdolden. Kelch doppelt, fünfspaltig, bleibend, 
grünlich und namentlich inwendig trüb-blutrot überlaufen. Kronblätter 5, 
kleiner als die Kelchzipfel, wie die zahlreichen Staubfäden und Stempel 
purpurbraun. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 100 cm. %. (XII, 3.) 
In Sümpfen, Mooren und Torfwiesen; in gebirgigen und subalpinen Gegen- 
den stellenweise sehr häufig, an anderen Orten fehlend. (Potentilla pa- 
lustris Scopoli.) C. palustre L., Snmpf- Blutauge.*) 

*) Tafel 409. Comarum palustre L. A blühende Pflanze. 1 Staub- 
blatt; 2 Stempel; 3 Same; 4 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 4 vergrössert. 



— 232 — 

5. Unterfaniilie: Poterieae, Wiesenknopfge wachse. 

A. Mit Aussenkelch. 

1. Der Kelch besteht aus 5 pfriemlich- auswachsenden, erhärtenden Zähnen; 
der Aussenkelch ist grösser, fünf- bis zehnfach eingeschnitten, mit 
offenstehenden Zähnen. Gattung 524: Aremonia Neck er, Aremonia. 

2. Kelch und Aussenkelch sind blattartig, je vierzipfelig. Gattung 525: 
Alchemilla Tournefort, Sinan. 

B. Ohne Aussenkelch. 

1. Der Fruchtboden ist von einem Kranze zahlreicher, holziger Stacheln 
umgeben. Gattung 526: Agriinonia Tournefort, Odermennig. 

2. Der Borstenkranz fehlt. Gattung 527: Sanguisorba L., Wiesenknopf. 

Gattung 524: Aremonia Necker, Aremonia. 

Wurzelstock ausdauernd, schuppig. Grundständige Blätter unterbrochen- 
fiederschnittig, stengelständige dreischnittig. Blattabschnitte sitzend, rund- 
eiförmig, gezähnt bis eingeschnitten-stumpf-gesägt. Blüten in lockeren Trug- 
dolden. Kronblätter 5, nebst den 5 bis 10 Staubblättern dem Kelchschlunde 
aufsitzend. Fruchtknoten 2 (V, 2 oder X, 2), mit scheitelständigen Griffeln. 
Schliessfrüchtchen 1 bis 2, in dem erhärtenden, kugeligen Kelchgrunde ein- 
geschlossen. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 20 cm. An waldigen Ab- 
hängen in Tirol, Krain, Steiermark. (Agrimonia agrimonoides L., Spallan- 
zania agrimonoides Pollini.) A. agrimonoides Neck er, Odermennigartige 
Aremonia, Zwerg -Odermennig. 

Gattung 525: Alchemilla Tournefort, Sinau. 

Kräuter mit zwittrigen Blüten. Kelch krugförmig mit doppelt- vier- 
gliedrigem Saume, bleibend; die inneren Zipfel grösser, in der Knospenlage 
klappig. Blumenkrone fehlend; Staubblätter 1 bis 4. Stempel 1, selten 2, 
frei mit grundständigem Griffel; dessen Narbe kopfförmig, aus dem Kelch- 
schlunde hervorragend. Früchte nussartig einsamig, in der erhärteten Kelch- 
röhre eingeschlossen. 

A. Blätter handförmig-dreispaltig , am Grunde keilig. Blattabschnitte vorne 
eingeschnitten- drei- bis fünfzähnig. Äussere Kelchzipfel sehr klein. 
Blüten ein-, selten zweimännig, in seitlichen, den Blättern gegenstän- 
digen Knäueln, grünlich- gelb. — Stengel liegend oder aufsteigend. Blüte- 
zeit Mai bis Herbst. Höhe 5 bis 10 m. 0. Auf Äckern nicht selten. 
(Aphanes arvensis L., A. Aphanes Leers.) A. arvensis Scopoli, Feld- 
Sinan. 







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— 233 — 

B. Blätter fünf- bis neunlappig oder ebensoviel-teilig. Weiss, vier-, selten, 
zwei-männig. 
a. Blätter nicht bis zum Grunde geteilt. 

a. Blätter etwa bis zum dritten Teil fünf- bis neunspaltig, im Um- 
risse nierenförmig oder rundlich, mit halbkreisrunden, eiförmigen 
oder länglichen, gesägten Lappen. Blüten grünlichgelb. Blütezeit 
Mai bis Herbst. Höhe 15 bis 30 cm. 2j.. IV. 1. In Wäldern, 
auf Wiesen; meist häufig. A. vulgaris L., Gemeiner Sinau, Frauen- 
mantel. *) 

Hinsichtlich der Behaarung sehr veränderliche Pflanze; nach 
derselben unterscheidet man: 

var. glabra De Candolle, Kahler Sinau, in allen Teilen kahl 
oder nur hier und da spärlich behaart- 

var. pilosa Neilreich, Behaarter Sinau, Stengel und Blattstiele 
abstehend-behaart oder zottig; Blätter am Rande und unterseits 
auf den Nerven behaart, sonst ziemlich kahl. 

var. subsericea Gaudin, Seidenhaariger Sinan (A. montana 
Willdenow) Stengel und Blattstiele zottig: Blätter beiderseits oder 
doch unterseits anliegend-behaart; Haare mehr oder minder seidig- 
glänzend. 

Bei der Hauptform sind die Blätter ringsum-gesägt; beider auch 
als Art angesehenen Abart pubescens Marschall von Bieber- 
stein, Weichhaariger Sinaua; dagegen an ihrem Grunde ganz« 
randig; letztere findet sich selten auf Alpenwiesen. 

ß. Blätter bis zur Mitte sieben- bis neunspaltig. Blattgrund ganzran- 
dig; Lappen umgekehrt-eiförmig, eingeschnitten -gesägt, kahl oder 
fast kahl. Im übrigen der vorigen sehr ähnlich. Blütezeit Joni, 
Juli. Höhe bis 30 cm. % . IV, 1. Auf feuchten Triften der 
Alpen, des Jura, Riesengebirges. (A. fissa Schummel; A. palma- 
tifida Tausch.) A. pyrenaica Dufour, Pyrenäen-Sinau. 

b. Blätter bis zum Grunde fünf- bis siebenschnittig. 

a. Blattabschnitte umgekehrt -ei -keilförmig, vorne klein -angedrückt - 
gesägt, ringsum dicht-seidenhaarig-gewimpert, unterseits glänzend- 
weiss-seidenhaarig, oberseits grün. Blütezeit Juni- August. Höhe 
10 cm. %. Auf Wiesen, an Felsen der Alpen, Voralpen, des 



*) Tafel 410. Alchemilla vulgaris L. AB blühende Pflanze. 1 Blüten; 
2 Blütenlängsschnitt; 3 Staubblatt; 4 Stempel; oben links Teil des Blattran- 
des. 1 bis 4 vergrössert. 

ThonU, Flor». III. 30 



— 234 — 

Jura, der Vogesen und des Sclrwarzwaldes. A. alpiua L., Alpen- 
Sinau, Atlasmantel. 

Die Abart subsericea Reuter, Seidenglänzender Atlasmantel ist 

locker seidenhaarig und hat eingeschnitten-gesägte Blattabschnitte. 

ß. Mittlere Blattabschnitte mit stark-keilförmig-verschmälertem Grunde 
und stark verbreitertem, tief-eingeschnitten-vier- bis sechszähnigem 
Vorderrande. Seitliche Abschnitte tief-zweispaltig mit gerade vor- 
gestreckten Zähnen; oberseits kahl oder zerstreuthaarig, unterseits 
blassgrün, schwach seidenhaarig oder fast kahl. Blütezeit Juli. 
Höhe 10 bis 15 cm. %. Hochalpen, an Gletscherrändern. A. pen- 
thaphyllea L.. Fünf blätteriger Sinan. 

Die Abart cuneata Gaudin, Keilblätteriger Sinau ist stärker 
behaart und hat kürzere Sägezähne. 

Gattung 526 Agrimonia Toumefort, Odermennig. 

Blätter unterbrochen - fiederschnittig , gesägt, mit halbherzförmigen, 
stengelumfassenden, eingeschnitten-gesägten Nebenblättern. Blüten zwitterig. 
Kelch unter dem fünfspaltigen Saum mit zahlreichen, erst weichen, später 
vercnrösserten und erhärteten Hakenborsten. Kronblätter 5. Staubblätter 
meist 15, dem Kelchschlunde aufsitzend. Fruchtknoten 2, mit scheitel- 
ständigen Griffeln (XI, 2). Früchtchen nussartig, einsamig in der erhärteten 
aber sonst wenig veränderten Kelchröhre eingeschlossen. 
A. Fruchtkelch umgekehrt -kegelförmig, bis langglockenförmig, der ganzen 
Lange nach gefurcht. Hakenborsten weit abstehend oder vorne zusam- 
menneigend, nicht zurückgeschlagen. 

1. Stengel rauhhaarig. Blattabschnitte längiich-larjzettlich, unterseits 
grau-kurzhaarig. Hakenborsten weit-abstehend. — Kronblätter eiför- 
mig, goldgelb. Höhe 30 bis 125 cm. Blütezeit Juni, August. %.. 
Auf Wiesen, buschigen Hügeln, an Hecken, Rainen; nicht selten. 
A. Enpatoria L., Gemeiner Odermennig.*) 

2. Stengel steifhaarig. Blattabschnitte rhombisch-umgekehrt-eiförmig 
oder rhombisch-lanzettlich, unterseits drüsig und an den Nerven zer- 
streut-steifhaarig. Stachelborsten alle nach vorne gerichtet und leicht 
zusammenneigend. — Blumenkrone goldgelb. Höhe 50 bis 150 cm. 
Blütezeit Juli. 2J.. In Ostpreussen. A. pilosa, Ledebour, Behaarter 
Odermennig. 



*) Tafel 411. Agrimonia Eupatoria L. A blühende Pflanze. 1 Blüten- 
deckblatt; 2 Blütenknospe; 3 Blüte; 4 Blütenlängsschnitt; 5 u. 6 Staubblätter; 
7 Früchte in dem Fruchtkelche eingeschlossen; 8 Längsschnitt durch den Samen. 
1 bis 8 vergrössert. 







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— 235 — 

B. Frnchtkelch halbkugelig-glockig, nur bis zur Mitte gefurcht; äussere 
Hakenborsten zurückgeschlagen. — Stengel, Unterseite der Blätter und 
Kelchröhre kurzhaarig und vieldrüsig. Kronblätter länglich-umgekehrt- 
herzförmig, goldgelb, duftend. Blütezeit Juni, August. Höhe 60 bis 
200 cm. An grasigen Orten, Waldrändern; zerstreut. (A. procera Wall- 
roth.) A. odorata Miller, Wohlriechender Odermennig. 

Gattung 527: Sanguisorba L. (erweitert), Wiesenknopf. 

Kelch einspaltig; Blumenkrone fehlend. Früchte einsamig, nussartig, 
in der erhärteten Kelchröhre eingeschlossen. 

A. Blüten zwitterig, öfter durch Fehlschlagen vielehig; Fruchtknoten 1, 
gipfelständige Griffel mit kopfig-warziger, aus dem Kelchrohre hervor- 
tretender Narbe. — Kahle Kräuter. Stengel doldentraubig- verästelt; jeder 
Ast einen eirunden bis länglichen oder walzlichen Blütenkopf tragend. 
Blätter meist grundständig, gefiedert, mit herzförmig-länglichen, grob- 
und scharf-, zum Teil doppelt-gesägten Blättchen. 

1. Blütenköpfchen schwarzrot, länglich- eiförmig. Staubblätter meist 4, 
so lang oder kürzer als der Kelchsaum. — Blütezeit Juni-August. 
Höhe 60 bis 150 cm. (IV, 1.) 2J.. Auf feuchten Wiesen verbreitet. 

. S. offlcinalis L., Gemeiner Wiesenknopf. 

2. Blumenköpfchen grünlich-gelb, walzlich. Staubblätter 6 bis 12, viel 
länger als der Kelchsaum. Blütezeit Juli. (XI, 1.) 21. Graubün- 
den; Veltlin. S. dodecandra Moretti, Zwölfmänniger Wiesenknopf. 

B. Blüten in männlichen und weiblichen Köpfchen, oder in Köpfchen, deren 
obere Blüten weiblich, deren unten männlich oder zum Teil zwitterig 
sind. Staubblätter 4, vor den Kelchzipfeln stehend oder zahlreich 
(20 bis 30). Frachtknoten 1 bis 3, meist 2; Narbe pinselförmig. — 
Blättchen eirundlich oder länglich. Blütenköpfchen erst grün, später röth- 
lich. Blütezeit Mai-Julijj Höhe 30 bis 50 cm. %. XXI, 5. (IV, 1; XXIII). 
Auf Wiesen, Hügeln, Sandplätzen, an Ufern; verbreitet. (Poterium san- 
guisorba L.) S. minor Scopoli, Kleiner Wiesenknopf.*) 

Die Abart glaucescens Reichenbach, Bläulicher Wiesenknopf, hat 

unterseits bläulich-grüne Blättchen. 



*) Tafel 412. Sanguisorba minor Scopoli. AB blühende Pflanze. 
1 Blütenknospe; 2 weibliche Blüte; 3 sich eben öffnende Zwitterblüte; 4 männ- 
liche Blüte; 5 viermännige Zwitterblüte; 6 Längsschnitt durch eine vielmännige 
Zwitterblüte; 7 Staubblätter; 8 junges Früchtchen; 9 Teil des reifen Frucht- 
standes; 10 reife Frucht in dem erhärteten, vierkantigen, netzig-runzeligen Kelch- 
rohr; 11 und 12 desgl. im Quer- und Längsschnitt. 1 bis 12 vergrössert. 



— 236 — 

Die Abart polygama Waldstein-Kitaibel, Vielehiger Wiesenknopf, 

hat längliche, gestielte Blättchen und einen grubig- runzeligen, geflügel- 
ten Fruchtkelch. 

6. Unterfamilie: Roseae, Rosengewächse. 

Hierher nur: 

Gattung 528: Rosa Tournefort, Rose. (XII, 3.) 

Aufrechte oder kletternde, kahle oder behaarte Sträucher. Meist finden 
sich Stacheln (am vollkommensten an einjährigen, nicht blühenden Trieben) 
ausserdem an blühenden Zweigen und Blütenstielen Drüsenborsten. Blätter 
abwechselnd, unpaarig- gefiedert, sägezähnig. Nebenblätter dem Blattstiel- 
grunde mehr oder weniger hoch angewachsen, selten frei. Blüten regel- 
mässig, zwitterig, einzeln und endständig, oder in meist wenigblütigen Trug- 
dolden. Blütenboden, Hagebutte, urnenförmig ausgehöhlt, bauchig, am 
Rande eingeschnürt. Kelch, Blumenkrone und Staubblätter sind dem Rande 
eines den Schlund oft fast schliessenden Drüsenringes (Diskus) eingefügt. 
Kelchblätter 5, einfach, gesägt oder fiederschnittig, bleibend oder abfallend, 
wie die 5 Kronblätter in der Knospe dachig. Staubblätter zahlreich, nicht 
miteinander verwachsen. Fruchtknoten ebenfalls zahlreich, sitzend oder ge- 
stielt, im Grunde des Blütenbodens; einfächerig, mit einer aus der Spitze 
herabhängenden Samenknospe. Griffel scheitelständig, fädlich, frei oder im 
Schlünde des Blütenbodens miteinander verwachsen. Narben einfach, kopfig- 
nierenförmig. Früchtchen kahl, auf dem Rücken seidig-behaart oder bärtig, 
zahlreich in der beerenartigen Scheinfrucht, der Hagebutte. Samen mit 
dickem, fleischigem Keimling, eiweisslos. 

Von einer genauen Kenntnis der Rosen sind wir zur Zeit noch sehr weit 
entfernt; da die zur Unterscheidung dienenden Merkmale sehr veränderlich sind, 
wurden die wenigen älteren Arten neuerdings in zahlreiche Arten zerteilt; 
Deseglise z. B. teilte allein R. canina L. in mehr denn ein halbes hundert Arten. 
Regel (nach Karsten) unterscheidet mit Einschluss der Stammarten der 
Edelrosen unserer Gärten: 

A. Blumen einzeln, selten zu 2 bis 5. Sparsiflorae, Einzelblumige. 
I. Alle Stacheln gerade, selten leicht abwärts - gebogen; blühende Zweige 
drüsenlos. Orthacanthae, Geradstachelige. 

A. Zweige wehrlos oder mit nebenblattständigen, nadeiförmigen Stacheln. 
Schösslinge mit ähnlichen, später abfallenden Stachelborsten dicht besetzt. 
R. alpina L., Alpenrose. — R. lucida Ehrhart, Glanzblätterige Rose. 
JB. Stamm und Äste mit ungleich -langen Stacheln dicht- oder zerstreut- 
besetzt; die kleineren Stacheln borstenförmig, die grösseren nadel- oder 
pfriemenförmig nnd unterwärts etwas zusammengedrückt. 
ct. Kelchzipfel so lang oder länger als die Krone, in eine lange, faden- 
förmige Spitze auslaufend. 

R. acicularis Lindley, Nadeldornigc Rose. 



— 237 — 

ß. Kelchzipfel kürzer als die Krone, in eine kurze Spitze endend. 

R. pimpinellifolia L. , Bibernellblätterige Rose. — R. reversa 
Waldstein -Kitaibel, Krummstielige Rose. 
V. Stamm und Äste mit gleichförmigen, nebenblattständigen und zerstreut- 
stehenden, kräftigen, geraden, selten etwas zurückgeneigten, am Grunde 
mehr oder minder zusammengedrückten Stacheln besetzt. 

R. lutea Miller, Gelbe Rose. — R. villosa L., Zottige Rose. — 
R. pomifera Hermann, Apfelfrüchtige Rose. 

II. Stacheln gekrümmt, nebenblattständig oder selten zerstreutstehend. Zweige 
drüsenlos. Campylacanthae, Gekrümmtstachelige. 

A. Nebenblätter der nicht blühenden Zweige diesen anliegend, sie scheiden- 
artig umgebend. Wurzelstocksprossen, zuweilen auch die Aste, mit 
ungleichförmigen und ungleichgrossen Stacheln besetzt. Grössere 
Stacheln zurückgekrümmt, pfriemenförmig , mit zwischengestreuten 
kleineren, geraden, pfriemen- oder borstenförmigen Haaren. Die Zweige 
mit zurückgekrümmten Stacheln, die zu zweien gegenständig unter 
den Nebenblättern stehen, ohne Stachelborsten. 

R. cinnamomea L., Zimtrose. 

B. Alle Nebenblätter flach ausgebreitet. Wurzelstocksprossen mit ziem- 
lich gleichförmigen Stacheln; diese alle derb und mehr oder minder 
hakig - gekrümmt oder gebogen. Nadelstacheln oder Borsten nicht 
überall eingemischt; diese nur am unteren Teile der Triebe und Äste 
sowie an den Blütenverzweigungen. An Ästen und Zweigen nur neben- 
blattständige, kräftige und zurückgekrümmte und, wenigstens am 
Grunde, verbreiterte Stacheln; hier fehlen die kleinen, geraden Nadel- 
stacheln. 

«. Griffel frei. 

R. canina L., Hundsrose. — R. rubiginosa L., Weinrose. — 
R. alba L., Weisse Rose. 

ß. Griffel in eine aus dem Kelchschlunde hervorragende Säule ver- 
wachsen. 

R. arvensis Hudson, Acker-Rose. 

III. Zweige mit Drüsenborsten bedeckt; übrigens wehrlos, oder mit wenigen, 
geraden oder schwach - gebogenen Stacheln besetzt. Glanduliferae, 
Drüsentragende. 

R. gallica L., Essigrose. — R. turbinata Aiton, Kreiselfrüchtige Rose. — 
R. semperflorens Curtis, Immerblühende Rose. 

B. Blumen in Doldentrauben zahlreich beisammen, selten zu 3 oder einzeln. 
Thyrsiflorae, Str aussblumige. 

«. Äste und Zweige drüsenlos, mit nebenblattständigen oder zerstreuten, 
meistens kräftigen und zurückgebogenen Stacheln, selten ohne solche. 

R. indica L., Monatsrose. — R. ferruginea Villars, Roströtliche Rose. — 
R. sempervirens L., Immergrüne Rose. 

ß. Äste durch gerade, kaum zurückgekrümmte Stacheln mehr oder minder 
dicht bewaffnet; Zweige mit Stacheln, Borsten und Drüsenborsten dicht 
bedeckt. 

R. damascena Miller, Damascener Rose. 



— 238 — 

Die Einteilungen von Dumortier in Untergattungen und von Deseglise 
in Stämme lassen sich nach Förster folgendermasen vereinigen: 

A. Blüten ohne Honiggefässe. 1. Untergattung: Chamaerrhodon Dumortier, 
Zwerg-Rosen. 

a. Stacheln ungleich, gerade, die der jungen Schösslinge dicht, die der Äste 
zerstreut-stehend. Frucht an ihrem Grunde niedergedrückt. Kelchzipfel 
bleibend, zusammenneigend. 1. Stamm: Pimpinellifoliae Deseglise, 
Bibernellblätterige. 

b. Stacheln ungleich, weit getrennt; mit wenig Stacbelborsten. Scheinfrucht 
an ihrem Grunde abgerundet. Kelchzipfel fiederspaltig, abstehend. 
2. Stamm: Sabiniae Deseglise, Satanische Rosen. 

B. Blüten mit Honiggefässen. 

I. Honiggefässe sehr klein, dem Grunde des Kelches eingefügt. 2. Unter- 
gattung: Cassiorrhodon Dumortier. 

Hierher 3. Stamm: Cinnamomeae Deseglise, Zimtrosen. 

II. Honiggefässe dick, an der Spitze der Kelchröhre eingefügt. 

a. Griffel frei. 

ct. Alle Fruchtknoten ungestielt. 3. Untergattung: Erorrhodon 
Dumortier, Garten-Rosen. 

1. Blüten einfach. 4. Stamm: Gallicanae Deseglise, Gallische 
Rosen. 

2. Blüten gefüllt, 5. Stamm: Centifoliae Deseglise, Gefüllte 
Rosen. 

ß. Fruchtknoten in der Mitte der Hagebutte gestielt. 4. Untergat- 
tung: Cynorrhodon Dumortier, Hundsrosen. 

1. An demselben Stengel gerade und hakenförmig-gebogene Stacheln. 
6. Stamm: Dimorphacanthae Dumortier, Ungleich- 
stachelige Hundsrosen. 

2. An demselben Stengel finden sich nicht zugleich gerade und ge- 
krümmte Stacheln. 

a. Stacheln alle pfriemlich , mit einem eiförmig - zugerundeten 
Eindruck am Stengel. 7. Stamm: Tomentosae Deseglise, 
Filzblätterige Hundsrosen. 

b. Stacheln znrückgekrümmt-hakenförmig, mit einem verlängerten 
Eindruck am Stengel. 

aa. Blättchen auf einer oder auf beiden Seiten mit sitzenden 
Drüsen. 

aa. Blüten ohne Deckblätter. 8. Stamm: Eglanteriae 
Deseglise, Gelbe Rosen. 

bb. Blüten mit Deckblättchen 9. Stamm: Rubiginosae 
Deseglise, Weinrosen. 



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— 239 — 

bb. Blättchen auf beiden Blattseiten ohne sitzende Drüsen. 
10. Stamm: Caninae Deseglise, Echte Hunds- 
rosen. 
b. Griffel zu einer Säule verwachsen. 5. Untergattung: Stylorrhodon 
Dumortier, Säulen-Griffelrosen. 
Hierher ein gleichnamiger Stamm. 

Zur Bestimmung der einheimischen Arten schliessen wir uns Gremli an. 

Zu einem vollständigen Herbariumexemplar gehört ein Zweig mit aus- 
gewachsenen, die Kelchzipfel tragenden Hagebutten. 

Zu beachten ist, dass alle Rosen mit an der Frucht aufgerichteten 
Kelchzipfeln behaarte Griffel haben, oder, was dasselbe ist, dass bei allen 
Arten, deren Griffel kahl ist, die Kelchzipfel an der Frucht zurückgeschlagen 
sind. Die Hagebutten heissen markig, wenn sie schon im Herbste, vor dem 
Abfallen der Blätter, breiig und geniessbar werden; ist dies nicht der Fall, 
werden sie erst durch eintretende Fröste mürbe, so heissen sie knorpelig. — 
In bezug auf die Drüsen der Blattnnterseite sind stets die unteren Blätter 
der Blütenzweige zu untersuchen, denn ausnahmsweise finden sich auch bei 
Arten, denen diese Drüsen im allgemeinen fehlen, an jüngeren Blättern 
einzelne solcher Drüsen auf den Seitennerven vor. 

A. Blüten schwefelgelb oder innen orange- bis granatrot und aussen gelb. 

a. Eglanteriae, Gelbe Kosen. 

Stacheln der Schösslinge gerade, gedrungen, einander ungleich, kräftig, 
untermischt mit Stachelborsten. Blättchen 5 bis 9, beiderseits lebhaft 
grün, rundlich, elliptisch bis umgekehrt- eiförmig, meist spitz, unterseits 
drüsig, doppelt- und scharf- drüsig -gesägt. Kelchzipfel mit Anhängseln, 
kürzer als die Blumenkrone, an den plattkugeligen Hagebutten weit ab- 
stehend oder zurückgebogen. Staubbeutel pfeilförmig. Blütezeit Juni. 
1 bis 2 Meter hoher, zuweilen schwach klimmender Strauch. Aus dem 
Süden; in Gärten angepflanzt und hie und da in Zäunen und Gebüschen 
verwildert; wild auf Gipsfelsen im Wallis. (R. Eglanteria L.) R. lutea 
Miller, Gelbe Rose.*) 

Die Form R. sulphurea Aiton (R. lutea Guimpel), Schwefelgelbe Rose, 

hat schwefelgelbe, mitunter gefüllte, nach Wanzen riechende Blüten und 
unterseits weichhaarige, drüsenlose Blätter. 

Die Form R. bicolor Jacquin (R. punicea Miller), Zweifarbige Rose, 

hat aussen schwefelgelbe, innen orange- bis granatrote, rhabarberartig 
riechende Blüten und Blätter, die auf ihrer Unterseite sitzende Drüsen 
tragen. 



*) Tafel 413A. Rosa lutea Miller. A Blütenzweig. 1 doppelt-, scharf- 
und drüsig-gesägter Blattrand ; 2 Staubblatt; 3 Hagebutte. 1 und 2 vergrössert. 



— 240 — 

B. Blüten purpurn, rosenrot, oder weiss. 

I. Nebenblätter der nichtblühenden Zweige schmal, mit aufwärts ge- 
richteten, fast röhrenförmig - zusammenneigenden Rändern. Stacheln 
gekrümmt und zu 2 gegenständig unter die Nebenblätter gestellt. 

b. Cinnamomeae, Zimtrosen. 

Blättchen einfach gezähnt, unterseits grauhaarig, drüsenlos. Blatt- 
stiele kahl. — Aste rutenförrnig, rotbraun. Hagebutte kugelig, markig, 
von dem zusammenschliessenden Kelche gekrönt. Purpurrose. Blüte- 
zeit Mai, Juni. 1 bis 2 Meter hoher, ästiger Strauch. An waldigen 
Abhängen, Ufern, in Gebüschen; im Norden des Gebietes selten. 
R. einnamomea L., Zimtrose.*) 

Eine Form mit gefüllten Blüten ist R. turbinata Jacquin, Gefüllte 
Zimtrose: kurzästig und blattreich ist R. fnlgens Christ, Glänzende 
Rose. 

Abarten sind: 

R. adenopliylla Willdenow (R. laxa Lindley), Drüsenblätterige 
Zimtrose, Blumenstiel und Kelchrohr drüsenborstig. 

R. glabrifolia Ruprecht, Glattblätterige Rose. Blättchen beider- 
seits kahl, unterseits seegrün; einfach- oder doppelt- gesägt; Zähne 
zuweilen drüsentragend. 

II. Nebenblätter der nichtblühenden Zweige ziemlich flach. Stacheln zer- 
streut; seltener an den blütentragenden Asten zu zweien. 

A. Stacheln gleichförmig, d. h. an demselben Zweigteile von ziemlich 
gleicher Grösse und Gestalt; bei einigen, besonders bei drüsen- 
blätterigen Arten, bisweilen mit eingemischten kleineren, borsten- 
förmigen Stacheln; alsdann sind aber die grösseren Stacheln ge- 
krümmt. Blättchen zu 5 bis 7, selten 9. 

c. Synstylae, Verwachs engriffelige. 

a. Griffel in eine kahle, vorragende Säule von der Länge der 
Staubfäden verwachsen. — Nebenblätter breit mit eiförmigen, 
spitzen Ohrchen. Blütchen 5 bis 7, rundlich -elliptisch oder 
lanzettlich, einfach-gesägt, beiderseits kahl oder unterseits blasser, 
weichhaarig, drüsenlos. Kelchzipfel kurz, meist fast ungeteilt, 
abfallend. Blumen 1 bis 5, mit langen, fein- stieldrüsigen Stielen. 
Krone weiss; bei der Kultur leicht gefüllt. Blütezeit Juni, Juli. 
Stamm niedergestreckt, mit liegenden, klimmenden, 1 bis 2 m 



K ) Tafel 414A. Rosa einnamomea L. A Blütenzweig. 1 Hagebutte. 



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— 241 — 

langen Ästen und aufgerichteten, blütentragenden Zweigen. In 
Waldlichten und Gebüschen; namentlich im südlichen Teile des 
Gebietes verbreitet. (R. arvensis Hudson.) R. repens Scopoli, 
Kriechende Rose. 

Besondere Formen sind: 

a. Blüten zu 5 bis 10, trugdoldig. var. umbellata Godet, 
Doldentragende Kriechende Rose. 

ß. Blättchen unterseits von dichten, längeren Haaren fast 
schimmernd, var. transalpina Christ, Südliche Kriechende 
Rose. 

y. Blütenstiele fast kahl. var. laevipes Gremli (?), Kahlstielige 
Kriechende Rose. 

b. Griffel getrennt oder in ein anscheinend kurz -gestieltes, aber 
wenig vorragendes Köpfchen (vergl. R. stylosa) verklebt. 
Äussere Kelchzipfel meist fiederspaltig. 

a. Blättchen unterseits, wenigstens auf den stärkeren Seiten- 
nerven, drüsig (diese Drüsen sind bisweilen nur auf den un- 
teren Blättern der Blütenzweige deutlich zu erkennen), stets 
doppelt-gezähnt, d. h. die Zähne haben 1 oder mehr klei- 
nere, an der Spitze eine Drüse tragende Zähnchen. 

1. Blättchen klein oder mittelgross, unterseits reichdrüsig; 
die Drüsen über die ganze Fläche verbreitet. Stacheln, 
wenigstens die grösseren, sichelförmig gekrümmt. Hierher 
einige Weinrosen. (S. S. 247.) 

2. Blättchen unterseits entweder armdrüsig und die Drüsen 
nur auf den slärkeren Nerven, oder auch zahlreicher, aber 
dann die Stacheln fast oder ganz gerade und die Blättchen 
gross. Hierher die Rosen unsicherer Verwandt- 
schaft und die Zottigen Rosen. (S. S. 251 u. 253.) 

ß. Blättchen unterseits drüsenlos, höchstens am Mittelnerv, nicht 
auf den Seitennerven drüsig, einfach, d. h. drüsenlos oder 
doppelt gezähnt. Hierher die Hundsrosen. (S. S. 256.) 

B. Stacheln sehr ungleich, d.h. wenigstens am unteren Teil der Pflanze 
finden sich neben grösseren Stacheln noch vielfach kleinere, gerade, 
borstenf örmige , bisweilen drüsentragende (bei R. alpina und R. 
lucida sind die Blütenzweige meist stachellos), 
a. Stacheln alle ganz gerade, schwach,] borstenförmig und (oder) 
stärker, pfriementörmig. — Blüten stiele massig lang oder lang. 

Thome, Flora, in. 31 



- 242 — 

Kelchzipfel an der Hagebutte aufgerichtet und bis zur Reife 
bleibend, (b s. S. 245.) 

d. Pimpinelleae, Bibernellblätterige Rosen. 

a. Kelchzipfel ungeteilt, selten einer oder der andere mit einem 
Anhängsel. Blüten meist einzeln und ohne Deckblatt; deren 
Stiel kahl oder mit gestielten Drüsen. Blättchen meist mehr 
als 3 (9—11), seltner 5 bis 7. 

1. Blütenstiele nach dem Verblühen zurückgekrümmt, selten 
gerade bleibend. Hagebutte rot, nach oben meist hals- 
förmig-verdünnt. Blättchen kahl oder fast kahl. 

a. Blumenkrone lebhaft purpurrot oder dunkelrosa. 

aa. Blütenzweige meist wehrlos. Blättchen meist 7 
bis 11, meist länglich, dünn, beiderseits kahl, unter- 
seits drüsenlos, selten mit vereinzelten Drüsen (var. 
scabriuscula Christ, Rauhblättrige Alpenrose, wenn 
die Blättchen zugleich fast rundlich); Blattzähne 
fast zugespitzt und drüsig; selten (var.^simplicidens 
Gremli (?), Einfachzähnige Alpenrose) einfach 
und drüsenlos. Nebenblätter an den blütentragen- 
den Zweigen verbreitert mit länglichen, freien Enden 
(Ohrchen.) Kelchzipfel mit etwas verbreiterten 
Endanhängseln. Hagebutte meist eilänglich, ober- 
wärts unsynimetrisch-halsförniig verengt; bisweilen 
(var. lagenaria Villars, Flaschenf nichtige Alpen- 
rose) lang flaschenförmig, selten (var. globosa 
Desvaux, Kugelfrüchtige Alpenrose) kugelig, oder 
kreiselförmig, dann die Blüte halbgefüllt (R. tnrbi- 
nata De Candolle, Kreiselfrüchtige Alpenrose.) 
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 60 bis 125 cm. Schluch- 
ten der Gebirgswälder und Voralpen; im Süden 
meist verbreitet. (R. rupestris Crantz.) R. alpina 
L.. Alpenrose. 

Weitere Abänderungen sind: 

var. pnbescens Koch, Weichhaarige Alpen- 
rose, Blätter unterseits zart behaart. Blütenstiele 
drüsenlos. 

R. pyrenaica Gouan, Pyrenäen- Alpenrose; 

Blütenstiele drüsenborstig; Kelchröhre kahl oder 
ebenfalls drüsenborstig. 



— 243 — 

var. tetrapetala Regel, Vierblätterige Alpen- 
rose; Blütenstiele und Kelch drüsenborstig; Blatt- 
stiele drüsig, weichhaarig; Blätter unterseits über- 
all weichhaarig. 

var. parvifolia Favrat, Kleinblätterige Alpen- 
rose; Blättchen fast dreimal so klein wie an der 
Hanptform; Fruchtstiele gerade. 

var. acnleata Seringe, Stachelige Alpenrose; 

Blütenstiele zu zweien; Aste mit pfriemlichen, oft 
zu zweien stehenden Stacheln. 

hb. Blütenzweige stachelig. Blättchen 5 bis 7, eiförmig, 
derber als an voriger, unterseits weisslichgrün und 
mit zerstreuten Drüsen. Blattzähne, Nebenblätter 
und Kelchzipfel wie an voriger, aber die Hagebutte 
kürzer und nach oben weniger deutlich halsförmig 
eingeschnürt. Blütezeit Mai, Juni. Untersteier- 
mark, Krain, Engadin. (R. alpina X pimpinelli- 
folia ?; R. Candolleana Thory.) R. reversa Wald- 
stein und Kitaibel, Flatter-Rose. 

b. Blumenkrone blassrot oder weiss. Blütenzweige stachelig. 
Etwa die Mitte haltend zwischen alpina und spino- 
sissima. Blättchen 7 bis 9, kleiner und etwas kürzer 
als an alpina; Blattzähne kürzer, weniger drüsig oder 
fast drüsenlos. Nebenblätter etwas schmäler als an 
alpina, aber breiter als an spinosissima. Hagebutte 
rot, oberwärts etwas halsförmig-verengert, abwärts ge- 
krümmt. Blütezeit Juni. Jura; Bayern. (R. alpina 
X spinosissima. R. gentilis Koch.) R. mbella Smith, 
Blassrote Rose. 

2. Blütenstielchen stets gerade. Hagebutte kugelig oder oval. 

a. Blättchen 5 bis 9, einfach - gesägt. 

aa. Stamm mit ungleich langen Stachelborsten; Zweige 
unbewaffnet oder mit nebenblattständigen, geraden 
oder zurückgeneigten Stacheln besetzt. Blätter 
oberseits glänzend; Blättchen elliptisch. Blumen 
einzeln oder bis zu 3 beisammen, rosa. Kelchzipfel 
lang-zugespitzt, so lang oder länger wie die Krone, 
von den kleinen, roten, plattkugeligen, meist kahlen 
Hagebutten, abfallend. Blütezeit Mai, Juni. Aus 



— 244 — 

Nordamerika stammend, kultiviert und hier und da ver- 
wildert. R. lucida Ehrhart, Glanzblätterige Rose. 

bb. Stamm, Aste und Zweige mit ungleich langen, geraden, 
am Grunde zuweilen breiten, zum Teil borstenförmigen 
Stacheln, meist dicht bewaffnet. Blättchen klein, eiförmig- 
rundlich, kahl, meist einfach - gezähnt und unterseits 
drüsenlos, selten (var. Sirei' Christ, Sires Rose) doppelt- 
gezähnt und unterseits zerstreut -drüsig. Nebenblätter 
schmal, oberwärts plötzlich verbreitert, mit lanzettlichen, 
auseinanderfaltenden Ohrchen. Blütenstiele meist kahl. 
Kronblätter weiss, selten etwas rosenrot (R. rosea Koch, 
Rosenrote Rose). Hagebutte kugelig; reif schwärzlich; 
auf geradem, selten gekrümmtem (R. gentilis Sternberg, 
Edele Rose in Istrien) Stiele. Blütezeit Mai, Juli. An 
sonnigen Abhängen auf Kalk- und Sandboden; verbreitet. 
R. piuipinellifolia L., Bibernellblätterige Rose.*) 

Besondere Formen sind: 

var. vulgaris Regel, Gemeine Biberneilrose; Äste 
und Zweige mehr oder minder bewaffnet. Blättchen, 
Blumenstiele und Kelche kahl. 

var. spinosissima L., Starkdornige Biberneilrose; Aste 
und Zweige wie vorige; Blumenstiele drüsenborstig; 
Kelche drüsenborstig oder kahl. 

var. myriacantlia De Candolle, Tausenddornige 
Bibernellrose: Stacheln lang und dichtstehend; Blättchen 
unterseits drüsig, oft doppelt drüsig- gesägt; Blumenstiele 
und Kelche drüsenborstig, seltener klein. Blumen klein 
hellfleischfarben; mitunter gefüllt. 

var. inermis Redoute (R. usitatissima Gmelin), Wehr- 
lose Bibernellrose. Wehrlos; mitunter gefüllt. 

var. spreta Deseglise, Verworfene Bibernellrose. 
Mit sparsamen, kleineren und mit stärkeren, grösseren 
Stacheln. 

var. Mathoneti Deseglise, Mathonets Bibernellrose. 
Mit birnförmigen, in den Stiel verschmälerten Hagebutten. 

b. Blättchen 7, doppelt -gesägt, mit schmalen, stark vorwärts 
gerichteten Zähnen; elliptisch, behaart und drüsig. Neben- 



K ) Tafel 413B. Rosa pimpinellifolia L. Blütenzweig. 



— 245 — 

blätter oberwärts mehr allniählig verbreitert, mit länglichen 
Ohrchen. Blattstiele stieldrüsig. Kronblätter unterseits grau- 
lich-rosenrot, oberseits purpurrötlich. Hagebutte eiförmig, 
rot. Blütezeit Juni. Nordwestschweiz; selten. R. dichroa 
Lerch, Zweifarbige Rose. 

ß. Kelchzipfel etwas fiederspaltig, stehenbleibend. Blüten zu 1 bis 3, 
mit oder ohne Deckblättern. Blütenstiele stieldrüsig, kaum be- 
stachelt. Blättchen zu 5 bis 7. Blumen weiss oder blassrosenrot. 
(R. aeicularis Lindley, Nadeldornige Rose. ?) 

1. Blättchen rundlich- oval, unterseits weich, fast zottig, graufilzig, 
doppelt - gezähnt (wenigstens die unteren Blätter der Blüten- 
zweige), unterseits mit versteckten Drüsen. Blütezeit Juni. 
Hagebutte eiförmig, drüsenborstig. Westschweiz. (R. coronata 
Grenier; R. involuta Smith.) R. Sabini Woods, Sabins Rose. 

Abarten sind: 

var. Ravellae Christ, Ravellen-Pluli-Rose; Blättchen mehr 
länglich, weniger behaart, aber Blattunterseite nebst den Zähnen 
reicher -drüsig. 

var. subsimplex Gremli, Einfachzähnige Sabins Rose; Blätt- 
chen unterseits ganz oder fast drüsenlos; Blattzähne wenig zu- 
sammengesetzt bis einfach. 

var. Douiana Woods, Dons Rose; Blättchen beiderseits dicht- 
weich-grauhaarig, unterseits spärlich drüsig. Wehrlos oder klein- 
stachelicht. Hagebutte fast kugelig, schwach drüsenborstig. 

2. Blättchen fast ganz kahl, einfach- oder undeutlich -doppelt- 
gezähnt, unterseits meist drüsenlos. Hagebutte länglich-eiförmig. 
Blütezeit Juni. Westschweiz. (R. Gmelini Bunge.) R. sabanda 
Rappart, Savoyer Rose. 

e. Gallicanae, Französische Rosen. 

b. Grössere Stacheln mehr oder weniger gekrümmt. 

«. Blättchen unterseits drüsenlos. 

1. Blättchen etwas lederig, trocken; zu 3 bis 5, gross, rundlich- 
eiförmig oder breit-elliptisch, am Grunde breit abgerundet oder 
fast herzförmig, vorn stumpflich, unterseits drüsenlos, netzaderig, 
graulich, oft zusammengelegt und herabgeschlagen. Blattzähne 
oberflächlich, breit, abstehend, drüsenlos oder ein- bis dreidrüsig. 
Nebenblätter schmal, ausgebreitet, mit spitzen Ohrchen drüsig. 
Blütenstiele lang, stieldrüsig. Blumenkrone gross, offen, satt 



— 246 — 

rosen- oder fast purpurrot. Zweige meist nur mit Stachel- und 
Drüsenborsten; auch die grösseren Stacheln schmal und schwach 
gekrümmt; die kleineren sehr zahlreich. Blütezeit Juni. 30 bis 
60 cm hoher, Ausläufer treibender Strauch. Aus Südeuropa und 
viel in Gärten angepflanzt, hier auch bis l 1 ,^ m hoch; wild, 
aber selten, im südlichen und mittleren Teile des Gebietes. 
R. gallica L., Französische Rose, Essig -Rose. 

Abänderungen sind: 

a. Blumenstiele und Kelche mit breiten, fast blatt- oder moos- 
artigen Borsten dicht bedeckt. In Gärten. R. muscosa Aiton, 
Moosrose. 

b. Borsten der Blumenstiele und Kelche nicht so. 

aa. Nur die Blütenstiele, mitunter auch die Blattzähne drüsig, 
sonst kahl oder flaumig. Die wildwachsende Form ist 
R. i» u mihi Jacquin, Echte Essig -Rose. 

Eine niedrige, 30 bis 50 cm hohe, wenig-, selbst ein- 
blütige Form ist R. austriaca Cranz, Österreichische 
Rose: eine höhere, fünf- bis zwölf blutige Form mit spitz- 
zähnigen Blättern ist R. elata Christ, Hohe Essig-Rose. 
hb. Blatt- und Blütenstiele filzig, drüsig. In Gärten. R. to- 

mentella Regel, Filzige Rose. 
cc. Zweige dicht drüsenborstig. Blätter unterseits weich- 
haarig. Blumen sehr gefüllt. Aus dem Oriente stammend 
in Gärten. R. centifolia L., Centifolie. 
2. Blättchen dünn, ziemlich gross, zu 5 bis 7. Blättchen grau- 
flaumig, oberseits kahl, dunkelgrün, ei- bis herzeiförmig, stumpf 
oder spitz. Nebenblätter an den Blütenzweigen flach, gross, 
breit, mit eiförmig vorgestreckten Ohrchen. Blüten gross, wohl- 
riechend. Blütenstiele und die eiförmige, fast kugelige Kelch- 
röhre fast drüsenborstig. Kelchzipfel ganz bis etwas fieder- 
lappig, an den länglichen Hagebutten weitabstehend und stehen- 
bleibend. Blumenkrone rosenrot. Blütezeit Juni, Juli. Bis 2 m 
hoher Strauch, mit wehrlosen Zweigen; Stacheln der Schösslinge 
einander ungleich und mit Drüsenborsten untermischt, im Alter 
abfallend. Auf sonnigen Abhängen und in Hecken, namentlich 
im südlichen Teile des Gebietes verwildert. R. tnrbinata Aiton, 
Kreiselfrüchtige Rose. 
ß. Blättchen unterseits mehr oder weniger drüsig, zu 5 bis 7. 

1. Blättchen ziemlich gross, unterseits mit einzelnen Drüsen, sonst 
kahl, breit -elliptisch oder eiförmig, spitz oder kurz -zugespitzt; 



- 247 — 

Blattzähne, namentlich die vorderen, tief-eindringend, sehr spitz 
und vorwärts - gerichtet. Blütenstiele ziemlich lang, stieldrüsig. 
Blumenkrone rosenrot. Blütezeit Juni. Niederiger Strauch. 
Grössere Stacheln lang, schlank, sehr schwach gebogen, kleinere 
ziemlich zahlreich. An der Badisch - Schaffhausener Grenze. 
(R. Jundzilli heteracantha Christ ; R. gallica X Jundzilli ?) 
R. porrigens Gremli, Sich -hinstreckende Rose. 
2. Blättchen 5 bis 7, klein oder mittelgross, unterseits drüsig, 
rundlich -eiförmig, eiförmig oder länglich -keilig. Blumenkrone 
klein oder ziemlich klein. Grössere Stacheln kräftig, sichel- 
förmig. 

f. Rubiginosae, Weinrosen. 

a. Stacheln einander ungleich, d. h. neben grösseren, sichelförmig 
gekrümmten Stacheln finden sich noch vielfach kleinere, gerade. 
— Blättchen eiförmig oder länglich, am Grunde oft etwas 
keilig, in der Jugend meist beiderseits drüsig; Drüsen auf 
der Unterseite der Blätter sehr klein, bisweilen im Alter 
teilweise verschwindend. Blütenstiele kurz, spärlich stiel- 
drüsig. Blumenkrone lebhaft rosenrot. Griffel kurz, wollig. 
Blütezeit Juni. Gedrungener, nelkenartig riechender Strauch. 
Graubünden und Tirol. (R. caryophyllacea Christ.) R. rhae- 
tica Gremli, Rhätisclie Rose. 

b. Stacheln einander gleich, d. h. an den Zweigen finden sich 
keine kleineren, geraden Stacheln vor. Blättchen oberseits 
fast stets drüsenlos, unterseits drüsenreich. 

aa. Blütenstiele und Rücken der Kelchzipfel mit gestielten 
Drüsen. 

aa. Kelch zipfel an der Frucht abstehend oder aufgerichtet, 
wenigstens bis zur Färbung der Frucht bleibend. 
Griffel behaart bis wollig, (bb s. S. 250.) 

aa. Blumenkrone weiss. — Blättchen gelblich-grün, 
rundlich -oval, am Grunde abgerundet. Blüten- 
stiel dicht mit gestielten Drüsen besetzt. Stacheln 
gleichförmig, gelblich. Blütezeit Juni. Schaff- 
hausen. R. Gremlii Christ, Gremlis Rose. 

ßß. Blumenkrone lebhaft rosenrot. Griffel wollig. 

a. Blättchen eiförmig oder rundlich- eiförmig. 

aa. Blättchen am Grunde meist breit, abge- 
rundet, meist etwas behaart, mit breiten, 



— 248 — 

abstehenden Zähnen. Nebenblätter flach ausgebreitet, 
mit spitzen Ohrchen drüsig-bewimpert. Blütenstiele 
knrz, so lang oder kaum länger als die Frucht; die 
gestielten Drüsen derselben sind ungleich, teilweise 
kleinstachelig und als solche oft unter den Blüten- 
stand hinabsteigend. Blumenkrone klein. Griffel 
kurz, frei. Hagebutte länglich- bis kugelig-eiförmig, 
nach dem Abfallen des Kelchsaumes schwärzlich, knor- 
pelig. Blütezeit Juni. 1V 2 bis 2 Meter hoher, ge- 
drungen-kurzästiger Strauch. Auf trockenen Hügeln, 
an Waldrändern, in Gebüschen; nicht selten. R. rubi- 
ginosa L., Weinrose.*) 

Nach der Tracht können 2 Formen unterschieden 
werden : 

f nmbellata L e e r s , Doldenblütige Weinrose ; Strauch 
gedrungen, kurzästig, nicht selten mit ungleichen 
Stacheln. Blüten öfters zu 3 bis 7, selbst 15 
beisammen. 

ff comosa Rip, Kopfige Weinrose; Äste und Stacheln 
länger. Blüten zu 1 bis 3. Blattzähne etwas spitzer, 
Kelchzipfel länger und schmäler als an voriger. 

Eine alpine Zwergform mit fast geraden Stacheln 
ist var. rotundifolia Rau, Rundblätterige Wein- 
rose, eine alpine Zwergform mit sehr ungleichen 
var. pimpinelloi'des G.Meyer, Bibernellblätterige 
Weinrose. 

bb. Blättchen eiförmig, am Grunde etwas keilig; Zähne 
tief eindringend und etwas vorwärts-gerichtet. Blüten- 
stiele lang. Blumenkrone gross. Griffel lang. 
Stacheln ungleich. Blütezeit Juni. Bei Genf. (R. gallica 
x sepium Rapin: R. Kluckii Grenier; R. formulosa 
Grenier.) R. anisopoda Christ, Ungleichstielige 
Rose. 
b. Blättchen länglich, am Grunde oft etwas keilig, dunkel- 
grün, fast kahl. Drüsen auf der Blattunterseite weniger 
zahlreich und kleiner als an R. rubiginosa L.; desgleichen 
Blattzähne etwas feiner und mehr genähert, und Blüten- 



*) Tafel 414B. Rosa rubiginosa L. B Blütenzweig. 2 und 3 Staub- 
blätter; 4 Hagebutte. 2 und 3 vergrössert. 



— 249 — 

stiele länger; Stieldrüsen der Blütenstiele einander ziem- 
lich gleich, bisweilen sparsam. Hagebutten meist läng- 
lich. Strauch locker, mit verlängerten, hin- und herge- 
bogenen Asten und meist gleichförmigen Stacheln. Blüte- 
zeit Juni. Basel, Schaffhausen. R. flagellaris Christ, 
Rntenästige Rose. 
bb. Kelchzipfel an der Frucht zurückgeschlagen, meist vor oder bei 

beginnender Färbung der Frucht abfallend. Griffel kahl oder 

fast kahl. Sträucher lockerästig, Aste bogig. 

act. Stieldrüsen der Blütenstiele nicht teilweise in Stacheln um- 
gebildet. Blättchen klein, länglich, am Grunde oft etwas 
keilig, kahl oder nur unterseits am Mittelnerv behaart; 
deren Zähne spitz, einander ziemlich genähert. Blütenstiele 
ziemlich lang; Stieldrüsen derselben ziemlich gleichförmig. 
Hagebutte länglich. Stacheln gleichförmig. Blumenkrone 
ziemlich lebhaft gefärbt. Blütezeit Mai. In der Schweiz 
hier und da. (R. Hystrix Lemaire.) R. Lemanii Boreau, 
Genfer Rose. 

ßß. Stieldrüsen der Blütenstiele zum Teil in kleine Stacheln 
umgebildet. 

Q. Blättchen mittelgross oder klein, eiförmig, weich, hell- 
grün, mehr oder weniger behaart. Blütenstiele ziemlich 
lang; deren Stieldrüsen einander ziemlich gleich, seltener 
ungleich, (var. permixta Deseglise, Ungleichstachelige 
Kleinblütige Rose.) Blumenkrone blassrot. Hagebutte 
eiförmig, scharlachrot. Blütezeit Juni, Juli. In der 
Schweiz und Süddeutschland hier und da. R. micrantha 
Smith, Kleinblütige Rose. 

Die Form R. nemorosa Libert, Kleinblütige Hainrose, 
hat grosse Blättchen. R. diminnta Boreau, Klein- 
blätterige Kleinblütige Rose, hat kleine Blättchen und 
kleine Blütchen. 

6. Blättchen mittelgross, eilänglich, etwas derb, oberseits 
dunkelgrün, unterseits bleicher, fast kahl. Drüsen der 
Blattunterseite, besonders an den oberen Blättern der 
Blütenzweige oft etwas sparsamer, gestielt. Blütenstiele 
oft auffallend lang und etwas gekrümmt; Stieldrüsen 
derselben ungleich, teilweise kleinstachelig und als solche 
oft unter den Blütenstand herabsteigend. Hagebutte 
eirund, oberwärts etwas halsförmig. Blütezeit Juni. 

Thom«, Flora. III. 32 



— 250 — 

Schweiz; selten. (R. hispanica Christ; R. viscidula 
Grenier.) R. viscida Puget, Klebrige Rose. 

bb. Blütenstiele stets, Rücken der Kelchzipfel meist kahl. 

aa. Kelchzipfel an der Frucht aufgerichtet und wenigstens bis znr 
Färbung der Frucht bleibend. Griffel wollig, kurz, kopfig. — 
Blättchen länglich oder oval, nach dem Grunde zu mehr oder 
weniger keilförmig, nach vorne verbreitert und oft stumpf lieh. 
Zweigspitzen oft rötlich. Blütezeit Juni. In der Westschweiz 
wohl ziemlich verbreitet (in Deutschland übersehen?). R, gra- 
veolens Grenier, Starkdiiftende Rose. 

Besondere Formen sind: 

(ca. Blattstiel fast filzig. 

a. Blattzähne spitzlich. Blütenstiel nicht behaart. R. che- 
riensis Deseglise, Spitzzähnige Starkdiiftende Rose. 

6. Blattzähne stumpf. Blütenstiele behaart. R. Billetii 
Puget, Billets Rose. 

ßß. Blattstiel fast kahl. R. Jordani Deseglise, Jordans 
Rose. 

bb. Kelchzipfel an der Frucht zurückgeschlagen und zeitig abfallend. 

Griffel kahl, seltener behaart. 

aa. Blättchen länglich oder schmal-elliptisch, meist nach beiden 
Seiten, stets nach dem Grunde hin verschmälert. Blumen- 
krone fast stets weiss. Blütezeit Juni. Auch als Abart von 
R. rubiginosa angesehen, doch von ihr, von R. micrantha 
und derrn Verwandten durch die kahlen Blütenstiele zu 
unterscheiden. Wohl verbreitet. (R. agrestis Savi.) R. sepinm 
Thuillier, Hecken-Rose. 

Besondere Formen sind: 

a. Blättchen ziemlich klein, schmal -elliptisch, an beiden 
Enden verschmälert, fast kahl; mit tief eindringenden, 
zugespitzten, vorwärtsgerichteten Zähnen. Griffel kahl. 
Hanptform der Heken-Rose. 

b. Blättchen grösser, hellgrün, länglich, vorn breiter, 
stumpfer, behaart; deren Zähne weniger tief und stumpfer. 
Griffel behaart. Strauch oft niedrig und grossblütig. 
var. pnbescens Rapin, Behaarte Hecken-Rose. 

C. Blättchen gross, elliptisch- umgekehrt-eiförmig, fast kahl; 
Zähne wenig tief eindringend. Drüsen auf der Blatt- 



— 251 — 

Unterseite sparsam. Blütenzweige wehrlos. Unterwallis. 

var. mentita Deseglise, Täuschende Hecken-Rose. 
ßß. Blättchen eiförmig, am Grunde abgerundet. Drüsen der 
Blattunterseite oft etwas sparsam. Blütezeit Juni. Süd- 
westschweiz. R. abscondita Christ, Verborgene Rose. 

g. Rosen unsicherer Verwandtschaft. (S. S. 241.) 

a. Blütenstiele kahl. — Blumenkrone weiss oder blassrosenrot. Griffel be- 
haart, selten ganz kahl. Stacheln breit, gekrümmt. Kelchzipfel an der 
Frucht zurückgeschlagen, deren Anhängsel breit und zahlreich. Blätt- 
chen doppelt -gezähnt, unterseits zerstreut- drüsig, rundlich. Blütezeit 
Juni. In der Schweiz wohl verbreitet. (R. tomentosa x dumetorum 
Gaudin.) R. tomenteil a Lemaire, Filzliche Rose. 

Verschiedene Formen sind:; 

aa. Blättchen eiförmig oder rundlich-eiförmig, meist beiderseits graulich- 
behaart. Zähne wenig tief eingeschnitten, abstehend. Hanptfonn 
der Filzlichen Rose. 

bb. Blättchen länglich, oft beidendig etwas spitz, schwächer behaart. 
Zähne spitzer, var. affinis Rau, Verwandte Filzliche Rose. 

cc. Blättchen eben so gestaltet, aber ganz kahl. var. nuda Gremli, 
Nackte Filzliche Rose. 

dd. Blättchen wie die der Hauptform, aber wenig behaart bis fast ganz 
kahl; Zähne tiefer eingeschnitten, vorwärts gerichtet. Griffel fast 
oder ganz- kahl. var. concinna Puget, Zierliche Filzliche Rose. 

ee. Zweige mit einzelnen borstenförmigen Stacheln. var. Borreri 
Woods, Borreris Rose. 

h. Blütenstiele mit gestielten Drüsen. 

aa. Kelchzipfel an der Hagebutte zurückgeschlagen, zeitig abfallend. 

aa. Griffel kahl. Stacheln sichelförmig-gekrümmt, selten fast gerade. 
Blumenkrone klein oder mittelgross, weiss oder blassrosenrot. 

aa. Blättchen klein, etwas derb, glänzend, kahl oder fast kahl, 
elliptisch. Zweige dünn, oft rötlich, hin- und hergebogen; 
die blütentragenden stachelig. Blütezeit Juni. Wallis. 
(R. hispanica Christ.) R. Ponzini Trattinik, Pouzinis 
Rose. 

ßß. Blättchen ziemlich gross, dünn, wenigstens unterseits auf den 
stärkeren Nerven behaart, eiförmig. Blütenzweige stachellos. 



— 252 — 

Blütezeit Juni, Wallis. (R. Bloendaeana Delas.) R. valesiaca 
Puget, Walliser Rose. 

Hierher vielleicht die auch als Abart zu R. tomentella 
gerechnete R» tirolieiisis Kerner, Tiroler Rose. 

bb. Griffel behaart. Stacheln fast gerade, meist sparsam. Blumen- 
krone gross, sattrosenrot, an R. gallica erinnernd. Strauch meist 
niederig. 

aa. Blättchen beiderseits kahl, elliptisch, spitz oder zugespitzt, 
derb, fast dreifach -gezähnt. Zähne spitz oder zugespitzt, 
schief abstehend oder vorwärts gerichtet. Kelchzipfel auf 
dem Rücken weichdrüsig und zahlreiche, schmale Anhängsel 
tragend. Hagebutte länglich oder oval. Bis 1 Meter hoch, 
mit bereiften Zweigen. Auf steinigen Abhängen; selten; 
namentlich im Gebiete des Rheines. (R. Godeti Grenier; 
R. gallica x canina?) R. trachyphylla Rau, Rauhblätterige 
Rose. 

ßß. Blättchen wenigstens unterseits mehr oder weniger behaart, 
oft sehr gross und unterseits mit reichlichen Drüsen; breit- 
elliptisch, am Grunde abgerundet oder fast herzförmig, kurz, 
spitz oder stumpf lieh. Zähne abstehend oder schief-abstehend. 
Hagebutte kugelig oder kreiseiförmig. Blütezeit Juni. Zer- 
streut. (R. Jundzilliana Besser; R. aspreticola Gremli; 
R. gallica x rubiginosa?) Genf, Schaffhausen. R. Jund- 
zilli Besser, Jundzillis Rose. 

ib. Kelchzipfel an der Frucht abstehend oder aufwärts. gerichtet, wenig- 
stens bis zur Färbung der Frucht stehenbleibend. Griffel behaart, 
aa. Blättchen ganz kahl, etwas von einander entfernt und öfter 
etwas rötlich überlaufen. Stacheln schwach-gekrümmt. Blüte- 
zeit Juni. Schweiz; selten. (R. Laggeri Puget.) R. alpestris 
Rapin, Alpen-Rose. 

bb. Blättchen mehr oder weniger behaart, wenigstens der Blattstiel 
behaart. 

aa. Blättchen zerstreut-behaart, oberseits kahl. 

Ct. Blättchen klein oder mittelgross, oval oder länglich, vorn 
oft stumpf lieh, etwas entfernt voneinander, trübgrün, 
unterseits bläulich-grau. Blattstiel filzig, mit fast sitzen- 
den Drüsen. Blattzähne wenig tief eindringend, abstehend. 
Stacheln mehr oder weniger, aber oft schwach gekrümmt. 
Blütezeit Juni. Berge und Voralpen der Schweiz, wohl 



— 253 — 

verbreitet. R. abietina Grenier, Nadelholzliebende 
Rose. 

6. Blättchen gross, eiförmig oder meist länglich. Stacheln 
fast oder ganz gerade, lang, schlank. Kelchzipfel mit 
etwas verbreitertem Endanhängsel. 

aa. Hagebutte klein, fast kugelig, oberwärts zusammen- 
gezogen. Blütenstiele ziemlich kurz, oft zu mehreren. 
Stacheln etwas gekrümmt. Von der ähnlichen 
R. trachyphylla durch behaarte Blattstiele und an 
der Hagebutte abstehende oder aufwärts gerichtete 
Kelchzipfel unterschieden. Blütezeit Juni. Auf 
Bergen und Voralpen in der Schweiz; selten. 
(R. glauca x tomentosa? Favrat.) R. Cotteti Puget, 
Cottetis Rose. 

b6. Hagebutte gross, oberwärts halsförmig verengert. 
Blütenstiele lang, meist einzeln. Zähne der Blättchen 
tief eindringend, fein - zugespitzt , vorwärts -gerichtet, 
reichdrüsig. Stacheln sparsam, gerade, am Grunde 
plötzlich verbreitert. Drüsen auf der Blattunterseite 
oft etwas gestielt. Berge und Voralpen der Schweiz; 
nicht selten. R. spinuiifolia Dematra, Dörnchen- 
blätterige Rose. 

Blättchen filzig-behaart, oberseits nie kahl. 

Ct. Blättchen klein oder mittelgross, eiförmig oder rundlich- 
eiförmig, seltener länglich; das Endblättchen kaum grösser 
als die Seitenblättchen. Stacheln meist etwas gekrümmt. 
Hierher mitunter R. abietina Grenier, s. vorhin. 

6. Blättchen gross, graulich, länglich, seltener eiförmig; das 
Endblättchen öfter merklich grösser als die Seitenblätt- 
chen. Stacheln gerade oder fast gerade, lang, schlank. 

h. Villosae, Zottige Rosen. (S. S. 241.) 

f Strauch gedrungen, mit kürzeren, geraden Asten. 
Blütenstiele kurz. Krone lebhaft rosenrot. — Kelch- 
zipfel au der Hagebutte aufrecht bis zur Reifezeit 
bleibend und oft fortwachsend. Griffel wollig. Früchte 
früh markig werdend, bisweilen etwas nickend. 

Aa. Kelchröhre nebst Blütenstielen von derben, stachel- 
ähnlichen, gestielten Drüsen meist dicht be- 
deckt. Blättchen meist gross, fast gleichbreit- 



— 254 — 

länglich oder elliptisch, am Grunde abgerundet. Hagebutte gross, 
meist kugelig-borstig. 1 / 2 bis l*/ 2 ni hoher Strauch. Blütezeit 
Juni. In GebirgsA* aldungen verbreitet; im Jura und im Norden 
selten. R. pomifera Herrmann, ApfelfrücMige Rose. 
Formenreiche Pflanze: 

Hauptform: Blättchen gross, dicht behaart, beiderseits 
drüsenlos. 

var. recondita Puget, Neue ApfelfrücMige Rose. Blättchen 
gross, behaart, unterseits reich mit kleinen, blassen Drüsen besetzt. 

var. proxima Cotteti (mollis x pomifera?) Nächststehende 
ApfelfrücMige Rose. Blättchen gross, behaart, unterseits reich- 
drüsig oder beiderseits drüsig, aber breiter, oft etwas spitz. 
Blattstiele mit zahlreichen, gestielten Drüsen und ungleichen 
Stachelchen, welche nebst dem Haarfilz teilweise auf die Zweige 
herabsteigen. Stacheln zahlreich, unter den Blattstielen oft ge- 
häuft. Schweiz; selten. 

var. Orenieri Deseglise, Greniers ApfelfrücMige Rose. Blätt- 
chen kleiner und oft etwas schmäler oder fast keilförmig, dicht, 
fast schimmernd behaart; Blattunterseite ohne oder mit zerstreut- 
stehenden gefärbten Drüsen. 

var. Gaudini Puget, Gaudins ApfelfrücMige Rose. Blättchen 
gross, fast kahl, unterseits reichdrüsig oder beiderseits drüsig, 
mit gefärbten Drüsen und breiteren Zähnen. 

var. friburgensis Lagger, Freiburger ApfelfrücMige Rose. 

Blättchen kleiner, fast kahl, unterseits reichdrüsig oder beiderseits 
drüsig. Drüsen etwas gestielt. Blattzähne spitz, reichdrüsig. 

Bb. Kelchröhre nebst Blütenstielen mit schwächeren, selten (var. 
spinescens Christ, Stachelige Weichbehaarte Rose) fast 
stacheligen, gestielten Drüsen. Blättchen runzelig, meist kleiner, 
genäherter und oft breiter als an voriger Art, eiförmig oder 
umgekehrt -eiförmig, dicht und weich, oft schimmernd behaart, 
mit ziemlich kurzen, genäherten, weichdrüsigen Zähnen. Nie- 
deriger Strauch, mit oft bereiften und rot überlaufenen Asten. 
Hagebutte oft birnförmig oder keulig, knorpelig. Blütezeit Juni 
Berge und Voralpen der Schweiz. (R. mollissima Fries; R. ciliato- 
petala Koch; R. amissa Deseglise.) R, mollis Smith, Weich- 
behaarte Rose. 
ff Strauch locker; mit längeren, bogigen Ästen. Blütenstiele massig 
lang oder lang. Krone hellrosenrot bis fast weiss. Diskus der Hage- 
butte ziemlich breit. Stacheln oft etwas gebogen. 



— 255 — 

Aa. Hagebutte eilänglich, oberwärts deutHch halsförmig verdünnert; 
Kelchzipfel an derselben aufgerichtet, bleibend. Griffel wollig. 
Blättchen oft gross und zuweilen zu 9, einander genähert und 
oft berührend. Stachelm meist sparsam, stets gerade. Blütezeit 
Juni. Berge und Voralpen der Schweiz; selten. (R. alpina x 
tomentosa Gremli.) R. vestita Godet, Bekleidete Rose. 

Bb. Hagebutte länglich, eirund oder kugelig, oberwärts nicht hals- 
förmig verschmälert, markig. Kelchzipfel an derselben abstehend 
oder aufgerichtet, meist vor der Fruchtreife abfallend. Griffel 
kahl oder behaart. Blättchen meist etwas voneinander entfernt. 
Stacheln gerade oder etwas gekrümmt. Blütezeit Juni. An 
Hecken und Waldrändern, in Gebüschen; häufig. (R. villosa 
Ehrhart.) R. tomentosa Smith, Filzige Rose. 

Besondere Abarten sind: 

var. Smitliinna Seringe, Smiths Filzige Rose. Blättchen 
unterseits dicht behaart, weich anzufühlen, drüsenlos, doppelt- 
gezähnt; Zähne breit. Kelchzipfel vor der Reifezeit abfallend. 
Hagebutte oval oder länglich. 

var. subglobosa Smith (ciliatopetala Godet; dimorpha Grenier; 
dumosa Puget) Kugelfrüchtige Filzige Rose. Blättchen unterseits 
dicht behaart, weich anzufühlen, drüsenlos, unregelmässig bis 
einfach gezähnt. Kelchzipfel stark entwickelt, länger bleibend. 
Hagebutte kugelig. Blütenstiele oft zu mehreren. 

Eine Form hiervon mit filzigen Blütenzweigen ist var. micans 
Deseglise, Schimmernde Filzige Rose. 

var. collivaga Cotteti (coriifolia x tomentosa?), Hügelliebende 
Filzige Rose. Blättchen unterseits dicht angedrückt-filzig, drüsen- 
los, doppelt - gezähnt. Kelchzipfel bis zur Reifezeit bleibend. 
Blütenstiele kurz. 

var. decolorans Christ, Sich verfärbende Filzige Rose. Blätt- 
chen unterseits dicht behaart; drüsenlos oder fast drüsenlos, un- 
regelmässig bis fast einfach gezähnt, mit nur wenig tief ein- 
dringenden, fast stumpfen Zähnen. Kelchzipfel bis zur Reifezeit 
bleibend. Hagebutte umgekehrt-eiförmig, klein. 

var. scabrinscnla Smith, Rauhe Filzige Rose. Blättchen 
unterseits weniger behaart, aber [mit mehr oder weniger zahl- 
reichen Drüsen; daher etwas rauh anzufühlen, entschieden dop- 
pelt gezähnt; Zähne ziemlich spitz, reichdrüsig. Kelchzipfel vor 
der Reifezeit abfallend. Griffel schwach behaart bis fast kahl. 



— 256 — 

var. cristata Christ (var. Andreovi Deseglise), Kainmblätterige 
Filzige Rose. Kelchröhre auf der ganzen Fläche dicht mit ge- 
stielten Drüsen besetzt. Blättchen doppelt gezähnt. Kelchzipfel 
aufgerichtet, bleibend. 



l cr 



i. Caninae, Hundsrosen. (S. S. 241.) 

1. Blättchen beiderseits oder wenigstens unterseits auf den stärkeren Nerven 
und am Blattstiel behaart. 

a. Stacheln lang, gerade, schlank, am Grunde plötzlich verbreitert. 
Blättchen gross, länglich oder länglich- eiförmig, meist unterseits grau- 
lich-filzig. Blütenstiele mit gestielten Drüsen. Hierher einzelne Formen 
der Abteilung h. Villosae. 

b. Stacheln mehr oder weniger gekrümmt, teilweise auch fast gerade, aber 
kürzer, am Grunde meist mehr allmählich verbreitert. Blättchen rund- 
lich, eiförmig oder elliptisch. 

aa. Griffel ein längliches, kahles, besonders zur Fruchtzeit wegen der 
kegelförmig erhöhten Scheibe fast säulenförmig vortretendes Köpf- 
chen bildend. Blütenstiele verlängert, öfter zu mehreren, mit kurzen, 
gestielten Drüsen. Blumenkrone hellrosenrot oder weiss. Blättchen 
gross, elliptisch, glänzend, einfach gezähnt. Stacheln breit, stark 
gekrümmt. Blütezeit Juli. In der Schweiz ; selten. Der verklebten 
Griffel halber auch als Abart von R. repens angesehen, von der- 
selben aber durch aufrechte Aste leicht zu unterscheiden. (R. sy- 
styla Bastard.) R. stylosa Desvaux, Griffelsäulige Rose. 

bb. Griffel ein fast halbkugeliges, bisweilen etwas vorragendes Köpfchen 
bildend oder frei. 

aa. Kelchzipfel an der Hagebutte zurückgeschlagen und zeitig 
abfallend. 

aa. Blättchen doppelt gezähnt. Hier könnten R. tomentella, 
R. dumetorum und R. abietina gesucht werden. 

ßß. Blättchen einfach gezähnt. 

a. Blütenstiel mit gestielten Drüsen. 

aa. Strauch 1 bis l 1 .^ m hoch, gedrungen, laubreich. 
Blumenkrone lebhaft rosenrot. Blütenstiele massig 
lang, dicht mit gestielten Drüsen besetzt. Blättchen 
dunkelgrün, eiförmig, am Grunde abgerundet. Blüte- 
zeit Juni. Schaff hausen. R. collina Ja c quin, 
Hügel -Rose. 



— 257 — 

Eine Abart mit nadelförmigen Stacheln und 
zweipaarigen Blättern ist R. Boreykiana Besser, 
Boreys Rose. 

bb. Strauch meist höher, lockerästig. Blüten weiss oder 
sehr blassrot. Blütenstiele lang, meist nur mit 
zerstreutstehenden, gestielten Drüsen. Rücken der 
Kelchzipfel kahl. Blättchen elliptisch. Hieher 
R. dumetorum (siehe folgende). 
6. Blütenstiel kahl. 

cm. Blättchen elliptisch oder eiförmig, spitz oder zu- 
gespitzt, beiderseits oder nur unterseits behaart. 
Blütenstiele verlängert. Griffel behaart bis kahl. 
Strauch meist lockerästig. Blumenkrone weiss. Blüte- 
zeit Juni. Verbreitet. Von canina fast nur durch 
behaarte, fast stets einfach und drüsenlos gezähnte 
Blättchen unterschieden und daher auch wohl als 
Abart dahin gerechnet. R. dumetorum T hui Hier, 
Busch -Rose. 

Hauptform: Stacheln sparsam; Blattstiele meist 
wehrlos. Blättchen gras- oder etwas gelblichgrün, 
etwas derb, glänzend. Hagebutte meist länglich. 

var. Deseglisei Boreau, Deseglises Busch-Rose. 

Blütenstiele mit gestielten Drüsen. 

var. nrbica Lemaire (platyphylla Rau), Stadt- 
liebende Busch -Rose. Stacheln etwas zahlreicher. 
Blättchen oft etwas bläulich-grün, nur unterseits auf 
den Nerven behaart, dünner; Zähne spitzer als an 
der Hauptform. Hagebutte eirund oder kugelig. 

var. mollis Christ, Weiche Busch-Rose. Blätter 
dicht grauhaarig; Griffel fast kahl. 

var. pseudocollina Christ, Der Hügel-Rose ähn- 
liche Kusch-Rose. Stacheln zahlreich. Blütenstiele 
reichlich mit gestielten Drüsen besetzt. 

var. brevissiina Christ, Kurz blätterige Bnsck- 
Rose. Blätter rundlich. Stacheln breit. 

bb. Blättchen elliptisch -umgekehrt -eiförmig, am Grunde 
oft etwas keilig und vorne verbreitert oder stumpf- 
lich, beiderseits dicht behaart, graulich. Blütenstiele 
massig lang, meist etwas kürzer als an voriger. 

Thom«, Flora. IIL 33 



— 258 — 

Griffel wollig. Hagebutte fast kugelig. Strauch 
gedrungen. Blütezeit Juni. Schaffhausen. R. sca- 
plmsiensis Christ, Schaff hansener Rose. 

lob. Kelchzipfel an der Hagebutte abstehend oder aufgerichtet, 
wenigstens bis zu deren Färbung bleibend. 

aa. Blütenstiele mit gestielten Drüsen, massig lang oder kurz. 
Griffel behaart bis fast kahl. Blättchen unregelmässio' 
doppelt- gezähnt. Zähne nicht tief eindringend. Hierher 
ß. abietina (vergl. S. 253). 

ßß. Blütenstiele kurz, kahl, seltener mit gestielten Drüsen. 
Griffel wollig, kurz, kopfformig. 

ii. Blättchen elliptisch-umgekehrt- eiförmig, am Grunde oft 
etwas keilig und besonders die seitlichen vorne etwas 
verbreitert und stumpflich, meist dicht- und angedrückt- 
graulich- filzig. Blattzähne meist einfach. Blumenkrone 
sattrosenrot. Blütenstiele von den grossen Deckblättern 
verdeckt. Stacheln derb, sichelförmig. Blütezeit Juni. 
Im südlichen Teile des Gebietes ziemlich verbreitet, im 
mittleren (Schlesien) und nördlichen (bei Hamburg) zer- 
streut. R. coriifolia Fries, Haselnnssblätterige Rose. 
Abarten sind: 

var. homologa Grenier, Doppeltgezähnte Haselnnss- 
blätterige Rose. Blättchen doppelt gezähnt. 

var. Bovernierana Crepin, Boverniers Haselnnss- 
blätterige Rose. Blütenstiele und Kelchzipfel mit ge- 
stielten Drüsen. Blättchen unregelmässig gezähnt, gelb- 
grün. Wallis. 

var. cinerea Kap in (R. coriifolia x mollis?), Asch- 
farbene Haselnnssblätterige Rose. Blütenstiele und 
Kelchzipfel drüsig. Blattzähne und Blattstiele reich- 
drüsig. Stacheln an üirem Grunde plötzlich verbreitert. 
Südwestschweiz; selten. 

var. Bellevallis Puget, Kahle Haselnnssblätterige 
Rose. Blättchen oberseits kahl, unterseits graugrün, 
nur auf dem Mittelnerv behaart. Blumenkrone bin- 
Schweiz; selten. 

b. Blättchen elliptisch, nach beiden Seiten etwas verschmä- 
lert, zerstreut behaart bis fast kahl, freudig- oder etwas 
gelblich- grün. Blattzähne einfach oder mit vereinzelten 



— 259 — 

Drüsen, tief eindringend. Blunienkrone blass- rosenrot. 
Stacheln zahlreich, schlank, fast gerade. Blütezeit Jnni. 
(R. sclerophylla Christ.) Waadt und Wallis. R. pseud- 
opsis Grenili, Täuschende Rose. 

2. Blättchen beiderseits kahl, höchstens am Rande mit vereinzelten Haaren. 

'/. Kelchzipfel an der Hagebutte abstehend oder aufgerichtet, wenigstens 
bis zu deren Färbnng bleibend. Bergbewohnende Arten oft mit 
bläulich-bereiften Zweigen und rötlich-überlaufenen Blattnerven, Neben- 
und Deckblättern. 

aa. Stacheln kräftig, mehr oder weniger sichelförmig gekrümmt. Kelch- 
zipfel meist fiederspaltig. Blütenstiele kurz, meist kahl. Von ihren 
Verwandten canina, coriifolia und dumetorum verschieden durch 
gedrungeneren Wuchs, kürzere, von den grossen Deckblättern ver- 
deckte Blütenstiele, lebhafter rosenrote Kronen, an der Frucht auf- 
gerichtete, länger bleibende Kelchzipfel und kürzere, dichtwollige 
Griffel. Blättchen elliptisch -umgekehrt -eiförmig, am Grunde oft 
etwas keilig und besonders die seitlichen vorne etwas stumpf. 
Hagebutte ziemlich gross, meist kugelig oder die mittlere birn- 
iörmig und früher markig werdend. Blütezeit Juni. Auf Bergen 
und Voralpen im südlichen Teile des Gebietes. (R. vogesiaca 
Desportes; R. Reuteri Godet.) R. glauca Villars, Blaugrüne Rose. 

Formenreiche Pflanze: 

var. myriacaiitha Christ, Vielzähnige Blaugrüne Rose. Blätt- 
chen doppelt gezähnt. 

var. caballicensis Puget, Stieldrüsige Blaugrüne Rose. Blüten- 
stiele mit gestielten Drüsen. 

var. hispidior Christ, Rauhe Blaugrüne Rose. Blütenstiele 
stacheldrüsig. 

var. pilosula Christ, Etwas behaarte Blaugrüne Rose. Blätt- 
chen unterseits am Mittelnerv behaart. 

var. falcata Puget, Sichelförmige Blaugrüne Rose. Hagebutte 
1 anglich - bi rnf örmig. 

hl). Stacheln schlanker, fast oder ganz gerade, immer plötzlich in 
einen mehr oder weniger verbreiterten Grund zusammengezogen. 
Kelchzipfel ohne oder mit meist schmäleren Anhängseln. 

aa. Kelchzipfel meist ungeteilt. Blütenstiele meist ziemlich laug 
und zu mehreren, kahl, selten mit einzelnen gestielten Drüsen. 
Hagebutte klein, kugelig. Blättchen elliptisch, am Grunde 
etwas keilförmig und ganzrandig, im übrigen stets einfach 



— 260 — 

gezähnt, mit vorwärts gerichteten Zähnen, hechtblau, rot über- 
laufen. Blumenkrone lebhaft rosenrot. Stacheln sparsam. 
Blütezeit Juni. Auf Alpen und Voralpen und im Jura von 
Genf bis Basel. (R. rubrifolia Villars.) R. ferruginea Villars, 
Rostblätterige Rose. 

bb. Kelchzipfel mehr oder weniger fiederspaltig. Blütenstiele meist 
zu 1 bis 2 und mit gestielten Drüsen. Hagebutten gross, meist 
länglich oder eirund, oberwärts oft etwas halsförmig. 

aa. Blattstiele mit zerstreuten, gestielten Drüsen bis kahl. 
Blumenkrone rosenrot. Blättchen länglich- elliptisch, zu- 
gespitzt einfach oder doppelt gezähnt. Zähne zugespitzt, 
nach vorne gerichtet. Stacheln lang, gerade. Blättchen 
bisweilen zu 9. Blütezeit Juni. Auf Bergen und Voralpen 
der Schweiz; selten. (R. alpina X glauca ?) R. salae- 
vensis Rapin, Rose vom Mt. Saleve. 

ßß. Blütenstiele und Kelchröhre meist dicht mit fast klein- 
stacheligen, gestielten Drüsen bedeckt (wie bei pomifera). 
Blumenkrone blass-rosenrot Blättchen etwas entfernt von 
einander, klein, rundlich -eiförmig, stumpf; seltener etwas 
grösser und spitz; doppelt gezähnt, Zähne nicht tief ein- 
dringend, abstehend, seltener tiefer und spitzer. Stacheln 
meist etwas gekrümmt. Blütezeit Juni. Auf Bergen und 
Voralpen der Südwestschweiz. R. montana Chaix, Berg- 
Rose. 

Besondere Formen sind: 

var. Rionii Delas, Rions Berg -Rose mit kugeliger 
Hagebutte. 

var. sanguisorbella Christ (R. montana x rubiginosa ?), 
Wiesenknopf- Berg -Rose; zwergig. Blättchen klein mit 
zerstreuten Drüsen. 

b. Kelchzipfel an der Hagebutte zurückgeschlagen, fast derselben an- 
gedrückt, zeitig abfallend. Blütenstiele ziemlich lang. Stacheln ge- 
krümmt. 

aa. Blütenstiele dicht mit gestielten Drüsen besetzt. Pflanze blaulich- 
grün und etwas violett-rot überlaufen, wie bei montana; aber 
Stacheln breiter, gekrümmt, gestielte Drüsen der Blütenstiele 
weniger stark; Anhängsel der Kelchzipfel breiter; Blättchen etwas 
grösser, spitzer; die der oberen Blätter fast einfach gezähnt. 
(R. canina x montana ?) R. Chavini Rapin, Chavins Rose. 







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— 261 — 

bh. Blütenstiele kahl, mit zerstreuten, gestielten Drüsen, seltener reich- 
drüsig, aber dann die Blätter meist grün. 

aa. Blumenkrone weiss. Anhängsel der Kelchzipfel fast drüsenlos. 
Griffel kahl. Blättchen dunkelgrün, glänzend, einfach oder 
unregelmässig gezähnt. Stacheln zerstreut, stark gekrümmt. 
Blütezeit Juni. Am Genfer See. R. glaberrima Dümortier, 
Glatteste Rose. 

bb. Blumenkrone blassrosenrot oder weiss. Anhängsel der Kelch- 
zipfel mehr oder weniger drüsig. Griffel meist behaart, selten 
kahl. Blätter gras- oder bläulich -grün. Hagebutte länglich, 
eiförmig oder kugelig. Alle diese Verschiedenheiten vereinigen 
sich mannigfach, sodass diese Art in zahlreiche Formen 
zerfällt, aus denen Deseglise über 50 Arten darstellte. Blüte- 
zeit Juni. Verbreitet. R. canina L., Hundsrose.*) 

Hervorragende Abarten sind: 

var. Lutetiana Lemaire, Pariser Hundsrose, Blättchen ein- 
fach gezähnt. Blattstiele kahl. 

var. dumalis Bechstein, Gebüsch - Hundsrose Blättchen 
doppelt -gezähnt. Blütenstiele kahl. Blattstiele, Rand der 
Nebenblätter und der Kelchzipfel ziemlich reichdrüsig. 

var. andegavensis Bastard, Andegavische Hundsrose. Blätt- 
chen einfach-gezähnt. Biütenstiele mit gestielten Drüsen. 

var. adenotricha Gremli (hirtella und verticillacantha Cürist), 
Drüsenhaarige Hundsrose. Blättchen doppelt-gezähnt. Blüten- 
stiele mit gestielten Drüsen. Griffel ziemlich kahl, oft auf 
etwas erhöhter Scheibe. 

var. orthacantha (firmula und dolosa Godet; mucronulata 
Deseglise), Geradstachelige Hundsrose, mit ziemlich schlanken, 
ganz oder fast geraden Stacheln. 

Ausser diesen zahlreichen Arten, unter denen manche Bastarde sein 
mögen, sind zahlreiche Bastarde beobachtet worden. 

I. Kelchzipfel an der Hagebutte zurückgeschlagen. 

a. Stacheln ungleich, d. h. mit eingemengten kleineren, borstenförmigen 
Stacheln. Hierher die Bastarde der R. gallica, kenntlich an den 
oft nur fünfzähligen, grossen Blättchen, langen, mit gestielten Drüsen 



*) Tafel 415. Rosa canina L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten- 
knospe; 2 Blumenblatt; 8 Blütenlängsschnitt; 4 Narbenköpfchen; 5 einzelner 
Stempel; 6 Früchtchen; 7 Früchtchen im Längsschnitt. 4 bis 6 vergrössert. 



— 262 — 

besetzten Blütenstielen, den meist grossen, flatterig- offenen und oft 
lebhaft gefärbten Blumenkronen und den fehlschlagenden Hage- 
butten. 

1. Blättchen Unterseite reichdrüsig. R. gallica x rubiginosa (con- 
sanguinea Grenier). 

2. Blättchen Unterseite drüsenlos, seltener auf den Seitennerven sehr 
sparsam drüsig. 

R. arvensis x gallica (R. spectabilis Rapin; R, ambigens Gremli). 
R. canina X gallica (R, depressa Gremli: R. transmota Crepin; 

R. psilophylla Reuter). 
R. gallica x repens. 
R. gallica x mollis. 
R. gallica x tomentosa (R fimbriata Gremli; R. genevensis 

Deseglise). 

b. Stacheln gleichförmig. 

1. Blättchen unterseits reichdrüsig. 

R. micrantlia x sepiuni. 
R. sepiuni x tomentosa. 

2. Blättchen Unterseite auf den Seiteunerven drüsenlos. 
R. arvensis x canina. 

R. dnmetoruni x gallica. 

II. Kelchzipfel an der Hagebutte aufgerichtet. Hierher namentlich die 
Bastarde der pomifera und der alpina. 

1. R. cinnamomea x pomifera (R. anoplantha Christ). 
R. coriifolia x pomifera (R. Semproniana Favrat). 
R. ferrnginea x pomifera (R. Franzonii Christ). 

R. glauca x pomifera (R. Murithii Puget). 

R. graveolens x pomifera (R. personata Gremli). 

2. R. alpina x coriifolia (R. stenopetala Christ; R. Mureti und 
R. Lereschii Rapin; R. Guineti Schniidely). 

R. alpina x pomifera (R. longicruris Christ) u. A. 

Die Edelrosen unserer Gärten sind meist Bastarde von zum Teil un- 
bekanntem Ursprünge. Hauptstammformen derselben sind u. A.: R. gallica L., 
R. centifolia L., R. alba L. und die angeblich aus Syrien stammende R. da- 
mascena Miller. 

7. Unterfamilie: Pomeae, Apfelge wachse. 

A. Frucht steiufruchtartig, mit 1 bis 5 Steinen, welche dadurch entstehen, 
dass die innere Schicht der Wand der Fruchtfächer verholzt. 



— 263 — 

I. Die Steine sind ganz von dem Fleische eingeschlossen. 

1. Frnchtboden kreiseiförmig; Kelch laubig. Frucht an ihrer Spitze 
mit einer Scheibe, welche so breit wie der grösste Querdurchmesser 
der Frucht ist. Gattung 529: Mespilus L., Mispel. 

2. Fruchtboden krugförmig. Kelch nicht laubig. Frucht an ihrer 
Spitze mit einer Scheibe, welche weniger breit als deren grösster 
Querdurchmesser ist. Gattung 530: Crataegus L., Weissdorn. 

IL Die Steine sind an ihrem oberen Ende frei, d. h. nicht von dem Frucht- 
fleische bedeckt. Gattung 531: Cotoneaster Medicus, Zwergmispel. 

B. Frucht eine Apfelfrucht oder eine Beere; die innere Schicht der Frucht- 
fächerwand ist pergamentartig oder dünnhäutig. 

I. Jedes Fruchtknotenfach enthält zahlreiche (8 bis 20) , von einer in 
Wasser Schleim bildenden Schicht umgebene Samen. Gattung 532: 
Cydonia Tournefort, Quitte. 

IL Jedes Fruchtknotenfach enthält 1 bis 2 Samen; letztere sind nicht von 
einer schleimgebenden Schicht umgeben. 

a. Fruchtfächer durch eine von der Aussenseite in sie eindringende, 
falsche Scheidewand unvollständig in einsamige Abteilungen ge- 
teilt. Gattung 533: Amelanchier Medicus, Felsenmispel. 

b. Fruchtfächer nicht durch falsche Scheidewände unvollständig in 
einsamige Abteilungen geteilt. 

1. Frucht eine Apfelfrucht (innere Schicht der Fruchtfächerwand 
pergamentartig). Blüten in verhältnissmässig wenigblütigen Trug- 
dolden. Gattung 534: Pirus Tournefort, Apfelbaum, Birn- 
baum. 

2. Fruchtfächer dünnhäutig. Blüten in vielblütigen Doldenrispen. 
Gattung 535: Sorbus L., Eberesche. 



Gattung 529: Mespilus L., Mispel. (XII, 2.) 

Dorniger, bei der Kultur seine Dornen verlierender Strauch oder klei- 
ner, bis etwa 5 m hoher Baum. Blätter ganzrandig oder vorne gezähnelt, 
länglich-lanzettlich, unterseits grün, filzig, nebenblattlos. Blüten endständig, 
einzeln, gross. Fruchtboden kreiselartig; Fruchtzipfel blattartig. Blumen- 
krone weiss. Frucht kugelig, vom Kelchsaum gekrönt, fünfsteinig, an ihrer 
Spitze mit einer Scheibe, die so breit wie der grösste Querdurchmesser der 



— 264 — 

Frucht ist; erst bei beginnender Fäulnis mürbe und geniessbar. Blütezeit 
Mai. In Wäldern Mittel- und Süddeutschlands; ausserdem vielfach angebaut, 
auch wohl verwildert. M. germanica L., Mispel.*) 

Gattung 530: Crataegus L., Weissdorn. (XIT, 1 oder 2.) 

Dornige Sträucher mit trugdoldigen Blütenständen. Fruchtboden 
krugförmig; Kelcbzipfel kurz, nicht blattartig. Fruchtknoten zwei- bis 
fünffächerig, Fächer mit 2 Samenknospen. Frucht ein- bis fünfsteinig; jeder 
Stein einsamig. Frucht von einer Scheibe gekrönt, deren Durchmesser dem 
grössten Durchmesser der Frucht nicht gleichkommt. 

1. Blätter keilförmig oder rundlich-umgekehrt-eiförmig, drei-, seltener fünf- 
lappig, vorne ungleich gesägt, gleich den Astchen und Blütenstielen 
kahl. Frucht eiförmig, ein- bis dreisteinig, rot. Blumenkrone weiss, 
unangenehm riechend. Blütezeit Mai-Juni. Höhe 3 bis 5 m. Häufig; 
vielfach zu Hecken angepflanzt. (Mespilus Oxyacantha Gärtner.) 
0. Oxyacantha L . Gemeiner Weissdorn, Hagedorn.**) 

2. Blätter tief drei- bis fünfspaltig, mit vorne gesägten Lappen, unterseits 
blassgrün, in der Jugend oft zottig. Blütenstiele behaart. Frucht fast 
kugelig, einsteinig rot. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai-Juni. Höhe 
2 bis 5 und mehr m. An Waldrändern und Hecken. (Mespilus mo- 
uogyna Willdenow.) C. monogyna Jacquin, Eingriffeliger Weissdorn. 

Gattung 531: Cotoneaster Medicus, Zwergmispel. (XII, 2.) 

Wehrlose Sträucher mit einfachen, ganzrandigen, unterseits holzig- 
wolligen Blättern, Blüten klein, hellrot, in verzweigten Trugdolden. Frucht- 
knoten 2 bis 5, an ihrem Grunde mit dem Fruchtboden vereinigt, oberwärts 
und unter sich frei. Steinkerne 2 bis 5, an ihrem Scheitel nicht vom 
Fruchtfleische bedeckt. 

A. Blätter oberseits kahl. Früchte rot. 

1. Kelch am Rande, wie auch die Blütenstiele, etwas weichhaarig, sonst 
kahl. Blätter rundlich-eiförmig. Frucht purpurrot. Blütezeit April- 
Mai. 60 bis 150 cm hoher Strauch; auf steinigen, felsigen Abhängen 



*) Tafel 416. Mespilus germanica L. A Blütenzweig. 1 Frucht- 
boden mit Kelch; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Griffel und Narben; 4 Frucht; 
5 Fruchtstein; 6 desgl. im Längsschnitt. 3 vergrössert. 

**) Tafel 417. Crataegus Oxyacantha L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 
1 Blütenlängsschnitt; 2 Staubblätter: 3 Längsschnitt durch die Frucht. 4 Frucht- 
stein. 1 bis 4 vergrössert. 







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— 265 — 

in Mittel- und Süddeutschland. (Mespilns Cotoneaster L.; C. vulgaris 
Lindley.) C. integerrima Medicus, Gemeine Zwergmispel.*) 
2. Kelch nebst den Blütenstielen weiss-filzig. — Blätter eiförmig. Frucht 
hochrot. Blütezeit Mai. 60 bis 200 cm hoher Strauch der Kalkge- 
birge im südlichen Teile des Gebietes. C. toinentosa Lindley, Pil- 
zige Zwergmispel. 
B. Blätter oberseits schwach behaart. Früchte schwarz; sonst wie C. inte- 
gerrima. Soll in Ostpreussen gefunden worden sein. (C. laxiflora Jac- 
quin). C. nigra Wahlberg, Schwarze Zwergmispel. 

Gattung 532: Cydonia Tournefort, Quitte. (XII, 2.) 

Sträucher oder 3 bis 7 m hohe Bäume. Blätter rundlich bis eilanzett- 
lich, oft etwas keilförmig, ganzrandig; oberseits zuletzt kahl; unterseits, wie 
auch die jüngeren Zweige und der Fruchtboden, filzig. Nebenblätter und 
Kelchzipfel drüsig- sägezähnig. Kronblätter rötlich -weiss oft mit gedrehter 
Knospenlage. Frucht gelb, spinnwebig- wollig; fünf fächerig, in jedem Fache 
mit vielen neben- und übereinandergeschichteten Samen, deren Aussenschicht 
in Wasser Schleim bildet. Blütezeit Mai, Juni. Stammt aus Südeuropa und 
dem Oriente; bei uns der aromatischen Früchte und der officinellen Samen 
halber oft angebaut. (Pirus Cydonia L.) Cydonia vulgaris Persoon, Ge- 
meine Quitte.**) 

Nach der Form der Frucht unterscheidet man Apfelquitten, mit 
apf eiförmig, genabelten Früchten, und Birnen quitten mit birnförmig in 
den Stiel verschmälerten Früchten. 

Gattung 533: Amelanchier Medicus, Feisenmispel (XII, 2.) 

2 bis 6 m hoher Strauch oder Baum. Blätter kurz gestielt, eirund, bei- 
derseits abgerundet und vome abgestutzt, kerbig-gesägt, in der Jugend unter- 
seits filzig, zuletzt kahl. Blüten in wenigblütigen , endständigen Trauben. 
Kronblätter lineal-Ianzettlich -keilig, weiss. Frucht klein-, kugelig, blau- 
schwarz, von den aufrechten Kelchzipfeln gekrönt. Frucht wie beim Apfel 
gebaut, doch wird jedes der 3 bis 5 Fächer durch eine von der Aussen- 
seite vordringende Scheidewand nahezu in 2 einsamige Fächer geteilt. Blüte- 



*) Tafel 418. Cotoneaster integerrima Medicus. A Blütenzweig (die 
Blumenkronen müssten rötlich, nicht gelb sein); B Fruchtzweig. 1 Fruchtan- 
lage; 2 desgl. im Querschnitte; 3 Frucht; 4 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 
4 vergrössert. 

**) Tafel 419. Cydonia vulgaris Persoon. A Blüten-; B Fruchtzweig. 
1 Staubblätter; 2 Griffel und Narben; 3 Fruchtlängsschnitt; 4 und 5 Samen 
eines Faches; 6 einzelner Samen. 1 und 2 vergrössert. 

Tfcomi, Flor». III. 34 



— 266 — 

zeit April, Mai. Im westlichen und südlichen Teile des Gebietes verbreitet. 
(Aronia rotundifolia Persoon; Mespilus Amelanchier L., Crataegus rotundi- 
folia Lamarck.) A. vulgaris Mönch, Gemeine Felsenmispel. 

Gattung 534: Pirus L., Apfelbaum, Birnbaum. (XII, 2.) 

Bäume, seltene Sträucher, wildwachsende, namentlich bei den Birnen, 
nicht selten mit dornigen Asten. Blätter einfach, ungeteilt. Blüten in ein- 
fachen, verhältnismässig wenig- blutigen Trugdolden. Kelchsaum stehenblei- 
bend-welkend. Frucht eine Apfelfrucht mit pergarnentartiger Innenfrucht. 
(Da letzteres Merkmal eigentlich das allein unterscheidende von der folgen- 
den Gattung Sorbus ist, werden die beiden Gattungen Pirus und Sorbus 
auch nicht mit Unrecht zu einer einzigen vereint.) 

A. Griffel frei. Frucht an ihrem Grunde nicht genabelt. Fruchtfächer auf 
dem Querschnitte nach Aussen hin abgerundet. Birnen. 

I. Mittelrippe des Blattes drüsenlos. 

a. Blätter rundlich oder eiförmig, am Grunde abgerundet, etwa so 
lang wie ihr Stiel, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits matt- 
hellgrün. Blüten gross, weiss. Staubbeutel rot. Blütezeit April, 
Mai. Höhe 6 bis 20 m. In Wäldern. P. communis L., Birn- 
baum.*) 

Von der wilden, dornigen Art kann man 2 Abarten unterscheiden: 

a. var. Achras Wallroth, Holzbirne. Blätter meist länglich 
und ganzrandig; in der Jugend, wie auch der Fruchtboden, 
sehr wollig-filzig; mitunter auch späterhin noch wollig. Früchte 
nach dem Stiele zu verlängert und in diesen verschmälert. 

ß. var. Piraster Wallroth, Knödelbirne, Kötelbirn. Blätter 
kreissrundlich, klein-gesägt, erst schwach behaart, bald völlig 
kahl. Früchte rundlich, nicht in den Stiel verschmälert. 

Diese beiden Abarten sind die Stammeltern der zahlreichen angepflanzten 
Birnsorten. Diese teilt Lucas in folgende 15 Klassen: 

1. Butterbirnen, von abgestutzter Kegelform, d. h. gegen den Stiel ver- 
jüngt, zugespitzt, länger als breit, selten eben so breit wie lang; Ober- 
fläche glatt; Fleisch schmelzend. 

2. Halbbutterbirnen, Fleisch halbschmelzend: sonst wie vorige. 

3. Bergamotten, der Apfelform sich nähernd, eben so hoch als breit und 
am Stiele oft eine nabelartige Einsenkung wie beim Apfel; Fleisch schmel- 
zend. 



*) Tafel 420. Pirus communis L. A Blüten-; B Fruchtzweig. 1 Blü- 
tenlängsschnitt; 2 Staubblätter; 3 Griffelende mit Narbe; 4 Querschnitt durch 
eine junge Frucht; 5 Längsschnitt durch eine reife Frucht. 1 bis 3 vergrössert. 



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— 267 — 

4. Halbbergamotten, Fleisch halbschmelzend; sonst wie vorige. 

5. Grüne Langbirnen, in die Länge gezogen, nach dem Stiele zu sich 
-verschmälernd; Querduxchmesser wenigstens um ein Viertel kleiner als der 
Längsdurchmesser; Oberfläche ohne Erhabenheiten; grün oder grünlichgelb 

6. Flaschenbirnen, Querdurchmesser wenigstens um ein Viertel kleiner 
als der Längsdurchmesser, am Grunde abgerundet; Oberfläche grüngelb 
oder reingelb, Fleisch schmelzend oder halbschmelzend. 

7. Apothekerbirnen, eben so hoch wie breit oder nur wenig höher; 
Oberfläche durch Beulen und Höcker unregelmässig; Fleisch schmelzend 
oder halbschmelzend von eigentümlichem, gewürzhaftem Geschmacke. 

8. Rostbirnen oder Russeletten, den Flaschenbirnen ähnlich, aber kür- 
zer; von braunroter Farbe, namentlich auf der Sonnenseite; Geschmack 
zimtartig. 

9. Muskatellerbirnen, in die Länge gezogen; Oberfläche glatt, verschie- 
den gefärbt; Fleisch sehr weich, aber nicht schmelzend, von dem eigen- 
thümlichen Geruch der Muskatellertrauben. 

10. Schmalbirnen, in die Länge gezogen; Fleisch schmelzend oder halb- 
schmelzend, aber wenig gewürzhaft. 

11. Gewürzbiinen, alle kleineren, länglichen und rundlichen Birnen mit 
schmelzendem oder halbschmelzendem Fleische. 

12. Längliche Kochbirnen, alle Birnen von hartem, rübenartigem Fleische, 
die sich nicht zum Rohgenusse eignen; von langer Gestalt und süsslich- 
fadem Geschmacke. 

13. Rundliche Kochbirnen, von den vorigen durch ihre rundliche Ge- 
stalt, eben so breit oder breiter als hoch, unterschieden. 

14. Längliche Weinbirnen, wie die länglichen Kochbirnen, aber von 
herbem, zusammenziehendem Geschmacke. 

15. Rundliche Weinbirnen, wie die rundlichen Kochbirnen, aber von 
herbem, zusammenziehendem Geschmacke. 

b. Blätter schmal, lanzettlich, in den kurzen Stiel verschmälert, ganz- 
randig, lederig, bald beiderseits kahl. Frucht fast kugelig, schmutzig- 
grün. Blütezeit April, Mai. Istrien. P. amygdaliformis Villars, 
Mandelblätterige Birne. 

II. Mittelrippe der Blätter drüsig. 

a. Blätter ganzrandig oder oberwärts-gekerbt, kurzgestielt, umgekehrt- 
eiförmig oder breit elliptisch; in der Jugend auf beiden Seiten 
weissfilzig, später oberseits dunkelgrün. Blüten gross, weiss; deren 
Stiele und Kelche filzig. Staubbeutel purpurn. Frucht kugelig, 
gelbrot. Blütezeit April, Mai. Bis 15 m hoch. In Niederöster- 
reich. P. nivalis, Jacquin, Schneebirne. 

b. Blätter unregelmässig-gesägt, ziemlich lang gestielt, elliptisch oder 
länglich, spitz; in der Jugend beiderseits graufilzig, später oberseits 
kahl werdend. Blüten gross, weiss, deren Stiele und Kelch filzig. 



— 268 — 

Staubbeutel dunkelrot. Frucht birnförmig, gelb, nach der Sonnen- 
seite rot, essbar. Blütezeit April, Mai. Im Elsass bei Bollweiler; 
in Gärten. (Pirus communis X Sorbus Aria ? Koch.) P. Poüveria 
L., Bollweiler Birne. 

B. Griffel bis zur Mitte verwachsen. Frucht an ihrem Grunde genabelt. 
Fruchtfächer auf dem Querschnitte nach Aussen hin spitzig. Äpfel. 

Bis 10 m hoher (wild, oft dorniger) Baum oder Strauch. Blätter krautig, 
eiförmig, kurz zugespitzt, gekerbt-gesägt bis scharf- oft doppelt-gesägt; 
Blattflächen meist doppelt so lang als ihr Stiel. Blüten gross, rosa. 
Staubbeutel gelb. In Wäldern; zerstreut. P. Mains L., Apfelbaum.*) 

Von der wilden Art lassen sich 2 Abarten unterscheiden. 

a. var. austera Wallroth (P. acerba Merat), Sauerapfel. — Blätter, 
Blütenstiele und Kelch schon in der Jugend ziemlich kahl. Blüten- 
blätter schmal. Frucht säuerlich. 

ß. var. mitis Wallroth, Süssapfel. Blätter, Blütenstiele und Kelch 
auch im Alter nach mehr oder weniger wollig-filzig. Blütenblätter 
breiter. Früchte süsslich. 

Die zahlreichen Kultursorten teilt Lucas in folgende 15 Klassen: 

1. Cal Villen, grosse, unregelmässig gebaute Äpfel, mit Rippen, welche aus 
dem Kelchnabel hervorkommen; Kernbaus meist offen (d. h. Fächer nach 
Innen offen); Fleisch ziemlich grob, bald mürbe und weich werdend, von 
angenehmem Gerüche; Schale fettig. 

2. Schlotter äpfel, grosse Äpfel von verschiedener Gestalt, mit grossem, 
offenem Kernhause; Schale nicht fettig. Fleisch ziemlich grob, meist ohne 
gewürzhaften Geruch und Geschmack, aber säuerlich oder süsslich. 

3. Gulderlinge, mittelgrosse Äpfel mit offenem Kernhause; Fleisch fein- 
körnig, fest, bisweilen gewürzhaft, meist säuerlich oder süss. 

4. Rosenäpfel, grosse Äpfel von regelmässiger Gestalt, aber oft mit Rippen; 
Schalen fein und glatt; Fleisch sehr locker, schwammig, süsslich-gewürz- 
haft; Kernhaus meist geschlossen. 

5. Traubenäpfel, meist kleine und regelmässige Äpfel; Fleisch feinkörnig, 
saftig, von gewürzhaftem Geschmack; Kernhaus offen oder geschlossen. 

6. Pfundäpfel oder Ramboure, meist sehr grosse, oft ungleichhälftige 
und gerippte Äpfel; Schale derb, glänzend, nicht fettig; Fleisch grobkör- 
nig, locker, nicht oder schwach gewürzhaft, meist etwas säuerlich; Kern- 
haus offen oder geschlossen. 

7. Rambour- Reinetten, wie alle folgenden Reinetten von feinkörnigem, 
ziemlich festem, meist etwas knackendem Fleische von ziemlicher Schwere, 



*) Tafel 421. Pirus Malus L. A Blüten-; B Fruchtzweig. 1 Blüten- 
längsschnitt. 2 Fruchtlängs- 3 Fruchtquerschnitt; 4, 5 und 6 Längs- und 
Querschnitte durch den Samen; 7 Keimling. 1 und 4 bis 7 vergrössert. 







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— 269 — 

von vorherrschend gelber Farbe und gewürzhaft-weinsäuerlickein Geschmacke; 
endlich Schale meist durch rostfarbige Fleckchen rauh; mit Rippen, die 
aus dem Kelchnabel hervortreten. 

8. Einfarbige oder Wachs-Reinetten, wie vorige, aber einfarbig gelb, 
an der Sonnenseite nicht oder wenig gefärbt, meist mittelgross. 

9. Borsdorfer Reinetten, ziemlich kleine, mehr rundliche, selbst glatte 
Äpfel, gelb, an der Sonnenseite gerötet, oft warzig; Kernhaus meist ge- 
schlossen; Fleisch fein und fest, von eigentümlichem Geschmacke. 

10. Rote Reinetten, verschieden in Gestalt und Grösse, hell- oder grün- 
lichgelb, an der Sonnenseite schön gerötet; Fleisch feinkörnig, gelblich, 
anfangs fest und knackend, später etwas mürbe. 

11. Graue Reinetten, regelmässig kugelig, glattrund oder länglich, die 
grünlichgelbe Grundfarbe durch zahlreiche Rostflecken grau und daher 
von rauher Oberfläche. Fleisch gelblich, feinkörnig. Kernhaus in der 
Regel geschlossen. 

12. Gold-Reinetten, in Form und Grösse verschieden, von goldgelber 
Grundfarbe, an der Sonnenseite oft gerötet, bisweilen durch Rostflecke» 
unrein; Fleisch gelblich, feinkörnig, ziemlich fest von eigentümlichem 
Geschmacke. 

13. Streif linge, verschieden gestaltete Äpfel, mit gestreifter Schale und 
fadem, selten säuerlichem Fleische. 

14. Spitzäpfel, Äpfel, die im unteren Drittel am breitesten, nach dem Stiel- 
nabel dagegen abgerundet sind, daher abgestumpft-kegelförmig; Schale 
nicht gestreift. 

15. Plattäpfel, sehr glatt kugelig, oben und unten fast flach; Schale glatt, 
oft schön gefärbt, aber nicht gestreift; Fleisch ziemlich fest, grobkörnig, 
fade oder höchstens säuerlich, nie gewürzhaft. 

Gattung 535: Sorbus L., Eberesche. (XII, 2.) 
(Das Allgemeine bei Gattung 534 zu vergleichen!) 

A. Blätter unpaarig-gefiedert, in der Jugend zottig. 

1. Knospen filzig, trocken. Griffel meist 3. Früchte kugelig; rot. Samen 
klein, im Fruchtfache aufsteigend, hellbraun, schmal, umgekehrt eiför- 
mig, an ihrem Rande abgerundet. Blütezeit Mai, Juni. 3 bis 6 
nnd mehr Meter hoher Baum. In Wäldern und Gebüschen; verbreitet. 
(Pirus aucuparia Gärtner.) S. aucuparia Vogelbeere, Fiberesche. *) 

2. Knospen kahl, klebrig. Früchte kugelig oder birnförmig, rot oder 
gelb, etwa doppelt so gross wie an voriger. Samen ziemlich gross, 

*) Tafel 422. Sorbus aucuparia L. A Blüten-; B Fruchtzweig. 1 Teil 
der Trugdolde; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Staubblätter; 4 Griffel; 5 und 6 Längs- 
und Querschnitt durch die Frucht; 7 Samen. 1 bis 7 vergrössert. 



— 270 — 

im Fruchtfache schief-auf steigend , dunkelbraun, breit-umgekehrt-eiför- 
mig, flach zusammengedrückt, am Rande fast scharf-kantig. Blütezeit 
Mai. 10 bis 15 m hoher Baum. In Wäldern; selten und zerstreut. 
(Pirus domestica Smith.) S. domestica L., Spierapfel, Spierliiig. 
B. Blätter nicht gefiedert. 

I. Blumenkronenblätter weiss, abstehend. 

A. Blätter länglich, an ihrem Grunde fiederschnittig, unterseits filzig. 
— Frucht kugelig bis oval, rot, etwas grösser als die Vogelbeere. 
Blütezeit Mai. Bis 20 m hoher Baum. Sehr zerstreut. (Pirus 
hybrida Smith; Crataegus fennica Kalm; Pirus Aria X aucnparia 
Irmisch.) S. Aria x ancuparia, Bastard-Eberesche. 

B. Blätter eiförmig, gelappt oder doppelt-gesägt. 

1. Griffel 2 bis 5, unterwärts vereinigt, kahl. Blätter flaumig, kahl 
werdend. 

«. Blätter breit-eiförmig, gelappt; Lappen ungleich- und scharf- 
gesägt, zugespitzt; die beiden unteren grösser und abstehend. 
Frucht länglich, lederbraun. Bis 15 m hoher Baum. Blüte- 
zeit Mai. In Bergwäldern zerstreut; im nördlichen Teile des 
Gebietes selten. (Crataegus torminalis L. ; Pirus torminalis 
Ehrhart.) S. torminalis Crantz, Eisbeere, Ruhrbirne. 

ß. Blätter breit- eiförmig, gelappt; Lappen dreieckig- eiförmig, zu- 
gespitzt, gesägt; die 3 unteren grösser und etwas abstehend; 
Oberseite glänzend- dunkelgrün; Unterseite auf den Nerven 
filzig. Frucht rot. Blütezeit Mai. Baum; sehr zerstreut in 
Bergwäldern. (Crataegus hybrida Bechstein; Azarolus hybrida 
Borkhausen, Pirus Aria X torminalis Irmisch.) S. latifolia 
Persoon, Breitblätterige Eberesche. 

2. Griffel meist 2 bis 3, frei, unterwärts wollig. Blätter unterseits 
filzig. 

«. Blätter rund- eiförmig, doppelt-gesägt oder am Rande klein- 
gelappt; Sägezähne und Läppchen des Blattes von dessen 
Mitte nach dem Grunde hin abnehmend. Frucht rot oder 
gelblich. Strauch oder 9 bis 15 m hoher Baum. In Gebirgs- 
wäldern zerstreut. 

ß. Blätter länglich-eiförmig, eingeschnitten-lappig ; Lappen parallel, 
vorne abgerundet und durch den mittleren Zahn stachelspitzig. 
Frucht glänzend scharlachrot. Blütezeit Mai, Juni. Seltner 
Baum im nordöstlichsten Teile des Gebietes. (Pirus scandica 
Babington; Pirus suecica Garcke; Crataegus Aria var. suecica 
L.; S. scandica Fries, Schwedische Eisbeere. 



— 271 — 

IL Blumenkronblätter schmal, aufrecht, rosenrot. Blätter eiförmig, 
gesägt, kahl oder unterseits filzig, oberseits dunkelgrün. Frucht 
länglich-rund, hell-scharlachrot. Blütezeit Juni, Juli. 60 bis 125 cm 
hoher Strauch; auf felsigen Abhängen von Kalkgebirgen im süd- 
lichen Teile des Gebietes, im Riesengebirge, auf den Vogesen. (Mes- 
pilus Chamaemespilus L., Pirus Chamaemespilus De Candolle.) S. Cha- 
maemespilus Crantz. Zwergmispel. 

7. Ordnung: Leguminosae, Hülsengewächse. 
Vergleiche Seite 58! Hierher nur: 

106. Familie: Leguminosae, Hülsenfrüchtler. 

Das unterscheidende Merkmal der Hülsenfrüchtler ist ihre Fruchtbil- 
dung : die Blüte besitzt nur einen, oberständigen und aus einem Fruchtblatte 
gebildeten Fruchtknoten, und die Frucht, die Hülse, springt, abgesehen von 
einigen Ausnahmefällen, bei ihrer Reife kapselartig in zwei Klappen auf, 
wobei sich das Fruchtblatt in seiner Naht und in seiner Mittelrippe teilt. 

Die einheimischen Arten gehören 2, ineinander übergehenden Unter- 
familien an. 

1. Unterfamilie: Papüionaceae, Schmetterlingsblütler. Die Blüte ist 
eine Schmetterlingsblüte; ihre Blätter decken sich in der Knospenlage nach 
unten, das heisst: das einzige Blütenblatt, dessen Ränder völlig frei und 
nicht von andren Blütenblättern ganz oder zum Teil überdeckt sind, liegt 
oben; es ist die Fahne der Schmetterlingsblüte. Keimling gekrümmt. 

2. Unterfamilie: Caesalpiniaceae , Cäsalpiniengewächse. Die Blamen- 
krone ist meist fast regelmässig, seltener eine Schmetterlingsblüte; ihre 
Blätter decken sich in der Knospenlage nach oben, das heisst: das unterste 
Blatt, bei Schmetterlingsblüten also das Schiffchen, liegt frei. Keimling 
gerade. 

1. Unterfamilie: Papüionaceae, Schmetterlingsblütler. 

Unsere Schmetterlingsblütler sind Kräuter, seltner Sträucher oder Bäume. 
Ihre Blätter stehen meist abwechselnd; sie sind dreizählig, fingerförmig oder 
einfach-gefiedert, selten einfach oder durch den rankenartigen oder flachen 
und so ein einfaches Blatt darstellenden Blattstiel ersetzt. Das Blatt hat 
zwei Nebenblätter; dieselben sind in der Regel dem Grunde des Blattstieles 
angewachsen; bisweilen haben auch einzelne Teilblättchen noch ein kleines 
Nebenblättchen (bei den Bohnen, der Robinie u. a.). Die Nebenblätter geben 
mitunter dem dreizähligen Blatte das Ansehen eines gefiederten Blattes, stel- 
len auch, wenn das dreizählige Blatt ganz kurz gestielt ist und sie dessen 
Teilblättchen gleichen, scheinbar einfache, wirtelständige Blätter dar (Do- 



— 272 — 

rycninm und Bonjeania.) Die Nebenblätter sind zuweilen in Dornen umge- 
wandelt und die Blattstiele endigen häufig in Ranken. Die Blüten stehen 
meist in Ähren, Köpfchen, Dolden oder Trauben; sie sind seitlich symme- 
trisch und schmetterlingsförmig. Der Kelch ist meist mehr oder minder 
glockig oder röhrig und fünfzähnig; oft ist er an seiner Unterseite stärker 
entwickelt und so zweilippig; selten ist er bis zum Grunde geteilt (Ulex.) 
Die Blumenkrone ist unregelmässig, füntblätterig, schmetterlingsförmig; das 
obere, gleichhälftige, meist grössere und oft zurückgeschlagene Blatt heisst 
Fahne oder Segel; die beiden seitlichen werden als Flügel, die beiden unte- 
ren als Schiffchen oder Kiel bezeichnet. Die Blumenkronblätter sind meist 
TÖllig frei; häufig sind die Blätter des Schiffchens, seltener Flügel und 
Schiffchen (Astragalus) oder alle 5 Blätter (Trifolium) miteinander ver- 
wachsen. Staubblätter sind 10 vorhanden; meist bilden 9 derselben eine 
oben offene Rinne vor deren Spalte das zehnte liegt (XVII, 3); weniger oft 
sind alle 10 in eine den Fruchtknoten umgebende Röhre verwachsen 
(XVI, 4). Der aus einem Fruchtblatte gebildete Fruchtknoten ist ober- 
ständig; er trägt in der Regel die Samenknospen in 2, vor der Fahne stehen- 
den Reihen. Die Frucht ist meist eine einfächerige, in zwei Klappen auf- 
springende Hülse; seltener wird dieselbe durch Querwände mehrfächerig und 
zerfallt dann auch wohl in einsamige Glieder, Gliederhülse; bei einigen wird 
sie durch die nach innen tretende Naht oder Mittelrippe mehr oder minder 
vollkommen in zwei der Länge nach nebeneinander liegende Fächer geteilt; 
mitunter ist sie eine nicht aufspringende, ein- oder wenigsamige Schliess- 
frucht. Die Samen sind gewöhnlich eiweisslos, ihr Keim ist gekrümmt. 

Die Schmetterlingsblütler zerfallen in vier Stämme. 

A. Keimblätter flach, bei der Keimung als laubige, Spaltöffnungen besitzende 
Blätter über den Boden tretend. (Behufs Pflanzenbestimmung braucht 
man den Keimungsvorgang nicht zu beobachten, da zur Gruppe B nur 
einige Kulturpflanzen, Bohnen und Kichererbse, sowie Pflanzen mit 
paarig-gefiederten Blättern, deren Blattspindel in eine Winkelranke oder 
in eine Stachelspitze ausläuft, gehören, während von dieser Gruppe nur 
einige strauchartige Astragalus- Arten paarig-gefiederte Blätter besitzen, 
Pflanzen, die leicht daran erkannt werden können, dass ihre Hülse durch 
die nach innen tretende Mittelrippe fast oder ganz in zwei, der Länge 
»ach nebeneinander liegenden Fächer zerfallt.) 

a. Hülse einfächerig, oder durch nach Innentreten ihrer Naht oder ihrer 
Mittelrippe mehr oder weniger vollkommen in zwei der Länge nach 
nebeneinander liegende Fächer geteilt; sehr selten mit schwammigen 
Querwänden und dann mit einbrüderigen Staubblättern oder mit vier- 
kantiger, vierflügeliger Frucht; meist aufspringend und mehrsamig, 



— 273 — 

selten einsamig und dann mit dünner, papierartiger Wand. 1. Stamm: 
Lotoi'deae, Hornklee-artige. 

b. Hülse durch Querwände in einsamige Glieder geteilt und oft bei der 
Reife in die einzelnen Glieder zerfallend; selten einfächerig, einsamig, 
dickwandig und nicht aufspringend. Unsre Arten haben alle zwei- 
brüderige Staubblätter. 2. Stamm: Hedysaroi'deae, Süssklee-artige. 

ß. Keimblätter dick, fleischig and mehlich, bei der Keimung unter der Erde 
in der Samenscbale bleibend, seltener über den Boden tretend, dann aber 
dick bleibend und nicht zu laubartigen Blättern auswachsend. 

a. Blätter paarig- gefiedert: Blattspindel in eine Wickelranke oder eine 
Stachelspitze auslaufend. 3. Stamm: Vicioi'deae, Wicken-artige. 

b. Blätter dreizählig; am Grunde der Teilblättchen mit Nebenblättchen. 

4. Stamm: Phaseoloi'deae, Bohnen-artige. 

1. Stamm.' Loto'ideae, Hornklee-artige. 

Die Hornklee-artigen zerfallen zumachst in 5 Sippen. 

A. Staubfäden einbrüderig miteinander verwachsen, nur an ihrer Spitze 
getrennt. 

a. Kelch mehr oder weniger deutlich zweilippig, selten vierlippig. Flügel 
an ihrem oberen Bande faltig-gernnzelt. 1. Sippe: Genisteae, Ginster- 
gewächse. 

b. Kelch fünfzähnig oder fünfspaltig. 2. Sippe: Anthyllideae, Wundklee- 
gewächse. 

Hierher auch noch die Gattung Galega, bei welcher 9 Staubfäden über 
zwei Drittel, der zehnte bis zur Mitte verwachsen ist. 

B. Staubfäden zweibrüderig miteinander verwachsen. 

a. Fruchtknoten einfächerig, nicht durch die einwärts-geschlagene Rücken- 
oder Bauch-Naht mehr oder weniger zweifächerig. 

a. Blätter gefingert. 3. Sippe: Trifolieae, Kleegewächse. 

ß. Blätter gefiedert. 4. Sippe: Galegeae, Geisrautengewächse. 

b. Fruchtknoten durch die mehr oder weniger einwärts-geschlagene 
Rücken- oder Bauch-Naht mehr oder weniger, vollkommen zweifächerig. 

5. Sippe: Astragaleae, Traganthge wachse. 

1. Sippe: Genisteae, Ginstergewächse. 

A. Kelch auf der Oberseite, nach der Fahne zu, der Länge nach tief-ge- 
spalten und dadurch einlippig; mit röhrenförmig-scheidigem Grunde und 
klein-fünfzähniger Lippe. Gattung 536: Spartium L., Pfriemen. 

Thome, Flora. III. 35 



— 274 — 

B. Kelch zweilippig. 

I. Blumenkrone und Hülse nur wenig länger als der Kelch; letzterer an 
den Seiten, nach den Flügeln zu, bis zum Grunde gespalten; mit klein- 
zähnigen Lippen (Teilen). Gattung 536: Ulex L., Heckensame. 

H. Blumenkrone und Hülse mehreremal länger als der Kelch. 

A. Blätter einfach oder dreizählig. Hülse ohne schwammige Quer- 
wände. 

1. Griffel spiralig-aufgerollt, gegen die Spitze hin verdickt, mit 
kleiner kopfiger Narbe. Gattung 538: Sarothamuus Wimmet, 
Besengnster. 

1. Griffel gerade oder hakenförmig-gebogen, nicht spiralig aufgerollt. 

a. Narbe schief nach innen, nach der Fahne hin, zurückgebogen 
Blätter einfach. Oberlippe des Kelches meist verlängert und 
mit 2 grossen Zähnen. Gattung 539: Genista L., Ginster. 

ß. Narbe schief nach aussen, nach dem Schiffchen hin, gewendet; 
seltner gerade aufsteigend. Blätter dreizählig (nur bei C. sa- 
gittalis einfach, aber herablautend und dadurch den Stengel 
geflügelt-zweischneidig machend, was bei keinem Ginster der 
Fall ist.) Oberlippe des Kelches kurz, wie abgeschnitten, 
selten mit 2 grösseren Zähnen. Gattung 540: Cytisus L., 
Geisklee, Bohnenbaum. 

B. Blätter fingerförmig, mit meist 7 bis 9 Teilblättchen. Hülse mit 
schwammigen Querwänden. Gattung 541: Lnpinns Tournefort, 
Lupine, Wolfsbohne. 

Gattung 536: Spartium L., Pfriemen. XVI, 

Bis 2 m hoher, wehrloser, w-enig verästelter Strauch, mit stielrunden, 
nach obenzu stark verdünnten, rutenförmigen Zweigen und wenigen, entfernt 
voneinander stehenden, lanzettlichen Blättern. Blumen in gestreckten, end- 
ständigen Trauben, gelb, mit hinfälligen Deckblatt chen. Kelch einlippig, 
an der Spitze fünfzähnig- eingeschnitten, trockenhäutig. Griffel an seiner 
Spitze schwach aufwärts gekrümmt, bartlos. Schiffchen stumpf, zweiblätte- 
rig. Blütezeit Mai, Juni. Im Gebiet des Mittelmeeres und in Steiermark. 
Sp. junceum L., Pfriemen. 

Gattung 537: Ulex L.. Heckensame, Gaspeldorn, Stechginster. XVI. 

1 bis 1 J 2 m hoher, sehr ästiger, dorniger Strauch, mit linealischen, in 
eine stechende Spitze endigenden Blättern. Blüten einzeln, unterhalb des 
Kelches zwei Vorblättchen , welche breiter als der Blütenstiel sind. Kelch 
gross, bis fast zum Grunde zweilippig geteilt, mit zweizähniger Oberlippe 







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— 275 — 

und dreizähniger Unterlippe, gelb, bräunlich-zottig-behaart. Blumenkrone 
gelb. Hülse zottig. Blütezeit Mai, Juni; oft schon im Januar. Auf san- 
digem, trockenem Boden und in Heiden, des nördlichen und westlichen Teiles 
des Gebietes; zerstreut. U. europaeus L., Europäischer Stechginster.*) 

Gattung 538. Sarothamnus Wimmer, Besenstrauch, Besenginster. (XVI, 3.) 

7 2 bis 2 m hoher Strauch, mit grünen, scharfkantigen, rutenförmigen 
Asten. Blätter lockerstehend, weichbehaart, dreizählig oder einfach, mit 
länglich-stumpfen bis umgekehrt - eiförmigen Blättchen. Kelch zweilippig- 
mit zweizähniger Ober- uud dreizähniger Unterlippe. Griffel kreisförmig- 
gerollt, nach der Spitze hin verdickt und mit kleinkopfiger Narbe. Hülse 
länglich, zusammengedrückt, an beiden Nähten zottig-gewimpert. Blumen- 
krone gelb, selten weisslich. Blütezeit Mai, Juni. In Wäldern, auf san- 
digen Heiden; zerstreut. (S. vulgaris Wimmer; Spartium scoparium L.) 
S. scoparius Koch, Gemeiner Besenstrauch.**) 

Gattung 539: Genista L., Ginster. (XVI, 3.) 

Kleine Sträucher mit goldgelben Blumen und einfachen Blättern. Kelch 
mehr oder weniger zweilippig bis fünfspaltig; im ersteren Falle ist die Ober- 
lippe zwei- die Unterlippe dreiteilig. Narbe gegen die Fahne zu gewölbt. 
Schiffchen stumpf. Flügel gegen ihren Grund zu, am oberen Rande runzelig- 
gefaltet. 

A. Stengel dornig. (Nebenblätter, aber nicht der Stengel dornig bei scariosa.) 
I. Dornen vierkantig, verästelt. — Stengel einfach, mit einer einzigen, 
gipfelständigen Blütentraube. Stengel und Blattoberseite seidig-grau- 
haarig. Blütezeit Juni, Juli. Strauch oder Halbstrauch; bei Triest. 
G . arcuata Koch, Gebogener Ginster. 
H. Dornen nicht vierkantig. 

a. Stengel, beziehungsweise Aste, haarig. 

1. Dornen gerillt. — Stengel von Grund an rasig, in einfache, mit 
einer Blütentraube endende Äste geteilt, angedrückt - haarig. 
Blätter lanzettlich (die der Dornen sehr schmal) nebst Kelch 

*) Tafel 423. Ulex europaeus L. A ßlütenzweig. 1 Blüte mit Tragblatt 
und den beiden Vorblättchen ; 2 Fahne; 3 Flügel; 4 Schiffchen; 5 Staubblätter 
und Stempel; 6 Staubblattbündel auseinander gebreitet; 7 Hülse; 8 desgl. ge- 
öffnet; 9 Same; 10 desgl. durchschnitten. 1 bis 6, 9 bis 10 schwach vergrössert. 

**) Tafel 424. Sarothamnus scoparius Koch. A Blüten-, B Fruchtzweig. 
1 Blütenlängsschnitt; 2 Flügel; 3 Blüte ohne Krone; 4 Stempel; 5 (oben links) 
Griffelende; 5 (unten rechts) Hülse geöffnet; 6 Same; 7 Querschnitt durch den 
Stengel. Die Details mit Ausnahme von 5 (unten reehts) vergrössert. 



*— 276 — 

und Schiffchen flaumig, Blütezeit Juni, Juli. Aste 30 bis 60 cm 
hoch. Auf trocknen, felsigen Abhängen im Gebiete des Adria- 
tischen Meeres, in Süd-Steiermark, Krain. GL silvestris Scopoli, 
Wald-Ginster. 
2. Dornen nicht gerillt. — 30 bis 60 cm hoher, ausgebreiteter 
Strauch. Astchen beblättert, rauhhaarig; blütentragende fast 
immer dornenlos. Blätter lanzettlich oder elliptisch. Deckblätt- 
chen pfriemlich, halb so lang wie das Blütentielchen. Blüten in 
endständigen Trauben. Blütezeit Mai, Juni. In lichten Wäl- 
dern, auf Sandboden; durch das ganze Gebiet zerstreut und nicht 
selten. G. germanica L., Deutscher Ginster.*) 

b. Stengel, beziehungsweise Aste, kahl. — Der vorigen ähnlich, doch 
in allem kleiner. Deckblätter blattartig, länger als das Blüten- 
stielchen. Blütezeit Mai, Juni. Auf feuchten und torfgrundigen 
Heiden; im nordwestlichen Teile des Gebietes. G. anglica L., Eng- 
lischer Ginster. 

B. Stengel nicht dornig. 

I. Blüten einzeln oder zu mehreren blattachselständig. 

a. Fahne und Schiffchen seidenhaarig. — Blätter länglich- lanzettlich, 
auf ihrer Unterseite, wie auch Aste, Blütenstiel, Kelch und Hülse 
seidenhaarig. Blütenzeit April, Juni. 10 bis 25 cm hoher Strauch. 
Auf dürrem Heideboden, vorzugsweise der Gebirgsgegenden; sehr 
ungleich zerstreut und nicht häufig. G. pilosa L., Behaarter Ginster. 

b. Fahne und Schiffchen nicht behaart. 

1. Ganze Pflanze kahl; Blätter zuweilen gewimpert. — Am Boden 
ausgebreiteter oder aufstrebender Strauch, mit 45 bis 60 cm 
langen Ästen. Blätter lanzettlich bis länglich. Blütezeit Mai, 
Juni. Auf trockenen, grasigen Abhängen in Steiermark, Krain, 
im österreichischen Küstengebiete. G. diffusa Willdenow, Aus- 
gebreiteter Ginster. 

2. Blättchen, wenigstens die jüngeren, auf der Unterseite behaart 
(diese Arten werden auch wohl als Abarten der Vorigen an- 
gesehen). 

a. Jüngere Zweige, Blütenstiel, Kelch und Blattunterseite ange- 
drückt-seidenhaarig. Blütezeit April bis Juni. Kleiner Strauch. 



*) Tafel 425. Genista germanica L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 desgl. 
im Längsschnitte; 3 Kelch; 4 Hülse; 5 desgl. geöffnet; 6 Same; 7 desgl. im 
Längsschnitte. 1 bis 3 und 5 bis 7 vergrössert. 



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— 277 — 

Auf trockenen Gebirgsabhängen und Felsen in Mähren, Unter- 
österreich, Canton Waadt. G. procnmbens Waldstein- 
Kit aibel, Niederbiegender Ginster. 
ß. Blättchen oberseits abstehend-rauhhaarig. — Blütezeit Mai bis 
Juli. Auf steinigen Abhängen der Ostschweiz; selten. (Gr. 
Halleri Regnier.) G. decumbens Aiton, Liegender Ginster. 

IL Blüten auf der Spitze des Stengels und der Zweige in Trauben. 

a. Fahne und Schiffchen seidenhaarig behaart. — Niedriger, stark ver- 
ästelter Strauch. Blätter länglich, stumpf oder abgerundet, unter- 
seits, wie auch die jüngeren Zweige, angedrückt-behaart. Neben- 
blätter fehlen. Blüten in endständigen Trauben. Blütenstiele und 
Kelche zottig. Blütezeit Juni, Juli. In Felsspalten; im öster- 
reichischen Küstengebiete. G. sericea Wulfen, Seidenliaariger 
Ginster. 

b. Blumenkrone kahl. 

1. Stengel und Aste stielrund, gleichmässig gerieft. 

a. Blätter lanzettlich oder länglich am Rande flaumig; Hülsen 
kahl. — Aufrechter Strauch. Blüten traubig. Der Gr. tinctoria 
sehr ähnlich und vielleicht nur eine Abart davon. Blütezeit 
Juni, Juli. Auf trockenen Waldwiesen im österreichischen 
Küstengebiete. G. elatior Koch, Hoher Ginster. 

b. Blätter abstehend-rauhhaarig; Hülsen dicht rauhhaarig. — 
Kleiner Strauch. Blätter breit-lanzettlich bis eiförmig. Blüten in 
Trauben. Der G. tinctoria ähnlich und vielleicht Abart davon. 
Blütezeit Juni, Juli. Auf trockenen Abhängen in Steiermark 
Schaffhausen. G. ovata Waldstein-Kitaibel, Eiblätteriger 
Ginster. 

Eine Form mit längerer und weniger dichter Behaarung 
der Stengel und der länglich-lanzettlichen Blätter, sowie mit 
weisslich-fiederhaarigen Hülsen ist G. ovata Kitaibel, Ner- 
viger Ginster. 

2. Stengel und Aste nicht stielrund. 

o. Stengel und Zweige kantig-gefurcht. — Strauch mit kurzem, 
niederliegendem Stengel und 30 bis 60 cm langen, aufrechten, 
rutenförmigen Zweigen. Blätter länglich oder elliptisch, am 
Rande weichhaarig. Blüten in endständigen Trauben. Blu- 
menkrone und Hülse kahl. Blütezeit Juni, Juli. Auf trockenen 
Wiesen und Triften, in Wäldern; verbreitet und mancherorts 
gemein. G. tinctoria L., Färber- Ginster. 



— 278 — 

Besondere Formen sind: 
a. vulgaris Spach, Gemeiner Färberginster; niedrig; Stengel im 
oberen Teile flaumig; Blüten lanzettlich kahl. 

ß. elatior Reichenbach fil., Hoher Färberginster; wie voriger 
aber hochwüchsig. 

y. niantica Reichenbach fil., Mantischer Färberginster; niedrig, 
zart, oberwärts fein behaart; Kelch angedrückt behaart. 

d. latifolia Reichenbach fil., Breitblätteriger Färberginster; 

hochwüchsig; Blätter breit-lanzettlich; Stengel stärker flaum- 
haarig. 

e. ovata F. Schultz, Eiblätteriger Färberginster; niedrige 
flaumhaarig; Blätter eirund, stumpf, zugespitzt; Deckblättchen 
häufig gross, blattartig; Hülsen stark rauhhaarig. 

C De PArbrei Reichenbach, De l'Arbres Färberginster; wie 

vorige, aber mit grösseren Blumen und mit sehr grosser Fahne. 

b. Aste geflügelt dreikantig. — Strauch mit liegendem Stengel 
und aufrechten bis 60 cm hohen Asten. Blätter länglich oder 
breit -lanzettlich, stumpf. Nebenblätter friemlich, zuletzt dor- 
nig. Blüten in Trauben. Hülse kahl. Blütezeit Juni. Auf 
Felsen in Untersteiermark und Krain. (G. triangularis Will- 
denow.) G. scariosa Viviani, Rassel-Dürrer Ginster. 

Gattung 540: Cytisus L., Geisklee, Bohnenbaum. 

Bäume oder Sträucher mit gelben (ausgenommen purpureus und leu- 
canthus) Blüten und mit gedreiten (ausgenommen sagittalis) Blättern. Schiff- 
chen stumpf. Flügel am oberen Rande, gegen den Nagel zu, runzelig-gefaltet. 
Griffel aufsteigend; Narbe nach aussen, d. h. nach dem Schiffchen zu gerichtet. 

A. Blätter einfach. — Stengel niederliegend, mit aufsteigenden, geflügelt- 
zweischneidigen, gegliederten Asten. Blätter wechselständig, mit den 
Blattstielen abfallend, eiförmig, ganzrandig, nebenblattlos. Blüten in 
endständigen, fast kopfigen Trauben. Niederiger, 15 bis 25 cm hoher 
Strauch. In lichten, namentlich Niederholz -Wäldern, auf trockenen 
Wiesen; im mittleren und südlicheren Teile des Gebietes zerstreut. 
(Genista sagittalis L.) C. sagittalis Koch, Geflügelter Geisklee. 

B. Blätter gedreit. 

I. Blüten in Trauben, deren Spindel blattlos ist. 
A. Blütentrauben hängend. 

a. Hülse und Unterseite der Blätter angedrückt -seidenhaarig. — 
Blättchen länglich, beiderseits ziemlich stumpf oder etwas zu- 



— 279 — 

gespitzt. Nebenblätter häutig, klein, lang- zugespitzt, zottig. 
Blüten in langen, einfachen, achselständigen Trauben. Blütezeit 
April, Mai. Strauch oder kleiner, bis 7 m hoher Baum. In 
Gebirgswäldern der Schweiz, Süd-Tirols, Österreichs und Steier- 
marks; überall in Anlagen angepflanzt. €. Laburnum L., Gold- 
regen. 
b. Hülse und Unterseite der Blätter kahl. — Der vorigen ähnlich, 
aber durch hochgelbe Blüten und etwas spätere Blütezeit, Mai, 
Juni, unterschieden. Bis 3 m hoher Baum oder Strauch. In 
Waldungen der Schweiz, Tirols, Krains; auch angepflanzt. 
C. alpmus Miller, Alpen -Goldregen. 
B. Blütentrauben aufrecht. 

a. Kelch und Blütenstielchen flaumhaarig. 

1. Kelchoberlippe bis zu ihrem Grunde zweispaltig. — Strauch 
oder bis 2 Meter hohes Bäumchen. Zweige kantig, in der 
Jugend wollig behaart. Blätter umgekehrt -eiförmig -keilig, 
ausgerandet, erst seidenhaarig, bald kahl werdend. Blütezeit 
Mai. In Waldungen des österreichischen Küstengebiets; sehr 
selten. (C. fragrans Visiani.) C. ramentaceus Sieb er, Duf- 
tender Bohnenbaum. 

2. Kelchoberlippe an ihrer Spitze kurz -zweizähnig. — 1 bis 
1 1 / 2 Meter hoher Strauch mit rutenförmigen Zweigen. Blätt- 
chen umgekehrt- eiförmig oder länglich, unterseits, wie auch 
die Hülsen, angedrückt behaart. Blätter beim Trocknen 
schwarz werdend. Blütentrauben endständig, reichblütig, ver- 
längert. Blüten deckblattlos. Blütezeit Juni, Juli. Auf 
sandigen Abhängen und Heiden, sowie auf Felsen im mittleren 
und südlichen Teile des Gebietes. C. nigricans L., Sehwarz- 
werdender Bohnenbaum. 

b. Kelch und Blütenstielchen kahl. — 1 bis l 1 /, Meter hoher, 
stark verastelter Strauch. Blättchen blaugrün, fast sitzend, um- 
gekehrt- eiförmig -rundlich, die der obersten Blätter fast rauten- 
förmig. Blüten von drei Deckblättchen gestützt. Blütezeit Mai, 
Juni. Wälder und Heiden in Südtirol. C. sessilifolius L., 
Sitzendblätteriger Bohnenbaum. 

II. Blüten nicht in Trauben. 

a. Blüten in endständigen Köpfchen oder Dolden. 

A. Blätter abwechselnd. 

1. Kelch tief-zweilippig; dessen Unterlippe bis zur Mitte drei- 
spaltig. — Nur wenig Centimeter hohes Kraut. Blättchen 



— 280 — 

lanzettlich, spitz, auf der Unterseite, wie auch der Stengel, 

angedrückt -seidenhaarig. Nebenblätter krautig. Blüten in 

erst end-, zuletzt seitenständigen Köpfchen, nieist zu drei 

beisammen. Blütezeit April, Mai. Auf Felsenabhängen in dem 

österreichischen Küstengebiet und in Krain. C. argenteus L., 

Silberhaariger Geisklee. 

Kelch kurz - zweilippig, mit längerem Rohre. 

a. Blüten in reichblütigen, kopfförmigen Dolden. 

a. Blätter, Kelch und Zweige von angedrückten Haaren 
weissgrau. — Etwa 1 Meter hoher Strauch. Blättchen 
länglich oder breit- lanzettlich, stumpf, mit aufgesetzter 
Stachelspitze. Blütezeit Juli, August. In Bergwäldern 
( Isterreichs, Böhmens, Mährens. C. austriacus L., Öster- 
reichischer Bohnenbaum. 

Eine Abart mit weisslicher Blüte ist C. leucanthus 
Waldstein-Kitaibel, Weissblütiger Bohnenbaum. 

b. Blätter, Kelch und Zweige abstehend-zottig-rauhhaarig. — 
Etwa 1 Meter hoher, sehr ästiger, rundlicher Busch. 
Blätter länglich, stumpf, nach dem Grunde verschmälert. 
Blütezeit Juni, Juli. In Gebirgs Waldungen des mittleren 
und südlichen Teils des Gebietes. C. capitatus Jacquin, 
Kopff (inniger Bohnenbaum. 

Besondere Formen sind: 

au. lateralis Neilreich, Seitenblütiger Kopf förmiger 
Bohnenbaum: Blütenbüschel seitlich au sehr kurzen 

Zweiglein. 

aa. Xeilreichii Reichenbach, Neilreichs Kopf- 
förmiger Bohnenbaum; Zweige rutenförmig, 
liegend. 

bb. elongatus Reichenbach, Aufrechter Kopfför- 
miger Bohnenbaum: Zweige aufrecht, kräftig. 

ßß. terminalis Neilreich, Endblütiger Kopffönniger 

Bohnenbaum; Blütenbüschel endständig. 

; • . biflorens Neilreich, Zweifachblütiger Kopfförmiger 

Bohnenbaum; im Frühling mit seitlichen, im Herbste 
mit endständigen Blütenköpfen. 
ß. Dolden zwei- bis vierblütig.  — Kleiner, niederlegender, ab- 
stehend-behaarter Strauch mit abstehenden Zweigen und läng- 
lichen bis umgekehrt- eiförmigen Blättern. Frühlingsblüten 



— 281 — 

seitenständig, Soinmerblüten endständig. Blütezeit Mai bis 
Juli. In Krain und Südtirol. C. prostratiis Scopoli, Hin- 
gestreckter Bohnenbaum. 
B. Blätter gegenständig, nebenblattlos. — Schiffchen seidenhaarig. 

1. Fahne tief ausgerandet. — 30 bis 60 cm hoher, stark verästelter 
Strauch. Zweige und Blätter weichhaarig -glänzend. Blätter fast 
sitzend; Blättchen linealisch, fast borstlich, strahlig ausgebreitet. 
Blütendeckblättchen eiförmig. Blütezeit Mai, Juni. In Krain, Süd- 
tirol, Steiermark, der Schweiz. C. radiatus Koch, Strahlenblätte- 
riger Bohnenbaum. 

2. Fahne abgerundet -stumpf. — Der vorigen sehr ähnlich und viel- 
leicht nur eine Abart derselben. Blütezeit Mai, Juni. Auf Bergen 
und Voralpen Krains. C. holopetalns Fleischmann, Radblätteriger 
Bohnenbaum. 

b. Blüten zu 1 bis 3, seitenständig. 

A. Blumenkrone purpurn. — Liegender Strauch mit etwa 60 cm langen 
Asten und aufsteigenden, kahlen Zweigen. Blättchen länglich-lanzettlich, 
an beiden Enden spitz; Nebenblätter sehr klein, pfriemlich. Blüten meist 
zu zwei. Blütezeit April, Juni. An Gebirgsabhängen; in Krain, dem 
österreichischen Küstengebiet, in Kärnten und Südtirol. €. purpureus 
Scopoli, Purpurblütiger Bohnenbaum. 

B. Blumenkrone gelb. 

1. Kelch vor dem Aufblühen schlauchförmig, kurzlippig, nach der 
Entwickelung der Blüten ringsum abspringend. — Kleiner, buschiger, 
dorniger Strauch. Blättchen um gekehrt- eiförmig, am Grunde keilig; 
ohne deutliche Nebenblätter. Blütezeit Mai, Juni. Auf den adria- 
tiscben Inseln. C. spinosus L., Dorniger Bohnenbaum. 

2. Kelch stehenbleibend. 

u. Kelchröhre kürzer als die Kelchzipfel, am Grunde mit einem 
linealen Deckblättchen. — Niedriger Strauch. Blättchen fast 
sitzend, länglich, stumpf, mit aufgesetztem Spitzchen, anfänglich 
oberseits behaart, später kahl. Blüten langgestielt. Blütezeit Mai, 
Juni. An sonnigen Abhängen in Tessin. C. glabrescens Sarto- 
relli, Kahlwerdender Bohnenbaum. 

ß. Kelchröhre länger als die Kelchzipfel. 

a, Aste dornig. — Etwa 1 Meter hoher, sehr ästiger Strauch, 
dessen Zweigenden zu Dornen erhärten. Astchen, Blätter, 
Kelch und Hülsen silberglänzend - seidenhaarig. Blättchen 
umgekehrt -eiförmig oder länglich- lanzettlich. Blütezeit Mai, 

Thomc, Flora, III. 36 



— 282 — 

Juni. An Gebirgsabhängen auf den Inseln des Adriatischen 
Meeres. C. spinescens Sieb er, Dornig werdender Bohnen- 
baum. 

Die Abart ciliatns Koch, Gewiinperter Bohnenbaum, bat 
am Rande winiperig-rauhhaarige, sonst kahle Hülsen. 

b. Aste wehrlos. 

aa. Ganze Pflanze angedrückt -seidenhaarig. 15 bis 60 cm 
langer, hingestreckter Strauch, mit emporstehenden Zwei- 
gen. Blättchen länglich oder umgekehrt- eiförmig. Blüte- 
zeit Mai, Juni. Auf grasigen Hügeln und Bergwiesen; 
im östlichen Teile des Gebietes. (C. supinus var. b. L. 
C. biflorus L'Heritier.) C. ratisbonensis Schäffer, Regens- 
burger Bohnenbaum. 

bb. Astchen, Blätter und Kelche abstehend- rauhhaarig. 

aa. An den vorigjährigen Asten entwickeln sich seiten- 
ständige Frühlingsblüten; an den diesjährigen Asten 
endständige Sommerblüten. Hier kann C. prostratus 
(siehe oben) gesucht werden. 

bb. Alle Blüten seitenständig. — Kleiner Strauch mit auf- 
rechtem oder aufstrebendem Stengel. Blättchen um- 
gekehrt-eiförmig oder länglich, am Ende abgerundet, 
nach dem Grunde zu verschmälert. Blütezeit Mai, 
Juni. In Gebirgswäldern Böhmens, Krains, des öster- 
reichischen Küstengebiets und der Schweiz. C. hir- 
sutus L., Rauhhaariger Bohnenbaum. 

Gattung 541: Lupinus Tournefort, Lupine, Wolfsbohne. 

Aus Südeuropa und dem Orient stammende Futterkräuter mit gefingerten 
Blättern und endständigen Blütentrauben. Kelch deutlich zweilippig. Schiff- 
chen zugespitzt und geschnäbelt. Flügel am oberen Rande runzelig gefaltet. 
Griffel pfriemlich, aufsteigend, mit kopfförmiger Narbe. Blütezeit Mai bis 
September. Hülse gross, lederig, mit schwammigen Querwänden. 

1. Blumenkrone gelb. — Dicht behaart. Blättchen länglich. Blüten 
cpürlig, von Deckblättchen gestützt. 0. L. Intens L., Gelbe Lupine.*) 

2. Blumenkrone weiss. — Blättchen oberseits kahl. 0. L. albus L., Weisse 
Lupine. 



*) Tafel 426. Lupinus luteus L. AB blühende Pflanze. 1 Blüte, nach 
Entfernung der Krone, der Länge nach durchschnitten; 2 Schiffchen und Flügel; 
3 Kelch und Stempel; 4 Narbe. 1 bis 4 vergrössert. 



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— 283 — 

3. Blumenkrone blau. 

a. Blättchen schmal-lanzettlich. Stengel rauhhaarig. ©. L. angusti- 
folins L., Sclimalblätterige Lupine. 

b. Blättchen länglich-keilig. Stengel angedrückt-behaart. 0. L. hir- 
sntus L., Rauhhaarige Lupiue. 

4. Blumenkrone rot und blau. ©. L. varius L., Bunte Lupine. 

5. Blumenkrone fleischfarben. ©. L. pilosiis L., Behaarte Lupine. 

2. Sippe: Anthyllideae, Wundkleegewächse. 

a. Blätter dreizählig, oben mitunter einfach. Blüten nicht in Köpfchen. 
Kelch fünfspaltig, bleibend, zur Zeit der Fruchtreife offen. Schiffchen 
in einen pfriemlichen Schnabel zugespitzt. Gattung 542: Ononis L., 
Heuhechel. 

b. Blätter unpaarig -gefiedert, grundständige oft ungeteilt. Blüten in 
kugeligen Köpfchen; letzteres umgeben von einer Hülle fingerig-geteilter 
Deckblätter. Kelch fünfzähnig, in seinem unteren Teile aufgeblasen, 
welkend, sich über der Hülse schliessend. Schiffchen stumpf oder kurz- 
zugespitzt. Gattung 543: Anthyllis L., Wundklee. 

Gattung 542: Ononis L.. Heuhechel, Hauhechel. (XVI, 3.) 

Blätter dreizählig. Kelch fünfspaltig, bei der Fruchtreife offenstehend. 
Schiffchen in einen Schnabel zugespitzt. Flügel am oberen Rande flach, 
nicht gefaltet. 

A. Blumenkrone gelb. 

1. Blumenkrone viel grösser als der Kelch. Hülse hängend, länglich- 
linealisch. — Stengel aufsteigend oder aufrecht, meist wehrlos. Alle 
grünen Pflanzenteile sind drüsig-zottig, klebrig. Blättchen länglich, ge- 
zähnelt. Blütenstiele einblütig, in eine Granne auslaufend. Blumen- 
krone meistens aussen rotgestreift. Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis 
etwa 30 cm. %■. An sonnigen Orten, auf Triften; sehr zerstreut und 
selten; häufiger in Krain und Südtirol. 0. Natrix Lamarck, Gelbe 
Heuhechel. 

2. Blumenkrone etwa so lang wie der Kelch. Hülse aufrecht, eirund. — 
Stengel krautig, aufrecht oder aufstrebend. Blätter langgestielt, 
drüsig -behaart, die oberen oft einfach; Blättchen rundlich oder um- 
gekehrt -eiförmig, gezähnelt, wie auch die breit -lanzettlichen, spitzen 
Nebenblätter. Blütezeit Mai, Juni. 2J.. Auf sonnigen Bergabhängen 
in Österreich, Tirol, der Schweiz. 0. Columnae Allioni, Columna's 
Heuhechel. 



— 284 — 

B. Blumenkrone rot; selten weiss. 
1. Hülsen aufrecht, eiförmig. 

a. Kelch bei der Fruchtreife wenig vergrössert, so lang oder kürzer 
als die eiförmige Hülse. Stengel mit 1 bis 2 Riefen, von Zotten- 
haaren besetzt, aufrecht und aufstrebend; die oft dornigen Aste 
nicht selten zu zweien, zerstreut- drüsenhaarig. Die oberen Blätter 
und die der seitenständigen Astchen sind einfach. Blättchen ei- 
länglich, oft etwas spitz, gesägt -gezähnt, fast kahl. Blüten zu 1 
oder 2, blattwinkelständig, ziemlich gross. Hülsen so lang oder 
länger als der fast unveränderte Kelch. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 
30 bis 60 cm. %. Auf Triften, unfruchtbaren Feldern, an Wegen 
und Waldrändern; durch das ganze Gebiet verbreitet. Die Wurzel 
ist offizinell. 0. spinosa L., Doruige Heuhechel.*) 

b. Kelch bei der Fruchtreife vergrössert, länger als die eiförmige 
Hülse. Stengel ringsum-, nicht ein- bis zweireihig-, zottig. 

a. Blüten meist einzeln, selten zu zweien, in den Blattwinkeln 
am Ende der Aste und Astchen beblätterte, lockere Trauben 
bildend. Obere Blätter und die der seitenständigen Astchen 
einfach. — Stengel liegend, am Grunde wurzelnd; gleichmässig- 
zottig-behaart und klebrig. Aste an der Spitze dornig. Blätt- 
chen eiförmig, gezähnt, drüsig -behaart. Blütezeit Juni, Juli. 
Oft bock- artig riechend. Höhe 30 bis 60 cm. 2J.. Auf sandigen 
Triften, trockenen Wiesen und an Wegen; nicht selten. (0. pro- 
currens Wallroth.) 0. repens L., Kriechende Heuhechel. 

Die Abart mitis Gmelin, Dornlose Kriechende Heuhechel, 

ist dornenlos. 

Die Abart violacea Petermann, Violette Kriechende Heu- 
hechel, hat blau- violette Blumen. 

ß. Blüten paarweise oder die oberen einzeln in den Blattwinkeln, 
am Ende der Aste und Astchen beblätterte, dichtgedrängte, 
ährenförmige Trauben bildend. Blütenständige Blätter einfach. — 
Stengel aufrecht oder aufsteigend, nicht wurzelnd. Im übrigen 
der vorigen ähnlich. Blütezeit Juni, Juli. Hat einen starken 
Bocksgeruch. Höhe etwa 60 cm. 2J.. Auf Wiesen und Triften; 
namentlich im östlichen Teile des Gebietes; zerstreut. (O. hir- 
cina Jacquin.) 0. arvensis L„ Feld -Heuhechel. 



*) Tafel 427. Ononis spinosa L. A Blütenzweig. 1 Kelch; 2 Blüten- 
längsschnitt; 3 Frucht im Kelche; 4 Frucht; 5 desgl. im Längsschnitte; 6 Same. 
1 bis 6 vergrössert. 



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- 285 — 

2. Frucht hängend, linealisch. 

a. Blütenstiel in eine Granne auslaufend, zwei bis dreiblütig. — 
15 bis 30 cm hohe, zottig -behaarte, ausdauernde Krautpflanze. 
Blättchen gross, fast kreisrund, gezähnt. Hülsen vielnial länger 
als der Kelch. Blütezeit Mai, Juni. 2J.. Auf den Alpen und Voralpen. 
0. rotundifolia L., Rundblätterige Henhechel. 

b. Blütenstiel einblütig, nicht in eine Granne auslaufend. — Kaum 
spannenhohes, zottig-behaartes, einjähriges Kraut. Blättchen keil- 
förmig oder rundlich - umgekehrt - eiförmig , am Ende gezähnelt, 
drüsig. Blütezeit Mai, Juni. 0. An sonnigen Orten in Istrien. 
0. reclinata L., Zwerg -Heuhechel. 

Gattung 543: Anthyllis L., Wundklee. (XVI, 3.) 

Kelch fünfzähnig, bei der Fruchtreife vertrocknend und zusammen- 
schliessend. Schiffchen stumpf oder kurzzugespitzt. Flügel am oberen 
Rande flach, nicht quergefaltet. Staubfäden gegen die Spitze verbreitert. 

1. Wurzel vielköpfig; Köpfe gedrungen. Blätter ein- bis fünfpaarig- 
gefiedert, die grundständigen oft ungeteilt. Blättchen länglich bis 
lineal-lanzettlich unter sich sehr ungleich, das endständige meist ellip- 
tisch und viel grösser als die seitenständigen; alle angedrückt-behaart 
oder ziemlich kahl. Blüten in 2 bis 3 kugeligen, endständigen Köpf- 
chen. Kelch bauchig, mit ungleichen Zähnen; Zähne kürzer als die 
Kelchröhre. Fahne fast um die Hälfte kürzer als ihr Nagel. Blumen- 
krone blassgelb, goldgelb bis safranfarbig. Blütezeit Mai, Juli. Höhe 
10 bis 30 cm. 2[. Auf trockenen Wiesen und Triften; durch das 
ganze Gebiet. A. Vulneraria L., Gemeiner Wundklee.*) 

Die Abart Dillenii Schultz, Dillens Wundklee hat Schiffchen, 
Fahne und Flügelrand rot. 

Die Abart maritima Schweigger, Seestrands Wundklee hat 
dünnere, höhere, ästigere und stärker hehaarte Stengel und schmälere 
Blüten. 

2. Wurzel vielköpfig; Köpfe verlängert, ästig, am Boden ausgebreitete, 
rasige Stengel treibend. Blätter 8- bis 20-paarig-gefiedert, seiden- 
haarig; Blättchen länglich oder lanzettlich, spitz, alle gleichgross. 
Blüten in 1 bis 2 endständigen , kugeligen Köpfchen. Kelch röhrig; 
dessen Zähne gleich lang, so lang als die Kelchröhre. Fahne noch 

*) Tafel 428. Anthyllis Vulneraria L. A blühende Pflanze. 1 Blüte; 
2 desgl. zum Teil geöffnet; 3 desgl. halbiert; 4 Staubblattbündel mit Griffel; 
Fruchtkelch; 6 Frucht ohne Kelch; 7 desgl. im Längsschnitte; 8 Same, 
bis 5, 7 und 8 vergrössert. 



^ 



— 286 — 

einmal so lang wie ihr Nagel. Blumenkrone weisslich oder rötlich. 
10 bis 15 cm hoher Halbstranch. Anf steinigen Bergwiesen Öster- 
reichs und der Südschweiz. A. montana L., Berg- Wundklee. 

3. Sippe: Trifolieae, Kleegewächse. 

A. Blumenblätter mehr oder weniger röhrig miteinander und auch mit den 
Staubblättern verwachsen. Gattung 544: Trifolium Tournefort, Klee. 

B. Staubblätter und Blumenblätter nicht miteinander verwachsen. 

I. Schiffchen stumpf oder spitz, aber nicht in einen spitzen Schnabel 
vorgezogen. 

a. Die Nebenblätter gleichen in Gestalt und Grösse den Teilblättchen 
der dreizähligen Blätter, so dass es den Anschein hat als ob ein- 
fache, wirtelständige, sitzende, fünffingerige oder unpaarig-gefiederte 
Blätter vorhanden wären. 

1. Flügelblätter an ihrer Spitze miteinander verwachsen. Gattung 545: 
Dorycnium Tournefort, Backeuklee. 

2. Flügelblätter an ihrer Spitze nicht miteinander verwachsen. Gat- 
tung 546: Bonjeania Reichenbach, Bonjeania. 

b. Die Nebenblätter sind in Gestalt und Grösse von den Teilblättchen 
verschieden; die Blätter sind daher deutlich dreizählig. 

1. Fruchtknoten gerade. Samenlappen mit ihrem Stiele durch ein 
Gelenk verbunden. 

a. Hülse kugelig oder länglich- eiförmig, 1- bis 4-samig. Gat- 
tung 547: Melilotus Tournefort, Steinklee. 

ß. Hülse linealisch, schwach bis ziemlich stark sichelförmig- 
gebogen, vielsamig. Gattung 548: Trigonella L., Bockshorn. 

2. Fruchtknoten aufwärts -gekrümmt. Samenlappen sitzend oder 
ohne besonderes Gelenk in ihren Stiel übergehend. Schiffchen 
an dem Grunde seiner Platte mit einem in den Flügel eindrin- 
genden Höcker. Hülse Schnecken-, sichel- oder nierenförmig; 
1- bis vielsamig. Gattung 549: Medicago L., Schneckenklee. 

II. Schiffchen in einen spitzen Schnabel vorgezogen. 

a. Griffel gegen seine Spitze zu verdickt. Hülse 4-kantig, 4-flügelig, 
zwischen den Samen mit Scheidewänden versehen. Gattung 550: 
Tetragonolobus Scopoli, Spargelerbse. 

b. Griffel gegen seine Spitze zu allmählich verschmälert. Hülse fast 
oder ganz stielrund, nicht 4-fiügelig, ohne Zwischenwände zwischen 
den Samen, mit beim Aufspringen sich spiralig um ihre Längsachse 
drehenden Klappen. Gattung 551: Lotus Tournefort, Hornklee. 



— 287 — 

Gattung 544. Trifolium Tournefort, Klee. 

Kelch fünfspaltig oder fünfzähnig. Blumenkrone bleibend, zusammen- 
schrumpfend oder vertrocknend. Schiffchen stumpf. Staubblätter zwei- 
brüderig, mehr oder weniger mit dem Grunde der Blumenkrone in eine 
Röhre verwachsen, gegen die Spitze etwas verbreitert. Griffel kahl. Hülse 
eiförmig, seltner länglich, aufgeblasen oder zusammengedrückt, nicht auf- 
springend oder unregelmässig zerreissend, 1- bis fünfsamig. Wir unter- 
scheiden zunächst nach Koch 7 Stämme: 

A. Blüten sitzend; in Köpfchen oder länglichen Ähren (letztere hier oft, wie 
vielfach üblich, kurz als Köpfchen bezeichnet). 

a. Kelch nach der Blüte nicht aufgeblasen. 

a. Im Kelchschlunde findet sich eine schwielige Leiste oder ein Haar- 
kranz. 1. Stamm: Lagopus. 

ß. Kelchschlund ohne Leiste und ohne Haarkranz. Blüten in den 
Köpfchen verschieden, teils fruchtbar, teils unfruchtbar. 2. Stamm: 
Trichocepliallim. (Hier könnte auch suffocatum gesucht werden; 
dasselbe hat indes nur einerlei Blüten.) 

b. Kelch nach der Blüte stark aufgeblasen. 

a. Kelch netzaderig, dessen Oberlippe stark aufgeblasen und deren 
Zähne vorgestreckt. 3. Stamm: Fragifera. 

ß. Kelch 24 -nervig. Kelchröhre gleichmässig aufgeblasen, deren 
Zähne gleich. 4. Stamm: Vesicastruin. 

B. Blüten kürzer oder länger gestielt, in Dolden: Kelchschlund inwendig 
nackt. Blumenkrone zuletzt trockenhäutig-rauschend. 

a. Unterster Kelchzahn länger als die übrigen, einander ungefähr gleichen. 

5. Stamm: Lupinaster. 

b. Kelchzähne alle einander gleich, oder die beiden oberen länger. 

6. Stamm: Trifoliastruin. 

c. Die beiden oberen Kelchzähne merklich kürzer als die übrigen, ein- 
ander ungefähr gleichen. 7. Stamm: Chronosemiuin. 

1. Stamm: Lagopus. 

A. Kelch auswendig, wenigstens zur Fruchtzeit, kahl. 

I. Blütenähren länglich -walzenförmig, einzeln oder gepaart; mit Hüll- 
blättern an ihrem Grunde. — Blättchen länglich oder länglich-lan- 
zettlich, dornig-gesägt, wie der Stengel kahl. Kelch 20-nervig. Blu- 
menkrone purpurn, selten blassrot oder weisslich. Blütezeit Juni, 
Juli. 30 bis 60 cm hoch. %. In Laubwäldern, namentlich wärmerer 
Gebirge. T. rubens L., Purpurklee. 



— 288 — 

IL Blütenähren kugelig, bis zuletzt eirund. 

A. Kelch 10-nervig. 

1. Kelchzähne schmal-lineal, zur Fruchtzeit aufrecht. Blättchen 
lanzettlich, sehr fein gezähnelt. — Köpfchen einzeln, ohne Hülle. 
Blumen purpurn. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 30 cm. 2|.. 
In trockenen Wiesen, Gebüschen, Laubwäldern. T. medium. L., 
Mischklee. 

2. Kelchzähne lanzettlich, fast dreinervig. Blättchen der unteren 
Blätter länglich -keilig, ausgerandet, der oberen Blätter breit- 
lanzettlich oder lanzettlich-keilig. — Köpfchen einzeln; zuletzt 
über das oberste Blattpaar hinausragend. Blumenkrone blass- 
rötlich oder weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 20 cm. 0. 
Istrien. T. maritimnm Hudson, Strandklee. 

B. Kelch 20-nervig. — Köpfchen einzeln, mit dem Stiel über die 
obersten Blätter hinaustretend. Blättchen umgekehrt -eiförmig bis 
umgekehrt -herzförmig, schwach -gezähnelt. Blumenkrone rötlich. 
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 20 cm. 0. T. lappaceum L., 
Klettenklee. 

B. Kelchröhre auswendig behaart. 

I. Kelch höchstens halb so lang wie die Blumenkrone. 

A. Nebenblätter scheidig - verbunden ; deren freier Teil dreieckig- 
eiförmig, allmählich zugespitzt. - Blättchen länglich oder länglich- 
lanzettlicb, ganzrandig. Blütenkopf einzeln, endständig, fast kugelig, 
weissblumig, an seinem Grunde durch das unterste Blatt gestützt. 
Blütezeit Juli. Höhe etwa 30 cm. 2|. Auf den Alpen Steier- 
marks, Kärntens, Krains, Südtirols. T. noricnm Wulfen, No- 
rischer Klee. 

B. Der freie Teil der Nebenblätter ist eiförmig und plötzlich fast 
grannenartig zugespitzt, oder aber lanzettlich bis pfriemlich. 

1. Der freie Teil der Nebenblätter ist eiförmig und plötzlich fast 
grannenartig zugespitzt. Kelchzähne fädlich, gewimpert. 

a. Kelchzähne die Kronröhre nicht überragend. Köpfchen meist 
gepaart, kugelig, von den obersten Blättern behüllt. Stengel 
und Blätter anliegend -flaumig. — Blättchen eiförmig oder 
elliptisch, fast ganzrandig. Flügel kürzer wie das Schiffchen. 
Blumenkrone purpurn, selten weiss. Blütezeit Juni bis Herbst. 
Höhe 15 bis 30 cm. 2J.. Auf Wiesen und Grasplätzen 




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— 289 — 

und im grossen gebaut. T. pratense L., Wiesenklee, 
Rotklee.*) 

Besondere Formen sind: 

var. nivale Koch, Alpen -Wicsenklee (T. nivale Sieber); 
niederiger; Köpfchen dicker; Blumenkrone weiss oder gelblich- 
weiss, selten ins Rötliche spielend. Auf den höchsten Alpen. 

var. expansum Reichenbach, Ausgebreiteter Wiesen- 
klee; nach allen Seiten hin ausgebreitete Stengel; Köpfchen 
stets einzeln; Flügel so lang wie das Schiffchen. 

b. Die vier oberen Kelchzähne sind anderthalbmal so lang wie 
die Kronröhre. Köpfchen einzeln, von dem obersten Blatt- 
paar behüllt. Stengel und Blätter abstehend - zottig. — 
Blättchen umgekehrt- eiförmig, klein - gesägt. Blumenkrone 
gelblich-weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. G. 
Auf Wiesen im Gebiet des Adriatischen Meeres; .selten. 
T. pallidum Waldstein-Kitaibel, Bleicher Klee. 
2. Der freie Teil der Nebenblätter ist lanzettlich bis pfriemlich. 

a. Kelch 20- nervig. Blumenkrone rot. — Blättchen länglich- 
lanzettlich, ziemlich spitz, sehr fein gezähnelt. Köpfchen 
eirund, kugelig, an ihrem Grunde behüllt, meist paarweise. 
Blütezeit Juni, August. Höhe 15 bis 30 cm. %. In 
trockenen Wäldern, namentlich der Gebirge; nicht selten. 
T. alpestre L. (Alpenklee), Waldklee. 

b. Kelch 10 -nervig. Blumenkrone weiss oder gelblich-weiss. 
ct. Kelchschlund durch einen schwieligen Ring verengt. 

a. Köpfchen kugelig, meistens behüllt. Blumenkrone 
gelblich-weiss. — Blättchen länglich-elliptisch, behaart, 
unterste ausgerandet, die übrigen ganzrandig. Blüte- 
zeit Juni, Juli. Höhe 36 cm. %. In Waldwiesen 
und Gebüschen; im mittleren und südlichen Teile des 
Gebietes zerztreut, im nördlichen sehr selten. T. ochro- 
leucum L., Blassgelber Klee. 

b. Köpfchen eirund -länglich, langgestielt. Blumenkrone 
weiss. — Blättchen länglich-lanzettlich, behaart, unterste 
ausgerandet. Blütezeit Juli, August. Höhe etwa 30 cm. 
21. Krain. T. pannonicum Jacquin, Ungarischer Klee. 

*) Tafel 429. Trifolium pratense L. A blühende Pflanze. 1 und 2 
Blüten; 3 Fruchtkelch; 4 Blüte nach Entfernung des Stempels halbiert; 5 Staub- 
blatt; 6 Stempel; 7 Hülse; 8 Same. 1 bis 8 vergrössert. 

T ho in 6, Flora. III. 37 



— 290 — 

ß. Kelchschlnnd mit vorspringendem, behaartem Ring. — 
Blättchen umgekehrt - eiförmig bis länglich , schwach- 
gezähnelt. Köpfchen zuletzt länglich, oft behüllt. Blumen- 
krone weiss - gelblich. Blütezeit Juni, Juli. Im Gebiete 
des Adriatischen Meeres; selten. T. alexaildrinum L., 
Ägyptischer Klee. 

II. Kelch länger als die halbe Blumenkrone. 

A. Köpfchen von dem obersten Blatte oder Blattpaare behüllt. 

1. Kelch 20 -nervig, rauhhaarig, die Krone überragend. — Blättchen 
umgekehrt -herzförmig, vorne schwach - kleingesägt. Köpfchen 
kugelig. Blüten weisslich. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 8 bis 
15 cm. 0. Istrien. T. Cherleri L., Cherleris Klee. 

2. Kelch 10 -nervig. 

a. Fruchtkelch bauchig aufgebläht, mit lanzettlich-pfriemlichen, 
gerade abstehenden Zähnen. — Untere Blätter ziemlich 
langgestielt, mit umgekehrt-herz-eiförmigen Blättchen; obere 
sehr kurzgestielt, mit länglich-keiligen Blättchen; alle Blätt- 
chen mit geraden Seitennerven und vorne klein - gesägt. 
Köpfchen eiförmig, zuletzt fast walzenförmig. Blumenkrone 
rosenrot. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 8 bis 20 cm. 
(auch ©?). Auf trockenen, sonnigen Hügeln und Triften; 
zerstreut. T. striatum L., Gestreifter Klee. 

b. Fruchtkelch walzenförmig, nicht bauchig erweitert. 

a. Kelch länger als die weisse oder blassrote Krone. — 
Blättchen umgekehrt-herz-eiförmig oder länglich-keilig, mit 
am Rande verdickten, bogigen Seitennerven, klein-gesägt. 
Köpfchen eiförmig. Zähne des Fruchtkelches lanzettlich, 
starr, zurückgekrümmt. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 
8 bis 15 cm. 0. Auf trockenen, steinigen Triften; sehr 
selten. T. scabrum L., Rauher Klee. 

ß. Kelch kürzer als die purpurne Krone. — Blättchen läng- 
lich-keilig, die der untersten Blätter umgekehrt-herzförmig. 
Köpfchen eiförmig, zuletzt länglich-walzlich. Blumenkrone 
purpurn. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 10 bis 20 cm. 0. 
T. Bocconii Sa vi, Bocconis Klee. 
B. Köpfchen länger gestielt, daher von den obersten Blättern ent- 
fernt und nicht hüllenartig gestützt. 

1. Blättchen umgekehrt - herzförmig oder (wenigstens die unteren) 
umgekehrt-eiförmig. 






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— 291 — 

a. Fruchtkelch am Schlünde offen, haarig, mit abstehenden, 
meist dreinervigen Zähnen. Kelchzähne kürzer als die Krone, 
lanzettlich -pfriemlich, sehr spitz. — Blättchen umgekehrt- 
eiförmig, gestutzt, nebst dem Stengel zottig. Ahrchen einzeln, 
endständig, eiförmig, zuletzt walzenförmig. Blumenkrone 
purpurn. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 cm. 0. Angebaut 
und zuweilen verwildert. T. incarnatum L., Inkarnatklee. 

b. Fruchtkelch am Schlünde geschlossen. Kelchzähne so lang 
oder länger wie die Krone. 

«. Fruchtkelch am Schlünde von Haaren geschlossen. Kelch- 
zähne so lang wie die Krone, aufrecht, pfriemlich. Blätt- 
chen der unteren Blätter umgekehrt- eiförmig, der oberen 
länglich-keilig, alle fast aderlos, tief ausgerandet, stumpf- 
gezähnelt. Köpfchen rundlich, einzelstehend. Blumen- 
krone weisslich. Blütezeit Juli, August. Höhe 8 bis 
15 cm. 2J.. Auf den höchsten Alpen, in der Nähe der 
Gletscher. T. saxatile Allioni, Felsenklee. 

ß. Fruchtkelch am Schlünde durch einen schwieligen Ring 
und filzige Haare geschlossen. Kelchzähne länger wie 
die Krone, zur Fruchtzeit sternförmig ausgebreitet. — 
Blättchen umgekehrt-herzförmig, vorne gezähnelt. Köpf- 
chen einzeln, kugelig, zuletzt eirund. Blumenkrone weiss- 
lich. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 20 bis 25 cm. 0. 
T. stellatnm L., Sternklee. 
2. Blättchen linealisch oder lineal-länglich bis länglich. 

a. Blättchen lineal-länglich. Ahrchen eiförmig, zuletzt walzlich, 
sehr zottig. Kelch weichzottig, seine Zähne pfriemlich- 
borstenförmig, länger als die Blumenkrone, etwas abstehend. 
— Blumenkrone weisslich, später fleischfarben. Blütezeit 
Juli bis September. Höhe 8 bis 30 cm. 0. Auf Ackern 
und Sandfeldern; gemein. T. arvense L., Ackerklee, Katzen- 
klee.*) 

b. Blättchen der oberen Blätter linealisch. Ahrchen länglich- 
kegelförmig. Kelch borstig -rauhhaarig, der untere Zahn 
langer als die Krone, die übrigen etwas kürzer. — Blumen- 
krone blassrot. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 20 bis 30 cm. 
©. Im Österreichischen Küstengebiete. T. angnstifolinm L., 
Schmalblätteriger Klee. 



*) Tafel 430 A. Trifolium arvense L. A Teil der blühenden Pflanze. 
1 Blüte vergrössert. 



— 292 — 

2. Stamm: Triehoeephalum. 

Dem Weissklee ähnliche Pflanze. Blättchen umgekehrt - herzförmig. 
Köpfchen end- und seitenständig, gestielt, hüllenlos. In jedem Köpfchen 
finden sich 3 bis 5 sehr kurzgestielte, während des Blühens aufrechte, nach 
dem Verblühen zurückgeschlagene, fruchtbare Blüten. Die unfruchtbaren, 
in demselben Köpfchen später heranwachsenden Blüten sind kugelig zu- 
sammengehäuft und bedecken die fruchtbaren Blüten. Kelch auch im 
Schlünde kahl, offen, mit fünf fädlichen, rauhhaarigen, einander gleichen 
Zähnen; letztere sind kürzer als die Krone. Blumenkrone weisslich. Blüte- 
zeit April, Mai. Durch Drehung des gemeinsamen Blütenstiels sollen die 
reifen Hülsen in die Erde gebohrt werden. An der Küste des Adriatischen 
Meeres; selten. T. snbterraneuni L., Erdklee. 

3. Stamm: Fragifera. 

A. Köpfchen von einer vielteiligen Hülle von der Länge des Kelches um- 
geben, ausdauernd. — Stengel kriechend, ästig, fast kahl. — Blättchen 
elliptisch oder breit-umgekehrt-eiförmig. Nebenblätter lanzettlich-pfriem- 
lich. Köpfchen langgestielt, kugelig. Kelchschlund innen kahl. Frucht- 
kelch häutig, netzaderig, behaart; dessen Oberlippe aufgeblasen, deren 
beiden Zähne gerade vorgestreckt. Blumenkrone fleischfarben. Blütezeit 
Juni bis September. Stengel 8 bis 15 cm lang. An Flussufern, auf 
feuchten, namentlich salzhaltigen Wiesen; zerstreut. T. fragiferuin L., 
Erdbeer -Klee. 

B. Köpfchen mit einer 10- bis 12 lappigen, sehr kurzen Hülle. Einjährig. 

1. Köpfchenstiel etwa so lang wie der des Blattes, in dessen Achsel er 
entspringt. Die beiden oberen Kelchzähne länger als das Kelchrohr, 
doppelt so lang wie die unteren. — Der vorigen sehr ähnlich, nament- 
lich auch bezüglich der Bildung des Fruchtkelches. Blättchen eiförmig 
oder umgekehrt -eiförmig, feingesägt. Blume klein, purpurn, umge- 
wendet, d. h. die Fahne nach unten. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 
15 bis 20 cm. 0. Im Gebiete des Adriatischen Meeres; selten. 
T. resupinatuni L. (T. bicorne Forskai), Umgewendeter Klee. 

2. Köpfchenstiel kürzer wie der des Blattes, in dessen Achsel er ent- 
springt. Kelchzähne sehr kurz, fast ganz von Filz verdeckt. — Der 
vorigen sehr ähnlich, doch in allem kleiner und nur wenig Centimeter 
hoch. Blumenkrone rot. Blütezeit Mai, Juni. Südspitze Istriens und 
benachbarte Inseln. T. tonientosnm L.. Filziger Klee. 



293 



4. Stamm: Vesieastrum. 

Blättchen umgekehrt-eiförmig oder länglich, geschärft-gesägt, mit etwas 
verdickten Adern. Ahrchen oval, ohne Hülle. Kelchschlund inwendig nackt. 
Kelch 24-nervig; dessen Röhre nach dem Verblühen gleichmässig bauchig- 
aufgeblasen, zwischen den beiden oberen Zähnen gespalten. Kelchzähne 
einander gleich. Kelch mit einem Deckblättchen, von der Länge der Kelch- 
röhre. Blumenkrone weiss, nach dem Verblühen trockenhäutig, braun. Blüte- 
zeit August. ©. In der Nähe des Strandes des Adriatischen Meeres (?). 
T. multistriatuni Koch, Vielstreifiger Klee. 

5. Stamm: Lupinaster. 

1. Blätter dreizählig. Doldenstiele lang, grundständig, hüllenlos. — 
Vielköpfig, stengellos. Blättchen lanzettlich, an beiden Enden ziem- 
lich spitz, schwach-kleingesägt, kahl. Blüten kurzgestielt, eine lockere 
Dolde bildend, nach dem Verblühen herabgeschlagen, bis 2 cm gross, 
rot, sehr selten gelblichweiss. Blütezeit Juni. Höhe 5 bis 10 cm. 2J.. 
Auf hochgelegenen Alpenwiesen. T. alpinnm L., Alpenklee. 

2. Blätter fünfzählig, ohne gemeinsamen Stiel. Dolden kopfförmig, am 
Stengel end- und achselständig, kurz, einseitig. — Stengel aufrecht. 
Blättchen kurz -gestielt, lineal- lanzettlich, dicht- und scharf- gesägt, 
stachelspitzig. Kelchzähne fast gleichlang. Blume rot oder gelblich- 
weiss, grösser als bei allen übrigen Arten. Blütezeit Juni. Hülse 
ein- bis sechssamig. Höhe 30 cm. %. T. Lupinaster L., Lupinen- 
blätteriger Klee. 

6. Stamm: Trifoliastrum. 

A. Blüten sitzend. — - Stengel sehr kurz, niederliegend. Blätter langgestielt. 
Blättchen umgekehrt- herzförmig. Köpfchen achselständig, daher dem 
Boden angedrückt. Kelch doppelt so lang wie die kleine, weisse Krone. 
Blütezeit April. Mai. 0. An sonnigen Abhängen Südistriens. T. suffo- 
catuin L., Erstickter Klee, Hexenklee. 

B. Blüten gestielt, wenn auch kurz gestielt. 

I. Kelch etwas zottig oder haarig. 

a. Fruchtkelch an seiner Unterseite bis zum Grunde gespalten. Ein- 
jährige Pflanze. Stengel meist ausgebreitet - ästig. — Blättchen 
umgekehrt - eiförmig. Nebenblätter häutig, eiförmig, haarspitzig. 
Dolden kugelig, ziemlich lang gestielt, ohne Hülle. Kelch etwas 
länger als die Blumenkrone, gestreift. Blumenkrone weiss. Blüte- 
zeit Mai, Juni. Höhe 3 bis 10 cm. An sonnigen, berasten Ab- 



— 294 — 

hängen, auf Triften; im mittleren Teile des Gebietes; selten. T. parvi- 
florum Ehrhart, Kleinblütiger Klee. 

b. Fruchtkelch an seiner Unterseite nicht bis zum Grunde gespalten. 
Ausdauernde Pflanze. Stengel fast aufrecht. — Blättchen länglich- 
lanzettlich, unterseits behaart. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai 
bis Juli. Höhe 15 bis 40 cm. Auf trockenen Wiesen in Berg- 
wäldern; durch das ganze Gebiet und vielerorts häufig. T. mon- 
tannm L., Bergklee. 

II. Kelch kahl. 

a. Blüten- und Fruchtstielchen kürzer als die Kelchröhre. 

1, Dolden sitzend, kopfförmig, end- und seitenständig. — Kahl. 
Blättchen umgekehrt- eiförmig, scharf- gezähnelt. Blumenkrone 
purpurn. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 25 cm. 0. An 
grasigen, sonnigen Orten im Gebiet des Adriatischen Meeres. 
T. glomeratum L., Knäuelblätteriger Klee. 

2. Dolden gestielt. 

ct. Nebenblätter an ihrem Grunde weit trichterförmig verwachsen, 
deren freiere Teile sehr breit -eiförmig, drüsig- ausgebissen - 
gezähnelt. — Stengel aufrecht. Blättchen der unteren Blätter 
umgekehrt- eiförmig-länglich, stumpf; der oberen Blätter lanzett- 
lich-spitz; alle scharf- drüsig -gezähnt. Dolden kopfförmig, 
eirund oder fast kugelig, an ihrem Grunde mit einem kurzen 
Hüllchen. Blumenkrone purpurn. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 
15 bis 20 cm. Auf feuchten Triften Istriens. T. strictnm 
Waldstein-Kitaibel, Steifer Klee. 

ß. Nebenblätter an ihrem Grunde breit, am Ende lanzettlich, 
zugespitzt. — Stengel kurz, rasig, aufstrebend. Blättchen 
umgekehrt-eiförmig, klein-gesägt. Dolde kopfförmig, rundlich. 
Blumenkrone weiss, später rötlich. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 15 bis 25 cm. Auf steinigen Alpen wiesen. (T. caespi- 
tosum Regnier.) T. Thalii Villars, Thals Klee. 
b. Fruchtstielchen der inneren Blüten der Dolden so lang oder länger 
als die Kelchröhre. 

1. Fruchtsti eichen der inneren Blüten so lang wie die Kelchröhre. 
ct. Stengel niederliegend, wurzelnd. Nebenblätter breit-lanzettlich, 
plötzlich in eine Granne zugespitzt, trockenhäutig. — Blätt- 
chen keilig - umgekehrt - herz - eiförmig. Dolden langgestielt, 
kopfförmig, kugelig. Blütenstielchen nach dem Blühen herab- 
gebogen. Kelch kahl, halb so lang wie die Krone. Blumen- 



w. 



//S//^ -was. 




Weiftklze. 



— 295 — 

kröne weiss oder rötlich - weiss. Blütezeit Mai bis Herbst. 
Stengel 25 bis 50 cm lang. %. Auf Wiesen, Triften, an 
Wegen gemein; auch im grossen angebaut. T. repens L., 
Weissklee, Lämmerklee.*) 
ß. Stengel aufstrebend oder niederliegend, aber nicht wurzelnd. 

a. Vielköpfig. Stengel rasig, liegend und aufstrebend. Krone 
dreimal so lang als der Kelch. — Der vorigen sehr ähn- 
lich. Blumenkrone gelblich-weiss. Blütezeit Juli, September. 
Höhe 10 bis 20 cm. %■. Auf den Granitalpen: selten. 
T. pallesccns Schreber, Bleich werdender Klee. 

b. Stengel ästig, aufstrebend. Krone doppelt so lang wie der 
Kelch. — Blättchen umgekehrt -eiförmig, vom Grunde bis 
zur Mitte ganzrandig, vorne klein-gesägt. Dolden kopf- 
artig, rundlich. Blüte nach dem Verblühen herabgebogen. 
Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 
20 cm. 0. Auf Wiesen in Istrien. T. nigreseens 
Viviani, Istrischer Klee. 

2. Fruchtstielchen weit länger als die Kelchröhre. 

a. Stengel aufsteigend, ganz kahl, hohl, weich. — Blättchen 
umgekehrt -eiförmig oder elliptiteh. Nebenblätter länglich- 
lanzettlich. Dolde rundlich, gedrungen, auf langen Stielen. 
Blumenkrone erst weiss, dann rosenrot, sodass die Dolde 
beim Aufblühen der inneren Blüten innen weiss, aussen rosen- 
rot erscheint. Blütezeit Mai bis Oktober. Höhe 30 bis 
50 cm. 2J.. Auf feuchten Wiesen, vielfach häufig, mitunter 
auch im grossen angebaut. T. hybridum L., Bastard -Klee. 

ß. Stengel in einen Kreis niedergestreckt, oberwärts weichhaarig, 
nicht hohl, hart. — Blättchen umgekehrt-eiförmig, geschärft- 
klein-gesägt. Dolde rundlich -gedrungen. Blumenkrone röt- 
lich. Stengel bis 50 cm lang. %. Auf trockenen Triften 
und Höhen, namentlich auf Kalkboden ; zerstreut. T. elegans 
Savi, Zierlicher Klee. 

7. Stamm: Chronosemium. 
A. Fahne fast glatt, nicht gefurcht, zusammengefaltet, kaum länger wie die 
Hülse. 
1. Nebenblätter eiförmig. Dolden 10- bis 20 blutig. — Stengel ausge- 



*) Tafel 431. Trifolium repens L. A Teil der blühenden Pflanze. 
1 Blatt; 2 und 3 Blüten; 4 Kelch; 5 Fruchtdolde; 6 Hülse; 7 Same durch- 
schnitten. 2 bis 4, 6 und 7 vergrössert. 



— 296 — 

breitet. Blatteten keilförmig. Blumenkrone blassgelb. Blütezeit 
Mai bis September. Stengel 10 bis 30 cm lang. ©. Auf Wiesen, 
Triften, gemein. (T. filiforme Autoren, nicht L.) T. minus Smith, 
Kleiner Klee. 
2. Nebenblätter länglich, an ihrem Grunde nicht breiter. — Blättchen 
umgekehrt-eiförmig, gezähnelt. Döldchen zwei- bis sechs blutig, seiten- 
ständig. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 3 bis 8 cm. 
©(?). T. micranthum Viviani, Kleinblütiger Klee. 

B. Fahne gefurcht, doppelt so lang wie die Hülse. 

a. Fahne an ihrem Grunde zusammengedrückt, an ihrer Spitze löffei- 
förmig. 

1. Hülse viermal so lang wie der Griffel. — Stengel aufrecht oder 
niederliegend. Blättchen umgekehrt -eiförmig, das mittlere länger 
gestielt. Nebenblätter eiförmig. Dolden kopfförmig, seitenständig, 
bis 40 blutig. Blüten zuletzt herabgebogen. Blumenkrone gelb. 
Blütezeit Juni bis September. Höhe 15 bis 20 cm. ©. Auf 
Äckern, an Triften, auf Wegen; gemein. T. procumbens L., Liegen- 
der Klee.*) 

Ändert ab: mit kleineren, schwefelgelben, und mit grösseren 
dunkelgelben Köpfen (T. campestre Schreber, Feld-Klee). 

2. Hülse so lang wie der Griffel. 

a. Nebenblätter länglich - lanzettlich , am Grunde nicht breiter. — 
Stengel einfach, aufrecht. Blättchen länglich- lanzettlich, alle 
sitzend. Dolde kopfförmig, eirund, achselständig. Blumenkrone 
goldgelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 40 cm. 0. In trockenen 
Wäldern und Wiesen, namentlich der Gebirgsgegenden; stellen- 
weise. (T. aureum Pollich.) T. agrariuni L., Gold -Klee. 

ß. Nebenblätter herzförmig. — Dem Liegenden Klee sehr ähnlich. 
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni bis August. Höhe 5 bis 
8 cm. 0. Auf Wiesen im südlichen Krain, Steiermark, Tirol, 
bei Triest. T. patens Schreber, Triftenklee. 

b. Fahne vom Grunde an eiförmig-gewölbt. Flügel gerade - vorgestreckt. 
1. Dolde endständig, zuletzt walzlich. Nebenblätter länglich -lanzett- 
lich. — Stengel aufrecht. Blättchen umgekehrt- herzförmig bis 
länglich-lanzettlih. Blütenstielchen nach der Blüte herabgebogen. 
Blumenkrone anfangs goldgelb, bald dunkelkastanienbraun werdend. 



*) Tafel 430B. Trifolium procumbens L. (T. campestre.) Ganze 
Pflanze. 



— 297 — 

Blütezeit Juli, August. Höhe 25 bis 40 cm. 0. Auf sumpfigen 
Wald wiesen; zerstreut und selten. T. spadiceum L., Brauner Klee, 
Hopfenklee. 

2. Dolde endständig, kugelig; untere Blütenstielchen herabhängend. 
Obere Nebenblätter fast eiförmig. — Stengel aufsteigend. Blättchen 
länglich, am Ende abgerundet oder ausgerandet, nach dem Grunde 
keilig. Blumenkrone erst goldgelb, dann lederbraun. Blütezeit 
Juli, August. Höhe 10 bis 15 cm. 2J.. Auf feuchten Alpen triften ; 
verbreitet. T. badium Schreber Lederbrauner Klee. 

Gattung 545: Dorycnium Tournefort, Backenklee. (XVII. 3.) 

Kräuter oder Halbsträucher mit dreizähligen Blättern und mit Neben- 
blättern, welche den Blättchen gleichgestaltet sind, so dass die Blätter 
scheinbar fünfzählig sind. Kelch fünfzähnig, fast zweilippig. Blumenkrone 
abfällig. Schiffchen stumpf. Flügel an der Spitze zusammenhängend und 
wie Backen aufgeblasen. Staubblätter nicht mit der Blumenkrone verwachsen, 
abwechselnd gegen die Spitze verbreitert. Griffel kahl. Hülse kugelig, ein- 
bis zweisamig. 

1. Halbstrauch mit lineal- keilförmigen, graugrünen, wie der Stengel an- 
liegend-seidenhaarigen Btättern. — Blüten in kugeligen Köpfchen, 
meist zu 12 beisammen, klein, weiss oder die Fahne etwas rötlich, 
das Schiffchen an der Spitze violettschwarz. Blütezeit Mai bis Juli. 
Höhe 30 bis 60 cm. %. Auf grasigen, felsigen Kalkabhängen in 
Bergwäldern; in Südbayern, Tirol, Krain, Österreich. D. suffruticosum 
Villars, Halbstrauchiger Backenklee. 

2. Krautpflanze; oberwärts, wie auch Blattstiele und Blattunterseiten ab- 
stehend-behaart. Blättchen länglich-keilig. — Im übrigen der vorigen 
gleich und auch als Abart derselben angesehen. Blütezeit Mai bis 
Juli. Höhe 30 bis 60 cm. 2J.. Auf sonnigen Triften bei Wien, in 
Südtirol, Tessin. D. herbacenm Villars, Krautiger Backenklee. 

Gattung 546: Bonjeania Reichenbach, Bonjeania. (XVII, 3.) 

Ausdauerndes, aufrechtes oder aufsteigendes Kraut mit gestielten, drei- 
zähligen Blättern und den Teilblättchen gleichenden Nebenblättern, sodass 
die Blätter scheinbar gefiedert sind. Ganze Pflanze zottig - filzig - behaart. 
Blüten in kopfigen Dolden. Blumenkrone gross, rötlich, weiss; Schiffchen 
an der Spitze violett-schwarz, kurzgeschnäbelt. Flügel an ihrer Spitze nicht 
miteinander verwachsen. Hülsen kahl, etwas gedunsen; im Innern mit sehr 
dünnen Scheidewänden. Blütezeit Mai, Juni. Auf unfruchtbaren Felsen in 

Thomfi, Flora. III. 38 



— 298 — 

Südtirol und dem Gebiete des Adriatischen Meeres. %. (Dorycnium hir- 
sutum De Candolle.) B. hirsuta Reichenbach, Rauhhaarige Bonjeania. 

Gattung 547: Melilotus Toumefort, Steinklee. (XVJI, 3.) 

Eigentümlich aromatisch riechende, bitter-scharfe Kräuter oder Stauden 
mit gedreiten Blättern und mit Nebenblättern, welche am Grunde dem Blatt- 
stiele angewachsen sind. Kelch fünfzähnig. Blumenkrone abfällig. Schiff- 
chen stumpf, den Flügeln etwas anhaftend. Staubfäden gegen die Spitze 
nicht verbreitert, auch nicht mit der Blumenkrone verwachsen. Griffel kahl. 
Hülse gedunsen, nicht aufspringend, ein- bis viersamig. 

A. Blumen gelb oder weiss, in lockeren, zuletzt verlängerten, gestielten 
Trauben. 

I. Hülse netzförmig -runzelig. 

A. Hülse klein, fast kugelig. — Stengel aufrecht. Blättchen an den 
unteren Blättern umgekehrt- eilänglich, an den oberen länglich- 
keilig, alle etwas gestutzt, vorne gezähnt. Nebenblätter aus ge- 
zähntem Grunde pfriemlich. Flügel kürzer als die Fahne, so lang 
wie das Schiffchen. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 50 cm. 0. 
Im Gebiete des Adriatischen Meeres, zuweilen auch mit Samen 
eingeführt. (Trifolium Melilotus indica var. d. L.) M. parviflorus 
Desfontaines, Kleinblütiger Steinklee. 

B. Hülse eiförmig. 

a. Hülse kurz -flaumhaarig, kurz - zugespitzt. — Stengel aufrecht. 
Blättchen der unteren Blätter umgekehrt -eiförmig, der oberen 
länglich-lmealisch, alle etwas gestutzt, schwach-gesägt. Neben- 
blätter pfriemlich- borstig, ganzrandig. Flügel und Schiffchen 
so lang wie die Fahne. Blütezeit Juli bis September. Höhe 
100 bis 125 cm. G. Das Kraut ist officinell. An Ufern und 
Gräben, auf Wiesen, durch das ganze Gebiet verbreitet. (Tri- 
folium Melilotus officinalis var. c. L.; M. macrorrhizon Persoon; 
M. officinalis Willdenow.) M. altissimns Thuillier, floher 
Steinklee. 

b. Hülse kahl. 

1. Nebenblätter an ihrem Grunde gezähnelt, am Ende pfriemlich. 
Blumenkrone sehr klein. — Stengel meist aufsteigend. Blätt- 
chen länglich oder länglich -lanzettlich, stumpf, geschärft- 
fast dornig -ungleich -gesägt. Flügel kürzer als die Fahne, 
länger als das Schiffchen. Blütezeit Juli bis September. 
Höhe 15 bis 50 cm. O. An salzhaltigen Orten. (Trifolium 



J7tfj>. 




w<r4jJ£&tee*&ii£*"a-- <5ebrnudjU$er Steinklee. 



— 299 — 

Kochianurn Hayne; T. dentatum Waldstein-Kitaibel.) M. den- 
tatus Persoon, Gezähnter Steinklee. 

2. Nebenblätter an ihrem Grunde ganzrandig. 

a. Flügel so lang wie die Fahne, länger als das Schiffchen. 
Blumenkrone hellgoldgelb. Reife Hülsen gelbbraun, mehr 
quer- als netzrunzelig. — Stengel aufsteigend. Blättchen 
gesägt, an den unteren Blättern umgekehrt -eiförmig, an 
den oberen breit-lanzettlich. Blütezeit Juli bis September. 
Höhe 30 bis 100 cm. O. Das Kraut ist offizinell. 
(M. arvensis Wallroth; M. Petitpierreanus Willdenow.) 
M. officinalis Desrousseaux, Gebräuchlicher Steinklee.*) 

ß. Flügel kürzer als die Fahne, so lang wie das Schiffchen. 
Blumenkrone weiss. Reife Hülsen lichtgelbbraun, netzig- 
runzelig. — Stengel aufrecht. Blättchen gesägt, stumpf, 
an den unteren Blättern umgekehrt-eiförmig, an den oberen 
länglich-lanzettlich. Blütezeit Juli bis September. Höhe 
30 bis 125 cm. An Wegen, unbebauten Orten, durch 
das ganze Gebiet. (Trifolium Melilotus officinalis var. b. L.; 
M. vulgaris Willdenow; M. leucanthus Koch.) M. albus 
Desrousseaux, Weisser Steinklee. 

11. Hülsen mit parallellaufenden, bogigen Riefen, oder grubig- runzelig, 
rundlich - kugelig. 

1. Nebenblätter ganzrandig, aus breitem Grunde gebogen, pfriernlich. 
Hülse kugelig, zugespitzt - geschnäbelt, grubig -runzelig. — Stengel 
aufrecht oder aufsteigend, sehr ästig. Blättchen vorne gezähnelt, 
länglich -umgekehrt-eiförmig, die oberen mehr keilförmig. Fahne, 
Flügel und Schiffchen gleichlang. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 60 
bis 125 cm. ©. Aus Südeuropa stammend, mit Samen einge- 
schleppt. M. gracilis De Candolle, Schlanker Steinklee. 

2. Nebenblätter am Grunde gezähnt, aus breitem Grunde lang zuge- 
spitzt. Hülse rundlich, sehr stumpf, parallel - bogig - gerieft. — 
Stengel aufrecht. Blättchen gestutzt, geschärft -gezähnt, an den 
unteren Blättern umgekehrt-eiförmig, an den oberen länglich-keilig. 
Fahne und Schiffchen einander gleichlang, länger als die Flügel. 
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 20 cm. 0. Im Gebiete des 



*) Tafel 432. Melilotus officinalis Desrousseaux. A Teil der blühen- 
den Pflanze. 1 Blüte; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Kronblätter; 4 Blüte ohne die 
Kronblätter; 5 junge Hülse; 6 reife Hülse; 7 und 8 einsamige Hülsen im Längs- 
und Querschnitt; 9 Same, 1 bis 9 vergrössert. 



— 300 — 

Adriatischen Meeres. M. sulcatus Desfontaines, Geriefter 
Steinklee. 

B. Blumen hellblau, aufrecht; Blüten und Hülsen zu kopfigen Trauben zu- 
sammengedrängt. — Stengel aufrecht. Blättchen der untersten Blätter 
rundlich - rautenförmig, der oberen eirund- länglich oder länglich -lanzett- 
lich, alle fein- und scharf- gesägt. Nebenblätter eiförmig-pfriemlich, die 
der unteren Blätter am Grunde stark verbreitet. Flügel kürzer als die 
Fahne, aber länger als das Schiffchen. Hülse nur an der Bauchseite 
aufspringend. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 60 cm. 0. Auf Wiesen 
in Kärnten, Krain, Istrien, Tirol; sonst, namentlich in der Schweiz, an- 
gebaut und verwildert. (T. Melilotus coerulea L.) M. coeruleus Des- 
rousseaux, Blauer Steinklee, Schabziegerkraut. 

Gattung 548: Trigonella L., Bockshorn. (XVII, 3.) 

Einjährige, meist stark riechende Krautpfianzen mit dreizählig-gefiederten 
Blättern und kleinen, dem Blattstiele angewachsenen Nebenblättern. Kelch 
fünfspaltig oder fünfzähnig. Blumenkrone abfällig. Schiffchen sehr kurz 
und stumpf. Staubfäden nicht mit der Blumenkrone verwachsen, auch nicht 
gegen die Spitze verbreitert. Fruchtknoten nach dem Verblühen von der 
Fahne entfernt. Griffel kahl. Hülse lineal, vier- bis vielsamig. 

A. Blüten einzeln oder zu zweien, fast sitzend. 

1. Hülse schwach gebogen, kahl. Blättchen länglich-keilig. — Stengel 
aufrecht. Blumenkrone gelblich -weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 
30 bis 50 cm. 0. Ganze Pflanze nach Cumarin duftend; Samen 
offizineil. Hier und da (Baden, Thüringen) angebaut und verwildert. 
T. foenum graecum L., Griechisches Heu, Siebenzeiten.*) 

2. Hülse sichelförmig, flaumig. Blättchen umgekehrt- eiförmig. — Stengel 
aufrecht. Blüten blassgelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 50 cm. 
0. Auf den Istrischen Inseln. T. gladiata Steven, Schwertf nichtiges 
Bockshorn. 

B. Blüten zu mehreren in Dolden oder Trauben. 

1. Blüten fast sitzend, in blattwinkelständigen Dolden. Hülsen flaumig. — 
Stengel am Boden ausgebreitet. Blättchen eirund -rautenförmig, oft 
fast kreisrund, vorne spitz-gezähnelt. Blüten klein, hellgelb. Blüte- 
zeit Juni, Juli. Länge 8 bis 30 cm. 0. An sonnigen Orten, nament- 



*) Tafel 433. Trigonella foenum graecum L. A blühende Pflanze 
1 Kelch; 2 Schiffchen; 3 reife Früchte; 4 Same; 5 derselbe im Längsschnitt. 
1, 2, 4, 5 vergrössert. 



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— 301 — 

lieh auf Kulturland; in Böhmen, Mähren, Osterreich, Tirol, Istrien, 
der Schweiz; selten. T. monspeliaca L., Französisches Bockshorn. 

2. Blüten in langgestielten Trauben. Hülsen kahl. — Stengel aufrecht. 
Blättchen umgekehrt- eilän glich, stachelspitzig-gezähnt. Blumenkrone 
ziemlich gross, gelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 20 cm. 0. 
Bei Fiume. T. cornicnlata L., Hornklee. 

Gattung 549: Medicago L., Schneckenklee. (XVII, 3.) 

Kräuter und Stauden mit dreizähligen Blättern. Kelch fünfzähnig oder 
fünfspaltig. Blumenkrone abfällig. Schiffchen stumpf; an seinem Grunde, 
oberhalb des Nagels, mit einem in die Flügel eindringenden Höcker. Staub- 
fäden nicht mit der Blumenkrone verwachsen, auch an ihrer Spitze nicht 
verbreitert. Fruchtknoten nach dem Verblühen an die Fahne angedrückt. 
Griffel kahl. Hülse verschieden gestaltet, am äusseren Rande oder nicht 
aufspringend, ein- bis vielsamig. 

A. Hülsen wehrlos, d. h. nicht mit Dornen oder Zähnen besetzt. 

I. Hülsen nieren-, sichel- oder schneckenförmig; in letzterem Falle höch- 
stens mit drei Windungen. 

A. Hülsen nierenförmig, gedunsen, an ihrer Spitze eingerollt, im Mittel- 
punkte geschlossen. — Stengel in der Regel ausgebreitet. Blätt- 
chen umgekehrt-eiförmig-keilig, die der obersten Blätter schmäler; 
mitunter schwach ausgerandet; im oberen Teile schwach gezähnelt. 
Nebenblätter eiförmig, fast ganzrandig. Blütentrauben reichblütig, 
ährig-kopfförmig. Blüten klein (IV2 ^is 3 mm lang), gelb. Hülsen 
kahl oder angedrückt-flaumig. Blütezeit April bis Herbst. Stengel 
15 bis 60 cm lang. und G, oft auch 2J.. Auf Wiesen, Feldern, 
an Wegrändern, durch das ganze Gebiet; selten auch kultiviert. 
M. lnpulina L., Hopfenklee.*) 

In Gestalt der Blättchen und Nebenblätter, der Blütenfarbe und 
der Behaarung sehr veränderliche Pflanze. Bemerkenswerte Formen 
sind: 

1. Nebenblätter breit- eiförmig, gezähnt: var. stipnlaris Wallroth, 
Nebenblätteriger Hopfenklee. 

2. Hülsen drüsig - behaart. M. Willdenowii Bönninghausen, 
Willdenows Hopfenklee. 



*) Tafel 435A. Medicago lupulina L. A Blütenzweig. 1 junge 



2 reife Frucht, vergrössert. 



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— 302 — 

Abweichende Formen sind: 

3. Blütenstand doldig -traubig. var. corymbosa Seringe (M. co- 
rymbifera Schmidt), Doldeiitraubiger Hopfenklee. 

4. Blüten vergrünt ; Hülsen sichelförmig, var. unguiculata S e r i n g e , 
Genagelter Hopfenklee. 

B. Hülse sichelförmig oder schneckenförmig und dann in ihrer Mitte 
offen. 
«. Blunienkrone stets gelb oder stets vergrünt. 

1. Hülse schneckenförmig, mit 2 bis 3 Windungen. 

a. Trauben reichblütig. Fruchtstiele aufrecht. Hülsen ab- 
stehend-drüsig-behaart, meist mit 2 Windungen. — Der 
Luzerne nicht unähnlich. Blumenkrone gelb. Blütezeit 
Juni bis August. %. Höhe 30 bis 75 cm. Im Gebiete 
des Adriatischen Meeres. M. glomerata Balbis, Knäuel - 
blütiger Sclineckenklee. 

b. Trauben fünf- bis zehnblütig. Fruchtstiele zurückge- 
schlagen. Hülsen etwas flaumig oder kahl. — Stengel 
aufsteigend. Blättchen klein, umgekehrt -eiförmig -keilig, 
am Ende ausgerandet, stachelspitzig; die der unteren 
Blätter am Ende schwach-gezähnt, der oberen ganzrandig. 
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni bis August. Höhe 
15 bis 20 cm. 2J.. Im Gebiete des Adriatischen Meeres. 
M. prostrata Jacquin, Niedergestreckter Schneckenklee. 

2. Hülse sichelförmig oder schneckenförmig mit einer Windung. 

a. Blüten vergrünt. Hülsen sichelförmig. Siehe oben M. lupu- 
lina L. var. nngnicnlata Seringe, Genagelter Hopfenklee. 

b. Blüten rein-gelb. Hülse sichelförmig oder schneckenförmig 
mit einer Windung. — Stengel niederliegend oder auf- 
steigend. Blättchen ziemlich schmal; an den oberen 
Blättern länglich-keilig; am oberen Ende gestutzt, gezähnt 
und mit mittlerem Stachelspitzchen. Blüte in reichblütigen, 
fast kopfigen Trauben. Blütezeit Juni bis September. 
Höhe 20 bis 50 cm, in Hecken wuchernd selbst bis 2 m. 
2J.. Auf trockenen Grasplätzen und Abhängen, namentlich 
auf Kalkboden. M. falcata L., Schwedische Luzerne. 

Eine Form mit verlängerten, liegenden Stengeln, grösse- 
ren, mehr gezähnten Nebenblättern und grösseren Blüten 
ist die mitunter angebaute (M. intermedia Schultes) M. pro- 
cnmbens Besser, Niederliegender Schneckenklee, Sand- 
luzerne. 



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— 303 — 

ß. Blüten stets oder doch zuletzt bläulich oder violett. 

1. Blumenkrone stets bläulich oder violett. Hülse mit 2 bis 
3 Windungen; in der Mitte offen. — Stengel aufrecht. Blätt- 
chen der unteren Blätter länglich -umgekehrt -eiförmig, der 
oberen linealisch -keilig; alle am Ende gezähnt und in der 
Mitte mit kleinen Stachelspitzchen. Blütentraube reichblütig, 
länglich. Blüten 7 bis 11 mm lang. Blütezeit Juni bis 
September. Höhe 30 bis 80 cm. %■. Im grossen gebaut und 
oft verwildert. M. sativa L., Luzerne.*) 

2. Blumenkrone erst gelb, dann grün, zuletzt bläulich oder 
violett. Hülse mit V 2 bis 2 1 / 2 Windungen. — Blütezeit Juni 
bis September. Höhe 30 bis 80 cm. 2J.. An Wegen, auf 
Grasplätzen; bisweilen auch gebaut. (M. varia Martyn; 
M. media Persoon.) M. falcato x sativa Reichenbach, Sand- 
liizerne, Bastardlnzerne. 

IL Hülsen mit 6 bis 8 Windungen, die in der Mitte, ohne eine Öffnung 
zu lassen, aneinanderstossen. Blüten gelb, zu 1 bis 3 stehend. (Vergl. 
noch marina und tuberculata.) 

A. Stengel und Blattunterseite drüsig-behaart. Hülsen an der Stiel- 
seite flach, nach oben gewölbt, schief- netzaderig. — Stengel auf- 
recht, fast einfach, 15 bis 20 cm hoch. Blättchen der unteren 
Blätter umgekehrt-eiförmig, die der oberen schmäler. Blumenkrone 
gelb. Blütezeit Mai, Juni. ©. Im Küstengebiete des Adriatischen 
Meeres und im Elsass. M. scntellata Allioni, Schild-Schneckenklee. 

B. Ganze Pflanze kahl. Hülsen linsenförmig-zusammengepresst, quer- 
netzaderig. 

1. Hülse beiderseits flach. — Blättchen umgekehrt-eiförmig. Blu- 
menkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. ©. Auf unbebauten Orten 
im Küstengebiete des Adriatischen Meeres. M. marginata Allioni, 
Flügel - Schneckenklee. 

2. Hülse beiderseits gewölbt. — Blättchen der unteren Blätter 
umgekehrt-herzförmig, die der oberen Blätter umgekehrt-eiförmig. 
Blumenkrone gelb. Blütezeit, Mai, Juni. Höhe 20 bis 30 cm. 
©. Auf unbebauten Orten im Küstengebiete des Adriatischen 
Meeres. M. orbicularis L., Kugelfrüchtiger Schneckenklee. 

*) Tafel 434. Medicago sativa L. A Blütenzweig. 1 Blütenknospe; 
2 Blüte; 3 Blütenlängsschnitt; 4 und 5 Flügel; 5 Staubblätter; 6 Frucht- 
traube; 7 Hülse; 8 Same; 9 desgl. der Länge nach durchschnitten. 1 bis 5 
und 7 bis 9 vergrössert. 



— 304 — 

B. Hülsen mit Stacheln oder Zähnen besetzt. 
I. Hülsen nierenförmig. 

a. Blütenstiele meist zweiblütig. Hülse kahl, deren Anssenrand mit 
kurzen, gezähnten Dornen besetzt, deren Innenrand fransig- aus- 
geschnitten. — Blätter eirund -rhombisch, am Grunde ganzrandig, 
nach vornezu gezähnt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 15 bis 20 cm. 0. Istrien. M. radiata L., Stralilf nichtiger 
Sckneckenklee. 

b. Blütenstiele meist vierblütig. Hülse langhaarig, blattartig -flach- 
gedrückt, am Aussenrande mit gespaltenen Zähnchen besetzt, am 
Innenrande glatt. — Blättchen länglich -lanzettlich; Nebenblätter 
den unteren Blättchen gleich, sodass das Blatt unpaar-gefiedert er- 
scheint. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 5 bis 
10 cm. ©. Auf der Südspitze Istriens. M. circinata L., Kreis- 
runder Sckneckenklee. 

II. Hülsen schneckenförmig gewunden. 

a. Windungen der Hülse im Mittelpunkte offen, netzaderig, wollig- 
filzig; am Rande entfernt - dornentragend , zuweilen wehrlos. — 
Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. 2J-. 
Am Strand des Adriatischen Meeres. M. marina L., Strand- 
Schneckenklee. 

b. Windungen der Hülse im Mittelpunkte geschlossen. 

1. Hülse zu beiden Seiten des Kiels in der Jugend mit kurzen 
Stacheln, bei der Reife mit zizenartigen Buckeln besetzt; mit- 
unter wehrlos. — Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 
20 bis 30 cm. 0. M. tnberculata Waldstein-Kitaibel, Höcker- 
Schneckenklee. 

2. Hülse dornig. 

a. Stacheln der Hülse an ihrem Grunde fast stielrund, nicht ge- 
furcht, auf den Rand der Windungen aufgesetzt. Windungen 
der Hülse meist dicht aufeinanderliegend. 

a. Bättchen an ihrem Grunde herzförmig. Fahne und Schiff- 
chen gleichlang. 

aa. Hülse an ihrer Spitze und an ihrem Grunde netzaderig, 
kahl; meist fünfmal gewunden, walzenförmig. — Blumen- 
krone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 15 cm. 
©. Am Ufer des Adriatischen Meeres. M. littoralis 
Roh de, Ufer -Sckneckenklee. 



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— 305 — 

bb. Hülsen zuletzt fast aderlos, filzig -behaart; sechs- bis siebenmal 
gewunden, eirund-walzenförmig. — Blumenkrone gelb. Blütezeit 
Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. 0. (M. Gerardi Waldstein- 
Kitaibel.) 31. rigidula Desrousseaux, Steifer Sclineckenklee. 

b. Blättchen an ihrem Grunde abgerundet, nicht herzförmig. Fahne 
doppelt so lang als das Schiffchen. — Hülsen mit 5 bis 6 dicken, 
in der Mitte des sehr stumpfen, dornentragenden Randes bekielten 
Windungen, aderlos, filzig-behaart. — Blumenkrone gelb. Blütezeit 
Mai, Juni. ©. Im Küstengebiet des Adratischen Meeres. M. tribu- 
loi'des Lamarck, Erdsternartiger Schneckenklee. 
ß. Stacheln an ihrem Grunde zusammengedrückt, beiderseits mit einer deut- 
lichen Furche und so gleichsam zweischenkelig. Windungen der Frucht 
meist locker aufeinander liegend oder abstehend. 

a. Der hintere Schenkel der Fruchtdornen entspringt aus dem Frucht- 
rande selbst. 

aa. Blättchen meist mit einigen dunkeln Flecken. Hülse rundlich, 
abgeplattet, deren Windungen aderig. Adern unter einer dünnen 
Haut halb verborgen. Rückennaht gefurcht; ganzer Rand drei- 
fach-gefurcht. — Von Gliederhaaren etwas rauh. Blättchen breit- 
umgekehrt-eiförmig, oberseits kahl. Nebenblätter tief-gezähnt. 
Schiffchen länger als die Flügel. Blumenkrone gelb. Blütezeit 
Mai, Juni. Stengel 20 bis 50 cm lang. 0. Im Gebiet des 
Adriatischen Meeres; sonst hier und da namentlich mit Wolle 
eingeschleppt und verwildert. (M. polymorpha, var. arabica L.; 
M. arabica Allioni.) 31. inaculata Willdenow, Gefleckter oder 
Arabischer Schneckenklee.*) 

bb. Blättchen ohne dunkele Flecke. Hülse flach walzenförmig, deren 
Windungen ganz glatt oder wenigstens nach dem Rande zu glatt; 
oberste Windung wehrlos, die übrigen zweizeilig mit etwas ge- 
krümmten Dornen besetzt. — Blättchen dreieckig oder umgekehrt- 
eiförmig, spitz gezähnelt, zottig -flaumig. Blumenkrone gelb. 
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 20 bis 30 cm. ©. Auf den Istrischen 
Inseln. 31. disciformis De Candolle, Scheibenfrüclitiger 
Schneckenklee. 

b. Der hintere Schenkel der Dornen der Hülse entspringt aus einer er- 
höhten, dem Fruchtrande parallelen und von ihm entfernten Linie. 



*) Tafel 435 B. Medicago maculata Willdenow. Blütenzweig. 

Thomfi, Flora. III. 39 



— 306 — 

aa. Windungen der Hülse glatt oder mit einfachen, bogigen Adern, 

nicht netzaderig. 

aa. Blütenstiele vielblütig. Hülse mit 2 Windungen, schwach-grau- 
weichhaarig, kurz -walzenförmig. — Blättchen fast herzförmig. 
Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. 0. M. coronata La- 
marck, Kronf nichtiger Schneckenklee. 

bb. Blumenstiele meist ein- bis zweiblütig. Hülse mit 3 bis 5 Win- 
dungen. 

aa. Nebenblätter ganzrandig oder nur am Grunde gezähnelt. 
Kelchzähne so lang wie die Kelchröhre. — Blättchen um- 
gekehrt-eirund-keilförmig oder die der unteren Blätter fast 
kreisförmig, beiderseits behaart. Hülsen mit 4 bis 5 spär- 
lich und sehr fein geäderten Windungen; Rand zu beiden 
Seiten der Rückennaht mit breiter, tiefer Furche. Blüten- 
stiele ein- bis achtblütig. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai 
bis Juni. Stengel 10 bis 30 cm lang. ©. Auf trockenen, 
sandigen Abhängen und Triften; durch das ganze Gebiet, 
doch stellenweise selten oder fehlend. (M. polymorpha var. 
minima L.) M. minima Lamarck, Kleinster Schneckenklee. 

ßß. Nebenblätter gezähnt. Kelchzähne kürzer als die Kelch- 
röhre. — Blättchen umgekehrt -herzförmig -keilig. Blüten- 
traube ein- bis zweiblütig. Windungen der Hülse deutlich 
geädert. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni, Juli. 0. Mit 
Wolle vom Kap eingeführt und hier und da verwildert. 
(M. Schimperiana Hochstetter.) M. Aschersoniana Urban, 
Aschersons Schneckenklee. 

bb. Windungen der Hülse netzaderig. 

aa. Hülse mit l 1 ,^ bis 3V 2 Windungen. 

aa. Dornen der Hülse sehr kurz, ziemlich gerade. Stiele der 
Blütenköpfchen kürzer als das Blatt. — Blättchen umge- 
kehrt -ei-, fast herzförmig. Hülse 2 bis 3 mal gewunden; 
Windungen am Rande klaffend, auf der Oberfläche quer- 
grubig -aderig. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. 
Höhe bis 30 cm. ©. Sehr selten und nur mit fremden 
Samen oder Wolle eingeführt. M. apicnlata Willdenow, 
Spitzenfrüchtiger Schneckenklee. 
ßß. Dornen der Hülse so lang oder länger als der halbe Durch- 
messer der Windungen, an ihrer Spitze hakig. Stiele der 
Blütenköpfchen meist länger als das Blatt. — Blättchen 



— 307 — 

umgekehrt ei - herzförmig , stumpf - gezähnelt. Hülse 2 bis 
3 mal gewunden, kahl; die Windungen am Rande klaffend, 
auf der Oberfläche quer-grubig-aderig, zweizeilig mit pfriem- 
lichen, an der Spitze hakigen Dornen besetzt. Blumenkrone gelb. 
Blütezeit Mai, Juni. Stengel 15 bis 60 cm lang. ©. Unter 
der Saat; Schweiz, ßheingebiet, Thüringen, Hessen; selten. 
M. denticulata Willdenow, Gezähnter Sclmeckenklee. 
bb. Hülse mit 4 bis 6 Windungen. 

aa. Dornen der Hülse so lang oder kaum länger als die Dicke 
einer Windung, gerade, sehr stark spreizend. — Blättchen 
umgekehrt- ei-, fast herzförmig. Blumenkrone gelb. Blüte- 
zeit Juni, Juli. ©. An der Belgischen Grenze. Durch 
spanische Wolle eingeschleppt. M. Terebeilum Willdenow, 
Spanischer Schneckenklee. 

ßß. Dornen länger als der halbe Durchmesser der Hülsen. 

a. Nebenblätter fiederspaltig- eingeschnitten. Flügel länger 
als der Kiel. — Blättchen umgekehrt-eiförmig. Blumen- 
krone gelb. Blütezeit Mai bis August. ©. An der Belgi- 
schen Grenze, durch Wolle eingeschleppt. M. nigra 
Willdenow, Schwarzer Sclmeckenklee. 

b. Nebenblätter spitz-gezähnt. Flügel kürzer als der Kiel. — 
Blättchen länglich oder umgekehrt -eiförmig, am Ende 
gestutzt oder schwach ausgerandet. Hülsen erhaben ge- 
ädert. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 
20 bis 30 cm. % . Auf schattigen, trockenen Gebirgs- 
abhängen in Krain, Untersteiermark, im Küstengebiet des 
Adriatischen Meeres. M. carstiensis Ja c quin, Karst- 
Schneckenklee. 

Gattung 550: Teiragonobolus Scopoli, Spargelerbse, Spargelbohne. (XVII, 3.) 

Kräuter mit gedreiten Blättern. Kelch fünfspaltig. Blumenkrone ab- 
fallend. Schiffchen geschnäbelt. Staubfäden nicht mit der Blumenkrone 
verwachsen, gegen die Spitze abwechselnd verbreitert. Griffel kahl, an der 
Spitze verdickt. Hülse vierkantig, Kanten geflügelt, vielsamig. 

1. Flügel der Hülse wellig, so breit wie die Hülse. Blumenkrone pur- 
purn. — Stengel meist aufrecht bis 50 cm hoch. Blättchen ganz- 
randig, länglich, kurz-zugespitzt. Blüten einzeln oder paarweise. Blüte- 
zeit Juli, August. 0. An manchen Orten der geniessbaren Hülsen 
bez. Samen halber angebaut. T. purpnreus Mönch, Essbare Spargel- 
erbse. 



— 308 — 

2. Flügel der Hülse gerade, höchstens V 4 so breit wie diese. Blumen- 
krone gelb. — Stengel liegend oder aufsteigend. 10 bis 30 cm lang. 
Blättchen umgekehrt -ei -keilförmig. Blüten einzeln, sehr selten paar- 
weise. Blütezeit Mai, Juni. 2J.. Auf feuchten Wiesen und Triften, 
an Gräben; durch das ganze Gebiet zerstreut; mancherorts fehlend, 
in Österreich stellenweise gemein. T. siliqnosus Roth, Schoten- 
tragende Spargelerbse. 

Gattung 551: Lotus Toumefort, Hornklee, Schotenklee. (XVII, 3.) 

Kräuter mit gedreiten Blättern. Kelch fünfspaltig oder fünfzähnig. 
Blumenkrone abfallend. Schiffchen in einen Schnabel zugespitzt. Staub- 
fäden nicht mit der Blumenkrone verwachsen, abwechselnd gegen die Spitze 
etwas verbreitert. Griffel kahl, an der Spitze verschmälert. Hülse stiel- 
rund, vielsamig, mit beim Aufspringen sich spiralig um ihre Längsachse 
drehenden Klappen. 

A. Blüten einzeln oder paarweis. Blütenstiele doppelt so laug wie ihr 
Stützblatt. Stengel abstehend-rauhhaarig. 

1. Hülse länglich, gedunsen, gekrümmt. Kelchzähne lanzettlich, rauh- 
haarig, dreimal so lang wie die glockige Röhre. — Blumenkrone 
gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe etwa 20 cm. 0. Auf den Istrischen 
Inseln; im Gebiete des Mittelmeeres mitunter der geniessbaren Hülsen 
halber angebaut. L. edulis L., Essbarer Schotenklee. 

2. Hülse sehr schlank, gerade. Kelchzähne gewimpert, aus breiterem 
Grunde fädlich, nur wenig länger als die nach dem Grunde kreisei- 
förmig verschmälerte Kelchröhre. — Blumenkrone gelb. Blütezeit 
Juni, Juli. Höhe 5 bis 10 cm. 0. In Süd-Istrien und auf den 
istrischen Inseln. L. angustissimus L., Kleinster Schotenklee. 

B, Blüten in drei- bis zwölfzähligen Köpfchen. 

1. Hülse gekrümmt, linealisch, flachgedrückt, zwischen den Samen ein- 
gezogen und dadurch holperig, fast gegliedert. — Blumenkrone gelb. 
Blütezeit April bis Juni. Höhe 15 bis 20 cm. 0. L. ornithopo- 
dioides L., Vogelklauenfrüchtiger Schotenklee. 

2. Hülse gerade, stielrund. 

a. Köpfchen zehn- und mehrblütig. Stengel meist hohl und kahl. 
Kelchzähne vor dem Autblühen zurückgebogen. — Stengel ziemlich 
aufrecht; meist kahl. Schiffchen allmählich aus eiförmigem Grunde 
in den Schnabel verschmälert. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni, 
Juli. Höhe bis 60 cm. 2J.. Auf feuchten Plätzen, in sumpfigen 
Wiesen; nicht selten. (L. major Smith.) L. nliginosus Schkuhr, 
Sumpf- Hornklee. 




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— 309 — 

b. Köpfchen drei- bis fünf blutig. Stengel solide. Kelchzähne vor 
dem Aufblühen zusammenschliessend. 

a. Blättchen schmal -lanzettlich. — Blumenkrone gelb. Blütezeit 
Jnni bis Oktober. Höhe 30 bis 50 cm. %. Besonders auf 
Salzboden. Dem Gemeinen Hornklee ähnlich und auch als 
Abart desselben angesehen. L. tenuifolilis Reichenbach, 
Schnialbätteriger Hornklee. 

ß. Blättchen rundlich- eiförmig oder keil-eiförmig. 

a. Kahl, seltener abstehend -rauhhaarig. Kelchzähne aus drei- 
eckigem Grunde pfriemlich, einander fast gleich, so lang wie 
die Kelchröhre. — Stengel ausgebreitet, aufsteigend. Köpf- 
chen meist fünf blutig. Schiffchen fast rautenförmig, recht- 
winkelig-aufsteigend. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai bis 
September. Höhe bis 30 cm. Auf Wiesen und Triften 
durch das ganze Gebiet verbreitet. L. corniculatns L., 
Gemeiner Hornklee.*) 

b. Blätter unterseits grauhaarig. Kelchzähne länglich-lanzettlich, 
spitz; die beiden seitenständigen kürzer als die übrigen. — 
Köpfchen meist fünfblütig. Blumenkrone gelb. Blütezeit 
Mai, Juni. %■. In Südistrien und den istrischen Inseln. L. cyti- 
soi'des L., Geiskleeälinlicher Hornklee. 

4. Sippe: Galegeae, Geisrautengewächse. 

A. Staubblätter einbrüderig miteinander verwachsen. Gattung 552: Galega 
Tournefort, Geisraute, Geisklee. 

B. Staubblätter zweibrüderig. 

a. Griffel wenigstens an der Fahnenseite bärtig. 

1. Kelch fast zweilippig. Hülse fast sitzend, linealisch, flach-zusammen- 
gedrückt. Gattung 553: ßobinia L., Robinie (Akazie). 

2. Kelch glockig, fünfzähnig. Hülse gestielt, stark aufgeblasen. 
Gattung 554: Colntea L., Blasenstrauch. 

b. Griffel kahl. 

1. Hülsen im Kelche ungestielt. Blumen violett. Gattung 555: Glycyr- 
rhiza Tournefort, Süssliolz. 



*) Tafel 436. Lotus corniculatus L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 
2 desgl. im Längsschnitte; 3 Stempel; 4 Früchte, geschlossen und aufgerollt. 
1 bis 3 vergrössert. 



— 310 — 

2. Hülsen im Kelche auf einem Stiele (Frachtträger) , der etwa so 
lang wie die Kelchröhre ist. Blume gelb oder weisslich - gelb. 
Gattung 556: Phaca L. (zum Teil), Berglinse. 

Gattung 552: Galega Toumefort, Geisraute, Geisklee. (XVI, 3.) 

Staude mit rnehrköpfiger Wurzel. Stengel aufrecht, einfach, ästig, wie 
die Blätter kahl oder spärlich behaart. Blätter unpaar-gefiedert. Blättchen 
lanzettlich oder länglich -lanzettlich, ganzrandig, stumpf oder ausgerandet, 
stachelspitzig. Nebenblätter breit- lanzettlich, halbpfeilförmig. Blüten in 
achselständigen, etwas gedrungenen Trauben. Blumenkrone hellviolett; 
Fahne dunkler. Hülsen stielrundlich, holperig, längs-aderig-gefurcht. Blüte- 
zeit Juli, August. Hohe 60 bis 125 cm. 21. An Bächen, Gräben, auf 
sumpfigen Wiesen; im südöstlichen Teile des Gebietes; sonst vielfach ange- 
pflanzt und zuweilen verwildert. G. officinalis L., Gebräuchliche Geis- 
raute.*) 

Gattung 553: Robinia L., Robinie (Akazie). (XVII, 3.) 

Strauch oder bis 25 m hoher Baum, dornig. Blätter unpaar-gefiedert, 
anfangs feinbehaart, später kahl. Blättchen kurzgestielt, eiförmig bis läng- 
lich, ganzrandig, stachelspitzig. Blüten in reichblütigen, blattwinkelständigen 
Trauben; sehr wohlriechend, weiss. Kelch fast zweilippig. Griffel fein 1 
behaart. Blütezeit Mai, Juni. Hülse fast sitzend, linealisch, flach. Aus 
Nordamerika stammend, jetzt überall angepflanzt, mancherorts verwildert. 
R. Pseud-Acacia L., Wilde Robinie; heisst allgemein aber fälschlich Akazie. 

Gattung 554: Colutea L., Blasenstrauch. (XVII, 3.) 

Sträucher. Kelch glockig, iünfzähnig. Griffel halbstielrund, dicht- 
bewimpert, an der Spitze hakig gebogen. Hülse gestielt (in dem Kelche 
auf einem stielförmigen Fruchtträger), stark aufgeblasen, lange geschlossen 
bleibend oder endlich an der Spitze der Bauchnaht klaffend. 

1. Hülsen geschlossen (sie zerreissen, wenn sie zusammengedrückt werden, 
mit einem Knalle). Blättchen länglich, gestutzt. Blumenkrone gelb. — 
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 3 bis 5 m. Wild im südlichen Teile 
des Gebietes; vielfach in Anlagen angeflanzt und verwildert. C. arbores- 
cens L., Baumartiger Blasenstrauch.**) 



*) Tafel 437. Galega officinalis L. A Teil der blühenden Pflanze. 
1 Blütenknospe; 2 Blüte; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Flügel; 5 Staubblattbündel; 
6 Fruchttraube; 7 Samen; 8 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 5 und 8 vergrössert. 

**) Tafel 438. Colutea arborescens L. A Blütenzweig. 1 Blüten- 
längsschnitt; 2 Staubblattbündel uud Stempel; 3 und 4 Flügel und Schiffchen; 
5 Stempel; 6 Hülse; 7 Same; 8 und 9 desgl. in verschiedener Weise durch- 
schnitten. 1 bis 5, 8 und 9 vergrössert. 



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— 311 — 

2. Hülsen an der Spitze klaffend. Blättchen umgekehrt - herzförmig. 
Blumenkrone orange. — Blütezeit Mai, Juni. Höhe 1 bis l*/ 2 ni. 
Südeuropäisch, viel angepflanzt und mitunter verwildert. (C. orientalis 
Lamarck.) C. cruenta Aiton, Roter Blasenstranch. 

Gattung 555: Glycyrrhiza Tournefort, Süssholz. (XVI, 3.) 

Stauden mit unpaar-gefiederten, vieljochigen Blättern. Blüten in achsel- 
ständigen, vielblütigen, ährenf orangen Trauben. Kelch walzenförmig, fünf- 
spaltig. Griffel kahl. Hülse eiförmig oder länglich, zusammengepresst. 

1. Wurzelstock horizontal, kriechend. Nebenblätter sehr klein, hinfällig. 
Blätter scheinbar nebenblattlos. Blätter unterseits etwas klebrig. Hülse 
lanzettlich, kahl. — Blättchen eirund, stumpf oder etwas gestutzt, 
ganzrandig. Blumen hellviolett. Blütezeit Juni, August. Höhe bis 
etwa 1 m. Südeuropäische, der Wurzeln und Wurzelstöcke (Süssholz) 
halber mitunter im grossen angebaute Stauden. G. glabra L., Ge- 
meines Süssholz.*) 

2. Wurzel senkrecht hinabsteigend. Nebenblätter gross, stehenbleibend. 
Blätter nicht klebrig. Hülse elliptisch, zugespitzt, igelborstig. — 
Blumen hellviolett. Blütezeit Juli, August. Höhe 1 bis 1 1 / 3 m. Selten 
angepflanzt. G. echinata L., Igelfrüchtiges Süssholz. 

Gattung 556: Phaca L., (zum Teil) Berglinse. (XVII, 3.) 

Ausdauernde, meist Kalkboden in Gebirgsgegenden bewohnende Kräuter. 
Kelch fünfzähnig. Blumenkrone gelb oder gelblich-weiss. Schiffchen stumpf. 
Griffel fädlich, kahl. Hülse im Kelche auf einem stielartigen Fruchtträger, 
länglich aufgeblasen. 

1. Nebenblätter gross, blattartig, eirund. Blätter vier- bis fünfpaarig. 
Stengel einfach, kahl. — Blättchen länglich, stumpf. Blumen gelb- 
lich-weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 10 bis 15 cm. 4. Auf 
Triften höherer Alpen. P. frigida L., Gletscher-Berglinse.**) 

2. Nebenblätter lineal- lanzettlich. Blätter neun- bis elfpaarig. Stengel 
ästig, wie die ganze Pflanze flaumhaarig. — Blättchen eirund-länglich. 
Blume gelb. Blütezeit Juli, August. Höhe 15 bis 50 cm. 4. Auf 
Abhängen der Alpen. P. alpina Wulfen, Alpen -Berglinse. 



*) Tafel 439. Glycyrrhiza glabra L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 
2 desgl. im Längsschnitte; 3 Staubblätter und Stempel; 4 Staubblätter; 5 Hülse; 
6 desgl. geöffnet. 1 bis 4 vergrössert. 

**) Tafel 440. Phaca frigida L. Blühende Pflanze. 



— 312 — 

5. Sippe: Astragaleae, Traganthgewächse. 

1. Schiffchen unterhalb seines stumpfen Endes ohne Stachel. Hülse 
durch die nach innen tretende, nicht die Samen tragende Rückennaht 
mehr oder weniger zweifächerig. Gattung 557 : Astragalus L., 
Traganth. 

2. Schiffchen unterhalb seines stumpfen Endes mit einem geraden, grannen- 
artigen, weichen Stachel. Die Hülse ist durch die nach Innen tretende, 
die Samen tragende Bauchnaht mehr oder weniger zweifächerig. Gat- 
tung 558: Oxytropis De Candolle, Fahnenwicke. 

Gattung 557: Astragalus L., Traganth. (XVII, 3.) 

Kräuter und Stauden mit meist unpaar- gefiederten, selten durch Ver- 
kümmern des Endblättchens paarig- gefiederten Blättern. Schiffchen stumpf, 
unterhalb seines stumpfen Endes ohne Stachel. Hülse durch die nach Innen 
tretende, nicht die Samen tragende Rückennaht mehr oder weniger zwei- 
fächerig; oft auf besonderem Fruchtträger im Kelche sitzend. 

A. Nebenblätter ganz frei oder der Blattspindel nur oben anhängend (nicht 
derselben bis fast zur Mitte angewachsen). Blätter unpaar- gefiedert. 
1. Stamm: Glycyrrhizi. 

I. Blume ganz oder teilweise rot, blau oder violett, nicht ganz gelblich- 
weiss oder hellgelb. 

A. Die beiden Nebenblätter sind zu einem dem Blatte gegenüber- 
stehenden Blättchen miteinander verwachsen. 

a. Blätter mit 3 bis 4 Blattpaaren. Fahne ein und ein halb mal 
so lang als der Flügel. — Stengel ästig aufsteigend, wie auch 
die Blätter angedrückt -grauhaarig. Blättchen linealisch oder 
schmal -linealisch. Blumen in vier- bis achtblütigen Trauben, 
blassviolett oder mehr oder weniger fleischfarbig. Hülse auf 
kurzem Fruchtträger. Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis 30 cm. 2J.. 
Auf sandigen Hügeln und in Kiefer Waldungen; im nördlichen 
Teile des Gebietes; seltener im mittleren Teile. A. arenarius L., 
Sand-Traganth. 

b. Blätter sechs- bis zwölfpaarig. 

1. Hülse ohne besonderen Fruchtträger. 

a. Fahne ein und ein halb mal so lang wie die Flügel. — 
Wurzelstock vielköpfig. Stengel ausgebreitet, wie Blätter 
und Blattstiele angedrückt -behaart. Blättchen länglich- 
eiförmig. Blütenähren kopfig. Blumenkrone violett, nach 



— 313 — 

dem Grunde zu weiss. Blütezeit Juli, August. Länge 
der Stengel etwa 15 cm. 2|. Alpen in Tirol, Steier- 
mark, Krain. A. leontinus Wulfen, Tiroler Traganth. 

ß. Fahne dreimal so lang wie die Flügel. — Stengel aus- 
gebreitet, wie die Blätter und Blattstiele behaart. Blätter 
acht- bis zwölfpaarig. Blättchen lanzettlich; unterste breiter 
und kürzer als die oberen. Blumenkrone bläulich-rot. Auf 
trockenen Grasplätzen in Tirol, Krain, Unterösterreich, der 
Schweiz. A. Onobrychis L., Esparsette -Traganth. 

2. Fruchtknoten und Hülse im Kelche auf besonderem Frucht- 
träger. — Fahne etwa ein- und einhalbmal so lang wie die Flügel. 
a. Stiel des Fruchtknotens in der Blüte klein, nur etwa ein 
sechstel so lang wie der Fruchtknoten. 

a. Blättchen eirund-lanzettlich, an ihrer Spitze zweizähnig 
ausgerandet; Zähnchen spitz. — Stengel liegend und 
aufstrebend, wie die zehn- bis zwölfpaarigen Blätter 
behaart. Blütentraube kopfig. Blumenkrone purpur- 
violett. Blütezeit Juli, August. Länge des Stengels 
15 bis 20 cm. %. Auf Felsen der Alpen Tirols. 
A. purpureus Lamar'ck, Purpurblütiger Traganth. 

6. Blättchen länglich -lanzettlich oder eiförmig, an ihrer 
Spitze nicht zweizähnig -ausgeschnitten. — Stengel auf- 
strebend. Blätter sechs- bis achtpaarig. Blütentraube 
kopfig. Blumenkrone violett. Blütezeit Juli, August. 
Höhe 30 bis 50 cm. %■. Auf österreichischen Hoch- 
alpen; sehr selten. (Phaca oroboides De Candolle.) 
A. oroboi'des Hornemann, Walderven -Traganth. 

ß. Stiel des Fruchtknotens in der Blüte etwa ein drittel bis 
halb so lang wie der Fruchtknoten. — Blätter acht- bis 
zwölfpaarig. 

a. Schiffchen ungefähr so lang wie die Fahne. — Stengel 
nieder liegend , wie die Blätter flaumhaarig. Blättchen 
länglich -lanzettlich bis eiförmig. Blüten zu etwa 10 
in Trauben. Fahne blau; Flügel weiss; Schiffchen weiss, 
vorne violett. Blütezeit Juli, August. Stengel 10 bis 
30 cm lang. 2J.. Schweizer und Österreichische Alpen. 
(Phaca astragalina De Candolle.) A. alpinus L., Alpen- 
Traganth. 

b. Schiffchen von den Flügeln bedeckt und diese nur halb 
so lang wie die Fahne. — Stengel hingebreitet und 

Thomö, Flora. III. 40 



— 314 — 

wie die ganze Pflanze anliegend -behaart. Blüten in 
kopfig-eiförmigen Ähren. Fahne violett, in ihrer Mitte 
weiss- nnd lilastreifig. Flügel und Schiffchen purpur- 
violett. Blütezeit Mai, Juni. Stengel 6 bis 12 cm 
lang. 2|.. Trockene Wiesen und Wälder im mittleren 
Gebiete. (A. hypoglottis Auctorum.) A. danicus 
Retzius, Dänischer Traganth. 

B. Die oberen Nebenblätter sind nicht miteinander verwachsen (doch 
sind bei austriacus, sesameus und sulcatus die untersten Neben- 
blätter der nicht blühenden Stengel miteinander verwachsen). 

a. Stengel kahl. Blätter sechs- bis elfpaarig. Blüten in lockeren 
Trauben. 

1. Stengel ausgebreitet, glatt. Deckblätter kürzer als das Blüten- 
stielchen. Flügel zweispaltig. — Blätter sieben- bis zehn- 
paarig. Obere Blättchen linealisch, ausgerandet, untere um- 
gekehrt - ei - herzförmig. Blumen unansehnlich, lila. Hülse 
ohne besonderen Fruchtträger, dichtflaumig. Blütezeit Mai 
bis Juli. Stengel bis 15 cm lang. 2J.. Auf trockenen Wiesen 
und Abhängen in Niederösterreich und Böhmen. A. austriacus 
Jacquin, Österreichischer Traganth. 

2. Stengel aufrecht, gefurcht. Deckblätter länger als das 
Blütenstielchen. Flügel nicht zweispaltig - ausgerandet. — 
Blätter sieben- bis eilfpaarig. Blättchen lineal - lanzettlich. 
Blumen violett. Hülse kurzgestielt, ziemlich kahl. Blütezeit 
Juni, August. Höhe 30 bis 60 cm. %-. Auf feuchten 
Wiesen in Nieder - Österreich. A. sulcatus L., Gefurchter 
Tragautk. 

b. Stengel behaart. 

1. Blätter fünf- bis siebenpaarig. 

er. Hülse auf ihrem Fruchtträger über den Kelch hervor- 
tretend. — Stengel aufsteigend- ausgebreitet, nach oben 
fein - zottelhaarig. Blätter meist fünfpaarig. Blättchen 
länglich - lanzettlich bis eiförmig. Blüten in lockeren 
Trauben. Blumenkrone weiss; Schiffchen an der Spitze 
violett. Blütezeit Juli, August. Höhe 5 bis 30 cm. %■. 
Auf Alpenweiden. (Phaca australis L.) A. australis 
Lamarck, Südlicher Traganth. 

ß. Hülse ohne Fruchtträger im Kelch sitzend. 

a. Blättchen der oberen Blätter lineal -lanzettlich; der 
unteren Blätter oft eirund, wie der Stengel weisslich- 



— 315 — 

grau - behaart. Blüten in lockeren Trauben. Hülse 
doppelt so lang wie der Kelch. — Blumenkrone blau. 
Blütezeit Mai. Höhe 20 bis 25 cm. %■. Auf den istrischen 
Inseln. A. argenteus Visiani, Silber -Traganth. 

b. Blättchen länglich, wie der Stengel grau-behaart. Blüten 
in gedrängten, kopfförmigen Ähren. Hülse nur wenig 
länger wie der Kelch. — Blumenkrone violett, weiss 
oder gelblich. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 
15 cm. %. Krain und Karst. A. vesicarius L., 
Blasen -Tragant!. 
2. Blätter neun- bis zehnpaarig. — Stengel verästelt, ausge- 
breitet, wie die Blätter zottig. Blättchen länglich. Blüten 
in sitzendem oder kurzgestieltem Köpfchen. Hülse sitzend, 
auf dem Rücken tiefgefurcht. Blumenkrone bläulich. Blüte- 
zeit Mai, Juni. Stengel 5 bis 10 cm lang. %■. Istrien. 
A. sesamens L., Sesam -Traganth. 
IL Blumen gelblich -weiss oder weiss. 

A. Die beiden Nebenblätter (wenigstens die oberen) sind zu einem, 
dem Blatte gegenüberstehenden Blättchen miteinander verwachsen. 
— Stengel nach allen Seiten ausgebreitet, bis 50 cm lang, wie die 
ganze Pflanze dicht- anliegend -behaart. Blätter 6- bis 13 -paarig. 
Blättchen länglich-lanzettlich oder eiförmig, stachelspitzig. Blüten 
in eiförmigen Ähren, gelblich. Hülsen fast sitzend, aufgeblasen, 
rauhhaarig. Blütezeit Juni, Juli. 2[. Auf Weiden, an Wege- 
rändern; zerstreut. A. Cicer L., Kicher- Traganth. 

B. Die Nebenblättchen sind nicht miteinander zu einem einzigen 
Blättchen verwachsen. 

a. Blättchen umgekehrt -eiförmig, an ihrem Grunde mehr oder 
weniger keilförmig. Hülse ganz oder fast stielrund; jung flaumig, 
zur Reifezeit kahl; im Kelche sitzend. 

1. Hülse angelhakenförmig -gebogen, an ihrem Ende pfriemlich. 
Blätter meist 12-paarig. — Stengel liegend. Blättchen aus- 
gerandet, oberseits kahl, unterseits, wie auch der Stengel, an- 
gedrückt-flaumig. Blüten in meist sechsblütigen Ähren, fast 
kugelig-kopfig. Blumenkrone weisslich. Blütezeit Mai, Juni. 
Höhe 30 bis 50 cm. 0. Istrien. A. hamosus L., Haken- 
früchtiger Traganth. 

2. Hülse gerade. Blätter 9- bis 13 -paarig. — Stengel nieder- 
liegend. Blättchen rundlich -eiförmig, ausgerandet bis um- 
gekehrt-herzförmig, oberseits kahl, unterseits angedrückt-flaum- 



— 316 — 

haarig, etwas grau. Blüten in kngelig-kopfigen Ähren. Blumen- 
krone gelblich -weiss, Schiffchen an der Spitze mit violetten 
Flecken. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 5 bis 10 cm. 2[. Auf 
Felsen der Walliser Alpen. A. depressus L., Niedergedrückter 
Traganth. 
b. Blättchen eiförmig bis lanzettlich und linealisch, pfriemlich, zu- 
gespitzt oder stachelspitzig. 

1. Blätter fünf- bis siebenpaarig. Blüten m eirund -länglichen 
bis kopfigen Ähren. 

a. Hülse kahl, 3 bis 4 cm lang, mehrere mal länger als der 
Kelch, kurz-gestielt. — Stengel liegend, nach allen Seiten 
ausgebreitet, '/<> bis 1 i / i m lang. Blättchen eiförmig, zu- 
gespitzt oder stachelspitzig. Blumenkrone gelblich -weiss, 
zuletzt russfarben. Blütezeit Juni, Juli. 2J.. Auf Wald- 
wiesen, an Waldrändern, namentlich der Gebirgsgegenden. 
A. glycyphyllos L., Süsser Traganth.*) 

ß. Hülse rauhhaarig, etwa 1 cm lang, etwas länger als der 
Kelch. Hier kann gesucht werden: A. vesicarius L., 
Blasen -Traganth. (Siehe Seite 315.) 

2. Blätter 12- bis 15 -paarig. Blüten in verlängerten, gedrängten 
Ähren. — Stengel aufrecht, bis 60 cm hoch, wie die ganze 
Pflanze angedrückt - rauhhaarig. Blättchen lanzettlich bis 
linealisch. Blumenkrone hellgelb. Hülse im Kelche nur 
kurzgestielt, etwa 2 cm lang. Blütezeit Mai, Juni. 2J.. Auf 
Wiesen und Triften in Nieder-Österreich. A. asper Jacquin, 
Ranher Traganth. 

B. Nebenblätter fast bis zur Mitte an der Blattspindel angewachsen. 

I. Blätter paarig gefiedert. Blattspindel bleibend und sich zu Dornen 
umbildend. 2. Stamm: Tragacanthae. 

Zottig behaarter Zwergstrauch. Blätter sechs- bis achtpaarig. 
Blättchen länglich, stachelspitzig. Ähren fünf- bis achtblütig, achsel- 
ständig, kopfig. Blumenkrone weiss und violett. Hülse nicht gestielt. 
Blütezeit Mai, Juni. Auf felsigen Abhängen der Schweizer Alpen und 
Voralpen. A. aristatus L'Heritier, Stachel -Traganth. 
IL Blätter unpaarig-gefiedert. Blattspindel krautig bleibend und abfallend. 
— Hülse im Kelche sitzend. 3. Stamm: Podochreati. 



*) Tafel 441. Astragalus glycyphyllos L. A Blütenzweig. 1 Blüten- 
knospe; 2 Blüte; 3 Fruchttraube; 4 Frucht im Querschnitte; 5 Samen. 1, 2 



und 5 vergrössert. 







M§!)0l?-£rflgantlj. 



— 317 — 

a. Krone blassgelb. Hülse eiförmig, zugespitzt, stachelspitzig, wie die 
ganze Pflanze zottig-behaart. — Stengel kaum entwickelt; Wurzel- 
stock dagegen */ 2 bis 1 Meter in den Boden eindringend. Blätter 
12- bis 20-paarig. Blättchen eirund. Blütezeit Mai, Juni. 2j. Auf 
sandigen, sonnigen Wiesen und Abhängen im mittleren und süd- 
lichen Teile des Gebietes. A. exscapus L., Stengelloser Traganth. 

b. Krone purpurrot -violett. Hülse länglich oder länglich -lineal. 

1. Hülse lineal, stielrund, etwas gebogen, mit der Spitze aufwärts 
gerichtet, 12- bis 20-samig, zuletzt fast kahl. Stiel der kugeligen 
Blütenähre länger als das Blatt, in dessen Achsel er entspringt. — 
Blättchen eiförmig oder lanzettlich. Blumen veilchenblau bis 
purpurrot. Blütezeit April, Mai. Höhe wenige Centimeter. 
Auf Bergwiesen der Schweiz und im südlichen Tyrol. A. mons- 
pessnlanns L., Mömpelgarder Traganth. 

2. Hülse länglich -lineal, oberwärts etwas gebogen, mit abwärts 
gerichteter Spitze, 24- bis 30-samig, von angedrückten Haaren 
etwas weissgrau. Stiel der kopfigen bis eiförmigen Ähre so lang 
als das Blatt, in dessen Achsel er entspringt. — Blättchen ei- 
lanzettlich. Blume purpurn. Blütezeit Mai. Höhe wenige 
Centimeter. 4. An steinigen Orten, im Gebiet des Adriatischen 
Meeres. A. incnrvus Desfontaines, Sichelfrüchtiger Traganth. 

Besondere Formen sind: 

A. Wnlfeni Koch, Wnlfens Traganth. Blätter 11- bis 
14 -paarig; Blättchen unterseits angedrückt -flaumhaarig. Hülse 
an beiden Nähten erhaben gekielt; rauh. 

A. incanus Wulfen, Graner Sichelfrüchtiger Traganth. 

Blätter sieben- bis neunpaarig, beiderseits wie die ganze Pflanze 
grauseidenhaarig. Hülse an der Rückennaht gekielt, an der 
Bauchnaht gefurcht; glatt. 

Gattung 558: Oxytropis De C and olle, Fahnenwicke, Spitzkiel. (XVII, 3.) 

Meist kleine Stauden ohne entwickelten Stengel mit unpaar- gefiederten 
Blättern und achselständigen, vielblumigen Blütenähren. Kelch fünfzähnig. 
Schiffchen an dem stumpfen Ende stachelspitzig. Hülse durch das nach 
Innentreten der oberen, der Fahne zugewendeten, die Samen tragenden 
Naht ganz oder halb zweifächerig, an der Bauchnaht aufspringend. 

A. Hülse vollständig zweifächerig. 

1. Blumenkrone violett. Wurzelstock ausdauernd, ein- bis mehrköpfig, 
stengellos. — Blätter etwa 12-paarig, wie die ganze Pflanze zottig- 



— 318 — 

seidenhaarig. Nebenblätter fast bis zur Mitte mit dem Blattstiel ver- 
wachsen. Hülse im Kelche sitzend. Blütezeit Juli, August. Auf 
Kiesboden in den Alpen; selten. 0. Halleri Bunge, Hallers Fahnen- 
wicke. 

Besondere Formen sind: 

a. 0. velutina Sieb er, Sammetartige Fahnenwicke; wollig- zottig. 

ß. 0. intricans Thomas, Verwirrte Fahnen wicke; schwächer behaart, 
bis fast kahl. 

2. Blumenkrone gelblich. Wurzelstock ausdauernd, einen 25 bis 35 cm 
hohen, aufrechten Stengel treibend. — Blätter etwa zehnpaarig; wie 
die Stengel laughaarig. Nebenblätter frei. Hülse im Kelche sitzend. 
Blütezeit Juni, Juli. Auf steinigen, sonnigen Orten; zerstreut. 0. piiosa 
De C and olle, Behaarte Fahnen wicke. 
B. Hülse unvollständig zweifächerig. 

I. Hülse ohne besonderen Fruchtträger im Kelche sitzend. Nebenblätter 
bis fast zur Mitte mit dem Blattstiele verwachsen. 

1. Blätter meist zwölfpaarig. Pflanze drüsenlos, Wurzelstock viel- 
köpfig, stengellos. Blumenkrone gelblich. Blütezeit Juni bis August. 

4. Alpen. 0. campestris De Candolle, Alpen -Fahnenwicke. 

Die Abart sordida Gaudin, Schmutzige Fahnen wicke, hat eine 
schmutzig-blassgelbe Krone; Fahne und Schiffchen sind vorne violett. 

Die Abart caerulea Koch, Blaue Fahnenwicke, hat eine ganz 
blaue Krone, deren Fahne einen grünlich- gelben Flecken. 

2. Blätter meist 20-paarig. Pflanze drüsig-klebrig, etwas behaart. — 
Stengellos. Blumenkrone gelblich. Blütezeit Juni bis August. 4. 
Auf den Hochalpen. 0. foetida De Candolle, Hochalpen-Fahnen- 
wicke. 

H. Hülse im Kelche auf einem besonderen Fruchtträger sitzend. Neben- 
blätter nur an ihrem Grunde mit dem Blattstiele werwachsen. 

a. Fahne etwa \ l j 2 mal so lang als das Schiffchen. Fruchtträger so 
lang wie die Kelchröhre. — Stengellos oder kurzstengelig. Blätter 
bis etwa 16-paarig, fast seidig-grau- oder zerstreut-behaart bis fast 
kahl. Blumenkrone purpurrot. Blütezeit Juli, August. 4. Auf 
Alpen weiden. 0. montana De Candolle, Berg -Fahnen wicke.*) 

b. Fahne doppelt so lang wie das Schiffchen. Fruchtträger etwa halb 
so lang wie die Kelchröhre. 



*) Tafel 442A. Oxytropis montana De Candolle, Berg- (nicht „Be- 
haarte") Fahnenwicke. A Blühende Pflanze. 1 Fruchtstand etwas vergrössert. 



^Tf. 




44£ 

ßtifaattt fatynenwitiiz. 



Skorpionsrrfiiunnj. 



— 319 — 

1. Hülse hängend, lang -walzenförmig. — Wurzelstock vielköpfig, 
kurzstengelig. Blätter etwa zehnpaarig. Blumenkrone hell- 
violett. Blütezeit Juli. 4. Höchste Alpen. 0. lapponica Gay, 
Lappländische Fahnenwicke. 

2. Hülse aufrecht -länglich. — Wurzelstock ein- bis mehrköpfig. 

a. Kurzstengelige , meist stengellose, grau- seidenhaarig- zottige 
Pflanze. Blütentraube sechs- bis zwölfblütig. Blütendeck- 
blättchen länglich, reichlich halb so lang wie die Kelchröhre. 
Blätter sieben- bis eilfpaarig. Blumenkrone dunkelblau. Blüte- 
zeit Juli, August. A, Auf Triften der höchsten Alpen. 
(0. cyanea Auctorum, nicht Marschall von Bieberstein.) 
0. neglecta Gray, Vernachlässigte Fahnenwicke. 

ß. Stengellose, etwas behaarte Pflanze. Blütentraube dreiblütig. 
Blütendeckblättchen sehr kurz und schmal. — Blätter sechs- 
bis achtpaarig. Blumenkrone dunkelblau, Blütezeit Juli, 
August. 4. An kiesigen Orten und Felsen der höchsten Alpen; 
sehr selten. Vielfach als Abart der vorigen angesehen. 
0. triflora Hoppe, Dreiblütige Fahnenwicke. 

2. Stamm: Hedysaroideae, Süssklee- artige. 
Hierher zwei Sippen: 

1. Blüten in achselständigen, kopfigen Dolden. 6. Sippe: Coronilleae, 
Kronwickengewächse. 

2. Blüten in achselständigen Trauben. 7. Sippe: Hedysareae, Süssklee- 
gewächse. 

6. Sippe: Coronilleae, Kronwickengewächse. 

A. Schiffchen zugespitzt -geschnäbelt. Kelch kurz -glockenförmig. 

I. Alle Blätter einfach. Frucht aufgerollt, in 3 bis 6 einsamige Glieder 
zerfallend. Gattung 559: Scorpiurus L., Skorpionsschwanz, Raupen- 
klee. 

IL Blätter unpaarig -gefiedert (bei Coronilla scorpioi'des sind die unteren 
Blätter einfach, die oberen dreizählig). 

a. Hülse stielrund oder vier- bis sechskantig, zwischen den einzelnen 
Gliedern rosenkranzförmig eingeschnürt und bei der Reife in ein- 
samige Glieder quer -zerfallend. Gattung 560: Coronilla L., Kron- 
wicke. 
b . Hülse zusammengedrückt, nicht stielrund oder vierkantig. 



— 320 — 

a. Hülse mit zahlreichen, je einem Hufeisen ähnlichen Gliedern, 
bei der Reife in diese Glieder zerfallend. Gattung 561: Hippo- 
crepis L., Hufeisenklee. 

ß. Hülsen linealisch, fast gerade, bei der Reife nicht in Glieder 
zerfallend. Gattung 562: Bonaveria Scopoli (Seite 322). 
B. Schiffchen stumpf, abgerundet. Kelch langröhrig. Gattung 563: Orni- 
thopus L., Klauenhülse, Vogelklaue. 

Gattung 559: Scorpiurus L. Skorpionsschwanz, Raupenklee. (XVII, 3.) 

20 bis 50 cm hohes Kraut mit aufsteigendem oder aufrechtem Stengel. 
Blätter spateiförmig, ganzrandig, wie die ganze Pflanze kurzborstig. Blüten 
auf langen Stielen einzeln oder in armblütigen Trauben. Kelch kurzglockig, 
fünfzähnig, fast zweilippig. Blumenkrone weissgelb. Staubblätter abwech- 
selnd kürzer und länger. Hülse aufgerollt, auf ihrer inneren Seite glatt, 
auf der äusseren steife, zum Teil hakige Dornen tragend, in 3 bis 6 ein- 
samige Glieder zerfallend. Blütezeit Mai, Juni. 0. An Wegen und Acker- 
rändern in Istrien und auf den istrischen Inseln. S. subvillosa L., Halb- 
wolliger Skorpionsschwanz.*) 

Gattung 560: Coronilla L., Kronwicke. (XVII, 3.) 

Kräuter, seltener Sträucher oder Halbsträucher , mit unpaargefiederten 
Blättern. Kelch fünfzähnig; die beiden oberen Zähne indes weniger tief von 
einander gespalten wie die übrigen, und daher fast zweilippig. Schiffchen 
geschnäbelt. Staubblätter zweibrüderig, abwechselnd gegen die Spitze ver- 
breitert. Griffel kahl. Hülse stielrund oder vier- bis sechskantig, rosen- 
kranzartig-eingeschnürt, bei der Reife der Quere nach in einsamige Glieder 
zerfallend. 

A. Sträucher oder Halbsträucher. 

I. Stranch. Kronblätter langgenagelt; Nagel zwei- bis dreimal so lang 
wie der Kelch. — Blätter drei- bis vierpaarig. Blättchen umgekehrt- 
eiförmig, an ihrer Spitze abgerundet oder ausgerandet, kahl. Blüten 
in zwei- bis drei, selten mehrblütigen Dolden. Blumenkrone goldgelb, 
Fahne oft etwas rotgestreift. Hülsen drei- bis zwölfgliederig. Blüte- 
zeit April bis Juni. Höhe 1 bis 2 m. In Laubwaldungen und an 
Bergabhängen; im Elsass, in Baden, auf den Alpen und Voralpen; 
vielfach in Gärten angepflanzt. C. Emerus L., Strauchige Kronwicke. 
H. Halbsträucher. Nagel der Kronblätter so lang wie der Kelch. 



*) Tafel 442B. Scorpiurus subvillosa L. B kleine blühende Pflanze. 
2 Hülse, etwas vergrössert. 



— 321 — 

1. Nebenblätter der oberen Blätter in eine abfallende, häutige, eiför- 
mige, stengelumfassende Scheide verwachsen. Hülse drei- bis acht- 
gliederig, vierflügelig, rosenkranzartig. — Stengel ausgebreitet, 
hingestreckt. Blätter drei- bis vierpaarig, bläulich-grün. Blättchen 
umgekehrt- eiförmig. Dolden sechs- bis zehnblütig. Blumenkrone 
gelb. Blütezeit Mai bis Juli. Stengellänge 10 bis 25 cm. Auf Heiden 
und Triften der Alpen und Voralpen; im mittleren Teile des Ge- 
bietes selten, auf Kalkhügeln. C. vaginalis Lamarck, Scheiden- 
blätterige Kronwicke. 

2. Nebenblätter zu einem kleinen, blattgegenständigen Blatte ver- 
wachsen. Hülse ein- bis viergliederig, vierkantig, nicht geflügelt. — 
Wurzelstock vielästig. Stengel niederliegend, 15 bis 25 cm lang. 
Blätter drei- bis vierpaarig. Blättchen länglich -keilförmig oder 
umgekehrt - eiförmig. Blumen kröne gelb. Blütezeit Juli, August. 
Auf rauben Abhängen der Alpen; sehr selten. C. minima L., 
Kleinste Kronwicke. 

B. Kräuter. 

I. Blüten gelb. Wenigstens die unteren Nebenblätter in ein einziges 
blattgegenständiges Blatt verwachsen. 

1. Blätter meist fünfpaarig. Hülse gerade, ein- bis viergliederig, in 
eine lange Spitze endend. Stengel aufrecht, 30 bis 50 cm hoch. 
Blättchen eiförmig oder umgekehrt- eiförmig, stachelspitzig. Neben- 
blätter klein, fädlich; die unteren verwachsen, die oberen getrennt. 
Dolde fünfzehn- bis zwanzigblütig. Blütezeit Juni, Juli. %. Auf 
Kalkboden in Gebirgswaldungen namentlich der Alpen und Vor- 
alpen; im mittleren Gebiete selten, auf Kalkbergen. C. montnna 
Scopoli, Berg -Kronwicke. 

2. Blätter sitzend, dreizählig. Hülse gebogen, sechs- bis achtgliederig, 
in eine kurze Spitze endend. — Stengel zart, 20 bis 25 cm hoch. 
Blatt chen eirund, das Endblättchen viel grösser als die seitlichen. 
Blütezeit Mai, Juni. 0. Auf Ackern, in Weinbergen des österrei- 
chischen Küstengebietes. C. scorpioides Koch, Skorpionfriichtige 
Kronwicke. 

IL Blüten rot oder weiss, nicht gelb. Nebenblätter nicht miteinander 
verwachsen, lanzettlich. 

1. Dolden acht- bis zwanzigblütig, auf einem Stiele, der so lang oder 
länger als das Blatt ist, in dessen Achsel er entspringt. Blüten- 
stielchen länger als der Kelch. — Stengel niederliegend. Blätter 
acht- bis zehnpaarig. Blättchen länglich oder umgekehrt-eiförmig. 
Hülsen rosenkranziörmig, drei- bis zwölfgliederig. Blütezeit Juni 

Thome, Flora, in. 41 



— 322 — 

bis August. Stengel 30 bis 125 cm lang. %. An sonnigen 
Rainen, Wiesen und Waldrändern; zerstreut. C. varia L., Bunte 
Kronwicke.*) 
2. Dolden drei- bis sechsblütig, auf einem Stiele, der kürzer als das 
Blatt ist, in dessen Achsel er entspringt. Blütenstielchen etwa 
so lang, nicht länger als der Kelch. — Stengel aufrecht, 20 bis 
30 cm hoch, Blätter sechs- bis achtpaarig; Blättchen länglich-um- 
gekehrt-eiförmig, gestutzt oder schwach ausgerandet. Hülsen drei- 
bis achtgliederig. Blütezeit Mai, Juni. 0. An grasigen Orten 
in Istrien uud auf den istrischen Inseln. C. cretica L., Kretische 
Kronwicke. 

Gattung 561: Hippocrepis L., Hufeisenklee. (XVII, 3.) 

Stengel halbstrauchig, rasig, niedergestreckt oder aufsteigend, 8 bis 
25 cm lang. Blätter fünf- bis siebenpaarig. Blättchen der oberen Blätter 
länglich, der unteren umgekehrt-eiförmig. Dolden vier- bis achtblütig, lang- 
gestielt. Blumenkronblätter langgenagelt, gelb; Fahne oft etwas rötlich. 
Hülsen abstehend oder herabgeschlagen, ein- bis sechsgliederig, schlängelig, 
mit hufeisenförmigen Gliedern und etwas eingedrückten Gelenken, bei der 
Reife in einsamige Glieder zerfallend. Blütezeit Mai bis Juli. %. Auf 
sonnigen Kalkbergen im mittleren und südlichen Teile des Gebietes. H. C0- 
mosa L., Schopfiger Hufeisenkfee.**) 

Gattung 562: Bonaveria Scopoli, Bonaveria. (XVII, 3.) 

Aufrechtes oder aufstrebendes, 20 bis 50 cm hohes Kraut. Blätter 
meist fünfpaarig. Blättchen länglich-keilig, fast dreieckig, am Ende gestutzt 
oder schwach ausgerandet. Dolden langgestielt, drei- bis fünfblütig. Blumen- 
krone gelb. Hülse flach -zusammengedrückt, mit unechten Scheidewänden 
zwischen den Samen, aber bei der Reife nicht zerfallend. Blütezeit Mai, 
Juni. ©. Auf Ackern in Istrien und auf den istrischen Inseln. (Coronilla 
Securidaca L.; Securigera Coronilla De Candolle.) Bonaveria Securidaca 
Scopoli, Schwertf nichtige Bonaveria. 

Gattung 563: Ornithopus L., Klauenhülse, Vogelklaue. (XVII, 3.) 

Krautpflanzen. Kelch fünfzähnig. Schiffchen stumpf. Hülse in tonnen- 
förmige Glieder abgeschnürt, etwas gebogen, bei der Reife in die Glieder 
zerfallend. 



*) Tafel 443. Coronilla varia L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Fahne; 
2 Flügel; 3 Schiffchen; 4 Hülse aufgeschnitten; 5 Samen. 1 bis 5 vergrössert. 

**) Tafel 444. Hippocrepis comosa L A blühende, B fruchtende 
Pflanze. 1 Blüte; 2 Staubblätter und Ende des Griffels. 1 und 2 vergrössert. 



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— 323 — 

1. Kelclirolir dreimal so lang als die eiförmigen Kelchzähne. Blumen- 
krone 2 bis 3 mm lang, weiss oder rot, mit gelblichem Schiffchen. — 
Stengel aufrecht oder liegend und aufsteigend, wie die ganze Pflanze 
weichhaarig. Blätter sieben- bis zwölfpaarig; Blättchen elliptisch. 
Dolde zwei- bis fünf blutig, an ihrem Grunde von einem sitzenden, 
gefiederten Blatte gestützt. Blütezeit Mai bis Juli. 0. Auf Sand- 
boden, in Nadelwäldern; zerstreut. 0. perpusillus L., Kleine Klauen- 
schote.*) 

2. Kelchrohr so lang als die pfriemlichen Kelchzähne. Blumenkrone 
gegen 1 cm lang, rosa. — Stengel aufstrebend, einfach, 30 bis 60 cm 
hoch, in der Jugend fast graugrün, zottig, später verkahlend und gelb- 
grün. Blätter zwölf- bis dreizehnpaarig; Blättchen länglich-lanzettlich. 
Dolden kopfartig, zwei- bis fünf blutig. Hülse oft gerade. Blütezeit 
Juni, Juli. 0. Wird als Futterpflanze gebaut. 0. sativus Brotero, 
Seradella. 

Unter der Seradella finden sich zuweilen die gelbblühende 0. com- 
pressus L., Zusammengedrückte Klanenschote und die blassgelbliche 
0. ebracteatus Brotero Deckblattlose Klauenschote. 

7. Sippe: Hedysareae, Süsskleegewächse. 

1. Hülse mehrgliederig , mehrsamig, bei der Reife in ihre Glieder zer- 
fallend. Gattung 564: Hedysarum L., Süssklee. 

2. Hülse eingliederig, einsamig, nicht aufspringend. Gattung 565: 0no- 
brychis Tournefort, Esparsette. 

Gattung 564: Hedysarum L., Süssklee, Hahnenkopf. (XVII, 3.) 

Wurzelstock kriechend. Stengel aufrecht oder aufsteigend, 18 bis 25 cm 
lang. Blätter fünf- bis neunpaarig; Blättchen ei-länglich oder elliptisch. 
Nebenblätter in ein einziges, blattgegenständiges, zweizähniges oder zwei- 
spaltiges Blättchen zusammengewachsen. Blumen in vielblütigen, fast ähren- 
förmigen Trauben; purpurn. Hülse in 1 bis 6 eirundliche, etwas flach- 
gedrückte, einsamige Glieder zerfallend. Blütezeit Juli, August. %. Auf 
nassen Gebirgstriften Schlesiens und der Alpen. H. obscurum L., Dunkler 
Süssklee.**) 



*) Tafel 445. Ornithopus perpusillus L. A blühende und fruch- 
tende Pflanze. 1 Fruchtstand, vergrössert. 

**) Tafel 446. Hedysarum obscurum De Candolle. A blühende Pflanze. 
1 Kelch; 2 Hülse. 1 und 2 etwas vergrössert. 



— 324 — 

Gattung 565: Onobrychis Tournefort, Esparsette. (XVII, 3.) 

Kräuter und Stauden mit unpaar - gefiederten Blättern. Kelch fünf- 
spaltig. Schiffchen stumpf. Hülse rundlich, ein gliederig, einsamig, nicht 
aufspringend. 

A. Krone den Kelch weit überragend. Flügel etwa halb so lang als das 

Schiffchen. 

A. Die Zähne des unteren, gekielten Randes der Hülse sind etwa halb 
so lang wie der Kiel breit ist. 

1. Stengel aufrecht oder aufsteigend, 20 bis 50 cm hoch. Blättchen 
linealisch -länglich. — Blätter neun- bis zwölfpaarig. Blüten in 
anfänglich gedrungenen, später verlängerten, fast linealischen 
Trauben. Blume rosenrot mit dunkleren Streifen. Hülse schief- 
eiförmig, auf dem Mittelfelde erhaben -netzig, mit oft stacheligen 
Adern. Blütezeit Mai, Juli. %. Auf Hügeln und Triften mit 
kalkigem Boden; stellenweise; häufig als Futterkraut angebaut. 
(Hedysarum Onobrychis L.; 0. viciaefolia Scopoli.) 0. sativa 
Lamarck, Gemeine Esparsette.*) 

2. Stengel niederliegend oder aufsteigend, 10 bis 20 cm hoch. Blätt- 
chen oval, kürzer und breiter, Blumen dunkler als an voriger. — 
Im übrigen der vorigen ähnlich und auch als Abart derselben an- 
gesehen, doch ganze Pflanze grau-flaumhaarig. Blütezeit Mai bis 
Juli. 21.. Auf Wiesen der Kalkalpen und Berge der Rheinlande. 
0. montana De Candolle, Berg -Esparsette. 

B. Die mittleren Zähne des unteren, gekielten Randes der Hülse sind 
so lang wie der Kiel breit ist. — Stengel hingestreckt. Der Gemeinen 
Esparsette sehr ähnlich und auch als Abart derselben angesehen. 
Blütezeit Juni. 2J.. Auf kalkigen, sandigen Abhängen der Südschweiz 
und bei Triest. 0. arenaria De Candolle, Sand -Esparsette. 

B. Krone den Kelch kaum oder nicht überragend. Flügel so lang wie das 
Schiffchen. — Stengel aufsteigend. Blätter fünf- bis siebenpaarig. Blätt- 
chen breit-lanzettlich, ziemlich stumpf, mit feiner Stachelspitze. Blumen 
in langgestielten, wenigblütigen Trauben, rosarot. Hülse auf dem Mittel- 
feld erhaben-netzig und dornig, am vorderen Rande flügelig-gekielt ; Kiel 
in pfriemliche, hakige Dornen gespalten. Höhe 15 bis 25 cm. %. Auf 
den istrischen Inseln. 0. Caput Galli Lamarck, Hahnenkopf- Esparsette. 



*) Tafel 447. Onobrychis sativa Lamarck. A Blütenzweig. 1 Blüte; 
2 desgl. halbiert; 3 Flügel; 4 Staubblättor; 5 bis 7 Hülse; 8 (unten) Frucht 
halbiert; 8 (oben) Samen. 1 bis 8 vergrössert. 




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— 325 — 

3. Stamm: Vieio'ideae, Wicken-artige. 
Hierher nur: 

8. Sippe: Vicieae, Wickengewächse. 

A. Blätter unpaarig-gefiedert. Griffel kahl. Hülse stark aufgeblasen. Gat- 
tung 566: Cicer Tournefort, Kichererbse. 

B. Blätter paarig-gefiedert. Griffel an seinem Ende behaart. 

a. Staubfadenröhre an ihrem Ende schief- abgeschnitten, d. h. an ihrer 
Unterseite weit länger als an ihrer Oberseite, sodass der freie Teil 
der oberen Staubfäden oft länger ist als der der unteren. (ErvoMeae.) 

a. Griffel fadenförmig. 

1. Griffel unterhalb seiner Spitze ringsum oder nur einseitig- 
behaart, aber stets auf der äusseren Seite bärtig. Blumen 
meist massig (12 bis 25 mm) gross. Gattung 567: Vicia L., 
Wicke. 

2. Griffel unterhalb seiner Spitze ringsum gleichmässig-fein-behaart 
(fast kahl bei E. hirsutum). Blumen meist klein (3 bis 10 mm). 
Gattung 568; Ervum Tournefort, Erve. 

ß. Griflel flach; unterhalb seiner Spitze auf der inneren Seite be- 
haart, auf der äusseren kahl. Gattung 569: Lens Tournefort, 
Linse. 

b. Staubfadenröhre an ihrem Ende rechtwinkelig-abgeschnitten, d. h. an 
ihrer Unterseite so lang wie an ihrer Oberseite, sodass der freie Teil 
aller Staubfäden meist gleichlang ist. (Lathyroi'deae). 

a. Griffel flach, auf der inneren Seite mit einer Haarlinie. 

1. Die Blattspindel endigt in eine Stachelspitze. Gattung 570: 
Orobus L., Walderve. 

2. Die Blattspindel endigt in eine Wickelranke. Gattung 571: 
Lathyrus L. (zum Teil), Platterbse. 

ß. Griffel zu einer nach unten offenen Rinne zusammengefaltet; an 
seiner Spitze auf der oberen Seite bärtig. Gattung 572: PisTim 
Tournefort, Erbse. 

Gattung 566: Cicer Tournefort, Kichererbse. (XVII, 3.) 

Einjähriges, bis 30 cm hohes, drüsenhaariges Kraut mit aufsteigendem 
Stengel. Blätter unpaar gefiedert, sechs- bis achtpaarig. Blättchen eirund, 
scharf - gesägt. Blumen einzeln, achselständig. Kelch an seinem Grunde 
oberseits buckelig. Krone purpurn, blassviolett, blassblau oder weiss. Hülse 



— 326 — 

hängend, eiförmig, einfächerig, aufgeblasen, zweisaniig. Blütezeit Juni, Juli. 
©. Aus Südeuropa stammend, zuweilen angebaut. C. arietinum L., Gemeine 
Kichererbe. 

Gattung 567. Vicia L., Wicke. (XVIII, 3.) 

Kräuter mit paarig- gefiederten Blättern. Blättchen in der Jugend zu- 
sammengefaltet. Kelch fünfsp altig oder fünf zähnig. Griffel fädlich unter 
der Narbe ringsum oder nur einseitig behaart, stets auf der äusseren Seite 
bärtig. Blumen massig (12 bis 25 mm) gross. 

A. Blüten in langgestielten, achselständigen, reichblumigen (nur bei dume- 
torum meist fünfblütigen) Trauben. — Blätter mit Winkelranke endend. 

I. Blättchen eiförmig, stumpf, mit aufgesetzten Stachelspitzchen. Trauben 
meist fünf blutig. — Stengel klimmend, 125 bis 300 cm lang. Blätter 
vier- bis fünfpaarig. Nebenblätter mit vielen, verlängert -stachel- 
spitzigen Zähnen, halbmondförmig. Blumenkrone rot -violett. Blüte- 
zeit Juli, August. 2J-. An Waldrändern und in Gebüschen gebirgiger 
Gegenden. V. dumetoruiu L., Hainwicke. 
II. Blättchen schmal, lanzettlich, länglich oder linealisch. Trauben viel- 
blütig (mehr als funfblütig). 
A. Platte der Fahne so lang oder länger wie ihr Nagel. 

1. Platte der Fahne doppelt so lang wie ihr Nagel. — Stengel 
klimmend, 50 bis 125 cm lang. Blätter 8- bis 14-paarig. 
Blättchen lanzettlich, fast linealisch, stachelspitzig. Nebenblätter 
halb-spiessförmig. Blumenkrone violett. Blütezeit Mai bis 
August. 2J.. In Gebüschen, auf Bergwiesen und Ackern; zer- 
streut. (Cracca tenuifolia Godron und Grenier.) V. tennifolia 
Roth, Feinblätterige Wicke. 

2. Platte der Fahne nicht doppelt so lang wie ihr Nagel. 

a. Fahne in ihrer Mitte oder in ihrem unteren Drittel jederseits 
mit einer Einkerbung. Hülse im Kelche auf besonderem 
Fruchtträger. 

a. Fruchtträger kürzer als die Kelchröhre. — Stengel 30 bis 
125 cm lang, liegend oder kletternd, fast geflügelt kantig, 
angedrückt-weichhaarig. Blätter 10- bis 12-paarig. Blätt- 
chen lanzettlich oder länglich -linealisch. Blumenkrone 
rötlich -violett. Blütezeit Juni, August. %. Auf Wiesen, 
an Zäunen. (Cracca major Godron u. Grenier.) V. Cracca L., 
Vogel-Wicke. 

b. Fruchtträger länger als die Kelchröhre. — Im übrigen 
der vorigen sehr ähnlich und auch als Abart derselben 



— 327 — 

angesehen. Blütezeit Juni, Juli. %■. In der Schweiz und 
bei Triest; selten. V, (Jerardi De Candolle, Gerardis 
Wicke. 

ß. Fahne ohne die beiderseitigen Einkerbungen. — Stengel 
30 bis 60 cm hoch, niederliegend, aufsteigend oder kletternd. 
Blätter 5- bis 7-paarig; Blättchen lineal- lanzettlich, unter- 
seits weichhaarig, stachelspitzig. Blumenkrone blau, an ihrem 
Grunde weisslich. Blütezeit Mai bis Juli. Q. Unter der Saat; 
Schweiz, Istrien. V. onobrychioides L., Esparsett -Wicke. 

B. Platte der Fahne nur halb so lang wie ihr Nagel. — Stengel 
30 bis 125 cm lang, niederliegend, seltener klimmend, wie die 
ganze Pflanze zottig. Blätter meist achtpaarig. Blättchen lineal- 
lanzettlich. Nebenblätter länglich -lanzettlich, halb-spiessförmig. 
Die 3 unteren Kelchzähne pfriemlich-fädlich, so lang wie die Kelch- 
röhre, die oberen viel kürzer lanzettlich-pfriemlich. Blumenkrone 
violett. Blütezeit Mai bis Juli. 0. Unter der Saat. (Cracca 
villosa Godron und Grenier.) V. villosa Roth, Zottige Wicke. 

Eine spärlich behaarte, dem mittleren Gebiete angehörende 
Abart mit fast kahlem Stengel, kürzer gestielten Blütentrauben, 
die drei unteren Kelchzähne aus breitem Grunde lanzettlich, kürzer 
als die Kelchröhre, die oberen kurz dreieckig, ist (V. varia Host) 
var. glabrescens Koch, Kahle Wicke. 

B. Trauben armblumig, sehr kurz gestielt, oder die Blüten einzeln oder 
paarweise. Blättchen gross, mehrere Centimeter lang und nicht selten 
auch breit. 

I. Blätter mit einer einfachen Stachelspitze endigend; ein- bis dreipaarig. 

1. Blumenkrone mit blauer bis hellvioletter Fahne, Flügel purpurrot, 
Schiffchen weisslich oder dunkelrot gefleckt. Hier kann, aber selten, 
gesucht werden (s. unten) V. sativa L., Saat -Wicke. 

2. Blumenkrone gelb. Hülse kahl. — Stengel aufrecht, 30 bis 45 cm 
hoch. Blätter zweipaarig, in eine Stachelspitze endend; Blättchen 
eiförmig, zugespitzt, in ein Stachelspitzchen endigend. Blütezeit 
Juni, Juli. 2J.. In Waldgebirgen Krains, Steiermarks, Kärntens. 
V. oroboi'des Wulfen, Waldervenartige Wicke. 

3. Blumenkrone weiss; Flügel mit einem schwarzen Fleck. Hülse 
flaumig. — Stengel dick, aufrecht. Blätter zwei- bis dreipaarig, in 
eine Stachelspitze endigend, ßlättchen fleischig, elliptisch oder 
länglich, mehr oder weniger blaugrün, meist stachelspitzig. Blüte- 
zeit Juni, Juli. Höhe 60 bis 125 cm. 0. Aus Asien stammend, 



— 328 — 

der essbaren Samen halber im grossen angebaut. (Faba vulgaris 
Mönch.) V. Faba L., Dicke, Bnff-, Pferde- oder Sau -Bohne.*) 

IL Blätter (wenigstens die oberen) mit einer Wickelranke, selten mit 
einem unpaarigen Endblättchen endigend (V. sativa). 

A. Blätter ein- bis dreipaarig. Blumen rot bis purpurn. 

1. Untere Blätter dreipaarig, obere meist nur zweipaarig. — Stengel 
aufsteigend, vierkantig, dick, 30 bis 60 cm hoch. Blättchen 
gross, umgekehrt -eiförmig, buchtig -gezähnt oder ganzrandig. 
Nebenblätter halbherzförmig, mit grossen und scharfen Zähnen. 
Blumenkrone pfirsichblütrot bis schmutzig -violettrot. Blütezeit 
Mai, Juni. 0. Mitunter an Stelle der Pferdebohne angebaut. 
V. narbonensis L., Französische Bohne. 

2. Untere Blätter einpaarig, obere zwei- bis dreipaarig. 

o. Blättchen mehrere Centimeter lang, länglich, bis breit- lan- 
zettlich. Hülse zottig. — Stengel aufrecht, eckig, bis 30 cm 
hoch. Blumenkrone weisslich, mit hellrot schattiert, Fahne 
violett. Blütezeit Mai, Juni. 0. In dem österreichischen 
Küstengebiete. V. bitkynica L., Bithynische Wicke. 

ß. Blättchen klein, selten bis 1 cm lang. Hülse kahl. — Stengel 
liegend-aufstrebend, 8 bis 25 cm lang. Unterste Blätter ein- 
paarig, mit umgekehrt-herzförmigen, ganz kleinen Blättchen. 
Folgende Blätter unpaarig gefiedert, mit elliptischen Blätt- 
chen; dann folgende zwei- bis dreipaarig, umgekehrt-eiförmig, 
bis lineal- länglich, untere mit kleiner Stachelspitze, obere 
meist mit einfacher Wickelranke endigend. Blumen klein, 
einzeln achselständig, hellviolett. Blütezeit April bis Juni. 
Höhe 8 bis 25 cm. 0. Auf Triften, an Rainen. (Wiggersia 
lathyroi'des Flora der Wetterau.) V. lathyroides L., Platt- 
erbsenartige Wicke. 

B. Blätter mehr als dreipaarig. • 

1. Fahne behaart. — Hülse hinabgeschlagen, länglich, rauhhaarig. 

a. Haare der Hülse auf einem feinen Knötchen sitzend. Blume 

ockerfarben. — Stengel eckig, aufrecht, bis 30 cm hoch. 

Blätter fünf- bis siebenpaarig. Blättchen umgekehrt-ei-herz- 

förmig. Blütezeit Mai, Juni. 0. Auf Kulturland und Gras- 



*) Tafel 448. Vicia Faba L. A Blütenzweig. 1 Blütenlängsschnitt; 
2 Griffel-Ende; 3 Hülse; 4 Same; 5 und 6 desgl. der Länge und der Quere 
nach durchschnitten; 7 der von dem fleischigen Samenlappen losgelöste Keim- 
ling. 1 und 7 vergrössert. 







Saubohne. 



— 329 — 

platzen im österreichischen Küstengebiete; selten in der 
Schweiz. V. hybrida L., Bastard -Wicke. 

ß. Haare der Hülse nicht auf einem Knötchen sitzend. Blume 
weisslich oder bleich-gelblich, grün mit olivengrün gestreifter 
Fahne. — Stengel liegend, aufsteigend oder klimmend, 30 bis 
60 cm lang. Blätter fünf- bis achtpaarig. Blättchen läng- 
lich oder um gekehrt- eiförmig, in ein Stachelspitzchen endend. 
Blütezeit Mai bis Juli. 0. Auf Ackern in Osterreich, Mähren, 
Steiermark, Istrien. V. pannonica Jacquin, Ungarische 
Wicke. 

2. Fahne kahl. 

ct. Hülse zur Reifezeit kahl, selten (angustifolia) mit einzelnen 
Härchen. 

a. Nebenblätter halbspiessförmig, spitz-zugespitzt, spitz- und 
ungleich -gezähnt, die obersten auch wohl ganzrandig. 
häufig mit einem dunkeln Fleck und immer mit einer 
kleinen, ovalen, feinbehaarten Vertiefung auf der Unter- 
seite. — Kelchzähne ungleich, die beiden oberen kürzer. 
Stengel aufsteigend, vierkantig, 30 bis 60 cm lang. Blätter 
drei- bis sechspaarig. Blättchen breit -eiförmig oder ei- 
länglich. Blumenkrone trüb-violett, die Fahne mit dunk- 
leren Adern, selten gelblich-weiss, weiss oder rot. Hülse 
bei der Reife schwarz; Samen lichtbraun. Traube meist 
fünf blutig. Blütezeit April bis Herbst. 2J.. An Zäunen, 
aufwiesen; gemein. (Wiggersia sepium Flora der Wetterau.) 
V. sepium L., Zauu -Wicke. 

b. Nebenblätter anders gestaltet. Kelchzähne einander fast 
oder ganz gleich. 

aa. Blume mittelgross, gleichfarben, purpurn. — Stengel 
kletternd, 10 bis 100 cm lang. Blätter meist fünf- 
paarig. Blättchen lineal oder lineal-länglich, die der 
unteren Blätter mitunter umgekehrt- eiförmig. Neben- 
blätter halb - nierenförinig , ungleich - eingeschnitten- 
gezähnt. Hülse abstehend, linealisch, schwarz, ganz 
oder doch fast kahl. Samen schwarz (stets?). Blüte- 
zeit Mai, Juni. ©. Auf Wiesen, buschigen Grasplätzen 
und Ackern; zerstreut. Wahrscheinlich die Stamm- 
art der Saat -Wicke. V. angustifolia Roth, Schmal- 
blätterige Wicke, Wilde Saat -Wicke. 

Thom«, Flora. III. 42 



— 330 — 

Besondere Formen sind: 

aa. var. segetalis T hui liier, Saat-Schnialblätterige Wicke; 

Blätter fünf- bis achtpaarig. Blättchen länglich, abgestutzt. 
Nebenblätter viereckig, eingeschlitzt. Blumen tief-pfirsich- 
blütrot. Samen schwarz. 

ßß. var. Bobartii Forst er, Bobartis Schmalblätterige Wicke; 

zarte Form. Blätter zwei- bis fünfpaarig. Nebenblätter 
pfeilförmig. Blumen hell-pfirsichblütrot. Samen schwarz 
oder graubraun-marmoriert, bis hellbraun. 

hb. Blumen mehrere Centimeter gross, weiss - gelblich , Fahne 
russfarben überlaufen, schwärzlich-gestreift. — Stengel liegend, 
aufsteigend oder klimmend. Blätter vier- bis siebenpaarig. 
Blättchen umgekehrt-eiförmig oder länglich-linealisch, etwas 
ansgerandet. Nebenblätter umgekehrt-eiförmig, ganzrandig, 
seltener ein- bis zweizähnig und dann annähernd halbspiess- 
förmig. Hülse lineal- länglich, aufrecht abstehend, schwarz, 
kurzflaumig, zuletzt kahl. Blütezeit Mai, Juni. und Q. 
Auf Ackern und Grasplätzen in Osterreich, Kärnten, Krain 
und dem Küstengebiet des Adriatischen Meeres. V. grandi- 
flora Scopoli, Grossblütige Wicke. 

ß. Hülse behaart. 

a. Hülse bei der Reife hinabgeschlagen. 

aa. Blumenkrone gelb. Kelchzähne ungleich, die beiden oberen 
halb so lang wie die beiden unteren, zusammenneigend, der 
unterste länger als die Kelchröhre. Hülse rauhhaarig, die 
Haare auf einem starken Knötchen sitzend. — Stengel auf- 
recht, 30 bis 60 cm hoch. Blätter fünf- bis achtpaarig. 
Blättchen linealisch bis länglich-lanzettlich. Blütezeit Juni, 
Juli. 0. Unter der Saat im mittleren und südlichen Gebiet; 
zerstreut. V. lutea L., Gelbe Wicke. 

bb. Blumenkrone hellrötlich, dunkler gestreift. Kelchzähne 
einander fast gleich, die 4 oberen aufwärts gekrümmt. Hülse 
flaumhaarig. — Stengel aufrecht, kletternd, bis 50 cm hoch. 
Blätter vier- bis siebenpaarig. Blättchen schmal- linealisch, 
gestutzt. Blütezeit Mai, Juni. 0. Auf Kulturland in Istrien 
und den istrischen Inseln. V. peregrina L., Fremde Wicke. 

b. Hülse bei der Reife abstehend oder aufrecht. 

aa. Blättchen an ihrer Spitze tief-ausgerandet. Blättchen der 
untersten Blätter umgekehrt -herzförmig, der oberen lineal- 






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— 331 — 

keilig, zweilappig-ausgerandet. —  Stengel 30 bis 60 cm hoch, 
viereckig. Blätter meist siebenpaarig. Fahne bläulichrot; 
Flügel hellrot mit weissen Nägeln; Schiffchen weiss, mit 
bläulicher Spitze. Blütezeit Mai, Juni. Unter der Saat; in 
Krain und dem österreichischen Küstengebiete. V. COrdata 
Wulfen, Herzblätterige Wicke. 
bb. Blättchen an ihrer Spitze abgestutzt oder etwas (aber nicht 
herzförmig) ausgerandet. 

aa. Blätter meist fünfpaarig. Hülse abstehend, linealisch, 
zuletzt kahl. Hier könnte man suchen (siehe oben): 
V. grandiflora Scopoli, Grossblütige Wicke. 
ßß. Blätter meist siebenpaarig. Hülse aufrecht, länglich, 
flaumig, gelbbraun. — Stengel 30 bis 50 cm lang, 
liegend oder kletternd. Blättchen der unteren Blätter 
umgekehrt-eiförmig, ausgerandet, die der oberen länglich- 
umgekehrt-eiförmig, oder länglich-linealisch, ausgerandet- 
gestutzt, alle stachelspitzig. Kelchzähne einander gleich, 
etwa so lang wie die Kelchröhre. Krone ungleich- 
farbig; Fahne meist bläulicher als die Flügel; Schiffchen 
hell, oft weiss, mitunter purpurgefleckt, selten die ganze 
Krone weiss. Blütezeit Juni, Juli. 0. Vielfach an- 
gebaut; mitunter verwildert. V. sativa L., Saat -Wicke.*) 

Gattung 568: Ervum Tournefort, Erve. (XVII, 3.) 

Kräuter mit paarig- gefiederten Blättern, welche in eine Wickelranke 
(bei Ervilia und Orobus in eine Stachelspitze) endigen. Blumen klein 
(3 bis 10 mm gross), in langgestielten, achselständigen Trauben. Kelch 
fast regelmässig fünfteilig. Griffel fädlich, unterhalb seiner Spitze ringsum 
gleichmässig-fein behaart (fast kahl bei hirsutum). Hülse einfächerig, meist 
zusammengedrückt. 

A. Traube reichblütig. Blättchen eiförmig oder eilänglich (länglich bei 
cassubicum). 

I. Blätter mit einfacher, stachelspitziger, gerader Ranke. — Stengel 
kletternd, 30 bis 60 cm lang. Blätter vielpaarig. Blättchen länglich. 
Nebenblätter halbpfeilförmig , am Grunde etwas gezähnt. Blumen- 
krone weiss. Hülse lineal- länglich. Blütezeit Mai, Juni. %■. Auf 



*) Tafel 449. Vicia sativa L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 (oben) 
Kelch; 2 (unten) Flügel; 3 Schiffchen mit Flügel; 4 Staubblattröhre mit Stempel; 
5 reife Hülsen, geschlossen und geöffnet; 6 Same; 7 derselbe im Längsschnitte. 
1 bis 4, 6 und 7 vergrössert. 



— 332 — 

Wiesen und in Gebüschen im Spessart und in Schleswig. (Orobus 
silvaticus L.; Vicia Orobus De Candolle.) E. Orobus Kittel, Wickel- 
rankenlose Erve. 

II. Blätter mit geteilter Wickelranke. 

A. Blätter drei- bis fünfpaarig. Nebenblätter gross, halb-pfeilfÖrmig, 
gezähnt. — Stengel kletternd und rankend, bis 2 Meter lang, wie 
die ganze Pflanze kahl. Blättchen breit, eirund. Blumenkrone 
gelblich -weiss. Hülse breit -linealisch -länglich. Blütezeit Juni, 
Jali. 2J.. Auf Kalkboden in bergigen Laubwäldern; sehr zerstreut. 
(Vicia pisiformis L.) E. pisiforme Petermann, Erbsen -Erve. 

B. Blätter sieben- und mehrpaarig. 

1. Kahl. Blätter sieben- bis neunpaarig. Nebenblätter halbmond- 
förmig, eingeschnitten - vielzähnig. — Stengel kletternd, bis 
2 Meter lang. Blättchen eiförmig, fast sitzend, mit Stachel- 
spitzchen. Blumenkrone weisslich. Hülse lineal- länglich, fast 
stielrund. Blütezeit Juli, August. %■. In Wäldern und Ge- 
büschen gebirgiger Gegenden. (Vicia silvatica L.) E. silvati- 
cnm Petermann, Wald-Erve. 

2. Weichhaarig oder zottig. Blätter 9- bis 13 -paarig. Neben- 
blätter halbpfeilförmig, ganzrandig. — Stengel liegend und 
kletternd. Blättchen länglich, mit feiner Stachelspitze. Blumen- 
krone violett -rot. Hülse fast rautenförmig. Blütezeit Juni, 
Juli. %. In trockenen Wäldern und Gebüschen gebirgiger 
Gegenden. (Vicia cassubica L.; Vicia multiflora Pollich.) 
E. cassubicuiii Petermann, Kassubiscke Erve. 

B. Blüten einzeln oder in wenigblütigen Trauben. Blättchen linealisch 
oder länglich, dann gestutzt. 

A. Nebenblätter einander ungleich, das eine linealisch sitzend, das andere 
halbmondförmig, borsteniöiniig- gezähnt, gestielt. — Stengel etwas 
klimmend, 30 bis 60 cm lang. Blätter meist siebenpaarig. Blüten 
einzeln, selten zu mehreren. Hülse breit -länglich, meist dreisamig, 
kahl. Blütezeit Juni bis August. ©. Auf Ackerrändern; sehr zer- 
streut; bisweilen angebaut und daher verwildert. (Vicia monantha 
Koch; V. articulata Willdenow; Cracca monanthos Godron undGrenier.) 
E. monanthos L., Einblütige Erve. 

B. Nebenblätter einander gleich, halbpfeilförmig. 

1. Blätter zwei- bis vierpaarig. 

a. Blütenstiel an seiner Spitze in eine Granne vorgezogen. Hülse 
meist sechssamig, linealisch, kahl. — Stengel klimmend, 15 bis 



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— 333 — 

30 cm hoch. Blätter zwei- bis vierpaarig. Blütenstiele ein- bis 
vierblütig. Blütezeit Juni, Juli. ©. Auf Kulturland und grasigen 
Hügeln. (Vicia gracilis Loiseleur; E. gracile De Candolle.) 
E. tenuissiiimm Marschall von Bieberstein, Schlanke Erve. 
ß. Blütenstiel an seiner Spitze nicht in eine Granne vorgezogen. 
Hülse meist viersamig, etwas breit -linealisch, kahl. — Stengel 
klimmend, 15 bis 60 cm hoch. Blätter drei- bis vierpaarig. 
Blütenstiele ein- bis dreiblütig. Blumen kleiner als an voriger. 
Blütezeit Juni, Juli. ©. Auf Sandfeldern, in Gebüschen, an 
Waldrändern. E. tetraspernmm L., Viersamige Erve. 
2. Blätter mehr als vierpaarig. 

a. Blätter mit Wickelranke, meist sechspaarig. Hülse zweisamig, 
länglich, weichhaarig. — Stengel kletternd, 15 bis 60 cm lang, 
wie die Blätter etwas behaart. Blüten zu 2 bis 6, traubig. Blumen- 
krone bläulich -weiss. Blütezeit Juni, Juli. ©. Auf Ackern, 
in Gebüschen, an sandigen Ufern. E. liirsutum L., Behaarte 
Erve, Wilde Linse, Zitter- Linse. 

ß. Blätter mit einer einfachen Stachelspitze endigend, meist zehn- 
paarig. Hülsen meist viersamig, buchtig -holperig, fast perl- 
schnurförmig. — Stengel aufrecht oder aufsteigend, 30 bis 60 cm 
hoch. Blüten meist paarweise. Blumenkrone weisslich. Blüte- 
zeit Juni. ©. Unter der Saat; im südlichen Teile des Gebietes, 
am Mittelrhein und dessen Seitenthälern. (Vicia Ervilia 
Willdenow.) E. Ervilia L., Knotenfrüchtige Erve. 

Gattung 569: Lens Toumefort, Linse. (XVII, 3.) 

Der vorigen Gattung nahe verwandt und oft mit ihr zur Gattung 
Ervum L. verschmolzen. Von ihr unterschieden durch den flachen, unter- 
halb seiner Spitze auf der inneren Seite behaarten, auf der äusseren Seite 
kahlen Griffel. 

I. Wenigstens die oberen Blätter endigen in eine Wickelranke. — Stengel 
im ganzen aufrecht, 15 bis 30 cm hoch. Obere Blätter meist sechs- 
paarig. Blättchen länglich - lanzettlich bis lineal- lanzettlich. Neben- 
blätter lanzettlich, ganzrandig. Blütenstiele ein- bis zweiblütig, an 
ihrem Ende begrannt. Blumenkrone weisslich. Hülse fast rauten- 
förmig, meist zweisamig, kahl. Blütezeit Juni, Juli. Angebaut und 
verwildert. (Ervum Lens L.) L. esculenta Mönch, Essbare Linse.*) 



*) Tafel 450. Lens esculenta Mönch (Ervum Lens L.). AB blühende 
Pflanze. 1 Schiffchen; 2 Staubblätter und Stempel; 3 Griffelende; 4 Hülse; 
S Same; 6 Same durchschnitten. 1 bis 3 und 6 vergrössert. 



— 334 — 

II. Blätter in eine einfache, sehr kurze, borst enförmige Stachelspitze 
endigend. 

1. Nebenblätter halbspiessförmig, ganzrandig. Kelch kürzer als die 
Blumenkrone. — Stengel aufrecht. Obere Blätter dreipaarig. Blätt- 
chen lineal- lanzettlich. Blütenstiele einblütig, ohne Endgranne. 
Blüten bläulich- weiss. Hülse fast rautenförmig, behaart, meist zwei- 
sainig. Blütezeit Juni, Juli. Höhe etwa 15 cm. 0. Auf Ackern 
in Kärnten, Krain, Istrien. E. Lenticnla Schreber, Zwerg-Linse. 

" 2. Nebenblätter halbspiessförmig, gezähnelt. Kelch so lang wie die 
Blumenkrone. — Stengel aufrecht. Obere Blätter dreipaarig. Blätt- 
chen länglich-lineal. Blütenstiele ein- bis zweiblütig, in eine Granne 
endigend. Blüte bläulich-weiss. Hülse fast rautenförmig, zweisamig, 
kahl. Blütezeit April, Mai. 0. An unbebauten Orten und auf 
Ackern in Istrien und Südkrain. L. nigricans Marschall von 
Bieberstein, Schwärzliche Linse. 

Gattung 570: Orobus L.. Wald -Erve. (XVII, 3.) 

Griffel flach, auf der inneren Seite mit einer Haarlinie. Blattstiel ia 
eine Stachelspitze endigend; im übrigen der folgenden Gattung Lathyrus 
nahe verwandt und mit derselben zu der Gattung Lathyrus L. vereinigt. 

A. Blätter ohne Blättchen. Blattstiel lanzettlich, blattartig. Nebenblätter 
sehr klein, pfriemlich, an ihrem Grunde halbspiessförmig. Blüten einzeln 
oder paarweise an langen Stielen, anfangs aufrecht, später nickend, 
purpurrot. Blütezeit Mai bis Juli. Hülsen langgestreckt, in der Jugend 
dicht-seidenhaarig, später kahl. Höhe 30 bis 50 cm. 0. In Gebüschen, 
an Acker- und Wiesenrändern, im mittleren Teil des Gebietes; zerstreut. 
(Lathyrus Nissolia L.) 0. Nissolia Doli, Blattlose Wald -Erve.*) 

Die Abart gramineus (Lathyrus gramineus Kerner), Grasblätterige 
Wald -Erve, hat angedrückt-behaarte Hülsen. 

B. Blattstiele mit Blättchen. 

I. Stengel deutlich- geflügelt (nicht nur oberwärts schmal -geflügelt). — 
Wurzel weitkriechend, an den Gelenken mit Knollen. Stengel nieder- 
liegend und aufsteigend, 15 bis 30 cm lang. Blätter zwei- bis drei- 
paarig. Blättchen länglich -lanzettlich, unterseits blau-grün. Neben- 
blätter halbpfeilförmig. Blumen in drei- bis achtblütigen Trauben, 
purpurrot, zuletzt schmutzig -blau. Hülsen lineal- länglich. Blütezeit 



*) Tafel 452B. Orobus Nissolia Doli (Lathyrus Nissolia L.). B Kleine 
Pflanze. 



— 335 — 

April bis Juli. %. In trockenen Waldungen. (Lathyrus montanus 
Bernhardi; Lathyrus macrorrhizus Wimmer.) 0. tubei'OSUS L., Knollige 
Wald -Erve. 

Eine Abart mit schmal -linealen Blättern ist 0. tenuifolins Roth, 
Schmalblätterige Wald -Erve. 

IL Stengel nicht oder nur oberwärts schmal -geflügelt. 

A. Blumenkrone weiss, gelblich - weiss oder gelb (Fahne auf dem 
Rücken oft rötlich, selten ganz rot). (Vergl. auch 0. vernus L.) 

1. Wurzelstock büschelig, mit keulig-verdickten Wurzeln. Stengel 
niederliegend und aufsteigend. Blätter zwei- bis fünfpaarig. 
Blättchen schmal-lanzettlich oder linealisch, kahl, etwas lederig. 
Nebenblätter ziemlich gross, schmal -lanzettlich, mit halbpfeil- 
förmigem Grunde. Blumenkrone weiss, Fahne auf dem Rücken 
rosenrot-angelaufen. Blütezeit Mai, Juni. Höhe bis etwa 30 cm. 
%. Auf Bergwiesen in Böhmen, Mähren, Österreich, im Küsten- 
gebiete des Adriatischen Meeres; selten in Würtemberg. (0. albus 
L. fil.; Lathyrus pannonicus Garcke.) 0. paiinonicus Jacquin, 
Ungarische Wald- Erve. 

2. Wurzelstock nicht büschelig. Stengel aufrecht. Blätter meist 
vierpaarig. Blättchen länglich, ziemlich spitz, unterseits blau- 
grün, glanzlos. Nebenblätter halbpfeilförmig bis ganzrandig 
und nur an ihrem Grunde etwas gezähnelt. Blumenkrone erst 
hellgelb, beim Welken gelbbraun. Blütezeit Mai, Juli. Höhe 
50 bis 130 cm. 2[. In Bergwäldern der Alpen und Voralpen in 
der Schweiz, Tirol, Salzburg, Krain. Im nördlichen Teile des 
Gebietes, sehr selten. (Lathyrus luteus Grenier.) 0. Intens L., 
Gelbe Wald -Erve. 

B. Blumen purpurn. 

1. Blätter, wenigstens die oberen, eiförmig bis länglich, zugespitzt, 
a. Blätter unterseits-glänzend. 

a. Frucht kahl, lineal-länglich, zusammengedrückt. Blättchen 
eiförmig, lang-zugespitzt bis lanzettlich, flaumig- gewimpert, 
sonst kahl. — Wurzelstock knotig. Stengel einfach, 
scharfkantig, bis 30 cm hoch. Blätter zwei- bis dreipaarig. 
Blumen erst purpurn, dann blau, schliesslich ins grüne 
spielend, selten ganz weiss, in vier- bis sechsblütiger 
Traube. Blütezeit April, Mai. %. In schattigen, feuchten 
Laubwäldern, namentlich häufig in den Gebirgsgegenden 
des mittleren und südlichen Teiles des Gebietes. (Latlryrus 



— 336 — 

vernns Bernhardi.) 0. vernns L., Frühlings - Wald- 
Erve.*) 

Eine Abart mit sehr schmalen, linealischen Blättern ist 
0. gracilis Gaudin, Schmalblätterige Frühlings -Wald- 
Erve. 
b. Frncht in der Jugend fein- drüsig-rauh. Blätter an ihrem 
Grunde schipf-abgerundet. Blüten kleiner als bei voriger. 
Flügel und Schiffchen rosenrot, schwachgestreift; Fahne 
purpurn, dicht mit dunkleren Linien gezeichnet. Im übrigen 
der vorigen ähnlich, auch als Abart derselben angesehen. 
Blütezeit Mai, Juni. 2J.. In Bergwäldern, in Südkrain, 
Südtirol und im österreichischen Küstengebiete. 0. varie- 
gatns Tenore, Bnnte Wald -Erve. 

b. Blätter unterseits blaugrün, glanzlos. — Stengel aufrecht, 
zweischneidig-kantig, 30 bis 100 cm hoch. Blätter fünf- bis 
sechspaarig, beim Trocknen schwarz werdend. Blättchea 
schmal-lanzettlich oder umgekehrt-eilanzettlich, stachelspitzig. 
Blumen in einseitswendiger, vier- bis achtblütiger Traube, 
purpurrot, zuletzt blau. Blütezeit Juni, Juli. %. In trockene» 
Laubwäldern. (Lathyrus niger Bernhardi.) 0. niger L., 
Schwarzwerdende Wald -Erve. 

Blättchen linealisch. 

a. Nebenblätter die Ansatzstellen der untersten Blättchen über- 
ragend. — Stengel aufrecht, kantig. Blätter zwei- bis drei- 
paarig. Blumenkrone purpurn. Blütezeit Juni. 2J.. Schweiz ; 
sehr selten. (Lathyrus canescens Grenier und Godron.) 
0. ensifolius Gay, Schwertblätterige Wald-Erve. 

b. Nebenblätter die Ansatzstellen der untersten Blättchen nicht 
erreichend. 

«. Blätter unterseits glänzend. Hierher (s. oben) 0. vernuJ 
var. gracilis, Schmalblätterige Frühlings -Wald -Erve. 

ß. Blätter unterseits blaugrün, glanzlos. Wurzelstock kurz- 
kriechend, faserig. Stengel kantig, nicht geflügelt. Blätter 
zwei- bis dreipaarig. Blättchen linealisch, zart-parallelnervig. 
Blnmen, in lockerer, vier- bis sechsblütiger Traube, an- 
sehnlich gross, purpurn bis dunkelblau. Blütezeit Juni, Juli. 
2J-. Auf Bergwiesen in Hohenzollern und Untersteiermark. 
0. alpestris Waldstein-Kitaibel, Alpen -Wald -Erve. 



*) Tafel 451. Orobus vernus L. A blühende Pflanze. 1 Blüte; 
2 Kelch; 3 Schiffchen; 4 Staubblätter und Stempel; 5 Hülse; 6 Same. 



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— 337 — 

Gattung 571: Lathyrus L. (zum Teil), Platterbse. (XVII, 3.) 

Von der vorigen Gattung dadurch unterschieden, dass die Blattspindel 
in eine Wickelranke endigt. 

A. Blättchen sind nur an den untersten Blattstielen vorhanden; sie fehlen 
den oberen Blättern ganz, sodass das ganze Blatt durch die ranken- 
artigen Blattstiele ersetzt ist; doch sind die Nebenblätter sehr gross, 
eiförmig, zugespitzt, mit spiessförmigem Grunde. — Stengel kletternd, 
15 bis 30 cm hoch. Blütenstiele achselständig, ein- bis zweiblütig. 
Blumenkrone gelb. Hülsen länglich. Blütezeit Juni. Auf Ackern, an 
Hecken, im mittleren, westlichen und südlichen Deutschland; zerstreut. 
(Orobus Aphaca Doli; Aphaca vulgaris Presl.) L. Aphaca L., Ranken- 
Platterbse.*) 

B. Die oberen Blattstiele tragen Blättchen. 

I. Blattstiele sehr breit -geflügelt und dadurch blattartig; die unteren 
hinablaufend, lanzettlich oder länglich, blattlos, die oberen mit 1 bis 
2 Paaren Blättchen. — Blüten einzeln, achselständig, gelblich-weiss. 
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 25 bis 40 cm. 0. In Istrien. (Pisum 
Ochrus L.) L. Ochrus De Candolle, Oclirns -Platterbse. 

IL Alle Blattstiele tragen Blättchen. 

A. Blütenstiele ein- bis zweiblütig. oder G. 

1. Samen glatt, nicht höckerig-rauh. 

a. Hülse acht- bis zehnsamig, verlängert bis linealisch. 

a. Hülse flaumig. — Niederige Pflanze. Blätter einpaarig. 
Blütenstiele einblütig. Blumen sehr klein, bläulich. Frucht- 
knoten seidig - zottig. Blütezeit Juni, Juli. 0. Am 
Meeresstrand in Süd-Istrien. (L. parviflorus Roth.) L. in- 
conspicnns L., Unansehnliche Platterbse. 

ß. Hülse kahl. 

a. Fruchtknoten fein - drüsig - punktiert. Hülse gestreift- 
aderig. — Blätter einpaarig. Blumenkrone lila. Blüte- 
zeit Juni. 0. Unter der Saat. Im österreichischen 
Küstengebiete; selten. L. stans Visiani, Aufrechte 
Platterbse. 

b. Fruchtknoten kahl. Hülse nervig und vorspringend- 
gestreift - aderig. — Blätter einpaarig. Blumenkrone 



*) Tafel 452A. Lathyrus Aphaca L. Blühende Pflanze. 

43 

T ho ine, Flora. III. 



— 338 — 

ziegelrot, mit purpur-geaderter Fahne und weisslicheni 
Schiffchen. Blütezeit Mai, Juni. 0. Auf Ackern und 
Grasplätzen in der Südschweiz, Südtirol und im öster- 
reichischen Küstengebiete. L. sphaericus Retzius, 
Kugelige Platterbse. 

b. Hülse meist viersamig, länglich. 

ct. Oberer Rand der Hülse auswärts-gekrümmt, zweiflügelig. — 
Stengel aufstrebend, geflügelt, 25 bis 50 cm hoch. Blätter 
einpaarig. Blättchen lanzettlich oder lineal - lanzettlich, 
sehr spitz. Blüten einzeln, gross, bläulich, rötlich oder 
weiss. Hülse länglich, flach zusammengedrückt, netzig- 
geadert. Samen kantig. Blütezeit Mai, Juni. 0. Hin 
und wieder als Hülsenfrucht und als Futter angebaut 
und in den südlicheren Teilen des Gebietes verwildert. 
L. sativus L., Essbare Platterbse. 

ß. Oberer Rand der Hülse gerade, rinnig (sehr schmal-zwei- 
flügelig). — Der vorigen ähnlich und auch als deren Abart 
angesehen. Blumenkrone rot. Blütezeit Mai, Juni. 0. 
In der Schweiz und dem Küstengebiete des Adriatischen 
Meeres. (L. sativus ß. Lamarck.) L. Cicera L., Kicher- 
Platterbse. 

Samen höckerig-rauh. 

a. Blütenstiele zweiblütig. — Stengel aufsteigend, geflügelt, 
30 bis 100 cm lang. Blätter einpaarig. Blättchen lanzett- 
lich oder länglich -linealisch, spitz. Blumenkrone gross, 
violettrot, beim Welken blan. Hülse lineal- länglich, rauh- 
haarig; die Haare an ihrem Grunde knotig-verdickt. Blüte- 
zeit Juni, Juli. und G- Auf Ackern; im mittleren und 
südlichen Teile des Gebietes zerstreut. L. hirsutus L., Rauh- 
haarige Platterbse. 

b. Blütenstiele einblütig. 
a. Samen kugelig. 

a. Hülse länglich, zwei- bis dreisamig. — Blätter ein- 
paarig. Blumenkrone purpurn. Blütezeit April bis Juni. 
0. Istrien. L. setifolius L., Borstenblätterige Platt- 
erbse. 

b. Hülse lineal -länglich, sechssamig. — Blätter einpaarig. 
Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai. Juni. 0. Auf den 
istrischen Inseln. L. annuus L., Einjährige Platterbse. 



— 339 — 

ß. Samen würfelförmig -kantig, knotig- rauh. — Blätter ein- 
paarig. Blumenkrone purpurn. Hülse schmal-lineal, glatt, 
aderlos. Blütezeit Mai, Juni. 0. Im Österreichischen 
Küstengebiete. L. angulatns L., Würfelsamige Platt- 
erbse. 

B. Blütenstiele vielblumig. Ausdauernde Pflanzen. 

1. Stengel ungeflügelt, kantig. 

a. Blätter vier- bis fünf paarig. Stengel liegend, 15 bis 50 cm 
lang, zerstreut -kurzhaarig. Blättchen eirund-länglich, ganz- 
randig. Nebenblätter meist pfeilförmig, mit spitzen Ahrchen. 
Trauben achselständig, vielblütig. Fahne purpurrot, Flügel 
bläulich-rosenrot. Blütezeit Juni, August. 2J.. Am Meeres- 
ufer, namentlich auf den Dünen, an Nord- und Ostsee und 
am Adriatischen Meere; zerstreut. (Pisum maritimum L.; 
Orobus maritimus Reichenbach.) L. maritiinus Bigelow, 
Strand -Platterbse. 

b. Blätter einpaarig. 

a. Nebenblätter halbpfeilförmig , linealisch. Wurzelstock 
fadenförmig, an den Gelenken mit Knollen. — Kahl. 
Stengel liegend und aufsteigend, 30 bis 100 cm lang. 
Blättchen stachelspitzig, eiförmig, nach beiden Seiten zu- 
gespitzt, oder umgekehrt -eiförmig, mit fast keiligem 
Grunde. Blütentrauben achselständig, mehr- bis reich- 
blütig. Blumenkrone purpurrot. Hülse lineal - länglich. 
Blütezeit Juli. 2J.. Auf schwerem, namentlich kalkhal- 
tigem Boden, besonders im mittleren und südlichen Teile 
des Gebietes. Knollen: Erdmiss, Erdmandel, Erdeichel, 
Erdmans, geniessbar. L. tuberosum L., Knollige Platt- 
erbse. 

ß. Nebenblätter meist pfeilförmig, breit-] anzettli eh. — Weich- 
haarig. Stengel kletternd, 30 bis 100 cm lang. Blätt- 
chen lanzettlich. Blütenstiele achselständig, reichblütig. 
Blumen gelb. Blütezeit Juni, Juli. Hülsen lineal -läng- 
lich. %. Auf Wiesen, an Hecken und Gräben; durch das 
ganze Gebiet verbreitet. (Orobus pratensis Doli.) L. pra- 
tensis L., Wiesen -Platterbse. 

Eine kahle Abart mit einseits wendigen Blüten ist 
L. sepimn Scopoli, Hecken -Platterbse. 
2. Stengel geflügelt. 



— 340 — 

a. Blätter einpaarig. 

a. Flügel der Blattstiele so breit wie die des Stengels. 

a. Nabel die Hälfte der kngeligen oder länglichen, etwas 
höckerig-rauhen Samen umgebend. — Stengel kriechend 
oder kletternd, 125 bis 180 cm lang. Blättchen läng- 
lich-lanzettlich, stumpf, stachelspitzig. Blüten traube 
achselständig, reichblütig. Fahne innen rosenrot; Flügel 
an ihrer Spitze violett; Schiffchen schmutzig -gelb- 
Hülse länglich -lineal. Samen aschgrau. 2J.. In Ge- 
büschen, an Waldrändern; sehr zerstreut. (L. inter- 
medius Wallroth.) L. platyphyllos Retzius, Flach- 
blätterige Platterbse. 

b. Nabel kaum ein Drittel der runzeligen Samen um- 
gebend. — Stengel kletternd, 1 bis 3 m lang. Sehr 
selten sind die oberen Blätter zweipaarig. Blättchen 
eiförmig, länglich oder lanzettlich, stachelspitzig. Blumen 
in achselständigen, gedrängten, meist mehr als acht- 
blütigen Trauben, rosenrot, wohlriechend. Blütezeit 
Juli, August. 21. In Hecken, Gebüschen und lichten 
Waldungen, in Istrien; vielfach in Gärten angepflanzt 
und mitunter verwildert. L. latifoiius L., BreitblRtterige 
Platterbse. 

ß. Flügel der Blattstiele halb so breit wie die des Stengels. 

a. Blättchen lanzettlich-zugespitzt. Nabel die Hälfte des 
knotig -runzeligen Samens umgebend. — Stengel klet- 
ternd, 1 bis 2 m lang. Nebenblätter halbpfeilförmig, 
linealisch -pfriemlich. Blüten in reichblütiger , achsel- 
ständiger Traube. Fahne auf dem Rücken rötlich-grün, 
inwendig am Grunde purpurrot, im übrigen fleisch- 
farben; Flügel und Scbiffchen fleischfarben, an der 
Spitze purpurn. Blütezeit Juli, August. %. In Wäl- 
dern, auf buschigen Bergabhängen; durch das ganze 
Gebiet; in Gebirgsgegenden häufiger als in der Ebene. 
L. Silvester L„ Wald -Patterbse. 

b. Blättchen länglich, blaugrün. Nabel nur ein Drittel 
der kleinen, mit rundlichen Knötchen besetzten Samen 
umgebend. Hierher L. heterophyllus L. (Siehe die fol- 
gende Art.) var. unijugus Koch, Einblätterige Ver- 
schiedenblätterige Platterbse. 



— 341 — 

b. Wenigstens die oberen Blätter sind zwei- oder mehrpaarig. 

a. Untere Blätter einpaarig, obere zwei- bis dreipaarig, alle 
blaugrün. 

a. Knötchen der Samen rundlich. — Stengel kletternd, 
1 bis 3 m hoch. Blättchen länglich, oberste lineal- 
lanzettlich. Blunienkrone purpurrot bis blau; Nägel 
gelb. Blütezeit Juli, August. 21. In Gebirgswäldern 
und Gebüschen; sehr zerstreut. L. heterophyllus L., 
Vcrschiedenblätterige Platterbse. 

b. Knötchen der Samen länglich, ineinanderfliessend. Sehr 
selten gehört hierher (siehe oben) L. latifolius L., Breit- 
blätterige Platterbse. 

ß. Alle Blätter zwei- bis mehrpaarig. 

a. Nebenblätter mehreremal kleiner als die Blättchen, 
halbpfeilförmig, lineal-lanzett]ich. — Stengel klimmend, 
30 bis 100 cm lang. Blättchen länglich -lanzettlich. 
Blütentraube achselständig, reichblütig. Blumenkrone 
blau. Blütezeit Juli, August. 2J.. Auf sumpfigen 
Wiesen; durch das ganze Gebiet zerstreut, aber nicht 
häufig. (Orobus paluster Reichenbach.) L. paluster L., 
Sumpf- Platterbse. 

b. Nebenblätter fast grösser als die Blättchen, ei -halb - 
pfeilförmig. — Blättchen eiförmig - länglich , stumpf, 
stachelspitzig. Kelchzähne eilanzettlich, gewimpert, 
einander ungleich. Blumen in mehrblütigen Trauben, 
trüb -dunkelrot. Hülsen zusammengedrückt, schmal. 
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 bis 75 cm. %. (L. mu- 
tabilis Klinggraeff; Orobus pisiformis A. Braun.) L. pisi- 
formis L., Erbsenartige Platterbse. 

Gattung 572: Pisum Tournefort, Erbse. (XVII, 3.) 

Stengel aufrecht, liegend oder kletternd, kahl, wie die ganze Pflanze. 
Blätter ein- bis dreipaarig-gefiedert, in eine vierteilige Wickelranke endend. 
Blättchen eiförmig, stumpf, ganzrandig. Nebenblätter halb -herzförmig, am 
Grunde gezähnt, so gross oder grösser wie die Blättchen. Blütenstiele achsel- 
ständig, ein- bis zweiblütig oder zu mehreren traubig. Kelchzipfel bedeutend 
länger als die Kelchröhre. Blumenkrone weiss, oft die Fahne hellrosa oder 
bläulich und die Flügel purpurn. Griffel zu einer nach unten offenen Rinne 
zusammengefaltet, gegen die Spitze verwachsen und hakig - gekrümmt, auf 



— 342 — 

der oberen Kante behaart. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 30 bis 100 cm. 
©. Im grossen gebaut. P. sativum L., Gemeine Erbse.*) 

Man unterscheidet gegen 100 Kulturformen; mehrere derselben mit 
bunten Blüten wurden auch als besondere Art P. arvense L., Acker- Erbse 
betrachtet. 

I. Unterart: Zucker -Erbse. Hülse so zart, dass sie unreif essbar ist und 
bei der Reife um die Samen einschrumpft. 

1. Formen- Gruppe: Sckwert-Zuckererbsen. Hülsen schwertförmig, weit 
breiter als die Samen es erforderten. 

2. Formen- Gruppe: Gemeine Zuckererbsen. Hülsen nicht schwert- 
förmig. 

II. Unterart: Kern -Erbse. Innenschicht der Hülse pergamentartig; daher 
die Hülse so wenig zart, dass sie selbst unreif nicht geniessbar ist, 
auch bei der Reife nicht zusammenschrumpft. 

3. Formen-Gruppe: Buntblütige Kernerbse. Blüten bunt, d. h. nicht 
weiss. 

4. Formen-Gruppe: Markerbsen. Blüten weiss; Samen eingeschrumpft, 
faltig. 

5. Formen-Gruppe: Grüne Rollerbsen. Blüten weiss; Samen kugelig 
oder fast kugelig, grün oder blau. 

6. Formen-Gruppe: Helle Zwergerbsen. Blüten weiss. Samen kugelig, 
selten etwas eckig, erbsengelb, selten mit etwas grünlichem 
Schimmer. 

4. Stamm: Phaseoloideae, Bohnenartige. 
Hierher nur: 

9. Sippe: Phaseoleae, Bohnengewächse. 

Hierher nur: 

Gattung 573: Phaseolus Tournefort, Bohne. (XVII, 3.) 

Kräuter mit gedreiten Blättern. Blüten in achselständiger Traube. 
Kelch zweilippig-fünfzähnig. Staubblätter zweibrüderig, samt dem Griffel 
und dem Schiffchen schraubenförmig-gewunden. Hülse durch ein schwammig- 



*) Tafel 453. Pisum sativum L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten- 
längsschnitt; 2 oberes Ende des Staubfadenbündels nebst Griffel; 3 vorderes 
Ende des Fruchtknotens nebst Griffel; 4 junge, 5 reife Hülse; 6 und 7 Same in 
verschiedenen Bichtungen durchschnitten. 1 bis 3, 6 und 7 etwas vergrössert. 




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— 343 — 

lockeres Gewebe zwischen den Samen unecht- querfächerig, der Länge nach 
zweiklappig - aufspringend. Samenlappen dick - fleischig , nicht zu laubigen 
Blättern aus wachsend. 

A. Narbe auf der Aussenseite des Griffels herablaufend. Blütentraube oft 
länger als das Blatt, in dessen Achsel sie entspringt. Hülsen rauh, etwas 
sichelförmig. Samenlappen bei der Krümmung unter der Erde bleibend. 
Stengel windend, 2 bis 3V 2 m lang, wie die Blätter flaumig oder fast 
kahl und von feinen Knötchen rauh. Blättchen gross, ganzrandig, spitz 
oder zugespitzt, das mittlere eiförmig, die beiden seitlichen schief - eiför- 
mig. Nebenblätter lanzettlich, sehr klein. Blumen scharlachrot, selten 
weiss. Samen buntgescheckt. Blütezeit Juni bis August. ©. Aus Süd- 
amerika (?) stammend, vielfach angebaut. (Ph. multiflorus Lamarck; 
Lipusa Alefeld.) P. coccineus L., Scharlachrote oder Feuer -Bohne.*) 

B. Narbe auf der Innenseite des Griffels herablaufend. Traube kürzer als 
das Blatt, in dessen Achsel sie entspringt. Hülse glatt, ziemlich gerade. 
Samenlappen sich bei der Krümmung über den Boden erhebend, welkend 
und bald abfallend. — Stengel aufrecht oder windend, wie auch die Blätter 
flaumig oder fast kahl und von feinen Knötchen rauh. Blättchen gross, 
ganzrandig, das mittelste eiförmig, die beiden seitlichen schief- eiförmig. 
Nebenblätter lanzettlich oder borstlich, sehr klein. Blumen weiss, seltener 
gelblich, rötlich oder violett. Samen meist weiss, aber auch verschieden- 
artig gefärbt und gefleckt. Blütezeit je nach der Kultur Juni bis Sep- 
tember. 0. Aus Ostindien (?) stammend, vielfach angebaut. Ph. vulgaris 
L., Gemeine oder Schminkbohne. 

Die zahlreichen, weit über 100 Kulturformen lassen sich zunächst ein- 
teilen in: 

a. Stangenbohnen; Stengel windend, über Manneshöhe. 

b. Pfahl- oder Reiserbohnen; Stengel windend, 30 bis 125 cm hoch. 

c. Busch-, Krnp-, Stock- oder Strauchbohnen (Ph. nanus L.); Stengel 
ohne windende Spitze. 

Man unterscheidet 7 Varietäten -Gruppen. 

1. Halbflache Bohnen. Meist Pfahl-, seltener Stangen-, ganz selten Busch- 
bohnen. Same etwas flach, länglich nierenf örmig , nicht eckig, nicht 
scharf- gekielt. 

2. Speck- und Schwertbohneil. Hohe Stangenbohnen, mit grossen, breiten 
Hülsen und sehr flachen, nierenförmigen, grossen Bohnen. 



*) Tafel 454. Phaseolus coccineus L. A Blütenzweig. 1 Blüte nach 
Wegnahme der Fahne und eines Flügels; 2 Same; 3 desgl. im Längsschnitte; 
4 Keimling. 1 und 4 vergrössert. 



— 344 — 

3. Eekbohnen. Massig hohe Stangenbohnen mit kleinen, kurzen Hülsen, 
Bohnen meist klein, etwas flach, durch gegenseitigen Druck stumpf- 
viereckig; die Endbohnen dreieckig. 

4. Kielbohnen. Hoch windend. Samen auf dem Rücken kielartig- 
scharf, länglich, flach. 

5. Dattelbohiien. Buschbohnen. Hülsen walzenförmig, gerade, lang- 
zugespitzt. Bohnen nierenförmig , walzlich, ziemlich doppelt so lang 
als breit. 

6. Eierbohnen. Busch- oder niedere Reiserbohnen. Hülsen geiade, 
knotig. Samen ellipsoidisch oder eiförmig, etwas rollend; frühreif. 

7. Kugelbohnen. Niedere Reiser- bis Stangenbohnen. Hülsen gerade, 
auffallend knotig. Samen fast kugelig, nicht klein. 

2. Unterfamilie: Caesalpinieae, Cäsalpiniengewächse. 

Hierher nur 2 dem Süden des Gebietes angehörende Gattungen mit je 
einer Pflanze: 

1. Blätter paarig gefiedert. Blumenkrone fehlt. Blüten polygamisch. 
Hülse nicht aufspringend, durch fleischiges Mark querfächerig. Gat- 
tung 574: Ceratonia L.. Karnbe. 

2. Blätter einfach. Blumenkrone schmetterlingsblütig. Hülse einfächerig. 
Gattung 575: Cercis L., .Tudasbauni. 

Gattung 574: Ceratonia L., Karube. V, 1 (XXIII, 3). 

Immergrüner, wehrloser Strauch oder Baum, der im Gebiete nur etwa 
Mannesgrösse erreicht, im Oriente aber ein sehr grosser Baum wird. Blätter 
paarig -gefiedert, lederig. Blättchen eiförmig, abgestutzt. Blüten vielehig, 
klein, in achselständigen, einzelnen oder gebüschelten Trauben. Den Kelch 
bilden 5 kurze, in der Knospe dachige, abfällige Zähne. Eine Krone fehlt. Der 
Blütenboden ist flach -kreiseiförmig und von einem scheibenförmigen, drüsigen 
Diskus gekrönt. Staubfäden sind 5 vorhanden. Stengel kurzgestielt; Frucht- 
knoten vieleiig, mit kurzem Griffel und schildförmiger Narbe. Hülse (Johannis- 
brod) bis 25 cm lang und 2 1 / 2 bis 3 cm breit, zusammengedrückt, mit verdickten 
Kanten jederseits neben einer tiefen Längsfurche, dunkelbraun; die äussere 
Schicht und die Innenwand der einsamigen Frachtfächer ist pergamentartig; 
die übrige Masse besteht aus einem markigen, rotbraun-marmorierten, süssen, 
wohlschmeckenden Fleische. Blütezeit September, Oktober. In Istrien und 
auf den istrischen Inseln an sterilen Orten eingebürgert; in den Mittelmeer- 







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— 345 — 

Hindern, namentlich den östlichen, heimisch nnd vielfach angebant. C. Sili- 
qua L., Johaimisbrodbaum, Karube.*) 

Gattung 575: Cercis L., Judasbaum. (X, 1.) 

Sommergrüner, wehrloser, 3 bis 4 Meter hoher Baum. Blätter einfach, 
herzförmig, ganzrandig. Blüten in einblütigen Büscheln, in der Achsel der 
Narben der vorigjährigen Blätter erscheinend. Kelch fünfzähnig. Blumen- 
krone schmetterlingsförmig, gross, lebhaft rosenrot, selten weiss. Staub- 
fäden 10, frei, abwechselnd kürzer und länger. Hülse einfächerig, zusammen- 
gedrückt, vielsamig. Blütezeit April, Mai. An steinigen, feuchten Abhängen, 
in Südtirol; im südlichen Teile des Gebietes vielfach angepflanzt. C. Sili- 
quastrum L., Schotenfrüchtiger Judasbaum. 

7. Reihe : *j Monoehlamydeae, Perigonblütige. *) 

Blüten mit meist einfacher, mitunter ansehnlicher, aber nicht blumen- 
kronartiger Blütenhülle, nicht zu kätzchen- oder kolbenähnlichen Blüten- 
ständen vereinigt. Meist Schmarotzerpflanzen. 

Hierher 4 Familien: 

A. Blattgrünlose, auf den Wurzeln ihrer Nährpflanzen sitzende Schmarotzer. 
108. Familie: Cytinaceae, Cytinaceen. 

B. Blattgrünbesitzende Pflanzen. 

I. Auf Ästen oder Stämmen von Holzpflanzen lebende Schmarotzer. 

110. Familie: Loranthaceae, Mistelgewäcnse. 
II. Auf den Wurzeln ihrer Nährpflanzen sitzende Schmarotzer oder nicht 

schmarotzende Pflanzen. 

1. Nicht schmarotzende Pflanzen, mit herz- oder herznierenförmigen 
Blättern. Frucht eine vielsamige Kapsel. 107. Familie: Aristo- 
lochiaceae, Osterluzei -Gewächse. 

2. Wurzelschmarotzer mit schmalen Blättern. Frucht nuss- oder stein- 
fruchtartig, einsamig. 109. Familie: Sautalaceae, Santelgewächse. 

107. Familie: Aristolochiaceae, Osterluzei -Gewächse. 

Die einheimischen sind ausdauernde Kräuter mit kriechendem oder 
knolligem Wurzelstocke und gestielten herz- oder herznierenförmigen, neben- 






1) Vergleiche Band II, Seite 2. 

*) Tafel 455. Ceratonia Siliqua L. A Blütenzweig. 1 Blüte, deren 
Kelch abgefallen ist; 2 desgl. im Längsschnitte; 3 Stempel im Längsschnitte; 
4 Hülse zum Teil geöffnet; 5 bis 7 Same in verschiedener Weise durchschnitten. 
1 bis 3, 5 bis 7 vergrössert. 

Thoruu, Flora. III. 44 



— 346 — 

blattlosen Blättern. Blüten endständig, oder aber einzeln oder gebüschelt 
in den Blattachseln. Blütenhülle einblätterig, mit dreilappigern oder schief- 
einlippigein Sanme. {Staubblätter 12 oder 6. Fruchtknoten unterständig, 
sechsfächerig, mit zahlreichen Samenknospen. 
Hierher 2 Gattungen: 

1. Blutenhülle glockig mit einem regelmässigen, drei- bis vierlappigen 
Saume. Staubblätter 12, mit feinen Staubfäden. Frucht eine von 
der bleibenden Blütenhülle gekrönte , unregelmässig - aufspringende 
Kapsel. Gattung 576: Asarum Tournefort, Haselwurz. 

2. Blütenhülle röhrig, an ihrem Grunde bauchig -erweitert, mit schief- 
einlippigem Saume. Staubblätter 6; Staubbeutel mit dem Rücken 
einer Griffelsänle angewachsen. Kapsel wandspaltig-sechsklappig sich 
öffnend. Gattung 577: Aristolochia Tournefort, Osterluzei. 

Gattung 576: Asarum Tournefort, Haselwurz. (XI, 1.) 

Wurzelstock ästig, kriechend. Stengel sehr kurz, aufsteigend, an seinem 
Grunde mit einigen Schuppenblättern, an seiner Spitze 2 grosse, dunkel- 
grüne, lederige, überwindernte, nierenförmige, ganzrandige, zerstreut be- 
haarte, zuletzt fast kahle Blätter tragend und mit einer Blüte abschliessend. 
Blütenhülle, aussen braungrün, innen schmutzig -brannrot, glockig, mit 
3 bis 4 eiförmigen und plötzlich in eine meist eingebogene Spitze ver- 
schmälerten Zipfeln. Staubblätter in der Mitte der Staubfäden angewachsen. 
Blütezeit April, Mai. Samen auf der gewölbten Fläche mit einem Anhange. 
Höhe 5 bis 10 cm. 2J.. In Laubwäldern unter Gebüsch, namentlich der 
Gebirgsgegenden; durch das ganze Gebiet zerstreut, stellenweise häufig. 
A. europaeum L., Europäische Haselwurz.*) 

Gattung 577: Aristolochia Tournefort, Osterluzei. (XX, 6.) 

A. Blütenhüllsaum einlappig, Kräuter mit kriechendem oder knolligem 
Wurzelstocke. 

1. Wurzelstock stielrund, ästig, kriechend. Blüten in achselständigen 
Büscheln. — Stengel einfach, aufrecht, 30 bis 60 cm hoch, kahl, wie 
die ganze Pflanze. Blätter gestielt, eiförmig, an ihrem Grunde tief- 
herzförmig, ganzrandig. Blütenhülle gelb: in ihrem Innern mit nach 
dem Grunde gerichteten, später vertrocknenden Haaren (Vorrichtung 
um die der Bestäubung dienenden Insekten zu fangen). Blütezeit Mai, 



*) Tafel 456. Asarum europaeum L. A blühende Pflanze. 1 Blüte; 
2 Blütenlängsschnitt; 3 Blüte ohne Blütenhülle; 4 Staubblätter; 5 oberer Teil 
der Griffelsäule; 6 Fruchtknoten -Querschnitt; 7 Same; 8 Längsschnitt durch den- 
selben. 1 bis 8 vergrössert. 



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— 347 — 

Juni. 2J.. Kapseln sechseckig, birnförmig. An Hecken, Ackerrändern, 
in Weinbergen; durch das Gebiet sehr ungleichmässig verteilt, stellen- 
weise gemein. A. Clematitis L., Gemeine Osterluzei.*) 

2. Wurzelstock knollig (von Form und Grösse einer mittelgrossen, runden 
Kartoffel). Blüten einzeln in den Blattachseln. 

a. Blätter fast sitzend, eirund, am Grunde herzförmig. Lippe der 
Blütenhülle stumpf, so lang wie deren Röhre, blassrot. — Blüte- 
zeit April, Mai. Höhe 15 bis 20 cm. 2J.. Im österreichischen 
Küstengebiete; Kanton Tessin. A. rotunda L., Rundblätterige 
Osterluzei. 

b. Blätter deutlich gestielt, nierenförmig, mit breit -dreieckigem Um- 
risse. Lippe der Blütenhülle halb so lang wie deren Röhre. 
Blütenhülle grün-gelblich, mit schwarz-roten Längsstreifen. — Blüte- 
zeit März, April. Höhe 15 bis 30 cm. %. Untersteiermark, Krain, 
Triest. A. pallida Willdenow, Bleiche Osterluzei. 

B. Blütenhülle dreispaltig. Schlingstrauch mit grossen, herz-nierenförmigen 
Blättern und Tabakspfeifen -ähnlichen Blüten. — Blütezeit Juli, August. 
%. Aus Nordamerika stammend, vielfach an Lauben angepflanzt. A. Siplio 
L'Heritier, Pfeifenstrauch. 

108. Familie: Cytinaceae, Cytinaceen. 

Hierher nur: 

Gattung 573: Cytinus L., Cytinus. (XXI, 7.) 

Hierher nur C. Hypocistis L., Cistenräuber, Gemeiner Hypocist, eine 
auf den Wurzeln verschiedener Cistus- Arten schmarotzende, im Gebiete nur 
auf den Inseln des Adriatischen Meeres vorkommende, etwa handhohe Pflanze. 
Stengel mit lanzettlichen, gelben, nach obenzu safranfarbenen bis blutroten, 
schuppigen Blättern besetzt und an seinem Gipfel durch den Blütenstand 
abgeschlossen. Letzterer bildet eine Ähre von einzeln in den Deckblättchen 
sitzenden und durch je 2 Vorblätter gestützten Blüten. Letztere sind ein- 
häusig. Die Blütenhülle ist röhrenförmig, mit vierspaltigem Saume, fleischig, 
gelblich- weiss. Bei der männlichen Blüte sitzen die 8 Staubbeutel ohne 
Staubfäden am oberen Teile einer fleischigen Mittelsäule. Bei der weib- 
lichen ist die Blütenhülle oberständig. Der Fruchtknoten ist einfächerig, 



*) Tafel 457. Aristolochia Clematitis L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 
2 desgl. der Länge nach durchschnitten; 3 Blüte nach Entfernung der Blüten- 
hülle; 4 Fruchtknoten -Querschnitt; 5 Frucht (nach Schlechtendal); 6 Same; 
7 u. 8 desgl. in verschiedenen Richtungen durchschnitten. 1 bis 8 vergrössert. 



— 348 — 

achtblätterig und hat acht von der Aussenwand in das Innere einspringende, 
überall mit zahlreichen Samenknospen besetzte Samenträger. Griffel säulen- 
förmig. Narben kopfig. Frucht fleischig. Blütezeit Mai.*) 

109. Familie: Santalaceae, Santelgewächse. 

Auf den Wurzeln anderer Pflanzen sitzende und von diesen schma- 
rotzende, aber blattgrünhaltige Pflanzen mit schmalen, ganzrandigen, neben- 
blattlosen, wechselständigen Blättern. Blüten zwitterig oder zweihäusig. 
Blütenhülle klein, grün oder gelblich -grün, einblätterig, mit drei- bis fünf- 
lappigem Saum. Staubblätter so viele wie Lappen des Blütenhüllsaumes 
und vor diesen eingefügt. Fruchtknoten unterständig, einfächerig. Samen- 
knospen von der Spitze einer grundständigen, freien Mittelsäule herab- 
hängend. Frucht nuss- oder steinfruchtartig, einsamig. Same mit fleischigem 
Eiweiss und geradem, achselständigem Keimling. 

1. Blütenhülle dreispaltig. Blüten vielehig bis zweihäusig. Staubfäden 
an ihrem Grunde ohne Haarbüschel. Gattnng 579: Osyris L., Osyris. 

2. Blütenhülle vier- bis fünfteilig. Blüten zwitterig. Staubfäden an 
ihrem Grunde mit einem Haarbüschel. Gattung 580: Thesium L., 
Bergflachs, Leiiiblatt. 

Gattung 579: Osyris L., Osyris. (III, 1 oder XXn, 3.) 

Bis 1 Meter hoher Strauch mit rutenf örmigen, ziemlich dicht mit kurzen, 
lineal- lanzettlichen Blättern besetzten Asten. Blüten in kleinen, lockeren 
Trauben, vielehig bis zweihäusig. Blütenhülle dreilappig, schmutzig -gelb. 
Staubläden 3 bis 4. Griffel kurz; Narbe drei- bis vierlappig. Frucht eine 
eiförmig -kugelige, rötliche Steinbeere. Blütezeit April, Mai. A-. Im öster- 
reichischen Küstengebiete. 0. alba L., Weisse Osyris, Weisser Hornstrauch. 

Gattung 580 . Thesium L., Bergflachs, Leinblatt. (V, 1, selten IV, 1.) 

Schmarotzende Kräuter" oder Stauden mit wechselständigen, meist 
schmalen, ein- bis drei-, selten fünfnervigen Blättern. Blüten zwitterig, in 
Ähren, Trauben, oder traubig oder rispig angeordneten Trugdolden. Trag- 
blatt meist dem Blütenstiele angewachsen. Blütenhülle röhren- oder trichter- 
förmig, mit vier- bis i fünf lappigem , oberständigem, inwendig gefärbtem 



*) Tafel 458. Cytinus Hypocistis L. A Stück einer Cistuswurzel mit 
3 Pflanzen. 1 männliche Blüte nach Entfernung der Vorblätter; 2 männliche 
Blüte nebst Vorblättern im Längsschnitte ; 3 Deckblatt eine männliche Blüte 
umhüllend; 4 weibliche Blüte im Längsschnitte; 5 Fruchtknoten - Querschnitt ; 
6 Teil eines Samenträgers. (5 und 6 sind nicht ganz klar, da sie nicht er- 
kennen lassen, dass der Fruchtknoten einfächerig ist). 1 bis 6 vergrössert. 



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— 349 — 

Saume. Staubblätter 4 bis 5 an ihrem Grunde mit einem Haarbüschel. 
Griffel fädlich, Narben kopfig. Frucht eine eiförmige, von der bleibenden 
Blütenhülle gekrönte Nuss. — Die Nährpflanzen der Leinblätter stehen noch 
nicht mit wünschenswerter Genauigkeit fest; einzelne Arten, z. B. Th. inter- 
medium, sollen auf sehr verschiedenen teils ein-, teils zweisamigenlappigen 
Pflanzen schmarotzen. Dabei heften sich kleine, an den Wurzeln auftretende 
Saugwurzeln, den Nährwurzeln sattelförmig auf und führen mittels eines von 
der Unterseite dieses Fortsatzes entspringenden Saugfortsatzes Säfte ihres 
Wirtes dem Schmarotzer zu. 

A. Der Biütenstengel trägt an seiner Spitze einen Blattschopf (Schopf un- 
fruchtbarer Deckblätter). Blüten mit einem Deckblatte (Vorblätter fehlen). 
Blütenhüllzipfel ohne seitliche Ohrchen. 

1. Wurzelstock abgebissen, vielköpfig. Frucht stiellos, beerenartig, saftig, 
citronengelb, halb so lang wie die sie krönende, röhrige, an der Spitze 
eingerollte Blütenhülle. — Blütezeit Juni, Juli. Höhe 20 bis 30 cm. 
21. Im Bette der Alpenbäche. T. rostratum Mertens und Koch, 
Schmalfrüchtiges Leinblatt. 

2. Wurzelstock ausläufertreibend -kriechend. Frucht lederig, gestielt, so 
lang wie die sie krönende, eingerollte Blütenhülle. — Blütezeit Mai, 
Juni. Höhe 15 bis 25 cm. 2J.. Aufwiesen und Waldplätzen nament- 
lich im nördlichen Teile des Gebietes und im Wiener Becken; selten. 
(T. comosum Roth.) Th. ebracteatum Hayne, Nacktblütiges Leiu- 
blatt. 

B. Blütenstengel bis zur Spitze mit Blüten besetzt. Blüten mit je 3 Deck- 
blättern (einem grösseren Tragblatte und je zwei kleineren Vorblättern). 
Blütenhüllzipfel vielfach jederseits mit einem Ohrchen. 

I. Blütenhülle nach dem Verblühen bis zu ihrem Grunde eingerollt, auf 
der Frucht ein kleines Krönchen bildend, das etwa ein Drittel so lang 
wie diese ist. 

A. Wurzelstock ausläufertreibend. — Blätter linealisch, selten lanzett- 
lich, spitz, deutlich einnervig oder undeutlich drei- bis fünfnervig. 
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 30 cm. 14. Auf Berg wiesen, 
an Rainen, Waldrändern ; ziemlich durch das ganze Gebiet zerstreut, 
aber in manchen Gegenden, z. B. Westphalen, ganz fehlend; auch 
im nordwestlichen Teile des Gebietes selten. (Th. Linophyllum L. 
zum Teil.) Th. intermediuiu Schrader, Mittleres Leinblatt. *) 



*) Tafel 459. Thesiurn intermedium Schrader. A blühende Pflanze. 
1 und 2 Blüte; 3 Staubblatt mit Haarbüschel; 5 Frucht (die Figur zeigt 
irrtümlicherweise die Frucht in einem Kelche; dieser muss fehlen und die Frucht 
direkt in ihren Stiel übergehen); 6 halbreife Frucht im Längsschnitte. Die 
Nebenzeichnungen vergrössert. 



— 350 — 

B. Wurzelstock ohne Ausläufer. 

1. Frucht mit einem Stiel, der halb so lang wie sie ist. Blüten- 
stengel oberwärts rispig. 

ct. Blätter drei- bis fünfnervig, lanzettlich, langzugespitzt, dunkel- 
grün. Frucht fast kugelig, erhaben aderig. Wurzel zuletzt 
vielstengelig. Stengel aufrecht. Blüte äusserlich grün, innen 
weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 50 cm. \. In 
Bergwäldern, auf Waldblössen; im mittleren und südlichen 
Teile des Gebietes zerstreut, im nördlichen fehlend. Th. mon- 
tanum Ehrhart, Berg -Leinblatt. 

ß. Blätter deutlich einnervig oder schwach dreinervig, Lineal, 
hellgrün. Frucht länglich-walzenförmig. — Wurzelstock zu- 
letzt vielstengelig. Stengel aufrecht. Blütezeit Mai. Höhe 
25 bis 40 cm. %. Auf buschigen Bergabhängen, Krain, im 
österreichischen Küstengebiete. Th. divaricatum Jan, Spar- 
riges Leinblatt. 

2. Frucht fast stiellos. Stengel oberwärts traubig oder ästig-traubig. 
ct. Blütentragende Astchen kürzer als die Frucht. Kanten der 

Astchen nebst dem Rand der oberen Blätter und der Deck- 
blätter, besonders zur Zeit der Fruchtreife, gezähnelt-rauh. 
Blütezeit Ende April, Mai. 0, O und %. Höhe 5 bis 
20 cm. Auf Brachen, Weiden, an Rainen in Nieder- Oster- 
reich. Th. huinile Vahl, Niederiges Leinblatt. 
ii. Blütentragende Astchen so lang oder länger als die Frucht. 

a. Stengel liegend bis aufstrebend. Blätter lineal, schwach- 
einnervig. — Wurzel zuletzt vielstengelig. Kanten der 
Astchen und Rand der oberen Blätter gezähnelt-rauh. 
Blütentragende Astchen zuletzt fast wagerecht -abstehend. 
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 20 bis 30 cm. 2J.. Bei Metz. 
Th. hnniifusum De Candolle, Liegendes Leinblatt. 

b. Stengel aufrecht oder aufstrebend. Blätter lanzettlich- 
lineal, schwach- dreinervig. — Wurzelstock zuletzt viel- 
stengelig. Obere Blätter und Deckblätter, sowie die Kanten 
der Astchen gezähnelt-rauh. Astchen aufrecht, wenig ab- 
stehend. Blütezeit Juni bis August. Höhe bis 30 cm. %. 
Th. ramosum Hayne, Ästiges Leinblatt. 

H. Blütenhülle nach dem Verblühen röhrig, nur an ihrer Spitze ein- 
gerollt; Röhre so lang oder länger wie die Frucht. 
A. Blätter lanzettlich, schwach dreinervig; mittelstes Deckblatt kaum 
länger als die seitlichen. — Stengel traubig. Fruchttragende 
Astchen fast wagerecht abstehend. Blütezeit Juni, Juli Höhe 



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— 351 — 

15 bis 30 cm. 4. Auf Bergwiesen, namentlich im mittleren und 
südlichen Teile des Gebietes; zerstreut. Th. pratense Ehrhart, 
Wiesen - Leinblatt. *) 

B. Blätter linealisch, einnervig, mittelstes Deckblatt weit länger als 
die beiden seitlichen. 

1. Stengel niederliegend bis aufsteigend, einfach oder etwas traubig 
verästelt, 10 bis 15 cm hoch. Fruchttragende Astchen ge- 
drungen, einseitswendig. Blütenhülle vierteilig, Staubblätter 4 
(VI, 1). — Blütezeit Juni, Juli. 4. Auf Berg- und Alpen- 
triften; im mittleren und südlichen Teile des Gebietes; zerstreut. 
Th. alpinum L., Alpen -Leinblatt. 

2. Stengel fast aufrecht, rispig, dichtrasig, 15 bis 30 cm hoch. 
Fruchttragende Astchen nie einseitswendig. Blüten fünfzählig. — 
Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 30 bis 40 cm. 4. In Ober- 
österreich und der Schweiz. Th. tenuifolium S auter, Schmal- 
blätteriges Leinblatt. 

110. Familie: Loranthaceae, Mistelgewächse. 

Auf Holzgewächsen lebende, blattgrünhaltige Schmarotzer. Blätter (der 
Einheimischen), wenn vorhanden, einfach, ganzrandig, kahl, lederig, gegen- 
ständig, nebenblattlos. Blüten regelmässig, zweihäusig. Blütenhülle ober- 
ständig, vier- bis achtgliederig. Staubblätter so viele wie Blütenhüllabschnitte, 
vor letzteren stehend und mit diesen mehr oder weniger verwachsen. Frucht- 
knoten nnterständig, ein fester Körper, der in seiner Mitte ein oder mehrere 
Embryosäcke umschliesst. Frucht eine einsamige Beere. Der Same um- 
schliesst in der Axe des Eiweisses einen oder mehrere Keimlinge. 

Hierher 3 Gattungen: 

A. Pflanzen mit wohlausgebildeten Blättern. 

1. Blüten in kleinen, endständigen Köpfchen. Staubblätter 4 bis 6 ohne 
Staubfäden. Staubbeutel mit ihrem ganzen Rücken den Zipfeln der 
Blütenhülle angewachsen; mit je 6 bis 20 Blütenstaubkammern, die 
sich jede mit einem Loche öffnen. Frucht eine kugelige, weisse, selten 
hellgelbe Beere. Gattung 587: Viscnin L., Mistel. 

2. Blüten in lockeren, endständigen Ähren, sechszählig, gelblich. Staub- 
beutel mit Längsritzen sich öffnend. Beere kugelig -birnförmig, hell- 
gelb. Gattung 582 : Loranthus L., Riemenblume. 

B. Blätter auf kleine Schuppen zurückgeführt. Staubbeutel zweifächerig, 
mit einer gemeinsamen Querspalte sich öffnend. Gattung 583: Arcen- 
thobium Marschall von Bieberstein, Arceuthobium. 



") Tafel 459. Thesium pratense Ehrhart. 4 Blüte im Längsschnitte. 



— 352 — 

Gattung 581: Viscum L., Mistel. (XXII, 4.) 
Stengel gabelspaltig-ästig, gegliedert, kahl, wie auch die gegenständigen, 
länglich-keilförniig-spateligen oder lanzettlichen, ganzrandigen, stumpfen und 
lederigen, immergrünen, namentlich bei den männlichen Pflanzen gelblich- 
grünen Blättern. Blüte gelblich-grün. Blütezeit März, April. Aste 30 bis 
60 cm lang. Auf etwa 50 Baum- und Straucharten, besonders auf Pappeln, 
Ahorn, Weissdorn und Obstbäumen, aber auch auf Tannen und Fichten 
schmarotzend (Wurzelähnliche Nähr- Aste, Rinden wurzeln, verlaufen im inne- 
ren Baste der Rinde, entwickeln von ihrer Unterseite kurze, Senker genannte 
Astchen und entnehmen Nahrungssäfte des Wirtes, um sie dem Schmarotzer 
zuzuführen). V. albnm L., Weisse Mistel.*) 

Bei der seltenen Abart laxum Boissier und Reuter, Schlaffe Mistel 
sind die Blätter linealisch-länglich, aber an der Spitze sichelförmig-einwärts- 
gekrümmt und die Beeren kleiner und hellgelb. 

Gattung 582: Loranthus L., Riemenblume. (XXII. 6.) 
Stengel gabelspaltig-ästig, gegliedert, kahl wie die ganze Pflanze. 
Blätter gegenständig, umgekehrt- eiförmig, eiförmig oder länglich, ganzrandig, 
stumpf oder spitz, lederig, dunkelgrün, abfallend. Blüten zweihäusig, in 
endständigen, einfachen Trauben. Blütenhülle vou einem oberständigen, ab- 
geschnittenen oder schwach-gezähnten Saume (Kelch) umgeben, meist sechs- 
zipfelig, gelblich, hinfällig. Blütezeit Mai, Juni. Beeren sattgelb, birn- 
förmig-kugelig. Bis 1 m hoher, auf Eichen, namentlich der Stiel- und der 
Weichhaarigen Eiche, schmarotzender Strauch; im südöstlichen Teile des 
Gebietes. L. europaeus Jacquin, Europäische Riemenblume.**) 

Gattung 583: Arceuthobium Marschall v. Bieberstsin, Arceuthobium. 
A. Oxycedri Marschall von Bieberstein (Viscum Oxycedri De Can- 
dolle) Wacholder -Mistel. Zweige gegliedert. Blätter durch kleine Schuppen 
ersetzt. Staubbeutel zweifächerig, mit einer gemeinsamen Querspalte sich 
öffnend. Beeren länglich, bläulich. Soll auf Juniperus Oxycedri, der Ceder- 
Wacholder, schmarotzend auf Inseln Istriens vorkommen. 



*) Tafel 460. Viscum album L. A Keimling (das Ästchen, worauf die 
junge Pflanze schmarotzt, müsste, weil entrindet, hell sein). B Blütenzweig 
einer männlichen Pflanze. C Fruehtzweig. 1 männliches Blütenköpfchen; 
2 männliche Blüte; 3 desgl. halbiert; 4 weibliches Blütenköpfchen; 5 weibliche 
Blüte halbiert, 6 Samen: 7 desgl. vergrössert; 8 die beiden demselben entnom- 
menen Keimlinge. 1 bis 5, 7 und 8 vergrössert. 

**) Tafel 461. Loranthus europaeus Jacquin. A Blütenzweig. 1 Blüte; 
2 desgl. halbiert; 3 Beere. 1 und 2 vergrössert. 



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Register. 



Die fetten Zahlen geben die betreffenden Tafeln an. Es bedeutet: L. Linne; einjährig; 

zweijährig; %. ausdauernd; x Bastard. 



A. 

Aalbeere 105. 
Acer L. 23. 

— campestre L. 25. 

— cordifölium Moench 24. 

— dasycärpum Ehrh. 25. 

— negündo L. 25. 

— monspessulänum L. 24. 

— opulifölium Vill. 25. 

— platanoides L. 24, 325. 

— Pseudoplätanus L. 23. 

— rubrum L. 25. 

— saccharinum L. 25. 
Mich. 25. 

— tatäricuni L. 24. 

— trilobum Moench 24. 
Aceräceae 22. 
Ackerrose 207. 
Aegopödium L. 126, 132. 

— Podagräria L. 132, 369. 
Aesculfnae 2, 22. 
Aesculus L. 26. 

— Hippocästanum L. 26, 326. 
Aethüsa L. 115, 122. 

— Cynäpium L. 122, 363. 

var. agrestis Wallr. 122. 

domestica Wallr. 122. 

- elätior Doli. 122. 
Agrimönia Tourn. 232, 234. 

— agrimonoides L. 231. 

— Eupatöria L. 234, 411. 

— odoräta Mill. 235. 

— pilösa Ldbr. 234. 

— procera Wllr. 235. 
Ahlbeere 105. 

Thom6, Flora. III. 



Ahorn 23, 325. 
Ahorngewächse 22. 
Akazie 309, 310. 
Alaternus 37. 
Alchemilla Tourn. 232. 

— alpina L. 234. 

var. subseriacea Eeuter 

234. 

— Aphänes Leers 232. 

— arvensis Scop. 232. 

— fissa Schum. 233. 

— montäna Willd. 232. 

— palmatffida Tausch 233. 

— pentaphylla L. 234. 
cuneäta Gaud. 234. 

— pubescens M. B. 233. 

— - pyrenä'ica Desf. 233. 

— vulgaris DC. 233, 410. 

glabra DC. 233. 

pilösa DC. 233. 

— — subsericea DC. 233. 
Alpenrübe 121. 
Alpenrose 236. 
Anacardiäceae 21. 
Andrächne L. 40, 53. 

— telephioides L. 53. 
Anethum Tourn. 140, 142. 

— graviolens L. 142, 378. 
Angelica L. 138, 139. 

— Archangelica 140. 

— Carvifölia Spreng. 139. 

— pratensis M.-B. 140. 

— pyrenaica Spreng. 139. 

— silvestris L. 139, 376. 

— — var. montäna Schi. 139. 



Angelica verticilläris L. 147. 

Anis 135, 371. 

Anthriscus Hoffm. 147, 148. 

— abortivus Jord. 149. 

— alpina Jord. 149. 

— alpestris W. u. Gr. 149. 

- CereföliumHoffm.148,381. 

— Cicutäria Vill. 153. 

— diibius Kab. 149. 

— fumarioi'des Spreng. 149. 

— humilis Bess. 149. 

— nemorösa M. B. 149. 

— nitida Grck. 149. 

— silvestris Hoffm. 150. 

var. nitida Hazs. 149. 

tenuifölia D. C. 149. 

— vulgaris Pers. 149. 
Anthyllis L. 283, 285. 

— montäna L. 286. 

— Vulneräria L. 285, 428. 

var. Dilleni Schultz 285. 

maritima Schweigg. 

285. 
Amarelle 171. 
Amelanchier Med. 263, 265. 

— vulgaris Moench 266. 
Ammi Tourn. 126, 133. 

— majus L. 134. 
Ampelöpsis Mich. 39. 

— hederäcea Mich. 39. 

— quinquefölia R. u. Seh. 39. 
Amygdäleae 166, 167. 
Amygdalus L. 167. 

— amära DC. 168. 

— communis L. 168, 392. 

45 



— 354 



Amygdalus X persica L. 168. 

— dulcis DC. 168. 

— frägilis Pers. 168. 

— nana L. 168. 

— Persica L. 168. 
Apfel-Sorten 258. 
Apfelbaum 253. 
Apfelge wachse 167. 
Apfelsinen 18. 
Aphanes arvensis L. 232. 
Apium L. 125, 127. 

— graveolens L. 128, 366. 
Aquifoliäceae 31, 33. 
Araliäceae 106, 164. 
Araliengewächse 106. 
Arceuthöbium M. B. 352. 

— Oxycedri M. B. 352. 
Archangelica Hoffm. 138, 139. 

— officinälis Hoffm. 140, 377. 
Aremönia Necker 232. 

— agrimonoides Necker 232. 
Aristolochia Tourn. 346. 

— Clemätitis L. 347, 457. 

— pällida Willd. 347. 

— rotünda L. 347. 

- Sipho L'Her. 347. 
Aristolochiäceae 345. 
Armeniaca Tourn. 167, 169. 

— vulgaris Lam. 169. 
Arönia rotundifölia Pers. 266. 
Arüncus L. 214, 216. 

— silvester Kostel. 216. 
Asarum Tourn. 346. 

— europaeum L. 346, 456. 
Astilbe Arüncus Trev. 216. 
Astränze 113, 359. 
Astragalus L. 272, 312. 

— alpinus L. 313. 

— argenteus Vis. 314. 

— arenärius L. 312. 

— aristätus L'Her. 316. 

— asper Jacq. 316. 

— australis Lam. 314. 

— austriacus Jacq. 314. 

— Cicer L. 315. 

— danicus Retz. 314. 

— depressus L. 316. 

— exscäpus L. 317. 

— glycyphyllos L. 316, 441. 



Astragalus hamösus L. 315. 

— hypoglöttis auct. 314. 

— incürvus Desf. 317. 

var. incänus Wulf. 317. 

Wülfeni Koch 317. 

— leontinus Wulf. 313. 

— monspessulänus L. 317. 

— Onöbrychis L. 313. 

— oroboides Hörnern. 313. 

— purpüreus Lam. 313. 

— sesämeus L. 314, 318. 

— sulcätus L. 314. 

— versicärius L. 315, 316. 
Astrantia Tourn. 111, 113. 

— bavärica F. Schultz 114. 

— carniölica Wulf. 113. 

— Epipactis L. fil. 113. 

— gräcilis Bartl. 114. 
- major L. 113, 359. 

— — var. involucräta Koch 
113. 

— minor L. 113. 
Athamäntha cerväria L. 146. 

— Meum L. 124. 

— Oreoselinum L. 146. 
Atlasmantel 234. 
Avignonkörner 37. 
Azarolus hybrida Borkh. 270. 

B. 

Bachburgel 61, 62. 
Backenklee 286, 297. 
Bärenklau 141, 142, 380. 
Bärwurz 124, 365. 
Balsamgewächse 1, 18. 
Balsämina hortensis Desp. 16. 
Balsaminäceae 2, 16. 
Balsamine 16. 
Balsaminengewächse 2, 16. 
Bazille 115, 125. 
Benediktenkraut 218. 
Bergflachs 348, 459. 
Berglinse 310, 311, 440. 
Berle 126, 137, 374. 
Berula Koch 126, 137. 

— angustifölia Koch 137, 374. 
Besenginster 274, 275, 424. 
Besenstrauch 274, 275, 424. 
Biasolettia Koch 148, 153. 



Biasolettia tuberösa Koch 153. 
Bibernelle 126, 134, 371. 
Bifora Hoffm. 163. 

— rädians M. B. 163. 
Bingelkraut 40, 53, 334. 
Birkwurz 141, 147. 
Birnbaum 263. 
Birnen-Sorten 266. 
Blasensamen 115, 121. 
Blasenstengel 148, 153. 
Blasenstrauch 309, 310, 438. 
Blutauge 216. 

Blutwurz 221, 406. 
Bocksbart 214, 216. 
Bockshorn 286, 300, 433. 
Bohne 342, 454. 

— Dicke 328, 448. 

— Buff- 328, 448. 

- Pferde- 328, 448. 

— Sau- 328, 448. 
Bohnenbaum 274, 278. 
Bonaveria Scop. 320, 322. 

— Securidäca Scop, 322. 
Bonjeäni Rchb. 272, 286, 297. 
Boräphila 89, 92. 
Breitsame 159. 

Brennsaat 115, 123. 
Brombeere 172. 
Brombeergewäcbse 166. 
Brustbeere 38. 
Brustwurz 138, 139, 376. 
Brustwurzgewächse 109, 137. 
Buchsbaumgewächse 40. 
Buchsbaum 54, 335. 
Bulliärda DC. 78, 79. 

— aquätica DC. 79. 

— Vailläntii DC. 79. 
Bünium L. 126, 133. 

— bulbocästanum L. 133. 

— montänum Koch 133. 
Bupleürum Tourn. 125, 129. 

— affine Sadl. 131. 

— aristätum Bartl. 131. 

— exaltatum M.-B. 131. 

— falcätum 132. 

— Gerädi Jacq. 131. 

— — ß. virigätum Bchb. 131. 

— graminifölium Vahl 130. 

— jünceum L. 130. 






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Bupleürum longifölium 132. 

— Odontites L. 131. 

— perfoliätumLam. 129.368A. 

— proträctum Lam. 129. 

— ranunculoides L. 130. 

— rotundiföliumL.129,368A. 

— semicorupösitum L. 130. 

— stellätuui L. 130. 

— tenuissimum L. 130. 
Burzeldorn 18. 
Buxäeeae 40, 54. 
Buxus Tourn. 54. 

— sempervirens L. 54, 335. 

C. 

Cactäceae 106. 
Caesalpiniäceae 271, 344. 
Callitrichäceae 39, 55. 
Callitricke L. 56. 

— angustifolia Hoppe 57. 

— aquätica Smith 56. 

— auturnnälis L. 57. 

— caespitösa Schultz 56,33TB. 

— decussäta Lk. 57. 

— hamulätaKtzg.57,337,3.4. 

— intermedia Hoppe 57. 

— minima Hoppe 56, 337C. 

— stagnälis Scop. 56, 337, 1. 2. 

— truncäta auct. 57. 

— venia Ktz, 56, 337A. 
L. 56. 

— vernälis Ktzg. 56, 337A. 

— virens Goldbach 57. 
Calvillen 268. 
Calyciflorae 57. 
Campylospermae 108, 110. 
Carum L. 126, 132. 

— bulbocästanum Koch 133. 

— Carvi Koch 133, 370. 

— divaricätum Koch 133. 

— verticillatum Koch 132. 
Caryophylläta 217. 
Caucalineae 110, 160. 
Caücalis L, 160, 161. 

— daucoides L. 161, 387. 
var. muricäta Bisch. 161. 

— grandiflöra L. 160. 

— leptophylla L. 161. 
Celasträceae 31. 



Celastergewächse 31. 
Cenolöphium Koch 115, 123. 

— Fischeri Koch 123. 
Centifolia 246. 
Cerasus Tourn. 167, 170. 

— Chamaecerasus Lois. 171. 

— dulcis Gärtn. 170. 

— duracina DC. 170. 

— Juliana DC. 170. 

— Padus DG 171. 

— vulgaris Mill. 170, 395. 

— — var. äcida Ehrh. 171. 

— — — austera Ehrh. 171. 

— Ceratonia L. 344. 

— Siliqua L. 345, 455. 
Cervispina 35. 
Chamaebüxus DC. 27. 

— alpina Spach 27. 
Chamaemörus 172, 173. 
Chamaenerion 64. 

— augustfolium Scop. 64, 341. 

— Dodonaei Vill. 64. 

— obscürum Schreb. 68. 

— palüstre Scop. 64. 

— parviflörum Schreb. 65. 

— roseum Schreb. 67. 
Chaerophyllum L. 148, 151. 
-- aromäticum L. 152. 

— aüreum L. 152. 

— bulbösum L. 151. 

— elegans L. 152 

— hirsütum L. 153. 

— odorätum Lam. 150, 383. 

— rosträtum Lam. 150. 

— silvestris L. 150. 

— temulum L. 151, 384. 

— Villärsii Koch 152. 
Choripetalae 1. 
Chronosemium 287, 295. 
Chrysosplenium Tourn. 87, 102. 

— alternifölium L. 103, 352. 

— oppositifölia L. 103. 
Cicer Tourn. 325. 

— arietinum L. 326. 
Cicüta L. 126, 136. 

— virösa L. 136, 372. 

var.tenuiföliaFroel.136. 

Circaea Tourn. 63, 70. 

— alpina L. 70. 



Circaea alpino-lutetiäna 71. 

— intermedia Ehrh. 71. 

— lutetiäna L. 71. 

— lutetiäno-alpina 71. 

— — var. cordifolia Lasch 7 1 

— glaberrima Lasch 71. 

Cissus hederäcea Pers. 39. 
Cistenräuber 347, 458. 
Citronen 18. 

Clärkia 63. 

Cnidium Cuss. 115, 123. 

— apioides Spreng. 124. 

— Monnieri Cuss. 124. 

— Silaus Spreng. 121. 

— venösum Koch 123. 
Coelospermae 108, 110. 
Colütea L. 309, 310. 

— arborescens L. 310, 438. 

— cruenta Ait. 311. 

— orientälis Lam. 311. 
Comarum L. 216, 231. 

— palustris L. 231, 409. 
Conioselinum Fisch. 115, 124. 

— Fischeri W. u. Gr. 125. 

— tatäricum Fisch. 125. 
Conium L. 153, 154. 

— maculätum L. 154, 385. 
Coriändreae 110, 163. 
Coriändrum L. 163. 

— sativum L. 164 389. 
Cornäceae 106, 164. 
Cornus Tourn. 164. 

— alba auct. 165. 

— mas L. 165, 391. 

— sanguinea L. 165. 

— stolonifera Mich. 165. 

— suecica L. 165. 
Coronilla L. 319, 320. 

— cretica L. 322. 

— Emerus L. 320. 

— minima L. 321. 

— montäna Scop. 321. 

— scorpioides Koch 321. 

— Securidäca L. 322. 

— vaginalis Lam. 321. 
- varia B. 22, 443. 

Cotoneaster Med. 264. 

— integerrima Med. 265, 418. 

— nigra Wahlb. 265. 



— 356 



Cotoneaster tome ntösa Ldl. 265. 

— vulgaris Lindl. 265. 
Crässula L. 78, 79. 

— rubens L. 79. 
Crassuläceae 77. 
Oracca major 6. u. Gr. 326. 

— monanthos G. u. Gr. 331. 

— tenuüolia G. u. Gr. 326. 

— villosa G. u. Gr. 327. 
Crataegus L. 263, 264. 

— Aria var. suecica L. 271. 

— fennica Kalm 270. 

— hybrida Bechst. 271. 

— laxiflöra Jacq. 265. 

— monögyna Jacq. 264. 

— Oxyacäntha L. 264, 417. 

— rotundil'ölia Lam. 266. 

— torminälis L. 270. 
Crithmum L. 115, 125. 

— maritimum L. 125. 
Cyäthium 40. 
Cydönia Tourn. 263, 265. 

— vulgaris Pers. 265, 419. 
Cyläctis 172, 173. 
Cytinäceae 345, 347. 
Cytinus L. 347. 

— Hypocistis L. 347, 458. 
Cytisus L. 274, 278. 

— alpinus Mill. 279. 

— argenteus L. 280. 

— austriacus L. 2S0. 

— biflörens Neilr. 280. 

— bitiörus L'Her. 282. 

— capitätus Jacq. 280. 

— ciliatus Koch 282. 

— elongätus Echb. 280. 

— frägrans Vis. 279. 

— glabrescens Sartor. 281. 

— birsütus L. 282. 

— holopetalus Pleischm. 281. 

— Leburnum L. 279. 

— lateralis Neilr. 280. 

— leucänthus W.-K. 280. 

— Neilreichii Echb. 281. 

— nigricans L. 279. 

— prosträtus Scop. 281, 282. 

— purpureus Scop. 281. 

— radiätus Koch 281. 

— ramentäceus Sieb. 279. 



Cytisus sagittalis Koch 274, 
278. 

— sessilifolius L. 279. 

— spinescens Sieb. 282. 

— spinosus L. 281. 

— supinus var. b. L. 282. 

— terminälis Neilr. 280. 

D. 

Dactyloides 89, 93. 
Däntia palustris Karsch 72. 
Daphne L. 74. 

— alpina L. 75. 

— Blagayäna Freyer 75. 

— Cneöruru L. 76. 

— collina Smith 75. 

— Laureola L. 75. 

— Mezereum L. 75. 

— stricta Trattinick 76. 
Dasypetalon 152. 
Dauci'neae 110. 150. 
Daucus Tourn. 158, 159. 

— Carota L. 159, 386. 
Dickblatt 78, 79. 
Dickblattgewächse 77. 
Dickrippe 114, 116. 
Dictämnus L. 19, 20. 

— albus L, 20, 323. 

— Fraxinella Pers. 20, 323. 
Dill 140, 142, 378. 
Diplozygiae 110. 

Diptam 19, 20, 323. 
Doldenblütige 58. 
Doldenträger 106, 107. 
Döndia Epipäctis Sprgl. 104. 
Dorycnium Tourn. 271, 286, 
297. 

— herbäceum Till. 297. 

— hirsütum DC. 298. 

— suffruticosum Vill. 297. 
Dreiknöpfige 39. 

Dryas L. 166, 214, 216. 

— octopetala L. 216. 

E. 

Eberesche 269, 422. 
Echinöphora L. 153, 15;i. 

— spinösa L. 155. 
Edelrosen 236. 



Eglanteriae Dsg. 238, 239. 
Elaeagnäceae 74, 76. 
Elaeagnus Tourn. 76. 

— angustifölia L. 76. 
Empeträceae 40, 55. 
Empetrum Tourn. 55. 

— nigrum L. 55, 336. 
Engelwurz 138. 139, 377. 
Epheu 164, 390. 
Epilöbium L. 63, 64. 

— adnätum Grsbch. 68. 

— aggregätum Cwsk. 69. 

— alpinum Auct. 68. 

— alsinifülium Vill. 68. 

— amplexicaüle Lam. 65. 

— anagallidit'ülium Lam. 69. 

— angustissimum Ait. 64. 

— angustifölium L. 64, 341. 

— aquäticum Thuill. 65. 

— chordorhizum Fries 68. 

— collinum Gm. 66. 

— crassicaüle Grem. 69. 

— crassifölium auct. 64. 

— Dodonaei Vill. 64. 

— Duriaei Gay 65. 

— Freynii Cwsk. 69. 

— gemmiferum Borbas 69. 

— glandulil'erum Knaf 69. 

— grandiriörum Wbr. 65. 

— hirsütum L. 65. 

— hypericiiolium Tausch 66. 

— intermedium Merat 69. 

— Lämyi F. W. Schultz 68. 

— lanceolätum Seb. u. M. 66. 

— ligulätum Backh. 69. 

— limösum Schur. 69. 

— montänum L. 66. 

— nutans Schmidt 69. 

— obscürum Kchbch. 68. 

— opäcum Peterm. 69. 

— origanüolium Lum. 68. 

— palüstre L. 67. 

var.Schmidtiänum Rstk. 

67. 

— — — simplex Tratt. 67. 

— parviflorum Betz. 65. 

— persicinum Bchbch. 69. 

— rivuläre Wahlb. 69. 

— röseum Eetz. 67. 






357 — 



Epilöbium röseum Schreb. 67. 

— rosmarinifolium Haenke 64. 

— semiadnätuni Cwsk. 69. 

— spicätum Lain. 64, 341. 

— tetragönum L. 68. 

— verticillätum Koch 66. 

— virgätum Fries 68. 

— virgätum Reuter 69. 

— Bastarde 69. 
Erbse 325, 341, 425. 
Erbsen Kulturformen 342. 
Erdbeere 216, 230, 408. 
Erdeichel 339. 
Erdmandel 339. 
Erdmaus 339. 

Erdnuss 126, 133, 339. 
Erdsternchen 18. 
Erödium L'Her. 9, 14. 

— cicönium Willd. 15. 

— cicutäriuni L'Her. 15. 319. 

— var. chaerophyllum DC. 15. 

— — immaculätum Koch 15. 

— — maculätum Koch. 15. 
pimpinelliföliuin "Willd. 

15. 

— moschätum L'Her. 14. 

— pilösum Thuill. 15. 
Erve 325. 

Ervum Tourn. 325, 331. 

— cassübicum Peterm. 331. 

— Ervilia L. 332. 

— gräcile DC. 332. 

— hirsütum K. 332. 

— Lens L. 332, 450. 

— monänthos L. 331. 

— pisiforme L. 331. 

— silväticum L. 331. 

— tenuissimum M. B. 332. 

— tetraspermum L. 332. 
Eryngium Tourn. 111. 

— alpinum L. 112. 

— amethystinum L. 113. 

— campestre L. 112. 

— maritimum L. 112, 358. 

— planum L. 112. 
Eschen -Ahorn 23, 25. 
Esparsette 323, 324, 447. 
Essigbaum 22. 
Essigrose 237, 246. 



Euaizoönia 90, 97. 
Eubatus 173, 174. 
Eucyclicae 1. 
Euphorbia L. 40. 

— amygdaloides L. 47. 

— anguläta Jacq. 45. 

— alpigena Kerner 46. 

— canescens L. 41. 

- carniolica Jacq, 46. 

— Chamaesyce L. 41. 

— Charäcias Wulfen 47. 
• - coralloides L. 42. 

— Cyparissias L. 51. 

— dulcis L. 46. 

— epithymoides L. 45. 

— Esula L. 52, 333. 

— exigua L, 49. 

— falcäta L. 49. 

— fragifera Jan. 44. 

— foetida Hoppe 44. 

— Gerardiäna J'ßcq. 43, 52. 

— helioscöpia L. 42, 333 A. 

— lasiocärpa Koch 42. 

— Läthyris L. 47. 

— lücida W.-K. 51. 

— — var, latifölia Koch 51. 
linearifölia Koch 51. 

— — — salicifölia Koch 51. 

— mollis Gm. 42. 

— Myrsinites L. 48. 

— Nicaeensis All. 52. 

— palustris L. 45. 

— pannönica Host 43. 

— Parälias L, 50. 

— Peplis L. 41. 

— peploi'des Gouan 49. 

— Peplus L. 49. 

— pilösa Rochel 42. 

— platyphyllus L. 43. 

— procera M.-B. 42. 

— pulverulenta Kit. 43, 52. 

— purpuräta Bert. 46. 

— salicifölia Host 50. 

— saxätilis Jacq. 50. 

— segetälis L. 48. 

— serötina Host 52. 

— silvätica Jacq. 47. 

— solisequa Bbch. 46. 

— spinösa Wlfn. 44. 



Euphorbia stricta L. 44. 

— trichocärpa Koch 42. 

— tuberculäta Koch 42. 

— uralensis Fischer 50. 

— verrucosa Lam. 46. 

— villösa W.-K. 42. 

— villösa Willd. 42. 

— virgäta W.-K. 50. 

— Wülfeni Hoppe 47. 
Euphorbiäceae 39, 40. 
Eurhamnus 37. 
Evönymus Tourn. 32. 

— europaea L. 32, 327. 

— latifölia Scop. 32, 328. 

— verucösa Scop. 32. 

F. 

Faba vulgaris Mönch 328, 448. 
Fahnenwicke 312, 317, 442A. 
Falcäria Eiv. 126, 135. 

— latifölia Koch 136. 

— Eivini Host 135. 

— vulgaris Bernh. 135. 
Faltenohr 126, 136. 
Faulbaum 34, 171, 331, 396. 
Feigenkaktus 106, 355. 
Fenchel 115, 122, 364. 
Ferulägo Koch 147. 

— galbanifera Koch 147. 
Fetthenne 78, 79, 349. 
Feldahorn 25. 
Felsenmispel 263, 265. 
Fingerkraut 216, 218, 404, 

405, 406, 407. 
Fingerkrautgewächse 166,216. 
Foeniculum Adans. 115, 122. 

— capilläceum Gilib. 123.364. 

— officiuäle All. 123, 364. 
Fragäria L. 216, 230. 

— alpina auct. 201. 

— chiloensis Ehrh. 231. 

— collina Ehrh. 231. 

— eflagellis Buch. 230. 

— elatior Ehrh. 231. 

— grandiflöra Ehrh. 231. 

— Hagenbachiana F. Schulz 
231. 

— monophylla Duch. 230. 

— moschäta Duch. 231. 



358 — 



Fragäria semperflörens auct. 
231. 

— sterilis L. 228. 

— vesca L. 230, 408. 

— virginiäna Mill. 231. 

— viridis Duch. 231. 
Fragifera 287, 292. 
Frängula Tourn. 34. 

— Alnus Mill.. 35, 331. 

— rupestris Brogn. 35. 

— Wülfeni Echb. 35. 
Frangulinae 2, 31. 
Frauenmantel 233, 410, 
Frayera tuberösa Echb. 153. 
Fücbsia 63. 

G. 

Gänsericb 218, 404, 405, 406, 

407. 
Galega Tourn. 273, 309, 310. 

— officinälis L. 310, 437. 
Galegeae 309. 
Gaspeldorn 274, 423. 
Gaura 63. 

Gaya simplex Gaud. 116. 
Geisbart 214, 216. 
Geisfuss 126, 132, 369. 
Geisklee 309, 310, 437. 
Geisrautengewäcbse 273. 
Geisraute 309, 310, 427. 
Gelbbeeren 36. 

— Französische 37. 
Genista L. 274, 275. 

— änglica L. 276. 

— arcuäta Koch 275. 

— sagittalis L. 278. 

— decümbens Ait. 277. 

— diffusa Willd. 276. 

— elätior Koch 277. 

— germanica L. 275, 425. 

— oväta W. K. 277. 

— pilösa L. 276. 

— procumbens W. K. 276. 

— scariosa Yiv. 278. 

— sericea "Wulf. 277. 

— silvestris Scop. 276. 

— tinctöria L. 277. 

var. De EArbrae'i Echb. 

278. 



Genista tinctöria var. elätior 
E. fil. 278. 

latifölia E. fil. 278. 

mäntica E. fil. 278. 

oväta F. Schultz 278. 

vulgaris Spach. 271. 

— trianguläris Willd. 278. 
Genisteae 273. 
Geraniäceae 2, 8. 
Geraniengewächse 2. 8. 
Geränium L. 8, 9. 

— aconitifölium L'Her. 11. 

— argenteum L. 11. 

— bohemicum L. 9, 12, 13. 

— cicutärium L. 14. 

— columbinum L. 13. 

— divaricätum Ehrh. 13. 

— dissectum L. 13. 

— lucidum L. 12. 

— macrorrhizum L. 10. 

— molle L. 13. 

— nodösum L. 12. 

— palustre L. 10. 

— phaeum L. 9, 318 B. 

— pratense L. 10. 

— pusillum L. 14. 

— pyrenäicum L. 12. 

— rivuläre Yill. 11. 

— Eobertiänum L. 9, 318. 

— rotundifölium L. 14. 

— ruthenioumUechtr. 9,11,12. 

— sanguineum L. 1 1. 

— sibiricum L. 9, 11, 12, 14. 

— silväticum L. 10. 
Geum L. 216, 217. 

— cannadense Murr. 218. 

— inclinätum Schlch. 217. 

— intermedium Ehrh. 217. 

— montänum L. 218. 

— pyrenäicum Wimm. 217. 

— reptans L. 218. 

— riväle L. 217. 403. 

montänum 217. 

urbänum E. Meyer 

217. 

— strictum Aiton 218. 

— sudeticum Tausch 217. 

— urbänum L. 218. 
Gichtbeere 105. 



Girsch 126, 132, 369. 
Giftsumach 21, 324. 
Ginster 274, 275, 425. 
Ginstergewächse 273. 
Gleisse 115, 122, 363. 
Glycyrrhiza Tourn, 309, 311. 

— echinäta L. 311. 

— glabra L. 311, 439. 
Goldregen 279. 
Granatapfel 73, 346. 
Granate 73, 346. 
Gruinäles 1, 2. 
Gulderlinge 268. 

H. 

Haarstrang 141, 145. 
Haarstranggewächse 109, 140. 
Hacquetia Necker 111, 114. 

— Epipactis DC. 114. 
Haferschlehe 169. 
Haltdolde 160, 161, 387. 
Haftdoldengewächse 110, 160. 
Hagebutte 236. 

Hagedorn 264, 417. 
Hahnenkopf 323. 
Haloragidäceae 57, 58. 
Haplophyllum patavinnm 

A. Juss. 20. 
Haplozygiae 109. 
Harnstrauch 348. 
Hartriegel 164, 391. 
Haselwurz 346, 456. 
Hasenohr 125, 129, 368. 
Hauhechel 283, 427. 
Hauslauch 84. 
Hauswurz 84. 
Heckensame 274. 423. 
Hedera L. 164. 

— Helix L. 164, 390. 

— quinquefölia L. 39. 
Hedysarum L. 323. 

— obscurum L. 323, 440. 

— Onobrychis L. 324. 
Heilwurz 114, 119. 
Helosciädium Koch 125, 126. 

— inundätum Koch 127, 361B. 

— nodiflörum Koch 127. 

— palatinum F. Schultz 127. 

— repens Koch 127. 



359 



Henne, Fette, 78, 79, 349. 
Heracleüm L. 141, 143. 

— alpüram L. 144. 

— äsperum M. B. 144. 

— austriacum Jacq. 144. 
var. siifölium Kchb. 144. 

— Pänaces Bert. 144. 

— Spondylium L. 143, 380. 

— — var. angustifölium L. 

143. 

elegans Jacq. 143. 

sibiricum L. 143. 

Herlitze 165, 391. 
Herzblatt 87, 103, 353. 
Heterosciädiae 109. 
Heu, Griechisches 300, 433. 
Heuhechel 283. 427. 
Hexenkraut 63, 70, 343. 
Hexenkrautgewächse 63, 70. 
Himbeere 172, 173, 397. 
Hippocastanäceae 22, 26. 
Hippöcrepis L. 320, 322. 

— comösa L. 322, 444. 
Hippomärathrum L. 118. 

— Libanötis Koch 120. 

— montan um L. 119. 

— tortuösum L. 119. 

— värium Trev. 118. 
Hippöphae L. 76, 77. 

— rhamnoides L. 77, 348. 
Hippüris L. 59, 60. 

— vulgaris L. 60, 339. 

fluviätilis Euthe 60. 

rhaetica Zsch. 60. 

Hirculus 89, 92. 
Hirtennadel 14, 319. 
Hladnikia Golacensis Koch 156. 
Hohlrippe 115, 123. 
Hohlsame 163. 
HopfenkJee 301, 435 A. 
Hornklee 286, 301, 308, 436. 
Hülsen 33, 330. 
Hülsenfrüchtler 271. 
Hülsengewächse 58, 271. 
Hufeisenklee 320, 322, 444. 
Hundspetersilie 122, 363. 
Hundsrose 237, 241, 256. 
Hydrocötyle Tourn. 110. 

— vulgaris L. 111, 356. 



Hydrocotyleae 109, 110. 
Hypocist 347, 458. 

I. 

Jasmin 104. 
Idaeöbatus 173. 
Hex L. 33. 

— aquifölium L. 33, 330. 
Imperatöria L. 141. 

— angustifölia Bell. 141. 

— Ostruthium Koch 141. 

— verticilläris DC. 147. 
Impatiens L. 16. 

— noli tängere L. 16, 320. 

— parvifiöra DC. 16. 
Jochblattgewächse 18. 
Johannisbeere 88, 104, 105. 
Johannisbrotbaum 345, 455. 
Jovibärba 86. 

Isnärdia L. 64, 71. 

— palustris L. 72. 

— paludösa Babenh. 72. 
Judendorn 34. 
Jungfernrebe 39. 
Jussieüeae 64, 71. 

K. 

Käbschia 90, 100. 
Kälberkropf 148, 151, 384. 
Kaktusgewächse 106. 
Kapuzinerkresse 15. 
Karübe 344, 345, 455. 
Kellerhals 74, 347. 
Kerbel 147, 148, 381. 
Kichererbse 325. 
Kirsche 167, 170, 395. 
Kirschlorber 172. 
Klauenhülse 320, 322, 445. 
Klee 286, 287, 429, 430. 
Kleegewächse 273, 286. 
Klettenkerbel 160, 162, 388. 
Knollenkerbel 153. 
Knolleukümmel 126, 133. 
Koriander 163, 389. 
Koriandergewächse 110, 164. 
Korinthen 39. 
Kornelle 164, 391. 
Korneljengewächse 106, 164. 
Krähenbeere 55, 336. 



Krähenbeerengewächse 55,140 
Kreuzblume 27, 327. 
Kreuzblumengewächse 22, 27. 
Kreuzdorn 34, 35. 
Kreuzdorngewächse 31, 34. 
Kronwicke 319, 320, 443. 
Kronwickengewächse 319. 
Kümmel 126, 132, 370. 



Lagöpus 287. 
Laserkraut 156, 388 B. 
Laserpitium Tourn. 156. 

— alpinum W.-K. 157. 

— aquilegifölium 160. 

— Archangelica Wulf. 158. 

— Gaudini Mor. 156. 

— hirsütum Lam. 158. 

— latifölium L. 157, 388 B. 

— — var. äsperum Crantz 156. 

— marginätum W.-K. 156. 

— nitidum Zant. 157. 

— Panax Gouan 158. 

— peucedanoides L. 158. 

— pruthenicum L. 158. 

— simplex L. 116. 

— Süer L. 158. 

— verticillatum W.-K. 157. 
Lathroideae 325. 
Läthyrus L. 337. 

— angulätus L. 339. 

— annuus L. 338. 

— Aphaca L. 337, 452 A. 

— canescens G. u. Gr. 336. 

— Cicera L. 338. 

— gramineus Kern. 334. 

— heterophyllus L. 341. 

— hirsutus L. 338. 

— inconspicuus L. 337. 

— intermedius Wallr. 340. 

— latifolius L. 340, 341. 

— lüteus Gren. 335. 

— macrorrhizus Wimm. 335. 

— maritimus Bigl. 339. 

— montänus Bernh. 335. 

— mutäbilis Klingg. 341. 

— niger Bernh. 336. 

- Nissölia Doli 334, 452B. 

— Ochrus DC. 337. 



360 — 



Läthyrus palüster L. 341. 

— pannönicus Grck. 335. 

— parviflörus Both 337. 

— pisiformis L. 341. 

— platyphyllos Eetz. 340. 

— pratensis L. 339. 

— sativus L. 338. 

— sepium 339. 

— setifölius L. 338. 

— silvester L. 340. 

— sphaericus Eetz. 338. 

— stans Vis. 337. 

— tuberösus L. 333. 

— unijiigus Koch 340. 

— vernus Bernh. 336. 
Legumisösae 58, 271. 
Lein 3. 

— Dresch- 6, 317. 

— Klang- 7. 

— Schliess- 6, 317. 

— Spring- 7. 

— Zwerg- 3, 8. 
Leinblatt 348, 459. 
Leingewächse 2. 
Leiopetalon 151. 
Lens Tourn. 332. 

— esculenta Mönch 333, 450. 

— Lenticula Schreb. 334. 

— nigricans M. B. 334. 
Levisticum Koch 138. 

— officinäle Koch 138, 375. 
Leptophylla 157. 
Libanötis Crantz 114, 119. 

— cretensis Scop. 120. 

— montäna Crantz 120. 

— — var. athamantoides DC. 

120. 
daucifölia DC. 120. 

— sibirica Koch 120. 
Liebstock 121. 
Liebstöckel 115, 138, 375. 
Ligüsticum L. 115, 121. 

— austriacum L. 156. 

— carniölicum Host 156. 

— feruläceum All. 121. 

— gargänicum Ten. 158. 

— Seguieri Koch 121. 

— silai'folium Gaud. 124. 

— simplex All. 116. 



Lindera odoräta Aschers. 151 

383. 
Linse 332, 450. 
Linum L. 2, 3. 

— alpinum Jacq. 8. 

— angustifölium Huds. 7. 

— austriacum L. 6. 

— baväricum F. W. Schultz 8. 

— cathärticum L. 3. 

— corymbulösuni Echb. 4. 

— flävum L. 4. 

— gällicum L. 4. 

— hirsütum L. 5. 

— Leönii Schultz 6. 

— libürnicum Scop. 5. 

— maritimum L. 4. 

— narbonense L. 6. 

— nodifiörum L. 5. 

— perenne L. 6, 7, 8. 

— Eadiola L. 8. 

— strictum L. 4. 

— tenuifölium L. 5. 

— usitatissimum L. 6, 317. 

— — var. crepitans Seh. u. M. 

7, 317. 

hümile Miller 7, 317. 

vulgäre Seh. u. M. 6. 

— viscosum L. 5. 
Loranthäceae 345. 
Loränthus L. 352. 

— europaeus Jacq. 352, 461. 
Lotoideae 273. 

Lotus Tourn. 286, 308. 

— angustissimus L. 308. 

— corniculätus L. 309, 436. 

— cytisoides L. 309. 

— edulis L. 308. 

— major Smith 308. 

— ornithopodioides L. 308. 

— tenuifölius Echb. 309. 

— uliginösus Schk. 308. 
Ludwigia palustris Elliot 72. 
Lupinäster 287, 293. 
Lupine 274, 282, 426. 
Lupinus L. 276, 282. 

— albus L. 282. 

— angustifölius L. 283. 

— hirsütus L. 283. 

— lüteus L. 282, 426. 



Lupinus pilösus L. 283. 

— värius L. 283. 
Luzerne 303, 434. 

— Bastard- 303. 

— Schwedische- 302. 

— Sand- 302, 303. 
Lysiruächion 65. 
Lythräceae 57, 58, 60. 
Lythrum L. 61. 

— Hyssopifölia L. 62. 

— Salicäria L. 61, 62, 340. 

— — canescens Koch 62. 
glabrescens Koch 62. 

— virgätum L. 62. 

M. 

Männertreu 111, 358. 
Malabaila Tausch. 156. 

— Hacqueti Tausch. 156. 
Mandel 168, 392. 
Mandelgewächse 166, 167. 
Massholder 25. 
Mastixbaum 22. 
Medicägo L. 286, 301. 

— apiculäta Willd. 306. 

— aräbica All. 395, 435 B. 

— Aschersoniäna Urb. 306. 

— carstiensis Jacq. 307. 

— circinnäta L, 304. 

— coronäta Lam. 306. 

— corymbif'era Schmidt 302. 

— denticuläta Willd. 307. 

— diseiformis DC. 305. 

— fälcäta L. 302. 

— falcäto-sativa Echb. 303. 

— Gerärdi W.-K. 305. 

— glomeräta Balbis 302. 

— intermedia Schultes 302. 

— littorälis Ehode 304. 

- lupulina L. 301, 435 A. 

var. corymbösa Ser. 302. 

stipulärisWallr.301. 

unguiculätaSer.302. 

— Willdenowii Bönnh. 

301. 

— maculäta Willd. 305. 435 B. 

— marginäta All. 303. 

— marina L. 303, 304. 

— media Pers. 303. 



361 — 



Medicägo minima Lam. 306. 

— nigra Willd. 307. 

— orbiculäris L. 303. 

— polymörpha var. minima L. 
306. 

— polymörpka var. aräbica L. 
305. 

— procümbens Bess. 302. 

— prosträta Jacp. 302. 

— radiäta L. 304. 

— rigidula Desr. 305. 

— sativa L. 303, 434. 

— Schimperiäna Höchst. 306. 

— scutelläta All. 303. 

- Terebellum Willd. 307. 

— tribuloides Lam. 305. 

— tuberculäta W. - K. 303, 
304. 

— väria Martyn 303. 
Meerbeerengewächse 58. 
Meisterwnrz 141. 
Melilötus Tourn. 286, 298. 

- albus Desr. 299. 

— altissimus Thuill. 298. 

- arvensis Wallr. 299, 432. 

— coerüleus Desr. 300. 

— dentätus Pers. 299. 

- gräcilis DC. 299. 

— leueänthus Koch 299. 

— macrorhizon Pers. 298. 

— ol'ficinälis Desr. 299. 

- parviflörus Desf. 298. 

- Petitpierreänus Willd. 299. 
432. 

— sulcätus Desf. 300. 

- vulgaris Willd. 299. 
Mercuriälis Tourn. 40, 53. 

— ännua L. 54. 

— oväta Stbg. u. Hp. 53. 

— perennis L. 53, 334. 
Merk 126, 137, 373. 
Mespilus L. 263. 

— Chamaemespilus L. 271. 

— Amelänchier Pers. 266. 

— Cotoneäster L. 265, 418. 

— germanica L. 264, 410. 

— monögyna Willd. 264. 

— oxyaeäntha Gaert. 264. 

417. 

Thomfi, Flora. III. 



Meum Tourn. 115, 124. 

— athamänticum Jacq. 124, 
365. 

— Mutellina Gaert. 124. 
Milzkraut 87, 102, 352. 
Mirabelle 169. 
Miscopetalum 89, 92. 
Mispel 263, 416. 
Mistel 351, 352, 460. 
Mistelgewächse 345. 
Möhre 158, 159, 388. 
Möhrengewächsc 158. 
Molospermum Koch 153, 155. 

— cicutärium DC. 155. 

— peloponnesiacum Koch 155. 
Monatsrose 237. 
Monochlamydeae 345. 
Moosrose 246. 

Morelle 171. 
Multebeere 172, 173. 
Mutterwurz 138, 140. 
Myriophyllum L. 59. 

— alterniflorum DC. 60. 

— spieätum L. 59, 338. 

— verticillätum L. 59. 
Myrrhenkerbel 150, 383. 
Myrrhis Scop. 148, 150. 

— cynapioides Guss. 153. 

— odoräta Scop. 151, 383. 
Myrtäceae 58, 72. 

Myrte 72, 345. 
Myrtengewächse 58, 72. 
MjTtenkraut 40, 53. 
Myrtiflörae 57, 58. 
Myrtüs L. 72. 

— communis 72, 345. 

N. 

Nachtkerze 69, 342. 
Nachtkerzengewächse 63. 
Nadelkerbel 148, 150, 382. 
Nadelkerbelgewächse 110, 147. 
Negündo Mönch 23, 25. 

— aceroides Mönch 25. 

— fraxinifölium Nutt. 25. 
Nelkenwurz 216, 217, 403. 
Neogaya simples Meiss. 116. 
Nephrophyllum 89, 91. 



O. 

Odermennig 232, 234, 411. 
Oelweide 76. 

Oelweidengewächse 74, 76. 
Oenänthe L. 114, 116. 

— aquätica Lam. 116, 360. 

— fistulösa L. 117, 361 A. 

— Lacbenälii Gmel. 117. 

— megapolitäna Willd. 117. 

— peucedanifölia Gmel. 117. 

— Phellandrium Lam. 116, 
360. 

— pimpinelloides L. 118. 

— silaifölia M. B. 118. 
Oenothera L. 63, 69. 

— biennis L. 70, 342. 

— — X muricäta 70. 

— Braünii Doli 70. 

— muricäta L. 70. 
Olsenich 147. 
Olusatrum 154. 
Onagräceae 58, 63. 
Onägreae 63, 64. 
Onöbrychis Tourn. 323, 324. 

— arenaria DC. 324. 

— Caput Galli Lam. 324. 

— montäna DC. 324. 

— sativa Lam. 324, 447. 

— viciaefölia Scop. 324. 
Onönis L. 283. 

— arvensis L. 284. 

— Colümnae All. 283. 

— hircina Jacq. 284. 

— mitis Gmel. 284. 

— Natrix Lam. 283. 

— proeürrens Wallr. 284. 

— reclinäta L. 285. 

— repens L. 284. 

— rotundifölia L. 285. 

— spinösa L. 284, 427. 

— violäcea Peterm. 284. 
Opfersilje 141, 147. 
Opüntia Tourn. 106. 

— vulgaris Miller 106, 355. 
Opüntinae 57, 106. 

Orläya Hoffm. 159. 

— grandiflöra Hoffm. 160. 

— platycarpos Koch 160. 
Ornithopus L. 320, 323. 

46 



— 362 — 



Ornithopus compressus L. 323. 

— ebracteatus Brot. 323. 

— perpusillus L. 323, 445. 

— sativus Brot. 323. 
Orobus L. 325,334. 

— albus L. fil. 335. 

— alpestris W. V. 336. 

— Apbaca Doli. 337, 452 A. 

— ensifölius Gay 336. 

— gräcilis Gaud. 336. 

— Intens L. 335. 

— maritimus Bchb. 339. 

— niger L. 336. 

— Nissölia Doli. 334, 452 B. 
var. graminens Kern. 

334. 

— palüster Bcbb. 341. 

— pannönicus Jacq. 335. 

— pisiformis A. Br. 341. 

— prateusis Doli. 339. 

— tenuifolius Roth 335. 

— tuberösus L. 335. 

— variegätus Ten. 336. 

— vernus L. 336, 451. 
Ortbacäntbae 236. 
Orthosperniae 108, 109. 
Ostericum Hoffm. 138, 140. 

— palüstre Bess. 140. 

— pratense Hoffm. 140. 
Osterluzei 346, 457. 
Osterluzeigewächse 345. 
Osyris L. 348. 

— alba L. 348. 
Oxalidäceae 2, 16. 
Oxalis L. 17, 62. 

— Acetosella L. 17, 321. 

— corniculäta L. 17. 

— stricta L. 18. 
Oxytropis DC. 312 ,317. 

— campestris DC. 318. 

— var. caerulea Gaud. 318. 
sördida Koch 318. 

— cyänea auct. 319. 

— HäUeri Bunge 318. 

— var. intricans Thom. 318. 

— var. velutina Sieb. 318. 

— lappönica Gay 318. 

— montäna DC. 318, 442 A. 

— neglecta Gay 319. 



Oxytropis pilösa DC. 318. 

— triflöra Hoppe 319. 

P. 

Pachypleürum Ledeb. 114, 116. 

— simplex Rchb. 116. 
Padus Mill. 167, 171. 

— avium Mill. 171, 396. 

— Laurocerasus Mill. 172. 

— Mahaleb Borkh. 172. 

— petraea Tausch 171. 

— serotina Ehrh. 172. 

— virginiäna Borkh. 171. 
Paliürus Tourn. 34, 37. 

— aculeätus Lam. 37. 
Papilionäceae 271. 
Parnässia Tourn. 87, 103. 

— alpina Drude 103. 

— palustris L. 103, 353. 
Parnassieae 87, 103. 
Passerina annna Wickst. 74. 
Pastinäca Tourn. 141, 142. 

— Fleischmänni Hlad. 143. 

— opäca Bernh. 143. 

— sativa L. 142, 379. 

— — var. urens Requ. 142. 
Pastinak 141, 142, 379. 
Pävia Boerh. 26. 

— flava DC. 27. . 

— rubra Lam. 27. 
Peplis L. 57, 61, 62. 

— Portula L. 63. 
Perigonblütige 345. 
Perrückenstrauch 21. 
Persica L. 167, 168. 

— vulgaris Mill. 168, 393. 
Petroselinum Hoffm. 125, 128. 

— sativum Hoffm. 129, 367. 

var. crispum Mill. 129. 

Peucedäneae 109, 140. 
Peucedannm L. 141, 145. 

— alsäticum L. 146. 

— arenärium W.-K. 146. 

— austriacum Koch 145. 

— Cervaria Cuss. 146. 

— Chabraei Rchb. 145. 

— leptophyllum Willk. 145. 

— officinäle L. 146. 

— Oreoselinnm Mönch 146. 



Peucedanum Ostruthium Koch 
141. 

— palüstre Mönch 147. 

— parisiense DC, 146. 

— petraeum Noe 145. 

— rablense Koch 145. 

— Schöttii Bess. 145. 

— Silaus L. 121. 

— venetum Koch 146. 
Pfaffenkäppchen 32, 327, 328. 
Pfaffenmützchen 32, 328. 
Pfeifenstrauch 87, 103,104, 347. 
Pferdekümmel 116, 360. 
Pferdesaat 116, 360, 361. 
Pfirsich 167, 168, 393. 
Pflaume 167, 169, 170. 
Pflaumengewächse 166, 167. 
Pfundäpfel 268. 

Phaca L. 310, 311. 

- alpina Wulf. 311. 

- astragalina DC. 313. 

— austrälis L. 314. 

- frigida L. 311, 440. 

— oroboides DC. 313. 
Phaseöleae 342. 
Phaseoloideae 273, 342. 
Phaseolus Tourn. 342. 

— multiflörus Lam. 343, 454. 

— coccineus L. 343, 454. 

- vulgaris L. 343. 
Phelländrium aquaticum L., 

116, 360. 

— Mutellina 116, 124, 365. 
Philadelpheae 87. 
Philadelphus L. 87, 103. 

— coronärius L. 104. 
Physocaülus Tausch 148, 153. 

— nodösus Tausch 153. 
Pimpernuss 33, 329. 
Pimpernussge.wächse 31, 32. 
Pimpinella L. 126, 134. 

— Anisum L. 135, 371. 

— glauca L. 128. 

— magna L. 134. 

— nigra Willd. 135. 

— peregrina L. 135. 

— Saxifraga L. 134. 
Pirus Tourn. 263, 266. 

— amygdaliförmis Vill. 266. 



363 



Pirus aria Ehrhart 270. 

— Ariax aucuparia Irm. 270. 
Xtorminälis Ehrh. 270. 

— aucuparia Gärt. 269, 422. 

— Chamaemespilus DC. 271. 

— communis L. 266, 420. 

X Sorbus Aria Koch 268. 

var. Achras Wallr. 260. 

- Piräster Wallr. 266. 

- Cydönia L. 265, 419. 

— domestica Smith 270. 

- hybrida Smith 270. 

- Malus L. 268, 421. 

— — var. austera Wallr. 268. 
— acerba Merat 268. 

mitis Wallr. 268. 

— nivalis Jacq. 266. 

— Pollveria L. 268. 

— scändica Bab. 270. 

— torminälis Ehrh. 270. 
Pisum Tourn. 325, 341. 

— arvense L. 342. 

— Ochrus L. 337. 

— maritimum L. 339. 

- sativum L. 342, 453. 
Pistäcia L. 21, 22. 

— Lentiscus L. 22. 

— Terebinthus L. 22. 
Pistazie 21, 22. 
Plattäpfel 263. 
Platterbse 325, 337, 452 A. 
Platyphylla 156. 
Pleurospermum Hoffm. 154, 

155. 

— austriacum Hoffm. 155. 

— Golaka Echb. 156. 
Polygala L. 1, 27. 

— alpestris Echb. 30. 

— alpina Song. 31. 

— amära L. 31. 

var. amarella Crantz 30. 

— — — amblypteraEchb.30. 

— calcärea P. W. Schultz 28. 

— Chamaebüxus L. 27. 
var. rhodöptera 27. 

— comösa Schk. 29. 

— cörsica Bor. 29. 

— depressa Wendt. 28. 

— major Jacq. 28. 



Polygala major var. comösa 
Koch 29. 

— — — vulgaris Koch 29. 

— nicaeensis Eisso 29. 

— serpylläcea Weihe 28. 

— uliginösa Echb. 30. 

— vulgaris L. 29, 327. 

— — var. oxyptera Echb. 30. 
— pseudoalpestrisGren. 

30. 
Polygaläceae 22, 27. 
Polygalon DC. 28. 
Polypetalae 1. 
Pömeae 167, 262. 
Pomeranzen 18. 
Porphyrion 90, 101. 
Porzellanblümchen 97. 
Potentilla L. 216, 218. 

— adscendens Grm. 221. 

— affinis Host 226. 

— alba L. 229. 
X sterilis 229. 

— alpestris Haller 226. 

— Anserina L. 219, 404. 

— — var. argenteaNeilr.220. 

concolor Ser. 220. 

genuiflöra Koch 220. 

sericea Koch 220. 

viridis Koch 220. 

— arenaria Borkh. 222. 

— argentea L. 22. 

X recta 223. 

X verna L. 223. 

— aürea L. 226. 

— aurulenta Grm. 227. 

— canescens Besser 223. 

— caule'scens L. 230. 

— collina Wbl. 223. 

— cinerea Chaix 222. 

— Clusiäna Jacq. 229. 

— demissa Jord. 222. 

— Fragariästrum Ehrh. 228, 
407 A. 

— frigida Vill. 227. 

— fruticösa L. 218. 

— Gaudini Grm. 226. 

— grandiilöra L. 227. 

— grammopütala Mor. 228. 

— Güntheri Pohl 223. 



Potentilla heptaphylla auct. 

225. 
var. Bouquoiäna Knaf 

225. 
— Nestleriäna Celk.225. 

— hirta L. 224. 

— hybrida Wallr. 229. 

— incäna Fl. d. W. 222. 

— inclinäta Koch 223. 

— inclinäta Vill. 223. 

— intermedia Nestler 225. 

— maculäta Pouret 226. 

— Mathoneti Jord. 225. 

— micräntha Eam. 229. 

— minima Haller fil. 227. 

— minor Venetz 227. 
- mixta Nolte 221. 

— nemorälis Nestl. 221. 

— nitida L. 229. 

— nivea L. 222. 

— norvegica L. 219. 

— opäca L. 225. 

— palustris L. 231. 

— pätula W. u. Gr. 225. 

— permixta 228. 

— petiotulata Gaud. 230. 

— pilösa Willd. 224. 

— procümbens Sibth. 221. 

— — X reptans 221. 

— prosträta Grm. 227. 

— recta L. 221. 

— reptans L. 220, 405. 
X Tormentilla 221. 

— rupestris L. 228. 

— sabauda DC. 226. 

— salisburgensis Henk. 226. 

— silvestris Neck. 221. 

— splendens auct. 229. 

— sterilis Grck. 228, 407 A. 

— subacaulis L. 222. 

— supina L. 219. 

— Tormentilla Schrank 221, 
406. 

— thuringiaca Bernh. 225. 

— valesiaca Huet 227. 

— verna L. 227, 407 B. 

— Wiemanniäna Günth. 223. 
Poterieae 167. 

Poterium sanguisörba L. 235. 



364 — 



Prunus Tourn. 167, 169. 

— Amygdalus Baill. 168. 

— avium L. 170. 

— cerasffera Ehrli. 169. 

— Cerasus L. 170. 

— Chamaecerasus Jacq. 171. 

— domestica L. 170. 

— insiitia L. 169. 

— Laurocerasus L. 172. 

— Mähaleb L. 172. 

— Padus L. 171. 

— Persica B. u. H. 169. 

— serotina Ehrh. 172. 

— spinösa L. 169, 394. 

— virginiäna L. 171. 

Hill. 172. 

Prüneae 166, 167. 
Pseudocallitriehe Hegelm. 57. 
Ptycliötis Koch 126, 136. 

— ammoides Koch 136. 

— heterophylla Koch 136. 

— saxifraga Karst. 136. 
Pulverholz 35, 331. 
Pünica L. 73. 

— Granätum L. 73, 346. 
Purgierkörner 47. 
Purpurklee 287. 

Q. 

Quitte 263, 265, 419. 

R. 

Radiola Dill. 2, 3, 8. 

— linoides Gm. 8. 

— Millegräna Sm. 8. 

— multiflöra Aschers. 8. 
Rädchenblüte 115, 121. 
Eamboure 268. 
Rambourreinetten 268. 
Rapöntica 70. 
Kauschbeere 55, 335. 
Kaute 19, 322. 
Rautengewächse 18, 19. 
Rebendolde 114, 116, 360,361. 
Rebengewächse 31, 38. 
Reihersohnabel 9, 14, 318, 319. 
Reine Claude 169. 
Reinetten 268, 269. 

— Borsdorfer 269. 



Reinetten, Einfarbige 269. 

— Gold- 269. 

— Graue 269. 

— Rambour- 268. 

— Rote 269. 

— Wachs- 269. 
Rhamnäceae 31, 34. 
Rharanus Tourn. 34, 35. 

— alaternus L. 37. 

— alpina L, 37. 

— cathärtica L. 36. 

— Frängula L. 35, 331. 

— infectoria L. 37. 

— Paliürus 37. 

— pümila Wulf. 35. 

— rupestris Scop. 35. 

— saxätilis L. 36. 

— tinctöria W.-K. 36. 
Rhodiola L. 78. 

— rösea L. 78. 
Rhus L. 21. 

— cotinus L. 21. 

— Toxicodendron L. 21, 324. 

var. vulgäre Mich. 22. 

— quercifölium Mich. 

22. 

— typhina L. 22. 
Ribes L. 88, 104. 

— alpinum L. 105. 

— aüreum Pursh 105. 

— Grossuläria L. 104, 354. 

— nigrum L. 105. 

— petraeum Wulf. 105. 

— reclinätum L. 104. 

— rubrum L. 105. 

— sanguineum Pursh 106. 

— Uva crispa L. 104. 
Ribesiae 88. 
Riemenblume 352, 461. 
Robertsonia 89, 97. 
Robinia L. 309, 310. 

— Pseud-Acäcia L. 310. 
Rosa Tourn. 236. 

— abietina Gren. 253, 258. 

— abscöndita Christ 251. 

— aciculäris Lindl. 236, 245. 

— adenophylla Willd. 240. 

— agrestis Savi 250. 

— alba L. 237. 



Rosa alpina L. 236, 242. 

— — var. aculeäta Ser, 243. 

— globösa Desv. 242. 

— lagenaria Vill. 242. 

parvifolia Favr. 243. 

— pubescens Koch 242. 

— pyrenaicaGoun.242. 

— — — scabriüscula Christ 

242. 
simplicidens Grem. 

242. 

tetrapetalaRgl.243. 

turbinäta DC. 242. 

X glauca 260. 

— — — pimpinellifolia 243. 

— — — spinosissima 243. 
— tomentosa Grem. 

243. 

— alpestris Rap. 252. 

— ambigens Grem. 262. 

— amissa Des. 254. 

— anisopoda Christ 248. 

— anopläntha Christ 262. 

— arvensis Huds. 237, 240. 

— aspreticula Grem. 252. 

— austriaca Crantz 246. 

— bicolor Jacq. 239. 

— Billetii Pug. 250. 

— Boreykiäna Bess. 257. 

— Bloendaeäna Delas 252. 

— Candolleäna Thory 243. 

— canina L. 237. 261, 415. 

— — var. andegävensis Bast. 

261. 

— adenötricha Grem. 

261. 
dolosa God. 261. 

— — — dumälisBechst.261. 

firmula God. 261. 

hirteUa Christ 261. 

— Lutetiäna Lern. 261. 

mucronuläta Des. 

261. 

— orthacäntha 261. 

— vertillacänthaChrist 

261. 

— x montäna 260. 

— caryophylläcea Christ 247. 

— centifölia L. 246. 



365 



Kosa Chavini Rap. 260. 

— cheriensis Des. 250. 

— ciliatopetala Koch. 254. 
—  cinnamömea L. 237, 240, 

414 A. 

— collina Jacq. 256. 

— cousanguinea Gren. 262. 

— coriifolia Fries 258. 

var.BellevällisPug.258. 

— Bovernieriäna Crep. 

258. 

— — — cinerea Eep. 258. 

— homöloga Gren. 258. 

X mollis 258. 

— coriifolia x tomentösa255. 

— coronäta Gren. 245. 

— Cotteti Pug. 253. 

— damascena Mill. 237. 

— depressa Grem. 262. 

— dichroa Lerch 245. 

— diminüta Bor. 249. 

— dumetörumThuill.256,257. 

— — var. brevissima Christ 

257. 

Deseglisii Bor. 257. 

mollis Christ 257. 

— platyphyllaRau257. 

— — — pseudocollina Christ 

257. 
— urbica Lern. 257. 

— eläta Christ 246. 

— ferruginea Vill. 237, 260. 

— fimbriäta Grem. 262. 
- firmula God. 261. 

— flagelläris Christ 249. 

— formulösa Gren. 248. 

— Franzönii Christ 262. 

— gällica L. 237, 246, 261, 
262. 

— — X canina 252. 

— — X Jundzilli 247. 

— — X rubiginösa 252. 
X sepium Rapin 248. 

— genevensis Des. 262. 

— gentilis Koch 243. 

— gentilis Sternb. 244. 

— glabrifölia Rupr. 240. 

— glaberrima Dum. 260. 

— rfauca Vill. 259. 



Rosa glauca var. caballicensis 

Pug. 259. 
falcäta Pug. 259. 

— — — hispidiorChrist259. 
 — myriacäntha Christ 

259. 

— — — pilösula Christ 259. 
X tomentösaFavr.253. 

— Gmelini Bunge 245. 

— Gödeti Gren. 252. 

— graveolens Gren. 250. 

— Gremlii Christ 247. 

— Guineti Schmidely 262. 

— hirtella Christ 261. 

— hispänica Christ 250, 251. 

— Hystrix Lern. 249. 

— indica L. 237. 

— involüta Smith 245. 

— Jordäni Des. 250. 

— Jundzilli Bess. 252. 

— Jundzilli heteracäntha 
Christ 247. 

— Jundzilliäna Bess. 252. 

— Kluckii Gren. 248. 

— Läggeri Pug. 252. 

— laxa Lindl. 240. 

— Lemänii Bor. 249. 

— — var. permixta Des. 249. 

— Lereschii Rap. 262. 

— longicruris Christ 262. 

— lücida Ehrh. 236, 244. 

— lutea Mill. 237, 239, 413A. 
Guimp. 239. 

— micräntha Smith 249. 

— mollis Smith 254. 
var. spinescens Christ 

254. 

— — x pomifera 254. 

— mollissima Fries 254. 

— montan a Chaix 260. 
var. Riönii Delas 260. 

— — sanguisorbella Christ 

260. 
x rubiginösa 260. 

— Mureti Rap. 262. 

— Murithii Pug. 262. 

— muscösa Ait. 246. 

— nemorösa Lib. 249. 

— personäta Grem. 262. 



Rosa pimpinellifölia L. 237, 
244, 413 B. 

— — var. inermis Redoute 

244. 

Mathoneti Des. 244. 

— myriacäntha DC. 

244. 
— Sirei Christ 244. 

— — — spinosissima L. 244. 

— — — spreta Des. 244. 

— — — vulgaris Reg. 244. 

— pomifera Herrn. 237, 254. 

— — var. fribnrgensis Lagg. 

254. 

— — — Gaudini Pug. 254. 
— Grenieri Des. 254. 

— — — pröxima Cotteti 254. 

— — — recöndita Pug. 254. 

— pörrigens Grem. 247. 

— Pouzini Tratt. 251. 

— pseudöpsis Grem. 259. 

— psilophylla Reut. 262. 

— pümila Jacq. 246. 

— punicea Mill. 239. 

— repens Scop. 241, 256. 

— — var. laevipes Grem. 241. 

— — — transalpina Christ 

241. 

— — — umbelläta Godet 

241. 

— stylösa 241. 

— Reuteri God. 259. 

— reversa W. K. 237, 243. 

— rhaetica Grem. 247. 

— rösea Koch 244. 

— rubella Smith 243. 

— rubiginösa L. 237, 248, 
414 B. 

var. comösa Leers 248. 

— pimpinelloides 

G. Meyer 248. 
— rotundifölia Rau 

248. 
— umbelläta Leers 248. 

— rubrifölia Vill. 260. 

— sabaüda Rapp. 245. 

— Sabini Woods 245. 
var. Doniana Woods 

245. 



366 — 



Eosa Sabini var. Eavellae 
Christ 245. 

— — — subsimplex Grem. 

245. 

— salaevensis Eap. 260. 

— scaphusiensis Christ 258. 

— sclerophylla Christ 259. 

— semperflörens Curt. 237. 

— sempervirens L. 237. 

— Sempromana Favr. 262. 

— sepium Thuill. 250. 

var. mentita Des. 251. 

pubescens Eap. 250. 

— spectäbilis Eap. 262. 

— spinulifölia Dematra 253. 

— stenopetala Christ 262. 

— sulphurea Ait. 239. 

— stylösa Desv. 256. 

— systyla 256. 

— tiroliensis Kern. 252. 

— tomentella Lein. 251, 256. 

var. affinis Eau 251. 

Borreri Woods 251. 

concinna Pug. 251. 

nuda Grem. 251. 

— tomentella Egl. 246. 

— tomentösa Smith 255. 

var. Andreövi Des. 256. 

— ciliatopetala God. 

255. 

— — — collivaga Cott. 255. 

— — — cristäta Christ 256. 

— — — decolörans Christ 

255. 

dimörpha Gren.255. 

dumösa Pug. 255. 

— — — micans Des. 255. 

— — — scabriüscula Smith 

255. 

— — — Smithiäna Ser. 255. 

— — — subglobösa Smith 

255. 

— — X dumetorum Gaud. 

251. 

— trachyphylla Eau 252. 

— transmöta Crep. 262. 

— turbinäta Ait. 237, 246. 

— turbinäta Jacq. 240. 

— usitatissinia Gmel. 244. 



Eosa valesiaca Pug. 252. 

— vertillacäntha Christ 261. 

— vestita God. 255. 

— villösa Ehrh. 255. 

— villösa L. 237. 

— viseida Pug. 250. 

— viscidula Gren. 250. 

— vogesiaca Desp. 259. 

— Bastarde 262. 
Eosaceae 165. 
Eose 236. 
Eöseae 167. 236. 
Eosenäpfel 268. 
Eosenblütige 58, 165. 
Eosengewächse 165, 167, 236. 
Eosenwurz 78. 

Eosiflörae 58, 165. 
üosinen 39. 
Eosskastanie 20. 
Eosskastaniengewächse 22. 
Eosskümmel 116. 160, 360. 
Eosskümmelgewächse 60, 110. 
Eubiginösae Dsg. 238, 247. 
Eübeae 166, 172. 
Eubus L. 172. 

— adornätus P. J. M. 195. 

— affinis W. u. N. 179. 

- agastachys M. u. Wg. 184. 

— aggregätus Kltb. 197. 

— albicomus Grm. 200. 

— amiantbinus Focke 185. 

— ammöbius Pck. 178. 

— apricus Wimm. 203. 

— Arduennensis Lib. 181. 

— argentätus P. J. M. 184. 

— argyröpsis Focke 182. 

— Arrbenii Lange 189. 

— bädius Focke 192. 

— bälticus Focke 203. 

— Banningii Focke 191. 

— Barbeyi Fa.u.Gr. 177, 185. 

— baväricus Focke 203. 

— Bayeri Focke 205. 

— Beckhausi Utsch 213. 

— BellärdiiW.u.N. 207, 399. 

— Berträmii G. Br. 177. 

— Bethkei Mars. 203. 

— bifrons Vest 183. 

— brach vändrus Grm. 206. 



Eubus brevis Grm. 202. 

— caesius L. 213, 400. 

— Cadischii Focke 190. 

— calliänthus P. J. M. 211. 
—  cändicans Focke 182. 

— cannabinus Grem. 196. 

— carpinifölius W. u. N. 180. 

— celtidifölius Grm. 207. 

— Chamaeutörus L. 173. 

— chlorothyrsus Focke 190. 

— collinus DC. 188. 

— colorätus Gren. 205. 

— commutätus G. Br. 180. 

— conrluentinus Wrtg. 185. 

— conothyrsus Focke 193. 

— conspicuus P. J. M. 194. 

— corylifölius Smith 210. 

— cruentätus Müller 197. 

— cunctätor Focke 190. 

— cürtidens Grm. 206. 

— curvistylie Grm. 189. 

— cyclopetalus Focke 182. 

- Dänicus Focke 186. 

— Dasyclados A. Kern. 195. 

— Decheni Wrtg. 183. 

— denticuldtus A. Kern. 200, 
201. 

— dumetorum W. u. N. 210. 

- dumösus Lef. 179. 

— Ebneri A. Kern. 212. 

— egregius Focke 190. 

— Eifeliensis Wrtg. 197. 

— elätior Focke 181. 

— epipsilos Focke 191. 

— erubescens Wrtg. 195. 

— festivus P. J. M. 196. 

— firm ul us Grm. 213. 

— fissus Lindl. 176. 

— l'oliosus Grem. 196. 

— foliösus W. u. N T . 201. 

— fragrans Focke 182. 

— fraternus Wrtg. 197. 

— fruticösus L. 176. 

— Fuckelii Wrtg. 195. 

— fusco-ater W. u. N. 202. 

— fuscus W. u. N. 200. 

— geniculätus Kaltenb. 180, 
185. 

— Germänicus ocke 179. 

F 



— 367 — 



Rubus glaucövirens Nees 193. 

— Grabowskü Weihe 182. 

— gracilicaulis Grm. 205. 

— gratus Focke 187. 

— Gremlii Pocke 192. 

— Güntheri W. u. N. 209. 

— helveticus Grm. 193- 

— hennebergensis Sgrsk. 203. 

— hercynicus G. Br. 208. 

— hirsütus Wrtg. 197. 

— hirtus Metsch 205. 

— hirtus W.-K. 209. 

— hörridus Schultz 212. 

— hypomälacus Focke 194. 

— hypomällus Müller 181. 

— Hystrix W. u. N. 202. 

— Idaeus L. 173, 210, 397. 

— — var. denudatus Spen. 

173. 

— — — anömalusArrh. 174. 

— — — obtusifölius Willd. 

174. 

— spinulösus Mill. 174. 

— trifoliätus B. Salt. 

174. 
— viridis A. Br. 173. 

— Jensenii Lange 213. 

— incültus Wrtg. 208. 

— indotätus Grm. 202. 

— indusiätus Focke 201. 

— infestus Weihe 193. 

— insericätus P. J. M. 198. 

— insolätus P. J. M. 205. 

— Kaltenbächii Metsch 209. 

— Köhleri W. u. N. 203. 

— lamprophyllus Grm. 208. 

— Läschii Focke 211. 

— lasiöclados Focke 185. 

— Lejeünii W. u. N. 196. 

— leptopetalus Focke 206. 

— leucändrus Focke 186. 

— leucöstachys Schlch. 194. 

— Leyi Focke 194. 

— Libertianus Weihe 177. 

— lilacinus Wrtg. 209. 

— Lindebergii P. J. M. 184. 

— Lindleyänus Lees 180. 
- Loehri Wrtg. 199. 

— Maässii Focke 179. 



Rubus macränthelos Mars 207. 

— macrophyllus W.u. N. 186. 

— macrothyrus J. Lange 194. 

— mäximus Mars. 210. 

— melanoxylon P. J. M. u. W. 
191. 

— Menkei W. u. N. 196. 

— Mercieri Genev. 181. 

— Metschii Focke 204. 

— montänus Wrtg. 178. 

— Muenteri Mars. 179. 

— myriacänthus Focke 212. 

— myricae Focke 187. 

— nemorösus auct. 210. 

— nemorösus Hayne 211. 

— Neumännni Focke 189. 

— nitens Sgrsk. 200. 

— nitidus W. u. N. 177. 
var. divaricätus Müll. 

177. 
- obscürus Kltb. 198. 

— obtusängulus Grm. 188. 

— opäcus Focke 177. 

— Oreadis P. J. M. 211. 

— oreögeton Focke 212. 

— orthacänthus Wmmr. 211. 

— pällidus W. u. N. 200. 

— pannösus M. u. Wrtg. 198. 

— phyllöstachys Müller 181. 

— piletöstachys Gr. u. Gd. 183. 

— piliferus Sgsk. 179. 

— pilocärpus Grm. 203. 

—  platycephalus Focke 199. 

— plicätus W. u. N. 176. 

— polyacänthus Grm. 205. 

— porphyracänthus Focke 179. 

— präsinus Focke 212. 

— präsinus Grm. 210. 

— pseudöpsis Grm. 210. 

— pubescensW.u.N. 182,185. 

— pulcherrimus Neum. 189. 

— pygmaeöpsis Focke 204. 

— pygmaeus Caflisch 203. 

— pyramidalis Kltb. 195. 

— pyraniidätus P. J. M. 192. 

— racemigerus Grm. 199. 

— Radula Weihe 199. 

— Reichenbächii Köhler 192. 

— remötus Grm. 207. 



Rubus Reuteri Mrc. 204. 

— rhamnifölius W. u. N. 178. 

— rhombif'ölius Weihe 185. 

— rigidätus Grm. 204. 

— rivuläris P. J. M. u. W. 208. 

— rosäceus W. u. N. 202. 

— rotundipetalus P. J. M. 182. 

— rubicündus M. u. Wrtg. 198. 

— rudis W. u. N. 199. 

— sabaüdus Focke 183, 188. 

— salisburgensis Focke 191, 
193. 

— sältuum Focke 201. 

— saxätilis L. 173. 

— scaber W. u. N. 198. 

— scabrifolius Gren. 206. 

— Schlechtendälii Weihe 186. 

— Schleichen W. u. N. 204. 

— Schlickumi Wrtg. 190. 

— Schummelii Weihe 193. 

— serpens W. u. N. 207. 

— Silesiacus Weihe 189. 

— silväticus W. u. N. 186. 

— sphenoides Focke 183, 188. 

— Sprengelii W. u. N. 189. 

— suavifölius Grm. 196. 

— suberectus Andrs. 176. 

— suberectus x affinis 178. 

— sulcätus Vest 177. 

— tardiflörus Focke 206. 

— tenuiglandulösus Grm. 208. 

— teretiüsculus Kltb. 196. 

— thelybätos Focke 191. 

— thyrsänthus Focke 182. 

— thyrsiflörus W. u. N. 200. 

— thyrsoideus Wmmr. 181, 
398. 

— tomentösusBorkh. 183, 187. 

— — var. glabratus 187. 

— canescens 187. 

Lloydiänus 188. 

villicaülis 188. 

— tümidus Grm. 188. 

— ulmifölius Schott 183. 

— valesiacus Grm. 182, 188. 

— vestitus W. u. N. 194. 

— Vestii Focke 180. 

— Villarsiänus Focke 213. 

— villicaülis Koehler 184. 



368 



Kubus virescens G. Br. 187. 

— vulgaris W. u. N. 180. 

— Wahlbergii Arrh. 211. 

— Weihei Köhler 211. 
- Weihei Lej. 178. 

— Wiegmanni Weihe 179. 

— Wimmeri Weihe 186. 

— Winteri P. J. M. 185. 
Ruprechtskraut 9, 818. 
Rutäceae 18. 

Ruta L. 19. 

— hracteösa DC. 20. 

— crithmifölia Mrcd. 20. 

— divaricata Tenore 20. 

— graveolens L. 19, 322. 

— patavina L. 20. 

S. 
Saftgrün 36. 
Sanguisorba L. 232. 235. 

— dodecändra Mor. 235. 

— glausescens Rchb. 235. 

— minor Scop. 235, 412. 

— officinälis L. 235. 

— polygania W.-K. 236. 
Sanicula Tourn. 111. 

— europaea L. 111, 357. 
Sanicüleae 109, 111. 
Santaläceae 345, 348. 
Sanikelgewäehse 109, 111. 
Santelgewächse 345, 348. 
Sarothämnus Wim. 274, 275. 

— scopärius Koch 275, 424. 

— vulgaris Wim. 275, 424. 
Sauerklee 17. 
Sauerkleegewächse 2. 16. 
Saufenchel 145. 
Saxifraga L. 87, 88. 

— adscendens L. 90. 

— aizoides L. 97. 

— Aizöon Jacq. 97, 351 B. 

X cuneifölia 99. 

var. brevifölia Strnb. 99. 

— robusta 99. 

— altissima Kern. 99. 

— androsäcea L. 96. 

— aphylla Strnb. 95. 

— aphylla x muscoides 96. 

— arachnoidea Sternb. 91. 



Saxifraga arenarioidesBrign.96. 

— äspera L. 96. 

— atrörubens Bert. 97. 

— antumnälis L. 97. 

— biflöra All. 102. 

— — var. grandirlöra Willd. 

102. 

— bulbifera L. 91. 

— Burseriäna L. 100. 

— caesia L. 100. 

— — X aizoides 100. 

— caespitösa Koch 94. 

— caespitösa L. 94. 

— — var. atropurpürea Strnb. 

94. 

— crocea Gaud. 94. 

— moschäta Wlf. 94. 

— cernüa L. 91. 

— Clüsii auct. 92. 

— controversa Sternb. 90. 

— Cotyledon L. 99. 
X cuneifölia L. 99. 

— crustäta Vest 98. 
X Höstii 98. 

— cuneifölia L. 97, 

— decipiens Ehrh. 94. 

— diapensioides Bell. 101. 

— elätior M. u. K. 98. 

— exaräta Vill. 93. 

var. maeuläta Rchb. 94. 

— Pacchini Koch 95. 

— geranioides Host 90. 

— granuläta L. 91, 351 A. 

— hieracifölia W. K. 93. 

— Hirculus L. 92. 

— Hohen wärtii Strnb. 95. 

— Höstii Tausch 98. 
x Aizöon 98. 

— hypnoides L. 95. 

— Jäggiäna Brugger 99. 

— intäcta Willd. 99. 

— Köchii Horng. 102. 

— leucanthemifölia Lapr. 92. 

— macropetala Kern. 102. 

— muscoides All. 95. 

— muscoides Wlf. 94. 

— mutäta L. 99. 

— — x aizoides 99. 

— nivalis L. 93. 



Saxifraga oppositifölia L. 101. 

— parädoxa Strnb. 102. 

— patens Gaud. 100. 

— pedemontäna All. 93. 

— petraea Gaud. 90. 

— petraea L. 90. 

— planifölia Lap. 95. 

— Ponae Sternb. 90. 

— pyramidalis Lap. 99. 

— pyrenäica Scop. 96. 

— Regelii Kern. 99. 

— repända Willd. 92. 

— retüsa Gouan 101. 

— robusta Engler 92. 

— rotundifölia L. 92. 

— Rudolphiäna Hornsch. 101. 

— rupestris Willd. 90. 

— sedoides L. 95. 

— Seguieri Sprng. 96. 

— sponhemica Gm. 94. 

— squarrösa Sieber 101. 

— stelläris L. 92. 

— stenopetala Gaud. 95. 

— tenella Wlf. 96. 

— tridactylites L. 90. 

— umbrösa L. 97. 

- Vandellii Strnb. 100. 

— värians Sieber 94. 

— Wulfeniäna Schott 101. 

— Zimmeteri Kern. 99. 
Saxifragäceae 77, 87. 
Saxifräginae 58, 77. 
Scandix 148, 150. 

—  anthriscus L. 149. 

— austrälis L. 150. 

— nodosa L. 153. 

— odoräta L. 151, 383. 

— Pecten Veneris L. 150, 382 
Scheiberich 125, 126, 361 B. 
Schierling 153, 154, 385. 
Schier lingssilje 115, 124. 
Schlehdorn 169, 394. 
Schlehe 169, 394. 
Schlotteräpfel 268. 
Schmetterlingsblütler 271. 
Schneckenklee 286, 301, 434 

435. 
Schotenklee 286, 308, 436. 
Schotenweiderich 63, 64. 



369 



Schüttgelb 36. 
Schwarzdorn 169, 394. 
Scorpiürus L. 319, 320. 

— subvillosa L, 320, 442. 
Securigera Coronilla DC. 322. 

444. 
Sedum L. 78, 79. 

— acre L. 83, 349 A. 

— album L. 82. 

— alpestre Vill. 82. 

— Anacämpseros L. 80. 

— ännuuru L. 81. 

— anopetalum DC. 84. 

— ärrigens Gren. 83. 

— aträtum L. 81. 

- aüreum Wtg. 84. 

— boloniense Lois. 83. 

— Cepaea L. 80. 

— dasyphyllum L. 82. 

— elegans Lej. 83. 

- Pabäria Koch 80. 

— glaucum "W.-K. 81. 

- Guettärdi Gmel. 81. 

— hispänicum L. 81, 

— lividum Bernhardi 80, 
349 B. 

— maximum Sutton 80. 

— niicränthum Bast. 82. 

— ochroleucum Chaix 84. 

— purpuräscens Koch 80, 
349 B. 

— purpureum auct. 80. 

— purpureum Tausch 80, 
349 B. 

— reflexum L. 83. 

— repens Schleicher 82. 

— Ehodiola DC. 78. 

— rubens Henke 82. 

— rupestre L. 83. 

— sexanguläre aut. 82. 

— sexanguläre L. 83. 

— sexfidum M. B. 81. 

— Telephium L. 80. 

— trevirense Rosb. 84. 

— villösum L. 81. 

— viride Koch 83. 
Seedorn 76, 77, 348. 
Seidelbast 75, 347. 
Seidelbastgewächse 73, 74. 

Thome , Flora, m. 



Selinum L. 138. 

— Carvifölia L. 139. 

— palüstre L. 147. 
Sellerie L. 125, 127, 366. 
Semperrfvum L. 84. 

— arachnoideum L. 85. 

— — var. Dölliänum Lehm. 

85. 

— tomentosum Schnitts. 

85. 

— areuärium Koch 86. 

— barbulätum Schott 87. 

— Bastarde 87. 

— Braunii Funk 86. 

— Comöllii Roter 87. 

— Fauconetti Rtr. 85. 

— Pontänae Braun 87. 

— Punkii A. Br. 85. 

— Gaudini Christ 86. 

— genuinum L. 84. 

— globfferum Gaud. 86. 

— Hüteri Kern. 87. 

— hirtuni L. 86. 

— montänum L. 85. 

- Pittöni Schott 86. 

— soboliferum Sims 86. 

- tectörum L. 85, 350 A. 

- Wülfeni Hpp. 86, 
Seseli L. 114, 115, 118. 

— ännum L. 119. 

— glaucum Jacq. 119. 

- Gouani Koch 114, 115, 119. 

— pyrenaeum L. 139. 
Seradella 323. 
Sibbäldia L. 216, 218. 

— - procümbens L. 218. 
Sichelmöhre 126. 135. 
Siebenzeiten 300, 433. 
Sieversia Willd. 218. 

— montäna Willd. 218. 
Silau 115, 121, 362. 
Silaus Bess. 115, 121. 

— pratensis Bess. 121, 362. 
Silberahorn 25. 

Siler Scop. 160. 

— trilobum Scop. 160. 
Silje 139. 

Siler montänum Crantz 158. 
Silerineae 110, 160. 



Sinau 232, 410. 

— Sisarum L. 137, 373. 
Sison L. 126, 134. 

— Amöraum L. 134. 

— inundätum L. 127. 
Sium L. 126, 137. 

— angustifölium L. 137. 

— Palcäria L. 135. 

— latifölium L. 137. 

— nodiflörum L. 127. 

— repens Koch 127. 
Sm^-rneae 110, 153. 
Smyrnium L. 153, 154. 

— Olusatrum L. 154. 

— perfoliätum Mill. 154. 

— rotundifölium Mill. 155. 
Sorbus L. 269. 

- Aria Crtz. 270. 

— Aria x aucupäria 270. 

— aucupäria L. 269, 422. 

— Chamaemespilus Crantz 
270. 

— dome'stica L. 270. 

— latifölia Pers. 270. 

— scändica Fries 270. 

— torminälis Crantz 270. 
Spallanzäniaagrimonoides Poll. 

232. 
Spargelbohne 307. 
Spargelerbse 286, 307. 
Sparsiflörae 236. 
Spärtium L. 273, 274. 

— jünceum L. 274. 

— scopärium L. 275, 424. 
Spatzenzunge 73. 
Spatzenzungengewächse 73, 75. 
Sperlingszunge 74. 
Spilling 169. 

Spindelbaum 32, 327, 328. 
Spiraea L. 214. 

— Arüncus L. 216. 

— carpinifölia Willd. 214. 

— chamaedrifölia L. 215. 

— decumbens Koch 215. 
- Pilipendula L. 215. 

— salicifölia L. 214, 401. 

— ulmäria L. 25. 

— ulmifölia Scop. 215. 
Spiraeeae 166, 214. 

47 



370 — 



Spierapfel 270. 
Spierling 270. 
Spierstaude 214, 401. 
Spierstaudengewächse 166, 

214. 
Spitzäpfel 269. 
Spitzahorn 24, 325. 
Springkörner 47. 
Springkraut 16. 
Stachelbeere 88, 104, 354. 
Stachel dolde 153, 155. 
Staphylo L. 33. 

— pinnäta L. 33, 329. 
Staphyleaceae 31, 32. 
Stechdorn 34. 37. 
Stechginster 274, 423. 
Stechpalme 33, 330. 
Stechpalmengewächse 31, 33. 
Steinbeere 172, 173. 
Steinbrech 87, 88, 351. 
Steinbrechgewächse 77, 87. 
Steinklee 286, 298, 432. 
Steinröschen 76. 

Stellera Passerina L. 74. 
Sterndolde 111, 113, 359. 
Storchschnabel 9, 318. 
Storchschnabelblütige 1. 
Strahldolde 159. 
Straussblumige 237. 
Streiflinge 269. 
Strenze 113, 359. 
Stylörrhodon Dsg. 239. 
Süssdolde 148, 150, 383. 
Süssholz 309, 311, 439. 
Süssklee 274, 278. 
Süssklee-artige 273, 319. 
Süsskleegewächse 319, 323. 
Sumach 21, 324. 
Sumpfschirm 125, 126, 361 B. 

T. 

Tannenwedel 59, 60, 339. 
Taumelkerbel 151, 384. 
Tausendblatt 59, 338. 
Terebinthe 22. 
Terebinthäceae 18, 21. 
Tetragonölobns Scp. 286, 307. 

— purpureus Moench. 307. 

— siliquosus Roth 308. 



Thapsieae 110, 156. 
Thesium L. 348. 

— alpinum L. 351. 

— comoBum Eoth 349. 

— divaricätum Jan 350. 

— ebracteätum Hayne 349. 

— humifüsum DC. 350. 

— hümile Vahl 350. 

— intermedium Schrad. 349, 
459. 

— Linophyllum L. 349, 459. 

— montänum Ehrh. 350. 

— pratense Ehrh. 351, 459. 

— ramösum Hayne 350. 

— rosträtum M. u. K. 349. 

— tenuiföliura Saut. 351. 
Thymelaea Tourn, 74. 

— Passerina Coss. u. Germ. 74. 

— hirsüta L. 74. 
Thymelaeäceae 73, 74. 
Thysselinura Hoffm. 147. 

— palüstre Hoffm. 147. 
Tillaea Micheli 78, 79. 

— aquätica L. 79. 

— muscösa L. 79. 

— prosträta Schkuhr 79. 
Tithy malus Tournef. 40. 

— amygdaloides Kl. u. Grck. 
47. 

— Cyparissias Scod. 51. 

— dulcis Scop. 46. 

— Esula Scop. 52, 333. 

— exiguus Mönch 49. 

— falcätus Kl. u. Grk. 49. 

— Gerardiänus Kl. u. Grck. 
43. 

— Läthyris Scop. 47. 

— lücidus Kl. u. Grck. 51. 

— palüster Kl. u. Grk. 45. 

— Peplus Gaertner 49. 

— Pityiisa Scop. 44. 

— platyphyllus Scop. 43. 

— procerus Kl. u. Grck. 42. 

— segetälis Kl. u. Grck. 48. 

— strictus Kl. u. Grck. 44. 

— verrucosus Scop. 46. 

— virgätus Kl. u. Grck. 50. 
Tommasinia Bert. 147. 

— verticilläris Bert. 147. 



Tordylium Tourn. 141, 144. 

— Anthriscus L. 162, 388A. 

— äpulum L. 145. 

— latifölium L. 161, 388 C. 

— mäximum L. 144. 

— nodosum L. 162. 
Törilis L. 160, 162. 

— Anthriscus Gmel. 162, 
388 A. 

— heterophylla Guss. 162. 

— infesta Hoffm. 163. 

— neglecta B. u. S. 163. 

— nodosa Gärtn. 162. 
Tormentilla reptans L. 221. 

— erecta L. 221. 
Trachyphyllum 89, 96. 
Tragaeanthae 316. 
Traganth 312, 441. 
Traganthgewächse 273. 
Trapa L. 63, 72. 

— natans L. 72, 344. 
Traubenäpfel 268. 
Traubenkirsche 167, 171, 390. 
Tribulus L. 18. 

— terrestris L. 18. 
Tricoccae 39. 
Trichocephalum 287, 292. 
Tridactylites 88, 90. 
Trifoliastrum 287, 293. 
Trifolieae 273, 286. 
Trifolium Tourn. 272, 286, 287. 

— agrärium L. 296. 

— alexandrinum L. 290. 

— alpestre L. 289. 

— alpinum L. 293. 

— arvense L. 291. 430 A. 

— aüreum Poll. 296. 

— bicorne Porsk. 292. 

— Boccönii Savi 290. 

— caespitosum Regn. 294. 

— campestre Schreb. 296, 
430 B. 

— Cherleri L. 290. 

— dentätum W.-K. 299. 

— elegans Savi 295. 

— filiforme auct. 296. 

— fragiferum L. 292. 

— glomeratum L. 294. 

— hybridum L. 295. 



371 



Trifolium iucaruätum L. 291. 

— Kochiänum Hayne 299. 

— lappäceum L. 288. 

— Lupinäster L. 293. 

— rnaritimum Huds. 288. 

— medium L. 288. 

— Melilötus coerulea L. 300. 

indica var. d. L. 298. 

officinalis var. b. L. 299. 

var. c. L. 298. 

— micränthuni Viv. 296. 

— minus Smith 296. 

— moutänum L. 294. 

— multistriätum Koch 293. 

— nigrescens Viv. 295. 

— niväle Sieber 289. 

— liöricum Wulf. 288. 

— ochroleücum L. 289. 

— pallescens L. 295. 

— pallidum W.-K. 289. 

— pannönicum Jacq. 289. 

— parviflörum Ehrh. 294. 

— patens Schreb. 296. 

— pratense L. 289, 429. 

var. niväle Koch 289. 

expänsumRchb.289. 

— procümbens L. 296, 430B. 

— repens L. 295, 431. 

— resupinätum L. 292. 

— rubens L. 287. 

— saxätile All. 291. 

— scäbmm L. 290. 

— spadiceum L. 297. 

— stellätum L. 291. 

— striätum L. 290. 

— strictum W.-K. 294. 

— subterränum L. 292. 

— suffocätum L. 287, 293. 

— Thälii Vill. 294. 

— tomentösum L. 292. 

— Trigonella L. 286, 300. 

— corniculäta L. 301. 

— foenum graecum L. 300, 
433. 

— gladiäta Stev. 300. 

— mönspeliaca L. 301. 
Trinia Hoffm. 125, 128. 

— glauca Dum. 128. 

— Kitaibelii M.-B. 128. 



Trinia vulgaris DC. 128. 
Trochiscänthes Koch 115, 121. 

— nodifiörus Koch 121. 
Tropaeoläceae 2, 15. 
Tropaeolum L. 15. 

— majus L. 15. 

— minor L. 16. 
Turgenia Hoffm. 160. 

— latifolia Hoffm. 161, 388C. 

U. 

Ulex L. 272, 274. 

— europaeus L. 275, 423. 
Ulmäria Tourn. 214, 215. 

— Filipmdula A. Br. 215. 

— pentapetalaGilib.215, 402. 
Umbelliferae 106, 107. 
Umbelliflorae 58, 106. 



V. 

Venuskamm 150, 382. 
Vesicästrum 287, 293. 
Vicia L. 325, 326. 

— angustifölia Both 329. 

— articuläta Willd. 331. 

— bithynica L. 328. 

— Bobartii Forst. 330. 

— cassübica L. 332. 

— cordäta L. 331. 

— Cracca L. 326. 

— dumetorum L. 326. 

— Ervilia Willd. 332. 

— faba L. 328, 448. 

— Gerärdi DC. 327. 

— glabrescens Koch 327. 

— gräcilis Lois. 332. 

— grandiflöra Scop. 330, 331. 

— hybrida L. 329. 

— lathyroides L. 328. 

— lutea L. 330. 

— monäntha Koch 331. 

— multiflora Pollich 332. 

— narbönensis L. 328. 

— onobrychoides L. 327. 
- oroboides Wulf. 327. 

— Orobus DC. 332. 

— pannönica Jacq. 329. 



Vicia peregrina L. 330. 

— pisiformis L. 331. 

— sativa L. 327, 328, 331, 
449. 

segetälis Thuill. 330. 

— sepium L. 329. 

— silvatica L. 331. 

— tenuifölia Eoth 325. 

— väria Host 327. 

— villösa Roth 327. 
Viscum L. 351, 352. 

— album L. 352, 460. 

— var. laxum B. u. R. 352. 

— Oxycedri DC. 352. 
Vitäceae 31, 38. 
Vitis L. 38. 

— hederäcea Willd. 39. 

— silvestris Gm. 39. 

- vinifera L. 38. 332. 

— var. silvestris Doli 39. 
Vogelbeere 269, 422. 
Vogelklaue 320, 322, 445, 

W. 

Walderve 325, 334, 451. 
Wasserfeder 59, 338. 
Wasserfenchel 116, 360. 
Wassernabel 110, 356. 
Wassernuss 63, 72, 344. 
Wassernussgewächse 63, 72. 
Wasserschierling 126, 136, 

372. 
Wasserstern 56. 
Wassersterngewächse 39. 55. 
Weichsel 172. 
Weiderich 61, 340. 
Weiderichgewächse 58, 60. 
Weidenröschen 63, 64. 
Wein Wilder 39. 
Weinrebe 39. 

Weinrose 237, 241, 247, 248. 
Weinstock 38. 
Weissdorn 263, 264, 417. 
Wicke 325, 326, 448, 449. 
Wickengewächse 325. 
Wiesenknopf 232, 235, 412. 
Wiesenknopfgewäehse 167. 
Wolfsbohne 274, 282, 426. 
Wolfsmilch 40, 333. 



- 372 - 

Wolfsmüchgewächse 39, 40. Zahlbrucknera austriaca Maly Zizyphus vulgaris Lara. 38. 

Wundklee 283, 285, 428. 102. Zuckerahorn 25. 

Wundkleegewächse 273, 283. — parädoxa Echb. 102. Zuckerwurz 137, 373. 

Zeiland 74, 347. Zwergmispel 263, 264, 271, 

Zimtrose 237, 239. 418. 

Zirmet 141, 144. Zwergpetersilie 136. 

Zahlbrucknera Rchbch. 87, Zizyphus Tourn. 34, 38. Zwetsche 170. 

102. — Palhirus Willd. 37. Zygopbylläceae 18. 



Druck von Kamm & Seemann in Leipzig. 



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Thome, Otto Wilhelm/Prof. Dr. Thome's Fl 



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